Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 89/90
Sonntag, den 31. März 1929.
192. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deuiſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
beteiligten Länder die Schädigungen der Beſetzung zu ſpüren
haben, wie viel mehr muß dies für Heſſen der Fall ſein.
Um den Nachweis auch zahlenmäßig zu erbringen, hat die
Denkſchrift alles erreichbare und verwertbare Material
zuſammen=
getragen. Hier ſollen nur einige wenig
Wunſch des Reichstags nach Vorlage einer Denkſchrift
ie zvirtſchaftlichen und kulturellen Verhäftniſſe im beſetzten
züund in den Grenzgebieten gab Heſſen willkommene
Ge=
ut, dem Reichstag in Form einer zuſammenfaſſenden
Aus=
bug die Not des Heſſenlandes und ſeines
be=
un Gebiets darzuſtellen.
2 heſſiſche Denkſchrift liegt ſeit längerer Zeit der
Reichs=
ur zur Weitergabe an den Reichstag vor. Die Denkſchrift
ſich in eine Darſtellung der heutigen
wirt=
ſäilichen und kulturellen Vehältniſſe und in
hläge für Hilsmaßnahmen zur Erhaltung
ürderungder Wirtſchaft und zur Behebung
ᛋturellen Notſtände.
Erwähnung finden.
1. Der heſſiſche Anteil an der
Reichsauswan=
derung iſt erheblich geſtiegen. Auf 100000 Einwohner kamen in
Heſſen im Jahre 1927 ſechsmal ſo viel Auswanderer als im Jahre
1913, während im Reichsdurchſchnitt die Zunahme nur das
zwei=
einhalbfache beträgt.
2. Die Zahlder ſelbſtändigen Erwerbstätigen
iſt von 1907 bis 1925 um 6,2 Prozent zurückgegangen, in Baden
um 2,3, gegenüber einer Zunahme in Bayern und Württemberg
um etwa 0,7 Prozent.
3. Intereſſant iſt ein Vergleich der Zahl der
ge=
werblichen Betriebe in Heſſen bei den drei
Be=
triebszählungen 1895, 1907 und 1925. Von 1907 bis 1925
iſt ein Rückgang zu verzeichnen, während im Reichsdurchſchnitt
eine Zunahme von 15,5 Prozent feſtzuſtellen iſt. Dieſe rückläufige
Bewegung iſt für Heſſen etwas neues, denn von 1895 bis 1907 hat
die Zahl der gewerblichen Betriebe in Heſſen um 20 Prozent
zu=
genommen gegenüber einer Zunahme im Reichsdurchſchnitt von
8,5 Prozent.
4. Einen weiten Raum nimmt in der Denkſchrift die
Betrach=
tung der ſteuerlichen Verhältniſſe und ein Vergleich
zwiſchen heute und der Vorkriegszeit ein. Denn hier weiſen ſich
d.e Wirkungen des wirtſchaftlichen Niederganges zahlenmäßig
am deutlichſten aus. Aus dem umfangreichen Material ſeien
einige marlante Zahlen hervorgehoben.
a) An ſtaatlicher und kommunaler Einkommenſteuer
wurden im Jahre 1914 in Heſſen auf den Kopf der Bevölkerung
25,65 Mark erzielt, gegenüber nur 22,74 Mark im geſamten Reich.
1925/26 jedoch waren es an Reichseinkommen= und
Körperſchafts=
ſteuer einſchließlich Steuerabzug vom Arbeitslohn im Neich 43,50
RM., in Heſſen aber nur 34,50 RM. auf den Kopf der
Bevölke=
rung. Zwei Zahlen aus der Einkommenſteuerſtatiſtik beleuchten
die furchtbaren Wirkungen des Ruhrkampfes: Nach den
Ergebniſſen der Steuerveranlagung des Jahres 1922 betrug der
heſſiſche Anteil an dem Auflommen der Einkommenſteuer 2,28,
der nächſte, ſich auf die gleichgearteten Unterlagen des Jahres
1925 gründende Anteil war nur noch 1,86, das bedeutet für das
Jahr 1928 einen Ausfall von 5 Millionen RM.
b) Vermögensſteuer: Auf den Kopf der Bevölkerung
entfiel an ſteuerbarem, ſchuldenfreiem Vermögen im Deutſchen
Reich 1913 2808 Mk., in Heſſen 3307 Mk., dagegen 1925 in Heſſen
953 RM., im Reich 1026 RM. Das Vermögen hat 1913 in
Heſ=
ſen, berechnet auf den Kopf der Bevölkerung, den
Reichsdurch=
ſchnitt um 17,8 Prozent überſchritten, heute ſteht es um 7.1
Pro=
zent unter ihm!
c) Auch bei einer vergleichenden Betrachtung der
Umſatz=
ſteuer=Ergebniſſe zeigt ſich deutlich der beſonders große
wirt=
ſchaftliche Niedergang in Heſſen. Heſſen hat im Jahre 1927 nur
1,8 Prozent des Reichsaufkommens an Umſatzſteuer aufgebracht
gegenüber einem Bevölkerungsanteil Heſſens von 2,16 Prozent.
In Württemberg wurden im gleichen Jahre 4,2 Prozent des
Jahresaufkommens erzielt, gegenüber einem Bevölkerungsanteil
von 4,16 Prozent, in Sachſen waren es 10,5 Prozent gegenüber
8 Prozent Bevölkerungsanteil. —
Die in der Denkſchrift enthaltenen Beiſpiele ergeben, daß auf
wirtſchaftlichen und ſteuerlichen Gebieten vor dem Kriege Heſſen
mit in der erſten Reihe der deutſchen Länder und deshalb über
dem Reichsdurchſchnitt geſtanden hat. Heute müßte bei gleichen
Einflüſſen in den verſchiedenen Ländern das Verhältnis das
gleiche ſein. Wenn aber Heſſen, wie nachgewieſen iſt, nicht nur
nicht mehr über dem Reichsdurchſchnitt ſteht, wie es vor dem
Kriege der Fall war, ſondern erheblich darunter, wenn ſogar in
Heſſen eine ſtarke Aufwärtsbewegung vor dem Kriege ſich
im Gegenſatz zum Reich und anderen Ländern
in eine Abwärtsbewegung verwandelt hat, ſo müſſen zu den
überell wirkſamen Schwierigkeiten und Hemmungen für Heſſen
noch beſondere Umſtände hinzukommen. Und das können nur
die mit dem Friedensvertrag zuſammenhängenden Einwirkungen
ſein: neue Grenzziehung, Beſetzung, Ruhrkampf.
Eine Schilderung der heutigen heſſiſchen Verhältniſſe iſt
deutend mit der Darſtellung einer wirtſchaftlichen und kul=
Notlage von beſonderem Ausmaße. Es fällt ſchwer, für
Aickgang des wirtſchaftlichen und lulturellen Lebens einen
öfreien zahlenmäßigen Nachweis zu erbringen. Es
y nicht möglich, zahlenmäßig genau feſtzuſtellen, wieweit
Rückgang verurſacht iſt durch die neue Grenzziehung im
bes Reiches, durch Ruhrkampf und Beſetzung einerſeits
uch die allgemeine Not der Zeit, unter der alle deutſchen
eiden. Trotzdem kann das Ergebnis der Ermittlungen
da=
ſänmengefaßt werden, daß der wirtſchaftliche und kulturelle
ang in Heſſen in ſeinem Ausmaße und in ſeinen
Aus=
ugen ganz außergewöhnlich groß iſt, und es iſt kein Zweifel
füe berechtigt, daß
ſcten mehr als die übrigen deutfchen Länder, und in
im die Wurzeln ſeiner Exiſtenz berührenden Maße unter
der Not der Zeit zu leiden hat.
Leſe Tatſache könnte auch ohne eine zahlenmäßige
Beweis=
dme ſeine Begründung ſchon in folgenden Ueberlegungen
Der Umfang und die Bedeutung des
heſſi=
abeſetzten Gebiets im Rahmendesheſſiſchen
hmtgebietes ſind außerordentlich groß. Es
reichend bekannt, daß über ein Viertel des Staatsgebiets
351 Prozent der heſſiſchen Geſamtbevölkerung auf das be=
½Bebiet entfallen und daß das beſetzte heſſiſche Gebiet der
tallſte Teil des Landes geweſen iſt. Es handelt ſich um den
1üchrittenſten, den am dichteſten bevölkerten und früher
ſaigsfähigſten Teil des Landes.
11Der Umfang und der Wert des beſetzten Gebiets, die
ähnlich und wirtſchaftlich ſehr enge Verbun=
Meit des heſſiſchen beſetzten und unbeſetzten
lelſets haben zur Folge, daß das ganze Land unter den
ſofg der Beſetzung und des Ruhrkampfes zu leiden hat. Man
ſuß ich den hierdurch hervorgerufenen großen Unterſchied der
eIfſen Verhältniſſe gegenüber den preußiſchen und bayeriſchen,
loß? beſetzten Gebiete nicht annähernd dieſe Bedeutung haben,
Ru wieder vor Augen führen. Die Kräfte und Hilfsquellen
F2hſienlandes ſind in ihrer Geſamtheit betroffen und gelähmt,
ſ Heſſen ſeinem beſetzten Gebiet kaum helfend beiſtehen kann.
4De Folgen der Beſetzung ſind in ſen beſonders groß,
hil das heſſiſche beſetzte Gebiet die ſtärkſten
Beſatzungs=
laſten zu tragen hat."
hſt 28 Prozent der geſamten Beſatzungstruppen ſtehen in
R”. gegenüber einem Anteil des heſſiſchen beſetzten Gebiets an
Mleiamtbevölkerung der beſetzten Gebiete von nur 13,1 Pro=
En Auf 10 000 Einwohner kommen im beſetzten Heſſen 385 Be=
Nawigsangehörige, in der Pfalz deren 160 und im preußiſchen
Igen Gebiet 137. Noch ſtärker iſt der heſſiſche Anteil an den
Ihylagnahmungen. Denn es entfallen z. B. 30 Prozent
initlichen beſchlagnahmten Bürgerwohnungen auf
*eſetzte heſſiſche Gebiet. Geradezu kataſtrophal ſind bekannt=
Nſe Folgen der Befetzung für die größte heſſiſche Stadt, für
nz. Keine andere beſetzte Stadt hat ſo ſtark gelitten, iſt in
hm Maße auf Jahrzehnte zurückgeworfen worden wie dieſe
EL. Zu dieſen Beſetzungsnöten geſellen ſich die durch die
Grenzziehung im Weſten des Reiches
ver=
wſiten ſchweren wirtſchaftlichen Schädigungen. Heſſen muß
AEirenzland betrachtet werden, wenn es auch keine Reichsgrenze
O lind die bekannte Nichtberückſichtigung des Landes an den
20hſondsmitteln des Reichs wird mit Recht als eine große
AeNechtigkeit empfunden.
(Xas unbeſetzte Heſſen gehört zu einem großen Teil in die
ſogenannte 50 Kilometer=Zone,
Dieſrt. 42 ff. des Vertrags von Verſailles geſchaffen hat. Auf
DAolgen dieſer Zugehörigkeit iſt in der Denkſchrift kurz hinge=
In worden, ſie können heute noch nicht annähernd überſehen
Ren, wirken ſich aber zum Teil ſchon heute aus.
Das heſſiſche beſetzte Gebiet gehört ganz der 3.
Be=
ſatzungszone an.
die Räumung der erſten Zone hat für Heſſen Nachteile ge=
WAt und noch mehr wird dies bei Räumung der zweiten Zone
Wfürchten ſein, da die Beſatzungstruppen unter einen gewiſſen
eſtſtand nicht heruntergehen werden, der Raum für die
pen ſich aber immer mehr verengt. Am Sitze und im
Um=
ſten Truppen=
II. Das bisher wiedergegebene Zahlenmaterial bezieht ſich
auf das ganze Land Heſſen. Mit dem Land in ſeiner
Geſamt=
heit beſchäftigt ſich der erſte Abſchnitt der Denkſchrift. Im
zwei=
ten Abſchnitt wird das heſſiſche beſetzte Gebiet für ſich betrachtet.
(Wir haben darüber bereits ausführlich am Freita; berichtet,
berichtigen hierzu jedoch, daß die heſſiſche Denkſchrift, die
uns am Donnerstag nur im Auszuge vorlag, nicht nur 17
Schreib=
maſchinenſeiten umfaßt, ſondern ein ſehr umfang= und
aufſchluß=
reiches Dokument iſt, das im übrigen die Not des Heſſenlandes
und ſeines beſetzten Gebietes eingehend aufzeigt und Vorſchläge
für Hilfsmaßnahmen zur Erhaltung und Förderung der
Wirt=
ſchaft und zur Behebung der kulturellen Notſtände macht. D. Red.)
Naturgemäß zeigen die Nachweiſe allgemein ein noch
ungünſti=
geres Bild.
Unendlich viel muß in verſchiedenen kulturellen
Aufgaben=
gebieten nachgeholt werden. Hierüber enthält die Denkſchrift
eingehende Mitteilungen. Auch der Not der Kirchen iſt
nach=
drücklichſt Erwähnung getan. Die mangelhafte Bezahlung der
Geiſtlichen, die ſtarke Vernachläſſigung der kirchlichen Gebäude,
die im beſetzten Heſſen beſonders zahlreichen Kirchen von
kunſt=
hiſtoriſcher Bedeutung ſeien hier hervorgehoben. An ſonſtigen
kulturellen Einrichtungen ſind die ſtädtiſchen Theater und Muſeen
erwähnt, insbeſondere ſei die Notlage des Mainzer Stadttheaters
betont, dem unter den Beſatzungsverhältniſſen eine ganz
beſon=
dere kulturelle Bedeutung zukommt.
Geite 2
Nummer 69
Abermals Süden gegen Norden. — Oſchiang Kai=ſchek
in Bedrängnis.
* Berlin, 30. März. (Priv.=Tel.)
Eine neue Erhebung des Südens gegen den Norden, neuer
allgemeiner Wirrwarr und ein neuer Kampf Aller gegen Alle —
das ſind, von Europa aus geſehen, die äußeren Kennzeichen der
in den letzten Wochen wieder außerordentlich zugeſpitzten Lage
in China. Kaum war es der Kuomintang und dem unbeugſamen
Führerwillen eines Dſchiang Kai=ſchek gelungen, die
unbotmäßi=
gen Generale und Unterführer zum Gehorſam zu zwingen, ganz
China unter der Flagge der Nanking=Regierung zu einen und
die erſten erfolgreichen Schritte zur Durchführung der inneren
Konſolidierung zu unternehmen, als ſich neue Brandherde
bil=
deten. Es erwies ſich wieder einmal, daß Feldherren und
Staats=
männer, die alle Eigenſchaften echter Führer beſitzen, zwar das
Unglaubliche vollbringen, ein in allen Teilen
auseinanderſtreben=
des Land zu ſammeln und in verhältnismäßig kurzer Zeit zu
einem neuen Machtfaktor, in der internationalen Politik zu
machen, daß ſie es aber nicht ebenſo leicht vermögen, auf den
Geiſteszuſtand einzuwirken, der letzten Endes die Entwicklung
beſtimmt. Die Nankinger Leute wiſſen ohne Zweifel, was ſie
wollen, und ihre Erfolge ſprechen für ſie. Da aber bisher in
China jeder einfach draufloswirtſchaftete, wie er wollte, und ſich
auf Koſten des Landes bereicherte, da die Oligarchie in China
ihre zweite Heimat fand, da jeder Provinzgouvernenr
Allein=
herrſcher auf ſeinem Gebiet war, mußten die neuen Leute in
Nanking damit rechnen, daß früher oder ſpäter ſie noch
unge=
heure Schwierigkeiten zu beſtehen haben werden, wenn ihre
Maß=
nahmen etwa von irgendeinem der zahlreichen Generale und
Vertreter der Provinzregierungen nicht auerkannt werden ſollten.
Dieſer Fall iſt jetzt eingetreten. Die allgemeine Lage
ver=
wirrend und die Stellung der Nankinger Regierung erſchwerend,
kommt noch hinzu, daß innerhalb der herrſchenden
Partei, der Kuomintang, ſelbſt beachtenswerte
Strö=
mungen am Werke ſind, die allem Anſchein nach einfach
den Herrſchern in der Hauptſtadt den Erfolg nicht gönnen oder
aber auch die alte Zeit der Selbſtherrlichkeit jedes höheren und
mittleren Beamten zurückſehnen und an allen Ecken und Enden
der Regierung Schwierigkeiten machen. Eine derartige Gruppe
ſaß ſeit langem im Süden des Rieſenreiches der Mitte. Ihr
Führer war der Beherrſcher der Provinzen Kwantung, Kwangſi,
Hupeh und Honan. Dieſer General namens Litſcheiſum warf
ſich als Diktator dieſer Provinzen auf und bereitete der
herrſchen=
den Gruppe in der Kuomintang inſofern wachſende
Unannehm=
lichkeiten, als er es verſtand, aus den Reihen der anderen
abge=
bauten Generale, die in der Armee noch ihren Rückhalt hatten,
dauernd Zuzug zu erhalten. Es iſt eine Ironie des Schickſals
für die Kuomintang, daß er ausgerechnet in Kanton herrſchte,
wo bekanntlich die Wiege der chineſiſchen Einheitsbewegung
ge=
ſtanden hat. Jetzt wird aus Nanking gemeldet, daß General Li
in der Abweſenheit Dſchiang Kai=ſcheks in der Hauptſtadt, wo er
zur Tagung der Kuomintang weilte, verhaftet und hingerichtet
worden iſt. Urſprünglich wollte Li nicht an der Parteitagung
teilnehmen, da er ein ſcharfes Vorgehen der Nankinger
Regie=
rung infolge ſeiner Oppoſition gegen die Mehrheit fürchtete. Der
Diktator Dſchiang Kai=ſchek hat ihm aber freies Geleit zugeſichert.
Der Zufall wollte es, daß Dſchiang Kai=ſchek ſich zur Ergreifung
der militäriſchen Maßnahmen gegen die ebenfalls aufſtändiſche
Gruppe in Hankau auf dem Kriegsſchauplatz befand. In ſeiner
Abweſenheit wurde allem Anſchein nach General Li des Verrats
angeklagt und ſofort hingerichtet. — Die Erſchießung dieſes
Generals iſt geeignet, für die Nanking=Regierung eine
außerordentlich ernſte Läge zu ſchaffen, da ſie das
Signal für eine neue allgemeine Erhebung des Südens
gegen den Norden bilden kann. Die erwähnten vier
Pro=
vinzen, die Li beherrſchte, ſind in grundſätzlicher Oppoſition gegen
die Nanking=Regierung und werden wahrſcheinlich die
Erſchie=
ßung ihres Führers nicht tatenlos hinnehmen. Nach Lage der
Dinge in China iſt aber ein neues Aufflammen der Aufſtände,
ein neuer Bürgerkrieg dann ſtets das Mittel der Austragung
von Gegenſätzen. Allem Anſchein nach billigt Dſchiang Kai=ſchek
nicht dieſe Maßnahme. Erſchwerend kommt hinzu, daß er Li die
Freiheit zugeſichert hatte, alſo des Wortbruchs angeklagt werden
kann. Allerdings berufen ſich ſeine Vertreter in Nanking darauf,
daß der Süden durch die dort inzwiſchen ausgebrochenen
Auf=
ſtände zuerſt das Kriegsbeil ausgegraben hat.
Von Alfred Richard Meher.
„Man trägt wieder Herz!” las ich neulich auf der „
Bauch=
binde” eines neuen Buches. „Herz auf Taille” nannte Erich
Käſtner ſeine Gedichtſammlung ironiſch. „Das Herz im
Ausver=
kauf” nennt Paul Friſchauer ſeine Novellen. Eine „herzige”
An=
gelegenheit — mit allen Widerſprüchen in ſich.... fühlt man
ſchmerzlich in dieſen öſterlichen Tagen, die einen bewegen, nach
dem oder jenem alten Lyrikerband zu greifen und, nicht nur weil
man ein Deutſcher iſt, traditionell melancholiſch zu werden.
Da klingelt der Briefträger. Eine dicke Druckſache — vom
Horen=Verlag, Berlin=Grunewald. Sechs Bände neuer Lyrik?
Es gibt noch einen Verlag heute, der es wagt, Lyrik zu drucken?
Man erinnert ſich einiger ſchmaler Manuſkriptpakete, die man
ſelbſt im Schreibtiſch liegen hat. Man erinnert ſich einiger
höf=
licher Abſagebriefe bekannter Verleger: daß in Deutſchland leider
die Zeit für Lyrik vorbei ſei — worauf man denn ſeine lyriſche
Muſe zum nächſten Erſten kündigte, ihr das beſte Zeugnis der
Welt ausſtellte und ſie mit allen guten Wünſchen entließ.
Han=
delte man doch vielleicht etwas zu voreilig? Skepſis zittert im
Herzen. Neue Lyrik? Muß man da nicht dieſem Verlag Dank
wiſſen, bevor man die Bücher geleſen hat?
Das erſte Buch: „Im Netz der Geſtirne” von Carl Albert
Lange, der in Danzig die „Oſtdeutſchen Monatshefte”
heraus=
gibt — ein bekannter Mann, der dennoch ſeinen Verſen folgendes
Nachwort nachſchicken muß: „Das vorliegende Buch enthält eine
Auswahl von Gedichten aus einer Reihe lyriſcher Organismen,
die im Laufe von rund fünfzehn Jahren entſtanden, der
Zeitver=
hältniſſe wegen bisher noch nicht gedruckt werden konnten.
Wäh=
rend es ſonſt Gepflogenheit der Lyriker iſt, ihren nach und nach
erſchienenen Büchern als Abſchluß eine werbende Auswahl folgen
zu laſſen, macht umgekehrt dieſer hier einen Anfang und will
verſuchen, einem vielbändig zurückgehaltenen Werk überhaupt
erſt einmal den Weg zu ebnen.” Spricht nicht die ganze Tragik
des Lyrikers unſerer Tage aus dieſen wenigen Zeilen? Man
möchte in die alte Melancholie zurückſinken, die in dieſen
öſter=
lichen Tagen noch tiefer iſt, über denen der „Crucifixus” von
Carl Albert Lange ſteht:
Sieh dieſe Füße, die verzerrte
der Frauen und der Jünger Jammern,
daß ſie entblößten Wurzeln gleichen,
die krampfhaft ſich ans Erdreich klammern.
Sieh dieſe Hände, die die Menſchheit
noch einmal, nun für ewig ſegnen,
die Augen, die im Tode noch
Tränen der Liebe niederregnen.
O ſieh dies Haupt, das leere Neſt,
das kurz die Seele niedertrat,
da ſie mit ungeſtümen Schwingen
den Flug in ihren Himmel tat.
Sonntag, den 31. März 1929
Wie dem auch ſei, ziehen über China neue ſchwere
Wolken herauf. Einigermaßen wettgemacht werden die
Schwie=
rigkeiten, vor denen Nanking von neuem ſteht, durch die
Unter=
ſtützung, die inzwiſchen der wegen Meinungsverſchiedenheiten mit
dem Diktator in Ungnade gefallene Feng der Nankinger
Regie=
rung zugeſagt hat. Auch dieſer Marſchall, der bereits in den
verfloſſenen Jahren eine entſcheidende Rolle im Bürgerkrieg
ge=
ſpielt hat, drohte mit einem Krieg gegen Nanking. Da er in der
Armee zahlreiche Anhänger beſitzt, war ſeine Gegnerſchaft
beſon=
ders gefährlich. Eine Ausſöhnung mit Feng würde für
Nanking die Befreiung von einer der größten der zahlreichen
Sorgen bedeuten, die Nanking plagen. — Ebenſo bedeutungsvoll
und wenigſtens nach der moraliſchen Seite hin als Gewinn
wir=
kend iſt die Unterzeichnung des Abkommens mit
Japan über die Beilegung des Zwiſchenfalls
von Tſinanfu. Japan hat, wie gemeldet wird, bereits die
Vorbereitungen für die Räumung der Provinz Schantung
be=
gonnen. Die japaniſche Beſatzung in Schantung wirkte ſtets
außererdentlich niederdrückend auf das chineſiſche
Nationalbewußt=
ſein. Man könnte unzweifelhaft von einem außerordentlichen
Erfolg der Nankinger Regierung ſprechen, wenn nicht der
dro=
hende neue Bürgerkrieg die Gefahr einer Erſchütterung der
müh=
ſam aufgebauten Grundlagen des neuen China bedeuten würde.
Bei alledem darf nicht außer Acht gelaſſen werden, daß die
über iegend große Anzahl aller Nachrichten aus China aus
eng=
liſchen Quellen ſtammen. Wenn auch das Verhältnis Englands
zu dem nationalen China nach der Regelung der gegenſeitigen
Beziehungen eine gewiſſe Aenderung erfahren hat, ſo zwingt doch
das ſpannende Intereſſe, das engliſche Wirtſchaftskreiſe an der
chineſiſchen Entwicklung haben, zu beſonderer Vorſicht.
Dſchiang Kai=ſcheks neuer Kampf um die Herrſchaft.
Der chineſiſche Oberbefehlshaber Dſchiang Kai=ſchek
ſteht inmitten ſchwerer Kämpfe um die Behauptung ſeiner Macht.
Neue Offenſive Aman Allahs.
New Delhi, 30. März.
Der Ex=König Aman Ullah von Afghaniſtan hat von
Kan=
dahar aus in nördlicher Richtung den Vormarſch angetreten, um
ſeinen Gegner, den Emir Habib Ullah anzugreifen. Man
er=
wartet einen Zuſammenſtoß bei Ghazne, etwa 140 Kilometer
von Kabul. Fünf ruſſiſche Flugzeuge ſind in Kabul eingetroffen
und haben mehrere Mitglieder der ruſſiſchen Geſandtſchaft, vier
ruſſiſche Piloten und drei Türken nach Rußland zurückgebracht.
Und da iſt man von eines Meiſters Muſik inbrünſtig
einge=
fangen und iſt in eitel Lyrik ein Schwebender. Und ein anderer,
Kurt Gröbe, der ſeine Gedichte „Wir müſſen noch viel leiſer
werden” benennt, führt uns in dieſem Schweben weiter — mit
mehreren Chriſtliedern, beſonders mit dieſen zwei Strophen:
Chriſt, du hängſt nicht mehr am Kreuz.
Nieder ſtiegſt du längſt!
Inſeits iſt dein Reich! Nicht jenſeits
Iſt der Seele Raum begrenzt,
Und ins Dunkel deines Leids
Stern des Neujahrstauſend glänzt!
Sieh, die Worte, die du ſagteſt,
Wuchſen, und ſie werden Raum
In den Seelen, die ſie tragen,
Und zum Sinn erwacht der Traum
Ihres Dunkels. Sieh, nun tagt es!
Und dein Kreuz, Chriſt, grünt als Baum!
„Seele, dunkles Samenkorn” heißt der erſte Zyklus dieſes
religiöſen Dichters. Junge lyriſche Saat, zwiſchen Gedanklichem
und Fühlendem hin= und herſchwankend, abſichtlich abhold
jeg=
licher gekrampfter Moderne, demütig zum Einfachen ſtrebend.
Wilhelm Niemeyer mit ſeinen „Liedern der Einmut” iſt
bereits von ſtrengeren Selbſtgeſetzen beſeelt, in ſeltſame
Wortkup=
pelungen verliebt, bisweilen epiſch bewegt in ähnlich ſüdlicher
Leidenſchaft, wie ſie Theodor Däubler eigen iſt, aber hier in
her=
ber nordiſcher Strenge geformt zu klangvollen Bildern. Da gibt
der Droſſelſang dem Dichter Strophen wie dieſe:
Der Frühling kam ins fahle Land,
Lichtwinde hauchen dir ums Haar,
In blaues Sonnenleuchten ſchwand
Der Winter, der dir Trauer war!
Noch iſt in deiner Seele Leid,
Noch deine Luſt von Trauer ſcheu,
In deinem Kuſſe Einſamkeit:
Der Frühling kam, nun werde neu!
Zu faſt klaſſiſch kriſtallner Klarheit wölben ſich die Verſe.
Orphiſcher, mehr zu einer inneren Form zuſammengeriſſen, tönen
die „Gedichte” von Georg Seidler auf, Düfte und Viſionen,
reich im Chaotiſchen, oft Glanz im Hymniſchen, manchmal dunkel
ins Philoſophiſche verhallend, und vergeblich auf Antwort
harrend:
Doch Frühling wurde.
Es brach die Kälte von den Bergen ab.
Feucht ftand der Wind auf. Groß rüttelt er die Glieder.
Mein Sinn ſingt reine Milde.
Großäugig ſteht wie Kinder das Gebirge und öffnet ſich.
Mit Rauſchen hebt es ſeine Fittiche zur Küſte.
Kirſchbäume wachſen unterwegs im Tag.
Weiß duften und voll Blüten ſchwarze Nächte.
Schluß der franzöſiſchen Kongregaki
Die
der Orden von der
EP. Paris, 30. 9
Die Kammer hat geſtern vormittag und heute nach
über die Kredite für die Diözeſanverbände beraten, die ei
hängſel zu den Kongregationsvorlagen darſtellen.
Poincar=
nicht weniger als dreimal die Vertrauensfrage. Zunächſt
nach einer längeren und verworrenen Diskuſſion mit 325
275 Stimmen der Schluß der Generaldiskuſſion beſchloſſo
dann mit 315 gegen 252 Stimmen ein Gegenprojekt des raſi
Abgeordneten Francois=Albert abgelehnt. Die Vorlage
dann ſchließlich mit 331 gegen 258 Stimmen gutgeheißen
Ralifizierung des Kellogg-Baktes im franzöſißt
Der Senat hat am Freitag nachmittag zunächſt die
von der Kammer ratifizierten Zuſatzkredite für 1928 gutge
und ging dann zur Diskuſſion des Kellogg=Paktes über. 2
hielt eine Rede, in der er u. a. erklärte, es bereite ihm eine
Genugtuung, wiederum zum Kellogg=Pakt das Wort ergre
können, der nach ſeiner Anſicht eine der größten geiſtiger
rungenſchaften der letzten Jahre darſtelle. Die Gewalt h
der Weltgeſchichte zu häufig triumphiert, zumeiſt ſeien die
Pyrrhusſiege geweſen. Er ſei überzeugt, daß in Zukur
Länder es ſich wohl überlegen würden, bevor ſie wiederum
Krieg vom Zaune brechen würden. Das Beiſpiel DeutſchA
das ſich jetzt noch gegen die Anſchuldigung, den Krieg
ver=
zu haben, verteidigen müſſe, müſſe als Lehre dienen. Die
liche Meinung der Welt werde in Zukunft über einen Fri.
ſtörer zu Gericht ſitzen, und dieſes moraliſche Urteil
ebenſo zu fürchten ſein wie Sanktionen. Darauf ergri
Senator Lémery das Wort und ſprach ſich ebenfalls für
die=
fizierung aus. Alsdann hat der Senat den Geſetzentwu.
Ratifizierung des Kelloggpaktes in einfacher Abſtimmung
nommen.
* Berlin, 30. März. (Priv.=Z
Die ſeit drei Jahren zwiſchen Deutſchland und der S.
geführten Verhandlungen wegen der „Regulierung
Oberrheins haben zum unmittelbaren Abſchluß eines
trages geführt, von dem man allerdings nicht behaupten
daß er für Deutſchland in allen Teilen günſtig iſt. Das
hat auch diesmal wieder ganz erhebliche Zugeſtändniſſe nu
müſſen und beachtliche Opfer gebracht. Jedoch beſteht die
nung, daß es nach dem Ausbau des Oberrheins gelingen .
den Verkehr für dieſen Abſchnitt des Fluſſes zum Vorteil 1.
Länder zu heben. Es darf allerdings nicht vergeſſen werder
den Franzoſen im Friedensvertrag von Verſailles das
zum Bau eines Seitenkanals nach Straßburg zugeſtanden .
den mußte, für den die Pläne bereits fertig vorliegen und Ei
ſeinem erſten Teil auch bereits in Angriff genommen wordal
Frankreich iſt weiter das Recht zuerkannt worden, zur
Spe=
dieſes Kanals Waſſer, aus dem Rhein, entnehmen zu duf
Mit der Fertigſtellung dieſes Seitenkanals kann ſich alſo fü
geſamte Schiffahrt des Oberrheins die Gefahr ergeben, da
der Waſſerſpiegel ſo weit ſenkt, daß überhaupt kein Handeli
kehr mehr möglich iſt. Die Schweiz hatte infolgedeſſen ein ſud
Intereſſe daran, ſich mit uns über die Regulierung des A
laufes zu verſtändigen, jedoch muß abgewartet werden, ol
Franzoſen nach dem Ausbau an dem Bau ihres Kanals fe
ten und damit eine mühevolle und koſtſpielige Arbeit am 2)
lauf des Rheins zunichte machen.
Ermordung des Gouverneurs von Heral.
Der Gouverneur von Herat und ſein Neffe, die zum pe
lichen Stabe Aman Ullahs gehört hatten, ſind von meuter.
Truppen getötet worden. In Herat herrſcht Panik. Der Po N
chef erließ Befehle, die alle Ausländer aus der Stadt auswaſtendſcnrwur
Die britiſchen Inder wurden erſucht, abzureiſen, um Zwif”
fälle, die die guten Beziehungen mit der britiſchen Regie
beeinträchtigen könnten, zu vermeiden.
Noch hymniſcher, in einer Inbrunſt, die an Hölderlin del
läßt, auch im Fragmentariſchen ihm ähnlich, den Firnenbez ic.
von Mombert benachbart, nahen ſich die „Gedichte” von Jx/
von Lücken. Leid und viel Enttäuſchung iſt in ihm, fühlt ud
Licht, wenn es aufſchließt, iſt von fahler Kälte. Anders wird
Oſtern zum Gedicht:
Ach, wenn es Oſtern iſt,
wie oft erſteh’n wir auf!
Wir, die ihr täglich oft, ihr Unverſtändigen,
tötet mit Worten kalter Verachtung.
Preiſend eure Nützlichkeiten,
aus denen euch ſcheinbar Glück,
Unheil den andern erbärmlich geboren wird.
Und der Dichter, der immer für Oſtern gerüſtet iſt und ſei. A
Munde das Lied der Liebe entſtrömen läßt, das leidgebonfe)
tröſtet ſich mit dem Beſitz des Bewußtſeins:
Und wir, wir reichen euch die Hand,
die oft verſchmähte, zur Auferſtehung
Und ihr ergreift ſie dann
einmal, einmal im Leben.
Mit dem „Buch der Myſterien” befchließt Karl
Röttg=
ein längſt Anerkannter, dieſes halbe Dutzend Bände Lyrik.
quillt aus unbeſchwerterem Herzen: das Muttermyſterium, K
heit, Gott und Wunder, die Nächte, das Haus im Wald,
Raumes Seele und des Traumes Sinn, den Sucher und
Geſänge.
Und Glauben iſt: das Glück in ſeinen Händen
Wie Lichtlein tragen, iſt das tiefe Eine
Der Seele, die da ſtumm weiß: was ſie meine,
Sei alſo wahr, daß ſie’s gewißlich fände.
Und findet es. In Fülle — im Entſagen;
Und findet Glück und findet das Vollenden;
Des Gottes Ruhe in den flücht’gen Tagen;
Und ew’ge Fülle blüht aus leeren Händen.
So gar nicht myſtiſch ſind dieſe Myſterien. Sie weiſen V.
das Leben vom Anbeginn zu einem guten Ende zu führen. —
noch nicht hundert Seiten rundet ſich das wie ein ganz ard
Werk, meiſterlich kurz, und doch in vielen, uns vertraut /
ſollenden Melodien ſchwellend und beſeligend. Die deutſche 2
wäre tot? Oeſterliches Leuchten liegt auf dieſen Verſen, die ſ‟
umſonſt geſchrieben ſein möchten, die zu gläubigen HeEn
kommen müßten.
Mit dem reichen lyriſchen Werk von Wilhelm von Sch!
begann der Horen=Verlag ſeine große kulturelle Sendung
deſſen „Gedichten” mit deſſen „Häuſern” und dem „Jahr”.,0.
Kneips Verserzählungen „Bekenntnis” und „Der lebeng”
Gott” Joſeſ Pontens „Römiſches Idyll” folgten. Sollte e
Deutſchland nicht eine Gemeinde geben, die ſolcher „Folge” —
teres Wachſen ermöglichte und dieſer Gnade teilhaftig wein”
möchte? Da Oſtern für uns alle das Feſt der ewigen 2
erſtehung iſt.
imer 89/90
Conntag, den 31. März 1920
Freiſtaat Waldeck geht in Preußen auf.
Ein Kleinſtaak weniger.
i Waldecks in den preußiſchen Staaksverband.
Arolſen, 30. März.
er Freiſtaat Waldeck gibt am 1. April ſeine Selbſtändigkeit
uan 1055 Quadratkilometer großes Gebiet und ſeine 56 000
mmer werden preußiſch. Damit hat Deutſchland einen
Glied=
lurtiger und Preußen einen Landkreis mehr. Die innere
tung Waldecks iſt bereits
u5 Preußen übergegangen,
A4 bis jetzt die Hoheitsrechte
mwesausſchuß ausgeübt.
* Anlaß des am 1. April d.
rfolgenden Eintritts des
iares Waldeck in den
preußi=
zmatsverband veröffentlicht
Unldeckiſche, Landeszeitung”
(hach in ihrer Feſtausgabe
e eitwort des preußiſchen
nienwräſidenten Dr. Braun, in
u. a. heißt: „Die
waldecki=
rölkerung, die aus eigenem
ſaue und mit freiem Willen
ſei zur Verſchmelzung ihres
mit Preußen gefunden hat,
n. übrigen Deutſchland mit
t atlichen Vielfältigkeit und
eveneinander zahlreicher in
Auswirkungen ſich über=
Der Verwaltungsapparate
iergültiges Vorbild.
Preu=
tivt keine Großmannspolitik
1 nicht um ſeiner ſelbſt
wil=
i6 kleinere Länder aufhören
zu exiſtieren. Es hat oft
keetont, und ich ſelbſt habe
nmer wieder im Parlament
4ch, ſonſt vor der
Oeffentlich=
ls ganzen Landes, zu dieſer
urng bekannt, daß
Preu=
eDerzeit bereit iſt, im
aufzugehen, wenn
deren Länder das gleiche Opfer für den
ken eines innerlich ſtarken gefeſtigten
weckmäßig gegliederten Deutſchen Reiches
gen wollen. So betrachte ich das Aufgehen
Wal=
n Preußen auch nur als eine Etappe auf dem
Vom Tage.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann iſt geſtern abend 7.30
Uhr von San Remo nach Deutſchland abgereiſt.
Am Mittwoch nahm der Präſident des Neichsgerichts
Dr. Simons von den Mitgliedern des Reichsgerichts, der
Reichs=
anwaltſchaft und der Rechtsanwaltſchaft beim Reichsgericht ſowie den
Beamten, Angeſtellten und Arbeitern der Behörde Abſchied.
Der Verband der ſteiriſchen Metallinduſtriellen hat die
Ausſper=
rung der Grazer Waggonfabrik und der
Maſchinen=
fabrik in Andritz beſchloſſen.
Poderbonn
A
Karte von Waldeck.
den wir gehen müſſen,wenn wir uns nicht letzten Endes
wurf gefallen laſſen ſollten, daß die ſchweren und bei
Fort=
uſerer Vielſtaaterei beinahe untragbaren, wirtſchaftlichen
hartsaufgaben ein kleines und zum zielbewußten opfer=
Handeln nicht fähiges Geſchlecht gefunden haben.”
Burg Waldeck.
In den Nachmittagsſtunden des Karfreitags iſt der
Zentrums=
abgeordnete Landrat a. D. Loenartz geſtorben. Er
gehörte ſeit dem Jahre 1921 dem Preußiſchen Landtag für den
Wahl=
kreis Köln=Aachen an.
Trotz eines vom Rechtsbeiſtand des Abgeordneten Ulitz
eingereich=
ten neuen Haftenlaſſungsantrags iſt in dieſer Frage bisher von den
Kattowitzer Gerichten noch keine Entſcheidung getroffen worden. Es
beſteht der Verdacht, daß die Haftentlaſſung willkürlich hinausgezögert
wird
Der bisherige amerikaniſche Botſchafter in London
Houghton iſt Donnerstag vormittag mit ſeiner Gemahlin von dem
Londoner Viktoria=Bahnhof nach Baden=Baden abgereiſt.
Der rumäniſche Außenminiſter Mironescu iſt am
Donnerstag in Paris eingetroffen, um ſich einer ärztlichen
Spezial=
behandlung zu unterziehen. Am Donnerstag abend ſtattete er Briand
einen Beſuch ab.
Zwiſchen Belgien und Frankreich iſt ein
Zuſatzabkom=
men zum Handelsvertrag von 1928 unterzeichnet worden.
Beide Länder machen ſich darin gegenſeitig Zugeſtändniſſe.
Nach einer Meldung aus Hendaye ſtürzte in Barcelona kurz nach
der Ankunft des Diktators Primo der Ridera ein mit einem Meſſer
bewaffneter Unbekannter mit dem Ruf: „Ich will den Diktator töten!“
in den Bahnhof. Der offenſichtlich Wahnſinnige wurde feſtgenommen.
Das Reuterſche Bureau meldet aus Victoria (Britiſch=
Co=
lumbia), daß dort bei der Ankunft des Dampfers „Aorangi” aus
Auſtralien zwei Männer und eine Frau verhaftet
wur=
den, da der Verdacht beſtehe, daß ſie Schiffspläne in
Auſtra=
lien geſtohlen kätten.
Der ehemalige Sraatsſekretär Kellogg, hat ſich am Karfreitag
nach Europa eingeſchifft, wo er einige Wochen zu verbleiben
ge=
denkt.
Die mexikaniſchen Regierungstruppen haben die
Stadt Eskalon, das bisherige Hauptquartier der Aufſtändiſchen,
eingenommen.
Als Vergeltung für die Hinrichtung des Marſchall Li Schai ſunm
durch die Nankinger Regierung iſt jetzt in Kanton der Nankinger
Außen=
miniſter Wang verhaftet und zum Tode verurteilt worden.
Seite 3
Die Pariſer Vorſchläge überreichk.
In keinem der beiden Borſchläge Zahlenangaben
enkhalten.
Bevor die Sachverſtändigen Paris zu einem ausgedehnteren
Wochenende verlaſſen haben, ſind die beiden Vorſchläge, die in
der Donnerstags=Sitzung zunächſt nur mündlich beſprochen
wur=
den, den Delegierten überreicht worden. Dieſe haben alſo
in=
zwiſchen die Möglichkeit, ſich den Fall ſehr gründlich zu
über=
legen. Mit großer Beſtimmtheit wird verſichert, daß in keinem
der beiden Vorſchläge Zahlenangaben
enthal=
ten ſind. Das muß etwas überraſchen, denn das bedeutet doch
nicht mehr und nicht weniger, als daß die erſten ſieben Wochen
der Konferenz glatt verloren ſind. Sie haben dann dazu
ge=
führt, ein gewiſſes Vertrauensverhältnis der Delegierten
unter=
einander zu ſchaffen. Sie haben aber dem eigentlichen Ziel nicht
einen Schritt nähergebracht. Die Konſtruktion der Bank hängt
noch in der Luft, ſolange man nicht weiß, wieviel und wie lange
Deutſchland zu zahlen hat. Wenn alſo keine Zahlen genannt ſind,
werden die Vorſchläge darauf abgeſtellt ſein, überhaupt erſt eine
Diskuſſionsbaſis zu ſchaffen, und wie dieſe Baſis bei
den Siegerſtaaten ausſieht, das wiſſen wir für Frankreich
aus der Camberry=Rede Poincarés und für England aus der
Balfour=Note. Wenn die beiden Länder auch jetzt noch daran
feſthalten, dann iſt daraus leider zu erſehen, daß ſie zuletzt das
ganze Problem doch wieder ins Politiſche
hin=
überziehen wollen, ein Weg, den Deutſchland
nicht mitgehen kann.
Für uns entſcheidet allein der wirtſchaftliche
Geſichtspunkt. Wir wollen zahlen, aber nur ſo viel, als wir
wirklich zahlen können, und aus den eingehenden Darlegungen
des Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht über unſere wirtſchaftliche
Lage müſſen nicht nur die Amerikaner, ſondern auch die übrigen
Länder erkannt haben, wo die äußerſte Grenze unſerer
Zahlungs=
möglichkeit liegt. Die Summierung aller gegneriſchen Anſprüche
kann gar nicht in Frage kommen, iſt auch ſachlich unberechtigt
an=
geſichts der ungezählten Milliarden, die wir ſchon bezahlt haben
und die mehr als hinreichend ſind, um alles, was ſich unter dem
Begriff der Wiederaufbauſchäden ſammelt, längſt abzugelten.
Daran können auch Drohungen und
Einſchüchterungs=
verſuche, die in der franzöſiſchen und auch bereits der
entente=
freundlichen amerikaniſchen Preſſe erſcheinen, nichts ändern.
Setzt ſich die deutſche Auffaſſung nicht durch,
dann iſt die Pariſer Konferenz zur
Unfruchtbar=
keit verurteilt, dann bleibt es beim Dawesplan
mit ſeinen hohen Summen, aber auch mit ſeinem
Schutz für die deutſche Währung, und gerade
dieſe Schutzklauſel wird wohl im Laufe dieſes
Sommers dazu führen, daß nicht entfernt die
Summen transferiert werden können, die Herr
Parker Gilbert aus Deutſchland bisher
heraus=
holen konnte. Das würde für Frankreich einen
unmittel=
baren Ausfall in ſeinem Etat bedeuten, und vielleicht iſt dieſer
Ge=
ſichtspunkt doch ſtark genug, um die Franzoſen zu einem
Ein=
lenken zu bewegen. Das wird ſich in der kommenden Woche
zei=
gen müſſen. Deshalb iſt der Vorſchlag der Gläubigerſtaaten wohl
auch nur die Kuliſſe, ausſchlaggebend bleibt der Vorſchlag Owen
Youngs, deſſen Inhalt leider bisher auch nicht einmal
andeu=
tungsweiſe bekannt iſt.
Oſterruhe.
Die kommende Woche kann bereits innenpolitiſche
Ent=
ſcheidungen von großer Wichtigkeit bringen. Die
Verhand=
lungenüber die Erſparnismöglichkeiten im
Haus=
halt müſſen zum Abſchluß gebracht werden. Sie ſind zwiſchen
den Parteien bisher unter Ausſchaltung des Finanzminiſters
ge=
führt worden und ſind wenigſtens nicht ausſichtslos. Die
Volks=
partei hält aber daran feſt, daß ein Ueberblick vorhanden ſein
muß, bevor am 11. April die Beratungen im Haushaltsausſchuß
des Reichstages beginnen, weil ſonſt die Gefahr beſteht, daß bei
einzelnen Poſitionen die Parteien wieder auseinander laufen.
Von dem Umfang der Erſparniſſe hängt es dann wieder ab, wie
ſich die Verhandlungen über die Deckungsmöglichkeiten geſtalten
und davon wieder, welche Parteien die Regierung ſtützen. Denn
es iſt doch naheliegend, daß die Parteien, die ſich ſchließlich auf ein
beſtimmtes Programm geeinigt haben, auch die
Regierungspar=
teien ſind. Welchen Ausgang dieſe Verhandlungen nehmen
wer=
den, weiß man heute noch nicht.
Muſikvereins=Konzerl.
Die Johannes=Paſſion von Joh. Seb. Bach.
ie Aufführung der großen Paſſionsmuſik nach dem
Evan=
jeAm Johannes von Bach am Karfreitag, als eines der
muſi=
kallf rvichtigſten Ereigniſſe der Spielzeit, zeichnete ſich durch
Eineſorzügliche Einſtudierung und ſehr intereſſante Ausführung
aws Der Streit darum, welches das bedeutendere Werk ſei, die
Pcxin nach Matthäus oder nach Johannes, iſt müßig, weil wir
borſeden beglückt ſind, und abwegig, weil ſie unvergleichlich
tuh Es iſt aber ſchon richtig, daß das Format der auch
drama=
aiſech geſtalteten Matthäuspaſſion lapidarer iſt und ſie ſich
ſtär=
cevelY olkstümlichkeit erfreut, während die jüngere Schweſter,
wul hon Robert Schumann fand, für”en Muſiker intereſſanter
erdſAnt. Die Auswahl der eingelegten Choräle iſt ungewöhnlich,
ihneyanmoniſche Behandlung delikat, alle Formen ſind thema=
Lſhoffferenziert, dynamiſch gemäßigt, die Arien von zarteſter
Abmt. Inhaltlich beſtehen große Unterſchiede. Die Chriſtus=
Dcich iſt klein, die Erzählung knapp, die Pilatusfigur in den Vor=
Deiſſu.d gerückt. Der äußere Aufbau entſpricht der von Bach
whle Paſſionen gewählten, aus vielfachen Elementen zu=
Ia mergeſetzten Form. Mächtige polyphone Einleitungs= und
SlAßchöre als Stimme der Chriſtenheit, Arien als Gefühls=
EAe Einzelner, Choräle als Antworten der Gemeinde, das
WR ieb des Evangeliſten erzählt die Handlung.
dieſem fällt die ſoliſtiſche Hauptaufgabe zu; denn außer
eIM 50 Rezitationen hat der Tenor auch noch 3 Arien zu ſingen.
ſanis Hoefflin, uns von jeher in dieſer Rolle in beſter
Limerung, war hierfür ein nahezu idealer Vertreter gewonnen.
Dan wie: „und weinte bitterlich” im erſten, wie „und geißelte
19Mix zweiten Teil waren von erſchütternder Eindringlichkeit.
Dſhreich figurierte, von Viola d'amore und Orgel begleitete,
DASchwierigkeiten ſtrotzende Arie: „Erwäge, wie ſein
blutge=
fäl: Rücken” gelang vortrefflich.
licht minder bewährte ſich der klare, feingeſchliffene Sopran
ZhA ickops, die ihre beiden Arien mit großem Können,
Mem Vortrag und ſtarker Muſikalität auswendig ſang: die
MSſche, von Flöten und Streichorcheſter begleitete: „Ich folge
DAleichfalls” und die wundervolle, von Oboe und Flöte um=
IAe. „Zerfließe mein Herze‟.
ucht ganz ausreichend an ſtimmlichem Material und geſtal=
Am Ausdruck erwies ſich Johanna Egli, ſo daß die erſte
9=Trie: „Von den Stricken meiner Sünden” nur ſchwach,
Tſc) beſſer die Gamben=Arie: „Es iſt vollbracht” zur Wir=
Nſam. Vollwichtig waren die beiden Baßpartien beſetzt. Für
D Mepriſtus mit Peter Schäfer. Sein großes Material,
ſo=
m einer Umwandlung begriffen, hat durch überhauchte
Ton=
aig, noch nicht die gewollte Subſtanz gewonnen. Seine ver=
Tüchte Auffaſſung und ernſte Haltung ſtellte indes jetzt ſchon
wuirdige Leiſtung dar. Theo Herrmann, der allverehrte
Baaß unſerer Oper, iſt auch ein Oratorienſänger von großem
Format. Die füllige Schönheit ſeiner techniſch glänzend
beherrſch=
ten Stimme und die natürliche Kraft ſeines muſikaliſchen
Aus=
drucks ſrrachen in der Wiedergabe der wichtigen Pilatuspartie
und in den drei reich kolorierten, mit Viola d'amore, Laute und
Celli inſtrumentierten Arien mit außerordentlicher Wirkung an.
In den beiden letzten Arien tritt der Chor begleitend hinzu,
ein=
mal mit den kurzen wiederholten Einwürfen „Wohin?”, das
andere mal mit einem unterlegten Choral.
Wie der diesmal unverſtärkte Chor des
Muſikver=
eins dieſe beiden Aufgaben — hauchartig=geiſterhaft und leiſe
untermalend — löſte, war von beglückender Feinheit. Die
ſorg=
fältige Vorbereitung, um die ſich auch Erwin Palm verdient
gemacht hat, die gute Muſikalität des leider nicht allzu ſtarken
Chors als Hauptträger des ganzen Werkes trat aber auch in den
großen Rahmenchören, den Chorälen, den vielen Zwiſchenchören
in vortrefflicher Arbeit hervor. Die rhythmiſche Genauigkeit
er=
freute gleich zu Beginn, die Flüſſigkeit beſonders in „Laſſet uns
den nicht zerteilen”, der weiche Klang im Schlußchor, und überall
das ſeeliſch beteiligte Mitgehen. Das Schönſte wohl gab er in
den Chorälen, die in ſolcher Vollendung hier lange nicht gehört
wurden.
Es gibt heute nicht viele Dirigenten, die einer Paſſion
inner=
lich naheſtehen, die Choräle leiten und formen können. Dr.
