Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 62
Sonntag, den 3. März 1929.
192. Jahrgang
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ſt Dollar — 420 Mackl. — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Streil uſw. erliſcht
ſede Verpflichtung au Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtiſcher Beltreibung fäll jeder
Nabatt weg. Banfkonto Deutſche Bani und
Darm=
ſädter und Naliopabant.
Ait Minderheiken Problem.
Zeutft und kanadiſche Minderheiken-Ankrag
deut iBesordnung der Genfer Rakskagung.
Berlin, 2. März.
Taſſug des Völkerbundsrats, die am 4. März beginnt,
welt er Ausſprache über die Minderheitenfrage, die
iFſtelklire Erläuterung. Auf der Tagesordnung iſt nicht
als/ tirtal davon die Nede: Ein Antrag des kanadiſchen
ſtretge ?andurand, der ſich mit dem „im Völkerbund für
ſand i der Beſchwerden der Minderheiten geltenden
Ien” tuart, eine Reihe von konkreten Beſchwerden von
400 ſeitetz erunter die des Deutſchen Volksbundes über die
„iung;ᛋ kUlitz; ſchließlich der Antrag Streſemanns, der
der üngſchaft des Völkerbunds für die Beſtimmungen
SüchDer Minderheiten” befaßt.
der insöſiſch geſchriebenen oder beeinflußten
europä=
reſſtt 1.d übereinſtimmend verſucht, die Tatſache des
unfle. Initiative Dandurands kurzerhand abzutun,
rſchtivien. Man bemüht ſich, Streſemann allein die
Ver=
gy eie Behandlung der Frage zuzuſchieben. Man
igt,/ 6 Streſemanns Antrag durch Zaleſki
herausge=
daß er in einer ganz allgemeinen Faſſung ge=
Mut ſo, als wäre nicht die Minderheitenfrage —
Mgeſtellt worden, ſondern die Frage der
polniſch=
hungen — über die man ſich mit Vergnügen
witbreitet.
Bchſühundſekretariat dagegen hat in der vergangenen
iKnientenſammlung veröffentlicht, die ſich den An=
Muu ge dem Völkerbundrat nur der kanadiſche An=
Air Widerſpruch löſt ſich auf, wenn man ihn als
behſatk, als ein Spiel mit verteilten Rollen, gerichtet
Anhug: nheit angenommen: den Antrag und die Abſicht
gun /aaßen in Verruf zu bringen, in Deutſchland aber
Senf hinter dem (harmloſer ausſehenden) An=
Duuhs zu verſtecken und im März unter den Tiſch fallen
Wlunbekümmertheit, mit der dieſe Doppeltaktik
be=
wirdß erſtaunlich.
Lichlue ehen braucht es uns jedoch gar nicht
unan=
hu ” wvenn man im März im Völkerbundrat Wert
Legt Wh =Antrag Dandurands in den Vordergrund zu
W Wdie Ausſprache zu konzentrieren. Dandurand hat
Merghrut eine Denkſchrift eingereicht, die einen beach=
Abſchlag zur Ergänzung des geltenden Minder=
Bohrens des Völkerbunds enthält, zugleich aber
derh u dſätzlichen Frage der Minderheitenpolitik des
Nungen, dem kanadiſchen Antrag zur Erörterung des
P An s. Ohne allzugroße Mühe und Klügelei wird es,
WGediamänge, die der Kanadier ausſpricht, mit den
Der Vih Imſtraße weitreichend übereinſtimmen, möglich
Deriswrache im Völkerbundrat die Verbindung zwi=
Mock2) und Streſemann zu bewahren.
ſo un Genf, iſt auch in dieſem Fall die Frage, ob es
Sden Wkeffolg zu verlaſſen. Vermutlich wird der
Völker=
e Mnck aber wenig an einer öffentlichen Ausſprache
eineks hird Verhandlungen hinter verſchloſſenen Türen
Angelegenheit iſt peinlich, Herrn Briand und Sir
Hrk s Manöbrieren gegen den Kanadier in einem
Werd ehrum ſehr viel behaglicher ſein, die Preſſe würde
Teſugenden amtlichen Berichten abſpeiſen und auf
Mnidchlictrüchte verweiſen können, in die öffentlich zu=
Pe Sklung der Völkerbundakten aber brauchte man am
Mtenls wohlgeſeilten, angenommenen Entſchließungen
Sawnesidter demgegenüber verlangt, daß die Ausſprache
2in ilr- Beffentlichkeit gehalten werde — ſo wie ſie im
* hrOefentlichkeit begonnen hat — kann ſich auf die
Stndezuicg feber berufen. Aein Zweifel, daß für die
eisis zutrifft, was der Abſatz 3 der Einleitung der
Sinonliayis berkütndet: „Es iſt notwendig, die internatio=
Serechtigkeit und die Ehre gegründeten
Be=
den
Ner Oeffentlichkeit zu unterhalten.”
Rechtslage der Minderheiten.
iuenhang mit dem auf der bevorſtehenden Nats=
Nur Verhandlung gelangenden deutſchen Antrag
N derheitenfrage ſeien kurz die für die Mindere, derheiten=Antrag in Genf zur Diskuſſion ſtellen.
Die Woche.
her von den Großmächten geſchützt worden ſeien, daß dieſer
heiten beſtehenden Rechtsverhältniſſe wiedergegeben, ſoweit dieſe
überhaupt in internationalen Abmachungen feſtlesen. Erſt ſeit
den Friedensverträgen nach dem Velkriege iſt das
Minder=
heitenproblem zu einem internationalen Rechtsproblem
gewor=
den. Die Väter des Friedensvertroges hatten ſich damit
be=
gnügt, beſtimmte Minderheiten ausdrüglich hervorzuheben, und
zwar aus Anlaß der Abtretung deutſcher Gebiete an Polen.
Polen hatte ſich zwar zunächſt hartnäckig geweigert, internationale
Bindungen bezüglich der Minderheiten einzugehen, die polniſchen
Einwände wurden jedoch durch einen Brief Clemenceaus vom
24. Juni 1919 an den damaligen Miniſterpraſidenten Paderewſki
entkräftet. In dem Brief wurde darauf hingewieſen, daß es ſich
um keine Neuregelung handele, ſondern bereits um eine
Tradi=
tion, wobei an den Berliner Kongreß und die von den
damali=
gen Mächten geſtellten Bedingungen für die Anerkennung
Ser=
biens und Montenegros als öſterreichiſche Staatsgebiete erinnert
wurde. Clemenceau verwies darauf, daß die Minderheiten frü=
Schutz aber nach Gründung des Völlerbundes auf dieſen
über=
gegangen ſei. Polen unterzeichnete dann einen
Minderheiten=
vertrag, der als Muſtervertrag galt und in dem Polen u. a.
an=
erkannte, daß kein polniſches Gejetz, keine Verordnung oder
amt=
licher Erlaß erlaſſen, oder vorgenommen werden dürſen, die gegen
die Garantie der Kultur und Sprache der Minderheiten
ve=
ſtoßen. Rechtlich wirkt ſich die Garautie des Völkerbundes für
dieſen Vertrag ſo aus, daß jedes Mitglied des Völkerbundsrates
auf Verletzungen des Vertrages aufmerkſam machen kann. Polen
erlennt Meinungsverſchiedenheiten hierüber als ſolche
inter=
nationalen Charakters an, die vor das Haager Schiedsgericht
gebracht werden können. Der Rat iſt befugt, bei Verletzungen
des Mniderheitenvertrages einzugreifen. (Der Rat entſcheidet
auch hier einſtimmig, ſo daß der verletzende Staat, wenn er Rats=
9 erungen unangenehm iſt — durch Streſemann mitglied iſt, oder ſeine Freunde jede Beſchwerde zu Fall
brin=
gen können.) Der polniſche Muſtervertrag iſt auf Südflawien,
Rumänien, die Tchechoſlowakei und Griechenland ausgedehnt
worden, ſpäter auch, nach den Anträcen von Albgnien, Eſtland,
Finnland, Lettland und Litquen auf Eintritt in den Völkerbund,
auf dieſe Staaten. Für Litauen wurde noch eine beſondere
Kon=
vention, die Memelkonvention, getroffen, und am 15. Mai 1922
trat, gleichfalls als eine Sonderregelung, die bis 1937 befriſtete
Genfer Konvention zwiſchen Polen und Deutſchland für
Ober=
ſchleſien in Kraft. Die Genfer Konvention iſt der einzige
Minderheitenvertrag, der es der Minderheit geſtattet, ſich direkt
ech lames Ziel, betrachtet: Die Preſſe und öffentliche beſchwerdeführend an den Völkerbungsrat zu wenden. Im Laufe
dac u chfeindlichen Gepräges hat ſich der politiſchen der Jahre iſt verſchiedentlich verſucht worden, die
Minderheiten=
rakters zu machen. Alle dieſe Verſuche ſind jedoch, insbeſondere
wegen der Haltung Frankreichs und Italiens, zum Scheitern
MA. Das Völkerbundſekretariat, die Völkerbund= verurteilt. Deutſchland würde, wenn ſich erneut eine ſolche
For=
c wie vor grundſätzlich gegen Deutſchland ver= derung erheben ſollte, auf Grund ſeiner ſtets befolgten Haltung
in, ſich der techniſchen Seite an: Den Antrag dieſer zuſtimmen müſſen. Daß Deutſchland praktiſch bereits
ßiſchen Schulverordnungen für die polniſche und däniſche
Min=
derheit in Deutſchland.
die Praris des Minderheikenverfahrens in Genf
iſt aber auf Grund der bekannten ſtändigen Genfer
Kompromiß=
atmoſphäre ſchon ſo ſehr zu einer Karikatur geworden, daß im
Dezember 1925 der braſilianiſche Vertreter Mello Franco die
— alledings verſönliche — Auffgſſung vertreten konnte, die ſehen, ſo lange noch Zeit zu Reformen iſt. In erſter Linie die
Minderheitenverträge ſeien doch nur vorläufig, bis die
Aſſimi=
lierung der Minderheiten an die herrſchende Staatsbevölkerung
erfolgt ſei. Im Jahre 1928 hat der griechiſche Vertreter Politis
AndA elrung nimmt. Es ergibt ſich alſo eine natürliche ſogar verſucht, dieſe Auffaſſung des braſilianiſchen
Berichterſtat=
ters als einen Beſchluß des Völkerbundsrates hinzuſtellen. Daß
hier eine grundlegende Wandlung geſchaffen werden muß, iſt
klar. Die Minderheiten ſelbſt haben (mit Ausnahme der unter
die Genfer Konvention fallenden Minderheit), kein Recht, ſich
direkt an den Rat zu wenden. Die Beſchwerden, die nur von einer
Ratsmacht eingebracht werden können, unterliegen nach dem
bis=
herigen Verfahren der Prüfung durch das Genfer
Generalſekre=
ſchenzSdnung gelingt, die Tagung des Völkerbundrats, tariat auf ihre Beſchwerdewürdigkeit hin. Im Falle ihrer dort geſtern veröffentliche geheime polniſche Denkſchrift hat im
Zu=
feſtzuſtellenden Würdigkeit ſetzt der Präſident des Rates ein
Dreierkomitee ein, das im Laufe der Zeit, ganz gegen den Sinn
des Verfahrens, zu einer erſten Inſtanz geworden iſt und den
Spottnamen „Beſtattungskomitee” durchaus verdient. Von der
Art der Erledigung der Beſchwerde erfährt die betreffende
Min=
derheit kein Sterbenswort. Ganze 183 Beſchwerden, die als
be=
ſchwerdewürdig zugelaſſen worden waren, ſind von dem
berüch=
tigten Dreierkomitee ſchon beſtattet worden. Bei den Minder=
Die Vorſchläge des Kanadiers Dandurand, die gleichfalls auf lichen Mitteln zu beruhigen ſucht, ſo bedeutet das doch nichts
der bevorſtehenden Ratstagung zur Verhandlung ſtehen, können
von der deutſchen Delegation als Erörterungsgrundlage
ange=
nommen werden. Es hat ſich aber erwieſen, daß z. B. jedes
Ver=
fahren praktiſch zunichte gemacht wird, wenn der Völkerbund
ſich nicht endlich dazu bekennt, die Minderheitenfrage als eine
internationale Rechts=Grundfrage anzuſehen. Wenn es möglich
iſt, daß durch polniſche Agrargeſetze zu 90 v. H. deutſcher
Grund=
beſitz enteignet wird, während dieſer ohnehin nur 27 v. H.
be=
trägt, ohne daß gegen ſolche Vergewaltigungen im j
ternationa=
len Recht Maßnahmen vorgeſehen ſind, dann bezeichnet dies eine
Berlin, 2. März, der ſchwerſten Lücken, nicht nur in der internationalen
Geſetz=
gebung, ſondern auch des Rechtsempfindens des Völkerbundes.
Das Rechtsempfinden des Völkerbundes will der deutſche Min=
Nachdem durch den Beſchluß des Zentralvorſtandes der
Deutſchen Volkspartei zunächſt neue Möglichkeiten gegeben
ſchie=
nen, eine Regierung der Großen Koalition, wenigſtens als
Pro=
viſorium, d. h. bis nach Erledigung der Pariſer
Sachverſtändigen=
verhandlungen, zuſtande zu bringen, iſt am Freitag ein dahin
gehender Verſuch des Reichskanzlers trotzdem endgültig
geſchei=
tert. Das iſt in einer Beziehung gewiß bedauerlich, denn an der
Tatſache, daß wir unter den gegenwärtigen Umſtänden eine
ſtarke Regierung brauchen, hat ſich ja inzwiſchen durchaus nichts
geändert. Auf der anderen Seite aber haben die letzten
Ver=
handlungen doch inſofern eine gewiſſe Klärung gebracht, als jetzt
die ſachlichen Meinungsverſchiedenheiten klarer zutage
ge=
getreten ſiud; denn ſchließlich hat es ſich bei dem ganzen
Wirr=
warr ja doch nicht allein um einen Streit um die Miniſterpoſten
gehandelt, ſondern auch um weſentliche ſachliche Entſcheidungen.
In Preußen war es die Konkordatsfrage, die das Zentrum
ver=
anlaßt hat, ſich mit allen nur immer möglichen Mitteln gegen
die Erweiterung der Regierung durch die liberale Deutſche
Volks=
partei zu ſträuben, im Reich aber ſind es ja von vornherein die
überaus bedeutſamen Finanz= und Steuerfragen geweſen, für die
man eine gemeinſame Baſis nicht finden konnte. Wenn der
ſozialdemokratiſche Reichskanzler unter dieſen Umſtänden
trotz=
dem noch einen letzten Verſuch unternahm, eine parteimäßig
ge=
bundene Regierung der Großen Koalition zuſtande zu bringen,
ſo konnte man die Ausſichten dieſes Unternehmens von
vorn=
herein wohl kaum für günſtig anſehen. Bindung der
Koalitions=
parteien hieß ja doch nichts anderes, als daß die hinter der
Regie=
rung ſtehenden Parteien die Verantwortung für das
Finanz=
programm der Regierung hätten übernehmen müſſen. Und da
es natürlich keinen Zweck gehabt hätte, eine Regierung zu
bil=
den, die bei der erſten Beratung über die brennenden
Finanz=
fragen auseinandergefallen wäre, ſo war es mehr wie
verſtänd=
lich, daß die Deutſche Volkspartei zum mindeſten über die
grundſätzlichen Fragen ſchon vorher Klarheit haben
wollte. Dies Verlangen war um ſo berechtigter, als bekanntlich
die geſamte deutſche Wirtſchaft gegen die Pläne des
Reichsfinanz=
miniſters ſchwerſte Bedenken hegt. Unter dieſen Umſtänden, ſo
ernſt ſie an ſich ſind, entbehrt es faſt nicht der Komik, wenn
ver=
ſchiedentlich der Verſuch gemacht wird, der Deutſchen Volkspartei
die Schuld am Scheitern der Koalitionsverhandlungen
zuzu=
ſchieben — weil ſie es für nötig hielt, ein konkretes Finanz= und
Steuerprocramm aufzuſtellen. Das aber war, man mag zu der
Deutſchen Volkspartei ſonſt ſtehen wie man will, doch ganz gewiß
eine höchſt verdienſtliche Tat, und wenn man überhaupt eine
Schuld an der letzten Entwicklung der Dinge konſtruieren will,
was ja bei der Verfahrenheit unſerer innerpolitiſchen Zuſtände
geſetze zu Geſetzen allgemein verbindlichen, internationalen Cha= an ſich wenig Zweck hat, ſo kann ſie doch nur beim Reichskanzler
liegen, der ſich für ſeine Verhandlungen ein Ziel geſteckt hat, von
deſſen Unerreichbarkeit er nach Lage der Dinge eigentlich von
vornherein überzeugt ſein mußte. Rein tatſächlich hat ſich durch
die Entwicklung der Dinge während der letzten Woche ſehr wenig
eine ſolche Verallgemeinerung befolgt, beweiſen die letzten preu= geändert, nur daß die Verärgerung der verſchiedenen Parteien
gegeneinander vielleicht noch etwas größer geworden iſt. Das
aber ſcheint uns nicht das Entſcheidende zu ſein, ſondern
wich=
tiger dürſte die Erkenntnis ſein, welche die übergroße Mehrheit
des deutſchen Volkes aus dem Verlauf der Dinge gewonnen hat,
daß mit den kleinen Mitteln der Verhandlungstechnik unſerem
innerpolitiſchen Elend nicht beizukommen iſt, ſondern daß
ein=
ſchneidende grundſätzliche Aenderungen unſeres Syſtems zur
uner=
läßlichen Notwendigkeit geworden ſind. Das ſollten insbeſondere
die überzeugten Anhänger des parlamentariſchen Syſtems ein=
Sozialdemokraten, ohne deren grundſätzliche Einſtellung und
ver=
fehlte Taktik die Dinge zweifellos einen weſentlich anderen
Ver=
lauf genommen hätten. Von ſolcher Selbſterkenntnis aber iſt
zurzeit noch nichts zu verſpüren. Im Gegenteil nennt es die
ſozialdemokratiſche Preſſe eine freche Herausforderung, wenn die
grundſätzlichen Gegner des parlamentariſchen Syſtems mit
eini=
ger Genugtuung das jetzige Fiasko feſtſtellen. Mit ſchimpfen aber
iſt es nicht getan, ſondern nur durchgreifende Reformen können
das lecke Schiff des deutſchen Parlamentarismus wieder flott
machen.
Im Intereſſe des deutſchen Volkes wäre es zu hoffen, daß
man endlich ernſthaft daran geht, die notwendigen Enſchlüſſe zu
ſaſſen. Wir können es uns nicht leiſten, unſere geſamten
poli=
tiſchen Energien in innerpolitiſchem Gezänke zu erſchöpfen. Die
ſammenhang mit der Veröffentlichung des franzöſiſch=belgiſchen
Geheimabkommens die Lage auf dem europäiſchen Kontinent in
bengaliſcher Beleuchtung gezeigt. Daran, daß beide Dokumente
echt ſind, wird kein nüchterner Beobachter der Dinge auch nur
einen Moment zweifeln können. Daran können auch die
Demen=
is nichts ändern, die in ſolchen Fällen ja nun einmal
unaus=
bleiblich ſind. Franzoſen, Belgier und Engländer haben bereits
dementiert, auch das polniſche Dementi wird vorausſichtlich nicht
lange auf ſich warten laſſen. Auf keinem anderen Gebiete aber
ſind Illuſionen ſo gefährlich wie auf dem politiſchen Gebiete, und
heiten beſteht der dringende Wunſch, endlich gehört zu werden, wenn unſere pazifiſtiſche Preſſe jetzt ihre Leſer mit allen
erdenk=
anderes, als den Kopf in den Sand ſtecken, wenn nicht noch
Schlimmeres.
Dabei iſt von den beiden veröffentlichten Geheimdokumenten
die polniſche Denkſchrift vielleicht noch das bedeutſamere. Scharf
umriſſen tritt uns hier die aggreſſive Tendenz der polniſchen
Po=
litik entgegen. Klarer als es hier von polniſcher Seite aus
ge=
ſchieht, kann dem deutſchen Volke ſeine Bedrohung von Oſten
her gar nicht vor Augen geführt werden. Grelles Licht fällt
da=
durch auf die Hintergründe des erbitterten und brutalen Kampfes,
den die Polen gegen die deutſchen Minderheiten führen. Mit
um ſo größerer Spannung darf man daher den Verhandlungen
der jetzt beginnenden Tagung des Völkerbundsrats
entgegen=
ſehen, die ſich ja bekanntlich auch mit der Minderheitenfrage
be=
ſchäftigen wird. Wir überſchätzen die Möglichkeiten des Genfer
Völkerbundes gewiß nicht, wir kennen die Hemmu gen, die ſich
daraus ergeben, daß zum mindeſten die Mehrzahl der dort ver=
Seite 2
Mig
R147z 1929
Numt
tretenen Mächte in ihm nur ein neuartiges Inſtrument der
Poli=
tik ſehen. Da aber gerade das Minderheitenproblem die Frage
darſtellt, an deren Löſung mitzuarbeiten der Völkerbund in erſter
Linie berufen wäre, ſo kann die Behandlung dieſer Frage in Genf
geradezu zum Prüfſtein für die Bedeutung des Völkerbundes
überhaupt werden. Dieſer Erwägung wird man ſich auch in
Paris nicht verſchließen können, und da man gerade dort ein ſehr
lebendiges Intereſſe an der Erhaltung des Völkerbundes hat,
ſo iſt es immerhin möglich, daß auch die Franzoſen trotz der
Wünſche ihrer polniſchen Freunde kein Intereſſe daran haben,
dem Preſtige des Völkerbundes einen neuen ſchweren Schlag zu
verſetzen. Es iſt keine leichte Aufgabe, vor die ſich die deutſche
Delegation in Genf auch diesmal wieder geſtellt ſieht. Sie wird
dadurch nicht leichter, daß die Genfer Beratungen überſchattet
ſein werden von den Pariſer Verhandlungen der
Wirtſchaftsſach=
verſtändigen.
Wie lange noch wollen wir uns unter dieſen Umſtänden in
innerpolitiſchen Kämpfen aufreiben?
M.
Der greiſe Vertreter Ungarns im Völkerbund, Graf Albert
Apponyi, deſſen Stimme in den Verhandlungen im Völkerbund
ſtets Gehör und Achtung gefunden hat, macht einige
bemerkens=
werte Aeußerungen zum Stand der Minderheitenfrage. Graf
Apponyi meint: Die Minderheitenfrage als aktuelles Problem
beruhe nicht auf einer ideellen Auffaſſung darüber, wie die
Min=
derheiten behandelt werden ſollten, ſie ſei keine Frage von mehr
oder weniger Liberalismus; als ſolche mag ſie vor der
öffent=
lichen Meinung der geſitteten Völker ſtehen, als ſolche mag ſie
von denen behandelt werden, deren Beruf es iſt, die ethiſchen
Geſichtspunkte der politiſchen Probleme zu beleuchten. Für das
Heute, für die Faktoren der handelnden Politik, alſo für den
Völkerbundsrat, ſei es eine Frage der Vollziehung von
rechts=
kräftigen Verträgen. Sie iſt jetzt beſonders aktuell geworden
durch die unbefriedigenden Reſultate der dem Rat übertragenen
Kontrollmiſſion, und ſie beſteht darin, zu unterſuchen, in welcher
Weiſe die Kontrolle wirkſamer gemacht werden könnte. Graf
Apponyi meint, daß die Hauptbetonung auf die Forderung eines
kontradiktatoriſchen Verfahrens bei der Behandlung der
Minder=
heitenbeſchwerden gelegt werden müßte. Bisher ſeien die
Be=
ſchwerden einem Dreierkomitee (beſtehend aus dem jeweiligen
Ratspräſidenten und zwei von dieſem eingeladenen
Ratsmit=
gliedern) zur Vorprüfung überwieſen worden. Falls dieſes
Ko=
mitee die Klage als berechtigt anſah, ſo wurde die Beſchwerde
der betreffenden Regierung mit der Bitte um eine befriſtete
Rück=
äußerung überſandt. Dieſe Rückäußerung pflegte nun alles durch
Ziffern und Dokumentenmaterial zu widerlegen und dabei die
Behauptung aufzuſtellen, daß die Klage gänzlich aus der Luft
gegriffen ſei. Dieſe Rückäußerung wurde den Beſchwerdeführern
nicht mitgeteilt, ſo daß ſie gar nicht in der Lage waren, zu dem
von der betreffenden Regierung zuſammengeſtellten
Datenmate=
rial kritiſch Stellung zu nehmen. Für den Völkerbund aber,
reſpektive für den Rat, beſaß das von der Regierung gelieferte
Material unbedingte Glaubwürdigkeit, und ſo wurden denn die
meiſten Klagen einfach begraben. Graf Apponyi führte an, wie
er ſelbſt miterlebt habe, daß in einer wichtigen
Minderheit=
beſchwerde ein Fehlurteil gefällt wurde, weil es ſich
ausſchließ=
lich auf die Mitteilung des betreffenden Regierungsvertreters
ſtützte, die in fünf Minuten hätte entkräftet werden können, wenn
man den Vertretern der Beſchwerdeführer das Wort zur
Auf=
klärung gegeben hätte. Reformen der jetzigen Behandlung der
Minderheitenfrage in Genf ſeien durchaus notwendig.
Der Kanadier Dandurand hat beſtimmte Vorſchläge
einge=
bracht. Er wünſcht die Schaffung einer beſonderen ſtändigen
Kommiſſion des Völkerbundes für Minderheitenfragen und
klagen. Er wünſcht eine möglichſt weitgehende Klärung aller
Minderheitsfragen vor ihrer Behandlung durch den Rat. Zuerſt
ſoll der Völkerbund zwiſchen der Minderheit und dem Staat,
gegen den Klage geführt wird, vermitteln. Gelingt es nicht, eine
Schlichtung zu erreichen, ſo ſoll der beklagte Staat verpflichtet
ſein, die Beſchwerde an den Rat weiterzugeben, und zugleich der
Minderheit Kenntnis von dem geſamten Schriftwechſel und ihr
Gelegenheit zu neuer Stellungnahme zu geben. Natürlich leidet
der Vorſchlag Dandurands an gewiſſen Mängeln. Er könnte,
ſollte er angenommen werden, den Regierungen die Möglichkeit
zu endloſen Verſchleppungen der ihnen unbequemen
Minder=
heitenfragen geben. Es iſt klar, daß das Minderheitenverfahren
ſo wie bisher nicht weiter behandelt werden kann, aber es muß
abgewartet werden, wie weit in den bevorſtehenden
Verhand=
lungen Abhilfe geſchaffen wird.
Das Reichskabinett hat ſich bisher mit dem vom
Reichstagspräſiden=
ten Löbe eingereichten Einreiſegeſuch Trotzkis, noch nicht
beſchäftigt. Wegen der außenpolitiſchen Bedeutung der Angelegenheit
wird man wahrſcheinlich warten, bis Dr. Streſemann wieder aus Genf
zurück iſt. Soweit wir unterrichtet ſind, ſteht die Mehrheit der
Kabinetts=
mitglieder der Einreiſe ablehnend gegenüber.
Die Interpellation der Demokraten wegen dem
bayeriſchen Miniſterpräſidenten Dr. Held ſoll zurückgezogen worden ſein.
Trotz der Erklärungen der deutſchen Regierung nimmt der
ange=
ſehene Londoner Arzt Sir Berkeley, der die deutſche
Heeres=
leitung beſchuldigt hatte, während des Krieges
Peſt=
bomben abgeworfen zu haben, ſeine Anſchuldigungen nicht
zurück. Seine Beweisführung iſt aber ſo kläglich, daß felbſt der „Daily
Telegraph” erklärt, man habe gehofft, Berkeley werde in der Lage ſein,
durch perſönliche Kenntnis oder andere Belege ſeine Behauptungen
beſſer beweiſen zu können.
Der engliſche Botſchafter, der iriſche und der kanadiſche
Geſandte haben geſtern Kellogg die endgülrige
Natifika=
tion des Kelloggpaktes durch das engliſche Imperium
mitgeteilt.
Die Ratifikation des ſüdafrikaniſch=deutſchen
Handelsvertrags, die mit 62 gegen 51 Stimmen, alſo mit einer
Mehrheit von elf Stimmen im ſüdafrikaniſchen Parlament angenommen
wurde, erregt in England ſtarken Widerwillen.
Chamberlain, iſt geſtern vormittag zur Teilnahme an der
Tagung des Völkerbundsrats nach Genf abgereiſt.
Vom 8. bis 10. Juni wird in Paris eine von der
internatio=
nalen antifasciſtiſchen Konzentration einberufene internationale
antifasiſtiſche Konferenz abgehalten werden.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand wird am Sonntag
aus Paris nbreiſen, um ſich zur Teilnahme an der
Völkerbundsrats=
tagung nach Genf zu begeben.
In Barcelona iſt eine neue Militärrevolte ausgebrochen, die einen
bebeutend größeren Umfang hat als die vergangene. Diesmal ſind es
unzufriedene Infanterie=Offiziere, die mit den entlaſſenen Artilleriſten
gemeinſame Sache machen. Die Flotte hält noch zur Regierung.
Kriegs=
ſchiffe ſind bereits in Alarmbereitſchaft geſetzt worden.
Nachdem Muſſolini während der Vorbereitungen der Wahlen
bereits 104 neue Senatoren ernannt und damit die Mitgliederzahl des
Senats auf 431 erhöht hatte, erfolgt jetzt noch ein letzter
Senan=
torenſchub. Etwa 30 Shriftſteller, Künſtler, Wiſſenſchaftler und
Induſtrielle wurden zu Senatoren ernannt.
Staatsſekretär Kellogg hät mitgs eilt, daß bisher 62
Natio=
nen den Kelloggpakt unterzeichnet, ratifiziert oder ihre
Abſicht bekundet hätten, ihn zu ratifizieren.
Die Bewegung gegen die nationaliſtiſche Regierung in China
greift immer weiter um ſich. In Peking kam es zu einer Schlacht
zwiſchen Aufſtändiſchen und Truppen der
nationa=
liſtiſchen Regiernng. Die Regierung hat zur Wiederherſtellung
von Ruhe und Ordnung den Belagerungszuſtand über
Peking verhängt.
Berlinu
Amtlich wird mitgeteilt: „Der Reichskanzler bee
vormittag dem Reichspräſidenten über ſeine Bemün
Regierung auf breiter Grundlage zu ſchaffen. Nach 7
lungen mit den beteiligten Fraktionen habe er feſtf;
daß zurzeit eine ſolche Umbildung der Reichsres
möglich iſt. Der Reichskanzler ſchlug daher dem
Reioi=
vor, daß die Reichsregierung ohne Veränderung ihre
tigen Zuſammenſetzung im Amte bleibt. Der R
ſtimmte dieſem Vorſchlag zu.
* Aus der Sommerregierung Müller iſt jetzt dier
regierung Müller geworden. Nicht zahlenmäßig, aEn
innern Zuſammenhang iſt ſie wohl als die ſchwäckt
zu bezeichnen, die wir in den letzten zehn Jahren
Schuld daran trägt allerdings zum großen Teil
der=
nun ſeit dreiviertel Jahren mit ſeinen Bemühun
Schiffbruch erleidet. Vergeſſen wir nicht, daß die M
Sozialdemokraten einen unbeſtreitbaren Sieg brac
durch dieſe Entſcheidung der Wähler der Sozialä)
Führung angetragen wurde. Die Sozialdemokraxn
dieſer Verpflichtung nicht entzogen, haben aber dM
geradezu beiſpielloſen Weiſe verſagt. Um die
Wäluch=
zuſtellen, beſchloſſen ſie einige Erleichterungen, die
Millionen koſteten, ohne dem einzelnen viel zu
damit war es auch getan. Es gelang Herrn Müd
mal, die Große Koalition auf die Beine zu ſtellen,
heoretiſche Notwendigkeit ſich alle Parteien einigl ym
weil es die einzige Mehrheitskombination iſt, die 0n
in ſich birgt. Aber Herr Müller hat ſich ebenfalls iſt
mit der Diktatur der Fraktionen einge ufn
dabei unterlegen. Er hätte es leichter gehabt, weran
von ihm ernannten Miniſtern vor den Reichstag tu.u0
ſtreitet er mit den Parteien nicht nu nſ0
ſachliche Programma, ſondern auch umärfg
el der Miniſterverteilung, bis zuletzt mu
ich verärgert zurückzog und nur einen Horchpoſten
ließ. Was ſeither gefchah, war wenig mehr als Wiy
Zentrum — ſehr zur Unzeit — den Stein wiedewſt
brachte, indem es Herrn v. Gugrard zurückzog. Di F
ren der letzten Tage noch einmal auseinanderzuzm
nen Sinn. Wir ſtehen vor der Tatſache, daß es nrütz
geſichts der entſcheidenden Reparationsverhandlun/
EP. Waſhington, 2. März.
Am Montag um ½12 Uhr wird Coolidge aufgehört haben,
Präſident der Vereinigten Staaten zu ſein und das Weiße Haus
verlaſſen. Coolidge hat ſich bereits von den Journaliſten mit
einem kräftigen Händedruck verabſchiedet und jedem ſeiner
Mit=
arbeiter einen Brief geſchrieben, deſſen Inhalt nicht veröffentlicht
werden ſoll. Einſtweilen wird ſich Coolidge nach Northampton im
Staate Maſſachuſetts zurückziehen. Sofort nachher wird Hoover
mit dem bekannten Zeremoniell ſeinen Einzug ins Weiße Haus
halten. Man rechnet damit, daß bis zum Montag etwa eine halbe
Million Beſucher in Waſhington anweſend ſein werden und ſtellt
ſich ernſtlich die Frage, wie dieſe Menſchenmenge Unterkunft
fin=
den ſoll, da man nicht daran denken kann, ſie in ungeheizten
Feld=
lagern wohnen zu laſſen. — Es verlautet, daß etwa 5000
Alkohol=
ſchmuggler in Waſhington angekommen ſeien, um dafür zu ſorgen,
daß die Trockenheit der amerikaniſchen Hauptſtadt, wenigſtens
vor=
übergehend, der Würde des Tages entſprechend angefeuchtet
wer=
den kann.
Präſident Hoover hat folgende Zuſammenſetzung ſeiner
Re=
gierung bekannt gegeben: Staatsſekretär: Stimſon: Schatzamt:
Mellon; Inneres: Wilbur; Krieg: Good: Juſtiz: Mitchell: Poſt
und Telegraph: Browden; Marine: Adams; Arbeit: Davis
Landwirtſchaft: Hyde. Der Poſten des Handelsminiſters bleibt
noch zu beſetzen.
gelungen iſt, eine Mehrheitsregierung im Reichss./
und daß das Kabinet Müller verſuchen muß, w.n
den Dingen fertig wird. Dabei können wir der 27M)
ihrer Haltung keinen Vorwurf machen. Sie hat iy
heren Erfahrungen recht, wenn ſie ſich nicht auf un
chungen einließ, ſondern die feſte Zuſage verlann Ain
endlich mit der lange genug gepredigten Sparſarnd
werden müßte. Dazu aber haben ſich merkwürdigerwrifie
demokraten nicht entſchließen können, obwohl mM
iſt, weshalb gerade ſie ſo ſteuerbewilligungsfreudci M
leicht wäre mehr erreicht worden, wenn der Kan!
vornherein dem Zentrum mit offener Sehnſucht /1
wäre. Aber er hatte Angſt vor dem Schlagwort 1
liberalen Regierung, er wollte um jeden Preis aur
ſamkeit mit der Volkspartei heraus, in der ſich älele
ſicherlich ebenſowenig wohl fühlt. Dadurch hat er!
keiten erſchöpft, ſo daß ihm jetzt nichts anderes jim
zu tun, was er vermeiden wollte: Mit der Volkspa i.
kraten allein weiter zu regieren. Wie lange?
vorauszuſagen. Bis zum 13. März, wenn der Ru
kommt, kann mancherlei geſchehen. Vielleicht iſt
Entſcheidung in Paris gefallen. Wenn poſitiv, St
vielleicht überhaupt der Notwendigkeit, ein Loch
ſtopfen, ſo daß neue Steuern überflüfſig würden.
erſten Leſung des Etats wird ein Mißtrauensbal
das wahrſcheinlich keine Mehrheit finden wird, 1
etat, und der Reichstag kann über Oſtern in die
um wie Noah auf das Wunder zu warten, das
weiſe im April aus allen Verlegenheiten befreit.
normale Verlauf. Es kann aber auch geſchehen, Ɨ.
zen Tagung des Reichstages die Regierung über
ſtolpert. Jedenfalls bereiten ſich die Parteimaſchu
vor, daß mit dieſem Reichstag doch nicht mehr larn
iſt und im Herbſt Neuwahlen erfolgen werden.
Ausſtellung der Künſtlergruppe Worms in der
Man freut ſich, wenn die Künſtler Heſſens wieder einmal
einen Ausſchnitt aus ihrem Schaffen in Darmſtadt vorweiſen,
ſo daß die Entwickelung der künſtleriſchen Arbeit im ganzen
Lande her ſtetig verfolgt werden kann. Man freut ſich ferner,
daß Worms ſich ſo regſam zeigt, und wenn auch der ſuchende
Wille nicht immer den rechten Weg fand, ſo muß das ehrliche
Streben und manche gute Leiſtung unbedingt anerkannt werden.
Darum, und um überhaupt einen Einblick in die Arbeit der
Wormſer und in ihre Eigenart zu bekommen, ſollte man dieſe
Ausſtellung nicht verſäumen.
Sehr zahlreich ſind die Arbeiten von Hans Hecker, der in
ſeinen Aquarellen und Oelbildern zu klaren Formen zu gelangen
ſucht. Er geht oft ſoweit, daß er allem die verbindende, Sinn
ſchaffende Bewegung nimmt, daß er abgegrenzte Maſſen
anein=
anderſetzt, ohne daß das Ineinanderwirken im Dienſte irgend
einer Funktion erſichtlich wird. Das wirkt oft tot und
konſtruk=
tiv. Notwendige Formungen ſind bisweilen kaum über
Andeu=
tungen hinausgediehen, ſo daß in dieſen Bildern nicht einmal das
fehlende Gegenſpiel der Farben durch plaſtiſche Geſtaltung
er=
ſetzt wird. Angenehmer berührt dagegen ſchon der gefällige Zug
der Linien in dem einen Frauenkopf und die großzügige
Körper=
bildung der „Rehe” Rein ornamental betrachtet, laſſen die
„Flamingos” manchen Vorzug entdecken.
Mit zarten, fließenden Farben arbeitet Freiherr v. Geyer.
Er ſtiliſiert dieſe Farben ſehr ſtark, hält ſie weich und ſetzt einige
kräftige Züge dazwiſchen. Der Raum legt ſich läſſig und
unbe=
ſtimmt in die Weite, was ſeinen Reiz hat, wenn das Ganze nicht
zu ſüß erſcheint. Das Bild von der Veranda, ebenſo die
graphi=
ſchen Arbeiten ſind bedeutend kraftvoller, auch das Schönberger
Haus, das etwas ungünſtig hängt. In gewiſſem Gegenſatz zu
dieſen Werken ſtehen die Arbeiten von G. P. Bender, an
denen das Beſte die reine Kompoſition iſt. Ihre
romantiſch=
ſentimentale Stimmung iſt nicht jedermanns Sache. In den
Farben gibt es zu vielerlei, das auch noch ſanft ineinander
über=
geht, und am Eindruck nicht weſentlich, ſondern nur unliebſam
mitwirkt. Bewundernswert iſt hingegen oft der Blick für ſchöne
Motive, und, wie geſagt, die kompoſitoriſche Behandlung.
Bertha Strauß enthält ſich zwar der Auseinanderſetzung
mit beſonderen Geſtaltungsproblemen, aber in den Grenzen, die
ſie ſich ſetzt, gibt ſie Beachtliches. Zwei, drei Aquarelle ſind etwas
gewollt temperementvoll, im übrigen malt ſie Landſchaften von
angenehmer Stille und Schönheit. Unter ihren freundlichen
Oel=
bildern befinden ſich zahlreiche Stilleben, in denen meiſt ein
Farbton herrſcht, aus dem dann einige andere gut hervortreten,
J. Arras zeigt graphiſche Blätter, die zum Teil ſchön klar
ſind, mitunter auch bei ſeinem Eingehen auf zu viele
Zufällig=
keiten keine Löſung bedeuten. Die Kolorierung iſt nicht immer
geſchickt, doch feſſelt die Lebhaftigkeit in der Darſtellung. Sein
Oelbild iſt voll dringender Bewegtheit der Landſchaft. Adolf
Stumpp hat vor allem Porträtzeichnungen aufzuweiſen, die
nicht nur ſeine ſichere Führung des Stiftes bekunden, ſondern
auch einen recht guten Blick für menſchliche Charakterzüge. Eben
falls Graphiſches bringt Dagmar v. Ladiges, daneben noch
eine Landſchaft in Oel, die ſehr ruhig und ausgeglichen iſt, jedoch
bei Schmitt geht dieſe Ausgeglichenheit ſchon faſt zu weit.
Be=
merkenswert iſt dennoch ſein großes Rheinbild. Von Margit
Manz feſſelt am meiſten wohl ein Stilleben durch die
Gegen=
einanderſetzung der verſchiedenſten roten Töne. Die ſüdliche
Land=
ſchaft berührt zu kalt in ihrer Formalität. Viel wärmer und
rei=
cher iſt das eine Aquarell von Margarete Fink, das einen
Wald=
weg in der Herbſtſonne darſtellt. Von den Holzſchnitten
Eliſa=
beth Kirchners gehen manche recht tief in das Weſentliche.
Außerdem ſind noch eine Reihe guter Porträtplaſtiken der
Künſt=
lerin zu ſehen.
G.
Sprechfilm in allen Sprachen.
* Der polyglotte Sprechfilm iſt alſo die neueſte Erfindung der
amerikaniſchen Filminduſtrie. In allen Studios war bisher die
große Sorge, was wohl aus dem internationalen Filmmarkt
werden würde, wenn hinfort der Sprechfilm wirklich ſeine
ange=
kündigte Zukunft haben würde. Fortan wären ja nur die
jewei=
ligen Film= nur in den Ländern mit einheitlichem Sprachgebiet
abzuſetzen geweſen. Die große Sorge iſt jetzt nach den
Mittei=
lungen der Amerikaner behoben worden. Edwin Hopkins hat
eine Zuſatzerfindung gemacht, durch die es ermöglicht wird, den
ſprechenden Filmſtreifen in jeder beliebigen Sprache dem Film
anzufügen, daß es kinderleicht wäre, ihn in der gewünſchten
Sprache abrollen zu laſſen.
Hopkins nennt ſein Syſtem der Beſprechung den „
vivigraphi=
ſchen Film‟. Die Aufnahme erfolgt wie bisher, aber während
die Schauſpieler nur den vorgeſchriebenen Text in ihrer
Mutter=
ſprache herſagen, treten gleichzeitig noch mehrere andere Sprecher
in Aktion, die die fertige Ueberſetzung ſo einwandfrei zu gleicher
Zeit herſagen, daß ein vollkommener Synchronismus entſteht.
