Einzelnummer 45 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 13
Eonntag, den 13. Januar 1929.
192. Jahrgang
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aufträge und Teiſtiung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fälli ſeder
Rabatt weg. Banftonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natlonalbani.
Bie man im Weißen Hauſe urkeilk.
Deukſchland muß auf der Huk bleiben!
Waſhington, 12. Januar.
m. Weißen Hauſe wird erklärt, daß keine neue Entwicklung
FFrage der amerikaniſchen Reparationsſachverſtändigen zu
geihchmen ſei, deren Auswahl und Ernennung überdies Sache
eibtwopäiſchen Regierungen ſei. Der Dawesplan habe ſich
ſo=
vdeioſchvährt. Die Experten hätten nunmehr die Lage
nachzu=
ſihi nd entweder die gegenwärtigen Zahlungen zeitlich zu be=
Giikan oder der Höhe nach neu feſtzuſetzen. Falls eine
Neuver=
üug in Frage komme, werde Amerika, das jetzt zweieinviertel
zu= erhalte, diesbezügliche Verhandlungen auf diplomati=
BWege, nicht aber durch die Sachverſtändigenkonferenz
Verhandlungen, die ſeit einigen Tagen in Waſhington
ſerr Coolidge Hoover und Parker Gilbert gehen, können für
mmenden Reparationsverhandlungen von
ausſchlaggeben=
eneutung ſein. Begreiflich, wenn deshalb auch Europa nach
Eſcbſugton horcht und ſich gelegentlich einmal verhört. Vielleicht
Meſo zu erklären, daß eine Meldung in ein großes Berliner
Achn gelangen konnte, wonach Coolidge öffentlich
er=
l)at haben ſoll, entweder könnten die
deut=
chſ) Fahreszahlungen beibehalten, und dann
iſſelm zahl der Jahre entſprechend herabgeſetzt
„u)n, oder die Anzahl der Jahre müßten den
ſochlirngen der Alliierten angepaßt werden
per entſprechender Herabſetzung des Betrags
eillinnuitäten, während nach einer dritten Lesart ſich
eſchCwolidge dahin geäußert haben ſoll, die ganze Frage drehe
Eſin, die Feſtlegung des von Deutſchland zu zahlenden
End=
evſſtzeis und, wenn Deutſchland weiterhin 2,5 Milliarden
jähr=
ichh heen könne, darum, wielange es dieſe Jahresleiſtungen zu
feiſt chätte. Wir wollen offen laſſen, was Herr Coolidge nun
gitlich geſagt hat. Unverkennbar iſt aber, daß in Waſhington
hſpzl mit verteilten Rollen vorbereitet wird — gewiß nicht
ueſerung unſerer Lage, Rechnet man dazu noch die Rede,
äitr ſich Poincaré ſein Vertrauensvotum in der Kammer
ver=
hihin half, dann ergibt ſich für die kommenden Verhandlungen
arh offnungsvoller Ausblick. Notwendig iſt es, daß
Deutſch=
mrſſhtlach dem Programm Poincarés gegenüber mit aller Deut=
Ei ſoarauf beharrt, daß die Sachverſtändigen in der
Beurtei=
buſtzwrr Lage vollkommen unabhängig ſind, und daß deshalb
Fuih and audrücklich jedes Eingehen auf die bekannten
fran=
öſtöſen, Fovderungen vorher abgelehnt hat. Sollte die
Kommiſ=
güſuch nur irgendwie zu Ergebniſſen kommen, wie ſie Herrn
Uiazs vorſchweben, dann wird Deutſchland nicht in der Lage
Sſchhiüſes Gutachten anzunehmen. Dann muß eben der
Dawes=
iſchohange in Kraft bleiben, bis die Gläubigerſtaaten ſich davon
bcfunt haben, daß ſie bei Fortſetzung dieſer Methoden ſehr
iüe Fahren.
Amerika gegen die Auflegung deutſcher
Reparakionsbonds.
Paris, 12. Januar.
dem „New York Herald” aus Waſhington gemeldet
iynhätten die ameritaniſchen Bankiers geſtern Parker Gilbert
ſiimtelllt, daß der amerikaniſche Markt nicht in der Lage ſei, die
Uhnu onen aufzunehmen, die Deutſchland auf dem
amerika=
fi Markt zur Konſolidierung ſeiner Reparationsſchulden
„Ahungen müßte. Dieſer Standpunkt decke ſich auch mit dem
Eraßſe ßen Hauſes. Auch Hoover habe dieſe Haltung der
Ban=
eunzebilligt. Hoover ſei überdies der Anſicht, daß Amerika
Aus=
mil uleihen nur in ſoweit zeichnen dürfe, als ſie für
produk=
mbſtliesgaben beſtimmt ſeien. Präſident Coolidge ſcheine zu
ſoklſſ aſſung zu neigen, daß allein die intereſſierten Staaten das
Irüleng löſen müßten, und zwar ohne Beteiligung der
Ver=
nüſzn Staaten. Wenn die Vereinigten Staaten an den Ar=
Fötze des Reparationsausſchuſſes teilnehmen würden, ſo ſei es
Liyn Anſicht nach lediglich deshalb, weil eine Weigerung der
Teführne ſchlechthin als eine wenig freundliche Geſte hätte aus=
3 werden können. Infolge dieſer in Waſhinton
angenom=
em Baltung ſeien Gerüchte entſtanden, wonach ſich Regierung
ſ:d ochfinanz gegen die Auflegung deutſcher Reparationsbonds
ucenr. Indeſſen ſei niemals behauptet worden, die Auflegung
MrMe bloc erfolgen. Die gleichzeitige Auflegung von 5—6
Müülrden ſei freilich unmöglich, nicht aber die ſtaffelweiſe
Auf=
gFpe einer Milliarde von Zeit zu Zeit.
Die amerikaniſchen Sachverſtändigen.
utt „Excelſior” iſt die Reparationskommiſſion nicht davon
Lwftrihtigt worden, ob die zur Mitarbeit am
Reparations=
eithun gsausſchuß aufgeforderten amerikaniſchen
Perſönlich=
däe Einladung angenommen haben. Da mit dem
Ein=
erſ Her amerikaniſchen Antwort nicht mehr in dieſer Woche
(veſick werde, könne die Reparationskommiſſion am Dienstag
dds=Nittwoch im Einvernehmen mit der deutſchen Regierung die
Wemulamiſchen Sachverſtändigen ernennen.
AAangliſchen ſtellverkrekenden Sachverſtändigen.
TU. London, 12. Januar.
ſe amtlich mitgeteilt wird, haben ſich Charles Addis und
a/ il Blackett bereit erklärt, die ihnen angebotenen Poſten
Iwertretende Sachverſtändige für die bevorſtehenden
Repa=
hol ſtütsh erhandlungen zu übernehmen. Addis iſt Direktor der
acmof England, der Eaſtern Telegraph Company und anderer
eEſchaften. In Deutſchland iſt er bekannt als britiſcher Ver=
zu Reparationsfrage
treter unter dem Dawesplan, im Generalrat der Reichsbank.
Blackett, der früher einen hohen Poſten im engliſchen Schatzamt
inne hatte, wurde ſpäter Finanzrat des Generalgouverneurs von
Indien. Er trat im vergangenen Jahre von dieſem Poſten zurück.
Im Laufe dieſer Woche iſt er zum Vorſitzenden der geplanten
Verkehrsgeſellſchaft ernannt worden, die die Geſchäfte einer Reihe
von Kabelgeſellſchaften führen ſoll.
Patiſer Bläkier über die Sachverſtändigenkonferenz.
Neben der Würdigung der innerpolitiſchen Ausführungen
Poincarés beſchäftigen ſich der „Temps” und das „Journal des
Débats” auch mit dem, was Poincaré, über die
Reparations=
frage ſagte.
Der „Temps” ſchreibt: Im Auslande werde man nicht
weni=
ger aufmerkſam die Stellen der Rede Poincarés leſen, in denen
er erkläre, daß die ihren Irrtum einſehen müßten, die glaubten,
daß Frankreich zerſplittert bei den Verhandlungen erſcheine.
Die Regierung der Republik habe nur eine Außenpolitik, und
das ſei die, die Poincaré und Briand im engen gegenſeitigen
Einvernehmen hinſichtlich der Reparationen ins Auge faßten.
Das „Journal des Débats” ſchreibt, daß es ihm höchſt w.
in=
ſchenswert ſei, daß die Liquidierung aller Kriegsſchulden endlich
der Unſicherheit und Nervoſität ein Ende bereite, die faſt überall
die Oeffentlichkeit beunruhigen. Es ſei zu wünſchen, daß die
Sachverſtändigen, die bereits im Beſitze der meiſten
Beurtei=
lungselemente ſeien, ihre Aufgabe vor dem Fälligkeitstermin
für die amerikaniſchen Heeresläger beenden, d. h. noch in Laufe
dieſes Sommers. Es hänge beſonders von Deutſchland ab, daß
die Arbeiten der Experten raſch voranſchritten. Eines der
glück=
lichſten Ergebniſſe der geſtrigen Kammerſitzung ſei, Deutſchland
zu zeigen, daß es nichts zu gewinnen habe, wenn es den Gang
des Geſchehens aufhalte.
Zweieinhalb Millionen Arbeitsloſe.
Die höchſte jemals feftgeſtellte Ziffer.
* Berlin, 12. Jan. (Priv.=Tel.)
Die neueſten Feſtſtellungen über die bei uns in dieſem
Wiater herrſchende Arbeitsloſigkeit ſind eine böſe Ueberraſchung.
Wieber iſt nach der Statiſtik die Zwei=Millionen=Grenze beinghe
erreicht: 1,7 Millionen Hauptunterſtützte und 127000
Kriſenunter=
ſtützte. Damit iſt der Höchſtand des vorigen Jahres um rund
500 000 Mann überſchritten. Aber nicht genug damit, die Zahl
ſtellt eine Rekordziffer dar, wie ſie auch in den ſchlimmſten
Nach=
kriegsjahren und nach der Stabiliſierung unſerer Währung nicht
erreicht wurde. Zu beachten bleibt, daß aber jeder weitere
Win=
termonat eine neue Verſchärfung der Situation auf dem
Arbeits=
markt mit ſich bringt, ſo daß alſo mit einer weiteren Vermehrung
des Arbeitsloſenheeres gerechnet werden muß. Die ſtatiſt’ſchen
Erhebungen erfaſſen aber nur die regiſtrierten Arbeitsloſen,
je=
doch nicht jene Kreiſe unſerer erwerbstätigen Bevölkerung, die
bei der Erwerbsloſenverſicherung nicht gemeldet ſind. An
zuſtän=
diger Stelle rechnet man noch mit weiteren 500 000 Perſonen, ſo
daß wir insgeſamt ſchon jetzt etwa 2,5 Millionen Arbeitsloſe
haben. Dabei iſt aber nicht zu überſehen, daß die Mehrzahl der
Erwerbsloſen verheiratet iſt und oft eine mehrköpfige Familie
beſitzt, ſo daß eine erſchreckend hohe Zahl von Perſonen durch
die Erwerbsloſigkeit dieſes Winters in Mitleidenſchaft gezogen
wird, wodurch eine außerordentliche Not in dieſen Familien
aus=
gelöſt werden dürfte. Aus dieſen Ziffern ergibt ſich auch das
beſte Bild über den gegenwärtigen Zuſtand unſerer Wirtſchaft.
Es muß dabei noch mit einer weiteren Verſchärfung gerechnet
wenden. Rund 200 Tarifverträge laufen in dieſem Monat ab,
und ihre Erneuerung wird nicht ohne Kämpfe abgehen und der
Wirtſchaft neue Belaſtungen bringen, ſo daß noch gar nicht
abzu=
ſehen iſt, welcher Entwicllung wir entgegengehen.
In dieſem Zuſammenhang dürfte es intereſſant ſein, was
Par=
ker Gilbert, in Illuſtrierung ſeines Berichtes durch die ſcharf
ein=
ſetzende Arbeitsloſigkeit, ſagt. In ſeinem Bericht ſtellt er die Lage
unſerer Wirtſchaft ſo dar, als ob wir alle Reparationsanſprüche
unſerer ehemaligen Gegner glatt erfüllen könnten. Wenn ſie aber
nicht einmal in der Lage iſt, ihren Abſatz und Export zu ſteigern
und infolgedeſſen die eigenen Arbeiter unterzubringen, dann
dürfte es eigentlich auf der Hand liegen, wie es um ihre
Repara=
tionsfähigkeit beſtellt iſt. Parker Gilbert iſt aber nicht im
Un=
klaren über die Vorgänge auf dem Arbeitsmarkt geweſen, denn
es machten ſich ſchon lange vor der Fertigſtellung ſeines Berichts
Sturmzeichen bemerkbar. Er hat ſie aber nicht berückſichtigt, hat
vielmehr in ſeinem Bericht faſt nur die Entwicklung des letzten
Vierteljahres verwertet, obwohl ſein Bericht erſt am 1. Januar
herausgekommen iſt. Er konnte alſo, wenn er gewollt hätte, auch
dieſe ungünſtigen Tatſachen berückſichtigen, hat es aber nicht
ge=
tan, und infolgedeſſen im Widerſpruch zu unbeſtreitbaren
Tat=
ſachen und gegen ſein beſſeres Wiſſen von einem deutſchen
Wohl=
ſtand geſprochen, von dem nicht einmal ein Schatten
vorhan=
den iſt.
Der Machtkampf in der Mandſchurei.
EP. London, 12. Januar.
Soweit ſich bis jetzt überblicken läßt, iſt es dem Sohn des
Marſchalls Tſchang Tſo=lin, Tſchang Hſü=liang, geglückt, einer
ernſten Verſchwörung Herr zu werden. Nach Meldungen aus
Mukden ſind nämlich in den Wohnungen der auf ſeine
Veranlaſ=
ſung hingerichteten beiden Generäle Dokumente aufgefunden
worden, aus denen hervorgeht, daß die Generäle heimlich im
Arſenal 20000 Gewehre bereitſtellen ließen und einen
Staats=
ſtreich gegen Tſchang Hſü=liang vorbereiteten. Da die beiden
Ge=
neräle ergebene Anhänger von Japan waren, kann über den
eigentlichen Charakter des Machtkampfes in der Mandſchurei, der
ſich zwiſchen Japan und Tſchang Hſü=iang, der jetzt auf der Seite
der Nauonaliſten ſteht, abſpielt, kein Zweifel mehr beſtehen.
Die Woche.
Der Staatsſtreich des Beherrſchers der Serben, Kroaten und
Slowenen in der Nacht vom 5. zum 6. Januar hat in mehrfacher
Hinſicht eine Bedeutung, die weit über Jugoſlawien hinausgreift.
Zunächſt beweiſt er ſchlagend, die Unhaltbarkeit der bisherigen
Zuſtände und beſtätigt die Auffaſſung aller derjenigen, die ſchon
im vergangenen Sommer nach dem Revolver=Attentat in der
Skupſchtina von einer ſchweren Kriſis des 1919 neu geſchaffenen
Staatsweſens ſprachen. Um den ſerbiſchen Verbündeten zu
ge=
winnen, um ein größeres Serbien zu ſchaffen, das ein franzöſiſcher
Vorpoſten auf dem Balkan ſein ſollte, hat man 1919 die kroatiſchen
Gebietsteile der öſterreichiſch=ungariſchen Doppelmonarchie kurzer
Hand dem ſerbiſchen Staat einverleibt, offenbar ohne darüber
nachzudenken, ob man nicht dadurch ein Staatengebilde ſchuf,
das den Keim des Zerfalls von vornherein in ſich trug. Schon
die Habsburger hatten ja an ihren kroatiſchen Untertanen nicht
immer Freude erlebt. Aber Tradition und eine geſchickte Hand, die
durch lange Erfahrungen geſchult, haben die beſtehenden
Schwierig=
keiten kaum jemals zu offenem Ausbruch kommen laſſen,
umſo=
weniger als das jahrhunderte lange Zuſammenleben der
verſchie=
denen Völker im gleichen Staatsweſen eine gewiſſe kulturelle
Ge=
meinſamkeit geſchaffen hatte. Mit der Gründung des
Königs=
reichs der Serben, Kroaten und Slowenen begannen die
Schwie=
rigkeiten. Das „ſiegreiche” Serbien meinte, die neuerworbenen
Gebietsteile wie eine eroberte Provinz behandeln zu können und
das A und das O der Belgrader Politik beſtand in dem Verſuch,
die Kroaten zu Serben machen zu wollen. Dieſer Verſuch aber
war umſo ausſichtsloſer, als die Serben dabei Methoden
an=
wandten, die zwar in Serbien und auch auf dem Balkan vielfach
üblich, in Kroatien alsbald erbitterte Entrüſtung hervorriefen.
Auch dadurch, daß man am 20. Juni 1928 im Belgrader
Parla=
ment die kroatiſchen Führer erſchoß, wurde die Stimmung nicht
gebeſſert, und ſo war man ſchließlich ſo weit gekommen, daß ein
legaler Ausweg unmöglich erſchien. Mit dem beſtehenden
Par=
lament war nicht mehr zu regieren, nachdem die 85 kroatiſchen
Abgeordneten ſeit dem Sommer jede Mitarbeit abgelehnt hatten,
Neuwahlen aber waren destegen unmöglich, weil ſowohl in
Belgrad wie in Agram jedes Kind wußte, daß die kroatiſchen
Parteien jede Wahl dazu benutzt hätten, über die vollſtändige
Trennung Kroatiens von Serbien eine Volksabſtimmung zu
ver=
anſtalten. An demſelben Tage, an dem eine neue Skupſchtina
in Belgrad zuſammengetreten wäre, hätten die kroatiſchen
Depu=
tierten ein ſouveränes Kroatien ausgerufen und die Löſung aus
dem jugoſlawiſchen Staatsverband mit einem ſehr ſtarken und
deshalb beſonders gefährlichen Schein von Recht vollzogen. Die
Auflöſung der Volksvertretung und die Uebernahme der
geſam=
ten Regierungsgewält ſtellt einen letzten Verſuch des Königs dar,
das 1919 geſchaffene jugoſlawiſche Staatsweſen in ſeiner jetzigen
Form zu erhalten. Ob er gelingt, wird davon abhängen, ob
König Alexander klug genug iſt, die Lage richtig zu erkennen, und
ob er entſchloſſen und geſchickt genug iſt, als notwendig erkannte
Maßnahmen auch unter ſchwierigſten Verhältniſſen praktiſch
durchzuführen. Die Verantwortung aber für die jetzigen
Vor=
gänge tragen vor der Geſchichte in erſter Linie jene Männer, die
das Selbſtbeſtimmungsrecht der Völker verkündend nach dem
Zuſammenbruch der Mittelmächte Volksteile und ganze Völker
verſchacherten, ſo wie man es einſt in längſt vergangenen
Jahr=
hunderten getan.
Und noch in einer anderen Beziehung müſſen die Belgrader
Vorgänge wie ein Menetekel wirken. Der Zuſammenbruch der
Mittelmächte ſollte nach Herrn Wilſon den endgültigen „Sieg der
Demokratie” bedeuten, was ja auch in Deutſchland manche Geiſter
ſo verwirrte, daß bekanntlich nach Auffaſſung des Herrn
Scheide=
mann das deutſche Volk im November 1918 auf der ganzen
Linie geſiegt hatte. Von einem neuen Zeitalter der Demokratie
ſprach man damals, das neues Leben aus den europäiſchen Ruinen
erblühen laſſen werde. Die Dinge haben ſich etwas anders
ent=
wickelt. Allmählich erkannte man den Umfang der Kriegsſchäden,
die durch die ungeheuerlichen „Friedensſchlüſſe” noch weiter
ver=
größert waren, und es zeigte ſich nur zu bald, daß die
euro=
päiſchen Völker nur unter Anſpannung aller ihrer Kräfte in der
Lage ſein würden, dieſe Schäden zu beheben. In einer ganzen
Reihe von Ländern aber verſagte nun die Demokratie in dem
Augenblick, als es galt, die Kräfte der Nation zuſammenzufaſſen.
In Italien und Spanien, in Polen und Griechenland und
ſchließ=
lich jetzt auch in Jugoſlawien trat an ihre Stelle die Diktatur.
Dieſes offenſichtliche Verſagen demokratiſcher
Inſtitutionen im entſcheidenden Augenblick iſt
eine Tatſache über deren Ernſt man ſich mit
all=
gemeinen Redewendungen weder
hinwegtäu=
ſchen kann noch darf.
Haben die Gegner der demokratiſchen Staatsform aber recht
mit ihrer grundſätzlichen Ablehnung, haben ſie recht mit ihrer
Behauptung, daß die Demokratie ſich überlebt habe? Ganz gewiß
nicht! Sie haben ebenſo wenig recht wie die grundſätzlichen
Verfechter demokratiſcher Theorien, denn es gibt nun
ein=
mal nicht eine abſolut beſte Staatsform. Es iſt
eine ſonderbare Erſcheinung, daß die Menſchen gerade in dieſen
wichtigen Fragen ſo gern vergeſſen, daß jede Bewertung nur
relativ ſein kann. Eine Staatsform iſt gut, wenn ſie dem
Charakter des betreffenden Volkes und den Verhältniſſen, unter
denen es zur Zeit lebt, Rechnung trägt. Sie kann für das
gleiche Volk verhängnisvoll werden, wenn ſich die
grundlegen=
den Verhältniſſe geändert haben. Wenn man ſich das bei uns
in Deutſchland ſtets vor Augen gehalten hätte, hätten
notwen=
digerweiſe die Erörterungen über die deutſche Staatsform an
Sachlichkeit gewonnen, hätten ſie nicht ſo viel beigetragen zur
Verſchärfung unſerer innerpolitiſchen Gegenſätze. Vielleicht hätte
man dann auch nicht ſo völlig überſehen, daß die Staatsform
an ſich trotz aller Bedeutung nicht das allein Entſcheidende iſt,
ſondern daß mindeſtens ebenſo wichtig für die Geſtaltung des
ſtaatlichen Zuſammenlebens die Art und Weiſe iſt, in der die
beſtehenden Geſetze von den Organen des Staates gehandhabt
werden. Wenn man einmal daran geht, vorurteilslos zu
unter=
ſuchen, warum während der letzten Jahre in einer Reihe von
europäiſchen Ländern das demokratiſche Syſtem ganz
offenſicht=
ich verſagt hat, während es andrerſeits der engliſchen Politik
Seite 2
Sonntag, den 13. Januar 1929
Nummer 1.
jederzeit ermöglichte die Erſchütterungen der Nachkriegszeit
abzu=
fangen, ſo kann man das Ergebnis einer Unterſuchung vielleicht
ſo zuſammenfaſſen: Nicht die Demokratie, ſondern
die Demokraten, nicht der Parlamentarismus
ſondern die Parlamentarier haben verſagt! Es
ſoll ſelbſtverſtändlich nicht überſehen werden, daß das
demokra=
tiſche Syſtem theoretiſch von manchen Vorausſetzungen ausgeht,
die zweifellos bei einer ganzen Reihe von europäiſchen Völkern
zur Zeit nicht vorhanden ſind. Aber das allein kann für die
Beurteilung nicht entſcheidend ſein. Jede durchgreifende
Aende=
rung der ſtaatlichen Struktur bedeutet faſt immer eine
gefähr=
liche Erſchütterung des geſamten Volkslebens. Wenn ſich die
Verhältniſſe ändern, iſt es eben die Aufgabe der Führenden im
Staate, nicht die beſtehenden Formen ohne weiteres zu ändern,
ſondern ſie mit neuem Inhalt zu erfüllen. Weil
die Staatsmänner des alten Rom dies meiſterlich verſtanden,
konnten ſie das römiſche Weltreich ſchaffen, während die atheniſche
Demokratie kläglich zu Grunde ging.
Träger der modernen Demokratie iſt das Parlament. Durch
ſeine gewählten Vertreter regiert ſich das Volk ſelbſt. Ein
zweifellos erhabener Gedanke — in der Theorie. Keine Kluft
zwiſchen Regierung und Regierten, jeder einzelne Staatsbürger
iſt mit dem Leben der Volksgeſcmtheit aufs engſte verbunden.
In der politiſchen Praxis ſehen die Dinge leider häufig anders
aus. Die notwendige Austragung der Intereſſengegenſätze trübt
nur allzuhäufig den Blick für das Geſamtintereſſe. Das
aber wird gefährlich für den Staat in dem Augenblick, in dem
das Parlament verſagt, in dem es ſich nicht mehr ſeiner hohen
Aufgabe bewußt iſt, Vertreter des geſamten Volkes zu ſein.
In der deutſchen Reichsverfaſſung wird, wie in den Verfaſſungen
faſt aller demokratiſch regierten Länder geſagt, daß der
Reichs=
tagsabgeordnete Vertreter des geſamten Volkes ſei. Daß die
europäiſchen Parlamente der Nachkriegszeit
dieſe Grundvorausſetzung vielfach völlig
ver=
geſſen haben, hat die gegenwärtige Kriſis des
Parlamentarismus heraufbeſchworen. Daß
klein=
lichſtes Parteigezänk auch in die parlamentariſche Erörterung der
nationalen Lebensfragen hemmend hineingetragen wurde, hat
nicht nur den Parlamenten die notwendige Autorität geraubt,
ſondern hat auch manche Staaten ſo nahe an den Rand des
Ab=
grundes geführt, daß die Völker die Uebernahme der Gewalt
durch einen Diktator ſchließlich nicht nur ruhig hinnahmen,
ſon=
dern mehrfach ſogar freudig begrüßten. Auch in Deutſchland
ſollte man über dieſe Dinge rechtzeitig und ernſthaft nachdenken.
Wir ſind uns darüber klar, daß eine abermalige
Staatsumwäl=
zung unſere ganze ſtaatliche Exiſtenz gefährden müßte. Wir
brauchen auch keinen Diktator, um unſerer gegenwärtigen
Schwie=
rigkeiten Herr zu werden, ſondern wir brauchen ein Parlament,
das ſich ſeiner großen Aufgaben und ſeiner Verantwortung in
jedem Augenblick voll bewußt iſt. Wir brauchen ein Parlament.
deſſen Mehrheit zwar Trägerin der Regierungsgewalt ſein muß,
deſſen Mehrheit ſich aber auch in jedem Augenblick der Pflicht
bewußt ſein muß, auch den Intereſſen der zeitweiligen
Minder=
heit Rechnung zu tragen. Die Kriſis des Parlamentarismus, die
wir unſtreitig erleben, wird für uns in dem Augenblick ihr Ende
gefunden haben, in dem unſere parlamentariſchen Erörterungen
nicht mehr verſinnbildlichen den Kampf aller gegen alle, ſondern
aller für alle!
M.
Die wechſelfälſchungsaffäre Litwinow.
EP. Paris, 12. Januar.
Der mit der Unterſuchung in der Affäre der falſchen ruſſiſchen
Wechſel beauftragte Richter verhörte geſtern erneut den Bochumer
Hoteldirektor Leborius, der mit Litwinow zuſammen angeklagt
iſt. Zunächſt teilte der Richter dem Angeklagten mit, daß das
von ihm als ſeine Bankverbindung genannte Bankhaus Fetſchow
nach einem Bericht der Berliner Polizei überhaupt nicht exiſtiere.
Der Verteidiger von Leborius wandte dagegen ein, man brauche
nur das Berliner Telephonadreßbuch aufzuſchlagen, um die
Adreſſe dieſer Bank zu finden. Leborius gab dann Aufſchluß
über ſeine Geldgeſchäfte. Vor allem erklärte er dem Richter, der
ſich wunderte, daß er im Mai 1926 den Betrag von 292000 Mark
an Litwinow gezahlt habe, ohne eine Bank in Anſpruch zu
neh=
men, er habe ſchon 1925 ſeinen ganzen Beſitz bei den Banken
abgehoben, da er wiederholt wegen falſcher Einkommenſteuer=
Erklärung beſtraft worden ſei. Infolgedeſſen habe er ſtets große
Beträge in ſeinem Beſitz gehabt und damit auch die Zahlung
an Litwinow leiſten können. Leborius beteuerte, daß er durchaus
in gutem Glauben gehandelt habe. Wenn die Wechſel Litwinows
echt ſeien, ſei er unſchuldig, wenn ſie falſch ſeien, ſei er betrogen
worden. Der Richter wird das Ermittlungsverfahren mit einem
Verhör Litwinows und Joffes fortſetzen.
Vom Tage.
Der Reihspräſident hat geſtern den
Reichsaußen=
miniſter Dr. Streſemann empfangen.
Die Bemühungen des Rechtsanwalts Dr. Führ, als Verteidiger für
die unter Spionageverdacht Verhafteten in Mainz zugelafſen zu werden,
ſind erfolglos geblieben. Sämtliche franzöſiſche Behörden
haben eine deutſche Verteidigung für die Beamten
des Reichsvermögensamtes abgelehnt. Somit iſt jede
Hoffnung genommen, den Verhafteten auch nur einigermaßen
brauch=
baren Rechtsſchutz zu ſtellen.
An Stelle des verſtorbenen Geheimrats Dr. Maximilian Kempner
iſt Reichsminiſter a. D. Graf v. Kanitz als Mitglied
des vorläufigen Reichswirtſchaftsrates berufen
worden.
Nachdem, wie bereits gemeldet, die Donnerstags=Ausgabe des
„Pommereller Tageblattes” beſchlagnahmt wurde, folgte
geſtern im Zuſammenhang mit den Aeußerungen des polniſchen
Außen=
miniſters Zaleſki in der Minderheitenfrage eine neue
Beſchlag=
nahme. Es handelt ſich diesmal um einen Artikel des deutſchen
Seimabgeordneten Graebe, der die Verfuche des polniſchen
Außen=
miniſters, einen Keil zwiſchen die Minderheiten zu treiben, energiſch
zurückweiſt.
*Die Rechtsunſicherheit
im beſetzten Gebiet.
Unter den Hoffnungen, die nach Locarno im beſetzten Gebiete
erweckt wurden, war auch die nach einer Neuregelung, Milderung
und Zuſammenfaſſung der Hunderten von „Ordonnanzen”, durch
deren Aussabe die Interalliierte Rheinlanokommiſſion ihre
Da=
ſeinsberechtigung nachzuweiſen ſucht. Die Unſicherheit,
ent=
ſtanden durch den Wuſt von Verfügungen, durch die ſich kein
Menſch durchkennt, zumal gar oft eine kautſchukartige
Dehnbar=
keit der Beſtimmungen Auslegungsmöglichkeiten nach
verſchiede=
nen Seiten ermöglicht, iſt durch verſchiedene Verhandlungen vor
den franzöſiſchen „Kriegsgerichten” wieder beſtätigt worden. So
wurden, wie bereits gemeldet, auf Denunziation eines Deutſchen
mehrere Mitglieder des Stahlhelms kürzlich in Mainz zu
Ge=
fängnis und Geldſtrafen verurteilt, weil der Stahlhelm eine im
beſetzten Gebiete verbotene Organiſation ſei. Die Frage, ob
dieſer Verband unter die Ordonnanz 295 fällt, nach der Vereine,
die eine Tätigkeit ausüben, durch die eine feindſelige Geſinnung
gegenüber den Behörden und Truppen der Beſatzung
hervor=
gerufen werde, verboten ſind, iſt jedenfalls zu verneinen. Aber
das ſteht in zweiter Linie. Wie das Verfahren vor dem
Militär=
polizeigericht erwies, kommt es der hinter der Unterſuchung
ſtehenden Sureté nicht einmal ſo ſehr auf das Abfaſſen von
Leuten an, die vielleicht ganz harmloſer Weiſe, für eine ſolche
verbotene Organiſation im beſetzten Gebiete tätig ſind. Genau
wie beim Ludwigshafener Spionageprozeß ergab ſich auch hier, daß
aus ſolchen Verfahren Material gegen die vaterländiſchen
Ver=
bände ſelbſt gezogen werden ſoll. Daß manche Leute dann nicht
feſt genug ſind und unter dem Drucke eines militärpolizeilichen
Verfahrens, auch zu ihrer eigenen Sicherſtellung nicht „dicht
blei=
ben” hat der Mainzer Fall erwieſen. Das ſo gewonnene
Mate=
rial, erhalten von Leuten, die zum größten Teil gar nicht in der
Lage ſind, wirllich Auskunft über die Tätigkeit und die Ziele
eines ſolchen beſpitzelten Verbandes zu geben, wird dann zu uns
ſchädigenden außenpolitiſchen Zwecken mißbraucht.
Die Bevölkerung des beſetzten Gebietes muß ſich, denn
an=
ſcheinend haben die Bemühungen, Abhilfe zu ſchaffen, zu keinem
Erfolge geführt, die Tätigkeit der franzöſiſchen Geheimpolizei
ge=
fallen laſſen. Aber ſie kann doch wohl mit Recht verlangen,
daß deren Tätigkeit ſich nicht auf Handlungen erſtreät, die im
un=
beſetzten Deutſchland begangen wurden und darum keinerlei
Ge=
fahr für die Sicherheit der Beſatzung darſtellen. Es iſt ein
Widerſpruch in ſich und ein Hohn auf jedes Rechtsempfinden,
daß wohl — was die Beſatzung auch niemals verhindern kann
— ausführliche Berichte über große Kundgebungen von im
be=
ſetzten Gebiete verbotenen Organiſationen durch die Preſſe
ver=
breitet werden; daß jedoch die perſönliche Teilnahme daran,
wenn auch nicht direkt als ſtrafbar, aber mindeſtens als belaſtend
für den „Leumund” des Betreffenden angeſehen wird und bei
nächſter ſich darbietender Gelegenheit ſtraferſchwerend ins
Ge=
wicht fällt. Die Beſpitzelung von Deutſchen, die an ſolchen
Ver=
anſtaltungen im unbeſetzten Deutſchland teilnehmen, geht immer
noch weiter. Die Erfolge derſelben verſchwinden in den bei der
Sureté geführten geheimen Perſonalakten. Um dann wieder zu
erſcheinen, wenn der „Verbrecher” aus irgend einem, leicht zu
findenden Grunde mit der Strafgewalt der Beſatzung in Konflikt
gerät. Die gerade in der letzten Zeit wieder verſchärft eingeſetzte
Verhaftungspraxis, durch die auch bei kleinen Vergehen Leute,
die im beſetzten Gebiete feſt anſäſſig ſind, und bei denen keinerlei
Fluchtverdacht vorliegt, zunächſt einmal in Unterſuchungshaft
genommen werden, beweiſt die Rechtsunſicherheit, die trotz aller
angeblichen Milderungen noch immer über der Bevölkerung des
beſetzten Gebietes ſchwebt.
Die Ztuge der Goden Aoartton.
Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen Zenkrum
Sozialdemokraken.
* Berlin, 12. Januar. (Prib.=2—1
Am Montag wird der Kanzler nach ſeinem Urlaub wies)
Berlin auftreten und die Kabinettsſitzung leiten, die ſich mitt?
Steuerbukett Dr. Hilferdings beſchäftigen ſoll. Es iſt ein 5ö0n
liches Geheimnis, daß ſich unter den Miniſtern ſtarke Meinrw,
verſchiebenheiten über die Steuerpläne bemerkbar machen:
wird infolgedeſſen nicht leicht ſein, ſelbſt in dieſem kleinen g.
eine Verſtändigung zu erzielen. Der Ausgang iſt jedenfallss
vollkommen unſicher. Kein Wunder, wenn daher die Regien
mit einiger Sorge der Entwicklung in Reichsrat und
Reicrz=
ſelbſt entgegenſieht.
Die Dinge lägen natürlich ſehr viel einfacher,
wenni=
koalitionsmäßig gebundene Regierung vorhanden wäre, wwofü,e
November Zeit und Gelegenheit war. Heute iſt, ſo wiml/6, der Augenblick verpaßt. Der Reichstagspräſidenn/
dem Kanzler noch Gelegenheit zu Koalitionsbeſprechungen • /
und den Reichstag erſt für den 24. Januar einberufen, ri
dieſer Konſtellation glaubt aber im Ernſt eigentlich kein YIn
mehr daran, daß die Verſuche zur Gründung der Großen
lition von Erfolg begleitet ſein werden. Es bleibt kaum ein
anderes übrig, als auch weiter ſozuſagen von der Hand im)
Mund zu leben und die Koalitionsbemühungen ſolange zur.-u
ſtellen, bis über das Sch ckſal der Steuergeſetze Klarheit geſchhu
iſt. Auch die Sozialdemokraten ſehen das jetzt ein. Trotzdeaa/
es einen gewiſſen pikanten Reiz, wenn jetzt zwiſchen Sotialäu
kraten und Zentrum in der Preſſe ein Streit darüber gehttnn“
an dieſem bedauerlichen Zuſtand ſchuld iſt. Die
Sozialdemocy-
machen das Zentrum verantwortlich, das Zentrum wied.n
ſchiebt die Verantwortung den Sozialdemokraten zu. Die
mania” wird ſehr giftig und gießt einen ganzen Eimer ag
über die Sozialdemokraten, die ſich gegenüber den Vorſch7u
ihres Finanzminiſters völlig freie Hand vorbehalten, obworl /
Sozialdemokratie nicht nur die Regierung führe, ſondern 0
den für die Finanzpolitik verantwortlichen Miniſter ſtelle, warnt
die Gefahr entſtehe, daß die Sozialdemokraten ſchließlich in Qy0
ſition zu der eigenen Regierung gingen. Das iſt allerdings
Fonſequenz, die nicht ganz von der Hand zu weiſen iſt. Wäll
her der Kanzler ſein Regierungsſchifflein durch die Klipper
kommenden Wochen ſteuern will, iſt vorläufig ſein Geheiry
Günſtiges Wetter wird er aber gewiß nicht vorfinden. Wenn.
dem die „Germania” den Appell wiederholt, eine feſte Regiay
zu ermöglichen und eine größere Solidarverantwortung dern
gierung herbeizuführen, ſo hat das wohl nur akademiſchen Süm
Hilferdings Steuerbukeft.
* Berlin, 12. Jan. (Priv.=2./i.
Der Reichsfinanzminiſter Dr. Hilferding ſieht ſich jetztN
antwortlich, im Sozialdemokratiſchen Preſſedienſt wenigſtensſſphn
Gerippe ſeines Finanzprogramms und die Schätzungen zu wt
öffentlichen, auf die er ſich ſtützt. Man wird grundſätzlich /ü
ſagen können, daß derartige tropfenweiſe Veröffentlichungem) rſt
ſie diesmal Seliebt wurden, durchaus unerfreulich ſind unduſte
mieden werden ſollten. Im Ganzen will der Miniſter 500 Mſrr
nen flüſſig machen, nachdem er rund 200 Millionen in dem iſten
zuſammengeſtrichen hat. Aus der Bierſteuer ſollen 165 Millflctd
kommen, aus der Steigerung der Branntweinabgabe 90 Mſle,
nen. Aus dem Mehreinkommen bei der Vermögensſteuererhö. t
um 20 Prozent werden 104 Millionen errechnet. Die Verſchäm!
der Erbſchaftsſteuer, namentlich beim Gattenerbe, foll zu
Millionen einbringen. Die Abgabe der Poſt ſoll von 100 aun
Millionen erhöht werden. Endlich rechnet ſich der Miniſtemſ
der Veränderung des Finanzausgleichs ein Plus heraus, md
er den Anteil des Reiches von 25 Prozent an der Einkom4n!
und Körperſchaftsſteuer um weitere 120 Millionen ſicherf
in=
will. Der „Vorwärts” beeilt ſich hinzuzufügen, daß es ſich Fe
bei lediglich um Vorſchläge des Finanzminiſtnn
handle, denen gegenüber die Sozialdemokt d
völlig freie Hand habe und deren Ausſichten im Rrſu
rat und Reichstag höchſt unſicher erſchienen. Darin hat er Huſ
dings ganz recht. Dagegen iſt es unverantwort=ſ
Demagogie, wenn die Sozialdempkraten /an
haupten, ſie hätten lediglich die böſe Erbſchſe
früherer Regierungen zu liquidieren. Der Kun
wärts” hat ſicher auch nicht vergeſſen, daß die Sozialdemosn
bei Regierungsübernahme nichts eiligeres zu tun hattemſi
die Einkommenſteuer zu ſenken, was dem Einzelnen im Thd
höchſtens 50 Pfennig ausmachte, dem Reich aber allein ᛋ
einen Ausfall von 50 Millionen brachte.
Dus weit Zlolls.
Ausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor.
Heute vormittag um ½12 Uhr wird in der Kunſthalle am
Rheintor die Geſamtausſtellung der Werke von Fidus eröffnet
werden. Es wäre wünſchenswert, daß recht Viele der Einladung
zur Eröffnung Folge leiſten. Fidus ſelbſt wird zu ſeinen
Wer=
ken ſprechen und wird durch die reichhaltige Ausſtellung führen.
Die Gelegenheit, den Künſtler zu ſeinen Werken ſelbſt ſprechen
zu hören, ſollte ſich niemand entgehen laſſen.
Die Preſſe hatte geſtern Gelegenheit, in einer Vorbeſichtigung
der Ausſtellung den Künſtler über ſeine Werke zu hören. Gewiß
reden die zahlloſen Entwürfe, die Fidus in ſeiner ganz eigenen,
aber ganz tiefen, im geheimnisvollen Weben der Natur, des
Zeugens und Vergehens wurzelnden Religioſität geſchaffen, für
ſich. Sie würden deutlicher und eindringlicher ſprechen, wenn
es dem Künſtler ermöglicht wäre, ſeinen Altarbildern und
Bau=
ten die letzte gültige Ausführung zu geben. Bisher blieb es ihm
verſagt, ſein Lichtgebet „von Gott — zu Gott” monumental zu
geſtalten. Den Künſtler aber zu ſeinen Entwürfen, die in
viel=
facher Variation ſeinen Willen predigen, ſeine Ideen zeigen,
ſprechen zu hören, iſt ein äſthetiſcher Genuß. Dieſer körperlich
kleine Menſch mit dem geiſtvollen, teils fanatiſchen, teils
welt=
entrückten Blick aus den Augen des asketiſchen Chriſtuskopfes, iſt
Dichter und Philoſoph, Naturwiſſenſchaftler und Religionsſtifter.
Iſt vor allem ein großer Künſtler!
