Einzelnummer 1.5 Pfenmige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Franffurt a M 1304
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart?, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 110
192. Jahrgang
Sonntag, den 21. April 1929.
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit 2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 40 Reichepfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zeile 3.00 Reichsmart. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Strel uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichticher Beſtrelbung fällt jeder
Rabatt weg. Banſtonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Mntt derhanden noc.
Verzweiſelte Anſtrengungen hinker den Kuliſſen, über den koken Punkk hinwegzukommen. — Die Franzoſen
ſträuben ſich gegen die Forkführung der Konferenz. — Die Amerikaner und Engländer „vermitkeln”.
* Die Galgenfriſk.
Schacht und Bögler kommen nach Berlin.
Vom Freitag hat man die endgültige Entſcheidung zunächſt
auf den Montag vormittag verſchoben. Es iſt aber mehr als
unwahrſcheinlich, daß ſie dann fallen wird, weil gerade um
dieſe Stunde die Trauerfeierlichkeiten für Lord Revelſtoke
ange=
ſetzt ſind. Die Vollſitzung wird alſo mindeſtens bis zum
Mon=
tag nachmittag oder gar bis zum Dienstag vormittag vertagt.
Dieſe Pauſe will die deutſche Delegation benutzen,
um — wie bereits angekündigt — ſich mit der
Reichs=
regierung in Berlin in Verbindung zu ſetzen,
was ja bei der derzeitigen Lage brieflich oder telephoniſch nicht
ganz einfach iſt. Herr Dr. Schacht und Herr Dr. Vögler
werden am Sonntag in Berlin ſein, um dem Kabinett
Bericht zu erſtatten. Die Dinge liegen nicht ſo, daß die beiden
Delegierten von der Reichsregierung zitiert ſeien — das würde
eine Verſchiebung des unabhängigen Mandates bedeuten. Daß
aber auf ſeiten der deutſchen Delegierten der Wunſch beſteht,
mit der Regierung möglichſt konform zu gehen, iſt begreiflich.
Die innere Einheitlichkeit hat in den letzten Tagen gefehlt, und
es wäre in der Tat wünſchenswert, wenn auch nach dieſer
Rich=
tung die Einheitsfront wiederhergeſtellt würde. Wir haben den
Eindruck, daß leider die linksſtehenden Parteien im
Begriffe ſind, den Beeinfluſſungsverſuchen
der Gegenſeite zu erliegen. Dafür iſt gerade typiſch,
daß der Vorſitzende der ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion,
Dr. Breitſcheid, im „Vorwärts” einen Artikel veröffentlicht,
worin er ziemlich ſcharf an Dr. Schacht Kritik übt, weil er mit
der Forderung der Kolonien die Grenzen ſeiner Zuſtändigkeit
überſchritten und ſein Angebot ultimativ geſtaltet habe. Dr.
Breitſcheid übernimmt alſo unbeſehen die
Be=
hauptungen, der franzöſiſchen Preſſe, und er
würde ſich kaum ſo herausgewagt haben, wenn er nicht der
Meinung wäre, daß mindeſtens die ſozialdemokratiſchen
Mi=
niſter ähnlich denken. Hier die Lücke zu ſchließen, iſt
notwen=
dig, ebenſo wie es jeder vernünftige Menſch für notwendig hält,
daß die deutſche Delegation alle Möglichkeiten der
Verſtän=
digung auszunutzen verſucht, ſelbſtverſtändlich im Rahmen des
Möglichen. Wo dieſe Grenze geſteckt iſt, darüber werden ſich die
Sachverſtändigen vermutlich mit dem Reichskabinett
ausein=
anderſetzen.
Ob der Weg zu einer Verſtändigung oder auch nur
zu einer Neuanbahnung der Verhandlungen
end=
gültig verbaut iſt, darüber läßt ſich wohl nur in Paris ein
end=
gültiges Urteil abgeben. Verhandelt wurde ſeit dem
Freitag ſchon ſehr eifrig, wobei die Möglichkeit
eines neuen Proviſoriums auf die Dauer von
15 Jahren wieder im Vordergrund ſteht. Die
Franzoſen zeigen ſich abwartend. Dagegen macht Herr
Owen Young, der bisher nicht gerade beſonderes
diploma=
tiſches Verhandlungstalent als Vorſitzender bewiefen hat,
ver=
zweifelte Anſtrengungen, um die Gegner
wie=
der an den Verhandlungstiſch zu bringen. Auch
die engliſchen Delegierten beteiligen ſich daran, wahrſcheinlich
mit Zuſtimmung der engliſchen Regierung, die — wie die Dinge
liegen — einen Abbruch der Pariſer Verhandlungen für den
Wahlkampf als einen ſehr unangenehmen Mißerfolg buchen müßte.
Darüber hinaus ſetzen aber auch bereits Bemühungen ein, falls die
Sachverſtändigenverhandlungen ſich endgültig totgelaufen haben,
von Kabinett zu Kabinett wieder zu verhandeln und die
Pro=
bleme, die wirtſchaftlich nicht zu meiſtern waren, von der
poli=
tiſchen Seite her wieder anzupacken — ein höchſt bedenkliches
und wohl auch ziemlich ausſichtsloſes Beginnen, denn wenn wir
uns wirtſchaftlich nicht durchzuſetzen vermochten, wobei unſere
Argumente doch handgreiflich waren und einleuchtend ſind, wird
uns das politiſch noch viel weniger gelingen. Ob es indes ſoweit
kommt, iſt noch nicht ſpruchreif. Vorläufig beſteht immer noch
die Wahrſcheinlichkeit, daß zu Beginn der kommenden Woche
die Konferenz ihre Arbeiten aufnimmt. Eine Form dafür wird
ſich finden laſſen. Der Ausſchuß iſt dann eben geſcheitert, und
die Vollverſammlung nimmt die Aufgabe zur Entwicklung in
die eigene Hand zurück.
Schacht und Bögler nach Berlin unkerwegs.
Paris, 20. April.
Die deutſche Abordnung teilt mit: „Reichsbankpräſident Dr.
Schacht iſt in Begleitung von Generaldirektor Vögler
Sams=
tag mittag um 3 Uhr nach Berlin gereiſt. Beide Herren
werden am Sonntag abend Berlin wieder verlaſſen und am
Montagmittagwieder in Paris eintreffen. Man darf
daher annehmen, daß die Montag=Vormittagſitzung auf den
Nach=
mittag verlegt werden dürfte. Reichsbankpräſident Dr. Schacht,
der ſicherlich während ſeiner Anweſenheit in Berlin eine
Aus=
ſprache mit den maßgebenden Kreiſen haben wird, iſt zu dieſer
Neiſe nicht zuletzt durch ſeine dringend benötigte Anweſenheit in
der Reichsbank veranlaßt worden.”
Umſchwung in der engliſchen Preſſe.
EP. London, 20. April.
Die Erklärung Dr. Schachts, daß mit der Uebergabe des
deut=
ſchen Memorandums noch nicht das letzte Wort geſprochen ſei, hat
einen Stimmungsumſchwung in der engliſchen
Preſſe ausgelöſt. Die Ausſichten der Pariſer
Sachverſtän=
digenverhandlungen werden jetzt weſentlich optimiſtiſcher als noch
in den letzten 24 Stunden betrachtet. Die Differenzen der von
beiden Seiten vorgeſchlagenen Jahreszahlungen werden nicht
mehr für unüberbrückbar gehalten, und man ſetzt gewiſſe
Hoff=
nungen auf einen Vermittlungsverſuch der
Amerikaner oder Japaner, deren Stimmen von
aus=
ſchlaggebender Bedeutung ſeien. Die Vorteile einer Einigung
ſeien im übrigen ſo klar, ſo ſchreibt die „Times”, daß man
Zuge=
ſtändniſſe auf beiden Seiten erwarten könnte. Ein Opfer der
Alliierten in bezug auf die Herabſetzung ihrer Forderungen würde
ſich bezahlt machen durch die erhöhte Sicherheit der deutſchen
Zahlungen. Außerdem würde die deutſche Exportinduftrie von
dem Druck eine Entlaſtung erfahren, der notwendigerweiſe durch
die Reparationszahlungen entſtehe, und zwar zum Nachteil der
Konkurrenten Deutſchlands. Das ſei ein Punkt, den die engliſche
Politik nicht überſehen könne.
Lord Revelſtoke †
Lord Revelſtoke,
der Vorſitzende der Unterkommiſſion zur Prüfung des deutſchen
Angebots, iſt, wie bereits von uns gemeldet, plötzlich einem
Schlaganfall erlegen.
Bemühungen um Forkführung der Pariſer Konferenz
Paris, 20. April.
Havas berichtet, daß am Freitag ſpät abends und
Sams=
tag vormittag private Unterredungen zwiſchen gewiſſen
Sach=
verſtändigen der Reparationskonferenz, ſo namentlich zwiſchen
Owen Young und Dr. Schacht ſtattgefunden hätten, die
bewie=
ſen, daß die Sachverſtändigenkonferenz nicht
vollkommen abgebrochen ſei, und daß ernſte
Be=
mühungen von den verſchiedenen Delegationen
zur Wiederanknüpfung der Verhandlungen
gemacht würden. Der „Temps” berichtet, daß im Verlauf
des Freitag nachmittag zuerſt eine Beſprechung zwiſchen Dr.
Schacht und Owen Young, darauf zwiſchen dem erſten
franzö=
ſiſchen Delegierten Moreau und Owen Young, und ſodann
zwi=
ſchen den Führern der deutſchen und der franzöſiſchen
Delega=
tion ſtattgefunden haben.
*
Dem „Temps” zufolge herrſcht allgemein das Beſtreben
vor, aus der Sackgaſſe herauszukommen, in die die
Konferenz ſich verrannt habe. In ihrem Leitartikel ſchlägt die
Zeitung allerdings ganz andere Töne an. Der ganze Artikel
ſtellt eine äußerſt ſcharfe Attacke gegen den Führer
der deutſchen Delegation dar. Dieſer werde allein
verantwortlich ſein, wenn die Konferenz ſcheitere. Dr. Schacht
befinde ſich auf alle Fälle in einer ſchlechten Lage. Wenn er
ſeinen Standpunkt aufrecht erhalte, dann werde es unmöglich
ſein, die Verhandlungen mit ihm wieder aufzunehmen. Wenn
er ſeine Haltung aber ändere, dann ziehe er ſich ſelber ein
for=
melles Dementi zu. Seine Autorität als Delegationsführer
werde kompromittiert ſein. In Deutſchland ſcheine man zwar
zu wünſchen, auf irgendeine Weiſe wenigſtens zu einem
provi=
ſoriſchen Abkommen zu gelangen. Das werde nur von den
Deutſchen abhängen, denn die Alliierten könnten unter keinen
Umſtänden von ihren Memorandum abweichen, das mehr denn
je ein Minimum darſtelle. Von einem proviſoriſchen
Abkommen känne nicht die Rede ſein. Wenn
nicht ein endgültiges Abkommen erzielt werde,
dann bleibe der Dawesplan in Kraft.
Der „Intranſigeant” der äußerſt gehäſſige Bemerkungen
ge=
gen Dr. Schaht veröffentlicht, glaubt und hofft offenbar, daß
die Konferenz am Montag endgültig abgebrochen werde. An
anderer Stelle nimmt die gleiche Zeitung an, daß Dr. Schacht
in allen Teilen im vollen Einvernehmen mit der deutſchen
Re=
gierung gehendelt habe. Sonſt hätte dieſe den Chef der deutſchen
Delegation folgerichtig zurückberufen müffen.
Die „Liberté”, die nach wie vor das deutſche Memorandum
als ein Ultimatum bezeichnet, glaubt immerhin an eine
Wieder=
aufnahme der Verhandlungen. Die Zeitung fordert aber offen,
was der „Temps” nur verſteckt andeutet, daß Dr. Schacht durch
einen anderen Delegationschef erſetzt werde. Dieſer Wunſch wird
aber den Franzoſen ſchwerlich in Erfüllung gehen. Deutſchland
hat keine Veranlaſſung, Dr. Schacht den Franzoſen zu opfern.
Die franzöſiſche Forderung beweiſt lediglich, daß Dr. Schacht
ihnen äußerſt unbequem iſt. Wir aber können uns keinen
beſ=
ſeren Sachverſtändigen wünſchen.
Die Woche.
Neun Wochen lang hatten die internationalen
Finanzſachver=
ſtändigen in Paris über das Reparationsproblem beraten, als
der Draht die Nachricht in alle Welt hinaustrug, daß die
Kon=
ferenz aufgeflogen ſei. Gewiß in dieſer Form eine offenſichtliche
Falſchmeldung, jedenfalls eine Meldung, die unbedingt den
Tat=
ſachen vorauseilte. Noch iſt man in Paris nicht ſo weit, aber
un=
verkennbar iſt es, daß die Dinge auf des Meſſers Schneide ſtehen.
Eine Ueberraſchung? Wohl kaum. Jedenfalls hat es in
unter=
richteten deutſchen Kreiſen nicht an Leuten gefehlt, die von
vorn=
herein der Meinung waren, daß die Zeit für eine endgültige
Löſung des Reparationsproblems noch nicht gekommen ſei.
Dac=
über aber, daß die nun einmal zuſammengetretene
Sachverſtän=
digenkonferenz bei der Mentalität unſerer Gläubiger gewaltige
Schwierigkeiten zu beſeitigen haben werde, konnte wohl niemals
auch nur der geringſte Zweifel herrſchen.
An einer Regelung der Reparationsfrage ſind unſtreitig
Schuldner und Gläubiger aufs höchſte intereſſiert. Umſo
bemer=
kenswerter iſt es, daß die Initiative damals in Genf von
fran=
zöſiſcher Seite ausging. Das muß immer wieder ſcharf
be=
tont werden, umſo mehr, als ja die franzöſiſche Preſſe gerade jetzt
wieder eifrig bemüht iſt, Deutſchland als den böswilligen
Schuld=
ner hinzuſtellen, der ſich um ſeine Leiſtungen herumzudrücken
ver=
ſucht. Daß für die Höhe der deutſchen Zahlungen die
Leiſtungs=
fähigkeit unſerer Wirtſchaft beſtimmend ſein ſollte, hat ſelbſt das
Verſailler Diktat feſtgeſtellt. Das Dawes=Abkommen, dem ja
be=
kanntlich eine ſehr eingehende Erörterung der deutſchen
Zahlungs=
fähigkeit durch die internationalen Finanzſachverſtändigen
voraus=
ging, war ein Proviſorium und wurde als ſolches ſchon dadurch
gekennzeichnet, daß man die Höhe der deutſchen Geſamtſchuld
zunächſt unerörtert ließ. Daß die Jahreszahlungen, die uns
die=
ſes Abkommen auferlegt, die Grenzen unſerer Leiſtungsfähigkeit
überſchreiten, haben inzwiſchen auch unſere Gläubiger einſehen
müſſen. Da aber auch ſie wirtſchaftlich und letzten Endes auch
politiſch daran intereſſiert ſind, einem neuen wirtſchaftlichen
Zu=
ſammenbruch bei uns vorzubeugen, ſo war der Gedanke, die
deutſche Leiſtungsfähigkeit noch einmal durch internationale
Sach=
verſtändige gründlich prüfen zu laſſen, unſtreitig höchſt vernünftig.
Eine ſachliche Prüfung der tatſächlichen Verhältniſſe konnte ja
eine vernünftige Löſung des Reparationsproblems nur fördern.
Die Frage war eben nur die, ob eine ſolche ſachliche Prüfung jetzt
ſchon möglich ſein würde. Neun Wochen haben die maßgebenden
Wirtſchaftsführer beratend in Paris zuſammengeſeſſen, und ohne
unangebrachten Optimismus darf man wohl ſagen, daß das
jeden=
falls für die Zukunft nicht nutzlos bleiben wird, mag nun die
Kon=
ferenz ausgehen, wie ſie will.
Der Ausgang der Konferenz wird aber leider nicht allein
be=
ſtimmt durch eine Einigung oder Nichteinigung der
Sach=
verſtändigen über Wirtſchaftsfragen, ſondern es iſt zu
befürch=
ten, daß politiſche Erwägungen der Gläubiger dabei eine
ſehr erhebliche Rolle ſpielen. Von vornherein war es
be=
kanntlich das Beſtreben der Franzoſen und insbeſondere
Poin=
carés, die ganze Sachverſtändigenkonferenz politiſch aufzuziehen,
Man braucht ja nur an die Verſuche des franzöſiſchen
Miniſter=
präſidenten während der Vorverhandlungen zu erinnern, eine
Bindung der Wirtſchaftsſachverſtändigen an Inſtruktionen ihrer
Regierungen durchzuſetzen. Es hat faſt den Anſchein, als ob ſie
jetzt ihr Ziel erreichen würden, trotzdem die deutſchen
Sachverſtän=
digen während der ganzen Konferenz mit anerkennenswerter
Energie daran feſtgehalten haben, daß nur die
wirtſchaf=
tliche Leiſtungsfähigkeit des deutſchen Reiches und
nicht die Fragen der internationalen Politik bei der
gegenwär=
tigen Konferenz zur Erörterung ſtünden.
Die Beweggründe der Franzoſen, ebenſo wie die der
Eng=
länder, ſind recht durchſichtig. Das Material, das Dr. Schacht auf
den Pariſer Konferenz=Tiſch niederlegen konnte, ſpricht eine ſo
deutliche Sprache, daß die Konferenz, wenn ſie ſich lediglich durch
wirtſchaftliche Erwägungen leiten ließ, unweigerlich zu einem
Ergebnis kommen mußte, das in recht erheblichem Gegenſatz zu
dem ſtehen mußte, was gerade der franzöſiſche Miniſterpräſident
in tauſend Reden während der vergangenen Jahre ausgeführt hat.
Immer nachdrücklicher wurde daher das offenſichtliche Beſtreben
der maßgebenden Pariſer Kreiſe, die Sachverſtändigenkonferenz
zum Scheitern zu bringen, ein Beſtreben, das in der Einſtellung
der Engländer ſtarke Unterſtützung fand. Man iſt recht
offen=
herzig geweſen und hat mehrfach während des Verlaufes der
Konferenz, wenn die deutſchen Sachverſtändigen verſuchten, die
Un=
haltbarkeit der gegenwärtigen Verhältniſſe darzutun, keinen Hehl
daraus gemacht, daß eine Steigerung der deutſchen
Wettbewerbsfähigkeit durch eine Herabſetzung
der deutſchen Kriegslaſten auf ein erträgliches
Maß durchaus nicht im Intereſſe der Engländer
läge.
Umſo grotesker müſſen die Verſuche erſcheinen, die Schuld
an einem etwaigen Scheitern der Konferenz den deutſchen
Sach=
verſtändigen, insbeſondere Dr. Schacht, zuzuſchieben. Die Havas=
Meldung, daß die Konferenz geſcheitert ſei, weil Dr. Schacht im
Revelſtoke=Ausſchuß politiſche Forderungen geltend gemacht habe,
iſt das hiſtoriſche Dokument einer kaum noch zu überbietenden
Verlogenheit. Wenn Dr. Schacht 37 Jahresraten in Höhe von je
1650 Millionen unſeren Gläubigern glaubte anbieten zu können,
ſo iſt er damit nach Anſicht weiter deutſcher Kreiſe bereits über die
Grenze unſerer wirtſchaftlichen Leiſtungsfähigkeit
hinausgegan=
gen. Iſt es dann aber ein Geltendmachen politiſcher Forderungen,
wenn der deutſche Reichsbankpräſident gegenüber dem Hinweis
auf die erhebliche Differenz zwiſchen ſeinem Angebot und den
Forderungen unſerer Gläubiger nun ſeinerſeits darauf hinweiſt,
daß durch die Beſtimmungen des Verſailler Vertrages die
wirt=
ſchaftliche Leiſtungsfähigkeit des deutſchen Reichs ſehr erheblich
zurückgegangen ſei, oder iſt es nicht vielmehr lediglich die
Feſt=
ſtellung einer wirtſchaftlichen Tatſache, daß der Verluſt
Ober=
ſchleſiens, der polniſche Korridor, die Wegnahme unſerer Kolonien
uſw. uns wirtſchaftlich ganz außerordentlich geſchädigt haben?
Bedeutet es ein Abgleiten auf das politiſche Gebiet, wenn Dr.
Geite 2
Sonntag, den 21. April 1929
Nummer 140
Bom Tage.
Anläßlich des Ablebens des Prinzen Heinrich
von Preußen hat der Reichspräſident der Prinzeſſin
in einem perſönlichen Telegramm ſein Beileid ausgeſprochen.
Der Londoner deutſche Botſchafter hat geſtern im
Auftrage der Reichsregierung und des deutſchen
Außenminiſters im Foreign Office das Beileid zum Tode
Lord Revelſtokes ausgeſprochen.
Durch eine Verfügung des Präſidenten Relander iſt das
fin=
niſche Parlament aufgelöſt worden. Der Grund zu dieſer
Maßnahme liegt darin, daß das Parlament einen Geſetzentwurf
ab=
gelehnt hatte, durch den die Gehälter der Staatsangeſtellten erhöht
werden ſollten. Das Datum der Neuwahlen iſt auf den 1. Juli
feſtgeſetzt worden.
Der Vorſitzende der ſowjetruſſiſchen Gewerkſchaften, Tomſki,
wurde wegen ſeiner Rechtsoppoſition aus dem Polit=Büro
ausgeſchloſſen.
Die Konferenz zur Bekämpfung der
Falſchmün=
zerei hat die Unterzeichnung der internationalen
Konvention und des Schlußprotokolls vollzogen. Es unterzeichneten
23 Staaten die Kowvention und das Schlußprotokoll, darunter
Deutſch=
land.
Das amerikaniſche Marineamt hat die Genehmigung zur
Landung des Luftſchiffes „Graf Zeppelin”, die im
Mai in Lakehurſt ſtattfinden ſoll, erteilt.
Senator Borah erklärte, daß er Deutſchlands
An=
gebot in Paris für vernünftig und die deutſche
Hal=
tung für fair halte.
Präſident Hoover hat den bekannten
Handelsſachverſtän=
digen Julins Klein zum Unterſtaatsſekretär im
Handelsdepartement ernannt.
Die chineſiſche Nationalregierung hat die
Kon=
trolle von Schantung übernommen, um die Scherheit
der dort lebenden Japane= zu gewährleiſten. Dies bedeutet, daß ſie
dieſe Procinz dem General Feng nicht übergeben will.
Prinz Heinrich von Preußen †
* Der Bruder des früheren Kaiſers und Schwager des heſſiſchen
Großherzogs, Prinz Heinrich von Preußen, iſt auf ſeinem Gute
Hemmelmark bei Eckernförde geſtern früh 3.45 Uhr im Alter von
67 Jahren einer Lungenentzündung erlegen.
Prinz Albert Wilhelm Heinrich von Preußen wurde als
zweiter Sohn Kaiſer Friedrichs III. und ſeiner Gemahlin Victoria
am 14. Auguſt 1862 in Potsdam geboren. In ſeine Jugendzeit
fällt die Gründung des Deutſchen Reiches und der Aufſtieg der
deutſchen Flotte, der der Prinz ſein ganzes Intereſſe zuwandte,
Er trat die Laufbahn des Marine=Ofſiziers an und wurde im
Jahre 1895 zum Konteradmiral ernannt. Im Jahre 1897
be=
fehligte er das Kreuzergeſchwader in Oſtaſien, das dann unter
Admiral Diederichs die Bucht von Kiautſchau beſetzte. Im Jahre
1899 wurde er Vizeadmiral und Chef des Kreuzergeſchwaders,
1901 Admiral, 1903 Chef der Marineſtation Oſtſee, 1906 Chef der
aktiven Schlachtflotte. 1909 wurde er zum Großadmiral und
Ge=
neralinſpekteur der Marine ernannt. Während des Weltkrieges
war er Oberbefehlshaber der Oſtſeeſtreitkräfte. Nach Beendigung
des Krieges zog der Prinz ſich ins Privatleben zurück und hielt
ſich zumeiſt auf ſeinem Gut Hemmelmark in Schleswig auf, wo
er jetzt nach kurzer Krankheit verſtarb. Prinz Heinrich von
Preu=
ßen vermählte ſich am 24. Mai 1888 mit der Prinzeſſin Irene
Luiſe Maria Anna von Heſſen, der Schweſter des Großherzogs.
Kommäntftiſche Bamaroeit.
Einſehung von Mai=Komikees.
* Berlin, 20. April. (Priv.=Tel.)
Unter dieſer Ueberſchrift veröffentlicht der „Vorwärts” einen
Alarmruf, in dem er — wie jetzt übrigens auch die übrige
Links=
preſſe — auf das Treiben der Kommuniſten hinweiſt, die ganz
offenſichtlich auf blutige Auseinanderſetzungen, mit der Berliner
Polizei am 1. Mai hinarbeiten. Aber nicht nur in Berlin, in
allen anderen Städten, deren Polizeiorgane ſich veranlaßt
ge=
ſehen haben, Demonſtrationsverbote zu erlaſſen, wird unter der
Parole „Freiheit der Straße!” eine Hetzarbeit ſondergleichen
ge=
leiſtet. Tatſächlich ſieht es ſo aus, als ob in der Reichshauptſtadt
eine blutige Maifeier bevorſteht. Seit Tagen bilden ſich in allen
Stadtvierteln kommuniſtiſche Demonſtrationszüge, die natürlich
auf Grund des beſtehenden Verbots von den Polizeiſtreifen
auf=
gelöſt werden müſſen. Dabei haben faſt jedesmal die Poliziſten
den kürzeren gezogen. Am Freitagabend mußten wieder zwei
Polizeibeamte mit ſchweren Verletzungen in ein Krankenhaus
eingeliefert werden. Nun hat ſich noch ein ſogenanntes Mai=
Komitee gebildet, deſſen Aufgabe offenbar darin beſteht, die
Ver=
antwortung für die kommenden Ereigniſſe der Kommuniſtiſchen
Partei abzunehmen. In einem Aufruf des Kowitees werden
etwa die gleichen Töne angeſchlagen wie in der Kundgebung
eines norddeutſchen Kommuniſtenbezirkes, in der vom 1. Mai
als einem Kampftage geſprochen wird, bei dem es Tote geben
werde. Das Berliner Mai=Komitee kündigt aber gleich für den
2. Mai Maſſenſtreiks an, wenn es zu Zuſammenſtößen mit der
Polizei kommen ſollte. Der ſozialdemokratiſche Berliner
Poli=
zeipräſident will jedoch feſtbleiben. Wie man hört, ſind
umfaſ=
ſende Maßnahmen getroffen, um Revolten ſofort im Keime
er=
ſtichen zu können. Ob aber die in Berlin zuſammengezogenen
Mannſchaften ausreichen werden, für Ruhe zu ſorgen, bleibt
ab=
zuwarten. Jedenfalls werden die Kommuniſten in wenigen
Ta=
gen wieder einmal zeigen, daß ſie ſich keinerlei Gewiſſem daraus
machen, Menſchen einfach in den Tod zu hetzen.
Das Schickſal der preußiſchen Gewerbeſteuer.
* Berlin, 20. April. (Priv.=Tel.)
Im Preußiſchen Landtag hat am Samstag der Finanzminiſter
Hoepker=Aſchoff eine neue Vorlage über die Gewerbeſteuer — im
weſentlichen eine Verlängerung des alten Geſetzes —
wieder eingebracht, nachdem die erſte Vorlage durch den Einſpruch
des Staatsrates gefallen war. Den Fallen des Artikels 62 iſt er
aus dem Wege gegangen und hat näheve juriſtiſche Erläuterungen
für den Ausſchuß erſt angekündigt. Er begnügte ſich mit einem
Appell an die Abgeordneten, die Vorlage ſchnell und unverändert
anzunehmen, weil die Verantwortung für die finanziellen Folgen
in Preußen und den Gemeinden niemand werde tragen wollen.
Darin hat er ſich allerdings verrechnet. Der Widerſpruch der
Deutſchnationalen, der Wirtſchaftspartei und auch der Deutſchen
Volkspartei war ſehr ſtark, ſo daß an eine unveränderte Annahme
der Vorlage kaum zu denken iſt, ganz abgeſehen von den
ver=
faſſungsrechtlichen Bedenken, denen in der Debatte ſchon ſehr
leb=
haft Ausdruck gegeben wurde. Die Regierung wird alſo ihre
Mühe haben, die Vorlage im Hauptausſchuß durchzubringen. Sie
iſt bereits jetzt mit einer Reihe von Abänderungsvorſchlägen
be=
laſtet. Intereſſant iſt dabei der Verſuch der Volkspartei, in
Form einer Entſchließung Richtlinien für die Senkung
der Realſteuern, wie für den Finanz= und Laſten=
Ausgleich durchzubringen. Die Volkspartei will dabei die
Beteiligung von Reich und Gemeinden an der Einkommenſteuer
auf eine ganz andere Grundlage ſtellen, indem ſie die Beſteuerung
der kleineren Einkommen in der Hauptſache den Gemeinden
über=
läßt, die dafür ein Zuſchlagsrecht erhalten ſollen. Auch die Frage
einer Junggeſellenſteuer bei der Einkommenſteuer ſoll
einmal angeſchnitten werden, eine beachtenswerte Anvegung, die,
wenn wir einmal ſoweit ſind, bei dem Finanzausgleich zuſammen
mit einer Reform der Steuererhebung eine große Rolle ſpielen
wird.
Schacht darauf hinweiſt, daß die deutſche Leiſtungsfähigkeit ſich
ſteigern würde, wen unſere Wirtſchaft neue
Betätigungsmöglich=
keiten im Ausland bekäme?
Es iſt ein überaus ernſtes Symptom, daß ſich bei der Pariſer
Sachverſtändigenkonferenz deutlich erwieſen hat, daß die
Kriegs=
pſychoſe auch heute noch weite Kreiſe, zum mindeſten des
fran=
zöſiſchen Volkes, beherrſcht, und wir werden mit dieſer Tatſache
zu rechnen haben, auch wenn die Verſuche, die man zur Stunde
macht, das Konferenzſchiff aus der Gefahrenzone herauszuſteuern
von Erfolg begleitet ſein ſollten.
Wir müſſen mit allen Möglichkeiten rechnen, trotzdem aber
muß mit aller Deutlichkeit ausgeſprochen werden, daß zu
irgend=
welcher Panikſtimmung ganz gewiß kein Anlaß vorhanden iſt.
Noch weniger Anlaß und Berechtigung beſteht aber, an der
ſach=
lichen Haltung Dr. Schachts in dieſem Augenblick höchſt
unange=
brachte Kritik zu üben, die nur dazu führen kann, im Ausland
falſche Vorſtellungen zu erwecken und deutſche Intereſſen aufs
Empfindlichſte zu ſchädigen. Es wäre vielleicht nützlich geweſen,
wenn die deutſchen Sachverſtändigen von Paris aus die deutſche
Preſſe etwas beſſer informiert hätten. Trotzdem aber iſt es
ge=
rade kein erhebendes Zeichen politiſcher Einſicht, wenn zum
Bei=
ſpiel die ſozialdemokratiſche Preſſe jetzt nichts Eiligeres zu tun hat,
als ſich die franzöſiſchen Argumente zu eigen zu machen. Wieder
einmal ſehen wir das traurige Bild, daß innerpolitiſche und
partei=
taktiſche Erwägungen die Tatſache völlig in den Hintergrund
drängen, daß es ſich in Paris um Intereſſen des geſamten
deutſchen Volkes ohne Unterſchied der Partei handelt.
Wir dürfen den außerordentlichen Ernſt der augenblicklichen
Lage gewiß nicht verkennen. Aber wir dürfen auch nicht im
ent=
ſcheidenden Augenblick die Nerven verlieren. Auch im
Völker=
leben entſchieden ſehr oft die beſſeren Nerven.
M.
Beilegung der öſterreichiſchen
Reclerungskreiſe!
der Lasdeshgupkmann von Borarlberg, Dr. Ender,
zum Bundeskanzler auserſehen.
EP. Wien, 20. April.
Die ſeit nunmehr drei Wochen andauernde Regierungskriſe
ſteht allem Anſchein nach vor ihrer Löſung. Der Vorſtand des
Chriſtlich=ſozialen Klubs und der Große Klub der
chriſtlich=
ſozialen Abgeordneten und Bundesräte ſind auf Montag
vor=
mittag zu Sitzungen einberufen worden, in denen die
Entſchei=
dung über die Deſignierung des neuen Bundeskanzlers fallen
wird. Der Nationalrat wurde auf Mittwoch nachmittag 3 Uhr
einberufen. Auf der Tagesordnung ſteht die Wahl der neuen
Regierung. Das Referat über den Wahlvorſchlag des
Haupt=
ausſchuſſes des Nationalrates, der am Dienstag zuſammentritt,
wird der Abgeordnete Sing erſtatten. Obwohl über die Perſon
des zu deſignierenden Bundeskanzlers keinerlei offizielle
Mittei=
lung gemacht wird, unterliegt es nach allen Anzeichen keinem
Zweifel, daß der Chriſtlich=ſoziale Klub am Montag den
Lan=
deshauptmann von Vorarlberg, Dr. Otto Ender, für den Poſten
des Bundeskanzlers vorſchlagen wird, deſſen Wahl damit
ge=
ſichert iſt. Wie wir aus parlamentariſchen Kreiſen erfahren, wird
Dr. Ender die Miniſter des Kabinetts Seipel zum größten Teil
übernehmen. Ein Perſonenwechſel ſoll nur im Finanz= und
Ackerbauminiſterium vorgenommen werden. Zum
Ackerbaumini=
ſter iſt der Präſident des Reichsbauernbundes, Nationalrat
Födermayer, auserſehen. Die Beſetzung des Finanzportefeuilles
ſteht noch nicht feſt, doch ſoll Dr. Ender beabſichtigen, den
Na=
tionalrat Streeruvitz, einen Vertrauensmann der Induſtrie, als
Finanzminiſter in ſein Kabinett zu berufen.
Die Verhandlungen mit der Oppoſition in der Frage der
Mietzinsregelung wurden heute abend abgeſchloſſen. Sie ſollen
zu einer Verſtändigung der Mehrheit mit den
ſozialdemokrati=
ſchen Delegierten geführt haben. Auch in den übrigen
ſchweben=
den Fragen, wie in den Fragen der Wiener Straßenpolizei, der
Reform der Schwurgerichtsbarkeit und der Novellierung des
Preſſegeſetzes, iſt eine Einigung mit der Oppoſition zuſtande
ge=
kommen, ſo daß heute abend die öſterreichiſche Regierungskriſe
als beigelegt bezeichnet werden kann.
Zeaneiche Handſchan.
Von Dr. Hellmut Thomaſius.
Die Denkarbeit des Technikers von heute unterſcheidet ſich von
der des Technikers von einſt in weſentlichen Zügen. Noch nicht
allzu lange iſt es her, da war alles Denken ausſchließlich darauf
gerichtet, eine neue, noch nicht dageweſene Wirkung zu erzielen.
Das Denken war rein konſtruktiv. Es iſt es auch heute noch, ſogar
in ſehr weitem Umfange. Daneben gewinnt aber eine andere
Art der Auffaſſung immer mehr an Raum. Die Wirkung ſoll
nicht nur durch eine beſtimmte Maſchine oder Konſtruktion
herbei=
geführt werden. Es kommt auch darauf an, ſie mit dem
gering=
ſten möglichen Aufwand zu ſchaffen.
Daraus entſteht eine neue Richtung des Vorgehens, die ſich
bis auf die kleinſten Einzelheiten erſtreckt. Bei allem und jedem
wird geprüft, wo noch geſpart werden kann. Dieſes Beſtreben
hatte zur Folge, daß man jetzt vielfach Stoffe durch andere erſetzt,
die uns von altersher lieb, gewohnt und vertraut geworden ſind.
Der Menſch iſt ein Gewohnheitstier. Er pflegt nicht darüber
nach=
zuſinnen, ob dieſer oder jener Stoff noch zu unſeren Anſichten
über techniſche Erſparnismöglichkeiten paßt. Bis dann eines
Tages der denkende und rechnende Techniker kommt und Gründe
entwickelt, die ſich nicht widerlegen laſſen.
Ein kennzeichnendes Beiſpiel für dieſen neuen Geiſt iſt die
Milchflaſche. Von jeher hat man ſie aus Glas angefertigt. Glas
iſt ſchwer an Gewicht. Das Reinigen von Millionen von
Milch=
flaſchen verurſacht Koſten. Zurückbleibende Keime können
In=
fektionen herbeiführen. Daher ging man ſchon vor einiger Zeit
dazu über, Milchflaſchen auch aus Papier herzuſtellen. Die
Ge=
dankenarbeit des Technikers hatte den Weg gefunden, auf dem ſich
eine Verringerung des Gewichts, der Wegfall jeder Reinigung
und Keimfreiheit erzielen ließen, wurden die gebrauchten Flaſchen
doch einfach verbrannt. Aber noch beſtand die Flaſche aus einer
Art Pappdeckel. Sie war alſo ziemlich dick. Außerdem aber hatte
ſie noch die Form der alten Glasflaſchen. Die gedankliche Arbeit
des Technikers ſetzte ſich hier weiter fort und hat zu einem
Ergeb=
nis geführt, das überraſcht: In Zukunft wird man Milch, und
zwar flüſſige, nicht etwa Trockenmilch, in Papiertüten beziehen.
Die neuen Milchtüten, deren Herſtellung in Amerika in
groß=
zügigſtem Maßſtab eingeſetzt hat, haben eine eigenartige Form.
Sie ſtehen auf einer runden Grundfläche und ſind oben flach
ge=
quetſcht. Aus dieſer Geſtalt ergibt ſich eine Erſparnis an Raum,
die ſich gegenüber den Flaſchen gewöhnlicher Form auf 50 v. H.
beläuft. Die Tüten ſtehen nämlich nur im Haushalt auf der
Grundfläche. Während ihrer Beförderung auf der Bahn, im
Schiff oder im Wagen wird jede zweite verkehrt geſtellt, ſo daß ſie
mit ihrer Nachbarin zuſammen einen Zylinder bildet. Auf der
gleichen Grundfläche wie bei einer Flaſche wird alſo die doppelte
Menge Milch befördert. Der Raum kann infolge der Form, die
ſich auch von den Seiten her entſprechend verjüngt, bis aufs
äußerfte ausgenützt werden.
Für die Herſtellung des Papiers wird ein aus Nadelhölzern
gewonnener Zellſtoff verwendet. Das Papier ſelbſt iſt ziemlich
dünn und dennoch ſehr feſt. Eigene Maſchinen wurden gebaut,
um aus den Papierbahnen die Flaſchen herzuſtellen. Jede dieſer
Maſchinen kann im Tag 50000 Tüten liefern. Die
Anferti=
gung vollzieht ſich in drei Arhettsgängen. Im erſten
wer=
den die Böden hergeſtellt, die etwgs dicker ſind. Im zweiten die
Konuſſe, im dritten werden beide miteinander vereinigt. Die
fer=
tige Tüte wird innen und außen mit einer hauchdünnen Schicht
von Paraffin überzogen, die genügt, um ſie waſſer= und luftdicht
zu machen. Nach dem Einfüllen der Milch, das auf dem
laufen=
den Band erfolgt, werden die Tüten automatiſch verſchloſſen und
mit dem Tagesſtempel verſehen. Soll daraus Milch entnommen
werden, ſo wird die eine Ecke mit der Schere weggeſchnitten.
Die einzelne Milchflaſche iſt ein kleiner und unſcheinbarer
Gegenſtand. Wird ſie durch die Papiertüte erſetzt, ſo ergeben ſich
ungeheure Erſparniſſe an Raum und Gewicht. Die Milchzüge
brauchen nur noch die Hälfte der Wagen. Mit der gleichen Menge
Kohlen kann eine größere Menge Milch befördert werden, weil
das ſchwere Gewicht des Glaſes durch Las im Verhältnis dazu
kaum in Betracht kommende des Papiers erſetzt wird. Eine Tüte
wiegt nur 30 Gramm. Bei einem Maſſengrt, wie es die Milch iſt,
das täglich in ungeheuren Mengen befördert wird, ergeben ſich
in=
folge der Denkarbeit des Technikers ganz belrächtliche
wirtſchaft=
liche Vorteile, die noch dadurch vergrößert werden, daß jede
Reini=
gung wegfällt und daß ein Verderben der Milch infokge einer von
ſchlecht gereinigten Flaſchen herrührenden Infektion vollkommen
ausgeſchloſſen iſt.
Das Beſtreben, ſchwere Stoffe immer mehr durch leichte, vor
allem durch Papier zu erſetzen, macht ſich aber auch auf anderen
Gebieten geltend. Bei den Flugzeugen verwendet man in
aus=
gedehntem Maßſtabe das Leichtmetall Aluminium und ſeine
Le=
gierungen. Aber eben haben Verſuche eingeſetzt, das Gewicht noch
weiter zu verringern. Zu dieſem Zweck hat man Pxpier, Seide
und Holz beſtimmter Form und Art, um ihnen mehr Feſtigkeit zu
verleihen, auf elektrolytiſchem Wege mit einem Metallüberzug
ver=
ſehen. Das Verfahren, Metalle mit Hilfe des elektriſchen Stroms
auf Papier niederzuſchlagen, iſt nicht neu. Dabei handelte es ſich
aber meiſt um Zwecke, bei denen es auf eine beſondere Feſtigkeit
nicht ankam. Durch die Verbindung einer auf elektriſchem Bege
erzeugten dünnen Metallſchicht mit Papier, Seide oder Holz will
man dieſen bei leichtem Gewicht eine derartige Feſtigkeit verleihen,
daß ſie ſich für den Bau von Flugzeugen eignen. Auch hier wür=
den ſich dann die Vorteile einer Erſparnis an Brennſtoff und dazu
die Möglichkeit der Erzielung noch größerer Geſchwindigkeiten
als bisher ergeben.
In welchem Umfange die Gedankenarbeit des Technikers mit
alten Gewohnheiten aufräumt, dafür ein weiteres Beiſpiel. Auch
das erſcheint uns als eine unvermeidliche Notwendigkeit, daß der
Eiſenbahnwagen außen mit einem Anſtrich verſehen ſein muß.
Nur verhältnismäßig wenige Wagen beſitzen eine äußere
Holzver=
kleidung. Das war ſo von Anfang an und iſt ſo geblieben. Der
Anſtrich wird mit der Zeit abgenutzt und unſcheinbar. Er muß
deshalb in regelmäßigen Zwiſchenräumen erneuert werden. Das
macht Arbeit, koſtet Geld und hat den weiteren Nachteil, daß
ſtän=
dig eine beſtimmte Anzahl von Wagen aus dem Verkehr gezogen
iſt. Während dieſer Zeit bringen ſie keinen Nutzen. Aus dieſem
Grunde ſind engliſche Techniker der bisher noch nicht erörterten
Frage nähergetreten, ob denn ein Anſtrich der Eiſenbahnwagen
überhaupt nötig iſt und ob er nicht durch etwas anderes erſetzt
werden kann. Nach längeren Verſuchen hat man ein Gewebe
gefunden, von dem man ſich viel verſpricht. Es wird in Form
langer Stoffbahnen hergeſtellt und die Wagen werden auf ihrer
Außenſeite damit bekleidet. Die probeweiſe derart ausgeſtatteten
Wagen laufen nunmehr auf einer Strecke und ſollen ſich bis jetzt
ſehr bewährt haben. Vielleicht verſchwindet deshalb über kurz
oder lang der Anſtrich nicht nur von Eiſenbahnwagen, ſondern
auch von zahlreichen anderen Gegenſtänden, die wir bislang
ſtets nur angeſtrichen zu ſehen gewohnt ſind.
Die Feſtigkeit, mit der man jetzt Stoffe herzuſtellen verſteht,
iſt nämlich eine derartig erſtaunliche, daß ſich das
Anwendungs=
gebiet dauerhafter Gewebe noch ganz beträchtlich erweitern dürfte.
Die Grundſätze für den Straßenbau ſind gleichfalls von
ehrwür=
digem Alter. Hier iſt es vielfache Gepflogenheit, daß man harte
Steine der verſchiedenſten Art ſowohl für den Grundbau wie für
die Decke verwendet. Der Gedanke, auf einer ſtark befahrenen
Straße irgendwie ein Gewebe zu benutzen, erſcheint uns geradezu
ſinnlos. Aber das, was vor kurzem noch ſinnlos erſchien, wird
dank der neuen Richtung gedanklicher techniſcher Arbeit heute
ſinn=
voll und zweckmäßig. Eine harte Straßendecke auf harter
Unter=
lage birgt eine ganze Anzahl von Urſachen in ſich, die zu einem
raſchen Verſchleiß führen können. Durch ein Gewebe wird das
Syſtem elaſtiſcher, die Reibungsflächen werden vermindert, die
Dauerhaftigkeit wird vergrößert. Aus dieſem Grunde hat man
auf einer Fahrſtraße im Staate Karolina eine Strecke von etwa
drei Kilometer Länge mit einer eigenartigen Unterlage verſehen.
Sie beſteht aus einem Gewebe von Rohbaumwolle, das auf der
Sohle ausgebreitet wurde. Darüber kam die Straßendeche. Das
Ganze hat ſich ſo bewährt, daß eine zweite Strecke in Angriff
ge=
nommen wurde. Auf den verſchiedenſten Gebieten zeigen ſich alſo
Anfänge, die darauf ſchließen laſſen, daß wir vor weitgehenden
Umſtellungen ſtehen, deren Umfang ſich noch nicht abſehen läßt,
Nummer 110
Sonntag, den 2i. Pieril 1929
Geite 3
Hofft man noch auf Abrüſtung? — Seit zwei Jahren kommk die Kommiſſion mit ihren Arbeiten nicht vom
Fledk. — Troh aller Verſuche, Hinderniſſe zu umgehen, ſchafft man immer wieder neue. — Die Abrüſlung
auf unendliche Zeit hinaus verzögerk. — Mißkrauen gegenüber der Kommiſſion.
Die Abrüſtungskomödie.
Nochmalige Aenderung des Arbeitsprogramms.
Berlin, 20. April. (Priv.=Tel.)
