Hunderttauſende empfangen den päpſtlichen Segen auf dem Petersplatz.
47
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Au gspreis:
fraigrm Erſcheinen vom 1. Februar
jan g4 -Reichsmark und 22 Pfennig
„ito 2.25 Reichsmarf, durch die
10 Mkimerk frei Haus. Poſlbezugspreis
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eriſchter 4t Tufahme von Anzeigen an
Noit Tagsxr i nicht übernommen.
Nicht=
einzeſntszn nrnern infolge höherer Gewalt
den Ahr—- nicht zur Kürzung des
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 48
Sonntag, den 17. Februar 1929.
192. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtiung von Schadenerſatz. Bel
Konlurs oder gerſchtiſcher Beſtreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Naiſonalbank.
u4e Birnz zum erſten Wochenende.
Jachtangndigen nunmehr über Deutſchlands
keikiſche Lage unkerrichket.
* Berlin, 16. Februar. (Priv.=Tel.)
Reryut onsſachverſtändigen ſind in der erſten Woche
n hüßig /94” en, ſo daß der erſte Teil der Generaldebatte
29 hat Zuhon immreſentlichen beendet iſt. Die Frage der
Annui=
erfolger, nd dietTransfers iſt zwar noch nicht durchgeſprochen,
ſes in dſerdem ei, die nächſten Tage gewidmet ſein, denn bisher
iſchen L ande ungsweiſe auf ihre Bedeutung hingewieſen wor=
In Akiſfen der deutſchen Delegation, iſt
ua wie i wören, mit dem bisherigen Verlauf
würäeden. Es ſcheint doch gelungen zu ſein,
Ziſkwptimismus, wie ihn Parker Gilbert in ſeinem
ᛋriſentiert, Boden zu gewinnen und
Verſtänd=
diſſtritiſche Lage Deutſchlands zu
erlan=
huRBegenüberſtellung der „Faſſade‟
UiM Parkus lbert gezeichnet hat und der „Hinterhöfe
eutiſt) Wirtſchaft”. Freilich wäre es vorſchnell,
z uhöwelche Schlußfolgerungen zu ziehen. Nichts
vergihl ter als verfrühte
Hoffnungsfreu=
tdimhei dem gewaltigen Material iſt es faſt
ſelbſt=
fᛋDie Betrachtungen einſtweilen mehr an der
billet. In die Tiefe wird die Kommiſſion erſt
ſtei=
das von deutſcher Seite angebotene Beweis=
Dann erſt kann ſich zeigen, wie ſtark die von
erlſe tretern gegebene Schilderung auf die anderen
ruſwvrkt. Die Franzoſen ſuchen jedenfalls vorerſt
erwecken, als ob ſie ſich recht ſicher fühlen.
Beweis Dr. Schachts, daß Deutſchland ſeinen
ſehr ſtark hätte einſchränken müſſen, arbeiten
Eorrung, das ſei doch ſelbſtverſtändlich, das habe
1370 auch tun müſſen. Deutſchland wird ſehr
dieſe Vergleichsbafis anzunehmen. Domals hat
anzen 4 Milliarden bezahlt. Was von uns
ab=
rist ſchon ein Vielfaches. Das Zehnfache wird
Frrankreich war imſtande, ſeine Kriegsſchuld in
AhR iGzutragen, Deutſchland ſoll auf 2 Generationen
tverden.
e Auſer Preſſe zu den Berhandlungen.
Paris, 16. Februar.
Mumt bedauert Jules Sauerwein, daß die Alliierten
Fench Aſtinidigen=Konferenz in verſtreuter Ordnung auf=
HenA die Forderungen der einzelnen Länder ſich aus
ERyedenen „Elementen zuſammenſetzten. Man
Wericein, daß Dr. Schacht als prakuſcher Mann ſein
Gehabi hmbe. Er habe vor allem im Auge gehabt,
Ein=
er dich nerikaner zu machen, und er habe es deshalb
LMeMerr Nü Rechtsſtreitigkeiten einzulaſſen, für die die
lein Intereſſe hätten. Seine Theſe beſtehe da=
Deyſiand kein reiches Land ſei. Sauerwein bemerkt
Forderungen, der Alliierten ſich auf
i von 35 Milliarden Goldmark be=
. daß Deutſchland 1,5 Milliarden an=
Schließlich nimmt er noch an, daß die Ame=
rikaner einen mittleren Weg wählten, indem ſie
eine Jahreszahlung von 23—2,4 Milliarden
vor=
ſchlagen würden. Nur auf dieſen grundlegenden Annuitäten
werde der gegenwärdige Wert berechnet werden, den man dann
durch eine unter amerikaniſcher Kontrolle geſtellte
Kreditopera=
tion zu decken haben werde. — Im übrigen iſt feſtzuſtellen, daß
die Morgenpreſſe, ohne Zweiſel einem Loſungswort folgend, faſt
gleichmäßig ſich äußert in dem Sinne wie der „Petit Pariſien”,
der ſchreibt: Da die ganzen Argumente Schachts auf
Herab=
ſetzung der deutſchen Zahlungen hinauslaufen, muß man
an=
nehmen, daß die deutſchen Delegierten ſich bald entſchließen
wer=
den, nach dieſer Hinſicht präziſe Vorſchläge zu formulieren. Die
franzöſiſchen, engliſchen, belgiſchen, italieniſchen und japaniſchen
Delegierten werden ohne Zweifel warten, bis ſie wiſſen, was
Deutſchland bietet, ehe ſie ihre Anſicht zum Ausdruck bringen.
Kundgebung des Deutſchen Gewerkſchaftsbundes
zu den Reparakionsverhandlungen.
Der Deutſche Gewerkſchaftsbund faßte dem „Deutſchen”
zu=
folge eine Entſchließung, in der es heißt:
„Der Deutſche Gewerkſchaftsbund hält es aus Anlaß der
gegenwärtigen Verhandlungen über die Regelung der
Repara=
tionen im Intereſſe der in ihm organiſierten Arbeiter und
An=
geſtellten für ſeine Pflicht, erneut darauf hinzuweiſen, daß die
gegenwärtige Reparationsbelaſtung auf Grund
der tatſächlichen wirtſchaftlichen Verhältniſſe und Möglichkeiten
für das deutſche Volk nicht nur ungerecht,
ſon=
dernauchuntragbar iſt. Vor allem werden die
Arbeit=
nehmer ſowohl in ihrem Einkommen, als auch in
ihrer Kaufkraft und ihrem ſozialen Aufſtieg
ſchwer geſchädigt. Insbeſondere hält der Deutſche
Ge=
werkſchaftsbund eine andersgeartete Regelung der
Reparations=
laſten der Eiſenbahn und ihre Senkung für unbedingt
erforder=
lich. Alle Veröffentlichungen über die Betriebsergebniſſe und
Betriebsſchwierigkeiten bei der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft
haben den Nachweis erbracht, daß infolge der indirekten und
direkten Reparationslaſten in Höhe von insgeſamt 950 Millionen
Reichsmark einſchließlich der Beförderungsſteuer ſogar die
Be=
triebsſicherheit der Reichsbahn infolge Droſſelung aller
Aus=
gabengebiete in ſtärkſter Weiſe gefährdet wird.”
Zaleſti und die Affäre Aliß.
Warſchau, 16. Februar.
Außeuminiſter Zaleſki hat am Freitag der polwiſchen Preſſe
gegenüber eine Erklärung abgegeben, in der es heißt, der
Ge=
ſchäftsführer des Deutſchen Vollsbundes, Ulitz, ſei unter dem
Verdacht verhaftet worben, Schriftſtücke gefälſcht zu haben, um
polniſchen Wehrpflichtigen und Reſerviſten zur Fluchr nach
Deutſchland zu verhelfen. Er ſei der Meinung, daß weder die
polniſche Regierung noch der Völkerbund im dieſen wie ähnlichen
Fällen in die Maßnahmen der Juſtizbehörden eingreifen können.
Wenn der Völkerbund auf dem Standpunkt ſtehen ſollte, daß
ſein Eingreifen trotzdem möglich ſei, ſo müſſe das zur logiſchen
Schlußfolgerung führen, daß ein polniſcher Staatsbürger vur
glauben brauchte, nicht polniſcher Nationalität zu ſein, um
ſtraf=
bare Handlungen begehen zu können, ohne dafür eine Beſtrafung
befürchten zu müſſen. Die polniſchen Juſtizbehörden würden
Herrn Ulitz genau ſo wie einen unter gleiche: Anklage geſtellten
Polen behandeln.
Die Woche.
Es iſt nur zu verſtändlich, daß die Aufmerkſamkeit der
ge=
ſamten europäiſchen Oeffentlichkeit in erſter Linie durch die
Ver=
handlungen der Pariſer Sachverſtändigenkonferenz in Anſpruch
genommen wird. Wir verkennen gewiß nicht die gewaltige
Be=
deutung der Oſtfragen für die europäiſche Zukunft, wir würdigen
die weltgeſchichtliche Bedeutung des zu Beginn der Woche in
Rom abgeſchloſſenen Friedensvertrages zwiſchen Italien und dem
Heiligen Stuhl, die Entſcheidung aber über Europas nächſte
Zu=
kunft fällt in Paris.
Es iſt über die Reparationsfrage und alles, was damit
zu=
ſammenhängt, in dieſen Jahren ſo viel geſprochen und geſchrieben
worden, daß ſich die meiſten unſerer Zeitgenoſſen wohl kaum
deſſen bewußt ſind, daß es in der Weltgeſchichte ohne Beiſpiel
iſt, wenn 10 Jahrenach dem ſogenannten
Friedens=
ſchluß die Vertreter der einſtmals kriegsführenden Mächte
zu=
ſammentreten, um die Frage der Kriegsentſchädigung zu erörtern.
Kein Zweifel, daß dieſe Erörterung zur unerläßlichen
Notwendig=
keit geworden, kein Zweifel auch, daß eine endgültige Löſung
der Kriegsentſchädigungsfrage im Geiſte friedlicher Verſtändigung
geradezu zur Vorausſetzung geworden iſt für eine friedliche
Entwick=
lung europäiſcher Zukunft. Wird das überall ganz verſtanden,
iſt man ſich dieſer Bedeutung der Pariſer Konferenz in den
Ländern unſerer ehemaligen Kriegsgegner bewußt, bleiben nicht
auch bei uns in Deutſchland bei der Beurteilung der Dinge ſehr
viele bei den Oberflächenerſcheinungen ſtehen? Wir ſind ſkeptiſch
geworden im Laufe dieſes Jahrzehnts und unſere Skepſis hat ſich
bisher immer noch als nur allzu berechtigt erwieſen. Auch wenn
man die Aeußerungen der Pariſer Preſſe während der
vergan=
genen Woche verfolgt hat, mußte man den Eindruck gewinnen,
daß man dort in der Beratung der Sachverſtändigen nichts
ande=
res ſieht, als eine neue Phaſe im Kampfe um die Beute.
Mög=
lichſt viel aus uns herauszupreſſen ohne Rückſicht auf unſere
Leiſtungsfähigkeit, ſcheint danach das Ziel zu ſein. Das iſt
gewiß zu einem guten Teil Stimmungsmache in ausgezeichneter
Regie, denn auch in Kreiſen der franzöſiſchen Wirtſchaft dürfte
man ſich darüber klar ſein, daß durch ein Spiel mit phantaſtiſchen
Zahlen dieſes größte wirtſchaftliche Problem der Gegenwart nicht
gelöſt werden kann, und die Leiter der franzöſiſchen Politik haben
ja zweifellos auch ſchon Gelegenheit gehabt, über die politiſchen
Zuſammenhänge und Folgerungen nachzudenken. Trotzdem
müſſen wir die Einſtellung insbeſondere der franzöſiſchen Preſſe
als Symptom werten, müſſen wir uns über die gewaltigen
Schwierigkeiten klar ſein, die noch überwunden werden müſſen,
wenn die Pariſer Konferenz wirtſchaftlicher und politiſcher
Ver=
nunft zum Siege verhelfen ſoll. Es wäre verfehlt, durch mehr
oder weniger gut gemeinte Vorſchläge die deutſche öffentliche
Meinung zu verwirren. Wir dürfen zu den deutſchen
Sachver=
ſtändigen, insbeſondere dem Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht
das Zutrauen haben, daß ſie, die die deutſche Wirtſchaft kennen
wie kaum ein anderer, niemals ihre Zuſtimmung geben werden
zu Forderungen, welche die deutſche Leiſtungsfähigkeit überſteigen,
und daß ſie auch das nötige taktiſche Geſchick beſitzen, ihren
Ver=
handlungsgegnern ein klares Bild von der wirklichen Lage zu
geben. Wir können in dieſem Zuſammenhang nur die
Aeußerun=
gen unterſtreichen, die der deutſche Reichswirtſchaftsminiſter Dr.
Curtius letzthin getan, als er beim Verband der Auswärtigen
Preſſe zur Reparationsfrage das Wort erariff: „Ich darf Sie
wohl auch bitten, zu verhindern, daß allenthalben während der
Beratungen der Sachverſtändigen ſogenannte Patentlöſungen
emporwuchern und das Proteſtaktionen und Reſolutionen die
öfſentliche Meinung verſeuchen. Wenn Sie ein übriges tun wollen,
ſo wirken Sie an Ihrem Teil darauf ein, daß ſich nicht Repa=
Der Papſt zeigk ſich wieder der Oeffenklichkeik und ſegner Rom.
Dlus Al. auf der Loggia der Peterskirche.
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Sonntag, den 17. Februar 1929
Numnt
rationserfinder und Reparationsreiſende in Paris an die
Sach=
verſtändigen herandrängen. Ich gebe mich der Hoffnung hin,
daß auch in der weiteren Entwicklung der Dinge die
Reichs=
regierung die in tätiger Mitwirkung und ſachlicher Kritik
zu=
ſammengefaßte Mitarbeit aller Parteien erfahren wird.” Im
Intereſſe der zukünftigen Entwicklung Europas aber wollen wir
hoffen, daß die Pariſer Verhandlungen, die ſachlich begannen,
auch ſachlich zu gutem Ende geführt werden.
Es iſt unter dieſen Umſtänden bedauerlich, daß es nicht
ge=
lungen iſt, noch vor Beginn der Reparationsverhandlungen die
Reichsregierung auf eine feſte parlamentariſche Grundlage zu
ſtellen. Wir haben unſere Befürchtungen in dieſer Beziehung
ſchon vor 14 Tagen an gleicher Stelle ausgeſprochen und
be=
gründet. Die dann folgenden Ereigniſſe haben unſerer damaligen
Auffaſſung nur allzu recht gegeben, und wenn man, wie der
Ver=
faſſer dieſer Zeilen, Gelegenheit hatte, während der entſcheidenden
Tage die Ereigniſſe von der Wandelhalle des Reichstages aus zu
verfolgen, ſo iſt man wirklich verſucht, jede Hoffnung aufzugeben.
Während der unbefangene Beobachter vergeblich irgendeine
inner=
politiſche Front feſtzuſtellen verſucht, ergeht man ſich in
kleinlich=
ſtem Parteigezänk, und iſt ſchließlich froh, wenn man eine
Zwiſchen=,Löſung” findet, die eben keine Löſung iſt, ſondern alles
in der Schwebe läßt. Das Zentrum iſt aus der Reichsregierung
ausgeſchieden, und da die hinter dem verbliebenen Kabinett
ſtehenden Parteien, die ja auch im Reichstag über keine Mehrheit
verfügen, begreiflicherweiſe keine Luſt haben, die Verantwortung
für neue Steuerpläne zu übernehmen, ſo wird man eben dem
Reichstag einen mit einem weſentlichen Defizit abſchließenden
Haushaltsplan vorlegen. Das iſt das Ergebnis wochenlanger
Streitereien, und wie die Dinge ſich in Zukunft entwickeln ſollen,
weiß offenbar noch niemand.
Inzwiſchen hat ſich noch dazu die ſtille Hoffnung als eitel
er=
wieſen, die während der Krifentage im Reichstag noch hier und
da gehegt wurde, daß nämlich die Verhandlungen über eine
Er=
weiterung der Preußen=Regierung trotz alledem zum guten Ende
geführt werden könnten, und daß auf dieſem Umwege dann doch
noch die große Koalition für das Reich zuſtande kommen könnte.
Auch in Preußen ſind die Verhandlungen an dem Widerſtand
des Zentrums geſcheitert, das ſeine Konkordatsausſichten durch
einen Eintritt der Deutſchen Volkspartei in die Preußen=
Regie=
rung gefährdet glaubte. Dabei ſind dieſe Befürchtungen ſchon
deshalb gegenſtandslos geworden, weil ſich durch den zwiſchen
dem Papſt und Muſſolini abgeſchloſſenen Pakt, die Lage formell
weſentlich geändert hat. Wenn ſchon früher die Frage umſtritten
war, ob nicht mit dem Papſt über ein Konkordat geführte
Ver=
handlungen, Verhandlungen mit einer fremden Macht wären,
für die nach der Weimarer Verfaſſung lediglich die
Reichsregie=
rung zuſtändig wäre, ſo kann jetzt in dieſer Beziehung kein
Zweifel mehr beſtehen. Durch den Verſöhnungspakt und die
Wiederherſtellung des Kirchenſtaates iſt der Heilige Stuhl wieder
zu einer weltlichen Macht geworden. Irgendwelche
Verhand=
lungen mit ihm können nur noch durch das Reich, jedenfalls aber
nur mit Zuſtimmung des Reichs geführt werden. Es iſt
anzu=
nehmen, daß die ſich hieraus ergebenden Erwägungen nicht ohne
Einfluß auf unſere innerpolitiſchen Verhältniſſe bleiben werden.
Man könnte ſich ſogar vorſtellen, daß ſie ſehr weſentlich zum
mindeſten zur Klärung beitragen könnten. Vorläufig aber ſind
die Dinge noch ſo verfahren, daß man ſich vor jedem Optimismus
hüten ſollte.
Man kann in der Politik der geſchichtlichen Entwicklung nicht
vorgreifen. Auch mit gutem Willen nicht. Das haben die
Er=
örterungen über mögliche Reichsreformen wieder einmal mit aller
Deutlichkeit gezeigt. Man hat gerade bei uns in Heſſen die
Mög=
lichkeit ſolcher Reichsreformen ſehr viel erörtert, und der heſſiſche
Innenminiſter hat ja bekanntlich der Oeffentlichkeit einen ganz
konkreten Vorſchlag unterbreitet. Da dieſer aber auch preußiſche
Gebiete ſehr nahe anging, ſo haben wir damals alsbald einer
gewiſſen Skepſis Ausdruck gegeben, da man in den in Frage
kommenden preußiſchen Gebieten für die Intereſſen des heſſiſchen
Staates und ſeiner Bevölkerung bisher offenbar nur recht wenig
Verſtändnis hatte, und da es ja auf der Hand liegt, daß keine
Löſung in Frage kommen kann, die nicht den Tatſachen
Rech=
nung trägt. Die Vorausſetzung, ſo ſagten wir damals, für den
Leuſchner=Plan wäre eine grundſätzliche Wandlung in der
Ein=
ſtellung unſerer Nachbargebiete, an die wir zuerſt noch nicht recht
zu glauben vermöchten. Das Echo, das der Plan des heſſiſchen
Innenminiſters in Preußen gefunden, hat uns recht gegeben.
Nicht nur, daß der Leuſchner=Plan in Frankfurt und Wiesbaden
zunächſt mit außerordentlicher Zuröckhaltung aufgenommen
wurde, auch die preußiſchen Regierungsſtellen zeigten von
vorn=
herein wenig Begeiſterung, und jetzt hat der preußiſche
Land=
tagsabgeordnete Dr. Hamburger in der „Mainzer Volkszeitung”
offenbar als Sprecher für die preußiſche Landtagsfraktion der
Sozialdemokratie längere Ausführungen veröffentlicht, die an
Deutlichkeit nichts zu wünſchen übrig laſſen. Gerade die
ſorg=
fältige Durcharbeitung des Leuſchnerſchen Planes liefere den
Beweis für die Schwierigkeit, ja für die Unlösbarkeit des
Vom Tage.
Reichskanzler Müller weilt ſeir Freitag in privaten
Angelegenheiten in Nürnberg. Er gedenkt am Sonntag wieder
abzureiſen.
Die helbamtliche „Epoca” veröffentlicht den vom polniſchen
Miniſterkabinett beſtätigten Landaufteilungsplan für das
Jahr 1930, ſowie die Liſten der im Jahre 1929 der Zwangsenteignung
unterliegenden Landbeſitze. Wie natürlich zu erwarten war, werden
die deutſchen Gebiete Polens auf das härteſte
be=
troffen.
Der bekannte Flieger Oberſt Fitzmaurice iſt aus dem
Heeresdienſt des iriſchen Freiſtaats ausgeſchieden.
Die Reparationsſachverſtändigen Sir Joſiah Stamp (England)
und Pirelli (Italien) haben Paris verlaſſen, um das
Wochenende in der Heimat zu verbringen.
In Madrid gehen Gerüchte um, wonach Primo de Rivera
beabſichtige in nächſter Zeit zum
verfaſſungsmäßi=
gen Regime in Spanien zurückzukehren.
Unter der Beſchuldigung des Verſuches, in portugieſiſchen
Garniſonen Offiziere für ein Komplott gegen die
Re=
gierung zu gewinnen, wurde nach einer halbamtlichen Mitteilung
der Ingenieur Weiga Lima verhaftet. Gleichzeitig wurde eine große
Anzahl von Bomben beſchlagnahmt.
In dem jetzt als Erziehungsanſtalt dienenden berühmten
Klo=
ſter von Monte Cafſino an der Eiſenbahnlinie Rom-Neapel
werden bereits Vorbereitungen getroffen für den
anläßlich der Jahrhundertfeier des Heiligen Benedikt in dieſem Sommer
erwarteten Beſuch des Papſtes und anderer Souveräne.
Die Lateranverträge kommen am 25. Februar für
die Ratifizierung vor den Großen Fasciſtenrat, in dem
be=
kanntlich zugleich Bericht erſtattet wird über die allgemeine, die innere
und die Außenpolitik.
Die Ankündigung des britiſchen Botſchafters, daß die britiſche
Regierung Amerika Vorſchläge über eine
Ein=
ſchränkung der Seerüſtungen unterbreiten werde,
wurde im Weißen Hauſe nicht kommentiert, da es ſich nur um eine
inoffizielle Mitteilung an die Preſſe handelt.
Im Alter von 81 Jahren ſtarb in NewYork der Gründer
der Nachrichten=Agentur Aſſociated Preß Stone. Der
Verſtorbene war Generaldirektor der Agentur während 21 Jahren.
Der amerikaniſche Erſatzdelegierte Thomas
Per=
kins hat ſich an Bord des Dampfers „Paris” nach Europa eingeſchifft.
Perkins iſt Erſatzdelegierter für Owen Young.
Eine Anzahl Finanzſachverſtändiger aus den
Ver=
einigten Staaten iſt während des chineſiſchen Neujahrsfeſtes in
Schanghai eingetroffen. Die Sachverſtändigen werden als
Ratgeber der nationaliſtiſchen Regierung eingeſetzt.
* Berlin, 16. Febr.
Die Schwierigkeiten, die ſich aus den Römiſchen
ergeben, haben bereits am Samstag im Preußiſchen
Rolle geſpielt. Die Redner — einſchließlich der VAN,
haben ſich alle dahin ausgeſprochen, daß irgendwelle
für den Abſchluß eines Preußenkonkordats nicht Aſ
der gleichen Richtung geht auch die Anſchauung des 3u
von Anſchütz. Dagegen läßt ſich kaum das bayeriſoſe
zum Vergleich heranziehen. Damals hat die Regierm
den Standpunkt geſtellt, der Päpſtliche Stuhl ſei keinngit:
Staat im Sinne des Artikels 78 der Reichsverfaſſurn
iſt ja gerade die Streitfrage, ob nicht durch den
nmu=
mit Italien der Papſt dieſe Stellung zurückgewonram/
Auswärtigen Amt wird dieſe Frage ſehr eingehenöl / 114
die Frage drängt ja auch nicht. Merkwürdig iſtn
kennzeichnend für die Nervoſität des Zentrums — .4
mania” in der ganzen Erörterung einen liberalen VAr
der nur darauf abziele, neue Schwvierigkeiten zu Hnad
iſt eine kühne Logik. Wir wiſſen nicht, ob von AMc,
die erſte Anregung gekommen iſt, aber eins iſt fellih:
daß ſich die Staatsrechtslehrer mit den auf den Mn
trägen entſtehenden Folgerungen befaſſen.
lungen ſelbſt ſcheinen in Preußen nicht weiter gekoan,
jedenfalls ſprach der Sozialdemokrat Heilmann im 2—4n
irgendwelchen Widerſpruch zu finden, von „halb äy,
matiſchen Verhandlungen”. Auch er legte ſich darauft.
das Konkordat die Schulhoheit des Staates nicht n
den dürfe. Ob einmal die Zeit kommt, wo man /74 muß?
Problems, neben die bisherigen Regierungskonſtruktionen ein
Reichsland, ein weiteres Muſter eines Verwaltungsorganismus
zu ſetzen. „Würde ein ſolches Opfer Preußens wirklich den
Fortſchritt des Reichsgedankens ſtärken, ſo würde es nur unter
dem Geſichtspunkt Reich und Länder betrachtet tragbar erſcheinen.
Unter den politiſchen Verhältniſſen aber, die nunmehr ſeit etwa
8 Jahren im Reich und in Preußen beſtehen, und die man daher
nicht mehr als ſchnell vorübergehend anſehen kann, würde ſich
Preußens Sozialdemokratie dazu nicht
ver=
ſtehen können.‟ Das iſt eine deutliche Abſage, die bei der
Machtpoſition der Sozialdemokratiſchen Partei in Preußen umſo
ſchwerer wiegt. Auch wir glauben, daß der Weg zum deutſchen
Einheitsſtaat nicht durch Experimente geebnet, oder auch nur
ab=
gekürzt werden kann. Und ſo werden die deutſchen Länder
be=
ſtehen bleiben, bis dereinſt die Entwicklung ſo weit fortgeſchritten
ſein wird, daß ſie alle gemeinſam im deutſchen Einheitsſtaat
aufgehen.
M.
der bedrängke deniſche Landbeſih in Polen.
Warſchau, 16. Februar.
Die halbamtliche „Epoca” veröffentlicht den vom polniſchen
Miniſterbabinett beſtätigten Landaufteilungsplan für das Jahr
1930 ſowie die Liſte der im Jahre 1929 der Zwangsenteignung
unterliegenden Landbeſitze. Wie natürlich zu erwarten war,
werden die deutſchen Gebiete Polens auf das Härteſte betroffen.
So entfallen nach dem Plan für 1930 nicht wewiger als 10 000
Hekdar auf dem Poſener und 8000 Hektar auf den Graudenzer
Bezirk. Der diesjährigen Zwangsenteignung unterliegen 8288
Hekuar Geſamtfläche in den Amtsbezirken Kattowitz, Poſen und
Graudenz. Aus der Liſte geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß
es ſich bei den Aufteilungen um faſt ausſchließlich gegen das
bodenſtändige Deutſchtum gerichtete chauviniſtiſche
Kampfmaß=
nahmen handelt, denm von den 8288 Hekuar entfallen allein 7464
Hektar auf deutſchen Beſitz. Von insgeſamt 34 Landeigentümern
ſind nicht weniger als 28 Deutſche. Eine nähere Unterſuchung
verdient, daß im Kattowitzer Bezirk 339 Hektar, im Poſener
Be=
zirk 1305 Hekuar und im Graudenzer Bezirk 6080 Hektar deutſchen
Bodens in dieſem Jahre enteignet werden ſollen.
EP. London,
Wie aus Waſhington gemeldet wird, hat dor
liſche Botſchafter Howard die geſtrige Meldung ba
engliſche Regierung der amerikaniſchen Regierurg
ſchläge für die Flottenabrüſtung zu unterbreiten
darauf geſtützt eine Konferenz zuſammentreten ſorl
dies allerdings nicht vor dem Monat Juli
geſchekd=
liſche Regierung zunächſt die
Parlamentswahlen=
laſſen wolle, die Ende Mai ſtattfinden werden. 2
gierung habe die Initiative ſchon vor einiger
wollen, habe aber während der Dauer der Diskund
tenbaugrogramms vor dem amerikaniſchen Seu
ſtand genommen, weil eine Intervention währe,
falſch hätte ausgelegt werden können. Seit der Gül
vom Jahre 1927 hätte ſich eine Klärung der Lage .
gute Ausſichten für eine befriedigende Löſung de
gen beſtünden.
aufnahme der Seegbrüſtungs=Berhen
Die in der Morgenpreſſe wiedergegebenen C
engliſchen Botſchafters in Waſhington, Sir He.
Wiederaufnahme der Seeabrüſtungsverhandlrn
etwas übereilt geweſen zu ſein. Das Foreig
in folgendem Communiqué offiziell zu den D0.
ſeines Botſchafters Stellung genome
keine Veränderung in dieſer
Angel=
getreten, ſeitdem Sir Auſten Chamberlain im
6. Februar d. J. mitteilte, daß die engliſche Re=‟
ſorgfältigen Prüfung aller Fragen beſchäftigt
ziehungen zu Amerika und die Flottenverhältr
Länder betreffen. Dieſe Unterſuchung N.
fortgeſetzt. Der erſte Schritt nach ihrem”
es, das Reſultat den Regierungen der
zu übermitteln und ihre Antwort abzuwam
fen. Es iſt daher unwahrſcheinlich, du
liſche Regierung in der Lage ſein w.
welche weitere Erklärungen über
in der nächſten Zeit abzugeben.
Von Hake.
Es war im Jahre 1506, als portugieſiſche Seefahrer dieſe
Inſeln der Einſamkeit entdeckten, zwei kleine Eilande und eine
größere Inſel, Triſtan da Cunha. Ein gewaltiger Vulkankegel
ragte mehr als 2000 Meter über den graugrünen, immer bewegten
Waſſern des ſüdatlantiſchen Ozeans auf. 1500 Seemeilen liegt
es von Kapſtadt und immer noch mehr als 1200 von dem nächſten
Land, St. Helena.
Halb vergeſſen blieb die Inſel für Jahrhunderte, bis die
Schiffahrt nach Auſtralien zunahm. Da die Inſel auf der
Segel=
ſchiffsroute um das Kap in der Region der Paſſatwinde liegt,,
benutzten die Schiffer ſie, um Waſſer einzunehmen, und da ſich hier
viele Robben fanden, war es auch ein Platz, um das Fahrzeug
mit friſchem Fleiſch zu verſorgen. Zu dieſer Zeit ſoll die Inſel
noch von einer dichten Vegetation bedeckt geweſen ſein.
Und eines Tages im Jahre 1810 landeten von einem
vorbei=
kommenden Schiff drei Männer mit Sack und Pack. Die Geſchichte
der Inſel hebt an. Dieſe Männer hatten die Abſicht, ſich hier
dauernd niederzulaſſen. Es war ein alter Seeräuber, Lambert,
mit zwei Gefährten, die wohl auch demſelben Beruf angehört
hatten. Seeraub, beſonders in der karaibiſchen See, wo ſpaniſche
Silberflotten dem tüchtigen Fachmann winkten, war damals ein
einträgliches Geſchäft, wen es für längere Zeit gelang, dem Strick
zu entgehen. Und ſo brachten gewiß die Drei größere Mengen
an Gold und Edelſteinen mit ſich. Denn ſie trieben einen
lebhaf=
ten Handel mit den einlaufenden Schiffen, ließen ſich nichts
ab=
gehen und waren bekannt dafür, daß ſie alles bar ohne viel zu
handeln zahlten.
Sie rodeten auch Ackerland, pflanzten Kaffee an und hätten
ein friedliches Leben führen können. Doch Lambert war
ehr=
geizig. Schon 1811 erklärte er ſich zum Kaiſer von Triſtan da
Cunha und ließ die Bekanntmachung ergehen, daß er bereit ſei,
mit anderen Nationen in Handelsbeziehungen zu treten.
UInd mit der Gründung des Reiches kamen auch die erſten
innenpolitiſchen Verwicklungen, deren Geſchichte nicht mehr
über=
liefert iſt. Jedenfalls führten ſie zu gewaltigen Umſtürzen. Als
Napoleon, bei Waterloo geſchlagen und gefangen, nach St. Heleng
verbannt wurde, befürchtete man, daß Triſtan da Cunha von
ſeinen Anhängern als Baſis zu ſeiner Befreiung gebraucht werden
könne. Und England legte daher eine Garniſon dorthin. Sie fand
bei der Landung nur noch einen der drei Angehörigen des
Kaiſerreiches im Jahre 1816 vor, den Italiener Corris. Dieſer
erzählte, daß die beiden anderen bei einem Bootsunglück
er=
trunken ſeien. Sein früherer Beruf ſprach nicht gerade für
un=
bedingte Richtigkeit dieſer Angaben. Doch geſtattete man ihm,
zu bleiben.
Nach Napoleons Tode wurde die Garniſon endgültig
einge=
zogen und es blieben nur zwei Marineſoldaten auf eigenem
Wunſch dort zurück, denen ſich einige ſchiffbrüchige Seeleute
an=
ſchloſſen. Doch bald fühlien ſie die männliche Einſeitigkeit, und
der Ruf nach der Frau erſcholl, cherchez la femme, im
wörtlich=
ſten Sinne. So überredeten ſie den Kapitän eines
Walſiſch=
fängers, nach St. Helena zu ſegeln und für ſie Frauen zu holen.
Der Seemann hielt Wort und brachte neun Frauen, alles
ſoge=
nannte Helenaleute, Miſchblut zwiſchen Weißen und Negern.
Noch lebte der alte Corris, der inzwiſchen fromm geworden
war. Nur wenn ein Schiff einlief, verſchwand er im Buſch,
kehrte mit Gold zurück, und kaufte ſich einen gediegenen Rauſch.
Er ſtarb, und der Schatz des alten Piraten muß irgendwo auf
der Inſel verborgen liegen, da kaum anzunehmen iſt, daß es
ſei=
nem Bemühen gelang, dieſe Goldgrube reſtlos zu verflüſſigen.
Heute, wo die Dampfſchiffahrt andere Routen eingeſchlagen
hat, iſt Triſtan da Cunha der einſamſte Fleck der Erde, wo
Men=
ſchen dauernd wohnen. Die Zahl der Bewohner beträgt rund
150. Dabei finden ſich nur vier Familiennamen. Im
allgemei=
nen ſendet die ſüdafrikaniſche Marineſtation von Simonſtown
jährlich ein Schiff dorthin mit der Poſt, die noch nie die Zahl von
zwei Dutzend Briefen erreichte. Als einziger Zuzug von außen
ſeit langer Zeit iſt für 1922 ein engliſcher Geiſtlicher mit ſeiner
Frau zu buchen, der für drei Jahre Seelſorger, Arzt, oberſter
Beamter, Schulmeiſter und Mädchen für alles dort geweſem iſt.
In älterer Zeit hatten die Einwohner auf Triſtan recht
er=
tragreichen Ackerbau betrieben, bis eines Tages ein Schiff an
der Küſte ſcheiterte. Die Ratten retteten ſich an Land, und ſeit
dieſen Tagen haben ſie ſich in ſolchem Maße vermehrt, daß nicht
nur der Anbau von Getreide unmöglich wurde, ſondern auch die
ganze Holzvegetation verſchwunden iſt. Heute ſind die Küſten
kahl und baumlos. So mußte man ſich denn auf den Anbau
von Kartoffeln beſchränken. Eine kleine Herde von Rindern und
Schafen iſt der Stolz der Inſelbewohner. Doch ſind die Tiere
ſo koſtbar, daß nur zu höchſten Feſten — als ſolche gelten vor
allem Hochzeiten — Fleiſch gegeſſen wird. Auch die Robben ſind
berſchwunden. So bilden denn die Hauptnahrung Kartoffeln,
Fiſch und Vogeleier. Aber auch der Verbrauch an Pinguineiern
mußte eingeſchränkt werden, da es ſich ergab, daß ſich dieſe Tiere
zu raſch verminderten. Sie ſind aber unbedingte
Lebensnot=
wendigkeit, da aus ihnen das Oel für die Beleuchtung
gewon=
nen wird.
Der geringe Ertrag an Wolle wird ganz ähn
land ſelbſt verſponnen und verarbeitet, doch reick.
nicht zur Bekleidung aus. So finden ſich alle n
bungen von Schiffen. Es iſt nicht ungewöhnlan
blauen Maſchiniſtenjacke einen Seeoffiziersroak
oder auch einen alten Smoking zu ſinden. Ma
unzweifelhaft der Pariſer Mode nicht ſympa.
denn ihre Röcke müſſen unendlich weit und gal
den Wünſchen der Damen zu entſprechen. Hute
tragen. Nur zwei ſolche ſind auf der Inſel Eiu
fähr aus den ſiebziger Jahren ſtammend, une
höchſter Schmuck für die Braut auf ihrem Wege=”
Ein älterer Mann, namens Glaß, hatte
ſchließungen vollzogen, bevor der Geiſtliche dort
dieſe Eheſchließungen wiederholte. Auch zeigtem
nen, daß ſie auszunutzen verſtehen, was ſich ihm
der Reverend hatte oft viermal am Tage Gotte”
um ihre Wünſche zu befriedigen. Dabei war es
feſtzuſtellen, wer am lauteſten ſingen könne.
Geld hat keinen Wert. Können wir uns de
ſtellen, wir armen Europäer? Es ſind kaum
gemünzten Geldes auf der Inſel zu finden,
un-
anſcheinend am leichteſten zu entbehren dem Me‟
als ihm ein Sohn geboren wurde und die Eiimh"
erforderte. Daß Diebſtahl unbekannt iſt, iſt
ſtänden unnötig zu betonen.
Doch haben die Leute von Triſta da Cun”
geiz, ihren Platz im engliſchen Weltreich zu. *
ließen es ſich micht nehmen, auf der Reichsausſie.”
mit einem eigenen Stand vertreten zu ſei!
Produkte gezeigt wurden. —
Verlaſſen, oft mehr als ein Jahr von der 2
liegt dieſe vulkaniſche Inſel im Weltmeer, wa.
Anſpruch erheben kann, die letzte Einſamiels
zu ſein.
Kunſt. Wiſſenſchaft und LeA
* Neuer Intendant in Kaſſel. Wie der 2e
dient mitteilt, iſt vom Miniſter für
Wiſſenſchäll-
bildung für die Beſetzung der Intendantel,
Theater in Kaſſel der Generalintendant des
Altenburg, Berg=Ehlert, in Ausſicht genommeie”
2
Sonntag, den 17. Februar 1929
zweifelhafter Friedens=Pakt.
S Litwinow=Prokokoll.
e für Amerika. — Rußland und Polen
brauchen Geld.
* Königsberg, 16. Januar. (Priv.=Tel.)
s am / ebruar von Rußland, Polen, Eſtland, Lettland
ſumanzu unterzeichnete Litwinow=Protokoll iſt in ſeiner
aa flſüer Frieden zweifellos vielfach überſchätzt worden.
nicht 71 Unzeichen trügen, haben die Hauptunterzeichner,
ind Rhuand, weniger an
eden /4 an die Vorteile
die ichn aus dem
Pro=
ſü rwach,c/ nnen, als ſie
feh rlichat ſierzeichnung in
vonzunzen. Falſch iſt
voln inem Erfolg
üLiplomatie
1s um ſo mehr.
weifelhaft
er=
bt wirklich gewillt
Paku) alten. Volen
süt er Handſtreich
a bteiſen — gewohnt,
Akrege hinwegzu=
Die Frage, welche Gründe Sowjetrußland, zu dem Abſchluß
dieſes eigenartigen Friedenspaktes, der im Grunde genommen
eine Blockbildung mit der ausgeſprochenen Spitze gegen
Sowjet=
rußland begünſtigt hat, bewogen haben, iſt nicht ſchwer zu
beant=
worten. Gewiß wollte Moskau auch einen Beweis ſeines
Friedens=
willens geben oder den Eindruck erwecken, daß der Friede im
Oſten geſichert ſei. Sicher aber wurde der Litwinowpakt nicht nur
um des lieben Friedens willen, oder, wie es auch hieß, um einen
polniſchen Ueberfall auf Litauen abzuwehren, abgeſchloſſen. Es
ſcheinen vielmehr gewichtige wirtſchaftliche Gründe mitgeſprochen
zu haben. Rußland braucht Geld. Die ruſſiſche Wirtſchaft
befin=
det ſich in einer ſchweren Kriſe, die nur durch ausländiſche
Anlei=
hen behoben werden kann. Dieſe Anleihen aber werden die Sow=
Die Unkerzeichnung des oſteuropäiſchen Friedenspaktes.
ni/einen Plänen
rſchtti. Warum ſollte
12v mow=Protokoll
u lem ſchon ſein
GEinpter bei der
urnaes von einem
ſprm Sas auch nach
frafttten des Kellogg=
„Füh- Erinnerung”
daas 3 ſtandekommen
kolnz UFmerkſam
ver=
mulz— der
Feſtſtel=
ndß nicht
Sow=
oern Polen die
wunt geweſen iſt.
ügrſcheinend um
iha1 rotokoll unter
Faichrmgen und ließ
enmnWolen die
Be=
ditzen. Von
An=
hattte’o len, nachdem
i4rchau von der
bewngung über das
ingebot erholt
A)ſiht, das
An=
umiägen
Inkraft=
sAülnggpaktes der
hunnedir ſchon lange
Abſtüider Bildung
ichen Staa=
Polen, Rumänien, Eſtland, Lettland und Sowjetrußland haben ſich zu einem oſteuropäiſchen
Frie=
denspakt und zur feierlichen Aechtung des Krieges entſchloſſen. — Unſer Bild zeigt den polniſchen
Geſandten Patek (links) und
Volkskommiſſar Litwinow (rechts)
des Friedenspaktes in Moskau.
nach der Unterzeichnung
Seite 3
Krieg als Mittel unſerer Politik ausgeſchaltet iſt. Mehr können
wir nicht tun, denn wir denken nicht daran, auf unſere
Beſtre=
bungen nach einer Reviſion der deutſch=polniſchen Grenze zu
ver=
zichten. Deshalb haben wir ein Oſtlocarno immer
abge=
lehnt, weil das bei der verſchiedenen militäriſchen
Kräfteverteilung nur darauf hinauslaufen
würde, daßwir den Polen unſere Grenze
garan=
tieren, aber keine Sicherheit gegen einen
pol=
niſchen Angriffhaben — und zuſolch einſeitigen
Verträgen beſtehtbeiunskein Bedürfnis.
R3can und ſie, vielleicht mit einigen Umarbeitungen,
RL A aſion zu ſtellen? „Die beiden Foscari” haben
Sebien Verdis nur ein ganz kurzes Bühnendaſein
mſtbar zu machen. In richtiger Erkenntnis dieſer
ire Litauen, dieſe Blockbildung zu verhindern,
in=
lamund Lettland zur gemeinſamen Unterzeichnung
gfarderte. Im geheimen hegte Litauen vielleicht
fmung, daß, falls der Vorſchlag Woldemaras” in
ungenommen würde, Polen überhaupt das
ruſ=
hnen würde, wodurch Litauen bei der
Austra=
ikts mit Polen ein gewichtiges Beweismittel
ü=dlichen Abſichten Warſchaus in die Hände
ge=
len machte jedoch die Unterzeichnung des
Litwi=
an der Bedingung abhängig, daß auch
Ruma=
eittland und Finnland gleichzeitig unterzeichnen
Kußland alle Urſache hat, auch nur den Anſchein
g. unter der Leitung Polens zu vermeiden, fügte
aten Bedingungen. Nun handelte es ſich für
Po=
hum, die baltiſchn Staaten für ſeinen Plan zu ge=
Mies gelang Polen trotz der litauiſchen
Störungs=
gn ſchien es anfangs zwar ſo, als ob man ſich
ich den polniſchen Wünſchen zu fügen ſchließlich
zu ſagen Hals über Kopf an die Seite Warſchaus,
og gpakt noch nicht einmal vom lettiſchen Parla=
)e worden war. Rußland verſuchte, die
Eini=
mit den baltiſchen Staaten zwar durch
Mu g der Unterzeichnung zu verhindern, doch
ge=
uch hier, durch eine geſchickte Verzögerungstaktik
albchmzuhalten, bis Lettland ſich bereit erklärt hatte.
Much der rumäniſche Geſandte eine wichtige Rolle
Aullötzlich krank wurde, ſo daß ſich ſchon aus dieſem
eiseichnung bis auf den 9. Februar verzögerte.
Volen alle Staaten, mit Ausnahme Finnlands
de Unterzeichnung in Moskau ſtattfinden ſollte.
Aneifellos einen Sieg über die Sowjetdiplomatie
Ec nur darin beſteht, daß es Polen, Eſtland und
lhum konnte, gemeinſam mit ihm das
Litwinow=
dun tei=zeichnen, ſondern es auch zuwege brachte, den
Wen Lettland und Eſtland auf der einen, und
Sſtſächmollend beiſeite ſteht, auf der anderen Seite
jets nur erhalten, wenn ſie den Nachweis praktiſcher
Friedens=
politik erbringen. Dieſer Nachweis ſoll zweifellos mit Hilfe des
Litwinow=Protokolls geführt werden. Und da es ſich bei der
vor=
zeitigen Verwirklichung des Kelloggpaktes um eine Verbeugung
vor den Vereinigten Staaten handelt, bedarf es eigentlich gar
keines Hinweiſes mehr, daß man in Moskau darauf brennt, eine
Anleihe in den Vereinigten Staaten aufzunehmen oder die
Ver=
einigten Staaten für die ruſſiſche Wirtſchaft zu intereſſieren. Im
übrigen iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß ſich das ewig in
Geldver=
legenheit befindliche Polen von ähnlichen Erwägungen leiten ließ,
als es ſeine Unterſchrift unter das Moskauer Protokoll ſetzte.
