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Franffurt a. M. 1391
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iüuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſkattet.
Nummer 12
Eamstag, den 12. Januar 1929.
192. Jahrgang
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Darm=
ſädter und Natſonalbank.
Ginzelnummer 10 Pfennige
oincare vor der franzöſiſchen Kammer.
2 4 Anfturm der Radikalen gegen das
Kabinelt Poincate.
NsKückker Berſuch, Briand gegen Poincaré
aus=
zuſpielen.
EP. Paris, 11. Januar.
ör der franzöſiſchen Kammer hat Poincaré heute na.hmittng
19 f mrngekündigte große Riede gehalten. Er hat darin wieder
mScheua angeſchtagen, das bei allen ſeinen innerpolitiſchen
ſbwebungen der letzten Jahre das Leitmotiv war: die
For=
glbm g nach der Nationalen Einigkeit. Einem Ver=
0kuennen Gegenſatz zwiſchen Poincaré und Briand feſtzuſtellen,
ſni die beiden Miniſter ſchon vorher mit Geſchick entgegen=
Peum.
eile Sitzung war durch eine Rede des radikalen
Abgeord=
m BBerthod eröffnet worden. Dieſer nahm zunächſt mit
Ge=
munng davon Kenntnis, daß nach der eigenen Erklärung
Gcmres die Finanzlage nun wieder ſoweit ſaniert ſei, um
bei ein normales Parteileben zu geſtatten. Die Radikale
Bei, trete darum ohne Bedenken wieder in die Oppoſition
ſuk) da ſie die gegenwärtige Zuſammenſetzung der Regierung
üilligen könne, noch weniger aber den von der Regierung
ſiurmommenen Verſuch, die Laiengeſetzgebung zu durchbrechen.
Mwerſuche zwar, die Kongregationsfrage als harmlos
darzu=
ſteri in Wirtlichkeit wolle man aber eine Hintertür öffnen, um
1ſu und nach das ganze Gebäude, der Laiengeſetzzebung zu
K
ſirgraben. Augenblialich ſtünden wichtige
internatio=
ſſtelVerhandlungen bevor.
äel Nadikale Partei habe das größte Vertrauen in Briand,
*ſ er dieſe Unterhandlungen mit Geſchick führen werde.
ſer ſpringt Briand von ſeinem Sitz auf und unterbricht
77. Redner mit den Worten: „Ich geſtatte Ihnen nicht,
ſiag gegen den Miniſterpräſidenten auszuſpielen.
Poin=
ns und ich ſind in den Fragen, die Sie erwähnt haben,
anhaus einig.” Poincaré ſeinerſeits unterſtreicht dieſe
en ſicherung mit den Worten: „Es wird Ihnen auch ſchwer
Uen, irgendeine Uneinigkeit zwiſchen uns feſtzuſtellen.”
Berthod erwidert, es ſei ja möglich, daß der Außenminiſter
ſndarr Miniſterpräſident über die Reparations= und die
Schul=
a ge die gleiche Anſicht hätten, aber es ſei gewiß, daß ſie
da=
ſeium den Vertretern der Rechtsparteien in ihrem Kabinett
mnterſtützt würden. Er wolle auch ganz und gar nicht die
ſtbll kaniſche Ueberzeugung Poincarés bezweifeln. Erfrage
ſüober, wie Poincaré die Republik mit den
Nimern der Rechten verteidigen wolle. Das
Aaramm der Regierung ſei durchaus von der
ſyu en inſpiriert und enthalte nichts über die Löſung
ſoi ialen Aufgaben.
Dimcaré forderk weiter die nakiongle Einigkeit.
Pyeincaré ergriff darauf das Wort. Er drückte zunächſt ſeine
ſmnderung darüber aus, wieſo der Vorredner ſich zu dem
ſenurngsprogramm äußern könne, das er noch gar nicht kenne.
i babe der Regierung ſeinerzeit vor der Budgetberatung eine
ſonwviſoriſchen Kredit gewährt. Es frage ſich nun, ob dieſer
ſtit erneuert werde oder nicht. Die Regierung
be=
ſiſſee der Unterſtützung des ganzen Landes und
A8arlaments, um mit genügender Autorität
ſtöntereſſen Frankreichs bei den kommenden
handlungen über die Regelung der Reparations= und
ſestchuldenfragen verteidigen zu können. Darauf warf
enrré einen Rückblick auf die letzten zwei Regierungsjahre.
hpn ach von der Finanzkriſis und der Frankenſtabiliſierung;
Mſtei nur durch die Nationale Union möglich geweſen, und er
Rihnrrzeugt, daß keine Partei, die an dieſem Experiment
teil=
ſin, es ſeither bereut habe. Die Nationale Union habe die
lanſtabiliſierung gebracht und ſie ſei heute ebenſo nötig wie
ſch mei Jahren. Sie allein könne Frankreich eine günſtige
Lö=
ſie wer Reparationsfrage garantieren. Poincaré kommt auf
Echwongreß von Angers zu ſprechen. Er lehnte die
Verant=
ſcuurg für den Austritt der radikalen Miniſter ab. Im übrigen
ex nach deren Austritt vier anderen Radikalen die
freige=
uernen Portefeuilles angeboten, ohne Erfolg. Was
die Kongregalionsfrage
aunige, hätten Sarraut und Queuille, vor dem Kongreß
BAnvgers ihre Billigung zugeſichert. Die Kriſe ſei entſtanden,
Mem nigen jungen und ehrgeizigen radikalen Abgeordneten die
Kzr lang geworden wäre, was verſtändlich ſei (Heiterkeit auf
ehnechten) und ferner, weil man ſeiner Regierung vorwerfe,
Adex republikaniſch=demokratiſchen Union zu regieren. Es ſei
hawper nicht möglich, dieſe Partei zu vernachläfſigen, die ihn
heri treu unterſtützt habe. Poincaré verſucht darauf, Oberkirch
BBonnefous zu rechtfertigen, d. h. die beiden Miniſter, die
hM aginot von der Linken am meiſten angegriffen werden.
Mkhrch habe im berühmten Aufruf der elſäſſiſchen
national=
hüliſſchen Partei (worin die Abſchaffung der Laiengeſetzgebung
Kdart wird) mehr mit Rückſicht auf Elſaß=Lothringen geſpro=
Rols mit Rückſicht auf Innerfrankreich. Dieſe ſo gewundene
Reg.ung ruft bei der Linken einen Proteſtſturm, bei der
Rech=
hüg en donnernden Beifall hervor.
onncaré erklärt, die Regierung welle heute abend noch
üiſſ en, ob ſie das Vertrauen des Parlaments beſitze, wenn
nicht, ſo werde ſie gehen.
MRegierungskriſe im gegenwärtigen Augenblick werde nicht
Dei ernſte Folgen haben. Die Folgen würden aber gerade=
Mdürich werden, wenn die Kriſis ſich inmittem der Reparations=
Funk dlungen ereignen ſollte.
Man müſſe bedenken, daß alle Länder zu den
kommenden Verhandlungen mit einem feſt
um=
riſſenen Programm kämen. Auch Frankreich
müſſe ein ſolches aufſtellen und durchhalten,
was unmöglich werde, wenn die Regierung von
einer Kriſe erſchüttert würde Poincaré nimmt dann
das Parlament in Schutz, deſſen Souveränität als die
Vertre=
tung des Volkes ſeine Regierung ſtets reſpettieren werde. In
dem gegenwärtig vor Gericht anhängigen Finanzſtandal ſei kein
Parlamentarier und keine Partei kompromittiert. Die
Parla=
mentsgegner ſeien ſchlecht beraten, dieſe Skandale als
Sprung=
brett für ihre Angriffe zu wählen. Die Regierung ſei feſt
ent=
ſchloſſen, die La engeſetzgebung aufrecht zu erhalten. Sie werde
außerdem Maßnahmen zum Schutze des Sparkapitals vorſchlagen,
ferner für die Förderung der Landwirtſchaft, der
Sozialverſiche=
rungen, der Reorganiſation des Handelsflugweſens, und gedenke
auch ein Statut für das Funkweſen aufzuſtellen. Sie wolle die
Produktion in den Kolonien ſteigern, den Oberſten Wirtſchaftsrat
ausbauen und auf internationalem Gebiet den Kellogg=Pakt
rati=
fizieren. Sie werde außerdem verſuchen,
die Reparakionsfrage
in einem für Frankreich günſtigen Sinne zu löſen. Wenn
Frank=
reich nicht genügend Reparationen von Deutſchland erhalte,
würde es nicht möglich ſein, ſeinen Verpflichtungen gegenüber
Amerika und England nachzukommen. Die Reparationsfrage ſei
die wichtigſte außenpolitiſche Frage des gegenwärtigen
Augen=
blicks. Wenn ſie gelöſt werden könne, ſo würden dadurch
aller=
hand Reibungen zwiſchen den Ländern beſeitigt. Poincaré
ent=
wickelte dann ein längeres Expoſé über die Vorverhandlungen,
die zur Bildung des Sachverſtändigenkomitees geführt hätten. Er
möchte nochmals feſtſtellen, daß zwiſchen ihm und Briand
niemals Meinungsverſchiedenheiten weder in
der Sicherheitsfrage, noch in der
Reparations=
frage beſtanden hätten. Er hoffe, daß nach genauer
Prüfung die Sachverſtändigen anerkennen werden, daß die
fran=
zöſiſchen Forderungen, wie ſie von Briand in Genf und von ihm
ſellſt in ſeinen Reden umriſſen wurden, gemäßigt ſeien, daßdie
gegenwärtigen Dawesannuitäten der deutſchen
Zahlungsfähigkeit entſprächen, und daß der
Bericht des Zahlungsagenten Parker Gilbert
eine geeignete Grundlage für die endgültige
Regelung darſtelle.
Falls die Kommiſſion nicht zu einem der Gerechtigkeit
ent=
ſprechenden Ergebnis kommen werde, ſo werde Frankreich
am Dawesplan feſthalten und deſſen Erfüllung fordern, da
das Abkommen fortdauere, ſolange es nicht durch eine
an=
dere Regelung erſetzt werde. Wenn, wie er glaube, im
Gegenteil die Kommiſſion eine Löſung finden werde, die
ſowohl den Intereſſen der Gläubiger, als auch den
berech=
tigten Anſprüchen Deutſchlands genügten, ſo werde die
Stellung Frankreichs gegenüber ſeinen eigenen
Gläubiger=
ſtaaten bedeutend verbeſſert.
Die franzöſiſchen Schulden würden dann durch die Schuldner
Frankreichs garantiert. Dies würde dann vielleicht auch eine neue
Prüfung der Schuldenfrage ermöglichen. Es ſei jedoch genug,
wenn jeder Tag ſeine beſondere Plage habe. Fürden
Augen=
blick ſei das einzige zu löſende Problem das der
Reparationen. Dazu brauche die Regierung
aber das reſtloſe Vertrauen des Parlamentes.
Die Sitzung wurde dann auf 9 Uhr vertagt.
Obwohl Poincaré es nicht ausdrücklich bemerkt hat, glaubt
man, daß ſeine Rede abgeſchloſſen iſt, und daß nach 9 Uhr nur
die noch eingetragenen acht Redner das Wort ergreifen werden,
ſo daß eine Abſtimmung nicht vor morgens 2 bis 3 Uhr
ſtattfin=
den kann.
Geſchloſſene Fronk der Radikalen?
Nach Wiedereröffnung der Sitzung ergriff zunächſt der
elſäſ=
ſiſche Sozialiſt Grumbach das Wort. Er wandte ſich gegen
Poin=
caré und erklärte, er habe als Abgeordneter das Recht, jederzeit
über eine Frage zu intervenieren. Der Unterſtaatsſekretär
Ober=
kirch habe einen Aufruf unterzeichnet, in dem ſich die Unterzeichner
als endſchloſſene Gegner der Laiengeſetzgebung erklärten, und in
dem ſogar die nationale Kultur in Gegenſatz gebracht werde.
Wie könne der Mimiſterpräſident an eine Mehrheit appellieren,
deren Anhänger derartige Ideen umfaſſen? Darauf wurden ſechs
Tagesordnungen eingebracht, die von den Abg. Froſſard (Soz.),
Daladier (Rad.), Manau (Rad. Linke), Brunet (Unabh. Republ.
Soz.), Doriot (Komm.), Sybille (Rep. Linke) unterzeichnet ſind
Die Tagesordnung Sybille, die der Regierung das Vertrauen
ausſpricht und zur Tagesordnung übergehen will, wird
wahr=
ſcheinlich von Poincaré angenommen werden.
Der Radikale Daladier verteidigt ſeine Tagesordnung. Er ſei
überraſcht, daß die von Poincaré vorgetragenen außenpolitiſchen
Pläne den Ideen entſprächen, die von den heute angegriffenen
Nadikalen ſtets vertreten worden ſeien. Trotzdem werde ſeine
Partei der gegenwärtigen Regierung ihr Vertrauen nicht ſchenken.
Man erkläre, daß die Rad kalen geſpalten ſeien, aber heute träten
ſie geſchloſſen in den Kampf ein, denn ſie haben das Gefühl, daß
die politiſche Verſtimmung nur durch eine entſchloſſene Regierung
und eine zu ſozialem Fortſchritt bereite Mehrheit beſeitigt werden
könne.
*Die Außenpolitk
einer kommenden Labour=Regierung.
Eine Unterredung mit George Lansbury.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
G. P. London, im Januar.
Letzthin hatte ich Gelegenheit, einen Nachmittag in längerem
Geſträch mit Mr. George Lansbury zu verbringen, der
bekannt=
lich eines der angeſehenſten und älteſten Mitglieder der
Engli=
ſchen Arbeiterpartei und ihr wiederholter Sprecher in
außen=
politiſchen Fragen, iſt. Die Anſicht der Führer der Labourparty
über diejenigen außenpolitiſchen Probleme, denen England ſich
gegenüber geſtellt ſieht, iſt im Moment vom beſonderen Intereſſe,
da — in Anbetracht der bevorſtehenden Wahlen — eine zweite
Arbeiterregierung in England jedenfalls nicht außerhalb der
Wahrſcheinlichkeiten liegt. Ich fragte Mr. Lansbury zunächſt, wie
er zur Zeit die Wahlchancen von Labour einſchätze? Er
antwortete mir hierauf folgendes:
„Das Jahr 1928 iſt für die engliſche Arbeiterpartei ein
über=
aus günſtiges geweſen. Im Laufe dieſes Jahres iſt ein
bemer=
kenswerter Umſchwung der öffentlichen Meinung Englands vor
ſich gegangen. Ein augenfälliger Ruck nach links iſt erfolgt, und
unſere Partei hat ſehr ſtarken Zulauf erfahren. Faſt ſämtliche
Nachwahlen haben dieſe vor ſich gegangene Entwigklung deutlich
wiedergeſpiegelt. Im Reſultat ſind unſere Ausſichten bezügl. des
Ausgangs der kommenden Parlamentswahlen ſehr hoffnungsvoll
geworden. Wir rechnen mit einer, wenn auch geringen, ſo doch
ausgeſprochenen Majorität, und ich glaube ſicher, daß das Jahr
1929 wieder eine Labour=Regierung in England am Ruder ſehen
wird ..."
Nun wandte ſich das Geſpräch dem eigentlichen Thema zu,
d. h. der Frage, welche Folgen wohl eine evtl. neue
Arbeiter=
regierung auf die Entwicklung der politiſchen Beziehungen
zwiſchen England und Kontinental=Europa
haben würde? Mr. George Lansbury ging hierauf
bereit=
willig ein.
„Es verſteht ſich von ſelbſt”, ſagte er, „daß die Außenpolitik
einer neuen Arbeiterregierung von der Politik des gegenwärtigen
Kabinetts grundverſchieden ſein würde. Die Periode des Zögerns
und der Verwirrungen wird dann wohl ein Ende nehmen. Vor
allem wird eine kommende Arbeiteregierung ihr ganzes
Augen=
merk auf das Problem der Abrüſtung lenken und darum
beſorgt ſein, dieſes für den Weltfrieden wichtigſte Problem ſeiner
Verwirklichung näher zu bringen. Als praktiſchen Schritt
den=
ken wir dabei an ein Zurückgreifen auf die Prinzipien des Genfer
Protokolls, deſſen Verwerfung ſeitens Englands das Werk der
Abrüſtung in bedauerlichſter Weiſe aufgehalten hatte. . ."
„Wie verhält ſich die Arbeiterpartei”, fragte ich weiter, „zu
den ſogenannten Friedensverträgen? Sieht ſie ein, daß dieſe
inzwiſchen unhaltbar geworden ſind und finden die auf eine
Reviſionder Verträge gerichteten Beſtrebungen die
Sym=
pathien der engliſchen Arbeiterpartei?”
„Die engliſche Arbeiterpartei iſt ſelbſtverſtändlich gegenüber
den Mängeln der Friedensverträge oder, genauer geſagt,
gegen=
über dem Unheil, das ſie in Europa angerichtet haben, nicht
blind. Wo Unrecht angerichtet worden iſt, muß eines Tages das
Recht hergeſtellt werden. Die Satzungen des Völkerbundes bieten
eine einfache und klare Möglichkeit zur Reviſion der
undurchführ=
bar gewordenen Verträge. Im übrigen bröckelt ja mit jedem
Lahingehenden Jahre ganz von ſelbſt von den mißgeſtalteten
Gebilden der Friedensverträge Stück für Stück ab. Die auf eine
Reviſion der Verträge gerichteten Beſtrebungen der beſiegten
Staaten finden, ſofern ſie auf die Wiedergutmachung von
offen=
ſichtlichem Unrecht abzielen, die volle Sympathie der engliſchen
Arbeiterpartei ..
„Das Genfer Protokoll” warf ich hier ein, „zu dem
die engliſche Arbeiterpartei zurückzukehren beabſichtigt, enthält
in manchen Teilen Satzungen, welche mehr oder weniger deutlich
auf eine Feſtnagelung der durch die Friedensverträge geſchaffenen
europäiſchen Ordnung hinzielen. Wie, denken Sie, wird es einer
zukünftigen Arbeiterregierung möglich ſein, einerſeits am Genfer
Protokoll feſtzuhalten und andererſeits eine Reviſion der
Frie=
densverträge zu befürworten?"
„Ihre Frage iſt berechtigt” meinte hierauf Mr. Lansbury,
„doch in Beantwortung möchte ich betonen, daß die Führer der
engliſchen Arbeiterpartei ſtets, wenn ſie des Genfer Protokolls
gedenken und von einem Zurückgreifen zu den in dieſem
Doku=
ment niedergelegten Prinzipien ſrrechen — damit ſelbſtverſtändlich
nie den ganzen Vertrag in Bauſch und Bogen und ohne
Ver=
änderungen mancher ſeiner Beſtimmungen empfohlen ſehen
wollen. Vom Genfer Protokoll ſprechend, meinen wir vor allem
die in ſeiner fakultativen Klauſel enthaltenen
Beſtim=
mungen, die ſich mit den Problemen der Abrüſtung und
Arbit=
trage befaſſen. Die Beſtimmungen der obligatoriſchen
Schieds=
gerichtsbarkeit und des Satzes, daß jener Staat als Angreifer
zu betrachten iſt, der die Anrufung eines Schiedsgerichtes
ver=
weigert, ſind es, die uns am Genfer Protokoll in erſter Linie
weltpolitiſch als beachtenswert erſcheinen. Diejenigen
Beſtim=
mungen des Protokolls hingegen, welche als eine Feſtnagelung
des Nachkrieges status guo ausgelegt werden könnten, haben wir
ſtets nur ſo betrachtet, daß ſie der damaligen Lage, d. h. damals,
als das Protokoll verfaßt wurde, Rechnung trugen, und daß
ihnen in keiner Weiſe ewige Dauer und Allgemeingeltung
zuge=
ſprochen werden ſollte.”
„Wie verhält ſich”, fragte ich zum Schluß, „die engliſche
Ar=
beiterpartei zur Frage des „Zuſammenarbeitens der
bürgerlichen Welt mit dem Sowjetſtaate? Sind
die Führer der Arbeiterpartei ernſtlich der Anſicht, daß Rußland
unter dem gegenwärtigen Reaime in der Lage wäre, dem
eng=
liſchen Handel und dem Welthandel Abſatzmärkte zu eröffnen,
d. h. ihm überhaupt Erleichterungen und
Ausbreitungsmöglich=
keiten zu verſchaffen?"
„Ich bin in den letzten Jahren”, entgegnete Mr. Lansbury,
„zweimal in Sowjetrußland geweſen. Einmal 1921, als noch
Lenin am Leben war, und das andere Mal 1925, als bereits
Seite 2
Stalin in Moskau die Macht ausübte. Ich habe mit beiden
aus=
führlich im Verlaufe vieler Stunden geſprochen. Und das
Reſul=
tat meiner Unterhaltungen mit den bolſchewiſtiſchen
Staats=
männern und meiner ruſſiſchen Beobachtungen überhaupt iſt die
Ueberzeugung, daß der Wall, der zur Zeit noch immer Rußland
von der übrigen Welt trennt, ſo raſch wie möglich fallen muß.
Wir ſind voneinander iſoliert. Ich will nicht ſagen, daß die
ſo=
genannte „bürgerliche”. Welt daran die alleinige Schuld trage,
Zu einem großen Teil iſolieren ſich die Sowjetruſſen ſelbſt von
der übrigen Welt. In vieler Hinſicht ſind ſie verblendete Narren
(damned fools) und handeln wie ſolche. Verbohrt iſt z. B. ihre
Anſicht, daß es ihnen gelungen wäre, in Rußland einen
kommu=
niſtiſchen Staat zu errichten. Das iſt eine Illuſion. Es
be=
ſteht heute kein Kommunismus in Rußland. Es
beſteht eine moskauiſche Art von Staatsſozialismus. Das iſt
alles. Verbohrt iſt ferner das Beſtreben der Moskowiter, eine
derartig unvollkommene Geſellſchaftsordnung anderen Ländern
aufzuoktroieren. Ich meine das Beſtehen der 3. Internationale
in Moskau und die bolſchewiſtiſche Weltpropaganda, die dieſe
Inſtitution dauernd betreibt. Ich hielt in meinen Geſprächen mit
Lenin und Stalin beiden dieſe Wahrheiten aufrichtig vor. Lenin
hatte die Gewohnheit, zu Dingen, die ihm nicht paßten, zu
ſchwei=
gen und zu lächeln. Stalin verteidigte ſich mit Eifer und
Nach=
druck. Doch ſelbſtverſtändlich vermochte er nichts Stichhaltiges
zu ſagen. Auf meinen Hinweis betr, der propagandiſtiſchen
Tätigkeit der 3. Internationale, konnte er nur antworten, daß
die Sowjetregierung die 3. Internationale ſehr gerne aus
Ruß=
land heraus und in einem anderen Lande, beiſpielsweiſe in der
Schweiz, etabliert ſehen würde; es wolle nur bedauerlicher Weiſe
kein einziges Land ihr Gaſtfreundſchaft gewähren . . Ich glaube,
wenn Lenin länger gelebt hätte, ſo hätte er zum zweiten Male
eine „neue ökonomiſche Politik” deklariert — einen zweiten
„N. E. P.”, der weſentlich weitgehender als der erſte geweſen
wäre. Doch es ſcheint mir, auch Stalin ſieht im Grunde die
Un=
haltbarkeit der gegenwärtigen Situation ein und er dürfte ſich in
Zukunft, unter gewiſſen Umſtänden, bereit finden, dem in der
Welt vorherrſchenden Wirtſchaftsprinzip weitere Zugeſtändniſſe
zu machen. An uns iſt es, ihm dieſes Einlenken zu erleichtern.
Rußlands Warenhunger iſt enorm. Es iſt ein faſt unbegrenzt
aufnahmefähiger Abſatzmarkt für ausländiſche Waren. Wir von
der Arbeiterpartei ſind daher ehrlich überzeugt, daß eine
Wieder=
aufnahme der diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen England und
Sowjetrußland dem engliſchen Außenhandel und dem Handel
der ganzen Welt nur von Nutzen ſein wird . . .
Die neue Gewalt in Südflawien.
Die Pläne der neuen Regierung.
Aus Regierungskreiſen erfahren wir über die Abſichten der
neuen Regierung u. a., daß die Regierung beabſichtige, vor allem
die innerpolitiſche Lage zu konſolidieren, die wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe zu verbeſſern und einen einheitlichen nationalen Geiſt
im Lande zu ſchaffen. Dieſem Zweck ſollen auch die bisher
ge=
ſchaffenen und noch zu ſchaffenden Geſetze dienen. Wann dieſer
Zweck erreicht ſein würde, könnte man heute noch nicht
voraus=
ſagen. Es ſei möglich, daß es ſich um Monate handele, es könne
ſich aber auch um Jahre handeln.