Es wird alſo der Eindruck auf die Zuhörer erweckt, der Film ſei
tatſächlich in ihrer Mutterſprache aufgenommen worden. Trotz
der vielleicht durch die Eigenart der Sprache bedingten
Abwei=
ung der Lippenbewegungen — gerade das Engliſche mit ſeinen
Quetſchtönen weicht von unſerer Lippenhaltung erheblich ab —
iſt nach der Angabe des Erfinders Hopkins, eie „faſt
vollkom=
mene Uebereinſtimmung” erzielt worden. Man wird in Deutſch
land abwarten müſſen, ob der Stand der Erfinc
den Amerikanern die Berechtigung gibt, den Mu
nehmen. Nach der Anſicht der deutſchen Fachlenn.
unmöglich geweſen, den erforderlichen Synchrouir
Film und Ton in mehr als einer Sprache zu ers7
ſteht Grund zu der Annahme, daß die Ueberſerhe
films auf Koſten des Textes erfolgen wird, woc/
chende Bildſtreifen gewiß keine Vollkommenheit N
Claude E. Hopkins, „Propaganda — Meine Lebenzauis
1928, Verlag für Wirtſchaft und Verkehr, Pfizerſtrab 8
holzfreies Papier, 260 Seiten, Preis RM. 13.—
Wenn ein Mann Anzeigenfeldzüge im Werte vol
durchgeführt und als Propagandamann insgeſamk.
verdient hat, ſo muß es eine ganz außerordentliche 2e
Dieſer ungewöhnliche Mann iſt der Amerikaner L. =
Milliardenverkäufe von Palmolive, Quaker Oats, Ge
Studebaker, Overland, Pepſodont, Chalmers, Puffech.
Van Camp, Monrgomery Ward uſw. herbeiführte, F.4
geniale Beherrſchung der Maſſenbeeinfluſſung es
ferln=
eine einzige Anzeige 1 470 000 New Yorker an einem e"
Deshalb wird Hopkins, der Senior der Reklameleute,
tät in Reklameſachen in Amerika anerkannt. Auch w
ihn ohne Ueberſchwang ſo bezeichnen, denn er hat Die”
gemacht. Jetzt, nachdem Hopkins nur noch für den
Mle=
hat er ſeine Erfahrungen aus 37jähriger Propaganoel.
liegenden Selbſtbiographie niedergeſchrieben. 2
heiten ſeiner Erfolge, aker auch ſeiner Fehlſchläge 9.
rückhaltslos preis und belegt ſie mit genauen Bäy.
nahme leitet er allgemeine Werbegrundſätze ab, als 2
ſubtilen Kenntnis der Maſſenpſyche, die uns leider !it
ſo ſehr fehlt. Er läßt uns hinter die Kuliſſen der 4*
niſchen Anzeigenfeldzüge blicken.
— Der Frühling rückt vom Süden her gegen. "
Nordens an und in ſeinem Stabe der Modefrühlind
Cöte d’Azur, an der franzöſiſch=italieniſchen Nehle.”
Lucca, dort tragen die Damen ſchon, was in Berüſl.”
eiſten) Auslageſcheiben verborgen iſt: Die neuen Ze.
neuen Schuhe, die Frühjahrskoſtüme, die ganze A0.
lings. Auf dem Weg nach dem Norden ſieht man ſo
Wiener Geſchäften um, dann erſt geht es nach Bebe
Zeichen des Faſchingsausklanges ſteht. Alles, was ."
des Südens, was in den Geſchäften von Wiener Gele”
zenden Norden an modiſchen Neuheiten anerkenle..
der Bleiſtift der Vogue. Ihr neueſtes Heft iſt reiche
vielſeitig wie immer: Golf in Brioni und Berli."
der Loge der Prominenten (Kainer iſt der Iluſtra.
Molnar uns erzählt und zehn neue Bücher, die aul L
gelegt werden, etwas über neue deutſche Baukunſt. Ui
von Ruf, von der Society, die ſich weder in de.
Moritz noch an der Riviera langweilt. Ein Griſf ..
auf der Sonnenſeite liegt . . ."
ae Akmoſphäre in Frankreich.
jmrglr über die holländiſchen Enkhüllungen
dichtſtinderheikenfrage. — Kriſenſtimmung
in Paris.
zYumſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 2. März.
w des „Utrechtſch Dagblad” über den umſtrit=
Frrrag zieht immer noch weitere Kreiſe. Die
Tat=
iſclländiſche Regierung nach Veröffentlichung der
gemt d belgiſchen Dementis es für gut befunden hat,
um /riſſel offiziell anzufragen, hat hier gewiſſe Kreiſe
wuyxurig erfüllt. Man will den holländiſchen Schritt
kläum aß man im Haag das franzöſiſche Dementi zu
(tetzt h—. Wohl teilweiſe in Zuſammenhang mit dieſer
ewzei= einige Stimmen gegen die zuſtändigen
Stel=
ranſicen Außenminiſterium laut; angeblich hat man
langpie ögert, bis man mit dem Dementi herauskam.
re gre mt jedenfalls ziemlich verworren, man vergleicht
mitzem engliſch=franzöſiſchen Flottenabkommen. Auch
je 9½ Des holländiſchen Außenminiſters nach London
cutaſien auszulöſen. Man beklagt hier bereits
m. üt vie ſchlechte Nachbarſchaft zwiſchen Holland und
emptüldch auf die europäiſche Politik drückt; inſofern iſt
gfalklücotig, daß man in Brüſſel ſtets geneigt war und
leinut igenen Sorgen für die wichtigſten Angelegen=
A halten.
Kellü.=Wakt wurde alſo von der franzöſiſchen Kammer
der yat gerade günſtigſten außenpolitiſchen Atmoſphäre
menn u.: zwar mit überwältigender Mehrheit. Man hat
Palßt=wrochen, man hat alles vermieden, was Briands
n at= Buſtandekommen des Paktes hätte herabſetzen
nam ruch gegenüber Amerika nicht ausfällig
gewor=
nocht urnet faſt niemand mehr, daß der
Kellogg=
in hähft zweifelhafter Erfolg für Briand
daufz: micht beſonders viel Wert hat.
Arbcei des Sachverſtändigenkomitees werden von faſt
item iſer Preſſe, mit Ausnahme einiger
rechtsſtehen=
ung eiz mlich optimiſtiſch kommentiert. Man rät viel
Abiſſer Schachts, da man hinſichtlich der Annuitäten
imt unkeln tappt. Daraus glaubt man ſchließen zu
daßne Arbeiten des Sachverſtändigenkomitees noch
e dchmn werden.
ditrn Montag beginnende Ratstagung in Genf hört
dürſ Prophezeiungen. Es ſoll kein Anzeichen dafür
ſesi taß es gelungen wäre, einer ſtarken politiſchen
ung der die Minoritätenfrage vorzubeugen. Offiziös
dagnn, daß man von Paris aus alles tun will, um
—o phäre der Genfer Verhandlungen im Voraus
Emallzu großer Optimismus nach dieſer Richtung
rochtſlcht gerechtfertigt, wenngleich die franzöſiſche
ik gape im jetzigen Augenblick mehr als ſonſt jeder
:Debatten, in Genf vorbeugen möchte, da ſie
le für die Arbeit der Sachverſtändigen befürchtet.
(2
Sonntag, den 3. März 1929
Seite 3
mn Augenblick mehr als unbequem. Ueberhaupt
ſitchhon Gedanken wegen der Haltung der deutſchen
idun rnd Dr. Schacht bleiben Angriffe, namentlich
derranzöſiſchen Rechtspreſſe, nicht erſpart.
pofäch ſpricht man von einer ſchleichenden Kriſe, und
ammei: die Atmoſphäre zeitweiſe überhitzt. Die
Ra=
ſtem tmckieren die Regierung jeden Tag mehr, die
igre fängt ſogar an, gegen die gemäßigteren
Ele=
exmm Partei einen offenen Krieg zu führen. Selbſt
eb din nicht verſchont.
üfnar nicht — und das iſt das Haupthindernis
Eiſ nſt unvermeidlich wäre — was für eine
Re=
geſprengte Union nationale folgen würde. Die
der Umſtänden eine Koalition unter der Führung
wenen. Es iſt aber ſehr zweifelhaft, ob Briand
Poincaré zu folgen. Vielfach behauptet man
man Poincaré ſtürzen würde, nichts anderes
ruine neue Poincaré=Regierung zu bilden. Wie
in caré zeigt jetzt — im Widerſpruch zu den Be=
ExRechten — keine Luſt, ſeinen Platz ohne Kampf
n;hrt erklärt, daß er nur dann ſeinen Poſten
ver=
uDie Regierung in der Minderheit bliebe. Seine
Aeoe ſallen weniger kampfluſtig ſein; man behauptet
Pkmant und Henneſſey als geſtürzt betrachtet
wer=
dererris ſoll Poincaré jede Umbildung des Kabinetts
Der belgiſch=franzöſiſche Geheimverkrag
Ein Schrikt der belgiſchen Regierung in Berlin.
Berlin, 2. März.
Der hieſige belgiſche Geſandte hat im Auftrag ſeiner
Re=
gierung heute im Auswärtigen Amt die Echtheit der vom
„Utrechtſch Dagblad” veröffentlichten Dokumente vorbehaltlos
und kategoriſch in Abrede geſtellt und dabei erklärt, daß die
an=
gebliche Konferenz zwiſchen dem belgiſchen und franzöſiſchen
Generalſtab vom 7. bis 22. September 1927 niemals
ſtattge=
funden hat. Der Geſandte hat bei dieſer Gelegenheit die
Er=
klärungen noch einmal ausdrücklich beſtätigt, die der belgiſche
Außenminiſter in der Sitzung der Abgeordnetenkammer vom
26. Februar d. J. in der Angelegenheit bereits abgegeben hat.
Die Unkerzeichner des franzöſiſch=belgiſchen
Geheimabkommens.
Links: Generalſtabschef E. M. Debeney (Frankreich),
rechts: Kriegsminiſter Graf Ch. de Broqueville (Belgien),
Frankreich und Belgien demenkieren weiter.
EP. Paris, 2. März.
Das franzöſiſche Kriegsminiſterium veröffentlicht folgende
Note: „Die Zeitung „Utrechtſch Dagblad” hat in ihrer Nummer
vom 28. Februar 1929 den Text eines angeblichen Protokolls
von franzöſiſch=belgiſchen Generalſtabskonferenzen veröffentlicht,
die vom 7.—12. September 1927 in Brüſſel ſtattgefunden haben
ſollen. Der von verſchiedenen Blättern wiedergegebene Text
trägt die Unterſchrift des franzöſiſchen Generalſtabschefs
De=
beney, des belgiſchen Generalſtabschefs General Gallet und des
belgiſchen Kriegsminiſters de Broqueville. Dieſer Text iſt eine
grobe Fälſchung und aus ebenſo gehäſſiger wie lächerlicher
Un=
wahrſcheinlichkeit zuſammengeſetzt. Der Kriegsminiſtr dementiert
den Text in formellſter Weiſe in allen ſeinen Teilen.
Insbe=
ſondere ſei General Debeney nur ein einziges Mal in ſeinem
Leben nach Belgien gegangen, um dort einen Vortrag zu halten,
und zwar zu einer Zeit, als er noch nicht Generalſtabschef war,
nämlich im Januar 1925.
Der belgiſche Generalſtabschef, General Gallet, hat dem
Brüſſeler Korreſpondenten des „Temps” eine längere Erklärung
abgegeben, in der er das angebliche Konferenzprotokoll in
kate=
goriſchſter Weiſe von der erſten bis zur letzten Zeile als eine
Fälſchung bezeichnet. Er habe niemals Abkommen unterzeichnet,
die für ſein Land internationale Verpflichtungen nach ſich ziehen
konnten. Gallet beteuerte eindringlichſt ſeine freundſchaftlichen
Gefühle für Holland. Er habe ſtets für die Aufrechterhaltung
des Friedens gearbeitet. Er proteſtiere gegen die Verleumdung
des Utrechter Tagblatts und behalte ſich vor, von den
verant=
wortlichen Urhebern dieſer verleumderiſchen Veröffentlichungen
Wiedergutmachung zu fordern.
Das Brüſſeler Gericht hat eine Unterſuchung gegen die
Ur=
heber der in Utrecht veröffentlichten und angeblich gefälſchten
Dokumente eingeleitet. Weitere Angaben über den bisherigen
Verlauf und die Ziele dieſer Unterſuchung werden nicht gemacht.
* Die Finanzlage
des beſſiſchen Staates.
Bei dem bevorſtehenden Zuſammentreten des Landtags
wird es eine Etatsberatung in dem üblichen Sinne und in der
für ein parlamentariſch regiertes Land eigentlich unentbehrlichen
Form nicht geben. Ebenſo wie es mit dem Ausſchreiben der
Steuern allmählich zur Regel geworden iſt, daß ſtets nur ein
proviſoriſcher Zuſtand beſteht, indem die Steuerpflicht im
glei=
chen Umfang, wie ſie bisher beſtand, auf das nächſte Steuerjahr
übertragen wird, ſo macht man es für das Jahr 1929 mit dem
ganzen Staatshaushalt, indem man den Etat für 1928 einfach
um ein Jahr verlängert. Man begründet das damit, daß die
Unterlagen für die Beurteilung der finanziellen und
wirtſchaft=
lichen Verhältniſſe des kommenden Jahres auf den wichtigſten
Gebieten der Staatsverwaltung fehlten, eine Motivierung, die
man mit mehr oder minder großer Berechtigung auch in den
ver=
gangenen Etatsjahren hätte vorbringen können und die aller
Vorausſicht nach auch für das Jahr 1930 Gültigkeit behalten
dürfte. Selbſt die im Laufe des Haushaltsjahres 1929 wohl in
Angriff zu nehmende und zur Durchführung zu bringende
Ver=
waltungsreform, für die das in Ausſicht geſtellte Gutachten des
Reichsſparkommiſſars die Grundlage abgeben wird, brauchte
einen Grund zur Verlängerung des vorjährigen Etats nicht
ab=
zugeben, wiewohl dadurch vorausſichtlich auf einer großen
An=
zahl von Verwaltungsgebieten ſo weſentliche Aenderungen
not=
wendig werden dürften, daß viele Poſitionen des Etats von ihnen
beeinflußt werden müſſen. Nun — die Negierungsparteien, die
in früheren Zeiten ſich in beſonderem Maße als die Hüter der
gerade bei der Etatsberatung ſich auswirkenden Volksrechte
auf=
zuſpielen beliebten, legen diesmal keinen ſo großen Wert auf dieſe
Auswirkungen, und es muß denn alſo auch ſo gehen.
Daß der neue Finanzminiſter auf die Aufſtellung eines
ſelb=
ſtändigen Haushaltsvoranſchlags gleich in ſeinem erſten
Amts=
jahre verzichtet hat, beweiſt einen Mangel an Initiative, die
gerade bei unſeren heſſiſchen Verhältniſſen beſonders not täte.
Aus den Darlegungen, die der Finanzminiſter bei der Beratung
des Geſetzentwurfs zur Erſtreckung des Finanzgeſetzes von 1928
auf das Rechnungsjahr 1929 in dem Finanzausſchuſſe machte,
geht aber weiter hervor, daß auch in den Methoden der
Finanz=
verwaltung ſich nicht das geringſte geändert hat. Mit denſelben
Argumenten, wie wir ſie von dem früheren Finanzminiſter zur
Genüge kennen, wird auch jetzt auseinanderzuſetzen verſucht, daß
unſere Finanzlage zwar nicht roſig, aber immerhin ganz
erträg=
lich ſei, daß die heſſiſche Bevölkerung zwar eine drückende
Steuer=
laſt auf ſich nehmen müſſe, aber im Großen und Ganzen nicht
ſchlechter daran ſei wie faſt alle anderen deutſchen Länder, und
daß alles in allem kein Grund zur Beunruhigung oder zu
Be=
fürchtungen für die Zukunft vorliege. Die mit ſtatiſtiſchem
Zah=
lenmaterial reich geſpickten Argumente gleichen in ihrer
Zu=
ſammenſtellung und ihrer Beweiskraft derart der Methode des
früheren Finanzminiſters Henrich, daß man faſt annehmen
möchte, ſie ſeien aus derſelben Feder gefloſſen. Jetzt wie damals
wird darauf hingewieſen, daß die Abſchlüſſe der Jahre 1926, 1927
und 1928 viel beſſer geweſen wären, wenn — ja wenn gewiſſe
Ausgaben nicht erforderlich geweſen wären, die nun aber leider
doch notwendig geworden ſind. Es wird dabei beſonders auf
die Aufwendungen Bezug genommen, die für die
Erwerbsloſen=
fürſorge vor Erlaß des Verſicherungsgeſetzes und die ſpäter für
die Aufbeſſerung der Beamtengehälter gemacht werden mußten.
Auf die ſtatiſtiſchen Vergleiche, die in den Darlegungen des
Finanzminiſters zwiſchen der Bedarfsſteigerung der öffentlichen
Hand in Heſſen und den anderen deutſchen Ländern gezogen
wer=
den, ſei hier in den weſentlichen Punkten eingegangen, um die
einſeitige Betrachtungsweiſe, die dabei zur Geltung kommt, zu
beleuchten und auf ausſchlaggebende Geſichtspunkte hinzuweiſen,
die dabei unberückſichtigt geblieben ſind.
Der Finanzminiſter ſtellt feſt, daß der Geſamtzuſchußbedarf
in Heſſen, alſo bei dem Staat und den Gemeinden
zuſammen=
genommen, in den Jahren 1913 und 1925 ebenſo hoch ſei wie der
Geſamtdurchſchnitt der Länder, und zwar auf den Kopf der
Be=
völkerung im Jahre 1913 etwas über 53 Mark und im Jahre
1925 nicht ganz 108 Mark. Wenn er daraus folgert, daß die
Be=
darfsſteigerung ſeit 1913 demnach in Heſſen ſich als durchaus
normal im Vergleich zu den anderen Ländern zeige, ſo muß dem
entgegengehalten werden, daß der „normale” Bedarf ſich nicht
aus einem Vergleich verſchiedenartiger Gemeinweſen errechnen
läßt, ſondern daß er für jedes Gemeinweſen verſchieden iſt je
nach ſeiner Leiſtungsfähigkeit. Erſt wenn man die Entwicklung
der allgemeinen Leiſtungsfähigkeit eines Landes in Betracht
zieht, kann man beurteilen, ob eine eingetretene
Bedarfsſteige=
rung normal iſt oder nicht. Von dieſem Geſichtspunkte betrachtet
ergiebt ſich, daß, da ſich die Bedarfsſteigerung in Heſſen in
um=
gekehrtem Verhältnis zu der Leiſtungsfähigkeit entwickelt hat,
Konzerk.
Beit der „Schweſter Eliſabeth Röcker”=Stiftung
ver=
dieſſ iſabethenſchule in der ſehr gut beſuchten Otto=
Lauleskern einen muſikaliſchen Abend, dem voller Er=
Medesvar. Der Chor und der Singkreis der
Eliſa=
e zen eine Reihe von mehrſtimmigen Chören, und
E ſo=6ön, und rein, daß man mit Vergnügen zuhörte.
Dod 51e ingunterricht in der Schule ſein kann, wie not=
Mr 20erfiehung und Bildung des heranwachſenden Ge=
Laler haben wir ſchon viel geleſen; geſtern haben
Sruchſtülcher Erziehungsarbeit erlebt und wollen uns
HieNe 2 illich freuen. So friſch und ungezwungen haben
Ee Welis geſungen, haben aber auch die gar nicht ge=
SeMuea und muſikaliſchen Schwierigkeiten in der Haupt=
De2 khand gut bewältigt, daß der Eindruck, daß an
Wweinehule mit großem Ernſt und Eiſer, mit vollem
Ds die Wichtigkeit des Schulſingens und mit er=
* Flche muſiziert wird, zur Gewißheit wurde und
Fir Br41 auslöſte. Das „Morgengebet” von
Mendels=
ie Fn” von Mozart, drei ſehr anſpruchsvolle Lieder
Hin ih. worunter das prachtvolle „Die ſtille Stadt”,
WerMyAheeiſen, „Sehnſucht” von A. de la Hale (14. Jahr=
Mme 2 wünſch ich dir ein gute Nacht”, ein famos
Zinkdar Satz von W. Rein, und endlich das bekannte
riier , Towie Mozarts „Wiegenlied”, das ganzer Mo=
Dwea 2s gar nicht von Mozart ſein ſoll, das iſt eine
MD2ie anſpruchsvoll iſt und geſungen ſein will, um
Zn Auis war geſtern der Fall. Einzig und allein der
SN aus den Meiſterſingern dünkte uns „fehl am
tione i eihen aus Opern ſind immer gefährlich und
L Li Nie Kräfte der Ausführenden. Der Leiter des
Wer Fdur A. Born, ſcheint ein vorzüglicher Erzieher
Sier Darn Muſikbeſliſſenen zu ſein, ihm in erſter Linie
Siw c 2 Abends zu danken; ſeiner Einfühlung, ſeiner
IAn feinen Verſtändnis für die Auswahl geſchmack=
Siwren nä de in dieſer Hinſicht dünkt uns der geſtrige
DFrA umd muſtergültig. Der Geſchmack der jungen
Dr Edurch Auswahl ſolcher Muſik in günſtiger Weiſe
L Le Das Gute vom Schlechten und Verbrauchten
Heiden
wets" oche Erziehungsarbeit kann nicht hoch genug
S Dre. der Chorleiſtung bildeten Vorträge des belieb=
Murrcd=
—uartetts, das in gewohnter Güte ein Beet=
ESi Ltst Ob, 10 Nr. 3 ſendete; herr
Schnurr=
in Dr G8 lammer ſanden denn auch für Soloſtück=
Lin Ddanten Beifal, an dem auch die gewandte
Ve=
iamn
Dert, Frau 2. UIbr ich teilnehmen durſte. 0.
Hugo von Habermann F
In kurzer Zeit verlor die Münchener Sezeſſion drei
hervor=
ragende Gründungsmitglieder von 1892: F. v. Stuck, L. v.
Kalk=
reuth und endlich H. v. Habermann, — Namen, die mit der
Ge=
ſchichte der Deutſchen Kunſt des 19. Jahrhunderts aufs innigſte
Geheimrat Prof. Hugo Freiherr v. Habermann.
verknüpft ſind. v. Habermann, einem alten fränkiſchen
Adels=
geſchlecht entſproſſen, erfuhr ſeine künſtleriſche Ausbildung an
der Münchener Akademie, als Schüler Pilotys (1867). Aus
dieſer Zeit ſtammt das tonſchöne Interieur Habermanns, das,
die Werkſtatt ſeines Lehrers darſtellend, jetzt eine Zierde der
neuen Staatsgalerie bildet. Aber erſt 1886 erlebte v. H. ſeinen
erſten großen Ausſtellungserfolg mit dem „Sorgenkind” — im
Sprechzimmer unterſucht ein Arzt den ſchwächlichen Jungen,
während die Mutter ängſtlich den Vorgang beobachtet —, einem
Stück der damals beliebten Anekdotenmalerei, aber hervorragend
durch ſeine maleriſchen Qualitäten (Nat.=Galerie Berlin) — Sein
eigentliches Betätigungsfeld fand aber v. H. erſt ſpäter in den
Bildniſſen kapriziöſer Damen. Hier entwickelte er ſeine, ihm
eigene, bewegte Linie in der Zeichnung und eine Flüſſigkeit des
Vortrags, mit der er die Tradition des Süddeutſchen Barock
geiſtig feſtſetzte. — In den letzten Jahren hemmte ein ſchweres
Darmleiden des Meiſters Schaffenskraft. Mit ſtaunenswerter
Energie überwand aber v. H. ſeine körperlichen Gebrechen und
blieb bis zu ſeinem Ende beratend und anregend im Kunſtleben
Münchens tätig. — Jetzt iſt ſein Hinſcheiden ein ſchwerer Verluſt
für die Stadt, die den ſicheren Geſchmack dieſes wahren
Edel=
mannes ſehr vermiſſen wird.
A. G.
Kammermuſikabend des Schnurrbuſch=Quarkeits.
Das Schnurrbuſchquartett ſetzt am Montag, den 4. März,
abends, die zykliſche Aufführung Mozart’ſcher Kammermuſik fort.
Auch bei den an dieſem Abend zu Gehör kommenden Werken
überraſcht immer wieder die unvergleichliche Leichtigkeit der
Er=
findung, die ſpielende Beherrſchung des geſamten
kompoſitions=
techniſchen Rüſtzeugs und ein nie verſagendes feines Formen= und
Stilgefühl, das dem Meiſter, wie keinem anderen, zur Seite ſtand.
Eine durch Schönheit gezügelte und geadelte Wahrheit des
Aus=
drucks, in der ſich deutſche Tiefe mit italieniſcher Melodik
verbin=
det, iſt der Grundzug mozartſcher Muſik, der auch durch dieſe
Werke geht. Anmut und Innigkeit, auch ein feiner Humor
ſchwin=
gen in dem Quartett Nr. 1 (G=Dur) mit einem ſo ſchönen, wenn
auch knifflichen Andante, cantabile und dem großartig angelegten,
dahinhuſchenden Molto allegro, deſſen fugierte Themen in immer
neuer Schönheit bald hier, bald da aufblühen. Auch das
Klari=
nettenquintett (A=Dur) atmet jene glücksbeſchwingte Leichtigkeit
und Unbeſchwertheit, die Mozart außer in ſeinen Kinderjahren
äußerlich verſagt geblieben iſt. Er hat gerade dieſem Werk
be=
ſonders den Stempel ſeiner Individualität aufgedrückt: die
un=
verſiegbare Melodienfreudigkeit, der geiſtige Gehalt und
Vor=
nehmheit und Tieſe der Empfindung machten das
Klarinetten=
quintett zu einem der ſchönſten und beſtgekannten
Kammermuſik=
werke des Meiſters. Welche Klangſeligkeit in dem Larghetto —
wie entzückend und berückend das Allegretto con Variationi! Zu
dieſen beiden Werken wird nach das Klaviertrio (C=Dur) geſpielt.
Bernd Zeh.
* Bühnenchronik. Frl. Elſe Monnard vom Stadttheater
Lübeck wurde für die nächſte Spielzeit an die Städtiſchen
Theater Magdeburg, als erſte Sentimentale und jugendliche
Heldin zu vorteilhaften Bedingungen verbflichtet.
der Zuſchußbedarf des Landes viel zu hoch iſt. Die
Leiſtungs=
fähigkeit eines Gemeinweſens wird durch das Einkommen ſeiner
Angehörigen gekennzeichnet: die Einkommen= und Umſatzſteuer
ſind die beſten Gradmeſſer für ſie. Nun ſind aber die Erträgniſſe
dieſer beiden Steuern in Heſſen derart rückläufig geweſen, daß
ſie unter den Durchſchnitt aller deutſchen Länder geſunken ſind
während vor dem Krieg die Einkommensverhältniſſe in Heſſen
zu den allerbeſten gehörten. Dieſe rückläufige Bewegung
voll=
zieht ſich ſeit 1922, ſcheint allerdings im Laufe des letzten Jahres
eine kleine Aufbeſſerung zu zeigen. Hiernach kann die
Bedarfs=
ſteigerung der öffentlichen Wirtſchaft in Heſſen nicht als normal
gelten, weil ſie im Widerſpruch zu der Leiſtungsfähigkeit ſteht.
Nun iſt es intereſſant, den Geſamtzuſchußbedarf des Landes
in ſeine Teile zu zerlegen und feſtzuſtellen, ob der Mehrbedarf
hauptſächlich vom Staat oder von den Gemeinden verbraucht
wird. Hierbei ergibt ſich, daß der Mehrverbrauch für den Staat
weſentlich höher iſt als der Reichsdurchſchnitt, während der
Be=
darf der Kommunen weſentlich hinter dem „Reichsdurchſchnitt
zurückbleibt. Wenn man dieſe auffallende Tatſache dadurch zu
erklären verſucht, daß man auf die Uebernahme der Volks= und
Fortbildungsſchulen auf das Land hinweiſt, wodurch der Staat
weſentlich belaſtet und die Gemeinden entlaſtet worden ſeien, ſo
iſt dieſe Erklärung unzureichend, weil auch in den übrigen
deut=
ſchen Ländern die Uebernahme des Schulweſens auf den Staat in
größerem oder geringerem Umfange erfolgte. So haben Bayern
und Baden die Schule ganz, Preußen zu drei Vierteln, Sachſen
zu zwei Dritteln auf den Staat übernommen. Uebrigens würde
der ſtaatliche Mehrbedarf in Heſſen den Reichsdurchſchnitt
unge=
fähr auch dann erreichen, wenn die Schullaſten nicht auf den
Staat übernommen worden wären. Es iſt alſo feſtzuſtellen, daß
der Mehrverbrauch der öffentlichen Hand in Heſſen, ſoweit er
den normalen Bedarf überſteigt, durch Ausgaben des Staates
veranlaßt iſt.
Was die ſteuerliche Belaſtung der heſſiſchen Bevölkerung
an=
langt, ſo hält ſie ſich etwa auf dem Reichsdurchſchnitt, iſt alſo
nach obigen Ausführungen mit Rückſicht auf die herabgeminderte
Leiſtungsfähigkeit des Landes zu hoch. Wenn Preußen und
Sach=
ſen eine ſtärkere Geſamtſteuerbelaſtung wie Heſſen haben, ſo iſt
das bei den Einkommensverhältniſſen in dieſen Staaten eher
tragbar, als die geringere Belaſtung für unſere Bevölkerung.
Daß die Steigerung der Steuerlaſt in Heſſen ſeit 1913 weſentlich
geringer iſt als der Reichsdurchſchnitt, iſt nicht zu verwundern,
da Heſſen in der Vorkriegszeit hinſichtlich der ſteuerlichen
Kopf=
belaſtung an der Spitze der Länder marſchierte.
Wenn man die heſſiſchen Verhältniſſe in dieſer Beleuchtung
betrachtet, kann man der reichlich optimiſtiſchen Auffaſſung des
Finanzminiſters hinſichtlich der künftigen Entwicklung nicht
zuſtim=
men. Tatſache iſt, daß in den letzten drei Jahren ſich folgende
Fehlbeträge ergeben haben, für die eine Deckung nicht vorhanden
iſt: 1926 — 7,4 Mill., 1927 — 5,3 Mill., 1928 angeblich etwa 5,75
Millionen. Für das Rechnungsjahr 1929 iſt nach der
optimiſti=
ſchen Schätzung des Finanzminiſters ein ungedeckter Fehlbetrag
von etwa 6 Millionen zu erwarten. Vorausgeſetzt iſt bei dieſer
Schätzung, daß die Mehreinnahmen, die ſich im Jahre 1928
hauptſächlich aus Ueberweiſungen von Reichsſteuern ergaben,
auch im kommenden Jahre anhalten. Dafür beſteht aber nicht
bloß keinerlei Gewähr, ſondern es iſt vielmehr bei der
wirtſchaft=
lichen Depreſſion, die ſich ſeit einigen Monaten zeigt, zu
befürch=
ten, daß infolge des Rückgangs der Konjunktur auch erhebliche
Steuerausfälle eintreten werden. Damit iſt die
Wahrſcheinlich=
keit gegeben, daß wir im Jahre 1929 wieder auf das Defizit von
1926 zurückgeworfen werden. Dringender und dringender wird
deshalb unſer ceterum censeo: Vereinfachung der Verwaltung,
Erſparniſſe auf allen Gebieten! Wir müſſen unſere Finanzen
ſa=
nieren, nicht indem wir mit Reichshilfe rechnen, ſondern indem
wir ſelbſt unſere Ausgaben auf die Höhe unſerer Einnahmen
zurückſchrauben.
Spectator.
Das Loch in der Beichskaſſe.
* Berlin, 2. März. (Priv.=Tel.)
Schon zum Jahreswechſel war in wirtſchaftlichen und
poli=
tiſchen Kreiſen davon gemunkelt worden, daß das Reich nicht
mehr imſtande ſein werde, ſeine finanziellen
Ver=
pflichtungen zu erfüllen, daß vielmehr
Zahlungs=
ſtockungen unvermeidlich ſeien. Damals war es gelungen,
um den kritiſchen Punkt herumzukommen. Jetzt gehen die
glei=
chen Gerüchte bereits wieder für den Apriltermin um, wobei zur
Begründung angeführt wird, daß ſich die allgemeine Situation
in=
zwiſchen verſchlechtert habe, daß der Reichsfinanzminiſter die
Möglichkeit zur Begebung von Schatzwechſeln bereits bis zum
äußerſten ausgenutzt habe und ſogar ſchon gezwungen geweſen
ſei, 150 Millionen Reichsmark bei einem Bankenkonſortium
auf=
zunehmen. Daß die Finanzlage des Reiches, zumal wenn der
Etat nicht rechtzeitg verabſchiedet wird, am 1. April unbequem
iſt, darüber kann kein Zweifel beſtehen. Wir glauben aber nicht
daran, daß es zu ernſten Schwierigkeiten kommen muß. So viel
Vorſorge ſollte der Finanzminiſter ſchließlich treffen, um ſich für
die Zahlungstermine am Quartalswechſel rechtzeitig einzudecken.
Aber es geht doch ſicherlich zu weit, wenn behauptet wird, daß
vorläufig noch nicht einmal feſtſtehe, woher die Beamten am
1. April ihr Geld bekommen ſollten. Darüber braucht ſich außer
dem Finanzminiſter niemand graue Haare wachſen zu laſſen. So
viel Kredit wird wohl auch das Reich noch haben, um ſich, wenn
es tatſächlich in einer momentanen Verlegenheit wäre, bei den
Sparkaſſen die Mittel zu beſchaffen, bis die einlaufenden
Steuer=
beträge die Reichskaſſen wieder flüſſig machen.
Deutſchland auf der Beltausſtellang in Bau
* Berlin, 2. März.
Im Reichstag hat die Regierung am Samstag
lage erlitten, die aber wohl nur von der Oppoſition m”
nis behalten werden wird. Der Reichsfinanzminiſter ſn”
die Weltausſtellung in Barcelona eine halbe Million
und der Generalkommiſſar hatte mit der Demiſſie
wenn die Forderung nicht bewilligt würde. Die Me
Mitglieder des Haushaltsausſchuſſes glaubte, aber dem
finanzminiſter bei dieſer Gelegenheit einen Hieb vr
können und wollte vor allen Dingen die Deutſche Vo
vegen ihrer Sparmaßnahmen ärgern. Deshalb wurs
Miniſter Curtius ausdrücklich feſtgeſtellt, daß es ſich
Vorlage der Regierung handle. Der Antrag wurde dms
lehnt und nur ein bedeutend ermäßigter Betrag bewillig.4 /t1
Abſchluß der Bergkungen über die Welk Kohlelsr
EP. Genf. 2.
Die Beratungen der Arbeiter=Sachverſtändigen u
Welt=Kohlenkriſe, die ſeit vier Tagen im Völkerbundsſe /g=
ſtattfinden, ſind heute zu Ende gegangen. Die von den 2u
Sachverſtändigen gemachten Vorſchläge über die
Schaffun=
internationalen Kohlenbureaus und über die Marnab=
der Produktionsländer ſowie das in den Beratungen vo
Material über die Lohn= und Arbeitsverhältniſſe im
int=
nalen Bergbau werden dem Wirtſchaftsausſchuß des
bundes vorgelegt, der am 8. April in Genf zuſamment;
Wirtſchaftsausſchuß wird über die Fortſetzung der 1
Enquste beſchließen. Zunächſt dürften die
Intereſſent=
zwar die Unternehmer, Arbeiter und Verbraucher gehört
— Die Arbeiter=Sachverſtändigen ſprechen ſich ſehr
günſ=
die Ergebniſſe der heute abgeſchloſſenen Beratungen aus
Die dentſche Delegation in Genf eingetraltlzs:
Dr. Streſemann iſt mit den Herren der Les
heute abend kurz vor 9 Uhr in Genf eingetroffen
den in Genf tätigen deutſchen diplomatiſchen Beamten unu
naliſten empfangen worden. Dr. Streſemann und ſe
gleiter haben ſich am Nachmittag einige Stunden in Be
gehalten, da der Salonwagen infolge großer Verſpätung
ſchluß verpaßte. Mit dem gleichen Zuge traf der finniſch
delegierte, Außenminiſter Prokope, in Genf ein. Auch
künftige Ratspräſident, der Italiener Seial
bereits in Genf und mit der Vorbereitung der Ra
insbeſondere mit der Minderheitenfrage, beſchäftigt.
Chamberlain und die übrigen Delegierten werden im min
Sonntags erwartet.
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he, D.: Unterſuchung über die Prinzipien der
Meberſ. KmC. Winckler. Leipzig 1929; Bielſchowſky, A.:
earbeite m Linden. 1. 2. München 1928; Burdach, K.:
dielalter z=/ſeiormation. 2, 1. Berlin 1913—1928; Chirur=
M deutſchns 2. 43. Stuttgart 1928; Geſchichtsquellen,
es 194: hrh underts. Bd. 25. 26. Droyſen, J. G.: Brief=
3d. 1. 2‟ Zerlin und Leipzig 1929; Handbuch der
nor=
vathol=hhen Phyſiologie. 5. 6,2. 12,1. Berlin 1928—1929;
deſaualte Aufſätze zur Kirchengeſchichte. 3. Der Weſten.
ſeß, H.: Lehrbuch des allgemeinen Schuldrechts.
K.: Die neun Sinfonien Beethovens. Leipzig
Bd. 161: Hartig, P.: Die Edinburger Dialett=
Seekt, H. v.: Gedanken eines Soldaten.
3, P. C.: Libri qui ſuperſunt rec. Halm, Ed. v.,
1926/28; Wilhelm, R.: Geſchichte der chineſiſch.
Wiſſenſchaft und Bildung. Bd. 52:
Wer=
mg 3. Aufl. v. G. Witkowſki. Leipzig 1929. Bd. 155.
So ſtia u. wirtſchaftspolitiſche Anſchauungen in
Deutſch=
e y 1928. Bd. 204. Wolf, J.= Geſchichte der Muſik.
X Bd. 253. Wolf, J.: Geſchichte der Muſik. 3. Teil.
BSN 3. Müller=Freienfels, R.: Die Hauptrichtungen
enn /yhologie. Leipzig 1929.
Zeitſchriften.
orden umdLeipzig 1920—28; Jahrbuch, Münchener, der
Lunſt. T. 7.5 5. 1928. München; Jahrbücher, für
wiſ=
e Botamſ (69. Leipzig 1928; Jahrbücher neue, für
und Sundbildung, 4. 1928. Leipzig; Jahrbücher,
21iſ. erlin 1928; Jo urnal für die reine und
ange=
atr. 8. 159. Berlin und Leipzig. 1927—28; Mona=u
jügogiſche. 34—36. Berlin 1926—28; Moneeenin
Sonntag, den 3. März 1929
Seite 5
Darmſtadt, 3. März.
Landesbibliokhek.
Rezu Erwerbungen (Auswahl),
närz end f 14 Tage zur Anſicht im Leſeſaale aufgeſtellt.
nerbal hr, E.: Handbuch der biologiſchen Arbeitsmethoden.
infamte Pſychologie. 65. Leipzig 1928; Annales
S. 9. 10: Paris 1928; Archiv für Urkundenfor=
Berlin nu Leipzig 1928; Bericht, Zoologiſcher. 17. Jena
rbucheBodenreform. 23. 24. 1927/1928. Jena. Jahr=
Vereinn niederdeutſche Sprachforſchung. 1920—1926.
— Landesverband Heſſen der Deutſchen Lebens=Rettungs=Geſellſchaft,
V. Auf die am Sonntag nachmittag ſtattfindende Haupwerſammlung
der Deutſchen Lebensrettungsgeſellſchaft in der Aula des
Realgymna=
ſiums wird nochmals hingewieſen. An die kurze ſachliche Beratung
ſchließt ſich der Werbevortrag mit Lichtbildern an. Zutritt für
Inter=
ſſenten frei.
— Das Dürerhaus, Eliſabethenſtraße, gibt zurzeit der Ausſtellung
im Schaufenſter Gelegenſheit, einen Webſtuhl für Handweberei zu
be=
ſichtigen. Gerade im Zeitalter der Maſchine iſt es doppelt intereſſant,
das Werkzeug eines Handwerks zu ſehen, das ſeine Berechtigung auch
neben der Induſtrie bewieſen hat. Einerſeits befruchtet und regt es die
Induſtrie ſelbſt an, andererſeits iſt Handweberei allein fähig, das
Kön=
nen des Webers, ſein Spiel mit Farben und Webarten wirklich zur
Geltung zu bringen.
Bücherstube Altred Bodenheimer
Vortrag Paul Geheeb über
Neue Erzichung
(3628
am Montag, abends 8 Uhr in der Otto-Berndt-Halle
Am 21. März: Weiß-Quartett, Wien: Brahms, Goldschmid, Havdn
— Das Schnurrbuſch=Quartett gibt ſeinen zweiten Mozart=
Abend am Dienstag, den 4. März, 20 Uhr, im Kleinen Haus unter
Mitwirkung von Kapellmeiſter Hans Simon (Klavier) und
Kammer=
muſiker Michael Mayer (Klarinette). Es kommen zum Vortrag:
Streichquartett G=Dur; Trio für Klavier, Violine und Cello in C=Dur;
Klarinettenquintett.
— Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterreichiſchen Alpen=
Vereins. Am Donnerstag, den 7. März, abends, findet im Mozartſaal.
ein Lichtbildervortrag „Bergfahrten in den Walliſer Alpen” ſtatt.
Mit=
glieder der Sektion Darmſtadt ſowie Gäſte ſind willkommen.
— Orpheum — Gaſtſpiel Peter Millowitſch nebſt Enſemble. Heute
abend 8 Uhr findet die erſte Wiederholung der luſtigen Schwank=Operette
„Prinzeß Wäſcherin” ſtatt. — Der Sonntagskarten=Verkauf findet ſtatt:
Verkehrsbüiro von 10 bis 12 Uhr, Kiosk gegenüber dem Verkehrsbüro
bis halb 2 Uhr, Orpheumskaſſe ununterbrochen ab 3 Uhr; telephoniſche
Beſtellung 389.