Böhm iſt ein ſolcher, und ihm iſt denn auch der ergreifende, in
jedem Zuhörer andächtig mitſchwingende Eindruck des
erfolg=
reichen Abends in erſter Linie zu danken. Er ſteht beteiligt über
und in dem Werk. Er weiß große Gebilde zu gliedern, lange
Sätze zu differenzieren, Maſſen aufzulockern, alles muſikaliſch
intereſſant zu machen und Wirkungen mit trotzdem einfachen
Mit=
teln zu ſteigern. Das vortreffliche Orcheſter unſeres
Landes=
theaters in ſeiner Geſamtheit und den vielfachen Einzelleiſtungen
war höchſten Lobes wert. Die wichtige Orgelpartie lag bei
Stu=
dienrat Borngäſſer, der umfangreiche Cembalopart bei Prof.
Dr. Noack in virtuoſen, ſachkundigen Händen.
v. HI.
Paſſionsandacht.
In der evangeliſchen Martinskirche veranſtaltete Prof. Noack
mit ſeiner Madrigal=Vereinigung eine
Karfreitags=
andacht, die nach Auswahl der Vortragsnummern und nach ihrer
Durchführung einen beſſeren Beſuch verdient hätte und wert
wäre, von einer größeren Zuhörerſchaft noch einmal gehört zu
werden. Den Anfang machte die erſte der zwölf Meiſtermotetten
von Arnold Mendelsſohn, die dem Thomanerchor in Leipzig
ge=
widmet ſind. Dieſer Paſſionsgeſang, vollendet im Satz, hat einen
Anfang von ergreifender Trauer und Wehmut: „Was haſt du
verwirket, o du allerholdſeligſter Knab Jeſu Chriſte” und ſteigert
ſich dann in leidenſchaftlicher Harmonik zu erſchütternder
Selbſt=
anklage „o ich bin die Urſach’ der Plage deines Leidens”, und
verſinkt im Schlußgeſang „ach wwohin du Sohn Gottes hat deine
Demut ſich geniedriget” in Klänge myſtiſcher Trauer. Dieſe
vier=
ſtimmige Motette und ein kurzer Satz von Heinrich Schütz „Dank
ſei unſerm Herrn Jeſu Chriſte” bildeten würdige Umrahmung
für eine Johannespaſſion aus dem Jahre 1594; das Werk iſt
alſo faſt, eineinhalb Jahrhundert älter als Bachs
Johannes=
paſſion; komponiert iſt ſie von Leonhard Lechner. Dieſe nur
etwa eine halbe Stunde dauernde Paſſionsmuſik iſt nur für Chor
— gemiſchten — geſchrieben, wird a capella geſungen und
ent=
hält in knappſter Form die Leidensgeſchichte von Judas Verrat
an bis zum Kreuzestod. Anfänglich befremdet, daß die Worte
Jeſu und der übrigen redenden Perſonen dem Chor anvertraut
ſind. Das war aber zu damaliger Zeit allgemein Sitte.
Be=
wundernswert iſt die Kunſt des polyphonen Tonſatzes und der
Gefühls= und dramatiſche Ausdruck des Werkes. Die letzten Worte
Jeſu am Kreuz und das „Neigete das Haupt und verſchied” ſind
von erſchütternder Weihe, die auch über dem das Werk
choral=
artig beſchließenden „der du für uns gelitten haſt” liegt. Die
Madrigal=Vereinigung erledigte ihre Aufgabe in imponierender
Weiſe. Trotz gar nicht ſtarker Beſetzung in den einzelnen
Stim=
men gelang alles ſo ſchön und rein und wurden alle drei Werke
ſtiliſtiſch ſo ſicher erfaßt, wie es nur bei jahrelanger zielbewußter
und der Sache dienender Zuſammenarbeit möglich iſt und wie
es nur möglich iſt, wenn ein ſolcher Kenner und Könner das
Ganze leitet, wie Prof. Noack einer iſt. Eine Wiederholung
ver=
dienen, wie geſagt, Werk und Aufführung.
O.
Die Sozialpolitik nach dem Kriege. Von Reichsarbeitsminiſter Rudoll
Wiſſell. Zeutralverlag Berlin, 1929.
Der heftig tobende Kamf um die Ausdehnung oder Einſchränkung
der Sozialpolitik fordert ſehr dringend nach einer klaren Darſtellung
der zur Debatte ſtehenden Tatſachen und Entwicklungen, er macht
zu=
gleich aber eine reinſachliche Darſtellung gerade wegen ſeiner
Dringlich=
keit und Heftigkeit faſt unmöglich, da jeder ſozialpolitiſch Intereſſierte
notwendig in irgend einer klaren Weiſe Stellung nehmen muß. Die
vorliegende Schrift, die ſich im Weſentlichen auf das ſtatiſtiſch erfaßte
Zahlenmaterial ſtützt, gibt in knappſter Form einen Ueberblick über die
wichtigſten Tatſachen, ohne allerdings näher die Probleme zu berühren,
in der klaven Erkenntnis der dann drohenden Gefahr irgendeiner
Ein=
ſeitigkeit, von der man das Werkchen an einigen Stellen allerdings
trotz=
dem nicht ganz freiſprechen kann.
W. 8.
Aſienflug und Heimkehr. Ein Bericht von G. F. Grafen zu
Solms=Laubach. Verlag Emil Roth, Gießen.
Dieſes kleine Heft berichtet von dem Aſienflug der „Germania”, der
die drei Piloten, den Berichtenden, Koennecke und Hermann, von Köln
über Angora, Aleppo, Bagdad, Basra bis Bender=Abbas, einer kleinen
perſiſchen Hafen,ſtadt”, führte, wo Graf Solms=Laubach ſich wegen
Krankheit von ſeinen Gefährten trennen mußte.
Der Germaniaflug iſt mißglückt. Es liegt nahe zu fragen, was das
denn eigentlich heiße „mißglückt”, und wie ſich eine Wertung des
Ge=
leiſteten auf dieſer Feſtſtellung ſinngemäß aufbaue. Die Frage ſoll nicht
geſtellt werden, denn die Lektüre des ſchlichten Heftes mag in ihrer
tat=
ſächlichen, klaren Schilderung der Schwierigkeiten des Unternehmens und
des Mutes der Unternehmenden das ihre dazu beitragen, jene „
Miß=
glückt”=Wertung in dieſem Falle — und überhaupt — zu revidieren.
War der Flug der Germania auch nicht ſo „aktuell”, wie die mit
Span=
nung jeweils erwarteten und begleiteten Transozeanflüge, ſo darf doch
dem Bericht eine weite Verbreitung gerade deshalb gewünſcht werden,
weil er die Dinge ſo ungeſchminkt und ſachlich vorträgt.
W. 8.
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Aus=
kunft durch
Bezirks=
leiter. Angeb. unt.
P 47 Geſchſt.
Gartenſiſer
Waſſerbütten
Blumenkübel
Alleinſt. Perſ., 35 J.
alt, kath., 1 Kind,
etwas Vermögen,
wünſcht ſol. Herrn
in ſich. Stellg. (
Be=
amter), nicht unter
35 Jahr. kennen zu
lernen zw. b. Heirat.
Angeb. unter P 43
an die Geſchäftsſt. (*
in jeder Größe
empfiehlt i. gr. Ausw
ſehr bill. MaxFabian,
Aliceſtraße 16.
I Men Koien
überall eingeführt iſ
der großen Erfolge
halber unſere
altbe=
kannte Organiſation
des Sichfindens.
/Kei=
ne Ehevermittlung
daher auch kein
Vor=
ſchuß. Intereſſenten
erh. Bundesſchrift
A 15 gegen
Einſen=
dung von 30 Pfg.;
völlig unverbindlich;
verſchloſſen und
dis=
kret. —
„Der Bund‟
Zentrale Kiel.
Sonderabteilung für
Einheiraten. (IV. 513:
Oſterwunſch.! (
Suche wieder tr.
Le=
bensgefährt. m. gut.
Charakt., in ſicherer
Stellung, am I. mittl.
Beamten. Ww. mit
Kind angenehm, da
ſehr kinderlieb. Bin
Ende 30 und habe
wohlerz, 10jähr Kind,
mod. Einrichtung u.
reiche
Wäſcheausſtat=
tung. Erfahren in
Haus u. Garten, höh.
Schulbildung. Nur
ernſtgem. Angeb. u
P 46 an die Geſchſt.
Anon. zweckl., wenn
mögl. m. Bild, welch
ſofort zurückgeſ. wird.
Geb. Witwe, 50 J.
ſucht beſſ. ält. Hrn.
in ſicherer Poſ. als
Lebenskameraden.
Ang. u. O.218 Gſt. (*
Dame,
Beamten=
witwe, Anf. 30, w.
geb. Herrn, nicht
unt. 30, zw.
Freund=
ſchaft kenn. zu lern.
(evtl. ſp. Heirat)
Zuſchr. unt. O. 185
a. d. Geſchäfsſt. (*
Witwer, Unterbeamt.
in gehob. Stellg., in
Penſ., 57 J., mit 2
erwachſ. K., wünſcht
mit Witwe od. Fräul
ohn. K., nicht u 40 J.
ohne Anhang, große
Erſch.,g. Vergangenh.
zw. ſpät. Heirat bek.z.
werden. Ang. u. P 38
an die Geſchäftsſt. (
Witwer, ev., mit
eigenem Geſchäft u.
25 Mille Vermögen,
wünſcht mit einer
ſoliden Dame (Witwe
ohne Anhang
ange=
nehm) im Alter von
42—48 Jahren zwecks
Heirat
bekannt zu werden.
Verlangt wird gutes
Gemüt,
Herzensbil=
dung und als
Ver=
mögensausgleich ca.
15 Mille.
Verſchwie=
genheit iſt
Ehren=
ſache. Angeb. unte
P 32 an d.
Geſchäfts=
ſtelle d8. Blattes. (*
Oſterwunſch!
Arzt, Dr. med. 41
J., alleinſteh., ſtattl.
Erſcheing., Idealiſt,
Sportsfreund,
Auto=
fahrer m. ſehr gut.
eig. Prax. u. ſchön.
Wohn., ſucht bald.
Heirat mit gebild
Dame. Briefe bei
Zuſich. ſtrengſt.
Dis=
kret erb. u. L.15834
an Ala Haaſenſtein
E Vogler, München.
I.Mch.5517,
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liit etw. Ver
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Lingerkar ſcha
Lolonialgeſch.,
nicht ausgeſchl.
unt. P 50 C
Gutes fabrikneues
Piano
umſtändehalber mit
5 jähr. Garantieſchein
für 750 Mk. zn verk.
Gefl. Zuſchr. u. P 42
an die Geſchſt.
amen-
Zimmer i.
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ſtil, Mahag.,
frei=
händ. z. verk.,
zu=
ſammen, auch einz.
abzugeben.
1 Skanduhr
Eichen, gek. 350 ℳ
für 150 ℳ abzugeb.
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Eugen Wagner,
Karlſtr. 41, Tel. 2943.
Annahme von
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Sonntag, den 31. März 1929
Seite 3
Aus der Landeshaupkftadt.
Darmſtadt, 31. März.
* Vom befreienden Dienen.
Von Reinhold Braun.
Willſt du viele befreien,
So wag es, vielen zu dienen!
Goethe.
En: Unſterbliche Krönung des befreienden Dienens des
ndes! Siegel und Gloria der größten, erlöſenden Tat!
et, ihr Glocken, mit Urmacht den Sieg ſolchen Lebens!
ffende Erde im Lenze, grüne und blühe zum Gleichnis
üren Oſtern!
t—: Lied vom befreienden Dienen! Nichts erreicht dich an
det und Größe. Das Herz ſelber mit ſeinem Opferblute
0 clodie!
f ciendes Dienen.
wo ein Herrenweſen zum Dienſte ſich ſtellt, ſchafft Dienen
chtſinn bleibt Trott in der Enge, Blick auf Geleiſe und
Ebene. Nur der Impuls der Liebe, alſo der reinen,
Sreiwilligkeit kann zur Aufbruchskraft fürs eigene Leben
anderer werden, denen man dient.
Herrenweſen im großmenſchlichen Sinne kann zur Höhe
veil es Höhe in ſich trägt und unauslöſchliche Sehnſucht
ier reineren Gipfeln. Nur der, der um ſeine eigene
Befrei=
innerlich ringt, kann andere befreien. Wer in Ketten
lmnn nicht Führer ſein! —
hrut in die lenzige Landſchaft! Jede aufbrechende Knoſpe
lichnis von Kampf und Selbſt=Befreiung. Nur ſo wird
elle, dienende Blüte. Was nützt der unlebendige Keim
erde! Wenn ſeine Zeit gekommen iſt, wenn ſein innerſtes
uryſtiſch befiehlt, dann kämpft er ſich durch — und iſt doch
artes Gebilde. Mit dieſer Befreiung aus Schlaf und
hiöenheit beginnt ſein köſtliches Dienen!
öſterliches Herz, erfaſſe ſo des Frühlings gnadendes
in Erfaſſe es zu deiner eigenen Befreiung und dem
freud=
ohl mibrünſtigen Dienſte am Leben! Alle Feſte ſind uns zur
ppiskung geſetzt!
IIu Beſinnung in den Tagen des Feſtes ſoll Tat werden!
eireiendes Dienen .. . Das liegt fern aller Weichlichkeit. Es
Gitweilen die Tat des Chirurgen ſein. Wir dienen den andern
miſtn, wenn ſie gehen, wir können in irgendeiner Form und
ſatwas, wir ſind ſtreng gegen uns ſelbſt, wir meinen es
uähllich mit unſerm eigenen Menſchentume.
Schablonen=
ſteſ wiſſen nichts von der Kraft und Inbrunſt und der tiefen,
rm/ chönheit des befreienden Dienens und ſeinem Erfolge.
löllen und ſollen ſo dienen, daß wir andere, beſonders unſere
) zum rechten Lebensdienſt führen und der beſteht immer
chu poſitiven, heldiſchen Element!
Eles echte Dienen iſt eine Hilfe ins Licht, in die Weite,
oc in den Kern, in die innere Feſtigkeit!
üin wir in das Leben des großen Jeſus ſchauen: Immer
r” ein befreiendes Dienen, ſei es Wort, ſei es Tat oder
ſtik!Beiſpiel geweſen. Immer das gleiche, hohe Ziel: Im
er=
löfhier Geſpräch mit Nikodemus, im Blut=Ernſt der Dornen=
WDie ſieben Worte am Kreuze, ſtrahlt nicht ein jedes
1 Glanz?
ſuch der Auferſtehungsgedanke iſt eins der unerhört weſens=
Slieder in der Kette des Ganzen.
im muß dieſen Gedanken nur recht verſtehen! Auch für das
Leben! Das wirklich befreiende Dienen hört mit dem
mir äußerlich auf: in Wirklichkeit ſtrömt ſein Segen weiter.
tiefen, ſchöpferiſchen Grund war nur ein dunkler
Mark=
etzt. Was heiliger Dienſt einſt war, wandelt ſich in immer
raft, feiert immer wieder neue, geheimnisvolle
Aufer=
in den nachlebenden Seelen, feiert aber auch Auferſtehung
i Unerforſchten, Letzten jenſeits dieſer Irdiſchkeit.
reiendes Dienen! Liebe bleibt dein Quellgrund, Glaube
rlicher Impuls und Hoffnung deine Sonnenfreude mitten
itten.
freiendes Dienen! Der Größte hat es uns vorgedient, er
jeit bis zur Aufopferung ſeiner ſelbſt! Gethſemane und
icha waren grauſam ernſte Durchgangsſtätten! Das Ziel
1Oftern! Siegel und Gloria!
ir ſolch hehres Ziel laſſet auch uns an unſerem beſcheidenen
ben rechten befreienden Menſchendienſt tun; denn er iſt der
Gottesdienſt. Und die Sonne der Ewigkeit ſtrahle auf unſer
ſes Tun ihr ſegnendes Licht!
iattet, ihr Glocken, das troſtvolle, gott= und lebensſtarke
Der Vorſitzende der Oberen Bergbehörde. Der Miniſter für
Ar=
n5 Wirtſchaft, Herr Miniſter Korell, hat den Herrn Staatsrat
Vorſtand der Abteilung I des Miniſteriums (Induſtrie, Handel,
Ele und Soziale Fürſorge) auf Grund des 8 15 der Verordnung
3 März 1899, die Organiſation der oberſten Staatsbehörden
betreſ=
ſzu m Vorſitzenden der Oberen Bergbehörde berufen.
Bismarck=Kommers. Wie aus der heutigen Anzeige erſicht=
Aiſt. findet am kommenden Samstag, abends 8 Uhr, in der
ſühalle am Woogsplatz der große Bismarck=Kommers
Stu dentiſchen Verbände ſtatt, der in früheren Jahren bereits
U h war und großen Anklang bei A”= und Jung=Akademikern
Amſen hatte. Die Teilnehmerkarten ſind bei den Verbänden
eiAtlich. Es ſind ſelbſtverſtändlich nicht nur die in Darmſtadt
Umhaften Akademiker, ſondern alle Angehörige der Verbände
A MGeſſen und Nachbargebieten willkommen.
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vom 31. März bis 7. April 1929.
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Oſterſonntag, den 31. März, 17 Uhr, Ende 22 Uhr. C 19, T,
Gruppe 6 (Nr. 251—300). „Die Meiſterſinger von
Nürnberg”. Oper von R. Wagner. Preiſe 1,50 bis
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Oſtermontag, den 1. April, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. A 17, T,
Gruppe 7 (Nr. 301—350). „Der Freiſchütz”. Oper von
Weber. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Dienstag, den 2. April, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. H 8 (
Bühnenvolks=
bund), T, Gruppe 1, 2, 3 (Nr. 1—150). „Don Carlos”.
Schauſpiel von Schiller. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, den 3. April, 19½ Uhr, Ende gegen 22 Uhr. B 19.
„Androklus und der Löwe”. Schauſpiel von B.
Sham. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerstag, den 4. April, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. G 13 (
Darm=
ſtädter Volksbühne), Gruppe 1—4. „Der Freiſchütz”.
Oper von Weber. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, den 5. April, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. D 18, T, Gruppe
4 und 5 (Nr. 151—250). „Rigoletto”, Oper von Verdi.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, den 6. April, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. E 22.
Urauffüh=
rung. „Die Tgarows”. Schauſpiel von Bruno
Wellen=
kamp. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Sonntag, den 7. April, 17½ Uhr, Ende 22 Uhr. B 20. „Die
Walküre”. Von R. Wagner. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
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Oſterſonntag, den 31. März, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. D 17*),
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Samstag, den 6. April, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete VToo,
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Flotow. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Sonntag, den 7. April, 19½ Uhr, Ende gegen 22 Uhr.
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ſtädter Nothilfe zur Gewährung von einmaligen Unterſtützungen
in beſonderen Notfällen, vornehmlich für alte, erwerbsunfähige
und durch Krankheit oder ſonſtige Umſtände in Not geratene
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ſonen und deren Familienmitglieder beſtimmt, hat jetzt eine
Aus=
ſchüttung von rund 4000 RM. vorgenommen. Dabei konnten 120
Falle berückſichtigt werden, bei denen trotz aller Fürſorge= und
Verſorgungsmaßnahmen dringende Hilfe in erweitertem Maße
geboten war.
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Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: am 2. Feiertag, vorm.
11 und 11.30 Uhr, und vom 2. bis 5. April, vormittags 11 und 11.30 Uhr,
und nachmittags 3 und 3,30 Uhr. — Es wird nochmals darauf
hin=
gewieſen, daß bis einſchl. Sonntag, den 7. April, der Eintrittspreis
ermäßigt iſt.
Naturheilverein E. V., Darmſtadt. Mitglieder und Freunde
unſerer Beſtrebungen werden darauf aufmerkſam gemacht, daß unſer
Luſt= und Sonnenbad am Lichtwieſenweg (nächſt dem Flugplatz) von
heute ab bei gutem Wetter von 11 bis 18 Uhr geöffnet iſt.
Zur 9berbürgermeiſterwahl.
An die Stadtverwaltung und die
Stadtverordnetenverſamm=
lung ſtellten die Fraktionen der Stadtverordnetenverſammlung,
die Deutſche Volkspartei (gez. Dr. Noellner) und die
Deutſch=
nationale Volkspartei (gez. Heß, Schneider), den Antrag, die
Neubeſetzung der Stelle des Oberbürgermeiſters auf Grund eines
öffentlichen Ausſchreibens vorzunehmen.
Oberregierungsrat Dr. Bernheim
wird gemäß Verfügung des Reichsarbeitsminiſters in den Reichsdienſt
übertreten und ſich am 2. April in ſeinen neuen Wirkungskreis nach
Berlin begeben. Genau 10 Jahre, ſeit dem 1. April 1919, war Dr.
Bernheim als Schlichter für Heſſen und als Staatskommiſſär für die
wirtſchaftliche Demobilmachung in Heſſen erfolgreich tätig und genoß
in den langen Jahren nicht nur die vollſte Anerkennung ſeiner
vor=
geſetzten Behörden, ſondern auch das Vertrauen der Arbeitgeber und
Arbeitnehmer. Er kannte die Verhältniſſe in Heſſen in allen
Einzelhei=
ten und verſtand es ſtets, für die Belange der heſſiſchen Wirtſchaft mit
ſeiner ganzen Perſönlichkeit einzutreten, wobei es ihm gelang, dank
ſeiner perſönlichen Eigenſchaften alle Schwierigkeiten, die ſich während
der Verhandlungen ergeben mußten, zu überwinden. In zahlreichen
Dankſchreiben von Arbeitgeber= und Arbeitnehmerorganiſationen wird
dem ſcheidenden Schlichter der Dank ausgeſprochen und dem Bedauern
Ausdruck gegeben, daß Dr. Bernheim ſeine verantwortungsvolle und
erfolgreiche Arbeit in Heſſen aufgeben muß. Der heſſiſche Miniſter
für Arbeit und Wirtſchaft, Korell, drückte ſein Bedauern im Landtag
mit folgenden Worten aus: „Niemand bedauert mehr, als ich ſelbſt, daß
unſer verdienter heſſiſcher Schlichter, Herr Oberregierungsrat Dr.
Bern=
heim, nicht Schlichter für den größeren Schlichtungskezirk werden konnte.
Ich will ihm von dieſer Stelle aus, nachdem er am 3. April einen
gleichwertigen Dienſt im Reichsverſicherungsamt in Berlin antritt, hier
den Dank der heſſiſchen Wirtſchaft, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer,
für ſein erſprießliches Wirken ausgeſprochen haben.‟ Es iſt in der
Tat zu bedauern, daß der heſſiſche Schlichter, der als dienſtälteſter
Schlichter für dieſes Amt ſo hervorragende Qualitäten gezeigt hat,
ſeine reichen Erfahrungen in dieſer Eigenſchaft nicht mehr verwerten
kann, und daß die heſſiſchen Schlichtungen nunmehr durch einen
preu=
ßiſchen Beamten, deſſen Sitz ſich in Frankfurt a. M. befindet,
vor=
genommen werden müſſen.
Die umfangreiche 10jährige Tätigkeit Dr. Bernheims kann nur in
kurzen Zügen geſtreift werden. Nachdem er nach dreimalige Verwundung
die Stelle eines Chefs der Demobilmachungsabteilung in Frankfurk
begleitet hatte, wurde er am 1. April 1919 nach Darmſtadt berufen.
Seinen Bemühungen war es zunächſt zu danken, daß die großen
Heeres=
lagerbeſtände von Mainz nach Darmſtadt geſchafft wurden und damit
der Landwirtſchaft und dem Handwerk große Vorteile entſtanden.
Unter ſeiner Leitung arbeitete die ſtaatliche Bauſtoff=Beſchaffungs= und
Beratungsſtelle, deren Tätigkeit gerade deshalb beſonders wertvoll war,
da z. B. durch Tagespreisfeſtſtellungen und ähnliche Maßnahmen
größere Verluſte vermieden werden konnten, ja es konnte ſogar durch
Reſerbebeſchaffungen nach der Stabiliſierung der neugegründeten
Woh=
nungsfürſorgeſtelle 40 000,— RM. zu.= Verfügung geſtellt werden. Durch
ſeine Perſon war neben Preußen und Bahern auch Heſſen im
Reichs=
ausſchuß zur Verbilligung der Bauſtoffe vertreten. In den kritiſchen
Jahren wurde dank der Initiative Dr. Bernheims in der
Kohlen=
belieferung Heſſen mit Baden gleichgeſtellt. Die Lieferung wurde von
60 auf 90 000 Tonnen erhöht, ebenſo wurde auf ſeine Veranlaſſung die
Zementquvte erhöht. Weiter hat Dr. Bernheim die Bauſparkaſſe und
die „Bauwirtſchaftlichen Nachrichten” begründet, ein Verdienſt erwarb
er ſich anläßlich der „Freimachung der Arbeitsſtellen in Frankfurt”,
ferner durch die Vermeidung der Stillegung der Betriebe 1920, eine
Stillegungsverordnung die ſ. Zt. vom Reiche übernommen wurde und
heute noch beſteht. Die Notſtandsarbeiten wurden durch ihn ſtark
ge=
fördert. Seine Tätigkeit als Schlichter für Heſſen und Heſſen=Naſſau
dürfte allgemein bekannt ſein. —
In einer ſchlichten Abſchiedsfeier dankte Miniſter Korell nochmals
dem ſcheidenden Schlichter für ſeine Tätigkeit.
— Heſſiſches Landestheater. Am Oſterſonntag gelangen im
Großen Haus die „Meiſterſinger von Nürnberg” unter
muſikaliſcher Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm um
17 Uhr zur Aufführung (Miete C), im Kleinen Haus geht Shaws
Myſterium „Candida” für diejenigen D= und E=Mieter, die
keine Zuſatzmiete haben, um 19½ Uhr in Szene. Am Oſtermontag
findet im Großen Haus die erſte Wiederholung des
neuinſzenier=
ten „Freiſchütz” in der Premierenbeſetzung unter Leitung von
Max Rudolf ſtatt (Miete A. Beginn 19 Uhr), im Kleinen Haus
wird das bei Publikum und Preſſe ſo erfolgreich aufgenommene
Luſtſpiel von Langer: Das Kamel geht durch das
Na=
delöhr” zum erſten Male wiederholt.
Dienstag, den 2. April, gelangt Schillers „Don Carlos”
in der Inſzenierung Carl Eberts mit Charlotte Joſt=Jaeke, Beſſie
Hoffart, Fritz Valk, Bernhard Minetti, Hans Jungbauer, Hans
Baumeiſter und Carl Ebert in den Hauptrollen in Szene.
Das Landestheater bereitet gleichzeitig mit dem Berliner
Staatstheater die Uraufführung des Dramas „Die Ogarows”,
von Bruno Wellenkamp vor. Die Uraufführung findet Samstag,
den 6. April, im Großen Haus ſtatt. Die Inſzenierung leitet
Günter Haenel (Bühnenbilder: Wilhelm Reinking)
Die Oper bereitet eine Neueinſtudierung und Neuinſzenierung
von Mozarts „Figaros Hochzeit” vor. Die Erſtaufführung
findet Sonntag, den 14. April, im Kleinen Haus ſtatt. Die
muſi=
kaliſche Leitung hat Generalmuſikdirektor Dr. Böhm, die
Inſzenie=
rung beſorgt Carl Ebert. Die Bühnenbilder entwirft Lothar
Schenck von Trapp.
Kulturfilmbühne im Kleinen Haus. „Die
Filmſtadt Hollywood”, ein Film, der zum erſten Male
über die intereſſanten Vorgänge in den Hollywooder Filmateliers
Aufſchluß gibt und auch eine Reihe der weltberühmten
Film=
ſtars in ihrer Häuslichkeit zeigt, gelangt Dienstag, den 2.
Mitt=
woch, den 3., und Donnerstag, den 4. April. um 16 und 20 Uhr im
Kleinen Haus zur Vorführung.
Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft bringt Niebergalls „
Datte=
rich” Freitag, den 5. April, im Kleinen Haus zur Aufführung.
Beginn: 19½ Uhr.
7. Sinfoniekonzert des Landestheaters. Das
7. Sinfoniekonzert des Landestheaters findet Montag, den 8. April,
ſtatt. Zur Aufführung gelangen: Paul Graener; „Comoedietta‟,
Tſchaikowſky: Sinfonie Nr. 5, außerdem das Violinkonzert von
Zandonai (Soliſt: Konzertmeiſter Otto Drumm). Muſikaliſche
Leitung: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm.
Die Oper des Landestheaters gaſtiert Dienstag, den 2. April,
mit Puccinis „Bohéme” im Stadttheater Gießen.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Sonntag, den 31. März 1929
Nummer 88/8/
— Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm hat bei ſeinem letzten
Gaſt=
ſpiel am Frankfurter Opernhaus als Dirigent der „Salome” einen
außergewöhnlich großen Erfolg bei Publikum und Preſſe gehabt. Die
Frankfurter Zeitung ſchreibt: „.. Geſtern hat Dr. Böhm die
Aufführung von „Salome” dirigiert und auch bei dieſer Gelegenheit das
Profil eines grundmuſikaliſchen, ſtilvollen, vornehmen und
witkungs=
ſicher geſtaltenden Enſembleführers gezeigt . . .‟ —
Generalanzei=
ger: ... Zu den beachdenswerteſten Evſcheinungen in der jungen
Gene=
ration gehört der Generalmuſikdirektor des Landestheaters in
Darm=
ſtadt, Dr. Karl Böhm. Dr. Böhm, der Temperament und großes
tech=
niſches Geſchick beſitzt, hatte das Emſemble feſt in der Hand. Er
profi=
liert, mit dem Geiſte der Partitur durchaus vertraut, den Orcheſterklang
individuell und hält die Tonmaſſen doch ſo zurück, daß die
Geſangsſtim=
wen nicht zugedeckt werden. . .‟ — Frankfurter Nachrichten:
„..Die ſehr pflegliche Behandlung des Orcheſters ließ wiederum den
kultivierten Muſiker erkennen, als den wir Böhm bereits als Dirigenten
des „Figaro” vor kurzem im Opernhaus wirben ſahen. —
Volks=
ſtimme: „... Was bei früheven Gaſtſpielen von Dr. Böhm bereits von
vielen gefühlt wurde, fand man bei einer guten Aufführung der „
Sa=
lome” beſtätigt: Böhm iſt eines der ſtärkſten Talente der jungen
Diri=
gentengeneration. Er ließ dem Werk eine feine Gliederung zuteil
wer=
den, zeigte ein ſeltenes Feingefühl in der Begleitung und eine faſt
un=
heimliche Steigerung in der Dynamik. Dabei bleibt er ein ſchlichter,
einfacher, ganz ſeiner Aufgabe hingegebener Künſtler, der ſich nicht in
Szene ſetzen will, ſondern das Kunſtwerk. Böhm, ein Schüler von Muck,
iſt eine geborene Führernatur. .
* Martinskirche. Bei dem Frühgottesdienſt des 2.
Oſter=
tages um 7 Uhr wird Frau Suſanne Horn=Stoll einige
Oſter=
lieder ſingen.
— Modenſchau. Am Samstag, 6. April, nachmittags 4 Uhr und
abends 8 Uhr, findet im „Hotel zur Traube” eine Modenſchau ſtatt.
Veranſtalterin iſt die Firma Carl Schürmann u. Co., die damit
den altrenommierten Ruf ds Hauſes pflegt und der intereſſierten
Damen=
welt zu Beginn der Saiſon Gelegenheit gibt, alles Neue und
Sehens=
werte der Frühjahrs= und Sommer=Mode kennen zu lernen. Modiſche
Details ergänzen die Firmen Johanna Becker: Hüte, H.
Huf=
nagel: Lederwaren, Karl Jordan: Schirme, Speiers
Schuh=
warenhaus (Inh. P. Wildau). Um 8 Uhr wird die Modenſchau
im Rahmen eines Geſellſchaftsabends wiederholt. Für beide
Veranſtal=
tungen ſind Karten im Vorverkauf im „Hotel zur Traube” erhältlich.
Oſtern im Frankfurter Zoo. Beſonders reichhaltig und vielſeitig
kann man die Neu=Erwerbungen dieſes Frühjahr im Frankfurter
Zoo nennen, galt es doch, die Sammlung exotiſcher Tiere, eine der
größten des Kontinents, durch Vervollſtändigung von Zuchtpaaren ſowie
Ankauf noch fehlender Arten weiter auszubauen. — Ein lang gehegter
Wunſch, zu dem bereits ſeit 2 Jahren im Garten lebenden Weibchen der
Maſſai=Giraffe „Aruſha” ein paſſendes Männchen zu finden,
iſt in Erfüllung gegangen: Ein beſonders ſtattliches, bereits an die
Ge=
fangenſchaft gewöhntes Exemplar der im Gegenſatz zur aus der Maſſai=
Steppe ſtammenden Art ſehr regelmäßig gezeichneten Rhodeſiſchen
Giraffe konnte von Direktor Priemel auf einer Einkaufsreiſe für den
Frankfurter Garten geſichert werden. Da ſich die beiden Tiere
aus=
gezeichnet vertragen und auch die Altersverhältniſſe gut abgeſtimmt
ſind, beſteht Ausſicht, bei dieſer ſeltenen Gattung in den nächſten Jahren
ebenfalls Na ucht zu erhalten. — Im Raubtierhaus kann ſeit langen
Jahren wieder die ſüdamerikaniſche gefleckte Großkatze, der Jaguar,
und zwar in drei halbwüchſigen, ſehr ausſichtsreichen Stücken gezeigt
werden; dem ausnehmend großen abeſſiniſchen
Leopardenmänn=
chen wurde ein neues Weibchen zugeſellt. — Unter den neuen
Raub=
vögeln befindet ſich ein ausgefärbtes Stück des bunten
Königs=
geiers. — Eine der großen Volieren des Vogelhauſes iſt für einen
Trupp großer farbenprächtiger ſüdamerikaniſcher Papageien, wie
Hypazinth=, Grünflügel=Aras, Araraucas ſowie 2 der ſeltenen
auſtraliſchen Ara=o= der Nabenkakadus eingerichtet worden.
Auf den Weiheranlagen ſind u. a Schwarze Schwäne, Braut=
und Kolbenenten hinzugekommen. — Auch das Aquarium iſt
reich beſetzt. — Die baulichen Verbeſſerungen ſind ebenfalls begonnen
worden: ſo wurde der große Sprungkäfig im Affenhaus weitgehend
um=
geändert, wodurch er jetzt den verſchiedenſten Bedürfniſſen ſeiner
In=
ſaſſen gerecht wird. Die durch den ſtrengen Winter beſonders ſtark in
Mitleidenſchaft gezogenen gärtneriſchen Anlagen und Wege haben ihr
altes Ausſehen wieder erlangt, ſo daß der Garten in jeder Beziehung
ein echtes Frühlingsgeſicht zeigt.
— Der Oſterſpielplan im Orpheum beginnt heute Samstag, den
30. März, abends 8.15 Uhr, mit dem Operetten=Gaſtſpiel „Der
Ober=
ſteiger” in drei Akten, Muſik von Carl Zeller. Die Titelrolle ſingt
Kammerſänger Erich Lange, Staatstheater Wiesbaden; die weibliche
Hauptrolle liegt in Händen von Friedel Gierga, die jüngſt in
Mannheim bemerkenswerten Erfolg zu verzeichnen hatte. — Ferner iſt
noch Willi Straſſer zu erwähnen, welcher durch ſeine Tätigkeit
in der erſten Sommer=Spielzeit A. Steffters in Darmſtadt wohl bekannt
ſein dürfte. Der Oberſteiger” iſt neben „Vogelhändler” in der
laufen=
den Spielzeit im Repertoire der meiſten deutſchen Bühnen neu
aufge=
nommen worden, und hat das Werk überall großen Erfolg. — An den
beiden Oſterfeie tagen (Sonntag und Montag) und folgende Tage
fin=
den Wiederholungen ſtatt. Der Beginn der Vorſtellungen iſt mit
Rück=
ſicht auf das auswärtige Publikum pünktlich auf 8 Uhr abends
feſt=
geſetzt. Der Kartenvorverkauf iſt an beiden Feiertagen im
Verkehrs=
bureau vormittags von 9—12 Uhr, ſowie nachmittags ab 3 Uhr an der
Orpheumskaſſe. (S. heutige Anzeige.)
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April ds. Js., abends 8 Uhr, in ſeinen Unterrichtsräumen in der
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— Kath. Kirchenchor St. Martin und St. Marien in Darmſtadt.
Am Oſterſonntag wird der kath. Kirchenchor St. Martin und St. Marien
im Hohamt in der Liebfrauenkirche (Klappacherſtraße) eine neu
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ſeit Menſchengedenken nicht dageweſenen Winters in einer Zeit
er=
ſtellt wurde, wo die geſamte Bautätigkeit in Darmſtadt ruhte. Bis
auf die Stahlwände iſt der ganze Bau von hieſigen Unternehmern
aus=
geführt worden, die der neuen Bauweiſe Intereſſe und
Anpaſſungs=
vermögen zeigten. Die Erd=, Maurer= und Ausbauarbeiten ſind von
der Bauhütte, die Zimmerarbeiten von der Fa. Konrad Haury, die
Schreinerarbeiten von der Fa. G. Gehbauer, die Inſtallationsarbeiten
für Gas und Waſſer von der Fa. Lambeck u. Brauner, G. m. b. H.,
die elektriſche Inſtallation von der Fa. Elektrobrand, die
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Fürth ab 20,33, Weinheim an 21,25. Pz. 3151 Worms ab 5,21.
heim an 6,15. P; 3154 Weinheim ab 6,35, Worms an 7,B. P.=
Weinheim ab 15,53, Worms an 18,36. Pz. 5170 Weinheim ab
Worms an 22,24.
— Stadtbücherei. Mit dem 1. April ändern ſich die
Oeffnung=
der Stadtbücherei folgendermaßen: Montges und Donnerstags 7
die Ausleihe erſt um 17 Uhr, ſtatt um 16 Uhr wie bisher. Im 1
bleiben die alten Ausleihzeiten beſtehen.
— Promenadenkonzert. Am 1. und 2. Oſterfeiertag fins=
Heringarten vormittags 11 Uhr je ein Promenadenkonzert des
orcheſters unter Leitung ſeines Kapellmeiſters Willy Schlupt
(Siehe Anzeige.)
Lokale Beranſtalkungen.
Die hierunter erſcheinenden Nofiyen ſind aurſchſießlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu de
in feinrm Falle irgentwit a1s Beſprechung oder Kritſt.
— Brauerei Schul, Schloßgaſſe. Vie aus der h.=t
Anzeige erſichtlich, findet am 1. und 2. Oſterfeiertag ein Konzer-Müt üe
Dasſelbe wird ausgeführt vom Stadt=Orcheſter.
— Konzert mit Tanz im Hotel Prinz Heir
Im Hotel Prinz Heinrich, Bleichſtraße, findet Oſterſonntag im.
Oſtermontag Konzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch iſt
beſte=
empfehlen.
Im Hotel und Reſtaurant „Zur Poſt” am Haup=4ſtr 4u
hof, findet am 1. Feiertag Konzert der beliebten Hauskapelle=Hy
2. Feiertag Tanz. Der Beſuch iſt ſehr zu empfehlen. (Siehe EN6
Anzeige.)
— Im Wiener Kronenbräu=Keller wird am 1.
feiertag die Saiſon eröffnet. An beiden Feiertagen findet großes (31
konzert ſtatt, das vom Stadtorcheſter ausgeführt wird. Im G
Saale wird am 2. Feiertag von abends 8 Uhr ab Konzert gegebe
Tanzeinlagen. (Siehe Anzeige.)
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 17.00 Uhr, ſta 2
22 Uhr, C 19: „Die Meiſtevſinger von Rürnberg‟. — Kleines u. * Sühnlei
Anfang 19.30 Uhr, Ende B2 Uhr, D 17, E 21: „Candid/
Orpheum, abends 2.15 Uhr: „Der Oberſteiger” — Konze tmdv
Tageskalender für Sonntag (1. Feiertag), den 31. März 12,
Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Prinz Karl, Reichshof, uus mit
melbräu, Alte Poſt, Waldſchlößchen, Weinhaus Maxim, Kaffe cmtu
mann, Perkeo, Hotel zur Poſt, Reſtaur. Dintelmann, Bismarcke) / (on
Ludwigshöhe nachm. 16 Uhr: Konzert. — Kinovor enr,
lungen: Union=Theater, Helia, Palaſt=Lichtſpiele.
Tageskalender für Montag (2. Feiertag), den 1. April 192
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 19 Uhr,
22 Uhr, A 17: „Der Freiſchütz”. — Kleines Haus, Afang 19.30/F0
Ende gegen 22 Uhr, Zuſatzmiete IV: „Das Kamel geht durckhy A. 2ibu=
Nadelöhr”. — Orpheum, abends 20.15 Uhr: „Der Oberſteigen
Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Prinz /
Reichshof. Rummelbräu, Alte Poſt, Waldſchlößchen, Weinhaus Mor
Kaffee Ganßmann, Perkeo, Hotel zur Poſt, Beſſunger Turnhal
marckeck. — Ludwigshöhe nachm. 16 Uhr: Konzert.
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Aus Heſſen.
Sberſtadt, 30. März. Kirchliches. Der
Vormittagsgottes=
ſutr 1. Oſtertag, in dem der Ortsgeiſtliche, Pfarrer Paul, predigen
werd durch die Mitwirkung des Poſaunenchors und des
Kirchen=
wreins in der üblichen Weiſe ausgeſtaltet werden. Am zweiten
er tag findet in einem beſonderen Gottesdienſt am Nachmittag die
Aung der Mädchen, die mit Ablauf des Schuljahres zur Entlaſſung
wrr ſind, ſtatt. Am Sonntag nach Oſtern werden ſie konfirmiert.
Eberſtadt, 30. März. Kirchliches. Am Karfreitag fand in
che im Vormittagsgottesdienſt eine Abendmahlsfeier ſtatt. Der
geſangverein wirkte in dezenter Weiſe mit. Abends wurde eine
bfandacht abgehalten.
Eberſtadt, 30. März. Starker Ausflugsverkehr an
rgſtraße. Am Karfreitag war infolge des guten Wetters der
an der Bergſtraße äußeiſt groß. In Eberſtodt wurden während
er einer Stunde über 200 durchfahrende Autos und über 120
rüder gezählt. Man konnte dabei einen Begriff davon bekommen,
* ſchönes Wetter vorausgeſetzt, der Verkehr an der Bergſtraße
der bevorſtehenden Oſterfeiertage werden dürfte. Groß war
Zahl der Spaziergänger und der Fahrgäſte der Straßenbahn.
Gberſtadt, B. März. Holzverſteigerung des Forſt=
In der kommenden Woche hält das Foyſtamt Eberſtadt wieder
ſelzverſteigerungen ab. Am Mittwoch, den 3. April, findet eine
lzverſteigerung (Holzverſteigerung Nr. 7) und am Freitag, den
. eine Nutzholzverſteigerung (Verſteigerung Nr. 8) ſtatt.
Pfungſtadt, 30. März. Generalverſammlung der
sbank. Für die hieſige Volksbank (e. G. m. b. H.) war das
zuſene Geſchäftsjahr 1988 wiederum erfolgreich. Unter umſichtiger
uun hat die Bank gute Fortſchritte zu verzeichmen. Der Stand der
Tage abgehaltene Generalverſammlung, die im Gaſthaus von leitung: Ueber Straßengabelung Nichtung Lang=Göns und Dorf=Glill.
-Herbert abgehalten wunde, nahm einen guten Verlauf. Die
Punkte konnten zur Zufriedenheit erledigt werden. Bei den Umleitung: Gedern reſp. Geinhaar.
zehke wurde Heinrich Schupp neu und Dr. Krichbaum und Julius
ifft wieder in den Aufſichtsvat gewählt. Die Einſchätzungskommiſſion
trt n Aufſichtsvat wurde auf Vorſchlag der Verſammlung einſtimmig
ewinrdgt wählt. Auch zu der Aufwertungsfrage wurde Stellung
genom=
zmems wurde jedoch kein endgültiger Beſchluß gefaßt, vielmehr foll
dermht eine außerordentliche Hauptverſammlung abgehalten werden,
in ia dieſe Frage allein zur Beratung ſtehen wird. Die von der
Gene=
alue arnmlung genehmigte Diwidende für 1928 mit 8 Prozent, abzüg=
4* witaleatragsſteuer, wird bereits jetzt an der Kaſſe ausbezahlt,
Futgeſchrieben. Das Gleiche gilt für die Geſchäftsanteile der am
ginerde ausgeſchiedenen Mitglieder.
Pfungſtadt, 30. März. Karfreitag. Nach einem
Abendmahls=
meienſt am Gründonnerstag abend fand am Karfreitag vormittag
mtſnresdienſt ſtatt, in dem auch der Kirchenchor und der
Poſaunen=
hüry feierlicher Weiſe mitwirkten. Im Anſchluß an den Gottesdienſt
wdhmals eine Abendmahlsfeier ſtatt. Abends wurde eine beſondere
bichunahlsfeier der evgl. Jügenbünde abgehalten.
Hahn b. Pfungſtadt, 30. März. Hohes Alter. Dieſer Tage
ro die Witwe Eliſabeth Maus 88 Jahre und die Witwe Eliſabeth
Kein6 Jahre alt. Ferner konnte am Oſterſamstag die Witwe L. Rau 2. Für die Kloſteranlagen in Maria Einſiedel werden gegenwärtig die
hten3 Geburtstag begehen.
Hähnlein, B. März. Kürzlich fand die Generalverſammlung des fahren, und darf damit gerechnet werden, daß die Ausſchachtungsarbeiten
ſitkzuchtvereins Hähnlein unter reger Beteiligung der Mitglieder gleich nach Oſtern beginnen.
tait no wurde unter anderem beſchloſſen, das 30jährige Beſtehen des
Vetrs mit einer Jubiläumsſchau zu feiern, und zwar am 20. Appil, 28. März —0,06 Meter, am 29. März —0,17 Meter.
mamttags 2 Uhr. Hierbei werden von der Landwirtſchaftskammer an
rſtandsmitglieder, welche dem Verein ſchon über 25 Jahre an= 28. März 1,12 Meter, am 29. März 1,06 Meter.
gn, Ehrenurkunden verliehen. Den Züchtern und Gemeinden iſt
gen Tage Gelegenheit gegeben, ſich von dem derzeitigen Stand der
n dem Rinderzuchtverein zu überzeugen und erſtklaſſige Faſel zu
Auf der hieſigen Jungviehweide wird eine Schutzhütte für die
Sonntag, den 31. März 1929
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 81. März bis 6. April 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hanptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Bensheim—Worms (Ortsdurchfahrt vom Ortseingang von
Bens=
heim bis zum Rathaus) vom 25. März bis 22. April geſperrt. Dertliche
Umleitung.
Eberſtadt—Gernsheim (Ortsdurchfahrt Eberſtadt Heidelberger= bis
Ludwigſtraße) vom 2. bis 16. April geſperrt. Umleitung: Schwanen=
und Waldſtraße
Lauterbach—Schlitz—Hersfeld (Ortsdurchfahrt Schlitz) vom 3.
Ja=
nuar bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Angersbach—Salzſchlirf.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Sorendlingen-Buchſchlag vom 26. Nodember 1928 bis auf
weite=
res geſperrt. Umleitung nach Bahnhof Buchſchlag—Sprendlingen über
die forſtfiskaliſche Waldſtrecke zum Forſthaus Mitteldick.
Oſthofen—Rheinſtraße bei Km. 1.4 vom 2. bis 6. Axril geſperrt.
Umleitung: Oſthofen—Mettenheim—Rheinſtraße
Wolfsheim bis Straße Wörrſtadt—Ober=Hilbersheim vom 2. bis
5. April geſperrt. Umleitung: Wolfsheim-Vendersheim.
Finthen—Gonſenheim (Ortsdurchfahrt Finthen Bahnhofſtraße) vom
2. bis 6 April geſperrt. Umleikung: Gonſenheim—Schloß Waldhaufen.
Ortsdurchfahrt Sprendlingen (Badenheimer Straße) vom 2. bis 15.
April geſperrt. Dertliche Umleitung.
Mainz—Hechtsheim alte Hechtsheimer Straße) vom 2. bis 24. April
geſperrr. Umleitung: Gauſtraße nach Heehtsheim.
Oitsdurchfahrt Nieder=Gſchlbach vom 19. November 1928 bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Ober=Eſchbach-Ober=Erlenbach reſp.
Bo=
names—Harheim-Nieder=Erlenbach.
Sichenhauſen—Herihenhain—Hartmannshain vom 23. März bis auf
weiteres geſterrt. Umleitung: Eſchenrod—Hartmannshain.
Holzheim—Grüningen vom 22. März bis auf weiteres geſperrt. Um=
Wenings—Merkenfritz vom 27. März bis auf weiteres geſperrt.
Hagnausfall!
Schlnnen und Schuppen beseltlgt Dr. Köthver=
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Flasche M. 3,40/Ueberall erhiltlicht
nder (rrichtet und 8 Ninder wurden auf die Jungviehweide der
tſchaftskammer nach Groß=Breitenbach angemeldet.
Dieburg. 30. März. Ein eigenartiger Unfall ereignete
mahen Eppertshauſen. Beim Wecktragen blieb ein Mädchen, als
Treppe in einem Hauſe hinabging, mit den Kleidern an einem
der mit heißem Waſſer gefüllt war und auf der Treppe ſtand,
kam zu Fall und erlitt durch das heiße Waſſer ſchwvere Brand=
Zwingenberg a. b. B., 98. März. Jubiläum des
Orts=
bevereins.Der hieſige Ortsgewerbeverein feiert im Juni
iges Beſtehen. Mit dem Jubiläum iſt eine Verbandsver=
*uug des Bezirksverbandes Bensheim=Heppenheim verbunden.
Sandbach i. Odw., 29. März. Am vergangenen Samstag konnte
eirrLehrer Brunner auf eine 25jährige Dienſtzeit zurückblicken.
Zu=
läghat er 20 Jahre vorbildlich und ſegensreih in unſerer Gemeinde
ſein nt. Einer Generation hat er die Grundlagen ihres Wiſſens und
Köxuns durch einen muſtergültigen Unterricht vermittelt. Seine
Hanpt=
ſornezalt jedoch der Förderung der hieſigen Shulverhältniſſe. So
be=
grußt er es mit Freuden, als nach langjährigen Bemühungen und
Kcuſen das neue Schulhaus im November 1926 eingeſveiht werden
kognt. Hier bot ſich ſeinem Organiſationsvermögen bei der
Einrich=
tumg der Schulräume und der Neuovdnung des Schulinventars ein
damütres Arbeitsfeld. Herne und oft opferte er ſeine Zeit und
Arbeits=
kraßum Dienſte der Volksbildung und Heimatpflege. Cerade ſeine
litelniſchen Arbeiten auf dem Gebiete der Heimatgeſchichte zeigen ſeine
„Vetindenheit mit Sandach, dem ſeine ganze Arbeitskraft gewidmet
warc Anläßlich des Dienſtjubiläums fand am Samstag in der Schule
rFseini hlichte Feier ſtatt. Nachdem Herr Lehrer Rohde den Jubilar als
nues vonbölichen Lehrer gefeiert und ihm die Glückwünſihe und den Dank
rog ders brſammelten Schüller übermittelt hatte, ſprachen die Herren
Bürger=
metn Karg und Pfarrer Römheld. Sie drückten ihren Dank für die
rusall lx bereitwillige Mitarbsit zum Wohle der bürgerlichen und
evan=
arlrten Kirchengemeinde aus. Alle Anſprachen aber klangen in dem
Pluhr aus, daß es dem Jubilar noch recht lange vergönnt ſein möchte,
weick in Gundheit zum Wehle der Gemeinde uud Schule wirken zu können.
Bp. Gernsheim, 30. März. Bau eines Kapuzinerkloſters.
Vermeſſungsarbeiten vorgenommen. Es iſt bereits Steinmaterial ange=
— Gernsheim, 30. März. Waſſerſtand des Rheins am
— Hirſchhorn, 30. März. Waſſerſtand des Neckars am
Müdigkeit und Erſchöpfung
erfordern als Gegengewicht eine ſchnellverdauliche Kraftnahrung. Eine
Taſſe Ovamaltine hebt ſofort die Lebensgeiſter. Sie mundet Allen.
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RM. 5.—. Gratisproben und Druckſachen durch; (l.1385
Dr. A. Wander, G. m b. H, Oſihofen=Rheinheſſen.
By, Langen, 29. März, Tödlicher Unfall. Als geſtern morgen
Herr Nollhuſon mit einem Motorrad von der Flachsbackſtraße in die
Bahnſtraße einbiegen wolte, kam gerade das Langener Verkehrsauto
die Bahnſtraße herunter, ſo daß er mit dieſem zuſammenſtieß und zur.
Seite geſchleudert wurde. Dabei wurde der junge Mann, der 28 Jahre
alt iſt, getötet und das Motorrad, das er geliehen hatte, vollſtändig
zertrümmert.
Künstliche Augen
Fertigen n. d. Natur u. passen ein
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Filiele Frankfurt am Main, 10—4 Uhr.
Weseistraße 41. Ecke Taunusstrals.