Wenn die vollkommene innere Konſolidierung erreicht ſein
werde, werde man an die Aufrichtung eines wahrhaft
demokra=
tiſchen Staates ſchreiten können. Es wurde unſerem
Korreſpon=
denten mit beſonderem Nachdruck betont, daß die neue Regierung
alle ihre Kräfte daranſetzen werde, um die Beziehungen zu den
Nachbarſtaaten, vor allem zu Italien, Ungarn und Bulgarien, die
bisher viel zu wünſchen übrig ließen, vollkommen zu
normali=
ſieren und herzlich zu geſtalten. Dieſes Ziel könne die Regierung
jetzt um ſo leichter erreichen, weil ſie nicht mehr unter der
chauvi=
niſtiſchen Demagogie ſtehe, die bisher auf die jeweilige Regierung
ausgeübt wurde, wenn ſie ſich ihren Nachbarn nähern wollte.
Ungarn und Polen. — Gegenſeitige
Ordens=
verleihungen.
Reichsverweſer Horthy empfing geſtern den Sohn des
Prä=
ſidenten der polniſchen Republik, Michael Moſcicki, der ihm im
Auftrage des Präſidenten der polniſchen Republik die Inſignien
des „Weißen Adlerordens” überreichte. Nachmittags gab der
Reichsverweſer ein Eſſen zu Ehren des Gaſtes. — Wie aus
War=
ſchau gemeldet wird, überreichte geſtern gleichfalls der dortige
ungariſche Geſandte dem Präſidenten der polniſchen Republik,
Jgnaz Moſcicki, in Anweſenheit des Außenminiſters Zaleſki das
Großkreuz des Ungariſchen Verdienſtkreuzes.
Samstag, den 12. Januar 1929
Vom Tage.
Der Herr Reichspräſident empfing geſtern den
deut=
ſchen Botſchafter in Paris, Dr. von Hoeſch.
Prof. Schücking hat die Berufung in den Juriſten=
Dreierausſchuß angenommen, den der Völkerbundsrat in
ſeiner Luganotagung für die Kodifizierung des
Inter=
nationalen Rechts gebildet hat und dem außer Prof. Schücking
noch Prof. Diena=Italien und Guerrero=Salvador angehören.
In der Umgebung von Wien herrſcht anhaltendes
Froſtwetter bei 22 Grad Kälte.
Am 15. Januar wird der Auswärtige Ausſchuß des polniſchen
Landtages eine Sitzung abhalten, in der Zaleſki eine Rede über
die außenpolitiſche Lage Polens halten wird. Wie in
politiſchen Kreiſen verlautet, wird ſich Zaleſki bei dieſer Gelegenheit mit
den deutſch=polniſchen Beziehungen befaſſen.
Der rumäniſche Finanzminiſter Popovici reiſt nach
Paris, um den Vertrag über die Stabiliſierungsanleihe zu
unter=
zeichnen.
Nach ſeiner Rückkehr beabſichtigt der italieniſche
Unter=
ſtaatsſekretär der Luftſchiffahrt, Balbo, perſönlich
als Pilot an einem neuen italieniſchen
Transozean=
flug von Rom nach New York mitzuwirken, der in aller Stille
vorbereitet wird, um im Laufe des Sommers ausgeführt zu werden.
Der jugoſlawiſche Geſandte in Berlin,
Balugd=
ſchitſch, wurde nach Belgrad berufen. Man hält es für
möglich, daß die Berufung mit der Frage der Nachfolgeſchaft des
Außen=
miniſters Marinkowitſch in Zuſammenhang ſteht.
Die Forderungen Würkkembergs an das Reich.
Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat Württemberg nicht
nur, wie vor kurzem mitgeteilt, gegen das Reich eine Klage beim
Staatsgerichtshof wegen der Poſtabfindung erhoben, ſondern auch wegen
der Eiſenbahnabfindung In dem Staaisvertrag von 1920 zwiſchen dem
Reich und Württcmberg wvegen U=bergangs der württembergiſchen
Staatseiſenbahnen auf das Reich war eine gemeinſame Schätzung des
Wertes der Eiſenbahnen in Höhe von 1 171 668 749 Mk. ermittelt
wor=
den. Bei einem Zinsſatz von 41/ Prozent ergab ſich ein jährlicher
Zinsbetrag von 52 725 094 Mk. Dieſer Zinsbetrag iſt bis zum dritten
Vierteljahr 1923 zum Nennbetrage der alten Währung bezahlt worden.
Seitdem iſt die Zohlung eingeſtellt. Wegen Wiederaufnahme der
Zins=
zohlungen ſind die Eiſenbahnländer wiederholt an das Reich
herange=
treten. Ende 1928 ergab ſich die Gefahr, daß ſich gegenüber den im
Jahre 1924 fällig gewordenen Zinſen die Verjährung vollendet hätte.
Da auf verſchedene Anfragen Württembergs, ob das Reich die
Ver=
jährungseinrede wirklich, erheben wolle, keine Antwort einkam, hat ſich
das württembergiſche Fininzminiſterium zur Klage entſchloſſen. Die
Klage Württembergs, die rein vorſorglich iſt zur Unterbrechung der
Verjährung, beſchränkt ſich auf die 1924 fällig gewordene Zinsſumme,
aber nicht auf den vollen Betrag, ſondern nur auf eine Aufwertung
bzw. einen Werlerſatz von zwei Dritteln, gleich 66”), Prozent, ſomit
eine Sunme von 35 160 962 Goldmark. Die Hauptſumme wird vorerſt
nict verlangt. Endlich, am 28. Dezember 1928, kam dann vom Reich
die Mitteilung, daß es hinſichtlich der Eiſenbahnabfindungszinſen auf
die Verjährungseinrede verzichten wolle. Dieſe Antwort kam zu ſpät,
die Klage war eingereicht, und das Verfahren wird ſeinen Fortgang
nebmen. Hinſichtlich beider Forderungen ſteht die württembergiſche
Regierung auf dem Standpunkt, daß die Finanzlage des Reiches den
Leiſtungen des Reiches in der urſprünglich gewollten Form nicht
ent=
gegenſtehe. Das Land Württemberg befindet ſich infolge der
Vorent=
haltung dieſer Vergüitungen genau ſo wie das Reich in einer widrigen
Finanzlage. Die ſchlechte F’nauzlage des Reiches hat zudem ſchon 1920
bei AbſlAuß der Stantsterträge beſtanden. Außerdem hat ſich das Reich
die Subſtanz der abgetretenen Werte ungeſchmälert erhalten.
Weitere Zunahme der Arbeitsloſigkeil.
Die Zunahme der unterſtützten Arbeitsloſen hat ſich auch in
der zweiten Hälfte des Monats Dezember fortgeſetzt; die weitere
Steigerung iſt zu einem großen Teil auf die kalte Witterung, im
übrigen auf konjunkturelle Einflüſſe zurückzuführen. In der
Ar=
beitsloſenverſicherung betrug die Zunahme der
Hauptunterſtütz=
ungsempfänger im der Berichtszeit 31 v. H. gegenüber 26,2 v. H.
in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember und 27,9 v. H. in der Zeit
vom 16. bis 30. November. Die Zahl der
Hauptunterſtützungs=
empfänger ſtieg von rund 1 300 000 auf 1702 000, d. i. um 402000.
Von dem Zuwachs entfallen auf die männlichen
Hauptunter=
ſtützungsempfänger 356 000 (Zunahme 34,5 v. H.), auf die Frauen
46 000 (Zunahme 17.4 v. H.). Am 31. Dezember 1927 wurden in
der Arbeitsloſenverſicherung rund 1 188 000
Hauptunterſtützungs=
empfänger gezählt. Die diesjährige Zahl überſteigt
ſomit die des Vorjahres um 514 000 oder um
43 v. H. Die Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger in der
Kriſenunterſtützung ſtieg in der Berichtswoche von rund 116 800
auf 127:400, d. i. um 10600 oder um 9 v. H. Von dem Zuwachs
entfallen auf die Männer 8600, auf die Frauen 1900.
Verhält=
nismäßig iſt die Zunahme bei den männlichen und weiblichen
Hauptunterſtützungsempfängern faſt gleich.
der Eint für L94s.
Hilferdings Berlegenheitsprogramm.
* Berlin, 11. Jan. (Priv.=2/
Am kommenden Montag will der Reichsfinanzminiſſ
Kabinett ſeine neuen Steuerpläne vertreten. Was man
von ſeinem Steuerbukett vernommen hat, beſtätigt den Ein
daß er ſich zu einer einheitlichen Reorganiſation nicht entſcs”
hat, ſondern vor allem aus politiſchen Gründen — wel.0
Gebundenheit den Sozialdemokraten gegenüber — mit
Ve=
heitsmitteln arbeitet und den Steuerbedarf durch eine Rei.0y
kleinen Maßnahmen zuſammentratzen will. Auf der einen
will er an den einzelnen Reſſortetats, beſonders beim Wehe=
Innenminiſterium, abſtreichen, auf der anderen Seite will.A
einzelnen Steuern die Schraube etwas anziehen durch
höhung der Bierſteuer um 100 Millionen, aru
Spiritusmonopol die gleiche Menge. Den Reſt will er durn
höhung der Abgaben der Poſt an das Reich, durch Ausdsy z
der Erbſchaftsſteuer auf das Gattenerbe und die Vermögen:9
erzielen. Ueber Einzelheiten zu ſprechen hat noch keinen 4b
bis die Vorlagen im Kabinett geweſen ſind, wo ſich nochug
cherlei Aenderungen einſtellen können. Das Entſcheideme(
daß vorerſt noch nicht zu ſehen iſt, wie Herr Hilferding
po/=
ſeinen Plan überhaupt anpacken will. Für die Bayern ij
Erhöhung der Bierſteuer — zum mindeſten in dieſer Höhe „
tragbar und damit wohl auch für das Zentrum, das die 751
nach Bayern nicht wird, abreißen laſſen wollen, das auffmn
die Erbſchaftsſteuer ablehnt. Für die Erhöhung der Vermuyyt
ſteuer werden ſich in dem kapitalarmen Deutſchland weSibe
Volkspartei noch die Demokraten erwärmen können. Wirxſto
vorläufig noch nicht einmal ein, wie ſich Herr Hilferding iu/
binett durchſetzen will. Selbſt wenn dort aber eine Formlit
funden wird, oder das Kabinett dem Finanzminiſter die Znd
wortung aufhalſt, werden im Reichsrat, der ſich mit Händen
Füßen gegen eine Beſchneidung der Einnahmen der Länd, fi
ſetzen wird, die Widerſtände beginnen, die wahrſcheinlich miis
Ablehnung der Vorlage verbunden wären, ſo daß alſo daup
binett eine Doppelvorlage im Reichstag einbringen müß; eit
dann der eigentliche Kampf erſt einſetzt.
ſt0
Der Gedanke an wechſelnde Mehrheiten iſt eine Sp ug
da doch die Deutſchnationalen ſelbſtverſtändlich einer Reganl”
die Verantwortung für unpopuläre Steuern nicht abmt
werden. Nur die Parteien, die die Regierung tragen, kommſ
die Mehrheitsbildung in Frage, und das, ſcheint uns a
Grundlage der Hilferdingſchen Steuerpläne vorderhand u
ſchloſſen, beſonders weil die Erhöhung der Bier= und Bu/9
wein=Abgabe unter den Rahmen des Wohlſtandsanzeiger:0e
dem Dawesplan fällt, alſo eine Erhöhung unſerer Reparc/:
laſten nach ſich ziehen würde. Es ſpukt daher auch wiedrWi
Gedanke einer Erhöhung der Umſatzſteuer von ¼ auf 1P4
Die Hoffnungen auf eine Verbilligung der Preiſe, die ſei-t
an die Herabſetzung dieſer Steuer geknüpft wurden, hab /00
nicht erfüllt. Vielmehr iſt der geſamte Gewinn beim Zwiſchen./”
hängen geblieben, der Konſument hat keine Erleichterung Sl
und das Reich iſt um mehrere Hundert Millionen Einnahmml!
bracht worden. Die Steuererhöhung würde natürlich eine „
erhöhung mit ſich bringen, weshalb, die Sache nicht ganz
wei=
denklich iſt, die außerdem gegen die ſozialdemokratiſchen SF
ſätze verſtößt. Herr Hilferding rennt ſich alſo überall fe77 m
es zeigt ſich immer wieder und immer mehr, daß er nics 0
ſtarke Mann iſt, den wir im Finanzminiſterium brauchen.
durch werden auch die Abſichten des Kanzlers auf Befeſui“
ſeines Kabinetts erheblich erſchwert und ſeine Ausſichtem f
bei dieſem Steuerprogramm ſeines Parteifreundes Hilfevſ
ſehr gering.
Die Gegenreformen in Afghaniſtan.
EP. New Delhi, 11. Jaruk
Die anti=moderniſtiſche Bewegung in Afghaniſtan
iſſha=
dem erzwungenen Einlenken des Königs Amanullah, wer aum
vollem Fluß. Zur Nachprüfung und zur Abänderung der ſun
dem neu eingerichteten Parlament und dem Rat der Prov
Mie=
vertreter erlaſſenen Geſetze wird ein Rat von 50 Notabeln,
ſam=
lichen uſw. eingeſetzt. Der Rat hat die Aufgabe, die Geſe=/Kd
allem mit den Vorſchriften des Koran in Uebereinſtimmaglnm
bringen. Nachdem König Amanullah in einer Proklamatim ſt4
Rückzug von ſeinen weitausholenden Reformbeſtrebungen
M=
treten hat, ſind bereits jetzt eine große Anzahl von Refit
hinfällig geworden, u. a die Aufhebung des Schleiertn)
der Frauen, die zwangsweiſe Aushebung der Truppen, dasifff
gen europäiſcher Kleider uſw.
Friedrich v. Schlegel und die Gegenwark
Zu ſeinem 100. Todestag (F 12. Januar 1829).
Von Dr. Philipp Krämer.
* Die Familie der Schlegel gibt den Vererbungsdogmatikern
beſten Stoff, und den Generationstheorelikern große Rätſel auf Der
Hoſprediger Martin Schlegel zu Dresden hinterließ ſieben Söhne,
vier Töchter, einundſechzig Enkel, ſechsundachtzig Urenkel und
dreizehn Ururenkel. Unter ihnen ſind fünf namhafte Dichter und
Schriftſteller und eine Reihe der Begabung nach weit den
Durch=
ſchnitt überragende Menſchen.
Der Dramatiker Johann Elias Schlegel, der 1749 erſt
dreißig=
jährig ſtarb, trat als Erſter für Shakeſpeare ein. Deſſen Bruder,
Johann Adolf, gefeierter Kanzelredner und religiöſer Lyriker in
Hannover, iſt der Vater des Brüderpaares, das den Namen der
Familie zur Weltberühmtheit führte: Auguſt Wilhelm (1767 bis
1845), Dichter, Kritiker, der Freund der Stael, machte durch ſeine
unerhört kühne Shakeſpeareüberſetzung dieſen zu einem deutſchen
Ereignis. Friedrich (1772—1829) Philoſoph, Aeſthetiker,
Literar=
hiſtoriker, Sanskritiſt, Romanſchriftſteller, findet die erlöſenden
Formeln eines ganzen Zeitalters: der Romantik.
Wer die literariſchen Erörterungen der Gegenwart kennt, weiß,
daß kein Problem heute lebhafter diskutiert wird, als das des
Weſenskerns der Romantik und ihres antithetiſchen Widerſpiels,
der Klaſſik. Die außerordentliche Gegenwartsnähe der
romanti=
ſchen Probleme iſt wiedererkannt worden, als der
Expreſſionis=
mus als ein Spätling der Romantik entlarvt war. Selbſt in
Frankreich und England liegt dasſelbe Problem vor, in
Frank=
reich wurde das verfloſſene Jahr zu einem Jubiläumsjahr der
Romantik, ihre Beziehungen zur Gegenwart aufgedeckt. Es iſt
nicht wahr, daß wir nur ein techniſches Zeitalter ſind, die Technik
ſelbſt hat ſtarke romantiſche Elemente. Peterſen, Fritz Strich,
Klemperer haben uns das Weſen der Romantik über Haym und
Walzel hinaus neu ſehen gelehrt.
In Friedrich Schlegel ſpielt ſich ein innerer Kampf ab, der
ein urdeutſches Ereignis iſt. Der junge Friedrich kommt vom
Humanismus, vom Hellenentum. Hemſterhuis war darin ſein
Lchrer. Seine Aufſätze in der „Berliniſchen Monatsſchrift” im
„Neuen teutſchen Merkur” zeigen ſeine Griechenbegeiſterung. 1789
ſchreibt er eine „Geſchichte der Poeſie der Griechen und Römer”
Die Beſchäftigung mit der Antike hat in der deutſchen
GBeiſtes=
geſchichte immer wieder zu ſchöpferiſchen Zuſammenſtößen
ge=
führt. Künſtleriſch zeigen ſich die Einwirkungen in ſtrengerer
Formgebundenheit, in einer Feſſelung und Bändigung des
uni=
verſaliſtiſchen Drangs. Dieſe Rolle der Bändigung geht zeitweilig
an Frankreich über „Aber immer wieder bricht dann — und
das iſt die Geburtsſtunde aller romantiſchen Bewegungen in
Deutſchland, mögen ſie nun Symbolismus oder Expreſſionismus
heißen — die gotiſche Erbmaſſe durch. Romantik iſt das
Ent=
grenzende, Schweifende, Allumfaſſende. Und dies war in
beſon=
derer Weiſe der ſymboliſche Gehalt von Friedrich Schlegels Leben:
in ihm brach die gotiſche Erbmaſſe wieder mit neuer Gewalt durch.
Zunächſt bietet er das Bild eines vollkommenen Chaotikers.
Fichte wird das philoſophiſche Ereignis ſeiner Jugend. Für
Fichte wurde der Menſch wieder Mittelpunkt des Univerſums,
Geiſt und Natur wurden identiſch. In dem ſinnlich empfindenden
Friedrich von Schlegel.
Künſtler Friedrich Schlegel entzündeten dieſe Gedanken einen
ungeheuren Rauſch des Ichbewußtſeins. Kaum hatte er, wie
eine erſte Vorwegnahme des Kommenden, in ſeiner Beſprechung
von Schillers Muſenalmanach mit dieſem Klaſſiker, der auch
ge=
legentlich romantiſch ſein wollte, gebrochen, da lernte er Fichte
kennen, den Feind der Renaiſſance und der Antike.
Der kleine Roman „Lucinde” ſpiegelt das Chaos, in das
Friedrich zunächſt geriet. Und von hier aus erhellt, ſeine
er=
ſchütternde Gegenwartsnähe. Greift men zu ſeinen Briefen aus
dieſer Zeit, lieſt man die „Lucinde”, lieſt man Schleiermachers
„Briefe über die Lucinde”, lieſt man in anderen zeitgenöſſiſchen
Dokumenten die unerhörte Wirkung, die dieſes Buch machte, ſo
ſtellt man als erſtes die moderne „Verwirrung der Gefühle”, die
„Verwirrung der Geſchlechter” das Problem der
Kameradſchafts=
ehe ſeſt, die bei Schlegel die „Ehe à quatre” iſt, von der er ſagt:
„Es läßt ſich nicht abſehen, was man gegen die Ehe 4 a4
Gründliches einwenden könnte.”
In einer Zeit, in der der Freundſchaftskult ſeine üp-d
Blüten getrieben hatte, war eine allgemeine Zerrüttung der!
eingetreten. Die Ehe war zu einem neugefühlten Proble‟
worden. Die Lebensgeſchichte der meiſten Romantiker iſt gen
zeichnet durch Cheſchließungen und Scheidungen. Die ſ=chal
Geiſter der Zeit ſtehen im Bann von geiſtvollen Fraue-,O)
älter ſind als ſie ſelber und in denen ſie ſich beſpiegeln. Al
Frauen waren durchaus nicht frivol. Karoline Michgell 1Ne
elf Jahre älter als Schelling, Dorothea Veit neun Jahrecetn
als Friedrich Schlegel, Rahel dreizehn Jahre älter alsVarn.7NN
Johanna Motherby, die Geliebte Humboldts und Arnd
Jahre älter als ihr letzter Gatte. Schleiermacher ſchreibt eäFitiſ
„Wenn ich alle meine Bekannten in der Nähe und in der ſEud
betrachte, ſo tut mir das Herz wehe darüber, wie wenig gluſſel
Chen es unter ihnen gibt.” An einer anderen Stelle ſcieeln
„Nichts iſt jetzt allgemeiner als traurige Eheverhältniſſe.” an
Man kann ſich denken, wie Schlegels „Lucinde” wirken. 0004
in einer Zeit, da Pauline Wieſel die Geliebte von Gens!
geiſtreichen Publiziſten, von Brinkmann, dem Diplomater /A
Louis Ferdinand war. „Lucinde” lief Sturm gegen die Ver!
heiten der Konventior Sehe, die nur ein „Nebeneinanderlek!“
Wechſelverachtung” ſei. Sie brachte ein neues Körpergefük"
Klaus Mann neuerdings als das gemeinſame Merkmer”
gegenwärtigen Jugend aller Schattierungen hingeſtellt hat. "
und Religion miſchen ſich in dieſem Buch bis zur Frivolitt”.
zur Deckungsgleichheit. Die Liebenden vergöttern ſich, ſE
einander das Univerſum. Reue und Scham ſind keine Hemu‟.
gefühle mehr. Die wahrhaſt Liebenden ſind unſozial, ſie bre"
den Müßiggang als Lebensprinzip. In der Lucinde ſteckt 1
eigenes Erleben. Kein Buch iſt ſo ſehr angegriffen, ſo 10.
ſchaftlich abgelehnt worden. Aber es wurde ebenſoſehr vere.
„Dies war das chaotiſche Erleben des jungen FrT.
Schlegel. Es mußte zu einer inneren Kataſtrophe führen. 4"
folgerichtig in der Entwicklung mußte dann das Ereignt?
treten, das Friedrichs weiteres Leben beſtimmte. Er erkann, nit
Gegenpol, der im Gegenſatz zu ſeinem eigenen, ruhte: w
Chriſtentum. Friedrich wurde katholiſch.
In dem Katholiken Franz von Baader fand das Pr!
der romantiſchen Ehe ſeine tiefſte Löſung. Er hat das
über Religion und Erotik geſagt. Er hat den ſittlichen
der Ehe als Ausgleich der Spannung zwiſchen Erott!
Religion wieder erkannt und damit der Ehe ein neues
gegeben. Wenn der heutige Tag uns daran erinnert, da f au
hundert Jahre verfloſſen ſind, ſeit Friedrich Schlegel in Dran
ſtarb, ſo möge er uns zeigen, wie wir in einem ſittlichen
problem der Gegenwart die Verwandtſchaft in einer verganigre,
Periode finden und wie geſchichtliche Betrachtungen zu deit
ſungen dei Gegenwart beitragen können.
lurnmer 12
Somstag, den 12. Januar 1929
Seite 3
Polens Ankwork an Rußland.
Küle Ablehrung, aber Einwände. — Polen glaubi
nächk an die Aufrichtigkeit der Sowielunion.
