Einzelnummer 15 Pfennige
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Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet. auftröge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Nummer 117
Sonntag, den 28. April 1929.
192. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadl 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Rellamezele (92 mm
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm brelte
Rellame=
zeile 300 Reſchemark. Alle Preiſe in Reſchsmart
ſ4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr., Streil uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der Anzelgen=
Konluré oder gerichtlſcher Beſtreſbung fäll ſeder
Nabatt weg. Banſklonto Deutſche Bani und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Offiziöſe Beſprechungen in Paris.
* Der euroyäiſche Angeift.
Die unfaire=Kampfesweiſe der Pariſer Preſſe.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 27. April.
Die Arbeit der Sachverſtändigenkommiſſion wird in Paris
mit recht wenig Vertrauen verfolgt. „Die Ausarbeitung des
Be=
richtes ſchreitet vor; die Beſprechungen über die Zahlenfrage
führen aber zu keinem Ergebnis”, ſagt man in Paris. Wenn
man die Informationen, die von franzöſiſcher Seite kommen,
mit den Neuigkeiten, welche von den anderen Delegationen
durch=
ſickern, vergleicht, ſo kommt man zu der Ueberzeugung, daß man
in Paris die Tendenz hat, die Dinge noch
ſchwär=
zer zu ſehen, als ſie in Wirklichkeit ſind. Das iſt
übrigens ſchon ziemlich lange ſo. Dieſer abſichtlich übertriebene
Peſſimismus bildet aber nur einen Teil eines großzügigen
Ein=
ſchüchterungsmanövers gegen Deutſchland. Man verſucht
alles, um der deutſchen Oeffentlichkeit einen
Schreck einzujagen und in Deutſchland eine
Panikſtimmung zu erzeugen. Alles, was ſich auf die
finanzielle und wirtſchaftliche Lage in Deutſchland bezieht, wird
von der franzöſiſchen Preſſe ſyſtematiſch in dieſem Sinne
aus=
gelegt. Die Kommentare zur Diskonterhöhung in Deutſchland
beweiſen dies zur Genüge. Man möchte Deutſchland und der
Welt beweiſen, daß die deutſche Wirtſchaft zuſammenbrechen
muß, falls es zu keiner Einigung kommt. Dieſe Offenſive ſteht
aber in einem ſonderbaren Widerſpruch zu der Tatſache, daß auf
allen ſonſtigen Gebieten die deutſch=franzöſiſchen Beziehungen
ſich normal entwickeln. Es iſt aber nur eine
Einſchüchterungs=
maßnahme, um bei dem anderen Teil — bei ſachlichen
Beratun=
gen wie die der Expertenkommiſſion ſein ſollten, läßt ſich nicht
einmal über „Gegner” ſprechen — Panik zu erzeugen. Man ſollte.
glauben, daß man dieſen Geiſt in Europa bereits überwunden
habe. Dem iſt aber leider nicht ſo...
Welche Entwicklung nun auch die Verhandlungen nehmen
werden, es wird ſich ſchwerlich jemand finden, der der Regelung,
welche jetzt kommen kann, volles Vertrauen entgegenbringen kann.
Denn, wenn man alle Mittel einer politiſchen Preſſion gegen
Deutſchland anwendet und auf dieſe Weiſe ein Kompromiß
er=
zielt, dann läßt ſich jedoch von keinem Fortſchritt ſprechen. Dann
iſt man wieder dort angelangt, von wo man ausgegangen iſt,
und die Auseinanderſetzungen müſſen in ein oder zwei Jahren,
oder wann es die eiſernen Geſetze der wirtſchaftlichen und
finan=
ziellen Notwendigkeit erfordern, wieder aufgenommen werden...
Neue Reiſe Schachts nach Berlin. — Einberufung des
Generalrats der Reichsbank zum Dienskag.
* Berlin, 27. April. (Priv.=Tel.)
Aus Paris kommt die überraſchende Meldung, daß der
Reichsbankpräſident Dr. Schacht am kommenden Montag wieder
nach Berlin fahren werde, um mit dem Reichsbankdirektorium und
der Regierung zu beraten. Es iſt naheliegend, daß daran
weit=
gehende Kombinationen geknüpft werden, die ſich an die
Unter=
haltung mit Owen Young und die Möglichkeit einer
Verſtän=
digung über ein Proviſorium anlehnen. Bei der Schweigſamkeit
aller Stellen iſt Beſtimmtes darüber nicht zu erfahren. Soweit
wir aber feſtſtellen konnten, iſt es noch keineswegs ſicher, ob der
Reichsbankpräſident überhaupt nach Berlin kommt. Richtig iſt,
daß am Dienstag der Generalrat der Reichsbank
tagt, ein Gremium, das durch das Reichsbankgeſetz im Zeichen
des Dawesplanes eingerichtet worden iſt und das eigentliche
internationale Kontrollorgan über die Reichsbank bedeutet, in
dem alſo auch die ausländiſchen Gläubigervertreter ſitzen. Dieſer
Generalrat iſt die berufenſte Inſtanz, um die Offenſive zu
wider=
legen, die gegen die Haltung der Reichsbank eingeleitet worden
iſt. Er wird nachprüfen, ob die Diskonterhöhung der Reichsbank
zu ſpät erfolgte und hat auch die Möglichkeit, feſtzuſtellen, daß die
Politik der Reichsbank finanzwirtſchaftlich richtig und notwendig
war. Entſchließt er ſich zu einer ſolchen Erklärung, dann läge
darin das beſte Mittel, um den Anſturm auf die Mark
lahm=
zulegen, der am Freitag an den Weltbörſen offenſichtlich eingeſetzt
hat und der die Mark nahe an den Goldpunkt heranführte.
In=
zwiſchen iſt am Samstag vormittag nicht nur in Berlin,
ſondern auch in London eine weſentliche Beruhigung
eingetreten. Die Reichsbank hat die Erklärung
abgegeben, daß ſie unter allen Umſtänden den
Dollarkurs unverändert halten und alle
An=
fragen nach Deviſen befriedigen werde. Eine ſolche
Taktik kann ſie lange durchhalten und wird dadurch alle
Baiſſe=
manöver gegen die Mark, die auf die Dauer dann für die
Draht=
zieher recht koſtſpielig würden, abdroſſeln können. Begreiflich
wäre es daher ſchon, wenn Dr. Schacht den Wunſch hätte, an der
Sitzung des Generalrates teilzunehmen. Daß er dann die
Ge=
legenheit benutzen würde, auch mit der Regierung ſich in
Ver=
bindung zu ſetzen, iſt eine Selbſtverſtändlichkeit. Vorläufig iſt
aber, wie geſagt, eine Entſcheidung über ſeine Reiſe noch nicht
gefallen.
Dr. Schacht iſt am Samstag nachmittag nach Berlin
ab=
gereiſt. Wie verlautet, wird er am Donnerstag vormittag
wie=
der in Paris zurückerwartet.
Auliſſengerüchke.
EP. Paris, 27. April.
Reichsbankpräſident Dr. Schacht, der nach ſeiner
Rückkehr aus Berlin zunächſt das in den bisherigen
Sachver=
ſtändigenberatungen angeſammelte Material einem eingehenden
Studium unterzogen hatte, ſcheint, wenn man der Nachmit=
tagspreſſe Glauben ſchenken darf, ſeit geſtern offiziöſe
Beſprechungen mit den Alliierten durch
Ver=
mittlung des Konferenzvorſitzenden Owen
Young wieder aufgenommen zu haben. Die
Er=
folgsausſichten dieſer Verhandlungen in den Kuliſſen werden von
den Blättern im allgemeinen optimiſtiſcher eingeſchätzt, als dies
bisher der Fall war. Abgeſehen von der „Liberté”, die wiſſen
will, daß die Ausſprache zwiſchen Dr. Schacht und Owen Young
eine Veränderung der Lage nicht ergeben habe, weil der
Reichs=
bankpräſident auf ſeinem Standpunkt beharre, zeigt ſich die übrige
Preſſe weſentlich zuverſichtlicher, wozu nicht zuletzt die
hoff=
nungsvoll gefärbten Berichte aus Waſhington
über die in amerikaniſchen Regierungskreiſen
herrſchende ruhige Auffaſſung der Situation
beitragen.
Der „Intranſigeant” berichtet, in Konferenzkreiſen
beſtehe ſeit heute früh eine Tendenz, die Dinge weniger
ſchwarz zu ſehen. Man verſichere, daß eine Einigung noch.
möglich ſei, wenn Dr. Schacht, der bereits ſein
Annui=
täten=Angebot von 1650 auf 1750 Millionen
Gold=
markerhöht habe, einen Weg finde, um die
Zahlungs=
dauer dieſer Annuitäten von 37 auf 47 Jahre
auszu=
dehnen. Dem „Paris Soir” zufolge, hofft man ferner, daß
nach Abſchluß der Sachverſtändigenkonferenz
die von aller Welt gewünſchte endgültige
Li=
quidierung des Krieges in Verhandlungen
zwi=
ſchen den Regierungen erreicht werden könne.
Im übrigen ſcheine, ſolange die Delegationen nicht
auseinander=
gegangen ſeien, eine Einigung immer noch möglich. „
Intran=
ſigeant” und „Liberté” wollen aus Konferenzkreiſen vernommen
haben, daß der
Generalzahlungsagent Parker Gilberk amtsmüde
ſei und feinen Poſten zu verlaſſen wünſche. Die amerikaniſche
Regierung wünſche nicht, daß er durch einen Amerikaner erſetzt
werde. Unter dieſen Umſtänden gehe die Rede davon, daß der
Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau,
zum Nachfolger Parker Gilberts auserſehen ſei.
— Der „Intranſigeant” bezeichnet dieſe Nachricht jedoch ſelbſt
als höchſt unwahrſcheinlich. Wir können hinzufügen, daß in
Kreiſender deutſchen Sachverſtändigen alle dieſe
Meldungen als unzutreffend bezeichnet
wer=
den. Es wurde uns erklärt, Dr. Schacht habe ein
An=
gebot auf Erhöhung der deutſchen Annuitäten
nicht abgegeben. Die gegenwärtig tatſächlich im Gange
be=
findlichen offiziellen Beſprechungen ſeien auch noch nicht
ſo weit gediehen, daß von einer Ausdehnung
der Annuitäten auf 47 Jahredie Rede ſeinkönne.
Schließlich iſt von Rücktrittsabſichten Parker
Gil=
berts in deutſchen Konferenzkreiſen nichts
be=
kannt. Auch die Tatſache, daß ein ſo ernſthaftes und gut
unter=
richtetes Blatt wie der „Temps” von allen dieſen Dingen nichts
erwähnt, ſpricht dafür, daß es ſich um mehr oder weniger unreife
Kuliſſengerüchte handelt.
S0zialpolikiſches Wochenende.
Die Ausſprache um die Arbeitsloſenverſicherung.
* Berlin, 27. April. (Priv.=Tel.)
Der Reichsarbeitsminiſter hat diesmal nicht lange um ſein
Gehalt kämpfen müſſen. Die ſozialpolitiſche Debatte, die
ſonſt immer ſehr umfangreich war, iſt verhältnismäßig dünn
aus=
gefallen. Herr Wiſſell hatte ſich rein atademiſch geäußert. Die
Parteiredner haben ſich dem meiſt angepaßt mit Ausnahme der
Kommuniſten, die natürlich auch nicht die kleinſte Gelegenheit
vorübergehen laſſen, ihren rechtsſtehenden Freunden von der
Sozialdemokratie eins auszuwiſchen. Aber die anderen
Par=
teien waren doch recht vorſichtig. Feſtzuhalten iſt auf allen Seiten
das Bekenntnis zur Fortſetzung der
Sozialpoli=
tik auch da, wo die ſachliche Kritik gegen die Ueberſteigerung der
Sozialfürſorge angeſetzt wurde. So drehte ſich denn
eigent=
lich alles um die Arbeitsloſenverſicherung. Die
ſozialdemokratiſche Forderung auf Erhöhung der Beiträge zu
dieſer Verſicherungsanſtalt iſt nicht nur bei der Volkspartei auf
Widerſpruch geſtoßen, auch die Demokraten gaben zu Protokoll,
daß ſie einer Beitragserhöhung erſt zuſtimmen würden, wenn
nachzuweiſen ſei, daß die Verſicherung mit 3 Prozent nicht
aus=
kommen kann. Dafür verlangten ſie ebenſogut wie die
Volks=
partei Beſchränkung der Verſicherung auf die Fälle= in denen
wirklich der Begriff der Arbeitsloſigkeit anwendbar iſt. So recht
traute ſich niemand an das heiße Eiſen wegen der politiſchen
Folgen. Jeder wartet erſt einmal ab, wie die Vorlage der
Re=
gierung ausſieht, die ja bald kommen muß.
Darüber fiel es auf, wie wenig gegenüber früheren Jahren
an neuen Geſetzen gefordert wurde — wohl aus der Erkenntnis
heraus, daß Geld für weitere Ausgaben der Sozialpolitik einfach
nicht mehr vorhanden iſt. Ueberhaupt das leidige Geld. Es fehlt
auch im Reichstag ſelbſt. Ein bayeriſcher Abgeordneter, der die
reinere Luft ſeiner Berge gewohnt iſt, hat ſich bitter darüber
beklagt, daß die Berliner Armoſphäre ſo wenig ultraviolette
Strahlen enthält und hat deshalb für die Badezellen im
Reichs=
tag die Einrichtung einer Höhenſonne gefordert. Er iſt auch auf
ſehr viel Gegenliebe geſtoßen, denn der Gedanke, ſich nach den
ſchweren Anſtrengungen im Reichstag auch noch unentgeltlich
be=
ſtrahlen laſſen zu können, hat doch etwas reizvolles. Der
Reichs=
tag als koſienloſer Kuraufenthalt wäre ja auch etwas Neues und
Nützliches, aber der Reichstagspräſident Löbe hat durch alle dieſe
Hoffnungen einen dicken Strich gemacht und trocken erklärt, das
Haus habe für einen ſ=lchen. Zweck keine Poſition in ſeinem
Etat — und das int gunz gut ſo.
Die Woche.
Die Ereigniſſe der letzten Woche haben leider bewieſen, daß
wir keineswegs die robuſten Nerven haben, die nun einmal
er=
forderlich ſind, wenn man bei großen internationalen
Auseinan=
derſetzungen durchhalten will. Dabei braucht man gar nicht nur
an die bedenkliche Tatſache zu denken, daß bereits Ende letzter
Woche bei der erſten kritiſchen Wendung die ſozialdemokratiſche
und die ſogenannte Aſphalt=Preſſe unter Führung des Herrn
Breitſcheid prompt auf die von den Franzoſen gegen Herrn
Schacht ausgegebene Parole hereinfiel, ſo daß ſich ſchließlich der
preußiſche Miniſterpräſident Braun veranlaßt ſah, die Dinge
wie=
der richtig zu ſtellen — nachdem uns dieſe unerhörte Entgleiſung
in Paris ſelbſtverſtändlich ganz außerordentlich geſchadet hatte.
Bedenklicher faſt noch muß die allgemeine Erregung erſcheinen,
die weite Kreiſe der deutſchen Bevölkerung während der letzten
Tage ergriff, als die Reichsbank aus Gründen wirtſchaftlicher
Notwendigkeit den Diskontſatz erhöhte. Schon ſahen ängſtliche
Gemüter das Geſpenſt einer neuen Inflation am Horizonte
auf=
tauchen und begannen Dollars und Schweizer Franken zu kaufen!
Die Unſinnigkeit dieſes Gebarens liegt ſelbſtverſtändlich auf der
Hand. Gegen eine neue Inflation hat das Reichsbankgeſetz vom
30. Auguſt 1924 die nötigen Sicherheiten geſchaffen, ganz
abge=
ſehen davon, daß überhaupt nach dem Stand der Dinge von
einer Gefährdung unſerer Währung keine Rede ſein kann. Man
hat in Paris ganz offenbar damit gerechnet, daß die Nerven des
deutſchen Volkes, das das Jahr 1923 natürlich noch nicht
ver=
geſſen hat, auf Währungsſorgen beſonders empfindlich reagieren
würden, und ſo hat man, um die deutſche Delegation unter Druck
zu ſetzen und vielleicht gefügiger zu machen, mit großem
Stimm=
aufwand verkündet, daß die deutſche Wirtſchaft der Kataſtrophe
zutreiben müſſe, falls die Sachverſtändigenkonferenz ſcheitere. Um
aber den ausgeſprochenen Drohungen den nötigen Nachdruck zu
verleihen, hat man durch Markabgaben die Reichsbank genötigt,
einen Teil ihrer Oeviſenbeſtände zu opfern. Gewiß, das iſt
un=
erfreulich, umſo mehr, als ja auch der Reparationsagent ſchon
während der ganzen letzten Monate zum Zwecke des Transfers
recht erhebliche Deviſenkäufe getätigt hatte, die bei der Paſſivität
unſerer Handelsbilanz naturgemäß ebenfalls zu Laſten des
De=
viſenbeſtandes der Reichsbank gingen. Wir wiederholen: Das iſt
recht unerfreulich, aber bietet ganz gewiß keinerlei
Anlaßzuernſthaften Beſorgniſſenin
währungs=
politiſcher Hinſicht, und es iſt zu wünſchen, daß ſich die
künſtliche Aufregung ebenſo raſch wieder legt, wie ſie um ſich
ge=
griffen hatte. Schon allein, weil wir ja keine Veranlaſſung haben,
die Geſchäfte der Franzoſen zu beſorgen.
Wie aber liegen denn nun tatſächlich die Dinge in Paris?
Beſtehen noch irgendwelche Ausſichten, die
Sachverſtändigenkonfe=
renz zu einem gedeihlichen Ende zu führen und ſchließlich welche
Wirkungen würde ein negatives Ergebnis der monatelangen
Sach=
verſtändigenverhandlungen zeitigen?
Feſt ſteht zunächſt, daß es die franzöſiſchen Forderungen
ge=
weſen ſind, die bisher jede Verſtändigung ausſchloſſen, feſt ſteht,
daß hier die Urſache für die während der letzten Woche
eingetre=
tene ſchwere Verſtimmung zwiſchen der franzöſiſchen und der
deutſchen Delegation liegt. Die maßloſen Forderungen unſerer
Verhandlungsgegner, deren Unhaltbarkeit die Verhandlungen
während der ganzen vorausgegangenen Wochen ſchlagend
er=
wieſen hatten, ſchienen dafür zu ſprechen, daß geradezu
plan=
mäßig auf ein Scheitern der Konferenz hingearbeitet wurde, und
die gehäſſigen Kommentare und die geradezu hyſteriſche
Auf=
regung der Pariſer Preſſe erweckten den Anſchein, als ob die
Franzoſen im Konzert der weiland alliierten Mächte die erſte
Geige ſpielten. Auch in der deutſchen Oeffentlichkeit denkt man,
wenn von Paris geſprochen wird, faſt ausnahmslos nur an die
Franzoſen. Das aber iſt durchaus falſch, denn der Drahtzieher
iſt der Friedensapoſtel von Locarno und Genf, der engliſche
Außenminiſter Sir Auſten Chamberlain.
Daß unſere Vettern jenſeits des Kanals an einer
Wiederauf=
rollung und endgültigen Regelung des Reparationsproblems kein
ſtarkes wirtſchaftliches Intereſſe hatten, iſt von ihnen von
vorn=
herein mit anerkennenswerter Offenheit ausgeſprochen worden.
Man iſt ja auch am Konferenztiſch verſchiedentlich entgleiſt und
hat zugegeben, daß die Engländer an einer erſtarkten
Wett=
bewerbsfähigkeit der deutſchen Wirtſchaft, die ſich aus einer
ver=
nünftigen Löſung der Reparationsfrage ergeben würde, keinerlei
Intereſſe haben. Aber auch rein politiſch geſehen, braucht man
nur die Dinge etwas genauer anzuſehen, um zu verſtehen, daß die
engliſche Außenpolitik, zum mindeſten ſolange, ſie im Sinne
Chamberlains geleitet wird, keine Veranlaſſung dazu hat, etwa
der Pariſer Sachverſtändigenkonferenz die Steine aus dem Wege
zu räumen. Einmal wiſſen wir ja zur Genüge, daß die engliſche
Begeiſterung für einen deutſch=franzöſiſchen Ausgleich nicht
ge=
rade überwältigend groß iſt, und es liegt auf der Hand, daß eine
vernünftige und endgültige Löſung des Reparationsproblems
eine deutſch=franzöſiſche Verſtändigung ganz erheblich fördern
würde. Zum anderen aber würde ein poſitives Ergebnis der
Pariſer Verhandlungen die Franzoſen der ſehr unangenehmen
Verpflichtungen entheben, am 1. Auguſt den Amerikanern die dann
fällige „Handelsſchuld” von 400 Millionen Dollar zu zahlen. Denn
ſelbſt wenn eine Mobiliſierung der deutſchen Kriegstribute in
dieſer Höhe im Anleihewege bis dahin nicht möglich wäre, ſo
würden mit einem poſitiven Ergebnis der
Sachverſtändigenkonfe=
renz die bisherigen franzöſiſchen Bedenken gegen eine
Ratifi=
zierung des Mellon=Berenger=Abkommens ohne weiteres
ent=
fallen. Nun iſt zwar die franzöſiſch=engliſche Freundſchaft zurzeit
wieder einmal außerordentlich „herzlich”, aber ſoweit gehen doch
die freundſchaftlichen Gefühle John Bulls nicht, daß er nicht dem
außerordentlich erſtarkten Parifer Geldmarkt, der die Stellung
Londons bedroht, einen ſo energiſchen Aderlaß von Herzen gönnt.
Unter dieſen Umſtänden hat Chamberlain begreiflicherweiſe keine
Mühe geſcheut, um ſeine Ziele wirkſam zu fördern, und er hat
ſogar die Beſchwerlichkeiten einer italieniſchen Frühjahrsreiſe auf
ſich genommen, um ſeinen Freund Muffolini trotz des
italieniſch=
franzöſiſchen Gegenfatzes zur „Wiederherſtelung der allierten
Nummer 112
Seite 2
Einheits=Front” in der Reparationsfrage zu bewegen und
da=
durch die Ausſichten der Sachverſtändigenkonferenz noch weiter —
zu verſchlechtern.
Bei alledem hat es der engliſche Außenminiſter mit
bemer=
kenswertem Geſchick, das ihm nicht immer eigen, verſtanden, ſich
ſelbſt im Hintergrund zu halten und die Franzoſen immer weiter
vorwärts zu drängen. So weit, daß in gewiſſen franzöſiſchen
Kreiſen ſchon eine gewiſſe Ernüchterung Platz zu greifen beginnt,
denn ſchließlich hat man ja die Initiative zur Wiederaufrollung
des Reparationsproblems nicht nur ergriffen, um ſich angenehm
die Zeit zu vertreiben. Wir wollen dabei die innerpolitiſchen
Schwierigkeiten Frankreichs, die nach Lage der Dinge ein Scheitern
der Sachverſtändigenkonferenz im Gefolge haben müßte,
durch=
aus nicht überſchätzen, trotzdem ſie recht erheblich ſein werden.
Viel ſchwerer fällt für gewiſſe franzöſiſche Kreiſe die Erwägung
ins Gewicht, daß ein Kurswechſel der engliſchen Außenpolitik
nach den engliſchen Wahlen durchaus im Bereich der Möglichkeit
liegt. Man braucht hierbei gar nicht nur an eine Niederlage der
konſervativen Partei zu denken, ſondern ſchon ein weſentliches
Zuſammenſchrumpfen der konſervativen Mehrheit im engliſchen
Parlament könnte ja unter Umſtänden genügen, um die Stellung
Chamberlains hoffnungslos zu erſchüttern.
Ob ſich allerdings derartige Erwägungen bei der Pſychoſe,
welche die franzöſiſche Oeffentlichkeit zurzeit ergriffen, wirklich
durchſetzen werden, muß auf alle Fälle
außerordent=
lich fraglich erſcheinen, und ſo wird man bei uns jedenfalls
gut daran tun, ſich ſehr ernſthaft auf ein Scheitern der Pariſer
Konferenz einzuſtellen. So wenig wir aber Anlaß haben, einen
ſolchen Ausgang zu wünſchen, ſo wenig Veranlaſſung beſteht auch
zu irgendwelcher Panikſtimmung. Wir leben nicht mehr im
Jahre 1921, und die aus den politiſchen und wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſen ſich ergebenden Notwendigkeiten ſind ſo ſtark, daß auch
einem Ende der gegenwärtigen Verhandlungen ſehr bald der
Be=
ginn neuer Verhandlungen wird folgen müſſen. Die
Transfer=
beſtimmungen des Dawes=Abkommens bieten eine gewiſſe
Sicher=
heit gegen eine Ueberſpannung des Bogens, und wenn ſie erſt
einmal zur Anwendung kommen ſollten, ſo wird man vielleicht
auch in Paris einſehen, daß es eben keine Bäume gibt, die in den
Himmel wachſen.
A.
Moineatls Scatlen.
Freiſpruch im Beleidigungsprozeß Bornſtein.
Berlin, 27. April.
Im Beleidigungsprozeß gegen den verantwortlichen
Redak=
teur des „Tagebuches”, Bornſtein, wegen der in einem Artikel
der Zeitſchrift gegen den jetzigen Reichsanwalt Jorns im
Zu=
ſammenhang mit der Unterſuchung der Ermordung Liebknechs
und Roſa Luxemburgs erhobenen Vorwürfe wurde heute der
Angeklagte Bornſtein auf Koſten der Staatskaſſe freigeſprochen.
2
* Einem Berliner Schöffengericht war wieder einmal eine
Aufgabe zur Beurteilung überwieſen, die eigentlich nur die
Ge=
ſchichte richtig löſen kann. Dort ſtand der Reichsgerichtsrat
Jorns als Privaikläger gegen Bornſtein, der ihm vorgeworfen
hatte, daß er bei der Auftlärung über die Ermordung
Lieb=
knechts und Roſa Luxemburgs die Täter begünſtigt hätte. Jorns
war damals Kriegsgerichtsrat, und konnte es nicht verhindern,
daß die der Tat Verdächtigen ſich rechtzeitig in Sicherheit zu
bringen wußten. Die Beweisaufnahme iſt ſehr in die Breite
ge=
gangen. Sie hat Zuſtände enthüllt, die in einem geordneten
Rechtsbetriebe gewiß nicht vorkommen durften. Jorns hatte es
nicht verſtanden, ſich gegenüber den Offizieren der Garde=
Kapal=
lerie=Schützendiviſion durchzuſetzen. Vielleicht deshalb nicht, weil
in dem Diviſionsſtab, der in die Unterſuchung mit eingriff,
Offi=
ziere ſaßen, die an der Ermordung beteiligt waren. Er hat auch
ſtillſchweigend geduldet, daß die Unterſuchungshaft Formen
an=
nahm, die an die Zuſtände eines fidelen Gefängniſſes erinnerten
und daß infolgedeſſen die Beſchuldigten ſich rechtzeitig mit
fal=
ſchen Päſſen verſehen und entweichen konnten. Das Gericht hat
den beklagten Schriftleiter freigeſprochen, weil es dem jetzigen
Reichsanwalt einen Vorwurf daraus macht, daß er damals nicht
durchgriff, ſich nicht an die damalige Reichsregierung wandte und
ſein Amt niederlegte, falls nicht Abhilfe geſchaffen wurde. So
verläßt Reichsanwalt Jorns als moraliſch Verurteilter die
Ge=
richtsſzene, wobei man annehmen darf, daß er ſich bei dem
Urteil nicht beruhigen wird, ſondern an die höhere Inſtanz
appel=
lieren wird. Wir nehmen auch an, daß dort ein anderes Urteil
fallen wird. Es unterliegt keinem Zweifel, daß in jenen Tagen
des Jahres 1919 bei der Gardekavallerieſchützendiviſion im der
Unterſuchung Dinge vorgekommen ſind, die mit dem Buchſtaben
und dem Sinne des Rechtes nicht zu vereinbaren ſind, aber es iſt
furchtbar leicht, darüber heute den Stab zu brechen. Die
Litera=
ten, die den damaligen Kriegsgerichtsrat jetzt mit Steinen be=
* Ein glänzender Sieg des Schneeſchuhs.”
Die Durchquerung der geſamten Alpen im Winter.
Von der Südgrenze Frankreichs bis zu den lachenden Fluren
der Donau dehnt ſich die gewaltige Kette der Alpen. Zur
Win=
terszeit ein unermeßliches Meer ſtrahlender Gipfel. Der volle
Zauber ihrer ſtillen märchenhaften Pracht ſchlägt den in
dauern=
den Bann, der einmal wagte, ins ewigkeitsnahe Reich der weißen
Berge emporzudringen.
Hundert heimtückiſche, unter arglos leuchtender Decke lauernde
Gefahren drohen ihm, den nicht die harte Schule der Berge lehrte,
weiſe von ihren Freuden Beſitz zu ergreifen. Erſt das Erfaſſen
der ſchweren Kunſt, all jene Hinderniſſe kraft menſchlichen Geiſtes
und Willens auf ein erträgliches Maß zu mindern, macht den
Bergſport aus geſteigerter Freude am Können zur ſtändig
wach=
ſenden Leidenſchaft.
In dieſem Moment liegt die Begründung jeder alpinen Tat.
Es enthält die Motive, die mich beſtimmten, an der Durchquerung
der Alpen im Winter teilzunehmen. Zwei Münchener
Berg=
ſteiger, Arwed Möhn und Franz Schmid, hatten den
abenteuer=
lichen Plan ausgehegt. Ein Liebling der Götter mußte es ſein,
wer ſo ungeſtraft ſeinen Begierden fröhnen durfte!
Wir hielten uns keineswegs für beſondere Günſtlinge
For=
tungs, als wir am 29. Januar des letzten Winters auszogen, um
jenen großen Gedanken Tat werden zu laſſen. Und dieſe
Er=
kenntnis, vereint mit Vertrauen auf unſere Fähigkeiten, mag die
Urſache geweſen ſein, die uns den ſchweren Weg ohne Unfall
gehen ließ.
Schon in den ſteiriſchen Bergen, die wir vom Wiener
Schnee=
berg aus überſchritten, machte uns die Ungunſt der Witterung ſehr
zu ſchaffen. Steil ſind ihre Lehnen, plateauartig ihre weiten,
welligen Rücken. Auf jenen hügeligen Hochflächen aber trieben
Tage anhaltende Schneeſtürme ihr tolles Spiel mit verheerender
Wut.
Undurchdringlich die finſteren Schneetreibwände, die in
atem=
raubendem Wirbel alles verſchütteten. Wenige Augenblicke nur,
bis die Temperatur auf ein Minimum ſank, unglaublich niedrig
für dieſe Berge. Gegen den Sturm gelehnt, wankten wir unter
den ſchweren Laſten vorwärts, tagelang, immer weiter nach
Weſten. Bei jeder Bewegung krachten die eisüberzogenen Kleider.
Jeder Schritt konnte ein Fehltritt ſein und das Ende. Denn um
uns her wogten in dichten Schleiern die Wolken und ſelbſt die
nächſte Umgebung verhüllende Schneeböen. Da hielt der Wille
*) Milana Jank, die Teilnehmerin an dieſer Expedition, ſpricht
am 30. April in der Sektion Darmſtadt des Deutſchen und Oeſterreich.
(Die Redaktion.)
Alpenvereins.
Conntag, den 28. April 1929
Vom Tage.
Auf eine Anfrage, ob eine Möglichkeit der Inflation in
Deutſch=
land oder jrgendeiner ernſten Erſchütterung der deutſchen Währung
gegeben ſei, iſt von äußerſt autoritativer, der Transferabteilung des
Reparationskommifſariats ſehr naheſtehenden Stelle, kategoriſch erklärt
worden, daß eine ſolche Möglichkeit vollſtändig ausgeſchloſſen ſei.
Während der Anweſenheit des türkiſchen Außenminiſters Tewfik
Ruchdy Bey wurde im Auswärtigen Amt der allgemeine
deutſch=
türkiſche Schiedsgerichts= und Vergleichsvertrag
zum Abſchluß gebracht. Die formale Unterzeichnung des Vertrags
ſoll demnächſt in Angora vorgenommen werden.
Die Aufſtellung des Abg. Streeruwitz zum
öſterreichi=
ſchen Kanzlerkandidaten ſcheint nunmehr eine Löſung der
langwierigen Kriſe bringen zu wollen.
Der engliſche Geſandte in Stockholm Vaughan iſt
mitten in ſeiner Rede auf einem Bankett nach der Induſtrie=Konferenz
an einem Herzſchlag geſtorben.
Der däniſche König übertrug dem Sozialdemokraten Stauning
die Bildung des neuen Miniſteriums.
Der amerikaniſche Sachverſtändige Morgan, der
auf einige Tage verreiſt war, wird wieder in Pariserwartet.
Das Wirtſhaftskomitee des rumäniſchen Miniſterrates hat dem
Plan der Errichtung einer deutſch=rumäniſchen
Han=
delskammer in Bulaueſt zugeſtimmt. Auch die rumäniſche
In=
duſtrie unterſtützt dieſen Plan. Das Angebot der Reichskreditgeſellſchaft
auf einen Kredit von 45 Millionen Goldmark wurde ebenfalls
angenom=
men, doch verlangt die rumäniſche Regierung ſtatt der vorgeſehenen zehn
fünfzehn Jahre Amortiſationszeit. Die Anleihe dient zur Anſchaffung
von Eiſenbahnmatevial und landwirtſchaftlichen Maſchinen in
Deutſch=
land.
werfen, überſehen vollkommen, daß wir damals mitten in der
Revolution ſtanden, daß bei den Leuten, die vier Jahre an der
Front ſtanden, Menſchenleben keinen hohen Kurswert hatten, daß
auch das Kameradſchaftsgefühl unter den Angehörigen der
Divi=
ſion eine eiſerne Kette ſchuf, gegen die wahrſcheinlich auch der
energiſchſte Unterſuchungsrichter damals nicht hätte anrennen
können. Jeder denkende Menſch wendet ſich mit Grauen ab von
der Art, wie in jenen Tagen Liebknecht und Roſa Luxemburg
hin=
gemordet wurden. Aber dieſe Tat iſt überhaupt nur
verſtänd=
lich aus der Atmoſphäre heraus, in der ſie geſchah. Es ging
da=
mals darum, ob Deutſchland unter den Erſchütterungen der
Revolution auseinanderbrechen und eine billige Beute des
Bol=
ſchewismus werden ſollte. Die Soldaten, die damals die
Ver=
antwortung trugen, ſind in der Wahl ihrer Mittel nicht
wähle=
riſch geweſen. Das mag man bedauern, mag es ſogar verurteilen,
aber der juriſtiſche Maßſtab einer friedlichen Zeit läßt ſich an den
Zeiten eines Umſturzes nicht einfach anlegen. Uns will ſcheinen,
als ob das Schöffengericht dafür nicht das richtige Verſtändnis
beſeſſen hätte.
Rückkehr der oſtpreußiſchen delegakion aus Rußland.
Oberpräſident Dr. Siehr, der Führer der Oſtpreußen=Delegation
in Rußland.
Die oſtpreußiſche Delegation, die mit dem Oberpräſidenten Dr.
Siehr an der Spitze eine mehrwöchige Studienreiſe durch
Sowjet=
rußland unternommen hatte, iſt wieder wohlbehalten in
Königs=
berg eingetroffen. Bei den ruſſiſchen Stellen wie bei der
Dele=
gation ſelbſt herrſcht der Eindruck vor, daß durch die Reiſe und
die damit verbundenen Verhandlungen eine wertvolle Vorarbeit
für die Vertiefung und Ausgeſtaltung der Wirtſchaftsbeziehungen
zwiſchen Oſtpreußen und Rußland geleiſtet worden ſei, und zwar
hauptſächlich in landwirtſchaftlichen Fragen.
allein auf dem richtigen Wege, wenn wir auch oft erſt in finſterer
Nacht die rettende Zuflucht fanden.
Die Hohe Veitſch, das Hochſchwabmaſſiv, die dunklen
Schluch=
ten der Geſäuſeberge lagen längſt hinter uns. Im Weſten
ſchimmerten bei immer heller werdendem Morgen die
ſchneegleiſ=
ſenden Kuppen der Niederen Tauern. Ihre ſteilen Talwände
be=
herrſcht das weiße Verderben. Mit größter Vorſicht ging es
gegen die lichtumfluteten Gipfel vor. Keinen Moment durften
wir dieſe Tugend, die Bergſteigern oft ſchwerer fällt, als
rück=
haltloſes Hinausſtürmen, außer Acht laſſen.
So hätten wir gern einen zweiten Großen der
Ankogel=
gruppe, deſſen Name licht iſt, wie der Glanz des Tagesgeſtirns,
beſucht. Doch die Schneebeſchaffenheit in den höheren Lagen
wie auch das immer ſchlechter werdende Wetter hielten uns davon
ab. Denn dann kann der Berg und alle zu ihm führenden Wege
finſter ſein wie die Nacht. Wie recht wir getan, ſahen wir einige
Tage ſpäter in Heiligenblut. Dort fanden wir Zeitungen, die die
furchtbare Tragödie des Schnees in alle Welt ſchrieen, die
Nach=
richt von den dreizehn Toten am Sonnblick.
Achtundzwanzig Grad Kälte hatte man damals in
Heiligen=
blut. 1600 Meter über dem ſtillen Kärntner Bergdorf, inmitten
des unheimlichen Froſt ausſtrahlenden Eisſtromes der Paſterze,
ſteht die Oberwalderhütte. Das kleine Taſchenthermometer
reichte nicht mehr, den Tiefſtand der Temperatur da oben zu
meſſen. Er ward umſo ſchauriger fühlbar, als ſich der Hunger,
der vernichtende Bundesgenoſſe der Kälte, einſtellte. Zehn Tage
warf ein tobendes Unwetter Neuſchneemengen auf die ſteilen
Talwände, die ſämtliche Zugänge zur Hütte grenzen, daß jeder
Gedanke an Rückzug zum Wahnſinn wurde. Da ſchuf der Wille
aus der Not die Tugend Enthaltſamkeit. 230 Stunden hielten
wir Winterſchlaf, nur einmal am Tage befriedigten aufs kleinſte
geſetzte Rationen die notwendigſten Bedürfniſſe.
Glücklich waren wir in den Zillertaler= Stubaier=, Oetztaler
Bergen und in der Silvretta mancher Tücke des Schickſals
ent=
wiſcht. Da zwang uns die ſchnell hereinbrechende Nacht im
Engadin, in 3000 Meter Höhe, bei Schneeſturm Freilager zu
be=
ziehen. Ohne zu zaudern wurde im Schnee ein tiefes Loch
ge=
graben. Alle, die ſchon in ähnlicher Lage biwakierten, wiſſen,
welche Eneraie dazu gehört, dieſer Art eine Nacht zu durchwachen.
Tags darauf ſchleppten wir uns über die vergletſcherten Gipfel
der Errgruppe gegen das Rheintal. Der Wille allein peitſchte
uns vorwärts. Ein prächtiges Objekt, unſere Tatenfreude wieder
zu beleben, fanden wir im ſteilen Maſſiv des Tödi, deſſen
Be=
ſteigung im Winter vom Rheintal aus noch nicht geglückt war.
Eindringlich deshalb die Sprache, die der Weg redete, den wir
von der Puntgiglashütte zum Gipfel des Berges gingen. Doch
Das Minderheikenproblem.
Bor dem Zuſammenkrikk des Dreierkomikees.
Keiner der minderheikenfreundlichen Skaaken
verkreken.
EP. Genf, 27. April.
Das Dreierkomitee für die Prüfung und erſte Durchberatung
der vorliegenden 16 Minderheiten=Denkſchriften und Noten,
Chamberlain, Quinones de Leon und Adatchi, tritt am Montag,
den 29. April, in London zuſammen. Außer den 16
Regierungs=
denkſchriften und Noten liegen dem Komitee auch Denkſchriften
und Memoranden des internationalen Minderheitenkongreſſes,
der Union der Völkerbundsligen, der jüdiſchen Minderheiten und
einiger anderer Minderheiten=Vertretungen vor. An den
Ver=
handlungen werden außer den drei Ratsmitgliedern der
General=
ſekretär des Völkerbundes, Sir Erik Drummond, die beiden
ſpaniſchen leitenden Beamten der Minderheiten=Abteilung, ein
belgiſcher Beamter der Rechtsabteilung und ein franzöſiſcher
Be=
amter aus der politiſchen Abteilung des Völkerbundsſekretariats
teilnehmen, ſo daß alſo keiner der
minderheiten=
freundlichen Staaten vertreten ſein wird. Die
Zuſammenſetzung dieſes Gremiums, von dem
ge=
wiſſermaßen eine Vorentſcheidung über die Minderheiten=
Denk=
ſchriften getroffen wird, muß umſomehr bedauert
wer=
den, als der Inhalt der Denkſchriften der
Oef=
fentlichkeit nicht bekannt iſt und auch vom
Völ=
kerbundsſekretariat nicht bekannt gegeben
wird. Die Oeffentlichkeit wird alſo über die Stellungnahme der
verſchiedenen Regierungen zum Minderheitenbroblem nicht
un=
terrichtet werden. Inſofern werden die Regierungen von
Deutſch=
land, Oeſterreich, Holland, der Schweiz und andere dem
Bei=
ſpiel der ungariſchen und jugoſlawiſchen Regierung folgen, die
ihre Minderheiten=Denkſchriften ſelbſt veröffentlicht haben.
Das ungariſche Minderheikenmemorandum.
Das ungariſche Minderheitenmemorandum
ſchließt ſich ſehr eng an die deutſchen und
kana=
diſchen Vorſchläge in der Minderheitenfrage an. Es
be=
tont, daß es weiterhin unmöglich ſein werde, die Minderheiten
in irgendeiner autoriſierten Form vor dem Völkerbund zu hören.
Es erhebt ebenfalls die Forderung nach öffentlicher Behandlung
der Minderheitenklagen. Das bisherige Minderheiten=
Dreier=
komitee müſſe zu einem Komitee erweitert werden, in dem
ſämt=
liche Ratsmitglieder Sitz und Stimme hätten. Das
Memoran=
dum verweiſt auf die große Bedeutung, die die
Minderheiten=
frage gerade für Ungarn habe, da 3½ Millionen rein ungariſcher
Bevölkerung in anderen Staaten lebten.
Von den übrigen dem Dreierkomitee vorliegenden
Memo=
randen treten die Denkſchriften Hollands und Chinas und die
Note der Schweiz für die kanadiſche und deutſche Auffaſſung in
der Minderheitenfrage ein. Ebenſo ſtehen auch die Denkſchriften
Oeſterreichs, Bulgariens ſowie die Noten der drei baltiſchen
Länder auf einem minderheitenfreundlichen Standpunkt, während
von ſeiten der Kleinen Entente und Polens die bekannten
Vor=
behalte gegen die volle Anwendung der Beſtimmungen der
Min=
derheitenverträge erhoben werden,
Eine Denkſchrift der Minderheiken.
Der Ausſchuß des Europäiſchen Nationalitätenkongreſſes
übermittelte dem japaniſchen Ratsmitglied Adatchi in ſeiner
Eigenſchaft als Berichterſtatter über die Minderheitenfrage eine
Denkſchrift, die gleichzeitig auch dem Völkerbundsſekretariat
zu=
geſtellt wurde. Geſtützt auf die letzte Entſchließung des
Völkerbundsrates, wonach der Berichterſtatter auch Mitteilungen
von Sachverſtändigen bzw. von intereſſierten Kreiſen
entgegen=
nehmen könne, hat der Ausſchuß ſeine Denkſchrift
über=
reicht. Somit liegt dem aus Adatchi (Japan), Chamberlain
(England) und Quinones de Leon beſtehenden
Berichterſtatter=
ausſchuß nunmehr für die nächſten Montag in London
beginnen=
den Beratungen neben den amtlichen Eingaben der Regierungen
auch eine Denkſchrift der Minderheiten ſelbſt vor. Ueber den
Inhalt dieſer Denkſchrift verlautet, daß ſie von einer Kritik des
heutigen Zuſtandes ausgehe und konkrete Vorſchläge für ein
Be=
ſchwerdeverfahren wie auch darüber hinaus für Verwirklichung
der dem Völkerbund übertragenen Aufgabe betreffs Schutzes der
Minderheitenrechte enthält.
neu geſtärkt durch den Kampf um ein trotziges Haupt überwanden
wir die weite Strecke ins Berner Oberland. Pfingſten war’s,
als wir dies Zauberland von nicht zu ſchildernder Schönheit
er=
reichten.