ſich Lirchengeſchichte. 22. Eſſen 1928; ZeitſcksſpreMkui
Scuswviſſenſchaft. 85. Tübingen 1928; Zeitſ
Hene 139. Leipzig 1928: Zeitſchrift fürngsft- uk.
klin 1927—28. N. F. 52. 53; Zeitſchrift füc
01927—1928. Leipzig; Zeitſchrift für Orts=
München und Berlin 1925—1927; Zeitſchrift
Bchck: 1928; Zeitſchrift, Niemehers, für inter=
A39. Kiel 1928.
rzverleihbar. Vormerkungen werden im Leſeſaal
HeſſiſeheEvangeliſche Landeskirchentag wird, wie wir
uim Diemsag, den 19. März, zur Plenarſitzung zuſam=
annt weun: am 12. Februar; der Gefängniswachtmeiſter
th in Eiſſofen zum Juſtizwachtmeiſter bei dem Amtsgericht
Wirkumy om 15. Februar an; am 19. Februar: der
Oeko=
em Lanngichtsgefängnis in Darmſtadt Friedrich Auguſt
g zum Gfängnisvorſteher bei dieſer Anſtalt mit Wirkung
eil ar
2 den Ruc ſnd verſetzt wurden: am B3. Februar: die Ober=
Philipp atſch an dem Gymnaſium zu Mainz, Dr. Konrad
an den Advig=Georgs=Gymnaſium in Darmſtadt, Dr. Karl
an der =lnuſtinerſchule zu Friedberg, ſämtlich auf ihr Nach=
F Apriſ/29 an.
Nuerausfähüf. Die Amtsperiode der Mitglieder und deren
ar, die n 1. Juli 1926 begonnen hat, iſt bis zum Ablauf
N 1930 gängert.
LandeSwlleiter gibt bekannt, daß am Mittwoch, den
3 Uhr, im Landwirtſchaftskammergebäude eine
nachn
ittx
ung äizLandeswahlausſchufſes ſtattfindet, in der die
Ent=
die Zulſſung der Wahlvorſchläge zu den Landwirtſchafts=
Ze len getru=fſ wird.
wwerbemuiem. Die von der Firma Heintze u. Blanckertz in
großen Xſaal des Gewerbemuſeums veranſtaltete
Ausſtel=
deutſte Schrift und ihre Anwendung” iſt
Sochentag=ay von 10—1 Uhr und von 3—6 Uhr, an den Sonn=
P—1 NArgeöffnet. Am Samstag nachmittag iſt die Aus=
Aff
ſiſches Oayestheater. Heute Sonntag gelangt nachmittags
M Aida” m Verdi zur Anfführung. Als Amonasro gaſtiert
farius vom Stadttheater Nürnberg. In den übrigen Haupt=
Noſe Landehr, Anna Jacobs und die Herren Hans Grahl,
Veill voenopernhaus in Frankfurt a. M. als Gaſt für den
berrn” rmann, und Overlack beſchäftigt. Muſikaliſche
Nax Nudv) (Heſſenlandmiete I.)
abend ſind eine Aufführung von Bernard Shaws Komödie
lus uun der Löwe” mit den Damen Gothe, Stengel
„*derren B2meiſter, Jungbauer, Jürgas, Keßler, Klam,
Ma=
eiti, Valkl. /0 Ney ſtatt. (Miete A; Beginn 20 Uhr.)
urfilmſihne des Kleinen Hauſes. Wegen des
ſchen Erfroles finden heute Sonntag drei Vorſtellungen des
Gllmes „Zurmüber Aſien” ſtatt. Die AuAfführungen
18 unkr Uhr. Preiſe 1—2,50 Mark. Es wird gebeten,
or des grſen Andranges ſich die Karten im Vorverkauf zu
3.Närz, gelangt Gerhard Menzels Schauſpiel „To=
ir Frr/ Palk in der Titelrolle zur Wiederholung.
ien He) findet Dienstag eine Aufführung von Lortzings
Zimunrmann” ſtatt. In dieſer Vorſtellung gaſtiert
Weſter Brihel vom Stadttheater Freiburg i. B. als Cha=
Flederryus” ven Johann Strauß gelangt Mittwoch, den
zur Aufflihng.
von WSſferrari mit Hans Grahl in der Titelrolle, Noſe
und ha—ſomregg in den übrigen Hauptrollen geht am
6 den 7. Arz, als Vorſtellung der Miete E in Szene.
Heien HeoEiſt Freitag, den 8. März, die Erſtaufführung von
Tha” in neuer Einſtudierung und Infzenierung
MARIA FRANKE
aus Berlin
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Lehrerin von
Charlotte Massenburg, Mainz
Mergarete Albrecht, Königsberg
Alfred Karen, Duisburg u. a m.
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Telephon-Anruf Nr. 1860
Aufwertung von Sparguthaben. Die Städtiſche Sparkaſſe
Darm=
ſtadt macht ihre alten Spareinleger darauf aufmerkſam, daß die
1928iger Jayreszinſen der Aufwertungsbeträge jederzeit
ab=
gehoben werden können. Ebenſo werden auch die 20prozentigen
Aufwertungsbeträge in entgegenkommender Weiſe ſchon
jetzt gegen Vorlage der Sparbücher zur Verfügung geſtellt. — Kleinere
Aufvertungsbeträge bis zum Geſamtbetrage von 50 Mk. werden dabei
ohne Abzug von Zwiſchenzinſen ausbezahlt. Bei höheren
Auf=
wertungsbeträgen werden allerdings die geſetzlichen Zwiſchenzinſen
ab=
gezogen, ſofern nicht in Fällen nachgewieſener Bedürftigkeit und hohen
Alters auf dieſen Abzug verzichtet werden kann. — Auf Wunſch der
Einleger werden die Aufwertungsbeträge auch auf neue, mit 6 Prozent
verzinsliche Sparbücher überſchrieben. — Nähere Auskunft wird
bei der Aufwertungsſtelle im 1. Stock bereiwilligſt erteilt. Näheres
ſiehe auch Anzeige in der heutigen Nummer.
auf die
bekannt niedrigen Preise
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erprobten, bewährten Qualitäten
sämtlicher
Die Titackle ſingt Käthe Walter; in den übrigen Haupt=
2 Anna. Jas und die Herren Grohm, Herrmann, Wünzer,
Hirigt. Meuſaliſche Leitung: Berthold Goldſchmidt, Inſzenie=
po
Sgio Mor 9Büihnenbilder: Lothar Schenck von Trapp.
Eon Tm Grabbe wird Samstag, den 9. März, um 19.30
* Eſten Mltzufgeführt. Die Inſzenierung leitet Carl Ebert.
Ner: Will an Reinking. Den Napoleon ſpielt Fritz Valk.
AIlerüquſtieana” und „Bajazzo” gelangen Sonn=
D Marz. M erſten Male in dieſer Spielzeit zur Aufführung.
Kck ſingm bſe Landwehr, den Turiddu Adolf Jaeger, den
N Grahl,A4 Nedda Regina Harre, den Tonio Hans Kom=
7 Silvio Ffu, Tibaldi.
eiere Ma=he Paula Kapper—Guſtav Deharde. Der unge=
Srfolg. Aaer heitere Abend von Paula Kapper und Guſtav
Sonnekza vor einem völlig ausverkauften Hauſe hatte,
We beideey lünſtler, das Programm heute Sonntag, vor=
4D Uhr, Ihcleinen Haus mit Kapellmeiſter Hans Simon
ii wiesstolen. Auch für dieſe Matinee iſt das Intereſſe
iS Der ag groß, daß es ſich empfiehlt, rechtzeitig an der
Rle ie Hauſes ſich Eintrittskarten zu ſichern, die zu
WGdr 1 Aund 1,00 Mark zu haben ſind.
Aussteuerwaren
Hleider-und Anzugstoffe
Hossische Tonmr ausckschan
Darmstadt, Schützenstraße 4
— Eine ſchwarze Tigerkatze im Frankfurter Zoo. In der
Samm=
lung kleiner Säugetiere iſt ſeit einiger Zeit als beſonders wertvolle
Ergänzung der Kleinkatzenſammlung eine ſchwarze ſüdamerikaniſche
Tigerkatze ausgeſtellt. Der Garten verdankt dieſe Neuerwerbung der
Güte von Dr. Freſenius, der das ſeltene Tier dem Zoo zum Geſchenk
machte. Als weitere ſeltene Kleinkatze befindet ſich im ſelben Hauſe die
ſumatraniſche Sounen= oder Goldkatze, eines der wenigen Exemplare,
die von dieſer Art lebend nach Deutſchland kamen. Ueberhaupt
ver=
dient die Sammlung kleiner Säugetiere beſondere Beachtung.
Febraarſikung der Familiengeſchicklichen
Bereinigung.
* In ihr hielt der Landesjugendpfarrer Lic. Hans v. d. Au einen
ſehr inhaltsreichen Vortrag über die Verbreitung des Namens von
der Au in Heſſen. Der Vortragende, der jahrelang umfaſſende
Forſchungen in allerlei Archien über die Geſchichte ſeiner Familie
ge=
macht hat, führte etwa folgendes aus;
Im „Herold” 1890 hat Th. Schön den Verſuch unternommen, die
verſchiedenen von Av, von Au, von Auw u. a., darnnter die Familie des
bekannten ſchwäbiſchen Minneſängers und Epikers Hartmanns
von Au zuſaammenzuſtellen. Da er über Heſſen ſehr mager
aus=
gefallen iſt, hat der Vortragende ſie für Heſſen ergänzt. Die
Bedeu=
lung des Namens iſt klar, es iſt eine Orts= und Flurnamenbezeichnung.
An hängt zuſammen mit Aach, Ach — Waſſer und bezeichnet ein
waſſer=
umfloſſenes Land, Wieſe, Inſel. Der Mann, der ſeinen Hof in der
„Aue” hatte, wurde dann darnach benannt. Die Geſamtbenennung für
die Leute, die auf oder in der Au wohnten, war dann Auer wie es
heute noch für die Einwohner des, Dorfes Aue bei Eſcſege üblich iſt.
Im Mittelalter konnte der Vortragende in Heſſen vier Geſchlechter
nach=
weiſen: 1. An der Werra. Das ritterliche Geſchlecht führte ſeinen
Namen nach einem Hauprhof in dem erwähnten Dorf Aue bei Eſchvege.
Sie werden als Vaſallen der Landgrafen von Thüringen, denen ſie 1345
und 1348 ihre Güter zu Au=, Neurode u. a. zu Lehen gaben.
Gegen Ende des 14. Jahrhunderls ſtarb mit dem Ritter Apel die Werra=
Sitpe aus. Dieſe führten im Wappen einen rechtsgerichtelen Eſelskopf.
2. im Fuldiſchen, ſie ſind ebenfalls Ritter und kommen wohl von
dem Dorfe Aue a. Geis bei Eſchwege und ſind von 1334—1378
nach=
weisbar. Im Wappen führen ſie im geteilten Schild rechts einen halben
Adler, links einen Schrägbalken. 3. In Oberheſſen. Sie nannten
ſich wohl nach einem Hof bei Bernhardshauſen, in nächſter Nähe von
Schlitz. 4. An der Bergſtraße. Herschin von der Aue
trug 1329 die Fähre bei Gernsheim von den Herven von Bickenbach
zu Lehen, er ſtammt wohl aus dem ausgegangenen Dorf A. bei
Hähn=
lein. — In der Neuzeit iſt der Name wiederum in Niederheſſen, und
zwar ebenfalls in Eſchwege vertreten, möglich iſt ein Zuſammenhang mit
einer Familie des Eichsfelds. Ferner im Fuldiſchen in Wabenzell,
Kämmerzell und Diedershard. Wieweit ein Zuſammenhang mit den früher
Genannten beſteht, läßt ſich nicht nachweiſen. Die heute in Heſſen=
Darm=
ſtadt verbreiteten v. d. Au gehen wohl ache auf gemeinſame Ahnen im
Maar bei Lauterbach zurück, die um die Mitte des 15.
Jahrhun=
derts dort einwanderten. Im 17. Jahrhundert äſt die Familie, von der
auch ein Glied während des Dreißigjährigen Krieges Schulmeiſter war,
in Maar ſtark verbreitet, von hier wanderten ſie nach Storndorf.
Von da zieht Joh. Martin (1653—1728) nach Hochſtadt bei Hanau.
Nachkommen davon haben ſich nach Darmſtadt verheiratet. Ein zweite
Einwanderung noch Storndorf vollzieht ſich mit Niederlaſſung Johannes
v. d. Au 1659; er wird aus Maar ſtammen und wit den beiden Bäckern
zuſammenhängen. Sein Sohn Andreas (F 1693) heiratet 1664 nach
dem benachbarten Vadenrod und wird freier Lehensträger des
fürſt=
lichen Hofguts daſelbſt. Sein Sohn Johannes v. A., geb. 1666, wandert
1697 nach Jägersburg aus und wird 1699 fürſtlicher Schäfermeiſter.
Er wird ganz wohlhabend und iſt der Stammpater der zahlreichen
Großrohrheimer Sippen, ebenſo der Ernſthofener Linie.
Ein Neffe von ihm zieht von Badenrod nach Bechtolsheim im
Rheinheſſen und wird der Stammpater der weiſten rheinheſſiſchem
Zweige. Redner legte noch Wappen und Siegel, ſowie ein Bild der
zahl=
reichen Glieder der Familie v. d. A. in Nordamerika vor. Nachdem ihm
lebhafter Beifall der zahlreichen Zuhörer, auch aus der Sippe, für ſeine
refflichen, auch kulturgeſchichtlich feſſelnden Ausführungen
zuteilgewor=
en und ihm der Vorſitzende den Dank des Vereins ausgeſprochen, folgte
ſoch eine lebhafte Ausſprache.
K. Noack.
— Mozartverein. Der Geſellſchaftsabend des Mozartvereins „Auf
allen Sproſſen” am Samstag, den 9. März, im Städtiſchen Saal=
ban mit ſeinem bunten Teil, in dem junge Talente mit bewährten
Mei=
ſtern ein vielſeitiges Programm beſtreiten, und dem nachfolgenden
Tanzvergnügen begegnet dem größten Intereſſe. Zutritt haben nur
Mitglieder, und zwar nur ſolche, die ſich in der Geſchäftsſtelle (O. Titze,
Eliſabethenſtraße 4) für 50 Pfg. ein als Ausweis dienendes Programm
kaufen. Ein Verkauf an der Abendkaſſe findet nicht ſtatt. Nach altem
Brauch werden auch Studentenkarten ausgegeben. Tanzgeld und andere
Anzapfungen am Abend ſelbſt ſind dem Verein unbekannt.
Geſellſchafts=
anzug ſelbſtverſtändlich.
— Vortragsabend im Guſtav=Adolf=Frauenverein. Eines der
zu=
kunftsreichſten Länder für die deutſche Auswanderung iſt ohne Zweifel
Braſilien. Im Jahre 1924 feierte man dort das hundertjährige
Jubi=
läum der erſten deutſchen Siedlung, und heute zählt man bereits
400 000 Deurſche im Lande. Im Gegenſatz zu Nord=Amerika hat in
Bra=
ſilien das Deutſchtum meiſt Raſſe und Glaube der Heimat bewahrt. So
zählt man faſt 400 evangeliſche Gemeinden, die von der Küſte bis zum
Nande des Uwalds reichen und ſowohl in Süd= wie auch in Mittel=
und Nordbraſilien zu finden ſind. Es verdient die größte Hochachtung,
wie unſere Stammes= und Glaubensgenoſſen trotz ſchwerſten Kampfes
um ihre Exiſtenz, oft unter größten Opfer ſich Schule und Kirche
ge=
gründet und erhalten haben. Starke Fürſorge aus der Heimat wird
unter andren auch von dem Guſtav=Adolf=Verein geleiſtet; Pfarrer und
Lehrer werden ausgeſandt und teilweiſe beſoldet. Eine ganz beſonders
wertvolle Arbeit aber leiſtet das Katharinenſtift zu Wittenberg, das im
Auftrage der Frauenhilfe für das Ausland Diakoniſſen für Süd=
Ame=
rika ausbildet. Nach dem Stand vom 1. Mai 1928 ſind zurzeit nicht
weniger als 43 Schweſtern in Braſilien tätig, ſo in Rio de Janeiro
im Wöchnerinnenheim, Heim für durchreiſende Frauen, Altersheim
und Gemeindepflege 6, in Blumenau im Krankenhaus 8, in Porto Alegre
im Krankenhaus 19 und dazu in der Gemeindepflege noch eine Schveſter.
Ueber dieſe hochintereſſante Arbeit evangeliſcher Liebe unter dem
ſüd=
lichen Kreuz wird am 12. März Pfarrer Bliedner hier einen Vortrag
halten. Der Redner war ſelber 13 Jahre in Braſilien Pfarrer, kehrte
im letzten Herbſt von einer 1½jährigen Inſpektionsreiſe dort zurück
und wird aus der Fülle neueſter Erfahrungen berichten können.
Tee=
karten zu dem Vortragsabend ſind zu haben bei den Vorſtandsdamen
des Guſtav=Adolf=Frauenvereins, aber auch im Gemeindehaus der
Petrus= und Johannesgemeinde ſowie im Gemeindehaus Kiesſtraße 17,
wo der Abend veranſtaltet wird.
— Mifſionsſtudienwoche. Die wiſſenſchaftlichen Vorträge über die
vielen mit dem Wort „Miſſion” gegebenen Fragen nehmen heute abend
8½ Uhr in dem gut geheizten Gemeindeſaal der Petrusgemeinde,
Eich=
wieſenſtr. 8, ihren Anfang. Eingeladen ſind zu dieſen Veranſtaltungen
alle, die dafür Intereſſe haben. Heute abend ſpricht Direktor Dr.
Frey=
tag=Berlin, ein führender Mann in der deutſchen Miſſionswelt, über
„Das China von heute und die Miſſion”; Montag: Pfarrer Schäfer=
Bad=Nauheim über: „Die Kulturkriſe in Afrika und die Miſſion”;
Dienstag: Lic. zur Nieden=Darmſtadt über: „Die Botſchaft des
Chri=
ſtentums an die Religionen”. (Mittwoch fällt der Vortrag aus wegem
der Paſſionsandachten); Donnerstag: Direktor Dr. Freytag=Berlin über:
„Der Nationalismus Jungaſiens in ſeinem Verhältnis zu Religion und
Chriſtentum”.
— Kohlenſparveyein Darmſtadt. Der Verlauf der im Fürſtenſaal
bgehaltenen Genevalverſammlung zeigte erneut das rege Intereſſe,
welches man dem aus wirtſchaftlichen Gründen hevaus erfolgten
Zu=
ſammenſchluß der Verbraucher unter der Benennung „Kohlen=
Spar=
verein” entgegenbringt. Ein Intereſſe, welches in erſter Linie
zurück=
zuführen iſt auf die erheblichen Vorteile, die der Verein unter
denk=
bar günſtigen Zahlungsbedingungen und unter Belicferung mit Kohlen
und Braunkohlen aus nur erſtklaſſigen Zechen und Gruben auch dadurch
bietet, daß er die jährlichen Geſchäftsüberſchüſſe ausſchließlich ſeinem
Mitgliedern zuwendet, was ſelbſtverſtändlich eine nicht unweſentliche
Verbilligung ihrer Bezüge an Brennſtoffen bedeutet. Durch den ſtändig
ſteigenden Zugang an neuen Mitgliedern aus allen Berufskreiſen
Darm=
ſtadts, hat der Verein innerhalb fünf Jahren ſeines Beſtehens einen
mächtigen Aufſchwung genommen, der ſich bei ſeiner Gründung nicht
ahnen ließ, und ſo wurde im abgelaufenen Jahre (1923) an
Brennmate=
rial aller Art ein Umſatz erzielt, der es ihm trotz verſchiedener
Mehr=
aufwendungen, nicht zuletzt durch Beſchaffung neuzeitlicher
Transport=
mittel, trotzdem noch ermöglichte, über die Summe des für das
Vorjahr (1927) an die Mitglieder verteilten Geſchäftsüberſchuſſes
hinauszugehen. Lobend hervorgehoben wurde beſonders die umſichtige
und prompte Geſchäftsführung, während die vorzügliche Qualität aller
gelieferten Brennſtoffe einmütige Anerkennung fand.
— Trene Mieter. Am 1. März waren es dreißig Jahre, daß die
Familie Philipp Berg bei Herrn Glaſermeiſter Philipp Schleidt,
Lauteſchlägerſtraße 9, wohnte. Gewiß ein gutes Zeichen für das
Ein=
vernehmen beider Teile.
„Kurgeff Grün” hat in Köln Prozess. Termin
AAschermittwoch vorm. 10 Uhr. Der Rechtsanwalt kneipt bis 6
früh in „Burgeff- und sagt sich, wenn mein Plädover heute nicht
überzeugt, ist „Burgeff: am Verlieren mit schuld. Er sprach aber
hinreissend und mit zwingender Logik. Der Prozess wurde glänzend
Seite 6
Sonntag, den 3. März 1929
Heſſiſches Rotes Kreuz.
Bunker Abend bei den Elſaß=Lokhringern.
Das Kindererholungsheim vom Noten Kreuz im
Schloß Bingenheim in Oberheſſen wird am 23. März 1929 für
Kinder des Mittelſtandes wieder eröffnet. Die ausgezeichneten
Erfah=
rungen mit den in den vergangenen Jahren dort untergebrachten
Kin=
dern infolge der kräftigen oberheſſiſchen Luft, der guten und
reich=
haltigen Ernährung und individuellen Pflege bieten auch jetzt wieder
die Gewähr für einen guten Erfolg. Das Heim ſteht unter der Leitung
der Kreisfürſorgerin Schweſter Käte Knöll, welche von mehreren
Schweſtern und Kindergärtnerinnen unterſtützt wird. Es können 12—15
Kinder zu jeder Kur Aufnahme finden.
Der Betrieb wird aus Mitteln des Heſſiſchen Roten Kreuzes (
Lan=
desverein und Alice=Frauenverein) finanziert. Die Kurkoſten betragen
3 Mk täglich, alſo 90 Mark für die 30 Tage dauernden Koſten. Im
Bedürftigkeitsfalle kann vom Heſſiſchen Roten Kreuz ein Zuſchuß bis
zur Hälfte des Betrages (45 Mark) gewährt werden. Entſprechende
Anträge ſind bei der Anmeldung mündlich oder ſchriftlich zu ſtellen.
Die Anmeldungen der Kinder haben bei der Geſchäftsſtelle des
Alice=Frauenvereins, Darmſtadt, Dieburger Straße 21 (Sprechſtunden
vormittags) zu erfolgen, wo auch die vorgeſchriebenen
Aufnahmeformu=
lare zu erhalten ſind.
Die Kur beginnt am 23. März mit einer Mädchengruppe von 6—14
Jahren und wechſelt in vierwöchigem Turnus ab mit einer
Knaben=
gruppe von 6—12 Jahren, ſo daß die einzelnen Kurſe folgendermaßen
ſtattfinden:
1. Kur: 23. März — 23. April: Mädchen.
2. Kur: 27. April — 28 Mai: Knaben.
3. Kur: 1. Juni — 2. Juli: Mädchen.
4. Kur: 6. Juli — 6. Auguſt: Knaben.
5. Kur: 10. Auguſt — 10. September: Mädchen.
6. Kur: 14. September — 15. Oktober: Knaben.
Da die Nebenbahn nach Gettenau-Bingenheim von Friedberg
ab=
zweigt, werden die Kinder jeweils in Friedberg geſammelt und dort
von der Schweſter abgeholt.
Etwaige Wünſche über Behandlung und Ernährung des Kindes
ſind bei der Aufnahme an Schweſter Käte Knöll im Kinderheim
Bin=
genheim zu richten.
Jedes Kind hat mitzubringen:
Leibwäſche: 4 Hemden, 4 Hoſen, 2 Leibchen, 6 Paar Strümpfe, 3
Nacht=
hemden, 12 Taſchentücher;
Bettwäſche: 2 Bettücher, 4 Handtücher 1 Badetuch;
Bekleidung. 2—3 ſolide Waſchkleider bzw. =Anzüge, 1 warmes Kleid
bzwv. Anzug, 2 Paar Schuhe, 1 Paar Hausſchuhe;
Toilettegegenſtände: Zahnbürſte, Kamm und Bürſte, Waſchlappen,
Schwamm und Seife.
Schmuck= und Spielſachen ſind nicht mitzubringen.
Sämtliche Wäſche und Kleider müſſen ſolide ſein und deutlich
gezeichnet.
Für einzelne beſondere Anſchaffungen kann den Kindern ein
Bar=
betrag von 5 Mk. mitgegeben werden, der zur Kontrolle an Lie
Schwe=
ſter abzuliefern iſt
Die Verköſtigung iſt im Hinblick auf den Zweck des Heims ſo
reichlich bemeſſen, daß von Zuſendung von Obſt und Näſchereien
ab=
zuſehen iſt. Sendungen, die etwa doch eingehen, werden den Kindern
nicht ausgeliefert.
Beſuche von Cltern und Angehörigen können nicht geſtattet werden.
Etwaige telephoniſche Anfragen nach dem Ergehen der Kinder können
unter Nr. 144 Amt Reichelsheim (Wetteran) jederzeit erfolgen. In
Erkrankungsfällen werden die Eltern ſofort benachrichtigt. Ein Arzt
ſteht in nächſter Nähe ſters zur Verfügung. Die Kinder können
Sol=
bäder (je 50 Pfg.) und Höhenſonnenbeſtrahlungen (je 2 Mark) erhalten.
Falls vom Arzt die Notwendigkeit dieſer Heilmittel beſcheinigt wird,
muß von der zuſtändigen Krankenkaſſe die Genehmigung eingeholt und
die Beſchei tigung abgeſtempelt werden, damit den Eltern keine Koſten
entſtehen. Die Beſcheinigung der Krankenkaſſe iſt im Kinderheim
ab=
zuliefern.
Das Heſſiſche Rote Kreuz glaubt mit dieſer Einrichtung einem
beſtehenden Bedürfnis abzuhelfen und hofft, daß gerade von Eltern des
Mittelſtandes, die bisher ihren Kindern eine Erholung nicht oder nur
mit Schwierigkeiten gönnen konnten, recht zahlreich Gebrauch gemacht
wird.
— Städt. Akademie für Tonkunſt. Am Donnerstag, den 7. d. M.,
um 20 Uhr, findet im Eartenſaal des Städt. Saalbaus ein
Vortrags=
abend der Violin Meiſterklaſſen von Göſta Andreafſon ſtatt. Das
Programm weiſt Werke von Bach, Vivaldi, Kreutzer, Viotti und Mozart
auf. Die Klavierbegleitung der einzelnen Werke hat Nellyz Birrenbach,
Lehrerin an der Städt. Akademie für Tonkunſt, übernommen. Karten
zu 50 Pfg. im Sekretariat der Akademie, Eliſabethenſtr. 36.
— Chriſtlicher Verein Junger Männer. Im Heime,
Alexander=
ſtraße 22 (Infanterie=Kaſerne, Hof links), findet heute abend 7.30 Uhr
ein Vortrag mit dem Thema: „Mit der Feldpoſt nach
Ruß=
land — Selbſterlebtes, Selbſtgeſchautes”, ſtatt. Gäſte
ſind willkommen.
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
265, Veranſtaltung. Infolge Erkrankung konnte der Vereinsabend nicht
programmäßig durchgeführt werden und man hatte ſich zu einem
zwang=
loſen, gemütlichen Zuſammenſein zuſammengefunden, was ſich dank der
freundlichen Mitwirkung des Herrn Schauſpieler Eduard Göbel zu
einer ſchlichten Leſſing=Gedenkfeier geſtaltete. Einleitend gab der
Vor=
ſitzende, Herr Philipp Weber, in einigen Daten einen kurzen Abriß
üb.r Leſſing, den unermüdlichen Geiſteskämpfer, der als Führer in der
modernen chriſtlichen Weltanſchauung neue Wege wies und deſſen
Gei=
ſtesblitze in der damaligen Zeit überall zündeten und deſſen Schöpfungen
heute Allgemeingut aller Gebildeten geworden ſind. Lebendig wurde
das Bild Leſſings durch die Darbietungen Eduard Göbels, der zwei
Szenen aus Nathan dem Weiſen, die Erzählung von den drei Ringen
und die Unterredung zwiſchen Nathan und dem Kloſterbruder vortrug.
Die außerordentlich feinen Darbietungen fanden reichen Beifall.
An=
ſchließend wurde aus dem Kreis der Mitglieder noch manches Ernſte
und Heitere geboten. Nächſte Veranſtaltung am 14 März; Vortrag
von Herrn Bildhauer Scholl über: Die Bildhauerfamilie Scholl und
ihr künſtleriſches Schaffen in Darmſtadt. Der Vortrag wird durch
Lichtbilder erläutert.
— Regelung des kaufmänniſchen Lehrlingsweſens. Vom Z. d. A.
wird uns geſchrieben: Eine Regelung des kaufmänniſchen und techniſchen
Lehrlingsweſens war in den letzten Jahren leider nicht möglich. Durch
die unermüdliche Tätigkeit der gewerkſchaftlichen Organiſationen iſt der
bisherige Zuſtand nunmehr beſeitigt. Nachdem ſich kürzlich der
Schlich=
tungsausſchuß mit der Sache befaßt und einen Schiedsſpruch gefällt
hatte, fanden am letzten Mittwoch beim Herrn Staatskommiſſar
Verhand=
lung ſtatt, da das Arbeitgeberkartell den Spruch abgelehnt h.
Nach eingehenden Verhandlungen der Partcien wurde der Schiedsſpruch
vom Herrn Landesſchlichter mit einer Aenderung für verbindlich erklärt.
Urlaub und Lehrlingsvergütung uſw. ſind vom 1. März 1929 feſtgelegt.
Die Angeſtelltengewerkſchaften geben über die einzelnen Punkte gern
Auskunft. Beim Reichsarbeitsminiſter wurde die allgemeine
Verbind=
lichkeitserklärung beantvagt.
— Wer beteiligt ſich? an den am Dienstag, den 5. und Freitag, den
8. März d. J., im Unterrichtslokal der Stenograohen=Vereinigung
Gabelsberger”, Handwerkerſchule, Ecke Karl= und Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße, beginnenden neuen Kurfen in Reichskurzſchrift. Der
Unterricht findet unter Leitung ſtaatlich geprüfter Lehrer der
Stenogra=
dhie in den neu hergeſtellten und gut durchwärmten Zimmern obiger
Schule ſtatt. (Siehe heutige Anzeige.)
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Am Sonntag, den 3. März 1929,
ſind in Notfällen als Vertreter des Hausarztes folgende Aerzte
er=
reichbar: Dr. med. Bönning=Erbacherſtraße 8, Tel. 2020; Dr. med.
Leydhecker, Heinrichſtr. 23, Tel. 1975; Dr. med. Stern I.,
Wen=
delſtadtſtr. 5, Tel. 1260.
— Wochenmarkt zu Darmſtadt. Kleinhandelspreiſe vom
2. März (pro Pfund bzwv. Stück in Pfg.): 1. Gemüſe: E dkohlraben
20—25; Gelbe Rühen 20—30; Rote Rüben 25—30; Weiße Nüben 25—30;
Schwarzwurzeln 60—70; Rotkraut 25—30; Weißkraut 25—30: Wirſing
25—20; Grünkohl 30—40: Roſenkohl 60—70; Zwicbeln 20—25;
Knob=
lauch 80; Tomaten 80—100; Feldſalat 180—200; Endivienſalat 25—30;
Kopfſalat 30—40; Blumenkohl 80—150; Rettich 5—15: Meerrettich 100
bis 120. — 2. Kartoffeln: 8—10. — 3. Obſt: Tafeläpfel 30—45;
Wirtſchaftsäpfel 20—20; Wirtſchaftsbirnen 20—25; Apfelſinen 10—15;
Zitronen 10—20; Bananen 40—50. — 4 Eßwaren: Sü rahmbutter
230—250 Landbutter 180—200; Weichkäſe 30—40: Handkäſe 5—15;
Eier, friſche 18—22. — 6. Wild und Geflügel: Ginfe 120—150;
Hüihner 130—150; Tauben 80—100; Hafen 120—150. — 7. Fleiſch= und
Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 80—120; Kalbfleiſch 110:
Hammel=
fleiſch 80; Schwveinefleiſch 120—140; Dörrfleiſch 150: Ziegenfleiſch 70;
Wurſt 70—140; Wurſtkett 60; Schmalz. ausgelaſſen 110.
— Briefpoſten an den Kreuzer „Emden” Im Monat März wer=
den an folgenden Tagen Briefpoſten an den Kreuzer „Emden” vom
Ma inepoſtbureau, Berlin C. 2, abgeſandt: Am 11.. 12., 19., 20. und
26. März nach Sabang (Niederländiſch=Indien). Wegen ungünſtiger
werden.
Am. Die Elſaß=Lothringer=Vereinigung (Ortsgruppe
Darmſtadt des Hilfsbundes für die Elſaß=Lothringer im Reich)
veran=
ſtaltete am Samstag abend im dichtbeſetzten Fürſtenſaal einen — um
es voraus zu nehmen — in jeder Hinſicht wohlgelungenen „Bunten
Abend”. Nicht der Zeitrichtung folgend, ſondern aus dem Bedürfnis
heraus, Mundart und Trachten, Volkstanz und Volksmuſik der
ver=
lorenen, doch unvergeſſenen Heimat auch in der neuen Heimat weiter
zu pflegen, hat ſich in der Elſaß=Lothringer=Vereinigung eine
Spiel=
ſchar gebildet, die unter dem verheißungsvollen Stichworte „
Brüm=
ter Meßti” (Brumather Meßti) das Programm des Abends,
hier=
mit — von der Weihnachtsfeier abgeſehen — zum erſten Male an die
Oeffentlichkeit tretend, recht vielverſprechend und erfolgreich beſtritt.
Den Landsleuten und Gäſten wurde ſo das bunte, luſtige und
vielgeſtal=
tige Bild einer echten, bunten und luſtigen Elſäſſer Kirchweih vor Augen
geführt, das ſich nach kurzer herzlicher Begrüßung durch den erſten
Vorſitzenden der Vereinigung, Herrn Thomas, auf der Bühne
ab=
ſpielte, die das „Wirtshüs zum Münſterzipfl” darſtellte. Gleich mit der
erſten Vorführung, dem Meßtitanz, war der erforderliche Kontakt
zwi=
ſchen Bühne und den Zuſchauern geſchaffen und riß den gnzen Abend
über nicht ab. Nach einem Couplet im Dialekt trafen
überraſchender=
veiſe Mitglieder eines Wanderzirkus ein, die mit Tanz und Leierkaſten,
Wahrſagerei und allem möglichen einen Bombenerfolg errangen. Auch
eine Art Anſager war vorhanden, der den Betrieb zuſammenhielt. Die
Büüre tanzten ſo kräftig und die Maidele waren ſo Eildhübſch (die
unter den Zuſchauern natürlich auch!), daß ſchon das Zuſchauen eine
Freude war, und nun erſt gar das Zuhören. Aber auch Lothringen
kam in einem ſehr hübſchen Tanz zu ſeinem Recht; überhaupt getanzt
wurde ſo viel, ſo urwüchſig und ſo reizend, daß einem das Srillützen
arg ſchwer fiel. Unter lautem Jubel erfolgte der Einzug der „
Con=
ſcrits” mit nuchfolgender Büürequadrille.
Wie „D: Meßtikummiſſion”, deren tatkräftige Arrangeure ebenſo
wie die ſämtlichen Mitwirkenden der Spielſchar ungenannt bleiben
wollen, in der Einladung verſichert hatte, ſo wurde es auch, nämlich
„arig gemüetli”, und ein ebenſolcher bal paré hielt alle noch recht lange
ſei den flotten Klängen der Muſik, in der heimatliche Klänge oft
ein=
geſtreut waren, zuſammen.
e finden die größ e Auswaßl in.
Bettwäsche, Tischwäsche und
Leibwäsche
Billigste Preise
Abe (653‟
ud, daß
Heinrich Bauer Ir., LudMigspten am
ch außer
Kein zweites Gaſthaus auf der Tromm. — Amy
Offenbach des Dienſtes enthobem
* In der geſtrigen Sitzung des Provinzialausſcha,
Starkenburg wurde zunächſt die Berufung des Arthun
zu Frankfurt a. M. gegen das Urteil des Kreisauss
wegen Nichterteilung eines Erlauubnisſcheines zum Fr
rades koſtenpflichtig zurückgewieſen. — Ein Geſuch der
Bensheim um Erteilung der Konzeſſion zum Betrieb
ſchaft iſt von der Stadwverordnetenverſammlung,
einigung und dem Polizeiamt in Bensheim wegen V.
dürfnisfrage abgelehnt worden. In der Verhandlung
daß G. ſeit 20 Jahren in Bensheim anſäſſig iſt um
eigenen Anweſen Schlinkengaſſe 4 eine Wein= und 2.
richten will. In der Umgebung ſind zwei Lokale
eine behauptete Auskunft der Polizei hin will er
haben. In anbetracht der weiter vorgebrachten perſön,
des G., gegen deſſen Perſon von keiner Seite Einwc
das dort ſtehende einzige Gaſthaus dem beträchllich
denwerkehr im Sommer und auch im Winter nicht gem
Inſtanzen dr Gemeinde Ober=Scharbach haben die E4
neint. Die Verkehrsvereine Weinheim, Heppc:
uſw., der Odenwaldklub Heppenheim und namd
Touriſtenbewegung haben das Bedürfnis dringend
d. Red.: Auch wir glauben aus eigenem Wiſſen hinzf
daß die Einrichtung eines weiteren Gaſthauſes für
Wanderer durchaus am Platze iſt.) H. hat bereits fr.
eine Wir ſchaft betrieben. Der Provinzialausſchuß v.
zer Beratung die Konzeſſion und weiſt die Berufſt
zurück.
Beinahe zwei Stunden lang dauerte die Verhandau
rufung des Oberbürgermeiſters der Stadt
des Verwaltungsamtmannes Boßler gegen das Urü
ſchuſſes Offenbach wegen Verhängung einer Diſzipli
ſeit Jahrzehnten im Dienſt der Stadt Offenbach geſtt,
Vorſteher des Leihamtes in Offenbach und hat an ein—
aus Leipzig für verpfändete Schmuckſtücke nach und
abzüglich 10 Prozent Proviſion, alſo 98 280 RM. ausait
am lichen Taxator Como — der inzwiſchen ebenfalls
— war der Wert der Schmuckſtücke auf 450 000 RM
Bei der Verwertung der Pfänder wurden j doch nur:
erlöſt, da es ſich zum größten Teil um für den
„Blender” (alſo geſchmackloſe, auffallende Stücke) ha=
— Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft, e. V.iſſen. So delegieri
aus dem Anzeigenteil unſeres Blattes bereits mehrfach
ſich, wenn
ihren eigenen Unterrichtsräumen, Ecke Wieſen= und Schlef
(am Amtsgericht), am kommenden Donnerstag, den 7., un bei den insbeſondere B. zur Erſatzleiſtung an die Stadt Offerna
8. März, jeweils abends 7½ Uhr, neue Kurſe in m Steuift ung” nach re inskräftig verurteilt worden. Außerdem har
Maſchinenſchreiben. Die Kurſe ſtehen unter bewährter — ung, und zwiſchen ein Urteil auf Zahlung von 50 000 RM. ev.
ſindit der Unterricht nicht in einem Schulhauſe ſtatt. Die Geſckäftsſtelle, daher bei dem Urteil der Vorinſtanz belaſſen. —
der genannten Geſellſchaft gibt während der Tagesſtunden von 10 bis Stadt Offenbach, Rechtsanwalt Lachmann=Offenbach,
12, 2 bis 4 und von 7 bis 10 Uhr abends bereitwilligſt Auskunft, bzw. rufungsantrag, das Urteil des Kreisausſchuſſes au ſ
nimmt Anmeldungen entgegen.
gel, Offenbach hat einen Schaden von angeblich 87000 RA.)
ſchluggen B. (und C.) angeſtrengten Diſziklina:vrfahre=
Sausſchuß Offenbach zu 300 RM. Geldſtrafe ver
der Oberbürgermeiſter und B. ſelbſt Berufung
Aufwertung n Sparguthaben
Die 1928iger Zinſen der Aufwertungsbeträge können gegen
Vorlage der alten Sparkaſſenbücher jederzeit abgehoben werden.
Auch die 20igen Aufwertungsbeträge werden auf
Wunſch ſchon jetzt ausbezahlt, und zuvar:
a)Aufwertungsbeträge bis 50 — Mk. ohne jeden Abzug,
b)Höhere Beträge gegen Abzu der geſetzlichenZwiſchenzinſen,
ſofern nicht in Fällen nachgewieſener Bedürftigkeit und
hohen Alters auf dieſen Abzug verzichtet werden kann.
Die Ueberſchreibung der Aufwertungsbeträge auf
neue Sparkaſſenbücher (6‟ Zinſen) kann ebenfalls jederzeit
vorgenommen werden. Aufwertungsſtelle im 1. Siock.
Darmſtadt, den 1. März 1929.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
125
kunftige 3 Mellot=Offenbach als Vertreter B.3 erklän,
bereits eingelegte B.rufung zurückziehe. In dem zü
Dienſtenthebung unter Verluſt des Titels und des Ru
kennen. In beinahe einſtündiger Rede geht er auf
korrakten Vorgänge — die ſeinerzeit ausführlich durch
— ein, die ſich in den 9 Fällen der Beleihung der —
haben. B. habe den Sinn des Leihamtes als einer
tung vollkommen verkannt und geglaubt, aus ſpeEn
dieſes „Geſckäft” machen zu können. Eine Stadtver
bei dem alltäglichen Dienſtverkehr auf die zuſtändian
laſſen können, die ſelbſtverſtändlich bei ungewöhnlicheu4
vorgeſetzten Dezernenten ſofort Mitteilung machen
B. Beträge über 1000 RM. nur mit Zuſtimmung des!
den habe auszahlen dürfen, habe er die verlangte
unklare Antworten direkt verhindert. Der Spruch de.
daß nur bei vorſätzlichen oder ehrenrührigen Handl.
entlaſſung erkanut werden könne, gehe fehl. Es gebe
Fahrläſſigkeit, die nur mit Dienſtentlaſſung zu ahn:
auch B. in weiteſtgehendem Maße Milderung zuy F4
der Gerichtshof doch dieſe Frage grundſätzlich beantn
gehender Weiſe erwidert Rechtsanwalt Mellot und
nicht der alleinſchuldige Kopf bei den Vorgängen ſei!
Berufung der Stadt Offenbach zurückzwweiſen. Nach
Rechtsanwalt Lachmann zieht ſich der Gerichtshof zu
nach dreiviertelſtündiger Beratung das Urteil auf Di.
unter Gewährung einer Penſion von 90 Prozent de-
Bezüge bei einer ordnungsmäßigen Verſetzung in der W
werden ihm die Koſten des Verfahrens auferlegt.
— Vortrag über Moderne Verkaufskunſt. Die Frage: Wie verkaufe
ich erfolgreich? iſt für die Angeſtellten des Einzelhandels, der
Waren=
häuſer, der Genoſſenſchaften und der Spezialgeſchäfte von
hervorragen=
der Bedeutung. Im Cxiſtenzkampf bleibt nur der Tüchtige Sieger.