Die Abrüſtungsvorkommiſſion hat heute ihr Arbeitsprogramm
nochmals geändert. Man begann mit der Erörterung des
deut=
ſchen Vorſchlages auf Offenlegung der Rüſtungen, wobei Graf
Bernſtorff erklärte, die geſtern gegen die Behandlung
der deutſchen Vorſchläge vorgebrachten Einwände
ſeien nur ein neuer Beweis dafür, daß die
Kom=
miſſion immer verſuche, auszuweichen, wenn
Schwierigkeiten oder wichtige Fragen
auftauch=
ten. Auf dieſe Art würden alle wichtigen Fragen auf das Ende
der Tagung vorſchoben, und wenn die Kommiſſion dann
aus=
einandergehe, werde wieder nichts geſchehen ſein. So dürfe die
Kommiſſion ihre Arbeiten aber nicht beenden, wenn ſie nicht zum
Geſpött der Welt werden wolle. Der japaniſche Delegierte Sato
habe geſtern ausgeſprochen, man müſſe ſich erſt über die Effektiven
und das Kriegsmaterial verſtändigen, bevor man die deutſchen
Vorſchläge beraten könne. Dagegen habe er nichts einzuwenden,
denn der deutſche Standpunkt gehe dahin, die Hauptfragen
mög=
lichſt rechtzeitig zu beraten. Für Deutſchland ſei es nur wichtig,
daß ſein Vorſchlag überhaupt erörtert werde. Am praktiſchſten
geſchehe das in einer Unterkommiſſion. Für die Bildung einer
ſolchen ſetzte ſich auch Sato ein, der bemerkte, ſeine Delegation ſei
zur Behandlung jeder Hauptfrage bereit.
Frankreich ſekzt ſich immer wieder durch.
Maſſigli=Frankreich bezweifelte, daß es praktiſch ſei,
Unterkommiſſionen einzuſetzen, und machte den Vorſchlag,
die Kommiſſion ſolle zunächſt die Fragen des
Giftgaskriegesunddanndie der Luftrüſtungen,
ſpäter ſodann die deutſchen Vorſchläge in
Ver=
bindung mitder Erörterung der Effektiven und
des Kriegsmaterialsberaten. Dieſer Vorſchlag wurde
von der Kommiſſion nach kurzer Debatte angenommen.
Bevor jedoch die Annahme erfolgte, bat Litwinow nochmals
ums Wort, um zu den deutſchen Vorſchlägen zu ſprechen.
Präſi=
dent Loudon bezeichnete es als nicht glücklich, wenn Litwinow die
Arbeit der Kommiſſion durch eine neue Rede verzögere, und bat
die Kommiſſion um einen Beſchluß, ob ſie Litwinow das Wort
er=
teilen wolle. Sehr aufgebracht erklärte dieſer jedoch, daß er auf
das Wort verzichte, wenn jedesmal, ſobald die ruſſiſche Delegation
ſprechen wolle, vorher eine Abſtimmung in der Kommiſſion
not=
wendig ſei.
Nach dieſem Zwiſchenfall, der wahrſcheinlich noch Folgen
haben wird, trat die Kommiſſion in die Beratung desjenigen Teils
des Konventionsentwurfes von 1927 ein, der einen Antrag der
Kleinen Entente und Polens auf Abſchaffung und Verbot der
An=
wendung giftiger Kampfſtoffe enthält. Loudon erinnerte bei der
Verleſung dieſes Teils daran, daß das Gefner Giftgas=Protokoll
von 1927 bis jetzt von 6 Staaten unterzeichnet worden ſei,
wäh=
rend Graf Bernſtorff erklärte, daß Deutſchland das Abkommen
ratifiziert habe, die Ratifikationsurkunde jedoch erſt demnächſt beim
Völkerbund hinterlegt werden würde.
Soll man die Abrüſtungskommiſſion noch ernſt
nehmen?
Im Laufe der Diskuſſion über die Maßnahmen gegen den
Giftgaskrieg machte Graf Bernſtorff, von Litwinow unterſtützt,
den Vorſchlag, die ganzen Beſtimmungen über den Giftgaskrieg
aus dem Konventionsentwurf von 1927 herauszunehmen und als
Sonderprotokoll zu behandeln, das möglichſt bald in Kraft
tre=
ten ſoll. Dazu könne man das Giftgasabkommen von 1925 durch
Aufnahme der deutſchen Vorſchläge über das Totalverbot des
Gas= und Bakterienabwurfes aus der Luft zu einem
allge=
meinen Abkommen erweitern. Außerdem müſſe darauf hinge=
wirkt werden, daß das Giftgasabkommen von 1926 möglichſt
bald von möglichſt vielen Staaten ratifiziert werde. Die
Kom=
miſſion kam jedoch zu keinem Beſchluß mehr
über dieſen Gedanken, da ſie ſich um 1 Uhr auf
Montag nachmittag vertagte.
Rufſiſche Mißſtimmung über den bisherigen
Miß=
erfolg der Arbeiten der Kommiſſion.
Die Sowjetdelegation hat der
Abrüſtungskommiſ=
ſion am Samstag mittag ſchriftlich eine ſehr ſcharfe und
ſenſationelle Proteſterklärung gegen den
bis=
herigen Verlauf der Arbeiten der Kommiſſion
und die Behandlung, welche die ruſſiſchen Entwürfe iw den
letzten 1½ Jahren erfahren haben, überreicht. Die Erklärung
er=
innert daran, daß der erſte radikale Abrüſtungsvorſchlag der
Ruſſen in der Kommiſſion mit der Begründung abgelehnt
wor=
den iſt, die Satzungen des Völkerbundes und die Inſtruktionen
der Kommiſſion erlaubten es nicht, die Frage einer vollſtändigen
Abrüſtung zu erörtern. Die Beratung des zweiten Entwurfes
habe man um ein Jahr hinausgeſchoben, indem man die
Ein=
berufung der gegenwärtigen Tagung der Vorkommiſſion von
Verhandlungen zwiſchen zwei Mächten abhängig gemacht habe.
Als dann der zweite Entwurf nach 13 Monaten endlich zur
Be=
ratung gelangt ſei, hätten ſich ganze ſieben Delegierte an der
Diskuſſion beteiligt. Eine Abſtimmung über den Entwurf habe
man wieder mit dem Hinweis auf den Völkerbundspakt und die
Kompetenzen der Kommiſſion zu verhindern gewußt, ſo daß ſich
jetzt kein klares Bild ergebe, wie die Stellung der
Regierungen zum Abrüſtungsproblem
eigent=
lich ſei. Die ganze bisher auf die Beratung der
Der kürkiſche Außenminiſter in Berlin.
Tewfik Ruſchdi Bey,
der türkiſche Außenminiſter, iſt in Begleitung ſeiner Gattin und
ſeiner Tochter ſowie des Generalſekretärs des Ghaſi, des früheren
türkiſchen Botſchafters in Moskau, Tewfik Bey, von Genf
kom=
mend, wo er an den Beratungen des vorbereitenden Ausſchuſſes
für die Abrüſtungskonferenz teilgenommen hatte, auf dem
An=
halter Bahnhof in Berlin eingetroffen. Zum Empfang hatten
ſich der Berliner türkiſche Botſchafter mit ſeiner Gattin und
ſämtlichen Mitgliedern der Botſchaft, ferner der ruſſiſche
Bot=
ſchafter und der afghaniſche Geſandte ſowie deutſcherſeits
Staats=
ſekretär Dr. v. Schubert, Graf Tattenbach und eine Reihe
wei=
terer Herren des Auswärtigen Amtes und zahlreiche Mitglieder
der türbiſchen Kolonie eingefunden.
Sowjetentwürfe verwendete Zeit
ſeiergebnis=
los geblieben. Aber auch ſämtliche drei
Tagun=
gen, am denen die Sowjetdelegation teilgenonm en habe, ſeien
reſultatlos ausgegangen, da man nicht einen
einzigen poſitiven Beſchluß gefaßt habe, der
das Abrüſtungsproblem ſeiner Löſung auch nur
einen einzigen Schritt näherbringen könnte.
Das ſei allerdings auch nicht anders möglich geweſen, da die
Komiſſion nach Ablehnung der ruſſiſchen Vorſchläge über keine
anderen Entwürfe verfügte, auf Grund deren ſie mit
irgend=
welchem Nutzen ihre Arbeiten fortſetzen konnte. Im Gegenteil,
der von der Kommiſſion ſelbſt ausgearbeitete
Konventionsent=
wurf habe durch ſeine Verſchwommenheit derartige
Wider=
ſprüche heraufbeſchworen, daß es den Regierungen ſeit zwei
Jahren nicht mehr möglich geweſen ſei, ſie zu beſeitigen.
Angeſichts dieſer Lage findet die Sowjetdelegation ihr
Miß=
trauen und ihren Peſſimismus beſtätigt, mit dem ſie die
Ein=
ladung des Völkerbundes zur Abrüſtungsvorkommiſſion
ent=
gegengenommen habe. Dieſes Mißtrauen müſſe ſie auch für die
künftigen Arbeiten der Kommiſſion haben. Die Arbeiten würden
nicht zum Ziele führen, denn ſeit zwei Jahren komme
die Kommiſſion nicht vom Fleck und ſie werde trotz
allere Verſuche, die alten Hinderwiſſe zu
um=
gehen, nur immer wieder auf neue Hinderniſſe
ſtoßen. Als einziges Ergebnis werde ſich herausſtellen, daß
die Abrüſtung auf unendliche Zeit hinaus
ver=
zögert oder ſogar das Scheitern der endgültigen
Abrüſtungskonferenz vorbereitet ſei. Die
Vorkomnmiſ=
ſion entwickle ſich zu einer Deckung für die Weigerung der
Re=
gierungen, abzurüſten, weil ſie ſich mit der Verantwortung für
die Untätigkeit der Regierungen belaſte.
Trotzdem wolle die Sowjetdelegation weiter in der
Kom=
wiſſion verbleiben, obwohl dieſe Tatſachen eigentlich ihren
Aus=
tritt rechtfertigten. Sie tue das nur aus dem Grunde, damit
niemand die Schuld an dem erfolgloſen und ergebnisloſen
Ver=
lauf der Abrüſtungsbeſprechungen der Sowjetregierung
zuſchie=
ben könne, weil ſie ſich geweigert habe, an den Arbeiten
teilzu=
nehmen. Durch ihre praktiſchen Abrüſtungsvorſchläge habe die
Sowjetregierung den Beweis geliefert, daß ſie poſitiv an den
Ar=
beiten mitwirken wolle, die eine wirkliche Abrüſtung zum Ziele
hätten. Die Sowjetdelegation ſei ſich dabei vollkommen im
kla=
ren über den abſolut unernſten Charakter und die Nutzloſigkeit
jeder Arbeit, mit der die Kommiſſion ihre Sitzungen und
Seſ=
ſionen ausfüllen werde, ſolange ſie die Sowjetvorſchläge außer
Acht laſſe.
Der Auftakk zur Geburkskagsfeier Roms
Eräffnung des ikalieniſchen Parlgmenis. — Die
Thronrede.
EP. Rom, 20. April.
Die vom Quirinal zum Parlamentsgebäude führenden
Straßen boten heute von den erſten Morgenſtunden an das Bild
großer Anläſſe. Die Truppen der Beſatzung und Miliz nahmen
überall für den Ehren= und Ordnungsdienſt Aufſtellung, um die
Durchfahrt des Königs und ſeiner Familie in feierlichem
Auf=
zug zur Thronſitzung für die Eröffnung der 28. Legislaturperiode
zu ſichern. Der König wurde am Haupteingang von
Ver=
tretern der Kammer und Senat empfangen. Die königliche
Fa=
milie verließ punkt 10 Uhr den Quirinal durch Artillerieſalven
des Morts von Monte Maria und feierlichem Glockengeläut vom
Kapitol begrüßt. Die Regierungsmitglieder, Abgeordnete und
Senatoren begaben ſich ſchon vorher ins Parlamentsgebäude, wo
Muſſolini den König in Miniſteruniform beim Thron erwartete.
In ſeiner Thronrede hat der König nach der Hervorhebung der
außerordentlichen hiſtoriſchen Bedeutung der Plebiſzit=Wahlen
und der Löſung der römiſchen Frage über das
Regierungspro=
gramm in der neuen Legislaturperiode u. a. erklärt, jeder Tag
bringe neue Probleme, und das vollzogene Werk müſſe
unauf=
hörlich belebt und vervollkommnet werden. Es liege auf der
Hand, daß in der modernen Geſellſchaft die Aktionen des
Staa=
tes ſich nicht auf das ſoziale Leben beſchränken können. Folglich
drängten ſich
zwei Grundforderungen
auf: den Staat verſtärken und wirkungsvoller geſtalten. Beide
Aufgaben müßten Gegenſtand aufmerkſamer Sorgfalt der neuen
Legislaturperiode bilden. So müßte die Wirkſamkeit der Juſtiz
und der Geſetzlichkeit in jedem Rahmen des öffentlichen Lebens
und der öffentlichen Verwaltung gefördert werden. Die Reform
der lokalen Finanzen ſei zu vollenden und könne nicht mehr
länger von den Staatsfinanzen getrennt werden. Auf dieſem
Gebiet habe das ſtrenge Vorgehen der Regierung bereits Ord=
Frankfurker Opernhaus.
Gaſtſpiele Jovita Fuentes als Butterfly, Kammerſänger
Rode (München) als Holländer und Jago.
Jovita Buentes, eine kleine, zierliche Sängerin aus Java,
ſang die Butterfly. Der Eindruck war ſtark. Das Darſtelleriſche
ergab eine ſeltene Innerlichkeit der Auffaſſung, die aber ſtets die
Grenzen des Geſchmads zu wahren weiß. Höhepunkte waren die
beiden erſten Akte. Man konnte dieſes völlige Sichaufgeben
die=
ſer Frau, aus dem ihr aber ſtarke moraliſche Kräfte erwachſen,
wohl verſtehen. Den letzten Akt gab der Gaſt ohne jede Poſe.
Die Szene mit dem Kinde am Schluß wickelte ſich ganz ruhig,
ſtoiſch, ab, nirgends eine Spur von Sentimentalität, kein
Schie=
len nach dem Publikum. Das alles wurde von einer ſüßen
Stimme, die italieniſch vorbildlich behandelt wird, unterſtützt.
— Der Beifall des zahlreich erſchienenen Publikums —
Aus=
länder ſind, wie es betrüblicherweiſe ſcheint, allein noch imſtande,
unſere deutſchen Opernhäuſer zu füllen — war begeiſtert.
Der in Darmſtadt als Hans Sachs bekannte Münchener
Kammerſänger W. Rode ſang den Holländer und den Jago. Da
Rode kein Ausländer, ſondern nur einer der namhafteſten und
ausgezeichnetſten deutſchen Bühnenſänger iſt, war der Beſuch
geringer wie bei der Fuentes. Rode iſt eine ſtarke künſtleriſche
Perſönlichkeit — die intelligente Behandlung der prachtvollen
Stimme und die durchdachte Geſtaltung ſeiner Rollen ſtehen im
Einklang miteinander. Die Holländer=Aufführung wirkte
weni=
ger überzeugend; die muſihaliſche Leitung W. Martins war
blut=
los und eintönig. Erſt mit der Zeit wurde der Gaſt das, was
er iſt. Die Leiſtung gipfelte in dem großen Duett im zweiten
Akt —, das „wie aus der Ferne längſt vergangner Zeiten”
wirkte bezwingend — und in dem aus innerer Dramatik
gebore=
nen dritten Akt. — Im Gegenſatz dazu war die Aufführung des
Othello, in der Rode den Jago und Gläſer den Othello ſang,
eine der beſten hieſigen Aufführungen der letzten Zeit. Der Gaſt
nimmt die Rolle nicht zu ſchwer; die Motivierungsſzene — das
Credo — ſingt er leichthin. Er lacht über ſich ſelbſt, es iſt ihm
gar nicht ſo ernſt mit den wuchtigen Akkorden der Szene. So
bekommt ſein Jago einen Anflug von Humor, wie ihn etwa Joſef
Kainz als Mephiſto hatte. Ihm zur Seite, durchaus gleichwertig,
J. Gläſer, der an dem Abend über ſich hinauswuchs. V.
Urſu=
leac war wie immer eine ausgezeichnete Desdemona. Das von
den Soliſten ausgehende Fluidum zog das Publikum und den
Dirigenten in den Bann.
Dr. W. Kn.
Orpheum.
Man gab die „Förſterchriſtl” von Jarno, vor Jahren viel
ge=
ſpielt (die Gothe war entzückend in dieſer Rolle), und gab ſie
recht anſprechend. Die Geſchichte iſt hinlänglich bekannt; die
Chriſtl vom Wienerwald geht zur Audienz zum Kaiſer Joſeph nach
Wien und darf mit ihm tanzen; ſchon im 1. Akt hat ſie ein ſehr
herziges Lied zu ſingen „Herr Kaiſer, Herr Kaiſer”, welches ſogar
ſo herzig iſt, daß der Komponiſt eine Maſſe Geld damit verdiente;
im 2. Akt tanzt ſie, wie geſagt, mit dem Kaiſer, worüber ſich der
Oberhofmeiſter ſehr ärgert und die Baroneſſe Ottegraven auch,
worüber ſich wieder die Zuſchauer freuen. Im 3. Akt wird die
Chriſtl Frau Gutsverwalter Földeſſy, um deſſentwillen ſie im
1. Akt zum Kaiſer nach Wien fuhr, nachdem ſie das herzige Lied
geſungen hatte „Hery Kaiſer, Herr Kaiſer”, das dem Komponiſten
ſo viel Geld einbrachte.
Das iſt ſo ungefähr die „Geſchichte aus dem Wienerwald”;
ein paar hübſche Wiener Melodien — von Jarno und einigen
anderen — klingen angenehm ans Ohr, und da das Lied im 1. Akt
„Herr Kaiſer, Herr Kaiſer” wie geſagt, ſehr herzig iſt, ſo hat, wie
geſagt, Herrsfarno viel Geld damit verdient.
Die Aufführung iſt in der Tat recht anſprechend. Ellen van
Kaik als Chriſtl ſingt hübſch, ſpielt hübſch und bringt ſich
nament=
lich im 2. Akt wohl zur Geltung; Herr Leo Ritter ſieht als Huſar
ſo flott aus und hat ein ſo ſchönes hohes A in der Kehle, daß der
Kaiſer Joſeph gar nichts anderes tun konnte, als ihn, obwohl er
Deſerteur war, zu begnadigen. Vornehm und wohltuend einfach
war Erich Lange als Kaiſer. Der Oberhofmeiſter von Leoben,
Herr Walter Straßer, führte ſeine Rolle mit Humor durch und
außerdem führte er auch die Regie; die übrigen kleinen Partien,
die Damen Sofie Fritz, Phily Marfa, und die Herren Dirkſen,
Voltz, Stadi, Ritter, Grießmann und Schröder waren durchaus
am Platze; Frl. Gierga als Zigeunerin beſitzt auffallend ſchöne
Stimmittel. Unter der Leitung des Kapellmeiſters Eugen Neff
klingt die Operette luſtig, und alles klappte ſo gut, daß das Pu=
O.
blikum eifrig Beifall ſpendete.
Die Geſinnung des neuen Bauens.
„Die Kunſt kommt vom Tode her und will zum Leben”, ſagt
Adolf Behne in der „Inneu=Dekoration”, und er ſieht beſonders die
Baukunſt dieſen Weg zurücklegen, indem ſie von der ſich ſelbſt
genügen=
den Form zu einer auf den wirklichen Meuſchen bezogenen Form des
Wohnbaus übergeht. Für den Menſchen, um des Menſchen willen iſt
jode Arbeit gemacht worden. Wenn wir Menſchenwerk beurteilen, müſſen
wir in jede Betrachtung den lebenden Meuſchen einführen. Von ihm
und von ſeinem Anſpruch abſohen, hieße eine Sache begreifen wollen,
indem man ihren Urſinn außer Betracht läßt. Die hiſtoriſchen Stile
waren nicht ſo ſehr lebensgeſtaltend, als Formulierungen der
Lebens=
hemmung. Die Häufer waren keine auf den Menſchen abgeſtimmte
In=
ſtrumente, ſondern Denkmäler, Monumente. Für uns handelt es ſich in
erſter Linie um die Funktion. Entſcheidend iſt die Leiſtung für den
Menſchen. Und ſolche Zweckerfüllung iſt für uns nicht Selbſtzweck, ſon=
dern Mittel, um immer dichter an das Leben
heranzu=
kommen”
Die grundlegenden Gedanken der neuen Bauweiſe dürften mit
kieſen Worten, wenn nicht erſchöpfend, ſo doch in den Hauptzügen richöig
angegeben ſein. Aufſchlußreich und daneben im ſelben (April=)Heft
der „Innen=Dekoration”, Verlagsanſtalt. Alexander Koch, Darmſtadt)
einige Ausführungen Wilhelm Michels über den „Widerſtand”,
der ſich der neuen Bauweiſe im Wohnraum, alſo in der menſchennächſten
Zone, entgegenſetzt. Im Außenbau hat die neue Bauuweiſe faſt völlig
geſiegt; aber ſowie es direkt an den lebendigen Menſchen herangeht (im
Wohnraum), da erheben ſich unausweichlich Bedenken gegen die rein
teckmiſchen Löſungen. „Es iſt, wie wenn eine Idee unvermutet auf die
ihr zugehörige Wirklichkeit trifft. Was da im Innern des neuen Hauſes
vor ſich geht, dieſe Begsgnung zwiſchen den neuen Baugedanken und dem
wirklichen, dem ganzen Menſchen, das iſt eine entſcheidungsreiche Sache.
Aber der Sinn dieſer Begegnung und dieſes Widerſtandes iſt nicht
Feindſchaft, ſondern für beide Teile Aufruf zur Verwandlung. Die
neuen Baugedanken werden ſich dazu bequemen müſſen, von den ewigen
Wohnbedürfaiſſen der Menſchen Notiz zu nehmen, als da ſind:
Reprä=
ſentation, Wärme, Behagen, gepflegte Wohnform. Und andererſeits
wird der Menſch lernen müſſen, auf das ſtrengere Lebensgefuhl der
neuen Bauweiſe einzugehen.”
Indem die „Innen=Dekoration” ſo die Fragen der neuen Bau= und
Wohnform von zwei verſchiedenen Seiten ergänzend beleuchtet, ſtellt ſie
ſich gewiſſenhaft in den Dienſt wahrer Einſicht. Das iſt gerade heute,
inmitten der vielen erhibfen Erörterungen, von größtem Wert. Das
reiche Abbildungsmaterial des Heftes iſt oinem neuen Wohnbau des
Budapeſter Architekten Ludwig Kozma entnommen. Es iſt anregend,
namentlich in bezug auf die Anordwung kleinerer Möbelgruppen, z. B.
Sofa wit Wandbehang und Stehlampe, Tiſch mit Stühlen und zwei
Wandleuchtern, Kaminecke mit Keramik, Bett mit Nachtlicht und
Wand=
niſche uſw; darin liegen Winke, die ſich auch in einer ſchon eingerichteten
Wohnung mit ſchönem Ergebnis befolgen laſſen.
Joſeph Stoll, „Moi Nadurgeſchichd un annern Sache zum Noochdenke
un zum Lache‟. Gedichte und Erzählungen in Mundart. Bensheim,
Druck und Verlag von Joſef Gmeiner 1928, 87 S.
Der durch ſeine in Bensheimer Mundart abgefaßten Gedichte und
Erzählungen „Zum Griwwele und Schiewele” (1926) und Volksſtücke
Die Saaldenzern” (1927) und „De ſchwarte Chriſtoph” (1927)
wohl=
bekannte Joſeph Stoll, der am 24. Januar 1879 zu Bensheim als Sohn
des Gymnaſialprofeſſors Dr. Franz Taver Stoll geboven wurde, jetzt
als Fachlehrer an der dortigen gewerblichem Fortbildungsſchule wirkt
und ſeit 1922 in glücklichem Eheſtande lebt, hat zu ſeinem fünfzigſten
Geburtstage ein neues Bändchen Gedichte und Erzählungen
heraus=
gegeben, das durch eine humorvolle Selbſtbiogratzhie in Verſen eingeleitet
wird und außerdem noch zweiundzwanzia Gedichte und Proſaſchwänke
enthält. Das Werkchen bedeutet eine wirkliche Bereicherung der
heſſi=
ſchen Mundartliteratur. Dadunch, daß es der Verfaſſee auch verſteht,
unter Lachen ernſte und zum Nachdenken anlaßgebende Wahrheiten
aus=
zuſprechen, wird ſeine Sammlung weit über den Durchſchnitt der meiſten
Erſcheinungen ähnlicher Art erhoben. Das liebenswürdige Büchlein, das
mit dem von Georg Beringer gezeichneten Bilde des Verſaſſeis
ge=
ſchmückt iſt, wird vielen eine heitere Stunde bereiten.
Prof. Dr. jur. et phil. Karl Eſſelborn.
Seite 4
Sonntag, den 21. April 1929
Nummer 110
nung geſchaffen. Die Reform der Geſetzgebung werde das Werk
der Vollzugsorgane krönen. Alles das iſt möglich, weil die
Schwierigkeiten beſeitigt ſind, die die Regierungsaktion unſicher
und zuſammenhanglos geſtaltete. Dieſem Vorgehen iſt es zu
ver=
danken, wenn ohne ernſte Störung die neue verfaſſungsmäßige
Ordnung des Staates verwirklicht werden konnte, eine
ausge=
ſprochene italieniſche Ordnung, die ſich von der anderer Länder
unterſcheidet und durchaus keine Rückkehr zu überlebten
politi=
ſchen Formen bedeutet. Kraft und Gerechtigkeit ſind
untrenn=
bare Begriffe für die kluge Regierung der Nationen. Die
Regie=
rung beſitzt Vollmachten zur Reform der Geſetzbücher. Ihre
Ar=
beiten ſind weit vorgeſchritten. Zuſammen mit der Reviſion des
Strafgeſetzes iſt die Reform der Strafanſtalten begonnen worden.
Das Konkordak mit dem Heiligen Skuhl
wird eine Reihe von Geſetzesmaßnahmen erfordern. Daher
wer=
den drei grundlegende Geſetzentwürfe von meiner Regierung
vorgelegt werden. Einer für die Anerkennung der religiöſen
Trauung im Zivilrecht, einer für die Anerkennung der geiſtlichen
Inſtitute und die Verwaltung des geiſtlichen Vermögens und
der dritte für die frei Ausübung der vom Staat geſtatteten
Glau=
bensbekenntniſſe. Die Wirtſchaftspolitik wird geſtützt auf das
bisherige Ergehnis, mit neuer Tatkraft fortgeſetzt, um dem
ita=
lieniſchen Volk ſeine Lebensbedürfniſſe und ſeinen Schutz zu
ſichern. Die Fürſorgetätigkeit der Regierung muß noch vermehrt
werden. Rege Anteilnahme der Regierung verdient auch die
In=
duſtrie. Meine Regierung verfolgt die verwickelten und heiklen
Probleme des öffentlichen Unterrichts mit atller Sorgfalt. Die
wirtſchaftliche Erholung der Nation wird von der finanziellen
Sanierung des Staates begleitet. Es wird noch einige Zeit
ver=
gehen, bis in Italien wie in anderen Staaten die verwichelten
und ſchweren Folgen des Krieges verſchwunden ſind. Der
Sta=
biliſierungskurs der Lira wird unerbittlich beibehalten durch
weitere energiſche und ſyſtematiſche Verminderung des
Noten=
umlaufes, ſtrenge Sparſamkeit bei den Ausgaben und gerechte
Verteilung der Steuern. Ueber
die auswärkige Polikik und die Abrüſtungsfrage
führte der König u. a. aus: Der wirtſchaftlichen Entwicklung
der Kolonien und ihrer Beſiedlung durch neue Scharen von
Pio=
nieren ſowie der Organiſation der militäriſchen Kräfte des
Staates muß ſich die Regierung in der nächſten Legislaturperiode
noch aufmerkſamer widmen. In den letzten Jahren iſt eine
Ab=
rüſtungskonferenz auf die andere gefolgt. Edle Anregungen
wurden gemacht. Politiker und Fachleute verſammelten ſich, aber
die Abrüſtung iſt bis heute eine großmütige Hoffnung geblieben,
mit der die fortwährenden Rüſtungen zu Lande, zu Waſſer und
in der Luft in Widerſpruch ſtanden. Meine Regierung hat
be=
reits durch den Mund des Außenminiſters die italieniſche
Hal=
tung in der Abrüſtungsfrage feſtgelegt. Da jedoch die bis jetzt
undernommenen Verſuche keinen Erfolg hatten, iſt es Pflicht des
Staates, rechtzeitig für die Verteidigung des Vaterlandes zu
ſorgen. Sie werden in der Zukunft wie in der Vergangenheit
alle von meiner Regierung geforderten Maßpahmen unterſtützen,
um die Geſamtheit unſerer bewaffneten Kräfte immer wirkſamer
zu geſtalten. Es handelt ſich um materielle Mittel, weil der
Geiſt ſchon bereit iſt und die Jugendorganiſation des Regimes
ſowie der Militärunterricht vor und nach der Dienſtzeit ihn
erhal=
ten und für jedes Ereignis ſtärken. Die militäriſchen Kräfte des
Staates, der Marine und Luftſchiffahrt und die fasciſtiſche Miliz
ſind vollkommen einträchtig und ſtimmen in der Verteilung ihrer
Aufgaben und Einheit der Ziele überein, nämlich das Vaterland
Sülebacke!
der berühmte NordhauserKautzbak.
Am 17. Mai 1929 — zwei Tage vor Pfingsten — nimmt die Firma
G. A. Hanewacker 6. m. b. H. Ihr neues Fabrikgebäude in Betrieb,
das in den letzten 1½½Jahren entstanden und mit allen modernen
Einrichtungen der Technik und Hygiene ausgestattot ist. Bei der
Feier, die aus dlesem Anlaß im Kreise der Arbeiter und
An-
gestellten und vieler Geschäftsfreunde geplant ist, möchte die
Firma gern auch treue Freunde aus den Kreisen der Verbraucher
begrüßen können. — Die Einladung hierzu ist vor einigen Tagen
in dieser Zeitung erschlenen.
Die Unterlagen werden
den alten Freunden des
echten „Hanewacker‟
aut Wunsch gern
zu-
gesandt von
G. A. Hanewacker
G. m. b. H., Abflg. E.
Mordhausen a. Harz.
mächtig und daher geachtet zu machen. Macht und Achtung
ſchließen eine aufrichtige friedliche Außenpolitik nicht aus,
ſon=
dern begünſtigen ſie. Meine Regierung gab während ſieben
Jah=
ren allen Staaten umfaſſende und entſcheidende Beweiſe ihres
Friedenswillens in den politiſchen und Handelsbeziehungen. Die
Regierung wird mit ihrer patriotiſchen Solidarität jede Sorafalt
zur Verwirklichung einer beſtimmten und loyalen
Freundſchafts=
politik mit allen Völkern verbinden, wenn die berechtigten
Inter=
eſſen Italiens greifbar und loyal anerkannt werden.
Dieſe Stelle der Thronrede machte lebhaften Eindruck und
wurde teilweiſe durch Beifall unterſtrichen. Zum Schluß wurde
dem König eine eindrucksvolle Ovation bereitet.
Nachdem der König mit den Prinzen die Eröffnungsſitzung
der Kammer verlaſſen hatte, wurde von den Abgeordneten und
der Tribüne die fasciſtiſche Hymne geſungen. Beim Verlaſſen des
Monte Cittorio wurde Muſſolini eine begeiſterte Kundgebung
bereitet. Nachdem die Truppenabſperrung aufgehoben war,
ſtrömte das Volk nach dem Quirinal zu einer
Sympathiekund=
gebung für das Herrſcherpaar, das in Begleitung des Kronprinzen
auf dem Balkon erſchien.
Der fasciſtiſche „Trevere” ſchreibt zur Thronrede, mit der
Eröffnung der neuen Legislaturperiode beginne, ein politiſches
Experiment, das für die Entwicklung des Regimes ſehr wichtig
ſein werde. Das Regime entwickle ſich und zeige jeden Tag beſſer
den Charakter einer hiſtoriſchen Notwendigkeit. Der König habe
den Eid einer Kammer empfangen, die aus dem Plebiszit
hervor=
gegangen ſei.
Nach einem vom Amtsblatt veröffentlichten königlichen Dekret
wird das offizielle Staatswappen und Siegel
Italiens durch das Liktorenbündel ergänzt.
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Nummer 110
Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, 21. April.
— Ernannt wurden: Am 12. April: der Bankdirektor. Ludwig
Grießbauer in Gießen zun Handelsrichter, der Fabrikant Georg
Schuchard in Gießen zum Ergänzungsrichter bei der Kammer für
Handelsſachen des Landgerichts der Provinz Oberheſſen in Gießen für
die Zeit bis zun. 31. Dezember 1930; am 19. April: der Notar Dr.
Fritz Arens mit dem Amtsſitz in Wörrſtadt zum Notar mit dem
Amtsſitz in Nieder=Olm, als Nachfolger des in den Nuheſtand getuetenen
Notars Juſtixrat Wilhelm Salzer; der Notar Wilhelm
Berg=
mann mit dem Amtsſitz in Fürth i. O. zum Notar mit dem Amtsſitz
in Groß=Gerau, als Nachſolger des verſtorbenen Notars. Hermann
Schollmayer, beide mit Wirkung vom 1. Mai 1929 an.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Herrn Dr. phil. et med. Rudolf
Hintzelmann zu Darmſtadt wurde die venia legendi für „
Pharma=
kologie und Phyſiologie” an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt erteilt.
Vierzigjähriges Dienſtjubiläum. Am Dienstag, dem 23. d. M
begeht. Herr Oberwerkmeiſter Bayrer ſein vierzigjähriges
Dienſt=
jußiläum boi Städtiſchen Gaswerk dahier. Herr Bayrer iſt bereits
in jüngeren Jahren in den Dienſt des Stüdtiſchen Gaswerks, das ſich
damals in der Lagerhausſtraße befand, eingetreten und hatte ſo
Ge=
legenheit, den Aufſtieg in der Gasinduſtrie, insbeſondere den
Entwicke=
lungsgaug des hieſigen Städtiſchen Caswerks zu ſeiner heutigen
Voll=
kemmenheit, mitzuerleben. Der Jubilar hat ſeine außerordentliche
Be=
fähigung und große techniſche Umſicht in all den langen Jahren in
ſei=
nem Dienſt betuieſen, daß ihm Dank gebührt dafür was er der
Allgemeinheit geleiſtet hat. Mit Stolz kann er deshalb auf ſeine
lang=
jährige Tätigkeit zurüchblicken. Die ſtädtiſche Verwaltung wird es nicht
an den entſprechenden Ehrungen an ſeinem Juoiläumstage fehlen
laſſen, um ſo mehr, als auch Herr Bayrer von ſeinen Vorgeſetzten,
Mit=
arbeitern und Untergebenen allſeits beliebt und geachtet iſt, ein Maun
von ſchlichnter, einfacher Geſinnungsart, ehrliebend und gerecht. Möge
es ihm vergömnt ſein, in ſeitheriger Friſche und Rüſtigkeit ſeinen ihm
über alles ſiehenden Dienſt noch lange Jahre auszuüben.
— Heſſiſches Landestheater. Am Sonntag geht im Großen Haus
Wagners „Lohengrin” unter muſikaliſcher Leitung von
General=
muſikdirektor Dr. Vöhm in Szene. In den Hauptpartien ſind die
Damen Anny von Stoſch, Anna Jagobs und die Herren, Hans Grahl,
Johannes Biſchoff, Theo Heuſer und Siegfried Tappolet vom
National=
theater in Mannheim als Gaſt beſchäftigt. (Gemeinde R, Beginn:
18 Uhr.)
Im Kleinen Haus findet heute abend die Uraufführung des
preis=
gekrönten Volksſtück=s von Wünzer und Wagner „Die verborgene
Aehnlichkeit”, dargeſtellt von der Heſſiſchen Spielgemeinſchaft,
ſtatt. Beginn: 19 Uhr.
Kulturfilmbühne des Kleinen Hauſes. „Johanna
von Orleans”. Wie um jede Neuerſcheinung, die ſtark aus dem
Nahmen des Genohnten herausfällt, iſt auch um den franzöſiſchen
Groß=
film ſim Ufaleih) „Johanna von Orleans”, der kürzlich in Berlin ſeine
deutſche Uraufführung erlebte, ein heſtiger Widerſtreit der Meinungen
entſtanden. Ein großer Teil der Berliner Tageszeitungen ſetzte ſich
mit Enthuſiſsmus für den Film ein und bezeichnete ihn als
Offen=
barung einer neuen Filmkunſt. Tatſächlich haben ter däniſche Regiſſeur
Carl Th. Dreher, der franzöſiſche Operateur Mate und der deutſche
Architekt Hermann Wann bei der Heyſtellung des Films ganz neue
Wege eingeſchlagen. Jedenfalls iſt „Johanna von Orleans” ein Film,
den jeder, der für Film und die Entwickelung der Filmkunſt Intereſſe
hat, ſehen muß. Uebrigens iſt „Johanna von Orleans” in England von
der Zenſur verboten, die deutſche Zenſur hat ihn hingegen auch für
Jugendliche freigegeben. Disſer Film gelangt in 6 Vorſtellungen
Mon=
tag, den V., Dienstag, den 23., und Mittwoch, den 24. April, um 15
und 20 Uhr, zur Auffihrung.
„Don Carlos” von Schiller in der Inſzenierung Carl Gberts
gelangt Dienstag, den 23. April, als Vorſtellung der Miete 4 zur
Wiederauffuhrung.
„Sly” von Wolf=Ferrazi mit Hans Grahl in der Titelpartie, Roſe
Landwehr und Hans Komregg in den übrigen Hauptpartien gelangt
unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Carl Böhm Freitag, den 26. April,
zur Wiederaufführung.
Vielfachen Wünſchen aus dem Publikum entſprechend wird
„Fatme” mit Käthe Walter in der Titelpartie unter muſikaliſcher
Leitung von Max Rudolf, mit Anna Jacobs, Heinrich Kuhn, Carl
Ebert=Beyer, Eugen Bogt, Ernſt Overlack in den anderen Hauptpartien
wieder aufgeführt.
Die Oper des Hefſiſchen Landestheaters bereitet Puccinis „
Ma=
non Lescaut” vor. Die muſikaliſche Leitung des Werkes hat Carl
Bamberger. Die Inſzenierung beſorgt Arthur Mavia Rabenalt. Die
Bühnenbilder entwirfte Wilhelm Reinking. In den Hauptrollen ſind
Anny von Stoſch und die Herren Jgeger, Ebert=Beher. Kuhn, Grohm,
Wünzer, Overlack beſchäftigt. Die Erſtaufführung iſt für den 30. April
vorgeſehen.
Heute Sonntag und morgen Montag findet der Vorverkauf für
Mieter zur Aufführung „Feldherrnhügel” zu Vorzugspreiſen
von 1—5 Mar” ſtatt. Der allgemeine Vorverkauf beginnt am Dienstag.
— Orpheum. — „Die Fürſterchriſiel”. Jarnos erfolgreiche Operette
in 3 Akten ſuird heute Sonntag erſtmalig wiederholt. Außer Ellen
van Kaik (Titelrolle! Erich Lange (Kaiſer Fronz) iſt im der Tenor=
Hauptpartie Heinz Steinbrecher als Gaſt tätig. Es gelten
volkstüm=
liche Preiſe von 1 bis 3 Mark. Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt:
Verkehrsbiro von 9—12 Uhr, Zeitungskiosk gegenüber dem
Verkehrs=
biro bis 1 Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr unmterbrochen. Der Anfang der
Vorſtellung iſt auf 8 Uhr feſtgeſetzt. (Siehe Anzeige.)
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Zu einem geologiſch=naturwiſſenſchaftlichen Vortrag lädt Alt=
Darm=
ſtadt ein. Herr Dr. phil. nat. Karl Weitzel, der durch ſeine
Ver=
öffentlichungen auf dieſem Gebiet in weiten Kreiſen bekannt iſt, ſpricht
am Donnerstag, abends 8.30 Uhr, im Eintrachtſaal über das Thema:
„Das Werden der Heimat”.
Sonntag, den 21. Aprfl 1929
Seite 5.
Darmſtadts Fremdenverkehr in Fahlen.
—7 Die Angaben des ſtatiſtiſchen Amtes der Stadt Darmſtadt über
den Fremdenverkehr im Jahre 1938 liegen nunmehr vor. Bereits
ein=
gangs ſei darauf hingewieſen, daß die tatſächlichen Fremdenzahlen
be=
deutend höhere ſind, da ſehr viele der Beſucher großer Veranſtaltungen
in Privatquartieren Unterkunft finden müſſen, oder auch nur einen
Tag (ohne Uebernachtung) am Orte bleiben. In jedem der beiden Fälle
aber einer ſtatiſtiſchen Erfaſſung verloren gehen.
Die untenſtehenden Zahlen beziehen ſich auf die Hotelfremden und
Hotelübernachtungen, wobei eine ſtarke und ſehr erfreuliche
Aufwärts=
entwicklung zu beobachten iſt. Es iſt zu erhoffen, daß dieſe ſteigende
Tendenz auch in dem wirtſchaftlich ſchwächeren Jahre 1929 beibehalten
wird, wenn mit der ſyſtematiſchen Werbung nach einem feſtumriſſenen
Plan unter genauer Beobachtung der Reiſemöglichkeiten
ein=
zelner Berufskreiſe weiter fortgefahren werden kann.
Insbeſondere iſt der Kongreßwerbung die größte
Aufmerk=
ſamkeit zu ſchenken, neben einer Werbung, die ſich auf die geographiſche
Lage Darmſtadts als Eingangstor für Odenwald und Bergſtraße ſtützt.
Die enge Parallelwerbung mit derjenigen anderer Städte iſt nach
Maß=
gabe der verfügbaren Mittel unumgänglich notwvendig, da Darmſtadt
von einem Kreis wirtſchaftlich und fremdenverkehrspolitiſch
allerwichtig=
ſter Städte eingeſchloſſen iſt.
Darmſtadts Werbung als „Stadt der Künſte” iſt eine aktuelle
An=
gelegenheit, die von Fall zu Fall anläßlich der Veranſtaltungen von
Ausſtellungen u. ä. erfolgen muß.
Durch die vollkommen reibungsloſe Zuſammenarbeit zwiſchen
Ver=
kehrsverein und Stadtverwaltung, die insbeſondere in den Fragen der
Auslandswerbung, der Neugeſtaltung der geſamten deutſchen
Verkehrs=
werbung (Verkehrsrat) in enger Gemeinſchaft ſtehen, iſt ein Erfolg in
dieſer Angelegenheit mit Sicherheit zu erwarten.
Die wirtſchaftlichen Vorteile, die ein Fremdenverkehr für eine
Stadt mit ſich bringt, ſind ſo einleuchtend, daß dieſelben hier nicht
wei=
ter ausgeführt zu werden brauchen.
Der rein zahlenmäßige Erfolg der Werbung 1928
ſtellt ſich folgendermaßen dar:
Zahl der gemeldeten Fremden (in Hotels, Gaſthöfen, Penſionen):
1. Halbjahr 1928 . .
.. 2020
2. Halbjahr 1928 ..
... 23326
zuſammen: 43576
(gegen 31 221 im Jahre 1927),
mithin eine Zunahme von 12355.
Zahl der Uebernachtungen:
1. Halbjahr 1928 ..
„.. 29 769
2. Halbjahr 1928 . . . . . . . . . . . 31 186
zuſammen: 60 255
(gegen 39 600 im Jahre 1927),
mithin eine Zunahme von 21355.
Im Mai 1928 wurde an Zahl der Beſucher der erſte Höhepunkt
erreicht, während der meteorologiſch ungünſtigere Juni eine ſtarke
Ein=
buße zu verzeichnen hat. In den Monaten Juli, Auguſt ſtieg die
Kurve wieder. Beide Monate ſtehen mit 6247 und 6169 Fremden
ab=
ſolut am beſten da. Die Vergleichsziffern für 1927 ſind 5093 und 5191.
Merkwürdigerweiſe ſind die Zahlen für die zu Reiſen am wenigſten
geeigneten Monate November und Dezember überaus hoch. Sie
be=
tragen für Hotel= und Penſionsgäſte: 3463 und 3138 bei 5035 und 5478
Uebernachtungen! Vergleichszahlen: 2323, 1868 bzw. 3220, 2631.
Es iſt von größter Bedeutung, den für Darmſtadt typiſchen
Saiſonverkehr von April bis Auguſt einſchl. auch auf die
ande=
ren Monate auszudehnen. In dieſen Monaten, die für das eigentliche
Reiſen nicht oder nur beſchränkt in Frage kommen, kann das nur durch
geeignete Veranſtaltungen erreicht werden.
Nach Nationalitäten geordnet wurde Darmſtadt aufgeſucht von 7984
Heſſen, 2615 Heſſen=Naſſau, 6484 Rheinland, 7480 übr. Preußen, 3012
Baden, 1836 Rheinpfalz, 5637 Bahern, 2946 Württemberg, 4072 Sachſen,
13 702 übr. Deutſchland, 3681 Ausland — 59 449, womit gleichzeitig die
Summe aller polizeilich gemeldeten Fremden (Jugendherbergen,
Wander=
heime uſw.) feſtgeſtellt iſt.
Die erzielten Erfolge ſind beſonders mit Hinblick auf die ganz
außerordentlich geringen Mittel, die für die Werbung zur Verfügung
ſtanden, anſprechend. Aber nichts wäre verfehlter, als ſich mit den
eige=
nen Erfolgen zufrieden zu geben. Gerade Darmſtadt welches ſo
über=
mächtige Nachbarn hat, muß mehr und mehr die Werbung foreieren.
Denn der Fremdenverkehr iſt im Wirtſchaftsleben einer Stadt ein
Fak=
tor geworden, der mit der größten Sorgfalt gepflegt werden muß.
Die Zahl der Tagungen und Kongreſſe mit Ausſtellungen beträgt
für das Jahr 1929 bis jetzt (Neuanmeldungen ſind weiter zu erwarten)
22. Gezählt ſind nur größere Veranſtaltungen.
H. F.
Obermusik-
Mafthias deber meister a.b.
