üentich 2 maligem Erſcheinen vom 1. März
u-März 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in B:ld und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi, Tagbl.” geſtattet.
Nummer 80
Donnerstag, den 21. März 1929.
192. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpfliſchtung auf Erfüllung der Anzeigene
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtlicher Beltreibung fällil jteder
Nabatt weg. Banſionio Deutſche Banl und Darme
ſädter und Nationalbank.
Segenſahe unf dei puther Komfeteng.
Der Stand der
Reparakions=
verhandlungen.
Fer keinerlei Ergebniſſe. — Franzoſen und
Eng=
der ſpielen ihre Forderungen gegeneinander aus.
Paris, 20. März.
uch am Mittwoch wurden die Beſprechungen der Delega=
Führer über die Höhe der deutſchen Zahlungen fortgeſetzt.
zegenſatz zu den Behauptungen der franzöſiſchen Preſſe
warauf hingewieſen werden, daß bisher keinerlei Ergebniſſe
wvurden. Wachſende Aufmerkſamkeit verdient der immer
werdende Gegenſatz im Lager der Alliierten, vor allem
ſiſten den Franzoſen und Engländern, die gegeneinander ihre
Brangen ausſpielen. Auf deutſcher Seite vermeidet man es
ſich, ſich in dieſe Auseinanderſetzungen einzumiſchen. Die
ſt Vollſitzung der
Sachverſtändigenkonfe=
dauerte knapp eine Stunde. Die Unterausſchüſſe
ihre ſeit längerer Zeit angekündigten Berichte vor,
EAnſchluß daran von der Verſammlung diskutiert wurden.
den Inhalt dieſer Berichte ſind nähere Mitteilungen nicht
ayt worden. Es wurde lediglich bekannt gegeben, daß ſie
toßen und ganzen von der Konferenz
ge=
et worden ſind. Einige Punkte, die noch nicht
ge=
geklärt erſchienen, wurden an die
Unteraus=
ie zur weiteren Bearbeitung zurückver=
Fen. Dazu gehört u. a. die Frage der Korporationsklauſel,
ton deswegen nicht abgeſchloſſen behandelt werden konnte,
Kär Joſiah Stamp an der heutigen Sitzung nicht teilnahm.
hichſte Vollſitzung der Konferenz iſt auf
Mon=
heachmittag 3.15 Uhr angeſetzt worden.
Honferenzarbeiken werden wegen des Oſterfeſtes
vom 28. März bis 3. April unkerbrochen.
eichsbankpräſident Schacht iſt nach Berlin abgereiſt.
ſiche Unterausſchüſſe der Sachverſtändigenkonferenz haben
AFienstag mit Hochdruck gearbeitet, um ihre Berichte für die
Roch=Vollſitzung fertigzuſtellen. Das Repelſtoke=Komitee, das
r Ausarbeitung der Statuten für die Zentral=
Mbeauftragt iſt, hat, wie man hört, nachdem das Kapital
ſültig auf 100 Millionen Dollars
feſtge=
war, die Frage der Gewinnbeteiligung angeſchnitten und
Flaßnahmen geprüft, die geeignet ſind, die völlige
Gleichſtel=
ider an der Bank beteiligten Mächte zu ſichern. Das
Per=
omitee erörterte vor allem die Verteilung der deut=
Sachlieferungen auf die Gläubigerlän=
Pwobei erneut die
Aliſche Abneigung gegen die Sachlieferungen
trat. Auch der Stamp=Ausſchuß, der ſich mit der
Geſamt=
ſation der Reparationen befaßt, trat geſtern zuſammen.
Wrößte Bedeutung iſt ſelbſtverſtändlich den unter Leitung
Aonferenzvorſitzenden Owen Young geführten vertraulichen
Fechungen zwiſchen den Hauptdelegierten beizumeſſen, die
Aienstag und Mittwoch den ganzen Tag über fortdauerten.
ie man erfährt, hat der Präſident der Bank von Frank=
Moreau, geſtern Owen Young in einer längeren Rede den
Wſiſchen Standpunkt dargelegt und hartnäckig darauf
be=
n, daß Deutſchland für die Rückzahlung der interalliierten
Ren 58 Annuitäten in Höhe von 900 bis 1700 Millionen
Bhark und für die Reparationszahlungen 37 Annuitäten
iner Milliarde Goldmark aufbringen ſoll. In franzöſiſchen
Ain wird zugegeben, daß
1 Schacht die franzöſiſche Sorderung abgelehnt
Minsbeſondere die Berechkigung der allierken
Reparalionsforderungen angezweifelt
Man hofft jedoch, daß er damit nicht ſein letztes Wort
ge=
den hat und vielleicht nach ſeiner Rückkehr aus Berlin und
ſnund neuerlicher Beſprechungen mit der deutſchen
Regie=
ſich zu weiteren Konzeſſionen bereit finden werde. Die
Iſiſche Delegation, ſo wird betont, werde gleichfalls
unnach=
auf ihren gemäßigten Ziffern beſtehen. Der „Matin” hält
möglich, daß unter dieſen Umſtänden Owen Young
eimen Kompromißvorſchlag machen müſſe, wenn
Ne Einigung herbeizuführen wünſche. „Chicago Tribune‟
ſtet heute früh aus Waſhington, die aus Paris kommen=
Slachrichten über die beabſichtigte Teilung der deutſchen
täten in einen unbedingten Teil für die Reparationen und
bedingten Teil für die interalliierten Schulden hätten in
elen amerikaniſchen Kreiſen wenig Anklang gefunden. Die
Aia niſche Regierung ſehe darin einen Verſuch die Ver=
Iten Staaten als den alleinigen Nutznießer
Weltkrieges hinzuſtellen, und ſie würden ſich
Fiemals mit dieſem Projekt einverſtanden erklären.
Marſchall Foch *
Das Kabineti Poincaré verordnel Nakionalkrauer.
Paris, 20. März.
Marſchall Foch, der Oberbefehlshaber der Ententeſtreitkräfte
beim Ende des Weltkrieges, iſt am Mittwoch abend im Alter von
77 Jahren geſtorben.
Vor dem Schluß der Mittwochſitzung der franzöſiſchen
Kam=
mer erhob ſich Miniſterpräſident Poincaré von ſeinem Sitz
und erklärte mit bewegter Stimme, er müſſe mit tiefem Schmerz
das Ableben des Marchalls Foch bekannt geben. Frankreich
ver=
liere in ihm nicht nur einen großen Soldaten, ſondern vor allem
Marſchall
Ferdinand Foch,
von Frankreich, Oberbefehlshaber der alliierten
Truppen im letzten Weltkriegsjahre.
auch einen großen Bürger. Er zweifele nicht daran, daß die
Kam=
mer es für ihre Pflicht halte, ſich der nationalen Trauer
anzu=
ſchließen. Bei dieſen Worten Poincarés erhoben ſich ſämtliche
Abgeordnete mit Ausnahme der Kommuniſten und einiger
Sozia=
liſten von den Bänken. Der amtierende Vizepräſident Flandin
ſchloß ſich im Namen des Hauſes der Huldigung des
Miniſter=
präſidenten für den Verſtorbenen an. Das Haus unterbrach
darauf die Beratungen bis Donnerstag nachmittag. — In einem
am Mittwoch abend abgehaltenen Miniſterrat wurde
be=
ſchloſſen, für den verſtorbenen Marſchall eine nationale
Trauerfeie: zu veranſtalten. Dieſe Ehrung iſt ſeit dem
Beſtehen der Republik nur 5 Perſonen zuteil geworden: Victor
Hugo, Cambetta, Carnot, Paſteur und Jéan Faures.
* Mit Marſchall Foch hat die franzöſiſche Nation einen ihrer
fähigſten Offiziere verloren, einen Mann, dem es gelungen war,
nicht nur in glänzender Karriere die höchſten militäriſchen Würden
zu erringen, ſondern auch die abgöttiſche Verehrung ſeines
Vol=
kes zu gewinnen, das in ihm den Retter Frankreichs erblickte, der
es aus einer der ſchwerſten Niederlagen des Weltkrieges
heraus=
führte und ſchließlich den endgültigen Sieg an die Fahnen der
franzöſiſchn Nation heftete. Foch, der am 2. Oktober 1851 in einem
Pyrenäen=Städtchen geboren wurde, nahm ſchon am
Siebziger=
krieg als Freiwilliger teil, beſuchte in den achtziger Jahren die
Kriegsakademie, kam dann in den Generalſtab, um es ſchließlich
bis zum kommandierenden General zu bringen. 1914 rückte er
mit ſeinem Korps aus, erhielt aber ſchon ſehr bald den
Ober=
befehl über den nördlichen Teil der franzöſiſchen Front, der von
der Kanalküſte bis nach Arras reichte. Später erhielt er das
Kom=
mando über den ſüdlichen Frontabſchnitt, wurde darauf Chef des
Generalſtabes bei dem Oberbefhelshaber der franzöſiſchen Armee,
dem General Petain. Während der erfolgreichen deutſchen
März=
offenſive 1918 ſahen die Alliierten ein, daß ſich nur ein erfolgreicher
Widerſtand organiſieren ließe, wenn man ein einheitliches
Ober=
kommando zuſammenſtellte. Die Wahl fiel auf Foch, der am
. April 1918 die Geſamtleitung der Operationen übernahm. Wenn
er auch ein ſehr befähigter Offizier war, ſo ſind ſeine Erfolge im
Sommer und Herbſt des gleichen Jahres weniger auf ſeine
Tat=
kraft, als auf die unglückliche Lage Deutſchlands zurückzuführen,
dem es im vierten Kriegsjahr nicht mehr möglich war, den mit
amerikaniſcher Hilfe gelieferten Materialſchlachten entſprechende
Mittel entgegenzuſetzen. Am 9. November 1918 ſah ſich unter
dieſen Umſtänden die deutſche Heeresleitung gezwungen, die
Alliierten um die Einſtellung der Feindſeligkeiten zu bitten. Foch
als Oberkommandierender empfing damals unſere
Waffenſtill=
ſtandskommiſſion in ſeinem Salonwagen im Walde von St.
Com=
piegne. Die Bedingungen, unter denen die Alliierten bereit
waren, die Kampfhandlungen abzubrechen, ſind bekannt; ſie
ſtammten im weſentlichen von Marſchall Foch ſelbſt und waren
darauf abgeſtellt, uns ſofort auch den letzten Reſt unſerer
Wider=
ſtandskraft zu nehmen. Wir mußten mit Rückſicht auf die
in=
zwiſchen eingetretenen innerpolitiſchen Umwälzungen uns dem
Diktate Fochs fügen, dem er in ſpäteren Wochen noch mehrere
Ergänzungen folgen ließ. Auf die Verſailler
Friedensverhand=
lungen verſuchte er im Sinne der Schaffung der Rheingrenze
Einfluß zu nehmen. Sein Ziel erreichte er nicht, wohl aber gelang
8 ihm, die Beſatzungsbedingungen durchzudrücken.
Nach dem Kriege wurde Foch zum Präſidenten des
Militär=
komitees der Alliierten in Verſailles ernannt, in welcher
Eigen=
ſchaft er insbeſondere die Entwaffnung Deutſchlands überwachte.
Die gedroſſelte Auoke.
Deutſche Auswanderung nach U. S.A. um die Hälfte verringert.
Der drohende erſte April. — Wenn man den Sabbath heiligt. .:
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
A. G.A. New York, Anfang März.
Zum erſten Male ſeit ſechs Jahren war der Kongreß zu
einer Sonntags=Sitzung einberufen, zur Erledigung einiger
Nach=
tragsbewilligungs=Vorlagen, vor allem jedoch zur Abſtimmung
über die Frage, ob die Kontingentierung der Einwanderung im
Verhältnis zur nationalen Abſtammung der amerikaniſchen
Bür=
gerſchaft vom 1. Juli an in Kraft treten, oder ob ſie abermals —
zum dritten Male — um ein Jahr verſchoben werden ſoll. Kaum
war die Sitzung eröffnet, erhob ſich der Demokrat Joſeph T.
Robinſon aus Arkanſas, derſelbe Robinſon, der als
Vizepräſi=
dentſchafts=Kandidat Mitläufer des liberalen Alfred. E. Smith
bei der letzten Wahl geweſen, und hielt dem Senat eine
Kapu=
zinerpredigt ob ſeiner gottesläſterlichen „Entheiligung” des
Sabbaths durch unnötige Arbeit. Herr Robinſon, ſtrenggläubiger
Methodiſt — er wohnt ſogar in dem die Anlagen um das Kapitol
flankierenden Methodiſten=Gebäude, wo all die niedlichen Pläne
zur Verſteifung der Prohibitions=Geſetze ausgeheckt werden —
ſchloß ſeine Philippika mit dem Antrag auf Vertagung bis elf Uhr
vormittags am 4. März, dem Tage des Amtsantritts des neuen
Präſidenten, dem letzten Sitzungstage des gleichzeitig aus dem
Amte ſcheidenden Kongreſſes.
Die Abſtimmung ergab 39 für, 36 gegen den Antrag. Der
Republikaner Gerald P. Nye aus Nord=Dakota, der dem
Senat die Entſchließung für weiteren Aufſchub der
Einwande=
rungs=Kontingentierung nach Maßgabe der nationalen
Abſtam=
mung vorgelegt hatte, wollte ſein Nein auf Ja umändern, um die
Wiedererwägung der Abſtimmung beantragen zu können und die
endgültige Beſchlußfaſſung ſolange hinauszuſchieben, bis ſich noch
ein paar ſaumſelige abweſende Einwanderungsfreunde
eingefun=
den haben würden; der Senatsvorſitzer, Vizepräſident Dawes,
jedoch erklärte den Senat für vertagt.
Damit war das Schickſal der Reſolution ſo gut wie beſiegelt.
Denn jeder mit der Geſchäftsgebarung des hohen Oberhauſes
der geſetzgebenden Körperſchaft der Vereinigten Staaten
Ver=
traute war ſich bewußt, daß in einer einſtündigen Sitzung am
Schlußtag des Senats kaum noch die allerdringlichſten Vorlagen
erledigt werden, Dutzende und Aberdutzende unter den Tiſch fallen
würden. Was denn auch mit der Reſolution Nye geſchah.
Im Repräſentantenhauſehatte ſchon tags zuvor der
Einwanderungs=Ausſchuß die Annahme der von dem Abg.
Chind=
blom aus Illinois vorgelegten, gleichlautenden Maßnahme
empfohlen, und Sonntag nachmittag nach vierſtündiger Sitzung
hieß das Haus ſie mit 190 gegen 152 Stimmen gut. Dies erhöhte
jedoch die Ausſichten auf ihre Annahme auch im Senat nicht im
geringſten.
Nach der derzeitigen Lage der Dinge tritt die Neuverteilung
der Einwanderer=Kontingente am 1. Juli in Kraft. Dem 1924
angenommenen Geſetz gemäß hat der Präſident ſpäteſtens
am 1. April eine ihr Inkrafttreten verfügende Proklamation zu
erlaſſen. Die Gegner der Neukontingentierung wollen verſuchen,
in der von Hoover auf Aprilmitte einzuberufenden Kongreß=
Son=
dertagung den weiteren Aufſchub oder gar den Widerruf der
neuen „Quoten” durchzudrücken. Ausſichtslos! Denn
ab=
geſehen davon, daß die Sondertagung ſich ausſchließlich mit der
den Agrariern zu leiſtenden Hilfe (Valoriſierung des
Ernteüber=
ſchuſſes, Staatshilfe für Kooperativverbände uſw.) und mit einer
„beſchränkten” Zolltarif=Reviſion, allenfalls noch mit der
Neuver=
teilung der Sitze im Repräſentantenhauſe nach Maßgabe der
nächſten Volkszählung (1930) befaſſen ſoll, weiß man ſehr
wohl, wie ungemein ſchwer es hält, einmal erlaſſene Geſetze zu
widerrufen, einmal gefaßte Beſchlüſſe rückgängig zu machen.
Senator Robinſon und ſeine Gefolgſchaft empfanden keinerlei
Gewiſſensbiſſe, den Sonntag durch Annahme der
Nachtragsbewil=
ligungen zu „entheiligen‟. Die Herren zogen ſich auch nach der
Vertagung in die Komiteezimmer zu wahrſcheinlich höchſt
dringen=
den politiſchen Beratungen zurück. Das verſtieß weder gegen ihr
ethiſches, noch gegen ihr religiöſes Gefühl. Und es iſt auch nicht
daran zu zweifeln, daß ſich ihr Gewiſſen kaum gerührt haben
würde, hätte es ſich in der Plenarſitzung um irgend eine ihnen
mehr am Herzen gelegene politiſche Angelegenheit gehandelt,
ſie hätten ſicher keinen Augenblick gezögert, ſie auch an dem ihnen
plötzlich ſo heiligen Sabbath in aller Gottesfurcht zu erledigen.
Die Spanne von nur drei Stimmen bei der Abſtimmung zeigt,
daß es auch anders hätte kommen können, hätten nicht zwanzig
Senatoren bei der Sitzung gefehlt, oder wären doch wenigſtens
ein paar mehr Gegner der Neukontingentierung auf dem Poſten
geweſen. Stimmte doch ſogar der Republikaner Wesley L. Jones
aus Waſhington, der Vater einer Reihe „Sonntagsheiligungs”=
Geſetze, die ſo ziemlich alles verbieten wollen, was der Menſchheit
den Sonntag zu einem Tage der Erholung macht, gegen
Robin=
ſons Vertagungsantrag.
Das Repräſentantenhaus fuhr unterdeſſen mit ſeiner
Sab=
bathſchändung unbekümmert fort, und nicht einmal der fromme
Demokrat C. Lankford aus Georgia, der im Unterhauſe die
alle Arbeit, jedes Vergnügen verbietenden Sonntagsgeſetze
be=
vatert, erhob Einſpruch. Carl R. Chindblom, Republikaner aus
Illinois, Autor der einen weiteren Aufſchub der
Neukontingen=
tierung beſchließenden Haus=Reſolution, verfocht ſeine Maßnahme
mit dem Hinweis darauf, daß noch immer keine zuverläſſige
Grundlage für die Feſtſtellung der „nationalen
Ab=
ſtammung” der amerikaniſchen Bürgerſchaft geſchaffen ſei, und
daß die ſogenannten „Sachverſtändigen” noch mehr Zeit zur
ſorg=
fältigen Ueberprüfung der erlangbaren Statiſtik haben müßten,
und der Republikaner Johnſon aus Waſhington, Vorſitzer des
Hausausſchuſſes für das Einwanderungsweſen, ſprach die
Hofſ=
nung aus, daß Präſident Hoover eine Expertenkommiſſion mit der
Erledigung der ganzen Angelegenheit beauftragen werde.
Die Anſichten darüber, ob das 1924 erlaſſene
Einwanderungs=
geſetz dem Präſidenten gebietet, die Neukontingentierungs=
Proklamation am 1. April zu erlaſſen, und was geſchieht, wenn er
es nicht tut, ſind geteilt. Von mancher Seite wird bezweifelt, daß
die Beſtimmung mandatoriſch iſt und dem Präſidenten keine
Seite 2
Donnerstag, den 21. März 1929
Nummen
andere Wahl läßt, obwohl er, zuſammen mit Staatsſekretär
Kellogg und Arbeits=Sekretär Davis, bei Uebermittlung des erſten
Berichts der Zenſusbeamten an den Präſidenten das ganze
Ver=
fahren der Ermittlung des „nationalen Urſprungs” der einzelnen
Beſtandteile des amerikaniſchen Völker=Konglomerats dahin
kom=
mentiert hatte. „ . .. unſerer Anſicht nach erweckt die
erlangbare ſtatiſtiſche und hiſtoriſche
Informa=
tion ernſte Bedenken hinſichtlich des ganzen
Wertes dieſer Berechnungen als Grundlage für
die gedachten Zwecke.”
Als der Kongreß mit der Beſchränkung der Einwanderung
den Anfang machte, fiel es ihm ſchwer, eine Formel, einen
Maß=
ſtab zu finden, mit dem die aus jedem Lande zuläſſigen
Einwan=
derer gemeſſen werden konnten. Zuerſt verſuchte man die
Volks=
zählung von 1910 zugrunde zu legen. Endloſes Gezänk!
Schließ=
lich einigte man ſich auf den Zenſus von 1890, mit der
Be=
ſtimmung, daß aus jedem Lande 2 v. H. der um jene
Zeit ermittelten hier anſäſſigen
Fremdgebore=
nen zugelaſſen werden ſollten.
Dem 1890er Zenſus nach lebten damals in den Vereinigten
Staaten 2 561 150 gebürtige Deutſche. Zwei Prozent
hiervon ſind 51227. Ergo wurde das deutſche Kontingent
(die Quote) auf 51 227 angeſetzt und ſoviele
Auswan=
derer aus Deutſchland konnten jährlich zu dauerndem Aufenthalt
hier zugekaſſen werden. Ebenſo verfuhr man mit allen anderen
europäiſchen Ländern. Dieſe Grundlage war aber den
Einwan=
derungsgegnern im Kongreſſe nicht „wiſſenſchaftlich” genug. Nach
langem Hin und Her gelangte man zu der Ueberzeugung, daß ſich
eine beſſere Kontingentierung auf folgender Baſis würde finden
laſſen: Die Einwanderung wird auf insgeſamt auf 150 000
be=
ſchränkt. Dann verſucht man zu ermitteln, ein wie großer Teil
der heutigen Geſamtbevölkerung engliſchen, ein wie großer iriſchen,
deutſchen, italieniſchen, ruſſiſchen, ſkandinaviſchen uſw. Urſprungs
iſt. Dann läßt man aus jedem Lande einen dem völkiſchen
Ein=
ſchlag entfprechenden Teil der 150 000 zu. Wennes ſich z. B.
ergeben ſollte — wie es ſich nach den Kalkulationen eines
der mit dieſer Aufgabe betrauten Rechenkünſtler tatſächlich ergeben
hat —, daß 16,21 Prozent der heutigen
Bevölke=
rung der Vereinigten Staaten deutſchen
Ge=
blüts ſind, ſoläßtman 16,21 Prozent aus
Deutſch=
land als Einwanderer herein.
Ein dahingehendes Geſetz wurde 1924 angenommen. Aber
es fehlte jede Grundlage für die Errechnung des „nationalen
Ur=
ſprungs” der Bevölkerung. Der Kongreß wußte ſich zu helfen.
Er beſchloß, die Volkszählung von 1890 bis zum 1. Juli 1927 als
Baſis für die Kontingentierung beizubehalten, in der
Zwiſchen=
zeit ſollte das Zenſusamt die nationale Abſtammung der
Geſamt=
bevölkerung ermitteln, und vom 1. Juli 1927 an ſollte die
Ver=
teilung der Einwanderung auf der Grundlage dieſer
Ermitte=
lungen erfolgen.
Das Zenſusamt machte ſich ans Werk. In welch arbiträrer
Weiſe die Beamten hierbei verfahren ſind, wie ſie jeven Smith
und Brown und Forſter in die engliſche Rubrik eingereiht haben,
ganz einerlei, ob er, ſein Vater oder Großvater früher Schmidt,
Braun oder Förſter geheißen hatte, iſt an dieſer Stelle in früheren
Aufſätzen ausführlich erläutert worden. Schließlich kamen ſie mit
ihrer „Schätzung” heraus. Das vernichtende Urteil der
drei Kabinettsmitglieder war natürlich ein
ſchwerer Schlag für die ganze Idee der „
natio=
nalen Abſtammung” Unterdeſſen rückte der 1. Juli 1927
immer näher. Um ſich aus der Verlegenheit herauszuhelfen,
be=
ſchloß der Kongreß im Februar 1927 die Verſchiebung des
Inkraft=
tretens der Klauſel über den „nationalen Urſprung” um ein
Jahr, im Februar 1928 um ein weiteres. Im Februar 1929
unterbreitete Senator Nye dem Senat, Abg. Chindblom dem
Hauſe eine Reſolution, die abermaligen Aufſchub beantragte. Sie
ward in beiden Häuſern des Kongreſſes den
Einwanderungsaus=
ſchüſſen überwieſen. Im Senatsausſchuſſe war es beſonders der
Republikaner Reed aus Pennſylvanien, der den Beſchluß
be=
kämpfte. Er iſt damit durchgedrungen. Er und die
Einwande=
rungsgegner. Und die „Sabbathheiliger”
Präſident Hoover wird vorausſichtlich vom Juſtizminiſter
Mitchell ein Rechtsgutachten darüber einfordern, ob die
Beſtim=
mung des Geſetzes, wonach er die Proklamation, die das
Inkraft=
treten der „nationalen Abſtammungs=Klauſel” verfügt, zu erlaſſen
hat, mandatoriſch iſt oder nicht. Lautet es bejahend, dann wird
ihm nichts anderes übrig bleiben, als die Proklamation
am 1. April zu erlaſſen.
Dann ſchrumpft vom 1. Juli dieſes Jahres an
die Zahl der aus Deutſchland zuläſſigen
Ein=
wanderer von 51 227 auf 25 957 zuſammen, die
der Tſchechoſlowaken von 3073 auf 2874, der Irländer (Iriſcher
Freiſtaat) von 28 567 auf 17 853, der Norweger von 6453 auf 2377,
der Schweden von 9561 auf 3314, der Dänen von 2789 auf 1181,
der Franzoſen von 3954 auf 3086 uſw., während das engliſche
Vom Tage.
Anläßlich der Vermählung des Kronprinzen von
Norwegen mit der Prinzeſſin Martha von Schweden
hat der Reichspräſident dem König von Norwegen, dem König
von Schweden, ſowie den Brauteltern telegraphiſch ſeine
Glück=
wünſche übermittelt.
Durch Funkſpruch hat Byrds Expedition mitgeteilt, daß die elf
Tage lang vermißt geweſenen drei Flieger unverſehrt aufgefunden
worden ſind.
Nach einer Mitteilung des engliſchen Außenminiſters Chamberlain
wird Lord Cuſhendun die britiſche Regierung auf der
kommenden Tagung der Abrüſtungskommiſſion des
Völkerbundes vertreten.
Bei der Nachwahl für den Eaſt Toxteth (England)
trug der Kandidat der Konſervativen Partei, H. Mond, ein Sohn des
Lord Melchett, den Sieg davon. Auf ihn entfielen 9 692 Stimmen
(16 139 bei der früheren Wahl), auf den Kandidaten der Arbeiterpartei
6 563 (6 620) und auf den Kandidaten der Liberalen Partei 6 206 (4 163)
Stimmen.
Der Bürgerkrieg in Merika.
Die Aufſtändiſchen auf der Fluchk. — Gil lehnk 2
ſtillſtandsverhandlungen mit den Rebeller.
(und nordiriſche) Kontingent von 34 007 auf 65 721, das
italie=
niſche von 3845 auf 5802 ſteigt. Dabei iſt die bisherige engliſche
„Quote” niemals voll erſchöpft worden, es ſind nie in einem
Jahre ſo viele Engländer und Nordirländer zu dauerndem
Aufenthalt herüber gekommen, als Zulaß hätten finden können.
Führerwechſel in der Reichswehr.
General v. Tſchiſchwitz,
Oberbefehlshaber des Reichswehrgruppenkommandos I, tritt am
1. April in den Ruheſtand. Er hat ſich im Weltkrieg vielfach
aus=
gezeichnet und war zuletzt der älteſte Truppenführer der
Reichs=
wehr. Zurzeit iſt er auch mit der Vertretung des in Amerika
weilenden Chefs der Heeresleitung, General Haye, beauftragt,
Generalleutnant Haſſe,
Befehlshaber des Wehrkreiſes III (Berlin) übernimmt den
Ober=
befehl der Reichswehrgruppe I. Ihm werden ſomit alle
Reichs=
wehrtruppen in Mittel= und Oſtdeutſchland, d. h. die Wehrkreiſe
Königsberg, Stettin, Berlin und Dresden, ſowie die
Kavallerie=
diviſionen Frankfurt a. d. O. und Breslau unterſtellt.
EP. New York, 19
Das Hauptquartier der mexikaniſchen Aufſtändiſchen
einem Telegramm aus El Paſo zufolge, daß die Räum
reons, das inzwiſchen von den Bundestruppen beſetzt
lediglich einen ſtrategiſchen Rückzug darſtelle. Die 2
bewegung nehme von Tag zu Tag zu. Aus mexikaniſchn
rungskreiſen verlautet jedoch, daß die Aufſtändiſchen 5
mexikaniſchen Konſul in El Paſo Friedensvorſchläge ur
hätten. Der mexikaniſche Präſident Gil hat aber das Ge
Aufſtändiſchen auf Abſchluß eines Waffenſtillſtandes un
nung von Friedensverhandlungen dahin beantwortet,
ſolches Angebot unannehmbar ſei und die Aufſtändiſcher
gefangen genommen werden würden, als Hochverräter
werden müßten. Die Aufſtändiſchen ziehen ſich unter den
Escobar auf die Hochebene im Norden von Mexiko zun
wird angenommen, daß jetzt ein ſich lange hinziehender
krieg im Norden der Staaten beginnen wird.
Scharfe Maßnahmen gegen die Rebellenfü
Präſident Gil hat einen Erlaß unterzeichnet, du
ſämtliche Führer der revolutionären Beme
außer Geſetz geſtellt werden. Falls ſie von Bundss
gefangen genommen werden, ſind ſie durch ein Kr
gericht ſummariſch abzuurteilen. Die Rev
führer, heißt es in dem Erlaß, hätten keinen Anſpruch au f
Nach Meldungen aus Nogales hat der Rebell=
Iturbe an der Spitze ſeiner Truppen die Vorſtädte von 2
im Staate Sinaloa erreicht. Eine Schlacht um den Bei
Stadt ſteht unmittelbar bevor. Das amerikaniſche Staat.
ment teilt mit, daß die Vereinigten Staat
mexikaniſchen Rebellen den Uebertritt au
amerikaniſches Gebiet, nicht verwehren
jedoch würden die Flüchtenden entwaffnet und
internie=
glaubt, daß in der Nähe von Escolan eine Entſcheidun
zwiſchen den Truppen des Generals Calles und des Auffä
führers Escobar unmittelbar bevorſteht, an der über 2500
teilnehmen.
Vor der Entſcheidungsſchlacht in Merik
Nach Meldungen aus Mexiko hat der Aufſtändiſche
Escobar die Stadt Escalon geräumt und ſich nach Jin
rückgezogen, wo er es nach ſeinen perfönlichen Erklärun=
Entſcheidungsſchlacht mit den von Calles geführten
truppen kommen laſſen will. Die Ausſichten für Escoba
allgemein als ungünſtig; die Stadt Escalon wäre info
Lage weitaus günſtiger für einen Verteidigungskampf
geweſen. Wenn ſich Escobar in Jimenez nicht halten
würde ihm nur nach der Uebertritt auf amerikaniſches
übrig bleiben. — General Calles befindet ſich zurzeit in
von wo aus er die Operationen leiten wird.
Trokki vor den Toren.
* Berlin, 20. März (Priv.
Je länger das Kabinett ſeine Entſcheidung über die
Trotzkis hinausſchiebt, deſto mehr wächſt der Fall ins O
hinein. Von allen Seiten kommen Proteſte, die auf di
und außentolitiſchen Konſequenzen aufmerkſam machaf
Deutſchnationalen haben im Preußiſchen Landtag eine
pellation eingebracht, in der ſie den Innenminiſter über ſe
tung ausfragen mit dem Hinweis, daß der Aufenthalt Tn
Deutſchland zu ſchwerer Gefährdung der öffentlichen S
führen könne. Von einer ganz anderen Ebene aus me
die weſtdeutſchen Badeorte, darunter auch die Badedirekn
Wiesbaden, um bei der Reichsregierung gegen eine zwan
Zuweiſung Trotzkis Einſpruch zu erheben, den ſie damit
den, daß feine Anweſenheit zu einer Maſſenflucht der
Badegäſte führen kann, wofür bereits Anzeichen vorlage
ruheſuchenden Badegäſte fürchten, daß, wenn Trotzki
anw=
es zu Ruheſtörungen oder Kundgebungen kommen wät
wollen dem lieber aus dem Wege gehen. Die
Anweſenhe=
kis würde alſo für das beehrte Bad ein Verluſtgeſchäft bl
Weg und Werke eines deutſchen Schauſpielers
um die Wende des 20. Jahrhunderks.