Als es zum 19. Mal ſeit unſerer Abreiſe von München
Sonntag geworden, ſtanden wir im Bann der Zermatter
Eis=
rieſen. Unterſtützt durch alle Künſte des trainierten Körpers,
fielen die klaſſiſchen Gipfel dieſes herrlichſten aller
Eis=
gebiete ohne Raſttage. Immer werde ich im verklärenden Licht
urgewaltiger Schönheit das koloſſale Maſſiv des Monte Roſa
ſehen, von deſſen Scheitel uns eine Fahrt zur Bétempshütte
führte, die der Inbegriff aller Seligkeit alpiner Erfüllung war,
die die weißen Berge erſchließen.
Dann kam der Tag, da die raſtloſe Unruhe 5 langer Monate
der Erlöſung durch die letzte Tat harrte, der 23. Juni. Zum
letzten Mal auf jener Fahrt blitzten die Pickel. Zum letzten Mal
empfing uns auf ſchmalem Eisgrat heulender Sturm. Er war
uns kein Hindernis mehr. Abgrundtief ſanken die Spitzen der
herrlichen Berge Savoyens: Das Ziel, der Montblanc, war
unſer! Vergangenheit war ein Tat gewordener Traum.
Milana Jank=München.
* Schlagt mich kot, aber ich muß lachen!
Schauſpiel von Hermann Ebbinghaus.
Uraufführung im Münchener Prinzregenten=Theater.
Ein neues Ulenſpiegel=Drama, das, im Schatten von de
Coſter’s großem Roman gewachſen, trotz vieler
Unzulänglich=
keiten, die H. Ebbinghaus, als Anfänger verrieten, bis zum
Schluſſe feſſelte. Der junge rheiniſche Dichter rückt den
Spaß=
macher Tyll de Voß in den Mittelpunkt des Geſchehens —
eines nationalen Befreiungskampfes gegen ausländiſche
Unter=
drücker, die, die konfeſſionellen Gegenſätze der Zeit politiſch
aus=
nützend, zur Befeſtigung ihrer Herrſchaft die religiöſen
Leiden=
ſchaften der Geknechteten erregen. — Leider ſind die Geſtalten des
Dramas ſchablonenhaft gezeichnet und auch die Hauptfigur des
Tyll, des berühmten „Spaßmachers”, entbehrt jeglichen Witzes.
Dagegen gelang es Ebbinghaus, den Aufbau eines Schauſpiels
unter Vermeidung eines langweiligen, hiſtoriſchen Freskenſtiles
dramatiſch zu geſtalten. Schlaglichterartig beleuchtet, ziehen
Figu=
ren und Ereigniſſe an dem Beſchauer vorüber, keinerlei Ermüdung
aufkommien laſſend. — Die Aufführung mit Martens und
Magda Lena in den Hauptrollen, entſprach ſicher den
Inten=
tionen des Autors und trug weſentlich zu dem überraſchenden
und großen Publikumserfolge bei.
A. G.
Rummer 117
Sonntag, den 28. April 1929
Seite 3
Borr eine dratſchekiebeeinge iGrn
Die deutſchen Borſchläge auf Berechnung des
milikäriſchen Berkes der Reſerven abgelehnk.
* Genf, N. April. (Priv.=Tel.)
In der Abrüſtungskommiſſion gab heute vormittag Graf
Bernſtorff eine ausführliche Darlegung des deutſchen
Standpunktes. Er erklärte, nur bei gegenſeitigem Nachgeben
könne eine Abrüſtungskonvention zuſtande kommen. Die Staaten
dürf=
ten Konzeſſionen, die ſie machen wollten, nicht bis zum letzten Augenblick
hinausſchieben, ſondern müßten ſie frühzeitig bekanndgeben. Eine
Ab=
rüſtungskonvention, und zwar auch eine ſolche, die den erſten Schritt
dar=
ſtelle, könne von deutſcher Seite nur in Betracht gezogen werden, wenn
ſie eine fühlbare Herabſetzung (Reduction sensible) bringe..
Eine ſolche Herabſetzung bei den Seerüſtungen durchzuführen, während
man bei der Rüſtung zu Lande alles beim Alten laſſe, daß ſei wohl
kaum möglich. Deutſchland ſelbſt könne in dieſer Frage
keine Zugeſtändniſſe machen, da esbereits
vollkom=
men abgerüſtet ſei. Für Deutſchland komme es nur
darauf an, ob die anderen Staaten in Ausführung
der Verträge und des Völkerbundspaktes eime
fühlbare Herabſekung der Rüſtungen
ins Auge faßten. Deutſche Konzeſſionen könnten nur auf dem
Ge=
biete der Methoden liegen. Bei den ausgebildeten Reſerven
erblickte Bernſtorff eine Konzeſſion darin, daß man bei der Vergleichung
der militäriſchen Stärken der Effektiven die älteren Jahrgänge geringer
ins Gewicht fallen laſſe als die aktiven Truppen. Danach ſolle man als
Werimeſſer für jede Kategorie berſchieden hohe Zahlen einſetzen. Eine
ähnliche Merhode ſei ja auch von Gibſon auf dem Gebiet der
See=
rüſtungen zum Vergleich der Kampfſtärken der verſchiedenen Schiffs
kategorien vorgeſchlagen. In der Reſervenfrage habe Amerika bis jetzt
auch den Standpunkt wie Deutſchland vertreten und beharre nach
Gibſons Erklärungen auch theoretiſch auf dieſer Auffaſſung, ſei aber
praktiſch bereit, ſich der Meinung der Mehrheit der Länder mit
Land=
ſtreitkräften anzuſchließen.
Deutſchland könne ſich jedoch mit keiner Theſe
ein=
verſtanden erklären, die auf die Einbeziehung der
ausgebildeken Reſerven in eine
Enkwaffnungs=
konvenlion verzichtel.
Man werde ſich ſonſt nur darauf beſchränken, die Truppen unter den
Fahnen zu reduzieren. Das wäre aber keine Löſung. Bei dieſer
Me=
thode würde ein Staat, der eine beſtimmte Anzahl von Truppen, jedoch
keine ausgebildeten Reſerven beſitzt, mit derſelben Zahl in der
Kon=
vention in Erſcheinung treten, wie ein anderer Staat, der die gleiche
Zahl aktiver Soldaten, außerdem jedoch einen zwanzigmal höheren
Be=
ſtand an ausgebildeten Reſerven beſitzt. Dieſe im Kriegsfall
außer=
ordentlich wichtigen Faktoren würden in der Konvention überhaupt nicht
berüchſichtigt. Heere mit großen Reſevven ſeien leicht zu mobiliſieren
und deshalb geeiignet, groß angelegte Angriffspläne durchzuführen. Die
militäriſchen Sachverſtändigen hätten aber anerkannt, daß ein
Berufs=
heer einem ſolchen Angriff nur ſchwer Widerſtand leiſten könne. Die
Herabſetzung der Reſerven werde am beſten durch
Abſchaffung der allgemeinen Wehrpflicht erreicht.
Trotzdemhabe die deutſche Regierung auf eine ſolche
Forderung verzichtet. Das bedeute eine weitgehende
Konzeſſion. „Ich kann in dieſem Zuſammenhang”, ſagte Graf
Bernſtorff, „nicht unterlaſſen hinzuweiſen auf
die beſondere Lage, die für Deutſchland und die
anderen auf Grund der Friedensverkräge
abgerüſteken Staaken beſtehl.
Deutſchland und den anderen Staaten iſt durch die Friedensbedingungen
ein Syſtem auferlegt worden, das nicht nur die unter den Fahnen
ſtehenden Truppen auf ein Minimum reduziert, ſondern auch das
Ent=
ſtehen von ausgebildeten Reſerven unmöglich macht. Eine
Abrüſtungs=
konvention, die die ausgebildeten Reſerven nicht umfaſſen würde, könnte
vielleicht in dem theoretiſchen Falle erträglich ſein, daß alle
Signatar=
ſtagten die freie Wahl hätten, ob ſie ein Wehrſyſtem wollen, das
aus=
gebild te Reſerven zum Entſtehen bringt, oder ein ſolches, bei dem dies
nicht der Fall iſt. Wenn es ſich aber um einen Kreis von
Signatar=
ſtaaten handelt, von denen ein Teil dieſe Freiheit der Wahl nicht hat,
ſondern auf Grund beſtehender Verträge verpflichtet iſt, auf
ausge=
bildete Reſerven zu verzichten, ſo kann eine Abrüſtungskonwention, die
dieſen Faktor unberüchſichtigt läßt, niemals als gerecht angeſehen
wer=
den.” Einige Vertreter der Länder mit großen Landſtreitkräften hätten
ſchon betont, ſie könnten auf dem Gebiete der Reſerven keine
Konzeſ=
ſionen machen, wie ſie Gibſon verlange. Er, Graf Bernſtorff, ſehe
jedoch mit großem Intereſſe der Beantwortung der Frage entgegen,
Großes Haus. — Samstag, den 27. April.
Zum Beſten der Bühnen=Genoſſenſchaft.
Der Zeldherrnhügel.
Schnurre von Roda Roda und Karl Rößler.
Den Wohlfahrtskaſſen der Genoſſenſchaft Deutſcher
Bühnenangehörigen, zu deren Beſten die Vorſtellung
ſtattfand, dürfte leider kein erheblicher Neinertrag aus der
geſtrigen Aufführung zugefloſſen ſein; denn der Beſuch war
kata=
ſtrophal gering. Dies iſt im Intereſſe des ſegensreichen Zweckes
lebhaft zu bedauern.
Das Los der Bühnen=Künſtler iſt nicht leicht. Ihre Zahl iſt
heute in Deutſchland auf 9000 bis 10000 zu ſchätzen. Hiervon
ſind 4840 Künſtler an gemeinnützigen Theatern, 1260 an
Privat=
theatern und etwa 400 an Wanderbühnen beſchäftigt. Der Reſt
iſt erwerbslos, es ſei denn, daß der eine oder andere gaſtiert
oder ein zwei= bis dreimonatiges Engagement findet.
Es iſt klar, daß die Lage eines Standes bei einer ſo hohen
Zahl von Erwerbsloſen ungewöhnlich ſchwierig iſt. Es iſt daher
auch durchaus berechtigt, daß die Prüfungen der Anfänger, wie
ſie in den letzten Wochen in Frankfurt ſtattfanden, ſehr ernſt
ge=
nommen und nicht allzu leicht geſtaltet werden. Denn es dient
dem Wohle aller Beteiligten, daß das Heer der Erwerbsloſen
nicht durch unbegabte und ausſichtsloſe Anfänger vergrößert wird.
Auch die Verhältniſſe der Glücklichen, die eine Anſtellung
haben, ſind zum großen Teile nicht glänzend! Die
Genoſſen=
ſchaft hat kürzlich eine Erhebung über die Arbeitsbedingungen
an den deutſchen Theatern veranlaßt. Sie umfaßt zunächſt die
Künſtler im Reiche unter Ausſchluß der beſonderen Verhältniſſe
Berlins. Die monatlichen Einkommen bewegen ſich überwiegend
zwiſchen 100 und 600 Mark. Ihren höchſten Stand erreicht die
Einkommenskurve bei einer Monatsgage von 300 Mark, die von
25 Prozent aller Bühnenmitglieder bezogen wird. Bedenkt man,
daß die Hälfte der Verträge nur für die Saiſon, alſo für ſechs bis
acht Monate, abgeſchloſſen wird, ſo erſcheint die wirtſchaftliche
Lage der Mehrzahl der Bühnenkünſtler nicht als günſtig. Bei
der furchtbaren Zufälligkeit der Engagements=Fragen und der
Rieſenzahl der Erwerbsloſen geſtaltet ſie ſich oft zu einer Tragödie.
Umſo bedauerlicher iſt der überaus ſchwache Beſuch
der geſtrigen Wohltätigkeits=Vorſtellung. Allerdings, er iſt
er=
klärlich. Der „Feldherrnhügel” iſt eine Schnurre, an der
man zur Zeit ſeiner Entſtehung — vor nahezu zwanzig Jahren
welche Konzeſſionen von den genannken Mächken
nunmehr ins Auge gefaßt werden.
Es werde ſicher zur Klärung der Situation beitragen, wenn ſich die
Delegierten möglickſſt bald darüber äußern würden, auf welchem Gebiet
ſie etwa Konzeſſionen machen wollten. Er lege darauf großen Wert,
weil davon nicht nur die Ziele der Arbeiten der Kommiſſion, ſondern
auch die Stellung der deutſchen Regierung abhänge.
Der Verireter der Vereinigten Staten, ſo ſchloß Graf Vernſtorff,
habe in ſehr richtiger Weiſe den Gedanken an eine Marchandage von
ſich gewieſen. Würde es aber die öffentliche Meinung der Welt nicht
doch als eine Art Marchandage anſehen, wenn die Zugeſtändniſſe, wit
denen das Entgegenkommen der Vereinigten Staaten beantwortet wird,
auf ganz anderen Abrüſtungsgebieten liege als das der ausgebildeten
Reſerven?
Der holländiſche Berkreter Rütgers wandke ſich gegen
den Gedanken, die ausgebildefen Reſerven nicht in
die Abrüſtungskonvenkion hineinzubeziehen.
Bei einem ſolchen Vorgehen würden die großen Armeen nicht berührt,
ſondern das Verfahren beibehalten, daß die geſamte Jugend der
gro=
ßen Staaten unter dem Namen der Sicherheit und der Demokratie
jähr=
lich militäriſch ausgebildet und in rieſigen Armeen einbezogen würde.
Wenn man nicht wenigſtens die jährlichen Nekrutenkontingente herabſetze,
dann bedeute die Ausſchaltung der Reſevvenfrage den Verzicht auf jede
Abrüſtungsidee, und die wirkliche Abrüſtung werde vertagt. Wenn die
Kommiſſion dem Rat und der Verſammlung einen derartigen Bericht
vorlegen werde, müſſe ſich der Rat fragen, ob denn der Locarno= und
der Kellogg=Pakt allen Wert verloren hätten und ob das Ergebnis nicht
zu ungenügend ſei, um eine Abrüſtungskonferenz überhaupt
einzu=
berufen.
Der italieniſche Vertreter de Marinis erklärte, er habe keine
In=
ſtruktionen, die es ihm erlaubten, von dem bisher von Italien in der
Reſeibefrage eingenommenen Standpunkt abzuweichen und in dieſer
Frage Konzeſſionen zu machen.
In der anſchließenden ſehr ausgedehnten Diskuſſion ſprachen ſich
Lord Cuſhendun, Sokal=Polen und der Vertreter Schwedens
zuſtim=
mend zu dem amerikaniſchen Vorſchlag aus.
Fierlinger=Tſchechoſlowakei beantragte, daß man auch die militäriſch
organiſierten Verbände aus der Abrüſtungskonvention herauslaſſe.
Sokal=Polen bezeichnete das als eine weitgehende Konzeſſion, daß in
einigen Ländern die militäriſchen Reſerven in Verbänden beſtünden, zu
denen man Grenzſchutz, Forſtperſonal und unter Umſtänden auch
Ju=
gendwehrorganiſationen rechnen könne.
Litwinow=Rußland und der chineſiſche Vertreter bezeichneten als den
weſentlichſten Teil einer wirklichen Abrüſtung die Herabſetzung der
Reſerven.
Doch faßte Präſident Loudon die Meinung der Mehrheit der
Kom=
miſſion dahin zuſammen, daß die Konvention ſowohl die ausgebildeten
Reſerven als auch die militäriſch organiſierten Verbände nicht zum
Gegenſtand einer Herabſetzung machen ſolle. — Damit ſind auch die
deutſchen Vorſchläge auf Berechnung des
militä=
riſchen Wertes der Reſerven abgelehnt.
Graf Bernſtorff machte den Einwand, daß er die deutſchen
Gegen=
bemerkungen aufrecht erhalte und ſie in geeigneter Form wieder
vor=
bringen werde.
Die Kommiſſion behandelte zum Schluß noch kurz den chineſiſchen
Vorſchlag, über den die Diskuſſion am Montag fortgeſetzt wird.
Enkkäuſchung bei den gbrüſtungswilligen Stagken
über das Schickſal der deuiſchen Vorſchläge.
Die Entſcheidung der Abrüſtungsvorkommiſſion, aus der künftigen
Abrüſtungskonvention die ausgebildeten Heeresreſesven auszuſchalten,
hat in den Delegationen ſämtlicher abrüſtungswilligen Staaten eine
große Enttäuſchung hervorgerufen. Obwohl mit dieſer Wendung das
Schickſal der Abrüſtungsverhandlungen vor dem Völkerbund eigentlich
ſchon entſchieden iſt und an eine wirkliche Abrüſtung im Sinne des
Wortes nicht mehr gedaacht werden kann, bleibt doch eigentlich noch
ab=
zuwarten, wie weit ſich die Militärſtaaten evtl. zu Zugeſtändniſſen auf
dem Gebiete der Materialbeſchränkung und der Herabſetzung der
Jah=
resrekrutenkontingente verſtehen. Die Ausſichten dafür ſind nicht
gün=
ſtig. Trotzdem wird die deutſche Delegation ſich aber nicht, wie man
es heute in gewiſſen neutralen Kreiſen erwartete, aus der Kommiſſion
zurückziehen, da die Kommiſſion ja nicht die letzte Inſtanz iſt und die
Entſcheidung erſt vor der endgültigen Konferenz ſelbſt fallen kann. Dort
wird Deurſchland natürlich wieder mit ſeinen bisher vorgebrachten
Dokumenten gegen die Konvention auftreten. Die deutſche Delegation,
die ſich heute abwartend verhalten hat, wird allerdings gegen Schluß
der gegenwärtigen Kommiſſionsberatungen nochmals Anlaß nehmen, den
deutſchen Standpunkt in präziſer Form darzulegen, falls nicht doch
noch weitgehende Zugeſtändniſſe von den anderen Staaten gemacht
werden ſollten.
Die Komm’ſſion wird vorausſichtlich noch weitere zwei Wochen
tagen und während dieſer Zeit alle noch nicht erledigten Punkte in der
zweiten Leſung durchberaten, um zu einem einheitlichen
Konventions=
ext zu gelangen.
ſich ergötzen konnte. Heute iſt er antiquiert. Heer
Manöver, Erzherzöge — alle die Dinge, die in dem Schwank
ver=
ulkt werden, beſtehen nicht mehr, und ſo fehlt auch das Intereſſe
für den Schwank. Dies hat der ſchwache Beſuch klar gezeigt.
Die Inſzenierung wurde von Renato Mordo in die Mode
und den realiſtiſchen Bühnenſtil von 1910 gekleidet, und dieſer Stil
mit einer leichten, amüſanten Uebertreibung betont. Nur auf den
Flaggenſchmuck des Vorhangs hätte man in dieſem
Zuſammen=
hang gern verzichtet.
Die erſten Kräfte des Schauſpieles wirkten mit Unterſtützung
aus der Oper mit. Im Mittelpunkt ſtand Hans Baumeiſter
der als „Oberſt von Leuckfeld” die Sehnſucht nach dem
Zivil=
zylinder mit köſtlichem Humor äußerte, aſſiſtiert von der
tatkräf=
tigen Gattin Käthe Gothe und dem begabten Töchterchen Kitty
Stengel. Der Kreis ſeiner Offiziere wurde von Walter
Klam, Rudolf Sang, Bernhard Minetti, Eduard Göbel,
Franz Tibaldi charakteriſtiſch gebildet. Hugo Keßler war
amüſant als Regimentsarzt, Hermann Gallinger rief die
Kaſernenhof=Blüten vergangener Zeiten ins Gedächtnis.
Als Manöver=Gäſte erſchienen ein preußiſcher und ein
öſter=
reichiſcher Herzog; der erſtere von Hans Jungbauer, mit
liebenswürdiger preußiſcher Schneidigkeit, der letztere von Martin
Coſta in feſchem Wiener Ton vertreten. Die kleine Rolle des
Korpskommandanten ſpielte Roda Roda ſelbſt.
Dem ſchneidigen norddeutſchen Flügeladjutanten gab Guſtav
Deharde das Gardemaß ſeiner Erſcheinung und weckte die
Er=
innerung an ſeinen berühmteſten Vorgänger: Emil Jannings,
der ſeinerzeit in Darmſtadt mit ſchönem Erfolg die Rolle ſpielte!
Charmant war Beſſie Hoffart als lebensluſtige Ruſſin,
überzeugend Renato Mordo als „Offiziersdiener Ornſtein‟”
Aus der großen Zahl der Mitwirkenden ſeien noch Kurt
Weſtermann Paul Maletzki Traute Meerwarth=
Seebold, Richard Jürgas, H. Rüggold und Elſa
Knott genannt.
Die charakteriſtiſchen Bühnenbilder ſtammten von L. Schenck
von Trapp.
der Große Brockhaus, Band 2.
Mit Spannung erwartet, iſt nun der zweite Band des „Großen
ockhaus” erſchienen. Alles, was ſich im Alphabet zwiſchen Aſuncion
Paraguay und dem polniſchen Marktflecken Blazolva bewegt, hat
r eine Heimſtätte gefunden. Und welch prächtige Heimſtätte! Wieder
wie auch ſchon beim erſten Band — können wir darauf hinweiſen,
der „Große Brockhaus” vortrefflich verſteht, ſih mitten in unſer
itiges Leben hineinzuverfetzen, unvergleichlich ben Anforderungen
eni=
ſeht, die wir an ein woßernes Nachſchlagewerk ſtellen: nicht nur
Aus=
ft zu geben, ſondern auch Winke und Ratſchläge für das tägliche
* Duell Kramarſch-Beneſch.
Neue Komplikakionen in der iſchechiſchen Polikik.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Prag, Ende April.
Eine alte Fehde iſt in dieſen Tagen neu entfacht worden:
Kramarſch, der Führer der tſchechiſchen Nationaldemokraten, hat
das vorübergehend oder vielmehr nur zum Scheine begrabene
Kriegsbeil gegen den Außenminiſter Dr. Beneſch wieder
ausge=
ſcharrt und es drohend, gegen den Mann gezückt, der „in ſeiner
Politik Mittel ergreift, die in jedem an Sittlichkeit gewöhnten
Menſchen Widerſpruch hervorrufen müſſen.‟ Da Beneſch ſich
dieſen Vorwurf nicht gefallen ließ und mit ſeinem Rücktritt drohte,
ließ der Staatspräſident Kramarſch durch eine Mittelsperſon
auf=
fordern, ſich wegen ſeines Angriffes auf Beneſch zu entſchuldigen,
eine Zumutung, die der nationaldemokratiſche Führer weit von
ſich wies, ſo entſchieden, daß daraus in der Tſchechoſlowakei
neuer=
dings jener Zuſtand herausgewachſen iſt, der in dieſem jungen
Staate in längeren oder kürzeren Intervallen jeweils
wiederzu=
kehren pflegt: der Status der Kriſe.
Der Konflikt zwiſchen Kramarſch als Führer der tſchechiſchen
Innenrevolution während des Krieges und Beneſch als Schüler
und Mitarbeiter Maſaryks bei der Propagierung des Gedankens
eines ſelbſtändigen tſchechiſchen Staates bei den Ententemächten
konnte trotz oftmaliger Verſuche nicht aus der Welt geſchafft
wer=
den; ſeine tieferen Urſachen liegen in der Verbitterung Kramarſch”
darüber, daß die Linie der von Beneſch eingeſchlagenen Politik
in faſt entgegengeſetzter Richtung ſeiner Ideologie verläuft:
wväh=
rend Beneſch einer kühl erwägenden weſtlichen Orientierung
hul=
digt, hat ſich Kramarſch mit Haut und Haaren der panſlawiſtiſchen
Idee verſchrieben, d. h., er hat als das höchſte Ziel ſeiner Politik
ſchon in Friedenszeiten und während des Weltkrieges die
Ein=
ſetzung eines zariſtiſchen Großfürſten als König der Tſchechen
er=
träumt. Auch heute noch, da Rußland mit dem Zarismus abſolut
aufgeräumt hat, hat ſich Kramarſch in ſeiner panſlawiſtiſchen
Auffaſſung nicht irremachen laſſen, denn ſeiner Meinung nach
kommt dem jetzigen bolſchewiſtiſchen Regime in Rußland keine
andere Bedeutung als die eines Ueberganges zu, und eines Tages
wird ſich, ſo argumentiert der nationaldemokratiſche Führer, das
ruſſiſche Volk ſeiner jetzigen Machthaber entledigen; dieſer Prozeß
würde, nach Kramarſch’ Meinung radikal beſchleunigt werden
können, wenn die europäiſchen Staaten, darunter auch die
Tſchecho=
ſlowakei, dem jetzigen Kurs in Rußland gegenüber eine Haltung
einnehmen würden, die in abſehbarer Zeit den Sturz des
bolſche=
wiſtiſchen Syſtems und damit die Befreiung der ruſſiſchen
Nation herbeiführen würde. Die weſtliche Orientierung Maſaryks
und Beneſchs paßt infolgedeſſen Kramarſch nicht in ſein Konzept.
Liegen hier alſo die Grundurſachen der ſtändigen Verſtimmung
des nationaldemokratiſchen Führers gegen Maſaryk (den er bei
ſeinem Einzug in Prag mit Tränen der Ergriffenheit in den
Augen begrüßt hat) und gegen Beneſch, ſo finden ſie noch
Ver=
tiefung in dem Groll Kramarſch über die Rolle des Outſiders, in die
er ſich in den letzten Jahren immer mehr gedrängt ſieht. Als
Maſaryk, von der Begeiſterung des tſchechiſchen Volkes über die
ihm zugefallene Freiheit auf den Thron des Hradſchins erhoben,
die Leitung der Staatsgeſchäfte in die Hand nahm, ſtand in der
vorderſten Reihe ſeiner Mitarbeiter und Ratgeber Kramarſch.
Aber er hat es nie völlig verwinden können, daß „ſein” Volk
ſei=
ner Tätigkeit als Leiter der Inlandsrevolution während des
Weltkrieges geringere Bedeutung beimaß als jener Maſaryks und
Beneſch’ in Frankreich, England und Amerika; es iſt ein offenes
Geheimnis, daß Kramarſch ſich ſelbſt gern von der Gloriole des
Vaterlandsbefreiers umgeben und im Glanz des Hradſchins
ge=
ſonnt hätte — mit anderen Worten: daß er freudig ſelbſt jenen
Platz eingenommen hätte, den das tſchechiſche Volk Maſaryk
vor=
behalten hatte . . .
Man muß zugeben, daß das Bewußtſein, zur Seite geſchoben
zu ſein, für einen ſo ehrgeizigen Menſchen, wie Kramarſch es
immer war, unerträglich iſt, daß er ein Recht darauf hat, darüber
nachzudenken, inwieweit ſeine Arbeit für das Volk, an dem Lohn
Maſaryks gemeſſen, Anerkennung gefunden hat. Und es muß
objektiverweiſe zugeſtanden werden, daß in dieſem Punkte
Kra=
marſch einige Urſache zur Unzufriedenheit hat. Gewiß: er iſt
nicht unſchuldig daran, daß ſeine politiſche Macht, ſein Einfluß
auf das tſchechiſche Volk ſtark zuſammengeſchrumpft iſt; ſeiner
jedem Kompromiſſe abgeneigten Natur iſt es nicht gegeben
ge=
weſen, den Notwendigkeiten der weltpolitiſchen Entwicklung im
erforderlichen Ausmaße Rechnung zu tragen, und ſo entglitt ihm,
der einſt Nationalheros des tſchechiſchen Volkes war, immer mehr
von ſeiner Macht: die realere Politik der Prager „Burg”, wie ſie
Maſaryk und Beneſch machten, erwies ſich in ihrer klaren Linie
von größerer Anziehungskraft als die in Ideologien ſich
ver=
lierende des nationaldemokratiſchen Führers, der wiederum nicht
Leben, für Beruf und Familie, für Arbeit und Mußcſtunden. Es iſt
unmöglich, auch nur annähernd ein Bild von der Vielgeſtaltigkeit und
Unerſchöpflichkeit zu geben, der wir beim Durchblättern dieſer 800
Sei=
ten begegnen. Dem Kaufnann werden beſonders Artikel wie „
Arbeits=
vertrag” oder „Ausfuhrtechnik” feſſeln. Unter dem Stichwort „Bilanz”
findet er genaue Angaben zur Aufſtellung und Beurteilung eines
Ver=
mögensnohweiſes. Dem Beamten werden die Beſoldungstabelle oder
die ausfkihrlichen Darlegungen über Beamtenorganiſationen und
Be=
amtenrecht wertvoll ſein. Ein Arsikel „Betriebsrat” unterrichtet über
die neueſten Beſtimmungen auf dem Gebiete der Arbeitsgeſetzgebung in
Deutſchland und im Ausland. Der Muſikfreund findet in den
Aus=
führungen über „Beethoven” das Muſterbeiſpiel einer knapp gehaltenen
und doch erſchöpfenden biographiſchen Darſtellung. Das beigegebene
Bildmaterial kann man ſich nicht reichhaltiger denken. Wir finden
Beethovens Handſchrift, Scherenſchnitte aus ſeiner Jugendzeit,
zeitgenöſ=
ſiſche Bilder, ein Fakſimile de3 Anfangs vom 3. Satz einer
Klavier=
ſonate, die Totenmaske, Bilder von Zeitgenoſſen, die dem Meiſter
nahe=
ſtanden, und des Geburts= und Sterbehauſes. Der Artikel Bienenzucht”
gibt klare und praktiſ he Anſeiſungen für Bienenwirtſchaft. Zum
Ar=
tikel „Autoſtraßen” bringt eine Tafel beſonders charakteriſtiſche
Auf=
nahmen, bei denen weder die Avus noch der Nürburgring noch die
Ver=
ſuchsſtraße auf dem Dach der Fiabwerke in Turin vergeſſen ſind. Die
Fulle des Stoffes iſt erſtaunlich. De= Praktiker, der Gelehrte, der
Jour=
naliſt, die Hausfrau, ſie alle werden ihre helle Freude an dem Band
haben. Entzückend z. B. iſt das Einklebebildchen zum Artikel „
Bieder=
meier‟: Die Stickerin von Friedrih Kerſting, aus dem Schloßmuſeum
in Weimar. Zart und duftig ſind die Farben herausgebracht, wir
kön=
nen keine beſſere Anſchanung bekommen von dem, was ſich für uns mit
dem Begriff „Biedermeier” verbindet! Um eine Vorſtellung von der
drucktechniſchen Vollkommenheit des Werses zu erhalten, betrachte man
die Tafel „Bildnismalerei”, die uns durh die Geſchichte der Malerei
ven Jan van Cyck bis Liebermann und van Gogh führt. Daß die
Ver=
vendung von Autotypien im Text, die hier zum erſten Mals in einem
großen Lexion erfolgt, die Anſ=hauſihkeit des Stoffes in
ungewöhn=
licher Weiſe erhöht, haben wir berei=s beim erſten Band); erwähnen
konnen.
Der letzte Alleswiſſer iſt wohl Leibniz geweſen; zwiſchen ihm und
uns liegen aber zweihundert Jahre angeſtrengteſter menſchlicher
Ar=
beit. Selbſt dem Gebildeten iſt es heute unmöglich, jede Sache und
jeden Ausdruck zu verſtehen, der ihm in der Zeitüing oder im Geſpräch
begegnet, und ſo braucht jeder heute ein moßernes Nachſſchlagewerk.
Dann aber iſt ſchon der große Brockhaus in eyſter Linie zu emdfehlen,
um ſo mehr, als das bandweiſe Erſcheinen gerade jetzt für wenige Mark
monatlich faſt jedem den Erwerb möglich machtl
Kunſt. Wiſſenſchaft und Leben.
— Deutſche Kunſt im Auslande. Profeſſor Hans
Schindler hat ſooben eine zweite Konzertreiſe durch Schweden mit
großem Erfolg beendet. Die letzten beiben Konzerte fanden in
Stock=
holm ſtatt: eines auf Einladung der Stadt Stockholm in der
berühm=
ten „Blauen Halle” auf der großen Walckerorgel, eines in der
St. Gertrudkirche, das auch vom deutſchen Geſandten, Exzellenz v.
Roſen=
berg, und den übrigen Mitgliedern der Geſandtſchaft beſucht war,
Seite 4
darauf verzichten will, ſeinen Grundſätzen und Anſchauungen
An=
erkennung und Beachtung zu erkämpfen und das Volk davon zu
überzeugen, daß die gegenwärtige politiſche Konſtellation in der
Tſchechoſlowakei nicht unbedingt eine dauernde bleiben müſſe.
Das heißt: Kramarſch ſcheint nicht geneigt, die Segel vor
Maſaryk und Beneſch zu ſtreichen. Ihr Syſtem widerſpricht dem
ſeinen, ihre Einſtellung ſtand bisher höher im Kurs als die ſeine.
Aber der wunden Stellen ſind im Gefüge der „Burg” nicht wenige,
und hier will Kramarſch den Hebel anſetzen. Sein jüngſter
Vor=
ſtoß war ein deutlicher Affront auch gegen Maſaryk, wenn auch
der Name des Präſidenten in der Kampfrede Kramarſch’ nicht
genannt wurde. Und es iſt gewiß bemerkenswert, daß der
natio=
naldemokratiſche Führer, der ſonſt einem bis zum Chauvinismus
geſteigerten Nationalismus huldigt, kurze Zeit vorher nicht nur
in der Frage der Religion eine abſolut verſöhnliche Haltung
ein=
genommen hatte, ſondern auch die Möglichkeit und Nützlichkeit
einer Zuſammenarbeit zwiſchen Deutſchen und Tſchechen auf dem
Boden des Staates in einer Form zugegeben hatte, die ſehr
weſentlich von dem ſtarven „Nein!” abſtach, mit dem Kramarſch
bisher das Problem einer deutſch=tſchechiſchen Kooperation
ab=
getan hat. Nimmt man dazu, daß auch die mächtigſte tſchechiſche
Agrarpartei, was Beneſch anbelangt, mit Kramarſch
ſympathi=
ſiert und berückſichtigt man weiter die Gegnerſchaft der
ſlowaki=
ſchen Volksparteiler zu dem Außenminiſter, ſo ergibt ſich immerhin
die Möglichkeit, daß eines Tages Kramarſch in die Lage kommt,
eine Kabinettsmehrheit zuſtande zu bringen und damit der Politik
des tſchechiſchen Staates eine Richtung zu weiſen, die ſich ſehr
erheblich von der bis jetzt verfolgten unterſcheiden würde.
Das Sudetendeutſchtum und damit auch das
Geſamtdeutſch=
tum erſcheint an dem Verlaufe der durch den jüngſten Konflikt
zwiſchen Kramarſch und Beneſch ins Rollen gebrachten Entwick=
Sonntag, den 28. April 1929
lung umſo mehr intereſſiert, als die Beteiligung der drei
akti=
viſtiſchen deutſchen Parteien an der gegenwärtigen Prager
Re=
gierung eigentlich keine poſitiven Erfolge für das deutſche Volk im
Staate gebracht hat. Die Form, in der Kramarſch ſeiner
Mei=
nung über die deutſch=tſchechiſche Frage Ausdruck gegeben hat,
läßt immerhin den Schluß zu, daß auch er ſich der Bedeutung
einer deutſchen Mitarbeit an den Staatsgeſchäften bewußt iſt. Es
fragt ſich nur, ob er auch die Notwendigkeit gewiſſer
Zugeſtänd=
niſſe an die Deutſchen zu erkennen gewillt iſt und ob er eine
Mög=
lichkeit ſieht, den berechtigten Wünſchen und Forderungen des
Sudetendeutſchtums ausreichender als die jetzige Regierung
Rechnung zu tragen. Freilich iſt dies ein Kapitel, das beſondere
Vorſicht auf deutſcher Seite erfordert. So ſicher es daher auch
iſt, daß der neueſte Konflikt in Prag nicht von heute auf morgen
zu ſchweren Kriſen führen wird, ſo erſcheint es dennoch nicht
un=
angebracht, alle Möglichkeiten ins Auge zu faſſen, und dazu
ge=
hört, wenn die Verſtimmung gegen Beneſch (und in Verbindung
damit gegen Maſaryk) bei den großen tſchechiſchen Parteien neue
Nahrung erhält, auch ein Kabinett, das den Namen Kramarſch’,
des „ungekrönten Königs von Böhmen”, trägt!
Ein Manifeſt der elſäfſiſchen Aukongmiſten.
EP. Paris, 27. April.
Die autonomiſtiſche Partei des Elſaß hat im Hinblick auf die
am 5. Mai in ganz Frankreich ſtattfindenden Gemeindewahlen
ein Manifeſt veröffentlich, worin u. a. erklärt wird: Poincaré
hat geſagt, daß die Regierung ihre Haltung dem Elſaß
gegen=
über dem Reſultat der Wahlen entſprechend geſtalten werde. Das
bedeutet ſomit, daß die elſäſſiſchen Wähler ihr Schickſal ſelber in
der Hand haben. Wenn ſie ihre Stimmen den Parteien abgeben,
Nummer 117
die auf ſeiten der Regierung ſtehen, ſo würde das der Auftakt
zu einer Wiederbelebung des Terrors ſein. Das bedeutet
Aus=
nahmegeſetze, Verfolgung der öffentlichen Meinung, Moleſtierung
der bodenſtändigen Zeitungen und ſtrafrechtliche Verfolgung der
Elſäſſer, die ſich offen für das Elſaß bekennen. Das würde eine
Herrſchaft der politiſchen Denunzierung und den Triumph des
Chauvinismus bedeuten. Wenn dagegen die Wähler für die
Autonomie ſtimmen, ſo bedeutet das, daß es möglich ſein wird,
die Spuren des ſchamloſen Urteils von Kolmar auszumerzen.
Das wird geſtatten, Dr. Roos zu befreien und die Preſſe= und
Redefreiheit wieder herzuſtellen. Es ſei Pflicht der Elſäſſer, gegen
die angedrohten Ausnahmegeſetze zu proteſtieren. Der
Autono=
mismus bedeute, daß dem elſäſſiſchen Volk ſeine heiligen Rechte
gewahrt würden, daß die Elſäſſer ihre Geſchäfte ſelber regeln
können und daß ſie über ihr Eigentum zu ihrem eigenen Nutzen
verfügen können. Der Autonomismus bedeute ein Zeugnis für
den Frieden, für die Wiederverſöhnung zwiſchen Frankreich und
Deutſchland durch Vermittlung des Elſaß. Der Autonomismus
bedeute ein Glaubensbekenntnis an ein neues, geeinigtes Europa.
Chamberlain zu den Vorſchlägen Gibſons.
E.P. London, 27. April.
In einer Wahlverſammlung in Wakefield kam der engliſche
Außen=
miniſter Sir Auſten Chamberlain u. a. auch auf die
Abrüſtungs=
vorſchläge des Amerikaners Gibſon zu ſprechen.
Cham=
berlain erklärte, daß die Ankündigungen Gibſons in Genf einen
wirk=
lichen Fortſchritt in der Abrüſtungsbewegung darſtellten.. Es ſei nach
ſeiner Anſicht diesmal ſchwierig geweſen, zwiſchen Amerika und
Eng=
land ein Abkommen auf der Grundlage eines Gentleman=Agrement
zu treffen, wenn nicht auch die Wünſche anderer Nationen bei der
For=
mulierung eines Abkommens zu berückſichtigen geweſen wären.
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Nunimer 117
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, 28. April.
Der neue Superinkendenk von Starkenburg.
42. Wie in dieſen Tagen amtlich bekanntgegeben wurde, iſt
mit Wirkung vom 1. Juni ab an Stelle des in den Ruheſtand
tretenden Superintendenten Geheimrat D. theol. und Dr. phil.
Friedrich Flöring, der Pfarrer in Rüſſelsheim Dr. Friedrich
Müller zum Superintendenten von Starkenburg ernannt
worden. Der neue Superintendent ſteht gegenwärtig im
fünf=
zigſten Lebensjahr. Dr. Müller wurde als Sohn eines Lehrers
in dem rund 150 Einwohner zählenden Filialdorf Oberſorg, im
Kreiſe Alsfeld (Oberheſſen), am 30. Dezember 1879 geboren.
Mit großem Eifer widmete er ſich dem theologiſchen Studium.
Seine Ordination erfolgte am 16. Oktober 1908 in Offenbach.
Später fand er in Lampertheim, Heppenheim und Pfungſtadt
Verwendung. Am 12. Juni 1912 wurde er nach Wimpfen
ver=
ſetzt. Während des Weltkrieges war er lange Zeit als
Feld=
geiſtlicher tätig. Nach ſeiner Rückkehr aus dem Krieg wurde er
nach Rüſſelsheim a. M. verſetzt, wo er bis zuletzt ſeines Amtes
waltete. Dr. Müller erfreut ſich als Prediger, Seelſorger und
Menſch in weiten Kreiſen großer Wertſchätzung und Beliebtheit.
— Verſetzung in den Ruheſtand. Am 17. April wucde der
Gerichts=
vollzieher bei dem Amtsgericht Laubach Richard Robert Albert Loth
auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Auguſt 1929 an in den
Ruhe=
ſtand verſetzt.
Handelsbeziehungen mit Polen. Wie die Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt mitteilt, iſt für das Gebiet des
Volksſtaates Heſſen mit Wirkung vom 1. Mai 1929 an das
Gene=
ralkonſulat der Republik Polen in Frankfurt a. M.,
Schaumainkai 43, zuſtändig.
— Hefſiſches Landestheater. Heute Sonntag gelangt um 15 Uhr
nachmittags der „Freiſchütz” als Vorſtellung der Heſſenlandmiete I
ſowie der Gemeinde P der Darmſtädter Volksbühne und der Miete 1
Gruppe 4 und 5 (Nr. 151 bis 250) zur Aufführung. In dieſer
Vor=
ſtellung ſingt Maria Kienzl zum erſten Male die Agathe. In den
übrigen Hauptpartien ſind Paula Kapper und die Herren Deharde,
Biſchoff, Kuhn, Tibaldi, Overlack, Ebert=Beyer beſchäftigt. Preiſe 0,80
bis 8,00 RM. — Abends findet die erſte Wiederholung der geſtern
er=
folgreich in Szene gegangenen Militärpoſſe „Der
Feldherrn=
hügel” von Roda Roda und Carl Rößler ſtatt. — Roda Roda wird
auch bei der heutigen Aufführung (zum letzten Male) in der Rolle des
Korpskommandanten auftreten. Miete E; Beginn 20 Uhr. — Im
Kleinen Haus wird heute Flotow8 Oper „Martha” unter muſikaliſcher
Leitung von Erwin Palm gegeben. Als Lionel gaſtiert Hans Hoefflin
vom Stadttheater in Mainz. In den übrigen Hauptrollen ſind die
Damen Walter, Jacobs und die Herren Kuhn und Ney beſchäftigt.
Zu=
ſatzmiete I; Beginn 19.30 Uhr.
Morgen Montag findet im Kleinen Haus die erſte Wiederholung
des Odenwälder Volksſtückes von Wünzer und Wagner: „Die
ver=
borgene Aehnlichkeit”, dargeſtellt durch die Heſſiſche
Spiel=
gemeinſchaft, ſtatt. Preiſe 1, 2 und 3 Mark.
Die Darmſtädter Erſtaufführung von Puccinis „Manon
Les=
caut” iſt auf Dienstag, den 30. April, abends 19.30 Uhr, in der
In=
ſzenierung Arthur Maria Rabenalts (Bühnenbilder: Wilhelm
Rein=
king) angeſetzt. Die muſikaliſche Leitung hat Carl Bamberger. Die
Beſetzung iſt folgende: Manon: Anny von Stoſch, Des Grieux: Adolf
Jaeger, Lescaut: Carl Ebert=Beher, Geronte: Heinrich Kuhn, Wirt:
Hans Ney, Edmund: Eugen Vogt, Seekapitän: ErnſtsOverlack. Miete A.
— Waltraute Biſchoff wird am Freitag, den 10. Mai, im
Muſik=
vereinsſaal ihren diesjährigen Klavierabend geben. Karten bei
Konzert=Arnold (Eliſabethenſtraße 28) und an der Abendkaſſe.