EP. Warſchau, 11. Januar.
t” geſtern in Moskau überreichte polniſche Antwort auf den
Vyhlag Litwinows, den Kelloggpalt im Verhältnis Rußlands
zuſßmen weſtlichen Nachbarn unverzüglich in Kraft zu ſetzen,
enſüngot durchaus den allgemeinen Erwartungen, da Zaleſki,
deiſe ſoen letzten Tagen längere Beratungen mit Maſchall
Pil=
ſu)tgund dem in Warſchau eingetroffenen Geſandten in
Mos=
kaym ettek, gepflogen hat, die Anregung Rußlands zwar
böſeü ßt und für annehmbar erklärte, aber im
eiſſrellnen zu viele Einwendungen erhob, ſo daß
mſtſi nem längeren Notenwechſel gerechnet werden
nl der Note heißt es: Herr Volkskommiſſar! In der Note
volln. Dezember 1928 haben Sie der polniſchen Regierung
einhe Aorſchlag der Regierung der Union der Sozialiſtiſchen
Sceityepubliken mitgeteilt, den Kellogg=Pakt vom 27. Auguſt
19Beſa dem in Art. 3 dieſes Paktes vorgeſehenen Termin auf
Grſtzu geines polniſch=ſowjetiſtiſchen Protokolls, deſſen Entwurf
Siche Note beigefügt haben, in Kraft zu ſetzen. Die polniſche
Retztyraig iſt grundſätzlich bereit, den Vorſchlag anzunehmen,
muyyſioo aber die Möglichkeiten vorbehalten, ihrerſeits der
Re=
gieglag der Sowjetunion die Modifikationen vorzuſchlagen, die
beitt/ PPrüfung als unumgänglich erſcheinen werden. Des
wei=
teriſeinäöchte die polniſche Negierung bemerken, daß Art. 3 des
KehllgPPaktes, in dem es heißt: „Dieſer Vertrag wird von den
un ſ/ Einleitung bezcichneten hohen Kontrahenten gemäß den
Beßſſinrungen ihrer Verfaſſungen ratifiziert und wird für ihre
gegwiettigen Beziehungen mit der Niederlegung der
Rati=
ſikeſptz urkunden in Waſhington Rechtsgültigkeit erhalten”, allen
tarmächten die Pflicht der ſolidariſchen
Ratiſikations=
ſzur, von der das Inkrafttreten des Paktes abhängig iſt,
auf=
erlitk Die polniſche Regierung, die zu den urſprünglichen
Signa=
farumhuen gehört und an den Text des oben erwähnten Artikels 3
gebrwmar iſt, muß ſich zuerſt mit den Initiativ= und
urſprüng=
lichle=Ei ignatarmächten in Verbindung ſetzen, um ſich mit ihnen
rn, nich übokri Frage der veränderten Art des Inkrafttretens des
Pak=
tragen esi miriß ihrem Vorſchlage zu verſtändigen.
hrigens muß die polniſche Regierung, obwohl ſie die
Hoff=
vor
tuhch at, daß die im Art. 3 vorgeſehene Ratifikation bald er=
r Bier=mblghi wird, die Aufmerkſamkeit der Regierung der Sowjetunion
ſtandsanppautt denken, daß bis jetzt noch kein einziger Staat, der zu den
unſerer Yerſt/ (Signatarmächten gehört — die Initiatoren des Paktes
aher auc nit niegriffen — den Pakt ratifiziert hat. Es dürfte aber zu
3 uſrmtten ſein, daß ſchon in der nächſten Zeit die Situation ſich
Preiſe, ) läuke heird, was den beiden Seiten erlauben wird, in der Frage
wurden ges) u. Ihnen, Herr Volkskommiſſar, vorgeſchlagenen Protokolls
mn beim 3n keinipeor präziſierte Stellung einzunehmen.
Erleichten bwsohl unter den anderen unmittelbaren Nachbarn der
ionen Ein Aniü ſeer Sozialiſtiſchen Sowjetrepubliken ſo ehrenhaft
ausge=
natürlich eiact, muß die polniſche Regierung des weiteren ihre
Verwun=
ache nich verryn warüber ausdrücken, daß die Regierung der Sowjetunion
gemokrauſtnity kan Vorſchlage die Regierungen Finnlands, Eſtlands,
Lett=
alſo überu arm hur id Rumäniens übergangen hat, dagegen ſich an Litauen,
ehr, daß vasßicht unmittelbarer Nachbar der Sowjetunion iſt, und das,
terium bnwigt r. Regierung der Sowjetunion bekannt iſt, die Aufnahme
lers auf derz) blomatiſchen Beziehungen mit Polen ablehnt, gewandt hat.
ſeine AusSoflle Differenzierung erſchwert die Situation der polniſchen
eifreunde Re=ſiunng um ſo mehr, da ſowohl Rumänien, wie die baltiſchen
Sta an, in dieſer oder jener Form ihre Bereitwilligkeit, dem
FebllyPPakt beizutreten, erklärt haben. Die polniſche Regierung
unöuch ſſeie Regierung der Sowjetunion daran erinnern, daß ſie
mm auf dem Standpunkte der Notwendigkeit der einheitlichen
Behhtölung der Frage der Sicherheit in Oſteuropa durch alle
(fahaniſt=arpm intereſſierten Staaten ſtand, da nur eine ſolche
Behand=
ua urw if ſer Frage eine reelle Friedensſicherung für dieſen Teil
verußuiutg; ſein kann. Im Einklang mit dieſer Tendenz, betrachtet
Rat der zie uäſche Regierung es als ihre Pflicht, ſich an dieſe Staaten
n 50 Nou inmmelbar zu wenden, um ihre Auffaſſung in der Frage Ihres
Boflflages, ſowie ihren Standpunkt in der Frage einer evtl.
nzkzethnung des von der Regierung der Sowjetunion in Ihrer
„Loülle orn 29. Dezember 1928 vorgeſchlagenen Protokolls kennen
Mhrzt.
*
e polniſche Note an Rußland iſt viel gemäßigter als die
f0ſnichee Meinung, die die Unterzeichnung eines Sonderproto=
Trupt
olldzMCehnt. Die „Gazeta Warſzwaſka” hält den Notenwechſel
Die Werke von Fidus.
Geſamtausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor.
er 60. Geburtstag des Künſtlers gibt dem Kunſtverein
An=
m Geſamtausſtellung der Werke von Fidus in der
Kunſt=
galllem Rheintor zu veranſtalten, die am Sonntag eröffnet wird.
zLielſt, Geſamtausſtellung fand in Berlin ſtatt, nach Hamburg=
„lluno ffolgt nun Darmſtadt. Es iſt erfreulich, daß der
Kunſt=
e eroti ſoeſſen uns dieſe Geſamtausſtellung ſobald geſichert hat,
ine W emtlzious verbinden mit Darmſtadt und Heſſen enge perſönliche
it neil ndt uſtleriſche Beziehungen.
alter D Ib ffollte eigentlich entbehrlich ſein, einer Ausſtellung von
* und eictz äne empfehlende Einführung voran zu ſchicken. Dieſer
ſcher ſai küttzer, ſollte überall ſo bekannt ſein, daß die kurze Ankündigung
und endtz müßte, reichſten Beſuch zu ſichern. Wenn wir trotzdem
wie Wil eryſſem, ſo kurz es uns der zur Verfügung ſtehende Raum
ge=
deren El atzſl 1ber Fidus etwas zu ſagen, ſo ſoll das dazu dienen, in
verhälihl mſtſtre fſchuellebigen Zeit etwas ins Gedächtnis zurückzurufen,
ueinde‟ Wass gentlich unvergänglich in jedes Kunſtfreundes Inneren
ebte von chlſymern ſollte.
m Dipſche. yſdms iſt ein ganz Eigener. Wer die Erſtlingswerke des
gegen W Ddieisſburch=Schülers kennt und die Erzeugniſſe dieſes einzigartigen
eneinallkü rierss weiter verfolgt hat, kann kaum glauben, daß dieſer
es görpei Neſiy und Künſtler ſeinen 60. Geburtstag hinter ſich hat. Wenn
gme Meivs gien, Fidus ſei ein ganz Eigener, ſo dürfte das wohl bei
geſtell einn: Wienſche= und auch bei keinem Künſtler Widerſpruch
er=
z zur FiülegiKt. Im Katalog der Geſamtausſtellung iſt ein farbiges Blatt
tern oreſtet, das „Meeres=Mittagsweiten” betitelt iſt. Zwei
teine /Mel went in keuſcheſter Nacktheit kniend, die Arme in glühendſter
unſozial /Selſchuont nach hinten geſpreizt, die Geſichter den Sonnen ent=
Regsſzesvendet, wundervoll verkörperte Menſchheitsſehnſucht,
um=
ſie hüllen, allegoriſch ein Stück blauen Meeres, weiße
Horizont=
zbonct urnd blauenden Himmels, in dem ein Aar fernen Horizon=
Memgſchwebt. Das iſt faſt wie ein Selbſtbekenntnis. Fidus
ſein Uilung zur Kunſt, die nichts anderes ſein will als ein Seh=
„enA /ch önheit zu ſchaffen und Schönheit den Menſchen zu
ver=
nit= er. Fidus hat außerordentlich viel gezeichnet, gemalt,
kom=
oniſt. In allem aber, auch in ſeinen frommen Allegorien
ipeßt deieſe Sehnſucht nach Schönheit, nach Erlöſung von der
„Eriſeich were, die uns ja nur die Kunſt bringen kann. Seine
Beiſſtem ſind nackt. Wie er die Natur liebt, wie ſeine tiefe
ert üniggkeit letzten Endes faſt anbetend in der Natur wurzelt,
ſiü ekxuein dem menſchlichen Körper den höchſten Triumph
natür=
dei lichtEshönheit. Seine nackten Geſtalten, neben der Fülle
ent=
üclätzen Kinder, auch die des erwachſenen Menſchen, ſind von
e iwünvundervollen Wahrheit, aber immer, auch da, wo ſeine
Alle=
omi iäef in die Menſchheitstragödie hineinleuchten, von einer
ro ſchtem Keuſchheit. Immer ſucht er den Menſchen darzuſtellen
nt ſſenn Sehnen nach Sonne, nach Reinheit, Verklärung.
für eine leere Formalität, die keine Ergebniſſe bringen dürfte.
Die offiziöſe „Epoka” meint, daß durch die Initiative Litwinows
die Durchführung der noch unerfüllten ruſſiſchen Verpflichtungen
aus dem Rigaer Vertrag akut würde, deren Höhe 400 Millionen
Goldrubel erreiche. — Nach der „Polonia” bildet der ruſſiſche
Vorſchlag eine Ueberraſchung für Weſteuropa, da ſeine
rätſelhaf=
ten Motive die politiſchen Kreiſe Englands ernſthaft beunruhigen.
Polen glaube nicht an die Aufrichtigkeit der
Sowjetunion, die niemals an den Frieden Europas denke,
ſondern ſtets ihre beſonderen Kombinationen verfolge. — Der
„Kurjer Polſki” ſpricht von einer Arbeitsteilung Deutſchlands
und Rußlands in der litauiſchen Frage, die mit dem doppelten
Geſandtenwechſel in Kowno zuſammenhänge. — Der ſozialiſtiſche
„Robotnik” ſteht dem Plan eines Sonderprotokolls ſympathiſch
gegenüber, da der Artikel 4 des vorgeſchlagenen Vertragstertes
den Beitritt der baltiſchen Staaten, Finnlands und Rumäniens
ohne weiteres geſtatten würde.
Das Belkkohlen=Problem.
Abſchluß der Beralungen über die Kohlenkriſe.
EP. Genf, 11. Januar.
Der Sachverſtändigenausſchuß für die Kohlenkriſe hat heute
abend ſeine Beratungen abgeſchloſſen. Den Abſchluß bildete eine
ſehr intereſſante Anſprache des Präſidenten des Ausſchuſſes, Dr.
Trendelenburg, der die Beratungen mit dem Satze ſchloß: Ich
bin ſicher, daß unſere Diskuſſionen dazu beitragen werden, das
Kohlenproblem ins wahre Licht zu rücken, indem ſie zu gleicher
Zeit die Schwierigkeiten und die Elemente der Hoffnung
erſchei=
nen laſſen”. Damit dürfte die Bedeutung der Tagung des
Sach=
verſtändigenausſchuſſes ihre kürzeſte Formulierung und beſte
Faſſung gefunden haben. Die Beratungen hatten nicht den
Zweck, wie Dr. Trendelenburg nochmals betonte, irgendeine
be=
ſtimmte definitive Löſung der Kohlenkriſe herbeizuführen,
ſon=
dern lediglich Informationen über den Gegenſtand des
Kohlen=
problems zu erhalten. In dieſem Sinne hat ſich auch die
Aus=
ſprache als vorteilhaft erwieſen, und ſämtliche Delegierte gaben
auf die prinzipielle Frage Dr. Trendelenburgs ihrer
zuſtimmen=
den Anſicht Ausdruck, daß durch den Völkerbund eine wertvolle
Beihilfe zur Löſung der Schwierigkeiten geleiſtet werden könne,
unter denen die Kohlenkriſe augenblicklich zu leiden habe.
Auf Grund dieſer Antworten wird der Ausſchuß an das
Wirtſchaftskomitee des Völkerbundes, das am 14. Januar
zu=
ſammentritt, eine Entſchließung über die Richtung und die
Methoden ſür die Fortführung der Enquéte richten. Wie Dr.
Trendelenburg in ſeiner Schlußrede ausführte, läßt ſich das
Er=
gebnis der Beratungen dahin zuſammenfaſſen, daß allgemeine
Uebereinſtimmung darüber herrſcht, daß 1. der augenblickliche
Zuſtand der Kohleninduſtrie ein internationales Problem
dar=
ſtellt und daß 2. die Anwendung der notwendigen Gegenmittel
in den Gruben unter die Verantwortlichkeit der Leiter der
Grubeninduſtrie ſelbſt fällt. Das Wirtſchaftskomitee werde ſich
bemühen, jede Frage, die ihm vorgelegt werde, im Geiſte ſeiner
Aufgabe als techniſcher Sachberater zu betrachten und ſie darüber
hinaus mit den größeren und allgemeineren Problemen der
Ge=
ſamthandelspolitik zu verbinden, wie es ihm durch die
Wirt=
ſchaftskonferenz von 1927 zur Pflicht gemacht worden ſei.
Die von einigen Sachverſtändigen aus Erzeugerländern
aus=
geſprochene Anſicht, daß ihre Zuſammenarbeit auf
inter=
nationalem Feld zur Löſung der Kriſe beitragen könne, eine
Anſicht, die von einem Teil der Sachberſtändigen mit einer
ge=
wiſſen Reſerve au genommen wurde, wird, wie Dr.
Trendelen=
burg erklärte, als ein Teil der Informationen, die die
Sachver=
ſtändigenberatungen ergeben haben, dem Wirtſchaftskomitee
vor=
gelegt werden. Die Feſtſetzung der Mitarbeit der
Sachverſtän=
digen, die von einigen Experten empfohlen wurde, wird natürlich,
ſoweit das ſich als möglich erweiſen ſollte, fortgeſetzt werden. Das
Wirtſchaftskomitee des Völkerbundes behält ſich vor, an die
ein=
zelnen Sachverſtändigen zu dieſem Zwecke heranzutreten und
wird auch jederzeit Mitteilungen von ſeiten der
Sachverſtän=
digen entgegennehmen. Ob jedoch die Befragung der
Sachver=
ſtändigen in der gegenwärtigen Form von Ausſchußberatungen
fortgeſetzt wird, darüber wird das Wirtſchaftskomitee erſt
ent=
ſcheiden, nachdem es roch andere intereſſierten Perſonen und
Intereſſenvertretungen zur Kohlenkriſe angehört hat.
Das Ergebnis der Beſprechungen, das von den Delegierten,
ſoweit man hört, als eine ſehr weit ausgreifende, freie natürliche
Ausſprache über das Kohlenproblem ſehr günſtig beurteilt wird,
ohne daß jedoch unter ihnen übertriebene Erwartungen laut
werden, wird nunmehr dem Wirtſchaftskomitee zugeleitet, das
das weitere Vorgehen in den Erhebungen über die Kohlenkriſe
beſchließen wird.
Die unzähligen Schattenbilder, tanzender, auch ruhender
Kinder, Jünglings= und Mädchengeſtalten, die Fidus ſchuf, ſind
allgemein bekannt. Weniger ſeine großen, meiſt allegoriſchen
Ge=
mälde, von denen die Geſamtausſtellung eine Anzahl bedeutender
bringen dürfte. Bekannt iſt auch ſeine reiche Illuſtrationsarbeit
für Buchſchmuck uſw.
Auch in Fidus: Schaffen fehlt die Tragik nicht. Sie liegt bei
ihm im weſentlichen in dem Ringen tiefer Religioſität, wie er
ſie empfindet, in ſeinen Kunſtwerken ſo zum Ausdruck zu
brin=
gen, daß das was er darſtellt Allgemeingut wäre. Wir ſtimmen Otto
Kofahl zu, der ſeinen Aufſatz im Katalog mit den Worten
ſchließt:
Die Einſamkeit eines Bahnbrechers umwittert das
Spät=
werk von Fidus. Einer Gemeinſchaft von Polfahrern muß es
faſt unheimlich ſein, in der Ferne ſcheinbar unbetretener
Eis=
felder einen Einſamen zu ſchauen. Doch jeder Vorſtoß ins un= kanntlich iſt das Gold dasjenige Metall, das in der ganzen Welt
bekannte hilft dazu, dem Menſchengeiſt neue Giebete zu er= die Grundlage des Münzweſens und damit der geſanten
Wirt=
ſchließen, ſowohl in den Gefahren der Raumesweiten, als auch
in der unbegrenzten Welt geiſtigen Geſchehens. Und wenn vorher
von einem vergangenen Sonnenuntergang jener großen Kunſt
geſprochen wurde, die durch ſinnfällige Geſtaltungen das Ewige
zu künden weiß, ſo können auch nur diejenigen dem Werke von
*.4
ſteigenden Morgens ſpüren.
Liederabend Theo Herrmann.
Ja! ja! So geht’s. Heute ſpricht man von der Höhe ſeiner
Unfehlbarkeit aus dem Opernſänger die Vollwertigkeit auf dem
Konzertpodium ab, und am nächſten Tag muß man geſtehen, daß
man ſich geirrt hat. Wir freuen uns, daß wir eines anderen belehrt
worden ſind; „das hat mit ſeinem Liederabend der Theo
Herr=
mann getan‟. Eine Baßſtimme von ſo beſtrickendem Wohllaut,
von ſolcher Weichheit und Geſchmeidigkeit, dabei virtuos beherrſcht
von Saraſtrotiefe bis zur hohen Lage eines Baritons, das iſt
wahrlich eine Seltenheit. Geſellt ſich dazu liebenswürdigſter
Vortrag und Herzenswärme wie bei Herrmann, ſo ergibt ſich als
erfreuliches Geſamtreſultat des geſtrigen Abends: Hier ſtand nicht
nur ein Sänger auf der Bühne, ſondern ein Künſtler. Man gab
ſich willig dem Klangzauber dieſes ſelten ſchönen Organs hin, ob
er Schubert ſang oder Schumann. Loewe oder ruſſiſche Lieder von
Gretſchaninow. Von Schubert ſang er „Sieg”. „Lindenbaum”
Ständchen” (einzig bei dieſem Lied ſchien mir die notwendige
Transpoſition nach unten nicht günſtig) und den zur
Wieder=
holung verlangten. Jäger”, der mit vorbildlicher Deutlichkeit der
Ausſprache, aber wohl ein wenig zu ſchnell geſungen wurde. Ganz
wundervoll gelang, dann bei Schumann der Schluß von „Des
Knaben Wunderhorn”, und ebenſo glanzvoll geriet die unheimlich
dramatiſche Wucht im „Belſazar”. Als dann das wunderliebe
Schumannſche. Lied eines Schmiedes” in erquickender Friſche und
Liebenswürdigkeit geboten wurde, da ſetzte heller Jubel ein. Die
ruſſiſchen Lieder ſind wohl nicht übermäßig originell: es liegt
Das Reparakionsproblem.
Etikelkenfragen.
* Berlin, 11. Jan. (Priv.=Tel.)
Die Ankurbelung der neuen Sachverſtändigenkommiſſion
geht immer noch ſehr langſam vor ſich. Neuerdings wird
be=
hauptet, daß Owen Young, der als amerikaniſcher
Hauptdele=
gierter in Ausſicht genommen war — mit Recht, da er der geiſtige
Vater des ganzen Dawesplanes iſt —, erkrankt ſei und
infolge=
deſſen erſetzt werden müſſe, wobei allerdings nicht ganz klar iſt,
inwieweit es ſich um eine Stimmungsmache handelt und wieweit
er ſich ſelbſt der undankbaren Aufgabe entziehen möchte.
Jeden=
falls ſtockt ſolange die Einladung an Waſhington, die erſt
erſol=
gen ſoll, wenn das amerikaniſche Staatsdepartement ſich über
die Perſönlichkeiten der beiden Delegierten klar geworden iſt. Es
handelt ſich aber ſicher nur um eine Verzögerung von wenigen
Wochen.
Komplizierter iſt die Frage, wer den Vorſitz übernehmen ſoll.
Die Franzoſen beanſpruchen dieſe Ehre für ſich und möchten
gerne, daß Deutſchland vorher ſeine Einwilligung dazu gibt.
Da=
zu iſt aber das Auswärtige Amt nicht bereit und erklärt, daß es
den Delegierten auch in dieſer Richtung keine gebundene Ma
ſch=
route mit auf den Weg geben wird. Ob es taktiſch klug iſt, den
Franzoſen den Vorſitz zu überlaſſen, iſt zweifelhaft. Es laſſen
ſich ſoviel Gründe daſür wie dagegen ſagen. Auf der einen Seite
wird ihre Verantwortung größer, auf der anderen Seite
natür=
lich auch ihr Einfluß. Bisher hat man jedenfalls mit einem
amerikaniſchen Vorſitzenden gerechnet, um das Intereſſe Amerilas
an dem Erfolg der Kommiſſion zu ſteigern. Von
ausſchlaggeben=
der Bedeutung iſt dieſe Wahl aber wohl kaum.
Wie wir ergänzend erfahren, iſt nicht Owen Young, ſondern
ſeine Gattin erkrankt. Owen Young ſelbſt hatte heute eine längere
Unterredung mit Coolidge und Kellogg. Es wird im
Staats=
departement der Anſicht Ausdruck gegeben, daß Young trotz der
Krankheit ſeiner Gattin ſich wahrſcheinlich bereit finden werde,
die Führung der amerikaniſchen Delegation auf der
Sachverſtän=
digenkonferenz zu übernehmen.
Parker Gilberls Baſhingioner Beſprechungen.
EP. London, 11. Januar.
Der Aufenthalt Parker Eilberts in Amerika wird
vorausſicht=
lich noch einige Wochen dauern. Man rechnet damit, daß er
nicht vor Ende des Monats nach Europa
zurück=
kehren wird. In dieſer Zeit wird er einige Tage für ſeine
Erholung verwenden, dann aber auch mit führenden Bankiers
Beſprechungen haben. Gilbert hat bereits eine lange
Un=
terredung mit Coolidge gehabt, und man erwartet, daß
er heute, Freitag, oder morgen Samstag, auch dem zulünftigen
Präſidenten Hoover einen Beſuch abſtatten wird. — Herzu
ſchreibt die „Times” in halboffiziöſer Form, die Unterredungen
Parker Gilberts im amerikaniſchen Schatzamt und in anderen
offiziellen Departements in Waſhington hätten einen guten
Er=
ſolg gehobt. Weiter könne man mitteilen, daß auch die
Be=
ſprechungen, die Sir Esme Howard, der britiſche Botſchafter in
Waſhington, im Staatsdepartement gehabt habe, weſenulich dazu
beitrugen, die Frage der Ernennung der amerikaniſchen
Mitglie=
der in dem neuen Komitee zu klären. Eine endgültige
Mittei=
lung in dieſer Frage, könne Ende der Woche erwartet werden. Die
Frage des Präſidenten des Sachverſtändigenkomitees würde von
dem Komitee ſelbſt in ſeiner erſten Sitzung entſchieden werden.
Dem diplomatiſchen Korreſpondenten des „Daily Telegraph”
zufolge hat die italieniſche Regierung ihre Aufaſſung halboffiziös
dahin bekannt gegeben, daß ſie einer Herabſetzung der
Jahreszah=
lungen des Dawesplanes in Höhe von 2½ Milliarden Mark nur
unter ganz beſtimmten Vorausſetzungen zuſtimmen könne.
Ins=
beſondere müſſe Italien eine Erhöhung des italieniſchen
Prozent=
ſatzes an den deutſchen Reparationszahlungen über das in Spa
feſtgeſetzte Maß hinaus fordern, oder aber eine entſprechende
Her=
abſetzung der eigenen italieniſchen Zahlungen an die Vereinigten
Staaten und England. Es ſei auch darauf hingewieſen worden,
daß die von Deutſchland an Italien zu leiſtenden Zahlungen
voll=
ſtändig durch die italieniſchen Verpflichtungen aufzewogen
würden.
aber über ihnen die Schwermut der ſlawiſchen Volksſeele, und ſo
warm zum Vortrag gebracht wie geſtern, tun die Geſänge ihre,
Wirkung. Fünf Lieder von Loewe: „Der heilige Franziskus”
„Meeresleuchten” (ſtürmiſch zur Wiederholung verlangt). „
Rei=
terlied” (ſtürmiſch zur Wiederholung verlangt). „Der alte
Goethe” und der unverwüſtliche. Prinz Eugen” (wo mir nur das
ſchnelle Tempo bei den letzten Worten „zu der Marketenderin”.
nicht recht gefallen wollte) bildeten den Schluß der
Vortrags=
folge, aber nicht den Schluß des Konzerts denn dann „raſte der
See und wollte mehrere Opfer haben‟. Er bekam ſie Der
ſym=
pathiſche und hochbegabte Sänger kann ehrlich ſtolz ſein auf den
Erfolg, den er geſtern abend im Konzertſaal beim Darmſtädter
Publikum errungen hat. Aber Erfolg blühte nicht nur Herrn
Herrmann, ſondern auch Frau Herrmann. Sie begleitete ihren
Gemahl am Flügel in ſo ausgezeichnet anſchmiegender Weiſe, daß
ihr Teilnehmen am Erfolg berechtigt war.
O.
— Die Verteilung der Goldproduktion nach dem Kriege.