Ein verdächtiger Amweg.
* Berlin, 16. Febr. (Priv.=Tel.)
Der vielgewandte polniſche Außenminiſter Zaleſki
ver=
öffentlicht in der Londoner „Review of Reviews” einen Artikel,
worin er ſich als begeiſterter Anhänger eines
Oſt=
locarno bekennt und an Deutſchland die verſteckte
Einladung zum Abſchluß eines derartigen
Ver=
trages ergehen läßt. Der Herausgeber der Zeitſchrift,
der politiſch gerne von ſich reden machen will, fordert mit großer
Geſte Deutſchland auf, nun in Warſchau zu ſondieren. Die deutſche
Regierung wird das nicht tun. Dazu iſt der Umweg über eine
engliſche Zeitſchrift doch zu abſonderlich und zu verdächtig. Herr
Zaleſki hat offenbar wieder einmal das Bedürfnis, der
Welt ſeine Friedensliebe zu zeigen, um dadurch von den
un=
erfreulichen Vorgängen in Oſtoberſchleſien
ab=
zulenken. Er weiß ja auch, daß Deutſchland in Locarno auf
jede kriegeriſche Korrektur ſeiner Grenze verzichtet hat und daß
darüber hinaus durch die Natifzierung des Kelloggpaktes der
Schon wieder ein Anſchlag auf die
Angeſtellken=Berſicherung!
Unter dieſer Ueberſchrift wird uns geſchrieben:
Unter der ziemlich harmlos klingenden Bezeichnung „
Neu=
regelung der Laſtenverteilung zwiſchen
Inva=
liden= und Angeſtelltenverſicherung” haben die
Ar=
beiterſpitzengewerkſchaften kürzlich in einer Eingabe an den
Reichs=
arbeitsminiſter u. a. auch die Forderung erhoben, die
Angeſtellten=
verſicherung erneut zu Entſchädigungszahlungen an die
Invaliden=
verſicherung zu verpflichten. Bekanntlich hat die A.V. bereits im
Jahre 192, der J.V. als Entſchädigung einen Betrag von 33
Mil=
lionen RM. gezahlt. Mit dieſer Zahlung ſollten die Anſprüche der
J.V. an die A.V. aus der Rentengewährung an ehemalige
Ange=
ſtellte und deren Angehörige endgültig abgegolten ſein. Dieſe
Endgültigkeit iſt ſeinerzeit auf Anregung des Bundesvorſtehers
des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten Guſtav Schneider im
Geſetzestext ausdrücklich feſtgelegt worden.
Aber noch ſind nicht einmal zwei Jahre vergangen, und ſchon
glauben die Arbeitergewerkſchaften — die
Invalidenverſicherungs=
träger halten ſich dieſesmal zurück — mit neuen Forderungen
hervortreten zu müſſen. Zur Begründung ihres Verlangens
wei=
ſen die Verfaſſer jener Eingabe auf die angebliche Abwanderung
von der J.V. zur A.V. hin, durch die der erſteren immer weitere
Beitragszahler entzogen würden, während ihr die Rentenbezieher
verblieben.
1913 habe die A.V. nur einen Verſichertenbeſtand von 1,5
Mil=
lionen gehabt, heute ſei der Beſtand auf mehr als 3 Millionen
angewachſen. Der Zuwachs von mehr als 1,5 Millionen ſtamme
aus der J.V., der dadurch ein Schaden von 450 bis 500 Millionen
Reichsmark entſtanden ſei. Sicherlich haben ſich die Unterzeichner
der Eingabe damit die Begründung ihrer Forderung ſehr leicht
gemacht. Gewiß hat ſich die Zahl der bei der A.V. Verſicherten
ſeit Schaffung der Verſicherung verdoppelt. Das iſt aber nicht,
wie es in der Eingabe fälſchlicherweiſe dargeſtellt wird, die Folge
einer künſtlichen Anwendung des Angeſtelltenbegriffes auf
inva=
lidenverſicherungspflichtige Arbeiterberufe, ſondern das Ergebnis
einer ſchon ſeit Jahrzehnten anhaltenden wirtſchaftlichen
Entwick=
lung, die die Zahl der Angeſtellten weit ſtärker ſteigen läßt, als die
der Arbeiter. Hier die Ergebniſſe der amtlichen Berufszählungen:
1882: rd. 420 000 Angeſtellte, 1895: rd. 850 000, 1907 rd. 1 700 000,
1925: rd. 3 000 000 Angeſtellte. Von einer Berufszählung zur
an=
deren ſehen wir alſo jeweils etwa eine Verdoppelung der Zahl der
Angeſtellten. Es kann alſo beileibe keine Rede davon ſein, daß
die A.V. den Angeſtelltenbegriff überſpanne und Perſonen zu ſich
herüberziehe die bisher der J.V. unterlegen hätten. Viel eher
könnte man ſchon der J.V. den Vorwurf machen, daß ſie mit Hilfe
ihrer Ueberwachungsbeamten immer wieder verſucht. Perſonen
unter ihre Botmäßigkeit zu bringen, die Angeſtellte ſind,
Ange=
ſtelltentarifen unterliegen, in Angeſtelltengewerkſchaften
organi=
ſiert ſind und ſeit Jahren der A.V. angehören. Gewiß wird ſich
unter dem Neuzugang bei der A.V. auch eine Anzahl von
Per=
ſonen befinden, die bisher der J.V. angehört haben. Es war
1922 bei der Durchführung der Trennung vorauszuſehen, daß ſich
die reinliche Scheidung der beiden Verſichertenkreiſe nicht würde
von heute auf morgen durchführen laſſen. Hier von 1½ Millionen
zu ſprechen, muß aber geradezu als grober Unfug bezeichnet
wer=
den. Infolgedeſſen iſt es auch durchaus abwegig, aus dieſer
Stei=
gerung der Verſichertenzahl einen neuen Entſchädigungsfall zu
konſtruieren. Die Verhandlungen über die ſchon erwähnte
end=
gültige Abfindung ſind im April 1927 zum Abſchluß gekommen,
zu einer Zeit alſo, als die Steigerung der Verſichertenzahl in
vol=
lem Gange war. Seitdem ſind überhaupt keine neuen
Perſonen=
kreiſe der A.V. zugeführt worden. Durch eine Aenderung des
Berufskatalogs hat lediglich eine Klärung von Zweifeln
hinſicht=
lich der Verſicherungspflicht der Stuhlmeiſter in der
Textilindu=
ſtrie ſtattgefunden, durch die aber nicht etwa unrechtmäßigerweiſe
in den Verſichertenbeſtand der J.V eingebrochen, ſondern lediglich
eine kleine Gruppe von Angeſtellten ihrem rechtmäßigen
Verſicherungsträger zugeführt worden iſt.
Auch die ſonſt noch in der Eingabe und den erläuternden
Preſſeäußerungen von den Arbeitervertretern ins Feld geführten
Argumente treffen in jeder Weiſe daneben. Es iſt nicht wahr,
daß ſich das Nebeneinanderbeſtehen beider Verſicherungen einſeitig
zu Ungunſten der J.V. auswirke. Faſt jedem belaſtenden ſteht ein
entlaſtendes Moment gegenüber, ſo daß Vorteile und Nachteile
gegeneinander aufgewogen werden dürften.
Es iſt natürlich das gute Recht der Arbeitergewerkſchaften,
nach Mitteln und Wegen zu ſuchen, um die Vermögenslage ihrer
J.V. zu heben. Die Angeſtellten müſſen aber erwarten, daß
etwaige Entſchädigungsſorderungen dort geltend gemacht werden,
wo ſie wirklich am Platze ſind. Die A.V. iſt ihren Verpflichtungen
der J.V. gegenüber 1927 ein für allemal nachgekommen. Sie muß
es ablehnen, für die J.V. die Rolle der melkenden Kuh zu
über=
nehmen.
„Ddie beiden Foscari”
afführung der Jugendoper Verdis
in Halle.
imimer im Steigen begriffene Welle der Verdi=
I9 nun immer mehr auch diejenigen Werke des
zu ſeinen Lebzeiten von der Bühne
verſchwun=
diejenigen, die dieſe Bewegung fördern, wirklich
WNralte Verdi auf der Höhe ſeines Ruhmes nicht
Mabes. Verſuch gemacht haben würde, eine Jugendoper,
Noe 3reifer Meiſter noch hätte bekennen können, wie=
Widcha legs Werk 1844 in Rom ſeine Uraufführung er=
9 drei Menſchenaltern ſoll es ſich nun auf der
Bich As lebensfähig erweiſen! Die Ausſichten dafür,
oeri A ſſein wird, erſcheinen ſehr gering.
Sb9 hat eine hiſtoriſche Begebenheit zum Gegen=
2Ade des alten Venezianer Patriziergeſchlechts der
Ariſe Vater Foscari wird nach vierzigjähriger
Bwitzt! Doge gezwungen, ſeinen eigenen Sohn in die
wnsc. Ehicken und danach ſelbſt von ſeinen Feinden
Rrticzyr Dogenamt genötigt. Vater und Sohn über=
warch nicht. Der Kardinalfehler des Textbuches
2 Dient uaß wir über die Entſtehung des ganzen
Kon=
wernch t Inichts erfahren, nur den entſetzlich guälenden
Keil=
Trägödie an uns vorüberziehen ſehen. Es wird
De ien echtigkeit der venezianiſchen Geſetze in dieſer
Moprs2 Wgleich aber gezeigt, wie durch eben dieſe Ge=
Eet nstlice zi1 Tode jommen. Eine eiwas mertwitdige
MIIn der an Widerſinn gewohnten Opernliteratur
iWoerſtellung einnehmen dürfte!
jut
Serdi hat freilich ein ſolcher Text nicht weiter
iöiert auch hier aus dem Vollen ſeiner
über=
ſmd 2. 9, dringt mit ſeiner Muſik in alle Tiefen menſch=
Lanis und gißt ſo ein paar Glanzpartien für die
len Beſuchern der Oper ein wahres Klangbad
ib prcheſtalen Efſelten, und doch: wenn wir
des reifen Verdi im Ohr, dieſes Jugendwerk
Nia ins ales nur Anſatz, nicht Erfüllung. Für
ſtorin
Ia mit dem Werden von Verdis Stil befaßt,
in fſithrung von außerordentlichem Werti, für die
fönrtRe=
Een Mis ic des Meiſters an reſen Schöbſungen
er=
ndeutet ſie kaum etwas.
Die Aufnahme der Neuheit, deren deutſche Ueberſetzung von
Rudolf Franz ſtammt, und die in Halle von Erich Band
muſikaliſch, und von Auguſt Roesler ſzeniſch geleitet war,
fand trotz allem eine überaus freundliche Aufnahme. Möglich
auch, daß die Wirkung des Werkes noch weitaus ſtärker ſein kann,
wenn man die Hauptrollen mit ſtimmlich überragenden Sängern
Dr. Adolf Aber.
beſetzt.
Johann Georg Edlinger 1741-1819.
* Sein Name iſt ſeit der Berliner Jahrhundertausſtellung
und dem Erſcheinen einer eingehenden Publikation im
Mün=
chener Jahrbuch von A. Goldſchmidt im der Geſchichte der
deut=
ſchen Kunſt feſt begründet. Trotzdemwar es ein Verdienſt der
Mün=
chener Galerie Paulus, durch eine umfaſſende Ausſtellung von
80 Bildniſſen weitere Kreiſe auf die Bedeutung dieſes Meiſters
aufmerkſam zu mahen und die kunſthiſtoriſche Forſchung mit
wichtigem neuen Material zu verſehen. — Edlinger war ein
Grazer, der an der Müchener Akademie unter Oefele das
Handwerkliche ſeiner Kunſt erlernde. Schon früh machte er ſich
von der internationalem Konvention des Rokoko frei und ſuchte
mit breitem Strich eine Individualiſierung des Dargeſtellten.
Trotz einiger vorzüglich gelungenen repräſentativen Porträts,
die er Aufträgen des bayeriſchen Hofes (Kurſürſtin Eliſabeth
Auguſte) und Würdenträgern (Graf v. Haimhauſenporträt in
Darmſtadt) verdankte, fand er ſein Publikum in den Kreiſen des
Münchener Bürgertums. Beſonders der damals blühende
Illu=
minatenorden und deſſen Leiter, der Buchhändler Strobel,
hal=
fen dem Künſtler, der eine große Familie zu ernährem hatte,
über die Miſere des täglichen Lebens hinweg. — Die realiſtiſche
Auffaſſung Edlingers, gepaart, mit dunkler Tonmalerei,
ver=
grämte die Kunſtdiktatoren ſeiner Zeit und verhinderte ſeinen
Eintritt als Lehrer in die Münchener Abademie. — Erſt dem
modernen Kunſtgeſchmack war es vorbehalten, einen der größten
deutſchem Porträtmaler um 1800 wiederzuentdecken. — Faſt
ſämt=
liche deutſche Galerien von Bedeutung beſitzen jetzt Werke ſeiner
Hand. Trotzdem wäre es ſehr zu begrüßen, wenn wenigſtens eine
Auswahl der bei Paulus ausgeſtellten Bilder in anderen Städten
gezeigt werden könnte, um die hohe Kunſt Edlingers zum
Ge=
meingut aller intereſſierender Kreiſe werden zu laſſen. A. G.
Av. Erfolgloſe Jugend. Not und Ausblick. Von Hans Pförtner.
Broſchiert 1,50 RM., Ganzleinen 2,00 RM. (Verlag Paul Müller,
München 2 NW. 8.)
Der vorgenannte Verlag gibt eine Bücherreihe „Chriſtliche
Wehr=
kraft” heraus, die es ſich zur Aufgabe macht, die Lebenskräfte des
evangeliſchen Chriſtentums zu wecken und Stellung zu nehmen vom
evangeliſchen Standpunkte aus zu den ſozialen Problemen und gegen
die Schäden unſerer Zeit. Als drittes Bändchen erſchien obengenannte
Schrift. Sie will zeigen, wie die mancherlei Jugendnöte heute alle
auf eine gemeinſame Urſache zurückzuführen ſind, und wie dieſen Nöten,
die durch die falſche Art der Bekämpfung noch geſteigert werden,
be=
gegnet werden kann. Ueberall ſehen wir in dem Gebaren der Jugend
Maßloſigkeit, Verkrampftheit und Fanatismus auf der einen, ſtumpfe
Gleichgültigkeit auf der anderen Seite. Das Leiden der Erfolgloſigkeir
der Jugend iſt im tiefſten Grunde Unglaube; die einzige Rettung liegt
im Glauben an Gott. Nicht von Verhältniſſen, nicht von den
Men=
ſchen, nicht von unſerer eigenen Kraft können wir die Erlöſung aus
unſeren Leiden erwarten, ſondern allein von dem lebendigen Gott in
Chriſto Jeſu. Für die Abkehr des heutigen evangeliſchen Deutſchlands
von der Bibel iſt oft weniger das Chriſtentum beſtimmend, als die
Form, in der es gelebt, gepflegt und dargeboten wird. Die Jugend
bedarf der individuellen Seelenführung; die göttliche Wahrheit muß in
individuellſter, perſönlichſter Weiſe an ſie herangebracht werden. Dies
ſind kurz die Leitgedanken des Buches. Außerdem werden noch mehrere
Fragen der Gegenwart, das Vereinsleben, das Parteiweſen und die
ſchlechte Lektüre und ihr verderblicher Einfluß auf die Jugend
behan=
delt. Beſonders beachtenswert iſt das Kapitel über die erfolgloſe
weib=
liche Jugend, die der Erfolgloſigkeit dadurch zu entgehen ſucht, daß ſie
dem Weibstum überhaupt zu entfliehen und ſich zu vermännlichen
ſtrebt. Das Büchlein, das die aufgeworfenen Fragen mit tiefem Ernſt
behandelt, gibt eine Fülle von Anregungen.
Italo Spevo, Zeno Coſini. Roman. Deutſch von Piero
Ris=
mondo. 1928 Im Rhein=Verlag, Baſel und Leipzig. Broſch.
7.— M., geb. 9,50 M.
Der jüngſt verſtorbene italieniſche Dichter führt die pſychiſche
Analyſe eines ganzen Lebens durch — eine Autobiographie des
Trieblebens und der unbewußt bewahrten Erinnerungen, ein
Querſchnitt durch die verſunkene Welt von Kindheits= und
über=
nommenem Ahnenerleben. Die Reichhaltigkeit und Vielfältigkeit
liegt nicht in den äußeren Geſchehniſſen, die den Rahmen des
All=
täglichen kaum überſchreiten. Reich, bunt und unmittelbar wird
das Buch erſt durch die Aufdeckung der Erlebniſſe, die — bisher
ungekannt — auf dem Grunde der Seele lagen und nun Weſen
und Erlebnisfarbe gewinnenn durch ihr Emportauchen in einer
Situation des äußeren oder inneren Geſchehens.
— Zwei neue Gelbe Ullſteinbücher. Eine zarte, außerordentlich
ſein=
fühlig durchlebte Liebesgeſchichte iſt der Noman von Wladimir
Sirin, „Kommt ie — kommt ſie nicht?‟ Er ſpielt in
Nuß=
laud und in einer Berliner Penſion unter Emigranten; und die
einzel=
nen Lypen ebenſo wie das ganze Milieu, kommen in der künſtleriſch
vornehmen und lebendigen Darſtellung zu außerordentlich echter und
an=
ſchaulicher Wirkung. Ein Buch für anſpruchsvollere Leſer. — Das zweite
Buch „Die tolle Herzogin” von dem bekannten
Unterhaltungs=
ſchriftſteller und Dramatiker Ernſt Klein iſt ein Kriminalroman. Er
ſpielt in der unmittelbaren Gegenwart in ariſtokmatiſchen Kreiſey
Englands.
Seite 4
Heiſen in der anfäsftenerhännte der
deutſchen Länder.
Der Umſatz gilt mit Recht als Maßſtab für die
Kraftentfal=
tung der Wirtſchaft; die Statiſtik der Umſatzſteuerveranlagung
gibt uns eine Vorſtellung von der Intenſität des
Wirtſchafts=
lebens, aber auch von der Belaſtung der deutſchen Wirtſchaft durch
die Umſatzſteuer. So iſt es beſonders intereſſant, nach der neueſten
Umſatzſteuerſtatiſtik des Statiſtiſchen Reichsamts über 1925 als
letztes veröffentlichtes Berichtsjahr die Stellung von
Heſ=
ſen im Kreiſe der achtzehn deutſchen Länder hier
genauer kennen zu lernen.
Der Geſamtumſatz auf einen Pflichtigen beträgt
in Heſſen 13 373 Mark, während im Durchſchnitt des
Deut=
ſchen Reiches auf einen Umſatzſteuer=Pflichtigen 21 194 Mark
kom=
men. Nach dieſem, die Wirtſchaftskraft des einzelnen
Steuerpflich=
tigen kennzeichnenden Durchſchnittsumſatz jedes Pflichtigen zählt
Heſſen zu den elf Ländern unter dem Reichsdurchſchnitt des
ein=
zelnen Pflichtigen und ſteht an vierzehnter oder fünftniederſter
Stelle in der abſteigenden Reihe der deutſchen Länder über
Bay=
ern mit 13 316 Mark, aber unter Lippe mit 13 507 Mark als
Durchſchnittsumſatz jedes Pflichtigen. Bremen hat mit 43 533 Mk.
den höchſten, Waldeck mit 7514 Mark den niederſten Umſatz auf
einen Pflichtigen.
Der Geſamtumſatz auf den Kopf der
Bevölke=
rung zeigt uns die Intenſität der Wirtſchaft in dem betreffenden
Land. Er macht in Heſſen 1370 Mark aus, gegenüber 1639
Mark im Durchſchnitt des Deutſchen Reiches. Der Umſatz auf den
Kopf der Bevölkerung ſteigt in den Ländern des Reiches bis zu
2622 Mark in Hamburg und fällt bis zu 1036 Mark in
Mecklen=
burg=Strelitz. Nach ihm gemeſſen nimmt Heſſen den zwölften,
ſiebtniederſten Platz der deutſchen Länder ein, bei Bayern mit
1399 Mark und Mecklenburg=Schwerin mit 1159 Mark Umſatz auf
den Kopf der Bevölkerung.
Betrachten wir nun im einzelnen die drei
Hauptwirt=
ſchaftsgruppen: Landwirtſchaft. Induſtrie, Handel und
Verkehr.
Auf die Landwirtſchaft fallen vom Geſamtumſatz
in Heſſen 7 27 Hundertteile, dagegen im ganzen
Deut=
ſchen Reich 6,92 Hundertteile. Der Anteil der Landwirtſchaft am
Geſamtumſatz iſt am ſtärkſten in Mecklenburg=Strelitz mit 23,42
Hundertteilen, am ſchwächſten in Hamburg mit 0 44 Hundertteilen.
Heſſen kommt mit ſeinem Verhältnis am Landwirtſchaftsumſatz
zum Geſamtumſatz an elfter Stelle der deutſchen Länder, in
näch=
ſter Nachbarſchaft von Thüringen mit 7,31 und Preußen mit 7.24
Sonntag, den 17. Februar 1929
Hundertteilen als Anteil der Landwirtſchaft am Geſamtumſatz.
Nach dem Landwirtſchaftsumſatz im Verhältnis zum Geſamtumſatz
gehört Heſſen zu den zwölf Ländern, die über dem
Reichsdurch=
ſchnitt liegen.
Innerhalb der Landwirtſchaft beträgt der
Um=
ſatz auf einen Pflichtigen in Heſſen 2048 Mark.
im ganzen Reich 3466 Mark. Dieſer Landwirtſchaftsumſatz auf
einen Pflichtigen geht hinauf bis zu 14 980 Mark in Mecklenburg=
Strelitz und ſinkt bis zu 1641 Mark in Baden. Gemeſſen nach ihm
iſt Heſſen am viertniederſten Platz der deutſchen Länder zwiſchen
Bayern mit 2337 Mark und Waldeck mit 1803 Mark
Landwirt=
ſchaftsumſatz auf jeden Pflichtigen.
Der Landwirtſchaftsumſatz auf den Kopf der
Bevölkerung beläuft ſich in Heſſen auf 100 Mark.
gegen 114 Mark im Deutſchen Reich, Mecklenburg=Schwerin bietet
hier den größten Kopfumſatz von 270 Mark, Hamburg den
klein=
ſten von 12 Mark. Heſſen hat den dreizehntgrößten oder
ſechſt=
kleinſten Landwirtſchaftsumſatz auf den Kopf der Bevölkerung
unter den deutſchen Ländern: den ſiebtkleinſten hat Thüringen
mit 110 Mark, den fünftkleinſten Baden mit 83 Mark.
Die Induſtrie iſt in Heſſen mit 54, 37
Hundert=
teilen am Geſamtumſatz beteiligt. Da im ganzen
Reich auf die Induſtrie 53,91 Hundertteile des Geſamtumſatzes
entfallen, bewegt ſich hier Heſſen über dem Reichsdurchſchnitt und
zwar mit ſechs anderen deutſchen Ländern. Dabei ſteht Heſſen
nach dem Anteil der Induſtrie am Geſamtumſatz an ſechſter Stelle
der Länder hinter Baden mit 56,63, aber vor Braunſchweig mit
54,36 Hundertteilen des Geſamtumſatzes als auf die Induſtrie
kommend. Am ſtärkſten iſt der Induſtrieanteil am Geſamtumſatz
in Thüringen mit 62,41, am ſchwächſten in Waldeck mit 27,28
Hundertteilen des Geſamtumſatzes.
In der Induſtrie macht der Umſatz auf den
ein=
zelnen Pflichtigen in Heſſen 29 653 Mark aus,
dagegen im Deutſchen Reich 43 795 Mark Nach dieſem Pflichtigen=
Umſatz kommt Heſſen an zwölfter Stelle der deutſchen Länder.
Aehnlichen Induſtrieumſatz auf den einzelnen Pflichtigen wie in
Heſſen zeigen Bayern mit 32 691 Mark und Braunſchweig mit
35 334 Mark. Bremen beſitzt den größten Pflichtigen=Umſatz in
der Induſtrie mit 60 192 Mark, Waldeck den kleinſten mit 9811 M.
Der Induſtrieumſatz auf den Kopf der
Bevöl=
kerung iſt in Heſſen 745 Mark, gegenüber 883 Mark im
Reichsdurchſchnitt. Heſſen bietet den elftgrößten Kopf=Umſatz in
der Induſtrie von den deutſchen Ländern, in denen ſich der
Indu=
ſtrieumſatz auf den Kopf der Bevölkerung erhebt bis zu 1388 Mark
in Sachſen und herunter geht bis zu 289 Mark in Waldeck. Nahe
bei Heſſen treffen wir Preußen mit 854 Mark und Bayern mit
712 Mark Umſatz in der Induſtrie auf den Kopf der Bevölkerung.
Handel und Verkehr ſtellen in Heſſen 36 49
Hundertteile des Geſamtumſatzes. Im ganzen Reich
kommen auf die Wirtſchaftsgruppe Handel und 9
Hundertteile des Geſamtumſatzes. Heſſen zählt zu den
dern, in denen der Anteil des Handelsumſatzes au
niedriger iſt als im Durchſchnitt des Deutſchen Reiche
nach dem Anteil des Handelsumſatzes am Geſamtun
Heſſen den neunten Platz der deutſchen Länder ein. z
ßen mit 37,55 und Baden mit 36,48 Hundertteile
umſatzes als ſpeziell auf den Umſatz in Handel und
lend. An der Spitze der deutſchen Länder ſteht
einzelnen Pflichtigen. uheſ
Mark, im ganzen Deutſchen Reich 29 195 Mark.
tigen=Anteil des Handels= und Verkehrsumſatzes
mit 42 990 Mark in Hamburg, am kleinſten eben mit
in Heſſen. Heſſen beſitzt alſo von den deutſchen Länd
derſten Handels= und Verkehrsumſatz auf jeden Pflickſ
bewegt ſich dabei in der Nachbarſchaft von Thüringen mi.
Mark nach Schaumburg=Lippe mit 21 374 Mark.
Der Handels= und Verkehrsumſatz
Kopf der Bevölkerung beläuft ſich in be=
5 00 Mark, gegen 612 Mark im Durchſchnitt des
Reiches. Nach dem Kopf=Umſatz in Handel und Verl
Hamburg mit 1600 Mark den oberſten Platz der deutſchl
ein, Mecklenburg=Strelitz mit 350 Mark den nieden
Unmittelbar über Heſſen befindet ſich nach dem Kovin
Handel und Verkehr Bayern mit 525 Mark, unmittgt
Heſſen treffen wir Anhalt mit 466 Mark. In der Reiliu
zehn deutſchen Länder hat Heſſen nach dem Umſatz in
und Verkehr auf den Kopf der Bevölkerung die elſte e
Landesparkeikag der Deutſchen Bolksparteif
Rück
Mainz, 16. 10
Auf dem am 9. und 10. März in der Stadthallelle
ſtattſindenden Landesparteitag der Deutſchen Volksän,
ſen wird, wie nummehr feſtſteht, der Fraktionsführenslo
ſchen Volksparuei im Reichstag eine politiſche Rede hoſa.,/ ou
den weiter zu Vorträgem gemeldetem Parlamenuariernkei
ſich noch die Reichstagsabgeordnete Frau Dr. Matz,4PP!M
munalpolitiker Beigeordneter Dr. v. Hanſemann=Neuß” cna zu lünſtliche
die Abgeordneten Graf Stolberg=Wernigerode unm
neben den Führern der Volkspartei in Heſſen.
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Funk 11
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„Numn/ 48
Sonntag, den 17. Februar 1929
Seite 5
1s der Landeshaupkfkadt.
Darmſtadt, 17. Februar.
obletluur? — Unvernunft der Verbraucher!
urs gibth ine Kohlennot. Selbſtverſtändlich hat die lang
nerndeyille, und der dadurch bedingte Mehrverbrauch zu
gewrſſt Kohlenknappheit geführt. Von einer
ennousſer kann z. Zt. noch keine Rede ſein und wird auch
Vorgu3/t nach nicht die Rede ſein brauchen. Der grimmige
er hat/ᛋ Cängſte Zeit gedauert. Ueber die nächſten 1—2
en koymt, wir beſtimmt hinweg. Unvernunft
ge=
ſer eihlſe der Verbraucher aber, kann, wenn auch
orübermend und zum eigenen Schaden zu einer
Kohlen=
führeng
3chon j.ſwird bekannt, daß Verbraucher in die ſchlimmſten
bnheitzhder, Gott ſei Dank, zurückliegenden Zeit verfallen:
Jauchen ſe noch nachweisbar ihre Keller voll Kohlen liegen
kaunf uinter unverantwortlichem Drängen von den
den Vohmen der Händler, die in Darmſtadt, was ihnen hoch
echnet ſt ſoll — allerdings ſo vernünftig ſind, daß ſie die
be ratügeten. Käufer, die in der Lage waren, ſich in der
nerzeit/t, Kohlenkeller füllen zu laſſen, verſuchen, aus
vielle c mal ein Zimmer weniger heizen zu können,
ge=
in deur tägen ſchlimmſten Zeit eine reſtloſe Auffüllung
„Vorräwol ne Rückſicht darauf, daß es auch Familien gibt,
Mihur in „he Lage waren und ſind, Kohlen nur zentnerweiſe
ufen. Aſſe Rückſichtsloſigkeit gehört an den
nger.
M2s wärietrhaus angebracht, wenn die Darmſtädter Kohlen=
Leutt ungenndi chweg an Bezieher, von denen ſie wiſſen, daß
fm=Vorrätn urh einige Wochen ausreichen, keine Kohlen ab=
Vong ner großen Anzahl der Darmſtädter
Kohlenhand=
n kannu 4s, wie geſagt, anerkennenswerter Weiſe jetzt ſchon
(nSigt wemmt Die anſtändige Haltung dieſer Handlungen,
inm 13auch tihtend der ſchlimmen Kriegszeit bewährt hat, dürfte
Gewäkuda für ſein, daß durch unüberlegtes Kaufen
un=
r Voya0 künſtliche Preistreibereien vermieden
ſtei R /: ir ſinch eik davon entfernt, ſchon alsbald nach behördlichen
ahmenz Eufen. Dieſe Zeilen ſollen nur den Zweck haben
„Apptel” an die Vernunft der Verbraucher
m dieſ lückſicht, die Kaufkräftige auf minderbemittelte
hen zu ehrnen haben.
ſer es aſſigend leiſten kann, ſollte auch jetzt ſofort zur
An=
von G9xeizung ſchreiten, die unbedingt zur
Kohlenerſpar=
eiträgtt Aich die elektriſchen Heizungen ſind heute ſchon
Ait bevttkommnet, daß ſie mindeſtens für Nottage aus=
Sellsſerſtändlich gebietet der ſtrenge Winter auch mög=
Win
Sparmakcit, die umſo leichter durchzuführen iſt, als, wie
alle=) ſorausſicht nach die Tage des ſtrengen Froſtes
* *
ſindi
Vom Kohlenhändler=Verband
ms ge chehen:
aus aſ Produktionsgebieten Ruhr und Niederrhein vorliegen=
Jachrichral uten derart ungünſtig, daß ſich der
Kohlenhändler=
d Darmit veranlaßt ſieht, an die Verbraucher mit der Bitte
utreters, lgende Punkte berückſichtigen zu wollen:
„betten,PPrüferiie, welche Vorräte an Brennmaterialien Sie noch haben,
ſtellen e /o frühzeitig, daß Ihrem Lieferanten eine Lieferfriſt
bis 141. Dar bleibt.
Beſtellesie keine zu großen Mengen, ſondern
beden=
mßh” Kohlenhandel die Aufgabe hat, jedermann, ob
erisſG, mit Kohlen zu verforgen.
Teleplceren Sie Ihren Licferanten nicht unnötig an,
Rekla=
ſinblzeck los. Die Aufträge miſſen, dem Eingang entſprechend,
nawriedigt werden.
us/ Sie Lieferung, ſelbſt kleinſter Mengen, nicht noch am
dericke nächſten Tage und drohen Sie nicht Ihrem ſeitherigen
en UmEntziehung der Kundſchaft, ein anderer kann Sie auch
erudchneller bedienen.
aufernlt Gerlichten entgegen, hat der Kohlenhandel durchaus
lſicht, die derzeitige Notlage in unge=
GelFlicheißeiſe auszunützen leider aber iſt er, der faſt
ſotengh hurfuhr wegen, nicht in der Lage, ſeine Abnehmer in
Dielſent bün Uher Weiſe zu bedienen.
msls0l
stitat z0 Erngomwurde am 11. Januar der Kanzleigehilfe beim Amts=
Mainßſiartin Haſſel zum Kanzliſten mit Wirkung vom
ige 100 nuar 1 War.
In 1ühRuheſtand verſetzt, wurde am 7. Februar der Notar
Mar Wiſchm Salzer zu Nieder=Olm auf Nachſuchen mit Wir=
S8 N vom 1./M 1929 an. — Auf Grund des Geſetzes über die
Alters=
der S=tspeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dez. 1923 bzw. 8. Okt.
eit Rteg-W4.5, 509, 511 und 249) tritt am 1. April 1929 in den
ſand: Tbäfgnisvorſteher Muth beim Landgerichtsgefängnis
R
* Ofenlltelle. Bei dem Amtsgericht Lich iſt die Stelle eines
Vsſührezn Juſtizinſpektors zu beſetzen. Bewerbungen
e Zums: Februar an den Heſſiſchen Juſtizminiſter einzureichen.
GiousEzhicäums=Ausſtellung. Die derzeitige Veranſtaltung
od üſtepei erfreut ſih eines ſo lebhaften Beſuchs, wie man ihn
I wer fri iten Ausſtellung in der Kunſthalle feſtſtellen konnte. Das
We ſers hu Wzuitereſſe, das die kunſtliebenden Kreiſe unſerer Stadt
iE Sücbhe iches chau nehmen, ergibt ſich auch ſchon daraus, daß von
SueneiwEitur der Wunſch auf Verlängerung ausgeſprochen wurde.
Jcir 2 9 tächt entſprochen werden, weil die Kunſthalle in Kürze
ngilephdts Worms für eine repräſentative Wiedergabe des
eis ihlmMitglieder zur Verfügung geſtellt iſt. Die Fidus=Aus=
2 muiß B:h Ib Ende dieſer Woche geſchloſſen werden, ſo daß der
Eide SStag der letzte Ausſtellungstag iſt. Wer ſie bisher zu
en berdiſt hat, hole das deshalb noch raſch nach.
— Heſſiſches Landestheater. Heute Sonntag findet im Großen
Haus eine Aufführung des „Roſenkavalier” von Nichard Strauß
ſtatt. Den Ochs auf Lerchenau ſingt Theo Herrmann, den Octavian
Roſe Landwehr, die Marſchallin Anna Jacobs, die Sophie Anny von
Stoſch, den Faninal Johannes Biſchoff, die Annina Marta Liebel, den
Valzacchi Eugen Vogr, den Sänger Herbert Grohm. Muſikaliſche
Lei=
tung: Max Rudolf, Beginn 18.30 Uhr. Die Vorſtellung iſt der Miete I.
und der Gemeinde R zugeteilt.
Im Kleinen Haus findet um 19.30 Uhr eine Wiederholung des
Schauſpiels „Die Schieber des Ruhms” in der Inſzenierung
Günter Haenels und Wilhelm Reinkings ſtatt. Die Vorſtellung iſt
denjenigen B=Mietern zugeteilt, die Zuſatzmiete II haben.
Kulturfilmbühne des Kleinen Hauſes. Charlie
Chaplin in „Carmen” und „Siam”, das Land des weißen Elefanten”,
gelangen von morgen Montag bis einſchließlich Donnerstag, 21. Febr.,
um 16 und 20 Uhr, zur Aufführung. Ueber den Film „Siam” ſchreibt
die Preſſe: „. . . Ein Film märchenhafter Schönheit, Bilder voll
un=
erhörter Pracht, eine Sinfonie aus „Tauſend und eine Nacht ..
„Monumental und gewaltig ragt dieſer Film aus der Maſſe der
Kul=
turfilme ." „Bei allen dieſen wird dieſer Film ungeteilten Beifall
und höchſte Befriedigung auslöſen.
Fünftes Sinfoniekonzert des Landestheater=
Orcheſters. Morgen Montag findet unter Leitung von
General=
muſikdirektor Dr. Böhm das fünfte Sinfoniekonzert des Landestheater=
Orcheſters ſtatt. Zur Aufführung gelangt die Böcklin=Suite von Reger,
die 7. Suite Opus 46 von Matthias Hauer und die Sinfonie Nr. 1
C=Moll von Brahms. Beginn 20 Uhr.
Die nächſte Wiederholung der Oper „Sly”, mit Hans Grahl in
der Titelrolle, Roſe Landwehr und Hans Komregg in den übrigen
Hauptrollen, iſt für Dienstag, den 19. Februar, angeſetzt. (Miete 4:
Beginn 19.30 Uhr.)
Mittwoch, den 20. Februar, gelangt die Oper „Tosca” on
Puc=
eini mit Roſe Landwehr, Adolf Jaeger, Hans Komregg in den
Haupt=
rollen, zur Aufführung. Dirigent: Karl Maria Zwißler, Städtiſche
Bühnen Düſſeldorf, als Gaſt.
Die Erſtaufführung der Komödie „Androklus und der
Löwe” in der Inſzenierung Renato Mordos (Bühnenbilder: Lothar
Schenck von Trapp) iſt für Donnerstag, 21. Februar vorgeſehen.
In der Neueinſtudierung von Flotows Oper „Martha” unter
muſikaliſcher Leitung von Berthold Goldſchmidt, Inſzenierung: Renato
Mordo (Bühnenbilder: Lothar Schenck von Trapp) ſingt Käthe Walter
die Titelrolle. In den übrigen Hauptrollen ſind die Damen Jacobs,
Kienzl, Schantz, Rieder und die Herren Grohm (Lionel), Herrmann
(Plumkett), Ney und Wünzer beſchäftigt. Die Erſtaufführung iſt für
Mittwoch, den 27. Februar, vorgeſehen.
Niddy Impekoven, die auch in Darmſtadt bekannte Tänzerin,
wird auch in dieſer Spielzeit einmal hier auftreten. Ihr Abend iſt für
Samstag, den 23. Februar, im Kleinen Haus vorgeſehen.
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Frühjahrs=
meſſe 1929. Anläßlich der Leipziger Frühjahrsmeſſe werden wieder
Sonderzüge mit zirka 30 Prozent Fahrpreisermäßigung gefahren. Eine
weſentliche Erleichterung für den Reiſenden beſteht darin, daß die Züge
aus D=Zugwagen zuſammengeſtellt werden und einen Speiſewagen
mitführen. Da die Züge vorausſichtlich wieder ſehr ſtark benutzt
wer=
den, iſt eine baldige Löſung der Sonderzugskarten, ſpäteſtens 4 Tage
vor Zugabgang, dringend zu empfehlen. Wegen Auskunft und
Sonder=
zugskartenverkauf wende man ſich an die im heutigen Inſerat
genann=
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— Heſſiſcher Landesverband für das Dekorateur=, Sattle== und
Tapeziergewerbe. Am Donnerstag fand im Ernſt=Ludwig=Haus (
Künſt=
lerkolonie) eine Beſichtigung der gefertigten Polſterſtücke der
Fachkurſusteilnehmer ſtatt. Namens des Verbandes begrüßte der
Vor=
ſitzende Obermeiſter Schütz die Fachkurſusteilnehmer ſowie eingeladene
Gäſte, und wies beſonders darauf hin, daß es nur von Vorteil iſt, ſich
einem derartigen Kurſus anzuſchließen. Der Fachkurſusleiter, Herr
Tapeziermeiſter Seibert, ſchilderte in großen Zügen den Wert des
Fachkurſus. Er betonte beſonders den Fleiß der Kurſusteilnehmer,
die ſich beſonders Mühe gaben, ſchön und ſauber gefertigte Polſtermöbel
auszuſtellen. Herr Kollege Eigenbrodt begrüßte die von der
Handwerkskammer ins Leben gerufenen Fachkurſe, und wies darauf
hin, daß nur durch derartige Kurſe ſich jeder vervollſtändigen kann.
Den in heutiger Zeit geſtellten Anforderungen entſprechend, muß der
Fachmann nur auf Qualitätsarbeit ſehen. Mit einem kurzen
Schluß=
wort und Ueberreichung von Anerkennungsſchreiben ſeitens des
Heſſi=
ſchen Landesverbandes ſchloß der Vorſitzende Obermeiſter Schütz die
kleine impoſante Feier.
— Orpheum. Heute Sonntag Premiere der weltberühmten Zirkus=
und Varieté=Schau der Siſters Spadoni, betitelt: „Aus alter
Zeir ins Tempo von heut!!” Schöne Reiterinnen auf ſchönen
Pferden. Eine Senſations=Novität ganz beſonderer Art.
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karten: Verkehrsbureau von 9—12 Uhr; Orpheumskaſſe ab 3 Uhr.
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der billige Preiſe von 1,20 Mark an. (Siehe Anzeige)
RuWde Preisausſchreiben.
1500 Mark für ein paar Worte!
Der Verband der Deutſchen Berufsgenoſſenſchaften erläßt zu der
von ihm veranlaßten Reichs=Unfallverhütungs=Woche folgendes
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In England und Amerika wird der Kampf gegen die Unfälle in
der ganzen Bevölkerung unter dem Schlagwort „safety first!” geführt.
Es bedeutet wörtlich überſetzt: „Sicherheit zuerſt”, und ſtellt eine dort
von jedermann verſtandene Warnung dar, die gleichzeitig den Hinweis
auf die überragende Bedeutung der Unfallverhütung enthält.
Uns fehlt in Deutſchland ein entſprechendes, allgemein verſtände
liches Schlagwort; die bisherigen Vorſchläge „Vorſicht”, „Augen auf”
„Achtung, Gefahr” „Hab acht” befriedigen nicht völlig. Um andere
Vorſchläge dafür zu gewinnen, werden folgende Preiſe ausgeſetzt:
1. Preis 500 RM., 2. Preis 300 RM., 3. Preis 200 RM.,
50 Troſtpreiſe zu 10 RM.
Jeder, außer den Angeſtellten des Verbandes der Deutſchen
Berufs=
genoſſenſchaften und ihren Angehörigen, kann ſich beteiligen. Der
Vorſchlag muß bis ſpäteſtens 11. März abends beim Verbande der
Deutſchen Berufsgenoſſenſchaften, Berlin W. 9, Köthener Straße 37,
eingehen, und zwar auf Poſtkarte oder auf gleich großem Zettel in
Briefumſchlag, die die Ueberſchrift „Ruwo=Preisausſchreiben”, die
vor=
geſchlagene Löſung (ohne jeden Zuſatz) und die genaue Anſchrift des
Abſenders enthalten. Andere Einſendungen bleiben unberückſichtigt.
Als Preisrichter ſind vorgeſehen die Herren: Schäffer Präſident
des Reichsverſicherungsamts; Regierungspräſidenr a. D. Brauweiler;
Geſchäftsführendes Präſidialmitglied der Vereinigung der deutſchen
Arbeitgeberverbände: Sachs, Sekretär beim Allgemeinen Deutſchen
Gewerkſchaftsbund; Dr. Georg Sydow, Vorſtandsmitglied des
Arbeit=
geberverbandes für das deutſche Zeitungsgewerbe; Oberregierungsrat
a. D. Dr. Bulcke, Schriftſteller: „Diplom=Ingenieur Müller,
Vorſitzen=
der des Vereins Deutſcher Reviſionsingenieure: D. F. A. Spiecker,
Vorſitzender, Dr. Roewer, Geſchäftsführendes Vorſtandsmitglied, Gew.=
Aſſeſſor a. D. Michels, Leiter der Zentralſtelle des Verbandes der
Deutſchen Berufsgenoſſenſchaften.
Das Preisgericht entſcheidet nach Mehrheit.
Iſt die gewählte Löſung mehrfach eingeſandt, ſo entſcheidet das
Los. Die Einſender der preisgekrönten Löſungen verzichten auf ihr
Urheberrecht und übertragen es dem Verband der Deutſchen
Berufs=
genoſſenſchaften. Jeder Teilnehmer unterwirft ſich unter Ausſchluß
des Rechtsweges den vorſtehenden Bedingungen und begibt ſich jeden
Einſpruchsrechts gegen die Entſcheidung der Preisrichter.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Am
nächſten Mittwoch, den 20. Februar, ſpricht Herr Oberſtudiendirektor
Profeſſor Otto Rückert=München in unſerer 5. Winterverſammlung
über: „Das deutſche Handwerk in ſeiner wirtſchaftlichen, ſozialen und
kulturellen Bedeutung‟. Der Vortrag findet im „Fürſtenſaal” des
Reſtaurants Chriſt (Grafenſtraße) abends 8 Uhr ſtatt. Auf die
Wich=
tigkeit dieſes Vortrages für den heſſiſchen Handwerkerſtand und auf
die Notwendigkeit eines zahlreichen Beſuches wird nochmals
hinge=
wieſen.