— Berufsſchule — gewerbliche Abteilung II — Einführung
des neuen Rektors. In Anweſenheit der hauptamtlichen und
geladenen Fachlehrer führte am Freitag vormittag Stadtſchulrar Löſch
den neuen Leiter der Berufsſchule, Rektor Germann ein. In
ſeiner Anſprache führte Stadtſchulrat Löſch aus, daß der heutige Täg
eine wichtige Entſcheidung in der Entwicklung der Berufsſchule ſei.
Trotzdem die kollegiale Schulleitung in Heſſen beſtehe, bedeute die
Per=
ſönlichkeit eines Rektors immer noch etwas, und es ſei nicht einerlei,
wer der Wortführer der Schule ſei. Auf ihn komme es vor allem an,
wie die Beſchlüſſe der Schule ausgeführt würden. In ehrenden
Wor=
ten gedachte er ſodann des verſtorbenen Rektors Schmidt, den er
als eine charaktervolle Perſönlichkeit bezeichnete. Dem ſeitherigen
ſtell=
vertretenden Schulleiter, Berufsſchullehrer Fay, ſtattete er den Dank
der Behörde für die mühevolle Arbeit in der Uebergangszeit ab. So=
Hann führte er den neuen Leiter, Rektor Germann, in ſein neues
Amt ein, der ſeit Beſtehen der Berufsſchule an dieſer Schule tätig iſt
und auch früher nebenamtlich an der Fortbildungsſchule Unterricht
er=
teilt hat. Er ſei ein tüchtiger Arbeiter und Erzieher, der ſeither mit
vollem Erfolg gewirkt habe. In dieſem Sinne wünſche er ihm auch
weiteren Erfolg in ſeinem neuen Amte. Nektor Germann ſtattete
herzlichen Dank für die freundlichen Worte ab und verſprach, daß er
in ſeinem neuen Amte ebenſo wirken wolle, wie er das ſeither getan
habe. Er erbittet die Unterſtützung und das Vertrauen aller
Lehr=
kräfte, um die Bürde ſeines Amtes tragen zu können.
Selbſtverſtänd=
lich ſolle das kollegiale Verhältnis zwiſchen ihm und allen anderen
Mit=
gliedern des Lehrerkollegiums genau ſo weiter beſtehen wie ſeither.
Er gedachte ebenfalls mit ehrenden Worten des verſtorbenen Rektors
Schmidt, und dankte dem ſeitherigen Stellvertreter Fay. Mit den
Worten „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!” ſchloß er ſeine
An=
ſprache. Alle Lehrkräfte beglückwünſchten den neuen Leiter der Schule,
und Fachlehrer Bäckermeiſter Finger ſprach dabei die Ueberzeugung
aus, daß das ſeitherige Verhältnis der Fachlehrer bzw. der Innungen
zum Schulleiter genau ſo ſein wird, wie es bei dem alten Rektor der
Fall war.
* Erhöhung der Aerztehonorare. Die Aerzteſchaft
Darm=
ſtadts und Umgebung iſt wegen der ihr auferlegten
Gewerbe=
ſteuer laut Bekanntmachung des Aerztlichen Kreisvereins
Darm=
ſtadt gezwungen, ihre Honorare zu erhöhen. (Siehe
An=
zeige.)
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Am 21., 22. und 22. Mai
finder unter Leitung von Wilhelm Furtwängler das diesjährige
Hei=
delberger Muſikfeſt ſtatt. Vom 2. Juli bis 14. Auguſt
wer=
den die Heidelberger Feſtſpiele unter Leitung von Guſtab
Hartung wieder zur Aufführung kommen. Vorausſichtliches Programm:
Sommernachtstraum” und „Agnes Bernauer” im Schloßhof; Urfauſt
im Bandhaus=Saal. — Für das Muſikfeſt und die Feſtſpiele hat die
Bücherſtube die Generalvertretung für den Kartenvorverkauf
übernommen. Alles Nähere ſiehe heutige Anzeige. — Kurt
Tu=
cholsky, einer der bekannteſten deutſchen Journaliſten, der Autor
der Bücher „Mit 5 PS” und „Das Lächeln der Mona Liſa”, iſt für
No=
vember von der Bücherſtube zu einem Vortrag verpflichtet worden. —
Heute vormittag von 11—1 Uhr iſt die Ausſtellung Paula
Moderſohn=Becker geöffnet.
— Jugendbünde der Johannesgemeinde. Zu dem heute abend um
8 Uhr im Gemeindehaus, Kahlertſtraße 26, ſtattfindenden
Unterhal=
tungsabend zugunſten unſeres Landheims laden wir hiermit die
Eltern unſerer Mitglieder ſowie die Freunde unſerer Sache herzlichſt
ein. In der Form eines Teeabends werden wir einige luſtige Spiele,
Muſik, Kurrendegeſänge, Reigen und viel Freude aus unſerem Bunde
zur Aufführung bringen. 50 Pfg. koſtet der Eintritt, der zugleich für
die Bewirtung gilt.
Sonntag, den 28. Aprll 1929
Skädtiſche Zinanzpolikik.
Aus Gewerbekreiſen wird uns geſchrieben:
Wer die kürzlichen Auseinanderſetzungen darüber geleſen hat, daß
die Länder und Gemeinden geſetzlich gehalten ſind, die Realſteuern in
Höhe der Mehrüberweiſungen des Reichs zu ſenken, der wird bei der
Durchſicht der geſtern veröffentlichten „Spar”=Vorſchläge des
Oberbür=
germeiſters von einem Schrecken in den anderen gefallen ſein. Ganz
abgeſehen von einer Kritik an der Aufmachung der Berechnungen,
ins=
beſondere an den ſogen. „Abſtrichen” muß man ſich doch wirklich
fra=
gen: Wie läßt ſich das geſetzliche Anrecht der Realſteuerzahler auf
Steuerſenkung vereinbaven mit den in den „Sparvorſchlägen”
vorge=
ſehenen Steuererhöhungen? Die wirtſchaftliche Unvernunft einer
Ge=
werbeſteuererhöhung in Zeiten anhaltend ſinkender Konjunktur liegt
auf der Hand. Woher ſollen Gewerbetreibende und Grundbeſitzer höhere
Steuern nehmen? Etwa aus höheren Erträgen aus einer im Jahre
1929 noch zu erwartenden Belebung der Wirtſchaft oder Erhöhung der
geſetzlichen Mieten? Daß dieſe Hoffnung illuſoriſch iſt, dürfte auch im
Stadthaus bekannt ſein.
Hinſichtlch der Erträglichkeit der vorgeſehenen Steuererhöhungen
findet man in den „Sparvorſchlägen” lediglich den Hinweis darauf, daß
in benachbarten Städten ähnliche Sätze beſchloſſen ſeien. Es liegt aber
ebenfalls auf der Hand, daß man hinſichtlich der ſteuerlichen
Leiſtungs=
fähigkeit von Städten wie Offenbach und Mainz nicht auf unſere ſo
ſehr ins Gedränge geratenen Darmſtädter Verhältniſſe ſchließen darf.
In Mainz iſt die Gewerbeſteuer in dieſem Jahre tatſächlich nicht
er=
höht worden, und die Erhöhung der Gebäudeſteuer ſoll dort zu
glei=
chen Teilen von Mietern und Vermietern getragen werden.
Wenn in den Vorſchlägen die Rede iſt von einer
Schickſalsgemein=
ſchaft, ſo ſcheint dieſe tatſächlich nur darin zu beſtehen, daß Grundbeſitz
und Gewerbebetrieb gemeinſam das Schickſal haben, die Fehlbeträge der
Gemeinden tragen zu müſſen, während weitere Volkskreiſe davon
un=
belaſtet bleiben. Man wird den veröffentlichten „Sparvorſchlägen” auf
ſeiten der Realſteuerzahler eingehendſte Beachtung ſchenken, und
dar=
über hinaus dem geſamten Finanzproblem der Stadt Darmſtadt,
da=
mit der alljährlich wiederkehrende Verſuch, Grundbeſitzern und
Ge=
werbetreibenden immer ſteigende Laſten aufzulegen, endlich einmal
unterbunden wird.
Eeite 3
Ihre Geſundheit
iſt Ihr Kapital. Sie zu ewahren, iſt ein Gebot der Vernunft. Eine
wirkſame Unterſtützung hierbei bietet Ihnen das glänzend beurteilte
Kraftpräparat Dr. Wander’s Ovamaltine. — In Apotheken und
Dro=
gerien vorrätig; 250 gr Büchſe RM. 2.70, 500 gr RM. 5.—. Gratis=
(1.6277
proben und Druckſachen durch:
Dr. A. Wander G. m b. H., Oſthofen=Rheinheſſen.
— Orpheum. Um jedermann in der letzten Sonntags=Aufführung
die mit ſo großem Erfolg aufgenommene Jazz=Operette Liebe und
Trompetenblaſen” Muſik von Marc Roland, Gelegenheit zu
geben, dieſe entzückende Novität kennen zu lernen, ſind die Preiſe der
numerierten Plätze reduziert. (Siehe Anzeige.) Beſchäftigt ſind in der
Operette die Damen Friedel Gierga, Ellen van Kaik, Sofie Fritz; die
Herren Georg Lange, Fritz Schröder, Walter Straſſer und Karl Stadi.
Wer ſich einmal tüchtig auslachen will, ſehe ſich Herrn Karl Stadi als
Offiziersburſche Hupp in dieſer Operette an. Hauptſchlager, die vom
Publikum mitgeſungen werden, ſind: „Joſefin, reizendes Mädchen aus
Wien”, Liebe und Trompetenblaſen” „Was weiß ein Mann, wenn er
ſo ein Mädel küßt” „Schenk mir dieſe Nacht” „Deinen lieben Onkel
mußt du fragen”, Sonntagskarten: Verkehrsbureau von 9—12, Kiosk
am Schloß bis 1.30 Uhr, Orpheumskaſſe ununterbrochen ab 3 Uhr.
Telephoniſche Beſtellungen unter Nr. 389.
— Der Wanderklub „Falke 1916” führt ſeine diesjährige
Hauptwan=
derung (Pfingſtwanderung) in der Zeit vom 18. bis 21. Mai 1929 in
den Süd=Schwarzwald. Mit ihr ſoll die Reihe der ſüdwärts
gerich=
teten Wanderungen, nachdem wir in früheren Jahren Pfalz, nöröl.
Schwarzwald und im Vorjahre die Südvogeſen durchwandert haben,
vorerſt ihren Abſchluß finden. Wer die früheren Pfingſtwanderungen
des „Falken” aus eigener Anſchauung kennt, weiß, daß gerade dieſe
Wanderungen, weil mit Sorgfalt und Liebe ausgearbeitet, beſonderen
Reiz bieten. Er weiß, daß die Schwierigkeiten der Quartierbeſchaffung,
der Verköſtigung, der zweckmäßigſten Bahnverbindungen und nicht
zu=
letzt die Zuſammenſtellung der ſehenswerteſten Punkte, die überhaupt
berührt werden können, von den Führern übernommen werden, ſo daß
er ſich frei und ſorglos dem Genuß einer mehrtägigen Wanderung im
Kreiſe gleichgeſinnter Freunde hingeben kann. Dieſe Wanderung in
eines der idealſten und von Wanderern wohl beſuchteſten Wandergebiete
überhaupt, führt uns, in Badenweiler beginnend, über Hochplauen
(1170 Meter), Belchen (1415 Meter), Schönau, Todtnau mit
Waſſer=
fällen, Bergerhöhen, Feldberg (1495 Meter), Titiſee, Ravennaſchlucht
Höllental nach Freiburg im Breisgau. Die Koſten derſelben, einſchl.
Bahnfahrten uſw., bewegen ſich entſprechend den Bedürfniſſen des
Ein=
zelnen, d. h. je nachdem er auf Bett. Feldbett (Jugendherberge) oder
Teilnahme an den gemeinſamen Eſſen, Wert legt, von etwa 30—45
Mark. Nähere Auskunft erteilen die Führer gerne an den kommenden
Klubabenden (Dienstagabend 8.30 Uhr in der Brauerei Schul,
Schloß=
gaſſe). Da Bettenquartiere nur in beſchränkter Anzahl zur Verfügung
ſtehen und die bereits getroffenen Abmachungen in aller Kürze beſtätigt
werden müſſen, iſt umgehende Meldung unbedingt erforderlich. Als
letzter Termin iſt Dienstag, 7. Mai, feſtgelegt, doch iſt Meldung bis
Dienstag, 30. April, fehr erwünſcht. Gäſte ſind wie immer angenehm
und herzlichſt eingeladen. (Es ſei auf unſere heutige Anzeige
hinge=
wieſen.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärzlliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichſbar iſt, Hann ſind am Sonntag, dem 28. April
1929, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. me6
Bön=
ning Erbacher Straße 8, Telephon 2020; Dr. med. E. Draudt
Heinrichſtraße 17. Telerhon 2520; Dr. meö. Nauheim,
Landwehr=
ſtraße 14, Telephon 4200.
Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt in der Zeit vom 1. Nov. 1928 bis 31. März
d. Js. Vorgeſprochen haben 211 Perſonen, davon waren 8 Einheimiſche.
An dieſe wurden abgegeben: 31 Fahrkarten, 38 Hemden oder
Unter=
hoſen, 35 Paar Strümpfe, 64 einzelne Kleidungsſtücke, wie Rock, Hoſe
oder Weſte, 34 Paar Schuhe, 31 Mäntel, 4 Anzüge, 11 Uebernachtungen
mit Verpflegungen, 2 Perſonen erhielten Barunterſtützungen, 1 Perſon
erhielt Arbeitskleidung, 1mal mußte Gepäck ausgelöſt werden: 1 Perſon
mußte abgewieſen werden, weil eine Notlage nicht anerkannt werden
konnte. — Die Inanſpruchnahme der Hausbettelbekämpfungsſtelle in
dem ſchweren Winter war verhältnismäßig ſtark. Wir waren durch die
uns gewordenen Spenden in der Lage, ſo manchen Durchreiſenden mit
warmen Kleidungsſtücken oder Schuhwerk zu verſehen. Von 40
Spen=
dern gingen folgende Sachen ein: 21 Anzüge, 24 Mäntel, 82
Einzel=
ſtücke, 44 Paar Schuhe, 30 Paar Strümpfe, 32 Hemden, 16 Unterhoſen.
Wir danken den Spendern, die es durch ihre tatkräftige Mithilfe
er=
möglichten, daß wir manchen Wunſch befriedigen und viele Not
ab=
wenden konnten.
Ausſchuß für Leibesübrngen in Darmftadt.
Die Ortsgruppe Darmſtadt des Deutſchen Reichsausſchuſſes für
Leibesübungen hielt am vergangenen Mittwoch im Fürſtenſaal ihre
diesjährige, ſehr gut beſuchte ordentliche Hauptterſammlung ab. Nach
einleitenden Worten erſtattete der 1. Vorſitzende, Herr Medizinalrat
Dr. Friedrich, auch den Jahresbericht über die Tätigkeit des
Aus=
ſchuſſes, aus dem zu entnehmen war, daß er auch im abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahr erſprießliche Arbeit für die Sachs der Leibesübungen in
Darmſtadt, insbeſondere aber manche wertvolle Unterſtützung für ſeine
ihm angeſchloſſenen Vereine geleiſtet hat. Dagegen ſei feſtzuſtellen, daß
die jeweiligen Sitzungen von den Vereinsvertretern in manchen Fällen
recht ſchwach beſucht waren. Die Leiſtungen der dem Ausſchuß
ange=
ſchloſſenen Vereine hätten ſich im vergangenen Jahre nicht nur auf ihrer
früheren Stufe gehalten, ſondern hätten auch noch eine weſentliche
Er=
höhung erfahren. Insbeſondere ſeien bei einzelnen Vereinen die
Er=
folge einer erſprießli chen Arbeit zweifellos feſtzuſtellen, die dadurch mit
zu den erſten und ang=ſehnſten Vereinen Deutſcklands gezählt werden
könnten. Die prächtigen Erfolge des Herrn Hermann Engelhardt bei
der letzten Olympiade in Amſterdam und die Verleihung der Albredht=
Dürer=Medaille duuh die Stadt Nürnberg an Herrn Direktor Steffan
für ſeine hervorragenden Verdienſte um die Pflege des Fechtſports ſeien
hierfür weitere markante Beweiſe. Uober allem jedoch ſei zu beachten,
daß Leibesübung nicht nur allgemeine Körperpflege an ſich ſelbſt,
ſon=
dern auch Aufgabe ſei, die Jugend durch ſie abzuhärten, um dadurch
ein geſundes und ſtarkes Geſchleihe heranzubilden. Der im
vergange=
nen Jahre durchgeführte Groß=Staffellauf durch die Straßen von
Darm=
ſtadt habe gegen das Vorjahr auffallenderweiſe eine ſchwächere
Betei=
ligung aufzuweiſen gehabt 370 Teilnehmer gegen 708 im Jahre 1927),
Von einer Werbeveranſtaltung im Landestheater habe man der dafür
aufzuwendenden hohen Koſten wegen Abſrand genommen, wwie auch eine
Darmſtädter Turnerſchaft nicht zuſtande gekommen ſei. Ueber den
An=
trag des Ausſhuſſes, bei der Stadtverwaltung das Amt für
Leibes=
übungen in eine ſtädtiſche Einrichtung umzuwandeln, ſeien
Verhand=
lungen noch im Gang:. Die von der Stadt gewünſchte Beteiligung an
den ſportlichen Veranſtaltungen anläßlich der 600=
Jahrfeier in näcſten Jahre ſei in Ausſicht genommen. Die
Be=
mifhungen um die Schaffung eines amtlichen Preſſeorgans für alle dem
Ausſchuß angeſchloſſenen Vereine ſhinden vor einem günſtigen Abſchluß.
Dem Ausſchuß waren am Ende des Geſchüftsjahres 43 Vereine und 19
S hulen angeſchloſſen. An Zugang im abgelaufenen Jahre ſeien drei
Vereine, Bund der Sportärzte, Reisl/sbahn=Turn= und Sportverein und
Schießſportklub Windmühle, an Abgang ein Verein und ein Verein
durch Zuſammenſchluß mit einem anderen Verein zu verzeichnen. Den
Kaſſenbericht trug Herr Direktor Steffan vor. Herr
Oberrechnungs=
rat Elſäſſer ſtattete im Namen aller Vereine di Vorſtand Dank
für ſeine geleiſtete mühevolle Arbeit ab. Die Feſtſetzung des Vorſtandes
für das neue Geſchäftsjahr ergab die einſtimmige Wiedenwahl der Herren
Medizinalrat Dr. Friedrich, Studienrat Profeſſor Dr. Becker
Direktor Steffan, Dr. Grünewald Schreiber und Engel.
Anſchließend erſtattete Profeſſor Becker Bericht über die letzte Sitzung
des Amtes für Leibesübungen. Die Mitteilung, daß auch bei
Ein=
bringung des Etats der Stadt an hen bisher bewilligten Mitteln zur
Förderung der Leibesübungen in Darmſtadt erhebliche Abſtriche
vor=
genommen werden ſollen, erweckte allſeits Befremden, wie auch die
mangelnde Bereitſtellung von ſtädtiſch Gelände zur Herrichtung der
hier ſo dringend weiter notwendigen Turn= und Sportplätze. Eine
Cinführung des Sportteils des „Darmſtädter
Tag=
blatts” als offizielles Organ des Ausſchuſſes
wurde einſtimmig gutgeheißen. Der Wunſch, die
Aus=
gaben des Amtes für Leibesübungen auch dem Ausſchuß für
Leibes=
übungen zur Einſichtnahme vorzulegen, konnte aus Gründen
antrags=
gemäß nicht ganz entſprochen werden. Die Wiederholung des Groß=
Staffellaufes durch die Straßen der Stadt ſoll anläßlich des Deutſchen
Städteſtaffeltages am Sonntag, dem 2. Juni, erfolgen. Die Vorarbeiten
wurden einer beſenderen Konrmiſſion übertragen. Mit der Erwartung,
daß auch im konrmenden Geſchäftsjahre der rege Geiſt und die
Arbeits=
frendigkeit zur Förderung der Leibesübungen in Darmſtadt die gleichen
wie in den Vorjahren bleiben mögen, ſchloß Herr Dr. Friedrich die
an=
regend verlaufene Hauptverſammlung.
— Jnbiläum. Am 30. April begeht, der Packer W. Hädrich,
Rundeturmſtraße 4, in der Firma A. Ullmann, Großhandlung hier,
ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum.
— Die Ortsgruppe Darmſtadt des Deutſchen Teckelklubs E. V., Sitz
Berlin, veranſtaltet am Sonntag, den 5. Mai, 9 Uhr beginnend, auf
dem Holzhof hier, Holzhofallee 10, eine große Werbeſchau für
Dachshunde aller Haararten, ſowie Zwerge. Auch ſolche,
deren Abſtammung unbekannt iſt, ſind ebenfalls zugelaſſen. Es iſt ſomit
jedem Beſitzer eines Dachshundes Gelegenheit geboten, ſeinen Teckel
von anerkannten Richtern begutachten zu laſſen. Die Eintragung in
das Deutſche Teckelſtammbuch kann auf Wunſch, falls die Hunde den
feſt=
geſetzten Raſſekennzeichen entſprechen, von der Ortsgruppe veranlaßt
werden. Gerade in Darmſtadt befindet ſich ein zum Teil ganz
vorzüg=
liches Teckelmaterial. Viele Beſitzer wiſſen gar nicht, welches edle Tier
ſie haben. Jeder vorgeführte Teckel erhält ein Diplom über ſeine
Be=
wertung. Als Richter fungieren die Herren Dr. E. Hohlwein und
B. Müller (Darmſtadt). Meldungen und Standgeld ſind zu ſenden an
den Leiter der Schau, Herrn Kaufmann S. Katz hier, Ludwigſtraße 17.
Sie können auch am Vorführungstag noch auf dem Schliefplatz
abge=
geben werden. Anſchließend an die Schau können die Teckel auf dem
Schliefplatz des Holzhofs im Bau am Fuchs geprüft werden. Die
Ver=
anſtaltung ſteht unter tierärztlicher Aufſicht. (Siehe auch Anzeige im
Inſeratenteil.)
— Literariſcher Verein. Der Literariſche Verein hielt ſeine
dies=
jährige Hauptverſammlung in den Räumen ſeiner Bücherei, in der
Alexanderſtraße, ab. Aus dem von dem Vorſitzenden, Oberſtudienrat
Kiſſner, erſtatteten Jahresbericht geht hervor, daß der Verein
ſeinen Mitgliederſtand gehalten und ſeiner Verpflichtung nachgekommen
iſt, in die Familien das beſte Literaturgur zu tragen. Es iſt wenig
be=
kannt, welch reiche Bücherei der Verein ſein eigen nennt, und wie er
in ſtiller Tat Kuſturarbeit leiſtet dadurch, daß er, von Literaturkennern
beraten, eine Ausleſe beſter Unterhaltungslektüre ſeinen Mitgliedern
nohebringt. Um die regelmäßige Buchausgabe haben ſich verdient
ge=
macht: Fräulein Ploch, Graf und Möſer. Dem Rechner
Dieſtel=
mann wurde Enulaſtung erteilt und der Dank für ſeine gewiſſenhafte
Geſchäftsführung ausgeſprochen. Der Jahresbeitrag bleibt auf der Höhe
von 8 RM. ſtehen. Der Voranſchlag ſieht wieder eine Summe von
1500 RM. für die Aufgaben des Vereins vor. Der Worſtand wurde
wiedergewählt.
— Wochenmarkt=Kleinhandels=Tagespreiſe vom 27. April (pro Pfd.
bzwv. Stück in Pfg.): Gemüſe: Spargeln 1. Sorte 150—180,
Spar=
ſeln 2. Sorte 140—150, Kohlrabi 35—40, Erdkohlraben 2—25,
Karot=
ten 45, Gelbe Rüben 18—20, Rote Rüben 20—25, Weiße Rüben 20—25,
Schwarzwurzeln 55—60, Spinat 30—40, Rottraut 25—30, Weißkraut
25—30, Wirſing 2—30, Grünkohl 40, Erbſen 70, Zwiebeln 15—20,
Knoblauch 80, Tomaten 80—100, Feldſalat 120—150, Kopfſalat 25—50,
Salatgurken 80—130, Blumenkohl 50—130, Rettich 5—15, Meerrettich
80—100, Radieschen 15—20; Spätkartoffeln 7—8; Obſt: Tafeläpfel 30
bis 60, Wirtſchaftsäpfel 20—30, Apfelſinen 5—15, Zitronen 8—10,
Ba=
nanen 65—70; Eßwaren: Süßrahmbutter 200—220, Landbutter 180
bis 20, Weichkäſe 35, Handkäſe 5—15, Eier friſche 10—14; Wild und
Geflügel: Hühner 140—180, Tauben 80—30, Ziegenlämmer 80:
Fleiſch und Wurſtwaren: Nindfleiſch friſch 80—110, Kalbfleiſch
120, Hammelfleiſch 100, Schweinefleiſch 96—124, Dörrfleiſch 160,
Ziegen=
fleiſch 90, Wurſt 70—160, Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 110.
Das unerreichte, wissenschaftl. begründete Mittel
für den Haaruchs. Arztlich emnpfohlen gegen
Haarausfall und Kopfschuppen. Zugleich das
er-
frischende und ideale Pflegerittel für dle Frisur,
von höchster Eigenart der Duftkomposition.
OE
230 und 275
SLb. 6— 1Ch, 150
fVao
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Sonntag, den 28. April 1929
Nummer 112
Aus Heffen
Skarkenburg.
Bezirksſchöffengerichk.
p. Der Melker Eugen Decker aus Diedenheim (Elſaß) hat unter
falſchem Namen bei dem Polizeiamt Bensheim eine Strafanzeige
er=
ſtatter und Strafantrag geſtellt, womit der Tatbeſtand der
Urkunden=
fälſchung erfüllt iſt. Der Angeklagte befindet ſich zur Zeit im
Gerichts=
gefängnis in Görlitz. Urteil: 3 Wochen Gefängnis unter Freiſprechung
bezüglich der Strafanzeige. — 2. Der Kaufmann und frühere
Gemeinde=
rechner in Kreidach Friedrich Jahns, geboren in Aſchersleben, hat ſich
im Jahre 1928 der Unterſchlagung im Amt im Sinne der 8§ 350, 351
StGB. nach der Anklage ſchuldig gemacht. Jahns war ſeit Oktober
1923 Gemeinderechner und als ſolcher kreisamtlich verpflichtet. Die
unterſchlagene Summe wird auf 5966 Mark 77 Pf. angegeben. Der
Angeklagte will durch geſchäftliche Unredlichkeiten ſeiner Angeſtellten in
die bedrängte Lage gekommen ſein, auch ein Diebſtahl von Textilien ſoll
ihn geſchädigt haben. Ein bei einer benachbarten Kaſſe nachgeſuchter
Kredit wurde aus Mangel an Mitteln abgelehnt. Angeklagter iſt im
weſentlichen geſtändig; u. a. hat er auch Baugelder zwar richtig
ver=
wendet, aber die Einnahmen nicht gebucht. Angeklagter hat eine
Bürg=
ſchaft eines Berwandten behufs Schadendeckung beigebracht, auch hatte
er 1000 Mark Kaution geſtellt.
Der Verteidiger ſtellt darauf ab, daß objektiv und ſubjektiv geſehen
eine Beamteneigenſchaft entfalle, im übrigen liege hinſichtlich des
Kaſſe=
ſchranks Mitgewahrſam ſeitens des Bürgermeiſters vor, ſo daß nur
Diebſtahl in Frage komme. Im übrigen erläuterte er, wie vor ihm
der Staatsanwalt, ausführlich die für den Angeklagten ſprechenden
mil=
dernden Umſtände. — Das Urteil erkennt auf 6 Monate Gefängnis.
— Zum Blindenweſen. Vom Blindenbeſchäftigungsverein
Darm=
ſtadt wird uns geſchrieben: Eigentlich könnte in dieſem Falle von
Blindenunweſen geſprochen werden. Uebereinſtimmende Mitteilungen,
die wir aus der ganzen Provinz erhalten, beſtätigen dies. Faſt täglich
kommen Reiſende aus Mainz, Offenbach oder Frankfurt, um angeblich
von Blinden angefertigte Artikel, zumeiſt Bürſtenwaren, zu verkaufen.
Es handelt ſich hier faſt immer um Waren, die von Sehenden oder
von Fabriken hergeſtellt ſind und hinter dem Ganzen ſteht ein
Groß=
unternehmer, der das Argument „Blindenware” zu ſeinen Gunſten
aus=
beutet. Der einzelne blinde Handwerker iſt gar nicht in der Lage, ſein
Geſchäft in dieſer Weiſe zu betreiben, dazu fehlt ihm das Kapital. In
Darmſtadt liegen die Verhältniſſe ſo: Hier iſt aus
Wohltätigkeitsſtiftun=
gen ein Blindenbeſchäftigungsverein entſtanden, der ſich über die ganze
Provinz Starkenburg erſtreckt und ſeinerſeits wieder an den
Reichs=
deutſchen Blindenverband und an die Arbeitsgemeinſchaft zur
Förde=
rung des Blindengewerbes angeſchloſſen iſt. Dieſe Verbände haben zum
Schutze des Blindenhandwerks ein Zeichen geſchaffen, das die Gewähr
für die Herkunft der Waren aus den Händen blinder Handwerker und
gleichzeitig auch das Publikum vor den von lügneriſchen Händlern
zu=
meiſt geforderten Mitleidspreiſen ſchützen ſoll. Man achte alſo im
eige=
nen Intereſſe auf dieſes Zeichen. Es ſtellt zwei ſtiliſierte Hände dar,
die ſich dem Licht entgegenſtrecken. Das Zeichen wird nur reell
arbei=
tenden Blindenorganiſationen erteilt; jede Uebervorteilung des
Publi=
kums mit Entziehung des Zeichens bedroht, und ſeine unberechtigte
An=
wendung beſtraft.
— „Blumen und Kunſt”, Inhaber Erich Schulenburg,
Wilhelminen=
ſtraße 33, zeigt in einem ſoine: Schaufenſter eine Anzahl alter Tappiche,
alles nur Vorkriegsiare, nur aus Wolle, alſo nicht aus Pflanzenfaſern
beſtehend. Die Stücke haben beſonders feine Knüpfungen, hübſche
Zeich=
nungen und Farben und ſind bei dem jumer weniger vorhandenen
Quantum dabei ſehr preiswert. Eine Beſichtigung derſelben iſt deshalb
ſehr lohnend.
a. Der Provinzialtag der Provinz Starkenburg tritt am Mittwoch,
den 8. Mai, zu ſeiner diesjährigen Sitzung zuſammen. Auf der
Tagesordnung ſtehen die Prüfung der Rechnung der Provinz für 1927,
des Voranſchlags für 1929, die Ausdehnung der Unfallverſicherung auf
Kraukenhäuſer, Heil= und Pflegeanſtalten in der Provinz und der
Ver=
kauf des Anweſens der v. Stockhauſen=Mettingh=Stiftung in Darmſtadt
an den heſſiſchen Staat. Für die Ausdehnung der Unfallverſicherung
uſw. ſoll womöglich ein größerer Verband gebildet werden, in dem
auch die Kreiſe der Provinz ſein ſollen. Für Herſtellung mehrerer
Straßen ſoll eine Anleihe von vier Millionen aufgenommen werden.
Weitere 420 000 RM. ſollen für Fertigſtellung angefangener Straßen
und Umpflaſterung kleinerer Straßen beſchafft werden. Der
Haus=
haltsplan der Provinz ſelbſt ſchließt mit 9 695 000 RM. in Einnahme
und Ausgabe ab. Im Vorjahr waren es 5039 000 RM. Seit der
letz=
ten Sitzung ſind aus dem Provinzialtage die Abgg. Wilh. von Opel=
Rüſſelsheim (DVP.) und Joſeph Schön=Bensheim (Soz.) ausgeſchieden,
wofür die Abgg. Weber=Groß=Umſtadt (DVP.) und Pieroth=
Oberts=
hauſen (Soz.) nachrückten.
— Schont die Waldblumen! Jetzt beginnt endlich der Frühling bei
uns einzuziehen. Noch ſtarren zwar die meiſten Waldbäume ſchwarz und
kahl zum Himmel, aber Gras und Kräuter haben bereits an vielen
Stellen auf dem Waldboden einen friſchgrünen Teppich gewoben, in dem
Anemonen und Schlüſſelblumen wie farbige Edelſteine eingeſtreut
lie=
gen. Wie entzücken ſie uns, wenn wir zum erſten Mal nach der langen
Winterszeit den Wald durchwandern! An uns liegt es, ob auch unſeren
Nachkommen ein Gang durch die Wälder im Vorfrühling die gleiche
Freude bereiten wird. In der Umgebung Berlins und vieler rheiniſcher
Großſtädte ſind alle dieſe entzückenden Frühlingsblumen längſt nicht
mehr in den Wäldern zu finden. Die Habgier des Menſchen hat ſie
ausgerottet. Laß darum die Blumen draußen ſtehen! Wenn du aber
nicht umhin kannſt, dir einen Strauß zu pflücken, ſo wähle nur Blumen,
die wirklich häufig ſind, reiße keine Pflanze mit der Wurzel aus und
ſei mit einem kleinen Strauß zufrieden.
Lokale Beranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notzizen ſind ausſchlieslich als Hinwelſe auf Anzeigen zu beirachten.
in keinem Falſe irgendwie als Beſprechung oder Kritſi.
— Kriegsbeſch. und Kriegerhinterbliebene des
Kam. Verb. der Kriegsbeſch. und Hinterbl. Unſere Monatsverſammlung
findet am Montag, den 29. April, abends im Mathildenhöhſaal ſtatt.
Um vollzähliges Erſcheinen wird gebeten.
— Konzert mit Tanz im Hotel Prinz Heinrich. Im
Hotel Prinz Heinrich findet heute Sonntag abend Konzert mit Tanz
ſtatt. Der Beſuch iſt beſtens zu empfehlen.
Aus den Parkeien.
— Der bekannte Wirtſchaftspolitiker, Reichstagsabgcordneter
Gott=
fried Feder, ſpricht morgen abend im „Perkeo” über das intereſſante
Thema: „Vor einer neuen Inflation?” (Näheres ſiehe heutige
Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 28. April 1929.
Heſf. Landestheater, Großes Haus, Anfang 15 Uhr, Ende
17,45 Uhr, Heſſenlandmiete 1, P 5: „Der Freiſchütz”; abends 20 Uhr,
Ende 22,15 Uhr, E 23: „Der Feldherrnhügel”. — Kleines Haus, vorm.
11.30 Uhr: Rhythmiſche Körpererziehung und Bewbegungslehre der
Städtiſchen Akademie für Tonkunſt; abends 19.30 Uhr, Ende 2 Uhr,
Zuſatzmiete 1: „Martha”. — Orpheum abends 20 Uhr: „Liebe
und Trompctenblaſen” — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee
Rhein=
gold, Hotel Schmitz, Reichshof, Spaniſche Bodega, Darmſtädter Hof,
Hotel Prinz Karl. Meenzer Müller, Stadt Malaga, Reichskrone,
Haferkaſten, Stadt Nürnberg, Sportplatz=Reſtaurant, Reſtaurant Glenz,
Zur Roſenau, Rummelbräu, Wiener Kronenbräukeller, Hotel zur
Poſt, Waldſchlößchen, Hotel Prinz Heinrich. — Ludwigshöhe,
nachm. 16 Uhr: Konzert. — Herrngarten, vorm. 11 Uhr:
Pro=
menadenkonzert. — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia,
Palaſt=Lichtſpiele.
J. Griesheim, 27. April. Volksbank Griesheim. Die
ordentliche Generalverſammlung der hieſigen Volksbank fand im
Gaſt=
haus „Zum Treffpunkt” ſtatt. Der Vorſitzende des Aufſichtsrates, Herr
Zimmermeiſter Schick, eröffnete die Verſammlung, begrüßte mit
herz=
lichen Worten die Mitglieder und dankte ihnen für ihr Erſcheinen.
Hier=
auf gedachte er der im Jahre 1928 verſtorbenen Mitglieder. Zu Punkt
1 der Tagesordnung „Vorlage und Genehmigung der Bilanz”, ergriff
Herr Direktor Maus das Wort. Er ging des näheren auf den
Ge=
ſchäftsumſatz im einzelnen und auf den Geſchäftsbericht im allgemeinen
ein. Der Umſatz iſt ungefähr der gleiche wie im Vorjahr. Der
Haupt=
umſatz erſtreckt ſich auf den Verkehr in laufender Rechnung. Die
Spar=
tätigkeit hat im Berichtsjahr zugenommen und die Spareinlagen
be=
tragen jetzt 1,16 Millionen Mark. Nach Erläuterung der Gewinn= und
Verluſtrechnung ſchloß der Redner. Hierauf wurde die Bilanz in der
vorliegenden Form genehmigt. Der erzielte Reingewinn beträgt 17 155,01
Mark. Dem Vorſtand wurde für ſeine Geſchäftsführung einſtimmig
Entlaſtung erteilt. Aus dem Bericht über die im Jahre 1928
ſtatt=
gehabte geſetzliche Reviſion ging hervor, daß, von geringeren Ausnahmen
abgeſehen, keinerlei Beanſtandungen zu verzeichnen waren und die
Ge=
ſchäftsführung in beſter Ordnung iſt. Die ausſcheidenden Vorſtands=
und Aufſichtsratsmitglieder Philipp Nothnagel 11 Schmiedemeiſter;
Juſtus Müller 2., Bauunternehmer; und Valentin Ritter 4., Privatier,
wurden einſtimmig wiedergewählt. Hierauf ſchloß der Vorſitzende die
Verſammlung mit Worten des Dankes an die Erſchienenen und mit
dem Wunſche, daß das begonnene Geſchäftsjahr weitere Erfolge bringen
möge. — Der Heſſiſche Fechtverein für „Waiſenſchutz” beabſichtigt, hier
wieder einen Zweigverein zu gründen. Cine Werbeverſammlung findet
am Sonntag, 28. April, nachmittags 4 Uhr, im „Rheingauer Hof” hier
ſtatt. Vertreter des Landesausſchuſſes aus Darmſtadt und Mainz
wer=
den referieren. — Die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs beteiligt
ſich am Sonntag, 28. April, an der Einweihung des Ehrenmals für die
Gefallenen des Odenwaldklubs am Teufelsſtein bei Reichenbach. Die
Wanderung beginnt in Auerbach, Marſchzeit bis zum Ehrenmal zwei
Stunden. — Das hieſige Gewerkſchaftskartell begeht am Sonntag, den
28. April, die Feier ſeines 25jährigen Beſtehens im Gaſthaus. Zur
Straßenbahn” hier. Das Kartell bietet für ſeine Mitglieder und
An=
gehörigen einige genußreiche Stunden im Kreiſe Gleichgeſinnter. Außer
Geſangs= und ſportlichen Darbietungen hat das hieſige Philharmoniſche
Orcheſter die Konzertleiſtungen übernommen. Die Veranſtaltung iſt für
alle Gewerkſchaftsmitglieder frei.
4a. Eberſtadt, 26. April. Poſtaliſches. Die
Militärverſor=
gungsgebühren für den kommenden Monat Mai werden am Montag,
den 29. April, in der Zeit von 8—12 Uhr an den Poſtſchaltern
aus=
bezahlt. — Grasnutzung an Provinzialſtraßen. Die
Gras=
nutzung an den Provinzialſtraßen ſoll auf weitere vier Jahre an Ort
und Stelle verſteigert werden. Die erſte Verſteigerung findet am 2. Mai
ſtatt. Während vormittags in der Nieder=Ramſtadt—Traiſaer—
Waſchen=
bacher Gegend verſteigert wird, wird nachmittags die Grasnutzung
Nie=
der=Ramſtadt—Eberſtadt, Kühler Grund, Ober=Beerbach-Kreisgrenze
verſteigert. Am Freitag, den 3. Mai, wird die Grasnutzung Bickenbach—
Pfungſtadt—Griesheim, Pfungſtadt—Eſchollbrücken ſowie Eberſtadt—
Hahn-Kreisgrenze und Hahn—Eſchollbrücken verſteigert.
4a. Eberſtadt, 27. April. Säuglingsfürſorge. Am
kommen=
den Montag findet wieder eine Beratungsſtunde für Mutter= und
Säuglingspflege ſtatt. — Ein großes Preis=und Riegenkegeln
veranſtaltet, wie bereits bekannt, der Kegelklub „Kranz” Eberſtadt auf
der Bahn im „Bergſträßer Hof” in der Zeit vom 4. bis 26. Mai. Der
erſte Preis beſteht aus einem Fahrrad, der zweite aus einem Divan.
Es ſtehen außerdem noch weitere Wertpreiſe zur Verfügung.
88 Jahre. Der frühere Nachtſchutzmann Georg Gärtner kann am
kommenden Dienstag ſeinen 88. Geburtstag in körperlicher und geiſtiger
Nüſtigkeit begehen.
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Filiale Frankfurt am Mein, 10—4 Uhr.
Weseistraße 41. Eeke Taunusstraße.
(II 5412
Aa. Eberſtadt, 27 April. Platzkonzert. Mit Beginn des
Frühjahrs geht der Muſikverein „Edelweis” wieder dazu über,
Platz=
konzerte für die Allgemeinheit zu veranſtalten. Das erſte große
Platz=
konzert für dieſes Jahr findet bereits am Sonntag, kurz vor Mittag, auf
dem Rathaus ſtatt. Das Blasorcheſter ſpielt eine Reihe vollkstümlicher
Mwſikſtücke.
O. Pfungſtadt, 27. April. Die Stammholzverſteigerung
vom 25. April iſt genehmigt. Die Abfuhrſcheine können bereits bei der
Bürgermeiſterei (gegen Barzahlung oder Bürgſchaftsleiſtung) abgeholt
werden. — Am kommenden Dienstag den 30. April, findet auf dem
Rathaus (nachmittags 5 Uhr) eine Verſteigerung von
Boh=
nenſtangen ſtatt. Insgeſamt kommen über 200 Stück
Bohnen=
ſtangen, die aus der Malcher Tanne oder Klingsackertanne des
Ge=
meindewaldes ſtammen, zur Verſteigerung. — Der „Liederkranz”
Pfungſtadt, der dieſes Jahr ſein 40jähriges Stiftungsfeſt feiert, hält am
Sonntag mittag im Gaſthaus Weigel zuerſt eine Feſtausſchußſitzung und
dann eine Generalverſammlung ab. — Die Arbeiter=Radfahrer
nehmen am Sonmtag eine Schnitzeljagd vor. — Das Befinden des
ver=
gange Woche angefahrenen Kindes Sceger, das ſich in einer Darmſtädter
Klinik befindet, ſoll ſich erfreulicherweiſe gebeſſert haben.
O. Pfungſtadt, 26. April. Der evgl. Bläſerchor veranſtaltet
am kommenden Sonntag im evgl. Gemeindehaus einen
Unterhaltungs=
abend. Im erſten Teil werden Lieder und Muſikſtücke geboten, während
im zweiten Teil des Programms ein kleines Luſtſpiel aufgeführt
wer=
den ſoll. Die Hauptprobe am Samstagabend iſt für Kinder freigegeben
worden. — Die Spar= und Darlehnskaſſe Pfungſtadt
(eingetr. Genoſſenſchaft mit beſchr. Haftung) hatte nach der Bilanz vom
31. März 1928 im abgelaufenen Geſchäftsjahr einen Mitgliederſtand von
62 Perſonen. Der Reingewinn betrug 1521,19 Mk. Der
Geſamtkaſſen=
umſatz ſtellte ſich im Jahre 1928 auf 504 991,58 Mk. Die
Geſamthaft=
ſumme der Mitglieder betrug am Ende des Geſchäftsjahres 31 000 Mk.