Be=
ſchaft bildet. In den Sitzungsberichten der Preußiſchen
Geo=
logiſchen Landesanſtalt berichtet Bergrat Meisner „Ueber die
Verſchiebungen”, die durch den Krieg in den Beſitzverhältniſſen
an Gold in den einzelnen Ländern eingetreten ſind. Beſondeis
intereſſant iſt dabei die Rolle der Vereinigten Staaten von Nord=
Fidus gerecht werden, welche darin die Zeichen eines neu herauf= amerika, die im Kriege und in der Nachkriegszeit gegen Lieferung
von Kriegsmaterial einen Strom von Gold aus Europa
heraus=
gezogen und damit einer Goldinfiation entgegen zu gehen drohte.
Seit dem Jahre 1924 erkannten die Amerikaner mehr und mehr
die Gefahr, die ihrer Wirtſchaft aus dem Goldüberfluß erſtand
und heute fließen wieder große Mengen an Gold aus Amerika
nach Europa zurück.
Ebenſo intereſſant iſt die Stellung des britiſchen Weltreiches
in der Reihe der goldproduzierenden Länder. Um die
Jahrhun=
dertwende machte ſeine Produktion etwas mehr als 25 Prozent,
heute etwa 70 Prozent der Geſamtgewinnung aus.
EP. Bürokratismus — und die richtige Antwort! Die
Lon=
doner „Daily Mail” berichtete dieſer Tage, daß einer ihrer Leſer
den Steuereinnehmer von einer Aenderung ſeiner Adreſſe
unter=
richtete und daß der Steuereinnehmer, ihm auch den Erhalt der
Benachrichtigung beſtätigte, dieſe Beſtätigung aber an die alte
Adreſſe richtete. Ein anderer Leſer teilte dem Blatt darauſhin
mit, daß ſein Steuereinnehmer den anderen an Dummheit noch
übertreffe. Er habe einen Steuerzettel erhalten, in dem man
ihm mit dem Polizeigericht drohe, falls er nicht unverzüglich den
unten angegebenen Betrag” zahle. Dieſer „unten angegebene
Betrag” belaufe ſich auf — Nichts! Man habe ihm aber nicht
etwa ein Blankoformular zugeſtellt, ſondern den Zettel fein
ſäuberlich ausgefüllt. Infolgedeſſen habe er dem
Steuereinneh=
mer poſtwendend einen ebenſo ſäuberlich ausgefüllten Scheck
übermittelt, lautend auf — Nichts! „Man muß, ſo meinte der
Einſender, ſeinen Verpflichtungen gegenüber dem Staate
nach=
kommen.”
Re
Statt Karten.
Uhre Vermählung geben bekannt
Hermann Daum u. Frau
Therese, geb. Merkel
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Darmstadt
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Kirchl. Trauung: Sonntag, den 13. Januar 1922,
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Die Einäſcherung findet am Montag, 14. Januar,
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mittags 112, auf dem Darmſiädter Waldfriedhof ſtatt.
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Dankſagung.
Für die liebevolle Teilnahme und zahlreichen
Kranz=
ſpenden beim Heimgang unſeres lieben, teueren Entſchlafenen
Altbürgermeiſter
Wilheim Dingeldein
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Klingelhöffer für die troſtreichen Worie
am Grabe.
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Wege unſeren allerherzlichnt
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Für die vielen Bewei
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Heimgang unſeres liebel
Entſchlafenen, beſonder
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Städt. Krankenhauſes, den
Oberheſſen=Verein, ſowie /
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des Städt. Fuhrparks für d.
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kunnt geworden unter dem Namen:
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ſurmmer 12
Camstag, den 12. Januar 1929
Seite 5
Darmſtadt, 12. Januar.
Sperrung der Stadlalee
ſ im Hindenburg= und Eſchollbrückerſtraße, ſowie der
Eſcholl=
bbeißtraße zwiſchen Hindenburg= und Artillerieſtraße und
zwi=
ſowz ſelrtillerie= und Heidelbergerſtraße für den
Kraſtfahrzeug=
durchgangsverkehr.
ſinf Grund des Artikels 129b Abſ. II Ziff. 1 des Geſetzes die
SStgordnung betreffend, vom 8. Juli 1911, des § 30 der
Ver=
o)ſi) g über Kraftfahrzeugverkehr vom 16. März 1928, des
Ge=
ſowjber die Ortspolizei vom 14. Juli 1921 ſowie der
Verord=
nſ/ iber Vermögensſtrafen und Bußen vom 6. Februar 1924
rach Anhörung der Stadtverordnetenverſammlung und mit
6cmnigung des Herrn Miniſters des Innern vom 20. Dezem=
RA28 zu Nr. M. d. J. 48662 verordnet, wie folgt:
Oze Stadtallee zwiſchen Hindenburgſtraße und Artillerieſtraße
Die Eſchollbrückerſtraße zwiſchen Hindenburgſtraße und Ar=
M ßtraße und zwiſchen Artillerieſtraße und Heidelbergerſtraße
beei— für den geſamten Kraftfahrzeugdurchgangsverkehr geſperrt.
Zuwiderhandlungen werden, ſoweit nicht nach anderen
Straf=
nmungen höhere Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe bis zu
5/SN., im Uneinbringlichkeitsfalle mit Haft beſtraft. Dieſe
uch verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung
rü.-ft.
ſHeſſiſches Landesthrater. Die „Meiſterſinger von
Nürn=
in der neuen Cinſtudierung und Inſzenierung gelangen morgen,
Fota, zur Wiederholung. (Miete B, Beginn 17 Uhr.)
ru ſſt Elias Niebergalls „Datterich” gelangt in einer neuien
Ein=
ßürg durch die Heſſiſche Spielgemeinſchaft morcen, Sonntag, den
En. Kleinen Haus zur Aufführung. An dieſem Tage wird der
Ge=
hrem des jung verſtorbenen Dichters, deſſen Bedeutung weit über
ſtrdt hinausgeht, gefeiert. Niebergalls Stücke, in deneu zum erſtem
wie Darmſtädter Mundart literariſch verwertet wird, haben ſich
ſrmte deutſche Bühne erobert. Eine Neuinfzenierung des „Datte=
Berlin hat erſt kürzlich mit größtem Erfolg ſtattgefunden.
Erſtaufführung des Schaufpiels „Die Verbrecher” von
elirnd Bruckner finder Dienstag, den 15., um 19 Uhr, als
Vorſtel=
merr Miete A ſtatt. In den Hauptrollen ſind die Damen: Gothe,
H=. Joſt=Jacke, Wigandt, Blum, Dorina, Stengel, und die Eerren:
KMmer, Baumeiſter, Klam, Valk, Minetti, Theo Limgen als Gaſt,
Ritf Sang als Gaſt, Hgenel, Maletzki, Mordo, Keßler, Abramcztzk,
Gkiger, Weſtermann, Jürgas, Jelſki als Eaſt, beichäftigt.
Inſzenie=
rut) SRenato Mordo. Bühnenbild: Wilhelm Reinking. Die
Erſtauf=
übn beginnt um 19 Uhr.
utturfilmbühne des Kleinen Hauſes: „Das Ende von St.
Zf sburg.” (Regie: Pudowkin.) Sechs Aufführungen Dienstag,
Ah5.. Mittwoch, den 16., und Donnerstag, den 17. Januar, 16 und
Drtsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Mit
ſa darauf, daß am kommenden Mittwoch, abends um 8 Uhr, Heur
Weiler vo der Darmſtädter Volksbank im „Golben Saal”
re (Kaulsſtr.) über: „Die Bedeutung der Genoſſenſchaft für den
biichen Mittelſtand” ſprechen wird, fordern wir alle unſere
Mit=
r ſowie ſonſtigen Freunde von Handwe,k und Gewerbe auf, ſich
mero=effonden Abend freizuhalten und die Verſammlung unter allen
muen zu beſuchen. Es gilt, durch einen ſtattlichen Beſurch Zeugnis
B—n für die Genoſſenſchaft überhaupt und ihre Bedeutung für den
u—r ringenden gewerblichen Mittelſtand. Nähezes iſt auch in der
baAfaiden geſtrigen Anzeige erſichtlich.
/ hSBründung einer neuen Innung. Die Inſtallateur= und
Spengler=
weir von Darmſtadt, die bislang in verſchiedenen Gruppen o.
gani=
ſie zuaren, haben ſich am 9. Januar in einer gemeinſamen, von dem
Feine, G Blrzmden der Heſſ. Handwerkskammeu, Herrn Nohll, gelleiteten
Veu=
aderleide ſa nl.mg, an der u. a. auch der Syndikus, Herr Dr. Kollbach,
teil=
ratz in einmütiger Kundgebung zu einer „Freien Immung der
Davm=
ohne A ſtä t- Inſtallateur= und Spenglermeiſter” zuſammengeſchloſſen. Dieſe
Berufsſti Htzm:.Sgründung erfolgte in der Ueberzeugung, daß feſter
Zuſammen=
chfh um Handweik gerade gegenwärtig molwendiger iſt, als je zuvor.
haftlich n ZiAZübermeiſter wurde Herr Iiſtallateurmeiſter L. Pohl einſtimmig
ſch
=Sbenwaldklub. Bei der reichen Fülle des Programms murß bas
Indd
ierungsfeſt am Samstag bünktlich um 8 Uhr beginnen.
rmstz ZAerhen Firmen iſt der Verein zu Dank verpflichtet, die zugunſten
das mmbaufonbs die Tombola reich ausgeſtattet haben, auch den
Füilln, die ſich Ge bitwillig in den Dienſt der guten Sache geſt llt
Die Jugend kommt im Tanz zu ihrem Recht, der ſich an den
Teil und die Dekorierung anſchließt. Karten für Mitglieder
hre Familien bei R. Bergmann, Wilhelminenſtr. 19, zu 1,25 Mk.
Petrusgemeinde. Die erſten Miſſionare der evangeliſchen Kirche
in bekanntlich von der Herrnhuter Brüdergemeinde hinausgeſandt.
ar ſich daraus erklären, daß anch in Darmſtadt und der Provinz
el burg ſchon ſeit faſt 200 Jahren der Miſſionsſinn lebendig iſt.
Alereits im Jahre 1741 hört man von einer Verbindung gläubiger
nus Darmſtadt mit Herrnhut. Ja, im Jahre 1778 ließ der da=
Mle SMiniſterpräſident F. K. v. Moſer und ſein Bruder, Kammerprä=
MAVNäHWB. v. Moſer, den Hertnhuter Reiſeprediger K auſe kommen und
die rrinde Herrnhuts zu einer kleinen Gemeinſchaft ſammeln. Ging
dittſanch ſpäter eine Zeitlang zurück, ſo blühte ſie nach 1830 wieder
u5 9—s ihr ſcheint nicht nur die Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24), ſondern
udd manche Gemeinſchaft der Umgebung hervorgegangen zu ſein wie
im)lunſtadt, Hahn, Pfungſtadt, Bebesheim und Hofheim. Auch in
MeAll adt gründeten die Herrnhuter im Jahre 1842 einen
Miſſions=
vorte Behf. Die genannten Gemeinſchaften haben im Laufe der Ziten eine
Sehte Söhne und Tüchter geſtellt, die draußen auf den Miſſionen in
uheWelt Hervorragendes leiſteten. Seit 1858 hat die Herrnhuter
Brü=
nicht unſe de giſſ wn auich das Feſtland Auſtralien in Angriff genommen und immer
ut B” maMentationen ſogar unter Stämmen gegründet, die tiefer noch ſphen
abs e:Papuas in Neu=Guinea, faſt zum Tier herabgeſunken ſind. Ueber
düsſenenſo ſchwere wie ſegengekrönte Arbeit wird morgen, Sonntag,
Mlſar Richter aus eigener langjähriger Arbeit heraus in unſerer
GArinfde ſprechen. „Die Kraft des Coangeliums an den Nü=drigſten der
Elyü tſt ſein Thema für den Tag. Die Gemeindeglieder, ſowie alle
, Brell, Aüsfreunde der Stadt ſeien zu dem Gottesdienſt um 10 Uhr wie zu
Hammell d4 hu3 meindeabend im Gemeindchaus, Eichwieſenſtraße 8, mit Vortrag,
begtck von farbigen Lichtbildern, herzlich eingeladen.
Vortrag. Wie bereits mitgeteilt, findet am Mittwoch abend
3ſle äm Städtiſchen Saalbau ein hochintereſſanter Vortrag ſtatt. Der
rkalk Rhe. Mar Puß, iſt von Dr. Eckener empfohlen, da letzterer
ver=
himu iſt, Bo träge zu halten. Max Pruß, der Nabigationsoffizier
Taine vMdm Luflſchifſwerft in Friedrichshafen, war von Kriegsbeginn bis
z5 uiegsende ſtändig auf Marineluftſchiffen tätig, hat alle Fahrten des
21. Zel. 2 Bſf. III” und die des „Graf Zeppelin”, einſchließlich Amerikafahrten,
ſenhand p m btmacht, und iſt deshalb hervorragend dazu berufon, über die
Ohunhrt des „Graf Zeppelin” zu ſprechen. Gerade Pruß empfand
alle Sorgen und Nöte der Navigation am ſtärkſten und kann
A, die großen Schwierigkeiten der Fahrt am beſten darſtellen. Für
dikäxſten Wochen iſt auch eine Mittelmeer= und Paläſtina Fahrt des
„Mf=Zeppelin” geplant, bei der Max Pruß wiederum die Navigation
dKAwftſchiffes übernimmt. Ausgezeichnete Lichtbilder werden nicht
wide Fahlt, ſondern auch die Inneneinrichtung, wie überhaupt den
gihen Bau des Luftſchiffes glänzend illuſtrieren.
Hſtoriſcher Verein. Bei dem nächſten Vortragsabend, Montag,
Januar 18 Uhr, im Realgymnaſium ſpricht Profeſſor Dr. Wil=
Martin Becker über „Da3 Urbild des Alten Moor in Schillers
Eurn‟. Die Mitglieder und deren Angehörige ſind dazu herzlich ein=
Preiswekkkochen.
Die Direktion der Städtiſchen Betviebe macht im heutigen
Anzeigen=
teil nochmals auf das am 22. und 23. Januar, 16 Uhr, in der Turnhalle
am Woogsplatz ſtattfindende Wetlkochen aufmerkſam. Dſie Anmeld/friſt
zur Beteiligung iſt am 15. Januar abgelaufen. Die Anmell ngen
zei=
gen, daß das Intereſſe für die Veranfraltung ſehr groß iſt. Die Direk=
iber Gos konnen aun die Telnetungn zur Wertelund, Aungeſehien.
dabon, daß der jetzeiligen erſten Siegerin die koſtenloſe Teilnahme an
dem demnächſt ſtattfindenden Bezirkswettkochen ermöglicht iſt. Es gilt,
zu zeigen, daß auch die Darnſtädter Hausfrauen verſtehen, auf Gas
mühelos, raſch und billig eine Mahlzeit eu bereiten. Wir bitten aus
dieſem Grunde die Darmſkädter Hausfrauen, Cie bis jetzt mit ihrer
An=
meldung noch zurückgehalten haben, ſich möglichſt bis zum 15. Januar
bei der Werbeabteilung des Städtiſchen Gaswerks an=untelden.
Es iſt ſehr zu begrüßen, daß ſuh das Gaswerk entſchloſſen hat, auch
einmal in der Oeffentlichkeit den Bareis zu erbringen, daß Las Kochen
auf Cas heute kein Luxus, ſondern ein Bedürfnis für die Hausfrauen
iſt. Die immerwährende Vereitſchaft, leugte Hand abung und genaue
Einſtellbarkeit des Gaskochers auf jehen Wärmebedarf bringen einen
ſehu geringen Zeitauſwand für das Kochen mit ſich. Der Hausfrau
wird es dadurch ermöglich”, mehr freie Zeit für ſich ſelbſt zu gewinnen.
Die große Saußerkeit des gasförnigen Brenuſtoffes gegenüber der
Kohle ſchont Hand und Kleider und geſtaltet das Kochen zu einer
Freude. Die Kucha, die bei Benutzun, des Kohlenherdes durch Rauch,
Ruß und Sohlentragen meiſtens verſchmitzt iſt, erſtrahlt bei
Verwen=
dung von Gas in ſhönſter Sanberkeit.
Aber auzh für ſoie Hausfrauen, die ſich uicht zur akriven Teilnahme
am Preiswettkochen entſchließen konuten, wird der Beſuch der
Veran=
ſtaltung ſicherlich manches Wertvolle bieten. Das Gaswerk hat es
ver=
hältnismaßig leicht, eine derartige Veranſtaltuug einzuberufen, da es
ſich der guten Sache benußt iſt und weiß, daß es ihm möglich iſt der:
Hausfrauen durch Hausfrauen zu zeigen, welihe geringe Gasmenge zuu
Bereitung einer Mahlzeit erforderlich iſt. Um aber auch den Beſuchern
während des Verlaufs des Wettkochens die Vorteile der Gasfeuerung
beſonders vor Augen zu führen, werden während des Kochens
ver=
ſchiedene Filme über die Verwendung des Gaſes im Haushalt ge eigt.
Ein allgemeines Preisraten, wer wohl die erſte Siegerin ſein wrd, iſt
dem Wettkochen angegliedert. Auch für Eßeſes Preisraten, an dem ſich
jeder Beſucher beteiligen kann, ſind wvertvolle Preiſe ausgeſevt. So
wird des Wettkochen zu einem Freignis füir die Darmſtädter
Haus=
frauen. Wir hoffen, daß das Intereſſe an der Veranſtaltung ſo rege
iſt, daß die Mühe, die ſich Sie Direkrion der Städtiſchen Betriebe
ge=
macht hat, durch zahlreichen Beſuch belohnt wird.
OPORTSCHLITTSCHUHS
zum Festaufschrauben und Anschrauben, Ia Stahl, vernickelt,
(Paar Mk. 12.25—30-)
1092
SCHLITTSCHUHE für Langstreckenlaut
das bekannte Fachgeschäft
SCAAAL Ernst-Ludwigstraße 2e.
„Gukes Licht gehört zum Haushall”.
In Kreiſen des Publikums, aber auch) in Fachkreiſen, wird man oft
die Meinung vertreten finden, daß der Anſchluß von Wohnungen an
das Netz des Elekrrizitätswerks im Hinblick auf den Lichtſtvomverbrauch
eine geſviſſe Grenge oder Sättigung erreicht habe. Aber nicht nur auf
dem Lande findet man heute noch das altväterliche Petroleumlicht,
ſon=
dern es gibt auch Großſtädte, deren Wohnungen erſt zu 30—40 Prozent
mit elektriſcher Beleuchtung verſehen ſind. Es iſt alſo noch vieles
nach=
zuholen. Heute aber hat die Liltwirtſchaft eine noch wichtigere
Auf=
gabe in der Intenſivierung der elektriſcher Beleuchtung und der
Ver=
beſſerung der vorhandenen, faſt ſte 3 ungenügenden Anlagen nach
licht=
techniſchen Grundſätzen.
Die Haushaltlichtwerbung, eine Werbefeldzug, der von
ſeiten der Elektrizitätswerke im Verein mit dem Reichsverband des
Deutſchen Elektro=Inſtallakeur=Geweybes burchgeführt wird, ſoll
bei=
tragen, grobe Mißſtände zu befeitigen, auf Fehlexquellen hinzuweiſen,
die für den einzelnen einen Verluſt darſtellen, aber auch Volksvermögen
und Volksgeſundheit fchädigen. Für eine gute Haushaltbeleuchtung ſoll
einörinalih geworben werden; nicht den ganzen Haushalt hat man
hierzu ins Auge gefaßt, ſondern vorläufig nur einige ganz beſtimmte
Räume; die Wietſchaftsräume der Hausfran, die Küche, Spciſekammer,
aber guch Keller und Bodenkammer ſollen hiervon erfaßt werden. Wie
ufi iſt die einfaclſte Armatur gerade gut genug für dieſe Räume,
trotz=
dem das Licht hier dazu dienen ſoll, die Arbeit zu erleichtern und die
Sauberkeit zu unterſtützen. Die Grundſätze guter Haushaltbeleuchtung
greifen in der Oeffentlichkeit immer weiter Platz, und jede Hausfran
wird ſich bald überzengt haben, daß in den Wirtſchaftsräumen
blen=
dungsfreie und ſchattenloſe, li lttechniſch „richtige Allgemeinbeleuchtung
mit Unterſtützung günſtiger Arbeitsbeleuchtung tatſächlich E=ſparniſſe
bringt. Man beleuhtet, um ſehen zu können, man will ſogar mögliclſt
gut ſeben können; man muß dann auch Lampen verwenden, welche in
jeder Bezichung hierfür geeignet ſind.
„Gute Beleuchtung im Haushalt” iſt das Thema eines
Vortrages, welcher am Donnerstag, dem 17. Januar 1929, abends 8 Uhr,
bei freiem Eintritt im Saalbau von Herrn Ingenieur Wild aus Berlin
gehalten wird. Cs dürfte jede Hausfran interefſieren, wvie ſie ihre
Wirtſchaftsräume gut beleuehten kann, ohne Laß die Ausführung
koſt=
ſpielig wäre; durch den praktiſchen Nutzen mackt ſich eine gute
Beleuch=
tung bezahlt. Ein Beſuch des Vortrages dürfte ſich daher ſehr
empfehlen; auf die weiteren Veröffentlichungen bitten wir zu achten.
Was ist Togal?
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landeskheakers
vom 13. bis 20. Januar 1929.
Großes Haus.
Sonntag, den 13. Januar, 17 Uhr, Ende 22 Uhr. B 10. „Die
Meiſterſinger von Nürnberg”. Oper von Richard
Wagner. — Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Montag, den 14. Januar: Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 15. Januar, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. A 10. Zum
erſten Male: „Die Verbrecher”. Schauſpiel von F.
Bruck=
ner. — Preiſe 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, den 16. Januar, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. E 13. „Die
Verbrecher”. Schauſpiel von F. Bruckner. — Preiſe 1 bis
10 Mark.
— 22½ Uhr, Ende 2334 Uhr. Einmaliges Gaſtſpiel des Theremin=
Trios: Vorführung der Aetherwellenmuſik.
Preiſe 0,50 bis 5 Mark.
Donnerstag, den 17. Januar, 19 Uhr, Ende 22½ Uhr. C 11.
„Die Fledermaus”. Operette von J. Strauß. — Preiſe
bis 10 Mark.
Freitag, den 18. Januar, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. D 11. „Die
Boheme”. Oper von Puccini. — Preiſe 1 bis 10 Mark.
Samstag, den 19. Januar, 19 Uhr, Ende 22½, K 7. (
Bühnen=
volksbund). „Carmen”. Oper von Bizet. — Preiſe 1 bis
1) Mark.
Sonntag, den 20. Januar, 15 Uhr, Ende 18 Uhr. Geſchloſſene
Vorſtellung. „Der Zigeunerbaron”. Operette von J.
Strauß. — Kein Kartenverkauf.
— 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Zum letzten Male: „Der Prozeß
Mary Dugan. Stück von B. Veiller. — M= und P= (
Darm=
ſtädter Volksbühne). Halbe Preiſe 0,50 bis 5 Mark.
Kleines Haus.
Sonntag, den 13. Januar, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. „Datterich”,
von Ernſt Niebergall. — Dargeſtellt von der Heſſ.
Spielgemein=
ſchaft. Preiſe 0,50 bis 3 Mark.
Montag, den 14. Januar, 20 Uhr. Valeska Gert:
Geſtal=
ten. Geſungen — geſprochen — getanzt. — Preiſe 1,20 bis
6 Mark.
Dienstag, den 15., Mittwoch, den 16., Donnerstag, den 17. Januar,
16 und 20 Uhr. Kulturfilmbühne im Kleinen
Haus. Der ruſſiſche Großfilm: „Das Ende von St.
Petersburg”. Regie: W. J. Pudowkin. — Preiſe 0,80
bis 2 Mark.
Freitag, den 18. Januar, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. R 7 (Darmſt.
Volksbühne). „Herr Lamberthier”, Schauſpiel von
Verneuil. — Preiſe 1 bis 5 Mark.
Sanistag, den 19. Januar, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete VI=
„Theomacht alles”. Schwank von Nancey und Armont.
— Preiſe 1 bis 5 Mark.
Sonntag, den 20. Januar, 14½ Uhr, Ende 17 Uhr.
Heſſenland=
miete IIo. „Minna von Barnhelm”. Luſtſpiel v. Leſſing.
— Preiſe 1,20 bis 6 Mark.
— 20 Uhr, Ende 22½ Uhr. Zuſatzmiete II:. „Der
Waffen=
ſchmied”. Oper von Lortzing. — Preiſe 1,20 bis 6 Mark.