Jelzt
9 Endstation der
Herderstraße 19 Unie s. 6801
jeder Art stellt
— Promenaden=Konzert. Vielen Anregungen folgend, veranſtaltet
das Stadtorcheſter ſeine wüchentlichen Promenaden=Konzerte in dieſem
Jehre nach Möglichkeit Sonntags vormittag im Herrngarten, Sonntag,
den 21. Abril, 11—12 Uhr, findet das erſte dieſer Konzerte unter Leitung
des Kapellmeiſters Willi Schlupp nach folgendem Programm ſtatt:
1. Helenenmarſch von Lubbert, 2. Dugertüre eur Oper „Mignon” von
Thomas, 3. Neu=Wien, Walzer von Strauß, 4. Große Fantaſie aus der
Oper „Aida” von Verdi, 5. Zivei Elſäſſiſche Bauerntänze von Merkling,
6. The Thunderer. Marſch von Souſa.
Im Frühling reinigen Sie Blut und Häfte
indem Sie morgens und abends 1 bis 2 Herbex=Kerne nehmen. Sie
er=
halten Herbex=Kerne ſchon in Mengen von 30 Gramm in Apotheken. (1V224
Hachmnenene chmn g gengen gneng gersn guos
neuzeitliche Ernährung unter der berährten Leitung unſeres
Mit=
gliedes, Frau Elſe Weihſe in unſeren Näumen Heidelberger Straße 47
— Eingang Wilhelminenſtraße — in der Zeit vom 30 April bis 3. Mai,
jeweils von 15—18 Uhr. Anmeldung=u erbeten an die Geſchäftsſtelle und
zu Frau Weihſe, Wienerſtraße 93 I, von 10—12 Uhr. Zugleich möchten
zur bekannt geben, daß Fegu Weihſe am 8. Mai einen
PrivatMittags=
tiſch (neuzeitliche Ernährung) in ihrer Wohnung, Wienerſtraße 93I, von
12—13:, Uhr eröffnet. Anm=ldungen nehmen Frau Weihſe und die
Geſchäftsſtelle von 10—12 Uhr gerne entgegen.
Bohner mit bester Borste
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Selfenhaus am Schillerplatz Inh Hans Knos. 6367b
— Die Buchhanölung Bergſtraeßer befindet ſich jetzt in den neuen,
von Architekt Sixtus Großmann nach mobernen Grundſätzen
künſtle=
riſch und zweckuäßig geſtalteten Räumen im Hauſe Wilhelminenſtraße 22,
oberhalb der Eliſabethenſtraße. An den als Oktogon behandelten
Ver=
kaufsraum ſchließt ſich ein behaglicher Leſeraum an, der den Eindruck
einer intimen Bibliothek erweckt. Das Ganze iſt eine Farbenſinfonie
in hellem Blau= und Rot von äußerſt wohltuender Wirkung.
— Filmportrag über Motorenkraftſtoffe. Am Mittwoch, 24. April,
abends, findet in der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt, Hörſaal 234,
ein Lichtbilder=Vortrag über Motorenkraftſtoffe ſtatt — ſiehe Anzeige —.
der für jeden Automobilbeſitzer und Kraftfahrer gewiß von Intereſſe
ſein dürfte. Der Eintritt iſt frei.
— Wohlfahrtsvorſtellung der Genoſſenſchaft Deutſcher
Vühnen=
angehöriger im Landestheater. Am Samstag, 27. April, findet eine
Aufführung des Luſtſpieles „Der Feldherrnhügel” von
Nößler und Roda Noda im Großen Hauſe ſtatt. In dieſem Stück
er=
lebt einer der luſtigſten Schwänke aus der Vorkriegszeit ſeine fröhliche,
harmloſe Auferſtehung. Die drollige Satire auf das gemütliche
öſter=
reichiſche Militär= und Manöverweſen, welche ſeinerzeit der hochlöblichen
k. u. k. Zenſur in Wien ſchwer zu ſchaffen machte, begegnet heute als
Zeirdokument auf vielen Bühnen erneutem lebhaften Intereſſe. Der
Ertrag der außer Abonnement ſtattfindenden Vorſtellung fließt den
Wohlfahrtskaſſen der Genoſſenſchaft Deutſcher BühnenAngehöriger zu
und dient hauptſächlich der Verſorgung alter und kranker, erwerbsloſer
Theatermitglieder.
— Werbeabend bes Jugendherbergverbandes. Die Darmſtädter
Spielſchar veranſtaltete unter Mitwirkung der Kurrende der
Jugend=
vereinigung der Petrusgemeinde in der Otto=Berndt=Halle einen
Werbe=
abend zugunſten des Ausbaues der Jugendburg auf dem Otzberg, der
mit einem Geſamtaufwand von 20 000 RM. zu einem Sammelpunkt der
Jugend ausgeſtaltet werden ſoll. Die Jugend hofft, ein Viertel des
Be=
trages ſelbſt aufbringen zu können, während ſie für den Reſt auf
Be=
willigungen bzw. Zinsgarantie von ſeiten des Heſſiſchen Staates
ange=
wieſen iſt. Man darf aus dem ſtarten Beſuch des Werbeabends ſchließen,
daß der Gedanke des Jugendwanderns in weite Kreiſe auch der
Darm=
ſtädter Vevölkerunn eingedrungen iſt. Aber auch der Fernſtechende
ge=
wann aus den gebotenen Leiſtungen einen guten Einblick in die
Tätig=
keit und Ziele der Jugendbünde. Im erſten Teil des Abends wurden
Chüre und Tänze aufgeführt, von denen beſonders der „Roſentanz” und
„Schwediſch=Schottiſth” lebhaften Beifall fanden. Nach der Pauſe wurde
ein „T=lſpiel der Schlveizer Bauern” von Mitgliedern der Darmſtädter
Spielſelar aufgefuhrt. Laienſpiele, die aus einem einmaligen
Erleb=
nis heraus zwangsläufig und infolgedeſſen einmalig erwachſen ſollten,
in umſchloſſenem Naum und auf den Brettern, die die Welt nur be=
Leuten ſtatt zu ſein, darzuſtellen, iſt ſehr ſchwierig. Eine noch größere
Velaſtung aber bedeutet es, wenn im Text von Johann Weinrich
ver=
ſucht wird, das durchaus Urwüchſige, Bäuriſch=Zornige der alten
Tell=
ſriele religiös=Griſtlick zu „unterbauen” und ſo in das Ganze den Keim
zur Disharmonie zu legen. Die ſehr ſtarke und eindringliche Wirkung
verdankt das Stück ausſchließlich den Leiſtungen ſowohl einzelner
Dar=
ſteller wie auch den ausgezeichnet herausgearbeiteten Sprechchören, die
im Rütliſchwur höchſte Steigerung und wuchtigen Abſchluß fanden. rs=
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung. In der ſechſten
Winterverſammlung unſerer Gewerbevereinigung, welche am Dienstag,
den 23. April, abends 8 Uhr, im „Gelben Saal” des Reſtaurants Sitte
(Karlſtraße) ſtattfindet, wird Herr Dr. von Gerhardt, Dozent an
der Univerſität Frankfurt a. M., über techniſchen und ſozialen
Fort=
ſchritt ſprechen, deſſen Begriff und Weſen in allgemein verſtändlicher
Weiſe erläutert werden ſoll. Vorträge dieſer Art ſind für den
Gewerbe=
treibenden äußerſt nützlich, weshalb ein zahlreicher Beſuch der
Ver=
ſammlung aus den Kreiſen unſerer Mitglieder und aller Freunde des
Gewerbeſtandes erwartet werden darf.
ſch fahre
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weil ich einen sicheren Wagen kahren will
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Nummer 110
Seite 6
Hefſiſche Verwaltungsgkademie
(N Zurmfraut.
Das Vorleſungsverzeichnis der Akademie für das Sommerſemeſter
1929 wciſt wiederum eine Reihe bedeutender Vorleſungen und Vorträge
auf, die geeignet ſind, auch über den Rahmen der Beamtenſchaft hinaus
in allen ſtaatsbüvgerlich intereſſierten Kreiſen Anteilnahme zu wecken
Es ſei darcuf aufmerkſam gemacht, daß es Jedermann geſtattet iſt,
gegen Entrichtung der feſtgeſetzten Gebühren an den Vorleſungen
teil=
zunehmen.
Im einzelnen führt das Vorleſungsverzeichnis folgende
Vorleſun=
gen auf:
A. Rechtswifſenſchaft.
Profeſſor Dr. Roſenberg: Uebungen im bürgerlichen Recht, mit
ſchriftlichen Arbeiten, 2. Teil, 6 Stunden. (3 RM.) Mi. 15 u.
29. Mai. Mi. 19. Juni.
Privatdozent Dr. Liſt: Grundzüge des Handelsrechts, 8 Stunden.
(4 RM.) Mi. 24. April, Fr. 31. Mai, Mi. 12. u. Fr. 14 Juni.
Profeſſor Dr. Rittler: Deutſch=öſterreichiſche Rechtsangleichung im
Strafrecht, 2 Stunden. (1,50 RM.) Di. 25. Juni.
Oberbürgermeiſter Maß: Der Freiherr vom Stein und die
Städte=
ordnung, 2 Stunden. (1,50 RM.) Fr. 26. April.
Profeſſor Dr. Bergſträßer: Die Entwicklung der deutſchen
Par=
teien ſeit 1918, 2 Stunden. (1,50 RM.) Fr. 24. Mai.
B. Sozial= und Wirtſchaftswiffenſchaft.
Profeſſor Dr. Gerloff: Praktiſche Nationalökonowie, 2. Teil,
8 Stunden. (4 RM.) Di. 7., Mi. 2., Fr. 10. u. Di. 14. Mai.
Profeſſor Dr. Gexloff: Volkswirtſchaftliche Uebungen mit
ſchrift=
lichen Arbeiten, 6 Stunden. (3 RM.) Fr. 17. Mai, Fr. 7. u. 28. Juni.
Miniſterialrat 2r Meller: Einführung in die Statiſtik, 6 Stunden.
(3 RM.) Di 23. Mai, Di. 4. u. 11. Juni.
Profeſſor Dr. Salomon: Kultur und Ziviliſation, 2 Stunden.
(1,50 RM.) Do. 23. Mai.
Privatdozen: Dr. Fritzler: Die wirtſchaftliche Frage als
Schickſals=
frage des Sowjetſtaates, 2 Stunden. (1,50 RM.) Fr. 3. Mai.)
C. Allg=meine Fächer.
Profeſſor Dr. Pfannmüller: Die großen Religionsſtifter und
ihre Bedeutung für die Gegenwart, 2. Tcil: Mohammed, 2
Stun=
den. (1,50 RM.) Mi. 5. Juni.
Profeſſor Dr. Hollatz, Goeihe al3 Juriſt und Staatsmann, 4
Stun=
den. (2 RM.) Di. 23 April und Di. 2. Juli.
Privatdozent Dr.=Ing. Bramesfeld: Praktiſche Pſychologie in der
Verwaltung, 6 Stunden. (3 RM.) Di. 18., Fr. 21. u. Mi. 26. Juni.
D. Führungen und Beſichtigungen.
Beſichtigung der Daimler=Benz=Werke in Gaggenau, mit pſychotechniſchen
Vorführungen.
Beſichtigung des Murg=Werkes in Forbach im Schwarzwald.
Führung durch die Frankfurter Börſe. (Direktor Dr. Zeiger.)
Prähiſtoriſche Wanderung durch den Odenwald. (Profeſſor Dr Behn.)
Beſichrigung der Einrichtungen des Völkerbundes und des
Internatio=
nalen Arbeitsamts in Genf (Profeſſor Dr. Hollatz.)
Der Zeitpunkt der einzelnen Beſichvigungen und Führungen wird
im Laufe des Semeſters bekanntgegeben. Die Studienreiſe nach Genf
findet nur bei genügender Beteiligung ſtatt.
Ferner:
Verſorgungsrechtliche Sonder=Vorleſung.
Dr Arendts, Senatspräſident am Reichsverſorgungsgericht:
Ver=
ſorgungsrecht und Verſorgungsgerichtsbarkeit, Stunden. (5 RM.)
Fr. 21. u. Sa. 22. Juni.
Das Semeſter beginnt am Dienstag, den 23. April, und ſchließt am
Dienstag, den 2. Juli d3. Js. Die Vorleſungen finden in der Zeit von
8 bis 9.30 Uhr abends im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule zu
Darmſtadt ſtatt.
Die Vorleſungsgebühr beträgt für nichtbeamtete Hörer für
die Teilnahme an ſämtlichen Vorleſungen außer der
verſorgungsrecht=
lichen Sondervorleſung 27 RM., für die Teilnahme an der letzteren
5 RM. Fur die Teilwhme, an einzelnen Vorleſungen iſt die hinter
jeder Vorleſung angegebene Gebühr zu entrichten.
Alles Nähere iſt aus dem Vorleſungsverzeichnis zu erſehen, das
koſtenlos von der Geſchäftsſtelle der Anſtalt, Darmſtadt, Kaupſtraße 43,
bezegen werden kann.
— Freunde der Darmſtädter Realanſtalten. Ju der
Monatsverſamm=
lung, welcher der Vorſtand geſchloſſen beiwohnte, wunde nach reiflicher
Beratung einſtimmig beſchloſſen, beim Verband in Leipzig zu
bean=
tragen, daß der Verbandstag 1930 in Darmſtadts Mauern tagen möge.
Um die vorbereitenden Arbeiten ſchon jetzt beginnen zu können, wurde
ein Ausſchuß gewählt, der den Vorſtand erweitert und dem die Herren
Gewerbelehrer i. R. Brohm, Oberingenieur Engel und Fabrikant
Schmank angehören. Das diesjährige Stiftungsfeſt wird am 1.
Sep=
tember veranſtaltet. Lebhaft wurde von der Verſammlung der Beitritt
einer großen Zahl neuer Mitglieder begrüßt, die einſtimmig
aufgenom=
men wurden. Der Vorſtand bittet die Mitglieder, ſich den 5. Mai
frei=
zuhalten, um vege an der 2. Führung durch Alt=Darmſtadt teilnehmen
zu können.
— 118er=Wiederſehensfeier in Bensheim a. d. B. am Samstag, dem
4., und Sonntag, dem 5. Mai 1929. Die diesjährige 118er=
Wieder=
ſehensfeier in Bensheim a. d. B. beginnt am Samstag, dem 4. Mai,
mit einem Unterhaltungsabend um 20,15 Uhr im Hotel zum „Deutſchen
Haus”. Am darauffolgenden Tage, Sonntag, dem 5 Mai, iſ. die
eigent=
liche Wioderſehensfeier. Ab 9 Uhr vormittags iſt die
Delegierten=
ſitzung im „Deutſchen Haus” feſtgeſetzt. Nach dem Mittageſſen ſtellen
ſich um 13,30 Uhr die Feſtteilnehmer zum Feſtzug durch Bensheim auf.
Der Feſtzug führt durch Bensheim nach dem Feſtplatz. Dort werden die
Anſprachen gehalten. Nach denſelben findet dort Konzert, ausgeführt
von den Mitgliedern der ehemaligen 118er=Regimentskapelle, ſtatt.
— Wanderklub Falke 1916, Darmſtadt. Die Schnitzeljagd zeugte
von einer außerordentlichen Kenntnis der Füchſe bzw, der Führer in
unſeren heimatlichen Wäldern, denn ſie verſtanden es tatſächlich, uns
mehrere Stunden in den öſtlichen und ſüdlichen Wäldern unſerer Stadt
herumzuführen, ohne daß es uns gelang, von der Stadtgrenze
hinweg=
zukommen. Von den nahezu 40 Teilnehmern gelang es nur wenig
Glück=
lichen, die Fuchsneſter im Mühltal rechtzeitig zu erreichen, und
bei=
nche wäre es ſo gekommen, daß die Füchſe als Sieger bei der
anſtren=
genden Jagd hervorgegangen wären. Zum gemeinſamen Mittagsmahl
vereinigte ſich dann die größte Anzahl der Teilnehmer in Nieder=
Nam=
ſtadt, wobei die vielen Möglichkeiten der einzuſchlagenden Wege, der
Abkürzungen uſw eingehend erörtert wurden. Der Rückmarſih führte
uns über den Linden= und Prinzenberg und den alten Eberſtädter Weg
nach Hauſe, ſodaß wir an dieſem Tage wohl den ganzen ſüdlichen Teil
unſerer heimiſchen Wälder kennen lernten.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den 21. April,
folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Berger,
Wil=
helminenſtraße 5 (Tel. 187); Dr. med Stern I, Wendelſtadtſtraße 5
(Tel. 1260); Frl. Dr. med. Schmidt=Darmſtadt (Tel. 1253).
Bp. Der Maikäfer iſt da. An den Kaſtanienbäumen brechen die
Knoſpen. Kaum ſchaut das erſte Grün hervor, da macht ſich auch ſchon
der Maikäfer bemerkbar. Er iſt noch trunken von dem langen
Winter=
ſchlaf und purzelt auf die Erde, wo er von der Jugend mit lautem
Hallo in Empfang genommen wird. Wenn die Anzeichen nicht trügen,
iſt in dieſem Jahre — trotz der ſtrengen Winterkälte — mit viel
Mai=
käfern zu rechnen.
Sonntag, den 21. Aprf 1929
— Uraufführung einer Lokalpofſe. Die Erſtaufführung der neuen
Darmſtädter Lokalpoſſe von Heinrich Rüthlein „
Liebes=
luſt” oder „Die weißen Schuhe” durch den Zitherklub
Darmſtadt=Beſſungen wird am Sonntag, den 5. Mai, 7.30
Uhr abends, in der Beſſunger Turnhalle (Heidelberger Straße)
ſtatt=
finden. Das Stück, das bei dem vorjährigen Preisausſchreiben einen
zweiten Preis erhielt, ſpielt wie jede echte Lokalpoſſe unter kleinen
Leuten und zeigt in ergötzlicher Schilderung deren Kämpfe und
Leiden=
ſchaften, Geſchehniſſe, die dem Außenſtehenden vielleichr klein und
harm=
los erſcheinen, von den Betroffenen aber bitter ernſt genommen
wer=
den. Daß dieſe Zuſammenſtöße und Ereigniſſe gerade durch die
Klein=
heit und Enge der Verhältniſſe bedingt ſind, ſoll in einer ihera 1s
leb=
haften und ſpannenden Handlung bewieſen werden. In ſechs Bildern
(Waldpartie, Herrngarten uſw.) werden eine Reihe Szenen und
Ge=
ſtalten aus dem Darmſtädter Volksleben vorgeführt, ſo daß zu erwarten
ſteht, daß alle Freunde und Verehrer unſerer Heimatſprache auf ihre
Rechnung kommen.
— Darmſtädter Jugendverbände. Es wird hiermit darauf
hin=
gewieſen, daß am 25. April in der Gewerbeſchule, Neckarſtraße, wieder
ein Keramik=Kurſus beginnt, bei dem allerlei
Gebrauchsgegen=
ſtände ſowie Schalen, Leuchter und auch Kleinplaſtiken modelliert und in
Terrakotta und farbiger Keramik hergeſtellt werden. In dem Kurſus
wird praktiſche Arbeit geleiſtet und der Abend (Freitag von
8—10 Uhr) wird geleitet von der bekannten Bildhauerin Frau
Federn=Staudinger. Bereits der vorige Kurſus hat gezeigt,
daß gerade in den Jugendverbänden großes Intereſſe für dieſe
Arbei=
ten vorhanden iſt, und daß dieſe Arbeit äußerſt gut für die Neſtabende
geeignet iſt. Das Material und die Werkzeuge werden koſtenfrei
ge=
ſtellt, jedoch ſind Anmeldungen bei der Volkshochſchule, Mathildenplatz
Nr. 17, vorzunehmen.
— Bogelsberiger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt. Reich belohnt
wurden die Wanderer, die am Sonntag das Frühaufſtehen nicht ſcheuten
und an der 4. Wanderug teilnahmen, zumal der Wettergott ein
Ein=
ſehen hatte. Kurz nach 8 Uhr befanden ſich die Teilnehmer bereits in
Groß=Rohrheim, dem Ausgangspunkte der Wanderung. Mit feſten
Schritten, umkoſt von friſchem Morgenwinde, gehts über freies
Acker=
land. Siegreich ſcheint die Sonne am Firmament. Ein herrlicher
Buchen=
wald, leider noch ohne friſches Grün, öffnet ſeine Pforten. Am
Wald=
rande gelangt man zum Forſthaus Jägersburg, wo Frühſtücksraſt
ge=
halten wird. Nach einer Stunde Weiterwarſch. Nur wenige Minuten,
und hoher Laubwald, wit Dannenſchlägen durchſetzt, nimmt die
Wan=
derer auf. Auf abwechſlungsreichen Pfaden wird der Wald
durchwan=
dert und läßt die Wanderer am Rande aufſchauen, drüben, jenſeits der
Wieſen und Felder grüßt die Bergkette der Bergſtraße. Schwanheim
iſt nun bald erreicht und ladet zur Mittagsraſt ein. Nach einem guten
Imbiß geht die Wanderung weiter noch Fehlheim. Auf Waldrandwegen
entlang, mit klarer Fernſicht auf die ſchöne Bergſtraße, ſpäter über
Wieſen und Felder, gelangt man nach Auerbach, dem Endziel der
Wan=
derung. Im Gaſthaus Weigold war man, wie immer, gut aufgehoben
und verlebte gemeinſam mit einigen Mainzer V.H.C.=lern noch einige
frohe Stunden, dis die Bahn die Teilnehmer mach Darmſtadt verbrachte.
Den beiden Führern der Wanderung, den VHC.=brüdern Rechel und
Simon, wurde für die vortreffliche Führung durch V. H.C.=Bruder Burk
Dank geſagt.
Schlechter Schlaf
iſt eine Folge abnormer Magentätigkeit. Eine Taſſe Ovomaltine vor
dem Schlafengehen verhindert das Gefühl der Leere und bürdet dem
Magen keine große Arbeit auf, wirkt aber ungemein kräftigend.
In Apotheken und Drogerien vorrätig; 250ar Büchſe RM 2.70, 500 gr
RM 5.—. Gratisproben und Druckſachen durch: ((,6277
Dr. A. Wander G. m. b. H, Oſthofen=Rheinheſſen.
— Sprachverein. Auf der diesjährigen Hauprverſammlung hielt
zu=
nächſt Oberſtudienrat Dr. Bergmann einen feſſelnden Vortrag über
die Frage, ob das Weſen eines Volkes, das man gewöhnlich aus ſeinen
geiſtigen, ſtaatlichen und wirtſchaftlichen Taten ableite, auch aus ſeiner
Sprache, ohne Rückſicht aufs Schriftum, erſchloſſen werden könne. Er
legte dar, welche Stücke des Sprachbaues hierfür beſonders in
Be=
tracht kommen, und zeigte das anſehnliche Ergebnis der bisherigen
Forſchung, warnte aber vor übereilten Behauptungen, da noch
un=
gemein viele Unterſuchungen anzuſtellen ſind. Eines zeigten die
Aus=
führungen vor allem deutlich: Weil die franzöſiſche Sprache bei weitem
nicht ſo an Fremdwörtern leidet wie unſere, und weil der franzöſiſche
Schriftſteller es für ſeine natürliche Pflicht hält, gemeinverſtändlich
und gefällig zu reden, während ein großer Teil unſrer führenden
Gei=
ſter in Fremdwörtern und ſchwülſtigen Ausdrücken ſchwelgt, ſo iſt das
franzöſiſche Volk nicht wie das unſere durch eine Kluft geſpalten, die
den Leuten einfacher Schulkenntniſſe den Zugang zu höherer Bildung
erſchwert, ja verwehrt. Dieſes verderbliche deutſche Uebel zu bekämpfen,
iſt das Streben des Deutſchen Sprachvereins, der jetzt zwar auf 40000
Mitglieder in 400 Ortsgruppen angewachſen iſt, aber ſeine Hauptarbeit
noch vor ſich hat. Ueber die Tätigkeit des hieſigen Zweiges berichtete der
Obmann, Oberſtudienrat Pickert; die Rechnung legte für den
ver=
hinderten Schatzmeiſter, Buchhändler Säng, Kaufmann Schork
ab; der Vorſtand ward wiedergewählt. Am 14. Mai wird der frühere
Leiter des Wiener Burgtheaters, Hofrat Max Millenkovich, über
den Geiſt in der öſterreichiſchen Dichtung reden; ein Bericht über die
an Pfingſten zu Danzig ſtattfindende Tagung des Geſamtvereins ſoll
am 17. Juni geboten werden.
— Lernt ſtenographieren! Die Stenographen=Vereinigung „
Gabels=
berger”. Handwerkerſchule, Ecke Karl= und Nieder=Ramſtädter Straße,
beginnt am Dienstag, dem 23. April, mit neuen Kurſen in
Reichskurz=
ſchrift, und macht dieſelbe hiermit auf die Erlernung dieſer Kunſt ſchon
heute aufmerkſam. Auch Redeſchrift=, Fortbildungs= und Dikratkurſe
künnen an dem betreffenden Abend begonnen werden, die zur
Weiter=
bildung von größtem Nutzen ſind. Das Unterrichtsgeld für alle Kurſe
iſt ſehr niedrig und wird Ratenzahlung gerne geſtattet. (Näheres ſiehe
Anzeige.)
Bp. Die Darmſtädter Meſſe beginnt am Sonntag, 27. April, und
dauert bis einſchließlich 7. Mai. Die Meſſe wird in dieſem Jahre
be=
ſonders groß werden. Nicht weniger als acht Fahrgeſchäfte, darunter
eine ſogen. Turmbahn, werden vertreten ſein. Als ganz neu für
Darm=
ſtadt dürfte die „Opelbahn” ſein, auf der es möglich iſt, in Autos
inner=
halb der Bahn frei zu fahren.
Vum Wochenmarkt. Kleinhandelstagespreiſe vom 20. April für ein
Pfund bzw. Stüick in Pf: 1. Bemüſe: Kohlrabi 30—10, Erdkohlraben
18—20, gelbe Ruben 18—45, rote Rüben 29—25, weiße Ruben 20—25,
Schwarzivurzeln 59—70, Spinat 25—10, Notkraut 25—30, Weißkraut 25
bis 30, Wirſing 20—30, Grünkohl 40. Erbſen 60, Zwiebeln 15—20,
Knoblauch 80, Tomaten 80—100, Feldſalat, Lattich 180—200, Kopffalat
25——40, Salatgurken 80—120, Blumenkohl 50—130, Rettich 5—15,
Meer=
rettich S0—100, Radieschen 15—20. — 2. Kartoffeln:
Spätkartof=
feln 7—8 — 3. Obſt: Tafeläpfel 30—60, Wirtſchaftsäpfel 20—30,
Apfelſinen 5—15, Zitronen 8—10, Bananen 65—70. — 4. Eßwaren:
Süßrahmbutter 200—220, Landbutter 180—200, Weichkäſe 35, Handkäſe
5—15, Eier, friſche 12—14. — 5. Wild und Geflügel: Hühner
140—180, Tauben 80—90, Ziegenlämmer 80. — 6. Fleiſch= und
Wurſtwaren: Rindfleiſch. friſch 80—110, Kalbfleiſch 120,
Hammel=
fleiſeh 100, Schweinefleiſch 96—124, Dörrfleiſch 160, Ziegenfleiſch 90,
Wurſt 70—160, Wurſtfett 50, Sihmalz, ausgelaſſen 110.
Berwalkungsgerichtshof.
p. Klage des Architekren Wehrum in Gießen gegen
die Stadt Gießen wegen Heranziehung zu den
Straßenbaukoſten des Leihgeſterner Wegs.
Für Kläger iſt Rechtsanwalt Schlinck, für Beklagten Rechtsanwaltz
Schneider, beide in Gießen, erſchienen.
Kläger, der ein Grundſtück am Leihgeſterner Weg zwiſchen
Lud=
wig= und Friedrichſtraße beſitzt, erhielt im Jahre 1928 eine
Anforde=
rung für Nr. 24 des Leihgeſterner Wegs bezüglich Straßenbaukoſten in
Höhe von 1113 Mk. 80 Pfg. Am 24. März 1928 erhob Wehrum
Ein=
ſpruch, da der Weg eine alte, hiſtoriſche Straße ſei und die Anlage den
Erforderniſſen der Anlieger genüge. Die Stadt berief ſich auf das
Orrsbauſtatut von 1888 und betonte, daß die endgültige
Fertigſtel=
lung der Straße erſt kürzlich erfolgt ſei.
Das Urteil des Provinzialausſchuſſes der Provinz Oberheſſen
er=
achtete, daß ſchon im Jahre 1888 der Leihgeſterner Weg als Straße
an=
zuſehen geweſen ſei, demnach nur die Verbreiterung einer beſtehenden
Straße in Frage komme und von der Stadt Gießen nur die durch dieſe
Verbreiterung der Straße erwachſenen Koſten anteilig von den
Anlie=
gern verlangt werden könnten. Dementſprechend erging am 3. Nov,
1928 das Urteil des Provinzialausſchuſſes der Provinz Oberheſſen, gegen
das die Stadr Gießen Berufung an den Verwaltungsgerichtshof
ver=
folgt hat. Es handelt ſich alſo darum, ob die Anlegung einer neuen
Straße im Sinne von Artikel 21 Abſ. 1 der Allgemeinen Bauordnung
oder eine ſchon beſtehende Straße im Sinne des Abſ. 4 des Art. 21
in Frage ſteht. In Betracht kommt auch Art. 19, Abſ. 3 der Allgem.
Bauordnung, insbeſondere, ob im Jahre 1888 den Erforderniſſen dieſer
letzteren Geſetzesbeſtimmung genügt war. Ein Teil des Leihgeſterner
Wegs iſt im Jahre 1894 ſeitens der Stadt Gießen vom Kreiſe Gießen
gegen Enrſchädigungsleiſtung der Stadt hinſichtlich der
Straßenunter=
haltungskoſten übernommen worden. Im Jahre 1927 iſt die Höhenlage
der Straße teilweiſe geändert worden. Vor 1888 beſtand keine
Be=
leuchtung im Leihgeſterner Weg. Wann die große Laterne angebracht
wurde, iſt jetzt nicht mehr zu ermitteln.
Der Vertreter der Stadt betont, daß der hier in Frage ſtehende
Teil des Leihgeſterner Wegs im Jahre 1894 gerade mit Rückſichr auf die
ſich immer mehr ſteigernde Bautätigkeit in der Stadt Gießen vom
Kreiſe übernommen worden ſei; die Straße ſe: aber damals noch keine
Straße im Sinne der Allgemeinen Bauordnung (Art. 19, Abſ. 3)
ge=
weſen. Die Verkehrsauffaſſung könne hier nicht, wie der
Provinzial=
ausſchuß meine, entſcheiden; hier entſcheide nur das Geſetz. Eine Straße
im Sinne der Allgemeinen Bauordnung habe damals (1894) noch nicht
beſtanden, ſie ſei damals nur zum Teil fertiggeſtellt geweſen. Das
Ge=
lände, das rechtsſeitig zur Straße hinzugenommen hätte werden müſſen,
ſei Ackergelände geweſen, deshalb treffe die Vorausſetzung des
Art. 21 Abſ. 2 der Allgemeinen Bauordnung hier nicht zu. Es wird
gebeten, die Klage in Stattgebung der Berufung abzuweiſen.
Der Vertreter des Klägers wendet ein, eine Straße habe ſchon lange
abgeebnet beſtanden und dem Verkehr gedient. Jetzt habe man (1927)
die Straße nur verbeſſert. Chauſſierung, Pflaſterung (mit Goſſe)
und Bürgerſteig im Sinne des Art. 19 Abſ. 3 hätten beſtanden. An
dem vorliegenden Bauplan des Jahres 1897 ſei nichts geändert; es
handle ſich nur um eine Verbreiterung einer bereits beſtehenden Straße.
Das ganze vom ſtädtiſchen Vertreter erwähnte Ackergelände gehöre
der Stadt Gieß en, die es als Baugelände mit gehörigem
Ge=
winn verkauft habe. Wegen der geriggen Koſten der Pflaſterung, die
an ſich auch der Stadt zur Laſt fallen müßten, habe Kläger ſeinerſeits
von einer Berufung gegen das Provinzialausſchußurteil abgeſehen.
Der Vertreter des Staatsintereſſes betont, Art. 21 der Allgemeinen
Bauordnung ſei aus dem preußiſchen Fluchtliniengeſetz von 1876
her=
vorgegangen; entſcheidend ſei, ob die Stadt eine Straße nach ihrem
Willen als Straße für Anbau und Verkehr ausreichend gehalten habe,
1888 habe es ſich nur um einen Verbindungsweg zwiſchen Gießen und
Leihgeſtern gehandelt. In die Straßen des Ortsbauplans der Stadt
Gießen ſei 1888 der Leihgeſterner Weg noch nicht aufgenommen
wor=
den; erſt 1894 ſei hier eine Straße anzulegen begonnen worden, zuerſt
in Feſtſetzung der Fluchtlinien linksſeitig und erſt ſpäter — 1908 —
auch rechtsſeitig. Es handele ſich alſo hier um die erſten Koſten der
Straßenanlage. Es wird gebeten, die Klage vollſtändig
abzu=
weiſen.
Das Urteil verwirft die Berufung der Stadt
Gießen als unbegründet.
— Kaſperletheater. Am Mittwoch, 24. April, um 4 Uhr, veranſtaltet
das Heſſiſche Gewerbemuſeum in ſeinem großen Hörſaal eine Kaſperle=
Aufführung, bei der Friedrich Heinrichſen aus Offenbach und
Ernſt Adam aus Bialla ihre ſelbſtgefertigten Figuren vorführen
werden. Im Anſchluß an das Spiel wird Gelegenheit zur Beſichtigung
der Puppen gegeben und ihre Herſtellung erläutert. Zur Deckung der
Unkoſten wird ein Eintrittspreis von 50 Rpf. erhoben (Kinder= und
Schülerkarten 20 Rpf.).
Pferdemarktlotterie. Wie uns mitgeteilt wird, beginnt die am
Dienstag, dem 23. April d. J., im Landwirtſchaftskammergebäude in
Darmſtadt vorgeſehene Ziehung der Darmſtädter Pferdemarktlotterie
ſchon um 8 Uhr vormittags und nicht um 10 Uhr.
Lokale Beranſtalkungen.
— Vereinigte Kriegervereine. Für die Mitglieder
und deren Familienangehörige der Darmſtädter Kriegervereine findet
heute Sonntag, 21. April, um 14.30 Uhr, eine beſondere Führung im
Schloßmuſeum ſtatt.
— Der Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, Ortsgruppe
Darmſtadt. Am kommenden Donnerstag, 25. April, findet im
Reſtau=
rant Sitte (Karlſtraße), Alpenzimmer, unſere Pflichtverſammlung ſtart.
— Das Herrngarten=Kaffee hat ſeinen Außen=
Reſtau=
rationsbetrieb eröffnet. (Siehe Anzeige.)
— Konzert mit Tanz im Hotel Prinz Heinrich. Im
Hotel Prinz Heinrich findet heute Sonntag abend Konzert mir Tanz
ſtatt. Der Beſuch wird beſtens empfohlen.
Aus den Parkeien.
F. Eberſtadt, 20. April. Demokratiſche Partei. In der
geſtern abend im Saale „Zum Darmſtädter Hof” (Laun)
ſtattgefun=
denen Ortsgruppenverſammlung der Deutſchen Demokratiſchen Partei
ſprach Gemeinderat Peter Heißt über das Thema: „Wo ſtehen wir
in der Kommunalpolitik?‟ Der Redner behandelte in ſeinem Vortrag
Probleme, mit denen ſich die Gemeinde gegenwärtig befaßt, und nahm
dabei Stellung dazu, wie ſich die demokratiſche Fraktion in dieſer
Be=
ziehung ſeither verhalten hat. Anſchließend hielt Herr Generalſekretär
Dr. Kunze=Darmſtadt einen Lichtbildervortrag über das Thema:
„Von der deutſchen Kleinſtaaterei zum Einheitsſtaat‟. Neue Bilder
und Karten zeigten, wie evtl. eine Neueinteilung vorzunehmen wäre.
Reicher Beifall der geſpannt lauſchenden Zuhörer belohnte den Redner,
dem auch der Vorſitzende der hieſigen Ortsgruppe den Dank für ſeinen
Vortrag ausſprach.
Tageskalender für Sonntag, den 21. April 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 18 Uhr, Ende
nach 22 Uhr, R 15: „Lohengrin” — Kleines Haus vormittags 11.30
Uhr: Gaſtſpiel der Loheland=Tanzgruppe; abends 19 Uhr, Ende
22 Uhr: „Die verborgene Aehnlichkeit”, — Orpheum abends
20 Uhr: „Die Förſter=Chriſtel” — Konzerte: Schloßkaffee,
Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Reichshof. Darmſtädter Hof, Hotel
zur Poſt, Perkeo, Spaniſche Bodega, Stadt Mdalaga, Zur Roſenau,
Reſt. Kümmerlein, Waldſchlößchen. — Ludwigshöhe, nachm.
16 Uhr: Konzert — Bayernverein, nachm. 15½ Uhr, im
Kon=
kordiaſaal: Frühlingsfeſt. — Kinovorſtellungen: Union=
Theater, Helia, Palaſt=Lichtſpiele.
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Va4s
[ ← ][ ][ → ]Nummer 110
Sonntag, den 21. April 1929
Aus Heſſen.
J. Griesheim, 20. April. Gemeinderatsbericht. Die
Prü=
fung der Gemeinderrechnung für das Rechnungsjahr 1927 hat zu
Be=
anſtandungen keinen Anlaß gegeben. — Der Gemeinderat iſt mit den
vom Miniſterium des Innern vorgeſchlagenen Abänderungen des Gas=
und Glektrizitätsvertrages einverſtanden. Der Vertrag ſoll der
Allge=
meinen Gas= und Elektrizitäts=Geſellſchaft in Bremen in ſeiner jetzigen
Faſſung zur Aeußerung vorgelegt werden. Die Geſellſchaft ſoll
ver=
anlaſſen, daß Herr Direktor Theuerkauf zur perſönlichen Ausſprache
nach hier kommt. — Zum Zwecke der Förderung des Wohnungsbaues
wurde beſchloſſen, daß Wohnungsbauten, die im Kalenderjahr 1929
be=
gonnen werden, für das zur Zeit der Fertigſtellung laufende und für
die nächſtfolgenden fünf Rechnungsjahre auf Antrag grundſteuerfrei
bleiben; entſprechendes gilt für den verhältnismäßigen Teil der
Grund=
ſteuer an ſolchen Neubauten, die nur zum Teil Wohnzwecken dienen.
Ein Bau gilt in dieſem Sinne als begonnen, wenn mit der Aufführung
des Mauerwerks angefangen wurde. Das bebaute Grundſtück wird
wäh=
rend der Dauer der Steuerfreiheit des Naubaues zur Grundſteuer ſo
herangezogen, als ob es unbebaut geblieben wäre. — Für das Geſuch
des Franz Haßler aus Darmſtadt, um Erlaubnis zum Betrieb einer
Schankwirtſchaft im Hauſe Neue Darmſtädter Straße 271, wurde die
Bedürfnisfrage bejaht. — Der Gemeindefeſtplatz ſoll mit elektriſchem
Licht und einem Brunnen verſehen und etwas cingeebnet werden.
Hier=
für iſt im Voranſchlag 1928 eine Summe von 5000 Mark einzuſtellen. —
Die Benennung eines Schiebsrichters aus Anlaß der Nachforderung
der Francke=Werke in Bremen für die Herſtellungsarbeiten der
Waſſer=
leitung wird wiederholt abgelehnt, da die Gemeinde ihren
Vertrags=
verpflichtungen der ausführenden Firma gegenüber in allen Teilen
nachgekommen iſt. — Die Bürgermeiſterei wurde beauftragt, einen
Stellenplan für die Gemeindebeamten in der von der Finanzkommiſſion
vorgeſchlagenen Weiſe aufzuſtellen und jedem Gemeinderatswitglied ein
Exemplar zuzuſtellen. — Ein Antrag auf Verhängung der
Fürſorge=
erziehung über ein junges Mädchen wurde abgelehnt, da dieſelbe im
elterlichen Haushalt zurzeit nicht entbehrlich iſt.
F Eberſtadt, 20. April. Wohltätigkeitsveranſtaltung.
Zu Gunſten der Barmherzigen Schweſtern findet am Sonntag, den
21. April, im Schwanenſaal eine Wohltätigkeitsveranſtaltung ſtatt.
Hierbei kommt ein Volksſtück: „Des Vaters Fluch” und eine Poſſe:
„Heini, ſchläfſt du ſchon?” zur Aufführung. —
Kaufmanns=
jugend. Anläßlich eines Eltern= und Freundesabends, der am
Mon=
tag, den 22. April, im Gaſthaus „Zur Roſe” (Hill) ſtattfindet, wird
Gaujugendführer Kubanke=Frankrurt a. M. über das Thema: „Die
Oſtlandfahrt der deutſchen Kaufmannsjugend” ſprechen. Den Rahmen
des Vortrages bilden Muſikvorträge, Gedichte und Lichtbilder von
Danzig und Oſtpreußen. — Schachklub 1924. Am Sonntag, den
21. April, empfängt der Schachklub 1924 Eberſtadt zum Rückſpiel den
Darmſtädter Schachklub 1875. Es iſt ein ſehr ſpannender Kampf zu
erwarten. Das Vorſpiel gewann Darmſtadt mit 6:4 Punkten. —
Holz=
verſteigerungen. Am Mittwoch, den 24. April, findet die letzte
Nutzholzverſteigerung ſtatt. Zur Verſteigerung gelangen 80
Kiefern=
ſtämme der Klaſſen 2a, 2b, 3a, 3b, 4a und 5, aus dem Eberſtädter
Gemeindewald, Diſtrikt Kirchtanne. Ferner gelangen dabei Zaunpfoſten,
Fichtenderbſtangen und Fichtenreißſtangen zum Ausgebot. — Am
Don=
nerstag, den 25. April, findet die 8. Brennholzverſteigerung ſtatt. Es
werden verſteigert: Kiefern=Scheitholz, Kiefern=Knüppelholz, Kiefern=
Wellen und Kiefern=Stockholz.
Aa. Eberſtadt, 20. April. Das Kritikſingen des
Geſang=
vereins „Frohſinn” Eberſtadt, findet am Sonntag, den 28. April, ſtatt.
Außer den Ortsvereinen beteiligen ſich an dem Liedertag Geſangvereine
aus Darmſtadt, Seeheim, Pfungſtadt, Griesheim, Arheilgen, Wixhauſen,
Traiſa, Roßdorf, Nieder=Beerbach, Gundernhauſen uſw. Die
Veranſtal=
tung findet im Saale des „Bergſträßer Hofes” ſtatt. —
Strom=
ſperre. Wegen dringender Arbeiten iſt am morgigen Sonntag, nach
einer Mitteilung des Gas= und Elektrizitätswerks, der Strom im
weſt=
lichen Ortsteil abgeſperrt. — Anläßlich des morgigen Blumentags
der Arbeiter=Samariter findet vormittags im Rathaushof ein
Platz=
konzert der Spielmannſchaft des Arb.=Turnvereins „Freie
Turner=
ſchaft” ſtatt. — Schachwettkampf. Am Sonntag nachmittag
emp=
fängt der „Schachklub 1924” den „Darmſtädter Schachklub 1875” zu
einem Rückſpiel. Das Vorſpiel hat Darmſtadt gewonnen. Die
Veran=
ſtaltung findet im Gaſthaus „Zur Traube” ſtatt. — Das
Frühjahrs=
konzert des „Muſikvereins Edelweiß” findet am Sonntagabend im
„Bergſträßer Hof” ſtatt. Der Muſikverein tritt mit ſeinem Blasorcheſter
auf. — Zugunſten der Barmherzigen Schweſtern findet im
Schwanen=
ſaal am Sonntagabend eine Theateraufführung ſtatt. —
Ke=
gelwettkampf. In der Zeit vom 4. bis 26. Mai findet auf der
Kegelbahn im „Bergſträßer Hof”, auf Veranlaſſung des Kegelklubs
„Kranz” ein großes Preiskegeln ſtatt. — Die hieſige Ortsgruppe des
D.H.V. hält am Montagabend im Gaſthaus „Zur Roſe” einen Eltern=
und Freundesabend für Jungkaufleute ab. Gaujugendführer Kubanke
aus Frankfurt hält dabei ein Referat.
O. Pfungſtadt, 20. April. Beider Heimatwochenlotterie
des Pfungſtädter Einzelhandels fiel der erſte Lospreis (eine
Küchenein=
richtung) nach Hahn, der zweite Gewinn in Geſtalt einer Standuhr
nach Pfungſtadt, der dritte Gewinn nach Eich und der vierte und fünfte
Gewinn wieder nach hier. — Der „Verein der Hundefreunde” hält am
kommenden Sonntagvormittag eine Dreſſurſtunde ab. —
Wieſen=
ſchluß. Die Wieſen werden in der hieſigen Gemarkung vom
kommen=
den Donnerstag ab geſchloſſen. Das Befahren der Wieſen iſt bei Strafe
verboten. — Brennholzverſteigerung. An der Gemeinde=
Torfgrube fand am Wochenende eine Brennholzverſteigerung ſtatt. Zur
Verſteigerung gelangte in der Hauptſache Erlenholz. — Der Deutſche
Turnverein nimmt am Sonntag ſeine 4. Wanderung vor, die nach der
Juhöhe bei Weinheim führen ſoll.
f. Roßdorf. 20 April. Brennholzverſteigerung. Am
Montag, 22. April, vorm 9 Uhr, findet eine Brennholzverſteigerung aus
dem Roßdörfer Gemeindewald ſtatt.
m. Aus dem Kreiſe Erbach, 20. April.
Heimatkund=
liches. Der Vorſitzende der Heimatkundlichen
Arbeits=
gemeinſchaft des Kreiſes Erbach, Herr
Oberſtudien=
direktor Dr. Weiner=Mnchelſtadt, und der zweite Vorſitzende, Herr
Kreis=
ſchulrat Gerbig=Erbach, hatten geſtern die Mitglieder der
Arbeitsge=
meinſchaft und andere Intereſſenten der Umgebung zu einer
Beſich=
tigung der Burgen Freienſtein und Hirſchhorn eingeladen. Die
Betei=
ligung war ſehr rege, und gegen 1 Uhr pilgerte man den Burgpfad in
Gammelsbach hinan, um dann unter der ſachkundigen Führung von
Herrn Archivrat Morneweg=Erbach die Ruinen der Burg zu beſichtigen.
Der Anfang der Burg war ein viereckiger Wohnbau, der ſich dann im
Laufe der Zeit zu einer verhältnismäßig anſehnlichen Anlage entwickelte.
Erſt voriges Jahr konnten Herr Morneweg und Herr Baurat Kraus=
Darmſtadt den Grundriß der Burg erweitern durch Freilegung des
Burgeingangs, der ſeither nicht gefunden war. — In raſcher Fahrt
gings dann das idylliſche Gammelsbachtal hinab nach dem Neckar und
dieſem entlang nach Hirſchhorn, wo unter Führung von Herrn Dekan
Bernbeck=Hirſchhorn alsbald der Weg nach der Burg angetreten wurde.