(II 5412
— Sprendlingen, 27. März. Die Freiwillige Feuervehr
Sprend=
lingen bei Frankfurt begeht am 22., 23. und 24. Juni d. J. die Feier
ihres 50jährigen Veſtehens, wozu die Vorbereitungen bereits in vollem
Gange ſind. Ein= große Anzahl auswärtiger Wehren hat bereits ihr
Erſcheinen zugeſagt. Die verſchiedenen Ausſchüiſſe haben ihre Arbeiten
bereits aufgenommen. Als Feſtplatz iſt das Gelände am Städtiſchen
Schwimmbad in Ausſicht genommen. Bei dem guten Ruf, der der
Sprendlinger Feuerwvehr vorausgeht, und bei der bekannten
Gaſtfreund=
ſchaft der Serendlinger Einvohnerſchaft dürſten die Feſtteilnchmer
reht vergnügte Stunden in Sprendlingen zu erwparten haben.
Eeite 7
Od. Michelftabt, 2). März. Da3
geplante Trauer=Kirchenkonzert, das bereits einmal ſchon wegen eines
Defektes an der Heizung der Kirche verſchoben werden mußte, fand nun
kürzlich ſtatt. Der Beſuch übertraf alle Erwartungen, denn das
Gottes=
haus war ſchon lange vor Beginn der Veranſtaltung voll beſetzt.
Mit=
wirkende in dieſem Konzert waren Fräulein Eliſabethe Bauer=Hannover,
zurzeit in der Haushaltungsſchule Michelſtadt, Sopran, Herr Lehrer A.
Knecht, Orgel, Herr Hegny=Michelſtadt, Bariton, ſowie der evangeliſche
Kirchenchor unter Leitung des Herrn Lehrer Lerch. Die Feier wurde
eingeleitet mit dem Vorſpiel zu Nichard Wagners „Parſival”. Alsdanm
wechſelten Vorträge von Frl. Bauer, von Herrn Hegny ſowie des
evan=
geliſchen Kirchenchores miteinander ab, die alle ſehr gut gefielen. Auch
Herr Knecht gab bei den Orgelvorträgen Proben ſeines großen
Kön=
nens. — Entlaſſungsfeier der Oberrealſchule. Zum
erſten Male veranſtaltete die Obercalſchule Michelſtadt am 20. März d.
J. eine Feier für die Schüler, die Oſtern die Anſtalt verlaſſen. In
ſeiner Begrüßungsanſprache erklärte Oberſtudiendirektor Dr. Weiner,
daß mit dieſer Neuerung die Abſchiedsfeiern, die die Schüler von ſich aus
bisher zu veranſtalten pflegten, durch eine Feier erſetzt werden ſollen,
die dem Ernſte der Zeit angemeſſen ſei. Es ſind 15 Schüler, die das
Zeugnis der Reife erhalten haben, und etwa ebenſobiele, die außerdem
abgehen. Beſonders herzliche Abſchiedsworte richtete Dr. Weiner an die
Reiflinge. Der Leiter des Berufsberatungsamtes wies darauf hin, daß
man in den Berufen tüchtige junge Leute mit guter Schulbildung
brauche. Die Leiterin desſelben Amtes nannte eine Reihe ſolcher
Be=
rufe, die für junge Mädchen in Frage kämen. Die Feier war durch
muſikaliſche Solovorträge von Schülern und Schüilerinnen und durch
Darbietungen des Schülerchors unter Leitung des Herrn Lehrer Heß
eingerahmt. Zum Schluß dankte Herr Geheimrat Dr. Gärtner im Namem
der Eltern dem Direktor für die wohlgelungene Feier und dem geſamten
Lehrerkollegium für alle Arbeit und Mühe, die es für die Ausbildung
und Erzichung der Schüler aufgewandt habe.
b. Erbach i. O., B. März. Verband der
Warmblut=
züchter Heſſens. Der Verband hatte als Nefeventen für einem
Werbevortrag, Herrn Landſtallmeiſter Hertel gewonnen, der über das
Thema „Die Heſſiſche Pferdezucht” ſprach. Der Saal des Gaſthauſes
„Zum Hirſch” war leider nicht ſo beſucht, wie dies im Intereſſe
beſon=
ders unſerer Landwirtſchaft erforderlich geweſen wäre. Der Vorſitzende
des Verbandes. Seine Erlaucht der Erbgraf Alexander zu Erbach,
be=
grüßte die Erſchienenen und ging in kurzen einleitenden Worten auf das
Thema des Abends ein. Der Kernpunkt der Ausführungen Herrm
Hertels gipfelte darin, daß die Auffaſſung, daß der Motor das Pferd
allmählich überflüſſig mache, heute nicht mehr gehalten werden könne,
da ſich bereits in allen Induſtrie= und Handelskreiſen ein Mangel an
Pferden und dementſprechend größerer Bedarf geltend mache. — In
leicktverſtändlicher Weiſe wußte der Nedner des Abends die Zuhörer —
auch die an dem Thema weniger intereſſierten — zu feſſeln. An Hand
reicher Erfahrungen gab er dem Züchter Winke, wie die heute ſehr
ver=
nachläſſigte Pferdezucht rentabel zu geſtalten ſei. Pflege und Wartung
der Tiere fanden ſeine beſondere Aufmerkſamkeit. Intereſſant waren
die Zahlen, die in bezug auf Ein= und Ausfuhr genannt wurden. Wenm
man hört, daß nach Deutſchland jährlich über 20 000 Pferde mit einem
Koſtenaufwand von über 2) Millionen RM. eingeführt, daß
demgegen=
über aber faſt keine Ausfuhr beſteht, dann regen dieſe Zahlen doch zum
Denken an. Hier können der Volkswirtſchaft und damit dem
Vater=
lande Millionenwerte erhalten bzw. geſchaffen werden, durch Ausbau
der heimiſchen Zucht. An Hand ſtatiſtiſchen Materials wies Redner
nach, daß wir im Jahre 1930 in Deutſchland einen Fehlbetrag von
200 000 Stück Pferden haben werden. Als gutes Abſatzgebiet für Pferde,
die in Heſſen gezüchtet ſind, bezeichnete er unſer Nachbarland Bayern,
das einen jährlichen Einfuhrbedarf von 30 000 Pferden habe.
Naum=
mangel verbietet es leider, auf den ſehr lehrreichen Vortrag näher
ein=
zugehen. Mögen die Ausführungen des Referenten beſonders bei den
intereſſierten Kreiſen der Landwirtſchaft auf fruchtbaren Boden gefallen
ſein. Vielleicht iſt hier eine Gelegenheit zur Mithilfe an der
Aufrich=
tung unſerer um ihre Exiſtenz ſchwer kämpfenden Landwirtſchaft gegeben.
A. Aus dem miitleren Odenwald, 28. März.
Frühjahrs=
arbeiten. Infolge der langanhaltenden Kälte ſind unſere Landwirte
mit den Feldarbeiten noch wveit zurück. Da bis in die letzten Tage noch
der Boden ofk bis 1 Meter tief gefroren war, konnte man an Pflügen
und dergleichen noch nicht denken. Jetzt geht es mit doppeltem Fleiß
an die Arbeit, um das Verſäumte nachzuholen. An der Sommerſeite
der Verge, wo der Shnee bald wegtnute, haben die Winterſaat und
der Klee ſehr notgelitten, ſonſt iſt der Saatenſtand beſſer. Beim
Kar=
toffelausleſen müſſen viele Landwirte die Beobachtung machen, daß die
Kartoffeln teilw=iſe ſehr unter der Kälte gelitten haben und zur Saat
nieht mehr tauglich ſimé. Die Saatkartoffelhändler dürften dieſes Jahr
gute Geſchüfte mahen. Die Wieſen fangen nun auch allmählich an zu
grünen, jedoch wird es dieſes Jahr nicht ſo früh Grünfutter geben. Man
kann beobachten, wie unfere Landuirte immer mehr zur Weidewirtſchaft
übergehen. Viele Wieſenſtücke werden wieder jetzt eingezäunt und zu
Viehweiden eingerichtet. So regt ſich überall neues Leben!
— Bodenheim, 28. März. Folgenſchwere Verwechſelung.
Eine Verkäuferin, die in einem hieſigen Geſchäft tätig iſt, verkaufte an
einen Landwirt Futtermehl. Der Landwirt fütterte mit dem
angeb=
lichen Futtermehl ſein Vieh, und als es nach einigen Tagen nicht mehr
auſſtand, holte er den Tierarzt. Dieſer ſtellte feſt, daß das Bieh kein
Futtermehl, ſondern Bleiweiß bekommen hatte. Die Verkäuferin hatte
Futtermehl mit Bleiweiß beivechſelt. Vorgeſtern mußte der Landwirt
zwei Kuhe abſchlachten laſſen. Ein Tier ſchwebt noch in Lebensgefahr.
* Gießen, 28. März. Schwere Strafen für
Jagdhaus=
einbrecher. Vor dem Gießener Schöffengericht ſtanden geſtern drei
Angeklagte unter der Beſchuldigung, fünf Jagdhäuſer in den Kreiſen
Friedberg, Büdingen, Schotten und Gießen gewaltſam aufgebrochen und
geplündert zu haben. Der Haupttäter war der ſchon oft erheblich
vor=
beſtrafte 25jährige Schloſſer Hof aus Wieſeck, ſeine Helfershelfer waren
ein Arbeiter Hammel, der früher in Gießen wohnte, und ein aus
Schle=
nen ſtammender Schweitzer Walzock, der zuletzt auf dem Häuſerhof bei
Nidda arbeitete. Das Gericht verurteilte den Angeklagten Hof als
Haupttäter mit Rüchſicht auf die Gemeingefährlichkeit ſeines Tuns unter
Verſagung mildernder Umſtände zu vier Jahren Zuchthaus. Seinen
Helfershelfern wurden mildernde Umſtände gewährt und jeder von
ihnen zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis verurteilt.
Mit Carl Hagenbeck auf Tierfang!
Mit der Ufa in der Wildnis!
Wo der Amazonas, der drittgroßte Strom der Erde, sieh durch
sud-
amerikanischen Urwald windet, werden von gsubten Tiertangern
gefahrliche Abgottschlangen fur Hagenbecke Tierpark gefangen. Auch
Sie, vor allem aber Ihre Kinder, interessieren solche Tierfangezenen
und abenteuerliche Tierjagden in fernen Welten. Sammeln Sie darum
Halpaus-Tierfavg-Bilder, die allen Schachteln der Halpaus-Cigaretten
beiliegen. Schenken Sie Ihren Kindern ein Einklebe-Album, das zum
Preise von RM.1.50 in allen Tabakwarengeschaften oder durch die
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erhält-
lich ist. Sichern Sie Ihren Kindern Stunden immerwährender
Unter-
haltung, denn mehr als Marchen und Sagen fesseln Schilderungen von
gefahrvollen Tierjagden und Tierfang-Expeditionen in weiten Fernen.
49
NAMIIAI
Seite 8
Sonntag, den 31. März 1929
Nummer 88/0
Die glückliche Geburt
eines geſunden
Töchter=
chens zeigen in dankbarer
Freude an
Friedrich Feigkund Frau
Marie, geb. Wolf.
Darmſtadt, den 28. März 1929.
Z3. Zt. Privatklinik Dr. H. Waliher. (*
WERNER STEINBOCK
LU/SE STEINBOCK
geb. Duchardt
VERMAHLTE
Darmstadt, im März 1929
Waldstraße 32
Die kirchliche Treuung findet am I. Osterfelertag 1929, 2 3/4 Uhr
in der Stadtkapelle statt
Statt Karten.
Die Verlobung unſerer Tochter
Edith mit Herrn Ludwig
Schweisgut geben wir
hier=
mit bekannt.
Herbert Arnold
und Frau.
Erfurt, Megfartſtraße.
Meine Verlobung mit Fräulein
Edith Arnold beehre ich
mich anzuzeigen.
Ludwig Schweisgut.
Darmſtadt, Herderſiraße.
Oſtern 1929.
Als Verlobte grüßen
Stott Karten
Richen (Heſſen)
Sophie Lorz
Ernſt Hofmann
Oſtern 1929.
Wiesbaden (Weſibahnhof)
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Emma Wenz
Robert Daum
Ostern 1929
Alsbach
Hauptstraße 17
Darmstadt
Pallaswiesenstraße 39
Statt Karten.
Luise Ruschel
Karl Horst.
Verlobte
Darmstadt, Ostern 1929
Geistberg 8
Bessungerstraße 88½
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Gretel Hartmann
Ernst Wienold
Darmstadt, Ostern 1929
Statt Karten.
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Else Astheimer
Otto Numrich
Darmstadt, Ostern 1929
Feldbergstraße 13
Bleichstraße 40
Frieda Feldmann
Jakob Erler
Verlobte
Oſtern 1929
Pallaswſeſenſtr. 23 Blumenthalſtr. 54
Hiermit geben wir die
Ver=
lobung unſerer Tochter
Liſe=
lotte mit Herrn cand. med.
Wilhelm Vaubel bekannt.
Reichsbahn=Oberſekretär
Fritz Helmbold und Frau
Hedwig, geb. Holzhauſe.
Meine Verlobung mit
Fräu=
lein Liſelotte Helmbold
beehre ich mich anzuzeigen.
Wilhelm Vaubel
cand. med.
Darmſiadt, Oſtern 1929.
Anna Volz
Walter Weisgerber
Verlobte
Darmſtadt, Oſtern 4929.
Pankratiusſtr. 1
Kiesſtraße 59
()
Schützenst a4
gegenüden
der Sparkas
Alle
Fräucher. 1
ſchneiden erle
Lle
Jakob Beck!”
Marienpl.
(5418b)
Wanderer
das beſte deutſche
Fahrrad,
erhalten Sie ſehr
reiswert bei (5272a
j. Donges & Wieſt,
Eliſabethenſtr. 25½
Statt Karten.
Gustel Heil
Karl Eysenbach
Verlobte
Eberstadt (Bergstraße)
Ostern 1929
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
TIL-L-/ HOLLER
GEORG WAL TER
Ostern 1929
Reinheim i. Odw.
Wir haben uns verlobt
Oretel Koch
Karl Emrnerich
Ostern 1929
Darmstadt
Elisabethenstraße 43
Roßdorf b. D.
Gretel König
Guſtav Ganßmann
Verlobie
Tſebfrauenſtr. 28 Bismarckſtr. 59
z. Zt. Leipzig
ſtern 1929.
Anna Wolf
Georg Schneider
Verlobte
Groß=Umſtadt
Darmſtadt
31. März 1929
Eliſabethe Reitz
Georg Körner
Verlobte
Gräfenhauſen
Weiterſtadt
Oſtern 1929
Statt Karten
Annemarie Sturmfels
Paul Gehre
Verlobie
Gießen
Darmſtadt
Oſtern 1929
Statt Karten.
Else Wolt
Dr.-Ing. Erwin Kratz
Verlobte
Darmstadt
Heinrichstr. 142
Eilenburg (Prov. Sachsen)
z. Zt. Darmstadt, Beckstr. 55
Ostern 1929
Ihre Verlobung beehren ſich
anzu=
zeigen
Eva Helfrich
Georg Petermann
Rabenauſtraße 43. (
Orotel Meutzse,
Oeorg Fuchs
Verlobte
Ostern 1929
Margarete Hölzel
Ludwig Hartkorn
Verlobte
Darmſtadt
Oſfern Me
Anna Dörner
Hans Langsdorf
Verlobte
Darmſtad
Oppenheim
Oſtern 1929
en Sau
3cr in der
Anna Kauf
Hans Müller
Verlobte
Darmſiadt
Kranichſteinerſtr. 63
Fiſchbach a. d. Naha
z. Zt. Darmſtadt
Anna Klenk
Hans Seitz
Verlobte
Eichwieſenſtr. 9 pankratlusſr. 48
Darmſiadt, Oſtern 1929.
Ihre Verlobung geben bekannt
Erna Dunker
Carl Edelmann
Maſchiniſfen=Maat
Wilhelmshafen z. Zt Darmſiadt
Karlſtr. 19
Oſtern 1920.
Lieſel Wadlinger
Lußz Schardt
Verlobte
Oſiern 1929 Darmſiadt
Statt Karten
Anna Schulz
Georg Bauer
Verlobte
Blumenthalſtr. 56 Pallaswieſenſi. 32
Oſtern 1929
Dorothea Eppler
Heinrich Reining
Verlobte
Darmstadt, Ostern 1929
Barkhaussti. 8
Barkhausstr. 9
Statt Karten.
Ihre Verlobung geben bekannt:
Richard Fiſcher
Marie Breitwieſer
Darmſtadt Oſiern 1929
Cornelia Jenſen
ſtud. phil.
Helmut Knippenberg
Dipl.=Ing.
geben hiermit ihre Verlobung bekannt.
Närnberg
Flensburg=Mürwik
Statt Karten.
Heidloffſtr. 22, III.
Twedterbolz.
Oſtern 1929.
5603
Ostern 1929
ihre Vermählung beehren sicn
anzuzeigen
Karl Deitrich
Käte Deitrich
geb. Müller
Hofgeismar
Darmstadt
Roßdörferstr. 46
Ihre Verlobung geben bekannt
Elisabeth Hoppe
Ludwig Scheick
Darmstadt
Ostern 1929
Weia Labouebe
Karl Jäger
Verlobte
Darmstadt Groß-Gerau
Jubiläum.
Marie Schwinn
Franz Weinschenk
Verlobte
Kirch-Brombach i. O.
HerrChriſtianBarth, Lokomotivführer,
Kranichſtein, feiert am 1. Feiertag im
Kreiſe ſeiner Familie ſein
25jähriges Beamtenjubiläum.
Darmstadt, Schustergasse 10
Ostern 1929
89190
Sonntag, den 31. März 1929
Seite 9
Statt Karten.
beehren uns unsere
ählung anzuzeigen
Georg Helmstädter
und FrauFrida
geb. Reinnart
Instadt, 28. März 1929.
Kirchliche Trauung: 1. April (Ostermontag),
nachmittags 3½ Uhr, in der Stadtkapelle.
Gott der Allmächtige hat meinen heißgeliebten Ma n.
unſeren ſiets treu für uns ſorgenden Vater,
Schwieger=
vater, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager
Profeſſor
Nach Gottes väterlichem Ratſchluß folgte heute
unſere liebe Tochter, Schweſter, Enkelin und Nichte
ihrer Mutter im Alter von 2½ Jahren nach kurzer
ſchwerer Krankheit in die Ewigkeit nach.
Wetterfeld, den 28. März 1929.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ferdinand Eeriba, Pfarrer.
Die Beerdigung findet am 1. Oſterfeiertag um 3 Uhr
mittags ſtatt.
(5604
nach kurzem ſchweren Leiden im 81. Lebensjahre in ter
Frühe des Karfreitags zu ſich gerufen.
In tiefer Trauer:
Anna Maſthäi, geb. Niemehzer
Wilhelm Matthäi
Annie Matthäi
Fritz Matthäi, Major a D.
Schrittleiter am „Hannop. Kurſer”
Hi degard Matthäi, geb. Steig
Gertrud Matthäi
Gernot Sighilt und Erlgart Matthäi
zugleich im Namen aller Verwandten.
Darmſtadt, Berlin, Erlangen, Zwickau i. Sa.,
Plötz, Danzig=Ollva, Dresden, Hof, den 29. März 1929.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. April, um
11 Uhr vormittags, von der Kapelle des alten Friedhofes
aus ſtatt.
Wir bitten von Beileidsbeſuchen und Blumenſchmuck
abzuſehen.
(5563
Otatt Karten.
Walter Sroß
und Frau Bucie, geb. Simnmermann
Oermählte
Däſſeldorf-Gerresheim
Sonnbornſtr. 59
Hliche Trauung: Oſterſonntag um 5 Uhr in der
Johanneskirche.
Statt Karten.
Vermählung beehren sich anzuzeigen
Karl Eischer und Frau
LIhd, geb. Hartmann
Ostern 1929
Eafenstraße 20
Teichhausstraße 50
Todes=Anzeige.
Geſiern nacht verſchied an einem Herzſchlag unſer
guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel
Herr Karl Frenzel
Poſiſekretär a. D.
im faſt vollendeten 74. Lebensjahr.
Darmſiadt, den 30. März 1929.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Walther Frenzel.
Beerdigung Dienstag, den 2. April 1929, 2 Uhr nachmittags, von der
Kapelle des Waldfriedhofs ſtatt.
Fahrraddecken
Luftſchläuche
Erſakkeile
allerbilligſt bei
J. Donges & Wieſt
Eliſabethenſtr. 25½,
(3343a)
Dankſagung
Allen denen, die ſo
herz=
lichen Anteil genommen haben
an dem ſchweren Verluſt, der
uns durch den Tod unſerei
lieben, teuren Entſchlafenen
betroffen hat, herzlichen Dank
Ganz beſonderen Dank den
Schweſiern von St. Fidelis für
die treue und liebevolle Pfiege.
Im Namen (5621
aller Hinterbliebenen:
Johannes Stähr.
Darmſtadt, den 30 März 1929
Fchliche Trauung am 1. Osterfeiertag, nachm
3 Uhr, in der Stadtkapelle
ream 26. März in Punta Arenas (Costa Rica)
Httgefund. Trauung geben hiermit bekannt
Emil Rosenbaum, Ingenieur
HIdegard Rosenbaum geb. Henkel
An José (Costa Rica), im März1929 Worms
bertado 333
a. Rh.
W
Magerkert
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Mitteilung, daß heute Donnerstag
mein lieber, unvergeßlicher Mann, unſer guter Pater,
Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Schöne volle Körperform durch Steiners
Orlental, Kraft-Pillen
in kurzer Zeit oft erhebliehe
Gewichtszu-
nahme und blähendes Ausehen für Damen
prachtvolle Büste) Garant unschädlich
ärztl. empfohlen. Viele Dankschreiben.
30 Jahre weltbekannt Preisgekrönt mit
gold. Medaille u. Ehrendiplom Preis pe
Pack. (100 Stück) 2.75 Mk. Bepot tür
Darmstadt: Medizinaldrogerie
Fried-
rich Beckenhaub, Ecke Schul- und
UP548
Kirchstraße.
„Mg S, Na 8, rd. 1, I. Sen‟
Piano
Statt Karten.
Wärter im Philippshospital
durch einen Ungläcksfall unerwartet aus dem Leben
ge=
ſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Kätha Vonderſchmidt, geb. Ruppert
Frau El. Kaffitz, verw. Vonderſchmidt
Familie Anton Vonderſchmidt
Familie Elifabeth Luſt, geb. Vonderſchmidt
Familie Paula Reeg, geb. Vonderſchmidt
Familie Greta Treß, geb. Ponderſchmidt
Familie Ruppert u. O.
(5565
Darmſtadt, den 28. März 1929.
Die Beerdigung findet Dienstag, 2. April, vormittags
11 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes aus ſtatt.
menig geſptelt,
kreuz=
ſaiti g, Panzerplatte
580 Mk.
desgleichen
Michgel Götz
aria Götz, geb. Göckel
Vermählte
Mathildenplatz 11
Dmſtadt
Aihl. Trauung 1. Feiertag, nachm.
ahr in der St. Ludwigkirche.
wie neu (B5345
760 Mk.
Piano=
lager Aid. Berg,
Heidelbergerſtr. 88.
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Veren herzlichen Dank. Beſonderen
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K
Seite 10
Conntag, den 31. März 1929
Nummer 89/
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 17. März: Helwert, Friederike, geb. Schneider.
76 J. Witwe des Kaufmanns, Heidelbergerſtr. 67; Euler, Anna Marie,
6 Mon., Oberroden, hier, Grafenſtr. 9. Am 16. März: Stadler,
Lud=
wig, Reiſender, 34 J., Mainz, Jakobsbergſtr. 4, hier Grafennſtraße 9;
Weber, Lina, geb. Höllermann, 40 J., Ehefrau des Reſ.=Zugführers in
Wiebelsbach=Heubach=Bahnhof, Kreis Dieburg, hier, Dieburgerſtr. 21.
Am 18. März: Kühn, Jakob, Metzgermeiſter, 59 J., Schützenſtr. 6;
Beck, Karl Chriſtian Friedrich, Kaufmann, 57 J., Wendelſtadtſtr. 27.
Am 19. März: Heyder, Katharina Karoline Klara, geb. Sitte, 57 J.,
Ehefrau des Kaufmanns, Hoffmannſtr. 2a; Friedrich, Anna Maria,
Vorarbeiterin, ledig, 30 J., Arheilgerſtr. 48. Am 20. März: Lehr,
Joh. Ad., Förſter i. R., 78 J., Klappacherſtr. 84. Am 19.: Anthes, Chriſt.,
6 J., Arheilgen, hier, Grafenſtr. 9. Am 20. März: Petri, Marie, geb.
Krämer, 75 J., Witwe des Theaterzimmermanns, Wenckſtr. 64. Am 21.
März: Halmel, Ida Conſtanze, geb. Goldacker, 89 J., Witwe des
Hut=
machers, Alexanderſtr. 3; Stappel, Maria, Zeitungsträgerin, 22 J.,
ledig, Obergaſſe 40; Stappel, Marie, 2 Tage, Obergaſſe 40; Koberſtein,
Joſef, Fuhrmann, 54 J., Kirchſtr. 17; Schirmer, Jakob, Eiſenbahn=
Ober=
ſekretär i. R., 60 J., Eſchollbrückerſtr. 44. Am 22. März: Delp, Georg
Philipp, Schuhmachermeiſter, 66 J., Karlsſtraße 64. — Am 21. März:
Kehl, Karl Auguſt, Oberbetriebsinſpektor i. R., 67 J., Hindenburgſtr. 13.
— Am 22. März: Koch, Marie, 2 J., König i. O., hier,
Heinheimer=
ſtraße 21: Schmidt, Juſtus Ludwig, Rekror, 55 J., Heinrichſtr. 82. —
Am 23. März: Filling, Bruno Ludwig Wilhelm, 5 Monate,
Tannen=
ſtr. 4; Vogel, Hulda, geb. Sonntag, 78 J., Grafenſt:. 6; Metzger,
Jakob, Gaſtwirt, 50 J., Heidelbergerſtr. 38. — Am 24. März: Hild,
Eliſabeth. geb. Hild, 56 J., Riegerplatz 14. — Am 23. März: Martin,
Franziska, 76 J., Sonderſtr. 17. — Am 24. März: Kerſting, Friedrich
Chriſtian Theodor Heinrich, Werkſtättenvorſteher i. R., 65 J.,
Rhön=
ring 81: Eberhard, Friedrich. Bahnarbeiter, 54 J., Höchſt i. O., hier,
Grafenſtr. 9: Küſter, Heinrich, Fabrikarbeiter, 55 J. Bleichſtr. 53.
Am 25. März: Kumpa, Louiſe, geb. Seeger, 83 J., Karlsſtraße 93;
Stähr, Anna Maria, geb. Rack, 58 J., Helfinannſtr. 32. — Am 26.
März: Kilian, Katharine, geb. Heinrich, 80 J., Taunusſtr. 8.
Sakriſtei. Pfarrer Weiß. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Weiß
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Feier des heiligen Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von
9,30 Uhr an. Kollekte für den Kirchenfonds.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgortesdienſt mit heil.
Abend=
mahl. Pfarrer Waldeck. — Nachm. 3 Uhr: Oſterandacht. — Ev.
Sonn=
tagsverein: Die Vereinsſtunden fallen Oſtern aus.
2. Oſterfeiertag (1. April).
Kirchliche Nachrichken
Karſamstag (30. März).
Martinskirche. Abends 6 Uhr: Beichte und Vorbereitung zum
heiligen Abendmahl. Pfarrer Beringer.
Stiftskirche. Nachmittags 3 Uhr: Paſſionsandacht mit Beichte.
1. Oſterfeiertag (31. März).
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Vorm. 11.15 Uhr Kindergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. Nachm.
5 Uhr: Predigtgottesdienſt mit Vorbereitung zum heiligen Abendmahl
der Konfirmationsfeier der Markusgemeinde. Pfarrer Vogel.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 6—9 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 7 Uhr: Oſtermette mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Heß. Vorm. 10 Uhr: Haupottesdienſt. Pfarrer
Heß. Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauprgottesdienſt. Pfarrer Zimmermann. — Vorm.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Zimmermann.
In Stadtkirche, Stadtkapelle und Schloßkirche Kollekte für die
Gemeindepflege.
Martinskirche. (Kollekte für den Kirchenſtock.) Vorm. 7 Uhr:
Oſter=
mette. Pfarrer Bergér. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier
des heiligen Abendmahls. Pfarer Köhler. Anmeldung von 9,30 Uhr
an in der Sakriſtei. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer D. Waitz.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Bergér.
Johanniskirche. Vorm. 7 Uhr: Oſtermette. Pfarrer Marx.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. — Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Abends 6 Uhr: Vorbereitungsgottesdienſt zum
Konfirmationsabendmahl.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 7 Uhr: Oſterfrühfeier.
Pfarraſſiſtent Lic. zur Nieden. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung ab 9,30 Uhr in der
Stabtkirche. Vorm. 9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Konfirmation
und Feier des heiligen Abendmahls der Markusgemeinde. Pfarrer
Vogel. (Kollekte für die Markusgemeinde.) — Nachm. 2 Uhr:
Vor=
ſtellung und Prüfung der Konfirmanden der Reformationsgemeinde
(Weſtbezirk). Pfarrer Wagner.
Stadtkapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Bergér.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte:
Vorm. 9,30 Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abenmahls. Pfarrer
Lautenſchläger.
Konfirmandenſaal im Schloß. Samstag, 6. Abril, abends 8 Uhr;
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (Heſſenbund), Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). 2. Oſterfeiertag, nachm. 2,30 Uhr:
Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer Heß. — Dienstag, 2. April, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (Heſſenbund). —
Mäd=
chenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung).
Mittwoch, 3. April, nachm. 2—4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde.
— Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung).
— Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (Oſterfeier). —
Don=
nerstag, 4. April, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde
(jüngere Abteilung). — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (
Heſſen=
bund). — Freitag, 5. April, abe ids 8 Uhr: Jagendbund der
Markus=
gemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
— Samstag, 6. April, nachm. 2—4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 31. März Pfaruer Vogel;
vom 1. April ab Pfarrer Zimmermann.
Krankenpflege durch Diakonen: „Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecker 2883.
Evang. Wohlfahrtsdienſt. Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Spreiß
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeomt für kirchliche Steuerangelegenheiten: „Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von 8 bis
12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Oſtermette. Pfarrer D. Waitz.
Vorm. 9 Uhr: Kenfirmation der 1. Konfirmandenabteilung der
Mar=
tinsgemeinde Oſt mit Feier des heiligen Abendmahls. — Pfarrer
Beringer. Kollekte für kirchliche Zwecke. — Nachm. 3,30 Uhr:
Vor=
ſtellung und Prüfung der 2. Konfirmandenabteilung der
Martins=
gemeinde Weſt. Pfarrer Vergér.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx. — Nachm. 3 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden
des Nordbezirks. Pfarrer Marx.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Konfirmation der Konfirmanden des Weſtbezirks mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Georgi.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarraſfiſtent Lic. zur Nieden. — Nachm. 4 Uhr: Vorſtellung
und Prüfung der Konfirmanden (2. Abteilung). Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Donnerstag, abends 8,15 Uhr:
Monats=
verſammlung der Männervereinigung mit Vortrag von Pfarrer
Wag=
ner, Darmſtadt, über: „Sonntagsheiligung”.
Pauluskirche. Vorm. 9,30 Uhr: Konfirmationsfeier für den
Weſt=
bezirk und Feier des heiligen Abendmahls. Kollekte für die
Paulus=
kirche. Pfarrer Müller. — Nachm. 5 Uhr: Nachfeier mit Austeilung
der Gedenkſcheine. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Dienstag: Die Vorſtandsſitzung des
Frauenvereins und die Probe des Kirchenchors werden um 8 Tage
ver=
ſchoben.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel.
— Nachm. 3 Uhr: Oſterandacht
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag (1. Feiertag), vorm. 9 Uhr:
Gebetsſtunde. — 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr:
Oſterfeier. — Dienstag, abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. —
Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter Chor. — Donnerstag, abends
8,30 Uhr: Bibelſtunde (Fähler jun.). — Die Bibelſtunde in der
Kin=
derſchule, Beſſungerſtraße 80, fält aus, — Smstag, abends 815 Uhr;
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag (1. Fe
nachm. 2,30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — 1.4
Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. — Montag ( 2. Fe=
Tagesausflug: Bergſtraße, Melibokus, Auerbacher Schloß, Fürſt
uſw. Abfahrt 8,38 Uhr ab Hauptbahnhof. — Dienstag, abenn
Uhr: Mädchenkreis. — Mitttooch, abends 8,15 Uhr: Freundesky.
junge Männer. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde fü=
Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße
fanteriekaſerne, Hof links). Oſterſonntag, 31. März, vorm.
Abfahrt Oſtbahnhof nach Ober=Ramſtadt. Wanderung nach Ar.
daſelbſt Liturgiſche Oſterfeier. — Oſtermontag, 1. April: Fußwarn=
über Lindenfels, Knoden nach Bensheim, von da Heimfahrt. Fü
Kurt Bernet. — Mittwoch, 3. April, abends 8,30 Uhr: Jungmu
bibelſtunde. — Donnerstag, 4. April, abends 8,30 Uhr: Heimabo
Freitag, 5. April, abends 8 Uhr: Turnſtunde.
B.=K., Bund deutſcher Bibelkreiſe (Alexanderſtraße 22, Iuf.=F.
Hof links). Samstag, den 30. März, findet keine Veranſtaltung
— Dienstag, den 2. April: Speergefecht auf dem Alsbacher
Treffpunkt 6,45 Uhr Hauptbahnhof. Preis 1 Mark. Anmeldur
31. März bei W. Reeh, Lagerhausſtr. 2.
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Menſchenweihehandlung mit Predigt.
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korm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittwoch im Monat, abends 8.11,
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vormu
Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Worlverkündigung. —
woch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8.15 Uhr::
betrachtung. Jedermann herzluh eingeladen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I (Hindenburgſtraße,
Kaſino). Sonntag, den 31. März, vorm. 9,30 Uhr: Feſtgottesdier
Konfirmation. Nach 4 Uh= und Mittwoch, den 3. April, abens
Uhr: Gettesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II (Bismarckſtraße 54),
tag, den 31. März, vorm. 9.30 Uhr: Feſtgottesdienſt. Nachm.
und Mittwoch, den 3. Aprif, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlih willkommen!
Auswärtige Kirchen.
Evang. Gemeinde Erzhauſen. Oſterſonntag: Vor
Uhr: Gottesdienſt. Mitwirkung des Kirchenchors; abds. 8 Uhr: g
konzert des Kirchenchors. — Oſtermontag: Vorm. 9,30 Uhr
ſegnung der Konfirmanden. Anſchließend Feier des heiligen V
mahls. — Donnerstag: Kirchenchor. — Freitag: Mädchenverein
(ältere Abteilung). — Samstag: Jungmannſchaft.
Evangel. Kirche zu Nieder=Ramſtadt. 1. Oſtertag. Vorm
9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Mitwirkung des Kirchenchors. Na
tags 1.30 Uhr: Beichte zum Konfirmationsabendmahl. — 2. Oſtem
Vormittags 9.30 Uhr: Konfirmationsfeier. Feier des heiligen We
mahls. Kollekte für das Heſſiſche Krüppelheim. Nachmittags 1.30 0
Schlußgottesdienſt zur Konfirmation. — Dienstag: „Kirchenchor,
Mittwoch: Jungmädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf (Dieburger Straße 22) S
tag, den 31. März, nachm. 4 Uhr: F=ſtJotvesdienſt mit Kowfirm
— Donnerstag, den. 1 April, abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen (Alte Darmſtädter Str. 1
Sonntag, den 31. März, michm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 4. S.xüſn Er
abends 8,30 Uhr: Goktesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauer Str. 3): Si
tag, den 31. März, nachm 4 Uhr, und Donnerstag, den 4. April, g-
8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt (Bahnhofſtraße
Sonntag, den 31. März, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 4. A.
abends 3.30 Uhr: Gottesdienſt
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße 35):
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Sonntag, den 31. März 1929
Geite 11
* Ofterſpaziergang.
(Pariſer Brief.)
Von H. Reiſe.
arſ iche Oſterglocken! Sittſame Bürgerbeſchaulichkeit in
ſig. Getümmel vor dem Tore, ſo zieht der klaſſiſche Oſter=
u=g an Fauſt vorüber, das Hohelied auf den Frühling
uiten Landen.
anechaniſierende Maſchinenzeitalter hat längſt all das
uhlingsahnen aus der Großſtadt verdannt und als
ſen=
güitth nebſt Krokustelchen, Weidenkätzchen und
Lerchen=
anderen verſchollenen Ausſtattungsrequiſiten in die
„garnmer verwieſen. Der moderne Menſch, der nie Zeit
ſat ſich im Tempo der Technik aus dem Arbeitsrhythmus
ücerden Schwungräder los, um auf den Schwingen des
uss ſeinen Oſterſpaziergang zu unternehmen.
gSt qualvoller Tortur zwanzigſtündiger Eiſenbahnfahrt
gatztn der Durgluminvogel auf der Umwegſtrecke in ſieben
ſung und dirett ohne Zwiſchenlandung in nur fünf Stunden
ſihis. Das wunderfeine Ziergeflecht von Sansſouci liegt
fuhlusde Sonne getaucht. Havelſeen und Elbeband blitzen
geußernd aus dem Teppich der Feldgevierte und Waldriſſen.
eheig em ſammetdunklen Harz taucht wie ein geiſterhaftes
rog gewenſt der Schatten des Flugzeuges aus dem
Früh=
nas geillk. Koboldartig voller Kapriolen huſcht er gleich dem
udg se- fauſtiſchen Oſterſpäzierganges über die balligweißen
Muftg Wire und entwickelt wahrhaft mephiſtopheliſche
Akrobaten=
mſt 2 och eben dicht neben uns, ſtürzt er ſich plötzlich von
zch1mkrone kopfüber in ſchwindelnde Tiefe.
Zuſammen=
ſchyzup’t folgt er von fern geduldig ſeinem Herrn, tollt ge=
Beulic umnd unermüdlich über die Fluren und überſpringt
ſädt eu d Kirchtürme. Spukhaft ſchnellt er plötzlich aus Ruß
ſ6 Atich des Induſtriegebietes, das zyklopiſch frohnend in
ſtermze ferno zwiſchen Kohle und Eiſen kaum noch die
Gren=
n rhlrag und Nacht trennt, in verblüffender Eilfertigkeit auf
Abtenſchiff, das dem Rhein zuſchwimmt. Und erneut rutſcht
Faldn), wirft ſich in den Strom, über dem ſich filigranfein
FaKe— Domtürme erheben.
2ft llen Richtungen der Windroſe, nach Stockholm und
osüch Eriach Wien, Rom und Bareelona, ſtrahlen
Verkehrs=
ſeryut. Ein Handley Page, von London landend, entladet
z11 mit Goldbarren, der Junkers trägt koſtbare Pelzlaſt
yger Meſſe, Blumen aus Amſterdam bringt der Fokker.
Ffarman winzige Seidenſäckchen mit Brillanten aus
ſt Der länderüberbrückende Luftverkehr bedingt
kontinen=
emü t europäismus. Der Reiſende, der von Berlin nach
grins igt, überkreuzt die Grenzen von vier Ländern. Kaum
„ beraſilianiſche Kaffeekrämer das Studium des letzten
urstiels beendet, verläßt er jenſeits Aachen deutſches Gebiet.
m Aſticht richtet unſer Schattenhund, der wieder ſchräg hin=
t un and über holländiſche Viehtriften läuft, beträchtliche
m ſerrinung unter den Weidekühen an, die ſich erſt wieder an
1ßce Erſcheinung gewöhnen müſſen. Das Pelzgirl, das
ſna thswiegel, Quaſten und Stifte ihres Malkaſtens
hand=
eit ſbtm ui erneut tupfen, tuſchen und pinſeln, denn wir nähern
s ceirs Belgiens Hauptſtadt. Es fehlt nur noch, daß der
hntulcrngling, der auf ſeiner Remington portable
Geſchäfts=
riagtppt, ſich zu raſieren beginnt. Und wieder ſtäubt der
boülſer funkelneue Anſtrichfarben der Kriegsbemalung, als
r mi Ueberſchreiten der franzöſiſchen Grenze über ehemaliges
kieſntlſiet gleiten. Das vergangene Jahrzehnt hat die
Wun=
in nherſchen laſſen außer geſchäftstüchtig konſervierten Aus=
19sRuſtücken und blaſſen Trichterflocken und Grabenmuſtern
mAKözentin und den Wald von Compiegne.
her hevollem Gleiten ſenkt ſich das Flugzeug auf Le
Bour=
et, oes der nimmermüde Schattenhund umkreiſte, bis er ſich
srälnd und befriedigt unter die Fittiche des erjagten
Silber=
ſestus Gras ſtreckt.
ier wieder verblüfft in dieſer kontraſtgeballten Stadt
Er hen ſatz zwiſchen dem erſten düſteren Eindruck, mit dem die
Lickmd” den Beſucher empfängt, und dem Zauber und
feſt=
em lienz der Metropole ſelbſt. Vom Flughafen ſowohl wie
um ſre du Nord ſtarren freudloſe Wände halbverfallener
Bohzmspen und blinder häßlicher Häuſer. Die ſoziale Not
gm. In die alten Feſtungswälle vergraben ſich
Elends=
ſeüinken ühlender Jammer und würgende Armut hauſen hier
lſchofen Löchern von Wagentrümmern, Zelthöhlen und
brättluden aus Kiſtenbrettern und Wellblech. Doch drinnen,
gleich der Rieſenperle in der Kalkruſte der Muſchelſchale, klingt
die Symphonie ſteingewordener Muſik auf. Ein Steinmoſaik
von Prunkpaläſten, Sloßfaſſaden und Prachtplätzen mit
Triumph=
bögen und Siegestrophäen über Boulevardheiterkeit und
Strom=
brücken. Organiſches Gebilde einer großen Geſchichte, das
Meiſterbauwerk von Kultur, Kunſt und Kitſch, von Luxus, Lüſten
und Laſtern. Es iſt Europas Brennpunkt und Pol, und ward
als internationaler Luſthafen und exotiſches Schauhaus das
Ver=
gnügungszentrum der Welt und des Erdballs Ballſaal.
Die Karawanſerei des Okzidents iſt erfüllt von
verwirren=
dem Menſchengeſchiebe und Autogejage, das ſich trotz vierfach
vergrößerten Verkehrstaumels Berlin gegenüber faſt ohne
Polizeifauſt und Gehupe in überraſchender Schnelligkeit und
Sicherheit abwickelt. Das eigentliche Amüſierviertel mit
Taver=
nen, Tanzſtätten und Revuen iſt erobert und ausgehalten von
der Fremdeninvaſion, die täglich ſechs Millionen Franes
Ver=
dienſt einträgt. Dabei ſind die Taxis um ein Drittel, die Hotels
um die Hälfte billiger als in Berlin. Abendland und
Morgen=
land geben ſich ein Stelldichein. Dollarſchwere Amerikanerinnen
und Teppichhändler aus Tunis, Londoner Börſenmakler,
marok=
kaniſche Tänzerinnen, japaniſche Techniler und algeriſche
Dir=
nen. Jeder Umſturz in irgendeinem Erdenwinkel ſchwemmte
Ausgeſtoßene und Geſcheiterte in das politiſche Aſyl. Abgeſetzte
Präſidenten aus Südamerika und geſchlagene Generale aus
China, dem Balkan oder der Türkei, ſpaniſche Flüchtlinge,
Fas=
eiſtengegner und ruſſiſche Emigranten finden hier ihre
Sammel=
zelle. Neben verſchrobenen Typen ſeltſamſter Originale,
Aben=
teurer und verkommener Genies, tummeln ſich alle
Berühmt=
heiten und Großen dieſer Erde in dieſem Mittelpunkt der
Ge=
ſchichte und kreiſen um Madleine und Opsra, um das Kaffeehaus
Europas, auf der Boulevardterraſſe der Welt, vor der ſich,
ſelbſt Revue die Revue des Univerſums abſpielt auf einer
Bühne repräſentativer Tradition.
Im Oſten der Rieſenſtadt feiert das Volk der Franzoſen ſein
Oſtern als Nationalfeſt auf der Place de la Nation. Auf dem
geräumigen Rund und dem von ihm kilometerweit
ausſtrahlen=
den Cours de Vincennes, kann ſich die Volksſeele, dieſes große
Kind, ungehemmt nach Herzensluſt austoben. Zwiſchen endloſen
Reihen von Schießbuden, Schaukabinetten und
Schauerpanop=
tiken tut ſich die Wunderwelt der Zauberzelte mit Fakiren und
Feuerfreſſern auf, ein Jahrmarktstrubel, wie im
Oſterſpazier=
gang des Fauſt vor dem Tore, nur lebhafter, maſſiger,
ſchmutzi=
ger und wüſter: Eine Orgie von Staub und Stank, zwiſchen
Teufelsrädern und Rutſchbahnen, Luftſchaukeln und Zirkuſſen.
Hier tummelt ſich der Pariſer Bürger im Verein mit farbigen
Kolonialſoldaten, umrauſcht von Glockenbellen und raſſelnder
Muſik und den Tonkaskaden elektriſchen Orcheſtriongehämmers.
Das internationale Paris und die Stadt der Franzoſen
ken=
nen einander nicht. Das in giftigſter Fehdezerriſſenheit fiebernde
heiße franzöſiſche Herz pulſiert im Süden der Seine. um St.
Michel haufen die Feinde alles Beſtehenden, die berüchtigſten
Apachen, die in der Rue de Lappe ihr Hauptquartier
aufgeſchla=
gen haben. um Montparnaſſe und Quartier Latin liegt auch
das Reich der Intellektuellen, der Literaten und Künſtler, der
glühenden, gärenden Jugend. Die Cits univerſitgire vereinigt
Studenten aller Erdteile um die Sorbonne. Der zurückflutende
Fremdenſtrom durchtränkt die Länder mit franzöſiſchem Geiſte
und ſichert der Weltmetropole Einfluß und tonangebende
Gel=
tung, trotz der überragenden Geldwärkte von New York und
London.
Oſterglocken grüßen von Notre Dame. Das Geläut läuft
über die „Sonne der Welt”, die doch ſtagnierender Sumpf
auf=
ſchillernder Fäulnis ſcheint. Die Umſchau von den wuchtigen
Turmſtümpfen der Kathedrale wirkt wie verblendender
Rück=
blick aus der Enge einer abgeſchloſſenen Kultur über eine
glor=
reiche Vergangenheit ohne Horizontweite der Zukunft.
Oder läuten die Oſterglocken einen neuen Frühling ein? —
Das Aufſprießen eines wahren Völkerfrühlings? — —
Rundiunk= Progranne.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranwornich für Polik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feutlletvn, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſei für Sport: Dr. Eugen
Buhlmann=
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſi: Andreat Bauer: für
„Die Gegenwart”; Dr. Herdert Nettei für den Inſeratentel: Willy Kuhle: Drnc
und Verlag: C. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſteipte wird Garantie der Rückſendung nict übernommen.
Die heutige Nummer hat 32 Geiten.
Frankfurt.
Sonntag, 31. März. 8.30: Kathol. Morgenfeier. Mitw.: W.
Eberhard (Rez.), K. Hermann (Orgel), H. Leicht (Geſang), Dr.
theol. Nielen (Anſprache), H. Verberne (Cello). o 11: Elternſtunde=
Mitelſchulrektor Kahl: Freiheit und Zwang in der Erziehung.
a 11.30: Bruckner=Zyklus. Achte Sinfonie in C=moll. o 13:
Land=
wrtſchaftskammer Wiesbaden. o 13 15: Kaſſel: Prof. Dr.
Luth=
mer: De goliſchen Marien. o 15: Stunde des Chorgeſangs.
Schu=
bert: Hirtenchor aus „Roſamunde‟. — Seiffert: Frühlingsball:
— Uthmann: Frühlingshymne. — Beethoven: Die Himmel rühmen.
— Schumann: Waldlied aus „Der Roſe Pilgerfahrt‟. — Mozart:
Gondelfahrt. — Schumann: Jäger Wohlgemuth; Zigeunerleben.
Ausf.: Volkschor „Vorwärts” 6 15: Bad Ems: Dr. Laven:
Fußballſpiet im Weekend. — Muſik der Chorkapelle. 2 16: Aus
dem deutſchen Märchenborn: Hanna Lüngen: Oſtern. o 17:Funkorch.:
Haydn: Sinfonie Dedur. — Rezitativ und Arie aus „Die
Jahres=
zeiten”. — Rezitatiwv und Arie aus „Die Schöpfung”. — Sinfonie
in E=dur (Le Midi). Mitw.: Alice Brandt=Rau (Sopranl. o 18:
Pfarrer Reuter: Eine Oſterbotſchaft an das Landvolk. o 18.30:
Schulrat Henze: Natur im Frühling. 6 19.30: Frankfurter
Opern=
haus: „Aida”, Oper von Verdi. O Anſchl.: Berlin Tanzmuſſt.
Montag, 1. April, 8.30: Morgenfeier veranſt. v. d. Evangel.
Landeskirche. Ausf.: Pfarrer Eſchenröder. Ely Schäfer=Ratazi (
So=
pran Emma Wurſt=Lindloff und Rud. Erhart (Violine), Rich.
Much Cellon C. R. Müller (Orgell. o 10.30: Schaliplatten.
11.30: Arolſen: Feier der Uebergabe des Landes Waldeck an
Preußen. o 15: Jugendſtunde: Dr. Laven: Was bietet der Sport
dem jungen Menſchen? o 15.30: Unterhaltungsmuſik der Abteilung
Muſiker vom Arbeitsamt Frankfurt a. M. o 16.30: Vom Platz des
Sportklubs 1880 Frankfurt a. M.: Uebertragung aus dem Rugby=
Kampf zwiſchen dem S. C. 1880 Frankfurt a. M. und den Oxforder
Greyhounds. o 17: Funkorch.: Operetten. Fall: Auauſtin=Marſch
aus „Der liebe Auguſtin”. — Lehar; Potp. aus „Der Raſtelbinder”.
— Strauß=Reiterer: „Roſenhochzeit”, Walzer aus „Frühlingsluft”,
— Fall: Ouv. zu „Die geſchiedene Frau”” — Kalman: Walzer aus
„Die Faſchingsfee‟: — Geſang. — Kalman: Potp. aus „Der
Zigeunerprimas”. o 18.30: Leſeſtunde: Die drei gerechten Kammacher,
Novelle von Keller. O 19.30: Stuttgart: Beliebte Quvertüren,
Weber: „Freiſchütz”=Ouv. — Mendelsſohn: „Hebriden‟=Ouv. —
Schubert: Ouv. zu „Roſamunde‟. — Kreutzer: Ouv. zu „Das
Nachtlager von Granada‟. — Wagner: „Rienzi”=Ouv. Ausf.: Das
Philharm. Orch Stuttgart o 20 30: Schneider Wibbel”
Volks=
komödie von Müller=Schlöſſer. O Anſchl.: Tanzmuſik. Funkorcheſter.
Königzwuſternbauſen.
Deutſche Welle. Somntag, 31. März. 8.55: Glöckenſpiel der
Potsdamer Garniſonkirche. 2 9: Morgenfeier, Anſprache: Direktor
P. Tönies, Berlin. o Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
S 11.30: Konzert des Deutſchen Tonkünſtler=Orcheſters. o 13.45:
Bildfunk. o 14.30: H. W. Behm: Oſterfeſte der Natur. 0 15.30:
Oſtermärchen. o 16.30: Unterhaltungsmuſik. Kapelle Gebr. Steiner.
2 18.30: General Kuhlwein v. Rathenow: Vom Tierfreund zum
Tierſchützer. o 19: Rud. Senger: Einführung und Perſonenverzeichnis
zur nachfolg. Uebertragung. O 19.30: Staatsoper: „Carmen.” Oper
in vier Akten von G. Bizet.
Deutſche Welle. Montag, 1. April. 8.55: Stundenglockenſpiek
ver Potsdamer Garniſonkirche. 0 9: Morgenfeier. O Anſchl.:
Glocken=
geläut des Berliner Doms. 0 11.30: Blasorcheſter=Konzert. 2 14.30:
Für den Landwirt. Beſuch des Wirtſchaftsberaters auf einem
Bauernhof. (Zwiegeſpräch zwiſchen Dipl=Landwirt Deichmann und
Diplon=Landwirt Tröſcher O 14.45: Wochenrückblick. o 15: Dipl=
Landwirt Saatzuchtinſp. Hußfeld: Pflege der Getreidefelder, o. 16=
Von der Trabrennbahn Mariendorf: Großer Oſterpreis. Am
Mikro=
phon: Chefredakteur Lüdecke. O Anſchl.: Tee=Muſik. O 19: A. Holtz:
Am Tor der Tränen. Eine Reiſe durch unbekanntes Afrika.
o 19.30: L. Kapeller: Tage ohne Uhr. Feierſtunden des
Groß=
ſtädters. o 20: Joſ. Plaut: April. April.” Heitere Vorträge. 2 20,45:
Volkstümliches Orcheſterkonzert. Berliner Funkorcheſter. O Danach:
Tanzmuſik.
