Einzelnummer 15 Pfennige
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Anzeigenpreis:
aspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
SderKäschidte A 7d
die große i.ne Bei
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en-Täschchen
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Ver
flaschen
vn Erſchelnen vom 1. März
ußbichsmark und 22 Pfennig
br 2.25 Reichsmarl, durch die
Eeicl. rei Haus. Poſtbezugspreis
Eerdr monatlich 2.73 Reichomart.
ſe nahme von Anzeigen an
ſtbmicht übernommen.
Nicht=
mym in infolge höherer Gewalt
Ex nnicht zur Kürzung des
hiaa und Abbeſtellungen durch
Bpochtisit für uns. Poſiſcheckonto
M. 1301
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 26
192. Jahrgang
Sonntag, den 17. März 1929.
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Reilamezelle (92 mm
breit 2.Reichemart. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Jeichspfg. 92 mm breite
Reliame=
zelie 3.00 Reichomarf. Alle Preiſe in Reichsmart
(1 Oollar — 4.20 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung aut Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung ſäll ſeder
Rabatt weg. Banffonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nalioabank.
aaß mit der Ausgabenwirtſchaft
in aller
Hemonnaies
größte Aush
Enmappen
gutes Lec
11” Lek die Parole. — Das Reich muß mit
Hermappen
deutſche Bolk unkragbar. — An dem
alle Größen
ikmappen
hilfteing und die Parkeien.
6.50 Mk
Rin 49 mim die künftligen Grunsſäße der
eib- u. KlebeN”
Zinanzpolikik.
entzückende
* Berlin, 16. März. (Priv.=Tel.)
Veibzeug Cäl veitfkie Ctatdebatte des Reichstages hat die Senſa=
Siellg, Voh % mazmelleicht erwartet hatte, nicht gebracht. Sie war
ehr iſſirefſant, weil in ihr das Ringen um die
ikures, sehr bei
en Mundſätze der Etatspolitik mit größter
Mk. —50,
f-
g ayſeiagen wurde. Selbſtverſtändlich iſt, daß in
und hohe kläufffedge reine Finanzpolitik alles andere überragt.
m.Garnituren / voühl nr Privatkrieg abſieht, den der Kanzler gegen
hnatitüalnn führte, war alles auf die eine Frage ab=
Sielig, Wah” es mr liuch iſt, das Loch im Reichshaushalt ohne neue
ſtoſſu, oder ein Defizit ruhig zu laſſen und
abzu=
aas dAunächſte Jahr bringt. Die letzte Auffaſſung iſt
abgſſen= worden und mit Recht einheitlich abgelehnt
TAINAH8 wiüle aruf unſere Kreditfähigkeit im Auslande einen
findzu gemacht haben, wenn Regierung und
Reichs=
hun)t SMillionen ungedeckt ließen, zumal da keine
ſtehtft, eihen zu bekommen und weil damit die un=
„fnan///üik der Inflationszeit wenigſtens in ihren
ſätzen iser beginnen würde. Deshalb iſt es not=
OBreß deſſtarzler für die Regierung die Vertrauensfrage
undſ n. Reichstag vor die Alternative
er Akrabſchietung eines gedeckken Ekals
en Skurz der Regierung.
iſt entz eine groteske Situation: Wir haben einen
eſiſter)rrmit aller Gewalt neue Steuern haben will
Ggligét i8u Abſtrichen in ſeinem Etat beſtreitet unter
ng ſohis, Staatsſekretärs, der deshalb jetzt auch auf
ſeis ſt, demm Handumdrehen aus dem 10 Milliardenetat
ünenen Ans Sexkomptiert, die 9,6 Milliarden dann aber
98läuffſiAetsgaben erklärt, an denen nichts abgeſtrichen
inn, Ay’ſo eigentlich jede Sparaktion von
Fein) m Mißerfolg verurteilen will.
Da=
wber A9aauch das Reichsfinanzminiſterium nicht an
vo/z, daß wir in Reich, Ländern und Gemeinden
Labeket brauch von rund 17 Milliarden
um eifſüß elkseinkommen von allerhöchſtens 60
Mil=
genübſen t. Eine derartig ſchwere Steuerrüſtung kann
c auf dich2n uer tragen, wenn es nicht zuſammenbrechen
ſabh endenm I. Wir müſſen eben, wenn es anders nicht
rutarcrwalt einmal einen Anfang machen und im
hutemſWe-ſpiel vorangehen, um ſpäter die Länder zu
ſdieſeniforgehen zu folgen. Es bleibt aber auch die
W ieſtehcknaß wir uns in manchen Bezirken die
Aus=
irtfſſa ftt zu luxuriös eingerichtet haben und daß
T zu mltpreußiſchen Sparſamkeit — wenn es nicht
ir — iä einmal Aermlichkeit zurückkehren müſſen.
vden hEn, das auch viel eher begriffen wie Herr Dr.
; unde ſoat ſich dann faſt eine Einheitsfront gegen
Die Orr Ai Miid Me Mitte d Mef 9
In undces Zentrum gefolgt. Auch ſie predigen jetzt
Oilhwhe Lied der Sparſamkeit
Wee n ſie a rnicht ſoweit gehen wie die Volkspartei, ſo
W 2 einWſimich von 150 Millionen ſchon ein weſentlicher
. TA ſge ebenſowenig wie die Volkspartei daran
W. SpMogramm zu veröffentlichen, iſt ſehr leicht ver=
„edele röffentlichung würde ſofort zur Folge haben,
Meren hen, ſich darauf ſtürzen, um bei jedem einzelnen
e ſe 99 mur irgendwie berührt, die Sparſamkeit bei
Deren A2el vorzunehmen. Wenn man daher in dieſem
Se Crse nd Bide de n Hech
Rihanzlhiſter ſich mit den Etatreferenten der einzelnen
e Buſanzlbliſrtzt und im kleinſten Kreiſe die verſchiedenen
e Reg2hyander ausbalanciert bis das Soll von 200
erreK f.
Sinabe Twrre es geweſen, ſo zu verfahren, bevor der
Soauspil m Reichstag zuging. Der Augenblick wurde
Wund
e lent MMine Zeit mehr zu verlieren,
E in Dertis, chuß erſt die Einzelheiten berät ſo iſt kaum
2 in Atn. Herr Hilferding muß vorher einen Plan
und /
auch gegen
UMitte April aber müſſen die Kämpfe
ausge=
iſt es unvermeidlich, daß — darin hat der
recht
den Etat auch dee Regierung ſtürzt, und die
Nelleicht das Zentrum als Lückenbüßer ſich zur
M ohne die Vollspartei fertig werden zu kön=
Dunal jetzt auch die Demokraten ſich auf dem
bel egt haben.
gukem Beiſpiel vorangehen. — Neue Sfeuern für das
Ekal kann noch geſtrichen werden.
Uneingeſtandenes Mißkrauen.
* Berlin, 16. März. (Priv.=Tel.)
Der Hauptausſchuß des Reichstages hat am Samstag den
Notetat für die erſten drei Monate des neuen Rechnungsjahres
angenommen mit der allerdings weſentlichen Aenderung, daß die
Regierung anſtatt des geforderten Viertels nur ein Fünftel der
im Vorjahr bewilligten Mittel ausgeben darf. Es iſt vielleicht
zuviel geſagt, deshalb von einer Schlappe des Miniſters zu
ſprechen. Dazu iſt der Anlaß zu gering, zumal der
Ausgangs=
punkt des Antrages der geweſen ſein dürfte, auch im künftigen
Jahr die Ausgaben möglichſt zu droſſeln und die
Sparſamkeits=
aktion des Reichstags nicht durch vorzeitige Bewilligungen, auch
wenn ſie mehr formaler Natur ſind, lahmzulegen. Aber ein
un=
eingeſtandenes Mißtrauen gegen den Reichsfinanzminiſter mag
bei der Beſchlußfaſſung doch mitgeſpielt haben. Herr Dr.
Hilfer=
ding hat durch die Unſchlüſſigkeit bei der Fertigſtellung des Etats
und das auffallende Zögern, ja man kann ſchon faſt ſagen, den
paſſiven Widerſtand, den er allen Sparverſuchen entgegenbringt,
einen großen Teil ſeines perſönlichen Kredits verloren, und das
wirkt ſich naturgemäß beſonders ſtark aus, wenn er
Blankovoll=
macht für ein Vierteljahr voraus verlangt.
Der Enkwurf eines Reichsmilggeſetes.
Berlin, 16. März.
Amtlich wird mitgeteilt: Der von dem Reichsminiſter für
Er=
nährung und Landwirtſchaft aufgeſtellte Entwurf eines
Reichs=
milchgeſetzes iſt ſoeben den Landesregierungen und wirtſchaftlichen
Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet worden. Alsbald nach
Eingang ihrer Aeußerungen wird der Entwurf dem Reichskabinett,
das ſich bisher noch nicht mit ihm hat beſchäftigen können,
vor=
gelegt werden. Der Entwurf umfaßt 50 Paragraphen und enthält
ſehr eingehende Beſtimmungen über den geſamten Verkehr
mit Milch. Er erſtreckt ſeinen ſachlichen Geltungsbereich auch
auf Milchzubereitungen und Milcherzeugniſſe.
Dies iſt insbeſondere deshalb geſchehen, um auf dem wichtigen
milchwirtſchaftlichen Gebiete die rechtliche Möglichkeit zu einer
autoritativen Standardiſierung (behördliche Wertregelung) zu
ſchaffen. Ein geſetzlicher Standard (Gütemaßſtab) für Milch wird
im Geſetzentwurf ſelbſt geſchaffen, und zwar für eine gehobene
Konſummilch, wie „Markenmilch” oder „kontrollierte Vollmilch”
genannt wird. Die übrigen Standards ſollen im Benehmen mit
den Ländern nach Gehör der Vertreter der Wirtſchaft durch
Aus=
führungsvorſchriften geſchaffen werden.
Für ein Reichsland Braunſchweig.
Braunſchweig, 16. März.
Die Landtagsfraktion „Gemeinſchaft der Mitte”, an der
Wirtſchaftsverband, Demokraten und Bauernbund beteiligt ſind,
hat die Einbringung eines Antrages im Landtag beſchloſſen,
durch den das Staatsminiſterium erſucht werden ſoll, in
Unter=
handlungen mit der Reichsregierung bzw. der preußiſchen
Staats=
regierung einzutreten, um die Bildung eines „Reichslandes
Braunſchweig” mit reichseigener Verwaltung herbeizuführen.
Die Flugpläke im beſehzken Gebiel.
Wie uns aus Koblenz gemeldet wird, iſt es nach ſchwierigen
Ver=
handlungen gelungen, die Zuſtimmung der Interalliierten
Rheinland=
kommiſſion zur Errichtung von Flugplätzen im beſetzten Gebiete zu
er=
halten. Der erſte Flugplatz wird noch im Laufe dieſes Jahres in
Er=
benheim auf dem Gelände der Wiesbadener Pferderennbahn
er=
öffnet werden. In Koblenz kann mit dem Bau noch nicht begonnen
werden, da das einzige geeignete Gelände vom franzöſiſchen
Militär=
befehlshaber icht freigegeben wird. In Kaiſerslautern iſt man
eben dabei, einen Bauplan zu entwerfen. Die Entwürfe werden von
der Beſatzungsbehörde einer ſcharfen Prüfung unterzogen, ob ſie mit
den Entmilitariſierungsbeſtimmungen des Verſailler Vertrags in
Ein=
klang zu bringen ſind.
Der Luftverkehr von Frankfurt und Stuttgart nach Saarbrücken
konnte bisher nicht in Betrieb genommen werden da der Völkerb
inds=
kommiſſar im Saargebiet die Genehmigung zum Bau eines Fluyplatzes
in Saarbrücken verweigert hat. Erſt nachdem franzöſiſches Kapital
mit=
beteiligt wurde, iſt die Zuſtimmung zum Flugplatzbau erfolgt.
„Machk ein Ende mit der Rheinlandbeſehung!”
EP. Wien, 16. März.
Das Abendblatt der „Neuen Freien Preſſe” beſchäftigt ſich
in einem Leitartikel unter der Ueberſchrift: „Macht ein Ende mit
der Rheinlandbeſetzung” mit der Kammerdebatte über die
Sterbe=
fälle in der Rheinlandarmee und meint, die Kammer habe durch
Annahme einer Tagesordnung, mit der ſich auch Poincaré
ein=
verſtanden erklärte, ein Vertrauensvotum für die Regierung
ab=
gegeben. Darüber hinaus ſei aber zu ſagen, daß der eigentliche
Grund der Mißſtände doch eben nur in der Fortdauer der
Be=
ſetzung liege, in der Sinnloſigkeit einer Maßnahme, die unter
Offizieren und Soldaten Laxheit und Intereſſeloſigkeit fördern
muß, weil ſie ſich fragen müſſen, wozu ſie in fremdem Lande
ſitzen und was für einen Zweck dieſes gezwungene Leben unter
einer durch ihre Anweſenheit verbitterten Bevölkerung noch hat.
Dieſe Zuſtände zögen alle Auswüchſe des Militarismus groß,
und es liege nicht nur im Intereſſe des deutſchen, ſondern auch
des franzöſiſchen Volkes, dem ein Ende zu machen. Die Epidemie
unter den Soldaten der Rheinlandgarniſonen müßte dieſe einzig
vernünftige Entſcheidung beſchleunigen.
Die Woche.
Während nach dem Abſchluß der Genfer Ratstagung
außen=
politiſch eine kurze Atempauſe eingetreten iſt, berat man im
Reichstag über die Geſtaltung des diesjährigen Etats, und es iſt
verſtändlich, daß dieſe Beratung mehr noch wie in anderen
Jah=
en im Mittelpunkt des politiſchen Intereſſes ſteht. Nicht nur,
weil die Meinungen über die Geſtaltung des diesjährigen
Reichs=
haushalts ſo ſtark auseinander gehen, daß die
Koalitionsverhand=
lungen daran ſcheiterten. Nicht um einen Streit um einzelne
Poſitionen handelt es ſich, ſondern letzten Endes um die
grund=
ſätzliche Frage: Steigerung der Einnahmen oder
Senkung der Ausgaben. Können wir den
voranſchlags=
mäßigen Fehlbetrag von mehreren Hundert Millionen Mark durch
neue ſteuerliche Belaſtung ausgleichen, wie der ſozialdemokratiſche
Reichsfinanzminiſter meint, oder haben die Sprecher der
Wirt=
ſchaft recht, die behaupten, daß die Steuerſchraube ſchon jetzt
über=
zogen, und daß die deutſche Wirtſchaft am Erliegen ſei? Jedem,
der die Verhältniſſe in der deutſchen Wirtſchaft auch nur
ober=
flächlich kennt, muß es eigentlich unverſtändlich erſcheinen, daß
eine derartige Frage überhaupt noch aufgeworfen werden kann,
den ſchließlich müſſen doch auch die ſozialdemokratiſchen Führer
wiſſen, wie viel bei uns die Uhr geſchlagen, und man kann ihre
Haltung nur verſtehen, wenn man berückſichtigt, daß die deutſche
Sozialdemokratie ihre Sozialiſierungstheorien noch keineswegs
aufgegeben hat, daß man aber dort andererſeits ſchon ſeit
gerau=
mer Zeit erkannt hat, daß an einer geſunden
Privat=
wirtſchaft alle Sozialiſierungstheorien
ſchei=
tern müſſen. Es iſt unter dieſen Umſtänden gewiß kein
Zu=
fall, daß ſich Herr Hilferding im Reichstag einer geſchloſſenen
Front aller derjenigen gegenüberſieht, die an dem Grundgedanken
der priraten Wirtſchaft feſthalten. Es ſind erſchütternde Zahlen,
auf welche die Redner der Deutſchen Volkspartei und der
Demo=
kraten am Freitag hinweiſen konnten. Schon 1927 hat nach den
Ausführungen des Abgeordneten Cremer die ſteuerliche Belaſtung
der deutſchen Wirtſchaft mehr als ¼ des ganzen
Natio=
nalvermögens betragen, zuſammen mit den
ſozialen Laſtenmehr als;/s. Inzwiſchen aber haben ſich
die Verhältniſſe noch ungünſtiger geſtaltet, und Dr. Reinhold wies
darauf hin, daß der deutſche Unternehmer im Durchſchnitt
645 000 Mk. für Steuer und ſoziale Abgaben aufzubringen habe,
während unter gleichen Verhältniſſen ein Schweizer Unternehmer
dafür nur 125 000 Mark aufbringen müſſe. Es iſt nicht richtig,
von einem Notjahr 1929 zu ſprechen, wir ſtehen vor einer Reihe
von Notjahren, und wir müſſen uns darauf einrichten. Niemand
wird dem ernſthaft widerſprechen können. (Auch die Pariſer
Sach=
verſtändigen ſicherlich nicht.) Wenn ſich aber ſeit der
Stabiliſie=
rung der Mark die Ausgaben des Reichs ungefähr verdoppelt
haben, ſo iſt es höchſte Zeit zu einer grundſätzlichen Umkehr, und
es genügt nicht nur ein Haltmachen auf der ſchiefen Ebene, auf
die wir geraten.
Dabei iſt es geradezu ein nationales Unglück, daß unſere
par=
teipolitiſche Zerſplitterung die notwendige grundſätzliche Umkehr
ſo außerordentlich erſchwert. Sparen iſt nun einmal unpopulär,
macht insbeſondere unter Umſtänden unpopulär, und keine
Par=
tei möchte doch ſchließlich zurückbleiben im Wettlauf um die E=nſt
der Maſſen. Von einer Reform unſeres Parteiweſens aber ſind
wir, Gott ſei es geklagt, noch weit entfernt. Die beſtehenden
Par=
teien haben aus ſchon oft genug erörterten Gründen nur wenig
Luſt zu den dringend notwendigen Reformen. Die aber von
anderer Seite jetzt neuerdings ausgehenden Beſtrebungen
wer=
den uns ganz gewiß dem erſtrebten Ziel nicht näher bringen. Wir
denken kabei in erſter Linie an das geplante Volksbegehren des
Stahlhelms. Glauben die Führer dieſer Organiſation wirklich in
allem Ernſt, daß ſie bei einem Volksentſcheid die Mehrheit des
deutſchen Volkes hinter ſich bringen werden, ſelbſt wenn es ihnen
gelingen ſollte, die für das Volksbegehren notwendigen Stimmen
aufzubringen? Das iſt eine Illuſion, und zwar inſofern eine
nicht ungefährliche Illuſion, als das hoffnungsloſe Scheitern
einer ſolchen auf eine Verfaſſungsänderung abzielenden Aktion
beim deutſchen Volke die falſche Vorſtellung erwecken würde, daß
eine Verfaſſungsreform überhaupt überflüſſig ſei. Wir glauben,
daß nur eine organiſche Entwicklung von innen heraus unſere
trüben innerpolitiſchen Verhältniſſe zu beſſern vermag, wobei wir
allerdings den Hinweis nicht unterlaſſen dürfen, daß Stagnation
ebenſo bedenklich iſt, wie Experimente irgendwelcher Art.
Reformen durchzuführen, wenn die Zeit dafür gekommen, iſt
die Aufgabe ſtaatsmänniſcher Führung. Eine Verzögerung über
die gegebene Zeit hinaus kann gefährliche Spannungen
hervor=
rufen. Das lehrt die Geſchichte aller Revolutionen. Nicht
un=
bedenklich aber iſt es auch, wenn man Reformen überſtürzen will,
wenn man ſie in Angriff nehmen will, bevor die Dinge reif
ge=
worden ſind. Wir ſollten daher jetzt etwas weniger vom deutſchen
Einheitsſtaat reden, nachdem die Erörterungen der letzten Monate
zur Genüge bewieſen haben, daß dieſes Zukunftsziel unſerer
ſtaatlichen Entwicklung unter den gegebenen Verhältniſſen noch
nicht zu erreichen iſt. Daß dieſe Erörterungen eine gewiſſe
Klar=
heit geſchaffen haben, iſt eine erfreuliche Tatſache, eine Tatſache,
die auch durch die Generaldebatte im heſſiſchen Landtag beſtätigt
wurde. Man hat die Dinge nüchterner ſehen gelernt, und ſo
konnte der heſſiſche Staatspräſident am Schluß der Erörterungen
hinweiſen auf die „faſt einmütige Auffaſſung des
Hauſes, daß ein Aufgehen Heſſens in Preußen
oder der Anſchlußanirgend ein zentraliſtiſch
zu=
ſammengefaßtes Norddeutſchland nicht in
Frage kommt. Und wenn er dann im Hinblick auf die letzten
Reformvorſchläge des Unterausſchuſſes der Länderkonferenz
eben=
falls in Uebereinſtimmung mit faſt dem geſamten Heſſiſchen
Land=
tag auf die Bedenken hinweiſen konnte, die eine Reichsreform
auslöſen müſſe, die in ihrer Endlöſung ſo ſtark differenziere, ſo
bedeutet das ſchließlich nichts anderes als das Zugeſtändnis, daß
die Schaffung des deutſchen Einheitsſtaates eben ein
geſamtdeut=
ſches Problem iſt, das durch irgendwelche Teillöſungen nicht
ge=
fördert werden kann.
Das hat auch die Antwort despreußiſchen
Innen=
miniſters aufden bekannten Leuſchnerſchen
Vor=
ſchlag unzweideutig beſtätigt. Wir haben dem Vorſchlag des
heſſiſchen Innenminiſters vom erſten Augenblick an deswegen ſehr
Seite 2
ſkeptiſch gegenübergeſtanden, weil er eine grundſätzliche
Wand=
lung der preußiſchen Einſtellung vorausſetzte, und — ſo ſchrieben
wvir am 18. Januar — „an eine ſolche grundſätzliche Wandlung
vermögen wir wenigſtens vorerſt noch nicht recht zu glauben.
Die Ausführungen des Miniſters Grzeſinſki in der „Frankfurter
Zeitung” vom 16. März geben uns recht. Unzweideutig wird der
Gedanke, ein Reichsland Heſſen zu ſchaffen, abgelehnt mit der
Be=
gründung, daß eine territoriale Umgliederung im Rhein=Main=
Gebiet, die mit dem Anſpruch auf eine gewiſſe Endgültigkeit
vor=
genommen werde, ein Verfahren bedeute, das jedenfalls zunächſt
unzweifelhaft zu Laſten Preußens gehe. Konkret wird dann
vor=
geſchlagen, daß Heſſen das Verlangen nach
Ueber=
nahme der Verwaltung aus eigenem Recht an
Preußen ſtellen ſolle, wodurch dann dem heſſiſchen Gebiet
ſeine eigene Verwaltung, wenigſtens in der
Lokal=
inſtanz” erhalten bleibe. Man ſcheint in Berlin über die
heſſiſchen Verhältniſſe noch immer nicht recht unterrichtet zu ſein.
Es wäre vielleicht auch von einem preußiſchen Miniſter etwas viel
verlangt, wenn man erwarten würde, daß er für die
Landtags=
erörterungen eines ſo fernen Landes Intereſſe hätte. Sonſt
würde man uns doch wohl nicht großmütig ein Aufgehen in
Preußen — und nichts anderes bedeutet doch der Vorſchlag
Grzeſinſkis — vorſchlagen, nachdem 2 Tage vorher der heſſiſche
Staatspräſident als Sprecher der geſamten heſſiſchen Bevölkerung
feſtgeſtellt hat, daß ein Aufgehen in Preußen für uns nicht in
Frage käme. Wir wollten Klarheit, und die Antwort des
preu=
ßiſchen Innenminiſters gibt ſie uns, wofür wir ihm dankbar ſind.
Das Land Heſſen hat ſich in ſeiner überwiegenden Mehrheit bereit
erklärt, eines Tages im Einheitsſtaat aller Deutſchen aufzugehen,
bis zu dieſem Zeitpunkt aber ſeine ſtaatliche Selbſtändigkeit zu
be=
wahren. Aber weder in Preußen noch in Bayern, Württemberg
und Baden ſind die Dinge ſo weit herangereift, daß man an die
Verwirklichung des deutſchen Einheitsſtaates denken könnte ohne
eine Gefährdung des Deutſchen Reiches überhaupt, und ſo wird
man die Entwicklung der Dinge abwarten und ſtets daran denken
müſſen, daß dieſe allmähliche Entwicklung durch allzu vieles Reden
nur geſtört werden kann.
M.
Parlamenkariſches.
*Von der Deutſchen Volkspartei und der
Volksrecht=
partei gingen dem Landtag folgende Anträge zu:
Wir beantragen, der Landtag wolle beſchließen, die Regierung zu
erſuchen, Kreiſe und Städte von der Verpflichtung zur Anſtellung von
beſonderen Baukontrolleuren nach Art. 2 des Geſetzes vom 9. Auguſt 20
zu befreien. — In der Begründung heißt es: Die Kontrolle der
Unfall=
verhütungsvorſchriften im Baugewerbe erfolgt gegenwärtig durch die
Baupolizeibehörden, die Gewerbeaufſichtsämter und die Berufsgenoſſen=
* ſchaften. Eine Ueberwachung durch eine weitere Stelle erſcheint nach
den bisherigen Erfahrungen unnötig, ganz abgeſehen davon, daß es nach
Uebergang des geſamten Hochbauweſens auf den Staar völlig
ungerecht=
fertigt iſt, die Selbſtverwaltungskörper mit den Koſten dieſer Aufgabe
zu belaſten.
Steuerſtundung für froſtgeſchädigte Betriebe.
Der langandauernde ſtrenge Winter hat viele Berufszweige in
außer=
ordentlicher Weiſe betroffen, ſei es dadurch, daß die Betriebe nicht
arbei=
ten konnten, oder dadurch, daß Verſand und Abſatz unmöglich war,
ſchließlich auch dadurch, daß der Eingang der Außenſtände in größtem
Umfange ſtockte oder direkte Froſtſchäden ganz erhebliche Unkoſten
ver=
urſachten.
Wir beantragen daher, der Landtag wolle beſchließen,
die jetzt fälligen Steuerzahlungen der durch den Froſt beſonders
betroffenen Steuerpflichtigen ſind zinslos drei Monate zu ſtunden.
Von der gleichen Paxtei ging dem Landtag folgender Antrag zu:
Wir beantragen: daß die Stempelgebühr, die von dem Bäckergewerbe
für die Erlaubnis zur Offenhaltung der Backberriebe außerhalb der
ge=
ſetzlichen Arbeitszeit vor den geſetzlichen Feiertagen zu zahlen iſt,
auf=
gehoben wird.
In der Begründung zu dieſem Antrag heißt es: Die Verlängerung
der Arbeitszeit in den Betrieben wird gegen Zahlung einer Gebühr
geſtattet. Da nun die Verlängerung der Arbeitszeit vor den geſetzlichen
Feiertagen eine zwangsläufige, alſo von dem Willen des Inhabers
voll=
kommen unabhängig iſt, halten wir die Erhebung einer Stempelgebühr
für ungerecht, zumal die Einnahmen in gar keinem Verhältnis zu den
entſtehenden Unkoſten ſtehen.
Große Anfrage der Deutſchen Volkspartei.
Die D.V.P. brachte im Landtag folgende Große Anfrage ein: Der
auf Grund der Verordnung vom 18. März 1919 eingeführte Siebenuhr=
Ladenſchluß im Handelsgewerbe hat beſonders im Sommer auf dem
Lande ſchwere Unzuträglichkeiten im Gefolge gehabt. Da in ländlichen
Gemeinden Angeſtellte kaum beſchäftigt werden und ſich übe dies leicht
Mittel und Wege finden ließen, ohne Verlängerung der
Arbeits=
zeit eine Verlängerung der Verkaufszeir um eine Stunde zu
geſtatten, fragen wir an:
Iſt die Regierung bereit, dahin zu wirken, daß auf dem ande
in der Zeit vom 1. April bis 30. September die Verkaufszeit um
eine Stunde verlängert werden kann?
Sonntag, den 17. März 1929.
Bom Tage.
Die Wiederherſtallung normaler Beziehungen
zwiſchen Litauen und Polen, wie ſie in einer Reſolution des
Völkerbundsrates im September verlangt wurde, beſchäftigt gegenwärtig
die in Genf tagende Verkehrsbommiſſion des Völkerbundes.
Schweden hat geſtern ebenfalls den Kelloggpakt
rari=
fiziert.
In Paris wunde ein franzöſiſch=eſtländiſcher
Han=
delswertrag unterzeichnet, der die Meiſtbegünſtigungsklauſel
für beide Länder feſtſetzt und außerdem für eine Reihe von franzöſiſchen
Exportwaren erhebliche Tarifesmäßigungen feſtlegt.
Am Samstag vormittag iſt Marſchall Foch, deſſen Befinden
ſeit zwei Tagen zu großer Beunruhigung Anlaß gibt, von insgeſamt
ſieben Aerzken unterſucht worden. Die Temperatur wurde
mit 37, der Puls mit 92 feſtgeſtellt.
Nach Meldungen aus Moskau hat Aman Ullah an Habib
Ullah ein Ultimatum gerichtet, in dem er die Uebergabe
der Stadt Kabul innerhalb von 72 Stunden verlangt. Kabul wird von
Truppen Aman Ullahs eingeſchloſſen.
Wie aus Nanking berichtet wird, hat auf dem Kuomintangkongreß
Marſchall Tſchiangkaiſcher eine Erklärung über die Bildung
einer Militärdiktarur in China abgegeben.
Nach Meldungen aus Meriko hatte General Calles für geſtern aben5
ben Sturm auf di= Stadt Terreon angeordnet. An den Angriffen
be=
teiligen ſich fünf Heeresgeuppen. Die Zahl der auf beiden Seiten
kämpfenden Truppen wird auf insgefamt 30 000 Mann geſchätzt.
Ein japaniſches Ehrengeſchenk für Hindenburg.
* Berlin, 16. März. (Priv.=Tel.)
Okuma, der Adoptivſohn des verſtorbenen japaniſchen
Mini=
ſterpräſidenten Nobutſune Okuma, unter deſſen Regierung Japan
uns 1914 den Krieg erklärte, hat dem Reichspräſidenten von
Hindenburg ein koſtbares altes japaniſches Schwert überreichen
laſſen, das durch das Redaktionsmitglied der im Beſitze Okumas
befindlichen Zeitung „Hochi‟ Dr. Ikeda, überbracht wurde. Durch
die Ueberreichung dieſer Waffe, die der japaniſchen Ritterſchaft
ein Schwert des Friedens iſt, ſoll zum Ausdruck gebracht werden,
daß Japan uns gegenüber einen vollſtändigen Stellungswechſel
vorgenommen hat, und daß es uns freundlich gegenüberſteht. Nach
den Darlegungen Dr. Ikedas, die er jetzt der „D.A.3.” machte,
iſt nach altjapaniſcher Auffaſſung der Gedanke in das Schwert
bei ſeiner Entſtehung gedrungen, daß es nicht Fremde verletzen,
ſondern Geiſt und Körper des Beſitzers ſowie ſeiner
Familien=
angehörigen und des Staates ſchützen ſoll. Infolgedeſſen ſei es
nicht eine Kriegswaffe, ſondern ein Symbol des Friedens. Das
Schwert ſei von einem der berühmteſten Schwertfeger der Provinz
Bizen zwiſchen 1220 und 1280 n. Chr. angefertigt worden. Der
Name des Schwertfegers Yoſhikane iſt auf dem im Griff ſteckenden
Teile der Klinge eingraviert. Die Länge des im Griff ſteckenden
Teiles iſt faſt 25 cm, die geſamte Länge von der Spitze der
Scheide bis zur Spitze des Griffes beträgt faſt 1 Meter. Das
Stechblatt und anderer Schmuck beſteht aus einer Legierung von
Kupfer und Gold mit eingelegter Arbeit. Die Scheide, eine
Gold=
lackarbeit, iſt geſchmückt mit Goldlackreliefarbeit. Wenn ſich Okuma
entſchloß, dieſes Schwert aus ſeinem Familienbeſitz dem
Reichs=
präſidenten zu übereignen, ſo iſt dieſer Schritt in ſeiner
Hochach=
tung vor der deutſchen Kultur begründet, die von nicht
unweſent=
lichem Einfluß auf das heutige Japan iſt.
Handelskonflikk mit Südafrika.
* Berlin, 16. März. (Priv.=Tel.)
Der im September vorigen Jahres zwiſchen Deutſchland
und Südafrika zuſtandegekommene Handelsvertrag iſt in
Süd=
afrika der Gegenſtand eines heftigen Verfaſſungskonfliktes. Die
Regierung behauptet, daß ſie dazu nur die Zuſtimmung des
Re=
präſentantenhauſes braucht, in dem ſie eine Mehrheit beſitzt,
während die Oppoſition die Auffaſſung vertritt daß auch der
Senat zuſtimmen müſſe, in dem die Regierung keine Mehrheit
hat. Ein oppoſitioneller Senator hat denn auch im Senat einen
Antrag eingebracht, den Handelsvertrag mit Deutſchland
abzu=
lehnen, und dieſer Antrag iſt mit 20:15 Stimmen angenommen
worden. Das iſt zunächſt nur eine Entſchließung, weil der
Ver=
trag dem Senat gar nicht vorgelegen hat. Praktiſch liegen die
Dinge aber nun ſo, daß die Krone, in dieſem Falle der engliſche
Gouverneur, die Gegenunterſchrift nicht leiſten wird, auf die hin
der Vertrag erſt in Kraft tritt. Er wird das ſolange nicht tun,
bis der Konflikt erledigt iſt, umſo mehr, als der Abſchluß des
Vertrages mit Deutſchland ein Zeugnis für die
Selbſtändigkeits=
beſtrebungen Südafrikas iſt, die in London nicht gerne geſehen
werden. Es beſteht alſo vorläufig keine Ausſicht, daß der
Ver=
trag, der für beide Teile große Vorteile bringt, in abſehbarer
Zeit ratifiziert wird. Deutſchland bleibt dabei nichts anderes
übrig, als abzuwarten, bis der Verfaſſungskonflikt in Südafrika
uusgetragen iſt.
Der Aermnaf eet Macderhanaine
Berhunolängen.
EP. Paris,
Der „Temps” ſtellt feſt, daß ſich die Sachverſtänß
renz gegenwärtig in einer weſentlich günſtigeren
abſpiele. Nach den Informationen des Blattes
dra=
vertraulichen Beſprechungen der
Delegie=
um eine deutſche Annuität von 19 Miß
Goldmark, wovon eine Milliarde für die Reparationn
wäre. Nach Ablauf von 37 Jahren würden die Zao
die Reparationen aufhören und nur die Zahlungen ffür
lung der alliierten Schulden fortgeſetzt werden, die in
Jahren höchſtens 1,7 Milliarden Goldmark betragen:
feſte und bedingungslos zu zahlende Teil der
Annn=
kommerzialiſiert werden können, wodurch die kriegss
Länder ſchneller in den Beſitz bedeutender Sumnn
Wiedergutmachung ihrer Schäden oder die Amortf.
von ihnen für den Wiederaufbau emittierten Anlein
würden. Der veränderliche Teil der Annuität ro
Deutſchland an die internationale Zahlungsbank zun
und von dieſer den Vereinigten Staaten gutgeſchries
Das Blatt will ferner wiſſen, daß das Kapital de
Zentralbank wahrſcheinlich 100 Millionen Dollar betrh
und ſich aus den Deviſen der an der Emiſſion tef=y=
Ländern zuſammenſetze.
Das revidierte Stakut des fändigen inkerritk=
Gerichtshofes.
EP. Genf,
Das Juriſtenkomitee des Völkerbundes, dem u. .
Hurſt, Fromageot, Gauß, Root und Politis angehöres
die Beratungen über die Reviſion des Statuts des ſfu
ternationalen Gerichtshofes im Haag beendet unzu
Dienstag ſeine Vorſchläge durch verſchiedene Unterkilm,
paraphieren laſſen. Die Aenderungen, die durch dam
Erweiterungen des Tätigkeitsbereiches des Haags
gerichtshofes in den letzten Jahren und durch die
Beaix=
ten der Vereinigten Staaten notwendig geworden
zum Teil auf das urſprüngliche Statut von 1920 zur. 4
deutend großzügiger angelegt war, als das 1921 anei
Außerdem bringt die Repiſion das Statut des Gerick=5,
den Aufgaben in Einklang, die dem Gerichtshof dirrHrun
ſätze zum Völkerbundspakt im Jahre 1924 auferlegt raſ.
Die Zahl der ſtändigen Richter wird von 11 auf 15
Züſatzrichter von 4 auf 6 erhöht.
Ein Manifeſt des Großfürften Kyrill an dit
* Verlin, 16. März. (2
Großfürſt Kyrill, der einzige noch lebende
Thronprätendent von Rußland, erläßt von ſeinem nei
haltsort in St. Briac in Südfrankreich ein Manm
Ruſſen, in dem er ſeine Billigungüber das ga
tig in Rußland herrſchende Sowjetfyß
ſpricht. Das bedeutet aber keineswegs einen
auf die Anwartſchaft des Zarenthrone
genteil läßt Kyrill deutlich durchblicken, daß er ſin
wünſcht, die Erbſchaft anzutreten. In dieſem Falle mi
Bezirksſowjets beſtehen laſſen, weil ſie ſich bewährt
er glaubt feſtſtellen zu können. Damit aber auch die am
den Emigranten zu ihrem Rechte kämen, verſpricht era!
Entſchädigung, weiter Schutz der rechtgläubigen Kirck,
ßige Freiheit der Preſſe, Verbilligung der Eiſenbahm
tarife u. a. m. Das Manifeſt ſchließt mit den Worten
alle Ruſſen auf, von der Feſtigkeit meiner Beſtrebuu
drungen zu ſein, die ganze Bevölkerung des allruſſiſae
frei, beruhigt und in Wohlſtand zu ſehen. Mit Unss
macht Eottes, die Uns gegen diejenigen beiſtehen wei
ſchmähen. Ich glaube an ſeine unergründliche Gnade
baldige Rückkehr zur Erfüllung Meiner kaiſerlichen Sſ
* Das Bildnis in der griechiſchen Kunſt.
Ap. Die Vereinigung der Freunde des
huma=
niſtiſchen Gymnaſiums, die in dieſem Winter eine ſehr
rege Tätigkeit entfaltet hat, hatte Herrn Prof. Dr. Schrader
Profeſſor der Archäologie an der Frankfurter Univerſität, für
einen Lichtbildervortrag über das Bildnis in der
griechi=
ſchen Kunſt gewonnen, der am Freitag abend in dem Feſtſaal
der Landesbaugewerkſchule ſtattfand. Der Vortrag war
außeror=
dentlich zahlreich beſucht, unter den Zuhörern war auch die
Ju=
gend zahlreicher vertreten als ſonſt. Einleitend bemerkte der
Vor=
tragende, daß er vor 4 Jahren in der humaniſtiſchen Vereinigung
ein Bild über die Ausgrabungsarbeiten der letzten 40 Jahren zu
geben verſucht habe und daran anſchließend ſich über den
Wieder=
aufbau oder die Wiedergabe der Kunſtwerke in Bild und
Dar=
ſtellung verbreitet habe. Heute wolle er von einer anderen Seite
das griechiſche Volk näher führen und die Bildniskunſt der
Grie=
chn in ihrer Entwicklung vorſtellen.
Die griechiſche Bildniskunſt war auf die Darſtellung des
Typiſchen eingeſtellt und hat dieſe Einſtellung nie verlaſſen. Der
Kunſt der Griechen iſt die der Aegypter voraufgegangen, die auf
die frühe griechiſche Kunſt ſehr ſtark eingewirkt hat. Die ägyptiſche
Plaſtik hat ſeit dem 3. Jahrhundert v. Chr. eine freie
individuali=
ſierte Bildniskunſt beſeſſen. An Beiſpielen aus dem alten Reich
der 5. Dynaſtie (etwa 2800 v. Chr.) führte der Vortragende dies
näher aus. Als Typus dieſer Zeit kann der Apollo von Tenea
bezeichnet werden. Intereſſant waren die Erläuterungen über die
„Erſatzköpfe”, die die Aegypter den Mumien aufſetzten, falls dieſe
zu Grunde gingen und bei denen Porträttreue vorauszuſetzen iſt.
Alle Bildniſſe ſpiegeln mit ihrem Blick in die jenſeitige Ferne die
Auffaſſung der Aegypter wieder. Im 5. Jahrhundert kam die
europäiſche Kunſt der Griechen zur Erſcheinung. Die Darſtellung
des Nackten im Bildnis, iſt darin begründet, daß die Griechen in
der gymnaſtiſchen Schulung des Körpers deſſen Ideal erſtrebten,
und ſo iſt der Körper das Weſentliche, die Geſichtszüge ſpielen
die geringſte Rolle. Die Darſtellung iſt aber noch nicht individuell,
es iſt noch der allgemeine Typus des Apollo von Tenea. Später
nimmt die Darſtellung neue Formen an, zunächſt in der
Abwei=
chung von der von den Aegyptern übernommenen Frontalität. Die
große Plaſtik des Giebels des olympiſchen Zeustempels zeigt zum
erſten Male eine Charakteriſtik in der Geſichtsbildung. Die
Ent=
wicklung im nächſten Jahrhundert ſtrebt eine weitere Reinigung
der Form an. Während dort die hohen und niederen Geſtalten in
der Charakteriſtik unterſchieden werden, verbannt der Stil des
Parthenon die Häßlichkeit auch in den niederen Geſtalten. Die
Bildniskunſt der Griechen ſtellte urſprünglich den ganzen Menſchen
da, wie z. B. die Statue des Anacreon zeigt. Auf die Periode
des Idealtypus folgte eine der Wirklichkeit der Darſtellung
zu=
gewandte Richtung. Im 4. Jahrundert beginnt eine neue
Ein=
ſtellung der Kunſt, die „die Werke der Seele” darſtellt, während
bisher der Körper in ſeinerGeſamtheit dargeſtellt wurde. (Beiſpiele:
dieBildniſſe desSokrates, Thukydides, Plato uſw.) DieAufgabe der
ſeeliſchen Darſtellung gelöſt hat erſt Lyſippos, Zeitgenoſſe
Alexan=
ders des Großen, der die bewegte Form in die Bildniskunſt
ein=
führte, von dem ein beglaubigtes Originalbildnis Alexander des
Großen, den er in mannigfachen Größen und Stellung bildete,
leider nicht vorhanden iſt. Die auf den Ausdruck des Seeliſchen
gerichtete Bildniskunſt wurde von dem Vortragenden an
Bild=
niſſen des Ariſtoteles, Maenander, Zeno, Epikus und Euripides
klar gemacht. Eine Steigerung dieſer Kunſt iſt die Darſtellung
des Anormalen und Reizvollen, zu der die griechiſche Kunſt durch
die Bekanntſchaft mit den als ein neuer Völkertypus
erſcheinen=
den Galliern kam (Der ſterbende Gallier, der Gallier und ſein
Weib). Auch das Verderbte wird Gegenſtand der Kunſt. Die
Steigerung des Anormalen vergegenwärtigen die Bildniſſe des
Königs Eutydemos von Bakterien und der ſog. „Dorfſchulze‟
ein Kopf von höchſt charakteriſtiſcher Häßlichkeit. Als Reaktion gegen
dieſe Richtung ſetzte im 2. Jahrhundert eine Rückkehr zur
klaſſi=
ſchen Beruhigung ein. Es ſolgte die Zeit des römiſchen
Impe=
riums, in der die Bildniſſe von Pompejus, Caeſar und Auguſtus
entſtanden. Die Entwicklung war aber mit dem römiſchen
Impe=
rium noch inicht abgeſchloſſen, wie die römiſchen Kaiſerbilder
(Trajan, Caracalla) zeigen auch die künſtleriſchen Nuancen noch
nicht abgeriſſen. Den Einfluß der römiſchen auf die griechiſche
Kunſt darzuſtellen, ſchloß der Redner, ſei eine dankbare Aufgabe,
liege aber außerhalb des Rahmens dieſes Vortrages, der die
Zuhörer durch die Entwicklung der griechiſchen Bildniskunſt
hin=
durch führen wolle.