Dieſe ausgedehnte, noch gut erhaltene Anlage wurde in all ihren
Ein=
zelheiten beſichtigt, die ſchon genannten führenden Herren und der die
Burg bewohnende Herr Förſter mit Gattin führten und erklärten
wei=
ter, ſo daß ein lebendiges Bild des Ganzen und ſeines Werdens vor
den Beſuchern wieder erſtand, auch die Sammlungen erregten hohes
In=
tereſſe. Anſchließend wurden Kirche und Kloſter beſichtigt. Daran ſchloß
ſich eine Tagung im „Naturaliſten” an. Dieſe eröffnete Herr
Ober=
ſtudiendirektor Dr. Weiner mit einem Dank an die führenden Herren,
worauf Herr Dekan Bernbeck weiteres über die Stadt Hirſchhorn und
ihre Geſchichte mitteilte. Schwer waren die Schickſale des Ortes im
30jährigen Krieg, eine Peſtſeuche ließ nur 25 Einwohner übrig.
Red=
ner verbreitete ſich weiter über die wirtſchaftlichen Verhältniſſe des
Städtchens und die Bauart der Häuſer, und zum Schluß zeigte er, daß
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(IV.536
At
ein Aufenthalt in demſelben dem Fremden einen angenehmen Wechſel
biete. — Herr Archivrat Morneweg ergänzte dieſes Bild durch äußerſt
eingehende und intereſſante Ausführungen über die Burg und das
Kloſter und die Herren von Hirſchhorn. An deren erſtes geſchichtliches
Auftreten anknüpfend, gab er ein möglichſt lückenloſes Bild ihrer
Schick=
ſale. Gar ſpannend war der Inhalt zweier Teſtamente, die Redner
wörtlich vorführte. — Nun erhielt Herr Oberlandmeſſer Buxbaum=
Michelſtadt das Wort zu ſeinem kürzlich im Selbſtverlag erſchienenen
Werk über Markungen und Abmarkungen im ſüdlichen Odenwald;
mehrere Begutachtungen maßgebender Autoren ſprechen ſich äußerſt
an=
erkennend über dasſelbe aus, und der Leſer iſt erſtaunt über das, was
hier zu erſtaunlich billigem Preis ihm Intereſſantes geboten wird. —
Herr Oberſtudiendirektor Dr. Weiner gab im Schlußwort ſeiner Freude
darüber Ausdruck, daß ein Mitglied der Arbeitsgemeinſchaft ſo
Hervor=
ragendes zu bieten vermochte. Redner wies ferner auf das demnächſt
erſcheinende Schriftchen „Geſchichte des öſtlichen Odenwaldes” von Herrn
Lehrer Höreth hin und auf das Werkchen über die Familie Seip. —
Ueberaus befriedigt über das Erlebte und Geſchaute trat man die
Heim=
fahrt an, neu geweckt und geſtärkt für die Ideen des Heimatgedankens.
Cc. Seeheim, 20. April. Schwerer Motorrad=Unfall.
Am Freitag, nachm. 5.30 Uhr, wollte der Motorradler W. G. mit ſeinem
Begleiter A. Schnv., beide von Jugenheim, den von Darmſtadt
kommen=
den Autobus überholen. Gerade an der Kurve der Landſtraße, in der
ſog. „Seeheimer Huhl”, trafen ſie zuſammen. Dabei fuhr das angeblich
in voller Fahrt befindliche Motorrad in ein heimkehrendes Seeheimer
Kuhfuhrwerk. Der Führer W. G. rannte dabei in die Deichſel des
Wagens und erlitt derartig ſchwere innere Verletzungen, daß er nad,
wenigen Minuten ſtarb. Sein Begleiter A. Schw, trug eine ſchwere
Gehirnerſchütterung davon, konnte aber in die elterliche Wohnung
ge=
bracht werden. Der Seeheimer Landwirt kam ohne Unfall davon, ebenſo
erlitten ſeine Tiere keinen Schaden. Das Amtsgericht Zwingenberg hat
für Samstag vormittag einen Termin zur Augenſtheinnahme angeſetzt.
H. Auesbach, 20. Aprfl. Brand. In dem Anweſen des Peter
Schubert, Schönbergerſtraße, brach im Lagerſchuppen geſtern
nach=
mittag um 4½ Uhr ein größeres Feuer aus. Zahlreiche Helfer aus der
Nachbarſchaft, ſowie die Arbeitsleute, die auf dem benachbarten Bau
be=
ſchäftigt waren, leiſteten die erſte Hilſe, inndem ſie mit waſſergefüllten
Cimern dem Feuer zuleibe rückten. Erſt nach einer halben Stunde
er=
ſchien die Feuerwehr, um ihrerſeits einzugreifen. Es erwies ſich, daß
der Waſſerdruck aus den Hydranten zu gering war und wäre es im
In=
tereſſe und der Si herheit der Bürgerſchaft, wenn ſich die
Bürger=
meiſterei dieſes unverantwvorrlichen Uebelſtandes ſchnellſtens annähme
und Abhilfe ſchaffte. Dank der tatkräftigen Hilfe ſämtlicher Mitarbeiter
konnte das Feuer von dem Wohngebäude ferngehalten werden.
Seite 7
Von der Rindenernke und deren Nebengewerbe.
Bn. Hirſchhorn. Schon vor über hundert Jahren, gleich nach
den großen Verwüſtungen des Korſen, hat im Odenwald und Neckartal
der Anbau der Eichenſchälwaldungen eingeſetzt. Derſelbe bildete die
Grundlage für mencherlei Gewerbezweige, wie Rindenſchälen,
Köhle=
reien, Reifſchneidereien und Beſenbindereien. In der Hauptſache lieferte
die getrocknete Eichenlohrinde den Gerbern das heute noch
unüber=
troffene beſte Gerbemittel, und die Köhler brannten das
Eichenſchäl=
holz in den Meilern zu guten Holzkohlen. Von zwiſchen den
Schäl=
beſtänden wachſenden Haſeln, Birken und ſonſtigen Hölzern wurden Reife
geſchnitten, außerdem lieferte die Birke den Nohſtoff für die
Beſen=
bindereien. Vor 50 Jahren beſtanden noch etwa 47 Betriebe, die ſich
mit dieſen Erwerbszweigen beſchäftigten. Heute ſind es noch etliche
kleinere Firmen (Holz= und Kohlenhandlung Sauer,
Unterſchönmatten=
wag; Spreng uſw. aus dem gleichen Orte), die die obengenannten
Erwerbszweige meiſt in einem vereinigt betreiben. Das Rindengeſchäft
wickelte ſich im Frühjahr nach Beendigung der üblichen
landwirtſchaft=
lichen Arbeiten, hauptſächlich in den Monaten Mai und Juni, ab.
Der=
ſelben ging im Monat März die Verſteigerung der Eichenlohrinden in
Hirſchhorn a. Neckar voraus. In den 50er u. 60er Jahren des vorigen
Jahrhunderts wurden noch jährlich ungefähr 100 000 Zentner Rinden
aus Staats=, Gemeinde= und Privatwaldungen des Odenvaldes bei
dieſer Hirſchhorner Rindenverſteigerung, zu der Gerbereibeſitzer uſw.
aus ganz Deutſchland, ja ſogar aus dem Auslande erſchienen waren,
ausgeboten. Berückſichtigt man, daß Anfang der 70er Jahre, der
Zentner aus den heſſiſchen, badiſchen und bayeriſchen Orten des ſüde
die Odenwälder Waldbeſitzer, insbeſondere die kleinen Landwirte, der
Eichenſchälwaldbetrieb noch einen ganz annehmbaren Verdienſt abwarf,
heißt es doch, daß bei dieſen Verſteigerungen der Wein „in Strömen
floß”, denn wer es ſich einigermaßen ermöglichen konnte nahm an der
Rindenverſteigerung im ſchönen Hirſchhorn teil. Während im Jahre
1876 noch rund 107 000 Zentner Rinden zum Preiſe von 12.— Mark je
Zentner aus den Heſſiſchen, Badiſchen und Bayriſchen Orten des
ſüd=
lichen Odenwaldes ausgeboten wurden, wurde in dieſem Jahre von einer
öffentlichen Verſteigerung der Rinden in Hirſchhorn zum erſten Male
Abſtand genommen, da die Gerbereibeſitzer, die ſich zur
Gerbervereini=
gung zuſammengeſchloſſen hatten, bei der vorjährigen
Rindenverſtei=
gerung Gebote abgaben, die faſt noch nicht einmal an die Erntekoſten
heranreichten, geſchweige denn einen Verdienſt abwarfen, was zur Folge
hatte, daß die vorjährige Verſteigerung abgebrochen d. den mußte.
Ein weiterer Grund für das Sinken der Rindenpreiſe iſt wohl darin
zu ſuchen, daß viele Gerbereien zu chemiſchen, ausländiſhen Gerbſoffen
übergegangen ſind, oder ſie beziehen Rinde aus der Tſchechoſlowakei.
Aehnlich lagen die Verhältniſſe vor dem Kriege. Erſt durch den Krieg
und der Nachkriegszeit, wo die Grenzen für die Einfuhr geſperrt purden,
haben ſich die Preiſe wieder erhöht, um nunmehr auf den derzeitigen
Stand zu ſinken, trotzdem die Eichenlohrinden noch heute unbeſtreitbar
das beſte Gerbemittel für das Leder liefern.
Wie die vielen kleinen Tuchfabriken in Beerfelden und insbeſondere
im Finkenbachtal im Laufe der Zeit eingegangen ſind, ſo geht auch das
Rindengeſchäft, der Köhlereibetrieb, wie auch das Geſchäft der
Beſen=
binder und Reifſchneider allmählich den Weg alles Irdiſchen. Die
In=
duſtrie hat ſich der Vervollkommung der Kehrwerkzeuge angenommen
und ſuchr es zu erſetzen. Roßhaar=, Kokos= und Reisbeſen, ſowie der
elegante Staubſauger, machen den einfachen Brkenbeſen überflüſſig,
zum Nachteile der vielen in Betracht kommenden Geſchäfte, wie auch
der Bevölkerung der abgelegenen Orte, die kaum mehr die hohen
Steuern aufzubringen wiſſen.
— Hirſchhorn, 20. April. Waſſerſtand des Neckars am
19. April 1,10 Meter, am 20. April 1,04 Meter.
Az. Groß=Rohrheim. 20. April. Zuchtviehmarkt. Der
dies=
jährige Faſel= und Zucktviehmarkt, veranſtaltet von der Gemeinde Groß=
Rohrheim und dem Landwirtſchaftskammerausſchuß für die Provinz
Starkenburg, findet am Dienstag, den 21. Mai, ftatt. Mit dem Markt
iſt eine Prämiierung verbunden. Gemeindefaſel, Gemeinde=Eber und
Gemeinde=Ziegenböcke werden allerdings nicht prämiiert. Auch werden
große Sammlungen von Rinderzuchvvereinen nicht prämiiert, wohl aber
Familien von Einzelzuchtern. Bei allen Tieren ſind die
Urſprungs=
zeugniſſe vorzulegen. Händler werden zu dem Markt, nicht zugelaſſen.
8. Lampertheim, 20. April. Freiwilliger Tod. In einem
Schuppen bei ſeiner Wohnung erhängte ſich der verheiratete 34jährige
Arbeiter J. W. Eine Kriegsverletzung machte ihm dauernd
Beſchwer=
den und dürfte dies als Grund des verzweifelten Schrittes zu betrachten
ſein, da er in geordneten Familienverhältniſſen lebte und ſi= eſten
Nufes erfreute. Ihm trauern eine Wite und ein Kind nach.
* Dornberg, 20. April. Der hieſige Landwirt Johann B. wurde
von einem Auto angefahren, ſodaß ſein Fuhrwerk ſtark beſchädigt und
ſein Pferd zu Fall kam. Er ſelbſt kam mit leicſſten Verletzungen davon.
Ein Auto von Darmſtadt brachte den Verletzten ins Groß=Gerauer
Krankenhaus, wo er nach kurzer Behandlung bald wieder entlaſſen
werden konnte.
— Offenbach a. M., 20. April. Wenn Kinder zur Bank
ge=
ſchickt werden. In Offenbach wurde am Freitag ein 14jähriges
Mädchen, das vom Inhaber einer Firma den Auftrag hatte, 1000 Mark
bei einem Bankgeſchäft abzuheben, durch einen Unbekannten auf dem
Rückwege angeſprochen. Dieſer erklärte, er ſei Angeſtellter der Bank,
der Scheck ſei geſperrt und das Geld zu Unrecht ausgehändigt. Er müſſe
das Geld wieder in Empfang nehmen. Das Mädchen gab dem Manne
die Aktentaſche und dieſer verſchwand damit. Der Schwindler konnte
noch nicht ermittelt werden.
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Tier-
fangexpeditionen. Halpaus-Tierfangbilder vergegenwartigen einzig:
artig schon und fesselnd Affenfange in Abeseinien und Kampfe
mit anderen Tiergattungen in Tropen und Polargegenden. Halpaus
Tiertavgbilder sollten darum auch Sie im Interesss Ihrer Kinder
aus den Schachteln der Halpaus-Cigaretten sammeln. Ein sinnreich
ausgestattetes Sammelalbuw, das zum Preise von RM. 1.50 in allen
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4
NAMITAI
Nocek 9
VI518
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Sonntag, den 21. April 1929
Nummer 110
AHHHHHT
Unser zweiter Junge ist
ange-
kommen.
Dr. med. Karl Wirth u. Frau
geb. Wörner.
Babenhausen
z. Zt. Privatklinik Dr. Hofmann-Wolf
Riedeselstraße.
Käthe Brodbeck
Hermann Schiller
Verlobte
Darmſtadt
Bonn=Beuel
Heinheimerſtr. 311/,
am Rhein
21. April 1929.
Anna Spück geb. Hepp
Rud. Oöttmann
Verlobte
20. April 1929
Darmstadt
Pankratlusstr. 5
Elſe Aberle
Viktor Renſchler
Darmſiadt
Verlobte.
Buenos Aires
April 1929 (Süd=-Amerika)
Todes=Anzeige.
Am Freitag entſchlief ſanft nach einem
arbeits=
reichen Leben im Alter von 85 Jahren unſer lieber
Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater
Herr Philipp Keil
Kriegsveteran von 1866.
Im Nameu der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Feich
Familie Karſch
Familie Schmitt
Familie Kegel
Familie A. Keil.
Statt Karten.
mit Herrn Hauptmann Hans Keſſel / / Oberſtleutnant p. M. Devens und ſeiner
zeige ich hiermſt ergebenſt an
Frau Ottonie Oevens
geb. von dem Hagen
Berlin=Charlottenburg
Weimarerſtr. 31.
Die Verlobung meiner Tochter Lucie // Meine Verlobung mit Fräulein Lucie
Devens, Tochter des verſtorbenenHerrn
Frau Gemahlin Ottonie Oevens, geb.
von dem Hagen zeige ich hiermit
er=
gebenſt an
Hans Keſſel
Hauptmann im 9. (Preuß.)
Infanterie=Regiment
Berlin=Lichterfelde
Hortenſſenſtr. 21.
April 1929.
Statt Karten.
Peter Freg
Käthchen Freh
geb. Dießz
Vermählie
Wixhauſen, 21. April 1929.
Uhre am 19. April in New-Vork stattgefundene
Vermählung geben bekannt
Herr Walter U. Wickenheiser
und Frau Elizabeth, geb. Holzer.
Darmstadt, den 21. April 1929.
Nachruf.
Infolge eines Motorradunfalls verunglückte geſtern tötlich der
Monteur
Wilhelm Gaul
aus Jugenheim.
Der jähe Tod hat einem jungen blühenden Leben ein
un=
erwartetes Ende geſetzt.
Wir werden das Andenken des treuen und fleißigen Mannes
ſtets in Ehren halten.
Firma Julius Schimmelbuſch
Heizungs= und ſanitäre Anlagen.
(6836
Darmſtadt, den 20. April 1929.
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Darmſtadt, den 21, April 1929.
Rundeturmſtr. 12.
Die Beerdigung findet am Montag, den 22. April,
nachmittags ½8 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Heute Nacht entſchlief ſanft unſere geliebte
Schweſter, Schwägerin, Tante und Großtante
Franziska Frein von Cornberg
im faſi vollendeten 80. Lebensjahr.
Um ſiille Teilnahme bitten
Die trauernden Geſchwiſter:
Agnes Conſchuh, Pfarrers Witwe
geb. von Cornberg
Veronika von Cornberg
Forſtrat, Freiherr von Cornberg.
Darmſiadt, Soderſtraße 112, Wernigerode,
den 20. April 1929.
Die Beerdigung ſindet in der Stille ſiatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme an unſerem ſchweren Verluſt
und für die reichen Blumenſpenden ſagen
wir unſeren tiefgefühlten Dank.
Gretel Sibr, geb. Groos
Familie Sanitätsrat Dr. Sior
Familie Miniſterialrat Dr. Groos.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach längerem Leiden, jedoch plötzlich und
uner=
wartet, iſt heute unſer lieber Vater, unſer guter
Bruder, Schwiegervater, Großvater, Schwager
und Onkel
Schirmfabrikant
Jakob Merz
aus einem arbeitsreichen Leben, in faſt vollendetem
70. Lebensjahre von uns gegangen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Die Kinder.
Darmſtadt, Limburg (Lahn), 19. April 1929.
Die Beerdigung findet am Montag, den 22. April,
nachm. 3½ Uhr, vom Portale des alten Friedhofes
aus ſtatt.
(6908
Todes=Anzeige.
Am 20. ds. Mts. verſchied im Alter von 82 Jahren ſanft und Gott
ergeben mein lieber Mann, unſer guter Vater, Großvater, Bruder und
Schwiegervater
Rechnungsrat i. R.
Rudolf Derſch.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Elſe Derſch, geb. Mauer
Staatsarchivdirektor Dr. Wilhelm Derſch und Frau
Albertine, geb. Goes.
Darmſtadt, Frankfurterſtr. 41, Breslau, den 20. April 1929. (6850
Beerdigung Montag, den 22. d. Mis., vormittags 12 Uhr, vom Tore des alten Friedhofs
in der Nieder=Ramſtädterſtraße aus.
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Nummer 110
Sonntag, den 21. Axr 1 1929
Eeite 11
Das Intereſſe für das heute Sonntag, den 21. April, nachmittags
2.30 Uhr, im Städt. Hallenſchwimmbad ſtattfindende Werbeſchwimmen
der Schwimmabteilung der Tade. 1846 iſt im Wachſen begriffen. Die
Durchführung desſelben wird aller Vorausſicht nach einen recht guten
Verlauf nehmen. Einmal wird es im Gedenken an das vor 20 Jahren
anläßlich der Hallenbadeinweihung mit ſchönem Erfolg ſtatt refundene
Schwimmen durchgeführt, das andere Mal ſoll es die heutige Pflege des
Schwimmens in den Turnvereinen veranſchaulichen. Es kommen
des=
halb ſowohl die volkstümliche Seite, als auch die ſchwimmſportliche zu
Wort. So werden im 1. Teil der Darbietungen neben dem
Aufſchwim=
men, das eine große Zahl von Teilnehmern vom jüngſten bis zum
älteſten vereinigen wird, ein humorvolles Klubſeſſelſchwimmen,
Kinder=
ſpiele, Rettungsvorführungen, Figurenreigen, Hindernisſchwimmen
ſo=
wie Schauſpringen uſw. geboten, die an ſich keine Langeweile
aufkom=
men laſſen werden. Beim Schauſpringen ſind eine Reihe
hervorragen=
der Springer, wie Jüngling=Darmſtadt, Stork und Kapp=Frankfurt
a. M. uſw. beſchäftigt. Auch hierbei wird der Humor nicht fehlen. Den
1. Teil beſchließt ein Waſſerballſpiel der 1. Mannſchaft der Tgde. Hanau
gegen die 2. Mannſchaft der Tade. 1846.
Der 2. Teil enthält dann einige Staffelkämpfe, bei denen die
Mann=
ſchaften von Hanau und Frankfurt mitwirken werden. Den Beginn
macht eine 5850=Meter=Freiſtilſtaffel für Turner, die jedenfalls dann
die Begeiſterung etwas höher ſchlagen laſſen wird. Es folgt eine 4X10o=
Meter=Bruſtſtaffel für Turner, eine Jugend=Freiſtilſtaffel 3,X50 Meter,
eine 4X50=Meter=Lagenſtaffel für Turnerinnen, an der ſich
vorausſicht=
lich eine Mannſchaft des Tv. 1846 Mannheim beteiligen wird eine
4½100Meter=Lagenſtaffel für Turner eine 4X50=Meter=Bruſtſtaffel
für Mädchen und ſchließlich eine 10850=Meter=Freiſtilſtaffel für Turner.
Den Abſchluß bildet dann das Rückſpiel des Kreismeiſters im
Waſſer=
ballſpiel der Mannſchaft des Tv. 1860 Frankfurt a. M. gegen die
1. Mannſchaft der Tade, 1846. Da Frankfurt kürzlich eine Niederlage
von 4:5 einſtecken mußte, wird dasſelbe, alles verſuchen, dieſes
Verluſt=
konto wieder gutzumachen. Die Singmannſchaft der Tade. 1846 hat ſich
ebenfalls in den Dienſt der Sache geſtellt und wird zu Beginn des
Schwimmens einen Chor in der Halle ſingen. Damit dürfte alſo allen
Freunden des Schwimmens, gleich welcher Art, ein immerhin
abwechſ=
lungsreicher Nachmittag bevorſtehen. Die für die hieſigen Schulen
be=
ſonders angeſetzten Staffeln werden ausfallen müſſen, da noch keine
Teilnahmemitteilung eingegangen iſt, wohl infolge der durch die Ferien
bedingten kurzen Vorbereitungszeit. Das Schwimmen ſelbſt dient
ins=
beſondere auch der Werbung der ſchulentlaſſenen Jugend und es iſt der
Beſuch dieſes Werbeſchwimmens trotz des Frühlingsſonnenſcheins allen
angelegentlichſt empfohlen. Die Eintrittspreiſe ſind ebenfalls
volkstüm=
lich gehalten.
Main-Rheingau 9. T.
Turngeſellſchaft Darmſtadt endgültiger Beſitzer des
Gau=Wanderpreiſes.
Es iſt in der Turnerſchaft üblich, auf verſchiedenen Gebieten der
Leibesübungen um Wanderpreiſe, ſei es in Leiſtungen Einzelner oder
Mannſchaften, zu kämpfen. So ſind, um einiges herauszugreifen, bei
dem Schwimmfeſt der D. T., dem Jahnſchwimmen, das alljährlich in
Halle ſtartfindet, ſehr wertvolle Wanderpreiſe ausgeſetzt für einzelne
Staffeln, und ſind jene bereits teilweiſe in den Beſitz ihrer zähen
Ver=
teidiger gelangt, wieder andere wechſelten faſt ſtets den Inhaber, und
immer wieder entſpinnt ſich um dieſe Wanderpreiſe ein heißer Kampf
Im Mittelrheinkreiſe wird bei dem bekannten Feldbergfeſt um das
Völ=
ſungenhorn ſowie den Jahnſchild, durch die beſten Volksturner und
sturnerinnen gekämpft, und ſo ließe ſich eine ganze Reihe von wert=
und kunſtvollen Wanderpreiſen anführen, um die ſich immer ein heißes
Ringen entſpinnt. Auch im Main=Rheingau iſt man im Jahre 1926
der Schaffung eines Wanderpreiſes nähergetreten. Jedoch hat man
nicht ein einzelnes Gebiet herausgegriffen, ſondern für die
Durchſchnitts=
leiſtung aller Gebiete den Wanderpreis ausgeſetzt; es ergibt ſich
hier=
aus, daß derjenige Verein dieſe Auszeichnung erhält, der im Laufe des
Jehres die größte Anzahl von Siegen auf den Gauveranſtaltungen,
wie Turnen, Schwimmen, Volksturnen uſw., verzeichnen kann. Im
Jahre 1926 war es die Turngeſellſchaft Darmſtadt, die
iusgeſamt 40 Einzel= und 13 Mannſchaftsſiege erringen konnte, der
erſtmalig der Gau=Wanderpreis zufiel. 1927 konnte derſelbe Verein
auf ſich 71 Einzel= und 10 Mannſchaftsſiege vereinigen, ſo daß ihr
wie=
derum der Wanderpreis des Gaues zufiel. Mit 80 Einzel= und B
Mannſchaftsſiegen erreichte 1928 ebenfalls — wie jetzt der Abſchluß der
Leiſtungsliſte ergeben hat — die Turngeſellſchaft
Darm=
ſtadt die Höchſtziffer an Siegen innerhalb des Gaues, und ſo geht
nach den geſetzten Beſtimmungen der Gau=Wanderpreis endgültig in
den Beſitz des Vereins über. Es iſt eine ganz beſondere Leiſtung der
Turngeſellſchaft Darmſtadt, die von einzelnen Gauvereinen an
Mit=
gliederzahl ganz erheblich übertroffen wird und erſt die fünfte Spelle
unter 68 Vereinen einnimmt, die erkennen läßt, daß bei ihr alle Zweige
der Leibesübungen eifrig betrieben werden, an denen ſich die größte
Anzahl der Mitglieder beteiligt.
Großes Schaufechten in Wiesbaden.
Als vierter des Mittelrhein=Verbandes feiert heute der Wiesbadener
Fechtklub ſein 50jähriges Beſtehen mit einem großen
Schau=
fechten, das bewußt ganz auf die Mitarbeit der Awateure abgeſtellt iſt.
Allerdings ſteht dem Verband mittelrheiniſcher Fechtklubs eine große
Zahl erſtklaſſiger Fichterinnen und Fechter von internationaler Klaſſe
zur Hand, die ſeit Jahren die deutſchen Farben erfolgreich vertreten,
So hat denn Wiesbaden mit Geſchick 20 Fechnterpaare ausgewählt und
zuſammengeſtellt, die im großen Saal des Zivilbgſinos am Sonntag
nachmittag das Fechten als ſehr zweckmäßige Leibesübung und
elegan=
ten Sport zeigen. Das Schaufechten wird eingeleitet von dem
Klub=
fechtmeiſter Sowarſch mit Schülern und Schülerinnen, es folgen die
erfolgreichen Fechterinnen und ſchließlich die jetzigen und früheren
Sie=
ger der Seniorenklaſſe, bis zu den im ſchönen und intereſſanten
Waf=
fenſport ergrauten, aber noch mit jugendlichem Gifer die blanke Klinge
meiſternden Herrenfechtern, an der Spitze der vielfache deutſche Meiſter
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und N.Stefſ. SVon ud Eiſenectrceſaß echiser, Schar=
Webert=Main; Ohlig=Rudesheim, Ruoff=Stuttgart. Halberſtadt, Stroh,
H. Thomſon=Offenbach, Masheimer und Rücker=Wiesbaden.
Handball.
3.30 Uhr, Stadion: Sportverein 1898 — F.=V. Karlsruhe.
Fußball.
3.00 Uhr, Exerzierplatz: Pol.=Sp.=V. — Sp.=V. Münſter.
3.00 Uhr, Rennbahn: Union Darmſtadt — Spp. Mörfelden.
Schwimmen.
2.30 Uhr, Schwimmbad: Werbeſchwimmen der Tgde. 46.
Kreisliga Südheſſen.
Langſam gehen die Verbandsſpiele ihrem Ende zu. Drei Vereine
haben bereits ihre Pflichtfpiele abſolviert, und diesmal iſt es Biblis
und Hochheim, die zum letztenmal in dieſer Serie um Punkte ſtreiten.
Der Meiſter, ebenſo der Abſtiegkandidat, ſtehen feſt, ſo daß es ſich
nur um Placierungskämpfe handelt. Zwei Begegnungen ſind für
die=
ſen Sonntag vorgrſehen. Es treffen ſich:
V. f. L. Lampertheim — F.=V. Biblis.
Starkenb. Heppenheim — Spp. Hochheim.
Die Riedleute werden in Lampertheim ſchon etwas daranſetzen
müſſen, um nochmals das Punktkonto erhöhen zu können. V.f. L.
Lampertheim hat mitunter recht anſehnliche Reſultate in der
Kreis=
liga erzielt, ein ehrenvolles Abſchneiden ſcheint auch dieswal ſchon im
Voraus geſichert. Ein knapper Sieg der Bibliſer, die zurzeit drauf
und dran ſind, über das mittelmäßige Spiel der Kreisligiſten
hinaus=
zukommen, liegt am nächſten. Nachdem die Heppenheimer am letzten
Sonntag ohne Mühe zu zwei Punkten kamn, werden auch ſie
dies=
mal alle Regiſter ihres Könnens ziehen müſſen, um den Gäſten aus
Hochheim die Suppe zu verſalzen. Die Hochheimer Mannſchaft.
unbe=
ſtändig aber immerhin angehend, wird letzten Endes die Segel ſtreichen
müſſen, und die Pünktchen werden wohl nach einer knappen Niederlage
am „Galgen” hängen bleiben.
Bezüglich der Freundſchaftsſpiele iſt diesmal gerade nichts
außen=
gewöhnliches zu berichten. Normannia Pfiffligheim iſt bei den
Pfung=
ſtädter Germanen zu Gaſt und hat zu beweiſen, daß der
Kreisliggunter=
ſchied, wie man ihn nach der ſaftigen Niederlage um die Jahreswende
in Darmſtadt gegen Sporwverein 98 feſtzuſtellen beliebte heute nicht
mehr beſteht. Der Abſtiegkandidat Pfeddersheim ſpielt gegen V. f. R.
Oogersheim. Die Ausſichten anf Gewinn ſind micht ſo minimal, wie
man ſicher ohne weiteres amnimmt, doch dreht es ſich ja letzten Endes
hier nicht um Punktgewinn, und da ſpielte wir faſt keine Mannſchaft
vernünſtiger als die Pfeddersheimer. Der Liaganwärter Hofheim hat
ſein Rückſpiel gegen die Ligg=Reſerve von Mannheim=Waldhof. Das
Vorſpiel ging gewonnen, und ſo wird man auch heuer wohl Sieger
bleiſben.
Fußhall im Kreis Skarkenburg.
Die Kreisliga am 21. April. — Vom Spielbetrieb der A= und B=Klaſſe.
Bevor auf die Paarungen des kommenden Sonntag eingegangen
wird, iſt erſt eine Entſcheidung der höchſten Inſtanz des SFV.
Ver=
bandsgericht) in Sachen Wixhauſen — Oberroden zu
erwäh=
nen. Das am 2. Dezember in Wixhauſew ausgetragene Spiel (3:0 für
Oberroden), zu dem kein Schiedsrichter erſchienen war, und das daher
unter Leitung eines Schiedsrichters aus Oberroden ſtattfand, wurde vom
Verbondsgericht als für Oberroden gewonnen gewertet. Die Tabelle
ändert ſich dadurch inſofern, als Oberroden vor die Darmſtädter Union
rückt und als geſichert gelten kamn, während Wixhauſens eventuelle
Hoff=
nungen noch geringer werden.
Der kommende Sonntag ſieht diesmal nur fünf Spiele, die
aber recht intereſſant zu werden verſprechen. Es ſpielen gegeneinander:
Fußballverein Sprendlingen — SV. 98 Darmſtadt (0:2).
Germanig Oberroden — Viktoria Urberach (2:1).
Polizei Darmſtadt — Sportverein Münſter (6:2).
Union Darmſtadt — Sportverein Mörfelden (1:2).
Union Wixhauſen — Germania Pfungſtadt (0:3).
Das Haupttreffen ſteigt in Sprendlingen. Im Vorſpiel blieben die
Darmſtädter mit 2:0 in Front. Gelingt ihnen diesmal wieder ein
Er=
folg, ſo haben ſie die ſchwerſte Klippe überwunden, geht das Spiel aber
verloven, dann wird die Situation wieder kritiſch, denn dann wird der
Vorſprung der 98er auf nur noch einen Punkt reduziert. und die
Aus=
ſichten ſtehen diesmal zumindeſt gleich für beide Gegner. Der
Spiel=
ausgang iſt völlig offen. — Auch das Urberacher Spiel muß im
Zu=
ſammenhang mit dem Treffen in Sprendlingen betnachtet werden,
urbe=
rach würde nämlich im Falle ſeines Sieges genau ſo liegen wie
Sprend=
lingen, fofern SV. 98 unterliegt. Obgleich Urberach das Vorſpiel
über=
raſchend mit 1:2 verlor, kann es genau ſo gut in Oberroden gewinnen.
Auch das Spiel auf dem Darmſtädter Polizeiplatz iſt trotz des hohen
Voyſpielſieges der Ordnungshüter völlig offen. Nicht immer glückt es
ſo, wie an jenem Dezemberſonntag, und Münſter iſt ſtets ein ernſt zu
nehmender Gegner. An der Heidelberger Straße erwarten die
Beſſun=
ger den Sportverein Mörfelden. Der 3:1 Sieg Mörfeldens vom
Vor=
ſpiel müßte von der Union korrigiert werden könnem. Aber die
Beſſun=
ger erhielten am letzten Sonntag zwei gute Leute herausgeſtellt und
man weiß deshalb nicht, wie ſich das auswirkt. Sagen wir: offen! —
Im letzten Spiel ſtoßen in Wishauſen die beiden Tabellenletzten
aufein=
ander. Für Wirhauſen dürſte auch ein Sien nicht mehr viel Zweck
haben, dagegen könnten die Pfungſtädter im Falle eines Erfolges noch
Ausſichten haben. Stellt Pfungſtadt tatſächlich ſeine beſten Leute, ſo
könnte es auch gewinnen, aber man tut gut, den Spielausgang offen zu
laſſen.
Die A= und B=Klaſſe im Kreisgebiet.
Hier kommt es ab und zu noch zu kleinen Senſationen. So verlor
am Sonntag der Beraſträßer Meiſter Viktoria Griesheim in Geinsheim.
Die „Zwiebelſtädter” können ſich das ja leiſten, da ſie den Titel bereits
ſicher haben, aber ſolche Niederlagen ſchaden dem Anſehen. Der Lampf
um den zweiten Platz ſpitzt ſich dagegen ſtark zu. SV. Weiterſtadt
verlor am Sonntag in Groß=Gerau, ſo daß nunmehr wieder Groß=
Gerau und auch Eberſtadt wieder als Bewerber auftreten. Zu
regiſtrie=
ren iſt ferner, daß der Platz des SportvereinsLengfeld wegen
der am 7. April vorgekommenen Ausſchreitungen geſperrt worden iſt.
D Drtſchaut Gontse der Kchlenfächrer F. d.
Ggelsbach gegen den SV. 1911 Neu=Ifenburg mit 2:4. Den
Iſenbur=
gern nützt allerdings der Erfolg auch nichts mehr, da Egelsbach immer
noch zwei Spiele auszutragen hat, von denen es mindeſtens eins
ge=
winnen wird, womit Iſenburg doch wieder überflügelt iſt. Einzig
Haſſia Dieburg könnte mit Egelsbach noch punktgleich werden, doch
müſſen die Dieburger dazu erſt am Sonntag in Dietzenbach gewinnen,
was ſehr ſchver hält. Dann würde das Rüchſpiel Ggelsbach-Dieburg
in Egelsbach die Entſcheidung bringen. Die Ausſichten ſtehen alſo für
Egelsbach doch beſſer.
In der B=Klaſſe wurde am Sonntag endlich im VfR. Erbach der
zweite Abteilungsmeiſter ermittelt. Die Erbacher ſteigen mit Chattia
Wolfskehlen automatiſch auf, ſpielen vorher aber noch um die
Gaumeiſterſchaft.
Am. 21. April ſehen wir folgende Spiele in der A=Klaſſe:
Gau Bergſtraße: Germamia Eberſtadt — Viktoria Griesheim; „VfL.
Michelſtadt — Eintracht Darmſtadt: Sportverein Geinsheim — Spb.
Lengfeld; Boruſſia Dornheim — Sportverein Roßdorf.
Gau Oreieich: Sportklub Dietzenhach — Haſſia Dieburg: FC. 03
Egels=
bach — Sportgemeinde Sprendlingen; FC. 02 Dreieichenhain — VV.
Epbertshauſen; Vfd. Neu=Iſenburg Reſerve — SV. 1911 Neu=
Ienburg.
Sportverein 1898, Jugend.
1. Jgd. — 1. Jad. Pfungſtadt. Stadion, 310 Uhr.
2. Jad. — 3. Jad, Spb. B. Stadion, 2411 Uhr
4. Jad. — 1. Schüler Seeheim, Stadſion, 13 Uhr.
1. Schüler — 1. Schiller Dieburg, Stadton, 10 Uhr.
2. Schüler — komb. Schüller Arheilgen, Stadion, 449 Uhr.
Junioren — Junioren Aſchaffenburg, dort.
Einkracht Frankfurk ſchlägt Mainz 05 5:1 (2:0).
Mainz trat vor 200 Zuſchauern mit kompletter Mannſchaft an.
Eintracht hatte diesmal wieder Pfeifer in der Verteidigung aufgeſtellt.
Den Sturm führte bei ihr Ehmer. Das Spiel wurde zur allgemeinen
Ueberraſchung eine einſeitige Angelegenheit der Eintracht, die ihre
Ueberlegenheit in einem zahlenmäßig noch höheren Ergebnis hätte zum
Ausdruck bringen können. Nur in den letzten 20 Minuten kam auch
Mainz etwas zur Beltung, ohne jedoch das Spiel völlig beherrſchen
zu können. Da3 erſte Tor der Eintracht fiel bereits in der 8. Minute.
Schaller hatte gine präziſe Flanke hereingegeben. Dietrichs Kopf war
zur Stelle, und der Ball landete im Mainzer Tor. In der B. Minute
war es der jugendliche Halbſturmer Krez, der eine Flanke von
Keller=
hof zum 2. Tou vertpandelte. Nach der Halbzeit kann nach 10 Minuten
Scholler das 3. Tor erzielen. Bereits 3 Minuten ſpäter heißt es 4:0
für Eintracht. Dann gelang den Mainzern durch ihren Halbrechten das
Chrentor. Pfeiſſer, der in der Hallzeit verletzt ausgeſchieden war, geht
für Ehmer, der ausſchieb, in den Sturm, er gibt ſofort eine famoſe
Vorlage auf Kellerhof, der zum 5. Tor einſchießt.
Damit hatte das Spiel ſein Ende gefunden, das Eintracht in
aus=
gezeichneter Form verdient gewann. Bei Mainz gefiel die Läuferreihe,
die ſich tabfer wehrte.
Der Schiedsrichter Hannewald, Rot=Weiß Frankfurt, bot eine
mäßige Leiſtung.
Starkenburg=Preis 120 Km. 21. April 1923.
Am Sonntag, den 21. April, veranſtaltet der Radſportklub
Offen=
bach=Bürgel. Mitglied des Heſſiſch und Naſſauiſchen Radfahrerbundes,
Anſchlußverband der Vereinigung Deutſcher Radſport=Verbände,
aber=
mals die große Zuverläſſigkeitsfahrt den Großen Starkenburg=
Preis, welcher dem Klub von ſeiten der Fahrradwerke L. Bauer
u. Co., Klein=Auheim, in liebenswürdiger Weiſe zur Verfügung
ge=
ſtellt wurde. Zu der Fahrt haben über 100 Fahrer ihre Teilnahme
zu=
geſichert, ſo daß dieſelbe eine erſtklaſſige Beſetzung aufweiſt. Dieſe 100
Fahrer teilen ſich in 8 Klaſſen, und zwar Herrenfahrer, Jugendfahrer
und Altersfahrer. Die Strecke der Herrenfahrer, welche zirka 120 Km.
lang iſt, zieht von Offenbach über Sprendlingen, Darmſtadt (
Frankfur=
terſtraße, Rhönring, Dieburgerſtraße), Dieburg, Groß=Zimmern,
Spach=
brücken, Reinheim, Lengfeld, Zipfen, Höchſt. Groß=Umſtadt, Kleſtadt,
Langſtadt, Babenhauſen, Zellhauſen, Seligenſtadt. Hainſtadt. Groß= und
Klein=Steinheim. Dietesheim, Mülheim, Waldheim, Rumpenheim,
Bürgel bei Offenbach Ziel.
Unter den Fahrern der Herrenfahrer, welche wohl das größte
In=
tereſſe bei den Zuſchauern erwecken dürften, finden wir große Fahrer,
welche im vergangenen Jahre immer mit bei den erſten in den Kämpfen
waren. U. a. den Bundesmeiſter des H. u. N. RB., Willi Klemenz.
und deſſen Bruder Karl Klemenz, den mehrmaligen Gaumeiſter des
B.D.R. Gau 71. Adam Koch, alle Radſportklub Offenbach=Bürgel,
Biſſon und Priſter, Diamant, Wiesbaden, Roth=Fulda. Ferner die
Frankfurter Not=Weiß Mifa=Fahrer Becht, welcher bereits vergangenes
Jahr mehrmaliger Sieger größerer Rennen war, ſowie ſein
glubkame=
rad Simrock. Es iſt äußerſt ſchwer, aus dieſen Fahrern einen Sieger
zu tippen, zumal die Fahrer im Jahre 1929 zum erſtenmal wieder
zu=
ſammentreffen. Ob es der vorjährige Sieger Karl Klemenz, Offenbach=
Bürgel, wieder ſchaffen wird, iſt ſehr fraglich. Die Strecke der Jugend=
und Altersfahrer zieht von Bürgel über Bieber, Tannemühle,
Weiß=
kirchen, Dudonhofen Seligenſtadt Hainſtadt, Steinheim. Dietesheim,
Mühlheim, Waldheim. Numpenheim, Ziel Bürgel. Die Einwohner der
berührenden Ortſchaften und Städte werden gebeten, den Fahrern bei
evtl. Vorkommniſſen behilflich zu ſein und die Straßen freizuhalten.
Die erſten Probefahrten des „Blauen Vogels”. Bald nach ſeiner
Ankunft in Kapſtadt unternahm der Rekordfahrer Campbell auf der
eigens für Verſuchszwecke hergerichteten Strecke von Verneuk pan im
Innern Süidafrikas die erſten Probefahrten mit dem „Blauen Vogel”.
Mit gedroſſeltem Motor kam Campbell auf 20 gm. Geſchwindigkeit,
und als er Vollgas gab, erreichte er ſogar 345 Stundenkilometer.
Der Konflikt Oeſterreich—Italien, der anläßlich des Spiels zwiſchen
den Fußballmannſchaften dieſer Länder entſtand, iſt jetzt gütlich
bei=
gelegt worden.
Die Fußballweltmeiſterſchaft wird zukünftig außerhalb der
Olym=
piade ausgetragen werden.
Die Berliner Fußball=Entſcheidung zwiſchen Hertha/BSC. und
Ten=
mis=Boruſſia wird im Mai ausgetragen.
Ein Hockehturnier für Junioren wird an den Pfingſttagen in
Nürnberg abgehalten werden.
Einen neuen deutſchen Flugweltrekord ſtellte der Pilot Steindorf
mit einer Rohrbach=Romarmaſchine für „größte Nutzlaſt in 2000 Meter
Höhe” mit 6459 Kg. auf.
Schmeling wird am R. Juni im Yankeeſtadion in Newark gegen
Paolino boren. In den Rahmenkämpfen treffen ſich b. Porath—
Stribb=
ling und Maloneh—Risko.
Frl. Erkens und der Europameiſter Riebſchläger werden ſich an
einem internationalen Schwimmfeſt in Helſingfors beteiligen.
Eine die Konstruktion der Henschel-
Wagen am sinnfälligsten
charakterisie-
rende Eigenschaft ist ihre
BERGFREUDIGKEIT.
Uelgen Sesſchiges eitesiener
Probefahrt von der großartigen
Zug-
kraft unserer Kraftwagen,
Vorführungs-
wagen stehen Ihnen bei uns und
unse-
ren Vertretern jederzeit zur Verfügung.
(V.223
F
Ester
Generalvertretung für Darmstadt und Umgegend: Gebrüder Lutz A. G., Darmstadt, Landwehrstraße 38-42. Fernruf 406
[ ← ][ ][ → ] Zu den Lohndifferenzen im Ruhrbergbau.
In einer Preſſebeſprechung, zu der der Verband der
Bergbau=
induſtriearbeiter geladen hatte, ging Geſchäftsführer Huſemann auf
die erſten derzeitigen Differenzen im Ruhrbergein. Er führte u. a.
aus, daß die Zahl der Bergarbeiter ſtändig im Rückgang begriffen ſei.
Während 1914 noch 460 000 Arbeiter im Ruhrbergbau tätig geweſen
ſeien, ſei dieſe Zahl auf 350 000 im Februar 1929 geſunken. Die
För=
derung ſei hingegen nicht zurückgegangen; ſie habe 1913 rund neun
Millionen Tonnen betragen und im Januar 1929 10,12 Millionen To.
Es ergebe ſich alſo eine Steigerung der Förderung bei einem Rückgang
der Arbeiterzahl. Weiterhin ſei eine weſentliche Steigerung des
Schicht=
förderanteils zu verzeichnen. Der Lohnanteil je Tonne Kohleförderung
ſei weiterzurückgegangen. — Die weiteren Ausführungen des Tedners
galten der vom Bergbauverein herausgegebenen Erwiderungsſchrift ton
Dr. Jüngſt. — Dr. Berger, Syndikus des Verbandes, ging in ſeinen
Ausführungen einleitend nochmals auf die dem gegenwärtigen
Schlich=
tungnsverfahren vorangegangenen Verhandlungen ein, die bekanntlich
wegen der grundſätzlichen Meinungen eine Verſtändigung nicht
herbei=
führen konnten. In den weiteren Ausführungen des Nedners ſpielte
vor allem die nach der Anſicht des Redners noch ungeklärte Ab
chrei=
bungsfrage, deren Klärung vom Reichskohlenrat vorgenommen werden
ſollte, eine maßgebliche Nolle. Man ſtehe auf dem Standpunkt, daß
ein Werkerhaltungskonto geſchaffen werden könne, und gehe in dieſer
Anſicht einig mit dem Bergbauverein. Es müſſe den Arbeitneymern
jedoch eingeräumt werden, dieſes Konto mit zu verwalten. Die
Arbeitnehmerſeite ſei weit davon entfernt, den Ernſt der
Kapitalbil=
dungsfrage zu verkennen. Berger ſprach dann von der bekannten
Selbſtkoſtenberechnung, die für Dezember 1928 errechnet ſeit. Im
übrigen wurde eine Widerlegung der vom Bergbauverein aufgeſt Uten
Rechnung „Dr. Jüngſt) gegeben. Die in der Oeffentlichkeit laut
ge=
wordene Anſicht, die Schlichtungsverhandlungen hätten früher als auf
den am 22. ds. Mts. feſtgeſetzten Termin gelegt werden können, da
ein zweiwöchiger Zwiſchenraum verlorene Zeit bedente, wurde als
un=
zutreffend bezeichnet.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* New York, 20. April. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Das Nachgeben der Baumwollpreiſe ſetzte ſich auch am
Wochenſchluß fort, da auf Grund der bisherigen Meldungen aus
Liver=
pool allgemeine Liquidationen vorgenommen wurden, und die Pflanzen
dank der gunſtigen Witterung befriedigende Fortſchritte machen. Der
Handel zeigte auf der gewviſſen Baſis Kaufluſt für Maiware. Neue
Kauforders lagen mr in ge ingem Umfange vor.