Dieſe Geſamtausſtellung zeigt nichts mehr von den kleinen
tanzenden Kinder= und Elfengeſtalten, die meiſt ſeiner erſten
Schaffensperiode entſtammen, die aber immer und immer wieder
in Illuſtrationen wiederkehren und ein in keiner Weiſe
erſchöpfen=
des Charakteriſtikum ſeiner Kunſt geben. Sie zeigt aber eine
unendliche Fülle von tief durchdachtem, innerlich erlebtem
Arbeiten, wenn in der Mehrzahl auch nur in erſten Entwürfen,
in den bedeutendſten aber auch in endgültiger Ausführung. Sie
zeigt vor allem die wenig bekannte Fülle ſeiner dichteriſch und
religißs erlebten Landſchaften, ſeiner Farbenharmonien,
ſeiner Kompbſitionen und, wie erwähnt, ſeiner großgedachten
Schöpfungen zur Geſtaltung neuer Tempelkunſt oder wenigſtens
zur Ausſchmückung von Botteshäuſern irgendwelcher zeit= und
konfeſſionslofen Epoche. Darin vielleicht liegt die Größe gerade
dieſes Teils von Fidus' Schaffen, daß ſeine Religions=, ſeine
Tempel= und Allarlunſt zeitlos iſt und konfeſſionslos.
Sie liegt begründet im weſentlichen in dem Lichtgebet von
Gott — zu Gott. Von Gott: der Menſch, der aus irgendwelchen
unfaßlichen Fernen kommend, den harten Boden der Erde keuſch
und ſcheu betritt, dann nach vollendetem Erdenwallen mit all
ſeinem unerfüllt gebliebenem Sehnen zu Gott, ausſtrahlend in
dem wundervollen Lichtgebet: Der Jüngling auf höchſter Höhe,
die Arme ſehnend dem Licht zugebreitet, der Erde entſchwebend.
Dieſes Grund= und Leitmotiv geht durch faſt alle Entwürfe
Fidus” zu ſeinen Altarbildern und zu ſeiner Tempelgeſtaltung.
Das tief religiöſe, das im geheimnisvollen Werden des
Men=
ſchen liegt, nicht nur des Menſchen, ſondern der Natur überhaupt,
die immer irgendwie in den Allegorien Fidus” mit der
Menſch=
werdung in enger Verbundenheit verknüpft iſt: Die Zeugung
aus dem Nichts, das Werden und Vergehen, um wiederum einem
neuen Weſen Platz zu ſchaffen. Wie in der Himmelsſehnſucht,
aus der Erdgebundenheit heraus des zu Gott gehenden
Men=
ſchen, der Kreis um ihn weit ins Kosmiſche gezogen, ſo auch bei
dem geheimnisvollen Werden in der Natur, dem Kosmiſchen
die unbedingt vorhandene Mitbeſtimmung des Geſchickes immer
irgendwie in bildlicher Darſtellung eingeräumt, hin und wieder
eng angelehnt an die Geſtirne der Nacht und des Tages. Immer
Sonne, immer Licht, aber in welch vielgeſtaltener Ausdeutung
und Farbe. Lichtbringer iſt für ihn auch Luzifer. —
Das die religiöſe und weltanſchauliche Anſchauung des
Dich=
ters. Sie findet in faſt allen Bildern dieſer Schaffensperiode
auch äußerlich Niederſchlag in der künſtleriſchen Geſtaltung.
Immer ſind die Hauptfiguren von lichter Klarheit, ſtrenger
Ge=
ſchloſſenheit. Immer aber irgendwie umrahmt, allegoriſch
illuftrierend, ſeeliſche Empfinden erläuternd, und ſein Dichtertum
prägt ſich in den Inſchriften und Unterſchriften aus.
Rein künſtleriſch ſtand Fidus von früheſter Jugend an allein,
er ſteht es wohl heute noch. Aber er gehört zu jenen ſtarken, die
am mächtigſten ſind, wenn ſie allein ſind. Und er iſt Künſtler!
Um ihn iſt es nicht einſam, wenn er ſein künſtleriſches Leben auch
faſt allein lebt. Um ihn leben die Lichtgeſtalten ſeiner reichen
Phantaſie. Um ihn lebt der Menſch als Kind, als Jüngling und
Jungfrau, als Mann und Weib und in religiöſer
Phantaſie=
geſtalt. Der Menſch aber immer in einer reinen, keuſchen, nackten
Schönheit. Immer als der Schöpfung ſchönſtes Werk, als
vollen=
detes Naturgebilde, ihm ordnet er unter die Blumen und
Blüten ſeiner Phantaſie. Er verpflanzt ſie in Staubgefäße und
Blütenſtaub der romantiſchen blauen Wunderblume und läßt ſie ſo
aus Natur entſtehen, aus der Erdgebundenheit emporwachſen
zu Gott, der ihm immer irgendwie Lichtgeſtalt iſt, dem er nie
eine äußerlich greifbare Geſtalt zu geben verſucht. — Nie war
und nie iſt in Fidus' künſtleriſchem Schaffen Sentimentalität!
Fidus” Schaffen iſt unendlich vielſeitig. Aber ſo ſtark)
ſo groß ſeine Vielſeitigkeit iſt, es ſpricht immer eine 24
Sprache. Unzählige Male ſind Fidus: Illuſtrationen geEn
Viele ſeiner Werke ſind im Privatbeſitz des In= und Auslax)
Von der Fülle ſeines Schaffens gibt die Ausſtellung einen 9
nicht erſchöpfenden, aber guten Ueberblick. Jedes einzelne K.
Bilder könnte Anlaß ſein ſich hinein zu verſenken und über 51
Reichtum viel zu ſagen. Der Beſchauer aber hat mehr z‟
wenn er verſucht, ſich in den Ideengehalt hinein zu verß He
und zu verſuchen, die Sprache des Künſtlers ſtumm und Ats
ſo eindringlich beredt hören und verſtehen zu lernen. —
Die Ausſtellung des Geſamtwerkes umfaßt Bilder und /e
würfe. Zeichnungen und Reproduktionen aus der ganzen
4 Jahrzehnte hindurchreichenden Schaffenszeit des Künl.
Wir ſehen die erſten Anfänge des Diefenbach=Schülers, de
ſehr bald von ſeinem Meiſter löſt, ſehen dann ſeine AkaLde
ſtudien, Bilder, die Laibl gemalt haben könnte, ſehen ihn-
derum vom akademiſchen ſich loslöſen und zu ſeinem eignen
leriſchen Ich ſich hindurchringen. Scharf charakteriſierte Pc
zeichnungen hängen neben ernſten und reifen Oelſtudien n0.
Natur, Illuſtrationsblätter aus allen möglichen
Gelegen-
heraus geſchaffen — Krieg und Frieden nehmen einen b‟
Raum ein — Entwürfe zu Volkshäuſern und Tempeln in T.
Phantaſiegeſtalt und ſehen dann im Hauptſaal als Kulmina ?
punkt ſeines Werkes die unzähligen Verſuche, ſeinem Lich M
Leben und Form zu geben.
A.
Heſſiſches Landeskheater.
Großes Haus. — Samstag, 12. Januar.
Die Bohéme.
Oper von G. Puccini.
* Es iſt nicht anzunehmen, daß Ladislas Vajdaſit
heute als Gaſt den Rudolf gab, für eine Anſtellung bei m.
Frage kommen wird. Der noch ſehr jung ſcheinende S‟
erwies ſich in der Darſtellung unbeholfen und von ungun
Aeußeren. Typus und Textausſprache ſind fremdländiſch.
Tenor iſt weder natürlich, noch ſchön. Auf eine wenig gegr2
Mittellage bauen ſich die hohen Töne nicht frei quillenb w
ſondern müſſen gewaltſam erpreßt werden, wodurch ſie ſt
unedlen Klang erhalten. Schlechte Angewohnheiten in
und Tonbehandlung verſtimmen. Geſchmack und Technik ſ0.
unentwickelt. Ausdruck und Perſönlichkeit haben etwas 7
Aeußerliches.
ur-mmer
13
Eonntag, den 13. Januar 1929
Seite 3
e Einſtellung der Sowjekregierung
zum Pariſer Verkrag.
Rostaus Ankwork auf die polniſche Note.
Moskau, 12. Januar.
Note der Sowjetregierung an Polen weiſt darauf hin,
daütſe Erklärung der polniſchen Negierung über ihre grundſätze
liaſhereitſchaſt zur Annahme des ſowjetruſſiſchen Angebots
vocht: Sowjetregierung mit Befriedigung aufgenommen werde.
Dicichvſetregierung ſpricht jedoch ihr Bedauern darüber aus,
dathi, polniſche Note keinen Hinweis enthält auf die
Bereit=
ſcheſſtudier polniſchen Regierung zur ſofortigen Durchführung des
Vrchlſrges der Sowetregierung, der beiden Teilen keine neuen
Vekuinchrungen auferlegt, außer den bereits durch den Pariſer
Veken übernommenen. Indem die polniſche Rgierung eine
Rexzei /Sedingungen ſtellt, weiſt ſie faktiſch den Antrag der
Sow=
jetnnen ung auf einen unbedingten beiderſeitigen
Angriffsver=
zichikur-ück. Die Note weiſt ferner darauf hin, daß die
beding=
urmatzyi Unterzeichnung des Pariſer Vertrages durch die
pol=
niſiß egierung die Sowjetregierung veranlaßt habe, ſich mit
ihrim Angebot an Polen zu wenden. Die in der polniſchen Note
geſiſte Bedingung ſei um ſo unverſtändlicher, als der Pariſer
Weſſtig, im Falle ſeiner Ratifiz erung durch 15 Signatarſtaalen
bauttaaſiſch zwiſchen Polen und der Sowjetunion in Kraft tritt,
unubäirgig vom Beitritt aller baltiſchen Staaten. Die
Sowjet=
regtſüng habe jedoch in der Note vollkommen eindeutig erklärt,
daß; dir Staat dem Protokoll beitreten kann, und dem Wunſche
magich hätritt der Nachbarſtaaten der Sowjetunion zu dem
Pro=
nol btAmtsdruck verliehen. Die Sowjetregierung habe den
glei=
hert ſurſchlag nur an Litauen lediglich deshalb gerichtet, weil
beſtir gen baltiſchen Staaten ihren Beitritt zu dem Pariſer
Veuſtg, noch nicht vollzogen haben. Noch vor verhältnismäßig
uruh,) eit erregten die polniſch=litauiſchen
Bezieh=
ſutnuſgy ernſte Beſorgnis um das Schickſal des europäiſchen
Fräſtlys, und Polen ſelbſt hat im Völkerbunde auf die
Auf=
gebtſu ides Kriegszuſtandes zwiſchen Polen und Litauen
ge=
idrätmh. Daher glaubte die Sowjetregierung, daß Polen die an
e ürr iſche Regierung gerichtete Aufforderung zur Teilnahme
Anterzeichnung des Protokolls nur begrüßen werde.
SittkFrnfellung der baltiſchen Skagken zum Pariſer
Verkrag noch ungewiß.
ße Note der Sowjetregierung weiſt ſodann darauf hin,
aßli Sowjetregierung insbeſondere nach Abſendung
er „pie vom 29. Dezember an die polniſche Regierung auf
iplioaiiſchem Wege verſucht habe, die Einſtellung der
aſllſchen Staaten zu dem Pariſer Vertrag
er owjetregierung ſei einſtweilen lediglich die offizielle
Mit=
ſieht ſiteilr“ wer litauiſchen Regierung über deren Beitritt belannt.
nſt wensobzz wieſer oder jener baltiſche Staat ſeinen Beitritt bekaunt
Schätumibtt verde die Sowjetregierung bereit ſein, ihn zugleich zum
d grundis eizur Szu dem Protokoll über die baldige Inkraftſetzung des
öffeniſtkerſtyyss aufzufordern. Inzwiſchen ſetze die Sowjetregierung Trotz werde ſie noch jahrelang weiterbeſtehen. —
Miniſterpräſi=
ulich ſiutzreitruche fort, die Einſtellung der baltiſchen Staaten zu dem
Miniſter arnt WVertrage klarzuſtellen. Wie der Sowjetregierung
be=
lionen jrnmute, würden auch von der litauiſchen Regierung in dieſer
ollen lötich ig Verſuche unternommen. Die Sowjetregierung würde
inabgabe beri ſer chlaufende Bemühungen ſeitens der polnſiſchen
Regie=
gensſteunm y freut ſein.
Lierbe, /Runäniens Beitrikk ſtehl kein Hindernis enkgegen.
oll vo
D’MNote der Sowjetregierung erklärt dann weiter, wenn
ch der
uus bruuch /Rwänien, mit dem die Sowjetregierung keine
diplomati=
an der Fhemſe jehungen unterhält, ebenfalls unter denjenigen S.aaten
lionen efitich elche ihren Beitritt zum Pariſer Vertrag vollzogen / Beratung geſtellt. — Für Donnerstag wurde die Interpellation
däß —ip ſei die Sowjetregierung bereit, auch Rumänien den
anzmeibiht Bum Protokoll vorzuſchlagen. Die Sowjetregierung
demirüchet polniſchen Regierung dafür dankbar ſein, wenn dieſe
garſikt mund ihr baldigſt mitteilt, ob der formale Beitritt
Ru=
äniſes zu dem Pariſer Vertrage erfolgt und ob Rumänien be=
Darin !
erantp” em von der Sowjetregierung vorgeſchlagenen Protokoll
matruelöötn Somit kann der Hinweis auf Rumänien nicht als
urſprünglichen Signatarmächte zu einem ſolidariſchen
Nati=
fikationsverfahren. Der Vertrag enthalte auch keine
Einſchräu=
kungen für ſeine Teilnehmer in bezug auf den Abſchluß anderer
Verträge untereinander, ſofern dieſe dem Pariſer Vertrage
nicht zuwiderlaufen. Die Sowjetregierung glaubt, das Intereſſe
der Völker der Sowjetunion und Polens und ihr Friedenswille
könnten nicht zulaſſen, daß dem Verzicht ihrer Regierungen auf
den Krieg als Inſtrument ihrer nationalen Politik ſeitens
an=
derer Staatem Hinderniſſe entgegengeſtellt werden. Die
Unter=
zeichnung des vorgeſchlagenen Protokolls werde auch dann eine
große moraliſche Bedeutung für die ſowjetruſſiſch=polniſchen
Be=
ziehungen erhalten, wenn das Inkrafttreten des Pariſer
Ver=
trages durch alle 15 Signatarſtaaten ſich für längere Zeit
ver=
zögern ſollte.
Pertrauensbotum für die Regierung Poincare
„neſſtffige Erklärung für eine Ablehnung der polniſchen
Re=
zernch gezüglich der ſofortigen Verwirklichung des Vorſchlages
E0 r iy etregierung gelten. Die Note weiſt ferner darauf hin,
aß 9½ Angebot der Sowjetregierung die baldigſte
Inkraft=
tzunſdes Pariſer Vertrages wenigſtens zwiſchen einigen
Staa=
n ihmscke. Die Note bemerkt, die Sowjetregierung finde in
maAi=ſer Vertrag keinen Hinweis auf eine Verpflichtung der
Rachtſihung der franzöſiſchen Kammer.
Poincaré ſiegt mit 74 Skimmen Mehrheit gegen
die Linke.
EP. Paris, 12. Januar.
In einer nach Mitternacht vorgenommenen Abſtimmung hat
die Kammer mt 325 gegen 251 Stimmen, alſo wit einer alle
Er=
wartungen übertreffenden Mehrheit von 74 Stimmen, der
Re=
gierung ihr Vertrauen ausgeſprochen.
Die Nachtſitzung geſtaltete ſich recht ſtürmiſch. Nachdem der
Radikale Daladier am Schluſſe ſeiner Rede die
Kongregations=
vorlage als eine Bedrohung der Laiengeſetzgebung bezeichnet
und der gesenwärtigen Regierungsmehrheit, die Fähigkeit zur
Liquidierung des Krieges abgeſprochen hatte, ergriff der
el=
ſäſſiſche Abgeordnete Michel Walther das Wort.
Seine von allen Seiten mit heftigen und häufig recht
unparla=
mentariſchen Zwiſchenrufen unterbrochene Erklärung, daß er
gegen die Regierung ſtimmen werde, um damit ſeine
Mißbil=
ligung für die im Elſaß verfolgte Politik und
über die Verweigerung der Amneſtie für die Opfer des Kolmarer
Prozeſſes zu bekunden, veranlaßte Poincaré zu der Entgegnung,
er werde in der demnächſt beginnenden Debatte über die
elſaß=
lothringiſche Frage die infame Rolle der elſäſſiſchen
Preſſe enthüllen. Kammerpräſident Bouiſſon verwies den
elſäſſiſchen Abgeordneten von der Tribüne, da ſeine
Ausführun=
gen provozierend wirkten und außerdem ſeine Redezeit
abgelau=
fen ſei. — Der nächſte Redner, der Sozialiſt Vincent=
Auriol, entfeſſelte einen noch größeren Lärm,
indem er einen reaktionären Abgeordneten angriff, der ſich nicht
davon abbringen laſſen wollte, ſofort auf dieſe Angriffe zu
ant=
worten. Schließlich mußte der Präſident, um die Ruhe wieder
herzuſtellen, die Sitzung unterbrechen. Die Abgeordneten der
Linken verließen den Saal unter Abſingung der Internationale,
worauf die Rechte mit der Marſeillaiſe antwortete, und die
Ga=
lerie, die trotz der vorgerückten Stunde noch bis auf den letzten
Platz beſetzt war, in einen wilden Lärm ausbrach.
Nach der Wiederaufnahme der Sitzung konnte Vincent=Auriol
ſeine Rede beenden. Er ſagte, die Kammer habe ſich nicht über
arſihfellen, daß dieſe Verſuche jedoch erfolglos geblieben ſeien, das Regierungsprogramm, ſondern über die großen finanziellen
und internationalen Probleme auszuſprechen.
Der Abgeordnete Reynaud (Gruppe Maginot) beſchränkte
ſich auf die Feſtſtellung, die Regierungsparteien hätten nicht
nötig, in die Debatte einzugreifen, da Poincars ſchon für ſie
ge=
ſprochen habe. Der gegenwärtigen Mehrheit auf der Linken zum
dent Poincaré lehnte die von den Sozialiſten und den Radikalen
für ihre Tagesordnung geforderte Priorität unter Stellung der
Vertrauensfrage ab. — Die unter ungeheurem Lärm
durchge=
führte Auszählung ergab die Ablehnung der Priorität mit 317
gegen 253 Stimmen. Der Miniſterpräſident erklärte nunmehr,
die von dem Linksrepublikaner Sibille eingebrachte
Tagesord=
nung entſpreche wegen ihrer Kürze am beſten den Wünſchem der
Regierung. Die Abſtimmung hatte das gemeldete Ergebnis.
Um 1 Uhr nachts vertagte ſich die Kammer auf nächſten
Diens=
tag. — Da Finanzminiſter Chéron erkrankt iſt, wurde die
vor=
geſehene Interpellationsdebatte über die Finanzpolitik der
Re=
gierung bis auf weiteres verſchoben und das Flottenſtatut zur
über die Sozialpolitik der Regierung auf die Tagesordnung
geſetzt.
Die Auseinanderſetzung in der Kammer iſt, wie uns unſer
A.=Korreſpondent ſchreibt, viel ruhiger vor ſich gegangen,
als ma erwartet. Das iſt gewöhnlich ſo, wenn man ſich weit im
voraus auf ſenſationelle Ereigniſſe gefaßt macht. Gleich bei der
Eröffnung der Kammer fand man dieſe Regel beſtätigt. Das
Problem der Regierung iſt freilich keineswegs gelöſt. Und es
wird noch zahlreiche Interpellationen geben, die für die
Regie=
rung weit gefährlicher werden können, als die im voraus ange= 9
meldeten Paradeangriffe der Oppoſition.
Eine gewiſſe Entſpannung iſt aber vorhanden. Das ſah man
bereits bei der Wahl des Kanmerpräſidenten. Die Kammer will
beſſer gegen die öffentliche Meinung geſchützt ſein, und dieſem
Bedürfnis tragen jetzt die führenden Staatsmänner auch
Rech=
nung.
Poincaré hat erklärt, daß die Regierung mit jeder noch ſo
kleinen Mehrheit bleiben wird. Das hat an verſchiedenen Stellem
eine gewiſſe Enttäuſchung ausgelöſt. Nicht alle haben von ihm
dieſe Haltung erwartet. Realpolitiſch bedeutet dieſe Erklärung
Poincarés, daß er, wie während der Stabiliſierungszeit, das
Verbleiben der Regierung für eine nationale Notwendigkeit hält.
Er hat es ſelbſt geſagt. Alſo weitere Fortſetzung jener
Politik, welche die Union nationale ſchon ſo oft
gegen die Angriffe der Kammer beſchützt hat.
Das ſchließt freilich eine Umgeſtaltung des Kabinetts nicht
aus. Der Augenblick dazu ſoll zwar noch nicht gekommen ſein,
aber man kann ſchon auf der Rechten Leute mit beſorgten
Ge=
ſichtern ſehen, die befürchten, daß die Radikalſozialiſten in die
Regierung zurückkehren.
Die Stellungnahme der radikalen Linken für die Regierung
hat die Bedeutung des oppoſitionellen Beſchluſſes der
Radikal=
ſozialiſten ſtark herabgedrückt. Und man behauptet, daß, wenn
die Radikalſozialiſten ſich während einiger Zeit iſoliert fühlen
werden, ſie dann freudig den Lockrufen Poincarés nachgebem
werden. Vorläufig ſind wir aber noch weit von einer ſolchen
Entwicklung entfernt. Denn nichts charakteriſiert ſo gut die Lage,
als daß Poincaré ſich jetzt mit jeder Mehrheit zufrieden gibt.
Wären nicht die Reparationsverhandlungen, die jede
parlamen=
tariſche Taktik ſeitens der Regierung in den Augen der politiſchem
Welt rechtfertigen, ſo würde man die ganze Unhaltbarkeit der
Lage beſſer fühlen.
Die Affäre der „Gazetke du Franc”.
Neue Enkhüllungen über die Hinkergründe
des Skandals.
EP. Paris, 12. Januar.
Die geſtrige Konfrontierung des Direktors der „Rumeur”
Anque=
til, der Frau Hanau und des Agenten Amard verlief
außerordent=
lich ſtürmiſch und brachte neue Enthüllungen über die
Hinter=
gründe des Skandals der „Gazette du Franc”. Amard hielt ſeine
früheren Aeußerungen aufrecht, daß er im Auftrag der Frau
Hanau an Anquetil 150 000 Franken bezahlt habe, damit er
ſeine Kampagne gegen die Gazette du Franc in der „Rumeur”
einſtelle. Anquetil behauptet dagegen, dieſe 150 000 Franken
nie=
mals erhalten zu haben. Frau Hanau erklärte darauf, Anquetil
habe außerdem noch andere Beträge von ihr erpreßt, wofür ſie
mehrere Beiſpiele anführte. Cinmal habe er ihr zum Dank
einen Blumenſtrauß geſchickt. Auch von dem gegenwärtigen
Landwirtſchaftsminiſter Henneſſy habe er 150 000 Franken
er=
preßt. Amard ſagte lociter aus, Anquetil habe ihm einmal mit
dem Hinweis beruhigt, wenn etwas ſchief gehe, ſo werde er ſich
an den Juſtizminiſter Barthou wenden. Auf Anfrage des
Unter=
ſuchungsrichters bezüglich der an den Chefredakteur des „
Quoti=
dien‟ Dumay, gezahlten Summe von 1,6 Mill. Franken,
er=
widerte Frau Hanau, das habe nichts mit dem Fall Anquetil
zu tun, denn man könne den „Quoditien” nicht mit der „Rumeur”
auf eine Stufe ſtellen. Dumay habe niemals verſucht, von ihr
Geld zu erpreſſen. Frau Hanau erhob darauf Anklage gegen
Anquetil und Amard wegen Erpreſſung, zog jedoch ſpäter die
Anklage gegen Amard wieder zurück, Anquetil ſtellte Antrag,
Amard auf ſeinen Geiſteszuſtand zu unterſuchen, worauf letzterer
die gleiche Unterſuchng bei Anquetil forderte.
de Verein der Freunde des humaniſtiſchen
Gymnaſiums
in 100in Oütu derne Aſtrologie” gewonnen. Vor Beginn des
hat wortüs begrüßte der neugewählte Vorſitzende des Vereins, Herr
uehotzrat Prof. Walbe, die Anweſenden und teilte das
Er=
bmitzderr Vorſtandswahl in der letzten Mitgliederverſammlung
ſtuc it. 4bs ſei Ueberlieferung des Vereins, an die Spitze ſeines
ſerneſl erert keinen Altphilologen zu wählen um damit zu
be=
zt Bilelinditzi daß die Pflege der humaniſtiſchen Bildung nicht nur Sache
er gr Iplalogen ſei, ſondern ein lebendiges Leben in ſich begreife.
de einürEe Tat ſei eine Verbeugung vor den Altphilologen, die
„S 24 Liebe zum Altertum eingepflanzt haben und ſie durch
eſei brckräge zu erhalten beſtrebt ſeien. Nach dem Kriege
be=
ſeil enng dem Verein ein regeres Leben, weil er zum Kampfe
ver=
ſehellalsiwurde. Die Kämpfe der Parteien gegeneinander ſind noch
m eſchte ige=ſchloſſen trotz der Zugeſtändniſſe, die der anderen Seite
ſich mart worden ſind. Wenn wir nicht Fortſchritte machen, machen
ir „Akſchritte. Der Verein trete nach wie vor für ſeine
Anſich=
n Aſw ſehr es irgend geht. Das Programm des Vorſtandes
9 nderrſelben Weiſe wie bisher die Geſchäfte weiterzuführen
m eſtd 2 derſelben Weiſe dem Humanismus neues Leben einzu=
Mößerß
Raluf erteilte er dem Redner des Abends das Wort zu ſei=
m Arurag, in dem er die Zuhörer in die Myſterien der antiken
inel id ande rnen Aſtrologie einzuführen ſuchte. Der ſehr gelehrte
urta) brachte, wie der Vorſitzende in ſeinem Schlußwort ſagte,
n „hörern etwas ganz Neues, und es war nicht ſo ganz leicht,
9 1ſdern Irrgängen dieſer Myſterien der Aſtrologie
zurechtzu=
desn Die Aſtrologie, die Sterndeutekunſt, die aus der Stellung
r ſtirne die zukünftigen Ereigniſſe, beſonders das Schickſal
s Anſchen, vorherſagen will, iſt ſehr alt. Die aſtrologiſchen
ſeein aben in der Nachkriegszeit eine Wiederauferſtehung erlebt,
id aſtologiſche Schriften aller Art ſind wie Pilze aus der Erde
ſchko. Die „Deutſche Kulturgemeinſchaft zur Pflege der
Aſtro=
giei deren Kuratorium die verſchiedenſten Leute der
Wiſſen=
aft ng ehören, hat ſich beſondere Verdienſte um ſie erworben
Nd ch, literariſche Artikel verſchiedenſter Art ſich ſehr emſig
u ktäühf und eine emſige Propaganda für die Lehre und die Tech=
„Wk. 1AA5trologie betrieben.
45 Tauſenden und Millionen der Aſtrologiegläubigen löſen
ſch 1Gorſtechende Typen ab, von denen eine Schilderung gegeben
urigs Die geſamte Sternendeutung im Altertum gilt als eine
rwariheirt, als eine intuitive Offenbarungsweisheit, die in dem
eretimmnel das Schickſal erſchaute. Sie erſchaute aus der
Kon=
llelluin der Geſtirne das ganze Schickſal des Menſchen im Leben
7d a0 Dem Tode. Von Aegypten aus verbreitete ſich die
Aſtro=
gigs ber Griechenland und Rom nach dem Abendlande.
Grie=
iſch ſawyrus haben uns Traktate über die Sternenkunde erhal=
ten. Die Aegypter verflochten die Aſtrologie mit Aſtronomie und
Medizin. Zur Zeit Neros gab es eine große Anzahl
aſtrologie=
gläubiger Aerzte. Ein Vertreter dieſer Richtung war Theſſalus.
der ein Buch über aſtrale Heilmittel herausgegeben hat, die alle
Krankheiten heilen ſollten, in praktiſcher Erprobung aber
verſag=
ten. Die älteſte Aſtrologie erklärte ihre Kunſt als ein
Geheim=
nis, das nicht in unberufene Hände kommen dürfte; den
Aſtro=
logen wurde Unſterblichkeit verheißen, deren ſie ſchon bei
Lebzei=
ten teilhaftig würden. Dieſe Aſtrologen waren nicht lediglich
Be=
trüger, ſie waren Gottſucher, die von dem Ernſt ihrer Kunſt
über=
zeugt waren. Theſſalus vertritt die dämoniſche Sterndeutung.
die Jahrtauſende lang der Kern der Aſtrologie geweſen iſt. Die
Kirche bekämpfte ſpäter dieſe Aſtrologie aus religiöſen Gründen.
Wie ſo manche okkulte Lehre hat auch die Aſtrologie bei uns
An=
hänger gefunden in Spiritismus und aſtrologiſchen Büchern, in
aſtraliſchen Glücksſymbolen wie Amuletten und Talismanen uſw.
Zurückgreifend auf die antike Aſtrologie, die die Mitte zwiſchen
Inſpiration und Gelehrſamkeit hält, ſchilderte Redner die
aſtro=
logiſchen Offenbarungen. Traumſendungen und Taten des
Aegyp=
terkönigs Neptametos, die wie ein Märchen aus 1001=Nacht
an=
muten. Die intuitive Aſtrologie hätte nicht ſolche Ausbreitung
finden können, wenn ſie ſich nicht mit der Aſtronomie und der
Piloſophie verſchmolzen hätte, namentlich durch die Stoiker und
ihren Fatalismus, die aus der Kenntnis des Sternſchickſals lautere
Ruhe und Harmonie des Lebens ſchöpften. Sie waren Sklaven
des Sternverhängniſſes Ptolemaeus von Alexandrien, der in der
erſten Hälfte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. lebte, hat durch
ſeine aſtronomiſchen Schriften Millionen der Aſtrologie zugeführt.
In einem intereſſanten Schlußkapitel behandelte der
Vortra=
gende die Entartung in die niederen Formen der Aſtrologie und
die Geſchäftsaſtrologie in Altertum und Neuzeit, deren
Bekämp=
fung die anfangs genannte Liga ſich zur Aufgabe gemacht hat.
Die Klagen, über den Schwindel der Aſtrologie ſind ſehr alt.
Be=
reits im klaſſiſchen Altertum finden ſich die ſchärfſten
Verurteilun=
gen ſolcher Aſtrologen, ſo bei den römiſchen Dichtern Livius und
Petronius und bei Cicero. Im zweiten Jahrhundert wurden ſie
in Rom zur Landplage; immer wieder vertrieben, kehrten ſie
im=
mer wieder zurück eine unausrottbare Peſt. Heute arbeitet dieſe
ſchwindelhafte Geſchäftsaſtrologie mit allen Mitteln der Reklame.
von der der Redner einige Proben gab: „Was bringt das neue
Jahr in bezug auf Liebe. Ehe und Beruf?‟ Wollen Sie Ihre
Zu=
kunft wiſſen” uſw. Er iſt dieſen Reklamen jedesmal nachgegangen
und teilte unter Heiterkeit der Zuhörer ſeine gemachten
Erfah=
rungen mit und ſchilderte, wie Leute, „die nicht alle werden”,
durch ſolche Wucherketten um ihr Geld geprellt werden. Es ſei
Pflicht, unſer ſchwer geprüftes Volk, vor den Schädigungen durch
ſolche Schwindler zu bewahren.
Der Vortrag wurde durch mehrere Lichtbilder ergänzt, die die
Myſtik der antiken Aſtrologie und die Schwindeleien der
Geſchäfts=
aſtrologen der Neuzeit veranſchaulichten. — In einem Schlußwort
dankte der Vorſitzende dem Redner für den faſt zweiſtündigen
Vortrag, dem die Zuhörer mit Aufmerkſamkeit folgten und
leb=
haften Beifall ſpendeten.
Ap.
Frankfurker Muſikbrief.
* Umberto Urbano, ein italieniſcher Bariton, der Umgegend
durch die Uebertragung ſeines Stuttgarter Konzerts bekannt, gab
einen Lieder= und Arienabend. Ausverkaufter Saal, begeiſterter
Jubel und ein gutgewachſener Mann auf dem Podium, der
an=
gebliche Nachfolger M. Battiſtinis und namhaftes Mitglied der
Mailänder Scala. Bei näherem Zuſehen ſah die Sache anders
aus. Herr Urbano weiß natürlich wie jeder italienſche Sänger,
wie man Pianos auszuſpinnen und Schwelltöne anzuſetzen hat.
Er hat auch in etwa den Einn für die Tradition italieniſcher
Geſangskunſt. Aber die Stimme hat ſtarke techniſche Mängel, die
deutſchen Sängern von Ruf wie z. B. ſeinem Stimmkollegen H.
Schlusnus nicht eigen ſind. Die Stimme iſt nicht frei, iſt in der
Mittellage gepreßt und demgemäß in der Höhe unrein. Schade
um das herrliche Material, das mit der Zeit dieſen techniſchen
Unmöglichkeiten erliegen wird. Der Vortrag wirkt zudem
mani=
riert und eintönig, ein Manko, das noch befremdlicher wirkt. Ich
glaube, daß Battiſtini einen derartigen Nachfolger ablehnen
würde. Das Programm war das bei italieniſchen Sängern
übliche. — Grete Schack aus Stuttgart begleitete entſprechend
am Flügel.
Dr. W. Kn.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M.: Profeſſor Dr. Otto VoF. Direltor der
Unüer=
ſitäts=Ohrenklinik, hat einen Ruf an die Univerſität München abgelehnt.
Erlangen: Der Oberarzt an der Chirurgiſchen Klinik der Umiverſität
Frankfurt a. M. nichtbeamteter a.o. Profeſſor Dr. med. Otto Goetze
hat den Ruf auf den Lehrſtuhl der Chiurgie an der hieſigen Univerſität
als Nachfolger von Geh=imrat E. Graſer angenommen und bereits ſeine
Grnennung zum etatmäßigen ordentlichen Profeſſor in der Erlanger
Mediziniſchen Fakultät und zugleich zum Direktor der dortigen
chirur=
giſchen Klinik erhalten. Prof. Boetze tritt ſein neues Lehramt zum
1. April d. J. an.
Jena: Zur Wiederbeſetzung der durch das Ableben des Prof. B.
Heine erledigten Proßeſſur für Ohrenheilkunde an der Univerſität
Mün=
chen iſt ein Ruf an den ordentlichen Profeſſor Dr. Wilhelm Brünings
in Jena ergangen.
München: Hier iſt am 5. Januar im 47. Lebensjahre der Ordinarius
der Philoſophie an der Univerſität und ord. Mitglied der Bayeriſchen
Akademie der Wiſſenſchaften, Geh. Regierungsrat Dr. Erih Becher,
geſtorben.
Eberswalde: Der a.o. Profeſſor an der Forſt=Hochſ chule Dr. Hubert
Hugo Hilf iſt zum a.v. Profeſſor der Forſtwviſſenſchaft ebenda ernanut
wrden.
Umänderr, Abr
gewiſſenh.
Aus=
tmuſter n. Maßs
Seite 4
Sonntag, den 13. Januar 1929
Nummer 1!
Ihre Silberne Hochzeit beehren
ſich anzuzeigen
Herr Karl Wollmert u. Frau
geb. Fltzenberger.
Darmſtudt, den 13. Januar 1929.
Moldenhauerweg 16.
Am 16. Januar begeht Jacob
Heller, Reichelsheim i. Odw
n geiſiig und körperlicher
Rüſig=
keit ſeinen
85. Geburtstag.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben, herzensguten Mann, unſeren treuſorgenden Vater,
Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager,
Schwie=
gerſohn und Onkel
Heiin Mutt Marun
Kaufmann
im 53. Lebensjahr nach langem, mit großer Geduld
er=
tragenem Teiden plötzlich und unerwartet am 9. Januar
zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Helmſtadt, Frankfurt a. M.
Im Sinne des Entſchlafenen fand die Beerdigung in aller Stille
ſtatt.
Für alle erwieſene Aufmerkſamkeiten ſei hierdurch herzlichſi gedankt.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Allen denen, die mir beim Heimgang meiner
geliebten, guten Mutter ſo tröſtend und liebevoll
zur Seite ſtanden, ebenſo für die ſchönen Kranz=
und Blumenſpenden ſage ich hiermit meinen
tief=
empfundenen, herzlichſten Dank.
In tiefer Trauer:
Eliy Kröhler Wwe.
Darmſiadt, den 12. Januar 1929.
Karlsſtraße 63",
Dankſagung.
Für die vielen Veweiſe herzlicher Teilnahme und
Kranzſpenden bei dem Heimgange unſerer lieben Tochter
und Schweſter
Fräulein Zhereſia Müller
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank Insbeſondere
danken wir den Schweſtern des Städt. Krankenhauſes
und den ehrw. Franziskaner=Schweſtern der St.
Fidelis=
pfarrei für die liebevolle, aufopfernde Pflege.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Simon Müller
Mettegangweg 12.
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Frankf. Hutlager
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flochten. Arb. w.abgeh.
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(WV.826)
Habe mich nach 8jähriger Prazis und Assistenten:
an der Chir-Vet. Klinik der Universität Giett
Heute verſchied nach lurzem ſchweren Leiden,
ſeinem Vater folgend, mein herzensguter Sohn,
unſer Bruder, Schwager und Onkel
Otto Mathias Zeller
im Alter von nahezu 27 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Zeller Wwe,
Familie Jakob Zeller
Familie Wilhelm Strack
Helene Zeller
Georg Zeller
Adolf Zeller.
Darmſtadt, den 12. Januar 1929.
Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Januar
1929, des nachmittags 2½ Uhr, auf dem alten Friedhof
(1163
ſta t.
(Direktor Geheimr. Prot. Dr. Pteitfer) hier ales
Vierarzt und Facharzt für Hund
und Hleinere Haustiere
nieder gelassen.
GiI
Dr. med. vet. H. Schnabe
Darmstadt
Elisabethenstr. 12, II.
Tel. 3414
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Todes=Anzeige
Heute nacht verſchied plötzlich nach kurzer ſchwerer
Krankheit mein geliebter Mann; unſer guter Vater,
Sohn und Bruder
Heinrich Mahr.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Frau Babette Mahr, geb. Stöcker.
Darmſtadt, Fürth, Ober=Modau, Unter=Sensbach, den
11. Jinuar 1929.
(1183
Die Beerdigung indet am Montag, den 14. Januar,
nachm 3 Uhr, auf dem hie igen Waldfriedhof ſtatt.
für warme Pullover Marie Weiganod
Wilhelminenstr., Heliahss;
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Atttttttststttstt
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Darmſtadt
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von 18—50 Jahren können au genomri//2,
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Keine Wariezeit. Sterbegeld M. 412/9
neito ohne jeden Abzug Günſtige Kapti"
anlage. Niedriger Beitrag. Auslunſt
Otto Simmerer, Darmſtadt, Waldſir. Bſo
364
Zaschneide ant
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme und
zahlreichen Kranzſpenden beim Heimgange unſeren lieben
Sohnes
Fritz
ſagen wir Allen unſeren innig ien Dank. Insbeſondere
danken wir den Herren Aerzien und Schweſtern im Städt.
Krankenhaus für die liebevolle Pflege während ſeiner
Krankheit, dem Herrn Pfarrer Dr. Waitz für ſeine
troſt=
reichen Worte am Grabe.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Leonhard Greim
Gardiſtenſtraße 23
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Sonntag, den 13. Januar 1929
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Aus der Landeshaupiſtaut=
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Darmſtadi, 13. Januar.
-Wrngunt wurden: Am 20. Dezember: die Polizeiverwaltungsaſſi=
AI. auf Probe Otto Knöß aus Lardenbach, Ludwig Mees aus
Müzuund Heinrich Walrher aus Cortendorf zu
Polizeiverwaltungs=
ofhiden, mit Wirkung vom 1. Januar 1929. Am 8. Januar: der
Hhrdrrektor Wilhelm Schön in Bingen zum Kreisdirektor des Kreiſes
Wbri- mit Bürkung vom 1 April; der Regierungsrat Dr. Karl
Itn in Heppenheim zum Kreisdirektor des Kreiſes Schotten, mit
Wbug vom 15. Januar; der Regierungsrat Freiherr Adolf v.
Gem=
zuhlgien=Hornberg in Darmſtadt zum Kreisdirektor des Kreiſes
Bſiy.- mit Wirkung vom 1. April.
Werſetzung in den Ruheſtand. Auf Grund des § 1 des Geſetzes
übdes Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli und 19.
Dezem=
bd u=8 tritt der Kreisdirektor Hans Wolff in Worms am 31. März
198n, den Ruheſtand.
5Jubiläum. Herr Mickael Müller, Darmſtadt, Rheinſtr. 9,
elen am Montag, dem 14. Januar 1929, ſein 40jähriges Arbeitsjubi=
Iäſr un Hauſe E. Merck
LHeſſiſches Landestheater. Heute Sonntag erſte Wiederholung
„36lNeiſterſinger von Nürnberg” in der „neuen
Ein=
ſtyhſrmng und Inſzenierung. Hauptvollen: Anny von Stoſch, Anna
bs. Hans Grahl, Johannes Biſhoff, Theo Herrmann. Heinrich
ſu MEugen Vogt. „Muſikaliſche Leitung: Generalmuſikdirektor Dr.
BMEMiete L, Beginn: 17 Uhr).
m Kleinen Haus geht heute, am Gedenktag Ernſt Elias
Nieber=
af deſſen Lokalpoſſe „Datterich”, dargeſtellt von der Heſſiſchen
Spmneinſchaft, in Szene. Beginn: 19 Uhr:
rrgen Montag tanzt Valeska Gert im Kleinen Haus. Die
ein=
ge zu geſungenen, geſprochenen und getanzten Programmnummern hat
dilt uiſtlerin in dem Geſamttitel „Geſtalten” zuſammengefaßt.
Be=
gim /0 Uhr.