Ap. Der bekannte Schriftſteller Julius Bab hat eine
um=
fangreiche, 356 Seiten umfaſſende Monographie über den
Schau=
ſpieler Albert Baſſermann*) herausgegeben. Das mit
gründlicher Sachkenntnis und erſtaunlichem Fleiß verfaßte Buch
beginnt mit einer Geſchichte der Baſſermans, als der Geſchichte
einer deutſchen Bürgerfamilie, die 300 Jahre zurückreicht und nach
der ſozialen, wirtſchaftlichen, geſchichtlichen und politiſchen
Rich=
tung eine große typiſche Entwicklung zeigt und mehrere Male
Per=
ſönlichkeiten auſweiſt, die mit ihrer Wirkung die ganze Nation
berühren. In der Wüſte, die der dreißigjährige Krieg in
Deutſch=
land zurückgelaſſen hatte, begann Dietrich Baſſermann (1615 bis
1682) zu Oſtheim in Heſſen im Jahre 1654 eine Mühle zu bauen,
und nach neuer Generation war es Albert Baſſermann, der Brot
des Lebens an ein ganzes großes Volk teilte. Dietrichs
Nachkom=
men ließen ſich nacheinander in Babenhauſen, Frankfurt, Worms,
Heidelberg und Mannheim nieder, andere wanderten nach Wien
und London aus und gründeten dort eine neue Familie. Ein
Vor=
fahre Albert Baſſermanns, Johann Chriſtoph (1703—1762) war
Beſitzer des damals berühmten Gaſthofs „Zu den drei Königen”
in Heidelberg. Der Adel des Landes logierte hier. Die Dalbergs
aus Mannheim und Prinz Heinrich von Preußen. Ihre Weine
waren ſo berühmt, daß ſpäter bei Auflöſung des Hauſes der
König von Württemberg den ganzen Beſtand des Kellers
auf=
kaufen ließ. Sie hatten auch das alleinige Privileg, zur Faſtenzeit
Ballfeſte zu veranſtalten. Zwei andere Heidelberger Wirte, die
aus Konkurrenzneid ſich zu Jujurien gegen „die drei Könige‟
hinreißen ließen, wurden „zum Widerruf der Unbill und 24 Std.
bei Waſſer und Brot in Bürgergehorſam” auf Klage des
Drei=
königswirts verurteilt. Erbauer des ſtattlichen baſſermannſchen
Hauſes am Markte zu Mannheim war Friedrich Ludwig (1782
bis 1865), Bankier und banriſcher Konſul, der mit der Tochter des
Oberbürgermeiſters Reinhardt von Mannheim vermählt war,
Seine Braut= und Werbebriefe, zierliche Briefe eines poetiſchen
Gemüts aus der nachwertherſchen Zeit, rührend in ihrer Miſchung
aus bürgerlich=ſteifer Konvention und echtem Gefühl, haben ſich
erhalten. Er war ein Freund aller Dichtung und Wiſſenſchaft
und ſpielte vortrefflich Violine. Im oberen Stochwerk des Hauſes
waren ſtändig zwei Räume als Liebhabertheater eingerichtet. Sein
Sohn Friedrich Daniel (1811—1855) gründete eine
Verlagshand=
lung und gab auch eine Zeitung, die wichtige „Deutſche Zeitung”,
*) Albert Baſſermann, Werk und Wege eines deutſchen Sc
au=
ſpielers um die Wende des 20. Jahrhunderts. Von Julius Bab, Mit
48 Tafeln. Verlag von Erich Weibezahl, Leipzig.
heraus, deren Redakteur Gervinus war. Aber ſeine Haupterfolge
hatte der Verlag in Auerbachs Dorfgeſchichten und den
philoſo=
phiſchen Werken von Kuno Fiſcher. Sein Sohn Otto nahm die
Bücher ſeines Jugendfreundes Wilhelm Buſch in Verlag und
ſchüttete die Früchte dieſes populären Humoriſten in vielen
tau=
ſend Bänden über Deutſchland aus. Der Verlag beſteht noch heute
als Eigentum ſeiner Tochter.
Unter den Vorfahren Albert Baſſermanns finden ſich mehrere
Parlamentarier, die im politiſchen Leben eine bedeutende Rolle
geſpielt haben. Johann Ludwig (1781—1828), Eiſenhändler, war
erſter Landtagsabgeordneter von Mannheim im badiſchen
Par=
lament. Er hatte 11 Söhne, von denen der jüngſte, Anton,
Land=
gerichtsdirektor, ebenfalls lange Zeit im badiſchen Landtag ſaß.
Friedrich Daniel (1811—1858) war Führer und Sprecher der
liberalen Partei im badiſchen Landtag und ſpielte eine bedeutende
Rolle in der Politik. Am 5. Mai 1848 kamen die 51 Politiker in
Heidelberg zuſammen, die den Beſchluß faßten, das Vorparlament
nach Frankfurt a. M. zu laden. Baſſermann wurde
Bevollmäch=
tigter für die Ausarbeitung der neuen Bundesverfaſſung, er
wurde Unterſtaatsſekretär im Reichsminiſterium und ein
Haupt=
ſprecher der Mittelpartei. Er forderte eine Staatsgewalt für ganz
Deutſchland inter Anerkennung der Vorherrſchaft Preußens.
Aber der Plan ſcheiterte an Preußens Ablehnung. Nach ſeiner
Rückkehr nach Mannheim ſagte er in einer Rede: „Spät kam ich
an und durchwanderte noch die Straßen, und ich muß geſtehen, daß
die Bevölkerung, die ich namentlich in der Nähe dees Sitzungslokals
der Stände, erblickte, mich erſchreckte. Ich ſah hier Geſtalten die
Straße bevölkern, die ich nicht ſchildern will.” Seitdem ſind die
„Baſſermannſchen Geſtalten” eine ſprichwörtliche Wendung in
Deutſchland geworden. Am 13. Mai 1849 legte Baſſermann ſein
Mandat nieder, wurde aber von einem preußiſchen Wahlkreis
wieder in das Erfurter Parlament entſandt, wo er als Vertreter
des freiheitlichen Bürgertums einen heftigen Zuſammenſtoß mit
dem ſpäteren Reichskanzler Otto von Bismarck hatte. Ein
ge=
brochener Mann, krank und arbeitsunfähig, griff er am 29. Juli
1855 zur Piſtole. Der Sohn Antons war Ernſt Baſſermann (1854
bis 1917), einer der wichtigſten deutſchen Politiker im Zeitalter
Wilhelms II., Bewunderer und Mitkämpfer Bismarcks und nach
dem Tode v. Benningſens im Jahre 1902 Führer der großen
natio=
nalliberalen Partei. Welch bedeutende Rolle er als ſolcher in
der Politik geſpielt hat, iſt noch in friſcher Erinnerung. Nach
Ausbruch des Krieges trat er mit feinen 60 Jahren wieder in die
Armee ein und erlag im Jahre 1917 den Strapazen des Krieges.
Die künſtleriſche Ader erbte Baſſermann (geb. 1868) von
ſei=
nem Großvater, der ein begeiſterter Celloſpieler und Künſtler war,
ebenſo ſein Vater Wilhelm (1839—1906), der die erſte deutſche
Nähmaſchinenfabrik gegründet hat, die aber bald einging, da er
ein viel beſſerer Celloſpieler als Kaufmann war. Auch Albert
Baſſermann war ein Künſtler auf dem Cello. Die kün
Laufbahn Albert Baſſermanns iſt wie die vieler großer
ſpieler ein von Mißerfolgen und Enttäuſchungen begleite
ſtieg vom Schmierendarfteller zum großen Künſtler. B
Oberſekunda trat er in ein Kaffeegeſchäft ein, ſetzte a
unglücklich in dieſer Beſchäftigung, bei ſeinem Vater du.
er wieder die Schule beſuchen durfte und ging mit 17 Jah—
Karlsruhe und ſpäter nach Straßburg, um Chemie zu ſt
bekam dann eine gute Anſtellung in der berühmten Zellſ
Waldhof. Aber er war nicht mit dem Herzen bei ſeinen?“
und nach einem Konflikt mit ſeinem Direktor, mit dem er
war ſeine Laufbahn als Chemiker beendet. Sein Entſchs
Bühne zu gehen, wie ſein Onkel und ſein Bruder, ſtand ſen
Angehörigen und auch Max Marterſteig rieten ihm weger
belegten, heiſeren und brüchigen Organs davon ab.
Ab=
ganz eigenartige Größe beſteht in der Art, wie er die
Heiſerkeit ſeines Organs als Kunſtmittel verwendet. Mc
nahm ihn als Volontär an die Mannheimer Bühne, wo
E. Albert zuerſt in einer ſtummen Rolle auftrat und nach
ren nichtsſagenden Beſchäftigungen den Koſinſky in dem
bern” ſpielte. Es folgten weitere Beſchäftigungen in Her
Kaiſerslautern und Köln, von wo er von der Schauſpie
entlaſſen wurde, weil ſie von dieſem talentloſen Menſcher
Gebrauch machen könne, ſodann kleinere Engagements in
burg, einer beſſern Schmiere, und Wernigerode, wo er eis
kord aufſtellte, indem er in „Wilhelm Tell” den Baumgar
den Geßler und noch den Stier von Uri ſpielte; denn da
Theater an einem geeigneten Horn fehlte, mußte er m.
Atrappe in der Hand den gewaltigen Hornruf eigenmüng
vorbringen. Nach einem Gaſtſpiel in Hannover, das zu
Engagement führte, ging er im Herbſt 1889 an das Stad
in Bern, wo er zum erſten Male in bedeutenderen Ros
Charakterdarſteller beſchäftigt wurde. Nach vorüberge
Engagements in Baden=Baden und Aachen gehörte er bien
dem Meininger Enſemble an, wo der Aufſtieg zu ſeinem
Ruhm begann. Otto Brahm wollte den merkwürdig Te
Naturaliſten für das Deutſche Theater gewinnen, was /E
zerſchlug, ebenſo wenig kam ein Engagement in Münck.
ſtande, weil er als Jago durchfiel. Die Neuheit der Auk
verblüffte das Publikum. Im Herbſt 1895 eröffnete Alohs
ein Gönner Baſſermanns, das „Berliner Theater”, ung
Baſſermann und brachte ihn hier zur Entfaltung und zum.
In der Rolle des Geßler erregte er Aufſehen und fand E
Widerſpruch, indem er den böſen Landvogt betrunken ſpie.
dieſen Wüterich menſchlich näher zu bringen, da er ihn in
Zuſtand des Rauſches gleichſam außer Verantwortung ſe5!
Ruhm iſt am 1. Dezember 1896 geboren, an dem er in *
bruchs „Kaiſer Heinrich” den jungen Heinrich ſpielte, M.
urnmer 80
Donnerstag, den 21. März 1929
Geite 3
Miniſter Korell über Wege zur Abhilfe.
Frident Delp eröffnet die Sitzung um 10.20 Uhr. Das Haus
e Beratung des Staatsvoranſchlags beim Kapitel 84 (Förderung
Zweige der Landwirtſchaft) fort,
miſter für Arbeit und Wirtſchaft Korell führ
meS aus über die Lage der Landwirtſchaft:
deutſche Landwirtſchaft macht eine Zeit der Kriſis durch, die
urückzuführen iſt, daß der Preis ihrer Produkte ſich der
Geld=
mong nicht ſo raſch hat anpaſſen können, wie das in anderen
mu größtenteils der Fall iſt. Dazu kommt, daß der Zinsfuß, die
ü. die Arbeitslöhne und wohl auch die Lebensanſprüche, wie bei
Ständen, geſtiegen ſind. Ueber die Notlage der Landwirtſchaft
in urteilsfähigen Kreiſen nur eine Meinung.
Meinungsver=
m eiten beſtehen nur darüber, wie dieſer Notlage abzuhelfen iſt.
lch iſt das Rezept einer Erhöhung der Zölle, die unſere Nepa=
Enöglichkeit zerſtören würde. Das würde auch nur die
Arbeits=
ſtᛋ bei uns vergrößern und die Konſumfähigkeit der Maſſen für
Far ſchaftliche Produkte nur herabſetzen. Der umgekehrte
uuß beſchritten werden. Es muß ein Abbau der indn=
Rohſtoffzölle erfolgen, damit die Fertiginduſtrie ihre Waren
ſan den Landmann verkaufen kann. Das würde zugleich auch
Fſortfähigkeit der Fertigwareninduſtrie fördern. Die
Landwirt=
weiß auch zur Rationaliſierung ihres Betriebes ſchreiten. Ich
ver=
her beſonders auf einen Aufſatz, den Herr Geheimrat
hner in dem Kalender der Landwirtſchaftskammer für 1929
ver=
ſſichzt hat. Es iſt dort nachgewieſen, daß die Produktion an
Ge=
irnd Futterſtoffen ganz weſentlich durch eine entſprechende
hug gehoben werden kann, und daß auf dieſem Wege aus
Verluſt=
hua t eine Ueberſchußwirtſchaft entſtehen kann. Das iſt um ſo mehr
h als Kunſtdüngerſtoffe nicht teurer als vor dem Kriege ſind.
ſih= aber zu, daß der Getreidebau auch dann, namentlich auf den
wBöden in der Nähe der Großſtädte, gegenüber der
Auslands=
frimz, die auf dem billigen Waſſerweg bis vor die Speicher unſerer
nühlen kommt, nicht beſonders rentabel ſein würde. Ich habe
b dem Reichsernährungsminiſter den Vorſchlag gemacht, die
ſaahlung eines gewiſſen Kontingents von deutſchem Korn
vor=
hiſen. Andere wirtſchaftspolitiſche Wege, der deutſchen Landwvirt=
Gaufzuhelfen, wie etwa das Getreidemonopol oder die Erhebung
ſtatiſtiſchen Gebühr bei der Einfuhr von Auslandsgetreide iſt
ſhark umſtritten. Größere Ausſichten hat namentlich unſere
heſſiſch=
ſtirtſchaft auf dem Gebiet der Obſt= Gemüſe=, Eier= und
hoerwertung. Anderthalb Milliarden Mark gehen für
Reinge, die ebenſogut und beſſer bei uns hergeſtellt werden könn=
18 Ausland. Hier iſt es auch nicht die Billigkeit, die dem
Aus=
zrodukt den Vorſprung gibt, ſondern einfach die fehlende
Quan=
tund Qualität der Inlandsware. Ich ſehe keinen Grund, weshalb
eutſche Huhn, anſtatt nur 60 Eier durchſchnittlich im Jahr, nicht
ſhue das Auslandshuhn. 150 Eier legen könnte, und weshalb die
be Kuh nicht auch gleich der holländiſchen und däniſchen 2400 Liter,
nur 1800 geben könnte. Wir könnten durch eine ſolche
Steige=
ner Produktion nicht nur den Inlandsbedarf decken, ſondern auch
sportieren. Natürlich ſpielt auch die Qualität eine Rolle. Ich
daß das kommende Reichsmilchgeſetz hier einen Standard
ſpien wird, der die Qualität weſentlich hebt. Bei Obſt und
Ge=
ſft es ähnlich.
ſie wiſſen, daß die Reichsregierung und die heſſiſche Regierung
Fun, um dieſe Entwicklung zu fördern. Eine große Rolle müſſen
üe Genoſſenſchaften ſpielen, die ihre Aufgabe weniger
Een ſollten in der direkten Belieferung des Detailliſten, als in der
hiug ihrer Mitglieder zur Lieferung einer nach jeder Richtung
hlen Ware an den Großhandel und den organiſierten Konſum.
Pewegung ſteckt noch in den Anfängen, was wir aber an
Bei=
auf dieſem Gebiet kennen gelernt haben, iſt über jedes Lob er=
und wird von Konſumenten gern aufgenommen. Es fehlt aber
Bem Zuſammenſchluß all dieſer Einzelſtellen, die eine an Ausſehen
erpackung ganz gleiche Ware dem Handel liefert.
Eine inkereſſanke Skaliſtik.
die Hälfte der unterſuchten Betriebe ſchuldenfrei.
Bei der anderen Hälfte hat die Zahl der Betriebe mit mittlerer
Ver=
ſchuldung (bis 500 Mark pro Hektar) von 73 auf 130 zugenommen,
da=
gegen iſt die Zahl der Betriebe mit höherer Verſchuldung (über 500 Mk.
je Hekt.) von 99 auf 14 zurückgegangen. Die Verſchuldungsſumme hat alſo
auch bei dieſer Hälfte weſentlich abgenommen. Sie beträgt nur 28.75
Prozent der Verſchuldung von 1913. Ein Vergleich der Betriebe wach
Größenklaſſen zeigt, daß die Betriebe bis 5 Hektar nur noch 14,67
Pro=
zent, von 5 bis 10 Hektar 20,16 Prozent, von 10 bis 20 Hektar 29,63
Prozent und über 20 Hektar 37,44 Prozent der Schulden von 1913
haben. Die kleineren und mittleren Betriebe ſtehen am günſtigſten da.
Da in der Statiſük nur die Betriebe von 5 bis 10 Hektar mit dem
ihrer Zahl entſprechenden Gewicht richtig bewertet ſind, die darunter
liegenden Betriebsgrößen aber um die Hälfte zu gering und die
dar=
über liegenden um das drei= bis fünffache zu hoch vertreten ſind, gibt
dieſe Statiſtik kein genau zutreffendes Bild. Bei richtiger Bewertung
der einzelnen Größenklaſſen würde die allgemeine
Verſchul=
dung noch niedriger erſcheinen. Weiterhin iſt feſtzuſtellen, daß
die Verſchuldung in allen Betriebsgrößen in Oberheſſen größer iſt als
in Starkenburg und Rheinheſſen. Nur bei den Betrieben über 20
Hek=
tar ſteht Rheinheſſen an der Spitze.
Bei der Beurteilung dieſer Zahlen muß man
aller=
dings berückſichtigen, daß die Verzinſung um das Doppelte etwa
geſtie=
gen iſt, ſo daß eine Schuld von 1000 Mark heute ebenſoviel Zinſen
beanſprucht, wie eine ſolche von 2000 Mark in 1913. Wenn alſo ein
Landwirt heute nur noch 50 Prozent der Verſchuldung von 1913 hat,
muß er doch dieſelbe Zinsſumme aufbringen, allerdings in um 40
Pro=
zent entwertetem Geld. Die Geſamtverſchuldung beträgt aber, wie ſchon
geſagt, nur 28,75 Prozent derjenigen von 1913.
Die ſteuerliche Belaſtung der Landwirtſchaft.
Weiterhin iſt noch zu berückſichtigen die Höhe der ſteuerlichen
Be=
laſtung, die infolge des Krieges von 27,8 Mark pro Hektar in 1913 auf
61 Mark pro Hektar in 1927, alſo um 322 Mark durchſchnittlich
geſtie=
gen iſt. Dabei iſt feſtzuhalten, daß die Einkommenſteuer auf die drei
Provinzen gerechnet nur um 1 Mark pro Hektar geſtiegen iſt. Bei den
Betrieben bis zu 5 Hektar iſt ſie in Starkenburg und Oberheſſen ſtark
gefallen und nur in Rheinheſſen geſtiegen. Die Vermögensſteuer iſt in
allen drei Provinzen ſtark geſunken, und zwar (infolge unſerer
Staffe=
lung) bei den Betrieben bis zu 5 Hektar am meiſten. In Starkenburg
von 4,4 auf 0,6, in Oberheſſen von 3,7 auf 0,2 und in Rheinheſſen von
5,2 auf 0,1 Mark pro Hektar. An dem Mehr iſt beteiligt die
Umfatz=
ſteuer mit 28 Mark pro Hektar, die Rentenbankzinſen mit 5.4 Marl
pro Hektar, die Landesſteuer (Sondergebäudeſteuer) mit 13,9 Mark pro
Hektar, die Gemeindeſteuern mit einem Mehr von 4.3 Mark pro Hekt.,
die Kirchenſteuer mit 1,7 Mark pro Hektar, die
Landwirtſchaftskammer=
beiträge mit 0,9 Mark pro Hektar, die Berufsgenoſſenſchaftsbeiträge
mit 3.1 Mark pro Hektar, die Brandverſicherungsbeiträge mit 0,2 Mk.
pro Hektar. Zuſammen ein Mehr von 32,3 Mark pro Hektar. Die
Mehrbelaſtung ſtammt alſo, wenn man die Sondergebäudeſteuer als
eine Gebäudeentſchuldungsabgabe und die Rentenbankzinſen als eine
Neparationsabgabe betrachtet, nicht aus ſtaatlichen Steuern.
Das Bild der Verſchuldung und ſteuerlichen Belaſtung der
heſſi=
ſchen Landwirtſchaft erſcheint im Lichte dieſer ſtreng ſachlichen
Feſt=
ſtellung der Finanzämter anders, als in der Beleuchtung mancher
Agi=
tationsredner. Trotzdem ſei die Notlage der Landwirtſchaft anerkannt.
An ihrer Hebung im Sinne meiner Ausführungen mitzuarbeiten, werde
ich auch im kommenden Jahre als meine Aufgabe betrachten.
Die Ausſprache.
er Obſt=, Gemüſe= und Weinbau hat von jeher ſchon eine große
inr unſerer heſſiſchen Landwirtſchaft geſpielt und hat ſie vor der
eſchützt, die weite Teile der getreidebauenden Landwirtſchaft
er=
ſiſ hat. Während dieſe letztere bereits wieder ſeit der Inflation
mSchulden aufgehäuft hat, ſcheint es der heſſiſchen Landwirtſchaft
F zu gehen. Die Zentralſtelle für Landesſtatiſtik
ſir auf Grund eines von 34 Finanzämtern gelieferten Materials
83 typiſchen Betrieben der drei Provinzen eine Zuſammenſtellung
rdie Verſchuldung der heſſiſchen Landwirtſchaft
ſen, die Erſtaunen hervorrufen wird. Danach zeigt ſich, daß bei
Vergleich derſelben Betriebe 1913 und 1927 die
Verſchul=
u pro Hektar ganz bedeutend zurückgegangen
ſie ſchuldenfreien Betriebe haben in Starkenburg von
a 58 und in Rheinheſſen von 32 auf 41 zugenommen. In
Rieſſen ſind ſie allerdings zurückgegangen von 42 auf 31. In ganz
mhaben ſie von 111 auf 130 zugenommen. Demnach iſt etwa
Abg. Dr. Werner (Dntl.) erklärt, die Landwirtſchaft könne
un=
möglich allein vorgehen, ſie werde näichts erreichen, wenn ſie nicht mit
den ubrigen Ständen zuſammengehe. Von den Schutzzöllen ſei heute
das nicht mehr zu erwarten, was man früher von ihnen erwarten
durfte. Es müſſe nach einem Weg geſuchſt werden, um die Preiſe ſo zu
geſtalten, die der aufgewendeten Arbeit entſprechen.
Abg. Maurer (Soz.) erklärt die Zuſtimmung ſeiner Fraktion
für die Gewährung von 10 000 Mark zur Bekämpfung des
Kartoffel=
krebſes. Er vertritt die Auffaſſung, der ewigen Subventionspolitik
müiſſe endlich einmal ein Ende gemacht werben. Er ſetzt ſich für ein
Außenhandelsmonopol für Getreide und Mühlenprodukte ein. Man
werde verſuchen müſſen, die Einfuhr auf die Zeit des inländiſchen
Be=
darfs zu beſchränken; dadurch werde der Spckulation der Boden
ent=
zogen Redner tritt weiterhin ein für den Abbau der
Futtermittel=
zölle, für Abſatzkontvolle und Qualitätsverbeſſerung.
Abg. Dr. Müller (Bbd.) betont, er könne den grundſätzlichen
Optimismus des Miniſters für Arbeit und Wirtſchaft nicht teilen. Dem
Bauer ſei es ganz gleich, welche Staatsform vorhanden ſei, er verlange
nur, daß ihn der Staat achſte, und wenn er das tue, werde ihn auch
der Bauer achten. Redner ſetzt ſich nachſdrücklichſt für eine ſtarke
Schutz=
zollpolitik ein und wendet ſich dann gegen den vom Vorredner
vorge=
brachten Gedanken des Getreidemonopols. Ein Teil der Landwirtſchaft
ſei durch zähe Ausdauer ſchulbenfrei geblieben, aber es ſei
bemerkens=
wert, daß in Naſſau beiſpielsweiſe nur 10ſo zur Einkommenſteuer
ver=
anlagt werden könnten.
Abg, Blank (Ztr.) ſpricht die Vefürchtung aus, daß der Kampf
zwiſchen Erzeugern und Verbrauchern, wenw die Ausführungen des
Mi=
niſters für Arbeit und Wirtſchaft ins Land hinausgingen, nur verſchärft
wüirde, weil die Zahlen nicht richtig verſtanden würden und leicht
verall=
gemeinert werden könnten. Er ſetzt ſich wie ſein Vorredner für
aus=
reichende Schutzzölle ein.
Miniſter Korell ſtellt ausdrücklich feſt, die Unterlagen zu ſeinen
heutigen Ausfuhrungen ſeien auf Grund einer don ihm ſchon vor
län=
gerer Zeit vom Statiſtiſchen Amt geſorderten und auf rein ſtatiſtiſcher
wiſſenſchaftlicher Grundlage beruhenden Arbeit aufgeſtellt worden. Sie
ſtellen keineswegs eine Uebertreibung dar und würden ſicher nicht falſch
verſtanden. Der Arbeiter, der unter Bauern wohne, wiſſe ſehr wohl,
daß die wirkliche Lage der Bauern vielfech nicht ſo ſei, wie man ſie in
der Ocffentlichkeit darzuſtellen beliebe. Der Zweck ſeiner Ausführungen
ſei geweſen, der Wahrheit näher zu kommen.
Abg. Schott (D.V.P.) vertritt die Auffaſſung, daß die Zahlen
des Miniſters für Arbei= und Wirtſchaft ein objektiv falſches Bilo geben,
weil viele Gebiete, ſo z. B. der Viehkauf, Fuiter= und Düngemittel, dabei
nicht berückſichtigt worden ſeien. Er wendet ſich gegen die Ibee des
Außenhandelmonepols und unterſtreiht die Tatſache, daß 800o der
Kleinbetriebe verſchuldet ſind.
Abg. Böhm (Dntl.) erkundigt ſich nach den Maßnahmen, die gegen
die unberechtigten Verleumdungen des heſſiſchen Weinbaues getroffen
werden müßten
Miniſterialdirektor Uebel erklärt, daß der deutſchnationale Graf
Plettenberg, der den heſſiſchen Weinhau verdächtigt habe, die vom der
Regierung geforderten Unterlagen nichr gegeben habe.
Annahme finden ſodann Kapitel 78 (Hochbauweſen), Kapitel 83
(Bodenverbeſſerung), wobei der Staatszuſchuß für die Feldbereinigung
auf 50 000 Mark erhöht wiid, Kapitel 84 (Förderung einzelner Zweige
der Landwirtſchaft), worin 10 000 Mark zur Bekämpfung des
Kar=
toffelkrebſes angeſetzt ſind, ſowie das Kapitel 85 (Landwirtſchaftskammer).
Miniſter Korell erklärt zu dem Kapitel 88, daß das Arbeitsamt
Gießen tatſächlich Anträge auf Erwerbsloſenunterſtützung 3—4 Wochen
habe liegen laſſen und dann an die Bürgermeiſteeien weitergegeben habe.
Miniſter Leuſchner wird eine ſtrenge Unterſuchung aller Fälle
vornehmen laſſen. Er ſagt zu, daß die Gemeinden zu möglichſt raſcher
Erledigung angehilten werden ſollen.
Abg. Galm (Komm.) beklagt, nachdem ein kommuniſtiſcher
An=
trag auf verlängerte Redezeit abgelehnt iſt, die von der Regierung und
den Fraktionen geübte Behandlung bommuniſtiſcher Anträge.
Abg. Dr. Müller (Bbd.) glaubt, daß auch im Sommer die
Ar=
beitsloſigkeit trotz erhöhten Arbeitermangels auf dem Lande größer
werde. Er vergleicht das Einkommen des Landwirts mit dem des
Induſtriearbeiters.
Abg. Sumpf (Konn.) wünſcht die Kürzung der Arbeitszeit und
glaubt, Mängel des Erwerbsloſengeſetzes aufweiſen zu können.
Abg. Roß (Soz.) begrüßt die Fortſchritte auf ſozialem Gebiete,
wenn er auh der Meinung Ausdruck gibt, daß noch mehr zu erreichen ſei.
Abg. Dr. Niepoth (D.V.P., verbreitet ſich über
Erwerbsloſen=
fragen und kommt dann u. a. auf die für gemeinnützige
Rechtsauskunfts=
ſtellen eingeſetzten 25 000 Mauk zu ſprechen. Abg. Haury hatte im
Aus=
ſchuß den Antrag geſtellt, dieſen Betrag abzulehnen. Im Ausſchuß
waren ſich die Koalitionsparteien niht einig. Es ſei intereſſant, zu er.
fahren, auf weleher Baſis der Vergleich zuſtande gekommen ſei. Redner
wüinſcht vom Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft den Nachweis, wer
in dieſem Streit um die 25 000 Mark das Rennen gemacht habe.
Abg. Galm (Komm.) erheitert noch eiwmal das Haus durch den
Zwiſchenruf: Die Koalition bekommt alles und die anderen nichts!, und
dann ſhließt Stellvertr. Präſident Blank die Sitzung um 1 Uhr 30
Minuten und beraumt die nähſſte Sitzung auf nachmittags 3 Uhr an.
Die Nachmitkags-Sikung.
Präſident Delp eröffnet die Nachmittagsſitzung um 3 Uhr 15
Minuten.
Abg. Axt (V.R.P.) kritiſiert die Haltung der einzelnen Parteien
bei der Beratung des Rentuerverſorgungsgeſetzes im Reichscag. Er
bringt Klagen der Darmeſtädter Wohlfahitsempfänger vor.
Miniſterialrat Linkenheld erſtattet ausführlichen Bericht über
die von der Negierung und den Gemeinden ergriffenen Maßnahmen
zu=
gunſten der Sozial= und Kleinrentner. Der Staat habe ein Drittel mehr
geleiſtet, als er verpflichtet war, ſo daß zuſammen 9 Millionen allein
für=
die gehobene Fürſorge aufgebracht wurden. Außerdem ſei durch die
Sondermaßnahmen, die Brennſtoffverſorgung uſw. alles getan, was
möglich ſei.
Abg. Weſp und Heinſtadt (Btr.) kritiſieren die Haltung der
D.V. P. zum Rentnerverſorgungsgeſetz im Reichstag.
Das Kapite: 88 (Arbeitsnachweis und Wohlfohrtspflege) wird an
genommen. Für die gehobene Fürſorge wenden weitere 130 000 Mark
bewilligt. Die Regierung wird in einer Entſchließung erſucht, die
lau=
fenden Aufträge und Notſtandsarbeiten ſofort in Angriff zu nehmen.
Zum Kapitel 99 (Kunſtgcwerbe) bringen die Abgg. Donat (Dem.)
und Lantenbacher (Ztr.) neue Klagen über Benachteiligung des
heſſiſchen Handwerks bei Vergebung von Aufträgen des Staates,
be=
ſonders bei der Reichspoſt und Shupo, vor. Von der Regierung woird
ſtrenge Nachprüfung zugeſagt. Sie ſei wie ſeither bemüht, das heſſiſche
Handwerk bei Vergebung von Aufträgen beſonders zu berüchſichtigen.
Für die Handwerkskammerſtelle zur Gewerbeförderung und
Betriebs=
beratung Gießen werden 10 000 Mark bewilligt.
Zum Kapitel der Juſtiz bringen die Abgg. Kaul (Soz.), Dr. Beſt
(V. R. P.) und Böhm (Dntl.) Wünſche vor.
Miniſter Kirnberger erklärt, daß das heſſiſche
Geſamtmini=
ſterium von der ſeitherigen Uebung, gefällte Todesurteile nicht
voll=
ſtrecken zu laſſen, auch in ſeiner neuen Zuſammenſetzung nicht abgehen
)werde.
Die Abſtimmung über die Kapitel der Juſtiz, des
Finanzminiſte=
riums und des Staatsſchuldenverwaltung wurde auf morgen vertagt.
Die erſte Leſung des Etats iſt damit Eeendet.
Das Haus vertagt ſich um 5 Uhr auf heute vormittag 10 Uhr. Anf
der Tagesordnung ſtehen u. a. Abſtimmungen und zweite Leſung des
Etats.
erpublikum die Größe des Schauſpielers Baſſermann ent=
240 In den fünf Jahren am Berliner Theater ſtieg ſeine Gage
W00 Mk. monatlich um das Doppelte. Nach Ablauf der fünf
Wſchloß er mit Otto Brahm für das „Deutſche Theater” ab,
Am er neun Jahre wirkte, die die Vollendung des Realiſten
Uteten. 1898 vermählte ſich Baſſermann mit der Schauſpiele=
Rlſe Schiff. Als das neunte Jahr ſeines Engagements bei
hn zu Ende ging, war Baſſermann nicht mehr eine Berliner
chmtheit, ſondern eine deutſche. Das Brahmſche Enſemble
Rhäufige Gaſtſpiele in Wien, Budapeſt, Prag und Graz, und
hlich beginnt das Gaſtieren eine regelmäßige Einrichtung in
Frmianns Tätigkeit zu werden. Er gaſtierte in Breslau,
Anheim, Poſen, Gießen, Oldenburg, Zürich, Kalrsruhe und in
Meutſchland. Außerordentlich ſtark war das Echo, das ſeine
m imn Reich weckte. Manche erblickten in ihm ganz einfach den
hen Triumph der naturaliſtiſchen Schule. Er war in die Tie=
2s Naturalismus herabgeſtiegen, um die Größe der einfach=
APahrheiten voll erleben und ausgeſtalten zu können. Aber
Sem Staubig=Engen und Dumpfen riſſen die feurigen Arme
Genius immer wieder das Ungemeine, die göttliche Kraft
enſchenſeele empor. Im Jahre 1900 kehte Baſſermann ans
Sſche Theater” unter Reinhardts Leitung zurück. Hier fand
in das Repertoire, das er brauchte, und den Regiſſeur und
ſünf Jahre. Im März 1911 ſtarb Friedrich Haaſe.
Letzt=
vermachte er Baſſermann den Ifflandring. Iffland gab
Ring, der in Eiſen geſchnitten und mit vielen Diamanten
iſt und das Porträt Ifflands enthält, einſt dem berühmten
Dig Devrient; von ihm ging er auf ſeinen Neffen Emil
ent und dann auf Theodor Döring über, von dem ihn
rich Haaſe erhielt mit dem Wunſche, ihn nur dem
Schau=
zu überlaſſen, den er für eine ſolche Ehrengabe als
Wür=
ih erachte. So war denn die Ernennung Baſſermanns zum
deutſchen Schauſpieler offiziell vollzogen. Die Jahre bei
ardt hatten Baſſermanns Kunſt das Letzte an innerer Weite
DFülle gegeben. Die Gaſtſpiele in ganz Deutſchland füllten
chon einen ſehr bedeutenden Teil ſeiner Spielzeit aus.