To al=Tabletten ſn) ein hervyrragend’s Mitte: bei Rheuma,
Gicht, Ischias Grippe, Nerven- und Kopfschmerz,
Erkäl-
tungskrankheiten! Schädigen Sie ſich nicht durch
minderwer=
t ge Mitt=!! — Lt. notar eller Beſtätia, anerkennen über 500
Aerzte, darunter vieſe bedeutende Profe ſoren die gute Wirkung 7
des Togal. Fragen Se Ihren Arzt. In allen Apoth. Mk. 1.40.
0.46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid, acet. sal. ad. 100 Amyl.
( Mch
— Peter Prangs neueſter Lachſchlager, „Die drei
Muske=
tiere” findet im Orpheum, abends 8.15 Uhr, ob ſeiner
unwider=
ſtahlicher Situationskomik freudigen Beifall. In der Tat iſt Prang wie
kein anderer durch ſeinen derb=natürlichen Humor dazu geeignet, dem
Zuſchauer einige Stunden angenehmſter Kurzweil zu vermitteln. — Die
Vorſtellungen währen nur noch bis einſchließlich Montag. Die Preiſe
ſind von 90 Pfg. bis 2.50 RM. mäßig gehalven. (Siehe Anzeige.) —
Die Berechtigungsſcheine für Plakataushang gelten
ausnahms=
weiſe auch heute und morgen (Sonntag).
„Frühling in Paläſtina” iſt der Titel eines neuen großen
Kultur=
films, den der Jüdiſche Nationalfond in Erſtaufführung am
Donners=
tag, den 17. Januar, in den Palaſt=Lichtſpielen zeigen wird. Dieſer
Film gibt intereſſante Einblicke und wertvolle Aufſchlüſſe über das
füdiſche Paläſtinawerk und den Aufbau der jüdiſchen Heimſtätte daſelbſt.
Eintrittskarten ſind im Vorverkauf ab Montag, den 14. Januar, von
3 Uhr nachnittags ab, zum Preiſe von 1 bis 3 RM. an der Kaſſe des
Union=Theaters, Rheinſtraße, zu haben.
— Fidus=Jubiläums=Ausſtellung. Der Vorſtand des Kunſtvereins
ſchreibt uns: Die Eröffnung der Ausſtellung erfolgt kommenden Sonntag,
den 13. d. M., 11.30 Uhr vormittags, in der Kunſthalle am Rheintor.
Herr Graf Hardenberg hat es in liebenswürdiger Weiſe übernommen,
hierbei einige einführende Worte zu ſprechen. Dann wird Meiſter Fidus
ſelbſt, der ſich zur Anordnung und Durchführung der zu Ehren ſeines
60. Geburtstages veranſtalteten Geſamtſchau hier eingefunden hat, den
Erſchienenen die Ziele und Anſchauungen darlegen, die in ſeiner
künſt=
leriſchen Arbeit für ihn und ſein Lebenswerk beſtimmend waren. Die
Eröfinungsfeier wirde hiernach ſicher ein befonderes Ereignis werden.
Selbſtverſtändlich ſind zu ihr alle Mitglieder des Kunſwvereins herzlich
willkommen, und hofft der Vorſtand, ſie in recht ſtattlicher Zahl
be=
grüßen zu können,
— „Mar und Moritz” im Orpheum. Heute Samstäg und morgen
Sonntag, nachmittags 4 Uhr, je eine Kindervorſtellung.
Nähe=
res iſt aus heutiger Anzeige (im Inſeratenteil dieſes Blattes)
erſicht=
lich. Ueber die Kindervorſtellungen ſchreibt beiſpielsweiſe die „Deſſauer
Zeitung: „Max und Morit;” in der Stadthalle. War das geſtern
nach=
mittag ein Jubel in Ger Stadthalle! Viele Hunderte Hinder, teilweiſe
begleitet von Erwachſencn, waren gekommen zum Kinder=Theater. Der
Anfang war ſchon ſehr luſtig, denn es gab ein kleines Vorſpiel, bei dem
die Kleinen mitirken durften. Ein Spaßmacher unterhielt ſie in
köſt=
licher Weiſe, ſang mit ihnen „Fuchs, du haſt die Gans geſtohlen”, und
erzählte vom Tannenbaum mit ſeinen blauen Blättern. Da gab es
Widerſpruh: Die Blätter wären grün! Aber es blicb doch ein Reinfall
für die Kleinen, denn ſie wurden belehrt, daß der Tannenbaum keine
Blätter trägt, ſondern Nadeln. — Endlich öffnete ſich dann der
Vor=
hang, um vor ihren Augen die 6 luftigen, köſtlichen Bilder von
Wil=
heim Buſch erſtehen zu laſſen. Die Witwe Bolte, Lehrer Lämpel und
Schneider Böck ſaßen beim Kaffee und hielten Gericht über die böſen
Buben Max und Moritz. Dann folgten die Streiche der beiden. Auf
ihr Konto kommen die getöteten Hühner, die ſie auch noch aus der
Pfanne ſtehlen. Dann ärgern ſie Schneider Meck=Meck=Meck, der ins
Waſſer fällt und von ſeiner Frau wieder trocken gebügelt wird. Dem
Lehrer ſtopfen ſie Pulver in die Pfeife. Es folgt ein großer Knall und
der arm= Lehrer wind ganz ſchwarz geräuchert. Dem Onkel ſetzen ſie
Käfer ins Bett und dem Bauer zerſchneiden ſie den Getreideſack. Endlich
werden ſie erwiſcht und in die Mühle gefperrt, um elend zugrunde zu
gehen. Sie entrinnen dem Tose noch einmal, geloben Beſſerung und
werden brave Kerle. — Die Darſteller, Berliner Schauſpieler, ernteten
jubelnden Beifall von kleinen Händen; es gab nur ſtrahlende Geſi hter.
Hübſche Originaldekorationen gaben dem luſtigen Spiel den rechten
Nahmen.
— Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe
Darmſtadt, feierte ihre Weihnachtsfeier. Die Feier wurde
ein=
geleitet durch einen Vorſpruch des Kam. Traum: „Die
Weihnachts=
glocken”. Nach einem gut geſprochenen Weihnachtsprolog von Frl.
Wenz und einem Melodram „Das Glöcklein von Innisfär”,
vorgetra=
gen von Frl. Göbel, begrüßte der erſte Vorſitzende Kamergd Bock
die erſchienenen Kameraden und Gäſte. Hierauf folgte „Des Sängers
Traum”, das von den Damen Wenz, Bock, Gärtner, ſowie Kam.
Traum gefpielt wurde und viel Freude erregte. Desgleichen fand das
Theaterſtück „Weihnachtsopfer” aufgeführt von Frau Daum, den
Ka=
meraden H. Brunken und Traum, ſowie den Kindern Daum,
Döring, Steinmann und Winkler, allgemeinen Beifall. Auch
Knecht Ruprecht (Kam. Hildenbeutel) hielt in der Pauſe ſeinen
Einzug und erfreute durch Verteilen von Spielſachen und nützlichen
Gegenſtände unſere Kleinen. Die ſeit Beſtehen der Vereinigung ſtets
tätigen Kameraden Flach und Exner wurde die Ehrennadel
ver=
lieben. Den Höhepunkt des Abends bildete das Theaterſtück „Die
ver=
tauſchte Frau”, für das die mitwirkenden Damen Frau Döring, Frl. A.
Wenz, Bock und Gärtner, ſowie die Kam. Göbel, Traum, Brunken
und Schweikert reichen Beifall ernteten. — Die Bühnendekoration ſtellte
die Firma Müller, Karlſtraße 47—49, in liebenswürdiger Weiſe zur
Verfügung.
S6
Das unerrelchte, wissenschaftl. begründete Mittel
für den Haaruchs. Arztlich emnpfohlen gegen
Haarausfall und Kopfschuppen. Zuglelch das
er-
frischende und ideale Pflegemittel für die Frisur,
von höchster Eigenart der Duftkomposition.
Garh
U A! Musotsst Bo
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6
amstag, den 12. Januar 1929
Nummer 1.
Alarmäbung der Bereiſchaftspolizei des
Polizei=
amls Darmſtadl.
Auf Anordnung und in Gegenwart des Polizeidirektors Dr. Uſinger
fand am 10. Januar 1929 eine Alarmübung der Bereitſchaftspolizei des
Polizciamts Darmſtadt ſtatt. Dieſer Uebung, die der Leiter des
Außen=
dienſtes des Polizeiamts und der Bereitſchaftspolizei,
Polizeioberſtleut=
nant Schröder, leitete, lag folgende Idee zugrunde: „Am erſten
Bahn=
wärterhaus füdlich des Sütbahnhofs, iſt ein aus Richtunng Mannheim
kommender D=Zug entgleiſt. Hierbei ſchoben ſich einige Wagen
ineinan=
der und gerieten in Brand. Der Brand droht auf den angrenzenden
Waldbeſtand überzugreifen. Durch das Ineinanderſchiebew der Wagen
wurden eine größere Anzahl Fahrgäſte getötet bzw. verletzt.”
Die Alarmierung erfolgte um 10.52 Uhr durch Herrn Polizeidirektor
Dr. Uſinger perſönlich. Dem Polizeioffizier vom Ortsdienſt wurde
mündlich vorſtehender Auftrag ertcilt. Um 11.10 Uhr waren bereits die
erſten Polizeibeamten an der Unfallſtelle eingetroffen. Die in der
Poli=
zeiunterkunft ſtändig bereitgeſtellte Verwendungsbereitſchaft des
Polizei=
amts in Stärke von 2 Offizieren und 44 Beamten war einige
Mi=
nuten ſpäter an dem Ort des Unfalles und griff ſofort
weiſungs=
gemäß an den bezeichneten Punkten ein. Es wurden Abſperr=, Rettungs=
und Aufjäumungskommandos eingcteilt, die mit dem erforderlichen
Ge=
rät, das zu dieſem Zweck in der Polizeiunterkunft ſtets griffbereit liegt,
ſofort die Arbeit aufnehmem konnten. Kaum waren die erſten Beamten
am Platze, da erſchien auch der Sanitälskraftwagen des Polizciamts
Verletzten. Mit kurzen Zeitabſtänden traſen alle
aller Dienſtgrade in Tätigkeit; hierunter befand ſich auch der berittene
Zug, der zum Abſperren der Unfallſtelle Verwendung fand, ſowie zwei
Perſonenkraftwagen und ſieben Laſtkraftwagen, die zum Abtransport von
Verletzten und zum Abſchleppen von die Gleiſe ſpervenden Trümmern
uſw. Verwendung finden konnten. Da zum Elück ein wirklicher Unfall
nicht vorlag, ſo wurden an Ort und Stelle alle zu treffenden
Maßnah=
wen beſprochen, wobei die Beamten außerdem auf die techniſchen
Ein=
richtungen der Bahn, betr. Streckenſicherung, Fernſprechanlagen uſw.,
hingewi ſen wurden. Um 11.50 Uhr wunde die Uebung abgebrochen und
das Ergebnis anſchließend durch den Herm Polizeidirektor und den
Leiter des Außendienſtes mit den Offizierem und Polizeimeiſtern der
Bereitſchaftspolizei beſprochen.
Die intereſſande Uebung bar gezeigt, daß die Bereitſchaftspolizei des
Polizeamts Darmſtadt ihrer Aufgabe, bei größerem Unglücksfällen
durch=
aus erfolgreich und ſchnell in Aktion zu treten, gewachſen iſt.
— Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: von Sonntag
bis Freitag vormittags 11 und 11.30 Uhr. Samstag geſchloſſen.
— Kunſtverein für Heſſen. Auf einige an uns ergangene Anfragen
möchten wir darauf hinweiſen, daß auch die Neuanmeldung als
Mitglied zur Teilnahme an der Eröffnungsfeier berechtigt.
Kunſt=
freunde, die die Mitgliedſchaft zum Kunſtverein erwerben wollen und
zu der Eröffnungsfeier der Fidus=Jubiläums=Ausſtellung
erſcheinen möchten, können ſich deshalb durch Namenseintrag in die
in der Kunſthalle aufliegende Liſte als neue Mitglieder anmelden.
— Odenwaldklub „Frankonia‟ Darmſtadt. Unter dem Motto: „Wir
frei’e uns uff de Rummel=Bummel” Veranſtaltet der Odenwaldtlub
Frankonia ſeinen ſo beliebbten Maskenball in ſämtlichen aufs feenhafteſte
beleuchteten und geſchmückten Räumen des Rummelbräu, Rheinallee,
Be=
ſitzer Heidenreich. Für ſtimmungsvolle Muſik und Unterhaltung ſorgt
aufs beſte das närriſche Komitee. (Siehe demnächſt Anzeige.)
— Zu dem Feſtabend des Frauenvereins vom Roten Krenz für
Deutſche über See iſt es ratſam, ſich Eintrittskarten ſchon im
Vorver=
kauf zu ſichern. Dieſer findet ſtatt: für Mitglieder zum Preis von
1,20 Mk. bei Frau Miniſter Becker, Prinz Chriſtiansweg 6, und Frau
von Oidtmann, Wilhelmſtraße 28; für Nichtmitglieder zum Preiſe
von 2.40 Mk. bei Konditorei Graßmann, Pamerhaus Leuthner,
Juwe=
lier Schmidt, Modehaus Strauß u. Maher.
— Kant=Vorleſung. Zum Gedächtnis des 125. Todestages Imanuel
Kants am 12. Februar d. J. veranſtaltet die hi ſige Volkshochſchule an
zehn Montag=Abenden, beginned am 14. Januar, 20 Uhr, im Saal 140
der Techniſchen Hochſchule, eine öffentliche Vortragsreihe des bekannden
philoſophiſchen Redyers am Frankfurter Rundfunk Pfarrer Clemens
Taeſler, Frankfurt a. M. Das Thema lautet: „Wie dachte der
größte deutſche Philoſoph über Welt und Leben?‟ Die leichtfaßliche
und feſſelnde Vortragsart des Redners und die ſeltene Gelegenheit einer
Einführung in „Kant” laſſen eine ſtarke Beteiligung erwarten.
Anmel=
dungen zur Teilnahme ſind an die Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule,
Mathildenplatz 17, zu richten.
— Hausfrauenbunb. Wir machen unſere Mitglieder aufmerkſam, daß
die Anmeldefriſt für das Gas=Preis Wettkochen der Städtiſchen Betriebe
Montag, den 14. Januar, abläuft. Anweldungen: Gaswerk, Frantfurter
Straße 100, oder Stadtladen, Grafenſtraße 30.
Zur Sitzung der Stadtverordneten=Verſammlung am
Donners=
tag, dem 17. Januar 1929, um 17 Uhr, im Rathaus iſt dieſe
Tagesord=
nung feſtgeſetzt: 1. Erſtattung von feuerpolizeilichen Gutachten bei der
Errichtung von Autogaragen. (Berihterſtatter: Stadtv. Dr. Noellner.)
2. Ausdehnung des Wirkungskreiſes der Kreisabdeckereſi Darmſtadt auf
den geſamten Kreis Groß=Gerau. (Berichterſtatter: Stadtv. Dr.
Noell=
ner.) 3. Feſtſetzung der Einheitspreiſe für Straßenherſtellungen zu
Laſten der Anlieger. (Beruchterſtatter: Stadtv. Hummel.) 4.
Umwand=
lung der auf Goldmark lautenden Gebühren für die Benutzung von
Straßen und Plätzen zu Bauzwecken und der Gebühren in
Baupolizei=
ſachen in Reichsmark. (Berichterſtatter: Stadtv. Tempel.) 5.
Errich=
tung eines Baublocks mit 100 Wohnungen am Südbahnhof; hier:
Ge=
nebwigung des Bebauungsplanes. (Berichterſtatter: Bürgermeiſter
Buxbaum.) 6. Errichtung einer unterirdiſchen Bedürfwisanſtalt. Ecke
Nieder=Namſtädter Straße und Heinrichſtraße. (Berichterſtatter: Stadtv.
Walbe.) 7. Mitteilungen.
—An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken
richten wir die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte
ernſtlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den
nachteiligen Einflüſſen der Witterung nach Möglichkeit geſchützt
werden, daß namentlich: 1. die Zugtiere niemals länger als
un=
bedingt erforderlich und niemals unbedeckt im Freien ſtehen
ge=
laſſen werden, 2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder
andernfalls vor dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten
gehörig geſchärft oder mit Stollen verſehen werden.
Unzuläſſige Briefumſchläge. Wic ſeit mehr als 2½ Jahren in
der Fahpreſſe, in den Tageszeitungen, durh die Wirtſchaftsverhände
und durch die Poſtanſtalten ſchriftlich und mündlich immer wieber
be=
kannt gegeben worden iſt, ſind Briefumſcläge, die auf der Vorderſeite
gedruckte Angaben enthalten, die über da3 linke Drittel hinausgehen, oder
deren Rückſenen derartig üben die ganze Fläche bedruckt ſind, daß ſie
den vorgeſchriebenen oberen Rand von 2½ Zentimetern Breite nicht
frei haben, unzuläſſig und von der Befärderung auszuſchließen. Das
Neichspoſtamt hat nochmals nichgegeben, daß die Friſt zum Aufbrauch
unzuläfſiger Umſchläge und Streifbänder bis zum 31. Dezember 1929
verlängert wird. Briefumſchläge uſw., auf deren Rückſeite nur
Abſen=
derangaben uſw. ſich befinden oder ein entſprechend großer Raum an
an=
derer Stelle frei gelaſſen iſt, ſind wicht unzuläſſig. Wünſchenswert iſt
c8, daß auf dem liken Drittel der Vorderſeite der Umſchläge der
obere Nand in Höhe von 3½ Zentimetern frei gelaſſen wird.
Bezirksſchöffengericht.
*p. 1. Der Schreiner Karl Mundinger von Magſtadt ſteht wegen
Be=
trugs unter Anklage. Er foll unter der falſchen Vorſpiegelung, er ſei
Angeſtellter eines Kunſtverlags in Ulm und nehme Beſtellungen auf
Bilder für dieſen entgegen, verſchiedenen Perſonen in Sprendlingen
An=
zahlungen abgenommen haben. Der Strafantrag geht auf 7 Monat=
Gefängnis. Das Urteik lautet dementſprechend.
2. Betrug und Diebſtahl legt die Anklage drei Angeklagten, zwei
Kellnerinnen und einer Wirtin, zur Laſt. In einer hieſigen Wirtſchaft
wurden in einer luſtigen Nacht (25./26, September 1928) zuſammen mit
einem auswärtigen Gaſt, der recht unvorſichtig fein Geld hatte ſehen
laſſen, 11 Flaſchen Sekt und 14 Flaſchen Wein veitrunken, verraucht
wurden 100 Zigaretten. Die Anklage nimmt an, daß der Gaſt um den
Betrag von 450 Mark übervorteilt worden ſei, und die Wirtin ſich 100
Mark und deren Tochter ſich 400 Mark von dem dem betrunkenen Gaſte
auf den Boden gefallenen Geld in Scheinen angeeignet habe. Eine dritte
Angeklagte (Kellnerin) ſoll den Gaſt außerdem um 4 Mark beſchwindelt
haben.
Der Staatsanwalt betont, daß die Verhandlung das Bild einer
Alt=
ſtadtanimierkneipe entrollt habe. Bis 2—2½ Uhr ſei gekneipt worden.
Der Gaſt ſei in einer ganz unglaublichen Weiſe ausgebeutet worden.
Die Zeche habe mindeſtens 300 Mark betragen. 25 Flaſchen könnten
un=
möglich verkonſumiert worden ſein, es ſei wohl mit den Flaſchen
jong=
liert worden. An der Mogelei ſeien alle drei Angeklagte beteiligt. Auch
die Diebſtähle ſeien erwieſen. Es werden folgende Strafanträge geſtellt:
gegen die Wirtin 5 Monate Gefängnis, derem Tochter 2 Monate 2 Wochen
Gefängnis, die Kellnerin 2 Monate Gefängnis.
Der Verteidiger erachtet, daß die Anklage wegen Zechbetrugs auf
recht ſchwachem Füßen ſtehe; für einen Dießſtahl ſei nichts erwieſen. Auf
Vermutungen könne man kein Urteil aufbauen.
Das Urteil erkennt gegen die Wirtin auf 2 Monate Gefängnis, gegen
deren Tochter auf 6 Wochen Gefängnis, gegen die Kellnerin auf 1 Monat
Gefängnis.
Ein in Höchſt i. Odiv. beſchäftigter Hausknecht, der auch mit
Ab=
holen von Wäſche für ſeinen Arbeitgeber (Färbereibeſitzer) beauftragt
war, iſt der Unterſchlagung von Kleidungsſtüchen und Geld beſchuldigt.
Er iſt zum größten Teil geſtändig. Der Arbeitgeber hat die Leute
ent=
ſchädigem müſſen, da die Kleidungsſtücke vom Angeklagten in Wiesbaden
veräußert worden ſind. Pferd und Wagen ließ der Angeklagte in Zell
i. O. ſtehen und verſchwand. Das Urteil erkennt auf 3 Monate
Gefäng=
nis, die Unterſuchungshaft wird in voller Höhe angerechnet.
Zwei Diebſtähle von Zigaretdem ud Zigarren und eine
Entwen=
dung von zwei Grammophonplaaten legt die Anklage einem Lackierer
zur Laſt. Den Diebſtahl aus 1926 gibt er zu, im übrigen beſtreitet er
die Anklage. Die Familie des Angeklagtem iſt arbeitslos. Wegen eines
Diebſtahls hat er bereits im Jahre 1924 einen Monar Gefängnis mit
Bewährungsfriſt bis 1929 erhalten. Urteil: 3 Monate Gefängnis wegen
des zugeſtandenen Diebſrahls.
Ein Kaufmam. der früher in Groß=Zimmern eine Pappenfahrik
be=
trieb, iſt der Gläubigerbegünſtigung und der Unterſchlagung beſchuldigt.
Die Dinge liegen längere Zeit zurück. Urteil: Freiſprechung.
Wlenn käref
dann
Peunen
mw allen Feinkssthandlingen zü haben.
Sehr. Wiedemann, Wanger i. Mtgäu
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind au=ſchließlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu beirachten
in keinem Falſe irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Es iſt dem Inhaber der Rheingauer=Weinſtube, Herrn
J. Moog, gelungen, bis über die Faſtnachtszeit die berühmte Ungariſche
Zigeuner=Kapelle Piſta Magda zu gewinnen. Die Kapelle, die ſchon ſehr
beliebt geworden — wie vorher in der Stadthalle Mainz, wo ſie große
Erfolge hatte — konzertiert täglich ab 7.30 Uhr abends, ſowie
Sonn=
tags während des Mittagstiſches.
Aus den Barkeien.
— Deutſche Demokratiſche Partei —
Orgauiſa=
tionsausſchuß. Am Dienstag, den 15. Januar, abends 8.30 Uhr,
findet im Parteilokal, Eſchollbrücker Straße 5, eine Sitzung des
Organi=
ſationsausſchuſſes ſtatt. Wir bitten um zahlreiches Erſcheinen.
Oilont
Café Cabaret
und Casino
Frankfurt a. Main
Das große
Danu a
k-
I161
Programm
Tageskalender für Samstag, den 12. Januar 1929.
Landestheater Großes Haus, Anfang 16 Uhr, Ende 18 Uhr,
Heſſenlandmiete 1 (5): „Der Prozeß Ma.y Dugan”. — Abends 20 Uhr,
Ende 22½ Uhr, L. 12, R 6 (Darmſtädter Volksbühne): „Die Bohöme‟.
— Kleines Haus, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr, Zuſatzmiete V (3):
„Herr Lamberthier”. — Orpheum, abends 20.15 Uhr: „Die drei
Musketiere” — Odenwaldklub, abends 20 Uhr, im Feſtſaal der
Turngemeinde am Woogsplatz: Dekorierungsfeſt. — Sportverein
1898, A. H. Vg., abends 20 Uhr, im Anker: Außerordentliche Generaſ=
Verſammlung. — Darmſtädter Männer=Geſangverein
1881, abends 7.11 Uhr, im Perkeo: Maskenball. — Rheingauer
Weinſtube, abends 20 Uhr: Zigeuner=Kapelle Piſta Magda. —
Kaffee Rheingold: 1. Kappen=Abend mit Tanz. — Kaffee
Haſſia: Kappin=Abend. — Reſt. Reichshof; Großer
Karne=
paliſtiſcher Abend. — Konzerte: Schloßkaffee, Hotel Schmitz,
Spaniſche Bodega, Weinhaus Maxim, Reſt. Bender, Stadt Malaga,
Perkeo, Alte Poſt, Zum Neckartor, — Kinovorſtellungen:
Union=Theater, Helia=Lichtſpiele, Palaſt=Lichtſpiele.
Aus heiſen.