Fräulein Dr. Weppler ſpricht am kommenden Dienstag, 5. März
929, abends 8 Uhr, im Fürſtenſaal (Kaiſerſaal), Grafenſtraße 18, über
das Thema „Der erfolgreiche Verkäufer”. Es handelt ſich um den erſten
Vortrag aus einem Zyklus über „Moderne Verkaufskunſt‟. Dieſer
Vor=
tragsabend ſoll den Verkäuferinnen und Verkäufern einige wichtige
An=
regungen für den Dienſt am Kunden geben.
oder Neigung zur Korpulenz nehmen Sie
Bei Fettanſatz morgens und abends zwei Toluba=
Kerne. Dieſe fettzehrenden Toluba=Kerne erhalten Sie ſchon in
V.224
Mengen von 30 Gramm in Apotheken.
Lokale Veraxftalkungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchlieslich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten
in keinem Falle iergendwie als Beſprechung oder Krif.
— Das wichtigſte Erziehungsproblem „Kind und
Religion” behandelt Profeſſor Dr. Baege=Frankfurt am
Donners=
tag, den 7. März, abends 8 Uhr in einem öffentlichen Vortrag;
der=
ſelbe finder im gutgeheizten Gewerkſchaftshausſaale ſtatt, und ſind hierzu
alle Eltern und Erzieher ſowie alle an dieſer grundlegenden Frage
Intereſſierten freundlichſt eingeladen. Freiwilliger Unkoſtenbeitrag.
Nach dem Vortrag freie Ausſprache reſp. Fragenbeantwortung. (Siehe
heutigen Anzeigenteil.)
— Der Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, Ortsgruppe
Darmſtadt. Am komiaenden Donnerstag, den 7. März, abends findet
im Reſtaurant Sitte (Karlſtr.) unſer Kameradſchaftsabend ſtatt. Unſere
Kameraden werden diesmal vollzählig erwartet, da ein Vortrag
ſtatt=
findet mit anſchließender Diskuſſion.
Tanzabend im Hotel Prinz Heinrich. Im Hotel
Prinz Heinrich, Bleichſtraße, findet heute Sonntag abend Konzert mit
Tanz ſtatt. Der Beſuch iſt beſtens zu empfehlen.
Unſere Kinder
ſind Deutſchlands Zukunft. Es iſt deshalb unſere Pflicht, für
Geſund=
heit und Kräftigung, der Jugend zu ſorgen. Das geeignetſte Mittel
hierfür iſt zweifellos die Kraftnahrung Ovomaltine. In wenigen Tagen
ſchon zeigt ſich das gute Reſultat. In Apotheken u. Drogerien vorrätig;
250 gr. Büchſe RM. 2.70, 500 gr. RM. 5.—. Gratisproben und
Druck=
ſachen durch Dr. A. WanderG. m. b. H, Oſthofen=Rheinheſſen. (11385
Kunſtnokizen.
(eber Werte, Künſtier oder künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Erwähnung
geſchiebt, behält ſich die Redaſtilon ihr Urtel vor.
„Verbindung kann nach Port Piktoria (Sehſchellen) keine Poſt geſandt
— Zu dem am Montag, den 4. März, abends 8 Uhr, im Gartenſaal
des Städt. Saalbques, Eingang Riedeſelſtr., ſtattfindenden Konzert Hel.
Kühling und Julius Weismann enthält das Programm neben
den Geſängen von Schubert, Brahms, Andreae, Schoeck und Weismann
auch eine Suite für Klavier von Julius Weismann, die er perſönlich
zu Gehör bringen wird. Einige Kritikauszüge bereits gegebener
Kon=
zerte zeugen von den hervorragenden Leiſtungen der jungen Künſtlerin;
ſo ſchreibt das „Freiburger Tageblatt”: „Stimmlicher Wohlſtand
ei=
laubt ihr aus dem Vollen zu ſchöpfen.” „Baſler Nachrichten‟: „Der
Vortrag der jungen Sängerin zeugt von Muſikalität und Intelligenz.”
„Heſſ. Volksfreund”: „Sie ewwies ſich auch diesmal wieder als eine
ge=
ſchmackvolle, ſympathiſche Liederſängerin.” „Heſſ. Landeszeitung”: „Neue
Beweiſe ihres prächtigen Organs und hinreißenden Temperaments gab
Helene Kühliag bei ihrem letzten Liederabend.” „Darmſtädter
Tag=
blatt‟: Die Stimme iſt ein edler, kultivierter und klan voller Sopran,
der alle die farbigen Regiſter eines beſeelten Empfindens zu ziehen weiß.”
— Karten bei Konzert=Arnold, Eliſabethenſtraße 28 (Tel. 2560), und an
der Abendkaſſe.
Schwurgericht.
*p Wegen Körperverletzung mit 1ödlichem Erfoll
knecht Friedrich Brill in Großgumpen zu verantworrn
legt ihm zur Laſt, am 19. Dezember 1928 den Tod
Peter Laßhof durch Körperverletzung verurſacht zu
Genannten war er in Streit geraten, und in deſſen
verhängnisvolle Schlag mit dem Prügel erfolgt.
wird vom Dienſtherrn Bitſch ein gutes Zeugnis aus
Die Beweisaufnahme wickelt ſich raſch ab.
Der Sachverſtändige, prakt. Arzt Dr. Fiſcher in S
wurde noch am 19. Dezember zum Verletzten gerufei
er ihn bewußtlos. Die Sektion der Leiche wurde
vorgenommen, ſie ergab eine Verletzung des Schädel
del war dünner als beim normalen Menſchen.
Der Angeklagte iſt ſeit 20. Dezember 1928 in UnteM
Der Staatsanwalt ſchildert noch einmal den trau.
Schlägerei und nimmt dabei auch die Darſtellung de
Hilfe, der zweifellos aufgeregt war. Von Notwehr
ſein, da Angeklagter die Tätlichkeiten eröffnet habe.
der Bruder des Getöteten in Norwehr gehandelt,
ſtände werden zugebilligt und eine Strafe von 10 M7/
unter Anrechnung der Unterſuchungshaft beantragt.
Der Verteidiger betont, durch das Verhalten de
ſei Angeklagter gereizt und aufgeregt geweſen. F=
ſeitens der Brüder Laßhof, ſei kein Anlaß geweſen
ſich Angeklagter zur Wehr geſetzt, und zwar in EI
Mindeſtens liege Putativnotwehr vor. Der verhär
ſei nicht mit großer Wucht geführt worden. Der ſän
weil nicht vorausſehbar und nicht gewollt, dem Ang!
zurechnen. Die beantragte Strafe erſcheine zu hock
Mindeſtſtrafe genüge. In erſter Linie wird die Fm)
tragt.
Das Urteil erkennt auf 10 Monate Gefängnis n
von 2 Monaten Unterſuchungshaft. Das Urteil iſ
p. Verwaltungsgerichtshof. 1. Antrag des LudwB)
Iſenburg auf Befreiung von der Müllabfuhrpflicht.
zialausſchuß bereits abgelehnte Antrag erfährt auch 9
2. Antrag des Kreisamts Groß=Gerau auf Entzieh
Thomas in Ginsheim arteilten Erlaubnis zum Betnel
ſchaft. Im Gegenſatz zum Urteil des Provinzialgsl
Antrag des Kreisamts abgelehnt.
Tageskalender für Sonntag, den 3.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfchl
18 Uhr: „Aida”; abends 20 Uhr, Ende nach 2
droklus und der Löwe‟. — Kleines Haus, woi‟”
Heitere Matinee Kapper=Deharde; nachmittags
A
Film: „Sturm über Aſien”. — Orpheum;
ſpiel Millowitſch: „Prinzeß Wäſcherin”. — K2NP=
Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Kahle
Städt. Saalbau, abends 20 Uhr: Konzert.
Julius Weißmann. — Kinovorſtellnng‟‟:
Helia.
Die letztgenannten Salpeterarten wurden in
an den verſchiedenſten Stellen geprüft, u. a. ar
ng der Landesanſtalt für Pflanzenbau und Pfl
über „Die erſte Hilfe bei Unglücksfällen”,
Feldmann die Verſammlung mit einleitendé
Ftmäften erhältlich sind.
Aus Heiſen.
Tkung der Salpekerdüngung.
1912 war in Deutſchland der Verbrauch an
Stick=
elche den Stickſtoff in Form von Salpeterſtickſtoff
s der Verbrauch an Ammoniakſtickſtoff. In der
Nach=
u Sine bedeutende Verſchiebung eingetreten. Im Jahre
geuiem Geſamtſtickſtoffverbrauch von 29400 To, der
m niakſtickſtoff 205 000 To., an Salpeterſticktoff 33 000
MiSſtoff 56 00 To. Dieſe ſtarke Zunayme der
Ammo=
iug und das Zurücktreten des
Salpeterſtickſtoffver=
aGrund vor allem in einer Verſchiebung des
Preis=
ciden Stickſtoffarten. Ammoniakſtickſtoff war vor dem
ſenlpeterſticklſtoff, in der Nachkriegszeit dagegen
erheb=
yerndwirte hatten ferner gelernt, den Ammoniakſtick rof
St. Der Anreiz, der in der Preisgeſtaltung lag, trug
Daß vornehmlich Ammoniakſtickſtoff verwendet wurde.
Su erſtickſtof ſtand auch längere Zeit nicht in der von
reanſpruchten Menge zur Verfügung. In den letzten
els durch die geſteigerte Produktion der Induſtrie an
mſ=lpcter und durch die Herſtellung des Kalkſalpeters,
übuper ſtark einſetzende Einfuhr von Chilefalpeter die
wügung ſtehenden Salpeterſtickſtoffs bedeutend erhöht.
runmehr für die Landwirtſchaft in verſchedenen
For=
d m Maße wieder verfügbar. Es gibt Düngemittel,
4 Is als Salpeterſtichſtoff, teils als Ammoniakſtickſtof
ünnſalpeter, Kaliammonſalpeter, Nitrophoskavolldünger
2 lkammonſalpeter, ferner die reinen Salpeterarten
lEnſtlicher Natronſalpeter und Kalkſalpeter. Für die
s vor allem wiſſenswert, welchen Einfluß dieſe
Dünge=
rstum der landwirtſchaftlichen Kulturpflanzen aus=
Hierbei ergab ſich, daß die drei Salpcterarten bei
tllkommen gleichwertig erwieſen haben. Auch bei
in weſentliche Unterſchiede in der Wirkungsweiſe der läutert.
nt foſtzuſtellen. Für Kartoffeln kommt eine Düngung
ur/Eſtoffdüngemitteln weniger in Frage, und es haben
an/äckſtofft üngemittel, vor allem ſchwefelſaures
Ammo=
imſſ re Erträge geliefert. Für die Wahl der
Salpeter=
in ᛋi landwirtſchaftlichen Praxis wird in erſter Linie
guißtbggebend ſein.
— März. Ruwo. Geſtern abend fand im Saale
Hof” hier, anläßlich der Reichsunfallverhütung,
Gmingenieur der Francke Werke A.=G., Bremen, Heiin
in Vortrag mit Lichtbildern über „Unfallverfhrehung
Gas” ſtatt. Anſchließend hieran ſprach H=
zuklären, welche Maßnahmen bei Unglücksfällen bis zum Eintreffen des
Arztes zu treffen ſind, wobei er auch mit anerkennenden Worten der
Schlagfertigkeit der hieſicen Arbeiter=Samariterkolonne gedachte. Alch
der Vorführer der Lichtbilder, Herr Lehrer Schrauth, hier, entledigte
ſich ſeiner Aufgabe mit anerkennenswerter Geſchicklichkeit. In ſeinem
Schlußwort gab Herr Beigeordneter. Feldmann dem Wunſche Ausdruck,
daß die beiden Vorträge dazu beigetragen haben, das Verſtändnis für
die richtige und ſachgemäße Behandlung der Gasgeräte zu vertiefen und
Unglücksfälle, wenn auch nicht ganz zu beſeitigen, ſolche aber doch auf
ein Mindeſtmaß zu beſchränken. Der einzige Anſtand bezüglich der
Vor=
träge war der, daß die Verſammlung mit Rückiicht auf die Größe der
hieſigen Gemeinde beſſer hätte beſucht ſein müſſen.
Ihr Huſten quält Sie immer noch,
daher nehmen Sie alle 4 Stuuden ½ Eßlöffel voll Faguvin. Von der
hervorragenden Wirkung dieſes Spezialpräparates werden Sie ſich
ſchnell überzeugt haben. Faguvin iſt in Apotheken erhältlich.
Be=
ſtandteile ſind auf der Packung angegeben.
(IV.224
Aa. Eberſtadt, 3. März. Todesfall. Im Alter von 85 Jahren
iſt hier der frühere Fabrikant Auguſt Keller geſtorben. —
Säug=
lingsfürſorge. Die nächſte Beratungsſtunde der Mutter= und
Säuglingsfürſorge findet am Montag, den 4. März, nachmittags um
3 Uhr, in der Gutenbergſchule ſtatt.
Aa. Eberſtadt, 2. März. Ableitung der Modau. Um
wei=
teren Gefahren durch ſtarken Eisgang oder Ueberſchwemmungen (in der
Nähe der Modaumündung in den Rhein) vorzubeugen, iſt die Modau
vom Pfungſtädter Wehr ab in den Sandbach geleitet worden.
O. Pfungſtadt, 3. März. Gewerbeball. Wie der
Ortsgewerbe=
verein und die Handwerkervereinigung mitteilen läßt, findet der
dies=
jährige Gewerbeball am Samstag, den 9. März, im Saale des „
Golde=
nen Lamms” ſtatt. Die Muſik wird von einem Orcheſter des hieſigen
Muſikvereins geſtellt. — Das 10jährige Stiftungsfeſt der „Sänger=
Vereinigung Pfungſtadt” findet, wie nunmehr beſtimmt feſtſteht, in den
Tagen vom 8. bis 10. Juni ſtatt.
A. Pfungſtadt, 2. März. Lichtbildervortrag. Dr. Krämer=
Darmſtadt ſpricht am Sonntag abend im evgl. Gemeindehaus über
„Java, die Sonneninſel‟. Der Vortrag wird durch Photogrgphien er=
Sie magern aß
an weilcher Körperstelle sie wollen.
Ohne Körperbewegung, ohne Diät, ohne Chemikalien
zu nehmen, ohne Bäder. Reinäußerlich r Gebrauch.
Sichtbares Re ultat bereits am 6. Tage.
Schreiben Sie an Frau Schweitzer, Wiesbaden,
Goeben=
ſtraße 19, welche Ihnen gerne und koſtenfrei das einfache
und wirkſame Mittel angibt, welches ſie ſelbſt mit
großem Erfolg angewendet hat.
(Bin 973
rgriff Herr Dr.=Ing. Segelken das Wort. Dieſer
Duhtbildern wertvolle Aufſchlüſſe über die Anlage
ſurd die Hausanſchlüſſe ſowie über die einzelnen
Koch=
ten /Sbeſondere wies er in ausgiebiger Weiſe darauf hin,
fähw offi richtiger Handhabung der einzelnen in Betracht
daßw rate vermeiden ließen. Zuſammenfaſſend gab der
nd=Eifnahnungen: 1. Erſt das Streichholz anzünden, bevor
g äut wird; 2. der Kcchtopf ſoll möglichſt hoch von der
tgel- werden, damit der Zuſtrom genügender Luft bzu.
müſſ= und ſo die Bildung von Kohlenoxyd vermieden
iſſeV rbindung zwiſchen der Gasleitung und dem Gas
4-MMöglichkeit feſte Anſchlüſſe, anſtatt Gummiſchläuche
um mmen; 4. ſobald ſich Gasgeruch bemerkbar macht, ſoll
ſtlwarden, ob alle Gashähne und die Hauptleitung
ab=
u ils dies nicht geſchehen, dasſelbe ſofort nachſolen, für
darlgs bei Verbindung mit Luft das gefährliche und
Sich bildet, Sorge tragen und alsbald dem Gaswert
Intereſſant war auch die Feſtſtellung des Redners,
Eum von einem Kubikmeter Gas viereinhalb
Kubik=
rſich ſind. Hierauf nahm Herr Dr. med. Lebmann,
einem Vortrag üben exſte Hilfe bei Unglücksfällen
trefflichen Ausführungen das Publikum darüber auf=
. Slierbach, 28. Febr. Stammholzverſteigerung.
Kom=
menden Montag, den 4. März, nachmittags 2 Uhr, wird das Stammholz
der hieſigen Gemeinde in der Wirtſchaft Adam Meiſter verſteigert. Es
kommen zum Ausgebot: 9 Eichen=, 3 Buchen=, 2 Eſchen=, 84 Fichten=, 21
Lärchen= und 7 Kiefern=Stämme und außerdem einige Hundert Derb=
und Reißſtangen.
Aw. Heubach i. Odw., 2. März. Bubenſtück. In einer der letzten
Nächte haben Bubenhände dem Kaufmann Johann Siefert von hier faſt
ſämtliche Fenſter ſeines zurzeit unbewohnten Kurhauſes zur Waldesruhe
in roher Weiſe zertrümmert. Hoffentlich gelingt es der Gendarmerie
den oder die Täter zu faſſen.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 2. März. Schnee und Wind. Der
Schneefall hat geſtern aufgehört, dafür fegt aber um ſo heftiger der
Oſtwind über die Höhen dahin. Die Menge des Schnees wirkte nicht
verkehrshemmend, jetzt aber die anſehnlichen Schneedünen, die der Sturm
da und dort zuſammentrieb. Auf der Strecke Beerfelden—Airlenbach
mußte eine größere Anzahl Schneeſchipper in Tätigkeit treten, um die
Straße einigermaßen freizumachen.
— Gernsh=im, 2. März. Waſſerſtand des Rheins am
1. März: 1.10 Meter; am 2. März: 0.98 Meter.
— Hirſchhorn, 2. März. Waſſerſtand des Neckars am
1. März: 1,79 Meter; am 2. März: 1,80 Meter.
Genüfe- und Obſtgreßmarkk e. G. m. b. H.
Nauheim (Kreis Groß=Gerau).
Die Gemüſe= und Obſtgroßmarkt e. G. m. b. H., Nauheim (Kreis
Groß=Gerau) hielt ihre 1. ordentliche Generalverſammlung im Saale von
Friedrich Traiſer C,Zur Waldluſt”) ab, welche einen guten Beſuch
auf=
zuweiſen hatte.
Der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Herr Steuerinſpektor Wilhelm
Verz, eröffnete die Verſammlung und begrüßte die Anweſenden, ganz
beſonders Herrn Generalſekretär Dr. Strup vom Verband der
heſſiſchen=
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften in Darmſtadt. Alsdann erſtattete
der ſtellvertretende Direttor, Herr Peter Dammel 11., in Vertretung des
ſeit November 1928 infolge Arbeitsüberlaſtung beurlauten Herrn
Bür=
germeiſters Kaul den Geſchäftsbericht für das Jahr 1923, dem die
Ver=
leſung der Bilanz und Verluſt= und Gewinnrechnung mit Erläuterungen
des Geſchäftsführers, Herrn Zimmermann, folgte. Der
Geſamtbuchum=
ſatz betrug 1 277 724,14 RM., der Ueberſchuß 173,40 RM. Am 31.
De=
zember 1928 betrug der Mitgliederbeſtand 159 eingetragene Genoſſen.
Inzwviſchen hat ſich die Zahl auf über 200 Genoſſen erhöht. Herr Berz
erſtattete alsdann den Bericht des Aufſichtsrats. Nach kurzer Aus prache
ſvurde die Jahresrechnung und Bilanz genehmigt und Vorſtand und
Aufſiehtsrat Entlaſtung erteilt.
Aus dienſtlichen Gründen legte Herr Bürgermeiſter Kaul ſein Amt
als Direktor nieder, und wurde Herr Peter Dimmel 11. als Direktor
der Genoſſenſchaft gewählt. Für den im Laufe des Jahres
ausgeſchie=
denen Herrn Lehrer Merle wurde Herr Dr. Wilhelm Haſter aus
Büttel=
born als weiteres Vorſtandsmitglied beſtellt. Der Vorſtand ſetzt ſich nun
wie folgt zuſammen: Peter Dammel 11., Bernhard Kaul 5., Peter
Ackermann 8., Adolf Miſchlich und Dr. Wilhelm Haſter. Der
Aufſichts=
rat wurde von drei auf neun Mitglieder erhöht. Die Zuſammenſetzung
iſt folgende: Wilhelm Berz, Wilhelm Bolbach 1., Bürgermeiſter Kaul,
Peter Miſihlich 1., Karl Jockel, ſämtlich in Nauheim, Philipp Wenzel 3.
und Peter Burger 3. in Aſtheim, Heinrich Schleidt 2. in Königſtädten,
Auguſt Wilhelm in Geinsheim.
Das Eintrittsgeld wird ab 24. Februar 1929 auf 2 RM. feſtgeſetzt.
Eine vom Vorſtand und Aufſichtsrat vorgelegte G=ſchäftsordnung, welche
eingehende Beſtimmungen über die Anlieferung der Mitglieder,
Sor=
tierung, Verkauf, Marktordnung, Anſtellung des Geſchäftsführers und
ſonſtigen Dienſtperſonals uſw. enthält, wurde nach eingehender Beratung
angenommen. Der Anbau von Dauerweiß= und Dauerrotkraut ſowie
Gewürzgurken, Tomaten, Bohnen wird empfohlen. Die Mitglieder
wer=
den gebeten, ſich unter Angabe der Fläche auf der Geſchäftsſtelle,
Alice=
ſtraße 17, Telephon 292, Amt Groß=Gerau, eintragen zu laſſen. Der
Vorſitzende, Herr Berz, dankte Herrn Bürgermeiſter Kaul für die ſeither
im Vorſtand geleiſtete Arbeit und ſchließt gegen 8 Uhr die äußerſt rege
und angenehm verlaufene Verſammlung.
Die allgemeine Lage der Genoſſenſchaft iſt als günſtig zu bezeichnen.
Man kann der jungen Genoſſenſchaft, die den ſeit 1913 in Nauheim
be=
ſtehenden Markt übernommen hat und mitten im Edelprodukte
erzeugen=
den Gebiet liegt, nur das Beſte zum weiteren Fortbeſtehen und Gedeihen
wünſchen. Vor allen Dingen ſei die Parole der Mitglieder das alte
Sprichtwort: „Einigkeit macht ſtark”. Alsdann wird man auch zu dem
kommen, was die Gcnoſſenſchaft bezwechken ſoll, die daniederliegende
Landwirtſchaft zu heben und zu fördern.
Ca. Lorſch, 1. März. Einem Schwindler iſt ein hieſiger Zahnarzt
zum Opfer gefallen. Derſelbe benötigte umſtändehalber in ſeiner Praxis
einen Vertreter. Der ſich meldende Herr fand auch Einſtellung und
praktizierte während der Abweſenheit des Zahnarztes. Wohl klagten
einige Patienten während dieſer Zeit über ſchleihte Behandlung, im
übri=
gen aber übte er ſeine Tätigkeit zufriedenſtellend aus. Am Schluſſe
ſtellte ſich aber heraus, daß der „Herr Zahnarzt” tatſächlich gar kein
Zahnarzt war. Die Polizei iſt eifrig bemüht, des jetzt ſpurlos
verſchwun=
denen Uebeltäters habhaft zu werden.
Frühjahrskur tür
Nergenkragke
u. Nervös-Erschöplte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
bei Frankfurt am Main. — Prospekte durch:
(1.160
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
Hesulen wa!
Hievt ſochen ausspannen können: vier Wochen lang in
itr lie Miftreisen — hinaufins Land der Mitternachtssonne
FdermSüden zu des Mittelmeers lachenden Gestaden..
* St dchicht ein erstrebenswertes Ziel? Neben zehn
sol=
hendleisen großen Stils nach ternen Meeren, in fremde
Panklsetzen wir für die Freunde unserer Marken wei=
Ere jeikundert 8 bis 14 tägige Ferienreisen durch die
Weuttie Heimat oder in die Nachbarländer aus.
Walslie dabei zu tun haben, ist eine höchst unter=
HaltEie und zugleich anschaulich bildende Arbeit
hicken Sie uns bis 31. Juli 1929 unser Sammelalbum I
hlend)oder II (Ausland)mit allen Bildern und zu jedem
deinen Kontrollzettel aus irgendeiner unserer 25=Stück,
Faungen. Wir setzen für solche eifrigen Sammler
200 Ferienreisen
* Schen mehr Alben ein, entscheidet das Lo8.
besonders Heißige Sammler, die beidle Alben mit
en Bildern einsenden und dazu eine möglichst große
Nahl Kontrollzettel, stiften wir außerdem
10 vierwöchige Auslandreisen.
Sie können auf Wunsch dem reichhaltigen
Erogramm der Gesellschafts- und Schiffsreisen
des Norddeutschen Lloyd entnommen werden.
SFeisen werden verteilt an die Einsender, die uns die
eis ten Kontrollzettel schicken. Aber kein Teilnehmer,
T ie senannten Bedingungen erfüllt, soll leer ausgehen.
M-alb stiſten wir noch eine größere Anzahl schöne Wo=
Euehdreisen und reizende kleine Geschenke. Die Alben
Eihen Eigentum der Einsender und werden portofrei
rüickgeschickt.
elte Bilder werden von der Eckstein=Tausch=
Nerale, Dresden,A. 27, umgetauscht. Alle weiteren
VElheiten über das Bildersammeln und die Ferien=
Sr7 tinden Sie in den Alben, die in den Zigaretten=
Halde WarsKte/fr
DD4ME.
Seite 8
Sonntag, den 3. März 1929
Sclenllefeiefte lSrolsehrano HekoEsteln
Zwei Tepplchknüpferinnen zeigen in meinen Schaufenstern am/
nal-Teppichknüpfstuhl die Anfertlgung von Telnacher Orlentteppol
Sonder-Ausstellung uf
Verkauf vom 4.—9. M
Diese Tepplche werden im Schwarzwald von Deutschen, diel
dem Orlent ausgewiesen wurden, hergestellt. Sle sind nacnlt
orlentalischer Tepplchkunst aus echten Orlentwollen handgelht
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Conntag, den 3. März 1929
Die Rommiſſion für Geſevzgebung, Steuer= und
Zollweſen hatte ſich mit einer Meihe von Fragen beſaßt, von deuiten
hervorzuheben ſind die Forderung der Einführung des
Durch=
chreibeverſahrens auf Poſtſcheckvordrucken, die
Aufhebung der Beſtimmungen des
Urkundenſtempel=
geſetzes wonach Ausländer und juriſtiſche Perſonen zum Erwerb
von Grundſtücken in Heſſen einer beſonderen gebüihrenpllichtigen
Geuieh=
migung bedtirſen, ſowie die Stellungnahme zu den
Ver=
dingungsanrrägen der Stadt Darmſtadt, die Vereinbarungen
üiber die Preisbildung und Kartellabreden als unzuläſſig auszuſchließien
verſuchen. Hinſichtlich dieſer letzteren Frage wird die Kammer die von
der Heſſiſchen Handwerkskammer bereits unternommenen Schritte nache
drücklich unterſtützen. — Eine Ausſprache ſand auch über die
Vereln=
barungen zwiſchen dem Neichsverband der Deutſchen Induſtrie und
dem Bund angeſtellter Akademiker techniſchenaturwiſſenſchaftlicher Werufe
e, V. ſtatt, uach denen eingehende Veſtimmungen Uher
Erflu=
dungen und Schutzrechte feſtgelegt worden ſind. Zur
Ver=
meldung von Zwelfelsfragen häufig nicht einlach zu beurtellender Art
wäre es im Intereſſe aller Beteiligten erwülnſcht, wenn die in Vetracht
kommenden Vetriebe ſich mit ihren unter dieſe Vereinbarung ſalleaden
Angeſtellten dieſen Beſtimmungen aufchließen würden. Auf Wunſch
wird durch die Geſchäftsſtelle der Kammer nähere Auskunft ertellt.
Auf Grund der Verhaudlungen in der
Verkehrskommiſ=
ion der Kamuer wurde über den Stand verſchiedener für die
Aam=
mer wichtigen Fahrplananträge berſchtet. Der kommende
Sommerfahrplan wird auch für den Kammerbezirk eine Anzahl
erkreit=
licher Verkehrsverbeſſerungen beingen, über die zu gegebener Zelt noch
Näheres mitzuteilen ſein wird. Leider ſteht aber andererſelts bereltt
ſetzt ſeſt, daß zwei für den Kammerbezirk beſonders wichtige Proſekte
noch keine Erfüllung finden werden. Die Kammer beſchloß daher, die
nachſtehende Entſchließung den zuſtändigen Meichsbahndienſtſtellen zu
unterbreiten:
„Die Vollverſammlung bedauert lebhaft, daß auch im kommenden
Fahrplan das ſeit Jahren angeſtrebte, dringend notwendige zuelte
Paar Odenwald-Neckar=Eilzüge nicht enthalten ſein ſoll,
das zur zeitgemäßen wirtſchaftlichen Erſchließung des öſtlichen
Oden=
waldes und des mittleren Neckartals unbedingt norwendig iſt. us
wird der beſtimmten Erwartung Ausdruck gegeben, daß dieſe wichtige
Verbindung bei der nächſten ſich bietenden Gelegenheit geſchalſen wird.
Des weiteren wird der dringende Wunſch geäußert, daß die von nicht
weniger als zwanzig Induſtrie= und Handelskammern in Preu gen,
Mayern, Sachien, Thüringen, Baden und Heſſen beantragte
Er=
ſchließung der Main=Linie durch Einführung der „Main—Dſt—
Weſt=Züge” baldigſt verwirklicht wird. Die Herſtellung einer
ſchmel=
len Durchgangsverbindung mit dreiklaſſigen D=Zügen von Wiesbaden
über Mainz—Darmſtadt und von Frantfurt a. M. über Würzburg—
Bamberg—Hof-Plauen—Chemnitz-Dresden erſcheint zur Ausfüillung
einer empfindlichen Lücke im Netz der deutſchen Schnellverbindungen
dringend geboten.”
fe Jahresſitzung der Heſſiſchen Induſte
und Handelskammer Darmſtadt
am 26. Februar 1929.
Die Vollverſammlung muß gegenüber dieſer Auffaſſung des
Neichspoſtminiſteriums Verwahrung einlegen, die den deutſchen
Induſtrie= und Handelskammern eine durch einſeitige Intereſſen
dit=
tierte unſachliche Einſtellung vorwirft. Das Gegenteil der Vehauptung
des Reichspoſtminiſteriums iſt richtig: „Die deutſchen Induſtrie= und
Handelskammern, insbeſondere die Induſtrie= und Handelskammer
Darmſtadt, haben ſich bei ihrer ablehnenden Einſtellung zu der
Ein=
richtung der Branchenfernſprechblicher von der durchaus ſachlichen
Erwägung leiten laſſen, daß ein Bedürfnis für dieſe Publitationen
nicht anerkannt werden kann, um ſo weniger, als auf dieſem Wege in
Geſtalt von Druckkoſtenbeiträgen weſentliche Beträge aus der deutſchen
Wirtſchaft herausgezogen werden.
Angeſichts der in der Sache wie in der Form gleich bedauerlichen
Einſtellung des Neichspoſtminiſteriums ſteht zu erwarten, daß die
Neichspoſtreklame G.m.b.H. mit der Herausgabe der
Branchenferu=
ſprechbücher fortfahren wird. Die Induſtrie= und Handelskammer
Darmſtadt muß es ablehnen, bei der Herausgabe der
Branchenſern=
ſprechbücher irgendwie, und ſei es auch nur in der Nichtung einer
Nachprüfung der Brancheneinteilung, mitzuwirken. Unter den
ob=
waltenden Umſtänden ſieht ſich die Induſtrie= und Handelskammer
Darmſtadt außerſtande, den Firmen des Bezirls die Veteiligung am
Branchenfernſprechverzeichnis in Form von bezahlten Aufträgen zu
empfehlen.”
Die von der Reichsbahn verfügte Erhöhung des
Wagenſtandgeldes für Kohlen=, Nungen= und Arbeitswagen auf
den zehnfachen Betrag des ſonſt üblichen Satzes hatte naturgemäß
zahl=
reiche Beſchwerden aus Kreiſen der Wirtſchaft zur Folge. Die
Voll=
verſammlung iſt der Auffaſſung, daß die Maßnahme der Neichsbahn
angeſichts der derzeitigen außergewöhnlichen, durch die
Witterungsver=
hältniſſe bedingten Beförderungsſchwierigkeiten grundſätzlich nicht zu
beanſtanden iſt. Vorausſetzung hierbei bleibt jedoch, daß die weite
Wirtſchaftskreiſe ſchwer belaſtende Maßnahme ſo bald wie irgend
mög=
lich wieder aufgehoben, und daß die Zuſage, Härten bei unverſchuldeter
Ueberſchreitung der Ladefriſten im Erſtattungswege auszugleichen,
ver=
ſtändnisvoll und entgegenkommend eingehalten wird.
Die Kammer war bei einer Reihe von wirtſchaftlichen Tagungen,
die ſich mit der derzeitigen ſchwierigen Lage unſerer geſamten
Vollswirt=
ſchaft eingehend befaßten, vertreten. Behandelt wurde hierbei in erſter Linie
das Reparationsproblem, von deſſen verſtändnisvollen Löſung
die weitere Entwicklung unſerer Wirtſchaft und damit unſeres geſamten
Volkes abhängt. Stellung genoramen wurde auch zu den von der
Neichsregierung geplanten Steuererhöhungen,
insbeſon=
dere auf dem Gebiete der Getränke= und Verbrauchsſteuern. Soweit
hierbei die Erhöhung der Branntweinſteuer erörtert wird, iſt unbedingt
eine grundlegende Neugeſtaltung des
Reichsbrannt=
weinmonopolgeſetzes zu verlangen. Die induſtriellen
Bren=
nereibetriebe, welche der aus dem Brauntweinmonopolgeſetz
erwachſen=
den ſcharfen Kontrolle unterliegen, müſſen zutünftig unbedingt vor der
ungerechten Konkorrenzierung durch ſtenerlich begünſtigte
Kleinbren=
nereien, beſonders landwirtſchaftlicher Art, geſchützt werden. Die
Miß=
ſtände in der Erzeugung und im Handel mir Branntwein machen eine
grundlegende Neuregelung des Branntweinmonopolgeſetzes dringend
norwendig, wenn nicht die geſchäftliche Moral in weiter zunehmendem
Maße dadurch gefährdet werden ſoll, daß die die Beſtimmungen
ein=
haltenden Betriebe gegenüber minder verantwortungsbewußten
Nach=
teile erleiden. — Einheitlich ſtanden die Verhandlungen, über die
berichtet wurde, unter dem Zeichen einer lebhaften und zunehmenden
Beſorgnis über die Entwicklung der geſamren Verhältniſſe in
Teutſch=
land, die nicht zuletzt in der Unzufriedenheit der Wirtſchaftskreiſe über
das mangelnde Verſtändnis, das ihren Belangen durch die derzeitig=
Handhabung des parlamentariſchen Syſtemz entgegengebracht wird,
begründet iſt.
FrhNele Deſe Aähndane uüde ni neiſei
eudig begrüßt werden, zumal wenn es gelänge, ſie
8 eich einheitlich zu regeln. — Weiterhin wurde über
qu der Frage der Gasfernverſorgung für
Beint iſtattet. Dringend erwünſcht wäre es, wenn in dieſer
reicheſt iukrielle Betriebe beſonders bedeutſamen Frage
bald=
die Exrwe undurchſichtige Sachbehandlung durch ausreichende
lärunm ver beteiligten Stellen aufgehellt würde. Die Wett=
„fähigkaxte: heſſiſchen Wirtſchaft hängt nicht zuletzt davon ab,
elingt, 1ſi. Frage von beſonders weittragender Bedeutung in
ſinne —„en, der gleichermaßen die ſichere und ſtetige
Beliefe=
geſah m. Bebietes mit Gas wie auch eine günſtige Preisgeſtal=
Gg23 und ſonſtige Nebenprodukte gewährleiſtet. Aus
bründesurſſen die beteiligten Wirtſchaftskreiſe entſcheidendes
darauc gu, vor endgültigen Abmachungen gehört zu werden.
er Friyhdr Beteiligung des Darmſtädter Holz=
13auurHolzlieferungen für ſtädtiſche Bau=
Sta44a-mſtadt wurden mit der Heſſiſchen Handwerkskammer
lungeru frlogen, die die gewünſchte Teilnahme des ortsan=
Holzkc/els der Erfüllung zuführen ſollen.
erfrerwe weiſe mitgeteilt werden konnte, ſind nunmehr die
ungsa mien für die heſſiſche Gewerbeſteuer 1928
orgeſa nic-, daß dem Heſſiſchen Landtag eine Vorlage über
zung „LAuusſchlagsziffern gemacht werden konnte. Die Kammer
h gutachä, dahin aus, daß für die erſte Veranlagung nach dem
ſſiſche 4werbeſteuergeſetz an der grundſätzlichen Verteilung
geſtacills, je zur Hälfte auf Ertrag ſowie Anlage= und
glütſthehalten werden möge, „wenngleich der allmähliche
Airpeſteuer zu einer vorwiegenden Ertragsbeſteuerung
e rebungen des geplanten
Steuervereinheitlichungs=
alſteuern gelegen wäre. Inzwiſchen iſt die Steuer
auf 2,70 RM. je 100 RM. und die vom gewerb=
ſich die Vollverſammlung mit der Frage der von
te G.m.b.H. herausgegebenen
Branchenfern=
z— befaſſen. Nach erneuter eingehender Ausſprache
uge die nachſtehende Entſchließung gefaßt:
rlrückenden Mehrzahl der deutſchen Induſtrie= und
batte ſich die Induſtrie= und Handelskammer
Darm=
prochen, daß die von der Deutſchen Neichspoſtreklame
zſegebenen Branchenfernſprechbücher eine
unzweck=
jriſſige Einrichtung ſeien; dies umſomehr, als durch
er Branchenfernſprechbücher mit den amtlichen
iſſen die Handlichkeit dieſer Verzeichniſſe in Frage
Vier Kanonen ſtarten 1929 auf Standard.
Paul MüttchenErkelenz, Karl Gall, Mudi Ecker, Eugen Eriach
habent ſich verpflichtet, während der Satſon 1944 nur Standard zu
fahren.
Die Marke Standard verfügt ſomit Uber die allerbeſten
deut=
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ebenſo ſchnellen wie zuverlälſigen Maſchinen eine lange Rete
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loſtenlo3 zugeſandt.
ei Deutſche Induſtrie= und Handelstag hat dies zur
hspoſtminiſteriums gebracht mit dem Antrag, von
die Branchenferniprechbücher in Zukunft Abſtand zu
brichspoſtminiſterium hat es abgelehnt dieſer
An=
n. In der Begründung zu dieſer Stellungnahme
utſchen Induſtrie= und Handelstag wird wörtlich
um Schluß noch auf die Stellungnahme der
In=
hmdelskammern zu den Branchenfernſprechbüchern
o ſcheint mir der Vert der mitgeteilten
Beurtei=
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 3. März 1929
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Muollen Städtewettkämpfe zwiſchen Budapeſt einerſeits
lau, Am, Dresden, Leipzig und Wien andererſeits
ſtatt=
im „5 iſt eine ungariſche Exedition nach Barcelona ge=
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Bieſt. „Ge Juli ein Kampf gegen Italien in Bologna. Dazu
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Buxhaſſ verbunden mit einem Länderkampf Deutſchland—
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Frainct veginnen können; denn das gelegeutliche Training
ann „hn ausſchlaggebend ſein. Ungarns Klaſſe würde alſo
landw tektigt ſein, gegen die Vereine ohne Winterbad an=
Undagleutſchen Vereine ohne Winterbad? — Man rechnet
uncupt u Bur guten Klaſſe, noch viel weniger haben ſie
je=
erſt=ixen Mann herausgebracht. Eine beſchämende Feſt=
maſtit frage im internationalen
Schwimm=
einr ſrur mehr akut zu werden. An die Einzelerſcheinungen
eiſenich wie Borg hat man ſich gewöhnt. Wenn man aber
daßyei, der beſten engliſchen Schwimmerinnen ſich ſechs
f einrſiſe durch Südafrika befinden, daß ferner im Juni
Bue9e) na m Weltausſtellung faſt alle namhaften amerikaniſchen
rgrößy/ leiderlei Geſchlechts ſtarten wollen und dann eine
ſe du fil ren werden, dann muß man ſich wirklich fragen,
Reiftm fſrianziert werden. Auch der deutſche Schwimm=
D Wat endiwartig großes repräſentatives Programm
auszu=
daß 7) m Frage kommenden Schwimmer normaler Weiſe
in urüti Urlaub für dieſe Reiſe erhalten könnten. Man
ſeinſchau 10 ay :hn. Schwimmſport wie in anderen Verbänden mit der
die Aiſ” zu unterhalten haben, wie ſich ſolche Starts, die
chaehre Berechtigung haben, ſich mit der ſtrengen Aus=
Amluubeſtimmungen vereinbaren laſſen.
eunſlandreiſe der engliſchen
Waſſerball=
mayſſcaft Plaiſtow United S. C. berechtigt zu eini=
BeilAenſantem Fü tſtellungen. Die Engländer gewannen das Ber=
Mär; hü ſe.u Berlin-Paris-London. Sie ſchlugen Altona 12:2
nen jmſie gdeburg gegen MSC. 96 mit 5:3 Toren. Poſeidon
rde z4 2 Toren abgefertigt und alle dieſe doch immerhin
Re 40Spielelg; wenigen Tagen. Wir haben alſo in Deutſchland
MaytzcheFten — Hellas Magdeburg und Waſſerfreunde
Meu—, derm Sicherheit die Engländer ſchlagen können. Dabei
aus hllen, 7) im allgemeinen der engliſche Schwimmſport auf
ſtlichafür geren Leiſtungsſtufe ſteht wie der deutſche — von
beuhem. Es fragt ſich nun, wo hier die Lücke klafft.
„ rotoriſch die weitaus größere Zahl beſſerer Schwim=
Bereine, die die ſtärkſten Freiſtilſchwimmer beſitzen,
Wa’Full von einer ſchwimmeriſch beſtimmt ſchwächeren
ein ucd rei geſchlagen. Sind unſere Schwimmer nicht
umr ſnere Waſſerballſpiele durchzuſtehen, oder aber ſind
ügerz) eirhult? Sind ſie nicht hart genug, dann iſt auch ihre
ſche icrb ldung ungenügend, ſind ungenügend
waſſerball=
oureſchult) inn kann es ebenfalls nur an nicht richtiger ſchwim=
Durchräung liegen, ſie ſind dann eben beſten Falles ge=
AARAeezialaf;, aber keine durchgebildeten Schwimmer; denn die
Umſrüe ſtehen den deutſchen Schwimmern in jeder Weiſe
ung. / der ſollte die früher vielfach vertretene Anſicht doch
eſtehee da ß man die Wettſchwvimmer eines Vereins nicht
vielinaſen ſoll, ſondern nur Schwimmer und
Mannſchaf=
tarhren? Wohl kaum, denn die Erfahrung hat gelehrt,
and
dumchb=ldete Schwimmſpezialiſten in überraſchend kurzer
zweing e: Schwimmſportes beherrſchen lernen. Es iſt be=
ge e: Hat und daß der gleiche Klub ganz plötzlich ſeine
et ach im Waſſerball ſpielen ließ, nur um ſie hart zu
ader Klub dadurch beinahe automatiſch eine
erſt=
betlannſchaft bekommen hat. Die Engländer ſcheinen
iche Rezept zu verfahren; denn ihr ſchwimmeriſches
handen letzten Jahren entſprechend der Leiſtungen im
ſolAſ. Und in Deutſchland kommen die großen Vereine
Mühüs ſack zu guten Mannſchaften. Es iſt beinahe
lächer=
man eſt Ulen muß, daß der deutſche Schwimmverband ſeir
* zwa is zwar immer die gleichen Waſſerballmannſchaften
birklick) ternational erſtklaſſig ſind, während kleinere Ver=
Dr. E. Buſſard.
rere =Annſchaften ſtellen können.