Wäh=
des Krieges ging er wieder ans Leſſing=Theater und nach
riege ans Deutſche Theater, wo er aber nur gaſtweiſe täng
gaſtierte meiſtens wieder in ganz Deutſchland und auch in
bſtjavien. Durch die Inflation büßte er ſein Vermögen von
22 Million ein und wurde ganz ein „Fahrender” neuer=
Cab der 62jährige auch ſeine Wohnung in Aroſa auf und iſt
nbehauſter. Im Jahre 1928 abſolvierte er ein Gaſtſpiel in
*. Was die jüngſte deutſche Dramatik noch von ihm erwarten
belvies ſeine Darſtellung des Zirkusdirektors Knie in
Zuck=
rs „Katharina Knie” und des Denis in Romains „Diktator”
Swei Monate hindurch täglich vor vollen Häuſern ſpielte.
as Repertoire Baſſermanns umfaßt bisher in mehr als 10
erjahren nicht weniger als 570 Rollen. An der Spitze aller Auto=
ren ſteht Shakeſpeare mit 15 verſchiedenen Dramen und 28
verſchiede=
nen Rollen, dann Schiller mit 10 verſchiedenen Stücken und 22
Rol=
len, Goethe mit 4 Stücken und 12 Rollen, Leſſing mit 3 Stücken
und 7 Rollen, Ibſen iſt mit 16, Schnitzler mit 12, Gerhart
Haupt=
mann mit 10 Rollen vertreten. Sein Repertoire umfaßte faſt die
geſamte Theaterliteratur, Stücke der Birch=Pfeiffer, Marlitt,
Be=
nedix und Moſer (von letzterem allein 16 Rollen), Moſenthal,
Neſtroy, Schönthan, v. Kadelburg, Sudermann, Unruh u. v. a.
In manchen Stücken, wie „Fauſt” „Wilhelm Tell” „Hamlet”
„Der Widerſpenſtigen Zähmung” und „Deborah” (von Moſenthal)
hat er 4 und 5 verſchiedene, in vielen anderen 3 verſchiedene
Rol=
len geſpielt. Vielfach hat Baſſermann in ſeinen Berliner
Enga=
gements und auf ſeinen Gaſtfahrten noch maſſenhafte Rollen in
Stücken geſpielt, die bereits gänzlich vergeſſen ſind. Einige dieſer
Stücke ſind heute ſogar ſo verſchollen, daß man den (in
Baſſer=
manns Aufzeichnungen ungenannten) Verfaſſer durch kein
Nach=
ſchlagewerk mehr ermitteln kann.
Wie der Herausgeber dieſes hervorragenden, für die Geſchichte
des deutſchen Theaters wichtigen Buches zum Schluſſe mitteilt,
haben Baſſermanns Aufzeichnungen mit ihren durch 41 Jahre
fortgeſetzten, annähernd 7000 Spieleintragungen ihm das Gerüſt
für die Schilderung ſeiner künſtleriſchen Laufbahn gegeben.
Cavatine des Cardinals noch etwas befangen, als Ramphis gutes
Material bewies. Ausſichtsreich, wenn auch nicht in gleichem
Maße fertig, ſind Hertha v. Hagen, die ſich nun dem
Koloratur=
fach zugewandt hat und als Gilda in der Arie noch
unausge=
glichen, im Quartett anerkennenswert wirkte, Fritz Riepert,
der einen Bariton von reizvoller Farbe beſitzt, den er aber in
der Spiegelarie und als Amonasro voll herauszugeben noch
ge=
hemmt zu ſein ſchien, und Ernſt Munck, deſſen Tenor noch in
der Entwicklung ſteht und heute infolge wachſender Indispoſition
als Herzog und als Rhadames nicht beurteilt werden konnte.
Die Damen Müller und Wehner, die Herren Riepert und
Munck gehören zur Geſangsklaſſe des Profeſſors Beines; die
Damen v. Hagen und Herber zu der von Mathilde Weber;
Herr Seidler wird als Hoſpitant der Opernſchule von Maria
Franke ausgebildet. Am Flügel waltete Paul Otten=
V. HI.
heimer mit überlegener Sicherheit.
Vortragsabend der Opernſchule.
Die Opernſchule der Akademie iſt mit dem Programm des
heutigen Abends auf dem richtigen Weg. Es war in Auswahl
und Ausführung intereſſant und hat den verdienten ſchönen
Er=
folg gehabt. Als Vortragsfolge waren Arien, Szenen und ſogar
ein ganzer Akt aus Opern von Halevy, Offenbach, Verdi gewählt,
die in konzertmäßiger Vorführung eine erwünſchte, weil ſchwere
Prüfung darſtellten. Sie wurde beſtanden, und es iſt
bemerkens=
wert, daß faſt durchweg das Dilettantiſche zurücktrat das
Künſt=
leriſche vorzuwalten ſchien. Die ſieben ausgeſuchten Schülerinnen
und Schüler erwieſen ſich beachtlich in ihre Aufgaben
hineinge=
wachſen, gingen in den Enſembles gut zuſammen, waren beſeelt
von erfreulicher Hingabe an die Sache, dem Ehrgeiz, ihr Beſtes
zu geben — Kennzeichen, die ſolche Abende ſo anziehend machen
und auch heute eine ſo große Beſucherzahl angelockt hatte, daß der
Gartenſaal des Saalbaues kaum ausreichte.
Am weiteſten vorgeſchritten ſchien Klara Herber, die mit
dunklem großen Material, ſtarker Einfühlung und offenbarer
dra=
matiſchen Begabung die erſte Azucena=Arie ſchon ſo reif brachte.
daß ſie wohl bald als bühnenfertig gelten kann. Nächſt ihr ſteht
Annelieſe Wehner, die große geſangliche Fortſchritte gemacht
hat. Sie braucht, wie ich immer ſagte, höhere Aufgaben. Ihre
Aida war eine gute Leiſtung, die ſeeliſche Bewegung, muſikaliſchen
Geſchmack und dramatiſches Leben in ſtarkem Maße zeigte. Auch
Luiſe Müller gab mit ihrem ſatten Mezzoſopran und kräftigem
Temperameit als Amneris eine ſtarke Talentprobe. Von den
Herren darf Arthur Seidlers Baß zu nennen ſein, der in der
Frankfurker Schauſpielhaus.
Austauſchgaſtſpiel der Darmſtädter Oper.
Flotow: „Fatme‟.
Ein eigentümlicher Zufall hat es gewollt, daß einige
Stun=
den vor dieſer Aufführung der neue Intendant der Frankfurter
Oper, Profeſſor Turnau, in einer Anſprache an die Vertreter der
Preſſe betonte, er wolle künftig insbeſondere die Pflege der
Luſt=
ſpieloper ſich angelegen ſein laſſen. Dieſe Operngattung iſt hier
vernachläſſigt worden. Es war deshalb von beſonderem Intereſſe,
gerade dieſe Oper, von Gäſten aufgeführt, zu hören und den
Ein=
druck zu beobachten. Um es vorweg zu nehmen: Der Erfolg war
groß, und es iſt von dem zahlreich erſchienenen Publikum ehrlich
und anhaltend Beifall geklatſcht worden. Wir Frankfurter haben
allen Grund, der Nachbarbühne für dieſes Gaſtſpiel dankbar zu
ſein. —
Weſentlich iſt bei der Aufführung, daß man muſikaliſch,
ſoli=
ſtiſch, regiemäßig und ſzeniſch das Gefühl einer einheitlichen
Leiſtung hatte. Die witzigen Einfälle, die beſchwingte Art der
Darſtellung waren ungezwungen; nichts war mit den Haaren
her=
beigezogen. Einen beſonderen, durchaus verdienten Erfolg holte,
ſich Käte Walter, die geſanglich und mimiſch faſt typiſch war.
Ob man hier derartige Aufführungen geben kann, iſt
zweifel=
haft. Es gehört dazu die Intimität des Raumes, die auch das
an ſich nicht große Schauſpielhaus nicht hat. Dr. W. Kn.
— Brunv Walters Demiſſion endgültig.
Generalmuſikdirek=
tor Bruno Walter hat in einer Unterredung mit dem
General=
intendanten Tietjen endgültig erklärt, daß er ſeinen am 17. April
d. J. ablaufenden Vertrag mit der Städtiſchen Oper nicht mehr
erneuere und Berlin verlaſſen wolle, um einen Antrag nach
Leip=
zig anzunehmen, wo er die Leitung der Gewandhaus=Konzerte
ülernehmen wird
Seite 4
Donneretag, den 21. März 1929
Nummer
Das Wirtſchafts= und Nokprogramm
der geeinigken Landwirkſchaft.
Ueberreichung des Programms durch die Führer der
landwirkſchaftlichen Spikenverbände an die
Reichs=
regierung und den Reichspräſidenken.
Berlin, 20. März.
Die Führer der landwirtſchaftlichen Spitzenorganiſationen,
Brandes, Schiele Hermes und Fehr, haben das in ihrer
Kund=
gebung am 20. Februar 1929 angekündigte gemeinſame
Pro=
gramm der deutſchen Landwirtſchaft heute der Reichsregierung
und dem Reichspraſidenten überreicht. In einem Schreiben an
den Reichsranzler betonen ſie, daß ſie die ſchleunigſte
Durchfüh=
rung des Programms zur Hebung der unerträglich gewordenen
Not der Landwirtſchaft für unbedingt erforderlich halten und
ſuchen um eine Beſprechung des Programms, noch in dieſer
Woche nach.
In dem Programm wird ausgeführt, daß die
wirtſchaft=
liche Not der Landwirtſchaft aufs höchſte
geſtie=
gen ſei, daß die Geſamtverſchuldung der Landwirtſchaft ſich im
Anſteigen befinde und zu einer ſchwierigen ſozialen Lage des
Bauernſtandes geführt habe, die vielfach ſchon alle Anzeichen
einer Verelendung an ſich trage. Die Stärkung der
landwirt=
ſchaftlichen Erzeugung durch Verbeſſerung der
Produk=
tionsmethoden und Herbeiführung einer
ſach=
gemäßen Abſatzregelung erforderten aber erhebliche
Geldmittel, die durch ſtaatliche Maßnahmen ſichergeſtellt
werden müßten, um die Selbſthilfe der deutſchen Landwirte
weiter auszubauen.
Das Agrarprogramm der landwirtſchaftlichen
Spitzenorgani=
ſationen enthält im einzelnen Ausführungen über die allgemeine
Landwirtſchaftspolitik, über die Steuer=, Kredit=, Siedlungs= und
Tarifpolitik und Vorſchläge zum landwirtſchaftlichen Bildungs=
und Beratungsweſen. Es wird ausgeführt, daß die ausländiſche
Einfuhr von Agrarprodukten nach Deutſchland nur zur
Ergän=
zung der deutſchen landwirtſchaftlichen Produkte dienen dürfe,
ſoweit dieſe nicht zur Deckung des deutſchen Bedarfes ausreichen.
— Im einzelnen wird zur
Sicherung einer auskömmlichen Preisbildung
u. a. gefordert: Sicherſtellung einer ſtabilen Preisbildung für
das inländiſche Getreide, die dem allgemeinen
Lebenshaltungs=
index entſpricht und die auf der Landwirtſchaft liegenden
beſon=
deren Laſten berückſichtigt. Für das der Regelung unterliegende
Auslandsgetreide wird ein Preis feſtgeſetzt, der dem
Qualitäts=
unterſchied zwiſchen Inlands= und Auslandsgetreide entſpricht
(Grundpreis). Die Feſtſetzung des Grundpreiſes erfolgt durch
einen (im Reichsgeſetz vorzuſehenden) Reichsgetreiderat. Die
Regelung erfolgt unabhängig von der Zollfeſtſetzung bei
mög=
lichſter Erhöhung der Getreide= und Mehlzölle. Ferner verlangt
das Programm u. a. vollkommenen und einheitlichen
Seuchen=
ſchutz, Erhöhung der Fleiſchzölle und Anpaſſung aller
Lebend=
viehzölle an die erhöhten Fleiſchzölle, Aufhebung der
Vorzugs=
zölle für Speck und Schmalz, Erhöhung der Zölle auf
milch=
derung milchwirtſchaftlicher Organiſationen, Rationaliſierung
und Standardiſierung der milchwirtſchaftlichen Produkte,
Rege=
lung der Einfuhr aller Milcherzeugniſſe und des Abſatzes der
toffelbaues, Aenderung des Zuckerzollgeſetzes, verſtärkten
Zoll=
ſchutz des inländiſchen Gemüſe=, Obſt=, Wein= und Tabakbaus.
Weiter wird eine Senkung der Steuern, insbeſondere der
Realſteuern und der ſonſtigen öffentlichen Laſten, eine engere
Zuſammenarbeit der zentralen landwirtſchaftlichen
Kreditinſti=
tute und eine verſtärkte Siedlung durch Bewilligung der
erfor=
derlichen Staatskredite für notwendig erachtet. Bezüglich des
Bildungs= und Beratungsweſens werden in verſtärktem Maße
öffentliche Mittel zur Verbeſſerung des landwirtſchaftlichen
Schulweſens und zur Tarifpolitik angemeſſene Berückſichtigung
der landwirtſchaftlichen Bedürfniſſe aller Gebietsteile des Reichs
bei der Reichsbahn uſw. verlangt. Am Schluß des Programms
wird auf die verzweifelte, gefahrvolle Stimmung der deutſchen
Bauern hingewieſen und geſagt, der Rückgang der
landwirt=
ſchaftlichen Erzeugung und damit die Gefährdung der
Verſor=
gung des deutſchen Volkes mit Nahrungsmitteln, iſt ſonſt nicht
aufzuhalten.
Hilfe für Oſtpreußen.
Unter dem Vorſitz des Reichspräſidenten wurde am Mittwoch
nachmittag ein Miniſterrat abgehalten, an welchem der
Reichs=
kanzler mit den Mitgliedern des Reichskabinetts und die
zuſtän=
digen Miniſter des preußiſchen Staatsminiſteriums teilnahmen.
Auf der Tagesordnung ſtand der Entwurf des Reichsminiſters
für Ernährung und Landwirtſchaft über wirtſchaftliche Hilfe für
Oſtpreußen, über den zwiſchen Reich und Preußen eine vorläufige
Einigung erzielt war.
Der Geſetzentwurf enthält eine Fülle von Beſtimmungen zur
Sicherung der landwirtſchaftlichen Gütererzeugung und zur
Stützung der mit der Landwirtſchaft verflochtenen Wirtſchaft in
der von dem übrigen Reichsgebiet abgeſchnürten Provinz
Oſt=
preußen. Die Beſtimmungen des Geſetzentwurfes beziehen ſich
im einzelnen auf die unbedingt erforderliche Laſtenſenkung, die
Neuſiedlungen und Anliegerſiedlungen, eine umfaſſende
Kredit=
hilfe und die Kredit= und Grundſtücksregulierung. Alle dieſe
Maßnahmen im Zuſammenhang mit den ſeit längerer Zeit im
Gange befindlichen Aktionen des Reiches und Preußens dürften
geeignet ſein, der beſonderen Notlage der oſtpreußiſchen
Land=
wirtſchaft nach aller Möglichkeit zu ſteuern. Die erforderlichen
namhaften Mittel ſollen noch im Rahmen des
Reichshaushalts=
planes 1929 flüſſig gemacht werden.
Mit der Ausführung der nach dieſem Geſetz nötigen
Maß=
nahmen des Landankaufes und der Grundſtücks= und
Kreditregu=
lierungen wird die preußiſche Landesregierung beauftragt. Ein
von der preußiſchen Landesregierung zu dieſem Zwecke zu
be=
ſtellender Kommiſſar wird im Einvernehmen mit der
Reichs=
regierung ernannt. Er erhält ſeine Weiſungen von der preußiſchen
Landesregierung im Benehmen mit der Reichsregierung.
Der Miniſterrat erteilte nach eingehender Ausſprache
einſtim=
mig dem Geſetzentwurf ſeine Zuſtimmung. Der Geſetzentwurf,
der mit dem Tage der Verkündigung in Kraft treten ſoll, geht
ſofort den geſetzgebenden Körperſchaften zu.
Der Reichspräſident ſchloß die Sitzung mit dem Ausdruck
des Dankes und der Anerkennung für die mit dieſem
Geſetzent=
wurf geleiſtete ſachliche Arbeit, die eine wertvolle und wirkſame
Hilfe für Oſtrreußen darſtelle.
Zuſammenkrikt des Reichskohlenrakes im April.
* Berlin, 20. März (Priv.=Tel.).
Der Reichskohlenrat tritt am 10. April in Berlin zuſammen,
um ſich mit der Lage unſerer Kohlenwirtſchaft und der
Erneue=
rung einiger Syndikate zu befaſſen. Dieſer Sitzung Iommt inſo= ſchließlich des Vorbereitungsdienſtes dazu (gleichviel, ob
wirtſchaftliche Produkte, Vorlage eines Reichsmilchgeſetzes, För= fern eine größere Bedeutung zu, als man bei dieſer Gelegenheit
aus dem Munde von Sachverſtändigen ſowohl der Arbeitgeber
wie der Arbeitnehmer hören wird, wie es mit der wirtſchaftlichen
Inlandsproduktion, verſtärkten Zollſchutz des inländiſchen gar= Lage des deutſchen Bergbaues beſtellt iſt und ob er weiterhin
gegen die engliſche Konkurrenz den Kampf aufnehmen kann.
Außerdem wird ſich bis zum 10. April bereits überſehen laſſen,
welche Forderungen die Kohlenbergarbeiter zur Erneuerung der
ablaufenden Tarife geſtellt haben werden.
ZerAdieiat son Keiastag verasfasnt
Ferienſtimmung. — Mangelnde Inikiakive.
* Berlin, 20. März (Priv.
Der Reichstag iſt bereits in Ferienſtimmung. Er
Donnerstag nach Hauſe und hat daher in einem überraſe
Tempo am Mittwoch den Notetat verabſchiedet.
dem die erſte Leſung hinreichend Gelegenheit zur Ausſpr
geben hatte, war auch tatſächlich nichts mehr Neues zu ſag
Regierungsparteien verzichteten daher auf das Wort. Die
nationalen gaben eine kurze Erklärung ab, daß ſie dieſer
rung einen Etat nicht bewilligen würden, und die Komm
brachten ein Mißtrauensvotum gegen den Reichsfinan z
ein. Dann war man bereits fertig und der Notetat wurde
Deutſchnationale, Nationalſoziale und Chriſtliche Bauern
die Kommuniſten angenommen. Ueber die kritiſche erſte
wären wir alſo glücklich hinweggekommen. Der Finanz
hat jetzt drei Monate Zeit, und hoffentlich nutzt er ſie.
Im allgemeinen beſteht der Eindruck, daß der Finanm
Dr. Hilferding mit ſeiner Zeit nicht allzuviel Poſitives anzu
weiß. Jedenfalls kommen aus dem Kreiſe der bürgerlickn
teien Klagen über die mangelnde Initiative, die er au
wieder an den Tag legt. Er verhandelt zwar, aber er
nicht. Er beſchränkt ſich darauf, den Briefträger zwiſchen de
teien zu ſpielen und hat nicht den leiſeſten Verſuch gemacht
die Führung zu übernehmen, was doch ſeine erſte Aufgu
müßte. Seine Hilfloſigkeit hat ſich offenbar, nachdem ſein
ſekretär Popitz auf Urlaub gegangen iſt, nur vermehrt. E
darauf, daß ihm die Parteien Anregungen geben. Das
geſchehen, aber er müßte dieſe Anregungen zu einem einhes
Programm zuſammenfaſſen und dafür eine Mehrheit
bringen. Gerade daran fehlt es aber. Es zeigt ſich von
was vernünftige Leute ſchon aus der Zeit der Großen Ho
wußten, daß Dr. Hilferding wohl ein Finanztheoretiker
ihm aber jede Praxis und vor allem dann die erforderlicht
ſchlußkraft fehlt.
Neue Uniform-Berordnung des Reichspräfiden
gegen den Mißbrauch der Reichswehr=Uniſon
Berlin, 20. I
Wie verlautet, hat der Reichspräſident eine neue Um
Verordnung für die früheren Offiziere der Reichswehr u
denen das Recht zum Tragen der Uniform verliehen woil
Der Erlaß hat folgenden Wortlaut:
„Der Zweck der Uniform und die Rückſicht auf die Un
teiliche Stellung und das Anſehen der Reichswehr erforden
für die ausgeſchiedenen Reichswehrangehörigen die Ausübu
ihnen auf Widerruf gewährten Rechtes (8 30 des Wehri
zum Tragen einer Reichswehruniform an beſtimmte Bedineg
geknüpft wird, um Mißdeutungen in der Oeffentlichkeit un
griffe gegen die Wehrmacht zu vermeiden. Ich erlaſſe dahel
8 30 des Wehrgeſetzes folgende Ausführungsbeſtimmungen,
1. Die beim Ausſcheiden verliehene Uniform darf rſt
tragen werden: a) in der Ausübung eines neuen Beruf
dienſt oder ſonſtiger Beruf), b) bei allen Verſammlung
denen die Reichswehr auf Grund des 8 63 nicht teilnehmi
Auskunft darüber können auf Anfrage die Kommandantu e!
Standortkommandos erteilen. Die grundſätzliche Befreiu
ausgeſchiedenen Wehrmachtsangehörigen von politiſchen
B=
kungen wird dadurch nicht berührt.
2. Im übrigen unterliegt die Ausübung des Rechts
Tragen einer Uniform keinen Beſchränkungen, ſofern nitk
Anſehen des Soldatenſtandes das Tragen von ſelbſt vec
uns
TolgbolZAA
Unsere
grossen Schaufenste
stehen im Zeichen der Frühjahrs-Saison
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Auswahl
erfuhr durch die neuen Frühjahs
Modelle eine gewaltige Vergrößerut
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mer 80
Donnerstag, den 21. März 1929
CR.4
Aus der Landeshaupfkadk.
Darmſtadi, 21. März.
Tag des Buches.
onnzen Deutſchen Reich wird am 21. oder 22. März ein „Tag
Börs” veranſtaltet. Die Anregung dazu ging vom
Reichs=
um des Innern aus und ſtammt in ihren Anfängen ſchon aus
uurigenen Jahr. An kritiſchen Stimmen hat es nicht gefehlt, die
on wirklich viel damit könne gewonnen werden, daß man unver=
Menſchen auf eine oder zwei Stunden zuſammenrufe, um ſie
7ut des Geiſtes zu erinnern, um ihre Anteilnahme wieder auf
Buch zu linken. Man meinte, die Dinge des Geiſtes ließen ſich
he uldiger, langer Arbeit erringen, erlaubten einen Zugang nur
um man ſich regelmäßig um ſie bemühte; ein einziger „Tag
is” könne alſo nicht viel fruchten. — An ſich. iſt der letztere
ſnwohl berechtigt, aber er verkennt den Charakter, den der „Tag
s” haben ſoll. Dieſer will gar gicht verſuchen, an einem Tage
)as nur in lebenslanger Beſchäftigung erreicht werden kann,
will ein Aufruf, ein Weckruf ſein, der ſich vollbewußt darauf
Werbung zu treiben für das Buch, Luſt zu ſchaffen am Buch,
„iwazu, die Beſchäftigung mit dem Buch wieder ernſt zu nehmen.
im Buch, d. h. im wirklich guten Buch einen weſentlichen
tr erblickt, wer wünſcht, daß die fruchtbaren Wirkungen, die
ſt: Buch ausgehen können, möglichſt vielen zuteil werden, wird
ir Geſichtspunkt heraus den „Tag des Buches” zu fördern
ſors Heſſiſche Miniſterium für Kultur und Bildungsweſen hat
Ayeinſam mit der Stadtverwaltung einen Feſtakt anläßtlich des
Buches” organiſiert und dafür das folgende Programm
auf=
den 22. März 1929, abends 8 Uhr, im Städtiſchen Saalbau.
Sändel, Concerto groſſo, Opus 3, Nr. 1, allegro, grabe,
ſtls.
ngen.
2r. E. Roellenbleck, Leiter der Stadtbücherei: „Buch
Rer
h2r. H. W. Eppelsheimer, Direktor der Landesbiblio=
„der Deutſche und ſein Buch”,
hulrat H. Haſſinger, Referent im Kultusminiſterium:
ü turelle Bedeutung des Buch=s und die Volksbildung”
Mozart, Quvertüre zu „Die Entführung aus dem Serail”.
hiürung der muſikaliſchen Vorträge durch das Orcheſter der
rrdemie (ergänzt durch Mitglieder des Stadtorcheſters) unter
ſos ſtädtiſchen Muſikdirektors, Herrn W. Schmitt.
auf d
ihr erſt
eyannt wurden: Am 22. Februar: der Pfauxer Johannes
Bey=
pkünzenberg zum Studienrat an der Oberrealſchule am
Fried=
n Offenbach mit Wirkung vom 1. April an; am 6. März: der
Hftaftsaſſeſſor Dr. Fritz Sang zu Reichelsheim i. O. mit
Wir=
ſu 1. April an zum Landwirtſchaftsrat an einem
Landwirt=
i am 15. März 1929: der Landmeſſer Heinrich Wagner
Mtar zum Oberlandmeſſer mit Wirkung vom 1. April 1939 an.
Fn den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 14. März: die Hand=
Eu rin au der Volksſchule zu Michelſtadt, Kreis Erbach, Luiſe
ſu ihr Nachſuchen vom 1. Mai an. — Auf Grund des Akt. 1
hiſch en Perſonalabbaugeſetzes vom 19. Dezember 1923 in
Ver=
hmu t Art. 14 der Reichsperſonalabbauberordnung vom 2. Okto=
Anurde mit Wirkung vom 24. März 1229 aus dem heſſiſchen
Totperſonalien. Der Vorſteher des Telegraphenamts in Darm=
Ge raphendirektor Meier, iſt am 1. März zum Poſtrat ernannt
Ahsſigen Oberpoſtdirektion verſetzt worden. Zu ſeinem
Amts=
iſt Telegraphendirektor Walckhoff vom Fernſprechamt Köln=
N Wirkung vom 1. April 1929 beſtimmt.
fiſches Landestheater Darmſtadt. Spielplanände=
Das Große Haus muß heute Donnerstag geſchlofſen
tia die Vorſtellung „Maskenball” infolge plötzlicher Erkrankung
Fäicglieder, für die geeigneter Erſatz nicht zu beſchaffen war,
Hillen werden konnte. Eine Abänderung der Vorſtellung war
Fer für Freitag, Samstag und Sonntag vorgeſehenen
Erſtauf=
be von „Freiſchütz”, „Kamel geht durch das Nadelöhr”, und
Fund den dazu nötigen Vorbereitungen nicht möglich.
Aeinen Haus gelangen heute die „Tote Tante und
an=
egebenheiten” von Curt Goetz zur Aufführung. Die
hu iſt denjenigen C=Mietern zugeteilt, die keine Zuſatzmiete
wer Freitag geht im Großen Haus die romantiſche Oper „Der
„Mutz” von Weber in neuer Eiuſtudierung und Inſzeuierung
ur Szene. In den Hauptrollen ſind die Damen von Stoſch,
0 die Herren Biſchwff. Deſarde, Herrmann, Overlack und
Ti=
buftigt. Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf. Inſzenierung und
Eber: Arthur Maria Rabcnalt und Wilhelm Reinking (Miete E,
Rig Uhr).
heleinen Haus findet morgen Freitag das einzige Gaſtſpiel Aſta
hins mit Enſemble ſtatt. Zur Aufführung gelang Oſtrowfkis
M „Das Gewitter”, Aſta Nielſen hot in dieſem Werk
be=
ganze Reihe von Gaſtſpielen in Deutſchland und dem
Aus=
olsiert und hat bei Publikum und Preſſe in dieſer Rolle die
ſllten Erfolge errungen. Sie wird als eine der größten
Tra=
nicht nur des Films, ſondern auch der Sprechbichne gefeiert.
A mödie „Das Kamel geht durch das Nadelöhr”
er gelangt Samstag, den 23. März, im Kleinen Haus zur
uung.
Pkihmen des 2. Volkskonzertes Samstag, den B. März,
landestheateronh=ſter Schuberts unvollendete Sinfonie HI=Moll
Sifonie Nr. 7. Leitung: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm.
beniunt der allgemeine Vocherkauf füir die Aufführung von
DAaguers Bühnenteihefeſtſpiel „Parſifal”, am Sonntag,
März. Die Titelrolle ſingt Hans Grahl, die Kundry Elſa
der Gurnemanz Theo Herrmann, den Amfortas Hans Kom=
Klingſor H=inrich Kuhn, den Titurel Ernſt Overlack. Die
täd hen werden von den Damen Harre, Landwehr, Kienzl, Rie=
S-oſich und Walter geſungen. Muſikaliſche Leitung:
General=
tir Dr. Böhm. (Miete II, Beginn: 17 Uhr.)
Sut Naue, Solotänzer am Heſſiſchen Landestheater, wird bei
hlings=Morgenfeier des „Orplid” im Mozartſaal am
en Sonntag verſchiedene Tänze ausführen, die durch frohe
und inneren Rhythmus das beſondere Intereſſe der Freunde
her Tanzkunſt finden dürften. Näheres über die Veranſtaltung
ch Anzeige bekanntgegeben.
r Karl Diether, Konzertſänger (Baß=Bariton), Chorleiter des
Männerchors Darmſtadt, aus Offenbach a. M., fand über ſeine
m anläßlich eines Konzerts der Geſangſchule Otto Rottſieper
En Saal des Saalbaues in Frankfurt a. M. bei der geſamten
dei Preſſe eine ſehr günſtige Beurteilung. Er ſang die Arie
Schöpfung von Jof. Haydn, den Prometheus von Schubert,
nleit und den Muſikanten von H. Wolf, und wird am 7. April
u Saal des Saalbaues in Frankfurt a. M. die Partie des
in der Walpurgisnacht von Arnold Mendelsſohn ſiugen.
Eteie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Der Eintritt zu dem
den Herr Wilhelm Michel über „Die neuen
Be=
gen zwiſchen Religion und Dichtung” heute
ah- 8 Uhr, im Feſtſaal der Vercinigten Geſellſchaft hält, iſt,
orfliedene Anfragen mitgeteilt ſei, für die Mitglieder der
t als Vereinsabend unentgeltlich. Karten für Nichtmitglieder
dlung Bergſträßer und an der Abendkaſſe. (S. Anz.)
Rheum. Des außergewöhnlichen Erfolges wegen und vielen
R aus Beſucherkreiſen entſprechend, wird das Gaſtſpicl der
tuerd um den Ozean” für heute, Donnerstag, und morgen, Frei=
Litert. — Die Preiſe ſind auf 80 Pfg. bis 3 Mark reduziert.
weige.)
4. Sitzung des II. Evangeliſchen Landeskirchentages.
Die geſtrige vierte Sitzung des Zweiten Evangeliſchen
Landeskirchen=
tags wurde nach einem von Pfarrer Bürſtlein geſprochenen Gebet
durch den Präſidenten, Landessivhenrat D Hermann, eröffnet.
Nach der Vereidigung des ſtellb. Mitglieds Pfarrer Zatzmann=Friedberg
wurde die Vorlage der Kinchenregierung,
die Gehalisverhälkniſſe der Geiſtlichen.
hier die Notverordnung betreffend, beraten. Der Vizepräſident
D. Dr. Dahlem bearundete die Vorlage, die von Abg. Jenſen namens
des Finanzausſchuſſes befürwortet wurde. Als Begründung für die
Dunchſührung dieſer Notverordnung wurde angeführt, daß die
Notver=
ordnung vom 28. Septeuſber 1928 zu mancherlei Härten geführt habe,
die durch die gegenwärtige Vorlage teilweiſe ausgeglichen und
abgemil=
dert werde.
Abg. Dekan D. Jaudt=Planig als Vorſitzender des Pfarrvereins
möehte die unterſchniedliche Gehaltsgruppierung abgeſchafft wiſſen, auch
wurde von ihm die Frage der Schwerarbeiter angeſchnitten, ſowvie auf
die Netlage der Witwen hingewieſen. Der Durchbrechung des Prinzips
der Gleichſtellung gegenüber den Staatsbeamten könne man nicht
zu=
ſtimmen.
Es folgt eine längere Debatte, an der u. a. die Abgeordneten
Pfar=
rer Schuſter, Dekan Seriba, Landwirt Diehl ſich beteiligen.
Abg. Frau Profeſſer Hergen3 verwies auf den von ihr bereits
früher geſtellten Antrag, kinderveiche Familien durch Mehrgehalt zu
unterſtützen. Die Kine hab= das Recht, ſoziale Härten, die ſich
ge=
zeigt hätten, auc weun eine Abv=ichung von ſonſtiger Gehaltsſtufung
nötig ſei, zu beſeitigen. Soziale Geſichtspunkte müßten vor allem
maß=
gebend ſein. Weiter wüinſche man eine gleichmäßige Behandlung der
Witwen, die Not der jüngeren Witwen trete klar zutage. Man behalte
ſich weitere Schritte vor.
Weiter nehmen zu der Vorlage Stellung die Abgg. Lehrer
Dol=
linger, Pfyrrer Dr. Müller, Pfarrer Hoffmann und Pfarrer
Ausfeld.