— Deutſcher Buchdrucker=Verein E. V., Bezirk und Stadt
Darm=
ſtadt. Der Ortsgewerbeverein hat uns zu ſeiner am Mittwoch, den
20. Februar, abends 8 Uhr, im „Fürſtenſaal” ſtattfindenden Verſamms
lung eingeladen. Es wird ſprechen Herr Profeſſor O. Rückert aus
München über: „Das deutſche Handwerk in ſeiner wirtſchaftlichen,
ſozi=
alen und kulturellen Bedeutung”. Wir können unſeren Mitgliedern
den Beſuch dieſer Verſammlung wärmſtens empfehlen.
— Gewerbemuſeum. Der Schriftkurſus unter Leitung von
Herrn Heinrichſen=Offenbach (Uebungen in der künſtleriſchen
Schrift) beginnt am Dienstag, den 19. Februar, um 6 Uhr, im Zimmer
Nr. 41 des Gewerbemuſeums.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Der Vortrag Paul
Ge=
heebs, des Leiters der Odenwaldſchule, über „Neue Erziehung”
— der fünfte Abend in der Reihe der diesjährigen literariſchen
Ver=
anſtaltungen der Bücherſtube — findet am 4. März in der Otto=Berndt=
Halle ſtatt. — Eliſabeth Huguenin, die eine ſehr feinſinnige Arbeit
(Böhlau, Weimar 1926) über Geheeb und ſeine Odenwaldſchule
geſchrie=
ben hat, ſagt unter anderem: „Der Gründer der Odenwaldſchule iſt ihr
wahrer Leitr. Nicht weil er von Rechts wegen ihr Direktor iſt
ſon=
dern weil er die Autorität beſitzt, die eine bedeutende Perſönlichkeit
verleiht.” „Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
— Waiſenſchutz. Es wird auch an dieſer Stelle auf die am Dons
nerstag, dem 21. d. M, abends 8,30 Uhr, im Heſſiſchen Hof ſtattfindende
außerordentliche Generalverſammlung beſonders hingewieſen. Da
wich=
tige Punkte auf der Tagesordnung ſtehen, iſt eine große Beteiligung
ſeitens unſerer Mitglieder im Intereſſe unſeres Vereins dringend
er=
orderlich. (Siehe heutige Anzeige.)
— Naturheilverein E. V. Darmſtadt. Man ſchreibt uns: Wie aus
dem Anzeigenteil erſichtlich, ſpricht Herr Dr. med. Keller=
Hör=
ſchelmann aus Cademario=Lugano am Dienstag, den 19. Febr.,
abends 8 Uhr, im Städtiſchen Saalbau über
Blinddarment=
zündung und deren Heilung ohne Operation”,
Hier=
zu möchten wir noch folgendes erwähnen: Blinddarmentzündung iſt
immer noch eine Modekrankheit. Früher dachte niemand daran, den
Blinddarm herausnehmen zu laſſen, und die Sterblichkeit war nicht
er=
heblich größer als fetzt. Heute wird jedes Unwohlſein als vom
Blind=
darm kommend gedeutet. Wohl ſind ja die Operateure vorſichtiger
ge=
worden, doch werden heutzutage noch unglaublich viel Operationen
vor=
genommen, ſo daß ſich in Großſtädten direkte Spezialärzte für
Blind=
darmoperationen herausgebildet haben. Nach Dr. Kellers Anſicht iſt es
Pflicht jedes Laien, über den Verlauf, Verhütung und die erſten
Maß=
nahmen bei Blinddarmentzündung unterrichtet zu ſein. Wenn eine
Operation ſicher verhütet werden kann, ſo iſt es die
Blinddarmopera=
tion. Ueber das Wie wird uns der Vortrag ſelbſt Auskunft geben.
Das Thema „Blinddarmentzündung” wird gewiß viele Leute
intereſſie=
ren. Dr. Keller wird dieſes Thema ſo behandeln, daß auch jeder, der
ſich nicht direkt für dieſes Thema intereſſiert, auf ſeine Rechnung
kommt. Der Redner wird die Blinddarmentzündung nur als eine
Unterkategorie von Entzündungen behandeln, und der Zuhörer wird
ſehr viel nützliche Winke und Ratſchläge aus dem Vortrage mit
heim=
nehmen können für Verhaltungsmaßregeln bei anderen Entzünd ingen.
Dr. Keller iſt in hieſigen Kreiſen ſchon von früheren Jahren bekannt,
und ſeine Vorträge waren immer ſehr gut beſucht, ſo daß wir auf
einen vollen Saal rechnen können.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Am Sonntag, den 17. Februar,
ſind in Notfällen als Vertreter des Hausarztes folgende Aerzte
erreich=
bar: Dr. med. Degen, Klappacherſtraße 1 (Tel. 366); Dr. med.
Gallus, Bismarckſtraße 23 (Tel. 3148); Dr. med. Stern II, Ernſt=
Ludwigſtraße 19 (Tel. 2587).
LBln204s
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
— In der Sektion Darmſtadt des D. u. Oe. Alpenvereins hielt
Herr Pfarrer Lichtenebert einen Lichtbildervortrag in der
Tech=
niſchen Hochſchule über ſeine Reiſeeindrücke in Amerika. Nachdem der
erſte Vorſitzende der Sektion, Herr Miniſterialrat Guntrum, die
zahlreichen Zuhörer herzlichſt begrüßt hatte, gab der Vortragende, ein
Mitglied der Sektion Aſchaffenburg, einen Ueberblick über ſeine in vier
Weltteilen ausgeführten Reiſen und ſchilderte ſodann eingehend eine
Reiſe nach Amerika. In trefflichen Darlegungen gab er ein Bild
der von dem Leben und Treiben in der neuen Welt empfangenen
Eindrücke. Im zweiten Teil des Vortrags zeigte der Redner in
zahl=
reichen Lichtbildern die Fahrt von Bremen (mit ſeinen herrlichen
Sehenswürdigkeiten), über Bremerhaven, Southampton nach New York,
Waſhington, Chikago, durch das Felſengebirge zu den Niagarafällen.
Der Eindruck, den man durch die lebhaften Schilderungen von dem
rieſigen Verkehr und den Meiſterwerken der Technik gewonnen hatte,
wurde durch dieſe prachtvollen Aufnahmen noch erhöht. So entſtand
im Bild ein Wolkenkratzer von dem Fundamente aus bis zur höchſten
Spitze (59 Stockwerke, 200 Meter Höhe). Herr Miniſterialrat Guntrum
dankte Herrn Pfarrer Lichtenebert für ſeine ausgezeichneten
Darbie=
tungen, die die Zuhörer bis zum Schluß feſſelten.
— Johannesgemeinde. Wegen einer Reparatur an der Waſſeruhr
kann die Kirche am Sonntag nicht geheizt werden und
findet der Gottesdienſt um 10 Uhr im Gemeindehaus ſtatt; der
Kindergottesdienſt 11.15 Uhr.
— Familiengeſchichtliche Vereinigung. In der nächſten Sitzung am
Duenstag, dem 19. Februar, abends 8,30 Uhr, im „Prinz Karl”, hält
Landesjugendpfarrer von der Au einen Vortrag über die „
Ver=
breitung des Namens von der Au in Heſſen”.
— Volkshochſchule. Unſere gymnaſtiſchen Uebungen von
Fräulein Pfuhl am Montag jeder Woche und von Fräulein Kaſten
am Freitag jeder Woche müſſen bis auf weiteres wegen der ſtrengen
Kälte ausfallen.
Fp. Verwaltungsgerichtshof. Geſuch der Leonhard Tietz A. G.
Zweigniederlaſſung in Darmſtadt, Marktplatz 7, um
Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft (
Er=
friſchungsraum). Als Zeugen ſind der Prokuriſt Marx und Architekt
Friedrich Söder erſchienen. Der Provinzialausſchuß har durch Urteil
vom 22. September 1928 das Geſuch zurückgewieſen, weil er ein
Be=
dürfnis nicht anerkannte. Die ſchriftliche Begründung des Urteils
ſtützt ſich insbeſondere auch auf die Stellungnahme der
Stadtverord=
netendeputation zu dem Geſuche. Das Kreisamt äußert gegenüber der
eingelegten Berufung, daß in einer Erteilung der Konzeſſion ein
be=
denkliches Präjudiz für ähnliche Betriebe gefunden werden könne.
Prokuriſt Marx, der Vorbeſitzer, der die hieſigen Verhältniſſe genau
kennt, betont, Tietz wolle hier kein Kaufhaus, ſondern ein Warenhaus
ſchaffen; für letzteres ſei ein Erfriſchungsraum notwendig. Der
Er=
friſchungsraum ſolle erſt errichtet werden, wenn das Warenhaus, wie
beabſichtigt, im nächſten Jahre erbaut werde. Auch in Worms, einer
doch viel kleineren Stadt, ſei die Konzeſſion im Jahre 1928 erteilt
lvorden. Der Betrieb ſolle nur während der Geſchäftszeit ſtattfinden.
Die Firma Tietz A.G. habe auch ſolche Konzeſſionen in Mülheim (an
der Nuhr), Oberhauſen und Krefeld erwirkt. Architekt Söder erläutert
im einzelnen die für das Unternehmen bereits gefertigten Baupläne.
Der Vertreter der Geſuchſtellerin weiſt auf Eingaben
wirtſchaftsreaktio=
närer Verbände hin, die das Weſen des Warenhauſes völlig verkannt
hätten. Es liege kein Reklamebedürfnis für Tietz vor. Das
Waren=
haus beruhe auf und finde ſeine Begrenzung in dem
Barzahlungs=
prinzip. Dieſe wirtſchaftliche Entwicklung laſſe ſich nicht hemmen,
ſteuerliche Maßnahmen gegen Warenhäuſer ſeien in Preußen und auch
in Heſſen verpufft. Die Konzeſſionserteilung möge eventuell an die
Bedingung des erfolgten Umbaues geknüpft werden. Auch damit ſei
Tietz einverſtanden, daß die Konzeſſion auf die Geſchäftszeit beſchränkt
werde. Der Vertreter des Staatsintereſſes erachtet, daß ein Bedürfnis
nicht nachgewieſen iſt und hat dieſe Stellungnahme ſchriftlich
nieder=
gelegt. Das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes verwirft die
Berufung. Für die gegenwärtige Lage könne ein
Bedürf=
nis nicht anerkannt werden.
Sonntag, den 17. Februar 1929
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Arheilgen, 16. Febr. Kreiskonferenz. Seitens der
Orts=
gruppe Arheilgen des Reichsbundes der Kriegsbeſchädigtem und
Hinter=
bliebenen werden zu der Sonntag, den 24. d. M., vorm. 9 Uhr, im
Gaſthaus „Zur Poſt” in Nieder=Ramſtadt ſtattfindenden Kreiskonfevenz
drei Delegierte entſandt. Der Arbeitergeſongverein Nieder=Ramſtadt
wird im Auftrage der dortigen Ortsgruppe des Reichsbundes zur
Be=
grüßung der Delegierten einige Lieder zum Vortrage bringen. Die
Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert, daß alle Ortsgruppen reſtlos
vertreten ſind. Nachm. 2½ Uhr findet im gleichen Lokal eine öffentliche
Verſammlung ſtatt; das Referat hat Gauſekretär Kamerad Deußer
über=
nommen; es iſt Pflicht auch der Mitglieder hieſiger Ortsgruppe, an
die=
ſer Verſammlung zahlreich teilzunehmen.
— Weiterſtadt, 16. Febr. Die Sängervereinigung Weiterſtadt feiert
am 29., 30. Juni und 1. Juli ihr 70jähriges Beſtehen, verbunden mit
Geſangswettſtreit. Der Delegiertentag findet am 3. März ſtatt.
J. Griesheim, 16. Febr. In der Woche vom 18. bis B. Februar
finden auf dem hieſigen Truppenübungsplatz täglich von 12 bis 5 Uhr
nachmittags Scharfſchießübungen ſtatt. — Am Dienstag, 19. Februar,
abends 7½ Uhr, findet im Gaſthaus „Zum grünen Baum” hier ein
Vortrag des Herrn Gartenbquinſpektors Dermer von der
Londwirt=
ſchaftskammer Darmſtadt über Düngungsfragen im Gemüſebau ſtatt.
Die Wählerliſten zu den Wahlen zur Landwirtſchaftskammer liegen
in der Zeit vom 19. bis 21. Februar d. J. auf der Bürgermeiſterei
(Zimmer 3) während der üblichem Büroſtunden zu jedermanns Einſicht
offen und können Einwendungen hiergegen innerhalb dieſer Zeit
ſchrift=
lich oder zu Protokoll dortſelbſt erhoben werden. — Infolge der
anhal=
tenden grimmigem Hälte ſind bis jetzt zwei Waſſerleitungsrohrbrüche
bei Hausleitugen vorgekommen. In dem einen Fall ſtand das Waſſer
bereits kniehoch im Kellev, bis der Rohrbruch bemerkt wurde. Beim
Auftauen aufgefrorener Rohre ſoll man nur kein Feuer, ſondern nur
kochendes Waſſer verwenden, oder aber einen Fachmann mit dem
Auf=
tauen betrauen. Der hartgefrorene Boden in der Hofmannſtraße zeigt
mehrere Riſſe, die offenbar unter dem Einfluß der enormen Kälte
ent=
ſtanden ſind. An einem in der Hofreite des Herrn Friedrich Feldmann 8.
in der Gellgaſſe ſtehenden Nußbaum iſt der Stamm infolge der Kälte
ſeiner ganzen Länge nach auufgeriſſen.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erfcheinenden Rollzen ſind ausſchließlich als Hinweilſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Deutſchorden Kommende Darmſtadt. Auf die
Kundgebung der „Vereinigten Kriegevvereine Darmſtadt” gegen die
Kriegsſchuldlüge wird nochmals aufmerkſam gemacht. Sonntag, 17.
Fe=
bruar, 7.30 Uhr abends pünktlich, Turnhalle Woogsplatz. Anſchließend
werden einige Muſikſtücke under Leitung des Obermuſikmeiſters
Rühle=
man zu Gehör gebracht. Eintrix” iſt frei. Es iſt erwünſcht, daß ſich
die O.B.O.B. mit ihren Angehörigen recht zahlreich einfimden.
— Sterbekaſſeverein „Einigkeit‟ Darmſtadt. Wir
verweiſen unſere werten Mitglieder nochmals auf die am Sonntag,
den 17. Februar, nachmittags 3.30 Uhr, bei Gaſtwirt W. Nagel,
Mauer=
ſtraße 34, ſtattfindende 39. Generalverſammlung und bitten im Intereſſe
des Vereins um recht zahlreiches Erſcheinen.
— Geflügelzuchtverein Darmſtadt e. V. Wir machen
unſere Mitglieder wochmals auf die am Montag, den 18. d. M., im
Fürſtenſaal ſtattfindende Monatsverſammlung mit Lichtbildervortrag
aufmerkſam und bitten um zahlreiches Erſcheinen.
— Konzert mit Tanz. Im Hotel Prinz Heinrſich,
Bleichſtraße, findet heute Sonntag abend Konzert mit Tanz ſtatt. Der
Beſuch wird ganz beſonders empfohlen.
— Sonntag abend 8 Uhr findet in der Tages=Reſtauration
des Städt. Saalbaues ein Künſtlerkonzert bei freiem Eintritt
ſtatt, ausgeführt vom Stadtorcheſter.
— Im Wiener Kronenbräu=Keller, findet am 23. und
24. Februar das erſte große Schlachtfeſt ſtatt. Das Stadtorcheſter wird
für die nötige Stimmung ſorgen.
Molge Aanke
machen fedes Antlitz anſprechend und ſchön. Oft ſchon durch einmaliges
Putzen mit der herrlich erfriſchend ſchmeckenden Chlorodont-Zahn-
Daste erzielen Sie einen wundervollen Elfenbeinglanz der Zähne, auch
an den Seitenflächen, bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens
kon=
ſtruierten Chlorodont-Zahnbürste mit gezahntem Borſtenſchnitt.
Faulende Speiſereſte in den Zahnzwiſchenräumen als Urſache des üblen
Mundgeruchs werden reſtlos damit beſeitigt. Verſuchen Sie es zunächſt
mit einer Tube Chlorodont=Zahnpaſte zu 60 Pf., große Tube 1 Mk.
Chlorodont=Zahnbürſte für Kinder 70 Pf., für Damen 1.25 Mk. (weiche
Borſten), für Herren 1.25 Mk. (harte Borſten). Nur echt in blau=
weiß=
grüner Originalpackung mit der Aufſchrift „Chlorodont”. In allen
Chlorodont=Verkaufsſtellen erhältlich.
(TV 1015
Aa. Eberſtadt, 16. Febr. Kein Gottesdienſt wegen Kälte.
Am morgigen Sonntag fallen in der Evangeliſchen Kirche die
Gottes=
dienſte aus, da die Kirchenheizung nicht in Betrieb geſetzt werden kann.
— Die Wählerliſten für die Landwirtſchaftskammer liegen hier
vom Dienstag kommender Woche ab bis zum 21. Februar auf der Bür.
germeiſterei zur Einſichtnahme offen. Hervorzuhebem iſt, daß Eberſtadt
mit Malchem und Nieder=Beerbach zum Wahlbezirk 3, Griesheim=
Gerns=
heim, gehört. Zu dem genanntem Wahlbezirk gehören auch die Ortet
Gernsheim, Biebesheim, Stockſtadt, Crmſtadt, Hahn, Eſchollbrücken,
Pfungſtadt und Griesheim.
F. Eberſtadt, 16. Febr. Wahlen zur
Landwirtſchafts=
kammer. Die Wählerliſten zu den Neuwahlen der
Landwirtſchafts=
kammer für den Freiſtaat Heſſen, die am 17. März 1929 ſtattfinden,
liegen vom 19. bis 21. Februar 1929 auf Zimmer 4 der hieſigen
Bür=
germeiſterei zu jedermanns Einſicht offen. Einwendungen gegen die
Richtigkeit oder Vollſtändigkeit der Wählerliſten können ſchriftlich oder
mündlich zu Protokoll der Bürgermeiſterei erhoben werden. — Gut
abgeganzen. Ein Unfall, der gut abggangem iſt, paſſierte einem
jungen Mann von hier, der geſtern abend verſuchte, auf die in Fahrt
befindliche elektriſche Straßenbahn aufzuſpringen. Er glitt dabei aus
und wurde eine Strecke weit mitgeſchleift. Seiner Geiſtesgegenwart
war es zu verdanken, daß er mit dem Schrecken davonkam. Vor der
Unſitte auf einen in Fahrt befindlichen Wagen auf= oder abzuſpringen,
kanm, beſonders jetzt bei dem Froſtwetter, nicht dringend genug gewarnt
werden.
Aus den Parkeien.
Ihr Huſten quält Sie immer noch,
darum machen Sie ſofort einen Verſuch mit Faguvin. Nehmen Sie von
dieſem oft geradezu verblüffend ſchnell wirkenden Spezialmittel dreimal
täglich einen halben Eßlöffel voll. Faguvin erhalten Sie in Apotheken. Falls
Ihre Apotheke Faguvin noch nicht führt, laſſen Sie es ſich durch Ihre
Apo=
theke ſofort beſorgen. Beſtandteile ſind auf der Packung angegeben, IV224
— Parteitag der heſſiſchen Demokraten. Die
Demo=
kratiſche Landespartei wird ihren Parteitag am 2. u. 3. Märtz in Worms
in den Zwölf Apoſteln” abhalten. Am Begrüßungsabend, Samstag.
dem 2. März, wird Reichstagsabgeordneter Proſeſſor Dr. Hellpach über
das Thema „Weniger Staat” ſprechen. Sein Vortrag wird von
muſi=
kaliſchen und künſtleriſchen Darbietungen umrahmt ſein. Der Parteitag
ſelbſt wird am Sonntag früh 9 Uhr eröffnet werden und nach dem
üblichen Geſchäftsbericht und dem Bericht der Landtagsfraktion, den
Abg. Reiber erſtatten wird, ſeinen Höhepunkt finden in dem Vortrag
des Vorſitzenden der Deutſchen Demokratiſchen Partei,
Reichsjuſtizmini=
ſter Koch=Weſer, über den Einheitsſtagt und die ſich daran anſchließende
Diskuſſion.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
Erfinder 81. Die gewünſchte Anſchrift lautet: Thomas Alva Ediſon
Weſt=Orange, New Jerſey, U.SA., Amerika. Der Brief iſt in
latei=
niſcher Schrift zu ſchreiben.
Tageskalender für Sonntag, den 17. Februar 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 18,30 Uhr, Ende
nach 2 Uhr, L 15. R 10: „Der Roſenkavalier. — Kleines Haus
An=
fang 19,30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr, B 12: „Die Schieber des Ruhms”,
Orpheum, abends 20 Uhr, Senſations=Gaſtſpiel: Siſters
Spa=
doni”. — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel
Schmitz, Reichshof, Spaniſche Bodega, Weinhaus Maxim, Perkeo,
Alte Poſt. Zur Poſt (am Bahnhof), Rummelbräu, Hotel Prinz
Heinrich, Waldſchlößchen. — Ludwigshöhe, 16 Uhr: Konzert. —
Waldſtr. 18, abends 20 Uhr, öffentlicher Vortrag: Untergang oder
Rettung” — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia,
Palaſt=Lichtſpiele.
O. Pfungſtadt, 16. Febr. Vortrag für Handwerker und
Gewerbetreibende. Demnächſt findet hier im Auftvag des
Pfungſtädter Gewerbevereins und der Handwerkervereinigung ein
Vor=
trag ſtatt, in dem beſonders Lehrlingsfragen aller Art behandelt werden,
ein zu der bevorſtehendem Oſterzeit mit Lehrlingseinſtellung beſonders
intereſſantes Thema. Refevent wird ein Beamter der
Handwerkskam=
mer aus Darmſtadt ſein. Der nähere Termin wird noch bekannt
ge=
gebem werden. — Dienſtjubiläum. Der Kaſſenbote der
Volks=
bank Pfungſtadt, Wilhelm Schmidt, konnte in dieſem Tagem ſein 30
jäh=
riges Dienſtubiläum begehen. Ihm wurden viele Ehrungen zuteil.
U. a. wurde dem Jubilar ſeitens der Heſſiſchem Induſtrie= und
Handels=
kammer Darmſtadt für ſeine langjährigen treuem Dienſte eine
Ehren=
urbunde überreicht.
* Traifa, 16. Febr. Kirchliches. Die Paſſionsandachten
neh=
men wieder ihren Anfang. Die erſte findet am Sonntag nachmittag um
6 Uhr ſtatt. (Der Rathausſaal iſt übrigens gut geheizt.)
Ak. Nieder=Ramſtadt, 16. Febr. Heſſ. Sängerbund. Gau
Darmſtadt=Land. Nach den abgeſchloſſenen Beſtandserhebungen gehörten
dem Gau am 1. Januar 1929 an insgeſamt 21 Gauvereine mit 831
aktiven Sängern und 1446 unterſtützenden Mitgliedern, ſonach insgeſamt
2279 Mitglieder. Bekanntlich findet am 2. Juni I. J. das diesjährige
Gauwertungsſingen in Meſſel ſtatt. Es wird dies eine große
Sänger=
kundgebung geben, die gewiſſermaßen ſchon als Auftakt für das große
Heſſ. Sängerbundesfeſt in Darmſtadt angeſehen werden kann.
rübja
für
Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
bei Frankfurt am Main. — Prospekte durch:
(I.160
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Vervenarzt.
Herabſehzung der deutſchen Einwandan
nach Amerika.
Der Einwanderungsausſchuß des amerikaniſchen Se
am Mittwoch die öffentlichen Vernehmungen über Senain,
trag, das Inkrafttreten der Urſprungsklquſel um ein w
verſchieben. Für die Deutſchamerikaner war Victor R4
„New Youker Staatszeitung” erſchienen. Gegen die Bew
gegenwärtigen deutſchen Anteils ſprachen Senator
Ree=
ſylvania ſowie zahlreiche Vertreter der ſogenannten bain
ſellſchaften, darunter der American Legion, die erklärten ae
hier anſäſſig geweſene Element müſſe bevorzugt und der
Charakter des Landes gewahrt werden. Auch habe
Ame=
krieg ſchlechte Erfahrungen mit den Wehrpflichtigen
ſtammung gemacht, von denen über die Hälfte am Kamu
nommen hätte. Die Abſtimmung ergab vier Stimmen 5
Stimmen gegen einen Aufſchub, ſo daß der Antrag im SS
iſt und vom 1. Juli ab die deutſche Einwanderung o.
24 908 Perſonen jährlich herabgeſetzt, der britiſche Ag
auf 65894 Perſonen erhöht wird. Nach der Be
Einwanderungsgeſetzes muß der Präſident die neuen Qu4,
1. April proklamieren. Zweifelhaft iſt alſo nur, ob Pſüph
lidge dies vor dem 4. März tun oder es Hoover überlcl.
ſich in ſeiner Rede, in der er die Nominierung zum Hc
Republikaniſchen Partei annahm, gegen die Urſprungsflolict
und deren Aufhebung befürwortete.
*
Zu den Beſchlüſſen im amerikaniſchen Senat über din
der Einwanderungsgeſetze erfahren wir, daß es ſich nicht
Geſetz handelt, ſondern nur darum, daß die nach dem Kru
Regelung, wonach die Einwanderungsziffer fürmy
land auf zirka 25 000 feſtgeſetzt war, wieder zhilerich
da die 1924 getroffene Regelung, die bis zum 1. Juli 19B ſn1
und die für Deutſchland eine höhere Einwanderungsziff 7. 04M
vorſah, nachdem ſie zweimal für je ein Jahr verlängesn
W
diesmal nicht verlängert wurde.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 16. Febr. Reichsunfallbey
woche. Während der in der Zeit vom 24. Februar biss”
ſtattfindenden Reichsunfallverhütungswoche ſind von ſeiie ſämmM
ausſchuſſes folgende Veranſtaltungen geplant: 1. am
24. Februar, ein Filmvortrag durch einen der hieſig:/R Mn M
2. am Montag, den 25. Februar, Vorträge in den Betrir. 0k hih Eile
wälder Hartſteininduſtrie durch Herrn Gewerberat Brunu”Gie wie ſoch
ſtadt, und der Firma Wacker u. Dörr Söhne durch Herm/ᛋumſt
E. Dörr, dahier. Weiterhin iſt noch ein belehrender Wy7fme waen
Schule beabſichtigt. — Reichsbund der Kriegs F
ten. Am Sonntag, den 24. d. M., vormittags 9½
Ul=
findet im Gaſthaus „Zur Poſt” (Breidert) die Hauptverr./0
Kreisverbandes ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 16. Febr. Laut Anzeige in heutie
Nummer) des D. T. findet am Dienstag, den 19. Febvuax
9 Uhr anfangend, im Gaſthaus „Zum Löwen” eine Nurn
holz=Verſteigerung ſtatt. Zum Ausgebot kommen 359 B7
Kiefern=, Lärchen= und Fichten=Stämme, 169 Lärche
außerdem 62 Rm Scheiter und Knüppel, 68 Rm. Strt
Buchen=, Eichen=, Birken= und Kiefern=Wellen.
f. Roßdorf, 16. Febr. Wahlen zur Landwn
kammer. Am Sonntag, den 17. März, finden die 2u
Landwirtſchaftskammer für den Freiſtaat Heſſen ſtatt. Eär
die Mitglieder zur Landwirtſchaftskammer durch Verha=1
Grund von Wahlvorſchlägen und die Vertrauensmännn
von Stimmzetteln. Zum Landeswahlleiter iſt durch den
Landwirtſchaftskammer Herr Bürgermeiſter Krapp in S
zu deſſen Stellvertreter Herr Gutsbeſitzer Ernſt Moſſel
ernannt worden. Die Gemeinde Roßdorf bildet zwe=
Die Wählerliſten liegen vom 19. bis 21. Februar auf 5
ſterei während der Dienſtſtunden zu jedermanus Einſich.”
wendungen gegen die Richtigkeit oder Vollſtändigkeit de J.
können innerhalb der Offenlegungsfriſt ſchriftlich oder
Protokoll bei der Bürgermeiſterei erhoben werden.—*
ſchutzmann. Herr Friedrich Emig 3. wurde als
zweiä=
mann der Gemeinde Roßdorf verpflichtet und hat ſeinen:0
angetreten. — Arbeitsloſenſtatiſtik. Infolgea9
gen Witterungsverhältniſſe mußten die Holzhauerapbeitemn
wald eingeſtellt werden, auch erfolgten zahlreiche vorühctg
laſſungen im Betriebe der Odewwälder Hartſtein=
Induu=
hat ſich die Zahl der Arbeitsloſen bedeutend erhöht; eseſt
wärtig 240 Perſonen in Unterſtützung.
* Gernsheim, 16. Febr. Waſſerſtand des 2
15. Februar: —0,54 Meter; am 16. Februar: —0,46 Metu
Hihe
Rheinheſſen.
* Mainz, 16. Febr. Chronik. Der Rhein haty
bei Mainz geſtellt. Die Eisverſetzung hatte im Lauf
im Rheingau Fortſchritte gemacht, ſo daß infolge der
Waſſer am Mainzer Pegel im Laufe des Freitags betrachnn
tag abend um 22 Uhr waren noch große Flächen des Wcr
Eisſchollen gingen noch gemächlich zu Tal. Am Samstan
die Feſtſetzung des Eiſes. Oberhalb der alten EiſenllA
Weiſenau froren auch die letzten noch freien Durchganay
Brückenpfeilern zu. Underhalb der Brücke zwiſchen Maiw.
Fiſchtorplatz wies der Rhein am Samstag ſtellenweiſe no,d.
Flächen auf. Um die Mittagszeit ſtellten ſich zwiſchen Fe
Kaſteler Ufer große Eisſchollen und überzogen den RN
Stelle einheitlich. An der Straßenbrücke befanden ſich
noch einzelne freie Durchläſſe. Der ſtille Rheinarm zwiſſe
der Petersaue war ſchon am Freitag zugefroren und w.e
gegangen. Im Laufe des Samstags bildete ſich auch imta
Feldbergplatzes, zwiſchen dem Mainzer Ufer und der
einheitliche Fläche, die allerdings bis jetzt noch dünn iſt.
begangen werden kann. Seit 34 Jahren hat alſo 90 *k”
romantiſche Schauſpiel eines zugefrorenen Rheins. —
anwaltſchaft Mainz hat gegen den Kreispfandmeiſ..
Oppenheim einen Steckbrief erlaſſen. Krebs der II
ſoweit bis jetzt feſtſteht, von eingenommenen Geldern 10
untreut. — Kreisarzt Dr. Schäffer, der kurz vor ſe
rung ſtand, iſt plötzlich im Alter von 65 Jahren geſtwe
Laufe des Freitags entſtanden in Mainz 13 Waſſer
Auch eine Anzahl von Gasrohren ſind eingefronen. —
polizei Mainz nahm einen der Täter feſt, die am 4. Fehri.
überfall auf die Buchhalterei der Bahnhofsbuchhanduhn
verübten, die Buchhalterin gewürgt und mißhandelt it.
Mark geraubt hatten. Der Täter hielt ſich ſeit Fcſch*
auf. Von dem geraubten Gelde konnte nichts mehr d
verden. — Es gelang der Kriminalpolizei, die Laue,
Zeit in eine hieſige Muſikalienhandlung einbrachen Mi”
apparate und Schallplatten mitgehen ließen, feſtzunehhl.
jähriger Arbeiter, der beſchuldigt wird, ſich an ſeiner 4e
tochter unſittlich vergangen zu haben, wurde feſtgenommke."
dringen in die Wohnung eines alleinſtehenden älteren 90
ein paar Tage nichts mehr von ſich hatte hören laſſe.
Bette liegend tot aufgefunden. Ein Schlaganfall haue /e
Ziel geſetzt. Der Mainzer Frühjahrspferdemarkt, dee
lichen Veranſtaltmgen vebunden iſt, findet am 7. Ma.d
Müde und abgespannt?
Fühlen Sie sich abgespannt, nervös und überreizt, beginnt Ihre
Arbeitskraft zu erlahmen, so sorgen Sie dafür, daß Ihre
Nerven-
kraft nicht weiter abgenutzt oder gar erschöpft wird, sonder
gebrauchen Sie Sanatogen! Bannen
Sie dadurch die Gefahr ernstlicher
Ge-
sundheitsverluste! Geben Sie Ihren
Nerven Elweiß und Glpcerophosphat,
die lebenerhaltenden Bestandteile des Douz
Sanotogens, zum Ausbau neuer Nerven-
und Geisteskraft! Beginner Sie sofort,
Sanatogen zu gebrauchen!
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Ernähren ud stärken audh -
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Se Mi 10 de Hietn w
Wirkung, und von Iner
Ve-
hängt doch Ihr ganzes Glück!
für Körper und Nerven.
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in allen Apotheken u. Drogerten.
der Binn.
Das Rheineis ſteht bis Speher.
15. Febr. Wie vom Rheinbauamt Mannheim
mit=
mird, A tſrh in der vorvergangenen Nacht bei faſt unveränderter
das Ziäues des Rheines bis unterhalb Speher geſtellt. Zum
Maleieſe der Rhein 1885 zwiſchen der Lorelei und Mannheim
d zwas Mannheim am 12. Februar, vormittags 11 Uhr, und
ſwar, morgens 8 Uhr, wieder ab. Die Kälte erreichte
ſien Stand von 19 Grad. Das dem Aufbrechen des
urschwaſſer iſt der älteren Generation noch in guter
Er=
f51 25, bevor die großen Stromregulierungen einſetzten,
Rhtzuſcr häufig zu. So trat Gisſtand auf dem Rhein ein:
181 ſan, 1889 bei 13 Grad, 1880 bei 12 Grad, 1875 bei
„5. 1870 -1 8Grad. 1845 war der Rhein mehr als drei Monate
nen, aglurgeheures Hochwaſſer folgte. Teilweiſe lagen die Rie=
„7dlöcke zu m Mai in den Seitentälern, wohin das Waſſer ſie
n ha / Sin von Eis bedeckter Rheinſtrom war eine
Erſchei=
die ba ßue, alle zwei Jahre, oft jahrelang nacheinander eintrat.
eierte hu dsm Eiſſe frohe Feſte und fuhr mit ſchweren Laſtwagen
gſſau güt Das meterdicke Eis ins Heſſiſche hinüber, nach
Ingel=
ſanch Mictuig der Haupteiswachſtelle bei der
Rheinſtromverwal=
gAſyen Kolcl) ſchreitet die Eisverſetzung oberhalb der Lorelei bis
ſeim ſyzt Verſuchshalber wurde an der Lorelei das Rheineis
igt. Ablerva 200 Meter löſten ſich die Eismaſſen und kamen
eiben. 10
ſt einoch Tagen iſt auch der Laacher See zugefroren. Das
des es iſt weithin vernehmbar.
Miſe vonurdenſee berichtet wird, iſt der Bregenzer Hafen
af 4u Mſtändugefroren. Die Häfen von Romanshorn und Rorſchach
duiß heutz täglicch mi Eiſe geſäubert werden. Auch der Mantelhafen in
rungzungen pnt ſchon eine Eisdecke. In Konſtanz ſelbſt iſt boverſt
ſetztmage noichint ſo ſehr ungünſtig, denn der Konſtanzer Hafen iſt
t nochy in lich eisfrei.
9 ün tit derz afrellung der Rheinſchiffahrt am 11. Februar haben im
Mnt 1igs0ch ner Hafengebiet nicht weniger als 162 Fahrzeuge,
durer A1t zuppfboote, Schutz geſucht, und zwar befinden ſich im
gönthKdt —16, im Mundenheimer Altrheinhafen 25, im
Luit=
en 88lid m Winterhafen 33 Fahrzeuge,
wohl 49 Treibeis bei Mannheim erſt vongeſtern morgen
Reichzu ſtehent m. berſuchten ſchon am Nachmittag zwei junge Leute
om A. ftan Lintwua, und der Ludwigshafener Kiesbank das Eis zu
über=
fnoche fi en. Eirwonn ihnen brach in der Nähe der Kiesbank bis an die
gepan, ein. i6=zCang ihm, wieder aus dem eiſigen Waſſer
herauszu=
ch enn ti. Autcd Neckar hätte beinahe, trotz des ſtellenweiſe 30 bis
nräge naitzimetzm dicken Eiſes ein Wenſchenopfer gefordert. Gin etwa
Geweim hrigenn augge hatte ſich in der Nähe der Gbertbrücke in
leicht=
r Söm af Wewzſeu, den Eisſchollen getummelt, als er plötzlich einbrach.
ein himn zweimmlber er untergetaucht, bevor ſeine Kameraden ihm einen
d der hlittema icen konnten, mit dem ſie ihn wieder an Land brachten.
r ähntchw Worfall ereignete ſich auch bei Gimbsheim (
Heſ=
u Eo ſich i jrnger Mann etwa 30 Meter auf das Eis des Rheines
Der 496l ch Gingebrochene, von dem man nur noch die Arme
mnte nui rechtzeitig gerettet werden.
Uſſermangels, der ſich durch die Rohrbrüche einſtellte,
die V.fm Tillmann, Transportgerätefabrik in Landau, ihre
Emn ſtanl 4 elegſchaft ſofort entlaſſen.
ſch in Plbteilungen Blechzinkerei, Drahtmagazin und Draht=
Stüngberter Eiſenwerkes wurde infolge der Kälte der
vorläg eingeſtellt.
Gdem Volksſchulen in Speher geſchloſſen haben, wurde
ir Und cs in der Realſchule bis auf weiteres eingeſtellt.
Linhang der Not infolge der großen Kälte hat der
Wohl=
ſchuätheß, Städtiſchen Wohlfahrtsamtes in Frankenthal
ſen, Dimn Betracht kommenden Familien alle 10 bis 14 Toge
im Bein ſelbſtändiger Kaufleute und Gewerbetreibender
zu=
geſchbunt Wormſer Kaufmannſchaft verzichtete, für die Tage von
14. Februar, bis einſchließlich Sonntag, den 17. Febr.,
uurg ihrer Schaufenſter und die Außenlichtreklame, um
ſſctk Wohlfahrtsamt ſo erſparte einige hundert Reichsmark
ggeni ver bedürftigen Armen mit Kohlen gur Verfügung
Weitere Waſſerrohrbvüche werden aus Rinnthal (Pfalz) und
Bingen a. Rh. gemeldet. Die Waſſerzufuhr für Bingen,
Rüdes=
heim, Kempten und Gaulsheim mußte eingeſtellt werden. Die
Bruch=
ſtelle konnte noch nicht gefunden werden.
Einem Landwirtsſohn aus Kappel (Hunsrück) ſind auf dem Wege
zur Bahn beide Ohren erfroren. Ebenſo erging es einem
Landwirt=
ſchaftsſchüler aus Steinbach auf dem Wege nach Simmern. Dem erſteren
mußte ein Ohr amputiert werden.
Aus Eiſenberg wird gemeldet, daß der Eisbach mit einer
dicken Eisſchicht belegt iſt, eine Erſcheinung, die ſeit Menſchengedenken
nicht mehr vorkam.
In der Nahe ſind ſogar verſchiedentlich Fiſche im Eis
einge=
froren.
Einem Landwirt in Ror bei Malſch (Bade) ſind in der
vor=
letzten Nacht 16 junge Ferkel und einem Kaufmann zwei Hühner
er=
froven.
Beſonders hart wird die Vogelwelt von der Kälte betroffen. So
konnte man in Bad=Dürkheim beobachten, wie ein Habicht eine
Schwarzamſel verfolgte, um ſeinen Hunger zu ſtillen. In ihrer Angſt
rettete ſich die Amſel in ein Haus. Doch auch hier folgte ihr der
hung=
rige Raubvogel. Von zufällig in dem Zimmer beſchäftigten Arbeitern
wurde der Habicht erſchlagen, während die Amſel wieder in Freiheit
geſetzt wurde — In Biebelsheim (heinheſſen) ging ein Habicht
in einem Hof nieder und ſuchte mit einem erhaſchten Huhn das Weite.
Auch die Deutſche Jugendkraft, Bezirk Neckar=Pfalz, hat für
kom=
menden Sonntag ſämtliche Spiele wegen der Kälte abgeſagt. — Auf
verſchiedenen Nebenbahnſtrechen im Bayeriſchen Wald mußte der
Be=
trieb wegen Schneeverwehungen eingeſtellt werden.
mo.
Auf dem zugefrorenen Rhein.
Bp. Gernsheim, 16. Febr. Auf dem zugefrorenen Rheinſtrom war
geſtern wiederum lebhafter Betrieb, ſowohl an der Stelle, wo die Fähre
ſonſt verkehrt, als auch nach Biebesheim zu, am ſogenannten Schwarzen
Ort. An berſchiedenen Punkten bewegte ſich ein geſchloſſener Zug von
Paſſanten unaufhörlich hinüber und herüber. Bei Gernsheim
be=
merkte man auch Radfahrer und junge Leute auf dem Eis, die ſich mit
Fußballſpielen vergnügten. Dies iſt jedoch nur an den platten Stellen
möglich, die auch zum Schlittſchuhlaufen und zum Tanzen
gegebenen=
falls geeignet ſind.
An der Stromkrümmung, am Schwarzen Ork, nimmt der
zuge=
frorene Strom arktiſchen Charakter an. Hier iſt ein Photograph am
Werk, der die Beſucher in dieſer Polarlandſchaft auf der Alatte
ver=
ewigt. Unmittelbar hinter der Krümwung wurden in Anweſenheit der
Leiter der Waſſerbauämter von Worms und Mainz Sprengverſuche
ausgeführt, um Erfahrungen zu ſammeln für den Fall, daß plötzlich
eintretendes Tauwetter die Sprengung des Fluſſes erforderlich macht,
um ein Ueberfluten des Stromes zu verhindern. Die Sprengladungen
riſſen Löcher von 1 bis 5 Metern in das Eis, deſſen Stärke hier
70 Zentimeter beträgt. Im allgemeinen war der Schall ſchwach, da die
Wirkung ſich in die Tiefe erſtreckt. Nur wwenn ein Schuß — was er
nicht ſollte — in die Höhe ging, flogen die Eisbrocken viele Meter
hoch unter lautem Krachen in die Luft. Das Schauſpiel hatte eine große
Zuſchauermenge angelockt.
Körperliche Rüſtigkeit
iſt ein wertvolles Gut, eine Bürgſchaft für langes Leben. Eine Taſſe
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197 B4 B7 B6 317 430 320 331 374 389; ferner 72 Gewinne zu je 500
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389 810; 44 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr. 11244 43 175 63 127 80 712
98 195 95 362 122 167 130 593 153 616 164 177 167 B0 173 146 178 779
201 764 25 833 231 946 289 446 330 632 349 571 B5 92 357 079 371 343:
ferner 82 Gewinne zu je 500 Mark und 224 Gewinne zu je 300 Mark.
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5000 Mark auf 218 884 310 748; 12 Gewinne zu je 2000 Mark auf 22349
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265 483 306 788 344 590 392 925; ferner 60 Gewinne zu je 500 Mark und
184 Gewinne zu je 300 Mark. — Im Gewinnrade verblieben:
2 Prämien zu je 500 000 Mark, 2 Gewinne zu je 500 000 Mark 2
Ge=
winne zu je 300 000 Mark, 2 Gewinne zu je 200 000 Marh, 2 Gewinne
zu je 100 000 Mark, 4 Gewinne zu je 75 000 Mark, 4 Gewinne zu je
50 000 Mark. 6 Gewinne zu je 25 000 Mark. 72 Gewinne zu jo 10 000
Mark, 130 Gewinne zu je 5000 Mark, 344 Gewinne zu je 3000 Mark,
602 Gewinne zu je 2000 Mark. 1298 Gewinne zu je 1000 Mark 3502
Ge=
winne zu je 500 Mark und 9248 Gewinne zu je 300 Mank.
Geſchäftliches.
Neue Tanzſchlager auf „Grammophon”.
„Die Stimme ſeines Herrn” bringt 4 elektriſche Neuaufnahmen der
modernſten Tanzſchlager, die — von den erſten Kapellen geſpielt —
außerordentlich gut gelungen ſind. Der Maſcha Bubliczki=Foxtrott —
eine Weltſenſation ähnlich wie Valencia — von Schachmeiſter auf die
Platte gebracht, reißt jeden hin mit der Flut des brauſenden
Rhyth=
mus und dem Tempo des alle begeiſternden Jazz. Auf gleicher Höhe
ſtets zweifellos „For Gver”, der Schlager=Walzer von Harry Jackſon,
mit der ihm eigenen fabelhaften Virtuoſität geſpielt. Der ungemein
melodiſche Foxtrott „Er iſt nur Barſpieler” wird von Paul Godwin
vorbildlich mit rhythmiſcher Präziſion und Exaktheit im Spiel
inter=
pretiert. Ein Wort nur: Fabelhaft! Würdig unter dieſe 3
Schlager=
geſchwiſter reiht ſich „Raquel”, der Walzer von heute, Ben Berlins
Meiſterleiſtung. Wer zu den wirklichen Tänzern zählen will, der muß
dieſe Platten beſitzen.
Das jüngſte Kind der Mode —
die Kunſtſeide mit ihrem Leuchten, Fließen und Glanz — herrſcht
überall — ſei’s im Theater, Konzert, auf Bällen, Feſtlichkeiten und ſelbſt
im Alltagsleben. — Kein Wunder, denn jenes herrliche Gebilde, das
dem Naturprodukt an Schönheit gleicht, iſt erſtens billig und was nicht
minder wichtig iſt — leicht zu waſchm. Beſonders die Perſil=
Kalwaſch=
methode iſt für dieſe zarten Sachen die geeignete, weil ſie alles Zarte in
neuer Schönheit erſtehen läßt und dabei im höchſten Grade ſchont.