Der hochintereſſante Vortrag, der in bezug auf Gliederung
des Stoffes, Klarheit und Allgemeinverſtändlichkeit als
vorbild=
lich bezeichnet werden muß, erntete begeiſterten Beifall. Der
Vor=
ſitzende, Herr Geheimrat Walbe, dankte dem Redner und
be=
merkte, Willamowitz habe einſt geſagt, uns Germanen ſei es
vergönnt, den Griechen in die Seele zu ſchauen. Davon hätten
die Zuhörer heute abend etwas verſpürt, und auch ihr Dank ſei
dem Vortragenden ſicher. Mit dieſer Veranſtaltung ſchließe die
Vereinigung ihre Tätigkeit in dieſem Winterhalbjahr und er hoffe,
daß ſie in dem nächſten Jahre noch energiſcher fortgeſetzt werden
könne. Der heutige zahlreiche Beſuch beſtärke ihn in dieſer Hoff=
nung. Nach einem Dank an die Preſſe für die krän
ſtützung ihrer Beſtrebungen, bemerkte er, daß die ſchd
gediegenſten Vorträge in Darmſtadt in der humaniſt
einigung gehalten worden ſeien und ſchloß mit dem S!
es auch in Zukunft ſo bleiben möge.
Heſſiſches Landeskheater.
Großes Haus. — Samstag, 16. März.
Marika
Oper von F. v. Flotow.
* Das Vertrauen, das auf Rudi Wünzer ge3
als man ihm den Plumkett zu ſingen gab, rechtfertigtt.
ſehr nett ausſehende Künſtler durch eine Leiſtung, die
auf ihn geſetzten Hoffnungen beſtätigte. Die Rolle m.
ſtudiert, wurde mit großer Sicherheit beherrſcht und ſin
den Enſembles feſt. Sein dunkelfarbiger Bariton
Klang und wird ſchön behandelt, dürfte vielleicht nur —
ger werden. In der Ausſprache, beſonders der Kon!!
noch manches nachzuholen. Noch fehlt die Dreiſtigkeit 5
Herausgehen, fehlt natürlich Routine in Spiel und 90
war die Aufgabe jetzt ſchon für einen Anfänger
bei=
gut gelöſt und ſein erſtes Auftreten in einer großere"
ſympathiſch, daß wir ihn aufrichtig beglückwünſchen i9.?
Von Deutſchlands Hoben Schulen.
Bamberg: Profeſſor Dr. theol. et phil. Artur Lan9"
Philoſophiſch=theologiſchen Hochſchule hat einen Ruf als okee
feſſor der Dogmatik an die deutſche Univerſität i Prag.!"
von Profeſſor Franz Endler abgelehnt.
Bonn: Der Privatdozent in der katholiſch=theologiſchen.”
theol. Theodor Müncker, iſt zum etatsmäßigen a. d. 99
für Moraltheologie und chriſtliche Geſellſchaftslehre (Sozille
Philoſophiſch=theologiſchen Hochſchule in Paſſau als Nachſol.
ſtorbenen Prof. Jgnatz Klug berufen worden.
Jena: Profeſſor Dr. Moritz Wehermann in Ber."
auf den Lehrſtuhl der theoretiſchen Nationalökonomie.!"
Univerſität als Nachfolger von Prof. Franz Gutmann ze
1929 angenommen.
1.
Roſtock: Prof. Dr. Friedrich Hund von
zum perſönlichen Ordinarius für mathematiſche Phl
I ernannt worde
Leipzig als Nachfolger von Pro
Sonntag, den 17. März 1929
. der Bewegung auf andere ſpaniſche
Univerſikäken.
* Madrid, 16. März. (Priv.=Tel.)
es die Artilleriſten, jetzt ſind es die Studenten
den ihnen verhaßten Diktator General Primo
wollen. Es iſt ein Kampf mit ungleichen Mit=
Rivera iſt nicht der Mann, ſich von tobenden
nihächtern zu laſſen. Aus der erſten Note, die er
ſſe über die Unruhen zugehen ließ, ſprach denn
cuu nen über den jugendlichen Uebermut der Stu=
Aorn über ihre revolutionäre Haltung. Aber die
gerten hörten nicht auf die väterlichen
Ermahnun=
zuweras und ließen ſich auch durch die energiſchen
e die Polizei gegen ſie zu ergreifen gezwungen
ſyrecken. Noch immer gehen Züge von
Demon=
dunci Calle Alcala, ſammeln ſich auf der Poerta del
„d wüſih es, den in früheren Jahren ſo beliebten Ruf:
mitztr Regierung!” auszuſtoßen. Vor dem
Innen=
ſum ᛋanſtalteten ſie eine große Demonſtration und for=
„tritt des Miniſterpräſidenten. Die
Polizeimann=
llen Seiten herbeiſtrömten, verſuchten vergeblich,
tytrrückzudrängen und machten endlich, da ſie ſelbſt
vur von ihren Waffen Gebrauch. Es gab auf bei=
4trundete. Ein Student, der einen Halsſchuß
er=
erben. An der Puerta del Sol und in der Nähe
der ſpaniſchen Hauptſtadt liegen die größten
ſt seſuchten Kaffees. Das Publikum, das wie
ge=
ur nur den neugierigen Zuſchauer bildete, begann
apuid für die Studenten Partei zu ergreifen. Die
uſt arn den blinden Gehorſam der Bewohner gewöhnt
Herlegenheit, und es wäre erneut zu blutigen
Zu=
syſcckommen, wenn nicht von allen Seiten berittene
ryſtſcen eingetroffen wären. Nun zerſtreute ſich die
(Abü, den vielen Kinos, in denen zufällig ein Film
imo de Rivera anläßlich einer Feſtveranſtaltung
janrſiu es erneut zu heftigen Demonſtrationen gegen die
ußt/Wruppe Studenten hat das Schaufenſter eines
grhtbieimgeſchlagen, weil in dem Geſchäft eine
Photo=
mmtſyno de Rivera ausgeſtellt war. Die Polizei iſt
teryv mit blanker Waffe gegen die Manifeſtanten
„u. denen mehrere verletzt wurden. Neue
Zuſam=
iefen ſich zwiſchen etwa tauſend Studenten und der
i1 wiederum Verletzungen und Verhaftungen. In
Hitz ſtädten Spaniens nimmt der Streik der
Studen=
hnung zu. So hat er ſich auf Salamanka,
MWalladblid ausgedehnt. In Valladolid
hisbſer Manifeſtanten und der Polizei zu heftigen
Zu=
ftig kommen, ſo daß die Stadtbehörden die Schlie=
Viſhtrr und Kinos angeordnet haben. Im äußerſten
in Spanien ſollen ſich die Unruhen von Madrid
au y irkt haben. Bei einer Einweihungsfeier in
San=
dreif Arbeitsminiſter von jungen Leuten behelligt, ſo
eve nicht beenden konnten. Wegen der Unruhen
dre Zenſur für die Provinzzeitungen verſchärft
Avera zu den Studenken=Demonſtrakionen.
rung nimmt die Lage nicht ernſt, aber es iſt klar,
Srudentenrevolution auf die Dauer nicht dulden
ſeu ſe ſich zu ſtrengen Maßnahmen gezwungen ſieht.
eiäſident, General Primo de Rivera, berief im
cuutk einen Miniſterrat, an dem der Miniſter des
kell terrichtsminiſter und der Leiter der Kriminal=
IInmen und in dem beſchloſſen wurde, dem Treiben
ſudenm in Ende zu machen. Es wurde eine Note dazu
veröffentlicht, die beſagt, daß man den Urſprung der Unruhen
nicht in ſtudentiſchen Kreiſen, ſondern an ganz anderer Stelle
ſuchen, und daß man deshalb rückſichtslos vorgehen müſſe, um
Ruhe und Ordnung wieder herzuſtellen. Die Studenten werden
erwahnt, ſich nicht weiter als unbewußte Werkzeuge mißbrauchen
zu laſſen. Sie ſeien das Opfer von gefährlichen Umtrieben und
nichts weiter als Figuren, die von fremder Hand bewegt
wür=
den. Die Regierung fügt ihrer Erklärung hinzu, daß man
ver=
ſucht hätte, auch die Arbeiterverbände gegen die Regierung
auf=
zuwiegeln. Ausländiſche Agitatoren ſeien nach Spanien
gekom=
men, und bemühten ſich bisher vergeblich, in den Fabriken
Un=
frieden zu ſäen. Dieſe Fremden wollen den ſpaniſchen Intereſſen
ſchaden, wobei ihnen Leute, die ſich Spanier nennen, entweder
aus Verworfenheit oder aus Dummheit Handlangerdienſte
leiſteten.
In Madrid wird heimlich ein Flugblatt verbreitet, in dem
gleichfalls der Rücktritt Primo de Riveras gefordert wird. Es
heißt in dieſer Flugſchrift, daß, bis der Miniſterpräſident nicht
ſein Abſchiedsgeſuch eingereicht habe, die Studenten bei ihrer
jetzigen Haltung beharren würden. Durch ein königliches Dekret
ſind als erſte Strafmaßnahme faſt alle Studenten der
Rechts=
fakultät und die meiſten der mediziniſchen relegiert worden. Das
Betreten des Univerſitätsgebäudes iſt ihnen bis auf weiteres
verboten.
Das Univerſitätsgebäude in Madrid wurde polizeilich
geſchloſſen.
Maßregelung der Prefeſſoren.
Nach einem Beſchluß des Kabinettsrates ſollen die zuſtändigen
Miniſter gegen die Studenten der Univerſität und der
Spezial=
ſchulen, die an den Unruhen der letzten Tage ſchuld ſind, und
gegen die Dekane und Profeſſoren, die die Ordnung nicht aufrecht
zu erhalten verſtanden, die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.
Gegen die Studenten ſollen ſtrenge Haftſtrafen verhängt werden.
Die unter 18 Jahre alten Studenten ſollen mit Geldſtrafen belegt
werden. Alle übrigen Studenten der Univerſität und der anderen
Hochſchulen, deren Familien in der Provinz wohnen, ſollen ſofort
nach Hauſe zurückkehren, da die Univerſität und die anderen
Hoch=
ſchulen für längere Zeit geſchloſſen bleiben würden.
Rollkzit ausſtellung Elſe Luihmer in Worms.
deil tädtiſchen Gemälde=Galerie in Worms haben zur
wei Finffurter Künſtlerinnen in ungewöhnlich bemerkens=
Welüinssgeſtellt: L. H. Cornill=Dechent, die
Bild=
m. u 1Mre Malerin Elſe Luthmer, von denen die
* da/ Lindenfels i. O: anſäſſig, wohl auch als heſſiſche
terin A ye prochen werden darf. Wer es noch nicht wußte,
Nüſſerk ex 40 großen Bilder, 25 Aquarelle und 20 Zeich=
A da)hü berzeugen, daß in Elſe Luthmer die bedeutendſte
de Rſtäſerin unter uns lebt; ein Ruhm, den ſie bis vor
mAider frühverſtorbenen Mainzerin Mathilde Huber
8 Mchneichen ihres echten Künſtlertums iſt wie immer
Berſöchlhr die Urſprünglichkeit der Produktion, die
ſelbſt=
eneh hrnik, die Gradlinigkeit der Entwicklung. Sie ſteht,
M ingiher: Milieu alten Stiles groß geworden, mitten in
Pegenhutt. Man hat ihr nie eine Schule angemerkt, ſie hat
iers hung verſchrieben, ſie iſt unabhängig ihren Weg
Nauns1 aumutender Feſtigkeit gegangen. Und doch kennt
liebi K wie ſelten eine die alten Meiſter, ſtudiert ſie mit
eyAylung die Moderne. Nie aber wird eine Entlehnung
warc umer tritt eine Verarbeitung ein, ſtets iſt die
tänd Atgewahrt.
(ster iſt die Landſchaft; ihre Virtuoſität der Winter in
e Ds A er ſie erfaßt mit gleicher Schärfe das Weſentliche
ieEyg; ſei es der Bodenſee, das Salzkammergut,
Higer 0 ceſine, Tivoli, Sizilien. Sie reiſt mit immer neu
wers liten Augen. Geſchickt wird der Bildausſchnitt ge=
Sesüämmung erfaßt, das Unweſentliche ausgeſchieden,
Aüwerzeugend ausgedrückt. Dieſer Ausdruck atmet die
Ritelbarkeit. Nirgends Ateliergeruch, nie ausgeklü=
WaShgl ſtrakte Konſtruktion. Ueberall ein klarer geſunder
uBzügiges Geſtalten, ein Schöpfen aus der Fülle
Gurmen Herzens auf Grund außerordentlichen
ilder aus Privatbeſitz ſind die Krone der Aus=
Leinterbild Nr. 163 großgeſehen, von wuchtiger Kraft
Deer Leuchtkraft, das Frühjahrbild Nr. 165 voll Duft
Eßßigkeit, Stark auch Nr. 141, Tauwetter, Nr. 142,
Olivengarten Nr. 145 feintönig; flot: und ſchmiſſig
A am Wolfgaugſee, Nr. 137, die Bodenſeelandſchaft,
Mdrungen, wohl das allerfeinſte Stück ſchließlich
Molfgangſee, ein zartes Jdyll.
2 Nuartig ſind die Aquarelle. Es iſt dieſelbe aus dem
ande, leicht ſchaffende Hand, vielleicht dies ſogar
ausgeſprocheneren Grades noch als in den Oelbildern. Aber hier
gibt es nichts Verweilendes, alles ſcheint nur von Augenblicken
zu leben. Temperament und Auge ſchaffen Momenteindrücke
in=
tenſivſten Reizes. Die Technik iſt originell. Drei bis vier
Farben=
töne beſtimmen den Akkord; darauf wird alsdann ſchwarz
kon=
turiert — nicht etwa umgekehrt. Es ſcheinen franzöſiſche und
japaniſche Einflüſſe bemerkbar. Die Zeichnungen, intim und
intelligent, ſind in den Studien 1 und 2 und in den beiden
Mäd=
chenatten zu hauchartigen Linien vergeiſtigt.
Neben dieſer hochbegabten Frau, deren künſtleriſche Reife die
wvertvollſten Früchte verſpricht, zeigt Frau Cornill=Dechent
eine überraſchend große Zahl von freier und Gebrauchs=Plaſtik
vielſeitigſter Art; 128 Einzelſtücke, bei denen allerdings 100
Medaillen und Plaketten in Rahmen mitgerechnet ſind. Auch dieſe
Künſtlerin hat ein ſtarkes Profil von ſelbſtändiger Eigenart. Ihre
ſympathiſche Perſönlichkeit iſt myſtiſch bedingt und weiblich betont.
Ein Zug ernſter Innigkeit durchweht ihr Werk und ſteigert ſich
nur ſelten zu kräftiger Monumentalität. In den Büſten, den
vie=
len religiöſen Vorwürfen, den Tiermotiven und lyriſchen
Gebil=
den — überall iſt trotz Romantik ein realer Sinn, trotz Myſtik
Intelligenz am Werk. Sie beſitzt vorzügliche Materialkenntnis
und verwendet ſie mit moderner Friſche. Alles wird
fachkun=
dig angepackt und wächſt aus dem Handwerklichen zum
Künſt=
leriſchen. Eine große Zahl ganz reizender Plaketten in Silber,
Bronze, Meſſing werden bei den erſtaunlich niedrigen Preiſen
viele Liebhaber finden. Der aus Meſſing gehämmerte
Chriſtbaum=
ſchmuck iſt entzückend.
Die intereſſante Ausſtellung iſt von Dr. Grill ausgezeichnet
gehängt, dauert bis 7. April und iſt täglich von 10—17 Uhr
v.H.
geöffnet.
* Muſeumsnöke in Wiesbaden.
Der diesjährige Winter war im Wiesbadener Kunſtleben ein
Winter der Spannung. Seit etwa einem Vierteljahrhundert dreht
ſich die Sache um einen Punkt: Ernennung eines Galeriedirektors.
Das „arme” Wiesbaden hat eine Galerie, in die jährlich ziemlich
viel hineingeſtopft wird; aber keinen Direktor dafür. Die einzige
Großſtadt in Deutſchland, die keinen Galeriedirektor hat! Der
Galeriedireltor iſt ſomit im Wiesbadener Kunſtleben der wunde
Punkt, unheilbar, weil immer wieder an dieſer Wunde gebohrt
wird. Er iſt eine Art Foeus imaginarus. Er iſt da und nicht da.
Alle Linien laufen auf ihn zu; aber er bleibt — unſichtbar.
Der Fall iſt durchaus eigenartig. Wie geſagt, ſeit einem San Sebaſtian‟. — Reizende Hundekarikaturen von Sepp Plank ver=
Vierteljahrhundert geht das Spiel. Mit äußerſtem Aufwand von
Intrigen. Man redet bald laut, bald leiſe von der dringenden
Seite 3
Die Todesfälle in der franzöſiſchen
Rheinarmee.
Kriegsminiſter Painlevé über die Bekämpfung der
Epidemie und die Soldakenmißhandlungen.
EP. Paris, 16. März.
Zu Beginn der geſtrigen Nachtſitzung der franzöſiſchen
Kam=
mer verteidigte der radikale Abgeordnete Guernut die Liga für
Menſchenrechte gegen die Beſchuldigung, ſie habe aus
demago=
giſchen Gründen die Affäre der großen Soldatenſterblichkeit im
Rheinland zum Schaden des franzöſiſchen Preſtiges im Ausland
lanciert.
Kriegsminiſter Painlevé hielt darauf eine längere
Rede. Er erklärte, daß die Regierung in dieſer Angelegenheit
ihre volle Pflicht getan habe. Sie habe ſich der Sache ſchon
längſt angenommen gehabt, als darüber in der weiteren
Oeffent=
lichkeit geſprochen wurde. Das Kriegsminiſterium ſei allerdings
etwas ſpät informiert worden, aber nur deshalb, weil das
Ober=
kommando im Rheinland ſchon von Anfang an von ſich aus
eine Unterſuchung eingeleitet und Maßnahmen angeordnet hatte.
Der Sanitätsdienſt im Rheinland ſei durchaus auf der Höhe. Als
die Grippe=Epidemie begann, einen bedrohlichen Umfang
anzu=
nehmen, ſeien aus Innerfrankreich ſämtliche verfügbaren Aerzte
nach dem Rheinland geſandt worden. Man müſſe zugeben, daß
dieſe aber nicht genügt hätten. Daran ſei aber die an und für ſich
ſchon beſchränkte Zahl der Militärärzte ſchuld und ſodann der
Umſtand, daß auch in den Garniſonen in Innerfrankreich die
Grippe auftrat, ſo daß die Aerzte in den meiſten Fällen nicht
ab=
kommandiert werden konnten. Man habe ſich ſo
behol=
fen, daß man in allen möglichen Fällen den
Medizin=
ſtudenten unter den Soldaten in gewiſſem Umfange
das Recht zur ärztlichen Betätigung unter den
Truppen gab. Die Grippeſterblichkeit ſei im Rheinland unter
der Zivilbevölkerung noch erheblich größer geweſen als in den
Garniſonen. Die Regierung werde ſämtliche von den
Vorrednern angeführten Sonderfälle von
Soldaten=
mißhandlungen genau unterſuchen und die
er=
forderlichen Sanktionen ergreifen. Sie könne aber
ſchon jetzt mitteilen, daß eine Reihe der angeführten Fälle nicht
den Tatſachen entſprächen oder ſtark übertrieben worden ſeien.
Die Regierung habe ſich ihrerſeits darüber entrüſtet,
daßin Trierinder ſtärkſten Periode der Grippe=
Sterblichkeit ein Offiziersmaskenball
veran=
ſtaltetwurde, und ſie werde in dieſem Falle eine
beſonders empfindliche Sanktion ergreifen. Er
gebe auch zu, daß man in Koblenz die Soldaten bei großer Kälte
während drei Stunden in Reih und Glied habe ſtehen laſſen.
Auch in dieſem Falle werde der ſchuldige Offizier beſtraft
wer=
den. Des ferneren werde der Kommandant, der ein Bataillon
bei 26 Grad Kälte 25 Kilometer marſchieren ließ, beſtraft werden.
Die Regierung unterſuche auch, wer für die ungenügende
Ver=
ſorgung mit Kohlen verantwortlich ſei.
Um ½12 Uhr wurde die Sitzung vorübergehend aufgehoben.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung hielt der Pariſer
Abgeordnete Rollin eine vernichtende Rede
ge=
gen Painlevé.
Der Berichterſtatter der Unterſuchungskommiſſion der
Armee=
kommiſſion, Dr. Péchin, verſtieg ſich in ſeiner folgenden
Rede zu der Behauptung, daß die Todesfälle in
der Beſatzungsarmee auf das „ungeſunde Klima”
im Rheinland zurückzuführen ſeien.
Um ½5 Uhr morgens wurde zur Abſtimmung geſchritten.
Zuerſt kam eine Tagesordnung des Abgeordneten Guy Lachambrei
zur Abſtimmung, die fordert, einfach zur Tagesordnung
über=
zugehen. Da dieſe Tagesordnung als ein Tadel für die
Regie=
rung ausgelegt werden konnte, erklärte Poincaré, daß er die
Ab=
lehnung fordere und die Vertrauensfrage ſtelle. — Die
Tages=
ordnung wurde darauf mit 308 gegen 262 Stimmen abgelehnt.
Außer der Tagesordnung Lachambre lagen noch drei weitere
Tagesordnungen vor, eine ſozialiſtiſche, eine radikale und eine
des Linksrepublikaners Scapini, die ſozialiſtiſche und die
radi=
kale Tagesordnung wurden kurz nach der Ablehnung der
Tages=
ordnung Lachambre zurückgezogen. Es verblieb ſomit nur noch
die Tagesordnung Scapini. Dieſe erklärt zunächſt, daß die
Kammer den Eltern ihr Beileid für den Tod ihrer Söhne
aus=
drücke, und der Armee den Ausdruck der nationalen Sympathie.
Die heimgeſuchten Familien ſollen unterſtützt, die nötigen
Sank=
tionen ergriffen und Maßnahmen getroffen werden zum Schutz
des Geſundheitszuſtandes der Truppen. Der erſte Teil dieſer
Tagesordnung wurde von der Kammer einſtimmig mit
Hände=
aufheben angenommen, der zweite Teil mit 314 gegen 246
Stim=
men gutgeheißen. Es war 5½ Uhr, als die Kammer ſich vertagte.
Notwendigkeit, einen Direktor herbeizuwinken; aber in
Wirklich=
keit winkt man ab. So war es ſchon, als ſich die Galerie noch in
den elenden, baufälligen Räumen des ehemaligen Ballhauſes
be=
fand. Danach ließ man den ſtattlichen Muſeumsneubau
auf=
führen und ſeitdem wurde die Direktorfrage wirklich peinlich
dringend. Seit der Eröffnung des neuen Hauſes iſt die Hälfte
der Galerieräume dem Kunſtverein zugeteilt, der die nicht leichte
Aufgabe hat, dieſe vielen Näume zu erfüllen. In dem Jahrzehnt
nach dem Krieg wurden alle führenden Meiſter der Gegenwart
in großen Kollektionen gezeigt. Das war unleugbares Verdienſt.
Aber nun iſt das Programm erſchöpft. Man kann nicht immer
Kollektionen bringen. Das Publikum verlangt Ausſtellungen, die
irgendwie unter einem Thema ſtehen. Und ſolche Ausſtellungen
laſſen ſich nicht einfach vom nächſten Kunſthändler
herbeitelephonie=
ren. Hierzu ſind Fachkräfte nötig, die ſelbſttätig arbeiten können.
Das Publikum verlangt auch zu hören, was für die Galerie
ge=
ſchieht, Publikum, Stadt und Staat haben berechtigte Intereſſen,
zu erfahren, wie mit den anvertrauten Pfunden gewuchert wird.
Der neue Mann muß hier eingreifen und vieles energiſch ändern.
Darum iſt er unwillkommen und man weiß ſeine Ankunft zu
verhindern. Nur als Geſpenſt geht er durch die Räume und
ver=
urſacht, als ſolches ſchon Panik. Gewöhnliche Geſpenſter ſind
Weſen, die vorher eine Weile als Menſchen gelebt haben. Hier
hingegen geſpenſtert das Weſen, das erſt kommen ſoll! Soweit iſt
ſchon der Spuk gediehen, daß „es” ſeit Jahren in den Etat geſetzt
iſt. Trotzdem gewinnt „es” nicht die Kraft, ſich zu materialiſieren.
Zuweilen erlaubt „es” ſich täuſchende Scherze. „Es” ließ ſich
durch den Magiſtrat in den Kunſtzeitſchriften ausſchreiben. Darauf
meldeten ſich einige Dutzend Kandidaten. Darunter ſehr
wünſchens=
werte Namen. Zirkel bildeten ſich in der Stadt, die für den einen
und anderen begeiſtert Propaganda trieben. Aber ſämtliche
Kan=
didaten reiſten verekelt wieder ab. Und der erſehnte und
gefürch=
tete Direktor bleibt Dauergeſpenſt, bis er eines Tages — plötzlich
da ſein wird.
H.
— „Pariſer Frühjahrsmoden” heißt das neue Heft von
Voque, das die ſchönſten Modelle der Pariſer Kollektionen — die dieſes
Jahr ganz beſonders abwechſelungsreich ſind — zeigt. Die Fülle des
Gebotenen iſt groß, und die Wahl fällt ſchwer. Wir zeigen die heſten
Kleider der verſchiedenſten Modellhäuſer neben Photos aus der
Geſell=
ſchaft und einem Artikel über Herrenmode. Wie ſtets, bringt Vogue
Intereſſantes über Kunſt; diesmal einen Artikel über die
Porzellan=
tiere des Kaiſers Kien=lung. Dem Andenken Albert Steinrücks iſt ein
Gedenkblatt gewidmet. Bernhard Kellermann plaudert über „
Kara=
wanenreiſen”, und Rut Landshoff erzählt eine Novelle „Katia reiſt nach
vollſtändigen neben Abbildungen von ſchön geformten Gebrauchsgläſern
dieſes vielſeitige Heft,
Seite 4
Sonntag, den 17. März 1929
Nummer
* Churchill und der Ghazi.
Von unſerem Berichterſtatrer.
H. Stambul, im März 1929.
Churchill, der Vielſeitige, hat, obgleich er das ſchwierigſte
engliſche Miniſteramt — das Schatzamt — verwaltet, die Zeit
geſunden, ſich noch einmal mit ſeinen
Kriegserinnerun=
gen zu befaſſen und längere Ausführungen über die Ereigniſſe
zu machen, die ſich nach dem Kriege zugetragen haben. D. h.
genauer geſagt, hat Churchill ſich und ſeine Zeitgenoſſen
kommen=
tiert und jetzt, wenn auch etwas verſpätet, angegeben, wie man
die Dinge im Einzelnen ſeinerzeit eigentlich hätte anfaſſen
müſ=
ſen. Da Churchill ja immerhin nicht nur während des Krieges,
ſondern auch faſt die ganze Zeit nach dem Kriege, an
verantwort=
licher Stelle in England mit dabei geweſen iſt, haben dieſe
Feſt=
ſtellungen naturgemäß ihren ganz beſonderen Reiz, wie es ja
überhaupt immer intereſſant iſt, wenn ein noch im Amt
befind=
licher Miniſter Maßnahmen einer früheren Regierung kritiſiert,
der er ſelbſt anzugehören die „Ehre” hatte.
Die Erläuterungen des Herrn Churchill, und die
nachträg=
lichen Weisheiten, die er verkündet, haben daher weit über die
Grenzen Englands hinaus Widerhall gefunden, ja, bis hinunter
nach Angora und bis in die Türkei.
Warum? Nun, das iſt ſehr erklärlich: Churchill hat in ſeinen
Erinnerungen jene Ereigniſſe behandelt, die ſich unter dem letzten
Kabinett Lloyd Georges abſpielten, und die ſich um die
bekann=
ten Kämpfe zwiſchen Griechen und Türken zwiſchen 1919 und
1922 abſpielten. Wer ſich jener, in Europa gewiß längſt
ver=
klungenen Zeiten entſinnt, der weiß nämlich, daß Englands
Politik ſeinerzeit in Vorderaſien eine ausſchlaggebende Rolle
ſpielte, und daß es damals im Jahre 1922 um ein Haar erneut
zum Kriege zwiſchen England und der Türkei gekommen wäre,
wenn nicht einige kluge britiſche Generäle entgegen den
aus=
drücklichen Anweiſungen des engliſchen Kabinetts mit den
Tür=
ken verhandelt hätten, anſtatt ihnen befehlsgemäß ein grobes
Ultimatum zu übermitteln. Dieſe Vopgänge, die in dem
berühm=
ten „Skandal von Tſchanak” mündeten, der lange Zeit
eine der umkämpfteſten Angelegenheiten der innerbritiſchen
Poli=
tik war, ſind aber natürlich für die Türken auch heute noch von
größtem Intereſſe.
Denn das Verhalten der Engländer in jener kritiſchen Zeit
iſt für die auswärtige Politik der neuen Türrei,
alſo insbeſondere auch für die des Ghazi Muſtafa zemal
von ausſchlaggebender Bedeutung geworden, und beſtimmt noch
heute weitgehend die türkiſche öffentliche Meinung. Die
Eng=
länder, ſo argumentieren die Türken mit Recht, haben ſeinerzeit
ein ſolches Maß von machiavelliſtiſcher Tücke und grundſätzlicher
Türtenfeindſchaft gegeben, daß ihnen die Türken nicht über den
Weg zu trauen vermögen. Immer wieder haben die Engländer
verſucht, die Türken über das Ohr zu ſchlagen und bei allen
internationalen Verhandlungen ſind es die Engländer geweſen,
und zwar, nach türkiſcher Anſicht, alle Engländer ſchlechthin, die
der Türkei Schwierigkeiten bereitet und den Endſieg des tapferen
Volkes ſo ſchwierig geſtaltet haben: die Neutraliſierung der
Dar=
danellen, Moſſul, ſowie die Ablehnung der Anerkennung der
Türkei als Großmacht durch Verleihung eines türkiſchen
Völker=
bundsſitzes, alles Dinge, die die Türken noch heute kränken,
wer=
den den Engländern auf ihr Konto geſchrieben.
Da iſt es nun in der Tat ſehr intereſſant, daß Churchill in
ſeinen Betrachtungen enthüllt, daß dieſe Türkenfeindſchaft in dem
engliſchen Kabinett jener Zeit nur von zwei Perſonen vertreten
wurde: von Lord Curzon, der Konſtantinopel und die
Meeresengen aus ſtrategiſchen Gründen den Türken nehmen
wollte (um Rußland den Ausgang aus dem Schwarzen Meere
zu verrammeln), und von Lloyd George, der in ſeiner
gren=
zenloſen Unkenntnis geographiſcher und pſychologiſcher
Verhält=
niſſe ſo ſehr griechenfreundlich war, daß er den Feldzug der
Griechen in Klein=Aſien geradezu als den „letzten
Kreuz=
zug der Chriſtenheit”, gegen die Hochburg der
Ungläubi=
gen, das Osmaniſche Reich, anſah, während das übrige Kabinett,
vor allen Dingen die konſervativen Mitglieder und Churchill
ſelbſt, ſich angeblich als Freunde der Türken gefühlt haben, und
infolgedeſſen eine abwartende Politik befürworteten, was
ſchließ=
lich, wie Churchill behauptet, mit die Urſache dafür war, daß die
Kewaliſten zuletzt doch noch ihren Erfolg davontragen konnten!
Daß derartige Feſtſtellungen, die an ſich dem Kenner
eng=
liſcher Verhältniſſe vielleicht nicht einmal überraſchend kommen,
in der Türkei einen ſtarken Widerhall erweckt haben, iſt nur zu
ſehr verſtändlich, wenn man ſich vergegenwärtigt, wie hartnäckig
man bisher an der Türkenfeindſchaft der Engländer feſtgehalten
hat, weil man gegenteiligen Verſicherungen von engliſcher Seite
einfach nicht glaubte. Daß nun aber Churchill ſelbſt in die
Breſche ſpringt, und die türkiſche Aufſaſſung widerlegt, har
tiefen Eindruck gemacht, da ſchließlich Churchill für die
nicht jeder Beliebige iſt, ſondern als Sohn ſeines Vaters,
kanntlich überaus türkenfreundlich war, beſonderes
Anſe=
nießt. Dazu kommt, daß die Türken zum erſten Male g
liſchem Munde einige Komplimente zu hören bekommen.
lange Zeit im Munde der Engländer vermißt haven.
ſondere die Anerkennung Muſtafa Kemals, den Churc
„Kriegsſürſten” und „genialen Staatsmann” bezeichng
deſſen Beſtrebungen, die Türkei zu reorganiſieren und
zu=
niſieren, er höchſte Anerkennung zollt, hat in der Türkei, p.
ſich deſſen entſinnt, daß Muſtafa Kemal in ſeiner Jugend
als ausgeſprochen englandfreundlich gegolten hat, weitz=
Beachtung gefunden.
Und dieſes Moment iſt es wohl, das man als be:)
im Auge behalten muß. Die kemaliſtiſche Türkei ſieht inn
Bekenntniſſen eben einen ſtarlen Preſtigegewinn, der un
deutſamer iſt, als er in einem Augenblick erfolgt, in dem Se
kei ihre internationalen Sicherungen weiter auszubauen
iſt, um ihre Stellung im nahen Oſten wieder zu der zu
die der Türkei ihrer Tradition und Geſchichte nach zai
Denn es hat ſich herausgeſtellt, daß die Verträge der Tüxen
Rußland, Italien, Griechenland und den orientaliſchen (
zwar ſehr bedeutungsvoll waren, daß ſie aber doch nicht
reicht haben, um die Türkei wieder in das Spiel der Groime
hineinzubringen. Insbeſondere beginnt man leiſe anznd
daß man durch Rußland ſtark enttäuf 4. iſt, und die Raly
Rußland der Türkei zugedacht hat — als Bollwerk gegei
land zu dienen — für undankbar hält. Das iſt natürl.u
läufig alles noch nicht genügend ausgeſprochen und klar
aE=
net, um zu irgendwelchen konkreten Verhandlungen zu in
Aber es reicht eben andererſeits doch aus, um als Vmf
einer Umorientierung der Außenpolitik der Türkei
ge-
können, falls England nun auch praktiſchr zu zeigen gew=un
ſollte, daß es der neuen, kemaliſtiſchen Türkei loyal gegn
ſteht — eine Haltung, die im Intereſſe der endgültigen Sahe
der Türkei die verantwortlichen Führer der türkiſchen Mf
zweifellos eines Tages herbeigeführt zu ſehen wünſchen.
ſchließlich kann es ein bedeutſameres Ziel als die Anerkm
durch den ehemaligen Gegner England, die eine KrönzN
Lebenswerkes Muſtafa Kemals ſein würde, ja auch
Türkei kaum geben.
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mmmer 76
Sonntag, den 17. März 1929
Seite 5
Ans err Landrstaupiftabt.
Darmſtadt, 17. März.
Beiſekung Geheimrak dr. Kitklers.
mhlend blauer Himmel, weiche Märzluft, in der
buntfarbig=
uche Fahnen flattern. Dichtgedrängt die ſchwarz gekleidete Menge,
mnn um den Heimgegangenen. Stirb und werde. Trauer, Dank,
Fug. Harmonie der Natur, die der Entſchlafene in ihrer
geheim=
ſſeen Kraft erforſchte während eines langen, reich geſegneten
hrtilebens.
z; der Trauer die Herbheit zu löfen, die große Stille zu ſchaffen,
Dank und Hoffen quillt, unternahm der Geiſtliche Pfarrer
.t. Chriſtlich gedeutet, ſpiegelte ſich im Text —
Johannes=
erum 16. 16 — das Ewige.
ſin der Feier in der Kapelle des Waldfriedhofes ſetzte ſich der
ſas der letzten Ruheſtätte in Bewegung. Beethovens Trauermarſch
u ſikmeiſter Weber dirigiert) übertönt den geſpornten Schritt der
ſe ten. Leiſe zittern die Töne in der blauen Luft. Am Grabe die
SSorte und Gebete des Geiſtlichen in ſtiller Eindringlichkeit.
Verſtorbenen Verdienſte und Ruf reichten weit über die
Gren=
fes engeren Wirkungskreiſes. Ihm iſt der Dank vieler gewiß.
ſsaft und Praxis — ſo oft in kleiner Weiſe voneinander ſich
— reichen ſich über ſeinem Grabe die Hand. Denn beiden
elnreger, Förderer, Leiter. So widmete ihm warme Worte des
äm Namen der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt (die durch
s Wirken von einer kleinen, nur etwa 100 Studierende
umfaſſen=
nſtalt zu ihrer heutigen Stattlichkeit und Bedeutung erwuchs)
Nektor Profeſſor Rau und im Namen des von Prof.
gegründeten Elektrotechniſchen Inſtituts deſſen derzeitiger
Profeſſor Peterſen. Der Elektrotechniſche Verein und
unnde der Techniſchen Hochſchule, zuſammengeſchloſſen in der
dwig=Hochſchulgeſellſchaft betrauern eines ihrer erſten und das
u—ſte Mitglied. Wahre Wiſſenſchaft muß ſich — wenn anders
am ſein will — mit Lehrfreudigkeit paaren. Sie war es, die
ru einem Vater und Freund der Studierenden machte, die es
mamens der Studentenſchaft, ſeines eigenen Verbandes und der
ſtister Burſchenſchaft — dankte. Ihren großen Sohn beträuert
zre Heimat wie das Heimatland. Für die Stadtverwaltung
Arirgermeiſter Ritzert ſein Beileid aus. Die Stadtverwaltung
uuh und der Bahernverein Darmſtadt gedenken ſeiner in
Dank=
tcer, dem Praktiker und Ingenieur, dem Erbauer vieler
Elek=
ewverke, danken die Vorſtände und Aufſichtsräte. Es werden
niedergelegt uamens der Siemens=Schuckert und Siemeus=Halsfe
dr Allgemeinen Elektrizitätsgeſellſchaft Berlin, der
Berguann=
zrätswerke, der Werke in Mainz, Worms, des Städtiſchen
Elek=
werkes Franffurt a. M. durch Herrn Prof. Ruppel.
Ernannt wurden: am 20. Februar der Jüſtizinſpektov bei dem
gächt Friedberg Friedrich Wilhelm Winkler zum geſchäfts=
Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Ober=Ingelheim mit
Wir=
zm 1. Februar 1929 an; am 21. Februar: der Oberjuſtizinſpektor
Amtsgericht Dieburg Johann Nikolaus Ewald zum
Ober=
ſpektor bei dem Amtsgericht Darmſtadt II mit Wirkung vom
1929 an, der Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Gernsheim
MMüller zum geſchäftsleitenden Juſtizinſpektor beim
Amts=
drtenberg mit Wirkung vom 1. Februar 1929 an; am 22. Febr.
9 izinſpektor bei dem Amtsgericht Friedberg Julius Dahmer
e chäftsleitenden Juſtizinſpektor, bei dem Amtsgericht Ulrichſtein
lisung vom 1. Februar 1929 an; am 25. Februar der
Juſtizinſpek=
dem Amtsgericht Lich Ludwig Volz zum geſchäftsleitenden
y pektor bei dieſem Gericht mit Wirkung vom 1. März 1929 an;
1Sfebruar: der Juſtizpraktikant Karl Amerſchläger zum
ü zſekretär bei dem Amtsgericht Fürth mit Wirkung vom 3. Febr.
der Juſtizpraktikant Otto Ludwig zum Oberjuſtizſekretär bei
14sgericht Ortenberg mit Wirkung vom 4. Februar 1929 an, der
ziaktikant. Hugo Philippi zum Oberjuſtizſekretär bei dem
icht Friedberg mit Wirkung vom 2. Februar 1929 an; am
ſt uar: der Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Oſthofen Jacob
r zum Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Bensheim mit
vom 10. März 1929 an, der Oberjuſtizſekretär bei dem Amts=
Ortenberg Ludwig Scherff zum Oberinſtizſekretär bei dem
eicht=Pieder=Okm mit Wirkung don——März 1929 au,
Juſtiz=
art Willy Bormurh zum Oberjuſtizſekretär bei dem Amts=
Dieburg mit Wirkung vom 5. Februar 1929 an, der Juſtizp=
akti=
ſred Eiſenhauer zum Oberjuſtizſekretär bei dem Amtsgericht
rau mit Wirkung vom 6. Februar 1929 an, der
Juſtizprakli=
uis Guttandin zum Oberjuſtizſekretär bei dem Amtsgericht
nät Wirkung vom 7. Februar 1929 an, der Juſtizpraktikant Georg
um Oberjuſtizſekretär bei dem Amtsgericht Friedberg mit
Wir=
un 1. Februar 1929 an; am 4. März 1929 der Oberjuſtizſekre=
Sem Amtsgericht Ulrichſtein Hermann Chriſt zum
Oberiuſtiz=
bei dem Amtsgericht Gernsheim mit Wirkung vom 10. März
Seltenes Arbeitsjubiläum bei der Firma J. Glückert, Hofmöbel=
Am 19. März feiern die Schreiner Wilh. Störner und Wilh.
y pf ſowie der Zuſchneider Peter Strößinger ihr 40jähriges
zubiläum.
ſuntes Akademie=Konzert. Auf den im Rahmen der Akademie=
Lt. Montag, den 18. ds. Mts., 20 Uhr, ſtattfindenden Lieberabend
rvorragenden Sopraniſtin Mia Peltenburg aus Haarlem
tiit nochmals aufmerkſam gemacht. Das Organ der Künſtlerin
Srachtvoller, umfangreicher Sopran, der durch Frau Profeſſor
urer=Ambros in Wien, der Lehrerin von Maria Joogün, ſeine
us erfahren hat. Die Künſtlerin wird am Flügel begleitet von
40 Neuger=Berlin. Für dieſen Abend macht ſich ein allgemeines
Is geltend. Karten im Sekretgriat der Städt. Akadcmie für Ton=
Eliſabethenſtraße 36.
Weiterer Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung der Stadt=
Auestenverſammlung am 21. März: 9a. Die Wandererherberge
en 28 (Berichterſtatter: Stadtv. Aßmuth).