Die Städtiſche Berufsfeuerwehr wurde im Monat Dezember 1928
neunzehnmal alarmiert, und zwar zu 8 Kleinfeuern, einem
Schornſtein=
brand, 2 Autounfällen, 2 Waſſerrohrbrüchen, einmal zum Heben eines
Pfe des und zu 5 ſonſtigen Hilfeleiſtungen. Der Sanitätsdienſt evſtreckte
ſich auf 125 Transporte; die hierbei zurückgelegte Fahrtſtrecke betrug
1046 Kilometer. Auf der Wache, Kirckſtraße 13, Feinſprecher Nr. 3509
und 600, wurde in 12 Fällen erſte Hilfe geleiſtet.
E. Wixhauſen; 11. Jan. Seinen Vereinsball hält der B.
Fußball=Club „Union” am Samstag, den 12. Januar, in ſeinem
Ver=
loral (Jakob Huck) ab. Daſelbſt finde: am Sonntag, den 20. Jan
uachunttags, die Genera verſammlung des Vereins ſtatt. Vor der
ſammlung trägt die 1. Liganannſchaft ein Verbandsſpiel gegen
Miß=
auls.
F. Eberſtadt, 11. Jan. Bunter Abeud. Wie alljährlict
ereignisvollen Abend hin, ſodaß alte Beſucher des Feſtes im F2
froher Wanderfreunde einige genußreiche Stunden zu erwarten 57
Abgeſehen von dem muſikaliſihhen Teile, der das Programm feſtlichn
ſchließen wird, iſt unſere geſ lätzte einheimiſche Sängerin, Frau Linu
Asmus, vertreten, die das Publikum durch einige ſchöne Liede
frenen ſird. Anßerdem wird Herr Gerbig als Violin=Soliſt min,
ken: Klubmitglieder werden einen Reigen und ein komiſches Terzetmtn
legung der Einheitswerke. Die Liſten über die vom Gmr
wert=Ausſchuß feſtgeſtellten Einheitswerte liegen ſeit 6. Januar a
Monat lang in ben Dienſträumen des Finanzamts Darmſtadt=C3,
Ahaſtraße 9, und bei der Untererhebſtelle Eberſtodt jeden Werktag 70
9—1 Uhr zu jedermauns Einſicht offen. — Hauptvexſammlrm
Der Geſangverein „Liederkranz” hält ſeine diesjährige Hauptverſan
lung am Samstag, den 12. Januar, im Vereinslokal „Zum Müß
(Klenk) ab. Begimn 8 Uhr. — Odenwaldklub. Der Odenwals=
(Ortsgruppe Eberſtadt) unternimmt am komemnden Sonntag ſeine
Wanderung im Kalenderjahr 1929. Treffpunkt: Ortsausgang
Darmſtädterſtraße. Abmarſh 1.30 Uhr, Marſchzeit 2½ Stuu err
Generalverſammlung. Die Generalverſammlung des Zer
verbandes der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutſchlands (Ortsyr=
Eberſtadt) findt am Sonntag, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr
ginnend, im Saale des Gafthauſes „Zur Harmowic” ſtatt. — ArßeF
loſenſtatiſtik. Die Zahll der Erwevbsloſen iſt in der Berichtsrn
auf 334 geſtiegen. Kriſenfürforgeempfänger ſind 16 vorhanden.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 11. Jan. Obſt= und Gartenbauvo
ein. Im Gemeinderat wurde in der letzten Sitzung der Entwurf eu
Ortsſatzung über die Bekämpfung der Obſtbaumſchädlinge angenom
Damit iſt einem lange gehegten Wunſche Rechnung get agen, denn
dem Erlaß der polizeilichen Beſtimmungen kann jeder Oßzbaumbesmf
gezwungen werden, feine Bäume durch Bequftragte der
Gemeinde=
ſpritzen zu laſſen gegen Erſtattung der entſtehenden Selbſtkoſten.
Maßnahme wird vorausſichtlich ſchon in allernächſter Zeit Platz grean=
Der Entwurf der Ortsſatzung liegt vom kommenden Montag ab
Woche lang zur Einſicht der Indereſſenten auf dem Rathaus offrm.
Auf den am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, im Gcſth:/
„Zum Löwen” ſtatrfindenden Vortrag des Herin Lehrer Nöſch
Ober=Ramſtadt über die Befruchtung der Obſtbäume wird nochmals M
gewieſen. Es kann nur jedem Obſtbaumbeſitzer empfohlen werden, uße
den von einem durchaus bewanderten Sachkenner ausgearbeiteten Ayg
trag anzuhören; er iſt jedenfalls von größter Wichtigkeit für die
deutung des Obſtbaues. Der Eintritt iſt frei. Die Mitglieder des
Qühu=
bauvereins ſind ganz beſondeis dazu eingeladen.
(k) Roßdorf, 11. Jan. Einheitswerte. Nach einer Bele=teh
machung der Bürgermeiſterei liegr die Liſte über die vom GrundEid
ausſchuß feſtgeſtellten Einheitswerte vom 6. Januar 1929 ab einen Eläk
nat lang im den Dienſträumen des Finanzamts Darmſtadt=Land und
Maa=
der Untererhebſtelle dahier jeden Werktag von 9 bis 11 Uhr vormitk Aun
zur Einſicht offen.
A. Ernſthofen, 11. Jan. Morgen, Samstag, abend findet der F41
milienabend des Gefangvereins von Ernſthofen in der Goſt
ſchaft von Ludwig Roßwann ſtatt. — Am Sonntag, den 13. Jan——01
nachmittags, hält der hieſige Deutſche Turnverein ſeine Generalverſamptig
lung in der Gaſtwrtſchaft „Zur Poſt” ab. — Durch die ſtarke Kälte /½
den letzten Tagen konnte der Kaufmann Späth von Hoxbohl mit d2a-h
Eismachen in den Schloßteichen von Ernſthofen beginnen, denn has 0441
hat ungefähr eine Stärke von 0,30 Meter. — Am 9. Januar w—w4
wieder erhokungsbedürftige Schelkinder hier im Schloſfe von Heru=9=
trag, veranſtaltet durch die hieſige Ortsgruppe der R. c. K., ſtatt.
Vortrag, wozu Herr Oberſtudiendirektor Dr. Weiner=Michelſtadt
Refereut gewonnen iſt, bringt an Hand präcktiger Bilder unter EF
Titel: „Der großdeutſche Gedank=”, eine äußerſt hübſche und intereſſat 9‟
Illuſtration einer Winderung durch Deutfchlands und Oeſterreichs Gervd.
Der Reiuerlös der Veranſtiltung bourmt Wohltätigkeitszwvecken zugure.Jun
Omnibusverkehz. Nachdem im verfloſſenen Jahr der Omuikrtepe./
verkehr Groß=Umſtadt—Heubach wegen Illzu ſchleichter Frequenz acin
geſtellt werden mußte, ſcheinen jetzt wieder Verhandlungen zu ſchwerd
den Verkehr auf dieſer Strecke wieder aufzunehmne. In Anbetracht iſtzi
Nutzlich= und Beuemlihkeit eines ſolchen Verkehrsmittels wäre 1Pchn
fahrplanmäßige Befahren dieſer Strecke wieder wünſchenswert.
* Michelſtadt, 11. Jan. Das für Samstag vorgeſehene Konzert / Bw1y
berlihmter Geigenkünſtlers Profeſſor Guſtav Havemann im Saale
Schloſſes Fürſtenau mußte auf beſonderen Wunſch, des Künſtlers inſte7 och
ſeiner geänderten Reiſedispoſitionen auf Sonntag, den 13. Januar 120.
nachm. 5 Uhr, verlegt werden.
* Ashach i. Ltw, 11. Jan. Nächſten Sonntag, den 13. d. Mts., K)B1
der Kriegerverein im Saale von Gaſtwirt Ruths ſeinen Maskenhall
Eine ſchneidige Muſik und neue Ueberraſchungen werden jeden BeſucBen
entzücken.
m. Beerfelbden, 10. Jan. Aus den Vereinen. Die hieſlg.
evangeliſche Mädchengruppe im Bund Deutſcher Jugendvereine zeigt ſan
kommenden Sonntag abend einen Unterhaltungsabend in der Turnhag
en=
an, bei dem auch der B.D.J.=Gruppe „Pfalzritter” ſeine Mitwirie-/en
zugeſagt hat, mittags iſt eine Kindervorſtellung. Volkstänze, Lieder,
Spiel von Hans Sachs uſw. vereinigen ſich zu einem mann’gfaltig‟ 1
Programm. — Der Männergeſangverein „Sängerriege” bietet ſeitg
Mitgliedern am 19. d. M. in der Turnhalle einen muſikaliſch=theatro.
ſchen Unterhalrungsabend mit reichhaltigem und wechſelvollem
PwA=
gramm, das er am N7. d. M. als Theaterabend wiederholt. Die A-32
bietungen dieſes Vereins erzielen ſtets ein volles Haus. — Im Laufe —
Woche hält der Verein für Raſenſport im „Schanen” eine Mitglied” 2
verſammlung ab, in demſelben Lokal tagt Ende der Woche die Gener
verſammlung des Stenographenv reins „Gabelsberger”.
— Hirſchhorn, 11. Jan. Waſſerſtand des Neckars
10. Januar 0,94 Meter, am 11. Januar 0,90 Meter.
EUROPA-PALAST
früher Kristall-Palast, Fran’furt a. M. Gr. Gallusstr. 12.
1594
Täglich 8½ Uhr abende:
Das große Januar-Programm.
10 Attraktlonen.
Hbg 167
In den ersten 10 Jahren
sollte jede Mutter ihr Kind nur mit
der reinen, milden
MIVEA
HINDERSEIFE
waschen und boden. Das Kind wird
es ihr einst danken, weil ihm
da-
durch später manche Sorge um die
Erhaltung seines guten 1eints
er-
sport bleibt. Nives-Kinderseiſe ist
überfettet und nach ärztlicher
Vor-
schrift besonders für die
empfnd-
liche Haut der Kinder hergestellt.
Prei 70 Pg.
Die Wirkung der Nivea-
Creme beruht auf
ih=
rem Gehalt an
hautver-
wandtem Eucerit. Keine
andere Creme enthält
Eucerit.
Vor dem Rasieren
u. zwar vor dem Einseifen,müssen Sie lhre Hauf gründlich mit
2AAAA URLAA
einreiben. Schmerzloses Rasieren, blendendes
Schneiden des Messers, Vermeidung jeglicher
Hauf=
reizung sind der Erfolg.
Steis gründlich in die Haut einreiben, damit die
Schaumerzeugung beim nachfolgenden Einseifen
nicht beeinträchtigt wirdt
Dosen 0,20 bis 1,20 M / Tuben aus reinem Zinn 0,60 u. 1,00M
wmmer 12
Samstag, den 12. Januar 1929
Seſte 7
AAe O0
che Aabmſcafmhe Toce.
Uligfige Prognoſe für die Enkwicklung der Landwirkſchaft. — Keine Erleichkerung der Kredit- und Zinslage. — Die Wichligkeit der Markkbeachkung.— Die Polilik
des Landbundes. — Androhung von Kampfmaßnahmen.
0O. Im dichtbeſetzten Saalbau fand geſtern vormittag mit zwei
muß
„ Gitzu
Maut
Sctti
Beit
Deuch
häfl.
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Präti
Swulk”
rußt
befit
„Die neuzeitliche Entwicklung der Wirtſchaft, des Verkehrs und der
eſſan=en Fachreferaten der Vortragskurs der Landwirtſchafts= Entſtehung dicht beſiedelter Verbrauchergebiete hat zwiſchen Erzeuger
ſeinen Abſchluß. Präſident Henſel begrüßte die Anw ſenden und Verbraucher eine weite Trennung hervorgerufen. Auf dem Wege
ſchi und erteilte dann Prof. Dr. Beckmann von der Landwirt= der Arbeitsteilung übernahm der Handel die Verſorgung der dauernd
ARcen Hochſchule Bonn=Poppelsdorf, das Wort zu ſeinem Referat, wachſenden Bevölkerung und den Abſatz für den Erzeuger. Er wurde ſo
zu einem wichtigen Glied der deutſchen Volkswirtſchaft. Verbraucher,
Handel und Erzeuger bilden den Markt. Hier treffen widerſtrebendſte
Aſde bekriebswirtſchaftlichen Grundfähe für den Tendenzen zuſammen: Der Erzeuger will einen möglichſt hohen Preis
haben, der Verbraucher will für einen geringen Preis möglichſt viel
edbau ergeben ſich aus der Enkwiatung der gute Ware erhalten; der Handel beanſprücht für ſeine
Vermittlertätig=
keit eine möglichſt hohe Entſehädigung.
Der deutſche Markt wird unter Ausnutzung der modernen
Verkehrs=
nklebendiger, friſcher Vortragsweiſe gab der Redner vertvolle An= wirtſchaft in raht erheblichem Umfange von Landesprodukten des
Aus=
landes überſchwemmt. So beträgt der Einfuhrüberſchuß in den erſten
war und Vorſchläge, die die Entwicklung der Landwirtſchaft zu fok elf Monaten vergangenen Jahnes in Zentmern an: Lebenden Vieren
Kartoffeln 6 244 554: Gier 2 765 773 000 Stück; friſches Obſt 7215 400;
Kltte, daß ſich auf dem Binnenmarkt, namentlich auch da das feſte
Die hohen Einfuhrüberſchüſſe ſind nicht immer als eine Ergänzung
eukt=pital fehlte, nur ſchwer eine geſunde Entwicklung erreichen ließ.
Mder Konjunkturänderung ging natürlich auch eine Preisänderung der mengenmäßig für die nicht hinreichende einheimiſche Erzeugung an=
Hir. Hand. Zu dieſen ungünſtigen Verhältniſſen kam noch die unge= zuſehen, dielnehr iſt oftmals eine große Bedeutung beizumeſſen der
ACmtwicklung der Technik. Man konnte, und kann auch heute bei Qualität, der Sortierung, Aufmachuug und Herrichtung der Produkte
huszen Fortſchritten noch nicht wiſſen, wie ſich der Abſatz im Ver= ſowie ihrer mengenmäßigen Einheitlichkeit. Heute verlangt die Haus=
Az zur Produktion geſtaltet. Außerdem iſt noch die Verflachtung mit frau gut ſortierte Qnglitätsware, die ſich durch gleichmäßige
Beſchaffen=
möltmaikt zu beachten, denm geuade von ihm kommen immer wieder heit, Sauberkeit und gefällige Aufmachung von ſelbſt embfiehlt. Hierfür
Sgeinfluſſungen und dadurch bervorgeruſene Schwankungen in der einen erhöhtem Preis anzulegen, iſt ſie trotz ihrer ſchtwachen Kaufkraft
hiel altung. Im Grwägung dieſer Tatſache wird man don ſelbſt und gern bereit. Nicht immer halten die einheimiſchen landwirtſchaftlichen
äfäufig zu dem Reſultat kommen, daß eine vielſeitige Betriebs= Erzeugniſſe den geſtellten Anforderungen ſtand. Hier machem ſich die
nachteiligen Folgen der Zwangswirtſchaft und der Inflation ganz augen=
deutſchen Boitswurkſchaft.
beichnerignet wanen. Die erſte grunkſätzliche Entw cklung wurde da= 2ſ36 569, Lebensmittel und Getjänke 14 98 688; Getreide 73 630 700;
bucht Geeinflußt, daß ſich die Preisentwicklung in der
Land=
wicktialit ſo uſicher geſtaltete, daß bei der nebelhaften und ſchwankenden Sühfrüchte 7303 684: Fleiſch 2393 394; Butter 2330 988. Dieſe Mengen
Geeirruig eine ſichere und konſtante Berechnung kaum möglich war. Da1= verteilen ſich auf alle Märkte.
ſg am vorteilhafteſten iſt. Je vielſeitiger ein Betrieb eingeſtellt iſt,
ſbeſſer kann allen unvorhergeſehenen Eventualitäten dorgebeugt
Reit
ſäut Sähniſche Feſtlegung eintritt. Man braucht keine tecknichmn
Sttliſtungen anzuſtreben, die mau ruhig manchen ſtädtiſchem
Korpo=
ragzhin- mit Muſterwirtſchaſt überlaſſem kann, ſondern mam ſoll die
tech=
niſſt Seiſtungen auf ſeinen Betrieb ſo eninſtellen, daß ſie ökonomiſch
unub n —abel ſind. — Ein ſehr wichtiger und ausſchlaggebender Faktor
iſt 31 uihlbare Mangel an Arbeitskräften. Dieſer Mangel hat wohl
ſeirWzrupurſache darin, daß die jungen Leute Barlohn haben wvollen
un4t iuen Anteiz uehr darin ſehen, Kleinbauer zu werden, ja vele
ſehtztu, der landwirtſchaftlichen Arbeit geradezu eine Herabwürdigung.
Daß” in bebauerliches Shmptom, wenn dieſe Entwicklung auch
pihcho=
logt!” Bilwveiſe erklärbar iſt. Eine Unte ſtützung dieſer Entwicklung
winndl rW duuch die Arbeitsloſenunterſtützungsgewährung gefördert. Bei
Veſtzf erung eines Betriebes muß man daher das zur Verfügungſtehen
derz / itskräfte, wie überhaupt die londwirtſchaftliche Aibeitsmarkt=
Anaarlkulieren. — Auch bei Zupacht iſt größte Vorſicht geboten, denn
t Mentabilitätsberechmung hat auch hier die Lohnhöhe für fremde
Mträfte außerordentliche Bedeutung. — Man muß ſich zur Noum
fMu, zunächſt ſeinen Betrieb auf einem gewiſſen Stand zu halten.
Diüllauvertung und Arbeitshilfeleiſtung der Familienmitglieder im
Ve=
ckrichſcht won nicht zu unterſchätzender Bedeutung. Es fihlt heute in der
4Jar Käſchaft noch zu ſehr an Spezialiſten auf allen. Gebietew, die mit
Unhwiſhls fahrungen Anregungen hund Winke geben können. In ſeinen
weüitiu! Ausführungen behandelt der Redner die Art der Preiscildung.
drAllißienr ſei es üblich, mach gebundenen Preiſen zu arbeiten. Nur die
in au ti=ſchaft mache eine Ausnahme. Bei ihr habe ſich eine reine
den 1OBp ſttionspreisbildung entwickelt. Des einzelne könne ſich nicht den
iner 6ig Fldgein Wert ſeines Produktes und den Wert der verwandtem Arbeit
gierſtlſt aſſen. Dabei wirkt. noru die Konkurrenz, der Landwirte
unte=
ſichätzunſtig. — Die Landwirtſchaft ſei zweifellos, ihreu Reſernen
be=
arguch fs müſſe ſich von neuem Mittel zu verſchaffen ſuchen. Eine Be=
„pbatzing der Marktlave ſei erforderlich, es ſei vielfach zu bemeiken, daß
ſe häuuſi ern Ueberangebot auf dem Markt in irgend einem Produkt ein=
Autrechl, g es an dem nötigen gegenſeitigen Verſtändnis und einer
plan=
zrmätztin Zuſammenatbeit fehlt. Daher müſſe, gengu wie in der
Indu=
tſtrü=) i. der Organiſation gearbeitet werden, um einer Ueberlabung des
Masll” und dadurch einer Schädigung des Einzelnen zu begegnen.
dicr=Hewſtin iſe man mit vielen Eventualitäten rechnen, auch ungünſtigſten
Fahlk mit einer Erhöhung der Zinſen. Auch im Falle der Aufhebung
umd udesillt anusferſchutzes nach einer Rebarationsregelung, beſtehe durchaus
eunhock)lie Möglichkeit, daß der Zinsfuß — auch bei einer
Schuldverminde=
ungt= ſteige. Jedenfalls könne man mit einem Zinsfuß rechnen, der
ſobeucb, der landwirtſchaftlichen Rente liege. Bei der Kreditgeſtaltung
dürcſennn die Wichtigkeit einer ſoliden Grundlage des Kredits nicht
übeife. . Er könne nur dringend raten, jeder Laudwirt möge für ein
Feitu ” rundbuch beſorgt ſein, ſo raſch als möglich Umſchuldung
vor=
grehrmt damit eine klare Rcchuung im Betrieb geführt werden könne,
ſich hzu, möglich, einige flüſſige Mittel zu beſchaffen, um in Fällen der
Noller ſtet zu ſein, und ſich bei Kreditnahme wenn möglich nicht der
Wecht zu bedienen, ſondern ſich eher und beizeiten bei der
Geneſſen=
ſchaun zw. bei ſeiner Bank ein Kontokorrent anzulegen. Er habe ſchon
etdr Ueberſchuldung gewarnt, diejenigen, die dieſe Warnung in den
fhuſchlagen hätten, kämpften heute größtenteils einen verzweifelten
Csit zampf.
n andauernder Beifall dankte dem Referenten. Auch Präſident
Herich z, rach im Namen der Verſammlung ſeinem Dank aus. In der fol=
gendh Eusſprache, in der u. a. Landtagsabg. Müller das Wort ergriff.
wauckl d er Aeferent gelegentlich der Beantwortung einiger Fragen, ſich
„Durucihertrieben hohe Landpachtungen zu übernehmen und ſich die
Fol=
iſchenchenu= ungeſunden Kreditinanſpruchnahme im eigenen Intereſſe zu
ver zienrvärtigen.
trr das Thema
„Mart und Leandesirlichaft.
yerauf Dr. Siemon, der Leiter der Marktbeobachtungsſtelle der
Lar kur=ſchafts=Hauptkammer in Eſſen. Aus ſeinem Vortrage ſei
Nach=
ebthtel, wiedergegeben:
fällig bemerkbar. Die dadurch verurſachte ungünſtige Marktſtellung der
deutſchen Landwirtſchaft wird — abgeſehen von der Geſtaltung der
Wirt=
ſchaftsbolitik — noch ſchwieriger durch die hohen
Produktions=
koſten, durch das faſt gänzlich ungeregelte landwirtſchaftliche
Waren=
angebot, durch die Unkenntnis der Marktlage, durch die durch Steuern
und Abgaben erforderlichen Notverkäufe, durch das Fehlen einer
plan=
mäßigen Regelung der Erzeugung, durch dem Sortenwirrwarr, durch die
Verſchiedenartigkeit der Fütterungsweiſe des Viebes, ſeiner
Zuchtrich=
tungen uſw. Hierzu kommt die Unklarheit der Marktverhältniſſe und
zentwicklung, die Unkenntnis der Struktun der Verſorgungsgeſtaltung
und des Verbrauches an Lebensmirteln unſerer Bevölkerung.
Die Grundlage für die Schaffung des Rüſtzeuges der Landwirtſchaft
für den Wettkampf mit dem Auslaud auf unſeren eigenem Märkten iſt in
dem Landwirtſchaftlichen Notprogramm gegeben. Sie wird eine weitere
Ausgeſtaltung in dem bereits angekündigten Produktions= und
Abſatz=
programm erfahren. Auf dieſer Grundlage hat die Landwirtſchaft ſich
ſelbſt die Waffen zu ſchmieden, d. h. mit der ihr angeborenen Energie
und Tatkraft den Weg der Selbſthilfe zu beſchreiten. Laufmänniſche und
betriehswirtſchaftliche Geſtaltung des Betriebes, Beachtung der
Ergeb=
niſſe der Laudwirtſchaftswiſſenſchaſt und der Landarbeitsſorſchumg,
Spar=
ſamkeit in der Betriebsführung, werden die Produktionskoſtem ſenken.
Bei Züchtungsarbeiten iſt nicht einſeitig auf hohen Hcktarertrag zu
ſehen, ſondern vornehmlich auf Leiſtungsfähigkeit der Pflanzem und
Ab=
ſatzfähigkeit ihrer Frucht. Ebenfalls iſt bei der Sortenwahl, Düngung,
Ernte uſtp. immer die Abſatzſähigkeit der Erzeugniſſe zu berüchſichtigen.
Das Sortieren, Reinigen, Verpacken und Verladen iſt beſonders
ſorg=
fältig vorzunehmen, um Verletzungen der Grzeugniſſe zu vermeiden Bei
der Viehhaltung fördert Geſundheit, gute Pflege, zweckmäßige
Ernäh=
rung und Haltung den Abſatz. Geſunde Kühe geben eine einwandfreie
Milch, die jo ſchnell wie möglich auf dem direkten Wege dem Verbraucher
zugeführt zverden uuß. Bezahlung nach Fettgehalt wird zur Lieferung
fettreiches Milch anregen und die Molkereien beranlaſſen, wiader zur
Verarbeitung der Milch zu Butter und Käſe überzugehen. Beim
Schlachtvieh gilt der Satz: „Was der Markt fordert, muß gezüchtet und
wie es der Markt verlangt, muß gefüttert warden.” Auch bei der
Ge=
flügelhaltung hat der Landlirt zu beachten: Gute Fütterung und
geſum=
des Huhn liefert ein gutes ſchmackhaftes Ei, das als „Deutſches Friſchei”
auf den Markt kommen kann, wenn eine ſorgfältige Sortierung beachtet
wird. Sorgfältig vorgenommenes Schlachten und Herrichten erleichtert
die Abmahme des Schlachtgeflügels.