RAPI
Nur beim Pachmann f
C. Boßler & Co., G. m. b II R
Ernst-Ludwigstraße 14
Telsohon 2140. (10389
Wekkerberichk.
Wenn auch infolge der Südwärtsverlagerung der Baltikumſtörung
im öſtlichem Ausläufer des Hochdruckgebietes, der ſich geſtern bis über
Polen erſtreckte, Barometerfall eingetreten iſt, ſo hat ſich das Kerngebiet
über England doch noch etwas verſtärkt. Der Hochdruckeinfluß wird
weiterhin unſer Wetter beherrſchen. Infolge vielfach klaren Himmels
werden die Temperaturen wieder durch Ein= und Ausſtrahlung bedingt.
Tagsüber tritt kräftige Erwärmung ein, nachts beſteht ſtellenweiſe
Ge=
fahr leichten Bodenfroſtes.
Ausſichten für Sonntag, den 21. März: Meiſt heiteres und trockenes
Wetter.
Tſſäſlew batbesoli
Den neuen 2hditerScHeWANDERER?
Seine Heimat ist das Eragebirge. Von Kind
aut ist er gewöhnt, Berge zu steigen. So ist er
stark und ausdauernd geworden wie kein
anderer. / / Versäumen Sie nicht, ihn Probe
zu fahren. Sie werden entzückt sein über
die Qualität und Schönheit dieses Wagens.
WINDEREK WERKE VORM. WIMKMHOFER & JAENICKE A.-G. SCHONAU BEI CHEMNIT
(I. L.36.
Verkauf durch: 1. Donges & Wlest, Darmstadt, drafenstraße 43
Nummer 89/90
anf
Taglglabsl
Sonntag, den 31. M
Börſe und Geldmarkk.
Angeſichts der mehrtägigen Unterbrechung durch die Oſterfeiertage
ſchritt die Spekulation am letzten Börſentag vielfach zu einem weiteren
Abau ihrer kleinen P=ſitionen, ohne jedoch die Tendenz ungünſtig zu
beeinfluſſen.
Der Geldenarkt zeigte am Quartalsultimo, dem man mit einiger
Beſorgnis entgegengeſehen hatte, eine verhältnismäßig ſehr günſtige
Verfaſſung. Tagesgeld war bis vor kurzem noch ſehr leicht, und erſt
in den letzten Tagen hatte ſich angeſichts des Zahltages die Nachfrage
etwas vergrößert. Hierbei iſt zu be chten, daß auh ein Teil der kürzlich
übernommenen Reichsſchatzanweiſungen zu bezahlen war. Der Satz für
Tagesgeld ſtieg auf 7½ bis 9 Prozeut. Die Differenzregulierung iſt
glatt verlaufen, dank der rechtzeitig getroffenen Vorſorge. Die Banken
hatten ſich ſehr zeitig mit reichlichen Mitteln verſorgt. Der Satz für
Monatsgeld blieb in den leiten Wochen mit 7½ bis 8½; Prozent ſtabil.
Dieſe relativ ſehr leichte Lage am Geldmarkt geſtattet auf die wirkliche
Geſtaltung der Situation keine rechten Schlüſſe zu ziehen, da in
Er=
wartung der befürchketen ſtarken Anſpannung eme Ueberverſorgung
und Anſammlung von erheblichen Geldmitteln erfolgte. Etwas deutlicher
kommt die tatſächliche Lage ſchon am Markte der Privatdiskonten zum
Ausdruck, an dem infolge des größeren Angebots der Satz bis auf 6½
Prozent für beide Sichten anzog. Für die Börſe dürfte der Ultimo
bereits ſeine Erledigung gefunden haben. Für den Wirtſchaftsultimo
wird man ſoh’ freilich noch mit höheren Geldſitzen rechnen müſſen. Es
dürfte ſich eine erhebliche Beanſpruchung des Wechſelkredites bei der
Reichsbanf ergeben. — Die Situation am internationalen Geldmarkt
hat noch I ne Klärung erfahren. Die weitere Entwickelung bleiht nach
wie vor davon abhängig, wie ſich die Dinge am Neiv Yorker Effekten=
und Geldmarkt in den nächſten Wochen geſtalten wenden.
der deutſche Karkoffelmarkt im Monak März.
Man kann den Monat März al3 den Liquidator des durch die
un=
erhörte Kälte des Vormonats ganzlich in Verwirrung gebrachten
deut=
ſchen Kardoffelmarktes bezeichnen. Wie ein roter Faden zieht ſich daher
auch bei der Entnicklung des Marktes die Erwägung über die
vermut=
liche Höhe der Froſtſchäden durch das Geſamtbild. Wenn auch bereits
zu Monatsbeginn die Verladung von Kartoffeln durch die Reichsbahn
wieder möglich war und die Nachtfröſte durch Tageseiltransporte
um=
gangen wurden, ſo zog man doch uoch die Beförderung mit dem
Möbel=
wagen vor. Erſt als die Preiſe von ihren uneinheitlichen, jedoch hohen
Stand abzuweichen begannen, lohnte ſih dieſe ſonderbare, jedoch äußerſt
zweckmäßige Beförderung nicht mehr, und man ging dazu über, die Be=
föuderung von Ware aus weiter gelegenen Erzeugergebieten, mit der
Reuchsbahn wieder aufzunehmen. Galt es zunächſt noch, die von Ware
entblößten Verbrauchergebiete wicher zu verſorgen, wobei der Preis
noch keine Rolle ſpielte, ſo mußte man ſich doch der geringen Nachfrage
f.igen und bei den nunmehr langſam rückwärts ſchreitenden Preiſen
nur für den nächſten Tagesbedarf kaufen. Auf der anderen Seite kam
auch das Angebot nicht vorwärts, da die Mieten erſt gegen
Monats=
mitte und im Oſten erſt gegen Monatsende geöffnet werden konnten.
Nur hier und da überſtiegen die Eingäinge auf den Bahnhöfen der
Großumſchlagsplätze den Bedarf. Da dieſe Ware in guter Beſchaffenheit
angeliefert wurde, ſo gelang es, dieſe Ware mit nur geringen
Preisnach=
läſſen unterzubringen. Eiſt gegen Monatsende ſehen wir, wie ſich die
einzelnen Frachtgleichheiten finden. Wenn auch durch das langſame
Ab=
bröckeln der Preiſe der Markt ſein Urteil über die zuerſt
herausgegebe=
nen Meldungen über große Froſtſchäden abgab, ſo konnten ſich manche
Kreiſe mit dieſer Tatſache noch nicht abfinden und der Markt blieb lange
uneinheitlich. Jetzt jedoch ließ ſich nicht mehr länger verheimlichen, daß
immerhin noch große Beſtände zu verwertem ſeien, und man gab ſich
größte Mühe, den Markt in Gang zu bringen, was auch gegen
Monats=
ende einigermaßen gelang. Die Ychſrage ſetzte in größerem Umfange
ein, und man darf annehmen, daß die Preiſe auf dem nunmehr
errich=
teten Stand noch einige Zeit werden ſtehen bleiben können. Wenn m
auch bei weitem noch von keiner Stabiliſierung der Preiſe ſprechen dw",
ſo ſieht doch der deutſche Speiſekartoffelmarkt gegen Monatsende
freund=
lich aus. Auch gelang es den Anſtrengungen des Auslandes nicht, die
gute deutſche Ware aus dem Felde zu ſchlagen. Der Saatkartoffelmarkt
wollte den ganzen Berichtsmonat hindurch nicht vorwärts kommen.
Einige Zeit ſtanden die Preiſe für anerkaunte erſte Abſagt beſter
Spät=
ſorten ſogar unter den Speiſekartoffelpreiſen. Niemand aber griff zu,
da man allenthalben der rihtigen Anſicht war, kaß die Preiſe wieder
nachgeben würden und es noch Zeit genug ſein wuirde, Saatkartoffeln
einzukaufen, wenn die Pflanzzeit ſelbſt gekommen ſei. So ſehen wir,
wie die Preiſe zwar auch hier zurückgehen, es aber nicht fertig bringen,
zu Käufen anzuregen. Anders verhielt ſich der Markt bei frühen
Sor=
ten. Hier ſetzte die Nachfrage ſpät ein. Immerhin jedoch kaufte man
dann ohne Zögern. So ſind Original Paulſens Juli gegen
Monats=
ende bis auf kleine Reſtpoſten ausverkauft. Auch das Geſchäft in
Erſt=
lingen, Tafelkönig. Böhms Allerfrüheſten, Edeltraut, Kuckuck,
Kaiſer=
kronen und wie alle dieſe Sorten heißen, ließ ſich gut an. Man
er=
wartet das Geſchäft in Spätſorten erſt nach Oſtern, alſo zu Aprilanfang.
Der Fabrikkartoffelmarkt ſtand ganz in Erwartung der anzuliefernden
großen Mengen froſibeſchädigter Kartoffeln. Merkwürdigerweiſe blieb
ideoch dieſe Zufuhr im vielfah angemeldeten Umfange aus.
Brenne=
reien und Flockenfabriken blieben den Monat hindurch rege Abnehmer,
wenn ſie auch ſehr auf die Preiſe ſahen. Die Mitteilung des
Reichs=
finanzminiſteriums auf den Antrag des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
füir eine Erhöhung des Brenurechts, daß eine ſolche nicht in Frage
Auch die in der letzten Wochs anhaltende Auſwärtsbewegung
der=
daukt ihre Urſache und ihre Stetigkeit der Kaufvelle, die, zum größten
Teil ausländiſchen Urſprungs, zum anderen Teil aus Deckungen und
heimiſchen ſpekulativen Kämpfen herrührend, die Aktenmärkte
über=
flutete. Die unerwartet ſtark einſetzenden Auslandsorders ſtießen auf
eine Marktleere, die zu einer allgemeinen Kurserhöhung und
außer=
erdentlichen Steigerungen der Spezialwerte führte. Die Börſe ſieht
swvar in dem Anhalten des Auslandsintereſſes ein günſtiges Vorzeichen
für den Ausgang der Parifer Verhandlungen. Da die Konferenz ihren
Höhepunkt noch niht erreichte, auch von einem Erfolg noch nicht
geſpro=
chen werden kann, nimmt die Spekulation immer norh recht zögernd am
Geſthäft teil. Die Bewegung des Kursniveaus war faſt ununterbrochen
nach oben gerichtet, obwohl es an gelviſſen Belaſtungsproben nicht fehlte.
Die Amſterdamer Diskonterhöhung und die ſenſationelle Steigerung der
Tagesgeldrate am New Yorker Gelomarkt, die auch zu enormen
Kurs=
einbrüchen an der dertigen Effektenbörſe führte, rückten die
internatio=
nalen Geldſorgen wieder zeitweiſe in den Vordergrund, da wan mit der
Wahrſcheinlichkeit, daß auch in der Schweiz eine Diskonterhöhung
kom=
men wird, rechnete. Man erörterte auch die Möglichkeit, daß die Bank
von Frankreich ihre Rate, die jetzt um zwei volle Prozent hinter
Amſter=
bam zurückſteht, erhöhen könnte. Trotz der in den letzten Tagen
ein=
getretenen Entſpannung am New Yorker Markt bleibt die Diskontfrage
in Amerika weiterhin ein Moment der Beunruhigung. Solange keine
weſentlich= Abnahme der Börſenkredite in Amerika erfolgt, iſt eine
plötz=
liche Diskonterhöhung, obwohl ſich die Bundes=Reſerve=Banken bisher
abuvartend verhielten, nicht von der Hand zu eiſen. Stärker berührt
Gurch dieſe von New Yorker Maukt ausſtrahlende Nervoſität wurden
nur die Werte mit internationalem Charakter. Die internationale
Spe=
kulation ſcheint durch die unſichere Halkung der Auslandsbörſen eher
geneigt zu ſein, ſich weites in deutſchen Effekten zu engagieren. — Der
von der Ultimoregulierung ausgehende Druck war nur unweſentlicher
Natur, ebenſo wie die Meldungen der nunmehr erfolgten Kündigung
der Lohntarifabkommen in der Metallinduſtrie und im Bergbau. Man
gab vielmehr der Hoffnung Ausdruck, daß die ſaiſonmäßige
Konjunktur=
beſſerung des Frühjahrs, deren Anſätze ſich bereits bemerkbar zu machen
beginnen, einen allgemeinen Aufſchwung bringen wird.
komme, hat verſtimmend auf den Markt gewirkt. Lediglich die
Flocken=
fabriken arbeiten weiter mit Hoclſbetrieb, da man einen günſtigen
Flockenabſatz auch wegen der ſpäter einſetzenden Möglichkeit der
Grün=
füitierung erwartet. Der deutſche Ausfuhrmarkt litt ſehr unter den
ſezahlte gegen Monatsende je Zentner loſe ab jeweiliger Station: Oſten
beiße Sorten 3—3,20 RM., rote Sorten 3,10—3,20 RM., Induſtrie und
indere gelbfleiſchige Sorten 3,20—3.30 RM.; in Mitteldeutſchland weiße
Sorten 3.25—3,30 RM, rote Sorten 3,30—3,40 RM., Induſtrie 3,30
dis 3,60 RM.; im Weſten Induſtrie 3,80—4 RM., holl. Induſtrie mittel
ſelt 4 BM, oberrhein. Induſtrie 4—4,10 R
Das Bild der Wirtſchaft.
Förderung und Erzeugung.
Im Februar gehen die Zahlen der Kohlenförderung und ebenſo die
Zahlen der Eiſenerzengung regelmäßig herunter, ſveil der Februar eine
geringere Zahl von Arbeitstagen hat wie der Januar. In dieſem
Jahre ſind die Zahlen auch noh durch den ſtrengen, Froſt beeinflußt,
der bei den meiſten Braunkohlengruben die Förderung empfindlich
ge=
ſtört und außerdem bei der gefamten Kohlenwirtſchaft den Verſand ſtark
beeinflußt hat."
Die Zahlen für die Rohſtahl= und Walzeifengewinnung liegen noch
nicht vor.
Füir die Stromerzeugunn in den Glektrizitätswerken der Induſtrie
ſind erſt die Zahlen für Dezember veroffentlicht. Die Stromerzeugung
hat im Dezember 1928 beträ htlich höhe: gelegen als im Jahre 1927.
Auch für die fertigeſtellten neuen Wohnungen liegen erſt die Zahlen
für Dezember vor. Sie liegen niedriger als im Dezember 1927.
Da=
bei iſt aber zu berückſichtigen, daß die Wohnungsfertigſvellung in den
vorhergehenden Monaten größer war als in der entſprechenden Zeit im
Jahre 1927.
Der Kaliabſatz iſt naturgemäß beſonders ſtark durch den Froſt
be=
einflußt geweſen, und infolgedeſſen iſt ſowohl die Januarzahl wie auch
Die Februarzahl bedeutend nieöriger als im vorhergehenden Jahre. Es
iſt anzunehmen, daß der Kaliabſatz in den nächſten Monaten bedeutend
amſteigt.
Ganz danieder liegt naturgenäß der Zementabſatz, der im Februar
wegen der völlig ausfallenden Bautätigkeit einen ſo niedrigen Stand
er=
reicht hat wie ſeit Jahren nücht.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Landesgenoſſenſchaftsbank Darmſtadt. Die
Landesgenoſſen=
ſchaftsbank e. G. m. b. H. zu Darmſtadt verſchickt ihren Bericht
über das 16. Geſchäftsjahr. Der Bank waren danach am 31.
De=
zember 1928 491 Mitglieder (vorwiegend Kreditgenoſſenſchaften)
mit 828 Geſchäftsanteilen zu je 3000 Mark und einer
Geſamt=
haftſumme von 24 840 000 Mark angeſchloſſen. — Umgeſetzt
wur=
den rund 888 Millionen Mark, die Bilanzſumme beträgt rund
22,1 Millionen Mark. Der Umſatz hat ſich gegen das Vorjahr um
52 Millionen Mark vermehrt, die Aktiven haben ſich um 697 000
Mark vermehrt, die in Anſpruch genommenen Kredite
einſchließ=
lich Wechſelverbindlichkeiten haben ſich um 760 000 Mark
vermin=
dert. Genehmigt die G.V (24. 5.) den Vorſchlag von Vorſtand
und Aufſichtsrat, aus dem 180 225 Mark betragenden
Rein=
gewinn 36045 Mark den Reſerven zu überweiſen und 144 180
Mark zur Ausſchüttung einer Gprozentigen Dividende auf das
Ende 1927 eingezahlte Geſchäftsguthaben zu verwenden, ſo
be=
tragen die Reſervefonds 380 112 Mark, Betriebsrücklage 380 113
Mark, Rückſtellungen 44 189 Mark, Reſerven zuſammen 804 414
Mark.
Chemiſche Fabrik Budenheim A.G. Mainz. Die Geſellſchaft,
die bekanntlich erſt im Jahre 1927 ihr Aktienkapital auf 3
Mllio=
nen RM. verdoppelte, beabſichtigte, der zum 27. April
einberufe=
nen ordentlichen Hauptverſammlung für 1928 einen Auftrag auf
weitere Erhöhung des Grundkapitals vorzulegen. Die neuen
Aktien im Geſamtnennbetrage von 1 Million RM. ſollen unter
Ausſchluß dse Bezugsrechtes der Aktionäre begeben werden. Die
Geſellſchaft konnte bekanntlich für 1927 auf Grund des günſtigen
Umſatzes und der Exportſteigerung eine Erhöhung der Dividende
von 10 auf 15 Prozent vornehmen.
Vor einer Geſamtausſperrung in der öſterreichiſchen
Metall=
induſtrie? Infolge des Teilſtreiks in der öſterreichiſchen
Auto=
mobilinduſtrie ſoll am Samstag nach Arbeitsſchluß in den Wiener
Automobilfabriken, die mitbeſtreikt ſind, die Ausſperrung in Kraft
treten. Sollte der Lohnſtreit bis 6. April nicht beigelegt werden,
ſo wird dann auf Grund des Beſchluſſes des Hauptverbandes der
Induſtriellen die Ausſperrung der geſamten Wiener
Metallindu=
ſtrie erfolgen, wovon 35—40 000 Arbeiter betroffen würden. Ein
zweiter Termin für den Fall, daß vorher keine Einigung
zu=
ſtande kommt, iſt der 13. April. Für dieſen Fall iſt die
Ausſver=
rung in der geſamten öſterreichiſchen Metallinduſtrie beſchloſſen,
wodurch 90 000 Arbeiter betroffen würden. Für dieſen
außer=
ordentlichen Fall iſt aber beabſichtigt, die Betriebe der Alpinen
Montan=Geſellſchaft weiter arbeiten zu laſſen.
Stempelſteuerermäßigung für ausländiſche Paviere an der
bel=
giſchen Börſe. Die belgiſche Regierung beabſichtigt, in nächſter
Zeit einen Geſetzesvorſchlag zu unterbreiten, der die Stempelſteuer
für ausländiſche Wertvapiere, die an belgiſchen Börſen gehandelt
werden, ermäßigen ſoll. Die Steuer beträgt gegenwärtig 3%,
Biebmärkke.
Frauzöſiſcher Wirkſchaftsbrieſ.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 28. Mär=
Die franzöſiſchen Wirtſchaftskreiſe ſind durch die unſiche
hältniſſe auf den angloſächſiſchen Finanzmärkten ſtark beunruh
befürchtet die baldige Erhöhung des Diskonts in London und=
York, was nach einer vielfach verbreiteten, auch ſicherlich nicht
begründeten Auffaſſung, die Erhöhung der franzöſiſchen
Dir=
nach ſich ziehen wüirde. Die franzöſiſche Induſtrie befürchtet
n-
als die Induſtrien anderer Länder die Verteuerung des Gelde=,
bei ihrem ſchnellen Aufſchwvung andauernd große Kapitalien
Die Lage der franzöſiſchen Induſtrie iſt im übrigen
ſehr=
eine Ausnahme bildet nur die Textilinduſtrie der öſtlichen
Depa=
welche mit Abſatzſchwierigkeiten kämpfen ſoll. Mit der Lage 5
dels iſt man weniger zufrieden. Man behauptet, daß der Exo
nicht in genügendem Maße entwickelt.
Die Kohlenproduktion iſt im Steigen begriffen; bei der=
Nachfrage wird es vvohl kaum zur Aufhäufung von Vorräten
Die Preiſe ſind ſehr feſt. Ueber Preiserhöhungen iſt noch mt
kannt, bemerkenswert iſt aber, daß die Sommerpreiſe erſt am
in Kraft treten werden, während ſie ſonſt ſchon am erſte
gültig waren. Um ſich vor Preiserhöhungen im voraus zu
haben mehrere Eiſengießereien und Stahlwerke mit den Zecht
Verträge über ſtändige Lieferung von Kohlen und Koks ge
Das Jahr 1929 ſcheint bisher ſchon einen ſtarken Aufſchwung Or
zöſiſchen Kohlenproduktion gebracht, zu haben. Ueber die
produktion liegt die Ziffer vor, ſie belief ſich auf 4 527 951 Tonne
über 4 178028 Tonnen im Dezember des Vorjahres. Die Sl
produktion ſoll angeblich noch höher ſein. Die Produktionse:
im Januar bezog ſich nur auf die nordiſchen Minen und dort
erheblich, während die Produktion der mittelfranzöſiſchen Minem
der Streiks zurückgegangen iſt.
Die Lage des franzöſiſchen Eiſenmarktes iſt ſehr günſtig.
nicht nur die Folge der glänzenden Geſchäftslage am Innenmar ie
dern auch des großen Aufſchwunges am Weltmarkt. BeE=,
wurden die Eiſenpreiſe in der Vereinigten Staaten und in En
erhöht. Infolge der Preiserhöhungen in England hörte dä
kurrrenz von dieſer Seite faſt vollkommen auf. Der Beſchluß dess”
kartells, die franzöſiſche Quote um zwei Millionen Tonnen zu Sh
wurde hier mit großer Zufriedenheit aufgenommen.
Die Hauſſe der Kupferpreiſe war über alle Erwartungen gr
hieſigen Wirtſchaftskreiſe ſind beunruhigt deswegen, da ſie bef
daß ſie weiter anhalten wird. Die Herſtellungskoſten vieler Im
artikel ſind ſchon bei den jetzigen Preiſen ſehr verteuert wordern
hofft aber, daß ſich die Terminnotierungen der Preiſe in Netr
im entgegengeſetzten Sinne auswirken werden. Der
Kupfermark-
alſo demnach hauptſächlich von der New Yorker Spekulation ab.
an Intenſität die frühere Londoner Spekulation ſicherlich er
wenn nicht übertreffen wird. Ueber die Größe der eventuellen
räte wird nichts ſicheres bekannt gegeben. Sie ſollen angeblic
ſein, aber von der Svekulation zurückgehalten werden.
Der Zinkmarkt iſt ſehr feſt. Die Brüſſeler Produzenten
einen neuen Beſchluß gefaßt betreffs der Produktionseinſchränku g
von nun an noch ſtrenger durchgeführt werden ſoll. Der Zin u
iſt ſeit Wochen ſchwach. Die Preiſe zeigen wenig Aenderungem
Vorräte ſollen im Steigen begriffen ſein. Nach Pariſer
Behaup=
ſind ſie aber nicht beſonders groß. Man hört viel von einem eng
Syndikat, das in der nächſten Zeit eine erhebliche Hauſſe der
preiſe durchzuführen berſuchen ſoll. Solche Verſuche haben
früher vielfach Erfolge gehabt. Umſomehr ſcheint dies wahrſch-d
da das Syndikat über große Mittel verfügt, und andererſeitt
Gleichgewicht des Marktes bei den jetzt herrſchenden Induſtrieg7,
niſſen leicht geſtört werden kann.
Die Bleipreiſe haben eine ſtarke Hauſſe erfahren. Dieſe
kam nicht unerwartet und hat verſchiedene Urſachen. Zunächſt dii
die Produktion in der ganzen Welt, beſonders aber in Amerika
lich zurückgegangen iſt. Bei den niedrigen Preiſen waren näml5
meiſten Minen nicht ertragbringend. Eine andere Urſache der
iſt die andauernde Verminderung der Vorräte, und eine weite
günſtige Lage der Schwerinduſtrie. Es ſcheint auch, daß das
inſtitut” — eine Art von Kartell — Erfolge aufzuweiſen hat, äüt
wie das Kupfer= und Zinkkartell. Auch die amerikaniſche Spekuu
ſpielt bei der Hauſſe eine erhebliche Rolle.
Der Geſchäftsgang am Kalimarkt iſt weniger lebhaft. Die in den
Monatcn des Jahres andauernde Kälte ſoll den Export ſehr erſen
haben.
Der Nitratenmarkt iſt ebenfalls etwas ruhiger. Die Prodat
hat am Ende des letzten Jahres bekanntlich einen großen
Aufſchr=
erfahren, ſie iſt aber noch kaum höher als der Abſatz. Der —
Rückgang des Abſatzes iſt übrigens ſaiſonmäßig bedingt normal 9.
rend der Winterzeit. Die Aſſociation der Produzenten in Chile Lru
bis 1939 verlängert und zugleich mit der im Auguſt 1928 gebillel
Verkaufsorganiſation vereinigt. Dies bedeutet eine einheitliche Kc
ration in der Chileniſchen Nitrateninduſtrie.
Der Phosphatenmarkt iſt weder feſt geworden. Man
rechne=
das Frühjahr mit einem ſehr günſtigen Geſchäftsgang.
Der Kautſchukmarkt iſt nach wochenlang dauernden heftigen A‟
ſchwankungen wieder ruhiger geworden. Die Preiſe ſind noch ian
nicht hoch, ſie ſichern aber doch vielen Geſellſchaften einen mä
Ertrag. Die Lage des Marktes iſt jedenfalls viel beſſer als es be-
Aufgabe des Stevenſonplans war. Es hat ſich arch bewahrheitet.
der Kautſchukverbrauch in dauerndem langſamen Steigen begriffen
Für die Produzenten iſt jetzt die größte Sorge die amerikaniſche
S-
lation, die mit Hilfe der bedeutenden dortigen Vorräte den Au)
größtenteils beherrſchen kann.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Ferkelmarkt Groß=Gerau. Auftrieb 462 Stück. Ferkel koſteten
29—40 Mark pro Stück. Springer koſteten 50—70 Mark pro Stück.
Der nächſte Ferkelmarkt findet am Mittwoch, den 10. April 1929,
von vormittags 8 Uhr ab auf dem Marktplatz ſtatt. Auftrieb der
Ferkel von 8—8½ Uhr.
Monatlich wickſt die Zahl der deutſchen Poſtſcheckkonten=
Be-
um rund 2 500. Um die Jahreswende 1928 waren es 949 294, EI
Monat ſpäter, alſo Ende Januar 1929, bereits 951 801 und C
Februar 954 000. Die Zahl der Gut= und Laſtſchriften beläuft ſich
Monat auf rund 60 Millionen.
Die deutſche Produktion von Original=Hüttenweichblei
einſchlie-
kleinerer Mengen Hartblei ſtellt ſich, wie der Geſamtausſchuß
Wahrung der Intereſſen der deutſchen Metallwirtſchaft, Berlin,
Grund der Berechnungen des ſtatiſtiſchen Büros der Metallgeſellſe-
Frankfurt a. M., mitteilt, im Februar 1929 auf 7 351 To. gegen —
Tonnen im Januar.
Die Friedrich Krupp=A.=G. hat von der ſüdmanſchuriſchen En
bahn einen Auftrag zur Lieferung eines Stahl= und ſchweren
Walza=
kes erhalten, den ſie gemeinſam mit der Demag auszuführen hat.
handelt ſich um ein Objekt von etwa 15—16 Millionen Mark.
Vor einigen Tagen iſt in Duisburg der Zuſammenſchluß der 22
deutſchen Schnellwaagen=A.=G. in Düſſeldorf mit der Eſpera Konim!
und Schnellwaagenfabrik, H. Sporkhorſt, G. m. b. H., in Duisw.
erfolgt. Die neue Geſellſchaft, die in Form einer Aktiengeſellſchaft
richtet wurde, verfügt über ein vorläufiges Kapital von 800 000 M
und führt die Firma „Eſpera Schnellwaagenwerke H. Sporkhorſt, 2—
Duisburg”.
Wie verlautet, werden 4,8 Mill. RM. Aktien der Ford=Motor=
A.=G. Berlin, durch die Deutſche Bank am 15. April zum Kurſe 4
109 Prozent zur Zeichnung aufgelegt.
Die Hauptverſammlung des Frankfurter Bankverein, A.=G., Frel‟
furt a. M., genehmigte den bekannten Abſchluß mit einer von 8 "
6 Prozent ermäßigten Dividende aus einem Reingewinn von 100
(126 000) RM. Das Aktienkapital beträgt 1,02 Mill. RM.
In dieſen Tagen ſind 50 Jahre verfloſſen, ſeit ſich in Mainz hre
der Wirtſchaft zum erſten Verein Creditreform zuſammengeſchlo)
haben. Im Laufe der Zeit hat ſich hieraus die Organiſation &
Vereine Creditreferm entwickelt, die in dem Verband der Vere
Creditreform, e. V., mit dem Sitze in Leinzig zuſammengeſchloſſen i..
und deren Verbindungen ſich über die ganze Welt erſtrecken.
Das Mitteldeutſche Braunkohlenſyndikat, deſſen Dauer mit de
31. März 1929 endigen würde, iſt, wie von zuſtändiger Seite mitgele
tird, von der Geſellſchafterverſammlung nach Vornahme einer Nel
ton Satzungsänderungen um 5 Jahre verlängert worden. Durch 2—
ordnung vom 28. März 1329 hat der Reichswirtſchaftsminiſter emöe
Beſitzer von Braunkohlenbergwerken, die den Veſchlüſſen der Weie
ſchafterverſammlung nicht beitraten, dem Syndikat beigefügt.
hummer 89/90
Sonntag, den 31. März 1929
Seite 13
Handball.
F.=C. Eintracht — Germania Babenhauſen (
Poli=
zeiplatz).
Sportverein 98 Jgd. — Kölner Sp.=Cl. 99 Jgd.
(Stadion).
(Polizeiplatz).
Ahr: Sportverein 98 Darmſtadt — Kickers Stuttgart
(Stadion).
Nhr: Turngemeinde Darmſtadt — Turnverein 46
Mann=
heim (Hochſchulplatz).
Fußball.
Ahr: F.=C. Eintracht — Herta Mainz (Polizeiplatz).
Uhr:
Uhr:
Uhr:
Handball.
(Rheinallee).
(Rheinallee).
Fußball.
Sportverein 98 Jugend — Bayern München Jugend.
Sportverein 98 Jgd. — Fortuna Magdeburg Jgd.
Pol,=Sp.=V. Darmſtadt — Sp.=V. 98 Darmſtadt
(Polizeiſportplatz),
Rot=Weiß Jugend — Kölner S.=C. 99 Jugend
Rot=Weiß Liggerſatz — Poſt Frankfurt Ligaerſatz
4 Oſterprogramm des Sporkv. Darmſtadt 1898.
häne Tage dürften für einen ausgedehnten und regen
Wettſpiel=
geeigneter ſein, als die beiden Oſterfeiertage. So ſind auch die
Sportverein Darmſtadt 1898 für dieſe Tage getätigten
Wettſpiel=
l5ſe äußerſt zahlreich. Da wir auf die hauptſächlichſten Spiele ſchon
Frtiieſen haben, ſei nur noch das geſämte Wektſpidprogkamm
noch=
suſammengeſtellt. Die aktive Handballabteilung trägt folgende
M aus:
Bigamannſchaft gegen Kickers Stuttgart (1. Feiertag),
Digamannſchaft gegen Polizei Wiesbaden (2. Feiertag)
Biggerſatzmannſchaft gegen Eintracht Darmſtadt (1. Feiertag),
Bigaerſatzmannſchaft gegen Dreieichenhain (2. Feiertag).
han dieſen Spielen iſt das Bedeutungsvollſte der Kampf gegen den
tie von Württembera=Baden, Kickers Stuttgart, in deren Reihen
uuden bekannten ſüddeutſchen Repräſentativen Braun und Stump
Hitken. Das Treffen iſt anberaumt auf nachmittags 194 Uhr. — Die
e Fußballabteilung hat folgende Spiele zu beſtehen:
Vigamannſchaft gegen Polizei Darmſtadt (Verbandsſpiel),
Liggerſatzmannſchaft gegen F.=Spb. Groß=Zimmern (1. Feiertag),
2. Mannſchaft gegen Eſchollbrücken (1. Feiertag).
Arch hier hat das Spiel der Ligamannſchaft auf dem Platze der
Szi überragende Bedeutung. Die Tabellenlage erklärt ohne weiteres,
*firr beide Beteiligte es lohnt, die geſamten Kräfte einzuſetzen. Wir
Aren dies insbeſondere auch von der Mannſchaft der 98er, deren
än am letzten Sonntag ſtauk enttäuſchte.
2e abgeſchloſſenen Jugendſpiele bringen Göſte aus Süd= Mittel=
MSeſtdeutſchland. Die Sportvereinsjugend wird ſich bemühen, mit
Arünchener, Kölner und Magdeburger Sporlkameraden ein wahres
ctuoſchaftsverhältnis anzubahnen. Von der Fußballjugend werden fol=
Be Kämpfe ausgetragen:
Ha Jugend gegen 1. Jugend Bahern München,
Ab Jugend gegen 1. Jugend Fortung Magdeburg
3. Jugeud gegen Viktoria Aſſhaffenburg,
4. Jugend gegen Sportverein Wiesbaden,
H. Schüler gegen Weiterſtadt.
Are Spiele gegen München und Magdeburg finden am Vormittag
2. Oſterfeiertags ſtatt, und zwar beginnt das erſtere Spiel ſchon um
üUn (nicht, wie urſprünglich gemeldet, um ½11 Uhr). Nicht weniger
1y—ltig iſt das Spiel der Handballjugend, das folgende Kämpfe vor=
Ha Jugend bezw. 1b Jugend gegen Jug. Sportklub Köln 1899.
Da Jugend gegen Odenwaldſchule, O. rhambach, Sportv.=Mannſch.
2b Jugend gegen Griesheim.
Ba Jugend gegen Arheilgen.
Awrausſichtlich werden die Kölner Gäſte ſich der Sportvereinsjugend
tugl zum Kampfe ſtellen. Auf jeden Fall ſpielt die Jugendelf des
ärFlubs Köln 1899 jedoch vor dem Treffen gegen Kickers Stuttgart.
Sri Spiel der Damenhandballmannſchaft gegen Eintracht Frankfurt
oAſtändigt die Serie der Spiele.
Ewfort nach den Feiertagen, und zwar ſchon am Oſterdienstag
üicht erſt Mittwoch nach Oſtern — beginnt dann die
Ferienſportwoche
u e geſamte Darmſtädter Jugend. Der Leitung des Sportvereins
iſt es darum zu tun, daß möglichſt zahlreiche Jugendliche ſich
be=
tyrn. Die Vereinszugehörigkeit ſpielt keine Rolle.
9liſt nicht vonnöten, daß die Teilnehmer ſich ſchon früher ſportlich
Ligt haben. Gerade dies iſt das Ziel der Veranſtaltung, auch bisher
n reſſierte Jugendliche für den Sport — nicht für den Verein — zu
kümen. Jeder iſt alſo willkommen, der gewillt iſt, heitere, ſportliche
NeE zu leiſten. Wie geſagt, je mehr Jugendliche am Vormittag des
Frieienstag vormittags 9 Uhr ſich auf dem Stadion einfinden, deſto
er iſt es dem Veranſtalter.
Sportverein 1898 (Jugend).
1. Feiertag.
Jugend — 3. Jugend SV. Wiesbaden, dort, Abfahrt 8 Uhr.
2. Feiertag.
eime 1 Jugend — 1a=Jgd. Bayern München, Stadion 9.30 Uhr.
d — 1a=Jgd Fortuna Magdeburg, Stadion 10.30.
mit Nad 12.15 Uhr Hauptbahnhof.
59. Sprendlingen — Rol=Weiß, B.ſ.R.
Lurch die ſchlechte Bahnverbindung ſah ſich der Sportausſchuß
dt um 12 Uhr ab Vereinslokal ſtatt. Um den
Mann=
ſſten den nötigen Rückhalt zu geben, werden die Mitglieder
ge=
em, ſich zahlreich an der Autofahrt zu beteilen.
Polizeiſporkverein — Spotkverein 98 Darmſtadi.
Dieſes Lokaltreffen iſt — das kann ohne Uebertreibung
be=
hauptet werden — das Tagesgeſpräch der Darmſtädter
Sport=
gemeinde. Hüben wie drüben iſt man ſich des Ernſtes der Lage
unbedingt bewußt und es iſt bezeichnend, daß man in beiden
Lagern ſeinen Mannſchaften keine Siegeschancen einräumt. Grund
hierfür ſind die von beiden Mannſchaften in letzter Zeit gezeigten
unbeſtändigen Leiſtungen. Trotzdem iſt zu erwarten, daß die
bei=
den Kontrahenten in Anbetracht der Wichtigkeit des Spieles mit
einer guten Leiſtung aufwarten. Die Wellen der Begeiſterung
werden beſtimmt in beiden Lagern hochgehen, aber auch hier iſt
Polizeiſportverein Darmſtadt — Alemannia Aachen im Intereſſe des ſportlichen Anſehens zu hoffen, daß dieſe
Ge=
fühlsäußerungen in den Grenzen des Erträglichen bleiben.
Als Akteure für dieſes Spiel haben beide Vereine folgende
Spieler nominiert:
Polizeiſportverein:
Hüppe
Metſch
Matthes
Kaiſer
Corell
Bauer, K.
Braun
Bönſel
Mayer Wahl Stephan.
Hebeiſen Frey Müllmerſtadt Geyer. Wenner II
Riebel
Rayk.
Ruppel.
Laumann
Becker
Sportverein 98:
Bährenz.
Das Intereſſe des Publikums iſt vorhanden, ebenſo der Wille
der einzelnen Spieler, ein ſchönes und anſtändiges Spiel
vorzu=
führen; es bleibt alſo nur noch zu wünſchen, daß ein korrekter
und energiſcher Schiedsrichter als Spielleiter fungiert und damit
die Gewähr gibt, daß die Intereſſenten, die am 2. Oſterfeiertage
ihren Weg zum Polizeiſportplatz finden, befriedigt nach Hauſe
wandern können. Der Beginn des Treffens iſt nachmittags 3 Uhr.
Sp. V. Roßdorf — 1. FC. Langen (Liggerſah).
Für den 1. Oſterfeiertag iſt es dem Sportverein Roßdorf
ge=
lungen, die Liggerſatz=Mannſchaft des 1. FC. Langen nach hier zu
gewinnen. Nach langer Winterpauſe wird mit dieſem Spiele der
Sportbetrieb auf dem Sportplatz wieder eröffnet. Das Spiel
be=
ginnt um 3 Uhr und iſt den Freunden des Fußballſportes ein
be=
ſonderes Ereignis geboten, zumal Langen einen hochwertigen
Fußball ſpielt.
* Fußball im Kreis Starkenburg.
Kreisliga=Verbandsſpiele auch an Oſtern.
Die ſeinerzeitige ſchlechte Witterung hat es auch mit ſich gebracht,
daß nun auch die Oſtertage zur Austragung der Verbandsſpiele benutzt
werden müſſen. Man darf nur hoffen, daß alle Spiele an dieſen Tagen
einwandfrei durchgeführt werden, denn es wäre ſchabe, wenn gerade
die Feſttage durch häßliche Ereigniſſe getrübt würden. Die Terminliſte
ſieht folgende Pgarungen vor:
31. März: Sporwerein Mörfelden—Viktoria Walldorf,
Sportverein Münſter—Germania Ober=Roden,
Union Darmſtadt—Union Wixhauſen,
Fußballverein Sprendlingen—V.fR. Rot=Weiß Darmſt.,
Germania Pfungſtadt-Vcktoria Urberach.
1. April: Polizei Darmſtadt—S.V. 98 Darmſtadt.
Sehr große Bedeutung kommt dem Spiel des 1. Feiertags in
Mör=
felden zu, da es hier durchaus möglich iſt, daß der Walldorfer
Spitzen=
reiter einen Punkt abgeben muß. Was das bedeutet, weiß jeder, der
ſich die Tabelle einmal angeſehen hat. Der Kampf dürfte im Zeichen
ſtärkſter Nachbarrivalitär ſtehen und erfordert einen energiſchen
Unpartei=
iſchen. Im übrigen ſoll man gerade hier obige Mahnung beachten. Das
Vorſpiel endete ſeinerzeit 5:0 für Walldorf. — In Münſter ſollten die
Einheimiſchen knapp zu den Punkten kommen, nachdem ſie die vom
Vor=
ſpiel wegen der Ober=Nodener Disqualifikation kampflos einheimſen
konnten. — Union Darmſtadt hat an den Wixhäuſern eine 0:3=
Nieder=
lage vom Vorſpiel gut zu machen, was auch gelingen ſollte.
Sprend=
lingen hatte im Vorſpiel gegen die Darmſtädter Rot=Weißen das Glück,
dieſe inſolge Platzſperre in Darmſtadt daheim empfangen zu können,
wobei es ein für Sprendlingen raiht glückliches 1:1 gab. Auch dieſes
Spiel findet in Sprendlingen ſtatt, und ſein Ausgang iſt gerade ſo
un=
gewiß wie das Vorſpiel, de die Darmſtädter eine ſichtliche
Formverbeſſe=
rumg aufzuweiſen haben. Auch in Pfungſtadt erſcheint der Spielausgang
offen. Allerdings hat Urberah, das im Vorſpiel mit 5:3 gewann, die
beſſeren Chancen, denn über die Pungſtädter iſt man ſich in Fachkreiſen
abfolut noch nücht im Klaren. — Der 1. April bringt dann das
Darm=
ſtädter Lokalereignis: Polizei gegen Sportverein 98. Die 98er
gewan=
nen das Vorſpiei mit 3:1, aber das iſt kein Bewzeis, daß es jetzt ebenſo
ausgehen muß, zumal der Sportverein am Sonntag abſolut nicht
befrie=
digen konnte. Wir halten deshalo den Spielausgang für oſfen.
Vom letzten Sonntag dürften noch einige Ergebniſſe intereſſieren.
Walldorf verlor in Oberurfel mit 1:3. Da Oberurſel Favorit für die F. C. Pirmaſens komb.—Wacker Halle 23. S. V. Wiesbaden—
Nordmainkreismeiſterſcaft iſt, darf man das Ergebnis als befriedigend
anſprechen. Weiter ſchlug Germania Pfungſtadt bei gutem Beſuich die
Elerſtädter Germanen mit 3:0, dech gibt das Ergebnis der
Ueberlegen=
heit des Siegers keinen rachten Ausdruck
nach Oſtern wieder, dagegen hit der Dreieichgau, für den 31. A. S. V. Nürnberg 6:2. A. S. Straßburg—Rot=Weiß Frank=
März Treffen angeſetzt. Es ſollen nah der neueſten Terminliſte
ſpie=
len: Haſſia Dieburg—S.V. 1911 Neu=Iſenburg, V.f.L. Iſenburg Ne= Grenchen—Freiburger F. C. 2:2. F. C. Biel—Saar 05
Saar=
ſerve—F C. 03 Egelsbach, S. C. Dietzeubach-F.V. Eppertshauſen, F.V. brücken 5:4,
Offenthal—Sportgemeinde Sprenolingen. Die Platzbereine gelten
je=
weils als Faveriten.
Die Schlußtermine der Kreisliga.
Nachdem die Oſterſpiele bereits in der Vorſchau genannt worden
ſind, ſieht die antliche Terminliſte der Kreisliga noch folgende Paarun= Budapeſt (Amateure) 2:1. Eintracht Braunſchweig—
Tſchecho=
gen vor:
7. April: Viktoria Urberach—Sportverein Müinſter, Union
Wixhau=
ſen—Fußballverein Sprendlingen, V.f.L. Rot=Weiſ—Sportverein 98
Darmſtadt, Union Darmſtadt—Germania Pfungſtadt (1 Uhr),
Poli=
zei Darmſtadt-Viktoria Walldorf (11 Uhr).
14. April: Vktoria Walldorf—Germania Obev=Roden, Sportver= —Viktoria Hamburg 1:7.
ein 98—Union Darmſtadt. Jußballverein, Sprendlingen-Polizei
Darmſtadt, Sportverein Mörfelden—Union Wixhauſen, V.f.R. Rot=
Weiß-Viktoria Urberach (11 Uhr), Sportverein Münſter—Bermanig Tahlitz zeigte bei ihrem „Lehrſpiel” in Dresden gegen Guts Muths ſechr
Pfungſtadt.
haufen—Germania Pfungſtadt, Fußballverein Sprendliugen—Sport= zeit 2:0) Treffern in Front.
verein 98 Darmſtadt. Germania Ober=Roden-Viktoria Urberach,
Polizei Dirmſtadt—Sportverein Münſter.
28. April: Sportverein Münſter—Union Darmſtadt, Sportverein 98 Unfall. Er hatte gemeinſam mit dem Norweger Ole Oeſterud eine neug
Darmſtagk-Viktoria Walldorf, Polizei Darmſtadt—Union Wixhau= Sprungſchanze gebaut. Gleich beim erſten Sppung bam Wüller beim
ſen, Viktoria Urberach-Fußballverein Sprendlingen, Sporwerein Aufgleiten zu Fall und brach den rechten Fuß.
Mörfelden-VfN. Rot=Weiß, Germania Pfungſtadt—Germania
Ober=Roden.
Mai: Sportverein Münſter—Sportverein 98 Darmſtadt, Union geſchlagen.
Wixhauſen-Viktoria Urberach, Fußballverein Sprendlingen-
Vik=
torin Walldorf, V.fN. Rot=Weiß—Union Darmſtadt, Sportverein
Mörfelden—Germania Pfungſtadt, Germauza Ober=Roden—Polizei
Darmſtadt.
12. Mai: Fußballderein Sprendlingen—Sportverein Mörfelden,
Sportverein 88—1nion Wixhauſen (1 Uhr), Union Darmſtadt—
Ger=
mania Ober=Roden, Viktoria Walldorf—Viktoria Urberach, V.f.R.,
Not=Weiß—Sportverein Münſter (11 Uhr), Germania Pfungſtadt—
Polizei Darmſtadt.
19. Mai: Sportverein Münſter—Sportverein Mörfelden, Germania
Ober=Roden—Union Wixhauſen, Viktoria Walldorf—V.f.R. Rot=
Weiß Darmſtadt, Polizei Dacmſtadt—Union Darmſtadt,
Fußball=
verein Sprendlingen—Germanig Pfungſtadt, Sportverein 98—
Vik=
toria Urberach.
26. Mai: Germania Ober=Roden—Sportverein Mörfelden, V.f.R.
Rot=Weiß—Polizei Därmſtadt.
Die Spicle beginnen, fall nicht beſonders vermerkt, um 3 Uhr
nach=
mittags und finden auf den Plätzen de: zuerſt genannten Vereine ſtuatt.
der
Tennis Boruſſia Berlin — 1. F.C. Nürnbera 0:1 (0:1).
Der Beſuch des 1. F.C. Nürnberg war für den Berliner Fußbak
ein Ereignis erſten Ranges: 40 000 Zuſchauer wollten die Mannſchaft
ſehen, der man in dieſem Jahre wieder die größten Chancen auf die
Deutſche Fußballmeiſterſchaft gibt. Im Poſtſtadion, deſſem Spielfeld
recht gut war, traten die beidem Mannſchaften mit ihrer ſtärkſten
Be=
ſetzung an. Es gab einen raſſevollen, ſchönen Kampf, den die
Süddeut=
ſchen jederzeit ſicher in den Händen hattem und verdient gewannen. Der
Sieg hätte leicht höher ausfallen können. Wenn aber der Kampf nur
mit dem knappſten aller Ergebniſſe endete, dann iſt das in erſter Linie
der ausgezeichnetem Berliner Deckugn und der Schußunſicherheit des
Nürn=
berger Halbrecht, Hornauer, zuzuſchreiben. Auch bei den Süddeutſchen
bildete die Hintermannſchaft, beſetzt mit dem alten Routiniers
Stuhl=
fauth, Popp und Kugler, ſowie der Mittelläufer Kalb, die Stützen der
Mannſchaft. Der Sturm arbeitete prächtig zuſammen und riß die Maſſeu
zur Bewunderung hin, vor dem Tore war er aber etwas zu unproduktiv.
Der bemerkenswert fair durchgeführte Kampf brachte dem Nürnbergern
in der zehnten Minute die erſte Ecke ein. Nur mit Mühe konnte
Mart=
wig dew gut hereingegebenen Eckball zu einer zweiten Ecke abwehren,
um ein Haar hätte es ein Selbſttor gegeben. Bei der zweiten Ecke kam
der Ball zu Lux und von dem Berliner Mittelläufer zum Nürnberger
Läufer Geiger, der das Leder mit einem Prachtſchuß zwiſchen die Maſchen
ſetzte. Dem Berliner Torhüter war die Ausſicht verſperrt. In der
Folge gab ſich der Nürnberger Angriff ſichtlich keine große Mühe mehr.
Berlins Sturmführer Herberger wurde in der zweiten Halbzeit verletzt
und mußte erſetzt werden. Carnelius=Pankow leitete den Kampf gut.
DfR. Köln-Sp. 06 Mälheim — Sp.Bg. Zürth 0:1 10:1)
Zehntauſend Zuſchauer gingen am Karfreitag in Köln auf das
rechtsrheiniſche Ufer, um dork eine Kombination aus VfR. Köln und
SV. 06 Mülheim gegen die Sp. Vg. Fürth ſpielen zu ſehen. Die Fürther
Kleeblätter waven aber eine Enttäuſchung. An ihre alten Zeiten
er=
innerte nur die Verteidigung und der Tormann, auch die Läuferreihe
ging zeitweiſe an, der Sturm jedoch konnte in keiner Beziehung gefallen.
Er war ſchußunſicher und leiſtete auch im Zuſammenſpiel herzlich wenig.
Köln hätte das Spiel gewinnen müſſen, ſeine Mannſchaft bot die
ein=
heitlichere Leiſtung, war im Feldſpiel meiſt überlegen und hatte auch
die meiſten Torchangen. Recht gut waren in der einheimiſchen
Mann=
ſchaft die beiden Verteidiger, der Sturmführer Schröder und der Läufer
Hönig, der den gefährlichen Fürther Torſchützen Frank faſt völlig kalt
ſtellte. Die Entſcheidung fiel in der 2. Spielminute. Der Kölner
Ver=
teidiger Hartung ſchlug einen Ball mit der Hand aus dem Tor, dem
fälligen Elfmeter verwandelte Leinberger mit placiertem Schuß.
Eine unerwartet hohe Niederlage bezog der ASV. Nürnberg am
Karfreitag beim erſten Spiel ſeiner Oſtpreußenreiſe in Königsberg. Der
Oſtpreußenmeiſter VfB. Königsberg ſiegte mit 6:2 Treffern, nachdem er
bereits bei der Halbzeit mit 3:1 Treffern geführt hatte. Die
Nieder=
lage entſpricht in dieſer Höhe weder dem Spielverlauf noch den
Mann=
ſchaftsleiſtungen, die faſt ausgeglichen waren. Die Süddeutſchem fandem
ſich auf dem ungewohnt ſchwerem Boden nicht zurecht während ſich die
Oſtpreußen ſichtlich in ihrem Element befanden. Außerdem war
aller=
dings auch das Stürmerſpiel der Königsberger ausgeglichener.
Süddeutſchland.
Sportfreunde Saarbrücken—V. f. R. Fürth 1:0. V. f. R./
Offenbacher Kickers (Beo=Pokal) 2:0.
Süddeutſche Mannſchaften auf Reiſen.
V. f. R. Köln/Mülheim 06 komb.—Sp. Vg. Fürth 0:1. Tennis=
In der 4=Klaſſe beginnen die Spiele im Gau Bergſtraße erſt / Boruſſia Berlin—1. F. C. Nürnberg 0:1. V. f. B. Königsberg—
furt 2:2. Etoile Carouge Genf—V. f. B. Stuttgart 1:2. F. C.
Weitere Spiele im Reich.
Kölner S. C. 99— A. C. Ilford London (Amateure) 2:5.
V. f. B. Leipzig—Blue Stars Zürich 2:2. Dresdener S. C.—
Hertha B. S. C. Berlin 0:6. Concordia Plauen — M. T. K.
ſlovan (Amat.) 3:1. Nord=Nordwpeſt Berlin —Böhmiſche
Aus=
wahl=Elf 7:2. Hamburger S. V.—Racing Club Gent 3:0. V.f.L.
Zwickau—F. A London (Amat.) 1:2. Guts Muths Dresden—
F. C. Teplitz 0:3. Hannover 94—Atona 93 0:7. Phönix Lübeck
Ein „Lehrſpiel” in Dresden. Die Berufsſpielermannſchaft des F.=C.