(2äe Verbrecher”, Schauſpiel von Ferdinand Bruckner, in der
4hhngrung Renato Mordos (Bühnenbild: Wilhelm Reinking) gehen
ſetag, den 15. (Miete 4), zum erſten Male in Szene.
lturfilmbühne im Kleinen Haus. Der ruſſiſche
Ghinn „Das Ende von St. Petersburg” (Regie: Pudowkin)
ge ſyt. Dienstag, den 15., Mittwoch, den 16., und Donnerstag, den 17.,
ung tund 20 Uhr, zur Aufführung.
hatherwellenmuſik. Das weltberühmte Theremin=Trio
witzf Einladung der Generaldirektion des Landestheaters Mittwoch,
darn3. Januar, als Nachtvorſtellung im Großen Haus die Erfindungen
Phſſr Theremins vorführen und auf den Original=Aetherwellen=
A)faxen ein muſikaliſches Programm zus Vorführung bringen. Die
Vymllung wird durch einen erläuternden Vortrag eingeleitet. Am
S 0z der Veranſtaltung iſt dem Publikum Gelegenheit geboten, die
Thenän=Apparate ſelbſt zu beſichtigen und zu verſuchen. Das
There=
mitino hat mit dieſer Veranſtaliung faſt alle Großſtädte Europas und
Atmirs bereiſt.
Drpheum. Heute Sonntag ſind zwei Vorſtellungen. Nachmittags
m Mindervorſtellung „Max und Moritz” bei kleinſten Preiſen
vom0 Pf. an. Die geſtrige, gut beſuchte Nachmittagsvorſtellung hatte
eitge gwoßen Erfolg zu verzeichnen. Abends 8 Uhr gibt Peter
Pi hug ſeinen neueſten tollen Lachſchlager „Die drei
Mus=
kaſſt= Te” hei volkstümlichen Eintrittspreiſen von 90 Pf. an. Wer
uE xdm beliebten rheiniſchen Komiker herzlich lachen will, beſuche die
Eeflte Vorſtellung. Der Kartenverkauf für beide Vorſtellungen iſt
vornitrgs im Verkehrsbüro von 9 bis 12 Uhr und nachmittags ab
2½hr an der Kaſſe des Orpheums. (Siehe Anzeige.)
—, Herrnfeld=Theater=Gaſtſpiel im Orpheum. Ein beſonders
inuteſiantes Gaſtſpiel wird das Orpheum=Theater ab 16. Januar
brifen:. Das durch die Eigenart und geradezu erſchütternde
Kömkfſeiner Darſtellungen weit über den Bannkreis des
Deut=
ſchie Areiches berühmt gewordene „Herrnfeld=Theater” aus
Ber=
lin ſiw ab 16. Januar einen kurzen Gaſtſpiel=Zyklus abſolvieren
unatzmit der Aufführung einer Reihe ſeiner beſten Stücke ein
Geer der Schauſpielkunſt zur Darſtellung bringen, das hier
vöuſt meu iſt, zwveifellos aber dieſelbe große Sympathie finden
dütſr=, wie es ſie ſeit 35 Jahren in allen Schichten der Bevölkerung
Beus in ganz außerordentlichem Maße beſitzt. Wir kommen
deinſächſt eingehender auf dieſes intereſſante Gaſtſpiel zurück.
Bedem Automobiliſten und Motorradfahrer, der mit ſeinem
Fahr=
gehuys Ausland reiſen wollte, war es, ſoweit er nicht Mitglied eines
Klu war, die ſchwierigſte Aufgabe, ſich die erforderlichen Triptyques
(Gälzvaſſierſcheine) für den Wagen zu beſchaffen. Es dürfte daher von
Juteſze ſein, daß ab 1. Januar d. J. der Automobil=Club von Deutſch=
TaM(5eſchäftsſtelle: Heſſiſcher Automobil=Club, Darmſtadt, Hotel zur
Toe Zimmer 117, Telephon 888) auch Grenzvaſſierſcheine für
Nicht=
wrteler ausſtellt. Hierdurch fällt die läſtige Beſchaffung einer
Bank=
büchch.ft oder der Hinterlegung des Zolles an der Grenze, der in den
mzin Fällen eine ſehr erhebliche Summe ausmacht, weg. Zurzeit
wutnn für folgende Länder Grenzpaſſierſcheine ausgeſtellt: Aegypten,
Bchey. Bulgarien, Dän=mart, England, Eſtland, Finnland,
Frank=
reiß & riechenland, Holland, Italien, Jugoſlawien, Lettland, Lirauen,
Lullmluirg, Norwegen, Oeſterreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz,
EMe-, Ungarn und Tſchechoſlowakei. Die obengenannte Geſchäftsſtelle
hadir die angegebenen Länder die Grenzpaſſierſcheine vorrätig, ſo deß
deus Ausſtellung jederzeit erfolgen kann, jedoch iſt rechtzeitige
An=
miriur erwunſcht. Die Geſchäftsſtelle gibt auch Auskunft über die
ſolſtſten für eine Auslandsreiſe erforderlichen Formalitäten uſw., ſowie
ubuthdss für die Ausſtellung der Grenzpaſſierſcheine einzureichenden
Pfehire-
* Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung =Darmſtadt.
Un=
ſezſn Mi tglieder und Freunde machen wir erneut auf unſeren nächſten
Bywag, am kommenden Mittwoch, dem 16. Januar, abends 8 Uhr, bei
„S.3t‟ Gelber Saal (Karlſtraße), aufmerkſam. Herr Direktor
Wcheler. Direktor der Darmſtädter Volksbank und Vorſitzender des
Lemmseerbandes der Heſſiſchen Erwerbs= und
Wirtſchaftsgenoſſenſchaf=
tert, prächt über: „Die Bedeutung der Genoſſenſchaften für den
gewerb=
lielß Mkittelſtand”. Verſäume niemand, dieſen gerade in heutiger Zeit
ſoſſtthnigen und intereſſanten Vortrag zu beſuchen.
Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Wie im vorigen Herbſt
beines angekündigt, hat die Freie Literariſch Kinſtleriſche Geſellſchaft
Jh5a Mager=Berlin zu einer Vorführung der „Tönenden
Asſyerwellen” eingeladen. Mit deutſcher Forſchertreue und
Mu=
ſiEſernn- hat Mager disſe wunderbare Erfindung entwickelt und
außer=
vvilel he Ergebniſſe erreidt. Die Vorführung findet nunmehr
Diens=
tor ien 22. Januar, 8 Uhr, im Großen Hörſaal des Elektrotechniſchen
Jöhſuss der Tohniſchen Hochſchule ſtatt. Der Kartenverkauf wird
mien Monrtag bei Buhhandlung A. Bergſträßer (Rheinſtraße 6)
Wierter Schubert=Abend des Drumm=Quartetts. Der vierte
SSchett=Abend des Drumm=Quartett3 findet Montag, den 21. Januar
195 aſends 8 Uhr, im Kleinen Hauſe des Landestheaters ſtatt. Zur
AGäh= ung gelangen die Streichquartette G=Dur, D=Moll und der
nach=
geiltenee Qnartettſatz. — Füir den 5. Abend iſt Montag, der 28.
Ja=
nulch Sſtgelegt, und das letzte Konzert des Schubert=Zyklus, in dem
Gücre muſikdirektor Roſenſtock mitwirkt, wird in der erſten
Februar=
wucht ſmattfinden.
Maturheilverein E. V. Darmſtadt. Der Vokaltyp=Atemkurſus
uwu der tüchtigen Leitung der Frau Gerwig=Heidelberg nimmt bei
decz es zunehmenden Teilnehmerzahl einen recht erfreulichen
Ver=
lalz/ elm Montag wird dieſelbe nebſt der Durcharbeitung weiterer
TEm alber naturgemäße Ernährung nach den neueſten Forſchungen
ſpſgen, worauf wir beſonders die ſorgenden Hausmütter aufmerkſam
mazim iwollen. Der Einladung zu dem Kurſus folgten ſo überraſchend
iums zu klein
ſti))ſtatt. Wenn der ganze Kurſus hälr, was der Anfang verſprochen,
wa micht zu zweifeln iſt, ſo werden die Teilnehmer reichen Gewinn
dechtutwmagen. Da es ſich um ein ebenſo intereſſantes wie wichtiges
Ge=
bü=x amdelt, ſind die Uebungsabende jedem zu empfehlen.
Reichsgründungsfeier der vaterländiſchen Verbände. Der Vor=
Eschtf der Eintrirtskarten hat begonnen. (Näheres ſiehe heutige
An=
zeziin dieſem Blatte.)
Oas Oekorierungsfeſt des Odenwaldklubs
(Ortsgruppe Darmſtadt)
Das Dekorierungsfeſt des Odenwaldklubs, Ortsgruppe Darmſtadt,
fand geſtern abend in dem mit friſchem Grün, Cirlanden und
Odenwald=
bildern feſtlich geſchmückten großen Saale der Woogsturnhalle ſtatt.
Die Beteiligung war ſo ſtark, daß die weiten Hallen und die Tribünen
dicht beſetzt waren. Es horrſchte bald friſch=fröhlichſte Stimmung, eine
Stimmung, wie ſie nur denen eigen ſein kann, die die Natur lieben und
in der Liebe zur Narur den wahren Sinn für herzliche Fröhlichkeit ſich
bewahrt haben. Das ausgezeichnete Feſtprogramm trug für ſich dazu
bei, die Harmonie und Fröhlichkeit nicht nur auf der Höhe zu halten,
ſendern von Stunde zu Stunde zu ſteigern. Das Stadtorcheſter unter
Leitung des Kapellmeiſters W. Schlupp, das den muſikaliſchen Teil
des Abends beſtritt, leitete durch eiwige vorzügliche Muſikſtücke das Feſt
ein. Der Feſtausausſchuß hatte dankenswerter Weiſe eine Anzahl
unſe=
rer beließteſten und hervorragendſten Künſtler vom Heſſiſchen
Landes=
theater gewvonnen, deren Darbietungen geradezu mit Begeiſterung
auf=
genommen wurden. So erfreuten die Anweſenden mit herrlichem
Ge=
ſang Opernſänger Heinrich Kuhn, mit wirkungsvollen humoriſtiſchen
Vorträgen Intendanzrat Huns Baumeiſter und in aparten
Origi=
malkoſtümen Frl. Irene Sheinpflug, mit entzückenden Tänzen.
Weiter brachte die Geſangsabteilung des Odeuwaldklubs unter Leitung
des Muſikoberlehrers K. Weide einige Chöre zu Gehör, die lebhaften
Beifall hervorriefen. Anch H. Heberer fand mit ſeinen
Gefangsvor=
trägen, unter denen insbeſondere die „Erinnerungen an Nierſtein” und
die Verſe von Prof. E. Köſer „Erinnerungen an Darmſtadt” gefielen,
ungeteilten Beifall bei den Zuhörein. Am Flügel verſtand Siegfrid
May in techniſcher Vollendung die Darbietungen zu begleiten. Der
Flügel don Steinway u. Sohn (Hamburg—New York) wurde von der
Firma Karl Arnold u. Sohn (Klavier=Arnold), Eliſabethenſtr. 28,
zur Verfügung geſtellt.
Die Begrüßungsanſprache des Abends hielt in ſeiner friſchen, fein
humoriſtiſchen Art Profeſſor Köſer. Er fand im Nu den Kontakt mit
den Mitgliedern und Gäſten des Odenwaldklubs und wußte ſo für ſeinen
Teil die Feſtesſtimmung zu wecken und zu erhalten. Unter den
zall=
reihien Ehrengäſten bemerkte man u. a. den heſſiſchen Miniſter Korell,
Staatsrat Heſſe und den Vertreter des Präſidenten der
Overpoſt=
direktion. In Vertretung des verhinderten Oberbürgermeiſters Dr.
Gläſſing ſprach der 2. Vorſitzende des Hauptausſchuſſes, Hauptlehrer
Weiß, Mannheim, herzliche Begrüßungsworte. Die Feſtrede hielt
Burgermeiſter Mueller, der etwa folgendes ausführte:
So oft ich als Vorſitzender unſeres Klubs beim Dekorierungsfeſt das
Podium betrete, um zu ſagen, was in ſolchen Fällen angezeigt erſcheint,
bin ich in einiger Verlegenheit. Denn es iſt nicht leicht, immer wieder
über das Wandern zu ſprechen, ohne zu wiederholen, was ſchon hundert=
und tauſendmal und gewiß oft mit ſchöneren Worten geſagt und
ge=
ſchrieben worden iſt. Ich verſuche, mich mit der Hoffnung zu tröſten,
daß meine Zuhörer das alles wieder vergeſſen haben oder nachſichtig und
liebenswürdig genug ſind, es noch einmal anzuhören. Es iſt ja ſchließlich
nicht anders, wie bei anderen Vorgängen, die in uſerem Leben einen
weſentlichen Raum einnehmen. Man braucht nur an die Liebe zu
den=
ken, die unſer ganzes Daſein beherrſcht, ohne die unſer Leben gar nicht
möglich und auch gar nicht wert wäre, gelebt zu werden. Seit die
Menſchheit exiſtiert, wird darüber geſprochen und diskutiert und gedichtet.
Sie erfüllt die Literatur aller Völker von den älteſten Zeiten an bis
heute. Gleichwohl iſt es gar nicht denkbar, daß man ſich eines Tages
dahin einigen würde, nun nicht mehr von Liebe zu ſprechen, weil dieſes
Thema längſt erſchöpft ſei. Aehnliches ließe ſich von der Arbeit und vom
Ruhen, vom Hunger und vom Eſſen ſagen, oder vom Wein und vom
Geſang. Was uns bewvegt, das müſſen wir zum Ausdruck bringen.
Dazu gehört aber auch das Wandern. Dabei denke ich allerdings
nicht nur an das Wandern im engeren Sinne, an den Ausflug in Wald
und Feld mit Stock und Nagelſchuh. Unſer ganzes Leben ſpielt ſich
ſchlechthin als Wanderung ab. Das Kind, der Jüngling, das junge
Mädchen, ſie ziehen am Morgen friſch hinaus in die Welt, noch ganz mit
wachem Sinnen und geſpannter Kraft, um Mittag erreichen der reife
Mann, die Frau den Lebensgipfel, und wenn der Abend kommt, gehen
ſie ermüdet zur Ruhe, die Wanderung iſt vollendet. Und nichnt anders iſt
es mit ganzen Völkern. Junge Nationen tauchen auf, kämpfen um
Gel=
tung und Macht, ſetzen ſich durch, werden alt und müde und gehen wieder
unter. Die Geſchichte der Mongolen, der Azteken und Inkas, der
Grie=
chen und Römer taucht vor unſerem geiſtigen Auge auf. Auch das Leben
dieſer Nationen iſt eine Wanderg geweſen, ſie alle hatten einen
Mor=
gen; einen Mittag und einen Abend. — Und wenn wir uns in die
Be=
trachtung des Firmaments verſenken, ſo ſehen wir, daß die ganze
Welt=
ſchöpfung in einer großen unabläſſigen Wanderung begriffen iſt, die
Erde dreht ſich um die Sonne, der Mond um die Erde, und Millionen
von Himmelskörpern wandern und wandern, bis auch ſie einmal müde
und alt werden und in der Nacht der Vergangenheit verſchwinden.
Die Zeit ſelbſt, dieſes unergründlichſte Rätſel, das wir kennen, ſie
wandert ruhelos, im Wandern liegt ihr Sinn und Zweck. Nimmermehr
können wir ſtille ſtehn; ein Tag, der einmal entſchlüpft iſt, kehrt niemals
wieder.
So geſehen, hat das Wandern auch etwas Unheimliches an ſich. Es
gibt kein Zurück. Wir könnem ein verfehltes Leben nicht annullieren
und auf beſſerem Grunde neu aufbauen. Vorwärts! Weiter, immer
wei=
ter! lautet die Parole für dem Menſchen, wie für die ganze Natur. Dech
es wäre verfehlt, das zu bedauern. Abgeſehen davon, daß wir es damit
ja nicht ändern könnten, iſt es der ſtärkſte Anreiz für uns, unſer Leben
— ſoweit wir die Kräfte dazu haben — ſo zu geſtalten, daß wir am
Abend voll Befriedigung auf die zurückgelegte Wanderſtlecke blichen
kön=
nen. Ohne jene unerbittliche Notwendigkeit der fortſchreitenten Zeit wäve
allem Schlechten und Böſen Tür und Tor geöffnet. — Was uns bei
oberflächlichem Betrachten unheimlich erſcheint, iſt größte Weisheit und
Güte des Schöpfers.
Was folgt daraus? Daß wir auch bei der Wanderung durchs Leben
auf eine Dekorierung hinarbeiten ſollen. Mit anderen Worten, daß wir
auch dieſe Wanderung bedacht und weiſe, ehrenhaft und treu, kurz ſo
geſtalten ſollen, daß wir uns am Ende nichts — oder doch nichts
Weſent=
liches — vorzuwerfen haben. Aber wur dieſes Negative ſoll auch das
Ziel ſein, nicht ſoll die Wanderung um eines poſitiven Lohnes willem
undernommen werden. Wie auch in unſerem Klub das „Gollene” wohl
ein ſchönes ehrenvolles Zeichen iſt, niemals aber der einzige Zweck ſein
darf, um deſſentwillen die Wanderung unternommen wird. Der ſchönſte
Lohn muß die Wanderung ſelbſt ſein, — bei der Lebenswanderung: die
Freude an der Arbeit und an den Taten der Nächſtenliebe, in unſerem
Klub: die Freude an der Natur. Der Weg iſt hier das Weſentliche, nicht
das Ziel. — Und der Weg iſt um ſo ſchöner, wenn er mit Gleichgeſinnten
gegangen wird. Bei den Klubwanderungen können alle Teilnehmer
ihre Befriedigung findem und finden ſie auch. Der kameradſchaftliche
Geiſt hat ſie alle erfaßt, die Stillen und die Lauten, die
Temperament=
vollen und die Phlegmatiſchen. Sie fühlen ſich wohl in der ſozialen
Gemeinſchaft, die uns alle umſchließt, die nirgendwo lückenloſer
durchge=
führt iſt,. als bei uns. Hier wird nicht nach dem Stande, der Partei und
der Konfeſſon gefragt, alle ſind willkommen, die nur eine anſtändige
Ge=
ſinnung hoben. Das iſt auch gar nicht anders möglich gerade bei einem
Wanderverein, deſſen Arbeitsgebiet die Natur iſt. Die Natur fragt
auch nicht nach Namen und Stand, ſie iſt das Urbild der Gerechtigkeit,
vor ihr ſind alle Lebendigen gleich. Von ihr können wir Menſchen nur
lernen. Und wir müßten uns ſchämen vor ihr, wollten wir kleingeiſtig
differenzienen vor ihrer Erhabenheit und Größe. Durch unſerer ſoziale
Gemeinſchaft aber dienen wir auch am beſten dem Vaterlande. Nur wer
ſich gleichgeachtet ſieht und fühlt, in dem kann die Liebe zum großen
Gan=
zen ſich entwickeln und Früchte tragen. Darum leiſtet, wer gerecht iſt,
echten Dienſt am Vaterlande.
Die Liebe zum Vaterlande, nicht nur zum Heimatboden und den
Menſchen, die darauf wohnen, die Achtung auch vor der Obrigkeit, die
wir in unſerem neuen Staate ja ſelber eingeſetzt haben, ſie iſt immer
eine Selbſtverſtändlichkeit für uns geweſen. Unſer Klub war ſtets mit
Bewußtſein eine feſte Stütze des Staates und wird es auch ſein ud
blei=
ben, ſolange er beſteht. Er fühlt ſich dem Staat und dem Volke
gegen=
über als Treuhänder für die Aufgaben, die ex ſich geſtellt hat: Liebe zu
weckem, für die Scholle, auf der wir geboren und gemoclien ſind. Liebe zu
pflegen gegenüber dem Nächſten, der unſer Bruder iſt, und ſtark zu
wer=
den im Vertrauew auf die deutſche Kraſt und im Glauben an unſere
Sendung, an unſere Zukunft.
Durchdrungen von dieſer Geſinnung, die uns heiliger Ernſt iſt.
wol=
len wir auch in dieſer Stunde dem Varerlande die Treue geloben, ins
wir rufen: Deutſchland friſch auf!
Der ſeierliche Dekorierungsakk.
den der dritte Vorſitzende, Direktor Schrauth, vornohm, bildete den
Höhepunkt des Abends. In warmen Worten gedachte er mit Stolz de=
Treueſten des Klubs, die keine Witterungsunbilden ſcheuten, in der freien
ſ hönen Natur zu wandern, die dadurch jung hleiben, ſich eine reine, frohe
Seele beivahren und den wahren Sinn des Lebens erkannt haben.
Be=
redt wußte er die Vorteile des Wanderns den Hörern nahe zu bvingen,
und mit dem herzlichen Wunſche: „Laßt uns wandern!” nahm er die
Ehrung der einzelnen Mitglieder vor. Eine große Zahl wurde zum
erſten bis zum ſiebten Male dekoriert.
Es wurden dekoriert zum 8. Male: Otto Beniamin; Otto Dörr;
Wilhelm Heil; Heinrich Kammer; Otto Kürſchner; Dr. Mourer; Friedr.
Rühl; Arnold Salomon; Valentin Seibert; Karl Zimbrich; zum 9.
Male: Peter Bertſch; N. Dingeldein; Richard Fiſcher; J. Groß;
Theodor Leb; Franz Merck; zum 10. Male: Philipp Ewald: Konrad
Frank; z um 11. Male: Artur Feidel; A. Fritz; Konrad Röſſel: Georg
Schött; W. Vogt; zum 12. Male: Wilh. Berntheiſel; „Wilhelm
Straub; zum 13. Male: Paul Elsner: Heinrich Lanasdorf; Geörg
Vollhardt; Kilian Wehnert; zum 14. Male: Fritz Bär; zum 15.
Male: Ludwig Wolff; zum 16. Male: Georg Behrmann; zum 17.
Male: Kaſpar Henning; Joſef Kauter; Robert Klump; zum 19.
Male: Ludwig Bauer; zum 25. Male: Geora Böcher.
Begeiſtert wurde den keungeſunden, friſchen Männern, denen das
„Goldene” überreicht worden war, zugejubelt, und ebenſo begeiſtert
wurde ihnen zu Ehren das Ehrenlied geſungen.
Nach Beendigung des ausgezeichneten, umfangreichen Feſtprogramms
blieben die Mitglieder und Gäſte des Odenwaldklubs, in geſelliger
Unter=
haltung bei frohem Tanz bis in die frühen Morgenſtunden beiſammen.
Eine reichhaltige Tombola machte vielen glücklichen Gewinnern
beſon=
ders große Freude. Das Dekorierungsfeſt des Odenwaldklubs wird allen
Teilnehmern nichnt nur unvergeſſen bleiben, ſondern hat auch dizu
bei=
getragen, dem Klub zahlreichze neue, begeiſterte Mitglieder zuzuführen.
Eine Fastnachts-Delikstesse
ist der große
Hala-Hasken-Ball
des V. C. D. im Städt. Saalbau
Samstag, den 19. Januar 1929
Karten bei S. Guttmann, Wilhelminenstr. 8
(110s
— Rotes=Kreuzfeſt. Wie wir hören, iſt, dank dem wohlwollenden
Intereſſe weiteſter Kreiſe für die Verloſung, die bei dieſem Feſt
ſtatt=
findet, eine überaus große Zahl von Gewinnen zuſammengekommen.
Private und Geſchäftsleute in Darmſtadt und weit darüber hinaus
haben wahrlaft gewetteifert in Zuwendungen aller Art. Ein Fahrrad,
hübſche Gebraucksgegenſtände für den Haushalt und den Schreibtiſch,
gute Bücher uſv. zieren den Gewinntiſch. Die Zahl der Gewinne konnte
— ohne Vermehrung der Loſezahl — auf über 200 erhöht werden. Die
Gewinne können noch am Abend von 11 Uhr an am Gabentiſch in
Empfang genommen werden.
— Reichsbund der Zivildienſtberechtigten, Verein Darmſtadt.
Mon=
tag, den 14. Januar, abends 8.30 Uhr, Monatsverſammlung
im Vereinslokal „Stadt Coburg”,
bei A. Boshen
Mee Mee
Auswerkaaf
Ecke Frankturter-
(1185a)
und Landwehistr.
Riesenmengen
von Waren zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
— Liederabend Theo Herrmann. Wie uns der Künſtler mitteilt,
fühlt er ſich durch deu Nieſene=folg ſeines erſten Liederabends
veran=
lußt, dieſen in nächſter Zei zu wiederholen. Zeit und Ort des zweiten
Liederabends werden noch bekanntgegeben.
— Evangeliſche Jugendgemeinſchaft. Wir machen alle Mitglieder
noch einmal auf den Vortrag aufmerkſam, den Pfarrer Jahn aus
Züllichow am Montag, den 14. Januar, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus Kiesſtraße 17 balten wird. Der Eintritt iſt frei.
— Generalverſammlung des Verbandes der Warmblutzüchter Heffſens.
Am Dounerstag nachmittag fand im Fürſtenſaal, zu Darmſtadt die
Generalverſammlung des Verbandes der Warmblutzüchter Heſſens ſtatt.
Unter den zahlreich erſchienenen Mitgliedern bemerkte man außerdem
noch Herrn. Landſtallmeiſter a. D. Schoerke, Herrn Landſtallmeiſter
Hertel, Graf K. zu Erbach, Baron von Willich und andere mehr. Nach,
vorgenommener Rechnungsablage wurde ſeitens des Vorſitzenden Erbgraf
Alexander zu Erbach über die Tätigkeit des Verbandes im Jahre 1923
Bericht erſtattet. Es wurde u. a. mitgeteilt, daß der Verband bei den
ſtattgehabten Prämiierungen fur Warmblutpferde ſeiner Mitglieder im
Heſſen 17 ſilberne und 38 bronzene Plaketten zur Verteilung gebracht
het. Weiter ſtellte der Vorſitzende mit Befriedigung feſt, daß das im
ab=
gelaufenen Jahre vorgeſtellte Zuchtmaterial und die Nachzucht einen
weſentlich beſſeren und ausgeglicheneren Eindruck hinterlaſſen habe, als
in früheren Jahren. Satzungsgenäß mußten die beiden Mitglieder des
Vorſtandes, Herr Adolf Bauſch=Niederwöllſtadt und Herr Ferdinand
Kuauff=Monsheim, ausſcheiden, wurden aber sinſtimmig wiedergewählt.
Herr Landſtallmeiſter a. D. Schoerke wurde im Anerkennung ſeiner
her=
vorragenden Verdienſte um die Heſſiſche Warmblutzucht von der
Ver=
ſammlung einſtimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Nach längeren
Dis=
kuſſionen über verſchiedene züchteriſche Fragen dankte Herr
Landſtall=
meiſter a. D. Schoerke für die ihm gewordene Ehrung und ſprach
namens der Verſammlung dem Vorſitzenden ſeinen Dank und
Anerken=
nung für die Führung und den Aufſchwung des Verbandes aus. Um
6.30 Uhr ſchloß der Vorſitzende hierauf die Generalverſammlung.
Berufswahl der Mädchen. Anläßlich des bevorſtehenden
Schul=
ſchluſſes tritt an die Eltern die Frage der Berufswahl, ihrer Töchter
heran. Die Luiſenſchuie in Karlsruhe macht es ſich zur Aufgabe,
ſchul=
entlaſſene Mädchen auf allen Gebieten der Hauswirtſchaft auszubilden,
damit ſie die erworbenen Kenntniſſe nicht nur in der eigenen
Häuslut=
keit, ſondern auch in einem Beruf verwerten können. (Vergl. die
An=
zeige in der vorliegenden Nummer.)
C Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten für nicht im
Erweubs=
leben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte, Kriegshinterbliebene, Altrentner
und Altrentnerinnen erfolgt am Dienstag, dem 15. Januar 1929, von
8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
Hausfrauenbund. Unſer Kochkurſus für fleiſchloſe Küche und
Noh=Koſt findet ab Montag, den 14. Januar, nachmittags 3 Uhr, in
unſeren Räumen, Heidelbergerſtraße 47, beſtimmt ſtatt. Weidere
Anmal=
dungen ab 3 Uhr daſelbſt.
— Aerztlicher Sonntagsbienſt. Am Sonntag, den 13. Januar,
ſind in Notfällen als Vertreter des Hausarztes folgende Aerzte
erreich=
bar: Dr. med. Nebelthau, Heidelberger Straße 7 (Tel. 3061);
Dr. med. Schiffer, Theaterplatz 2 (Telephon 1403); Fräulein Dr.
med. Vaubel, Heinrichſtraße 100 (Telephon 1645).
„Auch in Ihren Apparat gehören
Nur die bekannten VALlO-Röhren
IIAbg 193
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Sonntag, den 13. Januar 1929
Nummer
Im Jahre 1928 wurde die von der Heſſiſchen Induſtrie= und
Han=
delskammer Darmſtadt eingeführte Verleihung von
Ehren=
urkunden an Arbeiter, Angeſtelllte und
Betriebs=
beamte, die auf eine längere Tätigkeit bei einer Firma zurückblicken
können, wiederum ſehr rege in Anſpruch genommen. Es wurden im
verfloſſenen Jahre nicht weniger als 135 Ehrenurkunden an
die nachſtehenden Inbilare ausgeſtellt. Es iſt erwünſcht, daß allmählich
ſämtliche Firmen unſeres Bezirks dazu übergehen, von dieſer ſchönen
Einrichtung zur Ehrung ihrer Jubilare Gebrauch zu machen.
1, Heinrich Weyland, Lindenfels (am 10. Oktober 1927: 25 Jahre
bei der Firma Kreuzer u. Böhringer, Lindenfels).
2. Emil Bauer. Nieder=Ramſtadt (am 6. November 1918: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
3. Georg Riedel, Nieder=Ramſtadt (am 16. Mai 1919: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
4. Georg Hufbauer, Nieder=Ramſtadt (am 15. Oktober 1919:
25 Jahre bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
5. Valentin Keil, Lindenfels (am 2. Juli 1921: 25 Jahre bei der
Firma Kreuzer u. Böhringer, Lindenfels).
6. Friedrich Schad. Nieder=Ramſtadt (am 12. Mai 1922: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
7. Georg Pfeifer, „Nieder=Ramſtadt (am 25. Februar 1922:
25 Jahre bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
8. Georg Adam Schobert, Lindenfels (am 9. April 1922: 25 Jahre
bei der Firma Kreuzer u. Böhringer, Lindenfels).
9. Phil. Dintelmann, Nieder=Ramſtadt (am 31. Mai 1922:
25 Jahre bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
10. Adam Hönig, Darmſtadt (am 20. Juli 1922: 25 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt).
11. Theodor Wüllenweber, Nieder=Ramſtadt (am 2. Mai 1923:
25 Jahre bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtndt).
12. Wilhelm Müller III., Eberſtadt (am 18. Mai 1923: 25 Jahre
bei der Firma Jakob Pfeiffer, Lederfabrik, Eberſtadt).
13. Johannes Volz, Eberſtadt (am 11. Juni 1923: 40 Jahre bei der
Firma Beck u. Roſenbaum Nachf., Darmſtadt).
14. Heinrich Schoch, Nieder=Ramſtadt (am 25. Auguſt 1923: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
15. Jakob Burkhardt, Nieder=Ramſtadt (am 12. September 1923:
25 Jahre bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
16. Karl Ludwig Lotz II., Erzhauſen (am 11. November 1923: 40 Jahre
bei der Firma Plaut u. Sohn, Darmſtadt).
17. Wilhelm Danner, Ober=Ramſtadt (am 17. Auguſt 1924: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
18. Chriſtian Friſter, Lindenfels (am 24. September 1924: 40 Jahre
bei der Firma Kreuzer u. Böhringer, Lindenfels)
19. Fr. Schmelzle, Lindenfels: (am 25. Oktober 1924: 25 Jahre bei
der Firma Kreuzer u. Böhringer, Linbenfels).
20. Adam Görmann, Ober=Ramſtadt (am 23. April 1925: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Namſtadt).
21. Valentin Wolf. Darmſtadt (am 30. April 1925: 40 Jahre bei der
Firma Beck u. Roſenbaum Nachf., Darmſtadt).
22. Peter Körber, Darmſtadt (am 4. Mai 1925: 25 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt).
23. Michael Hotz, Vielbrunn i. O. (am 19. November 1925: 25 Jahre
bei der Firma Conrad Appel, Darmſtadt).
24. Joh. Woldrich. Nieder=Ramſtadt (am 24. Januar 1926: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt),
25. Ludwig Mahr. Nieder=Ramſtadt (am 1. Mai 1926: 25 Jahre bei
der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
26. Georg Knierrieme, Nieder=Ramſtadt (am 5. Juni 1926:
25 Jahre bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
97. Anton Göckel, Spachbrücken (am 3. Juli 1926: 25 Jahre bei der
Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
98. Valentin Nollert, Rieder=Namſtadt (am 22. Juli 1926: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
29. Georg Becker, Nieder=Ramſtadt (am 16. Auguſt 1926: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne Nieder=Namſtadt).
30. Wolfgang Hager, Lindenfels (am 4. Oktober 1926: 40 Jahre bei
der Firma Kreuzer u. Böhringer, Lindenfels).
31. Phil. Borell, Nieder=Ramſtadt (aus 25. November 1926: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
32. Joh. Richter, Nieder=Ramſtadt (am 21. Februar 1927: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt),
33. Georg Schroth, Zeilhard (am 1. April 1927: 25 Jahre bei der
Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
34. Adolf Fuchs. Darmſtadt (am 1. April 1927: 25 Jahre bei der
Firma L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt).
35. Karl Wiedemann, Darmſtadt (am 22. Mai 1927: 25 Jahre bei
der Darmſtädter Volksbank e G.m.b.H., Darmſtadt).
36. Wilhelm Schaller, Nieder=Ramſtadt (am 31. Juli 1927: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt),
37. A. Kaffenberger, Nieder=Ramſtadt (am 23. Auguſt 1927:
25 Jahre bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
38. Johann Klober, Darmſtadt (am 6. Oktober 1927: 25 Jahre bei
der Firma L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt).
39. Otto Wilhelm, Darmſtadt (am 9. November 1927: 25 Jahre bei
der Firma L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt).
40. Joh. Scheidt, Nieder=Namſtadt (am 13. Dezember 1927: 25 Jahre
bei der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
41. Mathilde Frenz, Darmſtadt (am 1. Januar 1928: 25 Jahre bei
der Firma Strauß u. Maher, Darmſtadt).
42. Anna Hauff, Darmſtadt (am 1. Januar 1928: 40 Jahre bei der
Firma Theodor Kalbfuß, Darmſtadt).
43. Georg Wucherpfennig, Darmſtadt (am 1. Januar 1928:
25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
4. Georg Ziegler, Ober=Modau (am 6. Januar 1928: 25 Jahre bei
der Firma Wacker u. Doerr Söhne, Nieder=Ramſtadt).
45. Karl Mink, Darmſtadt (am 9. Januar 1928: 40 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt).
46. Alfred Schäffer Darmſtadt (am 12. Januar 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Akt.=Geſ., Darmſtadt).
47. Ludwig Sauer. Darmſtadt (am 12. Januar 1928: 25 Jahre bei
der Firma E. Merck, Darmſtadt).
48. Jean Friedrich, Darmſtadt (am 8. Februar 1928: 40 Jahre bei
der Firma Gebrüder Wiener, Kronenbrauerei, Darmſtadt).
49. Jakob König. Darmſtadt (am 11. Februar 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Akt.=Geſ., Darmſtadt).
50. Friedrich Keller, Darmſtadt (am 13. Febr. 1928: 25 Jahre Eei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Akt.=G=ſ., Darmſtadt).
51. Phil. Mechler. Darmſtadt (am 16. Februar 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Akt.=Geſ., Darmſtadt).
52. Heinrich Ohl. Darmſtadt (am 16. Februar 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Akt.=Geſ., Darmſtadt).
53. Johann Puder, Darmſtadt (am 18. Februar 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſ. Eiſenbahn=Akt.=Geſ., Darmſtadt).
54. Adam Vollrath. Darmſtadt (am 26. Februar 1928: 25 Jahre
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
55. Wilhelm Platt, Darmſtadt (am 2. März 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
56. Peter Unger. Darmſtadt (am 2. März 1928: 25 Jahre bei der
Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
57. Karl Umminger. Darmſtadt (am 2. März 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
58. Daniel Jayme, Darmſtadt (am 5. März 1928: 40 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt).
59. Chriſtian Merker, Griesheim (am 6. März 1928: 50 Jahre bei
der Firma L. C. Nungeſſer, Samenwerk, Griesheim).
60. Ludwig Becker, Darmſtadt (am 16. März 1928: 25 Jahre bei der
Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
61. Heinrich Creter. Darmſtadt (am 16. März 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ. Darmſtadt).
62, Dr. Walther Gruſchwitz, Darmſtadt (am 16. März 1928: 25
Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
63. Philipp Aßmuß. Darmſtadt (am 23. März 1998: 25 Jahre bei
der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
64. Heinrich Nückert, Gundernhauſen (am 25. März 1928: 25 Jahre
Eduard Dittmann I. Darmſtadt (am 7. Auguſt 198: 2
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
3. Friedrich Stähr. Darmſtadt (am 24. Auguſt 1928: 255
bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
Ludwig Beck, Darmſtadt (am 25. Auguſt 1928: 25 Jau
der Firma E. Merck, Darmſtadt).
Daniel Ley, Eberſtadt (am 28. Auguſt 1928: 25 Jahre
Firma Eiſenwerk, Eberſtadt).
. Alexander Conrad, Roßdorf (am 1. September 1928: 9
bei der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.G., Dany
Auguſt Wagner, Darmſtadt (am 1. Sept. 1928: 40 Jsu
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
Peter Jackelen, Griesheim (am 3. September 1928: 25 c
bei der Firma L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Darmſta/”
Peter Beſt. Darmſtadt (am 5. September 1928: 2 Jeu/ck14
der Firma W. G. Otto, Darmſtadt).
Adam Klöppinger, Darmſtadt (am 7. Sept. 1928: 25
bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
Emil Vonbühren. Darmſtadt (am 7. Sept. 1928: 25
bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
Ernſt Heute=kes, Darmſtadt (am 9. September 1928: 9
bei der Firma L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Darmſte
Philipp Hochſtetter. Darmſtadt (am 14. Sept. 1928: 2
bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
Gg. Arras, Bensheim (am 14. September 1928: 25 Jalfntz
der Firma Louis Guntrum A.G., Bensheim).
Wilhelm Horn. Darmſtadt (am 21. September 1228: 2mm
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
Adam Helmſtädter. Darmſtadt (am 30. Septembe füt
25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
Willy Neudörfer. Darmſtadt (am 1. Oktober 1928: 2:
bei der Firma Darmſtädter Volksbank e. G. m. b. J., Durm
Kurt Mildner, Darmſtadt (am 1. Oktober 1928: 25
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
Otto Damm, Darmſtadt (am 14. Oktober 19B8:
B=
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
Ludwig Netz. Darmſtadt (am 20. Oktober 1928: 25 Jalt7:41
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
Jakob Boll, Darmſtadt (am 21. Oktober 1928: 25 Jah4n
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
Friedrich Roth, Darmſtadt (am 27. Oktober 1928: 25 J.atzeu
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
bei der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt).
). Wilhelm Müller, Darmſtadt (am 30. März 1928: 25 Jahre bei 123. Joſef Gölz. Darmſtadt (am 29. Oktober 1998: 25 Janunt
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ. Darmſtadt).
65
der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
66. Georg Weygandt, Gundernhauſen (am 1. April 1928: 25 Jahre
bei der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt).
67. Ernſt Engelhardt, Stockſtadt a. Rh. (am 3. April 1928: 25
Jahre bei der Firma A. Horſt, Holzhandlung, Goddelau).
68, Andreas Krug. Darmſtadt (am 9. April 1928: 40 Jahre bei der
Firma Beck u. Roſenbaum, Darmſtadt).
69. Martin Becker. Darmſtadt (am 15. April 1928: 25 Jahre bei
des Firma Goebel Akt.=Geſ., Darmſtadt).
70. Ernſt Hanſtein. Darmſtadt (am 20. April 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ. Darmſtadt).
71. Wilhelm Volk. Darmſtadt (am 29. April 1928: 25 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt).
72. Heinrich Anderſſon, Darmſtadt (am 27. April 1928: 25 Jahre
bei der Firma Lippmann May, Darmſtadt).
73. Georg Heldmann, Darmſtadt (am 4. Mai 1928: 25 Jahre bei
der Firma E. Merck, Darmſtadt).
74. Wilhelm Hofmann, Ober=Ramſtadt (am 1. Mai 1928: 40 Jahre
bei der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt).
75. Michel Mater, Darmſtadt (am 1. Mai 1928: 40 Jahre bei der
Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt).
76. Phil. Friedrich Zimmer, Roßdorf (am 1. Mai 1928: 40 Jahre
bei der Firma Odenwälder Hartſteininduſtrie A. G., Darmſtadt).
7. Peter Stork. Darmſtadt (am 21. April 1928: 25 Jahre bei
der Firma E. Merck, Dermſtadt).
78. H. Chr. Horſt. Darmſtadt (am 5. Mai 1928: 25 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt).
79. Peter Emig, Roßdorf (am 16. Mai 1928: 40 Jahre bei der Firma
Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A. G., Darmſtadt).
80. Thomas Dieter. Darmſtadt (am 18. Mai 1928: 25 Jahre bei
der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
81. Karl Baumann.Darmſtadt (am 25. Mai 1928: 25 Jahre bei
der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
82. Jakob Merker, Darmſtadt (am 23. Mai 1928: 40 Jahre bei der
Firma Beck u. Roſenbaum Nachf., Darmſtadt).
83. Johs. Engext, Roßdorf (am 1. Juni 1928: 25 Jahre bei der
Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.G., Darmſtadt).
84. Gg. Schacker, Gundernhauſen (am 1. Juni 1928: 25 Jahre bei
der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A. G., Darmſtadt).
85. Ludwig Ramge, Zeilhard (am 1. Juni 1928: 25 Jahre bei
der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A. G., Darmſtadt).