Der Tag des Buches in Darmſtadi.
Für den „Tag des Buches” hat die Stadtverwaltung Darmſtadt eine
beſondere Feſtfeier vorgeſehen, die folgendes Programm haben
wird:
Freitag, den 22. März, abends 8 Uhr, im Städtiſchen Saalbau:
1. G. F. Händel: Concerto grosso, Op. 3 Nr. 1; Allegro / Grave
Moderato.
2. Begrüßungen.
3. Herr Dr. H. W. Eppelsheimer. Direktor der
Landes=
bibliothek: „Der Deutſche und ſein Buch”.
4. Herr Schulrat H. Haſſinger. Neferent im
Kultusmini=
ſterium: „Kulturelle Bedeutung des Buches und die
Volks=
bildung”.
5. W. A. Mozart: Ouvertüre zu „Die Entführung aus dem
Serail”.
Ausführung der muſikaliſchen Vorträge durch den
Inſtrumen=
talverein (Orcheſter der Städtiſchen Akademie, ergänzt durch
Mit=
glieder des Stadtorcheſters) unter Leitung des Städtiſchen Muſikdirektors
Herrn W. Schmitt.
Herta Offenbächer
Kunstgewerblerin
Erteilt Unterricht in allen kunstgewerblichen Handarbeiten.
Roßdörferstraße 89.
— Bücherſtube Alfreb Bodenheimer. Der Kammermuſikabend des
Weiß=Quartetts (Wien) wird neben Brahms und Haydn ein
Streichquartett des am Landestheater tätigen Kapellmeiſters Berthold
Goldſchnidt bringen. Es dürfte das Darmſtädter muſikliebende
Publi=
kum beſonders intereſſieren, dieſen begabten jungen Künſtler als
Kom=
poniſt kennen zu lernen. Sein Streichquartett Opus 8 iſt in Berlin von
dem Deman=Quartett, dem Quartett der Berliner
Staats=
oper, wiederholt mit großem Erfolg zur Aufführung gebracht
wor=
den. Der Kartenverkauf für dieſen Kammermuſikabend beginnt morgen.
Siehe heutige Anzeige.)
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aufzuwenden, um in den Beſitz eines 3/15 Diri=Wagens zu kommen.
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— Akademie für Tonkunſt. Nach längerer Pauſe tritt Mittwoch,
den 20. März, 20 Uhr, im Gartenſaale des Städtiſchen Saalbaues die
Opernſchule der Städt. Akademie für Tonkunſt wieder vor die
Oeffentlichkeit. Der Abend umfaßt Szenen und Arien aus Jüdin,
Hoff=
manns Erzählungen, Troubadour, Rigoletto und Aida in
konzertmäßi=
ger Aufführung. Die Becleitung der Arien und Szenen hat Hofrat
Paul Ottenheimer übernommen. Für das Spätfrükahr iſt die
Opernaufführung zweier Einakter mit Orcheſter in Ausſicht genommen.
Karten für die Veranſtaltung am 2. ds. Mts. zu 50 Pfg. im Sekretariat
der Akadsmie, Eliſabethenſtraße 36.
Jahrfeier
der Protestation zu Speyer
am Montag, den 18. März 1929,
abends 8 Uhr, in der Stadtkirche
zu Darmstadt (siehe Lokalnotiz)
— Vortragsabend. Am Dienstag, den 19. März, 8 Uhr,
veran=
ſtaltet der Katholiſche Deutſche Frauenbund einen
Vor=
tragsabend in der Landesbauſchule, Neckarſtraße, über: „Relgiöſe
Dichtungen vom Mittelalter bis zur Neuzeit”, Ueber.
die hervorragende Rezitatorin Hanna Huth=Düſſeldorf erteilt u. a.
die Bochumer Zeitung: „. . . Die Künſtlerin trug den ſchweren ernſten
Inhalt mit Geiſt und innerlichem Pathos vor. Der Eindruck ſoar ein
ganz gewaltiger.” Clara Herber aus der Geſangsſchule Mathilde
Weber hat den geſanglichen Teil übernommen. Die Begleitung der
Geſänge liegt in Händen des Klavier= und Geſangspädagogen Franz
Müller.
— Orpheum. Der Kartenvorverkauf für die Revue „Rund um
den Ozean” in 30 Bildern mit Harry Forreſter Neumeher findet
ſtatt: Verkehrsbureau von 9—12, Kiosk bis 1 Uhr, Orpheumskaſſe
un=
unterbrochen ab 3 Uhr. Der Anfang der Vorſtellung iſt auf 8 Uhr
feſt=
geſetzt.
Bei Huſten mit Auswurf
nehmen Sie alle 3 bis 4 Stunden ½ Eßlöffel voll Faguvin, das
(TV.224
Sie mit genauer Beſchreibung in Apotheken erhalten.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Weun dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den 17. März
1929, folgende Aerzte zu Leſſen Vertretung bereit: Dr.med Buchhold2,
Aliceſtraße 19½, Telephon 3208; San.=Rat Dr. Nebelthau,
Heidel=
berger Straße 7, Telephon 3061; Frl. Dr. med. Vaubel,
Heinrich=
ſtraße 100, Telephon 1645.
Orpheum.
„Rund um den Ozean”
heißt die große Cabaret=Ausſtattungs=Revue Harry Forreſter=
Neumeher’s. Die Nebue iſt nicht tot zu kriegen, obwohl ſie
ſchein=
bar ſchon mehrmals im Sterben lag. Sie iſt ſicher dann nicht tot zu
kriegen, wenn ſie flott geſpielt wird, mit Humor aufgezogen, und Bilder
von Farbenrauſch, Tanz und Muſik bringt. Was der Nevue fehlt, was
allen Revuen fehlt, iſt trotz in einigen bereits erkennbaren Anfängen,
immer nrch die wirkſame Idee, eine Handlung, die neu iſt und die
ein=
zelnen Bilder in irgendwie innerem, nicht gar zu geſuchtem
Zuſammen=
hang bringt. Dieſe Löſung hat noch keine Revue gefunden, denn die
Nebue muß, wie geſagt, Tempo haben und für Auge und Ohr
Frritie=
rendes, Faſzinierendes bringen. Dazu nech eine irgendwie dramatiſche
Idee zu wollen, iſt vielleicht zu viel verlangt.
Harry Forreſter=Neumeyer hat mit „Nund um den Ozean”
jedenfalls einen koloſſalen Erfolg. Obwohl — leider — die Revuen nach
Därmſtadt ja immer erſt dann kommen, wenn ſie in Großſtädten ihren
Glanz, gemeint iſt nur der äußere Glanz, etras eingebüßt haben. Harry
Förreſter=Neumeher iſt ein glänzender Komiker. Er iſt Conf=reneier,
Sänger, ein fabelhafter Tänzer und zwingender Komiker in einer
Per=
ſon. „Jedenfalls ſetzt er faſt 3 Stunden hindurch ſich reſtlos ein, um das
Publikum in Stimmung zu halten. Und das gelingt ihm. Es gelingt
ihm um ſo mehr, als er eine Reihe bübſcher, graziöſer, anmutiger Gials
und Solokünſtlerinnen und Darſteller, vor allem Tänzer, zu ſeinem
Enſemble zählt, die ſich wirklich zu heuvorragenden Vertretern ihres
Kunſtfaches r chnen dürfen. Da iſt vor allem die reizende Joſeg line
Baker 2. Eine gertenſchlanke, dunkelhäutige Schönheit, die
wunder=
voll tanzt, von unerſchöpflichem Temperament iſt, und ausgezeichnet
ſingt. Dann das Tänzerpaar Käthi und Niki. Ein ganz
vorzüg=
liches Künſtlerpaar, deſſen gkrolatiſche artiſt’ch= Tanzkunſt ungemein
vielſeitig iſt und ſich durch eine fabelhafte Präziſion und Sicherheit.
vep=
bunden mit ſtarker Muſikalität auszeichnet. Ein ſehr guter lyriſcher
Tenor iſt Walter Heppner, der ſowohl allein, wie zuſawmen mit
Eva Hanno in dielen Bildern ſpielt und ſingt. Walter Geher iſt
dem Revucdirektor eine ſtarke Stütze. Auch er iſt auf allen Gebieten
zu Haüſe.
Es iſt nicht möglich, bei der Fülle der Mitwirkenden alle
Namen zu nennen. Schließlich iſt Namen ja Schall und Rauch und die
Hauptſache nicht eine Einzelheit, ſondern die Geſamtwirkung der Revue.
Dieſe iſt, wie geſagt, gut und bietet faſt drei Stundeu hindurch anregende
Unterhaltung nach dem Rezevt: „Wer dieles bringt, wird jedem etwis
bringen”. „Rund um den Ozean” heißt die Revue, weil ein reicher
Umerikaner eine unternehmungsluſtige Tochter hat, die ihm durchbr nnt
und die er nun ſelbſtverſtändlich im Flugzeug und ebenſo
ſellſtverſtänd=
lich in Begleitung eines geriſſenen Detektives um die ganze Erde
ver=
folgt. So führen die einzelnen Bilder nach entzückenden
Einleitungs=
ſzenen auf den Ozean und in den Ozean, auf den Meeresgrund, durch
alle Erdteile und Großſtädte, an die Süßſee längerer Aufenthalt uird
in Paris, Wien, Berlin uſw. gemacht, und überall erleben die Beſucher
die intereſſanteſten Dinge dieſer tollen Jagd mit.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Heute Sonntag gelangen
„Die Meiſterſinger von Nürnberg” in der neuen
Inſze=
nierung durch Renato Mordo (Bühnenbilder: Lothar Schenck v. Trapp)
unter muſikaliſcher Leitung Generalmuſikdirektors Dr. Böhm zur
Wie=
derholung. In den Hauptrollen ſind die Damen v. Stoſch und Jacobs
und die Herren Biſchoff Grahl, Herrmann, Kuhn und Vogt beſchäftigt.
(Miete D; Beginn 17 Uhr.)
Im Kleinen Haus findet heute das einmalige Gaſtſpiel, Max
Adalberts mit Enſemble ſtatt. Adälbert zählt neben Max
Pallen=
barg zu den bedeutendſten Komikern Deutſchlands. Er ſpielt die
Haupt=
rolle in dem Familienluſtſpiel „Der, Dickkopf” von Friedmann=
Fre=
derich, und hat mit dieſer Rolle nicht nur in Berlin, ſondern faſt in
ganz Deutſchland die ſenſationellſten Erfolge erzielt. Adalbert iſt der
typiſche Vertreter des urwüchſigen Berliner Humors. Dem Enſemble
gehören durchwegs erſte Berliner Schauſpielkräfte an. Neben auderen
Colette Corder, Hedwig Wangel, Max Landa, Ferry Sikla, Hedda
Neu=
hoff und Ernſt Pittſchau. Die Vorſtellung beginnt um 19.30 Uhr.
Das Schauſpiel=Enſemble des Heſſiſchen Landestheaters gaſtiert
heute mit Shakeſpeares Luſtſpiel „Wie es euch gefällt” in der
Inſzenierung Günter Haenels und Wilhelm Reinkings im Feſtſpielhaus
in Worms
„Morgen Montag gelangt Ferdinand Brückners Schauſpiel „
Krank=
heit der Jugend”, dargeſtellt durch das Enſemble des Frankfurter
Schauſpielhauſes, im Kleinen Haus zur einmaligen Aufführung. Die
Vorſtellung beginnt nicht 19.30, ſondern um 20 Uhr. Gleichzeitig gaſtiert
das Opern=Enſemble des Landestheaters im Frankfurter Schauſpielhaus
mit Flotows Oper „Fatme” in der Inſzenierung Renato Mordos (
Büh=
nenbilder: Lothar Schenck von Trapp) unter muſikaliſcher Leitung von
Max Rudolf.
Gerhard Menzels Schauſpiel „Toboggan” in der Inſzenierung
Günter Haenels und Wilhelm Reinkings mit Fritz Valk in der Titelrolle
gelangt Dienstag, den 19. März, um 20 Uhr zur Wiederholung. Am
hleichen Tage findet im Kleinen Haus eine Aufführung des „
Waffen=
ſchmied” von Lortzing in der neuen Einſtudierung und Inſzenierung
ſtatt. (Zuſatzmiete I; Beginn 19.30 Uhr.)
Johanna Blum vom Landestheater wurde als erſte Naive und
Naiv=Sentimentale für drei Jahre an die Württembergiſchen
Landes=
theater Stuttgart verpflichtet
— Stadtkirche. Unſere Leſer ſeien nochmals auf die heute abend
8 Uhr in der Stadtkirche ſtattfindende kirchenmuſikaliſche
Abendfeier hingewieſen. Es wirken dabei mit: Fräulein Hanna
Perron (Sopran), Lehrerin an der Städtiſchen Akademie, und Herr
Studienrat W. Borngäſſer (Orgel). Die Vortragsfolge
lautet: 1. Orgel: a) Canzona D=Moll, b) „Chriſtus, der uns ſelig
macht”, von J. S. Bach, 2. Sopran: Zwei Arien aus der
Matthäus=
paſſion von Bach, 3. Orgelchoräle: „O Lamm Gottes” und „Jeſus
Chriſtus, unſer Heiland” von J. S. Bach, 4. Sopran, Rezitativ und
Arie aus dem „Meſſias” von Händel, 5. Orgel: Fantaſie und Fuge
C=Moll von J. S. Bach. — Der Eintritt iſt frei; Zettel ſind
unentgeltlich an den Kirchtüren zu haben.
Polehbſtatao
en, denen die ehnbagen Weipen nagen,
Wochr viemals kand eine 8 Plgl Zgagette deuaut Gegeilterte
Kufnahme ,wie die neue Sereus. Oer ouoße Voyſpyung. "
Ver Quolität und das SpanSuſtem dunch Wextmauken (nd
V offen lichtGche Vorteile, daß-den Paucher Quuchaus gweck-
Maßig. handelt wenn en ſoh Uneh, nicht verſchtießt:
Cola
Woch ſchnelter aben, als der Kauchen, wüttenr die Konkugvenz
Ven Wegt einen -igagette, diete henooſe Manobelchen, wenden,
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Veshalb inkenient; um die Linführung den neuen Mazke
Nu Ntögen. Wix keuen uns danübex, denw am Umjatz und
Em. Uerhalten unſeter Konkungenz eikennen wün de Ge.
VI2795
Peutung. uneher leitung.
Ke
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Sonntag, den 17. März 1929
Nummer
Aus den Darmftädter Lichkſpieltheakern.
eli a.
* „Das brennende Herz” iſt eine Filmromanze von Hans
Müller, der eine recht nette Faßel erfand, die Lutwig Berger in
der Regie ſehr lebendig, vielſeitig und abwechflungsvoll geſtaltete. Der
Kammerſänger Profeſſor Clautius kommt mit feiner bildhübſchen
Toch=
ter verarmt nach Beulin, wo die Tochter Engagement als Sängerin
ſucht, um den Vater ernähren zu können. Nach vielerlei Fehlſchlägen
findet ſie Engagement, ohne zu wiſſen, laß es in einem zweifelhaften
Lokal iſt. Als ſie mit der Freudenbotſchaft den Vater überraſchen will,
iſt er tot. Das brave Mädchen aber — gezwungen durch Annahme des
Vorſchuſſes — hält einen Monat durch. Da, um die Mitte ihrer
Cabaret=Tätigkeit, lernt ſie einen jungen Komponiſten kennen, ſie
ver=
ſchweigt ihm aus Scham ihre Stellung. Der junge Komponiſt aber hat
auch etwas zu verſchweigen, eine Mutter, die ſäuft. — Selkſüverſtändlich
führt dieſes gegenſeitige Verſchweigen zu tieftragiſchen Zwiſchenfällen,
aber ſchließlich finden die beiden, vom Schickſal für einander beſtimmt,
ſich doch. Es iſt wirklich eine Filmromanze. —
Entzückend iſt Mady Chriſtian’s Spiel. Daß ſie bildhübſch iſt,
gereicht dem Beſucher zum Vorteil, wenn auch ihr ſelbſt im Film zum
Verhängnis. Die Künſtlerin aber verfügt über eine unendliche Skala
des mimiſchen G=fühlsausdruckes. Sie kann ebenſo quechſilbrig lebendig,
freudig=nait ſein, wie ſie in den tragiſchen Szenen zu rühren weiß, ohne
gar zu ſehr zu übertreiben.
Ein durch ſein natürliches friſches Spiel ungemein ſympathiſcher
Partner iſt ihr Guſtav Fröhlich.
— Verſammlung der Behördenangeſtellten. Der Z. d. A. veranſtaltete
eine Verſammlung der Behördenangeſtellten. Herr Biſchoff gab
zu=
nächſt einen Ueberblick über die Arbeits= und Beſoldungsverhältniſſe der
heſſiſchen Behördenangeſtellten. Im Gegenſatz zum Reich und Preußen
nebſt einigen anderen Ländern beſteht für Heſſen bis heute noch kein
Tarifvertrag für die Angeſtellten. Dieſe Tatſachen haben ſich bisher
ungünſtig auf die Angeſtellten ausgewirkt, wie zahlreiche Feſtſtellungen
ergaben. Es gilt, den tarifloſen Zuſtand zu beſeitigen. Anſchließend
daran wurde auf die bevorſtehende Hauptbetriebsratswahl beim
Reichs=
finanzminiſterium hingewieſen. Alsdann ſprach Herr Schawer=
Frank=
furt a. M. über allgemeine Tariffragen. Redner gab einen
Ueberblick über die Beſoldung der Beamten im Reich und den Ländern
und leitete anſchließend daran hinüber zu den Fragen aus dem Reich,
s=
tarifvertrag für die Angeſtellten der Reichsanſtalt für
Arbeitsloſenver=
ſicherung und Arbeitsvermittelung. Verſchiedene Fragen aus dem
Tarif=
vertrag in Verbindung mit der Neu= und Umorganiſation der
Arbeits=
ämter gaben verſchiedentlich zu Differenzen Anlaß. Der Z.d.A. hat
bis=
her alles verſucht, um den Tarif zur Durchführung zu bringen. In
einigen Fällen gelang dies bereits. Das Schiedsgericht iſt inzwiſchen
gebildet worden und hat die Arbeit aufgenommen. Herr König dankte
zum Schluß für den zahlreichen Beſuch.
— Geflügelzuchtverein e. V., Darmſtadt. Die letzte
Monatsver=
ſammlung war recht gut beſucht; kamen doch u. a. drei Punkte zur
Beſprechung, die von beſonderer Wichtigkeit waren, nämlich: „Die
All=
gemeine Ausſtellung 1929‟ „Gemeinſamer Futterbezug” und „
Grün=
dung einer Jugendgruppe”. Nach einem regen Meinungsaustauſch wurde
der Vorſchlag des Vorſtandes, trotz des ſchlechten Beſuchs der letztjährigen
Ausſtellung, auch in dieſem Jahre wieder eine „Allgemeine
Geflügel=
ſchau” abzuhalten, angenommen. Der Geflügelzuchtverein glaubt
hier=
durch, neben der Förderung ſeiner idealen Ziele, auch den Intereſſen
unſerer Landeshauptſtadt dienen zu können. Dies wird ihm jedoch nur
dann gelingen, wenn er mehr als ſeither die Unterſtützung weiteſter
Kreiſe, insbeſondere diejenige aller hieſigen Geflügelhalter, findet. Das
Beſtreben des Geflügelzuchtvereins geht weiter dahin, ſeinen
Mitglie=
dern ein gutes und billiges Geflügelfutter zu vermitteln. Die
Ver=
ſammlung war aus dieſem Grunde damit einverſtanden, daß verſucht
werden ſoll, durch gemeinſamen Futterbezug eine Verbilligung
herbei=
zuführen. Um auch in unſerer Jugend die Liebe zu unſeren gefiederten
Lieblingen und damit zu allen Lebeweſen zu wecken und zu vertiefen,
hat der Verein eine Jugendgruppe gebildet. Sie zählt zwar erſt
acht Mitglieder, dürfte ſich aber vorausſichtlich ſehr raſch vergrößern.
In dankenswerter Weiſe haben zwei Mitglieder unſeres Vereins der
Jugendgruppe einen Stamm rebhuhnfarbige Zwerge und ein Paar
Lockentauben geſtiftet.
— Filmvorführung. Am nächſten Freitag, abends, wird in dem
Feierabendhaus, Stiftſtraße 51, der große Afrikafilm „Andrea, der Sohn
des Zauberers” laufen. Es ſei auf dieſen Film, der zu den beſten
Afrikafilmen überhaupt gehört, heute ſchon hingewieſen.
Uniderſitäts=
profeſſor D. Richrer aus Berlin urteilt darüber: „Andrea” iſt
überwie=
gend ein Miſſionsſilm, der die Arbeit der Verliner Miſſion, der
Brüder=
gemeinde und der Leipziger Miſſion in Deutſch=Oſtaſrika in geradezu
glänzender Weiſe zur Anſchauung bringt. Zugleich ſind aber ſo viele
großartige Landſchaftsbilder und bei der großen Autofahrt „Quer durch
Deutſch Oſrafrika” eine ſo tief einführende Veranſchaulichung des
gan=
zen Landes geboten, daß ich nichk zweifele, dieſer Bericht wird auh in
den Kreiſen der Kolonialfreunde eine weitgehende Teilnahme finden
— Die Entlaſſungsfeier der Schillerſchule (Müllerſtraße 11) findet am
Donnerstag, dem 21. März, aben3, in der Schulturnhalle ſtatt. Die
Vorbereitungen unter der bewährten Leitung der Herren Dang,
Reiß und Volz laſſen darauf ſchließen, daß dieſe Feier einen Glanz=
Funkt in der Reihe der bisherigen Veranſtaltungen der Schillerſchule
bilden wird. Um eine Ueberfüllung des Saales am Abend der
Ent=
laſſung, zu der die Eltern und ſonſtigen Angehörigen der zur
Ent=
ſaſſung kommenden Schüiler, ſowie Freunde der Anſtalt und die
vor=
geſetzten Behörden aufs herzlichſte eingeladen ſind, tunlichſt zu
vermei=
den, wird die Feier bereits am Dienstag, dem 19. März, abenbs, in
Geſtalt eines allgemeinen Elternabends für die Eltern der übrigen
Schüler keranſtaltet. Aus der Vortragsfolge, die in bunter Reihe
Chöre, Muſikſtücke und Deklamationen bringt, ſei beſonders auf die
beiden Hans=Sa1,=Schwänke „Der fahrende Schüler im Paradeis” und
„Das Kälberbrüten” hingewieſen. Es wird gebeten, ſich rechtzeitig einen
Platz für die Vorfeier am 19. März zu ſichern, da für die eigentliche
Entlaſſungsfeier am 21. März nur noch in beſchränkter Anzahl Plätze
zur Verfügung ſtehen.
— Miſſions=Verkauf. Wie in vergangenen Jahren immer kurz vor
Oſtern, ſo findct auch dieſes Jahr wieder am Dienstag, dem 19. März,
von 19—19 Uhr, der Miſſionsverkauf der Evangeliſchen Stadtyniſſion,
Mühlſtraße 24, ſtatt. Die wirklich wundervollen Arbeiten des Frauen=
Miſſions=Arbeitskrsiſes, die in vergangenen Jahren ſo viele Damen
(auch Herren) aus allen Kreiſen zum Miſſions=Baſar zogen, ſo daß
viele Handarbeiten mehrere Male verkauft, alſo nachgearbeitet werden
muſiten, ſind auch jetzt wieder in prächtiger Auswahl und reizender,
geſchmackvoller Ausfuhrung zum Verkauf ausgeſtellt. Ein
Lebensmittel=
tiſch (Oſterbäckerei) iſt auch da. Selbſtverſtändlich fehlt auch der übliche
Kaffeetiſch wit Kuchen und Torten nicht. (Letztere dürfen noch geſtiftet
werden.) Die Preiſe ſind ſo geſtellt, daß won uns oft fragte: „Ja,
decken ſie denn überhaupt die nackten Auslagen?‟ Es iſt allen
mitarbei=
tenden Dimen eine große Freude, den ganzen Erlös deutſchen
evange=
liſchen Miſſionswerken zuzuführen. Verſäumen Sie nicht, ſich die
ſchö=
nen Sachen wenigſtens anzuſehen (ohne Kaufzwang).
— Univerſitätsprofeſſor D. Bornkamm=Gießen, der Kirchenhiſtoriker
der Landesuniverſität, ſprich Montag abend 8 Uhr in der evangeliſchen
Stadtkir he zu Darmſtadt über: „Die Geburtsſtunde des
Proteſtantis=
mus‟. Die Veranſtaltung, die für Darmſtadt die 400=Jahrfeier der
Proteſtation zu Speyer im Jahre 1529 einleitet, verſpricht für jeden
Beſucher — alle Evangeliſchen aus der Stadt und der näheren
Um=
gebung ſollten ſich für dieſen Abend frei halten — ein Erlebnis und
eine Feierſtunde zu werden. Zur würdigen Umrahmung des Vortrages
wirken mit: Herr Studienrat Borngäſſer an der Orgel, der
Poſaunen=
ihor der Martinsgemeinde Darmſtadt.
— Jugendbünde der Johannesgemeinde e. V. Wir machen hiermit
unſere Mitglieder noclmals darauf aufmerkſam, daß die Landheim=
Hauptverſammlung am Dienstag, dem 19. März, abends 8 Ugr,
im Gemeindehaus, Kahlertſtraße, ſtattfindet. Es iſt Pflieht eines jeden
Mitgliedes, zu erſcheinen.
— Frauenverein der Martinsgemeinde Darmſtadt. Am Sonntag,
dem 17. März, findet eine Ausſtellung unſerer Nähſchule im
Gemeinde=
haus, Liebfrauenſtraße 6, ſtatt, zu deren Beſuch wir freundlichſt
ein=
laden. Näheres ſiehe Anzeige.
— Letzte Annahme. Geſtern brachte uns der kleine Hermann Georg
Geher wiederum einen Frühlingsboten in Geſtalt eines Ir ſtig
flatternden Schmetterlings, der in ſeinem Honigglas ein beſchauliches
Daſein führt. Jetzt iſt wirklich nicht mehr daran zu zweifeln, daß es
doch Frühling wird.
— Zur Tanzunterhaltung in Traiſa im Saale des Heſſiſchen Hofes
(Altbürgermeiſter Walter) heute nachmittag lädt die
Stenogradyen=
vereinigung „Gabelsberger” ihre Mitglieder ſowie Gäſte und Freunde
herzlich ein. (Siehe auch Anzeige.)
iſt die U ſache vieler Leiden. Nehmen
Unreines Blul, Sie morgens und abends anfangs 1, ſpäter
2 Herbex=Kerne, die blutreinigend und ſäfteauffriſchend wirken.
Herbex=Kerne erhalten Sie ſchon in Mengen von 30 Gramm in den
Apotheken.
(1V.242
gerhen geblteven.
Ein Wort an Verzagte und Bekümmerte.
Ce. Ein langer, ſchwerer Winter naht ſeinem Ende. Täglich ſchauen
wir aus nach ſonnigen Frühlingstagen, denn „es muß doch Fruhling
werden”. Aber, wünſcht ſich nicht ſo mancher den Winter gerade noch einmal
ſo lange, weil er das Frühjahr fürchtet? Es ſind die, über deren Haupt
ſchon ſeit Weihnachlen oder noch länger das Damokles Schwert der Schule
hängt: „Sitzen geblieben!“ Wieviel Muttertränen hängen an dieſem
kurzen Worte! Wieviel Vaterſtolz hat dies Wort ſchon zertrümmert!
Wieviel Herzeleid und Verzagtheit hat es ſchon in manches Kindesherz
geſenkt! Und dennoch — es muß ſein! —
Man kann zwar die ſeeliſchen Belange eines Menſchen nicht
ſchema=
tiſieren, denn fede Perſönlichkeit und unſere Kinder ſind es auch
ſchon! — verlangt perſönliche Behandlung und Beachtung der Eigenart,
mehr noch als der Körper. Trotzdem kann man vielleicht von drei
Weſensarten bei unſeren Schülern ſprechen, über denen das
Jahresergeb=
nis „Nicht verſetzt!” ſchickſalsſchwer laſtet.
Da ſind zunächſt mal die „notoriſchen Faulenzer”. Mag ſein, daß
bei dieſem und jenem der Arzt irgendein körperlch’s G=brechen als
Ur=
ſache der Faulheit feſtſtellen kann, das den Schüler in ſeiner Tatkraft
hindert. Aber es gibt auch reichlich an ſolchen, die glauben, erſt dann
„rechte Kerle” zu ſein, wenn ſie nichts aus der Ruhe zu bringen vermag.
Der Stock des Vaters fruchtet da zumeiſt mehr als die Tränen der
Mutter. Oftmals fangen ſolche Faulenzer auch dann wieder an zu
ar=
beiten, wenn der Vater einmal für längere Zeit den Fußkall oder die
Camera einſchließt. Das gibt dann freilich Kämpfe, aber: „Landaraf,
werde hart! Hart wie dieſes Eiſen!” Später kommt ſchon die Einſicht
des Kindes und mit ihr die Dankbarkeit. Auch an Vorwürfen gegen die
Eltern hat es ſchon wanchmal nicht gefehlt, wenn ſie einſt gar ſo
nach=
giebig, gar ſo ſchwach waren. Kurz und gut: ſolchen Faulenzern
gegen=
über kann die Schule dies „Sitzen geblielen!” als wichtiges
Erzichungs=
mittel nicht entbehren, um der Schüler und um der Lehrer willen, die
von ſolchen Burſchen durch ihre Faulheit und Gleichgültigkeit geradezu
zu Tode gequält werden können.
Eine andere Art von Schülern leidet nun unter dem „Nicht verſetzt!“
unendlich. Es ſind ſolche, die in irgendeinem wichtigen Fach= (oder
meh=
reren) ſolche Lücken aufweiſen, auf denen ſie mit dem beſten Willen kein
Wiſſensgebäude aufrichten können. Da trägt vielleicht die Schuld eine
Umſchulung (Reichsſchulgeſetz!) oder die mangelnde Begabung für ein
beſonderes Fach bei ſonſt guter Beanlagung. Da wird gearbeitet und
geſchafft, aber — das „Hauschen” wackelt. Die Lebensbeſchreibungen
großer Männer zeigen bekanntlich nicht ſelten außerordentliche einſeitige
Begabungen, andererſeits unleugbare „Vergabungen” für andere G=. Die Urſache ſoll eine Mißbildung der betreffenden Gehirnzentren
ſein. Was auch die Urſache ſein mag, für ſolche Schüler iſt oftmals (oder
gar immer?) das „Sitzen geblieſben!” geradezu eine Erlöſung, denn die
Grundlage wird gefeſtigt in den ſeither ſchon „genügenden” Fächern
gibt’s ſogar eine Entlaſtung. Eltern und Schüler ſollten ſich daher von
falſchem Ehrgeiz freihalten und eine Wiederholung der Klaſſe getroſt
hinnehmen. Es geht wohl ſpäter ein „Dienſtjahr” verloren, aber die
Maben Sie schon eine
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Praktisches Ostergeschenk
st. 3799) Nähere Auskunft an unseren Einlagenschaltern
Städt. Sparkassebarmstadt
— Pfarrer D. Jules Rambaud iſt weiteren Kreiſen bekannt
gewor=
den in der Zeit der Separatifkenputſche. Damals hat er ſich mannhaft
der zu Unrecht von den Franzoſen inhafdierten Deutfchen in den
Main=
zer Gefängniſſen angenommen und ihre Befreiung erwirkt. Obwohl
r ſelbſt Franzoſe iſt, lebt er in Deutſchland, der Heimat ſeiner
Gattin. Seine Lebensaufgabe ſieht er darin, die beiden hochkultidierten
Nachbarvölker zu einem beſſeren gegenſeitigen Verſtehen zu bringen
und den Haß allmählich zu beſeitigen. Dieſem Zweck dient die ſogen.
Ev. Chriſtliche Einheit”, ein Bund von deutfchen und franzöſiſchen
Proteſtanten, die zu jährlichn Tagungen in den beiden Ländern
zu=
ſammenkommen. Die Kraft Rambands liegt in ſeiner tiefen
Religioſi=
ſität und in ſeiner vielſeitgen Bildung. Auf Einladung des
Kirchen=
vorſtandes der Johannesgemeinde wird er von Sonntag, den 17. März,
an täglich abends um 8 Uhr in der Jolanneskirche über
reli=
giöſe Fragen ſprechen, anknüpfend an Heldengeſtalten des Alten
Teſta=
ments. Der Eintritt zu den Vorträgen iſt ſür jedermann frei,
Obstgut Hickler, EberstadtiBersstr.
Erholungsaufenthalt, Wochenende
Aut Wunsch: Rohkost. Diätkuren. Herrliche Lage.
Pensionspreis Mk. 5.50 und 6.50. Gartenhäuser,
Fernsprecher: Amt Darmstadt Nr. 3713 (4612b
— Alldeutſcher Verband. Unſere nächſte Monntsverſammlung findet
am Dienstag, dem 19. März, abends 8 Uhr, im Grünen Zimmer bei
Chriſt (Grafenſtr. 20). Es wird ein Vortrag über „Das
Juden=
tum im 19. und 20. Jahrhundeit und ſein Eſinfluß
auf die Politik” gehalten werden. (Siehe Anzeige!) Freunde und
Gäſte (auch Frauen) ſind herzlich willkommen.
— Deutſcher Sprachverein. Mitgliedern und Freunden ſei die nächſte
Veranſtaltung des Hiſtoriſchen Vereins empfohlen: Montag, den
18. d. M., redet Privatdozent Dr. Friedrich Maurer aus Gießen
um 6 Uhr im Nealgymnaſiun über unſere Mundarten und ihre
Er=
forſchung. Der Eintritt iſt frei.,
Osterputz nicht ohne Timit
seit Jahrzehnten überall bekannt als
Dr. Weinrelchs Mottenäther.
— Wochenmarkt zu Darmſtadt. Kleinhandels=
Tages=
preiſe vom Samstag (pro Pfd. bzw. Stück in Pfg.): Gemüſe:
Erd=
kohlraben 20—25, Gelbe Rüben 20—25, Rote Rüben 25—30, Weiße
Nüben 25, Schwarzwurzeln 70—80, Spinat 80, Römiſchkohl 25—30,
Rot=
kraut 25—30, Weißkraut 25—30, Wirſing 25—30, Grünkohl 30—40,
Roſen=
kohl 80—90, Zwiebeln 20—25, Knoblauch 80, Tomaten 60—100, Feldſalat,
Lattich 180—200, Endivienſalat 30—50, Kopfſalat 25—40 Blumenkohl
80—150, Rettich 5—15, Meerrettich 100—120,Radieschen 20; Kartoffeln
8—10; Obſt: Tafeläpfel 30—50, Wirtſchaftsäpfel 20—30;
Wirtſchafts=
birnen 20—25, Apfelſinen 10—15, Zitronen 10—20, Bananen 40—50;
Eßwaren: Süßrahmbutter 220—240, Landbutrer 180—200,
Weich=
käſe 30—40, Handkäſe 6—15, Eier, friſche 16—18; Wild und
Geflü=
gel: Hühner 130—140, Tauben 80—100, Ziegenlämmer 90. Fleiſch=
und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 80—110, Kalbfleiſch 120,
Hammelfleiſch 80, Schweinefleiſch 120—140, Dörrfleiſch 150, Ziegenfleiſch
80, Wurſt 70—140, Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 110.
Briefkaften.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquiitung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Dſe Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
Nach D. 1. Das erſcheint nicht in der Ordnung. 2. Nein.
H. O. Wir können Ihnen darüber keine Auskunft geben.
Artillerie. Die erbetenen Auskünfte finden Sie in alten
Rang=
liſten, die Sie in der Landcsbibliothek einſehen können.
Anonyme Anfragen werden nicht beantwortet.
Schule hört auf, für Schüler und Eltern eine Qual zu ſein.
Bewußtſein, ſeine Pflicht vollauf getan zu haben, vorhanden,
Sitzenbleiben durchaus keine Schande, und einen „dummen Kery
man ſich auch noch nicht ſchelten zu laſſen. Es wird ſich dere
zeigen, ob man tüchtig für Beruf und Leben iſt.
Zu den bereits erwähnten Schülergruppen kommt noch eine
ſonders beklagenswerte. Es iſt nur zu verſtändlich, wenn de
ihren Kindern eine leichtere Zukunft ſchaffen möchten als ih=
Los; wenn wieder andere ihre Kinder nicht in beſcheideneren
niſſen wiſſen möchten als ſie ſelver ſind. Darum: hin in di
Schule, ohne deren Bercchbigungsſcheine heute niemand glau=
Weg machen zu können. So werken denn einerſeits die Anſn
verſchiedenen Berufsarten immer höher, andererſeits wachſen ſti
Anforderungen der Schule. Und das iſt gar ſchlimm für viele,
die nicht die nötigen „Lernmittel”, die geiſtigen, mitbringen. S
ſich oft erſt im Lauſe der Jahre. Aber, der Junge foll doch ſan
rechtigungsſchein haben, mag’s biegen und brechen! Qualbon
den Kindern die Jahre, die die ſchönſten ſein ſollten. Verſtändi)
nehmen die Kinder aus der Schule heraus. Sind die
moraliſchen Grundlagen vorhanlen, ſo macht auch em
Volksſchüler ſeinen Weg, denn die Volksſchule, die nicht ſo
Schwerpunkt auf den „einſeitigen” Wſſensſtoff legt, ſondern u
Erzichung des ganzen Menſchen im Auge hat, gibt jedem, der
eine recht anſehnliche Bildungs grundlage. Aber, nicht
w=
iſt gar vielen ganz nebenſächlich; der Berechtigungsſchein iſt ak
der muß unter allen Umſtänden herbei. Dann aber kommt das
ergebnis: „Nicht verſetzt!“ Der Zuſammenbruch der Träume!
dem vorgebeugt werden? Das arme Kind wird geplagt und ge
Vor den grauſamſten Mitteln ſchrechen die Eltern nicht zurück:
Spott und Hohn ſollen den Jungen „geſcheiter” machen, ui
alles nichts nutzt, dann hält man ihm im Unmut ſeine Dummy
So werden die Kinder verſchüchtert und alles Zutrauen zu
wird ihnen bis zum letzten Reſt genommen. Da werden Lek=,
zerſtört; die ſchwerſte Verſündigung! So leidet das Kind znn
Bürde der Schule, oder richtiger, unter der Eitelkeit der Eltr
bleibt die Liebe? Sie allein hätte ſchon ſo manchen verängſtigand
vor der traurigen Verzweiflungstat bewahrt.
Dieſen armen Kindern gilt in erſter Linie dieſe kleine F
Ganz gewiß, ihr Bekümmerten und Verzagten, die Schule von
langt viel und muß viel verlangen, denn das Leben ſteht forQin
ihr. Dennoch iſt euer Leben noch lange nicht zerſtört, wenn
das harte „Nicht verſetzt!” eure Jahresarbeit abſchließt. Pd
Leben nur am rechten Zipfel an; auch im kleinen Kreiſe kann mu
ßes, Tüchtiges leiſten. Und d shalb dürft auch ihr euch freuen
menden Frühlingsſonne und der Blütenpracht eines nel
Lenzes.
Provinziglausſchuß.
Tp. 1. Berufung des Gg. Reitzel 9. zu Groß=
Zimme-
das Urteil des Kreisausſchuſſes des Kreiſes Dieburg vom 3. Te
1928 wegen Anforderung von Bierſteuer. Die Sache wurde füür
tagt. Zunächſt handelt es ſich um ein Geſuch um
Wiedereinſ=
den vorigen Stand gegen Friſtablauf, da die Klage gegen Anf
der Bierſteuer beim Kreisamt Dieburg nicht eingelangt iſt. Nach A
mung von Zeugen darüber, ob und wann das bezügliche SM
poſtfertig in den Briefkaſten in Groß=Zimmern eingeworfen wur)
die Berufung verworfen.
2. Berufung des Joh. Ph. Knapp zu Waldmichelbach g.
Urteil des Kreisausſchuſſes des Kreiſes Heppenheim vom 27. 99
1928 wegen Nichterteilung der Erlaubnis zum Betrieb, einer
wirtſchaft mit Branntweinausſchank. Der Kreisausſchuß hat ein.
nis nicht anerkannt, zudem beſteht in dem Amtsſtädtchen Wr
not. Die Gemeinde zählt 2106 E)oohner und 12 Wirtſchaft
Auskunftsperfon wird Altbürgermeiſter Stein vernommen, der
1928 ſein Amt niedergelegt hat. Im Jahre 1919 hat der Gen
ein Bedürfnis für die Wirtſchaft anerkannt, die bis 1. Juli 9
trieben wurde. Die genannte Auskunftsperſon möchte auch m
ſicht auf den Touriſtenverkehr ein Bedürfnis anerkennen, zum
Haus nach drei Seiten Licht hat. Die in Frage ſtehende Bi
wurde im Jahre 1864 errichtet, während die gleichfalls in der Od
Gerichts befindliche Heidſche Wirtſchaft erſt 1880 begründet wil
Die Konzeſſion wird erteilt.
3. Geſuch des Franz Kratſch zu Darmſtadt um Exteil ”
Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweincnl
im Hauſe Schloßgartenſtraße 21. Die Wirteinnung und das Pci
bejahen das Bedürfnis, die Stadtverordnetendeputation vernein
handelt ſich um eine Speiſewirtſchaft; Kratſch betreibt ſeit 30 .
Wirtſchaft. — Die Konzeſſion wird erteilt.
4. Klage des Jakob Weimar, in Guſtavsburg gegen
ſcheid des Kreisamtes Groß=Gerau vom 21. November 1928 wegei
erteilung eines Wandergewerbeſcheins. Das Kreisamt hat das
aus perſönlichen Gründen des Geſuchſtellers (8 57, Ziffer 3 der 7
G.=O.) abgelehnt. Für 1927 u. 1928 hat Weimar den Wander
ſchein erhalten. — Die Klage wird abgewieſen. Die ge-f
Beſtimmungen ſind zwingend.
5. Klage der Marie Gerhardt zu Fürth i. Odw. ge
Beſcheid des Kreisamts Heppenheim vom 7. Januar 1929 wege-!
erteilung eines Wandergewerbeſcheins. — Die Sache fällt au
6. Klage des Paul Claus in Offenbach a. M. gegen
den=
des Kreisamts Offenbach vom 26. Oktober 1928 wegen Nichtet
einer Legitimationskarte. Wegen einer Beſtrafung hat das H
das Geſuch abgelehnt. § 57 Ziffer 3 der Gewerbeordnung iſt zwin
Natur. Claus betont ſeine Notlage. — Die Klage wird
wieſen.
Lakale Veranſtaltangen.
Die hlerunter erſcheinenden Rotizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu E‟/
in keinem Faſſie irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Städtiſcher Saalbau, Gaſtſtätte. Großes 2
feſt in den feſtlich dekorierten Räumen der Tagesreſtauration. Ak
Konzert. (Siehe Anzeige.)