ſchöne Leiſtungen, die den Spielabſchluß vollkommen rechtfertigten. Die
21. April: Union Darmſtadt—Sportverein Mörfelden, Union Wix= Deutſchböhmen blieben nach überlegen geführtem Spiel mit 3:0 (Halb=
Der deutſche Skimeiſter Guſtav Müller verunglückt. Der deutſche
Skimeiſter Guſtad Müller erlitt in Burgel im Etſchtal einen ſchweren
Jakob Domgörgen wurde in Bologna von Locatelli nach Punkten
Nicht mehr Weltmeiſter iſt Joe Dundee (Weltergewicht), weil er
ſeinen
cht in der vorgeſchriebenen Zeit verteidigte.
Franz Diener wird Ende April in Berlin gegen Primo Cawera
boxen. Die Verträge ſind bereits untenſchrieben.
Seite 14
Sonntag, den 31. März 1929
Nummer 89,
Hunsoalt.
Turngde. 1846 Darmſtadt - Turnv. 1846 Mannheim.
Die Turngemeinde Darmſtadt hat ſich für den 1.
Oſtferfeier=
tag den Mannheimer Turnverein mit drei Mannſchaften
verpflich=
tet. Mannheims Mannſchaften geben in ihrem Gau einen
ge=
fürchteten Gegner ab und müſſen ſich die Darmſtädter anſtrengen,
um günſtig abzuſchneiden. Die 1 Mannſchaft Mannheims ſpielt
in dem dortigen Gau Meiſterklaſſe und ſteht mit führend an der
Spitze. Jedenfalls ſind drei intereſſante, ſchöne Kämpfe zu
erwar=
ten und kann der Beſuch der Spiele, welche auf dem
Hochſchul=
ſportplatz ſtattfinden, nur beſtens empfohlen werden. — Dieſe
1. Mannſchaften ſpielen um 3½ Uhr. Darmſtadts 1. Mannſchaft
tritt in folgender Aufſtellung an:
Steinmetz
Braun
Joſt
Meyer
Fiſcher
Büttner
Schnellbächer Neumann Reichert Geduldig Foßhag.
Darmſtadt fährt am 2 Oſterfeiertag nach Wiesbaden, um
gegen die dortige „Eintracht”, ein Kreisklaſſenvertreter,
Freund=
ſchaftsſpiele auszutragen. Auch hier müſſen ſich die Darmſtädter
mächtig anſtrengen, denn Wiesbaden wird nach der Niederlage
vom Vorſonntage gegen Arheilgen alles daran ſetzen, einen Sieg
davonzutragen.
Die 3. Mannſchaften ſpielen um 1 Uhr, die 2. Mannſchaften
um 2.15 Uhr und die 1. Mannſchaften um 3.30 Uhr.
Um 7 Uhr abends findet im kleinen Saal des Turnhauſes ein
geſelliges Beiſammenſein mit den Mannheimer Gäſten ſtatt.
1. Jugend Rol=Weiß — 1. Jugend SC. 99 Köln.
Während die Ligamannſchaft der Rot=Weißen über Oſtern
pauſiert, iſt es gelungen, für die 1. Jugend einen namhaften
Geg=
ner, und zwar den SC. 99 Köln, zu einem Privatſpiel zu
ver=
pflichten. Die Kölner Jungens werden am 2. Feiertag um
14 Uhr auf dem Rot=Weiß=Platz gegen die 1. Jugend des
Platz=
vereins antreten. Es wird hier einmal die ſeltene Gelegenheit
geboten, ſüddeutſchen und weſtdeutſchen Nachwuchs im Kampfe zu
ſehen. Anſchließend an dieſes Spiel treffen ſich um 15 Uhr Rot=
Weiß Ligaerſatz — Poſtſportverein Frankfurt
Ligaerſatz, ſo daß zwei intereſſante Spiele zu erwarten ſind,
deren Beſuch ſich lohnen wird.
Kunſtkurnen Berlin-Hamburg-Leipzig.
Leipzig gewinnt den traditionellen Kampf.
Zum 14. Male ſtanden ſich am Karfreitag im traditionellen Städte=
Kunſtturnen die Repräſentativmannſchaften von Leipzig, Hamburg und
Berlin in der Pleißeſtadt gegenüber. Die Veranſtaltung ſelbſt erfreute
ſich eines rieſigen Zuſpruchs ſeitens der Bevölkerunig. Schon mehrere
Tage vorher war der Kriſtallpalaſt völlig ausverkauft.
Die Leipziger erwieſen ſich diesmal zweifelsohne als die Beſſeren.
Schon nach der erſten Uebung lagem ſie in Front. Nach dem Freiübungen
führten die Einheimiſchen mit 14 Punkten vor Hamburg. Am Barren
konnte Hamburg zunächſt zwei Punkte vor Leipzig in Führung gehen,
jedoch am Pferd ſeitlich, Reck und Pferd lang gab Leipzig wieder den
Ton an. Die Berliner Mannſchaft, die in den erſten vier Uebungen
ziemlich ſtark ins Hintertreffen geraten war, kam nun ziemlich ſtark auf,
der Vorſprung war aber jedoch zu groß, um irgendwie das Reſultat
noch weſentlich beeinfluſſen zu können. Als die beſtem Einzelturner
er=
wieſen ſich die Leipziger Kleine und Thaßler mit je 332 Punkten.
Im Geſamtklaſſement erzielte Leipzig 2422 Punkte vor Hamburg
B59 Punkte und Berlin 2329 Punkte.
Schwimmwekkkämpfe der Waſſerfreunde Heilbronn.
Am 14. April veranſtalten die Heilbronner Waſſerfreunde ein
kreisoffenes Wettſchwimmen, zu dem bereits
zahl=
reiche Meldungen abgegeben wurden. 23 Vereine mit über 130
Bewerbern, darunter die erſte Klaſſe der deutſchen Schwimmer,
werden bei dieſer Veranſtaltung ſtarten. Die Konkurrenzen ſind
ſehr abwechſlungsreich. Neben einer 1 Lagenſtaffel, einer 1.
Frei=
ſtilſtaffel ſind 100 Meter 1. Senior Freiſtil, 100 Meter
Bruſt=
ſchwimmen und 100 Meter Rückenſchwimmen vorgeſehen. Weiter
werden Springkonkurrenzen, 200 Meter 2. Freiſtil, eine 3. Senior
Freiſtilſtaffel, eine Junioren=Lagenſtaffel und verſchiedene
Wett=
kämpfe der Jugendklaſſe ausgetragen. Intereſſe verdient noch der
gegen eine württembergiſche Mannſchaft beſtreiten wird. Den
1. Vereinsmehrkampf und das Waſſerballſpiel, das Augsburg
Höhepunkt der Veranſtaltung wird unſtreitig das 1,
Freiſtil=
ſchwimmen über 100 Meter ſein, in dem ſich 12 Mann um die
Siegespalme bewerben. Die Namen dieſer Bewerber. Dex=
München Balk und Fauſt=Göppingen, Vogt=Heidelberg, Maus=
Offenbach, Hag=München, Schellenberg=Wiesbaden, genügen voll=
kommen zur Charakteriſierung dieſes Kampfes.
Inkernakionales 9. Wiesbadener Aukomobil=Turnier
Als erſte der fünf großen internationalen Veranſtaltungen
Deutſchlands findet das Wiesbadener Automobilturnier vom 8.
bis 12. Mai d. J. ſtatt. Laut der inzwiſchen erſchienenen
Aus=
ſchreibung umfaßt das Programm eine Sternfahrt,
Schonheits=
konkurrenz, Geſchicklichkeitsprüfung, Ballonverfolgung und die
Prüfung auf den kurvenreichen ſtädtiſchen Waldſtraßen „Rund um
den Neroberg‟. Als große Neuerung kommt in dieſem Jahre die
„Leiſtungsprüfung für ſerienmäßige Tourenwagen” hinzu.
Hier=
bei werden zum erſten Male in Deutſchland den Fahrern dieſer
Wagen gleichwertige Waffen in die Hand gegeben, da dieſe
Prü=
fung auf Grund eines Handicaps ausgefahren wird. Im
geſell=
ſchaftlichen Teil der internationalen Veranſtaltung iſt neu
einge=
führt eine Ballonverfolgung, während die Geſchicklichkeitsprüfung,
wie man es von dem Wiesbadener Veranſtalter gewohnt iſt, die
Konkurrenten vor neue ernſthafte Aufgaben ſtellen wird.
Opelbahnrennen.
Als erſte und wohl größte motorradſportliche Veranſtaltung
in Süddeutſchland gelangt am 12. Mai das Opelbahnrennen
auf der Rüſſelsheimer Bahn zur Durchführung. Der Bedeutung
des Rennens für den Motorſport allgemein Rechnung tragend,
haben ſich die beiden bedeutendſten Sportverbandsgruppen D.M. V.
und A.D. A. C. zuſammengeſchloſſen, um die Veranſtaltung
gemein=
ſam durchzuführen.
Pferdeſpork.
Noch 84 Pferde im Derby.
Bei der jetzt erfolgten dritten Einſatzzahlung für das Deutſche
Derby, das am 30. Juni in Hamburg zur Entſcheidung kommt,
wurde für 83 Dreijährige das Engagement aufrecht erhalten.
Unter den 29 ausgeſchiedenen Pferden befinden ſich u. a. die
Alte=
felder Scipio, Trebonius und Octavia, die Oppenheimer
Myn=
heer und Severus, die Weinberger Avitus Peritus und
Simo=
nedes, des weiteren Sergius, Madonna d’Arezzo und Holofernes.
Für den Jubiläumspreis (30000 Mark. 2000 Meter) am
Pfingſtmontag in Hoppegarten wurden 28 Vollblüter genannt,
darunter der vorjährige Sieger Oleander ſowie Antonia,
Valla=
dolid, Ferro, Avanti, Markgraf, Serapis, Normanne, Lupus,
Fockenach, Tantris, Maximus und Audax.
Oiko Schmidt Rekonvaleſzenk.
Der langjährige deutſche Champion Otto Schmidt iſt an einem
nervöſen Herzleiden erkrankt und muß aus dieſem Grunde
vor=
läufig von jeder Tätigkeit im Rennſattel abſehen. Das
Miß=
geſchick trifft den Stall Weinberg um ſo härter, als die
Saiſon=
eröffnung in Dresden vor der Türe ſteht. In vier Wochen glaubt
„Otto” wieder auf dem Poſten zu ſein.
Hockey.
Oſterkurnier in Hannover.
Die Spiele am Karfreitag.
Deutſcher Hockeh=lub Hannover—H.C. Haslam 5:1 (2:0).
Die Engländer begannen ſehr vielverſprechend. Als ſich aber die
Mannſchften gefunden hatten, gab es kein Halten mehr. Hobein
er=
zielte kurz hintereinander zwei Tore. Nach der Pauſe erhöhten Hobein
und Stockmonn auf 4:0, und durch ein Eigentor der Engländer, die
vorher den Ehrentreffer erzielen konnten, kam es ſchließlich auf 5:1.
Uhlenhorſter Klippers—Cambridge 2:1 (1:1).
Die Klippers lagen durichwveg im Angrif und zeigten auch techniſch
gute Leiſtungen. Allgemein merkte man den Mannſchaften des
man=
gelnde Training an. Die erſte Halbzeit verlief unentſchieden 1:1. Nach
der Pauſe waren die Uhlenhorſter die Glücklichen. Aus einem
Ge=
dränge heraus kamen ſie zum zweiten und ſiegbringenden Treffer,
In einem weiteren Spiel blieb der
Club zu Vahr Bremen—S. C. 1880 Frankfurt 2:0 (0:0)
erfolgreich. Bei 1880 machte ſich das Fehlen des Internationalen Dheo
Haag ſtark bemerkbar. Die Mannſchift machte an und für ſich einen
ziemlich untrainierten Eindruck.
Hockenkurnier in Hamburg.
Berlin ſchlägt Indien.
Das Hauptintereſſe am erſten Tag des Internationalen
Oſterhockeh=
turniers in Hamburg wandte ſich naturgemaß auf die Begegnung der
indiſchen Studenten mit dem Berliner S.V. 92.
Berliner SV. 92—Indiſche Studenten 7:1 (3:0).
Die Indier traten ohne ihren beſten Spieler Jaldal Singh an und
waren dem unheimlich ſchnellen Tempo der Berliner auf die Dauer nicht
gewachſen. In der erſten Halbzeit leiſteten die Gäſte aus dem
Wunder=
land noch einigermaßen Widerſtand. Berlin griff unentwegt an und
kam in regelmäßigen Abſtänden zu drei Toren. Nach der Pauſe
er=
lahmte die Widerſtandskraft der Studenten zuſehends und weitere vier
Tore waren die Ausbeute der kampfesfreudigen Berliner. Erſt kurz vor
Schluß gelang es den ausländiſchen Gäſten, dunch den Mittelſtürmer
das Ehrentor zu erzielen. Unter großem Jubel der zahlreichen
Zu=
ſchauer verließen die Berliner als verdiente 7:1=Sieger das Feld.
Im zweiten Spiel trafen
Berliner S. C. und Akad. S.V. Dresden
aufeinander. Dank ihres techniſch beſſeren Spieles ſiegten die
Reichs=
hauptſtädter verdient mit 4:0 (3:0).
Berlin Brandenburg unb Hannover 78
lieferten einen ſchmellen und ſchönen Kampf, der die Berliner als ſichere
3:0 (2:0)=Sieger ſah.
Uhlenhorſter H.C.—Blau=Weiß Aſchaffenburg 2:1 (0:1).
Einen ganz hervorragenden Eindruck hinterließen die Gäſte aus
Bayern. Mit einem ſelten geſehenen Elan trugen ſie immer wieder
gefährlike Angriffe vor das Uhlenhorſter Tor, und Mitte der erſten
Halbzeit konnten die Aſchaſſenburger ſogar die Führung an ſich reißen.
Auch nach dem Wechſel wehrten ſih die Gäſte aus Süddeutſchland nach
Leibeskräften der Angriffe der Uhlenhorſter, konnten es aber nicht
ver=
hindern, daß ſich die größere Routine der Norddeutſchen immer mehr
durchſetzte und dieſe ſchließlih einen knappen 2:1=Sieg herausholten.
Die engliſche Mannſchaft von Klingſton gewann gegen die
Uhlen=
horſter Junioren 7:3.
In einem ſpannenden Spiel ſchlugen die Damen des S. C. 1880
Frankfurt die Uhlenhorſter Damen knapp, aber ſicher 1:0 (1:0).
Kreuznacher Hocken=Turnier.
Der Auftakt am Karfreitag.
Gutes Wetter und ausgezeichnete Platzverhältniſſe ermöglichten
cinen einwandfreien Beginn des Kreuznacher Hockeyturwiers. Vor
Be=
ginn der Spiele gab es am Karfreitag eine ſchlichte Gedenkfeier am
Ge=
fallenen=Denkmal des veranſtaltenden Kreuznacher Hockey=Vereins 1913,
an der auch die auswärtigen Mannſchaſten teilnahmen. Die Spiele des
Karfreitags wurden ebenfalls zum Gedächtnis der Gefallenen
durch=
geführt. Die Spielergebniſſe der durchweg intereſſanten und fairen
Kämpfe waren:
Bei den Herren:
H. T. C. M.=Gladbach-Rot=Weiß Frankfurk 6:2 (4:1).
S. C. Vurgund Berlin-Kreuznacher H.C. 1913 0:0.
V.f. R. Mannheim-Kölner S. C. 99 3:1 (2:1).
Chemnitzer B. C.—S. C. M.=Gladbach 0:1 (0:1).
T.V. Eintracht Dortmund—Deutſcher S.C. Hannover 2:4 (0:1).
Bei den Damen:
Kölner S.C. 99—Kreuznacher H.C. 1913 2:0 (1:0)
Boxen.
Der Auftakt zu den deutſchen Meiſterſchaften.
Amateurboxer am grünen Tiſch.
Den Auftakt zu den an den Oſtertagen in der Dortmunder
Weſt=
falenholle ſtattfindenden deutſchen Amateurboxmeiſterſchaften bildeten
die Sitzungen des Reichsverbandes am Karfreitag. In der Sitzung des
Techniſchen Ausſchuſſes wurden beſonders die ſwortlichen
Fragen durchberaten. Beſonders wichtig iſt, daß der Reichsverband
der Jugendbewvegung ſoine Aufmeckſamkeit widmen will. In Zukunft
werden jugendliche Boxer, die die Berechtigung haben, in der
Alters=
klaſſe zu kämpfen, nur noch für die nächſten zwei Jahre gegen Junioren
antreten dürfen. In der Austragung der Mannſchaftsmeiſterſchaft
wurde inſofern eine Aenderung vorgenommen, als die Vorkämpfe bereits
am 1. Mai beginnen müſſen und bis Ende September durchzuführen
find. An dem alten Syſtem, nach welchem bei unentſchiedenem
Reſul=
tat zwei Kämpfe am gleichen Abend auszuloſen ſind, wird feſtgehalten,
es wäre jedoch im Einverſtändnis der beteiligten Vereine möglich, den
Klubkamef innerhalb von 14 Tagen zu wiederholen. Der Reichsverband
hat außerdem Lehrkurſe bewilligt erhalten, die mit ſtaatlicher
Unter=
ſüüitzung in Preußen und Bahern ſtattfinden. Bei der Zuſammenſetzung
der Pokalkämpfe wurben Norddeutſchland gegen Oſtpreußen und
Schleſien gegen Brandenburg für die beiden Vorrunden
zuſammen=
geſtellt. Ohne Kampf kommen Weſtfalen/Heſſen gegen Weſtdeutzſchland,
Südweſt gegen Bayern und Nordweſt gegen Mitteldeutſchland in die
Zwiſchenrunde. Dazu die Sieger der beiden Vorrundenkämpfe
gegen=
einander. Anläßlich der 1930 in Breslau ſtattfindenden Deutſchen
Kampfſpiele iſt dem Reichsverband die Durchführung der
Box=
kämpfe übertragen worden, die dergeſtalt zum Austrag gelangen, daß
die deutſchen Meiſter gegen eine Auswahlmannſchaft antreten werden.
Der Techniſche Ausſchuß beſchäftigte ſich auch mit den
Vereins=
übertritten und beſtimmte, daß in Zukunft die Karenzzeit auch
dann in Kraft kritt, wenn ein Kämpfer von einem Landesverband in
einen anderen überſiedelt, ohne ſeinen Wohnſitz zu ändern.
Der Terminkalender des Reichsverbandes weiſt eine Anzahl
bedeutender Kämpfe auf, und zwar am 14. April findet eine
Begeg=
nung in Görlitz zwiſchen der deutſchen Auswahlmannſchaft und einer
ſolchen der Tſchechoſlowakei ſtatt, am 30 Apri: tritt eine iriſche
Län=
dermannſchaft in Berlin gegen eine deutſche „Acht” an. Im
Septem=
ber ſtehen ſich in Kopenhagen Deutſchland und Dänemark gegenüher,
im November in Oslo Deutſchland und Norwegen. Der Monar
Juli wird von allen zehn Landesverbänden für veranſtaltungsfrei
erklärt. Der für Pfingſten geplante erſte Reichsjugendtag wird
abgeſagt.
Lernt ſchwimmen, lernt rekten!
Wilhelm Rothan=Rzadkowſki,
1. Schwimmlehrer im Bezirk Berlin=Friedrichshain.
Dos Internationale Oſterhockeyturnier des Deutſchen Hockeyclubs
Hannover brachte am Kaufreitag bereits das Auftreten der beiden
eng=
liſchen Mannſchaften von Haslam und Cambridge. Man hatte allgemein
bei der mangelnden Trainingsmöglichkeit der deutſchen Vereine glatte
Niederlagen der Emheimiſchen erwartet; es kam aber umgekehrt.
Der Deutſche Tiſch=Tennisbund wählte ſich Landgerichtsrat Dr. Arndt
zu ſeinem neuen erſten Vorſitzenden.
Eine deutſche Expedition für Japan. In den letzten Tagen weilte
ein Vertreter des Japaniſchen Leichtathletik=Verbandes in Berlin, um
Beſprechungen für die zum Herbſt dieſes Jahres geplante Expedition
einer deutſchen Leichtathletik=Mannſchaft zu führen. Die
Ja=
paner haben beſtimmte Wünſche geäußert, die nach Möglichkeit auch er=
Wenn die Opfer des Verkehrs gezählt werden, ſo dürfen 7
ſende nicht vergeſſen werden, die auf den Waſſerſtraßen ihr Leben
müſſen. A.is den Berichten der Deutſchen Lebens=Rettungsge
geht hervor, daß in Deutſchland jährlich weit über 5000 Men /
trinken. Welch eine Unſumme von Herzeleid, von vernichteter
licher und geiſtiger Arbeitskraft ſteckt in dieſer Zahl! Wenn
ein=
kataſtrophe eine Menſchenſiedlung vernichtet, ſo leſen wir das
griffenheit. Wieviel mehr muß es uns packen, wenn wir der
ins Auge ſehen, daß Jahr für Jahr mehr als 5000 Menſchen,
die Einwohnerzahl einer kleinen Stadt, dem Untergange gews
und ertrunken. Gewiß iſt unter dieſen 5000 mancher, der freiw
dem Leben geht und manch anderer, der auf hoher See in den
mit Wind und Wogen unterliegt. Aber die allermeiſten wi
retten, wenn —. Dieſes Wenn verdient unſere ganze Aufmer 1e
auch in der „Verkehrswacht” und in der RUWo.
Auf die Dauer darf und kann das nicht ſo weitergehen. D
tröſtlich zu wiſſen, daß ſehr wohl die Möglichkeit beſteht, jer
weſentlich zu verkleinern. Wenn erſt die Menſchen ſich mit dem
mehr als bisher vertraut gemacht haben, wenn ſie gelernt
hal=
in der rechten Weiſe im Waſſer zu bewegen, alſo zu ſchwimmen
wird die Zahl der Ertrunkenen ſprunghaft niedriger werden, wa.
reichen mit allen Mitteln angeſtrebt werden ſollte. Es darf aru
außer acht gelaſſen werden, daß durch die immer mehr ſich ſto
Ausübung des Sports, beſonders des Waſſerſports, die Gefahrex
nicht etwa verringert, ſondern ſtändig geſteigert werden. Desk.
geht die Forderung an jeden Volksgenoſſen, der die Kunſt des S
mens noch nicht beherrſcht: „Lerne ſchwimmen!“ Das St
menlernen iſt im allgemeinen leichter als vielfach angenommen
Viele Menſchen erlernen es ohne Lehrer und auch noch im fortg
tenem Alter. Der Wille macht es! Wer aber ſchwimmen ka
begnüge ſich nicht nur damit, die geſundheitlichen Werte des 2
für ſich auszunutzen, ſondern er denke auch an den Ernſtfall.
Schwimmer übe das Dauer= und lerne das Rettungsſchwimm
in Momenten der Gefahr nicht nur ſich, ſondern auch andere Män
vor dem Tode des Ertrinkens zu bewahren. Erhebend und eE
iſt es, ſein Leben für ſeine Mitmenſchen aufs Spiel zu ſetzen! De
Confuzius ſagt darüber: „Wer ein Menſchenleben gerettet 1
größer, als wer eine Stadt eingenommen hat!“
Was für die Erwachſenen ein dringender Wunſch iſt, das
die Heranwachſenden und für die Kinder eine unbedingte Forderu
ſtützt auf den dahinzielenden Miniſterialerlaß vom 3. Mai 19
gefordert werden, daß in all den Gemeinden und Schulen, die Sck,
gelegenheit haben, Schulſchwimmunterricht erteilt wird. Gott ſe
hat der Gedanke ſich ſchon vielerorts Bahn gebrochen, aber nock
wir am Anfang der Bewegung. Schwimmen muß dadurch
Schwimmunterricht Schulpflichtfach wird, zum Allgemeingut des
ſchen Volkes werden. In Zukunft muß jedes Kind, das die
verläßt, Schwimmen gelernt haben.
Für den Schulſchwimmunterricht iſt es ſelbſtverſtändlich, da
nur die Kunſt des Schwimmens, ſondern auch die Fertigke=
Nettens gelehrt werde. Das Rettungsſchwimmen iſt die Krom
Schwimmens. Das Kind muß im Schwimmunterricht ſo ausg
und angeleitet werden, daß es nach der Schulentlaſſung mit wac.
Körperkraft auch ohne weitere Anweiſung, ſich im Rettungsſchw
mehr und mehr vervollkommnen kann. Als Richtſchnur für das Re4 in den Schulen gilt der Miniſterial=Erlaß vom 26. Fb
1927. Werden unſere Jungen und Mädchen in dieſem Sinne en
ſo wird ein ſtarkes und mutiges Geſchlecht heranwachſen, das ſich
ſeiner Pflichten gegen die Mitmenſchen bewußt iſt. Möge ſchon
nächſten Generation das Wort Wahrheit werden: „Jeder Deutſcr
Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter!
Geſchäftliches.
Neue Frühjahrsſtoffe=
Schon während der Saiſon=Eröffnung konnten Sie die
Umut=
der diesjährigen Frühjahrsmode feſtſtellen.
Neue Farben, neue Webarten wurdem Ihnen in den geſchmu
dekorierten Fenſtern der Firma Gebr. Rothſchild gezeigt.
wieder treffen aparte Stoffqualitäten, hübſch bedruckte Seiden und 2
koffe ein, und wemn Sie jetzt daran denken. Ihre Einkäufe für=
Saiſon zu erledigen, ſo beſichtigem Sie zunächſt die für einen So
Verkauf zuſammengeſtellten Spezialfenſter. Die rieſige Auswal
allem, was die Mode zu Ihrer Freude geſchaffen hat, ſteht Ihne!
Verfügung, und ein gut geſchultes Pevſonal wird Sie bei Ihrer
ausgiebigſt unterſtützen.
Wohnungsausſtellung in Heidelberg.
Anläßlich der Fertigſtellung einer größevem Anzahl Einfam!
häuſer in Heidelberg und Vororten eröffnet die Siedlungsgeſel
Badiſche Pfalz G. m. b. H. in Heidelberg am Oſtermontag eine
tungsausſtellung, in der die bezugsfertig hergeſtellten Häuſer —
Teil fix und fertig möbliert — der Oeffentlichkeit zugänglich ge
werden. Da die Wohnungsfrage von großem Allgemeinintereſſe iſt.
der Beſuch der Ausſtellung, die ſicher ſehr viel Intereſſantes b
allem Bevölkerungsſchichten dringend empfohlen werden. Im UEn
verweiſen wir auf das Inſerat in der heutigen Ausgabe.
Warum ſchäumt oft die Seife nicht?
Eine Beobachtung, die viele Hausfrauen beim Wäſchewaſchewnn
und deren Urſache ſie ſich nicht recht erklärem können, iſt das Nichtſchä-n
guter Seife. Die Urſache liegt im hohen Kalkgehalt des Leitungswa.
Jedes Leitungswaſſer iſt hart, d. h. es enthält Kalk. Ein Gramm
im Waſchkeſſel macht 15 Gramm Seife unwirkſam. Hartes Waſſ
alſo zum Waſchen ungeeignet. Wie macht man nun das Waſſer .
Zu Großmutters Zeiten ſtellte man Regentonnen auf, die das himn
Naß für den Waſchtag ſammelten, weil Regenwaſſer das wirtſchaft
Waſſer zum Waſchen iſt. Heute, im Häuſermeer der Großſtadt,
nicht jede Hausfrau eine Regentonne aufſtellen. Deshalb erzeugt ſi=
Regenwaſſer ſelbſt durch einige Handvoll Henko, Henkels Waſch=
Bleichſoda, die ſie vor der Bereitung der Perſillauge in den mit lel
Waſſer gefüllten Waſchkeſſel ſchüttet. Mit Henko weichgemachtes
A=
hat die Weichheit des Regenwaſſers und macht das Waſchen wirtſcheaf
und angenehm. Man merkts am guten Schaum beim Waſchen.
füllt weiden ſollen. Die Esp=dition dürfte ſich mahrſcheinlich aus
Hou=
ben, Körnig. Lammers, Dr. Peltzer, Hirſchfelſb, Wichmann, Engelhardt,
Troßbash), Buchner, Maier, Schlokat, Köppke, Boltze, Hoffmeiſter und
Dr. Diem als Begleiter zuſammeicſetzen.
Schmerzen, Grippe, Erkältungskrankheiten
verſchwinden ſchnell ohne nachteilige Folgen durch den Gebrauch
„Maraſal”. „Maraſal” wurde nach homöopathiſchen biochemr
Grundſätzen zuſammengeſtellt und iſt völlig unſchädlich. Seine ſi
Wirkung wird beſtätigt bei allen Erkältungskrankheiten, vor —
Dingen Grippe. Es enthält keine narkotiſchen Beſtandteile. „Mar 4”
kommt deshalb, eine beſondere Bedeutung zu, weil es durch die S
liche Kombination von zuſammenwirbenden Subſtanzen auch Schme
aller Art ſtillt und dadurch den normalen Verlauf der Krankheiten
die unangenehmen Nebenwirkungen ermöglicht. Es wirkt ferner au
Ausſcheidung der Stoffwechſelſchlacken (Harnſäure) ein, ſo daß auch=
Anlage zu Gicht, Rheuma, Ischias beſeitigt wird. Ferner iſt es ein
vorragendes Beruhigungs= reſp. Kräftigungsmittel bei Abſpann
Unluſt, nervöſer Ueberreizung. „Maraſal” iſt nur in Apotheker!
haben. Machen Sie einen Verſuch. Sie werden erſtaunt ſein über
prompte und ſchnelle Hilfe. Beachten Sie das in der vorliegen
Nummer erſcheinende Inſerat.
Probefahrt in der neuen Citroen=Sechszylinder=Limouſine.
Bei den täglichen Fortſchritten der Technik, namentlich im
Auto=
iſt man geneigt, an einen neuen Wagen von vornherein hohe Anſpr
zu ſtellen. Trotzdem erlebt man immer noch angenehme Ueberraſchunk
ſo iſt man geradezu erſtaunt, mit welcher Behendigkeit und Geſchmer
keit ſich der neue Citroen allen Erforderniſſen des Stadtverkehrs und .
Verſchiedenheiten des Geländes anpaßt. Man fährt zum Beiſpiel
direkten Gang langſam, d. h. im 8 Km.=Tempo durch das
Straßengew=
um ſchon in wenigen Sekunden ohne Schalten ein 105 Km.=Tempd
reichen zu können. Sehr ſtattliche Steigungen nimmt der Citroen e4
falls im direkten Gang ohne Schalten. Bei Talfahrten verblüfft
Wirkung der Bremſe, die ganz außerordentlich energiſch dabei troß”
weich und gefahrlos iſt. Auch in der waghalſigſten Kurvenfahrt halt
Fahrzeug mit Leichtigkeit die Straße, ja es „Flebt” geradezu auf ſen
Bahn. Alles in allem ein Wagen, den man immer wieder mit 3*
den fährt.
Die große Orientreiſe des „Meteor”
beginnt am 21. April in Venedig, und übertrifft mit ihrem Progran!
alle anderen diesjährigen Veranſtaltungen. Wer ſich für das gehe
Programm und die näheren Einzelheiten interefſiert, laſſe ſich einen T.
führlichen Proſpekt koſtenfrei vom Mittelmeer=Reiſebüro in Berlin /ei
Mauerſtraße 2, oder Hamburg ,36, Eſplanade 22, baldmöglichſt komll.
da die Reiſe jetzt ſchon ſehr gut beſetzt iſt und womöglich bald ausb!
kauft ſein dürſte.
uner 89/90
rräteriſche Schatten.
Sriminalroman von Werner Krueger.
Copyright by Marie Brügmann, München.
(Nachdruck verboten.)
fragte Brämer gleichgültig. Nichts in ſeinen Zügen
e geſpannte Erwartung.
fintte einem Beamten. Der trat vor und öffnete ſehr
os einfache Bodenſchloß mit einem Univerſalſchlüſſel.
ne Luft drang ihnen entgegen. Die Dachſparren liefen
w das ganze Gelaß. Im Vordergrund ſtand ein Koffer.
inverſchloſſen. Zu oberſt darin lag der Ledermanel,
Stor Schneider in der Mordnacht getragen hatte. Er
wechten Aermel und auf der Bruſt intenſive rotbraune
af.
er legte ihn vorſichtig zuſammen und übergab ihn dem
er Beamten. Der ſchlug ihn in Paapapier ein und
de nach unten ins Polizeiauto,
Glagnahmt!” ſagte Brämer turz mit einer Kopfwen=
Dem Gärtner und ſeiner Frau.
er mit kurzem Griff in die Taſche des Mantels noch
hatte, das ſagte er nicht. Er war ſelbſt zu erſtaunt
dar=
wollte Klarheit ſchaffen.
leß er denn den Boden einſtweilen verſchließen und ging
Beiden Hildebrandts umringten ihn ſchweigend, aber
ut etwas zu erfähren. Man ſah ihnen an, daß ſie nicht
eniteſten ahnten, welch ſchwerer Verdacht ſich gegen ihren
Serrn verdichtete.
ürier ſagte ihnen heute auch nur, daß ſie nichts zu
be=
vätten. Der Staat mache im Augenblick weder Anſpruch
Saus, in dem ſie wohnten, noch auf irgendwelche Miete.
ffie die Schenkung von etwaigen Erben der Frau
Schnei=
tü angefochten werden würde, das könne er nicht ſagen.
ſbt Herr Direktor Schneider denn nicht in Berlin?”
die alten Leute ſehr erſtaunt.
uckte Brämer mit den Achſeln.
iE er verreiſen, Herr Polizeirat?” fragte der alte
Hilde=
troch einmal am Gartenportal.
ſickleicht!” ſagte Brämer, und blickte in die Weite. Sein
wurde hart.
vor er in das Auto ſtieg, blieb er auf dem Bürgerſteig
blund zog den Gegenſtand hervor, den er vorhin oben auf
osen in der Taſche des beſchlagnahmten Mantels
gefun=
war ein Brief.
pin gefärbtes, ſtarles Papier. Leicht nach
Mandragora=
tmuftend. Mit kritzeliger Damenhandſchrift bedeckt.
„Mein Lieber!
ch habe es ſatt, Deine Maitreſſe zu ſein. Es gibt andere,
ſPelige, glaube nur, die mich zu ihrer rechtsmäßigen Gattin
nhen würden. Ich aber bin für Dich ein käufliches Mäd=
Das geht nicht ſo weiter. Ich werde mich jetzt verhei=
Eonntag, den 31. März 1929
Seite 15
raten. Ich habe gute Partien genug. Ich kann auch nicht
warten, bis ich alt und häßlich bin, dann nimmt mich keiner!
Alſo, mein Lieber, ich danke Dir für alles, aber — ziehe Dich
zurück! Ich habe Dich ſehr, ſehr lieb —
Hier war der Brief mitten durchgeriſſen.
Das andere Stück mochte irgendwo vernichtet ſein.
Durch einen Zufall, vielleicht durch eine Gedankenloſigkeit
geriet dieſes Stück des verräteriſchen Briefes in die Taſche des
Direktors, und llagte jetzt an. Mit lauter, vernehmbarer
Stimme.
Schatten der Nacht hatten verraten, Stimmen des Tages
hatten geſprochen. So war Direktor Schneider überführt.
Brämer blickte auf: denn ein Motorradfahrer hielt vor ihm.
Er hatte eine wichtige ſchriftliche Meldung zu überbringen, vom
Zentraldienſt.
Der Polizeirat zerriß die Schutzhülle, und las.
„Ueberwachter Direktor Schneider geſtern abend im
Ho=
tel . . . abgeſtiegen. Heute noch nicht wieder zum Vorſchein
gekommen. Iſt beſtimmt in ſeinem Zimmer. Was tun?
Schmahl, Kriminalkommiſſar.”
Brämer zog aus ſeiner Bruſttaſche eine Menge Papiere
hervor. Darunter einen Haftbefehl für den Direktor, den er
vor=
ſichtigerweiſe ſich hatte ausſtellen laſſen, bevor er zur
Haus=
ſuchung ſchritt.
Er überprüfte ihn genau, und fand ihn völlig in Ordnung.
Nun ſtieg er entſchloſſen ins Auto, und rief dem Führer
den Namen des Hotels zu, in dem Kriminalkommiſſar Schmahl
auf ihn wartete.
Im Veſtibül des vornehmen Hotels trat Schmahl auf den
Polizeirat zu.
„Der Beobachtete, Direktor Schneider, iſt geſtern abend in
ſehr erregtem Zuſtande aus Südende hier angekommen, hat ſich
ſofort auf ſein Zimmer zurückgezogen und kam noch nicht
wie=
der zum Vorſchein. Jetzt iſt es fünf Uhr nachmittags.”
Der Polizeirat blickte auf ſeine Armbanduhr.
„Haben Sie der Hotelleitung etwas geſagt?” fragte er
nach=
denklich.
„Nein, aber man ſcheint hier auch mißtrauiſch geworden zu
ſein. Ma hat bereits zweimal ein Stubenmädchen nach oben
geſchickt. Aber der Direktor öffnet auf kein Klopfen!"
„Hm! Gehen wir nach oben!” entſchloß ſich Brämer,
Oben angelangt, klopfte er vernehmlich an die Tür.
Alles blieb ſtill.
Er klopfte ſtärker.
Niemand meldete ſich.
Nur einige neugierige Geſichter aus den anderen Zimmern
kamen zum Vorſchein.
Da ließ Brämer durch zwei Beamte den Flur ſperren, und
ſchritt zur gewaltſamen Oeffnung der Tür.
Endlich wich die geſchnitzte, luxuriös=verzierte, eichene Tür
zurück, und man konnte in das Zimmer hineinſehen.
Brämer trat kurz entſchloſſen ein.
Die Vorhänge waren zugezogen; aber das elektiſche Licht
brannte.
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über Hag geurteilt.
IAbg 2561
Am Fenſter ſtand ein Schreibtiſch. Davor ſaß der Direktor.
Sein Kopf war auf die Tiſchplatte geſunken. Ein kleiner
Revol=
ver blitzte in ſeiner Hand.
Aus ſeiner Schläfe war Blut herausgeſickert, das nun in
breiter Lache das grüne Tuch bedeckte.
Ein kurzer Blick überzeugte den Beamten, daß der Tod
be=
reits vor mehreren Stunden eingetreten ſein mußte.
Auf dem runden Tiſche, in der Mitte, lag ein verſchloſſener
Brief.
„An den, der wich findet, zur Weitergabe an die
Staats=
anwaltſchaft.”
Brämer, öffnete ihn nach kurzem Beſinnen.
„Das Verfahren gegen alle, die man des Mordes an
meiner Frau bezichtigt hat, iſt einzuſtellen. Ich ſelbſt habe
ſie in der fraglichen Nacht mit dem Schraubenſchlüſſel
er=
ſchlagen. Ich tat es vorſätzlich, weiß aber nicht, ob nichr
ſchon lange in meinem Hirn eine Krankheit wütet, die mir
die reife Willenskraft nimmt. Ueber die Gründe verweigere
ich jede Ausſage. Man bedaure mich!”
Der Mann war im Leben ſtolz geweſen; er hatte auch im
Tode noch ſeinen Stolz behalten.
Da ſchritt Brämer ſtill hinaus, um die Hotelleitung zu
be=
nachrichtigen.
Der Schatten der Mordnacht war gefunden.
Ende.
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terer Automobilunſall des neuen
Frank=
furter Opernintendanten.
t ankfurt a. M. Wie aus Breslau gemeldet
rlitt der nach Frankfurt als Opernintendant
mte Generalintendant des Breslauer
Stadtthea=
s of. Dr. Turnau auf der Heimfahit von
Zob=
u Breslau mit dem ebenfalls nach Frankfurt
er den Oberregiſſeur Dr. Graf und der Opern=
Hir Margit Suchy einen ſchweren
Automobilun=
örr der Nähe von Rogau fuhr Prof. Turnau,
ſt ſteuerte, beim Ausweichen vor einem entge=
Kurnenden Auto gegen einen Baum. Der Wagen
MSollſtändig zertrümmert. Die Inſaſſen erlitten
mi Verletzungen. Frau Suchy, die
Bruſtquet=
hrin erliten hatte, wurde von einem gerade
vor=
vSürnden Auto nach Breslau mitgenommen.
Pro=
ſiäutrnau hat einen Oberſchenkelbruch und ſchwere
slwunden im Geſicht davongetragen. Dr. Graf
ſie’sveniger ſchwer verletzt. Beide wurden durch
5.Prankenwagen der Breslauer Feuerwehr nach
ſtir ins Krankenhaus übergeführt.
uber 1½ Millionen Mark erſchwindelt.
rankfurt a. M. Die Ermittlungen der
hfarter Kriminalpolizei in Sachen des
Textil=
mnilers Stohmann haben ergeben, daß Stohmann
Rörau Dohmes über 1½ Millionen Mark
er=
ſo mſelt haben. Den Hauptnutzen aus den
Betrü=
gmiy hatten die Hintermänner, die für den ſchnellen
Aßtz/Der Waren ſorgten. Inzwiſchen iſt das Paar
wcſſſen überführt worden, um wegen der dort
Ghgenen Straftaten vernommen zu werden.
Geſtändnis des Gendarmen=Mörders.
erſſel. Der Arbeiter Walter Schmidt, der zu=
) mit dem Betonarbeiter Dietzel und dem
Gla=
f detz wegen eines Einbruchs in Großalmerode
fe indmmen worden war, hat nach eingehender,
myſtändiger Vernehmung, unter dem Druck der
Be=
wRaſ zugegeben, den tödlichen Schuß auf den ihn
wtſgenden Oberlandjäger Ulrich abgegeben zu
hſch. Schmidt und Dietz ſind am Dienstag abend
aßznem Motorrad nach Großalmerode gefahren,
w dierd Dietzel den Omnibus benutzte. Der Einbruch
üE urde von Schmidt ausgeführt, der die
Laden=
f ur eindrückte und Dietz die geſtohlenen Sachen
hbFFreichte. Dietzel ſtand Schmiere. Dietz und
Xhel mahnten zur Eile, da ſie anſcheinend geſtört
nger, und trennten ſich nach vollbrachter Tat
unge=
fi r der Stadtmitte von Schmidt. Beide trafen
aährem Wege zum Stadtausgang vor dem
Gaſt=
hu .Heſſiſcher Hof”, alſo an der Mordſtelle, mit
Aalberlandjäger Ulrich zuſammen. Auf Befragen
aſto teten ſie, ſie wollten nach Kaſſel. Schmidt iſt
zugähr eine Viertelſtunde hinter den beiden
herge=
mei und ebenfalls am „Heſſiſchen Hof” auf den
Qſſchndjäger getroffen, von dem er geſtellt wurde.
14fiehen zu können, hat er dann den tödlichen
Aß abgegeben.
Zuchthaus für Brandſtifter.
Xafſel. Vor dem Schwurgericht in Kaſſel
gt gegen den Händler E. aus, Schenklengsfeld,
Aßersfeld, wegen vorſätzlicher Brandſtiftung ver=
Fele. Gegenüber dem erdrückenden Beweismaterial.
Ader Angeklagte zu Beginn der Verhandlung ein
hindnis ab. Er wurde zu 1 Jahr 4 Monaten
1mhaus verurteilt.
Mordaufklärung nach ſechs Jahren.
öerlin. Nach ſechsjährigen Nachforſchungen
bs der Landeskriminalpolizei Weſermünde
ge=
gen, den am 21. Juni 1923 auf der Landſtraße
z hn Weſermünde und Beverſtedt an dem
Ober=
mäger Stitas aus Weſermünde und dem Polizei=
Eurchtmeiſter Dietrich aus Weſermünde begangenen
vel mord aufzuklären. Danach kam es am Mord=
*yzwiſchen einer von einer Frau Katharine
Däh=
mmp geführten Dieb sbande, die in der Nähe
2%abzuſchlachten verſuchte, und den beiden getö=
X Beamten auf der Landſtraße zu einem
Zuſam=
nuteß, in deſſen Verlauf die Beamten von den
Die=
bsniedergeſchoſſen wurden. Frau Dähnenkamp
kit den erſten Schuß abgegeben zu haben. Sie hat
rletzten Nacht im Gefängnis Selbſtmord verübt.
Vorverfahren gegen die übrigen Mitglieder der
Aes bande iſt bereits ſoweit vorgeſchritten, daß in
an Tagen noch gegen vier Perſonen Anklage
An Mordes erfolgen kann. Es handelt ſich um
em gewiſſen Vollmerding; außerdem waren auch
Caßhemann der Frau Dähnenkamp ſowie ein Sohn
A9er Mordtat beteiligt.
„Taucher an der Europa”.
hamburg. Die Aufräumungsarbeiten an der
Fppa” ſind in vollem Gange. Zu deren Durchfüh=
10 m Schiffskörper ſelbſt will man zunächſt eine
Eichtanlage legen. Um dies durchzuführen, muß
V hor allem das Waſſer aus dem Schiffskörper
ge=
w werden. Mit dieſer Tätigkeit iſt zunächſt
be=
ſhen worden. Taucher mußten unter Waſſer die
Aangen des Schiffes ſchließen. Die Waſſermengen
SGiff werden auf etwa 12000 Tonnen geſchätzt.
An dieſe Arbeiten am Schiffskörper beendet ſind,
Aman erſt die eigentlichen Aufräumungsarbeiten
1Ungriff nehmen.
In der Notwehr erſchoſſen.
Berlin. In der Nacht zum Freitag entwickelte
An Norden der Stadt eine ſchwere Schlägerei, die
M großen Menſchenauflauf verurſachte. Nachdem
(ſen einſchreitenden Polizeibeamten zweimal
ge=
en war, die Streitenden zu trennen, hetzten
zu=
ende Mädchen ihre Begleiter gegen die Beamten
W Ein junger Mann griff plötzlich einen Beamten
Au mißhandelte ihn. In der Bedrängnis gab der
e einen Schuß ab, der ſeinen Gegner, einen
Shſägen Kurt Reh, in die Bruſt traf und ſchwer Treſorräuber vom Wittenbergplatz bereits in Süd=
VyEe. Reh ſtarb bald nach der Aufnahme in die amerika ſein ſollen, erfährt der „B.=C.” von der Kri=
Nurgsſtelle. Eine Reihe von Augenzeugen beſtä= minalpolizei, daß ſich bisher nirgends eine ſtichhaltige
Ru daß der Beamte in der Notwehr gehandelt hat.
ſin Poſtpaket aus dem geraubten Poſtſack brecher eingegangen. Keine von ihnen hat ſich bisher
des „Graf Zeppelin” gefunden?
Vien. Wie die „Allgemeine Zeitung” meldet,
fine Gärtnersfrau in ihrem Garten in Simme= dichtet,
ein Poſtpake:, in dem ſich ein Schreiben des
Hſcen Reichstagspräſid nten Loebe an den
Bür=
erſter Seitz befand. Es wird zurzeit unterſucht,
es Poſtpaket aus dem Poſtſack des Luftſchiffes
A. Bepbelin” ſtazmt, der aufgeſchnitten und leer, de Janeiro meldet, ſind die ſpaniſchen Transozean=
Scei Acker außerhalb eines der öſtlichen Vororte, flieger Jiminez und Joleſias am Donnerstag nach=
Ans aufgefunden wurde
Amerike
kk ein briliſches Schmugglerſchiff.
Seite 17
Ein Gedenktaler zum Tage der
Ver=
einigung Waldecks mit Preußen.
Ein Großflugzeug mit 14 Flug gäſten raſt in einen Eiſenbahnzug.
Von dem furchtbaren Flugzeugunglück bei New York, das 14 Menſchen das Leben koſtete liegen
nunmehr die erſten Originalbilder vor. Das Flugzeug hatte in der Luft einen Motordefekt, wollte
notlanden und ſtieß dabei gegen einen Güterzug. Unſer Bild zeigt die furchtbare Gewalt des
Zuſammenſtoßes.
Eine Zugbrücke brichk unker Laſtaukos zuſammen.
Die eingeſtürzte Brücke bei Wendiſch=Rietz.
Die alte Zugbrücke über den Storkow=Kanal in der Mark brach unter einem Laſtzug von zwei
Wagen, die von einem Traktor gezogen wurden, zuſammen. Beide Wagen ſtürzten in den Kanal,
wobei ein Mitfahrer getötet wurde.
Sechshundert Spuren — und keine richtig!
Berlin. Entgegen Blättermeldungen, daß die
Spur gefunden hat. Bei der Kriminalpolizei ſind
übrigens 600 Anzeigen über Spuren der
Treſorein=
als richtig erwieſen. Die Brüder Saß ſitzen noch in
Unterſuchungshaft, und die Verdachtsmomente gegen
ſie haben ſich in den letzten Tagen ſehr ſtark ver=
Die ſpaniſchen Transozeanflieger in Nio de
Janeiro.
New York. Wie „Aſſociated Preß” aus Rio
mittag gegen 16.30 Uhr dort gelandet.
Der Elefant im Schaufenſter.
Köln. Bei der Umladung der dem Zirkus Buſch=
Althoff gehörigen Elefantengruppe trennte ſich ein
junger Elefant von ſeinem Trupp und rannte in das
große Schaufenſter eines Zigarrenladens hinein. Er
drang durch die Scherben bis zur Theke vor, wo er
verwirit ſtehen blieb. Der Ladeninhaber lief
ſchrei=
end auf die Straße. Der verwirrte Dickhäuter ließ ſich
kurz darauf widerſtandslos von einigen Angeſtellten
des Zirkus in ſeine gewohnte Umgebung zurückführen.
Sechzig Wohnhäuſer eingeäſchert.
Rom. „Meſſagero” berichtet aus Trient, daß in
der Nacht zum 28. März im Dorfe Mortaſo in der
Vall Rendena ein großer Brand entſtanden iſt, dem
ſechzig Wohnhäuſer mit dem geſamten Mobiliar zum
Opfer fielen. Der Präfekt von Trient hat ſich mit
an=
deren Behörden an die Brandſtätte begeben und die
erſte Geldhilfe der Regierung verteilt.
Der britiſche Schoner „Im alone” (im Hintergrund) vor ſeiner Verſenkung.
Im Kampfe gegen die Alkoholſchmuggler hat ein bewaffneter amerikaniſcher Zollkutter den in
Kanada beheimateten britiſchen Schoner „Im alone” mit einem Artillerieſchuß in den Grund
gebohrt und die Beſatzung verhaftet. Die Amerikaner behaupten, daß der britiſche Schoner
inner=
halb der amerikaniſchen Gewäſſer aufgefordert wurde zu ſtoppen und ſich durchſuchen zu laſſen.
Der Fall dürfte ſchiedsgerichtlich unterſucht werden. Unſer Bild zeigt das Schmugglerſchiff im
Hintergrund und den amerikaniſchen Zollkutter im Vordergrund.
Die größte Flugz
zphe der Well.
Zur Feier der Vereinigung Waldecks mit
Preu=
ßen iſt von der Berliner Münze ein
Dreimark=
ſtück geprägt worden, das auf der Vorderſeite
das Waldeckſche Wappen. uf der Rückſeite den
Reichsadler zeigt.
Die Ermitklungen in Jannowik.
Jannowitz. Die im Laufe des Donnerstag
zur Aufklärung des Mordes, auf Schloß Jannowitz
vorgenommenen beſonders zahlreichen Vernehmungen
haben, wie gegen Abend die die Unterſuchung
füh=
renden Beamten mitgeteilt haben, eine Aufklärung
der Angelegenheit der verbrannten Briefe inſoweit
gebracht, als die Kriminalpolizei zu der Anſicht
ge=
langt iſt, daß die vernichteten Briefe tatſächlich
durch=
aus harmloſer Natur geweſen ſeien. Weiter hat die
Vernehmung der Gattin des ermordeten Grofen
Eberhard und der älteſten Schweſter des verhafteten
Grafen Chriſtian, der Gräfin Antonie, ergeben, daß
Graf Chriſtian ſich ihnen in der Movdnacht nicht, wie
es verſchiedene Gerüchte behaupteten, anvertraut hat.
Graf Chriſtian hat vor dem Unterſuchungsrichter eine
neue Darſtellung der Umſtände gegeben, unter denen
der Schuß losgegangen iſt. Dieſe Erklärung ſoll den
Zweck haben, den Hergang deutlicher und
verſtänd=
licher zu machen. Sie ſoll von ſeinen früheren
Aus=
ſagen in mancher Beziehung abweichen und wird bei
der weiteren Entwicklung der Unterſuchung unter
Umſtänden eine ſehr wichtige Rolle ſpielen.
Das Gutachten des Schießſachverſtändigen.
Das Tempo meldet, aus Jannowitz: Der
Ber=
liner Mordkommiſſion liegt jetzt das Gutachten des
Schießſachverſtändigen, Ingenieur Schmuderer, vor,
der fiſtgeſtellt hat, daß nicht ein, ſondern mindeſtens
zwei Schüſſe gefallen ſind. Die zerſplitterte Kugel,
die auf der Erde gefunden wurde „iſt nicht die Kugel,
die den Kopf des Grafen zerſchmettert hat. An dieſer
Kugel war kein Blut feſtzuſtellen. Die Kugel, die die
Verletzungen herbeigeführt hat, iſt nicht aus dem auf
dem Boden liegenden Jagdgewehr, ſondern aus einem
anderen Gewehr abgegeben worden. Die zweite Kugel
wurde bisher nicht gefunden. Nach dieſen Ergebniſſen
des Gutachters hat ſich die Berliner Mordkommiſſion
veranlaßt geſehen, die Landeskriminalpolizei Berlin
ſofort um Ueberprüfung des Gutachtens durch den
Berliner Gerichtschemiker Profeſſor Brüning zu
bitten.