Die Spareinlagen ſtiegen auf 47 256,81 Mk.
f. Roßdorf, 27. April. Baudarlehen. Verbilligte
Baudar=
lehen zur Förderung des Wohnungsbaues ſtehen in dieſem Jahre
nur in ganz geringem Ausmaße zur Verfügung. Demzufolge können
Bauluſtige bei Gewährung dieſer Zuſchüſſe auch nur in ſehr
beſchränk=
tensMaße berückſichtigt werden. Es ſei deshalb ganz beſonders
wieder=
holt gewarnt, mit dem Neu= oder Umbau zu beginnen, ehe ein
Bau=
darlehen bewilligt iſt. Falls trotzdem begonnen wird, geſchieht dies auf
eigene Verantwortung und Gefahr des Bauluſtigen. —
Segelflug=
wettbewerbe. Die Jungfliegergruppe des Heſſenfliegervereins für
Luftfahrt in Darmſtadt ſchult ſeit einigen Monaten am Hange des
Roß=
bergs mit ihren Segelflugzeugen „Schulrat” und „Gewerberat‟. Der
durehgeführte Schulbetrieb hat nun zu einem gewiſſen Abſchluß geführt
und beabſichtigt die Jungfliegergruppe am Sonntag, den 28. d. M., die
hohe Kunſt des Gleitfliegens vorzuführen; Sammelplatz um 3 Uhr
nach=
mittags an der Straße Ober=Ramſtadt—Zeilhard am Fuße des
Roß=
berges. — Schlußprüfung. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom
Noten Kreuz hielt ihre Schlußprüfung des diesjährigen Winterkurſes
im Gelände ab. Der Uebung lag folgender Gedanke zu Grunde: Ein
Omnibus verunglückte in der ziemlich abſchüſſigen Straße Ober=Nam=
ſtadt-Roßdorf am Waldesausgang infolge Verſagen der Steuerung an
der ſteilen Böſchung, die Inſaſſen unter ſich begrabend. Die ſofort
glarmierte Kolonne begab ſich an die Unfallſtelle und traf ihre
ent=
ſprechenden Maßnahmen. Die Verletzten wurden ſachgemäß verbunden
und entſprechend gelagert. Dann wurden ſie auf Tragbahren nach dee
Packhalle der nahegelegenen Gärtnerei Kayſer und Seibert
transpor=
tiert. Dortſelbſt nahm der Kolonnenarzt, Herr Dr. Baumann, die
Kontrolle der einzelnen Verbände und Lagerungen vor, bei welcher
noch weitere Fragen an die Kolonnenmitglieder und Helferinnen geſtellt
wurden, um feſtzuſtellen, was die Einzelnen in dem Ausbildungskurſus
gelernt haben. Alle Fragen wurden prompt beantwortet; gegen 5 Uhr
war die um 2,.15 Uhr begonnene Uebung beendet. Möge die Kolonne
in dieſem Sinne weiter beſtehen und ſich entwickeln zum Segen und
Nutzen der Gemeinde. Eine kleine Nachfeier in der Wirtſchaft „Zur
Sonne”, bei der auch das langjährige Mitglied Heinrich Ewald 4.
anläß=
lich ſeiner ſilbernen Hochzeit von der Kolonne mit einem Geſchenk
ge=
ehrt wurde beſchloß die Veranſtaltung.
(f.) Roßdorf, 2. April. Generalverſammlung. Am
Sonn=
tag, den 28. d. M., hält die hieſige Spar= und Darlehnskaſſe ihre
39 ordentliche Generalverſammlung im Gaſthaus Heinrich Gunkel
„Zum Sportplatz” ab.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 27. April. Gemeinderatsbericht.
Der Gärtner W. Häußer führt Beſchwerde darüber, daß ihm jetzt
be=
reits zweimal durch die läſtige Sitte des Verbrennens dürren Graſes an
Rainen großer Schaden durch Eingehen von Pflanzen und Sträuchern
verurſacht worden ſei. Er beanſprucht Schadenerſatz in Form des
Er=
laſſes von Grundſteuer. Dem Antrag wird nicht ſtattgegeben, es ſoll
aber das Feldſchutzperſonal angewieſen werden, derartige Vergahen
ſtreng zu ahnden. — Ueber die endgültigen Ausſchlagſätze der
Gewerbe=
ſteuer für 1928 wurde die Beſchlußfaſſung bis zur nächſten Sitzung
ausge=
ſetzt, da ſich die Vertriter des Gewerbes zuvor noch einmal üben die
von ſeiten der Verwaltung vorgeſchlagenen Sätze (54 Pfg. auf Anlage=
und Betriebskapital und 75 Pfg. auf Gewerbeertrag) in ihrer eigenen
Organiſation beſprechen möchten. — Von der Erhebung einer
Waren=
haus= und Filialſteuer ſoll in hieſiger Gemeinde vorerſt Abſtand
ge=
nommen werden. — Für die im Jahre 1929 begonnenen
Wohnungs=
bauten wird für die nächſten 5 Jahre auf Antrag die Grundſteuer
er=
laſſen, lediglich das Bauplatzgelände kommt zur Beſteuerung. — Die
Verhandlungen über den Verkauf des Hauſes Stiftſtraße 60 werden
zur Kenntnis genommen, die Beſchlußfaſſung hierüber aber zunächſt
ausgeſetzt, bis der Verkauf der neuen Häuſer in der Hochſtvaße bewirkt
werden kann. — Für das bei den neuen Wohnhäuſern in der Hochſtraße
verbleibende Reſtgelände, das ſich zur Bebquung nicht eignet,
inter=
eſſieren ſich ſowohl die „Freie Turnerſchaft” als auch die Angrenzer in
der Ludwigsſtraße. Zur Regelung der Sacho, insbeſondere über die
Preisbildung des abzutretenden Geländes ſollen die Intereſſeuten zu
einer der nächſten Sitzungen geladen werden. — Ein weiterer noch freier
Bauplatz dortſelbſt wird dem Reflektanten H. Rückert zum Pachtpreis
von 10 RM. jährlich (ohne Obſtnutzung) unter Vorbehalt jederzeitigen
Widerrufs überlaſſen. — Der Antrag auf Unfallverſicherung der
Schul=
kinder und Lehrer verfällt wiederum, wie in früheren Jahren ſchon,
der Ablehnumg. — Ein Antrag des Baurats von der Leyen auf
An=
legung und Bef=ſtigung einer Zufahntſtraße zu ſeinem im Baugelände
der Baugenoſſenſchaft „Wildnis” gelegenen Anweſen wird abſchlägig
beſchieden, da der Gemeinderat den Ausbau der vorgeſehenen Straße
noch für verfrüht hält und auch die entſtehenden, nicht unerheblichen
Koſten im Rahmen des diesjährigen bereits verabſchiedeten
Voran=
ſchlags nicht zur Verfügung ſtehen. — Ueber die Aufteilung des
Ge=
ländes zwiſchen Alter Darmſtädter Straße, Dieburger Weg und Altev
Kreisſtraße ſoll von ſeiten des Hochbauamtes eine Planfkizze
ausgear=
beitet werden, unter wöglichſter Beibehaltung der bereits früher
be=
ſtandenen Straßenführung. — Das Geſuch der Volkshochſchule
Darm=
ſtadt um Ueberlaſſung eines Schulſaales zu Bildungszwecken wird
ge=
nehmigt. — Verſchiedene Anträge von Einwohnern auf Inſtandſetzung
von Wegen werden, ſoweit die Ausführung der Arbeit im Rahmen der
zur Verfügung ſtehenden Mittel vorgenommen werden kann genehmigt.
— Ueber die Verteilung der der Gemeinde zugeteilten 20 000 RM. für
verbilligte Baudarlehen konnte eine endgültige Beſchlußfaſſung noch
nicht herbeigeführt werden, da die Anſichten hierfür innerhalb des
Gemeinderats auseinandergehen. Die Finanzkommiſſion wird
beauf=
tragt, geeignete Vorſchläge zu machen. — Der noch nicht befeſtigte Teil
der Stiftſtraße ſoll nunmehr unter der Bauleitung des
Provinzialtief=
bauamtes ausgebaut werden. — Die gründliche Inſtandſetzung des
Leichenwagens wird beſchloſſen. — Verſchiedene kleinere Angelegenheiten
und Anfragen, ſowie Wohlfahrtsſachen Gildeten den Schluß der bis
gegen 24 Uhr dauernden Sitzung.
— Ober=Ramſtadt, 27. April. Ju dieſen Tagen wird, wie
alljähr=
lich um dieſe Zeit, in der hieſigen Gemeinde eine Hausſammlung zum
Beſten der Anſtalt für Epileptiſche in Nieder=Ramſtadt durch einen
Kollektanten der Anſtalt erhoben.
— Ernſthofen, 27. April. Die Bezirksſparkaſſe Groß=
Bieberau, die auch am hieſigen Platze eine Zahlſtelle unterhält,
hatte Ende 1928 zur Behebung der Wohnungsnot 121 Baudarlehen im
Geſamtbetrag von 312972 RM. gegeben. Für das Jahr 1929 hat die
Kaſſe nicht nur wieder 30 000 RM. zur Gewährung von verbilligten
Baudarlehen zur Verfügung geſtellt, ſondern ſie wird auch die erſten
Hypothcken gewähren. Der Zinsſatz für die Hypothekdarlehen an erſter
Stelle beträgt zurzeit noch 9½ Prozent, während für Spareinlagen
7 bis 8 Prozent vergütet werden.
Bb. Auerbach, 27. April. In den Tagen des 10. bis 14. Mai
verau=
ſtaltet der Heſſiſche Landesverein für innere Miſſion in Auerbach inr
Hotel Weigold eine Konferenz, an der den bisherigen Anmeldungen
zu=
folge etwa 150 beruflich in der evangeliſchen inneren Miſſion tätige
Mit=
arbeiter teilnehmen werden. Am Sonntag, den 12. Mai, wird aus
Anlaß der Miſſionstagung Herr Pfarrer Dr. Niehtmüller=Berlin in der
Kirche den Feſtgottesdienſt abhalten. Es ſteht zu hoffen, daß die
Berg=
ſtraße bis zu dieſer Tagung im vollen Blütenſchmuck prangt und ſomit
den Gäſten, für deren Unterkunft weitgehendſt Sorge getroffen wird,
einen unvergleichlich ſchönen Anblick und Eindruck bietet.
— Hirſchhorn, 27. April. Waſſerſtand des Neckars am
26. April: 0,88 Meter; am 27. April: 0,86 Meter.
— Gernsheim, 27. April. Waſſerſtand des Rheins am
26. April: 0,10 Meter; am 27. April: 002 Meter.
Oberheſſen.
Bg. Vilbel, 26. April. Einbruch. In dem Hauſe eines hieſigen
Juſtizinſpektors wurde in vergangener Nacht ein frecher Einbruch
ver=
übt. Dabei wurde in das unter Stockwerk, in dem niemand ſchlief,
eingedrungen und mitgenommen, was mitzunehmen war: Kleidungsſtücke,
Wäſche uſw. — An der Nidda wurde mit dem Bau eines neuen
Poſt=
amtes begonnen. Ein großzügiger Entwurf eines Turnhallenprojektes,
der Raum für den Leichenwagen und das Spritzenhaus mit vorſieht,
wurde von der Gemeindeverwaltung genehmigt. Die neue Turnhalle
ſoll zwiſchen die Schulhäuſer zu ſtehen kommen.
— Bühingen (Heſſ.), 27. April. Tödlicher Wurf mit dem
Waſſereimer. Vor einiger Zeit kam es zwiſchen Hausbewohnern
in Mittelgründau zu Streitigkeiten, in deren Verlauf ein angetrunkener
Mitbewohner einen Waſſereimer der 15jährigen Tochter der
Nachbars=
frau in die Seite warf. Jetzt machten heftige Schmerzen die
Ueberfüh=
rung des Mädchens in das Krankenhaus in Hanau erforderlich, wo es
an inneren Verletzungen und Blutungen verſtorben iſt.
Kirchliche Nachrichken
Sonntag Cantate, 28. April.
Evang. Gemeinde Roßhorf. Sonntag, vorm. 9,30 Uhr:
Haupt=
goltesdienſt. 10.30 Uhr: Chriſtenſehre. — Dienstag:
Kirchengeſang=
verein. — Mittivoch: Jugendbunh Wartburg. — Donnerstag:
Jung=
mäd henverein.
(IV.539
Kraft anbauen
mehr Gesundheit erwerben, um mehr leisten zu können,
des ist die gebieterische Pflicht in einer Zeit, die wie die
heutige ungcheure Nervenanspannung erfordert. Wer
acht-
los zusicht, wie seine Nerven erschlaffen und wie damit
der Quell sciner Daseins- und Arbeitskraft versiegt, trögt
selbst die Schuld, wenn er im Existenzkampf zurückbleibt.
Sanatogen ist ein Spender neuer
Ner-
venkraft, ein vortreffliches
Auffrischungs-
mittel für den gesamten Organismus. Es
bringt dem Blut und den Nerven Eiweil Aatz
und Glpcerophosphet, die natürlichen
Auf-
baustofte der Körper- und Nervenzellen. Nähr-u. Kräftigungsmittel für Körper und Nerven. ganzes (rlück und Wohleschen ab.
Der Bewels für die Erhöhung der körperlichen und geistigen
Leistungsfähigkeit, für die Kräftigung bei Schwächezuständen aller Art
durch Sanatogengebrauch ist millionenfach erbracht; nicht weniger
als 24000 schriftliche Gutachten von Arzten liegen darüber vor.
Dr. med. Kühn, Dresden, schreibt:
„Ich kenn mit gutem Gewissen sagen, aaß mir
keines der vielen Nervenstärkunssmiitei auch nur
an-
nähernd so gute Dienste gelelstet hat wie Sanatogen.”
Machen Se den Versuch mit Sanatogen sofort!
De Mit jedem Tog gewinnen Sie neue Kraft und
Gesundheit, davon hängt aber doch Ihr
Schon in Packungen von 21. 1.3
Aa gm
Nummer 117
Conntag, den 28. April 1929
Die Altersverſicherung für das ſelbſtändige Handwerk.
Von W. Koeh
Schon vor Jahrzehnten beſchäftigte ſich das Handwerk und ſeine
Führung mit dem Problem einer Altersverſicherung für das ſelbſtändige
Handwerk, ohne jedoch zu einer befriedigenden Löſung kommen zu
kön=
uen. Nunmehr iſt in neueſter Zeit, veranlaßt durch Krieg und
Infla=
tion, die Forderung nach einer Altersverſicherung in den Vordergrund
getreten, und das Handwerk iſt ſich darüber klar, daß eine
Veſicherungs=
einrichtung geſchaffen werden muß, lediglich über die Art der
Verſiche=
rung iſt man noch nicht im Klaren. Während einerſeits die
Bwangs=
verſicherung ſtark befürwortet wird, wird andererſeits von einem Teil
des Handwerks eine Verſicherung auf freiwilliger Grundlage gefordert.
Die Anhänger der Zwangsverſicherung treten nun zum Teil für eine
Angliederung an die Angeſtelltenverſicherung, zum Teil für Schaffung
eines beſonderen Verſicherungsinſtitutes an den Handwerkskammern ein.
Sonderbarerweiſe beſteht aber für eine freiwillige Verſicherung wenig
Shmpathie, vielmehr wird, wie ſchon erwähnt, von einem Teil des
Handwerks, und zwar von der Mehrheit, die Angliederung an die
An=
geſtelltenverſicherung gewünſcht, obwohl gerade bei dieſer Verſicherung
verhältnismäßig hohe Beiträge gezahlt werden müſſen.
Nimmt man an, daß ein junger Handwerksmeiſter ſich bei Erreichen
des 25. Lebensjahres ſelbſtändig macht und dadurch
zwangsverſicherungs=
pflichtig wird, daß weiterhin die Rentenzahlung bei Erreichung des 65.
Lebensjahres beginnen ſoll, ſo ergibt dies folgende Beitragszahlung
bzw. Leiſtung der Verſicherung (Höhe der Rente), bei Zugrundelegung
eines bei der Mehrheit des Handwerks zwiſchen 100 RM. und 300 RM.
ſchwankenden Monatseinkommens.
Bei einem Einkommen zwiſchen 100 RM. und 200 RM. iſt ein
Monatsbeitrag von 8 RM. zu zahlen, das ſind 96 RM. im Jahre.
Be=
ginn der Rentenzahlung tritt bei Erreichung des 65. Lebensjahres, alſo
nach 40 Jahren, ein, ſo daß die Geſamtbeiträge ſich auf 96X40 —3840
RM. belaufen. Dabei iſt zu beachten, daß jeweils bei Angabe der
ins=
geſamt geleiſteten Beiträge der eintretende Zinsverluſt unberückſichtigt
geblieben iſt. Der Beitragsleiſtung von 3840 RM. ſteht eine Rente von
monatlich 88 RM. gegenüber, die ſich aus einem Grundbetrag von 40
RM. und einem Steigerungsbetrag von 48 RM. (— 15 Prozent der
ge=
zahlten Beiträge) zuſammenſetzt.
Bei einem monatlichen Einkommen zwiſchen 200 RM. und 300 RM.
erreichen bei einem monatlichen Beitrag von 12 RM. die
Geſamt=
beiträge die Summe von 5760 RM., wobei ſich die Rente entſprechend
der höheren Beitragszahlung auf 112 RM. erhöht.
Unter der Voxausſetzung alſo, daß das Handwerk unter den gleichen
Bedingungen in die Angeſtelltenverſicherung einbezogen würde, würde
dieſe Maßnahme die Aufbringung eines Monatsbeitrages von 8 RM.
bzu. 12 RM. oder noch mehr erfordern. Hierin iſt die erſte große
Schwierigkeit zu ſuchen. Bei dieſer Verſicherungsart ſind ſämtliche
Hand=
werker ohne Ausnahme verſicherungspflichtig, auch die, und das iſt heute
eine große Anzahl, die noch nicht einmal das Exiſtenzminimum an
Ein=
kommen haben. Wenn dem entgegengehalten wird, daß jeder
Hand=
werker einen Monatsbeitrag von 8 RM. aufbringen könne, ſo iſt dieſe
Anſicht vollkommen irrig, da ein großer Teil des Handwerks durch
Krieg und Inflation leider vollkommen verarmt iſt. In dieſem
Zu=
ſammenhang ſei z. B. angeführt, daß bei der Erhebung der Beiträge
zur Handwverkskammer bei etwa 38 000 bis 40 000 Betrieben 20 Prozent
der Beiträge von vornherein auf Verluſtkonto geſetzt werden müſſen,
und zwar 10 Prozent, die aus Billigkeitsgründen erlaſſen werden,
wei=
tere 10 Prozent, die uneinbringlich ſind; hierbei ſind die eintretenden
Ermäßigungen auf 3 RM. jährlich noch unberückſichtigt. Und das bei
einem Beitrag von jährlich durchſchnittlich 6 RM. bis 12 RM., alſo
manchmal noch nicht 1 RM. im Monat. Dieſe Tatſache muß zu
be=
denken geben.
Wie denkt man ſich im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines
Hand=
werkers das Fortbeſtehen der Verſicherung, die doch eine
Zwangsverſiche=
rung iſt? Die einen ſagen, das Geſamthandwerk muß helfen, bedenken
aber nicht, daß gerade in einer Zwangsverſicherung den
kapitalkräftige=
ren Verſicherungsteilnehmern nicht zugemutet werden kann, für die
Bei=
träge der Zahlungsunfähigen aufzukommen, ganz abgeſehen davon, daß
eine folche Maßnahme auf den heftigſten Widerſtand des Handwerks
ſelbſt ſtoßen würde.
Anderen dagegen, die verlangen, der Staat müſſe helfen, ſei geſagt,
daß mit dieſer Illuſion endlich einmal aufgeräumt werden muß.
Einer=
ſeits iſt eine ſolche Forderung bei der heutigen politiſchen Einſtellung
der geſetzgebenden Körperſchaften von vornherein indiskutabel, andererſeits
aber iſt der Staat bei der an ſich ſchon ſehr hohen Belaſtung und
Ver=
ſchuldung hierzu gar nicht in der Lage. Auch andere Verſicherungen
erhalten keinen Zuſchuß, mit Ausnahme der Invalidenverſicherung, bei
der ein Reichszuſchuß von jährlich 72 RM. gewährt wird. Hierbei iſt
es jedem Handwerker unbenommen, ſich dieſe Einrichtung zunutze zu
machen, da er ja in der Lage iſt, ſich nach ſeiner Geſellentätigkeit weiter
zu verſichern. Es iſt jedoch unverantwortlich, daß wohl der größte
Prozentſatz der Handwerker von dieſem Recht keinen Gebrauch
ge=
macht hat.
Die dargelegten Bedenken gegen die Angliederung an die
Angeſtell=
ten=Verſicherung erhöhen ſich aber noch bei folgenden Erwägungen. Die
Beitragszahlung von monatlich 8 und 12 RM. muß als nicht ausreichend
bezeichnet werden, denn es iſt nicht anzunehmen, daß die
Reichsverſiche=
rungsanſtalt für Angeſtellte dem Handwerk von nun an die gleichen
Leiſtungen gewährt, wie ihren jetzigen Mitgliedern, die ſchon jahre=, ja
jahrzehntelang Beiträge bezahlen.
Weiter iſt nicht anzunehmen, daß die Angeſtellten ſelbſt es dulden
werden, daß das aus ihren Beiträgen erſparte Vermögen von etwa
einer Milliarde Reichsmark dem Handwerk zugute kommen ſoll, ſo daß
alſo ſchon im Voraus bei der Rente der obenerwähnte Grundbetrag in
Höhe von 40 RM. in Wegfall kommt. Vielmehr würde es zweifellos
dem Handwerk zur Pflicht gemacht, durch höhere Beitragszahlung ſich
ſelbſt die erforderlichen Kapitalanſammlungen zu erſparen.
Erfordert dieſer Umſtand eine ſicher nicht unweſentliche
Beitrags=
erhöhung, ſo muß andererſeits auch noch darauf aufmerkſam gemacht
werden, daß allgemein, alſo auch für die Angeſtellten ſelbſt, mit einer
Erhöhung der Beiträge, in abſehbarer Zeit gerechnet werden muß,
be=
dingt durch die ſtändige Zunahme der Ruhegeld= und Rentenempfänger.
Man ſpricht von einer Erhöhung um 40—50 Prozent, der techniſche
Referent im Reichsarbeitsminiſterium, Dr. Dobbernack, hält ſogar eine
ſofortige Erhöhung der Beiträge um 80 Prozent für erforderlich, wenn
für die Zukunft eine volle Deckung der notwendigen Ausgaben
gewähr=
leiſtet werden ſoll. Zur Begründung dieſer Forderung führt Dr.
Dob=
bernack aus, daß, auch bei der Annahme, daß die Beitragseinnahmen
vorausſichtlich etwa bis zum Jahre 1936 die Ausgaben der
Angeſtellten=
verſicherung überſteigen würden, ein ſteiles Anwachſen der
Ausgaben=
kurve zu erwarten ſei, daß, ſelbſt wenn man die bis zum Jahre 1935 er=
ler, Darmſtadt.
zielten Ueberſchüſſe zur Deckung der ſpäter entſtehenden Fehlbeträge
ver=
wenden würde, trotzdem etwa vom Jahre 1953 ab ein ungedeckter
Fehl=
betrag aufzuweiſen ſei, da dann der letzte Reſt des Vermögens
aufge=
zehrt ſein werde. Wenn ſchon bezweifelt wird, daß ein großer Teil
des Handwerks die gegenwärtigen Beiträge aufbringen kann, ſo müſſen
ſich dieſe Bedenken bei Erwägung der vorhergehenden Ausführungen
noch bedeutend ſteigern, zumal mit einem viel früheren Verbrauch des
Vermögens gerechnet werden muß, wenn das Handwerk — was meines
Erachtens aber vollkommen ausgeſchloſſen iſt — bedingungslos in die
Angeſtelltenverſicherung eingezogen werden wird.
Im allgemeinen iſt außerdem noch in Erwägung zu ziehen, ob das
Handwerk als ſelbſtändiger Berufsſtand die Eingliederung in eine
Sozialverſicherung fordern kann und darf. Bereits im Jahre 1926 haben
ſich der ſozialpolitiſche Ausſchuß und der Ausſchuß für
Berufsſtands=
politik im Reichsverband des Deutſchen Handwerks dagegen
ausge=
ſprochen. Auch die meiſten Führer des Handwerks halten eine ſolche
Einführung für mit der Selbſtändigkeit des Handwerks unvereinbar.
Eine weitere Schwierigkeit bietet der Umſtand, daß doch eine ganze
Reihe von Handwerkern bereits Verſicherungsverträge abgeſchloſſen hat,
ſei es mit Privatverſicherungsanſtalten, ſei es bei Eiurichtungen kon
Fachverbänden. Erinnert ſei hier nur an die ganz vorzügliche
Verſiche=
rung des Zentralverbandes Germania Deutſcher Bäckerinnungen. Bei
ſolchen Inſtituten verſicherten Handwerkern kann nicht zugemutet werden
— größtenteils wird es wohl auch rechtlich unmöglich ſein —, as
Ver=
ſicherungsverhältnis, das vielleicht weſentlich günſtiger und billiger iſt,
zu löſen.
All die angeführten Gründe ſind reichlich dazu angetan, die
Be=
denken, die gegen die Angliederung an eine Reichsverſicherung, wie
gegen die Zwangsverſicherung überhaupt, ſprechen, zu rechtfertigen. Im
allgemeinen iſt zu ſagen, daß dieſen Beſtrebungen die größten
Schwierig=
keiten gegenüberſtehen, daß ſich das Handwerk hierbe: Belaſtungen
aufbürdet, die es auf die Dauer zu tragen nicht imſtande iſt. Die
For=
derung auf Einführung einer Zwangsverſicherung wird auch in Kreiſen
des Handwerks zweifellos ſchnell verſchwinden, wenn erſt einmal
be=
kannt iſt, welche Koſten, insbeſondere, welch hohe Beitragszahlungen
erforderlich ſind, um die einwandfreie und auch für die Zukunft
ſicher=
geſtellte Durchführung zu gewährleiſten. Auf jeden Fall ſei hier
noch=
mals betont, daß eine Zwangsverſicherung mit einer jährlichen
Bei=
tragszahlung von unter 100 RM. m. E. vollkommen unmöglich iſt.
Ein Teil der oben angeführten Bedenken trifft auch für die
Zwangs=
verſicherung im Anſchluß an die Handwerkskammern zu. Die rechtliche
Frage, ob die Handwerkskammern überhaupt befugt ſind, eine derartige
Einrichtung zu ſchaffen, iſt beſtritten. Verneint wird die Frage mit
der Begründung, daß den Handwerkskammern nur berufsſtändige
An=
gelegenheiten obliegen, ſo daß der Anbau einer Verſicherungsanſtalt
rechtlich ausgeſchloſſen ſei. Von anderer Seite wird dem widerſprochen,
und zwar unter Bezugnahme auf 8 103e der Reichsgewerbeordnung,
wo geſagt wird, daß den Handwerkskammern „insbeſondere” obliegen
uſw., ſo daß die Aufgaben der Handverkskammern unbeſchränkt ſeien;
lediglich die 88 103n und 88 der Reichsgewerbeordnung erforderten eine
entſprechende ſtatutariſche Beſtimmung. Eine Rechtsauseinanderſetzung
hierüber erübrigt ſich jedoch zunächſt, da die übrigen Bedenken von ſo
ausſchlaggebender Bedeutung ſind, daß die Klärung dieſer Frage
zu=
nächſt belanglos iſt. Die oben angeführten Bedenken bezüglich der Höhe
der Beiträge, der Leiſtung eines Staatszuſchuſſes, der Schaffung eines
Reſerbefonds uſw. gelten uneingeſchränkt auch für eine
Zwangsverſiche=
rung bei den Handwerkskammern. Ja gerade die Einziehung der
Bei=
träge mit der Umlage für die Handwerkskammern wird auf die größten
Schwierigkeiten ſtoßen, da einerſeits, wie auch ſchon oben erwähnt, die
Beiträge zahlreicher Handwerker uneinbringlich ſein werden,
anderer=
ſeits aber mit dem Umlageverfahren Härten inſofern verbunden ſind,
als der junge Handwerker jahrzehntelang Beiträge bezahlen muß, um
in den Genuß der Rente zu kommen, während der ältere mit weit
niedrigerer Beitragsleiſtung herangezogen wird. Eine entſprechende
Staffelung der Beiträge wird aber wegen der geringeren
Verdienſtmög=
lichkeit ältever Handwerker ſchwer durchzuführen ſein. Dieſer Umſtand
würde daher ebenfalls zweifellos zu Auseinanderſetzungen führen.
Auch die Regelung bei evtl. Wegzug aus einem Kammerbezirk in
einen anderen gibt zu bedenken, da es ja fraglich iſt, ob in allen
Kam=
werbezirken die gleiche Einrichtung geſchaffen wird. Gerade heute,
wvo wir vor der Einrichtung der Handwverksrolle ſtehen, liegt die Gefahr
nahe, daß die handwerklichen Großbetriebe ſich der Eintragung
wider=
ſetzen werden, wenn derartige Beitragserhöhungen geplant ſind. Das
Handirerk darf aber auf die Mitarbeit dieſer Großbetriebe auf keinen
Fall verzichten.
Hohe Koſten wird ferner der Aufbau des geſamten
Verwaltungs=
apparates erfordern. Die Räume der Handwerkskammern werden in
den ſeltenſten Fällen ausreichen, außerdem iſt die Einſtellung geſchulter
Kräfte unbedingt erforderlich. Bei einem Verſicherungsunternehmen,
dem, wie z. B. in Heſſen, etwa 40 000 Mitglieder angehören würden,
wäre daher von vornherein die Aufbringung bedeutender Mittel
er=
forderlich, die lediglich durch hohe Beitrags=ahlungen gedeckt werden
können.
Im Vorſtehenden ſind alle weſentlichen Bedenken angeführt, die die
Einführung einer Zwangsverſicherung für das ſelbſtändige Handwerk
als unangebracht erſcheinen laſſen, und zwar ſind dieſe Gründe
ſchwer=
wiegend genug, um mit Recht vor dieſer Verſicherungsart warnen zu
können.
Warum wird nun vom Handwerk die freiwillige Verſicherung
ab=
gelehnt?. Die Einwände, daß ein großer Teil der Handwerker
unver=
ſichert bleibe, mag einesteils berechtigt erſcheinen. Warum ſoll aber
der Handwerker gezwungen werden, für ſich und ſeine Angehörigen im
Alter zu ſorgen, wenn er die Möglichkeit hat, dies freiwillig weſentlich
billiger zu erreichen?
Es würde zu weit führen, all die bekannten
Verſiherungsgeſell=
ſchaften und ihre Tarife für Altersrentenverſicherung mit
Lebensver=
ſicherung in ihrer verſchiedenſten Form hier anzuführen. Erwähut ſei
zum Beiſpiel nur, daß die Möglichkeit beſteht, ſich durch eine monatliche
Beitragszahlung von 5—6 RM. vom 25. Lebensjahre an eine
monat=
liche Rente von 100 M. zu ſichern, oder auch einen
Lebensverſicherungs=
vertrag abzuſchließen, bei dem ebenfalls die Höhe der Prämie hinter
der der Beiträge einer Zwangsverſicherung zurückbleibt.
Es dürfte wohl kaum einem Handwerker ſchwer fallen, die bei einer
freien Verſicherung erforderlich werdenden Beiträge aufzubringen,
zu=
mal jeder Handwerksmeiſter ſo viel Verantwortungsgefühl haben muß,
daß er ſich unter allen Umſtänden eine, wenn auch noch ſo geringe
Altersrente ſichert und dadurch ſich und ſeine Angehörigen vor der
ſchlimmſten Not bewahrt.
Sette 7.
Geſcäftliches.
Die Buchhandlung Bergſtraeßer, von Architel Sixtus Großmann
ſowohl in der äußeren Front wie im Innern neu geſtaltet, befindet ſich
jetzt im Hauſe Wühelminenſtraße 29, oberhalb der Eliſabethenſtraße.
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wird bei ihrer diesmaligen Veranſtaltung hier — ſiehe Anzeige — auf der
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Gebrauchsmuſter=, Warenzeichen= und Verwertungs=Angelegenheiten Ra4
und Auskunft koſtenlos erteilt.
Woher? Wohin? Das große Rätſel für alle. — Wir ampfehlen
Ihnen die Beſichtigung der ſieben Schaufenſter des bekannten
Schuh=
hauſes Jakob am Schillerplatz. Sie finden dann ſchnell des Rätſels
Löſung. — Alles in allem — eine Sonderausſtellung, die jeden inten
eſſiert, die jeder ſehen muß.
Eine neue „Illuſtrierte‟.
Die reizende Filmſchauſpielerin Janet Gaynor, ein Kriminalroman
beinahe von Edgar Wallace, ein hübſches Kindermärchen und bigles
dergleichen werden Sie in „Tacks Illuſtrierte” finden, die dieſer Num
mer unſerer Zeitung beiliegt. Wenn Sie Tack hören, denken Sie an
Schuhe — und richtig, über die neueſten Schöpfungen der Schuhmode
werden Sie durch Abbildungen unterrichtet, die in dem
Kupfertiefdruck=
verfahren der Beilage beſonders hifbſch herauskommen. Laſſen Sie ſich
die Lektüre nicht entgehen.
(7254
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 25. Apru. s: Evangel. Morgenfeier. Anſpr.: Pfarrex
Nell. Mitw.: Elſe Liebhold (Sopran), Emma Wurſt=Lindloff (Violine)g
W. H. Simmermacher (Orgel). 0 11.30: Rektor Wehrhan: Bericht
über das letzte Vierteljahr der Elternſtunde. O 12: Sinfonte Nr. 9 in
D=moll von Bruckner. o 13: Landwirtſchaftskammer Wiesbaden:
Kurze Betrachtung über Wieſenpflege. — Grundſätze zur Ernährung
der Ferkel. — Froſtſchutz der Blüte im Obſtbau. 13.15: Kaſſel:
Ein Gang durch die Staatl. Gemäldegalerie, Kaſſel. Prof. Dr.
Luthmer: Landſchaftsmaler vor dem Mikrophon. o 14.30:
Jugend=
ſtunde. Michel Angelo. Drama in zwei Akten von Fr. Hebbel=
2 15.30: Von Turin: Fußball=Länderkampf, Italien—Deutſchland.
Sprecher: Dr. Laven. o 17.15: Dir. Dr. Pfiſterer: Um die
Ren=
tabilitst der Landwirtſchaft. 17.35: Dir. Dipl.=Landwirt Pleimes:
Der Berut des Landwirts. o 18: Deutſche Welle: Wohnung und
Heimſtätte. Zwiegeſpräch von Prof, Dr. Bredt und Dr. h. c. A.
Damaſchke. 8 18.45: Intendant Meißner: Das neue Jahr des
Frank=
furter Künſtlertheaters. — Batty Weber: Aus einer Diaſpora
deutſchen Schrifttums. 0 19.45: „Die Vergeſſenen.‟ Deutſche Dichter
des 17. und 18. Jahrhunderts. Dichtungen von P. Fleming, G. Rud.
Weckherlin, Ph. der Dorferer, A. Gryphius, Joh. Chr. Günther, Joh.
Joachim Eſchenburg, Ludw. Chr. Heinr. Höl, Nikolaus Dietr. Giſeke,
Moritz Aug. v. Thümmel; Leop. Friedr. Günther v. Göckingk, Eberh.
Friedr. Frhr. v. Gemmingen, Friedr. Leop. Graf zu Stolberg, Friedr.
Ad. Kuhn, K. Wilh. Ramler, Chr. Aug. Tiedge. Vortragender: O.
Bernſtein. o 20.30: Robert=Koppel=Abend. Orcheſter. — Cowler:
Es gibt eine Frau, die dich niemals vergißt. — May: Warum willſt
du denn fort von mir. — Benatzky: Liebling, du lügſt. — Krome:
Der Himmelszecher. — Orcheſter. — Waldau: Ein Walzer klingt. —
May: Ich hab” am Rhein eine Rebe gepflückt. — Krome: In der
Lüneburger Heide. — Kandler: So ſingt man nur. — Orcheſter. —
Haſék: Schweik zieht gegen Italien. —, Graeſer: Deklamations=
Unterricht. — Müller=Partenkirchen: Die Engländeri. — Orcheſter.
— Egen und Doſtal: Ohne Tränen gibts keine Liebe. — Krome:
Mit meinem Kompliment ſend ich die Roſen. — Roſen: Ich ſchick dir
ein
paar Veilchen. — Meiſel: Du haſt mich nie geliebt. — May=
Ich hör ſo gern Muſik, wenn ich verliebt bin. — Lehar: Ich hol
dir vom Himmel das Blau. — Meiſel: Für einen Fliederſtrauß
kannſt du mich küſſen. — Strecker: Wenn in Sanſſouci rote Roſen
blühn. — Stransky: Ich bin verrückt nach Hilde. — Krome: Drum
wolln wir uns wieder vertragen. Darauf: Berlin: Tanzmuſik.
Königewuſterbauſen.
Deutſche Welle. Sonntag, 28. April. Glockenſpiel der Potzdamer
Garniſontirche. 0 9: Morgenfeier, Anſpr.: Pfarrer Kroppenſtedt=
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. o 11.30: Aus dem
Großen Schauſpielhaus, Berlin: Chorkonzert des Reichsverbandes
der gemiſchten Chöre Deutſchlands (1000 Mitwirkende). Soliſt:
Kammerſänger, Leo Schützendorf. Sinfonie=Orcheſter der Berliner
Schutzpoltzei. O 13.15: Schach. e 13.45: Bildfunk. O 14.30: Für
den Landwirt. Mitteilungen und Wochenrückblick. O 15: Veterinärrat
Dr. Wundram: Wie gewinnt der Landwirt einwandfreie Milch.
O 15.30: Fußball=Länderkampf Deutſchland—Italien. (Uebertragung
aus Turin.) Am Mikrophon: Dr. Laven. o Anſchl.:
Unterhaltungs=
muſik. Kapelle Gebr. Steiner. o 18.15: Gedanken zur Zeit. Wohnung
und Heimſtätte. Zwiegeſpräch zwiſchen Prof. Dr. Bredt und Dr. h. c.
A. Damaſchke. o 19: Oberſt K. v. Oertzen: Vom Heerweſen der
Gegenwart. 19.30: Dr. Bruſt: Große Affekte in der Muſik.
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Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
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„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeralenteil: Willy Kuble: dine
und Verlag: E.C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantle der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Sonntag, den 28. April 1929
Nummer 117
OM
O
Die glückliche Geburt eines
Mädchens zeigen
hoch=
erfreut an
Emil Thier und Frau
Elſe, geb. Weimar.
Wie ich von schwerem
Lungenleiden
— Tuberkuloſe —
geheilt wurde, teile
ſich jedermann gern
mit. Rückporto
er=
beten.
(7045b
Philippine Kaiſer
Kaiſerslautern (Pfalz)
Zweigſtelle 2.
Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
Rudolf Graßmann und Frau
Annelieſe, geb. Förſter
Magdeburg, den 27. April 1929
Darmſtaör, Wilhelminenſtr. 6
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es nach ſeinem
uner=
forſchlichen Ratſchluß gefallen, meine liebe, gute Gattin,
unſere liebe, treubeſorgte Mutter, Schwiegermutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Sardutd Higſtein
geb. Kaiſer
nach überſtandener, ſchwerer Krarkheit, verſehen mit den
heiligſien Sakramenten, im Alter von 49 Jahren in ein
beſſeres Jenſeits abzurufen.
In tiefer Trauer:
Julius Klipſkein,
Ober=Bahnhofs=Vorſieher
Ottmar Klipſtein und Braut
Herrmann Klipſtein. (7318
Die Beſtattung findet Dienstag, den 30. April,
nach=
mittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe. Bahnhofsgebäude
Zwingenberg aus ſtatt. — Vorher Einſegnung.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Todes=Anzeige.
Geſtern Abend verſchied nach langem, ſchwerem,
mit großer Geduld, ertragenen Leiden meine liebe,
gute Frau, unſere treuſorgende Mutter, meine einzige
Tochter, unſere unvergeßliche Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schwägerin und Tante
Frau Katharine Margarete Burger
geb. Stühlinger
nach kaum vollendetem 52, Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Richard Burger, Hofpächter
Familie Hermann Vogt
Familie Richard Burger jun.
Frau Gg. Nic, Stühlinger III Wwe.
Reinheim und Güterberg, den 27. April 1929,
Die Beerdigung findet Montag, den 29. April 1929,
nachmittags 2½ Uhr, in Reinheim ſtatt.
Statt Karten.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute
früh 7½ Uhr meine innigſtgeliebte Gattin, unſere
treu=
ſorgende Mutter Tochter, Schweſter und Schwägerin
Anna Brennemann
geb. Schad
nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiben
im 48, Lebensjahr zu ſich abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
CCarl Brennemann.
Etzean, den 26. April 1929.
(7278
Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2½ Uhr
auf dem Friedhof zu Beerfelden ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute vormittag entſchlief ſanft nach kurzem, ſchwerem
Leiden mein lieber Mann, unſer herzensguter Pater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Gesufhan Sruurmann 11.
Gaſtwirt
im Alter von 62 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Trautmann IV.
Bockenrod, Reichelsheim, den 27. April 1929. (7311
Die Beerdigung findet Montag, den 29. April,
nach=
mittags 2 Uhr, in Reichelsheim ſtatt.
Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Ludwig Kissel
Lina Kissel, geb. Mandler
Darmstadt, den 27. April 1928.
Wilhelm Jägerstraße 10.
Dankſagung.
Für die vielen herzlichen Beweiſe inniger Teilnahme an
dem ſchweren Verluſie, der uns durch den Heimgang unſerer
lieben
Frau
Bernhardine Kalbfieiſch
geb. Groß
betroffen hat, ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
tiefge=
fühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Alsbach a. d. Bergſtr., den 28. April 1929.
(7274
Lodes-Unzeige.
Heute entſchlief ſanft in dem
Herrn nach längerem, mit großer
Geduld ertragenem Leiden. im
67. Lebensjahr, unſere liebe,
herzens=
gute Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
Frau
Ohriftine etord Swe.
geb. Winter.
In tiefem Schmerz:
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Richen, Darmſtadt. Groß=Gerau,
Schwetzingen, Dietzenbach),
den 26. April 1929. (7319
Die Beerdigung ſindet Montag
nachmittag um 2 Uhr ſtatt.
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Friedr Beckenhaub EckeSchul-u Kirchstr
M. S. Na. S. Rad. ligu. to. Sen.‟ (IV 538
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe. herzlicher
Teil=
nahme an dem ſchweren Verluſie, der uns
betroffen hat, ſagen innigen Dank
Im Namen der Hinterbliebenen:
Marie Stenger, geb. Stölting
und Kinder.
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Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme beim Ableben
unſerer teuren Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter ſagen wir
Allen, die uns beigeſtanden und
ihr die letzte Ehre erwieſen, unſeren
herzlichſten Dank.
Zm Namen der Hinterbliebenen:
Auguſt Brück.
Elberfeld, Göttingen. Darmſtadt,
den 27. April 1929.
Oſensjag, den 30. April begehen die
Eheleute Georg Dickel und Frau
Kath., geb. Ernſt, Nieder=
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ſtraße 56, das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
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Obwohl der Arzt nach der Art ſeiner Betätigung
nicht Gewerbetreibender ſein will und kann, haben die
heſſſſchen Volksvertreter die Aerzie zur Gewerbeſteuer
herangezogen.
Da die Steuer zudem ſetzt rückwirkend für 1928
angefordert wird, ſo ergibt ſich die empörende
Unge=
rechtigkeit, daß der Arzt im Jahre 1929 neben der
Einkommenſteuer noch die doppelte Gewerbeſteuer zu
zahlen hat; er iſt alfo mit einer Steuer belegi, die das
2½fache derſenigen anderer heſſiſcher Staatsbürger
beträgt.
Unter dieſen Umſtänden bleibt den Aerzten von
Darmſtadt und Umgebung zu ihrem Bedauern nichts
anderes übrig als ihre Honorare zu erhöhen.
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Nummer 117
Sonntag, den 28. April 1929
Seite 11
Sport, Spiel
Zußball.
Kreisliga — Südheſſen.