Eisſpork.
Sishockeyturnier in Frankfurt.
in dei ugangenen Woche wegen Tauwetter abgebrochene
* Eisk ſiytrnier konnte am Samstag nach neuem Froſt
wie=
gefuhrZeiSen. Es ſpielte zunächſt SC. 80 Frankfurt gegen
* Wnsest 704g, 40, Hugaddt Kadſtutue Vee
ach de writen Abſchnitt auf eine Weiterführung, da die
WWheit ᛋIrß war. Man ſah beinahe nur Spielen auf ein
pnur MIme Abwehr des Torhüters verhinderte eine zwei=
Pigrlagy Im zweiten Spiel ſchlug TC. 1914 Frankfurt den
F B:1 TW 2:1, 2:0). Das Eis war bei dieſem Spiel ziemlich
HöchM Mannſchaft zeigte ſehr wenig, ſpielte aber reichlich
Ußiſche Hockeyſpielerinnen in Frankfurt.
LeC. AMkankfurt hat füir ſeine Damenhockehmannſchaft ein
woues chifviel” ver inbart. Die repräſentative engliſche
pgehelf, weim Turnier in Hamburg Oſtern ſpielt, und von
Shnemſüh ſucht, ſoll am 3. Mai nach Frankfurt kommen und
SDei 9an die bekanntlich ſehr ſpielſparken 80er=Damen aus=
Handball.
Die Situakion im ſüddeukſchen Handball.
Von den vier Bezirksmeiſtern, die demnächſt den ſüddeurſchen
Hand=
ballmeiſter ermitteln ſollen, ſtehen drei fiſt: SpVg. Fürth als bayriſcher
Meiſter, die Stuttgarter Kickers als Meiſter von Württemberg=Baden
und VfR. Kaiſerslautern als Titelträger des Bezirks Rhein=Saar. Der
Meiſter des Bezirks Main=Heſſen wird erſt nach dem zweiten
Entſchei=
dungsſpiel zwiſchen dem Gruppenmeiſter Pol.=Sportv. Darmſtadt und
FSV. 05 Mainz genannt werden können. Das Spiel ſoll in Darmſtadt
zum Austrag kommen und braucht den Darmſtädter Poliziſten nur ein
Unentſchieden zu bringen, um ſie zum Bezirksmeiſter zu machen.
Vor=
läunig beſteht allerdings noch keine Spielmöglichkeit. Für den 3. März
ſind im Bezirk Main=Heſſen wieder alle Verbands= und Pokalſpiele a
b=
geſagt worden. Damit verzögert ſich natürlich auch der
urſprüng=
lich auf den 3. März angeſetzte Beginn der Endſpiele um die
Verbandsmeiſterſchaft. Auch am 10. März wird der Kampf noch nicht
beainnen können, da an dieſem Tage ein Probeſpiel der ſüddeutſchen
Vokalelf ſtattfinden ſoll. Wahrſcheinlich ſpielt an di ſem Tag die
ſüd=
deutſche Auswahlmannſchaft in Frankfurt gegen den Fußballſportverein.
Am 17. März muß dann Süddeutſchland zum Pokal=Zwiſchenrundenſpiel
antreten.
Boxen.
Glänzende deutſche Boxſiege in der Kölner
Rheinlandhalle.
Die Kölner Rheinlandhalle hat wit ihren Boxkampfverauſtaltungen
Glück. Ein ganz beſonderer Erfolg waren die Kämpfe, die am Freitag
abend iu Köln abgewickelt wurden. Das gutbeſetzte Programm zog
über 800 Zuſchauer in ſeinem Bann, die das Haus bis auf den letzten
Platz füllten. Dem äußeren entſprach der ſportliche Erfolg. Alle Kämpfe
waren hart, wurden ſchnell und durch Niederſchlag entſchieden.
Hinzii=
kam, daß alle Kämpfe den deutſchen Teilnehmern einen Sieg einbrachten.
Da die Gegner keineswegs ſchlecht waren, ſondern zur erſten Klaſſe des
gewiß nicht ſchlechten italieniſchen Boxſports zählten, kann der deutſche
Boxſport auf dieſen Tag ſtolz ſein. — Eine ſehr gute Rolle ſpielte der
ehemalige deutſche Schwergewichtsmeiſter Rudi Wagener, der ja
jetzt erneut Anwärter auf den Meiſtertitel iſt. Es gelang dem
Rhein=
länder, an dem argentiniſchen Neger, dem rieſigen Epifanio Jslas,
für Ludwig Haymann Revanche zu nehmen. Wagener griff ſchon in der
erſten Runde beherzt an, konnte aber in dieſer Runde bei dem ſehr
vor=
ſichtig denkenden Südländer nicht biel anbringen. In der zweiten
Runde forcierte der Deutſche den Angriff. Islas hatte Mühe, ſich der
ſtürmiſchen Angriffe zu erwehren, es gelangen ihm nur einige wenige
Konterſchläge, während er ſelbſt ſchon Spuren des Kamefes hinterließ.
In der dritten Runde kam überraſchend ſchnell das Ende. Wogener
landete einen ſchweren Haken auf die Leber und ließ ſofort eine ganze
Serie Herzhaken folgen. Islas brach kraftlos zuſammen und wurde
unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Maſſen ausgezählt. — Der
ehe=
malige Amateur=Europameiſter DübbersKöln ſchickte den Italiener
Giaromello wit kraftvollen Amgriffen in den beiden erſten Runden
nicht weniger als ſechsmal zu Boden. Bereits vor Schluß der zw iten
Runde brach der Ringrichter das Treffen wegen zu großer Ueberlegenheit
des Deutſchen ab. — Ehenſo ſchnell endeten die beiden nächſte Kämpfe.
Nach ziemlich offenem Verlauf des Treffens zwiſche Jakeb
Domgör=
gen=Köln und Giachetti=Italien wurde der Ausländer End der
zweiten Runde wegen eines Tiefſcklages disqualifiziert. — Im
Halb=
ſchwergewicht war der Bremer Hülſebuß dem Italiener Dahrez
weit überlegen. Mit einem rechten Kinnhaken brachte der Norddeutſche
ſeinen Geaner ſchon in der zweiten Runde für die Zeit zu Boden. Eine
Schlacht im Sinne des Mortes war der Kampf zwiſchen Röſemann=
Hannover und dem italieniſchen Schwergemichtsmeiſter „Panfilo,
Schon in der erſten Runde gah es beftigen Schlagwechfel. Völlig grogan
gingen die beiden in die nächſte Runde. Von der dritten Runde ab
hatte der Deutſche Obepwaſſer, aber konnte den kraftlos in den Seilen
hängenden Italiener noch nicht „fertia machen‟. Nach zwei Tiefſchlägen
in der fünften Runde und einem dritten klaren Tiefſchlag in der ſechſten
Runde wurde der Italiener disqualifiziert.
Leichkafhletik.
Perſonalnotizen.
Helmuth Körnia ſetzt im Sommer ſein Studium auf der Unwberſität
Greifswald fort. Ob er weiter für den SC. Charlottenburg oder für
einen anderen Verein ſtarten wird, ſroht noch nicht faſt.
Engelhardts Befinden hat ſih gebeſſert. Eine gewaue Unterſuchung
ergab jetzt, daß eine Knochenverletzung nicht vorliegt.
Im Ausſcheidungskampf um die Schwergewichtsweltmeiſterſchaft
chlug in Beſton der Amerikaner Maloney den Neuſeeländer Tim
Hee=
ney über zehn Runden klar nach Punkten
Weltergewichtsmeiſter Seifried muß am 7. April in Hamm i. W.
ſeinen Titel gegen Eder=Dortmund verteidigen."
Cornelius, der bekannte Mittelſtreckenläufer hat den BSC.
verlaſ=
ſen und iſt dem SV, Zehlendorf beigetreten.
Edwin Wide zog ſich bei einem Hallenſportfeſt in USA. eine
Knöchel=
verſtauchung zu, die ihn für längere Zeit außer Gefecht ſetzt.
Bei den Schweizer Ski Meiſterſchaften gewann der Schweizer
Buß=
mann vor ſeinen Landsleuten Rubi und Julen den Langlauf.
Auf Holmenkollen waren die Norweger beim 18 Km.=Langlauf unter
ſich. Rudſtadtſuehn gewann den Lauf vor dem Olympiaſieger
Gröttums=
braten.
Hauptſchriftlettung. Rudolf Maup=
Veranwortlich für Poililk und Wirtſchaft: Rudelf Mauve: für Feuilleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhimann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch, für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willv Kuble: Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuitripte wird Garantte der Rückiendung ni t Übernommen.
Die heutige Nummer hat 26 Geiten
Geite 11
32. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlokkerie.
18. Tag, 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
4 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 126 565, 250 482; 8 Gewinne zu 3000
Mk. auf Nr. 258 034, 287 651, 364 045, 370 992; 24 Gewinne zu 2000
Mk. auf Nr. 49 268, 52 131, 74 801, 92349, 94939, 108 914, 116 243,
180 099, 202876, 221964, 326 871, 376 400; 32 Gewinne zu 1000 Mk.
auf Nr. 35 982, 44 769, C6 880, 96 237, 104 920, 139 308, 146 827, 162 418,
200 938, 210 698, 285 494, 311 785, 313 460, 319 654, 344867, 361913.
Ferner 78 Gewinne zu je 500 Mk. und 224 Gewinne zu je 300 Mk. —
In der Nachmittags=Ziehung fielen: 2 Gewinne zu 500 000 Mk.
auf Nr. 147 519; 2 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 99 645; 8 Gewinne
zu 3000 Mk. auf Nr. 65 651, 172917, 270 063, 378 303; 6 Gewinne zu
2000 Mk. auf Nr. 78 430, 274 701, 385 161: 32 Gewinne zu 1000 Mk.
auf Nr. 11 788, 38 417, 64 497, 90 608, 114 574, 115055, 177 020, 202350,
214 105, 240 120, 252 984, 277 379, 281 786, 309 400, 315 685, 333 241.
Ferner 84 Gewinne zu je 500 Mk. und 200 Gewinne zu je 300 Mk.
Die in der heutigen Nachmittags=Ziehung gezogenen beiden Haupt=.
gewinne von je 500 000 Mk. (das große Los) fielen auf Nr. 147 519
in der Abteilung 1 nach Berlin, in Abteilung 2 nach Berlin.
19. Tag, 5. Klaſſe In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu 300 000 Mk. auf Nr. 138 122; 4 Gewinne zu 10 000 Mk.:
auf Nr. 256 573, 262 040; 2 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 265 262;
4 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 23 950, 35 031; 12 Gewinne zu 2000
Mk. auf Nr. 109 103, 138 447, 227974, 291 110, 374 847, 383 858; 32
Ge=
winne zu 1000 Mk. auf Nr. 4912, 36 550, 52 884, 84 733, 85 071, 129 057,
136 339, 172 409, 173 169, 194 779, 212886, 245 600, 271 620, 300 967,
315 325, 318 879. Ferner 92 Gewinne zu je 500 Mk. und 234 Gewinne
zu je 300 Mk. — In der Nachmittags=Ziehung fielen: 4 Gewinne
zu 10000 Mk. auf Nr. 75 996, 180 160; 2 Gewinne zu 5000 Mk. auf
Nr. 252 659; 6 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 47 352, 174 138, 380 799;
10 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 37 396, 265 568, 296 298, 316 598,
343 519; 24 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 13 434, 27945, 88 949,
96 309, 110 756, 152 256, 180 496, 191 067, 234 251, 293 137, 342 152, 354 785.
Ferner 64 Gewinne zu je 500 Mk. und 160 Gewinne zu je 300 Mk.
Die in der heutigen Vormittags=Ziehung gezogenen beiden
Haupt=
gewinne von je 300 000 Mk. fielen auf Nr. 128 122 in Abteilung 1 nach
Berlin, in Abteilung 2 nach Landshut (Bayern).
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu 500 000 Mk., 2
Ge=
winne zu 200 000 Mk., 2 Gewinne zu 50 000 Mk., 4 Gewinne zu 25 000
Mark, 24 Gewinne zu 10 000 Mk., 52 Gewinne zu 5000 Mk., 134
Ge=
winne zu 3000 Mk., 274 Gewinne zu 2000 Mk., 614 Gewinne zu 1000
Mark, 1586 Gewinne zu 500 Mk., 4224 Gewinne zu 300 Mk.
Rundſunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 3. März. 8.30: Morgenfeier der Evang. Landeskirche
Frankfur. a. M. O 11: Konzert. Jazz=Enſemble. Jazzgeſänge. 2 12.30:
Elkernſtunde: C. H. Olf: „Kindertagebücher, eine mütterliche
Schreib=
übung: e 13: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wies=
Baden. O 14: Jugendſtunde: „Kaſperiſtunde‟ O 15: Henny
Plei=
mes: „Ju endbewegung und Elternhaus”. O 15.30: Henny Pleimes:
Was treibt die Landmädels in die Stadt?‟. — A. Wenig: „Die
Bedeutung der Bienenzucht für das Land‟. O 16.30: Konzert des
Funkorch. Mitw.: E. A. Weill (Baß), E. J. Kahn (Klavier). 2 18:
Deutſche Welle: „Soll der Staat Titel und Orden verleihen?,
Zwiegeſpräch von Miniſterialdirektor Dr. Brecht und Reichstags=
Pinkus Langer.
Stuttgart.
Sonntag, 3. März. 11: Fleioarg: Kathol. Morgenfeier. Mitw.:
Mſgr. Dr. Gröber, Eva Goldbach (Sopran), H. Stoffel (Violine),
E. Müller (Klavier). O 12: Mannheim: Collegium muſicum. Werke
des 17. und 18. Jahrhunderts. Mitw.: Lene Heſſe (Violine), D.
Altyzer (Cello), Kapellmeiſter Sinzheimer (Klavier), dall Abaco:
Sonate in D=moll. — Händel: Konzert in B=dur. — Buxtehude:
Sonata in D=dur. — Monn: Konzert für Violoncello. — Richter:
Klaviertrio in G=moll. O Anſchl.: Schallplatten. 14: Hamburg:
Funkheinzelmann. 15: Freiburg: Frau Dr. Hölzl: Laſſalle und
die Frauen. O 15.30: Stuttgart: Paſſionsgeſänge. Ausf.: Sänger
des Wilhelmſtifts in Tübingen. Leitung: Muſikrepetent Alt. O 16.15:
Aus vielerlei Opern. Funkorch., Leitung: C. Struve. Mitw.:
Mar=
garete Weiter, Herm. Lingor, v. Wiſtinghauſen, W. Hahn (Flügel).
Dvorak: Ouv. Libuſſa‟ — Scheinpflug: Fantaſie „Das
Hof=
konzert”. — Verdi: Marſch, „Als Sieger kehre heim” und Arie des
Amonasro aus „Aida‟. — Meyerbeer: Fantaſie „Robert der
Teufel”. — Schillings: Perlenarie aus Mona Liſa”, — Schreker:
Wiegenlied der Els aus „Die Schatzgräber”. — Roſſini: Fantaſie
„Wilhelm Tell” — Meyerbeer: Duett aus „Die Hugenotten‟. —
Meyerbeer: Schlummerlied aus „Die Afrikanern” — Saens:
Fantaſie „Samon und Dalila”, — Donizetti: Cavatine der Nurina
aus „Don Pasquale” — Puccini: Fantaie „Manon Lescaut”.
O 18.15: Ludwig Hofmeier lieſt aus eigenen Schriften (Grotesken).
O 18.45: Oberſtudiendrr. Dr. Binder: Stefan George. O 19.30:
Mannheim: Mando inenkon=ert des Mando inenvereins „
Mando=
linata‟, O 20.30; Gaſtſpiel der Stuttgarter Kammeroper: „Nr. 66."
Operette in einem Akt von J. Offenbach. Perſ.: Francois reiſender
Krämer; Piccolo, Dudelackpfeifer; Suzon=Suzon, ſeine Baſe. Die
Handlung ſpielt in der Nähe einer großen Stadt an der Grenze von
Südfrankreich. O 21.30: Uebertragung auswärtiger Stationen.
O 22: Aus franzöliſchen Opern. Ausf.: Eliſabeth und Karl Jentſch.
Delibes: Legende. Glöckchen=Arie und Es ſchweift dein Blick” aus
„Lacme‟. — Thomas: Duett aus „Mignon‟ — David: Arie aus
„La Perle du Brei!” — Thomas: Trinklied aus „Hamlet”.
22.30: Unterhaltungskonzert=Uebertr. Leitung: Kapellmeiſter Fr.
Dolezel.
Weiterbericht.
Der geſtern über Island gelegene Wirbel hat ſich ſehr raſch
fort=
bewegt und lag heute morgen über Nordſkandinavien. Unter ſeinem
Ein=
fluß hat in ganz Skandinavien kräftige Erwürmung eingeſetzt, ſo daß
dort die Temperaturen größtenteils über Null liegen. Dagegen hat im
Bereich des ausgedehnten zentraleuropäiſchen Hochs der Froſt weiter
an=
gehalten. In Deutſchland trat in Schleſien erneute Froſtverſchärfung
ein. (Breslau geſtern —17, heute —22 Grad.) Auch tagsüber hat die
Erwärmung zugenommen. Obwohl das Hochdruckgebiet oſtwärts
weiter=
wandert, ſo bleibt ſein Einfluß doch maßgebend für unſere Wetterlage.
Nachts kommt es weiter zu Strahlungsfröſten und tagsüber macht die
Erwärmung weitere Fortſchritte.
Ausſichten für Sonntag, den 3. März: Meiſt heiteres Wetter,
ſtellen=
weiſe auch neblig, nachts weiterhin Froſt, tagsüber fortſchreitende
Milderung.
Ausſichten für Montag, ben 4., März: Wenig Aenderung der Wetterlage.
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(3621
ſchäftsſtelle ds. Blattes.
Sonntag, den
Nummer 62
Vom ſäddeetſchen Produktenmarkk.
Trutz der gegenüber der Vorwoche etwas ermäßigten ausländiſchen
Forderungen wurden hier neue Abſchlüſſe von Bedeutung weder im
Cif=
geſchäft noch in ausländiſcher Lagerware gemacht. Dagegen hatte
In=
landweizen, worin die Lagerbeſtände bei den Verbrauchern und
dem Handel nur klein ſind, wieder gute Nachfrage zu verzeichnen. Da
ſich die Zufahrtsmöglichkeiren auf den Landſtraßen wieder verſchlechtert
haben, hielt die feſte Tendenz an. Hier handelte man zuletzt
unterfrän=
kiſchen Weizen zu 24,65—24,75 RM. frei Mühle, Lieferung nach
Wieder=
eröffnung der Binnenſchiffahrt; ſächſiſchen Weizen (77/78 Kilo), prompte
Bahuware, waggonfrei Mannheim mit 25 RM. Zu 25,25 RM. lagen
weitere Angebote vor. Zur Lieferung auf dem Waſſerwege nach
Wie=
dereröffnung wurde hannoverſcher Weizen mit 25,15, Bahnware März=
Lieferung zu 25 RM., beides eif (fracht= und verſicherungsfrei)
Mann=
heim, angeboten. Ueber die Vorräte bei den Landwirten iſt die
Auf=
faſſung geteilt. Einerſeits glaubt man an verſtärktes Angebot, ſobald
wieder beſſere Wegeverhältniſſe beſtehen, von dem man hofft, daß es
den Bedarf der Mühlen an Inlandware decken könnte, andererſeits
rech=
net man, angeſichts der Kälte und der hohen Futtermittelvreiſe, mit
verſtärkten Verfütterungen. Trotz knapper Zufuhren lag Roggen auf
geringe Nachfrage eher etwas abgeſchwächt. Mitteldeutſche Bahnware
koſtete 24,50 RM., Parität Mannheim, unterfränkiſcher Gutsroggen
(72/73 Kilo) 24,70 RM., frei Mannheim. Für Mehl wurden zwar
neue Abſchlüſſe den nennenswerter Bedeutung nicht bekannt, wohl
aber hat ſich der Abruf auf alte Verträge bei den Mühlen bedeutend
gebeſſert. Sollte das in den Seehäfen lagernde oder in den Rheinhäfen
eingefrorene Brotgetreide, das mit großen Unkoſten und Speſen belaſtet
wird, noch auf lange hinaus nicht herangebracht werden können, ſo iſt
mit der Möglichkeit zu rechnen, daß manche Mühle den an ſie geſtellten
Abruf=Forderungen nur ſchwer nachkommen können wird. Die
Mehl=
preiſe blieben unverändert; die zweite Hand bot Weizenmehl 1 RM.
unter der Mühlenforderung an, ohne die ſofort abzunehmende Ware
verkaufen zu können. Braugerſte lag geſchäftslos und wich um zirka
0,25 RM. die 100 Kilo zurück. Hafer gut gefragt und leicht befeſtigt.
Mais, worin immer noch keine Partien in greifbarer Ware vorhanden
ſind, bege gnete wenig Kaufneigung, da die Forderung von 25 RM.
als zu hoch erachtet wird. Futterartikel blieben weiter verlangt. Das
Angebot in ausländiſchen Biertrebern und Malzkeimen hat aufgehört
inländiſche Malzkeime 20,75—21,50, Biertreber 22—22,50, Trockenſchnitzel
17,50—17,75, mittelgrobe Kleie 15, Weizenfuttermehl 15—15,75,
Weizen=
nachmehl 19,75—20, Rapskuchen 20,75 RM. je 100 Kilo.
Bom füddenlſchen Eiſenmarkk.
Das Geſamtbild am ſüddeutſchen Eiſenmarkr hat ſich im Laufe dieſer
Woche nicht weſentlich verändert. Während zwar der
Spezifikationsein=
gang etwas lebhafter geworden iſt, blieb die Neigung zu Neukäufen ſehr
gering. Die verarbeitende Induſtrie konnte mit nennenswertem Bedarf
nicht aufwarten, da der Beſchäftigungsgred nach wie vor unverändert
ſtill iſt. Die große Zurückhaltung, die ſich die Händlerkundſchaft bisher
auferlegr hatte, hielt auch weiterhin an. In Stabeiſen ab Werk war
das Geſchäft etwas beſſer, doch vermißt der Markt noch immer Anfragen
in Moniereiſen und Formeiſen der Bauinduſtrie, die infolge der weiter
anhaltenden Kälte vorerſt noch zur Untätigkeit verurteilt iſt. Weiter
zurückgegangen iſt das Lagergeſchäft. Die Umſätze blieben durchweg
hinter denen der letzten Woche zurück. Sehr erſchwert wird die
Ab=
wicklung der Geſchäfte durch den äußerſt langſamen Eingang der
Außen=
ſtände. Die Zahlungsziele wurden vielfach weit überſchritten, da die
Ab=
nehmer in ihren Mitteln außerordentlich beſchränkt ſind. Die Preiſe
wurden weder im Lager= noch im Streckengeſchäft geändert.
Foriſchreikender Kenjunkkurrückgang in Deukſchland.
Das Inſtitut für Konjunkturforſchung kommt in ſeinem
neu=
eſten Vierteljahrsheft bei einer zuſammenfaſſenden Betrachtung
über die deutſche Konjunktur Ende Februar zu folgendem
Ergeb=
nis: Im ganzen bietet die Wirtſchaftsbewegung das Bild eines
fortſchreitenden Konjunkturabſchwunges. Teilweiſe ſind
neuer=
dings leicht kriſenhafte Erſcheinungen zu beobachten. Eine
allge=
meine Kriſis, wie ſie ſich namentlich im Zwange zur
beſchleunig=
ten Liquidation der Warenvorräte äußert, liegt jedoch nicht vor.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Reichseinnahmen und =Ausgaben im Januar 1929. Im
ordent=
lichen Haushalt haben im Januar die Einnahmen des Reichs betragen
(alle Angaben in Millionen RM.): 1144,2, die Ausgaben 958,2, ſo daß
ſich eine Mehreinnahme von 186 ergeben hat. Im außerordentlichen
Haushalt ſtellen ſich die Einnahmen auf 1,7, die Ausgaben auf 63,4, ſo
daß eine Mehrausgabe von 61,5 verbleibt. Unter Einrechnung der
Vorträge aus dem Vorjahr (ordentlicher Haushalt 647,1 Ueberſchuß und
außerordentlicher Haushalt 430,3 Defizit), ergibt ſich am 31. Januar
eine Mehrausgabe in beiden Haushalten von insgeſamt 612,5 gegen 768,4
am 31. Dezember 1928. Hiervon waren Reichswechſel 400 (391,6),
kurz=
friſtige Darlehen 120 (314,4).
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 27. Februar 1929. Die auf
den Stichtag des 27. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamtes iſt mit 139,6 gegenüber der Vorwoche (140,0)
um 0,3 v. H. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die
Index=
ziffer für Agrarſtoffe auf 134,1 (135,7) nachgegeben. Die Indexziffer
für Kolonialwaren hat ſich um 02 v. H. auf 125,8 (125,6) erhöht. Die
Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe nud Halbwaren iſt auf 133,9 (133,7)
geſtiegen, während diejenige für induſtrielle Fertigwaren auf 158,1
(158,2) zurückgegangen iſt.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnuggen
wurden in der Zeit vom 17. bis 25, Februar im Ruhrgebiet in ſechs
Arbeitstagen 2350 811 To. Kohlen gefördert gegen 2 151 667 To. in der
vorhergehenden Woche bei ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die
Kokserzeu=
gung ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien
wird auch Sonntags gearbeitet) auf 595 319 To. gegen 570 154 To. in
der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 90 149 To.
gegen 72 554 To. in ſechs Arbeitstagen.
6½prozentige Schatzanweiſungs=Anleihe Heſſens. Die 6
½pro=
zentige Schatzanweiſungsanleihe von 1926 des Volksſtaates Heſſen wird
am 1. April 1929 zur Rückzahlung fällig. Einlöſungsſtellen für dieſe
Stücke ſind die Heſſiſche Staatsſchuldenverwaltung und die Heſſiſche
Landesbank.
Prodnkkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 2. März. Die Preislage hat ſich
ſowohl für Weizen wie Roggen nicht weſentlich verändert. Für
März=
lieferung lag aus den Provinzen manche Verkaufsorder vor, ſo daß ſich
hier Abſchwächungen ergaben. Spätere Sichten waren teils behauptet,
teils etwas feſter, wozu vielleicht die beſſeren Auslandsdepeſchen
bei=
getragen haben. Das Prompt=Angebot war nicht groß. Hafer hat ſich
im effektiven Geſchäft in der Vortagspreislage behauptet, war aber ſonſt
neuerlich ſchwächer. Mehl iſt etwas mehr ins Geſchäft gekommen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Im Februar 1929 iſt die Zahl der Konkurſe zurückgegangen,
wäh=
rend die Zahl der Vergleichsverfahren eine beträchtliche Erhöhung
auf=
weiſt. Nach einer Zuſammenſtellung der Finanzzeitſchrift „Die Bank”
wurden im Februar 817 Konkurſe gegen 859 im Januar d. Js. eröffnet
und 366 Vergleichsverfahren gegen 276 im Januar eingeleitet.
Der Abſatz der Brauinduſtrie litt im Monat Februar erheblich
unter dem ſtarken Froſtwetter, das vor allem dem Bierverſand große
Schwierigkeiten bereitete. Der Unterſchied im Abſatz des Februar 1929
gegenüber dem Februar 1928 wird ſich, wie von unterrichteter Seite
mit=
geteilt wird, auf nicht weniger als 20—25 v.H. belaufen.
Am 1. März ſind in Jugoſlawien die neuen Eiſenbahntarife in
Kraft getreten. Die jugoſlawiſchen Staatsbahnen gewinnen dadurch
jährlich 120—150 Millionen Dinar. Dieſe Summe ſoll für die
Reorgani=
ſation des Eiſenbahnbetriebes verwendet werden.
Die jugoſlawiſche Regierung hat der Werft von H. C. Stülcken
Sohn in Hamburg den Auftrag erteilt, auf Reparationskonto 4 Dampfer
von je 18 Meter Länge und 150 Pferdeſtärken zu bauen, die auf der
Donau Verwendung finden ſollen. Die Lieferungen ſollen in 6—8
Monaten erfolgen.
Die argentiniſche Regierung hat einen Erlaß ausgegeben, der die
Workriegstarife für die Ausfuhr von Getreide und Mehl wieder einführt,
Frankfurker und Berliner Effeklenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. März.
Die Börſe hatte zunächſt durch Wochenglattſtellungen zu leiden, die
durch die unklare politiſche Situation und teilweiſe auch durch
Meldun=
gen über Vorgänge der Pariſer Reparationsverhandlungen verſtärkt
wurde. Publikumsaufträge lagen infolge des frühen Samstagsbeginns
der Börſe kaum vor, ſo daß von dieſer Seite aus wenig
Widerſtands=
fähigkeit der Kuliſſenabgaben vorhanden war. Die ungünſtigen
Markt=
berichte (Röhren uſw.), ſowie der Bericht der Handelskammer über
weiteren Konjunkturrückgang mögen zur etwas ſchwächeren
Anfangs=
haltung beigetragen haben. Farbeninduſtrie verloren 1 Prozent,
Rhein=
ſtahl 1, Mannesmann 7/., Gelſenkirchen 1, Harpener 0,75 Prozent. Selbſt
Kupferiverte waren in Nealiſationen etwa 1 Prozent ſchwächer. Im
gleichen Ausmaß faſt ſämtliche übrigen Märkte gedrückt, ſo Siemens,
Schuckert, AEG. und Geſ. für El. Von vornherein widerſtandsfähig
waren Zellſtoff Waldhof und Aſchaffenburger auf höhere
Dividenden=
erwartungen. Waldhof 1, Aſchaffenburg 0,5 Prozent feſter. Die
Sen=
ſation des Tages war die Automobilhauſſe, wo offenbar beſtehende
Vaiſſepoſitionen eingeſchwänzt wurden. So ſprangen im Verlaufe
Adlerwerke von 53 auf 69 (plus 16 Prozent). Nach unſeren
Informa=
tionen hat ſich an der Sanierung nichts geändert. In Verbindung
da=
mit und aus dem gleichen Grunde Daimler von 55,5 auf 68 erhöht. Im
weiteren Verlauf der Börſe konnte ſich der Farbenmaukt und in
Ver=
bindung damit der Geſamtmarkt befeſtigen. Die Steigerung der
Auto=
mobilaktien hielt an. Tagesgeld geſucht und 7,5 Prozent. Am
Deviſen=
markt nannte man: London-New York 4.85,27, Pfunde—Mark 20,47½,
Dollar—Mark 4.21,45.
Berlin, 2. März.
Die Börſe eröffnete am heutigen Wochenende in freundlicher
Stim=
mung. Anregung gab die New Yorker Hauſſe=Bewegung, von der man
ine Ausſtrahlung auf die internationalen Börſenplätze erwartet. Die
vorbörslichen Kurſe wurden zwar nicht erreicht, da die unſichere
inner=
politiſche Lage die Unternehmungsluſt der Vörſe ſtark lähmte. Auch
die anhaltende Anſpannung des Geldmarktes verſtimmte. Am Geldmarkt
machen ſich die Vorbereitungen für die Zinszahlungen auf die Induſtrie=
Obligationen, die in der Zeit vom 5.—12. erfolgen werden, bemerkbar
Den vorliegenden ungünſtigen wirtſchaftlichen Momenten, dem
weiter feſtgeſtellten Konjunkturrückgang im Februar und der
unbefrie=
digenden Geſchäftslage in der Röhren= und Metallwareninduſtrie wurde
weniger Beachtung geſchenkt. Das Hauptintereſſe konzentrierte ſich auf
Autowerte; auch Kupferaktien weiter ſteigend. Schiffahrts= und
Kunſt=
ſeidenaktien waren gleichfalls bevorzugt. Am Geldmaukt mußte für
Tagesgeld immer noch 7,5—9,5 Prozent und für Monatsgeld 7—8 Proz.
angelegt werden. Am Deviſenmarkt hörte man Kabel—Mark mit
4,21,40—45, London—Madrid mit 31,80—85, London-Kabel mit 4,85,25
bis 30 wenig verändert. Die Führung hatten Adlewerke, die auf
ameri=
kaniſche Käufe 8 Prozent gewannen. Man wollte hier auch wiſſen,
daß die Sperrminorität ſich gegen jede Sanierung wendet. Auch
Daim=
ler konnten 2,5 und nach Feſtſetzung des Kurſes weitere 1,5 Prozent
geſrinnen. Loewe, die wieder 10 Prozent Dividende zahlen ſollen, pl. 1.
Auch Metallwerte freundlich, nur Telephon Berlin auf den in Ausſicht
ſtehenden Dividendenausfall minus 1. Bemberg konnten 3 und
Glanz=
ſtoff 5 Prozent gewinnen. In Zellſtoff Waldhof, plus 3,5, regten die
unbeſtätigten Meldungen von einer 2prozentigen Dividendenerhöhung
weiter an. Polyehon ſetzten 1 Prozent höher ein mit 365 nach einem
vorbörslichen Kurs von 372. Das ſeit einigen Tagen auflebende
Inter=
eſſe für das Papier wird mit angeblichen Verhandlungen in London
begründet. Montanwerte lagen weſentlich ruhiger, Harpener minus ¾,
A. E. G.
Baſalt.
Beramann.
Berl. Karlsruhe
Berl. Hand.=Geſ.
Bremer=Wolle
Danatbank-
Deutſche Bank
Diskontogeſ.
Dresdner Bank
Deutſche Maſchinen / 50.5 51.
123.— 1124.75 Orenſtein".
Deutſche Erdöl
75.5 Polyphon
Deutſche Betroleun
115.25 116t. Rütgerswerke
Tynamit Nobel
Elektr. Lieferung • 11631, 163.25 Sachſenwerke
246.25 1249.75 Siemens Glas
J. G. Farben
1130.5 1131.— Ver. Glanzſto
Gelſenk. Berg.
Geſ. f. elektr. Untern / 229.— 1230.— 4 Ver. Stahlw
45.— Volkſtedter
Han. Maſch.=Egeſt. / 44.—
Kanſa Dampfſch. . 1171.— 1172.— Wanderer Wer
129.— 129.25 Wiſſner Metall=
Sapag ..
Harpener ... . /140.75 139.75 Wittener Gußſtahl
Hemoor Zement • 1275.5 1277.25
) Die 3 Kaliwerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
Deviſenmarki.
Helſingfors.. . 1. 3.Geld Brie‟
10.589 10.609 2. 3.
Geld Brieſ
0.589 10.609 Italien ... i. 3.
Geld /Brie
22.045/22.0c 2
Geld
22.05 3.
Brief
22.09 Wien.. 59.16 (59.28 59.16 159.28 Paris ....... 18.435 15.475 16.44 16.48 Prag ...." 12.47
73.355 2 49
73.495 12.472 12.492
3 36 (73.50 Schweiz .....! 80 95 1.11 180.93 81.12
64. 38 Budapeſt Spanien.....! 54.26 64.38 64.26 Sofia. 3.037 3.003 3.037/ 3.043
68.57/158.91 Danzig 816T 31.83 gl.68 31.82 Kolland 168.57 188.91 Fapan. . . . . . 1.88 1 833 1 888 1.892 Sslo .. 112 25 112.47 112.25/112 47 Rio de Janeiro
Fugollawien
Portugal. . . . 0.5005 .5025 .500 .502 Koxenhagen.. 112.22 112.44 112.22112 44 7.390 7.404 7.330 7.404 Stockholm ... 112.46 12 69 112.46112.68 13. 58 18.6. London 20.42 20.46 leo. 429 20.469 Athen ......" 5.44 5 45 574 5.8 Buenos Aires 1.770 1 774 1.770/ 1.774 Konſtantinpel 2.07 2.030 2 07. 2.076 Nem York ..." 4.2100 4. 2180 2100 4.2180 Kanada ...." 4.183 4.1961 4.198 4 193 Belgien. 58. 48 8.60 8.47 58.59 Uruguay ... 4 29 4.30 4 4. 296 4 304
Rheiniſche Braunkohlen minus 1,5. Die
Kurserhöhu=
kaum 1 Prozent. Nur Mansfelder Bergbau auf die ag
ung plus 2. Stolberger Zink avancierten um 5
Prozen=
markt fielen Chade plus 5 RM. durch feſte Haltung au
die übrigen durchſchnittlich plus 1, dagegen Geſ. für 07
Hapag, Nordd Lloyd und Hanſa gewannen je 1 Prozey.
zeigten uneinheitliche Haltung bei geringfügigen Verävny
Reichsbank plus weitere 2 Prozent. Nach den erſten 7
Haltung etwas nachgebend. Auf verſpätet eingetroffene:
konnte ſich eine allgemeine Erholung durchſetzen. Glamm
tere 5 auf erſte Käufe.
Im weiteren Verlauf konnte ſich die allgemeine 98f
ſetzen. In ſämtlichen Autowerten kam auf amerikaniji
Hauſſebewegung zum Durchbruch. An der Börſe ging
Gerücht, daß man Deutſchland in Paris eine Zahlungs,S.u
wolle, nachdem man ſich von der Unmöglichkeit der augnu
laſtung überzeugt habe.
An der Nachbörſe blieb der Privatdiskont mit 6:
unverändert. Die im Verlaufe der Börſe an allen M
zielten Kursſteigerungen konnten ſich gegen Schluß der
aufrechterhalten. Die Börſe nahm vielfach Wochenſchl.
E=
vor. Am Privatdiskontmarkt waren heute wieder nurnd
Reichsmark angeboten. Glanzſtoff konnten im weiterenn!
ſamt 7. Bemberg 8, Farben 2, Mansfeld 1, Polyli
Schwankungen 3 Prozent gewinnen. An der Nachbörm,
ſondere Autowerte nach den Steigerungen etwas niedrify
Amerikeniſche Kabelnachrichtenß
* New York, 2. März.
Baumwolle. Am heutigen Baumwollmarkte
Preismeldungen aus Liverpool und günſtige Nachrn
Textilhandel eine Aufwärtsbewegung der Preiſe H1
auf die Preislage wirkten auch Käufe des Handels
pooler Rechnung. Im Verlaufe wurden durch W‟
nen und Verkäufe der ſüdlichen Häuſer eine
unſich=
hervorgerufen, doch vermochte ſich der Markt zumm
zu befeſtigen.
Kaffee. Der Kaffeemarkt nahm heute einen ſaic
lauf, weil Liquidationen und die Verkaufstätigken
iſchen Häuſer, zu welchen dieſe durch enttauſchende
braſilianiſche Marktberichte angeregt wurden, auf
da=
drückten.
Zucker. Am heutigen Zuckermarkte ergaben ſie
bedeutende Preisveränderungen. Einzelne Termimn
über dem Vortage unveränderte Notierungen.
Sichten boten Deckungen der Spekulation und kube
den Preiſen eine Stütze. Teilweiſe ermäßigten ſich*)
doch nur vorübergehend, weil Liquidationen einſ!
Kommiſſionshäuſer Verkäufe vornahmen.
* Chicago, 2. März./0
Hafer. Am Hafermarkt kamen ſtärkere kontr.
nungen in einer Ermäßigung der Preiſe zum Auss
terer Druck auf das Preisniveau wurde durch
Wetterverhältniſſe im Südweſten des Landes hervag
Weizen. Die Annahme, daß Hoover in ſein
irgendwelche definitive Erklärungen über die Gäd
geben werde, kam am heutigen Weizenmarkt in
lichen Stimmung zum Ausdruck. Es ergaben ſichM
da außerdem eine offizielle kanadiſche Veröffentlichay.
die Feuchtigkeit im Weizenanbaugebiet nur die .:
malen Ausmaßes habe. Die Preisermaßigunger:
und Verkäufe der ſüdweſtlichen Firmen riefen im 14u
einen Stimmungsumſchwung hervor. Die ſchwaa Y
erhielt weitere Nahrung durch Liquidationen, die and
daß der am Montag zur Veröffentlichung gelangen?
Na=
die Farmreſerven beſſer lautend ausfallen wurde
wurden.
Mais.
Im Einklang mit dem Weizenmarkte
in feſterer Haltung, die Ankündigung größerer 30
doch ſpäter auch hier zu Preisrückgangen Anlaß.
Roggen. Die Nachfrage der Locofirmen im 9A
ungünſtige Saatenſtandsmeldungen kamen am Ni
Preisſteigerungen zum Ausdruck. Im Verlaufe rieſh.
herſage von wohltuenden Regen= und Schneefäller:“
der Preiſe hervor, um ſo mehr, als auch die nur gS0
ür Exportzwecke verſtimmend wirkte.
Es notierten nach Meldungen aus Chicag
Getreide: Weizen, März 124½, Mai 1297, Juu
März 96½, Mai 100½, Juli 103½; Hafer, März
Juli 49½; Roggen, März 110½, Mai 112½4, Ju.1
Fette: Schmalz, März 11,95, Mai 12,32½, Jun
tember 13: Rippen, Mai 14, Juli 14,20; Speck lo0.
Schweine 10,60—11,30, ſchwere Schweine 10,85—1.4
zufuhren Chicago 10000, im Weſten 35 000.
Chic. Baumwolle: März 19,67, Mai 19,96.
Es notierten nach Meldungen aus NewYoc
Getreide: Weizen, Rotwinter 158, Hartwinter
ang. Ernte 112½; Mehl ſpr. wheat clears 5,80—h,0
England 1,9—2,6, nach dem Kontinent 12—13 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,70; Talg eeln
Kakao: Tendenz ſtetig, Umſatz in lots 154, Ion
10,94, April 11,09, Mai 11,25, Juni 11,38, Jufl
11,63, September 11,79, Oktober 11,85, Dezembern
Frankfurter Kursbericht vom 2. März 1929.
% Diſche. Reichs
anl. v. 27
6O Baden Frei
ſtaat v. 27...
6% Bayern Frei=
ſtaat v. 27
2% Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28. .
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28.
60 Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27...
7% Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27...
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + /
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe. . . .
%6 Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24..