Kaffee: Vom Kaffeemarkt iſt nichts Beſonderes zu melden.
Anfäng=
lich erfolgten Liquidationen, wwährend im Verlaufe Deckungen
vorge=
rommen wurden. Die Kommiſſionsfirmen bekundeten einige Kaufluſt
auf Grund der ſtetigen Meldungen aus Braſilien.
Zucker: Der Rohzuckerterminmarkt verlief unregelmäßig. Der
Hendel nahm Abgaben per Mai vor, wofür in der Hauptſache das
um=
fangreiche Angebot von Lokoſvare maßgebend war, während die ſpäteren
Sichten aus Deckungen Nutzen ziehen bonnten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 20. April:
Getreide. Weizen: Mai 115½, Juli 119½, Sept. 122½, Dez.
125½; Mais: Mai 90½, Juli 94½, Sept. 95½, Dez. 87½; Hafer:
Mai 47½, Juli 45½, Sept. 43½; Roggen Mai 93½, Juli 95½,
Sept. 96½,
Schmalz: Mai 11,75, Juli 12,10, Sept. 12,47½.
Fleiſch. Rippen: Mai 12,92½, Juli 13,22½, September 13,70;
Speck, loko 13,12½; leichte Schweine 11,10 bis 11,60; ſchwere
Schweine 11,15 bis 11,50; Schweinezufuhren: Chicago 6000,
im Weſten 30 000.
Baumwolle: Mai 19,17, Juli 19,22.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 20. April:
Getreide. Weizen: Rotwinter 141½, Hartwinter 128½
Mais, neu angek. Ernte 103; Mehl, ſpring wheat clears 5,50
bis 5,80; Getreidefracht: nach England 1,6 bis 2,0 Schilling, nach
dem Kontinent 9—10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,40; Talg, extra, loſe 8½.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 115; Loko: 10½;
April 10.22, Mai 10.28, Juni 10.42, Juli 10.58, Auguſt 10.74,
Sept. 10.92, Oktober 10.89, November —, Dezember 10.98;
Januar 1930: 11.06.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Lage in der Fabrikation für Waggonbeſchläge iſt nach wie vor
ſehr ſchlecht. Das Reichsbahn=Zentralamt hat ſeit einem Jahr keine
Güterwagen in Auftrag gegeben. Perſonenwagen wurden nur in
geringer Anzahl beſtellt. Man hofft in den in Frage kommenden
Induſtriekreiſen, daß die Reichsbahn in nächſter Zeit einige Tauſend
Perſonenwagen in Auftrag geben wird.
Geſtern wurde ein Vertrag zwiſchen dem Kreis Düren und dem
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Elektrizitätswerk unterzeichnet, wonach das
Kreis=Elektrizitätsamt Düren gegen ein= Zahlung von 6 785 000 Mark
an die RWE. übergeht.
Ueber die Wagner u. Carolus=A.=G., Faßfabrik und
Fraßgroßhand=
lung in Mainz iſt das Vergleichsverfahren eröffnet worden. (
Prüfungs=
termin 14. Mai.)
Der Generaldirektor der Schultheiß=Patzenhofer Brauerei=
Aktien=
geſellſchaft, Kommerzienrat Dr. Walter Sobernheim, vollendet am
24. April 1929 ſein 60. Lebensjahr.
Einer längeren Krankheit iſt der Präſident des Rauſchert=Konzerns,
Paul Rauſchert, erlegen.
Wie der Amſterdamer Korreſpondent drahtet, betrug im März
die Einfuhr nach Holland 216 Mill. Gulden, die Ausfuhr 175 Mill.
Gulden. Es ergibt ſich alſo ein Einfuhrüberſchuß von 41 Mill.
Gulden.
Der Zeitpunkt der Einführung der Aktien der Continentalen
Lino=
leum=Union an der Amſterdamer Börſe iſt nunmehr auf den 23. April
feſtgeſetzt worden.
Die Luxemburgiſche Börſenkommiſſion hat den Courtageſatz auf
4 pro Mille feſtgeſetzt, von denen 10 Prozent an die Börſengeſellſchaft
abzuführen ſind.
Im Zuſammenhang mit der Beſſerung der Ausſichten für das
Zuſtandekommen eines geſchloſſenen belgiſchen Zementſyndikats gehen
jetzt in beteiligten Kreiſen Gerüchte um, wonach die belgiſchen
Zement=
preiſe eine Erhöhung um 10—20 Fr. pro To. erfahren würden.
In Lodz herrſcht eine ſchwere Abſatzkriſe in der Baumwollbranche.
Der größte Teil der Fabriken mußte die Arbeit einſchränken. Die / Dtſche. Ani. Auslo=
Fabriken ſind mit Warenbeſtänden angefüllt, deren Unterbringung
auf Schwierigkeiten ſtößt.
Das bisher in Polen beſtehende Einfuhrverbot für deutſche
Motor=
räder iſt aufgehoben und der deutſchen Kraftradinduſtrie ein
Kon=
tingent eingeräumt worden, das ihr geſtattet, ihre Stellung gegenüber
der engliſchen Konkurrenz auf dem polniſchen Markt zu behaupten.
Das Warſchauer Miniſterium für Induſtrie und Handel iſt mit der eo Bad.=Bad.v.26
von der Allgemeinen polniſchen Kohlenkonvention ab 1. April ds. Js.
eingeführten Preiserhöhung nicht einverſtanden. Es ſoll daher über
eine teilweiſe Wiederherabſetzung der Preiſe beraten werden. Die
Verhandlungen wurden in Warſchau bereits aufgenommen.
Nach den heute veröffentlichten Angaben der Sowjetpreſſe betrug / 8% Mannh. v. 26.
die Ausfuhr der Sowjetunion im erſten Halbjahr des laufenden Wirt= 8% Nürber 26
ſchaftsjahres (1. Oktober 1928 bis 31. März 1929) 341 Mill. Rbl. gegen
301 Mill. Rbl. in der gleichen Zeit des Vorjahres, und die Einfuhr
310 Mill. Rbl. gegen 352 Mill. Rbl. im erſten Halbjahr d. V. Der
Aktibſaldo belief ſich ſomit auf 31 Mill. Rbl.
Wie zu erwarten war, wird die völlige Freigabe des
Deviſen=
handels in Bulgarien noch nicht erfolgen. Fürs erſte iſt ein Uebergangs= 499 Frkf. Hop.Bk.
fyſtem vorgeſehen, deſſen Grundlinien von der Nationalbank im
Ein=
vernehmen mit dem Anleihekommiſſar Charron ausgearbeitet wurden / 8 PfbrBf.
und die nach dem 4. Juni in Kraft treten ſollen.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 20. April.
Da die Folgen des Abbruchs der Parifer Verhandlungen, die
anfangs ſehr ſchwarz und draſtiſch dargeſtellt wurden, als nicht mehr
ſo ſchlimm bezeichnet werden, machte ſich im vorbörslichen Verkehr
wieder eine zuverſichtlichere Stimmung bemerkbar. Die Situation wurde
allgemein etwas günſtiger beurteilt und man hofft, daß doch noch ein
Ausweg gefunden werden wird, um eine Wiederaufnahme der
Ver=
handlungen herbeizuführen. Das Hauptgeſprächsthema bildeten die
Neparationsverhandlungen, und es wurde mit Befriedigung
aufge=
nommen, daß auch von Auslandsſeite, namentlich von den franzöſiſchen
Zeitungen, die einen heftigen Angriff auf Deutſchland nicht
unter=
laſſen konnten, die Lage ruhiger und gerechter beurteilt wurde. Ferner
blieben die zumeiſt gut gehaltenen Auslandsbörſen nicht ohne
Ein=
druck, in deren Zuſammenhang feſtgeſtellt wurde, daß die
Befürchtun=
gen hinſichtlich eines internationalen wirtſchaftlichen Rückſchlags nicht
gerechtfertigt waren. Die Spekulation blieb aber äußerſt zurückhaltend
und vorſichtig, ſo daß das Geſchäft leine Belebung erfahren konnte.
Einige Abgaben von beſonders ängſtlichen Kreiſen, hatten jedoch zu
Beginn des offiziellen Marktes einen Kursrückgang in kleinerem Maße
zur Folge, ſo daß die Gewinne der geſtrigen Abendbörſe wieder
ver=
loren gingen. Die Tendenz neigte daher, zumal auch nur ganz
ge=
irnge Aufnahmeluſt beſtand, zur Schwäche Da kaum Orders von
irgendeiner Seite vorlagen, fehlte der Börſe die Hauptſtütze. Im
Verlaufe wurde die Stimmung ſehr nervös, und die Hoffnungen auf
Montag verwandelten ſich in eine gewiſſe Angſt, die man hinſichtlich
dieſer Sitzung hegt. Bei den ſchweren Werten traten, da wieder
zu=
nehmendes Angebot eintraf, ganz empfindliche Rückſchläge ein. Deutſche
Linoleum büßten erneut 7 Prozent, Siemens 4 Prozent, und Schuckert
3 Prozent ein. An den übrigen Märkten gingen die Verluſte bis zu
2 Prozent. Zum Schluß trat wieder eine Erholung ein, und die
An=
fangsverluſte wurden meiſt wieder aufgeholt. J. G. Farben ſchloſſen
etwas über dem Anfangsniveau. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit
5 Prozent weiter leicht. Am Deviſenmarkt war die Mark gegen
Dollar mit 4.2190 etwas ſchwächer. Mark gegen Pfunde 2047½, London=
Kabel 4.8525, Paris 124.25, Mailand 92.67½, Madrid 32.95, Holland
12.08½.
Berlin, 20. April.
Während man vormittags noch mit Wochenſchlußdeckungen gerechnet
hatte und auch hinfihtlih der Lage in Paris zuverſichtlicher geſtimmt
war — was in höheren Kurstaxen zum Ausdruck kam — brachte der
offizielle Börſembeginn demgegenüber eine Enttäuſchung. Es iſt ſchwer,
hierfür die richtige Erklärung zu finden. Obwohl ſicherlich ſonſtige
Mo=
mente hinter den Diskuſſionen über Paris zurücktraten, wirkten doch
die ſchon wieder beginnenden Diskontdebatten in Amerika und die
bis=
her ergebwisloſen Verhandlungen des Reſches mit den Großbanken um
einen längeren 200=Millionen=Kredit bei dem herrſchenden Peſſimismus
mit. Auch verſtimmte, daß keine Inteoventionstätigkeit der Banken zu
erkennen war, und als die Spekulation merkte, daß auch das Ausland
ſich ſehr reſerdiert berhielt, ſchritt ſie, da ſie von geſtern noch genug
übrig hatte, zu Abgaben. Von einem drängenden Angebot bonnte aber
zunächſt nicht die Rede ſein, und die Kursrückgänge hielten ſich meiſt
in 1—2prozentigen Grenzen. Auch nach den erſten Kurſen neigte die
Tendenz zur Schväche. Das Beſchäft trug außerordentlich ruhigen
Cha=
rakter, doch gaben die Notierungen weiter, teilweiſe bis zu 3 Prozent,
nach, ka jede Unternehmungsbuſt der Spekulation fehlte.
Baſalt . ..
Beramann . .
Berl. Hand.=Geſ. /223.50 1220.—
Braunkohl. Briketts/ 165.— 1165. —
Bremer=Wolle".
Danatbank . ..
Diskontogeſ. ..
Dresdner Bank.
Teutſche Erdöl. . / 120. — 1119.—
Orenſtein
Teutſche Petroleum) 72. — 72.—
Polyphon
Tynamit Nobel=
115.— 1112.50 / Rütgerswerke
Elektr. Lieferung
166.— 1164.50 Sachſenwerke
J. G. Farben
242.50 1240.—
Siemens Glas=
Gelſenk. Berg.
129:/, 1129:/, Ver. Glanzſtoff
Gef. f. elektr. Untern. 225. 1223.— Ver. Stahlwerke.
Han. Maſch.=Egeſt. 1 51.— / 50.— Volkſtedter Porzellan
Kanſa Dampfſch. /153.— 11527
Wanderer Werke
Kapag ..
121:/, 1119.5 Wiſſner Metall.
Karpener .
136.— 1135.25 Wittener Gußſtahl
Hemoor Zement . . 1 272.— 1275.—
*) Die 3 Kaliwerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
Helſingfors. .
Wien......
Prag.. . .
Budapeſt
Sofia ..
Solland
Lslo ..
Kopenhagen..
Stockholm
London".
Buenos Aires
New York".
Belgien.
18.505
8 1.285
81.88
1.881
0.5005 0.5025
7.4101 7.424
18.89
5. 465/ 5.475
2.079
4. 198
4.136 / 4.144
Vom füddeukſchen Produkkenmarkk.
Der ſtarke Preisſturz, der von der Chikagoer und der Winnipeger
Getreidebörſe am Dienstag abend gemeldet wurde, veranlaßte die
hieſi=
gen Intereſſenten zu größter Zurückhaltung. Am Mittwoch wurde
zwar von den gleichen Börſen wieder eine Preisbeſſerung gedrahtet,
die aber auf die Marktlage ohne Einfluß blieb. Der Weizenmarkt
verlief bei uns die ganze Woche hindurch ſehr ruhig, und über den
Bedarf hinaus wurden keine Käufe getätigt. In Inlandweizen kam
nur wenig Ware an den Markt, da die Landwirte mit den äußerſt
dringlichen Feldbeſtellungen beſchäftigt ſind. Inlandsweizen war zu
24,50—24,75 RM. und Auslandsweizen zu 25,75—27,50 RM. franko
hieſiger Stationen angeboten. Roggen verkehrte im Einklang mit
Weizen ebenfalls in ruhiger Haltung; Inlandsroggen wurde mit 23,75
bis 24,00 RM. notiert. Gerſte lag unverändert ruhig und auch die
Preiſe für Braugerſte blieben für badiſche und württembergiſche
Brau=
ware mit 24,75—25,00 RM. und für pfälziſche Braugerſte mit 25,25 bis
25,75 RM. unverändert. Für Hafer bleibt prompte Ware für den
Konſum etwas gefragt. Der Rückgang des Brotgetreidemarktes blieb
aber auch hier nicht ohne Einfluß. Inlandshafer wurde mit 23,50
bis 24,50 und Auslandshafer mit 22,75—23,50 RM. frei Mannheim
notiert. Mais hatte ruhigen Markt bei etwas nachgiebigem Preiſe.
La Plata=Mais ſtellt ſich heute auf 22,75—23,00 RM. frei Waggon
Mannheim. Futtermittel hatten bei kleinerer Nachfrage ruhigen
Markt. Feine Weizenkleie notierte man mit 13,50—13,75 und
Bier=
treber mit 20,75—21,25 RM. franko Mannheim. An den
Hopfen=
märkten hielt die ruhige Stimmung an. Zufuhren blieben klein, ebenſo
die Umſätze. Die Preiſe ſind unverändert. An den Tabakmärkten
war die Tendenz behauptet bei Nachfragen nach vorjährigen Pfälzer
Sandblättern. Auch für Schneidegut=Tabake zeigte ſich etwas Nachfrage.
Laut „V. Ztg.” haben die ſeit geraumer Zeit geführten
Verhand=
lungen zwiſchen der J. F. Farbeninduſtrie AG., den franzöſiſchen und
ſchweizeriſchen Gefellſchaften, maßgebenden Chemiegeſellſchaften, in
die=
ſen Tagen zu einem poſitwen Ergebnis geführt. Mitte der Woche wird
die Oeffentlichkeit durch ein offizielles Communiqué über dieſe
Trans=
aktion unterrichtet werden. Es ſind recht weitgehende Feſtlegungen in
der Aufteilung und Regs ung der Produktion und des Abſatzes, ſowie
vor allem umfaſiende Presbildungen getroffen worden. Erfaßt werden
ton Abfatzeinteilung alle europäiſchen Staaten; dagegen ſollen, wie
wir hören, die Vereinigten Staaten aus der Aufteilung herausgelaſſen
worden ſein.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 17. April 1929. Die auf
den Stichtag des 17. April berechnete Großhandelsindexziffer des
Stati=
ſtiſchen Reichsamtes iſt mit 136,9 gegenüber der Vorwoche (137/4) um
0,4 v. H. geſunken. Von dem Haudtgruppen hat die Indexziffer für
Agrarſtoffe um 0,2 v. H. auf 128,3 (128,6) nachgegeben. Die
Inder=
ziffer für Kolenialwaren iſt um 0,6 v. H. auf 126,4 (125,7) geſtiegen.
Die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren iſt um 0,8
vom Hundert auf 132.6 (133,7) zurückgegangen, während diejenige für
induſtrielle Fertigwaren mit 157,8 (157,7) nahezu unverändert iſt.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft‟ Die Preisindexziffer
der „Metallwirtſchaft” iſt in der Woche vom 11. bis 17. April von 141,5
auf 127,0 (Durchſchnitt 1909—1913 — 100), alſo um 10,2 Prozent
ge=
fallen. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande vom
17. April folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 128.1, Blei 150.8,
Zink 110.9, Zinn 113.7, Aluminium 132.0, Nickel 107.7, Antimon 123.3.
Die Leiſtung der Deutſchen Walzwerke im März 1929. Seit 1.
Ja=
nuar 1929 rechnen auf Grund internationaler Vereinbarungen als
„Halbzeng zum Abſatz beſtimmt” auch Rohblöcke, Rohbrammen und
Roh=
luppen. Diesmal erſtmalig auch für die Monate Januar und Februar
1929 berichtigt berückſihrigt. — Die Deutſchen Walzwerke haben im
März 1929 904 257 To. an Welgfertigerzeugniſſen hergeſtellt, d. h.
ar=
beitstäglich 36 170 Tc. (im Februar 36 101 To.). Dies entſpricht 83,7
Prozent der durchſſchnittlichen arbeitstäglichen Gewinnung des Jahres
1913 im Deutſchen Reich damaligen Umfanges. Daneben wurden noch
112 138 To. „Halbzeug zum Abſatz beſtimmt” (Febmar 71 330 To.,
Ja=
nuar 100 015 To.) hergeſtellt.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berehnungen
wurden in der Zeit vom 7. bis 13. April im Ruhrgebiet in 6
Arbeits=
tagen 2 430 532 To. Kohlen gefördert gegen 1942557 To. in der
vor=
herigen Woche bei 5 Arbaitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich in den
7 Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags
ge=
arbeitet) auf 620 078 To. gegen 599 080 To. in der vorhergehenden Woche,
die Preßkohlenherſtellung auf 66 830 To. gegen 53 541 To. in der
vor=
hergehenden Woche bei 5 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche
Kohlenför=
derung betrug in der Zeit vom 7. bis 13. April 405 089 To. gegem 388 511
Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Hokserzeugung ſtellte
ſich auf 88584 To. (85 583 To.), die arbeitstägliche
Preßkohlenherſtel=
lung auf 11 138 To. (10 708 To.). In der Bevichtswoche, ebenſo in der
Vorwoche, wurden keine Feierſchichten eingelegt.
Main=Kraſtwerke A. G., Frankfurt a. M.=Höchſt. In der G.V., in
welher 19 806 50) RM. Aktien verteten waren, wurden die Anträge
der Verwaltung genehmigt. Hiernach gelangt eine Dividende von
8 Prozent zur Verteilung. Die der Amtsdauer nach aus dem
Aufſichts=
rat ausgeſchiedenen Herren Direktor N. Arendt, Vankdirektor S.
Bacha=
rach, Direktov F. Egger, Landeshauptmann W. Lutſch und Landrat E.
Scheucrn wurden wiedergewähl=; neu in den Aufſichtsrat gewählt
wur=
den: an Stelle des verſtorbenen Landesausſchußvorſitzenden H. Hopf
Stadtrat Bruno Aſch=Frankfurt a. M., und an Stelle des
ausgeſchiede=
nen Landrats S=hlitt Landrat Dr. Jul. Mülhens=Rüdesheim, ſowie
weiter Direktor Alfred Thiel, R.W.E.=Eſſen, und Oberbergdirektor
Bergaſſeſſor a. D. Otto Kalthoff=Aachen.
Frankfurter Kursbericht vom 20. April 1929.
6% Ditſche.
Reichs=
anl. v. 27....."
% Baden
Frei=
ſtaat v. 27.....
6% Bayern
Frei=
ſtaat v. 27...."
2 Heſſen
Volls=
ſtaat v. 28....
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 23....."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27 ...
7%0
ThüringerFrei=
ſtaat v. 27...
ungsſch. *+
Ablöſungsan!.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe. . . .
6% Berlin v. 24...
3% Darmſtadt v. 26
v. 28
2o Frli. a.M. v. 26
8% Mainz v. 26...
85
75
78.75
0
43.4
11.5
4.4
91
86.75
Mat
Di. Komm.
Sam=
mel=Ablöf.-Anl.
* Ausl. Ser. 1/ 51.5
Ser.II/ 68.25
8% Ber .Hyp.=Bk.
8½%- Lia. Pfbr.
4½% Lig. Pfbr.
97.5
97.25
77.1
98
781.
8% Heſſ. Landesbk.
4½% Heſſ.2bs. Hp.
Bk.=Ligid. Pfbr..
8% Kom.
Landes=
bant Darmſtadt.
8% Mein. Hyp.Bi.
„ Lig. Pfbr
Pfälz. Hyp. Bk
8% Preuß. Ztr.=
Stadt ſchaft. . .
% Rhein. Hyp.=Bk
4½% „ Lia.Pfbr.
82 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Cred ...."
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban 1 ..."
8% Württ. Hyp.=B.
—
6% Daimler Benz
von 27........"
3% Klöckner=Werle
Berlin v. 26. ..
7% Mainkrw. v. 26.
7% Ver. Stahlwkel
mit Opt. v. 26..
320 VoigtckHäffner
von 26 ....."
97.25 /4,% Ungarn 19141
Goldr..
87 42
76.4
93.9
83.5
97.5
76‟
94.75
J. G. Farben Bonds
..
28...
5 % Bosn. L. E. B.
v. 1914 ........"
4½,% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914 ..
4% Oſt. Goldrente
4:/,% Rum. Goldl
von 1913.
4% Türk. Admin.
42
1. Badgad
40
Zollanl.
4l. 2 ungarn 1913
97.75
80
97.5
98.5
95
71.25
90.5
80.5
80.75
93
129/,
36.25
31:/.
18.1
197,
Altien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...
„Eff.=u.
Wechſel=
bank .. ..... ..
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Vant ..
Frankf. Bank .. . . .
Hyp.=Bf.
Pfdbr.=Bk.....
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank.
Mitteld. Creditbk..
Nürnb. Vereinsbr.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Ban1.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbt. .
„ Hyp.=Bant ...
Südd. Bod.-Cr. Bk.
Wiener Banlerein!
A..G. „ Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge
Hapag
Nordd. Lioyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
7.— Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kieher)
6‟ AEG. Borzug
152
130
172
186.75
253
164.5
135.25
102.75
157
161
104
140.5
142
189
15)
33.5
303
123
153
18.
162
88.75
120.25
113.75
121
50.5
UEG. Stamm. .. 169
Baſt Nürnberg ...
Bergm. El. Werkel119.5
BrownBroverickCie 142.5
Brüning & Sohn..
Buderus Eiſen ...!
Cemen : Heidelberg/147
Karlſtadt 177
Chem. WerkeAlbert. / 75
Chade .. . . . . . . . . . 452
Daimler=Benz.
Dt. Atl.=Telegr.. . . 1126
„ Eiſenh. Berlin.
„ Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt. 164.5
Linoleumwerk. /339
Eichbaum, Brauer./300
Elektr. Lich u. Kraftl211
Liefer.=Geſ./165
Eſchw. Bergwer!
Eßlinger Maſchinen! 38.5
Ettlinger Spinnere //225
F. G. Farbenindſtr. / 241.25
Feinmech. (Jetter). /43.9
Felt. & Guilleaum. / 76
Frkft. Gas .. . . . . . 1137
Hof ..... ../ 82
Geiling & Cie ..."
Gelſen I. Bergwert
Gef. elektr.
Un=
ternehmungen.
Goldſchmidt Th. . ./ 87.1
Gritzner Maſchinen! 85
Grün & Bilfinger .1176
Dafenmühle Frif!. /431.5
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau/436
Henninger, Kempf. 169
Hilpert Armaturfb. / 90.5
Hindrichs=Aufferm./ 96
Hirſch Kupfer .... 130
58.5
../119.5
Hochtief Eſſen ....! 9
Holzmann, Phil. . . 1122
Holzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Aſchersleben.
„ Salzdetfurth.
„ Weſteregeln".
Kammgarnſpinn .
Karſtadt, . .. . . . .
Klein, Schanzl. . . .
Klöcknerwerke .. . .
Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co..
Lech, Augsburg.
Löwenbr. Münch. 280
Lüdenſcheid Metal.
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainfr.=W. Höchſt. /115
Mainz. Akt.=Br. . . . 1232
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.. /128
Mars=Werle .....
Metallgeſ. Frankft.
Miag. Mühlenbau. 1128
MontecatiniMaild
Motorenfb. Darmſt.
Neckar). Fahrzeug..
Nicolay, Hofbr...!"
Oberbedar .. . . . . 87
Oſterr. Alpine Mo.
Otav Minen ...."
Peters Union Fr 1./119.5
Phönir Bergbau.
Reiniger, Gebb....
Rh. Braunkohlen".
Elektr. Stamm
Stahlwerke ..!.
Riebeck Montan.
Roeder Gb. Darmſt. 415
93
210
115
69
e
313
Ra
217
90 75
95.5
100
85
56
152
107
118.5
Rütgerswerke ..
Sachtleben A. G...
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr.. .
Schwarz Storchen.
Siem Glasinduſtr.
Siemens & Halste. /375.6
Strohſtoff. Ver.. ..
Südd. Immobilien
Bucker=AG.
Svenska Tändſticks/ 428
Tellu=Bergbau.
Thür. Lie .=Geſ...
Tucher=Brauerei..
Anterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Ver ......."
Beithwerke ... .."
Ver. . Chem. Ind.
„ Gummifabri
Berlin=Fran
„ Laurahütte
„ Stahlwerfe
„ Ultramarin . . 153
„ Bellſt. Berlin. 1115
Vogtländ. Maſchin
Voigt & Haeffner. 1213
Bayß & Freytag".
Wegelin Rußſabrikl
Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſchaffbg. 1132:/,
Memel. . . .
Waldho . . (261
90.,5
202
347
111
122.5
233.5
164
239
152
117.5
102
110
21.25
90
85
69
90
69
Allianz u. Stuttg.
Verſicheuing .. . /250
Frkft. Allg. Verſ.=G.
Frankona Xück- u.
Mitv.
Mannh. Verſich. ..! —
Nummer 110
Sonntag, den 21. April 1929
Seite 13
Dai ſi. ziſchen Eiſenmark.
Das geſchäftliche Bild am ſüddeutſchen Eiſenmarkt hat in der
ver=
hangenen Woche einen weſentlich freundlicheren Charakter
angenom=
men. Die Bautätigkoſt hat in ſtärkerem Maße eingeſetzt. Die Nachfrage
nach Trägern und Moniereiſen iſt erheblich geſtiegen. Meiſt bevorzugt
man, um in den Genuß des Werkpreiſes zu konrmen, Lieferung von den
Saar= und Lothringer Werken. In vielen Fällen aber greift man auf
die gut ſortierten Händlerläger zurück, um der Eille halber dabei lieber
den Lagerzuſchlag von 5 RM. pro 1000 Kg. in Kauf zu nehmen.
Wäh=
rend auch die Händlertundſchaft in ſtärkerem Umfange zu Neukäufen
ſchritt, war der Aufiragseingrug von ſeiten der eiſenverarbeitenden
In=
duſtrie mur unbefriedigend, insbeſondere leidet die Maſchineninduſtrie
an Auftragsmangel. Die Konſtruktionsverkſtätten kamen dagegen mit
erhöhtem Bedarf i Formeiſen an den Markt. Die Lieferzeiten der
Werke haben bedeutend angezogen. Man verlaugte geſtern für
Form=
eiſen 4—7 Wochen, für Stabeiſen 1—3 Monate. Außer dem erhöhten
Inlandsbedarf trägt hierzu der große Auftragsbeſtand der Werke für
den Export bei. Selbſt für Bandeiſen, das bisher prompt geliefert
werden konnte, verlangte man geſtern 3—6 Wochen. Auch die
Liefer=
seiten für Bleche wurden wsſentlich verlängert. Die Bedingungen des
Stahlwerksverbandes ſowohl wie auch der ſüddeutſchen
Händlervereini=
gungen unterlagen keinen Veränderungen.
Andrae Noris Zahn A.=G., Frankfurt a. M.=F. Reichelt A.=G.,
Breslau. Die freundſch. Beziehungen zwiſchen beiden Geſellſchaften haben
ſich nach längeren Verhandlungen zu einem offiziellen
Freundſchaftsver=
trage verdichtet, der die gegenſeitige Abgrenzung der
Bearbeitungs=
gebiete uſw. vorſieht. Bei der Noris Zahn A.=G., Frankfurt a M.,
iſt übrigens für 1928 mit mindeſtens wieder 9 Prozent Dividende zu
rechnen. Die Bilanzſitzung iſt noch nicht angeſetzt.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren: Mainz: Fa. Helfrich u. Friedrich, Garage,
Re=
paraturen und Handel mit Motorrädern Af. 1. 5., GlV. u. Prft. 7. 5.
Mainz: Fa. Ludwig Schwarz u. Co, Kolonialwvarengroßhandluug und
deren berſönl. Haft, Geſellſchafter: Ludwig Shwarz, Johann Joſef
Baumann und Joſef Preuß. Af. 1. 5., GWV. 7. 5., Prft. 28, 5. Alsfeld:
Kfm. Siegfried Döllefeld. Af. 30 4., Prft. 8, 5. — Beendete
Kon=
kurſe: Fa. Wilhelm Behzer, G. m. b. H., Möbelfgbrik. Darmſtadt:
Kfm. Georg Heyl, Inh. der Fa. Hehl u. Sohn. — Neue
Ver=
gleichsverfahren: Bingen: Fa Gebr. Duleius,
Bauunterneh=
mung und Baunter nehmer J. B. Duleius. VerglT. 2. 5. —
Aufgeho=
bene Vergleichsverfahren: Darmſtadt: Aron Wolf,
Manu=
fakturwarenhandlung in Pfungſtadt. Grünberg: Heinrich Schombert
von Weickartshain
Wagner u. Karolus A.=G., Mainz. Zur Abwendung des
Kon=
kurſes iſt über die Wagner u. Karolus A.G., Faßfabrik und
Faßgroß=
handlung in Mainz das Vergleichsverfahren eröffnet worden.
Prüfungs=
termin iſt auf 14. Mai beſtimmt worden.
Sektkellerei Wachenheim A.G. In der geſtern in Stuttgart
ſtattge=
fundenen o. G.V. der Sektkellerer Wachenheim A.G. wurde beantragt,
den zur Verfügung ſtehenden Gewinn von 70 409 NM. folgendermaßen
zu verwenden: 8 Prozent Dididende — 36 000 RM., 40n8 RM. vertrags=
und ſatzungsmäßige Tantieme und 30 331 RM. Vortrag auf neue
Rech=
wung. — Die Bilanz nebſt Gewinn= und Verluſtrechnung wurden
ge=
nehmigt und Aufſichtsrat und Vorſtand Entlaſtung erteilt.
Erzeugung und Verbrauch von elektriſchem Strom (Januar—
Februar 1929). Der ſaiſonmäßige Rückgang der Stromerzeugung ſetzte
laut „Wirtſchaft und Statiſtik”, ſich im Febvuar weiter fort. Die
arbeitstägliche Stromerzeugung war um 18 Prozent höher als im
gleichen Monat des Vorjahres. Die Menge der von 122 Werken
arbeits=
täglich erzeugten Energie betrug im Dezember 1988 58 114000 kVh,
im Januar 1929 55 594 000 kWh. und im Februar 53 438 000 kWh.
Der arbeitstägliche gewerbliche Stromberbvauich war im Januar nur
wenig geringer als im Vormonat und um 6 Prozeut höher als im
Januar des Vorjahres. Der Anſchlußwert war ſeit Januar 1988 um
7,5 Prozent geſtiegen. Der Anſchlußwert der von 103 Werken
unmittel=
bar belieferten induſtriellen und gewerblichen Verbraucher betwug im
Dezember 1938 4 23 000 EW, im Januar 1929 4 302 000 kW, die
arbeitstägliche Stromabgabe an dieſe Veubraucher betrug im Dezember
20 880 000 LMh, im Januar 20 771 000 XWh.
J. G. Farben—Standard Oil. Eine Reihe von
Vorſtandsmitglie=
dern der J. G. Farbeninduſtrie A.G., die einige Wochen in den
Ver=
einigten Staaten geweilt haben, reiſte geſtern mit dem Dampfer „New
York” noch Deutſchland zurüick. Während ihres Aufenthaltes in
Ame=
rika hatten die Herren umfangreiche Beſperhungen mit den leitenden
Direktoren der Standnrd Oil Co. of New Jerſeh. Dabei wurde ein
Zu=
ſammenaubeiten der beiden Geſellſchaften auf breiterer Baſis als
bis=
her angeſtrebt. Bereits vor zwei Jahren kam es bekanntlich zu einer
Verſtändi ung zwiſchen J. G. Farben und der Standard Oil Co. of
New Jerſehz, der zufolge beide Geſellſchaften auf dem Gebiete der
Hrdrierung zwecks Herſtellung von ſog, ſynthetiſchem Benzin
gemein=
ſame Verſuche durchführten. Als Ergebnis dieſer Arbeiten war es in
neuerlichen Verhandluugen möglich, weſentlich weiter zu kommen und
ein vollſtändiges Arbeitsprogramm auszuarbeiten, auf Grund deſſen die
neuen Verfahren allgemein eingeführt werden können. Um den
end=
giltigen Abſchluß des Vertrages herbeizuführen, ſind noch einige
recht=
liche und ſonſtige Fragen zu prüfen, die nur in Deutſchland geklärt
werden können. Von der 3. G. Farbeninduſtrie haben an ben
Ver=
handlungen teilgenommen: der Vorſitzende des Vorſtandes, Geheimrat
Prof. Dr. Boſch, Geheimrat Dr. Schmitz, der Leiter der
Finanzabtei=
lung der J. G., Direktor Dr. Wilhelm Gaus von der Techniſchen
Ab=
teillung und Dr. Auguſt v. Knieriem von der Rechtsabteilung.
Tagung der Zementinduſtriellen in Paris. Laut „Journée
Ju=
duſtrielle” haben am 12. und 13. April in Paris Verhandlungen
zwi=
ſchen den Zementinduſtriellen Frankreichs, Deutſchlands und des
Saargebietes ſtattgefunden, die ſich auf ein Schutzabkommen bezogen.
Ferner ſollen die lothringiſchen Fabrikanten ermächtigt werden,
jähr=
lich 8000 Waggon Zement nach Deutſchland auszuführen. Die
Ver=
handlungen ſeien noch nicht ganz abgeſchloſſen und würden in der
nächſten Woche fortgeſetzt.
Rege italieniſche Goldkäufe in England. In der Woche vom 18.
bis 25. März kamen in London Goldſendungen im Betrage von
1061 471 Lſtr. an, denen Golderporte in Höhe von 1053 659 Lſtr.
gegenüber ſtanden. Unter den Goldkäufern ſtand Italien mit 784617
Oſtr. weitaus an erſter Stelle. Die Ausfuhr nach Italien erfolgte in
Geſtalt von Barrengold. Sodann gingen 147 724 Lſtr. nach Britiſch=
Indien, 49 2460 Lſtr. nach Deutſchland, 29 100 Lſtr. nach der
Schweiz uſw.
Diehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. am 20. d. M. wurden
322 Saweine zugefuhrt. Verkauft wurden 259 Stück, und zwar
Milch=
ſchreine das Stück zu 18—42 Mark, Läufer das Stück zu 40—50 Mark.
Ausfkände und Ausſperrungen in der deutſchen
Wirkſchaft.
Das Statiſtiſche Reichsamt hat ſoeben ſeine Statiſtik über die
wirt=
ſchaftlichen Arbeitskämpfe im letzten Jahre veröffentlicht. Es zeigt ſich,
daß die Arbeitsſtreitigkeiten, die im Jahre 1926 auf ein ganz beſonders
germges Ausmaß zurückgegangen waren, ſich ſeither wieder bedeutend
verſtärkt haben. Schon im Jahre 1927 war die Zahl der durch
Arbeits=
kämpfe verlorenen Arbeitstage wieder auf mehr als 6 Millionen
an=
geſtiegen, im Jahre 1928 hat ſich die Zahl auf rund 11,5 Millionen
ver=
lorener Arbeitstage erhöht.
Wenn auch dieſe Zahl nicht mehr an die hohen Ziffern der erſten
Jahre nach dem Kriege heranreicht, ſo iſt doch auch dieſer Verluſt an
Volkseinkommen ſchwer zu beklagen. Bei einer Zahl von rund 34
Mil=
lionen Erwerbstätigen im Deutſchland bedeutet der Verluſt von 11,5
Müllionen Arbeitstagen rund 1 Prozent der geſamten im Jahre
ver=
fügbaren Arbeitszeit
Produkkenberichke.
Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Kilo loko Mainz am Freitag, dem 19. April 1929: Weizen 24, Roggen
22,75, Hafer 23, Braugerſte 24—24.50, Futtergerſte 19,75—20, füdd.
Weizenmehl, Spezial 0, 33,50, niederrhein. Weizenmehl, Spezial 0,
32,50, Roggenmehl 01 30,75, Weizenbleie, fein 13,85, grob 14,75,
Noggen=
kleie 15—15,50, Weizenfutrermehl 15, Plata=Mais 22,50—22,75,
Malz=
keiue mit Sack 19,50, Biertreber 2),50, Erdnußkuchen 22,25—23,25,
Kokoskuchen 2,50—26, Palmkuchen 20,75—21,75, Rapskuchen 20—20,50,
Kleeheu, loſe 13—14, geb. 14—14,50, Wieſenheu 12,50—13,
Maſchinen=
ſtroh 5,25, Drahtpreßſtroh 5,50, weiße Bohnen 99. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Butternotierungen vom 20. April. Wie uns aus
Fach=
kreiſen mitgeteilt wird, klagt man bei ruhigem. Geſchäft über ſchlechten
Abſatz. Die Preiſe ſind leicht nachgebend, und ſind Großhandelspreiſe:
Holländiſche Butter 1 Faß (50 Kg.) 180 RM., in Halbpfund=Stücken 184
Reichsmark. Deutſch= Butter 1 Faß 168 RM., und Landbutter 145
bis 150 RM.
Vom Rohhäutemarkk. An den Nohhäutemärkten ſcheint ſich ein
Um=
ſchwung in der Preisbilbung vorzubereiten, obwohl die letzten
Verſtei=
gerungen weſentliche Veränderungen noch nicht zeigten, da
insbeſon=
dere die Käufer nach wie vor eine abwartende Haltung einnahmen.
Großviehäute konnten teils letzte Preiſe, teils 5 Prozent mehr als im
März ewzielen, wogegen Kalbfelle ebenfalls zum Teil letzte Preiſe
er=
zielten, zum Teil auch etwas niedriger notierten. Auf der
württem=
bergiſchen Zentralhäuteverſteigerung war die Preisbildung
uneinheit=
lich, Kalbfelle waren 3—4 Prozent rückgängig, Großviehhäute erzielten
letzte Preiſe bzw. eiuige Pvozent darüber. Leichte Ochſenhäute 85,
ſchwere 84—90, leichte Rindshäute 104,25, ſchwere 81,50, leichte
Kuh=
häute 84—88, ſchwere 75,50—85, leichte Kalbfelle 145—150, ſchwere 136
bis 141 Pf. pro Pfund.
Wetkerberichk.
Der ſkandinaviſche Wirbel hat ſich unter Aufnahme warmer
Luft=
maſſen an ſeiner Südſeite weiter vertieft und nach dem Baltikum
fort=
bewegt. Kaltluft an ſeiner Rückſeite wird ſüdwärts nach Deutſchland
transportiert, die bereits ſtärkere Bewölkung und Abkühlung
verur=
ſacht. Unter dem Einfluß der weiter zuſtrömenden Kaltluft geſtaltet ſich
der Witterungscharakter unbeſtändig, wobei unter fortſchreitender
Ab=
kühlung mit einzelnen Schauern gerechnet werden muß. Da die
Luft=
maſſen aus höheren Breiten zu Barometeranſtieg führen und dabei das
nordweſtliche Hochdruckgebiet nach dem Feſtland ſaugen, ſo iſt für ſpäter
unter Bewölkungsabnahme wieder etwas beſtändigeres Wetter zu
er=
warten. Die Temperaturen bleiben noch niedrig und dürften in der
Nacht von Sonntag auf Montag bis in Gefrierpunktsnähe zurückgehen,
ſtellenweiſe ſogar auch etwas darunter.
Ausſichten für Sonntag, den 21. April: Unbeſtändiges, wechſelnd
wol=
kiges Wetter, kühl, vereinzelt leichte Schauer.
Ausſichten für Montag, den 22. April: Ruhigeres, mehr aufheiterndes
Wetter, noch kühl, Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, in
der Hauptſache trocken.
berg
Taunus Waſſ.=
Kuppe Feld=
berg
Schwarz=
Bob Zug=
ſpitze Kahler
Aſten ſtelberg Fich= Schnee=
koppe Wetter wolkig heiter heiter heiter wolkig o. wolk. heiter Temperatur (7C) 8 4 5 6 4 Wind SW. WSw. NW. SO, WSW SW. Niederſchlag mm) Schneedecke (cm) 25 140 10 102
33. Preußiſch=Süddentſche Klaſſen=Sokkerie.
1. Tag der 1. Klafſe (19. April). Heute fielen in der
Vormit=
tags=Ziehung: 2 Gewinne zu 10 000 Mk. auf Nr. 272 758, 4 Gewinne
zu 3000 Mark auf Nr. 107 596 262 001, 2 Gewinne zu 2000 Mark auf
Nr. 204 981, 4 Gewinne zu 1000 Mark auf Nr. 33 569 312868, 8
Ge=
winne zu 800 Mark auf Nr. 34 250 57 878 154 117 360 421, 26 Gewinne
zu 500 Mark auf Nr. 27 260 38 420 53 099 54 600, 162 504 255 347 269 863
290 061 294 486 299 015 356 186 360 375 393 004; ferner 110 Gewinne zu
200 Mark und 240 Gewinne zu 120 Mark. — In der Nachmittagse
Ziehung fielen: 2 Gewinne zu 5000 Mark auf Nr. 45 648, 2
Ge=
winne zu 2000 Mark auf Nr. 175 432, 4 Gewinne zu 1000 Mark auf
Nr. 105 934 140 930, 12 Gewinne zu 800 Mark auf Nr. 21 725 94830
132 569 213 873 232 407 287 798, 32 Gewinne zu 500 Mark auf Nr.
19662 31648 39 168 69 100 98 449 107706 119 585 153 365 222690
222 767 226 535 252 734 257 057 280 692 282 867 370 565; ferner 108
Ge=
winne zu 200 Mark und 228 Gewinne zu 120 Mark.
Geſchäftliches.
Warum iſt der „Bertelsmann=Kragen” der allein wichtige
Stehrmlegkragen? Einfach darum, weil der Bertelmannskragen ein ganz
ſrielend leilſtes Durahgleiten des Binders ermöglicht und auch nach der
Wäſche dieſe Eigenſchaft nicht verliert. Gewvaſchen und gebügelt wird
der Kragen wie jeder andere Kuagen, ſelbſt die ungeübteſte Büglerin
kann die guten Eigenſchaften des Kragens nicht verderben.
Der „Bertelsmaun”=Kragen” iſt durch die Firma G. Hauptmann,
Ludwigsplatz 2, zu beziehen.
Marmorplatten brauchen öftere gründliche Reinigung. Am beſten
beſorgt dies Vim, das den großen Vorzug hat, nicht zu kratzen und
nicht zu ſchmieren. Ein wenig Vim, ein feuchrer Lappen, und — eins,
zwei, drei — iſt der Marmor blank und rein. Vim hat aber auch ganz
beſondere Eigenſchaften: die Schnelligkeit, mit der es jeden Schmutz löſt
und entfernt, ſeine Geruchloſigkeit und große Ergiebigkeit. Und ein
weiterer wichtiger Punkt: Vim enthält keine Säure und greift die Hände
nicht im geringſten an.
Wäſcheſchonung und Perſil!
Es iſt klar, daß ſich auf die Dauer nur ein Waſchmitrel allerbeſter
Beſchaffenheit bewähren kann. Die deutſche Hausfrau beſitzt ein viel
zu kritiſches Urteil, als daß ſie gute Wäſche einer Waſchmethode
anver=
trauen würde, deren Anwendung eine Gefahr bedeuten kann. So hat
ſich im Laufe der Zeit immer mehr die Erkenntnis Bahn gebrochen,
daß hartes Reiben oder gar Bürſten der Wäſche, wie auch
die Verwendung von Chlor und „Bleichwafſer” im höchſten
Grade bedenklich iſt. Seitdem nun das ſogenannte ſelbſttärige
Waſch=
verfahren, wie wir es in der Perſilwäſche beſitzen, ſich in der geſamten
ziviliſierten Welt mit ſo beiſpielloſem Erfolge eingeführt hat, iſt dig
Gefahr unerwünſchter Wäſchebeſchädigungen beim Waſchen durch
Ein=
flüſſe der obenerwähnten Art beſeitigt, denn die Anwendung dieſes
zu=
verläſſigen Waſchmittels macht nicht nur jede eindringliche
Handbear=
beirung der Wäſche unnötig ſondern ſichert gleichzeitig auch ein ganz
geregeltes und gefahrloſes Bleichen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonniag, 21. April. 8: Morgenfeier der Freireligiöſen
Ge=
meide Frankfurt. Anſprache: Pfarrer Taesler. Mitw.: Ely
Schaefer=Ratazzi (GSopran), Käte Müller (Alt), W. H.