Kunſt=
ſeide wäſcht man ebenſo wie Seide und Wolle, durch leichtes Stauchen
und Drücken in kalter Perſillöſung, nachdem man das Stück vorher an
einem verdeckten Zipfel auf ſeine Waſchbarkeit geprüft hat. Man ſpült
kalt und gibt dem letzten Spülwaſſer zur Farbenauffriſchug einige
Tropfen Kücheneſſig bei. Durch Einrollen des Stückes in
feuchtigkeitauf=
ſaugende weiße Tücher entfernt man die noch anhaftende Näſſe. Dann
breitet man das Stück auf weiße Tücher aus und läßt es in Form
gezogen, nicht in Sonnen= und Ofennähe, trocknen. Kunſtſeide bügelt
man links mit mäßig warmem Eiſen.
Wagum entscheiden sich täglich
Aber 7000 Käufer
we
Datd
2O
Weil Ford die lnteressenseinerKunden
schützt. Ford bringt
licht jedes Jahr ein neues
das den Wert Ihres Wagens ent-
O
sprechend vermingert, Sonden ſecher
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Sonntag, den 17. Februar 1929
HLH
Verlobte
Minna Glock
Oipl.=Ing. Heinrich Wagner
Gewerbeaſſeſſor
Darmſiadt
Holzhofallee
Frankfurt a. M.
Leerbachſtraße
Im Februar 1929.
Für die anläßlich unſrer
Ver=
mählung erwieſenen
Aufmerk=
ſamkeiten ſagen wir unſeren herz=
(2954
lichſien Dank.
Karl Lutz und Frau
Eliſe, geb. Horn.
Brensbach, den 16. Februar 1929.
Todes=Anzeige.
Am 12. Februar iſt nach 4tägiger
Krank=
heit im vollendeten 28. Lebensjahr unſer liebes
Mütterchen
Frau
PMnppine Ait
geb. Büchlein
ſanft entſchlafen.
In tiefer Trauer:
Friedrich Wilhelm Alt
Auguſte Alt
Marie Antoinette Alt.
Darmſtadt, Dieburgerſir. 16.
Die Beiſetzung fand am 15. Februar in aller Stille
(2927
ſtatt.
Darmſtadt, den 15. Februar 1929.
Wir bitten herzlich, von Beileidsbeſuchen
abſehen zu wollen.
Die Beiſetzung findet: am Dienstag, den
19. Februar, vormittags ½12 Uhr, auf dem
alten Friedhof ſtatt.
(2934
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Mitteilung, daß Samstag früh
0.30 Uhr, mein lieber, unvergeßlicher Gatte,
Schwager und Onkel
Luudig „ah
im Alter von 69 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen;
Frau Kath. Mag, geb. Hof
Da
rmſiadi, den 16. Februar 1929
Liebfrauenſtr. 103.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Februar
1929, nachmittags 3.15 Uhr, auf dem Friedhof
Am 20. ds. Mis. feiern die (heleute
Otto Bauer, Alt=Veteran und
Gen=
darmeriewachtmeiſter i. R. und ſeine
Ehe=
frau Eliſabeth, geb. Kuhn,
Heidelberger=
ſiraße 96½, im Kreiſe ihrer Familie
das Feſi der
Goldenen Hochzeit. E
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, davon Kenz
zu geben, daß das Mitglied unſeres Aufſichtsrats
Herr
Raut Tunde
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt. (2935
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die Anteilnahme beim Ableben unſerer lieben,
unvergeßlichen Mutter ſagen wir herzlichen Dank.
Insbeſondere danken wir den Barmherzigen Schweſtern
für ihre aufopfernde, liebevolle Pflege, ſowie Herrn
Pfarrer von der Au für die troſtreichen Worte am
Grabe. Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Schaller, Nieder=Modau
Familie Wilhelm Laun, Eberſiadt b. D.
Familie Ludwig Müller, Darmſiadt.
Krieger=Verein
Darmſtadt 1874
Geſtern verſchied, unſer lieber
Kamerad und langjähriges, treues
Mitglied
G. W. Roth
Rentner.
Die Beerdigung findet am
Mon=
tag, den 18. ds. Mts., nachmittags
3 Uhr, auf dem Beſſunger
Fried=
hof ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung.
Der Vorſtand.
2907)
Berlin, den 14. Februar 1929.
Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh
meinen lieben Mann, unſeren herzensguten Vater, Sohn,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Onkel u. Schwager
Herrn Wilhelm Trompp
Kanzleioberſekretär i. R.
im Alter von 69 Jahren zu ſich heimzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Trompp und Kinder.
Darmſiadt, den 16. Februar 1929.
Beckſtraße 74.
(2942
Die Beerdigung ſindet Dienstag, vormittags 11 Uhr,
auf dem Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Todes=Anzeige.
Geſtern abend verſchied unſere liebe Mutter,
Großmutter, Urgroßmutter, Schweſter und Tante
Todes=Anzeige.
Am 14. b8. Mis. iſt unſere liebe Mutter,
Groß=
mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante
geb. Zimmermann
ſanft entſchlafen. Dem Wunſche der Verſtorbenen
ent=
ſprechend iſt ihre Beerdigung in aller Stille am 16. b8.
Mis. erfolgt.
Wir bitten um ſtille Teilnahme:
Die trauernden Hinterbliebenen:
Johanna FikentſcherWwe., geb. Kuhn
Karl Kuhn, Präſident des
Landes=
finanzamts Brandenburg
Anna Kuhn, geb. Pfannſtiel
Otto Fikentſcher, Kaufmann
Fritz Kuhn, cand. phys.
Katharina Kuhn.
Darmſtadt, Dulsburg, Berlin, den 16. Februar 1929,
Frau
Jakob Petrn Wwe.
Dorothea, geb. Hohenadel
im Alter von 77 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Karl Peirt, Rechnungsdirektor.
Hute
Darmſtadt, den 16. Februar 1929.
Wenckſtraße 58,
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werden gereinigt u.
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Ecke
Grafen/Bis=
marckſtraße.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter
Teilnahme bei dem Hinſcheiden unſe=
rer lieben Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schweſter, Schwägerin
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Darmſtadt, den 16, Februar 1929,
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Eine der häufigſten Todesurſachen nach dem
40. Lebensjahre iſt die Adernverkalkung. Wie
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schwarz, weiß und farbig 24.00, 16.50,
Generaldirektor der Frankfurter Allgemeinen Verſicherau
Aktien=Geſellſchaft
heute verſchieden iſt.
Annähernd 13 Jahre hat der Verſtorbene unſerem
ſichtsrat angehört und in dieſer langen Zeit ſeine reichen Ku
niſſe und Erfahrungen ſtets in den Dienſt unſeres Inſt
geſtellt. Die dankbare Erinnerung hieran und an
ſeine=
ſönlichkeit ſichern ihm bei uns ein dauerndes und ehr:
Gedenken.
Der Aufſichtsrat und die Geſchäftsinkl
der Darmſtädter und Nationalbam
Kommanditgeſellſchaft auf Aktien.
D.Rehfeldsl
Luct
Darmstadt
Mod. Spezialhaus für Damen- und Mäde-‟
Seite 9
M Dege iu Sithelſtenung eier gulen einte.
Vor Dipl.=Landwirt Böttrich=Darmſtadt.
befindet ſich der deutſche Landwirt in einer wißlichen
os ihn zur genauen Ueberlegung aller zu treffenden Be=
mi zwingt, um den heute unverhältnismäßig hohen
Aus=
uun echende Einnahmen gegenüberſtellen zu können. So
der, Vorſorge für eine gute Ernte zu treffen, insbeſon=
Houlanzen möglichſt günſtige Wahstumsbedingungen zu
zſoa, unter Beaihtung aller Sparſamkeitsmaßnahmen, ohne
geſonm Ernteausfall befürchten zu müſſen.
163I zu erreichen, iſt zunächſt durch ſachgemäße Boden=
Aiane gute Ackergare Sorge zu tragen. Auch der
Kalt=
zns iſt nachzuprüfen, denn nur ein ſölcher Ack=uboden
ode Erträge liefern, deſſen Kalkzuſtand ein guter iſt, der
dr:— Nicht ſelten iſt die Urſache eines ſchlechten Ernte=
„miylenſäure, alſo auf Kalkmangel, zurückzuführen. Des
zätgaunn noch an die Beſchaffung eines guten, einwandfreien
AuS frei ir von Krankbeitskeimen und Unkrautſamen,
uass Saatgut iſt bekanntlich das Beſte gerade gut genug.
/mrnur ſolcle Sorten angebaut werden, welche den
ört=
äfchſſar, dem Klimr und dem Boden angepaßt ſind.
ſickeſird gewiſſernaßen die Vorbedingungen für die
Sicher=
eingburn Ernte, wenngleich auch die Bereitſtellung aller er=
Fieffmengen ein ebenſo wichtiger Faktor iſt. Die enorme
½ricchgemäßen Pflanzenernährung haben die letztjährigen
h em Gebiete des Düngerveſens wieder ganz beſonders
ellg haſſen. Leiber wird vielerorts noch immer zum Scha=
ᛋitwirtſchaft zu einſeitig gedüngt, und zwar beſonders
Mäifu ungemiiteln, deren Wirkung meiſt augenfälliger
zu=
aſle der Kali= und Phosphorſäuredünger. Dagegen läßt
fr oer für die Pflanzenecnährung ſo überaus wichtigen
ſallun— bloßem Auge an den Pflanzen oft nicht abſchätzen,
nurſſe Der Waage ſicher feſtſtellen, denn das Kalium hat in
nge Q—rfgabe, Stärke und Zucker zu bilden, alſo Stoffe, die
oriſſe Bw. Knollen abgelagert werden. Erſt dunh
Kali=
edt ſomit ſchwere und gehaltreiche Körner ſowie Hackfrüchte
deſtio em Nährſtoffgehalt erzielt. Der einſichtsvolle
Land=
dalltamgſt erkannt, daß ſich die Stickſtoffdüngung nur dann
wür nn, wenn auch eine hinreichende Grunddüngung mit
Whorſäure verabreieht worden iſt. Es hat ſich im
Ge=
zucht; Herholt gezeigt, daß bei fehlender oder unzureichender
mnch Betreide lagerte, ſtauter Roſthefall eintrat und ſich die
F)falt ausbildeten, ein Beweis dafür, daß eine reichliche
m xutes Schutzmittel gegen dieſe Schädigungen iſt. Jeder
ger aus irgendwelchen Gründen zur Winterung im Herhſt
Sesſäumt hat, hole dieſes daher mit einer Kali=
. wobei, wie bei jeder Kopfdüngzung, zu vermeiden iſt,
M5 tau= oder regennaſſe Pflauzen ausgsſtreut werden.
ge man bei der Korfdüngung des Getreides die
hoch=
nAtdänger, alſo das 40er und 50er Kalidüngeſalz.
ſelſk n man auch die Anſicht vertreten hören, daß ſich zu
ſen/ moffeln und Rüben, wenn ſie reichlich mit Stalldünger
ittſd, die Anwendung der Handelsdünger, alſo auch die
der Kaliſalze, erübrige. Auch das iſt keineswegs richtig. Gerade die
Hackſrüchte ſind z. B. ausgeſprochene Kalifreſſer und lohnen jedwede
Kalidüngung in ganz beſonders hohem Maße, natürlich nur dann, wenn
ſie rihtig gehandhabt wurde. So iſt es nicht angebracht, zu Kartoffeln
im Frühjahr Kainit zu verabreichen. Hier iſt dem 40er oder 50er
Kali=
düngeſalz der Vorzug zu geben. Rüben hingegen ziehen auf mittleren
und leichten Böden den Kainit ver, weil ſie eine Vorliebe für die im
Kamit enthaltenen Nebenſalze haben. Bei dieſer Gelegenheit ſei noch
bemerkt, daß alle Kaliſalze am zweckmäßigſten vor der Saat ausgeſtreu:
werden, und zwar das 40er Kalidüngeſalz 8 bis 14 Tage, der Kainit
hingegen 3 bis 4 Wochen vorher.
Um eine ſichere Ernte zu erzielen, fſt auch auf die Saatenpflege und
Unkrautbetämpfung große= Wert zu legen. Wenn auch ſchon in
ſach=
gemäßer Bodenbearbeitung und ſorgfältiger Saatgutreinigung ein gutes
Mittel zur Unkrautbekämpfung zu ſehen iſt, ſo gibt es doch Jahre, in
denen beſtiumte Unkräuter, wie Hederich und Ackerſenf, trotz Beachtung
vorgenannter Maßnahmen die Ernte direkt gefährden. Energiſch muß
dann eingegriffen werden! Die Praxis hat gezeigt, daß Hederich und
Ackerſenf urit beſtem Erfolg durch „Hederich=Kainit” vernichtet werden,
wenn die Anwendung richtia, das heißt früh morgens im Tau oder nack,
Regen, dem Sonnenſchein folgt, vorgenommen wird. Gaben von 4 bis
5 Zentner Hederich=Kainit je Morgen ſind im allgemeinen zur
Unkraut=
bekämpfung ausrei hend. Das Getreide ſelbſt erleidet hierbei keinerlei
Schaden, im Gegenteil, der Kaligehalt des Sederich=Kainits kommt ihm
noch zugute. Somit führt alſo die Verwendung des Hederich=Kainits
bei der Unkrautbefämpfung aus zweierlei Grinden zu einer meiſt recht
anſehnlichen Ertragsſteigerung.
Will der Landwirt ſich alſo gute Ernteerträge ſichern, dann muß
er für eine ſachgemäße Bodenb arbeitung, Verwendung von nur
ein=
wandfreiem Saatgut, richtige Düngung und aute Saatenpflege beſtens
beforgt ſein. Wenn dieſe grundlegenden Faktoren gebührende Beachtung
gefunden haben, dann wird man auch bei wewiger günſtigen
Witterungs=
verhältniſſen mit einem Erfolge rechnen können.
Wekterbericht.
* Gießen, 16. Februar.
Der Kälteherd zeigt weiteren Abbau und erſtreckt ſich heute morgen
auf Weſt= und Süddeutſchland. Er weiſt in unſerem Bezirk die tiefſten
Temperaturen von ganz Deutſchland auf. So zeigt das Thermometer
heute morgen in Gießen —22 Grad an. Im übrigen Teil des Reiches
hat Erwärmung eingeſetzt. Oeſtlich der Elbe liegen die Temperaturen
nur 7 Grad unter Null. Auch bei uns wird die Kälte abnehmen, und
die aus Oſten kommenden Luftmaſſew, die Bewölkung und Schnee mit
ſich führen, werden morgen vielfach wolkiges, auch nebliges Wetter mit
vereinzelten Schneefällen verurſachen.
Ausſichten für Sonntag, den 17. Februar: Rückgang der Kälte, vielfach
neblig, auch wolkig, ſtellenweiſe Schneefälle.
Ausſichten für Montag, den 18. Februar: Noch Froſt, wahrfcheinlich
weiter zurückgehend, ſonſt wenig Aenderung der Wetterlage.
Spork, Spiel und Turnen.
Jung=Deutſchland ſchlägt Rot=Weiß 7:3.
Es war wieder einmal ein typiſcher Kampf für die Begegnung zweier
Lokalgegneu, den man am Freitag abend im Hallenbad zwiſchen den
Ligamannſchaften von Jungdeutſchland und Rot=Weiß zu ſehen bekam.
Rot Weiß verſuchte nun zum dritten Male im Vorgefühl einer ſicheren
Niederlage mit allen Mitteln ein günſtiges Ergebnis herauszuholen.
Es ſpricht allerdings für das Können des ſüddeutſchen Meiſters, daß ev
es fertig brachte, ohne vier ſeiner Beſten — es fehlten Förſter, Schwartz,
Richter und Gils — die mit 2 Erſatzleuten antretenden Rot=Weißen
ſicher 7:3 zu ſchlagen. Dabei wurde von dem Schiedsrichter Heberer=
Frankfurt, mit deſſen Entſcheidungen man nicht immer ganz
einverſtan=
den ſein konnte, ein reguläres achtes Tor nicht gegeben. Der Erſatz
fügte ſich bei Jungdeutſchland ſehr gut ein und zeigte in gutem
Zu=
ſammenſviel mit Berges, Orlemann, Kloſtermann und Müller, daß der
Meiſter noch genügend gute Reſerven zur Verfügung hat. Den Verlauf
des Kampfes, der wiederum im Zeichen der Ueberlegenheit
Jungdeu’ſch=
lands ſtand, zu ſchildern, dürfte ſich erübrigen. Es iſt nur zu hoffen,
daß man in Darmſtadt bald wieder einmal ein ſchönes Waſſerballſpiel
zu ſehen bekommt.
Ein Bonhenſieg der deukſchen Baſſerballer
über England: 11:4 17:9).
Bei den geſtern abend in Berlin im Lunapark
ſtattgefunde=
nen Schwimmwettkämpfen ſchlug die deutſche Olympia=
Waſſerball=
mannſchaft ihren engliſchen Gegner mit 11:4 (7:0) Toren. Eine
Berliner Stadtmannſchaft konnte gegen Paris 4:4 (2:2) erreichen.
Boxen.
Rot=Weiß=VfR. in Idar (Nahe).
Lange hat man von der Box=Abteilung nichts mehr gehört: im
Stillen wurde ſie ſeit November vor, Js. reorganiſiert, ſo daß das
Trai=
ning unter bewührter Leitung von W. Weckbach zurzeit gut beſucht iſt.
Trainingsquartier: Turnhalle am Kapellplatz.
Als Abſchluß der Trainingsarbeit fährt der Leiter mit einer kleinen
Mannſchaft, beſtehend aus: Fritz Schmidt, Gaumeiſter 1928 (
Leichtge=
wicht); Karl Walter (Weltergewicht); Karl Heß (Halbſchwergewicht), zu
den am Samstag und Sonntag, den 16. und 17. Februar, ſtattfindenden
Meiſterſchaften des 2. Kreiſes des Deutſchen Athletik=
Sportver=
bandes 1891 nach Idar (Nahe), einer der Hochburgen des Kraftſportes
im Nahetale, durch ſeine Achatindyſtrie und ſeinen Fußball=Klub weit
und breit bekannt. Es iſt zu hoffen, daß die Mannſchaft Darmſtadt
gut vertritt.
Die Deutſche Schwergewichtsmeiſterſchaft zwiſchen dem Titelhalter
Ludwig Haymann und ſeinem Herausforderer Rudi Wagener kommt
am 9. März im Frankfurter Sportpalaſt zum Austrag.
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 48
Sonntag, den 12.
Die Lage der deutſchen Maſchinen=
Ruhiges Januargeſchäff. — Beikeres Abgleiten des
Aufkragseingangs und der Beſchäftigung.
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten,
dem Spitzenverband der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns
ge=
ſchrieben:
Im Januar hielt ſich die Anfragetätigkeit der Inlands= und
Aus=
landskundſchaft einigermaßen auf dem Stande des letzten Monats; die
Auftragserteilung blieb dagegen hinter dem Dezemberergebnis zurück.
Der Beſchäftigungsgrad, gemeſſen an der Geſamtzahl der in den
Werk=
ſtätten geleiſteten Ueberſtunden, ging im Januar um weitere 2 v.H.
zurlick. Der Rückgang machte ſich mehr in Verkürzung der Arbeitszeit
als im Abbau der Belegſchaften bemerkbar. Die Kurzarbeit glich alle
noch über die 48=Stundenwoche hinaus geleiſteten Arbeitsſtunden aus,
ſo daß alſo die durchſchnittliche Wochenarbeitszeit von 48,7 Stunden
im Dezember auf 48 im Januar 1929 herabging gegenüber rnud 50
Stunden im Januar 1928 und 49,5 Stunden im Juni 1928. Die
ge=
ringe, im Dezember gemeldete und auf den Ausgleich des
Zeitver=
luſtes während des Lohnkampfes im Arbeitsbezirk Nordweſt
zurück=
geführte Steigerung der Wochenarbeitszeit iſt alſo bereits in
vermehr=
ten Rückgang umgeſchlagen. Bei den Abnehmern machte ſich auch
wie=
der in erhöhtem Maß die Neigung bemerkbar, ausbedungene
Zahlungs=
ziele nicht einzuhalten und die Erſtattung von vereinbarten
Verzugs=
zinſen bei verſpäteter Zahlung zu verweigern. Im
Werkzeugmaſchinen=
bau war das Geſchäft z. T. noch befriedigend. Im Textilmaſchinenbau
haben ſich die Hoffnungen auf Belebung noch nicht erfüllt. In der
Landmaſchineninduſtrie waren einige Auslandsaufträge zu verzeichnen,
die Inlandskundſchaft hielt ſich weiter zurück. Der Kraftmaſchinenbau
hatte ein ruhiges Januargeſchäft ſowohl im Waſſerturbinen= und im
Dampfmaſchinen= als auch im Diſelmotorenbau, wo ſogar zum Teil
Betriebseinſchränkungen in Ausſicht genommen wurden. Die
Nach=
frage nach Ventilatoren war ſchwächer, doch iſt der Beſchäftigungsgrad
vorerſt noch ungenügend. Im Walzwerksbau, Hammerbau und in
Bergwerksmaſchinen waren die Aufträge im ganzen unbefriedigend,
zum Teil ließ ſich das Auslandsgeſchäft etwas beſſer an. In Kranen,
Aufzügen und ſonſtigen Fördermitteln verzeichnete ein Teil der
Fir=
men Zunahme, ein anderer dagegen Abnahme der Aufträge. Die
ge=
ringe Anfragetätigkeit berechtigt nicht zur Hoffnung auf weitere
Ge=
ſchäftsbelebung. Der Beſchäftigungsgrad iſt zurzeit noch befriedigend.
Im Bau von Papierverarbeitungsmaſchinen verzeichnete man mehr
Anfragen als im Vormonat, aber ungenügenden Auftragseingang. Im
Druckmaſchinenbau war das Januargeſchäft leidlich, aber man hofft auf
Belebung im Februar. Verſchieden lauteten die Berichte aus den
ein=
zelnen Zweigen der Nahrungs= und Genußmittelmaſchinen, doch waren
die Meldungen über unbefriedigende Geſchäftslage in der Mehrzahl.
Nicht einheitlich war die Lage auch im Zerkleinerungs= und
Aufberei=
tungsmaſchinenbau. Bei der ſich immer mehr verſchlechternden Lage
der Maſchineninduſtrie haben die neuen Pläne weiterer Steuerbelaſtung
ſtarke Beunruhigung hervorgerufen. In der Maſchineninduſtrie konnte
ſchon die in den letzten Monaten durch Lohnerhöhung und
Material=
preisſteigerung verurſachte Zunahme der Selbſtkoſten nicht durch
Er=
höhung der Verkaufspreiſe abgewälzt werden. Es kann nicht oft genug
beton; werden, daß die Maſchineninduſtrie ebenſo wie die übrige
deut=
ſche Wirtſchaft nicht nur keine weiteren Neubelaſtungen verträgt,
ſon=
dern daß eine baldige und ſpürbare Erleichterung der bisherigen
Ueber=
laſtung eine der wichtigſten Vorausſetzungen für die notwendige
Er=
holung der Wirtſchaft bildet.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Verlangſamter Anſtieg der Arbeitsloſigkeit. Vom 15.—31. Januar
hat die Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger in der
Arbeitsloſen=
verſicherung (einſchließlich der Sonderfürſorge bei berufsüblicher
Ar=
beitsloſigkeit) um weitere 176 000 oder 8,6 Prozent zugenommen. Die
Steigerung iſt alſo geringer als in den voraufgegangenen Wochen.
Insgeſamt gab es Ende Januar in der Arbeitsloſenverſicherung rund
2 222 000 Unterſtützte. Hierbei iſt zu bemerken, daß in einer Reihe von
Bezirken die Zahl der Unterſtützungsempfänger in der Sonderfürſorge
bei berufsüblicher Arbeitsloſigkeit vorläufig nur geſchätzt werden konnte.
Auch die Hauptunterſtützungsempfänger in der Kriſenunterſtützung
haben weniger zugenommen als bisher. Ihre Zahl betrug Ende Januar
rund 145 000 Perſonen gegen 138000 in der Mitte des gleichen
Mo=
nats 1928.
Ueberzeichnung der heſſiſchen 12 Millionen=Anleihe. In
Er=
gänzung unſerer geſtrigen Meldung wird uns mitgeteitt: Die
von einem Bankenkonſortium, unter Führung der Deutſchen
Bank, zur Zeichnung aufgelegte neue 8proz. Heſſiſche
Staatsan=
leihe iſt weſentlich überzeichnet worden.
— Vorſtandswahlen der Mainzer Börſe e. V. Der Börſenvorſtand
hat in ſeiner letzten Sitzung die Herren Geh. Kommerzienrat Auguſt
Feine in Firma Auguſt Feine=Mainz. zum Vorſitzenden. Hugo
Scheuer in Firma Heinrich Schwarz Nachf.=Mainz zum
ſtellver=
tretenden Vorſitzenden und Handelskammerſekretär Anton Lang=
Mainz zum Geſchäftsführer einſtimmig wiedergewählt.
Kündigung des Lohnabkommens in der Frankfurter Metallinduſtrie.
Der Verband der Metallinduſtriellen für Heſſen und Heſſen=Naſſau hat
an die Frankfurter Metallarbeiterverbände ein Schreiben gerichtet, in
dem er das am 1. April 1928 in Wirkung getretene Lohn= und
Akkord=
abkommen zum Ablauf der zweiten Woche nach der letzten Lohnwoche
im März 1929 kündigt. Als Grund der Kündigung wird angegeben,
das beſtehende Lohnabkommen möglichſt langfriſtig
vereinbarungsge=
mäß zu verlängern, um für dieſe Zeit wenigſtens eine ſtetige
Kalkula=
tionsbaſis und ſichere Arbeitsweiſe auf Grund der gleichbleibenden
Löhne auch der Metallinduſtrie zu gewährleiſten. Die
Metallinduſtriel=
len haben weiter den Wunſch ausgeſprochen, daß hinſichtlich der
Akkord=
regelung die Wiederherſtellung des früheren Zuſtandes der Berechnung
der Akkordbaſenſtafelung nach Altersklaſſen des Lohntarifs verwirklicht
wird. Die Verhandlungen über die Vorſchläge ſollen am 28. Februar
ſtattfinden.
Pfälziſche Preßhefen= und Sprittfabrik, Ludwigshafen a. Rh. Das
Unternehmen erzielte im Geſchäftsjahr 1927/28 einen Bruttoüberſchuß
von 1 100 506 (i. V. 750 000) RM. Betricbsunkoſten erforderten 861 493
(610 000) RM., Abſchreibungen 130 6N7 60 000) RM., ſo daß ein
Rein=
gewinn von 108 386 (80 000) RM. verbleibt, woraus wieder 9 Prozent
Dividende verteilt und 4474 RM. vorgetragen werden. Nach dem
Be=
richt führten die Beſtrebungen, durch eine Verſtändigung unter den
Hefefabriken eine Beſſerung der zum Teil weit unter den
Geſtehungs=
koſten liegenden Hefepreiſen zu erreichen, nicht zum Ziele, ſo daß mit
einer weiterem Verſchärfung des Konkurrenzkampfes gerechnet werden
müſſe. (G.=V. B5. Februar.)
Ueberarbeit im Bergbau. Der preußiſche Handelsminiſter hat dem
Oberbergamt in Dortmund nachſtehende Drahtung übermittelt:
Emp=
fehle bei der langandauernden ungcwöhnlich ſtrengen Kälteperiode zur
Sicherſtellumg der Kohlenverſorgung der Bevölkerung und der Wirtſchaft
Ueberarbeit, und namentlich für die Verladung am 17. Februar
Sonn=
tagsarbeit zu genehmigen, die Revierbeamten entſprechend zu
benachrich=
tigen, ſowie mit Arbeitnehmer= und Arbeitgeberorganiſationen in
Ver=
bindung zu treten. Das Oberbergamt hat ſich dieſerhalb ſogleich mit
den Organiſationen der Arbeitgeber= und Arbeitnehmerſeite in
Verbin=
dung geſetzt ſowie durch ſeine Bergreviere ſämtliche Revierzechen
ent=
ſprochend benachrichtigt.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 3.—9. Februar im Ruhrgebiet in 6
Arbeits=
tagen 2 157 717 To. Kohle gefördert gegen 2259 338 To. in der
vorher=
gehenden Woche bei ſechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich
in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch
Sonntags gearbeitet) auf 597 623 To. gegen 602 791 To. in der
vorber=
gehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 68 345 To. gegen 67013
To. in der vorhergehenden Woche bei ſechs Arbeitstagen. Die
arbeits=
tägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 3.—9. Februar 359 620
To. gegen 376 556 To. in der vorhergehenden Woche, die tägliche
Koks=
erzeugung ſtellte ſich auf 85 375 (86 113) To., die arbeitstägliche
Preß=
kohlenherſtellung auf 11 291 (11 169) To. Wegen Abſatzmangels wurden
in der Bericktswoche 132 970 (arbeitstäglich 22 162) Feierſchichten ein=
gelegt gegen 80 572 (13 429) in der Vorwoche
Frankfurker und Berliner Effekktenbörſe.
Frankfurt a. M., 16. Februar.
Der ſchwache Verlauf der geſtrigen New Yorker Börſe, die
Verſtei=
fung der internationalen Geldmarktlage ſowie das Fehlen jeglicher
Or=
ders, mahnten zu Beginn der heutigen Samstagsbörſe zur
Zurückbal=
tung und hatten einen Tendenzumſchwung zur Folge. Das Geſchäft
blieb daher äußerſt minimal und wickelte ſich zumeiſt nur bei der
Spcku=
lation ao, die jedoch auch ſehr vorſichtig zu Werke ging. In der
Grund=
ſtimmung war jedoch eine gewiſſe Freundlichkeit und Zuverſicht, die
durch optimiſtiſche Murmaßugen, geſtützt auf günſtige Meldungen aus
Paris, hervorgerufen wurde, nicht zu verkennen. Die Kursverluſte
blie=
ben gegenüber der geſtrigen Abendbörſe klein und gingen ſelten über
1 Prozent hinaus, da ſich auf der anderen Seite verſchiedentlich etwas
Aufnahmeluſt einſtellte. Stärker vernachläſſigt waren J. G. Farben
mit minus 2.25 Prozent. Zur erſten Notiz kam wur eine geringe
An=
zahl von Papieren zur Notierung. Am Elcktromarkt eröffneten AEG.
Licht u. Kraft und Siemens bis 1 Prozent niedriger. Auch Kaliaktien
lagen, zumeiſt aber auf Glattſtellungen, bis zu einem Prozent ſchwächer.
Am Montammarkt hatten nur Gelſenkirchen mit plus 075 Prozent
einiges Geſchäft zu verzeichmen. Hapag minus 1 Prozent, Nordd. Lloyd
dagegen behauptet. Autowerte eine Kleinigkeit abgeſchwächt.
Lebhaf=
teres Intereſſe beſtand für Aſchaffenburger Zellſtoff mit plus 4 Proz.
— Renten ſtill, aber gut behauptet.
Im Verlaufe konnte ſich das Nibeau auf Deckungen der Spekulation
und einiger eintreffender Orders etwas heben und die Tendenz erfuhr
eine Befeſtigung. Bei den bevorzugten Werten gingen die B ſſerungen
bis zu 2 Prozent. Beſonders J. G. Farben und Siemens ſtanden auf
Indereſſenkäufe im Vordergrunde. Spöter machte ſich, als die
Erhöh=
ung des Berliner Privatdiskontſatzes auf 5,75 Prozent bekannt wurde,
jedoch wieder Realiſationsneigumg bemerkbar, ſo daß ſich die Kurſe in
den meiſten Fällen nicht behaupten konnten, doch blieben die
Abbröcke=
lungen klein. Am Geldmarkt war Tagesgeld wieder etwas flüſſiger und
wurde auf 5,5 Prozent ermäßigt. Am Deviſenmarkt nannte man Mark
gegen Dollar 4.2147½; gegen Pfunde 2,45¾/: London-Kabel 4,8538;
Paris 124,29; Mailand 92,74; Madrid 31,05; Holland 12,12.
Berlin, 16. Februar.
Nachdem ſich zunächſt auch an der geſtrigen Abendbörſe die
freund=
liche Stimmung des Mittagsverkehrs fortſetzen konnte und die Kurſe
kleinere Steigerungen erfuhren, gingen dieſe bereits heute vormittag
wieder verloren und die Tendenz wurde unſicher. Die
Kursabweichun=
gen gegen geſtern mittag hielten ſich in erträglichen Grenzen, und nur
bei wenigen Napieren gingen die Rückgänge über 1 Prozent hinaus,
ſo daß die Allgemeintendenz als widerſtandsfähig zu bezeichnen war.
Im Verlaufe der Börſe konnte ſich zunächſt keine einheitliche Tendenz
durchſetzen, die Spekulation blieb im Hinblick auf Paris zurückhaltend.
Die lähmende Geſchäftsſtille drückte weiter etwas auf das Kursniveau,
ſo daß Kursrückgänge bis zu 1 Prozent eintraten. Erſt als bei den
Banken Orders durchkamen, die infolge des Samstags eine Verſpätung
erfahren hatten, wurde die Stimmung zum Schluß wieder freundlicher.
A. E. G. .
Baſalt.
Beramann.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Brikettsl 164.5 164.5
Bremer=Wolle
Danatbank.
Deutſche Bank
Diskontogeſ.
Dresdner Bank
Deutſche Maſchine
Deutſche Erdöl=
125.5 127.— Orenſtein
Deutſche Vetroleuml 78. — 79.— Polyphon
Dynamit Nobel
1117.125/ 117.— Rütgerswerke
Elektr. Lieferung • /185.50 167.— Sachſenwerk
J. G. Farben
251.125/ 251.75 Siemens Gla
Gelſenk. Berg.
131.25 131.25 Ver. Glanzſt
Gef. f. elektr. Untern / 236. — 237.75 Ver. Stahlwer
Han. Maſch.=Egeſt. / 44.25 44.25 Y Volkſtedter Porzellan
Hanſa Dampfſch. / 160.5 161.25 Wanderer Werk=
Hapag ...
125.25 125.75 Wiſſner Metall.
Harpener .
137.25 136.5 Wittener Gußſtahl.
Hemoor Zement.
285.—
*) Die 3 Kaliwerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
Die Beſchickung der Frankfurker Frühjiahel
Die Frankfurter Frühjahrsmeſſe wird, wie in
Preſſebeſprechung mitgeteilt wurde, an Umfang die 4
jahres wieder erreichen. Man hofft ſogar, in einigen Abte.
unbedeutende Erweiterungen vornehmen zu können. 2.0
Möbelmeſſe iſt nicht nur für die Frühjahrsmeſſe,
bereits für die Herbſtmeſſe vollſtändig belegt. Im Hauf,
den wird eine Verſtärkung des Angebots zu verzeichn
zwar ſowohl in der Damen= als auch in der Herren=Konfou
Anzahl hervorragender Dekorareure aus dem ganzen Ren
Reihe von Vorträgen halten und dabei zu gleicher Zeit prau
fenſterdekorationen vorführen; ein Verſuch, der zum
einer Meſſe unternommen wird. Das Zentrum der Mol
Vaumeſſe bilden, die vom Hochbauamt der Stadt
Verein mit der Meſſeleitung unternommen wird. Eine
ausſtellung wird den Namen „Elemente des neuen
gen. Sie knüpft an das neue große Bauprogramm der
furt an und wird in fünf Gruppen (Glas, Metalle,
Beton und Zement, Holz) zeigen, in welcher Weiſe ſ
/an=
material gewandelt hat. Dieſe Veranſtaltung wird umoau
Forſchungsinſtitut für Wirtſchaftlichkeit im Bauen (Berlint
Sonderausſtellung herum wird ſich die allgemeine Baum
ren. Die landwirtſchaftliche Abteilung wir
der Südafrikaniſchen Union, dem Belgiſchen Bauernbund4
ländiſchen Milchproduktions=Genoſſenſchaften, Italien un
beſchickt werden. Neu tritt hinzu eine Gruppe Spanienm
und Genußmittel aufn iſen wird. Auch der deutſche
wieder in einer Sondergruppe auftreten und in Verbinön
mit einer Werbeausſtellung, für deutſche Städt
ſchaften, der ſich Oeſterreich anſchließen wird. Zum erſten
der Deutſche Bauernbund auf der Meſſe mit
derausſtellung vertieten ſein. Verhandlungen
mit Chile, Ungarn und Jugoſlawien. Was die deut
Deviſenmarkk.
15. 2. 16. 2. 15. 2. Gelt Brie Geld Brief Geld /Brief Geld Brief 1 1.59 10.61 10.589 10.609 Ftallien ...... 22.015 22.055122.025 22.075 59.16 59.28 59.15 59.27 Paris ....." 16.44 16.48 12.46 2 4e 12.47 12.49 Schweiz ...." 80 97 81.13 73.40 73.54 73 39 73.53 Spanien... 65.81 (65.95 165.76 65.90 3.038 3.044 3.038/ 3.044 Danzig ...." s1625 /81.785 Holland ... . .! 168.61/168.95/168.58 168 92 Fapan. . . . . . .! 1.9051 1.9091 1 904/ 1 908 Cslo ...... . / 112 31/112.5311 12.29/1 12 51 / Rio de Janeirol 0.501/ 0.50310 50150.5035 Kopenhagen. .V 1f2.ziſtte.s3lt12.29112.51 1 Jugollawien ./ 7.388 7.4021 7.383/ 7.402 Stockholm 12.52/ite 701 12-4811 12.70 Portugal. . .. 1 18.58 18.62 118.58 18.62 London .... 4 20.438 20.478le0. 434/20.474 IAthen .... .. . ! 5.435/ 5 4451 5 4351 5.445 Buenos Airesl 1.770/ 1 778/ 1-772/ 1.776 Konſtantinpel / 2.0831 2 0871 2 u811 2.081 New York ...! 4 2105/4 2185/4.2105/4.2185 Kanada . . . . . / 4.198/ 4.2061 4 1941 4 202 Belgien .... . 1 58.485l58.605l58. 485,58.605 Uruguay ... / 4.311/ 4.319/ 4.316/ 4. 326 16 2.
16.445 16.485
80.955 /81. 115
81.615 81.765
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 13. Februar. Die auf
den Stichtag des 13. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamtes hat ſich mit 139,5 gegenüber der Vorwoche
(138,9) um 0,4 v.H. erhöht. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer
für Agrarſtoffe um 14 v.H. auf 134,0 (132,2) und die Indexziffer für
Kolonialwaren auf 125,6 (125,5) geſtiegen. Die Indexziffer für
indu=
ſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat ſich leicht auf 133,8 (133,7) erhöht,
während diejenige für induſtrielle Fertigwaren mit 158,2 (158,3) weiter
zurückgegangen iſt.
an den Lebensmittelgruppen anbetrifft, ſo werden die ſü
Kammerbezirke gemeinſam die Frankfurter Lebensmii
beſchicken, doch ſteht noch nicht feſt, ob dies bereits im Früli
kann. Für den Herbſt iſt die Beteiligung geſichert. B
iſt, daß die Frankfurter Meſſe erſtmalig ohne Inanſprun/ /i0d Bre
ſtädtiſchen Zuſchuſſes abgehalten wird.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 16. Febr.
Kaffeebericht: Am Kaffeemarkt wurden in den nahen jiE7
Liquidationen durchgeführt, während ſich für die ſpäteren IeEil
kungsnachfrage und Kaufluſt der europäiſchem Firmen zu4
wurde der Liquidationsdruck aber allgemein, ſo daß die u6
weg unter das Niveau des Vortages ſanken.
Zuckerbericht: Am Zuchermarkte konnten ſich die Preiſfyd
behaupten, da die Spekulation zu Deckungen ſchritt und dierAs
häuſer mit Käufen am Markte waven. Als im Verlaufe /9
tionen durchgeführt wurden und der Handel infolge dei
Angebots von Locoware Abgabeneigung erkennen ließ,
mäßigung der Preiſe ein.
Chicago, 16. Febr. „And / 1
Weizen: Der heutige Weizenmarkt nahm einen ſchvenux!, Eiche 1
der mit der Baiſſe an der Effektenbörſe in New York in 2./,Gelſer!, Kl., m
ſtand. Verſtimmende Wirkung hatte ferner die Zunahme 780,
ſchen Angebotes nach dem Kontinent uund Abgaben für frei.”
Gelegentliche Käufe wurden durchgeführt auf Grund von o.
Baſis ſtehenden Aufträgen. Meldungen, daß die Exportes
500 000 Buſhels Hartweizen verkauft haben, vermochten
lievenden Einfluß auf die Marktlage auszuüben. Die Pru
Schluß bis 1,25 Cents under denen des Vortages.
Mais: Auch der Maiswarkt verlief recht ſchwach im !
mit den Kursrückgängen an der Fondsbörſe und auf AEN
ſchönem Wetter in Argentinien.
Roggen: Der heutige Roggenmarbt nahm einen zien
Verlauf. Verſtimmend wirkten die Ankündigung von v
Schneefällen in faſt allen Staaten und die enttäuſchent.
frage. Weitere Baiſſemomente bildeten die ſchwoche *
nordweſtlichen Märkte und die Preisermäßigungen für 8
Hafer: Am Hafermarkte nahmen Locointereſſenten
Märztermin vor, die gemeinſam mit der ſchwächeven Hul=”
weſtlichen Plätze zu Preisrückgängen Anlaß gaben.
Fettebericht: Die niedrigeren Preiſe auf den Schwein.)0
mävkten hatten bei Schmalz gleichfalls einen Rückgang "
Folge um ſo mehr, als aus Liverpool ſchwächere Meldu 10
Es notierten nach Meldungen aus Chicago 02
Getreide: Weizen, März 126½, Mai 130½, Jull
März 9434, Mai 9838, Juli 101½: Hafer, März 5001RM
ia
Juli 4958; Roggen, März 111½, Mai 112½, Juli I.
Fette: Schmals, Februar 11,90, März 11,92½, MNTdc den
2,57 Rippen, Mai 13,40, Juli 13,85; Speck loc0 1/42R07s7 1
Schweine 9,75—10,35, ſchwere Schweine 10—10307
fuhren Chicago 20 000, im Weſten 50 000.
Chic. Baumwolle: März 19,40, Mai 19,55.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork
Getreide: Weizen, Rotwinter 163½, Hartwintern
ſeu ang. Ernte 11078; Mehl ſpr. wheat clears 5804
nach England 1,9—2,6, nach dem Kontinent 12—1c,
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,60; Talg extitch
Kakao: Tendenz feſt, Umſatz in lots 219, loc9
10,59, März 10,67, April 10,81, Mai 10,98, Juni Lh4
September 11,56, Oktober 11,65, Dezember 11,45.
Frankfurter Kursbericht vom 16. Februar 1929.
820 Diſche. Reichs
anl. v. 27
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27..
6% Bahern
Frei=
ſtaat v. 27 .....
8‟ Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28.....
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28
6% Sachſen Frei
ſtaat v. 27
7%0
ThüringerFrei=
ſtaat v. 27..
Dtſche. Anl. Auslo
ſungsſch. +
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe. ..
8%6 Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24.
8% Darmſtadt v. 26
v. 2
7% Frkf. a. M. v. 2
8% Mainz v. 26.
82 Mannh. v. 26
8½ Nürnberg 1. 26
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
* Ausl. Ser. I
* „ Ser.I
8% Ber I. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hhp. Bk.
4½%r Lig. Pfbr
8% „ Pfb.Bk.
½7.- Lig. Pfbr.
87.5
78.5
79.4
90.4
80
Ar6
4
94
92
92
87.5
89
52.7
69.5
97.5
97.5
78.35
us
81:1.
Heſſ. Landesbk.
4½% Heſſ. Lds. Hp.
Bk.=Ligid. Pfbr.
8% Kom.
Landes=
bank Darmſtadt
800 Mein.Hyp.Bt
4½0 Lig. Pfbr
8% Pfälz. Hyp. Bk.
8% Preuß. Ztr.=
Stadt ſchaft. .
8% Rhein.Hyp.=B!
4½% „ Lia.Pfbr.
30 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Cred....
8% Südd. Bod.;
Cred.=Bank".
3% Württ. Hyp.:B
6% Daimler Benz
von 27......."
80 Klöckner=Werke
Berlin v. 26...
70 Mainfrw. v. 26.
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtckHäffner
von 20 ........"
J. G. Farben Bonds
v. 28..........!
5% Bosn. L. E. B.
v. 1914.
4/,%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914 ..
4% Oſt. Goldrente
41/.% Rum. Gold
von 1913
420 Türk. Admin.
42 „ 1.Badgad
42
„ Zollanl.
41,7 ungam 19131
97.25
39
76
93.9
98
97
97.75
97.5
98.5
94.75
74
92
136.2!
36.25
Ungarn 1914
Goldr..
Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt. 238.5
Bk. f. Brauinduſtr. 168
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. /193.1.5
Darmſt. u. Nt.=Bk. /279
Deutſche Bank 1a9.25
„ Eff.= u.
Wechſel=
bank ..
Vereinsbank 130
Diskonto=Geſellich. /164
Dresdener Bank .. /163.5
Franff. Bank
„ Hhp.=B
„ Pfdbr.=Bf.