— Die Amelungen (Deutſcher Jungenbund) veranſta 1E1
Dienstag, den 19. März, im großen Saale der Loge (Sandſtrn
einen Lichtbildervertrag über ihre vorjährige Sommer=Großfal./
Finnland, dem Land der 1000 Seen. Die Darmſtädter Fähnlein M
dazu kernig=friſche Fahrtenlieder zur Laute vortragen.
Alle-
unſerer Jungen, die ein paar frohe Jugendtage mit dieſen nacn
wollen, jeder, der ſich ein Herz für das friſch=fröhliche Jungenle‟
wahrt hat, und wer ein paar ſchöne Stunden in unſeren Krei!“
leben will, komme am Dienstag abend zu uns.
— Der Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, Ort=N
Darmſtadt. Wir ſind am kommenden Dienstag, den 19. März,
Vortrag des Alldeutſchen Verbandes bei Chriſt (Grafenſtraße 2]
nes Zimmer, eingeladen. Vortrag des Herrn Betriebsinſpekton
nert. Zahlreiches Erſcheinen erwünſcht. — Am kommenden Donx
den 21. März, findet im Reſtaurant Sitte, (Karlſtraße) unſere
verſammlung ſtatt. Da wichtige Beſprechungen, iſt Erſcheinen
Gäſte können eingeführt werden.
Tageskalender für Sonntag, den 17. März 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 17 Um
22 Uhr, D 16: „Die Meiſterſinger von Nürnberg‟. — Kleiness
Anfang 19,30 Uhr, Ende 22 Uhr außer Miete: „Der Dichtb
Orpheum, abends 20 Uhr, Revue: „Rund um den O8e-
Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmib,
hof, Perkeo, Perkeo, Weinhaus Maxim, Kaffee Ganßmahſſ.
Prinz Heinrich, Stadt Malaga, Alte Poſt, Zur Kanone, Zur N.”
*9=ſtaurant Karl Glenz, Rummelbräu, Waldſchlößchen, Ne*
Hotel zur Poſt. — Ludwigshöhe, nachmittags 16 Uhr: N
Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helig, Palgſte dich
mmer 76
Aus Heſſen.
Sonntag, den 17. März 1929
Seite 7
Areiterſtadt, 16. März. Der Alice=Frauenverein hielt
eralverſammlung ab. Nach Begrüßung der zahlreich erſchie=
Rlätglieder durch die Präſidentin, Frau Weſterwald, berichtate
e— die Tätigkeit des Vecein3 im dergangenen Jahre. Hierauf
Gi der Kaſſenker ht und die Wahl tes Vorſtandes. An den
ge=
er Teil ſchloß ſich ein gemürliches Beiſammenſein mit Kaffee
tan an. Eüt frühliches Thraterſtück ergötzte die Anweſenden;
yrn Frl. Hamm (Klauierbegleirung), Frl. Poth, Frl. Friedrich.
Mtr Müller, Frl. Reiß, Fci. Graf ſei auf dieſem Wege für ihre
ung herzlichſt gedankt, desgleichen dem Wirt, Herrn Porh, der
Muspürdiger Weiſſe den Saal zur Verfügung ſtellte.
Nasshauſen, 15. März. Das Kaffeekräuzehen des Evangeliſchen
4 eins erfreute ſich zahlreichen B=ſuches. Der Abend wurde
Mitufrkeu des Erung. Kirchemchors verſchönt. Sämtliche
Lie=
ön unter der Leitung des Herrn Lotz=Erzhnufen wirkungsvoll
gen. Beſonderen Anklang fand das Lied „Mutter, gib mir dei=
M” Schr fein zu (=hör gebraclt ſuurden die Liedervorträge
u Chröſiuann= Deren Wirkung wurde erhöht durch
Klavier=
der Funn Pfarrer Frkmann. Ein Herr Pfarrer aus
Zius=
üperte in ſtets feſſelnder Art die Eindrücke ſeiner Orientreiſe.
Uorag war von ebenſe inkereſſanten Liehtbildern begleitet. In
Hüiſen wurde dem Kaffee und Kuhen fleiſig zugeſprochen
Mursshim, 16. März. Von Montag, 18. März, bis Samstag,
MMTärz, jedesmal von 12—5 Uhr nachmittags, finden auf dem
Cruppeuübungsplatz Scharfſchießübungen ſtatt. — Die Nach=
Ai. hieſiger Gemeinde beginnt am Monag, 18. März d. J., in
Küalle der Friedrich=Ebertſchule — Die Stempelabgabe für
ir, Klaviere, Muſikwerke und dergl. die in Wirtſchaften aufge=
) ſowie für Luxuswagen, Luxusreitpferde und Federwagen iſt
WNärz d. J. beim Kreisamt zu entrichten. — Für die am Sonn=
M4rärz d. J. ſtattfundende Landwirtſchaftskammerwahl ſind von
.Heſi. Landbundes als Kandidaten die Herren Landwirte Go.
1rd Johaunes Schuxp 1. von hier aufgeſtellt. — Am Sonntag,
MS. J. findet in der hieſigen evangeliſchen Kirche die Vorſtellung
ſimanten ſtatt, die an Oſtern aus der Schule entlaſſen werden.
ſti ittagsgottesdienſt werden die Knahen und im
Nachmittags=
ur die Mädchen vorgeſtellt. Im ganzen ſind es 62 Knoben und
Wirr, die dem epangeliſchen Bekenntnis angehören. — Die
Haupt=
ſiu ng des ebangeliſchen Frauenvereins wird mit Nückſicht auf das
Ableben der Krankenſchweſter Marie in ganz einfacher Form
rewohnten Darbietungen und Genüſſe gehalten werden. Den=
S erwünſcht, daß recht viele Mitglieder erſcheinen, um den
ercht entgegenzunehmen und dadurch zu erfahren, was der Ver=
Mgangenen Jahre geleiſtet hat.
(serſtadt, 16. März. Wieder Sportbetrieb. Zum
W nach der Kälte= und Schmeeperiode wird am morgigen
Sonn=
dem hieſigen Sportplatz im Griesheimer Wald wieder
Sport=
ſierſchen. — Die Volksturner der Turngeſellſchaft E. V. begeben
uorgigen Sonntag zum Walblauf des Main=Nodgaues nach
½ Konfirmation. Am Sonntag wird hier die
Konfir=
e Knaben vorgenommen. Die Konfirmation findet vormittags
ei Konfirmationsunterricht hatte in Vertretung Pfarrer
Weiß=
or Traiſa vorgenommen. — Die Chriſtliche Gemeinſchaft hält
krag abend eine Jugend=Werbefeier ab. —
Säug=
ürſorge. Die nächſte Beratungsſtunde der Mutter= nnd
ſtFürſorge findet am Montag, den 18. März, nachmittags 3 Uhr,
u Eenberaſchule in der Gobelsbergerſtraße ſtatt.
PSſrngſtadt, 16. März Schulentlaſſung. In dieſem
nmen an Oſtern ungefähr 135 Kinder, und zwar etwas mehr
Bols Mädchen, zur Entlaſſung aus der Schule. — Zur
Ver=
huß männerwahl bei der Landwirtſchaftskammer, die mor=
Kucag ſtattfindet, iſt Pfungſtadt in zwei Wahlbezirke eingeteilt.
le Bezirk wählt im Amtszimmer des Beigeordneten.
Wahlvor=
irſten Bezirk iſt Jakob Jäger 9., Stellvertreter Georg Rau 8.
Ummen ein Schriftführer und vier Beſitzer. Im zweiten Bezirk
rls Wahlvorſteher Ludwig Wenz 5. und als deſſen Stell=
F Ludwig Böttiger 6. Auch in dieſem Bezirk ſind noch ein
Echer und vier Beiſitzer vorgeſehen. — Im Alter von 40 Jahren
Barbara Eliſabeth Jäger, geb. Pieler, geſtorben. Die
Beerdi=
d in Bickenbach ſtatt.
(ABungſtadt, 14. März. Die Holzfällexarbeiten ſollen
ſrüng des Wetters aufgenommen werden. Mit den Arbeiten
Häujae Epwarhsloſe eine beſtimmte. Zeit über beſchäftigt werden
. Die diesjährige Generalverſammlung der Freiwilligen
Ne ehr Pfungſtadt ſindet am Sonntag, den 17. März, im
Ber=
vei Böttinger, in der Bornſtraße, ſtatt. Unter anderem ſteht
ia ſpahl auf der Tagesordnung.
Nieder=Ramſtadt, 16. März.
Vertrauensmänner=
leer Landwirtſchaftskammer. Entgegen der letzten
P ritgeteilt, daß zufolge eingetretener Hinderniſſe die Kandidatur
An Schuhmacher nicht aufricht erhalten werden kann. Anſtelle
Bonuten iſt als Kandidat für den Wahlbezirk Nieder=Ramſtadt=
Kſchenbach der Landwirt Heinrich Müller 5. zu Nieder=
Ram=
fa ſtellt. Die Stimmzettel werden den Wählern behändigt.
Schwäche
hei ſtandener Grippe oder ſonſtiger Krankheit läßt ſich am
en durch Ruhe und beſonders kräftige Ernährung beheben.
uende Aerzte pflegen dann aufgrund guter Erfahrungen
Ovomaltine
fdnen, die ſeit langen Jahren bewährte leichtverdauliche,
Frliche Kraſtnahrung. Sie iſt ein Energieſpender erſten
und die gute Wirkung macht ſich ſchon in einigen Tagen
geltend. Doſe 250 g 2.70 RM., 500 g 5.— RM. in allen
er und Drogerien. Dr. A. Wander, 8. m. b. H.
(I 1385
en=Rheinheſſen.
Die Waſſerverſorgung im Gerauer Land.
Feierliche Grundſteinlegung zum Waſſerkurm in Groß=Gerau.
Dank der Initiative und der Tatkraft des jetzigen Bürgermeiſters
von Groß=Gerau und ſeiner weitſichtigen Helfer und Mitarbeiter wird
die Stadt ſelbſt und das Gerauer Land in abſehbarer Zeit hygieniſch
einwandfreies und gutes Waſſer erhalten. Damit wird ein ſchon längſt
gehegter Wunſch in Erfüllung gehen; einem Bedürfnis der Bevölkerung
wird entſprochen, dem ſchon andere, viel kleinere Städte und Gemeinden
nachgekommen ſind. Geſtern fand die Grundſteinlegung zum
Waſſerturm auf dem Gelände des Waſſerwerkes an der
Darmſtäd=
ter Straße, unmittelbar an der Bahnüberführung vom Baknhof
Dorn=
berg—Groß=Gerau, ſtatt. Zu dieſem feierlichen Akte hatten ſich eine
große Anzahl von Ehrengäſten, Vertreter der Behörden und die
Bür=
germeiſter der Nachbargemeinden auf dem mit Fahnen und Girlanden
geſchmückten Platz eingefunden. Auch die Beteiligung der Bürgerſchaft
an dieſem ſo wichtigen Ereigniſſe war ſehr rege. Der ſchon vorhandene
Untergrund, die gewaltige Mittelſtütze, beſtehend aus vier Einzelſäulen,
und die acht Außenſäulen, die zuſammen den Waſſerbehälter tragen
ſollen, laſſen das Ausmaß des werdenden Waſſerturms erkennen, deſſen
oberſte Decke in 40 Meter Höhe ſein wird und deſſen Durchmeſſer 15
Me=
ter beträgt. Der Behälter, der 500 Kubikmeter Waſſer einſchließlich der
70 Kubikmeter Brandreſerve für Notfälle faſſen ſoll, erhält eine Höhe
von 5 Metern, dabei eine gefällige äußere Form, gekrönt von einer
Plattform, auf der vielleicht ein Aufenthaltsraum eingerichtet werden
körnte mit herrlichem Blick über das Gerauer Land. Das Waſſer, das
aus dem Filterbrunnen in den Behälter gepumpt wird, kommt aus
einer Tiefe von zirka 56 Metern. Die Entwürfe des Turmes ſtammen
von den Regierungsbaumeiſtern Bruſius und Günther.
Die Feier der Grundſteinlegung
eröffnete Bürgermeiſter Dr. Lüdecke mit herzlichen
Vegrüßungswor=
ten an die Ehrengäſte und Teilnehmer an der Grundſteinlegung.
Be=
ſonders bewillkommnete, er im Namen des Verbandsausſchuſſes den
Vertreter des Miniſters für Arbeit und Wirtſchaft, Miniſterialrat Heil,
Kreisdirektor Dr. Merck, Oberbaurat Hauck, den Leiter des
Kultur=
bauamtes Regierungsbaumeiſter Bruſius, Regierungsbaumeiſter
Gün=
ther, den Präſidenten des Landesarbeitsamtes für Heſſen. Heſſen=Naſſau
und Waldeck Dr. e. h. Engler, den Vertreter des Arbeitsamtes Mainz,
Bankdirektor Seip von der Heſſiſchen Girozentrale, die Vertreter der
Firma Zucke==Worms, den Bauleiter Schad, die Vertreter aller übrigen
Organiſationen ſeine Berufskollegen der Nachbargemeinden ſowie die
Vertreter der Arbeiterſchaft. Ee ſprach ſeinen Dank aus für die
tat=
kräftige Mitarbeit an dem großen Werk, deſſen Verwirklichung ſehr oft
auf ſtarken Widerſtand geſtoßen ſei, jetzt aber in gemeinſamer Arbeit vor
der Vollendung ſtehe. Dieſes Kulturwerk dürfe von keinem gehemmt
werden; die erfreuliche Zuſammenarbeit, die ſich trotz mancher
Hem=
mungen gezeigt habe, möge auch in Zukunft bleiben zum Wohle Groß=
Geraus, des Gerauer Landes und ſeiner Bevölkerung.
Anſchließend gab Oberbaurat Hauck einige techniſche
Erläuterun=
gen. Der Waſſerturm, der das ganze Gerauer Land verſorgen werde.
möge auch ein Wahrzeichen der Kraft und der Zuſammengehörigkeit des
Gerauer Landes nach außen bleiben. — Dann wurde.
die Urkunde,
die der Bürgermeiſter und die Vertreter der beteiligten Gemeinden
unterzeichnet hatten, ſowie Pläne und eine Abbildung des jertigen
Waſſerturmes, in den Grundſtein gelegt. Die Urkunde hat folgenden
Wortlaut:
„Unter der Präſidentſchaft des deutſchen Reichspräſidenten von
Hindenburg und des heſſiſchen Staatspräſidenten Adelung wurde heute
in Anweſenheit heſſiſcher Staats=, Provinz=, Kreis= und
Gemeindebrhör=
den, ſowie der Vertreter des Gemeindeverbandes für das
Gruppenwaſſer=
werk Gerauer Land und ſonſtiger Körperſchaften die Grundſteinlegung für
den Waſſerturm Gerauer Land vorgenommen. Der Gemeindeverband für
das Gruppenwaſſerwerk Gerauer=Land, beſtehend aus den Gemeinden
Berkach, Büttelborn, Dornberg, Groß=Gerau, Klein=Gerau, Nauheim,
Wallerſtädten und Worfelden, wurde durch Verfügung des Herin
Mini=
ſters des Innern vom 3. Mai 1928 genehmigt. Den Vorſitz führt zurzeit
der Bürgermeiſter der Stadt Groß=Gerau, Dr. Lüdecke. Der Entwurf
für die Gruppenwaſſerverſorgung Gerauer Land wurde vom Heſſiſchen
Kulturbauamt Darmſtadt unter der Amtsleitung von Oberbaurat Hauck
gefertigt. Die Aufſtellung des Entwurfs für die geſamte
Waſſerverſor=
gung erfolgte durch Regierungsbaumeiſter Bruſius, des Entwurfs für
den Waſſerturm durch Regierungsbaumeiſter Günther. Die Ausführung
der Erd=, Beton=, Eiſenbeton= und Maurerarbeiten wurde der Firma
Fricdrich Zucker in Worms a. Rh. übertragen, die Bauleitung dem Heſſ.
Kulturbauamt Darmſtadt. Der Waſſerturm Gerauer Land erhält ein
Faſſungsvermögen von 500 Kubikmeter. Er hat einen äußeren
Durch=
meſſer von 15.10 Meter und eine Höhe über Gelände von 43,00 Meter.
Der Waſſerſpiegel des gefüllten Behälters liegt auf 3520 Meter bzw.
12700 Meter ü. N. N. Mit den Arbeiten für den Waſſerturm wurde
Ende November 1928 angefangen. Zum Gedächtnis an den heutigen Tag
wurde dieſe Urkunde aufgeſtellt, unterzeichnet und in den Grundſtein
ein=
gelegt. (Geſchehen zu Groß=Gerau, den 16. März 1929.)
Die drei erſten feierlichen Hammerſchläge
führte Bürgermeiſter Dr. Lüdecke aus, indem er die wärmſten und
beſten Wünſche für das Gerauer=Land, die ganze Bevölkerung und für
die von ihm betreute Stadt ausſprach. Ihm folgten Kreisdirektor Dr.
Merck und eine große Reihe von Chrenteilnehmern. — Damit war der
feierliche Akt beendet.
Bei einem anſchließenden geſelligen Zuſammenſein
nahm Bürgermeiſter Dr. Lüdecke nochmals Gelegenheit, die Gäſte
namens des Vetoandsausſchuſſes und der Stadt herzlich zu begrüßen,
namentlich auch den Heimatdichter W. Diehl, und ſeinen Vorgänger
Alt=
bürgermeiſter Urban. Sein Wunſch galt dem ferneren Wohle Groß=
Geraus und des Gerauer=Landes.
Miniſterialrat Heil dankte im Namen des Miniſteriums für Arbeit
und Wirtſchaft und das Innenminiſteriums und wies auf die große
Be=
deutung des Werkes für die Nachfahren hin. Er wünſchte alles Glück für
die kommende neue Waſſerverſorgung.
Kreisdirektor Dr. Merck teilte das Werden der Waſſewverforgung
bis jetzt in fünf Abſchnitte: den Gründungsplan, die eigentliche
Grün=
dung, den Spatenſtich, die teilweiſe Inbetriebnahme des Waſſerwerks
und die heutige Grundſteinlegung. Zu all dieſen Abſchnitten gab er
kurze Erläuterungen. Der unerſchütterliche Optimismus und die
Tat=
kraft des jetzigen Bürgermeiſters habe geſiegt, und das Werk, das eine
Kulturtat ſei, ſeiner Verwirklichung nahe gebracht. — Weiter ſtreiſte
der Kreisdirektor die in Ausſicht ſtehenden Baupläne, u. a. die geplante
Er=
richtung einer Volksſchule. Er ſchloß mit dem Wunſche, die
Zuſammen=
arbeit möge dem Gerauen Land zum Segen gereichen. Sein Hoch galt
dem Gerauer Land und ſeiner Bevölkerung.
Unter den weiteren Rednern beleuchtete Bankdirektor Seip die
Schwierigkeiten der Finanzierung des Projektes, wobei er die heutige
Wirtſchaftslage ſtreifte und dem Wunſche Ausdruck verlieh, der
Optimis=
mus möge in Zukunft ſich weiter bewähren. Präſident Dr. Engler
erzählte in fein humopvoller Weiſe Jugenderinnerungen an die Nöte
der Groß=Gerauer infolge der unzulänglichen Waſſerverſorgung vor
einigen Jahrzehnten, die nun zum Segen aller behoben ſeien. — In
ge=
mitlichem Beiſammenſein und allgemeinem Gedankenaustauſch flogen die
Stunden dahin. Viele heiße Glüickwünſche begleiten das für das Gerauer.
Land ſo bedeutſame Werk, das geſtern aus der Taufe gehoben wurde.
6.
C. Ober=Ramſtadt, 15. März. Gemeinderatsbericht. Die
am 13. März ſtattgefundene Verſteigerung einer Kaute Dung aus der
Faſelhofreite, die einen Erlös von 131 RM. erbrechte, wird genehmigt.
Infolge der Beſchaffung von Waſſermeſſern iſt eine Abänderung bzw.
Ergänzung der Satzungen über den Bezug von Waſſer aus dem
Ge=
meindewaſſerwerk Ober=Namſtadt vom 21. Juni 1907 notwendig
gewor=
den. Der neue Satzungseutwurf der Verwaltung wird durchberaten und
mit kleinen Berichtigungen angenommen. Dem öffentlichen Wettbewerb
für den Einbau der Waſſermeſſer werden die von der Verwaltung
vor=
gelegten Bedingungen zugrunde gelegt. Gemäß der Polizeiverordnung
über die Herſtellung kohlenſaurer Getränke unterliegen die dazu
verwen=
deten Apparate einer Prüfung. Die Koſten ſolcher Prüfungen ſollen
gemäß Art. 186 L.G.O., von den Beteiligten voll zurückerhoben werden.
Zur Beratung von Stundungs= und Wohlfahrtsſachen ſchließt ſich eine
nichtöffentliche Sitzung an.
G. Ober=Ramſtadt, 14. März. Werbefilme. Der Verkchrs=
und Verſchön rungsverein, Ober=Ramſtadt trat am. 11. und 12. d. M.
zum erſten Male an die Oeffentlichkeit. Um der Bevölkerung einen
Ein=
blick in die großen verkehrstechniſchen Ginrichtungen der Reichspoſt und
des aufblühenden Induſtrieunternehmens der Nöhr=Auto=A.=G. Ober=
Ramſtadt, zu vermitteln, wählte er zur Vorführung recht einſchlägige
Werbefilme der genannten Betriebe. Dieſe wurden im Kino Dittmann
dahier vorgeführt. Welch großes Intereſſe dafür bei der Bevölkerung
herrſchte, zeigt der ungeheuer ſtarke Beſuch. Der Film „Hinter den
Kuliſſen der Reichspoſt” zeigte treffend den reichhaltigen Betrieb dieſer
Reichsverkehrsanſtalt und gab den Beſuchern lebhafte Anregungen zum
G dankenaustauſch über deſſen Aufbau. Ein weiterer Film führte in
die Geſchichte des Poſtweſens „Einſt und jetzt” „Prachtvolle
Landſchafts=
bilder entrollten ſich vor den Augen der Zuſchauer und roizende Aus=
ſichten boten ſich beſonders in den letzten Akten dieſes Bildſtreifens.
Leider ſind nicht mehr alle Länder, in die dieſe Poſtfahrt führte, deutſch.
Als Ginlage wurden zwei kurze Filme „Hans im Glück” und Lehrling
Fritz” gezeigt. Beſondere Aufmerkſamkeit wurde dem „Röhr=Film”
ge=
widmet. Er zeigte in prägnanter Weiſe die Herſtellung des „Röhr”=
Autos und erweckte das lebhafteſte Intereſſe aller Anwefenden.
— Gernsheim, 16. März. Waſſerſtand des Rheins am
15. März: —050 Meter: am 18. März: —0.69 Meter.
— Hirſchhorn, 16. März. Waſſerſtand des Neckars am
15. März: 1,48 Meter; am 16. März: 1,42 Meter.
Kirchliche Nachrichken
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag, 17. März (Judica).
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Vorſtelluing und Prüfung der Konfirmanden. Abends 8 Uhr:
Paſſions=
gottesdienſt. — Dieustag: Kirchengeſangverein.
Frübjahrskur tür
Nervenkranke
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Abei Frankfurt am Main. — Prospelte durch:
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Die glückliche Geburt eines geſunden,
kräftigen Stammhalters zeigen in dankbarer
Freude an
Reichsbankinſpektor Georg Köhres
und Frau Marie, geb. Haaß.
Darmſiadt, den 16. März 1929.
Roßdörterſiraße 14.
(5714
Die glückliche Geburt unſeres Harald
ſeigen in dankbarer Freude an
Kapellmeiſter Fritz Bohne u. Frau
Annelieſe, geb. Landmann.
Goit dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren
lieben, guten Mann. Vater, Bruder, Schwiegervater,
Schwager und Onkel
Herrn Wilhelm Merz
Tante
Frau
Chriftine Heimer Bwe.
geb. Mambel.
im 20. Lebensjahr zu ſich zu nehmen.
Für die trauernden Hinterbliebenen.
Franziska Merz, geb. Roth
Wilhelm Drach und Frau
Anna, geb. Merz.
Darmſtadt, Groß=Umſtadt, den 15. März 1929. (4679
Zm Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Karl Reimel.
Darmſtadt, den 17. März 1929.
Arheilgerſtr. 68.
Die Beerdigung findet Montag, den 18. März, nach
mittags 1½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt
Die Beerdigung findet am Montag, den 18. März
nachmittags 4 Uhr, auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Darmſiadt, den 15. März 1929.
z. Zt. Drivat=Klinik Dr. Hoffmann, Riedeſelſtraße 52.
Todes=Anzeige.
Heute früh verſchied plötzlich und unerwartet
mein herzensguter Mann, unſer treuſorgender
Vater, Schwager und Onkel, Herr
Statt Karten.
Am 15. dieses Monats verstarb nach
kurzer Krankheit unser geschätzter
Mitarbeiter
Kaufmann
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen:
Toni Uttmann
Albert Wärz
Darmstadt
März 1922.
Ober-Ramstadt
Herr
Zaud Bever
Wilhelm Merz
im 70. Lebensjahr.
Maschinenmeister
Dipl.-Ing. Hans Lettow
Helma LettoW, geb. Esselborn
zeigen ihre Vermählung an
Darmstadt
Mannheim
Nietzschestr. 8
43 Jahre hat er unserem Betriebe
an-
gehört. Mit seltenem Fleiß, steter
Pfichttreue und in vorbildlicher
Ge-
wissenhaftigkeit hater diese lange Zeit
als Maschinenmeister bei uns
gestan-
den. Wir werden ihm ein dauerndes
Gedenken bewahren.
im nahezu vollendeten 62. Lebensjahre.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen
Eva Weber, geb. Ripper
und Kinder.
Darmſtadt, Neue Niederſtr. 11, den 16. März 1929.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. ds. Mts.,
nachmittags 3 Uhr vom Portale des alten
Fried=
hofes, Nieder=Ramſtädterſtr., aus ſtatt. (4682
dar 1 Sct
u. 1 „Schüdg
Große And
neuen Picn
beſte Fab
Jahre Gazu
paraturer:
mungen.
Nic.
Heidelber/
L. C. Wittich’sche
Hofbuchdruckerei
Darmstadt.
Darmstadt, 16. März 1929.
Dankſagung.
(Statt Karien.)
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
und die zahlreichen Blumenſpenden bei dem
Heim=
gange meiner teueren entſchlaſenen Tochter
Todes=Anzeige.
Gott hat geſiern abend unſere liebe,
gute Tante und Großtante
Fräulein
Auzufte ennger
Am Freitagverschied unerwartet unser
lieber Kollege, der Maschinenmeister
Herr
Wilhelm Merz
Lehrerin i. R.
von langem ſchweren Leiden durch einen
ſanften Tod erlöſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 16. März 1929. (4626
Wir verlieren in dem Entschlafenen
einen treuen Mitarbeiter und
aufrich-
tigen Kollegen. Ein bleibendes
Ge-
denken sichert ihm
das technische Personal
der
L. C. Wittich’schen
Hofbuchdruckerei.
Kunigunde
ſage ich allen herzlichſten Dank. Beſonders danke
ich Herrn Pfarrer Göthe für ſeine troſtreichen Worte,
ſowie für die Kranzniederlegung der Darmſtädter
Glasreinigerinnung und allen denen, die in ſo
liebe=
voller Weiſe am Krankenlager meiner Tochter beſorgt
waren.
Der tieftrauernde Vater:
Heinrich Schäfer.
Darmſtadt, Pfordt (Oberheſſen), 18. März 1929.
Feldbergſtraße 34,
(5710
eingetid
Heltrols
Georgenst
Kohlenhes!
0,80X1.30.
Herdweg 55
abgeben.
Nachruf.
Allen Freunden und Bekannten
die Mitteilung, daß am 12. März
meine liebe Mutter von mir
ge=
gangen iſt.
Die Beiſetzung fand in aller
Stille ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Oankſagung.
Mizzi Rauſchenberg.
Darmstadt, 16. März 1929.
Die Trauerfeier vor der Einäſcherung findet
in der Kapelle des Waldfriedhofs Dienstag,
den 19 März, nachmittags 3½/, Uhr ſiatt.
Dankſagung.
Todes=Anzeige.
Statt beſonderer Anzeige.
Unſere liebe, gute Schweſter, Schwägerin und
Tante
Heute nacht um 12½ Uhr entſchlief nach kurzem
ſchweren Krankenlager mein innigſtgeliebter,
ein=
ziger Sohn
Fräulein Eliſabeth Ihle
Röntgenaſſiſientin
Philipp
iſt uns heute nach kurzem, ſchwerem Krankenlager
durch den Tod entriſſen worden.
In tiefer Trauer:
Agnes Gilmer, geb. Ihle
Withelm Ihle
Emanuel Gilmer, Senatspräſident
Rudolf Gilmer
Darmſtadt, Berlin=Steglitz, den 16. März 1929.
im Alter von 17 Jahren.
(4677
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Philipp Gärtner Wwe.
Leonhard Schaffnit V. und Familie.
Höllerbach und Brensbach, den 16. März 1929.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme an dem Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen, der
Witwe Henriette Schulze
Für die vielen Beweil
richtiger Teilnahme anl
des Heimganges unſer
ben Entſchlafenen ſage!
auf dieſem Wege ur
herzlichſien Dank.
Jakob Schi
nebſi KinS=
Sandbergſtr.
geb. Eckert
ſagen wir allen denen, die ihr die
letzte Ehre erwieſen, ſowie für die
Kranz= und Blumenſpenden unſeren
tiefgefühlten Dank. Beſonders
wohl=
tuend empfanden wir die troſtreichen
Worte des Herrn Pfarrer Marg.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 16. März 1929
Die Eheleute philipp Maul, 6 P
meiſter u. Inſtallationsgeſchäft, w?
Roſine, geb. Steinbrenner, W ill
ſtraße 46¾,, teiern am Mittwe!
20. ds. Mis. das Feſt der
Silbernen Hochzt
Die Beerdigung findet Montag, den 18. ds. Mts.,
nachmittags 2¾ Uhr, vom Sterbehauſe aus ſtatt.
kohes Heitvorlänten
Die Beerdigung findet Montag, den 18. März,
vor=
mittags 11½ Uhr, auf dem alten Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
(Statt Karten.
Dankſagung.
Sruſiafr6=Khitung
in vornehmer Maßarbeit
Kleider, Mäntel, Kostüme
4375b)
Werkstätte IIse Hoffmann, Martinstr. 14,pt.
2
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und
Franzſpenden beim Hinſcheiden unſerer lieben
Ent=
ſchlafenen ſagen wir von Herzen unſeren innigſten
Dank. Ganz beſonders danken wir Herrn Pfarrer
D. Waitz für die troſtreichen, wohltuenden Worte am
Brabe, ſowie den Schweſtern der Martinsgemeinde
für die liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen.
Leonhard Zwingler.
Nach mehrjähriger ertolgreicher Tätigkeit in Worms habe ich m
entschlossen, mein neues Heilverfahren (eigenes System) in Der 7
stadt einzurichten. Zur Behandlung kommen Patiente, die ande
weitig keine Heilung tanden. Speziell für veraltete Leiden, Wa
Lähmung, Tuberkulose, Lungenkrankheit, Kropf, Verkalkur2
schwere Rheuma, Gicht, Ischias, krebsartige Geschwülste, Mageu
Darm., Gallen-, Leber-, Nieren-, Nervenleiden, Hautkrankheiten us
Mein neues Heilverfahren wird manchem ungeheilten Patiente
neues Leben bringen. Ganz besonders mache daraut aufmerksan
daß mein He Iverfauren bei schwachen, blutarmen, skrotulose!
Kindern von größter Wirkung ist. Vorherige Anmeldung erwünscr-
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Nobelpreisträger gegründet. Seit 190
mit dem Nobelpreis alljährlich die gro.
ſtungen auf dem Gebiete der Phyſit,
Medizin, Literatur und der Friedens‟
ausgezeichnet. Die Preisträger der er ſ*
teilung (die Deutſchen Röntgen, van t
v. Behring, der Franzoſe Sulby=Prudye.
der Schweizer Henri Dunant) ſind l
Grabe. Aber Lenard (Heidelberg!
(Leipzig), Marconi. Selma Lagerlol
die den Nobelpreis ſchon vor mehr als
ren erhalten haben, leben noch in voue
Profeſſor Barany iſt 1876 geboren un
Seite 10
Sonntag, den 17. März 1929
Nummt
Der Autorennfahrer Lee Bible=
Skreſemann an der Riviera.
der Eisſtand auf dem Main.
Frankfurt a. M., 16. März.
Der Abbau des Eisſtandes auf dem Main
voll=
zieht ſich nur langſam und unter fortgeſetzten
Hem=
mungen. Der Eisſtoß, der zviſchen Bettingen und
Wertheim feſtſaß, iſt Freitag früh 11 Uhr abgegangen
und hat am Samstag morgen 8,30 Uhr Aſchaffenburg
errcicht und iſt im Augenblick dort noch im Treiben.
Der große Eisſtoß ab Würzburg kam nur bis
Lan=
genprozelten. An der großen Mainbiegung zwiſchen
Langenprozelten und Neuendorf ſtaute ſich das Eis
und kam nach und nach zum Stehen. Die dicken
Eis=
ſchollen ſchoben ſich feſt zuſammen, ſo daß das Bild
wie eine Eiswüiſte anmutete. Durch die großen
Stau=
ungen und das Ausbreiten d’s Eiſes an den beiden
Mainufern wurde der eiſerne Maſt der
Drahtzſeil=
fähre Langenprozelten—-Hofſtetten umgeriſſen und
viele Gartenzäune eingedvückt. Infolge des
Rück=
ſtaues des Waſſers ſtanden in Gemünden die in der
Nähe d’s Mains gelegenen Häuſer unter Waſſer.
Das Hochwaſſer konnte unter Umſtänden gefährlich
werden, ſo daß ein Kommando der Reichswehr an die
Stauſtelle beordert wurde, um durch Sprengungen
das Eis wieder in Gang zu bringen. Endlich um
8 Uhr am Freitag nachmittag iſt dieſer Eisſtoß von
Langenprozelten unterhalb Gemünden abgegangen.
Fr kam aber bloß bis Brtingen, wo er ſich erneut
Jeſtgefetzt hat. Unterhalb Bettingen iſt der Main
sisfrei. Das bei Aſchaffenburg treibende Eis hat eine
Stärke von 40 bis 60 Zentimeter. Das Eis iſt ſehr
morſch. Die Flutwelle hat eine Höhe von etwa einem
Meter.
Plötzlicher Tod auf der Straße.
Würzburg. Der ſeit 1896 an der hieſigen
Univerſität als Profeſſor für Exegeſe wirkende
Ge=
heimrat Dr. Valentin Weber wurde am Freitag
vor=
mittag auf der Straße vom Schlage gerührt und war
nach wenigen Minuten eine Leiche. Geheimrat Dr.
Wiber, der ein Alter von 71 Jahren erreicht hat, hat
zahlreiche theologiſche und philoſophiſche Werke
ver=
faßt und ſich beſonders um den Albertus=Magnus=
Verein zur Unterſtützung bedürftiger katholiſcher
Stu=
dierender große Verdienſte erworben.
Gedenkfeier für Geh.=Rat Emil v. Behring.
Marburg. Aus Anlaß des 75. Geburtstages
des Wirkl. Geh. Rats Emil von Behring, des im
Jahre 1917 verſtorbenen Erfinders des Diphterie=
und Tetanus=Heilſerums, fand am Freitag vormittag
vor deſſen in einem idylliſchen Nebentälchen der
Mar=
bach am ſogenannten Wannkopf gelegenen
Mauſo=
leum eine erhebende Gedächtnisfeier ſtatt. Außer der
Witwe des Verewigten und zwei Söhnen, vielen
Freunden, Mitarbeitern, Vertretern der Univerſität
und der Stadt Marburg, hatten ſich Hunderte von
Angeſtellten und Arbeitern der B ringwe ke
einge=
funden, um ihres Meiſters in Dambbarkeit zu
ge=
denfen. Der Vertreter des Aufſichtsrats der
Behring=
weike und frühere Mitarbeiter v. Behrings, Dr.
Sie=
bert, hielt die Gedächtnisrede, in der er auf die
wiſſenſchaftlichen Großtaten v. Behrings hinwies,
wodurch ungezählten Menſchen das Leben gerettet
wurde und wird. Im Auftrage des Inſtituts für
experimentelle Therapie, deſſen Gründer v. Behring
iſt, legte Dr. Schmidt einen Kranz nieder. Weitere
Kranzniederlegungen erfolgten durch den Vertreter
der Angeſtellten der Behringwerke, der Mediziniſchen
Fakultät und der Stadt Marburg, deren Ehrenbürger
der Verſtorbene geweſen war. Umrahmt wurde die
ſtimmungsvolle Feier durch Trauerweiſen einer
Muſikkapelle und Liedervorträge eines Männerchors
der Behringwerke.
Das Urteil im Banderolenſchieberprozeß.
Berlin. Die beiden Hquptangeklagten im
Ban=
derolenſchieberprozeß, Band und Küttner, wurden
wegen gemeinſchaftlichen Betruges in Tateinheit mit
ſchwerer Urkundenfälſchung zu 10 Monaten und
einem Jahr Gefängnis verurteilt. Band außerdem zu
einer Geldſtrafe von 3000 Mark. Andere Angeklagte
kamen mit milden Strafen davon. Fünf wurden
man=
gels Beweiſes freigeſprochen, darunter die Sekretärin
des Küttner und — entſprechend dem Antrag des
Staatsanwalts — auch der Mitangeklagte Zollbeamte.
Eishilfeleiſtung der „Elſaß”.
Berlin. Linienſchiff „Elſaß”, das am Freitag
zur Hilfcleiſtung für die durch Eispreſſung in ſchwere
Seenot geratenen Dampfer „Ceres”, „Liſa” und
„Tezew” in See ging, hat ſie im Laufe der Nacht in
der Gjedſer=Enge erreicht. Es iſt dem Linienſchiff
gelungen, die Schiffe loszubrechen und in offenes
Waſſer zu bringen. Der Dampfer „Ceres” wurde mit
Kohlen und Waſſer verſehen. Linienſchiff „Elſaß”
hat den Rückmarſch angetreten.
Ein Opfer der Rekordraſerei.
Ankunft Streſemanns in San Remo.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann iſt nach Abſchluß der Genfer Völkerbundstagung an die
Riviera gefahren, um ſeine angegriffene Geſundheit wiederherzuſtellen. Unſer Bild zeigt
Streſe=
mann, wie er von dem deutſchen Konſul Baron Geibel begrüßt wird.
„Landhaus Einſtein”
heißt ſeit dem 14. März in Neu=Cladow an der Havel ein Einfamilienhaus, das die Stadt Berlin
dem weltberühmten Gelehrten Profeſſor. Albert Einſtein mit Wohnrecht auf Lebenszeit zur
Ver=
fügung geſtellt hat.
Ein Pferd verſinkk auf dem Haupkplaß von Kaſſel.
Die Feuerwehr bei der Rettungsarbeit für das verſunkene Pferd.
Auf dem Hauptverkehrsplatz von Kaſſel, dem Königsplatz, brach unbemerkt ein Waſſerrohr. Ein
Pferd, das den Platz mit einem Wagen überquerte, brach plötzlich durch das Pflaſter und verſank
dis zum Hals in den Boden. Erſt nach mehrſtündiger Arbeit konnte das Tier, das unverletzt blieb,
gehoben werden.
Helfer der ruſſiſchen Dokumentenfälſcher
verhaftet.
Berlin. Im Zuſammenhang mit der
Auf=
deckung der ruſſiſchen Fälſcherzentrale des früheren
ruſſiſchen Staatsrates Orloff ſind am Freitag zwei
weitere Verhaftungen vorgenommen worden, und
zwar wurde der angebliche ruſſiſche Staatsrat
Alexan=
der von Gumanſki feſtgenommen, und über den
In=
haber des Jermakverlages, Arthur Bay, wurde
Schutzhaft verhängt., Durch kommuniſtiſche
Veröffent=
lichungen wurden in den letzten Tagen die Inhaber
des vuſſiſchen Jermakverlages der Beteiligung an den
Orloffſchen Fälſchungen beſchuldigt.
Hungersnot in China.
Nanking. Der Miniſter für Geſundheitsweſen,
der im Auftrage der Regievung die von einer
Hun=
gersnot betroffenen Provinzen Honan, Shenſi und
Kanſu bereiſt hat, teilt in ſeinem Bericht an die
Zentralregierung mit, daß in Honan 7½ Millionen,
in Shenſi 6½ und in Kanſu 2½ Millionen Menſchen
Hungerleiden. Das bedeutet, daß in den drei
ge=
nannten Provinzen mehr als 16 Millionen Monſchen
faſt ohne Lebensmittel ſind. Ueber die Vorſchläge, die
der Miniſter für Geſundheitsweſen der Regierung
zur Abhilfe der Kataſtrophe auf Grund ſeiner Reiſe
machen ſollte, iſt noch nichts bekannt geworden.
Zochtsafferrataften
20 000 Menſchen in Lebensſt
NewOrleans
Die Hochwaſſerkataſtrophe im Staat 1
einen kataſtrophalen Umfang angenommen
vorliegenden Berichten befinden ſich etwa
ſchn in Lebensgefahr; gut 10000 Menſch
ſich auf den Dächern der Häuſer wo ſie
haben und auf Hilfe warten. Am ſchwert
bar die Stadt Elba am Peafluß betroffe
muß damit rechnen, daß dort mehrere
ſonen ihr Leben verloren haben. Außer 7
Freiwilligen hat die Regierung zahlreichef
mit Nahrungsmitteln und Medikamentenn
leiſtung entſandt.
Ein Hotel in Elba, in dem hunderte vo
Zuflucht gefucht hatten, iſt unter dern
Fluten, die ſich aus dem zerſtörten Sta)
hatten, eingeſtürzt. — Ein Flieger bericht
Stadt Caſtleberry faſt vollſtändig zerſtörf
der Stadt Elba wurden bisher 92 Menſchef
heit gebracht. Sie berichten, daß ſich ale
noch mehrere tauſend Perſonen in Gef)
und verzweifelt um Hilfe rufen. Es
einem glücklichen Zufall zu danken, daß Sen
germeiſter der Stadt noch rechizeitig
phoniſch Hilfe beim Gouverneur von Alcbr
bitten. Dieſer entſandte zunächſt zwei m
Militär mit Laſtkraftwagen von Mont gu
und außerdem meldeten ſich zahlreiche Fro
Hilfeleiſtung; hierzu werden auch viele
herangezogen. In der Stadt Pickens ſind
ertrunken und zwanzig verletzt. Viele
an=
ſind aüßerdem vom Hochwaſſer betroffen.