8½% Darmſtadt v. 26
Ae
v. 2
70 Frki. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26..
80 Mannh. v. 26.
82 Nürnberg 1 26
Di. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
* Ausl. Ser.
* . Ser,I
87.1
75.5
79.4
84.75
13.2
91.5
91.5
87
52.65
69.1
6% Ber .Hhp.=Bk
82 Frkf. Shv. Bk.
4½%r Lia Pfbr
8% „ PfbrBk.
4½ %r• Li.. Pfbr.
97.5
98
9=
98
80
8% Heſi. Landesbt
4½% Heſſ. 2d8. Hp.
Bk.=Ligid. Pfbr.
8o Kom. Landes
bank Darmſtadt.
N Meim. Hp.Bt
4½% „ Lig. Pfbr
8% Pfälz. Hyp. B
8% Preuß. Ztr.=
Stadt chaft. .
3½% Rhein.Hyp.=B
4½% — Lig. Pfbr.
%o Rhem.=Weſtf.=
Bd.=Cred....."
26 Südd. Bod.=
Cred.=Ban! ....
8% Württ. Hyp.=B.
97.25
88
73.3
93.9
84.5
98
37.75
97.75
97.5
98.5
6% Daimler Benz
von 27....... . / 74
3% Kiöckner=Werke
Berlin v. 26... ./ 91
7% Mainirw.v. 26.
7% Ver. Stahlwkel
mit Opt. v. 26.. 83
8% VoigtckHäffner!
von 26 ..
41,% Ungarn 1914
Goldr.
Rktien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...
„Eff.=u.
Wechſel=
bant
.
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſell ſch.
Dresdener Bank
Frankf. Bank.....
Hyp.=Bk.
Pfdbr.=Bk.....
Gotha. Grundkr. B
Mein. Hyp.=Bank
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt. .
137.5
69
AEG. Stamm. . . .
Baſt Nürnberg ..."
Bergm. El. Werke
BrownBrovericCie
Brüning & Sohn..
Buderus Eiſen".
Cemen: Heidelberg
195.25
277.5
170
124.75
03
153. 25
63.25
14
150
155.5
142
140
194
139
34 4
J. G. Farben Bonds
v. 28..........
134.75
5% Bosn. L. E. B.
b. 1914. . . . ..../ 37
41,% Oſt
Schatz=
anw. v. 1914 ... 37.55
4% Oſt. Goldrente/ 31.5
4:/,%0 Rum. Gold
von 1913
191,
4%0 Türk. Admin.
4% „ 1. Badgad
„ Zollanl.
4½.% ungarn 1913
Pfälz. Hyp.=Ban1.
Reichsbank=Ant 305
Rhein. Creditbt 12;
Hyp.=Bank . 211
Südd. Bod.-r. Bf./13)
Viener Bankverei!
A.=G. Verfehrswl1no.25
Dt. Eiſenb.=Geſ.. /164.5
7% Dt. Reichsbahu
Borzge.
Hapag
130
Nordo. Lloyd
128.5
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ./122
14‟
Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Klehzer)/ 66.5
6% AEG. Vorzug/ 84.5
2
159
21
208.5
149
111.5
Karlſtadt 17
131.25
Chem. WerkeAlbert.
Chade ..........."
Daimler=Benz....
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin.
Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt.
„ Linoleumwerk.
Eichbaum. Brauer
Elektr. Lich u. Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw Bergwert
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
F. G. Farbenindſtr.
Feinmech. (Jetter).
Felt. & Guilleaum.
Frift. Gas".
„ Hof
Geiling E Cie
Gelſen1. Bergwer
Geſ. . elektr.
Un=
ternehmungen.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchiner
Grün & Bülfinger.
Hafenmühle Frift.
Hammerſen (O’n.)
Harpener Bergba
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ....!
79
450
6.5
129
171
328.5
30)
209.5
164.25
zochtief Eſen
122.5
ſolzmann. Phil
olzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stami=
Genüſſel 133,75
225
250
88
137
85
130
88
97.5
173
132
140
173
92
101
138
Junghans Stamm 74.5
Kali Aſchers!
209
314
216
A
Kammg
1230
Karſtadt
217.5
Klein,
93
Klöckner
198
Kraftw. Alt=Württ. 92
Lahmeyer EC
Lech, Augsburg.
Löwenbr. Münch. 1278
Lüdenſcheid Metal. /106
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainfr.=W. Höchſt. 119.21
Mainz. Akt.=Vr.. . /250
Mannesm Röhren 124.7
Mansfeld Bergb ./420
96.5
Mars=Berke
Metallgeſ. Frankft. /196.5
Miag. Mühlenbau /142.5
MontecatiniMaild./ 83.2*
Motorenfb. Darmſt
Neckar). Fahrzeug.
Nicolay, Hofbr .. . 152
—
Oberbedar
Oſterr. Alpine Mo. —
69.5
Otavi Minen
Beters Union Fr /./104
Phönir Bergbau. „
Reiniger. Gebb..
—
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamm/162.5
Stahliverfe
Riebeck Montan.
Roeder Go. Darmſt. /127.5
Siemenl
Südd A.*
Spenklag.
Zellus E‟
Thür. 22
Tucher Eei
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gute
geſchliſ=
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r, 99..=Ramſtädterſtr. 54
dter,m4 Sandbergſtr. 66
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Sonntag, den 3. März 1929
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tfftsſtr 52
Tuthsſtr. 6
ſchſtr. 28
Uäenerſtr 44
einrichſtr. 92
hd aſſe 2.
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ſepfrauenſtr. 89
BArrkusſtr. 10
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G.,3 Doosbergſtr. 99
n, RE nſt=Ludwigſtr. 10
Safultn ſtr. 24
hil.,g ar lſtr. 36
„cdwehrſtr. 29
„ Höhergſtr. 31
ranxz ſarlſtr. 104
L., Thndsturmſtr. 4
Msfr. 36
ſeotzl Stiftsſtr. 97
Inſelſtr. 21
GHenſſtr. 38
Aumſtädterſtr. 51
itt, 15 Ludwigshöhſtr. 21
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Gg., 2hnring 9, III
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Dienstag, den 12. März 1929, abends pünktlich 8 Uhr
Im
Restaurant Christ, Grafenstraße 18/20
ergebenst einzuladen.
Tagesordnung:
1. Rechenschaftsbericht und Rechnungsablage für 1928.
2. Bericht über die Ende Oktober, antangs November 1928
stattge-
fundene gesetzliche Rewision, Erklärung des Aufsichtsrates hierzu
und Beschlußfassung über den Revisionsbericht.
3. Bericht des Aufsichtsrates über die Prütung der Jahresrechnung.
4. Beschlußtassung über die Genehmigung der Bilanz, Gewinn- und
Verlustrechnung, Gewinnverwendung sowie über die Entlastung
der Verwaltungsorgane.
5. Ergänzungswahl des Aufsichtsrates. Es scheiden aus: die Herren
Kalbtuß, Krämer und Mayer, die für die Dauer eines Jahres nicht
wieder wählbar sind. Ferner Ersatzwahl für das am 25. Juni 1928
verstorbene Aufsichtsratsmitglied Emil Vierheller.
(3572
Darmstadt, den 1. März 1929.
Der Aufsichtsrat:
J. Nohl, 1. Vorsitzender,
Der Vorstand:
L.. Habicht.
Becker.
Weiler.
Beitiche Orddtenbant e. u. M. v. 2. Surwktadt.
Bekanntmachung
gemäß § 31 der Satzung:
Bildung von Wahlbezirken und Zeit der Wahlen zur
Vertreterverſammlung.
Wahlbezirk
Ort der Wahl
Meie Ke
Dieburg
Kreis Bensheim. . .
Heppenheim.
Erbach i. O.
Groß=Gerau.
Darmſtadt
(Land) ..."
Darmſtadt
(Stadt). . .
und zwar:
Eiſenbahnbeamte
Poſtbeamte . . ."
Finanz= u.
Zoll=
beamte . . . . ."
Wehrmacht und
and.
Reichsver=
waltungen .. ."
Gemeindebeamte
Staatsbeamte . .
Polizeibeamte . .
Lehrer .. . . . .."
Verſchiedene . . .
Kreis Friedberg ...
Gießen ..."
Alsfeld,
Bü=
dingen,
Schot=
ten,
Lauter=
bach . . ."
Mainz (Land)
Alzet, Bingen
Oppenheim
„ Mainz/Stadt)
und zwar:
Poſtbeamte.
Finanz= u.
Zoll=
beamte . .
Verſchiedene. . . .
Kreis Worms . . .
Offenbach, Schule am Franzöſ.
Gäßchen. Saal 13
Bensheim, Bahnhofshotel
Heppenheim, Starkenburger Hof
Michelſtadt, Hotel Friedrich
Groß=Gerau, zum Adler
Ober=Ramſtadt, zum Löwen
Darmſtadt, Reichshof
Bad Nauheim, zur guten Quelle
Gießen, Heſſiſcher Hof
Lauterbach, Generalverſammlung
des Ortskartells (ſ. beſ. Einlad.)
Mainz, Weißes Bierhaus
Zeit
der Wahl
Tag
6. 3. 29
7. 3. 29
2. 3. 29
9. 3. 29
1. 3. 29
16. 3. 29
7.3. 29
9. 3. 29
10, 3. 29
13. 3. 29
Stde
18
20½
20½
15
20
15
18½
Zahl der zu
Wählenden
Ver=
Stell=
treter vertr.
Darmſtadt,
3624)
Worms, Finanzkaſſe, Zim. 31
den 26. Februar 1929.
Heſſiſche Beamtenbank
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht
Hevder,
Burger
Samstag, den 9. März 1929, nachm
3 Uhr, wird im Rathausſaal in
Gräfen=
hauſen die Gemeindejagd auf weitere
9 Jahre öffentlich verpachtet. Der
Jagd=
bezirk umfaßt 3800 Heſſ. Morgen,
hier=
von 1000 Morgen Wald. Der
Haupt=
wildbeſtand beſteht aus Haſen, Rehwild
und Hühnern. Die Jagd iſt von der
Bahnſtationen Wixhauſen und
Weiter=
ſtadt in 20 Minuten und von
Darm=
ſtadt und Mörfelden direkt mit dem
Autobus zu erreichen.
Gräfenhauſen, den 26. Februar 1929.
Heſſ. Bürgermeiſterei Gräfenhauſen.
Petri.
(3614
Berſteigerang.
Dienstag, den 5. März d. J., vorm.
½10 Uhr und nachm. ½3 Uhr beginnend,
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Ge=
ſchäftsſtelle.
In dankbarer Freude zeigen die Gebutt
eines Sohnes an
Dr. med. Theodor Schmidt
Liſelotte Schmidt, geb. Bilfinger.
Darmſiadt, den 2. März 1929.
Heinrichſtr. 38.
z. Zt Klinik Dr. Hoffmann und Dr. Wolff.
(3623
Ton) Kühn
Dr.-Ing. Karl Schildt
Verlobte
Darmstadt
Ludwigshafen a. Rh.
März 1928.
Die glückliche Geburt
einer Tochter
zeigen hocherfreut an
Thomas Brodrecht u. Frau
Sophie, geb Duchardt. (
Statt beſonderer Anzeige,
Heute vormittag verſchied mein lieber Mann,
unſer lieber Vater, Großvater und mein Bruder
erzlichen Dank für all die Liebe
J. und Autmerkiamkeiten zu
unſe=
rer Vermählung.
Hans Lubens Muth und Frau
Gretel, geb. Noth.
Blumenthalſtraße 81.
(3626
Dienstag, den 5. März, begehen die
Eheleute Ad. Hechmann,
Trieb=
wagenführer, und Frau Marie,
geb. Adelberger, das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
Darmſtadt (*). Im tiefen See 26
Paut Arndt
Statt beſonderer
Verwandten und
traurige Nachricht,
liebe Couſine und
Rechnungsrat a. D., Hauptmann der Landwehr a. 2.
im Alter von 82 Jahren.
Anna Arndt, geb. Kuhl
Gewerberat Hans Arndt
Reg.=Inſp. Kurt Arndt
Studienrat Fritz Arndt
Rechnungsrat Emil Arndt
Helene Arndt, geb. Lüdde
Lieſel Arndt, geb. Bauer
2 Enkel.
Darmſiadi, den 2. März 1929.
Von Beileidsbeſuchen wird gebeten abzuſehen.
Die Einäſcherung findet Dienstag, 5. März 1929,
3 Uhr nachmittags, im Krematorium des
Wald=
friedhofes ſtatt.
Marie
geb. Peitnnt
heute früh ſanft ennü
Im Namen der gimn
Marie Bai.
geb. Schnit. F.
Darmſtadt, den 2. Til
Die Beerdigung finn
den 5 März, nachmitt
auf dem alten Friei!
Nieder=Ramſtädter=
Ihre Vermählung geben bekannt
Gerichtsaſſeſſor Willy Behrend
und Frau Jſa
geb. von Joeden
Statt Karten.
Nal8
Für die uns bei dem Heimgang unſerer
lieben Verſtorbenen in ſo reichem Maße er,
wieſene Anteilnahme jagen wir auf dieſem
Wege aufrichtigen Dank.
Karl Lang.
für Herren u. Damen
werden gereinigt und
nach neueſten Modell.
umgepreßt, jetzt 2 ℳ.
Frankfurter Hutlager
Ecke Grafen=
Bismarck=
ſtraße.
Darmſiadt, den 2. März 1929.
Wohnung: Gießen, Walltorſtraße 75 I1.
Darmſiadt, den 2. März 1929.
Moosbergſtraße 50.
(3635
Harmoniums
für Kirche, Schule
und Haus.
Ph. Wagner
Nd.=Ramſtädter
Straße 6
Dankſagei.
ehrer
Für die vielen
licher und
aufrichtigg=
bei dem Heimgang
Entſchlafenen ſagern
unſeren innigſten 2A1
Ganz beſonders4)
Herrn Pfarrer D. AI.
troſtreichen Worte anſ.
Im Nan
der trauernden Hi=
Wilhelmine 9
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Nach langem, ſchwerem Leiden entſchlief
heute, am Vortage ſeines zweiundſiebzigſien
Geburtstages, unſer lieber, treuſorgender
Vater und Schwiegervater, unſer guter Bruder,
Schwager und Onkel
Statt beſonderer Anzeige.
Es hat Golt dem Allmächtigen gefallen, nach kurzem,
ſchweren Krankenlager unſern innigfigeliebten Pater,
Schwiegervater und Großvater
Herrn Aderi gerſchte
(ugen Fran
im 71. Lebensjahre zu ſich in die Ewigkeit aufzunehmen.
Major a. D.
Auf Wunſch des teueren Verſtorbenen fand die
Be=
erdigung in aller Stille am Samstag, den 2. März ſiatt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margot Frank
Dr. Ing. Werner Frank und Frau.
Darmſtadt, den 1. März 1929.
Herdweg 74.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Hugo Hammer
Familie Paul Perſchke
Familie Leo Perſchke.
Darmſtadt, Emmerich, Hannover, den 27. Febr. 1929.
Statt Karten.
Dankſagung.
„Es iſt beſtimmt in Gottes Rat,
daß man vom Liebſten, das man hat,
muß ſcheiden.”
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, die
unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Marie Kiſſel
Einäſcherung Dienstag, den 5. März, ½12 Uhr
vor=
mittags, auf dem Waldtriedhof.
Von Beiſeidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir herzlichſt abſehen zu
wollen.
Allen Bekannten die traurige Nachricht,
daß unſere gute, treuſorgende Mutter,
Groß=
mutter, Schwägerin und Tante
Frau
Margareie Soet Iwe.
geb. Flohr
(früher Weinreſtaurant „Bockshaut”)
heute nach kurzem Teiden um 6 Uhr ſanft
entſchlafen iſt.
Todes=Anzeige.
Am 28 Februar iſt unſere liebe Kuſine
im 77. Lebensjahre verſchieden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 2. März 1929.
geb. Schäfer
die letzte Ehre erwieſen haben und allen denen, die
uns während ihrer langen Krankheit hilfreich zur Seite
ſtanden, beſonders Herrn Dr. med Gefe und den
Krankenſchweſtern, für die ſtets liebevolle Behandlung
und Pflege, ſowie allen denen, die uns ihrer
aufrich=
tigen Teilnahme in unſerem tiefen Schmerz verſicherten,
unſeren tiefgefühlteſten Dank. Ganz beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Hartmann für den Beiſtand und die
troſtreichen Worte, dem Mütterverein von Groß=Umſtadt,
ihren Altersgenoſſinnen und Altersgenoſſen in
Baben=
hauſen, den Herrn Gendarmerie=Beamten des Kreiſes
Büdingen und Dieburg und für die vielen Kranz= und
Blumenſpenden, und bitten, unſerer teueren
Ent=
ſchlafenen ein treues Andenken zu bewahren.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
J. d. N.:
(3594
Kiſſel
Gendarmerie=Kommiſſar.
Dankſagung.
Karl Goetz
Familie Wilhelm Goetz.
Eberſtadt, Worms, den 1. März 1929.
Die Beerdigung findet Montag, 4. März,
11 Uhr vorm., auf dem alten Friedhof ſtatt.
(3669
Für die überaus zahlreichen Veweiſe herzlicher
Anteilnahme bei dem Hinſcheiden unſeres lieben
Vaters, Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels,
des
Kaufmanns
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Moniag, den 4. März, 4 Uhr
nachmittags, auf dem Darmſtädter Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Darmſtadt, den 3. März 1929.
Statt beſonderer Anzeige.
Todes=Anzeige.
Unſer lieber, guter Bruder
Heinrich Ludwig Böhler
Oekonomieverwalter a. D.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
liebe, gute Frau, unſere treuſorgende Mutter,
Schwie=
germutter, Tochter, Schwiegertochter, Schweſter,
Schwägerin, Großmutter und Tante
Frau Marie Lich
geb. Vierheller
iſt heute nach kurzem Krankſein ſanft entſchlafen.
Im Namen der trauernden Angehörigen
und Geſchwiſter:
Eliſabeih Heinemann, geb. Böhler
Friedrich Böhler, Apotheker.
Darmſtadt, Bad=Nauheim, den 1. März 1929. 3662
nach langem, mit großer Geduld ertragenem, ſchweren
Leiden in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Lich, Karlsſtraße 47
Familie Fritz Rapp. Luiſenſtraße 18
Familie G. Vierheller, Gr.=Bieberau i. O.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag um 2½ Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen ſagen
wir Allen unſeren innigſten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer D. Waitz für ſeine troſtreichen
Worte, ſowie dem Kriegerverein, dem Offizier=Verband
und der Kameradſchaftl. Vereinigung ehemal. Heſſ=
Garde=Dragoner für die ehrenden Worte und
Kranz=
niederlegung.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Elſe Kroll.
Darmſtadt, den 1. März 1929
Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. März, 2 Uhr
nachmittags, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
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Eisſpyyuung am Loreleifelſen im Rhein.
FeS. ſe: Clus der Eisblöcke auf der Nahe.
Ein Sasentunnel aus Schnee in
Oſt=
preußen.
unvErhneeverwehungen machen in
nnLuſchlands der Bevölkerung viel
1Kampf gegen das Eis der Flüſſe
prhpatronen aufgenommen, die für
Abfluſi,’s Treibeiſes ſorgen. Ueber die
erwehzuferi hat man durch
Untertunne=
werden verſucht. Unſer Bild
See ſolche Untertunnelung (2
Me=
ür breit und 7½ Meter lang) in
eime Dorf bei Inſterburg.
Er wird milder.
I. 15 der Nacht zum Samstag herrſchte
hnzepn ſeich ſtrenger Froſt. In den
Ber=
ußenbssier fiel das Thermometer auf
P unter hll. In der Innenſtadt wurden
98 nurg)hrad Kälte gemeſſen. Am kälteſten
nein Harſrmer mit 21 Grad, es folgten Bres=
As 5 Maebur g mit 17 Grad, München mit
2. Da4n das umfangreiche Hochdruckgebiet
nach Ss ir verſchiebt und der Druckfall über
ſwvien mil-, dürfte zunächſt imn
Norddeutſch=
ſderun u erwarten ſein. In Schweden iſt
zuü ermomgrt b 8 auf 4 Grad Wärme geſtiegen.
eterdie nfelle in Berlin ſagt
Temperatur=
bei zuMnender Bewöllkung voraus.
ſie vereiſte Oſtſee.
al. gr der finnländiſchen Eisbrecher
durch Aßſruch, daß ſich in der Oſtſee unter
ſinfluß 19 Windes große Eisſtauungen
ge=
ſiten. M Packeis ſei ſo kräftig, daß es
Gis=
nicht 1bm nden könnten. Der Eisbrecher,
durzeitg n 2 Dampfern auf der Höhe von
2 befinbniberichtet weiter, daß der Bottniſche
hen inireer: Umfange zugefroren ſei, wie
letten Ealte im Jahre 1800 feſtgeſtellt wurde.
ſehe die tjahr, daß der Eingang zum fin=
Meerboct durch Eisſperren verſtopft werde.
Ta. Wr4freitag vormittag ſtach der große
Niche Enlſtcker in See, um die Eisverhältniſſe
Mis S HMi M Mif
Nc auch9 4 lettländiſche Staatspräſident. Der
Dafen EAurch Eis völlig blockiert. Vierund=
Dampeilliegen im Hafen feſt. Libau und
ſind Uehäußig eisfrei.
W ichwere zutmſchäden in Südeuropa.
langade furchtbare Nordſturm, der ſeit
EStaa n0Mlag über Trieſt herrſchte, erreichte
ſe eine 9 9c-windigkeit bis zu 160
Stunden=
ter. EirR Gridſtärke, wie ſie ſeit Menſchen=
E En nicht aat verzeichnet wurde. In unzähligen
Durde TlFelzerwehr zur Hilfe herbeigerufen,
Surm! chrnſteine umriß, Dächer abdeckte
Kiewhiertwik Rr auf die Straße ſchleuderte. Die
in harels Fezu menſchenler. An den Ecken
A Stricks ſtannt werden, um den wenigen
Weeß RRdtesdreen M endeee
D Beria ß wurden zum Teil ſchwer verletzt.
Aae Seie Snn Hoie Hi Mi Hi Mie
Me Kaie Hden, Hatie Hein Geetue Wie
Sige M Schuafen. Die Schiffe im Hafen
em Toidtder Elemente hilflos preisgegeben.
F Du deraik offene Meer hinausgetrieben.
4. Tart Ungegend von Abignon hat der
Rrige Sic großen Schaden angerichtet. Viele
Mrderr igceckt und elektriſche Maſten um=
Leue Diestie bahnverbindung mit dem Süden
Ner zu un Kruchen.
W
en Dntzu mit 23 Mann Beſatzung
überfällig.
17d,
e aus Sidneh gemeldet wird,
Drt Eie Beſorgnis über das Schickfſal des
Soringa” mit 23. Mann. Be=
Neimiger Zeit überfällig iſt. Nach=
Asſſerflugzeuges blieben erfolglos.
400-Jahr-Feier der Prokeſtakion zu Speyer.
Anſicht von Speyer. Im Hintergrund die proteſtantiſche Kirche.
Die deutſchen Proteſtanten rüſten ſich zur Vierhundert=Jahr=Feier der Proteſtation der
evange=
liſchen Stande auf der zweiten Reichstagung zu Speyer. Der bis dahin geltende Beſchluß, jede
kirchliche Reformation zu verbieten, wurde in Speyer zum erſten Male angegriffen.
Burg Limoutg eingenſcheri.
lig vernichtet. Unſer Bild
uchte, Herr des Brandes zu
hinderte ihr Hilfswerk.
Gasexploſion beim Baroper Walzwerk.
Dortmund. In einer nicht mehr in Betrieb
befindlichen alten Rohrleitung des Baroper
Walz=
werkes hatte ſich aus noch nicht feſtgeſtellter Urſache
Gas angeſammelt, das explodierte. Dabei wurden
insgeſamt vier Arbeiter durch umherfliegende
Eiſen=
ſtücke verletzt. Einer der Verletzten iſt im
Kvanken=
haus an einem Schädelbruch geſtorben. Eine
Kom=
miſſion iſt mit der Unterſuchung des Unglücks
beauf=
tragt worden.
Ein betrügeriſcher Autohändler geflüchtet.
Der Aurohändler Anton Grüters, der Beſitzer des
„Autohauſes Phönix” in der Bismarck=Straße in
Charlottenburg, iſt nach Verübung
umfang=
reicher Betrügereien geflüchtet. Grüters hat
zahl=
reiche Wagen in Kommiſſion genommen, die Autos
weiterverkauft und das Geld für ſich behalten. Die
veruntreuten Summen belaufen ſich nach den
bis=
herigen Feſtſtellungen auf etwa 40 000 Mark. Der
wahre Umfang der Betrügereien, der vermutlich
be=
deutend größer iſt, wird erſt durch die weiteren
Er=
mittlungen feſtgeſtellt werden können.
Aufſehenerregender Selbſtmord einer Breslauer
Opernſängerin.
Breslau. Die erſt ſeit dieſer Spielzeit dem
Breslauer Schauſpielhaus angehörende erſte
Sän=
gerin Dorit Jenny hatte in der Nacht zum Montag
einen Selbſtmordverſuch unternommen. Sie nahm
in ihrer Wohnung eine große Anzahl von
Veronal=
tabletten und mußte in die Klinik gebracht werden,
wo ſie am Samstag morgen ſtarb, ohne das
Bewußtſein wiedererlangt zu haben. Für die
kom=
mende Saiſon hatte ſie bereits eine feſte allererſte
Verpflichtung an die Städtiſche Bühne in Frankfurt
g. M. Der Grund zur Tat iſt noch nicht aufgeklärt.
Die Verkehrskataſtrophe in der Tſchechoſlowakei.
Prag. Die Verkehrskataſtrophe im Bereich der
Olmützer Staatsbahndirektion hat am Freitag ihren
Höhepunkt erreicht. Auf zwei Abſchnitten der Strecke
Prag—Oderberg, wo der Schnee 5—6 Meter hoch
liegt, mußte der Geſamtverkehr eingeſtellt werden.
Gegen 130 Züge, hauptſächlich Kohlenzüge, ſind in
den Stationen feſtgehalten worden. Für 48 Stunden
ſind die Tranſit=Güterzüge aus Deutſchland und
Volen nicht auf tſchechoſlowakiſchem Gebiet zugelaſſen.
Auf der Strecke Prag—Pilſen bilden Schneelawinen,
die das Geleis verſperren, ein großes Hindernis für
den Verkehr.
Nobile iſt ſchuldig.
Nobile, Mariano und Zappi aus der
ikalieniſchen Armee ausgeftoßen.
Dr. Behounek, der tſchechiſche Teilnehmer an der
Nobile=Expedition, iſt jetzt von Rom nach Prag
zu=
rückgekehrt und veröffentlicht dort den Spruch des
Gerichtes, das über General Nobiles
Nordpolexpe=
dition abgehalten wurde. Nach ſeiner Mitteilung
waren die Zeugenausſagen der Ausländer gegen
Nobile ſehr maßvoll, beinahe entſchuldigend. Die
italieniſchen Teilnehmer traten jedoch ſehr ſcharf
gegen ihren einſtigen Führer auf. Sie erklärten, daß
nur er die Schuld an der Kataſtrophe trage. Das
Unglück wäre durch die Ratloſigkeit des Generals
und die Unzuverläſſigkeit bei der Führung des
Luft=
ſchiffes entſtanden. Schwere Vorwürfe wurden auch
gegen Zappi und Mariano erhoben, die den
ſterben=
den Malmgreen im Eiſe liegen ließen. Prof.
Be=
hounek kann ſich ihr Verhalten nur ſo erklären, daß
ſie vor Furcht wahnſinnig geworden ſind — ſonſt
gebe es für die beiden keine Entſchuldigung. Alle
drei ſind inzwiſchen aus der italieniſchen Armee
ent=
laſſen worden.
Mutter und Kind vom einfahrenden Zuge
getötet.
Paris. Ein Unglücksfall ereignete ſich am
Freitag im Bahnhof von Juſſey bei Veſoul. Eine
Köchin wartete dort mit ihrem dreijährigen Jungen
auf den Zug. Der Kleine lief in einem unbewachten
Augenblick auf die Eiſenbahnſchienen, kurz bevor der
Zug einfuhr. Die Mutter ſtürzte ihm nach, um ihn
zu retten, doch wurden beide von dem einlaufenden
Schnellzug Paris-Baſel erfaßt und getötet.
Vier Bergleute bei einem Verkehrsunfall
getötet.
London. In der Nähe von Burham ſtürzte ein
mit Erz beladener Zug um. Vier Bergleute, die mit
dem Zuge fuhren, wurden dabei getötet.
Wölfe in Frankreich.
Paris. Die Nückkehr der kalten Witterung wirkt
ſich beſonders im Devartement Haute=Loire aus. Bei
einer in dem Walde von Azerat abgehaltenen
Treib=
jagd wurden neun Wölfe geſehen, von denen einer
erlegt werden konnte.
Der leuchkende Porzellankurm.
Die Induſtrie zeigt auf der Eommenden Leipziger
Frühjahrsmeſſe den leuchtenden Porzellanturm. Im
Gewand von über 10 000 Taſſen, ſchimmernd im Licht
der Sonne und im Glanz tauſendkerziger Lampen,
verkündet der Porzellanturm die ewige
Verbunden=
heit von Licht, Sauberkeit und Hygiene, die Licht=
und Schmuckwirkung des Porzellans. Unſere
Nach=
barn, die Holländer und Schweden, bekannt wegen
ihrer Tiſch= und Eßkultur, wiſſen Porzellan
aller=
dings mehr zu ſchätzen als wir Deutſche; beträgt
deren Verbrauch an Porzellan doch ein mehrfaches
des Unſrigen, weil Porzellan den ſchönſten Schmuck
des Heims bedeutet und an Sauberkeit und Hygiene
von keinem Stoff übertroffen werden kann. Alle
Speiſen halten ſich bekanntlich am längſten in
Por=
zellan, und an Schönheit der Formen und Dekore
ſteht das deutſche Porzellan nach wie vor an der
Spitze der Weltproduktion. Ueber 50 000 Arbeiter
und Angeſtellte leben von dieſer Induſtrie, deren
Produktion zur Hälfte ins Ausland geht und unſere
Handelsbilanz verbeſſert. Schon einmal ſind die
Taſſen am leuchtenden Porzellanturm über eine
Woche lang Regen und Sonnenſchein ausgeſetzt
ge=
weſen. Dem Material hat dies nicht im geringſten
geſchadet. Wenn man ſich vergegenwärtigt, wie andere
Geſchirre ausſehen würden, wenn ſie eine Woche lang
im Freien angebracht und nach 6 Monaten Lagerung
nur leicht abgewiſcht wieder aufgehängt würden,
erſcheint die Idee des Porzellanturms in einem ganz
beſonderen Lichte: Nur dieſes Material Eann für
Säuren unangreifbar ſein, vor Bakterien ſchützen
und wahre Hygiene bedeuten. Porzellan zeigt aber
auch die Kultur des Hauſes.
Exploſion in einer tſchechoſlowakiſchen Fabrik.
Prag. In der Nähmaſchinenfabrik der Firma
Lada in Sobieslau wurden durch die Exploſion eines
Emaillierofens alle in den Arbeitsräumen
beſchäf=
tigten 18 Arbeiter verletzt. Eine Arbeiterin iſt den
Veletzungen erlegen. Drei weitere Schwerverletzte
hofft man am Leben zu erhalten.
Schwere Bluttat des Albaneſen Zia Vuceterna.
Belgrad. Der Albaneſe Zia Vuceterna, der
na chdem Mord an ſeinem Landsmann Alcibiades
Bebi aus der Tſchechoſlowakei ausgewieſen war, hat
am Freitag in Südſlawien eine dreifache Buttat
verübt. Vuceterna hatte ſich nach ſeiner Ausweiſung
zuerſt nach Belgrad begeben. Von dort reiſte er am
Freitag nach Albanien ab. Im gleichen Zuge fuhr
auch der Sektionschef Sowitſchitſch. In der Station
Jankowtſchi ſtürzte Vuceterna plötzlich in das Abteil
des Sektionschefs und ſchoß ihn nieder. Sawitſchitſch
war ſofort tot. Der Zug wurde zum Halten
ge=
bracht und die den Sebtionschef begleitenden
Gen=
darmen verfolgten den flüchtenden Attentäter, der
mehrere Schüſſe abfeuerte, wodurch ein Gendarm
und ein Poliziſt getötet wurden.
Großgerberei durch Feuer zerſtört.
Paris. In Courjean bei Bordeaux iſt am
Frei=
tag eine große Gerberei durch Feuer zerſtört worden.
Der Schaden beträgt 2 Mill. Franken.
belbſtmord des berühmkeſten
öſter=
reichiſchen Kinderarzkes.
Prof. Dr. Clemens Freiherr von Virquet,
ektor der Wiener Univerſitäts=Kinderklinik,
t ſich mit ſeiner Gattin durch Kohlenoxydgas
giftet. Profeſſor von Pirquet wurde 1874
ge=
uren und war 18 Jahre lang ordentlicher
Pro=
ſor der Univerſität in Wien. In den erſten
jedensjahren war er Generalkommiſſar der
nerikaniſchen Kinderhilfsaktion in Wien. Seine
llgemeine Beliebtheit ſtieg ſo ſehr, daß er für
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 9
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Es gibt eine Großmacht in der Welt, die
niemals geſtürzt werden wird, weil ſie ſtets
und überall in der Maforität iſt: das liebe
Publikum! — Hören wir, wie ſich dieſes
Publikum in den Augen derer ausnimmt, die
ihr Beruf zwingt, ſich tagaus tagein mit ihm
zu beſchäftigen.
Der Chauffeur ..."
icbe‟ Publikum? Das Beiwort ſoll natürlich
emt ſein. Und wer es in dieſem Sinne benützt,
eaten, daß das liebe Publikum nicht weniger als
ehrlich ſein und ſagen, daß ſich die Verhältniſſe
it etwas gebeſſert haben. So ausgeſprochen und
mich für die Herren entſcheiden. Sie ſind korrekter, wiſſen
von Anfang an, wohin ſie fahren wollen und behandeln uns
weniger von oben herab.
Wir verlangen nicht, mit ausgeſuchter Höflichkeit
behan=
delt zu werden, aber „ſchneiden” muß man uns ja auch nicht.
Schließlich fahren ſehr viele Kollegen eigene Wagen und
ſchließen als ſelbſtändige Unternehmer einen Leiſtungsvertrag
auf Gleichberechtigung ab.
A. F.
Der fliegende Buchhändler ..."
Das Publikum, das zu mir kommt, iſt in drei Arten
einzuteilen: ſolche, die bloß kramen und ſchnüffeln wollen,
ſolche, die was kaufen, und ſolche, die klauen. Die erſten
ſind die häufigſten, die zweiten die ſeltenſten und die dritten
unregelmäßig. Den Schnüfflern ſehe ich meiſtens an, ob ſie
einmal Kunden werden — ich habe nämlich feſte
Stamm-
kundſchaft! — die behandle ich dann ſehr entgegenkommend,
empfehle ihnen dies oder jenes Buch und fange
Unterhal=
tungen mit ihnen an. Für die Stammkunden habe ich unter
meinem Wagen ein geſchloſſenes Fach, in dem ich Bücher
aufhebe, für die ſie Intereſſe haben. Den Dieben, es ſind
mneiſt ſehr junge Burſchen, haue ich gewöhnlich nur den
Buckel voll. Sur Polizei gebracht habe ich nur einmal einen
von den Kerlen; der hatte aber auch einen ganzen
Kartoffel=
ack mit Broſchüren von meinem Wagen angefüllt, dort,
wo „alles für nur zwanzig Pfennig” liegt und wo ſehr gute
Sachen dabei ſind!
Komiſch iſt, daß nur ſehr wenig Frauen an den
Bücher=
wagen kommen; ich glaube, ſie ſchamen ſich, weil man
glau=
ben könnte, ſie haben nicht genug Geld, um in eine
Buch=
handlung zu gehen. Dabei kommen eine ganze Menge Pro=
ſonals zur Verfügung ſteht, die Bedienung nicht gleich
ent=
gegenfliegt. Eine auf dieſe Catſache hinweiſende
beſchei=
dene Erklärung wird in den höchſten Cönen und etwa mit
folgenden Worten zurückgewieſen: „Ich werde von dieſer
Unaufmerkſamkeit Ihrem Chef, den ich perſönlich ſehr gut
kenne, berichten!” Armer Herr 9. S., was hätten Sie zu
tun, wenn Sie all dieſen „Verbrechen” wirklich nachgehen
müßten. Verehrtes Publikum, glauben Sie mir, daß wir es
alle mit unſerem Dienſt am Kunden ſehr, ſehr ernſt nehmen,
und daß wir, vom Lehrling aufwärts, alle bemüht ſind, Sie
in jeder Hinſicht zufrieden zu ſtellen. Und doch ſchmerzt
einiges in Ihrem Cun.
Unſere verehrten Damen laufen von Etage zu Etage,
ſind Stammpublikum und finden doch nie den Sahrſtuhl
oder die Kaſſe, auch wenn ſie unmittelbar davor ſtehen.
Das liebe weibliche Publikum fragt, ſo wie es nur einen
Angeſtellten ſieht, nach dem und jenem Lager. Der gute
Gott behüte das arme Geſchöpf vor einer irrigen Auskunft.
Soviel Seit hat die unabſichtlich getäuſchte Kundin immer,
ſich die „dumme Pute”, die ihr den falſchen Beſcheid
gegeben hat, zu ſuchen und über ſie die bitterſten Vorwürfe
ergehen zu laſſen.
Die meiſten Damen werden ſchon vor dem Beſuch des
Kaufhauſes nervös, laſſen es aber nicht gelten, daß die
armen Cierchen, die Angeſtellten, auch entnervt ſind und ſich
in der Lage dieſes oder jenes Lagers irren können. Bitte,
mehr Geduld, gnädige Frau, und auch mehr Sicherheit
beim Einkauf, damit die vielen Umtauſche vermieden werden.
Denn natürlich haben nur die Verkäuferinnen ſchuld. Sie
hätten Ihnen unbedingt dieſes und nicht jenes
ver=
kaufen müſſen.
Die Garderobenfrau . . .
Du lieber Gott!. Mit dem Publikum dürfte man mir in
meiner Freizeit eigentlich gar nicht kommen. Es genügt,
wenn ich meinen Arger jeden Abend und am Sonntag
nach=
mittag habe. Aber ſie ſollen recht haben. Vielleicht wird
das Publikum leſen, was ich hier ſage und ſich dann beſſern.
Na, wiſſen Sie, glauben tu ich ja nicht daran. Aber weil
Sie ſchon da ſind ..
Ich kann mir nicht denken, daß es noch einen Beruf
gibt, außer meinem, der mit dem Publikum mehr
zuſammen=
kommt. Wiſſen Sie, ich meine, Publikum iſt immer das,
was in Maſſen kommt. Alſo, ich meine, die Leute, die ſo
nacheinander zum Sahnarzt kommen, ſind kein Publikum,
das ſind Klienteln, oder wie man das ſagt. Aber zu uns
kommt richtiges Publikum. Das iſt wie aus einem Stück
gegoſſen, was da vor uns armen Menſchen hinter dem Pult
ſteht und ſchreit und ſchimpft, wie irgendein Cier mit tauſend
Köpfen.
Das nenn ich Publikum!
Darin iſt es ein Stück, daß es gleichartig böſe iſt und
gleichartig ſchimpft. Aber wenn ſie kommen und gehen und
ihre Sachen bringen und holen, ſind ſie auf einmal nicht
mehr ſo einig. Stoßen und drängen und möchten einander
Rf44
uun werden Sie eben nicht Schofför, wenn Sie
nicht wechſeln können!!
ruich g/Rüirt lieb iſt das Publikum zu meinen Berufs=
Negen I mir ja nicht gerade. Aber böſe iſt es auch nicht.
eun ia has Verhältnis des Publikums zu uns rihtig
Sdrück evoſ, möchte ich jagen: es behandelt uns mit einer
Fichen 40 ungeheuchelten Intereſſeloſigkeit.
Wir a0 Damit zufrieden, oder wenigſtens die älteren
Negen g b damit zufrieden; die, die noch andere Seiten
MNr 90 M. Dieſe Seiten ſind noch nicht lange vorüber.
* Autubſchke als ſolche iſt ja ſchon alt, die erſte ſoll
EA vor2hif ig Jahren gefahren ſein, aber ſo richtig popu=
* wurdcht e erſt nach dem Kriege. Und in dieſen Jahren
dems liege ſind gerade Leute gefahren, die — vor dem
Mrege A micht gefahren wären. Och möchte ſie nicht
Rüde A Renhe nennen, denn das muß man doch nicht ſein,
Hnint meh ch einmal eine Droſchke leiſtet, aber es waren
9 Ale’slen, die betonen wollten, daß ſie es ſich leiſten
Der glaubt, ich ſei eine billige Leihbibliothek.
Immer ſind ſie alle zuerſt dageweſen.
am liebſten auffreſſen, die Leute. Aber zum Schluß einiget
ſie ſich dann wieder, auf uns zu ſchimpfen.
Ja, wir haben es natürlich ſchwer, Sie haben auch recht,
wenn Sie ſagen, daß oft zu wenig Arbeitskräfte zur
Ver=
fügung ſtehen. Aber ich ſage Ihnen, es würde an den
Garderoben auch dann Klamauk geben, wenn die
Arbeits=
kräfte ſo zahlreich wären wie das Publikum ſelbſt. Die
Mäntel und Hüte und anderen Klamotten müſſen doch
ge=
ucht und gefunden werden, und darf man ſie auch nicht nur
Aananannar
[ ← ][ ][ → ] ſo berumſchleifen, o, das will alles ſachte angefaßt werden, ſonſt
geht das Geſchrei erſt recht los. Und, ſehen Sie, das alles dauert
doch auch ein, zwei Minuten. Und das iſt dem Publikum ſchon
zuviel. Es hat auf einmal keine Seit.
Ich würde Sie bitten, einmal mit der Uhr aufzupaſſen, wie
lange die Bedienung ſo eines Schrelers, oder meiſt ſind es
Schreierinnen, dauert. Wenn es viel ſind, ſo drei Minuten.
Aber das iſt ſchon ſehr, ſehr lange. Länger muß keiner warten.
Ich meine, wenn einer auf drei Stunden ins Cheater oder auf
acht Stunden zu einem Ball geht, kann er ruhig ſochs Minuten
in der Garderobe zubringen, ohne zu ſchimpfen.
Nein, mein Herr, beſſer wird es niemals werden. Daran
glaube ich nicht. Vielleicht wird man uns einmal durch
irgend=
einen Automaten erſetzen. Dann wird das liebe Publikum über
den fluchen. Der kann es dann freilich ertragen, der hat dann
eiſerne Nerven....
Und wir haben ſa nur ganz gewöhnliche....
Der Silmſtar (Fritz Kampers)..."