86. Wilhelm Seipel, Darmſtadt (am 1. Juli 1928: 25 Jahre bei
der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt).
87. Heinrich Sauerwein, Zeilhard (am 1. Juni 1928: 40 Jahre
bei der Firma Odenwälder Hartſteininduſtrie A.G. Darmſtadt).
88. H. Ludwig Penk, Darmſtadt (am 1. Juli 1928: 25 Jahre bei
der Firma E. Merck, Darmſtadt).
89. Wilhelm Schönwolf, Darmſtadt (am 13. Juni 1928: 25 Jahre
Johannes Krämer, Darmſtadt (am 30. Oktober 1728: 2
bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
Dr. Otto Wolfes. Darmſtadt (am 1. November 1928: 21
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
Hans Schieferdecker. Darmſtadt (am 2. Novembs
25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
Leonhard Ihrig. Darmſtadt (am 3. November 1928: 22
bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
Leonhard Bock. Darmſtadt (am 5. November 1928: 2
bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
Heinrich Hartmann, Darmſtadt (am 9. Novembe
25 Jahre bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſuy
Lorenz Schmidt III., Darmſtadt (am 10. Novembe=
25 Jahre bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Daru
Georg Müller III., Darmſtadt (am 10. November 1998: 2/
bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
Johannes Schweitzer. Darmſtadt (am 23. Novembe=
25 Jahre bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſt)
Jakob Rühl, Darmſtadt (am 30. November 1928: 25 Jcl
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ. Darmſtadt).
Adam Moter, Darmſtadt (am 30. November 1938: B/
bei der Firma Goebel A. G., Darmſtadt).
Dr. Franz Stadtlmahr. Darmſtadt (am 1. Dezembes Krört
25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt).
bei der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt)
90. Heinrich Rühl, Darmſtadt (am 13. Juni 1928: 40 Jahre bei der
Firma Beck u. Roſenbaum Nachf., Darmſtadt).
91. Ludwig Schnepper, Darmſtadt (am 15. Juni 1928: 25 Jahre
bei der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
92. Karl Mönch, Darmſtadt (am 23. Juni 1928: 25 Jahre bei der
Firma Goebel Akt.=Geſ. Darmſtadt).
93. Konrad Becker I., Darmſtadt (am 23. Juni 1928: 25 Jahre
bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn A.=Geſ., Darmſtadt).
94. Wilhelm Bremmer, Darmſtadt (am 25. Juni 1928: 25 Jahre
bei der Firma Heſſ. Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
95. Otto Seefried, Darmſtadt (am 25. Juni 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
96. Johann Helfrich, Darmſtadt (am 25. Juni 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
97. Auguſt Horneff, Gundernhauſen (am 1. Juli 1928: 25 Jahre bei
der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A. G., Darmſtadt).
98. Peter Trumpler, Darmſtadt (am 1. Juli 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ. Darmſtadt).
99. Konrad Hedtrich, Darmſtadt (am 2. Juli 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Geſ., Darmſtadt).
100. Katharina Kadel, Darmſtadt (am 1. Auguſt 1923: 25 Jahre bei
der Firma S. Feitler, Darmſtadt).
101. Georg Eitel Darmſtadt (am 3. Auguſt 1928: 25 Jahre bei
der Firma Heſſiſche Eiſenbahn Akt.=Gef., Darmſtadtz).
kp. Klage der J. G. Farbeninduſtrie A.=G., F
furt a. M., Gutleutſtraße 31, gegen den Oberbürgermeiſter de.
Offenbauh a. M. wegen Anforderung von Straßenherſtellungskei
Die J. G. Farbeninduſtrie hat als alleinige Anliegerin der Müß/
Straße in Offenbach Feſtſtellungsklage dahin erhoben, daß ſie n.
pflichtet ſei, zu den Koſten der neuen Randſteine des
Fußſteig=
tragen. Sie behauptet, der bezügliche Plan ſei nicht offengelegt 1
ſie beanſtandet auch die Koſtenberechnung. Die Stadt betont, die
ſei 1896 hergeſtellt, es ſeien ſeitdem mehr als 25 Jahre verfloſf 4
die Herſtellung neuer Randſteine erforderlich. Die Stadt habe au
die Selbſtkoſten auf den Anlieger ausgeſchlagen. Die Kläcerin
in Rede ſtehende Gelände von der Stadt durch Tauſch
erworbe=
bezüglicher Beſchluß der Stadtverordnetenverſammlung liegt v
Anliegerbeiträge haben die rechtliche Natur der Ausſchläge.
Ausſchläge ſind nach Artikel 21 der Bauordnung zu behandeln
umſtändliche Verfahren nach Art. 197 der Städteordnung braus.
eingehalten zu werden. So wird von dem Vertreter der Stadr0
bach ausgeführt. Nach Art. 21 Abſ. 4 der Bauordnung kanr!
Ortsſtatut beſtimmt werden, daß auch für bereits beſtehende E4.
die Koſten der Fußwege von dem Anlieger zu erſetzen ſind. Ell
ſtimmt das Statut für Offenbach einen Koſtenerſatz, ſofern ſel
ſtellung der Straße 25 Jahre verfloſſen ſind. Gegen eine Koſten
derung iſt hier nur die Beſchwerdeklage des Art. 192 der Ställ
nung zuläſſig. Die Stadt ſteht auch auf dem Standpunkt, daß
der Verwertung des Altmaterials erzielter Gewinn dem
Anlieg=
zugute zu bringen ſei. Die J.G. ſei zwar nicht als Eigentünel
Grundbuch hinſichtlich des in 1927 ertauſchten Geländes eingen
aber ſie ſei tatſächlich Beſitzerin und nutze das Grundſtück; ſie hau
die nach öffentlich=rechtlichen Grundſätzen zu behandelnden Au4
vertraglich übernommen. Herangezogen wird hier eine Entſakd
des Verwaltungsgerichtshofes aus 1901. Die Anforderung der
an die J.G. iſt im Herbſt 1928 erfolgt, mithin iſt die öffentlich
für die Anlieger um dieſe Zeit zur Entſtehung gelangt. — Diel
wird abgewieſen. Wert des Streitgegenſtandes: 3210 Ma)
Klage des Arthur Oppenheimer, zu Michelſtadt gege
Beſcheid des Kreisamtes Erbach vom 8. November 1928 wegen
erteilung eines Wandergewerbeſcheins. Der Inhaber der Firma)
Oppenheimer in Michelſtadt hat ſeither die Stammkundſchaft a
Landorten ſelbſt beſucht; dies iſt ihm nach ärztlichem Atteſt nichtl
möglich, deshalb ſoll der Sohn, der erſt 20 Jahre alt iſt, dieſe 2
beſuche machen. Das Kreisamt Erbach hat den Schein
verſagt=
der Geſuchſteller erſt 20 Jahre alt iſt. Das Gericht erteil!!
Schein.
urue eataeteaaettetttaeeaateaanehttarteaaeteeeateheeeteataat
UiNP DrrPrfD
DES 1O-HHBHIINDERIS
uunde der Tabak durch das Beisnfel.
Karl, H. von Trankreich in Euond.
als Heilmittel volkstimlich. lroß-
Demn naude noch urdter Iiedrich dem
Croßer das Rarher auff offenen
Straße vegen Karerostährlichkeit uten-
Sagt.
Erst imn Jahre 1848wuden die
lebter Reste der obrigkeitlichen
Be-
schränhungen, des Karchens beseitige.
Lerute wremtetktttktttvteemikkkurentalkkkztarr aufkkudan dadtdittettaädda
Uate
imreeaaesttaeaeataaataaataaaaseeessesttaate
wwtmii
Gleichzeitig mit dieser
Entwick-
luung hak arch die form des
labak-
geruusses sich im Laufe der
Jahr-
hmderte gewandelk.
Den lemo unserer Zeit und der
Lebensart unserer Generaton ent-.
spricht die Cigardtte. Sie erreichte
ihre Cipfelleishug in der
RURMIABK
SPEZIAL-MAZEADNEN-MISCHUNG
TFs4
UFr..- tlad zukterkutkzudzuumben autuut
[ ← ][ ][ → ]tmmer 13
Sonntag, den 13. Januar 1929
Offenbach Groß=Umſtadt: Pfarrer Bürſtlein, Offenbach, als
Abge=
ordneter; Dekan Reichert, Lengfeld, als Stellvertveter.
Reinheim=Eberſtadt: Dekan Vogel, Gernsheim, als Abgeordneter;
Pfarrer Dr. Meiſinger, Reinheim, als Stellvertweter.
Erbach=Zwingenberg: Pfarrer Kempf, Zwingenberg, als
Abgeond=
neter; Dekan Bernbeck, Hirſchhorn, als Stellvertreter.
Groß=Gerau=Mainz; „Pfarrer, Dr. Müller, Rüſſelsheim, als
Ab=
geordneter: Dekan Lie. Jacob, Mainz, als Stellvertreter.
Worms=Oppenheim; „Pfarrer Schuſter, Nierſtein, als Abgeordneter;
Pfarrer Eckhard, Worms, als Stellvertreter.
Alzey=Wöllſtein: „Pfarrer Hoffmann, Bechvolsheim, als
Abgeord=
neter; Dekan D. Jaudt, Planfg, als Stellvertreter.
2. Abgeordnete im Landeswahlbezirk.
a)weltliche:
Studienrat Dr. Avemarie. Darmſtadt; Lehrer Wilh. Schäfer,
Darmſtadt; Geh. Hofrat D. Dr. Berger, Prof. an der Techn.
Hoch=
ſaule Darmſtadt; Medizinalrat Dr. Walger, Gießen: Konrad
Philipp Diehl, Lankwirt und Bürgermeiſter, Hoch=Weiſel; Frau Prof.
Julie Heraeus, OFfenbach a. M: Maſchinenmeiſter. Wilhelm
Veißert, Worms: Rudolf Koch Prof, OFfenbach a. M. Auguſte
Lambert, Arzt=Wwe. Nieder=Ingelheim: „Landgerichtsdirektor
Schmahl, Gießen; Profeſſor Hch. Engel, Studienrat, Mainz;
Wil=
helm Würz, Lehrer und Organiſt, Eichelsdorf; Reallehrer Deggau,
Nockenberg.
b) geiſtliche:
Bernbeck, Landeskirchenrat und Pfarrer, Okarben; D. Waitz,
Hans, Landeskinchenrat und Pfarner, Darmſtadt; D. Jaudt, Dekan,
Plauig; Ausfeld, Pfarrer, Gießen; Georgi, Ludwig, Pfarrer,
Ermenrod; Schrimpf, Pfarrer, Dieburg.
Eine anſehnliche Zahl von Männern und Frauen aller Kreiſe ohne
Unterſchied der Weltanſchauung oder Partei fand ſich am 9. Januar zu
einer Beſprechung zuſammen, um Mittel und Wege zu ſuchen, unſeter
Jugend gegen ſitlichen Schmutz und Schund zu h.ſfen.
Nach den einleitenden Worten des Herrn Schulat Hafſinger
gab Herr Leh.er Metzker aus Frankfurt, Voyſitzemder des dortigen
Jugendſchviftenausſchuſſes, einen Ueberblick über die ſeithevigen
Ver=
ſuche, den Schmutz= und Schundſchviſten emgegenzuwirken. Er wies auf
die ungeheuren Mengen künſtleriſch wertlloſer und ſittlich bedenklicher
Schriſten hin, die ſicher fü= unreie, urteilsloſe Menſchen Gefahren in
ſich bergen, er zeigte auch, wie ſchwer es iſt, trotz aller geſetzlichen
Hand=
hoben (Strafgeſetzbuch, Gewerbeordnung und neuerdings das Geſetz zur
Bewahrung der Jugend vor Schmutz und Schund vom
18. 12. 1926) dieſom Uebel zu wehten.
Seine Ausführungen, daß die beſte Abwehr des ſchlechten immer
noch die Darbietung des guten Buches iſt, und ſehne Hinw.ſe auf die
hierzu erfordenlichen Schritte waren ben allel meiſten Anweſenden, die
ja ſchon ſeit Jahren im gleichen Sinn gewirkt habem, nichts neues; ſine
Vorſchläge liefen auf die Bildung zweier Ausſcküſſe hinaus, eines
Schutz=
verbandes mit der Aufgabe, die verſchiedenen Schriftenvel kaufsſtellen zu
überwachen, und eines Jugondſchriftenausſchuſſes, der der Jugend
ge=
eigneten Leſeſtoff ganraten kann.
In der folgenden Aufsſprache wies Pfarrer Heß darauf hin, daß
die Verſammlung zu dem Zweck einberufen ſei, einen weiteren Kreis
von der Notwendigkeit geminſamen Vorgehens gegen dieſe geiſtige
Brunnenvergiſtung zu überzeugen. Dank der Hille des Städtiſchen
Jugendamtes und der Polizei iſt der allerſchlimmſte Sckmutz aus den
Kiosken und den anderen Verkaufsſtellen ſchon verſchſwunden. Gin
gan=
zer Stoß von Schriften, tefls von der Polizei boſchlagnahmt, teils von
verſchi denen Stellen aufgekauft, zeigt, daß hier das natürliche
Neinlich=
keitsgefühl gegemüber einer bedenkenloſen geſchäftsmäßigen Ausbeu ung
menſchlicher Schwächen und Urteilsloſigkeiten noch große Aufgaben zu
erfüllen hat. Das vielumſtrittene neue C ſetz zum Schutz der Jugend
hat trotz des ſehr umſtändlichen Veufahrens doch ſchon in 49 Fällen
Schriſtenreihen, Zeitſchriften, auch einzelne Bücher auf die Lüiſte der
Schmutz= und Schundſchriften gebracht, ſo daß dieſelben z. T.
6 Monate, z. T. ein ganzes Jahr lang nicht öffontlich felgeboten
wer=
den dürfen. Ein Teil derſelben war auch in Darmſtadt
offen zumKauf ausgeſtellt. Soll das Geſetz ſeimne Wirlungen
recht emtfalten, ſv müſſen die Freunde der Jugend noch mehr als ſeither
ihre Augen offen halten und gegebenenfalls bedenllich erſcheinende
Schriften zur Anzeige bringen.
Herr Direktor Schrauth als Vorſitzender des Städtiſchen
Jugend=
amtes beſtätigt die vorausgegangenen Ausführungen. Er wies darauf
hin, daß etwaige Anträge, ein Buch auf die Schmutz= und Schundliſte zu
ſetzen, bei dem Landesjugendamt einzureichen ſind. Dies Vorgehen wird
zurzeit durch die Forderung erſckwwett, jedem drrartigen Antrag 3 oder
gar 9 Stück der beanſtandeten Schrift beizufügen. Es wäre dringend
er=
wünſcht, daß dieſe Beſtimmung falle und daß der Staat Mittel
be=
willige, dieſe notwondige Aubeit in Angriff zu nehmen.
Eine Reihe anderer Anregungen wurden noch gegeben, worauf die
Ginberufer der Verſammlung, Pfarrer Heß, Dr. Imgram, Lehter
Noſar, Frau Kern, D—. Bienheim und Lehrer Germann,
ermächtigt wurden unter Zuziehung geeigneter Männer und Frauen
einen Arbeitsausſchuß zu bilden, der dann beauftragt wird, alle
ge=
gebenen Anregungen in die Tat umzuſetzen.
H.
Hlemabnete und Stellvertreter für die einzelnen Dekanatsbezirkei:
a)weltliche:
Kralrt: Geh. Oberregierungsrat Stroh, Darmſtadt, als
Abgeord=
ſe Arbeiterſekretär Laufer, Darmſtadt, als Stellvertreter.
Wehrer Auguſt Dollinger, Alsfeld, als Abgeordneter; Land=
Int: Friedrich Stein, Stumpertenrod, als Stellvertreter.
niuach: Geh. Juſtizrat Wahl., Schlitz, als Abgeordneter; Forſtrat
u. kgraf, Laustrbach, als Stellvertreter
gört=: Bürgermeiſter Keil, Ober=Beſſingen, als Abgeordneter;
ſchenvorſteher Heinrich Petry 2., Geilshauſen, als Stellvertret.
an. Altbürgermeiſter Viehl, Rainrod, als Abgeordneter;
Land=
ynt und Bürgermeiſter Gg. Ludwig Hofmann, Ulfa, als Stell=
ItsSter.
t Landgerichtspräſidente Ludwia Neuenhagen, Gießen, als
nwordneter: Mekizinalrat Dr. Walger. Geßen, als Stellvertr.
1chy: Landtagsabgeordneter Fenchel, Ober=Hörgern, als
Abgeord=
rus Landwirt Friedrich Wilhelm Bommersheim,
Langs=
als Stellvertreter.
00 Studienrat Prof. Lampas, Friedberg, als Abgeordneter;
Tiegermeiſter Kromm. Kohden, als Stellvertreter.
jürten: Lehrer Heuſohn. Lehrbach, als Abgeordneter; Bürger=
uſer Albrecht, Düdelsheim, als Stellbertreter.
riſtelen: Studienrat Prof. Theodor Werner, Friedberg, als Abge=
lantter; Landwirt und Bürgermeiſter Jakob Winter 1., Nieder=
Afl I, als Stellvertreter.
väufn. Landwirt und Kreistagsabgeordneter Konrad Hch. Poſt,
sheim, als Abgeordneter; Altbürgermeiſter Fauerbach,
ärgen, als Stellvertreter.
M4 ach: Bankvorſtand Jenſen, Langen, als Abgeordneter;
ermeiſter a. D. Mosbach, Offenbach, als Stellvertreter.
roiſctaktadt: Bürgermeiſter Krapp, Sickenhoſen, als Abgeordneter;
Norrmeiſter Sturmfels, Klein=Umſtadt, als Stellvertreter.
eiyans Bauinſpektor Fleckenſtein, Höchſt i. D., als
Abgeord=
mr. Rcktor i. N. Schäfer, König, als Stellvertreter.
hertzſt. Landwirt Dr. Dehlinger, Weilerhof, als Abgeordneter;
Keermeiſter Rückert, Ober=Mamſtadt, als Stellvertreter.
rbet1 FFabrikamt Ludwig Arzt, Michelſtadt, als Abgeordnetzer;
Eirat Gerbig, Enbach, als Stellvertneter.
pitlnerg: Rechnungsrat Liſtmann, Heppenheim a. d. B. als
Aeurdneter; Forſtrat Wahl, Heppenheim a. b. B., als
Stell=
hirtter.
woußterau: Archivrat D. Herrmann. Darmſtadt, als Abgeordneter;
Aan Johannes Braun, Rüſſelsheim, als Stellvertreter.
rüu Bandgerichtspräſident Jungk. Mainz, als Abgeordmeter;
Ver=
griugsdirektor Obmann, Mainz, als Stellvertreter.
ic W. Dr. Freiherr Cornelius. Hehl zu Herrnsheim,
Aas, als Abgeordneter; Kreisdirektor Wolff, Worms, als
Sürertreter.
gimtirn: Bürgermeiſter Schätzel Guntersblum, als Abgeordneter;
N0wirt Adolf Dahlem. Derheim, als Stellvertreter.
ei Birgermeiſter Nickerich. Flonheim, als Abgeordneter;
Wein=
nlsſitzer Wilh. Becker, Alzeh, als Stellvertreter.
ſüüftr. Landwirt Fr. Beiſer 5., St. Johann, als Abgeordneter;
Fnordneter Philipp Schmahl, Wörrſtadt, als Stellvertreter.
b) geiſtliche:
ſrtzid.: Pfarrer Ludwig Berck, Roßdorf, als Abgeordneter;
Peieer Ferdinand Heß, Darmſtadt, als Stellvertreter.
Bül”e uterbach: Dekan Schlöſſer, Lauterbach, als Abgeordneter;
hm Dr. Underzagt, Alsfeld, als Stellvertreter.
üiuuchg Schotten: Pfarrer D. Fritſch, Ruppertsburg, als Abgeord=
— Deutſchnationaler Frauen=Ausſchuß. Nächſten
Mittwoch, den 13. b. M., nachmittags 4 Uhr, fell unſere geſellige
Zu=
ſammenkunft bei Sitte ſein. Wir wollm dabei in uſerem Kreis der
Reictsgründung gedenken, die fa im Janzar war. Unſer verehrter
Landesvorſitzender, Herr General von Preuſchen, wird zu uns ſprechen,
ein junger Baſſt uns mit ſeinem Geſang erfreuen. Vollzähliges
Er=
ſcheinen dringed erwünſcht.
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Tagestalender für Sonnta, den 14. Janur 199.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 17 Uhr, Ende 22 Uhr
B 10: „Die Meiſterſinger von Nürnberg”. — Kleines Haus, Anfang
19 Uhr, Ende 22 Uhr: „Datterich”. — Orpheum, nachm. 4 Uhr:
Kinder=Vorſtellung „Max und Moritz”; abends 20 Uhr: Die drei
Musketiere‟. — Städt. Saalbau, abends 20.11 Uhr: Karneval=
Konzert. — Otto Berndt=Halle, abends 19 Uhr: Tanzabend
des Frauenvereins vom Roten Kreuz. — Bockshaut:
Karnevali=
ſtiſches Konzert. — Reſt. Bürgerhof: Karnebaliſt. Konzert. —
Ludwigshöhe, 4 Uhr: Künſtlerkonzert. — Reſt. Eintracht:
Bunter Abend. — Hotel Prinz Heinrich: Tanz=Abend. —
Waldſchlößchen 4 Uhr: Konzert. — Konzerte:
Schloß=
kaffee. Hotel Schmitz, Spaniſche Bodega. Weinhaus Maxim, Reſt.
Ben=
der, Stadt Malaga. Perkeo. Alte Poſt, Zum Neckartor Reichshof. Hotel
Prinz Carl, Sport=Kaffee=Reſtauraont, Reſt. Rummelbräu. —
Kino=
vorſtellungen: Union=Theater, Helia=Lichtſpiele, Pglaſt=
Licht=
ſpiele.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzelgen zu beirachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krill.
— Deutſchorden, Kommende Darmſtadt. Alle
Ordens=
brüder, auch die der auswärtigen Kommenden, werden gebeten, mit
Angehörigen zu der am Sonntag, den 20. Januar, 8.30 Uhr, im
Rum=
melbräu (Rheinſtraße 101) von den vaterländiſchen Verbänden
veran=
ſtalteten Reichsgründungsfeier zu erſcheinen.
— Im Hotel Prin= Heinrich findet heute Sonntag
karne=
valiſtiſcher Tanz=Abend ſtatt. Gs verſäume niemand, dieſe
Veranſtaltung zu beſuchen. Siehe Anzeige.)
—Wiener Kronenbräukeller, Diebunger Straße 97.
Heute Sonntag, den 13. Januar, findet von 8 bis 1 Uhr abends Konzert
mit Tanzeinlagen ſtatt. (S. Anz.)
s. Pfarrer Nies. Ettingshauſen, als Stellvertreter.
quungen: Pfarner Oto Lenz. Gießen, als Abgeordneter: Dekan
:m ann, Kirchberg=Lollar, als Stellvertneter.
üvingen: Dekan Auauſt Seriba. Nidda, als Wbgeordneter;
ſtezer Ernſt Adam, Büdingen, als Stellvertveter.
hgsRodheim: Dekan Vogel. Bruchenbrücken, als Abgeordneter;
ſitter Becker, Büdesheim, als Stellvertreter.
* O
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Seite 8
Conntag, den 13. Januar 1929
Rummer —
Au. Heiſen.
Skarkenburg.
45. Arheilgen, 11. Jan. Nachdem Herr Obſtbauinſpektor Behne im
hieſigen Obſt= und Gartenbauverein enen Vortrag üder
ge=
markungsweiſe Umpfiopfung und Obſtbaumſchädlingsbekämpfung hielt,
wurde beſchloſſen, in dieſcur Jahre alle Obſtoäume weſtlich der
Provin=
zialſtraße mit Obſtbaumkarbolineum zu beſpritzen. Die Bürgermeiſterei
wird eine diesbezugliche Bekanntmachung erlaſſen, und ſoll ſich der
Be=
trag für einen Baum mittlerer Stärke auf etwa 25 Pfennig ſtellen.
Gleichzcitig ſoll bei der Ortsbehörde beantragt werden, daß eine
Ver=
ordnung über Bekämpfung von Schädlingen erlaſſen wird. Da der
hie=
ſige Boden als überaus geeignet für Frühſteinobſt anzuſprechen iſt und
die Nachfrage nach dieſem immer größer wird, ſoll darauf hingewirkt
werden, daß dieſes Obſt gerade in hieſiger Gemarkung mehr angepflanzt
wird. — Im Bildungsausſchuß der organiſierten Arbeiter
fin=
den gegenwärtig Kurſe über „Arbeitsrecht und Sozialverſicherung” ſtatt.
Dieſelben werden im Bildungsheim im alten Schukhauſe an der Kirche
abgehalten. — Vorgeſtern wurde Herr Adam Wannemacher 5. zur letzten
Ruhe gebettet. Er war B ſitzer des Gaſthauſes „Zur Krone” und als
ſolcher langjähriger Vereinswirt des hieſigen Kriegervereins.
D. Wolfskehlen, 12. Jan. Großfeuer. Heute nacht gegen 3 Uhr
ertönte Feueralarm und brachte im Nu die geſamte Einwehnerſchaft auf
die Veine. Bei dem Wirt H. Shäfer war auf bis jetzt noch
unauſ=
wvodurch zwei Scheunen, mit Hei= und
Raub der Flammen. Die Feuerwehr von Wolfskehlen hatte mächtig zu
tun, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken, und wurde dabei von der
hieſigen Einwohnerſchaft ſowie von der herbeigeeilten Wehr von
God=
delau tatkräftig unterſtützt. Bei der Kälte war es heute Nacht gewiß
nicht angenehm, mit dem eiſigen Waſſer herumzupantſchen, und gebührt
ſchon aus dieſem Grunde den Helfern die größte Anerkennnug, zumal
es auch, wenn auch nur mit der größten Mühe, gelang, das Wohnhaus
zu retteit. Das Anweſen, das unſprünglich Eigentum des jetzigen Wirts
Schäfer war, gehört der Gemeinde. Der Sachſchoden iſt bedeutend, da
etliche Mieter in den beiden Scheunen Materialien verſchiedener Art
gelagert hatten.
J. Griesheim, 12. Jan. Am Montag, 14., Dienstag, 15., Mittwoch,
16., Freitag, 18., und Samstag, 19. Januar, jedesmal von 12 bis 5 Uhr
tz Scharfſchieß=
den Dienſträumen des Finanzamts Darmſtadt=Land in Darmſtadt,
Gra=
fenſtraße 9, und bei der hieſigen Untererhebſtelle jeden Werktag von
9 bis 11 Uhr vormittags, offen. Freiwillige
Geſellenprü=
fung. Anmeldungen zur Prüfung werden unter Benutzung des
vor=
geſchriebenen Formulars ſowie unter Vorlage des Lehrvertrags bei dem
Vorſitzenden der Gewerbe= und Handwerkervereinigung in der Zeit vom
14. bis 19. Januar ds. Js. entgegengenommen, woſelbſt jede weitere
Auskunft erteilt wird. — Die Marktvereine Griesheim 1, 2 und 3
halten am Sonntag, 13. Januar ds. Js., im Gaſthaus „Zum grünen
Laub”, hier, ihre Geweralverſammlung ab.
Aa. Eberſtadt, 11. Jan. Frankenſtein=Bergturnfeſt.
Der Main=Rr”gau hat beſchloſſen, auch in dieſem Frühjahr wieder ein
leicht=athletiſches Bergturmfeſt auf dem Frankenſtein abzuhalten. Der
genaue Termin ſteht nech nicht feſt, doch iſt damit zu rechnen, daß die
Veranſtaltung in den Mai fällt. Die örtlichen Vorbereitungen liegen
wie gewöhnlich in den Händen der Turngeſellſchaft E. V., die in ihrer
dieſer Tage abgehaltenen Hauptverſammlung die erſten Schritte zuu
Vorbereitung, getan hat. Zur Austragung gelangen leichtatyletiſche
Wettkämpfe.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 11. Jan. Gemeinderatsbericht. Vor
Beginn der Tagesordnung wünſchte der Bürgermeiſter allen
Gemeinde=
ratsmitgliedern ein glückliches neues Jahr. Eiſter Punkt der
Tages=
ordnung war die Begutachtung der Gemeinderechnung für 1927. Auf
den Bericht der Finanzkommiſſion hin, die in eine eingehende Prüfung
der Rechnung eingetreten war, wurden Beanſtandungen nicht erhoben.
Das Rechnungsergebnis iſt als ein durchaus geſundes zu betrachten und
legt Zeugnis ab, von einer vorſichtigen Finanzverwaltung. — Der
Vor=
ſitzende der Elektrizitätskommiſſion, Herr Gemeinderat Steiger, erſtattet
Bericht über die Abnahme der neuen Maſchinenanlage, die ein
befrie=
digendes Ergebnis zu verzeichnen hatte. Die bei Inbetriebſetzung zutage
getretenen Erſchütterungen, ſollen duich geeignete Maßnahmen beſeitigt
werden. — Der Endwurf einer Ortsſatzung über die Bekämpfung der
Obſtbaumſchädlinge wurde nach dem vorgetragenen Wortlaut genehmigt.
— Ein Antrag auf Abtretung eines Stückes Straßengelände an die in
Betvacht kommenden Anlieger wird abſchläglig beſchieden. — Das
Schreiben des Wirtſchaftsminiſteriums, betr. den Norſtandskredit der
Outsgruppe des Heſſ. Bauernbundes, wird zur Kenntnis genommen und
die Verwaltung beauftragt, gegen die in Betracht kommenden
rückſtän=
digen Schuldner geeignete Maßnahmen zu ergreifen. — Von
verſchie=
denen Seiten wird die Abänderung bezw. die Herabſetzung des
Kraft=
ſtrompreiſes angeſtrebt. Die Elektrizitätskommiſſion wird beauftragt,
den zurzeit geltenden Tarif einer Ueberprüfung zu unterziehen und dem
Plenum demnächſt erneut Vorlage zu machen. Die Ausführung der
Zentralheizungsanlage im Gemeindeſchulhaus bedingt auch die
Anichaf=
fung von Verdunſtungskörpern für die einzelnen Schulſäle. Dies wird
genehmigt. — Einer Anregung des Kreisamts entſprechend wird
be=
ſchloſſen, daß ſich die Gemeinde an den zu ergveiſenden Maßnahmen
wegen der Vertilgung der Krähen beteiligt. Der erforderlich werdende
Koſtenzuſchuß wird genehmigt. — Dem Antrag der Kleinkinderſchule auf
Zuweiſung von 2 Rm. Brennholz wird ſtattgegeben. — Eine längere
Debatte entſpann ſich noch darüber, welche Linienführung die demnächſt
zu erbauende elektriſche Straßenbahn von Darmſtadt über Nieder=
Ram=
ſtadt—Traiſa nach Ober=Ramſtadt nehmen ſoll. Grundſätzlich iſt man
ſich darüber einig, daß Nieder=Ramſtadt als größerer Platz mit ſeinem
Hinterland auf Berückſichtigung ſeiner Wünſche ein Anrecht hat, und daß
der Gemeinderat nur einer ſolchen. Linienführung ſeine Zuſtimmung
geben kann, die mindeſtens den geſchloſſenen Ortsteil berührt. Als
beſt=
geeignetſte Linie gilt nach Anſicht des Gemeinderats die Linie von der
Steinbruchbrücke abbiegend, die Traiſger Hohl entlang über die
Kilian=
ſtraße. Dieſe Strecke hat den Vorzug der Kürze, erſpart aber auch
an=
dererſeits ganz erhebliche Brüchenbaukoſten.
G. Ober=Ramſtadt, 12. Jan. Eisbahn im Schwimmbad.
Jur hieſigen Schwimmbad iſt nunmehr die Eisbahn eröffnet worden.
Da=
mir iſt den Ober=Ramſtädtern nun Gelegenheit geboten, ſich hier dem
lang entbehrten und doch ſo idealen Eislaufſport hinzugeben. Am
Sonn=
tag, den 13. Januar, von 2—5 Uhr, findet auf der Eisbahn Konzert
und abends von 8—10 Uhr Nachtlaufen ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 10. Jan. Nutz= und
Brennholzver=
ſteigernng. Das Forſtamt Ober=Ramſtadt hält am 14. Januar,
vormittags 9,30 Uhr, in der Gaſtwirtſchaft Keller in Wembach eine Nutz=
und Brennholzverſteigerung ab. Zur Verſteigerung kommen
Derb=
ſtangen, Reisſkangen, Nutzſcheite; und Brennholz aus den Diſtrikten
Scckenhain, Flachsgrund, Stricd und Raubhaus der Förſterei
Kolonie=
wald. — Hundeſteuer. Nach den Steuerliſten waren am 1.
Ja=
nuar 1929 hier 265 Hunde vorhanden. Im Vorjahre waren 284 Hunde
angemeldet. — Die Annahme und Haltung von Pflegekindern
iſt von der Genehmigung des Kreisjugendamtes abhängig.
Diesbezüig=
liche Anträge ſind bei der Burgermeiſterei zu ſtellen.
G. Ober=Ramſtadt, 11. Jan. Die Bezüge der Klein= und
Sozialrent=
ner für den Monat Januar 1929 werden am Dienstag, den 15. Januar,
vormittags von 8—12 Uhr, bei der Gemeindekaſſe ausgezahlt.
Le. Groß=Umſtadt, 10. Jan. Karnevalſitzung. Die erſte
Sitzung des Karnevalvereins 1911 zeigte wiederum, daß der Verein noch
im Vollbeſitz ſeiner altbewährten Kräfte iſt. Die närriſch
ausgeſchmück=
ten Räume von „Kerbcheshauſen” warem bis auf den letzten Platz beſetzt.
Der Abend ſtand unter dem Motto: „Im Summer Streit, im Winter
Anigkeit, irſcht mit dem Kopp durch die Wenn, dann enanner die Henn.”
Rechtsanwalt Ittmann eröffnete als Vorſitzender des Elferrates die
Sitzung und begrüßte alle erſchienenem Narren und Närrinnen aufs
herz=
lichſte. Nach Verleſung des närriſchen Protokolls durch Gg. Leonhard
Eidemann, ſtiegen die humorgewürzten Vorträge der bewährten hieſigen
Büttenredner: Gg. L. Eidmann, Addy Bender und G. Popp. Wir
er=
wähnen nur „De Zwiſchenfall”, der „Zoologiſche Vortrag”, (illuſtriert),
„Wahlvortrag der neugegründeten Reformpartei”: „De Wein”; „De
Mannemer Beſuch” und „Umſtadt im Zeichen des Verkehrs”. Ein jeder
Vortrag war eine Glanznummer, und an Beifallsbezeigungen wurde
nicht geſpart. Die bekannte Kapelle Kehrmann trug ein gutes Teil dazu
bei, um die frohe Stimmung nicht abflauen zu laſſen. Die nächyte
när=
riſche Sitzung findet am 2. Januar 1929 ſtatt.
Al. Höchſt i. O., 10. Jan. Die hieſige Freiw. Feuerwehr hielt ihre
Hauptverſammlung im Sitzungsſaal des Rathaufes ab. Der
Komman=
dant, Jean Luſt, eröffnete die Verſammlung und begrüßte die
erſchiene=
nen Mitglieder. Nach einem kurzen Rückblick auf die Tätigkeit der Wehr
im vergangenen Jahre, erteilte der Vorſitzende dem Rechner Philipp
Schnellbacher das Wort, der die Jahresrechnung bekannt gab. Alsdann
wurde von den Einladungen der Wehren von Beerfelden, Michelſtadt,
Sprendlingen und Klein=Steinheim, die im laufenden Jahre feſtliche
Ver=
anſtaltungen abhalten, Kenntnis genommen und über deren Beſuch
be=
raten. Die ſtändigen Bemühungen des Vorſtandes, die Wehr in jeder
Beziehung auszubauen und leiſtungsfähig zu geſtaltem, ſind
anerkennens=
wert. In Anbetracht des gemeinnützigen Zweckes der Freiwilligen
Feuer=
wehr iſt es unbedingte Pflicht eines jedeu aktiven Mitgliedes, an allen
Uebungen und Verſammlungen teilzunehmen. Das Auszeichnungsfeſt
des Odenwaldklubs, Ortsgruppe Höckſt, für das Wanderjahr 1928 findet
am kommenden Samstag, abends 8 Uhr, im Saale des Gaſthauſes „Zur
Burg Breuberg” ſtatt. Ein reichhaltiges Programm bürgt für einige
genußreiche Stunden.
Sie magern ab
an welcher Körperstelle sie woller
Ohne Körperbewegung, ohne Diät, ohne Cbemikalien
zu nehmen, ohne Bäder, Reinäußerlicher Gebrauch.
Sichthares Reſultat be eits am 6. Tage.
Schreiben Sie an Frau Schweitzer, Wiesbaden,
Goeben=
ſtraße 19, tvelche Ihnen gerne und koſtenfrei das einfache
und wirkſame Mittel angibt, welches Sie ſelbſt mit
großem Erfolg angewendet hat. (I.BIn 97
* Michelſtadt, 12. Jan. Die Gemeinderatsſitzung im
Gaſt=
haus zu den drei Haſem wurde von Bürgermeiſter Ritzel um 6 Uhr
abends eröffnet. Zu Punkt 1 der Tagesordnung: Einführung und
Ver=
pflichtung des in den Gemeinderat eintretenden Kaufmanns Joh. Wilh.
Nein, wurde Rein von Bürgermeiſter Ritzel durch Handſchlag als
Ge=
meinderatsmitglied verpflichtet. Joh. Wilh. Rein tritt, wie ſchon früher
mitgereilt, an Stelle des zurückgetretenen Hch. Arzt für die
Demokra=
tiſche Partei in den Gemeinderat ein. — Zu Punkt 2: Ergänzungswahl
zu Deputationen, ſind in vier Ausſchüſſen durch das Ausſcheiden des Arzt
Erſatzmänner zu beſtimmen. In drei Ausſchüſſe wurde Gemeinderat
Rein, in den Bauausſchuß Gemeinderat Struve gewählt. Zu dieſem
Punkt wurde von der Rechten der Antvag geſtellt, den Finanzausſchuß
um zwei Perſonen zu verſtärken und hierfür je einen Vertreter der Linken
und Rechten zu ernennen. Der Antrag verfiel der Ablehnung. Bei der
dabei entſtandenem Debatte wurde auch Punkt 3, Mitteilungen, erledigt.
Es handelte ſich hier um ein Vorkommnis in einer früheren Sitzung.
Zu Punkt 4: Anzweiflung der Rechtsgültigkeit der Bürgermeiſterwahl
durch die Gemeinderatsmitglieder Köbel, Enſinger, Mühlhäuſer, Bert,
hier: Antrag des Finanzausſchuſſes: Nochmalige Vornahme der Wahl
eines Bürgermeiſters auf Grund der Stellenausſchreibung, übernahm
der Beigeordnete K. Neff den Vorſitz und entſpann ſich über die
Bür=
germeiſterwahl eine lebhafte und erregte Debatte. Es kam gegen den
Proteſt der Rechten, die verlangte, daß nur der Tag feſtgeſetzt werden
ſolle, wann dieſe zweite Wahl vor ſich gehen ſollte, zur Wahl des
Bür=
germeiſters, und wurde Bürgermeiſter Ritzel mit 12 Stimmen, bei ver
Stimmenthaltung, wiedergewählt. — Zu Punkt 5: Reſtzahlung aus
dem Gasſverksverkauf, wurde beſchloſſen, daß die Reſtforderunge von
160 000 RM. durch Abtretung bzw. Hypothekübertrag an eine Bank
flüfſig gemacht werdgen ſoll. Von dieſer Summe iſt ein Teil für den
Neubau der Volksſchule genehmigt und verwendet worden. — Zu
Punkt 6: Förderung der Rechnungsſtellung der Stadtkaſſe, wurde von
der Verwaltung beantragt, zur Förderung der Rechmungsſtellung eine
Hilfskraft durch die Oberrechnungskammer zu engagieren. Der Antrag
wurde genehmigt. — Zu Punkt 7: Erhöhung der Vergütung für die
Bei=
ſitzer des Mieteinigungsamts, wurde dieſe Vergütung, die ſeither nach
dem Metallarbeitertarif 68 Pfg. pro Stunde betrug, mit Wirkung ab
15. Januar 1929 auf den Maurertarif 1,12 Mk. pro Stunde erhöht. —
Zu Punkt 8: Jagdangelegenheiten, wurde beſchloſſen, die Gemeindejagd
im Februar neu zu verpachten. Der Gemeinderat behält ſich hierbei die
Zuſchlagserteilung vor. — Zu Punkt 9: Errichtung einer Stadtbücherei,
lag ein Antrag der Verwaltung vor, im ſeitherigen Lehrerzimmer der
Volksſchule eine Stadtbücherei einzurichten, deren Benutzung jed rmann
gegen Zahlung einer geringen Gebühr freiſteht. Von ſeiten des
Mini=
ſteriums für Kultus= und Bildungsweſen wurden zu dieſem Zweck
be=
reits 200 Mark genehmigt und überwieſen. Als Anteil der Stadt
wer=
den 300 Mark vorgeſchlagen und genehmigt. — Zu Punkt 10:
Holzver=
kauf, wurde ein Teil des Kiefernutzholzes der Fa. Hch. Oppenheimer,
Michelſtadt, ein Teil der Fa. Rexroth=Lynen, Michelſtadt, zugeſprochen,
und zwar zu den von dieſen gebotenen Preiſen. Außerdem wurde der
Fa. Chriſt. Arzt, Michelſtadt, Nutzholz aus dem Diſtrikt Galgenberg
zu=
geſagt. Der Preis hierfür ſoll durch den Bauausſchuß feſtgeſetzt werden.
Das Kiefernknüvbelholz ſoll als Brennholz verkauft werden, da hiervon
ein beſſerer Erlös erwartet wird. — Zu Punkt 11: Verſchiedenes,
er=
folgten verſchiedene Mitteilungen, wie die geplante Verſchönerung des
Lindenplatzes. Ferner wurde ein Geſuch des Ludwig Rauch, Michelſtadt,
um Abgabe eines Geländes in der Michel=Haas Straße zu 1 Mk. pro
Quadratmeter genehmigt. Alsdann erfolgten noch verſchiedene
Mittei=
lungen betreffend Krähenplage, Rechnung des Städtiſchen Krankenhauſe3
1927. Schluß der öffentlichen Sitzung um 8 Uhr, hierauf nichtöffentliche
Sitzung.