Prälat D. Dr. Diehl ſpricht im Sinne der Vorlage und bittet,
ebenſo wie D. Dr. Dahlem, man müge die Notverordnung
an=
nehmen, damit die Gehaltsfrage geregelt werde und mit dieſen Fragen
die Kirchenregierung in ihrer ſonſtigen Arbeit nicht zu ſehr gehemmt
werde.
Die Nolverordnung
hat folgenden Wortlaut:
Unter Aufhebung der Notverordnung vom 29. September 1928
be=
ſchließt der Landeskivchentag:
1. Die Geiſtlichen werden nach vollendetem 25. Dienſtjahr in Gruppe II
Stife 9, nach vollendetem 30. Dienſtjahr in Gruppe II Stufe 10
und nach, vollendetem 35. Dienſtjahr in Gruppe II Stufe 11
ein=
gereiht.
Die in 8 2, II Biffer 1 des Pfarrbeſoldungsgeſetzes genunnten
Geiſtlichen ſind vom 13. Dienſtjahr ab ihren Dienſtaltersgenoſſen
um eine Stufe voraus.
Die entgegenſtehende Beſtimmung des S 2 des
Pfarrbeſoldungs=
geſetzes bleibt inſoweit außer Anwendung.
2. Vom 1. April 1929 ab wird an den Grundgehalten und
Grund=
vergitungen der Geiſtlichen ein Abzug ron 5 Prozent
vorge=
nommen.
3. Eine entſpr=chende Negeiung erfolgt hinſichtlich der Ruhegehalte
und der Bezüge der Witwen und Waiſen.
4 Dieſe Notverordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1929 in
Kraft.
Die Notverordnung wurde von dem hohen Hauſe einſtimmig
an=
genommen.
Nach einer kurzen Pauſe wurde nach Vereidigung des Landwirts
Bommersheim=Langsdorf in der Tagesoudnung fortgefahren. Punkt 7
und 8, die Vorlagen der Kinhenregierung, die Aenderungen der
Satzun=
gen (Statuten) der Heſſiſchen Lutherſtiftung zu Gießen und die
Um=
vndlung einer der beiden Pfarraſſiſteutenſtellen an der
franzöſiſch=
reformierten Kiuhengemeinde zu Neu=Iſenburg in eine zweite
Pfarr=
ſtelle betreffend, wurden einſtimmig angenommen. Die Vorlagen wurden
durch Vertreter der Kirchenregierung begründet und durch Vertreter
des Finanzausſchuſſes befürtvortet.
Abg. Uniderſitätprofeſſor D. Dr. Cordier=Gießen gibt ſeiner
Freude über die Satzungen der Heſſiſchen Lutherſtiftung Ausdruck, die
den Thcologieſtudſerenden zum Segen gereichen werde.
Nach der Aenderung erhält das in Frage ſtehende Statut folgende
Faſſung:
Aus den verfügbaren Mitteln der Stiftung werden jährlich 1500
Reichsmark, in Worten: Eintauſendfünfhundert Reichsmark, zur
Ver=
zinſung und Tilnung eines von der Studentenhilfe in Gießen
aufge=
brachten Kapitals verwendst als Gegenleiſtung für die
Zurverfügung=
ſtellung von 16 für ſich baulich abgeſchloſſenen Näumen des
Studenten=
hauſes in Gießen für Thsologieſtudierende als evangeliſches
Theologen=
heim. Dieſe Räume werden in erſter Linie bedürftigen
Theologie=
ſtudierenden zu verhilligtem Preis zur Verfügung geſtellt.
Der donn noch verbleibende Roſt der Stiftungsmittel wird als
Sti=
pendien an bedürftige Theologieſtudierende, welche durch bereits
er=
wieſene Tüchtigkeit ſih würdig gezeigt haben, auf zwei Jahre nach dem
Ermeſſen des Vorſtandes eutweder im Betrag von 350 oder 700 Mark
pro Jahr verliehen, nachdem die nach 8 1 einzugehende Verbindlichkeit
entweder auf fünf oder auf zehn Jahre erklärt und bie Verpflichtung
anerkannt iſt, die erhaltenen Beträge zurückzugeben, wenn die
eingegan=
gene Dienſtwverbindlichkeit nicht eingehalten wird.
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— Volkshochſchule. Am Freitag, dem 22. März, 20 Uhr, findet im
Städtiſchen Saalbau unter dem Titei: „Tag des Buches” eine Feier
ſtatt, die das Buch in ſeiner Beziehung zu unſerem geiſtigen und
kultu=
rellen Leben kennzeichnen ſoll. Es ſtehen zu dieſer Feier unſeren
Mit=
gliedern auf der Geſchäftsſtelle der Voltshochſchule einige Freikarten
zur Verfügung.
Gelegentlich der Ausſprache wird die erfreuliche Tatſache feſtgeſtellt,
daß die Zahl der evangeliſchen Theologieſtudierenden an der
Landes=
univerſität geſtiegen ſei. Man müſſe für die Kirche wertvolle Kräfte
heranbilden, aber auch achten, daß ſich nicht Unberuſene in den
Pfarr=
keruf drängen.
Bei Veratung des nächſten Punktes,
die Erhebung des Kirchennokgeides
betreffend, unterſtrich zunächſt Vizepräſident D. Dr. Dahlem
noch=
mals die Norlage der Kirche, es gebe viele Gemeinden, die mit
Pflicht=
zahlungen noch im Rückſtand ſeien, oft liege es am guten Willen. Um
die Kirche vor dem Schlimmſten zu bewahren, müſſe das Kinchennotgeld
erhoben werden. Ueber eine ſolch= Maßuahme lägen auch günſtige
Er=
fahrungen anderer Länder vor. Man könne das Notgeld vom 21. oder
25. Lebensjahre an erheben.
Namens des Finanzausſchuſſes befürwortet Abg. Pfarrer Schuſter
die Vorlage.
Abg. Pfarrer Berck erkläut namens der dritten Gruppe ſein
Ein=
verſtändnis zu der Vorlage, jedoch möge das Livchennotgeld erſt vom
25. Lebensjahre ab erhoben werden, denn ſolange man kein Recht habe,
könne man jemandem auch keine Pfliht auferlegen. Die
Kirchenmindig=
keit trete aber erſt mir 25 Jahren ein; ferner möge man die
Alteus=
grenze aus ſozialen und praktiſchen Gründen auf 25 Jahre erhöhen.
Weiter möge der 8 10 geſtrichen werden, wonach mit ber Ausführung
der Notverordnung das Landeskirchenamt betraut werde.
Abg. Pfarrer Burſtlein =Offenbach hat Bedenken bei einer
ettl. Geuehmigung der Vorlage, die er hegründet.
Präſident D. Dr. Dieyl erklärt, man habe die Bebenken bereits
alle erwogen, erfreulich ſei, feſtſtellen zu können, daß die Arbeiterſchaft
ihre Kirchenſteuer willig und gern bezahle.
Abg. Oekonomierat Dr. Dehlinger gibt namens der Gruppe 1
ſeine Zuſtimmung ab.
Abg. Dekan Vogel=Bruchenbrücken bittet, die Gemeinden, die noch
Tefzitſculden hätten, nilt zu ſehr zu drängen. Zur Vorlage regte er
an dieſe zurückzuſtellen, bis die Auseinanderſexung mit dem Staat
be=
endet ſei.
Prälat D. Dr. Diehl erklärte, mau komme jederzeit den
Gemein=
den weitgehend eutgegen.
Abg. Geh. Finanzrat Stroy verbreitet ſich über die finanziellen
Auswirkungen des Kirchennotgeldes.
Abg. Arbeiterſekretän Laufer trits für die Vorlage ein, da es
Pflicht ſei, der notleidenden Kirche zu helfen und ihr Mittel zu ſchaffen.
Man werde das auch allgemein einſehen mſd gerne das Kinchennotgeld
aufbringen.
Die Vorlage wurde einitimmig angenommen mit der Maßgabe, daß
das Kirchennotgeld vom 25. Lebensjahre as erhoben und 8 10 geſtrichen
wird. Sonac, kaun die Evangeſiſhe Landeskirche in Heſſen
Kiuchennot=
geld erheben, tas 2 Neichsmark für das Jahr nicht überſteigen ſoll. Das
Kirchennotgeld wird von jedem Angehöngen der Heſſiſchen
Evaugeli=
ſichen Landeskircie erhob=a, der bei Beginn des Rechnungsjahres 25
Jahre alt geweſen iſt. Das Kirchennotgeld wird in der Gemeinde
er=
hoben, in der der Steuerpflichtige ſeinen Wohnſitz oder in
Ermange=
lung eines Wohnſitzes ſeinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Solveit das
Kirchennotgeld dunch kinchliche Organe zu verwalten iſt, wird jedem
Pflichtigen ein beſonderer Steuerbeſcheid zugeſtellt, während ſonſt das
Kircheunotgeld zuſrmmen mit den übrigen Kirchenſteuern augefordert
wird. Erweiſt ſich im Einzelfall die Einziehung des Kirchennotgeldes
als eine außergewöhnliche Härte oder liegen ſonſt beſondere
Verhält=
niſſe vor, ſo kann die kirchliche Steuervertretung den angeſorderten
Be=
trag ganz oder zum Teil erlaſſen. Dieſe Satzung tritt mit dem 1. April
1929 in Kraft.
Die als Kinhennotgeld erhobene Steuer ergreift alle Teile des
Kirehenvolkes in gleicher Weiſe; wie alle Kirchenglieder gleiche Rechte
haben, ſo ſollen wenigſtens inſoweit auch alle die gleichen Pflichten
haben! — Die ſteuerliche Leiſtungsjähigkeit des Einzelnen wird durch
die ſonſt zur Erhebung kommeude Steuer in ausreichendem Maße
be=
rückſichtigt. Der Betrag von 2 Reichsmark iſt gewählt worden, da er
leicht zur Erhebung zu bringen iſt (4 Ziele zu 0,50 Reichsmark) und
auch tragbar iſt. Er wird in dieſer Höhe auch in anderen Landeskirchen
erhoben, ohne daß Shuierigkeiten hervorgetreten ſind.
Da Veranlagung, Erhebung und Beitveibung dieſer Steuer
erheb=
liche Aufwendungen erfordert, auch bei ihrer Einführung zunächſt
Nekla=
mationen in ſehr entgegenkommender Weiſe behandelt werden ſollen, ſo
kann vorerſt nur mit einen Ertrag von rund 400 000 Mark gerechnet
werden.
Die Vorlage der Kirchenregierung, die Verordnung, betreffend
Aenderung des Kirchengeſetzes vom 24. November 1927, betreffend die
Hinterbliebenenverſorgung der Geiſtlichen der Evang. Landeskiuche in
Heſſen, wird debattelos augenommen. Danach darf der
Mindeſtjahres=
betrag an Witwengeld uicht unter 2220 RM. feſtgeſetzt werden. Kein
Witwengeld darf durch Notverordnungs= oder ähnliche Abzüge unter
dieſen Jahresbetrag gekürzt werden. Die Verordnung tritt rückhwirkend
mit dem 1. Oktober 198 in Kraſt.
Es wurden nun noch die rückſtändigen Poſitionen behandelt und
einſtimmig genehmigt. Lediglich in der Ginnahmeſeite ändert ſich der
Betrag der Poſition 3 (vgl. geſtrigen Bericht) durch Herauſſetzung der
Altersgrenze bei Erhebung des Kürchennotgeldes um zirka 25 000 Mark
in 3 350 000 Mark. Damit iſt der Voranſchlag in erſter Leſung
ange=
nommen.
Nachdem die Beratung des Punktes 11, der Antrag des Zweiten
Ausſchuſſes zu 8 56 II des Kirchengeſetzes, zurüickgeſtellt worden war,
wurde von dem Präſidenten die 4. Sitzung geſchloſſen.
Nachmittags fanden wiederum Gruppenſitzungen ſtatt. Die
Weiter=
beratung in öffentlicher Sitzung findet heute vormittag 9,15 Uhr ſtatt.
— Das Karfreitagskonzert des Muſikvereins bringt die unſterbliche
Johannespaſſion von Joh. Seb. Bach unter Leitung des
Generalmuſik=
direktors Dr. Böhm und unter Mitwirkung bedeutender Soliſten,
näm=
lich Lili Wickop aus Berlin, Johanna Egli aus München, Hans Hoefflin
aus Mainz, Theo Herrmann aus Darmſtadt und Peter Schäfer aus
Darmſtadt. Die Cembalopartie liegt in Händen von Prof. Dr. Noack,
die Orgelpartie in Händen von Studienrat Borngäſſer. Die öffentliche
Hauptprobe findet am Gründonnerstag ſtatt. Der Kartenverkauf bei
Konzert=Arnpld, Eliſabethenſtraße, beginnt heute.
— Bücherſtube Alfreb Bodenheimer. Das heute abend 8,15 Uhr im
Muſikvereinsſaal ſtattfindende Kammermuſikkonzert des
Weiß=Quartetts (Wien) bringt Werke von Brahms,
Gold=
ſchmidt (Erſtaufführung) und Haydn. — In Vorbcreitung iſt eine
Aus=
ſtellung der durch ihre Brief= und Tagebuchblätter bekannten Malerin
Paula Moderſehn=Becker. Die Ausſtellung wird Anfang April eröffnet.
— Volkshochſchule. Der Darmſtädter Klavierpädagoge und Pianiſt
Theophil Lauck ſpricht am Dienstag, den 26. März, im Rahmen der
Volkshochſchule über „Künſtleriſches Klavierſpiel‟. Herr
Lauck wird in ſeinem Vortrage die Klavierbegabung, Geſchichte der
Kloviermethodik, Klaviertechnik ſowie Unterricht und G=ſtalltung
behan=
deln. Es dürfte für muſikaliſch intereſſierte Kreiſe wertvoll ſein, Herrn
Lauck, der durch ſeine bekonnte pädagogiſche Tätigkeit beſte Erfolge zu
verzeichnen hat, über die obengenannten Fragen zu hören. Der
Vor=
trag findet ſtatt im Feſtſaal des Realgymnaſiums, Kirchſtr. 22.
— Volksbühne. Das fünfte und letzte Konzert der Konzertgemeinde
der Volksbühne, findet im Monat April, ſtatt; es iſt das dritte Volks=
Konzert des Opernorcheſters. Zu dem zweiten Volkskonzert, das
Sams=
tag, den 23. März, gegeben wird, erhalten die Mitglieder der
Volks=
bühne Eintrittskarten zu ermäßigten Preiſen gegen vorherige Beſtellung
in der Geſchäftsſtelle Eliſabethenſtraße 34 (Haus Alter).
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Seite 6
Donnerstag, den 21. März 1929
Numme
der Eliernabend der Hauswirtſchaftlichen
Berufs=
ſchule und der Stadtiſchen Haushalkangsichute
in der Woogsturnhalle nahm einen ſchönen und für alle Teile äußerſt
zufriedenſtellenden Verlauf. Schon die ſinnige Zuſammenſtellung der
Vortragsfolge, die in zwei Teilen in Wort, Lied und Bild der Hausf.au
Schaffen, Wirken und Feierſtunden zeigte, bewies, mit welcher Liebe und
Sorgfalt die Veranſtaltung vorbereitet war. Sie bewies aber darüber
hinaus den Eltern, daß durch individuelle Pflege der ſchlummernden
Talente von den Schülerinnen ganz Erſtaunliches geleiſtet werden kann,
und daß die Schule, ihre Leitung und der ganze Lehrkörper beſtrebt
ſind, neben dem notwendigen Wiſſen den Schüllerinnen auch echte, reine
Lebensfreude zu vermitteln. Die Leitung der ganzen Veranſtaltung, die
außer Rektor Schäfer Lehrer Kunkel übernommen hatte, kann
mit dem Erfolg reſtlos zuftieden ſein. Schon der gemeinſame Chor
„Wenn ich den Wandrer frage” war in ſeiner Reinheit eine
vielver=
ſprechende Einleitung des Abends. Als lebende Vortragsfolge wirkte
ſehr geſchickt Frl. Eliſ. Caſtritius. Rektor Schäfer nahm
Gelegen=
heit, die Gäſte herzlich willkommen zu heißen und auf das gute
Ein=
vernehmen zwiſchen Eltern und Lehrerſchaft hinzuweiſen. Ganz entzückend
wurde von Frl. Tilli Kaiſer „Der Hauszauber” vorgetragen, und
ebenſoſehr gefielen der Vortrag „Beſeelte Hände” von Frl. Eliſ.
Morgenroth, ſowie das Gedicht „Der Großmutter Strickzeug”
von Frl. Lina Schmidt. Anmutig wurden die Spinnlieder von den
hellen Mädchenſtimmen geſungen. Die Mädels und „Buben” in allen
möglichen Trachten und die kleinen Intermezzos wirkten erheiternd und
erfriſchend. Am Klavier begleitete Herr Lehrer Kunkel ſehr
feinfüh=
lend. Das hübſche Gedicht „Die ſchönſte Flamme” trug Frl. Guſti
Herget ſehr ſchön vor, und das appetitanregende Gedicht „Es wird
mit Recht ein guter Braten” wurde von der flotten Köchin Frl. Elſe
Nickels entſprechend dargeboten. Nach dem von Frl. Liſtmann
geſprochenen Vortrag „Vom Segen der Arbeit” beſchloß der von
Rek=
tor Schäfer perſönlich geleitete Chor mit dem Lied „Im ſchönſten
Wieſengrunde” den erſten Teil.
Mit zwei hübſchen, anſprechenden Schubertliedern, die Frl.
Leh=
rerin E. Bernhard tonſchön zu Gehör brachte, wurde der zweite
Teil eingeleitet. Rektor Klingler hatte die anpaſſende
Klavier=
begleitung übernommen. Graziöſe, exakt ausgeführte Neigen, die von
den Damen Frl. E. Bernhard, E. Höck und Annemarie
Mül=
ler einſtudiert waren, fanden, wie überhaupt alle Darbietungen,
un=
geteilten, freudigen Beifall. Beachtenswert flott trug Frl. E. Nees
„Fritzchens Brief an ſeinen Vater nach einer Aufführung von Leſſings
Minna von Barnhelm” vor. Ein gemeinſames Lied „Am Brunnen
vor dem Tore”, in das ſogar die ſehr zahlreich erſchienenen Eltern
und Angehörigon mit einſtimmten, beendete den wohlgelungenen Eltern=
Abend, für den alle Beſucher der Leitung der Schule und den
Dar=
ſtellern dankbar ſind.
— Von der Höheren Landesbauſchule. Nach kurzer Ferienpauſe nach
Beendigung des Winterſemeſters iſt die Höhere Landesbauſchule am
19. März in das Sommerſemeſter eingetreten. Der Direktor der
An=
ſtalt, Profeſſor Wienkoop, begrüßte in der Aula die Herren des
Lehrerkollegiums und die zahlreichen Schüler, die ſich mit 226 Köpfen
auf 9 Klaſſen verteilen. Er ſprach den Wunſch aus, daß ſich das
kom=
mende Semeſter würdig an das verfloſſene anreihen möge, damit die
Schule ihre hohe Aufgabe zur Heranbildung des Technikerſtandes in
vollkommener Weiſe erfüllen könne. Hier ſei Beſonderes zu erwarten
von dem der Schule neu angegliederten Bauſtofflaboratorium,
das, im Sinne der Fo ſchungsergebniſſe von Prof. Dr.=Ing. Kleinlogel
eingerichtet, den Schülern Gelegenheit geben ſoll, auf dem wichtigen
Ge=
biet der Baukontrolle Erfahrungen zu ſammeln. Bedauerlicherweiſe
be=
wieſen die auch diesmal wieder abgehaltenen Aufnahmeprüfungen, daß
ſich vielfach junge Leute mit ungenügenden Vorkenntniſſen an
Allgemein=
bildung zur Aufnahme in die Schule melden. Die Schule hält es für
ihre Pflicht, ſolche Leute fernzuhalten und in der Oeffentlichkeit zu
be=
tonen, daß für den verantwortungsvollen Tcchnikerberuf nur ſolche junge
Männer in Frage kommen können, die das höchſte Maß elementarer
Schulbildung ihr eigen nennen. Die hohen Anforderungen, die Schule
und Praxis ſtellen, ermöglichen erfolgreichen Aufſtieg und Wettbewerb
nur den Tüchtigſten.
— Kulturfilmgemeinde: Donaufilm. In der ſtark beſetzten Aula
des Realgymnaſiums lief der Film „Vom Schlvarzwald zum Schwarzen
Meer”, eine Schöpfung des Inſtituts für Kulturforſchung, die dem
auf=
merkſamen Beſchauer auf die eindringlichſte und lebendigſte Weiſe das
Problem der Donau nahe brachte. Im Gegenſatz zu den großen Flüſſen
Deutſchlands, die alle mehr oder weniger in wordoveſrlicher Nichtung
parallel geſchaltet ſind, bahnt ſich die Donau ihren Weg faſt
eigen=
brödleriſch nach Südoſten und geſtaltet ſich ſo ihr Schickſal unter ganz
anderen Aſpekten als Rhein, Elbe oder Oder. Nur flüchtig wurde in
dem Film die geopolitiſche und hiſtoriſche Funktien der Domau geſtreift,
doh mochte ſie ſich unbewußt in mancherlei Bildern offenbaren. Die
tech=
niſch gauz ausgezeichneten Filmſtreifen, überſichtlich gegliedert und
zu=
ſammengefügt, bro hten zunächſt — ihrer Beſtimmung gemäß — Bilder
von der Donau und ihrer nächſten Umgebung, griffen mit der
zunehmen=
den Entfernung von Deutſchlland auch auf Gebiete über, die in einem
unmittelbaren Zuſammenhang mit dem Fluß nicht ſtehen. Doch gerade
in dieſen „Seitenſprüngen” offenbart ſich die außerordentlich kluge Auf=
nahmeleitung, der es darauf ankam, das reiche völkiſche Leben im
Donaubecken zu zeigen, in der richtigen Erkenntnis, daß die Landſchaft
allein ohne den Menſchen nicht den Menſchen anſprechen kann. W. S.
— Frühlingsfeier des „Orplid”. Der Orplid, Bund für Geiſtes= und
Körpeikultur, begeht am kommenden Sonntag, vormittags 10½ Uhr,
im Mozartſaal ſeine Frühlingsfeier, die für jedermann zugänglich iſt.
Ein reiches und intereſſantes Programm ſoll den Rhylhmus des
er=
wachenden Frühlings in Körper und Seele des Lichtmenſchen durch Tanz
und Geſang, Muſik und Dichtung widerſpiegeln. Unter den
Mitwirken=
den ſind zu nennen: Kurt Naue, Solotänzer, vom Heſſiſchen
Landes=
theater. Damen der Geſangfchule der Frau Nowack, die Schriftſtellerin
Frau Thereſe Mülhauſe=Vogeler=Franffurt a. M. und der jugendliche
Malerdichter Albert Kreiß.
— Aus der Martinsgemeinde. Am Montag, den 25. März, abends
8 Uhr, findet in der Martinskirche eine kirchenmuſikaliſche
Paſſions=
andacht ſtatt. Werke für Geſang (Sopran) von Johann Roſenmüller,
Joh. S. Bach und Ph. Em. Bach, für Cello von Joh. S. Bach,
Tele=
mann, Fitzenhagen und für Orgel von Joh. Pachelbel, Matth.
Weck=
mann und Joh. S. Bach kommen zu Gehör.
— Wanderung. Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft, e.
V., Darmſtadt, unternahm am vergangenen Sonntag ihre 2.
Vereins=
wanderung in dieſem Jahr. Eine ſtattliche Anzahl Wanderluſtige hatte
ſich durch das prächtige Frühlingswetter frühmorgens am Oſtbahnhof
eingefunden. Die Bahn brachte ſämtliche Teilnehmer nach Groß=
Bie=
berau. Dann ging es nach Lichtenberg, Asbach. Ernſthofen, Neutſch,
Nieder=Beerbach, zum Endziel Eberſtadt, wo alle Teilnehmer abends
wohlbehalten wieder in Darmſtadt ankamen.
Autozuſammenſtoß. Am 18. März ſtießen am Paradeplatz zwei
Perſonenkraftwagen zuſammen. Beide Wagen wurden ſtark beſchädigt;
Perſonen wurden nicht verletzt. Am 19. März kam an der Ecke der
Heidelberger= und Ahaſtraße ein Motorradfahrer durch momentane
Un=
ſicherheit zu Fall und zog ſich erhebliche Verletzungen am Kopf zu. Er
wurde durch die Rettungswache in das Stadtkrankenhaus verbracht.
Preisverkeilung des Berufsweltkampfes des G. 9.A.
Die Teilnehmer des Berufswettkampfes hatten ſich im G. D.A.=Heim
nochmals verſammelt. Aus Frankfurt a. M. waren einige
Jugendbund=
mitglieder des G. D.A. noch hinzugekommen, ſo daß nahezu 130
Per=
ſonen verſammelt waren. Geſchäftsführer Weinberg rief allen ein
herz=
liches Willkommen zu. Dann ſetzte ein richtiges fröhliches Treiben der
Jugend ein. Lieder wechſelten mit Volkstänzen ab. Begeiſtert wurden
Gedichte vorgetragen. In vielen ſchönen Lichtbildern wurde gezcigt
welch Treiben auf dem letzten Reichsjugendtag des G.D.A. in Kaſſel
herrſchte. Die Jugend, die ſich mit mehreren Tauſend Mädels und
Jungens dort verſammelt hatte, legte auf dieſem Jugendtag das
Be=
kenntnis zum Vaterlande und zum Berufe ab. Auch auf dem
Reichs=
jugendtag in Nürnberg, der alten, ſchönen Stadt, ſoll die Jugend in
dieſem Jahre wieder erneut den Willen kund tun, mitzuhelfen und
mit=
zuarbeiten an dem Wohle unſeres Vaterlandes. Der Jugendſekretär
Draſt aus Frankfurt rief alle Jugendlichen auf, dieſen Jugendtag zu
beſuchen. Dann kam der Leiter des Wettkampfausſchuſſes, Herr Jayme,
zu Wort. Keine leichte Arbeit hatte die Kommiſſion zu bewältigen, um
die beſten herauszufinden. Viele Arbeiten waren dabei, die ebenfalls
Anerkennung finden konnten. Aber ſchließlich können nicht alle mit
Preiſen ausgezeichnet werden, ſonſt verliert der Kampf ſeinen Wert.
Die beſte Leiſtung vollbrachte eine Handelsſchülerin, die iſich im erſten
Jahre der Handelsſchule befand. Die Leiſtung iſt deshalb beſonders
anzuerkennen. Anny Koch aus Darmſtadt war die Glückliche. Den
zwei=
ten Preis, eine Stiftung des Herrn Direktors Jöckel vom Arbeitsamt,
errang Ludwig Schneider aus Werſau. Dann folgten verſchiedene
hinter=
einander, die faſt alle gleich waren: Karl Judith=Darmſtadt, Walter
Zink. Gerda Lucas uſw.
Die Preiſe unterſcheiden ſich weſentlich von den ſonſt üblichen. Eine
ſchöne Schreibmappe war der erſte Preis. Brieftaſchen, Füllfederhalter,
Aktentaſchen, Bücher und ſonſtige Lederwaren die anderen. Wie ſehr
dieſe Preife das Herz der Jugendlichen erfreuten, konnte man erkennen,
als die Preisträger ihre Sachen in Empfang nahmen. Insgeſamt waren
es 27 Preiſe. Nun kommt aber noch die letzte Ausleſe, denn aus den
12000 Teilnehmern im Gau Heſſen des G. D.A. werden nochmals die
Beſten beſonders ausgezeichnet. Hoffentlich ſind auch da noch viele
Darmſtädter darmter. Damit iſt der Berufswettkampf hier in
Darm=
ſtadt zum Abſchluß gekommen. Begeiſtert hat ihn der kaufmänniſche
Nachwuchs aufgenommen. Er hat aber auch wichtigen Aufſchluß gegeben
über die Leiſtungen. Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten will aber
mit dieſem Kampf zeigen, daß er alles tun will, um den Stand der
An=
geſtellten zu heben und zu fördern.
Faus
Tdddd. Sodenen
Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten zu Oſtern. Zur
Hin=
fahrt am Gründonnerstag von 12 Uhr an, zu einigen bekannt
gegebe=
nen Zugen von 11 Uhr an, am Karfreitag, am Samstag, am Oſterſonntag,
am Oſtermontag Zur Rückfahrt am Karfreitag, am Samstag bis
9 Uhr, am Oſterſonntag, am Oſtermontag am Dienstag bis 9 Uhr. Die
am Donnerstag und Karfreitag gelöſten Sonntagsrückfahrkarten gelten
zur Rückfahrt am Karfreitag, am Samstag bis 9 Uhr, am Oſterſonntag,
am Oſtermontag, am Dienstag bis 9 Uhr. Die Rückfahrt muß auf dem
Zielbahnhof der Fahrkarte ſpäteſtens um 9 Uhr, von Unterwegsbahnhöfen
ſpäteſtens mit dim Zuge angetreten oder fortgeſetzt werden, der den
Ziel=
bahnhof um 9 Uhr verläßt. Die Rückfahrt iſt nach 9 Uhr ohne Fahrt=
unterbrechung, bei Zugwechſel mit dem nächſten anſchließenden Eil= oder
Perſonenzug zurückzulegen.
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— Der Katholiken=Verein Darmſtadt hält am Freidag, den 22. März,
abends, eine Kirchenmuſikaliſche Abendfeier im Feſtſaal des
Vereins=
hauſes ab. (Siehe Anzeige.)
—Eigentümer geſucht. Während der letzten Herbſtmeſſe (Oktober
1928) wurde auf dem Meßplatz eine goldene Damen rmbanduhr mit
ſchwarzem Ripsbändchen gefunden. Die Uhr hat weißes Zifferblatt, der
vordere Rand iſt ziſeliert, auf der Stellſchraube befindet ſich ein blauer
Saphir. Die Uhr iſt 585 geſtempelt. Perſonen, die Eigentumsrecht
geltend machen können, werden gebeten, bei der Kriminalpolizei des
Polizeiamt3, Hügelſtraße 31—33, Zimmer 3, vorzuſprechen.
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D Razzia der Kriminalpolizei nach geſuchten Verbrechern. Die
Kriminalpolizei nahm am Mittwoch, in der Frühe (20. März), eine
Razzia vor, bei der 5 zur Verhaftung ausgeſchriebene Perſonen
feſt=
genommen wurden. Es handelt ſich teilweiſe um flüchtige Verbrecher,
die ſchon ſeit Jahren von den Behörden geſucht werden.
Bezirksſchöffengerichl.
*o. Wegen Verſicherungsbetrugs haben ſich drei Einwo
Bensheim zu verantworten. Nach der Anklage haben ſie in
ſcher Abſicht gegen Feuersgefahr verſicherte, einem der Angel
hörige Möbelſtlicke am 8. und 9. Dezember 1928 in Brand ge
Wirt, dem die Möbel gehörten, war in Schwierigkeiten
Vierlieferanten; er äußerte die Abſicht, von Bensheim, noch
Frau im Auguſt 1928 geſtorben war, wegzuziehen, auch ſe,
einer etwa drohenden Pfäudung zu entziehen. Die verſichen
wurden in einen Möbelwagen ſorgfältig verpackt und aufbe
beiden anderen Angeklagten ſollten den Möbelwagen anſtecken;
1500 Mark ſollten beide, je nah der Brandentſchädigung, die
verſicherungsgeſellſchaft leiſte, erhalten. Mit Petroleum, Sp.
Benzin folgte die Inbrandſetzung. Dies iſt das Ergebnis
lungen, auf die ſich die Anklage gründet.
Der angeklagte Wirt beſtreitet, daß er in ſchlechter
Vem=
ſich befunden habe. Nach dem Tode der Frau wünſchte er din
aus dem Pachtverhältniſſe. Vier Zimmer machte er frei und
Möbelſtücke in einen Möbelwagen. Nach Ablauf des
Feucrver=
vertrogs trat er mit einem anderen Unternehmen wegen Verſt
Verhandlungen; am 3. Dezember 1928 erfolgte die Verſiche
Umzugsgut gegen Diebſtahl, Einbruch und Feuer. Da dieſs
rung nicht den Wünſchen des Verſicherungsunternehmers
ſchloß er mit einer anderen Geſellſchaft einen Vertrag ab aun
Deckung, laufend bis zur Ausſtellung der Police. Am Sonnt
zember, abends, wurde dem Wirt gemeldet, der Möbelwage
mit einigen Eimern Waſſer, ſo ſagt der Wirt, ſei die Sache e
waſen. Eutſ=lieden beſtreitet er, die beiden anderen Angeil=
Tat überredet zu haben.
Es handelt ſich um eine etwas abgelegene Wirtſchaft m
bedienung. Der Wirt ſtand um die i Rede ſtehende Zeit nicht4
der Löſcung des Brandes fand die Polizei, daß der Möbeh
unten fachmänniſch angebohrt war und e3 nach Spiritus roch.
Beweisaufnahme geht hervor, daß ein Ver reter einer Verſicher)
ſchaft dem mit der Beförderung der Möbel beauftragten
gegenüber ſchwere Vedenken äußerte, daß er als Spediten
Möbelwagen aufzubewahrenden Möbel gegen Feuer zu
verſſc=
nahm. Tatfächlich hatte die in Frage kommende Geſellſchaft
verſicherung der Möbel abgelehnt, und zwar ohne Angabe /
den. Auffallend erſ.Tien auch die Eile, mit der die Verſiyh
Möhel vom Eigentümer derſelben betrieben wurde. Der
M=
ſtand in einem abyrſ hloſſenen Hof, deſſen Einfriedigung inda
uberſtiegen werden konnte.