Aufdeckung einer Falſchmünzerwerkſtatt
in einem verlaſſenen Stollen.
Mechernich. Eine vollſtändig eingerichtete
Falſchmünzerwerkſtätte wurde in einem verlaſſenen
Stollen des unterirdiſch betriebenen Bleierzbergwerks
der Gewerbſchaft Mecherniſcher Werke entdeckt. Eine
ganze Menge von Gerätſchaften, die zur Herſtellung
von Silbermünzen dienten, wurde beſchlagnahmt.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß noch in jüngſter
Zeit die Falſchmünzer hier ihr Handwerk betrieben
haben. Die von der Polizei aufgenommenen
Ermitt=
lungen führten zu einer Reihe von Verhaftungen.
Unter den Verhafteten befindet ſich auch ein erſt vor
kurzer Zeit aus dem Zuchthaus entlaſſener Arbeiter
aus Calenberg. Bei mehreren Verhafteten konnten
bereits große Vorräte an Silber und Blei, die für die
Herſtellung der Falſchmünzen verwendet werden
ſoll=
ten, beſchlagnahmt werden. Die polizeilichen
Ermitt=
lungen haben ergeben, daß die Verbindungen der
Falſchmünzer ſich bis Aachen, Stolberg und Köln
hinziehen. Ueber die Herſtellung und den Abſatz von
Falſchgeld durch die Bande iſt bis zur Stunde noch
nichts Zuverläſſiges bekannt geworden.
Für 3 Millionen Juwelen geraubt.
Brüſſel. Einer Brüſſeler Juwelierfirma ſind
am Donnerstag abend durch einen kecken Handſtreich
Juwelen im Werte von 3 Millionen geraubt worden.
Der Täter, der allein geweſen zu ſein ſcheint, ſchnitt,
als nach Geſchäftsſchluß die Angeſtellten der Firma
mit dem Wegräumen der Ladenvorräte beſchäftigt
waren, die Leitung der Elektriſchen
Beleuchtungs=
anlage durch und benutzte die Dunkelheit, um ſich des
Koffers zu bemächtigen, in den die Wertſachen
ge=
packt worden waren, um ſie über Nacht in den Treſor
des Geſchäfts einzuſchließen.
Ein Brückenbruch in England.
London. Ein Teil der Hängebrücke über den
Fluß Tees, in der Grafſchaft Durham, im Norden
Englands brach am Freitag nachmittag zuſammen.
In dem Augenblick des Unglücks befanden ſich 44
Per=
ſonen auf der Brücke, die ſämtlich in den tiefen Fluß
fielen. Zwanzig wurden hierbei verletzt, einige von
ihnen ſchwer.
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0 wald im Zirkus — des verrückten Karnickels
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Jugendliche nachmittags halbe Preise.
Dieses Programm läutt auch noch am Dienstag.
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der das Glück seines Sohnes und Enkelkindes seinen
wirtschaftlich n Interessen opfern will — der aber
doch die größere Macht der Liebe anerkennen muß.
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Das Schicltsal einer Geächtefen
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hiermit höflichſt eingeladen werden.
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Akademiſcher Nuderbund
Akademiſcher Turnbund
Allgemeiner Deutſcher Burſchenbund
Deutſche Burſchenſchaft
Deutſche Landsmannſchaft
Deutſche Sängerſchaft (Beim. C. C.)
Deutſche Wehrſchaft
Kartell der akademiſchen Seglervereine
Köſener SCV.
Kyffhäuſer=Verband der V. d. St.
Miltenberger Ring
Naumburger D C. akad. landw. Verbindungen
Rothenb.=Verband ſchwarzer Verbindungen
Rudolſtädter SC.
Sondershäuſer=Verband deutſcher Sängerverbindungen
V. C. der Turnerſchaften
Weinheimer SC.
Werningeroder Verband
Farbentragende Verbände werden gebeten,
in Vollkulör zu erſcheinen.
Die Verbände werden gebeten, ihre A. H. A.H.
einzuladen; Aktive und Inaktive der genannten
Verbände ſind als Teilnehmer willkommen.
Die Galerie iſt für die Damen vorbehalten:
Einlaßkarten" für dieſe werden nur durch die
Verbände abgegeben.
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mir immer eine Freude, wenn mein kleiner
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raturen durch Verschleiß nicht nötig waren
und der Wagen noch in gutem Stand ist, 80
führe ich das darauf zurüick, daß bis zum
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31. März 1929
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
Verwertung seitener
chemischer Urstoffe.
Von
Dr. Hellmut Thomasius.
r. Karl Auer von Welsbach, der Erfinder des Gasglüh=
3 der Osmiumlampe und des Cereiſen=Feuerwerks, verdaukt
hieſichen Erfolge ſeines Lebens außer ſeinem Wiſſen und
Ainen, außer ſeiner Arbeitsfreudigkeit und Beharrlichkeit vor
ſt auch einem merkwürdigen Umſtand: Er zählt heute
ſmö hre. Aber bereits in ſeiner frühen Jugend, als er noch
ſp ut in Heidelberg war, wandte er ſich einem Gebiet zu, das
newiſſem Sinne abſeits von der großen Heerſtraße lag. Da
wes eine beſtimmte Gruppe von Körpern, von chemiſchen
Ele=
ſatim, die ſich nur, in verhältnismäßig geringer Menge auſ
ſeie finden, und denen man deshalb auch verhältnismäßig
ſpit Aufmerkſamkeit ſcheukte. Die chemiſche Wiſſenſchaft faßte
ſeinch faßt ſie noch heute unter der Bezeichnung „Metalle der
ſchten Erden” zuſammen.
93arum man gerade dieſe Metalle ſo abſeits liegen ließ, ſtellt
uoch nicht vollkommen erforſchtes pſychologiſches Problem
Wahrſcheinlich dachte man, weil ſie ſo ſelten ſeien, kinnten
ſtuch nichts nützen. Ausſichtsvoller erſchien es, ſich mit
Kör=
üſtlsu beſhäftigen, die in großen Meugen auf der Erde
vor=
iſtuen. Beim Eiſen, beim Kupfer, beim Zink und noch einer
iſthl weiterer, da war noch etwas zu holen. Dieſe Art des
Eigehens w derſpricht freilich einem Grundſatz, den ſchon
Ari=
ſtell s aufſtellte, daß man nämlich forſchen ſolle, ohne Nuckſicht
ſin f, ob aus den Ergebniſſen der Forſchung ein materieller
wer erwachſen wird. Aber die Welt iſt eben im allgemeinen
ſag materiell als philoſophiſch veranlagt. Die Metalle der
tiyen Erden wpurden wenig beachtet. Erſt Auer von Wielsbach
ſio hier ein Arbeitsgebict, das ſich nicht nur in
wiſſenſchaft=
ſet ſondern vor allem auch in techniſcher Hinſicht als äußerſt
ühlbar erwvies. Die wichtigſten Erfolge unſerer neizeitlichen
zbei chtungstechnik ſind dem Umſtand zu verdanken, daß er
die=
iſchebret bearbeitete.
Die Metalle der ſeltenen Erden ſind durchaus uicht die
ein=
znf chemiſchen Elemente, deuen wir nicht die genügende
Auf=
utiamkeit, insbeſondere in bezug auf ihre techniſche Verwend=
MEt, ſcheukten. Wir kennen gest 27 derartige Urſtoffe und
mſar auf Grund ſpektralanalytiſcher Beobachtungen aunehmen,
Ens noch fünf unbekannt ſind. Alles in allem dürfte es auf
Ger, ſoweit ſich bis jetzt beurteilen läßt, alſo etwa 90 derartige
Eſſe geben. Von dieſen neunzig nutzen wir, wie der techniſche
Umiker Dr. Free feſtſtellte, eigentlich nur elf in einigermaßen
aßfrem Umfange techniſch aus. Der Reſt, alſo voſle neunund=
Eiy, wird kaum oder nur in geringerem Maße verwertet.
Bohl mit Sicherheit läßt ſich annehmen, daß ſich auch aus
ſen neunundſiebzig noch manches techniſch Wertvolle heraus=
Ay-ießs, weun mau ſich nur eingehender mit ihnen beſchäftigen
büe.. Das Beiſpiel, das Dr. Aner von Welsbach gegebeu hat,
iber infzig Jahre ſeines Lebeus, dem Studium und der
En ſche1. Ausnutzung einer verhältnismäßig ſeltenen Gruppe
vn.cte, ſcheint jed ch nicht zu locken.
Biit Recht weiſt Dr. Free darauf hin, daß gewiſſe chemiſche
ſan dſtoffe, in erſter Linie das Eiſen, das Zinn, das Blei, das
ſecſilber, derart bis in alle Einzelheiten bekannt und
durch=
er eitet ſind, daß in techniſcher Beziehung nicht mehr viel zu
wifen iſt. Er mag damit nicht ſo gauz Recht haben, hat man
lorn neuerer Zeit Legierungen des Eiſens hergeſtellt, die nicht
enr, und iſt es doch gelungen, im glühenden Dampf des Queck=
Uus eine Quelle zu finden, die uns die heilbringenden
ultra=
ſliekten Strahlen ſpendet. Zu holen wird auch hier immerhin
uh etwas ſein. Aber es wird viel Mühe und Arbeit koſten,
U eues zu finden. Dagegen liegt das große Gebiet von neun=
Ubſebzig chemiſchen Urſtoffen noch verhältnismäßig wenig
be=
in da. Hier wird vielleicht leichter ein Erfolg zu erziclen
m. Der Vergleich mit der Zoologie fällt uns ein. Das am
zſſten gebrauchte, vielleicht am beſten gekanute, unzählige Male
zerſuchte und ſezierte Tier dürfte der Froſch ſein. Es wird
ſweriger ſein, an ihm Neues zu finden, als an einem wenig
Ahieuten Tier, das bis jetzt nur in einzelnen Exemplaren
ge=
ei wurde.
Tatſächlich haben gerade im Laufe der neueren Zeit
Ver=
ihe mit weniger bekannten chemiſchen Elementen in techniſcher
hſcht bemerkenswerte Ergebniſſe gezeitigt. Da iſt zunächſt
R Titan, das man eine Zeitlang in der Titanlampe
verwen=
de uind das man wohl heute noch verwenden würde, hätte man
Fu andere Arten von Glühlampen zur Verfügung, die gegen=
1 der Titanlampe mancherlei Vorteile bieten. Das Neon, ein
teres Gas, ſpielt ſeit verhältnismäßig kurzer Zeit eine
hervor=
hande Rolle in unſerer Beleuchtungstechnik. Man füllt ebenſo
mit dem Krypton und anderen Jaſen die Leuchtröhren
da=
ſt und erzielt ſo neue Wirkungen. Die Neonlampe ſpielt auch
Der Bildtelegraphie und bei verſchiedenen Verfahren des
Ui ſehens eine große Rolle. Werden dieſe Gebiete weiter ent=
M lt, ſo dürfte auch der Gebrauch an N=on erheblich ſteigen.
94 früher nicht allzuſehr beobachtete Wolfram ſpielt heute eine
Dee Rolle als Härtungsmittel für gewiſſe Metalle, insbeſon=
47 für Eiſſen und Blei. Durch Zuſatz von Wolfram zum Blei
ſeht das Hartblei. Legiert man aber Eiſen damit, ſo er=
41 man Werkzeugſtähle, die ſich gleichfalls, durch ihre Härte
48 eichnen.
=Beſendere Aufmerkſamkeit hat man in neuerer Zeit auch
hn Bor geſchenkt, deſſen Verbindungen, insbeſondere der Borax
49 die Borſäure, ja ſchon lange verwendet werden. Aber das
u2 Bor hat erſt dadurch größzre Bedeutung erlangt, daß man
hazu benützte, um Gilaswaren herzuſtellen, die ſich durch ihre
Ue Widerſtandsfähigkeit gegen Hitze auszeichnen. Erhitzt man
bi ſehr ſtark mit Aluminimum oder ſetzt man Verbindungen
Eſes Elementes im elektriſchen Ofen zuſammen mit Aluminium
ſtir hohen Temperatur aus, ſo entſtehen die Bordiamanten,
ein bezug auf ihre Härte dem echten Diamanten nahe kommen
7d deshalb ähnliche techniſche Verwendung finden können wie
Eie. Mau kaun alſo Glas damit ſchneiden, Lager für
tech=
ſche Einrichtungen daraus herſtellen, die ſtark beanſprucht
wer=
m, und auch fonſt macherlei techniſche Vorteile aus der
Be=
tung der Bordiamanten ziehen.
Das gleichfalls verhältnismäßig ſeltene Metall Callium
Milzt bereits bei 30 Grad. Cige der größten amerikaniſchen
le trizitäis=Geſellſchaften hat neuerdings Thermometer herge=
Ile, die aus einer Quaryröhre beſtehen und mit Gallium
ge=
zur ſiund. Sie dienen dazu, um ſehr hohe Temperaturen zu
Ten. Es ſoll möglich ſein, damit Hitzegrade bis zu 100 Grad
Vei ius feſtzuſtellen, — glſo wiederum eine techniſche
Verwen=
un g eines bisher wegen ſeiner Seltenheit verhällnismäßig
„ig beachteten chemiſchen Urſtoffes.
Am intereſſanteſten aber iſt es, daß man nunmehr auch an
Martige techniſche Verwendungen des Schwefels denkt.
Eigent=
ſc hat er ja ſchon ſeit der Erſindung des Schießpulvers, alſo
Jahrhunderten, eine große Nolle in der Technik geſpielt. Die
Fele des alten Schwarzpulvers iſt zu Ende. Die neuen, rauch=
Drei Dinge ſind nötig zu einem Geſchäft:
Zum Anfang Verſtand und ſcharfer Blick,
Zum Forigang Vorſicht und Geſchick,
Zum Vollenden Beſtändigkeit und Glück
(Sprichwort.)
ſchwachen Pulder enthalten meiſt keinen Schwefel mehr. Die
mancherlei Verwendungsarten dieſ:s Elementes ſpieien
gegen=
über den Unmeugen von Schweſel kein= Rolle, die man jetzt
neueren Unterſuchungen zufolge nach neuen Verfahren aus
ge=
waltigen Verkoimen in Louzſiana in Texas gewinnen, kanu.
Hier liegt ein Reichitum, der der techniſchen Verwertung harrt
und den auszunutzen man ſich jetzt in Amerika mit größtem
Eifer beſtrebt. Tatſächlich iſt es gelungen, Gegenſtände aus
Schwefel herzuſtellen, von denen man frühzer niemals dachte, daß
man ſie einſt aus dieſem Urſtoff anfertigen würde. Der Schwefel
iſt ein ſehr wandelbarer Körper. Er ſchmilzt zwiſchen 115 und
1:0 Grad zu einer dünnflüſſigen, zwiſchen 206 und 250 Grad zu
einer dicken Fluſſigkeit und läßt ſich ſehr gut gießen. Durch Guß
hat man nun in Amerika die mannigfachſten Dinge daraus
her=
geſtellt, wie z. B. Trichter für die Lautſprecher von Rundfunk=
Empfängern und die Huben der Automnobile. Ferner Sockel für
elektriſche Lampen, Zahnräder, Tiegel, Flaſchen, ganze
Tiſch=
platten, Erſatzmaſſen für Bauteile, für die man bisher Zement
beuutzte, Käſten für Akkumulatorenbatterien und noch vicles
an=
dere mehr. Beſonders bemerkenswert iſt es, daß man daraus
auch Kunſtwerke goß. Statuen und Büſten, ſchön geformte Vaſen
und eine Reihe ähnlicher Gegenſtände. Die großen
Schwefel=
lager ſiund eben einmil da und müſſen verwertet werden.
Da=
mit erwächſt ſür die Technik die Aufgabe, zu ſuchen und zu
fin=
den. Sie iſt ihr beim Schwefel bereits in erheblichem Umfange
gelungen. Die Zeit wird vielleich= bald kommen, wo wir uns
daran gewöhnen muſſen, alle möglichen Geräte aus Schwefel zu
benutzen, die man früher aus anderen Stoffen herſtellte. Der
Technik kann es ja nur augenehm ſeiu, wenn ihr ein neuer, einer
vielſeitigen Verlvertung fähiger Stoff zur Verfügung geſtellt
wird. Gerade derartige Stofſe dürften ſich aber noch in
größe=
rer Meuge finden, ſobald man ſich dazu verſtehen wird, die
bis=
her etwas vernachläſſigten unter den Elementen eingehender zu
uuterſuchen und ſie vor allem daraufhin zu prüfen, für welchen
reclimniſchen Zweck ſie ſith ciqnen.
*Zukünftige Flugplätze.
Von
Ing. B. Vater, Darmstadt,
Hand in Hand mit den techniſchen Verbeſſerungen an
un=
ſeren Flugzeugen muß die Geſtaltung von Flugplätzen vor ſich
gehen. Auf den erſten Blick hin ließe ſich vermuten, daß hier
keine beſonderen Aufgaben einer Löſung harren. Mit der
Aus=
wahl einer für den Verkehr paſſend gelegenen, genügend großen
und ebenen Fläche von brauchbarer Bodenbeſchaffenheit ſcheint
— von der Errichtung der Gebäude, den Signal= und
Sicher=
heitseinrichtungen abgeſehen — allen Norwendigkeiten Rechnung
getragen zu ſein. Aber gerade ſchon in dieſer Auswahl liegt das
Bild 1: Kurzflugplatz mit ansteigender Fläche
und Gegenpropeller.
Problem, wenn wir die Zukunft der Fliegerei ganz allgemein
betrachten, weiterhin auch Ueberlegungen anſtellen, in welcher
Weiſe und unter welchen Bedingungen ſich der private
Luft=
verkehr entwickeln konn.
Die Größe unſerer Flugplätze, wie ſie für unſere
Verkehrs=
flugzeuge geſchaffen ſind, iſt neben anderen Geſichtspunkten
be=
meſſen nach der Anzahl der zur Verwendung kommenden
Ma=
ſchinen und nach dem Raum, den dieſe zum Landen und Starten
benötigen; die Lage am Rande der Stadt erſcheint durchaus
zwechmäßig. Das Verhältnis jedoch zwiſchen dem Bedarf an
Fläche und ihrer fahrplanmäßigen Ausnützung iſt nun hier, wo
etwa Weideland der Wirtſchaft entzogen wird, ſchon ungünſtig;
ſehr mißlich geſtaltet es ſich in dem Augenblick, wo Baugelände
von weit größerem Bodenwert für die Anlage verwendet würde,
nämlich im Privatverkehr. Schlechthin unwirtſchaftlich wäre es,
wenn z. B. große Ex= und Importfirmen, die ſich das modernſte
Beförderungsmittel zunutze machen wollen, ihre Waren erſt auf
einen möglicherweiſe weit gelegenen Zentralflugplatz ſchaffen
laſſen müßten, um dort eine Umladung in ihre Flugzeuge
vor=
zunehmen. Für ſie kommt ein Platz ganz in der Nähe des
Be=
triebes in Frage, welcher dieſe den Transport verteuernde
Mehr=
arbeit erſpart. Es iſt jedoch anzunehmen, daß dieſe Mehrkoſten
durch die Platzkoſten aufgewogen werden, ſofern dieſer nicht in
ſeinen Ausmaßen klein iſt. Kann man ihn aber klein halten,
d. h. in ſeiner Form ſo geſtalten, daß in dem Starten und
Lan=
den der Maſchine keine Beſchränkungen auferlegt ſind, danm
bietet ſich für ſeine Lage eine neue Möglichkeit, nämlich die
Benutzung des Hausdaches, die in einem ſog. Geſchäftsviertel
ſowieſo zur Notwendigkeit wird. Der „Kurzflugplatz” iſt ſomit
der Idealflugplatz. Nicht verwunderlich alſo, wenn jetzt, wo auf
Ausſtellungen der Typ eines „Volksflugzeuges” bereits
vorge=
führt wurde und Intereſſenten findet, lebhaft an ſeiner
Verwirk=
lichung gearbeitet wird und zahlreiche Vorſchläge auftauchen.
Die einfachſte Anordnung beſteht aus einer großen
Dach=
fläche von zirka 500 Metern im Qugdrat und macht ſchon
Lan=
dung und Abflug entſprechend dem Winde nach jeder Richtung
hin möglich. Um die Geſchwindigkeit des ankommenden
Flug=
zeuges abzubremſen, kann man ſich verſchiedener Mittel bedienen:
z. B. das Dach mit einer Sandſchicht von zirka 30 Zentimeter
Höhe belegen, die eine verſchiedene Zuſammenſetzung aufweiſt;
feſter, wo die Maſchine aufſetzt und in der Richrung des
Aus=
laufes allmählich lockerer werdend. Die Wahrſcheinlichkeit des
Ueberſchlagens iſt hierbei gering, geringer zumindeſtens als bei
der Verwendung von Stahldrahten, die, quer über den Boden
geſpannt, bremſend auf die Räder des Fahrgeſtells einwirken
ſollen. Beide Vorſchläge ſind einfach, billig, aber bedenklich in
der Ausführung. Ausſichtsreicher erſcheint ſchon der Gedanke,
die Dachfläche mit ſtarken Elektromagneten zu verſehen, das
Flugzeug mit mehreren geeignet montierten Metallplatten
aus=
zurüſten und die Geſchwindigkeit durch die auftretendem
Zug=
kräfte abzubremſen. Eine befriedigende Löſung brächte aber
auch er noch nicht. Es liegt nahe, eine natürliche Bremſung mit
einer ſchräg anſteigenden, leicht konkaven Fläche zu verſuchen.
Infolge des Reibungswiderſtandes wird hier der Auslauf ſchon
ſtark verkürzt; erhöht man ferner den Luftwiderſtand, indem man
mit ſtarken Gebläſen einen Luftſtrom gegen die Maſchine ſchickt,
ſo kann man ſie in kurzer Zeit und auf kurzem Wege zum Halten
bringen.
Soweit es ſich vorausſehen läßt haben die Anordnungen
Zukunft, die eine Bremswirkung mit ſchräger Fläche bevorzugen.
Ob man unter Verzicht auf die Gebläſe, bei deren Aufſteuung
Nückſicht auf den Aufſtieg zu nehmen iſt, die Maſchinen mit
einem Verſtellpropeller ausrüſtet, der rückwärtslauſend einen
Gegentrieb erzeugen kann, iſt letzten Endes nur eine
Weiterent=
wialung des Grundgedankens. Die Forderungen bleiken kurzer
Aus= und Anlauf (damit kleine Fläche), Verhinderung des
Ueber=
ſchlagens, gute Starmöglichkeit überhaupt. Zur Erleichterung
des Abfluges gibt es bereits in den ſog. Katapulten eine zunär ſt
kühne, aber durchaus ſinnreich erſcheinende Einrichtung, womit
man die Flugzeuge hochwirft. Die Maſchine ruht auf einer Art
Schlitten, wird mit ihm angetrieben und hebt ſich, wenn
ge=
nügende Geſchwindigkeit erreicht iſt. Franzöſiſche
Flugzeugmut=
terſchiffe ſind mit dieſen Schleudermaſchinen ausgerüſtet, wie ja
überhaupt dem Zweck dieſer Schiffeart entſprechend hier wohl
zum erſtenmal der Kurzflugplatz in Erſcheinung tritt. Es mag
dahingeſtellt bleiben, ob ſich dieſe Konſtruktion auch für
Dach=
flugplätze einführen wird. Ueber andere Vorſchläge, wie die
An=
ordnung eines laufenden Bandes, gegen welches das ſtartende
Flugzeug anfahren könnte, oder einer rutſchbahnartigen
Kurven=
führung, kommen wir wieder auf das Prinzip der ſchrägen
Fläche, die nun bloß umgekehrt als Abrollebene zu denken iſt.
Da der geſamte Platz möglichſt klein gehalten werden ſoll (die
genannten Forderungen zu erfüllen ſind), ſo müßte natürlich die
Flächenform jeweils dem Zweck angepaßt werden, d. h. wir
müß=
ten in der Lage ſein, einzelne Teile der etwa ſchachbrettähnlich
ausgebildeten Dachplatte zu heben und zu ſenlen für ein
ankom=
mendes oder abfahrendes Flugzeug. Iſt eine techniſche Löſung
dieſer Aufgabe auch möglich, ſo dürfte, abgeſehen von den
erheb=
lichen Koſten, die maſchinelle Ausführung ziemlich kompliziert
werden, und damit wächſt die Gefahr des Verſagens.
Zwei Vorſchläge ſeien im Schema angedeutet: Bild 1 zeigt
die Kombination einer ſchrägen Fläche mit zwei Katapulten,
Das Flugzeug iſt von rechts ankommend zu denken; es fährt die
Steigung hinauf, wobei ſich ſeine Geſchwindigkeit erheblich
ver=
mindert, kommt ſodann einen Augenblick zum Stillſtand und
rollt nun langſa rückwärts auf die Ebene. In der Figur ſind
die evtl. benötigten Gebläſe angedeutet, die dew Gegenluftſtrom
erzeugen ſollen, ferner die zwei Schlitten (für vier Richtungen)
zum Hochſchleudern der Maſchine beim Start. Eine Verbeſſerung
der Geſomtanordnung ließe ſich vielleicht erzielen, wenn man ſie
als Drehbühne ausbauen würde, was der Flächengröße aber
weitere Grenzen ſetzt. Die bequeme Anpaſſung an die
herr=
ſchende Windrichtung beim Abflug ſieht ein amerikaniſcher
In=
genieur vielmehr in einem Projekt erreichbar, das Bild 2
wieder=
gibt. Er will eine muldenartig vertiefte Plattform von zirka
150 Meter Durchmeſſer bauen. Das Flugzeug ſoll ſich hier in
Spiralen bewegen und infolge der Ueberhöhung des
Mulden=
randes vom Seitenwind nicht beeinflußt anlaufen wie auch
aus=
laufen. Die Begrenzung der Plattform, Wind= und
Himmels=
richtungen laſſen ſich durch Beleuchtungskörper auch bei Nacht
gut markieren. Der Muldengrund iſt, wie gezeichnet, horizontal
gedacht, und geſtattet ſo auch den Einbau von Aufzügen zum
Ein= und Ausfallen der Maſchinen. Londungs= und
Startmög=
lichkeiten ſind hier in gleicher Weiſe berückſichtigt. —
Es wäre zu wünſchen, daß nicht Amerika, für welches das
Problein des Kurzflugplatzes bald dringlich eine Löſung
ver=
langt, allein die Verwirklichung dieſer Vorſchläge vorbehalten
bleibt.
Sonntag, 31. März 1929
Baurd’sches Fernsehen.
Von
Dr. Alfred Gradenwitz.
So manches Problem gilt lange als Utopie, bis eines ſchönen
Tages die Löſung da iſt und ſich ſo ſchneu allgemeine Geltung
verſchafft, daß ſie bald ebenſo ſeibverſtändlich erſcheint wie vorher
die angebliche Undurchführbarkeit. So ging es mit dem
Flug=
weſen, ſo geht es jetzt mit dem Fernſehen: Mit viel Scharfſinn
hatten Sachverſtändige bewieſen, daß wirkliches elektriſches
Fern=
ſehen, das heißt, die Fernübertragung belebter Szenen, zwar
theoretiſch denkbar, praktiſch aber mit irgendwie erſchwinglichen
Mitteln unmöglich iſt. Als dann die erſten, noch beſcheidenen,
Erfolge kamen, bewies man mit nicht minder Scharfſinn, daß die
erreichbaren Grenzen eng gezogen und anſpruchsvollere Löſungen
— mehr Einzelheiten und gleichzeitige Sichtbarmachung mehrerer
Perſonen — auf dem bisher eingeſchlagenen Wege undenkbar
wären. Und doch iſt eine ſolche Löſung, die allen bisher nur
irgendwie ins Auge gefaßten Forderungen gerecht wird, bereits
gefunden und wird vorausſichtlich in allernächſter Zeit Eingang
in das Rundfunkprogramm einer Anzahl Länder finden.
Die Löſung ſtammt von dem in London anſäſſigen ſchottiſchen
Ingenieur John Logie Baird, der ſich im Verlauf ſeiner
jahre=
langen Bemühungen keinen Augenblick bei Verſuchen mit
Bild=
telegraphie, d. h. mit der telegraphiſchen Fernübertragung
ſtehen=
der Bilder (Photographien, Zeichnungen, Schriften, Druckproben
uſw.) aufgehalten hat, ſondern dem Endziel unmittelbar
entgegen=
gegangen iſt. Schon vor mehreren Jahren gelang es ihm,
Schat=
tenbilder „fernſeheriſch” zu übertragen. Dann aber ging er zur
unmittelbaren Uebertragung von mehr oder weniger hell
be=
leuchteten Geſichtern über und hat auch hiermit Erfolg: Zwar
waren ſeine Uebertragungen anfangs noch unſcharf und
ent=
behrten der feineren Durchzeichnung, aber ſchon im vorigen Jahr
war er in der Lage, in London recht vielverſprechende Ergebniſſe
zu zeigen. Schon damals ſah ich die an der Sendeſtelle
befind=
lichen Perſonen gelegentlich mit genügender Deutlichkeit, um ſie
zu erkennen und ihre Bewegungen zu verfolgen.
Als ich daher November und Dezember 1928 — erneuten
Vorführungen beizuwohnen Gelegenheit hatte, konnte ich mit
Recht einen weiteren Fortſchritt erwarten, und dieſe Erwartung
iſt nicht nur erfüllt, ſondern, wie ich rückhaltlos geſtehe, weit
übertroffen worden: Diesmal waren die auf der Mattſcheibe
erſcheinenden Fernſehbilder ſo gut wie frei von jedem Flackern,
und ſie waren nicht nur gelegentlich, ſondern ſtändig von ſehr
weitgehender Schärfe, mit einem Reichtum an Einzelheiten, wie
ich es bei weitem nicht erwartet hatte. Die Zeichnung war ſo
fein, daß die Umriſſe der Finger, ja ſogar die der Fingernägel,
in aller Schärfe hervortraten, und hierzu kam eine ganz
beſon=
ders auffällige plaſtiſche Wirkung. Sehr aber trug zur Erhöhung
der Illuſion die vorzügliche Verbindung von Bild und Sprache
bei: Zwar lieferte ein Lautſprecher die Stimme, doch hatte man
ganz den Eindruck, als ob ſie aus dem Munde der gerade auf
dem Schirm ſichtbaren Perſon käme. Die lautliche Wiedergabe
unterſtützte die bildliche, und umgekehrt, ſo daß man von beiden
einen erheblich beſſeren Eindruck hatte als bei bloßer
Vorfüh=
rung von Stimme oder Bild.
Ohne hier eine ausführliche Beſchreibung des Verfahrens zu
geben, ſeien doch die wichtigſten Punkte hervorgehoben:
Die ſichtbar zu machende Perſon ſitzt an der Sendeſtelle vor
einem „elektriſchen Auge” d. h. vor einer Lampe, die ihre
Strah=
len auf deren Geſicht wirft. Das reflektierte Licht trifft auf
meh=
rere Photozellen beſonderer Art auf, — lichtempfindliche Organe,
die auf ſchnell wechſelnde Bildtönungen ebenſo ſchnell durch
ent=
ſprichende elektriſche Stromſtöße reagieren, d. h. um ſo ſtärkeren
Strom erzeugen, je heller die augenblickliche Bildtönung iſt.
Zur Abſuchung der Originalſzene dienen zwei ſchnell
rotie=
rende Scheiben, die im der Nähe ihres Randes mit einer Reihe
ſpiralförmig angeordneter Löcher, bzw. Glaslinſen, verſehen ſind;
ſie ſorgen dafür, daß das Licht nacheinander auf die einzelnen
Stellen der ſichtbar zu machenden Perſon fallen, von der man
Geſicht und Schultern ſieht. Die wechſelnden Stromſtöße
wer=
den entweder über eine Drahtleitung oder auch auf drahtloſem
Wege in die Ferne entſandt. An der Empfangsſtelle werden ſie
dann — durch Umkehrung des Vorganges an der Sendeſtation
— in wechſelnde Lichtſtärken zurückverwandelt, und aus dieſen
mehr oder weniger intenſiven Lichtpunkten wird eine
Wieder=
gabe des Originals aufgebaut, — durch ein ähnliches Syſtem
rotierender Scheiben mit Linſen, bzw. Oeffnungen in der Nähe
ihres Randes. Die ſchnell wechſelnden Lichtſtärken werden von
einer Neonlampe geliefert, die je nach der gerade
hindurch=
paſſierenden Stromſtärke mehr oder weniger hell aufleuchtet.
Im weiteren Verlauf meines Londoner Aufenthalts wurden
mir aber die neueſten Fortſchritte des Fernſehens gezeigt, die
deſſen Anwendungsmöglichkeiten ganz außerordentlich vermehren:
Anſtelle einer einzigen Perſon, die auch nur mit Kopf und
Schul=
tern ſichtbar war, ſah ich diesmal mehrere Perſonen gleichzeitig
— bis 6 Perſonen, die nebeneinander auf einer improviſierten
Bühne erſchienen und in ihrer ganzen Geſtalt zu ſehen waren.
Zunächſt wurde ein Boxkampf vorgeführt und dann eine kleine
Theaterſzene. Auch hierbei war trotz der Kleinheit der Bilder die
Schärfe der einzelnen Geſtalten immer noch ſehr beträchtlich.
Schließlich wurde aber gezeigt, wie man bei Vorführungen
vor einem größeren Publikum verfährt: Das Bild der gerade
ſichtbar zu machenden Perſon wurde in ſtarker Vergrößerung auf
eine Pojektionsleinwand entworfen, wo man ſie mit großem
Detailreichtum und großer Lebenswahrheit”erſcheinen ſoh. Die
Bilder waren in dieſem Falle von bis 10facher Lebensgröße.
Von Magneten
und Elektromagneten.
Von
Dipl.=Ing. Kreh, Mainz.
Eine der älteſten phyſikaliſchen Erſcheinungen, die dem
abend=
ländiſchen Kulturkreis bekannt iſt, iſt die des Magneten.
Der griechiſche Schriftſteller Thales ſpricht ſchon etwa 500 v. Chr.
davon, daß der Magnet das Eiſen anzieht. Seit dieſer Zeit haben
viele techniſche Schriftſteller uns Zeugnis davon jegeben, daß
ihnen dieſe Erſcheinung bekannt war. Wenn auch 2200 Jahre lang
ſich viele hervorragende Geiſter mit dieſer Naturerſcheinung
be=
faßt haben, ſo haben doch nur wenige Veränderungen an dem
Magneten ſelbſt ſtattgefunden. Die verſchiedenen Formen als
Stab= oder als Hufeiſen ſind lange bekannt. Die einzige
Möglich=
keit, die darin beſtand, den Magneten leiſtungsfähiger zu
geſtal=
ten, war ein= Veredelung des Stahls durch Zuſatz von Metallen
wie Chrom, Wolfram oder Kobalt.
Auf dieſem Wege iſt es kürzlich der Weſting Houſe Electric
Comp. gelungen, eine Stahllegierung herzuſtellen, die beſonders
gute magnetiſche Eigenſchaften beſitzt. Ein Hufeiſenmagnet aus
mit Wolfram legierten Kobaltſtahl ereichte hierdurch eine
Trag=
fähigkeit, die 30mal ſo groß war als ſein eigenes Gewicht. Durch
Gegenüberſtellen der gleichartig erregten Pole derartiger
Stab=
magneten konnte man es erreichen, daß der eine Magnet frei in
der Luft ſchwebte. Derartige Magnete ſind aber mehr als Kurioſa
zu betrachten, da ſie wegen der hohen Koſten der beigemiſchten
ſeltenen Metalle für eine praktiſche Verwendung nicht in Frage
kommen.
Erſt in unſerem Jahrhundert, wo der Stahlmagnet in der
Zündmaſchine der Kraftfahrzeuge eine weitgehende Verwendung
Technik der Gegenwart
gefunden hat, wurde eine weſentliche Steigerung ſeiner
Leiſtungs=
fähigkeit durch ein denkbar einfaches Mittel entdeckt. Der deutſche
Zivilingenieur Joſef Zacher hat ſtatt des Voll= oder des
Lamellen=
magneten einen Hohlmagneten gebaut. Dieſer Hohlmagnet wird
durch eine Stahlröhre von etwa quadratiſchem Querſchnitt und
allſeitig gleicher Wandſtärke dargeſtellt. Durch dieſe neue Form
wird nicht nur eine Materialerſparnis von 60 Prozent erzielt,
ſondern gleichzeitig eine Leiſtungsſteigerung auf etwa das
Dop=
pelte. Der wirtſchaftliche Wert dieſer Erfindung kann erſt dann
richtig eingeſchätzt werden, wenn man beachtet, daß allein in
Deutſchland 36 Magnetfabriken beſtehen.
Erſt ſeit etwa 100 Jahren verſteht man es, die Wirkung des
elektriſchen Stromes auf weiches Eiſen zur Erzeugung von
Elektromagneten zu verwerten. Hier ſind im Gegenſatz zu den
permanenten Stahlmagneten ganz weſentliche Fortſchritte erzielt
worden, die neuerdings beſonders auffällig, was die Steigerung
der Leiſtungsfähigkeit anbelangt, bei der Verwendung von
Laſt=
hebemagneten allgemeiner bekannt geworden ſind. Man hat es in
allerletzter Zeit möglich gemacht, derartige Laſthebelmagnete ſo
waſſerdicht und druckfeſt zu bauen, daß ſie zu Bergungsarbeiten
auf See bzw. im Meerwaſſer verwendet werden können. Die
Wickelungen ſind derart ſicher iſoliert, daß man zur Kühlung der
Spulen Schlitze im Gehäuſe anbringt, durch die das Seewaſſer
eindringen kann. Ein derartiger Laſthebemagnet mit einem
Durchmeſſer von 1600 Millimetern und einem Gewicht von 3400
Kilogramm wurde im vergangenen Jahre in Italien dazu
be=
nutzt, die Eiſenladung geſunkener Schiffe aus 100—150 Meter
Tiefe emporzuheben.
Diente dieſer Gigant unter den Elektromagneten rein
prak=
tiſchen Zwecken, ſo wurde neuerdings ein noch weſentlich größerer
Elektromagnet für rein wiſſenſchaftliche Forſchungszwecke in Paris
aufgeſtellt. Dieſer größte Elektromagnet der Welt
kon=
zentriert ſeine ganze Kraft auf eine Fläche von 4 Zentimetern
Breite und 2 Zentimeter Höhe. Es entſteht hierdurch ein
elek=
triſches Feld von ganz ungeheuerlicher Stärke. Der
Elektro=
magnet iſt, um eine gleichmäßige Temperatur zu behalten, in eine
9 Meter tiefe Grube verſenkt. Er hat ein Gewicht von 115
Ton=
nen und benötigt zur Erzeugung des Feldes 110 KW. Die „
Aka=
demie des Sciences” beabſichtigt, mit dieſem Rieſen allgemeine
Unterſuchungen über die Struktur der Materie anzuſtellen. An
dieſem Problem arbeiten allerdings, meiſtens mit beſcheideneren
Mitteln, gegenwärtig faſt alle bedeutenden Phſiker der Welt. Die
franzöſiſchen Gelehrten beabſichtigen, die magnetiſchen
Eigenſchaf=
ten bei hohen und tiefen Temperaturen und die elektriſche und
thermiſche Leiſtungsfähigkeit der Materie unter dem Einfluß
die=
ſes ſtarken elektriſchen Feldes zu unterſuchen. Sie hoffen, die
Einoronung der Moleküle im elektriſchen Feld feſtſtellen zu können
um daraus Schlüſſe auf deren Formen zu ziehen. Auch die
Lichtquellen ändern ſich im Magnetfeld. Es könnte mit Hilfe des
neuen Apparates vielleicht gelingen, den Urſprung des Lichtes
ſelbſt zu ermitteln. Auch Kriſtalle und biologiſche Vorgänge
ſollen in dieſem magnetiſchen Feld beobachtet werden.
Sicher=
lich bictet ein ſo ſtarkes Feld vielerlei Unterſuchungsmöglichkeiten,
ſo daß man auf die Ergebniſſe ſehr geſpannt ſein darf.
Neue Technische
Hoch-
schulen?
Der Verein Deutſcher Ingenieure ſchreibt uns:
Dieſe in den letzten-Monaten in der Oeffentlichkeit vielfach
erörterte Frage hat dem Verein deutſcher Ingenieure
Veranlaſ=
ſung gegeben, dem für die weitere Entwicklung des techniſchen
Nachwuchſes ſo überaus wichtigen Problem in eingehenden
Unterſuchungen näherzutreten und die hierbei gewonnenen
Er=
gebniſſe in einer ſoeben erſchienenen Denkſchrift
nieder=
zulegen.
Ausgehend von der Feſtſtellung, daß die Unkenntnis der
wirklichen Berufsausfichten und die Ueberwertung der ſozialen
Vorteile der gelehrten Berufe als Folge eines immer weiter um
ſich greifenden Berechtigungsweſens zu einer verhängnisvollen
Verſchulung geführt hat, wird in der Schrift an Hand von
Zah=
len gezeigt, wie unter der Wirkung überſpannter Anforderungen
von ſeiten der Praxis ein ungeſunder Zudrang zu den
Tech=
niſchen Hochſchulen eingeſetzt hat, dem weder ein im gleichen
Ver=
hältnis ſteigender Mehrbedarf der Technik und Induſtrie
ent=
ſpricht, noch die Lehranſtalten mit den ihnen zu Gebote ſtehenden
Einrichtungen gewachſen ſind. Als irrig erweiſt ſich insbeſondere
die Auffaſſung, daß neben der Induſtrie die öffentlichen
Wirt=
ſchaftsbetriebe in größerem Umfange als Abnehmer für
In=
genieure in Frage kommen, wenn man er ayrt, daß z. B. die
Reichsbahn in den nächſten 6—10 Jahren nicht mehr als 20—25
Maſchinen= und Bauingenieure, und die Reichspoſt etwa 30
Diplom=Ingenieure einzuſtellen in der Lage ſind. Die noch
immer bedauerlich hohe Zahl von beſchäftigungsloſen
Ingenieu=
ren einerſeits und die durch die Ueberfüllung der Hochſchulen
notwendig bedingte Verringerung der Ausbildungsmöglichkeiten
anderſeits machen den Kampf gegen die ungeſunde Ueberſchätzung
der akademiſchen Bildung durch ernſte und ſachliche Aufklärung
über die wahren Berufsausſichten der Ingenieure in der
gegen=
wärtigen Zeit zur Pflicht der großen Berufsverbände; ſie legen
es insbeſondere nahe, mit allem Nachdruck vor der Neuerrichtung
von Techniſchen Hochſchulen zu warnen, zumal nach der
eindeu=
tigen Angabe der Statiſtik jede Hochſchule allein durch ihr
Vor=
handenſein einen ſtarken Anreiz zum Studieren gibt, der nicht
im Intereſſe der beruflichen Weiterentwicklung des
Ingenieur=
ſtandes liegt. Es kommt hinzu, daß der Geburtenrückgang
ohne=
dies eine ſtarke Abnahme des Nachwuchſes herbeiführen wird,
die ſich etwa vom Jahre 1933 ab auch an den Techmiſchen
Hoch=
ſchulen bemerkbar machen dürfte. Auf Grund aller dieſer
Er=
wägungen, die ſich auf eingehende, im Anhang zur Denkſchrift
veröffentlichte ſtatiſtiſche Erhebungen ſtützen, kommt der Verein
deutſcher Ingenieure zu dem Ergebnis, das Bedürfnis
nach Gründung neuer Techniſcher Hochſchulen in
Anbetracht der außerordentlich ſchwierigen finanziellen Lage des
Staates zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu verneinen und die
Verwendung der beſcheidenen zu Gebote ſtehenden Geldmittel
zum Ausbau der beſtehenden Hochſchulen und ihrer
Anpaſſung an die heutigen Erforderniſſe zu empfehlen. Die
Schrift ſchließt mit der an die Führer in Technik und Induſtrie
gerichteten dringenden Bitte, „ſich dafür einzuſetzen, daß
die ſchweren Schäden, die ſich durch
Ueberſpan=
nung des Berechtigungsweſens heute ſchon
zei=
gen, zurückgedämmt werden”.
KURZE MITTEILUNGEN
* Der erſte Hochſchulkurſus, veranſtaltet vom Verein deutſcher
In=
genieure, der nach dem Krieg ſtattfindet, wird vom 2. bis 12. April 1929
in Darmſtadt abgehalten werden. Es ſind zehn Vortragsreihen
vorge=
ſehen, die ausſchließlich Gebiete des Maſchinenbaues und der
Elektro=
technik umfaſſen,
* Das preußiſche Waſſergeſetz vom 7. April 1913 ſieht vor, daß zur
Sicherung beſtehender Waſſerrechte ein Antrag beim Bezirksausſchuß
auf Eintragung der Rechte im Waſſerbuch zu ſtellen iſt. Es war eine
Friſt von zehn Jahren geſetzt, innerhalb der dieſe Anmeldungen getätigt
ſein mußten. Da in dieſen Zeitraum der Krieg fiel, in dem das
wirt=
ſchaftliche Leben ſtockte und die Ausübung der Rechte behindert war,
wurde durch Geſctz vom 16. 2. 24 die Friſt bis zum 30. Abril 1920
er=
ſtreckt. Es müſſen alſo bis dahin in Preußen alle Waſſerrechte beim
Be=
zirksausſchuß zur Eintragung im Waſſerbuch angemeldet ſein,
andern=
falls ſie verfallen.
Nummer 8
* 100 Jahre Techniſche Hochſchule Stuttgart. Nach Karlsruhe wi
die Techniſche Hochſchule in Stuttgart als zweite deutſche Hochſchule i
100jähriges Jubiläum vom 15. bis 18. Mai ds. Js. feiern. In der lang=
Zeit ihres Beſtehens haben zahlreiche Techniker ihre Ausbildung bi.
gefunden. An alle dieſe Männer und im weiteren an alle techniſch i.
tereſſierten Kreife geht die Aufforderung, anläßlich der Jubelfeier zu.
„Jubiläumsſpende für die Techniſche Hochſchule Stuttgart” beizutra,
* Folioformat iſt abgeſchafft. In der Oeffentlichkeit beſteht na
vielfach die Auffaſſung, daß Schreiben und Eingaben an Behörden y
Folioformat abzufaſſen ſeien; dies trifft jedoch nicht zu, da ſeit län
rer Zeit die behördlichen Negiſtraturen auf das DIN=Format A 4
mal 297 Millimeter) umgeſtellt worden ſind. Der Reichsſparkommiſſ
wies kürzlich erneut darauf hin, daß Schreiben an Behörden auf
anS=
ren Formaten als dem DIN=Format unerwünſcht ſind, da ſie Ei
Vereinheitlichung der behördlichen Regiſtraturen erſchweren.
* Einen Kanal von der Wolga nach dem Don plant die Union de
Sowjetrepubliken. Er ſoll dieſe beiden großen Waſſerſtraßen an d=
Stelle verbinden, wo ſie ſich bis auf 54 Kilometer nahe kommen. AK
Rückſicht auf die Bodenbeſchaffenheit wird der Kanal jedoch run
100 Kilometer lang. Zur Ueberwindung der Höhenunterſchirde werd
neun Schleuſen mit 85 Meter Hubhöhe auf der Wolga=Seite und v
Schleuſen mit 39 Meter Hubhöhe auf der Don=Seite nolwendig. E
ſchließlich der Koſten für die norwendige Kanaliſierung des Don=Flu
werden die Koſten auf 350 Mill. Reichsmark veranſchlagt. Man
h=
die Bauten in etwa 6 Jahren herſtellen zu können. Die neue
Schiffahrt-
ſtraße wird eine Verbindung des Schwarzen Meeres mit dem Kaſpiſche
Meer herſtellen. Hiermit wird das Kaſpiſche Meer, und ſomit insb
ſondere die großen Oelfelder um Baku der internationalen Schiffah
erſchloſſen.
Deutfchlands Beteiligung am Welt=Ingenieurkongreß Tokiv 192:
Für den großen Weſt=Ingenieurkongreß und die mit ihm verbundert
Weltkraftteilkonferenz, die in der Zeit vom 29. Oktober bis 7. Noven,
ber d. J. in Tokio ſtattfinden, ſind von deutſcher Seite bereits üb=
50 Beitrage angemeldet worden. Die Veranſtaltung begegnet ſchon jetz
in allen Ländern, ganz beſonders aber in Amrika, einem ungewöhnli
ſtarken Intereſſe. Von ſeiten Japans wird alles aufgeboten, um de
Beſuch für die Teilnehmer der Tagungen ſo ergebnisreich und eindruck.
voll wie möglich zu geſtalten. Vier Tage vor Beginn und 15 Tage na
Beendigung der offiziellen wiſſenſchaftlichen Verhandlungen ſind ausg
dehnte Beſichtigungen und Rundreiſen durch alle Teile des Landes
vo=
geſehen, um die Teilnehmer nicht nur über den Stand der heut’g,
veil
ein wirklich abgerundetes Bild der japaniſchen Kultur und
Zibiliſatio=
vermittelt werden. Für die Beſichtigungen iſt ein Reiſeplan ausgeg
beitet, der eine Strecke von nicht weniger als 2000 Kilometer — d.
etwa die Luftlinie Osſo—Rom — umfaßt. Die Staatseiſenbahnen gebe
ſämtlichen Kongreßteilnehmern freie Fahrt auf japaniſchem Boden, ver
ſchiedene Schiffahrtsgeſellſchaften gewähren eine Ermäßigung von 15v.
Für die deutſchen Teilnehmer kommen drei Reiſewege in Betracht: diü
Fahrt über Sibirien in rund 14 Tagen, über Amerika in rund 31 Tage
und über Indien in rund 42 Tagen. Das Amerikaniſche National
Komitee der Weltkraftkonferenz richtet an alle europäiſchen
Teilnehme=
der Weltkraftteilkonferenz die Bitte den Hinweg über Amerika z—
wählen und ſtellt für dieſen Fall eine Reihe bedeutender Vergütnſtigunger
in Ausſicht.
* Ideenwettbewerb für den Bau einer neuen Rheinbrücke bei Lud
wigshafen=Mannheim. Die Deutſche Reichsbahngeſellſchaft hat im Augu
vergangenen Jahres drei Ideenſettbewerbe ausgeſchrieben, um Ent1
würfe für neu zu erhauende Rheinbrückhen bei Ludwigshafen=Mannh
im=
bei Speher und bei Maxau zu erlangen. Ueber das Ergebnis des erſter
Wettbewerbs beribtet Reichsbahnrat Ernſt=Berlin in der Zeitſchrif
„Die Bautechnik” (Verlag von Wilhelm Ernſt u. Sohn, Berlin W 8). Die
Veröffentlichung beginnt in Heft 6, wird in Heft 9 fortgeſetzt und ſol
in weiteren Abhandlungen noch abgeſchloſſen werden. Für die Briakn
bei Mannheim=Lud vigshafen ſind 138 Entwürfe eingegangen, von dener
84 Entwürfe die jetzt vorhandenen Zwiſckenpfeiler beibehalten, währen
54 Arbeiten den Rhein in einer einzigen Oeffnung von rund 270 Meterm
Lichtweite überſpannen wollen. In die engſte Wahl ſind 14 Entwürſe
gekommen, die in der „Bautechnik” unter Beigabe reichlichen
Bildmate=
rials eingehend beſprochen werden. Der mit dem erſten Preis (7000M.. Entwurf ſieht vor, zunächſt den Ueberbau mit Zwiſchenpfeilerm
herzuſtellen und dieſen ſpäter unter Fortfall der Pfeiler zum verſteiftei
Stabbogen, der in einer Oeffnung den Rhein überſpannt, ausz ibquen.
Fünf andere Wettbewerber hatten den gleichen Gedanken, der
Preis=
träger arbeitete dem Entwurf am beſten durch.
* Das Forſchungsheim für Wärmeſchutz in München konnte kürzlich
auf ſein zehnjähriges Beſtehew zurückblicken. Sieben Iſoliermittelfabrikem
griffen Ende 1918 einem Plan von Dr. M. Grünzweig in Ludwigshafen
auf und ſtellten die erforderlichem Mittel zur Verfügung. In
Anglies=
derung an das Laboratorium für techniſche Phyſik der Tochniſchen Hoch= München wurde das neue Inſtitut unter der geſchickten Leitunmn
ſeines erſten wiſſenſchaftlichen Vorſtandes. Dr.=Ing. K. Hercky, ſehr bald
eine techniſch=wiſſenſchaftliche Forſchungsſtätte von internationalem Ruf.
Auch nach dem Ausſcheiden des erſten Leiters verſtanden es ſeine Nach= Dr.=Ing. Schmidt und Dr.=Ing. Raiſch, die Bedeutung der An= ſo zu fördern, daß immer mehr Aufträge, beſonders auch aus dem
Ausland, zu wiſſenſchaftlichen Unterſuchungen eingingen.