Die Begegnungen des letzen Sonntags brachten überraſchende
Er=
gebniſſe, die unter den Letzten der Tabelle einen weſentlichen Umſchwung
brachten. V.f.L. Lampertheim kam vom Ende weg und hat nun
An=
ſchluß an die Mittelgruppe, während die Heppenheimer durch ihre
un=
erwartete Niederlage weiterhin mit das Ende zieren. Die Reihenfolge
iſt nun ſo:
14 Olympia Lorſch 11 Olympia Lampertheim. 11 V.f.R. Bürſtadt Norm. Pfiffligheim. FV. Biblis V.f.L. Lampertheim Starkenb. Heppenheim Sp. Horchheim Spb. Hochheim Spp. Pfeddersheim un. verl. Pkt. B 13 16 15 15 14 13 10
Kuapp haben beide verloren, die wir in der Vorſchau als
wahr=
ſcheinliche Sieger bezeichneten; ein neuer Beweis, daß in unſerem Kreis
auch Placierungskämpfe mit Schneid durchgeführt werden. Am „Galgen”
waren die Gäſte mit Kopf und Fuß bei der Sache und die Einheim’ſchen
konnten bei aller Energie nicht zu Punkten kommen. Der Zweitletzte
der Tabelle hat erneut bewieſen, daß er bei gutem Willen zu kämpfen
verſteht, und entſpricht der knappe Sieg (3:2) dem Spielverlauf. Auch
die Niedleute mußten ſich dem Schneid und recht annehmbaren Kör nen
der Lampertheimer Vf.L=Leute beugen. Es war ein harter Kumpf
und die Bibliſer ſchoſſen drei Tore, verloren aber trotzdem 1:9 — letzten
Endes muß ja der Unparteiſche wiſſen, warum er Entſcheidungen trifft.
Trotz allem war auch dies ein raſſiger Kampf, jedoch hätten gewiſſe
Nauhheiten unterbleiben müſſen.
Die Freundſchaftsſpiele kommen diesmal nicht ſo recht in Schwung.
Olympia Lampertheim verlor gegen V.f.L. Neckarau (Erſatzliga) im
Vorſpiel des Großkampfes Klub-Neckarau im Mannheimer Stadion
2:4. Die Leiſtungen waren recht minimal, doch muß man berückſichtigen
daß Olympia reichlich erſatzgeſchwächt antrat. Das Spiel Pfeddersheim
—Oggersheim fiel aus, da Oagersheim unbegreiflicherweiſe nicht
an=
trat. Die Hofheimer verloren das Rückſpiel gegen Waldhofs Erſatzliga
0:1. Norm. Pfiffligheim iſt wegen des Spielabbruchs Pfiffligheim
Hochheim erneut disqualifiziert.
Sp.V. 98 (Jugend):
Junioren — Junioren Bensheim, dort.
1. Jugend — 2. Jugend Sp.V. 98: 11 Uhr Stadion.
4. Jugend — 2. Jugend Eberſtadt: 10 Uhr Stadion.
3. und 5. Jugend ſind ſpielfrei.
1. Schüler — 2. Schiler Griesheim: 2 Uhr Stadion.
2. Schüler — 2. Schüler Griesheim: 1 Uhr Stadion.
3. Schüler: ſpielfrei.
T.= u. Sp.V. Meſſel 1. — Ober=Ramſtadt 1, dort 5: 3.
T.= u. Sp.V. Meſſel 2. — Ober=Ramſtadt 2. dort 4: 1.
Am 21. April weilte Meſſel mit zwei Mannſchaften in Ober=
Ram=
ſtadt. Meſſels 2. Elf ſiegte überlegen 4:1. Mit der 1. Mannſchaft
konnte Meſſel einen verdienten 5 : 3=Sieg erringen. Hier war die
Läuferreihe der beſte Mannſchaftsteil, in welcher wiederum der
Mittel=
läufer durch ſein überragendes Spiel hervorſtach; der Torhüter war
in gewohnt guter Form. Die Verteidigung arbeitete, abgeſehen von
einigen Schnitzern, einwandfrei. Der Sturm ſpielte prächtig zuſammen,
nur ließ er oft den krönenden Torſchuß vermiſſen. — Bei Ober=
Ram=
ſtadt war der Torhüter ſehr gut und die Verteidigung ſehr ſchlagſicher,
Die Läuferreihe war der ſchwächſte Teil von Ober=Ramſtadt, während
der Sturm gutes Können verriet.
Italiens Elf gegen Deutſchland.
Unter der Leitung des Vorſitzenden im Italieniſchen Fußball=
Verband, Arpinati, wurde am Donnerstag abend in Pigcenza ein
Probe=
ſpiel für den in Turin zum Austrag kommenden Fußballkampf gegen
Deutſchland ausgetragen. Arpinati ſtellte dann eine Mannſchaft
zu=
ſammen, in der nur ſieben Leute aus der Elf gegen Oeſterreich ſpielen.
Aufgeſtellt wurden:
Combi
Roſetta Allemandi
Pietrobone. Searbi Pitto
Conti della Valle Schiavio. Roſetti 2 Gevenini 3.
Man vermißt u. a. in dieſer Mannſchaft Caligaris, Jandi und
Bernar=
dini, ſowie den Stürmer Lepratto, darf aber wohl annehmen, daß die
aufgeſtellten Leute beſſer ſind, denn Italien nimmt den Kampf gegen
Deutſchland ſehr ernſt.
Stuetgesen gernicht Jich
Beim Nationalen Boxabend der Bockenheimer Turngemeinde am
Freitag, den 26. April, abends, ſtarteten in fünf von acht Paarungen
Kämpfer des Sportvereins Darmſtadt 98 mit nachſtehenden Erfolgen:
Fliegengewicht: Fiſcher, Bockenheim, gegen Rügner, Sportv. 98.
Ver=
dienter Punktſieger Rügner, der über alle drei Runden klar führte;
ſpeziell in der zweiten, wo Nügner ſeinen Gegner durch diverſe,
blitz=
ſchnelle Hakenſerien grogg) ſchlug und nur des Frankfurters
außer=
gewöhnliche Härte im Nehmen dieſen über die Nunden rettete.
Bantamgewicht: Hofmann, Bockenheim, gegen Brauburger,
Sport=
verein 98. Sieger Hofmann durch Aufgabe Brauburgers, welcher
erſtmals zwiſchen den Seilen und noch obendrein gegen einen
erfahre=
neren Kämpfer des Federgewichts ſtand, ſo daß die Ausſichten des
um 5 Pfund leichteren Darmſtädters von vornherein ſchlecht waren,
und in erſter Linie deshalb der Kampf vorzeitig endigte.
Leichtgewicht: Schröder, Bockenheim gegen Ziegler, Sportv. 98.
Sieger Schröder durch Aufgabe Zieglers am Ende der zweiten Nunde
nach einem unterhalb vom Gürtel placierten Tiefſchlag des
Frank=
furters, was der ſonſt recht gute Wiesbadener Ringrichter leider
überſah. Ziegler, gleich Brauburger, noch Erſtling, war ebenfalls
von Anfang an dadurch außerordentlich im Nachteil, daß Schröder
gutes Weltergewicht brachte, während der 98er nur normales
Leicht=
gewicht verzeichnete.
Weltergewicht: Fritſchmann, Bockenheim, gegen Heß, Sportverein 98.
Sieger Heß durch k. o. in der achten Minute. Obwohl Heß den
Frankfurter in den beiden erſten Nunden über das Maß ſchonte,
mußte Fritſchmann bis zur zweiten Pauſe nicht weniger als
ſieben=
mal in die Bodenlage. In der vorletzten Kampfminute traf dann
Heß ſein Gegenüber mit einem kurzen, trockenen Haken genau auf
den Punkt, dadurch den Frankfurter zum achten Mal und endgültig
ſchlagend.
Mittelgewicht: Zimmer, Bockenheim, gegen Drott, Sportverein 98
Sieger Drott durch Disqualifikation des Frankfurters um die Mitte
der zweiten Runde wegen Nierenſchlags und Nachſchlagens nach
vor=
angegangener zweifacher Verwarnung. Bis dahin führte Drott dank
ſeiner wirkſameren Rechtshaken und recht guten Deckung leicht nach
Punkten.
Im Endſpiel um den England=Pokal ſiegten am Samstag vor
100 000 Zuſchauern im Wembleh=Stadion bei London die Bolton
Wan=
derers über Portsmouth mit 2:0 (Halbzeit 0:0) Treffern.
Im Davis=Pokalſpiel, Oeſterreich-Tſchechoſlowakei führten am
zweiten Tage nach dem Gewinn des Doppelſpiels die Tſchechen mit 2:1
Punkten.
Helmuth Körnig und Boltze=Hamburg ſtarten am 16. Juni in
Me
und Turnen.
Sporkkalender.
Sonntag, den 28. April 1925.
Handball.
11 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — Mainz G5.
Michelſtadt i. O.: Sp.Vgg. Fürth — Pol. Sp. V. Darmſtadt (
Süd=
deutſche Meiſterſchaft) ab Oſtbahnhof 11.05 Uhr.
3,00 Uhr, Oſtbahnhof: Tgde. 46 — Tv. Groß=Gerau.
3,30 Uhr, Kranichſteinerſtr.: Tgeſ. — Biſchofsheim.
Fußball.
11 Uhr, Stadion: Eintracht — Sp.V. Groß=Gerau 1916.
3 Uhr, Stadion: SpV. 98 — Viktoria Walldorf.
Fechten.
Heil. Kreuz: Fechtklub Darmſtadt — Mainzer F. Cl.
Rot=Weiß Darmſtadt — Mainz 05.
Sonntag vormittag um 11 Uhr ſtehen ſich auf dem Rot=Weiß=Platz
die Ligamannſchaften obengenannter Vereine zu einem
Freundſchafts=
rückſpiel gegenüber. Es verſpricht ein ſelten ſchönes und faires Spiel zu
werden, bei dem Rot=Weiß Gelegenheit haben wird zu zeigen, daß die
hohe 5:2 Niederlage vom Vorſonntag in Mainz wirklich unverdient
war, wie auch die Sportpreſſe ſchrieb. Bei Rot=Weiß wird erſtmals ein
neuer Mittelläufer mitwirken, der für die Mannſchaft eine weſentliche
Verſtärkung bedeuten wird. Mainz wird in ſeiner ſtärkſten Aufſtellung
auftreten, und zwar wie folgt:
Meckes: Baumworth, Einwächter 1.; Glöckner, Einwächter 2., Lehr;
Gräf, Proß, Kaffrell, Kößler, Ilzenfritz.
Die Stützen der Mainzer Mannſchaft ſind der hervorragende
Tor=
wart Meckes, der bei dem Meiſterſchaftsſpiel auf dem Polizeiplatz bei
dem Darmſtädter Publikum begeiſterten Beifall erntete, ferner der
repräſentative Verteidiger Einwächter 1. und der hervorragende Läufer
Lehr. Ein Beſuch dieſes Treffens iſt jedem Handbalfreund ſehr zu
empfehlen. — Spiele unterer Mannſchaften: „Liga=Erſatz — H.S.V.
Frankfurt a. M., 14 Uhr; 2. Jugend — 1. Jugend Germania
Baben=
hauſen.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Tgde. 1846 Darmſtadt — Tv. Groß=Gerau. (1. Maunſchaften.)
Am heutigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, treffen ſich obengenannte
Mannſchaften zu einem Freundſchaftsſpiel auf dem Sportplatz der 184öer
vor dem Oſtbahnhof. Wenn auch der Sportplatz an ſich nur
proviſoriſch hergerichtet iſt, ſo wird das doch die Zugkraft, die Groß=
Gerauer mit einem Fuchs im Tor ſpielen zu ſehen, nicht beeinträchtigen
und wird der Beſuch des Spieles, welches ſehr intereſſant zu werden
ver=
ſpricht, nur zu embfehlen ſein. Die Groß=Gerauer ſtellen eine ſehr
flinke und eifrige Mannſchaft ins Feld und werden die Woogsplatzleute
alles daranſetzen müſſen, um günſtig abzuſchneiden. Hoffentlich iſt den
1846ern ein gutes Abſchneiden in ihrem erſten Spiele auf dem neuen
Sportplatz und eine anſehnliche Zuſchauerzahl beſchieden.
Tgſ. 1875 Darmſtadt — Tv. Biſchofsheim. (Meiſterklaſſe.)
Am Sonntag nachmittag 3½ Uhr ſtehen ſich beide erſten
Mann=
ſchaften zum Freundſchaftsſpiel gegenüber. Der jungen Elf der 1875er
iſt es gelungen, durch Eifer und Strebſamkeit endlich nach 5 Jahren in
die Meiſterklaſſe aufzurücken. Einige erſtklaſſige Gegner ſind für die
nächſten Sonntage gewonnen und werden die Darmſtädter alles
daran=
ſetzen, auch die Freundſchaftsſpiele ehrenvoll zu beſtreiten. Bis zur
endgültigen Fertigſtellung des Sportplatzes finden die Sviele noch auf
dem Sportplatz auf dem Ererzierplatz, hinter der Feſthalle, ſtatt. Die
Spiele beginnen am Sonntag um 1 Uhr, und zwar: Jugend 1875 —
Jugend Biſchofsheim: 2 Uhr: 2. Mannſchaft 1875 — 2. Mannſchaft
Biſchofsheim; 3½ Uhr: 1. Mannſch, 1875 — 1. Mannſch. Biſchofsheim.
Mannſchaftsfechten auf dem Heiligen Kreuz.
Um dem Zuſchauer das Verſtehen der Vorgänge auf der Fechtbahn
zu erleichtern, ſeien hier die charakteriſtiſchen Merkmale bei der Führung
des Floretts auseinandergeſetzt.
Das Florett iſt eine Stoßwaffe mit einer ſehr leichten, biegſamen
Klinge von viereckigem Querſchnitt. Die Schule des Floretts hat
ledig=
lich ſportliche Ziele. Sie will den Fechter zu raſcher, präziſer
Bein=
arbeit erziehen, ihm Geſchmeidigkeit des Handgelenks und des Armes
verleihen und ihm beſonders Kaltblütigkeit und das Erfaſſen des
rich=
tigen Momentes lehren. Außerdem iſt der Florettfechter beſtrebt (oder
ſollte es wenigſtens ſein!), ſtets in guter, korrekter Haltung zu arbeiten
und bei allen Aktionen, ſo heftig ſie auch ſein mögen, nie dieſe gute
Haltung zu verlieren. Um das zu erreichen, überhaupt das ganze
Ge=
fecht äſthetiſch ſchön zu geſtalten, hat man gewiſſe Regeln aufgeſtellt, die
für die Beurteilung der Treffer bindend ſind. Vor allem hat man die
Treffläche begrenzt: Es gelten nur die Stöße als Treffer, die auf dem
Oberkörper zwiſchen Kragenrand und Hüftlinie aufkommen, Kopf. Arme
und Beine „zählen”, nicht. Bei gleichzeitigem Treffen gelten in den
meiſten Fällen nicht beide Fechter als getroffen, ſondern nur der, der
nach den Fechtregeln „Unrecht hat‟. Durch dieſe Regeln wird das
Spiel dieſer Waffe reiner; man ſucht die Doppeltreffer zu vermeiden;
das Fechten wirkt dadurch ſchöner und eleganter. Für das Duell wären
natürlich dieſe Regeln wertlos. Trotzdem aber wird das Florettfechten
die Baſis aller Fechtkunſt bleiben, weil bei keiner anderen Waffe ſich die
unerläßliche Uebereinſtimmung von Hand= und Beinbewegungen ſo gut
lehren läßt.
Dr. Pitzuer.
Süddeutſche Gaumeiſterſchaftskämpfe im Kegeln.
Der Keglervereinigung Frankfurt a. M., e. V., wurde vom
Süd=
deutſchen Keglergau die Austragung der diesjährigen Süddeutſchen
Gaumeiſterſchaften übertragen. Dieſe beginnen am 27. April und
nehmen am 5. Mai ihr Ende. Im Vordergrund ſtehen die Verbands=
Gaumeiſterſchaften, bei einer Zehner=Mannſchaft 4. 100 Kugeln, alſo
ins=
geſamt 1000 Kugeln.
Auf Aſphalt ſind, infolge der ſtattgefundenen, Bezirkskämpfe, 14
Verbände ſtartberechtigt. Es ſind dies die Verbände Fulda, Kaſſel,
Saau=
brücken, Aſchaffenburg, Höchſt a. M., Wiesbaden, Bad Homburg v.d.H.,
Bad=Nauheim, Worms, Schwanheim. Frankfurt a. M., Offenbach,
Darm=
ſtadt und Mainz, in welcher Reihenfolge auch die Starts erfolgen.
Bei den Gau=Einzelmeiſterſchaften werden 51 Verbands=
Einzel=
meiſter ihre Kräfte zu neſſen haben, während um die Senioren=
Gau=
meiſterſchaft 11, und um die Frauen=Gaumeiſterſchaft 9 an Start gehen.
Das Meldeergebnis für den Städtekampf auf Aſphalt iſt ein ſehr
gutes.
Es gibt dann noch einen Drei=Städtekampf Mainz—Frankfurt g.M.
Kelſterbach auf der Olympia=Bahn, nach internationalen Regeln.
Das Bundes=Sportabzeichen auf Aſphalt wird von 20 Keglern
er=
ſtrebt.
Die Klubkämpfe auf Aſphalt ſtehen ebenfalls auf hohem Niveau,
hierbei meſſen ſich 30 Fünfer=Mannſchaften. Zwiſchen dieſe Kämpfe
ſchieben ſich die Wettbewerbe für die Damen, deren ſportliche
Wirkſam=
keit in letzter Zeit ſtark zugenommen hat.
Daß bei allem Sport auch das geſellſchaftliche Element nicht zu kurz
kommen wird, dafür ſind die Kegler bekannt.
Maſſerhal.
Rot=Weiß, V.f.R.—S. V. „Nickar” Heidelberg 5:5.
Rot=Weiß hatte für Donnerstag abend den bekannten
Schwimm=
verein „Nickar” Heidelberg zu einem Waſſerballſpiel eingeladen, aber
leider erſt wenige Stunden vor dem Eintreffen der Heidelberger
Mann=
ſcheft eine Zuſage erhalten. Es war dem gaſtgebenden Verein dadurch
weder möglich, ſeine ganze Mannſchafr rechtzeitig zu benachrichtigen,
noch irgendwelche Propaganda in de: Preſſe zu machen. Auch wurde
er um ſeinen finanziellen und werbenden Erfolg gebracht. Nur der
großen Anziehungskraft der Heidelberger war es zu verdanken, daß
trotz=
dem zahlreiche Zuſchauer, die mündlich von dem Spiel erfahren hatten,
zugegen waren. Die Darmſtädter gewannen, obwohl ſie weder
Rotd=
mann noch Gimbel zur Stelle hatten, höher als man in den erſten
Minuten annehmen konnte. Die äußerſt ſchnelle Heidelberger
Mann=
ſchaft brachte ein ſo raſendes Tempo in das Spiel, daß ſich Rot=Weiß
verblüffen ließ und das erſte Tor hinnehmen mußte. Bald zeigte es
ſich jedoch, daß mit ſchnellem Schwimmen allein kein Waſſerballſpiel
zu gewinnen iſt. Durch die beſſere Taktik und Spielauffaſſung und
durch den kräftigeren Schuß wurden die Rot=Weißen leicht überlegen
und ſiegten ſchließlich verdient 5:3.
Kurz zum Spielverlauf: Sofort bei Anpfiff unternahmen die
Heidelberger recht gefährliche Angriffe. Als einer derſelben durch den
rechten Rot=Weiß=Verteidiger unfair unterbunden wurde, führte ein
wunderſchöner Doppler zum erſten Tor für Heidelberg. Bald darauf
konnte Rot=Weiß durch Weichſel ausgleichen. Als Merz wegen Abſeits
herausgeſtellt wurde, die Darmſtädter mit 6 Mann ſich aber trotzdem
behaupteten, ja ſogar das Führungstor ſchoſſen, ließ die Heidelberger
Kampftraft ſichtlich nach, was zu einem dritten Treffer für Rot=Weiß
führte. In der zweiten Halbzeit hatte Not=Weiß den Nachteil, in der
tiefen Baſſinhälfte ſpielen zu müſſen, was die Heidelberger veranlaßte,
mit aller Kraft den Ausgleich zu erzielen. Jedoch die verdoppelte
An=
ſtrengung der Rot=Weiß=Mannſchaft, der ſich ſelbſt übertreffende
Darm=
ſtädter Tormann und eine große Portion Pech verhinderte die
Nickar=
mannſchaft an ihrem gewünſchten Erfolg. Das Spiel wurde zum Schluſſe
beiderſeits ſehr hart, ohne jedoch auszuarten. Herr Epb vom S.V.
Nickar, Heidelberg, war ein recht guter Leiter, und man würde ſich
freuen, wenn man ihn noch öfters in Darmſtadt als Pfeifenmann
be=
grüßen könnte, zumal die Schiedsrichterkalamität im Gau Frankfurt ſich
eher verſchlechtert als verbeſſert. Nach einem gemütlichen
Beiſammen=
ſein zogen die gerngeſehenen Gäſte wieder an ihre heimatlichen Gefilde
des Neckars.
Die Zeufſche Woſerbalimneiferſchaft 1924.
Darmſtadts Vertreter: „Jung=Deutſchland”.
Der Spielplan für die deutſche Waſſerballmeiſterſchaft iſt am
Mitt=
woch erſchienen. Das Meldeergebnis iſt mit 17 Vereinen etwas ſchlechter
ausgefallen als voriges Jahr. Bekanntlich wird die Deutſche
Waſſerball=
meiſterſchaft ſeit 3 Jahren nach dem Pokalſyſtem ausgetragen, und jeder
Ligaverein iſt durch Abgabe einer Meldung teilnahmeberechtigt.
Wie=
derum werden ſich in dieſem Jahr die beſten deutſchen
Waſſerballmann=
ſchaften, von denen man allerdings Bayern 07, Nürnberg und Voſeidon
Leipzig vermißt, in harten Kämpfen gegenüberſtehen. Gemeldet leben:
Gruppe 1: Königsberg 01. Weißenſee 96, Spandau 04, Waſſerfpeunde
Spandau, Halle 02, Stern Leipzig.
Gruppe 2: Magdeburg 96, S.V. Bremen, Sportfreunde Bremen, S.V.
Hannover.
Gruppe 3: Jung=Deutſchland Darmſtadt, Schwimmſportfreunde Barmen,
Düſſeldorf 09, Sparta Köln, Poſeidon Köln.
Dazu kommen noch Hellas Magdeburg, der vorjährige Meiſter, und
Waſſerfreunde Hannover. Dieſe beiden Vereine greifen aber erſt in der
Vorſchlußrunde in die Kämpfe ein, da ihre Spieler durch die vielen
internationalen Begegnungen in dieſem Sommer zu ſtark in Anſpruch
genommen werden. In der erſten Nunde, die bis zum 7. Juli
de=
endet ſein muß, ſpielt unſer heimiſcher Vertreier
Jung=Deutſchland gegen Poſeidon Köln
in Darmſtadt. Die Ausloſung iſt alſo für die Darmſtädter, die
überraſchend der einzige ſüddeutſche Teilnehmer ſind, nicht ungünſtig,
obwohl die Kölner hier im Woog keinen zu unterſchätzenden Gegner
abgeben werden. Sollte Jung=Deutſchland in dieſem Spiel erfolgreich
ſein, dann müßte es in der zweiten Runde gegen den anderen Kölner
Vertreter Sparta in Köln antreten. Jedenfalls wird mau der
Darmſtädter Mannſchaft, die bekanntlich auf ihrer Weſtdeutſchlandreiſe
an Oſtern ſehr ſchöne Ergebniſſe erzielte, zutrauen dürfen, daß ſie in
den diesjährigen Spielen eine gute Figur abgeben wird. Auf das Spiel
gegen Poſeidon Köln werden wir bei Gelegenheit rechtzeitig
zurück=
kommen.
Capkain Campbell auf Rekordiagd.
Die erſten Erfolge des „Blauen Vogel”.
Nach einigen mißlungenen Verſuchen, den von Maſor Segraeve
über 371,5 Kilometer aufgeſtellten abſoluten Schnelligkeits=Weltrekord
für eine Meile zu brechen, verlegte ſich der engliſche Rennfahrer Captain
Campbell zunächſt darauf neue Rekorde über andere Diſtanzen zu
ſchaffen. Bei der Verſuchsfahrt am Freirag erreichte der Engländer
bei fünf Kilometer eine Geſchwindigkeit von 339,499 Kilometer bei fünf
Meilen betrug ſie bereits 341,100 Km. Die bisherigen Höchſtleiſtungen
über die gleiche Strecke betrugen 326,275 bzw. 326,295 Kilometer und
wurden von Major Segrgeve in den letzten Jahren an der
kaliforni=
ſchen Küſte aufgeſtell.
Einen Leichtahtletikkampf tragen die Bezirke Main, Heſſen,
Hanno=
ver und Weſtfalen am 15. Sebtember in Kaſſel aus.
Der Rahlſtädter Hockehklub, die ſtärkſte norddeutſche Damen=Elf,
ſchlug am Samstag in Berlin die Zehlendorfer Weſpen 4:1 (3:1).
Um die Austragung der Fußball=Weltmeiſterſchaft 1930 haben ſich
die ſechs Nationen Spanien, Ungarn, Italien, Holland, Schweden und
Uruguay beworben.
Aus deuſchen Bädern.
Das Nordſeebad Wilhelmshaven
erfreut ſich in Rheinland=Weſtfalen beſonderer Beliebtheit. 70 Prozent
aller Wilhelmshabener Kurgäſte kommen aus den dichtbevölkertem
deut=
ſchen Weſtprovinzen. Das liegt zum guten Teil wohl an der
außer=
ordentlich günſtigen Verkehrsverbindung, zum andern aber auch an den
beſonderen Vorteilen, die ein Kurgufenthalt im Wilhelmshaven gewährt.
Daß Kurtaxe dort nicht erhoben wird, daß die ſogenannten Kur= und
Saiſonppeiſe in Wilhelmshaben unbebanmt ſind, ſpielt bei der ſchwierigen
Wirtſchaftslage weiter Volkskreiſe heute natürlich eine wichtige Rolle.
Die klimatiſchen Verhältmiſſe im Nordſeebad Wilhelmshaven, der
Salzgehalt des Seewaſſers dort ſind laut wiſſenſchaftlicher Feſtſtellung
denen der Inſelbäder gleichwertig. Als beſonderer Vorzug ſind
nament=
lich die Ausflugsmöglichkeiten zur See (billige Helgolandfahrten!)
her=
vorzuheben.
Eine Randſtörung an der Weſtſeite des ausgedehnten
ſüdſkandinavi=
ſchen Druckfallgebietes hat ſich zu einer ſelbſtändigen Störung entwickelt,
die heute morgen über der Nordſee lag. An der Südſeite der
Fall=
gebiete vorgedrungene wärmere Luft hat in unſerem Bezirk einen
Temperaturanſtieg von 3 bis 4 Grad gebracht und im nördlichen
Deutſch=
land außerdem zu Regen= und Schneefällen geführt. Die leichte
Er=
wärmung wird nur vorübergehend ſein, denn an der Rückſeite der
Nord=
ſeeſtörung fließen bereits kältere Luftmaſſen ſüdwärts. Erneutes
April=
wetter ſetzt ein. Unter wieder ſinkenden Temperaturen und wechſelnder
Bewvölkung mit Aufheiterung treten mehrfach Regen= und
Schnee=
ſchauer auf.
Ausſichten für Sonntag, den 28. April: Wieder kühleres, unbeſtändiges
Wetter mit Regen= und Schneeſchauern.
Ausſichten für Montag, den 29. April: Noch kein beſtändiges Wetter.
Gegen Gicht, Stein= u. Stoffwechſelleiden! — Ermäßigte Pauſchalt.: Dieerſten 3 Wochen (Mindeſtd.): Pauſchalpr. Mk. 189, 4. Woche Mk. 61,25. Bewilligung v. Kreditkuren aufAntrog
Im Kurbaus: Wochenpauſchalpreis Mk. 80,50; im Badehof: Wochenpauſchale Mk. 105,—. Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung.
(V.62641
Haupiniederlage für Bonifaziusbrunnen: Friedrich Schgefer, Darmſiadt, Ludwigsplatz 2, Telephon 45.
Vom füddentſchen Produkkenmarkt.
Während die erſten Tage der diesmaligen Berichtswoche einen
ruhi=
gen Verlauf nahmen, ſetzte am Mittwoch, angeregt durch die
anziehen=
den Notierungen Liverpools und der preiswerten Offerten Argentiniens
und Kanadas im Getreide=Cifgeſchäft, eine lebhaftere Geſchäftstätigkeit
ein. Im Waggongeſchäft blieb es aber weiterhin ruhig. Die Preiſe
frei Waggon Mannheim haben denn auch für alle Getreidearten keine
weſentliche Veränderung erfahren. Am Weizenmaukte notierte man
zu=
letzt Inlandsweizen mit 24,75 und Auslandsweizen mit 25,50—27,50 RM.
waggonfrei Mannheim. Roggen war in Inlandsware genügend
an=
geboten und bei kleinem Geſchäft notierte man Inlandsroggen mit
23,75 RM. Hafer lag ſtetig, aber ruhig. Inlandshafer wurde mit
23,50—24,75 und in Mannheim loko Auskandshafer mit 22,50—23,50
notiert. Gerſte hatte in Brauware ſehr ruhigen Markt und blieb
württembergiſche und badiſche Braugerſte zu 24,75—25, pfälziſche
Brau=
ware zu 25,25—26 RM. und Futtergerſte zu 20—22 RM. per 100 Kg.
frei Waggon Mannheim erhältlich. Mais blieb ſtill und La Plata=
Mais hier greifbar zu 22,75 RM. mit Sack käuflich. Am Mehlmarkt
war die Geſchäftstätigkeit auf den notwendigſten Bedarf beſchränkt. Die
Preiſe erlitten eine weitere Abſchwächung. Die Notiz für ſüddeutſches
Weizenmehl ſtellte ſich am geſtrigen Donnerstag auf 33 und für
ſüd=
deutſches Roggenmehl auf 30,25—32,50 RM. frei Waggon Mühle.
Futtermittel lagen ruhig bei nachgebenden Preiſen. Feine
Wei=
zenkleie blieb zu 13,50, Biertreber zu 20,25—20,75, Malzkeime zu 19,50
bis 20,25 und Trockenſchnitzel zu 15,75—16,25 per 100 Kg. franko
Mann=
heim angeboten. — Hopfen hatten bei kleinen Zufuhren und kleinen
Umſätzen ruhigen Markt. Am Nürnberger Markte nannte man
Ge=
birgshopfen mit 100—110 und Württemberger Hopfen mit 135—145 Mk.
per Ztr. An den Tabakmärkten hat ſich die Lage ſeit unſerem letzten
Bericht nicht geändert.
Ankerzeichnung des deutſch=franzöſiſch=
ſchweize-
riſchen Farbenabkommens.
Geſtern fand in Baſel die Unterzeichnung des Abkommens über
die Stabiliſierung und Konſolidierung des Farbegeſchäftes zwiſchen der
deutſchen, franzöſiſchen und ſchweizeriſchen chemiſchen Induſtrie ſtatt.
Unterzeichnet wurde das Abkommen von Vertretern der JG.
Farben=
induſtrie A. G., der franzöſiſchen Geſellſchaften Etabliſſement Kuhlmann
und Societe des Matieres Colorantes, ſchweizeriſcherſeits von Vertretern
der JG. Chemie Baſel, der Chemiſchen Fabrik vorm. Sandoz, der
Ge=
ſellſchaft für chemiſche Induſtrie J. R. Geigy A.G. Ueber den Inhalt
der Verträge wurden keine weiteren Mitteilungen ge nacht, dagegen
wurde verſichert, daß mit ihnen keine Trnſtbildung oder
Kapitalver=
flechtung verbunden ſei. Ihr Hauptzweck ſei die Vermeidung unnötiger
Preiskämpfe auf dem Farbenmarkte. Dieſes Abkommen bildet den
Ab=
ſchluß von Verhandlungen, die ſeit fünf Jahren mit großer Zähigkeit
geführt worden ſind. Außerdem bildet es den Ausgangspunkt zu neuen
Verhandlungen mit der engliſchen Farbeninduſtrie und vorausſichtlich
auch mit den chemiſchen Geſellſchaften der Vereinigten Staaten.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Weitere Erhöhung der Privatdiskontnotiz. An der
Wochen=
ſchlußbörſe wurde abermals eine Erhöhung der
Privatdiskont=
notiz vorgenommen, die diesmal aber nur ein Achtel v. Hundert
betrug. Die Notiz ſtellt ſich jetzt für beide Sichten auf 7½ v. H.,
bei einem Reichsbankdiskont von 7½ v. Hundert.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 24. April. Die auf den
Stichtag des 24. April berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſti=
ſchen Reichsamts iſt mit 136,3 gegenüber der Vorwoche (136,9) um 0,4
Prozent geſunken. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer f.ir
Agrarſtoffe um 1,2 Prozent auf 126,8 (128,3) zurückgegangen. Die
In=
dexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat um 0,3 Prozent
auf 132,2 (132,6) nachgegeben, während diejenige für induſtrielle
Fertig=
waren mit 157,7 (157,8) nahezu unverändert war.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 14.—20. April im Ruhrgebiet in ſechs
Arbeits=
tagen 2 432 366 To. Kohle gefördert gegen 2 430 532 To. in der
vorher=
gehenden Woche bei ſechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich
in den ſieben Arbeitstagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird
auch Sonntags gearbeitet) auf 618548 To. gegen 620 078 To. in der
vorhergehenden Woche; die Preßkohlenherſtellung auf 63 895 To. gegen
66830 To. in der vorhergehenden Woche bei ſechs Arbeitstagen. Die
arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 14.—20. April
405 394 To. gegen 405 089 To. in der vorkergehenden Woche, die
täg=
liche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 88078 (88 583) To., die
arbeitstäg=
liche Preßkohlenherſtellung auf 10 649 (11138) To. In der
Berichts=
woche wurden ebenſo wvie in der Vorwoche keine Feierſchichten eingelegt.
Deutſcher Eiſenhandel A. G., Berlin. Der Aufſichtsrat beſchloß, der
auf den 11. Juni anzuberaumenden G.V. aus dem Reingewinn für 1928
von 1 671 056 (i. V. 1584 652) RM. eine Dividende von 7 (6) Prozeut
vorzuſchlagen. 414 722 (470 096) RM. ſollen vorgetragen werden.
Außer=
dem berief der Aufſichtsrat den Handelskammerpräſidenten Dr. jur. Ernſt
Plagemann=Danzig in den Vorſtand der Geſellſchaft.
Förderung des Frühtabakbaues. Um den Frühanbau von Tabak
in der Pfalz nach beſter Möglichkeit zu fördern, hat der Landesverband
baheriſchen Tabakbauvereine bezüglich der Anzucht von Tabakſetzlingen
beſondere Unterhandlungen gepflogen. Die Preiſe für Setzlinge
erfuh=
ren dabei folgende Staffelung. Gefordert werden bis 1. Juni 6 Mk.
für 1000 pikierte Setzlinge. Nichtpikierte Setzlinge koſten beim Bezug
zwiſchen dem 16. und 22. Mai 4 Mk. und zwiſchen dem 23. Mai und
1. Juni 3 Mk. pro 1000 Stück.
Stahlwerk Mannheim A.=G., Mannheim=Hanau. Die G.=V. der
zum Adler jur.=Konzern gehörenden Geſellſchaft genehmigte den
bekann=
ten Abſchluß für 1928 mit 6 Prozent Dividende auf 1,12 Mill. RM.
A.=K. Der geſetzlichen Reſerve werden 10 347 RM. zugewieſen und 6898
(6319) RM. auf neue Rechnung vorgetragen. Ueber das laufende
Ge=
ſchäftsjahr wird mitgeteilt, daß das erſte Quartal infolge des
ungewöhn=
lich ſtrengen Winters bedeutende Ausgaben für Heizungsmaterial zu
verzeichnen habe, ſo daß, abgeſehen von der durch dieſe außerordentlichen
Witterungsverhältniſſe beeinträchtigten Arbeitsleiſtung, die erſten
Mo=
nate des Jahres ſich nicht günſtig für das Werk ausgewirkt haben. Man
hofft jedoch, im Verlaufe des Jahres einen Ausgleich zu finden.
Produkkenberichte.
Frankfurter Eierbericht vom 27. April. (Großhandelspreiſe
unver=
zollt und ohne Fracht.) Die Stimmung iſt etwas freundlicher, da ſich
Anzeichen eines Anziehens der Preiſe bemerkbau gemacht haben.
Ob=
wohl das Angebot ziemlich erheblich war, ließ der Abſatz an Umfang
etwas nach. Die Verbraucher ſind immer noch ſehr zurückhaltend. Die
nachſtehenden Preiſe waren zu hören: Italiener 9,50—10, Bulgariſche
8,50—8,75, Holländiſche 9—11,50, Südſlawiſche 8,75—9, Polniſche 6,75—
7,25, Ruſſiſche 7,50—7,75, Däniſche 9—11,50, Belgiſche 9,60—9,80,
Fran=
zöſiſche 9,25—9,50, Schleſiſche 8,75—9,50, Baheriſche 8,50—9
Norddeut=
ſche 8,50—9,50, Rumäniſche 7,50—7,75 — alles pro Stück in Pfg.
Berlier Produktenbericht vom 27. April. Am Produktenmarkte hat
ſich die Situation gegen geſtern kaum verändert. Das Inlandsangebot
von Brotgetreide bleibt weiter recht Elcin. Inlandsweizen wird am
Platze in der Hauptſache zu Futterzwecken aufgenommen, während die
Mühlen ihren geringen Bedarf zumeiſt in Auslandsſveizen decken.
Rog=
gen hat gleichfalls bei ſtetigen Prciſen nur kleines Konſumgeſchäft. An
den überſeeiſchen Terminmärkten hatte ſich die im Verlaufe
vorüber=
gehend feſtere Stimmung nicht bis zum Schluß behaupten können und
auch die Cifofferten für Auslandsweizen wieſen kaum Veränderungen
auf. Am Lieferungsmarkt ſetzte Weizen und Moiroggen zu geſtrigen
Schlußpreiſen ein, während Juliroggen ¼ Mark foſter evöffnete. Die
Anfangspreiſe wurden jedoch infolge der enttäuſchenden Liverpooler
Meldungen bald wieder Brief genannt. Mehl wird zu unveränderten
Preiſen in der Hauptſache für den laufenden Bedarf gekauft. Für Hafer
und Gerſte hat ſich die Marktlage kaum verändert.
Viehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag
wur=
den 289 Schweine angeboten. Verkauft wurden 226 Stück, und zwar
Mllchſchweine das Stück von 20—40 Mk., Läufer das Stück von 42—50
Mark.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Frankfurt a. M., 27. April.
Im Gegenſatz zu der ſehr nervöſen Stimmung an der geſtrigen
Abendbörſe, die durch das ſtarke Anſteigen des Dollarkurſes bis auf
zirka 4,23¾ hervorgerufen wurde, machte ſich zu Beginn der heutigen
Wochenſchlußbörſe eine allgemeine Beruhigung und zuverſichtlichere
Auf=
faſſung bemerkbar. Die Haupturſache war vor allen Dingen die
Beſſe=
rung der Mark (man hörte Mark gegen Dollar mit zirka 4,22). Der
Tendenzumſchwung wurde auch noch von einer Meldung, wonach doch
die Möglichkeit einer Verſtändigung bei den Pariſer Verhandlungen
gefunden werden dürfte, herbeigeführt. Man war daraufhin allgemein
optimiſtiſcher geſtimmt, und die Spekulation ſchritt wieder in
verſtärk=
tem Maße zu Deckungen. Auch wurden nach den größeren geſtrigen
Leerabgaben Wochenſchlußkäufe vorgenommen, ſo daß das Geſchäft in
Spezialwerten lebhaftere Formen annehmen konnte. Gegenüber der
geſtrigen Abendbörſe wwaren hinſichtlich der wieder beſſeren Beurteilung
der Lage an verſchiedenen Märkten ganz beträchtliche Kursbeſſerungen
zu verzeichnen. Die Beteiligung des Auslandes ſowie der
Börſenkund=
ſchaft blieb aber immer noch gering, und die Geſchäftstätigkeit war nur
vorübergehend eine lebhaftere. Im Vordergrund des Intereſſes
ſtan=
den vor allem Elektroaktien. Schuckert, Siemens und Licht u. Kraft
mit je plus 6,75 Prozent waren hier führend. Aber auch die übrigen
Werte dieſes Marktes gewannen 2—5 Prozent. Nur Chadeaktien, die
als einziges Papier an der geſtrigen Abendbörſe bei höherem Kurs
leb=
haft umgeſetzt wurden, lagen auf Realiſationen angeboten und leicht
Deutſche Erdöl 3,5 Prozent höher. Der Montanmarkt ware ohne
be=
eDutſche Erdöl 3,5 Prozent höher. Der Montanmarkt wan ohne
be=
ſonderes Geſchäft. Rheinſtahl waren 5,75 und Mannesmann 4,50 Proz.
feſter. Regeres Intereſſe wurde noch den Kaliaktien entgegengebracht.
Nur Reichsbank waren aus unbekannten Gründen angeboten und bis
1 Prozent ſchwächer. Renten ſtill. Deutſche Anleihen ohne Option
hatten ebenfalls eine beachtenswerte Erholung aufzuweiſen. Im
Frei=
verkehr waren Polyphon, die anfangs mit 462 gehandelt wunden, bis
auf 480 geſteigert. Im Verlaufe wurde das Geſchäft wieder ſehr ſtill.
Nur vereinzelten Werten wurde noch einiges Intereſſe entgegengebracht,
und hier konnten noch kleine Gewinne feſtgeſtellt werden. Die übrigen
Papiere blieben gur behauptet. Die freundliche Stimmung beſtand
auch weiterhin. Am Geldmarkt war Tagesgeld unberändert 5 Prozent.
Am Deviſenmarkt lag die Mark wieder erholt. Man nannte Mark
gegen Dollar 4.2188, gegen Pfunde 20.483, London-Kabel 4.8530, Paris
124.14, Mailand 92.60, Madrid 33.75.
Berlin, 27. April.
Die in Börſenkreiſen im Anſchluß an die tendenziöſen Meldungen
der franzöſiſchen Preſſe entſtandene Beunruhigung hat ſich heute gelegt.
Die Verkäufe ließen erheblich nach. Es fanden teilweiſe ſogar Rückkäufe
ſtatt, die das allgemeine Tendenzbild freundlicher geſtalteten. Einen
guten Eindruck rief hervor, daß ſich die Banken ſelbſt in Anbetracht der
letzten Ereigniſſe am Deviſenmarkt diſzipliniert hinter die Reichsbank
ſtellten und ſeit Freitag nachmittag auf jeden Debiſenfreiverkehr
der=
zichteten. Dementſprechend ſind Deviſen lediglich während der amtlichen
Feſtſetzungen notiert worden, wobei die Reichsbank den gegenüber dem
Vortag etwa verdoppelten Bedarf (ſchätzungsweiſe 20 Millionen Dollar)
reſtlos mit 4,2180 befriedigte. Die Reichsbank iſt auch weiterhin in der
Lage, jede Nachfrage nach Debiſen glatt zu decken, ſo daß keinerlei
An=
laß beſteht, über den regulären Bedarf hinaus Deviſen anzuſchaffen.
Die Heraufſitzung der Privatdiskontraten ſtand im Zufammenhang mit
dem Aprilultimo, nach deſſen Erledigung vorausſichtlich eine
Ent=
ſpannung eintreten wird.
114.75 Nordd. Lloyd 109.75 108.50 Deutſche Erdöl. 113.— Orenſtein 89.— 83.— DTeutſche Tetroleum 68.— 67.50 Polyphon 482.— 48).— Tynamit Nobel 110.50 1:0.75 Rütgerswerke 85. 85.— Elektr. Lieſerung 1151. Sachfenwerke 115.50 115.— J. G. Farben 235. 236.— Siemens Glas 135.— 134.— Gelſent. Berg.. 127.— 123.75 Ver. Glanzſtoff 420. 23.50 Eeſ. f. eleitr. Untern 210.75 210.— Ver. Stahlwerke 89.75 89.25 San. Maſch.=Egeſt. e. 46.— Volkſtedter Porzell 38.— 33.59 Kanſa Dampfſch. . 143.75 193.— Wanderer Werke 81. — 81.— Kapag.. 115.50 1151 Wiſſner Metall. 125. 124.— Karpener ..
Semoor Zement. 132.50 131.50 Wittener Gußſtahl 47.— 47.—
*) Die 3 Kalit erte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
Devifenmarkk.
Kelſingfors.
Wien.... ..."
Prag. . . . . .
Audapeſt ..