Die Möbel waren zu 10 000 Mark verſichert, repräſentin
einen weit geringeren Wert.
Der Staatsanwalt erachtet, daß der Wirt als Anſtifter i
komme, ein Verſicherungsbetrug nach 8 265 St. G.B. liege vu
Gefängnisſtrafe ſei am Platze. Gegen den Wirt wird eine
Gefängnisſtrafe, gegen die beiden anderen Angeklagten te
fängnisſtrafen von 5 und 8 Monaten beantragt. Der Vert
angeſtifteten Angeklagten bittet, die ſeit 10. Dezember 19B/
Unterſuchungshaft voll auf die Strafe anzurechnen.
Das Urteil erkennt gegen den Wirt auf 1 Jehr Gefängr4
lich 2 Monate Unterſuchungshaft, gegen den angeſtifteten 2u
auf 6 Monate Gefängnis, abzüglich 3 Monate Unterſuchurzf
dritte Angeklagte erhält wegen des Verſuchs des Verſicherun
6 Monate Cefängnis.
Zerſehungsarbeik an der Reichswehr
(Nachdruck Lel
js. Der 4. Strafſenat des Reichsgerichts verhandelte um
des Neichsgerichtsrats Baumgarten einen Fall der Vorbe.
Hochverrat, begangen durch den Maurer Joſef Buß aus Gi
der Mitglied der K.P.D. und des Rotfrontkämpferbundes iſ
Laſt gelegt, im Juni 1928 dadurch die Zerſ tzung der Reichsrd
ſtrebt zu haben, daß er an Reichswehrang hörige Exemplae
einem kommuniſtiſchen Reichstagsabgeordneten verfaßten 1
ſchrift verteilt hat. Die Schrift trägt den Titel „Fritz Wiedy
Geſchichte eines Reichswehrſoldaten” und ſchilde:t die ReichM
deren Inſtitutionen tendenziös aufgeputſcht in den düſterſt
Bei einer Hausſuchung wurden bei Buß ein Egemplar der
Zeitſchrift ſowie mehrere Flugblätter beſchlagnahmt. Buß 11
ſchieden, die Zerſetzungsſchrift verteilt zu haben. Jedoch ſtardl
Angaben die eidlichen Ausſagen der betreffenden Reickswe
entgegen. Der 4. Strafſenat verurteilte Buß wegen Vorber=
Hockwerrat in Tateinheit mit Vergehen gegen 8 7. Ziff. 4 Re.
geſetz zu 1 Jahr 3 Monaten Feſtung und 150 RM Gelöf.
Senat hat als ewwieſen angeſehen, daß Buß mit der Ver
Zeitſchrift die Zerſetzung der Reichswehr angeſtrebt hat.
bezweckte offenbar, die Diſziplin in der Reichswehr zu unterge
Unzufriedenheit gegen Vorgeſetzte hervorzurufen. „Reichsger
(4 D 4/29. — 19. März 1929.)
Aus den Parkeien.
— Heute abend im Perkeo, Alexanderſtr. öffentli,
ſammlung der Nat.=Soz. Diſch Arb.=Partei. Redner:
Chemnitz; Thema: Marx=Lenin=Hitler (Hitlerbewegung).
Lokale Vetanfaliungen.
Die hſerunter erſcheinenden Rotizen ſind au ſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen 1
in keinem Falle irgendwie als Beiprechung oder Kritlk.
— Der „Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, Xu
Darmſtadt. Heute Donnelstag, den 21. d. M., findet im
Sitte (Karlsſtraße) Alpenzimmer, unſer Pflichtabend ſtatt.
können eingeführt werden.
— Bund Königin Luiſe. Der Großmütterchensy
am 14. April ſtatt. Nächſt= Vollverſammlung Mittwoch, den
Tageskalender für Donnerstag, den 21. März 195
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19.30 —
22 Uhr, K 14: „Ein Maskenball”. — Kleines Haus. An 70
Uhr, Ende 22 Uhr, für diejenigen C=Mieter, die keine Zu
haben: „Die tote Tante‟. — Orpheum, abends 20.15 UnI
„Nund um den Ozean”. — Konzerte: Schloßkaffee, Ka7
gold, Hotel Schmitz, Kaffee Ganßmann, Weinhaus M4/
Städt. Akademie für Tonkunſt, 16½ Uhr, i
Saalbau (Gartenſaal): Schülerprüfung. — Muſikverek
abends 8.15 Uhr: Kammermuſikabend des Weiß=Quartetts, A
Freie Lit.=Künſtl. Geſellſchaft, abends 20 1.
Vereinigten Geſellſchaft: Vortrag Wilhelm Michel „Die r.1
ziehungen zwiſchen Religion und Dichtung”. — Nat.=Soz.”
terpartei, abends 20.15 Uhr, im Perkeo: Oeffentl. Verf7
— Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia.
ToTate dottit
R. Oetkens Gackmlger ,Bachin
Man muß sich vorstellen, daß seit mehr als 80 Jahren an der Vervollkommnung
dieses einzigartigen Backpulvers gearbeitet wird. „Backin” war schon vor 35
Jahren gut — und gerade deshalb war es doppelt schwer, es noch weiter zu
ver-
bessern. Unermüdliche Forscherarbeit und zahllose Versuche haben nun ein
End-
produkt erbracht, von dem man sagen Kann.
es ist unvergleichlich!
Unsere deutschen Hausfrauen wissen es. Deshalb backen sie nur nach Oetker-
Rezepten und sind damit vor Fehlschlägen bewahrt.
Eine Fülle von praktischen Back-Resepten bieten „Dr. Oeiker-Rezrpte‟ Ausg. F (Preis 15 Pfg.) u. „Dr. Oetker’s Schul-Kochbuch”
Pr.30 Pfg.) zu haben in den Lebensmittelgeschäften; sonst geg. Voreinsendung v. Marken bei Dr. Hugust Oetker, Bielefeld.
FUUG
GK ZGARETTE OHNE MUNDSTÜcK
Aus Beffen.
Starkenburg.
Arheilgen, 2. März. Ein Flugzeugſchüler, der mit ſeinem
heck guf dem Wege nach dem Flugplatz Darmſtadt war, hatte die
—rung verloren und landete in der Nähe der in hieſiger Gemar=
Isgenden Leibchesmühle. Bei dem Verſuch, wieder aufzufliegen,
in ſechsjähriger Junge unter die Maſchine und wurde derart
daß er mittels Kraftwagens in das Städtiſche Krankenhaus
9—rmſtadt verbracht werden mußte, woſelbſt er an den
Ver=
uun ſtarb. Das Flugzeug ſelbſt wurde abmontiert und mittels
vi gens abtransportiert. — Nachdem die diesjährigen Konfirmanden
aeen Sonntag durch den Ortsgeiſtlichen vorgeſtellt wurden, erfolgt
p firmation der 74 Knaben am Oſtermontag, die der 58 Mädchen
ſonntag nach Oſtern. — Der hieſige Ortsgeiſtliche, Pfarrer Grein,
wei der am Montag in Darmſtadt erfolgten Tagung des
Deka=
hrrmſtadt zum ſtellvertretenden Dekan gewählt.
Briesheim, 20. März. Bei der am vergangenen Sonntag
ſtatt=
w ien Lindwirtſchaftskammerwahl wurden folgende Stimmen
ab=
hr. Für Landwirt Johannes Schupp 1. 37, für Landwirt Georg
m1. 19. — Am Donnerstag, den 21. März 4s. Js., abends 8 Uhr,
aif dem Rathaus eine Gemeinderatsſitzung mit folgender
Tages=
ſtyr ſtatt: 1. Arbeitsvergebung, 2 Baugcſuche, 3. Bürgſchaftsüber=
M4. Nachforderung der Francke=Werke in Bremen aus Anlaß der
ſyn der Waſſerleitung; hier: Antrag der Francke=Werke auf
Be=
musg eines Schiedsrichters, 5. Genehmigung der
Kreditüberſchreitun=
mr Jahre 1927, 6. Mitteilungen, 7. Steuer= und Stundungsgeſuche,
h fahrts= und Armenſachen.
SPfungſtadt, 18. März. Vorſtellung der Konfirman=
—m Sonntag Judika fand hier die Vorſtellung der
Konfirman=
exennt nach zwei Bezirken, ſtatt. Die Vorſtellung der
Konfir=
des Nordoſt=Bezirkes wurde im Vormittagsgottesdienſt durch
Strack vorgenommen, während die Vorſtellung der
Konfirman=
s Südweſtbezirkes durch Pfarrer Zinn am Nachmittag erfolgte.
V Sfungſtadt, 20. März. Die Ausſchüſſe, die zur Durchführung des
hir 3feſtes der Sängervereinigung gebildet wurden, ſind rege tatig,
eVorarbeiten zu den Tagen 8., 9. und 10. Juni zu erledigen. Die
ürvereinigung, gebildet aus den ehemaligen Geſangvereinen „
Ein=
and „Sängerbund”, kann in den Junitagen auf ein zehnjähriges,
Kiches Zuſammenarbeiten zurückblicken. Durch gemeinſames
Sic=
wiet. Zurückſtellung einzelner Wünſche, gelang es, die
Sängerver=
ſtg, auf die heutige Höhe zu bringen.
Sber=Beerbach, 20. März. Man teilt uns mit: Adam Roß,
Un Dber=Beerbach am 15. Mai 1909, alt 19 Jahre, 10 Monare,
e) iſt am Sonntag Mittag um 2 Uhr vom Elternhaus weggelaufen
bit jetzt noch richt zurückgekehrt. Er iſt etwa 1,50 bis
Füe: groß, Haar dunkelblond, Augen blau, am oberen
Schneide=
ieplt ein kleines Winkelchen. R. iſt bartlos. Anzug iſt dunfel=
Er Mancheſter, dunkelblaue Schirmmütze. Er war mit zwei Hemden
Geſ- und zwar ein Norwalheud mit lila geſtreifter Bruſt, ferner
rleitshemd mit rot=weiß=blauem Karo, weißgrauer Unterhoſe,
eneißen Ripsſtoffkragen, Selbſtbinder auf halb gebunden mit
blau=
b=aunen Karos, Taſchentuch mit veilchenbluem Rand, Strümpfe
hmt braun angeſtrickt, etwas verſtopft, neue Arbeitsſchnürſchuhe,
hell= neue ſchwarze Ledergamaſchen, trug eine altertümliche Taſchen=
Auf dem Rucken hat er ein eiterndes Geſchwür. Der Vater Adam
Ober=Veerbah bittet um Nachricht.
I4. Nieder=Ramſtadt, 19. März. Bei der am 17. ds. Mts. ſtattge
ſter Wahl eines Vertlauensmannes zur Landwirtſchaftskammer
In Wahlkreis Nieder=Ramſtadt—Traiſa—Waſchenbach wurde
Land=
ſhenrich Müller 5. aus Nieder=Ramſtadt zum Vertrauensmann ge=
Dieſer erhielt 20 Stimmen, wohingegen auf den in Waſchenkach
hel ten Kandidaten nur 13 Stimmen entfielen. Am kommenden
erikag, den 21. ds. Mts., abends 8 Uhr, findet dahier im Gaſthaus
9öwen” ein Vortrag über das Thema „Schweine ütterung” ſtatt.
Rgender iſt Herr Landwirtſchaftsrat Dr. Schmaldt vom Heſſ
Land=
ſtaſt=samt Darmſtadt. Alle Intereſſenten ſind hierzu eingeladen. —
hirsloſenkontrolle. Nach einer Mittcilung des
Arbeits=
nird die bisher mit der hieſigen Bürgermeiſterei getroffene Ver=
„bug ab 1. April ds. Js hinfällig. Die Kontrolle wird von dieſem
„Enit ab nicht mehr durch die Bürgermeiſterei, ſondern wieder durch
ge des Arbeitsamtes vorgenommen.
Ober=Ramſtadt, 20. März. Oſterferien. Die Schulferien
Eien hier am Samstag, den 23. März. Das neue S huljahr beginnt
April. — Kriegergräberfürſorge. Auch in dieſem
ird zugunſten des Volksbundes Deutſche Kriegergräbevfürſorge
Peine Sammlung veranſtaktet. Mit dieſer iſt die Werbung neuer
dieder bei einem Jahresbeitrage von 2 RM. verbunden. Die
Samm=
ba Herr Gemeinderat Müller übernommen. Möge im Intereſſe
ier Sache das Ergebnis dieſer Samplung und Mitgliederwerbung
Iyt gutes werden. — Die im Jahre 1893 konfirmierten Schulkame=
und =Kameradinnen hatten ſich am letzten Sonntag im Gaſthaus
BAdler” zu einer Beſprechung über die gemeinſame Feier ihres
Wurtstages zuſammengefunden. Es wurde beſchloſſen, die gemein=
9eHurtstagsfeier in dem ſeither üblichen Rahmen am Sonntag, den
AUi, zu begehen und zunichſt ein kleiner Ausſchuß gebildet, der die
n Vorbereitungen treffen wird
Moßdorf. 20. März. Ortsſatzung. Durch Beſchluß des Ge=
Prats vom 8. d. Mts. hat der Paragraph 13 der Ortsſatzung, betr.
Iſtellungs= und Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten der
hue Roßdorf, eine Aenderung bzw. Ergänzung erfahren. Der
Be=
liegt gemäß Art. 15 Abſ. III der L.G.O. eine Woche lang auf der
Frmeiſterei zur Einſicht offen. — Sport. Der Freie Sportverein
rf veranſtaltet am Samstag, den 23. d. Mts., einen Sportabend
Aine Bezirksſchule des Arbeiter=Turnerſportbundes. — Zwangs=
Feigerung. Laut einer öffentlichen Bekanntmachung des Orts=
Ah8 werden am Freitag, den 22. d. Mts., zum Zwecke der Aufhebung
AGengemeinſchaft auf dem Rathaus durch das Amtsgericht II Darm=
Re auf Heinrih Amann 1. Eheleute eingetragenen Grundſtücke ver=
Es handelt ſich um eine Hofreite und 4065 Quadratmeter
Acker=
liſenland.
Arbeitserſparnis bei der diesjährigen
Frühjahrs=
beſtellung?
Von Diplomlandwirt Faesler.
Je kürzer die Zeit iſt, in der die Frühjahrsarbeiten erledigt werden
müſſen, um ſo eher wird der Landwirt dieſe oder jene Arbeit
unter=
laſſen wollen, um ſchneller voranzukommen. Das iſt unbedingt auch
ſo=
lange richtig, wie dadurch die Pflanzen nicht benachteiligt werden.
So=
bald aber mit einer Arbeitserſparnis ein Ernteausfall verbunden iſt,
dann iſt ſie ein ſchwerwiegender wirtſchaftlicher Fehler.
Ein Beiſpiel! Das Kunſtdüngerausſtreuen verurſacht zweifellos
Arbeit. Womit iſt aber zu rechnen, wenn einer Arbeitserſparnis wegen
z. B. auf das Ausſtreuen der Kaliſalze verzichtet wird?
Schmacht=
körner, Lagergetreide, ſchlechte Kartoffeln, zuckerarme Rüben, wenig
nährkräftiges Grünfutter und Heu wären in vielen Fällen die Folge.
Und der bei allen Früchten geringere Ernteertrag würde vielleicht von
der heute ohnehin ſchon beſcheidenen Rente zu einer Verluſtwirtſchaft
führen. Trotz der knappen Zeit muß alſo eine beim Wintergetreide
bisher verſäumte Kalidüngung mit 1½—2 Doppelzentner Kalidüngeſalz
je Hektar nachgeholt werden. Aehnliches gilt für das Grünland. Dieſem
gibt man aber 2—3 Doppelzentner 40er Kalidüngeſakz oder auf leichtem
Boden 6—10 Doppelzentner Kainit. Für alle noch anzubauenden Früchte
ſtreut man je nach Boden und Pflanze in ausreichenden Mengen 40er
Kalidüngeſalz oder Kainit. — Die Kalidüngung verhilft zu höheren und
beſſeren Ernten! Auf dieſe kann aber heute kein rechnender Landwirt
verzichten. Mithin wäre das als Beiſpiel angeführte Unterlaſſen des
Kaliſalzſtreuens eine Arbeitserſparnis am verkehrten Ende. Ja, ſie
wäre ſogar ſinnlos, weil ſich der Landwirt damit ſelbſt ſchädigen würde.
Man verſuche alſo, nur dort Arbeit zu ſparen, wo es wirtſchaftlich
angängig iſt. In allen übrigen Fällen nimmt man die
Trübjahrsheſtel=
lung am beſten in der gewohnten Weiſe vor und wird auch in dieſem
Jahre nicht ſchlecht dabei wegkommen,
Naten
2
XIN
Das
Gesund-
heitswasser!
V 1689
Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7, Tel. 45
Bz. Reinheim, 2. März. Faſelmarkt. Der Auftrieb von
Zuchtvieh war als ſehr gut zu bezeichnen. Es waren aufgetrieben 101
Stück Großvieh, 35 Sauen und 18 Ziegen. An Faſel waren 56 Stück
aufgetrioben und 15 verkauft. Die Preisrichter ſowie der
Landwirt=
ſchaftskammerausſchuß konnten feſtſtellen, daß die Viehzucht auch in
unſerem Bezirk ſich ſehr gehoben hat. Am Samstag, vormittags 8 Uhr,
marſchierten die Kommiſſionsmitglieder unter ſchneibigen Märſchen der
Kapelle Sauerwein=Noßdorf zum Empfang der Vertreter des
Landwirt=
ſchaftskammerausſchuſſes zum Bahnhof. Nach Empfang des Ausſchniſſes
und vieler Gäſre und Intereſſenten ging es unter Muſikklang ins
Gaſt=
haus „Zum Schwanen”. Hier erhielten die Preisrichter ihre
Prämiie=
rungspläne und Inſtruktionen, und es ging dann zur Prämiierung. Für
die Preisrichſter war es ſchwer, ſich ein Urteil zu bilden, da alles
Auf=
getriebene nur erſtklaſſig war, und ſo wurde erſt die Preisverteilung
um 1 Uhr verkündet. Um 4 Uhr fand die Verloſung, welche hiermit
verbunden war, ſtatt. Die erſten Preiſe ſind in gute, bedürftig Familien
gefallen.
ObstgutHickter, EberstadtiBersstr.)
Erholungsaufenthalt, Wochenende
Aut Wunsch: Rohkost. Dätkuren. Herrliche Lage.
Pensionspreis Mk. 5.50 und 6.50. Gartenhäuser,
Fernsprecher: Amt Darmstadt Nr. 3713 (4612b
Groß=Bieberau i. Odw., 20. März. Hier wurde hürzlich die
Orts=
gruppe Gerſprenztal des V.D A. gegründst. Dem Vorſtand gehören an:
Neallehrer Heyd, Vorſitzender, Studienrat Saal, Schriftführer,
Real=
lehrerin Naumann, Rechner, Bürgermeiſter Daab und Lehrer Koep,
Beiſitzer, ſämtlich in Groß=Bieberau, Bürgermeiſter Schellhas=
Lichten=
berg, Beiſitzer. Die Mitgliederzahl 54 ſetzt ſich folgendermaßen
zuſam=
men: Groß=Vieberau 24, Reichelsheim 13, Lichtenberg 5, Reinheim 4,
Brensbach, Fränkiſch=Crumbach und Werſau je 2, Nieder=Kainsbach und
Uoberan je 1 Mitglied.
i. Von der Bergſtraße, 20. März. Zu der Totſchlagsaffäre Bär iſt
noch folgendes zu melden: Eine Gerichtskommiſſion weilte in
Wein=
heim an Ort und Stelle und veranlaßte eine photographiſche Aufnahme
ſowohl des Tatortes als auch der Leiche. Die gerichtliche S ktion iſt auf
nachmittags 4 Uhr anberaumt. Die 54jährige Frau Dorothea Bär, geb.
Kühn, verw. Wetzel, gibt an, ihren Gatten in der Notwehr mit dem
Beil, das ſie ihm entriß, als er ſie ſelbſt bedrohte, erſchlagen zu haben.
Allerdings führte ſie die Axtſchläge gegen ſeinen Kopf mit geradezu
beſtialiſcher Roheit aus. Die Eheleute Peter Bär waren ſeit 9 Jahren
in zweiter Ehe kinderlos und ſehr unglücklich verheiratet. Die Frau war
fleißig, aber der Mann war dem Trunke ergeben.
— Gernsheim, 20. März. Waſſerſtand des Rheins am
19. März —0,61 Meter, am 20. März —0,73 Meter.
— Hirſchhorn, 20. März. Waſſerſtand des Neckars am
19. März 1,24 Meter, am 2. März 1,16 Meter.
Landwirkſchaftliche Haushalkungsſchule
zu Michelſtadt 1. 9dw.
Die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt eröffnet am 2. Juli 1929
einen weiteren fünfmonatigen Haushaltungskurſus an ihrer
Haushal=
tungsſchule zu Michelſtadt i. Odw. Die in herrlicher Waldgegend des
heſſiſchen Odenwaldes gelegene Haushaltungsſchule Michelſtadt
i. Odw. iſt beſonders neuzeitlich eingerichtet und mit ausreichenden
Vehrkräften beſetzt. Der praktiſche und theoretiſche
Haushaltungsunter=
richt erſtreckt ſich auf die Anleitung im ſelbſtändigen Kochen mit
Rück=
ſicht auf die Bedürfniſſe des ländlichen und bürgerlichen Tiſches,
Zube=
reitung und Aufbewahrung der Speiſen, Molkereibetrieb, Kleintierzucht,
Gartenwirtſchaft, Waſchen und Bügeln, Reinhalten des Hauſes,
Buch=
führung, gründlicher Handarbeitsunterricht, in welchem das Stricken,
Wäſche=Schmittzeichnung, Wäſchezuſchneiden, Hand= und Maſchinennähen,
Ausbeſſern erlernt wird. Ferner allgemein bildende Fächer, wie
Auf=
ſatz, Rechnen, Singen, Geſunkheitslehre, Säuglings= und Krankenpflege,
Die Teilnahme an dem Unterricht iſt nicht nur Töchtern von Landwirten,
ſondern auch denen des Mittelſtandes ſehr zu empfehlen. Gründliche
Ausbildung erfolgt im Obſt= und Gemüſebau, im Einmachen des Obſtes
und der Gemüſe.
Anmeldungen zur Teilnahme an dem am 2. Juli 1929 zu
Michel=
ſtadt beginnenden Kurſus ſind alsbald an die
Landwirtſchafts=
kammer für Heſſen, Darmſtadt, Rheinſtr. 62, zu richten,
welche auf Verlangen ausführliche Proſpekte und Anmeldebogen
ver=
ſendet.
Errichkung einer Zenkral=
Eierverwerkungsgenoſſen=
ſchaft für Heſſen.
In Gießen fand eine Verſammlung der Genoſſenſchaften des
heſſi=
ſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsverbandes und der
Geflügel=
zuchtvereine ſtatt, in der über die Frage der Gründung einer Zeutral=
Eierverwertungsgenoſſenſchaft im Freiſtaat Heſſen beraten wurde. Die
Verſammlung, an welcher auch Vertreter der Landwirtſchaftskammer
und des Heſſiſchen Landbundes teilnahmen, war ſehr zahlreich beſucht,
ein Zeichen dafür, daß der Geflügelzucht und dem Abſatz der Produkte
in ländlichen Kreiſen neuerdings ein ſehr großes Intereſſe
entgegenge=
bracht wird. Den Vorſitz führte der Landesvorſitzende der heſſiſchen
Ge=
flügelzuchtvereine, Herr Veith=Reichelsheim. Das einleitende Referat
eiſtattete Generalſekretär Dr. Strub vom heſſiſchen
Genoſſenſchafts=
verband, Darmſtadt. Er wies insbeſondere Larauf hin, daß
Beſtre=
bungen zur Organiſation des gemeinſamen Eierabſatzes in ganz
Deutſch=
land wahrzunehmen ſind und in anderen Gebietsteilen Deutſchlands
ſchon zu einem geregelten Abſatz und guten Erfolg geführt haben. Er
forderte die Verſammlung auf, ſich unzweideutig zu äußern, ob die
Vor=
bedingungen für Gründung einer Zentral=Eierverwertungsgenoſſenſchaft
gegeben ſeien und ob der genoſſenſchaftliche Abſatz von Eiern von den
Landwirten ſelbſt gewünſcht würde. Aus ſämtlichen Aeußerungen der
Diskuſſionsredner ließ ſich entnehmen, daß die Schaffung eines
geregel=
ten Abſatzes durch eine Verwertungsgenoſſenſchaft unbedingt erforderlich
erſcheint, und daß auf eine intenſive Mitarbeit der Geflügelhalter
gerich=
net werden kann. Die Gründung einer Eierverwertungsgenoſſenſchaft
wurde einſtimmig beſchloſſen. Die Annahme des Statuts, der
Geſchäfts=
ordnung und insbeſondere die Wahlen der Vorſtands= und
Aufſichts=
ratsmitglieder ſollen in der endgültigen Gründungsverſammlung am
Samstag, den B3. ds. Mts., mittags 1 Uhr, in Gieſen, Reſtaurant
Faul=
ſtich, vorgenommen werden. Die Organiſation iſt in der Weiſe gedacht,
daß als Träger der Verwertungsgenoſſenſchaft außer den
Geflügelzucht=
vereinen und Landwirtſchaftlichen Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften
bzw. Konſumvereine, insbeſondere die Molkereigenoſſenſchaften fungi ren.
Selbſtverſtändlich iſt, daß auch Farmbeſitzer der Genoſſenſchaft als
Ein=
zelmitglieder beitreten können.
Erbach i. D., 20. März. Wie wir erfahren, beabſichtigt die
Reichs=
bahnverwaltung die vor dem Bahnhof herziehende Straße im
kommen=
den Frühjahr einer gründlichen Neuherſtellung zu unterziehen und ſie
dabei mit einem erhö ten Fußſteig zu verſehen. Bei dem heute
allent=
halben herrſchenden Autoverkehr bedeutet dies vor allem einen
beſonde=
ren Scutz der Fußgänger; dann kommt es zweifellos auch einer
weſent=
lichen Verſchönerung des ganzen Bahnhofsgeländes ſehr zu ſtatten,
wo=
für der Reichsbahn auch an dieſer Stelle herzlichſter Dank geſagt ſei. Es
iſt dies um ſo mehr anzuerkennen, da man nur zu häufig davon hört,
wie von der Hauptvetwaltung der Reichsbahn faſt alle derartigen
Pro=
jekte aus Sparſamkeitsgründen zurückgeſtellt werden müſſen. Allerdin s
iſt dieſe Straßenherſtellung ja auch ſehr notwendig und es wird deshalb
ſicher allſeits begrüßt werden, daß ſie jetzt nach jahrelangen
Verhand=
lungen endlich und beſtimmt zur Ausführung gelangt. Jedenfalls iſt
ſie weſentlich wichtiger wie die von anderer Seite immer wieder
gefor=
derte, und nicht mit gerade reellen Mitteln propagierte Neuheiſt llung
des Bahnhofsgebäudes oder ſeines Oelfarbenanſtrichs. Der letzte wird
ja wohl in abſehbarer Zeit gemacht werden, wie wir hören iſt er
be=
ſtimmt für 1330 vorgeſehen, was aber die Inneneinrichtung des B
hn=
hofsgebäudes angeht, ſo darf man ruhig anerkennen, daß das hieſige
Bahnhofsgebäude bezüglich des Schalterraumes, Warteſaales und
Durch=
ganges zu den Bahnſteigen unter ſämtlichen Bahnhofsgebäuden der
Strecke Darmſtadt bzw. Hanau—Eberbach, doch wohl mit an vorderſter
Stelle ſtehen dürfte. Nicht ſo iſt dies allerdings mit den in nächſter
Nähe des Bahnhofs gelegenen Kohlenlagerplätzen und dergl. Wenn
hier die Reichsbahn auf die in Betrackt kommenden Pächter einen mehr
oder weniger ſtarben Druck ausüben und auf eine ſachgemäße, den
ört=
lichen Verhältniſſen, und vor allem dem Fremdenverkehr entſpr ch nde
Inſtandſetzung dringen würde, würde ſie ſich jedenfalls auch ein
beſon=
deres Verdienſt um das anſtändige Ausſehen des ganzen
Bahnhofs=
geländes erwerben. Auch würde ſich Stadtverwaltung und Verk
hrs=
verein um unſer Städtchen nicht unverdient machen, wenn ſie
hinſicht=
lich der Zugangsſtraßen zum Bahnhof vom Marktplatz her ſowohl wie
durch das Eck, einmal nach dem Nechten ſehen und prüfen würdn, ob
der Zuſtand, ſo wie er heute iſt, nicht auch geändert bzw. verbeſſert
„werden kann.
Seite 8
* Aus Ried und Bergſtraße
wird uns geſchrieben:
Noch ſind die Spuren der langen Kälteperiode nicht ganz
verſchwun=
den, die Erde noch) tief gefroren, aber in Feld und Wald macht ſich
be=
reits reges Leben bemerbbar. Wenn wir mit der Bahn die Riedſtrecke
entlang fahren, bemerken wir die Holzhauer tüchtig bei der Arbeit. In
der Tanne wird Frühlingsputz gehalten, und hochbeladene Wagen
fahren das überflüſſige Neiſig ab. Auch in den Gärten werden die
Bäume ausgeputzt und die Sträucher beſchnitten.
In Griesheim zeigt ſich in den Gärten emſige Arbeit für die
Frühjahrsbeſtellung. Neu angelegte Spargelfelder verkünden, daß man
auch bier dem Spargelbau näher treten will.
Kommt man in die Gegend von Wolfskehlen, da merkt man,
baß draußen mit Hochdruck geſchafft wird. Landwirte ſind beim zackern,
andere ſäen Kunſtdünger Bei Goddelau ſieht man die erſten
gri=
nenden Felder, trotz der großen Kälte iſt auf einigen Aeckern die
Winter=
frucht wunderſchön nufgegangen. Nur die Wieſen ſtehen noch im
düiſte=
ren Wintergrau. Zwiſchen Wolfskehlen und Goddelau findet man noch
rieſige überſchwemmte Flächen. Das Schneewaſſer kann in den noch hart
gefrorenen Boden nicht eindeingen. Vielfach ſind die Kartoffel= und
Rübenmieten neu aufgeſchiittet. Der Schaden ſoll an Kartoffeln und
Rüben recht groß ſein. Man iſt dabei, die Kartoffeln und Nüben
aus=
zuleſen, teilweiſe werden ſie auch heimgeſchafft zur Sortierung.
Bei Stockſtadt iſt man in den Backſteinfabriken daran, wieder
Ordnung zu ſhaffen für den Beginn der Backſteinbrennerei. Die großen
Lagerhöfe der Feldbrennereien werden für die Eald beginnende Arbeit
hergeri.htet.
Gernsheim war noch vor wenigen Tagen das Ziel Tauſende:
geweſen, wollte dork; jeder den zugeſcorenen Rhein beſichtigen. Jetzt hat
Gernsheim eine neue Sehenswürdigkeit, die großen Hühnerfarmen bei
Gernsheim. Munter tummelt ſich das ungezählte Federvieh im Freien.
Was aber beſonders intereſſiert, das ſind die Maſſenbrutanlagen. In
einer der Farmen haben bis jetzt von der Frühjahrsbrut 2400 Kücken
das Licht der Welt erblickt, und in kurzer Zeit fanden ſie Aibſat (kaum
3 Tage alt) bis in die weitere Umgebung.
ſchmucken Häuschen ſchießen überall aus der Erde. Sie beleben das Bild
vom Zuge aus wohltuend, und nicht zuletzt iſt in den Riedorten die
Wohnungsnor faſt nicht mehr fühlbar.
Ueber Hofheim führt uns der Zug der Bergſtraße zu. Auch
in ber Lorſcher Gegend hat die Feldarbeit kräftig eingeſetzt, die
Felder ſind zur Frühjahrsbeſtellung vorgearbeitet.
Stolz und majeſtätiſch grüßen uns die Berge der Bergſtraße, die
immer näher kommen. An der Bergſtraße macht ſich ſchon lebhafter
Be=
trieb bemerkbar. Auto hinter Auto raſt die Bergſtraße entlang. Wie
mag erſt der Ausflugsverkehr am Sonntag ausſehen? Ja, die
Verg=
ſtraße, Heſſens Italien, iſt ſchön. In den Gärten grüßen uns bereits
die erſten Fruhlingselumen, und nicht lange wird es dauern, bis die
Frühjahrs=Baumblüte uns entgegenleuchtet. Mit der
Früh=
jahrsbeſiellung iſt man hier im allgemeinen ſchon weiter vor als im
Nied, aut die grunen Flähen treten häufiger auf.
Von den Hängen ſchauen allerdings die Weinberge nock troſtlos
hernieder Ob ſie wohl ſohwver gelitten haben? Ab und zu ſieht man
no=” einen Streifen der kaum verſchwundenen Winterherrlichkeit, und
das kurz vor Oſtern. Na, es wird auch wieder wärmer werden, der
Frühling kommt doch — wvenn auich piit —, und dann vielleicht um ſo
ſchöner.
1s.
Rheinheſſen.