Große Ueberſchwemmungen in Buluiſk
Die Maritza über die Ufer getreu
Sofia. Der Fluß Maritza iſt über
treten und hat einen Teil der Stadt A
überſchwemmt. Die Ueberſchwemmungen
reits einen hataſtrophalen Umfang aug
1000 Häuſer ſtehen unter Waſſer; 50 ſind leitz
geſtürzt. Die Bevölkerung iſt panikartig ari
gelegenen Ortsteile geflüchter, um ſich vof
waſſer in Sicherheit zu bringen. Militär /
tung der Habſeligkeiten der Betroffenen (9
Die ruſſiſchen Eisbrecher im Nord=Ofi=g
Fiſcherhütte. Die ruſſiſchen Gisb er/t
ihre Aufbrecharbeiten im Nord=Oſtſee=Kapro=/
Kunde von der Ankunft der langerſehntere
der Eisnot hatte ſich raſch verbreitet. Dhüinite=
Kanals waren dicht beſetzt von zahlreiy e
luſtigen, die den Schiffen weite
Streckn=
gaben. Am Freitag nach 343 Uhr wurde
Breiholz paſſiert, wo der ſeit dem 9. Fel
gefrorene Schlepper „Schulgu” befreit v8‟
ſchkoß ſich ſofort den Dampfern an, denen hii
andere Schlepper folgten. Um ¼4 Uhren
Niederung Offenkünttel erreicht, die weit hſs
überſchwwemmt war und bei beſſeren. Wkd
niſſen auf Koſten der Kanalverwallung
werden wird. Gegen 4 Uhr erfolgte die 2uh
Fiſcherhütte, wo die Fahrtleitung die Aun
Freitag als beendet erklärte. Im letzten +
ſten Teil des Kanals liegen noch fünf Dinet
Eis eingeſchloſſen.
Keine Teilnahme Dr. Behouneks an /M
polexpedition des „Graf Zeppelt!
Prag. In einem Artikel in den „M
vini” beſchäftigt ſich der von der Polarexy
„Italia” bekannte Prager Phyſiker Pr=
Behounek mit den Ausſichten, der geplantei!
fahrt des „Graf Zeppelin” im Jahre 1934.M
lehrte teilt mit, daß er zu dieſer Fahrt
worden ſei, ſeine Teilnahme aber abge 2
weil er wünſche, daß diesmal die Mefu
armoſphäriſchen Elektrizität von jemand aromt
genommen werden, damit die beiderſeitigen!
miteinander verglichen werden können.
Eiſenbahnkataſtrophe in Japarl
Tokio. Nach hier eingegangenen NaM
auf der Sanjodo=Strecke ein Schnellzu=
Bei dem Unglück, über das noch keinerlei C4
bekannt geworden ſind, wurden vier vollbſe
gen umgeworfen. Die Zahl der Toten unO?
ſoll 200 betragen.
Gründung eines Vereins
Prof. Dr. Robert Barany,
preisträger vom Jahre
[ ← ][ ][ → ]imer 76
Sonntag, den 17. März 1920
Geite 11
Spotn Spier und Tarnen.
Hunsoutt.
Süddeutſchland — Mikkeldenkſchland.
ttag 14,30 Uhr auf dem Sportplatz des Polizei=Sportvereins
ehemaliger Exerzierplatz.
nd das Spiel zwiſchen Brandenburg und Südoſtdeutſchland,
ancfurt an der Oder zu gleicher Zeit ſtattfinden ſollte, infolge
aren Platzes verlegt werden mußte, ſind die Ausſichten für das
iel ausgezeichnet. Der Sportplatz des Polizei=Sporwereins
und wie ein Paradeplatz bereinigt. Von der geräumigen,
uſchauer faſſenden übe deckten Tribüne haben die begeiſterten
eunde einen guten Ueberblick. Sogar der Weg über dem
ehe=
ſESxerzierplatz iſt trocken und paſſierbar. Außer dem Eingang in
tang auf die ſtädtiſche Feſthalle hat der Polizei=Sportplatz einen
6 ngang von Oſten von den Baracken her und einen dritten
Durch die ehemalige 24er Kaſerne. Im Hof der Kaſerne iſt
uer, geräumiger Parkplatz für Kraftwagen und
Kraft=
yu ſcheint der ſüddeutſche Wettergott der D. S.B. ſehr gewogen
tenn der Flugplatz=Wetterkundige hat durch einen Flug über
I—n gute Wetternachrichten empfangen.
jeſen zuverſichtlichen Erwartungen, mit denen wir der
zeit=
u zeilich pünktlichen Abwickelung des Programms und
Rahmen=
mus: 14,30 Uhr Spielanfang, 18 Uhr offizielle Empfangs= und
ynsfeier, Begrüßung durch den Präſidenten des Polizei=
Sport=
berſtleutnant Schröder, Ueberreichung eines Ehrengeſchenkes
NEteldeutſche Mannſchaft, Gefangsbortrag durch Fräulein Bern=
4 ilerin der Muſikakademie, Lieder zur Laute von Richard Hinz
füsen — mit dieſer Zuverſicht ſieht die ſüddeutſche Mannſchaft
u.s einem Sieg entgegen. Mitteldeutſchland hat nämlich durch
zwe Anzahl Auswahl= und Probeſpiele eine bampfſtarke
Mann=
fanmengeſtellt, mit deren Widerſtand zu rechnen iſt.
Grund=
h) man jeden Gegner mehr als ernſt nehmen.
dann noch von einzelnen Spielern der mitteldeutſchen
Mann=
von Böhme geſchrieben wird, daß er im Länderſpiel gegen
1 als Linksaußen am beſten gefallen hat. Er hat es glänzend
n ſich in geeignetem Moment zu Aufnahme des Balles
Bf ei zu ſt llen, und er verſtand es, aus ſeinem ſchwierigen Poſten
unchen. Wenn dann von dem Mittelläufer Fiedler das flinke
u5 Sturm= und Läufer verbindende Spiel über das
gewöhn=
gelobt wird, dann müſſen ſolche. Hinweiſe die Süddeutſche
y- zur Herausgabe ihres ganzen Könnens aneifern.
ſen Pokalſpielen wäre noch im allgemeinen das Gute zu loben,
zu beſteht, daß ſie nicht nur verſchiedene Landeskinder zum
Auen zuſammenbringen, ſondern auch das, daß Spieler ſonſt
jumder Vereine zur Erreichung desſelben Zieles, des Sieges,
z ſammen kämpfen. Daß die Pflege dieſes ſportlichen, auf
Ver=
uid Wertſchätzung des Gegners gerichteten Geiſtes, ſelbſt von
ſtratlicher Stelle beachtet wird, zeigt der oberſte Chef der
3— Miniſter des Innern, der zum Spiel und zur Begrüßungs=
Erſcheinen in liebenswürdiger und intereſſierter Weiſe zu=
hrffen, daß ihm und allen alten und neuen Freunden des
Hand=
eine eindrückliche Demonſtration für die Ideale der Leibes=
(Sgeben wird."
Ball in der Deutſchen Turnerſchaft.
W3d. Darmſtadk 1846 — T.V. Auerbach.
Din nunmehr der Platz am Finanzamt wieder ſpielfähig iſt,
ue nachmittag, die beiden erſten Freundſchaftsſpiele ſtatt, und
bAhr: 3. Mannſchaft gegen 2. des TV. Auerbach.
BUhr: 2. Mannſchaft gegen 1. des TV. Auerbach.
MMannſchaften von Auerbach ſind ſehr flink und ſiehen an Spiel=
B4ßern nicht nach, ſodäß der Ausgang der Spiele nicht vorans=
MMannſchaft der Tgde. 1846 begibt ſich nach Erbach, um
eben=
äreundſchaftsſpiel gegen den dortigen Turnverein auszutragen.
Sporkkalender.
Handball.
10,15 Uhr: Rot=Weiß — S.C. Kreuznach (Rheine
2,00 Uhr: Reichsb. T. u. Sp.V. Darmſtadt — T. enbach.
2,30 Uhr: Süddeutſchland — Mitteldeutſchland (Pol. Sp.=Platz).
Fußball.
11,00 Uhr: Pol. Sp.V. Darmſt. — Sp.V. Mörfelden (Pol.=Platz)
11,00 Uhr: Eintracht Darmſtadt — Sp.Vg. Roßdorf.
11,15 Uhr: Rot=Weiß — Germania Pfungſtadt (Rheinallee).
3,00 Uhr: Sp.Vg. Arheilgen — Germania Bieber (Mühlchen).
Saudaf.
* Kreisliga Südheſſen.
aſtenmal nach der ſibiriſchen Kälte haben wir wieder ein volles
Mu und es wird vorausſichtlich noch zu recht intereſſanten
Kämp=
gei, da der Meiſter und die Abſtiegskandidaten noch ausgeſpielt
Rnifſſen. Diesmal ſind fünf Spiele angeſetzt und ſie werden
hale ausgetragen werden können, da die Platzverhältniſſe jetzt
heirnbar und. Es treffen ſich:
ſyn pia Worms — FſL. Lampertheim.
Av. Pfeddersheim — Olympia Lorſch.
arsenburgia Heppenheim — V.f.R. Bürſtadt.
Tv, Horchheim — Normannia Pfiffligheim.
. Hochheim — FV. Biblis.
eite Treffen wird auf dem Alemannia=Sportplatz in Worms
e. Es geht um Meiſterſchaft und Abſtieg. Olympia darf
As noch weitere Punkte vergeben, ſonſt käme der Altmeiſter
urgſtigend nahe. VfL. Lampertheim braucht noch etliche Pünkt=
Wenen ſicheren Platz zu haben, und iſt deshalb mit einem ſpan=
Mampf zu rechnen. Aehnlich iſt die zweite Begegnung. Auch
Wen Punktverluſte für beide Teile ſehr fatal, jedoch werden letz=
As wohl die Gäſte die Glücklicheren ſein. Sie brauchen die
edingt, um mit den Wormſer „Kleeblättlern” konkurrieren
In Heppenheim werden wohl die beiden Punkte am „
Gal=
zm bleiben. Beide Vereine ſind vorm Abſtieg geſichert, und
W lich lediglich um Erhöhung des Punktkontos. In Horchheim
* „Normannen” zu beweiſen, ob ihr guter Tabellenſtand be=
Ar Auch hier haben beide Mannſchaften genügend Punkte und
ann Abſtieg bewahrt. In Hochheim werden die Bibliſer
dies=
arien Wiederſtand ſtoßen, da die Einheimiſchen noch unbedingt
euichen, um nicht abzuſteigen. Die Riedleute haben allerdings
en Mittelplatz und die Punkte nicht ſo nötig, doch werden ſie
Ihrgeiz kaum etwas verſchenken. Man darf geſpannt ſein,
hder fünſwöchigen Ruhepauſe die ganze Angelegenheit
5. C. Union 1913 — Bikkoria Walldorf.
Nach längerer, durch den langen Froſt bedingten Zwangsruhepauſe,
muß Union zur Fortſetzung der Verbandsrunde nach Walllorf. Die
Einheimiſchen müſſen bei dieſem Spiel mit aller Energie kämpfen, um
mit einem ehrenvollen Reſultat wieder nach Hauſe zu kommen. Die
Mannſchaft beſitzt die nötige Kraft, um ihrem Gegner den Sieg ſtreitig
zu machen, jedoch iſt Walldorf auf eigenem Platze kqum zu ſchlagen. Auch
wird ſich der Platzverein nicht die Chance der Meiſtenſchaft verderben
laſſen, und ſo alles aus ſich herausgeben, was nur irgend möglich iſt,
um ſo mehr, als im Vorſpiel Walldorf durch Glück einer Niederlage
entgangen iſt. Die Abfahrt der Ligamannſchaft iſt per Auto um 1 Uhr
ab Vereinslokal, während die Reſervemannſchaft bereits um 12 Uhr per
Auto ab Vereinslokal die Fahrt antritt. Auch für dieſe Mannſchaft gilt
es, mit der nötigen Energie zum Spiele anzutreten und ſomit Sieg und
Punkte mit nach Hauſe zu nehmen. Die Beſſunger dritte Mannſchaft
(mpfängt die erſte Mannſchaft von Ober=Ramſtadt zum fälligen
Rück=
ſpiel. Hier kann man dieſe Elf als Sieger bezeichnen, denn Ober=
Ram=
ſtadt iſt nech ein junger Verein und kann daher noch keinen ebenbürtigen
Gegner abgeben. Jedoch wird aus dieſer Elf noch ein beachtlicher
Geg=
ner entſtehen. Um der Liga= und Liga=Erſatzmannſchaft den nötigen
Rückhalt zu geben, wird gebeten, ſich recht zahlreich an der Fahrt nach
Walldorf zu beteiligen.
Buch und Spoekplaß.
Zum „Tag des Buches” am 22. März 1929.
Der 22. März bringt dem deutſchen Volke zum erſten Male in
ſeiner Geſchihte den „Tag des Buches”,
Was heißt da3? An dieſem Tage wird überall in Deutſchland und
über die Reichsarenzen hinaus im geſamten deutſchen Sprachgebiete die
breite Oeffentlichkeit auf den Wert des guten Buches eindringlich
auf=
merkſam gemacht weoden. Der Gedanke iſt nicht neu, Itabien und
Spanien haben bereits in ähnlicher Form für ihre nationale Literatur
gelvorben.
Wir würden aber den „Tag des Buches” in ſeiner Bedeutung ganz
verkennen, wenn wir in ihm nur eine Werbe=Veranſtaltung
für ein an ſich geſiß bedeutſames Erzeugnis unſeres Kultur= und
Wirk=
ſchaftslebens ſehen wollten. Seine Berechtigung, ja ſeine Notwendigkeit
liegt viel tiefer; ſie rührt an Wandlungen in der Lebosauffaſſung
unſeres Volkes, die für unſer Schüickſal als Staat und
Lebensgemein=
ſchaft entſcheidend ſind. Der „Tag des Buches” muß uns allen, wenn wir
ihn recht verſtehen, eine Mahnung zur kulturellen
Selbſt=
beſinnung werden.
Man wird an dieſem Tage neben der Preſſe und dem Buchhandel,
Bühne, Film und Nundfunk in den Dienſt der Werbung für das gute
deutſche Buch ſtellen; Wiſſenſchaft und Kirche, Volksbüchereien und die
deutſche Scule in aller Welt wevden an dieſem Tage ſeinen Wert
be=
tonen Und doh wäre der „Tag des Buches”, unvollſtändig, ja man
könnte vielleieht behaupten, in ſeinem innerſten Weſen mißlungen, wenn
nieht auel; die große deutſche Turn= und Sportgemeinde, und hier wieder
je Leibesibungen treibende Jugend, die Hoffnung unſeres Volkes, die
leitende Idee dieſes Tages erkennt und ihr akünftig nachlebt.
An ſich liegt es nahe, unſere Zeit als die „Zeit des Sportplatzes”,
der Ueberbewertung körperlicher Leiſtung und Fertigkeit, zu bezeichnen
und ſie in ſchroffen Gegenſatz zur „Zeit des Buches” vergangener Tage
zu ſtellen. Zweifellos können weite Kreiſe unſeres Volkes im Hetztempo
unſeres heutigen Labens nicht mehr die Beſinnlichkeit und Nuhe
aufbrin=
gen, die das gute Buch verlangt; zweifelles gibt es viele, die aus den
ſeeliſchen und geiſtigen Wieren unſerer Tage heraus die ſportliche
Re=
kordleiſtung verhimmeln, die wiſſenſchaftliche und künſtleriſche Leiſtung
nicht zu würdigen wiſſen.
All dies ſei zugeſtanden. Wer aber die jugendpfleggriſche Arbeit
und die letzten Ziele der deutſchen Turn= und Sportverbände kennt,
weiß, daß der Kern der deutſchen Turn= und Sportbewegung noch
ge=
ſund und nuverdorben iſt. Hier ſoll nach dem Willen ihrer Führer eine
neue Generation heranwachſen, die nicht nur körperliche Geſundheit —
ſtarke Muskeln und gute Nerven — ihr Eigen nennt, ſondern auch ein
offenes Auge für die Heimat und ihre geiſtigen Güter, Ehrfurcht und
Verſtänduis für Kunſt und Wiſſenfchaft hat. Und hierzu hilft uns vor
allem das gute Buch.
Die deutſche Turn= und Sportbewegung will nicht den Muskelprotz
und Rekordjäger erziehen, noch weniger den „Tribünenſportler”. Sie
wvill den jungen deutſchen Menſchen ſtark und geſund machen, nicht nur
körperlich, ſondern auch ſittlich und geiſtig. Sie wird ihr Ziel erreichen,
wenn das gute Buch in den Turn= und Sportvereinen ebenſo zu Hauſe
ſein wird, wie der Fußball, der Lauffchuh und das Turngerät; wenn
jeder Turn= und Sportverein ſeine gute Vereinsbibliothek hat und der
Sieger im Wettkampf unter den Preiſen auch ein wertvolles Buch findet.
Deswvegen ſei der „Tag des Buches” allen Turn= und Sportvereinen,
tor allen: den Jugendleitern, ein Anſporn, Jugendpflege im wahren
Sinne des Wortes zu treiben. Ein weſentlühes Hilfsmittel dieſer
Jugendpflege iſt aber das gute deutſche Buch.
Was für die Jugend gilt, gilt auch für den erwachſenen Turner und
Sportler. Auch er muß als Menſch verkümmern, wenn er zu ſehr der
kürperlichen Leiſtung in ſeinem Leben Raum gibt, ebenſo wie der Menſch
der Vorkriegszeit verkümmerte, weil er zu wewig an ſeinen Körper
dachte. Wir haben in Deutſchland wohl die beſte Turn= und
Sport=
literatur der ganzen Welt, die dem Weſen des Deutſchen entſprechend
nicht nur Fragen der Technit bekandelt, ſondern die Idee der Leibes
übungen und ihre Beziehungen zu geiſtigen und ſittlichen
Lebensgebie=
ten zu ergrunden verſucht. Hier wird der wahre Turner und Sportler
in Stunden der Muße im Geiſtigen die wertvolle Ergänzung ſeiner
körperlichen Betätigung finden. Auch dazu mahnt der „Tag des Buches”,
Nicht „Buch gegen Sportplatz”, ſondern „Buch und Sportplatz”, das
iſt der Sinn und die Mahnung des „Tag des Buches” für die deurſche
Dr. Brandt.
Turn= und Sportgemeinde.
Fechlen.
Florettfechtkurnier der Senioren in Frankfurk.
Der Verband mittelrheiniſcher Fechtklubs, Gruppe 3 des Deutſchen
Fechſterbundes, veranſtaltet ſein diesjähriges Florett=Wettfechden der
Senioren in Frankfurt im Hauſe der Fechter. Dieſer Verband iſt von
je die fechtſportlich ſtärkſte und älteſte Fechtergruppe Deutſchlands; er
kann 1930 auf ſein 50jähriges Beſtehen zurückblicken. Seine Grundlage
fand er weſentlich in den Fechtmeiſtern der kurz vorher aufgelöſten
heſſi=
ſchen und der naſſauiſchen Offiziersfechtanſtalten, die es verſtanden hatten,
auf rein ſportlicher Baſis einen Kreis für die Fechtkunſt begeiſterter
Jünger heranzuziehen. — Zu dem Wettkampf ſind üßer 30 Meldungen
von Senioren aus allen Städten des Mittelrheingebiets eingegangen,
geht es doch hierbei um den wertvollen Goldpokal des Großherzogs von
Heſſen, der ſeit 1912 als Wanderpreis hart umkämpft iſt. Es ſteht
aller=
dings bevor, daß er jetzt endgültig in den Beſitz des Frankfurter
Fecht=
klubs übergeht, da er bereits dreimal hintereinander von dem Deutſchen
Meiſter Casmir=Frankfurt erkämpft wurde und beim vierten Sieg
be=
ſtimmungsgemäß verfällt. Von den Fechtern des Darmſtädter
Fecht=
klubs nehmen L. Anton und Fritz Müller am Wettkampf teil, zum
Kampfrichter iſt Alfred Schmitz und zur Turnierleitung M. Steffan vom
Verbandsausſchuß berufen.
Geſchäftliches.
Arterienverkaltung iſt eine Krankheit, die nach ärztlichen
Feſtſtel=
lungen in den letzten Jahren ſehr ſtarbe Ausbreitung gefunden hat. Der
ſchleichende und bösartige Charakter dieſer Krankheit macht ſie gefürchtet.
Es iſt daher begrüßenswert, daß Herr Geheimer Medizinalrat Dr. med.
Schroeder in allgemein verſtändlicher Weiſe die Adernverkalkung in
einer Broſchüre beſpricht und gleichzeitig auf ein Mittel hinweiſt, das
aus edlen Pflanzen und Blutſalzen beſteht und ſich in der Praxis
her=
vorragend bewährt hat. Dieſe Broſchüre erhalten Intereſſenten auf
Verlangen umſonſt und portofrei vom Verſand R. H. Kühn, Berlin=
Kaulsdorf 70. Wir verweiſen auf das Inſerat in der heutigen Mummer
unſeres Blattes.
Unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpekt der Firma Fr.
Gütting, Modernes Geſchäftshaus der Fahrräder=, Nähmaſchinen=,
Sppechapparate= und Uhren=Branche, zu Dawſtadt, bei, auf welches wir
unſere werten Leſer hierdurch ausdrücklich nochmals beſonders
aufmerk=
fam machen. — Der täglich wachſende große Kundenkreis dieſer Firma
iſt der beſte Beweis ihrer Leiſtungsfähigkeit und Meellität. — Ein
Auf=
trag durch Sie wird auch Sie veranlaſſen, dieſe Firma als dauernde
Bezugsquelle zu bevorzugen. Auf Wunſch werden angenehme
Zahlungs=
erleichterungen gewährt, die jedem Käufer die gewünſchten Anſchaffungen
ſofort ermöglichen ohne im Beſitze von größeren Barmitteln ſein zu
müſſen.
(4684
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 17. März. 8.30: Katholiſche Morgenfeier. o 11:
Führung durch eine Fabrik mechaniſcher Muſikinſtrumente. O 11.30:
Elternſtunde. Studienrat Dr. Schindehütte: Wie Frankfurter Prima=
ner im Deutſchen Muſeum in München Arbeitsunterricht getrieben
haben. O 12: Kaſſel: Ein Gang durch die Staatl. Gemäldegal
zu Kaſſel. „Rubens und van Dyk”, ein Dialog. o 13:
Landwirt=
ſchaftskammer Wiesbaden: Bodenfroſt und Frühjahrsbeſtellung. —
Frühjahrsbewäſſerung der Wieſen. — Das Verjüngen der Obſtbäume.
6 13.10: Engliſche Dichtungen. Lilian Harriſon (Rezitation), John
Armſtrong (Geſang). o 14.45: Jugendſtunde. Märchen. Hanna
Lüngen: Wunſchſtunde. O 15.45: Eine Spinnſtube in Oberheſſen
(Spinnherr Georg Heß von Leihgeſtern bei Gießen). o 16.30:
Konzert des Funkorch.: Walzer. o 18: Deutſche Welle: Gedanken
zur Zeit. Prof. Dr. Spahn, M. d. R. und Reichskanzler a. D. Dr.
Luther: Das Problem des Einheitsſtaates. O 19: Privatdozent Dr.
Stoltenberg: Die Farbe in Kunſt und Leben. O 20.30: Konzert
des Funkorcheſters. Mitw.: Sofie Selzmann (Klavier). O. Anſchl.;
Bunter Abend. O Darauf; Tanzmuſik. Kapelle Pinkus=Langer.
Stutgari.
Sonntag, 17. März. 10.45: Epangeliſche Morgenfeier. Anſpr.;
Lic. Waldenmaier. Mitw.: Kirchenmuſikdirektor Strebel, Prof.
Feuerlein (Baritonf. O 11.30: Aus dem Rathaus Karlsruhe:
Muſikaliſche Morgenfeier. Kammerorcheſter der Hochſchule für Muſik.
Soliſten: G. Mantel (Klavier), G. Valentin Panzer (Violine und
Viola), J. Peiſcher (Violine), O. Schmidt (Violme), K. Spittel
(Flöte), P. Trautvetter (Cello). Werke von G. Fr. Händel. o 14:
Märchenſtunde. U. a.: Der verlorene Pfeil. Ein indiſches Märchen
von Dr. Rottluff. Mitw.: Funkorch. O 15: Dr. Schick: Der
eng=
liſche Student und engliſche Univerſitäten. O 15.30:
Unterhaltungs=
konzert. Mitw.: Hilde Keefer=Bluthardt, H. Hofele, das Kromer=
Sextett, Funkorch. O 18: Deutſche Welle: Prof. Dr. Spahn, M.
d. R. und Reichskanzler a. D. Dr. Luther ſprechen über „Das
Pro=
blem des Einheitsſtaates”, O 19: Kriminalkommiſſar a. D.
Engei=
brecht:Tragikomödie der Kriminaliſtik. O 19.30: Dichterſtunde: Alma
Joh. König. O 20.15: Arbeiterdichtung. Ausf.: Lotte Baer,
Funk=
orcheſter. Dichtungen von Gerrit Engelke, Karl Bröger, Heinrich
Lerſch, M. Barthel, Jakob Kneip. O 21.30: Die Walzer=Dynaſtie
der Strauß, anläßlich des 125jährigen Geburtstages von Johann
Strauß (Vater) am 14. März. Ausf.: Philharmoniſches Orcheſter
Stuttgart. Soliſten: Käte Mann, H. Hanus. Joh. Strauß (Vater):
Radetzky=Marſch; Loreley=Rheinklänge, Waizer. — Die drei Söhne:
Ed. Strauß: Feſche Geiſter, Walzer. — Joſef Strauß: Frauenherz,
Polka=Mazurka; Dorfſchwalben, Walzer. — Joh. Strauß: Ouv.
zur Operette „Waldmeiſter”: „Mein Herr Marquis” aus „
Fleder=
maus”; Uhrenduett aus „Fledermaus”: Roſen aus dem Süden,
Walzer; „Ninana”, Lied aus „Nacht in Venedig”; Wiener Blut,
Walzer. — Perpetuum mobile (muſikal. Scherz).
KABT
Nur beim Fachmann
C. Boßler & Co., G. m b. H
Ernst-Ludwigstraße 14
Telephon 2140 (1038a
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maup=
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuiſleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streefe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch, für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟ Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuitripte wird Garante der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige hai Nummer 26 Geiten
Nummer 76
Sonntag, den 12
.—die
Wie aus Berlin verlautet, hat das Reich mit einer Reihe
privater Berliner Geldgeber in dieſen Tagen einen Kreditvertrag
abgeſchloſſen. Es handelt ſich um die Summe von 150 Millionen
Reichsmark, die dem Reich bis zu vier Wochen zur Verfügung
ge=
ſtellt wird. Das Kreditabkommen, das zu Vorzugszinsſätzen
ab=
geſchloſſen worden iſt, beginnt am 28. März bzw. 1. April zu
lau=
fen. Die Rückzahlungsfriſt iſt auf hochſtens vier Wochen feſtgeſetzt.
Es ſteht aber dem Reich frei, bereits zu einem früheren Termin
mit der Rückzahlung zu beginnen. Dieſer Modus iſt gewählt
wor=
den, da dem Reich bereits ab 10. April als dem Stichtag für die
Steuerzahlungen erhebliche Beträge zufließen werden. An dem
Reichskredit ſind nach unſeren Informationen die vier D=Banken,
die Commerz= und Privatbank, das Bankhaus Mendelsſohn &. Co.,
die Berliner Handelsgeſellſchaft ſowie die Reichskreditgeſellſchaft
beteiligt. Uebrigens iſt dieſer Kredit nicht identiſch mit den
finan=
ziellen Hilfsmaßnahmen, die der Reichsfinanzminiſter vor einigen
Tagen in ſeiner Etat=Rede erwähnt hat.
* Der kommende 1. April bildet als Quartalszahltag für die
leeren Reichskaſſen einen kritiſchen Tag erſter Ordnung, weil die
beweglichen Gelder, die an ſich dem Reichsfinanzminiſter zur
Ver=
fügung ſtehen, eingefroren ſind und nicht flüſſig gemacht werden
können. Sie wurden im Rahmen des Extraordinariums früherer
Jahre ausgegeben, ohne daß es möglich war, die dafür
vorgeſehe=
nen Anleihen zu bekommen. Das Reich mußte alſo zu
außer=
ordentlichen Mitteln greifen, um über den 1. April
hinwegzukom=
men. Der Finanzminiſter hat deshalb bei den Berliner
Groß=
banken einen Pump von 150 Millionen, die auf höchſtens vier
Wochen laufen, aber ſchon früher zurückgezahlt werden können,
aufgenommen. Da auch die Reichsbahn in der gleichen
Verlegen=
heit iſt, hat der Verwaltungsrat beſchloſſen, die notwendigſten
Beſtellungen bei der Induſtrie, mit Hilfe der Banken zu
finan=
zieren und dieſen Kredit dann bei beſſerer Anleiheſituation
abzu=
decken. Es würde ſich hier um einen Betrag von 50 bis 60
Mil=
lionen Mark handeln.
Die nach vorübergehender Ermäßigung zur Wochenmitte wieder um
15 Guldencen’s erhöhten amerikaniſchen Angebote begegneten hier nur
geringem Intereſſe und auch in Plataweizen wurde nur wvenig gekauft.
Mehrfache Umſätze vollzogen ſich wieder in inländiſchem Weizen, der
in ſüdweſtdeut’cher Herkunft auf prompte Lieferung in guter Qualität
mit 24,75 RM. frei Mühle bezahlt wurde. Im Durchſchnitt wurden
jedoch nur 24,50 RM. geboten, und da die Käufer bemüht waren, ihre
Forderungen von 25 RM. durchzuſetzen, war die Abſchlußtätigkeit
er=
ſchwert. Für ſächſiſchen Weizen, 77/78 Kilogramm, auf April=Lieferung,
wurden 25,25 RM. frei Mannheim, für niederrheiniſchen Weizen von
75/76 Kilo 24—24,25 RM. gefordert. Inländiſcher Roggen harte
kleines Geſchäft. Ab Vorderpfalz lagen Angebote zu 24 RM., von
Bayern ſolche zu 24,25—25 RM. vor; die ausländiſchen Angebote kamen
nicht in Frage. Mehl hatte unverändert ruhigen Maukt; bei einigen
Mühlen war der Abruf auf alte Kontrakte gegenüber den Vormonaten
etwas beſſer. Von der zweiten Hand liegen Angebote vor, die ſich 1,00
bis 1,25 RM. billiger als die Mühlenforderungen ſtellen. „Gerſte
hatte ſehr ruhigen Maukt; das Angebot iſt weniger drängend geworden.
Da verſchiedene mit Winterfrucht beſtellte Aecker notgelitten haben und
mit Sommergerſte beſtellt werden müſſen, glaubt man, mit derſtärktem
Bedarf an Saatgetreide rechnen zu können. Ueber vereinzelt
auftau=
chende Befürchtungen einer möglichen Beeinträchtigung der
Beſchaffen=
heit der Gerſte aus der neuen Ernte durch die verſpätete Beſtellung
ſetzt man ſich vorläufig noch hinweg. Bei unveränderten Foxderungen
fanden vereinzelt beſte Qualitäten in kleinen Poſten Unterkunft. Bei
Hafer, zeigte ſich weiter einige Nachfrage der Nährmittelfabriken.
Wegen der nötig werdenden Feldarbeiten in den nächſten Wochen rechnet
man mit einem kleiner werdenden Angebot vom Lande. Nach der
Schweiz tburden einige Poſten bayeriſchen Hafers gebanddlt. Die
hieſi=
gen Forderungen blieben unverändert. Greifbarer Mais wurde nur
in kleinen Mengen zu 25 RM. angeboten, doch wurde dieſer Preis als
zu hoch erachtet. Für Abladungsware beſtand wenig Intereſſe. Von
Futtermitteln waren Biertreber und Malzkeime zu ſofortiger
und Trockenſchnitzel für ſpätere Lieferung gefragt. Man verlangte für
die 100 Kilo Biertreber mit Sack prompt 22—23, April 21, Malzkeime
mit Sack prompt 20,50—21, Futtermehl 15—15,50, Kleie 14, Wieſenheu
loſe 12—13, Kleehen 13—14, Preßſtroh 5,80—6,40 RM.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 13. März. Die auf den
Stichtag des 13. März berechnete Großhandelsinderziffer des
Statiſti=
ſchen Reichsamtes iſt mit 139,9 gegenüber der Vorwoche (140,1) leicht
zurückgegangen. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für
Agrar=
ſtoffe um 0,4 v.H. auf 135,0 (135,6) geſunken. Die Indexziffern der
übrigen Hauptgruppen waren unverändert; ſie betrugen für
Kolonial=
waren 125,4, für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 134,0 und für
induſtrielle Fertigwaren 158,0.
Dampfkeſſelfabrik vorm. Arthur Rodberg A. G., Darmſtadt. Die
Generalverſammlung genehmigte den Abſchluß für 1927/28, der einen
zum Vortrag kommenden Reingewinn von 1622 RM. aufweiſt. Im
Vor=
jahre war nach der Sanierung eine Ertragsrechnung ohne Saldo
aus=
gewieſen worden. Ueber den Auftragseingang im neuen Geſchäftsjahr
wird mitgeteilt, daß zwar die Objekte heiß umſtritten ſeien, daß es
je=
doch dem Unternehmen gelungen ſei, Aufträge zu ſichern, ſodaß mit einer
befriedigenden Beſchäftigung zu rechnen ſei.
Produkkenberichke.
Mainzer Produktenbericht vom 15. März.
Großhandelseinſtands=
preiſe pro 100 Kilo loko Mainz: Weizen 24,50, Roggen 23,75, Hafer 24,5,
Braugerſte 24,25—24,75, Futtergerſte 20,50—21, Süddeutſches Weizenmehl
Spezial Null 34,00, desgl. niederrhein. 34,00, Roggenmehl Null. 1 31,50,
Weizenkleie fein 14,50, Weizenkleie grob 15,50, Roggenkleie 16,
Weizen=
futtermehl 15,25, Platamais 24,50, Cing.=Mais 25,75—26, Malzkeime mit
Sack 19,50, Biertreber 22,50—23, Erdnußkuchen 24—24,75, Kokoskuchen
23—26, Palmkuchen 22,50—23, Rapskuchen 21,25—21,50, Kleeheu loſe
13—14, Kleeheu geb. 13,59—14, Wieſenheu 11,75—12,25, Maſchinenſtroh
5—5,50, Drahtpreßſtroh 5,25—5,50, Weiße Bohnen 98—100. Tendenz:
Ruhig.
Berliner Produktenbericht vom 16. März. Der feſtere Unterton
ver=
mochte ſich auch am Wochenſchluß an der hieſigen Produktenbörſe zu
be=
haupten. Am Lieferungsmarkt ergaben ſich, namentlich in den ſpäteren
Sichten, für beide Brotgetreidearten Preisgewinne; Mai=Weizen= und
Roggen ſetzten 0,75 Mark höher ein, Juli=Roggen hatte ſogar einen
Preisgewinn von 1,25 Mark zu verzeichnen. Die Märzſichten eröffneten
unberändert und ebenſo wurden Weizen und Roggen zur prompten
Waggonverladung zu geſtrigen Preiſen umgeſetzt. Das Angebot in
Waggonware bleibt weiter klein, dagegen iſt Kahnware, und zwar
Wei=
zen und Roggen, zur Lieferung nach Schiffahrtseröffnung, ausreichend
angeboten, Umſätze kommen jedoch ſchwer zuſtande, da die Forderungen
der Inlandseigner recht hoch lauten. Vom Auslande lagen beſondere
Anregungen nicht vor. Der kanadiſche Farmerpool hatte trotz ſtetiger
nordamerikaniſcher Terminmärkte ſeine Offerten ermäßigt. Im M
hl=
geſchäft ſind die Abrufe befriedigend; neue Abſchlüſſe kommen jedoch
ſchwer zuſtande, da Gebote zumeiſt auf unveränderter Baſis vorliegen,
während die Mühlen im Einklang mit den in den letzten Tagen
geſtiege=
nen Getreidepreiſen ihre Offerten erhöht haben. Weizenmehl zur
promp=
ten Lieferung bleißt gefragt. Hafer und Gerſte bei ſtetigen Preiſen ruhig,
Dem Schweinemarkt in Weinheim am 16. März wurden 258 Schweine
zugeführt. Verkauft wurden 207 Stück, und zwar Milchſchweine das
Stück von 19—32 Mark, Läufer das Stück von 43—60. Mark, Einleger
das Stück zu 88 Mark.
Hamburger Butternotierungen. Durchſchnitt 1. Klaſſe 170—172;
2 Glaſſe 162—165; Kopenhagener Butter 305 Kr.
Frankfurt a. M., 16. März.
Obwohl an der New Yorker Börſe die Hauſſeſtimmung anhält,
ging von dieſer Tatſache keine beſondere Anregung aus, und zu
Beginn der heutigen Samstagsbörſe konnte ſich nur ſchleppendes
Geſchäft entwickeln.! Die Umſätze waren ſehr beſcheiden und
be=
ſchränkten ſich nur auf ganz vereinzelte Spezialwerte. Die
Speku=
lation war wieder ſtark zurückhaltend, da Orders von
Publikums=
ſeite ſowie günſtig lautende Nachrichten nicht vorlagen. Die
Stim=
mung war im allgemeinen luſtlos, doch zeigte der Grundton der
Börſe eine gewiſſe Widerſtandsfähigkeit, da von der Etatsdebatte
und den neueren Meldungen über den Stand der
Reparations=
verhandlungen eine Beruhigung ausging. Gegenüber der
geſtri=
gen Abendbörſe war die Kursgeſtaltung keine einheitliche, doch
blieben die Veränderungen nach beiden Seiten gering.
Verein=
zelte Werte, in denen weiter einige Auslandsaufträge vorgelegen
haben ſollen, konnten ſich bis zu 2½ Prozent beſſern. So waren
vor allem A. E. G. bevorzugt. Auch Spenska konnten 2 Mark
ge=
winnen. Bis 1½ Prozent feſter eröffneten noch Weſteregeln,
Adlerwerke, Deutſche Linoleum und Diskontogeſellſchaft.
Reali=
ſationen, die aber kein größeres Ausmaß annahmen, hatten bei
nachfolgenden Aktien einen Rückgang bis zu 2 Prozent zur Folge.
So waren Licht u. Kraft, Metallbank, Montanwerte und
Kupfer=
aktien, trotz der weiteren Steigerung der Kupferpreiſe, ſtärker
ver=
nachläſſigt. Chadeaktien, J.G. Farben und Montecatini blieben
bei kleinſten Umſätzen knapp gehalten. Feſt waren im Freiverkehr
von amerikaniſchen Kunſtſeideſhares Bemberg mit 84 und
Glanz=
ſtoff mit 64½ Dollar. Renten ohne nennenswertes Geſchäft,
deut=
ſche Anleihen weiter etwas gebeſſert.
Im Verlaufe wurde die Stimmung etwas freundlicher; das
Geſchäft erfuhr jedoch keine bemerkenswerte Belebung.
Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 6 Prozent
etwas leichter
Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4. 2152,
gegen Pfunde 20.468, London=Kabel 4.8528, Paris 124.26.
Man=
land 92.68, Madrid 31.70, Holland 12.1180.
Berlin, 16. März.
Obwohl für heute einige anregende Momente vorlagen, konnten
dieſe in der Kursgeſtaltung nicht zu Ausdruck kommen. Die ſehr feſte
geſtrige New Yorker Börſe, an dr beſonders der Rückgang der
Lom=
bardkredite um 20 Millionen Doular einen guten Eindruck machte, und
beſſere Nachrichten über die Pariſer Verhandlungen, bei denen
beſon=
ders hinſichtlich der Reparationsbank Einigkeit unter den
Kommiſſions=
mitgliedern zu beſtehen ſcheint, konnten keinen größeren Einfluß
aus=
üben. Man beſchäftigte ſich weiterhin mit dem Steueretat und den
Vorſchlägen Dr. Reinholds zu dieſem, doch gehen dieſe Vorſchläge ja in
der Hauptſache auf Abſtriche hinaus und ſehen keine neue
Steuerbe=
laſtung der Wirtſchaft vor. Demgegenüber wurden die ungünſtigen
Momente ſtärker betont. Man wies auf die neuen deutſchen
Goldſen=
dungen nach New York hin, kommentierte die weitere Erhöhung der
Arbeitsloſenziffer in der zweiten Februarhälfte, und fürchtete eine neue
Ausgabe von Schatzanweiſungen im Zuſammenhang mit den
rückgängi=
gen Einnahmen der Reichsbahn. Vor allen Dingen wollte man aber
wiſſen, daß der Geſundheitszuſtand Streſemanns ſich wieder
derſchlech=
tert habe und daß der Reichsaußenminiſter ſich mit Rücktrittsabſichten
trage. Vorbörslich noch eher ſchwächer taxiert, zeigte ſich dann zu den
erſten Notierungen einige Kaufneigung, die der Spekulation auch an den
ſibrigen Mäokten zu Deckungen Anlaß gab. Die meiſten Werte
eröffne=
ten gegen geſtern wenig verändert. Deviſen unverändert; Pfunde etwas
feſter. Am Geldmarkt wurden geſtrige Sätze genannt.
15. 3. /16 3.
15. 3 (16. 3.
A. C. G
168.— Hirſch Anpfer
165
142.— 1142.75
Augsb.=Nürnb. Maſch 84.25 84.75 Säſch Eiſen.
119.75 11197
Baſalt
53.75 541, Hohenlohe Werke
73.50 73.50
Beramann".
204.50 1208.— Kahla Porzella
101.— 1101—
Berl. Karlsruhe
67.50 67.25 Kali Aſche
212.50 (211.—
Berl. Hand.-
226.— l218.50 ) „ Salzdetfurt
312.50 1312.50
Braunkohl.
162.50 1162.50
214.50 1213.50
Weſte
Bremer=Wolle
209.— 1206.— Lindes Ei
170.25 174.—
Danatbank
Deutſche Bank.
Diskontogeſ
Tresdner Ban
Deutſche Maſchin
Deutſche Erdöl
121.75 1120.25 Orenſtein.
Leutſche Petrol
Polyphon.
Tynamit Nobel
115. — 1115.50 ) Rütgerswerke
lektr. Lieferung
161.75 161.75 Sachſenterke
G. Farben
Siemens Glas.
245.— 1245.—
Ver. Glanzſtoff
Felſenk. Berg.
127.—
127
ei. f. cleftr. Unte
226. 1227.50 * Ver. Stahlwerke
an. Maſch.=Egeſt. 1 46.— 46.—
Volkſtedter Porz
Kanſa Dampfſch.
166.75 Wandeter Werke
Hapag .
127.75 1127.25 Wiſſner Metall.
Harpener
134.50 133
Wittener Gußſtah
Hemoor Zement
272.— 1272.—
) Die 3 Kaliirerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht
47.25
112.—
150.—
124.50
85.50
352.50
92.—
118.