— Mommart, 12. Jan. Die älteſte Einwohnerin der Gemeinde,
Frau Dorothea Trumpfheller, geb. Hofmann, feiert am Sonntag, den
13. Januar, in noch geiſtiger und körperlicher Friſche ihren 83.
Ge=
burtstag.
Ab. Unter=Moffan, 12. Jan. Hohes Alter. Frau Anna Marie
Heckmann, feierte dieſer Tage in voller geiſtiger Friſche im Kreiſe
ihrer Enkel und Urenkel ähren 90. Geburtstag. Im Jahre 1910 beging
ſie mit ihrem bereits verſtorbenen Gatten das Feſt der geldenen Hochzeit.
— Hirſchhorn, 12. Jan. Waſſerſtand des Neckars am
11. Januar 0,90 Meter, am 12. Jcuar 0,91 Meter.
* Jugenheim a. d. Bergſtr., 12. Jan. Am Dienstag, den 15. ds.
Mts., abends 8 Uhr, findet im Hotel ,Zie goldenen Krone” ein
Tanz=
abend der bekannten Tänzerin Lotte Kaldeway ſratt, die jetzt von dem
durch ſeine Damenbildniſſe bekannten, in Jugenheim anſäſſigen Maler
Nolaud Anheiſſer gemalt wird.
Bt. Auerbach, 10. J. Gemeinderatsbericht. A
geſtrigen Sitzung wurden eingang3 einige Rechnungen genehmif
angewieſen. Es ſtand ſodann ei Antrag der Bewohner der Fehlr.
ſtraße um Kanaliſation des Abflußgrabens, der von Peter
Schun=
eingereicht war, zur Beratung. Da die Zuſtände in geſundheitlichen
ſicht unhaltbar ſind, war man allgemein der Auffaſſung, daß eine
rung getroffen werden muß. Es wurden allerdings anch
Geſichts=
herausgeſtellt, die eie ſofortige Abhilfe nicht für gegeben hielte,
ſonders wegen der Ableitung der Abwäſſer. Da man bie Beſei
der Mißſtände im Rahmen der geplanten Kanalifation für ratſam
wurde beſchloſſen, beim Kulturbauamt einen diesbeziiglichen Vorao
einzufordern. — Sodann wurde der Beſchluß gefaßt, in dieſem
wieder in gleichem Ausmaß wie früher Holz im Gemeindewald
fär=
laſſen. Die Holzfälſerarbeiten ſollen ausgeſchrieben werden. . —
die Dauer von 5 Jahren in Höhe von 50 RM. gewährt werden:
Der Zuſchuß wurde einſtimmig genehmigt. — Einem Rundſchreih;
gefordert worden. Eine diesbezügliche Verſicherung der
Gemeuro=
der Aachen=Münchener Verſiherungsgeſellſchaft läuft erſt 1930
al=
wurde beſchloſſen, bei der gleichen Geſellſchaft die Verſicherung gan
zu erhalten, ſobald ſie dieſelben Vergünſtigungen bictet, w5u
Naſſauiſche Landesverſicherungshank. — Dem Abänderungsantroe
das Baugeſuch Schäfer in der Schönbergerſtraße, wonach der Vorry
anſtatt 3 Meter nun 4 Meter tief werden ſoll, wurde
ſtattgegebe=
letzten Punkt der öffentlichen Sitzung wurde übre die Aendermy
Ortsſatzung über die Erhebung einer Kurtaxe verhandelt. Der
ausſhuß ſchlägt vor, außer Mitgliedern von Krankenkaſſen auc
Perſonen, die von der freien Liebestätigkeit und der Jugendfiuf
hierher geſchickt werden, von der Kurtaxe zu entbinden. Dieſenns
ſchlag ſchließt ſich der Gemeinderat nicht an, ſondern er hält ſich dür
ſ heidung vor, in welchen Fällen er in dieſer Hinſicht einen
gewährt.
Bb. Benshein, 10. Jan. Die Bensheimer Katholiſche Akaden
vereinigung veranſtaltete im Feſtſaale des Inſtituts der Eng
Fräulein ihren dieswinterlichen dritten Vortragsabend. Es ſpmchhM/
ſthulprofeſſor Dr. Joſeph Engert=Würzburg über das Thena he /d
Weg des mittellaterlichen und modernen Menſihen zu Gott.” Ein umeim
durch den Hinweis auf das Weihnachts= und Epiphaniasfeſt, erſteres
Gedächtnis der Menſihrerdung Gottes, letzteres zur Erinnerunn
erſten Gottesverehrung des Menſch gewordenen Gottesſohnes, verk/ W
er ſich in 1heoſophiſcher Weiſe üiber das Suchen der Menſchen nach
beit, die allein bei Gott lier, über die Lehren eines Auguſtins.,.
Thomas von Aquin und eines Bonadentura, die als die bedeutsim
Kirchenlehrer ihrer Zeit, der Zeit des Mittelalters, gelten. Die mig
Zeit verlangt dagegen eine Umſtellung, die durch die kopernikarn
Umwälzungen ſich ergeben haben. Typen der neueren Kirchenlehroe
Pilotas und Spinozza, auch wurden vom Vortragenden die Anſckuert
gen Heckels, Fenelons und Rouſſeaus in ſeinen Darlegungen belest
die alle darauf hinauslaufen, daß der Menſch, der nicht mehr ſeitng
als ein Rädchen in der großen Maſ hine Natur, ſich ſelbſt aufgilt.: 1
mit warmer Liebe zu Gott entwickelten tiefgründigen Gedanken undhe m
führungen fanden vollſten Beifall ſeitens der zahlrefelſſt Erſchierm
Rechtsanwalt Dc. Hattemer eröffnete und ſchloß den Vortragsabenn
kurzen Worten der Begrüßung bzw. des Dankes. Die beiden
Vortragsabende in dieſem Winter ſind Vorträgen der Patres Ey.
und Michael gewidmet und wird deren Zeitbeſtimmung rechtzeiligrg
her erfolgen.
Bm. Hofheim (Ried), 9. Jan. Verſchiedenes. Der
Händler und Jagdteilhaber Jakob Dingeldein konnte vorgeſtem in
ſiger Gemarkung eine Wildkatze von reſpektabler Größe zur S.
bringen. — Auf dem Rückweg von Mannheim verunglückte geſteru.!
mittag mit ſeinem Motorrad der hieſige ledige Müller Heinrich 8
hardt. Der Verunglückte vollte zwiſchen Lampertheim und Wornn
Auto überholen, das nicht ausgewichew ſein ſoll. R. kam zu Fall, vi
er mit dem rechten Bein unter das ſchwere Mororrad kam. Mit
Oberſchenkelbruch mußte er ins Wormſer Krankenhaus gebracht wrd
Das Motorrad wurde nur leicht beſchädigt. — Geſtern mittag wurdl!
Wohnhaus und drei Grundſtücke des Erasmus Zilles (Erben) öff-:
verſteigert. Während die Aecker zu unbekanntem Preiſe abgingen in
für das Wohnhaus nur ein Liebhaber mit einem Gcbot von 3000 ¼
erſchienen, und wird es am Samstag, den 12. ds. Mts., nochmals”,S tell
ſteigert. — Die bei hieſigen Arbeiterfamiliem untergebrachten Kinde-Uhure
dem Streikgebiet der Ruhr ſind geſtern wieder nach ihrer 5m1
abgereiſt.
— Gernsheim, 12. Jan. Waſſerſtand des Rheint/4ruf
11. Januar —0.09 Meter, am 12. Januar —0,16 Meter.
— Offenbach, 12. Jan. GroßfeuerinOffenbach. Einaid
feuer äſcherte geſtern gegen abend die Modellſchreinerei der S
maſchinen= und Schmirgelwerke A.=G. Mayer u. Schmidr vollſtändiu
Das Feuer iſt wahrſcheinlich durch Kurzſchluß entſtanden. Durck)
energiſche Eingreifen der Offenhacher Feuerwehr konnte ein weiteresl
ſichgreifen verhindert werden. Der Schaden iſt durch Verſicherung g./
Rheinheſſen.
— Hamm (Kreis Worms), 12. Jan. Reumütiger Ausm!
derer. Friedrich Seidenfuß, der im Frühjahr 1924 mit —
ganzen Familie nach Braſilien ausgewandert war, iſt dieſer Tage m.!
hierher zurückgekommen. Die Ausſanderung brachte eine große
tänſehung für ihn. Auch maierieil iſt Seidenfuß ſehr geſchädigt, wi
ſeinerzeit Hab und Gut verkaufte. Heute iſt er froh, wieder 7.7
Heimat zu ſein. Eine Warnung für ſo diele andere.
Ah. Büdesheim b. Bingen. 12. Jan. Mageres Jagderal
nis. Bei einer hier durchgeführten Treibjagd von einer Anzahl J5
und 12 Treibern wurden insgeſamt 1 Haſe und 1 Rch erlegi.
Ad. Undenheim, 12. Jan. Zur Wahl des hieſigen
geordneten, die am 20. d. M. ſtattfindet, ſind zwei Wahlvorſa)
eingercicht worden.
Oberheſſen.
F. Bad=Nauheim, 10. Jan. Verkehrsfkagen. Die vor 330070
Zeit verbreitete Nachricht, in Bad=Nauheim ſtünde die Gründung AWger
Kurvereins nach dem Vorbilde von Bad Kiſſingen bevor, war übes9‟n
In der geſtern unter Vorſitz von Nodar Stahl ſtattgefundenen
ſitzung der Verkehrskommiſſion, in der außer Stadt und
auch die verſchiedenſten Gruppen der Kurintereſſenten vertreten
wurde befchloſſen, die Kommiſſion zunächſt fortbeſtehen zu laſſen m
nach Möglichkeit ſo zu finanzieren, daß ſie ihre Aufgaben im Int-0
von Stadt und Bad reſtlos erfüllen kann. Einmütig trat die Verſe
lung der Anſicht von Bürgermeiſter Dr. Ahl bei, der eine private
kehrswerbung neben der amtlichen Tätigkeit der Bad= und Kurveiwa )
auf dieſem Gebiet für dringend notwendig hält. Die Arbeit der A0
kehrskommiſſion oder eines Kurvereins trage zur Verſtärkung der Bei Iu
paganda für unſer heſſ ſches Staatskad bei und müſſe zum Teil PM
anderer Art ſein (Paſſantenverkehr, Kongreſſe uſw.), als die vomP ur
Vad= und Kürverwaltung zur Hebung des Fremdenverkehrs unie M0M
menen Schritte. Es wurde eine Kommiſſion gewählt, die wegen F w-ge
zievung der Verkehrskommiſſion mit den behördlichen Stellen unde Bedd
Gruppen der Kurintereſſenten verhandeln ſoll. Die Verſammlung be 2 Maue
delte weiter eine Reihe von Anregungen, die Fabrikant Dr. ing. Mölweweſ
vorbrachte. U. a. wünſchte er die Zuſammenſtellung der Fernſprek.
zeichniſſe nach Wirtſchaftsgebieten, da die nach Oberpoſtdirektionen 9c— A.
neten Verzeichniſſe den Verkehr erſchwerten. In Baden und Würk!—M
berg ſei das zum Teil mit ſichtbarem Erfolg bereits geſchehen.
1ON
Wieder ein neues Jahr. Wie schnell verging das alte — wie rasch sind die
letzten 10 Jahre vergangen — und wie bald werden die nächsten 20 Jahre
vergangen sein: 19491 Was liegt dazwischen? Der Sohn: Studium oder
eignes Geschäft — Heirat der Tochter — und Deine Frau denkt an den
ruhigen Lebensabend, den sie mit Dir verbringen möchte . . .
1V BIn 151
Wer krank ist, kann von der Versicherung zbgelehnt werden.
1040
Wirst Du für alles das die Mittel haben? Für den Sohn — für die
Aus-
steuer — für Dein eignes Alter? Beschaff sie Dir — jetzt ists noch leicht —
durch eine ausreichende Lebensversicherung. Auch wenn Du selbst im
Jlabre 1949 nicht mehr lebst: die Mittel sind in jedem Fall bereit, und Frau
und Kinder werden Dir danken für Deine kluge Voraussicht!
Dein kken,
Mge
Ai Rtt
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Verschaff Dir den Versicherung
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Ber Einzelhändler mit dem heutigen Stand des
Awpeſens vertraut machen und ihnen friſche
; üfür eine wirkſame Geſtaltung ihrer
Propa=
w büübermitteln ſoll. Der Kurſus findet am 17.,
M., 23., 25., 28., 29. Januar d. J. ſtatt.
Ein undaukbarer Gaſt.
uſdwigshafen. Vorgeſtern nachmittag, ge=
6MlUhr, ſtahl ein Burſche etwa im Alter von
Smh. —in in einem Hauſe in der Richard=Wagner=
„SB wo er bettelte, eine Handtaſche mit Inhalt
mſyutte von zuſammen etwa 135 Mark. Er konnte
awrückht evwiſcht werden. Augenſcheinlich derſelbe
3Brei ſtahl mittags gegen 3 Uhr, nachdem er in
iy ſa Gheguſe in Mundenheim gebettelt hatte und zum
20 Fa mänken wit den betreffenden Leuten eingeladen
bikearn war, aus der Tiſchſchublade einen Geldbeutel
ihärangem Inhalt. Der Burſche entkam auch hier
ſertit. Er tlägt dunklen Anzug und Kamelhaar=
FUeber 100 000 Mark erſchwindelt.
6ö In. Nach einer Mitteilung der Polizei ſind
ueiche Betrügereien aufgedeckt worden, durch
i beer Reihe von Kunſtſeide= und Trikotagefabriken,
„Guh Kölner Firmen und Privatperſonen,
ins=
etkzt ium über 100 000 Mark geſchädigt wurden. Ein
u Plüfeflawien gekommener junger Kaufmann Leon
ſy m1 richtete hier ein großes Geſchäft in
Kunſt=
ſi ſein, bezog von überall her Ware in großen
3hen und ließ ſie in Wäſche umarbeiten. Armont
wam angeblicher Vetter von ihm, Otto Neu,
leb=
hfffehr großem Fuß und gaben möglichſt
lang=
für=Kundenwechſ. l. Als die Kredite ſpärlicher
züüſer, gründet Armont mit einem inzwiſchen
der=
ol bran Teilhaber, der 75 000 Mark in das Geſchäft
bte und der durch gefülſchte Bücher und
Bi=
ſb getäuſcht worden war, auf deſſen Kreditwür=
I9½ uine Vertriebsgeſellſchaft für Trikotagen unter
Ubez ichnung Dea. Nun b gann der Bezug von
r mand ihre Verarbeitung und Verſchleuderung
ſuuem. Als die Wechſel nicht eingelöſt wurden,
ürhSindel herauskam und ſich die Strafbehörden
ſilſe: Sache befaßten, waren Armont und Neu
nkſahli itnahme aller Wertgegenſtände verſchwunden.
iFſehren ſich wahrſcheinlich nach ihrer Heimat
Süd=
on Wbegeben.
ſobrfuung einer Einbrecher= und Hehlerbande.
eſpzig. Der Leipziger Kriminalpolizei iſt es
Uſser zwanzig Mitglieder einer internationalen
füſacher= und Hehlerbande hinter Schloß und Rie=
U ringen. An der Spitze der Bande, die ſich
kar-z Deutſchland ausbreitete, ſtand ein gewiſſer
hl/ensel, der ſpäter als der 22jährige Karl Ehrlich
196 d= entlarbt wurde. Es wurden planmäßig Ge=
1f mnd Wohnungs inbrüche in Berlin, Stettin,
Flſnberg, Leipzig, Dresden, Frankfurt a. M., Lud=
Efur, Fürth, Mannheim, Wiesbaden und Hei=
Aſſo musgeführt. Ueber hundert Einbrüche konnten
iühace bereits nachgewieſen werden. Die erbeu=
:lelſteine und das Gold wurden dann über die
1ſ vebracht und fanden in Holland, Belgien und
=oeiz Abſatz. Auch im Ausland wurden einige
üüligten feſtgenommen und nach Leipzig ge=
Bdar zwei Todesopfer einer Kohlengas=
Vergiftung.
ſeissden. Freitag abend wurde der 49jährige
Arze— Bryczyinſki und eine 18jährige Arbeiterin
Wohnung des erſteren in der Williamſtraße
on fund n. Die Mordkommiſſion des
Kriminal=
ſrtelllte feſt, daß bei beiden der Tod bereits vor
Tagen durch Einatmen von Kohlengas einge=
Ihenmr. Die nöheren Umſtände ließen
einwand=
ternnen, daß ein Unglücksfall vorlag, der
offen=
üb rie einen ſchadhaften Ofen verurſacht worden
Hwiberfall auf einen Straßenbahnſchaffner.
gsweiler. Freitag abend wurde auf der
ASfe- Endſtation der Aachener Kleinbahn ein
Iſeny aub verübt. Nachdem die Fahrgäſte den
werlaſſen haten, begab ſich der Schaffner auf
rnßze, um den Bügel umzulegen. Kaum war
Wonſtakt mit dem Leitungsdraht uunterbrochen,
90r!Wagen dadurch in Dunkel gehüllt, als ſich
Men on blitzſchnell auf den Schaffner ſpürzte und
ſeWeldtaſche abſchnitt. Ehe der Schaffner ſich
n Schrecken erholt hatte, war der Räuber
nan on, nachdem er auf ſeine Verfolger mehrire
APleiſſchüſſe abgefeuert hatte. Er entkam uner=
Raubüberfall.
dekrng. Vorgeſtern nacht gegen 23 Uhr
9 ie Eheleute Mickeleit in Klein=Grafuppen
Sehdekrug) von zwei Männern aus Litauen,
ſeſi Nachtquartier gegeben hatten, überfallen.
MRAuit erhielt einen Kehlkopfſchuß, ſeine Frau
VAre Arm= und Bauchſchüſſe. Als ein Nachbar, zu
MMhMMickeleit noch ſchleppen konnte, am Tatort
ſm rund mehrere Schüſſe abgab, entflohen die
MF Sie inzwiſchen das Zimmer nach Geld
durch=
ſitunen, ohne Beute. Die Frau ſtarb, nachdem
(A der polizeilichen Vernehmung die Täter kurz
ſcabm hatte.
Meter langer Fabrikſchuppen eingeäſchert
ſmburg. Am Freitag abend bemerkten
Ar=
ſwie aus einem Schuppen der Firma
Metall=
ſhCautter, G. m. b. H., Flammen emporſchlugen.
Me rand wuchs zuſehends und fand in den dort
Zoren Materialien von Holzteilen und Säcken
ſomlährung. Die Gefahr für die umliegenden
Ge=
wiwarr ſehr groß. Die herbeigeeilte Feuerwehr
ENr3. Feuer mit zehn Schlauchleitungen an und
tan Brand auf ſeinen Herd beſchränken. Der
Ften iſt vollkommen ausgebrannt. Die Ent=
Heusurſache des Brandes konnte noch nicht feſt=
Rüngerden.
inze Erdſtöße in Italien und Marokko.
h nn. In der Provinz Toscana wurde Freitag,
Ei0 UUhr ein heftiger Erdſtoß verſpürt, dem ein
we Rollen voranging. Trotz der ungewöhn=
MMhälte verließ die Bevölkerung, von Panik
er=
wn vielen Orten die Häuſer, um auf der
das Ende des Bebens abzuwarten.
fälle in aller Welt.
Zertrümmerte Waggons nach einem Zuſammenſtoß bei Liſſa in der Tſchechoſlowakei.
Ein nach Liſſa an der Elbe fahrender Perſonenzug ſtieß mit einem aus der Station ausfahrenden
Güterzug zuſammen. Zwei Eiſenbahner wurden getötet, vierzehn Fahrgäſte bedenklich verletzt.
Der grauenvolle Trümmerhaufen nach dem Eiſenbahnunglück bei Aſhchurch in England.
In Aſhchurch bei Tewkesbury hat ſich eine ſchwere, Kataſtrophe ereignet. Ein Expreßzug fuhr einem
Güterzug in die Flanke. Räder und Waggondächer, Rahmen und Inneneinrichtungen wurden
zu einem Trümmerhaufen. Vier Tote und zahlreiche Verletzte ſind das Opfer des Zuſammenſtoßes.
Die größte Oelkankanlage in Berlin.
Die neue Oeltankanlage in Berlin=Spandau
befindet ſich auf einer Fläche von 68 000 Quadratmetern und dürfte die größte in Europa ſein. Die
Tanks haben ein Faſſungsvermögen von 5,3 Millionen Liter. Der monatliche Umſatz des an den
Waſſerarmen der Havel bei Spandau angelegten Tankhafens hat bereits einen Umſatz von
fünf=
tauſend Tonnen im Monat erreicht.
Vier tödliche Kohlengasvergiftungen.
Liebenwerda. In Preſtwitz wurde die
Fa=
milie eines Rentenempfängers durch Kohlenoxydgas
vergiftet aufgefunden. Die ganze Familie war am
Donnerstag abend in einem wegen der großen Kälte
gründlich geheizten Naum ſchlafen gegangen. In der
Nacht müſſen Kohlenoxydgaſe aus dem Ofen
ge=
drungen ſein, denen vier Mitglieder der Familie
zum Opfer fielen. Der über 60 Jahre alte
Renten=
empfänger, die zwanzigjährige Tochter, deren
zwei=
jähriges Kind, ſowie ihr Verlobter waren bereits tot,
während die etwa 60 Jahre alte Frau in
bewußt=
loſem Zuſtand da niederliegt; es beſteht wenig
Hoff=
nung, ſie zu retten.
Nächtliche Meſſerſtecherei.
Hamburg. In der Nacht zum Samstag,
ge=
gen 1½ Uhr, fand in der Bove=Straße zwiſchen
meh=
reren Männern eine Schlägerei ſtatt. Hierbei wurde
der 26jährige F. durch fünf Stiche im Rücken und
am Halſe verletzt. Er mußte in beſinnungsloſem
Zuſtand in ein Krankenhaus gebracht werden.
Leich=
tere Stichwunden erhielt der 18jährige Arbeiter L.
Die angeſtellten Ermittlungen ergaben, daß der Streit
in einer am Wilh=lmsplatz befindlichen Wirtſchaft
ent=
ſtanden war. Er ging um ein Mädchen. L. und F.
verließen das Lokal, gefolgt von mehreren
Zimmer=
leuten. Mit letzteren kam es zu einer Schlägerei,
wobei einer der Zimmerleute das Meſſer zog und
um ſich ſtach. Der Täter iſt noch nicht ermittelt.
Der Konzerlſaal als Heiraksluſtigen=
Skelldichein.
Berlin. Wie Berliner Blätter melden, kam
es im Konzert des Philharmoniſchen Orcheſters in
der Philharmonie zu einem Skandal, wie er an
die=
ſer Stelle noch nicht da war. Etwa 200 junge
Männer, die auf eine Heiratsanzeige hin im Konzert
erſchienen, erregten, als ſie merkten, daß ſie das
Opfer eines Scherzes geworden waren, einen
lebhaf=
ten Skandal, der erſt auf der Polizeiwache endete,
Die Wiener Dirigentin Lieſa Maria Mayer wurde
ohnmächtig, konnte aber nach längerer Pauſe das
Konzert zu Ende führen. Wie verlautet, ſollen auch
Damen auf dieſe Weiſe zum Beſuch des Konzerts
veranlaßt wordin ſein. Sie hätten es allerdings aus
weiblicher Scheu nicht gewagt, zuzugeben, daß auch ſie
einen von Männerhand geſchriebenen Brief erhalten
hatten. Die Polizei wird feſtzuſtellen ſuchen, ob es
ſich bei dem Vorfall um einen geſchmackloſen Witz
oder um einen Reklametrick handelt.
Wie eine Berliner Korreſpondenz zu dem
Skan=
dal mitteilt, der ſich am Freitag abend in der
Phil=
harmonie ereignete, haben ſich ein Teil der
getäuſch=
ten heiratsluſtigen jungen Leute noch im Laufe des
Abends zum Polizeirevier begeben, um dort
Straf=
antrag gegen Unbekannt zu ſtellen. Sie verlangen
die Ermittlung des oder der Schuldigen und
Rücker=
ſtattung ihrer Barauslagen. Die Briefe, die der
Po=
lizei übergeben worden ſind, ſtammen nach Anſicht
eines Graphologen von einer weiblichen Perſon, die
beruflich dauernd mit Tinte und Feder umgeht. —
Die Wiener Dirigentin Frau Mayer äußerte den
Verdacht, daß es ſich um einen Racheakt von
neidi=
ſchen Kollegen oder einer ihr naheſtehenden Seite
handelt. Bereits vor ihrer Abreiſe hobe man in Wien
gegen ſie Stimmung gemacht. Als beſonders
eigen=
artig bezeichnet es die Dirigentin, daß es ſich bei
den=
j nigen Beſuchern, die auf Grund der Heiratsanzei e
in das Konzert gekommen ſind, hauptſä hlich um ſehr
junge Leute im Alter von 20 bis 21 JChren handelt,
während nach ihrer Meinung auf eine derartige
An=
zeige auch ältere Herren geantwortet haben müßten.
Den Verdacht, daß ſie ſelbſt nicht ganz unſchuldig an
dem Skandal ſei, wies die Künſtlerin energiſch von
ſich und erklärte, daß ihre Künſtlerehre durch den
ganzen Vorfall erbeblich angegrigffen ſei. Die
Kon=
zertdirektion betont, daß ſie an der reſtloſen
Aufblä=
rung der Angelegenheit ſehr großes Intereſſe habe.
Die Aufklärung
iſt ſehr raſch durch die Arbeit der Berliner
Krimi=
nalpolizei erfolgt: Nach längeren Vernehmungen und
dem Vergleich von Schriftproben hat der Ehemann
der Dirigentin, Herr Gaber, eingeſtanden,
daß er hinter dem Rücken ſeiner damals noch in Wien
weilenden Frau nach der Veröffentlichung der
Hei=
ratsanzeige in einem Berliner Blatt, die ſich
melden=
den Hiratsluſtigen zu dem Konzert beſtellt hatte. Er
hat ſich bereit erklärt, den Genasführten das
Ein=
trittsgeld und ſonſtige Auslagen zu erſetzen und einen
entſprechenden größeren Betrag der Polizei
ausge=
händigt. Er behauptet, daß ſeine Frau von der ganzen
Sache keine Ahnung gehabt habe.
Von Wölfen überfallen.
Warſchau. An der polniſch=ruſſiſchen Grenze
wurde eine Streifwache des polniſchen
Grenzſchutz=
korps von einem Rudel Wölfe überfallen. Die
Sol=
daten verſuchten, dieſe durch Schießen fernzuhalten.
Obgleich einige Wölfe getötet wurden, konnten ſich die
Soldaten doch nicht der Angriffe der Beſtien
er=
wehren. Erſt durch Abſchießen von Leuchtraketen
konnten ſie die Tiere in die Flucht jagen. Auf den
Strecke blieben zehn Wölfe.
Deckeneinſturz in einer italieniſchen Schule.
Mailand. In Civitella bei Bologna ſtürzte
am Freitag plötzlich während des Unterrichts die
Decke einer Klaſſe ein und verſchüttete zwei Schüler.
Zum Glück wurde durch die umg ſtürzten Schulbänke
für die beiden verſchütteten Knaben eine Art
Schutz=
wall gebildet, ſo daß ſie mit dem bloßen Schrecken
davonkamen. Die Schule wurde geſperrt und eine
Unterſuchung eingeleitet.
Unterbrechung der Simplon=Linie.
Siders (Kanton Wallis). Die Simplonlinie
wurde am Freitag zwiſchen dem Tunnel bei Leuk
und der Dala durch einen Erdrutſch auf eine Länge
von etwa 50 Metern unterbrochen. Der Verkehr
konnte durch Umſteigen aufrecht erhalten werden.
Trotzdem der Erdrutſch nicht von ſehr großer
Aus=
dehnung iſt und obwohl ein ſtarkes Arbeiteraufgebot
an der Freilegung der Gleiſe arbeitete, rechnete man
damit, daß der durchgehende Verkehr nicht vor
Sams=
tag wieder würde aufgenommen werden können, da
weitere Erdmaſſen nachrutſchten.
Seinen kommenden Tod geahnt.
Paris. Der Komponiſt und Muſikdirigent van
Hove, der ſich ſeit längerem leidend fühlte, leitete am
Freitag ein Konzert in Genf. Während des Konzerts
befiel ihn plötzlich ein Unwohlſein, und er hatte wohl.
die Vorahnung ſeines Todes, denn er befahl ſeinen
Muſikern, einen Trauermarſch anzuſtimmen. Dieſe
weigerten ſich, an dem Feſtabend dieſer ſonderbaren
Idee Folge zu leiſten. Van Hove beſtand darauf und
gab den formellen Befehl, die Noten zu verteilen.
Kaum waren dann die letzten Töne der Trauerweiſe
verklungen, als der Taktſtock ſeinen Händen entglitt
und der Dirigent tot zu Boden ſank.
Eine ganze Stadt zieht um.
Die türkiſche Stadt Advianopel iſt durch den
Frie=
den von Lauſanne von ihrem Mutterland vollſtändig
abgeſchnitten. Sie gehört der Türkei, deren Grenzen
um die Stadt laufen, ſo daß Adrianopel in
wirt=
ſchaftlicher Beziehung dem Untergang geweiht iſt. Die
Handelsbeziehungen zu der Türkei ſind wegen der
unhaltbaren Transportzuſtände kaum möglich. Die
Bürger der Stadt ſind auf den Gebanken gekommen,
nach einem Platz, der unweit außerhalb der Grenze
der Stadt liegt, auszuwandern, um dem
wirtſchaft=
lichen Zuſammenbruch, zu dem ſie verurteilt ſind, zu
entgehen. Der Platz, nach dem jetzt ganz Advianopel
umzieht, liegt hinter der griechiſchen Grenze. Hier
wird eine neue Stadt, Altum Karadatſch, gebaut.
Scit der Unterzeichnung des Friedens von Lauſanne
iſt die Eimwohnerzahl Adrianopels von 120 000 auf
30000 gefunken. Ueber 10 000 Holzhäuſer
Adria=
nopels werden über die griechiſche Grenze geſchafft
und dort wieder aufgeſtellt. Da es in Adrignopel für
die heimiſche Bevölkerung nur wenig
Erwerbsmög=
lichkeiten gibt, iſt anzunehmen, daß die ehemals
blühende Handelsſtadt ſich in ein bedeutungsloſes
dorf verwandeln wird.
Seite 14
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Abuchg3). Eiche 47, Erle 1. Fichte 7
iefes Reiſig I. Kl. (Knüppelrei=
9)/rh: Buche 28, Eiche 47; Stöcke,
Wroslim Buche 10, Eiche 50.
2 9hwlz iſt vorher einzuſehen. Blau
6= ntüenricchene Nummern kommen
ichn zum Ausgebof. Nähere
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aus dem Eberſtädter Gemeindewald,
Forſtort Klingsackertanne
2 Kiefern=Stämme, Kl. 2b — 1,12 fm
13
2a — 10,58
=Stamm
20.99
— 16,58 „
— 270
137
öffentlich meiſtbielend an Ort und Stelle
verſteigert werden. Zuſammenkunft der
Steigerer an der Halteſtele „
Schirm=
ſchneiſe” der Elektr. Straßenbahn. Nähere
Auskunft erteilt Herr Förſter Kirſchner
Eberſtadt, Müllerſtraße 11.
(1149
Eberſtadt, den 11. Januar 1929.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Dr. Uecker.
Für Jagdliebhaber!
Cocker Spaniel=
Hündin, 2 J. alt.
mit Stammbaum
abzug. Anfr. unter
C. 19 Geſchſt.
Kanarienvögel z. vk.
Truffel.
Bismarck=
ſtraße 28 (909a
Memhaolzberſteigerang A.3
Donnerstag, den 17. Jan. 1929,
vorm. 10 Uhr beginnend, werden
aus dem Eberſtädter Gemeindewald,
Forſtort Klingsackertanne, folgende
Holz=
ſortimente öffentlich meiſtbietend an Ort
und Stelle verſteigert:
4 rm Buchen=Scheiter,
=Knüppel,
160 Stck. „ =Wellen,
1 rm
„Stöcke,
42,5 rm Kiefern=Scheiter,
=Knäppel,
37,4 „ Stöcke.
Nähere Auskunft bei Herrn Förſter
Kirſchner. Müllerſtr. 11.
Zuſammen=
kunft der Steigerer an der Halteſtelle
Schirmſchneiſe” der Elektr. Straßenbahn.
Eberſtadt, den 11. Januar 1929.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
(1150
Dr. Uecker.
Seite 16
Sonntag, den 13. Januar 1929
Nummer )
Sperh ehler und Tarnen,
Radſpork.
Zeietliche Breisverkeilung des Belock
Darmſtadt von 1899 e. V.
Clubs
Am Samstag, den 5. Januar, hielt der Velociped=Club Darmſtadt
von 1899 e. V. in ſeinem Klubheim „Reichshof” ſeine feierliche
Preis=
verteilung ab. Umrahmt wurde dieſelbe durch geſangliche
Dar=
bietungen von Fräulein Ellen Kiesling und Herrn Willy Eichel. Frl.
Kiesling berfügt über eine gutgeſchulte Stimme, die allgemein zu
ge=
fallen wußte. Sie ſowohl wie Herr Eichel, der eine ausgezeichnet gute
Tenorſtimme ſein Eigen nennt, mußten ſich zu Zugaben bereit erklären.
Nicht vergeſſen ſei Fräulein Mann und Herr Merker, welche die
ge=
fanglichen Darbietungen durch ihre Klavierbegleitung meiſterhaft
unter=
ſtützten. Zwiſchendurch wurden die einzelnen Mitglieder für ihre
ſport=
lichen Leiſtungen im vergangenen Jahre ſeitens der betreffenden
Fahr=
warte klubſeitig ausgezeichnet. Ganz beſonders auf dem Gebiete des
Rennſports wurden im vergangenen Jahre bedeutende Erfolge erzielt.
Aber auch der Saalſport brachte einige beachtliche Erfolge ein. Ehenſo
beachtenswert ſind die ſportlichen Leiſtungen der Wanderfahrer ſowie
der Motorſport=Abteilung. Auch derer wurde gedacht, die eifrig die
Freitags=Klubabende beſuchen. Desgleichen fand die Auszeichnung der
auf der Generalverſammlung bekanntgegebenen Mitglieder ſtatt, telche
jetzt in ununterbrochener Treue 15 Jahre dem Club angehören. Es
ſind dies: Frl. Kätha Göſtmann ſowie die Herren Kaufman H. Borné,
Reſtaurateur Hch. Heß, Cafétier Leonhard Jöſt und Prokuriſt Karl
Weber. Für beſondere Verdienſte im verfloſſenen Jahre, ſpeziell um
den Rennſport, erhielt Herr Hch. Funk eine Auszeichnung in Form
eines Chateleine mit Klubwappen und Monogramm. So flogen denn
die Stunden dahin, durchdrungen von echter Kameradſchaft, bis die
Polizeiſtunde zum Aufbruch mahnte. Mit dem Bewußtſein, wieder
einige gemütliche Stunden im Kreiſe treuer Klubkameradinnen und
=Kameraden verlebt zu haben, wurde die Feier beendei.
Zußball im Kreis Starkenburg.
* In der Starkenburger Kreisliga hat es dieſe Woche wieder eine
kleine Aenderung gegeben. Die vom SV. 98 und Viktoria Urberach
gemeinſam eingelegte Berufung gegen das Kreisurteil in Sachen
Sprendlingen—Urberach iſt vom Verbandsgericht als zu recht anerkannt
worden, und das Spiel wird wie ausgetragen gewertet. Da Urberach
3:1 gewonnen hatte, ändert ſich die Tabelle der Spitzengruppe nun=
Man ſieht, die Lage iſt trotzdem nach wie vor reichlich unklar und —
da zu erwarten iſt, daß auch die Spitzenreiter noch Punktverluſte
er=
leiden — dürfte die Entſcheidung noch lange auf ſich warten laſſen.
Auch der heutige Sonntag wird da noch nicht viel klären.
Nach=
dem hier das Spiel Sprendlingen-Pfungſtadt abgeſetzt worden iſt (es
dürften während der Karnevalszeit noch eine ganze Reihe Spiele
aus=
fallen), ſtehen folgende Begegnungen auf dem Programm:
Union Darmſtadt-Viktoria Urberach (11 Uhr) (1:3).
SV. 98 Darmſtadt—Mörfelden (1:1).
Viktoria Walldorf—Sportverein Münſter (4:2),,
Sichere Tips kann man eigentlich nur für die Spiele am
Böllenfall=
tor und in Walldorf abgeben, wo beidemale die Platzvereine gewinnen
müißten. Die beiden anderen Treffen ſind ungewiß im Ausgang. U. E.
iſt eine Redanche der Beſſunger möglich.
In der A=Klaſſe benötigt Griesheim nur 1 Punkt,
um endgültig Meiſter zu werden, da das relativ am beſten liegende
Groß=Gerau nur noch auf dieſelbe Punktzahl kommen kann, die
Gries=
heim bereits beſitzt. Praktiſch wäre Griesheim alſo heute fchon Meiſter,
da es aus vier Spielen beſtimmt den einen Punkt holen wird. — Am
6. Januar gab es folgende Ergebniſſe:
Viktoria Griesheim — Sportvecein Roßdorf 12:0,
Sportverein Weiterſtadt — V. f. L. Michelſtadt 3: 1,
Sportverein Lengfeld — Germania Eberſtadt 0 :2,
Boruſſia Dornheim — Eintracht Darmſtadt 1:4.
Veachtung verdient vor allem der Sieg der Eintracht, deren Platzſperre
übrigens wieder aufgehoben und in eine Geldbuße umgewandelt wurde.
Die Spiele des 13. Januar werden aller Vorausſicht nach ſchon den
neuen Meiſter bringen, da Viktoria Griesheim auf eigenem Platze
be=
ſtimmt Boruſſia Dornheim ſchlagen wird. Weiter ſpielen noch:
Sport=
verein Weiterſtadt—Germania Eberſtadt, Sportverein Roßdorf—
Sport=
verein Groß=Gerau und VfL. Michelſtadt—Sortverein Lengfeld.
Im Dreieichgau hat ſich der FV. Eppertshauſen förmlich zum „
Fa=
voritenſchreck” entwickelt. Am Sonntag mußte ganz unerwartet der
FC. 03 Egelsbach mit 1:4 daran glauben. Dadurch iſt der Vorſprung
der Egelsbacher auf nur noch einen Punkt zuſammengeſchmolzen, der
auch noch ſchwinden kann.
Weiter ſpielten am 6. Januar: Sportgemeinde Sprendlingen—
Haſ=
ſia Dieburg 1:2 und SC. Dietzenbach—VfL. Neu=Iſenburg Reſerve 3:2.
Der 13. Januar bringt das wichtige Spiel: FC. Egelsbach — SC.
Dietzenbach. Weiter ſpielen: Dreieichenhain—SV. 1911 Neu=Iſenburg
und Sportgemeinde Sprendlingen—FV. Eppertshauſen.
In der B=Klaſſe herrſcht Waffenruhe. Nur ein Nachtragsſpiel:
Germania Dieburg—Groß=Umſtadt, ſteigt am 13. Januar.
Schießſpork.
Schießſportklub „Windmühle 1924‟.
Letzten Sonntag hielt der Sch.=Sp. „Windmühle” ſeine
Hauptver=
ſammlung ab und hatte ſich dieſe eines guten Beſuches zu erfreuen. Der
Jahresberichte des Vorſitzenden, Schriftführers ſowie Haſſenwarts wieſen
nach, daß der Verein im Jahre 1928 vorwärts kam. Stellt doch der Bericht
der ſportlichen Errungenſchaften des Jahres alles in den Schatten, was in
früheren Jahren erzielt wurde. Konnte doch die Mannſchaft des Vereins
bei dem 1. Allgemeinen Städtewettkampf, der im Mai zu Frankfurt
a. M. vor ſich ging, den 4. Platz belegen. Bei dem 2. Nationalen
Wett=
ſtreit, verbunden mit Länderkampf Deutſchland Schweiz konnte der Klub
en 3. Platz mit der 1. Mannſchaft und mit der 2. Mannſchaft den
5. Platz erringen. Ferner wurde die Meiſterſchaft der Bergſtraße im
Mannſchafts= ſowie Einzelſchießen errungen. Die Vereinsmeiſterſchaft
rrang zum 3. Male Schneider mit einer Ringzahl von 644 bei 75 Schuß
in den drei Anſchlagsarten auf 10er=Scheibe; Zweiter wurde Preſtel mit
643 Ringen; Dritter Gräf mit 638 Ringen; Vierter Ehrig mit 630
Rin=
gem. Im Monat September beteiligte ſich die Mannſchaft bei der
Aus=
trogung der Deutſchen Meiſterſchaft, die Bedingungen hierzu warem vier
Mann je 30 Schuß in den drei Anſchlagsarten auf 10er=Scheibe. Hier
hatte die Mannſchaft das Pech, dem falſchen Syſtem (10 Schuß auf eine
Scheibe) zum Opfer zu fallen, und die Stehend=Serie von Schneider
wurde in Berlin nur mir 9 Schuß gewertet. So ging die 2. Deutſche
Meiſterſchaft verloren. Trotz dieſes Umſtandes wurde der 4. Platz mit
1016 Ringen errungen. Der deutſche Altmeiſter K.K.S. Berlin erzielte
1017 Ringe. Bei dem Mannſchafts=Schnellfeuerſchießen errang die
Wind=
mühl=Mannſchaft den ſicheren 4. Platz. Ebenſo konnte auch bei der
Ein=
zelkonkurrenz Shütze Ehrig den 4. Platz einnehmen. Im Oktober
er=
rang die Mannſchaft die Wander=Ehrenſcheibe von Aſchaffenburg, und
wird es im Laufe dieſes Jahres auf den eigenen Ständen einen
ſpan=
wenden Kampf um dieſelbe geben. Der ſchöne Verlauf und die aute
Be=
teiligung des Weihnach’ sſchießens gab dem Verein die Gewißheit, daß
er im kommenden Sportjahr ruhig an ein großes Sportſihießen herangehen
kann, zumal das fünfjährige Stiftungsfeſt damit verknüpft wird. Die
Neuwahl des Vorſtandes nahm einen reibungsloſen Verlauf, da der alte
Vorſtand das Vertrauen ſämtlicher Mitglieder beſitzt und faſt in ſeiner
Geſamtbeit wiedergewählt wurde. Bevor die Verſammlung beendet
wurde, konnte der 1. Vorſitzende für beſondere Verdienſte um die Hebung
des Kleinkaliberſports den Mitgliedern Heinz und Neumann. Konrad,
die Förderer=Nadel des Kartells für Jagd= und Sportſchießen überreichen.