Ce. Mafnz, W. März. Chronik. Der Verein Mainzer
Kaufleute wendet ſich in einer öffentlichen Erklärung gegen
jede Steuerhöhung durch die Stadt und fordert, daß der
Aus=
gleich des Etats 1929 durch Abſtriche und Einſparungen an den
vorge=
ſehenen Ausgabspoſten gefunden wird. — Im Gaswerk wurde ein
Ar=
beiter durch eine Betriebslokomotive überfahren und dabei ſo ſchwer
verletzt, daß ihm im Kvankenhaus das rechte Bein bis zum Knie
amputiert werden mußte. — Einem Arbeiter in einem Betrieb in
Rüſ=
ſelsheim ficl ein Stück Mauerwerk auf den Kopf, wodurch ein
ſchwe=
rer Schädelbruch entſtand. Mit lebensgefährlichen Verletzungen
wurde er in das Mainzer Krankenhaus verbracht. — Der Mainzer
Mieterſchutzverein hält am Freitag im großen Saale der
zer Stadthalle eine Proteſtverſammlung ab, in der ge
vorgeſehene Steuererhöhungen, die die Mieterſchaft mit 600 000
belaſten, Stellung genommen wird. — In Mainz wurde ein jugen
Pärchen — ein 16jähriger Schüler und ein 14jähriges Mädcher,
mittelt, das von Köln durchgebrannt war. Die beiden wurden
feſtgehalten, bis die Eltern die Ausreißer abholten. — Ein Schi.ff
aus Mainz=Kaſtel, der in der Notwehr durch drei Schüſſe aus eine
volver einen Mann tötlich verletzt hatte, wurde wegen unerſ
Waffenbeſitzes vor dem franzöſiſchen Militärpolizeigericht Mainz zu
Geldſtrafe verurteilt.
Oppenheim, 18. März. Die Aufführung der Oppen
mer Küferfeſtſpiele verſchoben. Der Termin zur A,
aufführung des Küferfeſtſpiels iſt vom 2. Juni auf den 23. Ju
ſchoben worden, da am 2. Juni in Biebelnheim der Gauliedert
findet. Am 23. Juni findet gleichzeitig eine Tagung der heſſiſch
ſchichts= und Altertumsvereine hier ſtatt. Im allgemeinen bl
Beſchluß, das Feſtſpiel jeweils 14 Tage nach Pfingſten aufzufübrf
ſtehen.
Oberheſſen.
A.P. Friedberg, 20. März. Am Montag vormittag wurde
den hieſigen Bürgermeiſter Dr. Seyd der neue Leiter des
hoſpitals, Prof. Dr. Gundermann, in ſein Amt eingeführt. Dir
wohnten neben den Aerzten und Krankenſchweſtern des Bürgerbot
die Vertreter der Armenkommiſſion und der Preſſe bei. In ſein
grüßungsworten gab Dr. Sehd der Erwartung Ausdruck,
Prof. Dr. Gundermann gelingen, das Anſehen und den guten R
das Bürgerhoſpital unter der Leitung der Vorgänger des Eingeſi
Dr. Krombach und Dr. Rompf, errungen habe, weiterhin zu
und zu vermehren. In ſeiner Erwiderung dankte Prof. Dr. 0
mann für den herzlichen Willkommensgruß und verſprach, ſich m
Kräften ſeiner Aufgabe zu widmen, zum Wohle der Kranken ds
ger=Hoſpitals und der Stadt Friedberg. An die ſchlichte Feier
ſich ein Rundgang durch das Krankenhaus an, der allen
Teilve=
einen guten Eindruck der Einrichtung und Verwaltung vermitten
Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen
Käthe Moewes
Karl Darmſtädter
Alexanderſtr. 25 Sandbergſtr. 52
März 1929.
(Dir sind am 19. Märs 1929 zur großen
Oeberraschung und Freude unserer Sltern
zur WOelt gekommen
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Otudienaſſeſſor
Thereſe Haas, geb. Breyer
Vermählke.
Darmſtadt, März 1929.
Herderſtraße 18.
Förſter i. R.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, Klappacherſtraße 84, Zellhauſen. (4879
Die Beerdigung findet am Freitag, den 22. März 1929, nachmittags
3 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhofe ſtatt.
von der
Reiſe zurück
Wß0
Verreiſt
D. Bruer
Leitern allf
Größte Sicket
Tauſende ind
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Karl Brüg
Holzſtraß
Nervenarzi.
(490.
Nachruf
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die
traurige Nachricht, daß unſere liebe Schweſter, Schwägerin
und Tante
Gott der Allmächtige hat heute
nach langem Leiden, unſere liebe
Tochter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
Stumm ſchläft der Sänge
deſſen Ohr gelauſchet hat
anderer Welten Tor.
Ein naher Waldſtrom bral
ſein Geſang und ſäuſelt au
wie ferner Quellen Klang
Am 18. März verſchied jäh
unerwartet unſer Sangesbrud
Herr Metzgermeiſier
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe
Frau, unſere treue Schweſier, Schwägerin und Tante
Frau Marie Petri
geb. Krämer
Witwe des Zimmermanns Chrift. Petri
im T6. Tebensjahr nach kurzer Krankheit ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinr. Rindfrey II. Ehefrau, geb. Krämer
Johannes Stöſſel Bwe., geb. Petri
Familie Straub.
Darmſiadt, Traiſa, den 20. März 1929. (NO. 4908
Die Beerdigung findet am Samstag, den 23. März,
nachmittags 4 Uhr, vom Portal des alten Friedhofs
aus ſtatt.
im Alter von 30 Jahren zu fich
in die Ewigkeit abgerufen.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Familie M. Friedrich
Familie H. Jöhnke.
Darmſtadt, den 19. März 1929.
Arheilgerſtr. 48.
Die Beiſetzung findet Freitag, den
22. März, nachm. ½3 Uhr, auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
geb. Sitte
nach kurzem Leiden unerwartet zu ſich in die Ewigkeit
zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Franz Heyder.
Darmſtadt, den 20. März 1929.
(4875
Die Beerdigung findet Freitag, den 22. März,
nach=
mittags 3½ Uhr, vom Portale des alten Friedhofs
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt,
Er war Mitgründer unf
Chors und gehörte dieſem 25 Je
als aktiver Sänger an. Dankſen
ſtimmlichen Begabung und ka
ſeiner geſelligen Eigenſchaften
erſtets eine feſte Stütze unſerer 9
einigung. Wir werden ſein
denken ſtets in Ehren halten
ihm die Treue über das
hinaus bewahren.
Der Männerchor
der Metzgerinnung Darmſt al/
J. A.: L. Dintelmann
1. Vorſitzender.
Todes=Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten hiermit die
ſchmerzliche Nachricht, daß unſre innigſtgeliebte.
Mutter, Großmutter und Schwiegermutter
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden unſeres lieben, guten
Entſchlafenen ſagen wir allen
unſeren innigſien Dank.
Für die
traueenden Hinterbliebenen:
Franziska Merz. geb. Roth
Wilhelm Drach und Frau,
geb. Merz.
(4889
Darmſiadt, den 20. März 1929.
Statt Karten.
Für alle Liebe und Teilnahme, die unſerer
un=
vergeßlichen Tante und Großtante
Pfun)
Süße Goldtrauben
Süße Orangen, faſt kernlos. Pf
3 Pfd.
4917)
Billige Zitronen.
Feinkoſt Faßbende
Lehrerin i. R.
während ihres langen Krankenlagers und bei ihrem
Ableben erfuhr, ſagen wir nur auf dieſem Weg
innigen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
(4861
Darmſtadt, den 20. März 1929.
geb. Schneider
am 17. ds. Mts. ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Käti Noack, geb. Helwert.
Darmſtadt, den 20. März 1929.
Auf Wunſch fand die Beerdigung in aller Stille ſtatt
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
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Miewald, Förſter Hoffmann
Aus Eiſernhand für Förſterei
, Förſter Harniſch zu
Forſt=
ſel inenhütte für Förſterei Em=
Ate und Förſter Trautmann
Namſtadt für Forſtwartei
(489*
amſtadt, den 20. März 1929.
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Eing., el. L., z. v. (*
wangsverſteigerung.
ſachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
Rung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
monteurs Ludwitg Spengler in Darmſtadt im
eingetragen waren, ſollen
tag, den 14. Mai 1929, nachm. 31/, Uhr,
urterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 201,
werden.
Ferſteigerungsvermerk iſt am 20. Februar 1929 in
Dhuich eingetragen worden.
deitk Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſtei=
merks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
Fpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
irmelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
zr machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
hſen Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
* Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
Oen übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
gen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
Ve werden aufgefordert, vor der Erteilung des
äe Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Aeserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(4850a
bſindt, den 4. März 1929.
Heſſiſches Amtsgericht II.
Bezeichnung der Grundſtücke:
obuch für Darmſtadt, Bezirk 5, Blatt 1082
Betrag der
Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
414 Hofreite Nr. 5
Tannen=
ſtraße
415 Grasgarten daſelbſt
124 4000 RM.
47 500 RM.
AA1 D2O
11. 924s PLfTerer
aus vollreifen, grolsen Körnern —
einem Reicbtum an Aufbaustoften
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ge-
kochten, geriebenen Kartoffelln mischen, etwas
Zwiebel (feingehackt), Salz, Muskat, Petersilie,
1 bis 2 Eier und Mehl, damit der Teig sich binder;
Klöße formen, in Salzwasser kochen; gebratene
Speckwürfel darüber geben, mit Tomatensauce
heiß servieren.
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verſtor=
benen Juſtizinſpektors Friedrich Wilhelm
Dillemuth, zuletzt wohnhaft
gewe=
ſen in Darmſtadt, Lindenhofſtr. Nr. 35,
ſind bis ſpäteſtens 15. April d. J. bei
dem Unterzeichneten geltend zu machen.
Bis zum gleichen Tage ſind
Forderun=
gen der Nachlaßmaſſe an denſelben zu
begleichen.
Darmſtadt, den 20 März 1929.
Der gerichtlich beſtellte Nachlaßpfleger:
Dr. jur. W. Michel
Darmſtadt. Georgenſtr. 9, Fernſpr. 2895.
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mittags 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale Hügelſtr 27
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ſchiedene Gegenſtande öffentlich
zwangs=
werſ; gegen Barzahlung
Beſtimmt verſteigert wird: 1
Schreib=
maſchine, 2 Lautſprecher.
Darmſtadt, den 21. März 1929.
Huckelmann
Stellv. Gerichtsvollzieher.
Freitag, den 22. März 1929,
nach=
mittags 3 Uhr, verſteigere ich im
Lo=
kal Hügelſtraße 27 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
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Räder mit Gummi, verſchiedene
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(4903
Darmſtadt, den 21. März 1929.
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Herren zu verm. (*
P
LdE
Seite 10
Donnerstag, den 21. März 1929.
Numme
Waſſerball-Abend des Rof=Weiß, B.ſ.R.
S.V. „Blau=Weiß” Bochum am Start.
Die bekannte Waſſerballmannſchaft des Schwvimmvereins „Blau=
Weiß” Bochum befindet ſich wieder, wie im vorigen Jahre, auf einer
Süddeutſchlandreiſe. Der Leitung des Rot=Weiß, V. f. R., iſt es
ge=
lungen, die Mannſchaft zu einem Gaſtſpiel hier in Darmſtadt zu
ver=
pflichten. Dieſes findet am kommenden Samstag, abends ½9 Uhr, im
Städt. Hallenſchwimmbad ſtatt. Der S.V. „Blau=Weiß” Bochum iſt den
Darmſtädtern nicht ganz unbekannt. Im vorigen Jahre gelang es der
Darmſtädter Rot=Weiß=Mannſchaft, den Bochumern auf ihrer
Süddeutſch=
landreiſe die einzige Niederlage beizubringen. Bei dem Rück piel, das
anläßlich der Weſtfalenreiſe des Rot=Weiß, V. f. R., im Frühjahr 1928
in Bochum ſtattfand, konnten ſich allerdings die Blau=Weißen mit einem
7:1=Sieg über die Darmſtädter empfindlich rebanchieren. Beide
Mann=
ſchaften haben inzwiſchen ihre Spielſtärke bedeutend gebeſſert. Die
Bochumer ſtehen in ihrem Gau, mit einem Punkt hinter dem Meiſter,
dem bekannten S.V. Weſtfalen Dortmund, an zweiter Stelle. Auch die
Rot=Weißen, die ſich unter der vorzüglichen Lehre ihres Trainers Greiner
bedeutend verbeſſert haben, ſtehen im Gau Frankfurt hinter dem
ſüd=
deutſchen Meiſter „Jungdeutſchland‟ Darmſtadt am zweiten
Tabellen=
platz in der Ligaklaſſe. Ein Vergleich zwiſchen „Blau=Weiß” Bochum und
„Rot=Weiß‟ Darmſtadt gibt alſo auch einen ganz intereſſanten
Auf=
ſchluß über die Stärke der Landesverbände. Wir kommen auf dieſes
Spiel noch zurück. Um den Abend auszufüllen, ſtehr Rot=Weiß noch in
Unterhandlung mit verſchiedenen Vereinen, die als Gegner für die
2. Mannſchaft ſowie für die 1. Jugendmannſchaft in Frage kommen.
Tv. Habitzheim, 1. M. — Tv. Richen, 1. M. 8:1.
Obige Mannſchaften trafen ſich am 17. März in Habitzheim zum
Freundſchaftsſpiele. Beide Mannſchaften ſtellten ſich um 3 Uhr dem
Un=
parteiiſchen Herrn Klotz=Lengfeld. Dieſer gab den Ball frei und es
ent=
wickelte ſich ſofort ein flottes Spiel, das Richen in den erſten zehn
Mi=
nuten überlegen ſieht und das Habitzheimer Tor oft in Gefahr brachte.
Dann kommt Habitzheim auf und konnte bis zur Halbzeit ein Tor
er=
zielen. Nach der Pauſe geht das Spiel flott weiter und Habitzheim
konnte noch zweimal erfolgreich ſein. Kurz vor Schluß wurde ein
Ha=
bitzheimer Stürmer verletzt und mußte ausſcheiden. Der Tormann der
Gegenmannſchaft verließ nach dem Stande von 3:0 ohne jeden Grund
das Spielfeld. Richen konnte in letzter Minute durch einem Fehler der
Habitzheimer Hintermannſchaft ſein Ehrentor erzielen. Mit dem
Re=
ſultat 3:1 trennten ſich beide Mannſchaften.
Habitzheim, 1. M. — Momart 1. M.
Sonntag, den 24. März, treffen ſich beide Mannſchaften in
Habitz=
heim. Momart, das von den Pflichtſpielen her noch in Habitzheim
be=
kannt iſt, wird alles daranſetzen, um den Sieg mit nach Hauſe zu
neh=
men. Habitzheim wird alles aufbieten, um gegen dieſen Gegner
ehren=
voll abzuſchneiden, was mit etwas Glück leicht zu erreichen iſt. Momarts
gefährlicher Sturm wird der Habitzheimer Hintermannſchaft reichlich zu
ſchaffem machen, wird fedoch bei der Aufſtellung wie am letzten Sonntag
auf harten Widerſtand ſtoßen und wenig ausrichten können. Zu wünſchen
iſt, daß der Platz noch etwas abtrocknet, denn bei dem Moraſt wie am
letzten Sonntag ſind die Mannſchaftem ſonſt bis zur Halbzeit erſchöpft.
Das Spiel beginnt um ½3 Uhr und iſt ein ſchönes Spiel zu erwarten.
D.T. Handball der Turnerſchaft Griesheim.
1. deutſches Lehrer=Sportfeſt.
In den Beſtrebungen der Sportverbände, Leibespflege und Sport
fum Allgemeingut der Schule zu machen, bedeutet die Abhaltung des
1. Deutſchen Lehrer=Sportfeſtes wieder einen bedeutenden Schritt
vor=
wärts. Gelegentlich der im Mai in Dresden ſtattfindenden Deutſchen
Lehrerverſammlung wird am 22. Mai das 1. Deutſche Lehrer=
Sport=
feſt abgehalten, das die Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Tennis,
Fauſtball, Fußball, Handball und Schlagball umfaßt. Mit Ausnahme
von Fußball ſind auch den Lehrerinnen dieſe Wettkämpfe offen. Die
Herren beſtreiten neben den Einzel= und Mannſchaftskämpfen noch den
Deutſchen Lehrer=Vierkampf, beſtehend aus 100=Meter=Lauf,
Schlagball=
weitwerfen, Weitſprung, und 100=Meter=Bruſtſchwimmen. An den
Ein=
gelwettkämpfen können alle Damen und Herren teilnehmen, die zur
Uebernahme eines ſtaatlichen Lehramtes berechtigt ſind, und auch
Stu=
dierende eines ſolchen Lehramtes. Zu den Manſchaftsſpielen werden alle
Leibesübung treibende Lehrervereinigungen zugelaſſen, zu den Damen=
Mannſchaftsſpielen außerdem ſolche Mitglieder der genanntem
Vereini=
gungen, die unmittelbare Angehörige einer Lehrerfamilie find.
Zußball.
Sporkv. Darmſtadt 1898-5. C. Alemannia Worms.
Nach einer zwangsweiſen Ruhepauſe von zehn Wochen tragen am
kommenden Sonntag die 98er mit ihrer Fußball=Ligamannſchaft ihr
erſtes Spiel aus. Obwohl die Sportvereinler noch acht Verbandsſpiele
zu abſolvieren haben, iſt das bevorſtehende Treffen ein Privatſpiel, da
die Kreisbehörde wegen des urſprünglich für Palmſonntag beſtehenden
Spielverbotes die Anberaumung von Verbandsſpielen unterlaſſen hat.
Nachdem das Spielverbot durch die zuſtändigen Behörden jedoch
aufge=
hoben worden iſt und die nunmehrige Anſetzung von Verbandsſpielen
wegen der Kürze der zur Verfügung ſtehenden Zeit unmöglich war, hat
die Leitung des Sportvereins 1898 den früheren Rivalen aus der
Be=
zirksligazeit, den F.C. Alemannia Worms, als Gegner verpflichtet. Es
liegt auf der Hand, welchen Zweck man auf ſeiten der Darmſtädter
mit dieſem Spiel verfolgt. Es gilt, der Darmſtädter Mannſchaft
Ge=
legenheit zu geben, ſich in einem Privatſpiel wieder derart einzuſpielen,
daß der mit dem nächſten Verbandsſpiel einſetzende Endkampf um die
Kreisligameiſterſchaft mit Ausſicht auf Erfolg aufgenommen werden
kann. Man weiß, daß der Mannſchaft der 98er noch ſchwere Spiele
be=
vorſtehen, die mit glücklichem Gelingen nur dann durchgeführt werden
können, wenn die einheimiſche Mannſchaft es verſteht, ſich in kürzeſter
Zeit wieder zu einer Einheit zuſammenzufinden. Mau kann es wirklich
als einen günſtigen und vorteilhaften Umſtand bezeichnen, daß die
Sport=
vereinsmannſchaft vor Beginn der reſtlichen Verbandsſpiele Gelegenheit
zur Austragung eines Privatſpieles hat, zumal die gegneriſche
Mann=
ſchaft, Alemannia Worms, als ſpielſtark bekannt iſt. Die Gäſte aus
Worms, die auch in dieſem Jahre ihre Stellung in der Bezirksliga glatt
halten konnten und zum Schluß einen Platz in der Tabellenmitte
ein=
nahmen, werden gerade durch ihre Hauptſtärke, die Kampfkraft der
Hin=
termannſchaft, der geeignete Gegenſpieler ſein, da hier dem Sturm der
98er nur bei ſchnellſter Erreichung eines zwveckmäßigen Zuſammenſpiels
Erfolge beſchieden ſein können. Aller Vorausſicht nach wird das Spiel
im Anſchluß an ein Treffen der Handball=Ligamannſchaft der 98er gegen
den Karlsruher Fußballverein ſtattfinden, ſo daß alſo auf dem Stadion
am Böllenfalltor am kommendem Sonntag nachmittag, zwei intereſſante
ſportliche Ereigniſſe bevorſtehen.
Bei idealſtem Spielwetter trafen ſich am Sonntag die 1.
Mann=
ſchaften von Griesheim und Nauheim zu einem Freundſchaftsſpiel.
Bei=
den Mannſchaften merkte man die lange Spielpauſe an. Wider
Erwar=
ten klappte es in der erſten Halbzeit im Griesheimer Sturm ganz gut
und er konnte mit 2 Toren in Führung gehen. Nach der Pauſe ließ
Griesheim infolge der zwei Tore Vorſprung merklich nach, und dieſe
Schwäche nutzte Nauheim aus und konnte das Reſultat auf unentſchieden
ſtellen. Aber dem Endſpurt der Griesheimer war Nauheim nicht
ge=
wachſen und Griesheim konnte mit zwei weiteren Toren das Endreſultat
4:2 aufſtellen. Die Jugendmannſchaft konnte gegen die gleiche der Tgde.
Beſſungen ein Uneutſchieden herausholen. Am nächſten Sonntag
emp=
fängt die Turnerſchaft Griesheim die beſtbekannten Turner aus
Sprend=
lingen.
Kreisliga Südheſſen.
18 19 Schneppenhauſen. Bei dem am Sonntag, den 17. März, in Dieburg
ſtattgefundenen Waldlauf des Main=Rodgaues errang unter ſtarker
Kon=
kurvenz die hieſige Turngeſellſchaft den 2. Preis im Mannſchaftslauf der
B=Klaſſe und den 3. und 6. Preis im Einzellauf.
Fußball im Kreis Starkenburg.
Die Lage nach dem 17. März 1929.
Der erſte Spielſonntag nach der unfreiwilligen Winterpt
gleich die erſten Aufregungen gebracht. Wenigſtens ſind eirii
folgenden Ergebniſſe für einzelne Beteiligte angetan, etwas )
keit auszulöſen. Es ſpielten am Sonntag:
Viktoria Walldorf—Union Darmſtadt 2:1 (1:1),
Germania Oberroden—Fußballverein Sprendlingen 3
Polizei Darmſtadt—T. u. Sv. Mörfelden 3:1 (2:1),
V. f. R. Pot=Weiß Darmſtadt—Germania Pfungſtadt
Union Wixhauſen—Sportverein Münſter 3:4 (2:2).
Schon der ſo knappe Sieg der Walldörfer über die Darmi
überraſcht. Er zeigt wohl in der Hauptſache, daß die Dar
Zeit richtig genutzt haben und den weiteren Spielen mit
gegenſehen können. Auch das Ergebnis aus Oberroden läßt
es ſcheint, als ob Sprendlingen ernſthaft für die Meiſterſchaf
in Frage kommt. Das Reſultat Sprendlingen—Mörfelden
mal an; die Polizei ſcheint eine Vorliebe für das 3:1 zu
überraſchend kommt aber der 5:1=Sieg des V. f. R. Rot=W
Pfungſtädter. Dieſe haben wohl das Pech, daß ſo gute L
Verteidiger Polſter und der Mittelläufer Hillgärtner gerad
ſtigſten Moment ihre ſportliche Laufbahn abſchließen, abe
der verjüngten Mannſchaft doch mehr zugetraut. Zu beadl
noch, daß die Darmſtädter über Zweidrittel der Spielzeit m
Mann ſpielten, da ſich gleich zu Anfang ein Darmſtädter
ernſthafte Fußverletzung zuzog. Jedenfalls iſt die Lage nach
für die Darmſtädter weſentlich beſſer geworden, während
legene ſich ernſthaft Abſtiegsgedanken machen muß. Auch
vermochte die neue Saiſon nicht erfolgreich zu beginnen;
Platz verlor man gegen den SV. Münſter nach hartnäche
mit 4:3. Urberach und S.V. 98 Darmſtadt pauſierten, ſo da
der Tabellenſtand ergibt:
Viktoria Walldorf
SV. 98 Darmſtadt
Viktoria Urberach
FS. Sprendlingen
Polizei Darmſtadt
Sportverein Münſter
Sportverein Mörfelden
Germania Oberroden
Union Darmſtadt
V.f. R. Rotweiß Darmſtadt
Germania Pfungſtadt
Union Wixhauſen
5. C. Piki. Griesheim-Boruſſia Dornheim 2:1 (1:0).
Mit dieſem Siege hat die Viktoriamannſchaft die A=Meiſterſchaft des
Gaues Bergſtraße errungen und ſomit den Wiederaufſtieg zur Kreisliga.
Wenn auch das Gebotene keine Ligafähigkeiten verriet, weiß man in der
Zwiebelſtadt doch, daß man mehr kann, und wird ſich dies bei dem
näch=
ſten Spiel hoffentlich ſchon bewahrheiten. Daß nichts Rechtes zuſtande
kam, iſt nur auf die lange Eiszeit zurückzuführen, waren doch die Spieler
acht, zum Deil ſogar zehn Wochen ohne fegliches Training. Zum
Spiel=
verlauf wäre zu bewerken, daß Griesheim trotz dem bereits Angeführten
das beſſere Spiel zeigte und mehr Torgelegenheiten hatte. Doch braclten
die Stürmer das Kunſtſtück fertig, immer und immer wieder den Ball
neben und über das Tor zu jagen, manchesmal dem Torwächter auch
in die Hände. Die 19. Minute ſollte den erſten Erfolg bringen.
Dorn=
heims Torwächter will einen hohen Ball in das Spielfeld zurückſchlagen,
brachte ihn aber nicht weit genug weg, und Griesheims Halbrechter
kann mühelos einſchieben. Halbzeit 1:0 für Griesheim. Nach
Wieder=
beginn erfolgen einige Echen, doch kann keine verwertet werden.
Dorn=
heim wird einigemale durch Durchbrüche ſehr gefährlich, dann übt ſich
wieder Griesheim im Danebenknallen. Die Zeit vergeht, ſchon hat man
ſich mit dem 1:0 abgefunden, da bringt ein weiterer Durchbruch. an dem
Friedmann nicht ganz ſchuldlos iſt, Dornheim den Ausgleich. Zwei
Mi=
nuten ſpäter kommt eine Flanke vor das verlaſſene Tor Dornheims, der
rechte Verteidiger ſtoppt den Ball mit beiden Händen ab und
Gries=
heim führt durch den gegebenen Elfweter mit 2:1. Ein Gäſteſpieler
er=
hält wegen Schiedsrichterbeleidigung Platzverweis, leiſtet demſelben aber
keine Folge. Selbſt der herbeigerufene Spielführer fordert den Spieler
auf, den Platz nicht zu verlaſſen, und iſt der Unparteiiſche gezwungen,
das Stiel zwei Minuten vor Schluß ab=ubrechen. Schiedsrichter Winter=
Groß=Auheim leitete ſehr gut. Weitere Reſultate von Griesheim:
2. Mſchft. gegen Dornheim 2. Mſchft. 4:1; komb. Schüler gegen Sp.V. 98
Darmſtadt komb. Schüler 1:1.
Wie die Tabelle zeigt, hat ſich die Lage nur inſofern
ſcheinbar für die Meiſterſchaft nur noch Walldorf und der El
ſtadt in Frage kommen. Allerdings hängt die Polizei relan
ter beiden Vereinen. Im Mittelfeld hat es große Verſchi
gegeben, dagegen iſt der Platzwechſel von V. f. R. Rot=Weiß
ſtadt von Bedeutung. Immerhin kann noch manches and=
und man darf ruhig ſagen, daß die eigentliche Gefahrenw
Abſtieg noch bis zum SV. Mörfeldem reicht.
2. 5. B.-Vorſtandsſihung in Frankfurk g.
Am Samstag und Sonntag wird der geſchäftsführen)
des Deurſchen Fußball=Bundes in Frankfurt a. M. zu einen
ſawmentreten, auf der verſchiedene aktuelle Fragen beſpry
ſollen. Man will ſich in Frankfurt in erſter Limie mit der
nung der Meiſterſchaftstermine beſchäftigen
reits die Mannſchaft für den am B8. April in Turin
Länderkampf gegen Italien nominieren. Zur
men dürfte auch die neue, vom Hamburger Sportverein g
DF.B. eingeleitete Aktion. Der Hamburger
Sp=
ſich mit einem Schreiben an alle Meiſterſchaftsanwärter gerd
fordert, daß ſich der D.F.B. zukünftig mit einem Drittel den
aus den Meiſterſchaftsendkämpfen begnügen ſoll. Bislang
beteiligten Vereine nur 20 Prozent, während die übrigen
in die Bundeskaſſe floſſen. Da es ſich evtl. um beträchtlä
nahmen handeln kann, hat die Mehrzahl der intereſſierter
H. S.V.=Aktion bereits ihre Unterſtützung zugeſagt.
Auch Frankfurk a. M. und Köln bewerh
um die Olympiſchen Spiele 1936
Wie vor kurzem gemeldet wurde, hat die Stadt Nürnbe.
ſchen Reichsausſchuß mitgeteilt, daß ſie bereit ſei, die Olymtt
1936 zu übernehmen. Die gleichen Mitteilungen haben
Prächtige Märzſonne lockt; Hunderte umſäumen wieder die
Spiel=
felder. Zum erſtenmal wickelten ſich die Spiele in gewohnter Weiſe ab;
natürlich blieben auch die üblichen Senſatiönchen nicht aus. Die
Mei=
ſterſchaftsfrage iſt immer noch nicht geklärt, während der Abſtiegkandidat
in Pfeddersheim zu ſuchen iſt. Die neueſte Tabelle ſieht nun ſo aus:
Olympia. Worms
Olympia Lorſch
Olympia Lampertheim
Normannia Pfiffligheim
V. f. R. Bürſtadt
31
F. C. Biblis
19
Starkenburgia Heppenheim
13
Spv. Horchheim
L. f. L. Lampertheim
19
Spv. Hochheim
12
Spv. Pfeddersheim
18
12
2
Stadtverwaltungen von Frankfurt a. M. und Köln
gemack=
kommt natürlich auch noch Berlin als Bewerber in Frage,
Berlin an ſeinem Stadion erheblichere Umbauten vornehn
genannten Städte, und die erforderlichen Mittel für die
wurden bislang von den Berliner Behörden immer noch
Entſcheidung über die Ortswahl iſt dem Internationalen
Komitee vorbehalten, das im April in Lauſanne zuſamme
dings iſt anzunehmen, daß auf dieſer Sitzung lediglich 2d
macht werden, und daß die eigentliche Entſcheidung erſt 12
fällt, wo gelegentlich des Internationalen Olympiſchen Kon
das J.O.C. zuſammentreten wird. Theoretiſch hat das J.CI
Zeit, um ſich über die Ortswahl für die Olympiſchen Spil
zu werden, fedoch pflegt man im allgemeinen den Ort der
Spiele ſchon ſechs Jahre vorher feſtzulegen. Die deutſchen
O=
müſſen ſich alſo bis zum nächſten Jahre über den vorzuſch
geeinigt haben.
In den Spielen des letzten Sonntags wurde hart und erbittert um
die Punkte gekämpft. Allerdings, unſer Tabellenerſter hat ſeinen
Geg=
ner, V. f. L. Lampertheim, 6:2, alſo reichlich hoch geſchlagen und ſo
er=
neut ſein gutes Können unter Beweis geſtellt. Zuerſt klappte es freilich
gar nicht, und ſo kamen die Gäſte gar in Führung. Mehr und mehr
leuchtete, aber alsdann die beſſere Spielweiſe der routinierten Wormſer
durch und die ſo notwendigen Punkte blieben in Worms. Schwerer
hat=
ten es die Lorſcher. Erſt in letzter Minute fiel das ſiegbringende Tor
und mit einem knappen 1:9 brachte der Altmeiſter die ſehr notwendigen
Punkte an ſich und bleibt ſo weiterhin gefährlicher Rivale für die „
Klee=
blätter‟. Die Begegnung Horchheim-Pfiffligheim brachte nach hartem
Kampfe einen 4:1=Sieg der Einheimiſchen. Beide Parteien ſpielten
zeit=
weiſe mit großem Eifer, jedoch ohne großes Können. Ueberraſchend
kommt der glatte 4:0=Sieg der Riedleute in Hochheim. Auch hier ging
es ziemlich hart her, ohne jedoch auszuarten. Elan und Routine der
Bibliſer gaben dieſem Spiel den Ausſchlag.
In Heſſen darf am Palmſonntag geſpielt werden, am 9
gegen nicht.
Südbayerns Kreisligameiſter heißen 1. FC. Straubing,
ſtadt, Ulmer FV. 94 und Augsburger BC.
Wacker München ſpielt Oſtern im Rheinland gegen Düff
99, Alemannia Aachen und Homberger Sp.V.—V.f.B. Fu
biniert.
Ein Städtekampf München-Berlin im Amateurbogen FN
in der Reichshauptſtadt ſtatt. Ein Länderkampf Deutſchr
ſoll am 29. April auf deutſchem Boden zur Durchführung
Zum Trainer für die italieniſche Davispokalmannſchaft
Umſtänden in der dritten Runde gegen Deurſchland ſpiel;,
bekannte iriſche Berufsſpieler Albert Burke verpflichtet.
Gottfried Hürtgen hat als Erſatz für Viktor Rauſch 11
munder Goebel einen neuen vorzüglichen Partner gefunden
Homn keune
2
Nagsssgie!
Gelel daßtelbe
ber maur halben
Heibe.
2Pfd. 5Opfg.
[ ← ][ ][ → ]furner 80
Donnerstag, den 21. März 1929
Geite 11
Auf nach Oalmatien!
I.
nrimme Winter, den wir in ganz Deutſchland hatten,
Sehnſucht nach füdlicherer Landſchaft. Wohin reiſen,
Uar im deutſchen Oſten wohnt?. Es gibt der Reiſewege
ſiev von Oſten aus, die nach dem Süden führen. Aber
u ſte, direkteſte, kürzeſte führt über Wien nach dem Adria=
Eſser. Und von dorther klingt, jedes Jahr lauter, der
mer, dalmatiniſchen Küſte; Namen von Ruf dringen ans
NaTato, Ragufa!. Alſo auf, nach Dalmatien!