Soſia ...."
Selland ..
C Slo ......"
Krxenhagen.
Stodholm".
London ..."
Buenos Aires
New York ...
Velgien ...
New York, 27. April. (Priv.=Tel.)
Kaffeemarkt: Am Kaffeemarkt hielten ſich die Preisſchwankungen in
ziemlich engen Grenzen. Wochenendliquidationen und einige Verkäufe
für europäiſche Rechnung riefen ein leichtes Abſchwächen der Preiſe
her=
vor, um ſo mehr, als die Nachfrage gering blieb. Später erfolgten
Dek=
kungen, und Käufe der Handelsfirmen, ſo daß in den meiſten Terminen
wieder eine Erholung eintreten konnte.
Zucker: Am Zuckermarkt ſetzten die Preiſe zum Teil etwas höher
ein, doch nahm der Markt einen ruhigen Verlauf. Die Stimmung war
als ſtetig zu bezeichnen, da die Spekulation Deckungsnachfrage bekundete
und der Handel Kaufintereſſe zeigte.
Chicago, 27. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der heutige Weizenmarkt nahm einen ſchwächeren Verlauf,
wofür in erſter Linie die Abgabetätigkeit der Spekulanten und der
Mangel von Stützungskäufen maßgebend war. Verſtimmend wirkten
ferner der Rückgang am Markte in Liverpool und Meldungen über nur
geringe europäiſche Nachfrage, trotz des reichlichen kanadiſchen und
argentiniſchen Angebotes. Die Kommiſſionshäuſer führten einige Käufe
durch. Die Frachtraten vom Südweſten nach den Häfen des Golf
wur=
den ermäßigt. Zahlreiche Stoploßorders drückten gleichfalls auf das
Preisniveau. Gegen Schluß konnte ſich eine teilweiſe Erholung
durch=
ſetzen, doch war die Stimmung als unregelmäßig anzuſprechen.
Mais: Am Maismarkt ergaben ſich zunächſt im Einklang mit dem
Nachgeben der Weizenpreiſe Rückgänge. Als aber die Spekulation
Dek=
kungsnachfrage bekundete, und aus Illinois hauſſelautende Berichte
be=
kannt wurden, griff eine nachhaltige Erholung Platz und die
Schluß=
notierungen lagen bis ³⁄₈ Cents über dem Vortage.
Roggen: Die Bekanntgabe, daß eine Roggenladung von Duluth
nach Chicago unterwegs ſei, und Abgaben im Julitermin, die
auslän=
diſchen Firmen zugeſchrieben wurden, riefen bei Roggen anfangs
Preis=
abſchwächungen hervor. Berichte aus dem Nordweſten, daß dort die
Farmarbeiten in Rückgang geraten ſeien, bildeten das Hauptmotiv für
eine ſpäter durchgreifende Erholung, wodurch die Preiſe gegenüber dem
Vortage Gewinne bis 17/ Cents erringen konnten.
Hafer: Unter dem Eindruck von Meldungen über beſſeres Wetter,
welche die Farmarbeiten begünſtigt, ſetzten die Haferpreiſe niedriger
ein. Der Maukt zeigte zunächſt ein ſchwächeres Bild, da man davon
ſprach, daß möglicherweiſe im Südweſten eine größere Fläche mit Hafer
bebaut ſei, da dort die Anbaufläche von Weizen zurückgegangen ſei und
die Lokofirmen Verkaufsneigung erkennen ließen. Die Ankündigung von
ungünſtigem Wetter durch die Wetterwarte bildet aber gegen Schluß
den Grund zu einer teilwveiſen Befeſtigung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. April:
Getreide: Weizen, Mai 112. Juli 1167, Sept. 120½, Dez.
124½: Mais, Mai 893, Juli 93½, Sept. 95. Dez. 89½; Hafer,
Mai 47, Juli 45½, Sept. 44½; Roggen, Mai 95½.
Schmalz: Mai 11,60, Juli 11,95, Sept. 12,35.
Fleiſch: Rippen, Mai 12,75, Juli 13,20, Sept. 13,65; Speck,
loco 13: leichte Schweine 11,25—11,75, ſchwere Schweine 11,35
bis 11,70; Schweinezufuhren Chicago 5000, im Weſten 35 000.
Chicago Baumwolle: Juli 18,88.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 27. April:
Getreide: Weizen, Rotwinter 136½, Hartwinter 124½: Mais
neu ang. Ernte 101½: Mehl ſpr. wheat clears 5,25—5,65; Getr.
Fracht nach England 1,6—2 sh, nach dem Kontinent 9—11 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 1235: Talg, extra loſe 8½.
Kakao: Tendenz: unregelmäßig, Umſätze in lots 52, loco 10½,
Mai 10.15. Juni 10.33, Juli 10.53, Auguſt 10.70, September 10.88,
Oktober 10.98, Dezember 10.98.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung, Sitz Frankfurt a. M.,
hat ihre Preiſe mit Wirkung vom 27. April um rund 2 Prozent
er=
höht, nachdem dieſe geſtern um rund 2,25 Prozent ermäßigt wurden.
Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, mußte die Firma
W. Boller u. Co., G.m.bH., Duisburg, eines der bekannteſten
weſt=
deutſchen Emaillierwerke, nunmehr an ſeine Gläubiger zwecks
Zahlungs=
aufſchubs herantreten, da eine andere Behebung der ſchon länger
be=
ſtehenden finanziellen Schwlerigkeiten nicht mehr möglich erſchien.
Das Vergleichsverfahren über das Vermögen der beiden gemeinſam
betriebenen Schmuckwarenfabriken A. Voltz=Bier und Glaſer u.
Stü=
bing in Hanau iſt zum Abſchluß gekommen. Die Gläubiger erhalten
35 Prozent.
In Nantes ſind geſtern 8000 Metallarbeiter wegen Lohndifferenzen
in den Streik getreten. Damit befinden ſich jetzt 80 Prozent der
Me=
tallarbeiter dieſer Stadt im Ausſtand.
Zwiſchen der rumäniſchen Regierung und einem aus der Heilmann
u. Littmann AG., Berlin=München, und der Baufirma Jugenieur
Wlcek, Prag, beſtehenden Konſortium ſchweben Verhandlungen zwecks
Vergebung des Baues von zwei Bahnſtrecken in Nordrumänien. Der
Auftrag repräſentiert ein Objekt von 200 Millionen ffr., der je zur
Hälfte zwiſchen der Prager und der deutſchen Firma aufgeteilt
wer=
den ſoll.
Die italieniſche Stahlgeſellſchaft verteilt für 1928 12 Lire (0 Lire)
Dividende auf 300 Millionen Lire Aktienkapital. An der vorjährigen
italieniſchen Rekordproduk/ on von Stahl in Höhe von 1962 000 To. iſt
die Geſellſchaft mit 529 000 To. beteiligt.
Der Donnerstag angekündigte Generalſtreik in den
BaumwAlſpin=
nereien in Bombay iſt Freitag mittag in vollem Umfange durchgeführt
tvorden. Alle 84 Betriebe in Bombay ſind ſtilgeleyt; ciwa 100 000
Arbeiter feiern.
Frankfurter Kursbericht vom 27. April 1929.
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88
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9.6
3.5
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133.5
127
159
188
123.5
131
13.3
165
87
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Wie es nämlich mit der sTatras-Luftkühlung
in der Praxis aussieht, zeigt folgendes Urteil
eines -Tatrac-Besitzers:
Mit / gewichtigen Personen ging der Wagen
im Hochsommer I928 ohne Unterbrechung
von Aschaffenburg über den Hochspessart
nach Wertheim. Von Erhitzung keine Rede.
Der Wagen mußte bei 770 Kälte im Freien
stehen und sprang nach Einspritzen von Aral
sofort an. Abfälliges Urteil über die
Luft-
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Winter) ist mir vollkommen unverständlich."
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Rummer 117
Janz um Tataann.
Roman von Werner Scheff.
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(Rachdruck verboten.)
Eine Frage drängte ſich Nicolgi auf die Lippen; er
unter=
drückte ſie. Schon zuviel hatte ihm Dr. Freyer verraten. Er
ge=
hörte zu den Menſchen, denen nichts ſo fern lag wie Neugier.
„Es genügt,” ſagte er nach kurzer Ueberlegung „daß ich Fräulein
Herfort verſichere, wie ſehr ich ſie auch dann verſtanden hätte,
wenn es ſich hier nicht um einen Irrtum handelte.”
Er gab ihr die Hand, die ſie herzlich drückte. Dann gingen
die beiden Männer, und Suſanne blieb wiederum für Minuten
allein.
Sie trat an ein Feſter und riß es auf. Erſtickende Schwüle
ſchien das Zimmer zu erfüllen. Was war nur mit ihr? Warum
wußte ſie ſich kaum an das zu erinnern, was ſie in der letzten
Stunde gehört? Was bedeutete ihr eigentlich der Beſuch Nicolais
bei dem Manne, der ihr ein lieber Freund war, und für deſſen
Verbindung mit Marlene ſie ſeit Wochen kämpfte? — Seltſam,
wie ſehr ſie ſich für andere Menſchen erregen konnte! Ihre
eige=
nen Angelegenheiten ſchienen ihr nicht ſo nahezugehen. Denn
was kümmerte ſie — immer wieder hämmerte ſie es ſich ein —
was kümmerte ſie Richard Nicolai?
Heinrich Freyer kehrte zurück. Es ſchien, als ſei von ſeiner
Seele ein qualvoller Druck gewichen. „Pöbelhafte Erörterungen!”
rief er voll Ekel. „Aber der Ingenieur iſt ein prächtiger Menſch
— er durchſchaut das Prekäre meiner Lage.”
„Morgen früh bin ich bei Marlene”, lenkte Suſanne ab. „Ich
welde ihr die neue Wendung. Sie wird ſich nicht wenig freuen.
Darauf lonzentrierte ſich Freyer mit dem Eifer des
Lieben=
den auf Marlenes Perſon. Er hatte tauſend Frogen zu ſtellen,
denn ſeit langem war ihm nicht Gelegenheit geboten, Marlene zu
ſehen oder zu ſprechen. Ihre Eltern durften von dem Konflikt
nichts ahnen. Daran eben arbeitete Suſanne, weil ſie den
Mini=
ſterialrat Beck und ſeine Prinzipien kannte.
Mit einem Mal entſann ſie ſich, in welcher Situation ſie
ihren Verlobten zurückgelaſſen hatte. Merkwürdig genug, wie
ſpät ihr Rittinghaus einfiel! Es war halb acht. Schlummerlicht
dämmerte durch die Fenſter.
Sie ſagte Heinrich Freyer Lebewohl, ging leichteren
Schrit=
tes durch die Anlagen hinüber zum Thielplatz. Plötzlich ſtutzte
ſie. Hinter ihr wurde leiſe ihr Namen gerufen.
Als ſie ſich erſtaunt umſah, erhob ſich jemand von einer
Bank, die etwas vom Wege entfernt ſtand, verborgen von
dich=
tem Gebüſch. Es war Richard Nicolai. Er kom auf ſie zu,
zögernd und entſchlußlos. Sie ſah die Röte in ſeinem Geſicht,
den unerklärlichen Ausdruck ſeiner Augen.
„Verzeihen Sie, Fräulein Suſanne!‟ Er ſprach ſie zum
erſtenmal mit ihrem Vornamen an. „Ich wußte tatſächlich nicht,
daß Sie ſo bald das Haus Dr. Freyers verlaſſen würden.”
War es eine Ausrede? Suſanne war faſt enttäuſcht.
„Es iſt hier draußen viel ſchöner, als drinnen in Berlin. Ich
wollte mich ein bißchen hinſetzen und nachdenken. Wiſſen Sie,
dieſer Nachmittag hat mir bewieſen, daß man ſich viel zu wenig
den Kopf über ſeine Mitmenſchen zerbricht.”
Sie war ſo verwirrt, daß ſie keine Worte fand.
„Als Sie jetzt vorübergingen, Fräulein Suſanne, war mir
ſofort klar, daß ich eigentlich auf Sie gewartet hatte. Man tut
oft etwas, ohne zu wiſſen, wozu es geſchieht. Plötzlich fällt es
einem wie Schuppen von den Augen — man ſieht Zwecke des
eigenen Tuns, die einem bis dahin verborgen waren.”
Seine Stinnme klang ſo warm. Alles, was er ſagte, wurde
von einer ſolchen Selbſtverſtändlichkeit getragen, daß Suſanne
Sonntag, den 28. April 1929
Seite 13
das Empfinden hatte, als müſſe es ſo ſein. Sie fand den Mur
ihm vorzuſchlagen, ſich auf die Bank zu ſetzen. Er lächelde ein
merhwürdig zögerndes Lächeln des Einverſtändniſſes und der
Zufriedenheit.
„Was ich da drüben bei Dr. Freyer gehört habe, Fräulein
Suſanne, klang wie ein Märchen. Gibt es ſo etwas überhaupt?”
„Sie ſehen, es gibt menſchliche Gemeinheit übergenug.
Hein=
rich Freyer hat viel gelitten. Ich glaube.
„Halt, wir reden aneinander vorbei! Ich meinte nicht
Hein=
rich Freyer. Das Märchen ſind Sie, Suſanne — Sie und alles,
was Sie getan haben."
„Wo denken Sie hin? Ich habe doch nur ein bißchen
Komö=
die geſpielt. Es war nötig, weil man den Gegner auf eine
falſche Spur lenken mußte. Meine Freundin har ſtrenge Eltern.
Scblnzen und Schuppen beseltigt Dr. Kothner=
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Ueberdies gibt es ein Geſetz, das verbietet, den zu heiraten, mit
dem wan eine Ehe gebrochen hat. Es läßt ſich zwar durch
Diſpens umgehen, aber bedenken Sie, auf welche
Schwierig=
keiten Dr. Freyer und meine Freundin geſtoßen wären! Anfangs
machte es mir auch Spaß, bis es ſchiefging . . . ."
„Sie haben nach bürgerlichen Anſichten Ihren Ruf gewagt.
Iſt es möglich, daß eine Frau ſich ſelbſt verleugnen kann, um
einer anderen beizuſtehen?”
Suſanne lachte leiſe. „Sie unterſchätzen unſer Geſchlecht!
Das weiß ich ja ſeit langem. Sie haben mich immer ſo ſchlecht
behandelt, weil Sie ſchlecht von uns allen denken.”
„So arg iſt es nicht. Aber gerade Sie, Suſanne, waren für
mich Repräſentantin einer Sorte von Mädchen, gegen die ich viel
einzuwenden habe.”
„Wie bin ich denn?” fragte ſie geſpannt.
Er ſchob ſeinen Arm auf die Rücklehne der Bank. Es war
ein wundervolles Dämmerlicht. Rings regte ſich kein Lüftchen;
kein Kwirſchen des Kieſes verriet nahende Menſchen — nur
Vogelſtimmen belebten die abendliche Stille.
„Erſt will ich Ihr Bild entwerfen, wie ich Sie bis vor
eini=
ger Zeit geſehen habe.”
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„Ah, das alſo war die erſte Wende Ihrer Anſicht von meiner
Perſon?”
„Ja, ich geſtehe es ein. Als Sie damals den Herren ſo mutig
entgegentraten, ſagte ich mir, das falle doch ganz aus dem Rahmen
Ihres ſonſtigen Weſens. Ich meine: Ihres Weſens, wie ich es
mis dachte. Denn ich hielt Sie bis dahin für eitel und oberfläch=
17.½, für keck und allzu ſiegesbewußt. Es ärgerte mich, daß alle
Müininer zwiſchen den Mauern unſeres Geſchäftshanſes große
Aurgen mnachten, ſobald Sie einen der Räume betraten. Ich
ech einen ſehr häßlichen Verdacht gegen Sie, über den ich
am 1—5ſten nicht reden möchte.”
„Bitte, bitte, lieber Nicolai, laſſen Sie mich alles wiſſen!“
„Gut, auf Ihre Verantwortung! Ich bildete mir ein, Sie
hätten es ſich in den Kopf geſetzt, Frau Geheimrat Lindemann
zu werden.”
Diesmal erſtickte Suſanne beinahe in ihrem Lachen. „Nein,
wie drollig! Und deshalb haben Sie mich bei jeder
Gelegen=
heit heruntergebracht? Deshalb waren Sie ſtets bemüht, mir
Ihre Verachtung zu zeigen?”
Er legte ſeine Hand auf die ihre — eine Berührung, die in
Suſanne ein maßloſes Erſchrecken hervorrief, der ſie ſich aber
nicht entzog. „Sie haben mir doch Generalpardon gegeben,
Su=
ſanne. Alſo gehen Sie auch darüber großmütig hinweg! Wiſſen
Sie, ich habe eine ſchwere Jugend hinter mir. Als ich ſieben
Jahre alt war, verlor ich meine Eltern. Ich bin dann immer von
einem Onkel zum anderen, von einer Tante zur anderen
ge=
worfen worden, wie etwas ganz Ueberflüſſiges. Schließlich
lan=
dete ich in der Firma Lindemann, und ich bin dem Geheimrat,
vor allen Dingen aber ſeinem verſtorbenen Vater, tiefſte
Dank=
barkeit ſchuldig. Dieſe beiden haben mich zu dem gemacht, was
ich heute bin.”
„Sie haben ſich reichlich revanchiert. Was wäre die Firma
ohne Sie?”
„Da kommen Sie auf das, was ich ſagen wollte. Ich habe
die letzten fünfzehn Jahre wie ein Kuli gearbeitet, um wenigſtens
einen Teil meiner Dankesſchuld abzutragen. Dabei aber
ver=
ſäumte ich, mich um andere Dinge zu kümmern. Glauben Sie
mir: ich habe keine Ahnung vom Weſen der Frau.”
Suſanne mied ſeinen Blick. Vor ihrem geiſtigen Auge ſtand
ein Bild: Henny von Planck am Hals Nicolgis — das Bild einer
Zärtlichkeit, die wenig mit ſeinen letzten Worten übereinſtimmte.
„Warum ſind Sie plötzlich ſo nachdenklich?”
Sie fuhr empor. „Ich dachte daran, wie man ſich in Menſchen
täuſchen kann. Sie ſind mir aber noch die zweite Schilderung
meines Weſens und meines Charakters ſchuldig.”
„Sie ſcheinen gern Schmeicheleien zu hören. Denn Sie
können ſich vorſtellen, welche Achtung ich heute vor Ihnen hege.
Ich habe noch keine Frau kennengelernt, der ſolche
Entſchloſſen=
heit zuzutrauen wäre.”
„Das überſchätzen Sie”, ſagte Suſanne leichthin, aber es
tat ihr unendlich wohl, gerade aus ſeinem Munde Anerkennung
zu hören. „Gutmütigkeit iſt übrigens etwas Unbewußtes.”
„Das hat mit Gutmütigkeit nichts zu tun. Sie dürſen
Gut=
mütigkeit nicht mit Güte verwechſeln. Güte iſt der Ausfluß
höch=
ſter Nachdenklichkeit; dagegen iſt Gutmütigkeit ſtets unüberlegt,
oft eine Folge von Dummheit. Sie aber, Suſanne, ſind die erſte
gütige Frau, die mir im Leben begegnete.”
„Und um mir das zu ſagen, warteten Sie hier auf mich?"
„Vielleicht vielleicht auch nicht. Ich kann es ſelbſt nicht
entſcheiden. Jedenfalls wollte es das Schickſal, daß ich es Ihnen
ſage.”
„Und wiſſen Sie, was das Schickſal weiter von uns beiden
will?‟ Die Frage kam ihr ſo gewagt vor, daß ſie ſelbſt darüber
entſetzt war. Aber zu ſpät! Schon hatte ſie ausgeſprochen, was
ſie zu innerſt quälte.
(Fortſetzung folgt.)
(7297
[ ← ][ ][ → ]Seite 16
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Nummer 112
Sonntag, den 28. April 4929
Seite 17
Reich und Ausland.
Funde aus der Römerzeit.
Bad Ems. Bei den zurzeit vorgenommenen
Rabellegungsarbeiten ſtieß man in einem Kabelſchacht
auf ein 8 Zentimeter großes tönernes Lämpchen und
14 Zentimeter breite Krüge aus der Römerzeit. Der
Fund iſt dem hieſigen Muſeum einverleibt worden.
Heidelberg. Wie wir vernehmen,, wurden
vor einigen Tagen auf dem Gartengelände der
neu=
erbauten Villa Freudenbeng unweit Uferſtraße und
Schafpfad bei Erdbewegungsarbeiten neue römiſche
Funde gemacht, die unſere bisherigen Kenntniſſe über
das römiſche Siedlungsgebiet in Neuenheim weiter
aufhellen. Nördlich der Villa Freudenberg wurde ein
römiſcher Hausgrund freigelegt, ſüdlich des Hauſes
dem Neckar zu ſtieß man auf einen römiſchen
Ab=
wäſſerkanal, der auf 5,40 Meter Länge 4 Zentimeter
Gefälle zeigt. Auch Sigilataſcherben von Tonkrügen
uſw. mit ſchön erhaltenen Fabrikſtempeln, die auf
das römiſche Tonbrennwerk Bergzabern hinweiſen,
ſind aufgefunden worden. Der Konſervator Prof.
Wahle wurde ſofort von den erſten Funden
ver=
ſtändigt; unter ſeiner ſachgemäßen Leitung erfolgten
die weiteren Freilegungsarbeiten.
Artiſtenabſturz von der Zirkuskuppel.
Frankfurt a. M. In dem zurzeit hier
gaſtie=
renden Zirkus Krone hat ſich während der Vorſtellung
ein ſchwerer Unglücksfall zugetragen. Während einer
Trapeznummer riß eine Dvahtſeilverſpannung, und
ein 23jähriger Artiſt ſtürzte aus beträchtlicher Höhe
in die Manege. Des Publikums bemächtigte ſich eine
große Aufregung, doch verhielt es ſich muſtergültig.
Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus gebracht,
wo ſofort eine Operation vorgenommen werden
mußte. Die bei dem Sturz zerriſſene Niere mußte
ihm aus dem Körper entfernt werden. Außerdem iſt
die Leber geriſſen, ein Oberdarm gebrochen und
mög=
licherweiſe hat er auch einen Schädelbruch
davonge=
tragen. Das Befinden des Verunglückten iſt
außer=
ordentlich ernſt.
Großfeuer auf einem Gutshof.
Wie Ane
gſieht.
Amerikaniſcher Kreuzer mit Flugzeug=Startmaſchine.
Zur modernen Seerüſtung gehört, daß die Schlachtſchiffe Flugzeuge mit ſich führen. Das Starten
der Flugzeuge von Bord bereitet aber Schwierigkeiten. Unſer Bild zeigt die ſinnreiche
katapult=
artige Startvorrichtung, mit deren Hilfe die Flugzeuge von Bord des amerikaniſchen Kreuzers
„Idaho” „abgeſchoſſen” werden. Dasſelbe Amerika, das in Genf Abrüſtung predigt, ſtellt alle
neuen Rüſtungsmittel ſofort in den eigenen Dienſt ein.
Großer Hokelbrand bei New Vork.
Fulda. Durch einen Brand wurde am
Donners=
tag nachmittag auf dem dem Gutsbeſitzer Homburg
gehörenden Karolinenhof im benachbarten Dirlos eine
Scheune eingeäſchert. Erhebliche Erntevorräte ſowie
landwirtſchaftliche Maſchinen fielen den Flammen
zum Opfer. Der Schaden beläuft ſich auf etwa 18000
RM. Die Urſache des Feuers wird darauf
zurück=
geführt, daß glühende Aſche auf einen in der Nähe
befindlichen Kompoſthaufen geſchüttet wurde.
Lichtſpielhaus „Graf Zeppelin”
Friedrichshafen. Malaga und Almeria
gebührt das Verdienſt, zwiſchen ſich die erſte
Kino=
vorführung der Luft erlebt zu haben, die jemals in
einem Luftfahrzeug geboten worden iſt.
Verſuchs=
weiſe hatte das Luftſchiff „Graf Zeppelin”, eine
deutſche Heim=Lichtſpielanlage mitgenommen, um
während der Nachtſtunden den Fahrgäſten eine
in=
tereſſante Abwechſlung bieten zu können. Da dieſer
leichte und abſolut ungefährliche Vorführungsapparat
für Normalfilme eingerichtet iſt, war es möglich,
aktuelle Filme bringen zu können. Intereſſehalber
ſei das erſte Filmprogramm der Lüfte nachſtehend
wiedergegeben. Emelka, neueſte Wochenſchau, Ufa=
Kulturfilm: „Beſuch beim König der Lüfte” (vom
Leben des Adlers) und „Wie ein Luftſchiff entſteht”,
verfaßt von Direktor Wilcke vom Luftſchiffbau
Zep=
pelin. Die Vo führung dauerte eine Stunde, die
Geſamtlänge der Filme betrug 1200 Meter. Die
Bülder im Format 0,75:1,0 waren überraſchend klar
und ſcharf. Die Idee eines „Kinos der Lüfte” hatte
ſo überaus regen Beifall bei den Fahrgäſten
ge=
funden, daß der Luftſchiffbau Zeppelin ſich
entſchloſ=
ſen hat, Kinovorführungen wärend mehrtägiger
Fahrten hin und wieder in ſein Fahrprogramm
auf=
zunehmen.
Das „Green Colonial Hotel” auf Long Island in Flammen.
In Rockaways auf Long Island entſtand in einem Hotel ein Rieſenbrand, der auf alle Stockwerke
übergriff. Die Feuerwehren von Long Island und Brooklyn konnten das Gebäude nicht retten
und mußten machtlos zuſehen, wie der Bau bis auf die Grundmauern eingeäſchert wurde.
Ein Todesopfer der Preßluft=Exploſion
in Leipzig.
Leipzig. Das Exploſionsunglück, das ſich am
Donnerstagabend in der Löhrſtraße ereignete, und
bei dem vier Inſtallateure zum Teil ſchwer verletzt
wurden, hat nun doch ein Todesopfer gefordert. Es
handelt ſich um den 33jährigen verheirateten
Richt=
meiſter Albert Pautſch aus Folkenſee bei Berlin. Er
hatte bei dem Unglück einen Schädelbruch erlitten, an
deſſen Folgen er nun geſtorben iſt. Das Befinden der
übrigen Verletzten gibt zu ernſten Befürchtungen
keinen Anlaß; ihre Verletzungen ſind durchweg nur
Fleiſchwunden.
Goldmacher Tauſend wird ausgeliefert.
Der Müinchener „Goldmacher” Franz Tauſed, der
vor einigen Monaten in Bozen verhaftet wurde, wird
auf Beſchluß der italieniſchen Juſtizverwaltung an
Deutſchland ausgeliefert und zunächſt nach München
gebracht werden. Der erſte Prozeß gegen Tauſend
dürfte in München ſtattfinden.
Eine 17jährige Zliegerin bricht den
Weltrekord.
Die Weltrekord=Fliegerin Elinor Smith.
die 17jährige amerikaniſche Fliegerin Elinor
mith ſtellte in Rooſeveltfield einen neuen
auerweltrekord für weibliche Flieger auf. Sie
lieb ohne Unterbrechung 26 Stunden 22 Min.
der Luft und bewies, daß auch das „ſchwache
beſchlecht” zu gewaltigen Leiſtungen imſtande iſt.
Amerika ſchenkt Spanien ein Columbus=Denkmal
Eine Nachbildung des Entdeckerſchiffes „Santa Maria” und ein moderner ſpaniſcher Kreuzer
bei der Columbus=Feier.
Die amerikaniſche Regierung hat Spanien ein Columbus=Denkmal geſchenkt, das in Palos, dem
Ausgangshafen der Amerika=Entdecker, aufgeſtellt wurde. Das von der amerikaniſchen
Bild=
hauerin Whitney geſchaffene Denkmal wurde dieſer Tage in Palos feierlich enthüllt.
Film=Akrobatik auf der Straße.
Durch die Leichtfertigkeit einer Berliner
Film=
geſellſchaft ſind am Samstag vormittag bei einer
Filmaufnahme in der Pillauer Straße Menſchenleben
aufs ſchwerſte gefährdet worden. Ein bekannter
Sen=
ſationsdarſteller hatte ſich von der Dachlucke auf den
Balkon des vierten Stochwerks und von dort auf den
Balkon des dritten Stochwerks herabgelaſſen, von
wo ein Drahtſeil quer über die Straße geſpannt war.
Er hangelte ſich über den Fahrdamm, wo ſich
unter=
deſſen eine große Menſchenmenge geſammelt hatte
und ließ ſich auf der anderen Seite langſam herab.
Aus einer Höhe von vier Metern aber ſtürzte er zu
Boden und fiel auf ein 18jähriges Lehrmädchen, das
wie durch ein Wunder ohne ſchwere Verletzungen
davonkam. Unter den Zuſchauern entſtand eine Panik.
Gegen die Film=Geſellſchaft ſowie den Darſteller wird
ein Verfahren wegen groben Unfugs eingeleitet
werden.
Aufklärung des Leichenfunds bei Braunfels=
Oberndorf.
Wetzlar. Der Leichenfund in einer Jagdhütte
bei Braunfels=Oberndorf, wo am Mittwoch morgen
der Wetzlarer Fabrikant Dipl.=Ing. Groß tot
auf=
gefunden wurde, hat nunmehr ſeine Aufklärung
ge=
funden.s Als Ergebnis der am Freitag abgeſchloſſenen
dreitägigen Ermittlungen, die ſich jedesmal bis in
die Nacht hineinzogen, ſteht einwandfrei feſt, daß es
ſich nicht um ein Verbrechen, ſondern um einen
Selbſt=
mord handelt. Allem Anſchein nach hat ſich Groß
mit Blauſäure vergiftet.
Ein Militärflieger am Tage ſeiner
Verab=
ſchiedung tödlich verunglückt.
Paris. In der Nähe des Bahnhofs Limersheim
verunglückte ein Fliegerleutnant tödlich, nachdem ſein
Flugzeug gegen eine Telegraphenſtange geflogen war.
Am gleichen Abend hätte der Verunglückte aus dem
Dienſt entlaſſen werden ſollen.
Der Non=Stop=Flug London=
Büngaldte Mainsinat.
Landung nach 50 Stunden 48 Minuken
in Karachi.
London, D. April.
Der von einem engliſchen Rieſenflugzeug
unter=
nommene Verſuch, in einem Non=Stop=Flug die
Strecke London-Bangalore (Indien) zurückzulegen
und damit den Weltdauerrckord und den
Strecken=
rekord zu brechen, iſt mißglückt. Das Flugzeug iſt
um 13.15 Uhr in Karachi gelandet. Es durchflog die
Strecke von etwa 4130 engliſchen Meilen in 50 Stun=
Führer und Streckenkarte des erſten Non=Stop=
Fluges England—Indien. Hauptmann A. Jones=
Williams (oben) und Leutnant N. H. Jenkins
(unten).
den 48 Minuten. Die Flieger haben alſo weder den
Zeitdauerrerkord, den der Deutſche Riſticz mit einem
Begleiter inne hat, noch den Streckenrekord der
Ita=
liener gebrochen, die rund 300 engliſche Meilen mehr
zurückgelegt haben.
Eine Falſchmünzerwerkſtatt bei Köln
aufgehoben.
Köln. In der letzten Zeit tauchten in Köln
auf=
fallend viel gefälſchte Einmarkſtücke auf. So gingen
bei der Reichsbank Geldrollen ein, die manchntal 10
bis 50 gefälſchte Einmarkſtücke enthielten. Die
Er=
mittlungen führten nach Imigrath bei Köln, wo man
eine Falſchgeldwerbſtatt entdeckte, in der die falſchen
Einmarkſtücke hergeſtellt wurden. Fünf Perſonen
wurden feſtgenommen. Die Täter haben nach ihren
eigenen Angaben 8000 bis 10000 RM. falſche
Ein=
markſtücke hergeſtellt. Die Fälſchung war ganz
vor=
züglich gemacht, ſo daß die Stücke ſogar von den
ſehr gewiegten Geldzählern der Reichsbank nicht
ſo=
gleich als falſch erkannt werden konnten.
Unfälle bei den Uebungsfahrten zum
tſchecho=
ſlowakiſchen Automobilrennen.
Prag. Am Freitag eveignete ſich vor dem
Be=
ginn der Uebungsfahrten zu den großen
Automobil=
rennen auf der Strecke Königsthal-Jilowiſcht ein
folgenſchwverer Unfall, der das Ausſcheiden des
Motorradfahrers der D.K.W. Johann Winkler zur
Folge hatte. Der Rennkraftwagen eines Prager
Großkaufmanns ſtieß mit dem Kvaftvad Winklers, der
auf der rechten Straßenſeite fuhr (in der Tſchechei
wird links gefahren) zuſammen. Das Motorrad
wurde in den Straßengraben geſchleudert und
Wink=
ler blieb bewußtlos liegen. In der Klinik Schloſſer
der deutſchen Univerſität in Prag wurden bei
Wink=
ler ein Rückgratbruch und zohlreiche Rißwunden im
Geſicht, an den Armen und am rechten Fuß
feſtge=
ſtellt. Der Zuſtand des Schwerverletzten iſt
beſorgnis=
erregend. Das Motorrad wurde vollſtändig
zer=
trümmert. Für Winkler traf binnen drei Stunden
mittels Flugzeuges ein Erſatzmann ein. Ein zweiter
Unglücksfall, der ſich bei den Uebungsfahrten
er=
eignete, blieb ohne ernſte Folgen. Ein Budapeſter
Rennfahrer wurde aus der Kurve geſchleudert und
ſtieß mit ſeinem Fahrzeug gegen eine
Telegraphen=
ſtange, die umgelegt wurde. Der Wagen wurde
zer=
trümmert, die Inſaſſen blieben unverletzt.
Tödlicher Fallſchirmabſprung.
Paris. Dem „Temps” wird aus Straßburg
gemeldet, daß ein Reſewvelcutnant des 2.
Jagdflieger=
regiments bei einem Fallſchirmabſprung aus dem
Flugzeug ums Leben gekommen ſei.
Eine Fichte ſtürzt auf ein Auto.
Paris. In der Nähe von Mühlhauſen i. E.
ſtürzte ein zwanzig Meter hoher Fichtenſtamm, der
gefällt werden ſollte, zu raſch zu Boden und ſauſte
einen Abhang herunter. Er ſtieß auf ein mit fünf
Perſonen beſetztes Auto, das in eine Schlucht
ge=
ſchleudert wurde. Die 5 Inſaſſen erlitten ſchwere
Verletzungen.
Kampf gegen eine Heuſchreckenplage
mit Flammenwerfern.
Paris. In Nordafrika iſt von den franzöſiſchen
Behörden ein energiſcher Vernichtungsfeldzug gegen
die Heuſchreckenplage eingeleitet worden, die
gegen=
wärtig 50 000 Hektar im Staate Algier, 25 000 Hektar
im Staate Konſtantine und 40 000 Hektar im Staate
Oran bedecken und die geſamte Vegetation bedrohen.
Die Behörden haben zur Bekämpfung der Plage
60 000 Ziviliſten und 4000 Soldaten aufgeboten. Die
Heuſchrecken werden teils auf ausgebreiteten Tüchern
eingefangen, von denen jedes in wenigen Minuten
50 bis 100 Kilogramm Tieve enthält, teils in
Grä=
ben gefegt, die 200 bis 400 Kilogramm aufnehmen
können, teils mit Säuren oder Giften beſpritzt und
ſchließlich mit Hilfe von Flammenwerfern vernichtet.
Die Behörden haben zu dieſem Zweck 1800
Säurezer=
ſtäuber, 800 Flammenwerfer, 300 000 Liter Säuren
und 370000 Kilogramm ſonſtige Chemikalien zur
Verfügung geſtellt. Die Koſten dieſes
Ausrottungs=
feldzuges belaufen ſich bis jetzt auf 12 Millionen
Franken.
Luſtige Prohibitionserfolge.
NewYork. Der Paſſagierdampfer „Leviathan”
iſt am Freitag in New York eingetroffen. Da ſich vor
dem Eimlaufen in die amerikaniſchen
Telritorialge=
wäſſer noch bedeutende Alkoholmengen an Bord
be=
fanden, wurden dieſe über Bord geworfen. Der Wert
beläuft ſich auf 82000 Dollar. In den letzten drei
Tagen, als ſich zeigte, daß es nicht möglich ſein werde,
den ganzen mitgenommenen Alkoholborrat normal
zu verkaufen, wurden die Preiſe ganz bedeutend
her=
abgeſetzt und zuletzt gewiſſe alkoholiſche Getränke
überhaupt koſtenlos ausgeſchenkt. Unter dieſen
Um=
ſtänden waren die meiſten Paſſagiere entweder
be=
trunken oder wenigſtens angeheitert.
Seite 18
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28. April 1929
ölluſtrierte Wochenbeilage
Nummer 17
unnnnannnnnnn
Banannnnnnnr
Der Markt der Blumen und der Bögel zu P
aris.
Von Nudolf Gläſer.
Es iſt, als ob die furchtbaren, die
nach=
denklichen, die frivolen und die luſtigen Götter
der Stadt übereingekommen ſeien, mitten in
dem Bereich ihrer tollen Betriebſamkeit ein
Plätzchen freizuhalten, das in einer feierlichen
Heiterkeit glänzt.
Die grüne Seine, weiter oben zwiſchen
Kranen und nackten Stapelhäuſern nur zr
Arbeit gezwungen, ſchlingt mütterlich zwei
Arme um die Wiege von Paris, jene Inſel,
die einſt Lutetia trug und heute die Cité
darſtellt.
Die Stadt iſt längſt auf die Ufer
hinüber=
geſprungen, hat ſich gebreitet, iſt zu einem der
fürchterlichſten Laboratorien der Weltgeſchichte
geworden, und zwar auf franzöſiſchem Boden,
aber zuletzt unter dem Wirken der Welt zur
ſtärkſten Burg des Genuſſes gewachſen, und,
wie man behauptet, zur ſtärkſten des Laſters.
Aber mitten darin gibt es ein paar
fuß=
breit Aſphaltpflaſter, wo man nur noch für
Blumen Sinn hat. Mitten auf der Cité,
zwi=
ſchen dem Hötel Dieu, dem Handelstribunal
und der Polizeipräfektur.
Etwas abſeits von den brüllenden Straßen
hat ſich bier ein farbenglühendes, duftiges
Paradies aufgetan. Darunter raſt zwar ſchon
wieder die Untergrundbahn, aber um ihren
Su=
gang berum ſtehen diesmal Palmen.
Mehrere Neihen offener Hallen ſtehen auf dem Platz,
die zwiſchen ſich die Fahrſtraßen laſſen, wo Handkarren,
Pferdewagen und Autos ſich hintereinander aufſtellen. Unter
den Hallen ſind ganze Gärten von Blumen gebreitet, rechts
und links von einem Gang, auf dem man in einem
Sperr=
feuer von Farben und Düften geht, aus dem das
Ent=
rinnen ſchwer fällt.
Sträuße von Weidenkätzchen ſtehen in Vaſen und
Kör=
ben, es gibt dunkle Noſen und Nelken aus Creibhäuſern,
in einer Halle einen wahrhaften Sternenteppich von bunten
Aſtern.
Man hat Culpen, ſüß und verſchloſſen wie die großen
Damen in den Pariſer Kaffeehäuſern, wem ſie allein
ſind. Dieſe Damen ſcheuen ſich nicht, Erde auf ihre weißen
Handſchuhe kommen zu laſſen, um ſich lebendige Blumen
mitzunehmen.
legen lächeln. Jarne und bunte Siergräſer ſchwingen bare Memoiren verſchaffte.
Sellerieköpfe.
einem Cuch, das den Wind fernhält.
ihre Schnüre auswerfen.
ſolche Beſchaulichkeit aufbringen können. Bei Sonnenwetter Benzin.
drängt ſich die Menge ziſchen den Ständen der Blumen,
mehr noch, wem Vögel verkauft werden. Man ſieht auf
dem Marktplatz Männer mit Mütze und ewig herrſchendem
Halstuch, und ſolche, die nach den leiſeſten Winken der
Mode eingehüllt ſind.
Es gibt trotz aller Ernüchterung noch Menſchen, die
Blumen lieben, und die ſich dieſer zarteſten Worte bedienen,
in denen die Natur zu uns ſpricht, wem ihnen ſelber die
Worte ausgehen.
Des Sonntags entſteht auf dem Markt eine ſingende
Straße. Man geht zwiſchen Mauern, die eine liebliche und
vielfältige Muſik austönen. Ein Vogelkäfig ſteht neben dem
andern, und vergitterte Käſten türmen ſich buchſtäblich
auf=
einander.
Hinter den Gittern pfeift es und ſingt, hüpft und flattert,
flötet, zwitſchert, ſchnattert und gurrt es in verwirrender
Vielſtimmigkeit und Buntheit.
Die Käfige unterſcheiden ſich wie Hütten und Paläſte.
Es werden wahre Prachtgebäude gezimmert, und andere
Vogelhäuschen ſind kaum ſo groß wie eine Sigarrenkiſte.
Dieſe beherbergen dann ganz winzige, bunte Geſellen, dig
ſich unentwegt balgen.
Oft ſind die Cierchen ſchlimm eingepfercht, ſo daß ſie ſich kaum
regen können. Manche werden ſcheu vor den vielen Menſchen; am
mun=
terſten ſind noch die verſchiedenen Finken. Unter den Wellenſittichen und
Kanaris finden ſich neben auffallend ſchönen Cieren auch arg dürftige
Kerlchen.
Ein prachtvoller grüner Papagei war da, der ſaß ſtundenlang oben
in der Gitterecke ſeines großen Käfigs; den Nücken in die Ecke gedrückt
und die Füße auf die Stangen geſtemmt, blickte er beleidigt in das
Ge=
dränge, in dem Männer und Frauen anbietend mit Käfigen in der Hand
herumgingen.
Man beſichtigt, handelt, beſichtigt; eine ungeſchickte Bewegung, das
Sittei ſchiebt ſich etwas in die Höhe, und ein kleiner, gelber Piepmatz
macht ſich den Weg in die Freiheit zunutze, der er nicht gewachſen iſt.
Gleich läßt er ſich wieder auf dem Dach eines
Käfigs nieder, wo ihn der Eigentümer unter
geſpannten Blicken der Suſchauer mit einem
raſchen, fabelhaft behenden und vorſichtigen
Griff wieder unverſehrt einfängt.
Cauben und Hühner werden gehandelt.
Ka=
ninchen ſchmiegen ſich weich in Körben. In
einem Käfig ſpielt ein Kätzchen, das ein Mann
neckt mit einem verliebten Glanz im Geſicht, der
rührend iſt.
Es iſt erſtaunlich, wie man hier mit
den Cieren lebt, in Paris. In Kaffeehäuſern
trillern Kanaris, was man bis hinab nach
Flan=
dern noch häufig hat. Katzen erzwingen ſich
Duldung mit einer Souveränität, die ſie aus
ihrer Unerläßlichkeit herleiten, Der Hund hat
Sitz und Stimme im Kino.
Und die emfachen Menſchen einer Weltſtadt treffen ſich
Neben prunkenden Palmen und üppigen Blattpflanzen auf dem kleinen Platz der Sité um der Blumen willen und
ſucht ſich ein kümmerliches Orangenbäumchen zu verſtecken, der zirpenden, bunt hüpfenden Sederkugeln, verſammelt
zwi=
von deſſen kärglichen Sweigen zwei kleine Früchte ver= ſihen düſteren, ewigen Steinen, denen die Geſchichte
furcht=
leiſe hin und her. — Etwas weiter wälzen ſich ein paar Die Seine entlang, hinter dem Uhrturm, ſtreckt ſich die
Conciergerie, wo der neunte Ludwig bankettierte, wo die
Die Gärtner laſſen ſich den Cag über hier häuslich nie Gemahlin des ſechzehnten Ludwig auf den Cod wartete, ein
der, und ihre queckſilbrigen kleinen Kinder, die nicht immer finſteres Schlachthaus der Nevolution.
gam ſauber ausſehen, ſpielen vergnügt im Sreien oder hinter Im Nücken das ſchwarze Hétel Dieu, Suflucht für Pilger
und Kranke, gegenüber, Dächer überragend, raſſig geſchnit-
An der Seine entlang ſind Obſtbäume aufgereiht, manch= ten, das Cürmchen der Sainte Chapelle, ſchlank in den
mal zu netten Lauben zuſammengeſtellt, in denen die Ge- Himmel geſpießt. Sehn Herolde, aufgeſtellt auf dem
Nat=
ſchäfte vor ſich gehen. Unten ziehen Dampfer vorbei, qual= haus, winken mit flatternden Fähnchen über die Seine, Imks
mend und tutend, und ſtören die Angler, die bisweilen hier davon erhebt ſich der Curm von St. Jakob.