Simmer=
macher (Orgel). 0 11: Wilh. Wollenberg: Jugend und Leibesübung.
O 11.30: Elternſtunde. Studienrat Dr. Diener: Die auswärtigen
Schüler. O 12: Kaſſel: Konzert des Funkorch. o 13:
Landwirt=
ſchaftskammer Wiesbaden: Beurteilung der Walzenarbeit zur
Früh=
jahrsbeſtellung — Zuſatzdüngung der Kartoffeln. — Behandlung
der Weinſpaliere. 0 14.30: Jugendſtunde. Hanna Lüngen: Märchen
von Elfriede Wendler a 15.30: Dr. Kranz: Was geht in der
Welt vor und was geht es mich an?. — Schulrat Kreuzberg:
Was der Bauer von der Schule erwartet und was die Schule vom
Bauern erwartet. 0 16.30; Konzert des Funkorch. Zu Karl Loewes
60. Todestag (geſt. 20. April 1869). Mitw.: Jean Stern (Bariton),
E Kahn (Klavterſ. 6 18: Dr. Kahn: Liebig und Wöhler, zum
Gedächtnis einer Freundſchaft. 0 18.45: Dr. phil. Wilh. Heinitz:
Die Muſik der Japaner. 0 20: Vortrags=Abend Ludwig Hardt.
21: Sinfonie=Konzert, Brahms: Vierte Sinfonie in Emoll —
Händel: Concerto groſſo in G=moll. — Bären=Haydn: Sinfonie
in Cedur. o Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik.
Königswuſternbaufen.
Deutſche Welle. Sonntag. 21. April, Glockenſpiel der
Pots=
damer Garniſonkirche. a 8: Morgenfeier, Anſprache: Paſtor Bunke,
Berlin= o Anſchl.: Geläut des Berliner Doms. o 11.30: Aus
dem Großen Schauſpielhaus: Orcheſterkonzert. Mitw. Mafalda
Salvatim; (Sopran) und Rob. Hutt (Tenor), Berlier Funkorch,
S 13.15: Schach. 13.45: Bildfunk. 0 14.30: Viertelſtunde für den
Landwirt. o 14.45: Marktlage und Wetter. 9. 15: Dir. Römer:
Betriebswirtſchaftliche Fragen in der Geflügelzucht und =Haltung.
15.30: Märchen. g 16: Dr. Hirſchberg: Sebaſtian. Bachs
Kantaten. o 16.30: Unterhaltungsmuſik. Kapelle Gebr. Stemer,
18: Zwiegeſpräch über „Wahlrechtsreform” zwiſchen Chefredakteur
Nuſchke, M. d. L und Chefredakteur Baecker, M. d. L. o 18.45:
Fred Hamel: Die Aufführungspraxis barocker Chorwerke. 0 19.10:
Dr. v. Paven: Sitten und Gebräuche in Albanien. 0 19.35: K. W.
Goldſchmidt: Klaſſiſche und moderne Briefſchreiber. 20:
Hundert=
jahrfeier des Archäologiſchen Inſtituts. Feſtſitzung im Reichstag.
Anſprachen: Prof. Rodenwaldt und Reichsaußenminiſter Dr.
Streſe=
mann. O 20.45: Konzert des Muſikkorps des 1. Batl. 9. (Preuß.)
Inf.=Regt. Leitung: Obermuſikmeiſter Hagemann. Danach:
Tanz=
muſik. Kapelle Daios Bela.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Verantwornich für Poltik und Wirſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Neich und
Ausland und Heſſiſche Nachrſchten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
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Die heutige Nummer hat 26 Geiten.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Sonntag, den 21. Ppril 1929
Nummer 110
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermeris auf den Namen
der Marie, geb. Brückh, Ehefrau von Johann
Wallen=
ſtein in Darmſtadt, im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 23. April 1929, nachm. 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 12. Juni 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneter
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 15. Februar 1929.
(3226a
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band XVI, Blatt 805.
Betrag der
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Nummer 110
Janz um Talannn.
Roman von Werner Scheff.
1D
(Nachdruck verboten.)
Nichts verriet das kommende Unwetter. Suſanne lachte
ſchalleno, als ſie Güſtl erbltäte, und vielleicht hätte dieſe
Heiter=
keit ſie nachſichſtiger geſtimmt, wäre ihr nicht aufgefallen, wie man
ſie nut ihren beiden Kavalieren auein ließ, oyne daß der
Ge=
heimrat oder Kroß ſich zu ihnen geſellte.
Die beiden Herren waren in eine leiſe geführte Unterhaltung
mit Fräulein Agathe verlieft, während Nicolai die voraneilende
Henny begleitete, die ſich ſchnell einen Mantel holen wollte. Die
Sonne ſtando ſchon tief, der Frühlingstag neigte ſich ſeinem Ende
zu; und Henuy von Planck war von Flirt und Tennisſpiel
erhitzt,
Wäre Suſanne imſtande geweſen, zu hören, was zwiſchen
dem Geheimrat, ſeiner Schlweſter und ſeinem Freunde geſprochen
wurde, vielleicht hätte ſich dann vieles anders geſtaltet.
„Ich bleibe dabei,” rief Chriſtian Lindemann mit
unter=
drückter Stmme, „das Ganze iſt ein Irrtum oder ein Schwindel.
Du biſt ſalſch informiert, Harald.”
„Ich glaube es kaum, aber es iſt wicht ausgeſchloſſen”
ent=
gegnete der Rittmeiſter. „Jedenfalls betonte ich, daß mich das
Beſtehen ſolcher Beziehungen nicht in Staunen ſetzt, ſolange .."
Er ſtockte und warf Agauhe einen Seitenblick zu. „Solange es
die Inſtitution der Ehe gibt!“
„Harald, Sie gehen zu weit!” widerſprach Agathe. „
Irgend=
wo müſſen Ihre modernen Doktrinen haltmuachen. Hoffen wir,
daß ſich das Mädel von dem Vorwurf reinigen kann!"
„Wie meinen Sie das? Ihr könnt Suſanne doch unmöglich
zur Rede ſtellen.”
„Wenn Sie aber Chriſtians Frau werden will?”
„Will?” echote der ſchlantke Kroß, und da war man vor dem
Gutshauſe angelangt, und die Auseinanderſetzung ſand ein Ende.
Richard Nicolgi kam ihnen entgegen. Fräulein Henny habe
ſich nun doch entſchloſſen, in ihr Zimmer zu gehen und ſich
um=
zuziehen. Agathe dachte daron, wieviel Gäſte ſie zum
Abend=
eſſen bewirten müſſe, und verſchwand im Hauſe. Suſanne blieb
mit den fünf Herren zurück. Man ließ ſich in den Korbſeſſeln
nieder, und eine ſchleppende Unterhaltung ſetzte ein.
Suſanne lauſchte lauernd auf alles, was geſprochen wurde.
Guſtl Mayreder gab ihr unabſichtlich das Stichwort, auf das ſie
wartete. Er begann ſich zu verabſchieden, weil ihn der Wagen
des Geheimrats zur Station bringen ſollte.
„Aber Guſtl, Sie können doch mit Rittinghaus und mir nach
Berlin fahren!“
„Ausgeſchloſſen, Fräulein, Herfort!” widerſprach Chriſtian
Lindemann, ohne zu ahnen, was er damit heraufbeſchwor. „Sie
bleiben ſelbſtverſtändlich mit Herrn Rittinghaus zum Abendeſſen
bei uns.”
Conntag, den 21. April 1929
„Sie täuſchen ſich, Herr Geheimrat. Wir haben es ſogar ſehr
eilig — ebenſo eilig wie Herr Mayreder.”
Der Ton, in dem ſie dies ſagte, unterſchied ſich kaum von
ihrer ſonſtigen Art zu reden. Und doch horchte der Rittmeiſter
auf, und über das Geſicht des Geheimrats flutete eine Welle von
Nöte. Rittinghaus erſchrak, weil er ahnte, daß nun
Ungeheuer=
liches folgen wurde. Nicolai ſchien teilnähmslos, und Mayreder
ſtotterte entzückt: „Dös wär’ natürlich das Schönſte, Fräulein
Suſi!“
„Sie müſſen aber neben dem Chauffeur ſitzen”, erklärte ſie.
„Ob es Brennecke angenehm ſein wird, ſei dahingeſtellt.”
Rittinghaus meldete ſich mit verdächtigem Eifer. „Sie
kön=
nen ruhig mit uns fahren! Wir ſind in längſtens einer Stunde
in Berlin und ſetzen Sie vor Ihrem Theater ab. Schließlich
haben wir zwiſchen uns und Ihnen eine dicke Glasſcheibe —
da halten wir es ſchon aus!”
Sein Lachen fand keinen Widerhall in der Runde. Nur
Mayreder meckerte auf, womit er ſeinen Aerger über die
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„Das kann doch nicht Ihr Ernſt ſein!” Nochmals verſuchte
Lindemann, den Entſchluß Suſannes zu erſchüttern. „Es wäre
falſch angebrachte Rücſicht, wenn Sie unſere Gaſtfreundſchaft
zurüchwieſen!“
Sekundenlange Stille. Dann Suſanne: „Sie irren, Herr
Geheimrat! Mich leitet keine Rückſicht — ich fühle mich nur in
Ihrem Hauſe nicht wohl!”
Es war, als habe zwiſchen den Korbſeſſeln vor der Terraſſe
eine Bombe eingeſchlagen.
„Fräulein Herfort ... habe ich Sie recht verſtanden . . . Sie
fühlen ſich in meinem Hauſe — alſo auch in meiner Geſellſchaft
— nicht wohl?‟ Der Geheimrat ſagte es mit erſtickter Stimme;
jede Spur von Farbe war aus ſeinem Geſicht gewichen.
Suſanne lachte hell auf, aber es klang unnatürlich und
ſchnei=
dend. „Mir fehlt eine Kleinigkeit! Ich ſinde, die Herren ſind
ſehr ungalant — keiner von Ihnen hat mir eine Zigarette
an=
geboten.”
Bodenloſe Verwunderung auf allen Geſichtern. Mit
Aus=
nahme Mayreders, deſſen Vorrat an ägyptiſchen Zigaretten nach
den Ereigniſſen des Nachmittags nicht mehr in Betracht kam,
griffen alle Herren in ihre Taſchen.
„Sie müſſen nämlich wiſſen: Ich ſelbſt habe meine Tabatiére
in der Wohnung meines Freundes vergeſſen!“
Da wußten der Geheimrat und der Rittmeiſter, woran ſie
waren. Nur Rittinghaus hielt Suſanne ſein Etui hin; und ſie
ließ ſich von dem Dramatiker eine der Zigaretten anzünden.
„Wenn es Sie intereſſiert, meine Herren”, ziſchelte ſie in das
Seite 15
eiſige Schweigen, „ich habe einen Freund, der verheiratet iſt.
Und ich ſcheue mich nicht, davon zu ſprechen. Sie ſcheinen
an=
derer Anſicht zu ſein, Herr Geheimrat?”
„Nein ... durchaus nicht!” preßte der mühſam hervor. „Ich
... ich glaube nur, das ſteht nich zur Erörterung!“
„Sie haben ſich aber heute ſchon einmal den Kopf darüber
zerbrochen!” ſpottete Suſanne. „Und mit Ihnen Herr von Kroß.
Sehen Sie, ich wollte Ihnen nur zeigen, daß ich Ihnen gern
jede Frage beantworte. Sie hätten alſo viel Geld ſparen können.
Auskünfte ſind teuer — beſonders Auskünfte intimer Natur.”
„ich flehe Sie an. Fräuiein Herfert, Sie ſcheinen ſehr
auf=
gebracht zu ſein, und ich b=greiſe Ihren Standpunkt. Aber das
iſt doch kein Thema für ein Geſpräch im größeren Kreiſe!”
„Aha — das gerade iſt nicht meine Meinung! Warum ſoll
man nicht von menſchlichen Dingen fprechen? Stellen Sie ſich vor:
Ein Mann leidet in einer Ehe, zu ber er halb gedrängt wurd= und
die für ihn eine Hölle zu werden beginnt; da lernt er ein
Mäd=
chen kennen, das für ihn wie geſchaffen ſcheint. Soll er abwarten,
bis der leidige Scheidungsprozeß zu Ende iſt? Wer weiß, wie er
ausgeht. Und wenn das Mädel ihn wirklich lieb hat, muß ſie ſich
über alles hinwegſetzen.”
Rittmeiſter von Kroß, der mit weitgeöffneten Augen Suſanne
beobachtet hatte, fühlte endlich die Verpflichtung, ſeinem Freunde
beizuſtehen. „Niemand zweifelt daran, daß Sie recht haben,
Fräu=
lein Herfort. Geheimrat Lindemann hat es Ihnen doch verſichert.
Warum alſo bringen Sie die Sache ſo ausführlich zur Sprache?”
„Weil ich davon überzeugt bin, daß die meiſten Männer zu
engherzig ſind, um meine Anſicht zu teilen. Gerade Sie, Herr
Rittmeiſter, wiſſen am beſten, wer ſchuld an dieſer Erörterung iſt!“
Er antwortete kühl: „Ich bin bereit, dieſe Schuld zu tragen.
Aber ich bitte Sie, nehmen Sie an denen, die Ihnen ein Unrecht
taten, keine zu unedle Rache!”
„Ach . .. wer denkt an Rache?” ſagte ſie leichthin. „Es genügt
mir, Ihnen auseinandergeſetzt zu haben, daß ich über dieſen
Dingen ſtehe.” Und, als wiederum aller Blicke auf ſie gerichtet
waren: „Mein Verlobter pflichtet mir in jeder Beziehung bei!
Nicht wahr Manfred?”
Es kann nicht behauptet werden, daß Rittinghaus allzu
ent=
zückt dem Redekampf beiwohnte. Außerdem fühlte er ſich beſchämt;
er hatte das Empfinden, als ſpiele er hier keine ſonderbare Rolle
— zumal jetzt, da ſie ihn als ihren Verlobten vorſtellte. Konnte
ſie ſo leichtfertig ſcherzen? Aber er fügte ſich ins Unvermeidliche,
indem er ſagte: „Meine Herren, ich hoffe, daß Sie ſich bei
Fräu=
lein Herfort gebührend entſchuldigen werden.”
„Ganz ſicher!” ſtammelte Lindemann. „Daran ſoll es nicht
fehlen!“
Kroß nickte mit verbiſſenem Trotz. Eine leichte Verächtlichkeit
lag in dieſer Geſte.
„Und nun danke ich für die gütige Hilfe nach meinem Unfall”,
ließ ſich Suſanne vernehmen, die von Rittinghaus: Haltung tief
befriedigt war und ſo viel Geiſtesgegenwart von ihm kaum
er=
wartet hatte. „Alles übrige, Herr Geheimrat, erledige ich
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Conntag, den 21. April 1029
Geite 12
Zur 1000-Jahr=Feier der Stadt Meißen
Die Gedenkmünze der Porzellanmanufaktur.
Die Stadt Meißen feiert dieſes Jahr ihr 1000jähriges Beſtehen. Die Vorbereitungen zur Feier
ſind ſchon ſeit Monaten im Gange. Auch die mit dem Namen Meißen untrennbar verknüpfte
welt=
berühmte Porzellanmanufaktur beteiligt ſich an der Feier und hat eine Porzellangedenkmünze mit
Stadtwappen und der Albrechtsburg, dem Wahrzeichen der Stadt, anfertigen laſſen.
Der Rieſenbrand von Amſkerdam.
Die Trümmer des Theater= und Ausſtellungspalaſtes.
Zur Eröffnung der „Gas und Waſſer”=Ausſtellung Berlin.
Blick in den Ausſtellungsſaal.
Oberbürgermeiſter Böß=Berlin eröffnet die Ausſtellung.
Die Ausſtellung „Gas und Waſſer” in Berlin vereinigt eine Ueberſicht über die Entwicklung der
Gas= und Waſſertechnik mit einer Ausſtellung der modernſten Errungenſchaften auf dieſem Gebiet.
Unſer Bild zeigt einige Stände der Ausſtellung, dahinter den aus Gasrohren aufgebauten
Triumpbbogen.
Großflugkag in Frankfurk a. M.
Der Luft=Schleppzug mit zwei Anhängern.
Ein Klein=Luftſchiff.
Frankfurt a. M. Der ſeit Jahren
traditio=
nell gewordene Frankfurter Frühjahrsflugtag geht
diesmal am Sonntag, den 5. Mai, vor ſich und wird
in ſeiner Zuſammenſetzung ganz neue Erſcheinungen
auf dem Gebiete des Luftſportes und der Luftfahrt
zur Vorführung bringen. Zum erſten Male tritt
hier einer jener Schleppzüge in Erſcheinung, die bei
ihrer erſten Vorführung großes Aufſehen bei
Fach=
leuten und Laien ausgelöſt haben. Aber während
jener erſte Schleppzug nur mit einem Anhänger
ver=
ſehen war, werden ihre Erfinder, die bekannten
Kunſtflieger Raab und Katzenſtein, diesmal ihren
Verſuch zugleich mit zwei Anhängern machen. An
ein Motorflugzeug werden zwei motorloſe
Flug=
zeuge angehängt, d. h. leichte Segelflugzeuge, die an
einer Stahltroſſe befeſtigt und in der Höhe nach
Be=
lieben abgehängt werden können, um allein ihre
Fahrt fortzuſetzen. Dieſe beiden Segler werden Raab
und Katzenſtein ſelbſt führen. Das zweite große
Schauobjekt wird ein Klein=Luftſchiff ſein, das eben
in Kaſſel fertiggeſtellt worden iſt und bei Gelegenheit
des Frankfurter Flugtages ſeine erſte Ausfahrt
un=
ternimmt. Es hat eine Länge von rund 40 Metern,
einen Durchmeſſer von rund 9 Metern und ein
Faſ=
ſungsvermögen von 1440 qm. Die Motorenanlage
be=
ſteht aus zwei luftgekühlten Motoren von je 35 PS.
Ganz ſelbſtverſtändlich iſt, daß daneben auch
Kunſt=
flüge zur Vorführung kommen, an denen ſich Raab
und Katzenſtein und der Frankfurter Kelting
be=
teiligen.
Ein rückfälliger Kirchenräuber.
Frankfurt a. M. Dem ſchon mehrfach wegen
Kirchenraubes vorbeſtraften Schneider Joh. Rapp
konnte neuerdings nachgewieſen werden, daß auch
die bereits mehrere Jahre zurückliegenden
Kirchen=
einbrüche in Langenbieber und Petersberg bei Fulda
mit auf ſein Schuldkonto zu ſchreiben ſind. Das
Landgericht Frankfurt a. M. erkannte daher diesmal
auf 5 Jahre Zuchthaus und auf Zulaſſung der
Stel=
lung unter Polizeiaufſicht. Das Reichsgericht hat nun
durch Verwrfung der Reviſion dieſes Urteil
beſtä=
tigt, ſo daß jetzt die Gotteshäuſer hoffentlich für
immer von dieſem Räuber verſchont bleiben werden.
Der Proteſt Wiesbadens gegen die
Zuſchuß=
kürzung für das Staatstheater.
Ba. Wiesbaden. Ein Dringlichkeitsantrag
Krücke: „Die Stadtverordnetenverſammlung erſucht
dringend den Preußiſchen Landtag, einem Antrag
auf Kürzung des Zuſchuſſes für das Staatstheater
nicht zuzuſtimmen. Die Stadt Wiesbaden, die ſich
vor allem auch infolge der Beſetzung in ſchwerſter
Notlage befindet, iſt völlig außer ſtande, dieſen
Zu=
ſchuß ihrerſeits zu leiſten. Die Kürzung des
Zu=
ſchuſſes würde den Fortbeſtand des Theaters
gefähr=
den und die ſchwerſten wirtſchaftlichen und
kulturel=
len Schädigungen für die Kurſtadt Wiesbaden und
das ganz beſetzte Gebiet der Provinz Heſſen=
Naſ=
ſau bedeuten”, wurde gegen die Stimmen der
Kom=
muniſten angenommen. Es handelt ſich um 420000
NM. Mehrbelaſtung der Stadt, wenn der Zuſchuß
vom Landtag gekürzt würde.
Ueberfall und Mord.
Neunkirchen. Vorgeſtern nachmittag wurde
im Bildſtocker Walde auf den Aufſeher Alfred
Bley=
mehl, von der Grube „Harniſch, der ſich mit einem
Begleiter auf dem Wege zwiſchen der Grube „
Itzen=
plitz” nach dem Redener Schacht befand, von drei
maskierten Räubern ein Ueberfall verübt. Die drei
Räuber vermuteten offenbar, daß Bleymehl die
fäl=
ligen Lohngelder der Grube „Itzenplitz” bei ſich habe.
Sie traten plötzlich aus dem Walde auf die beiden
Männer zu, richteten ein Gewehr auf ſie und riefen
ihnen zu: „Hände hoch!‟ Der Begleiter Bleymehls
folgte der Aufforderung, während Bleymehl ſelbſt
einen Schritt zurücktrat, wobei er ſofort, von einer
Kugel aus dem Gewehr getroffen, tot zu Boden
ſank. Wenige Minuten ſpäter paſſierte das
Gruben=
auto mit 1½ Millionen Franken Lohngeldern die
Stelle. Acht Bergleute, die kurz nach der Tat, durch
den Schuß angelockt, an die Tatſtelle kamen, waren
ſo verwirrt, daß ſie an die Verfolgung der Täter
nicht dachten. Die Kriminalpolizei von Saarbrücken
hat die Nachforſchungen an Ort und Stelle ſofort
auf=
genommen.
Großfeuer in einem Schwarzwaldſtädtchen.
Freiburg. Das Schwarzwaldſtädtchen
Löf=
fingen, das ſchon mehrfach von großen Bränden
heimgeſucht wurde, iſt geſtern morgen von einem
ſchwveren Brandunglück betroffen worden. Es ſind
vier Anweſen mit ſämtlichen Nebengebäuden, ſowie
ein Farrenſtall din Flammen zum Opfer gefallen.
Das Vieh konnte gerettet werden, dagegen ſind alle
Fahrniſſe vollkommen verloren. Trotz des
heirſchen=
den ſtarken Sturmes darf der Brand jetzt als
lokali=
ſiert gelten. Der Gebäudeſchaden beläuft ſich auf
über 100 000 Mark.
Eine Stadt will zum Dorf werden!
Die Körliner Arbeitsgemeinſchaft der
Hand=
werker, Kaufleute und Gewerbetreibenden beſchloß,
die Umwandlung der pommerſchen Stadt Körlin in
eine Landgemeinde zu beantragen. Man erhofft
da=
durch eine Verbilligung der Verwaltungskoſten, die
die kleine Stadt ungeheuer — z. B. mit 800 v. H.
Gewerbeſteuer — belaſten.
Rohrbach=Romar überbietet die
Welthöchſt=
nutzlaſtleiſtung.
Berlin. Bei einem Probeflug, der vor
Sport=
zeugen in Travemünde ſtattfand, überbot der
Flug=
zeugführer Steindorf mit der Rohrbach=Nomar den
beſtehenden Weltrekord „größte Nutzlaſt in 2000 m
Höhe” um 2413 Kilogramm. Der Weltrekord für dieſe
Leiſtung war bisher 4037 Kilogramm. Steindorf
flog mit der Rohrbach=Romar eine Nutzlaſt von 6450
Kilogramm auf eine Höhe von 2200 Meter. Die
Lei=
ſtung iſt dem Deutſchen Luftrat übergeben, mit der
Bitte, ſie als Weltrekord der Fédération
Aeronau=
tique Internationale anzumelden.
Neue Erdſtöße in Italien.
Mailand. Am Freitag abend, um 22 Uhr,
wurde in Bologna, Genua, Verona und Piacenoa
wieder ein ſta ker, wellenförmiger Erdſtoß verſpürt,
der einige Sekunden dauerte. Menſchen ſind nicht
zu Schaden gekommen.
Ein verwegener Einbruch.
Warſchau. Am Freitag vormittag, kurz bor
8 Uhr, iſt hier ein ungewöhnlich verwegener Einbruch
verübt worden. In einer belebten Straße in der
Nähe des Hauptbahnhofes fuhren Männer in
Ar=
beitskitteln, vor dem Lager einer Teefirma vor,
öff=
neten die Tür mit Nachſchlüſſeln und luden angeſichts
vieler Fußgänger 20 Kiſten Tee im Werte von etwa
20 000 Zloty auf einen Laſwwagen. Einer der
Gau=
ner ſtellte ſich, um bei den Hausbewohnern keinen
Verdacht aufkommen zu laſſen, neben das Fuhvwerk
und verzeichnete jede Kiſte in ein Geſchäftsbuch. Nach
getaner Arbeit fuhren ſie unbehilligt fort und
konn=
ten bisher nicht ermittelt werden.
Rieſenbetrug einer Bukareſter Großbank.
Bukareſt. Nach Meldungen, die beim
Finanz=
miniſterium, beim Handelsminiſterium und beim
Gouverneur der Nationalbank vorliegen, ſoll eine
Bukareſter Großbanr ſamt 40 Filialen durch
Bücher=
fälſchungen den Staat um mehrere Millionen Lei
Steuern geſchädigt haben. Adeverul fügt hinzu, daß
dieſe Bank durch unerlaubte Mittel das Vertrauen
der Koloniſten der neuen Dobvudſcha gewonnen und
ſie zu Spareinlagen veranlaßt habe, die nummehr
ver=
loren ſeien.
Rieſenfeuer in den Bergwäldern
bei San Sebaſtian.
Madrid. Nach Meldungen aus San
Seba=
ſtian wütete dort ein heftiger Sturm. Am Freitag
früh brach in den Bergwäldern ein Feuer aus, das
rieſigen Umfang angenommen hat. Drei Dörfer
ſtehen in Brand. Die Einwohner haben ihre
Wohn=
ſtätten fluchtartig verlaſſen müſſen. Truppen ſind
eingeſetzt worden, um Hilfe zu leiſten. Zahlreiche
Einzelhöfe ſind ſchon niedergebrannt. Die Bahnlinie
Bilbog—San Sebaſtian iſt unterbrochen, desgleichen
die Drahtverbindungen. Ob Verluſte an
Menſchen=
leben zu beklagen ſind, iſt noch unbekannt. In
Santander ſtürzte ein zu Löſcharbeiten fahrendes
Feuerwehrauto in einer Kurve einen ſieben Meter
hohen Abhang hinab. Es gab zwei Tote und acht
Schwerverletzte.
Bergwerksunglück in Belgien.
Brüſſel. Nach einer Meldung des „Peuple‟
brach in einem Steinkohlenbergwerk bei Waterſchlei
ein Stollen zuſammen. Mehvere Arbeiter wurden
unter den Geſteinsmaſſen begraben.
Drei Tote bei einem Flugzeugabſturz.
London. Nach Meldungen aus San Diego
ſind ein Marineoffizier und zwei Monteure am
Freitag bei einem Flugzeugunglück über dem
Flug=
platz von San Diego getötet worden.
Die furchtbare Hungersnot im Nordweſten
Chinas.
London. Die Hungersnot in der Provinz
Kanſu, im Nordweſten Chinas, hat nach den letzten
in Peking eingegangenen Meldungen furchtbare
Aus=
maße angenommen. Achtzig vom Hundert der
Be=
völkerung ſind ohne Nahrung und Frühjahrsausſaat.
In der Provinzhauptſtadt von Kanſu ſtevben allein
300 Perſonen täglich. Die Leute ſind zu ſchwach, um
ihre Toten beerdigen zu können. Das Internationale
Hungerhilfe=Komitee, bei dem dieſer Bericht einging,
zweifelt an ſeiner Richtigkeit. Der Privatbericht
eines in der Provinz Kanſu ſtationierten Miſſionars
beſagt darüber hinaus: Die Moslemrebellen haben
das ſüdliche und weſtliche Kanſu vollkommen zerſtört.
Was die Moslemrebellen ganz ließen, wurde von den
nachfolgenden Regierungstruppen verwüſtet. Getreide
ſteht nicht mehr zur Verfügung.
Sturm und Hitze an der Baskiſchen Küſte.
Paris. Wie Havas aus Bordeaux berichtet,
wird von der franzöſiſch=ſpaniſchen Grenze gemeldet,
daß an der Baskiſchen Küſte ein Südſturm
beträcht=
liche Schäden angerichtet hat. Alle Verbindungen,
wie die von Bayonne nach der ſpaniſchen Grenze,
ſind unterbrochen. Die Züge von Hendaye nach
Bor=
deaux und die nach Spanien abgehenden verkehren
mit großen Verſpätungen. Längs der ganzen Küſte
herrſcht eine anormale Hitze. Das Thermometer
zeigte am Freitag 28 Grad im Schatten.
Schweres Unglück bei einer
Artillerieſchieß=
übung.
London. Bei Artillerieſchießübungen in dem
Fort Kamehamea gab es nach Meldungen aus
Ho=
nolulu einen Rohrkrepierer. Zwei Soldaten wurden
getötet, ſieben ſchwer verletzt. Ein Soldat wird
ver=
mißt.
Drei Mädchen von einem Zuge getötet.
London. In der Nähe von Sheffield wurden
die Leichen dreier 16jähriger Mädchen aufgefunden,
die b im Ube ſchreiten einer Eiſenbahnkreuzung von
einem Zuge überfahren worden waren.
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[ ← ][ ][ → ]dgesſpiegel i. Bild ind Wort
21. April 1929
Nummer 16
Frühling in der Prouence.
Wenn man durch den Gotthard fährt, iſt man plötzlich
in den Süden verſetzt. Es iſt wie ein Ueberfall. Die Sinne
ſind verwirrt. Man weiß plötzlich, daß der Norden irgendwo
weit „dort drüben” liegt. Anders iſt es in Frankreich. Wo
fängt dort der Süden an, wo hört der Norden auf? Die
Grenze iſt ſchwer zu ziehen. Man kommt aus dem noch
ganz winterlichen Elſaß. Auf den Höhen der Vogeſen liegt
noch Schnee. Der Sug eilt nach Burgund, Beſanson taucht
auf. Wir ſind noch im Norden. Aber es wird zuſehends
wärmer. Man ſtellt in den Abteilen die Heizung auf
„mäßig”. Steigt man in Bourg aus, dann hat man, glaube
ich, zum erſten Male das Gefühl: Hier iſt der Süden.
Aber es iſt ſchwer, Gründe dafür anzugeben. Die
Cem=
peratur allein macht es nicht. In den Straßen flimmert die
Sonne weißlich. Die Häuſer ſind gelb. Die langen
Fenſter=
läden ſind geſchloſſen. Die Leute ſitzen im Freien vor den
Wirtſchaften. Man ſieht keine Palmen, keine Sypreſſen.
Und doch hat man das beſtimmte Gefühl: Hier iſt der Süden.
Und je mehr ſich der Sug Lyon nähert, um ſo beſtimmter
weiß man: Jetzt iſt Süden, jetzt iſt Leichtigkeit und Wärme.
Das Leben ſpielt ſich im Freien ab. Es iſt auch ein bißchen
Müdigkeit da, ein Herumliegen auf den Creppen der
Kir=
chen, es gibt da noch Eſelsfuhrwerke neben den
Auto=
mobilen, und die Männer haben großrandige Hüte auf.
Die Rhone und die Saone fließen zuſammen, und nun
ſind wir in der Provence. Jeder Kilometer dieſes
Ge=
bietes ſteht ſchwer vom Gewicht der Geſchichte. Wir ſind
auf älteſtem Kulturgebiet. Die Alpen haben den Strom der
koloniſierenden Nömer nach dem Rhonetal abgedrängt. Es iſt
die Einfalspforte der Südländer nach dem Norden geweſen.
In Nimes, in Arles ſtehen die Neſte zweier römiſchen
Sirkuſſe von imponierender Größe. Sie ſind faſt denen der
Hauptſtadt gleich. Noch heute werden Stiergefechte darin
abgehalten, die zwanzigtauſend Suſchauer locken. Dieſe
Vömer haben in Monumenten gedacht. Das römiſche
Cho=
ater in Orange, auf dem noch heute alljährlich im Sommer
antike Stücke von Pariſer Schauſpielern aufgeführt werden,
iſt an den Berg angelehnt, in den Berg hineingebaut. Die
Akuſtik iſt von größter Feinheit. Crittſt du auf der Szene
nur ein wenig mit dem Fuße auf, ſo hört man es oben auf
der letzten Zuſchauerreihe, die 50 Meter entfernt iſt. Und
es iſt kein Dach da, ſondern nur der ſeidigblaue Himmel der
Von Dr. Philipp Krämer.
Provence. Als Ludwig XIV. im Jahre 1660 Orange zu
ſeinem Reich ſchlug und vor der impoſanten Eingangsmauer
des Cheaters ſtand, ſoll er geſagt haden: Das iſt die größte
Mauer meines Königreichs.
Hinter Nimes liegt, über die grünen Waſſer des Gard
führend, einer der größten Aquadukte, die römiſcher Fleiß
hinterlaſſen hat. Staunend ſteht man vor den ungeheuren
Bogen dieſer Waſſerbrücke, dreifach türmen ſie ſich
über=
einander. Nur ganz
Schwindelfreie
kön-
nen oben ſtehen und
in die Ciefe ſchauen.
Kein Mörtel iſt
verwandt. Wie
ha=
ben ſie es nur fertig
gebracht? Und man
verſucht, ſich die
Hände vorzuſtellen,
die dieſes
Wunder=
werk gefügt haben.
Und dies doch alles
nur in der „
Pro=
vinz” im ihrer
Provinz freilich, die
ſie die Provinz der
Provinzen nannten.
Marc Aurel iſt die
Rhoneſtraße
hin=
abgezogen und
Au=
guſtus, dem in
Orange ein
Cri=
umphbogenerrichtet
iſt. Man glaubt den
Schritt der
Legio=
näre noch hallen zu hören und den Klang der Cuben zu
ver=
nehmen. Aber ſtatt ihrer geben heute afrikaniſche Spahis
der Provence das militäriſche Geſicht. Ueberall ſind ihre
Kaſernen. Es bläſt den ganzen Cag. Die großen roten
Mäntel der Araber wallen im Miſtralwind, der ſie weit
aufbauſcht. Man ſieht keine
weißen Soldaten im Süden,
nur braune. Es iſt, als ob
Hannibals Afrika übers
Mittelmeerherübergriffe und
nun wieder ſtehe gegen das
nachbarliche Italien.
Neben den römiſchen
Er=
innerungen ſtehen die des
Mittelalters. Die Städte
der Provence ſind lebendige
Muſeen des Mittelalters.
Nirgends ſtehen die
Schlöſ-
ſer und Kathedralen in
ſol=
cher Dichtigkeit im Lande, in
ſolcher Schönheit. Das
feo=
dale Frankreich hat kein
kleines Nittertum aufkommen
laſſen wie Deutſchland. In Frankreich fehlen die „Burgen”,
fehlt infolgedeſſen auch die Romantik der Burgruinen. Aber
in der Provence ſtehen ſie, eine an der anderen, verwegene
Neſter, auf ſteilen Felſen, die in die Vhone hinabfallen.
Das alte römiſche Kaiſerreich deutſcher Nation reicht ans
linke Ufer, Frankreich ans rechte. Noch heute feuern ſich
die Nuderer auf dem Strome an, indem ſie zum linken
Schlag ſagen Sum Königreich hin, und auf der Gegenſeite:
Sum Kaiſerreich hin.
Die Rhone, einer der wenigen Flüſſe Frankreichs, die
maskulin ſind, iſt die Straße der römiſchen Soldaten
ge=
weſen, die Vercingetorix entgegenzogen und nach
Ger=
manien trachteten. Die Vhone iſt die Straße der Könige
geweſen, die nach dem Heiligen Lande zogen, das Kreuz auf
dem Mantel. Es iſt die Straße der Mönche und Prieſter
geweſen, und die Straße der Päpſte im Exil von Avignon.
Künſtler mit ſtarker lateiniſcher Cradition hat die Provence
Frankreich geſchenkt. Mallarmé hat in Cournon gelehrt,
Augier iſt in Valence geboren. Am Dienstag nach Oſtern
hat man in Maillane das Denkmal Fredri Miſtrals
einge-
weiht, der die provenealiſche Sprache zu einer
Literalur=
ſprache gemacht hat. Von Valence ſchreibt Napoleon, der
damals in den Stürmen ſeiner Knabenſeele ſtand: Das
ſüd=
liche Blut kreiſt in mir mit der Schnelligkeit der Rhone.
In vielen Verſen Lamartines tönt das geheimnisvolle
Kau=
ſchen der Rhone. Wie hat er die weiten Horizonte der
Provence geliebt. Louis Le Cardonnel iſt von dieſer Land=
ſchaft inſpiriert.
Dann kommen die Neligionsſtreitigkeiten, die ein
reli=
giös tief veranlagtes Volkstum offenbaren. Aber die
la=
teiniſche Kraft der Cradition erweiſt ſich ſtärker als aller
Enthuſiasmus der Neuerer. Es iſt, als ſaugte dieſe Erde,
als ſaugte dieſer Strom mit ſeiner Erinnerung alles Neue
auf und verſchlänge es. Das iſt bis auf den heutigen Cag
zu ſpüren.
Kein Couriſtendampfer fährt auf der Rhone. In
wirt=
ſchaftlicher Beziehung iſt die Vhone ein toter Fluß. Nur
ſpärliche Siſcherboote mit großen melancholiſchen Segeln
beleben den Waſſerſpiegel. Man kann nur mit der Bahn
an der Phone reiſen. Die Seit ſcheint ſtehen geblieben. Die
Städte ſind wie ausgeſtorben, nur von Fremden überflutet
zur Seit des Frühlings, der ſehr früh kommt, aber auch
plötzlich wieder unterbrochen wird, wenn der Miſtral zu
wehen anfängt. Gerade in dieſem Jahr iſt der Frühling gleich
nach Oſtern, wenn man ſo ſagen darf, zum Stillſtand
ge=
kommen. Man kann ſich gegen dieſen Wind nicht ſchützen,
er iſt gewalttätig. Die alten Leute ſterben, weil man in
den Häuſern nicht heizen kann, ſie fürchten den Miſtral als
ihren größten Feind. In Marſeille ſah ich, wie der Miſtral
die Leinwand des großen Sirkus Barnum mitten entzweiriß,
ſo daß die Vorſtellung nicht ſtattfinden konnte. Ein Junge
wird am alten Hafen ins Meer geweht und mühſam von
Poliziſten wieder herausgefiſcht. Der Staub fegt einer
alten Frau ins Geſicht, ſo daß ſie nichts mehr ſieht. Ein
Auto, deſſen Lenker vom Staub überfallen iſt, überfährt ſie.
Nein, jetzt iſt es aus mit dem Frühling in der Provence.
Die daheim brauchen nun nicht mehr neidiſch zu ſein. Die
Pfirſichbäume mit den zarten roſa Blüten ſtehen fröſtelnd.
Man flüchtet in die Kirchen, um ſich dem Sauber der
Gewölbe hinzugeben. Da iſt das Wunder der Kirche von
Saint Gilles. Da iſt die Herrlichkeit von Saint Crophime
in Arles. Und da ſind die Schlöſſer mit ihren gelben
Mauern. Das Schloß des Königs Nené in Carascon, da iſt
E
Beaucaire, da iſt das unheimlich impoſante Schloß der
Päpſte, das kaum Fenſter hat und ſich gegen die Außenwelt
verſchließt. Geht nicht Petrarka durch die windigen
Stra=
ßen? O Avignon, zweites Nom. Iſt hier nicht Italien?
Hat nicht Stendhal recht, wenn er in ſeinem Tagebuch
einer Neiſe im Rhonetal ſchreibt: „Betritt man Avignon, ſo
glaubt man, in einer italieniſchen Stadt zu ſein.”
Wenn man die Provence verläßt, ſollte man es in
Arles tun. Man ſollte durch die engen Straßen wandern
und daran denken, daß hier der kranke van Gogh ſeine
Farbenviſionen hatte, daß er hier ſich verblutete, hier in
die Nacht der Verzweiflung jank. Und dann ſollte man
hinaus nach don Aluschamps gehen. Und eigentlich müßte
es Herbſt ſein, und der Wein müßte auf den Hängen glühen,
der rote Wein der Provence, der feurig im Glaſe ſteht.
Dort draußen liegt Aluschamps, die Cotenſtadt. Erſt geht
man durch eine der ſchönen Platanenalleen, an denen die
Provence ſo reich iſt, dann beginnt die Pappel, und die
Gräberſtraße nimmt uns auf. Aluschamps heißt Champs
Elyſés, elyſiſche Gefilde. Sarkophag reiht ſich hier an
Sarkophag, die nämlichen, die Dante im neuten Geſang des
Inferno beſungen hat: Si oome ad Arli, ove Rodano stagni.
Eine ſehr alte romaniſche Kirche ſchließt dies Cotenfeld ab.
Es war heiliges Gebiet im Mittelalter. Von weither komen
Slöße mit Särgen die Rhone herab, damit man die Coten
in den Aluschamps beiſetzte. Und viel Geld gab man den
Coten mit, damit man ihnen prächtige Denkmale errichtete.
Die ſchönſten ſind heute verſchwunden, einiges iſt im
Mu=
ſeum untergebracht. Das einzige Lebeweſen in dieſer
Ne=
kropolenſtadt iſt der halbblinde Aufſeher, der auf Fremde
wartet und ihnen Poſtkarten anbietet.
EEaAEAAnagesännnnnagngannnnganannnnngnnnnnenaßEkängnnnnannt
[ ← ][ ][ → ] Elefantenjagd in Oſt=Afrika.
Von Afrikaforſcher Hans Schomburgk.
Wo ich auch mit neuen Menſchen bekannt werde, faſt immer
lautet deren erſte Frage: „Iſt es in Afrika nicht ſehr gefährlich?”
und immer wieder muß ich darauf wahrheitsgemäß die Antwort
geben: „Nein, nicht gefährlicher als in Europa. — „Aber die
vielen Krankheiten?” Und auch darauf kann ich nur antworten
„Krankheiten gibt es in Afrika und gibt es in Europa.
Malaria=Fieber iſt bei dem heutigen Stande der Wiſſenſchaft
beſtimmt nicht gefährlicher als eine europäiſche Grippe, und wenn
man einmal genau die Wage halten würde, glaube ich, daß es
in Europa mehr Krankheiten gibt als in Afrika. Es iſt ja
Aller=
dings zur Mode geworden, Krankheiten in Afrika auf das
Klima zurückzuführen; aber wie viele dieſer Krankheiten ſind
ſelbſtverſchuldeter Natur, die auf den übermäßigen Genuß von
Alkohol, vielfach auch auf das zu bequeme Leben der an der
Küſte anſäſſigen Europäer zurückzuführen ſind. Wer in Afrika
geſund lebt, ſich viel Bewegung macht und Sport treibt, wird
dort nicht mehr unter Krankheiten zu leiden haben als ein
ge=
ſunder Menſch in Europa. — „Und die Gefahren?” — „
Ge=
fahren beginnen in Afrika genau wie in Europa da, wo man
ſie ſucht, genau wie der Flieger, Nennreiter oder der
Automobil=
fahrer die Gefahren ſucht, die ſein Sport mit ſich bringt und die
ja erſt den Hauptreiz des Sports ausmachen; ſo geht es in Afrika
dem Großwildjäger, der den Elefanten, Büffel, den Löwen oder
das Nashorn aufſucht und ihm im Vertrauen auf gute Neroen,
eine ſichere Hand und ein gutes Auge gegenübertritt.”
Afrika=Bücher, Schilderungen afrikaniſcher Jäger leſen ſich
ſpannend und erwecken naturgemäß den Anſchein, als wenn man
in Afrika jeden Cag von Gefahren umgeben ſei.. Es liegt nicht
etwa daran, daß der Verfaſſer übertreibt, ſondern daran, daß er
ſeine Erlebniſſe, die ſich oft über viele Jahre erſtrecken, in eier
kurzen Beſchreibung in einem ſpannend und eng zuſamme
ige=
faßten Buche niederlegt. Ein berühmter Afrikaforſcher ſagte
einſt mit Necht: Afrikaforſcher heißt auf einem gewundenen
Negerpfad in glühender Sonnenhitze, von einem ſchmutzigen
Ne=
gerdorf zu einem anderen ebenſo ſchmutzigen marſchieren.
Gewürzt wird dieſer Marſch durch hin und wieder
auf=
tauchende Jagderlebniſſe, die in ganz ſeltenen Fällen Gefahren
mit ſich bringen und ſich daher dem Gedächtnis einprägen.
Auch die Begegnung mit feindlichen Eingeborenen war ſchon
in den früheren, in den alten Pioniertagen Afrikas ſelten und
kommt jetzt überhaupt nur noch in den aller ausgefallenſten
Fällen vor. Und wenn man da nach 20jähriger Forſchungstäti. im dunklen Erdteil zurückblickt, dann ſind es kaum ein paar
Dutzend Abenteuer, die mit Lebensgefahren verbunden waren,
d. h. mit wirklicher Lebensgefahr, denn manchmal, wenn eine
Elefanten= oder Büffelherde flüchtig abging und, ohne an einen
Angriff zu denken, auf einen zuſtürmte, glaubte man ſich in
Lebensgefahr, war es vielleicht auch, ſolange aber noch die
Nerven ruhig blieben, ging dieſe Gefahr ſtets an einem vorüber.
Ueber die Gefährlichkeit des afrikaniſchen Großwildes iſt
viel geſchrieben, viel geſtritten. Faſt jeder Jäger hat andere
Er=
fahrungen gemacht. Elefant, Büffel, Nashorn und Löwen ſind
jedenfalls diefenigen, denen am meiſten europäiſche Jäger zum
Opfer gefallen ſind. Dazu kommt noch der Leopard, der zum
furchtbaren Gegner werden kann und dem ein ſo erfahrever
Jäger wie mein Freund Braecken in Nord=Weſt=Rhodeſia zum
Opfer wurde. Nashörner und Büffel, von denen ich immerhin
einige erlegt habe, haben mich manchmal angenommen, aber nie
in ernſte Lebensgefahr gebracht. Da ich auf meinen Neiſen nur
einen Löwen und den ſo leicht wie ein Warzenſchwein erlegt
habe, bin ich für Löwen nicht zuſtändig, jedenfalls nicht für
en=
geſchloſſene; trotzdem ich mit Löwen am Bangweoloſee ein rocht
aufregendes Nachtabenteuer erlebte. Nach meiner
unmaßgeb=
lichen Meinung und meinen Erfahrungen iſt der gefährlichſte
Gegner der afrikaniſche Elefantenbulle.