M1 Küſte Dalmatiens liegen Seebäder, die zwar die eigent=
Eſen wie andere Seebäder im Sommer haben, aber viel
zmit beginnen, mindeſtens im April; auch ſind viele
hnio Penſionen das ganze Jahr über geöffnet. Wird man
lrärz dort ſchon weilen können, ohne zu frieren?. Wird
eſem März möglich ſein? In dieſem März, der in
fängen noch mehr Winter war als ein normaler
Aber es geht nun einmal im Leben nicht ohne ein
biß=
ienut. Zwar kommt eben noch — ſchon im März — die
on neuen Schneefällen in ganz Jugoſlawien, alſo auch
ſctien. Aber der Entſchluß ſteht feſt: Auf nach
Dal=
ies war früher einfacher. Vor dem Krieg gab es für
urch Dalmatien wollte, eine Grenze zu überſchreiten: die
ſiſche. Wollte man das ungariſche Fiume als
Ausgangs=
men, ſo gab es keine neue Zollgrenze, wenn auch andere
hür die Geldmünzen. Jetzt paſſiert man die
Tſchechoſlo=
ſun Deutſch=Oeſterreich, nachher erſt kommt man nach
bei. Jedesmal Paßkontrolle; jedesmal Zollreviſion.
Aich und ohne beſondere Umſtände; aber aus dem Vor=
Jn. Paß, Gepäck, Fahrkarten kommt man nicht heraus.
bic gibt es für uns Reichsdeutſche keinen Viſumzwang
mi wir nach den drei genannten Ländern reiſen; ſonſt
„e Vorbereitungen kaum zu leiſten. Dazu in kurzer Friſt
„Ahredene, ganz verſchiedene Währungen! Man muß in
„heu Kronen, in öſterreichiſchen Schilling und in
jugofla=
ynaren rechnen! Man muß im Gedächtnis haben, daß
Kirg 100 Groſchen hat (über die Namensverwandtſchaft
n modernen öſterreichiſchen Vetter würde ſich der gute
äſſche Groſchen zu 12 Pfennigen ſicher ſchwer ärgern!)“
16 in Jugoſlawien mit hohen Zahlen rechnen lernen;
brecht ſtattlich ausſehender Dinar iſt zurzeit nur 7,3
deut=
rßnige wert. Aber man überwindet mit eiuigen Einbußen
ße Schwierigkeiten, obwohl das Beſte, die Uebung, ſich
icht gewinnen läßt . . .
h. Raſt in Wien. Es gibt nur eine Kaiſerſtadt, es gibt
3en!. Aber Wien iſt keine Kaiſerſtadt mehr. Der „Kai=
Weri” iſt eine monarchiſtiſche Reminiſzenz, die keine
ſiſche Beſchwerdeſtelle bisher ausgetilgt hat. (Ich habe
im Königreich Jugoflawien Kaiſerkoteletts vorgeſetzt
Welche Sorgloſigkeit gegenüber habsburgiſchen Aſpi=
In Wien merkt man, daß der Kaiſer fehlt. Die
Hof=
freilich; und ihre Schauräume kann man beſichtigen.
int der regulären Führung ein Schilling. Aber was
z wenn doch kein Kaiſer mehr da iſt? Wenn doch Wien
uis der Mittelpunkt der großen öſterreichiſch=ungariſchen
ß iſt?. Wenn nun noch in Wien ein Wetter iſt, das aus
igen, dichtem Nebel und Kälte zuſammengebraut iſt,
Aes dann in Wien gefallen? Wem ſoll’s gefallen, wenn
hr Zeitungen dauernd von Krawallen bei „Aufmärſchen”
bvehren einerſeits, der Kommuniſten andererſeits berich=
FAy macht es Freude, den bei den Sommerunruhen 1927
5 geſteckten Juſtizpalaſt zu ſehen, an deſſen Wiederher=
Teilich bereits eifrig gearbeitet wird?
bes iſt doch auch Neues und Gutes in Wien zu ſehen.
März zeigt Wien eine Frühjahrsmeſſe von reſpektabler
kug. Auch wer kein Meſſereiſender von Proviſion iſt,
ſtaunen über die Mannigfaltigkeit und Schönheit der
Echen induſtriellen Produktion. Ich werde mich hüten,
Fen zu erwähnen; aber ſehenswert iſt wahrhaftig, was
In Fülle dem Auge bietet. „Was alles dieſes Auſtria
E”” ſagt ein Freund zum anderen. Der antwortet: „Und
wenig Kapital und bei ſo viel Aufmärſchen!“ — Eine
A: überkommt den Beſchauer: Wer kauft das alles? Wer
Eil, daß die öſterreichiſche Induſtrie leben kann?. Das
Eno klein, das Ausland durch Zollſchranken abgeſperrt
Induſtrie iſt Oeſterreichs einzige Hoffnung. und ſie
Kfliches!
ſtiberſchreiten die neue Grenze, die Oeſterreich von
Jugo=
dein „Vereinigten Königreich der Serben, Kroaten und
trennt. Grenzſtation: Maribor. Wer tennt Mari=
bor? Mir war es fremd. Endlich begriff ich: es iſt das gute
alte Städtchen Marburg an der Drau, die Namensſchweſter
unſe=
res Marburg an der Lahn!. Abgetrennt vom deutſchen
Stamm=
land, hat’s auch den Namen hergeben müſſen. So iſt’s ja vom
neuen Staat Jugoflawien überall gemacht worden. Agram,
kroatiſche Hauptſtadt, heißt jetzt Zagreb; Raguſa, die alte
dalma=
tiniſche Küſtenſtadt, heißt Dubronik; Spglato hat den Namen
Split. Daß nur niemand ſich mehr zurechtfinde! Jugoſlawien
macht es wie Italien. Nationalismus iſt wichtiger als alte
Kultur.
Ueber Maribor=Marburg nach Agram. Weiträumige Plätze
am Bahnhof, enge Straßen inmitten der Stadt. Prächtige neue
Gebäude der kroatiſchen Hauptſtadt; man könnte dieſe
neugebacke=
nen Univerſitäten um ihre Naumverhältniſſe beneiden. In der
Abendſtunde ein „Bummel” der Jugend auf der Hauptſtraße,
wie ihn Berlin nicht entwickelter zeigen kann. Neihenweis ſtehen
die jungen Herrchen, an ein Geländer gelehnt, und nehmen die
Parade der vorüberflutenden jungen Damen ab.
Agram iſt vor gar nicht langer Zeit Schauplatz heftiger
poli=
tiſcher Kundgebungen geweſen. Als Hauptſtadt Kroatiens iſt es
der Mittelpunkt der kroatiſchen Selbſtändigkeitsbeſtrebungen. So
bedeutet Agram=Zagreb eine große Frage an die Zukunft. Wie
eben die Liquidation des Weltkrieges ſo viele neue Fragen
ge=
ſchaffen hat. Man glaubte, mit raſchem Diktat ewigen Frieden
ſchaffen zu können. Und aus dem Diktat erwuchſen Fragen, Nöte,
Kämpfe. Wer weiß, wie ſich jetzt das Verhältnis der drei Stämme
in Jugoſlawien geſtalten wird!
Vor dem Kriege gab es — ſo ſagte mir ein Einheimiſcher —
in Agram keinen Menſchen, der nicht deutſch ſprach. Jetzt
ſcheint es viele dort zu geben, die nicht Deutſch können oder es
nicht verſtehen wollen. Immerhin — in Agram wie in den
größeren Orten Kroatiens, vor allem in den Sädten und
Bade=
orten Dalmatiens, iſt die deutſche Sprache auch heut wohl bekannt.
Sollen nur die Deutſchen, die jetzt nach Dalmatien fahren, ganz
einfach deutſch reden!
*
Von Agram geht der Schnellzug in etwa 5 Stunden hinunter
zur Adria. Aber nicht etwa in glattem Abſtieg; es geht in
wun=
dervoll mannigfaltiger Landſchaft durch die Ausläufer der
Juli=
ſchen Alpen, über die Save hinweg, zuletzt an karſtartigen
Berg=
zügen entlang, durch zahlreiche Tunnels, ſchließlich in kühnen
Serpentinen nach dem ſüdſlawiſchen Teil des italieniſch
gewor=
denen Fiume, nach Suſak. Das iſt jetzt der Ausgangspunkt der
ſüdflawiſchen Dampfſchiffahrt. Von hier gehen die Eilſchiffe nach
Mittel= und Süddalmatien.
Wir ſind ſchon tief im Süden. Aber überall liegt noch Schnee.
Mitte März — und hier Schnee! Freilich, es iſt Berglandſchaft.
Aber trotzdem iſts wunderbar. An manchen Stationen ſieht man
Schneehaufen, ſo hoch wie auf den Bürgerſteigen unſerer
Groß=
ſtädte. Schneel Schneel Schnee! Und man fragt, nach den
Wintererlebniſſen dieſer Gegenden. Die Berichterſtatter ſind alle
einig: Dieſer Winter war für das Land eine Kataſtrophe. Nie
zuvor ſind ſolche Schneemaſſen niedergegangen. Man hat jetzt in
endlich wieder zugänglich gewordenen einſamen Gehöften alles
ausgeſtorben gefunden: verhungert. Zwei Meter hoher Schne
in tiefer Bergeinſamkeit! Die Bahnſtrecke, die wir eben fahren,
iſt völlig verſchüttet geweſen; wochenlang kam kein Zug durch.
Am 12. März ging nach langer Pauſe zum erſten Male wieder
der Frühſchnellzug Agram—Suſak. Alſo einen Tag bevor wir
ihn benutzten! Die Bahnſtrecke nach Spalato iſt noch nicht zu
befahren: 1200 Arbeiter ſind tätig, ſie fahrbar zu machen; für
touriſtiſche Erwägungen ſcheidet ſie aus. Auch an der dalmatiſchen
Küſte iſt der Winter ſehr hart geweſen. Mühſam haben die
Kur=
verwaltungen kleine Parks angelegt und Palmen, Lorbeerbäume,
auch einige Agaven gepflanzt. Sie ſind zum Teil noch jetzt dicht
verpackt; man traut dem Frühjahr noch nicht. Aber die Palmen
haben ſchwer gelitten; man fürchtet, daß ſie ſich nicht erholen
wer=
den. Einigen Arten des Lorbeers ſcheints ähnlich zu gehen. Die
Agaven ſind ſicher erfroren. Was bleibt?. Wird der Oelbaum,
der für die Bevölkerung von größter Wichtigkeit iſt, dem Froſt
ſtandgehalten haben?. Nicht der Froſt allein hat den Schaden
ge=
bracht; die Bora iſt erſt recht gefährlich geweſen, jener Wind, der
von den nördlichen Berghängen kommt und — nach der
Schilde=
rung Einheimiſcher — am Boden entlang geht, alles verderbend.
Soll doch der Sturm gelegentlich ganze Eiſenbahnwagen aus dem
Geleiſe geworfen haben!
Hart war der Winter! Aber jetzt muß es Frühling werden!
Der Himmel wölbt ſich blau über der Adria. Das hat er zwar
auch bei großer Kälte getan. Aber wenn es auch, wo die Sonne
fehlt, jetzt immer noch eimpfindlich kühl iſt, in den Hauptſtunden
des Tages hat die Sonne Kraft; ſie wärmt, ja ſie kann es einem
ſchon recht heiß machen. Hier kann man jetzt am Strande des
Meeres zwiſchen 11 und 5 Uhr ohne wärmende Hüllen ſitzen und
ſich der Sonne erfreuen.
Ich grüße dich, Dalmatien, am Frühlingsanfang. Ich grüße
dich, blaue Adria: deine Zeit iſt wieder gekommen! U. 8.
Geſchäfliches.
Wie man ſich den Frühjahrsputz erleichtert kann
jede praktiſche Hausfrau ſelbſt ausprobieren. Die Sunlicht=Geſellſchaft,
Mannheim, bietet ihr mit dem ausgezeichneten Putzmittel Vim eine
vielſeitige Hilfe. Man braucht nur die ſo einfache Gebrauchsanweiſung
zu befolgen und wird ſofort beim eiſten Verſuch merken, wie Vim die
vielen Putz= und Scheuerarbeiten erleichtert. Mit Vim läßt ſich einfach
alles ſchnell und gründlich putzen, Holz, Glas, Porzellan und Metalle.
Da Vim außerordentlich ergiebig und ſomit ſparſam iſt, ſollte kein
Haus=
halt zum großen Frühlahrsputz auf Vim verzichten.
Oſtern iſt das Feſt der hoffnungsvollen Freude!
Man beſchenkt ſich gern und läßt es an kleinen Aufmerkſamkeiten nicht
fehlen, wenn man weiß, Freude damit zu erwecken. Beſchauliche
Fami=
lien=Feiern, meiſt mit Gäſten, ſtehen unter dieſem Zeichen und erreichen
ihren Höhepunkt oft an der Kaffeetafel. Wenn dann die gaſtgeb nde
Hausfrau mit einem Detker=Kuchen oder einer ſchmackhaften Detker Torte
aufwartet, in deren Genuß ſich jeder reichlch und ungeſtraft derſenken
darf, hat ſie hinwiederum das Wohl d. s ganzen Kreiſes bedacht, weil
ſich Oeiker=Gebäcke bei reinſtem Wohlgeſchmack durch beſte
Bekömmlich=
keit auszeichnen.
Hudiunk Pragrmmne.
Frankfurt.
Donnerstag, 21. März. 6.30: Gymnaſtif S 12.30:
Schall=
platten. 2 15.05: Jugendſtunde. Direktor Menne: Funker und
Flieger (Sport= und Verkehrsflieger). 6 15.55: Hausfrauendienſt.
6 16.35: Stuttgart: Konzert des Funkorch. 18.10: Leſeſtunde=
Aus dem Tagebuch eines Egotiſten” von Stendhal. 6 18.303
Kaſſel: E. Berg: Joſephine, die Gemahlin Naporeons l. 0 18.50;
Dr. Schütz: Japaniſche Kurzgedichte in eigener Uebetragung. 0 19.107
Brunv Otto: Beitrag zum Verſtändnis der neuen Muſit. O 20:
Vom Reichstag: Oeffentliche Kundgebung zum Tag des Buches.
An=
ſprache des Reichsminiſters C. Severing. — Dr. Weismantel: Buch
und Volk. — Dr. h. c. Diederichs: Die Kriſis des deutſchen Buches.
— Walter von Molo: Der Weg des Schriftſtellers in unſerer Zeit,
— Prof. Anna Siemſen: Buch und Leſer. o 21.30: Geſangs=
Konzert Paula Lindberg. O 22: Mannheim: Kammermuſik=Abend
des Kergl=Quartetts.
Siuttgart.
Donnerstag 21 März. 10.30: Schallplatten. O 12.15:
Schall=
platten. 8 13: Schallplatten. 8 15.45: Frau Dr. Greiner: Was
unſerer Zeit fehlt. 0 1615: Konzert Mitw. Emma Eiſchenbrenner;
Funkorch. Frühling und Liebe. 18: Dr. Adler: Kima, Kleidung
und Kultur. 8 18.30: Aerztevortrag: Wechſelbeziehungen zwiſchen
Haur und Körper in geſunden und kranken Tagen. O 19: H. Kurtz:
Tag des Buches oder Buch des Tages? 19.30:
Telegraphen=
direktor Streich: Neuzeitliches Fernſprechen. O 20: Uebertragung
der öffentl. Kundgebung zum Tag des Buches” O 21.30:
Militär=
konzert der Kapelle des 1. Inf=Regts, 13 Stuttgart. Meyerbeer=
Hugenottenmarſch, Armeemarſch Nr. 118. — Gauß: Deutſche Wacht,
Marſch. — Scherzer: Bayriſcher Defitermarſch, Armeemarſch Nr. 246.
— Fucik: Florentiner Marſch. — Piefke: Königgrätzermarſch
Armee=
marſch. Nr. 195. — Fucik: Petersburger Marſch, Armeemarſch
Nr. 113: Regimentskinder, Marſch. — Roland: Marſch der Langen
Kerls, Armeemarſch Nr. 106. — Lange: Sedanmarſch
Armee=
marſch Nr. 45 a. — Blankenburg: Für Freiheit und Vaterland,
Marſch. — Müller: Pariſer Einzugsmarſch, Armeemarſch Nr. 38:
Parademarſch im Schritt des Huſarenregments 18. o 22.30:
Mannheim: Kammermuſik. Ausf.: Kergl=Quartett Mannheim.
Pfitz=
ner: Streichquartett in Eis=moll. — Dvorak: Streichquartett op. 96
in Femoll.
Welleheriſhl.
Durch das Herannahen atlantiſcher Tiefdruckſtörungen wird der hohe
Druck über Deutſchland mehr und mehr abgebaut. Vielfache
Nebelbil=
dung und leichter Wolkenaufzug haben ſich heute morgen ſchon
bemerk=
bar gemacht. Die Wolkendecke wird ſich nach und nach immer dichter
ausbilden. Dadurch wird die ſeitherige nächtliche Ausſtrahlung
unter=
bunden, ſo daß ſich die Temperaturen zwiſchen Tag und Nacht mehr
aus=
gleichen. Vorläufig wird das Wetter noch trocken bleiben, jedoch iſt
ſpäterhin mit dem Auftreten leichter Niedenſchläge zu rechmen.
Ausſichten für Donnerstag, den 21. März: Langſame
Bewölkungszu=
nahme, Temperaturen nachts noch um Null, tagsüber mild, meiſt
trocken.
Ausſichten für Freitag, den 22. März: Meiſt wolkiges Wetter
Tem=
veratunen zwiſchen Tag und Nacht ſich mehr ausgleichend, Neigung
zu Niederſchlägen.
Hauptichriftleitung. Rudoll Maupe
Veranworich für Polik und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Feulleton. Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Mar Streeſei für Sport: Dr. Eugen Buhlmann:
für den Handel: Ur. C. H. Que iſch. für den Schlußdſenſt: Andreae Bauer: für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Wiliy Kublei Druck
und Verlag: C. C. Wiit ich — ſämtlich in Darmſtadt.
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[ ← ][ ][ → ] Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 19. März.
Die Echöhung der Diskonttaxe in England hat auf den
franzö=
ſiſchen Geldmarkt keinen ungünſtigen Eindruck ausgeübt. Dieſe
Maß=
nahme der Bank von England iſt eigentlich nur für die angloſächſiſchen
Kapitalmärkte von Bedeutung. Eine unmittelbare Folge dieſer
Maß=
nahme iſt jedoch, daß infolge der Billigkeit des Geldes, die Achſe des
internationalen Akzeptenmarktes mehr nach Paris verſchoben wurde.
Logiſcherweiſe müßte jetzt Paris der größte Akzeptenmarkt werden, man
beklagt hier jedoch, daß die ſchlechte und veraltete Organiſation des
Marktes dabei ein großes Hindernis bildet.
Die kürzlich herausgegebene Anleihe der Amortiſierungskaſſe hatte
großen Erfolg. Sie wurde ſchnell überzeichnet. Auf der Effektenbörſe
gaben die Kapitalerhöhungen mehrerer Großbanken Anlaß zur
Be=
lebung. Die Kapitalerhöhungen der Banken wird bald die der
In=
duſtrieunternehmungen folgen; die Aktienkapitalien der franzöſiſchen
Ge=
ſellſchaften befinden ſich nämlich, mit jenen der Vorkriegszeit
ver=
glichen, auf einem ſehr niedrigen Niveau und ſind den aktuellen
Ver=
hältniſſen ganz und gar nicht angepaßt.
Auf dem Rohſtoffmarkte herrſcht faſt allgemein günſtige Tendenz.
Für den Kohlenmarkt hat die lang anhaltende Kälte einen großen
Auf=
ſchwung gebracht. Die Vorräte wurden überall ſehr ſchnell erſchöpft.
Bekanntlich haben ſie noch im Herbſt der Wirtſchaft viel Sorgen
ver=
urſacht. Das Gleiche gilt für die Vorräte des belgiſchen
Kohlenberg=
baues, die ebenfalls ſämtlich aufgebraucht ſind. In Belgien erfolgten
daher bedeutende Preiserhöhungen, die auf dem hieſigen Markt nicht
ohne Wirkung blieben. Ueber die kürzlich erfolgten Preiserhöhungen
liegen noch keine Statiſtiken vor; man klagt aber bereits, daß die Preiſe,
beſonders für die häusliche Kohle ſehr hoch ſeien.
Der Eiſen= und Stahlmarkt zeigt weiter große Feſtigkeit.
Alle Unternehmungen arbeiten mit vollem Betrieb. Es werden immer
wieder neue Hochöfen in Betrieb geſetzt. Am beſten beſchäftigt ſind die
Stahlwerke, welche für ein ganzes Jahr mit Arbeit verſehen ſein ſollen.
Die Preiſe ſind ſehr feſt, über Preiserhöhungen weiß man aber
vor=
läufig noch nichts ſicheres. Auf dem Markte der metallurgiſchen
Halb=
produkte iſt die Geſchäftslage ebenfalls ſehr günſtig. Das Kontor (
eigent=
lich Kartell) für Halbprodukte wurde für drei Monate erneuert.
Da=
gegen glaubt man, daß eine Erneuerung der Abmachungen des
Schienen=
kartells, die am 31. März ablaufen, auf große Schwierigkeiten ſtoßen
wird, und daß Aenderungen vorgenommen werden müſſen. Die
Eng=
länder haben nämlich in der letzten Zeit die vom Kartell
vorgeſchrie=
bene Kontingentierung nicht beachtet, und viel mehr exportiert als
ver=
einbart wurde.
Der franzöſiſche Export ſoll auch in den Vereinigten Staaten
ge=
wiſſe Fortſchritte erzielt haben. Die größte Sorge der franzöſiſchen
Schwerinduſtrie bildet die Arbeiterfrage; es herrſcht ein ſtändiger
Ar=
beitermangel.
Die Kupferpreiſe ſind in anhaltender Hauſſe begriffen, was in
hieſi=
gen Induſtriekreiſen viel Sorgen und Beunruhigung verurſacht. Das
Kupfer iſt das „teure Metall” geworden, und man klagt, daß es den
Herſtellungspreis vieler Induſtrieprodukte ſehr weſentlich erhöht. Die
Preiſe auf ein der Induſtrie annehmbares Niveau herunterzudrücken,
iſt vorerſt unmöglich. Auch in Zukunſt würde eine ſolche Beſtrebung auf
große Schwierigkeiten ſtoßen. Das Kartell kontrolliert jetzt den Markt
mit großem Erfolg, und trotz der zahlreichen Dementis, die in der
letz=
ten Zeit erfolgten, ſcheint es mehr als wahrſcheinlich, daß man die
Preiſe noch höher ſchrauben will. In cmerikaniſchen Wirtſchaftskreiſen
behauptet man dies ebenfalls. Für dieſe Auffaſſung ſoll auch die
an=
haltende Hauſſe der Kupferwerte an der New Yorker Börſe ſprechen.
Die Teuerung der Kupferpreiſe iſt für die Aluminiumproduktion von
großem Vorteil, da — beſonders in Frankreich — Kupfer mancherorts
durch Aluminium erſetzt wird. Die franzöſiſche Aluminiumproduktion
hat kürzlich wieder einen Aufſchwung erfahren, da die Preiſe ziemlich
günſtig ſind.
Die Lage am Petroleummarkt iſt ſehr wenig günſtig. Die Wirkungen der
ſeit Monaten dauernden und ſtändig wachſenden Ueberproduktion
wer=
den immer mehr fühlbar. Die nordamerikaniſche
Durchſchnittsproduk=
tion iſt ungeführ 15 Prozent höher als ſie im Vorjahr war, und
bekannr=
lich klagte man ſchon damals über Abſatzſchwvierigkeiten. Die
Geſell=
ſchaften ſollen angeblich alles verſuchen, um der Ueberproduktion einen
Damm zu ſetzen. Es ſind verſchiedene Projekte ausgearbeitet worden,
ſo zum Beiſpiel, die tägliche Produktion auf 650 000 Barils
einzuſchrän=
ken und auf dieſer Baſis zu ſtabiliſieren. Dieſe
Produktionseinſchrän=
kung ſollte bis zum 1. Mai 1929 in Gültigkeit bleiben. Um dies
durch=
zuführen, plant man Fuſionen zwiſchen den verſchiedenen Geſellſchaften,
welche ſich in geographiſcher Nähe niteinander befinden. Die
Boh=
rungen ſollten auf zwei Monate eingeſtellt werden. Die Preiſe ſind
ſchwach, beſonders die Rohölpreiſe, welche vor kurzem einen
Nieder=
gang von 15 Cents erfuhren. Den Preis des raffinierten Oels verfucht
man dagegen künſtlich aufrecht zu erhalten oder in gewiſſen Ländern
ſogar hochzuſchrauben. In amerikaniſchen Wirtſchaftskreiſen hält man
eine allgemeine Baiſſe der Petroleumpreiſe für die Geſundung des
Mark=
kes für notwendig, um ſo mehr, da der Verbrauch im Rückgang
begrif=
fen iſt.
Auf dem Kautſchukmarkte herrſcht Feſtigkeit. Die Hauſſe der
Kautſchukpreiſe war erheblich und alle Anzeichen deuten darauf hin,
daß die Preiſe auf dieſem Niveau, welches übrigens von den
Produ=
zenten noch immer als zu niedrig angeſehen wird, ſich behaupren
können.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Kundgebung des Einzelhandelsverbandes für Rheinland=Weſtfalen.
Der Einzelhandelsverband für Rheinland=Weſtfalen e. V., Sitz Köln,
veranſtaltete Montag nachmittag eine ſtark beſuchte Kundgebung, in der
mehrere Redaer Stellung nahmen zu ſchwebenden Tagesfragen und ihrer
Bedeutung für den Einzelhandel, ſowie insbeſondere zu der geltenden
Steuergeſetzgebung in ihrer Auswirkung auf den Einzelhandel. Die
Referate fanden ihren Niederſchlag in einer einſtimmig angenommenen
Entſchließung, in der energiſch gegen weitere Steuerbelaſtungen
Ein=
ſpruch erhoben wird, da ſchon jetzt die zu zallenden Steuern vom
Einzelhandel nicht mehr aufzubringen ſeien, und zur Vernichtung
zahl=
reicher Einzelhändler führten. Von der Regierung und den Parteien
wird gefordert, daß ſie mit aller Kraft daran gehen, den Abbau der
Steuern herbeizuführen.
Der Abſchluß der Commerz= und Privatbank, A.=G. Als letzte der
Berliner Großbanken legt nunmehr die Commerz= und Privatbank
ihren Abſchluß vor. Die ſtarke Expanſionstätigkeit der Bank in der
letzten Zeit durch Uebernahme der Mitteldeutſchen Creditbank, der
Braunſchweigiſchen Bank und Kreditanſtalt, ſowie der Aachener Bank
für Handel und Gewerbe kommt in dem Abſchluß noch nicht zum
Aus=
druck. Aus dem Reingewinn von 11,5 (10,2) Mill. RM. werden
wieder 11 Prozent Dividende vorgeſchlagen. Die Umſätze haben ſich
von 104 auf 120 Milliarden erhöht. Die Bank hat, wie ſie in ihrem
Bericht bemerkt, es ſich beſonders angelegen ſein laſſen, durch weiteren
Ausbau der internationalen Beziehungen der deutſchen Wirtſchaft
för=
derlich zu ſein und ihrer Kundſchaft, insbeſondere mittleren gewerblichen
und kaufmänniſchen Unternehmungen und der Landwirtſchaft, die
not=
wendigen Kredite zur Verfügung zu ſtellen. Von der Kredit in Anſpruch
nehmenden Kundſchaft rechnet ſie 75 Prozent dem Mittelſtand zu. Der
allgemeine Ueberblick über das Wirtſchaftsjahr 1928 iſt entſprechend
der wirklichen Lage recht peſſimiſtiſch gehalten.
Produkkenberichke.
Mannheime= Produktenbörſe vom 20. März. Tendenz gut
behaup=
tet. Es notierten: Pfälziſche Hypothekenbank 164,5, Rheiniſche
Kredit=
bank 126, Rheiniſche Hypothekenbank 211, J.G. Farbeninduſtrie 249,
Deutſche Linoleum 335, 10prozentige Großkraft Mannheim 128, Mez
Söhne 63, Neckarſulmer Fahrzeuge 24, Pfälziſche Nähmaſchinen 33,5,
Portlandzement Heidelberg 142, Rheinelektra 166, Süddeutſche Zucker
A.=G. 145,5, Wahß u. Frehtag 128, Weſteregeln 222, Zellſtoff
Wald=
hof 261.
Frankfurter Produktenbericht vom 20. März. Die Frankfurter Ge=
treidebörſe lag heute ſchwach. Mais iſt um 50 und Weizenmehl teilweiſe
um 25 Pfg. im Preiſe geſunken. Es notierten je 100 Kg.: Weizen
24—24.15, Rogyen 23.25— 23.50, Sommergerſte 24, Hafer 24.50, Mais 24.
Weizenmehl ſüdd,, 33. 25—34.25, niederrhein. 30—30.50, Noggenmehl 30,75
bis 31.75, Weizenkleie 14.15, Roggenkleie 15.50.
Frankfurker und Berliner Efſektenbörſe.
* Frankfurt a. M., 20. März.
Im Vormittagsverkehr hörte man weiter höhere Kurſe. Zum
offi=
ziellen Beginn der heutigen Börſe war die Haltung weiter freundlich
und die Stimmung zuverſichtlich, doch traten auf verſchiedenen
Markt=
gebieten kleinere Rückgänge ein, was aber in erſter Linie auf
Gewinn=
ſicherungen zurückzuführen war. Das Geſchäft war nicht ganz ſo
um=
fangreich wie geſtern, da ſich das Publikum immer noch ziemlich
un=
entſchloſſen zeigt. Weitere Orders dürften wieder von Auslandsſeite
vorgelegen haben und Spezialwerte, die bei lebhafterer Nachfrage
er=
neute Beſſerungen zu verzeichnen hatten, ſtanden wieder im
Vorder=
grunde. Der feſte Schluß der geſtrigen New Yorker Börſe und die
am dortigen Platze ſtart hauſſierenden Kupferaktien, wurden günſtig
be=
urteilt. Etwas zur Zurückhaltung mahnten auf der anderen Seite
verſchiedene Lohnkämpfe im Reiche, doch wurde dieſer Angelegenheit
weniger Vedeutung beigemeſſen. Ausſchlaggebend war wieder die
Be=
teiligung des Auslandes am Börſengeſchäft. Auch die im Verlaufe in
etwas erheblicherem Umfange eintreffenden Orders von dieſer Seite
hatten eine zeitweiſe ſtärkere Belebung des Geſchäftes zur Folge. Eine
lebhaftere Geſchäftserſcheinung konnte auch heute am Bankenmarkt
feſt=
geſtellt werden. So waren vor allem Reichsbank mit plus 3 Prozeut
ſtärker gefragt. Auch die übrigen Werte dieſes Marktes verzeichneten
Gewinne bis zu 2 Prozent. Schon zur erſten Notiz waren ſehr viele
Papiere notiert. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe blieben fonſt
die Erhöhungen ziemlich gering. Verſchiedene Werte waren aus dem
ſchon bekannten Grunde eher etwas vernachläſſigt, doch gingen die
Nückgänge kaum bis zu einem Prozent.
Nach den erſten Kurſen konnte ſich die Geſchäftstätigkeit weiter
aus=
breiten. Die Tendenz wurde feſt; im Vordergrunde ſtanden
Elektro=
werte. Siemens konnten bei reger Nachfrage 4 Prozent und Schuckert
3 Prozent anziehen. AEG. vernachläſſigt. Hiervon ausgehend, waren
auch auf den übrigen Marktgebieten Erhöhungen bis zu 2 Prozent zu
verzeichnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5½ Prozent leichter.
Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2142, gegen Pfunde
20 461, London=Kabel 4.8535, Paris 124.29, Mailand 92,72, Madrid
32.25, Holland 12.117.
Die Abendbörſe zeigte bei anfänglich ſehr ruhigem Geſchäft eine
gut behauptete Tenderz. So zog die Farbenaktie ³8 % an. Elektrowerte
lagen ½ Prozent gebeſſert. Am Bankenmarkt gingen die Kurſe eine
Kleinigkeit zurück. Im weiteren Verlaufe gingen die Kurſe wieder eine
Kleinigkeit zurück. Man ſchloß leicht abgeſchwächt.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 20. März 1929 ſta
Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Ront
tierung der Vereinigung für die deutſche Elektrolytkupf
208,75 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Beri
vorſtandes (die Prciſe veiſtehen ſich ab Lager in Den
prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Origin
minium 98= bis 99proz., in Blöcken, Walzen oder Dra
190 RM., desgl. in Walzen oder Drahtbarren 194 RM
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 80—85 MAK.
(1 Kilogramm fein) 77.00—78.75 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 20. März 1929 ſte
Kupfer: Januar und Februar 195.00 (195.00), März 19
* Berlin, 20. März.