Der Wind trägt immer einen zarten Duft von Noſen
Man ſtaunt, daß die Bewohner einer Stodt, deren mit ſich herum, aber fünfzig Meter weiter, auf dem Boule=
Straßen von konzentrierteſter Naſerei erfüllt ſind, eine vard du Palais, riecht es ſchon wieder betäubend nach
Anaagn
[ ← ][ ][ → ] OdS
Muſterium der Naubtierſeele.
In der Schule der Wüſtenkönige.
Von Fritz Löwe.
Wie weuige, die bei rauſchender Muſik im lichtüberfluleten
Zirkus aufregenden Vorführungen von Vaubtiergruppen
bei=
wohnen, machen ſich je darüber Gedanken, wie derartige
ſtaunen=
erregende Dreſſurnummern zuſtande kommen.
Man fragt ſich erſtaunt, wie es überhaupt möglich iſt, wilde
Beſtien ſoweit zu bringen, daß ſie als gewandte Artiſten durch
brennende Reifen ſpringen, Nutſchbahnen herabſauſen, ſich
ſchaukeln, auf Fäſſern laufen, Hürden nehmen und dergleichen
mehr.
Da iſt es von hohem Intereſſe, einen Blick in die
geheim=
nisvolle Welt hinter den Kuliſſen des Sirkus zu werfen, den
Dompteur in ſeiner eigentlichen Wirkungsſtätte, in der
Dreſſur=
werkſtatt, zu beobachten.
Mit Verwunderung ſieht man, daß die Dompteure ohne
Peitſche, Gabel, Spitzeiſen und Nevolver arbeiten. Mit Staunen
beobachtet man, daß man mit Schlägen und roher Gewait
Raub=
tiere niemals zum Gehorſam zwingen kann. Nur mit Güte und
unendlicher Geduld. Die Hauptſache bei der Dreſſur bleibt das
Erfaſſen des Ciercharakters, das Calent, die Naubtiere ſo an die
Perſon und die Stimme des Dompteurs zu gewöhnen, bis Lehrer
und Schüler ſich völlig verſtehen. Seſter Wille, Energie und Mut
ſind Vorbedingungen für den ſchweren Beruf des Dompteurs,
denn die Raubtiere lauern unaufhörlich auf jede Blöße oder
Schwäche, die ſich der Dompteur gibt. Ein Cierbändiger darf
während der Dreſſur und Vorführung niemals unpäßlich ſein.
Was ihm auch körperlich fehle, welche Sorge ſein Gemüt
be=
drückt, im Augenblick, wenn er in der Manege ſeinen
vierbei=
nigen Schülern gegenübertritt, muß ſein Wille eiſern werden,
über jede Schwäche ſiegen. Die Naubtiere
würden es ſofort merken, wenn es dem
Dompteur auch nur für Augenblicke an der
gewohnten Seſtigkeit fehlte.
Das Myſterium der Naubtierſeele iſt
nicht ſo leicht zu lüften. Nur wenigen
ge-
lingt es. In dieſer Beziehung lernt der
Dompteur niemals aus. Man kann die
Stimmung bei Löwen viel leichter erkennen,
wie z. B. bei Bären, deren Charakter
immer unberechenbar iſt. Immer aber heißt
es denn, kaltes Blut bewahren. Ei
Naub=
tier bleibt ſchließlich immer ein Naubtier,
mit allen ſeinen wilden Inſtinkten. Crotzdem
iſt es nur mit Liebe, niemals durch Noheit
zu erziehen.
Man glaube ja nicht, daß das in der
Gefangenſchaft geborene Naubtier weniger
gefährlich ſei, wie das aus der Wildnis
kommende. Im Gegenteil, das Letztere bietet
beſſere Dreſſurchancen, weil es vor dem
Dompteur mehr Neſpekt hat, wie das in
der Gefangenſchaft aufgewachſene Cier, das
den Menſchen ſchon zu gut kennt.
Ich habe einen der bekannteſten
Domp=
teure an der Stätte ſeiner Wirkſamkeit
auf=
geſucht, mit ihm über ſeinen gefährlichen
Beruf geplaudert. Während die goldgelben
Löwen ruhelos hinter den Gittern ihrer
Käfige dahinſchlichen, wildes Gebrüll den
Sirkus erſchütterte, die Wärter mit
rie=
ſigen, auf Gabeln aufgeſpießten Fleiſchſtücken
von Käfig zu Käfig eilten, aus der Manege
ein flotter Marſch herüberklang, lauſchte
ich den intereſſanten Ausführungen dieſes
Capferen, dabei ſo beſcheidenen Mannes.
Ich frug Karl Neindl, den berühmten Beherrſcher einer
Schar prächtiger Wüſtenlöwen:
„Wer eignet ſich zum Dompteur?”
„Dompteur kann nur werden, wer zu dieſem gefährlichen
Berufe viel Luſt und Liebe hat. Sch ſelbſt nahm von Jugend auf
großes Intereſſe an Naubtieren. Schon als Kind
beſuchte ich mit Vorliebe die herumziehenden
Menagerien. Mit 16 Jahren ließ ich mich bei
einem Wanderzirkus engägieren. Ich half
zu=
nächſt dem Dompteur bei der Fütterung, machte
ſpäter bei den Vorführungen Handreichungen.
Allmählich lernte ich die Kunſt der Dreſſur, bis
ich ſchließlich ſelbſtändiger Dompteur wurde.
Ehe man es aber ſo weit gebracht hat,
ver=
fließt geraume Seit. Da heißt es, vom frühen
Morgen bis in die ſinkende Nacht in Tätigkeit
ſein.”
„Wie gewöhnen Sie die Löwen an Ihre
Perſon?”
„Man muß ſich viel mit ihnen beſchäftigen,
ſoviel wie irgend möglich in ihrer Nähe ſein. Der
Dompteur muß die Lebensgewohnheiten und den
Charakter jedes einzelnen ſeiner Löwen bis in
die kleinſten Einzelheiten ſtudieren. Nicht nur bei
den jungen in Dreſſur befindlichen Naubtieren,
ſondern auch bei den älteren Löwen ſeiner Gruppe,
weil ihr Charakter ſich oftmals ändert.
Ganz beſonders jedoch muß man aufpaſſen,
wenn ſie im Alter von zirka vier Jahren im die
Geſchlechtsreife kommen.
Beim Füttern und Cränken muß man ſtets
anweſend ſein. Die Aufſicht hierbei kann gar nicht
ſcharf genug ausgeübt werden.
Es gibt Löwen, die doppelte Portionen verlangen, andere
wiederum ſind ſchlechte Freſſer. Manche ſind erkrankt, was man
bei der Sütterung meiſtens herausfindet.”
„Welche Mittel wenden Sie an, um den Widerſtand Her
Löwen zu brechen, ſie völlig in die Gewalt zu bekommen und ihnen
Ihren Willen aufzuzwingen?”
„Was das Geheimnis des Beherrſchens der Naubtiere
an=
belangt, ſo iſt erſte Vorbedingung, daß ſie ſtets Neſpekt vor dem
Dompteur haben. Dieſer hingegen muß ganz genau wiſſen, wie
er ſeden einzelnen Löwen anzufaſſen hat, für welche Art von
Arbeit das Cier zu verwenden iſt.”
„Wie dreſſieren Sie Ihre Löwen?”
„Die Erziehung der Naubtiere iſt ähnlich der der Kinder und
Hunde. Liebe und Autorität ſind die beiden Grundpfeiler meiner
Oreſſurmethode. Ich muß meine Ciere ganz genau kennen, denn
ſie wechſeln die Stimmung genau wie die Menſchen. Die
Be=
obachtung der Löwen erſtreckt ſich auf den ganzen Cag, um genau
herausfühlen zu können, in welcher Laune ſich die einzelnen Ciere
an dem betreffenden Cage befinden.”
Welche Volle ſpielt die menſchliche Stimme bei der
Drelſur?”
„Die Stimme des Dompteurs iſt für die Dreſſur der
Naub=
tiere von großer Bedeutung. Wer keine Gewalt über den Löwen
hat, der kann ſchreien, ſo viel und ſo laut er will, er wird
nle=
mals Erfolg haben. Wer aber dieſe Macht über die Ciere beſitzt,
dem gehorchen ſie, auch wenn er leiſe ſpricht.”
„Welche Erziehungsmethoden wenden Sie an?”
„Niemals darf man die Löwen drangſalieren. Es iſt eine
irrige Annahme des Publikums, wenn es glaubt, daß Naubiiere
in der Dreſſur gequält werden. Das mag früher vielleicht der
Sall geweſen ſein. Heutzutage hat ſich dieſe Art von Dreſſur
völlig überlebt. Sonſt könnten ja auch aus unvernünftigen Cieren
nicht ſolche Dreſſurleiſtungen herausgeholt werden, wie dies bei
modernen Vorführungen geſchieht. Der Löwe muß wiſſen, daß er
nach getaner Arbeit Nuhe hat und durch Güte für ſeine Mühe
belohnt wird.”
„Iſt der Dompteur ſtändig Gefahren ausgeſetzt?”
„Gefahrenmomente ſind für den Dompteur immer
vorhan=
den. Einen Augenblick nicht ſcharf aufgepaßt, und er riskiert
unter Umſtänden, von ſeinem beſten Ciexe angefallen zu werden.
Beſonders, die Brunſtzeit im Frühjahr iſt für den Dompteur
außerordentlich gefährlich. In dieſer Seit iſt mit manchem
Löwen, der ſonſt gutartig iſt, wenig anzufangen. Oft gehen ſie
Erſter Kuckucksruf.
Von Alfred Nichard Meger.
Es iſt noch lange nicht ſo weit — ich weiß es wohl. Aber
da ich in dieſen langſam winterſcheidenden Cagen wieder einmal
durch die engen Gaſſen der Stadt meiner Jugend gehe, am
Gymnaſium vorüberſchreite, das meine kleinen Jahre von Sexta
bis Untertertia umſchloß, iſt es mir in der milden Mittagsſonne,
wie wenn ich plötzlich den Kuckuck rufen höre. . . ein
natur=
geſchichtliches Phänomen, das wir, als Knaben, hier immer der
Natur um gute vier bis ſechs Wochen vorwegnahmen.
Und da muß ich lächeln, da ich jener Cage und jenes
Phä=
nomens gedenke, langſam den Berg zum noch blätterkahlen Wal?
hinaufgehend.
Erſter Vorfrühlingsſonnenſchein. Da hatte ſich die Quarta
ihrer Cradition und ihrer Craditionspflicht zu erinnern. Von
Jahrgang zu Jahrgang vererbte ſich dieſe Kuckuckspfeife. Der
lie beim erſten Vorfrühlingsſonnenſchein zu pfeifen hatte,
vor=
ſichtig in das Kellerfenſter unter dem Quartazimmer geduckt, war
auszuloſen. Das war eine Ehrung. Das bedeutete aber auch
eine nicht ganz ungefährliche Situation. Man mußte wie ein
ganz richtiger Kuckuck rufen. So ein ſechzigjähriger
Natur=
geſchichts=Profeſſor konnte nicht, ſo ganz einfach von einem
Phänomen überzeugt wenden, beſonders, wenn er noch an
dem=
ſelben Nachmittag für den „Anzeiger” fünfzig Seilen darüber
ſchreiben ſollte. Die Lektüre dieſer Seilen am nächſten Cag war
dann der eigentliche Criumph der Quarta. Man war in Ehren
der Cradition treu geblieben, in jedem Jahr den Kuckuck ſo früh
wie möglich kommen und im Herbſt dann ſo ſpät wie nur möglich
gen Süden ziehen zu laſſen.. ..
Das Los hatte mich damals getroffen, gleich nach dem
Kar=
neval. Da hatte man in aller Heimlichkeit mit den
Kuckucksruf=
übungen zu beginnen; denn die Natur hat doch nicht jedem
Onen=
ſchen die ſchöne Jähigkeit verliehen, einen Kuckuck
wahrheits=
getreu nachzumachen, daß auch ein Profeſſor daran glaubte urd
hernach in der Seitung darüber ſchrieb. Da würde es für mich
nur einen abgelegenen Übungsſaal geben, unſeren Boden, zu dem
ich dann, unter allerlei Vorwänden, hinaufkletterte . . . nicht ohne
Bangen, kann ich wohl ſagen: denn oben in der ziemlichen
Dun=
kelheit herrſchten Natten, die ſich im Winter, wenn Kälte und
Hunger ſie allzuſehr peinigten, bisweilen hinter die
Scheuer=
ſchwellen unſerer Etage verirrten und dort, unheimlich quiekend
und fauchend, Kämpfe auf Leben und Cod ausfochten.
Wie hatte ein Kuckuck im Vorfrühling zu rufen?
Schnip=
piſch oder ſehnſüchtig? Kurz oder lang? Und, vor allen Dingen:
wie oft? Da doch die Menſchen ſo abergläubiſch ſind, die Sayl
der Jahre, ſo ihnen noch auf Erden beſtimmt ſind, nach dem
Ruf des Kuckucks zu beſtimmen. . . . Und wie — das war für
mich im Augenblick eigentlich das wichtigſte — verhielten ſich
Natten zum Kuckucksruf? Über dieſen Punkt ſtand leider in
keiner Naturgeſchichte etwas angedeutet. Da empfahl es ſich,
doch nicht zu ſchnippiſch zu rufen, ſondern pielleicht etwas
Jehn=
ſüchtig . .. entſchied ich mich. Und gar zu oft würde ich lisber
den Kuckuck auch nicht rufen laſſen — von wegen meines
La=
penfiebers, das ich ganz beſtimmt haben würde, wenn
Sonnen=
ſchein eines Mittags die Stunde der Premiere beſtimmt.
Kuk — kuk, kuk — kuk —, klang es da plötzlich vom Taie
zu mir zum Berg hinauf. Seit ganzen fünfunddreißig Jahren —
zum erſtenmal wieder. Die guten Jungens! Die braven Kerlel
Sie waren bis heute der Cradition unſerer Jugend treu
geblie=
ben. Aber — das mußte ich doch wohl ſagen — etwas ſehr früh
ließen ſie in dieſem Jahr den allererſten Kuckuck kommen! Und
ſo ganz einwandfrei kunſtgerecht ſchien mir der Kuckuck wirklich
nicht zu rufen! Wenn das nur gut abging! Und ich lächelte. . .
Bei mir war es damals gut gegangen. So ſchön hatte ſeii
Jahren der Profeſſor im „Anzeiger” nicht über den erſten
Kuckucksruf geſchrieben — hatte einſtimmig das Urteil der Quarta
gelautet; und auch die Certia ließ ſich herab, mir ein ehrlich
be=
wunderndes Lob zuteil werden zu laſſen.
Bei mir war es damals gut gegangen? Jedes Lächeln war
wohl von meinem Geſicht entſchwunden. Etwas anderes drängte
ſich vor, dazwiſchen aber ſchob ſich gottlob — daß ich jemals
dieſes jugendliche Gedicht meines Freundes Königsbrun=Schaup
vergeſſen konnte! — etwas Luriſches, Bruchſtücke, die ich
piei=
leicht ganz falſch zitiere:
„Der Kuckuck ruft: kuku, kuku!
Mein Börslein ſchüttle ich dazu.
Herr Kuckuck, meine Schulden zahl",
O, mach mich jung, Frau Nachtigal!”
Die Nachtigal dachte längſt nicht daran, zu rufen! Und der
Kuckuck — ach, der war eine ſchlechte Omitation! Und dennoch
— bei mir war es damals gut gegangen?
Wie oft hatte ich damals gerufen? O, welch Lampenfieber
hatte ich gehabt, als ich, mitten in der Stunde, meine Hand
erhob: „Darf ich mal hinausgehen, Herr Profeſſor?” Hart
häm=
merte mein Herz gegen die hölzerne Pfeife, die ich in meiuer
Matroſenbluſe barg. Mindeſtens ſiebenmal ſollte ich den Kucuck
rufen laſſen? Wenn der bloß nicht da unten im Kellerfeuſter
plötzlich das Stottern kriegte!
Nein — er kriegt nicht das Stotternl Es ward ein ſehr
beſcheidener Kuckuck daraus, der ſich mit drei gar nicht
allzu=
lauten Nufen begnügte.
„Fein haſt du das gemacht!” ward ich in der Pauſe von
meinen Kameraden beglückwünſcht.
„Was hat er denn geſagt, der Profeſſor?” fragte ich
wiß=
begierig.
„Gar nichts. Nur erfreut aufgelauſcht hat er. Still,
Jungens! murmelte er."
„Und dann hat er gezählt! Ganz langſam. Und ganz ernſt
iſt er dabei geworden. Still, Jungensl hat er noch einmal geſagt
und dann feſtgeſtellt: Dreimal!” korrigierte em anderer meinen
Freund.
Und dann — faſt genau nach drei Jahren — hatten wir
unſerem Profeſſor die letzte Ehre geben müſſen, da wir ihn auf
dem nahen Sriedhof begruben. Fiel mir das jetzt erſt ein? Warum
war es mir, als Knaben, niemals bewußt geworden, daß ein
Suſammenhang zwiſchen den drei Nufen meines Kuckucks und
den letzten drei Jahren eines Menſchen beſtehen konnte?
Da bin ich ſtill umgekehrt und habe einen Kranz auf das
Grab meines alten Lehrers gelegt. Und erſt am nächſten cend
iſt mir ein leiſes Lächeln wiedergekommen, da ich im Gaſthof
den neuen „Anzeiger” las und darm einen mit Chiffre
gezeich=
neten Aufſatz: „Der erſte Kuckuck”. Und lächelnd verfloß
Gegen=
wart in Vergangenheit, in fernſte Knabenjahre: „Wie faſt in
jedem Jahr kehrte der Kuckuck, im Altdeutſchen Gauch oder
auch Gouch genannt, franzöſiſch eoucou, wie auch Goethe dieſen
prophetiſchen Vogel, den „Blütenſänger”, begrüßt, ungewöhnlich
frühzeitig in unſere, noch halb von den Banden eines geſtrengen
Witers umfangene Landſchaft heim. Dem Volksmärchen
ge=
mäß hielten unſere Vorfahren den Kuckuck für ein Weſen, in
welches man ſich früher wahrſcheinlich einen der Heidengötter
verwandelt dachte. Darauf deutet die ſprichwörtliche
Verwechſe=
lung des Kuckucks mit dem Ceufel hin. Das holt der Kuckuck —
zum Kuckuckl, ſprechen wir wohl auch noch heute
gedanken-
los hin.
Sum Kuckuckl entfährt mir das Wort da ebenfalls, Kinder
ſind eben Kinder. Von all ihren dummen Streichen mag dieſes
Kuckucksſpiel noch das harmloſeſte ſein — ſelbſt auf die Gefahr
hin, daß es auch noch heute manch einen verehrten Lehrer geben
mag, der von ſeinem geſtrengen Standpunkt aus ſolche Narretei
verdammt und den Stab über mich bricht, ſolches lächelnd als
Jugenderinnerung zu erzählen. Ich entſchuldige mich mit der
heimlichen Moral, die ich meinem ſchon wieder entweichenden
Lächeln, ein wenig ſchuldbewußt, beimiſchte. Liebe Jugend! Ferne
Jugend! Ein Kuckucksruf führte mich in kleiner Stadt zu dir
und einem flüchtigen Lächeln zurück . . . da Sonnenſchein, milder
Frühling und Kuckucksruf vortäuſchte und — ein Lächeln, das
jedem Spotte fern iſt, ja, einer gewiſſen Bitterkeit nicht
er=
mangelt:
Liebe Jugend! Serne Jugend! Kühl iſt der Abend. Kein
Haus iſt mehr hier, das mir Heimat wäre. ...
dann gegeneinander los, ſind nur ſchwer ausemander zu
bekom=
men. Manchmal ſtürzt ſich das Männchen auf das Weibchen.
zerbeißt es, und man hat die größten Schwierigkeiten, die Ciere
zur Arbeit zu zwingen. Altere Löwen werden mit der Seit
eigen=
artig, durch Charakterverſchiedenheiten ſo gehäſſig, daß man ſie
aus der Gruppe nehmen und durch andere erſetzen muß. Alles
dies erfordert natürlich ein ſorgfältiges Studium.
„Wie beurteilen Sie die Intelligenz der Löwen?”
„Klug und gelehrig ſind ſie. Daran iſt nicht zu zeifeln.
Wenn z. B. des Abends in der Vorſtellung die Muſiker ihre
Inſtrumente ſtimmen, der Carmenmarſch ertönt, bei deſſen
Klängen die Löwen ihren Einzug in die Manege halten, wenn
ich mich in der Galauniform, die ich abends trage, dem Käfig
nähere, wiſſen die klugen Burſchen ganz genau, daß nun die
Arbeit losgeht.”
„Glauben Sie an eine Dreſſur der Naubtiere m der
Hypnoſe?”
„An eine derartige Dreſſur glaube ich nicht. Ich möchte
keinem Dompteur raten, die Dreſſur in der Hypnoſe an in Brunſt
befindlichen Löwen zu probieren. Er würde ſicherlich nicht weit
dabei kommen.
Die Vorführung fertiger Naubtiergruppen im Sirkus iſt
nicht das Allerſchwerſte meines Berufs, wohl aber die Seit der
Dreſſur, bis man mit unendlicher Geduld und Energie die Ciere
ſo weit gebracht hat, daß ſie zu einer vorführfähigen Gruppe
vereinigt werden können.”
Rund um die Liebe.
. .. weil die Liebe nämlich durch den Magen geht.
b. Berliu.
John und Bobbu liebten beide dasſelbe Mädchen. John und
Bobby waren ritterliche Naturen und verſchmähten es, die
üb=
lichen Methoden eiferſüchtiger Kontrahenten anzuwenden. Sie
bielten es mit den mittelalterlichen Nittern, die in ſolchen Fällen
Der tapfere Haſſelbart.
Von Nobert Seitz.
Haſſelbart, dem nichts ſo unerwünſcht ſein konnte, als durch
einen Zufall aus ſeiner beſcheidenen Nuhe in den Mittelpunkt
eines Ereigniſſes gezerrt zu werden, begab ſich an einem
Sams=
tag nachmittag auf die Straße, um einige Einkäufe zu erledigen,
Als er mit Paketen beladen aus einer Delikateſſenhandlung
heraustrat, kam er auf dem durch anhaltenden Regen glitſchigen
Bürgerſteig zu Fall. Er ſtürzte in dem Augenblick zu Boden, in
dem ein hagerer Mann barhauptig mit großen Sprüngen um die
Ecke eilte, um einer ihn verfolgenden Menſchenmenge zu entgehen.
Dieſer Sremde verſuchte zwar geiſtesgegenwärtig durch eine
ge=
ſchickte Wendung dem Suſammenprall mit dem hinſinkenden
Haſ=
ſelbart auszuweichen, verſtrickte ſich aber in die von Haſſelbart
des leichteren Cransports wegen auf einen gemeinſamen
Bind=
faden aufgereihten zahlreichen Pakete und fand ſich eine Sekunde
ſpäter neben dem ahnungsloſen Einkäufer auf naſſen Steinen
ge=
bettet, über ſich und um ſich die tobende Schar der Verfolger.
So wurde an dieſem TCage der vielgeſuchte Einbrecher und
Straßenräuber Hackmeck überwältigt und in Gewahrſam
ge=
nommen.
Haſſelbart, als vermeintlicher Held des Cages, deſſen von
Augenzeugen beſcheinigtem kaltblütigen Verhalten allein es zu
verdanken ſein ſollte, daß eine friedſame Einwohnerſchaft ſich
keiner Sewalttat des gefährlichen Hackmeck mehr ausgeſett zu
fühlen brauchte, ſah ſich ſofort im Mittelpunkt des allgemeinen
Intereſſes.
Er wurde photographiert und interviewt, fand ſein Bild
neben dem des berüchtigten Näubers in der illuſtrierten „
Sechs=
uhrveſperſtunde” und von dieſer über den Bezirk ſeines
Hei=
matortes hinausgetragen, wurde er ſeinen in entfernteren
Provinzen verſtreuten Verwandten zum Morgenkaffee
auf den Ciſch gelegt, umrahmt von einer Anzahl
wirkungs=
voller Ausſprüche, die nach Anſicht des Neporters dazu
ange=
tan waren, Haſſelbart zu dem Cyp eines zielbewußten,
klar=
denkenden und blitzartig handelnden Menſchen zu ſtempeln.
Er bekam anerkennende, begeiſterte und ſelbſtbewußte Briefe
von Onkels, Canten und Neffen, die ſich alle darin klar waren,
daß ein Haſſelbart gar nicht anders hatte handeln können, er
ſah ſich überſchüttet von zarten, andeutungsreichen, duftigen
Billets, von gedruckten Ehrenurkunden und hochachtungsvollen
Dankſchreiben zahlloſer Schrebergärtenvereine, deren Kaninchen=
und Hühnerſtälle monatelang durch den Näuber Hackmeck in
Gefahr geweſen waren.
Am dritten Cage nach dem Geſchehnis eiſ=hien bei ihm der
Direktor der Coska=Ceuka=Film=A.=G.
ein handfeſtes Curnier anzuſetzen pflegten. Im Prinzip waren
ſie ſich darin einig, daß die Methode dieſer Nitter auch in ihrem
Falle anzuwenden ſei. Aber da ſie wiederum moderne Menſchen
waren und kein Blut ſehen konnten, vereinbarten ſie einen
Wettkampf, der zeitgemäß war. Sie beſchloſſen, einen Hunger=
Match auszutragen. Wer als letzter den Kampf aufgab, ſollte
as Mädchen bekommen.
Wir können auf eine eingehende Schülderung des Kampfes
verzichten, denn er war wenig ſpannungsreich. Sie hielten beide
nur kurze Seit aus, und wenn es trotzdem einen Sieger gao, ſo
hatte der es dem Umſtand zu verdanken, daß der andere früher
die Geduld verlor. Einer mußte ja ſchlapp machen.
Der Hungerrekord ſteht auf einigen vierzig Cagen, Bobby
ſagte ſchon nach 126 Stunden und 35 Minuten, daß er jetzt für
ein gutes Beafſteak das ſchöne Mädel willig hergebe. John
hatte damit gewonnen, aber vor den Neizen der Freundin führte
er ſich doch noch ein anſtändiges Menu zu Gemüt. Denn die
Vorausſetzungen dieſes Kampfes waren ein einziger grober
Irrtum.
Als die alten Nitter zum Curnier zogen, trugen ſie das Bild
der Angebeteten im Herzen. Auch unſere Freunde hatten
Ahn=
liches vor. Aber wer jemals einen geſunden Hunger verſpürt hat,
der weiß, daß nach zwölf Stunden das Bild der Geliebten durch
den imaginären Duft eines appetitlichen Bratens verdrängt wird.
Liebe iſt gut — aber man muß ſich vorher ſatt gegeſſen
haben. Weil die Liebe nämlich durch den Magen geht. . ..
Othello als Negativ.
e. New Aork.
Das großgeſchriebene Negativ iſt eine belichtete
photogra-
phiſche Platte. Jeder weiß, daß das ſchönſte weiße Frauenantlitz
auf dem Negativ grau und ſchwarz wird. Ein Neger erſcheit
auf dem Negativ in ſtrahlender Weiße, und wem es Freide
macht, der kann darin einen Akt der ausgleichenden Gerechtigkeit
unſerer allgütigen Mutter Natur ſehen.
Aber derlei Umkehrungen ereignen ſich nicht nur auf der
Platte, ſondern auch im Leben. Ein gewiſſer Shakeſpeare ſoll
vor Jahren einmal einen Neißer geſchrieben haben, der „Othello”
hieß. Dieſe Geſchichte iſt nun im Negativ erſchienen.
Sie ſpielt nicht in Venedig, ſondern in St. Louis. Der Held
iſt kein Schwarzer, ſondern ein Weißer. Er iſt nicht einmal ein
Mann, ſondern eine Frau.: Die Heldin iſt folgerichtig keine Frau,
ſondern ein Mann. Sie iſt auch nicht weiß, ſondern ſchwarz.
Alles übrige iſt aber genau ſo, wie in „Othello”...."
Miß Green war die Cochter eines Negers, der es bis zum
Leiter eines Warenhauſes in St. Louis gebracht hat. Mr.
Show=
field iſt vor Jahren als einziger Weißer in dieſes Warenyaus
eingetreten, und zwar als Portier. Er arbeitete ſich in kurzer
Seit hoch und wurde erſter Reiſender. Die dunkelhäutige Cochter
ſeines Chefs fand Gefallen an ihm, ſie protegierte ihn, wo ſie
konnte und hat ihn auch ſchließlich geheiratet. Ihre Liebe ſoll
angeblich erwidert worden ſein. Die Ehe war ſehr glücklich. Mr.
Showfield avancierte zum Generalvertreter. Als ſolcher brauchte
er eine Reiſeſekretärin. Er nahm dazu ein weißes Mädchen.
Einer ſeiner Untergebenen, ein Schwarzer, der ihn gern aus dem
Geſchäft und dem Herzen ſeiner Frau verdrängt hätte, erzählte
dieſer, Showfield habe mit ſeiner weißen Sekretärin ein
Ver=
hältnis. Als der Gatte dann wieder von einer Reiſe
zurück=
kehrte, machte ihm die liebende Gattin eine Szene, zückte ein
Meſſer und ſtach es ihm in den Leib.
Mr. Showfield iſt dennoch geneſen, es kam zur Verſöhnung,
und inſofern weicht die Geſchichte vom „Othello” des gewiſſen
Shakeſpeare ab. Aber man muß bedenken, daß ſie im 20.
Jahr=
hundert ſpielt. Wenn Shakeſpeare unſer Seitgenoſſe wäre, hätte
auch er ſeinem „Othello” ein fröhliches happy end angehängt.
8 1 der Hausordnung: Heiraten verboten!
h. Paris.
Herr Jean Brasqueline muß in früheren Jahren ſchlechte
Erfahrungen mit dem weiblichen Geſchlecht gemacht haben.
Je=
denfalls iſt ſeine Stellungnahme den Frauen gegenüber zu einer
grimmigen Feindſchaft ausgeartet.
Vertrag. Haſſelbart fühlte ſich nicht dazu berufen und lehnte
ab, aber der Direktor entfernte ſich erſt nach der eidesſtattlichen
Verſicherung, daß Haſſelbart, falls er ſich doch noch zum Film
entſchließen würde, einzig und allein bei der Coska=Ceuka=Film=
A.=G., in dem geplanten zehnaktigen Silmwerk „Hackmeck”
arbeiten werde.
Haſſelbart wurde durch alle dieſe Vorgänge aus dem
Gleich=
gewicht gebracht. Er, bis jetzt ein unbekannter, in beſchaulicher
Nuhe dahinlebender Mitmenſch, fühlte ſich plötzlich von den
Wogen der öffentlichen Meinung hoch emporgetragen, über die
Grenzen eines alltäglichen Lebens hinausgeſchwemmt und
hineili=
gezogen in den gigantiſchen Strudel der Seit, Seite an Seite mit
europäiſchen Diktatoren, aſiatiſchen Fürſten und amerikaniſchen
Schriftſtellern. Als er im „Hinterland” neben einer Aufnahine
Muſſolinis nach dem fünfundzwanzigſten Attentat eine Seichnung
ſah, die ſeinen Haſſelbarts — Kampf mit dem Näuber Hackmeik
darſtellte, empfand er ſelbſt eine nicht geringe Bewunderung für
ſich und beſchloß, ſich von jetzt ab die Hochachtung der eigenen
Perſon einzuräumen, zu der er ſich bisher aus Gründen der
Be=
ſcheidenheit nicht hatte entſchließen können.
Surückgeworfen in ſein früheres kleines Leben wußte ſich
Haſſelbart mit dieſer Vergeſſenheit, in der ihn der Wankelmut
und die Schnellebigkeit ſeines Seitalters geworfen hatte, zunächſt
nicht abzufinden. Er verſuchte, ſich mit aller Gewalt wieder in
den Vordergrund zu ſtellen, erſchien zu allen Veranſtaltungen
ſeiner Heimatſtadt, und ließ ſich auf allen Sitzungen jener Vexeine
ſehen, die es ſich vor kurzem zur Ehre angerechnet hatten, einen
Haſſelbart in ihrem Seſtkomitee zu haben. So zwang er die
Mit=
bürger immer wieder, Notiz von ihm zu nehmen, ohne begreifen
zu können, daß man ihm dieſe abſichtliche Surſchauſtellung bald
übler vermerkte als dem Näuber Hackmeck die begangenen
Schandtaten. Es ging bald ſo weit, daß man ſich darüber ärgerte,
daß es gerade dieſer Haſſelbart geweſen war, deſſen
Dazwiſchen=
kommen man die Gefangennahme Hackmecks verdankte. Warum
— ſo fragte man ſich — hatte das Schickſal gerade dieſen
auf=
geblaſenen Menſchen dazu auserwählt, und nicht einen biederen
und beſcheidenen Mann, dem dieſer Erfolg nicht in jenem Maxe
zu Kopf geſtiegen ſein würde.
Haſſelbart mußte zu ſeiner Beſtürzung bald merken, daß er
von vielen ſcheel angeſehen wurde, und i der Erkenntnis, daß
Undank noch immer der Welt Lohn ſei, kehrte er dem
öflent=
lichen Leben eines Cages entſchloſſen den Nücken, nicht ohne ſich
die ſchwerwiegende Frage vorzulegen, weshalb gerade er den
Hackmeck dieſen Neidern und Mißgünſtigen ausliefern mußte.
In den einſamen Stunden, die Haſſelbart ſetzt wieder zu verleben
hatte, boſchäftigte er ſich viel mit dem zur Strecke gebrachten
Näuher. Rach den gemachten trüben Erfahrungen konnte er
ſich nicht verhehlen, Laß in ihm nach und nach eine Sympaihie füir
Herr Jean Brasqueline beſaß aber einiges Geld, das en
zur Seit der Inflation ſicher anzulegen gedachte. Herr Brasque=.
line baute alſo ein Haus mit vielen Wohnungen und bezog darm
die erſte Etage.
Herr Brasqueline konnte keine Frau riechen, geſchweige
denn ſehen. Es beſtand die Gefahr, daß die Wohnungen unter
Die dunkelhäutige Cochter des Chefs fand Gefallen an ihm . . . .
und über ihm von Vertreterinnen der verhaßten Naſſe bevölkert
würden. Herr Brasqueline tat kund und zu wiſſen, daß er in
ſeinem Hauſe nur Junggeſellen Naum zum Wohnen geben würde.
Und ſiehe da, es fanden ſich Männer, die mit Herrn
Bras=
quelins Anſichten „völlig konform” gingen. Sie unterſchrisben
willig den Mietskontrakt, deſſen erſte Klauſel lautete: Ich
ver=
pflichte mich, während der Dauer des Mietsvertrages keine Ehe
einzugehen und erkläre mich mit der Beſtimmung einverſtanden,
daß der Vertrag bei einer entſprechenden gegenteiligen
Hagd=
lung meinerſeits als gelöſt zu gelten hat.
Leider war Herr Brasqueline ſo unvorſichtig geweſen, nicht
nur Junggeſellen ſeines Alters, ſondern auch jüngeren
Weiber=
feinden ſein Vertrauen zu ſchenken. Und es kam, wie es kommen
mußte: Nach zwei Jahren waren von den zehn Jungeſellen in
ſeinem Hauſe vier entgleiſt: ſie hatten geheiratet.
Herr Brasqueline forderte ſie auf, ſein Haus zu verlaſſen.
Als ſie es vorzogen, zu bleiben, reichte er vier Näumungsklagen
ein. Die Ex=Junggeſellen nahmen ſich einen gemeinſamen
An=
walt. Die Verhandlung hat in dieſen Cagen ſtattgefunden.
Der Nichter war geneigt, Herrn Brasqueline recht zu geben.
Gegen die Nechtmäßigkeit des freiwillig von den Beklagten
unterzeichneten Mietsvertrages war kaum etwas einzuwenden.
Aber im Augenblick der höchſten Gefahr ſtand der Verteidiger
auf und ſagte mit prächtigem Pathos: „Hohes Gericht! Scit
Jahrzehnten kämpft unſere Mutter Frankreich einen heroiſchen
Kampf gegen den Rückgang der Geburten, um die Exiſtenz der
Nation. Vier junge Mäner haben ihren Notſchrei gehört, haben
es unternommen, der Nation zu helfen, ſoweit das in ihren
Kräften ſtand. Und nun wollen Sie ihnen die Möglichkeit dazu
entreißen? — Hohes Gericht! Nicht vier beliebige junge Männer
ſind hier angeklagt — ſondern die Nation, der Geiſt unſeres
hei=
ligen Srankreich. Und nun fällen Sie Ihre Entſcheidung!”
Sie fiel — und Frankreich war gerettet.
Herrn Brasqueline aber bleibt nichts anderes übrig, als in
ein Kloſter zu gehen.
Hackmeck wach wurde. War ſie zunächſt auch aus dem Bedauern
geboren, ſeinen hämiſchen Nachbarn einen Störenfried ihrer
ſatten und mit Boshaftigkeiten angefüllten Cage vom Halſe
ge=
ſchafft z haben, ſo ging dieſe Ceilnahme bald in ein Mitleid
über, das Haſſelbart für einen durch ſein Sutun hinter Gefäng=.
nismauern ſchmachtenden Menſchen zu empfinden begann. Wenn
er auch zu ſeiner Beruhigung immer wieder feſtzuſtellen ſuchte,
daß ſein Eingreifen in dieſes Drama ohne ſeinen perſönlichen
Willen lediglich einem Zufall zuzuſchreiben war, ſo kam er doch
nicht von der Vorſtellung los, einen Menſchen, der ihm ſelbſt
nicht das Geringſte getan hatte, den Häſchern, wie er ſich in
Ge=
danken jetzt ausdrückte, ausgeliefert zu haben.
Dieſer Gedanke fraß ſich immer tiefer m Haſſelbart ein.
Er begann ſich mit Kriminalgeſchichten zu beſchäftigen, in deuen
abenteuerliche Befreiungen Gefangener eingehend geſchildert
waren. Er entwarf ſelbſt die verwegenſten Pläne, von denen er
von vornherein wußte, daß er auch nicht das Geringſte zu ihrer
Ausführung tun würde. Aber er fühlte ſich an ſolchen Abenden
beruhigt, an denen ihm in Gedanken eine Entführung des
Näu=
bers Hackmeck geglückt war. Dann aber, um aus dieſen Ideen
heraus wenigſtens einen tatkräftigen Schritt zu unternehmen,
beſchloß er, ſeinen Nechtsanwalt zur Übernahme der
Verteidi=
gung des Näubers Hackmeck zu überreden. Hier aber mußte er
erfahren, daß dem Verbrecher von Gerichts wegen ein
Vertei=
diger geſtellt würde, es ſei denn, daß Herr Haſſelbart die Koſten
aus eigener Caſche aufzubringen bereit wäre. Zu dieſem Opfer
konnte ſich Haſſelbart zwar nicht entſchließen, aber er beruhigte
ſein Gewiſſen durch die in die Luft geſagte Nedensart: „Sehen
Sie mal zu, was ſich tun läßt.”
Die letzte Seit vor dem Prozeß verbrachte Haſſelbart, der
als Seuge geladen war, in begreiflicher Aufregung. Nichts
be=
ſeelte ihn mehr, als der Wunſch, daß Hackmeck milde Richter
finden möchte, und er ſtellte ſich ſchon vor, wie er ihm nach
ver=
büßter Strafe behilflich ſein würde, ein neues Leben anzufangen.
Am Verhandlungstage war Haſſelbart der erſte, der erſchien,
in der Hoffnung, den Verteidiger vor Beginn ſprechen zu köninen,
um ihm die inſtändige Bitte vorzutragen, ſich ſeines Klienten von
ganzem Herzen anzunehmen. Ehe Haſſelbart jedoch dieſe
Geie-
genheit fand, mußte er ſchon auf der Seugenbank Platz nehmen.
Er ſaß an ſichtbarſter Stelle, und ſo geſchah es, daß gerade auf
ihn die erſten Blicke des hereingeführten Hackmeck fielen. Vor
dieſem Ausdruck des unverlöhnlichen Haſſes erſchrak Haſſelbart
bis ins Imerſte. Er fühlte, dieſer Menſch würde, wenn es in
ſeiner Macht ſtünde, an ihm zuerſt blutigſte Nache nehmen.
Haſſelbart kroch in ſich zuſammen, verkrampfte die Hände
und betete inbrünſtig, daß man den Näuber Hackmeck zu
lebens=
änglichem Suchthaus verurteilen möge.
Licht, Luft und Sonne.
Von Dr. Leo Koſzella.
Wir Menſchenkinder haben doch ſeltla.ne
Eigentümlichkeiten: Wir vergeſſen viel zu
raſch und behalten im Gedächtnis, was wir
lie=
ber raſch vergeſſen ſollten; das Neue verblüfft
uns, ohne daß die meiſten in der Lage wären
und Luſt hätten das Weſentliche an dieſem
Neuen kritiſch feſtzuſtellen, und bald erſcheint
uns ſelbſt das Neueſte als ſelbſtverſtändlich.
Wir wandern durch Mietskaſernen oder
wohnen ſelbſt in ihnen; wir leiden unter Mang4!
an Luft, Licht, Sonne, Abhängigkeit von
erg=
herzigen und tyranniſchen Hausbeſitzern, uiter
techniſchen und ſozial=hygieniſchen Lücken. Aber
wir ſind Gewohnheitstiere, zu phlegmatiſch und
traditionsverankert. Sonſt würden die
neuzeit=
lich orientierten, reformbegeiſterten, modelren
Architekten nicht auf ſolche Hinderniſſe ſtoßen,
wie es tatſächlich der Fall iſt.
Heute ſchließt z. B. Berlins neue
Bau=
ordnung von 1925, die jetzt wieder erneuert
werden wird, alle engen Höfe aus, und die
Wohnungsfürſorge=Geſellſchaft gibt nur dann
öffentliche Mittel her, wenn jede neue
Woh=
nung ein eigenes Bad beſitzt.
Wie wenige ſehen aber die Vorzüge ſolcher
Neuorientierung ein, wie wenige ſehen die
Cin=
heitlichkeit und Planmäßigkeit neuzeitlicher
Bebauung gegenüber den mittelalterlichen
Methoden der Vorkriegszeit. Wie wenige die
Differenziertheit und Feinheiten der
Gliede-
rung eines heutigen, unter rationellen
Geſichts=
punkten errichteten Straßenblocks, von dem
durch die jetzige Bauweiſe erſt möglichen
Städtebau ganz zu ſchweigen.
betrachten. Sum Schaden des dort wie bier,
im Block und Einfamilienhaus, zm Ausdruck
gelangenden geiſtigen Problems, das ja traß.
und wegen aller Nationaliſierung und
Cypi=
ſierung nur der Exponent im heutigen
Nieſen=
kampf um neue Lebensformen iſt und von der
veränderten materiellen, ſozialen und geiſtigen
Struktur unſerer Seit diktiert wird.
Jedenfalls ſollten wir alle dieſe großen
Probleme nicht den Fachleuten allein
über=
laſſen, ſondern durch tätige Mitarbeit die
Löſung beſchleunigen helfen.
Wir ſollten uns gewöhnen, nicht nur das
Was, ſondern gerade überall das Wie zu
ſehen. Alſo nicht, wie früher, in erſter Linie
das Aſthetiſche, ſondern das Sozialhygienſche,
das Cechniſche, die Idee und Geſinnung, das
Neformatoriſche und Mutige.
Wir ſollten uns vollkommen freimachen
von allem Uberlieferungsgemäßen, ohne davel
in den anderen Fehler zu verfallen, dem Neuen
mr zu huldigen, weil es eben ſo n=
u=
artig iſt.
Wir ſollten durch kritiſches Sehen zur
gedanklichen Selbſtändigkeit gelangen! Oenn
es geht uns alle an, und nicht zuletzt tragen
wir durch den Grad unſerer Intenſität die
Verantwortung für die Fortentwicklung der
zukünftigen Generation.