144 25
New York, 16. März
Baumwolle: Der heutige Baumollmarkt nahm einen ſch
lauf. Anfangs war die Tendenz etwas ſtetiger, auf Grun)
berichten aus Liverpool, ſpäter ergaben ſich aber Preisrückg
Eintreten beſſeren Wetters im Süden und im Miſſiſſippsi
lichen Firmen zu Verkäufen anregt. Außerdem machte ſich 2
druck fühlbar, und auch New Orleanſer Firmen ſchritten
Kaffee: Am heutigen Kaffcemarkte herrſchte ruhige Sti
quidationen, die allerdings nicht ſehr bedeutenden Umfang
Verkäufe der Kommiſſionsfirmen ließen die Preiſe zurückgeh
Schluß verurſachten aber Deckungen teilweiſe eine Erholurn
Zucker: Am heutigen Zuckermarkte waren bei ruhiger (
keit nur ſehr geringe Preisänderungen zu beobachten. Die
nahm Deckungen vor, und die Kommiſſionsfirmen
bekundet=
eſſe für die ſpäteren Sichten.
Fette: Die ſtetige Veranlagung des Schwweine= und
ſowie die feſten Liverpooler Meldungen, führten am Schan
leichten Preisſteigerungen.
Chicago, 16. März.
Weizen: Nach ſtetiger Eröffnung ſchwächte ſich die
Weizenmarktes auf Grund günſtiger Berichte über den
Winterweizenſagten ab.
Mais: Der Maismarkt verkehrte angeſichts der nur ger
ren in ſtetiger Haltung.
Reggen: Die nur geringen Zufuhren und die ſtetige
der nordweſtlichen Märkte führten zu leickten Preisſteig
Roggen. In der Juliſicht waren Käufe öſtlicher Firmen z.
Im Einklang mit der Preisbeſegung des Weizenmarktes
im Verlaufe einige Preisabſchläge.
Hafer: Das im Südweſten herrſchende günſtige Wet
Ankündigung warmer klarer Witterung für alle Haferanbauch
ten ſich am Hafermarkte zunächſt in einem kleinen Preise!
unter dem Eindruck der ſtetigen Marktmeldungen aus V
dann jedoch eine Erholung ein.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am
Getreide: Weizen, März 125½, Mai 129½, Juli 1:
März 96½, Mai 9934, Juli 1027; Hafer, März 47½
Juli 48½: Roggen, März 109½, Mai 110½, Juli 11.
Fette: Schmalz, März 12.37½, Mai 12,60, Juli 19
tember 13.30; Rippen, Mai 14, Juli 14.45: „Speck
leichte Schweine 11.40—12.10, ſchwere Schweine au
Schweinezufuhren Chicago 4000, im Weſten 25 000.
Chicago Baumwolle: März 20.38, Mai 20.46.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork ar
Getreide: Weizen, Rotwinter 157½, Hartwinter 19
neu ang. Ernte 111½; Mehl ſpr. wheat clears 5,65
nach England 1,6—1,9 sh, nach dem Kontinent 10—1-
Schmalz: Prima Weſtern loco 13.10; Talg, extra 19
Kakao: Tendenz feſt, Umſatz in lots 158. loco
10.42, April 10.48, Mai 10.60, Juni 10.75, Juli 10.90,,
September 11.15, Oktober 11.21, Dezember 11.16.
Kleine Wit
92 —
42.—
90.50
44.75
Kelſingfors.
Wien......"
Prag ....."
Budapeſt ...
Sofia .....
Kölland ..."
Cslo ....."
Kopenhagen.
Stbäholm ..
London
Buenos Aires
New York ..
Belgien ..
16. 3.
Geld /Brief
22.05 22.09
7.395
5.44
2.071
1.18.
4.266
7.40
18.84
5.455
2.075
191
274
Aus dem Reingewinn der Rheiniſchen Kreditbank vuß
(einſchließlich 121 431 RM. Vortrag) ſollen wieder acht Prc)
Aktfenkabital von unberändert 24 Millionen RM. ausgeſch
RM. für Abſchreibungen benutzt, 75 000 RM. der Beamter/
und 175 000 RM. der Delkredere=Reſerve zugeführt werid
(121 431) RM. ſollen auf neue Rechnung vorgetragen wen
Im Feb=uar ſtellte ſich der Zementverſand auf 8300
502 000 To. im gleichen Monat des Jahres 1928.
Die Wirtſchaftliche Vereinigung deutſcher Meſſingwer
Die Grundpreiſe für Meſſingbleche werden auf 200 Mark,
ſtangen auf 177 Mark ab 17. März erhöht.
Der letzten Kupferpreiserhöhung vom 13. März um
Cents iſt ſehr ſchnell eine weitere Heraufſetzung des Kus
gleichem Ausmaße gefolgt. Nach einer New Yorker Kabe
höhte das Internationale Kupferkartell ſeinen Preis mit An
15. März von 20,25 auf 20,75 Dollar=Cents.
In der Woche vom 25. Februar bis 3. März wurden im
oberſchleſiſchen Steinkohlenbergwerken gefördert insgeſamt
gegen 472 757 To. in der Woche vom 18.—24. Febr. (beid
Arbeitstagen). Im arbeitstäglichen Durchſchnitt betrug aid
derung 77 965 (78 793) To. Der Eigenverbrauch der Gruby
auf 18 295 (21 582) To., der Abfatz innerhalb der Provinz
auf 146 258 (150 132) To. Nach dem übrigen Deutſchl/
315 661 (311 922) To., nach dem Ausland 41 313 (40 641) Zi
ſamtabſatz erreichte die Höhe von 503 232 (502 695) To.
Im Februar (23 Arbeitstage) betrug die Steinkohlen;
Polniſch=Oberſchleſien insgeſamt 2 379 000 To. gegen 2997
Januar (26 Arbeitstage). Im arbeitstäglichen Durchſchnitz
Produktion des Februar 103 400 (115 200) To. Der Eigenk
Gruben belief ſich auf 256 000 (237 000) To. Innerhalb /
ſchleſiens wurden abgeſetzt 665000 (715 000) To. Nach 21
Polen gingen 821000 (1016 000) To. Der Julandsabſatz
1487 000 (1 776 000) To. Der Export ſank auf 560 800 To. g
To. im Vormonat. Der Geſamtabſatz ging auf 2048 000 (2
zurück.
Nach „El Debate” beſchloß die Bank von Spanien, der
von 5,5 auf 5 Prozent mit Wirkung vom Montag, 18. X.‟
mäßige:
Frankfurter Kursbericht vom 16. März 1929.
(Me Mice
Rerchſt=
aul. v. 27
( %o Baden
Frei=
ſtaat v. 27.
6% Bahern Frei
ſtaat v. 27
29 beſſen
Volks=
ſtaat v. 28..."
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28
60 Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27..
7%
ThüringerFrei=
ſtaat v. 27
Dtſche. An..
Auslo=
ungsſch. + ½
Ablöſungsant.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe..
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24..
8% Darmſtadt v. 26
8%
v. 27
7% Frki. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26..
80 Mannh. v. 26.
8% Nürnber 26
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
* Ausl. Ser.
*. Ser.II
80 Ber „Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp. Bk.
½% Lia Pfhr.
30 „ PfbrBk.
4½%, Lig.Pfbr
84
91.5
91.5
86.9
W.
52.7
68.75
95.1
78.25
94
80-.
8% Heſſ. Landesbk.
4½% Heſſ. 2d8. Hp.
Bk.=Ligid. Pfbr.
8% Kom.
Landes=
bank Darmſtadt
8% Mein. Hyp.Bk.
4
Lig. Pfbr
2 Pfätz. Hyp.Bk.
% Preuß. Ztr.,
Stadt chaft. . .
8‟ Rhein.Hyp.=B
½% „ Lig. Pfbr.
8% Rhemn.=Weſtf.
Bd.=Cred .. . .."
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban1 ...."
8% Württ. Hyp.=B
6% Daimler Benz
von 27........"
8% Köckner=Werke
Berlin v. 26....
7% Mainfrw. v. 26
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26..
8% VoigtckHäffner
von 26 .
3. G. Farben Bonds
28..
5% Bosn. L. E. B
v. 1914.
% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914 ..
4%0 Oſt. Goldrentel
4:/,% Rum Gold
von 1913
4%0 Türk Admin.
49e
1. Badgad
Zollanl.
Ungarn 1913
75
92.5
4.5
94
76.77.
94.75
95
95
95.75
95.25
73
19.2
4:/,% Ungarn 1914/
AEG. Stamm . .. 168
Goldr., / 25.05 Baſt Nürnberg
Bergm. El. Werke/207
Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt. 11.39 25 Buderus Eiſen".
Berl. Handelsgeſ.
Darmſt. u. Nt.=Bi. /276
Deutſche Bank 175 Chade
Eff.=u.
Wechſel=
bank
Vereinsbant ..1102
Diskonto=Geſellſch. /467.75
Dresdener Bank .. 167.75
Frankf. Bank
Hyp.=Br.
Pfdbr.=Bk.
Mein. Hyp.=Bank.
Mitteld. Creditbk., 183.25 Eſchw Bergwer!
Nürnb. Vereinsbr./15)
Pfälz. Hyp.=Ban /./163
Reichsbank=Ant 304
Rhein. Creditb! 1121.7. Feli, & Guilleaum.
„ Hyp.=Bank 2)) Frift. Gas ..
Südd. Bod.=Cr. Bf.
Wiener Bantverein/ 14.5 Geiling ECie
106
A..G. Verfehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ..
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge
Hapag".
Nordd. Lioyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südo Eiſenb.=Geſ.
Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kleyer
AEG. Vorzug
.
463
54.5
1120
BrownBroverickCie 148
Brüning & Sohn..
Bk. f. Brauinduſtr. 165 Eemen: Heibelberg/139,5
Karlſtadt/175
Comm. u. Privatb. 195.5 Chem.WerleAlbert. 75.5
Daimler=Benz.
124:1, Dt. Atl.=Zelegr.. . . 1128
Eiſenh. Berlin
Erdöl
Gold= u. Silb.
ſcheide=Anſtalt. /168
150.5 . Linoleumwerk /329
1156 Eichbaum, Brauer.1300
Gotha. Grundkr. B. /142 Eleftr. Lich u. Kraftl207.5
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Eßlinger Maſchinen/ 44.5
Oſt. Creditanſtalt. . 34.4 Ettlinger Spinnereil225
F. G. Farbenindſtr. 242.75
Feinmech. (Jetter)./ 86.5
138
„ 60
81
Gelſen: Bergwer
Geſ. eieftr.
Un=
ternehmungen
Goldſchmidt Th. 88
Gritzner Maſchinen! 96.2
125 Grün & Bülfinger. 1173
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121 Hammerſen (Osn.)
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benninger, Lempf.,/170
57 Hilpert Armaturfb./ 92.5
83.5 Hindrichs=Aufferm./402
82.5 Hirſch Kupfer ....! —
Hochtief Eſſen".
Holzmann, Phil..
Holzvert.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
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„ Salzdetfurth.
„ Weſteregeln
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Klein, Schanzl.
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Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co.
Lech. Augsburg ...
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcherd Metale
Lutz Gebt. Darmſt.
Mainkr..W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br
Mannesm Röhren
Mansfeld Bergb.
Mars=Werle
Metallgef. Frantft.
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MontecatiniMaild.
Motoren fb. Darmſt.
Neckar). Fahrzeug.
Nicolay, Hofbr-
Oberbedar
Oſterr. Apine Mo.
Otau Minen
5
122
93
08.75
13
72.5
210
217.5
229
225
88
103
114
277
119
240
111
124
93
188
62.5
24.5
152
Leters Untion Fr. 1./102.5
Phönir Bergbau
Reiniger, Gebb. 107
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Eleftr. Stamm/162
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Roeder Gb. Darmſt. 1116)
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Sachtleben A—)
Schöfferhof=E
Schramm Laae
Schriftg. Sterz
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Schwarz Stoz)
Siem Glasirau
Siemens & H.
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Südd. Imme
Zucke 12
Svenska Tän
TellusBeigb. 4
Thür. Lief.=C‟
Tucher=Braue!
Unterſr. Krs—
tr.=Verf.
Veithwerke
Ver. ſ. Chem—
„ Gummiß
Berlin=F
Laurahir !e
Stahlwe 18
lilträma :
Zellſt. Be‟
Vogtländ. Ma5
Voigt & Haeff
Wayß & Frer7
Wegelin Ruß
Werger Braue”
Zellſtoff. Aſcha
Memel. —
Waldho
Allianz u.
Verſicherun=
Frkft Allg. Ve-
mer 76
Sonntag, den 17. März 1929
Seite 13
Der Finanzausgleich in ſchematiſcher Darſtellung.
ie Sieuerarken kennk das zurzeik gelende
icf mdt De ir Wfelse ud Etifskifer
deri Reich, Ländern und Gemeinden verkeilk?
Von Dr. jur. Georg Rückert.
acht, Steuern zu erheben, bezeichnet man als Steuerhoheit.
ä teuerlehre zerfällt dieſe Steuerhoheit in Obickts= und Er=
Objeltshoheit bedeutet das Recht des Reiches, eines Lan=
Semeinde oder einer ſonſtigen öffentlich richlichen Körper=
Steuer aufzuerlegen und ſie im einzelnen auszugeſtalten.
züt iſt die Befugnis, die Erträge einer Steuer zu
vereinnah=
ars= und Ertragshoheit fallen nicht immer für den gleichen
Aisträger zuſammen. Die Verteilung der Steuerobiekte und
we unter die einzelnen Steuerhoheitsträger des Staates
ſder, Gemeinden und Gemeindeverbände) regelt der Finanz=
Sie Rechtsgrundlage für dieſen Finanzausgleich zwiſchen
iern und Gemeinden bildet einerſeits die Reichsverfaſſung
1819 (Art 6 Nr. 6, Art. 8, 11 und 12 RV.), andererſeits das
ſieichsgeſetz vom 10. 8. 1925 in der Faſſung der Bekannt=
N: R. 4. 1926 und das Geſetz zur Uebergangsregelung des
eichs zwiſchen Reich, Ländern und Gemeinden vom 9. April
2luseinanderſetzung mit den Gemeinden über ihre eigenen
fe und über ihre Beteiligung an dem Ertrag von Reichsſtauern
echsfinanzausgleichsgeſetz in zahlreichen Fällen der
Landes=
y überlaſſen. Für Heſſen bilden die Grundlagen das Aus=
Ais zum Finanzausgleichsgeſetz vom V. 3. 1994, das
Abände=
um Ausführungsgeſetz vom Januar 1926 und das
Ausfüh=
m Finanzausgleichsgeſetz in der Bekanntmachung der neuen
hu 21. Juni 1927.
yalt dieſer Geſetze in klarer leichtverſtändlicher Form
darzu=
zrweck der folgenden ſchematiſchen Darſtellung. Die erſte
ſte: die zurzeit geltenden Steuerarten nach der heute in
Wiſſen=
araxis üblichen Dreiteillung in Beſitz=, Verkehrs= und
Ver=
ſeii auf. Spalte zwei, „Objektshoheit”, zeigt, inwieweit für
ſſei Steuerarten dem Reich, den Ländern und den Gemeinden
yZeht, die betreffende Steuer zu veranlagen. Spalte 3, „
Er=
veranſchaulicht, wie und in welchem Maße das Recht, die
t betreffenden Steuer zu vereinnahmen auf Reich, Länder und
ferteilt iſt.
t nun aus dieſer Darſtellung zu erſehen? Der Schwerpunkt
ſtiwalt ruht beim Reich. Die Obieltshoheit der Länder und
ſt im Vergleich zu dem Rechtszuſtand vor dem Kriege ſtark
Eigene Obiektshoheit haben die Länder nur noch für ſechs
Beſitzſteuer, die ſogengnnten Realſteuern. Auch den
Ge=
für vier dieſer Realſteuern Objekshoheit zu, außerdem aber
er Arten von Verkehrsſteuern. Ein Zuſchlagsrecht für
Län=
eneinden kennt nur noch die Grunderwerbsſteuer.
und Gemeinden ſind zur Erhaltung ihrer Lebensfähigkeit
nen vom Reich übertragenen Aufgaben in erſter Linie auf die
linfen angewieſen, die ihnen aus den Erträgen der der Obiekts=
9eiches unterſtellten Steuern zufließen.
Nurg des Finanzausgleichs und Senkung der Realſteuern ſind
oe augenblicklich im Mittelpunkt der Intereſſen ſtehen.
Geweinden Rich
Ri
Menee
I. Beſitzſtenern
1. Induſtriebelaſtung
2. Vermögensſteuer
3. Erbſchaftsſteuer
4. Einkommenſteuer
5. Körperſchaftsſteuer
6. Wandergewerbeſteuer
7. Wanderlagerſteuer
8. Sondergebäudeſteuer
9. Gewerbeſteuer
10. Grundſteuer
11. Hundeſterer
II. Verkehrsſtenern
12. Beförderungsſteuer
13. Wechſelſteuer
14. Verſicherungsſteuer
15. Umſatzſteuer
16. Kapitalverkehrsſteuern
a) Geſellſchaftsſteuer
b) Wertpapierſteuer
e) Börſenumſatzſteuer
() Aufſichtsratſtener.
17. Kraftfahrzeugſteuer
18. Renn=, Wett= u. Lotterieſteuer
19. Grunderwerbſteuer
20. Vergnügungsſteuer
21. Steuer von Bars, Dielen uſw.
22. Wertzuwachsſteuer
23. Filialſteuer
III. Berbrauchsſtenern
24. Bierſteuer
25. Schaumweinſteuer
28. Tabakſteuer
27. Buckerſteuer
28. Süßſtoffſteuer
29. Zündwarenſteuer
30. Leuchtmittelſteuer
31. Gſigſäureſteuer
32. Spielkartenſteuer
33. Zölle
iſt Dawetlaſt. 25Il, des Auffommens 759, des Aufbommens 35% von den 757, Über
weiſung an das Lond Vr
Geſamtaufkommen
iſ Dowesloſt.
70‟, des Aufkommens
500I, desAufkommens
Zuſchlrechti. Höhe v.
1ad.ſteuerpfl.Wert.
Zuſchlrecht i. Höhe v.
Liadſteuerefl.Wwert.
302, des Aufkommens
50% besAufkommens 7
= an die Probinzen für
Straßenherſtellung
Zu T. zu Hebung der
Werdezucht verwandt
(50, von den an das Lanß
überwieſenen 802), desl=
Geiamtaufkommens.
geht in voller Höhe
von 500/, an die
Ge=
meinden d. Betriebs=
507%, deS an d. Land
über=
wieſen Geſamtaufkomm!
Die Erträge aus den
Verbrauchsſteuer ſind
der Entente
verpfän=
det als Sicherheit für
richtige Erfüllung
un=
ſerer. Reparations=
Verpflichtungen
Fpreiswert
(4oo6b
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Das deutſche Buch ſucht dich!
Vor zwanzig Jahren, als wir Sekundaner am hieſigen
Realgymnaſium waren, hatten wir eine beſondere Art, die
Summe unſeres ſelbſtverdienten Geldes zu berechnen. Hatten
rir etwa durch Beſorgungen und Hilfe im elterlichen
Ge=
thäft oder auf ſonſt eine Weiſe vierzig Pfennige verdient,
uſe hieß es: „Ich habe mir heute zwei neue Reclamhefte ver=
FEent”, Oder: „Das gibt wieder zwei Neclamhefte‟. Wir
ſachten uns Bücher, und Bücher, das war für uns
gleich=
tedeutend mit Neclambüchern, denn die waren für unſere
Pennälergeldbeutel am leichteſten erſchwinglich. Einen
Men=
then, der Bücher ſucht, nennt man Bücherliebhaber oder
Bibliophilen.
Wir waren Bibliophilen, wir ſuchten Bücher. In
n einer Bücherei kann ich noch heute die Neclamhefte vor=
weiſen, die ich mir damals kaufte, und die den Grundſtock
meiner ſetzigen Bücherei bilden. Und an ihnen kann ich
meine innere Entwicklung aufdecken. Da kamen zuerſt
Er=
zhlungen und Luſtſpiele (wie haben wir Benedix verehrt,
den guten, lieben Noderich!), dann in Oberſekunda der
Beſuch im Karzer” und plötzlich die altdeutſche Literatur.
EEine neue Epoche begint mit Heliand, mit Walter und
Wolfram, mit dem armen Heinrich, mit Hans Sachs. Dann
Wfolgte in Prima ein großes Chaos: neben den Klaſſikern,
ſoweit wir ſie nicht auf der Schule laſen, das Moderne,
Colſtoi und Ibſen, es war ja nicht viel Modernes bei
Aeclam, vor allem wenig Deutſches, aber was es gab, das
wurde eifrig gekauft. Jede Seichendoppelſtunde langte ge=
Mrade für den des Seichnens völlig unbegabten, um ein
Obſen=
drama zu leſen. Ich habe in den Seichenſtunden den ganzen
M Soſen geleſen, es war produktiver Seichenunterricht in einem
M an deren Sinne, und der Seichenlehrer hatte Verſtändnis für
dieſe beſondere Lage.
Wie geſagt, wir ſuchten das Buch.
Heute ſucht das Buch die Menſchen. Das deutſche Buch
iſt in Not!
Es iſt heute ein offenes Geheimnis, daß es dem
deut=
ſchen Buch ſchlecht geht, und es ging ihm auch nicht gut,
als Frau Neureich für ihren Bücherſchrank die Bücher nach
dern Metermaß kaufte, damals florierte es, aber es ging
ehn nicht gut. Heute floriert es auch nicht mehr. Nur in
Auusnahmefällen hat ein Buch noch einen durchſchlagenden
Erfolg, wie ſetzt das von Nemarque.
Eine ſehr betrübliche Catſache iſt dabei nicht zu
über=
ſegen, daß von den Büchern, die heute gekauft werden, über
die Hälfte von ausländiſchen Verfaſſern geſchrieben und
zu=
meiſt ſchlecht überſetzt ſind: amerikaniſche, engliſche, ruſſiſche,
franzöſiſche, ſkandinaviſche, italieniſche Bücher werden „
ge=
ſragt‟. Gewaltige Summen wandern ins Ausland. Im
Aus=
and überſetzt man unſere guten Schriftſteller im Verhältnis
eA dieſem Konſum ſo gut wie nicht. Das iſt das traurige
Rehrbild.
Ob der „Cag des Buches” daran etwas ändern wird?
Es gibt große Skeptiker in dieſer Frage. Und gewiß wird,
Der weiß, daß das Buch einen geiſtig=ſeeliſchen Gehalt dar=
Z ſtallt, ſichtbar gewordenes Unſichtbare iſt, nicht glauben, man
onne dem Buch durch Neklame helfen, wie man dem
Labak, dem Alkohol, der Seife und den
Hühneraugenmit=
tein ſo vorzüglich mit Neklame helfen kann. Auf dieſe
Beiſe kann höchſtens der Papierumſatz an Büchern ein
Denig gehoben werden. Dem Buch ſelbſt iſt damit nicht ge=
WAent, es bleibt tot, ſolange es nicht in einem Leſer, der ſicb
M An hingibt, eine lebendige Wiedergeburt erlebt.
Und dich, den Leſer, ſucht das Buch! Das deutſche Buch
ſucht dich!
Du biſt einſam? Nimm ein Buch, und ſofort bewegſt du
dich in der Geſellſchaft der beſten Menſchen der
Vergangen=
heit und Gegenwart. Sie alle ſtehen um dich her wie
Schutz=
engel in allerlei Nöten des Lebens, wenn du nur deinen
Bücherſchrank öffneſt. Es gibt arme Familien, in denen
Phantaſieſummen für „Nomane in hundert Lieferungen”
angelegt werden. Das gute Buch ſucht dieſe Leute, die vom
geiſtigen Erſatz leben, der, wie aller Erſatz, viel zu teuer iſt,
weil er ſich in keiner Weiſe als fördernd erweiſt.
Es iſt eine Frage der kulturellen Würde eines Volkes,
daß ſeine Bücher nicht mehr die Leſer ſuchen müſſen.
Aber jetzt, im Augenblick, iſt es leider noch ſo: Das
deutſche Buch ſucht dich! Ob du dich finden läßt, davon
hängt der Gehalt der nächſten zehn Jahre deines Lebens ab.
Sage nicht: Bücher ſind zu teuer. Sie ſind es nicht. Sie
ſind immer noch das Billigſte, was wir haben in unſerer
teuren Seit. Es gibt heute außerordentlich billige Ausgaben
unſerer beſten Bücher, in Leinen und in Leder, zu Preiſen,
die jedermann leicht erſchwingen kann. Meger, Keller,
Fon=
tane, Stifter, Eichendorff, Naabe und viele andere kannſt
du in billigen Bänden haben. Nechne einmal nach, wofür du
ſonſt leicht Geld ausgibſt, wofür du ſelbſt viel Geld leicht
ausgibſt, und was du alles ſparſt, um dieſe Ausgaben
über=
haupt zu ermöglichen. Vielleicht langts dann auch wieder
einmal zu Büchern. Schenke ſie denen, die du am meiſten
liebſt, und verrate durch die Auswahl deſſen, was du ſchenkſt,
etwas von dem Beſten deiner Seele. Bücherſchenken macht
Freude. Der Franzoſe Mallarmé hat einmal geſagt: Alles,
was vorhanden iſt, exiſtiert nur, damit ein Buch daraus
werde. Alles, was die Menſchen von dir gedacht, was ſie
gefühlt und gelitten, was ihre heimlichſte Freude war, ihre
Sehnſucht und all ihre Leidenſchaft, die Quinteſſenz ihres
Seins — es lebt nirgends herrlicher unmittelbarer weiter
als in Büchern. Es gibt Bücher, wie die Bibel, in denen
die ganze Weltgeſchichte enthalten iſt. Du hältſt ſie in der
Hand. Es iſt ein Sauber darin, eine Magie der Ewigkeit.
Du haſt das Seſam öffne dich dazu i Händen. Haſt du ſie
erſt einmal lieben gelernt, ſo wirſt du hinfort nicht anders
können, als zu ihnen ſagen: Meine lieben Bücher! Ph. M.
Jugend und Buch.
Von Dr. Philipp Krämer, Darmſtadt.
In einer der letzten Nummern der Seitſchrift „Die
Er=
ziehung”, die in kurzer Seit eine der wichtigſten
pädagogi-
ſchen Nevuen der Gegenwart geworden iſt, fand ſich ein
Aufſatz des Direktors der Werner=Siemens=Oberrealſchule
zu Berlin, in dem dieſer ausführte, es ſei in der heutigen
Jugend kaum noch ein Schüler, der Intereſſe am
Literatur=
unterricht nehme. Es ſei geradezu unmöglich geworden,
Literaturunterricht zu geben. Die Jugend lehne es ab,
lite-
rariſche Werke der Vergangenheit zu leſen, da ſie den
An=
ſchluß an das gegenwärtige Leben ſuche und feind aller
Nomantik und aller Lyrik ſei. Nur wenige Schriftſteller
intereſſierten die Jugend wirklich, und zu ihnen ſuche ſie in
ein Verhältnis zu kommen, weil ſie im höchſten Sinne
modern ſeien. Direktor Schönbrunn zählt als ſolche
Schrift=
ſteller auf: Wilde, Strindberg, Doſtojewſki, Nietzſche.
Wenn man ſolches lieſt, muß man ein wenig den Atem
anhalten. Stimmt das wirklich? Liebt dieſe Jugend nur
dieſe Schriftſteller und unter dieſen nur einen einzigen
Deut=
ſchen? Und iſt die Buchfeindſchaft der Jugend ſo groß, wie
Direktor Schönbrunn beobachtet zu haben angibt? Stimmen
dieſe Angaben für die Werner=Siemens=Schule, dann bliebe
nichts anderes übrig, als ſie ſofort zu ſchließen, denn dieſe
Schule hätte eine Schülergeneration herangezogen, die unter
keinen Umſtänden in den Beſitz des Reifezeugniſſes gelangen
dürfte, denn ſie hätte den Sinn ihrer Schularbeit überhaupt
nicht begriffen, und der Lehrkörper, der ſich etwa bereit
finden würde, ſich auf dieſe Schülerart und ihre Bedürfniſſe
„einzuſtellen”, würde, ſtatt zu bilden, ſich von zufälligen
wirk=
lichen oder angeblichen „Bedürfniſſen” übertölpeln laſſen.
Es hat denn auch bisher nicht an gewichtigen Stimmen
gefehlt, die ſich ſcharf gegen den Artikel Schönbrunns aus=
geſprochen haben, darunter die Herausgeber der Zeitſchrift
ſelbſt, Spranger und Litt.
Ganz gewiß iſt die Schülergruppe, deren Beurteilung zur
Diskuſſion geſtellt wurde, nicht repräſentativ für die deutſche
Jugend. Wer eine Schülerbücherei leitet, wer deutſchen
Unterricht auf der Oberſtufe erteilt, weiß, wie das
Leſe=
bedürfnis der Schüler nicht geringer geworden iſt, wie nur
der Stoff, der bevorzugt wird, Wandlungen unterliegt.
Sport, Kino und Nundfunk haben dieſes Leſebedürfnis nicht
zu unterdrücken vermocht. Gott ſei Dank. Sahlreiche
Cer=
tianer warten auf die Fortſetzung von Speuers Buch „Der
Kampf der Certia”, das ſie mit Heißhunger geleſen haben,
mit größerer Spannung, ſeit ſie davon gehört haben, daß
der Verfaſſer eine ſolche plane, als ſie auf Sportberichte
am Montag warten. Wer in der Jugendbewegung ſteht,
weiß, wie in den Sommerlagern gemeinſam Bücher geleſen
und beſprochen werden, er weiß, wie die winterlichen
Neſt=
abende der Jugendgruppen ſich um Bücher verſammeln.
Geleſen wird nahezu alles, was den Jugendlichen unter
die Finger kommt. Der hiſtoriſche Noman, wegen der
Far=
benbuntheit und Seitentrücktheit ſeiner Geſchehniſſe, alſo
gerade auch wegen ſeiner unmodernen Eigenſchaften, ſteht
immer noch in großer Gunſt. Dahn und Freutag, Scheffel
und Ebers haben unter den Jugendlichen ihre meiſten
An=
hänger. Diejenigen, die aus literariſch intereſſierten
Eltern=
häuſern kommen, leſen Alfred Neumanns „Ceufel‟. Die
naturwiſſenſchaftlich Veranlagten wünſchen Jules Verne zu
leſen, obwohl viele ſeiner Phantaſien mehr als verwirklicht
ſind. Und unvermindert fort beſteht das Intereſſe für den
anſcheinend unſterblichen Karl May. In den Nuckſäcken der
wandernden Mädchen findet man Eichendorffs Caugenichts
und Stifters Brigitte. Meger, Keller und Sontane werden
geleſen, aber auch Cendenzbücher, wie Helmut Harringa.
Die Primaner nehmen leidenſchaftlichen Anteil am Cheater,
die Schülermieten ſind zahlreich belegt.
Jugend und Buch ſtehen nicht feindlich gegeneinander,
ſie brauchen einander. Hier liegen große Aufgaben für die
Leitungen der Stadtbüchereien und der Schülerbüchereien.
Die letzteren liegen noch ſehr im argen. Die Geldmittel
ge=
ſtatten meiſt nicht genügend zahlreiche Neuanſchaffungen,
vor allem auch nicht die Anſchaffungen wichtiger
Neu=
erſcheinungen in mehreren Exemplaren, damit man nicht
endlos zu warten braucht, bis man an die Neihe kommt.
Hier ſollten die Stadtverwaltungen nicht ſparen, denn die
Suteilung rechter Lektüre an die immer noch ſehr leſewillige
Jugend iſt eine der wichtigſten Erziehungsaufgaben der
Schulen.
nAnnnnnannnnannnnnagannnHnanignnnHnnnnHnnngannnnnnaannnagan
[ ← ][ ][ → ] Von Martin Sommerfeld.
Vom Leſen.
Jean=Jacques Rouſſeau erzählt in ſeinen Bekenntniſſen
ein=
mal von einem jungen Manne, der das Cagespenſum ſeiner
Lek=
türe von Viertelſtunde zu Viertelſtunde ſorgfältig einteilte, und
der es, wie Nouſſeau bewundernd hinzufügt, durch dieſes Suſtem
zu einer vollkommenen Beherrſchung der ſtrengen Wiſſenſchaften
und ſchönen Künſte brachte, die Werke über Befeſtigungskunde
oder Handlungswiſſenſchaften genau ſo vollkommen in ſich
auf=
mahm, wie die zeitgenöſſiſchen Odenſammlungen oder Nomane.
Wäre ich ein Dichter, ſo würde ich mich vor einem ſolchen
Viertelſtunden=Syſtem=Leſer fürchten, der — wie Napoleon nach
Goethes Wort den Werther — einen empfindſamen Noman lieſt,
„wie ein Kriminalrichter ſeine Akten ſtudiert”, geſpannt jeder
Verknüpfung folgend, immer auf dem Sprung, die Summe zu
ziehen, bei jeder epidſodenhaften Abſchweifung gleichſam eine
Klammer öffnend und ſie wieder ſchließend, wenn der Hauptweg
wieder erreicht iſt; nein, ich würde einen ſolchen Leſer fürchten,
auch wenn ich mir als Dichter auf den ſtrengen Bau meines
Werkes etwas zugute täte und wenn ich auch ſicher wäre, daß
cein überflüſſiger Sierrat, keine leer gebliebene Stelle und keine
willkürliche Dunkelheit mein unſichtbares Gegenüber ermüden
dder verdrießen könnte — und der arme Jean=Jacques Nouſſeau,
der in ſeinen Bekenntniſſen von ſo vielen Büchern erzählt, die
er durchgrübelt oder auswendig gelernt, aber nie von einem, das
er bloß geleſen, er hatte gut bewundern, was ihm unerreichbar
und unerträglich war.
Denn Nouſſeau gehörte ſo wenig wie irgendein anderer der
ſchöpferiſchen Menſchen zu dieſem Cypus des planmäßigen Leſers,
der aus Vorſatz lieſt, ſei es, um ſich zu bilden, zu ſammeln oder
zu zerſtreuen, der überhaupt eine beſtimmte Seit auf das Leſen
verwendet und als Bücherkäufer nur bedauert, daß er nicht auch
gleich die Seit, das Buch zu leſen, mitkaufen kann. Er iſt
viel=
mehr der durchaus gegenſätzliche Cypus des Gelegenheitsleſers,
deſſen Urbild er ebenfalls in den Bekenntniſſen in einer hübſchen
Anekdote feſthält: Es war kurz nach dem Erſcheinen ſeiner
„Nouvelle Héloiſe”, als der Buchhändler den Noman der
Prin=
zeſſin von Calmont brachte, am Cag des großen Opernballes; ſie
läßt ſich für den Ball ankleiden und beginnt dabei den neuen
Noman zu leſen. Um Mitternacht läßt ſie anſpannen und lieſt
weiter; man meldet ihr, der Wagen ſei bereit, ſie antwortet mit
Kopfnicken; der Diener macht ſie darauf aufmerkſam, daß es
zwei Uhr geſchlagen habe — es eilt nicht, ſagt ſie und lieſt fort;
etwas ſpäter verlangt ſie neue Lichter, hört daß es vier Uhr iſt —
dann iſt es zu ſpät, ſagt ſie, man ſpanne aus; ſie ſelbſt ließ ſich
auskleiden und verbrachte den Reſt der Nacht leſend im Bette.
Das iſt der echte Gelegenheitsleſer, der nicht nach Sweck
Skandal im zweiten Akt.
Von Adolf Obée.
Dem Vernehmen nach ſoll eine beſtimmte, nicht gerade
beſonders wichtige Stelle im neuen Strafrecht in ihrem Wortlaut
nicht ganz unbeeinflußt ſein von einem Vorfall, der ſich vor einer
Neihe von Jahren zugetragen hat, und zwar während einer
Abendvorſtellung im damaligen Hoftheater einer mitteldeutſchen
Neſidenzſtadt, die noch nicht lange die Grenze überſchritten hatte,
von der an man die Großſtadt zu rechnen pflegt.
An jenem Abend wurde ein damals viel geſpieltes Stück
gegeben. Nicht lange nach Beginn des zweiten Aktes, als ſich der
Darſteller der Hauptrolle eine kurze Seit allein auf der Bühne
befand, um der abgegangenen Mitſpielerin einige hämiſch-drohende
Worte zwiſchen den Sähnen nachzumurmeln, während er ſich
anſchickte, einen Brief zu ſchreiben, erhob ſich vom rechten
Eck=
platz der vorderſten Sitzreihe ein junger Mann, ſchwang ſich mit
lautloſer Sewandtheit über die Brüſtung in den Orcheſterraum
hinunter, trat auf den Stuhl, der bei Opernvorſtellungen für den
Keſſelpauſer beſtimmt war, hob ſich von hier aus mit einem
ein=
zigen Sug und Nuck auf die Bühne und ſtand plötzlich por dem
Schauſpieler, der ihn idiotiſch anſtarrte.
Ohne auch nur einen Augenblick Seit zu verlieren, hob der
Eindringling den Arm und ſchlug dem völlig Überraſchten
zwei=
oder dreimal ins Geſicht, wobei er ſich der offenen Hand bediente,
ſo daß man die Schläge durch das ganze Haus klatſchen hörte:
dem letzten ließ er unmittelbar einen dumpfkligenden, von raſcher
Schulterdrehung begleiteten Stoß mit der geballten Fauſt folgen.
der den Uberfallenen an der linken Kopfleite unterhalb des
Kie=
fergelenks traf und ihn auf den Stuhl warf, auf den er ſich eben
hatte niederſetzen wollen.
Mit Ausnahme der dem Eckplatz unmittelbar Benachbarten
hatten die Suſchauer, deren Aufmerkſamkeit auf die Bühne ge=
und Stunde fragt, der im Ballkleid ebenſo lieſt, wie im
Schlaf=
anzug, bei Kerzenlicht, wie bei Cageslicht, für den es micht gilt,
daß man lieſt, um ſich die Seit zu vertreiben, ſondern für den die
Seit vertrieben und gänzlich ausgeſchaltet iſt, wenn er lieſt. Alle
großen, alle wahrhaften Leſer ſind im Grunde ſolche
Gelegen=
heitsleſer; ſie haben Epochen einer förmlichen Leſewut und Seiten,
in denen ſie kein Buch anrühren mögen; ein Buch, zur rechten
Stunde geleſen, iſt ihnen mehr, als eine ganze Bibliothek, die ſie
regelrecht durchgearbeitet haben.
Natürlich iſt nun aber das periodiſche Bücherverſchlingen
nicht ohne weiteres das Seichen echten, wahren Leſertums; der
gute Leſer übt vielmehr, wie Schopenhauer einmal ſagt, die Kunſt,
nicht zu leſen — nämlich, wenn die Gelegenheit nicht da iſt, wenn
er kein beſonderes Motiv zum Leſen hat — als die Kunſt zu
leſen, die ihm ſein Inſtinkt vermittelt; er weiß, daß die Speiſen
uns nicht durch das Eſſen, ſondern durch die Verarbeitung
ernähren, und daß, wer übermäßig lieſt, wie eine Cafel wird, auf
der vieles übereinander geſchrieben iſt.
Es gibt da eine Analogie zwiſchen Schriftſteller und Leſer:
wenn nach dem Wort von Chomas Mann der Schriftſteller ein
Menſch iſt, dem das Schreiben beſonders ſchwer fällt, ſo iſt der
echte Leſer ein Menſch, der beſonders ſchwer lieſt. Die wahrhaft
Empfänglichen und Empfängnis Suchenden erſchließen ſich nur
ſchwer, und ſie ſuchen nicht eigentlich, ſondern ſie werden belohnt
— belohnt vor allem durch den Zuſammenklang von Gegenſtand
und perſönlicher Lage und Stimmung; und dieſer Zuſammenhang
braucht durchaus nicht immer harmoniſch zu ſein.
Blickt man vom idealen auf den wirklichen Leſer, ſo
er=
ſcheinen jene beiden Grundformen in vielfachen Kreuzungen. Es
gibt da einen ſehr berühmten Fall, wie auch der planmäßige Leſer
inmal — eben bei „Gelegenheit” — zum Gelegenheitsleſer wird:
es iſt jene oft erzählte Anekdote von Immanuel Kant, der, wie
r alle Lebensgewohnheiten auf das pünktlichſte geregelt hatte,
auch ſeiner Lektüre eine wohlabgemeſſene Seit vorſchrieb; aber
eines Cages unterließ Kant den gewohnten
Nachmittagsſpäzier=
gang, den er ſo pünktlich um 5 Uhr anzutreten pflegte, daß er
den Königsbergern die Uhr erſetzen konnte, und als man,
ängſt=
lich geworden, bei ihm nachſchaute, fand man ihn in die Lektüre
von Nouſſeaus „Emile” vertieft, in der er — welche
Ausſchwei=
fung für den Philoſophen! — ſich völlig vergeſſen hatte. Neuere
Kant=Biographien pflegen bei der Erzählung dieſer Anekdote
ſcharfſinnige Betrachtungen darüber anzuſtellen, was Kant an
Emile” ſo anziehen mußte, daß er wie feſtgebannt von dem
Buche blieb; ſie vergeſſen dabei, daß der Gegenſtand des Buches
ſa immer nur die eine Seite der Sache iſt, daß die andere nicht
im Buch, ſondern im Leſer, in ſeiner beſonderen Stimmung und
Lage gegeben iſt. Denn das iſt der eigentliche Sinn der
Gelegen=
heit”: die Übereinſtimmung von Gegenſtand und Zuſtand, von
Buch und Leſer; nur hier iſt jenes Sich=Selbſwergeſſen, jene
Ab=
weſenheit von Crieb und Sweck möglich, die allein die fruchtbare
Einkehr und Sammlung in ſich ſelbſt verbürgt.
Aber, wenn es danach ſo außerordentlich viel auf den Leſer
ankommt, auf das, was er mitbringt und das was ihm fehlt,
und wenn deshalb alle allgemeinen Awweiſungen auf Bücher
und alle Führer, die zehn oder hundert Bücher als die ſchönſten
anpreiſen, durchaus verſagen müſſen, ſo iſt damit freilich nicht
der Willkür des Leſers das Wort geſprochen. Daß der 2g
uf ſein Buch, wie es nun einmal iſt, einſtelle und ſtEm
gewiß eine ſelbſtverſtändliche Forderung, wenn es auch
halten dürfte, daraus eine „logiſche Pflichtenlehre des
wie ſie Novalis einmal plante, zu folgern. Wichtiger und
barer iſt es ſicherlich, dem Leſer ſein eigentliches Gebie
ſtimmen, abzugrenzen und auszuſcheiden, was nicht ſein
ſtand ſein kann. Nicht alles, was gedruckt iſt, iſt beſtimmk
lich geleſen zu werden. Goethe meinte vielmehr, das Leſt
älſche in gewiſſen Gattungen den eigentlichen Kunſtch
„das Epiſche ſollte nur rezitiert, das Lyriſche nur geſung
getanzt, das Dramatiſche nur perſönlich=mimiſch vorg
werden.” Gedichte, Epos und Drama ſind in der Cat nie
da, geleſen, am wenigſten, bloß mit dem Auge geleſen zu
Aber es gibt eine ganze Anzahl von Gattungen, Ou
ſowohl geleſen, wie erzählt werden können (das Märch
Novelle, die Anekdote), und es gibt vor allem einige Gch
die nur für und durch den Leſer möglich ſind, ja, deren Ch
man aus dieſem Merkmal beſtimmen könnte: das iſt ein
Noman, ſodann jene Kunſtwerke völlig eigener Art, als
viele Autobiographien, Cagebücher, Memoiren, Neiſed
bungen und gelegentlich auch Briefſammlungen darſtellen.