1155
Gotha. Grundkr. B. /142
Mein. Hyp.=Bank. /133.75
Mitteld. Creditbf.. 194
Nürnb. Vereinsbk. 160
Oſt. Creditanſtalt. . 34
Pfälz. Hyp.=Ban1.
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbk. 134.75
Hhp.=Bank 214.5
Südd. Bod.-Cr. Bf. /130
Wiener Bankverein! 14.75
1124.5
160
1a8
A.-G. ſ. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn
Mir he
Hapag
Nordd. Lloyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Accum. Berlin
Adlerw. (v. Kleher
6% AEG. Vorzu
1 57
166.5
164.5
89.5
121
55
89
4.5
mm
176
Baſt Nürnberg .. . 216
Bergm. El. Werke/215.75
BrovnBroverickCie/ 159
Brüning & Sohn..
Buderus Eiſen ..
Cement Heidelbergl13g
Karlſtadt
Chem. WerkeAlbert.
Chade .......... . /462,5
Daimler=Benz ....! 591
Dt. Atl.=Telegr.. . . /1.30
Eiſenh. Berlin.
„Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt. 171:
„ Linoleumwerk.
Eichbaum, Brauer. /293
Elektr. Lich u. Kraftl214
„ Liefer.-Geſ
Eſchw. Bergwerk
Eßlinger Maſchinen 42
Ettlinger Spinnereile25
J. G. Farbenindſtr. 252
Feinmech. (Jetter). / 91
Felt. & Guilleaum.
Frfft. Gas ...... . 133
„ Hof... . . . .. . .! 36
Geiling &Cie..
Gelſen!. Bergwert/131.77
Geſ. . elektr.
Un=
ternehmungen.
Goldſchmidt Th. . / 88
Gritzner Maſchinen/106
Grün & Bülfinger
Dafenmühle Frkft. 1133
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau/136
Henninger, Kempf. /175
Hilpert Armaturfb. 93
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ... .1138
123
1225
97
Eſſen .. . . 116
Hoc
volzmann, Phil. . . 126
Holzverk.=Induſtrie/ 95.75
Zlſe Bergb. Stamm/215
Genüſſel 126
Junghans Stamm 71
Kali Aſchersleben /226
Salzdetfurth
Weſteregeln „1229
Kammgarnſpinn /240.5
Karſtadt, 9. .
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke ...
Kraftw. Alt=Württ. 93
Lahmeyer & Co.
Lech, Augsburg ... 113.5
Löwenbr. Münch. 1290
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt. —
Mainz. Akt.=Br.. . . 1250
Mannesm. Röhren 126.75
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werfe ..... 109.5
Metallgeſ. Franlft. 190
Miag. Mühlenbau
MontecatiniMaild.
Motorenfb. Darmſt. / 57.75
Reckar). Fahrzeug.-/ 25.4
34
Nicolay, Hofbr.
Oherbedar
Oſterr. Alpine Mo.
Otavi Minen ...."
Beters UInion Frlf. 101
Phönir Bergbau. / 96.2*
108
Reiniger, Gebb.
Rh. Braunkohlen 1284.5
Elektr. Stamm/168
Stahlwerke 130
Riebeck Montan.
Roeder 8b. Darmſt. /126.5
Rüt
Sachtlebe!
Schöffer
S
Siem
Sieme
Stro
Südd. 3
Se
Tellus9e*
Thür. 205
Tucherbé
Anterfr.
tr. Ver 2
Beithwerl2
Ver, ſ. C0.R
Be
Berl—
Lau 7
Stal.-1
Zellf”
Bogtlänt
Ri46
Wanß &
Wegelin
Vergel ED
W e
Nerr!
gell!
*
Produktenmarkt zeigt ſich die bisher kaum
dage=
einge Daß die „völlige‟ Einſtellung der Binnenſchiffahrt
ma er vorliegenden Meldungen über befürchtete Froſt=
Cändruck auf die Käufer blieben. Allerdings rechnet
d7t bei nur noch kurzer Fortdauer der herrſchenden
mVeendung eintreten muß. Von einigen Mühlen
ver=
i=hüre Beſtände an Auslandsweizen knapp werden und
AMmittle wu mfanges haben ſich auch bereits zu Käufen
ent=
emzuzuverter Weiſe war Mittwoch und Donnerstag der
Weisgur, faſt der einzige Abgeber von Angeboten. Seine
gen w ſſtn, jedoch als zu hoch evachtet und ſoweit Abſchlüſſe
kamen, Sten ſie in Plata=Weizen, den die zweite Hand
ab=
e diretich orderungen für argentiniſchem Weizen lauteten je
foliterggih. und Lieferzeit auf 12,15—12,50 hfl. (1 hfl. — 1
den —M832 RM.) für Manitoba IV 12,75—13,2; V 11,70
und ſ14—iſtralweizen auf 13,15—13,25 hfl. eif (fracht= und
eift uwpäiſchem Seehafen. Vom Inland war Sachſen=
6April=Verladung, mit 25 RM. eif Mannheim und
verer ymleutſcher Weizen mit 24,80/90 RM. frei Mannheim,
her We-i riit 24,50 RM. frei Mannheim angeboten.
Rog=
e ruhichWCarkt bei nur kleinem Angebot vom Odenwald, aus
und Härr; gefordert wurden 24—24,50 RM., frei
Mann=
i Weyſer mehl, Spezial Null, haben die der Sürdeutſchen
reiigug tuigehörenden Mühlen den Großabnehmerpreis um
34GFMſ., für Roggenmehl, je nach Ausmahlung,
32,5/0/ 30,75—33 RM. erhöht; Weizenbrotmehl koſtete
z beihyrte 100 Sack Weizenbrotmehl, Marke „Rektor”
zottſch A.=G. in Krefeld, erbrachten 21,70 RM.; 95 Sack
ugs ml Marke „Fürſtenmehl”, Fabrikat der Rheinmühlen
annunt 36,50 RM.: Braugerſte blieb weiter
abge=
feſenserändert; Mais, bei unbedeutendem Geſchäft in
Waren/ 50 Pfg. auf 24,50 RM. frei Mannheim, die 100
Sack ſann Bezugsſchein erhöht. Futtermittel hatten
rkt undch zelten gegenüber der Vorwoche durchſchnittlich einen
von Aiß0 Pfg. je 100 Kg.
ner P lenbericht vom 16. Februar. Die Produktenbörſe
eute nurſ higerer Haltung. An den überſeeiſchen
Termin=
geſtern die anfangs erzielten Preisgewinne nicht
eiſtgerung M. 1.
*tz= uMBrennholz.)
tersttag den 21. Februar
iem. 9 ſür, wird in der
Turn=
n Wolosplatz zu Darmſtadt
mchiede m Staatswalddiſtrikten
tereiem) ,B aſſinteil=Holzhof”
Zenfandker verſteigert.
Afluchzholz:
ngeng lü ck: Eiche III. — 10,
„nne Hi- 4, III. — 22;
Reis=
n, Sük: Weißtanne IV. —
19
B. /kennholz:
rm: „ühe 347, Eiche 64, Linde
fer, rrn z. geſp. 2,7: Knüp=
„n: Brr4 /4, Eiche 110, Linde
ſer 8; hiſer I. Kl., rm: Buche
ge 51, Ede 7. Kiefer 12; Rei=
Kl.,y: Weißtanne 30 (zu
nging eignet); Reifer II
Afche 100; Reiſer III.
bache 15,30; Stöcke,
Eiche 14, Linde 2,
behaupten können und die Abſchwächung wirkte ſich auch ſehr auf die
Unternehmungsluſt der Käufer aus. Die Cif=Offerten für
Auslands=
weizen lauteten trotz der niedrigeren Schlußmeldungen von Ueberſee
größtenteils unverändert und fanden daher kaum Beachtung. Vom
Inlande hält ſich das Angebot von Weizen und Roggen in mäßigen
Grenzen; da jedoch vom Exportgeſchäft keinerlei Anregungen geboten
wurden und auch die Mühlen infolge des wenig befriedigenden
Mehl=
geſchäfts mit Anſchaffungen vorſichtig waren, erfuhr das Preisniveau
für Inlandsbrotgetreide eine Senkung um etwa eine Mark. Auch am
Liefevungsmarkte waren für Weizen und Roggen Preisabſchläge in
demſelben Ausmaße zu verzeichnen. Das Geſchäft kam nur ſchleppend
in Gang. Für die Juliſichten kamen Anfangsnotierungen nicht
zu=
ſtande. Das Mehlgeſchäft iſt ſehr ſtill und beſchränkt ſich auf kleine
Konſumkäufe. Hafer ſtand ausreichend zur Verfügung, die Preiſe
waren zwar ziemlich gehalten, jedoch kaufte der Konſum nur für den
dringenden Bedarf. Gerſte ſtill.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Das amerikaniſche Schiffahrtsamt hat dem Verkauf des Dampfers
„Leviathan” und zwölf anderer Paſſagierdampfer, die die Atlantikflotte
der im Regierungsbeſitz befindlichen Kauffahrteiſchiffe darſtellen,
zu=
geſtimmt. Der Verkauf iſt nach der Billigung durch das Handelskomitee
des Senats endgültig. Der Erlös beträgt 64 Millionen Mk.
Das Lohnabkommen für das deutſche Holzgewerbe vom 25. Febr.
1928 iſt von den Unternehmern gekündigt worden. Das jetzt
gekün=
digte Lohnabkommen hat noch Gültigkeit bis zum 29. März 1929. An
dem Lohnabkommen ſind etwa 115 000 organiſierte Holzarbeiter
be=
teiligt.
Im Mitteldeutſchen Braunkohlenſyndikat iſt eine Entſpannung der
Lage eingetreten. Nach dem geſtrigen Stand betrugen die Verladungen
im Bezirk des Mitteldeutſchen Braunkohlenſyndikats 80 Prozent der
normalen Verladungen. Berlin wurde vom Oſtelbiſchen
Braunkohlen=
ſyndikat mit 500 Ladungen täglich beliefert.
Die Vereinigung der Verbände Sächſiſcher Metallinduſtrieller hatte
den ſächſiſchen Schlichter angerufen mit der Bitte, baldigſt einen
Ver=
handlungstermin anzuſetzen und einen Spruch für den am 31. März
ablaufenden Lohntarif zu fällen. Der Termin zu Verhandlungen wurde
auf den 20, Februar angeſetzt.
Wie wir erfahren, iſt die Verwaltung der Zigarettenfabrik Haus
Neuerburg o. H.G. in Köln zurzeit mit der Umgründung des
Unter=
nehmens in eine Aktiengeſellſchaft beſchäftigt.
Seite 11
Wie das Leipziger Meſſeamt mitteilt, werden während der
Leip=
ziger Frühjahrsmeſſe alle Meßpaläſte und Meßhallen geheizt ſein, da
ſämtliche Leipziger Meßbauten mit modernen Heizungsanlagen
ver=
ſehen ſind. Die Winterkälte iſt demnach auf den Beginn und den
Ver=
lauf der Leilziger Meſſe ohne Einfluß.
Wie wir erfahren, fand geſtern die Bilanzſitzung der Frankfurter
Hypothekenbank ſtatt. Das Ergebnis des Geſchäftsjahres 1928 geſtattet
es, der am 20. März ſtattfindenden G.V. eine Erhöhung der Dividende
von 9 auf 10 Prozent vorzuſchlagen. Neben den ſonſtigen Rückſtellungen
iſt eine Erhöhung des geſetzlichen und außerordenrlichen Reſervefonds
auf 5,5 Millionen RM., gleich 55 Prozent des Stammaktienkapitals,
vorgeſehen.
Wie die F. 3. hört, ſchweben Verhandlungen, die Hotels Metropol=
Monopol und Parkhotel auf die in Wiesbaden domizilierende
Conti=
nental Hotel=Akt.=Geſ., in deren Beſitz das Hotel „Württemberger Hof”
in Nürnberg iſt, überzuleiten. Die Continental Hotel=Akt.=Geſ. ſoll
gleichzeitig ihren Sitz nach Frankfurt a. M. verlegen, wo ſie
Verhand=
lungen wegen Errichtung eines Großgaragenbaues auf dem
unbebau=
ten Platz am Schumann=Theater führt.
Der Landesverband bayeriſcher Tabakbauvereine hielt in Speher
ſeine letzte Verkaufsſitzung für Obergut aus dem Zigarren= und
Schneidegutgebiet der Rheinpfalz ab.
Der Verwaltungsrat der belgiſchen Staatsbahngeſellſ haft hat
be=
ſchloſſen, zugunſten der Durchfahrt von Blumenkohl und Grünkohl von
Frankreich nach Deutſchland bei Verſendung als Eilgut in vollen
Wa=
genladungen beſondere Tranſitfrachtſätze anzuwenden.
Die Verhandlungen der Arbed mit der Türkei über die Einrichtung
eines Stahlwerkes in Kleinaſien ſind nach zuverläſſigen Informationen
erfolglos verlaufen, da die Rentabilität ſehr zweifelhaft erſchien.
Der Londoner Goldpreis beträgt, gemäß der Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken vom 13. 2.
ab für eine Unze Feingold 84 Schill. 11,5 Pence und für ein Gramm
Feingold demnach 32,7777 Pence.
Der Verwaltungsrat der Schweizeriſchen Geſellſchaft für
Metall=
werte (Baſel) wird der am 15. März ſtattfindenden
Generalverſamm=
lung vorſchlagen, die Dividende für das am 31. Januar abgelaufene
Geſchäftsjahr auf 9 Prozent, wie im Vorjahr, feſtzuſetzen.
Die Banque Compagnie Algerienne, die in ganz Nordafrika
Fili=
alen beſitzt, hat im letzten Jahre einen Reingewinn von 19 593 000 Fr.
(gegenüber 19 573 000 Fr. im Vorjahre) erzielt. Die Dividende iſt auf
80 Fr. pro Aktie feſtgeſetzt
ſrher einzuſehen. Blau
umern kommen nicht
F lähere Auskunft durch
Zyſr Klipſtein,
Holz=
ernruf 3678 — und
haus Böllenfalltor
(2930
16. Februar 1929.
e5 FFfoſtamt Darmſtadt.
nmei.
Nutzholz=
erſchigerung.
Diensca, den 26. Februar
„vortmtags 9 Uhr, werden
e der ſa twirtſchaft „Löwen=
PAfredr ſigner) zu
Groß=
in aus m hieſigen Gemeinde=
7 gendes ſarmm= und
Nutzholz=
iſte morſie end verſteigert:
m Läſinkammholz (1,36 im
N 10R0.Ib Kl., 0,55 fm IIa
P08 MWab Rl., 2,46 Im IIIa Kl.),
Im Külſniſtammholz (3,90 tm
Nl., GMim IIIa Kl., 4,34 im
Kl., Uimn IVa Kl., 1.43 Im
Za FiüEammholz (6,79 im
Kt, 210 fcn lb Kl., 6,68 fm
Im Ficälderbſtangen (3,51 im
AMe, 2,40AzI. Kl., 2,16 Im III. Kl.).
E Augaift, auch wegen Beſich=
60rt, erteilt Förſter Phil.
in, h5m
Verkausl und
Zahlungsbedin=
werders yr der Verſteigerung
egebenin
(2948
Zimnen, Sen 15. Febr. 1929.
DirgHeierel Groß=Zimmern.
ſcher.
eigerung.
Tag, duh 2. Februar d. J., vor=
* rwird in der Wirt=
Zum Dul.
tädter Hof” in Gries=
1S nacheilense Holz aus Harras
Fſch 8/9 Nonnſtück AII
ver=
heiters
ſ: Eiche, 2,50 m lang,
Nutinckt rm 4 Eiche, 250 m
Scheiteslsn 33 Eiche, 41 Kie=
Inuppeetm. 17 Eiche, 67 Kie=
(nüppelr
ſig:: rm: 26 Eiche. 4
SigPm=llen: 5500 Buchen:
Piche, 65 Kiefern.
untd
cht
ſicheene Nummern wer=
Das Holz iſt vor
4
zua beſichtigen.
Aus=
us
Förſter Ahlheim,
FGeraudt
Februar 1929.
Heft.”
zſtamt Groß=Gerau.
Leioziger Frühjahrsmelle
3. bis 9. März 1929
Billige Fahrt im Sonderzug
(D-Zug mit Speiſewagen) mit 30% Fahrpreisermäßigung
Abfahrt: Freitag, den t. März, Frankfurt Hbf. ab 11.45
Sonnabend, den 2. März, Frankfurt Hbf. ab 11.45
Sonntag, den 3. März, Darmstadt Hbf. ab 0.36 (Nachtzug ohne
Speisewagen)
Rückfahrt: Täglich bis einschließlich 16. März mit jedem beliebigen Zuge
Vorverkauf der Fahrkarten, soweit der beschränkte Vorrat reicht, bei:
Mordd. Lloyd-Reisebüro: Landwirtschaftsbank, A. G., Darmstadt, Rheinstr. 17
„ -Generalagentur Frankfurt a. M., Kaiserstr. 17 u. 76.
Hier sind auch Messabzeichen im Vorverkauf erhältlich.
Auskunft: Ehrenamtl. Vertr. d. Leipziger Messamts: Georg Arnold, in Fa. Carl Arnold & Sohn,
Darmstadt, Ecke Erbacherstr., Tel. 2457; die ind.- u. Handelsk. Darmstadt, Tel. 368—369
u. Lloydreisebüro Landwirtschaftsbank, Rheinstr. 17.
TL 2655
Messabzeichen zu Vorzugspreisen beim Ehrenamtl. Vertreter u. Mordd. Lloyd-Reisebüro.
Amtl. Leipziger Messadressbuch ab 18. Februar im Vorverkauf: beim Nordd.
Lloyd-Reisebüro u. E. Steiniger, Bahnhofsbuchhandlg. Darmstadt, Hauptbahnhof.
LEIPZIGER MESSAMT LEIPZIG.
Nuß= und Brennholz=
Verſteigerung Nr. 3.
(Gemeindewald Ober=Ramſtadt.)
Dienstag, den 19. Februar 1929,
vor=
mittags 9 Uhr, werden im Gaſthaus
„Zum Löwen” in Ober=Ramſtadt aus
den Forſtorten: Eichelberg 10, 11. 13.
14, 19. Günkelbach 15, Strieth 21 und
Buchwald 10 und 13 verſteigert:
A. Nutzholz — Stämme:
29 Stck. buchen Kl. 3 —5 — 30,67 fm
4,30 fm
10 Stck. eichen Kl. 2 —4
0,68 fm
1 Stck. kirſchbaum Kl. 3
Kl. 2b—4a — 16.,85 fm
3 Stck. kiefern
8 Stck. lärchen Kl. 1a u.1b — 14,36 fm
5Stck. lärchen Kl. 2a u.2b — 3,32 Im
171 Stck. fichten Kl. 1b—2b — 87,00 fm
Kl. 3a—4b — 26,37 fm
21 Stck. fichten
21 Stck. weißtann. Kl. 1b—4b — 20,96 fm
Derbſtangen: 109 Stück lärchen Kl.
47 Stück lärchen Kl.
3 Stück lärchen Kl. 3
B. Brennholz:
Scheiter: rm 1 buchen, 4 kiefern. 42 ficht.
Knüppel: rm 2 buchen, 13 fichten.
Aſtreiſig (100 Wellen): 3.10 buchen. 6,50
eichen, 0.30 birken, 15,80 kiefern.
Stöcke: rm 44 buchen, 4 eichen. 20 fichten.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Beim Brennholz kommen
nur die unterſtrichenen Nummern zum
Ausgebot und dürfen hierbei nur
hie=
ſige Einwohner mitbieten. Auskunft
durch die Herren Förſter Trautmann,
Ober=Ramſtadt, und Hoffmann, Eiſern=
(2887
hand.
Ober=Ramſtadt, am 14. Februar 1929
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
J. V.: Braband.
Metall-
Stahl=
S Holz- Betten matr.
Kinderb.,Polster, Schlafzim., Chaiselong.
an Priv., Ratenzahlung. Kat. 219 frei
Eisenmöbelfabrik Suhl (Thür.).
(II. Mgd 3631
Fenſter=Rolläden=Jalouſien 5
repar. bei bed. Preisermäßigung
M. Friedrich vorm. M. Schader
N.=Ramſtädterſtr. 25, Woh. Arheilgerſtr. 82
Am Montag, den 25. Februar 1929,
vormittags 9 Uhr beginnend, wird zu
Mörfelden im Gaſthaus „Zum Saal
bau”, Bahnhofſtraße 5, das Brennholz
aus der Förſterei Sensfelder Tanne,
Abteilung 14, und Diſtrikt Hegberg.
Abteilung 1, ſowie das Dürr= und
Windfallholz Holznummer 1—424
ver=
ſteigert, und zwar:
Scheiter: rm: Buche 24, Hainbuche 8
Eiche 53, Erle 2, Linde 3, Kiefer 236,
davon 42 rund.
Knüppel: rm: Buche 33. Hainbuche 7
Eiche 18, Linde 8, Kiefer 69.
Reiſig: 100 Wellen: Buche 0,3,
Kie=
fer 16,9.
Stöcke: rm: Eiche 9, Kiefer 32,
Blau unterſtrichene Nummern
kom=
men nicht zum Ausgebot. Auskunft
er=
teilen Herr Förſter Löſch zu Forſthaus
Apfelbachbrücke und das unterzeichnete
(2906
Forſtamt.
Mörfelden, den 15. Februar 1929.
Heſſ. Forſtamt Mörfelden.
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schilfartigen Halme
er-
reichen über Mannes-,
höhe und sind dabei
vollständig lagerfest.
Er gedeiht auf allen
Bodenarten.
Herr V. P. Rogau
in Schlesien schr.
.... ferner kann
ich Ihnen zu meiner
Freude mitteilen, daß
das im Frühjahr
be-
sogene Saatgut „Ex.
ceisior-Hafer”, ganz
fabelhaft im Ertrag
war. So eine
Hafer-
ernte hatte ich noch
Nie II.Mgd. 2157
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ir des rheiniſchen
als Ehrendoktor.
Norden
Air Verdienſte, die er ſich als
r da gomatswiſſenſchaften ernannt.
Frer IA4 büberfall in einem
Peiberengeſchäft.
äuber gekten mit Brownings und
Rupungsmitteln.
4n
urtſil. Ein ſchwerer Diebſtahl, bei
ibrechenff Brownings und
Betäubungs=
eitetenr /e Freitag nachmittag zwiſchen
Neixim Aßprrengeſchäft von Sickos u. Gu=
* Bat rſcaße verübt. Der Mitinhaber
ſich ißen einer leichten
Grippeerkran=
ind da ſ ttagspauſe in den
Geſchäfts=
f und ſtzd gte hier dringende Aufträge.
ſchien rri janger Mann in dem Kontor
Ausödſgung eines Pelzes für einen
er. AllZſiaws ſich an den Schreibtiſch
be=
im der Hige. Mann einen mit narkotiſchen
ſüllten At ebauſch unter die Naſe und
nd. S/tz;iel bewußtlos auf den Boden.
ᛋ ſden das Bewußtſein
wieder=
ewie Einbrecher im Lager die dort
wernſhn Skunksfelle aus den
Re=
ny/ offer packten. Einer der Ein=
8 r Browning einen Schuß auf
ty hr in die linke Schulter. Die
jeßſdrnn mit den Pelzwaren, die
hatten, das Haus. Sickos iſt
WeKugel konnte auf operativem
Däm Beruf.
Nacht zum Freitag glitt auf
e3t/hnchofs Wetzlar der in den 20er
ude 9chimer Gunkler aus Garbenheim
Schens!8 und kam über das Gleis zu
er üiſheiHeben konnte, wurde er von
erende ſu ge überfahren. Ein Fuß und
burderhen Unglücklichen vom Körper
daß// ſch verblutete. Er hinterläßt
zibet „if dige Kinder.
desoym bei einem Brandunglück.
ſch (Fringer Wald). Beim Brand
gues grlinem hieſigen Anweſen wurden
S Bes und ihre beiden Enkelkinder
ſchwet mäiftet. Das jüngere Kind ſtarb
nach AtVergiftung. Die Frau ſtarb im
* Solweng. Das zweite Kind liegt
F darzMr
Tlſſher Bobunfall.
uf. 1 mit mehreren Perſonen
be=
pralltEllit Soller Wucht an einen Baum.
Dp oun .Au Mine. Miie. R.
Fretzemn ins Krankenhaus gebracht
Ne Giſtläon in der Oſtſee.
4 inerFeczu durch die Hapag.
ndrat mrika=Linie hatte es
übernom=
wer der* ünng der Reichsmarine ſtehende
2ſtion /3üc im Eiſe der Oſtſee feſtſitzen=
Ven und zEindiſchen Schiffe durch
Lie=
reibliten Proviants zu unter=
7 Prelan (Speck, Doſenfleiſch, Reis,
er Hütyrrüchte, Kaffee, Tee, Butter,
D in ſöl chen Paketen von ca 25 Kg.
ß Wra Dutſchen Lufthanſa
abwurf=
oeben F lan konnte. — Auf Anfordern
der 2aülelle der Marineleitung
Ham=
ereitsk tinsal — am 10. und am 12 Fe=
—in Mulb weniger Stunden derartige
it abockit worden.
Wo0d FrandBltang an einer Mühle.
Rlogau). Nachdem erſt vor
ſio en Dampfmühle ein Brand
ausgebrochen war, ſteht die
Gologau jetzt vor poſitiven
ſtern früh bemerkte ein
Paſ=
ſter in der Mühle, das jedoch
Dem konnte. Der neue Brand
he Weiſe angelegt zu ſein wie
9n auer Oberſtaatsanwalt hat
ach
amau begeben, um Nachfor=
Deruſiherr. Wie verlautet, ſteht die
de Auſammenbruch. Sie ſoll am
Wlogauer Amtsgericht zur
Eig kommen. Die Mühle iſt
M Mark bei acht Geſellſchaf=
Hudes lim Leydener Nathausbrand
grerettet.
den Aufräumungsarbeiten am
er Rathauskataſtrophe gelang
9. in ein Kellergewölbe einzu=
Brandkaſten aufbewahr=
1 in Höhe von etwa 300 000
Uunverſehrt zu bergen und in
Sonntag, den 17. Februar 1929
Verproviankierung durch Flugzeug.
Nothilfe für Leuchtturmwächter der vereiſten See.
Im Auftrag der Reichsregierung verproviantieren die an der Oſtſee ſtationierten Flugzeuge
wäh=
rend der Froſtzeit die eingefrorenen Schiffe und ſämtliche vom Feſtland abgeſchnittenen Leuchttürme.
Schiffsunkergang im Aermelkangl.
Der Paſſagierdampfer „Ville de Liege”,
der im engliſchen Kanal auflief und nach kurzer Zeit unterging. Die mit der eiſigen
genden 48 Fahrgäſte und 60 Mann Beſatzung konnten indeſſen gerettet werden. Unſer
das Schiff kurz vor dem Verſinken.
Eine Bartholomäusnacht und die Sühne
der Schuldigen.
Prag. Vor dem Schwurgericht in Trencſin in
der Slowakei ging am Freitag abend der Prozeß
gegen vier Bewohner des Dorfes Pobedin in der
Slowakei zu Ende, die am 1. Oktober v. J. in der
Zigeuner=Kolonie des Ortes eine wahre
Bartholo=
mäusnacht veranlaßt hatten. Zwiſchen den
Dorf=
bewohnern und den Zigeunern herrſchte bittere
Feind=
ſchaft, weil im Laufe mehrerer Jahre nicht weniger
als 2500 Diebſtahls=Anzeigen gegen die Zigeuner bei
den Behörden eingelaufen waren. Es entſtand ein
wahrer Kriegszuſtand zwiſchen den Bquern und den
Zigeunern. Am 1. Oktober rotteten ſich um
Mitter=
nacht 40 Männer des Dorfes Pobedin zuſammen,
be=
waffneten ſich und ſtürmten das Zigeunerlager. Sie
richteten unter den Zigeunern ein furchtbares
Blut=
bad an. Sechs Zigeunerinnen, ein ſechsjähriges Kind
und ein Zigeuner wurden erſchlagen. Vierzehn
Mit=
glieder der Zigeunerbande mußten ſchwerverletzt ins
Spital übergeführt werden. Nach dieſer
Bartholo=
mäusnacht zogen die Täter zur Kirchweih zurück und
beglückwünſchten ſich gegenſeitig.
Das Schwurgericht verkündete am Freitag abend
folgendes Urteil: Die Geſchworenen verneinten die
geſtellten Fragen auf Mord, verſuchten Mord,
vovſätz=
liche Tötung und ſchwere Körperverletzung und bejahtrm
nur die Fragen auf Gewalttätigkeit, Beſchädigung
fremden Eigentums und Uebertretung des
Waffen=
patents. Auf Grund dieſes Verdikts wurden vier
Angeklagte zu je zwei Jahren Gefängnis und 120 bis
320 Kronen Geldſtrafe verurteilt. — Der
Staatsan=
walt und die Verteidigung legten gegen dieſes Urteil
Berufung ein.
Wolkenbrüche und Ueberſchwemmungen
in Mazedonien und Thrazien.
Athen. Ueber Mazedonien und Trazien ſind
wolkenbruchartige Regengüſſe niedergegangen. Die
Flüſſe Struma, Maritza und Warda ſind über ihre
Ufer getreten und haben die Ebenen überſchwemmt,
wo ſie in Dörfern und Städten beträchtliche Schäden
anrichteten. Die Eiſenbahnverbindungen ſind
unter=
brochen. Beſonders in Mitleidenſchaft gezogen ſind
die Städte Kavalla und Serres, wo die meiſten
Straßen unpaſſierbar ſind. Der Telegraphenverkehr
mit der Türkei iſt unterbrochen.
Der Hafenbrand in Buenos Aires noch nicht
gelöſcht.
Buenos Aires. Der Brand im Hafen
von Buenos Aires wütet noch in
unverminder=
ter Schärfe fort, da es den Bemühungen der
Löſchmannſchaften bisher noch nicht gelang, des
Feuers Herr zu werden.
Das Chicagver Schmuggler=Maſſaker.
London. Nach Berichten, die hier aus Chicago
eingetroffen ſind, wird der ſenſationelle Ueberfall auf
die Mitglieder einer Alkoholſchmugglerbande, wobei
ſieben Mitglieder der Bande durch eine Unzahl von
Schüſſen niedergemetzelt wurden, dadurch in ein ganz
neues Licht gerückt, daß der Direktor des
Prohi=
bitionsamtes in Chicago, Major Silloway, die
Chi=
cagoer Polizei beſchuldigt, dieſen Maſſenmord ſelbſt
ausgeführt zu haben. Er begründet ſeine Anſicht
damit, daß es in Chicago am hellichten Tage ganz
ausgeſchloſſen ſei, ohne Hilfe der Polizei einen
der=
artigen Ueberfall auszuführen.
Zu dieſer ſchweren Anſchuldigung weldet „
Aſſo=
ciated Preß” aus Chicago: Der ſtellvertretende
Vor=
ſteher der Prohibitionsbehörde, Silloway, vertritt
den Standpunkt, daß Poliziſten an der Erſchießung
von Mitgliedern einer Alkoholſchmugglerbande
be=
teiligt geweſen ſeien. Nach ſeiner Anſicht habe die
Bande Poliziſten angeblich Schweigegelder bezahlt,
dieſe Zahlungen aber eingeſtellt, nachdem eine andere
Bande ihr vor ſechs Wochen am hellen Tage 500
Kiſten Whiſky geraubt habe. Die Erſchießungen
ſtell=
ten einen Vergeltungsakt wegen der Einſtellung der
Geldzahlungen dar. Polizeikommiſſar Ruſſel
be=
zeichnete die Anſicht Silloways als Unſinn.
Das Femegericht in Chicago.
New York. In Chicago hält das Keſſeltreiben
gegen die entflohenen Verbrecher an. Es fehlt aber
von den Mördern jede Spur. Die Bevölkerung iſt in
größter Aufregung. Die Polizei nimmt an, daß die
Detroiter Alkoholſchmuggler für die Mordtat
ver=
antwortlich ſeien, denn die überfallene und
ermor=
dete Schmugglertruppe hatten ihnen zwei Ladungen
Whiſky nicht bezahlt. Nach einer anderen Anſicht
ſteht hinter der Mordtat Chicagos berüchtigter
Ver=
brecher, der ſogenannte „Capone mit dem
Narben=
geſicht‟. Die zwei Kraftwagen, die den Ueberfall
aus=
führten, waren als Polizeiautos hergerichtet. Zwei
von den Inſaſſen waren ſogar als Poliziſten
ver=
kleidet. Dadurch ſcheinen die Ueberfallenen getäuſcht
worden zu ſein. Die Mordtat ſpielte ſich an der
Wand einer Garage und auf einem Baumweg mit
einer dahinterliegenden Wand ab. Die Stelle bot
einen entſetzlichen Anblick: Sie war voller
Blut=
ſpritzer, Spuren von hunderten von
Maſchinenge=
wehrkugeln waren in den Wänden. Die Geſichter der
Toten waren verzerrt. Der Führer der
Ueber=
fallenen, Moran, ſoll blutüberſtrömt entführt worden
ſein. Die Toten hatten große Geldbeträge in den
Taſchen. Die überfallenen und getöteten Banditen
waren in der ganzen Gegend berüchtigt, ſie hatten
dort eine vegelrechte Schreckensherrſchaft errichtet.
Seite 11
Schwere Gaskakaſtrophen.
Gasexploſion in Prag.
Prag. Am Samstag kurz vor mittag ereignete
ſich im Herzen Prags auf dem oberen Wenzelplatz
eine ſchwere Gasexploſion, die auch einen Toten und
zwei Schwerverletzte forderte und großen Sachſchaden
anrichtete. Das Unglück iſt darauf zurückzuführen,
daß das Gas in einem unterirdiſchen Kanal ſich
ent=
zündete und explodierte. Mehrere Kanalgitter
wur=
den durch die Wucht der Exploſion hoch in die Luft
geſchleudert; drei flogen bis zum 5. Stockwerk eines
in der Nähe gelegenen Hauſes. Ein Kanalgitter
durchſchlug die Spiegelſcheibe eines Kaffeehauſes im
erſten Stock und fiel auf einen Marmortiſch, an dem
glücklicherweiſe niemand ſaß. Das Straßenpflaſter
wurde auf eine weite Strecke hin aufgeriſſen. Die
Elektrizitätsleitungen wurden ebenfalls an mehreren
Stellen zerſtört. Der Verkehr auf dem Wenzelplatz
ſackt.
Exploſion in Boſton.
New York. In einer belebten Straße in
Boſton ereignete ſich am Freitag eine heftige
Gas=
exploſion. 49 Paſſanten wurden dabei mehr oder
weniger ſchwer verletzt. Die Exploſion iſt auf die
große Kälte zurückzuführen.
Wieder ein Gasrohrbruch in England.
London. Aus Eaſtbourne, dem b=kannten
Bade=
ort in der Grafſchaft Suſſex, wird ein neuer ſchwerer
Unglückfall durch Gasrohrbruch gemeldet. Aus
bis=
her noch nicht aufgeklärter Urſache barſt die
Haupt=
leitung. Das ausſtrömende Gas hatte den Tod von
vier Perſonen zur Folge.
In Berlin vier ſchwere Gasunfälle
in 24 Stunden.
Berlin. In den letzten 24 Stunden haben ſich
hier durch ausſtrömende Gaſe vier Unfälle ereignet,
bei denen im ganzen zehn Perſonen betäubt worden
ſind. In einem Falle fand man eine Familie von
drei Köpfen bewußtlos auf, die während des Schlafes
durch Gas betäubt worden war. Bei dem Verſuch,
den eingefrorenen Gasmeſſer aufzutquen,war vergeſſen
worden, die Waſſerfüllochſchraube zu ſchließen. Auf
der nächſten Rettungsſtelle konnten die Eltern und
die zehnjährige Tochter wieder ins Leben gerufen
werden.
In einem anderen Falle entſtrömten die Gaſe
einem undichten Gasofen. Zwei erwachſene Perſonen
und zwei Kinder wurden bewußtlos aufgefunden,
konnten jedoch ebenfalls noch gerettet werden.
Ferner fand man eine 66 Jahre alte Frau mit ihrer
37jährigen Tochter bewußtlos auf, die durch einer
ſchadhaften Leitung entſtrömendes Gas betäubt
wor=
den waren. Samariter der Feuerwehr brachten beide
wieder zur Beſinnung.
Am ſchwerſten war die Gasvergiftung bei einer
14jährigen Schülerin, die von ihrer Mutter
bewußt=
los aufgefunden wurde. Der Unfall ſcheint hier auf
Unvorſichtigkeit zu beruhen. Das junge Mädchen
mußte ins Krankenhaus gebracht werden. An ihrem
Aufkommen wird gezweifelt.
Ein Getreideſpeicher durch Großfeuer vernichtet.
Neu=Brandenburg. Am Freitag abend
wurde hier ein vierſtöckiger Getreideſpeicher der
landwirtſchaftlichen Hauptgenoſſenſchaft, der eine
Länge von etwa 70 Metern und eine Breite von
20 Metern hat, bis auf die Ringmauern
vernich=
tet. Das Feuer entſtand im Mittelbau des
Speichers und griff von dort aus auf den
rech=
ten und linken Flügel des Gebäudes über.
Un=
ter lautem Krachen ſtürzte bald der Kornſpeicher,
der große Mengen Kleeſaat und Getreide barg,
in ſich zuſammen. Die Entſtehungsurſache iſt
noch ungeklärt. Der Sachſchaden dürfte
minde=
ſtens 100 000 Mark betragen.
Die Kälte in Italien.
Mailand. In Mailand iſt am Freitag mit
minus 14 Grad der Kälterekord dieſes Jahres
er=
reicht worden. Die Stadtverwaltung hat die
Ver=
teilung von Kleidern an die Obdachloſen und die
Schaffung von Wärmehallen beſchloſſen. In Trieſt
iſt der Eiſenbahnverkehr mit Adelsberg, Fiume und
Pola immer noch unterbrochen. Ein Sonderzug iſt
auf der Linſe nach Adelsberg entgleiſt, wobei ein
Arbeiter leicht verletzt wurde. — Prof. Eredia, der
Leiter der römiſchen Wetterwarte, erklärt, daß dieſer
Winter zu den kälteſten gezählt werden müſſe, die in
Oberitalien jemals verzeichnet wurden.
Poſſenreißer Schnee!
Die ehrwürdige Statue Johann Sebaſtian Bachs
in der Berliner Siegesallee hat von dem frechen
Poſſenreißer Schnee ein dickes weißes
Umſchlag=
tuch und eine höchſt drollige Mütze mit
ange=
ſetztem Naſenwärmer abbekommen.
Geite 14
Sonntag, den 17. Februar 1929
Der Kampf gegen die Kriegsſchuldlüge
bei den Deutſchen im Ausland.
* Ap. Am 2. Januar 1926 trat der Kapitän Carl
Kirch=
eiß auf ſeinem kleinen Fiſchkutter „Hamburg” mit ſeiner
vier=
köpfigen Mannſchaft ſeine Reiſe um die Welt an. Es war eine
große und gefährliche Reiſe. Aber das kühne Wagnis gelang.
Nach der Fahrt über Spanien, Portugal und Malaga, das
Mittel=
ländiſche und Rote Meer, den Indiſchen Ozean, den Oſtindiſchen
Inſelarchipel, Java, China, den Großen Ozean und Nordamerika
wurde am 16. November 1927 die Heimreiſe angetreten. Der
Kapitän hat ſeine Weltumſegelung nicht nur als Sportsmann
unternommen, „eine Propagandareiſe um die Welt
gegen die Kriegsſchuldlüge”, ſo hieß der Entſchluß
die=
ſes tapferen, echt deutſchen Mannes. In ſeinem jetzt erſchienenen
hochinterſſanten, auch der deutſchen Jugend als Lektüre warm zu
empfehlenden Buche*) ſchildert er in lebendiger und feſſelnder
Darſtellung ſeine Erlebniſſe aus allen Erdzonen und ſeine
Be=
gegnungen mit den Deutſchen im Ausland, wo er überall
in Vorträgen der Kriegsſchuldlüge und den ſchlechten Meinungen
über das deutſche Volk entgegentrat. Die Schilderungen geben
zu=
gleich ein Bild von der Verbreitung des Deutſchtums im
Aus=
land und verdienen unter dieſem Geſichtspunkte noch beſondere
Beachtung.
Den erſten Vortrag hielt Kircheiß in der ſpaniſchen Stadt
Vigo. Es war, ſo ſchreibt er, eine Freude, wenn einem als
Deutſchen im Ausland eine ſo von Herzen kommende Sympathie
entgegengebracht wird, wie hier. Der Vortrag in der kleinen
deutſchen Gemeinde wurde mit großem Beifall aufgenommen.
Ein Engländer, der dem Vortrag beiwohnte, war ſo ehrlich und
ſagte, der Krieg ſei nicht vom deutſchen Volke gemacht worden,
ſondern aus reinem Geſchäftsneid des Engländers. In Vigo war
vor einigen Wochen die deutſche Schule eröffnet worden. Wenn
die Kolonie auch arm und noch klein iſt, die Energie iſt da, und
überall wird tatkräftig am Wiederaufbau gearbeitet. In
Liſſa=
bon wurden die Leute des „Hamburg” von der deutſchen
Kolo=
nie glänzend aufgenommen. Kircheiß hielt in dem ſchönen
deut=
ſchen Klubhaus. das ſeit ſeiner Einweihung nie ſo viele Menſchen
geſehen hatte, und vor den deutſchen Kindern Vorträge und fand
begeiſterte Zuhörer. In dem maleriſchen Malaga zählt die
deutſche Kolonie etwa 150 Köpfe. Durch ſeinen Vortrag
begei=
ſterte Kircheiß wieder einige hundert Menſchen für den Kampf
gegen die Kriegsſchuldlüge. Die Schule mit 60 Schulkindern (27
Deutſche und 33 Ausländer) iſt auf dem Wege, die alte geſuchte
Stellung unter den Unterrichtsanſtalten Malagas wieder zu
er=
obern trotz der geräuſchvollen Werbearbeit der franzöſiſchen Schule.
In Neapel machte Kircheiß die Erfahrung, daß im Volke eine
Deutſchfeindlichkeit nicht beſteht. In einem Kreiſe diſtinguierter
Perſonen hielt er einen Vortrag über den Zweck ſeiner Reiſe. Mit
Freude konnte er feſtſtellen, daß man das Märchen von den
ab=
gehackten Händen auch dort nicht mehr glaubt. Auch im deutſchen
Verein hielt er einen Vortrag. Aus der Begeiſterung ſah er, daß
wir nicht zu verzweifeln brauchen. Ueberall herrſcht wieder
Tat=
kraft, Arbeitſamkeit und Ausdauer, und der Mut zu neuem Leben
und Wiederaufbau iſt immer noch da.
Von Neapel ging die Fahrt nach Alexandrien, Port Said.
Suez und Aden nach Colombo. In Alexandrien gibt es auch
einen deutſchen Verein. Ein hübſches Klubhaus dicht am Lande
gehörte vor dem Kriege dem deutſchen Segel= und Ruderverein.
Jetzt haben es die Engländer. Unter anſtändigen Menſchen hieß
ſo etwas früher „ſtehlen” heute heißt es „Reparation”, aber
das=
ſelbe bleibt es doch. In Port Said ſind nur wenig Deutſche,
aber dafür waren ſie auch ſoviel aufopferungsfreudiger. Der
Lei=
ter des deutſchen Kohlendepots und die deutſche
Proviantgeſell=
ſchaft ſtiften Kohlen und Proviant für das Schiff In Aden,
einem „elenden Loch”, wohnt nur ein Deutſcher. Die Kruppſchen
Kanonen, die den Türken weggenommen ſind, ſtehen jetzt als
Tro=
phäen an den Landungsbrücken. Dort lag ein italieniſcher
Kreu=
zer „Toronto”, der früher unſer kleiner Kreuzer „Straßburg”
ge=
weſen iſt, aber in nicht zu langer Zeit ausgedient haben wird.
Die ganze deutſche Kolonie in Ceylon zählt erſt ſechs Männer
und drei Frauen. Sie gehören alle zu einer Firma Freudenberg
u Co., einem Bremer Hauſe. Alles hat die Firma durch den
Krieg eingebüßt. Aber mit alter hanſeatiſcher Zähigkeit haben
ſie auf dem Ruin wieder angefangen zu bauen, und es wird nicht
lange dauern, bis die alte achtunggebietende Stellung
zurück=
erobert iſt. In Kandy, im Innern Colombos, traf Kircheiß einen
buddhiſtiſchen Prieſter, der eine koloſſale Vorliebe für Deutſche
hatte. Die Taten unſeres berühmten Kreuzers „Emden” kannte
er genau und war voller Bewunderung, daß wir vier Jahre gegen
die ganze Welt gekämpft hatten. In Colombo lagen vier deutſche
Dampfer, die das Schiff „Hamburg” mit Tauwerk und Material
unterſtützten. In Belawon, dem Hafen von Medan,
veran=
ſtaltete Kircheiß mit Unterſtützung des deutſchen Konſuls wieder
einen Vortrag, dem zirka 80 Prozent Deutſche und 20 Prozent
Holländer beiwohnten. Die meiſten waren aus großen
Entfer=
nungen, zum Teil über 100 Kilometern, mit Auto von den
Pflan=
zungen gekommen. Eine holländiſche Zeitung, die ſonſt immer
Hetzartikel gegen Deutſchland bringt, erkannte den Erfolg des
Vortrages an und ſchrieb: „Den Nichtdeutſchen muß es doch
eigen=
artig vorkommen, ſo verſchiedene Jahre nach dem Kriege noch eine
derartige Begeiſterung für ein Deutſchtumideal wie das von
Kapi=
tän Kircheiß zu vernehmen.” Von Colombo ging die Fahrt weiter
nach Singapore. Die deutſche Kolonie iſt hier noch klein, mit
Frauen und Kindern 52 Mitglieder. Jeder kämpft ſchwer, um den
verlorenen Boden wiederzugewinnen. Ein Klubgebäude iſt noch
nicht vorhanden und wird in der alten Herrlichkeit auch kaum
wieder erſtehen. Vor dem Kriege hatte die deutſche Kolonie in
Singapore den vornehmſten Klub in ganz Oſtaſien. Die deutſche
Kolonie zeigte ſich Herrn Kircheiß durch allerlei Geſchenke
erkennt=
lich. In Batavia wurden die Reiſenden begeiſtert empfangen.