Heute gipfelt unſer Ehrgeiz nicht mehr in
der Schaffung breiter Straßenzüge,
monu=
mentaler Plätze und Konzentrierung
innen=
ſtädtiſcher Baumaſſen.
Früher war es ein Feſt, wenn die Sonne bei kleineren
Wohnungen eine begrenzte Seit im Jahre ſtundenweiſe das
„Heim” mit ihrer Anweſenheit beehrte. — Heute iſt es G=
uſd=
ſatz, daß jede Wohnung Luft und Licht von zwei Seiten üitzt.
Draußen in den Siedlungen erſcheint ſchon deshalb vieles
oder alles lelbſtverſtändlich, weil das Ganze meiſt iſoliert daſteht,
die freie Natur beſondere Maßſtäbe und Betrachtungsweiſen
aufdrängt und wir Siedlungen überhaupt mit andern Augen
Gerade das Gegenteil verſucht man m der Auflockerung
des ſtetig wachſenden Stadtkörpers, in ſeiner
Dezentrali=
ſierung und in der Erſchließung der weiteren, billigeren
Um=
gebung zu erreichen.
Früher waren die Höfe, ſelbſt die der „beſſeren”
Häuſer, Angſt und Grauen einflößende Schluchten,
Müllabladeplätze. — Heute liegen an ihrer Stelle
park=
artige Freiflächen, oder die Höfe liegen ſogar an der
Straße, ſo daß der anrüchige Begriff des Hiterhauſes
(euphemiſtiſch Gartenhaus oder Seitenflügel) in Fortfall
kommt und ſelbſt die einſt unantaſtbare
Bauflucht-
linie aufgegeben werden konnte.
Dadurch fällt auch alles protzig Nepräſentative fort,
und die Küche kann heute dort, wo die Straßenſeite
nach Norden liegt, nach der Straße untergebracht
werden.
Die Straße ſelbſt iſt dem Verkehr freigegeben, weil
die ſpielenden Kinder in den neuen „Höfen”, die in
vielen Siedlungen ſogar noch Waldbeſtand aufweiſen,
ein einzigartiges Paradies beſitzen.
Dies alles wirkt ganz überzeugend dort, wo
inner-
halb der Steinwüſten und Mietskaſernen großer Städte
ſolche „Experimente” tapfer durchgeführt wurden und
der Vergleich mit der alten Bauweiſe ſofort möglich iſt.
Man iſt ſo von ſozialen, wirtſchaftlichen und
hygie=
niſchen Geſichtspunkten aus beſtrebt, dem modernen
Menſchen das Gegengewicht gegen die harten
Lebens=
bedingungen angeſtrengter beruflicher Cätigkeit zu
bieten.
Das wird nicht zuletzt zur Lockerung der
Kiaſ=
ſengegenſätze und Befriedung der gereizten politiſchen
Atmoſphäre viel beizutragen in der Lage ſein.
Die moderne Wohmung iſt nicht mehr der Käfig
mehr oder weniger eingebildeter Behaglichkeit.
Sie iſt vielmehr ein Inſtrument geſunder
Lebens=
führung und Lebensgeſtaltung geworden, das nicht
zu=
letzt auch auf die beſtehende Ehekriſe Einfluß haben
kann.
Dies alles wird ſich allerdings wohl erſt nach
Beſeitigung der ſchon jetzt intenſiv bekämpften
Woh=
nungsnot und der Wirtſchaftskriſe überhaupt voll
aus=
wirken.
Schach
Raih
Nummer 308.
Alexis Troitzky in Petersburg
„500 Endſpielſtudien”.
Ge ee
Püſſelung. Weß. Kes ges Bog 6i.
Schwarz Xh8 8g6 Bd3 (8).
Löfung der Endſpielſtudie 32.
H. Rinck. 150 Fins de Partie. (Kt1T12h1; Ka1 Dh8 Lc7 Bd4 h8; ſchlicht.)
1. Tk2—d 21 droht Ke2 (f2)4. 1.. .. Da8 2. K124 Dih 1 8. Td1r: Schlägt
Schwarz den T, ſo iſt Weiß patt; ſchlägt er ihn nicht, ſo folgt 4. Tihl h5—h2
5. Kg2. Weiß opfert den T gegen den 4.B und hält, da der Enicht aus der Ecke
vertrieben werden kann, gegen I. und B remis.
Anfragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
Darmſtädter Tagblatts mit der Aufſchrift „Schach”.
Briefkaſten: K. K.: 440. 1. Kb17 La11
Rätſel
ID1
IIM
Daß ergänzte Swtichwort.
10 5 9 2 3 10 5 6 — 5 7 8 12 — 5 11 23 — 4 5 1181 —
Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Frühlingsboten. 10 11 12 Fluß
m Steiermark.
Die Auflöſung ergänzt das Sprichwort: „Im Wein iſt Wahrheit”.
Kreuzworträtſel.
Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Aufenthaltsnachweis,
2 Wurzelgemüſe, 3 Zierpflanze 6 Vereiniguno. 7 beſitzanzeigendes
Für=
wont, 9 afrikaniſche Küſtenlandſchaft, 11 Artikel, 12 Tonſtufe, 14
Ab=
kürzung für „ſehr fein”.
Von links nach rechts: 2 Engliſche Anrede. 4 Lotteriezettel, 5
weib=
licher Vorname, 6 Blume, 8 Bilderreihe, 10 Nahrungsmittel aus Mehl
und Eiern, 13 leichtes Fahrzeug, 15 Kälteprodukt, 16 kurzes ſchmetterndes
Tonſtück.
Beſuchskartenrätſel.
Gudte änke.
Bo lim.
Was iſt die Dame von Beruf?
Figuren=Rätſel.
* * * * * * A * — X * X X X * * X * * * * * * X * * * * * X * * * X * An Stelle der Kreuze ſind buchſtabenweiſe die untenſtehenden
Sil=
ben zu ſetzen, ſo daß die 17 ſenkrechten Reihen Wörter von folgender
Bedeutung enthalten: 1. Männername, 2. Reptil, 3. etwas Menſchliches,
4. Laubbaum, 5. Stadt in Pommern, 6. Frauenname, 7. Waſſerfahrzeug=
8. Körperteil, 9. Verkehrsmittel, 10. Vogel, 11. Baumfrucht. 12. kleines
Raubtier, 13. iſt nur im Winter zu ſehen, 14. Metall, 15.
Naturerſchei=
nung, 18. Oper von Wagner, 17. die Quelle manchen Uebels. Die
An=
fangsbuchſtaben nennen dann Menſchen der Neuzeit.
bahn, bel, beth, che, chel, chen, dau, di, die, e, ei, ei, ei, ei, er, fer,
froſch, greifs, her, ich, ir, käl, kü, laub, li, mann, men, mon, na, nand,
ne, neu, re, rei, ren, ſa, ſchnee, ſen, ſen, tung, wal, wald.
Anflöſung der Rätſel aus Nummer 18.
Füllrätſel.
Ein launiſcher Herr.
Stern=Rätſel.
1—2 Schal, 2—3 Leine, 3—4 Ebers, 4—5 Stern, 5—1 Ninos.— „Heine.”
Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchtruckerei. Rheinſtr. 23 — Verantwortlich f. d. Nedaktion: Dr. H. Nette Fernſpr. 1. 2383—2392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſchres: F. Haußmann, aue in Darmſtadt.
[ ← ][ ][ → ] „Geduld bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung,
Hoffnung aber leſſet nicht zu ſchanden wärden”, haaßt’s in de
Schrift.
Un däß hott ſei Richdichkeit.
No un in Bezugnahm un berräffs vun wääche de Geduld,
alſo die hawwe ſe uns beigebracht, mittlererweil, do ſin mer
Helde drinn, um do macht uns ſo leicht kaaner was vor; un mir
kumme aach net aus de Reih, ſundern ieſve ſe fleißich, un ſogar
ſchichtweis, dreimol acht Stund de Dag.
Dohärngääche mit de Erfahrung, do haberts noch bei
uns, eſch ſogar. Dann mir mache Dag vor Dag neie und
die ſchmeiße die alde immer widder iwwer’n Haufe. Un wann
mer glaabt, mer hett emol e richdich Erfahrung gemacht, uff die
mer ſich bickelfeſt verloſſe kennt, do macht mer die Erfährung, daß
aach uff die beſt Erfahrung heit kaan Verloß mehr is. Naa,
wie geſagt, die Erfahrunge, die wo mer äwe mache, die ſin ein
ſchwankendes Rohr im Wind, mer kann ſich net dra halte. Die
ganzich Erfahrung, wo mer noch als ächt gälde loſſe kann, is
die: „Mach’s wieſte’s willſt, du machſt es ſtets verkehrt‟ —
Dohärngäache die Hofſunnn, die Göddin Hoffnung, däß is
ſozuſage widder was Dauerhaffderes, un drum kumme mer aach
net draus eraus, mir ſin ſozuſage immer in de Hoffnung, un
ſogar am Grab noch dhun mer ſe uffblanze. Dann wie geſagt:
Hoffnung leßt net zu ſchande wärrn. . .
Un ſo hoff ich alſo mol for’s erſte, daß aach noch der Ooſe=
Abrill, mit ſeine windermeßiche Alliern, erum geht, dann dovo
ham=mer nu endlich genug, un mer kenne uns dorchaus net
be=
klage, daß mer diß Johr zu torz kumme ſeein, in Bezugnahm
vun wääche Kalt, Schnee, Froſtballe, verfrorene Naſe un
Ohr=
klabbe, ſundern ganz im Gäächedaal. Un däſſendwääche, — ick,
meht aach widder mol an meim Kohlehennler vabeigeh, ohne
daß er aam aguckt, als wann mer’m was ſchuldich weer. —
Un ih meecht garn ſtidder mol ſpiern, wie’s aam in ſeine
Woh=
mung zumut is, wann mer net dauernd am Owe riſchſchele muß. —
Un däßwääche heff ich alſe ſtack, uff de „Mai”, un denk, daß=er
dhut, was ſeines Amtes is, und kimmt un ſtreicht net bloß die
Vecm grie a”, ſundern kißelt aach de Tärrmomeder es bische,
daß=r hochgeht wie e beleidicht Läwwerworſcht, un daß mer ſich
endlich emol aus ſeim Windermutze eraus ſcheele kann, un
kann=
en ei ballſamiern, in Zeidungsbabier, un uff de Boddem ins
Erziel ſchicke.
Des endfärnderen hoff ich alſo in Gedult un aus Erfahrung,
tas vun dem, wo unſer großer, odder langer Herr Owwerowwer
dene Bräſſelait neilich verrode hott, ei drifft. Nooch dem, was
mer ſo driwwer im Blatt geläſe hott, ſcheint er ſich mit ſeim
Programm ſtack an mei Forderunge a gelehnt zu hawwe, die
ſvo ichm vore Dagener värrzeh ſärwiert hab, un wo er im
Ernſtfall bloß däß dorchzuſtreiche brauch, was dene uff im
Rodhaus net in de Kram baßt.
Freilich, er hott bei däre Bräſſe=Ausſproch aach manche große
Wörter gelaſſe ausgeſproche, beiſpielsmeßich däß: „Keine
Ausgawe, ohne Deckung!” — Un grad bezieglich vun dem
exorbidande und fullmine ſe Geſtendnis aus=ere gedrickte
owwer=
borjemaaſterliche Seel, miſſe mer in Geduld hoffe, was kimmt,
obgleich jo bekanntlich nix ſo haaß erfillt wärd, als wie’s
verſproche is worrn. Dann wann ſich unſer Owwerowwer
uff de aaner Seit mit Gott for Darmſtadt un Vaderland ins
Werk leeche will, un will zu gleicher Zeit uff de annere Seit
ſparn, ſo wird daß ohne e bische Gekommbrommiſſel net
ab=
geh. No un was dodebei eraus kimmt, däß waaß mer jo. Un
wer drotzdem noch im Zweiſel is, der ſoll emol ſei Nas in’s
dißjähriche Haushaltsedadsbittſchee eneiſtecke. Nemlich do geht
net bloß Null vun Null uff, ſundern es bleibt noch zimmlich viel
iſv)rich. s Dumme is bloß, daß däß, wo iwwrich bleibt, uff
de verkehrte Seit ſteht, nemlich net beim Awoarhaben, ſundern
beim Fehloarſchuldenden. Un däß zu deixle, do kann er emol
ſei kummenahlfinanztaſchniche Kinſte ſpiele loſſe.
Mir perſeenlich is es dorchaus net zweifelhaft, wie däß
aus=
geht, un ich muß do an daß Liedche denke, däß wo mer als in
unſere Jugend geſunge hawwe, un wo gelaut hott:
Jetzt fang ich mer e Maus,
Jetzt fang i.h mer e Maus,
Jetzt fang ich mer e hoorich Maus,
Zi, za, boorich Maus,
Jetzt fang ich mer e Maus.
Was dhuſte mit de Maus,
Was dhuſte mit de Maus,
Was dhuſte mit de hooriche Maus
Zi. za, hooriche Maus,
Was dhuſte mit de Maus.
Ich zieh=ere ab des Fell,
„Ich zieh=ere ab des Fell,
„ſch zieh=ere ab des hooriche Fell,
Zi, za, houriche Fell,
J.ᛋ zieh=ere ab des Fell".
So e Maus hott awwer bekanntlich bloß aa Fell, un wann
däß abgezoge is, hott die arm Seel Ruh —
No iwwrichens hab ich ſo aus dene Ausfiehrunge
ent=
numme, daß unſer Herr Owwerowwer bereits kräfdich a gefange
kott, mitm Sparn. Nemlich der Fehlbedrag vum dißjährige
Edad, war urſpringlich 3 Milliöncher, un mer hott in dermaße
zuſammegeſtriche, daß es bloß noch annerthalb Million ſin;
dem=
gemäß hawwe mer diß Johr ſchun annerthalb Million
ge=
ſpart. Des nechſte Johr wärd der Fehlbetrag valleicht 5
Million bedrage, und wann mer dodevo widder die Hälft ſtreicht
haſwe mer zwaaunehalb Million geſpart. Nemme mer a',
s iwwernechſte Johr dhet der Fehlbedrag 10 Million bedrage,
dovo wärd widder die Hälft geſtriche, ſo ſin däß ſchun fimf
Million, wo geſpart wärrn. Wann mer alſo weider ſparn,
kenne mer ſo reich wärrn, wie mer wolle, dann je greeßer der
Fehlbedrag is, deſto mehr wärd geſpart . .
Spaß abadd, unſer Herr Owwerowwer wärd recht grindlich
zu dhu hawwe, wann=er daß wohr mache will, was=er in ſeine
kummenahlbollidiſche Ausfiehrunge vor dene Präſſeleit,
geoffen=
bart hott. Dann es is net zu leichne, es gibt Leit in Darmſtadt,
die hawwe Roſiene im Kobb, däß ſin die reinſte Kärwiß. Jch)
erinner bloß an die ſixe Ideeje vun wääche dem Stadtjuwiläum,
vvo ’s nechſte „Johr fei ſoll, un wo mer gedho hott, als dhet ſich’s
de um wer=waaß=was drehe. Du liewer Gott, ſexhunnert Johr,
däß weer mer aach was for=e Stadt. Mir wolle mol in
vier=
hunnerd Johr deve redde, wann mer ’s dauſendjähre
Stadtjuwiläum ſeiern, do bin ich ehnder defor zu hawwe. Dann
bis dohie wärd aach glicklich unſer neier Stadtarchivar ei wan; alle alde Stadtrechnunge noochgebrieft hawwe. For dißmol
genieikts, wann mer beim „Sechshunnerdjähriche” meintswääche
jedem Stadtrat uff ſtädtiſhe Koſte en halwe Schobbe Wei’ un en
Worſchtweck gibt, un domit juck, mehr kenne mer uns net leiſte:
mer miſſe ſparn
Un ſo wolle mer alfe in Geduld hoffe, daß was debei eraus
kimmt, wann ſe uff em Rodhaus demnechſt den
Gemeindevora=
ſ blag dorchheikiele. UInſer Owwerowwer wärd ſei ganz
Iwwer=
redungskunſt gäldend mache miſſe, wann er die Herrſchafte devo
iwerzeiche will, daß mer beim „Sparn” net vun de
Notwendich=
keid der Ausgaue ausgeh därf, ſundern vun de
Beſchren=
kung der Einnahme: mit dene muß äwe auskumme
wärrn.
Awwer wie geſagt: es wärd nix ſo haaß erfillt, wie 8
ver=
ſproche wärd, un grad unſer Herr Owwerowwer hott dene
Bräſſeleit gägcheniwwer in ſeine Gudmiedichkeit e bische viel
veiſprsche, ich will hoffe, daß er’s nooch Kräfte halte dhut. Un
ich wär=em däßhalb geheerich uff die Finger gucke, indem daß
ich nemlich kaa Blatt vor’s Mauk nemm, un ſag’s
geläächend=
lich ganz unverblimmt, waun mer äbbes net baßt. No, er
kennt mich ſo, un is dra newehnt, un waaß, es is jo bloß gut
gemaant, wann’s aach noch ſo grob erauskimmt. Im iwſriche
ſoll er jo beilaifiy un geſprächsweis erkleert hawwe, er weer
als Owwerowwer för jedermann zu ſpreche. Ich hab
däß=
halb vor, ihm neibſtens mei Adrittsviſitt zu mache.
Däſſend=
wääche brauch er ſik aſower äwenfalls net in Ukoſte zu ſtärfe,
ich ſtell kaa große Aſpric, mit=ere gude Kann Kaffee, un=eme
Stick Pätzfuche odder ſo bin ich zufridde, do kann mer bei mir
ſchun e groß Ehr eileeche. Uin wann=er mol bei mir vabei geht,
dann kann=er unſcheniert ruffkumme, es ſoll an nix fehle, un
uff e Keeſebrod un en Quetſcheſchnabbs kimmt mer’s net a‟,
EEE
wann ich Gäſt bei mer hab. Ich leg aach äxdra ſeintwääche e
weiß Diſchdeck uff. tveil er bekanntlich zu de Aſicht neigt, daß
an=
eme weißgedeckte. Diſch meiſtens mehr geleiſt wärd, wie
an=
eme grieliwwerzochene -
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Freilich, ’s ganze Johr wärd
vum Sparn geredd, un wann mer dohärngääche widder all
die Winſch heert, die wo ſo im Schooß vun de Bärjerſchaft
geborn wärrn, do freecht mer ſich, wo dodezu ’s Geld herkumme
foll. Jeder redd vum „Sparn” awwer kaaner fengt a”,
ſun=
dern maane dhut mer domit immer die annern!
So hawwe die Woch die Zentral=Darmſtädter ihr Manne
ſchenneralverſammelt un hawwe do ihr Schmerze geaißert. Die
aane wääche de „Beleichdung” die annern wääche ere neie „
Ver=
kehrsſtroß”, un ſogar de Herr Geheimderat Berndt hott ſei
Steckefärd geridde, wääche unſerm Waſſer, däß wo er ganz
däſchbäckdierlich e „Brieh” genennt hott.
Alſo, was däß Waſſer bedrifft, ſo muß ich ſage, ich drinks
doch aach ſchun iwwer fuffzig Johr, grad wie’s aus de Leidung
kimmt, un es is mer bis jetzt ganz vorziechlich bekumme. E
„Brieh” kann ich däß awwer nooch meine Erfahrunge net
nenne, wärklich net. Ich mecht wiſſe, was de Herr Berndt
eichent=
lich gewehnt is. — Ganz davo abgeſähe, daß es nooch Auße
wärklich kaan gude Eidruck macht, wann e Geheimde= un
owwe=
drei noch Stadtrat dauernd vun unſerm Waſſer, als vun=ere
„Brieh” ſchwätzt; däß is endſchiede e bißche iwwerdriwwe.
Dohärngääche: was ſe jetzt mit unſerm Balleegadde mache
wolle, däß hab=ich=en ſchun vor fimf Johr gerode; un endlich
wird die Wieſe grien; mer muß halt nor Geduld hawwe.
Un was die Beleichdung bedrifft, alſo däß hab=ich
äwenfalls kumme ſähe. Nemlich erſt hawwe die Ludwichſtreßer
agefange; die wollte ſich for ihr Geld e Sonderbeleichdung
leiſte. Dodruffhie hawwe ſich die Ernſt=Ludwichſträßer geſogt:
was die kenne, kenne mir noch lang! — Dodruffhie hott die
Schulſtreßer, die Liſſabeddeſtreßer un die Kärchſtreßer äwenfalls
de Hawwer geſtoche! — Un jetzt? ! — Jetzt ſoll die Stadt defor
uffkumme! — Die Stadt ſin awwer in dem Fall mir die
Bär=
jerſchaft; net zu vergäſſe. Un was dem aane Stadtvärdel recht
is, is em annere Stadtvärdel billich. Wo ſoll dann däß
hie=
fiehrn?! — Net genuch, daß ſich die Städt an ſich gäächeſeidich
de Rang ablaafe wolle, jetzt fange ſogar noch die aanzelne
Stadt=
värdel a:! — Ich ſteh uff dem Standpunkt, wann geſpart
wärrn ſoll, dann ſolle mer uns erſt emol unſer verdreht
Groß=
mannſucht abgewehne. — Awwer jeder!
Iwwrichens, diejeniche Geſchäftsleid, die mit dem
be=
kannte „ſäckſche” Kommunalbolledicker aaner Maanung ſin,
nem=
lich daß unſer Städtche des rickſtendichſte un dunkelſte Neſt
is, wo mer ſich denke kann, die brauche ſich wärklich net zu
wun=
nern, wann ſe iwwer en ſchlechte Geſchäftsgang zu klage hawwe,
un die Umgäächend fehrt anſtatts nooch Darmſtadt, nooch
Frank=
fort. Un was mei Perſon bedrifft, alſo ich unnerſtitz
brinzi=
binäll kaa Geſchäft odder ſo, wo mithilft, mei Vadderſtadt in de
Aage vun de Mitwelt erunnerzuſetze. . . .
Was for=en Zierdanz! — E' ganz Seit hott’s widder
gäwwe! Un jetzt waaß mer’s: nemlich der gewaldiche Herr
Saty=
riker (mit Ibbſilon!) hott ſich iwwer mich gemobbſt un ix e
Bemerkung uff ſich bezogen. Un anſtatts mir druffzugäwwe,
wie=ſich’s for=en zimfdiche Satyriker (mit Ibbſilon!) geheert,
laaft er zum Kadiel — Ausgerächent er! — Iwwrichens
hott=er net bloß de Tärmien verſchlofe, ſundern es hott mir ſo
geſchiene, als hett=er aach noch kaan Kaffee gedrunke gehatt.
„Odder macht er immer ſo de Eidruck.
„Lieje hawwe korze Baa!” — Richdich. Awwer Satyriker
hawwe aach e korz Gedächtnis. E' ſchwernots korz
Ge=
dächtnis ſogar. Nemlich feinerzeit, wie er mer des Haus
ei gelaafe is, un ich hab=em nix gäwwe, do hott=er
lammediert wie en Kribbel am Wähk, ich mecht=em doch
wenichſtens for die erſt Nummer en klaane Beitrag gäwwe.
No, ich, in meine a geborene Gudmiedichkeid, gab=em e paar
Värſelcher. Un dodruffhie benutzt er mein Name
unberechdich=
derweis zu Reklamezwäcke! — Däß war damals!
Heit mecht er mit mir in Sennſatzion mache..
Odder ſoll ich en dro erinnern, daß er mal, mit Waſſer in
de Aaage, zu mer gelaafe kumme is, weil e Bekannter vun mir
geſagt hawwe ſoll, for däß Blatt weer hier kaan Boddem, un
hott mich gebitt, ich mecht doch mein Bekannte veralaſſe, daß er
ſei Kridick unnerleßt, s dhet ihn zu ſehr ſchädiche? . ..."
Naa, unſer Setzerlehrling hott ſchun Recht: Schluß domit, ſo
Leit ſin kaan Gäächeſtand for unſern Zorn...."
*
For’s Niewergalldenkmal: Zehn Mack, vun=eme
Darmſtädter in Baſel. Danke ſchee! — Un was ich noch wollt.
Ich hob bei de Uruffiehrung vun de „Verborgene Aehnlichkeit”
verſchiedene vum Rudi Winzer ſeine Freunde geſähe, die wo net
do warn. Alſo, däß kimmt mer net mehr vor. Morje Awend is
alles, was gut darmſtädterich denkt, do, bitt ich mer aus. Es ſoll
en Rudi=Winzer=Awend ſei, alſo en Awend, voll Herz un
Ge=
miet! Verſtandewuh! — Es bleibt kaa Aag drucke!
Der zeitgemäße Haushalt.
Zweckmäßige Aufbewahrung der ſchmutzigen
Wäſche. Im modernen Schlafzimmer iſt der „Wäſchepuff”,
die=
ſer ſo nützliche Behälter für gebrauchte Wäſche, ein unbekannter
Gegenſtand. Er wurde ausgeſchaltet, als man erkannte, daß er
den Forderungen der Hygiene niemals entſprechen kann, die im
Schlafzimmer reine Luft verlangt. Schloß er ſchlecht, wie es
meiſt der Fall war, dann drangen die ſchlechten Gerüche, die je=
Dem gebrauchten Wäſcheſtück, namentlich der Leib= und Bettwäſche
anhaften, ins Zimmer, ſchloß er aber gut und dicht, dann war
das der Wäſche nicht dienlich, da ſie ja nicht auslüften konnte.
Etwas beſſer war in dieſer Hinſicht der Wäſchebeutel zu ihrer
Aufbewahrung, dafür aber um ſo ſchlechter für die
Luftbeſchaffen=
ceit im Raum, die ſein Inhalt meiſt raſch in des Wortes wahrſter
Bedeutung „verpeſtete‟.
Wohin nun mit der ſchmutzigen Wäſche im modernen, wie im
räumlich beſchränkten Heim? Wo ein kleines Nebengelaß,
mancherorts auch „Rumpelkammer” genannt, vorhanden iſt, da
vollte man an einer Seite, am beſten auf zwei gleichgroßen Möbeln,
hvie Kommoden, Truhen oder Kiſten aufgelegt, zwei Beſenſtiele
wder glatte, ſtarke Holzleiſten in einiger Entfernung voneinander
anbringen und die Wäſche darüber hängen. Sie kann nun bei
Ftändig offenem oberen Fenſterflügel gut austrocknen und =lüften
uund keine Stockflecke erhalten, wie ſo oft in geſchloſſenen
Be=
hältern. Muß ſie aber aus irgendwelchen Gründen unter
Ver=
ſchluß gehalten werden, dann ſollte man in der Kiſte, in der ſie
aufbewahrt wird, unten rechts und links über dem Boden wie im
Deckel ein großes Loch ausſägen und mit Drahtgaze von innen
wernageln, damit die Luft darin zirkulieren und die Wäſche auch
im engen Aufeinanderliegen auslüften kann. Die reine kühlere
Außenluft ſtreicht bekanntlich über dem Fußboden hin, während
Die wärmere Zimmerluft zur Decke ſteigt. Bei fleißiger Lüftung
iſt alſo auch dieſer Behälter praktiſch und zweckentſprechend
Ddabei hygieniſch einwandfrei.
L. E.
Kaffeeflecke in unpoliertem Marmor. Man
kann ihnen vorbeugen, wenn man den unpolierten Marmortiſch
mehrmals hintereinander mit Wachs einreibt und glänzend
po=
liert, ſo daß der Kaffee nicht eindringen kann, wenn er darauf
verſchüttet wird. Die Flecken ſelbſt weichen einer Miſchung aus
ſtarker Schmierſeifenlöſung und gelöſchtem Kalk zu gleichen
Tei=
len, die man ſo lange darauf läßt, bis der Fleck gebleicht iſt.
Nachwaſchen mit kaltem Waſſer iſt nötig.
Gebackene Semmelſchnittten als Nachtiſch
(Reſteverwendung). Man ſchneide Semmeln in Scheiben,
be=
ſtreiche je eine Hälfte mit Pflaumenmus oder ſteifer Marmelade,
bedecke ſie mit der anderen und tauche ſie in einen ſteifen
Eier=
kuchenteig von 7⁄s Liter Milch, 1—2 Eiern, 1 Eßlöffel
Süßſtoff=
löſung, ½ Teelöffel Salz und ſoviel Mehl, daß dieſer dickſämig
wird. Von beiden Seiten goldbraun gebacken, reiche man dazu
eine Vanille=, Mandelſoße oder Himbeerſaft. Mit Zimtzucker
be=
ſtreut, ergeben ſie auch ein willkommenes Zubrot zum
Nachmit=
tagskaffee.
Eierkuchen mit Fiſchfülle (Reſteverwendung). Von
½ Liter Milch, 2 Eiern und Mehl nach Bedarf, zu dicklichem Teig
verquirlt, backe man dünne Eierkuchen, in deren Mitte man eine
pikante Fiſchfülle gibt. ½Pfd. geräucherten Schellfiſch oder
Bück=
linge, von Haut und Gräten befreit, wiege man recht fein und
backe die Maſſe mit 1 Eßlöffel im Topfe ab und würze recht
pikant mit feingewiegter Zwiebel, Salz, Pfeffer und
Zitronen=
faft. Die gefüllten Eierkuchen eng zuſammengerollt, ergeben mit
Sellerie=, Krautſalat eine ſättigende Mittag= oder Abendmahlzeit.
A. V.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Sternchenſuppe, Kaſſeler Rippeſpeer mit
Wein=
kraut, Vanilleereme. — Montag: Teltower Rübchen mit gebr.
Leber und Bratkartoffeln. — Dienstag: Spinat mit Setzeiern.
Mittwoch: Gefüllte Weißkrautwickel. — Donnerstag:
Kalbsgekröſe mit Roſinenſoße. — Freitag: Schellfiſchauflauf.
Samstag: Eierkuchen mit Fiſchfülle und Sellerieſalat.
Humor
IIe
Ein April=Film.
Für Abwechſlung iſt geſorgt.
Die Erkundigung. „Papa, der Lehrer hat ſich heute in der Schule
nach dir enkundigt? — „Tatſächlich?” — „Ja, er ſagte, er möchte doch
mal wiſſen, von was für einem Idioten ich abſtamme.”
Die letzten Neuheiten
der Strickmode.
Man weiß ſeit langem, daß die Strickinduſtrie
ein Faktor geworden iſt, der die Tagesmode in
vieler Hinſicht zu beherrſchen beginnt, und ihr
ganz beſonderer Erfolg und ihre außerordentliche
Machtſtellung erwies ſich in hervorragendem Maße,
als die verſchiedenen Stoff=Fabriken die Struktur
der Strickſachen auf ihre Weiſe nachzuahmen
ver=
ſuchten und damit zeigten, welchen triumphalen
Erfolg die Wollſachen bei der eleganten Frau zu
erringen vermochten und wie ſehr ſie ſich mit ihrer
Eigenart befreundet hatte.
Natürlich wieſen all dieſe Nachahmungen auch
nicht im entfernteſten jenen Charme auf, der den
geſtrickten Modellen innewohnt.
Der bedeutende Erfolg der Strickmode nimmt
nicht wunder, wenn man ihre allerneueſten
Schaffungen in Augenſchein nimmt, denn da gibt
es eine geradezu erſtaunliche Fülle von Ideen und
Variationen.
Und zwar liegt die Vielſeitigkeit hier nicht allein
in der Struktur der Strickereien, auch nicht nur
in den Farben und der wahrhaft ausgezeichneten
Ornamentik, ſondern vor allen Dingen in der
be=
wunderungswürdigen Fähigkeit, dieſer Induſtrie,
ſich der Tagesmode jederzeit anzupaſſen.
Kein einziger Modezweig verſteht es ſo
aus=
gezeichnet, dem Wunſche der Dame Rechnung zu
tragen, kein einziger bleibt in ſo feſtem Kontakte
mit allen Schwingungen und Schwebungen der
Mode, die ſich bekanntlich von Tag zu Tag ändert.
Die Strickmode kennt aber kein Halt. Da gibt
es nur ein ſtändiges Umſtellen, eine
ununterbro=
chene Suche nach Neuem, ſo daß man ſicher ſein
kaun, jederzeit auf Intereſſantes zu ſtoßen.
Man kann ohne Uebertreibung ſagen, daß die
neuen Maſchinen ein Wunder der Technik
dar=
ſtellen; ſind ſie doch in der Lage, derart fein und
kompliziert zu arbeiten, daß man die Erzeugniſſe
auch als Kenner kaum mehr von Handarbeit
unter=
ſcheiden kann. Die Zeit der banalen, primitiven
Strickmoden iſt eben längſt vorüber; heute hat
jedes einzelne Modell ſein= beſondere, höchſt eigenartige Technik.
Mitunter ſind es die hauchzarten, feinen ſommerlichen
Strick=
getvebe, die uns reſtlos entzücken, daneben iſt es aber auch die
gerade entgenengeſetzte Struktur, die ſogenannte „Grob=
Stricke=
rei” die waffelartige Bindungen bringt und hauptſächlich der
ſportlichen Mode dienlich gemacht wird, die ſich ganz nach
amerikaniſchen Vorbildern hält und gegenwärtig großem
Inter=
eſſe begegnet.
Ein weites Feld nimmt nach wie vor die „Iutarſien=
Tech=
nik” ein, die ſich von Tag zu Tag aparter präſentiert. Es iſt
Handarbeiten und Garnituren.
Wer hätte es wohl gedacht, daß unſere Mode jemals wieder
feminine Akzente gewinnen würde, wenn man die Zeit der
„Gargonne=Type” miterlebte! Von der durchaus vermännlichten
Aufmachung der Frau zu der gegenwärtigen Tagesmode galt
es einen ſo weiten Sprung zu machen, daß es wirklich einer
außerordentlichen Elaſtizität des Geſchmacks bedurfte, um hier
folgen zu können.
Tatſache iſt aber, daß die neuen Sachen ungemein reizvoll
wirken, und gerade infolge des Kontraſtes, den ſie gegenüber den
vergangenen Moden darſtellen, ſteht ihr Erfolg außer Zweifel.
Die Klcider ſelbſt ſind in ihrer Linie weich, anmutig,
ſchmieg=
ſam, duftig, kurzum: ſie haben alle Attribute vollkommener
Weib=
lichkeit! Dieſe Note wird durch die vielen Garnituren mit ihrer
liebevyllen Fleinarbeit (Stickereien, Ajouren uſw.) womöglich
noch unterſtrichen
In den meiſten Fällen ſind dieſe Garnituren in einer
Farbe gehalten, etta weiß, beige, paſtellblau, hell=lachsroſa,
mirnnter aber in abſtechender Schattierung beſtickt, alſo ſchwarz
auf weißzem (runde, marineblau auf beige u. dal. mehr; nicht
ſelten ſieht man aber auch genz bunte kunſtgewerbliche
Sticke=
reien, die ſich entweder auf den Garnituren oder auf dem Kleide
ſelbſt ſinden.
„iu unferem Bilde zeigen wir ein reizendes Georgettckleid,
deſſen Abſchnitt ſewie die Rockpartie in Rankenform mit Seide,
Wolle oder Garn beſtickt wird, wobei ſich die matte Wolle immer
am beſten ausnimmt.
Für zarte Garnituren aber verwendet man unter keinen
Um=
ſtänden Rankenmuſter dieſer Art, die ja immer auf größere
Flächenwirkung aufgebaut ſind, ſondern immer nur kleine
Deſſins: Körbchen mit bunten Blumen auf einfarbigem Grunde
ſtellen das Ornament der unteren Bordüre dar, während das
rben ſkizzierte Muſter (das ebenfalls für eine ſchicke Garnitur in
Frage kommt) in Weiß=Schwarz gedacht ift, ſo zwar, daß der
weiße Georgette kleine, ſchwarze Blütenſtickereien, eine ſchwarze,
zackige Stäbchenbahn und eine daran angeſetzte Blende aus
ſchwarzem Georgette bringt.
dies — wie man weiß — jene Strickart, die Maſchinen= und
Haudarbeit inſoſern kombiniert, als die bunten Fäden mit der
Hand in die Maſchine eingelegt und wieder entfernt werden,
ſo daß ein auf dieſe Weiſe entſtandenes Muſter als Produkt
einer hervorragend geſchulten Individualarbeit zu werten iſt.
(Man bedenke doch nur, daß ein einziger Irrtum der Arbeiterin
bei der Einlage des Fadens genügt, um das ganze Muſter zu
zerſtören und das Modell unverwendbar zu machen!)
Solche Stücke wirken aber auch ganz ausgezeichnet und
fehlen in keiner eleganten Garderobe. Die auf dieſe Weiſe her=
Selbſt das einfachſte dunkle Kleid gelinnt durch eine
Garni=
tur dieſer Art eine friſche, frühlingsmäßige Note, die im übrigen
viele Kleider dieſer Saiſon in der angenehmſten Art auffallen
R. H.
läßt.
Am Schiff.
Wenn man ſich vielleicht auch noch nicht für die
Sommer=
reiſe ruſtet, ſo denkt man doch ſchon vielfach an die
Zuſammen=
ſtellung der notwendigſten Garderobe, denn die neue Linie iſt
bekannt und es ſtehen ſomit den Neuanſchaffungen keinerlei
Be=
denken im Wege, vorausgeſetzt, daß die Brieftaſche ſich nicht
heftig allen modiſchen Anſichten widerſetzt.
Wer die letzte Moderichtung vollkommen erfaßt hat, wird
tiſſen, daß es hauptſächlich das „Kleine Kleid” iſt, das eine
große Rolle in der Garderobe zu ſpielen berufen iſt. Man wird
alſo von dieſen Dingen lieber mehrere Stücke erwerben und
trotzdem dafür verhältnismäßig weniger auslegen müſſen, als
man ehemals für eines der eleganten, reich garnierten
Nach=
mittagskleider aufzuwenden gewohnt war.
Beſonders die Strickmode bietet eine Fülle der entzückendſten
Dinge für alle Promenadezwecke und für jede ſportliche
Gelegen=
heit. Vornehmlich die Modelle, die einen aparten Marine=
Cha=
rakter verraten, durften bald die ganz beſondere Gunſt und den
Beifall der eleganten Frau erwo=ben haben, um ſo mehr, als ſie
ja ausgezeichnet verwendbar ſind und weil man ſie — abgeſehen
davon, daß ſie an Bord ganz entzückend wirken (und Schiffs=
Urlaubsreiſen kommen immer mehr in Mode) — für alle
er=
denklichen Gelegenheiten im Früjahr und Sommer heranziehen
kann
Eine in ihrer Einfachheit geradezu bezwingende Neu=
Schaf=
fung der Strickmode z igen wir in unſerem Bilde. Es handelt
ſich hier um einen marineblauen Faltenrock mit einem weißen,
geſtellten Jumper und Pullovers kombiniert man
entweder mit einem gefältelten Seidenröckchen
oder mit einem ſtrickpliſſierten Rocke, wohl einem
der beliebteſten und praktiſchen Erzeugniſſe der
Wollmode.
In unſerem zweiten Bilde verweiſen wir auf
dieſe Art der Zuſammenſtellung und denken
da=
bei an einen beigefarbenen Rock mit einem
gleich=
artigen Jumper, der dank ſeiner bunten;
ungleich=
mäßigen Intarſien außerordentlich feſſelt. Ein
ſeidenes Halstuch in ſeiner entſprechenden
Schat=
tierung wickt hier immer gut. Durch eine kurze
geſtrickte Jacke iſt dieſes Kleid in ein
vorzügli=
ches, beigefarbenes Complet zu verwandeln, das
nicht nur für die Promenade, ſondern auch für
Sport und Reiſe in Erwägung zu ziehen iſt.
Hand in Hand mit den großen Modeſalons
bringen auch die führenden Strickfabriken das
Paleiot=Complet als markante Neuheit der
Sai=
ſon. Dieſe Type unterſcheidet ſich von den
bis=
her bekannten Complets dadurch, daß ſie ein Kl. id
mit einem etwgs kürzeren Paletot (alſo nicht mit
dem gleich langen Mantel) in Verbindung bringt.
In dieſem Falle ſind Rock und Paletot immer
einſarbig, wahrend der Jumper ganz beſonders
liebevoll, meiſt ziemlich kompliziert ausgeführt
erſcheint.
Natürlich gibt es auch hier wieder die
aller=
verſchiedenſten Möglichkeiten: Eine der für den
Sommer beſonders ausſichtsreichen Ideen iſt die
„Strickſpitzen=Technik” eine Spezial=
Maſchinen=
arbeit, die Ajours und Spitzendeſſins
ausgezeich=
net wiederzugeben und miteinander zu verbinden
vermag, und zwar nicht nur einfärbig, ſondern
in verſchiedenen Tönen, ſo daß ſich hier Effekte
von nanz unvergleichlicher Eigenart ergeben.
Einen intereſſanten Strickſpitzen=Jumper zeigen
wir im Mittelbild zu einem ſeitlich gefältelten
Rocke und einem glatten Strick=Paletot.
Eine ganz andere Mögkichkeit ergibt ſich aus
dem ſogenannten „Strick=Stich‟. Hier handelt es
ſich jedoch um eine ausgeſprochene Handarbeit,
die darin beſteht, daß ein in einer aparten
Phantaſieſtrickart maſchinell hergeſtellter Jumper
mit kunſtgewerblicher Wollſtickerei verſehen wird,
die ſich ſehr reizvoll ausnimmt. Unſer vorletztes
Bild zeigt einen ſolchen buntbeſtickten „Strickſtich=Jumper” zu
einem einfärbig geſtrickten Rock und Paletot.
Als intereſſante Neuheit der Mode ſind die früher
erivähn=
ten „grobgeſtrickten” Sachen mit ihren „Waffel”= und „Neppen”=
Muſtern zu bezeichnen, die meiſt einfärbig, aber bunt
abgekan=
tet ſind. Ein ſolches Modell (letztes Bild) wird ſich ganz
be=
ſonders ſür die Sommerfriſche, für Weekend=Fahrten und für
jeglichen Sport gut verwenden laſſen.
Robert Hohenberg.
blaugeſtreiften, ärmelloſen Jumper. Durch ein blaues Jäckchen
(mit weißen Streifen an den Aermeln) wird dieſes Kleid, zu
einem ungemein reizvollen Strick=Complet ergänzt, das durch
ſeine Strapazfähigkeit und Eleganz ein Lieblingsſtück der Garde=
W. U.
robe wverden muß.
Das bunte Kleid
iſt der Inbegriff von Sonne und Freude, aber — man muß aud
ganz genau wiſſen, wie es in reizvoller Art zu verarbeiten iſt;
das bedeutet nicht etwa, daß man ihm eine komplizierte Forn
geben müſſe: ganz im Gegenteil ſehen immer jene Modelle an
beſten aus, die einfach und ungezwungen erſcheinen, auf jeder
Auſputz verzichten und durch ihre anmutige Note zur Geltung
kommen.
Am entzückendſten ſind ja ſicherlich die anliegenden
Prinzeß=
kleider mit ihren weiten, glockigen Rockpartien.
Wir zeigen in unſerem Bilde eine dieſer Schaffungen, bei
der nicht zuletzt auch das durchlaufende, „flächenhaft” wirkende
Muſter für die diesjährige Mode bezeichnend iſt,
Im Gegenſatz zum Vorjahre findet man nämlich heuer nich
mehr die großornamentierten Seiden mit ihren verſtreuter
Deſſins, ſondern nur ſolche, die ein kleines Ornament in
regel=
mäßiger, „tapetenhafter” Folge bringen.
Immer iſt die Grundfarbe eines ſolchen Materials für ſeine
Geſamtwirkung maßgebend; außer dunkelblau und ſchwarz
be=
gegnet man ſehr viel gelblich=grünen, rötlichen und
orangefarbe=
nen Tönen als Haufiſchattierung der bunten Klein=Muſterung,
W. U.
Nummer 117.
Sonntag, den 28. April 1929
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Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
a) Müller, Johann Adam, Bäckermeiſter, zu ½,
b) Müller, Eharlotte, geb. Schildwächter, deſſen
Witwe, zu //..
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 30. April 1929, nachmittags 3”, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht zum Zwecke der
Auseinander=
ſetzung der Miterbengemeinſchaft Zimmer 219 des neuen
Gerichtsgebäudes verſteigert werden.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 24. Januar 1929 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots, nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht
der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(3144a
Darmſtadt, den 16. Februar 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk V, Blatt 1511
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[ ← ][ ]Seite 26
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