Für die heutige Börſe lagen eine Reihe von Momenten vor, die
die Tendenz ſowohl nach oben als nach unten hätten beeinfluſſen
können. Eine Prophezeiung des engliſchen Wirtſchaftlers Paiſh, die
von einer bevorſtehenden Weltfinanzkriſis ſprach, ergebnisloſe
Lohn=
verhandlungen bei den Eiſenbahnern, verſchiedene Inſolvenzenn in der
Induſtrie, und ein eher ungünſtiger Bergbaubericht für Februar. Da,
wie man feſtſtellen wollte, daß die günſtigen Nachrichten in der
Ueber=
zahl waren, konnte ſich die freundliche Grundſtimmung der letzten Tage
auch zu Beginn der heutigen Börſe erhalten. Die Umſatztätigkeit
be=
wegte ſich aber in ruhigeren Bahnen, da man wiſſen wollte, daß zwar
wieder Auslandsintereſſe vorhanden war, dieſes ſich aber im Hinblick
auf den nahenden Ultimo etwas vorſichtiger zeige. Im allgemeinen
zeigten im weiteren Verlauf der Börſe die Kurſe keine größeren
Ver=
änderungen.
g. E. G.
Augsb.=Nürnb. Maſch
Baſalt ..
Veramann.
Berl. Karlsruhe Ind
Berl. Hand.=Geſ.
Aus Sch
Tanatbank
Teutſche Bank:
Liskontogeſ.
Tresdner Bank
Leutſche Maſchinen 51.—
Deutſche Erdöl.
Tynamit Nobel
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
248.— 1250.25 Siemens Glas.
130,
130.
Gelſenk. Berg.
Ver. Glanzſtoff
Geſ. f. elektr. Uuntern 1234.— 1235.50 I Ver. Stahlwerke:
Han. Maſch.=Egeſt. 46.—
46.50 Volkſtedter Porzellan
Kanſa Dampfſch.
— 169.75 Wanderer Werke.
Wiſſner Metall ..
129.— 1129.
Hapag:
Sarpener.
137.75 136.50 Wittener Gußſtahl"
Semoor Zement . .1 280. 1284 —
*) Die 3 Kaliwerte verſtehen ſich erkl. Bezugsrecht.
Deviſenmarkt.
Selſingfors.. .
Wien...
Prag".
Budapeſt ..
Sofia".
olland
Eslo ..
Kopenhagen.
Stockholm".
Lonvon ..
Buenos Aires
New York ..."
Belgien .....
22.05 22.09
16.48
80 995/61.155
1880
0.502
7.395/ 7.408
8.86
5.44 5.45
2.on6
4.184/ 4.192
4.274
April 192.00 (193.00), Mai 193.00 (193.50), Juni 193.75
194.00 (194.50), Auguſt 194.25 (194.75) September 194.50 (
ber bis Dezember 194.75 (195.00). Tendenz: ſtetig. —
Januar 57.50 (57.75), Februar 57.75 (58.00), März 56.25
56.25 (56.50), Mai 56.50 (56.75), Juni 57.00 (57.00), Juli
Auguſt 57.25 (57.25), September 57.50 (57.50), Oktober
November und Dezember 57,50 (57. 75). — Für Zink:
(5800), Februar 57.25 (57.75), März 56.,00 (58.00), April
Mai und Juni 56.50 (57.50), Juli 56. 75 (58,00), Auguſt und
57.00 (58.00), Oktober 56,75 (57.00) November und De4
(57.75). Tendenz: feſter. — Die eiſten Zahlen bedeuten
Klammern Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 20. März.
Baumwolle: Zu Beginn des heutigen Marktes wurde
Kauftätigkeit entfaltet, da man den Entkörnungsbericht und
wetterbericht als hauſſegünſtig anſah. Später machte
Liquidationsdruck bemerkbar, ſo daß die anfänglich erzielt
wieder Einbußer erlitten.
Zucker nahm einen überwiegend ſtetigen Verlauf au=
Publikums. Als im Verlaufe kubaniſche Firmen Abgahe
wurde die Stimmung zeitweiſe ſchwächer. Deckungen der
führten aber gegen Schluß neue Preisſteigerungen herbei.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am
Getreide. Weizen: März 123½, Mai 12758, Juli
tember 132; Mais: März 93½, Mai 96½, Juli 99
März 46½,, Mai 4734, Juli /47; Roggen: März
10958, Juli 110½.
Smalz: März 12,12½, Mai 12,37½, Juli 12,75,
13,05.
Fleiſch. Rippen: Mai 13,75, Juli 14,15; Speck,
leichte Schweine 11,10 bis 11,75, ſchwere Schweine
11,50: Schweinezufuhren: Chicago 23 000, im Weſten;
Baumwolle: März 20,20, Mai 20.37.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am
Getreide. Weizen: Rotwinter 153¾, Hartwin
Mais, neu angek. Ernte 109½; Mehl, ſpring wheat
bis 6,00; Fracht: nach England 1,6 bis 2,0 Schilling,
Kontinent 8 bis 10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,85; Talg, extro
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 287;
März und April 10,52, Mai 10.70 Juni 10,80, Juli 10
11,10, Sept. 11,25, Oktober 11,31, November —, Dezen
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die G.V. der Süddeutſchen Bodenkreditbank, München,
Antrag einer Oppoſition, die 888900 RM. Aktien vertrat, o
den. Die Oppoſition bemängelte in der Bilanz das Effekten
Die niederländiſche Poſtverwaltung hat auf Grund ſech
Prüfung von Opel=Fracht= und Lieferwagen bei der Opdl
Automobile beſtellt.
Der Wert der niederländiſchen Einfuhr betrug im
Mill. Fl. gegen 223 Mill. Fl. im Januar und 218 Mill. Fl.
1928. Der Wert der Ausfuhr betrug im ſelben Monat 19
gegen 152 Mill. Fl. im Januar und 152 Mill. Fl. im Fc
Der Einfuhrüberſchuß beträgt ſomit im Februar 54 Mill.
80,8 Mill. Fl. im Januar.
Nach einer Wiener Meldung der „New York Times” ka
ferenz der amerikaniſchen Handelsſachverſtändigen zu der Auf
Zukunft des amerikaniſchen Handels mit der Alten Welt hänge
Löſung der Reparationsfrage ſowie von der Geſtaltung der
Tarifreviſion. Durch weitere Erhöhungen könnten Verge
nahmen veranlaßt werden.
Da es dem polniſchen Naphthaſyndikat bisher nicht gel
die Gruppe der kleineren Raffinerien zum Beitritt zu bew=t
abſichtigt das Naphthaſyndikat, den Rohölankauf vollkomme
Hand zu zentraliſieren, um dadurch die kleineren Raffinericl
tritt zu zwingen; außerhalb des Syndikats ſtehen noch
Raffinerien, die etwa 7,30 Prozent der Produktion umfaff4
Der Generalgouverneur der chineſiſchen Salzabgabenvernck
öffentlicht nach Berichten aus Schanghai eine Erklärung,
heißt, daß nunmehr genügend Mittel für die Durchführung
zahlung der engliſch=franzöſiſchen Anleihe vorhanden ſind, de
Monat 1865 737 Dollar betragen.
Surmſtadter ane Karlohatbane, Koalcianengefeafcafrauf Aitien, Suruf
Frankfurter Kursbericht vom 20. März 1929.
DNch
anl. v. 27 ...
( % Baden
Frei=
ſtaat v. 27...."
6% Bayer
Frei=
ſtaat v. 27 ...."
% Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28. ...
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28 .
6% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27.....
7%0
ThüringerFrei=
ſtaat v. 27....
Dtiche. Anl.
Auslo=
ungsſch. * I.
Ablöſungsan!. . .
Otſche. Anl. Ablö.
ungsſch. Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe.. ..
8% Bad.=Bad. v. 26
68 Berlin v. 24...
89 Darmſtadt v. 26
89
v.28
7%0 Frif. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26...
8% Mannh. v. 26.
8% Nürnber 26
Di. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I
. Ser.II
8% Ber „Hyp.=Bk.
% Frkf. Hhv. Bk.
½%r Lia. Pfbr.
8% — PfbrBf.
4½%rr Lig.Pfbr.
g7.3
76.75
79.4
90
91.4
84
54.05
121,
93.5
2—
91.5
—
87
92.5
94
52.6
68.75
97.5
98
98
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Berliner Kinder verſchwunden.
n. Die hieſige Kriminalpolizei beſchäftigt
(mtig mit der Aufklärung des rätſelhaften
ens dreier Schülerinnen des Sophie=Char=
Aus in der Scharrenſtraße zu
Charlotten=
bandelt ſich um die zwölfjährige Tochter
ws Rektors Schulz aus der Kaiſerin=
Rüie und deren beide Freundinnen, Lotte
„5 Margarete Lehmann, die ebenfalls bei
in Charlottenburg wohnen. Am
Mon=
haben ſich alle drei, wie gewöhnlich, auf
ir Schule getroffen. Seit dieſem
Augen=
u. drei Mädchen verſchwunden und konnten
aller Bemühungen der Kriminalpolizei
eaufgefunden werden. Zwei der Mädchen
ſt Eltern vorher kleine Geldbeträge
ent=
o ſie mitgenommen, in der Abſicht, mit der
6 Hamburg zu fahlen. Mitſchülerinnen
illen die Mädchen geäußert haben, daß „ſi.
ſotag fahren und von dort aus auf einem
uch Amerika auswandern wollen”.
Metallwarenfabrik niedergebrannt.
AeEHannover). In der Nacht zum Mittwoch
für Metallwarenfabrik von einem
Groß=
igeſucht worden, das die Betriebe der
Aſche legte. Während der
Brandbekämp=
deten ſich ſchwere Detonationen. Einzelne
wurden etwa 100 Meter durch die Luft
Der Betrieb mußte eingeſtellt werden,
gegenwärtig dort b ſchäftigten Arbeiter
Fisloſigkeit anheimfallen.
fechung des Schiffsverkehrs auf der
Unterelbe durch Nebel.
burg. Der Hamburger Hafen iſt in
dich=
gehüllt. Seit Dienstag abend ſind die
Ur ausgeblieben, während die
Paſſagier=
ſatſampfer der Unterelbe mit großen
Ver=
eintreffen. Cuxhoven meldet ebenfalls
bI.
Zugunglück im polniſchen Korridor.
ſiohau. Im polniſchen Korridor, unweit
ſirignete ſich ein ſchweres Eiſenbahnunglück.
ſa em Verlaſſen des Bahnhofs Schmentau
E. ſenbahnzug, der zahlreiche Schüler
be=
hyt einem Güterzug zuſammen. Hierbei
inge Waggons vollkommen zertrümmert
ihegäſte mehr oder weniger ſchwer verletzt.
MöFfrage konnte bisher nicht einwandfrei
rtzen.
hälugzeug ſtürzt auf eine Straße.
s. Vorgeſtern nachmittag iſt ein
norwe=
huzeug der Linie London—Oslo in einer
bſen Straßen von Calais abgeſtürzt. Der
ſing Feuer, als er auf dem Boden aufſtieß.
und ein Paſſagier, beide Norweger, wur=
” verletzt. Die Straßenpaſſanten konnten
becytzeitig in Sicherheit bringen, bevor das
hauf dem Boden aufſchlug.
en ationale Briefmarkenausſtellung.
. Vom 18. bis 26. Mai findet in Le
Ut Internationale, Briefmarkenausſtellung
Yczeitig wird am 19. und 20. Mai ein
Aualer Briefmarkenkongreß tagen. Der Prä=
Republik hat den Ehrenvorſitz übernom=
Aüßlich der Tagung und der Ausſtellung
ndermarken ausgegeben werden, von denen
nrungswert und die andere Poſtwert be=
Drei Kinder verbrannt.
8. In einer Ortſchaft des Departements
nnte in der Nacht zum 19. März ein großes
9 nieder. Drei Kinder im Alter von 4 bis
hamen dabei in den Flammen um.
Zugzuſammenſtoß.
his. In Tarascon ſtieß ein Schnellzug der
elachs / Arſeille-Paris mit einem Vorortzug zuſam=
f. Reiſende wurden mehr oder weniger
Frletzt. Fünf Wagen entgleiſten. Die Bahn=
Ede auf eine Länge von 100 Meter auf=
Alieger Balchen im Südpoleis
Dermſſ.
amerikaniſche Flieger Bernt Balchen
iſt zwei anderen Teilnehmern der Süd=
9ed ition des berühmten Commander Byrd
gen vermißt. Er hatte einen
Forſchungs=
ſternommen, von dem er nicht zurückkehrte.
Under Byrd hat ſofort eine Hund=
ſchlitten=
ion ausgerüſtet, um die Vermißten zu
Bernt Balchen hat ſich in Deutſchland
Sympathien erworben, als er die
ger Köhl und Hünefeld von Greenly
2land nach dem Feſtland brachte.
Seite 15
Der aufſehenerregende Mord
Aaf Suldb Jannoloih.
Skarke Erregung in Hirſchberg.
Hirſchberg, 20. März.
Die außerordentlich ſtarke Erregung in
Janno=
witz, wie im ganzen Rieſengebirge, über die
Mord=
tat an dem Grafen Eberhard zu Stolberg=
Wernige=
rode hält weiter an und hat am Mittwoch morgen
ihren Höhpunkt erreicht, nachdem die Verhaftung
des älteſten Sohnes des Ermordeten, des 28 Jahre
alten Ch.=iſtian Friedrich Graf zu Stolberg=
Wernige=
rode, die unter dem dringenden Verdacht des
Vater=
mordes erfolgte, bekannt geworden war. Eine
amt=
liche Mitteilung über die litzten Urſachen, die zu der
nach eingehenden Ermittlungen und Vernehmungen
erfolgten Verhaftung führten, liegt bis zur Stunde
noch nicht vor. Augenblicklich finden weitere
Ver=
nehmungen des Verhafteten im
Unterſuchungsgefäng=
nis zu Hirſchberg ſtatt. Der ermordte Graf
Stol=
berg=Wernigerode wurde am 21. Januar 1873 als
Sohn. des Grafen Konſtantin Stolberg=Wernigerode
in Rohrlach geboren. Seit dem Jahre 1900 war er
mit Gräfin Erika zu Solm=Sonnenwalde vermählt.
Der Ehe entſproſſen neun Kinder. Der Ermordete
erfreute ſich in der ganzen Gegend außerordentlicher
Beliebtheit, insbeſondere bei ſeinen Angeſtellten und
Arbeitern, die ihn als wohlwollenden Herrn ſchätzten.
Sein Leben war der Wohltätigkeit und der
Förde=
rung der Kunſt und Wiſſenſchaft gewidmet.
Beſon=
ders unterſtützte er auch die Schwerkriegsbeſchädigten=
Fahrten ins Rieſengebirge. Graf Stolberg=
Werni=
gervde wohnte mit ſeiner Familie nicht im
eigent=
lichen Schloß Jannowitz, ſondern in dem dahinter
liegenden kleineren Hauſe, in dem ſich früher das
Nentmeiſteramt befand. In dieſem Gebäude hatte
der Graf die unteren Räume, die anderen
Familien=
mitglieder, die Frau, eine erwachſene Tochter und
zwei ſchulpflichtige Töchter die oberen Räume inne.
Ferner ſchliefen in dem Hauſe noch zwei
Dienſt=
mädchen. Am Mordabend hatte die Familie
zuſam=
men in dem im erſten Stock befindlichen
Speiſe=
zimmer Abendbrot gegeſſen. Die erwachſenen
Fami=
lienmitglieder, zu denen auch der im Schloſſe ſelbſt
wohnende älteſte Sohn gehörte, hatten ſich dann noch
im Arbeitszimmer des Grafen im Erdgeſchoß zu
einem Plauderſtündchen verſammelt. Nach einer
Stunde begaben ſich die weiblichen
Familienmitglie=
der in ihre oberen Schlafräume und unten blieb nur
Graf Eberhard mit ſeinem Sohn zurück. Was ſich
hier im weiteren Verlauf abgeſpielt hat, muß durch
die eingehende Unterſuchung noch völlig klargeſtellt
werden.
Zu dem aufſehenerregenden Mord auf Schloß
Jannowitz meldet die „V. Z.”, daß nunmehr auch
das Geſchoß gefunden worden iſt, mit dem der
56=jährige Graf Eberhard zu Stolberg=Wernigerode
erſchoſſen wurde. Es handelt ſich um ein ſogenanntes
Dumdum=Geſchoß mit abgeplatteter Bleiſpitze. Der
Schuß iſt offenbar aus ganz kurzer Entfernung
ab=
gegeben worden. Daraus erklärt ſich auch, daß der
Schädel des Ermordeten faſt völlig zerſchmettert
wurde. Der Sohn des Ermordeten und jetzige
Majo=
ratsbeſitzer, Chriſtian Friedrich zu Stolberg=
Werni=
gerode, gab, wie das „Tempo” berichtet, neuerdings
an, er habe nach dem Weggang der Damen mit
ſei=
nem Vater noch geplaudert, und beide hätten geleſen.
Als er, der Sohn, einmal austreten mußte, ſei er
auf dem Hausflur von zwei Leuten, die er aber nicht
geſehen habe, überfallen, gewürgt und bewußtlos
gemacht worden. Als er wieder zu ſich kam, ſei er in
ſeiner Angſt zu dem etwa 100 Meter entfernten
Wirtſchaftsgebäude gelaufen und habe dort bei einer
Kutſcherfamilie Schutz geſucht. Von dem Schuß habe
er nichts gehört. Der Arzt Dr. Panitz konnte an
dem jungen Grafen weder Würgemale, noch
irgend=
welche Spuren eines betäubenden Mittels feſtſtellen.
Der Schuß iſt von der im oberen Stochwerk
ſchlafen=
den erwachſenen Tochter des Ermordeten gehört
wor=
den, die dann um Hilfe rief und das Schloßperſonal
alarmierte.
Geſtern nachmittag um 2 Uhr fand die
Sezie=
rung der Leiche des ermordeten Grafen Eberhard zu
Stolberg=Wernigerode auf Jannowitz ſtatt. Von dem
Ergebnis der Sezierung wird die weitere
Feſtſtel=
lung des Tatbeſtandes abhängen.
Wer iſt der Mörder?
Der Oberſtaatsanwalt hat den von der
Kri=
minalpolizei erlaſſenen Haftbefehl, gegen den
Sohn des Ermordeten zunächſt beſtätigt und ſich
zu einer außergewöhnlichen Maßnahme
ent=
ſchloſſen: ſämtliche auf Schloß Jannowitz
befindlichen Familienangehörigen der
Familie Stolberg ſtehen unter
Beobach=
tung. Nach Lage der Dinge kann der Mörder
nur ein Mitglied der Familie ſein. Die Motive
ſind höchſt unklar: Die Polizei glaubt ſie darin
zu finden, daß das Gut trotz der ſehr einfachen
Lebenshaltung der Familie verſchuldet war,
aber nicht verkauft werden konnte, ehe der jetzige
Majoratsherr tot war. Vielleicht ſcheint hieraus
der furchtbare Gedanke in einem der
Familien=
glieder aufgetaucht zu ſein, dem Vater das
Leben zu nehmen, um aus der finanziellen
Kala=
mität herauszukommen. Wer außer dem
Ver=
hafteten als Tater oder als Mitwiſſer in Frage
kommen kann, darüber ſagt die Kriminalpolizei
noch nichts Verſchiedene Anzeichen deuteten
aber darauf hin, daß Graf Chriſtian nicht
der Täter, wohl aber ein Mitwiſſer des
Verbrechens ſei.
Ein engliſches Rundfahrtenauto verunglückt.
London. In der Nähe von Romford iſt ein
Rundfahrauto mit einer Sandlore zuſammengeſtoßen,
wobei das Auto ſchwer beſchädigt wurde. Sieben
Inſaſſen wurden mit ſchweren Verletzungen nach dem
Krankenhaus gebracht. Eine Frau erlag kurz darauf
ihren Verletzungen.
Fünf Bergleute bei einem Pfeilerbruch
verſchüttet.
Myslowitz. Dienstag mittag ereignete ſich
auf der hieſigen Grube ein ſchweres Unglück. Durch
Pfeilereinſturz wurden fünf Bergleute verſchüttet.
Obwohl die Bergungsarbeiten ſofort aufgenommen
wurden, konnten von den fünf Verſchütteten drei nur
noch als Leichen geborgen werden, während die
üb=
rigen ſchwere Verletzungen dawvontrugen.
Schlagwetterexploſion auf Zeche „Weſtfalen”.
Ahlen (Weſtfalen). Mittwoch nacht ereignete
ſich auf der Zeche „Weſtfalen” eine
Schlagwetter=
exploſion, bei der ein Mann getötet wurde. Nach
Angabe der Zechenverwaltugg ſoll es keine weiteren
Toten und Verletzten gegeben hiben.
Das Elektrizitätswerk am Shannon in Irland
ſteht kurz vor der Fertigſtellung. In jahrelanger Arbeit haben deutſche Ingenieure und Arbeiter
das Kraftwerk errichtet und ihm die modernſte Inneneinrichtung gegeben. Das Großkraftwerk
ſoll ganz Irland mit Strom verſorgen.
3
bei New York abgeſkürzk.
Donnerstag, den 21. Mär 1929
Deukſche Techniker bauen iriſches Großkraftwerk.
Das Fordſche Ganzmetallflugzeug vor der Kataſtrophe.
Bei New York hat ſich das ſchwerſte Flugzeug=Unglück der letzten Zeit ereignet. Das Flugzeug
mußte notlanden und raſte dabei in einen Güterzug. Sämtliche 13 Fahrgäſte, die in dem Flugzeug
eine Luftfahrt über New York unternehmen wollten, und mit ihnen der eine der beiden Piloten,
kamen ums Leben. Der andere Pilot iſt ſchwer verletzt. Er glaubt, daß eine Motorpanne an der
Kataſtrophe ſchuld ſei.
Das Schickſal der Vermißten bei der Byrd=
Expedition.
Mailand. Die Polavexpedition Byrds an der
Walfiſchbai iſt nun ſeit fünf Tagen ohne jede
Nach=
richt von der Gruppe Gould, die zu geologiſchen
Forſchungen einen Flug ins Rockefellergebirge
unter=
nommen hatte und dort am 9. März glatt gelandet
war. Bis zum 14. März war die Gruppe ſtändig in
Funkverbindung mit der Baſis von Little America.
Die vermißte Gruppe war gut ausgevüſtet und
ver=
fügt über Lebensmittel für zwei Monate. Sie
be=
ſaß ein waſſerdichtes Zelt, Schlafdecken,
wiſſenſchaft=
liche Inſtrumente und bolle Gebirgsausrüſtung. Bis
vor einer Woche waren von der Gruppe ſehr
zu=
verſichtliche Berichte eingelaufen. Gould hatte ſeine
geologiſchen Erhebungen beendet und bereitete ſich
mit ſeinen Begleitern zum Rückflug vor. Byrd hatte
durch Funkſpruch zur größten Vorſicht bei dem
Rück=
fluge wegen der Schneeſtürme gewarnt. Außer den
Nachforſchungen Byrds im Flugzeug wird eine
Hun=
deſchlitten=Expedition zur Auffindung der Vermißten
unternommen werden. Man nimmt an, daß das
Schweigen der Gruppe Gould nur auf einen Defekt
am Radioſender zurückzuführen iſt.
Abenteuerliche Irrfahrt auf dem Ozean.
London. Die Mannſchaft des Rettungsbootes
„Schüttevear”, das von London zur Ueberquerung
des Atlantiſchen Ozeans ausgelaufen iſt, wurde
mit=
ten auf dem Ozean, etwa 400 Meilen von den
Kana=
riſchen Inſeln entfernt, von einem ſpaniſchen
Damp=
fer aufgenommen. Der Erfinder des Bootes, der
Holländer Schüttevear, hatte mit der Reiſe den
Be=
weis erbringen wollen, daß das von ihm konſtruierte
Fahrzeug nicht untergehen könne. Er beabſichtigte,
den Ozean in 50 bis 70 Tagen zu überqueren. Als
die aus dem Erfinder und zwei Mann beſtehende
Beſatzung von dem ſpaniſchen Dampfer
aufgenom=
men wurde, befand ſie ſich in einem
bejammerns=
werten Zuſtand, da ihr ſchon ſeit ſieben Tagen
Pro=
viant und Trinkwaſſer ausgegangen war. Das
Ret=
tungsboot wurde gleichfalls an Bord des nach
Süd=
amerika unterwegs befindlichen Dampfers genommen.
Exploſion in einer Gaſolin=Fabrik.
Mareus Hook (Pennſybbania). In einer
Gaſolinfabrik ereignete ſich eine Exploſion, durch die
ſechs Oeltanks in Flammen geristen. Ein Arbeiter
wurde getötet, vier andere ſchwer verletzt. Mehrere
Arbeiter werden vermißt.
Kampf mit Schmugglern.
New York. In Brooklyn kam es zwiſchen
einer Bande von Schmugglevn und der Polizei zu
einem heftigen Kampf. Es wurde eine größere
An=
zahl von Schüſſen gewechſelt, wodurch zwei Perſonen
verwundet und ein Poliziſt, der der Bande
ange=
hörte, getötet wurden. Die Feſtſtellungen ergaben
die überraſchende Tatſache, daß der tote Poliziſt, bei
deſſen Leiche drei Revolver gefunden wurden, ein
ſogenannter „Gun Toter” iſt, d. h. daß er im
Ein=
verſtändnis mit der Schmugglerbande gearbeitet hat.
Der Poliziſt verwahrte die Waffen der Schmuggler,
ſo daß alſo im Falle ihrer Verhaftung keine Waffen
bei ihnen gefunden wurden.
Großer Lotkeriegewinn
eines kriegsblinden Straßenhändlers.
Der Kriegsblinde Fritz Seifert
gehört zu den glücklichen Gewinnern der 500 000=
Mark=Prämie, die bei der letzten Lotterie=
Ziehung zur Ausſpielung kam. Auf ſeinen Teil
entfielen 50 000 Mark, ſo daß er jetzt wohl den
Straßenhandel, mit dem er ſich mühſam ernährte,
aufgeben kann.
Seite 16
Donnerstag, den 21. März 1929
Numme
Verräteriſche Schatten.
Kriminalroman von Werner Krueger.
Copyright by Marie Brügmann, München.
(Nachdruck verboten.)
2)
„Es iſt doch inerkwürdig, daß der Hund nicht zum Vorſchein
kommt!” ſagte der Alte, immer noch erſtaunt.
Beide Männer begaben ſich auf die Suche. Aber ſo gründlich
ſie auch den Garten durchſuchten, ſie fanden nichts.
Da ertönte lautes Rufen von der Straße her. Der Chauffeur
erkannte die Stimme des Hausmädchens, das über Nacht bei
ihren Eltern in der Invalidenſtraße ſchlief und jeden Morgen mit
der Stadtbahn herauskam.
Er eilte, um die Pforte zu öffnen.
„Was iſt denn mit Harras los?” war ihre erſte Frage.
„Den ſuchen wir gerade!” antwortete Schäfer.
„Der liegt ja draußen an der Mauer. Aber er ſtreckt alle vier
Beine von ſich. Ich glaube, er iſt vergiftet!” ſagte das Mädchen
gepreßt.
Die beiden Männer eilten hinaus und fanden im Gebüſch, ſo
verſteckt, daß man im Vorüberſchreiten nichts bemerken konnte,
den Kadaver des großen Tieres.
„Ich habe mich etwas verſpätet”, erzählte das junge
Mäd=
chen, „und wollte erſt ſehen, ob die Gnädige ſchon aufgeſtanden iſt.
In dem Falle öffnete ſie ſtets das Fenſter. Deshalb trat ich an
die Mauer und fühlte mit einem Male etwas Weiches unter
mei=
nem Fuß. Ich bekam einen großen Schreck und ſah genau hin.
Da lag der Hund vor mir!“
Die drei ſchwiegen jetzt beklommen und ſtarrten auf das tote
Tier nieder.
„Er ſcheint vergiftet worden zu ſein!” ſagte Schäfer dann.
„Aber weshalb hängt ihm die Zunge ſo weit aus dem
Maul?” fragte das Mädchen.
„Er hat ſicher noch Durſt gehabt!” meinte der Chauffeur.
Dann ergriff er das Tier und ſchleifte es in den Park hinein.
„Wir müſſen es dem Herrn ſagen”, meinte das Mädchen.
„Ja, ich werde hinaufgehen”, ſagte Schäfer.
Er ließ den Hund liegen und ging mit ſchnellen Schritten
zur Treppe.
Da öffnete ſich die Tür und der Direktor ſtand vor ihm. Sein
Antlitz war fahl und ſeine Augen ſtierten erloſchen vor ſich hin.
Er kam langſam die Treppe herab und wankte dann wie
betrunken. Der Chauffeur eilte hinzu und ſtützte ihn mit den
Armen.
„Schäfer — —”, lallte der Herr, „Sie müſſen — — zur Wache
— — ein ſchreckliches — Unglück —
Er fuhr ſich mit der Hand über die Stirn. Dann ermannte
er ſich und richtete den Körper auf.
„Meine Frau iſt oben ermordet worden”, ſagte er mit
ton=
loſer Stimme, „gehen Sie ſofort zur Wache!”
Das Dienſtmädchen ſchrie laut auf. Auch der Chauffeur fuhr
zurück.
Der alte Gärtner kam herangehumpelt und legte die Hand
an das Ohr. Als er vernommen hatte, was vorgefallen war,
hielt er ſich ſchlotternd an der Treppenmauer feſt.
Auch dem Direktor verſagten die Beine den Dienſt. Er ſetzte
ſich auf die Treppe.
Endlich begriff der Chauffeur und eilte von dannen.
Das Dienſtmädchen wollte ihm nacheilen, aber der Direktor
rief ſie zurück:
„Bleiben Sie hier, Selma!” ſagte er gepreßt, „es iſt ſo
furchtbar!“
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Er ſtützte den Kopf in beide Hände und blickte wie abweſend
vor ſich nieder.
Inzwiſchen war der Chauffeur zurückgekehrt und berichtete:
Er habe die Meldung dem Beamten überbracht. Es dürfe nichts
berührt werden. Die Mordkommiſſion würde bald eintreffen.
Der Direktor hörte ihn ſcheinbar nicht.
Plötzlich fuhr er empor:
„Einen Arzt — es muß doch noch Hilfe möglich ſein!“
Aber als die beiden jungen Leute forteilten, rief er ſie zurück.
„Nein — bleibt hier — — ich will es nicht!”
Dann ſtarrte er wieder vor ſich hin:
„Maria!”
Bis ſein Blick auf die Leiche des Hundes fiel.
„Harras!” ſagte er mit zuſammengepreßten Zähnen. „Auch
Harras? Das kann ja nicht möglich ſein!“
Und er wühlte mit den Händen im krauſen Fell des toten
Hundes.
„Sie haben alſo nichts gehört?” fragte Polizeirat Brämer
von der Mordkommiſſion den alten Gärtner.
Der ſchüttelte den Kopf und wies auf ſeine Ohren
chen, daß er nur ſehr ſchwer verſtehe.
Brämer nickte.
Dann beugte er ſich über den auf dem Parkweg
toten Hund und ſagte kurz:
„Er iſt nicht vergiftet, er iſt mit einem Laſſo
worden!“
Seine Finger weilten einen Augenblick an dem
ſchönen Tieres. Der anweſende Arzt beſtätigte ſeine
Dann gingen ſie in das Schlafzimmer der Schy
Eheleute.
Die Vorhänge waren noch vorgezogen. Als der
mit einem Griff zurückſchlug, erblickte man, quer über
geworfen, die Leiche der Ermordeten. Sie war nur mit
wäſche bekleidet, und hatte beide Arme im Verſcheiden n
ſam ſchützend um den Kopf geſchlungen. Das Bett war,
ein Kiſſen auf den Boden geworfen.
Der Arzt ſtellte eine tiefe Wunde feſt, die ſich an d
hinzog und mit geronnenem Blut überkruſtet war.
bare Wunde mußte ſtark geblutet haben, denn die geſa
wäſche war mit roten Flecken und Spritzern überſät.
Der tödlichen Verletzung ſchien ein Kampf voraus
zu ſein, denn der am Bett befindliche Nachttiſch war
Seite gerückt, die Waſſergläſer, die dort geſtanden hatt
umgefallen und am Boden zerſchlagen. Die Füße der 9
ten ſich im Bettvorleger verwickelt.
„Der Schlag muß mit einem ſtumpfen Gegenſtand a
worden ſein, der eine ſtarke Schlagkraft beſaß”, meinte
ſuchende Gerichtsarzt.
Brämer kniete auf dem Fußboden und unterſuchte
pich nach Spuren. Es war aber erfolglos.
Dann ſchritt er zum Fenſter und überprüfte die M
„Haben Sie etwas geändert, Herr Direktor?” wand
an den in der Tür ſtehenden faſſungsloſen Schneider
„Ich — nein — nichts!” murmelte dieſer. Se
war fahl.
Der Gerichtsarzt blickte auf.
„Wollen Sie nicht lieber in das anſtoßende Zimme
fragte er, „der Anblick hier regt Sie zu ſehr auf!”
Schneider nickte und verſchwand im Eßzimmer.
„Ich weiß nicht, was ich davon halten ſoll”, ſagt
halblaut ärgerlich zu dem Arzt, „der Mörder muß do
wo hereingekommen ſein. Ich kann aber nichts entdecken!
Dann ging er, jetzt wieder von dem Direktor und ſet
amten begleitet, um das Haus herum und unterſuchte die
Mauern.
Schon nach kurzer Zeit bückte er ſich und hob einen
der an einem Ende noch eine Schlinge zeigte. Er ſchob
in die Taſche. Dann blickte er an der Wand hoch und
mit ſcharfem Auge einige Stellen, an denen der Hausp.
kurz vorher beſchädigt worden ſein mußte.
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