Geht der Streik weiter? Die Deutſche Hochſchule für Leibesübungen
gibt bekannt, daß entgegen anderen Preſſemeldungen der Senat ſeinen
Beſchluß vom 9. Januar aufrecht erhält, oonach die Hochſchule am 15.
Januar wiedereröffnet wird. Damit iſt allen Hochſchülern die
Mög=
lichkeit gegeben, ihr Studium ordnungsmäßig fortzuſetzen.
Beim Leipziger Sechstagerennen führten nach 43 Stunden
Girar=
dengo/Negrini und Rauſch/Hürtgen mit einer Runde Vorſprung vor
dem übrigen Felde.
Sporkkalender.
Handball.
3.00 Uhr: Sp.=Vg. 04 Arheilgen — F.=Sp.=V. Frantfurt.
Fußball.
11.00 Uhr: F.=C. Union — Viktoria Urberach.
2.30 Uhr: Sp.=V. 98 Darmſtadt — Sp.=V. Mörfelden
Boeen.
Borttunde um die Main=Bezirksmeiſterſchaft.
Die Europameiſterſchaft im Federgewicht fiel an den Dänen Knute
Larſen, der den Italiener Quadrini nach Punkten ſchlug.
Hauptſchrifttenung. Rudolf Maupe
Veranwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handei: Dr. C. H. Quetſch, für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Witiy Kuhle; Druck
und Verlag: L C. Wiitich — ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantte der Rückſendung nivt übernommen.
32. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotkerie.
1 Tag der 4. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung vom
11. Januar fielen: 2 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr. 369 276; 2
Ge=
winne zu je 3000 Mark auf Nr. 50 209: 2 Gewinne zu je 2000 Mark
auf Nr. 325 917; 2 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr. 17047: ferner
8 Gewinne zu je 800 Mark, 20 Gewinne zu je 500 Mark, 78 Gewinne zu
je 400 Mark und 278 Gewinne zu je 300 Mark. — In der
Nachmit=
tagsziehung fielen: 2 Gewinne zu je 50 000 Mark auf Nr. 374 596;
2 Gewine zu je 3000 Mark auf Nr. 24 979; 4 Gewinne zu je 2000 Mark
auf Nr. 204 185, 329 793; 4 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr. 8153,
229 132; ferner 10 Gewinne zu je 800 Mark, 28 Gewinne zu je 500
Mark, 120 Gewinne zu je 400 Mark und 208 Gewinne zu je 300 Mark.
Geſchäftliches.
Das Knabeninſtitut Lucius wurde im Jahre 1809 in
Jugenheim (Rheinheſſen) gegründet. Im Jahre 1878 verlegte es der
da=
malige Inhaber nach dem Forſthaus bei Echzell in Oberheſſen. Die
50. Wiederkehr dieſes Tages wurde am 18. November 1928 dort gefeiert.
Es kommt wohl ſelten vor, daß ſich die Leitung eines Inſtituts in vier
Generationen von dem Voter auf den Sohn forageerbt hat, was hier der
Fall iſt. Wie es von dem Gründer der Anſtalt mit ſeinen
philanthro=
piſchen Idealen verlangt wurde, liegt die Schule abſeits von dem
Ge=
dränge der Großſtadt an einem ruhigen Waldwinkel, und doch mit der
Bahn leicht erreichbar. Ehwa 40 Schüler wohnen hier mit den Lehrern
und der Familie des Leiters zuſammen. Die Schule umfaßt das Penſum
von Sexta bis Oberſekunda. In kleinen Klaſſen wind gründlicher
Unter=
richt erteilt. Für Spiel und Sport iſt reichlich Gelegenheit geboten.
Viele tüchtige Menſchen ſind in der langen Zeit des Beſtehens aus der
Anſtalt hervorgegangen. Näheres durch illuſtrierten Proſpokt (koſtemlos)
von Dr. Lucius, Forſthaus bei Echzell.
Von Bedeutung iſt die Nachricht, daß eine weſentliche
Herab=
ſetzuwg der Preiſe für die zum Schutz vor Anſteckung und Erkältung
be=
ſonders bewährten Ortizon=Mundwaſſer=Kugeln eingetreten iſt. Dadurch
iſt es munmehr weiteſten Kreiſen möglich, hygieniſch vollendete
Mund=
pflege zu treiben.
Weikerbericht.
Gießen, 12. Januar.
Die Temperaturgegenſätze haben ſich ſeit geſtern weſentlich verſchärft.
Während in Mittel= und Süddeutſchland im Flachland die Temperaturen
heute morgen bis unter 15 Grad lagen, zeigt das Küſtengebiet, das
Luft=
zufuhr aus dem nördlichen Tief erhält, kräftigen Temperaturanſtieg, der
bis über den Gefrierpunkt geht. (Königsberg geſtern morgen —12, heute
morgen +3 Grad Celſius.) Durch die Druckſtörung wird die
kontinen=
tale Kaltluft mehr und mehr abgeſchnitten, ſo daß die aus
nordweſt=
licher Richtung zufließende Luft zur langſamen Abſchwächung des
Fro=
ſtes ſowie zunächſt zu Nebel= und Wolkenbildung führen wird.
Ausſichten für Sonntag, den 13. Januar: Abſchwächung des Froſtes, teils
neblig=wolkig, teils aufheiternd, meiſt trocken.
Ausſichten für Montag, den 14. Januar: Weiterer Froſtrückgang und
meiſt wolkiges Wetter wahrſcheinlich.
Rundfunkprogramme.
Frankfurk.
Sonntag, 13. Jan. 8.30: Katholiſche Morgenfeier. Anſprache:
Pfarrer Dr. theol. Joſer Maria Nielen. Mitw.: Mitglieder des
Frankfurter A=cappel.a=Chores für geiſt iche Mu ik. Muſital. Leitung:
Freiherr von Droſte. O 10.30: Rundfunk=Reportage: Mit dem
Mikrophon im Taunus=Obſervatorium. Sprecher: Dr. P. Laven.
O 11.30; Elternſtunde. Jugendberichte und Schulfreuden: Leſſing=
Gymnaſium o 12: Bruckner=Zyklus. Vierte Sinfonie in Es=dur
(Romantiſche). Leitung: Dr. Rottenberg. 13: Stunde der
Land=
wirtſchaftskammer Wiesbaden: Die Vorteile einer rechtzeitigen
Kali=
phosphatdüngung. — Der Einfluß beſtimmter Futtermittel auf die
Beſchaffenheit der Milch. — Der Ruß der Ferkel. — Der Schnitt
der jüngeren Baumkronen. 13.10: Lic. Stange: Die geiſtige
Notlage der Jugend — 15.15: Aus dem deutſchen Märchenborn,
Hanna Lüngen: Verzauberte Menſchen. o 16.15: Stunde des
Landes Leitung: Dr. Gebhardt. o 17: Konzert des Funforch.
O 18: Königswuſterhauſen: Geh. Rat Prof. D. Dr. Kahl:
Ge=
danken zur Zeit. (Notwendigkeit und Geiſt der neuen
Strafrechts=
reform. O 18.30: Stunde des Rhein=Mainiſchen Verbandes für
Volksbildung 19.15: Sportnachrichten. O 19.30:
Preisver=
teilung im ſtenographiſchen Wettbewerb. Leitung: G. Ka is. O 20.30:
Konzert des Funkorch. O Anſchl.: Tanzmuſit, Kapelle Pinkus=Langer.
Skuktgark.
Sonntag 13. Jan. 11: Muſikaliſche Morgenfeier. Ausg
von der Kammermu i vereinigung des Philharmon. Orcheſters S.s
gart. Haydn: Streichquartett in B=dur (Lerchenquartett). — Fren”
Sonate für Violine und Klavier. O 12: Schloßplatz Stuttoe,
Promenadekonzert. O Anſchl.: Schallplatten. o. 14: Hambs.
Funkheinzelmann. 15: W. Speck, Friedrichshafen: Aus
Der Mainbezirk des Reichsverbandes für Amateurboxen trug am
Freitag abend in Wiesbaden ſeine Meiſterſchafts=Vorrunde aus. Die
Veranſtaltung war reich an Enttäuſhungen. Zunächſt einmal fielen
ſechs Kämpfe wegen Krankheit, Uebergewicht und Verletzungen ganz
aus. Die reſtlichen Kämpfe ſtanden techniſch auf mäßigem Niveau.
Kampflos Sieger wurden: Fliegengewicht: Willand=FSV. Frankfurt;
Bantamgewicht: Langmann=FSV. Frankfurt; Federgewicht: Feckler=
Nüſſelsheim und Mitzel=Mainz; Leichtgewicht: Winterbauer=Eintracht
Frankfurt; Weltergewicht: Bleuel=FSV. Frankfurt. Die ausgetragenen
Kämpfe wurden von Reineberg=Sparta Frankfurt ſo zweifelhaft
ge=
leitet, daß es unter den 600 Zuſchauern oft lebhafte Proteſtkundgebungen
ſetzte. Die Ergebniſſe: Bantamgewicht: Imhof=Mainz ſiegt nach
Punk=
ten über Göbel=Rüſſelsheim; Weltergewicht: Heß=Darmſtadt wird in
der zweiten Runde k.o.=Sieger über Amendt=FSV. Frankfurt;
Mittel=
gewicht: Krietenſtein=Wiesbaden wird im Kampf gegen Meder=FSV.
Frankfurt als Punktſieger erklärt, eine ſehr zweifelhafte Entſcheidung.
— Ein Einlagekan.pf im Miſchgewicht zwiſchen K. Krietenſtein=
Wies=
baden und Mitzel=Mainz nahm ein vorzeitiges Ende. Krietenſtein
wurde in der zweiten Runde disqualifiziert. Ein weiterer Einlagekampf
wiſchen Winterbauer=Eintracht Frankfurt und Langmann=FSV.
Frank=
furt wurde nur als Schaukampf gewertet.
Lotte Herzog, Käte Mann, Ruth Porita, H. Hanus, C. Strn=
Funkorcheſter. O 18: Freiburg: Frau Dr. Hölzl: Laalle und
Frauen. O 18.30: Dichterſtunde: O. Wirz. O 19.15: Dr. Forn=
Südttroler Dichter. 20.15: Aus W. A. Mozarts Lebensm.
Einf. Vortrag von Prof. Nagel. Ausf.: Phi harmon. Orchs.
Stuttgart, Dirig.: E. Kahn. Soliſten: Irma Roſter (Sopr
Helene Renate Lang (K avier), G. Beerwald (Vio ine), H.
c-
ling (Oboe), Anton Felbinger (Klarinette), Th. Zapp (Fag
P. Wilfert (Horn). Sinfonie in B=dur. — Klavierſonate mne
dur. — Concertantes Quartett für Oboe, Klarinette, Fagott, Scu
mit Orcheſter. — Menuett aus dem Dwertimento in O=dur..,
Populi di Theſſaglia, Konzertarie. — Ballettſuite „Les
riens” Anſchl.: Nachrichten. 21.30: Penſion Schöller,
in drei Aufzügen von C. Laufs. Rundfunkbearbeitung und S=e
leitung: C. Struve. Perſ.: Philipp Klapproth; Ulrike Spro
Ida und Franziska, deren Töchter; Alfred K.approth; Ernſt
Schauſpielſchüler; Gröber,
funkorcheſter.
er; Eugen Rünr
Zahlkellner. R.
Sonntag, 13. Jan. 8.55: G.0 enſpiel der Potsdamer Garniu
kirche S 9: Morgenſeier. Anſprache: Pfarrer Abramczyt. Mi
Margret Abler (Sopran), B. Kohlmetz (Cello), E. Wilhelmy (Re.=
Ed. Brock (Orgel). O. Anſchl.: Glockengeläut des Doms. o 11.
Großes Schauſpielhaus: Vormittagskonzert. Berliner Volkschor
glieder des Deutſchen Arbeiter=Sängerbundes). Mitw.: Toſſy Spron
kowsky (Violine), K. Rockſtroh (Fügel). Wolfrum: Horch,
kommt von draußen rein. — Kahn: Auf dem Berge, da
wa=
der Wind. — Malden: Mir iſt ein ſchön’s braun’s Maidelein.1—
Wolfrum: Iſt alles dunkel. — Mendelsſohn: Nun ade, du runs
lieb. Heimatland. — Tartini: Teufelstriller=Sonate. — Tieſen!
Wenn ich ein Vöglein wär‟; Da droben auf jenem Berge: Ach,
iſt’s möglich dann. — Pugnani=Kreisler: Präludium und Allegro.0-
Paganini: Sonate. — Beethoven: Türkiſcher Marſch. — Dvoa
Kreisler: S aviſcher Tanz. — Othegraven: Ich ſpring” an diein
Ringe: Es iſt ein Schnitter ,der heißt Tod; Ich bin Kuckuck. o
Morſe=Unterricht für Anfänger. o 14.30: Für den Landun
O 14.55: Direktor Müller, Ruhlsdorf: Naturgemäße Ha tung
Schweine in ge unden Ställen. 15.30: Märchen. Das Lumru
ge indel. — Der Wolf und die ſieben Geislein. — Vom Mäussſ
und Bratwürſtchen. — Läuschen und Flöhchen. — Strohhour
Kohle und Bohne (Gebr. Grimm). Geleſen von Lucie Mannheir
8 16: Prof. Dr. Regling: Gewa tmenſchen der italieniſchen
Remut=
ſance. O 16.30: Unterhaltungsmuſik. Kavelle Gebr. Steiner. 18.30
Prof. Dr. Meyer: Auf Skiern im Reich der Bauden. o
Forſchungsreiſender Rickmers, Bremen: Auf dem Dach der WI.
19.30: Herb. Ihering: Theaterſkandale. S 19.55: Perſomi,
verzeichnis zu der nachfolg. Uebertr. o 20: Aus dem Metroxo=
Theater: „Die luſtige Witwe‟. Operette in ſechs Bildern. Muſit „
Fr. Lehar. Muiial. Leitung: E. Hauke. Perſ.: Hannah,
Charn=
nettenſängerin: Fritzi Maſſary; Camille Roſillon: M. Hanly;
Danilos, Attache der Ge andtſchaft von Honduras: W. Janiuu;
Negro: W. Schaeffers; Soto, Geſandter von Honduras in Pau=
H. Junkermann; „Valencienne, ſeine Frau: Uſchi Elleot: Guſti
Glavarios, ein reicher Plantagenbeſitzer: H. Sternberg; Frisco,
Negerſänger: Frisco; Marquis de St. Briode: G. Heppm,
Kaminsky, Klaviervirtuoſe: H. Krüger; Cascada, Börſianer:
Ebelsbacher; Tanzmaitre: von Paquet=Leon: 1. Bild: Muſic Sl
in Honduras. 2. Bild: Vor dem Palais des Geſandten Soto
Paris. 3. Bild: Ba’llaal in der Geſandtſchaft von Honduras. 4. Bi
Wintergarten in Hannahs Villa. 5. Bild: Auf der Pariſer grol/k
Weltausſtellung. 6. Bild: Bei Maxim. Anſchl.: Tagesnachricht
O Danach: Tanzmuſik. Kapelle Dajos Bela.
Deutſche Welle.— Sonntag, 13. Jan. 8,55: Berlin: Glockenp:V
der Potsdamer Garniſonkirche, S 9: Morgenſeicx, Anſprache: Pfarrm
Abramczyk. O. Anſchl.: Gockengeläut der Berliner Doms. o I1.E/
Großes Schauſpielhaus: Vormittagskoßzert. Mitw.: Toſſy Sprr
kowsky (Violine), Berliner Volkschor (Mitglieder des Deutſchw
Arbeiter=Sängerbundes). Dirig.: Dr. Zander. o 13.45: Bildfu 4
verſuche des Senders Königswuſterhauſen. o 14.30: Mitteilung
und praktiſche Winke für den Landwirt. O 14.55: Direktor Mülle
Naturgemäße Haltung der Schweine in geſunden Ställen. o 15E
Märchen. Geleſen von Lucie Mannheim. O 16: Prof. Dr. Reglin
Gewaltmenſchen der ita ieniſchen Renaiſſance. o 16.30: Unten
haltungsmuſik. Kapelle Gebrüder Steiner. O 18: Geheimrat Pnn
D. Dr. Kahl, M. d. R.: Notwendigkeit und Geiſt der neuen Ston
rchtsreform. S 18.30: P. Friedrich: Er ebnis und Er ebniskau
19: K. Engelbrecht: Die Perſönlichkeit in Kunſt und Lebe
O 19.25: Anton Goeggl: Der Blinde und ſein Hund. & 1956
Köln: Einführung zu nachfolgendem Sendeſpiel. O Anſchl.: Senk)
ſpiel: „Der Barbier von Bagdad.” Von Cornelius. o. Anſch4
Berlin: Preſſenachr. O. Danach; Tanzmuſik. Kapelle Dajos Bela.
berg
Taunue Waſſ.=
Kuppt Feld=
berg
Schwarz=
wald Zug=
ſpitze Kahler
Aſten Fich=
telbere koppe Wetter heiter heiter heiter heiter heiter heiter wolkig Temperatur (7C) —3 —6 —5 —12 —3 —6 11 Wind OSO, NoO. WN. NNO. NNW. Niederſchlag mm) Schneedecke (cm) 15 105 35 95 100
Achtung! Achtung!
Wellenänderung im Deutſchen Rundfunk!
Mit dem 13. Januar werden ſämtlich
deutſchen Stationen ihre Wellenlänge än
dern wodurch hauptfächlich bezweckt wird, daß Gemein
ſchaftswellen mehrerer Sender in den Bereich unter 300
gelegt werden ſollen. In Deutſchland werden in Zukung
folgende Sender Gemeinſchaftswellen haben, alſo an
gleicher Welle ſenden: Augsburg und Hannover auf 56
Aachen und Danzig auf 272,7, Dresden und Bremen au
387,1, Kiel und Kaſſel auf 250.
Ferner werden im Laufe des Januar noch weites
Gleichwellenſender in Betrieb genommen werdes
Ein neuer Sender in Berlin mit Stettin und Magdebu:1
auf 283 (bisher 236,2), Kaiſerslautern auf 272,7 Gishe
277,8), Münſter/Weſtf. auf 265,5 (bisher 250), Kiel an
250 (bisher 254,2), Kaſſel auf 250 (bisher 252,1). 98
Schnees Ende Dezember in Flensburg in Betrieb genommene Gleio
wellenſender gibt auf Welle 219. Im Uebrigen erhaue;
die Hauptſender die folgenden Aenderungen:
Die Funkſtunde=Berlin ſendet auf Welle 4700
(bisher 483,9) und auf dem Gleichwellenſender Berſſ=
Stettin=Magdeburg auf 283 (isher 236,2).
Der Weſtdeutſche Rundfunk ſendet auf Lange”
berg 462,2 (bisher 468,8), Köln 263,3 (bisher 283), Aage
455,9 (bisher 400) und Gleichwellenſender Münſter/Weſt”
265,5 (bisher 250).
Der Norddeutſche Rundfunk ſendet Hambu.
auf 391,6 (bisher 394,7), Bremen auf 387,1 (bisher 2776
Hannover 566 (bisher 297), Kiel auf Gleichwellenſen
250 (bisher 254,2) und Flensburg 219.
Die Bayeriſche Stunde ſendet München auf 530
(isher 535,7), Nürnberg 240 (bisher 241,9), Augsbuk!
566 (unverändert) und Gleichwellenſender Kaiſerslauſem
auf 272,7 (bisher 277,8).
Der Mitteldeutſche Rundfunk ſendet
Leihi=
auf 361,9 (bisher 365,9) und Dresden auf 387,1 Gishe
275,2).
Der Süd=Funk ſendet Stuttgart auf 374,1 GisNe
379,7) und Freiburg auf 577 (unverändert).
Der Südweſtdeutſche Rundfunk ſendet, Fram
furt auf 421,3 (bisher 428,6) und Gleichwellenſende
Kaſſel auf 250 (bisher 252,1).
Die Schleſiſche Funkſtunde gibt Breslau on
321,2 (bisher 322,6) und Gleiwitz auf 326,4 Gisher 399—
Der oſtdeutſche Rundfunk ſendet Königsberg /
Welle 280,4 (bisher 303) und Danzig auf 455,9 0e
her 272,7).
Die Deutſche Welle ſendet ſchon ſeit einiger 9.
von Zeeſen und Königswuſterhauſen auf Welle 1648, 0
auf gleicher Welle auch die Bildfunkverſuche.
Die heutige Nummer hat 24 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 2
Straßen und Städte
Kairo, die Märchenſtadt des Orients.
Von Dr. W. Höger.
„Beſſer als tiefgründige wiſſenſchaftliche
Ab=
handlungen offenbart das Leben der Straße
das Geſicht einer Stadt, eines Volkes.
Straßenleben iſt echt, iſt wirklich, iſt mit einem
Wort — wahres Leben.”
Unter dem blauſchwarzen Nachthimmel, unter dem
geiſter=
hrften Flimmern des ſüdlichen Kreuzes, erſt ſpät nach
Mitter=
nacht, wenn das Europäerviertel und die großen
internatio=
mrlen Hotels bereits im Schlaf und Dunkel liegen, erwacht
Kiro zu ſtarkem berauſchenden Leben. Wie ein Märchen
aus Cauſend=und=einer=Nacht erſcheint das feſtlich
lichter=
fiüllte Bild der nächtlichen Straßen, die mit vielfarbig
blitzen-
din Lampions und Bogenlampen eingeſäumten grellen
Pro=
ngenaden von „Charem Wag” und „El Berka‟”. Eine Stadt
Hier iſt noch unverfälſchter Orient.
fir ſich, dieſes ſchwirrende Karuſſelltreiben von Vergnügen,
Lnchen, Canz und Schrei. Ein ungeheurer Menſchenſtrom
fintet durch die winkligen, verbogenen Gäßchen, die mit
M=uſikcafés, Cingeltangels, Bars und kleinen Grillreſtaurants
angefüllt ſind, mit Schwüle, Verlockung,
Grammophonge=
pärre, knatternder Jazzmuſik. Klingelnde ſeltſame Muſik
der arabiſchen Kapellen lockt zum Eintritt: auf koſtbaren
Ceppichen tanzen brauen Frauen aus Marokko, aus Stambul,
aus dem Niltal, Mädchen aus Damaskus, aus Moſſul und
ans Aſſuan. In der Bar „La Jeuneſſe” tanzen berauſchte
Arege mit kleinen ſchmalhüftigen Beduininnen.
Brezel=
ve rkäufer, Seifenhändler, Waſſerträger, Sigarettenhändler,
kleeine farbige Fellachenknaben preiſen ihre großen Körbe mit
Packwaren, Bonbons, Orangen, Feigen, Datteln und Nüſſen
an. Wüſter Lärm, ſchrillende Pfeifentöne, Pauken und
Kreſſelſchläge dröhnen zum Himmel.
Alle Geſchäfte ſind bis in die Morgendämmerung ge=
6 fnet: nach der düſteren Glut des Cages erwachen die
ATenſchen. Jetzt erinnert man ſich erſt ſeiner Bedürfniſſe,
ſatzt erſt erwachen Wünſche und Begierden. Sehr viel
ALilitär, dunkelhäutige Eingeborene der äguptiſchen
Linien-
regimenter, engliſche Matroſen in goldbeknöpfter Gala,
Srhottländer in kurzem Nock und bunter Bändermütze, das
duinne Spazierſtöckchen ſchwingend, wandern in den Neihen
der ſchwärmenden europäiſchen Couriſten, der Lebejünglinge,
der blaſſierten Calmigent. Im Café Harun hocken die
Ein=
geborenen auf den weichen Matten und rauchen phlegmatiſch
ihrre Nargileh, die obligate Waſſerpfeife, und lauſchen
an=
dächtig dem Höllenkonzert, das mit tobenden Jazzſynkopen
von der benachbarten Empirebar klingt.
Sifth Avenue — die Straße der Welt.
Von P. Helmer.
Dort, wo die Fifth Avenue beginnt, an der 5. Straße,
ze igt ſie ausgeſprochen italieniſches Gepräge. Scharenweiſe
belagern den Bürgerſteig die Handwagen und Gemüſekarren
der Händler, deren Geſichter ſo typiſch italieniſch ſind, daß
wan ſich nach Neapel verſetzt glaubt. Aus dem nach
Mak=
karoni duftenden italieniſchen Nationalviertel gelangen wir
nach „Greenwich Village” dem Künſtlerviertel New Yorks,
vo Bohemiens aller Naſſen ſich einer „Zukunft”
entgegen-
träumen. Erſt von hier an beginnt die Sifth Avenue, ſich
w irklich zu entpuppen. Vornehme Paläſte mit goldbetreßten
Dagen vor den Cüren reihen ſich aneinander,
Millionenver=
mögen haben hier prunkvolle Reſidenzen errichtet.
Der nun folgende Ceil der Straße hat ein proſaiſches,
geſchäftliches Geſicht. Wir kommen in das „Garment=
Euartier” die Heimat der „kleineren” Konfentionshändler.
Hier wohnen die Selfmade=Millionäre jüngeren Datums, die
ei jeder paſſenden Gelegenheit ſtolz erzählen, auf welche
Weiſe ſie die erſten 1000 Dollars durch Hauſieren verdient
hätten. Wie ſie von den erſten 1000 Dollars zur erſten
Mil=
lion gekommen ſind, darüber ſchweigen ſie allerdings lieber.
Die Säulenhalle der Börſe. Hier kann man die
Finanz=
gewaltigen der Erde in natura ſehen.
Negertheater mit Negerfriſeuren wechſeln. So ſtark
kon=
zentriert ſich hier das Leben der ſchwarzen Bewohner. New
Yorks, daß man überraſcht aufblickt, begegnet man einem
Weißen. Hier iſt das Finale der Fifth Avenue, das letzte
Bild des Kaleidoſkops.
Ruſſiſches Straßenleben.
Con B. Link.
Das ruſſiſche Straßenbild hat ſich in den letzten Jahren
recht erheblich verändert. Die „Meſchotſchniki”, die im
Jahre 1922 nicht nur die Straßen, ſondern auch die
Ge=
müter beherrſchten, die kleinen Schieber, ſie ſind von der
Bildfläche verſchwunden. Dafür begegnet man heute elegant
gekleideten Frauen in Seidenſtrümpfen — eine Erſcheinung,
die noch vor nicht langer Seit eine außerordentliche
Selten=
heit war und ſtets zu biſſigen Bemerkungen Anlaß gab.
Die vielen zerlumpten Geſtalten, die man noch vor einigen
Jahren auf Schritt und Critt antraf, ſind zum größten Ceil
aus dem Straßenbild verſchwunden. Es ſcheint in dieſer
Hin=
ſicht eine gewiſſe „Konſolidierung” eingetreten zu ſein. Selbſt
die engliſche Neiſemütze, die nach dem Beiſpiel Lenins von
Die Maſſen drängen nach Bureauſchluß zu den Bahnhöfen.
Von der 30. Straße angefangen wechſelt das Bild der
Sifth Avenue wieder. Bis zur 56. Straße zieht ſich eine
endloſe Kette von eleganten Modehäuſern, Juwelierläden,
Kunſthandlungen, die ſtolz in den Schaufenſtern die Pracht
ihrer Schätze zeigen. Die 42. Straße bildet an ihrer
Kreu=
zung mit der Sifth Avenue den größten Verkehrsbrennpunkt
der Welt. Acht Verkehrspoliziſten überwachen die
Sicher=
heit der Sußgänger, und von der Mitte des Dammes leitet
der Verkehrsturm mit ſeinen roten und grünen Augen die
Ordnung der unzähligen Automobilreihen.
An der 59. Straße ſchneidet die Avene den Sentral=
Park, und hier beginnt die Heimat der „Oberen
Vierhun=
dert”, wie man die Neichſten der Reichen in Amerika nennt.
Sonntags vormittags kann hier jeder die „Créme” der
amerikaniſchen Geſellſchaft ſpazierengehen ſehen. Mit
ver=
ſchwenderiſcher Eleganz gekleidete Frauen ſchreiten am Arme
ihrer Männer mit ſo glücklicher Miene einher, als wäre
New York nicht die Stadt der Scheidungen, ſondern die
Stadt der glücklichen Ehen.
Und nun kommt die wunderbarſte Metamorphoſe der
Fifth Avenue. Aus der Welt der „Oberen Vierhundert”
wird die Welt der „Unterſten Vierhunderttauſend”. Aus
Weiß wird Schwarz, aus Hell Dunkel. Wir kommen in das
Negerviertel, wo Negergaſthäuſer mit Negergeſchäften,
Der „Note Platz” in Moskan.
den Sowjetbürgern bis vor kurzem mit Vorliebe getragen
wurde, beginnt, dem modiſchen Schlapphut Platz zu machen.
Das Verkehrsweſen ſteckt allerdings immer noch im
argen, und die Fahrdämme ſind, beſonders in Leningrad,
recht leer. Privatautos fehlen völlig, ebenſo Autodroſchken.
Nach wie vor iſt die Pferdedroſchke Alleinherrſcher, und
eifrig machen die „Jswoſchtſchiki”, die Kutſcher, auf
Fahr=
gäſte Jagd. Merkwürdig übrigens, daß geräde die
Droſch=
kenkutſcher trotz aller behördlichen und parteilichen
Maß=
nahmen faſt ausnahmslos ſehr fromm ſind. Vor jeder Kirche
bekreuzigen ſie ſich umſtändlich, ganz wie in früherer Seit,
und fragt man nach einer neubenannten Straße, ſo wird
einem regelmäßig erzählt, wie die Straße früher gehießen
hätte und welche Kirchen dort ſtehen. Im allgemeinen
wer=
den die neuen Straßennamen im täglichen Verkehr kaum
beachtet; nach wie vor bleibt der „Proſpekt des 25. Oktober”
der „Newski”.
Stambul, die Stadt der Bettler.
Von Dr. E. Chommſen.
Stambul, der berühmte Stadtteil Konſtantinopels, iſt die
Stadt der Bettler. Mit ſeinen engen Gaſſen, ſeinen großen
ſchmutzigen Straßen, ſeinem lärmenden Wirrwarr von
Händlern und Bettlern, macht es auf den Europäer einen
faſzinierenden Eindruck. Unabläſſig preiſen die Kaufleute ſo
laut wie möglich ihre Waren an. Angorahonig,
Serail=
paſtillen, Anſichtskarten, Damaskuspfirſiche, Photographien
— alles iſt für einen Groſchen zu haben. Mit aufdringlicher
Geſchäftigkeit wird dem ahnungsloſen Neiſenden ein „echter
Perſerteppich” angedreht, an dem man erſt viel ſpäter zu
Hauſe die verborgene Inſchrift,, Made in Germany” entdeckt.
Früher, zu den Seiten der großen Sultane, ſoll ſich
Stambul durch erhabene Stille und Geruhſamkeit
ausge-
zeichnet haben, heute aber, in den Cagen Kemal Paſchas,
regelt hier, genau wie in andern Stadtteilen, ein modern
ge-
kleideter Schutzmam den Verkehr. Die vielen Moſcheen
ſind zwar offen und werden von neugierigen Fremden beſucht,
aber die verſcheierte ſchöne Cürkin iſt Legende geworden.
Wohl ſieht man noch hie und da eine korpulente Geſtalt mit
dem „Fretſche” der das Geſicht verhüllt — obwohl es die
Eiſerne Hand”, der Diktator der Cürkei, verboten hat.
Wie aus einem Märchen muten inmitten des europäiſchen
Bildes die Minarette und Kuppeln der Marmorpaläſte an,
die ſich in den Wellen des blauen Bosporus ſpiegeln.
Dieſer bunte Gegenſatz iſt das heutige Stambul, in dem
das Alte mit dem Neuen noch kämpft. Pera dagegen, der
europäiſche Stadtteil, der Sitz der Diplomatie und der Hoch=
Ar
Hanannannanznnnnnnnnngrnnnnssrsnrnnnnngangzrnzanannnnrnnnnnnn
[ ← ][ ][ → ] finanz, iſt bereits vollkommen moderniſiert. Man gelangt zu
ihm über die rieſige Galatabrücke, auf der dem Beſucher gleich
das Chaos ruſſiſchen, engliſchen, deutſchen, franzöſiſchen Wort=
Ein Bild, das längſt verſchwunden iſt: auch der Eſeltreiber
trägt ſchon eine Sportmütze.
ſchwalls entgegenſchallt. Man blickt hinter ſich: das rot=gelbe
Häuſermeer mit ſeinen in der Abendſonne gleißenden Dächern
und Kuppeln verhüllt ſilberner Dunſt des Meeres. Wie aus
einer anderen Welt tönt der fromme Mahnruf der Muezzine an
die Gläubigen. Die Gewalt und die Nomantik der „Stimme
Allahs” ergreift auch den Ungläubigen. Wie die religiöſen
Schwärmer in Smurna und Damaskus möchte er ins Knie ſinken.
Dort drüben ſchimmert noch, verwelkt und grauſam übertüncht,
die Poeſie des ſagenumwobenen Orients.
Die Chineſenſtadt von San Franzisko.
Von Philipp Paneth.
San Franzisko, oder wie man es häufiger nennt, Frisko, iſt
eine der intereſſanteſten Städte der Vereinigten Staaten. Alle
Nationen haben hier Arbeitsmöglichkeiten gefunden, und im
Laufe der Jahre entſtanden hier ganze Fremdenſtädte: eine
Italienerſtadt, ein Judenviertel und auch eine Chineſenſtadt. Die
China Cown von Frisko iſt größer als die New Yorks und auch
reizvoller. Hart an die Schatten der Wolkenkratzer und der
Fabrikſchornſteine grenzt die „Noad” mit ihren in die Augen
ſpringenden chineſiſchen Aufſchriften und den vielen niedrigen
Läden. Das chineſiſche Volk hat bekanntlich einen ausgeprägten
kaufmänniſchen Sinn, aber da die meiſten der hier anſäſſigen
Chineſen der engliſchen Sprache nicht mächtig ſind, haben ſie ſich
ſelbſt durch einen unſichtbaren Wall von der übrigen Welt
ab=
geſchloſſen, und ſelbſt die Polizei kann die Geheimniſſe der
Chineſenſtadt nur ſchwer ergründen. Hier gibt es geheime
Opium=
höhlen und Bars. Crotz der Polizeiſtreifen, die das
Chineſen=
viertel dauernd durchziehen, iſt das Betreten der Straßen für
Sremde in den Abendſtunden nicht ungefährlich. Am Tage aller=
dings wirken die typiſch chineſiſchen Straßen mit ihren im
hei=
miſchen Stil erbauten Häuſern, mit ihren Gemüſeläden,
Ge=
miſchtwarenhandlungen und Gaſtſtätten, mit dem Gedränge der
Kulis und Cagelöhner recht vertrauenswürig, aber des Nachts,
wenn die Läden und auch die meiſten Kaffeehäuſer geſchloſſen
ſind, wenn die Korridore nur noch ſpärlich beleuchtet werden,
und verdächtige Geſtalten durch das Dunkel ſchleichen, dann iſt
es gut, eine gewiſſe Vorſicht walten zu laſſen.
Sch biete auf Nembrandt.
Von Walther Petry.
Die eigentlichen Vorausſetzungen dieſer Geſchichte waren der
Platz, den ich zufällig neben dem berühmten Sammler M. aus
Holland erhielt, und die Schätzungsliſte, ein Papier, dem
Kata=
ſog beiliegend, mit den Schätzwerten der Bilder. Es ſollte um
vier Uhr beginnen; um drei Uhr ſchon war der Saal überfüllt;
angſam liefen die Gänge voll; kurz vor Beginn ſteuerten die
großen Käufer auf ihre reſervierten Plätze. Ehrwürdiger
An=
blick, ſie alle zu ſehen, die Hüter und amtlichen Verwalter der
Kunſt aus Dresden, München, aus Holland, Spanien; grauhaarig
und fachmänniſch mit Augen, die über unabläſſigem Prüfen von
Echtheit kurzſichtig geworden waren. Dazwiſchen gruppierten ſich
die Damen, ſaßen ſehr beengt da, öffneten die Pelz, durfteten und
ließen ſich von den eisgrauen Millionären, die mit goldenem
Blei=
ſtift im Katalog herumkritzelten, kleine Gegenſtände aufheben, die
ſig zur Abwechſlung aus ihren Caſchen fallen ließen. Um 4 Uhr,
mit dem Gongſchlag, erſchien die Polizei, ſperrte die Eingänge,
hinter denen ſich die Zuſpätgekommenen, die Kartenloſen,
furcht-
bar intereſſiert drängten, und erſchien, über die Stufen des
Auf=
baus heraufſteigend, die Mappen unter den Armen, die
Verſtei=
gerungskommiſſion. Man rüſtete ſich, flüſterte die Namen,
glättete die Liſten und verſank, jeder einzelne die Weihe der
Dre: Näume.
Von Hermann Linden.
Atelier eines Malers. Der Namenloſigkeit des
jungen Beſitzers entſpricht die Lage des Naumes. Manſarde
unter dem Dach. Cagsüber ſteigt ſelten jemand herauf; nachts
erzeugt das vereinigte Schnarchen der ringsherum ſchlafenden
Dienſtmädchen Viſionen in des Malers Cräumen. Das Atelier
iſt groß genug, um gleichzeitig die Wohnung zu gewähren. Hinter
einem grünen Satinvorhang iſt das Schlafzimmer eingerichtet,
Waſchtiſch und weißes Feldbett.
Nach der Auffaſſung des Malers kann man ruhig ohne
Kleiderſchrank leben. Nöcke, Hoſen und ſonſtige Detaile der
Herrenkleidung hängen an Nägeln, die in die Wände getrieben
wurden, häufig aber auch bedeutend vereinfacht über den
Staf=
feleibalken. Ein langes Sofa, aus dem der Staub vieler
Genera=
ionen in Wirbeln ſteigt, wenn ſich ahnungsloſe Gäſte zu feſt
daraufwerfen, ladet zu idulliſcher Sieſta am Fenſter ein.
Dieſes rieſengroße Fenſter, parzelliert in kleine Scheibchen
wie ein Blumenbeetfenſter, biete nun in der Cat einen intereſ-
ſanten Blick. Eine verwirrende Anzahl von Dächern gibt ſich
über Baumgipfeln ein Nendezvous, wobei die Manſarden am
meiſten reden.
Das Atelier iſt keine ideale Wohnung. Da dem Maler ſehr
oft die Käufer ſeiner Bilder fehlen, geſchieht es, daß im Winter
dem Atelier ebenſo oft die Kohlen fehlen. Im Sommer iſt das
Atelier nicht ſelten eine venezianiſche Bleikammer. Je nach
Licht und Cemperatur ſteht der Maler vor der Staffelei, in
Hemdsärmeln oder im dicken Nock und feſſelt Geſtalten der
Wirklichkeit oder Eingebungen ſeiner Phantaſie mit Bleiſtiften
oder Pinſeln auf die hochgeſpannte Leinwand. Ein Geruch von
Oelen verläßt niemals den Naum.
Die fertigen Bilder an den Wänden dieſes Ateliers verraten
keinen milden, rebelliſchen Geiſt, mehr zärtliche Liebe zu den
vor=
handenen. Dingen der ſchönen Wett.” Manchmal ſitzen junge
Mädchen in langen glänzenden Strümpfen in dem vergilbten
Korbſeſſel, und dann verſucht der Maler das Farbenſpiel der
Konfektion und der Natur zu einem ſchönen Gebilde zu
ver=
miſchen, Montmartre iſt nicht allein in Paris.
Wohnung eines Schauſpielers. Eigentlich zei
Näume, da das Schlafzimmer jedoch nicht anders iſt als das
Schlafzimmer anderer Wohnungen, iſt darüber nicht viel zu
reden. Der Naum, der Originalität beſitzt, iſt das Wohnzimmer.
Der Schauſpieler, ein Charakterdarſteller nicht mehr ganz jungen
Alters, pflegt zwar noch die Eleganz der Jugend, die modiſche,
ſchnittgenaue Eleganz, aber er weiß auch ſchon die
Bequemlich-
ceit zu ſchätzen. Daher befindet ſich die Wohnung im Parterre.
Dieſer Naum, in dem der Schauſpieler einen kleinen Ceil ſeiner
freien Stunden verbringt, iſt in allen Dingen das Gegenteil des
Ateliers. Wenn ſich hier die primitive Lebensgewohnheit eines
Künſtlers in gepflegten Luxus verwandelt hat, ſo macht man aus
dem Grunde keinen Einwand, weil der Herr dieſer Wohnung
Geſchmack hat in der Verwendung ſeines Beſitzes. Hier iſt Luxus
einmal in rechten Händen.
Ich kenne den Naum nur in Nacht und Winter und glaube
auch, daß er in dieſen Seiten ſeine größte Wirkung ausübt.
Schwere, geſchnitzte eichene Stühle, eine mittelalterliche Cruhe,
Kiſſen auf Boden und Stühlen, altes Waffenzeug und wertvolle,
aus dunkler Vergangenheit glänzende Gemälde, Cierfelle — ſo
etwa der Charakter des Mobiliars. In der Mitte eines Wand,
einer Längswand, iſt ein ſchwerer Kamin eingebaut. Wenn er
brennt, ſieht man die glühenden Holzſcheite und die gelben Sungen
der Flammenſpitzen und läßt ſich täuſchen. Das Holz iſt künſtlich
und das Feuer brennt in elektriſchen Birnen. Aber man braucht
das nicht zu wiſſen, denn man ſieht es nicht unbedingt. Vorſtellung
eines flackernden Schloßkamins iſt von romantiſchem Neiz.