Herr Helfferich, Bruder des verunglückten Miniſters, der
Vor=
ſitzende des deutſchen Bundes, der ſehr für das Deutſchtum
arbei=
tet, arrangierte einen Vortrag für Kircheiß, dem auch viele hohe
Perſonen beiwohnten. Am 2. September fand die Feier des 60 Beſtehens des deutſchen Vereins (früher Turnverein) in
Batavia, am 12. September die Einweihung des neuen
Klub=
hauſes der Deutſchen in der ſchönen Bergſtadt Bandoeng ſtatt.
Die Feſte des wiedererwachenden Deutſchtums waren ſchön;
getra=
gen von dem Geiſte des Zuſammenhaltens fand ſich alles
zuſam=
men. Daß dieſe Feſte gefeiert werden konnten, iſt ein Zeichen,
daß hier in den letzten Jahren ſchwer gearbeitet worden iſt. Die
Konkurrenz iſt hier faſt größer als bei uns. Von morgens 8 Uhr
bis nachmittags 5 Uhr, auch über Mittag, wird in der
drückend=
ſten Sommerhitze ſchwer gearbeitet. Milch und Honig fließen nur
für den, der jahrelang aufopfernd ſeine Pflicht tut. Am 13.
Sep=
tember hielt Kircheiß einen Vortrag in dem neuen deutſchen
Klub=
haus. In Soerabaia (Java), wohin die „Hamburg” mit 20
Deutſchen an Bord ſegelte, wurde der Kreuzer „Hamburg”, das
erſte Kriegsſchiff das ſeit Ausbruch des Krieges die Verbindung
mit den Auslandsdeutſchen in Oſtaſien wieder aufnahm, feſtlich
begrüßt und ein ergreifendes Wiederſehen gefeiert. Die Bande
der Heimat mit dem Auslandsdeutſchtum waren damit wieder
geknüpft. Hier ſprach Kircheiß in dem ſchönen, neu hergeſtellten
Gebäude des deutſchen Vereins und in den oberen Klaſſen der
holländiſchen höheren Bürgerſchule, von allen Seiten
beglück=
wünſcht. In Makaſſar (auf Celebes) wurde nach einem
Vor=
trag Herrn Kircheiß zu Ehren vom deutſchen Bund ein Feſt
ver=
anſtaltet. In Menda ſprach er im deutſchen Klub und in
eng=
liſcher Sprache vor zirka 450 Mädchen der Schule Santa
Scho=
laſtica. Die Oberin erzählte, daß vor 20 Jahren fünf deutſche
Benediktinerinnen nach den Philippinen gekommen ſind, und daß
heute 84 deutſche Benediktinerſchweſtern auf den Philippinen ſind,
die ſich ganz aus eigenen Mitteln neun Häuſer gebaut haben. Das
Stammhaus iſt in Tutzing am Starnberger See. Die Schulen ſind
in ganz Oſtaſien berühmt. Leider wird ſeit dem Kriege kein
Deutſch mehr gelehrt, aber auch das ſoll, wie die Oberin ſagte,
jetzt wieder eingeführt werden. Von Manila aus ging der Kurs
nach Kobe (Japan), wo deutſche Weihnachten gefeiert wurden,
zu deren Verſchönerung zahlreiche Pakete aus der Heimat
bei=
trugen. Am 4. Januar hielt Kircheiß einen Vortrag im Deutſchen
Klub Concordia. Im Verhältnis zu den vielen Deutſchen, die in
*) Meine Weltumſegelung mit dem Fiſchkutter „
Ham=
burg” von Kapitän Carl Kircheiß. Mit 100 Bildern in
nach eigenen Aufnahmen des Verfaſſers einem
Kobe und Oſaka wohnen, konnten nur wenig Menſchen
unter=
gebracht werden. Das Deutſchtum hat auch hier wieder kräftig
Fuß gefaßt. Die Japaner haben ſich anſtändig erwieſen und den
Deutſchen einen großen Teil des liquidierten Klubvermögens
zurückgegeben. Jetzt wird ein neues Klubhaus gebaut.
Nach einer Fahrt durch die bildſchöne Inlandſee ankerte die
„Hamburg” am 18. Januar in Shanghai, von dem der
Ver=
faſſer ein trauriges Bild entwirft. Von der deutſchen Kolonie,
der größten in Oſtaſien, wurden die Leute der „Hamburg”
hervor=
ragend aufgenommen. Die Hapag=Agentur, der Direktor der
Deutſchen Bank, Vorſitzender des Deutſchen Klubs etc. ſtellten ſich
vollkommen zur Verfügung. Der Vortrag im Deutſchen Klub fand
vor überfülltem Raume ſtatt: zum Schluß ſprach Kircheiß über die
Kriegsſchuldlüge. Brauſenden Beifall, begeiſterte Menſchen,
glü=
hende Augen und Tränen ſah er. Der jetzige Klub iſt gemietet.
In dem ehemaligen großen, wundervollen Gebäude des Deutſchen
Klubs befindet ſich jetzt eine chineſiſche Bank. Einem krampft ſich
das Herz zuſammen, ſchreibt der Verfaſſer, wenn man denkt, daß
das alles geſtohlen worden iſt. Leider iſt bei dieſen ſchlechten
wirtſchaftlichen Verhältniſſen auch nicht daran zu denken, ein
neues Klubhaus zu bauen. In der Kaiſer=Wilhelm=Schule ſprach
Kircheiß vor 103 deutſchen Kindern. Da brauchte man keinen
Nationalſtolz zu predigen, die ſind alle deutſch bis ins innerſte
Herz. Die Kaiſer=Wilhelm=Schule beſteht ſeit 1894. Ihr eigenes
Heim bezog ſie 1911. Das Grundſtück wurde 1906 vom Kaiſer
an=
läßlich ſeiner Silberhochzeit geſchenkt. Voll ausgebildete
Real=
ſchule, höhere Mädchenſchule und Kindergarten, 12 Lehrer. Alle
Klaſſen ſind beſetzt. Einjährigen=Prüfungen ſind ſeit 1925 wieder
im Gange. In den letzten drei Jahren auch Reifeprüfungen vor
Kommiſſionen. Größte deutſche Schule Oſtaſiens. Keine Aufnahme
von Aſiaten. Bedingung für ſonſtige Ausländer iſt deutſche
Ganzleinen 5 „. Kribe=Verlag, Berlin N. 113, Schivelbeiner
Straße 3.
Sprache und Erziehung zu Hauſe. Am 31. Januar wurde die
Reiſe durch den Stillen Ozean angetreten. Vier deutſche Dampfer.
die vor Anker lagen, hißten die Flaggen und wünſchten Glückauf
zur Fahrt.
Nach 53tägiger Fahrt durch den Stillen Ozean landete die
„Hamburg” auf der Reede von Honolulu. Aus aller
Aufopfe=
rung, der Kameradſchaft und der Sorge um die Leute der „
Ham=
burg” merkte man deutlich, daß das Zugehörigkeitsgefühl wieder
lebendig wird. Das Deutſchtum erwacht wieder, wird ſtolz und
braucht ſich nicht mehr zu verkriechen. Viel hat der Beſuch des
Kreuzers „Hamburg” dazu beigetragen. Deutſche und Amerikaner
ſchwärmten noch davon. Durch Paſtor, Dr. Hörmann, von der
deutſch=lutheriſchen Gemeinde wurde im Schulraum der ehemaligen
deutſchen Schule ein Vortrag arrangiert. Der Raum war brechend
voll, in Türen und Fenſtern ſtanden die Menſchen. Man hat gar
nicht gewußt, daß ſo viel Deutſche in Honolulu anſäſſig ſind.
Außerdem hielt Kircheiß zwei Vorträge in nichtdeutſchen Klubs
in engliſcher Sprache. Nach 29 Tagen in San Franzisko,
wo den Reiſenden ein begeiſterter Empfang bereitet wurde; nicht
genug rühmen kann der Verfaſſer das Entgegenkommen des
deutſch=
freundlichen Bürgermeiſters Rolph, der Reeder von zwei im Krieg
verſenkten Schiffen war. Bei einer Begrüßungsanſprache, die er
anläßlich des Vortrags vor tauſend Menſchen in Gegenwart der
Spitzen der Behörden, des deutſchen Generalkonſuls und der
Vor=
ſitzenden der deutſchen Vereine hielt, ſagte der Bürgermeiſter
„Hier in San Franzisko und Kalifornien haben wir gezeigt, daß
alles, was im Kriege war und Schlechtes geredet wurde, längſt
vergeſſen iſt. Wir haben ein großes Intereſſe daran, mit dem
großen Volk der Wiſſenſchaft, der Kunſt und der Technik Handel
zu treiben und in Freundſchaft zu leben. Laßt uns auch nicht
vergeſſen, daß gerade viele Deutſche und Mitbürger deutſcher
Ab=
ſtammung es waren, die dieſe unſere ſchöne Stadt mit bauen
halfen. Um zu meinen Gäſten zurückzukehren, möchte ich noch
er=
wähnen, daß ſie wohl meine Schiffe verſenkten, aber meine
Offi=
ziere und Mannſchaften xetteten. Schon zu Anfang des Krieges
wurde eines meiner Schiffe von der „Scharnhorſt” und „
Gnei=
ſenau” verſenkt. Admiral von Spee hat dieſe Mannſchaften auf
das vornehmſte behandelt und auf ein Hilfsſchiff geſchickt. Er ſelbſt
und ſeine Söhne haben den Tod gefunden; aber meine
Mann=
ſchaft wurde gerettet und kam wohlbehalten in der Heimat an.
Männern dieſer großen Nation reiche ich mit
Freuden die Hand. Möge Freundſchaft unſere Nationen
vereinigen.” Hut ab vor dieſen aufrechten und ehrlichen Worten!
Einen beſſeren Kämpfer gegen die Kriegsſchuldlüge konnten wir
nicht finden. Am 16. Mai fand der feierliche Empfang des
deut=
ſchen Botſchafters v. Maltzahn ſtatt. Von San Franzisko ging
die Fahrt nach Los Angeles, der Millionenſtadt mit der
Filmſtadt Hollywood. In Los Angeles ſollen ca. 60 000 Deutſche
und Leute deutſcher Abſtammung wohnen. Es exiſtieren 40
deut=
ſche Vereine. In den letzten Jahren regt ſich das Deutſchtum ſehr.
Der deutſche Turnverein Germania” hatte gerade ſeine neue
Turnhalle mit großen Sälen, Klubzimmern, Bädern und
Kegel=
bahn eröffnet. Schuften und rackern muß man dort faſt mehr als
bei uns, Beſchaulichkeit des Daſeins kennt man überhaupt nicht.
Der Partikularismus unter den Deutſchen iſt dort aber faſt noch
ſchlimmer als daheim. In Engliſch ſprach Kircheiß im
Kalifor=
niſchen Klub, anderen Einladungen konnte er nicht mehr Folge
leiſten. Alles ſpricht wieder mit Achtung von Deutſchland.
Von Manzanillo wurde die Reiſe im Panzerzug durch
Me=
riko gemacht, die ein gefährliches Unternehmen iſt, da das ganze
Land hier voller Rebellen ſitzt; es wird geraubt und gemordet;
der Zug ſelbſt ſah aus, als wenn es in eine große Schlacht ginge.
Jeder zweite Paſſagier iſt bewaffnet, hinten zwei Panzerwagen
mit je einem Maſchinengewehr und 50 Mann Militär angekoppelt.
In Manzanillo Colima und Guadalajara, der zweitgrößten Stadt
Mexikos, traf Kircheiß Deutſche, in letzter Stadt gibt es einen
deutſchen Klub. Hier leben etwa 70 Deutſche. Im Deutſchen Klub
hielt Kircheiß einen Vortrag, und abends wurde ein richtiger Skat
gedroſchen. Ueberall in Mexiko war eine große
Deutſchfreundlich=
keit und Achtung für Deutſchland zu erkennen. Auch in Mexiko=
City wurden die Leute der Hamburg” begeiſtert begrüßt. Das
„Deutſche Haus” iſt der Hort des Deutſchtums treulich iſt hier
alles beim Alten geblieben, und man war richtig auf deutſchem
Boden. In Mexiko=City ſollen 3—4000 Deutſche ſein. Durch die
ſchlechte Geſchäftslage geht es vielen leider nicht beſonders gut.
Jeder Deutſche ſei gewarnt, aufs Geratewohl nach Mexiko zu
fahren und dort Stellung oder Arbeit zu ſuchen. Wer nicht durch
eine Firma eine Anſtellung in der Taſche hat, liegt hier
hoff=
nungslos auf der Straße. Mexiko hat auch einen ſchönen deutſchen
Friedhof, wo Kircheiß am Ehrenmal der gefallenen Deutſchen
Mexikos einen Kranz niederlegte. Der deutſche Ruderklub hat ein
bildſchön liegendes Klubhaus. Er hat wohl an hundert Boote,
jedes Jahr finden große Wettrennen ſtatt. Wenn Mexiko den
inneren Frieden hätte, wäre es ein ideales Land zur Aufnahme
unſeres Volksüberſchuſſes. In Gudaliaca, einer Stadt von
etwa 120 000 Einwohnern leben etwa 70 Deutſche. Wie überall
in Mexiko, ſind die Deutſchen auch hier angeſehen. Der Gaſtgeber
in Acapulco erklärte, daß ſie alle große Freunde Deutſchlands
ſeien. Immer wieder ſagte er: „Deutſchland wird ſicher wieder
groß und ſtark.” In Panama hörte Kircheiß von dem deutſchen
Konſul Neumann, daß die deutſche Kolonie ca. 30 Mitglieder zählt.
Die ganze Kolonie war abends an Bord und veranſtaltete im
Union=Club ein Feſteſſen zu Ehren der Hamburg”=Leute. In
Colon grüßte ſie von einem deutſchen Dampfer, Galicia” die
ſchwarz=weiß=rote Flagge. Deutſche ſind dort nur ſechs, alle
An=
geſtellte der „Hapag‟. Seit ihrer Abreiſe von Hamburg tranken
ſie hier zum erſten Male wieder ſchönes deutſches Bier „vom
Faß”. In Habana wurde Kircheiß durch den Generalagenten
der Hapag in die deutſche Kolonie eingeführt. Das Deutſchtum
in Kuba hat durch den Krieg, vor allem durch den
Zuſammen=
bruch der geſamten Geſchäftslage ganz außerordentlich gelitten.
Aber mit Zähigkeit und Energie iſt hier wieder Boden
ge=
wonnen. Im neuen Stadtteil iſt ein neues deutſches Klubhaus
gegründet, wo ein deutſcher Abend ſtattfand. Die größte
Zigarren=
fabrik von Heinrich Upmann iſt leider in engliſche Hände
über=
gegangen, der Leiter der Firma iſt aber noch ein Deutſcher, Herr
Paul Meyer aus Osnabrück.
Von Habana ging die Reiſe nach Miami, dem „Babel der
U. S. A.”, von dem das Buch eine intereſſante Schilderung gibt.
Bei einem Herrn Kircheiß zu Ehren gegebenen Lunch, dem außer
vielen Deutſchen die Spitzen der Behörden beiwohnten, ſprach er
über den Zweck ſeiner Reiſe, worauf der Vertreter des
Gouver=
neurs erklärte, daß wirklicher Friede erſt dann wiederkommen
könne, wenn die Kriegsſchuldlüge widerrufen werde. Der
Vertre=
ter des Bürgermeiſters ſagte, die Schuld am Kriege ſei immer
mehr auf ſeiten Frankreichs und Rußlands zu ſuchen, die Lügen
von den Greueltaten deutſcher Soldaten glaube nier
Aehnlich äußerten ſich andere Redner. Zwei Vorträge
eiß in der deutſchen Geſellſchaft hatten glänzenden
Erf=
ladelphia iſt die Wiege des Deutſchtums der
Staaten. Die erſten Deutſchen, etliche hundert, kamen,
und Kindern im Jahre 1764 dorthin und gründeten
Geſellſchaft. Kircheiß hielt dort mehrere Vorträge.
Schule vor tauſend Kindern, die „außer Rand und
und in der deutſchen Geſellſchaft zugunſten des Se
Der Präſident der Loge, Shriner, erwähnte dem
gegenüber, mit welcher Liebe die amerikaniſchen S.
Rhein behandelt worden wären und mit welch anderen
gegen Deutſchland ſie aus Europa zurückgekehrt ſeien
alles zerſtörende Gewalt des Krieges und die unerh
propaganda hat auch das Deutſchtum in den Vereinigug
ſehr gelitten. Aber es ſcheint, daß das Deutſchtum un
iſt, überall regt es ſich wieder, und froh und kräftig er
der das deutſche Lied. Mancher Deutſche kam in Philſ
Bord der „Hamburg”, um wieder ein Stück Heimat zuu
tiefe Heimweh nach dem ſchönen alten deutſchen Vater
ſie alle, und hunderte von Meilen legten einige zurüg
kleine ſchwimmende Fleckchen deutſcher Erde zu ſehem
Mütterchen aus Schwabenland, das ſich von weither
hatte, ſtreichelte allen die Backen und ſagte: „Nun bil
den, 60 Jahre habe ich das ſchöne deutſche Heimatlam
meiner trauten Jugend, nicht geſehen, aber jetzt ko
ſterben”, und Tränen rollten ihr über die Backen.
„Hamburg” ſchloß mit dem Beſuch von New York.
Freude, ſchreibt der Verfaſſer, die ſchönen großen
Hamburg=Amerika=Linie und des Norddeutſchen
Lloyd=
in fabelhaftem Trimm und alter Glorie liegen zu ſo
ſeit dem Kriege Koloſſales geleiſtet worden. In
Ne=
mentlich in amerikaniſchen Kreiſen, hat man
Kirchck=
aufgenommen. Er ſprach in Handelskammern undu
deutſchen Klubs leider nur einige Male, da er ſich ur
die vielen Hunderte von Vereinen, wenden konnte.
Verfaſſer weiter: Mehr als in anderen Ländern fälu
deutſche Uneinigkeit auf. Geradezu erſchütternd iſt
meierei und der Neid unter den Verbänden. Faſt
Stadt und jede Provinz iſt durch einen Verein veruſ
kommen die Berufe und Kegel=, Turn=, Sänger= und au/
Keiner gönnt dem anderen die Mitglieder, und jedernmaſt
Vorſitzender ſein. Aus dieſer Zerriſſenheit im Deutſchiu
die politiſche Schwäche des Deutſchtums in den Vereiig kunky, Can 2.
ten zu erklären. Von der Stadt ſelbſt und dem Leu
York gibt das Buch eine anziehende Schilderung.
merkt der Verfaſſer, daß er im Lande des Alkoholverlnd
ſten Betrunkenen geſehen habe und erzählt, mit welle
und Beſtechungen das Alkoholverbot umgangen wirn
Bei einer Feier, zu Ehren Kircheiß” in Berlin
1928 ſagte er: „Keiner Partei zuliebe habe ich
huer, gute Han
umſeglungsreiſe gegen die Kriegsſchuldlüge gemautäu/g Abent
meine Fahrt war eine Tat innationalemSi
iſt alles geſagt.”
Frankfurk.
Sonntag, 17. Febr. 8.30: Morgenfeier der Evan=:
kirche Frankfurt a. M. Mitw.; Frl. von Kries (Flügel)
und der Bläſerchor des Wartburgvereins Franffurt.”
Elternſtunde: Mittelſchullehrer P. Krupp: „Das faule:
Zitherionzert. 8 13: Zehnminutendienſt der Landwrtſi
Wiesbaden. 6 13.15: Prof. Dr. Luthmer: „Rembramu
Mikrophon”. 0 14.30: Hans S. von Heiſter: Der deu
funkjournalismus. 8 15: Jugendſtunde: Aus dem deutſch f
born”. O 16: Konzert des Funkorch.: „Neue Operetten”
Mutleiort
Aus „Hochzeit in Hollywood”. — Kollo: Aus „Jettckr
— Kalman: Aus. Die Herzogin von Chikago”. — B8
Die Sechſer=Operette‟. — Strauß=Benatzky: Aus
17: Prof. Cſaki: Deutſches Bauernleben im Auslamu
wirtſchaftsrat Dr. Lutte: Das Anerbenrecht auf dem Ou
Prof, Dr. Sagave: „Einkommen, Kaufkraft und Wirlkrncdk
lung in der Landwirtſchaft. 18.30: Dr. Lemmer:
Wirtſchaftskonjunktur vom Geſichtspunkt der Arbeitgebens”
F. Tarnow: „Löhne und Kaufkraft der Arbeiterſchaftf
„Neuzeitliche Wohnungsgeſtaltung”. O 20.15: Bunter
Intermezzo: Schnatter in der Sommerfriſche‟, Hörſpi/,
bach und Obermeyer. Perſonen: Schnatter: Wirt;,
Lengfelder: Frl. Knoll, Sängerin; Salmani, Sänger: E
ſtimme: Ein Kind; Piccolo; Publikum. O Anſchl.:
Skufkgarl.
Sonntag, 17. Febr. 11.15: Evangeliſche Morgenff.
Pfarrer Maurer. Mitw.: H. Achenbach, Prof. Dr. Keul
Markuskirchenchor. Landesbußtag. o 12: Bruder To/
vom lebendigen Leben. Worte: Anna Schieber, Kompoei
Ruck. Ausf.: Maria Waldner, C. Elwenſpoek, Herm. Ru
Hans Reichardt (Violine). 6 13: Schallplatten. o
flöckchen und Schneepurzelchen. Ein Märchen von Alice 74
von H. Erdlen. O 15: Dr. Scheyrer: „Der Wille z1/
15.30: Bußtagkonzert. Mitw.: Ellen Beck, Roſ
Prins. A. Harlacher, H. Hofele, Funkorch. 0 18: AN
Legenden. O 19: Geiſtliche Geſänge. Mitw.: Grete),
Rohr (Sopran). Eliſa Keller (Alt), Kammerorch. O 20::
Stuttgart: Abendmuſik. Mitw.: Orcheſterverein Stut.A
2 A115: Gawan. Ein Myſterium von Eduard Sech
König Artus; Königin Ginover: Der grüne Ritter: V1
win; Agravin a la Dure Main; Gawan; Kei, Senel””ſt
de Hautdeſert; Marie de Hautdeſert; Der Shatelier,
Berlin.
Sonntag, 17. Febr. Glockenſpiel der Potsdamer
9: Morgenfeier. Anſprache: Pfarrer, Bodenſie?
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. 8 11—
Großen Schauſpielhaus: Vormittagskonzert der Kapelle
18.15: Schachfunk. 0 14.30: Viertelſtunde für 4.
O 15.30: Märchen. Geleſen von Johanna Meyer. O
haltungsmuſik der Kapelle Gebrüder Steiner. 8 1830:-
Löhne und Wirtſchaftskoniunktur vom Geſichtspunkten
geberſchaft. 0 19: F. Tarnow: Löhne und Kaufkraſt
ſchaft. 19.30: Dr. Zehden: Nehmt das Leben vichls
ein wichtiges Kapitel der Hygiene. 0 20: Popuich.
Konzert. Dirig.: Seidler=Winkler. Wagner: Qud.
Einzug der Gäſte auf der Wartburg, aus „Tannhäul
Tarantelle aus „Venezia e Napoli”. — Menuette. —
zu „Ruslan und Ludmilla‟. — Der Steppenhirt. —
Span. Volkslied. — Jppolitow=Jwanow: Kaukgſiſch
Petterſon=Berger: Romanze. — Buzzi=Peccia: Lolita.
Dienerchor aus der Oper „Don Pasguale”. Au
Funk=Chor, Funk=Orch. Soliſtin: Irene de Noirt. 2
Journaliſt ſpricht. Danach: Tanzmuſik. Kapelle D0l-
Deutſche Welle. Sonntag, 17. Febr. 8.55: BS
des Stundenglockenſpiels der Potsdamer Garniſonkrce.
feier (Anſpr. Pfarrer Bodenſieck) o Anſchl.:
Glodengs=
liner Doms. o 11.30: Uebertr. aus dem Großen S
Konzert der Kapelle Marek Weber. 6 13.45: Bid:
Viertelſtunde für den Landwirt. 14.55: Dipl=2c
„Feldfutterbau”. O 15.30: Märchen. Dr. Hoſſie
hymnen der Völker. o 16.30: Berlin: Unterhaltungss
Gebr. Steiner, 0 18: Prof. Dr. Sagave: „Eintomſ.
und Wirtſchaftsentwicklung in der Landwurtſchaft”.
Lemmer: „Löhne und Wirtſchaftskonjunktur vom Ge”
Arbeitgeberſchaft” o 19: F. Tarnow: „Löhne u0d
Arbeiterſchaft”. o 19.30: Dr. Knauth und W. *
Aus der Praxis der Fürſorgeerziehung”. 2. 20: Bel
Orcheſterkonzert. Mitw.: Irene de Noiret Berliner Gulk.
Der Journaliſt ſpricht. O. Danach: Tanzmuſit. Kopel.
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 17. Februar 1929
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Bild ersichtlich. Bei schweren Typen überdies verstellbare
Lenkstange und Stenerungsdämpfer, Sonderkettenölung,
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klassige Gabelfederung mit Stoß- und Steuerungsdämpfer
nahezu stoßfrei fahren. Wie die Maschine dank des tiefen
Schwerpunktes selbst auf nassen Straßen ohne Gefahr
des Abgleitens und Schlenderns sicher liegt.
4. DKW ist auf der Höhe der Technik,
vor allem durch die Ueberlegenheit seines Motors, der
dank seines Zweitaktsystems viel größere Elastizität,
er-
höhtes Anzugsmoment und unerreichte Bergsteigfähigkeit
besitzt, sowie durch Wegfall der Ventile unbedingt
zu-
verlässig ist. Beachten Sie auf obiger Abbildung aber
auch alle anderen Einzelheiten.
5. DKWist zuverlässig, vor allem, wie
vorer-
wähnt, durch den Zweitakter sowie durch Verwendung
nur erstklassigen Materials und durch die jede Störung
ausschließende Gemischschmierung.
6. DKW ist auch schnell, vor allem am Berg.
Ein DKW-Fahrer kennt nicht den Aerger, dauernd von
anderen Fahrern abgehängt zu werden.
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Sonntag, den 17. Februar 1929
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verehrte Haustrau, in allen Wäschetragen zu
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raten und Ihnen zu helten. Unser Wunsch ist, daß
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züge kommt, die dieses ausgezeichnete
Wasch-
mittel bietet. Dazu ist vor allem die genaue
Kennt=
nis der Anwendung und Wirkung erforderlich.
Sie können es sehr leicht errechnen,
Rf4
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Persil die volle Wirkung E
Persil ist außerordentlich
giebig und von unverglei!/
licher Waschwirkung
wievielPersil Sie für Ihren Waschkessel
gebrauchen. Machen Sie sich nur
einmal die kleine Mühe,
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stellen, wieviel Eimer Wasser
der Kessel enthält, wenn Sie
waschen wollen!
Auf je 3 Eimer Wasser
kommt 1 Paket Persil.
V1448
Mur in Originalpackung — niemals lose-
Hersteller auch Von Henko — Henkels Wasch- und Bleio
17. Februar 1929
Nummer 7
Cage unſer Gaſt und hatte ſchon die Hoffnung aufgegeben,
ihr einziges Wollkleid im den lüdlichen Erholungswochen
jemals abzulegen, das ſie, ihrem natürlichen Mißtrauen
fol=
gend, in den Koffer geſchmuggelt hatte.
Dann verließen auch die engliſchen Damen mit ihren
Pelzläcken meine Penſion, ich ſchien, alleingelaſſen, dem
Wirt der wärmenden Sentralheizung nicht mehr recht
wür=
dig zu ſein: ſie funktionierte ſeltener und ſeltener, obwohl
vor den ſchlecht ſchließenden Fenſtern gewaltige Stürme über
den nahen Golf tobten, der nur noch in Ausnahmefällen voll
magiſcher Bläue erſtrahlte.
Alſo verließ ich das ungaſtliche Haus und bezog, bei
italieniſchen Leuten, eine eigene kleie Wohnung, die ich erſt
einmal gründlich reinigen ließ, dann mit ſauberen Decken
und Cüchern zu einem menſchenwürdigen Aufenthaltsraum
umgeſtaltete. Ich kaufte auch ein Ofchen, das nun mein
Stolz und meine Freude iſt, ſehr viel Petroleum frißt,
das dreimal ſoviel koſtet wie in Deutſchland und doch
nur karge Wärme vorbreitet, die genau ſolange währt, als
die Flamme den Docht ringsherum gelb umſäumt. Auch die
feuchten Wände zu trocknen, nein, dazu kamn ich mein Ofchen
nicht bewegen; dafür hatte es anfangs die Neigung, ſo
fürchterlich zu qualmen, daß meine Naſenlöcher alten
Ka=
minen glichen.
ſchwarzblau daher platzen über den vielen Cürmen
Pa=
lermos, als riſſen ſie ſich daran die Bäuche auf, es gießt,
es ſtrömt, namentlich des Nachts, zuweilen unter Domern
und einem Windgefauch, daß mir ängſtlich zumute wird, weil
das Glämmchen in meinem Ofen ſich duckt und ſchwankt,
indeſſen der Negen durch die Feſter quillt und das Waſſer
eine breite Sunge bis mitten ins Simmer ſchiebt. Dann
bleibt nichts mehr übrig, als ins Bett zu kriechen, aber man
hat nur harte Polſter unter dom Kopf und unzulängliche
Wolldecken über den erkalteten Gliedern, es dauert eine
Weile, bis einen die eigene Wärme wieder auftaut. Und
am Morgen ſehe ich, durch mein öſtliches Fenſter, wie fern
der Waſſerſtreifen des Golfes grau im grau verſchwimmt —
der Golf, deſſen ſtete Bläue ich ſelbſt doch in vielen
Berich=
ten ſo enthuſiaſtiſch geprieſen hattel
Um die Mittagsſtunde öffnet lich zuweilen in den Wolken
ein blauer Spalt, ein kleines, kobaltfarbenes Loch — man
zieht raſch den Mantel an, um einen eventuellen
Sonnen=
ſtrahl auf der Straße zu erhaſchen. — Da fängt der Negen
ſchon wieder an erbarmungslos herabzuſchießen, man wird,
trotz des Schirmes, naß bis zu den Knien und muß nach
Hauſe eilen, um ſich ſchnell umzukleiden; denn man iſt nicht
geneigt, der erſten Influenza allzuſchnell eine zweite folgen
zu laſſen. Außerdem ſind nur ein paar Hauptſtraßen
Paler=
mos paſſierbar, in den engen Gaſſen jagt eine trübe Flut
über die Fiſch= und Gemüſereſte, die von den Bähnen
ver=
ſchiedener Haustiere nicht ſchnell genug beſeitigt wurden.
Und die Wege weiter draußen, ſchon die breite Hafenſtraße,
und mehr noch die krummen Pfade in Arguafanta,
Brancaccio, in allen Vorſtädten ringsherum ſind nur
ge=
eignet, um Schlammbäder darin zu nehmen. Sie führen
endlos zwiſchen hohen Mauern dahin, und ſelbſt die Orangen
und Sitronen, die darüber hängen, ſind an ſolchen Cagen
nur ein ſchwacher Croſt für den Lehm, der ſich in dicken
Klumpen an den Schuhen ballt. . .
Nein, ſeien wir ruhig undankbar gegen die
dezember=
lichen Sonnentage, bleiben wir bei der Wahrheit und ſagen
wir getroſt: Der lizilianiſche Winter hat ſeine Cücken wie
der Winter überall; der deutſche Winter auf Schneebergen
iſt ihm zweifellos vorzuziehen, weil man, nach dem Aufenthalt
in kelirrender Kälte die Möglichkeit hat, am wohlig
wärmen=
den Ofen wieder aufzutauen. Auch hier gibt es natürlich
Häuſer mit allem Komfort, aber ihre Preiſe ſind für
Durch=
ſchnittsſterbliche kaum erſchwinglich. Es braucht nicht
ein=
mal die Villa Igila zu ſein, dieſer Luxusbau hoch über dem
Meere, wo der Penſionspreis bei 40 Mark täglich
be=
ginnt.
Der gewöhnliche Reiſende muß ſich in dieſem Lande die
Wintertage hindurchfrieren, es bleibt ihm keine Wahl.
Und er hat nur den Croſt, daß die Primovera Siciliana
am erſten Februar (mit fünfzigprozentiger Neiſeermäßigung
Seit Cagen ſehe ich durch mein weſtliches Fenſter die auf den Staatsbahnen) wenigſtens ſchon offiziell be=
Sollp in dieſem ſüdlichen Winter habe ich, um es
Meich Ragen, nur noch zweimal in meinem Leben unter
er Räü gelitten: einmal in jenen fernen Bohsmetagen,
dertiſchlenmangel meine perlönliche Angelegenheit war,
M Salcn jenen der Erinnerung nun auch ſchon
entſchwin=
endeng gegs- und Inflationsjahren, als das Frieren zum
geman beutſchen Volksſchickſal gehörte. Und jedesmal,
enn Usn Briefen aus der Heimat hieß: „Ja, Sie da
wen i ir dieſem harten Winter beſonders
beneidens=
bert”, hin mußte ich lächeln und ſehnſüchtig an den
deut=
den Kckelofen denken, während ich, die Füße in doppelten
Bolſtätwien, die Arme um mich worfend — wie ein
Fuhr=
necht Seite des auf hartem Schnee knirſchenden
Lageny- um die Erſtarrnis in den Gliedern zu über=
Luindens ne um den kleinen Petroleumofen hüpfte, deſſen
Wärmalin engen Bannkreis der Lampe im Innern kaum
Verließt lan mag noch ſoviel über klimatiſche und ſonſtige
WVerhäckh, in fremden Ländern leſen — klug wird man
och erigluch eigene Erkenntnis, wenn einem alſo die
ſüd=
de Sche Telbſt den Pelz vorbrannte oder der Itilianiſche
WGinterne Haut in feuchter Kühle erſtarren ließ.
De Eurſche Mitmenſch, der im Frühling oder Sommer
e Scn zieht, wird den ſteinernen Sußboden, der alle
Miensin Simmer ziert, gemeinhin als Wohltat
ompfin=
en, nic ar darauf vor drennender Sonne Zufſucht ſucht;
Der I üm November, als ich abwärts fuhr, war ich
eder / Benedig, noch Florenz, weder in Rom, noch
Reopes dr gut auf ihn zu ſprechen, denn ſchon in den
Sdenl endſtunden begann er ompfindliche Kühle
auszu=
rometaunb warme Ceppiche ſchienen nur zu den Negui=
Mien Alt uren Hotels zu gehören. Denn im Dezember
Dd Taite wft der Sirokko erſchlaffend bis in die jalouſie=
Foidet Wäume, ſo daß man gern in den vordunkelten
Znmmest n eilte, indelſen draußen die Staubwolkten grau
Lr2 AlSſtraßen fegten. Bald aber wurden die Sonnen=
Weloge Nler, wenngleich man noch am Heiligen Abend und
iD Aneajahr, ebenſo an einigen Januartagen mantellos
Sutz ſpgzieren, ja unter fächelnden Palmen, in den
SHentzrn /Gärten ſitzen konnte. Zuweilen leuchtete freilich
Hin : unner Schnee von den Bergen rings um Palermo
berabdl.
Jaiß- wohnte ich noch in einer Penſion, die durch
Eie Laukionierende Sentraleizug ein Aegupalent
Dies Eſſen zu bieten ſich bemühte, damals de=
Sopeike, noch zwei ältere reiſerfahrene Engländerinnen,
2e. Gäſte neben mir, mit pelzenen Sußläcken ins
Sopn eib Sizlien gereiſt waren. Aber ſchon ſchätzte ich
BDepR ADsüicklich, einen dicken Mantel mitgenommen, zu
Sdertzmir in bergangenen Sirotkoltagen ſo überfülſg
Denes z Ein Cropenhelm auf deutſchen Großſtadtſtraßen.
Und 19
euim neckte ich eine junge Frau aus Oſterreich, die,
noch
Nesloler als ich, mit duftigen, ärmelloſen
Som=
merkellt
weil /9den Januar in Caormina zu überſtehen hoffte, nahen Berge nicht mehr, deren Sinnen zuweilen ſo haar= gomnen hat. Da kann auch der richtige lizilianiſche
Früh=
ihr halt im Wien lo gelagt hatte. Sie war zwei l ſcharft im abendlichen Himmel ſtanden, dicke Wolken ziehen ling nicht mehr alzu lange auf ſich warten lollen”
Annangan
Dudevannrrerrgnnnrnngnnnngtrurggnnnndnnnnnnt
eittt der
vor Hindenburg.
Wird er ruhig ſitzen? Wird er in guter Stimmung ſein?
Dieſe Fragen bewegen mich an dem entſcheidenden Vormittag
im Palais Hindenburgs. Farben und Palette ſind vorbereitet.
Ich gehe ungeduldig auf und ab und warte; ich horche in der
Nichtung nach der hohen Flügeltür, hinter der das
Arbeits=
zimmer liegt. Kein Laut. An der feſtgeſetzten Seit fehlen noch
ſechs Minuten. Ich ſpringe in den Nebenraum, um mir noch ein
helles Cuch für den Hintergrund zu beſchaffen. — O weh, wäre
ich nur dageblieben! Mit einem Diener rede ich, und der andere
kommt auf mich zu und zeigt mit erregter Mimik auf den Naum,
den ich eben verließ. Ich eile zurück. Bleibe peinlich berührt
ſtehen. Der Reichspräſident war bereits eingetreten. Vor der
feſtgeſetzten Seit. Er ſteht vor der Staffelei und ſchaut auf die
leere Leinwand. Beide ſcheinen wir etwas
betrof=
fen von der Situation. Ich ſtelle mich vor, er
reicht mir die Hand. Sein Geſicht iſt frei von
Verſtimmung. Die Cüren ſind geſchloſſen. Allein
ſtehe ich jetzt der eindrucksvollen Perſönlichkeit
des Neichspräſidenten gegenüber. Er nimmt den
von mir vorbereiteten Stuhl ein und ſitzt nun in
großväterlicher Behaglichkeit vor mir. Er hat
Ruhe, und für mich beginnt der raſende Wettlauf
mit der gewährten einen Stunde Sitzungsdauer.
Eine Sugabe wage ich auch von der Güte dieſes
Ausdrucks nicht zu erhoffen. Ich ſitze vor meiner
Staffelei wie ein haſtzuckender Bildreporter, dem
die flüchtige Aktualität zu entwiſchen droht. —
Gott ſei Dank, von dem Mann da vor mir im
Lehnſtuhl geht beſänftigende Nuhe aus. Ich freue
mich, als Hindenburg nach dem Stand meiner
Auf=
träge fragt. Das Sprechen belebt die Süge. Er
kennt die wirtſchaftliche Lage der Kunſt. „Ja, ja,
ſagt er mit einer hinweiſenden Bewegung nach der
Wilhelmſtraße, von wo der Autolärm hereindringt,
„die Automobile ſind es vor allem, die dem
Künſt=
ler ſchaden.” Früher ſei manche erſparte Summe
zur Erwerbung von Kunſtwerken ausgegeben
wor=
den, meinte er begründend; heute habe jeder den
Wunſch, ein Auto zu beſitzen. Der dafür
ausge=
gebene Betrag ſei natürlich für ideelle Swecke nicht
mehr frei. Hindenburgs Stimme iſt von tiefer
ſonorer Kraft. Die Sprechweiſe militäriſch
be=
ſtimmt, doch ohne herriſche Nuance. Es beruhigt,
vor dieſem Staatsoberhaupt zu ſitzen und zu malen.
Modell und Maler ſcheinen nicht gleicher
Auf=
faſſung von der Situation zu ſein. Ich verberge
mein enttäuſchtes Geſicht hinter der Leinwand, als
Hindenburg mir vom Umfang ſeiner Amtsgeſchäfte
erzählt, die nur ſchwer Seit für dieſe
Porträt=
ſitzungen frei ließen. In Sukunft würde es ihm
kaum mehr möglich ſein, Künſtlern Sitzungen zu gewähren. „Ich
muß doch auch etwas für meine Geſundheit tun und mal eine
Stunde im Park ſpazieren gehen”, ſagt er. Ausgeſprochen
unge=
halten und abweiſend klingt das. Straff und beherrſcht hält
Hin=
denburg trotzdem Stellung und Geſichtsausdruck. Im Egoismus
des fieberhaft Schaffenden überſehe ich wohl, daß bei aller
Selbſt=
beherrſchung die Süge des Einundachtzigjährigen gelegentlich in
Ruheſtellung zurückgehen möchten. Die Unterlippe will ſich gern
dann und wann von der oberen löſen; der ſtraffe Zuſammenhalt
der ganzen Geſichtsmuskulatur ſcheint nach Entſpannung zu
ſtreben, nach den Stunden, die nicht dem hohen Amt gehören,
ſondern die ein Recht geben, ſich körperlich als Greis fühlen zu
dürfen. Hindenburg macht es mir nicht ſchwer, den Menſchen in
ihm zu finden; nichts Diſtanziertes liegt über dem
Zuſammen=
ſein. Er empfindet, mit welchem fieberhaften Einſatz aller Kraft
ich mit dem Ablauf der mir gewährten Stunde ringe. Er beweiſt
ſein gütiges Verſtehen, als er die Caſchenuhr zieht. Mit Croſt
und Mitgefühl in Blick und Stimme beruhigt er mich: „Nein,
nein, Sie können noch weitermalen, die Seit iſt noch nicht um.”
Die Städte Marienburg und Deutſch=Eylau, für deren
Magiſtratsſitzungsſäle meine Gemälde beſtimmt ſind, mtereſſieren
ihn als deren Ehrenbürger ſehr. Hindenburg wird lebhaft und
warm beim Plaudern über ſein Heimatgebiet. Ich muß ihm von
meinen Studienreiſen in der Oſtmark erzählen, und er ſchmunzelt
bei Ortsnamen, die ihm geläufig ſind. — Mit bedauerndem Ernſt
aber ſieht er jetzt auf die Caſchenuhr. Die Seit iſt um. Er erhebt
Von Hermann Scheffler, Berlin.
ſich, tritt vor die Staffelei und äußert ſeine Zufriedenheit mit
meiner Studie. In liebenswürdiger Form verabſchiedet er ſich. —
Swei Cage danach erhalte ich von Staatsſekretär Meißner
ein Celegramm des Inhalts, daß mir der Reichspräſident eine
nochmalige Sitzung bewilligt habe. Eine freudige Überraſchung
für mich.
An dieſem zweiten Cage „treffe ich blumenreiche
Feſtesſtim=
mung im Palais Hindenburg an. Gleich nachdem ich meine
Uten=
ſilien ausgepackt und Farben auf die Palette geſetzt habe,
kommen die kleinen Enkeltöchter Hindenburgs mit großen
Blu=
menſträußen durch den Naum und bleiben neugierig vor den
bunten Farbenkleckſen auf der Palette ſtehen. „Uch was für
eine Schmiere”, ſagt eines der Kinder und iſt nahe daran, mit
dieſes Antlitzes arbeitet mit einer ſo ſparſamen Skonz
kelſpiels, daß dieſer Kopf durch die eherne Ruhezu
drucks und das monumentale Format zwingend die
ſentiert, die er zu vertreten hat.
Die zeite Stunde der Sitzung iſt nun auch ſcht
gerückt. Sch habe um ſo größere Mühe, mich ſchart
burgs Worte einzuſtellen, je näher das Ende der S
Das künſtleriſche Wollen drängt ſich in der letzten ahm lz
ſpanne ſo elementar vor, daß Hindenburgs Worteimha
nur Klang ſind, daß meine Antworten mechaniſch, zur 4u
werden — — ich male und male, wie im Sieber TMM/4
werde ich geweckt aus meiner Arbeitsekſtaſe durer hy/te
über mich ſelbſt: ich ſpreche eben in direkter Redel
präſidenten, vergeſſe ſeine Amtsbeze u/ k11
ſehe in der Hitze des Schaffens diei
Hindenburg ſitzt unverändert, ohne
Ausdruck der Mißbilligung vor mirn.
Als es nebenan in ſeinem Arbdtsntdit
ſchlägt, ſagt er im Con milder
„Nun haben wir noch eine
Viert-
muß ich aufhören, weil ein Minin
kommt.” Auch dieſe letzte Viertelt, un Mfm der
zu ſchnell abgelaufen, und mit milita uſtasktgul.
lichkeit beendet Hindenburg ebenfall (.1M
Sitzung. Mehr wie das erſte Mal 10 U
auf, daß der Neichspräſident ſicht im
Schwierigkeit vom Stuhl entfernt. M41
erſten paar Schritte nach dem Aufic.
dann ſetzt wieder volle Sicherheit einn /0
präſident ſteht nun zu eingehenderſail
ſeines Porträts vor der Staffelei,iſto.
beſpricht und erfreut mich mit derr miei nir den
iſt ja ſehr gut geworden!‟ Daß g-)tM
dieſem Urteil meinte, bewies er miit
er mit Seichenkohle ſeinen eigenhäning
zug unter das Porträt ſetzte.