ſind auch diejenigen Werke, die Soethe, der im Alter we
Jugend ſo wenig vom Umgang mit Büchern, ſo viel vom
mit Menſchen hielt, eigentlich und mit Vorliebe las, ſche
halb, weil das Menſchliche ſich in ihnen am unverhüllteſt
und weil ſie den Leſer nicht nur mit einem, ſondern nit
Cönen anſprechen, weniger Stimmung vorausſetzen, als
Und wenn der Roman, der ja ein völlig geſtaltete
bild, ein ganz geformtes Daſein gibt, immer mehr die
und zarten Naturen anſprechen wird, ſo wendet ſich die
Gruppe literariſch=dichteriſcher Werke mehr an die
kräf=
aktiveren Naturen, an Menſchen, die ſelbſt formen und
wollen und die alſo den Nohſtoff ſchätzen, das fragmen
Leben, das Leben als Werden, nicht als Form und Gelc
nicht das Bild der Welt ſuchen, ſondern den Weg in diend
Freilich gilt dies nur von den Seugniſſen und Selbſtzu
innerlich reicher, tüchtiger und ſchickſalserfüllter Seiten un
lönlichkeiten — von den Büchern alſo, in denen das Pert
Seitliche auch zugleich ein Überperſönlich=Überzeitliches iſ14
die Bücher, in denen man nicht nur dies eine Herz ſchlagen
ſondern auch das große Herz der Welt.
Aber dies iſt ja das Seichen, unter dem der wabreg
berhaupt ſteht, und dies iſt die eigentliche Wohltat der Ch4
nuns ſelbſt, zu der uns das gute Buch nötigt. Laſſen wrig
Gedanken frei ſchweifen, ſo träumen wir oder wir wiedesl
Ereigniſſe, Geſtalten, Erfahrungen und Eindrücke unſeres
n beidem ſind wir nun wir ſelbſt, wir haben die Welt veſ
oder wir haben ſie nur als Bruchſtück in uns. Fühlen ar
aber nicht ſelbſt, ſo fühlen wir auch die Welt nicht. Doczdl
zugleich: uns ſelbſt vergeſſen und die Welt fühlen — es FI
wenig Medien für den modernen Menſchen, die ihm Süne
ſunkenheit und Weltferne, Selbſtvergeſſenheit und Weltn /
gleich geben, wie das Buch, das in ihm lebendig wird als ne ube
richtet war, gar nicht bemerkt, wo der Fremde hergekommen
war: die meiſten hielten den Vorgang für einen Ceil des Stückes,
uind ſelbſt die, die es bereits kannten, glaubten an eine bisher
geſtrichene Szene, da die Schnelligkeit und Präziſion des
Vor=
falles und ſein völlig unbehinderter Ablauf durchaus den
Ein=
druck ſorgfältiger Einſtudierung hervorriefen, der noch verſtärkt
wurde durch die elegante Abendkleidung des Unbekannten und
ſein gelaſſenes Daſtehen und Niederſehen auf den regungslos
gegen die Stuhllehne Surückgelehnten.
Die Szene ſtellte ein geſchloſſenes Simmer dar, das nur ganz
vorn, den Suſchauern unſichtbar, durch ſchmale Schlitze mit dem
übrigen Bühnenraum in Verbindung ſtand. So konnten mehrere
Sekunden vergehen — und es war hier Gelegenheit zu der
Wahrnehmung, daß eine Sekunde viel länger iſt, als gewöhnlich
angenommen wird —, bis ſowohl von vorn her, wie auch durch
die Simmertüren eine ſchnell wachſende Anzahl von Menſchen
herbeieilte und ſich auf den Eindringling warf, ſo daß ſich, da in
der Aufregung das Wichtigſte verſäumt wurde, den nunmehr
aufs höchſte erregten Suſchauern eine bewegte Gruppe von
Arbeitskitteln, Geſellſchaftskleidern, wie ſie das Stück vorſchrieb,
und Straßenanzügen mit geſchminkten und ungeſchminkten
Ge=
ſichtern darbot, bis ſchließlich der herabrauſchende Vorhang die
Szene den Blicken entzog.
Es dauerte nur kurze Seit, bis ein Sprecher vor der
Gar=
dine erſchien, die Unterbrechung durch einen anſcheinend
Wahn=
ſinnigen bedauerte und bekanntgab, daß nach kurzer Pauſe der
zweite Akt von Anfang an wiederholt werden würde, da ein
zufällig anweſender Kollege des Überfallenen ſich zur Übernahme
der Nolle bereit erklärt habe; ihr bisheriger Vertreter ſei
lei=
der nicht in der Lage, ſie zu Ende zu führen.
In den Wandelgängen war die Aufregung ungeheuer. Der
Geſchlagene war eine in Stadt und Geſellſchaft viel beachtete
Er=
ſcheinung wegen ſeines Berufs und der beträchtlichen Mittel, die
ihm eine koſtſpielige Lebensführung erlaubten. Man drängte ſich
um die Inhaber der Plätze, die jenem Eckſitz benachbart werl
ſie wußten denn auch bereits zu berichten von einem au ſ9
Benehmen des völlig unbekannten Angreifers während dE
Aktes, den glühenden und flackernden Augen, mit denen
Vorgänge auf der Bühne, und beſonders die Auftritte dcl
her Überfallenen verfolgt habe, und dem unheimlichen ON
das von ihm ausgeſtrömt ſei.
Wie ſich ſpäter herausſtellte, war er überhaupt erſt
telbar vor Beginn des zweiten Aktes erſchienen.
Dagegen war unbeſtreitbar, was viele geſehen haf 1
der greiſe Polizeipräſident, der in ſeiner Lage geſeſſen hel!
ſogleich erhoben habe, offenbar in der Abſicht, ſich
Bühne zu begeben.
Als nach ziemlich langer. Pauſe, die aber allen ſo kil
verſprochen erſchienen war, die Glocken raſſelten und de
ſich wieder gefüllt hatte und den abermaligen Beginn des
Aktes erwartete, ſchien die Senſation für den Augenblick
zu ſein, während ſie in Wahrheit gleich darauf erſt beg
Der gleiche Sprecher, der vorhin die Unterbrechu ?
chuldigt hatte, erſchien abermals vor dem Vorhang, dies
einem Blatt Papier in der Hand, von dem er ſeine We)
as. Beſondere Umſtände, ſagte er, hätten es richtig er
laſſen, den Urheber der Störung ſelbſt ſein Vorgehen E
tigen oder erklären zu laſſen. Der Sachverhalt ſtellte 11
anders dar, als man zunächſt angenommen habe, und
Herrn v. J. (hier nannte er einen klangvollen Namen)
inzuhören.
Kaum war er abgegangen, erſchien der Fremde un
einen Augenblick in wahrer Cotenſtille vor dem erlen
Hauſe, kühl und unbeteiligt; ſelbſt ſeine Kleidung zeigte tL
Vorhergegangenen nicht die leiſeſte Spur von Unordnur!
Serſtörung. Dann ſagte er ohne ſonderlichen Stimman
aber bis in alle Winkel hinein verſtändlich:
„Vor wenigen Stunden hat ſich eine junge Dame
Stadt das Leben genommen, nachdem der, den ich vor.
dem Leben der Schlangen.
anzende Kobra. — Von Waſſernattern umringt.
Im Banne der Flöte.
Von Werner v. Hafferberg.
4 Reiſende, die in Südaſien geweſen ſind, haben ſich von
furtigen und geheimnisvollen Kunſt überzeugen können.
Me indiſchen Sakire und Beſchwörer auf offener Straße
Danipulaiionen mit Siftſchlangen ausführen. Die
in ihrem Berufe erlaubt es ihnen ſogar, mit Schlangen
üm, denen die Siftzähne nicht herausgezogen worden
ei all dieſen Wagniſſen ſpielt die eintönige, melancho=
2odie der Slöte die ausſchlaggebende Nolle. Sie erreicht
lelbſt bei den größten und gefährlichſten Neptilien, an
iü en jedes Jahr tauſend und abertauſend Menſchen
reiner Reiſe durch Afghaniſtan, Südtibet und Vorder=
Hate ich Gelegenheit, die außerordentliche Geſchicklichkeit
Mut dieſer Schlangenbändiger zu bewundern.
Beſon=
ſe Straßenvorſtellung mit einer rieſigen Kobra, die ich in
Fh verdient wegen ihrer ſchlichten, aber faſzinierenden
teis geſchildert zu werden.
enem unerträglich heißen Junitage ging ich durch eine
ßter ſehr ſchmutzige Straße Delhis. An der
Straßen=
gewahrte ich eine kleine Schar halbnackter
Einge=
ie einen Käfig umringt hatten. Intereſſiert blieb ich
Ro bemerkte, wie ein langer, dürrer Inder behutſam eine
wwarze Slöte aus der Caſche zog und eine melancholiſche
pielen begann. Die zweieinhalb Meter lange Schlange,
Käfig bereits verlaſſen hatte, horchte neugierig auf. .
ſrhlängelte ſich ihr rieſiger Körper vorwart ...
Snder ſtand ungefähr drei Meter von dem Käfig ent=
Wolies unaufhörlich auf ſeinem Inſtrumente. Immer
die=
henräumte, ſehnſuchtsvoll ſchmachtende Melodie des
ADie Schlange tänzelte anfänglich hin und her, ſchaukelte
unſchlüſſig im Kreiſe und kroch ſchließlich direkt auf den
F. Sie umringelte ſeine entblößten Füße, dann die
Ober=
ie Bruſt, und endlich ſah man die kleinen
Naubtier=
r Schlange über dem Inder leuchten. Der Hals und der
Is Bändigers waren von dem mächtigen Körper der
aſt völlig verdeckt. Es war ein widerlicher Anblick,
Miſtehenden bemächtigte ſich ein Grauen. Lautlos ſtill
F im Kreiſe, und nur die Melodie, dieſe lähmende und
hitſchende, geheimnisvolle Weiſe des ſchmachtenden ſüd=
Beisens war zu hören. . . . Die Schlange ſchien gebannt,
Ro iſiert zu ſein. . . . In gleichmäßigem Nhythmus bewegte
Ader Inder — ſein elaſtiſcher Körper bog ſich nach allen
A.. Auch die Kobra tat das Gleiche; es ſchien eine innere
Be ein Übereinkommen zwiſchen den Beiden zu herrſchen.
Rü enlang dauerte dieſes Spiel an — die Schlange war
9ᛋ der Höhepunkt der Vorſtellung erreicht.
eüchtigt habe, ihr geſamtes Vermögen in ſeine Hände
hat und im Begriff ſtand, ſeine Drohungen wahrzu=
Wegen der Störung erbitte ich Ihre Verzeihung, im
„Mirterſtelle ich mich niemandes Urteil.”
Re Zur Beſtätigung, daß beide Ceile ſeines letzten Satzes
Emann und ohne Ausnahme gälten, ließ er einen Blick
8 ganze Haus ſchweifen, der ſo unbeteiligt war, als ob
An die oberflächliche Schätzung der Suſchauerzahl handle.
Fa er zurück.
Erregung war unbeſchreiblich. An verſchiedenen Stellen
Nnan plötzlich zu klatſchen und Bravo zu rufen, in den
Ren und im erſten Nang brachen zahlreiche Suſchauer auf;
M Sle, die ſich nicht bezähmen konnten und hoffen mochten.
e abend zu erfahren, wer die Verſtorbene ſei.
In in die allgemeine Bewegung hinein verdunkelte ſich
* und der Vorhang hob ſich. Das Wagnis gelang, der
Dund angeſehene Schauſpieler, der die Nolle übernommen
hei tand ſich kraftvoll durchzuſetzen, und ſchließlich wurde
9Lung, die eine entfernte Ahnlichkeit mit dem Erlebten
en ſchien, mit leidenſchaftlicher Aufmerkſamkeit
ver=
e Bemühungen der vorzeitig Aufgebrochenen, die
peini=
ergierde noch dieſen Abend zu befriedigen, waren
erfolg=
hatten ſie die Genugtuung, als erſte die wunderlich
Berichte über den Skandal im zweiten Akt in der
e. Stadt verbreiten zu können.
anderen Morgen brachten die Blätter einen gleichlau=
EM t diplomatiſcher Sorgfalt abgefaßten Bericht über das
Des Abends, an den ſie ihre eigenen Betrachtungen
ſeri. Aus der gewiſſermaßen offiziellen Darſtellung erfuhr
Derr v. G., der in einer drei Bahnſtunden entfernten
lebte, am Nachmittag des Cages einen Brief erhalten
einer in der Geſellſchaft nicht unbekannten Dame, mit
Dm Ougend auf befreundet geweſen war. Das Schreibe
Die Flöte des Inders ertönte plötzlich ungleichmäßiger, ſie
ſtockte. . . . Die orientaliſche Schwermut verſchwand und ſcharfe
vereinzelte Cöne erklangen. . . . Das Neptil wurde unruhig,
hörte auf zu tänzeln. Die kalten, lebloſen Augen blickten verſtört
umher. Wie aus tiefem Schlafe erwachend. Der Bann war
zu Ende, die Macht der Flöte zu Ende. Die gefährlichen
Gift=
zähne der Schlange bewegten ſich haarſcharf am Geſicht des
Inders. Die Augen des Bändigers wurden gläſern, unbeweglich
und ſahen ſtarr in die Serne langſam und unwillig, wohl auch
etwas ängſtlich, trat die Schlange den Nückzug an. Sie ringelte
ſich vom Körper des Beſchwörers herab und wandte ſich eilie
zum Käfig zurück. Die Melodie verſtummte. . . .
Ein Jahr nach dem Aufenthalt in Delhi, verbrachte ich den
Sommerurlaub in Süd=Rußland, an den Ufern des Sluſſes Ingul.
In einem kleinen Kahn ruderte ich des öfteren mit meinem
Freunde auf den breiten Sluß hinaus, um den Sonnenuntergang
auf dem Waſſer zu beobachten. Eines Abends erblickten wir
plötzlich eine ſonderbare Erſcheinung auf dem ruhigen Waſſer=
ſpiegel des Fluſſes: quer durch die Strömung ſchwammen acht bis
zehn undefinierbare ſchwarze Punkte auf uns zu. Nach eine
ganzen Weile bemerkten wir noch mehr dieſer eigenartigen
Waſſerbewohner — fünfzehn bis zwanzig konnten wir jetzt zählen
enthielt die Nachricht von dem gefaßten Entſchluß und, mit der
Offenheit der letzten Stunde, ſeine Begründung. Sum Beweis
waren ihm eine ganze Anzahl Briefe von der Hand des
Gewiſſen=
loſen beigefügt geweſen. Ob er außerdem noch das Verlangen
nach einer Art öffentlichen Vergeltung enthalten habe, iſt nicht
bekannt geworden.
F. war ſofort in ſeinem Kraftwagen herübergefahren, um
das Außerſte zu verhindern, war aber zu ſpät gekommen; die
Dame hatte ſich vor einer Stunde erſchoſſen. Er fuhr in einen
Gaſthof, um zu überlegen, was er zunächſt zu tun habe, und als
er auf dem Cheaterzetel erſah, welche Nolle der Erpreſſer am
Abend zu ſpielen hatte, war ſein Entſchluß ſchnell gefaßt. Er war
während des erſten Aktes im Cheater eingetroffen, hatte ſich in
der Pauſe an einem Pfeiler neben der Proſzeniumsloge
aufge=
ſtellt und dann, als er ſah, daß der Eckplatz leer blieb, dieſen
eingenommen.
Auf der Bühne hatten, nachdem der Vorhang gefallen war,
ſeine erſten Worte hingereicht, die Empörung über ihn in Schreck
zu verwandeln. Der Polizeipräſident, dem die Familie F. gut
bekannt war, hatte ſich durch Einſicht in einige der Briefe, die
Herr v. S. bei ſich trug, von der Nichtigkeit ſeiner
Behaup=
tungen überzeugt, was kaum noch nötig geweſen wäre, da die
tödliche Beſtürzung des Beſchuldigten, der von der Kataſtrophe
noch keine Ahnung hatte, deutlich genug ſprach. Dem
ungewöhn=
lichen Verlangen einer Erklärung vor dem Publikum, auf dem
S. mit Hartnäckigkeit beſtand, und das von den Künſtlern
tempe-
ramentvoll unterſtützt wurde, war ſchließlich ſtattgegeben worden,
da die Ehre des Inſtituts eine ſchnelle und deutliche
Abſchütte-
lung des Unwürdigen zu erfordern ſchien. Dieſer war von zwei
Beamten zu ſeiner Wohnung geleitet worden, wo nach kurzer
Hausſuchung ein Bündel Briefe der Dame beſchlagnahmt worden
war, die als beſonders wertvolles Druckmittel aufbewahrt zu
haben, er jetzt bitter bereuen mochte, da ihre verzweifelten
Bit=
n das Bild verhängnisvoll abrundeten.
Crotzdem ſchied er aus dem weiteren Verlauf der Angelegenheit
Viele tauchten unter, kamen aber bald wieder an die Oberfläche.
Endlich, als eines der Ciere ganz nahe an unſeren Kahn
heran=
geſchwommen war, erkannten wir eine Waſſernatter. Sicher zogen
ſie beuteſuchend ins Schilf, woher allabendlich das Konzert der
Sröſche zu hören war.
Das Nudel Nattern ignorierte unſere Anweſenheit und
ſchwamm an dem Kahn ſo nahe vorbei, daß wir die beiden
charakteriſtiſchen ſchwarzen Punkte auf dem Hinterkopf des
Neptils deutlich erkennen konnten. Mir fiel unwillkürlich der
Schlangenbeſchwörer aus Delhi ein, mit der gefährlichen Kobra
um den Hals — — — und ich fing leiſe zu pfeifen an, wie man
gewöhnlich auf der Jagd in den nördlichen Wäldern die
Birk=
hähne anlockt. Sonderbar, die Nattern hielten an, drehten ſich
um und kamen direkt auf das Boot zugeſchwommen. Ich pfiff
immer weiter, verſuchte dann die orientaliſche Melodie
nachzu=
ahmen und hatte Erfolg. . . . Ningsherum wurde unſer Kahn
von den Waſſernattern umringt. . . . Sie ſteckten ihre Köpfe aus
dem Waſſer, ſahen uns erſtaunt an und lauſchten aufmerkſam den
für ſie fremden Cönen. Da ergriff mein Freund plötzlich das
Nuder und ſchlug mit ihm flach auf das Waſſer. . . Die Schlangen
erſchraken jäh und flüchteten wild auseinander. Die kleinen,
ſchnell wieder verſchwindenden Ninge im Waſſer zeigten den Weg
ihrer Flucht an. . . .
Wenige Monate ſpäter konnte ich eine faſt analoge
Erſchei=
nung beobachten. Ich führte geodäſiſche Arbeiten in der Nähe
desſelben Sluſſes aus. Swei meiner Arbeiter gingen mit emer
Meßſchnur am Nande eines großen Grabens vor mir. Wir
waren alle recht müde geworden, zudem war der Cag ſehr heiß.
Plötzlich warf ein Arbeiter die Schnur hin und ſprang zur
Seite. Gerade auf dem Wege, den wir meſſen wollten, kroch
eine Schlange. Mit ſchnellen, wellenartigen Bewegungen glitt ſie
auf der Erde hin. Die dreieckige Sorm ihres Kopfes, der ſchmale
Übergang zum Körper, alles ließ darauf ſchließen, daß vor uns
wiederum eie Natter war: ihre Färbung war grau, mit
bronzeartigen Schattierungen auf dem Bauche und einer ſchwarzen
zickzackartigen Schleife auf dem Nücken. Sie war ziemlich groß
für Süd-Rußland, wohl über einen Meter lang.
Ich hielt den Arbeiter zurück, der ſie ſteinigen wollte und
beſchloß, mein altes Experiment wieder zu verſuchen. . . . Als die
Schlange ungefähr zehn Schritte weit entfernt war, fing ich zu
pfeifen an. Die Bewegungen der Natter wurden langſamer,
dann blieb ſie ganz ſtehen, ringelte ſich zu einem Knäuel zuſammen
und hob den Kopf.. Ich ſetzte mich auf die Erde und pfiff
weiter. Langſam kehrte das Neptil um und kroch auf mich zu. . .
Die Gefahr, der ſie eben erſt entgangen war, die herumſtehenden
Menſchen, alles war vergeſſen. Einem unbegreiflichen Swange
folgend, kam ſie immer näher zu mir heran. ..
In einer Entfernung von weniger als einem Schritt blieb
ſie vor mir liegen, rollte ſich wieder zuſammen und hob ihren
Kopf noch höher empor. In dieſer Stellung ſah ſie mich
an=
nähernd drei Minuten ſtarr an. Sie bewegte ſich nicht,
be-
meikte auch nicht die Arbeiter hinter ſich. Leider hatte ich aber
nicht die Ueberzeugung des indiſchen Sakirs, ich hörte auf zu
pfeifen und erhob mich. Die Natter ſenkte ſich blitzſchnell zur
Erde und verſchwand im nächſten Augenblick aus unſeren Augen.
aus; man hatte verſäumt, ſich ſeiner noch in der Nacht zu
ver=
ſichern, und als das nach genauer Prüfung am nächſten
Vor=
mittag nachgeholt werden ſollte, war er verſchwunden, und blieb
es auch.
Damit wäre der Fall erledigt geweſen, hätte nicht die
prin=
zipielle Hartnäckigkeit einer amtlichen Stelle, die feſtgeſtellt ſehen
wollte, daß es ſchlechterdings und überhaupt keinen Sall gebe, der
ein Vorgehen wie das des Herrn v. F. juriſtiſch zu rechtfertigen
vermöge, ein Verfahren gegen ihn zuſtande gebracht. Hierbei
verſetzte er auf die mit deutlicher Abſicht geſtellte Frage, ob ihn
die Nachricht von dem Code der Dame etwas tief erregt habe,
das ſei allerdings der Sall geweſen; die weitere, ob er aus dieſer
Erregung heraus gehandelt habe, verneinte er aber; es ſei im
Gegenteil ein ungewöhnliches Maß von Sammlung und Nuhe
erforderlich geweſen, ſchon deshalb, weil die Aktion gegen einen
an Körperkräften offenbar weit Überlegenen einen ganz anderen
als den gewollten Ausgang hätte nehmen können.
Er wurde zu einer geringen Strafe verurteilt, die alsbald
im Gnadenwege erlaſſen wurde. Gnade aber iſt kein Necht, und
es blieb die Catſäche, daß ein Urteil geſprochen werden mußte,
dem in einer ziemlich großen Stadt nicht ein einziger Menſch
zuzuſtimmen vermochte, was freilich vom Standpunkt des
juri=
ſtiſchen Wiſſenſchaftlers aus ohne Bedeutung war; es blieb aber
auch, daß dieſer Wiſſenſchaftler ſelbſt hatte für Necht erkennen
müſſen, was er nicht dafür hielt, und das hätte vielleicht ſchon
damals zu gewiſſen Anderungen geführt, wäre nicht der ganze
Sall binnen kurzem in Vergeſſenheit geraten, im hereinbrechenden
Strudel ſchwerer und ſtürmiſcher Ereigniſſe.
Jetzt ſcheint ſich jemand daran erinnert zu haben, und von
dieſer Erinnerung ſoll, wie es heißt, eine beſtimmte, nicht gerade
wichtige Stelle im neuen Strafrecht in ihrer Saſſung beeinflußt
ſein, ſo daß in einigen, trockenen Worten ein letzter, feiner
Aus=
läufer der Erregung jenes Abends noch lange nachzittern wird.
Was kann ich werden?
Architekt.
Von Peter Bergen.
Sicher möchten einige von euch Architekt werden. Die
Aus=
ſtattung von Innenräumen iſt ein ſehr intereſſantes Gebiet, der
Bau von Fabriken, von Waren= und Wohnhäuſern und
Thea=
tern bietet wirklich große Aufgaben.
Aber zu allererſt möchte ich euch doch ſagen: wählt dieſen
Beruf nicht, wenn ihr nicht das Seug zu einer auf dieſem Gebiet
wirklich hervorragenden Perſönlichkeit habt. Laßt euch immer
und immer wieder von maßgebenden Perſönlichkeiten prüfen.
Denn dieſer Beruf iſt derartig überfüllt, die Ausſichten ſind ſo
gering, daß nur diejenigen von euch dem Wunſch, Architekt zu
werden, nachgeben ſollten, die mohrere Jahre ohne Stellung
durchhalten können und noch dazu überragende Begabung
auf=
weien.
Die Hauptſache beim Architekten iſt heutzutage der Sinn für
Zweckmäßigkeit, der Sinn für das Wirkliche, ohne dabei das
Gefühl für ſchöne Wirkung zu verlieren. Ihr könnt an allen
deutſchen Hochſchulen ſtudieren, mur nicht in Breslau. Das
Stu=
dium dauert ungefähr acht Semeſter. Dann braucht ihr noch eine
gewiſſe Seit für praktiſche Arbeit, in Preußen wird ein halbes
Jahr verlangt, in den anderen Ländern des Deutſchen Neiches iſt
die vorgeſchriebene Seit verſchieden, ſie ſchwankt zwiſchen acht
Wochen und zwei Jahren.
Die Ausbildungskoſten betragen pro Semeſter ungefähr
200 Mark, dazu kommen dann noch der Lebensunterhalt und die
Anſchaffungskoſten für Seichenmaterialien und Bücher.
Die Ausſichten nach dem Studium ſind wie geſagt ſehr
un=
günſtig. Ihr könnt natürlich Privatarchitekt werden, doch iſt die
Konkurrenz hier ſo groß, daß ihr äußerſt intenſiv arbeiten müßt;
euer Oaſeinskampf wird dann nicht gerade leicht ſein.
Ihr könnt außerdem noch die Staatskarriere einſchlagen.
Nach der Ablegung eurer Diplomingenieurprüfung müßt ihr dann
eine dreijährige Ausbildung als „Negierungsbauführer”
durch=
machen. Nach eurem beſtandenen Staatsexamen nach dieſen drei
Jahren werdet ihr dann zum Negierungsbaumeiſter ernannt.
Wenn ihr mn emne Anſtellung erhalten habt, ſeid ihr
Negie=
rungsbaurat geworden. Aber auch hier ſind die Ausſichten gering,
denn es wird immer nur eine beſchränkte Anzahl von Architekten
in der Staatsverwaltung benötigt. Selbſt die Stellungen der
Stadtbauräte, von denen in vielen Fällen auch ſtaatliche
Ausbil=
dung verlangt wird, ſind verhältnismäßig ſelten zu beſetzen.
Kleinere Städte haben ja zumeiſt nur einen Stadtbaumeiſter.
Alſo — ſo verlockend dieſer Beruf euch erſcheinen mag,
ent=
ſcheidet nur nach wirklicher fachmänniſcher Prüfung, und dann
auch nur, wenn ihr finanziell ſo geſtellt ſeid, daß ihr zuerſt nicht
unbedingt mit einer ſofortigen Anſtellung rechnen müßt.
Das Wartegeld.
Von Friedrich Naff.
„Alſo, morgen um elf, Ernſt, an der Ecke Brunnenſtraße und
Kettenweg!”
„Aber Greta, auf der Straße verabrede ich mich ſehr
ungern. Denke, wenn es regnet oder ſchneit oder blitzt. Es
könnte dir auch eine wichtige Perſönlichkeit in den Weg laufen,
ein Mimiſter oder eine Modiſtim.”
„Laß dieſe dummen Scherze! Habe ich dich ſchon einmal
warten laſſen?”
„Na, hör mal, Greta, das letztemal nicht weniger als. . ."
Greta ſtampfte auf und hatte von ihren Vorratstränen
ſo=
fort etwas in den Augen ſtehen.
„Du liebſt mich nicht mehr, Ernſt, du ..."
„Gut, morgen um elf. Ein Lokal wäre mir lieber geweſen,
aber wenn du das Nocht auf die Straße proklamierſt, auch ſchön!”
Die Siegerin lächelte Gnade, die Cränen waren nach innen
verſiegt, Ernſt durfte einen Kuß abſtatten.
Am nächſten Morgen war es nicht nur naßkalt, ſondern der
Negen benahm ſich wie eine ſchlechtfunktionierende Brauſe, die
eben repariert und ausprobiert wird. Es tröpfelte, dann kam
plötzlich eine ganze Duſche, nun hörte es wieder auf, und ſo
wechſelten Niederſchläge und Crockenheit. Nur in einer Hinſicht
war die Brauſe konſequent: es kam immer kalt. Dazu galt der
Creffpunkt als eine der zugigſten Ecken der Stadt, Geſchäfte
waren keine im Umkreis, eine einſame Autotaxe ſchien vom
letzten Jahr hier ſtehen geblieben zu ſein.
In dem unerklärlichen Mißtrauen der Männer, daß eine
Frau auch einmal aus Bosheit pünktlich ſein könnte, erſchien
Ernſt eine Minute vor elf. Die erſte Viertelſtunde verging ihm
wie ſelbſtverſtändlich. Dann ſtellte er eine Neigung nach Nord=
Nordoſt zu Katarrh feſt. Die Negenbrauſe wurde immer noch
ausprobiert. Sie klatſchte, verſagte, tröpfelte, ſetzte aus. Ernſt
hatte, aus Eitelkeit, verwerflich dünne Strümpfe an, und die
Sohlen waren nicht mehr jung. Am Himmel und auf ſeiner
Stirn zeigte ſich Gewölk, die Reparatur ſchien beendet, denn nun
goß es ununterbrochen. Selbſtverſtändlich hatte Ernſt keinen
Schirm, weil Greta das lächerlich bei einem Mam fand (bei
einem Mann heißt immer: bei Männern), aber ſein Negenmantel
ſchützte ihn fürs erſte. Die Duſche (auf kalt geſtellt) funktionierte
vorzüglich, und der Kettenweg gurgelte wie eine ſich langlam
füllende Badewanne. Noch immer blieb Greta aus. Ernſt kam
auf den kühnen Gedanken, auf den liebend wartende Männer
zu=
weilen vorfallen, den ſie aber nie ausführen: einfach wegzulaufen.
Alſo, er tat es nicht und fror erbärmlich.
Plötzlich fiel ſein Blick auf das einſame Auto. Es tat ihm
zwar leid, vor dem Chauffeur lächerlich zu erſcheinen, aber
zwi=
ſchen Greta und dem Vegenguß blieb ihm keine andere Wahl.
„Mein Herr,” ſagte er zu dem Chauffeur, „hören 5.
zu, ich ſetze mich jetzt in Ihren Wagen, ſchalten Sie der
ein und laſſen Sie die Caxe laufen, aber nicht den Wag a
Der Chauffeur ſtarrte ihn an.
„Ich muß hier auf eine Dame warten, darf die Strch
aus den Augen laſſen, mag aber auch nicht, naß wie ich
Sie verſtehen!”
Der Chauffeur verſtand, Ernſt rettete ſich ins
Wageninnere und fuhr nun los. Nein, er fuhr natürlähl
nur der Motor ratterte und die Caxe arbeitete. Sechzig Pf.
eine Mark, eine Mark zwanzig, eine Mark vierzig, teur
teuerſte Geliebte, zwei Mark.
Und dabei wurden die Scheiben ſo verregnet, daß mer
mehr auf die Straße ſehen konnte. Welch eine bewegn
Fahrt, mr die Nechenmaſchine tickte, und nun hupte aufl
der Chauffeur. Der träumte wohl, er mülſe jemand ausn
Nun hupte er wieder, ſchob die Scheibe zurück.
„Was iſt los?” knurrte Ernſt.
„Da kommt eine, mein Herr, iſt es die Nichtige?”
„Aber, was denken Sie denn!”
Der Chauffeur zuckte die Achſeln — über den God
war doch nicht zu ſtreiten. Ubrigens ließ der Regen 1
wurde nun ganz fein. Aber wie Feinheit oft eine ganz baift
Niedertracht darſtellt, ſo ging auch dieſer feine Sprühregn
bis auf die Haut.
„Ich mache Ihnen einen Vorſchlag, mein Herr”, ſage
angeſichts von drei Mark ſiebzig.
„Bitte?”
„Sie ſtellen die Caxe ab. In Wirklichkeit fahre ich
nicht. Wir einigen uns auf eine Pauſchale. Ich ſitze
Bekannter im Wagen und was ich Ihnen als Crinkge
geht Ihren Autobeſitzer gar nichts an.”
Der Chauffeur ſchaute bedenklich auf den Verführe.
„Nö, nö, das geht nicht. Sie wollen mich wohl zur
bringen? Nö, nö, entweder bin ich frei oder ich bin 1
Aber Sie ſehen doch, keine Menſchenſeele iſt die ganf
gekommen.
„Cja, weil wir wie toll gefahren ſind. Die halbe Stad/
wir zurückgelegt. Was meinen Sie, wo wir jetzt ſein kömM
In dieſem Augenblick brach die Sonne durch, und als
auf dieſe ſymboliſche Auftrittsſzene gewartet hätte,
Greta, ſo reizend, wie eine Frau ausſieht, die eine Stunde
kommt.
Ernſt erblickte ſie ſchon von weitem, ſprang aus den
bezahlte den Chauffeur, der nun vergnügt zum Mitzhl
davonfuhr. Greta aber, die ihn ausſteigen ſah, ſah leidel
und wimmerte mit halber Stimme:
„Jetzt kommſt du angefahren, Ernſt! Eine geſclN
Stunde warte ich hierl. Warte unter einem Hauseingang
Herren haben mich angeſprochen, und du — —
Ernſt aber dieſer prachwolle, harmoniſche Charakter
„Verzeih mir, Liebling!”
Schach
A
Nummer302.
Endſpielſtudie 82.
Henri Rinck in Bareelong.
(150 Fins de Partie.)
d
Weiß zieht und macht unentſchieden.
Prüfſtelung: Beiß: K11 712 h1 (5):
Schwarz: Ka1 Dn8 Le7 Bd4 13 (): ſchlicht.
Partie 59.
Geſvielt im internationalen Meiſterturnier zu Breslau 1925.
Franzöſiſche Partie.
Sa warz:
Weiß:
zwungen. ſeiuen Königsflügel mit E18
Reti.
oder g7—g6 zn ſchützen.
Bogoliubow
f—e5
1. e2-o4
g7—g6
2. d2—44
3. 8b1—3
4. Lol—g5
5. 64—5
6. Lg5—42
7. b23o3
(7—45
8s8—f8
Tf8—54
h7—h8
1b48e8
8f6-—84
9. 111—d8
5e4kas
10. Kelsd2
ef-5
11. h2—h4
e5—4
Beſſer war, mit De7 dem K Schutz zu
verſchafſen und den Druck auf 44 zu
ver=
ſtärken, wie Dr. Em. Lasker empfiehlt, „Wallenſtein”.
Nach dieſem Zug, der dem weißen Springer
das Feld g5 einräumt, wird der
Königs=
angriff bald überwältigend. h.4—h5 war
nicht ſo ſehr zu befürchten: 12... 8aß
13. h5. g5 14. 14 151 15. e16 05! 16.
15 ed4 17. od4 D:f6.
Sb8—c6
13. D84—14
Dd8—7
14. 581—18
bö—d5.
15. 8f3—g5
16. a2—a3 Ein guter Sicherungszug,
der das Eindringen der D nach b4
verhin=
dert.
a7—a5
16....
17. g2—g4
Ta 8—a7
Nicht h84, da Weiß durch baldiges h4—h5
entſcheidend in den Beſitz der h=Linie
ge=
langte.
Nachtrag zur Löſerliſte:
g6xh5
b5.—b4
b48c3+
Na7—b5
Seß—a1
Le8—d77
18. g4xh5
19. Nhl—h8
20. Th.8—13
21. 718½3
22. N91—g1
23. Ta3—88
8b5 lag auf der Hand. Der Textzug
ver=
ſperrt K und T und führt zum ſofortigen
Verluſt.
24 Te23h5 Weißdroht mit 8:k 7einen
der beiden T zu gewinnen. Nach 24.
T.h5 kann 25. 8.k7 T15. 28. 7g84
K:t7 27. Tg1—g74x die Folge ſein. Es
geſchah noch:
G 4—c3+
24..
25 Kd2—3 Schwarz gab auf.
G. Seeh in Eberſtadt (423—426).
Rätſel
DM
Kreuzworträtſel.
19 Rduard, 13 Matratze, 14 Dukaten, 15 Ahab, 18 Novelle, 1 54l
Die ſenkrechten Reihen I. II, III ergeben ein Zitat aus Schillers 18 Eibiſch, 19 Nelke. 20 Thüringen, 21 Zwieback, 22 Inſerat. *
2 Hadrian. Der Spruch lautet: Wer ſich ganz dem Dmnt 241
Bagerecht: 5 Kampfplatz, 6 Herzensfreundſchaft. 8 Flußgrenze, 9 Stadt erniedrigt den Beſchenkten.
s. b41—g4 Mit dem 4. Zug ging oder durch ſofortigen Abtauſch esd auf
Frag mich was!
Schwarz auf Gegenan uff aus (Mae der offenen a=Linie Gegenſpiel zu ſuchen. in Indien, 10 Kleid, 11 kraſſe Verneinung, 12 geſottene Flüſſigkeit,
ſutcheon=Variante), iſt auerjetzt zunächſt ge= 12. 1d3—e2 h6—h5
13 Göttin, 15 Seehund, 18 japaniſcher Staatsmann, 20. verachtete
1 Ratat, 2 Aroma, 3 Topas, 4 Emaus, 5 Taſſe.
Druck u. Verlag: 2. C. Wittich ſche Hofbuchtruckerei, Rheinſtr. 23 — Verantwortlich f. d. Redaktion: Dr. 5. Nette. Fernſpr. 1. 3384—2389 All Rechte vorbehalten. Nachdruck verb.— Kliſchees: F. Haußmann, alle in Darm.”
Volksklaſſe in Japan, 21 bibliſche Frauengeſtalt, 22 nautiſcher 2y
für eine Schiffsſeite, B. neuzeitliches Papierformat, 24 2uß
25 Sportgerät, 26 Kopfbedeckung. N Fluß in Brandenburg 9 7
ſtadt, 31 Narr, 32 Laut. 33 Stufe, 35 Mädchenname, 36 Fiſch 2
liches Erlebnis, 39 Ehegeſpons.
Senkrecht: 1 Europäer, 2 Zwiſt, 3 Mädchenname 4 Oſt30
5 Säugetier. 7 Fluß in Spanien, 14 Leerheit, 16 Mädch
17 Pflanze, 19 Bruchſtück 26 ſeichte Flußſtelle, 27 Schauſpiel, 2
teil, 30 Hafendamm, 34 Papagei, 37 Göttin.
Leiterrätſel.
Die Wagerechten bedeuten: 1 Haustier, 2 Frucht, 3
ägyptiſch=
heit, 4 Art Melone, 5 Inſekt.
Die linke Senkrechte: Berg in den Anden.
Die rechte Senkrechte: Totengedenktag.
Auflöſungen der Rätſel ans Nr. 10.
Silbenrätſel.
1 Wallot, 2 Erdbeere, 3 Rhabarber, 4 Solingen, 5 Immſ.
rurgie, 7 Gertrud 8 Alligator, 9 Nurmi, 10 Zögling, 11 2‟
ar am verwichene Sunndagmorjend. Die Sunn hott ſo
ghriungsluſtich in mei Stubb ereigeſcheint, ſo, als wollt
„No du alt Gräwwlern, hoſte heit morjend nix beſſeres
ſuls wie in deim altfrenkiſche Kram erumzuwuhle? Siehſte
ich mich a’ſtreng, um damit’s Friehling wärd? Alleeh,
Eu e anner Geſicht uffgeſteckt!“
ſoffe geſtanne, ’s war mer aach im Kobb un im Härz uff
ſwärr, ſo himmelhochjauchzend=zudodebedriebt, daß mich’s
ir meine vier Wend affach net mehr lenger gelidde hott,
enaus in’s Freie, ſunſt weer ich verblatzt.
hab drum alles leije un ſteh loſſe, un hab mer geſagt,
ihramkimmſt, machſte heit emal en korze Koch, däß geht zur
ſch, un bin losgetenndert, gääche die Lichtwiſſe zu; weid
ſer ſich ja net wage, ’s war blackeweis noch zu maddſchich.
Aſo hab ich mich alſo am voriche Sunndag morjend draus
ichtwiſſe erumgedrickt, hab de Schoof zugeguckt, un e
zeit=
ſnm Freund, dem Stadtſcheefer, Geſellſchaft geleiſt, bis ich
ſo beim Weiderdäbble uff de alde Herr Ullrich geſtoße
fpiunſern Staatsbräſendent in Penzion.
Bmär hawwe uns begrießt gäächeſeidich „Gen Dag! — Wie
ARun ſo — — — un, märkwärdich, mir hatte noch kaa zehe
hßemitnanner gewexelt, do ſin mer uff’s Stärwe zu ſchwätze
nihun uff de Dod, un uff däß große Fragezeiche dehinner . ..
Agerächent wo ringsdicherum de helle Sunneſchei' gelacht
tiſuwo am ſo=e friehlingsſeelich Hoffe dorch die Bruſt gezoge
berächend do kumme mir zwaa, ich un unſer verfloſſener
abrä ſendent geſprächsweis uff ſo=e Thema .."
14 mir hawwe beim Hieunhergeh in de Sunn, ſo unſer
Ge=
usgedauſcht un ſin, jeder nach ſeine Uffaſſung, ſchließlich
u Schluß kumme un in däre Beziehung ganz aaner
Mag=
fywäſe, nemlich daß e Menſchekind, däß wo im Läwe nooch
Umliſſe un Gewiſſe ſei Flicht gedho hott, daß däß wääche
Rtsnoochher is, kaa Angſt zu hawwe brauch, indem daß
dklild alles ſo härrlich beſtellt un in Ordnung is — ſoweit
ſehend nix eneizuredde hawwe! — daß mer ſich alſo kag
Aürache ſoll, um’s „Was dann?” — die Sach wärd ſchun ihr
ſikeid hawwe.
Renfalls, em alde Herr Ullrich ſei, un mei Aſicht hott ſich
Fall vollkumme gedeckt mitm Wilhelm Raabe ſeine A’ſicht,
ſpemol geſagt hott: „Arbeide un ſchaffe ſoll jeder nooch
alnt, baue ſoll er, in ſich un außer ſich, un was ihm in
was ihm im Umkreis ſeines Seins von gäächewir=
kende Kräfte zerſteert wärd, däß ſoll er immer widder geduldich
ufſrichte, dann dodrinn liggt ſei Glick. Wer die Aerm ſinke leßt.
der is iwwerall verlorn, er zirnt ſich ins Grab reddungslos. Wer
awwer jeden Schritt zum Grab verdeidicht un wirdich aach die
lichteſte Höhe verlaſſe kann, um in die dunkele Tiefe hinab
zu ſteiche, der hat gewonne.”