Ich führte auf meinen Jagden in Oſt=Afrika auf Großwild
mit Vorliebe die ſchwere Elefantenbüchſe, Kaliber 600, die
un=
gefähr 14 Millimeter entſpricht. Das Geſchoß wiegt 75 Gramm
und wird getrieben von 10 Gramm Mytro=Pulver. Eine ſolche
Doppel=Büchſe wiegt zwiſchen 10 und 12 Pfund. Mit dieſer
Büchſe konnte ich mit der größten Nuhe einem annehmenden
Nashorn oder einem Büffel gegenübertreten. Der Schock dieſer
ſchweren Kugel, getrieben von einer ſolchen Pulverladung, wirkt
einfach zermalmend. Für Büffel und Nashorn benutzte ich
½=Mantel=Geſchoſſe, während für Elefanten nur Vollmantel in
Die Flucht nach Afrika.
Von Frank Chieß.
Wir ſitzen und erzählen uns Abenteuer, ſelbſterlebte.
Wäh=
cend jemand erzählt, denke ich immer daran, was ich wohl
be=
richten könnte, wenn ich an die Reihe komme. Denke ich immer,
wie das wohl ſei, ob ich denn rein gar nichts Abenteuerliches
erlebt habe, nichts, das andere ſchaudern macht? Iſt mein Leben
ſo dürftig geweſen?
Da fällt mir eine Geſchichte ein. Es iſt mein erſtes
Aben=
teuer, kein rühmliches Heldenſtück, aber aufregend, jedenfalls
damals für mich aufregend geweſen. Vielleicht werden ſich die
Suhörer langweilen, das iſt dann ihre Sache. Ich werde dennoch
dieſe Geſchichte zum beſten geben.
Der Herr, welcher ſprach, iſt zu Ende. Man wendet ſich an
mich. Ich ziere mich ein bißchen, denn aufrichtig geſagt, dieſes
Abenteuer iſt wirklich nichts wert. Schließlich fange ich an:
„Erinnern Sie ſich an den Burenkrieg? Manche von Ihnen
haben ja damals noch nicht gelebt, doch ich lebte ſchon um jene
Seit. Ich war acht, neun Jahre alt. Den Buren ging es
ſchlecht, die Engländer hatten ihre Konzentrationslager erfunden
und erfanden ſonſtige Scheußlichkeiten, um ihr Siel zu erreichen
Uns Knaben waren ihre Fortſchritte eine zunehmende Pein.
Wir überlegten, was wir unſererſeits anrichten könnten, um
ihnen zu helfen, berieten gemeinſam und machten Vorſchläge.
Doch es kam dabei nicht viel Brauchbares zutage. Das beſte
war noch eine Kollekte aus unſerem Caſchengeld, jeder gab
fünf oder zehn Pfennig, es kamen einige Mark zuſammen, die
man mit den Unterſchriften der Spender an Ohm Krüger nach
Cransvaal ſchickte.
Mir behagte dieſe finanzielle Unterſtützung nicht. Schließlich
war ich groß genug, um einzuſehen, daß man mit ein paar Mark
keinen Krieg gegen das engliſche Weltreich mit Erfolg führen
konnte. Wenn Hilfe vonnöten war, ſo konnte dieſe nur mit dem
Einſetzen der Perſon, des ganzen Menſchen gebracht werden.
In der Pauſe ſagte ich: „Wir wollen alle nach Südafrika
und den Buren helfen, ja? Wer macht mit?”
Einige taten begeiſtert, aber mitmachen wollten ſie nicht. Sie
fanden den lan vorzüglich, erklärten ſich indeſſen verhindert.
Ich ſelbe par durch meinen Appell in Feuer geraten. Hätte
früher ein KK ikamerad mich aufgefordert, mit ihm nach Süd=
Frage kommen. Nie haben nach meiner Erfahrung Büffel oder
Nashorn der 6oo ſtandgehalten, wohl aber ein Elefantenbille.
Dem annehmenden afrikaniſchen Elefantenbullen iſt überhaupt
ſchwer beizukommen. Der Stich (Bruſt) iſt durch den beim
An=
nehmen grade nach vorne geſtreckten Nüſſel gedeckt. Der
ver=
hältnismäßig ſpitze Schädel iſt beim Angriff meiſt in einer ſolchen
Lage, daß das flache Gehirn nicht zu erreichen iſt. Nach dem
erſten Schuß überwindet der Elefant, ich ſpreche hier natürlich
nur von den mächtigen alten Bullen, jeden Schock, ſo daß mar
ſelbſt mit der 6o0 den annehmenden Elefanten nur auf Sekunden
ins Schwanken bringt. Dieſe Sekunden genügen natürlich dem
erfahrenen, kaltblütigen Jäger, ſich durch einen ſchnellen Sprung
in Sicherheit zu bringen. Aber dieſer Sprung kann aber auch
mal zur verkehrten Seite ſein, und von einem ſolchen Fall will ich
jetzt erzählen:
Es war im Jahre 1998 im Jiam-Jiam=Gebiet, im Neu=
Langenburg=Bezirk in Deutſch=Oſtafrika. Ich hatte bei dem
Dorf des Häuptlings Asmani, einem Suaheli, der von der Küſte
heraufgewandert war und ſich hier niedergelaſſen hatte, ein
grö=
ßeres Standlager errichtet und unternahm von hier aus
Jagd=
ausflüge in die Umgebung. Am frühen Morgen marſchierte ich
ab. Kaum anderthalb Stunden vom Lager entfernt, fand ich
die friſche Fährte von drei kapitalen Elefantenbullen, denen ich
mit meiner kleinen Jagdkarawane folgte. Crotzdem die Fährte
nur einige Stunden alt war, gelang es mir den ganzen Cag nicht,
die Elefanten, die ſcheinbar von einem Standrevier ins andere
wechſelten, einzuholen. Am Nachmittag verwiſchte ſich die
Fährte unſerer drei Bullen mit der einer Herde. Wahrſcheinlich
wollten die alten Herren ihre Liebchen aufſuchen, die zu dieſer
Herde gehörten.
Es wurde ſpät, die Sonne neigte ſich bedenklich dem Weſten
zu, und noch hatten wir die Elefanten nicht zu Geſicht bekommen.
Ich beſchloß daher, für den Cag die Verfolgung aufzugeben. Ich
wußte, daß wir den Elefanten nahe waren, doch noch ſo ſpät am
Mittag aus einer Herde heraus die Bullen zu finden, erſchien
mir ſchwierig, und ſo ſuchte ich einen Platz, um das Lager auf=
Ze
afrika auszureißen, würde ein Ja mir nicht ohne weiteres auf
die Sunge geſchlüpft ſein, doch weil ich ſelber dieſe Idee gehabt,
ſchien es mir leicht, ſie auszuführen. Indeſſen wurde ich
über=
ſtimmt, außerdem klingelte es, und die Lateinſtunde begann, was
meinem Heroismus ohnehin abträglich war.
Am Ende der Schulſtunden trat ein ſchmächtiger Burſche,
ein Klaſſengenoſſe namens Glaeſer zu mir, knüpfte bei meinem
Aufruf an und ſagte, daß er unter Umſtänden geſonnen ſei,
mit=
zumachen.
Ich blickte ihm erſtaunt in die ſchmächtigen Süge.
Ausge=
rechnet dieſer kleine, pickelhäutige Glaeſer mit ſeinem ſcheuen
Weſen, ſeiner großen Naſe und ſeinen einwärts gerichteten
Füßen wollte in den Krieg. Ausgerechnet in dieſem ſchwächlichen
Körper ſteckte eine Heldenſeele?
Wie er ſich das dächte?
„Ausreißen”, antwortete er. „Uebrigens wäre man dann
die dämliche Schule für immer los.”
Das war ein Vorteil, den ich ſofort einſah, im ſtillen mochte
dieſer Umſtand, daß ich ein miſerabler Schüler war, überhaupt
meiner Phantaſie Flügel geliehen haben. Alſo mit Glaeſer nach
Afrika. Gut. Aber wie dorthin gelangen? In der
Geographie=
ſtunde hatten wir gelernt, daß es ungeheure Entfernungen waren.
Afrika war ein ſehr großer Erdteil.
Glaeſer wackelte mit dem Kopf altklug hin und her und ſagte:
„Wer nichts einſetzt, kann nichts in der Lotterie gewinnen. Man
müßte die Geſchichte eben wagen.”
Ich wollte in Sachen des Muts keinesfalls hinter Glaeſer
zurückſtehen, war es doch mein Plan, den er vor mir ausbreitete.
Alſo gab ich meiner Entſchloſſenheit Ausdruck und fragte nach
der Neiſeroute.
Glaeſer ſagte: „Zuerſt von hier bis an die franzöſiſche
Mit=
telmeerküſte und dann immer am Ufer des Meeres entlang, durch
Spanien bis nach Gibraltar.”
„Gibraltar iſt engliſch”, warf ich ein.
„Alſo dann bis kurz vor Gibraltar. Von Gibraltar aus
ſchwimmen wir nach Afrika hinüber.”
„Ich kann nicht ſchwimmen”, unterbrach ich.
„Ich auch nicht”, ſagte Glaeſer. „Iſt auch nicht nötig. Jedes
Kind kann ein Floß bauen. Wir bauen uns ein Floß und fahren
die kleine Strecke hinüber. Das iſt ja nur ein Katzenſprung.”
„Und dann wieder an der Küſte von Afrika entlang, bis nach
Cransvaal?‟
zuſchlagen, um dann am nächſten Morgen von neuem die Vers
folgung aufzunehmen.
Nichtsahnend ging ich vor meinen Gewehrträgern, drehte
mir in aller Nuhe eine Sigarette und ſuchte einen guten Platz
für das Lager. Plötzlich ſchaue ich auf und ſehe einen ſtarken
Elefantenbullen mir entgegenkommen; ich ſinke ins Knie, greife
nach hinten nach meiner Elefantenbüchſe. Da drückt mir mein
Sewehrträger Bulia das Neſervegewehr, eine altmodiſche acht
Bore rauchſtarke Büchſe in die Hand. Unmutig gebe ich ſie ihm
zurück, und es dauert einige Sekunden, bevor Longoma mir
meine ſechshundert Expreß=Doppel=Büchſe zureicht. Die
Situ=
ation war brenzlich, denn nur noch wenige Schritte hätte der
Elefant zu machen brauchen, und er hätte meinen Wind gekreuzt
und wäre damit für mich verloren geweſen. Denn der kleinſte
Luftzug vom Menſchen zum Elefanten ſelbſt auf hunderte von
Metern genügt, um ihn ſofort zur Slucht zu bringen. Ohne
Rückſicht auf irgendwelches Geräuſch zu nehmen, lief ich jetzt auf
den Elefanten zu, der mich über einen Buſch hinweg mit einem
Auge anblinzelte. Es war ein ungünſtiger Schuß, den ich nur im
Vertrauen auf meine ſchwere Büchſe wagen konnte. Ich zielte
auf die Schläfe, drückte ab, und wie vom Blitz getroffen brach
der Nieſe zuſammen, um aber ſofort wieder hoch zu werden, und
bevor ich um den Buſch herum kam, wurde er flüchtig. Im
lichten Waldbeſtand ging es etwas bergab, ſo daß ich die
Auf=
forderung des Elefanten zum Wettrennen annahm, und ſobald
ich freies Schußfeld hatte, ihm ſpitz von hinten mit der ſchweren
Büchſe Schüſſe aufſetzte. Crotzdem mir hier das Gelände güuſtig
war, konnte ich einmal aus eigener Anſchauung kennenlernen, wie
ſchnell ein Elefant ſich in dem ihm eigenen Paßgang bewegt.
Ich war in jenen Cagen gut trainiert und ein guter Läufer, aber
trotzdem konnte ich kaum mit dem Cier Schritt halten, geſchweige
denn ihm näher kommen, und daran war nicht allein meine zwölf
Pfund wiegende Elefantenbüchſe ſchuld. Nach einigen Minuten,
in denen ich ungefähr vier Schüſſe anbringen konnte, wurde es
dem alten Bullen aber doch zuviel. Er verhoffte und machte
kehrt, worauf ich ſofort hinter einem Baum Deckung ſuchte.
Ich weiß nicht, was an dem Cag in meine Gewehrträger
ge=
fahren war, denn trotzdem beide ausdrücklichen Befehl hatten,
nie zu ſchießen, ging jetzt Bulia auf den Elefanten zu und gab
mit der Acht=Bore=Kanone einen Schuß auf ihn ab. Jetzt hatte
ich als Suſchauer eine ſelten gute Gelegenheit, zu beobachten, wie
ein Elefant zum Angriff übergeht. Er tut es nicht unmittelbar,
ſondern, wie um in Schwung zu kommen, wiegt er ſich einige
Male von vorn nach hinten, dann kommt der Wedel gerade nach
hinten heraus, den Nüſſel vorgeſtreckt, mit geſpreizten Gehören
geht er zum Angriff, diesmal lautlos. Er jagt hinter dem Bry
her, der das Gewehr von ſich warf und die Flucht ergriff, und
mir im Walde ſofort aus den Augen entſchwand. Sobald der
Elefant bei dem Gewehr angekommen war, machte er Halt,
und da es mir ſelbſt ſehr intereſſant war, zu beobachten, was er
nun weiter tun würde, riskierte ich das Gewehr und ſchoß nicht.
Vorſichtig betaſtete er das Gewehr mit dem Nüſſel, um daun,
ſobald er zu der Ueberzeugung gekommen war, daß es ſich um
einen lebloſen Gegenſtand handelte, mit dem Vorderfuß Erde
darauf zu ſcharren.
Inzwiſchen hatte mein Hauptgewehrträger Longoma, ein
Awemba=Mann aus Nord=Oſt=Rhodeſia, meine Pirſchbüchſe
meinem Hausjungen abgenommen und auch er fing nun, was noch
nie vorher geſchehen war, auf eigene Fauſt eine Elefantenjagd
an, indem er aus der mit ½=Mantel=Geſchoß geladenen Büchſe
auf den Elefanten ſchoß. Dieſer Schuß hätte ihm beinahe das
Leben gekoſtet. Es wäre ſeine eigene Schuld geweſen, denn er
war nur mein Gewehrträger, trug meine Elefantenbüchſe und
Reſervepatronen, und hatte ſonſt gar nichts mit einem Gewehr
zu tun. Kaum war der Schuß gefallen, ich weiß überhaupt nicht
einmal, ob er den Elefanten getroffen hat, ſo war auch das aufs
äußerſte gereizte Cier ſchon hinter ihm her. Longoma hatte jetzt
Gelegenheit, ſein Unrecht einzuſehen und es zu vereuen, denn
laut „Mama, Mama . . ." ſchreiend, lief er, den Elefanten dicht
auf den Serſen, davon.
Es iſt etwas Eigentümliches um einen Neger. Sobald er in
höchſter Gefahr iſt, ruft er nach ſeiner Mutter. Ich habe in
meinen langen Afrikajahren noch nie gehört, daß ein Neger in
ſolchen Fällen nach ſeinem Vater oder ſeinen Stammesbrüdern
gerufen hätte. Der Elefant folgt ihm auf den Ferſen, ſo daß
beide auf ungefähr hundert Schritt bei mir vorbeigelaufen wären.
Ich konnte Longoma noch gerade zurufen: „Hierher, hierher!”
als der Elefant den Sipfel ſeines flatternden Lendenſchurzes
er=
wiſchte, ihn ſich um den Nüſſel drehte, genau wie der Menſch ein
„Ja.”
„Gut.”
„Was ſagſt du dazu?‟
„Es läßt ſich hören. Wie lange dauert die Neiſe?‟
Glaeſer ſchloß die Augen und bewegte die Finger, als ob er
zähle. „Na, neun bis zehn Wochen werden wir wohl dran
glauben müſſen.”
„Au! Das iſt lang.”
„Ja, Menſch, was denkſt du! Du haſt Afrika vergeſſen. Der
Weltteil iſt ſchließlich nicht von Pappe.”
Ich ſah das ein und verſprach, mich über die Reiſeroute
ge=
nauer orientieren zu wollen. Doch Glaeſer erhob Einſpruch.
Gerade dies könnte Verdacht erregen. Wenn wir das große
Unternehmen erfolgreich ausführen wollten, müßten wir es
ſtreng geheimhalten.
Glaeſer hatte recht. Man durfte nicht nähere
Erkundigun=
gen einziehen, ſonſt hätten die Erwachſenen gleich Lunte gerochen.
Man mußte ſehen, daß man aus eigener Kraft ſein Siel erreichte.
Am folgenden Cage berieten wir in der großen Pauſe weiter.
Wir ſchloſſen Freundſchaft und beſchworen Stillſchweigen.
Glaeſer wußte, daß deutſche Jungens, die nach Cransvaal
kämen, gleich hundert bis hundertzwanzig Boers unterſtellt
er=
hielten, Gewehre und Patronen umſonſt. Man ſei Anführer
dieſer Boers, lebe in Höhlen und in Bergſchluchten, von wo
man in die Engländer hinein oder auf ſie hinunter zu ſchießen
pflege.
Das ſchien mir verwunderlich. „Menſch, iſt das wirklich
wahr?”
„Jal”, Glaeſer hatte es in der Seitung geleſen.
Alſo wirklich. Herrlich, herrlich! Denn gerade das hatte ich
mir ja gewünſcht: möglichſt bald Anführer ſein zu können. Eines
Cages war man General und kehrte ruhmbedeckt aus dem
ſieg=
reichen Kriege heim.
Soweit war alles in beſter Ordnung. Als ich aber Glaeſer
fragte, an welchem Cage wir ausrücken ſollten, pfiff er altklug
durch die Sähne und bemerkte leichthin: „Die Hauptſache fehlt
noch.”
„Was denn?”
Er rieb ſich wie ein Börſianer Daumen und Seigefinger
an=
einander und jah mich ſchief von unten her an.
„Ach ſo .. . Geld. Ja. Hm.”
„Haſt du Geld?”
Cau, um es beſſer zu greifen, einmal um die Hand herumſchlingt.
Dann nahm er den Jungen hoch, aber glücklicherweiſe ſchmetterte
er ihn nicht gleich wieder zu Boden, ſondern verſuchte ihn,
nach=
dem er ihn mit dem Rüſſel feſt um den Körper gepackt hatte,
noch im Laufen auf ſeine Stoßzähne zu ſpießen. Nun lief ich an
den Elefanten heran und brachte zwei gut ſitzende Lungenſchüſſe
an. Wie ein naſſes Handtuch warf der Elefant den Neger in
einen Buſch. Hier fiel er wenigſtens weich und zerkratzte ſich
nur die Haut. In der Aufregung riß ich meine Doppelbüichſe
haſtig auf, um ſie neu zu laden. Dies wäre beinahe mein
Ver=
hängnis geworden, den die haſtige Bewegung machte den
Ele=
fanten auf mich aufmerkſam, und ohne ſich zu beſinnen, kam er
jetzt laut ſchreiend, trompeten möchte ich dieſen ſchrillen
Kampfes-
ruf des Elefanten nicht nennen, den ich nur mit dem eigntümlichen
Geräuſch vergleichen kann, das ein plötzlich auf naſſem Aſphalt
ſtark abgebremſtes Automobil macht, auf mich zugeſtürzt.
Als er ungefähr auf zehn Schritte an mich herangekominen
war, gab ich ihm einen Schuß auf den Nüſſelanſatz und ſprang zur
Seite, aber zu meinem Unglück auf die verkehrte, denn der
Ele=
fant, durch den Schuß ins Caumeln gebracht, kam ebenfalls dort
hinüber, und ſchon im nächſten Augenblick fand ich mich an das
Vorderbein des Elefanten gepreßt und ſah den ausgeſtreckten
Nüſſel über mir. Aber zum Glück ſucht der Elefant immer voin,
ſo daß er mich nicht finden konnte. Vorſichtig nahm ich inein
Gewehr hoch, gab einen Schuß ab, der den linken Unterkieſer
zerſchmetterte.
Dieſe Sekunde benutzte ich, um mich zur Seite ins Gras zu
werfen. Als der Elefant wieder zu ſich kam, ſah er vor ſich ein
ungefähr 1½ Weter langen mannsdicken Baumſtumpf liegen.
Den hielt er jetzt für ſeinen Gegner ſtürmte darauf los, riß ihn
in die Höbe, ſchmetterte ihn zu Boden und wie wahnſinnig
bohrte er ſeine Stoßzähne hinein. Aber er ſchien ihm doch
etwas zu hart für einen Menſchen, denn mit den großen Ohren
ſchlagend, beäugte er ihn von beiden Seiten. Jedenfalls
wun=
derte er ſich wohl über die Härte eines Europäers. Dann zog er
einige Schritte weiter, machte wieder Halt, kehrte um und
be=
gann, mit dem Rüſſel Wind aufſaugend, ſo daß ich deutlich das
Siſchen der eingeſaugten Luft hören konnte, nach mir zu ſuchen.
Longoma iſt inzwiſchen, aſchgrau im Geſicht, auf zwanzig Aleter
an mich herangekommen. Genau wie der Europäer blaß wird
vor Furcht, ſo wird der Neger grau, richtig aſchgrau. Da die
ganze Jagd ganz unverhofft angefangen hatte, hatte ich nur
ein paar Patronen bei mir, die ich verſchoſſen hatte, und fand
mich erſt ungefähr zehn Schritte mit einem leeren Gewehr einem
wütenden, nur noch nach Nache geſonnenen Elefantenbullen
gegenüber. Ganz verzweifelt raunte ich Longoma fortgeſetzt
„Niſaſi, Riſaſi” (Patronen) zu, ihn zu gleicher Seit an mich
heranwinkend. Der von dem ausgeſtandenen Schrecken und vor
Angſt noch halb irre Neger gab mir aber immer wieder die
Antwort: „Hapana, hapana” (ich habe keine), trotzdem er einen
ganzen Patronengürtel voller Patronen um die Lenden trug.
Su meinem Glück bemerkte mich der Elefant nicht. Ich hatte
ſchon meine Büchſe gegen einen Baum gelehnt, um im Sall eines
neuen Angriffs mich ganz auf meme Beine zu verlaſſen. Ich
kroch an Longoma heran und nahm ihm den Patronengürtel ab.
nachdem ich ihm erſtmal für ſeinen Ungehorſam eine kräftige
Maulſchelle gegeben hatte. Nun zog der Elefant langſam weiter,
um ſich bald darauf weidwund im langen Graſe einzuſtellen.
Vorſichtig, den Wind ausnutzend, pirſchte ich mich an einen
Cermitenhügel heran, von wo ich dem zirka zehn Schritt entfernt
ſtehenden Elefanten den Fangſchuß gab.
Es iſt eigentümlich, daß ich während der ganzen Seit nicht
das geringſte Angſtgefühl verſpürt hatte, ja nicht einmal meine
Sigarette, die ich gerade bei Beginn der Jagd angezündet
hatte, war mir ausgegangen. Aber als ich an den erlegten
Ele=
fanten heranging, um ſeine Sähne zu meſſen und Longoma noch
vor Angſt zitternd zu mir kam und ſagte: „Bwana, karibuſana!”
(Herr, das war aber eine nahe Sache), da ſetzte die Neaktion
ein. Plötzlich ſchienen mir ohne jeden Grund die Beine unter
dem Leibe wegzurutſchen. Ich mußte mich hinſetzen und ein
Ge=
fühl heftiger Seekrankheit, dem ich auch an Ort und Stelle gleich
den Cribut zahlen mußte, überfiel mich — die Neaktion der
Nerven.
Und als ich abends am Lagerfeuer ſaß, vor mir der tote
Körper des mächtigen Nieſen, als ich mein Cagebuch nachtrug,
da ſah ich das Datum: der 26. März, der Geburtstag meiner
Mutter. Der Cag, an dem ich zehn Jahre vorher das
Eltern=
haus verlaſſen hatte, um zum erſtenmal nach Afrika zu fahren,
der heute beinahe der letzte Cag meiner Afrikazeit geworden
wäre.
„Nein ... ja . . . ein wenig ſchon.” (Ich hatte ſogar ein
eines Sparkaſſenkonto, doch aus dunklen Gründen unterſchlug
h dieſen Betrag meinem Freunde.)
„Wieviel?” fragte er. Wieviel haſt du?‟
Ich zog meinen kleinen ledernen Geldbeutel und zählte.
„Sweiundſechzig Pfennig.”
Glaeſer ſagte nichts, auch ich ſchwieg, weil ich mir plötzlich in
einen Augen als arm vorkam. Wieviel haſt du denn?” fragte
h raſch nach einer Weile.
Glaeſer machte eine kleine Pauſe. „Ein paar Mark”,
ſagt=
r, vor ſich hinblickend.
„Ob das reicht?”
„Wir müſſen eben gemeinſame Kaſſe machen. Einer iſt
aſſenführer und bezahlt alles.”
„Aber dann kommſt du doch ſchlecht weg?” fragte ich mit
eichlichem Schuldbewußtſein in der Stimme, denn das
Spar=
aſſenkonto drückte mich.
„Ja,” ſagte Glaeſer, „es geht ja um Gut und Blut, da kommt
s mir auf die paar Mark nicht an. Ich bin nicht penif in der
Beziehung.”
Obwohl ich das Wort „penif” nicht kannte, ſah ich doch ein,
aß der kleine ſchwächliche Glaeſer ſo etwas wie einen Helden=
geiſt hatte.
„Alſo, ich führe dann die Kaſſe”, ſagte er.
„Ja, willſt du das Geld gleich haben?”
„Nein, laß es jetzt. Später, wenn wir ausrücken.”
Dieſe Unterredung hatte mich ſo ſtark bewegt, daß nichts
meinen Entſchluß zu fliehen noch behindert hätte. Ich ergriff eine
kleine Handtaſche, die auf dem Hängeboden ſtand, packte in ſie
ein Hemd, ein paar Strümpfe, ein paar Unterhoſen, Filzſch uhe.
Sahnbürſte, eine Cafel Schokolade, einen illuſtrierten Band
Uhlands Gedichte und Balladen und obenauf mein
Sparkaſſen=
buch, das ich ſelbſt verwahrte, ſchnürte die Caſche zu (ſie hatte
kein Schloß, nur Riemen) und trug ſie zu unſerem Papier= und
Schulbuchhändler Gueffrou, einem vertrauenerweckenden Mann.
Nun war zwar Herr Gueffroy nicht im Laden, ſondern nur ſeine
Schwägerin, ein freundliches, einäugiges Fräulein, das die Caſche
zwar entgegennahm, doch nicht recht wußte, warum ſie
ausge=
rechnet dieſe Handtaſche...
„Ich hol ſie morgen oder übermorgen ab, Fräulein Moſchow.
Bitte, laſſen Sie die Caſche ſo lange liegen. Suhauſe iſt ſie mir
im Wege, wiſſen Sie? Bitte.”
Achtet das Eigentum
Eurer Kinder.
Von Otto Wedemeyer.
Kinder haben auch Rechte, und man ſoll ſie achten. Sonſt
kann man nicht erwarten, daß ſie ſpäter die Nechte anderer
reſpektieren. Wie du mir, ſo ich dir. Eie Grundlage unſerer
Geſellſchaftsordnung iſt das Eigentumsrecht. Silt dieſes auch in
der Kinderſtube, die eine Vorſtufe künftiger Volksgemeinſchaft
ſein ſoll? Leider wird das Eigentum der Kinder viel zu wenig
geachtet.
Am meiſten hängen Kinder an ihren Spielſachen. Eine Fülle
inniger Erlebniſſe knüpft das kleine Aädchen an ſeine Puppe.
von der vielleicht im Laufe langjähriger Kameradſchaft nur roch
Numpf und Kopf übriggeblieben ſind. Beim großen
Reine=
machen wird ſie von der Mutter, der ſie vor den Beſen gerät,
mit ausrangiert, ohne viel Ueberlegung im Eifer des Geſchäfts.
Erſt als das Kind eines Cages leinen Verluſt bemerkt und
dar=
über tief bekümmert iſt, wird’s der Mutter klar, welchen
Er=
innerungswert dieſer zerzauſte Numpf für das Kind hatte, und
daß ſelbſt eine neue Puppe, die verſprochen wird, den Neſt der
alten nicht immer zu erſetzen vermag. Wir Erwachſenen ſollten
uns darüber klar werden, daß unſer Maßſtab für das, was
wert=
voll oder bedeutungslos iſt, eigentlich recht kümmerlich iſt. Wir
ſchätzen nach dem Gelde ab, alſo recht materiell. Das Kind
kennt dieſen nüchternen Standpunkt nicht; es mißt nach
ſee=
liſchen Werten, nach glückſeligen Stunden, die das Spielzeug
ihm verſchaffte, oder bedeutenden Nollen, die es in ſeinen
phan=
taſtiſchen Erlebniſſen und Abenteuern zu übernehmen imſtande iſt.
In einem Stück Holz hat es weite Reiſen gemacht, mit einem
roſtigen Nagel dem Wolfe Notkäppchens den Bauch aufgeſchlitzt.
Der Schlüſſel einer Sardinenbüchſe iſt ihm das Schwert des
Elfenkönigs aus dem Bilderbuch geweſen. Die Mutter, die dieſe
Dinge, Holz, Nagel und Sardinenſchlüſſel, eines Morgens nach
dem Auskehren auf dem Segeblech vorfindet, hat meiſt keine
Ahnung, welche Summe von ſeeliſchen Werten ſie dem 2
Küll=
eimer zuzuführen ſich vornimmt. Es iſt natürlich etwas anderes,
wenn die Mutter dieſe Fundſachen einmal bewußt zurückhält oder
fortwirft, um durch dieſe Gewaltmaßregel das Kind zur Ordnung
anzuhalten. Wie oft geſchieht’s aber unbewußt, in Unkenntnis
der Werte, die dieſe „wertloſen‟ Dinge an ſich haben.
Spielſachen, die dem Kinde geſchenkt wurden, gehören ihm,
und ohne Einwilligung des kleinen Beſitzers ſollte man ſie nicht
ausrangieren oder anderweitig verſchenken, auch dann nicht,
Das Fräulein hielt die Caſche an das eine kurzſichtige Auge
und fragte, was drin wäre.
Ich antwortete mit einiger Verlegenheit, daß ich dies nicht
genau wiſſe.
„Na ſchön,” erwiderte das Fräulein, „alſo ich ſtelle ſie ſo
lange hierher.”
Am folgenden Cage nahm Glaeſer meine zweiundſechzig
Pfennig und ſagte, daß er dafür während der Wanderſchaft für
die gemeinſamen Ausgaben aufkommen wollte. Er führe fortan
die Reiſekaſſe, ich brauchte mich um nichts zu ſorgen.
Wir beſchloſſen dann in dieſer Nacht noch unſere Flucht
an=
zutreten und den Cermin nicht mehr zu verſchieben, da am
fol=
genden Cag ein lateiniſches Extemporale geſchrieben werden
ſollte. Ich berichtete, daß meine Handtaſche ſchon gepackt ſei
und bei Sueffroy läge. Glaeſer billigte es. Alles Notwendige
enthielt ſie. Nur keine Waffen.
„Waffen kriegſt du dort!” verſicherte Glaeſer.
Nach der Schule kamen wir an einem Neubau vorüber, der
uns als gemeinſamer Creffpunkt ſehr geeignet ſchien. Er war
roh, ziegelrot, mit leeren Fenſtern und Kalkgruben. Alſo heute um
Mitternacht in dieſem Neubau! Abgemacht! Wir ſchworen es
uns zu.
Ich weiß nicht, warum ich an dieſem Cage wiederholt an
meine zweiundſechzig Pfennig denken mußte. Sie beunruhigten
mich faſt mehr, als die Catſache, daß ich entſchloſſen war, noch
heute nach Afrika aufzubrechen. Schließlich erſchien mir mein
Freund Gläſer doch nicht der rechte Mann für eine ſolche
Expo=
dition zu ſein. Ich lief zwiſchen Wieſen und neuen Häuſerblöcken
umher, überlegte viel und vergaß darüber meine Handtaſche.
Als es Abend geworden war und man mich zum Nachteſſen rief,
fiel mir ein, daß ſie immer noch bei Sueffroy läge. Dumm. Ja
ſehr dumm, aber nicht mehr zu ändern. So mußte ich eben ohne
Gepäck wandern.
Ich nahm Abſchied von meinen Eltern und bemerkte, daß ſie
ſich ein wenig über die Innigkeit meiner Küſſe verwunderten.
doch dahinter nicht mehr als eine Stimmung vermuteten.
Dann ging ich zu Bett und ſtellte die Weckuhr des
Dienſt=
mädchens auf halb zwölf Uhr nachts, trug ſie in mein Simmer
und ſchlief ein.
Merkwürdig, daß ich wie ſtets in der Frühe vom
Dienſt=
mädchen geweckt wurde. Auch die Uhr befand ſich nicht inehr
im Simmer. Man hatte ſie wohl geholt, als ich ſchrief. Nicht
wenn ein Stück ſchon monatelang unbenutzt dalag. Was würden
wir Oroßen für ein Geſicht machen, wenn ein guter Bekannter
eiwa ein Buch oder einen Schmuck an ſich nehmen würde mit der
Begrundung, daß wir dieſe Dinge ſchon Jahre nicht mehr benutzt
hätten? Wir würden im Ernſtfalle nicht ſchlecht gegen dieſe
Verletzung des Eigentums zu Selde ziehen. Wie kann aber ein
Kind zu dieſem Nechtsſtandpunkt kommen, wenn er ihm
gegen=
über ohne viel Bedenken verletzt wird?
Die Schulſachen der Kinder ſoll man ebenſo als ihr Eigentum
anſehen, ſchon darum allein, weil man ſie ſonſt nicht dafür verant=
wortlich machen kann. Hat der Vater keinen Bleiſtift zur Hand,
wenn er etwas notieren will, ſo mag er gewiß ſeines Jungen
Bleiſtift eben nehmen oder entleihen. Er möge ihn danach aber
zurückgeben oder ihn — in Abweſenheit des Jungen — in den
Schreibkaſten zurücklegen. Ein Junge, der ſo ſein Necht
aner=
kannt ſieht, wird des Vaters Sachen ſicher ebenſo reſpektieren
und außerhalb des elterlichen Hauſes das Eigentm anderer
Mit=
menſchen.
Auch die Sparbüchſeder Kinder muß ſich häufig — wenn
auch harmloſe — Eingriffe ſeitens der Eltern gefallen laſſen, meiſt,
wenn es gerade an Kleingeld mangelt, um die Milchfrau zu
be=
zahlen oder einen Bettler zu befriedigen. Niemals vergeſſe aber
die Mutter, den entliehenen Betrag zurückzugeben. Gerade die
Sparbüchſe iſt infolge der recht langſam fortſchreitenden Füllung
durch Kupfer= oder Nickelmünzen ein empfindlicher Punkt des
kleinen Kapitaliſten. Er wird es ſchwer verwinden, wenn einige
Hroſchen, an denen er wochenlang ſparte, ihm genommen werden.
Er fühlt ſich wie ein Wanderer, der eine falſche Anhöhe
er=
tiegen hat und unter Seit= und Kraftverluſt umkehren und von
neuem ſeinen Weg verſuchen muß; ganz abgeſehen davon, daß
der Junge ſich in ſeinem Eigentum künftig bedroht ſieht und der
Spartrieb deshalb erlahmt. Bekommt er nun wieder einen
Groſchen, ſo ſetzt er ihn vielleicht gleich beim Kaufmann um,
ſtatt ihn einer unſicheren Sukunft zu überlaſſen.
Bedenklicher liegt der Sall noch, wenn es ſich um größere
Geldbeträge handelt, die dem Kinde im Laufe der Jahre von
Eltern oder Verwandten zu den Feſten geſchenkt wurden und auf
ohne Peinlichkeit dachte ich, daß Glaeſer um Mitternacht im
Neubau auf mich gewartet haben und ſchließlich mit meinen
zwei=
undſechzig Pfennigen allein den Weg nach Afrika angetreten
haben wird.
Doch als ich in die Klaſſe kam, ſiehe, da ſaß Glaeſer wie
alle Cage. Er ſah mich nicht an. Soſo.
Wir ſchrieben das Extemporale. In der großen Pauſe war
mein Freund nicht zu erreichen. Stets befand er ſich in einer
Gruppe und ſchwatzte laut.
Su Mittag brach eine unerwartete Kataſtrophe über mich
herein. Das einäugige Fräulein im Papierladen hatte die
An=
weſenheit meines kleinen Koffers nicht mehr ertragen, hatte ihn
geöffnet und meinem großen Bruder davon Mitteilung gemacht.
Der erfaßte ſofort die Sachlage.
Bei Ciſch ſtand er, zweiter Bruder, Vater, Mutter, Vetter,
Großvater, was weiß ich wer noch alles, vor mir und alle
redeten durcheinander auf mich ein. Du haſt ausrücken woilen!
Du Lümmel! Ausrücken hat er wollen!. Einen Koffer hatte er
ſchon gepackt!”
„Nein!” ſchrie ich. „Iſt nicht wahr!”
„Jall!”
Da hatte ich eine. Die Backe brannte. Nun?!
„Ich geh zu den Buren!” heulte ich. „Da behandelt man
mich wenigſtens nicht ſo gemein.”
Stubenarreſt. Und zur Strafe eine Negeldetriaufgabe.
In der großen Pauſe des folgenden Cages ſtellte ich Glaeſer,
„Wo biſt du um Mitternacht geweſen?”
Ich bebte, er könnte ſagen: im Neubau.
Glaeſer machte eine imponierende Bewegung, ganz
unver=
legen, durchaus all right. „Ich hatte eine Abhaltung”, erwiderte
er fpeundlich.
Ich fühlte Haß, Sorn, Leidenſchaft. Jäh ſchoß es aus mir
heraus: „Ich fliehe heute nacht! Wirſt du da ſein oder nicht?”
Er blickte zur Erde. Plötzlich drehte er ſich auf dem Abſatz
um und lief davon.
Seitdem habe ich mit Glaeſer kein Wort mehr geſprochen.
Einmal ſchickte ich ihm in der Neligionsſtunde einen Settel
hin=
über, auf dem ſtand: „Ich möchte meine zweiundſechzig Pfennig
wiederhaben.‟ Doch Glaeſer rollte den Settel zu einem Fidibus
zuſammen und ſteckte ihn ins Cintenfaß.
Inzwiſchen iſt mein Anlpruch verjährt und die Buren haben
den Krieg verloren.”
der Sparkaſſe ſtehen. Machen ſich Eltern, die in knappen Cagen
oder bei unerwarteten Ausgaben dort eine Swangsanleihe
machen, wohl immer das Bedenkliche der Angelegenheit klar?
Gewiß ſind’s ihre eigenen Kinder, die ihnen mehr ſchulden, als
lie vermutlich zurückzuzahlen vermöchten. Aber trotzdem: auf den
Grundſatz kommt es an. Gerade dieles Geld gehörte nun nial
dem Kinde. Unter normalen Verhältniſſen wird das Kind
natür=
lich gern, ſogar mit einem gewiſſen Stolze, ſein Geld den Eltern
zur Verfügung ſtellen. Immerhin tun dieſe dann recht, dieſes
kindliche Opfer durch ein lobendos Wort oder einen
freundſchaft=
lichen Schlag auf die Schulter zu beachten. Das Kind fühlt
da=
durch ſein Eigentumsrecht anerkannt.
Wie ſteht’s eigentlich mit dem Verfügungsrecht des
Kindes über ſein Eigentum? Darf es ein Spielzeug verſchencen,
vertauſchen? Sollen die Eltern dem kleinen Jungen geſtätten,
Geld aus leiner Sparbüchſe zu nehmen, wenn er ſich einen Kreiſel
oder ein Stück Schokolade kaufen möchte? Oder darf der ältere
ſich mit Hilfe ſeines Sparkaſſenguthabens einen Nodelſchlitten
oder noch ſpäter, ein Fahrrad kaufen, wenn er’s unbedingt
möchte? Und wenn er’s nicht darf, welchen Sinn hat dann noch
ein Eigentum für ihn, das er nicht antaſten darf?
Dieſe Fragen ſind zu ſchwierig, um allgemein beantwortet
werden zu können. Man wird ſie von Fall zu Fall entſcheiden
müſſen. Gewiß will die moderne Pädagogik das Kind ſo ſchuell
wie möglich ſelbſtändig, ſelbſtverantwortlich machen. Doch muß
man ein ſicheres Gefühl dafür haben, welches Maß von
Su=
trauen dieſem Kinde zuträglich, jenem nachteilig ſein würde.
Die InſtruktorinimWarenhaus.
Ein neuer Frauenberuf.
Von Jonny Behm.
Die Cätigkeit der Inſtruktorin iſt einer der neueſten
Frauen=
berufe. Einer der ſeltenen für die reifere Frau, die bereits
Lebenserfahrung beſitzt und ſehr oft aus einer anderen, oft
min=
der bezahlten, oft weniger intereſſanten und befriedigenden
kauf=
männiſchen Cätigkeit umſattelt, in dieſes verhältnismäßig
unbe=
gangene und entwicklungsfähige Gebiet. Ihr Arbeitsfeld iſt das
Warenhaus, ſie ſelbſt das Bindeglied zwiſchen Geſchäftsleitung
und Perſonal. Anregung und Vorbild dieſes Berufes iſt in
Amerika zu ſuchen, wo ein jedes große Warenhaus in einer be=
ſonderen Abteilung für Perſonal=Erziehung und Förderung der
Angeſtellten ein ausgebildetes Syſtem pflegt. Sie werden kort
zum wirklichen und verantwortungsvollen Mitarbeiter des
Unter=
nehmens henangebildet, und ſind ſowohl für den Betrieb, wie für
den Kunden die ideale Verkaufsſraft.
Die Sentrale des Cietz=Konzerns in Köln hat als erſte und
bisher einzige Sirma in Deutſchland dieſes Suſtem für ihre
ein=
zelnen Häuſer übernommen, hat die Leitung der jeweiligen „
Ab=
teilung zur Förderung des Perſonals” einer Frau übertragen und
ſo einen intereſſanten, ausſichtsreichen und allen Fähigkeiten der
Frau Nechnung tragenden neuen Beruf geſtaltet.
Die Inſtruktorin unterweiſt während der
Geſchäfts-
zeit die vier verſchiedenen, nach Berufsjahren und Fähigkaiten
gerichteten Klaſſen des Verkaufsperſonals in allen Fragen der
Verkaufskunſt, fördert ihre Allgemeinbildung und menſchliche
Haltung, weiht ſie vor allem ein in den Sinn des „Dienſtes am
Kunden”, der wahrhaft beraten ſein muß und vom weſentlichen
Einfuß auf den Gang des Geſchäftes iſt. Neben den eigentlichen
Verkaufskräften zieht ſie auch andere Angeſtellte des Hauſes,
das Fahrſtuhlperſonal, Handwerker, die Näherin im Atelier, die
Kontoriſtin, die Kaſſiererin uſw. zu ihren Allgemeinvorträgen
oder Einzelbeſprechungen heran. Ihren eigenen Unterricht führt
oder auch — im gegebenen Fall korrigiert ſie durch ihre tägliche
praktiſche Beobachtungstätigkeit in den einzelnen
Verkaufsabtei=
lungen, wobei ſie gleichzeitig kontrolliert, ob die von ihr gegebenen
Weiſungen befolgt und angewandt werden. Alle Erfahrungen
und Beobachtungen faßt ſie zu regelmäßigen Neferaten für die
Betriebsleitung zuſammen und vermittelt darin nicht allein ihre
Eindrücke bei der Kontrolle und Organiſation, ſondern auch
Wünſche, Beſchwerden und Intereſſen der Angeſtellten. Dieſer
Poſten der Vermittlerin iſt keine leichte Aufgabe; Können und
Scharfblick und höchſter menſchlicher Cakt und Gerechtigkeitsſinn
ſind vonnöten, damit aus der Inſtruktorin nicht etwa die
An=
geberin, ſondern die helfende, fördernde Beraterin wird. Sie ſoll
die Vertraute des Perſonals ſein, die ihre menſchlichen Jorde=
rungen vertritt und vor allem Begabten Geltung verſchafft, ihnen
zu ſchnellerem Fortkommen und zur Erlangung eines höheren
Poſtens verhilft.
Schon aus dieſen Anſprüchen ergibt ſich die Schwierigkeit,
geeignete Perſönlichkeiten zu dieſem Beruf zu finden. Das
Ge=
gebene wäre, ſie aus dem großen Kreis der älteren und geſchu. Angeſtellten zu wählen, doch nur ſelten waren bisher —
in=
folge der mangelnden Durchbildung des Geſamt=Perſonals —
Perſonen, die als Lehrling oder Lehrmädchen im Betrieb
begon=
nen hatten, zu leitenden Poſten prädeſtiniert. Der Konzern hat
nun, da es für dieſen Beruf an ſpeziell vorgebildeten Frauen
mangelt und andere Schulen nicht exiſtieren, in ſeiner Sentrale in
Köln ein Seminar für Inſtruktorinnen eingerichtet, imn dem die
Bewerberinnen in einem 7—8monatlichen Lehrgang ausgebildet
werden. Ueber die Aufnahme entſcheidet die Direktion, die als
Mindeſtalter 25 Jahre fordert und ſich das Necht vorbehält, die
Schülerin bei Nichteignung jederzeit ohne Kündigung entlaſſen zu
können. Die Bewerberin muß neben ausgeprägter
pädago=
gilcher Begabung einen praktiſchen Sinn für alle
Geſchäftsvor=
gänge, ein menſchengewinnendes Weſen, eine gute
Allgemein=
bildung (am beſten vorherige kaufmänniſche Cätigkeit) Intelligenz,
Beobachtungsgabe und eine untadelige Geſundheit beſitzen.