Als ſich der Neichspräſident mn ſictrm
Händedruck von mir verabſchiedete.=he
iur=
befriedigende Bewußtſein, die gewärr !
nicht nur künſtleriſch ausgenutzt, „ſth4
wertvollſte Seiten Hindenburgs Il
kennen gelernt zu haben.
Die praktiſche Sr
dem Seigefinger in die dicken Olfarbehäufchen zu fahren. Das
hätte natürlich eine Kataſtrophe gegeben, denn die Kinderhändchen
ſollen gerade die Blumen an das Bett ihrer Mutter bringen, die
am Cage vorher ihnen ein Brüderchen und Hindenburg den erſten
Enkelſohn ſeines Namens geſchenkt hatte.
Gleich danach tritt der Neichspräſident ein, reicht mir die
Hand und erklärt, daß er es möglich gemacht habe, mir noch
einmal zu ſitzen. In ſeinem Geſicht leſe ich die gütige Genugtuung
darüber, Freude bereiten zu können. Mit dem Dank verbinde ich
meine Gratulation zur Geburt des Enkelſohnes. „Ja, das iſt
nun der jüngſte meines Stammes”, meint Hindenburg mit
groß=
väterlicher Befriedigung.
Er wendet ſich nun meinem Bilde zu und fragt, ob ich ihn
in Uniform oder in Sivil malen wolle. Er ſelbſt ſei für den
Geh=
rock, vielleicht mit dem Großkreuz des Eiſernen Kreuzes. Jetzt
vor mir ſitzt der Neichspräſident ohne jeden Ordensſchmuck im
ſchwarzen Nock. Das Greiſengeſicht im weißen Haar kontraſtiert
prächtig dazu. Er iſt ſehr geſprächig und plaudert von der
Nüſtig=
keit des Vaters und Großvaters bis ins hohe Greiſenalter und
gratuliert mir, als ich ſage, daß auch mein Vater 80 Jahre alt
ſei. Der entſprechende Ausdruck liegt jedoch ſo ſchwach
ausge=
ſprochen auf dieſem immer ehernen Antlitz, daß ſchon das ſcharfe
Beobachten des Porträtiſten nötig iſt, um ihn überhaupt
feſtzu=
ſtellen. Es iſt ungemein ſchwer, den Ausdruck innerer
Bewe=
gungen, von Güte, von Unwillen, von Stimmungsſchwankungen.
auf dem Geſicht Hindenburgs zu finden. Das Phyſiognomiſche
Von Ada Niel.
Copyright by Ernſt Angel, Verlag, BM
Marianne iſt eine anerkannt praktiſche Frau, Au
verkäufen kauft ſie äußerſt preiswert Bandreſte!
immer einmal brauchen kann. Su dieſen Branch.=/6i
dann regulär paſſende Seide, und ſo entſtehuf”
Kleidchen.
„Wie entzückend du wieder ausſiehſt, Mariein
Freunde.
„Wirklich? Und dabei habe ich die Schleife r
im letzten Ausverkauf für 1.35 Mark erſtanden..
praktiſch ſein!”
Manches bekommt ſie ſpottbillig, weil Sleald
Dann läßt ſie es einfach reinigen, ausbeſſern.
arbeiten.
Frau Marianne hat einen Mann, der, wi.!
vorkommt, kein Verſtändnis für die praktiſcher
ſeiner Frau beſitzt. Sie verbraucht ihm zuviel G
Es ſchmerzt ſie tief, vom eigenen Gatten
werden. Sie holt ihn eines Nachmittags vom
„Wollen wir in ein Café gehen?” fragt en
„In ein Café —” ereifert ſich Marianne.
mußt gleich wieder ein paar Mark für nichts un
ausgeben. Da ſollſt du ſehen, was es heißt, PI
Wir gehen hier nebenan in das Seidenhaus, G
gratis Kaffee und Kuchen, ich gehe immer mie
haben wir wieder einmal ein paar Mark er))C
andere Swecke zurücklegen können.”
K
Sräulein Sieſche.
Von Erich Käſtner.
Am Biſchofsplatz, auf dem Wege von der Schule nach
Hauſe, ſagte Klaus plötzlich zu Förſters Fritz: „Menſch, lauf mal
ſolo weiter! Och muß dringend hinter wem her. . . . Und geh zu
meiner Mutter rauf und erzähle ihr, ich käme heute ſpäter.
Ver=
giß es aber nicht!” Weg war er!
Sritz blieb noch eine Weile ſtehen und ſah zu, wie Klaus
über den latz zurückrannte; wie er etwas zu ſuchen ſchien, raſch
hinter einen Corbogen ſprang, wartete, vorſichtig weiterſtieg. . . .
Wen mochte er nur verfolgen? Am liebſten wäre Fritz nun
ſeinerſeits hinter Klaus hergeſchlichen. Aber er ſollte ja zu der
2llutter gehen, drehte ſich alſo um und überließ den andern einem
vermutlich äußerſt ſpannenden Abenteuer.
Klaus kam ſich inzwiſchen vor wie Conan Doyle oder gar
wie Stuart Webbs. Er nahm vorſorglich die Gymnaſiaſtenmütze
vom Kopf und ſtopfte ſie in die Büchermappe. Dann ſuchte er
ſich einen dicken Mann aus, hinter dem er bequem ſpäzieren
konnte, ohne von dem Fräulein, das er verfolgte, geſehen zu
wer=
den. Gelegentlich blickte er links oder rechts an ſeinem dicken
Vordermann vorbei und vergewiſſerte ſich, daß „ſie” noch in
Sicht war. Sie lief ihres Weges, als ob ſie gar nichts
ver=
brochen hätte. Na, ſie konnte ſich gratulieren! Wenn der Dicke
bloß nicht ſo langſam gelaufen wäre. . . . Klaus kroch hinter ihm
bervor und verſuchte es mit anderen Paſſanten. Doch die Leute
hatten keinen Schimmer von der Wichtigkeit ihres Amtes! Sie
bogen unvermittelt in gänzlich unwichtige Seitenſtraßen ein oder
blieben an Schaufenſtern ſtehen oder überholten ſein
ahnungs=
loſes Opfer. . . . Er verzichtete endlich auf jedes Verſteckſpielen,
zog ein unbeteiligtes Geſicht und bot der Gefahr die kleine Stirn.
Die Verfolgte ging die Hauptſtraße entlang, über die
Auguſtus=
brücke, durch die Schloßſtraße. Klaus hatte heute, ganz gegen
ſeine Gewohnheit, kein Auge für die Schleppdampfer, hinter
denen die Obſtkähne aus Böhmen ſchwammen. Er würdigte die
Buch= und Bilderläden keines Blickes, ſondern ſtarrte
unaus=
geſetzt auf den ſchmalen Nücken der ſchändlichen Perſon. Doch
Hammmmmfff
das war gefährlich! Er hatte gehört, daß Menſchen, die lange
beobachtet werden, ſich plötzlich unruhig umwenden und merken,
daß man ſie verfolgt.
Er bemühte ſich, andere Leute zu betrachten. Er muſterte
die Häuſer und fing ſogar an, Fenſter zu zählen. Aber immer
ſchielte er nach dem Fräulein, das, keine zehn Schritte vor ihm,
durch die Schloßſtraße lief. Vielleicht würde ſie ſich ſeiner gar
nicht mehr erinnern. Es war ja ſchon vierzehn Cage her. . . Und
ſie hatte ihn damals kaum bemerkt. . . . Jetzt bog ſie in das
Schmiedegäßchen ein!
Klaus war beſorgt, daß ſie ihm entwiche, beeilte ſich und
rannte mit dem Kopf gegen eine Laterne, daß es klirrte. „So
ein Blödſinn!” ſagte er und blieb ſtehen. Er klemmte die Mappe
zwiſchen die Knie und begann beide Hände feſt gegen die Stirn
zu preſſen. Der Schmerz trieb ihm beinahe ein bißchen Waſſer
in die Augen ... gerade jetzt mußte ihm das paſſieren! Wenn
man Seit hatte, rannte man niemals gegen eine Laternel
Aber er durfte „ſie” nicht verlieren. Wo war ſie? Schon
um die nächſte Ecke? Er ließ die Stirn in Frieden und ſetzte
ſich in Crab. Während des Laufens ſpürte er, wie die Beule
brannte und wuchs. . . . Heureka, da war die Madamel Sie
ſchritt auf den Altmarkt zu, als wolle ſie nach der Johannſtraße
— und dann war ſie verſchwunden.
Wo war ſie hin? Er lief an die Stelle, wo er ſie eben noch
geſehen hatte, und befand ſich vor den Flügeltüren der
Konfek=
tionsfirma Schleſinger & Co. Kurz entſchloſſen drängte er ſich
am Portal vorbei, geriet in die Bachkfiſch=Abteilung, irrte an
vielen kleiderbehängten Garderobeſtangen entlang und blickte
verlegen um ſich. . . . Da war eine Creppel Er ſprang die Stufen
hinauf und ſah, oben in der erſten Etage, gerade noch, wie das
Sräulein hinter einer Spiegeltür verſchwand. Ob ſie ihn bemerkt
hatte und ſich verſtecken wollte? War hinter der Spiegeltür ein
geheimer Ausgang? Wahrſcheinlich nicht. Er würde warten..
„Willſt du ein Abendkleid kaufen?” fragte ihn jemand. Es
war eine nette junge Dame mit Grübchen.
„Nein, heute nicht,” ſagte Klaus, „ich warte auf wen."
„Auf wen denn, mein Herr?”
„Auf die Straßenbahn, meine Dame,” garl!
Antwort.
Die Verkäuferin lachte vergnügt. Das 2
mehr als ihre Neugier, und er begann, ſeine 2.
„Die dummen Laternen,” meinte ſie mitleid-
„Nein, es iſt koloſſal angenehm”, knurrie
Sie ging im Halbkreis um ihn herum, kl08
flachen Hand eins hintendrauf. Er nahm
BoRl=
ballte die Fäuſte. Aber da öffnete ſich auch ſche-
Das Fräulein, das er bis hierher verfolgt halll
ohne Hut und Mantel — und begab ſich, al
Hauſe wäre, mit einem Stullenpaket hintel.
Ladentiſch.
Klaus ging wieder in Grundſtellung und
„Iſt das eine Kollegin von Ihnen, mein Sraul!
Das Fräulein mit den Grübchen nickte und
die Straßenbahn?”
„Würden Sie mir ſagen, wie das Weſen !
„Du ſiehſt ja aus, als wollteſt du ſie ver9e
hat denn die Friedel angeſtellt?”
„Das iſt eine lange Geſchichte. Sie werde.
können. . . ."
„Soll ich dir mal den Geſchäftsführer I94
Er zuckte mit den Achſeln. Sie lief die Li
Klaus holte ſeine Gymnaſiaſtenmütze aus der **
aus dieſer Art Kopfbedeckung einigen Effelt. e
ſich zurecht, was er dem Herrn ſagen wurde.
Fräulein mit den Grübchen mit einem pokie.
Herrn die Creppe hinauf und ſagte: „D08 N
dem Knaben zu und blieb in Hörweite vor eile
der unbedingt in Ordnung gebracht werden lie
„Vielen Dank, meine Dame”, ſagte Rlale:
dem Herrn im Gehrock eine durchaus 9eitt
und ſtellte ſich vor. „Ich heiße Klaus Meigl”
Nufname. Und meine Mutter hat ein O.4
heißt, ſie hat kein Friſeurgeſchäft. Sie friher."
zimmer. Weil ich ein guter Schüler bin und Me
„u Awarene ſieht ihren Gatten ſtolz überlegen an. Er
och eitzel. „Wollen wir nicht doch lieber. . ..
nveronender Blick trifft ihn.
gehcut was hellerleuchtete Seidenhaus. Frau Marianne
urch ᛋ/ Spalier vertraut grüßender Verkäufer ihren
in denn dah eingerichteten Ceeſalon, wo alle Ciſche dicht
ind, A ſüdliche blonde Mädchen ſervieren nach Wunſch
affee ſt0 Schokolade und kleine Kuchen.
dn kun, nwfmdeſt du das hier? Iſt es nicht reizend? Und
jr: A3c mſonſt, da wäre es doch Wahnſinn, in einem
Lokal /4,
iſt imier noch nicht überzeugt. Er gehört zu jenen unan=
„en Ndkte”; die bei jedem Beweis von Nächſtenliebe
ſei=
du fu rer Aüſtmſchen nach Gründen ſuchen. Immerhin, der
Min iſt auaserhnet.
omm, ᛋſt gehen wir nach Hauſe.”
ofort./0X du nur einen Augenblick auf mich warten?
mir r Sanz ſchnell ein paar Strümpfe kaufen, die ich
brazw. Und wenn wir ſchon hier ſind. — Außerdem
wirkzüitEcht hübſch, die Leute nur als Kaffeegeber aus=
Sch füuttd wanzig Minuten kehrt Frau Marianne zurück,
egnet y ſurn mürriſchen Geſicht mit ſtrahlenden Blicken.
ket bibrei t an ihrem Arm.
g bin! —— ich habe drei Paar Strümpfe genommen.
danndte Ermäßigung gibt — und weißt du, dann bin
ſchnssleephonieren gegangen, das koſtet hier nämlich
btst Ai Geſpräche, wieder 45 Pfennige erſpart! Bin
tiſch24
itzt kuten zaber ſchnell, es iſt höchſte Seit, ich habe noch
rabreuftg‟
ut, gu.utch gehe ja ſchon. Aber tu mir den Gefallen und
r. obl//Sleu Crepe de Chine mit oder ohne Muſter
u wiktſduch nicht ſchon wieder. . . . ?‟
ein, ut; ich kaufe ja gar nichts. Ich frage nur im
Deir erkäufer kennt mich, er verſprach mir, daß ich
f beimiahſten Ausverkauf halb umſonſt bekomme.”
h halbtciine Seit, ſage ich dir. Komm jetzt, komm!”
gen 45’y ir den gemuſterten Stoff beiſeite,” ſagte Frau
ne zuſ in Verkäufer, „ich komme morgen noch einmal
Mirs iſt NP ä geworden, daß wir ein Auto nehmen müſſen”.
Makvvrrargert.
fahutzieme Weile ſchweigend. Plötzlich ſchreckt Frau
verdlite ne aunß
ſin Hinels willen! Ich habe meine Handtaſche liegen
WrSch 1 bie gleich zurück, ſie muß noch da ſein, ſie kann
er Aieſwnzelle liegen. . .."
as hanoch gefehlt, das hat noch gefehlt! Daß ihr auch
eure gichen aufpaſſen könnt — was war denn drin?”
ch, niſtzy el, nur elf Mark — dann aber noch ein
gol=
öschen vür Kamm und ein Abonnement für zwölf Ondu=
In) boennement iſt es nämlich billiger. ..."
ſche ſends, in ſchweigſamen Eſſen, ſitzt Frau Marianne mit
ugeng 1 DDie Caſche iſt nicht gefunden worden.
ſeißt FAp as mich dein Gratiskaffee und Gratistelephon
hat2; ei Paar Strümpfe, eine Caſche mit Inhalt,
ſeurarzmernent, elf Mark bar und drei Autofahrten.
„mitz eikäufern getroffenen Vereinbarungen gar nicht
Imzſganteſten Kaffeehaus hätten wir es für 3,50 Mk.
veirzt, lieber Freund, ſagte Frau Marianne kühl,
meünenſche auch im Café hätte liegen laſſen können.
Mö hier doch noch billiger! Denn, weißt du, ich
hhaben — aber praktiſch bin ich ſchon immer
Sceſung durch Arbeit.
Bon Friedrich Frekſa.
Wdeſegt krank in Kriſen. Millionen von
Erwerbs=
ingerM allen Ländern. Die Arbeit ſinkt. Die Politik
Toie Mltar, Weltuntergangsſtimmung breitet ihren roten
Wdevrs Abendland. Propheten erſtehen — die einen
E Deskemnderen predigen das. Die Menge hört ihnen
A, Ehl keeiner glaubt recht an die tröſtenden oder
ver=
en Wicn Ser Weltverbeſſerer, der Welterneuerer.
RomWhyls tzlich ein ſtarker Kerl aus Amerika daher, der
ſichter Worten, ſondern ſagt: „Das habe ich
ge=
no zuhumt umgekehrt hat er ſein Werk getan, wie
Zegettleleieten, die er verſpottet. Kargen wir uns in
V
Sennchi n eine Mutter ſchafft, ſoll ich ſpäter einmal auf
We Rhchſchule gehen. So etwas koſtet natürlich eine
Geldk.”
W Bitr Geſchäftsführer Huback,” ſagte der Herr im
pühlals freut mich außerordentlich, daß du ein guter
DNe N 3 wollte früher auch ſehr gern ſtudieren. Es war
teudte,
de him hätte eben auch friſieren ſollen”, ſchlug
e Ophtht gut, denn ſie ſtarb ſchon, als ich ſechs Jahre
ein Poities Beileid”, ſagte Klaus und hielt Herrn
die 5ö hin.
RL Dak dankte für die, wenn auch verſpätete
Kondo=
gepicktuben Händedruck und fragte dann: „Und was
Lad , baß du ſpäter einmal auf die Univerſität ſollſt,
erer Wki uferm Sieſche zu tun?”
Mie Ar Lief Atem. . „Die Sache iſt die „ Friedel
Deitch2 Die Wdreſſe jagen Sie mir nachher, wenn ich
DDL Lr bie Sache iſt die Fräulein Sieſche hat ſich
Mie pekniste, von meiner Mutter meine ich, friſieren laſſen.
De Ae, an Haus ein Schild. Da ſtehts drauf.
Sine rrvierzehn Cagen war ſie das letztemal bei uns
Ne Zil her Mutter, ſie wolle am 16. heiraten und als
Ende urs den. Alit Kranz und Schleier, Und ein paar
Dns Märs fänen auch. Iusgeſant ſieden Köpfe
ias Mear noch einmal beim Sleiſcher nebenan — vir
Dwe i Celephon — gnrufen laſſen, meine Mutter
De Sicht, ia nicht vergelſnt. Die Craung ſei um drei
Beißuche. Meine Mutter nahm für den 16. keine
L Sislaupen as dS ſie dher nit iren Ondulierſcheren
Schne Frud Känmen nach der Johamn=Meier=Straße 4
in dei Käiulen wohen olte, und in der weiten Etage
Aite -ikwochnte ſie gar nicht dortl”e
Een, Sitz Riste aiolegentich Zu, und des Frälen uit
eridcheititzte immer näher.
Sanlle Sache, wasK” ſagte Klaus und fuhr fort=
Rate
Rer keine Hochzeitl Meine Mutter war an der
Europa durch, verringern wir die Arbeitslöhne, erhöhen wir die
Arbeitsſtunden, ſo hat Henry Ford im Gegenſatz dazu längſt den
Arbeitstag auf acht Stunden herabgeſetzt, längſt als
Mindeſt=
ſatz einen Lohn von ſechs Dollar, auch für den Ungelernten,
ein=
geführt. Das ſittliche Gefühl in dieſem Buche fordert: „Zue
deine Arbeit nicht um Geld zu verdienen, ſondern um der
Allge=
meinheit zu dienen, dann kommt das Geld von ſelbſt dir
zuge=
flogen.” So verbilligt Ford ſeine Automobile dauernd.
Manch=
mal ſetzt er den Preis herunter, ohne recht zu wiſſen, wie er zu
dieſem Preiſe liefern kann. Er handelt wie der Adlerträger der
Legion, der das Feldzeichen in den Haufen der Feinde wirft,
da=
mit es die Legionäre herausholen und den Feind dabei
ver=
nichten. In einem Jahre kommt er zu der Überlegung, daß er
ſeine Automobile zu teuer abgegeben hat. Er zahlt darum jedem
Kunden dieſes Jahres fünfzig Dollar zurück. Hinter dieſer
Groß=
artigkeit aber verbirgt ſich das größte ökonomiſche Gefühl.
Jeder Kunde fühlt ſich nun verſichert, daß ihm Ford nicht beliebig
Geld abnimmt, ſondern nur den gerechten Preis. Folgerichtig
verachtet Ford die Cricke im Konkurrenzkampf. Er rät jedem,
von der Konkurrenz abzuſehen und nur das eigene Werk
mög=
lichſt gut zu machen. Produktion und immer wieder Produktion
predigt er, und gute Löhne, damit die Kaufkraft des Landes
ſteigt.
Aber das Geheimnis ſeiner Produktion beruht in tiefſter
Kenntnis der Menſchennatur. Der Arbeitsprozeß iſt nach
Cay=
lors Syſtem in einfachſte Handgriffe zerlegt. Er kann darum
ungeſchulte Kräfte einſtellen, ja ſogar Krüppel und Blinde. Bei
beſtimmten Verrichtungen — hat er herausgefunden — ſind
Blinde ſogar beſſer als andere. Er klärt die ſentimentalen
Intelligenten darüber auf, daß 25 Prozent aller Arbeiter nichts
anderes wollen, als eine Arbeit verrichten, die möglichſt einfach
iſt, bei der ſie nicht zu denken brauchen. Er ſpart in ſeiner
Orga=
niſation Seit und Weg. Jeder Schritt wird berechnet, der zu
machen iſt, und logiſch reiht ſich ein Ceil ſo an den anderen, daß
nichts geſchleppt zu werden braucht. Maſchinen und Menſcher
Petri=Kirche, aber da verheiratete ſich eine ganz andere Dame.
. . . Wiſſen Sie, wir haben uns maßlos geärgert. Die Mutter
hat doch Geld eingebüßt. Und außerdem iſt es abſcheulich, ſo wie
Fräulein Sieſche zu ſchwindeln.”
„Warum habt ihr nicht ſchon längſt ihre Adreſſe ausfindig
gemacht”, fragte Herr Huback.
„Ja, Kuchen!” ſagte Klaus, „ſie hat uns doch geſagt, ſie
hieße Kaul!”
„Und auf der Johann=Meier=Straße wohnte kein Fräulein
Kaul?‟
„Keine Spur.”
„Vielleicht iſt unſer Fräulein Sieſche gar nicht euer
Fräu=
lein Kaul?‟
„Ausgeſchloſſen, mein Herr! Ich habe ſie vorhin ſofort
wie=
dererkannt, und da bin ich ihr gleich nachgelaufen. Denn das
geht doch unter keinen Umſtänden, daß man meine Mutter ſo
beſchwindelt. Das werden ſie ſelber zugeben, mein Herr.”
„Nein, ſagte Herr Huback, „das geht unter keinen
Um=
ſtänden.”
Der Geſchäftsführer legte die Hände unter ſeine Nockſchöße
und ging ein paarmal auf und nieder. Dann rief er laut: „
Fräu=
lein Sieſche, wollen Sie bitte ſofort hierherkommen!”
Fraulein Sieſche kam und ſagte: „Sie wünſchen?”
„Kennen Sie den Jungen hier?”
„Nicht, daß ich wüßte.” Sie betrachtete Klaus ohne großes
Intereſſe.
„Heißen Sie manchmal auch Kaul?” fragte da der
Ge=
ſchäftsführer und blickte ſie ſcharf an. Sie wurde rot und ſchwieg.
„Seit wann wohnen Sie auf der Johann=Meier=Straße?‟
Das Mädchen ſchwieg noch immer.
„Wir wußten auch nicht, daß Sie am 16. Hochzeit hatten.
Ich möchte Ihnen nachträglich gratulieren.”
Der Verkäuferin traten Cränen in die Augen.
„So, jetzt ziehen Sie ſich raſch wieder an”, ſagte der
Ge=
ſchäftsführer ungerührt, „und begleiten dieſen Jungen zu ſeiner
Mutter. Und wemn Sie in die Angelegenheit keine Ordnung
ſtehen ſo eng wie nur möglich, aber für Sauberkeit und beſte Luft
iſt geſorgt. Auf Bahnen, die ſich ſelbſt bewegen, kommen dem
Arbeiter die Werkteile entgegen, die er gebrauchen muß. Das
bedeutet eine Rhythmiſierung der Arbeit, eine Beſchleunigung
des Arbeitsprozeſſes. In den acht Stunden, die Fords Arbeiter
tätig ſind, ſind ſie eingegliedert in dieſe große Maſchierie der
Fabrik, ſind Werkteile, nichts anderes. Aber ſie erhalten höchſte
Bezahlung. Er ſtellt den Lehrſatz auf: In einer Fabrik kann nur
ein Ding gemacht werden. Als er die landwirtſchaftlichen
Schlepper auf den Markt bringt und England im Kriege vor
dem Verhungern damit rettet, da er in ſechzig Cagen
fünf=
tauſend Stück liefert, baut er neue Anlagen und Werke. Nach
dem Kriege reinigt er die Fabrik von allen den Arbeitern, die
ſich im Kriege emgeſchlichen haben. Nach ſeinem Suſtem leitet
er eine Eiſenbahnlinie zwiſchen Detroit und Orontown, aber als
er nach ſeinem Prinzip die Frachten verbilligen will, erhebt die
zwiſchenſtaatliche Kommiſſion einen Widerſpruch. Er zeigt, wie
das Syſtem Seit= und Wegerſparnis die Produktion der Welt
ſteigern kann. Er verſpottet den Wahnſinn, das lebendige Vieh
von Cexas nach Chicago zur Verarbeitung zu ſchicken und das
verarbeitete Sleiſch wieder nach Cexas zurückgehen zu laſſen.
Ford, der Farmerſohn, hat einen Haß gegen die ſchwere
land=
wirtſchaftliche Arbeit, die er aus der Jugendzeit kennt und
ver=
abſcheut. Er nennt ſie heute noch unproduktiver als die Arbeit
in einer verrotteten Fabrik Europas und gedenkt ſie ſo zu
er=
neuern, daß die eigentliche landwirtſchaftliche Arbeit nur ſechs=
undzwanzig Cage im Jahre beanſprucht. Und er ſelbſt macht es
auf einer Muſterfarm vor. Er haßt die Großſtadt als eine
ſchlechte Organiſation. Er träumt wieder von Dorfmühlen, die
aber von Motorkräften getrieben, werden und ſo leiſtungsfähig
ſein können. Wie ſpare ich Seit und Weg? Das iſt das
Pro=
blem, mit dem er die ganze menſchliche Cätigkeit betrachtet. Er
verlangt unerhörte Diſziplin in der Arbeit. Aber die Menſchen
drängen ſich zu ihm, und in ſeiner Fabrik in Mancheſter treten
die Arbeiter gerne aus ihrer Gewerkſchaft aus, die Vorſchriften
für den Arbeitsprozeß machen will.
Ford verſpottet die Reaktionäre, die alles beim alten
erhal=
ten wollen, und die Bolſchewiſten, die nicht aus Erfahrung,
ſon=
dern aus einem Prinzip wirtſchaften. Agitatoren ſind die Leute,
ſagt er, die, wenn ſie den Achtſtundentag mit ſechs Dollar haben,
nachher den Siebenſtundentag mit ſieben Dollar anſtreben, ohne
zu fragen, ob das Werk das leiſten kann. Es iſt ein
befruchten=
des Buch, das Ford uns gegeben hat. Es heißt: „Mein Leben
und mein Werk” und iſt erſchienen bei Paul Liſt, Verlag, Leipzig.
Ein amerikaniſcher Journaliſt, der Ford hart angegriffen
hatte, bezweifelte, daß Ford das Buch ſelbſt geſchrieben habe
und veranlaßte den Nichter, Ford über politiſche und national=
Skonomiſche Fragen zu vernehmen. Ford wußte ſchlecht Beſcheid
und ſagte ehrlich: „Dafür habe ich das Geld, mir die
Gehirn=
cräfte eines Menſchen zu kaufen, der das für mich tut!” Crotz
des Sekretärs, der ohne Frage die Seichen ſeines Buches
ge=
ſchrieben hat, iſt es doch Henry Jord ſelbſt, der ſpricht, denn
ſein Werk wird geſchildert, und dieſes Werk iſt der Rhythmus
der Arbeit, der Glaube an die Maſchinen, die den Bedarf decken
und den Überfluß ſchaffen. „Das Gerät macht uns reich, alſo
ſchaffen wir Geräte!” ſagt Ford. „Die Arbeit macht uns
zu=
frieden, alſo ſchaffen wir Arbeit!” Steigern wir den Gewinn,
dann ſteigern wir den Lohn! Hinter aller Arbeit aber ſteht die
unbedingte Gewißheit: „ich diene der Allgemeinheit!”
bringen, ſind Sie am Erſten entlaſſen. Iſt das klar? Heulen
Sie nicht! Machen Sie ſchnell. Die Verkäuferin verſchwand
eilends hinter der Spiegeltür. Der Geſchäftsführer blätterte in
einem Notizbuch und ſagte: „Na, junger Mann, nun noch die
Adreſſe. Sie wohnt Jordanſtraße 35, bei Wiſtuba. Schreib dir’s
gut auf! Und wenn deine Mutter ſich mit ihr nicht einigt, ſchreibt
ihr mir eine Karte. Aber es wird ſich ſchon wieder einrenken,
denk ich. Und nun auf Wiederſehen! Sei fleißig und werde ein
großer Erfinder.”
„Das verſpreche ich Ihnen, Herr Huback,” ſagte Klaus,
gab dem Geſchäftsführer die Hand und verbeugte ſich, „es iſt
ja nicht nur des Geldes wegen. Und eigentlich tut mir die ganze
Geſchichte ſchon leid. Aber meine Mutter hat ſich zu ſehr
ge=
ärgert, denn wenn man. . . . Auf Wiederſehen!”
Fräulein Sieſche kam, in Hut und Mantel, hinter der
Spie=
geltür vor und ging an Klaus, ohne ihn zu beachten, vorbei, der
Creppe zu. Dieſer Weg durch die Stadt, immer drei Schritte
hinter dem Mädchen her, das wie eine Gefangene marſchierte,
die den Poliziſten verachtet — dieſer Weg war für Klaus viel
ſchlimer, als der Weg vor einer halben Stunde. Er wußte
nicht, ob er ſich freuen ſollte oder traurig ſein...
„Na, na, Klaus, wen bringſt du denn da?” fragte die
Mutter erſtaunt, als ſie die Cür öffnete, „das iſt ja Fräulein
Kaul!”
„Fräulein Kaul heißt Sieſche, Mama,” erklärte Klaus, „und
Herr Huback hat geſagt, ſie müſſe ſich mit dir einigen, ſonſt fliegt
ſie am Erſten. Und ſie wohnt Jordanſtraße 35, bei Wiſtuba.”
Die Mutter ſchickte Klaus in die Küche und beſprach im
Wohnzimmer mit Fräulein Sieſche, nach einigen Vorwürfen, die
Art der Entſchädigung. Die Verkäuferin verſprach, drei Aonate
lang je fünf Mark zu zahlen, erlegte die erſte Nate ſofort und
kehrte zu Schleſinger & Co. zurück..
„Warum”, fragte Klaus ſpäter, „hat ſie das eigentlich
ge=
macht? Warum hat ſie erzählt, ſie würde heiraten und Canten
kamen, ſieben Köpfe, wo es doch gar nicht wahr war?”
Die Mutter fuhr ihm übers Haar und lagte: „Vielleicht
wollte ſie auch einmal ſpüren, wie das iſt, wenn man heiraten
will?‟
.
wei
auf
die
Was kann ich werden?
Ein Beruf für Mädchen: Verkäuferin.
Von Peter Bergen.
Wenn ich euch jetzt vorſchlage, Verkäuferin zu werden,
rümpft ihr gewiß das Näschen und ſagt: „Och nee,
Ladenfräu=
lein möchte ich nicht werden!‟. Habe ich recht?
Heute möchte ich euch nun erzählen, daß ihr vollkommen im
Unrecht ſei, wonn ihr dieſe Behauptung aufſtellt. Der Beruf der
Verkäuferin iſt nämlich außerordentlich ſchwierig, und eigentlich
dürften nur gebildete Mädchen zugelaſſen werden. Iſt euch nicht
ſchon aufgefallen, daß es Verkäuferinnen gibt, die ſehr unhöflich
ſind, die nicht einmal richtig ſprechen? Dagegen werdet ihr in
einem eleganten, erſtklaſſigen Geſchäft niemals ungebildete,
ſon=
dern nur ſehr geſchickte Verkäufer und Verkäuferinnen finden.
Der Beruf der Verkäuferin läßt an Vielſeitigkeit und
in=
tereſſanten Beobachtungen wirklich nichts zu wünſchen übrig.
Beobachtet einmal eine Verkäuferin, ihr werdet ſehen, daß ſie
in kurzer Seit die verſchiedenartigſten Käufer zu bedienen hat,
von der eleganten Dame bis zum Dienſtmädchen. Und bei einer
geſchickten Verkäuferin werdet ihr beobachten können, daß ſie
alle Kundinnen verſchieden behandelt, wohl mit großer
Liebens=
würdigkeit, aber jede Kundin wird ſo behandelt, wie ſie es
wünſcht. Die gute, gebildete Verkäuferin wird ſich bald ſoviel
Menſchenkenntnis angeeignet haben, daß ihr das Bedienen der
Kunden aller Schichten durchaus keine Schwierigkeiten mehr
mächt.
Natürlich hat dieſer Beruf, wie jeder andere, auch ſeine
unangenehmen Seiten. Ihr müßt euch von vornherein klar ſein,
daß das Publikum zum Ceil ſehr unerzogen iſt. Ihr werdet oft
denken, daß dieſen Meuſchen Nückeſichtnahme, Liebenswürdigkeit
und Menſchlichkeit völlig fremde Begriffe ſeien. Vielleicht aber
lockt euch dieſe äußerſt ſchwierige, jedoch nicht unintereſſante
Aufgabe, das Publikum ganz unmerklich zu erziehen?
Schließlich habt ihr auch bei dem Beruf der Verkäuferin
die Möglichkeit, eine höhere Stellung zu bekommen, wenn ihr
tüchtig ſeid. Bis jetzt zwar ſieht man in den gehobenen
Stel=
lungen in den Warenhäuſern faſt ausnahmslos Herren. Aber
warum ſollte es euch nicht möglich ſein, auch in eine ſolche Stel-,
lung aufzurücken? Wenn ihr euch die genügende Warenkenntnis
angeeignet habt, könnt ihr es vielleicht logar bis zur
Einkäu-
ferin oder Abteilungsleiterin bringen.
Ihr müßt allerdings auch einige Vorbedingungen für dieſen
Beruf erfüllen: Ihr müßt geſund ſein, und dann müßt ihr
natür=
lich auf euer Aeußeres halten. Eine Verkäuferin, die einen
äſthetiſchen Anblick bietet, wird weit beliebter ſein beim
Publi=
kum als ein junges Mädchen, das ſich vernachläſſigt.
Wie ihr Verkäuferin werden könnt? Ihr müßt nach der
Schulzeit eine mehrjährige Lehrzeit durchmachen. Ubrigens haben
die großen Warenhäuſer der Großſtädte eigene Betriebsſchulen
geſchaffen, in denen eure praktiſche Ausbildung die theoretiſche
Ergänzung und Erweiterung finden kann.
13 ſehen in ihren Vätern geradezu ihr Berufsvorbild; einer
ſchreibt wörtlich, er wünſche ein ebenſo tüchtiger und pflichttreuer
Menſch zu werden wie ſein Vater. Die anderen neun haben
viermal nahe Verwandte als Berufsvorbild angegeben, einer
ſeine Lehrer, und einer — der einzige, der gegen den Willen der
Erziehungsberechtigten Journaliſt werden will — Napoleon. Daß
in der heutigen Seit auch die Schüler der höheren Schulen zum
Kaufmannsſtand drängen, iſt bekannt und erfreulich bis zu einem
gewiſſen Grade; dann nämlich, wvenn ſie nicht glauben, daß zum
Kaufmann eine unvollſtändige Bildung genüge, und daß man
überhaupt zum Kaufmam ein dummer Kerl ſein könne oder gar
müſſe. So haben ſich denn auch die Häffte zum Kaufmannsberuf
entſchloſſen, von denen allerdings vier vorher ſtudieren wollen.
Einer will Bäcker, einer Offizier, einer Gärtner und einer
Guts=
beſitzer werden, zwei Förſter, aber noch zwei andere möchten
eben=
falls Förſter werden, wenn es die finanzielle Lage geſtattet. Je
einer findet ſich zum Ingenieur und Verwaltungsbeamten, drei
wollen Arzt werden (ein vierter kann es aus finanziellen
Grün=
den nicht), zwei Juriſten, und im Anſchluß an den Vater wollen
zwei Zoologen bzw. Apotheker werden.
Die Kenntnis des Berufs iſt naturgemäß bei den Schülern
am größten, die den väterlichen Beruf ergreifen. Man kann gar
nicht genng wünſchen, daß das Eltornhaus wenigſtens dieſe ganz
ſpezielle Berufskunde vermittelt; in anderen Fällen wird
eben=
falls der Lehrer einſetzen müſſen, ſei es durch Empfehlung
geeig=
neten Leſeſtoffes, ſei es — was mir rätlicher erſcheint — durch
Hineinführen in den praktiſchen Beruf. Denn es darf nicht ſein,
was auf meine Nundfrage mehrfach geantwortet wurde, daß die
Was
Sekundaner werden wollen.
Daß Schüler gegen den Willen der Eltern einen Beruf
ergreifen wollen, kommt heute ſelten vor. Von meinen 24
Se=
kundanern wollen 15 denſelben Beruf ergreifen wie der Vater,
Schüler gar keine Keuntnis von dem gewählten Beruf hatten. Sie
wählen den Kaufmaun, weil er das Nächſtliegendo iſt, oder weil
ſie darin ein Auskommen am eheſten zu finden hoffen. Eine ſolche
praktiſche Erwägung muß gewiß auch angeſtellt werden, und mit
Necht lehnt ein Schüler ſeinen Lieblingswunſch (Weltreiſender)
aus finanziellen Bedenken ab; aber die Frage des Auskommens
darf nicht vor der kommen, werde ich überhaupt in dieſem Beruf
den Anfordorungen gerecht werden. Denn wer das nicht kann,
der wird eben nirgends ſein Auskommen finden.
Sweierlei gilt es bei der Berufswahl hier
Welche Gorderungen ſtellt der Beruf an jeden, und no
ſchaften bringt der Schüler dazu mit; zu beiden
Antr=
darf es einer ungefähren Berufskenntuis, wem 1
Enttäuſchungen kommen ſollen. So gibt einer gar nch
pſuchologiſche Eignungsanalyſe von lich ſelbſt zum dunrd
weiß mir immer aus kniffligen Lagen ſchnell heraus
verſtehe es, Stimmung zu machen, und dadurch deß
durchzuſetzen. Ferner bin ich auch nicht verlegen,
woi=
mir mit nicht gar zu ſchlechten Ausreden durchzuheſiert
glaubt, ſeine Befriedigung im juriſtiſchen Beruf zu in 0
„es kränkt mich, wenn ich jemand Unrecht leiden ſehtzi
mir darum eine Freude ſein, dem Unrecht zu mehren
Necht zu verteidigen. Was mich aber beſonders anm
Vertrautheit und Bekanntſchaft des Juriſten mit aſel
und Verhältniſſen des menſchlichen Lebens, die er had uſ
ſich ein klares Urteil zu bilden.” Bekanntlich ipielt ig Huch
ſer Wunſch nach großer Betätigungsmöglichkeit, m Mrck”
und Einfluß bei der Berufswahl eine ſehr große 7A121
friedigung verleiht es mir,” ſchreibt der angehende 1
„wenn ich in meinem Intereſſengebiet, der Politit
erlange, ſozial wirken kann, die öffentliche Meinung
Hunderten aus dem Herzen reden und der Idee Anlä
winnen kann.” Oder der Jünger Merkurs: „Wie g1
ſteht doch der Großkaufmann da, nur ein Kopfnickenr
lionen kommen ins Vollen, nur ein paar Worte, u
Erzeugniſſe wandern von Meer zu Meer”. Anderon
lichen Geſchäft: „Wenn ich dem Vater bei der
banktechniſcher Arbeiten half, glaubte er eine Be9
dieſe Jächer bei mir zu entdecken.” Und die Körpenitchin Herfteh iut
ſtrengungen des Bäckerberufs ſchätzt natürlich den
FEF m ich der
ratefſau Gmar 1
Wapitunge i3, den
Nartin die 5
Aueings g
En Züct daß es
FArüche
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iauft ärt durch
i inn wer 1
Mn 3brch chrich ge
tIit in dumn
Rnifte z diß
Mäiche äbbes
Bäckermeiſters, der ſeinem Vater bei Streiks und zMimſbum dum den
allen Ecken und Enden geholfen, viel richtiger ein, „Mlinlie grundf
päterlichen Geſchäft ängſtlich ferngehaltene „höhers” DM NN B
möglichorweiſe das Handworke verachtet. Mit mad iiter ſchen
ſchreibt hier aber der Junge: „Mein Berufsvorz”
Sweifel mein Vater. Er hat unſer Geſchäft aus Heint HA ſf4nch lo
zur Blüte gebracht und gibt ſich viel Mühe, es auf 1441 der
gäch=
halten. Stundenlang ſehe ich ihn über den Büchermätdt iltellerter
er zu rechnen hat.” Und einen guten Einblik in Fliftünl is. u.
gewählten Förſterberuf ſcheint aurh der GroßſtadtussAl ch nach mie
haben, der bei einem alten Forſtmeiſter öfters diesi Fihr im
bracht hat und dabei beſonders bemerkte, wie dieſ!
das nervöſe Haſten der Stadtleute fremd war. Ald
dabei erwähnt, daß die Forſtleute auch wirtſchaftlickhy
weil ſie ſtets Vieh hatten und einen großen Gartt.
ſo iſt dieſe Berückſichtigung der finanziellen Seite 69
Berufes nur erwünſcht. Wenig Ahnung von 111
ſcheint der zukünftige Kaufmann zu haben, der 1044
verdienen will, um abends in Cheater und Konzerte
Literatur treibon zu können; auch der Ingenieur:4
wohl mehr Anlagen zum Dichter als zum Slugzeuge/
er dieſen Beruf erwählt, um die Mutter Erde zu
hin zu den ſchönen, ruhigen, lelichtenden Sternen ſaal
Nun, boi den Befragton handelt es ſich ſa arl.
dauer, die noch über drei Jahre Seit zur andgilt:,c
wahl haben. Aber wir können gar nicht früh geueA
Berufskunde im weiteſten Wortſinne einſetzen, undl m
der Schule eine wichtigo Nolle zu. Der ſo vorderr”
riont wird keine überhaſtete Entſcheidung treffen,
licherweiſe nach Jahren zum Umſatteln zwingt, eit!
breiteter Luxus, der aber heute infolge der Not 2 0
ſchwinden muß.
Nummer 298.
Löſungen der Weihnachts=Preisaufgaben.
Aufgabe 421. T. R. Dawſon: Motto: „Thriee Unlucky Thirteen.” Urdruck. (Kel
Da3 Tb2 h1 uf8 8b1 d2 Ba4 b4 65 d4 e7 14; Kel Da1 Ab3 17Le3 h7 Sa2
h8 Ba7 b7 (7 43 e6 15 g6 g7: 1.) Die Löſung iſt 1. Kel—k2 4 und für den
Fall, daß Kel und Th1 noch nicht gezogen haben, auch 1. 0—0+. Durch retrograde
Analyſe (nicht durch die kürzeſte Partie!) iſt nachzuweiſen, ob die Rochade noch
an=
gängig und damit, ob die Löſung 1. 0—04F überhaupt möglich iſt.
Analyſe: Es liegen nur 3 Schlagfälle vor, die, wie aus der verſchränkten B=Stellung
erſichtlich, von 47 nach e6, e4 nach 43 und h7 nach g6 geſchehen ſind. Von W. fehlt
Lk1. der g= und h-B. Da auf der d= und e=Linie Offiziere von ſchw. B geſchlagen ſein
müſſen, wird die Umwandlung des w. h-B nötig. Das Vorrücken des w. h-B nach h8
erfolgt, nachdem der ſchwv. h.—B auf g6 den w. g=B geſchlagen hat. Die Schwierigkeit
einer retrograden Auflöſung der Stellung zur Anfangsſtellung mit der Forderung,
Kel und Uh1 nicht zu bewegen, liegt einmal in der Unbeweglichkeit des
Siguren=
komplexes, der durch das Quadrat a1—a4—d4—d1—a1 umgrenzt wird,
haupt=
ſächlich aber in der Tatſache, daß die Zugfähigkeit von Weiß unter der angegebelten
Bedingung bald erſchöpft iſt. Denn bis der Schlagfall Bd7* e6 erfolgen kann, der neue
w. Steine (Be7, Uk8) frei macht, muß Schw. ſeinen D=T und ſeinen weißen 1. auf
ihr Gebiet gebracht haben. Wir müſſen zunächſt darauf ſinnen, die Zugfähigkeit von W.,
die vorläufig auf die 3 Züge Bo5—e4, B14—f3, —k2 beſchränkt iſt, zu verlängern.
Dies geſchieht, indem wir den 942 frei machen, der neue Zugmöglichkeiten ſchaft.