Sch dauke meinem Geſchick, daß es mir vergönnt iſt, wenn
ich vom Publikum ſpreche, wirklich ſagen zu können: das liebe
Publikum. Ohne Anführungszeichen, denn gegen mich iſt es
wirklich lieb.
Früher, als ich noch ſchlechte Menſchen ſpielte, vom Mörder
aufwärts, da paſſierte es mir oft, wenn ich in Geſellſchaft
vor=
geſtellt wurde, daß das liebe Publikum ſehr erſtaunt darüber war,
daß ich im Leben gar nicht ſo niederträchtig ausſoho, wie ich
mſch im Film laut Manuſkript benehmen mußte. „Ach, Sie
ſind ein Ekel”, oder „Sch hätte Sie vergiften können”, das
waren gewöhnlich die mehr oder weniger freundlichen Worte,
die ich hören mußte. Kein Menſch kannte mein wirkliches
Geſicht, denn ich mußte meine angeborone Gutmütigkeit (ich bilde
mir wenigſtens ein, gutmütig zu ſein) durch eine brutal wirkende
Maske, einen martialiſeh geſträubten Bart oder ein zugekniffnes
Auge verdecken. Bis ich endlich dank der Güte elnes
ſcharfſich-
tigen Regiſſeurs, den mein Vorſtrafenregiſter (ich habe im Silm
mindeſtens 80 Jahre Zuchthaus bokommon, ganz abgeſehen von
den verſchiedenen Hinrichtungen) nicht ſtörte, auch einmal im
Silm lächeln durfte und ſo ausſehen, wie z. B. zu Hauſe nach
einem guten Eſſen, oder in Geſellſchaft einer relzenden Brau.
Schließlich kam dann der Silm „Wochenendzauber” und von
da an fing das Publikum an, wirklich lieb zu mir zu ſein. Auf
der Straße grüßt ileh die Jugend mlt „Brltze”, und wo ich auch
binkomme, ſtoßen ſich die Leute an: „Das iſt der Wilhelm aus
Worhenendzauber” oder der „Bertram”, oder der „lange Maxe”,
und das liebe Publikum ſehaut mich dabei immer lieb an. Das
macht nicht nur große Sreude und ſpornt zu neuer Arbeit an,
nein, ſoder liebe Blick des Publikums, jeder Applaus, jedes
neue Autogrammgeſuch koſtet dem hochverehrten Direktor eine
rocht beträchtliche Erböhung der Gage, wodurch wieder meine
Freude bedeutend erhöht wird.
Darum von Herzen: Liebes Publikum, ſei weiter recht lieb
zu mirl
Sie ſollten auch einmal nach Ascona fahren, hören Sie?
Vom Gottbard geht os nach Bellinzona hinab, und ſchon
dies iſt Wobltat: aus dem grauen, naſſen, mehr oder minder
kalten Norden, aus dem Norden mit dem zumindeſt ungewiſſen
Sonnenſchein hinüberkommen in den Ceſſin, wo das Licht, die
Wärme verbürgt iſt, wo der Sonnenſchein, wo die warme Luft
Dio Reiſebelcanntſchaft.
Von Georg Grabenhorſt.
Frau von B., zu deren Freunden zu jählen ich den Vorzug
habe, iſt heute eine Frau von vierzig Jahren, die ſo gut ausſieht,
daß ſedermann ſie für fünfundzwanzig hält und Gefahr läuft,
ſie=
mit ihrer erwachſenen Cochter zu verwechſeln.
Dieſe erwachſene Cochter nun verreiſte geſtern, zum erſten
Male allein, und ich ließ es mir nicht nehmon, bei dieſer
offi=
ziellen Gelegenheit auf dem Bahnſteig zu ſein.
Frau von B. vermied es zwar, ihrer Cochter am
Abteil=
fonſter ſene im vergangenen Jahrbundert üblich gewordenen
Ermahnungen und Natſchläge mitzuteilen, darin ſich auch heute
noch violfach die mütterlichen Empfindungen in letzter Minute
zu verſammeln pflegen — aber als wir durch die Sperre dann
zurückgingen, konute ſie eine gewiſſe Bewegung doch nicht
gan=
verbergen. Ob ich etwas vor hätte, arbeiten oder ſo? Sch?
Gott bewahre, ich habe nie etwas „vor” und gar arbeiten. . . ?
„Gnädige Frau, wie kann in Ihrer Gegenwart überbaupt
davon die Nede ſein?“
Wir ſetzten uns alſo in die Briſtol=Diele und tranken
Mokka.
„Es läßt ſich nicht leugnen,” ſagte ſie und verſuchte das
achte Stück Sucker in ihrem Cäßchen unterzubringen, „die erſto
Reiſe allein iſt doch immer ein Erlebnis, auch beute noch ..
Jch reichte ihr mein Etui binüber.
„Ein Erlebnis, hu, warum nicht? Unter Umſtänden ſogar
eln ſehr bübſches. . ..
nmal das
Arer ſie ſchüttelte den Kopf und bile=
Streicbbolz aus.
daſteht als ein gebauter Naum mit unerſchütterlichen
Funda=
menten und Mauern, wo die Crockenheit wicht beklemmt, weil
auch ſie eine Sorm der Uppigkeit iſt. In Bellinzona zweigt ſich
die Bahn gegen Locarno ab; nach einer halben Stunde glänzt
der Lago Maggiore im Licht des Nachmittags. Die Palmen
werden zahlreicher; die Stützen der Neben ſind Granitpfoſten
„Nein, ich muß es Ihnen erzählen, ſo dumm es iſt. Wenn
Sie nur nicht immer das Streichholz zu früh anzünden wollten
Das lernen Sie nie. Alſo hören Sie: mein erſtes Abenteuer, eine
Neiſebekanntſchaft. Ich war achtzehn, und auf Cantenbeſuch.
Mama hatte mich gebracht. Nun ſollte ich allein zurück. In
Berlin würde Mama natürlab an der Bahn ſein. In
Braun=
ſchweig ſtieg ein Abgeordneter ins Coupé, das weiß ich noch
genau. Er hat es mir nicht erzählt, daß er einer war, er war
liebenswürdig und ſchweigſam, aber eben darum. Ich glaube,
Abgeordnete ſprochen deshalb ſo wenig, weil ſie ſparen müſſen,
nicht an Diäten, ſondern an guten Einfällen. Nun, ich will mich
nicht über ihn beklagen. Als ich hinter Magdeburg aus dem
Speiſewagen zurückkomme, iſt er nicht mehr da und an ſeinem
Platze, meinem gerade gegenüber, macht es ſich jemand anders
bequei. Komiſch, das Abteil gehört einem ja nicht, und doch
betrachtet man einen Freiden in ſolchem Augenblick als
Ein=
dringling und pocht, wenigſtens in ſeinen Gefühlen, vielleicht
ſo-
gar in ſeiner Haltung, auf ältere Nechte. Ich beachtote ihn alſo
nicht im geringſten. Oſtentativ nicht.
Allmäblich jedoch gab ich dieſe Bemübung auf. Er ſab
nämlich gut aus, obne Sweifel. Er war auch kein Abgeordnetor.
Er bot mir ſeine illuſtrierten Blätter an, und ich bewunderte
nicht nur wie korrekt er das tat, ſondern auch was für eine
angenebme Stimmo er batte. Ich verſtehe die Blinden ſo gut,
die nach der Stimme eines Menſchen allein Sumpathie
emp-
finden. Ich bielt ihn übrigens für einen Offizier in Sivil. Er
war gut angezogen und batte dabei dieſe eigenartigen
Bewe=
gungen, die ich nicht weiter beſchreiben kann, die nun einmal alle
haben, die die Uniform gewobnt ſind und nur alle Juboljabre
mal die Sreibeit einos Jacketts genießion. Er batte ſtahlgraue
Augen, aufallend ſchöne, nervige Hände und einen Schnurrbart
der etwas melancboliſch über die Lippen berunterbing. Heute
Sie nebmen den Autobus nach Ascona oder, mit
mehr, ein Caxi. Wenn Sie Seit haben und geit
geſcheit iſt, hat immer Seit), ſo warten Sie
dae-
von Locarno ſüdwärts über den Lago führt undde
vor Ascona landet; manchmal iſt auch ein
Moc=
die Luxuriöſen. Warten Sie ein Schiff ab, ich
ſie derweilen eine Caſſata bei der ſchönen Srar.
werden ſehen, was eine Caſſata iſt! Man
Ascona von der Waſſerſeite zu erreichen; ſo, wir
Meſtro über den Babndamm nach Benedig fal?t
dern von Suſina her mit dem Schiff, das nakl
anlegt. Ascona wendet das Geſicht gogen den
dem Städtchen — oder iſt es eigentlich ein Dorf,,
nicht in den Nücken fahren. Ascona ſchaut auf)
wärts; es ſchaut auf die Bucht, und aus der
es anſchauen, Antlitz gegen Antlitz. Vergiſimen
roſarote Häuſer, eremegelbe und weiße, alle alt.
niſche Weiſe einfach, alle zlemlich groß und etwar
ſäumen das Ufer — die Niva von Ascona, A
Ascona. Da und dort ſchauon die Bäume eine:
die graue Steinmauer, die mürb ausſteht und
Ja: ſo und nun ſind Sie da.
Nun müſſen Sie mit Ascona zuwege komm
Dies iſt nicht ganz einfach; ich habe es erleb
jedes berühmte Bebagen vom erſten Augenblichkel
währ leiſten! Vielleicht iſt Ascona gerade otwan
fatalere Schwierigkeit: Ascona iſt nicht leicht
meine: die ganze Situation, die Astona heißt
und=Dran, die Landſchaft, das Verbältnis des C
ſchaft. Eben darum habe ich geraten: kommen S
— damit ſie mit einem feſten Bild beginnen; dass
ein feſtes Bild.
Indeſſen, man iſt da; man bewegt ſich
hinei=
ich brachte eigentlich nicht das Gefühl zuſtande,
verlor das Gefühl der eigenen Gegenwart an 9e.
Aber man muß ſich um derlei nicht kümmern; Hi.
Suſtand der milden Sdiotie ſogar dankbar hinrn
Serien, und dies iſt am Ende ihr rechter Stil.
Es gibt im übrigen allerlei da drunten, da
Es gibt: Das Café Centrale der Signora &
ermüdeten Sügen die Unſterblichkeit lateiniſcher
ſie bereitet einen Espreſſo, der Cote weckt, eine!
dem der Süden alle Schwedenpunſche ſchlägt, obmn
nötig hätte. Verräte ich, daß dies glühende Geire‟
Num, Sitrone, Vermouth und etlichen anderen
iſt, ſo beißt dies nichts, denn es fehlt die perſol”
Menſchenhand der Signora Maria.
Es gibt: Wege, ſchmale Wege, zwiſchen
uralten Mauern, unverputzten Mauern, über 9e
würde ich dieſen Mann, ſchon wegen des Schnuf..
ſcheinlich gräßlich finden, aber damals, muß ich 980
es ſind immerbin zwanzig Jahre her —, fand i9
wir, durcbaus beachtenswert.
Ich fand es ſo unerbört ſpannend und 0b
einom Fremden zuſammon allein im Abtell !A
Berlin zu fahren, und freute mich im Voralt.
Augen, die ſie machen würde, wenn ſie uns zMldk.
ſäbe. Das konnte eine pracbtvolle Szene gebel.
Der Hauptmann (ich kalkulierte ihn auf fll:
vierzig, wie Onkel Cbeo, der damals auch gele
geworden war) legte ſchließlich die Heitungen
kamen in ein Geſpräch. Ein ſehr geſchaltes OeſP.4
dabin noch keins geführt batte. Ach, ich weiſt Neitt
damals heftig für Nichard Wagner, ich haite 9u
gebört und floß über davon. Der Hauptmanll. Ai
Verdi entgegen, ereiferte ſich für Carmen Ale."
meinom Entſetzon ſo gründliche muſikaliſche ſellte
Entbuſiasmus ziemlich ins Gedränge kam Mie
wütend war. Aber er batte dann wiederunl Ll
Art, meine mangelhafte Wiſſenſchaft, meiſte. Se
ſchonen, daß ich im nächſten Augenblicke wied‟"
entzückt war.
Ja, ich begann für dieſen Mann da eihe.
was ich bis zu dieſem Augenblick weder für Ale.
digen Vetter Leutnants empfunden hatte, nochl !
Näte und Aittmeiſter, die in Allamas Salon 10l
vom Wetter ſprachen und von Veiſen nach dell *
ich war nicht verliebt, aber irgendetwas it. Let
ſeintv
grauen Augon, irgendetwas in dem Rlang
ſeinein ganzen Weſen, das zugleich etwas 2igehicht.
Offizielles, ja, Rüblos, und wieder auch Findlich.
Fund/ irgeformten Blätter der Seigenbäume ſtehen oder
„wall// errroter Oleanderblüten ein ſanftes Seuer unter
—rpuntzlem Himmel macht; Cerraſſen auf den flachge=
Häuuh, Terraſſen auf denen man ſchlafen kann,
wäh=
r WRtroind mit lauem, dennoch kräftigem Hauch um
und häfen geht und das Sirmament feſtſteht mit
und Nilchſtraße, ob auch Sternſchnuppen durch das
fahzmn ie ein Seuerwerk; Tuder mit zahmen Ka=
Bdah, auf denen man in der Dämmerung und in die
ünelzaz roten Nobbiole trinkt und den roten Freiſa,
ument i Champagner.
Crſtria des Signor Quattrini, dieſe Crattoria, die
„worm hrica” im Schilde führt, ſo daß man an den Horaz
nuß,/ Trattoria Quattrini mit der kühlen Vigna, wo
ſen ſylun Granitpfähle und Granitbalken ranken und
ottoß varr mit etwas zuviel Safran), die Siſche, der
rroſxi, ider Aſti aus Muskatellertrauben, der
Saba=
s (2.1 und Marſala köſtlich ſchmecken.
rtenᛋſt weißen und roten Oleandern, immer wieder
inach Vanille duften, aber angenehmer als Va=
Arosen nur gleichnishaft; Gärten mit einer Sülle
Aliem, ä-ten mit hundert Blumenarten, Blumengärten,
ſind//v gtwas müde vom heißen Sommer —
Blumen-
die Auch;Frauen im koſtbarſten Alter, Frauen von vier=
*dein ikelgrünen Sedern ſtehen.
ſlich /weizende Fahrt nach Magadino, drüben am an=
7MWbendeſſen im Garten des Albergo Suiſſe.
allesl Es gibt die Straße hinab vom Monte
ſchiſte mit der Sicht auf Ascona und den See. Sie
ge — und herrlicher bei Nacht; dann ſind die
19 bann ſcheinen ſie ſchwarzer Samt zu ſein, Licht
iarpenlampen hochgeworfen nur in der
aufragen=
wihrer Hauswände — in breiten goldgelben
Strei=
ſttwen Schwärzen überſchnitten werden. In einem
Atem unten ſieht man die Arbeiter Boccia ſpielen;
anß nänt eine ſaubere Bühne zu ſein; die Spielenden
bMittte Komödianten oder Marionetten, ſie ſind wie
om usues Callot. Drunten im „Nipoſo” oder im
„Ao wird getanzt; die Muſik flattert herauf,
ver=
n nceg lächerlich, ein wenig heillos — man hört es
ten Ahhütes aus dieſer geweihten Höhe des Stand=
Jetzſ inst der Campanillo an und ſeine uralten Cöne
Onumkwps in den See, bröckelnde Nuinen eines
Glocken=
us eitch enen Jahrhunderten. Von Süden her kommt
chnetl 4d feindlich das Scheiwerferlicht des
italieni=
pboctt Oer ſchöne Augenblick iſt erſtochen.
„Sur ſinMlufs dem Höhenweg nach Nonco gegangen, hoch
nuie Milan?hm. See, der einem Strome gleichen würde, wem
hiNl AN4. Dieſer Weg war das Paradies. Wir ſtiegen
TLartſ. Es iſt eine beträchtliche Anſtrengung geweſen.
„ Men Lie=See weithin nach Süden reichen, zwiſchen Berg=
Fanh imer wieder ein abgeſchnitten-blinkendes Stück
Ma99/4 zum Vorſchein, weit hinaus. Auf halber Höhe
Wergeßy einer Mulde, funkelt ein Alpſee, weiß von Licht
Duee, 5ir tranken und aßen in einer Bergwirtſchaft.
Nedienhe war hübſch. Wir ſagten fragenden Cones:
Mina ?7 Imwra?” Sie antwortete ironiſch: „6 10 stesso‟
NaSlege— kommt auf eins heraus).
N 1a4 Arnendetwas an dieſem fremden Menſchen nahm
Md92 Memmer wieder mußte ich ſeine Hände angucken,
i9 AIlſchön waren, und es war mir oft, als ginge
RL Eu yHeime Kraft aus. Von ihnen berührt zu wer=
Eim MDdomke, der mich merkwürdig, faſt etwas ſchauer=
Sder L um, lachen Sie nicht, ich meine es ganz ernſt=
Diele Aſidze hatten etwas Unheimliches.
We Wch eißs, die Ungewöhnlichkeit der Situation, des zu=
De2xun in der Eiſenbahn, das Gefühl des Allein=
Hiu, Dnliem eben noch völlig Unbekannten, von dem ich
Samestuickte noch ſonſt ein Perſönliches, der hier zwei
Oian. mit mir zuſammen im Abteil laß, ein wenig
Siſon l atzte, in Berlin irgendwo ausſtieg und überm
FUnſere Unterhaltung und meine Bekanntſchaft
St Da — dieſer Reiz des Einmaligen, Vorübergehen=
We Eilers kurz, kam hinzu, und ich wußte nicht, ob
ene EVende Ankunft in Berlin herbeiſehnte oder ver=
Mageich vorgeſtellt, gewiß, aber, wie immer, hatte ich
Sie Tiſt rverſtanden. Solte ich ihn noch einmal fragen
Speich das Geſpräch auf Onkel Choo bringen? Viel=
JSc Erew=Kameraden?. Wer kannte Onfel Cheo
„9 Tons noch ſo entfernte Beziehung fand ſich ja
De-Wkriegte es einfach nicht fertig in dieſem Augen=
Lia peiecire mich”, wie ein kleines Mädchen. Eigentlick
2 Jlaunch noch. Meine Hoffnung blieb Mama. Er
I Da ſtelen. Natürlich würde er das. Und bei uns
SunenA Aulo. Aber verliebt war ich keineswegs, bitte.
Mr 2 ſto ausnehmend intereſſant.
Bei=
D8 Potsdamer Bahnhof. In Charlottenburg
r Geätk. Er half mir in den Mantel, ſprach
Sellegeſellſchaft und wie lehr es ihn gefreut
Vorn, gegen das Delta der Maggia hin, liegt der „Lido‟
von Ascona. Eine grüne Wieſe, Bäume wie bei uns, eine
heimelig=nördliche Landſchaft. Ein langer Sandſaum davon mit
hundert nackten Kindern, die ſpringen, die mit Sand bauen und
ins Waſſer patſchen; ihre eingebrannten Körperchen leuchten
orange. Signor Antognini, mit dem Kopf eines Malateſta,
hakenmäßig, ſtarknackig, einen blauen Blick von luziferiſcher
Strenge entſendend, ſchreitet über den Strand, der ihm gehört;
vollkommen ſchön wie ein griechiſcher Paläſtrit, breitſchulterig,
ſchmalhüftig, die Knieſcheiben eingetieft, nicht vorgeprellt, mit
einer braunen Muskulatur bekleidet, deren Mächtigkeit das edle
Maß nicht verloren hat. Wir liegen den ganzen Cag zum Baden
umher und eſſen Crauben, Birnen, rieſige Pfirſiſche. Die Berge
um den See ſtehen wie mit Eiſen eines Bildhauers geſchnitten.
ihr Form hat mehr Ordnung, ich möchte ſagen: mehr menſchlich
ſchöne Willkür als das Gebirge bei uns; die Gebirge unſerer
Heimat ſind ſozuſagen naturaliſtiſcher. Die Schatten fangen an
ſchwerer zu werden, ihre dumpfe Bläue liegt früher da, dichter,
preiter, länger als vorgeſtern, die Grünheit der beſonnten Höhen
enthält ein leichtes Voſtrot — der Herbſt iſt gekommen.
Ach, es iſt ſchön hier! Man gibt ſich über nichts genau
Rechenſchaft, man iſt ſeiner ſelbſt und der Dinge umher nicht
ganz ſicher; aber man iſt drinnen in dem Zuſtand, der „Ascona‟
heißt.
... Und abends die Cerraſſe des Barons, die große Cerraſſe.
über der Ecke der Cerraſſe, dort, wo das Gemäuer des
Gelän=
ders gegen den See und gegen den Himmel vorſtößt wie die Spitze
eines Schiffes — dort ſteht der Corſo einer griechiſchen
Mar=
morfigur, einer Sigur im gelöſten, läſſig=ſanften Stil des
Praxi=
eles, mit bernſteinfarbener Patina. Hinten an der teebraunen
Holzwand ſteht eine Gewandfigur im altertümlichen Stil der
Griechen, roſa wie berauchter Meerſchaum, eine Prieſterin oder
Göttin, Demeter vielleicht, ſicherlich ſechs Jahrhunderte vor
Chriſtus gemeißelt, ſo alt wie der Apoll von Cenea. Die
ge=
formten Steine der Griechen ſtehen unter dem hellen Licht des
Mondes, die Strahlen der Lampen im Hauſe fallen gelber, röter
hinaus in das Licht vom Himmel — miſchen ſich mit dem weißen
Mondlicht vor der Bruſt der Griechen: zwei Andachten als eine.
Im Simmer drinnen ſitzt Edwin Fiſcher am Klavier, lpielt
in=
brünſtig Beethoven. Auf der Cerraſſe erſcheint der
faſzinie=
rende Kopf Fernand Crommeluncks, des belgiſchen
Dramati=
kers, blond, blauäugig, hager, ſcharf profiliert, liebenswürdig,
voll drängender, werbender Wärme. In der verborgenſten Ecke
der Cerraſſe, hinter einer aſiatiſchen Steingöttin mit
kugelför-
migen Brüſten, iſt auf einem Liegeſtuhl Nené Schickele
ausge=
ſtreckt, wortlos abgeſondert, zwiſchen Muſik und Mond,
zuſtänd=
lich, voll jener geſpannten Crägheit, in der die wahre Poeſie
wächſt wie in einem Ackergrund. Ein Schein aus dem Simmer
neben ihm trifft ſeine Brille, ſeinen ſtarken blonden Scheitel,
ſein kräftiges Geſicht mit den feinen Spuren des Erlebens,
Er=
leidens, dies Geſicht, das einem Kleriker gehören könnte, der ein
Dichter wäre. Aus der großen Glastür tritt Annette Kolb;
ſie tritt aus der Cür wie aus Cönen, ſie iſt zerſtreut, iſt
ab=
weſend, iſt vollkommen geſellſchäftlich und wie verirrt — und
ſchon verſchwunden, als hätte ſie nicht eben dageſtanden. Der
Baron bringt ein Glas Wein daher, verbindlich, heiter, geſund,
ein wenig chineſiſch — bringt den Wein, wie ein Glücksgott das
blück.
O, keine Geſpräche über Wagner, lieber Monſieur
Crom-
melunck, verehrte Annette Kolb; Ihr ſeid für ihn, ich weiß es,
und ich kann ſo ſchwer begreiflich machen, warum ich „gegen ihn”
bin! Und keine Geſpräche über bildende Kunſt — denn dieſe
Ge=
fahr iſt da: — Ascona beherbergt Maler, Kunſthändler und
leider auch Kunſthiſtoriker.
Aber in einer Nacht, zwiſchen zwei und drei, geſchah es,
daß Nens Schickele auf einen Ciſch ſchlug; daß er aufbrach aus
ſeiner Verſchwiegenheit wie aus einer Höhle oder einem Buſch
und die Malerei von heute mit einer Philippika in den Boden
ſchlug, vor lauter Fachleuten. Da er kein Fachmann war, konnte
es nicht anders ausgehen, als daß er der Einzige war, der recht
behielt. Es war prachtvoll. Sein Geſicht brannte rot, glühte
weinig unter dem ſchweren blonden Scheitel. Er zerriß das gelbe
runde Paketchen, nach einer Maruland fingernd, die
Brillen=
gläſer ſprühten Licht, die blauen Alemannenaugen dahinter
waren mit elektriſchen Strömen geladen. Ich jubelte. Wir
tranken auf die Alten. Sézanne gehörte zu ihnen ſo gut wie
Pouſſin oder Lorrain.
Sie laufen Gefahr, etwas zuviel Menſchen zu finden, die
mit der Kunſt zuſammenhängen, Sie laufen Gefahr,
Kunſt=
geſpräche führen zu müſſen. Dies muß ich Ihnen geſtehen. Sie
ſtoßen auf Weltanſchauungen. Nehmen Sie ſich in acht. Ascona
ſt Suſtand, Ascona iſt aber auch Weltanſchauung, zwar heute
nicht ſo ſehr wegen der asconiſchen Naturpropheten — ſie ſind
da die letzten ihres Geſchlechts — aber wegen der Literatur und
wegen der bildenden Künſte und wegen der Muſik und des
modernen Canzes. Sie können die mauraise chance haben, das
halbe künſtleriſche Berlin und München anzutreffen, und etwas
mehr!. Aber Sie können auch zu den Borromeiſchen Inſeln
ent=
weichen, oder nach Lugano oder nach dem Comerſee hinüber,
oder, wie wir es einmal verzweifelt und übermütig trieben, nach
Venedig. . . . Oder Sie können ein Schild auf Ihren Asconeſer
Balkon hängen, ſo gut wie Marianna Werefkin, wenn ſie
arbeiten will: „Nicht zu Hauſe‟.
Fahren Sie einmal nach Ascona, Sie ſollten es tun,
ſpä=
teſtens im März, wenn ſich dies Land mit Blumen überſchüttet,
mit Violett und Gelb, Weiß, Blau und Noſa.
habe, ſo nett mit einer ſo hübſchen jungen Dame ſchwatzen zu
können.”
„Das war in der Cat eine Überraſchung ... ."
„Ohol
Aber war es nun nicht wieder ebenſo boshaft wie galant,
mir in letzter Minute noch dieſes Kompliment zu machen?
Er nahm ſeine beiden Handkoffer herunter aus dem Netz
und ſtellte ſie hinaus in den Gang. Der eine hatte eine Form
wie ein Klarinetten-Etui oder ſo ähnlich. Ich riet eine Weile
herum nach dem Inſtrument darin, denn offenbar war es ein
Inſtrumentenkoffer, und fragte ihn dann, platzte einfach damit
heraus: „Am Ende ſind Sie gar nicht Offizier, ſondern Künſtler,
Muſiker? Was für ein Inſtrument ſpielen Sie, wenn ich fragen
darf, bitte? Das iſt doch keine Klarinette?"
Sein Geſicht nahm einen eigentümlichen Ausdruck an,
ſekun=
denlang fixierte er mich. Ich wußte gar nicht, was ihn ankam,
ich hatte doch nichts Ungeſchicktes geſagt? Und für einen
Mu=
ſiker gehalten zu werden iſt doch ſchließlich auch für einen kgl.
preußiſchen Hauptmann keine Schande, wie?
„Mein Fräulein,” ſagte er dann, indem ein flüchtiges
Lächeln um ſeine Lippen huſchte, „Sie haben es erraten, ich bin
Künſtler. Aber ich übe eine ſehr ernſthafte, eine verteufelt
ernſt=
hafte Kunſt..."
Seine Augen ſahen in dieſem Augenblick wie zwei gefrorene
Gallerte aus, daß es mich ordentlich überlief.
„Sie können meinen Namen,” fuhr er fort, während er ſich
den Schal feſter um den Hals zog und in ſeinen Ulſter
ein=
knöpfte, „Sie können meinen Namen morgen früh um ſieben an
allen Litfaßſäulen leſen. Um ſechs walte ich meines Amtes. Ich
bin nämlich — aber erſchrecken Sie nicht, meine Gnädigſte —
nun, ich bin der berühmte Magdeburger Scharfrichter.. ."
Ich erſtarrte.
Er ſtand auf und verbeugte ſich ſteif, eiſig korrekt. Der
Sug rollte in die Halle des Potsdamer Bahnhofs. Er reichte
ſeinen Handkoffer hinaus, das fürchterliche Etui — o, ich ahnte
jetzt, was für ein Inſtrument es beherbergtel — erbat ſich durch
eine Handbewegung auch meinen Koffer, wechſelte ein paar
Worte mit dem Dienſtmann, lüftete noch einmal den Hut und
— war verſchwunden.
Mama war entſetzt über mein Ausſehen, wo ich doch von
guter Erholung geſchrieben hatte. Aber was hätte ich ihr
er=
klären ſollen?
Beim Schlafengehen abends fuhr ich mit einem Schrei
wie=
der aus dem Bette: die kühle Steppdecke an meinem Halſe fuhr
mich an wie eines Hackbeils eiſige Schneide.
Dieſe Vorſtellungen bin ich lange nicht losgeworden.
Swang=
haft mußte ich allen Leuten nach den Hälſen gucken. Ich litt an
Halluzinationen. Ich ſah eine Linie durchſchimmern, eine dünne
rote Linie. Ich kann keine Hände mehr ſehen. Schöne Hände
ſchon gar nicht. Sie balten alle ihre unſichtbaren Beile. Und
die ſehe ich.
Nun, genug davon. Aber finden Sie nicht auch, daß dieſe
Reiſebekanntſchaft für ein junges Mädchen etwas aufregend
war? Sehen Sie, und daran mußte ich vorhin auf dem
Bahn=
ſteig denken. Heute iſt die Jugend ja nicht mehr ſo empfindlich,
oder, was meinen Sie, Doktor?
Ich recke meinen Hals ein wenig aus dem halbſteifen Kragen
heraus und befühle ihn zärtlich.
„Ich meine . . . . was mich betrifft. . ., gnädige Srau,
ent=
ſchuldigen Sie bitte, aber ich liebe das Leben! Ceufel, ich liebe
ee wirklich, und Sie ſollten es ſich abgewöhnen, das Unſichtbare
zu ſehen. Sie ſind außerdem viel zu ſchön und zu elegant dazu,
anderen Leuten das Gruſeln beizubringen. . ..
Unglück in der Abendſtunde!
Vom Unfug des Kartenſchlagens.
Von Oberregierungsrat Dr. G. Heiland, Leipzig.
Die Rechtsfrage.
Crotz aller Fortſchritte der Cechnik, trotz aller
Aufklärungs=
arbeit, die mit allen modernen Mitteln durch die Preſſe, den
Nundfunk, Volkshochſchulen und dergleichen täglich in breiteſte
Schichten unſeres Volkes getragen wird, blüht immer noch, wie
Im Wartezimmer.
ſeit Jahrhunderten, das Geſchäft der Wahrſager. Die Menſchen
luchen immer wieder, auf alle möglichen und unmöglichen Weiſen
ein wenig den Schleier der Sukunft zu lüften. Die Propaganda
für okkulte. Dinge, die in den letzten Jahrzehnten immer mehr
in weitere Kreiſe getragen wurde — ſehr oft von recht
unbe=
rufener Seite — kommt dieſem Wunſch entgegen. Kein Wunder,
daß auch der Weizen der Kartenlegerinnen immer wieder blüht.
Nekordernten hatten ſie während des Krieges. Der Unfug nahm
allmählich derartige Dimenſionen an, daß ſich die Polizei damit
beſchäftigen mußte. Jälle mehrten ſich, daß Perſonen, die das
Opfer von Kartenſchlägerinnen geworden waren, in
Nerven=
heilanſtalten übergeführt werden mußten. Nicht wenige
Krieger=
frauen befanden ſich darunter, welche die Ungewißheit über das
Schickſal ihres Mannes dem Aberglauben in die Arme
getrie=
ben hatte. Man ging gegen die in Frage kommenden
Karten=
legerinnen zunächſt mit Strafverfügungen wegen groben Unfugs
im Sinne von 8 360, Siffer 11 des Strafgeſetzbuches vor, ohne
daß jedoch in allen Fällen ſich die Gerichte der Auffaſſung der
Polizei anſchloſſen. Manche ſahen bei Feſtſtellung des Catbeſtands
die zur Verurteilung notwendige Gefährdung der
Allgemein=
heit nicht als gegeben an und ſprachen deshalb frei. Die
Leip=
ziger Polizei wandte ſich an das Miniſterium des Innern, dieſes
an die ſtellvertretenden Generalkommandos, um den Erlaß eines
Verbotes des Wahrſagens zu erreichen. Dieſe lehuten jedoch
zunächſt ab, „da die Angelegenheit den militäriſchen Intereſſen
zu fern liege und, unter dem Geſichtspunkt, der öffentlichen
Sicherheit betrachtet, nicht wichtig genug ſei”. Schließlich gelang
es aber doch, die Suſtimmung der damals maßgebenden
militä=
riſchen Stellen zu einem allgemein polizeilichen Wahrſageverbot
zu erreichen, das als Verordnung des Polizeiamts der Stadt
Leipzig am 17. September 1915 erlaſſen und am 5. Juli 1916
nochmals in etwas anderer Faſſung veröffentlicht wurde. Danach
„wird auf Grund der Catſache, daß in Leipzig die betrügeriſche
Ausbeutung leichtgläubiger Perſonen durch gewerbsmäßiges
Wahrſagen fortgeſetzt zunimmt, auch ſchwere
Geſundheitsſchädi=
gungen infolge empfangener Wahrſagungen bei einzelnen
Per=
ſonen eingetreten ſind, alles gewerbsmäßige Wahrſagen bei einer
Geldſtrafe bis zu 150 Mark oder Haftſtrafe bis zu ſechs Wochen
verboten. Auch die Annahme nicht geforderter Geſchenke macht
das Wahrſagen zum Gewerbsmäßigen.” Dieſe polizeiliche
Ver=
ordnung ſtützt ſich ganz offenſichtlich — das ergibt ſchon ihr
Wortlaut — auf ein der Beſtimmung des allgemeinen
Preußi=
ſchen Landrechts von 1794 (8 10, II 17) entſprechendes ſächſiſches
anerkanntes Gewohnheitsrecht, wonach es das Amt der Polizei
iſt, die nötigen Anſtalten zur Erhaltung der öffentlichen Nuhe,
Sicherheit und Ordnung und zur Abwendung der dem Publikun
oder einzelnen Mitgliedern desſelben bevorſtehende Gefahr zu
treffen. Sie iſt noch heute in Kraft. Darunter fällt alles Wahr=
„Soll ich ... ?"
die Ausſage einer Kartenſchlägerin, die erſt voc
Verantwortung gezogen, wörtlich erklärte: „Ichac
nicht an das, was die Karte durch ihre Lage ſagt.1;
mehr für Unſinn. Aus der Karte kann man nicht=!
ich den Leuten ſage, ſehe ich meiſt an den Geſſtz
und die Leute ſagen vieles ſelbſt.
Luſtige Anekdoten
Pedantiſche Genauigkeit.
Schulrat Bollenried erzählte in einer Geſellſ!4
ich die Schulen inſpiziere, ſtelle ich jedem Kinde zw.4
ſage: „Wenn du die erſte beantworteſt, dann brard
die zweite keine Antwort zu geben.” Sie glauben
dieſer Seelentrick die Kinder anſpornt. Einſt fragtad
kleinen, anſcheinend ſehr aufgeweckten Jungen, u.
Spaß zu machen: „Was meinſt du wohl, mein CA.
Haare genau gezählt ein ausgewachſenes Pferd ha
genau 537 711!” antwortete der Junge, ohne ſichtt
denken. „Wie kommſt du denn auf dieſe Zahl?” 11
erſtaunt. „Ja, Herr Schulrat,” erwiderte der kleim
„das iſt die zweite Frage!”
Einer Dame aus dieſer Geſelſchaft ſchien 5
ſehr gefallen zu haben, denn der Schulrat erhielt 1ᛋ
genden Brief: „Sehr geehrter Herr Schulratl S
geſtern einen glänzenden Witz erzählt, den ich nn
weitererzählen möchte. Aber leider habe ich diet”
Haare vergeſſen. Ich wäre Ihnen von Herzen 9
Sie mir dieſe mitteilen möchten, damit der gute
Bekannten nicht vorenthalten bleibt.”
Behüt dich Gotk, es wär ſo ſchön gewels!t
Frau Eulalia Müller ernährte ſich redlich duct
vermieten. Dabei mußte ſie es einmal erleben, daß
frecher Fremder, der eins ihrer Zimmer beſichtigte
ſtelte: „Ach hier hat wohl der Crompeter von S
wohnt?” und auf Frau Eulalias erſtaunte Auge2
„Ich meine nur, weil’s ſo häßlich eingerichtet iſt.
Auf ihrem nächſten Kaffeekränzchen erzählte
dieſes gewiß nicht ganz unwitzige Erlebnis ihren 19
folgendermaßen (denn ſie iſt eine Dame, die in 7N0
einigermaßen Beſcheid weiß): „Denkt euch, vorgele
Herr bei mir, der mein rotes Simmer mieten woll!”
er es beſichtigt hatte, fragte er mich: In dem Sinnt
früher der getreue Ekſtehard gewohnt?. Auf mel
Wieſo? meinte er dann: Es wäre ſo jahon geweſiehll
lagen, alſo das Künden der Sukunft, ſchlechthin aber auch die
Offenbarung von Gegenwärtigem und Vergangenem, die nicht
im Wege natürlicher Schlußfolgerungen, ſondern unter
Verwen=
dung von Karten, Wahrſagemaſchinen und dergleichen erfolgt.
Die „Cechnik” des Wahrſagens.
Unter denen, die am häufigſten gegen dieſes Verbot
ver=
ſtoßen, ſtehen die Kartenlegerinnen auch heute noch an erſter
Stelle. Ihre Cechnik iſt ebenſo verſchieden, wie die Bedeutung,
die im Einzelfalle den einzelnen Karten beigelegt wird. Der
Aus=
kunftheiſchende (meiſt iſt es eine „Sie”) wird bald mit dieſer, bald
mit jener Karte identifiziert. Je nach Lage dieſer Karte zu
anderen erfolgt die Deutung beſtimmter Gefühle, der Ausſichten
eines Vorhabens uſw. Der Phantaſie bleibt trotz der
Beſchrän=
kung auf eine beſtimmte Anzahl Karten weiteſter Spielraum,
da es ganz auf den Kartenleger ankommt, wie er beſtimmte
Gruppen von Karten zuſammenfaßt und dann luſtig darauf
los kombiniert. Dies iſt um ſo leichter, als die Karten allgemein
nur beſtimmte Begriffe verſinnbildlichen ſollen: ein Haus, ein
Brief, Geld, der Cod uſw. Sie miteinander in Verbindung zu
ſetzen, bleibt dem Wahrſager überlaſſen, ſo daß es vollkommen
ausgeſchloſſen erſcheint, daß zwei verſchiedene Kartenleger
unab=
hängig voneinander bei vollkommen gleicher Kartenlage
gegen-
über dem gleichen „Klienten” den Karten die gleiche Deutung
geben könnten. In beſonderen „Lehrbüchern” werden den Karten
gewiſſe, je nach dem „Suſtem” verſchiedene Bedeutungen
bei=
gelegt. Auch die Farben haben ihre beſtimmten Werte. Nach
Erdmann bedeutet Grün: angenehme Hoffnung, Glück in
Unter=
nehmungen und bei Damen bzw. Herren; Vot (Herz):
Aufrich=
tigkeit, Freundſchaft, Liebe; Eichel: unangenehme Vorfälle,
Mißhelligkeiten, Verluſt, Ehrenkränkung, viele Arbeit, Mühe
und Falſchheit; Schellen: Reichtum, Wohlſtand, lorgenfreies
Leben. Offenbar ſtammt dieſe Sinnunterlegung von einem, dem
die Arbeit „ein unangenehmer Vorfall” (beides bedeutet die
Farbe Eichel!) iſt, und der deshalb vorzieht, ſeinen lieben
Mit=
menſchen mittels Kartenlegens das Geld aus der Caſche zu ziehen.
Cauſend Worte Wahrſagekunſt.
Welche Praktiken von Kartenlegern bei Ausdeutung der
Karten befolgt werden, dafür ein Zitat aus einem anonym
erſchienenen Buche: „Die Kunſt, das Kartenaufſchlagen gründlich
zu erlernen, nach der Methode der berühmten
Kartenaufſchlä=
gerin Lenormand in Paris”: „Vor allen Dingen iſt
Meuſchen=
ſenntnis erforderlich ein ſicheres Auge, welches das gauze
Denken, Fühlen und Begehren vom Geſicht des Fragenden
abzu=
leſen vermag, was bei wildfremden Menſchen keine leichte Sache
iſt. Sur Nachhilfe läßr man einen ſolchen längere Seit im
Vor=
zimmer warten, durch ſeine Leute ausforſchen, während man ſelbſt
hinter der Cür aufmerkſam das Geſpräch verfolgt. Insbeſondere
iſt es wichtig, zu erfahren, ob er ein Glücklicher oder ein
Unglück=
licher, ein Gläubiger oder ein Ungläubiger iſt und auf was ſein
beſonderes Intereſſe hinzielt. Eine andere Methode beſteht
darin, daß man Bemerkungen ausſprihyt und die Wirkung am
Frageſteller beobachtet! Außerdem wird Nedegewandtheit, ein
jedorzeit verfügbares Nepertoire an unklaren und mehrdeutigen
Ausdrücken uſw. gefordert. In die Prophezeiung müſſen Dinge
aufgenommen werden, die ſchon nach der gewöhnlichen
Lebens=
erfahrung häufig einzutreten pflegen (Brief, Unpäßlichkeit)l. Auch
Schmeichelhaftes findet großen Anklang. Sollte ?
insbeſondere bei Vergangenem — trotzdem irren,
dies nie ein, ſondern behaupte es nur noch kräftigenn
Fremden zu. Nachdenken an, der ſchließlich doch
wird, was darauf annähernd paßt und nur um
von der Nichtigkeit des Geſagten ſein wird. Aitt
Die Wahrſagerin muß ſchlau ſein, Menſchenkenn
gutes Gedächtnis beſitzen”. Und ein robuſtes Gennll
man hinzuſetzen.
Ein Kommentar zu der vorſtehenden
Anwef=
überflüſſig. Daß ſie auch heute noch eifrig befolgtiy
Bei der Kartenlegerin.
Sch ach
Nummer 300.
Aufgabe 432.
Heinz Flander in Darmſtadt.
(Urdruck.)
Selbſtmatt in vier Zügen.
Prüfſtellung: Weiß: Ko6 Dc6 Ta7 g1 La3 f5 Sd5 g1 Bb5 g3 (10);
Schwatz: Kd8 Dn2 Lh1 Be7.g2 h3 /6); 45-4
Heinz Flander in Darmſtadt.