Während mir zwaa, de alde Ullrich un ich, ſolcher Art
Ge=
danke noochgange ſin, do hott valleicht unſer verehrlichter Herr
Owwerborjemaaſter ſich äwenfalls die hell Friehlingsſunn in ſei
Krankeſtubb ſcheine loſſe, un hott neie Hoffnunge un neie Mut
geheecht, dann s Schlimmſte war jo ſo gut wie iwwerſtanne, un
hott ſich valleicht mit große Gedanke un neie Pleen gedrage, zum
Wohl un zum Beſte vun unſerm liewe Städtche; aus=ere
Kranke=
ſtubb ſin ſchun manchmal die beſte Ideeje kumme. Dann es is
jo net wahr, daß uns de Himmel zeitweis e Krankheit ſchickt, um
uns zu ſtrofe; naa, er ſchickt ſe uns doch, damit mer in all dem
Haſte un Jage widder mal zwangsmeßich zur Ruh gezwunge
wärrn, un dodorch Zeit gewinne, um uns in uns ſälbſt widder
zurecht zu finne, un damit mer märke, wie lächerlich klaa, wie
härzlich unbedeidend doch ſo manches in de Wäld is, däß wo uns
in geſunde Dage ſoviel unneediche Sorje un Gedanke mache
dhut.
No, un wie unſer verehrlichter Owwerborjemaaſter ſo in die
hell Friehlingsſunn geguckt hawwe mag, do hott=er ſich valleicht
gedenkt: Sei’s um e Weil, dann ſtehſte widder feſt uff de Baa, un
dann willſte mit friſchem Mut und drotz aller „gäächenwirkender
Kräfte” dein Wähk weider geh, un willſt uffbaue, in dir, un
außer dir .
Doch eh de Dag vollichſter zur Neige gange war, do hott=en
ſpeed awends noch aaner beſucht, e gar hoher Herr, der wo vor
kaaner Dier Halt macht, un der wo zum Aermſte kimmt und zum
Reichſte, zum Niedrichſte un zum Heechſte, un der hott’m ſei Hand
uff’s Härz geleecht, daß es net mehr hott weider ſchlage kenne, un
hott mit aam hadde Griff ausgelöſcht all die gude Hoffnunge un
all die ſcheene Gedanke, un all die Zukumftsbleen, die wo die
Friehlingsſunn am Morjend ſo ſiegesgewiß uffbliehe hott loſſe...
Un der hohe Herr war der Dod; un vor dem is kaaner ſicher,
er mag ſei wer er will, un was er will, do hilft kaa Dockter un
kaa Azzenei, er muß mitgeh. Un wie geſagt, viele hawwe Angſt
vor=em, bis daß meri’n kenne gelernt hott, noochher märkt mer, daß
er als Freund kumme dhut, indem daß er alles Laad un alle
Schmärze, alle Sorje un allen Kummer vun uns nimmt, un uns
erſt richdich die Aage uffgemacht, daß mer ſieht, was for’n unnitze
Kram mer doch uff däre Wäld mit ſich erum geſchlebbt hott. UIn
wann er uns an die Hand nimmt, dann fellt alles vun uns weg,
was uns ſeither beſchwert hott, un däß haaße, unruhiche Härzche
hört mit ſeim Schlage uff, un wärd ruhich un ſtill, ganz ſtill .."
Un wer uns gekennt hott, ſeecht dann: Der is erleeſt; un wer
uns gärn gehatt hott, fiehlt ſich verlaſſe, un muß greine, un for=en
Aageblick is es, als hett ſogar de Pulsſchlag vun de Wäld
aus=
geſetzt: Dann der mächdichſte Herr der Wäld, der Dod, is vorbei
gange
Mancher hott ſich valleicht aach ſchun gewinſcht, zu ſähe, wie’s
bei ſeine Leich hergeht. Awwer aach do hott uns e giedich Geſchick
defor bewahrt. Dann vun dene, die uns im Läwe nahgeſtanne
hawwe, die’s gud mit uns gemannt hawwe, vun dene brauche mer
weder Kranz noch Nachruf. Un die annern, die aam valleicht im
Läwe kaum e Bröckelche drucke Brod gegennt hawwe, un die wo
Der zeitgemäße Haushalt.
Wlege der Möbel beim Oſter=Reinemachen.
Zaſcher, wie in jeder anderen Jahreszeit, müſſen die Möbel
Ejjahr gereinigt werden. Winterſtaub und Ruß müſſen ge=
Uurden, und dazu bedarf es nicht nur ſorgſamer Arbeit,
ſon=
ich der richtigen Mittel, denn jede Möbelart will anders
hfmlt ſein.
Fhämüſſen polierte Nußbaummöbel mit Petroleum
9ünenlappen abgerieben, am nächſten Tage mit Barchent=
Wund etwas Möbelwachs poliert werden.
Aechenmöbel werden durch Reinigen mit Terpentin ſau=
Heberreiben mit Bohnerwachs und wollenem Lappen wie
ecierte Möbel ſind mit ſtarker Abkochung von Quil=
Aue zu reinigen, und wenn ſie mit dem Leder und klarem
ue nachgewaſchen wurden, mit weichem Flanelltuch gleich=
Folank zu reiben.
heißlackierte Küchenmöbel werden tadellos ſauber,
Emnan ſie mit Schlemmkreidewaſſer abwäſcht (auf 2 Liter
Vaſe2 Eßlöfel gereinigte Schlemmkreide und 1 Teelöffel Bleich=
Arechnet), heiß überbrüht und durch ein Läppchen abgegoſſen,
Reeit klarem Waſſer und dem Leder nachreibt, ohne ſie nach=
Eien. Weiße Türen und Fenſterbretter werden auf
H.
ſeiſche Weiſe gereinigt.
ine Oſterkräuterſuppe. 1—2 Eßlöffel, Butter,
uine oder Oel laſſe man mit einer würfliggeſchnittenen
ſel und je 1 Teelöffel gewiegtem Kerbel, Schnittlauch,
Peter=
ill, Sauerampfer und Brunnenkreſſe dünſten. Stäube 2
31 Weizenmehl darüber und fülle mit 1 Liter Kalb= oder
Meiſchbrühe auf und laſſe die Suppe 1 Stunde kochen. Mit
riſſcher Butter und Pfeffer abgeſchmeckt, reiche man dazu
H.
ab geröſtete Semmelbröckchen.
picktes Oſterlamm. Ein junges Oſterlamm innen
Auz und Pfeffer ausgeſtreut und der Rücken mit Speck= und
Ezerkäſeſtreifen geſpickt, wende man in Mehl und brate es
Aitt er oder Speck an, um zur Hälfte mit Maſſer bedeckt, mit
Fewürzkörnern, 1 Sellerieſcheibchen, 1 kleinen Möhre, 1 nel=
Vecten Zwiebel zu dämpfen. Unter öfterem Beſchöpfen
lide geſchmort, verdicke man die Soße mit Kartoffelmehl
1mecke ſie mit Salz und Zitronenſaft pikant ab. Man reiche
hünzchen garnierten Kartoffelſalat dazu.
kangen=Oſtereier auf Mailänder Art. Den
en 6 Apfelſinen und 2 Zitronen verrühre man mit 5 Eigelb,
Tropfen Vanille= und Mandeleſſenz, 2 Eßlöffel Zucker
Eßlöffel heiß aufgelöſtem Süßſtoff. Füge 10 Blatt weiße,
Oſte Gelatine, 1 Meſſerſpitze Salz und den ſteifen Eiſchnee
A Ie die Maſſe in ausgeblaſene Eierſchalen, ſchäle dieſe am
Tage und bette ſie auf einer Unterlage von Schlagſahne
nterartig dazwiſchen aufgerichteten Eiswaffeln. Sie ſind
Enſo leckerer, wie bekömmlicher Oſter=Nachtiſch.
Oſter=Speiſezettel.
Inntag (1. Oſterfeiertag): Feine Oſterkräuterſuppe. Ge=
Oſterlamm. Orangen=Oſtereier nach Mailänder Art.
a9 (2. Feiertag): Kalbsnierenbraten mit Blumenkohl.
eme. — Dienstag: Pichelſteiner. — Mittwoch:
er Sellerie. — Donnerstag: Ireſh Stew. — Frei=
F iſchauflauf. — Samstag: Gebackene Makkaroni mit
Nen und Ei.
Das Sünf=Uhr=Getränk im Haushalt.
Von Bertha Witt.
Deutſchlend iſt ein kaffee= und biertrinkendes Land, und der
Tee als eigentliches Hausgetränk hat, wohl nie eine wirklich
weſentliche Bedeutung bei uns erlangt. Zum Teil betrachtete
man den Tee heute als jenes vornehme Getränk, das höchſtens in
guten Häuſern nach engliſchem Muſter die Familie und einige
Gäſte für ein paar Nachmittagsſtunden vereint. In den mit
Eng=
land in enger Verbindung ſtehenden Städten wie Hamburg und
Bremen ſpielte der Tee, dieſe Rolle ſchon, ehe er im übrigen
Deutſchland überhaupt eigentlich recht bekannt war; Hamburg
ging auch wohl darin voran, den Tee zum eigentlichen
Abend=
getränk im Familienkreiſe zu erheben, ähnlich wie der Kaffee zum
allgemeinen Morgengetränk geworden war. Immerhin aber ſind
dieſer Sitte des Teetrinkens bei weitem nicht alle Kreiſe und
Gegenden Deutſchlands gefolgt, teils aus Vorurteil, oder weil
man eine gewiſſe Schädlichkeit des Getränkes fürchtet, teils auch,
weil man dieſes Getränk nicht genügend kennt und ihm oft auch
infolge falſcher Bereitungsart keinen ſonderlichen Geſchmack
ab=
gewinnen kann.
Iſt aber nun Tee als tägliches Getränk ſchädlich? Daß er
ein ähnliches, wenn auch nicht ſo ſtarkes Gift enthält wie der
Kaffee, ſteht zwar feſt; man fördert das Ausziehen des Giftes oft
ſogar durch die falſche Art, Tee zu bereiten, ſo daß das fertige
Getränk dann wohl alle jene ſchädlichen Stoffe enthält, die ſich
bei krankhaft veranlagten Perſonen leicht unangenehm auswirken
können. Der geſunde Menſch braucht jedoch den Tee ebenſo wenig
zu fürchten wie den Kaffee. Kindern ſollte man allerdings keinen
Tee geben, oder doch nur, wenn man ihm reichlich Milch zuſetzt
und ihn zu feſten Speiſen verabreicht. Den erwachſenen
Men=
ſchen regt Tee an, wirkt günſtig bei Ermattung, namentlich nach
geiſtiger Anſtrengung wie nach großer Kräfteverausgabung
über=
haupt; aus dieſem Grunde wird Tee auch in den Tropenländern
von Engländern und Holländern oft übermäßig genoſſen, weil
dort die Hitze dem Körper zu viel flüſſige Subſtanzen entführt,
die ſich durch den Tee am günſtigſten erſetzen laſſen. Auch bei
leichten Krankheitsfällen oder bei Anſtrengungen, die infolge
ſtar=
ker Schweißabſonderung Erſchöpfung hervorrufen, wird man den
Tee als ein ar regendes, angenehm belebendes Getränk ſchätzen
lernen, das z. B. bei Erkrankungen, die durch Infizierung der
Rachenhöhle entſtehen, ſogar äußerſt wohltuend wirkt.
Auch wo der Tee nicht als Hausgetränk eingeführt iſt, wird
man doch ſeine Vorzüge in Krankheitsfällen kennen und ihn
dem=
entſprechend bevorzugen. Als tägliches Getränk benutzt, kommt
es, wie geſagt, darauf an, ihn richtig zu bereiten; daß er nur
wenige Minuten ziehen, dann aber von den Blättern abgegoſſen
werden muß, iſt vor allem zu beachten; nie ſollte man die Blätter,
um eine größere Ergiebigkeit zu erzielen, aufkochen, denn das
an=
genehme Aroma des Tees geht allzu leicht in die Bitterkeit des
Giftes über.
Leute, die viel Fleiſch und Fett eſſen, wie die Inſelengländer
und die Bewohner unſerer Waſſerkante, lieben den ſtarken Tee,
und mit Recht, da er günſtiger auf die Tätigkeit des ſtärker
belaſte=
ten Magens wirkt und auch die durch die Witterung ſtärker
be=
einflußten Halsorgane mehr belebt, anregt und ſchützt. Als
wirk=
lich ſchädlich braucht man den Tee erſt dann zu fürchten, wenn ſich
üble Einflüſſe infolge des Kaffeegenuſſes bei einem bemerkbar
machen: wem dieſer zu ſchaffen macht, der wird auch den Tee auf
die Dauer meiden müſſen. Tee kurz vor dem Schlafengehen zu
trinken, ſoll man vermeiden, da er, wie der Kaffee, anregt, belebt
und durch geſteigerte Herztätigkeit leicht Unruhe verurſacht.
jetzt uff amol ihrn Neid vergäſſe, weil merin netmehr im Licht
ſteht, un die wo jetzt uff aamol unſer Lob ſinge in alle Donarde,
un jetzt, obgleich’n zu Läbzeide jed Mittel recht war, uns zu
unnerdricke un uff die Seid zu ſchiewe, un wo jetzt, wo mer dod is,
die ehrlichſte, uffrichdichſte A’ſtrengunge mache, daß mer wenichſtens
noochdräglich die Ehr un die Aerkennung krickt, die wo mer ſchun
frieher verdient hatt — alſo vun dene kann uns däß alles kalt
loſſe. Un däßhalb is es gud, daß mer nix devo waaß.
Däß haaßt, ich mecht net ſage, daß däß aach beim Dod vun
unſerm Owwerborjemaaſter ſo gewäſe is, däß liggt mer färn.
Aach hott=er jo uff alle Nochrufferei ſchun vorher verzicht. Un
doch denk ich an den Värs, den wo ich’m bei ſeim Amtsa’dritt als
Owwerowwer, for zwanzich Johr, gewidmet hab, un wo laut:
Bobbulär?! — Ach Gott, die meiſte
Wärrn däß meiſt erſt nooch ihrm Dod,
Dhut wer was im Läwe leiſte,
Hott er ſpeeder dra kaa Not;
Awwer ſo därf er beginne,
Was er will, er macht’s kaam recht,
Anerkennung dhut er finne
Erſt beim kummende Geſchlecht.
Ja, gewiß, ſo richdich bobbelär war er eichentlich nie, däß „ſich
bobbeleer zu mache”, däß hott’m net gelääche, dofor hott er’s mit
ſeim Amt zu ernſt genumme. Un er hatt drum, ſo vor wie nooch
em Krieg den jetzt ſoviel geriehmte „Mut zur Unbobbularidät”,
noch Owwe wie nooch Unne. Un do därf er ſtolz druff ſei,
dann er is unbeärrt ſein Wähk gange, un hott immer widder
ge=
duldich uffgebaut, was „gäächewirkende Kräfte” zerſteert hawwe,
un hott drum in de bidderſte un ſchwerſte Stunde aach net die
Aerm ſinke loſſe.
s wärd aach geſagt, er hett kaan Humor gehatt. No mit em
Humor, däß is e eiche Sache, do geht’s wie mit de Lieb, — 8
wärd manches for Humor und for Lieb gehalde, was beim nehere
Hiegucke bloß Talmi is, fauler Zauwer. Un manchmal geht’s dem
echte Humor widder, wie de wahre Lieb, mer hott’n, awwer mer
ſchenniert ſich’n zu zeiche. — — No ich hab manchmal e Täßche
Kaffee mitm drinke därfe, wann ich bein geflickt hab, un do
hab ich doch gefunne, wann ich aach verſeenlich ſälbſt net viel vun
Humor verſteh, daß unſer Herr Owwerowwer doch Sinn hatt
for Humor, un däß is mehr währd, wie wann mer ſällwer hott.
No freilich, er hott for alles Scheene im Läwe un in de Kunſt
Sinn gehatt, warum ſoll er do kaan Sinn gehatt howwe for
Humor. Ja er hatt ſogar Sinn for unſer urwixich un därb Heſſe=
Darmſtädter Mundart. Bloß ’s Gemeine hott=em net gelääche,
dem ſtand er machilos wiſſawie. Un däß ſoll in Goddes Name ſei
greeßter Fehler gewäſe ſei.
Un ſo därf ich zum Schluß ſage, daß grad uff ihn däß
Wil=
helm=Raabe=Wort gebaßt hott, wie ſälde uff aan: Er hott gearweit
un geſchafft, un uffgebaut, in ſich, un außer ſich, un was=em
gäächewirkende Kräfte zerſteert hawwe, däß hott=er immer widder
geduldich uffgericht. Un ſo hott=er die Aerm net ſinke loſſe,
ſun=
dern jeden Schritt zum Grab verdeidicht un konnt wirdich die
lichte Heehe verlaſſe, um in die dunkele Tiefe enunner zu ſteiche;
er hat gewunne . .
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm wolle mer uns heit ſchenke;
bloß danke will ich em Herr Dr. Marx in Rocheſter, Minneſota, for
die 5 Dollar zum Niebergallfonds; die Antwort folgt nooch.
Das Büro erfährt, daß der Chef auf dem Fährdampfer in der vereiſten
Life.”)
Oſtſee ſtecken gebliebben iſt.
Anekdoten.
Zu Nikiſch kommt ein junger, dem Meiſter aufs wärmſte empfohlener
Komponiſt und trägt ein unendlich langes und langweiliges
Orcheſter=
ſtück vor.
Wie der hoffnungsvolle Jüngling endlich fertig iſt, fragt er: „Was
ſagen Sie zu meinem Werk?”
„Es hat entſchieden eine Zukunft” erwidert Nikiſch. „Man wird
es ſpielen, wenn alle großen Muſiker ſchon tot ſind.”
„Wahrhaftig!” ruft der Jüngling fnudig erregt.
(Jugend.)
„Jawohl”, jagt Nikiſch trocken. „Aber fwüher micht.”
Die liebe Einbildung. Ein Hypochonder trifft ſeinen Arzt auf der
Straße und ſagt zu ihm in großer Auftegung: „Ich komme eben aus
einem mediziniſchen Vortrag und fürchte, daß ich merenkrank bin.”
„Aber dieſe Krankheit macht doch zunächſt nicht die geringſten
Beſchwer=
den oder Schmerzen” begütigt ihn der Arzt. — „Um Himmelswillen,”
ſeufzt der andere, „das ſind ja eben meine Symptome.”
Auch ein Troſt. Auf dem Bahnſteig der Untergrundbahn ſtand unter
der wartenden Menge ein Liebespaar in einer erregten
Auseinander=
ſetzung Er verlangte aug’nſcheinlich, daß ſie ihn vom Platz weg heiraten
ſolle während ſie dazu noch nicht entſchloſſen ſchien. Der junge Mann
wurde immer aufgeregter, und als der einlaufende Zug ſchon ſichtbar
war, ſchrie er: „Wenn du mich nicht erhörſt, dann werfe ich mich vor
deinen Augen vor den Zug dort!“ — Das Mädchen war entſetzt. „Um
Gottes Willen, gib mir doch Zeit”, ſagte ſie ängſtlich, und dann fügte ſie
hinzu: „Jedenfalls kommt ja in drei Minuten wieder ein Zug!”
O dieſe Fremdwörter. Frau Neureich hat in einem Hühnerhof
ſchöne weiße Hühner geſehen und beſtellt ſchriftlich einige dieſer
Pracht=
evemplave, worauf ſie die Anfrage erhält, ob ſie Brut= oder Legehüthner
haben wolle. Sie erwidert: „Ich möchte ſchöne weiße Hühner haben,
auf Brutalität oder Legalität lege ich keinen beſonderen Wert.”
Voll. „Wie wars denn in der Oper?. War es voll?” — „
Wunder=
voll, wirklich wundervoll!“
Wenn zwei dasſelbe tun. „Was für einen entſetzlichen Spektakel
wieder die Nachbarskinder machen! ſagte Mama empört. — „Aber der
Lärm kommt ja aus unſerm Kinderzimmer”, wagte das Mädchen
einzu=
wenden. — „So, wirklich? Die lieben Kleinen, ſie müſſen ſich doch auch
etwas laut bewegen dürfen!“
Die Höhe. „Spricht er denn nicht mehr vernünftig?” „Vernümftig?
Seine vernünftigſte Bemerkung würde gerade noch ſich zum Titel eines
modernen Schlagers eignen.”
Fräulein Cochter braucht
einen neuen Mantel!
Es wird in dieſen Wochen viele Mütter
geben, die aus dem Gewahrſam der
Motten=
kiſte all jene hübſchen Dinge der Garderobe
ihrer Kleinen herausholen, die ſie im vorigen
Herbſt ſorglich einwinterten. Und es wird
wohl der Mehrzahl die teils erfreuliche, teils
betrübliche Tatſache klar werden, daß das
Mäntelchen vom vorigen Jahr ausgedient
hat. Erfreulich, weil damit angezeigt wird,
wie kräftig der Liebling in den
Wintermona=
ten wieder gewachſen iſt — betrüblich, weil
eine jede Anſchaffung eine Belaſtung der
Haushaltskaſſe iſt (ſelbſt wenn — was ja
bei klugen Müttern Brauch — nur Stoff
und Zutaten erſtanden werden müſſen, weil
man nach erprobtem, zuverläſſigem Schnitt
daheim Schneiderkunſt übt!). Aber das
Er=
freuliche überwiegt! Denn iſt erſt der Schmerz
über die Koſten überwunden, dann kommt
nachher die Freude des Geſtaltens und das
Vergnügen, Mädi an den erſten
frühlings=
mäßigen Tagen ſtolz im neuen Mäntelchen
beobachten zu können.
Wenn ſchon für das Kleidchen der kleinen
und größeren Mädelchen ſtets als oberſter
Grundſatz beachtet werden ſollte, daß
Kin=
der keine Zierpuppen ſind, ſondern muntere
kleine Lebeweſen, die gern herumtollen, dann
gilt das für das Mäntelchen doppelt.
Kin=
der ſollen viel an die friſche Luft — aber ſie
ſollen nicht langſam und würdevoll
einher=
ſtolzieren, ſondern laufen, ſpringen, ſpielen.
Und das geht an den oft noch ziemlich kühlen
Frühlingstagen nicht immer ohne die
ſchützende Hülle des Mantels. Bei den
Schulpflichtigen kommt es ja noch hinzu, daß
der Mantel eben auch auf dem Wege zur
Pflicht getragen werden ſoll, in den Pauſen
vor Erkältung hüten muß und darum in
jeder Beziehung „ſachlich” gearbeitet zu ſein
hat. Auch unter Beachtung dieſer Grundidee
läßt ſich immer noch viel Abwechſlung
ſchaf=
fen! Für die größeren Mädels, die dem
Ernſt des Lebens ſchon ein bißchen näher
ge=
kommen ſind, empfiehlt ſich da ganz
beſon=
ders die Ulſterform. Man wählt dafür
natür=
lich einen Wollſtoff, etwa modefarbig mit
irgend einem der neuen, wie verwiſch
ſehenden, unauffälligen Muſter. Der G
iſt ganz traditionell: gerade, ziemlich
fallende Form mit herrenmäßigem Ma
und Schluß auf zwei dicht überein
ſtehende Knöpfe, eingeſetzte Armel und
recht eingeſchnittene Taſchen mit Kl
(E). Aus dieſer ſtrengen Ulſterforrn
wickelt ſich durch eine kleine Variativn
Schnittes eine gemilderte, weiblicher
kende Idee. Man läßt die Taſchen un
ſchließenden Knöpfe fort, ſteppt dafü
Gürtelblende rundherum auf, die dy
die Taſchen bei der erſten Form ſitzen,
unten ausſpringt, und ſchließt den A
nun, indem man das eine Blendenen!
einer Schnalle verſieht, das andere als
auslaufen läßt und durch die Schnall
(C). Dieſe Form des Gürtelulſters
allerdings originell variiert — ergibt
neue Anregungen für Kindermäntel.
mal wird der Mantel zweireihig, mi
Knopfpaaren gearbeitet und erhält z
breit aufgeſchlagene Revers mit breit
gem Kragen. Ein Gürtel aus gleichen
mit Schnalle hält ihn zuſammen, wi
die Taſchen nur zur Abwechſlung ſchräg
geſchnitten werden. Als „Schönwetter
tel” gedacht, wählt man blaues Tuch fü
Mantel und belegt Revers und Kragg
weißem Tuch — als Mantel für ſch
Wetter kann man ihn auch doppelſeitig
ten: außen imprägnierten Gabardine,
feinkarrierten Plaidſtoff, der dann Hu
und Revers aufputzt (D). Gabardine
ſich ja überhaupt immer für ſolche ſpor
Formen! Wir ſehen ihn alſo auch an
anderen Gürtelmantel, bei dem die A
raglanmäßig eingeſetzt und die Taſcher
halb des Gürtels als ſchräggeſtellte
taſchen eingeſchnitten ſind. Alle Nähte
nur durch den Gürtel zuſammengehalt
Mantels ſind durch Stepplinien betonz,
tel und Aermelabſchluß ſowie der
Saum ſind beſonders durch mehrfache
pereien geſchmückt (B). Bei den kl7
jungen Damen vermeidet man voiſt
noch ſolche Gürtelformen, weil ſie undi
tioniert wirken: hier zeigt der ON
ſchlichte, weite Form mit Schluß auf
Knopf und vorn beiderſeits mit Sch
unterbrochene ſenkrechte Blenden (4)
Caſche und Gürtel.
Die Vorliebe für Harmonie geht heute ſo
weit, daß man Sachen, die im Grunde
genom=
men in gar keinem Zuſammenhang ſtehen, aus
gleichen Materialien arbeitet. Wir zeigen auf
unſerer kleinen Skizze heute zwei Taſchen mit
den paſſenden Gürteln. Für die eine iſt ein
ein=
farbiges Leder mit einem ſchönen goldbedruckten
zuſammengeſtellt. Die andere, wie auch der dazu
gehörende Gürtel, iſt ſehr effektvoll gewebt.
Das dreieckige Cuch
ſetzt ſich mehr und mehr durch; ſein großer
Er=
folg beweiſt, daß es kleidſam iſt und daß es
unſeren Frauen gefällt! Allerlei ſchöne Muſter
ſchmücken die Stoffe — meiſt handelt es ſich um
Crepe de Chine und Crepe ſatin. Nicht nur die
Kleider garniert man mit dieſen Tüchern, man
trägt ſie auch auf Mänteln und Koftümen,
immer weich zuſammengelegt und auf einer
Schulter flott eingeknotet.
Launen.
Das Jumberkleid.
Die Launenhaftigkeit der Frau war noch
immer die Zerſtörerin des häuslichen Friedens.
Gleich Rauhreif wirkt die Launenhaftigkeit
der Mutter auf die Kinder.
Das Weib iſt verachtenswert und verdient
den Namen Mutter nicht, das nicht ſoviel
Selbſtbeherrſchung finden kann, die
Launenhaf=
igkeit der Mutterliebe zum Opfer zu bringen.
Mißverſtändniſſe und kleine Verſtimmungen
ſchaden der Liebe und Freundſchaft nicht.
Lau=
nenhaftigkeit aber verlöſcht die lauterſte Flamme
geheiligter Freundſchaft und zerſtört das Glück
trauteſten Familienlebens.
Die Mutterpflicht iſt ſo erhaben und heilig,
daß ſich ihr alle anderen Neigungen und Wünſche
unterordnen müſſen.
Dina Ernſtberger.
Das Intereſſanteſte unſerer augenblicklichen Mode
iſt die ſtrenge Teilung zwiſchen Vor= und
Nachmitt=
tagskleidung, die ſoweit geht, daß wir eigentlich zwei
grundverſchiedene Moden haben: eine knappe
ſigur=
betonte für den Vormittag und für den Sport und
eine glockige, weite für den Nachmittag. Alles, was
den Reiz dieſer glockigen Kleider erhöhen kann, wird
herangezogen — außer reichen, aufdringlichen Beſätzen,
die ſchätzt Frau Mode nicht und erſetzt ſie lieber durch
geſchickte Stoffarrangements uſw. Aber von dieſen
Kleidern, die für uns neben ihrer großen Kleidſamkeit
den Reiz des Neuen haben, wollen wir heute nicht
reden, ſondern von unſerem alten, treuen Freund
und Begleiter, dem Jumperkleid! Es lebt noch
immer, das jugendliche Jumperkleid, das ſich aus
einem glatten oder pliſſierten, ſtets aber geraden Rock
und einem mäßig langen, die Hüften eng
umſpan=
nenden Jumper zuſammenſetzt. Die Röcke haben ſich
in letzter Zeit wenig geändert, nur an Länge haben
ſie um ein paar Zentimeter gewonnen — der
knie=
freie Rock gilt als erledigt, überwunden — und
un=
fein! So blötzlich wandelt ſich die Mode, ſo ſchnell tut
ſie in Acht und Bann, was ſie lange Zeit protegierte.
Die Jumper zeigen nur durch die Verwendung neuer
Stoffe, durch die Kombination verſchiedener Gewebe
ſowie durch aparte Garnierungen allerlei Neues: was
ſollte ſich wohl an den ſchlichten Formen fortgeſetzt
ändern können? Trotzdem ſind die Jumper in ihrer
Aufmachung und Geſamtwirkung ſehr
verſchieden=
artig: es gibt ärmelloſe Jumper und ſolche mit
lan=
gen, enganliegenden und bluſig erweiterten Aermeln.
Es gibt hochgeſchloſſene, ſpitz, rund und viereck”
geſchnittene — und dieſe Ausſchnitte wiederun?
aufs Verſchiedenartigſte umrandet. Die glatte )
z. B., die jedem beliebig geformten Ausſchnt
geſchmackvoller Abſchluß ſein kann, iſt ſehr g
Kleidſam ſind die Kragen und Tücher, letztere
in dreieckiger Form die man dem Jumper 4
aufarbeften kann. Nur die Grundformen k0
wie geſagt, ſich immer ziemlich gleich. Und E
den Stoffen. Da das Jumperkleid als el u
Nachmittagsanzug nicht mehr in Betracht
wählt man im allgemeinen keine allzu leichter!
nen Gewebe; nur gerade das ſchlichteſte Gen
ſportliche Jumperkleid, wird hie und da einm
Crepe de Chine gearbeitet. Vielfach kombinien
zwei verſchiedene Stoffe, einen hellen und
dunklen, einen einfarbigen und einen gemi
Oder aber, falls nur ein Material, hell oder
einfarbig oder gemuſtert, verwendet wird, nimi
ein zweites Gewebe für die Garnierung.
Har=
lich ſind es Blenden ſowie die Ausſchnittgarf!
die man aus dieſem zweiten Material herſten.
ſonders flott aber ſieht es aus, wenn einen
hellen — weißen, beige oder ſandfarbenen —
Blenden in mehreren Farben aufgarniert E7
etwa rote und blaue und grüne, ſchwarze un .
uff. Oder wenn man eine betonte Farbe
oder vier farblich ſchön abgeſtimmten Nuanc.”
die Blenden wählt. Sehr elegant wirkt es nar.”
wenn man die Kleiderfarben, eventuell ſogar 9.‟
ſatzmaterial des Kleides auf den kleinen —
2
Hüten wiederholt.
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte eIH‟
76
Sonntag, den 17. März 1929
Ceite 23
e an Baisatn
Novelle von Hella Radolf.
(Nachdruck verboten.)
görte ſprachlos zu. Wunderbar, wie dieſes Mädchen
Sie hatte nie nachgedacht über die Probleme der
ute nicht, naß Jutta nicht das unerfahrene Mädchen
uus ſie ſich als „verheiratete”, Frau immer ein wenig
uigekommen war — als ob der kleine, goldene Reif
les wäre!
entin fuhr mit heißen Wangen fort:
mecne ich, daß, wenn man im Lebenskampf beſtehen
uch für ſein Glück richtig ſorgen ſoll, und wenn man
ſvas man dafür anſieht, in erſter Linie auch
pflicht=
heirte Erhaltung kämpfen muß. Und zwar mit jedem
ſirtel, unter Ausnützung jeder Chance . ..
ge ich: Haben Sie das bis jetzt getan, Magda? Haben
nfüber nachgedacht, wie ſie . . . jenen wieder Ihren
ſter:? Für Ihr eigenes und für Ihres Kindes Glück
ie ſe Weiſe?
Nein! . . . Sie ſehen ſchlecht aus. Verweint,
Kein guter Anblick und keine Freude für
ver=
kueraugen, wie die Ihres ſinnesfrohen Gatten!
dnen und nur Tränen wird nichts erreicht. Sie müſſen
Angen ſtehen, Nuancen finden . . ."
Cie Ihrem Manne ruhig mal eine Szene. Das frißt
eiven, ſchüchtert ein. Toben Sie über ſeine Untreue,
hihm im Zorn die Möbel an den Kopf — nur ſehen
ſanigſtens verführeriſch aus! Das nächſte Mal aber
Heute begriff Jutta ihre hochgradige Erregung aus einem
neuen Geſichtspunkt heraus. Sie wußte nun, daß dieſe ihren
Urſprung, in gewiſſen Funktionen des weiblichen Organismus hatte
und in ihrer Wirkung auf das Gemütsleben der Frau. Die
Nie=
dergeſchlagenheit der Tage vorher war einem gewiſſen körperlichen
und ſeeliſchen Wohlgefühl, einer großen Zuverſicht gewichen nach
der ordnungsgemäßen Auslöſung. Wie aber, wenn dieſe
aus=
geblieben wäre? Sie die Folgen ihrer ungezügelten Leidenſchaft
und ihrer hemmungsloſen Liebe zu tragen gehabt hätte?
Mit ähnlichen Gefühlen, wie der Reiter über’n Bodenſee,
hatte Jutta erkannt, an welchem Abgrund ſie ſorglos ſchöne
Som=
mer= und Herbſtwochen verlebt hatte.
Den Vertrauensbruch ihrem Vater gegenüber, mit deſſen
Glück ſie gleicherweiſe geſpielt hatte, leichtſinnig wie mit dem ihren,
vergab ſie ſich nicht.
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mußte unwillkürlich lachen. Sie ſtellte ſich die
Afforderung des zungenfertigen Mädchens in die Tat
inimte fröhlich ein. Das Frauenlachen klang
über=
das müde Regentropfen. Es war alles viel leichter
wir den Schutz= und Trutzbund beſiegeln? Den
arbeiten wir dann ſpäter aus!”
öte lag auf Magdas Wangen, als ſie in die ihr
ent=
hite Hand der Studentin einſchlug. Vielleicht hatte die
Ncht. Jedenfalls tat ſich ein Weg auf, eine Hoffnung!
ſſinke Ihnen, liebe Jutta, für die freimütige Diagnoſe
Ehekrankheit! . . . Aber nun wollen wir noch einen
den Regen wagen, ja?"
ſen hinauf in ihre Zimmer, Mäntel und Mützen zu
Rörtta war eine tiefe Freude, Magda aus der Trübſal
hrben. Wie entzückend ſie ausſah, da ſie nun fröhlich
icht war doch Hoffnung und Ausſicht, daß dieſe junge
inmal ins Geleiſe kam. Freilich verhelte ſie ſich
il Klugheit und Selbſtbeherrſchung von ſeiten der
bnötig war, um den flatterhaften Gatten zu feſſeln.
ſen flog über ihre Züge, als ihr das volkstümliche
hatze läßt das Mauſen nicht” in dieſem Zuſammen=
Aoen Einn ſchoß.
„ſlagda — leicht haſt du es gewiß nicht!
Hwürden zuſammenhalten. Sie wollte die kämpfende
biitzen. Mit Klugheit war manches zu erreichen. Die
oar vorerſt, Magdas Lebensmut zu wecken, ihr
Selbſt=
ü kräftigen.
m Spiegelbilde warf ſie den Kopf in den Nacken. Sie
vürde ſich behaupten in ihrem zwiefach neugeſchenk=
Schwere Stunden der Selbſterkenntnis und der Abrechnung
lagen hinter ihr. Sie ließ keine ſentimentalen Entſchuldigungen
gelten für ſich ſelber, nicht die Worte von Fauſts Gretchen, die
ihr einſielen".
Doch — alles, was mich dazu trieb, Gott! war ſo gut! ach,
war ſo lieb!
Aber dies alles war zuletzt gekommen, war nur der Tupfen
auf dem I — der abſchließende Punkt.
Das Eigentliche — den Sieg über ſich ſelber nach hartem
Kampf — errang ſie auf dem Waſſer in jener furchtbaren Nacht,
als ſie an der Liebe und am Leben ſchier verzweifelte . . .
Mit ungeheurer Willensanſpannung wurde ſie Herr über ihre
Leidenſchaft, gab den Geliebten freiwillig auf, aus Achtung vor
den Anſprüchen der Frau. Ihre anſtändige Geſinnung verbot
ihr, ein Glück zu erſtreben, das die Vernichtung eines anderen
bedingte.
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Mit dieſem Siege wurde ihr das Beſte zuteil, was einem
Menſchen werden kann: Die Erkenntnis, daß ein feſter Wille alles
vermag, ſogar das Schickſal zu meiſtern. So wuchs ſie hinaus aus
der Menge derer, die damit liebäugeln, ſich zu Sklaven ihrer
all=
täglichen Leidenſchaften zu degradieren . . . Sie war zum
voll=
bewußten Weibe gereift in dieſen Tagen. Dadurch erſt — mit
dem nun auch für fremdes Leid geſchärften Blick — hatte ſie
Mag=
das Beraterin werden können, ihre Freundin, die ſie ihr Leben
lang bleiben wollte.
Als Jutta zum erſten Male nach jener Nacht wieder unter
Menſchen ging — gefaßt darauf, nun auch Rolf zu begegnen,
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geſchah es nicht ohne leiſes Bangen — ſei es auch nur darum,
daß ſie fürchtete, zu erröten oder ſich ſoſtwie zu verraten.
Aber das Wiederſehen ging glatt vonſtatten und eher, als ſie
erwartete. Sie traf gleich mit Magda zuſammen, und dieſe ſtellte
ſie ihrer Begleiterin, Frau Dahlberg, vor, deren forſchenden Blick
ſie großäugig und ſtolz erwiderte. Später trat Rolf zu ihnen,
und ſein Aufleuchten bei ihrem Anblick entging weder Jutta
ſel=
ber, noch Frau Rinis Wachſamkeit. Das Mädchen aber ſah durch
ihn hindurch, als ſei er Glas. Mühſam bewahrte der Mann
ſeine Faſſung. Daß er zermürbt war von heimlichen Kämpfen
und gelitten hatte, hätte Jutta in ſeinen Zügen leſen können.
Aber wie ſollte ſie? Es wäre ein gefährliches und überdies
nutz=
loſes Unterfangen geweſen .."
Jutta ſchreckte aus ihren Gedanken auf.
Es klopfte.
Magda vermutlich, die eher bereit war, als ſie annahm.
„Herein!“.
Aber nicht die Freundin trat ein, ſondern Rolf . . . Rolf
Dahlberg! Ein ſüßer Schreck — wie in der Zeit, als ſie noch nur
für ihn, von Umarmung zu Umarmung lebte — durchrieſelte ihre
Glieder, bedrängte ſie mit Erinnerungen an das Vergangene . . .
Sofort hatte ſie ſich jedoch wieder gefaßt. Ruhig erwiderte ſie
ſeinen Gruß, höflich fragte ſie nach ſeinem Begehr — freilich mit
einer Zurückhaltung, daß er gleich zur Sache kommen mußte.
„Jutta, weshalb entziehſt du dich mir ſeit Tagen? Womit
habe ich dein jetziges Benehmen gegen mich verdient?”
„Erwarteſt du wirklich darauf eine Antwort?” .. frug ſie
ſtaunend und ungläubig zurück.
Wie aufreizend kühl ihre Stimme klang! War das noch
Jutta, ſein zärtliches Mädchen? Rolf ſtand wie vor den Kopf
geſchlagen vor der unannahbaren Frau.
„Sag mir wenigſtens das eine, Jutta — hängt die
Verände=
rung deines Weſens mit dem Beſuch meiner Schwägerin
zuſam=
men? Ich kann mir nichts anderes denken —
Die ſo Gefragte ſtand blaß und ſtill . . . Seine Schwägerin
alſo! So lächerlich einfach war die Löſung! Der Menſch ſchuf
ſich wahrlich ſeine Aufregungen ſelbſt . . Wie oft klagt er das
Schickſal an — und meint damit ſeine Nerven, ſeine Phantaſie...
und ſeine eigene Blindheit!
Wozu nun die ganze Quälerei? Umſonſt gelitten und
ge=
kämpft, dem Geliebten mißtraut!
Juttas große Grauaugen leuchteten aus dem weißen Geſicht
unter dem ſchwarzen Haar zu dem Manne hinüber.
Rolf ſah ſie ſtaunend und ergriffen an.
„Liebſte, was iſt nur mit uns Beiden?”
Sie wußte nicht, wie ihr geſchah. Wie früher lag ſie wieder
in ſeinen Armen und ließ ſeine Zärtlichkeit über ſich hinſtrömen.
Nicht mehr denken müſſen! Alles, alles war ja gut!
War es wirklich? Wie ſchnell ſie ſich gefangen gab!
Sie hob den Kopf, löſte ſich aus ſeiner Umſchlingung, ſtand
wieder fern und abwehrend vor ihm.
„Deine „Schwägerin” ſagteſt du. Ich nehme an, es iſt die
Witwe deines einzigen Bruders? Aber iſt das alles, was du
mir hierüber zu ſagen haſt?"
„Ehe ich dich fand, glaubte ich Rini zu lieben. Der Tod
mei=
nes Bruders traf uns beide ſchwer — das gemeinſame Leid führte
uns zuſammen".
„Und dann kam ich — und du tateſt nichts, einer Verſuchung
zu widerſtehen, wiewohl du von vornherein wiſſen mußteſt, daß
mindeſtens ein Menſch durch dieſe Unterlaſſung unglücklich
wer=
den würde .
So hart und bitter hatte er Jutta nie reden hören. Dieſen
herriſchen, demütigenden Ton vertrug ſein Mannesſtolz nicht — ſie
hatte noch keine Frau zu ihm zu ſprechen gewagt. Was ſiel die=
(Fortſ. folgt.)
ſem kleinen Mädchen ein?
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Schnelligkeit ist das wichtigste Gut der Zeit.
Besonders für den Geschäftsmann heißt es
heute: Schritthalten mit dem TempoderZeit!
Aber auch der wirtschaftlich denkende Kunde
sieht in dem schnell arbeitenden Geschäft das erfolgreich arbeitende
Geschäft. Er fordert prompte Information von seinem Lieferanten,
er weiß, daß Ausdruck der schnellen kaufmännischen Ankündigung
die Anzeige ist. Er weiß, daß die Anzeigeninformation des „
Darm-
städter Tagblatt” seiner Privatwirtschaft Erleichterung bringt, er
kennt die Zeitungsanzeige als das große Regulativ zwischen
Angebot und Nachfrage zum Vorteil der beiden großen
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schaftsgruppen, der Käufer und Verkäufer!
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