All die angedeuteten Maßuahmem wird der Landwirt in ſeinem
Be=
triebe nur dann anwenden können, wenn er betriebswirtſchaftlich und
techniſch gut geſchult iſt. Aufgabe der landwirtſchaftlichen Schulen,
land=
wirtſchaftlichen Hochſchulen iſt es, dafür zu ſorgen, daß neben der
tich=
niſchen Ausbildung auch eine gründliche betriebswirtſchaftliche und
kauf=
männiſche Belehrung unter beſonderer Berückſichtigung der —
Markt=
lehre — erfolgt. In ſyſtematiſcher Zuſammenarkeit zwiſchen den für
einen beſtimmten Bezirk zuſtändigen Wirtſchaftsberatern.
Verſuchsring=
leitern, Tierzüchtern, Vereinsvorſitzenden fowie auch Vertretern der
Ge=
noſſenſchaften ſiud die beim Abſatz gemachten Erfahrungen auszuwerten
und der praktiſchen Landwirtſchaft zuzuleiten.
Die Einzelarbeit des Landwirtes wird aber nur dann von Erfolg
ſein, wenar ſie ſich auf die Gemeinſchaftsarbeit der deutſchen
Landwirt=
ſchaft ſtützt. Die Abſatzgenoſſenſchaften müſſen durch ſtraffe
Organiſatio=
uen ein planmäßiges Zuſammenarbeiten ſichern. Auch muß eine enge
Zuſammenarbeit zwiſchen Genoſſenſchaften und Landwirtſchaftskammern
geſichert ſei. Von beſonderer Bedeutung iſt die Durchführung der
Marktbcobachtung, für die die Grundlage in der Preisberichtsſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrates gegeben iſt. Durch ein vertrauensvolles
Zuſammenarbeiten mit den Vertletungen des Handels wird es möglich
ſein, Unklarheiten in den Marktverhältniſſen auf den Grund zu gehen
und vorhandene Schwierigkeiten auszugleichen. Durch einheitlich geführte
und ausgewertete ſtatiſtiſche Nachweiſungen, die nicht veraltet ſein dürfen,
wird es möglich ſein, die Zuſammenhänge zwiſchen Erzeuger= und
Ver=
brauchergebieten klarzuſtellen, und die gegenſeitige unerwvünſchte
Konkur=
renz benachbarter landwirtſchaftlicher Erzeugergebiete auszugleichen.
Zur Beobachtung des Weltmaiktes muß auch die Landwirtſchaft
landwirtſchaftliche Sachverſtändige bei den Deutſchen
Auslandsvertretun=
gen haben ſo, wie Amerika, Dänemark. Holland, Ungarn uſv. in unſenem
Vaterlande amtliche landwirtſchaftliche Vertretungen haben, die u. a.
die Aufgabe beſitzen, die Abſatzgeſtaltung der Agrarprodukte der betref=
ſenden Länder bei uns zu fördern. Derartige Ausſandsvertretungen
könnten auch wertvolle Abſatzmöglichkeiten für deutſche Agrarprodukte
erkunden. Als ein weiterer Beſtandteil der Gemeinſchaftsarbeit ſei noch
auf die Werbung hingewieſen, hierzu ſind unter anderem auch die in
den großen Verbrauchergebieten ſtattfindenden Ausſtellungen zu nutzen.
All die Maßnahmen der Einzel= und Gemeinſchaftsarbeit der
deut=
ſchen Landwirtſchaft werden aber nur dann erfolgreich zu einer ſicheren
wirtſchaſtlichen Stellung auf dem Markt führen, wenn die
Wirtſchafts=
litik des Deutſchem Reiches in demſelben Umfange wie den andereu
Wirtſchaftszweigen den Lebensnotwendigkeiten der Landwirtſchaft
Rech=
nung trägt.”
Auch dieſes Refervat wurde ſehr beifällig aufgenommen. Nach einer
kurzen Ausſprache nahm Landwirt HeuſelNiederweiſen Gelegenheit,
der Landtwirtſchaftsbammer und insbeſondere ihrem tatkräſtigen
Präſi=
denten den herzlichſtem Dank der Landwirte auszuſprechen, deuen durch
die reiche Fönderung und das große Intereſſe, ſowie durch die
Vortrags=
kurſe Gelegenheit gegeben ſei, ſich weiter zu bilden, zu orientieren und
ſo gut es gehe, ihre ſchwere Lage zu keſſern.
Präſident Henſel dankte nochmals für die zahlreiche Beteiligung
an der Verauſtaltung und ſchloß dann die Verſammlung.
Landesverſammlung des Hefſiſchen
Landbundes.
Im dichtbeſetzten Städtiſſchen Saalbau fand geſtein nachnittag im
Rahmen und als Abſchluß der Landwirtſchaftlichen Woche die
Landes=
verſammlung des Heſſiſahen Landbundes ſtatt. Aus allen Teilen Heſſens
waren die Junglandbündler herbeigeeilt, die zu Beginn der
Veranſtal=
tung unter den Klängen einer Muſiktapelle einzogen und auf der Bühne
Aufſtellung nahmen. Der Landesvorſitzende, Landtagsabgeordneter
Dr. v. Helmolt=Niederwöllſtadt, eröffnete mit einer herzlichen
Be=
grüßungsanſprache die Verſammllung, unter den Ehrengäſten beſonderg
die Rejchs= und Landtagsabgeordneten begrüßend, und erſtattete den
Geſchäftsbenicht, wobei er bemerkte, daß der Junglandbund beraits 24 00g
zahlende Mitglieder habe. Nach einem Gedenken der Verſtorbenen, die
durch Erheben von den Plätzen geehrt wurden, kam er auf die geleiſtete
Arbeit innerhalb der Organüſſation zu ſpreihen und ſitreifte den Zweck
und die Urſache der Gründung der Chriſtlich=Nationalen Bauern= und
Landvolkpartei. Nach B=ckanntgabe des derzeitigen Vorſtandes in deſſen
Präſidium auch Reichsnumiſter a. D. Schiele ſei, gab er das Wort dem
Rechnungspmifer. Landwirt Schuchmann=Braunshardt, dem nach
ſeinem Rechnungsbericht Entlaſtung erteilt wurde. Ueber die
Heſſiſche Polikik
referierte dann Landtagsabgeordneter Glaſer. Er beleuchtete
zu=
nähſt die Bedeutung ſeiner Partei und dann im einzelnen deren
Stellungnahme zu einzelnen Anträgen, u. a. die Regierungsvorlage
zum Sondergebäudeſteuergeſetz, wobei er bemerkte, daß die beſtehende
Betrertung von 1912 zu hoch angeſetzt ſei. Die Grundſteuer ſei, für
Heſſen zu hoch, ebenſo die Ausgaben füir die Winterbeihilfen. Auch
einer Vorlage zur Verbeſſerung der Maſchinen der Techniſchen
Hochl=
ſchule konnte nichr zugeſtinmt werdea. Seine Partei habe weiter die
neue Beſoldungsvorlage ablehnen müſſen, eine Vorlage des
Gemeinde=
beamtengeſetzes ſei für die Gemeinben ungünſtig; auch das
Kirchen=
ſteuergeſetz müiſſe abgelehnt werden, da durch dieſes der Grundbeſitz
dop=
pelt beſteuert wurde. Den Stellenplan zur Beſoldungsvorlage habe man
abgelehnt, weil man die Beſoldungsvorlage abgelehnt habe. Die
Stellenbeſetzung ſei ein Kapitel für ſich, man finde ſcheinbar tüchtige
und befähigte Anwärter nur in gemüiſſen Parteien. Für 1999 wolle die
hefſiſche Regierung einen Voranſchlag nicht vorlegen, ſeine Fraktion
wünſthe aber den Voranſchlag, und zwau unter Berückſichtigung
geeig=
neter Sparmaßnahmenvorſchläge. Dazu müſſe man einen Bericht des
Sparkommiſſars abuarten. Dieſen Berücht könne man aber noch nicht
zu Geſicht bekomnen, da die Regierung erkläre, er ſei „vertraulich”,
Scine Fraktion wolle aber einen „Oviginalbericht” nicht eine fuiſierte
Sache ſehen. Das Handwerk und die Gewerbetreibenden ſeien auf
Gedeih und Verderb mit der Landwirtſchaft verbunden. Um auf die
Spartätigkeit zurückzukommen, müiſſe feſtgeſtellt werden, daß trotz
zwei=
jähriger Tätgkeit noch keine Erſparniſſe gemaht worden ſeien. Die
Reglſteuern in Heſſen müßten reduziert werden. Es dürfe micht, wie
heute, eine landwirtſchaftsfeindliche Wiruſchaftspolitik getrieben werden.
Anträge über die Unwetterſchäden ſeien eingegangen. Mit Miniſter
Korell habe er eine ſcharfe Ausſprache gehabt über die Art der
Vertei=
lung von Mitteln für die Unwettergeſchädigten. Seinem Kollegen
Gußmann müſſe er für ſeine Solidaritätserhlärung in dieſer Frage
öffentlich danken. Der Redner wendet ſich ſcharf gegen den
Wirtſchafts=
miniſter. Von der Fraktion weude es asgelehnt, daß Mitglieder der
Landtagsfraktion durch einen Miniſter gedemütigt werden. Weiter
er=
klärte er, es würden von der Regierung dauernd Vorſchläge zur
Ver=
beſſerung der Lage der Landwurtſchaft gemacht, die zum großen. Teil
Schlagwörter ſeien. Die Proteſtverſammlungen, die im letzten Jahre
abgehalten worden ſeien, hätten viele Vorwürfe von ſeiten der
Ne=
gierung und von anderer Seite eingebracht. Aber die
Proteſtverſamm=
lungen wären aus der Landbevölkerung ſelbſt entſtanden, und ſie hätten
gezeigt, daß die Landwirtſhrft in einer troſtloſen Lage ſich befände.
Er perſönlich habe den Glauben verloren, daß die heutige Regierung
der Laudwuirtſchafr helfen werde. Die Reichsminiſter und der heſſiſche
Wirtſchaftsminiſter erklärten, der Landwirtſchaft helfen zu wollen, dabei
wollen ſie aber die Landwirtſchaft durch Zölle nicht ſchiitzen. Die
Ver=
hältniſſe könnten zu einer zweiten Revolution führen, wenn es ſo
wei=
ter gehe, was man bei Gott nicſt wünſche. Unſere Landwirte
ver=
langten ein Handeln. Der Landwirtſchaft müſſe der Zollſchutz gewährt
werden, deſſen ſie bedarf. Unſere Landwirtſchaft werde gezwungen zu
einem „Käuferſtreik” übergehen. (Lebhaſtes Bravol) Wenn die deutſche
Bevölkerung ausländiſihe Produkte verkonſumiere, dann müſſe man
da=
gegen Maßregeln ergreifen. Der Nedner ſtellte nun feſt, daß die
An=
wueſenden alle für den „Käuferſtreik” ſelen. Die Landwirtſchaft müſſe
nii. k
endei k
MertedeseBenz
Achtzglinder Typ „Ndrburg
Der meistbeachtete Wagen auf allen europäischen Automobil-Ausstellungen dieses Winters!
Klassische Schönheit und technische Vollendung, ideale Fahreigenschaften und höchster Komfort! — Der
große Kreis derjenigen, die diesen Wagen heute schon besitzen, urteilt begeistert:
Der rassigste Wagen seiner Klasse!
Der beste Bergsteiger geiner Grögse!
Konkurrenzlos in seiner Fahrsicherheit!
Höohster Wert für niedrigen Preis!
Mit einem Wort: Ein Fabelhaftes Fahrzeug von internationaler Klassel
BAI
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Verkaufsstelle Franklurt a. H, Aht. Personenmzgen, Nathepauplatz 14. Fernral Hausa 2440, 2441.
Vertretung: „Kraftfalrzeng” Motorwagen-Verkaufsburo 0.1o Heiarich Gral Aagendurg, Darmstadt, Elisabelhenstraße 34.
(V.1014
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Samstag, den 12. Januar 1929
Nummer
unbedingt einig ſein, ſie ſtehe in einer Not, ſie habe aber auch eine
Pflicht, einzutreten mit Gott für deutſche Bauerntreue.
Nachdem ſich der Beifall gelegt hatte, referierte der Präſidenk des
Reichslandbundes in längeren Ausführungen über
des Bauern Kampf um ſein Rechl.
Ev führte aus, daß unterſchrieben werden müſſe, daß aller Fleiß und
alle Hingebung den Bauer nichts nütze, wenn für ihn nicht eine
poli=
tiſche Partei beſtehe, die für ſeine Belange eintrete. Durch die ganze
Organiſation ziehe der gleihe Gedanke des Bauernſtandes, eines
Kampfes um Recht. An der Schweille des neuen Jahres müſſe man auf
das abgelaufene Jahr zurückolicken. 1928 ſei ein Notjahr und ein
Kampfjahr geweſen, denn die Erwartungen und Hoffnungen, befonders
auch in der Anßenpolitik, haben ſich nicht erfüllt. Eine Abtragung
un=
ſerer Schulden nach dem Dawesplan ſei nicht möglich, Deutſchland habe
ſich in ſeiner Wirtſchaft in den „Schonjahren” nicht erholt. Der
unge=
heure Optimismus Parker Gilberts berge eine ſchwere Gefahr. Er
habe allen Gläubigerſtaaten ein falſches Bild gegeben; hätte er die
wirt=
ſhafliche Lage des deutſchen Bauerntums ſrudiert und ſich wicht von
der Scheinkonjunktur der deutſchen Induſtrie blenden laſſen, dann wäre
er zu einem anderen Reſultat gekommen. Weiteſte Kreiſe des deutſchen
Volkes haben ſich in einen Borgzuſtand verſetzt. Eine Lebenshcütung
habe man ſich vielfach angewöhnt, die eines verſchuldeten Volkes, an die
da3 Ausland eine Forderung von 14 Milliarden Mark habe, nicht
ent=
ſereche. Die Reparationsleiſtungen würden durch fremde Gelder
ge=
macht. Dem Geldimport folgte der große Warenimport. Man müſſe
für landwirtſchaftliche Waren den Schutzzoll fordern. Weiter erklärte
der Redner, man ſtehe vor ſchweren Kriſen, auch unſeres
Parlamenk=
fyſtems In ſeinen weiteren Ausführungen behandelte er eingehend
die beſonders ſchwere und bedrängte Lage des bäuerlichen
Berufs=
ſtandes und unterſtrich die Gefahr des Staatsſezialismus, d. h. des
Uebergangs des landwirtſchaftlichen Grundbeſitzes an den Staat, die
Be=
wirtſchaftung dieſes Beſitzes durch den Staat unb die unausbleiblichen
ſchweren Folgeerſcheinungen. Man fordere ſtaatlühe Hilfe, auf die man
Anſpruch habe, insbeſondere mehr Berückſichtigung der Landwirtſchaft
auch bei Abſchluß von Handelsverträgen. Der Bauernſtand müſſe
zu=
ſammenhalten, der Kampf um die Scholle gelte letzten Endes auch der
Freiheit des Volkes.
Nachdem der Vorſitzende dem Veifall nochmals in warmen Worten
Ausdruck verliehen hatte, verlas er folgenbe
Enkſchließung.
die Annahme fand: Die zur Landesverſammlung des Heſſiſchen
Land=
bundes in Darmſtadt erſſhienenen heſſiſchen Bauern ſtellen feſt, daß ſich
die Lage der heſſiſchen Landwirtſchaft weiter verſchlechtert hat. Die
Ur=
ſahe des fortdauernden Niederganges liegt außer der Ueberſpannung
der Steuern und ſozialen Laſten in der vollkommen unzulänglichen
Preisentwicklung aller landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe. Alle Bitten,
Vorſtellungen, Mahnungen und Forderungen ſind bei der Verblendung
der Parlamente und der Verſtändmisloſigkeit der Regierungen gegenüber
den Lebensnotwendigkeiten des deutſchen Bauerntums ungehört verhallt.
Wir erheben no hmals unſere Stimme und fordern unverzüglich
eine Aenderung unſerer Handels= und Zollpolitik, insbeſondere
Maß=
nahmen zur Einfuhrſperre gegen die Schleuderkonkurrenz des Auslandes.
Stärkung bes Binnenmarktes und Wiederherſtellung der Rentabilität
der Landwirtſchaft ſind das dringendſte Gebotz zur Rettung von Volk
und Staat.
Der Bauer wird nicht kampflos von ſoiner Scholle weichen. Sollten
bis zur nenen Ernte Regierung und Parlament nicht Maßnahmen
treffen, die der Not des deutſchen Landvolkes abhelfen, ſo erwarten wir,
daß alle Landwirte und alle landwirtſchaftlichen Organiſationen zu ge=
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 3. Januar: Margarethe Huck, geb. Gilbert, 72 J.,
Mitwe des Eiſenbahngepäckträgers, Wixhauſen, hier
Eſchollbrücker=
ſtraße 4½ Luiſe Antonie Chriſtine Goethe, geb. Rühle, 78 J., Witwe
des Landesökonomierats, in Nuhe, Kahlertſtr 24. — Am 4. Januar:
Karl Vorn, Schloſſer, 21 J., Ober=Ramſtadt, hier Grafenſtr. 9. Philipp
Wilhelm 1., Schmied, 70 J., Eberſtrdt, hier Grafenſtraße 9. Joſef Fr.
Hertkorn, Chemiker, 66 J.. Jugenheim. Kreis Bensheim. — Alm 5. Jan.:
Margarete Kathrina Bräunig, geb. Bräunig, 79 J., Witwe des
Stein=
hauers, Emilſtr. 1. — Am 4. Jan.: David Hirſch, Kaufmann, 67 Jchre,
Kaſinoſtraße 14. — Am 5. Januar: Philippine Schupp, Ghefrau des
Wahnwärters, 52 J., Riedeſelſtr. 52. — Am 4. Januar: Sara Sophie
Roſenhain, 77 T. Witwe des Juweliers, Ernſt=Ludwigſtr. 5. — Am
3. Januar: Philipp Spieß 2., Taglöhner, 71 J., Pfungſtadt, hier,
Grafenſtraße 9. — Am 4. Jan.: Anna Margarete Jünger, geb. Türcke
72 J., Witwe des Kaufmanns, Heinrichſtr. 72. — Am 3. Jan.: Willi Joſ.
Wink, 5 J., Donnersbergring 36. — Am 5. Jan.: Margarete Creter,
Schülerin, 7 J., Pankratiusſtraße 30½. — Am 19. Dezember 1928:
Hil=
degard Kraft, geb. Daub, 29 J, Wirtin, Ehefrau des Zeitungsverlegers,
MMühlſtraße 36. — Am 7. Januar 1929: Marie Feldmann, 75 J., ledig,
Erbacherſtraße 25. — Am 6. Januar: Hannelore Lerchl, 3 Stunden,
Heppenheim, hier Eſchollbrückerſtraße 4½. Anna Margarete Dörr, geb.
Taucher, 24 J., Ehefrau des Fuhrmanns, Griesheim, hier Grafenſtraße 9.
Am 7. Januar: Anna Marie Weinmann, geb. Lehr, 79 J., Witwe des
Baykbeamten, Karlſrraße 53½, Katharina Beutel, geb. Balß, 19 J.,
Witwe des Landwirts in Gadernheim, hier „Grafenſtraße 9.
Heinvich Mumm, Fuhrmann, 65 Jahre, Sadſtraße 42.. Georg
Fiſcher, Fabrikarbeiter, 26 Jahre, ledig, Groß=Umſtadt, hier Grafen=
Georg Fiſcher, Fabrikarbeiter, 26 J., ledig, Groß=Umſtadt, hier
Grafen=
ſtraße 9. — Am 8. Januar: Charlotte Henriette Sophie Schaller, geb.
Buhr, 67 J., Ehefrau des Prokuriſten, Müllerſtr. Margarethe Schäfer,
geb. Seeger, 77 J., Ehefrau des Bureaubeamten i. R., Arheilgerſtr. 77.
Peter Johann Kaſpar Klein, ohne Beruf, 50 J., ledig. Thereſia Müller,
ohne Beruf, ledig, 21 J., Mettegangweg 12. Friedrich Greim,
Kraft=
fahrer, ledig, 28 J., Riedeſelſtraße 40. — Am 9. Januar: Karl Michael
Martin, Metzger 53 J., Holzſtraße 1. Philipp Hild, Maler, 46 J.,
Kliesſtraße 21 Chriſtine Daniel, geb. Plößer, 88 J., Witwe des ſtädt.
Arbeiters in Ruhe, Schwanenſtraße 1a.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
1. Sonntag Epiphanias (13. Januar).
Stadtkirche. Samstag, 12. Januar, abenbs 8.30 Uhr: Andacht. —
Sonntag, 13. Januar, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarrer Vogel. — Vorm. 11.30 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—4 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel. —
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner. — Vorm. 11.15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger. — Nachm. 5 Uhr:
Abend=
gottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. — Mittwoch, 16. Januar, abends
8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Zimmer=
mann. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Zimmermann.
Konfirmandenſaal im Schloß. Montag, 14. Januar, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung de Stadtgemeinde (jüngere Abteilung),
Poſaunen=
chor. — Dienstag, 15. Januar, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der
Schloßgemeinde. — Mittwoch, 16. Januar, und Samstag, 19. Januar,
nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 13. Januar, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (B. d. J.). — Montag, 14. Jan.,
abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung). —
Dienstag, 15. Januar, abends 8 Uhr: Kirckenchor der Stadtkirche —
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mädchen=
vereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mitt=
woch, 16. Januar, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und
Schloßkirche. — Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung). —
Mädehenvereinigung der Refermationsgemeinde (ältere Abteilung). —
Donnerstag, 17. Januar, abends 8 Uhr: Jngendbund der Lukasgemeinde
(jüngere Abteilung). — Jugendvereiaigung der Stadtgemeinde (jüngere
Abteilung). — Freitag, 18. Januar, abends 8 Uhr: Mütterabend de=
Stadtgemeinde — Jugendbund der Markusgemeinde (jüngere Abtlg.).
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pſarrer Marx.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Seidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883.
Evang. Wohlfahrtsdienſt. Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von 8 bis
12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Verm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Be=
miger. — Vorm 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde
WVeſr. Pfarrer D. Waitz. — Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
gemeinſamem Kampf um das Lebensraht des deutſchen Bauerntums
zuſammentreten.
In der folgenden Ausſprache eryriffen u. a. das Wort
Altbürger=
meiſter Mörler=Ockſtadt, Reihstagsubgeordneter Dorſch, der die
Grüße der oberheſſ. Bauern überbrachte, ferner Landwirt Moſſel=
MMarienborn, der Vorſitzende der Veranigten Freien Bauernſchaft, Land.
tagsabgeordneter Dr. Müller, Landwirt Muhl=Diedenhofen,
Landwirt Schmidt=Steinheim, der Vorſitzende des
Landjugend=
bundes Oberheſſen. Von allen Diskuſſionsrednern wurden nicht nur die
Maßnahmen der Führer gebilligt und unterſtrichen, ſondern es wurde
auch energiſches Vorgehen, Selbſthilfe und feſtes Zuſammenhalten der
Landwirte unbedingt verlangt.
Nach einem kurzen S=ußwort des Verſammlungsleiters wurde
mit einem dreifachen Hoch auf das deutſche Vaterland und dem Abſingen
des Deutſchlandliedes die Verſammlung geſchloſſen. Unter den Klängen
des Orheſters verließen die Bauernabordnungen den Saal.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 13. bis 19. Januar 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchem Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Oſthofen—Rheinſtraße bei Km. 1,4 vom 14. bis 19. 1. geſperrt.
Lauterbach—Schlitz—Hersfeld (Ortsdurchfahrt Schlitz) vom 3. 1. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Angersbach—Salzſchlirf.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Fliegende Brücke zu Oppenheimer Fahrt wegen Umſtellung vom
3. 1. auf etwa vier Wochen für ſchwere Fuhrwerke und Laſtkraftwagen
geſperrt. Leichte Fuhrwerke und Perſonen werden mit der durch Boot
geſchleppten Nähe übergeſetzt.
Sprendlingen—Buchſchlag vom 26. 11. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung nach Bahnhof Buchſchlag—Sprendlingen über die
forſtfiska=
liſche Waldſtrecke zum Forſthaus Mitteldick.
Eppertshauſen—Hergershauſen, Km. 22,0—24,0 vom 5. bis B. 1.
geſperrt. Umleitung: Münſter—Dieburg—Altheim.
Ortsdurchfahrt Gr. Karben (Heldenbergerſtr.) vom 11. 10. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Büdesheim, Rendel, Klein=Karben.