Die Vorteile dieſes Studiums ſind, daß die Schülerin von
Bo=
ginn ihrer Lehrzeit an pro Woche 50 Mark verdient und ſich
dafür nur verpflichten muß, nach vollendeter Ausbildung ein Jahr
lang bei der Sirma zu arbeiten und ſich mit der Hinweiſung an
eine beſtimmte Siliale zufrieden zu geben. Das Anfangsgehalt
beträgt 350 RM. monatlich je nach Leiſtung und Größe der
Siliale beſtehen weitgehendſte Steigerungsmöglichkeiten. Die
Lehrzeit beginnt mit der rein praktiſchen, vier Monate dauernden
Ausbildung als Verkäuferin, mit Verkaufskontrollen, deren
Er=
fahrungen und Beobachtungen in ſchriftlichen Arbeiten
nieder=
gelegt werden müſſen, mit praktiſchen Anweiſungen zum Verkehr
mit dem Publikum, mit der Ceilnahme an allen Perſonalbe=.
ſprechungen. Danoben laufen theoretiſche Ausbildungskurſe und
Vorträge über allgemein volkswirtſchaftliche und juriſtiſche
Fra=
gen, über organiſationstechniſche Probleme und über Plucho=
technik, Pädagogik, Lebenskunde uſw. Nach vier Monaten bes
ginnen Lehrproben innerhalb des Seminars, lpäter Lehrproben
innerhalb des Betriebes und dann eine ein= bis zweimonatige
Bolontärzeit in auswärtigen Filialen unter der Aufſicht bereits
tätiger Inſtruktorinnen. Für eine Anſtellung garantiert der
Kon=
zern in jedem Fall.
Es iſt anzunehmen, daß dieſe vorbildliche Organiſation in
Kürze auf alle großen Betriebe übergreift und aus dem oft
freudloſen, ſtumpfen Beruf der Verkäuferin ein freudiges und
zielbewußtes und von Allgemeinintereſſen getragenes Mitarbeiten
am Ganzen geſtaltet. Sahlloſen Frauen wird damit ein neuer
Erwerbszweig geſchenkt, der darauf hinzielt, im Laufe der Seit
auch aus der Schar der Verkäuferinnen, Führerinnen und
In=
ſtruktorinnen zu gewinnen.
Der deutſche Frauenſport.
Bilanz, Rückblick und Ausblick.
Von Hans H. Neinſch.
So jung der deutſche Frauenſport noch iſt, ſo hoch entwickelt
und erfolgreich iſt er aus dem Jahre 1928 hervorgegangen! Allein
11 Weltrekorde, von denen 8 auf Leichtathletik und 3 auf
Schwimmen entfallen, werden von deutſchen Frauen gehalten!
Die D.-S.=B.=Liſte der zehn beſten Frauen von 1928 läßt aber
gleichzeitig erkennen, daß kein Grund mehr vorhanden iſt, an
einer geſicherten Machtſtellung Deutſchlands auf
frauenſport=
lichem Gebiet zu zweifeln. Auch im Internationalen Verband
haben ſich die deutſchen Vertreter an die Spitze ſtellen und
or=
ganiſatoriſch wirken können, ſo daß alle Vorſchläge für
inter=
nationale Wettkämpfe von deutſcher Seite gemacht werden
konnten. So herrſcht auch auf dem Gebiet des Frauenſports heute
international das metriſche Syſtem als allgemeine Grundlage der
Wertungen.
Olympiſche Spiele wieſen bislang keine Wertungen für
Frauenſportleiſtungen auf — deutſchem, Einfluß gelang es, auch
dieſe Forderung durchzuſetzen!. Die Amſterdamer Olympiade
be=
wies dann auch, daß dieſe Forderung gerechtfertigt und
not=
wendig war: unſere Vertreterinnen hielten ſich in der Mehrzahl
bis zum Endkampf, trotzdem einige unvorhergeſehene
Swiſchen=
fälle eintraten. Wir haben alſo alle Urſache, an Hand dieſer
offechlichtlichen Erfolge deutſchen Frauenſportes große
Erwar=
tungen für die kommenden Jahre bis zur nächſten Olympiade zu
hegen, denn der deutſche Frauenſport bewies ſogar international,
daß er Berechtigung hat, Anerkennung verdient und vor allem
Förderung und Pflege ihm angedeihen müſſen, um höhere
Leiſtun=
gen im Sinne des Wettkampfgedankens zu erzielen. Das eben
begonnene neue Jahr 1929 wird ſchon durch Kleinarbeit und
Wettkämpfe im engeren Kreiſe zeigen, daß man durchaus
opti=
miſtiſch den leider noch lehr oft geſchmähten Frauenſport
hoch=
zuhalten hat!
Nummer 307.
Aufgabe 443.
L. Schor in Budapeſt.
(1. Preis im internationalen Dreiz igerturnier Keeskemet 1927.)
c d e
a b
Weiß zieht und ſetzt in drei Bügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kh3 Dh1 7k7 Id6 9e8 a5 Bb2 o4 12 g2 h6 (1y;
Schwarz: K44 Dh7 Tb4 Lo8 8h2 h4 Be6 go g7 (9),34.
Aufgabe 44.
G. Guidelli in Laveno.
(1. Preis, Good Companion, 1917.)
Weiß: Kg1 Dc4 Ta5 g6 Lb4 8e2 e3 (7);
Schwarz: Ke5 Da8 Lc7 h5 8b5 d5 Bc3 e6 g4(0).
Matt in zwei Zügen.
Aufragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
Darmſtädter Tagblatts mit der Aufſchrift „Schach”.
Löſungen der Aufgaben 431—433.
431. J. Hartong. 1. Pr., Weſtern. Daily Mereury, 1920. (Ke8 Ld7 8d8 4
Ba3 a6d6 14 15: Kd5 Lb7 Sa8 Ba5b4e7 17 h5: 34.) 1. 843—5 droht
2. Le8; 1. .. . B074b6 2. Lb5: 1. .. . Bo7—e6 2. Sg6; 1. .. . Bo7—e5
2. 8e4: 1. . .. Be74d6 2. 843. Die ausgezeichnete Aufgabe erreicht mit den vier
Verteidigungsſpielen des ſchwarzen Bo7 das Maximum ſeiner Verwendungsmöglichkeit.
432. H. Flander, urbruck. (Ka6 Deß Ta7 g4 Las 15 845 g1 Bb5 g33
Kd8 Dh2 Uh1 Be7 g2 h3 484.) 1. 945—181 Dh2rg8 2. Tg4—g84
D83888 3. Do6—d5+ Dg8545 4. Taf—agr D45sa stt: 1... bh25g1
2. Tg4—44+ D81844. Der Einleitungszug gibt das Feld 45 frei, das die ſchw.
Din zwei verſchiedenen Abſpielen auf ihrem Weg nach a8 beſchreitet. Eine intereſſante
Hinlenkung.
433. H. Flander. Urbruck (Kg7 Da6 Td7 Sa8 h4 Bc6 d4; Ke6 Ta7 Lb38d8
Ba4 GTe4eTg6 h5: 24.) Nicht 1. D45 (b5) wegen 1. .. . 917; 1. De8: oder
T:d87 T:a81 1. Db77 T.b71 1. Da6—11! Ein einfaches Drohproblem.
Löſerliſte: Adam Hammann in Pfungſtadt, G. Seeh in
Eber=
ſtadt (alle): A. v. S. (432, 433); Franz Buchty in Mainz (431 432);
Friedrich Münch in Eberſtadt: Georg Peter (433).
Briefkaſten: F. B.: In Aufgabe 429 iſt 1... Dh2 kein Dual, da
Schwarz damit die Drohung 2. Ke6 nicht pariert. v. R.: 438. 1. Df2
Ki3+2.Dg1— g3l
I
Rätſel
Mie
1E IM E Mu 12 MI. R EE= 1N E/EI O1. El. N Die leeren Felder ſind derart mit je einem Buchſtaben zu ergänzen,
daß die wagerechten Reihen Wörter mit folgender Bedeutung ergeben:
1 Haustier des Eskimo, 2 Deutſcher Dichter, 3 Ruſſiſcher Staatsmann,
4 Umlaufſchreiben, 5 Ehrfurchtserweiſung, 6 Inſelgruppe im Mittelmeer.
Ein launiſcher Herr.
Durch Umlegung von 3 wagrechten Hölzchen entſteht ein launiſcheu
Carl Deubel.
Herr.
Stern=Rätſel.
a beeeeehlllnn worrfft
Obige 20 Buchſtaben ſchreibe man auf die 20 Punkte, ſo daß mmf
Wörter von folgender Bedeutung erſcheinen: 1—2 Kleidungsſtück.
2—3 Fluß in Deutſchland, 3—4 deutſcher Dichter 4—5 Himmelskörper,
5—1 Gatte der Semiramis. — Die auf die mittlenen ſümf Punkte
fal=
lenden Buchſtaben nennen einen Stern am deutſchen Dichterhimmel.
Carl Deubel,
Auflöſung der Rätſel aus Nummer 15.
Bitte um Antwort.
1. Galilei, 2. Oberon, 3. Teſtament, 4. Tinte, 5. Leder, 6. Okun,
7. Beweis, 8. Darmſtadt, 9. Eva, 10. Ramſau, 11. Wildnis. — „Gottloß,
der Winter iſt aus!”.
Ein wetterwendiſcher Geſelle.
1 April, 2 Regen, 3 Launen.
Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchtruckerei, Nheinſtr. 33.— Verantwortlich f. 3. Redaktion: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1, 2383— 2392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſchees: F. Haußmann, alle in Darmſtadt.
[ ← ][ ][ → ] Nadierlich, wo ich die Woch gange bin, un wo ich geſlickt hab,
do bin ich inderfijud worrn, un mußt verzehle, wie däß
eichent=
lich is, wann mer ſo als ganzel Perſon des ganze Weltall vun
hinne bis vorne, un dun owwe bis unne voufunke dhu dhet;
un ob mer do aſch kreiſche mißt, un ob mer kaa Angſt zu hawwe
brachſt, daß aam bei däre Funkerei ſo=en Funke aus Verſähe ins
Aag flieje dhet, eh daß er ſein Wähk ins Blaue finne dhet; un
ob däß e groß Maſchinnerie weer, un wie der bewußde Herr
Studtmann eichentlich ausſähe dhet, un ob der däß iwwerhaubt
aushalte kennt, Dag for Dag, zwiſche all dene Dauſende vun
Welle, un dene Hunnerde vun Mitwirkende, un zwiſche all däre
Sfärenmuſick, un dem Sfärengeſang, un dem Sfärengeſchwätz:
korzum, zwiſche all däre babbiloniſche Sprachverwirrung, die wo
in ſo=ere Rundfunkbud härrſche mußt, un wo’s vermudlich noch
dorchenannerner hergeh wißt, als wie im Reichsdag odder ſo wo.
Noja, ich will ehrlich ſei, ich war nemlich ſällwert geſpannt
wie e ald Sähk mit=ere neie Kordel vun wääche däre
Rundfun=
kerei un beſunners aach vun wääche dem unſichtbare
Bubb=
ligumm, däß wo gam do gäächeniwwerſteht, un wo vermudlich
en ganz annere Benimm hott, wie däßjenige, dem wo mer ſunſt
als emol vum Podium erunner uff die Närfe fällt, odder Aag um
Aag, un Zah’ um Zah’ wiſſawie ſteht. Dann nemlich, däß
ſo=
genannte ſichtbare Bubbligumm, däß hott allerhand ſchlechte
Agewohnheite. Beiſpielsweßich kann ich mich jedesmal driwwer
ärchern, daß allemal, wann mer grad a geſetzt hott zum Wfange,
daß do mit deedlicher Sicherheit noch emol aans ſei Nas butze
dhut, un zwar ſo, daß mer glaabt, es dhet jemand aa vun dene
bekante Poſaune vum jingſte Gericht uff ihr Bloosfähigkeit
bro=
wiern; es annere dhut, ausgerächent in dem Moment, wo mers
Maul uffmache will, wit=eme heerbare Ruck ſein Stuhl hin= un
herricke; noch annern hawwe ſich noch ſchnell was in die Ohrn
zu piſchbern; der aane butzt mit Inbrunſt ſei Brill, un die anner
kraſchbelt in ihrm Handkoffer erum un ſucht ärchend en
ver=
wunſchene Gäächeſtand; korzum des ſichtbare Bubbligumm
hott dauſend Meechlichkeide aam de Uffdritt, un domit zu
gleicher Zeit die Stimmung zu verbummbeidele. Ganz
ab=
geſähe devo, daß wann wer ſchließlich glicklich drinn is, im
Schwätze, daß gam dann ausgerächend aaner in die Pointe huſte
dhut, odber e annerer dhut ſei Indräſſe dodorch bekunde, daß er
afängt zu gehne un reißt ſei Schublad uff, daß mer mit=eme
Heiwage eneifahrn kaun, un ſteckt mit ſeine Gehnerei aach noch
die annern g. — Noch ſchlimmer ſin die, die vvo mitte in aam
ſeim Vordrag erei geſchneid kumme, un ſuche umſtendlich ihrn
Blatz, un wann ſſen glicklich gefunne hatvwe, dann begrieße ſe
in aller Gemiedsruh ihr Bekannte, rechts un links, hinner ſich
un vor ſich, un bhun, als wamn mer ſällwer gornet do weer,
ſundern als wann die Leit bloß ihne zu lieb kumme weern.
Wie geſagt, däß is des ſichtbare Bubbligumm, un däß
hott die neumol Krenk im Leib, un wer mit dem zu dhu hott,
der kann e Lied devo ſinge. Wobei ich noch net emol
die=
jeniche letvend erwehnt hab, die wo ſozuſage en gewiſſe „
bar=
jamendariſche Blieh” am Bauch hawwe, un wo demgemeß, außer
ſich ſäUmer, iwwexhaubt niemand zuhorſche kenne, weil ſe
glaaſe, ſie vergebte ſich funſt was .."
8 is alſo aus all dene Erfahrunge eraus, die wo ich mit
dem ſogenannte ſichtbare Bubbligumm gemacht hab,
begreif=
lich, daß ich nabierlich druff ſchaff war, emol vor’m „Sender”
mit dem unſichtbare Bubbligumm Bekanntſchaft zu mache.
Un ich hab mer gefagt, fors erſte is jo die Färnguckerei noch net
ſo weit, du kannſt dich alſo mit deine iwwerzwärche Fiſchur
net blamiern. Nemlich däß is aam immer ’s peinlichſte,
weil leider nooch alder Bubbligummserfahrung die Schriftſteller
immer ſo ganz annerſter ausſehe, wie ſe ſchreiwe, un die Schrift=
Aellerinne erſt recht.
Ich hab mer alſo in meim Dinkel ei gebild, wieviel Dauſende
un awwermals Dauſende mit ihre unſichtbare Ohrn an meim
unſichtbare Mailche henke dhete, un wie wenich mich ihr Gegehn,
ihr Gehuſt, ihr Geduſchel, ihr Gekraſchbel ärchern kann, un wie
ganz worſcht egal mirs weer, ob die Fawilie Müller ihrn
Laut=
ſprecher abſtelle dhet, odder uff e anner Well ei ſtelle, wo
grad was „Geiſtmeßicheres” verzabbt bhet werrn, als wie
ganz gewehnlich Darmſtädter Mundart. — Ja ich war dermaße
Neue Dekorationskünſte an alten Stoffen.
Wenn die Hausfrau ihr geſamtes Heim frühlingsmäßig geſäubert
hat, dann ſteckt ſie nicht nur friſche Gardinen an, ſondern legt auch
überall ſaubere Decken und Läufer auf. Nur eines pflegt ihr dabei
ſtillen Kummer zu machen, daß ſie nicht auch bie Tiſch= und
Kommodendecken, Tür= und Bücherbrettvorhänge, Fenſtermäntel
uſw. erneuern kann. Aber dieſe Dinge ſind zu teuer, als daß ſie
an neuen Erſatz denken könnte und ſo begnügt ſie ſich, ſie zu
waſchen. Gerade dieſe dunklen, dicken Woll= und Ripsdecken ſind
aber das geeignete Material zum Dekorieren durch
Schablonen=
malerei mit waſch= und lichtechten Farben. Schablonen und
Far=
ben: Wilbra in allen Tönen, erhält man in
Malutenſiliengeſchäf=
ten und Drogerien. Will man Decken und Vorhänge mit Bordüren
ſchmücken, ſo ziehe man ſich zunächſt Hilfslinien mit Kreide auf
dem ſtraffgeſpannten Stoff, lege die Schablone gerade an und
tupfe mehr als daß man ſtreiche, mit gut ausgeſtrichenem Pinfel
das Muſter aus. Beſteht die Schablone aus mehreren Lagen, ſo
laſſe man die erſte Farbe gut austrocknen, ehe man mit der
zweiten an die Arbeit geht und lege die letzte Schablone recht
ſorg=
ſam an, um ein klares Muſter zu erhalten. Man arbeite mit
mäßig naſſem Farbpinſel und unterlege den Stoff mit ſtarkem
Papier, damit der Tiſch nicht beſchmutzt wird. Aus kleinen
dunk=
len Stoffreſten kann man mit dieſer Schablonenmalerei auch
ent=
zückende, hochmoderne Kiſſen mit ſchönem Mittelſtück oder den
jetzt ſo beliebten ſchrägen Bordüren anfertigen. Zu dieſen
Mo=
tiden gibt es drei oder mehr Einzelſchablonen, ſo daß man das
gewählte Muſter äußerſt farbenreich geſtalten kann, ſo daß es der
ſchönſten Stickerei erfolgreich Konkurrenz machen kann. Man
be=
ginne jedoch ſtets erſt mit einfacher Schablone, die man ſich bei
vor=
handenem Zeichentalent auch ſelbſt aufzeichnen und in Oelpapier
auf einer Giasſcherbe mit ſpitzem Meſſer ſelbſt ausſchneiden kann.
Wodurch das Mantelfutter in Damenjacketten,
mänteln und Herren=Ueberziehern vorzeitig
verbraucht wird. Alle jene Mäntel und Jackette, denen das
Futter feſt eingearbeitet, alſo ringsum eingenäht iſt, hat die
Eigenſchaſt, daß es bei fleißigem Gebrauch „Falten ſchlägt”, die
ſich dann beim Tragen ſtändig an der Kleidung reiben, ſo daß die
vun „Greeßenwahn” befauge, daß ich ſchun im voraus devo
gedraamt hab, wies de Welt wärrn dhet, wan ſich im Flug mei
Stimm iwwer Bärch un Dhal ſchwinge dhet, un bhet alle ſoziale
un völkerrechtliche Grenze miehelos iwwerqueern; un ich hab
ge=
denkt wie mer uffhorſche dhet, wann ich zu gleicher Zeit in
hochherrſchaftliche Willas un in beſcheidene Notwohnunge enei=
ſchwätze dhet; ich, die Sabina Bimmbernell vun Därmſtadt. Mei
Stimm, ſo hab ich mer ausgemalt, dhet mit am Diſch vun=ere
gutgelaunte Familie, un in de gleiche Minnd am Bett vun=eme
Krauke ſitze, odder dhet ganz for ſich allaans dorch gottvergäſſene
Gäächende ſtromern . .
Wie geſagt: däß hab ich mer alles vorher ſo
zuſammeſim=
beliert.
Und dann die nackte Tatſache.
Nemlich eh ich wußt, wie mers war, hatt mich der
Rund=
funkmenetſcher, äwe der bewußte Herr Studtmann, den wo ſich
die Leit aach ſo ganz annerſter vorſtelle, als wie er in
Wärklich=
keit ausſieht — alſo der hott mich mir=nix=dir=nix in e Kawinnätt
eneibuchſiert, hott mich an en Diſch geſetzt, hott damn uff e
Knebbche gedrickt un ſeecht: „Ich ſchalte ein!” — grad ſo — —
un dann war ich allaans uff weiter Flur.
No „Flur” kann mer eichentlich in dem Fall net mehr gut
ſage; „Gummiſtubb” weer valleicht zudräffender.
Diräckt vor mer hott dann däß Ooſeding geſtanne, der
ſo=
genannte „Sender” der wo eichentlich noch viel nichderner
aus=
ſieht, als wie er haaßt, un wo net greeßer is, wie e Bilderrehmche
for=en Groſche.
Wann=mer nu’ ſo einſam for dem Sender ſteht, ohne jemand
um ſich erum, do hotts nadierlich kaan Wert, daß mer, wie beim
alde Milledeer, a ſach kommandiert: „Alles mal hierherhörn!“
un wanns net gleich flutſcht: Alles noch mal wäckhörn!“
„Hierherhörn!“ — „Mal wäckhörn!” — „Herhörn!” — „
Wäck=
hörn!“ — „Her!” — „Wäck!” — „Ruck!” — „Zuck!” — „Ruck!”
— „Zuck!” — „Sſſſſt!“ — „Sfſſſt!”
Naa, wann mer ſo vor dem Sender ſteht, un ſchwätzt ſo
mudderſeeleallgans drufflos, do kimmt mer ſich im erſte
Mo=
ment vor, wie ſchläächt. Mer hott gornet ’s Gefiehl, als dhet
mer ins große Weltall enausſchwätze. Sundern mer gibt ſich
bloß Mieh, daß mer ſich net verbabbelt, un im iwwriche is mer
dauernd vun dem Mißtraue beſeelt, ob dann gach däß
Lumbe=
ding vor gam, net ſtreickt, un ob aam dann die Menſchheit gach
wärklich ſchwätze heert; korzum, mer is ſtets im Zweifel, ob die
Maſchinnerie gach dadſächlich funkzioniert, odder ob mer net zum
beſte gehalte wärd.
Net geloge, wann mer ſich in däre Rundfunkſtubb ſo e Weil
allgans ſchwätze heert, do krickt mers uff gamol mit de Angſt zu
dhu, do ſehnt mer ſich bletzlich widder nooch dem Gehuſt, un
Ge=
kraſchbel, un gebt was drumm, wann jetzt aaner vor aam
a=
fange dhet zu gehne, odder s kemt jemand, wo ſein Stuhl ſuche
dhet, korzum, mer winſcht ſich däß ſichtbare Bubbligumm
ebei, mit all ſeine ſchlechte Agewohnheite ..
Wie ich färdich war, hott ſich kaa Hand geriehrt, ſundern do
is widder der bewußte Herr Studtmann vor mer uffgedaucht,
ſtill un geraiſchlos, wie Banko’s Geiſt im „Mackbedd”, hott mir
die Hand, un zu gleicher Zeit uff däß bedräffende Knebbche
ge=
drickt, un dodebei ſein „Sender” beaagabbelt, ſo, als wann ich
was dro kabudd gemacht hett; un beim Nausgeh hab ich grad noch
geheert, wie er bekannt gemacht hott, daß in de Elifabetheſtroß
e Audo geſtohle weer worrn, was awwer jedenfalls mit dem
„Querſchnitt vun Darmſtadt” net idendiſch war
Bienche Bimmbernell
Poſtſchkribbdumm: Nadierlich ſo kaa Schwachkobb bin
ich net, daß ich mer eibild, es kemde jetzt die Fremde in helle
Scharn aus alle Himmelsrichdunge nor ſo geſtreemt,
beiſpiels=
meßich aus London, Berlin, Baries, Moßgau, odder gar aus —
Dräsdn, obgleich jo grad unſer „ſäckſche” Bundesbrieder mit
ihrm beliebte Dialäckt belanntlich s wanderluſtichſte
Völſche ſin, un die gärugeſähenſte Reiſegenoſſe — wers waaß,
wärds wiſſe! — un obgleich ſchließlich aach emol aaner hier
„henke” bleibt, weil er ſich vermudlich vun unſerm
Natzional=
eiſe — „Gequellte mit Schmierkees” — net mehr trenne kann. .
Naa, ich erwart vun dem aane Rundfunkawend net, daß
alle Hoffnunge erfillt wärrn; awwer dem gane wärrn weidere
folche. Un mit Recht, dann Darmſtadt kann un muß widder
vun ſich redde mache, ſo gut, wie annern Städt aach. Un drum
hott aach die Stadiverwaldung diß Johr e Wärweſchrift
eraus=
gebracht, picko=bällo. s is ſozuſage e Bilderbuch, ohne daß
viel Wörter drum=erum gemacht weern. Wann mer die Bilder
ſieht, freecht mer ſich wärklich als emal: is däß eichentlich unſer
lieb Städtche?! —
Un was erſt den neie Stadtblan bedrifft, der wo zeicht, daß
mer ſozuſage midde drinn lieje, im Wald, ſo ſeecht ſich ſicher
mancher, der wo ſichs leiſte kann: „Hier iſt gut ſein, hier laßt uns
Hütten bauen!“ — Un däß is der Zweck der Iwung.
Freilich, mit Bedauern muß mer awwer gach heern un läſe,
daß ſo e gewiß Sort vun Schlingel widder ihr Unwäſe dreibt,
im Herrngadde, in de Alage unſoweiter; annern ſtecke in de
Aushengkäſte die Therjaderzeddel in Brand, un lauder ſo
Buwe=
ſtraach. s dhet mich wärklich emol indräſſiern, was der Herr
„Dichter” Lampel, vun dem mer die Woch „Die Revolte im
Er=
ziehungshaus” geſpielt hott, (ich hab mer’s net ageguckt, ich
ſtreick in ſolche „Fäll” vun jetzt ab!), was der dofor for=e „
Er=
ziehungsmiddel” vorſchlage dhet. — Ich wißt aans!.
Weil mer grad am Theader ſin. Alſo wie geſagt, heit awend
ſteicht alſo däß preisgekreente Mundartſtick „Die verborge
Ahn=
lichkeid” vum Paul odder Peter Wagner un vum Rudi Winzer.
Es ſpielt im Odewald, un es dreht ſich drum, daß ſich zu aa
Menſchekinner, die wo unſer Herrgott for=enanner beſtimmt hott,
daß die ſich „krieje”, un wann de Deiwel uff Stälze geht. —
Nadierlich gehts gach aſch luſtich drinm her. Un es gibt aach
e paar bludiche Kebb.
Awwer manchmol blut gam aach des Härz, wann mer ſieht,
wie ſich ſo zwaa Dickkebb, die wo ſich gäächeſeidich ufffräſſe mechte
vor lauder Lieb, wie die ſich s Daſein unnitz ſchwer mache.
Awwer ſo is es im Läwe, un wie’s kumme muß, kimmt’s. . . .
Geſpannt bin ich emol, was unſer hoche Herrn Kridicker
do=
driwwer zu ſage wiſſe . . . Alle annern awwer, die wo ſich noch
e Härz voll Gemied, un die Lieb zu unſerm altfrenciſche
Volks=
ſtanm erhalte hawwe, dene mecht ich rate, ſich mit geniechend
Sackdicher zu verſähe (ich hab allgans zwaa naß gemacht die Woch
bei de Haubtbrob!). Dann däß muß mer dene zwaa Dichter loſſe:
ſie hawwe des Lache un des Greine in cam Säckelche . . . Un däß
is die richdich Miſchung.
*
Zum Schluß noch raſch drei ſpitzfinniche Preisfroge:
1. Wann aam aaner verklagt un vor Gericht ritſcht=em die
Kurgaſch in die Hos, un er zieht ſei Klag zurick, un iwwernimmt
die Gerichtskoſte — is däß en „uagenehmer” Vergleich for
aam? —
2. Wann der Kläger zu dem bedräffende Termin um 9 —
ſage un ſchreiwe neun — Uhr beſtellt is, un er kimmt e
Värdel=
ſtund zu ſpeed um entſchuldicht ſich wie e klaaner Bub mit: „
Ver=
zeihung, ich habe — verſchlafen” — — is däß en „
uffgeweck=
ter Junge‟?
3. Wann aam aaner erſt des Haus eilleeft, vun wääche „
Bei=
dräg” un ſo, un mer leßt=en abblitze, un dodruffhie wärft er
mit Gummern — — is däß en Sat,y”riker? . . . . .
(Antwort uff alle drei Frage: „So Leit ſin kaan Gäächeſtand
for unſern Zorn!“ — Der Setzerlehrling.)
Bruchſtellen ſchließlich ſchadhaft werden. Um dieſem vorzeitigen
Verbrauch des Innenfutters vorzubeugen, iſt es ratſam, die
Mäntel, Jacketts und Ueberzieher des öfteren auf der inneren
Futterſeite zu plätten, damit die ſich ſelbſt beim exakteſt
einge=
arbeiteten Futter bildenden Falten wieder geglättet werden.
Apfelſinen=Mehlſpeiſe. Einen halben Liter Milch
ſetze man mit 100 Gramm Butter oder Margarine aufs Feuer,
rühre, wenn ſie kocht, 140 Gramm Mehl nach und nach dazu und
backe das Ganze zum „Kloß” ab, unter den man, ausgekühlt, drei
Eigelb, die abgeriebene Schale und den Saft von zwei Apfelſinen
und zuletzt 120 Gramm Zucker und den Eisſchnee rührt. In
ein=
gefetteter Form backe man die Speiſe bei mäßiger Hitze und
ſer=
viere ſie heiß mit Vanille=, Weinſchaum=, oder Himbeer= oder
Kirſchſaſtſoße.
Apfelſinen=Zuckerglaſur, für Torten und
Kleingebäck. Den ausgepreßten Saft von zwei Apfelſinen
verrühre man mit ſoviel Puderzucker, als der Saft annimmt und
rühre die Maſſe glattſämig, worauf man noch die abgeriebene
Schale von einer Apfelſine beifügt. Leicht angewärmt, überziehe
man mittels Backbürſte Torten und Kleingebäck, das man im
warmen Ofen übertrocknet.
Eierſchwämme als Einlage zuklaren
Fleiſch=
brühſuppen. 50 Gramm Butter laſſe man im Tiegel
zer=
gehen, rühre 4—5 Eßlöffel Mehl, ſowie mit ¼ Liter Milch
ver=
quirlte Eiweiß von 3 Eiern dazu, füge Salz und wenig geriebene
Muskatnuß bei und rühre zuletzt die Eigelb unter die erkaltende
Maſſe. Mit einem Teelöffel davon abgeſtochen, läßt man die
Eierſchwämmchen in der Fleiſchbrühe 5—10 Minuten ziehen. V.
Roſenkohlſalat auf Feinſchmecker Art. Der
zu=
geputzte Roſenkohl wird in Salzwaſſer weichgekocht, vorſichtig
aus dem Waſſer in eine Schüſſel getan (das Kochwaſſer mit
Ein=
brenne zur Suppe verkocht und dieſe mit Peterſilie gewürzt) und
dann mit einer Mayonaiſe vorſichtig untermiſcht. Den Salat laſſe
L.
man 1—2 Stunden durchziehen.
Speiſen=Zettel:
Sonntag: Windſorſuppe. Rindslende mit Roſenkohl. —
Montag: Gefüllte Sellerie. — Dienstag: Hammelfleiſch
mit Zwiebelgemüſe.—Mittwoch: Pichelſteiner. —
Donners=
tag: Sauerkraut und Schweinsknochen. — Freitag:
Gefüll=
ten Schellfiſch. — Samstag: Fleiſchgefüllte Eierkuchen mit
Sellerieſalat.
Humor
Der erſte Frühlingsbote in London.
(London=Opinion.)
Peinlich. „Warum iſt denn Meier in ſo gedrückter Stimmung? Ich
denke, er hat bei einem Preisausſchreiben über das Thema: Was wir
an den Frauen mißfällt”, den erſten Preis bekommen.” — „Das iſt es
ja eben, er hat jetzt ſcheußliche Angſt davor, daß ſeine Fiau den Artikel
leſen könnte.”
Ajour=Effekte
ſind große Mode.
Es iſt eine bekannte Tatſache, daß
nicht nur jede Linie, ſondern auch
jedes kleinſte Detail ihre Zeit
ab=
warten müſſen, um wirklich reſtlos
günſtig zur Geltung zu kommen
und eine führende Rolle ſpielen zu
können. Natürlich bedarf es in
ſolchen Fällen einer gewiſſen
modi=
ſchen Logik, denn es gibt
erfah=
rungsgemäß keine „übers Knie
ge=
brochene Mode”, ſondern nur eine,
die folgerichtig aufgebaut iſt und
die mit der vorhergegangenen Linie
in irgend einem Zuſammenhange
ſteht; abgeſehen davon waren
Mo=
den der Willkür — wie man weiß —
immer noch Eintagserſcheinungen,
während Gutdurchdachtes ſich faſt
ausnahmslos einen ſchönen Erfolg
ſichern konnte.
Die neueſte Mode legt
bekannt=
lich auf große Einfachheit Wert,
vermeidet jedes Zuviel und iſt in
ihrer knappen, prägnanten Faſſung
geradezu bewunderungswürdig.
Nun iſt es aber faſt unmöglich,
eine Linie zu bringen, die lediglich
durch das Material und den Schnitt
wirkt, ſondern man wünſcht einen
Aufputz, und ſei er auch noch ſo
ſchlicht.
Natürlich läßt ſich hier nicht
will=
kürlich zu jeder erſtbeſten
Garnie=
rung greifen, denn auch die Beſätze
müſſen, genau wie die Linie ſelbſt,
einem eingehenden Studium
unter=
worfen werden.
Unter den vielen
Garnierungs=
effekten, die man während der
letz=
ten Jahre zu ſehen bekam, ſcheinen
ohne Zweifel die Ajour=
Arbei=
ten ſich dem Rahmen der neuen
Mode am vollendetſten einzufügen.
denn ſie bieten jene anſpruchsloſe
Eleganz, die auch der kommenden
Linie zu eigen iſt und jene Reife
der Technik, die für die neue
Früh=
jahrsmode bezeichnend iſt.
Man ſieht Ajours in allen
er=
denklichen Varianten, denn von den
einfachen „Stäbchen=Arbeiten” bis
zu den komplizierteſten Netz=Ajours
gibt es eine ſehr reiche Skala, die im übrigen durch die
Ver=
wendung verſchiedener Farben eine ſympathiſche Neuerung erfährt.
Man denke etwa an ein helles Trotteurkleid aus Wollſtoff
oder aus Seide und ſetze den Fall, daß es ſeine Wirkung aus
Fadenzugsarbeiten hole, ſo wird man verſtehen, daß — wenn
dieſ Ajours mit bunten Fäden aller Art durchzogen und belebt
werden — ein außerordentlich reizvoller Effekt erzielt werden
muß. Natürlich ſind dieſe Handarbeiten an keine beſtimmte
Modell=
art gebunden, und man ſieht ſie nämlich ebenſo auf einfachen
Kleidern wie auf eleganten Beſuchsmodellen, aber natürlich auch
auf Koſtümen und Mänteln.
Wiewohl Hand=Ajour vorwiegt, trifft man auch ſehr viele
maſchinengearbeitete Wirkungen ähnlicher Art, die aber in ihrer
Technik eine ſo verblüffende Exaktheit erkennen laſſen, daß ſie von
Handarbeiten kaum zu unterſcheiden ſind. Maſchinen=Ajours
ver=
wendet man hauptſächlich in jenen Fällen, die eine Richtung oder
ein Ornament vorſehen, das nicht fadengerade läuft.
Dies iſt beiſpielsweiſe bei dem in unſerer letzten Skizze feſt=
gehaltenen Modell der Fall, einem
Mantel, den man ſowohl in
Woll=
wie in Seidenſtoff verarbeiten kann.
Er hat die gerade Paletotform,
bringt ſpitz zulaufende, alſo nicht
fadengerade Ajours am Rücken
und an den Aermeln und ſchließt
oben mit einem ſchlichten
Leiſtchen=
kragen ab, der zu einem Schal
ver=
längert erſcheint. Ein ſolches Stück
wird man am beſten in Schwarz
arbeiten, da es ſo zu jedem Kleid
paßt und eine Umhülle darſtellt,
die man während des Frühjahrs
und Sommers für alle erdenklichen
Gelegenheiten ausz nützen vermag;
ein ganz ausgezeichneter Effekt
er=
gibt ſich überdies aus der
Trans=
parentwirkung der Ajours, da etwa
eines der modernen bunten Kleider
durch die Ajourbahnen fein
hin=
durchſchimmert.
Wie vornehme Wirkungen man
mit ganz geringen Mitteln durch
Fadenzugsarbeiten erreichen kann,
ſieht man aus dem erſten Bilde;
es handelt ſich hier um eines der
neuartigen, ganz einfachen
Seiden=
kleider, die noch immer den
jumper=
artigen Charakter haben und ſich
aus einem pliſſierten Rocke und
einem mit Ajours garnierten
Ober=
teil (der im übrigen mit einem
Gürtel getragen wird)
zuſammen=
ſetzen. Intereſſant ſind einfache,
ſchmuckloſe Piqué=Kragen und
=Manſchetten, die man zu ſolchen
Seidenkleidern trägt und die
ſozu=
ſagen das Sinnbild der Schlichtheit
der neuen Mode darſtellen.
Da die Ajours in fadengerader
Richtung natürlich ſehr leicht
her=
zuſtellen ſind, wird man die
Längs=
bahnen des im vorletzten Bild
feſt=
gehaltenen Koſtüms unbedingt in
Handarbeit wiedergeben. Man hat
ſich hier einen geraden Rock und
eine ſchlichte, blendengerandete Jacke
vorzuſtellen, deren Rücken gerade
Ajours in abgeſtufter Länge bringt.
Ein ſolches Stück iſt eben wegen
ſeiner ſelbſtverſtändlichen
Schlicht=
heit reſtlos elegant.
Intereſſant in ſeiner
Verwand=
lungsmöglichkeit iſt das in Mod. 2
und 3 feſtgehaltene Kleid. Eine in
Falten gelegte, überſteppte
Rock=
partie erſcheint hier mit einem durch Quer=Ajours garnierten
Oberteil in Verbindung gebracht und ergibt ein ebenſo einfaches
wie vornehmes Nachmittagskleid. Nimmt man um dieſes
Modell ein auf eine Gürtelbahn montiertes, glockiges und mit
Ajours verziertes Schößel (Bild 2), ſo iſt mit Leichtigkeit der
Eindruck eines Frühjahrs=Koſtüms zu erwecken, und durch eine
ſo geringfügige Variante dieſem Kleide eine neue, von der
früheren grundverſchiedene Silhonette zu geben.
Willy Ungar.
Aparte Hüte.
Allenthalten wird mit großer Freude feſtgeſtellt,
daß die Hutmode ſich nach langen Irrwegen nun
ſelbſt wiedergefunden habe. War es doch wirklich
traurig, mit anſehen zu müſſen, wie dieſer
Mode=
zweig nach und nach verfiel, mit welchem Minimum
an Ideen und Originalität man ſein Auslangen
fand und wie die Hutmode nach und nach ein Gleiſe
der Monotonie einſchlug, aus dem ſie kaum mehr
freizukommen drohte.
Man ſah eigentlich letzten Endes ausſchließlich
den kleinen Filzhut, ohne Varianten, immer gleich
in ſeiner Form und Ausführung, nur in ſeinen
Farben der jeweiligen Mode angepaßt.
Daß auf dieſe Weiſe jedes Modellweſen ganz
daniederlag, iſt leichtverſtändlich, und
ſeltſamer=
weiſe waren es nicht etwa die großen Häuſer, die
an dieſem Niedergange ſchuld waren, ſondern die
elegante Frau ſelbſt, die ſich derart für den
un=
garnierten Filzhut eingeſetzt hatte, daß man
über=
haupt nichts anderes bringen durfte, wenn man ſich
ihrem Geſchmack nicht geradezu widerſetzen wollte.
Und wenn die verſchiedenen Modelliſten nicht
doch endlich mit Energie und bewußter
Schaffens=
freude zu Werke gegangen wären und noch einmal
den Verſuch gemacht hätten, ber Hutmode
neuer=
dings einen lebhafteren Impuls zu geben, ſo hätte
man wohl oder übel mit einer jahrelang
währen=
den Stagnation rechnen müſſen.
Die führenden Werkſtätten ſcheinen aber mit
ganz beſonderer Geſchicklichkeit zu Werke gegangen
zu ſein, indem ſie ausnahmslos (und dieſer
Umſtand mag wohl letzten Endes noch den Stein
ins Rollen gebracht haben) garnierte Hüte,
oder zum mindeſten von der herkömmlichen kleinen
Form abweichende Typen in den Vordergrund
rückten, die ſchließlich doch den Beifall der eleganten
Frau fanden, ſo daß man für dieſe Saiſon mit
einer ſehr abwechſlungsreichen, lebhaften Hutmode
rechnen darf, die in jeder Hinſicht als intereſſant bezeichnet
wer=
den kann.
Natürlich gelangen die neuen Ideen in hervorragend aparten
Materialien zur Ausführung, und auch in dieſer Hinſicht erweiſt
ſich die Mode als vielſeitig und verfällt niemals der Monotonie,
die man ihr lange Zeit zum Vorwurf machen mußte.
Man ſagt ſich nun ganz richtig, daß ein Umſchwung einer Mode
nur dann von Erfolg begleitet ſein könne, wenn er nicht allzu
brüsk ſei, da er ſonſt zu ſehr überraſcht und abgelehnt würde.
Darum tritt kein einziges Haus plötzlich mit übertriebenen
Gar=
nierungen hervor, ſondern hält ſie in beſcheidenſtem Rahmen, darf
aber demzufolge auch ſicher ſein, entſprechenden Beifall zu finden.
Wie vielſeitig die neue Hutmode iſt und wie
vorteilhaft ſie ſich von der Eintönigkeit der
bisheri=
gen Richtung unterſcheidet, beweiſen die Modelle,
die wir in unſerem Bilde ſkizziert haben.
Eine der hervorſtechenden Erſcheinungen der
neuen Mode iſt der große Hut;, er wirkt durch
ſeine intereſſant=geſchwungene Form (die rückwärts
ſtark in den Nacken reicht) und die Verwendung
eines beſonders aparten, glänzenden Strohs.
In=
folge ſeiner Eigenart und ſeines Effektes darf ein
ſolcher Hut auf jede Garnierung verzichten. In
dieſem Falle bietet er den Vorteil, zu jedwedem
Kleide getragen werden zu können. Beſonders in
Schwarz ſind ſolche Hüte ſehr beliebt. (Wir bringen
dieſe neue Tyype als Mittelbild der oberen Reihe.)
Ihr ſehr ähnlich, nur ein wenig anders
geſchwun=
gen und in einem helleren Exotenſtroh gehalten iſt
der erſte Hut der unteren Reihe, der aber ſchon
eine Andeutung der Garnierungsmode bringt. Hier
hat man ſich ſtrahlenförmig auslaufende
Seiden=
blenden zu denken, die das Modell auf einer Seite
in ſehr intereſſanter Art ſchmücken.
Natürlich verwendet man neben Stroh auch noch
immer ſehr viel Filz, auch Filz=Stoff, verſucht
aber auch in dieſem Falle immer wieder,
irgend=
eine intereſſante Arbeit anzubringen. So weiſt
bei=
ſpielsweiſe der aus zweifarbigem Filz ornamental
zuſammengeſetzte Hut (1. Skizze) Steppſtiche in der
Grundfarbe auf, die dieſem Modell einen
eigen=
artigen Charakter geben.
Daß Bandaufputz heuer ſehr geſchätzt iſt, beweiſt
das letzte Bild der oberen Reihe. Dieſer Hut, der
an ſeiner Oberſeite aus Glanzſtroh verfertigt iſt,
wird innen mit einem matten Filz ausgeſchlagen,
überdies mit einem Bande geputzt, das einſeitig
unter dem Rande verſchwindet und hier — alſo an
der Innenſeite — eine Reihe von Schlupfen bildet.
Natürlich müſſen Stroh, Filz und Band die gleiche
Farbe haben, um elegant und vornehm auszuſehen.
Handarbeit wird heuer in jedem Modezweige
geſchätzt. Wie nun die Hutmode zu dieſer Tendenz
Stellung nimmt, zeigt unſer letztes Bild; es handelt ſich hier um
einen ſommerabendlichen Hut, und zwar um eine kleine,
an=
liegende Filzkappe, die mit ſchmalen Strohbörtchen in einem
apar=
ten Muſter benäht wird. Der einſeitig verlängerte Geſichtsſchleier
ſieht ungemein graziös aus und vermag einem ſolchen Hute eine
gradezu vollendete Wirkung zu geben. Willy Ungar.
Nummer 110
Conntag, den 21. April 1929
Seite 25
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Seite 26
Sonntag, den 21. April 1929
Nummer 110
A f R Ab heute wieder einer der bedeutendsten
Großfilme dieses lahres!
Einige Pressestimmen:
Vossische Zeitung:
. . . Alles von einem genialen Regisseurgehirn
aus-
gedacht. Man muß die nächsten 25 schlechten Filme,
die man zu sehen bekommen wird, milder beurteilen
um dieses einen Kunstwerkes willen.
Germania:
. . . Deutsch-russischer Gemeinschaftsfilm . . . alle
die bewundernswerten Vorzüge russischer Arbeit:
lebendige Szenen, bis ins kleinste ausgea beitete
Situationen wirkliche Darsteller . . . gute Bauten,
sehr fein photographierte Bilder . . . Staiker Applaus
Berliner Tageblatt:
. . . Dieser Film ist viel mehr als ein Film. Er ist
eine Dichtung und viel mehr als manche gesprochene
und gema te.
Deutsche Tageszeitung:
.. . Wie Fedor Ozep in seiner Regie die Handlung
in fesseinden Bildern autteilt, derbwuchtig in ihrem
Naturalismus, so lebenswahr, so trei von aller
Kino-
dramatik autbaut, das ist eintach von hinreißender
Wirkung . . . Es gab großen Beifall im Capitol.
Noch einige Tage
Conrad Veldt’s bester amerikanischer Großfilm:
„Der Mann, der lacht‟
nach Victor Hugo.
PALAST-LICHTSPIELE
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Auf der Reeperbahn —
nachts um hazb eins!
Ene Schreckensnacht im wild. Westen
Die Schicksalskarte
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Ochſenzunge, Sauce
Madaira und Salzkartoffeln
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mit Vanilletunke oder Käſe
Mark 1.80
Ochſenſchwanzſuppe
Capaun nach Hausfrauenart
mit Salat oder Kompott
Schokoladenſpeiſe
mit Vanilletunke oder Käſe
Mark 1 40
Ochſenſchwanzſuppe
Kalbsnierenbraten m Erbſen
u. Karotten u. Kartoffeln
Schokoladenſpeiſe
mit Vanilletunke oder Käſe
Mark 1.60
Ochſenſchwanzſuppe
Geſpikte Ochſenlende mit
Gemüſe umlegt u. Kartoffeln
Schokoladenſpeiſe
mit Vanilletunke oder Käſe
Mark 2.50
Ochſenſchwanzſuppe
Friſche Bachforellen blau,
friſche Butter u. Kartoffeln
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Sonntag, den 21. April 1929,
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Sonntag, den 21. April
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21. und 22. April 1929
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Am Sonntag, den 21. Aprit 1929, findet
Große Tanzmuſik
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Gaſwirt Jährling.
Mittags Freimüſit abends Ball
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