* Kohlenſtaublokomotiven. In der letzten Nummer der Technik der
Gegenwart berichteten wir über die Kohlenſpauklokomotiven der
Studien=
geſellſchaft für Kohlenſtaubfeuerung und die Lokomotivem mit Kohlen=, die die A.E.G. hergeſtellt hat. Von dem Verfaſſer dess
Auffatzes wird uns noch nachträglich mitgeteilt, daß dieſe Lockomotivend
der Reichsbahndirektion Halle zur Erprobung im praktiſchen Güterzug—
betrieb überwieſen worden ſind.
NEUE BÜCHER UHD ZEITACHRIFTEM
* Techniſcher Jahresbericht 1928 der allgemeinen Elektrizitätsgeſellſchuaſt=
Berlin.
In einem reich illuſtrierten, mit Kumſtdruckbeilagen ausgeſtattetera
Jahresbericht gibt die A.E.G. Aufſchluß darüber, was in den verſchie
denſten Zweigen ihres großen Arbeitsgebietes im vergangenen Jahre ge=*
leiſtet wurde. Befonders hervorzuheben iſt hieraus, daß für öffint’iche*
Elektrizitätswerke Turbinen von etwa insgeſamt 700 000 K.W.=Le ſtung
in Auftrag genommen werden konnten. — Auch das erſte 100000 Volk?
Kabel, das in Deutſchland gebaut wurde, iſt ein Erzeugnis der A. E.G.
Noch viele andere intereſſante Einzelheiten, auf die hier nicht na9e
eingegangen werden kann, enthält der Jahresbericht.
* Wärmetechnik und Wärmewirtſchaft im Kleinwahnungsbau, von Heine:
rich Lier. Verlag Muntz u. Co., G. m. b. H., Leipzig. Preis kar
toniert 1,60 Mk.
Das ſehr wohlfeile, aber inhaltsreiche Büchlein, das bereits in zweie
ter Auflage vorliegt, ſollte in weiteſten Kreiſen Beachtung finden. Ls
ſtützt ſich auf langjährige Erfahrungen des Verfaſſers als ſtädtiſcher
Hel=
zungsingenieur. Die wirtſchaftliche Notlage des deutſchen Volkes ſollle
mehr noch wie das Heimatland des Verfaſſers, die Schweiz, Wert aul
ſparſamſtes Heizen legen. Dieſe Sparſamkeit muß ſchon im Bau eile
ſetzen. Aus einer beigegebenen Tabelle iſt beiſpielsweiſe zu erſehen, daß
die Schlachenſteinmauer wärme= und bauwirtſchaftlich weſentlich günſtige.
daſteht als alle anderen Bauarten, insbeſondere auch die Bachſteinmauerin
* Schriften des Verbandes zur Klärung der Wünſchelrutenfrage. Heft 1=
Verlag von Konrad Wittwer, Stuttgart. Preis geheftet 3 Mk.
Erfreulich an den Schriften des Verbandes zur Klärung der Wſhe.
ſchelrutenfvage iſt der Umſtand, daß das Für und Wider erörtert wite
und daß auch Fehlſchläge nicht verheimlicht werden. Der Verband i
vor allem eifrigſt bemüht, jede ſuggeſtive Beeinfluſſung des Wünſchek
rutengängers auszuſchalten. Daß er es ernſt mit ſeiner Arbeit meiſe
ſeht daraus hervor, daß er ſich nicht ſcheut, von einzelnen Wünſche‟
rutengängern ſtark gbzurücken und deren geſchäftliches G baven zi 9‟
urteilen. Nur wenn ernſtlich wiſſenſchaftlich on dem Problem der Wyſe
ſchelrute gearbeitet wird, wie es der Verband tut, kann eine Lohſag
des Jahrhunderte alten Problems gefunden werden.
2ERBöHLICHES AU8 DER TECHNIK
Der bekannte Waſſerbauer Geh. Hofrat Prof. Dr.=Ing. e. h. 20
Möller=Braunſchweig, wurde kürzlich 75 Jahre alt.
*
Karl Freiherr von Skoda, der Sohn des Begründers der wein
bekannten Skodawerke, iſt im Alter von 50 Jahren geſtorben.
Die Techniſche Hochſchule Breumſchweig ernannte den Diwſto.
Dipl.=Ing. Fritz Roſenberg, der A.E.G. zum Dr.=Ing. e.h=
In dieſem Monat jähren ſich zum 100. Male die Geburtstage me
Albert Boxſig und Karl von Siewenz.
ölluſtrierte Wochenbeilage
31. März 1929
Nummer 13
Vier Blätter aus dem Skizzenbuch unseres Zeichners Hans Günther Lehmann
[ ← ][ ][ → ]Das Feſt der Auferſtehung in der bildenden Runſt.
Das Hauptmotiv der chriſtlichen Oſtern, die Auferſtehung
des Herrn, erſcheint bereits in der altchriſtlichen Kunſt und findet
in der frommen Ehrfurcht, in der kindlichen Gläubigkeit der
Nazarener ſeinen Ausklang.
Die Figur Chriſti, die, von Erdenſchwere erlöſt, gen Himmel
ſich wendet, wird zum Ausdruck eines Stiles, einer Landſchaft:
ſtreng, geſchloſſen bewegungslos, wie die romaniſche Kunſt ihre
Siguren bildet, erſcheint der Auferſtandene im 11. und 12.
Jahr=
hundert, auch die Gotik bildet ihn noch als einen
Gebundenen, unter der Laſt des Opfers Gebeugten,
zaghaft ſitzt er auf dem Deckel ſeines Grabes; das
Sieghafte des Erlöſers kommt erſt in der Nenaiſſance
in die Sigur, ſtrahlend, mit heiterem Antlitz ſteht er
aufrecht da, ein Fürſt, der die Erde beſiegt hat, aber
mit Sturm und Brauſen fährt er gen Himmel, als der
unruhige Geiſt des Barock die Seelen der Künſtler
erfaßt hatte. . .
Cypiſch für die Unterſchiede von Stil und
Auf=
faſſung ſind zwei Auferſtehungsbilder der deutſchen
Kunſt: das Oſterbild auf dem Berliner Altar des
ſchwäbiſchen Meiſters Hanns Multſcher, das er im
Jahre 1437 ſchuf, und die Auferſtehung des Herrn
auf Mathias Grünewalds Altar in Colmar, der im
Jahre 1515 datiert wird.
Der Chriſtus des Multſcher, herb, erdgebunden,
ſitzt inmitten ſeiner Wächter, die ahnungslos von dem
Wunder, das ſich zugetragen, im Schlafe befangen
ſind, der Sargdeckel blieb geſchloſſen, noch klebt das
unberührte Siegel der jüdiſchen Gerichtsbarkeit an
dem Sarkophage, aus dem ein vergeiſtigter Leib
mühelos emporſtieg. Ein kühler, klarer Morgen ſteht
über den kleinen runden Bäumchen, die das Grab
beſchatten, karg, ernſt wie der Chriſtus ſelbſt iſt die
Landſchaft, die kaum einen Hauch von Frühling trägt.
Wie ganz anders bei Grünewald. Die Grabplatte
iſt von der wilden Bewegung des auffahrenden
Chriſtus geſprengt, taumelnd ſind die Wächter
auf=
gefahren, zu einem Knäuel geballt wälzt ſich die zur
Seite geſchleuderte Sigur eines Kriegsknechtes, die
kopfüber und beſinnungslos zuſammenbrach; Chriſtus
ſelbſt gehört der Erde nicht mehr an, umfloſſen von
dem metaphyſiſchen Schimmer eines göttlichen Lichtes
ſchwebt er dem Himmel zu. . .. Die Verflüchtigung
alles Ordiſchen iſt in dieſer vergeiſtigten, vom
himm=
liſchen Glanze durchſtrahlten Geſtalt zum Ausdruck
gebracht; in Dunkelheit und Nebel bleibt die Erde
zurück, ein Sieger über alle Qual des irdiſchen
Da=
ſeins fährt empor ſein verklärtes Antlitz, ſeine
ſtigmatiſierten Hände umſtrahlt eine ſchimmernde
Aureole.
Grünewald war in ſeiner Empfindung ſchon dem
Barock zugewendet, die Extaſe des Auferſtehenden,
die dumpfe Qual der Surückbleibenden, die aus ſeinem
muſtiſchen Oſterbilde den Beſchauer erſchüttern, fin=
Von Dr. Auguſta von Oertzen.
den ſich in geſteigerter Fomm bei den Meiſtern des 17.
Jahrhun=
derts; aus dem Helldunkel der Nombrandtſchen „Auferſtehung”
taucht das Haupt des Auferſtandenen wie eine himmliſche Biſion;
die Verherrlichung des ſchönen Menſchenleibes, wie in den Tagen
der Hochrenaiſſance, hat ein Ende gefunden: Gott iſt ein Geiſt
geworden!
Dem Furor der Barockzeit iſt, wenn auch zeitlich früher,
Greco, der Spanier, verfallen. Obgleich der größte Ceil ſeines
Ludwig Richter: Oſterſpaziergang=
Lebens noch dem 16. Jahrhundert angehört, wirkt er wi
Zeitgenoſſe des Nubens durch den Schwung ſeiner Leiden
des Nembrandt durch die Ciefe und Andacht des Gefühls.
Wie ein ſtrahlender Überwinder ſteigt ſein Chriſtus ausi
Auferſtehungsbilde im Madrider Prado gen Himmel, die
ſchende Siegesfahne in ſeiner Linken ſteigert den impetu
Bewegung, zu den Füßen des Gottes bleibt das
Gewimm=
verſtörten Wächter zurück, armes, ſchwaches Erdengern
drohend, verzweifelt, an die Erde gefeſſelt. Bei
Auferſtehung iſt die Natur vollſtändig ausgeſchn
nur Himmel und Erde, als Grundelemente alles S
ſind ſich gegenübergeſtellt, ſchweres Gewölk 19
über den nackten Leibern der Kriegsknechte, ni
Chriſti Geſtalt her ſtrahlt von oben her ein r!
phyſiſcher Glanz.
Eine andere Etappe der Auferſtehungsgeſch
ſchildert der Colmarer Meiſter Martin Schonsu
der größte deutſche Kupferſtecher des 15. Jahx)
derts; voll frühlingshafter Oſterſtimmung iſt
Darſtellung des „noli me tangere”, als Chriſtu.
Gärtner Maria Magdalena erſcheint.
In einen noch ganz kahlen Garten iſt der hin
liſche Gärtner getreten. Güte leuchtet aus ſeinem
teren Antlitz, in ſanfter Abwehr hebt er die M
gegen jede irdiſche Berührung, in jäher Verzürt
iſt die überraſchte Frau vor dem Cotgeglaubtel
die Knie geſunken. Ein leichter Wind ſpielt mis
Bändern der Siegesfahne, mit dem Mantel T.
Magdalenas, in den feingeſchwungenen Linien
Landſchaft klingt die Sartheit dieſer Begegnung
Vorfrühlingsſtimmung, voll von Hoffnung und
heißung..
*
Die reizvolle Wiedergabe naturhafter Oſter)
mung hat belonders die Nazarener gereizt. Peter 44
nelius, der Hauptmeiſter der Nomantik, hat in janl
„Fauſtilluſtrationen” die frühlingshafte Atmoſp‟
des Oſtermorgens gegeben, im Jahre 1816, acht J
nach dem Erſcheinen des „Fauſt”, konnte er
Dichter ſelbſt ſeine Seichnungen vorlegen. Auf ſe:
Oſterbilde iſt das Glück der Menſchen zum Auscu
gebracht, die ſich auf den Wegen vor der Sc
ergehen, das Wiedererwachen der Natur zu genied
„aus dem dunklen, finſtern Chor dringt ein bu.
Gewimmel hervor; jeder ſonnt ſich heute ſo gern.
feiern die Auferſtehung des Herrn”, die Selie
einer befreiten Menſchheit liegt über dieſem „Oſſ
ſpaziergang”.
„Auferſtehung”, dieſer beglückende Anfang
wachenden Lebens, bleibt der Grundakkord c
himmliſchen und irdiſchen Darſtellungen von Oſt4
dem Feſte der Wiedergeburt.. ..
Das Kind als Sprachkünſtler.
Von Hans Natonek.
Manchmal, wenn mich ein Ekel vor dem öden Nedekram
der Straße packt und die dürre Lebloſigkeit unperſönlicher
Schrei=
berei mich ermüdet, fliehe ich aufatmend in jene Bezirke der
Sprache, wo Leidenſchaft das Wort ewig neu gebiert: zu den
Dichtern, oder dorthin, wo die Sprache jung iſt, ungelenk und
eigenwillig, wie das täppiſch=poſſierliche Herumſpringen eines
jungen Cieres und friſch wie der Cau vom Himmel, zu den
Kindern.
Ich laſſe mich vom Neden und Fragen der Kinder umſpülen
wie von einer reinen Glut; tauche darin unter und lauſche mit
Entzücken, Sohnlucht und Neid, wie Wort um Wort aus dem
Munde des Kindes kommt — neu, jung, erſtmalig. Es hat, was
es ſprach, ſoeben gedichtet. Sinnierend löſen ſich die Worte von
langlamen Lippen. Das Wunder der Sprache iſt noch nicht durch
Geſchäft und Alltagsgebrauch abgenutzt. Sie ſtolpert häufig,
taſtet, greift — ihr zielloſes Beginnen iſt die Luſt an der
neu=
entdeckten Fähigkeit der plappernden Nede. Sie empfindet ſich
als etwas Beſonderes und gleicht darin irgendwie den (nun ſo
weit zurückliegenden!) erſten Gehverſuchen, die auch ein Wunder
waren und eine Cat, der man ſich jauchzend hingab. Ich glaube,
daß das Kind die Luſt an der neuentdeckten Fähigkeit des
ſprach=
lichen Ausdrucks in ſeinen tiefſten Seelenſchichten unendlich
be=
glückend empfindet. Man braucht nur ein Kind zu belauſchen,
das, ganz mit ſich allein, Worte plappert, um zu erkennen, wie
ſehr es lich des Geſchenks der Sprache freut. Die Stummheit iſt
gelöſt, das Wunder der Sprache ſchlägt die Augen auf. In
geheimnisvollem Vorgang, der beſeligend ſein muß, findet ſich
Wort zum Gefühl, Gefühl zum Wort. Das Gewebe der Sprache
und die Vorſtellungsinhalte wachſen in wechſelſeitiger Bildung,
muſteriös wie alles Werden des Organiſchen, immer feſter
zu=
ſammen.
Ein Wortſchatz von köſtlicher Armut muß zunächſt
aus=
reichen, um eine Vielfältigkeit von Empfindungen auszudrücken.
und ſich an eine Welt voll unendlicher Nätſel fragend
heranzu=
taſten. Die Sprache iſt dem Andrang der Gefühle, die
ausge=
ſprochen, der Geheimniſſe, die erkannt werden möchten, zunächſt
gar nicht gewachſen. Es iſt, als wäre die Welt erſt mit der
Sprache, das heißt mit der Fähigkeit, die Welt auszudrücken,
entſtanden. Das Kind beginnt zu fragen: jene Kinderfragen,
die oft mehr wiſſen möchten, als zehn Weiſe beantworten könuen.
Wer das Glück hat, mit Kindern umzugehen und für ihre Fragen
ein wenig Seit und Gemüt erübrigt, hat endlos Gelegenheit zu
lernen, wie er ſie am beſten beantworten kann. Die Aufgabe, die
uns die Kinderfrage ſtellt, iſt gar nicht leicht zu löſen. Meine
Nichte (fünfjährig) hört im Garten die Siege meckern. „Mutti,
von wem hat „Lotte” meckern gelernt?” Antwort: Vom lioben
Gott.” „Hat ihr der liebe Gott etwas vorgemeckert?” Ich weiß
nicht, ob es Mütter gibt, die mit ihrer Weisheit (und Geduld)
nicht zu Ende ſind. Die Ciefgründigkeit und Sähigkeit des
kind=
lichen Fragens mag auch dieſes Beiſpiel beleuchten: „Mutti,
wer hat die Spinnen gemacht?” Antwort: „Der liebe Gott.”
„Mutti, warum hat der liebe Gott Spinnen gemacht — und wer
hat den lieben Gott gemacht?‟ Die kindliche Frage iſt der
Ant=
wort des Erwachſenen oft weit überlegen: ſie iſt philoſophiſch und
religiös, ſie gleicht den metaphyſiſchen Caſtverſuchen des erſten
Menſchen, der ſich in all den ihn umgebenden Nätſeln zu
orien=
tieren beginnt. Der Erwachſene, der dieſes Stadium des Fragens
längſt mit der nüchternen Sicherheit des Oaſeins vertauſcht hat,
ſieht in den vielen Fragen des Kindes oft nichts weiter als ul
läſtige Störung, die er raſch abtut. Von der Sprache des Kirnd
erreicht den Erwachſenen meiſt nur der ſogenannte Kindel
mund”, aber für ihre ganze köſtliche Neinheit fehlt ihm r.
das Verſtändnis und die Beobachtung. Was iſt denn das ibrn
haupt, der Kindermund? Der Erwachſene verſteht darunter
unfreiwillige Komik der leindlichen Nede: ich möchte lieber
ganze Art, wie das Kind die Sprache bildet und behandelt, Eil
dermund nennen. Das Kind hat ſeine eigene Sprache, hald n.
riſch, halb dichteriſch, eben den Kindermund, ſo wie im Behf
naive Kräfte an der Sprache weiterbilden (ſie oft verbilden)
eben der Volksmund. Nur ein Beiſpiel für die gedrängte Ku
des ſprachlichen Ausdrucks eines fünfjährigen Kindes, eI
Außerung, ohne ſichtbaren Anlaß träumeriſch hingeſprockz)
„Jetzt bin ich ein Kind, dann werde ich ein Schulmädel, dann
Fräulein, dann eine Mutter, und dann ſterbe ich.” Wie vri
kommen ſchmiegt ſich das Sprachkleid an die rührend=ſchlir
Vorſtellung und bringt ſie zur vollſten Geltung.
Ein vierjähriges Mädchen krabbelt am Oſtſeeſtrand und wiI
vom Ausläufer einer Welle ein bißchen überſprüht. Immer i
muß dieſes naſſe Ereignis einen tiefen Eindruck auf das K
gemacht haben, deun noch nach Wochen erzählt es: „Weißt 1
Mutti, was die Welle geſagt hat? Crinke mich, trinke mich deh
damit du ſterbſt” (ſterbſt). Wie erſchütternd iſt hier die Cods
lockung der Elemente erfaßt!
Eine wirkich echte, tiefe und leidenſchaftliche Ceilnahme
Leben unſerer Mutterſprache (die Schopenhauer mit Ehrfur)
nie anders als „Frau Mutterſprache” nennt), darf an der N=)
des Kindes nicht achtlos vorübergehen. Sie iſt ein
Jungbrun=
der Sprache für den, der in ſie hineinzulauſchen verſteht; ſie iſt
Weg in die Seele des Kindes und in die Seele der Spra-
„Christos woskresi!“
Der ruſſiſche Oſtergruß.
Von Georg Urbat.
Mild lag der Frühling über dem Land. Auf der Steppe
grünte und ſprießte es, wie in abertauſend Wundern des großen
Wiedererwachens. Und in der tiefen Mulde, die hier die Steppe
bildete, lag das große Dorf eingebettet. Eng drängten ſich die
ſtrohgedeckten, weißgetünchten Häuschen um die große, weiße,
grüngedeckte Kirche wie die Küchlein um die Henne.
Von der Kirche dröhnten die Glocken. Schon den ganzen
Cag über. Bon langen Pauſen unterbrochen. Aus allen Häuschen
aber rauchten die Eſſen. Denn es war der Samstag vor Oſtern.
Der letzte Cag der langen, ſchweren Faſtenzeit. Und was die
kargen Seiten hergaben, wurde für den Oſtertiſch bereitet.
Auch Katja, das junge Weib ſchaffte. Die „Pasſcha” der
Oſterkuchen, ſtand auf dem Ciſch. Hoch wie ein kleiner Curm.
Daneben ein kleinerer für das Kind. Aus der Offnung des
großen Backofens warf ein praſſelndes Feuer einen glühenden
Widerſchein in die kleine, ſaubere Küche.
Hoch aufatmend ſchaute Katia auf. Die Cür des Häuschens
ging. Eine Alte kam geſchäftig herein: „Katja, Katjal” rief ſie
mit geheimnisvoll tuender Wichtigkeit, „o wie du das ertragen
wirſt! Er iſt wieder da. Er, der Kyrill. Der Vater. . Er=
ſchrocken ſchlug ſich die Alte auf den Mund. Einen ſcheuen Blick
warf ſie auf das hart und verſchloſſen gewordene Geſicht dos
jungen Weibes. Dann aber ſagte ſie noch raſch: „Er ſoll in der
Stadt ein großer Mann geworden ſein. — Aber verzeih, Liebe,
Gute, Ceuerſte. — Sch muß eilen, die Wirtſchaft, die
Wirt=
ſchaft.
Froh war die Alte, als ſie wieder aus dem Hauſe war. Sie
war überzeugt geweſen, wunder was für eine frohe Nachricht dem
jungen Weib zu bringen. Und nun murmelte ſie immer wieder
erſchrocken: „... nein, das Geſicht, das Geſicht. Wie kann man
nur ſo ein Geſicht machen. . !”
Wieder ging die ſchwere Cür zu dem Häuschen, zu der kleinen
Küche. Aber langſam und ſchwerfällig, wie von ſchwacher Kraft
bewegt. Und ſchließlich glitt ein Kind in die Küche. Ein Mädchen.
Etwa fünf Jahre mochte es ſein. In den braunen, hellen Augen
glomm ein frohes Leuchten. Mit erhobenen Händen, Mitfreude,
Lob und Anerkenmng erwartend, trug ſie der Mutter eine Puppe
und eine Schachtel Süßigkeiten entgegen.
„Wo haſt du das her?!” fragte das junge Weib kurz.
„Der Onkel, der gute, fremde Onkel hat mir das geſchenkt!”
Das junge Weib erblaßte. Der bittere Sug des feinen,
zar=
ten Geſichts vertiefte ſich. Hart, unerbittlich hart wurde er. —
Sie lah in das Geſicht des Kindes. Das waren ſeine Augen.
Kurills frohe, leuchtende Augen. Das war ſeine feſte, gerade
Naſe, das war ſein lachender Mund. . . Es war eben ſei Kind.
Da wurde ſie ungerecht an dem Kind. Sie riß ihm PuE
und Süßigkeiten aus den Händen und warf ſie in das praſſell
Feuer des Ofens. Das erſchrockene Kind aber fuhr ſie mit haru!
Worten an. Nie wieder etwas von dem fremden Onkel ans
nehmen, befahl ſie ihm. Und als das Kind zu weinen begar!
ſchob ſie es mit ungeduldiger Bewegung und heftigen Work
in die Stube.
Kyrill Krulenko war ein Kind ſeiner Seit. Die wirre, iml!
Seit der Bürgerkriege hatte ihn fortgeriſſen in ihren gefährliche
bunten Wirbel. Er aber war durchgekommen und hatte au11
weiter Erfolg gehabt. Er laß nun feſt und ſicher in der groß
Stadt. Seine Heimat hatte er in dem wilden Wirbel der Sal
vergeſſen. Außerdem galt Herkommen und Familie nicht ne il
viel in der neuen Seit. Vergeſſen hatte er auch, daß er ein
Katja, das feine, zierliche, zarte Mädchen geküßt.
Dann aber, nach Jahren, war es auf einmal wieder über ik!
gekommen. Die früher nie gekannte Sehnſucht, wieder einmal O2.
Heimat zu ſehen. Wieder einmal die Oſternacht, das Oſterfeſt
durchleben mit dem bunten Sauber ſeiner Erimnerungen aus d cI
Kinderzeit. Von Kirche und Gottesdienſt hielt er nicht vie
Lachend hatte er zugeſehen, wie Kirchen zu Kinotheatern ode
Klubhäuſern umgewandelt wurden.
So kam er in das Dorf zurück. Seinen Eltern war T
fremd geworden. Aber er hörte auch von Katja, die er geſuß
Von Ly Corſari.
Es war Oſtern, der Wind trug Düfte des Frühlings, und in
Olugen junger Menſchen brannten, wie einſt die Oſterfeuer,
hüiſche Freude am neuaufkeinenden Leben und die heilige
imung am ewig erſehnten Wunder: das Glück.
Ss ſtand ein kleines, ärmlich ausſehendes Mädchen vor einer
uſitorei und preßte ihr Näschen an die Fenſterſcheibe. Es
uimte weit die Augen auf, als könnten ſie nicht groß genug ſein,
ſovele Herrlichkeiten zu umfaſſen. Und in den Ciefen dieſer
*
ttveraugen, wie in Millionen Augen der Menſchen, lag
Sehn=
h2 Sehnſucht nach irgendetwas Liebe, Mutterſchaft
1t einem Pelz, einem Auto einem Oſterei!
EEine Dame kam aus der Konditorei, in einen koſtbaren
1 gehüllt. Das Auto wartete. Sie trug Cüten und
Schach=
ty gefüllt mit Oſtereiern und =Häschen, für die Kinder ihrer
annten.
-Als ſie die Kleine ſah mit den weit aufgeſperrten, von Sehnen
fülten Augen, ſtockte ſie und zögerte. Sie war eine moderne
Fr., die es nicht liebte, ſentimental zu erſcheinen. Crotzdem
ym ſie aus einer der Schachteln ein Oſterei aus Schokolade und
ufſte es dem kleinen Mädchen.
„Da haſt du auch ein Oſterei”, ſagte ſie.
DDie Augen des Kindes erſtrahlten in einem ungetrübten,
ilommenen Glück, und die Dame lächelte etwas verwundert
Pavehmütig.
(Es ſtand, viele Jahre ſpäter, dasſelbe Mädchen an einem
ſo, und öffnete ein kleines Paket. Ihre Hände zitterten, als
an Oſterei herausnahm und einen kleinen Settel. Nur wenige
ſorte waren darauf geſchrieben. Das Herz ſchlug ihr bis zum
e und eine Freude erfüllte ſie, die ihr Cränen in die Augen
tl. Er liebte ſie. . .. Und ſie hatte daran gezweifelt. Sonder=
E obwohl er von Liebe nicht ſchrieb, wußte ſie jetzt, daß ſie
zübt wurde. Und ihre Hände umfaßten das Oſterei, als wäre
fün Heiligtum.
Ein Jahr ſpäter ſtand ſie am Ciſch und öffnete wieder ein
li es Paket. Ein junger Mann ſchaute zu, lächelnd. Und
chen ihnen ſtand ein Oſterei aus Sucker.
„Das wird wohl noch ein Oſterei ſein”, ſagte der junge
nn.
e. Daß ihre Eltern am Hungertyphus geſtorben wären, hörte
ind daß ſie ſich und das Kind ſchwer, aber doch durchbrächte.
als er das Kind ſah, wußte er, daß es ſein Kind war. Etwas
9 in ihm auf. Er wollte wenigſtens kein Drückeberger ſein.
wollte für das Kind ſorgen.
Und als der Abend kam, da ſtand er vor dem kleinen,
weiß=
nchten Häuschen, in dem Katja wohnte. Am Saun lohnte
inentſchloſſen. Denn er ſah ſie auf dem Hofe wirtſchaften.
rtfa!” rief er leiſe.
Der Kopf des jungen Weibes fuhr herum. Kyrill erſchrak.
R war das feine, zarte Frauenantlitz. Und in den großen,
en Augen lag nicht Abwehr, da ſchoß Haß. „Katja!” begann
Dgernd. „Verzeihe, ich habe es nicht gewußt. — er ſtotterte
aber das Kind — ich will für das Kind ſorgen.. . !"
— — — — —
— — — — — —
Da lachte das junge Weib laut und gellend auf. Hart an
niedrigen Saun, an ſein Geſicht trat ſie heran, ſo daß er ſich
eken umſchaute. „Du Narr!” ſagte ſie, „Alaubſt du, daß eine
ker ihr Kind hergeben wird? — Haſt du es all die Jahre
T gewußt oder nicht wiſſen wollen, ſo vergeſſe es eben auch
die Sukunft.”
Lamit wandte ſie ſich und ging mit harten Schritten in das
. Er aber ſchlich von dem Haus, als fürchte er von
jeman=
geſehen zu worde
Es war in der Cat ein Oſterei, aber ein ganz ungewöhnliches.
Es war nur klein, aus rotem Samt und es lag winzig und niedlich
in ihrer Hand. Aber als ſie es zögernd öffnete, barg es einen
blitzenden Schatz: einen ſchönen Brillantring.
Stille laſtete über den beiden jungen Menſchen. Sie ſtarrte
auf den Ning, und er war erblaßt. Nur mühſam beherrſchte er
ſich und ſagte:
„Das iſt eine Unverſchämtheit . . . Ich weiß ſchon, wer dir
das geſchickt hat!”
Auch ſie wußte es. Sie zwang ſich zu einem Lächeln und
ſagte: „Er denkt ſich nichts dabei . . ., er iſt ſo reich und möchte
mir eine Freude machen . . ., er weiß, daß ich gar keinen Schmuck
beſitze. ..
Ihre Worte ſchwebten zwiſchen ihnen, lange noch, nachdem
ſie ſchwieg. Sie hallten nach in beider Gedanken. Endlich ſagte
er, mit blaſſen Lippen:
Du wirſt ihm das Geſchenk gleich zurückſenden.”
Es klang wie ein Befehl, aber ſeine Augen baten. Sie Jah
auf den Ning und dann auf das Oſterei aus Sucker, das auf
dem Tiſche ſtand. Und ſie wußte, was ihre Wahl bedeuten
würde. .. .
Dann begegnete ſie dem Blick ſeiner gepeinigten Augen und
ſagte:
„Selbſtverſtändlich werde ich es zurückſchicken.”
Aber ihre Hände, unbewußt und verräteriſch, umfaßten das
kleine ſamtene Stui, wollten nicht davon laſſen. . . . Und er wußte,
hre Hände ſprachen wahr.
Jahre vergingen.
Su Oſtern ſtand wieder ein kleines Mädchen vor einer
Kon=
ditorei und ſperrte weit die Augen auf, um alle Herrlichkeiten
da drinnen zu umfaſſen. Da trat eine Dame heraus, im eleganten
Pelz. Das Auto wartete. In ihrer Hand trug ſie ein paar
Schächtelchen mit Oſtereiern. Sie ſah die Kleine und ſtockte.
Plötzlich war ihr, als wäre alles nur ein Craum geweſen, als
ſtände ſie noch immer vor der Konditorei und ſehne ſich mit ihrem
ganzen Kinderherzen. . ..
Dann lächelte ſie müde. Nein, es war kein Craum geweſen,
aber unwirklich kam es ihr doch vor . . . als wäre es doch im
Grunde gar nicht wahr. Daß ſie einſt ſo geſtanden, als Kind.. ..
daß ſie jetzt in ihr eigenes Auto ſteigen ſollte, daß ſie einſt
ge=
wählt zwiſchen zwei Oſtereiern. Falſch gewählt! Wenigſtens kam
es ihr jetzt ſo vor. Aber ſie wußte ſehr gut, hätte ſie damals
das andere, das Suckerei, gewählt, dann würde ſie
wahrſchein=
lich jetzt hier ſtehen und ebenſo denken: ich habe damals falſch
gewählt. Und das verpaßte Glück kann man vielleicht doch
beſſer im Reichtum ertragen 91
Sie nahm ein Oſterei aus einer Schachtel und gab es dem
Kinde:
„Da haſt du auch ein Oſterei!”
In Millionen Augen der Menſchen lag dieſelbe Sehnſucht
nach irgendetwas. . Vielleicht, dachte ſie, iſt nur die Sehnſucht
das Glück . . . die unerfüllte Sehnſucht.
Aber die Kinderaugen leuchteten plötzlich in ungetrübtem,
vollkommenem Glück.
Und die Frau ſtieg ins Auto und fuhr weg von ihren
Er=
innerungen.
Es war Oſtern. Der Wind trug Düfte des Frühlings und
in jungen Augen brännten, wie einſt die Oſterfeuer, heidniſche
Freude und heilige Hoffnung.
Der Hauber der Oſternacht umfaßte Kyrill. Lind und lau
lag es in der Luft. Kerzenſchimmer, Geſang drang aus der Kirche.
Denn Alexandrowo, ſein Heimatdorf, hielt feſt an Altem. Hier
ward die Kirche noch nicht zum Kino. Und ehe Kyrill es ſich
bewußt wurde, ſtand er in der Kirche, hatte eine brennende Kerze
in der Hand und folgte den Geſängen der Meſſe. Auch den
Prozeſſionen um die Kirche folgte er, wie er es in der Jugend
getan. Und auch Katja ſah er gehen. Und ihr Geſicht war nicht
mehr hart und haßerfüllt. Weich, wie von unendlicher Liebe
erleuchtet, war es, und er wunderte ſich, daß er dieſes Geſicht
hatte jemals vergeſſen können, das ſich ihm damals in
vergehen=
der Liebe gegeben. — — Mitternacht! Auf dem Altar reckte
ſich der alte, weißbärtige, ehrwürdige Pope: „Chriſtos woskresi!”
flatterte ſeine dünne Stimme durch die Kirche. Und in vielfachen
Variationen hallte es von den Sängern zurück: „Wo iſt inno
woskresf!” „Er iſt wahrhaftig auferſtanden!“ —
Es riß in Kurill. Es riß ihn zu Boden, wie viele der
Beten=
den. Mit der Stirne berührte er die kalten Fließen der Kirche,
als wenn er ſo büßen müßte und könnte.
Der Geſang verklang. Kerzenſchimmer erloſch. Kyrill tauſchte
mit ſeinen Verwandten den Oſtergruß und den Kuß. Er ſchaute
um ſich. Er ſuchte nach Katja. Er ſah ſie nicht. Er ging noch
einmal in die Kirche zurück, und dort ſah er ſie in einer Niſche
vor einem Heiligenbild knien. Ihr Geſicht trug unendlichen
Frie-
den. Le’ſe ſchlich er wieder hinaus. Und draußen wartete er.
Paſſionen
des modernen Menſchen.
Von Walter Anatole Perſich.
Paſſion! Einſt ein bedeutſames Wort im Sprachſchatz der
galanten Damen und modiſchen Herren, ein philoſophiſcher
All=
tagsbegriff im Seitalter, das Pracht und Kunſt und Schönheit
gleich verehrte und den Sweck in ſeiner heute regierenden Sorm
zu kennen ablehnte. . . . Le grand passion. — Sauber eines
Wortes und einer Epoche!
Iſt der moderne Menſch unglücklicher? Hat er etwas
ver=
loren, ſehnt er ſich deshalb nach der Wiederkehr jener Cage
zu=
rück? Nein — die Maſſe der heute Lebenden iſt um vieles
freier, glücklicher und in vieler Hinſicht beſchenkter, wenn wohl
auch nicht zufriedener, als einſt. Was ſteht uns heutigen für die
Pflichten des Cages für die Freizeit und das Spiel im
Seier=
abend alles zur Verfügung, was vermag ſich nicht heute, gemeſſen
am Einſtigen, ſchon der wenig Begüterte an Annehmlichkeiten
zu verſchaffen!
Hatte früher nur der Adel ſeine Paſſionen, ſo hat heute
jeder Menſch faſt die ſeine, und ſei ſie — nach ſeinem, nur am
Heute gultigen — Maßſtab gemeſſen, noch ſo klein. Die
allge=
meine Liebhaberei iſt wohl ſeit einem Jahrzehnt der Sport.
Da gibt es die Sehntauſende der ſtändigen Suſchauerſchaft bei
Sußballwettkämpfen, die legionenweiſe ſelbſt durch ſtrömenden
Negen hinauspilgern, um im Stadion ihre Lieblinge ſiegen oder
mit langen Naſen und gewaltigen Nevanche=Verſprechen
ab=
ziehen zu ſehen; da gibt es die Vielen, Allzuvielen, die ihr Geld
bei den Nennen riskieren, einmal mit geſchwellter Bruſt und
Brieftaſche, einmal enttäuſcht und verbittert ohne einen Dfennig
in der Caſche die verpaßten oder glücklich erwiſchten Chancen
diskutierend. Da gibt es die ſchreiende Menge der
Box=
kampf=Enthuſiaſten, die etwas dekadenten Sachverſtändigen
bei Autorennen und die ganz Geſcheiten beim
Motor=
radſport. Allein die Beſchreibung aller dieſer Sportarten
würde einen Lexikonband füllen. Der Menſch, der früher von
fern den waghalſigen Künſten der Ritter zuſchaute, prüft heute
die Kraft= oder Geſchicklichkeitschancen der Muskelheroen. . . .
*
Welcher junge Mann hat nicht mindeſtens einmal in ſeinem
Leben ein Fahrrad, eine Kamera ein Paddelboot
oder ein Grammophon gehabt? Und wie ſchnell wird das
alles zur beherrſchenden Paſſion, um deren Erfüllung bald jede
freie Stunde mit Baſteln, ſpieleriſcher Arbeit oder ernſthaftem
Forſchen kreiſt? Wie iſt es mit dem Film? Die Jugend der
neun=
ziger Jahre war bereit, Kammerſängern oder Schauſpielern
Ständchen und Gedichte zu weihen — die heutige Jugend urteilt
fachmänniſch und ſachlich über die komiſchen Möglichkeiten eines
Harald Lloyd, an denen Pat und Patachons gemeſſen, belächelt
Henny Porten und ſchwärmt noch in Cräumen von Dolores del
Nio. Weſche Ovationen wurden noch dem toten Valentino
dar=
gebracht, wie riß man ſich um die Reliquien ſeiner Weſtenknöpfe,
welche Preiſe erzielte die Verſteigerung eines ſeiner ſeidenen
Caſchentücher durch den geſchäftstüchtigen Kammerdiener! Die
Paſſion der enthuſiasmierten Maſſe!
In dieſem Zuſammenhang iſt es nicht wichtig, feſtzuſtellen, ob
dieſe „Liebhabereien” immer die Grenze des guten Geſchmacks
oder auch nur die der Vernunft innehalten. Es kommt darauf
an, zu beweiſen, daß der heutige Menſch zehnmal, hundertmal
mehr Paſſionen hat, als jeder andere vor ihm. Die Cechnik, und
in dieſem Zuſammenhang alle Ausſtrahlungen moderner
Sivili=
ſation regen nicht nur dazu an, ſie ſind in ihrer Art bezwingend.
Das Nadio allein erklärt mancherlei. Jeder beginnt mit einem
billigen Detektorapparat für Ortsempfang im Kopfhörer und iſt
nach ein, zwei Jahren bei dem Entſchluß angelangt, einen
Fern=
empfänger modernſter Konſtruktion ſein Eigen zu nennen, weil
das Gute eben zum Beſſeren verführt. Dem Autofahrer geht es
doch ebenſo — er beginnt mit einem kleinen Wagen, kommt auf
den Geſchmack, kalkuliert, ſpart, arbeitet und ſchafft es endlich
bis zur luxuriöſen Limouſine. Paſſion! — Paſſion!
Selbſt die einfachen und natürlichen Cätigkeiten des
Men=
ſchen von einſt ſind dem von heute Paſſion geworden: das Ningen
mit der Erde, das innere Verbundenſein mit ihrem Wachstum,
ihrem Widerſtand, ihrer Fruchtbarkeit, das der Bauer als die
einfachſte Sache der Welt betrachtet, iſt das Siel des
ſchreber=
gärtnernden, kleinbürgerlichen Städters, der ſeinen Kohl baut
und auf eigenem Grund und Boden ein Sonnenbad nehmen kann,
aber auch Schweiß, Mühe und Liebe drangibt. Der wandernde
Handwerksburſche ſtarb den Maſchientod — dafür wandert zum
Weekend der Handlungsgehilfe und Arbeiter, lernt in ſeinen
freien Stunden das bißchen Natur kennen, das ihm zum
Er=
lebnis der Weltweite wird, wenn er von Berlin nach Werder,
von Köln nach Bonn, von Hamburg nach Buxtehude eine
Suß=
tour macht. Iſt es etwa keine Paſſion, was jene Bünde zivilen
Soldatentums zuſammenſchweißt, die alle auf ihre eigene Weiſe
marſchieren, mit Sang und Klang große Umzüge unter
verſchie-
denen Fahnentüchern machen? Gewiß, es ſtehen praktiſche
Pro=
bleme dahinter, man verfolgt Siele, will eines oder das andere
Syſtem — aber der Kern iſt doch: die Liebhaberei, auch in
dieſem Cun.
Canz, Sport, Mode, Reiſen, Wandern, Jagen, Wetten —
Paſſionen des modernen Menſchen, hundertfach und variabel
Und endlich, als die Letzte, als fürchtete ſie, die Kirche zu
ver=
laſſen, kam auch ſie. — Kyrill duckte ſich hinter einem Pfeiler
der Umfriedung. Und als Katja durh das Cor ſchritt, ſtand er
plötzlich vor ihr.
Sie erſchrak nicht. Sie ſchaute nur mit einem ſtillen, ruhigen
Geſicht auf den, der vor ihr ſtand und den Kopf auf die Bruſt
geſenkt hielt. Der letzte Schein des Mondes goß ein ſtilles Licht
über ſie. Aus den Häuschen und Häuſern des Dorfes blinkten
freundliche Lichter, ſchallten fröhliche Stimmen von den
Oſter=
tiſchen. Von irgendwoher piepſten verſchlafene Vogelſtimmen.
Und die Nachtluft ſchmeichelte lind und lau.
Da bot er ihr den Oſtergruß und ſagte: „Chriſtos woskresi,
Katſa!” Sie antwortete nicht. Nach der Sitte hätte ſie
ant=
worten müſſen: Wo iſt inno woskres!‟ Er iſt wahrhaftig
auf=
erſtanden!”, und ihm die Wange zum Kuß reichen. — Lange
ſchaute ſie auf die gebückte Geſtalt vor ihr, und dann tat ſie die
Gegenfrage: „Iſt er auch wahrhaftig auferſtanden?” — Da
ſchaute er ihr voll in das ſtille, fragende, liebliche Frauengeſicht
und ſagte feſt und ſicher: „Er iſt wahrhaftig auferſtanden —
Chriſtus, die Liebe, iſt auferſtanden!”
Da reichte ſie ihm nicht die Wange, ſondern den Mund zum
Kuſſe. Er aber küßte ſie, als wenn er Heiliges küßte. — „Er iſt
wahrhaftig auferſtanden!” ſagte ſie leiſe und glücklich und küßte
ihn wieder. „Komm, das Kind und der Oſtertiich wartet.”
Paul Wegener.
Ein Interview mit dem „Golem” und „Lebenden Buddha”.
Von Dr. Veinhold Senz.
Breit und wuchtig ſitzt Paul Wegener vor dem rieſigen
Kamin in ſeinem Arbeitszimmer, das man als ein Muſeum
anſprechen würde, wenn man es nicht als die ſelbſtverſtändliche
Umgebung dieſes Mannes empfinden müßte, die er ſich als
natür=
liche Ausdrucksform ſeines Weſens ſchuf. Es hält ſchwer, bei
Daul Wegener den Menſchen vom Künſtler zu trennen. Die
breiten Flachen ſeines Geſichts erinnern immer wieder an den
„Golem”, das ausgeprägte Jochbein, der beinahe mongoliſche
Cyp ſeiner Augen an den „Lebenden Buddha”. Iſt der Mann,
der in der kleinkarierten, ſchwarz=weißen Hausſoppe im Seſſel
zurückgelehnt ſich in die Nauchwolken der Sigarre hüllt, wirklich
kein europäiſch gekleideter Aſiate, ſondern ein wohltemperierter
Europäer, geboren auf dem Nittergut Biſchdorf in Oſtpreußen?
PPaul Wegener gegenüber empfindet man die Wahrheit des
Satzes „es iſt der Geiſt, der ſich den Körper baut”, und darüber
hinaus, daß dieſer Geiſt ſich auch ſeine Umwelt bauen muß.
Vaher wirkt auch dieſer gewaltige, braungetäfelte. Naum, mit
acht Senſtern in der Längsſeite, mit Buddhafiguren an den
Wänden, auf dem Sußboden, auf Kamin, Schreibtiſch und
Bücherregalen nicht als Muſeum, ſondern im Goethiſchen Sinne
als eine unerforſchte, ſeeliſche Provinz, die Paul Wegener ſich
erobert und der er ſinnfälligen Ausdruck verliehen hat.
Paul Wegener weiſt es weit von ſich, daß er durch ſeinen
äußerlichen Cypus ſich zu aſiatiſchen Ideen und Philoſophien
hingezogen fühle: „Es müſſen dunkle Untergründe ſeeliſcher
Ver=
wandtſchaft dafür maßgebend ſein. Meine Abſtammung, die ich
weit zurückverfolgen kann, gibt keine Anhaltspunkte dafür, ſie
beſagt nur, daß meine Vorfahren väterlicherſeits Wenden
waren.”
Ungeachtet ſeiner Vorliebe für Aſien iſt Paul Wegeners
Sinn ebenſo erſchloſſen für andere Kulturen, wobei er die
Ver=
ſunkenen bevorzugt. In ſeinem Speiſezimmer hängt außer einem
künſtleriſch hochwertigen Altarbild des 15. Jahrhunderts eine
erleſene Sammlung von Ikonen, Heiligenbildern ruſſiſch=
byzanti=
niſcher Herkunft. Das gleiche Intereſſe hat jedoch Paul Wegener
für die Aztekenkultur, und er plante, im Zuſammenhang mit
einer dreimonatigen Südamerikatournee, die Ende April beginnt,
drüben einen Aztekenfilm zu drehen, zu dem es ihm leider nicht
gelang, die erforderlichen Mittel aufzubringen. Im nächſten Jahr
will er aber in Niederländiſch=Indien ein großes Filmwerk ſchaffen.
Wir ſprechen von dem Pudowkin=Film „Sturm über Aſien”,
in dem der oberſte Dalailama eine frappante Ahnlichkeit mit
Paul Wegener beſitzt. Von ſeinem Diener „Ali” läßt er eine
Mappe mit Photos aus dem Leben des Buddha bringen, und
zeigt einige davon. Es iſt gerade im Hinblick auf den
Nuſſen=
film, der nach beſchwerlicher Expedition in der Mongolei
auf=
genommen wurde, erſtaunlich, wie ſehr ſich Wegener in die Seele
Aſiens verſenkt hat, um als
Schau=
ſpieler ſo falzinierend die Maske
des lebenden Buddha zu treffen,
und als Regiſſeur ſo echt die Niten
im lamaiſtiſchen Cempel
wiederzu=
geben, ſelbſt die Maskentänze. Man
kann es verſtehen, daß er zu ſeiner
(vierten) Frau, die unter ihrem
Mädchennamen Greta Schröder an
ſeinen Courneen mitwirkt, in
ſelbſt-
verſtändlich em Selbſtbewußtſein ſagt
„Ich bin doch ein guter Negiſſeur”
Weiß Gott, das darf Wegener von
ſich ſagen, wenn man bei dieſen
Bildern an augenblicklich laufende
Silme denkt, die als
Spitzen-
leiſtungen bezeichnet werden.
Wie wurde Wegeners ſo ſtark
ausgeprägtes künſtleriſches
Emp=
finden zum erſten Male geweckt,
wie kam er zum Cheater, wie zum
Film? Behaglich erzählt er: „Das
führt mich in meine früheſten
oſt=
preußiſchen Heimaterinnerungen
zu=
rück. Als Untertertianer wollte ich
mir in Königsberg den „Fauſt”
an=
ſehen, erhielt aber nicht die
Er=
laubnis, da das Stück nicht für
Knaben ſei. So wagte ich alles,
ging heimlich hin und erlebte auf
Schülerkarte für 60 Pfennige im
Stehparkett die tiefſte ſeeliſche
Er=
ſchütterung. Nach dieſer
Auffüh=
rung ſtand es bei mir feſt, daß ich
auch den Mephiſto ſpielen müſſe,
und zwar in dem roten Mantel,
wie ich ihn dort geſehen habe.
Dieſe Sehnſucht hat mich erfüllt,
und ich ſpiele den Mephiſto heute
noch im roten Mantel, nicht allein,
weil es bei Goethe ſo ſteht, ſondern auch, weil durch dieſen
Ein=
druck bei mir die Geſtalt des Mephiſto untrennbar mit dem roten
Mantel verbunden iſt. Die modernen Negiſſeure wählen
natür=
lich, weil ſie alles anders machen müſſen, eine andere Farbe, meiſt
grün. Jedenfalls weil grün die Komplementär zu rot iſt.”
„Darf ich Sie noch fragen, wie ſie den Weg zum Film
ge=
funden haben?"
„Nicht als Schauſpieler, ſondern von der techniſchen Seite
her, weil er mir das künſtleriſche Mittel zu einer auf der Bühne
nicht möglichen dichteriſchen Geſtaltung zu bieten ſchien. Ich
erinnerte mich an Scherzphotographien aus meiner
Studenten=
zeit, auf denen man ſich ſelbſt gegenüberſtand und den Schläger
kreuzte. Ich fand, daß ſich dieſer Crick ſehr leicht auf den Film
übertragen laſſe, und damit konnte das uralte Problem des
Dop=
pelgängers anſchaulich geſtaltet werden. Ich erfand die Fabel des
„Studenten von Prag”, für die Hanns=Heinz Ewers das Dreh=
buch ſchrieb, weil ich damals noch nichts davon verſtand. D
„Student von Prag” hat dem Film ganz neue Aufgaben gewieſin
Wie ich zum „Golem” kam? Dieſe ſagenhafte Geſtalt
ha=
mich ſchon lange angezogen, bevor ſie ſich in mir zu einer Film.
idee formte. Meine erſte Idee iſt übrigens die zweite
Ausfü=
rung des Golem, die im Mittelalter ſpielt und zu der Poelzig i/
Bauten ſchuf. Als ich ſie verwirklichen wollte, meinte mein
Gegl=
geber, ein hiſtoriſcher Silm habe kein Intereſſe, und ſo kam i/
zunächſt geſpielte Faſſung zuſtande, bei der ich das
Wieden=
erwachen des Golem 400 Jahre ſpäter in unſere Seit hineinvenW
legte. Erſt nach dem Erfolg dieſes Silmes konnte ich es durck im
ſetzen, daß ich nachträglich noch den Golem in der urſprünglich.g
Idee ſpielen konnte.
So groß der künſtleriſche Erfolg des „Golem” für mich wa
um ſo geringer der finanzielle, da ich davon geſchickt ausgeſchaltz.
wurde. Aber mein Name wurde durch den „Golem” in d.i
ganzen Welt bekannt. In den Ghettos von Amſterdam, in dra
Straßen von Konſtantinopel, überall auf meinen weit
ausgedehm=
ten Gaſtſpielreiſen machten die Leute einander auf mich aufmerkl
ſam: „Dort geht der Golem.” So bekannt werden kann man nur
durch den Silm. Und ſo verdanke ich es ihm zum größten Ce.;
daß ich überall im fremdſprachigen Auslande Enſemble=Gaſtſpieel
in deutſcher Sprache geben kann und dabei immer volle Häuſr”
habe. Ja, gewiß, mein Leben iſt etwas unſtät, wenn ich auch
Berlin faſt gar nicht ausgehe und lieber zu Hauſe ſitze und le/!
Im letzten Jahve war ich wieder im Auslande, und zwar ſchon irn
Frühjahr in Numänien, ſodann in Konſtantinopel, Südſlawier.
Ungarn, der Cſchechoſlowakei und Polen. Überall wurde de
deutſchen Schauſpielkunſt größtes Verſtändnis entgegengebrackl Maus g
und nirgendwo erlebte ich chauviniſtiſche Kundgebungen.
Augenblicklich bin ich mit den Proben zu einem neuen Stüct
von Nehfiſch „Pietro Aretino” beſchäftigt, das in Kürze im
Staatstheater herauskommt. Die Nolle ſagt mir außerordentlicn
zu. Ich werde ſie ſpielen, bis ich Ende April meine Südamerika/
Cournee antrete. In einigen Minuten wird mich Herr Nehfilcn
aufſuchen, um mit mir die Nolle durchzuſprechen.”
Das iſt ein leiſer Wink, daß das Interview als beendet m
gelten hat. Paul Wegner erfüllt aber gerne noch die Bitte, ſeit4 n5
Sammlungen näher beſichtigen zu laſſen. Mit knappen
Worten=
kennzeichnek er ſeinetetwa 100;Buddhafiguren aus Holz, Steim /nilär
Bronze und anderen Metallen, weiſt ſie dem chineſiſchen, indi- M mit a
ſchen oder lamaiſtiſchen Kulturkreiſe zu, beſtimmt die Periodem Wrißhalb
in denen ſie geſchaffen wurden. Man muß es geſehen haben, min A Ful de B
welcher Liebe und Verſunkenheit Paul Wegeners Blick auf ein=” hwer, m
mbedingt
zelnen Figuren verweilt.