Mnfänmrmrnämmmmmmmmmfammfmmrmraff
großen Sahlen erwartend, in hochachtungsvolles Schweigen, als
der beauftragte Auktionator die Bedingungen verlas.
Der Katalog hatte 107 Nummern. Es begann mit kleinen
Stücken der holländiſchen Schule, die, angeſagt, von weitem
ge=
zeigt, ein wenig in die Höhe geboten, nach vier Sätzen ihren
Mann fanden. Das war unbeträchtlich und ging ohne Aufregung
vorüber. Die Preiſe, wie ich mich überzeugte, lagen faſt genau
in der Höhe der geſchätzten Werte. Langſam rückte indeſſen der
Auktionator vor. Ein paar Niederländer, einige Italiener, man
war bei der Nummer 12; die Bilder wurden bereitwilligſt
herum=
gezeigt; manchmal, der Größe wegen, von zwei Männern, die ſie
jedem Intereſſenten noch beſonders zuwandten. Ich ſah mir, um
befugter zu ſcheinen als ich war, aus nächſter Nähe eine Kuh
unter Bäumen an, treu gemalt, ſchon eingedunkelt, ein Objekt
von 30000 Mark, das ich nach einigen Augenblicken
ſtirnrunzeln=
der Prüfung mit kleinem Kopfſchütteln paſſieren ließ.
Mein Nebenmann, wie ich plötzlich mit Erſtaunen ſah, ſchlief.
Das Kinn war nach vorn auf eine untadelige Hemdbruſt geſunken
und warf drei Falten. Der Mann ſah nicht ermüdet aus und
ſchien in dieſer Geſellſchaft ſchwerwiegender Kunſtfreunde an
ſeinem Platz. Ich blieb, wie ich ihn ſo betrachtete, durchaus
un=
wiſſend darüber, daß ich ihn noch näher kennen lernen und ſogar
einen kleinen Schriftwechſel mit ihm tauſchen ſollte. — Man kam
in die Nähe der großen Objekte; der Mann wachte auf. Bei
Frans He’s war er vollends munter; bot nicht mit, aber notierte
Der Schauſpieler iſt Liebhaber — auf der Bühne geweſ=,
im Leben fortgeſetzt. In allen Varitionen, die von den
geleiſtet wird, hängt die momentane Göttin des Herzens
am
vier Wänden der Wohnung, abgeſehen von den ſtehenden
dern auf den Ciſchen. Nieſige Buchreihen — Balzac in
ſchnitt — bezeugen den Schöngeiſt des Beſitzers. Ein imnapt
während ſpielendes Grammophon, in dem die Neger das 2
recht des Geſanges haben, unterhält in melancholiſcher Seit1 R
Drpil
Bureau eines Detektivs. Kein Naum des Sätc
ments. Sammelplatz unmittelbaren Lebens. Schon die Lag
Anpaſſung. Die Fenſter des Naumes gehen hinab auf n
großen Platz, auf dem ſich ſchon Weltgeſchichte vollzog. Gern
durch weiße Striche, flutet unaufhörlicher Verkehr über A4/
Platz.
Das Bureau beſteht aus mehreren Simmern, die geheinn”
loſer ſind als man glaubt. Die Menſchen, die heraufſteigen
den Detektiven, nehmen niemals ein Ende, weil die Schutu
immer länger leben als die Gerechten. Es gab einmal eine
da ſaßen die Detektive mit Larven und Nevolvern an
Schreibtiſchen und verhandelten ſo mit ihren Klienten; Detelm.
ſolcher Aufmachung leben heutzutage nur noch in ſchleore
Silmen. Heute fürchtet ſich der Detektiv nicht mehr, ſein Golt
öffentlich zu zeigen; das heißt, genauer geſagt, die Leute
handeln nur mit dem Direktor, die wirklichen Detektive ſind /
vie vor unſichtbar. Dieſes Detektivbureau iſt nicht viel Ey
ls ein übliches Bureau. Swar liegen überall Veröffentlichunng
der ſtaatlichen Steckbriefe, in denen man tolle, furchtbare
kranke Geſichter ſehen kann, aber ſonſt iſt nichts Beſonderer/.,
ſehen, und die Nomanautoren haben unverzeihlich gelogen. 2Fpln
etwas iſt da, was dem Neueintretenden auf die Nerven fair
kann: die Schellen. Jede Cür zu den Simmern des Bureaus
eine Schelle. Man weiß alſo in jedem Simmer ſofort, doßt io,
einem anderen Simmer jemand eingetreten iſt. Gehen nun R
Leute aus und ein in den vier Simmern, ſo geht ein unaufhGleit,
liches Läuten, das nicht zu den angenehmen Geräuſchen geie Mäl
Meſſeit,
werden kann, durch das ganze Bureau.
ſich am Nand des Kataloges die neuen Beſitzer. Ich hatte!
Anfang an meinen Katalog bei Nr. 26 aufgeſchlagen; das M
der Nembrandt, das Hauptſtück der Verſteigerung. 2
Schätzungswert war 800000, aber er hatte, vor vier Jahrel=
Paris, wie ſich Eingeweihte mitteilten, ſchon 900 000 gebraki
Ich muß jetzt, da wir uns dem Kern der Geſchichte näherh.
wenig pſychologiſch werden: darf nicht verſchweigen, daß ich,
aller geſpannten Aufmerkſamkeit von meinem Nachbarn irril.
war. Er, was weit ſchwieriger zu erklären, ſchien auch an meit
Perſon intereſſierter, als aus den Umſtänden erklärlich; denl
ſaß, meinen Katalog auf den Knien, mitteleuropäiſch artig 2
geheimnislos da. Jetzt beginnen die einleitenden Merkwufg
keiten.
Er ließ einen Silberſtift fallen, hatte Mühe, ihn zu fuc.
und dankte mir, als ich ihn aufhob, mit großartiger Freundi.
keit. Eine Minute ſpäter, ſich zu mir herüberbeugend,
veriie-
er mir, daß er den Nembrandt kaum für echt halte. Dand:0
jußerte ich in einer Weiſe mein Erſtaunen, die ihn erſchreße
meine Behauptung, das Bild würde ſicher ſeinen Schähule-!
wert überſteigen, machte ihn nachdenklich. Die Auktion ſe1
bei Nr. 20. Es ging eine kleine Seit leer und langweilig PlM
Nr. 25 war verhandelt; auf der Staffelei erſchien der die
brandt. Es wogte leiſe im Saale eine gewiſſe Unruhe auf. 9i4M
Bild, ein Porträt, ziemlich groß, uwerkennbar die
Handſche-
des Meiſters, wurde mit 100 000 angeboten. Die Beteilg?)
1M
in
[ ← ][ ][ → ] Ae pflichttreue PPoſtverwaltung.
ües Land der Erde ſtreitet um das Necht, ſich der beſten
Iplhn, rühmen. Die Funkſprüche, die die internationalen Celex
argeh en alljährlich am Neujahrstage tauſchen, um ſich
gegen=
ſei/ mu beglückwünſchen, ſind nur offizielle Dementi für ihren
lolwa-: unſtillbaren Ehrgeiz. Aber wenn es ſich darum handeln
wiſt, feſtzuſtellen, welches das pflichtgetreueſte Poſtamt der
Wyilk, ſo müßte man den Preis für aufopferungsvolle Hingabe
ange Briefbeſtellung dem Poſtamt zu Stratfordson=Avon in
Erntnſo zuerkennen. Dorthin gelangte vor ungefähr 14 Cagen
eing mäef aus Amerika mit dem Aufgabeſtempel Springfield,
Müſäceuſetts, adreſſiert an einen gewiſſen „Mr. William
Sha=
kellſyre, Stratford=on-Avon, England” mit dem dreifach
unter=
ſtr.ßünen Vermerk „perſönlich‟. Da keine nähere Anſchrift
voml, ſo wanderte der Brief zuerſt in die Abteilungen für
u hltt llbare”, Sendungen. Man erkundigte ſich nach Mr.
Weſilinr Shakeſpeare, und drei Beamte übernahmen es, den
Brric den Adreſſaten zuzuſtellen. Es gelang trotz Intervention
von Aeldeamt, Polizei und Arbeitsnachweis nicht, und ſo
wun eie Epiſtel mit dem merkwürdigen Vermerk „Empfänger
amtſ. April 1616 verſtorben” Amtsſtempel und Signum des
viemn zuſtändigen Beamten nach Amerika rückverfrachtet.
ſſart ſieht alſo, daß die engliſche Poſt es mit derartigen
Arzfä ren ernſt nimmt und ihr möglichſtes tut, Vorſchrift und
Pflt ewußtſein zu genügen. Ob es ſich um den Scherz eines
ampci niſchen Spaßvogels handelt oder gar um die Abſicht des
Pcyſakks von Stratford, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, iſt
fraſh riicht aufgeklärt worden.
Oie Waage.
Von Otto Sättler.
Korte der Unzufriedenheit ſagte mir letzthin einer.
Unzu=
fri. Ereit mit ſich und ſeinem Schickſal.
Was hat man vom Leben? Arbeit, Plage, Sorgen. Von
den uus man ſich wünſcht, geht nur das Geringſte in Erfüllung.
Abl,d: ſto mehr werden einem Fallſtricke geſpannt, Steine in den
Wügslegt. Serbrochen wird einem, was man mühſam
auf=
gekya hhat, und man zerbricht ſelbſt unter den vielen
Nieder=
lagg”
Aan muß die Menſchen ausreden laſſen, wenn ſie von ſich
ſprfeet, auch wenn man ihnen widerſprechen muß. Sie hören
ja ih nicht darauf, was man ihnen ſagt. Und ſo vernahm ich
eimg an ge Litanei der Klage. Hundsmiſerabel ſchlecht ging es
meſm Nebenmann. Und die anderen lebten alle in Glanz und
Gli. So wenigſtens ſtellte er es dar.
Iich. fragte mich, was wohl ein Sokrates oder ein Diogenes
autülliwe Seremiaden geantwortet hätte. Wahrſcheinlich hätte
derg ine auch hier die Einſamkeit und Bedürfnisloſigkeit
ge=
prüeh, wie er es in ſeiner Seit getan und ſogar vorgelebt hat.
Unler andere hätte in einem langen Swiegeſpräch die Schlingen
deacſelſtes immer enger um das Opfer gelegt, bis es hätte
zu=
gehu müſſen, daß gar nichts Wahres an dem iſt, was ſich der
Umlyriedene einbildet, daß er beſitzt, was er braucht, und daß die
auüm nim kein Haar beſſer daran ſind. Denn viel mehr haben
ſie nah nicht. Wenn ſie mehr haben, brauchen ſie auch mehr,
ohnwſeß für ſie ein nennenswerter Gewinn dabei herausſpringt,
unüt derin ihnen ſcheinbar mehr Freuden zugeteilt werden, ſo
weſrh ſie auch ihre Schmerzen haben.
(ſo etwas Aehnliches legte ich auch dar. Aber ich verfüge
weicht ilber die Beredſamkeit eines Sokrates, der nach der Sage
num hwieg, wenn ſeine Ranthippe reden wollte, noch über die
Sellbiü erwindung eines Diogenes, der einen Alexander vor den
Ka=iſtieß — natürlich bildlich geſprochen. Alſo führte ich eben
in ſhrheidener Weiſe aus: Lege einmal deine Sorgen auf die eine
Seeüder Waage und denke nach, ob dir nicht auch manche
Vor=
tei cins Glücksmöglichkeiten bleiben. Die legſt du auf die andere
Secit! Nun ſchau nach dem Sünglein. Es bleibt ſchön in der
uehaft. Mein Nebenmann ſaß, ſeltſamerweiſe, ohne den
ſo narg zu beobachten, verſunken und nach innen gewendet da.
DoſtBäld ging, über Stufen von 10—20 000, ſeinen Weg
auf=
bcef wpar bei 400 000 angekommen, ſtockte ein wenig, als eine
otſehne in meiner allernächſten Nähe 500 000 anſagte.
Gh war über dieſen Sprung nicht weniger aufgeregt als die
incen, verlor übrigens ein wenig die Faſſung, als ich feſtſtellen
ruh) — was mir bisher nicht klar war — daß dies Angebot
—von mir kam. Ergeben, mit ernſtem Geſicht, ertrug ich die
Lulseikkſamkeit des Saales und machte mir meine fatale Anlage
eiguft, die mich in Augenblicken der Spannung, der Gefahr, zu
ſemtſamem Antrieb brachte; überdies war dieſer Fall nicht
haufaheriſch, einfach ein Ausſprechen von Siffern, die einen
btſtkt en, ſcharfen Neiz ausſandten. Mit kleinem Seufzer
teuye mein Nebenmann ſich zuſammen; beachtete mich jetzt gar
jonhtm ehr, ſondern ſaß in unterbrochenem Kontakt mit dem
LUnonator zielgeſpannt und abgeſchloſſen neben mir und
über=
orin ich.
ſch mahm die Lage ſo ſpaßig wie ſie war. Ich riskierte nichts;
aläihe Kaufkraft hatte ich für 3,50 Mark; konnte aber bis
O/400 ruhig mitgehen. Ein Nembrandt, der vor vier Jahren
O00 gebracht hatte, war für dieſes Abenteuer ſicher genug.
Senurde es ein ruhiges fachmänniſches Duell. Wir waren bei
Rm00; niemand ſonſt begleitete uns; unſere Summen kamen in
Elestren Stufen, aber prompt und ſchlaggerecht. Der
Auktio=
laußft hratte für jeden von uns einen Arm reſerviert; für mich den
Mitte, ſchwankt zwar ein wenig, aber nicht viel. So. Und mn
ziehe einmal die Freuden eines dir Bekannten herbei, den du
be=
neideſt. Denke genau nach, warum du ihn beneideſt und warum
er ſich nach deiner Meinung glücklicher preiſen kann als du dich.
Haſt du es? Ja? Gut. Jetzt ebenſo ehrlichen Willens die
andere Waagſchale belegt mit dem, was dir nicht gefallen will.
Denke aber genau nach. Sieh mal, er hat eine feudale Villa,
aber keine Seit, ſie zu genießen, iſt eigentlich ein Fremder in
ſeinem Heim. Er hat eine ſchöne Frau, aber ihre Schönheit iſt
mehr für die andern als für ihn beſtimmt. Er ſcheint geſund zu
ſein wie der Siſch im Waſſer, aber er iſt gezwungen, ſeine
Lebens=
weiſe genau nach den Angaben des Arztes zu richten, weil ihn
ſonſt der Sucker quält und die Drohung ſchreckt: Wenn du dich
nicht genau an meine Vorſchriften hältſt, kannſt du in einem
halben Jahre ins Gras beißen müſſen. Er hat Kinder, um die
ſich gezwungenermaßen das Fräulein kümmert, aber auch nicht
mehr, als unbedingt nötig iſt und als das Gehalt rechtfertigt.
Wenn er abends müde aus dem Geſchäft hemkehrt, dann
ver=
folgen ihn die geſchäftlichen Dinge bis in ſein Ankleidezimmer:
Herr ſo und ſo iſt am Celephon und wünſcht ihn dringend zu
ſprechen. Und hat er das erledigt, ſo rufen ihn geſellſchaftliche
Verpflichtungen, bei denen er ſich langweilt und ſich nach Nuhe
ſehnt. Er darf es aber nicht merken laſſen, ſondern muß den
Schein wahren. Und wenn er einmal eine Stunde hat, die ihm
gehört, dann ſieht er vielleicht mit Sorgen, von denen du dir
nichts träumen läßt, vor ſich nieder: Der Junge gefällt mir nicht:
wenn ich einmal nicht mehr bin, geht wahrſcheinlich all das flöten,
was ich mühevoll aufgebaut habe . . . Siehſt du, ſo kann es
aus=
ſehen, und noch viel ſchlimmer. Und wenn du nun nach dem
Süngelein der Waage ſchauſt, ſo ſteht es genau dort, wo deines
ſtand: Es ſchwankt ein wenig, aber nicht viel.
Mein Gegenüber ſtimmte mir völlig bei. „Du haſt ſchon
recht.” Na alſol Meine Philoſophie hatte geſiegt.
Als wir uns die Hände zum Abſchied reichten, meinte er
jedoch: „Du, ich glaube, daß ich doch lieber der andere wäre
als ich.”
So ſind nun die Menſchen! Und ich befürchte, wem der
Mann mit der Villa einen brauchte, der ihn beerbt, ich brächte
mich ſelbſt in liebevolle Erinnerung. Crotz Philoſophie und
Sokrates und Diogenes.
(
„Schnuppernd
folgt er ſeinen Spuren ..
In den letzten Cagen wurde in Berlin und anderen deutſchen
Städten eine großzügig arbeitende internationale Einbrecherbande
feſtgenommen. Nicht mit einem Male, ſondern ſo nach und nach.
Die Gauner waren recht geſchickt, und die Kriminalpolizei mußte
ſchon all ihre Fähigkeiten aufwenden, um der Herren habhaft zu
werden. Nur einer war darunter, bei dem die Verfolgung keine
allzu großen Schwierigkeiten machte.
Jeder Menſch hat ſeine Schwäche, die Einbrecher ſind davon
nicht ausgeſchloſſen, und die Kriminaliſten wiſſen mit dieſen
diver=
ſen Schwächen wohl zu rechnen. Der eine kann vom Alkohol
nicht laſſen und kehrt immer wieder in ſeine Stammkneipe zurück,
den anderen binden die Reize einer ſchönen Dame, deren Adreſſe
der Polizei bekannt. Und wieder andere haben Neigungen, die
ſich von ihrem früheren Beruf herleiten. Da war unter den
Mit=
gliedern der Bande auch ein gewiſſer Hacharias, der in den
Cagen, als er noch auf den Pfaden der Cugend wandelte, mit
Fleiß und Hingabe dem Handwerk eines Haarformers oblag.
Als ſolcher hatte er für Wohlgerüche aller Art und in allen
Formen ein Verſtändnis, und nicht nur ein Verſtändnis, ſondern
auch eine menſchliche Schwäche. Und als er dabei war, die
Woh=
jung eines Berliner Ehepaars auszuräumen, ſtieß er auch auf
den Coilettentiſch der Frau und konnte es nicht unterlaſſen, all
die Köſtlichkeiten, die ſich ſeiner Naſe darboten, zu unterſuchen
und von allem zu probieren, ſo daß er alsbald in eine Duftwolke
gehüllt war, die alle Wohlgerüche Arabiens in ſich vereinte.
Als der Ehemann nach Hauſe zurückkehrte, hob er im
Creppenhaus prüfend die Naſe, und da er offenbar ein guter
Ehemann war, der in punkto Gerüchen auf eine Sorte eingeſtellt
ſein muß, wunderte er ſich gar ſehr, ſeine Frau zu „riechen”,
ſeine Frau, die doch ſchon ſeit Wochen verreiſt war. Böſes
ahnend, ſtürmte er in ſeine Wohnung, überſah mit einem Blick
den Schaden, die erbrochenen Schränke und Behälter, alarmierte
die Polizei und ſetzte ſie auf die Fährte, indem er die Herren
bat, doch ſchnell einmal an den Slakons des Coilettentiſches zu
riechen. Mit ſolcher Witterung brauchte die Polizei nur auf die
Straße zu laufen, allwo eine Duftfahne den ſicheren Weg
an=
zeigte, an deſſen Ende ſich der Schlupfwinkel des wohlriechenden
Hacharias befand.
Schamhaftigkeit innerhalb
geographiſcher Srenzen.
Es war einmal eine junge Dame, hübſch von Antlitz und
Ge=
ſtalt, aber arm wie eine Kirchenmaus. Alſo alles ganz wie im
Märchen. Da aber heutigentags die verzauberten Prinzen nicht
allzu häufig ſind, fand das Märchen nicht die entſprechende
Fort=
ſetzung und wandelt ſich nun in der weiteren Folge durchaus in
zeitgerechte Proſa um.
Die junge Dame ging zu einem Filmdirektor in Budapeſt.
Dort war man wohl mit großen Stars verſehen, aber da das
Mädchen wie geſagt ſehr ſchön war, machte ihr der Herr
folgen=
des Angebot: er brauche eine Aufnahme, worauf junge, badende
Mädchen zu ſehen ſein ſollten, die — hm — die nicht gerade ſehr
viel anhatten. Der Film, ſo ſagte der Direktor, würde nur im
Ausland gezeigt werden und der Dame könne es ja gleichgültig
ſein, ob ſie ein ſizilianiſcher Bauer etwa in einem Aufzug ſehen
könnte, in dem ſie ſich — hm — ihrem näheren Bekanntenkreiſe
nicht gerade zeigen würde.
Die junge Dame war arm wie eine Kirchenmaus und ſagte
alſo zu. Es war ihr wirklich gleichgültig — das mit dem
ſizili=
aniſchen Bauer.
Vor einiger Seit war ſie im Kino, ſelbſtverſtändlich nicht
allein. Plötzlich ſtieß ſie einen Schrei aus und fiel in Ohnmacht.
Dadurch erfuhren es alle ihre Bekannten, das, was ſie ſonſt nur
vermutet hätten — daß nämlich dieſe junge ſchöne Frau, die für
einige Sekunden im Evakoſtüm auf der Leinwand ſichtbar wurde,
wirklich mit unſerem jungen Mädchen identiſch iſt. Am nächſten
Cage ging das Fräulein zum Nechtsanwalt.
Ihre Klage wurde abgewieſen. Denn der Direktor ſagte aus,
die junge Dame hätte geſagt, ſie würde jede Nolle übernehmen,
gleichviel welche. Und das genügte den Nichtern, die in der Nolle
der Eva eben auch nur eine — Nolle ſahen. Sie ſagten auch,
ſie fänden es merkwürdig, daß die junge Dame ihre Scham-
„Der Film wird nur im Ausland gezeigt werden.”
haftigkeit nur innerhalb der Grenzen ihrer Heimat
aufrechter=
halten wollte.
Sie haben damit natürlich ein ganz klein wenig recht. Denn
in erſter Linie ſoll ſich ja der Menſch vor ſich ſelber, dann erſt
vor den anderen ſchämen. Aber bitte: die Dame war arm wie
ein Kirchenmaus. Das entſchuldigt nicht alles, aber es
ent=
ſchuldigt ſchon ſehr viel und man hätte den Herrn Direktor, der
auch nicht gerade wie ein Kavalier gehandelt hat, ruhig zu einer
Buße verurteilen können.
linken, den rechten für meinen treuen Nachbar. Die Aufregung,
an der Stille, die tief ſich ausbreitete, zu merken, ſtieg im Cempo
mit unſeren Nennungen, 670000 — 75 — 80 85 — 90 —
700 000. Pauſe. Das letzte Angebot war von mir. Man koſtete
ein wenig die klare durchſichtige Luft dieſer Siffer aus; der
Ver=
ſteigerer verweilte bei ihr mit ſichtlichem äſthetiſchen
Wohl=
behagen.
Der alte Herr neben mir, den ich ſo unnötig echauffierte, der
von Amſterdam den Expreß genommen hatte, um mit
ausge=
ruhten Nerven an den Start zu gehen, der ſchon in ſeinem Salon
einen Platz für den Nembrandt ausgerechnet und leer geräumt,
ließ den Kopf ſinken. Wurde er traurig? Erkannte er meine
jüngere, energiſchere Kaufkraft? Ich war allmählich mit meiner
beſcheideneren Art, die unerhörten Sahlen zu ſteigern, ruhig das
gegneriſche Gebot mit einem höheren zu drücken, zum Symbol
eines allmächtigen, amerikaniſchen Auftraggebers avanciert, und
ſchien mir ſelbſt ſo, wie ich hier, im Mittelpunkt des
ſchweigen=
den Saales, und immer von dem linken Arm des Autionators
achtungsvoll eingeladen, ein ernſtes Geſchäft abenteuerlich
er=
ſchwerfe.
700 000 zum Erſten — — — —. Der rechte Arm winkte
meinem Nebenmann. Der ſaß und rechnete, ſah nicht mehr auf
und ſchien aus dem Kampf zurückgetreten. Mit 700000 wollte
ich abſchließen.
700 000 zum Erſten, zum Erſten, zum Sweiten
700 000 zum Sweiten —
Eine mächtige Stimme brachte noch eimmal die Summe zur
vollen plaſtiſchen Anſchauung. Mein Holländer ſchrak auf,
ver=
lor ein Papier, aber befriedigte die allgemeine Erwartung aufs
beſte mit höherem Gebot.
750 000 — —
Ich bückte mich, das Papier aufzuheben: und empfand, mir
durchaus unerklärlich, ſchon im Anfühlen des Settels und ohne
jedes eigentliche Wiſſen von ſeiner Natur, ſchon ein ſtarkes
komiſches Behagen. Es war ein Scheck. Ich bot ihn dem
Eigentümer an. Der verweigerte höflich die Annahme.
Es war ein Scheck, abhebefertig, über 50 000 mit dem Namen
eines bekannten holländiſchen Sammlers unterſchrieben. Es war
mir jetzt ſchon leicht, die Situation mitzuſpielen; ich faltete das
Papier zuſammen, ließ oben den linken Arm vergeblich mir
z=
winken; wartete noch den dritten Ausruf ab, der ein ſtarkes
Switſchern der animierten Geſellſchaft auslöſte, erhob mich dann
und verließ dieſen ſegensreichen Ort, den ich Armer und
Un=
ſchuldiger ſo ohne jedes Wiſſen vom nahen Glück betreten hatte.
Man ſoll die Kultur nicht ſchelten, wenn ſie ſolcherart auch die
Beſitzloſen hebt und tröſtet. Es gehört, ich will es zugeben,
aller-
dings ein gewiſſer Wagemut dazu, den Baum mit hochedlen,
goldenen Früchten ſo energiſch zu ſchütteln, wie ich es getan hätte.
— —
Jetzt ſitze ich am Lugano, wunſchlos, und ſehe eben, wie
Mirele die immer reifenden Orangen in ein kleines blaues
Stroh=
cörbchen erntet, das ihr ſchon ſchwer am Arme häugt.
Evelun Bluſt.
Von Friedrich Arenhövel
Dreißigtauſendmaltauſend Kilogramm Stahl, achtzigmillionen
Hartziegel. fünfzigmillionen Sentner Beton —
Vier Stockwerke — vierzig Meter — unter der Erde,
ein=
geſprengt in Now Yorks glasharten Felsgrund, achtundfünfzig
Stöcke — zweihundert Meter — hinauf in den Dunſt —
Siebzehnhundert Korridore, Gänge, Näume, Säle, Banken,
Neſtaurants, Bäder Poſtofficen rätſeln horizontal in
zweiund=
lechzigfach übereinandergeſchichteten Labyrinthen. Fünfzig
Fahr=
ſtühle ſchnellen in den Fahrſtraßen der Vertikalen auf und ab —
Fünfzehntauſend Menſchenquellen entſpringen allmorgens dem
Schlaf, fließen zu Bächen und Flüſſen, fluten zu Strömen
zuſam-
men, verſchwommen die Verkehrsmittel, überſchwellen die
Stra=
ßen, münden brauſend in das Hochhaus von Manhattan, werden
eingeſogen, verſchluckt, abwärts, aufwärts, ſeitwärts, kreuz und
quer gepumpt, gepreßt wie Blutstropfen in Adern und Zellen. —
Ein rotes Blutkörperchen in dem heißen Puls des Götzen auf
MNanhattan iſt Evelyn Bluſt.
Ihre Schultern ſind ſchmal: ſie neigen ſich in die Arme wie
der Riſt einer afrikaniſchen Gazelle. Ihr Mund fiebert immer
ein wenig. Ihr Haar iſt wie das eines Pagen geſchnitten. Ihr
Gang iſt das Fließen des Blltes von Manhattan.
Samuel Park, der große Börſenagent, iſt der Dienſtherr.
Am ſechzehnten Mai, vormittags elf Uhr, kommt Parke in
den Schreibmaſchinenſaal gerannt. Er blickt ſuchend über die
hundert Maſchinen, ſtürmt auf Evelun zu, tippt mit einem
Fin=
ger auf ihren Scheitel und beſtimmt:
„Da iſt Archibald Hawk. Er wünſcht eine Sekretärin. Sie
ſind es.”
Evelyn folgt ihm. Sie errötet in fäher Abwehr, als ſie
Ar=
chibald Hawk ſieht. Er hat ein ſchiefes Geſicht. Eine rote Narbe
entſtellt ſeine breite Stirn..
Evelyn Bluſt möchte aufſchreien, als Hawk ſie nebenhin,
zwilchen zwei Celephonworten, muſtert und in Beſitz nimmt wie
eine Sklavin:
„Um zwölf Uhr mit Gepäck in meinem Hotel.”
Evelyn weiß das Hotel. — — — Gepäck? — Sie kam nicht
mehr nach Hauſe fahren. Sie kauft ein: ein billiges Köfferchen,
wie zum Weekend, ein leichtes Kleid, ein bißchen Wäſche, ein
paar Coiletteſachen. Sie benachrichtigt ihre Mutter —
Um zwölf ſitzt ſie vor Archibald Hawk — weiß kaum wie ſie
dahin gekommen iſt — und ſtenographiert Junkdepeſchen,
Kabel=
telegramme nach Chicago, nach London, Berlin, Brüſſel,
San=
tiago, Hongkong, Valparaiſo —
Um halb eins ſind die Befehle unterwegs.
Um eins ſitzt die kleine Bluſt mit fadenſcheinigem Kleidchen
im Pullmancar erſter Klaſſe in tiefen Polſtern auf raſender
Fahrt nach Chicago. Der große Hawk plaudert mit ihr. Er iſt
liebenswürdig, geiſtreich, er kennt alles, weiß alles, ſorgt ſich
um ſie, beginnt nach ihrem Leben zu fragen.
Evelyn hat eien heißen Kopf. Sie erzählt, dlickt mit ſcheuem
Lachen in ſeine ſtahlblauen Augen. Er lächelt, nickt ihr zu, wird
plötzlich ſteinern, blickt durch ihr Geſicht, als ſei es Glas. Seine
Hand, taſtet nach dem Klingelenopf. Er befiehlt den
Sugtele=
graphiſten her, gibt Celegramme auf — —
Evelyn Bluſts Herz klopft zum Serſpringen. Paris erhält
Orders. Warſchau hat dies zu tun, Southampton jenes. Krefeld
ſoll eine Fabrik ſchließen, Mailand tauſend Arbeiter einſtellen
—— Eine ferne Frau in Palm Beach bekommt einen
Gruß — —
Archibald Hawk lächelt mit geſchloſſenen Augen und
ver=
zerrtem Munde.
Evelyn Bluſt friert unter dieſem Lächeln.
Sie beginnt zu begreifen. Das Leben iſt ein ungeheurer
Stru=
del. Manhattanhaus ſchwimmt unten in kleinem Kreiſe. Sie iſt
hinauf geſchleudert, wirbelt raſend in zentrifugalem Schwunge.
Schneller und ſchneller dreht ſich die Achſe.
Chicago wird in Stunden erledigt. — — Chicago ſchenkt ihr
Koffer und reiche Kleider.
Ein gewaltiges Flugzeug ſteht bereit. Es trägt Hawks Namen,
nimmt ſie und ihn auf, führt ſie himmelan über Ströme, Seen,
endloſe Urwälder und Gebirge, unter Sternenpracht und
Mond=
glaſt kreuz und quer durch Amerika.
Evelyn Bluſt iſt über Nacht eine Herrin geworden. In den
teuerſten Luxushotels neigen ſich götzendieneriſche Nacken vor
der Sekretärin des mächtigen Archibald Hawk.
Bis ſpät in die Nächte hinein wird in vornehmen
Neſtau=
rants geſpeiſt. Herren kommen und gehen. Könige des Geldes,
der Kohle, des Eiſens und des Oels werden in Audienz
empfan=
gen. Sie krümmen ihre Anſichten und Nücken vor Archibald
Hawk und küſſen der kleinen blonden Evelyn Bluſt die feinen
Hände,
Swiſchen gebackenen Auſtern funkt Hawk Cransaktionen m
den Aether —
Aus fiebrigem Schlaf ſchreckt er Evelyn auf: „Drahten Sie
—— Kabeln Sie — — Sch diktiere an die Bank von England
— — Chiffrieren Sie an Samuel Park —
Um ſieben Uhr wird gefrühſtückt und gekabelt.
Der Cag hat zwanzig ganze, die Nacht vier gevierteilte
Stunden.
Drei Luxuskabinen des Europadampfers gehören: Evelyn
Bluſt. Zwei Cage hat ſie Nuhe, iſt nichts als verwöhnte
Paſſa=
gierin. Swei Cage und zwei Nächte weicht ſie Archibald Hawk
aus und kann doch nichts anderes denken als Hawk, nichts
an=
deres fühlen als Archibald.
Am dritten Cage dringt er bei ihr ein. Er iſt verſtört und
bleich, lieht gar nicht, daß ſie im Schlafanzuge iſt.
Evelyn ſchaudert und ſchämt ſich unſäglich.
Seine Fauſt hält zuſammengekrampfte Papiere: „Drahten
Sie — — London, Paris, Brüſſel, Berlin, Chicago, Bombay,
Los Angeles — — — Zahlen marſchieren und ſchwirren hinaus,
Börſenorders jagen chiffriert in den Aether, Celegramme von
Brieflänge ſchlüpfen aus den Antennen — — — Palm Beach!
— Immer der deine — Archibald —
Drei Tage ſpäter ſind ſie in London. Abends jagt ein
Flug=
zeug mit ihnen durch Sturm und Negen nach Paris. In
der=
ſeiben Nacht geht es weiter nach Brüſſel, von da, zwei
Stun=
den ſpäter nach Berlin.
Dort fällt es Hawk zwiſchen Hatz und Aberhatz ein, in die
Oper zu gehen. Im zweiten Akt fühlt Evelyn Bluſt die Hand
Hawkes auf ihrer Schulter. Sie zuckt zuſammen, wagt nicht, den
Blick von der Bühne zu löſen.
Morgens ſind ſie in Hamburg. Sie frühſtücken, fah
zur Börſe.
Hawk ſpringt aus dem Wagen. — „Warten Sie‟
geht mit wuchtig=ſchnellen Schritten hinein. Evelyn O
ſeine Handſchuhe zwiſchen den Händen, wartet eine Stl
zwei — — drei — — —. Sie ſind länger als das gan
Endlich kommt der Erſehnte. Einen Augenblick vo.
auf den Stufen, entzündet ſich eine Sigarette, ſcheint zu
zu neigen und ſtürzt dann plötzlich dem Wagen zu. E
dem Chauffeur den Flughafen, ſteigt ein, wirft ſich ſchnl
Polſterecke. Bleich iſt er. Seine Augen ſind klein un
Die Bruſt ſtöhnt wie nach ſchwerem Kampf. Er ditke
ſpricht ſich, läßt das Geſagte wiederholen, verwirft es.
an, läßt alles ſtreichen, nimmt Evelun den Block von Siu
rechnet mit dem goldenen Szepterſtift. Sein ſchwar
Handrücken ſchwommt den Schweiß von der Stirn.
Evelyn das Papier und den Stift. Sie ſoll rechnen.
ihr mit geſchloſſenen Augen Sahlen uder Sahlen, Summe
Unſummen —
Sie iſt fertig, blickt zu ihm auf. Sie erſchrickt.
Leiche ſieht er aus.
„N—u—n—?” quält ſich ſeine Sunge.
„Dreihundertzwanzigmillionen — vierund —
„Genug —”, winkt ſeine matte Hand ab.
Er öffnet ſeine Augen, lächelt höhniſch und keucht=
— Dollars — Evelyn Bluſt —
Er ſinkt zurück. Seine Bruſt fällt zuſammen. Stöhr
tiert er:
„Florence Vanderſtuuft Palm Beach Florida —
Der Cod ringt ihm ſein „immer der deine” vom Auf
Feilſchende Erben, denen Hawk ſein Vermögen E
werden gerichtlich gezwungen, Evelyn Bluſt eine Sahrlif
das Swiſchendecke nach New York zu löſen —
Dreißigtauſendmaltauſend Kilogramm Stahl, achtzigrl
Hartziegel, fünfzigmilionen Sentner Beton ſind der
Götzen auf Manhattan —
Ein kleines weißes Blutkörperchen in ſeinem heiße
iſt Evelyn Bluſt.
Sie hockt im Bureau Samuel Parks und tippt:
New York, den 16. Auguſt —
Acht Wochen ſind ſeitdem vergangen.
Sch ach
Nummer 293.
Aufgabe 425.
A. J. Mackenzie in Birmingham.
(1. Preis, Sydney Morning Herald, 1904—05.)
Heeee Ne
Prüifſelung: Beißi Ka4 De7 b es 1a1 a8 Ses et he5 45 15 gs 12);
Schwarz: Kd4 Td7 h4 Le8 f8 Sd8 Ba5 e7 f7 g7 h5 111); 24.
Aufgabe 428.
H. L. Schuld.
(2. Preis, Handelsblatt, 1918.)
Beiß: Kd8 Db1 Ta4 Ld2 Set e7 Be5 (7)7
Schwarz: Kd4 Dh2 Laß g1 Bb7 c5 g2 h6 (8),
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 411—415.
411. W. Frh. v. Holzhauſen. Deutſches Wochenſchach 1912. (Ka3 Tb8 Se5;
Kaß Le4 Ba6 C7; 4F.) 1. AbS—b7! Led—a2 2. Tbf—b2 Na2—d5 3,
Tb2—b4. Weiß hat durch ſeine Tempozüge erreicht, daß der ſchw. I die Verteidigung
eines der beiden Brennpunkte ſb3 oder b7. aufgeben bzw. durch das Vorrücken des
B verlieren muß. — 1. e—eß 2. Ab8 Leß 3. Ub4. Ein gefälliges
Brenn=
pultprodiem, bei dem ein Käuſer als Vertedigungfiaur wirl.
412. G. Hume u. D. Virrie. Londoner Obſerver 1922, (Ka3 Dg4 Lat e2 Sb3
b4 Ba2 g3 Ke3 Db1 Td1 Lg7 BbS c4 d2 d4; 2R. 1. I72—h71! Dieſes
wnnderbare Problem jpricht durch ſich ſelbſt!
418. O. Lehler. Schwäbiſche Tagwacht 1922, Kb2 Db5 Lf3: Ka8 Uh1 h3
Bg3: 8-) 1. Lf2—d41 g3—g2 3, Db5—d6 Uh2b8 3. Db6—eG: 1.:--
Lb7 2. De8 + 3. DießF: 1. . . . — 2. Da6+. Schnittpunktgefüge;
Verſtel=
lungsſpiele durch den Bauern.
414. F. E. Purchas. Morning Poſt, 1918, (Kk1 Dh1 Th2 h3 Le2 8b5 a1
Ba8 b8 42 44 13: Ke1 Tb1 Ba2 b2; 34.) 1. Th3—h8! B72-a1I.2.
Th2h7! Keiza3 3. Dh1—h6. Eine originelle Linienräumung. — 1...
Ba2—a18 2. Sb5—e3: 1. .. . B71b 2. Ta8.
415, G. C. Alvey. 2. Pr., Hampſhire Poſt 1920, (K18 De7 Te6 La2 r4 sbt
n6 Bb6 g8: Ket Tb5 e3 Id4 Be5 18 g7; 27,) 1. De7—b71 Aufbau einer
duagonalen Turmbatterie.
Döſerliſte: Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth: Franz
Buchty in Mainz Hans Meidinger im Gberſtadt; Wdam Hammamm in
Pfungſtadt (alle); A. v. S. (411, 412 u. 414); Georg Peter (412, 415).
Mieeen dhe
Wand — Feder. Mond — Falter, Berg — Punkt, Stab—
Nacht — Mann, Rhein — Straße, Mai — Schaft, Wild —
Halb — Gruppe, Rund — Lehrer.
An Stelle der Gedankenſtriche ſind Wörter zu ſetzen, die das 51
wort des erſten und das Anfangswort des zweiten Wortes bilde,”
Anfangsbuchſtaben der eingeſchalteten Wörter ſagen, was die ſt.
Menſchen ſind.
Auflöſungen der Nätſel aus Nr.
Streichholz=Rätſel.
Kreuzworträtſel.
R1
Rätſel
Mne
Fr S 7 1 1 N HG s E X B . D 7 I I Z T N A R U G n R 8 B O * N w 2 I. C O s r 1 O H R A 1 P I L * D. * N.I. A * B E A P S R M IB A0 Vorſtehende neun Quadrate enthalten neun Wörter, die mit
Röſſel=
ſprung zu ſuchen ſind; ihre erſten und fünften Buchſtaben nennen dann
zwei Wintererſcheiungen, die aber niemals zuſammen auftreten.
Silbenrätſel.
1 Dominante, 2 Eisleben, 3 Reſeda, 4 Kapitän, 5 Leiſtikow, ſi0
timo 7 Gepard. 8 Epoche, 9 Foxterrier, 10 Adelheid, 11. Cf1
12 Natrium, 13 Golem, 14 Tragödie, 15 Diaſpora, 16 Aargau, 1754.
dorf, 18 Utah, 19 Domino, 20 Extemporale, 21 Nebukadnezar, 22 K u,
Der Spruch lautet: Der Kluge fängt da zu denken an, z
Dumme aufhört.
Druck u. Verlag: L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei Rheinſtr. 33 — Verant wortlich f. d. Redation: Dr. 6. Nette Fernſpr. 1. 2339—3394. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſches: F. baußmann, alle im 2al
[ ← ][ ][ → ]PublPobkſtäsbagsSSlafslat
eoooche, nu” weern mer widder im Gerick, die erſt ſivwe=
Atge Normalwoch vum neie Johr ham=mer glicklich hinner uns
gucht, ich ſalbſt bin aach widder ſo weit offee, un jetzt kann’s
widder weider geh im Täxt, jetz kann widder weider ge=
Urcitelt, geworzelt, gewuhlt, gemorkſt, geſchafft, geflickt,
pnrt un ſteierbezahlt wärrn, in alder Friſche, indem daß mer
füfz/ſo jetz ſo langſam vun dene aſtrengende Feierdag er=
1Mott.
um dem Sinn ham=mer uns mittlererweil widder nei geſtärzt
n” eſchärr un in die Drädmiehl, in der a genehme Hoffnung,
gſach ſemtliche gude un ehrlich gemaante Winſch, die wo uns
rſirräller= un gach brifaderſeiz an de Kobb gefloge ſin, herrlich
uugßordich erfille meeche, auf daß es uns wohlergehe, un ſo.