(Urdruck.)
b. d e *
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Brüfſtellung: Weiß: Kg7 Da6 Td7 Sa8 h4 Be6 d4();
Echwarz: Ke6 Ta7 Lb3 Sd8 Ba4 e7 94 e7. g6h5/10/;24
Wir bringen heute zu unſerer Jubiläumsnummer zwei kleine
Originalbe räge.
Kreis=Silbenrätſel.
Jede Zahl enftricht einer Sübe. Zuſammengict.
Wörter mit folgender Bedeutung: 1. 2. 3 Prwbſch 1c
Spanien, 3, 4. 5 Stadt in Oberſchleſien, 5, 6. 7 grohe.
7 8. 9 fruchtbarer Wüſtenlandſtrich, 9. 10. 11 Farbe, 1. b
13, 14, 15 Geſchoßgröße, 15. 16. 1 Gebirgsſtock der A”k.
Auflölungen der Rätſel an9 2
Bitte um Antwort.
1. Mer, 2. Liebe, 3. Lehen, 4. Gbecht. d Ne
Auf dem Wafſer.
A
Dampfer. Nachen, Barke, Fregatte Boot, Kapo”=
Golere, Segelſchiff. Nacht. Kahn, Brtaſe, Sh Ledt.
Gondelfahrer.”
Druck u. Verlug: 8 C. Witich ſche Oofbuct uckrei, Aheinſtr. 23.— Verantwortlich f. d. Nedaktion: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1. 2384—2382. Alle Nechte vorbehaten. Nacdruck verb.— Kliſches: F.
[ ← ][ ][ → ] bloß for die Miet ſchaffe muß. Un ich hab gedenkt, for ſo e
Bolle=
dick, un wann’s aach bloß e Wohnungsbolledick is, mißte alle
Baddeie zuſammehelfe un mißt jeder ſei eichene Indräſſe
zurick=
ſtelle; awwer ſtatt däſſe wärd um dauſend annern Sache
erum=
geſtridde, un mehr ſieht orndlich, wie ſe do un dort Knibbel ſuche,
die ſe, unner der Behaubdung, däß weer die richdich un ehrlich
Bolledick, ſich gächeſeidich zwiſche die Baa ſchmeiße. Korzum, ich hab
gemaant: viel denke, wenich ſage, un wo’s neeidich is, ſchnell
han=
nele, däß weer ſozuſage die ganz Bolledick. Awwer ich bin ufſm
Holzwähk, un däßhalb verſteh ich nix vun de Bolledick. Nemlich
ſo wie ſe mir vorkimmt, un wie ſe ſich mir bräſendiern dhut, wärd
ſe nooch dem Grundſatz gedriwwe: Viel ſchwätze, wenich denke,
un, wo’s geht, e bißche mogele un mauſchele. — Un do kann
nädierlich unſeraans mit ſeim ehrliche, geſunde un grade
Menſche=
verſtand net mit, ſundern kann bloß die Hend iwwerm Kobb
zu=
ſammeſchlage, damit’s aam net ſriert . .
So is däß mit dem Ooſe=Wädder. Awwer ich gäb die
Hoff=
nung däßhalb noch net uff, dann wie haaßt’s in meim
Lieb=
lingslied: „... und ein neuer Friehling, folcht dem
Winder nach..."
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Der Leuchner’ſche
Vereifachungs=
vorſchlag macht langſam Fordſchritt. Noochdem mer alſo bereits
unſer ſtädtiſche Kioske nooch Frankfort ei gemeind hott, dreecht
mer ſich jetzt mit dere Idee, dem Einheizgedanke dodorch widder
e Stick neeher zu kumme, daß mer e „Rhein=Mainiſches
Bezirkskonnſum=Theater” ſoe Art „Kullduhr=
Schadee=
un Fillgrawe” in’s Läwe ruffe will, un will die Theater vun
Frankfurt, Wiesbade, Mainz in Darmſtadt unner aan Hut
bringe, weil halt doch verandwordungsbewußte Zeitgenoſſe die
Zuſchußwärtſchaft un däß nutzloſe un ſinnloſe Vergeide vun
ſtaatliche un ſtädtiſche Gelder net mehr mitmache wolle. — No,
daß jo eines Dags emol „die Götterbelemmerung” kumme muß,
däß konnt ſich jeder, der wo net mit Blindheit geſchlage is, an
de zehe Finger abklafiern. — No, un wann mer erſt emol an vier
großſtädtiſche Theater mit aam Indendant auskumme will,
warum ſoll mer do net aach mit aam — Owwerborjemaafter
auskumme kenne, do dhet die Riwaliſierung mit aam Schlag
uffheern. Un vun aam Owwerborjemaaſter bis zu aam
„Rhein=Mainiſche Staatsbräſident” is de Wähk dann net mehr
weit... .
Spaß beiſeit, un bleiwe mer erſt emol bei däre „Kullduhr=
Konnſum=Bäckerei”. Alſo ſo eifach, wie mer ſich däß denkt, 1s
es dann doch net, dofor henkt jed Stadt zu ſehr an ſeim eichene
Theater. Un wann ich aach ſchun mit aam Indendand zufridde
weer (unſerer is jo aach s ganze Johr net dehaam!), was nitzt
däß, wann an jedem Theater e Dutzend Reſchißeer ihr
Unwäſe dreiwe, un maane, s Theater weer nor ihne zulieb
endeckt worrn, un die wo nooch dem Grundſatz loswärtſchafte:
unſer Geld wärd gornet all! un die wo net donooch froge, „wie
kann ich dem Stick diene”, ſundern: was for=en Unfug is noch
net damit a geſtellt worrn."
Ich bleib debei: die Reſchißeer ſin de Nagel am Sarg vun
unſere Theater; un dene ihr „Eifäll” ſin äwe eifach
unbe=
zahlbar. Dann weer is dann heit die Hauptperſon am
Theater, un wem ſei Nome ſteht greeßer uffm
Theater=
zeddel, als wie der vum Verfaſſer? — Em Herr Reſchißeer
ſeiner! — Un weer ſin die meiſtbeſchäfdichde Perſone? — die
Theaterzimmerleit, Schreiner, Moler un Aſtreicher! — Solang
mer alſo dem Ehrgeiz vun dene Reſchißeer zulieb Sticker (
mög=
lichſt ausländiſcher Audorn!) ei ſtudiert, mit dene mer kaan
Hund hinnerm Owe evorlocke kannt ſolang mer Sticker bringt,
wo mer ſich den Haubtdarſteller jedesmol erſt vun auswärts
verſchreiwe muß, während unſer große Kanone ſich auswärts
„klingende Lohrbeer” hole, ſolang mer monatelang an
ſoge=
nannte Ballädde un Pantomime erum morkſt, die wo des Holz
un de Babbedeckel, die Farwe und die Leinwand, de Saddäng
un die Schmink net wärt ſin, ſolang mer die alde Kommboniſte
zyniſch ermorde dhut, un de neie Kakafoniſte s Wort gibt, daß
die arme Muſiker ſtundelang dehaam im Wahnſinn de Kobb
wädder die Wand renne — ſolang wärds langſam awwer ſicher
abwärds geh mitm Theater. De greeßte Zuſchuß kann däß net
redde, un en Theaterzuſammeſchluß aach net.
Ich bleib debei. Die Dodegräwer vun unſerm Theater ſin
die Reſchißeer. Un do hilft nix, als wie e Progrom mit
Stritz=
bixe, un e Maſſacker mit faule Eier.
„Punktum?!“ — Inwieſo: Punktum?! — Nooch aidem
Brauch geheert uns Weiwer des letzte Wort. — Un in dieſem
Sinne ſag ich: Streich Sand druff. . . .
No, was mich bedrifft, ſo verſteh ich wäder des aane noch des
annere, däß ſin for mich beemiſche Dörfer. Awwer dodrinn hott
de Streeſemann rächt, wann er ſeecht, daß es „ſo” net mehr
weider geh kann, un dodriwwer is er ſo zimmlich mit’m ganze
deitſche Volk dorchaus un vollkomme aaner Maanung.
Aller=
dings, daß es „ſo” net mehr weider geh kann, dodriwwer is mer
ſich, mit behördlicher Ermächdichung un Zuſtimmung, im deitſche
Volk ſchun ſeit Johr un Dag klar. Bloß dodriwwer, wie’s dann
nu eichentlich weidergeh ſoll, beſtehn einiche klaane Zweifel un
UIſtimmichkeide, die wo mer im Vergleichswähk un uff giedliche
Weis freundſchaftlichſt un zur allgemeine Befriedichung vun
ſemt=
liche Glaiwicher Deitſchlands nooch Kräfte beſeidiche un dodorch
aus de Wäld ſchaffe will, indem mer des Owwerſte zu unnerſt
kehrn dhut. Daß däß noch net reſtlos gelunge is, däß liggt
wenicher am gude, als vielmehr am ſchlechte Wille vun dene,
die wo net begreife kenne, daß erſt im allgemeine Dorchenanner
erſt wann alles vollkumme un radikal vermimmbelt un
vermamm=
belt is, daß dann erſt die Beſſerung kimmt, weil’s nemlich in
dem Fall ſo klar is, wie Kleesbrieh, daß es ſchlimmer net mehr
kumme kann Un wann’s erſt emol ſchlimmer net mehr kumme
kann, maane die, ſo weer däß ſchun e Zeiche vun Beſſerung.
Es gibt freilich einiche, un zu dene geheer aach ich, die der
be=
ſcheidene Maanung ſin, daß däß net ganz es Richdiche, ſundern
ungefehr grad ſo is, wie wann e Dockter en Kranke, dem wo er
zur Beſſerung verhelfe ſoll, zuerſt emol korzer Hand dodſchlegt un
dann zu de verwunnerte Hinnerbliewene ſage dhet: „Alſo däß
wärrn ſe eiſähe, ſchlechter kann’s dem Pazient net mehr geh,
alſo muß es nodwennicherweis beſſer wärrn!“ — 8 is allerdings
noch die Frog net ſo ohne weideres befriedichend uffgekleert, ob’s
unner de gäächewärdiche Umſtend de Dode odder de Lewendiche
beſſer geht; awwer däß is ſicher: die Dode brauche ſich wenigſtens
nemmehr iwwer den ganz unglaabliche, hooriche, himmelſchreiende
Bleedſinn, iwwer die geradezu rieſegroß un piramidahle
Dumm=
heite zu ärchern, mit däre mir Deitſche uns gäächeſeidich s
Läwe ſchwer, un de Uffbau faſt unmeechlich mache. Annererſeiz
bin ich widder froh, daß ich noch leb, dann im annere Fall, mißt
ich mich, ob dene Zuſtend un ob dem Dreiwe bei uns, fortgeſetzt
wie die Drummel vun=eme Eichhörnche, odder wie der Bäſem an
unſere ſtädtiſche Audomobilkehrmaſchin odder wie en
Brumm=
dobbſch dauernd im Grab erum drehe. Un däß is nadierlich aach
kaa Vergnieche.
ſchwtſt imer alſo widder emol vum Wädder —
ne auhrma, wo geiſtmeßiche Menſche ſogar alle
for „19, was Neies driwwer zu ſage wiſſe. Un
s Aüys ſchun bald e klaa Ewichkeid net mehr
vumcädder; jedenfalls, acht odder värrzeh Dag
s hehpp mer uns s letztemol driwwer unnerhalte
’Ftill un harmlos vum Wädder, dann was
imm äs3 is ſo langweilich und beſemfdichend, daß
echuſygnwwe kann, un daß allerhand ſchmerzlich
vo u 5e in de letzte Dag gedrickt un beſchwert
e AMfe.
ger „lpum Wädder. Däß is ganz un gar
unver=
flichät siix. Dann dem Wädder is es ganz egal,
rt unſäwwer ſchimbft, odder ob mer’s lobt, un
reide Wohärngääche e Landagsabgeordenter
mlich uas ſo en Landagsabgeordenter is, ſo hott
ei Tſa, wo er abſitze muß, ſundern mer därf=em
dhutn noch net emol de Herr Staatsawald, for
eit nu rnehr Angſt hawwe, als wie vorm Zah‟
et eim ve Herr Staatsawald därf an=en dra, ſo
ag hwr; un er is iwwerhaubt äbbes, un ſtellt
dhus Volk verdräde, un is net bloß e
ixbelie=
o, ſrmei es is de Herr
Landagsabgeor=
ſſo, iſiur dem e paardauſend Wehler ſteh, die wo
unſam Mann, un was der ſeecht, däß is „unſer”
ſtio wact /1 babbelt, däß gilt, un hot Hand un Fuß,
9oimehle ; Bindel gebunne, un Sauerkraut uffgehenkt
hguwiſche, ſundern däß haaßt „Brimah=Brimah”,
ſie nicts Gold, un ſo kann’s kaaner wie der —
in eſner KWilll um Volk is er in de Landdgg enei gewehlt
m gu,ß erſihrt ſei Stimm erhewe ſoll, un die Maanung
bunt) Mehrzahl vun de Bircher aus ſeim
Wahl=
druck inge ſoll; ’s Verdraue vun ſeine Mitbircher
Poſlric tellt, un ſei Amt is net leicht, awwer dor=
8 ſchräſſe vun ſeine Wehler is ſei Wähkweiſer,
rim gige Volk is ſei Ziel
Lan Bsebgeordenter.
ner iht ſich neilich in unſerm Reſchierungsorgan
riwn beſchwert, weil’s Leit gibt, die wo in ihrm
Unmſtand net eiſähe wolle, daß die Bolledick
auwrſte Geſchäfte vun de Wäld is, un die wo
olle, 4½ ſich ſo=en arme, awwer ehrliche
Landags=
igl 4chſor’s Volkswohl verobferiert, un kaum noch
dentikann, indem er net bloß Schlag uff Schlag
dde ühue, ſundern, zu ſeim eichene Laadwäſe, aach
nihöe ſtandshalwer als mitalheern muß; un
daß=
brumn or lander „Sitzunge” vun morjens frieh,
lende dcht enei, un daß nadierlich an e geordent
un diw domit verbunnene „Konnſikwenze”, un ſo,
Dann offe geſtanne, an Beweechung fehlt mir’s äwe net
indem ich dauernd mit meine Neehmaſchien im Städtche erum
ſchwirr, um dehaam die Kohle zu ſparn. Un wann ich dehaam
Ein, mach ich dauernd Freiiewunge, damit mer’s warm wärd.
Zu dem Zweck ſchlag ich duſchur die Hend iwwerm Kobb
zſamme. Was mir annererſeiz abſolud net ſchwer fellt, weil
mer jo dauernd en Grund dezu hott, wann mer, wie ich, leider
kaan Einn hott, for die Bolledick, for die heechere net, un net for
die niedrichere. Dann beiſpielsmeßich hab ich mir in meim
be=
ſchrenkte Nebublikanerverſtand net annerſter gedenkt, als die
heechere Bolledick weer, wann de Staat ſich um ſei Steierzahler
kimmern dhet, um daß ſe in Ruh ihr Geld verdiene kenne, un daß
ſe ſoviel zuſammebringe, daß ſe jedes Johr, ohne beſunnere
Ei griff in die Subbſtanze, den Haufe Steiern bezahle kenne, wo ſe
bezahle miſſe, un daß im iwwriche ſemtliche hoche Bolledicker
uff=
baſſe, daß uns unſer verehrliche Glaiwicher net noch de Hals ganz
zuziehe dhun. Awwer warum mer ſich in dem Moment un for
aller Wäld um Miniſterſäſſel balge dhut, däß hab ich
noch net begrifſe un begreifs aach net.
Un die niedrichere Bolledick, die wo doch ſoviel leichter ſei
ſollt, wie die heechere, die hab ich mir ſo vorgeſtellt, daß mer de
Bircher däß verſchafft, was ſe am needichſte brauche,
beiſpiels=
meßich Wohnunge, un zwar ſo billig gebaut, daß mer net
Ja, un ſchließlich ſoll ich dem unbekannte Darmſtädter
Komm=
boniſt vun dem neie Marſch „Hoch Darmſtadt”, den wo er
mir gewidmet hott, ſage, daß ſei Kunſtwerk am Samsdag beim
Mozart=Verein aus de Daaf gehowe wärd. Der Marſch iſt
glen=
zend inſtrumendiert vun Siegfried May, un wärd dirreſchiert
vum jüngſte Darmſtädter General=Muſickdiräcktor. Ich hab den
Uffdrag, den verehrliche Kommboniſt hiermit herzlichſt ei zulade.
Den Ausweis for ſein Ehrenblatz ſoll er ſo gut ſei, un ſoll=en ſich
beim Otto Titze, obere Eliſabethenſtroß, hole. Alſo ich hoff, mir
brauchen, wähle man als Gefäß einen nicht zu großen, mehr
hoch=
wandigen mittleren Topf (den man ſtändig als Backtopf beibehält,
in dem ca. 3—4 Pfannkuchen Platz haben. Ferner muß immer
ſo=
viel Fett darin ſein, daß das Gebäck darin ſchwimmen, alſo nicht
auf den Boden ſinken kann, wodurch es verbrennt. Das vorzeitige
„Brenzlichwerden” des Fettes wird verhütet, wenn man das
Ge=
bäck mit ſauberem Pinſel von Mehl befreit und ferner von Zeit
zu Zeit einen Teelöffel Rum oder eine rohe Möhre beifügt. Zu
„luftiges Gebäck” wird vermieden, wenn man die Menge an
Trieb=
mitteln genau einhält, ſo benötigt Hefegebäck auf 1 Pfd. Mehl
nur 50 Gramm Hefe, während Backpulver=Teig auf die
gleiche Mehlmenge nur 10 Gramm Backpulver braucht.
V.
Sächſiſche „Zitter klöße” 1½ Pfd. gekochte, geriebene
Kartoffeln miſche man mit 1 Taſſe Kartoffel= und 1 Taſſe
Weizen=
mehl, 1 geſtrichenem Teelöffel Salz und 1 Ei zu einem Teig. Von
dieſem forme man mittelgroße Klöße, deren Mitte man mit in
Butter geröſteten Semmelwürfeln füllt und laſſe ſie in ſiedendem
Salzwaſſer ¼ Stunde kochen. Mit in Butter geröſteter geriebener
Semmel überſtreut, reiche man ſie zu Pökel= oder Schweinsknochen
mit einer pikanten Meerrettichſoße. Auch zu Sauerkohl mit
Eis=
bein oder zu Rinderſchmor= und Sauerbraten vorzügliche Bei=
V. F.
lage.
Südfrucht=Salat als Nachtiſch. Je 2 Bananen und
Apfelſinen ſchneide man entkernt in Würfel, übergieße beides gut
mit 1 Eßlöfel Süßſtofflöſung, untermiſcht mit 1 Likörgläschen
Arrak und füge noch 1½ Pfund roh geſchälte und feingeſchnitzelte,
mürbe, ſäuerliche Aepfel bei. Vor dem Auftragen ziehe man noch
½ Liter Schlagfahne darunter oder übergieße den Fruchtſalat
mit einer eremeartigen Vanille= oder Mandelſoße.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Windſorſuppe. Rinderſchmorbraten mit
ſäch=
ſiſchen „Zitterklößen” Südfruchtſalat. — Montag: Grünkohl mit
Bratkartoffeln und Wellfleiſch. — Dienstag: Rindfleiſch mit
Meerrettichſoße und Semmelklößchen. — Mittwoch;
Roſen=
kohl mit gebratener Leber. — Donnerstag: Leberknödel
mit Sauerkraut. — Freitag: Gebr. Haſermehlſuppe.
Fiſch=
klößchen mit Kapernſoße. — Samstag: Linſen mit
Back=
pflaumen und gekochtem Schwarzfleiſch.
rgemäße Haushalt.
Nmes; rneiſt der am ſtiefmütterlichſten behandelte
Egm3t Bohnung. Selten kann man ja von einer
imer neechen, ba ſie ſich ſehr oft nur als ſchmaler
Rgienſit. Sat man es aber mit einer ſolchen zu tun,
Nr. 0Fanusfrau, zweckmäßige Raumeinteilung und
der Ilaundenen Fläche vorzunehmen.
Reniwesilngebrachten Bordbretter ſollten auf doppelte
Meud Rtr N*hen, zum Aufſtellen und zum hängen. Letz=
Daß Ni dem unteren Brett in beſtimmten Abſtänden
Mraubtle Wurſt, Schinken, Speck, Dörrobſt.=Gemüſe,
Ner A Mdreſe in Gaze= oder Mullbeutelchen geborgen
*92Sgſte Brett beſtelle man nun mit Flaſchen
Dimer taie, Backeſſenzen, Würzen uſw. Auf einem
weit F74 wian die verſchiedenen Büchſen mit Mehl,
eS Lcmalwaren, Kartoffelmehl, Salz uſw. auf.
Sia Undrt Sbeiſen, Butter und Fett beſtimmt.
Niche Diktiserſparnis erzielt man, wenn man die
Bret=
iwerig B gründlichem Reinigen durch Scheuern, gut
S miß kanuns ſcher Holzbeize nach Wunſch tönt. Sie
in Zhtzeit mit feuchtem Lappen abgewiſcht, ſauber
uepen A. huer dem Regal ſtelle man in Körben Kar=
Pſt, Zwirtin und Gemüſe auf.
Nard ei der Schmalzbäckerei beachten
ie Miß Woroſterzeit iſt die gegebene Zeit zur
Dest La4nſach an ſich das Backen auch iſt, ſo müſſen
Seiwe Fril fe beobachtet werden, die wohl der erfah=
Sneansdl zE ufig” ſind, aber von Anfängerinnen auf
Er kund Dackunſt unterlaſſen werden, die dann
ſolgen
„el.
„Mein morgiger Vortrag wird Sie kaum intereſſieren. Ich ſpreche
über Sonnenflecke‟
„Aber gerade, Herr Profeſſor. „Ich leide doch ſo ſehr an Sommer=
(„Buen Humor”, Madrid.)
ſproſſen!“
Vielfagend. Und dann erwarte ich jeden Monat püinktlich die
Miete”, ſagt die Wirtin zu dem neuen Mieter. „Ganz meine Meinung”,
erwid rt dieſer ſtolz. „Mein Prinzip iſt: entweder pünktlich oder gar
muß das Ausbackfett den richtigen
DE Las eingelegte Gebäck nicht ſchnell genug
augt und dadurch ſchwer verdaulich wird.
SSmperatur, wenn ein Waſſertropfen das
Iingt. Um nicht zuviel Schmalz zu ver=
Wenn man einem Herrn dieſe Frage
ellt, wird er ſie mit einem erſtaunten:
„Da müſſen Sie meinen Huthändler fragen!“
eantworten: für die Herren der Schöpfung
find Hutſorgen unbekannte Probleme. Aber
ie armen Frauen müſſen ſich ernſtlich mit
ieſer Frage beſchäftigen! Sie könnten ja
ur Putzmacherin gehen, wie die Herren zu
hrem Huthändler — aber damit würde die
Frage keineswegs der Löſung zugeführt
wer=
den. Denn Damen gehen in den Salon ihrer
Modiſtin in den ſeltenſten Fällen mit der
Abſicht, ſich einen Hut zu kaufen, der ſo und
ſo ausſieht, aus dieſem oder jenem Material
gefertigt iſt — ſie gehen hin, meiſtens noch
von einer Freundin begleitet, deren Rat ſie
ſogar manchmal befolgen, um zu ſehen: was
es erſtens Neues gibt, und was zweitens
da=
von zu ihrem Geſicht, zu dem neuen Kleid,
Koſtüm oder Mantel paßt. Sie ſind wie die
Gäſte im Reſtaurant, die erſt Appetit zum
EEſſen bekommen, wenn ſie die Speiſekarte
leſen .. . Sache der Modiſtinnen iſt es alſo,
ie Speiſekarte der Hutmode möglichſt
reich=
altig zu geſtalten! Denn nicht wie noch
or einigen Saiſons genügt es, zu allen vier
jahreszeiten einen erklecklichen Vorrat von
Filzſtumpen bereit zu halten und eine
be=
hränkte Anzahl fertiger Modellhüte, nach
enen dann eben immer wieder eine
Varia=
tion des Filzhutes geſchaffen wurde — für
das kommende Frühjahr ſind ernſte modiſche
Kämpfe zu erwarten, es muß alſo Vorſorge
Tetroffen werden, wenigſtens von den
Favo=
riten der Hutmode die genügende Auswahl
am Lager zu haben! Die Damen ſelbſt
znüſſen entſcheiden, ob Filz, ob Stroh, ob
großer oder mittelgroßer, oder kleiner Hut
der Sieger ſein ſoll. Womit noch nicht
ge=
jagt ſein ſoll, ob überhaupt ein Material,
eine Form den Enderfolg haben wird —
tiel wahrſcheinlicher iſt, daß unſere Damen
aus der reichen Speiſekarte der Hutmode
ſich allerlei Delikateſſen der verſchiedenſten
kichtung zuſammenſuchen werden! Filz
dird ſicher nicht ganz verbannt werden: es
ibt da ſehr originelle Kappen, eigentlich nur
kandloſe Filzköpfe, die raffiniert hier ver=
Wie man kommt gegangen,
ſo wird man empfangen.
„Es war vor vielen Jahren,” ſo erzählte einmal einer unſerer
führenden Induſtrieperſönlichkeiten, „ich war gerade von einer
Reiſe durch bedeutende Eiſenwerke Europas, wo ich mir eine
(etzte Ausbildung geholt hatte, in die Heimat zurückgekehrt. Es
war ein luſtiges Wandern geweſen. Mit jungen, fröhlichen
Kame=
raden hatte ich ein gutes Teil unſeres alten Europa durchſtreift.
Den jungen Kopf voller Pläne und Gedanken, ſehnte ich mich
jetzt danach, in der Heimat eine Stellung zu finden, in der ich
meine Keuntniſſe verwerten könnte. Meine Zeugniſſe waren
erſt=
klaſſig und ſo dachte ich, man werde mich überall mit offenen
Armen aufnehmen. Meine Zuverſicht erlitt jedoch recht bald einen
argen Dämpfer. An verſchiedenen Stellen mußte ich mich
vor=
ſtellen, aber dann kam ſtatt der erwarteten Anſtellung immer ein
kühl höflicher Brief, die Stelle ſei bereits beſetzt. Schließlich, als
ich wieder einmal vor einem der Gewaltigen ſtand, faßte ich mir
ein Herz und erzählte, wie es mir bisher ergangen ſei und fragte
Neues fürs Haus.
Von all unſeren Kleidern ſind es die
Morgen=
röcke, die am wenigſten vom Wechſel der Mode
betroffen werden. Beſonders in den Grundformen
der Schnitte! Das, was ſie dem jeweiligen
modi=
ſchen Geſchmack anpaßt, das ſind die Stoffe und
die Garnierungen und außerdem die wechſelnde
Länge der Modelle, die einmal lang bis zur Erde
hinabwallen und ein andermal bereits am Knie
haltmachen. Die Formen werden zu allen Zeiten,
ziemlich weit und bequem zum Anziehen ſein —
man bevorzugt infolgedeſſen die, die vorn in
gan=
zer Länge geteilt ſind, denn die Hauptſache am
Morgenrock iſt eben, daß er praktiſch iſt.
Abwei=
chend im Schnitt und in der Geſamtwirkung iſt
nur ein beſonders elegantes Genre, bei dem gerade
alles Modiſche in betonter Form zum Ausdruck
ge=
bracht wird; hier handelt es ſich aber mehr um
eine Art morgendlicher Luxusgewänder, die eher
dis Bezeichnung Bo==doirkleider verdienen und die
ein Privileg der eleganteſten Frauen ſind. Wir
aber wollen heute von der Morgenkleidung der
tätigen Hausfrau ſprechen, die für tauſenderlei
Arbeiten ſolch ein praktiſches, ſchnell
überzuziehen=
des Kleidungsſtück braucht. Die Stoffe, die man
für den modernen Morgenrock verwendet, ſind faſt
alle lebhaft in ihren Farben, entweder in der
Grundfarbe oder in ihren Muſterungen.
Verwen=
det man einen einfarbigen Stoff — Flauſch, Tuch
oder Samt — ſo wird die Eleganz ſolch eines
Morgenrockes durch ein abſtechendes glattes oder
gemuſtertes Material erhöht. Es gibt noch andere
Garnierungen, die, obgleich Ton in Ton gehalten,
doch von guter Wirkung ſind. Hierzu gehört vor
allem die karo= oder muſterförmig ausgeführte
Lacetſtepperei, die man zum Beiſpiel auch ſo
aus=
führen kann, daß man gleichzeitig eine mollige
Flanell= oder Watteeinlage mit feſtſteppt. Natür=
ihn, ober er mir eine Erklärung für meinen ewigen Mäßerfolg
geben könne. Er ſah mich lange nachdenklich an und meinte dann:
„Mein lieber, junger Freund, nehmen Sie es mir nicht übel, aber
wenn Sie mich fragen, will ich Ihnen meine Meinung ſagen. Mit
dem Anzug, den Sie da tragen, wird kein Perſonalchef wagen,
Sie einzuſtellen.” Ich war wie vom Donner gerührt. „Alſo,
begehrte ich auf, „kommt es nur auf den Anzug an und nicht auf
den Kerl, der drin ſtecklt?” Beſchwichtigend hob mein Gegenüber
die Hand: „Nicht ſo hitzig, junger Freund, ſicher kommt es
zu=
letzt auf den Kerl an, der in einem Anzug ſteckt, aber es iſt
für ihn ſelbſt beſſer, wenn er in einem guten Anzug ſteckt.” Ich
habe mir die Lehre fürs Leben gemerkt und danach gehandelt.
Tauſendfach habe ich ſie auch in meiner Umgebung beſtätigt
ge=
funden. Ein vorteilhaftes Aeußere iſt der halbe Erfolg.”
Was hier einer unſerer Erfolgreichſten erzählt, iſt in der Tat
für jeden, der im Leben vorwärts kommen will, ſehr
beachtens=
wert. „Wie man kommt gegangen, ſo wird man empfangen.‟ Der
Anzug läßt ſofort Rückſchlüſſe auf den Träger zu. Wer ſich
ſorg=
fältig, geſchmackvoll kleidet, iſt ſtets gern geſehen. In ſeinem
korrekten Anzug beweiſt er ſelbſt ſeine innere Zucht und achtet
ſeine Umgebung, indem er ihr nicht zumutet.
ſein zu überſehen. Sich richtig kleiden, iſt eine
brauchen einen verſtändnisvollen geſchulten B-id
der iſt wie niemand anders dazu in der
Lage=
ja, individuelle, der Perſönlichkeit, dem
Chau=
angemeſſene Kleidung zu ſchaffen. Wer nun
wird niemals erleben, ob ſeines Aeußeren zurri
Gute Maßkleidung iſt alſo ein Kapital, das ra
Neue Haus= und Al.
Im allgemeinen ſtellt man
und Morgenſchuhen etwas Pl
vor, etwas, das nur praktiſch,
an-
hübſch iſt. Wer die neueſten M.
kleinen Skizze betrachtet, wird
der moderne Hausſchuh das Sc
iſt, ſowohl in den Formen, E
Materialien.
lich verlangt dieſe Verarbeitung?
teſſe, denn wenn die geſteppten 2
kommen gleichmäßigen Abſtäng.
ganze Modell erſtrecken, iſt die
Sehr praktiſch iſt natürlich imh
ten Stoff gleich welcher Art zu
nun einmal nicht immer mögl
Morgenrock vor jedem Fleſchen!
ſolch ein Fleckchen hebt ſich vonte
fen naturgemäß viel kraſſer un9e
von einem gemuſterten. Und E
Stoffe durch ihre Farben Mc
dekorativ wirken, kann man A
liche abweichende Garnierung
Modelle arbeiten, die nicht. !
wirken. Außer den Morgent.
unſeren Leſerinnen auf unſere.
reizenden Pyjama in einfacher, be
für junge ſchlanke Menſchen ſo.M
Unſer Modell beſteht aus einellt
ſtickten hellgrünen Seidenjumpe.
grünen, ziemlich weiten Beintle..
Material. Zu allen Modellen
erhältlich.
Sonntag, den 3. März 1929
Seite 25
Menteurer von Ehre.
hrman von Max Uebelhör.
(Nachdruck verboten.)
der Eingangshalle öffnete ſich, der Herzog
ſre Treppe empor ſeinem Arbeitszimmer zu,
artete, ſein Privatſekretär.
wen großen, herrlich eingerichteten Raum, als
grre Geſtalt ſeines Sekretärs ſah, dachte er nur
den er in Windſor errungen hatte, und
zu=
die ſtarken Hände, vorzüglich gepflegte Metzger=
Sieg auf der ganzen Linie! Sie werden
EEndlich habe ich ihn herumbekommen, bei
leicht ... Welch ein König . . . na".
Mir. Los, Garland, ans Telephon.”
inſe ſehr wichtige Dinge eingelaufen . . .
AhurBige wichtige Ding, das eingelaufen iſt,
Gar=
yrhin und ſchreiben Sie. Alle beſſeren Köpfe
lex mnüſſen heute abend her, iſt deren Liſte end=
A inimer noch nicht, ein gutes Zeichen, Garland,
lhſah eben ſo üppig entwickelt . . . nun, Sie
Fim Schädel. Dann die Herren all dieſer hoch=
O6ſerſchaften, morgen vormittag muß im
Unter=
alkiert werden, alſo los: der Vorſtand des
chr Herzog von Devonſhire, der Union=Klub,
on min, vergeſſen Sie mir ja den Carſon nicht, er
edipeen, mit ſeinen Eſelskinnbacken niederſchlagen;
chrcktor der Weſtminſter County Bank, Garland,
niſ krufen Gold brauchen; der Lord Northcliffe,
ſeinüſſen ſchon in ihrer Frühausgabe orientieren,
0kzorieren Sie perſönlich, und meine beſten
Emp=
crin verdammt gutes Blatt, die „Times”
u (Sarland, gut, weiter . . . alſo dem Miniſter
ſtᛋ, ſann der Marſchall Roberts, dieſer alte
Hau=
tAilati, und vom Miniſterium, wen können wir da
yſal, auf jeden Fall, der geht immer drauflos,
ſduls ähm nutzt, der Admiral Beresford, der bringt
Dähe bei, ſie hat wahrſcheinlich lange genug aufs
etzwe,, verflucht, eine gute Idee, die
Oberkom=
anfpu und Auſtralien ſind ja auch da, die ſind beide
phctenen Sie, Garland. Doch weiter. Alſo der
„Sehr wohl! Und wer will, mag mitbringen, wen er will.
Laſſen Sie den großen Saal herrichten, nein, nehmen wir den
Rubensſau:, da iſt mehr Platz. Sagen wir um halb zehn. Und
ein kaltes Büfett, daß die Farben des Holländers verblaſſen.
Spirituoſen in jeder Form. Garland, fahren Sie auch mit den
beſten Rheinweinen auf, das wird ſtimulieren. Na, Sie ſind ja
auch eine Perle, Sie wiſſen ja, was jeder für Liebhabereien hat.
Und dann ſetzen Sie mir den Tert einer Kundgebung auf, den
wir etwa gegen Mitternacht unterſchreiben wollen. Keine Ideen,
Garland, zügeln Sie Ihr Hirn, ſeien Sie ſtumpfſinnig, ſie iſt für
die Maſſen, die Kundgebung. Der britiſche Leu muß da ſein,
Garland, dann rule Britannia, der Union Jack, die bedrohte
eng=
liſche Maid, der Tommy Atkins, Stimmung muß drin ſein,
Stim=
mung und Schwung, vielleicht machen Sie’s ſo, daß man’s gleich
ſingen kann, und dafür, daß es in allen Varietés und änhilchen
Bumslokalen gegrölt wird, dafür werden wir ſchon ſorgen.
Ver=
dammt will ich ſein, Garland, wenn dieſer Abend im Dosvenor
tsA.e Fommt beſtimmt, Darland, ſeit wir zwei uns
teitzmi, ſchwerſtem Geſchütz duellierten, ſind wir die
de4, daden Sie ihn gleich für einige Tage ein, das
V9ßiy abſetzen, doch wer noch? Ein Ire könnte
ſitim jetzt ſchon dabei, dann iſt der Spektakel
oArz. die Iren werden mitmachen, die Iren zwei=
„eſe, als unſer beſtes Kanonenfutter, die iriſchen
WFunss das Schlimmſte wünſchen und am Krieg
ſpcktkthen können .." dann Ben Tilett noch, den
füfüt, ſein Mordskerl, dieſer Ben Tilett, ſo viel
eimcaſſerbüffel, ſo viel Temperament, wie ein
m Aun Tuch, und der Leithammel für alles, was
en) in Tilett, der hat die Gewerkſchaften im Sack,
unüldeutſche Konkurrenz bis zum Halſe über
ieiwa alles, haben Sie noch eine Idee, ſo
füh=
bitüt von Canterbury vielleicht, Mylord?‟
kſerdarf bei Gott nicht fehlen! Garland, was
indk iſere Pfaffen! Nicht zum Ausdenken, wenn
en Airden! Wieviel ſind’s rund?”
MMA hlord.”
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Houſe nicht ein Hiſtoriſcher Abend wird, Garland, von dem noch
unſere Enkelsenkel ſingen und all unſere Schulfuchſer ihren
ge=
lehrten Mund voll nehmen werden. Wie, Garland?”
Das ſonſt blaſſe und ein wenig flache Geſicht des Sekretärs
glühte jetzt vor Erregung; wieder, wie immer, war er von dem
Temperament des Herzogs mitgeriſſen.
„Ohne jeden Zweifel, Mylord! Ohne jeden Zweifel!”
Und er legte den Füllfederhalter nieder und rieb ſich die
mageren Hände; war der Herzog eine elementare Urkraft, ſo war
dieſer Garland mit ſeinen anſcheinend ſo ſanften, kurzſichtigen
Augen ein ſtiller Fanatiker, die beſte Hilfskraft, die es für einen
Mann geben konnte, der für Kleinarbeit keine Geduld und für
Organiſation und dergleichen keinen Sinn hatte.
Dann ging Garland nach einer tiefen Verbeugung.
Als der Herzog allein war, blieb er noch lange in der gleichen
Lage ſitzen, die beiden kräftigen Arme mit geballten Händen auf
die Schenkel aufgeſtützt und mit nach innen gewandtem Blick, ein
Menſch, der ſeine rieſenhafte, bärenhafte Energie viele Jahre
hindurch auf ein Ziel eingeſpannt hat, und der dies Ziel nun in
handgreiflicher Nähe vor ſich ſieht.
Den Krieg gegen Deutſchland als Ziel..
Dieſer Krieg würde vielleicht Millionen Menſchen und
Mil=
lionen Pfunde koſten, was ſollte dies aber bedeuten, wenn es ſich
um Sein oder Nichtſein des britiſchen Imperiums handelte?
Jedes Jahr wurden Millionen neuer Menſchen geboren,
nein, dieſe menſchliche Maſſenware wurde nicht mehr geboren,
ſie wurde wie billigſte Fabrikware zu Millionen geſtanzt, einer
wie der andere; und die Millionen Pfunde — hatte England
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nicht ſeine reichen Kolonien, aus denen man holen konnte, was
man wollte, unerſchöpflich waren dieſe Kolonien.
Und der Herzog ſummte das bekannte Lied vor ſich hin:
We hare the man,
We have the ship,
We have the money too
Wir haben die Leute,
Wir haben die Schiffe,
Und das Geld, das haben wir auch!
Nein, nichts wollte all das bedeuten; und da der Herzog von
Berwick nicht nur ein brutaler, ſondern auch ein furchtloſer, oft
ein tollkühner Menſch war, deſſen Huſarenſtreiche im Burenkrieg
der große Nationaldichter Kipling ſelbſt beſungen hatte, wie
Fanfarenſtöße klangen dieſe Balladen, ſo lag ihm jeder Gedanke
an das Elend und die Scheußlichkeit eines Krieges, und gar eines
ſolchen, weltenfern.
Gewiß, wie zwei ungeheure Schlachttürme würden England
und Deutſchland aufeinanderprallen; aber raſch würden es mehr
als nur zwei Schlachtürme ſein, hierfür hatten dieſer geniale ſiebte
Eduard und eine deutſche Außenpolitik geſorgt, wie ſie
ſelbſtmör=
deriſcher nicht gedacht werden konnte.
„Verflucht,” ſagte der Herzog leiſe, „faſt hätte ich das
ver=
geſſen!“
Er nahm das Haustelephon ab.
„Garland, gleich ans Telephon ... raſch . . . gut, Garland,
aber da hätten wir ja an die Hauptſache nicht gedacht, von der
ruſſiſchen, franzöſiſchen, amerikaniſchen und italieniſchen . . . wie,
Sie haben das ſchon beſorgt .. . Sie ſind eine Perle, Garland ...
alſo unterrichten Sie auch heute abend noch meine beiden
Ban=
kiers, Riddler mag mit zehn, Iſaes mit zwanzig Millionen
operie=
rren . . . geht’s noch . .. ſehr gut, Garland, beteiligen Sie ſich
auch mit einigen Tauſenden . . . ach was, Garland, das Riſiko
übernehme ich . . . ſchon gut, Garland, und jetzt ans Werk.”
Nun doch etwas erſchöpft, hielt der Herzog mit ſeinem
fiebern=
den Nachdenken inne, ſtand auf und verließ, ein ſchreitender
menſchlicher Turm, das modern eingerichtete, mit allen techniſchen
Errungenſchaften verſehene Arbeitszimmer, um ſich in den
ſoge=
nannten „braunen Saal” zu begeben.
Der braune Saal war ſein Lieblingsaufenthalt, er war ſeine
Höhle, in der er immer neue Kräfte ſchöpfte.
Dort ließ er ſich in den großen, altertümlichen, wie für einen
Rieſen gebauten Seſſel nieder und ruhte; ſeine Augen ſchloſſen
ſich.
Seine Augen ſahen nicht den ſtattlichen Stoß von Briefen und
Karten, die private Korreſpondenz, die auf der ſilbernen Platte
ſeiner harrte, und oben drauf eine Depeſche mit dem vom Sekretär
aufgeklebten Zeichen der Dringlichkeit, das brennend rote Kreuz.
Rule Britannia.
Machtvoll und laſtend ſaß der Herzog in dieſem Raum.
Er ſaß als dieſes Raumes ſchönſter Schmuck, er ſaß, als ob
dieſer Raum mit ſeinen ſchweren, wuchtigen Möbeln, mit ſeinen
dunkeln Bildern, mit dieſem maſſiven ſilbernen Gerät vergangener
Jahrhunderte für ihn gefertigt worden wäre, wie ein vom beſten
Schneider gefertigter Anzug.
Und hier, in dieſem Raum, in dem alles von ſeiner Familie
ſprach, in dem die ganze verworrene und ſo blutige Geſchichte der
Berwick an den Gemälden abzuleſen war, in dieſem Raum hielt
der Herzog diesmal, wie immer nach einem großen Erfolg, wie
immer vor einem entſcheidenden Schritt und ganz verſchwiegen,
ganz verſchämt Zwieſprache mit ſich ſelbſt.
Es war ein verworrenes und wildes Zwiegeſpräch, das dieſer
Mann da mit ſich führte.
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