Dieſe hingebungsvolle Sammlertätigkeit drängt die Frag?
auf, ob unter den heutigen Künſtlern noch mehr derartige begei-”
ſterte und kunſtverſtändige Sammler vorhanden ſind. „Eigentlickt
iſt mir nur bekannt, daß Matkowſki eine wertvolle Sammlun=!
gotiſcher Skulpturen beſaß. Der heutigen Generation fehlt e. —
an Sammlung und daher hat ſie auch keinen Sinn mehr für as Ko
Sammlungen. In der heutigen Generation denkt man nur an 170
Geldverdienen und an die Karriere. Geht das Intereſſe darübe?
hinaus, ſo wendet es ſich der Cechnik, und vor allen Dingen den
ießt aber meiner Anſicht nach nicht aus, dal
die kommende Generation ſich wieder bewußter den Kulturgüter
zuwenden wird. Die heutige Generation muß ſich eben mit des Mcbuſſerl
Cechnik, als mit einer neuen Erſcheinung, auseinanderſetzen
muß ſie ſich erſt aneignen. Der kommenden Generation wird z. W
das Auto eine ſolche Selbſtverſtändlichkeit geworden ſein, daß ſi* äuche
keine Gedanken mehr daran verſchwendet und ſich wieder geiſtiger7 Mmt
Dingen zuwenden kann. Das iſt mein Glaube und meine Hoff-”e
nung.” Wir ſind bei der Betrachtung der Buddhafiguren in des M
Diele angelangt. Eben läutet die Klingel an der Wohnungstü1
und der Autor des „Pietro Aretino”, den Wegener geſtalten!/
wird, Paul Nehfiſch, tritt ein. Wenige Minuten ſpäter ſtehe
man auf der Straße, kaum hundert Schritte weiter, mitten in)
Gewirre der Potsdamer Straße. Ein phantaſtiſcher Gedanker lne
ert
daß ſo nahe dieſer geräuſchvollen Verkehrsadern Berlins eit
Oſtpreuße ſich ein aſiatiſches Reich aufgebaut hat, „das Land de:
Buddha mit der Seele ſuchend.”
Aufgabe 438.
Nummer 304.
S. Hertmann in Budapeſt.
(1. Preis. Sahovsky Glasnik 1925/27.)
a b d e
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Ka8 Df2 Tb4 c7 Lc2 g7 8d4 f4 Ba3 b5(10);
Schwarz: Ke3 Dg1 TLc5 a7 c4 8d6 Bb2d2 f3 g6 (10); 2+
Aufgabe 439.
Philipp Klett.
(„Schachprobleme‟, 1878.)
Weiß: Ke8 Df5 8c6 Bb4 c5 d2 (6);
Schwarz: Ka8 La6 Bb5 c7 (4).
Matt in drei Zügen.
Löfungen der Aufgaben 427—430.
427. O. Würzburg. Pittsburg Poſt, 1923. (Kg2 Td6 La7 c8 Sf5; Ke4 Bg5;
3½.) 1. Sf5—e3l g5—g4 2. Kg2—g31 Ke4—e5 3. Td6—e6F; 1....Ke4—f4
2. Se3—g4 Kf4—e43. Td6—d4X. Eine ſehr gute Miniatur, in der die Echo=Idee
präzis zur Darſtellung gelangt.
428. G. C. Alveh. Surreh Weekly Preß, 1919. (Kg7 Db4 Tf3 Lg4 St4;
Ke5 Td1 Lc1 Sh8 Bd5: 2+.) 1. Tf3—d 3! Das Zugwechſelproblem hat folgende
geänderte Matts: 1. ... Lc1—d2 2. Td8Xd5F: 1. ...Bd5—d4 1. Db4Xd4F;
1. ... LclFf4 2. Db4—e7R.
429. G. F. Anderſon. 1. Preis, Hampſhire Telegraph und Poſt, 1920. (Ke 7
Td1 La6 e3 Sb5 Ba2a3c2 d5f4 f6g5; Kc4 Dd2 Te1 f1 Ed3 Bc3 f7
g4: 3½) 1. Le3—b6l Le21 2. Kd7 K:d5 3. S:c3c: 1. ... Dg2 oder ko2
2. Sd6+ K:d5 3. Lc4X. Zwei hübſche Mattführungen bei Halbfeßlung. Wenn
r. . . D:f4+ 2. Kc6! Drohung; 1. . . . K:d5 2. Lb7F; 1. . . . Te6 oder L bel.
anders 2. Sd6+.
430. F. W. Nanning. 1. Pr., Mid=Week Sports Referee 1928. (Ke7 Dh8 Te8
Lf4 g2 Sd7e4 Bd3 d4; Kd5 De1 Tf5 La7 Sh7 Bf7 2-.) 1. Dh8—d81
Aufbau einer weiteren Batterie, die den vielen ſchwarzen Schachgeboten entgegenwirkt
Löſerliſte: Adam Hammann in Pfungſtadt; Fr. Münch, Hans
Meidinger, G. Seeh in Eberſtadt (alle); A. v. S. (427, 429); Georg
Peter (428, 430); Franz Buchty in Meinz (427, 429, 430).
Kätſel
I
II
Mie muee
Mit T und f iſt er
Ein Dämon voll Macht,
Mit D und b hat er
Manch Rätel erdacht.
Ein Wunſch für unſere Leſer.
We Wie MNiefe
We e eee
Carl Deubel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben: a al bad bra cha e e en es fo ge gein
giſ gnei jo kuo le liſ ma ma ma mä nau ne nie no not .
on pe vo van ran re ri ri rich rin roſ ſe ſeur ſig ſin ſpi
ſter ſtoi ta tap tel ter tol wald we we za — ſind 18 Wörter: NG
zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchſtaben, beide von oben nach unteſ* M
geleſen, einen Spruch ergeben (ch — ein Buchſtabe).
Die Wörter bedeuten: 1 Mathematiſche Wiſſenſchaft 2 Gewürtz*
pflanze, 3 Philoſoph, 4 Große Eidechſe, 5 Gebirge am Rhein. 6 Ve
ſorgungslager hinter Feldarmeen, 7 Bühnenleiter, 8 Muſikſtück, 9 Ruſ=
Dichter, 10 Speiſewürze, 11 Europäiſcher Staat, 12 Supp’nſchüſſeh=
13 Immergrüne Zierpflanze, 14 Burg von Athen, 15 Männlicher Vor=”
name, 16 Berühmter preußiſcher General, 17 Spinne, 18 Böhm. Bäc*
Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 12:
Menſch, bedenke!
Maler, Grete, Warte, Bande, Miete, Roman, Raupe, Zelle, Altern
Heine, Ampel, Malta, Weile, Bozen, Grimm, Miene, Marie, Biede
Nonye: „Lerne multiplizieren!“
Figuren=Rätſel.
1. Richard, 2. Erle, 3. Caen, 4. Heller, 5. Naſe, 6. Eule, 7. Nashorn
„Rechnen”.
Druck u. Verlag: L. C. Wittichſche Hofbuchkruckerei Rheinſtr 33 — Verant vortlich f. d. Rei
m: Dr. H. Nette. Fernſpr. 1. B84—2302 Alle Nechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſches: F. Haußmann, alle in Darmſtate.
lo wer die Woch, außer wäächem Romahn un de Dodes=
5utig aach noch ſunſt ſo en Blick ins Blati geworfe hott, der
wiälltu” gemärkt hawwe, daß des Ringe um däß verwaiſte
Oryibor)kmaaſterpöſtche begunne hott. Nemlich was die
Han=
deußmmer is, die hott in=ere Vollverſammlung die Katz aus em
Stugeloſſe, un alles was mit de Handelskammer ärchendwie
vechnöt un verſchwächert is, war mit dene Maßnahme ei
ver=
ſtaht. Un wer alſo den Sportbericht geläſe hott, der hott wie
gemt, Heitlich gemärkt, daß im Geheime bereits „
Ausſcheidungs=
keryk ſtattgefunne hawwe. Leider macht mir’s awwer bei däre
ſp ſniche Vera’ſtaldung dorchaus net de Eidruck, als wie wann
daſhe der Schiedsrichter ſage dhet: „Die Gäächner reichen ſich die
v, verſprächen ſich wäder Zank, Neid noch Haß” un ſo, wie
bei dene Schbortskembf haaße dhut; ſundern es ſcheint mir
ſo, ’ dhet do mit „verboddene Griff” gearweit wärrn, um im
Bützut bleiwe —
aß nadierlich verſchiedene ſchon im ſtille uff däß Pöſtche ſpitze
wir Hechelmaus, no däß kann mer ſich jo denke, wann’s aach
grmkt an Honichdibbe is, an den ſich aaner ſetze dhut, ſundern
gaſmim Gäächedaal. Dann unſer Gläſſing, der wo doch faſt e
Mle healder den Poſte verſähe hott, der hott mirs vor gornet ſo
la=har Zeit im Verdraue geſagt, daß er ſo gut wie uff=eme
Pull=
vurgß ſitze dhet. Ich hab däß domals allerdings in meim
ju dliche Leichtſinn net ſo recht glaawe wolle, un hab gemaant,
dauß äs Pullverfaß, bei richdicher Behannlung, ſich ehnder zu=eme
Hy igsfaß endpubbe dhut. Un ich bin aach heit noch der
un=
mrfäblichen Maanung, daß es mitem „Pullver” uff unſerm
Rürdgas gornet ſo weit her is, un daß mer dene, die wo duſchur
mmſunner un Feierſtaa ſpiele, bloß emol recht ärnärſchich uff
diſt ünger zu klobbe brauch, dann vergeht’n die Luſt an däre
nur ſe Spielerei.
lwwer unnerſchätze dhu ich däß Pöſtche aach net, un ich
famiſr, daß zum Exembel ſo=en wackeliche Miniſterſeſſel
immer=
hicz bbequemer Sitzgeläächenheit is, als ſo=en hadde
Owwerborje=
mnge ſtuhl. Dann mit „Erläß” un „Unnerſchrifte” allaans is
esidnet gedho, un mit’m bloße Reddehalte aach net, ſundern als
Leüe vun ſo=eme kniffeliche Kommunalwäſe, do haaßt’s
dadſäch=
lia g=M aul ſpitze gilt nix, gepiffe muß wärrn! —
In grad in unſerm Städtche, do muß e Owwerowwer gradzu
„iſeifärſak=Kommunakſchenie ſei, mit alle Hunde
geihet, mit alle Waſſer geweſche, un dorch, wie e Hollerbix. — 8
wendäßhalb begreiflich, wann die Handelskammer ſeecht, daß in
deinfall de Beſte grad gut genug is.
wwer, meecht ich hochachdungsvollſt un ergäbenſt froge, is es
nm nbedingt erforderlich, un iwwerhaubt nodwennich, daß es
grad e Mannsbild ſei muß, dem wo mer die Kett umhenke
dhut? — Do ſchweicht ſich allerdings die Handelskammer
rickſichts=
voll aus. Un däßhalb mecht ich mich dezu aißern. Un
meints=
wääche kann mer nochdrächlich Bauklötzer ſtaune iwwer mei
A’ſichte, däß kann jeder halte, wie er will. Dann wann ſälbſt
der „letzte” Bärjer des Recht hott, ſich zu däre wichdige
Owwer=
borjemaaſterfrog zu aißern, dann därf aach ich mein Sembft dezu
gäwwe.
Un ſo ſag ich: ewäck mit de falſche Beſcheidenheit, un her mit
de Elleboge, dann mir Weibsleit, mir loſſe uns net lenger an die
Wand dricke, un was die Mannsleit kenne, däß kenne mir noch
lang, jawoll! — Dann wer ſorcht defor, daß de Haushalt in
Ordnung is, un alles laaft, wie am Schnierche? — Mir Weibsleit.
— Wer kimmt mit’m Haushaltungsgäld aus, ohne s Biddſchee
zu iwwerſchreide? — Mir Weibsleit. — Wer waaß in de greeßte
Not immer widder en Auswähk? — Mir Weibsleit. — Wer waaß
ſich eizuſchrenke, un doch Eidruck zu mache? — Mir Weibsleit. —
Wer is hinne un vorne, wo äbbes los is? — Mir Weibsleit. —
Wer wärd mit jedem iwwerzwärche Simmbel färdich? — Mir
Weibsleit. — Wer hott immer ’s letzte Wort? — Mir Weibsleit.
— Wer is findich un ſchlau? — Mir Weibsleit. — Wer kann
jeden befriedriche? — Mir Weibsleit! — Un alſo, wer baßt beſſer
als ärchend aaner vun dene dreidrehdiſche Mannsbilder uff den
Poſte vum Owwerborjemaaſter? — A vun uns Weibsleit!
Un weil alſo jetzt niemand mer en Zweifel hawwe kann, daß
emol e Fraa uff den Owwerborjemaaſterſtuhl muß, will ich die
Sach im Indräſſe vun unſerm liewe Städtche uff mich nemme,
un ſag alſo: „Hier ſteh ich, un ich kann noch ganz annerſt, un vun
mir aus kennt ihr mich jetzt glei vum Blatz ewäck wehle un
beſtädiche!“ —
Mir is es nemlich net Angſt for dem Pöſtche, däß weer
ge=
lacht! — Un wann ich erſt emol im Stadthaus ſitz, dann heert’s
uff mit de Lumberei in de Babiermiehl, un mit de Stinkerei in de
Fechtſchul, ſundern dann raacht’s in de Ebbelkammer! — Un erſt
die Herrn Stadtvädder, no die kenne ihr blau Wunner erläwe.
Brrrr — dene dhu ich de Deckel vum Dibbche, wie noch nie; dene
zeich ich de Deiwel im Glas, daß=en ſchwazz un blau vor de Aage
wärd, un dene ſteck ich e Licht uff, daß die ganz Umgäächend vum
Mackblatz „a geſtrahlt”, wärd, un die Heag vor Neid verblatzt.
Un for=ere „Mehrheit” uffim Rodhaus is mer’s aach net bang,
ich brauch mich weder nooch Rechts, noch nooch Links zu
orien=
diern, ſundern ich geh mein grade Wähk, wodemit noch lang net
die Midd gemaant is, indem die jo aach lengſt net mehr uff
Vordermann maſchiert, ſundern ehnder im Zickzack dorch
Schloſſers Weltgeſchichte ſchwanke dhut.
Un warum brauch ich uff im Rodhaus kaa Mehrheit? — Weil
ich ſe außerhalb vum Rodhaus hab. Dann gottlob, mir
Weibsleit halte zeſamme, un wiſſe mehr, als unſere Mannsbilder
lieb is. Un do ſoll aaner woge, gääche mich uffzuſteh — ach du
liewer Strohſack, der brauch gornet haamzukumme — —. Jawoll,
„in Treue feſt, im Rechte groß un frei”, däß is mein Wahlſpruch,
wann ich mer aach als emol domit ’s Maul verbrenn. Jedenfalls,
ich wärr mitm ganze Rodhaus färdich, un mit dene paar annern
aach noch, un wer net barriert, fliggt; un wer ſich muckſt, wärd
kald geſtellt, un mei erſt Bekanntmachung, däß kann ich jetzt ſchun
ſage, dhet haaße: „Es bleibt alles beim Alde!"
Un domit loß ich vorerſt die Sach uff ſich beruhe, ſtilb mei
Kaboddche uff, nemm mein Räjeſchärm un geh e Stick dem
Frieh=
ling entgääche; däß ewiche dehaam ſitze un ſimmbeliern hot doch
kaan Zweck. Dann in dene Däg ſoll mer jed frei Minud benutze
un ſoll enausgeh un zugucke, wie’s waxe und griene will, un vun
de Sunn muß mer ſich ſein Reißmadißmußbuckel beſtrahle, un ſei
miede un ſteife Knoche geſchmeidich mache loſſe; un wann’s
rächend, dan brauch mer net glei Zeder un Renado Mordio zu
kreiſche, dann der Räje hott aach ſei Gudes, un is grad ſo, als
wann mer ſei Blumeſtöckelche am Fenſter gieße dhut. Er hilft in
ſeiner Weis dezu, daß alles noch eifricher un ſchneller un ſchenner
waxe dhut, un ſo e warme Friehlingsräje is Gold wärt.
Un ſo wolle mer uns vun nix affächte loſſe und wolle unſer
Sorje uff e paar Dag großmiedich verabſchiede; un wolle aach
nix wiſſe vun däre Ooſebolledick un ſo, ſundern unſer aanzich
Bolledick, die wo mer dreiwe, ſoll dodrinn beſteh, daß mer de
Friehling mit freidichem Härz un Juwel emfange, un ihm alle
Ehrn erweiſe, grad als weer’s en Keenich, odder gar en
Staats=
bräſident.
Hoffentlich dhut aach de Oſterhas, was ſeines Amtes is, un
wann aach diß Johr de zwadde Feierdag ausgerächent uff de erſte
Abrill fellt, ſo wolle mer drotzdem hoffe, daß es net etwa aus Ulk
uff aamol zu ſchneie affengt, was en zimmlich ſchlechter
Abrill=
witz weer, wann aach bekanntlich die ſchlechte Witz meiſtens beſſer
gelinge, wie die gude. — Un ſo ſag ich in dem Sinn:
recht vergniechte Feierdäg allerſeiz!
Bienche Bimmbernell,
Poſtſchkribbdumm: Verſchiedene is de Schreck in die
Glidder gefahrn, wie ſe vun dem Owwerwaldhausbrojäckt geheert
hawwe, nemlich vun wääche de Romandick. Ach du liewer Gott,
wo mer mit de Elektriſch un mit de Audo hiefahrn kann, do hott’s
uffgeheert vun wääche Romandick un ſo. Vun mir aus kenne
ſe däßhalb am Staabricker Deich dhu un loſſe was ſe wolle, däß
ſoll mich nix kratze. Die Zeide vun de Mudder Dillemuth in de
Faßnerie, un vun de Mudder Vöglin uffm Aſiedel ſin
unwidder=
bringlich dahin, do muß mer ſich halt mit abfinne; s aanzich
ro=
mandiſche ſin noch die Preiſe un die Portzione..
Daß ſe nadierlich aach am Therjader vor lauder Angſt vor
Geſchmacksloſichkeide un Kitſchichkeide, un in ihre Sucht orſchinäll
zu ſcheine, kaan blaſſe Dunſt vun Romandick hawwe, däß erläbt
mer neierdings widder im „Freiſchitz” — — Naa, ich nemm vun
dem, was ich neilich iwwer die Reſchißeer geſagt hab, net e Joda
zurick; e Glick, daß ſe wenigſtens net aach noch die Muſick
ver=
ſtumbiern kenne, die Brieder. Un do hott’s mich widder gefraad,
daß mer gottlob noch e richdich Theaterjugend hawwe. Die
Freiſchitz=Begeiſterung hott mich an mei beſte Zeide, un an die
beſte Zeide vum Therjader erinnert. Naa, naa, un nochemol:
gottlob unſer Jugend is noch lang net krank, wie ſich däß die
Fraa Pollack, alias „Ferdinand Bruckner” in ihre verdorwene
Fan=
daſie eibilde dhut. Unſer Jugend hott noch Schwung un kann
ſich an wahrer un ächter Kunſt genau noch ſo begeiſtern wie
frieher, drotz Film und Sport, die Freiſchitzufffiehrung beweiſt’s.
Allerdings, es dhet grad noch fehle, daß ſich den glenzende Erfolch
die Kuliſſemennercher uff ihr Konto ſchreiwe dhete; zuzudraue
weer’s=en. — Jedenfalls, de Freiſchitz, un em Doktor Böhm ſei
ſogenannte „Volks’kunnzärde zeiche, daß es e leer Geſchwätz is,
vum Niedergang des Theaters zu redde.
Un domit mecht ich zum Schluß noch uff däß Eigeſandt, vum
Herr. Profeſſer Knipping in de Dunnersdag=Nummer hieweiſe.
Nemlich däß is e Fachmann, im Gäächeſatz zu mir, un dem ſei
Wort gilt äbbes in alle Kölleeche. Schad, daß er allerdings nor
däß ſieht, was in de Annaſtroß vor ſich geht; er ſoll emol
mit mir dorch’s Städtche geh, do kann=er ſei blau Wunner
er=
äwe. Awwer däß ſcheint=en net ſo aſch zu indräſſiern.
Der zeitgemäße Haushalt.
Das Kochſalz als Medizien und Heilmittel.
DEc ſwichtigſte Küchenwürze ſollte auch als Heilmittel
herange=
zeiche werden, da es neben einer Wohlfeilheit, immer „zur
HAn” iſt. — So iſt ſchwaches, warmes Salzwaſſer bei
Naſen=
küſrrh ſehr zu empfehlen, wozu man dieſes entweder in die
Ney einzieht, oder Spülungen damit vornimmt. Auch wirken
SSvaſſerbäder bei entzündeten, überanſtrengten und
tränen=
defAugen ſehr kräftigend. Morgens nach dem Aufſtehen und
bim dem Zubettgehen mit warmem Salzwaſſer die Augen je 5
Miitten gebadet, wird, der erwünſchte Erfolg nicht ausbleiben.
Trſſche Gurgelungen mit lauem, ſtarkem Salzwaſſer ſind
nutntlich bei chroniſchem Rachenkatarrh und
Hals=
e unündungen außerordentlich heilend, da die Schleimhäute
din das Salzwaſſer von den Bakterien befreit werden. Selbſt
buz)iphterie werden Salzwaſſer=Gurgelungen von den
Aerz=
tech erordnet. Ferner können Gichtleidende ihren Zuſtand
mitlich beſſern, wenn ſie ſich des Salzes als Linderungsmittel
Dalinen, wozu dieſes, in kleinen Säckchen erwärmt, auf die
ghſchen Glieder aufgelegt wird, die beim Kaltwerden von
nein erwärmt werden müſſen.
die Pflege regennaſſen Schuhwerkes. Wenn
auu der Schirm bei naſſem Wetter die Kleidung bis zu einer
9Riſſen Grenze vor Durchnäſſung ſchützt, ſo kann er doch nicht
baAſiten, daß die Schuhe naß werden. Namentlich hell= und
66thutbige Damenſchuhe bekommen nur zu ſchnell einen „Denk=
357” in Form von Regen= und ſchmutzigen Waſſerſtreifen, die
DEyute Ausſehen mehr oder minder beinträchtigen. Nach Hauſe
Beumen, iſt es deshalb ratſam, ſie ſofort auf Leiſten zu ziehen
dia in Notfall auszuſtopfen, damit ſie wieder Form erhalten
mnmit Schwämmchen und reinem Waſſer das Schuhblatt wie
Eotze abzuwaſchen und mit reinem Tuche nachgerieben, trocknen
6Aiſſen. Auf dieſe Weiſe kann ſich der Schmutz nicht erſt im
Sar feſtſetzen. Mit Lederereme behandelt, evtl. auch durch
Shrfarbe aufgefriſcht, werden die Schuhe wieder tadellos im
V.
Allehen.
Aenn die Waſchgefäße „leck” wurden. Sind in
DAW aſchgefäßen Fugen und Lücken entſtanden, die durch Ueber=
WIIn der Gefäße mit heißem Waſſer ſich nicht wieder zuſammen=
4an, dann hilft folgender Kitt: In eine Miſchung von 100 Gr.
SMeinefett und 60 Gr. Wachs, beide vorſichtig erhitzt, gebe man
Dr. Kochſalz und 65 Gr. geſiebte Holzaſche, verrühre gut und
L.
Ahe ſie noch heiß in die Fugen und Lücken.
Flöhe aus Fußböden und Bettſtellen zu ver=
Aben. Um ſie gründlich zu entfernen, gebe man in 1 Eimer
Andes Waſſer 1 Pfund Alaun. Mit dieſer Löſung waſche man
* Aſtellen und Fußböden recht naß, ohne nachzutrocknen. Am
Dien Tage iſt die Alaunſchicht, die zuverläſſig das Ungeziefer
Atigt, mit reinem Waſſer abzuwaſchen.
Aer Reis in der Küche. Der Reis, der ſehr häufig
an=
e der Kartoffeln zu allerlei Braten (hauptſächlich pikanten
Vouts und Gulaſch) von Schlacht= oder Wildfleiſch, auch in
Hindung mit Kohlrabi, Blumenkohl, Spargel und gekochtem
Noſt eiſch ein große Rolle ſpielt, wird ſehr häufig als Apfelreis
M Milchreis mit Zimtzucker ſerviert; Gerichte, die vom Haus=
N da zu „weichlich”, nicht immer mit Beifall aufgenommen
Deti. — Dagegen mit Birnen oder Aepfeln ſchichtweiſe in einer
Mauufform gebacken, wozu man ein halbes Pfund in Milch
Vauollenen Reis mit einem Ei, wenig Salz, einem Eßlöffel
Süßſtofflöſung, 1—2 Eßlöffel Korinthen, dem Abgeriebenen vor
einer Zitrone, 75 Gramm zerlaſſener Butter verrührt, ergibt
die=
ſer mit einer Fruchtſoße eine auch ihm ſehr willkommene,
ſätti=
gende Mittag= oder Abendmahlzeit; ferner Reisſchnitten in
Fett gebacken, mit Himbeerſaft, einen vorzüglichen Nachtiſch, und
Reis=Klöße mit einer Mus= oder Fruchtſoße eine
Abend=
mahlzeit für die Kinder. — Reiskroketten in ſiedendem
Schmalz gebacken, oder von ungeſüßtem Teig mit Peterſilie
ge=
würzt und gebraten, ergeben eine vorzügliche Bratenbeilage, und
der Reisflammerie, mit oder ohne Zwiſchenlage von
ge=
ſchmortem Obſt, findet immer Liebhaber, ebenſo auch die in der
Wiener Küche geſchätzte Reys=Torte, wie der Auflauf
ver=
rührt, nur mit 2—3 Eiern gemiſcht.
V.. a.
Pikantes Rapsgemüſe. (Eine Frühjahrs=Delikateſſe.)
Den verleſenen und gewaſchenen Raps wiegt man roh auf
be=
näßtem Brett recht fein. Dann brate man in der Pfanne 50 Gr.
würfliggeſchnittenen Speck gut aus, bräune darin, 1 mittelgroße,
kleingeſchnittene Zwiebel und füge 1 Eßlöffel Weizenmehl bei.
Fülle die lichtbraune Einbrenne mit ſoviel Waſſer auf, daß das
Ganze eine dickſämige Soße ergibt. 20 Minuten langſam
aus=
quellen laſſen, füge man ſie dem Raps bei, rühre gut unter und
laſſe ihn nur einige Male „aufſtoßen” nicht kochen. Mit Salz,
Pfeffer, Eſſig und Zucker ſüßſäuerlich abgeſchmeckt, reiche man
dazu Setz= oder Rühreier und Bratkartoffeln.
Speiſezettel.
Sonntag: Kerbelſuppe. Geſpickter Rinderbraten,
Apfelſinen=
creme. — Montag: Pikantes Rapsgemüſe mit Setzeiern und
Brat=
kartoffeln. — Dienstag: Ungariſcher Gulaſch. — Mittwoch:
Roſen=
kohl mit gebr. Kalbsleber. — Donnerstag: Gekröſe mit Roſinen
ſoße. — Freitag: Fiſchauflauf. — Samstag: Hefeplinſen mit
ein=
gemachten Preißelberen.
II
Humor=
V
Ein ganz geringer Unterſchied.
Zumoriſt.)
Das Wiegenlied einer Zirkusreiterin.
(Söndagsniſſe Strix.)
Was du ererbt „Dieſe alten Möbel hier ſind wohl Erbſtücke?”
„In der Tat. Mein Großvater kaufte ſie auf Abzahlung, und wir haben
ſeitdem immer weiter gezahlt.
Ueberflüfſig. Der Gatte, der ſeine ins Bad reiſende Frau auf die
Bahn brachte, während er ſelbſt „dringender Geſchäfte” wegen zu Hauſe
bleiben mußte, war überaus freundlich und beſorgt. „Mein Liebling,”
ſagt er, „du hädteſt dir auch ein Buch oder ein paar mitnehmen ſollen.
Zur Erholung braucht man auch etwas Dichtung, die eiem die Zeit
vertreibt.” Sie ſah ihn groß an und ſagte mit einem ganz leichten
Lächeln: „Das habe ich nicht nötig. Du wirſt mir doch ſchreiben, nicht
wahr?”
An Wedekinds Grab. Das Grab Frank Wedekinds ziert das den
Dichtern geweihte Flügelroß, das auf einer Steinkugel ſteht. Zwei
Frauen betrachten das Monument, und die eine fragte: „Jo, gehns,
das für aner lieagt den do?” Woxauf ſie die überlegene Antwort erhält:
„Halt der Fliegerleitnant Wedekind!"
Der Ton macht die Muſik. Eine ausländiſche Schauſpielerin iſt in
einer Geſellſchaft eingeladen und wird gebeten, etwas vorzutragen. Ihre
Deklamationen, deren Worte niemand verſteht, findet durch die
Schön=
heit des Vortrags und die Leidenſchaft der Gebärdenſprache allgemeinen
Beifall. Als ſich die Künſtlerin dann von der Wirtin empfiehlt fragt
dieſe ſie, was ſie denn vorgetragen habe. „O, das tut nichts zur Sache,”
erwidert dieſe, „ich habe von 1 bis 230 gezählt — auf polniſch.”
Wurſt wider Wurſt. Lord Dewar iſt einer der witzigſten engliſchen
Ariſtokraten, der wegen ſeiner humorvollen Anſprachen berüthmt iſt.
Von ihm wird die folgende Geſchichte erzählt. Ein Freund ſchrieb an
ihn und bat ihn, doch etwas zu dem Bau eines neuen Pfarrhauſes auf
ſeiner Beſitzung beizutragen: „Du mußt mir aber 100 Pfund ſchicken,”
ſchrieb er „denn dieſelbe Summe habe ich ſelbſt gegeben.” Lord Dewar
zuckte nicht mit der Wimper und ſchickte einen Scheck über 100 Pfund.
Aber mit der nächſten Poſt erhielt der Freund einen zweiten Brief von
ihm, in dem er um einen Beitrag für ſein neues Pfarrhaus bat. Dem
andern blieb nichts übrig, als gute Miene zum böſen Spiel zu machen
und ihm ebenfalls eine
überſenden
Bequem, praktiſch,
reizvoll.
Das ganze Leben ſetzt ſich bekanntlich aus
Kleinigkeiten zuſammen, alſo auch das
Leben zu zweit: die Ehe. Und weil das der
Fall iſt, würde man vermutlich als tiefſten
Grund vieler Eheſcheidungen die Macht der
Gewohnheit als wahrhaft Schuldige auf die
Anklagebank ſetzen müſſen — wenn nicht
Ge=
ſetz und Recht andere feſtumriſſenere Gründe
forderte. Es liegt ja nun einmal im
menſch=
lichen Weſen begründet, daß man etwas,
was man immer hat, mit der Zeit als
ſelbſt=
verſtändlich anſieht und dadurch den richtigen
Maßſtab verliert. Vielleicht iſt der Mann in
dieſer Hinſicht noch ſtärker belaſtet als die
Frau? Man könnte es beinahe annehmen,
wenn man bedenkt, daß die Natur der Frau
viel ausgeprägteres Verſtändnis für die
Unterſtreichung ihrer perſönlichen Vorzüge
durch hübſche Kleidung gegeven hat, als dem
Manne: die Frau muß eben immer wieder
danach ſtreben, dem Mann neu zu
erſchei=
nen, um ihn zu feſſeln. Gerade in dieſem
Punkt aber verabſäumen manche Frauen
viel: ſie kleiden ſich hübſch, modiſch,
reiz=
voll — für die Andern. Auch das iſt
berech=
tigt und wertvoll; aber keinesfalls darf eine
Frau auf dem Standpunkt ſtehen: „Zu
Hauſe kommt es nicht ſo darauf an —
außerdem: wer kann bei der bielen Arbeit im
Haushalt noch an Putz denken?‟ Dieſe
Frauen vergeſſen dabei vollkommen eins:
während ſie ihre Arbeit im Haushalt
erle=
digen, iſt der Mann ja auch nicht anweſend;
aber ehe ſie damit beginnen, ſoll der
mor=
gendliche Frühſtückstiſch Mann und Frau auf
eine Viertelſtunde in behaglicher
Zweiſam=
keit vereinen. Eine Frau, die ihren Mann zu
feſſeln wünſcht, ſollte ihm nämlich unbedingt
gerade dieſen Auftakt des Tages in jeder
Beziehung angenehm machen — vor allem
dadurch, daß ſie ihm Geſellſchaft leiſtet und
ſich um ſein leibliches Wohl kümmert!
Nun wird niemand verlangen, daß die
Frau des Hauſes ſchon in früheſter
Mor=
genſtunde geſtiefelt und geſpornt erſcheint!
Aber die Mode bringt für dieſen Zweck ſo
nette Dinge, die raſch überzuſtreifen,
gegen morgendliche Kühle ſchützend und
dem beſonderen Reiz der Intimität
be=
ſind, daß wirklich Mangel an Zeit zum
ziehen kein Entſchuldigungsgrund iſt!
Ne=
bei bemerkt: ſolche Morgengewänder he
immer ſo einfache Formen, daß man ſie
Hand eines guten Schnittes leicht ſelbſt
ſtellen kann! Vor allem müſſen ſie
lebe=
wirken; man darf ohne Bedenken einen g
karierten Wollſtoff in ganz gerader, trad
neller Form verarbeiten, vorn durch
doppelte Verſchnürung aus Seidenpaſſem
trie ſchließen und durch eine loſe vorn ü.
geſchlungene Seidenſchärpe leicht bluſig
fen. Dieſe Schärpe wählt man in der ge
chen abſtechenden Farbe wie den Befatz
Kragens, der Aermel und der ſchräggeſtel!
Taſcheneingriffe (A). Dieſe flotte, ein wa
an den Stil des Herrenſchlafrockes e
nernde Form wird ſchlanken zierlichen Fä.
ren ſehr gut ſtehen. Ein wenig mehr R
und betont weibliche Anmut prägt ar
andere Variation aus. Der
Morgenrock=
aus altroſa Foulé=Tuch gearbeitet und
z=
nur im Rücken, durch einen von den Seä
aus anzuſetzenden Halbgürtel markiert, le
bluſenden Fall, während das Vorderteil w
übereinandergelegt ganz glatt und gerad
fällt und nur durch eine auf dem ſchlich
Kragen anſetzende Blende in dunklerem Ein
ſenkrecht aufgeteilt wird. Die nach unten 4
weiter werdenden Aermel zeigen die glei=
Blende als Abſchluß (B). Ob die Frau
Hoſen anhaben ſoll, wollen wir hier nät
entſcheiden; daß es ihr und dem Gatay
Spaß machen wird, wenn ſie ſie am Morger
trägt, iſt ſicher. Zumal dieſe Höschen an
hellgrüner Rohſeide ſind und bauſchig E
zum Knöchel gehen, wo eine Knopfpaſſe
gelblichem Ton das ſchlanke Bein feſt
un=
ſchließt. Mit ihm harmoniert der apann
Jumper, der am Hals wie eine Ruſſenblin
gearbeitet iſt und zum Rumpfteil aus gell
lich getönter Rohſeide Aermel aus de
„Material des-Beinkleides.zeigt.—(S) Amu
dies ein Morgenanzug, der den Forderm
gen: bequem — praktiſch — reizvoll, in jed
Beziehung entſpricht und dem Gatten bei
Morgenſchmaus eine Augenweide ſein wir=
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte e
hältlich.
Backfiſchchens Garnitur.
Im heranwachſenden Töchterchen regt ſich
begreif=
licherweiſe auch der Wunſch nach hübſcher Wäſche, die
ſie bei der Mama ſo oft bewundert hat. Man wird
ſelbſtverſtändlich keine Seide und keine koſtbaren Stoffe
wählen; aber vielleicht einen netten farbigen Opal
oder Batiſt. Als hübſcheſter Schmuck kommen
eingear=
eitete Hohlnähte in Betracht. Wie wäre es, wenn das
Töchterchen dieſe nette Garnierung ſelbſt arbeitete:
dieſe feinen Handauszüge ſind hübſcheſte Handarbeit
und die Freude wird nachher um ſo größer ſein!
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
Babus Garnitur.
Sie iſt zwar einfach und beſcheiden genug, wird
aber in möglichſter Quantität gewünſcht. Denn jede
junge Mutter wird beſtätigen, daß Babys Verbrauch
an Wäſche ein ganz reſpektabler iſt. Immer
blüten=
ſaubere Hemdchen, die entweder über den Kopf
ge=
zogen oder rückwärts durch ein Schleifchen
zuſammen=
gehalten werden, ſind ja Babys Luxus. Ein einfaches
Spitzchen, eine Zacke gnügt als Abſchluß, auch bei den
Windelhöschen mit eingeknöpfter Gummieinlage. Nur
in den niedlichen Schuhchen aus Flanell oder Zenanah
entwickelt Babyy ſchon perſönliche Eleganz.
Wenig — aber ſchon
und apart.
Das iſt die Deviſe, die heute unſichtbar über den
Wäſcheſchränken der modernen Frauen ſteht. Sie
zäh=
len nach Stücken, nicht wie ihre Mütter und
Groß=
mütter nach Dutzenden, ſie könnten ihren ganzen
Wäſchevorrat in ebenſoviel Stunden waſchen, als man
damals Tage brauchte — aber ſie entbehren abſolut
nichts! Vom Problem „Wieviel”? haben ſie ſich zum
Problem „Was und Wie?” entwickelt und finden
darin mindeſtens ebenſoviel, wenn nicht mehr Genuß.
Sie haben da zunächſt ſchon die Freude, unter den
verſchiedenartigſten Materialien wählen zu können
einſt gab es nur Leinen als wirklich vornehm, Seide
war unbegreiflicher Luxus! Heute dagegen iſt gerade
ſie (allerdings als jüngere Schweſter Kunſtſeide) nicht
nur hygieniſch als beſonders praktiſch anerkannt,
ſon=
dern auch als ebenſo dauerhaft im Tragen und,
rich=
tige Behandlung vorausgeſetzt, in der Wäſche
be=
währt wie feinſter Batiſt und Opal, die im Reich der
Wäſchemode Favoriten ſind. „Wäſchemode?” Auch das
iſt ein neuzeitlicher Begriff: nicht jede Form paßt ja
als Träger des Kleides, alſo iſt modiſche Anpaſſung
auch für die Wäſche nunmehr Geſetz. Und ſo begrüßen
wir denn als Neuerſcheinung das Hemdbeinkleid in
Prinzeßform. Es liegt im Oberteil eng an und
ge=
winnt die nötige Weite unten nur dadurch, daß es bis
zur Hüfte herauf geteilt iſt, wo farbige Seidenſchleifen
den Abfchluß bilden. Außer dieſen ſchmückt nur feine
Lochſtickerei und Umrandung mit zierlichen Languetten
das Modell, alles, was auftragen könnte, iſt natür
lich vermieden. Den Charakter als Hemdbeinklen
betont lediglich ein Steg im Schritt, ſozuſagen ein
Andeutung eines Beinkleides! (a) Andeutungen lielt
man überhaupt in der Wäſchemode: ein Nachtgewan2
z. B. zeigt heutzutage auch nur andeutungsweiſe de
Aermel! Die kurzen Aermelchen ſind gleich angeſchnit.
ten und betonen ihre Exiſtenz durch einen aparte
Dopelhohlſaum, der ſich auch oberhalb des untere
Randes dieſes ſchlicht und gerade geſchnittenen Nache
hemdes wiederholt, dem ein apartes Krägelchen mit abe
getönter ſchmaler Seidenſchleife ſowie feiner Bieſem
ſchmuck des Oberteils bei aller Einfachheit vornehmen
Reiz gibt (4). Der Leibchenrock, bzw. das Unterkleit.
ſoll weiter nichts, als dem Kleid guten Sitz (bei leiche
ten Stoffen) dezenten Fall ſichern. In gerader, glatte
Form erfüllt er alſo ſeinen Zweck am beſten, was abe
keineswegs hindert, den unteren und oberen Saum
durch feine Hohlnaht begleiten zu laſſen, die oben
durch Stickerei in dem beliebten Roſenmotiv untel
brochen wird (e). Daß hier wie beim Hemdbeinkleic
nur das ſchmale Seidenband als Achſelträger in Frabe
kommt, gehört zu den Weisheiten von geſtern!
He=
den Erſcheinungen von vorgeſtern aber gehört d0S
ſtahlgepanzerte Korſett! Es wird zwar ſelbſtverſtänge.
lich noch immer in geſunder und vernünftiger Kole
ſtruktion getragen, aber die Mehrzahl der heute ja ſ .
ſchlanken Frauen begnügt ſich mit dem Büſtenhalle.
aus Seidentrikot, deſſen oberen Rand Spitze bildeln
an der die Seidenbandachſelträger ſitzen (b) und delle
bequemen Hüftgürtel aus Köperdrell mit angegrber
teten Strumpfhaltern, der der Figur Halt und do9‟
freie Beweglichkeit ſichert (c). Die Zeiten haben ſiol
geändert — und die Wäſche der Dame mit ihnen!
148
Mur in Originalpackung — niemals lose.
Hersteller auch von Persil — dem Waschmittel für jede Wäsche.
Sonntag, den 34. März 1929
Git. 8
Bumner 82100
Lassen Sie es Henko tun
Nehmen Sie auch Henko zum
Weichmachen des Wassers
so=
wie zum Putzen und Scheuern!
löst Henko, Henkels Wasch-
und Bleichsoda, den Schmutz
von der Wäsche!
Gibt es eine einfachere und
be=
quemere Art der
Wäschebe=
handlung, als die Wäsche am
Abend vor dem Waschtag mit
Henko einzuweichen?
Warum wollen Sie sich abquälen,
wenn Henko schneller,
schonen=
der und billiger arbeitet?
Seite 30
Sonntag, den 31. März 1929
Nummer 89/90
Eichen=Stammholzverſteigerung.
Montag, 8. April d. J., werden
verſteigert aus Diſtrikt I Eichen Abt. 15,
26, 28, 32, 33, 34, 35 und 41: Stämme,
Im: 10,25 4. Kl.; 10,47 5. Kl.; 18,55 6. Kl..
9,90 7. Kl.; 5,20 8. Kl.
Zuſammenkunft morgens 9½, Uhr
am Braun’ſchen Steinbruch (Straße
Meſſel—Eppertshauſen). Auskunft durch
Förſter Schmidt, Forſthaus Thomashütte
und Förſter Engel zu Meſſel.
Meſſeler Forſthaus, 26. März 1929.
5593) Heſſ. Forſtamt Meſſel.
Bekanntmachung.
Die Brennholzverſteigerungen vom
25. und 26. März 1929 ſind genehmigt
Ueberweiſungs= und erſter Fahrtag
Don=
nerstag, den 4. April 1929, mit
Zu=
ſammenkunft vormittags 9 Uhr an den
zuſtändigen Forſthäuſern Wieſental bezw;
Schlichter.
Ablauf der Barzahlfriſt 17. April 1929.
Mörfelden, den 27. März 1929.
5592) Heſſ. Forſtamt Mörfelden.
1. 6t
Montag, den 8. April,
vormit=
tags 9½, Uhr anfangend, wird aus
dem Stadtwald Pfungſtadt Diſtrikt
Klingsackertanne, Abt. 20a (Kahlhieb),
das nachverzeichnete Kiefern=Stammholz
an Ort und Stelle öffentlich verſteigert:
Kl. 2b Nr. 25—29 56 St. — 33,65 im
Kl. 3a Nr. 30—34 113 St. — 95,80
Kl. 3b Nr. 35—39 43 St. — 48,95
Kl. 4a Nr. 40—44 7 St. — 8,22
Kl. 4b Nr. 45—49 2 St. — 3,21.
Zuſammenkunft an der Holzbrücke,
Sandſchollſchneiſe.
Gegen Bürgſchaft wird Zahlungsfriſt
bis Martini 1929 gewährt. Näh.
Aus=
kunft erteilt Förſter Wiemer, Forſthaus.
Bemerkt wird, daß das Holz gut
ab=
zufahren iſt und daß es ſich um 136 Beſtand mit ſchönem Schnitt=
(5608b
holz handelt.
Pfungſtadt, den 28. März 1929.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Schwinn.
Mittwoch, den 3. April,
nach=
mittags 1 Uhr, werden aus den
Wal=
dungen der Gemeinde Gadernheim das
Stamm= und Nutzholz bei Wirt Peter
Brehm in Gadernheim verſteigert:
6 Eichen=Stämme mit 3,09 fm
10 Eſchen=
432,
2 Erlen=
1,11
14 Kiefern
10,26
6 Lärche=
2,56
6 rm Kiefern=Nutzſcheiter I. Kl.
65 Stück Fichten= u. Tannen=Derbſtang.
Fichten:
5 Stück Kl. 1a 0,70 im
45
1b 16,53
67
2a 47,12
2b 63,30
58
33
3a 50,81
14
3b 25,05
4a 10,48
4b 4,61 „
Tannen:
12 Stück Kl. 1a 1,83 Im
1b 4,47
14
2a 3,93
2b 3,59
3a 4 88
3b 3,52
4a 1,26
5 4,25
Näh. Auskunft erteilt Förſter Rein
(5597
hard, Brandau.
Gadernheim, den 29. März 1929.
Heſſiſche Bärgermeiſterei Gadernheim.
Wolf.
Stammholz=Berſteigerung.
Montag, den 8. April ds. Js.,
vormittags 9 Uhr, im Hotel „Zur
Krone” in Groß=Gerau aus den
Forſt=
orten Knoblochsaue (Förſter Schäfer
zu Forſthaus Knoblauchsaue, Poſt
Er=
felden) und Hirſchforſt (Forſtwart
Boß=
ler zu Dornheim):
Eiche, A: Klaſſe 4, 7 u. 8, 5 Stück
— 12 im; N: Klaſſe 2—8, 94 Stück
— 120 Im; F: Klaſſe 3—6 u. 8, 6 St.
— 12 Im; Eſche, N: 2.—6. Kl., 19
Stück — 19 im; Ahorn, N: Kl. 3 u
4, 3 St. — 1,5 im; Ulme, A: Klaſſe
4—6, 5 St. — 10 fm: N: Kl. 2—5
134 St. — 105 fm: Aſpe, N: Kl. 3,
1 St. — 0,40 fm: Pappel, N: Kl. 3
u. 4, 3 St. — 2,32 Im.
Sämtliche Stämme im Forſtort Knob
lochsaue ſind an die Wege gerückt.
Num=
merverzeichniſſe können gegen Einſendung
von 0,50 RM. von uns bezogen. (5594
Dornberg (Poſt Groß=Gerau), der
27. März 1929.
Heſſiſches Forſtamt Dornberg.
Großer Ferkel-u.
Läuferschweine-
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Verkauf.
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10 005 000 Reichsmark
Aktienkapital ... . . . . .
Gesetzlicher und außerordentlicher Reservefonds 5 500 000 Reichsmark
Gesamter Darlehensbestand
„. rund 200 000 000 Goldmark
Gesamtumlaut der Goldpfandbriefe und
Gold-
kommunalobligationen . . . rund 190 000 000 Goldmark
Einladung zur Zeichnung.
Wir bringen eine neue
80o Goldpfandbrief-Reihe 13
nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1934
Zinsscheine April-Oktober
(in Hessen mündelsicher)
zur Ausgabe, Von diesen oldptandbrief n iegen wir hiermit:
Goldmark 5 Millionen
zum Vorzugskurse von 97,25%,
zur öffentlichen Zeichnung auf.
Der Börsenkurs unserer letztnotierten 8% Goldpfandbriefe Reihe
10 ist derzeit 97,75%-
Die Einführung der 8% Goldpfandbriefe Reihe 13 an der
Frank-
furter Börse ist von uns beantragt Auch ihre Zulassung zum
Lombard-
verkehr bei der Reichsbank in Klasse A wird unverzüglich beantragt.
Wir legen ferner zur öffentlichen Zeichnung auf; einen Restposten
Goldmark 1,5 Millionen
unserer 8% Goldpfandbriefe Reihe 10
nicht rückzahlbar vor 1. Okkober 1933
Zinsscheine April-Oktober
(in Hessen mündelsicher)
zum Vorzugskurse von 97,250
(Börsenkurs dieser Reihe 97,75%)
sowie!
Goldmark 3 Millionen unserer
8‟/o Goldkommunalobligationen Reihe 2
nicht rülckzahlbar vor 1. April 1933
Zinsscheine April-Oktober
(in Preußen mündelsicher)
zum Vorzugskurse von 94‟/,
(Börsenkurs dieser Reihe 94,50%).
Die Goldpfandbriefe Reihe 10 und die Goldkommunalobligationen
Reihe 2 sind an der Frankfurter Börse amtlich notiert und seitens der
Reichsbank zum Lombardverkehr in Klasse A zugelassen.
Zeichnungsfrist:
2. bis 22. April 1929 auf 8% Goldpfandbriefe Reihe 18,
2. bls 15. April 1929 auf 8% Goldpfandbriefe Reihe 10 und
89 Goldkommunalobligationen Reihe 2.
Zeichnungen können in der angegebenen Zeit an der Kasse der
Bank (Gallus-Anlage 8/ oder durch Vermittlung sämtlicher Banken und
Bankgeschäfte erfolgen; trüherer Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten.
Unsere Goldpfandbriefe nnd Goldkommunalobligationen lauten auf
Goldmark (1 Goldmark — 1/2:90 kg Feingold), sie sind eingetelt in
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schnitte zu GM. 5000. 2000, 1000, 500 und 100. Die Stücke sämtlicher
Reihen sind sofort lieferbar.
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Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
a) Müller, Johann Adam, Bäckermeiſter, zu ½,
b) Müller, Charlotte, geb. Schildwächter, deſſer
Witwe, zu /.,
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 30. April 1929, nachmittags 3‟, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht zum Zwecke der
Auseinander=
ſetzung der Miterbengemeinſchaft Zimmer 219 des neuen
Gerichtsgebäudes verſteigert werden.
Der „Verſteigerungsvermerk iſt am 24. Januar 1929 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
ungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots, nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht
der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(3144a
Darmſtadt, den 16. Februar 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk V, Blatt 1511
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann an
Schätzung
1 V 1021 Hofreite Nr. 79
Beſſun=
gerſtraße
17 14000 RM.
Mathematih, reine u.
angewdt., d. akad. geb.
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Ziele. Nachh.
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Beglaubigte Abſchrift.
In der Privatklageſache
des 1. Heinrich, Angermaier V Groß=
Zimmern,
2. Georg Held 19. Groß=Zimmern,
3. Johann Heinrich Göbel II., Groß
Zimmern,
4. Georg Brunner, Groß=Zimmern
Privatkläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Vogel,
in Dieburg gegen den politiſchen
Redakteur der Arbeiterzeitung, Georg
Handke in Frankfurt a. M. Große
Friedbergerſtr. 32
Angeklagter
wegen Beleidigung
hat das Heſſiſche Amtsgericht in
Dieburg am 9. März 1929 für Recht
erkannt:
Der Angeklagte Georg Handke,
ge=
boren am 22. April 1896 zu Hanau a.
M., verheiratet, Redakteur in Frankfur
a. M., wohnhaft in Hanau a. M.,
Körner=
ſtraße 23, iſt der Beleidigung nach 88 185,
200 R. Str. G. B. ſchuldig und wird zu
einer Geldſtrafe von Fünſzig Reichsmark,
hilfsweiſe 10 Tage Haft und die Koſten
des Verfahrens verurteilt. Den
Be=
eidigten wird die Befugnis zugeſprochen,
den entſcheidenden Teil des Urteils
innerhalb 4 Wochen nach Erlangung der
Rechtskraft durch Einrücken in die Arbeiter=
Zeitung, Frankfurt a. M., in dem
Darm=
ſtädter Tagblatt, Darmſtadt und in der
Starkenburger Przoinzial=Zeitung,
Die=
burg ſowie durch Anſchlag an der Ortstafel
zu Groß=Zimmern auf die Dauer von
einer Woche auf Koſten des Angeklagten
öffentlich bekannt zu machen.
Das Urteil wurde allſeits ſofort
anerkannt.
gez. Becker.
gez. Murmann.
Die Richtigkeit der Abſchrift der
Urteilsformel wird beglaubigt und die
Vollſtreckbarkeit des Urteils beſcheinigt
Dieburg, den 16. März 1929.
L. S. gez. Bormuth, Oberjuſtizſekretär
Für die Abſchrift:
gez. Vogel, Rechtsanwalt. (5567
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gute geſchliü
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Stammholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 4. April 1929,
vormittags 10 Uhr, wird das Stamm
„olz aus dem Wald der Gemeinde
Winter=
aſten, zirka 210 Fm., bei Gaſtwirt Wilh
Hofmann, öffentlich verſteigert. Es wird
noch bemerkt, daß bei dem diesjährigen
Stammholz, beſonders bei Fichte, ein
größeres Quantum ſehr ſchönes
Schnitt=
holz enthalten iſt.
Winterkaſten, den 28. März 1929.
Der Bürgermeiſter.
Wßß
Kaffenberger.
Nachlaß=
Verſteigerung.
Wegen Auflöſung des
Haus=
haltes der Frau Geh.
Forſt=
rats Wwe. Zeh dahier,
ver=
ſteigere ich am Mittwoch, den
3. April ds. Js., vormittags
/z10 und nachm. 1/.3 Uhr
be=
ginnend, freiwillig gegen
Bar=
zahlung in dem Hauſe
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