Alllerdings, ich mißt lieje, wann ich ſage wollt, daß ſich aach
rexerweil ärchendwas in meine, odder annern Leits ihre
Ver=
rüffe erfreilich gebeſſert hett, un ich ſäh, ſälbſt dorch mei nei
B.ſdie wo ich mer zum Kriſtkindche gekaaft hab, die ortsiebliche
Mwällkniſſe im liewe deitſche Vaderland net mit ſo roſarodiche
i, als wie unſer gudglaiwicher Vormund, der liewe Parker
bidde. No ſchließlich, däß hott ſe aach widder net needich, die
Obrichkeid, mir ſin ſchun gornet ſo, daß mer uns in Bezugnahm
uffs Lowe iwwernemme dhete, oh Konndrolleer im
Gääche=
daal; dann in dem Fall is ggäche frieher alles beim Alde
gebliewwe —
No. wann mer ſo 8 ganze Johr der Obrichkeid unnertan
is, dann fraads aam doch aach widder, daß ſe gam großmiedich
däß effentliche Faſtnachtsvergnieche erlagwe dhut, un daß mer ſe
dodebei e bische hochnemme un uze därf, un därf ihrn Amts=
erk, der wo in Bezugnahm uff unſer Zahlungsfähichkeit vun=
FürStbbdimißmus beſeelt is, den wo mer diräckt als baddologiſch
tifüäte kann, wann mer net grad verrickt ſage will.
ura, wann ich ganz ehrlich ſei will, ſo ſiehts genau noch ſo
itermtert aus, wie vorm Johr aach, un wanns uns ſchun
B te Feierdäg ſo gange is, daß mer geſagt hawwe, die Dage
öele uns awwer aach ſchun ganz un gor net, ſo is es nooch
üße eierdäg kag Hoor annerſter. Dann nemlich die Dage, die wo
eine Chhgeickt verläwe, die gefalle uns gach net, un ſie ſtamme ganz
Hkzumt vun dene ſiwwe magere Kieh ab, die wo en ganz er=
Arloch dauerhaffde Läwenswandel fiehrn, un ſich bei uns
Fiſtttl heimiſch fehle.
Unrner ſolche bedriebliche Umſtend richt mer nadierlich ſein
El4 nort hie, von wannen daß mer denlt, es kennt uns Hilfee
Anm —. „Nemlich uff unſer Obrichkeidel. Un do ſieht
kyhzllebt mer allerhand, was uns. uffrichte un ergötze kann. Bei=
Münzeßich 1s uns unſer Herr Miniſter des Innerlichen mit=eme
ſeiusaß unner die Agge gange, indem daß er im
Verordnungs=
biliz a Erlaß erlaſſe loſſe hott, es därft nunmehr vun dem Johr
Mer Faſtnacht jeder widder effentlich ſo ſchläächt un ſo verrickt
Eiſtzis er wollt, un der Prinz Kargeval därft ſich im volle Wix,
ſunr Wlanz un Glorie, widder in aller Effentlichkeid ſeim Volk
Eift uin ihm zu lieb därft ſich jeder zum Bajatz mache, indem
Abfe: alſo, außer feim ageborene Talent for den Beruf, gach
ſandte miniſträll Erlaabnis dezu hott.
7, däß is entſchiede widder en Fortſchritt, un unſer Herr
Mkſtur des Innerlichen ſteht ganz offenſichtlich uff dem Stand=
Au. Daß däß Nannverbodd ſowieſo kaan große Wert un kagn
Htigli che Hoſeboddem hott, indem daß ſich alfo einiche, un einiche
hurn gornet beſunners azuſtrenge brauche, um verrickt zu
Aſee, dann ſie ſin Nann vun Haus aus, un kenne ohne
Ver=
ſAl4z1 grad ſo bleiwe, wie ſe die iwwrich Zeit vum Johr
Ali. ſeecht mer ſich awwer aach, miniſträllerſeiz, ganz
alſſäacht, mer ſoll de Leit ihr Vergnieche loſſe, un ſoll ſe ſich
lüige ausdowe loſſe, dann vergehtn die Luſt zum Schimbfe.
biw rner ſe ſchun emol net ſo weit bringe kann, daß ſe
Lob=
faß uff die Obrichkeid aſtimme. Was iwwrichens aach gornet
blutzs needich is, dann die Obrichkeid is an un for ſich, un
blbuge, ganz vun ſällwer „hochwohllöblich”, un hotts alſo net
ſaſty, ſich vun annern lowe zu loſſe.
dem Sinn hotts mich eichentlich bloß ſchun gewunnert,
ſahfe noch kaan Erlaß erausgäwe hawwe, in dem ſe ſich
aus=
ſtc jedes Lob heeflich dankend awwer ganz ärnärſchich ver=
ſchimmel mit de Nannbritſch e bische adreiwe. Was jo
nadier=
lich aach weiders net gefehrlich, ſundern eher en Verſuch am
un=
dauchliche Objäckt is, dann der Amtsſchimmel, der leßt ſich ſo
ſchnell net aus ſeine großherzoglich=freiſtaatliche Ruh bringe,
ſun=
dern geht gemächlich ſein Amtswähk, wie zeit Alders, indem er
ſich ſeecht, was brauch mer äbbes eiffach, glatt un leicht zu
er=
lediche, wanns umſtendlich un ſchwerfellich aach geht. Un
ſchließlich, zu was hott mer die viele zuſtendiche Stelle in Stadt
un Land, wann net dadezu, daß mer ſich mit Umſtandskreemerei
beſchäfdicht, wann ſchun emol was geſchafft wärrn ſoll, un daß
mer ſich gäächeſeidich e bische uff die Hiehnergage dräde dhut, un
dhut um de Vorrang ſtreide, un angdriert erſt emol en brächdiche
Kummbedenzkonnflickt, wann was geſchähe ſoll.
Däßhalb maan ich, wann mer die Sach bei Licht bedracht, es
war net mehr wie recht un billich, wann der Miniſter for’s
Inner=
liche hergeht, un geht hie, un gibt uns bedrengte Bircher for=e
paar Dag Faſtnachtsfreiheit, dann es kimmt gam wah haffdich
als emol ſo vor, als weer bei gewiſſe Obrichkeide 8 ganze Johr
Faſtnacht.
Wann awwer jetzt ärchend ganer maant, ich hett e beſunner
Abſicht, wann ich in=ere ſolche diefſinniche Weis meil
Bedrach=
dunge mach, un mich ſpezinäll iwwer gewiſſe Obrichkeide
aus=
ſpräch, dann wärd ſich derjeniche welche, wo däß maant, eglich in
Hals ſchneide. Jawoll, ich kann mich behärrſche, un däß kennt
mir grad eifalle, daß ich ärchend e beſtimmt Obrichkeit im Aag
hett. Bei Leib net. Sundern ich maan bloß ſo, ganz allgemein.
Wer ſich alſo bedroffe fiehlt, ſoll ſich nor net eibilde, daß er
aach gemaant is.
Un dann will ich offe zugäwwe, es is doch ſchließlich jeder
vun uns e bische e Na, der Unnerſchied is blos der, daß der gane
ſein Kindskobb unner me Amtshut hott, un der anuer unner me
brifade Bircherſchawwesdeckel. Annern gehn ſogar reſſolud
blodd=
kebbich, als wann ſe gornix zu verſteckele hette, un was erſt
mir Weibsleid ſin, wir ſin ſamt un ſunders, ganerlag, ob mer en
Buwwiekobb hawpwe, odder e Neſtche, obder ſo, gleicherweis
zeitweis odder daerhaft, gach nir weider als lauder Kindskebb,
bloß, däre gane ftehts beſſer, däre annere wenicher, un däre
an=
nere ſchun gornet. Un die, dene wos am wenichſte ſteht, däß ſin
mehrſtens die größte.
Awwer dem mag ſei, wiem will, 8 is halt widder mol
Faß=
nachtszeit, un mir mache des Ding mitm räſſeniern aach net
annerſt, un es is halt, wie vor anno Duwack, mer muß de Leit ihr
Spring mache loſſe, un wann ſe genug Spring gemacht hawwe,
wärrn ſe gach als widder for=e Weil vernimſdich, un ſchließlich
hott jeder emol s Bedärfnis, ſeim Aff Zucker zu gäwwe, un ſich
ſälbſt zum Na' zu mache, un mir Alde ſällwer, die mir jetz ſo
gar zimmberlich dhu, un uns ſo erſchröcklich iwwer die
Faſt=
nachtsluſtbarkeide uffreeche, mir ſin aach emol jung un vergniecht
gewäſe, un hawwe die Feſte falle loſſe, wie mer ſe gefeiert hott.
Freilich, wann’s dem Parker Gilbert nooch gingt, ſo mißte mir
in Sack un Aſche geh, un ſälbſt däß dhet der mechlicherweis dorch
ſei roſich Brill noch als en iwwerdriwwene Luxus agucke. Un
wann gach die Zeide ſchließlich net dennoch ſin, ſo maan ich, mer
ſollt de Jugend ſchun e bische ihr Fragd loſſe, un ſolls ihr net
iwwel grächne. Der Ernſt des Läwens rimnit noch frieh gez
nug iwwer ſe, un do lärne ſe nooch=ere ganz annere Muſick danze,
als wie Jazz un ſo. Däßwäüche ſteh ich ganz uff dem
Stand=
punkt vun unſerm Herr Miniſter des Jnnerlichen, un guck pun
meim Sorjeſtuhl aus gelaſſe dem Faßnachtstreiwe zu. Seis um
e Veil, dann heerts ſchun ganz vun ſällwer uff. bei de aane
frieher, bei de annere ſpeeder, un ſchließlich kimmt for alle emol
en Aſchermiddwoch, dorch den ſe dorchmiſſe, um daß ſe den Währ
zu de Arweit, zum Ernſt un zu de Weisheit finne. Un bis dohie
loſſe mern ihr bische Nannfreiheit, un gucke mer net all zu
griesgreemlich zu, ſunſt kennt mer am End in de Verdacht kumme,
mer weern neidich uff die Jugend, weil gam ſei lengſt verblieht
un dahin is
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Abbrobobbo, mer kann aach 8
Agenehme mit em Nitzliche verbinne, wie däß heit awend in de
Otto=Berndt=Hall de Fall is, wo ſich unſer Jugend zwiſche ſibbzeh
un ſibbzich for=en wohldädiche Zweck verobferiert, un danzt un
is vergniecht, indem daß es gilt, dem Frauenverein vum Rote
Kreiz zulieb, un dem Wöchnerinnenheim in Swakopmund zum
beſte, en Feſtawend zu vera ſtalde, der wo ſicher gut beſucht wärd,
dann for unſer „Deitſche iwwer See” fin mer immer zu hawwe,
do ſin mer bei de Spritz.
Ach, un ſie ſin ſo dankbar, wann ſe ſähe, daß ſe die ald
Heimat net vergäſſe hott, un freie ſich iwwer jed Klaanigkeid.
Beiſpielsmeßich ſin mer iwwer den ſcheene „Heſſe=Kalenner”
ſo=
viel Zuſchrifte zugange, un ganz beſunners ausim innlendiſche
un auslendiſche Ausland, korzum wvo halt der Kallenner mit dene
ſcheene Bilder aus unſerm Heſſelendche all hiekumme is. Un aus
all dene liewe Zeile läs ich eraus, daß ſe doch noch an ihrm
Heſſelendche henke, un daß ſes erſt richdich lieb gewinne, wann
. .. Nojg ſo is es im Läwe —
Allerdings, ſo e Auslandsheiner hatt bei ſeim Hierſein,
iw=
wer Weihnachte, wie er mer ſchreibt, gach widder Grund zu
ſchimbfe. Odder vielmehr es 1s uff ihn geſchimbft worrn, weil
er ſich e Auskumft am Verkehrshaische hole wollt, un die wo
hinnerm geſtanne, hapwe däßhalb e bische worde miſſe, indem
in dem Dauweſchlag vun=eme Verkehrbüro zwar drei Dame
ſin, awwer bloß a bediene kann. Nadierlich henke dann,
wann’s beim aane emol e bische lenger dauert, die annern
hinnedra, wie en Bieneſchwarm am Loch un ſchimbfe, wann ?
net ritſcht. Awwer geſchumbfe is gleich, ennern muß mer die
Verhältniſſet — Alles vergreeßert ſich, ſogar 8. Eich=Amt
kimmt im Wehner un Fahr ſei Schoggeladfawrick, obgleich doch
in Deitſchland jetzt ſo ziemlich alles „geeicht” is —; 8. Finanzamt
baut; die ſtädtiſch Sparkaß hott Expanſionsbeſträwunge,
unſo=
weiderfort; awwer unſer Verkehrspalläſtche is noch ſo, wie’s vor
fimfunzwanzich Fohr aach war, drotzdem der Uffgowekreis ganz
ballwarich geware is. Nu' hab ich mer jo ſage loſſe, mer hett
in Bezugnahm uff den Verkehrspallaſt widder große Roſine im
Kobb, un mer wollt gan baue, mindeſtens ſex=, odder zwelfmal
ſo groß wie er jetzt is. Awwer in dem Fall ſag ich mit
un=
ſerm Datterich: „Mir erläwe’s net, awwer ſie wärrn ſähe, daß
ich recht hab.”
No un weil mer grad an „unſerm‟ Datterich ſin: ich hoff,
daß heit awend im Klagne Haus niemand fehlt, un daß die
Ge=
burtsdags= un Brodäſt=Vorſtellung, aach e Muſter hott vun=ere
Form. Un die „Heſſiſch Spielgemeinſchaft” verdients äwenfalls,
dann wer bringt heit for=en Hutzelſtiel noch ſo viel Idealismuß
uff. un obfert Zeit un Geld for ſo e Sach ...."
Däßhalb: uff Widdergucke, heit awend im Klaane Haus!
Der zeitgemäße Haushalt.
ellfarbige Damen=Trikot=Schutzgamaſchen
laſbey”=mäß aufzufriſchen. Neben den Gaytees und den
ſeitzhiewenen Ueberziehſtiefeln haben auch die ſtrumpfartigen
Tri=
die bäctunsſchen begeiſterte Aufnahme bei der Frauenwelt gefunden,
ſach, micht nur die Füße warmhalten, ſondern auch bei naſſem
Wlr die empfindlichen Seidenſtrümpfe vor Beſchmutzung
Ghlün. — Handelt es ſich um hellfarbige Schutzgamaſchen, ſo
ſtwün ſſie, wenn ſich die Schmutzſpuren, da zu ſehr „eingefreſſen”
urchn grnfaches Ausbürſten nicht mehr beſeitigen laſſen, auf
naſ=
enßtbege gereinigt werden. Doch dieſe Naßwäſche geſtaltet ſich
erſin fach, wenn man dazu eine leichte Waſchlauge benutzt,
wo=
aß mu. auf einen Eimer Waſſer 1—2 Eßlöffel Perſil kalt
ver=
ſunt, Gas Waſſer ſodann bis zur Handwärme erhitzt, um darin
ſick amaſchen mehr durch Drücken als durch Reiben darin zu
bewſen. Mehrmals in warmem Waſſer geſpült, befreie man ſie
uan drusdrücken (nicht auswinden, damit ſie nicht verdehnt
wer=
ſechoan der meiſten Näſſe, wickle ſie in auffaugfähige dicke
Tü=
heE ui ſie, noch halbfeucht, durch Aufſtellen von heißen Eiſen
pirtzie Bu glätten.
W8orzüglich ſchmeckende Winterſuppen.
eiine Sellerieſuppe nach Schweizer Art.
Eidymättelgroße Sellerieknolle ſchäle man roh und ſetze ſie, in
Schuen geſchnitten, mit Salzwaſſer zum Kochen auf. Iſt ſie
vort Nann hebe man ſie heraus, ſchneide die Scheiben würflig
imu en koche das Selleriewaſſer mit einer hellen Mehlſchwitze zu
ävſer Suppe. Dieſe mit Salz und friſcher Butter abgeſchmeckt,
nack muan mit den Selleriewürfeln und in Butter geröſteten
SeSuel-bröckchen an.
oſenkohlſuppe. 1—1½ Pfund zugeputzten Roſenkohl
etzgum mit 1—114 Liter Waſſer zum Kochen auf. Iſt er weich,
ſanuſtelle man den größten Teil des Gemüſes für den nächſten
Eazyurrück und behalte nur etwa eine Taſſe voll davon. Das
Refshaf ſer laſſe man mit einer Mehlſchwitze langſam ausquellen,
chonte dann die Suppe mit Salz und friſcher Butter ab und
M4At Kohlröschen bei.
ſiy ppe von Entenklein. Hals, Beine, Flügel, Leber
telrahlzerrz ſetze man mit friſchem oder getrocknetem Suppengrün
zutzmiachen auf, koche es weich, worauf man die Suppe mit Ei
mMiehl „kegiert”, um ſie, mit Salz abgeſchmeckt, und mit klei=
nen Blumenkohlröschen, grünen Erbſen und Möhrenſcheibchen,
ſowie mit dem Entenklein zu ſervieren.
Einfache Kartoffelkräpfli nach ſüddeutſcher
Art. Eineinhalbes Pfund gekochte, geſchälte und geriebene
Kar=
toffeln werden mit einem Viertelt fund Butter, zwei Eiern, einem
Eßlöffel ſtarker Süßſtofflöſung, einem halben Teelöffel Salz, dem
Abgeriebenen einer halben Zitrone und einem Eßlöffel Grieß
vermiſcht. Dann forme man davon eigroße runde Klößchen reſp.
Krapfen, die man in ſiedendem Schmalz lichtbraun bäckt. Man
kan dieſe Krapfen auch mit Marmelade füllen und, etwas
ab=
gekühlt, mit Puderzucker überſieben, um ſie als Nachtiſch
ent=
weder mit einer Vanille= oder Chobequxſoße oder als
Kaffee=
gebäck zu ſervieren.
Speiſenzettel.
Sonntag: Roſenkohlſuppe. Gefüllte Kalbsvögerl. —
Montag: Freſh Stew. — Dienstag: Möhren und weiße
Bohnen. Schwarzfleiſch. — Mittwoch: Leberknödel.
Donnerstag: Grünkohl mit Schweinefleiſch. — Freitag:
Gefüllter Schellfiſch. — Samstag: Linſen mit Backpflaumen
und Bratwurſt.
Humor bes Auslands.
Vec
Veh
Humor
Ebs, biſt zu alleind:
„Einſam, — eber nicht derkalſen.”
„Was, du glaubſt eher einer blödſinnigen Uhr als deinem eigenen
Manne?”
(Le Rire.)
Sein Taſchengelb. „Ich möchte um eine Zulage bitten, ich
verhei=
rate mich:” wendet ſich der Angeſtellte an ſeinen Chef. „Sie brauchen
wohl mehr für den Haushalté” fragt dieſer. Nein, das iſt es nicht,
Aber meine Zukünftige weiß genau, was ich jetzt verdiene, und da
möchte ich doch ein kleines Taſchengeld haben, von dem ſie nichts weiß.”
Nackerchen. Die Fürſtin Luiſe von Radziwill — ſo wird in den
„Schleſiſchen Monatsheften” erzählt — hatte zwei grüne Papageien, die
ſie auf allen ihren Reiſen mitnahm. Sie verſtanden nur ein einziges
Wort, das ſie aber dafür um ſo fleißiger aufſagten: „Dn Nacker!”
Daher hießen ſie die „Nackerchen”. Als die Fürſtin mit ihrer Familie
auf einer Reiſe einmal in einer kleinen ſchleſiſchen Stadt Halt machte,
erſchien der Bürgermeiſter pflichtſchuldigſt am Wagen, um die hohen
Herrſchaften zu begrüßen. Die Fürſtin, die um ihre Papageien beſorgt
war, rief einem der Bedienſteten zu: „Sind die Nackerchen ſchon im
Wagen?” — Der höfliche Bürgermeiſter übernahm die Antwort,
ver=
beugte ſich tief und ſagte: „Zu Befehl, Königliche Hoheit, die jungen
Prinzen ſind bereits eingeſtiegen.
Späte Erkenntmis. „Ach, meine Teure”, ſagte Herr Schmidt, indem
er mit einem tiefen Seufzer das dicke Buch ſinken ließ, beſſen letzte Seite
er ſoeben umgewandt hatte, „wie wunderbar iſt doch die Natur!. Wenn
ich ein Buch wie dieſes hier. Die Wunder der Natur” geleſen habe,
dann erkenne ich ganz, wie klein und unbedeutend wir, die Herren der
Schöpfung, eigentlich ſind „So2” meinte ſeine Frau. „Dazit muß bu
erſt ein Ruch von 400 Seiten leſen?. Das wiſſen wpit Frauen ſchoi
längſt.”
Eleganz der Straße.
Noch im vorigen Winter würde man unter
„Eleganz der Straße” eigentlich nur den
Pelz anerkannt haben! Das hat ſich
weſent=
lich geändert, weil mit jeder neuen Saiſon
die Pelzinduſtrie immer billigere Mäntel
herausbrachte. Der Pelzmantel, einſt heiß
begehrter Luxus, wurde damit zu einem
auch der Dame mit beſchränkten Mitteln
durchaus erſchwinglichen Kleidungsſtück, und
damit war ſeine Rolle, Kennzeichen
beſon=
derer Eleganz zu ſein, ausgeſpielt. Um ſo
mehr, als die letzten Winter ſo milde waren,
daß er nicht einmal immer angenehm war,
wenn die Dame ihren vormittäglichen
Rund=
gang beim Einkauf machte. Man entdeckte
zwangsläufig, daß auch der Stoffmantel
mehr als nur zweckmäßig ſein könne, daß
er eigentlich auch alle Qualitäten beſitzt, ihn
ſogar am Nachmittag zur Teeſtunde zu
tra=
gen! Man entdeckte weiter, daß die
Ver=
bindung hochwertiger Samte und Wollſtoffe
mit edlem Pelz ſehr aparte Wirkungen
er=
geben kann, und — man kehrte ſogar
reu=
mütig zum Koſtüm zurück!
Allerdings mußte man, ſollte der
Stoff=
mantel elegant wirken, andere Wege gehen,
als bei dem ſachlich betonten
Vormittags=
mantel im ſportlichen Stil. Das ergab eine
neue, intereſſante Aufgabe für die
Mode=
ſchaffenden, die — man muß es anerkennen,
wirklich vorbildlich gelöſt worden iſt. Es
muß ein bißchen mehr Bewegung in ſolche
Mäntel kommen! Zur glockigen Form, die
im Spätherbſt propagiert wurde, hat man
ſich doch nicht entſchließen können; es gibt
ja auch andere Wege. Wie weit ſie führen,
beſtimmt immer der Zweck des Mantels.
Soll er für den ganzen Tag, alſo Vor= und
Nachmittag, verwendet werden, dann nimmt
man als Material immer gemuſterten
Woll=
ſtoff, für den ebenſoviel Farbtöne wie
Muſter zur Verfügung ſtehen. Die Form
dieſes „Entoutcas=Mantels” iſt ganz gerade,
der Reverskragen tief herabgezogen, die
Aer=
mel ſind mit einfachem Umſchlag gearbeitet.
Trotzdem liegt Eleganz in dieſer Machart:
von den Seitennähten her zieht in Taillen=
höhe ein dem Rückenteil angeſchnitterliwu
Blendenteil, ſich gürtelartig verjüngsnld
über das Vorderteil, das als Laſche hü.
Schnalle endet und ſo den Schluß des MMiu
tels bildet. Große aufgeſetzte Taſchen, derg
obere Kante der Linie der vorbeſchriebermyflſo
Gürtelblume folgt, bringen eine weitwnN
aparte Note in das Bild, das beige geſnd
ter Pelz, als kurzer runder Kragen aufucs!
ſetzt, vervollſtändigt.
Soll der Mantel aber die Eleganz /
Nachmittags ausprägen, ſo ſteht ſchon 1M za
Material im Zeichen dieſer Aufgabe: nm.M4
wählt ſtatt des Wollſtoffes Samt in einen
der vornehm ruhigen, aber liebenswürdigin
Farben, die unſere rührige Samtinduſtries
ſo reichem Maße ſchafft. Jetzt kann die
wegtere Linie auch in der Silhouette win
ſam werden! Dem Unterteil des Manten
der ſonſt gerade gearbeitet iſt, wird ein ſchch
ges, waſſerfallartiges Teil in Taillenhich
angeſchnitten. Das zwingt natürlich wieinſis!
zu einer Teilung der Länge des Manten/
die man durch ein Steppereimotiv erhöß
welches an der Hüfte angeſetzt und bis zug 00
Beginn des angeſchnittenen Teiles geht. Ghpine
Nücken dagegen iſt wagerechte Teilung übdh! !
flüſſig. Aufteilung der geraden
Rückenfron=
iſt aber trotzdem erwünſcht. Man erhält
durch zwei von der Achſel ausgehem=
Steppnähte, die ſich in der Mitte des Ritz
kens vereinigen, eine Anordnung, die
beſoſ=
ders ſtreckend wirkt. Selbſtverſtändlich
mn=
angeſichts des Zwecks und des Materiat
auch der Pelzbeſatz reicher ſein; ein breitt=
Schalkragen, im Nacken hochſtehend, wird
gänzt durch runde, breite Manſchetten, ible
denen ſich nebenbei das Steppmotiv der vo
deren Mantelteilung nochmals wiederholt.,
Daß man das Koſtüm wieder in Gnade
aufgenommen hat, iſt angeſichts der großi
Samtmode nur begreiflich. Eine loſe, ofſer
Jacke mit apartem Gürtel zu einem gera)
Rock mit vorn beiderſeits eingelegten tieſe
Falten, das Ganze in farbigem Samt ga
arbeitet und mit hellem Pelz beſetzt, wint
in Verbindung mit einem Jumper aus Ve
lours imprims in harmoniſch abgetönten
Farbe an milden Wintertagen eine wenvolle
Bereicherung der Eleganz der Straße ſein,
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitt.
erhältlich.
Helle Kragen und Weſten.
Dunkle Kleider ſind heute modern, ſie ſind aber
nur dann wirklich kleidſam, wenn ſie durch irgend
etwas Helles belebt, aufgefriſcht werden. Es gibt für
dieſe Zwecke eine Unmenge entzückender Kragen= und
Aufſchlaggarnituren, die meiſt durch die paſſenden
Aermelaufſchläge ergänzt werden. Als Material für
dieſe reizvollen Kleinigkeiten kommt hauptſächlich
Crepe de Chine in Frage. Es iſt wohl
ſelbſtverſtänd=
lich, daß die farbige Seidenbandſchleife, die den
Kra=
gen zuſammenhält, im Ton genau zum Ledergürtel
und genau zur Kante des Taſchentüchleins paßt, das
neugierig aus dem Täſchchen hervorlugt.
Morgenſchuhe in hübſcher
Aufmachung.
Der warme mollige Hausſchuh iſt wohl allen Frauen
unentbehrlich; es braucht ja kein formloſer, ungeſchickt
wirkender Filzſchuh zu ſein; es gibt heute entzückende
Schuhchen, die mollig und praktiſch ſind und dabei
doch ſehr flott ausſehen. Bedingung natürlich iſt, daß
der Morgenſchuh in ſeiner Farbe zum Morgenkleid
und zum Morgenrock paßt. Ein paar nette moderne
Hausſchuhe zeigen wir unſeren Leſerinnen auf unſerer
Skizze und außerdem noch ein paar hübſche
Strumpf=
bänder, die ſich ſehr leicht anfertigen laſſen.
Hauskleider
und Morgenrocke.
Eine hübſche junge Frau ſieht nicht nur in großer
Toilette vorteilhaft aus — auch ein einfaches
Haus=
kleidchen kann — natürlich am richtigen Platze — ihre
Schönheit ins rechte Licht rücken. Vielleicht ſogar, daß
einem wirklich hübſchen jungen Menſchen eine einfache
Kleidung am beſten ſteht, eben weil natürliche
Schön=
heit keinen Putz, kein Geflimmer und Gefunkel braucht,
um zu wirken. Es kommt in modiſchen Dingen immer
darauf an, daß das Kleid zu der Gelegenheit, zu der
es getragen werden ſoll, paßt. Ein „Aus=dem=
Rahmen=
fallen” iſt immer gefährlich; zu elegant und zu einfach
— beides kann den an ſich vielleicht ſehr guten
Ein=
druck, den das Kleid an richtiger Stelle machen würde,
total vernichten. Und letzten Endes, welche Frau fühlt
ſich behaglich, wenn ſie in ihrer Kleidung irgendwie
von der Allgemeinheit, abweicht? — Folglich — im
Haus, im eigenen Heim iſt nur eine einfache Kleidung
am Platz; eine Kleidung, die in erfter Linie im Schnitt,
in der Garnierung uſw. unauffällig iſt. Das ſchließt
natürlich nicht aus, daß doch ein gewiſſer Schick in
dieſen Sachen ſtecken muß. Das Kleid kann einfach
in der Schnittform ſein — es muß aber tadellos
ſitzen, auf jede Naht, auf jedes Fältchen kommt es an.
Und nichts darf zu knapp, zu prall ſitzen, denn in dem
Hauskleid muß man ſich bewegen können; es gibt ja
für die Hausfrau genügend Gelegenheiten, ſich zu
bücken, irgendwo hoch hinaufzureichen uſw., und wehe,
wenn dabei der Stoff nicht genügend Spielraum hat,
um alle dieſe turneriſchen Bewegungen mitmachen zu
können; es gibt dann ein ewiges Nachnähen geplatzter
Nähte — und auch das wird kaum einen dauernden
Erfolg haben; was zu knapp iſt, platzt doch wieder
aus. Ebenſo iſt es niemals vorteilhaft, den Rock des
Hauskleides zu kurz und zu eng zu arbeiten; etwas
legere Weite, natürlich ohne jede Uebertreibung, iſt für
a e Frauen, ſelbſt, für die ganz ſchlanken, hübſcher.
Uebrigens iſt der Rock bereits im allgemeinen wieder
länger geworden; die kniefreie Mode jedenfalls kann
wohl als überwunden gelten!
Neben den Hauskleidern wird jede Dame natüril
auch ihren Morgenrock haben, deſſen Hauptvorzug M
rin beſteht, daß man ſchnell und mühelos hinell.
ſchlürfen kann. Auch der Morgenrock wird vielſch
mit einem abſtechenden Kragen gearbeitet ſein, ale
dings kaum mit einem weißen, wie das Hauskleid. 9 ſehr tief hinabreichende Schalkragen — de
Kragenform wirkt am Morgenrock immer hübſch in
elegant — wird in der Hauptſache aus einem im 210
paſſenden oder abweichenden Material beſtehen, a.
ſtimmt aber aus einem einfarbigen Gewebe, wenn ml
Morgenrock ſelbſt gemuſtert iſt — und umgekehrt.
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhäld!
„Der Bazar”, die älteſte deutſche Frauen= u=
Modezeitſchrift, beginnt jetzt ſeinen 75. Jahrgang.
Das beſonders reichhaltige Jubiläumsheft bri
neben hübſchen Zeichnungen von Arthur Kampf, 92
Slevogt und Fritz Koch=Gotha eine intereſſante Ril
ſchau: „75 Jahre deutſches Frauenleben‟ 9604
Miegel plaudert über „Das Modenbild”, Maria 0
Bunſen widerlegt das Märchen von der „Guten al=
Zeit”. Max von Boehn prophezeit launig die Wiedel!
kehr der Krinoline, Alexander von Gleichen=Rußwul.
unterſucht die geſellſchaftlichen Zuſtände vor 75 3c
ren: Alice Salomon, die Leiterin der ſozialen Fraue
ſchule, ſpricht über die Mütter von einſt und ſe
Ilſe Reicke über die ſchreibende, Herbert
Eulenhe-
über die leſende Frau, und H. von Noſtiz geb.
Hindenburg über die Geſellſchaftsdame von heute."
bekannte Graphologe Rafael Schermann prüft die 3
ſammenhänge zwiſchen Schriftbild und Mode u.
kommt dabei zu neuen Ergebniſſen. Dichtergrüße
den „Bazar”, Erinnerungen und
Jubiläumsbeitte=
von Thomas Mann, Walter von Molo, Rudolf
Pie=
ber, Helene Voigt=Diederichs und Gabriele Relld
machen das Heft zu einer wertvollen literaricl=
Gabe. Der modiſche Teil bringt unter anderem
Kreislauf der Mode in 75 Jahren, der hauswirtſche
liche einen Ueberblick über die „Hausfrauenbewe9le
in Stadt und Land” mit vielen Bildniſſen ihrer /
vorragendſten Führerinnen.
Schreibmaschinen
1074
von 190.- an
Wilh. Heckmann
Mühlstraße 72 Fernrut 1552
Teilzshiung auf Wunsch
Moden=
Nitrmier 13
Sonntag, den 13. Januar 1929
Seite 23
MAbenteurer von Ehre.
Roman von Max Uebelhör.
ſungen, von Schiff zu Schiff, von Boot zu Boot, vom Tower bis
nach; Barking.
Er lechzte danach, die geheimnisvolle, raunende Stimme
dieſer gewaltigen Stadt zu vernehmien, ſie war an Farben und
(Nachdruck verboten.)
ßcuider legte nun auch die Zeitung nieder, und ein
inten=
ichl von Wohlbehagen un warmer heimlicher
Lebens=
ſuſt ütüſtam ihn, ein Gefühl, wie er es ſeit Jahren nicht mehr
rlebtA ie, ja, es war faſt ein Art von Rauſch.
99 ar war im Begriff, in dieſe Welt voll Romantik
ein=
futrenzugene neue Periode ſeines Lebens hatte begonnen, ſauber
und unndteh hatte er den dicken Strich unter ſein bürgerliches
Morm)mal ein gezogen; nicht aber als paſſiver Zuſchauer würde
r inſſſe Welt ſchreiten, ſondern als ein Aktiver, als einer, der
nitſpitzi mls ein Abenieurer mit außerordentlichen Gaben und
nit wwyfſteckten Zielen.
fintenſiv, ganz außerordentlich war dies Gefühl war=
Ahnicher Lebensluſt, war dieſer leichte Rauſch.
zef ſchen ſtampfte die „Queen” weiter, ſie ließ ſich durch
geineltwurm und kein Unwetter aus dem Kurſe bringen, ſie
olgtde a* Bahn, ſie war aus diesinal eines dieſer vielen Weber.
chiffcſo wie das ungeheure Netz der engliſchen Weltmacht
uſelkn/5 Tag und bei Nacht, bei klarem Weiter und im Sturm.
G8en, 7 Uhr des Abends fuhr Hohlander in die
Viktorig=
tatioſſ London ein, nun doch etwas müde, wenn auch einer
er wpgen, die aufrecht und ohne jede Hilfe das Schiff verlaſſen
und Udeen Zug nach der großen Stadt in ſo vollkommenem
zleichcwacht betreten hatten, als kehrten ſie von einem raſchen
(usfiü ar die Küſte zurück.
Hhiander legte ſich zeitig zu Bett, und ſchon ziemlich früh
m a run Morgen begab er ſich zu dieſem Miſter Parker. Er
elpoſhr ine Villa auf der Terraſſe von Hampſtead Heath, der
inzig ze Eichten Anhöhe, von der aus man einen umfaſſenderen
JebenFt auf das gewaltige Häuſermeer von London hat.
Gfrar dichter, es war echt Londoner Nebel, über den man
geißt ichimpft und ſchilt, und den Hohlander ſo ſehr liebte,
Lieſevfſeuel, der Straßen, Häuſer und Menſchen wie in Walts
üllteſr, die nüchternen, klaren und troſtloſen Linien und Ecken
Mtertwriſte, in dem man lautlos wie in einer verzauberten Welt
Lef, üman man überraſchend verſchwand und plötzlich wieder
ſckuſtaige ganz plötzlich, etwas Unerwartetes vor ſich, ein nie
erari/ ſehener Platz, ein fremdes Geſicht mit zwei ſpähenden
ſefuge y d mit einem flüchtigen Ausruf der Entſchuldigung
Mrenms am ſich wieder, taucht man wieder unter in dieſer
ver=
aubeiy Welt.
Aſymm und vorſichtig fuhr ſein Cab; alte Erinnerungen
kranatzrit Macht auf Hohlauder ein, er mußte ſich mit Gewalt
ehérinfen, um nicht halren zu laſſen, um nicht, allein wie früher
fü.hwieſen Nebel einzuoringen, durch dieſen Nebel hindur.h
itaſten Quartiere aufzuſuchen, ſie zu durchirren, ein
ein=
merß enie eigenen, alten Spuren verfolgender, ein ſentimen=
Müderer.
ſz rſtete ihn danach, das brauſende Hohelied Londons zu
ᛋriden Docks wurde es in Tauſenden von Melodien ge=
Tönen die reichſte, ſie rollt: heiß, dunkel und wild wie ein Strom
von vergoſſenem Blut, und die von dieſer Stimme geflüſterte
Ge=
ſchichte war mit Seliſamkeiten geſchwängerter als die tiefſte
Menſchennacht.
Welche Namen allein, was ſtak allein in dieſen Namen?
Whitechapel, Houndsditch, Black Lion Yard, Petticoat Lane,
die Pennyfields, die Weſt India Docks, Poplar, Whapping,
Shadwell, die Islc of Dogs, noch viele, biele andere mehr, und
jeder Name hatte ſeine Bedeutung, deckte eine immer wieder
andere Welt, und Hohlander kannte jede Bedeutung, hatte alle
dieſe Welten ſchon durchforſcht.
Schwer fiel es ihm, ſich zu beherrſchen, er dachte wieder an
ſeine eigenen Ziele, lag hiuter ihnen nicht auch
Geheimnis=
volles?
„Schneller! Schneller!” rief er nach rückwärts oben dem
Kutſcher zu, die Peitſche k:allte, und es war wirklich eine Flucht
vor der großen Lockung, in dieſe Welt einzudringen, in dies ihm
ſo vertraute, ihm heimliche Dichungl.
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Er traf den berühmten Tetektiben nicht an, er ſei in Cheſter,
dem kleinen Städichen im nörolichen England, in deſſen
Um=
gebung das Sanatorium des Reverend Laſprence lag — nun, um
ſo beſſer.
Dafür traſ er im Vorzimmer einen Follegen gewiſſermaßen,
den Miſter Cofſin, Amerikauer uno ebenfalls Detektib von
großem Ruf.
Beide verließen die Villa zuſammen, und bei der raſch
leb=
haft gewordenen Unterhaltung ergab es ſich, daß Coffin nicht
nur, als ehemaliger Student in Heidelberg und München,
ge=
läufig deutſch ſprach, ſondern ſelbſt ein aufmerkſamer Leſer der
von Hohlander herausgegebenen Pochenſchrift war.
Als ſie ſich trennten — es drängte Hohlander, nach dem
Schauplatz des Verbrechens bei Cheſter zu kommen — da waren
die beiden gute Bekannte geworden, und Coffin hatte ihm geſagt,
Hohlander möge ſich nötigenfalls nur an ihn wenden, er habe im
England noch lange zu tun, allerdings nicht dieſer in der Tat
ſehr rätſelhaften Sache in Cheſter wegen, ſondern um eines
Perlenkolliers habhaft zu werden, das in Bukareſt einer
eng=
liſchen Dame abhanden gekommen ſei; das Kollier befinde ſich
ſehr wahrſcheinlich jetzt hier in London, er ſtehe ſchon in
regel=
rechtem Unterhandlungen.
„Kennen Sie dieſe Geſchichte?” hatte ihn Coffin lachend
ge=
fragt, und Hohlander, guter Laune, hier jemanden gefunden zu
haben, der ihm vielleicht nützlich ſein konnte, hatte Coffin
ge=
beten, ihm die Geſchichte zu erzählen; nichts tut man lieber, als
eine gute Geſchichte erzählen.
„Well, do war alſo in Bukareſt beinn amerikaniſchen
Geſand=
ten großes Diner, die beſte Geſellſchaft war verſammelt, und die
engliſche Lady Blennerſcot, die weltbelannte „beauty”, in
größ=
ter Aufmachung, zu der auch das berühmte Perlenkollier gehört,
ſie haben es den Metternichs abgekauft, ein Rieſenkollier,
vier=
mal um den Hals herum, und in tiefer Kette über die Büſte
hängend.
Aus Dutzenden ſchön geſchmittener Augen ſchießen
bewun=
dernde Blicke auf den Schmuck, man bittet, ihn beſichtigen zu
dürfen, der Lakai bringt eine ſilberne Schüſſel, das Kollier
wan=
dert von Herr zu Dame.
Auf einmal wird es ſtockdunkel, man weiß nicht, warum, und
als es wieder hell iſt, ſteht die ſilberne Schüſſel einſam und leer
auf dem Tiſch..
Peinlichſtes Schweigen, mein Landsmann, alſo unſer
ame=
rikaniſcher Diplomat, hält ſich aber für einen Menſchenkenner,
und einen jeder Schwierigkeit gewachſenen Mann von Welt —
dieſer Beruf bringt ſolchen Glauben leicht mit ſich.
„Meine Herrſchaften”, ſagt er, „welch ein köſtlicher, welch ein
neckiſcher Scherz, haha! Und ich bin ſicher, daß nach einigen
Sekunden der Dunkelheit das Kollier wieder auf der Schüſſel
liegt.”
Und er ſelbſt dreht das Licht von neuem aus.
Höchſt erwartungsvolle, abſolut dunlle Stille, und als es
349 wieder hell wird, da iſt auch die ſilberne Schüſſel verſchwunden.."
(Fortſetzung folgt.)
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n ihrem Pasein ist die Gesundheit, die geistige und
süerperliche Leistungsfähigkeit. Bedenken Sie, daß jede
hrrer Leistungen Körper- und Nervenkraft erfordert und
L.6 jede Kraftquelle sich einmal erschöpft. Sie muß
1ann neuen, ausreichenden Zufluß erhalten und das kann
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