1. Pk6—f7 2. B64—65 3. Sf7—h8 4. Bf3—f4 5. Sg5—f7 6. Bf2—13 7. Se4—g5
8. 8f3—d2 9. 5d2—e4 10. 8g5—t3 11.Lg8—h7 12. Sf3—g5 13. If7—g8
14. 8g5—f8 15. Le8—f7 16. Sf7—g5 17. Lc6—e8 18. 8h8—f7 19. 1d7—e6
20. Bh7—h8 (8) 21. Le8—d7 22. Bh6—h7 23. Bh78Bg6 24. Bg5—g6 25. Tg6
—f6 26. Bg4—g5 27. Tg5—g6 28. Bg3—g4 29. Bf6—t5 30. Bg2—g3 31. 745
—g5 32. Bh5—h6 33. 7d8—d5 34. Bh4—h5 35. Id7—e8 36. Bh3—h4 37. Ta8
—d8 38. Bh2—h3 39, Lc8—d7. Thriee Unluckv Thirteen! An dem 3fachen der
unglückszahl 13 ſcheitert unſer ganzes unternehmen, denn W. befindet ſich im Retropatt
gerade vor 41. Bd7 X Se6, nach welchem Zuge eine vollkommene Rekonſtruierung
vhne Bewegung von K und U erfolgen könnte. Da alſo W. nunmehr gezwungen iſt,
den T zu ziehen, iſt die Nebenlöſung 1. 0—0tk ausgeſchaltet. — Ein äußerſt intereſſanter
und ſehr ſchwieriger Retroweg, der die meiſterhafte Geſtaltung der Aufgabe durch den
Verſoſſer verät.
Aufgabe 422. T. R. Dawſon; Urdruck. (Kd1 La1 b1 Sd5 Ba2 b3 c3 d4;
Kaz Les 18 Bd7 g7: 2. Ein ſchw. Offizier darf bei ſeiner erſtmaligen Bewegung
2 Züge hintereinander machen, die als 1 Zug zählen.) Aus der Stellung iſt zu erſehen,
daß einer der ſchw. l zuletzt gezogen hat. Die beiden ſchw. B haben noch nicht gerückt.
Der ſchw. K kann den letzten Zug auch nicht ausgeführt haben, denn auf b2 und b4
ſtand er in unmöglichem Schach, und käme er von a4, ſo wäre der letzte Zug Bbs—
b3+ oder C2K bZ+ geweſen; das geht nicht an, weil das Einſchließen des Va1 bzw.
blpartieunmöglich iſt.
Löſung: 1. Wenn Lo8 gezogen hat, ſo 1. 5d5—e3! nebſt 2. Se3—gsck, denn
die Verteidigung 1 Le8—b7—e4 (Doppelzug) iſt ausgeſchloſſen.
2. Wenn I.k8 den letzten Zug gemacht hat, ſo erfolgt 1. Kd1—e1f 2. Ta1—bottz,
denn der Doppelzug L.k8— ?—g5.+r geht nicht.
Weihnachts=Löſungspreisausſchreiben.
In der feſtgeſetzten Friſt gingen 7 Bewerbungen ein. Zwei wurden als unzureichend
ſofort ausgeſchieden. In die engere Wahl kamen die ausführlichen Arbeiten dreier
Herren. Da jedoch keine eine völlig richtige Begründung der erſten Aufgabe enthielt,
mußte der 1. Preis ausfallen. Dafür haben wir den 2. Preis (Ed. Lasker: Schae
ſtrategie) doppelt vergeben, und zwar den Herren Hans Meidinger und Guſtav Seeh, I
beiden in Eberſtadt; den 3. Preis Herrn Prof. Dr. A. von Schütz zuerkannt.
Troſt=
preiſe in der Form eines Monatsbezugs des „Darmſt. Tagbl.” für April erhalten die
Herren Franz Buchty in Mainz und Georg Peter.
II5
Rätſel
Diagonalen=Rätſel.
Die fettgedruckten Anfangsbuchſtaben bleiben ſtehen. Die übrigen
Buchſtaben ſind ſo zu ordnen, daß die Diagonalreihen Wörter von
fol=
gender Bedeutung enthalten: 1—e Teil des Wagens, 2—r Gegenteil
von nie, 3—g oberfränkiſche Stadt 4—h franzöſiſcher Opernkomponiſt,
5—i Antwerpener Maler, 6—i deutſcher Dichter, z—5. bretoniſches
Fürſtengeſchlecht, b—6 Geſchoß, (—7 Erdteil, d—8 König der Hunnen
in der deutſchen Heldenſage, e—9 bejammernswerter Zuſtand, —10
Ge=
ſtalt in der Oper „Der fliegende Holländer”.
Die mittlere wagerechte Reihe nennt eine jetzt viel ausgeübte
Tätigkeit.
Carl Deubel.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
A5
C
NBNI
DEB
EER
P H
TT
I.
gb C d
Schiebrätſel.
Joſef, Poſten, Schärpe, Scharade, Donau, Genuß.
Man ſchreibe obige Wörter buchſtabenweiſe untereinander und
verſchiebe ſie ſo lange, bis zwei ſenkrechte Reihen, von oben nach unten
geleſen, einen berühmten Komponiſten nennen. Carl Deubel.
1.
G
I.
R
*
g a
H
N. N
R
Eine Ausfahrt.
Mein Freund fuhr auf ſeinem 2 über
Land. Da zogen ſchwarze Wolken auf
und eh’ man’s gedacht, fiel ein 3, der
dann noch dazu in einen 1 überging!
Carl Deubel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben: a ba bal bim buf by ches
di dig dro e e e e e eif en en eu fe fel ſe
glo he hei im in ka ko la lan ling mar me m!”
ne nef ni da de pe vi gui ra rau re ri riutz
ſo ſtel ter ter tin tib turm ve ſind 24 Wörter 2
Anfangs= und Endbuchſtaben, beide von oben nach unteis 6.
Spruch ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1 Einhöckriges Kamel,
3 Wagen, 4 Art Kalkſtein, 5 Sendſchreiben, 6 Veuwandchut.
Preußen, 8 Enoel. 9 Erlöſer, 10 immergrüner Zierſtrosst.
gift, 12 Stadt in Oberitalien, 13 Heidepflanze, 14 Holte
bildung der Erdkugel. 16 Muſe, 17 Wetterglas 18 Bal 9=
19 Probhet, 20 Irrgana. 21 Land in Aſien, 22 bibliſche Adl.
himmel, 24 Lappe des Maikäfers.
Anflöſungen der Rätſel aus Ar. 6
Diagonalen=Rätſel.
1 2 3 4 5 6 7. 8 9 00
zb deI gh1
„Modern”.
Silbenrätſel.
59P
1 Gbers, 2 Jsmar, 3 Niere, 4 Eginhard, 5 Stele,
cola. 8 Naumann 9 Narſes 10 Enzio, 11 Seidel, 19 2
14 Dreherei, 15 Ebene, 16 Irrwiſch, 17 Sago, 18 Tom 41
2 Ellipfe, 21 Jchmeumon. 2 Nemea, B Ezechtel, 2 Sepes
96 Ahab, M Norne 38 Neuwied, 9 Ebeline. — Eiſe
iſt keines Mannes Rede, man ſoll ſie hören alle beode=
Streichholz=Rätſel.
—
Druck u. Verlag: 8. C. Witich ſche Hofbuchtruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortlich f. d. Redaktion: Dr. 6. Nete. Fernſpr. 1, B99—B94. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſches: F. Haußman, de
[ ← ][ ][ → ]weert, is die Faßnacht glicklich iwwerſtanne, un
mer ſiſnääche de Faſtnacht äxdra in Unkoſte ſtärzt,
in=
er letzytiEndes am Aſchermiddwoch doch beſcheide beim
lande Mt. No, un um ſich en Hering zu leiſte, ich maan
chtmerch net vorher die Nächt koſtſpielich um die Ohrn
ge, dälf mm mer billicher hawwve.
wannm) ach, ehrlich geſagt, net zu dene geheer, die wo
ß ich in die grundſätzlich net aguck, ſundern ich verloß
dem Ihl eiff mei „Bildung”. Un grad däſtewääche dhet
vor u ſälwer ſchenniern, waan ich awerglaiwich
Ebbesd wrſter is däß nadierlich, wann mer, wie ich, en
„Awer ziäche äbbes hott. Dann nemlich, en „Awer”
hamw )äß is noch lang kaan Awerglauwe. Un ich hab
ſpiel /mAwer” gääche die Zahl dreizeh. Dann däß waaß
ubwähzü uffgekleerter Menſch, daß die Zahl dreizeh" e
roche A
Johr.
3, no=
innn ſich’s jetzt im ſtille Kemmerlein ſo langſam
ſei zart un verſchwieche „Verhältnis”, däß wo
rle
Fhrend m kriddiſche Woche mit=em ſtädtiſche Pandhaus
mnelt /5, widder ſo langſam leeſe lann, eh daß ſich
eiſtelick
funichgkin dene Faßnachter frage aach, zimmlich ramne
t. wien fri, ganz verdutzt, ob’s dann vor de Faßnacht
ſchum ſankalt gewäſe weer, indem die vor lauder Bäll,
bbeowe/t an Koſtiemſeſt, un Masgegrenzcher, mit un ohne
o. daunst in de Raaſch gewäſe ſin, wie e Kiehbauer, un
gedem zaräx weiß worrn ſin, vun dem bollſchiwiſtiſche
rungsazut=, der wo ſich, drotz alle „humaniſtiſche”
Wäd=
ſch=Bro ieninge zimmlich uagenehm bemärkbar gemacht
wenichthis ſor die, die wo net mit ſo=eme grundſätzliche
humon/ſſ jend ſin, wie die ganz ächte Faßnachtsnann,
bhunnmi ununzwanzicher Brägung. Allerdings, wann
rdie guüi Faßnachterei ſo aus de Vochelſchbärrbäckdief be=
* dhu, üden „Humor” der wo do zur Gäldung kimmt,
in ich mſtiaes mol, was däß for=e Qualidäd is, un wo ſein
ſehe, diſe ßnachter, den „Humor”. Un ich hab ſo de
Ei=
als wmwer, der won den verkaaft hott, e Schwindler
der wry/a ächt War ſiehrn dhut, ſundern bloß e ganz
Nooackim ung. Awwer no, ich will net driwwer urdeile,
vie geſttl Eh verſteh nix devo, vum Humor.
ſchlie fh bin ich der umaßgäbliche Maanung, daß ſich
re Son;ᛋur Humor jo gach niemand abzugäwe brauch, un
emandſign unge is, den Rummel un Druwel mitzumache,
als Sißihbſauger uffzuſpiele, un ſein Bruſtlaſte
zu=
annadummt, for Backziluſſe aller Art zu mache. Un wann
mn der 7ſ=racht ihr Recht loſſe will, do bann mer ſich jo
KräbE b cke, do waaß mer wenichſtens, wo mer dra is,
ſe ſin zutus innwenich ſo hohl, wie der ganze Faßnachts=
nerſeitt v ll ich gach niemand des Vergnieche vergälle,
äß hoyd wen Wärd, un die meiſte märke erſt, wo ſe dra
un de ſe amer im Härrn un im Portjuchä ſein Buggel
un ᛋ bu nzel Hoor uffm Kobb ſich ſälbſtendich macht,
eiche Aſat in die Heeh ſteht, un ganz for ſich allgans weh
Lann „irſängs geht manchem en Ladärnea’ſtecker uff, un
ſt vunmſbik, daß es eichendlich net unbedingt nodwvennich
glaiſah ſin, dann gottlob, ich bin uffgekleert, wann
gradngc gan vun dene a richiche „Uffkleerungsfilm” in=
Uickszahl is. Un wan alſo de Aſchermiddwoch,
ſh noch ausgerächent uff de Dreizehnde
wer bann mer ſich ungefehr en Begriff mache, in
mamilar Greeß ſich dißmol der Aſchermiddwoch=Kader
eApſſendiert hott.
Außerdem is mir am Middwoch nacht die Leidung ei gefrorn,
un s Rohr is geblatzt, un es Waaſſer is nor ſo eraus geſchoſſe;
mei Kich is im Nu wie en See gewäſe, un es hett net viel gefehlt,
ſo hett ich mich im Weſchzuwwer un mitm Kochkeſſel an de
Waſſerſtag rudern miſſe.
Däß liggt allerdings net diräckt an de Faßnacht, un noch
wenicher am Dreizehnte, ſundern däß liggt ganz afah an däre
ganz außergewehnlich friehlingsmeßiche Widderung, die wo uns
ſchun vor=eme värdel Johr vun allerhand eifflußreiche un „
huma=
niſtiſche” Loabfröſch voraus geſagt is worrn, un wo ſich derart
friehlingsmeßich gibt, daß des nwäckſilwer im Därrmomeder
ei=
friehrt, un daß ſich ſälbſt die äldſte Saigling net erinnern kenne,
jemols ſo aſch gefrorn zu hawwe. s is nor ſchad, daß mer
do=
mals, bei däre Broffezeiung, mer kreechte en friehlingsmeßiche
Winder, daß mer domals net gleich geſagt hott: ſorcht for
Wärmſtuwwe! — Do hett ſich wenichſtens unſer
Stadtverwal=
tung ſchun im Herbſt druff einſtelle kenne ..
Allerdings, wer ſchlau is, kann ſich aach ohne die Wärmſtuwe
behelfe. Du liewer Schiewer, zu was ham=mer dann die
himmel=
viele Behörde hier, beiſpielsmeßich ’s Finanzamt, ’s Steieramt
s Arweitsamt, s Wohnungsamt, s Standesamt, die Stadtkaß,
die Sparkaß, die Invabiddelaß, die Ortskrankekaß, die Vorzimmer
vun unſere Miniſter un Borjemaaſter unſoweider ätzäddera pepe;
alſo do lann mer ſich jederzeit hieflichte wann’s aam friert, mer
brauch ſich bloß beſcheide in’s Eckelche zu ſtelle un brauch zu worte,
bis aam ganer freecht, was mer wollt. Un do wort mer halt;
un uff die Art geht de Dag erum. Un wann aam aaner aus
Ver=
ſähe wärklich freecht, do macht mer e verlääche Geſicht, greift
in Sack un ſeecht: „ach du liewer Gott, jetzt hab ich jo mei Babiern
vergäſſe. ” — — — un macht ſich aus em Staab, un geht „wo
annerſt” hie. Bloß in die Bankinſtidude därf net geh, dann
wann mer ſich do heit drinn blicke leßt, do ſtärze ſe zu zehnt uff
gam zu ..
Spaß beiſeit, un nix for ungut, liewer Laabfroſch, ich waaß,
du hoßt’s gut gemaant mit deine Vorſchleech. Leider märbe mer
awwer erſt die Not, wanm mer ſe ſälwer ſpiern. Awwer zum
Helfe un Gudesdhu is es drotzdem nie zu ſpeed. Un mer ſoll
net alles em Wohlfahrtsamt iwwerloſſe. Un wann aach ſchun
wanches geſchieht, dorch die Volkskich, dorch de Hausfrauenbund.
un wie die ſtille Wohldäder all haaße, die wo um Goddesloh’
ſich for ihrn liewe Nechſte verobferiern, ſo ſollt aach jeder ſälbſt
dhu, wos in ſeine Kräfte ſteht. Beſunners aach die Herrn Seelſorcher,
vun dene leider mancher im Himmel beſſer Beſcheid waaß, wie uff
de Erd. Die ſollte in erſter Linnie helfe un ei greife, un ſollte zu
dene geh, die wo zwaa Röck hawwe, um dene zu helfe, die wo’s
friert. Un wann’s an Wärmſtuwwe fehlt, ei” zu was ham=mer
dann do außerdem noch die Gemeindehaiſer?! — Do kann
manches ſei Kohle am Dag ſparn, un bann ſich awends e warm
Stub dehgam wache. — „Eme leere Bauch is net gut brediche,”
ſeecht es Sprichſvort; un=eme balde Owe aach net, ſag ich.
Un do mecht ich gleich noch en Vorſchlag mache. De
Haus=
frauenbund, der jo ſchun vorbildlich wirke dhut, um de Not zu
ſteiern, hott bereits e „Klagderſammelſtell” ei gericht, wo er ohne
Verdienſt abgelegte Klaader, Stiwwel, unſoweider a= un
ver=
kaaft. Kennt mer net aach en Schritt weider geh, un kennt e
Not=
hilf ei richte? Un zwar ſo, daß zum Exembel an beſtimmte Dage
die Schubbo mit ihre Wage dorch die Straße fehrt, un jeder gibt
an abgelegte Sache her, was er net mehr brauche kann, nadierlich
for nix; daß wärd geſammelt un ſordiert, un an die widder
koſtenlos abgäwwe, die wo wix azuziehe hawwe. s gibt genug
liebreiche Hend, die hälfe bei dem edle Wärk, un leider Goddes
zuviel, dene wo zu hälfe weer.
Un iwwrichens, mir läwe doch bekanntlich im Zeitalder des
Rekords. — Vermudlich is aach dem narriſche Februar der
Rekordfimmel in die Kron geſtieje, un er wollt, alle
Wädderbro=
fede zum Boſſe, emol en Rekord uffſtelle in de Kelt. Dann wie
geſagt: Rekord is heit alles! — No un wie weer’s da, wann
mer gach emol en Nekord uffſtelle dhet in Wohldhädigkeid
un Nechſtelieb?! — Däß weer erſtens emol en ſcheener
Sport, der wo gach en Sinn un Zweck hett, un zweidens, die beſt
Geläächenheit, aach emol en menſchefreundliche Rekord
uffzuſtelle. — Alſo, nor emol los un de Afang gemacht mit däre
„Wohldhädichkeits=Olimbia”.
All dene awwer, dene wo aus ſchäwichem Eichenutz bereits
ihr Härz verhärdet is, un die wo nor ſich kenne, un noch emoh
ſich, dene mecht ich den Vers vum alde Geethe ins Ohr ſoge:
Mann mit zugeknebften Daſchen,
Dir dhut niemand was zu lieb:
Hand wird nur vun Hand gewaſchen, —
Wenn du nehmen willſt, ſo gieb!... .
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Halt emol de Gaul ei’! —
Nem=
lich um daß jaa falſcher Errdunun uffkimmt. — Ich maan
na=
dierlich mit dare „Wohldhadigkeitsolimhia” kaa ſo vun dene
lucſurieeſe Vera’ſtärdunge, wo mer „zum Beſte vun de
Nodlei=
dende” ſich ammeſiert un danzt un ſo; un die wo derardich
uff=
gezoge ſin, daß ſich de Herr Dockter Schacht, bei Gott un de
Wälo, dewääche endſchuldiche muß. — Un ich maan aach
ſo kaa Vera ſtaldunge, die wo uff Koſte bun de Geſchäftsleit
ge=
macht wärrn, un wo aach neilich die verehrlichte Handelskammer
emol ſehr deidlich druffhie gedidde hott. Naa, ich waan ſo
die ſtille Wohldhad, wo die recht Hano net waaß, was die lind
dhut. —
Freilich, es is jo ſchwer, heit zu=eme gude Zweck Geld
zu=
ſammezudroßte. Du liewer Himmel, die, die wo frieher garn
gäwwe hawwe, die hawwe heit leider ſällwer nix mehr un
ſin uff die Milldhädicleid a gewiſſe, odder, ſoweit ſe noch hawwe,
ſin ſe vergreemt un verärcherd, weil en däß odder jenes net
baßt. — Die awwer, die wo inzwiſche zu was kumme ſin,
odder was worrn ſin, die hawwe vergäſſe, wie=ſen frieher
gange is, odder dhun, als dhete ſe nix ſähe, odder als gings
ſe’s wix o! — Un manchmal ſpuckt aam gach die hohe
Beherd=
lichkeid in die Supp, wie zum Beiſpiel bei däre
Unwädderkadda=
ſtrof in die Bergſtroß.
Schließlich hott awwer aach die Wohldhädichkeid „vun Amts
wääche” immer en biddern Beigeſchmack. Naa, die freie
Lie=
wesdhädichkeid, däß is die ſchennſt un die danlbarſt. Sälbſt
muß mer gucke geh, wo’s fehlt, un muß hälfe un eigreife; wie’s
die Großherzogin Alieſe gemacht hott; die hott ſeiner
Zeit in de Altſtadt Beſcheid gewißt, wie aans! — Froge ſe heit
einol ſo erum, do wärrn ſe ihr blau Wunner erläwe . . . .
Jedenfalls awwer, wie bereits im obichem bemärkt, ſollte
unſer „Seel”ſorcher ſich emol als „Leib”ſorcher in’s Zeich leeche,
dann die miſſe am erſte wiſſe, wo’s fehlt, un wo geholfe muß
wärrn, ohne bang denooch zu froge, wäß Glaawens jemand is,
un of ſich’s um eichene, odder annern Scheefcher hann
Un jetzt noch was annerſter: Ich hab mer die gunz Zeir
ei=
gebild, unſer Stadthotel, „die Drauwe” weer de
Fremde zu lieb gebaut, worrn; wenichſtens hott’s immer
ge=
haaße, mir mißte uns ſcheeme, dann die befſere Fremde
dhete hier net iwwernachte, weil’s an=eme erſtklaſſiſche
Hotel fehle dhet. Jetzt war zufellich iwwer die Faßnacht e
In=
duſtrielledagung hier, Leit aus Berlin un ſo, die wo die beſte
Zimmer bewohnt hawwe, un Leit ſin, wo den Ruf Darmſtadt
als „Fremdeſtadt” enaus drage ſolle in alle Wäld. Un wie die
awends kume ſin, un wollte em vordere Ei’gang enei, do
hott’s gehaaße: „Nur für Maske!” — Un drotz enerſchichem
Brodäſt mußte ſe hinverum, dorch de Scheuerhof. — Mit
dem Erfolch, daß ſe erkleert hawwe: „Nooch Darmſtadt verlege
mer kaa Dagung mehr!“
No in dem Fall ſoll unſer ſtädtiſcher Verkehrsmennetſcher
als wenichſtens in ſei Broſchbäckte ſchreiwe: „Während der
Fa=
ſchingstage bittet ma von Dagungen abſehen zu wollen.” — Do
wiſſe’s wenichſtens die Fremde, un kenne ſich denooch richte — —
For die Sporbix: Vun Metz=Jakobi: zwanzig Mack! —
Danke ſchee!
zeitgemäße Haushalt.
1sElützter Raum in den Möbeln. Heute
DoA Ain Hausfrau mehr, die nicht ſchon auf irgend=
Ee nmant hat, ihren Haushalt zu reformieren. An=
A D0370 erben ihr ja in Wort und Schrift auf die man=
E Pgeorgeben. Nun möchte ich wieder einmal auf
bunkt Inerkſam machen, der, wie ich als Wohnungs=
Musch Rchrung weiß, ſelten einmal berückſichtigt wird:
8M. Rut Kudes vielen Leerraums in der Wohnung. Damit
De9 4 zu hohen Fächer, die ſich in den verſchiedenen
W Ded Eusrats befinden. Selbſt dort, wo dieſe Schrank=
Rwerſehs nnd, wird nur ſelten an der nun einmal feſt=
Drkahng gerüttelt. Der Tiſchler hat ſie ſeinerzeit mit
DA Wkiceer Innenfläche geliefert und der Symetrie
Leip Planch unveränsert beſtehen, gleichviel, ob es ſich
Der Rſch rr= oder Bücherſchrank handelt. Dabei klagt
Pnß Dig über beſchränkten Raum zur Aufnahme ihrer
DS L beieſe kaum noch unterzubringen, ſchichtet wo=
DicRrlug Zetſchriften auf Tiſchchen und
Paneelbret=
ien Bomhanden ſind, und das Geſchirr im Büfett oder
zaurichurfe und inenander, ſtatt es nach ſeiner Art
Sſcoeshe riden raſchen Griff bereitzuhalten. Dabei hat
agchick st Giebrauch des letzteren immer wieder dadurch
De FIſe die Stöße immer wieder abräumen muß,
(iher A aubliches Geſchirr hervorzunehmen.
Einich Dut, nun dieſem Mangel auf leichteſte Weiſe ab=
Hwes, Hiele Beraum im Haushalt ordnungsmäßig
Senistran, jedes Regal alfo gründlich auszunütel,
We Eiis frau zu der Ausgabe entſchlöſſe, jeden dieſer
2 Me Aickeſten, alſo verſtellbar, einrichten zu laſſen
Sanelipsberiche Anzahl Bretter zur Vermehrung der
Jndie Sr- Erſt kürzlich konnte ich der Inhaberin einer
Snh M Hieſe Weiſe behilflich ſein, die vorhandenen
Sie Tinr-lich wohnlicher zu geſtalten, indem ſie al die
Wes Sit, vie Bicherftänder, Negale, Banelbretter.
ESin Al an, mer „Wirde” beſteien komte, weil dieſ
Erweiterten Schranke Aufnahme fanden. Es
ihr ſo
Meſen kleinen Hausrat gut zu verkaufen und
Serna ine, durch die Neuordnung eniſtandenen Koſten
en.
ürlich, wie jede Hausfrau einſehen wird, ſich
nun /
E Wohnungsreinigung erheblich einfacher ge=
Dmſt notwendige Abſtaubarbeit erſpart wurde
Ser Neuerung nicht unwichtig, die, wie ich
Dnchamung findet. Wilhelmine Plötz.
Wie behandeln Sie Ihre Aufwaſchlappen?
Nichts iſt ungppetitlicher, als wenn das Eß= oder Kaffeegeſchirr
nach „Aufwaſch” ſchmeckt. Dieſes Uebel wird nur durch den
Auſ=
waſchlappen verurſacht, der in dieſem Falle bei einer näheren
Prüfung ſich vollkommen fettig erweiſen würde. Es genügt ja
nicht allein, daß man ihn freihängend und der Luft ausgeſetzt
zum Trocknen quſhängt. Damit werden die im Gewebe
feſtſitzen=
den Reſte des fettigen Aufwaſchwaſſers nicht beſeitigt. Auch das
tägliche Auswaſchen mit Seife nützt nichts, ſondern man muß
die Lappen wöchentlich ein= bis zweimal gründlich auskochen.
Dazu ſetze man ſie in kleinem Topf aufs Feuer, füge auf 1½
Liter Waſſer einen gehäuften Eßlöffel Bleichſoda bei und laſſe
ſie ¼ Stunde kochen. Etwas abgekühlt, herausgerieben und
mehrmals mit heißem, klaren Waſſer geſpült, zeigen ſie ſich
voll=
kommen fettfrei. Auch die ſog. Herd= und Tiſchſappen ſollte man
V.
öfter auf gleiche Weiſe reinigen
Warum viele Herren Kompott von Dörrobſt
nicht mögen. Alle jene Hausfrauen, denen die Zeit zum
Ein=
machen fehlte, decken während der obſtarmen Wintermonate ihren
Bedarf an Früchten mit allerlei Dörrobſt. Erſcheint es dann als
Kompott zubereitet auf dem Tiſch, dann findet es aber nur ſelten
Liebhaber. Und woran liegt das? Einzig und allein an der
un=
ſachgemäßen Zubereitung. So einfach das Kochen an ſich iſt,
be=
darf es doch gewiſſer Kniffe, um ein recht würziges Kompott zu
erzielen. Sehr wichtig iſt vor allem das vorherige
Ein=
weichen, das am beſten 24 Stunden lang geſchehen ſollte.
Da=
zu wird das Dörrobſt, vorher mit heißem Waſſer abgewaſchen
und mit kaltem bedeckt, ſtehen gelaſſen. Am anderen Morgen im
Einweichwaſſer zum Kochen aufgeſetzt, wird das Gewürz, wenig
Zimt, ein Stückchen Zitronenſchale und eine Meſſerſpitze Salz,
beigefügt. Langſam weichgedünſtet, hebt man das Kompott in
eine Schüſſel und verdickt den Saft wit wenig Kartofſelmehl,
ſchmeckt mit Süßſtoff ab und ſchönt das Ausſehen evtl. noch mit
einem Tropfen giftfreier Speiſefarbe. Backpflaumen laſſe man
zugedeckt erkalten, dann bleiben ſie ſchön prall und rund und
fallen nicht runzlig zuſammen. Damit das Dörrobſt nicht
miß=
farbig wird, wähle wan zum Kochen niemals Emaille=, ſondern
lieber Aluminium=, Ton, oder Porzellantöpfe.
L.
Holländiſche Butterſoße ohne Eier zu
be=
reiten. Die zum Kohlrabi= und Blumenkohlgemüſe gern
be=
reitete holländiſche Soße, die leider durch längeres Stehen vor
dem Anrichten ſehr leicht gerinnt und dünn wird, kann man auch
ohne Eier bereiten, wodurch ſie eremeartig dick bleibt. Dazu
verquirle man das abgekühlte Kochwaſſer der Gemüſe mit Mehl,
und zwar auf ½ Liter 1—2 Eßlöffel gerechnet, laſſe ſie unter
ſtändigem Rühren langſam dick werden, um ſie dann mit friſcher
Butter, Salz, wenig Zucker und 1 Eßlöffel Mayonnaiſe
abzu=
ſchmecken.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Legierte Suppe. Rotkraut mit Haſenläufchen,
Mandelſpeiſe. — Montag: Kohlrabigemüſe mit Bratkartoffeln
und Fleiſchklopſen. — Dienstag: Gefüllter Weißkohl mit
hol=
ländiſcher Butterſoße. — Mittwoch: Linſen mit Backpflanzen
mit gek. Schwarzfleiſch. — Donnerstag: Sauerkohl mit
Schweinsknochen. — Freitag: Möhrengemüſe mit gekochter
Rinderbruſt. — Samstag: Weiße Bohnen, ſüßſqer, mit Speck.
Humor
O
„Beben Sie mir ein Buch für meinen kranken Mann.”
„Etwas Religiöſes gefällig?”
„Danke! So ſchlecht geht es ihm
(„The Kanſa3 Humoriſt”)7
Die aktuelle Mode verlangt den weiten Rock; wir
können uns aher nicht von heute auf morgen
umſtel=
len, müſſen alſo trachten, unſer vorjährigen Kleider
durch irgend etwas einen modiſchen Anſtrich zu geben.
Für das Abendkleid iſt es nicht ſchwer. Es gibt ſo
un=
wahrſcheinlich ſchöne Seidenbänder, die man, wie es
unſere Abbildung zeigt, in geſchmackvoller Weiſe einem
vorjährigen Kleid aufgarnieren kann. Vom
perſön=
lichen Geſchmach hängt es ab, ob man das Band in
der Farbe des Kleides, oder in einer abſtechenden
Farbe nimmt.
Tagore als Förderer des Frauentanzes.
Im alten ariſchen Indien war der Frauentanz
eine geſchätzte Kunſt. Aber im Lauf der Jahrhunderte
änderte ſich die Sache. Der Frauentanz iſt nunmehr
verpönt in Indien, wird einzig ausgeübt von Frauen
der Tanzkaſte, die als Tempeltänzerinnen und
Pro=
ſtituierte ihre Kunſt mit begleitenden Geſängen
aus=
üben. Jetzt weht ein freierer Wind. Die neue
Gene=
ration tritt dafür ein, daß Frauen in Theater und
Kino auftreten, ohne ihrer Würde oder ihrem Rufe
Moderner Schmuck.
Auch für den Schmuck iſt die Mode ſtändig
wech=
ſelnd; es gab Zeiten, wo man Ketten, Ringe,
Arm=
reifen uſw. nach ihrer Zierlichkeit und Feinheit
bewer=
tete. Heute iſt das nun wieder umgekehrt, heute iſt
alles, was an Schmuckſachen produziert wird, eher
ſchwer und großzügig. — Die höchſt aparte Halskette,
das ſchöne Gliederarmband mit der eingearbeiteten
Uhr ſowie die Ohrringe zeigen ein paar Muſter
moderner Goldſchmiedekunſt.
zu ſchaden. (Bisher gab es nur männliche
Schauſpie=
ler in Indien, die auch die weiblichen Rollen ſpielten.)
Nun tritt kein Geringerer als Rabindranath Tagore
als Verfechter des Frauentanzes auf. Er beweiſt, daß
Geſang und Tanz eine Zierde der Frau ſei, und
durch=
aus nicht zu moraliſchen Bedenken Anlaß gebe. Er
und ſeine große Landsmännin Sarodſchini Naidu ſind
eifrig bemüht, die alte ariſche Sitte wieder zu beleben.
Frauen ſollen im Tempeldienſt und bei Feierlichkeiten
unbeſchadet ihres Rufes tanzen und ſingen können.
*
*
ſetzt ſich im oberen Rockviertel ſtun
abgebogen, in Bieſen ſchräg aufftä
rückwärts parallel zum angearbeim
gürtel des Rocks fort. (4) Keinmn.
daraus aber geſchloſſen werden, di
nicht auch höher hinaus will: bei
aus Wollſtoff wächſt ſie zwar ad
weſentlich näher zum Gürtel
diesmal ſeitlich am Rock angeorm
ten heraus, überſchneidet abe
Gürtel und teilt nun in
ſchrägen=
förmigen Aufſtieg das leicht bluſ
chen, deſſen oberen Abſchluß
krägelchen mit ſchmaler, langer F‟
bildet. Da dieſe Bieſen an der i
durch Querbieſen untereinandenn
ſind, wirkt das ganze wie ſchrägüe
Blendenſchmuck. (D) Wollte mon
muten, die ſchräge Bieſe ſei der
kommenden Mode, ſo würden
wiederum irren! Sie präſentiert
gern in Geſtalt ſehr korrekter LM4
ſowohl die untere Hälfte des B=.
die größere Partie des Rockes HI.
deren Wollſtoffkleidchen bedecken.n
ſes Arrangement aber nicht goß Eü.
matiſch wirkt, iſt es vorn in deurh
einen ſchmalen, mit Zierknöpfinſ
Streifen unterbrochen, der obe S
durch kleine, im Dreieck geſtelltth !
geſchloſſen iſt und wieder wie 18
wirkt. Dasſelbe Motiv der
einer Blende durch Bieſen findn
an den Aermeln wieder, deren
ſchläge im Verein mit dem Doprah
Schleife einen aufhellenden Fan—A
Grau des Kleides bringen. (B!71
Bieſe geſellen ſich bekanntlich imnc
daher finden wir die Bieſe dai
einem Crépe=de=Chine=Kleidcherr
Oberteil in hellgrün mit
Effeltt=
grün, der Farbe des in Fall=
Röckchens, an den Unterärmeli!
der Schleife am Kragen gearbeis
umrandet die Bieſe, in ihrer W
tretend, die blendenartig wirkend,
bordüre, die in Taillenhöhe, voed
ſpringend, das Oberteil umzielu
linie des Röckchens in gleicheryi
ſowie den Kragen umrandet uud
Stofftöne am Aermel überbrün
alledem erhellt eins: Die komrun
niſſe werden ſicher im Zeiche
ſtehen!
Ueber das moderne
Abendkleid.
Bei der Mode — wie natürlich überall — ergibt ſich
ſtets eins aus dem andern. Liebt eine Mode es zum
Beiſpiel, die Kleider ganz beſonders reich mit
Gar=
nierungen auszuiſtatten, ſo wird ſofort das Intereſſe
für edle und koſtbare Gewebe ſchwinden, denn das
Auge wird durch alle die aufgearbeiteten Garnituren
vom Material der Kleider abgelenkt. Heute verfährt
die Mode umgekehrt; heute ſind die Kleider ſo
garni=
turenlos, daß ſich folglich das ganze Intereſſe auf die
Stoffe und auf die Schnittformen konzentriert. Und
auf dieſem Gebiete hat die Mode tüchtig gearbeitet
und an Stoffen und Formen viel Neues und Schönes
gebracht. Zunächſt die Stoffe: ſie ſind in Qualitäten
und Farben unvergleichlich edel, die prächtigen,
ſchön=
fallenden Seiden und die ſeidenweichen Samte; und
alle Seiden= und Samtarten ſind ſo feinfädig, ſo eng
in ſich zuſammenfallend, daß man für dieſe
komplizier=
ten Kleider ſich kaum etwas Schöneres vorſtellen kann.
— Am prägnanteſten kommen, wie immer, alle
modi=
ſchen Erſcheinungen an den Abendkleidern zur Geltung;
für ſie werden die ſchönſten Stoffe verarbeitet, und
für ſie gibt es die fabelhafteſten Schnittformen.
Ein=
fach wirken ſie alle, vom jugendlichen Tanzkleid bis
zur großen Abendtoilette; aber alle haben es ſozuſagen
in ſich. Es iſt nicht eben leicht, ein Abendkleid zu
ar=
beiten. Die mäßig tief ausgeſchnittenen und
natür=
lich immer ärmelloſen Bluſen machen wenig Mühe
und Schwierigkeiten, denn ſie ſind nicht die Hauptſache.
ſie zeigen zu wenig Kompliziertes im Schnitt. Bei den
Röcken liegt der Fall anders; es gibt eine
unwahr=
ſcheinliche Fülle, verſchiedenartiger Rockarrangements,
g8 gibt Glocken, Falten, Teilungen, loſe Bahnen und
Zipfel. Einen ſehr intereſſanten Rochſch0.0
erſtes Modell, bei dem die ſchräglaufeln.
— die ſelbſtverſtändlich nur dann wirh
tadellos und korrekt ausgeführt ſind
ausfallenden Falten fortſetzen. Der 3
ob er ſeitlich oder, als Vorläufer der S
ſitzt, iſt modiſch überhaupt ſehr wichtichr e
das Wichtigſte am Abendkleid: es gibt !
das nicht mit irgendeinem Zipfelarral?
ſtattet iſt. Und iſt, wie z. B. unſer 87
der Rock an ſich einmal vollkommen k.
ſo wird ſicher eine loſe Bahn, die Ch
Schärpe ausgehen kann, dem Rock loſe
zwar ſo, daß er beträchtlich über den 9.
hängt. Mit einem zipfligen Rock.!
Modell gearbeitet, und zwar mit einel
ſchöner ſeidiger Spitze, die ſich prächthe.
zenden Seide der Taille abhebt. SN
Band, wohl die einzige Garnierung, 9
verwendet wird. Und ſo wie man lie
deren Material, mit Seide oder S0”
wirkt ſie eher wie ein zweites Matelle”
abſtechende Garnierung. Man arbelle
zen Nöcke aus Spitze; aber auch vochl.
kleider und Kleider, bei denen Seioe
komplizierten Linien zuſammengeſeh.
wegen ihres ſehr vornehmen Ausſehens”
Natürlich kann ein hochelegantes Abeſh
einen gleichwertigen Mantel vervoll”e
Sie ſehen prachtvoll aus, dieſe 30
ſchwerer Seide, aus Samt und Bioe.
Kleider, glockig geſchnitten ſind und"
nach hinten abfallende Linie oder Cſc
zeigen. Und etwas, das an keiſſe
fehlen darf, iſt Pelz, ſchöner, ſchmeich
Beſatz des Kragens, der Manſchetel.
Mantelrandes. — Zu allen Modet.”
Schnitte erhältlich.
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Sonntag, den 13
Februar 1929
Seite 23
Wenteurer von Ehre.
SRoman von Max Uebelhör.
(Nachdruck verboten.)
ſchwieg, eine kleine Pauſe dehnte ſich, und da
ia:
ollte Hichteirklich der Fall ſein... Niemand ſoll da
her=
war 10 7ue anſcheinend ganz gleichgültig hingeworfene
beſtirm” um in höflicher Weiſe das Intereſſe für das
ſe kundct’Sen und eine Pauſe abzukürzen; in
Wirklich=
ganznf geheimen ſchien ſie aber einen anderen Zweck
en, ſie fite aufreizend und leiſe herausfordernd
ge=
d ſie mete ihren Zweck.
emandy Etor. Nie—mand. N—i—e—m—a—n—d. Und
enM4d zu eint
gun z, ugl kſemte da die Herzogin, nun ebenfalls zweifelnd
elu 10 ſchum armpfbereit; ſie wetterte überaus gern.
uſend/klleins, Jane!” erwiderte der Großſürſt
eigen=
er die Eiogin hörte nur noch auf Doktor Devéria, der
NW der im ſſel Liegenden niedergebeugt hatte und ihr raſch
M ens OrNü ſterte.
ber zm ſchönnsiau lachte auf, und es klang wie Spott und
han M.I
überſt ſchael, uin treuer Michael, tauſend zu eins — nein, ſo
ſeilt nm ll ich ah) riicht ſtrafen. Aber ... warte mal .. . deinen
ſtieg du ndt gifg nnein perſiſches Diadem, abgemacht?”
obern Lgemaarht rief der Großfürſt, und Doktor Debéria mußte
ſchmuln te beky ten, ob es jemand gelingen werde, den Round
eſe Buſgrohne 10/ᛋ ilfe des Königs oder ohne jede Hilfe ſeitens
ſeſen m zogs 1ug Berwick, alſo vollkommen auf eigene Fauſt, zu
s gun2 und 1lit dies Spielzimmer vorzudringen, ja oder nein.
(D 2h da kim treiſchend und jauchzend der kleine Stephan
an=
räge Zuf” er hißtſ einen Erzieher erblickt, jetzt ſchmiegte er ſich
Mode, u .d zärr i an deſſen athletiſche Geſtalt, es war ein
hüb=
ten! 2/ ild, ei ſchöne ſymboliſche Gruppe, zarter Knabe, voll
iſt jehr en, undechützt durch den reifen, ſtarken Mann.
gis ephan// bie mit deinem Geheul auf und ſag deiner
„ob es ſcht, iſt, daß dein Doktor alles kann, was er will?”
hübſich ffene Geſicht des Jungen glühte voll Freude,
Allmarhſt ines Doktors zeugen zu können; eifrig, mit
ſtürzerhn Worten ſprudelte er hervor:
„Oh, oh, Mutter, wie kannſt du nur ſo fragen? Alles kann
der Herr Doktor, alles, was er will, alles, alles, alles!“
Und dies Wörtchen „alles” wie einen Kriegsruf wiederholend,
führte er nun einen wilden Indianertanz auf, wie ſie es, der
Doktor und er, geſtern zuſammen im „Lederſtrumpf” geleſen und
nachher auch gleich ausprobiert hatten, er als „rote Schlange‟
der Herr Doktor als gefeſſeltes Bleichgeſicht, und eine ganze
Schar raſch herbeigetrommelter engliſcher Dorfjungend als
Kom=
parſerie.
„Kinder ſagen die Wahrheit, Michael!” rief die Herzogin
durch das Geſchrei dem Großfürſten zu. „Michael, laß deinen
Rembrandt gleich einpacken!“
„Gui virra, verra!” rief der Großfürſt zurück, „abwarten!“
Aber es klang nicht mehr ſo ganz überzeugt, er war beunruhigt
durch das leiſe Zwiegeſpräch zwiſchen der Herzogin und dieſem
Teufelsdoktor, und dann, weſien war dieſe Frau, trotz ihrer in
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aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Ihr Vorteil,
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören,
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Wildfang in kurzen Röcken, weſſen war ſeine ſo ſehr geliebte
Jane nicht fähig?
Der Rembrandt war aber eines der ſchönſten Stücke ſeiner
von ihm perſönlich angelegten Sammlung, die ſeit Jahren ſchon
Weltruf hatte.
Als der Tag zur Neige ging und das ſeidene Blau des
Himmels mit den erſten grunen und goldenen Tinten durchwebt
wurde, fuhren ſie mit den Automobilen ab, durch den dichten
New Foreſt dem Malmanour Houſe zu, dem breit gelagerten
Landſitz im ſüdlichen England.
Im erſten Auto ſaßen am Steuer die Herzogin, ſie führte,
und der Großfürſt und hinter ihnen im Coupé der Chauffeur
und ein Lakai, beide die heimliche Zigarette verſtohlen in der
Hand.
Es war eine krebsrote, mächtige Maſchine, faſt ein
Renn=
wagen, und als der New Foreſt paſſiert war, da heulte es vor
wilder Freude auf, jetzt war keine Rückſicht mehr zu nehmen,
kerzengerade ſtieß die bleiche Straße in die Dämmerung, die wilde
Jagd konnte beginnen, die Herzogin war eine bekannte, in das
Kilometerfreſſen vernarrte und ſehr geſchickte Führerin.
Da kam die ſchöne, aber für Bradourſtücke nicht geeignete,
von Doktor Devéria geführte Limouſine nicht mit; immerhin
ſchaltete dieſer ebenfalls die höchſte Geſchwindigkeit ein, und der
neben ihm ſitzende Junge ſtieß drohende und jauchtzende Schreie
in den Abend hinaus.
Gänzlich zurück blieb das dritte Auto mit den beiden anderen
Lakaien und der Zofe der Herzogin.
„Stephan,” ſagte ſein Erzieher, „halte jetzt deinen Mund
und höre fein zu. Willſt du wieder mitachen? Wir wollen
dem Großfürſten einen luſtigen Streich ſpielen, die Mutter
und ich.”
Der Junge hüpfte vor Luſt auf ſeinem Sitz herum und
klatſchte vor Freude mit den kleinen Händen; wieder würden ſie
jemandem einen Streich ſpielen, ach, hatten ſie nicht allein in
dieſem großen Hotel am Strand all den Gäſten derartige Streiche
geſpielt, daß er vor lauter Lachen ſo oft hinausgeplatzt war,
und daß der Hotelier den Doktor voll Ehrfurcht und banger
Ahnungen gebeten hatte, angeſichts des hohen Ranges ſeiner
Gäſte in dem kleinen Privatſalon anrichten zu dürfen?
„Oh,” ſeufzte das Bürſchchen, als es wieder ruhiger
gewor=
den war, „oh, und ob! Und gerade dem Onkel Michael!”
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Es gilt daher rechtzeilig vorzubeugen.
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