Ortsdurchfahrt Nieder=Eſchbach vom 19. 11. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Ober=Eſchbach-Ober=Erlenbach veſp. Bonames—
Harheim-Nieder=Erlenbach.
Ortsdurchfahrt Keſtrich vom 22. 11. bis auf weiteres für ſchweren
Verkehr geſperrt. Umleitung: Romrod—Ober=Breidenbach.
* Heppenheim a. b. B., 9. Jan. Wandererehrungsfeſt
des Odenwaldklubs. Das diesjährige Dekorierungsfeſt der
hieſi=
gen Ortsgruppe des Odenwaldklubs findet am kommenden Samstag im
Parkhotel „Halber Mond” ſtatt. Der Vergnügungsausſchuß hat für den
Abend ein ſehr reichhaltiges Programm zuſammengeſtellt, das
Hervor=
ragendes verſpricht. Geſangs= und Muſikvorträge wechſeln mit
Theater=
ſtüicken und Volkstänzen, die dem Programm einen fröhlichen Charakter
geben. Dem eigentlichen Dekorierungsakt ſchließt ſich Tanz an. Der
muſikgliſche Teil liegt in den Händen des Obermuſikmeiſters M. Weber=
Darmſtadt, ſodaß auch in dieſer Hinſiht ſchon die beſte Garantie für
einige recht vergnugte Stunden gegeben iſt. — Mitte Februar beabſichtigt
die Leitung der hieſigen Höhesen S=lmlen eine Zuſammenkunft ſämtlicher
Eltern, die beabſichtigen, Oſtern 1929 Söhne oder Töchter in höhere
Schulen zu ſehicken, herbeizuführen, um den Eltern Gelegenheit zu geben,
ſich über einſchlägige Fragen zu unterrichten. Beſonders ſoll über Weſen
und Aufban der verſchiedenen Schulgattungen, ihre Lehrziele und
Be=
rechtigungen berichtet werden. Weitere Fragen von Intereſſe ſollen in
einer Ausſprache geklärt werden. — Typhuserkrankungen in
Nachm. 3 Uhr: Bibelbeſprechſtunde im Martinsſtift. — Mittwoch,
16. Januar, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſhft. — Bibelſtunde
im Gemeindehaus: Jeremin.
Martinsgemeinbe (Verſammlungen). Dienstag, 15. Januar, abends
8 Uhr im Martinsſtift: „Kirchenchor; im Gemeindehaus:
Jugenovereini=
gung. — Donnerstag, 17. Janunz, abeuös 8 Uhr im Martinsſtift: MäS=
„henvereinigung Oſt; im Gemeinbehaus: Mädchenvereinigung Weſt;
Mauerſtraße 5: Poſaunenchor, — Freikag, 18. Januar, abends 8 Uhr
im Martinsſtift: „Mütterabend Oſt; im Gemeindehaus: Mürterabend
Weſt; Jugendvereinigung lältere Aüteilung).
Altersheim. Vorm 10 Uhr: Pfarrer Köhler.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Maux.
— Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Mittwoch, den 16. Januar,
abends 8 Uhr: Bißelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Goethe,
Paul=Gerhärdt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georoi. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde. — Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für die Miſſion der
Br.idergemeinde.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Miſſionar
Richter. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Miſſionar Richter,
Veranſtaltungen: Sonntag, 13. Januar, abends 8 Uhr:
Gemeindeabend mit Vortrag und farbigen Lichtbi)dern von Miſſionar
Richter über: „Die Kraft des Evangeliums an den Niedrigſten der Erde‟
—Montag, 14. Januar, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung. — 8.15 Uhr:
Aelterenkreis der Jugendverginigung. — Dienstag, 15. Januar, abends
8.15 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 16. Januar, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde im Gemeindehaus über den Jakobusbrief. Pfarrer Weiß. —
Abends 8 Uhr: Bibelſtide im Saal der neuen Trainkaſerne über „Der
Aufbau einer lebendigen hriſtlichen Gemeinde” Pfarraſſiſtent Dic. zur
Nieden. — Donnerstag, 17. Januar, abends 8 Uhr: Mütterabend.
815 Uhr: Hauptverſamnalung Her Männerveceinigung und Sterbekaſſe.
— Freitag, 18. Januar, abend3 8.15 Uhr: Kirchenchor.
Pauluskirche. Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller.
— Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, abends 8 Uhr:
Jugendver=
einigung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendbund. — Dienstag, abends
8 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Mütterabend. —
Samstag, abends 8 Uhr: Turnen.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Haupkgotkesdienſt. Pfarrer Waldeck. —
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang. Sonntagsverein:
Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 17. Januar, abends
8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3.30 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Pred. Semmel. — Abends 8.15 Uhr: Allianzſchlußverſammlung.
Pred. Rudnitzki, Sauer, Semmel. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſions=
arbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends
8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gem.
Cher. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Pred. Semmel.
— Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule,
Beſſunger=
ſtraße 80. Stadcmiſſionar Anders.
Jugendbund für E C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — 4.45 Uhr:
Bibelbefvrech=
ſtunde für junge Mädchen. — Dien3tag, abends 8.30 Uhr:
Mädchen=
kreis. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer.
— Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. —
Samstag, abends 8.30 Uhr: Poſaunenchor.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, nachyn. 3—5 Uhr: Spiel und
Unterhaltung. — 5.30 Uhr: J. C.=Bibelſtunde. — Abends 7.30 Uhr:
Mitgliederverſammlung mi= Tee (Lichtbilber). — Montag, abends 8.30
Uhr: Famlienbibelſtunde. — Dienstag, abenbs 8.30 UUhr:
Poſaunen=
chor. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde (Jung=M.=Abtlg.). —
Freitag, abends 8 Uhr: Turnen.
M.=B.=K., Mädchenbibelkreiſe (Stiftsſtraße 14). Samstag, 12. Jan.,
nachm. 3 Uhr: Bib=lſtunde des Jüngeren=Kreiſes. — Montag, den
14. Januar, abends 8 Uhr: Bibelſtunde des Mittleren=Kreiſes. —
Don=
nerstag, den 17. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde des Aelteren=Kreiſes.
Samstag, den 19. Januar, nachm. 3 Uhr: Bibelſtnude des Jüngeren=
Kreiſes.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 13. Jan., vorm. 10 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung mit Predigt. Vormittags 11.20 Uhr: Kinder=
Sonntags=
handlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtlich wifſenſchuftliche Vereinigung (Chriſ=ian Science Society).
Aula der Landesbauſcheile, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44). Sonntag, 13. Jan.,
vormittags 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
8.15 Uhr: Gemeinſamer Gottesdienſt im Vereinsſaal der Stadtmiſſion,
Mühlſtraße, als Abſchluß der Allianzgebetsverſammlungen. — Mentag,
abends 8.15 Uhr: Jugendverein. — Dienstag, abends 8.15 Uhr:
Eing=
ſtunde füir den Gemiſchten Chor. — Mitwoch, nachm. 3 Uhr: Knaben=
und Mädchenabend. — Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Jedermann iſt herzlich eingeladen. Prediger Sauer.
Chriftliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
13. Januar, vorm. 9,30 Uhr, Andacht. — Nachn. 2,30 Uhr: Jugendbund
der Stadt Heppenheim. In der hieſigen Stadt kann die 2
epidemie nun als erloſchen angeſehen werden, da ſeit Mitte
De=
keine Neuerkrankungen meh= hinzugekommen ſind. Im ganzenr
reten ſich 25 Erkrankungsfälle in 17 Familien. Im hieſigen g.
haus iſt noch 1 Fall, der noch nicht bazillenfrei iſt. Im Krankens,
Weinheim befinden ſich noch 6 Kranke und in Heideſberg 4. Im
laufe der Epidewie kam ein Todesfall vor. Die noch 11 Erkrankdern
den ſich auf dem Wege der Beſſerung, ud iſt in abſehbarer, 2
deren Heilung zu rechnen. Die Stadt Heppenheim iſt alſo in Be==
Typhusekrankungen als ſeuchenfrei zu bezeichnen. — Förderu
Obſt baues. Die zur Förderung des Obſtbaues im vovigen
eingeleiteten Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen unter Anwendun,
Motorbaumſpritzen werden in dieſem Jahre fortgeſetzt. Die Anzr
gen der Obſtzüchter, die Wert auf das Spritzen ihrer
Obſtbäums=
werden bis zum 10. Januar in Zimmer Nr. 6 des hieſigen Ra
entgegengenommen. Sämtliche Arbeiten werden unter Leitum=
Kreisobſtbauinſpektors ausgeführt.
W. Heppenheim a. d. B., 10. Jan. Arbeitsmarktlag
Arbeitsloſigkeit hat im hieſigen Bezirk weiter zugenommen.
Stadt Heppenheim ſelbſt beträgt die Zunahme der Erwerbsloſen 2
ſonen, während im Kreis Heppenheim eine Zunahme von 717 P.
zu verzeichnen iſt. — Einheitsbewertung. Die Liſten ü.
Einheitsbewertung per 1. Januar 1928 liegen beim Finanzamt S.
heim einen Monat lang zu jedermanns Einſicht offen. Hier ſei ben
daß ſich jedermann auch über die Wertfeſtſetzungen der übrigen C2
pflichtigen orientieren kann. Es handelt ſich um Liſten von ſäm
Gemeinden des Finanzamtsbezirks Heppenheim von landwirtſchan
forſtwirtſchaftlichen und gärtneriſchen Betrieben, ſowie Grundſtück
ſchließlich Betriebsgrundſtücken. Die Einſicht kann an jedem W=n
von 9—12 Uhr, Zimmer 9, erfolgen. — Der Männergeſangvg
Sängerbund 1903 hielt ſeine Generalverſammlung ab. D.,
Vorſitzende gab einen kurzen Rückblick auf das verfloſſene
Verei=
in welchem der Verein ſein 25jähriges Beſtehen feierte. Bei der
ſtandswahl wurde der ſeitherige Vorſitzende wiedergewählt. Eii,
mütlicher Abend” ſoll am 19. Januar abgehalten werden. — De
zirksverband Heppenheim—Bensheim für Handwerk und
GewerE=
am 13. Januar 1929 ſeine Bezirksverſammlung ab. In derſelben
u. a. der Leiter der Süddeutſchen Verſicherungsanſtalt, Dr.
Frankfurt a. M., über die Verſicherungsmöglichkeit des ſelbſtäd
Handwerks referieren. Syndikus Dr. Kollbach wird über die „
M=
gefälle und ihre Verzinſung” reden; Bäckermeiſter Feiergbend=Wn
wird über den 7=Uhr=Ladenſchluß und das Nachtbackverbot ſprechen
— Gernsheim, 11. Jan. Waſſerſtand des Rhein
10. Januar —0,02 Meter, am 11. Januar —0,09 Metzer.
* Trebur, 11. Jan. Geſtern verſchied nach kurzem
Kranke=
der Veteran von 1866 und 1870, Johann Chriſtian Wenner, Kr
diener i. R., in bald vollendetem 86. Lebensjahre. Er hat die Far.
im 2. Heſſ: Jägerbataillon mitgemacht und an mehreren
Gcfechts=
genommen.
L:. Langen, 9. Jan Standesamt. Beim hieſigen Sün
amt wurden im Jaßre 1928 folgende Perſonenſtandsfälle beurEn
Geburten 129, Eheſchließungen 88, Sterbefälle 85. Unter den let
befinden ſich 25 Perſonen von auswärts, die im hieſigen Kreiskr=.
hauſe geſtorben ſind. — Winterbeihilfe. Auf Vorſthlag de
ſorge= und Finanzkommiſſion wurde an Ererbsloſe uſw. eine An
beihilfe von 15—40 Mauk gewährt, und zwar in voller Höhe, wern
ſeit 1. Oktober arbeitslos waren. Sozialrentner und Ortsarme er
15—20 MNk., Kleinrentner aber nichzs, da ſie ſchon zweimal eine S.
beihilfe erhalten haben.
— Bad=Nauheim, 10. Jan. Ein jugendlicher Ausre
Ein 16 Jahre alter Burſche von hier iſt geſtern morgen flüchtig geg :n
nachdem er mit dem Sparkaſſenbuch ſeines Bruders 800 Mark vm
Sparkaſſe abgehoben hatte. Von dem Ausreißer fehlt jede Spur.
— Abends 8 Uhr: Evangeliſation. — Mittwoch, abends 8.15
Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm.
Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündigung. —
woh, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8.15
Wortbetrachtung. Jeder herzlich eingeladen.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 14. Januar, abends 71
im Feierabend, Stiftſtraße 51, Bibelſtunde.
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage, Nieder=Ramt44
ſtraße 13. Sonntag, vorm. 10.30 Uhr: Sonntagsſchule; abends 7.30 1
Predigtverſammlung — Montag, abends 8 Uhr: Frauenverein
Brnderſchule. — Mittwoch, abends 8 Uhr: G.F.V. Verſannnn
Eintritt frei.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtmßt
Sonntag, den 13. Januar, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11
Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. (Pred. N. Rudry
Abends um 8.15 Uhr: Gemeinſame Schlußverſammlung der AM
gebetswöcte in der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24. — Mittwock
16. Januar, abenes um 8.15 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. Pre.,
Rudnitzky. Zu allen Verſammlungen jedermann herzlichſt einge
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße (
ch=
ges Kaſino), Sonntag, den 13. Januar, vorm. 9,30 Uhr, nachm. A0
und Mittwoch, den 16. Januar, abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismauckſtraße 54. Sont
den 13. Januar, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, de
Januar, abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Jedermann herzlich willkommen!
Auswärtige Kirchen.
Evangeliſche Kirche zu Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 13. Jand
vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Vormittags 11 Uhr: FA
gottesdienſt. — Montag: „Jugendvereinigung. — Mittwoch: KEM
geſangverein. — Freitag: Mädchenverein. — Samstag: Fr./,
vereinigung
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 13. Januar, M
9.45 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdiem
Montag 20 Uhr Poſaunenchor. — Dienstag 19.30 Uhr Mädchenve-”
gung; 20 Uhr Frauenverein. — Mittwoch 20 Uhr Kirchengeſangb=/
— Freirag 19.30 Uhr Wartburgverein.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, 13. Januar, vormi
13.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 13. Jcl
(1. n. Epiph.): Vormittags 10 Uhr: Hruptgottesdienſt. — Mo
Jugendvereinigung. — Diensdag: Kirchenchor. — Mittwoch; 2
mädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 13. Januar, vorm
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Anſchließend Kindergottesdienſt. NN
4 Uhr: Jugendgemeinde im Rathaus. — Montag: Jugendgenz
trifft ſich um 7 30 Uhr in Darmſtadt, Ecke Hoch= und Kiesſtraße
Beſuch des Vortrags des Herrn Spielpaſtors John im Gemeinde?
Kiesſtraße 17. — Mittwoch: E. J.G. Jugendabend. — Donner ?
Frauenabend.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, 13. Jan. (1. SoT
nach Epiph.), vorm. 19 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 11 Uhr: Kär
gottesdienſt; nachm 2.30 Uhr: Jahresverſammlung des Evang. Ark‟
und Handwerkervereins im evang. Gemeindeſagl. Vortrag von Pr
Schreiber=Mainz: „Die Zukunft des Arbeiterſtandes”. — Montag Fr.)
verein. — Mittwoch Jugendbund Wartburg. — Donnerskag —
madchenverein
Evang. Gottesdienſt in Erzhauſen. 1. Sonntag nach Epipk‟
vorm. 10 Uhr Abends 8 Uhr: Jungmädchenvereinigung. — Vor
bis 20. Jan Evangeliſationsvorträge in der Kirche. Zeit: Abends 8.
Redner Herr Miſſionar Jürgens=Arheilgen. (Siehe auch beſondere 2
im lokalen Teil) Die ſonſtigen Vereinsabende fallen in dieſer Woche=
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädter Stmß
Sonntag, den 13. Januar, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 17.
nuar, abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Straß
Sonntan, den 13. Januar, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 17.—
nuar, abends 8,30 Uhr, Gotte3dienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 25. S0
tag, den 13. Januar, nachm 4 Uhr, und Donnerstag, den 17. Jan
abends 8 30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Noßdorf, Dieburger Straße 22. E
tag, den 13. Januar, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 17. Jar
abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Jedermann herzlich willkommen!
Kathvliſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauenkirche (Klappocherſtraße 46). Samstag, nachmri
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Son
verm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Um 7 Uhr: 74
meſſe mit Austeilung der hl. Kommunion vor und nach der hl. 2
Um ½10 Uhr Hohamt und Prebigt. Vorher Austeilung der hei?
Kemmunion. Nachm. 2 Uhr Chriſtenlehre und Andacht. Werktags
Meſſe um 7½ Uhr.
St. Martinskapelle. Sonntags morgens 8 Uhr hl. Meſſe
Predigt. Vor und in der heiligen Meſſs Austeilung der hl. Komm!
Vorher Beichtgelegenheit. — Dienstag und Freitag 7.15 Uhr heil. 2/
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Samstag, den 12. Januar 1929
Nummer H
Die erſte preußiſche Fiſcherei=Schule.
Das Gebäude der erſten preußiſchen Fiſcherei=Schule in Lötzen
wurde kürzlich eingeweiht. Der Wert des jährlichen Ertrages der deutſchen Fiſcherei belief ſich
ſchon vor dem Weltkrieg auf 270 Millionen Mark. Es iſt ſehr begrüßenswert, wenn nunmehr eine
gründliche ſchulmäßige Fach=Ausbildung der Fiſcher angeſtrebt wird. Die Fiſcherei=Schule iſt nur
für junge Fiſcher beſtimmt, die wenigſtens zwei Jahre bereits praktiſch gearbeitet haben. Für
ge=
ringes Geld erhalten die Schüler Wohnung, Verpflegung und Unterricht.
Treibeis auf der Elbe.
Im Eiſe ſteckengebliebene Elbſchiffe.
Die anhaltend große Kälte hat auf den meiſten norddeutſchen Flüſſen zu einem vollen Stillſtand
der Schiffahrt geführt. Unſer Bild zeigt das ſtarke Treibeis auf der Elbe.
Die Märtnstiiche iM Bemoig gefährert.
Die berühmte Markuskirche in Venedig,
eines der prachtvollſten frühmittelalterlichen Baudenkmäler der Welt, zeigt einige Riſſe, die
drin=
gend reparaturbedürftig ſind. Gegenüber dem Altar des Heiligen Sakraments iſt ein großer Spalt
entſtanden, der die Stützſäulen gefährdet. Muſſolini hat einen großen Betrag zur Durchführung
der Reſtaurierung bereits zur Verfügung geſtellt. Der Bau der Markuskirche wurde 830 begonnen.
Fünf byzantiniſche Kuppeln krönen das herrliche, von fünfhundert Säulen getragene, mit Moſaiken.
Gold und Marmor ausgeſtattete Werk. Unſer Bild zeigt die Vorderfront der Kirche und rechts die
Ecke des Dogenpalaſtes.
Für 500 000 Mark Juwelen im Erpreß=Zug
Bukareſt-Paris entwendet.
Agram. Die Agramer Polizei wurde in der
Nacht zum Donnerstag von dem Bahnhof in Maria=
Thereſiopel aus telephoniſch verſtändigt, daß aus
einem Abteil des Schnellzuges Bukareſt-Paris ein
Handkoffer mit Juwelen im Wert von 17 Millionen
Lei (500 000 Mark) abhanden gekommen ſei. Die
Juwelen gehörten einem Fabrikdirektor aus Bukareſt,
der das Abteil auf kurze Zeit verlaſſen hatte. Der
Diabſtahl wurde kurz vor der Einfahrt des Luxus=
Zuges in die Station von Maria=Thereſiopel
ent=
deckt. Als der Expreßzug in Agram eintraf, wurde er
von den Polizeibeamten auf das genaueſte durchſucht.
Die Reiſenden wurden einer Leibesviſitation
unter=
zogen, doch kam der Handkoffer mit ſeinem koſtbaren
Inhalt nicht wieder zum Vorſchein.
Die Buſchbrände in Auſtralien.
Sydney. Buſchbrände, die von ſtarken Winden
angefacht werden, wüten weiterhin im ganzen Land.
Der bisher angerichtete Schaden beträgt über 500 000
Pfund Sterling. Die furchtbare Hitze, die ſechs
Men=
ſchenopfer gefordert hat, hat nachgelaſſen.
Zum Abſturz des franzöſiſchen Marine=
Flugzeuges.
Paris. Die im Anſchluß an den Abſturz des
Marineflugzeuges bei St. Raphael, dem fünf
Ma=
rineoffiziere zum Opfer fielen, vorgenommenen
Nach=
forſchungen ergaben, daß der Apparat 120 Meter tief
auf dem Meeresgrund liegt. Die Leichen der Opfer
ſind in dem Apparat eingeſchloſſen. Es beſteht keine
Möglichkeit, das Flugzeug und die Opfer zu bergen.
Bemerkenswert iſt eine Entſcheidung des
Luftfahrt=
miniſters, in der mit ſofortiger Wirkung alle
Ver=
ſuchsflüge, unterſagt werden, bei denen es ſich um
Abänderungen für eine andere Verwendung handelt.
Der für den Verſuchsflug des abgeſtürzten
Flug=
zeuges verantwortliche Ingenieur wurde ſeines
Am=
tes enthoben und gegen ihn ein Diſziplinarverfahren
eingeleitet.
Neun Todesopfer bei einem Kinvbrand.
Kowno.=Wie aus Moskau gemeldet wird, brach
während einer Vorführung in einem Kino in
Wei=
heiwei ein Feuer aus. Neun Perſonon wurden von
brennenden Balken erſchlagen. 14 Perſonen wurden
verletzt.
Das Urkeil im Cadolzburger Bül
diebſtahls-Prozeß.
Fürth. Als erſter Verteidiger ſprach
vorgeſtrigen Verhandlung, die ſich bis ſpät
Nacht hineinzog, Rechtsanwalt Dr. Haber=NF;
für Lippmann. Er führte aus, daß es ſich UN
Tat ſelbſt um einen gewöhnlichen Einbruch.
führt mit den prömitioſten Mitteln handele, u
nicht die Tat an und für ſich, ſondern die
M=
um die Tat Gegenſtand des Intereſſe geweſſern
Der Gegenſtand der Tat ſeien zwei Holztafe
mehr mit Kunſthandwerk als mit Kunſt
haben. Richtig ſei, daß bis jetzt der Urhel
ganzen Sache noch nicht feſtgeſtellt wurde.
Li=
ſcheine auch, und es deute alles darauf hin,
Anſtifter geweſen zu ſein. Lippmann ſei g.
Opfer des Krieges und der politiſchen Verm/
geworden, beſondels durch die Beſchlagnahms
anſehnlichen Vermögens in England. Er begau
die Strafe als durch die Unterſuchungshaft r.
zu erkennen, letztere voll anzurechnen und der
befehl aufzuheben.
Den gleichen Antrag ſtellte Rechtsanwalt
ſtein=Fürth für Mayer, der nicht wegen D5½
ſchaft, ſondern wegen Hehlerei zu verurteillzer
Juſtizrat Dr. Stein=Fürth, der Verteidiger Se
erſuchte ebenfalls das Gericht in längeren 24
rungen um Aufhebung des Haftbefehls, da na
ärztlichen Gutachten für ihn die Gefahr der
kuloſeerkrankung beſtehe. Im übrigen ſei bei S
nicht Mittäterſchaft, ſondern nur Beihilfe
nehmen. Für Graſke ſprach Rechtsanſwalt
Dr=
tenberg=Nürnberg.
Hierauf ſprach Rechtsanwalt Dr. Feilchenff”
Breitfeld, der der einzige geſunde unter dieſs
denten Geſellſchaft ſei und auch durch ein
Urteil geſund erhalten und wieder der mmff
Geſellſchaft zurückgegeben werden miſſe. Für
Schwarz bat Rechtsanwalt. Dr. Hübel um
Freiſprechung, da ſie in jeder Hinſicht korrekt
delt, nichts verſchwiegen, niemanden begünſtiä,
in allen Punkten die reine Wahrheit geſag=
Zahn verteidigte ſich ſelbſt und bat in ber
Worten, unter nochmaliger Schilderung ſein
benslaufes, um eine milde Strafe, Anrechnu=
Unterſuchungshaft und Aufhebung des Haft
Nach einer nochmaligen kurzen Erkläru
Staatsanwalts zu den verſchiedenen Ausfüher
der Verteidiger erhielten die Angeklagten ſel!
letzte Wort.
Fürth. Im Cadolzburger Bilderdie
Prozeß wurde geſtern nachmittag gegen Lii
Mayer, Schmidt, Graſke und Zahn wegen gen
verübten Verbrechens des ſchweren Diebſtahls
des Urteil gefällt: Lippmann erhielt 10 I
Mayer 1 Jahr 4 Monate, Schmidt 1 Jahr 2 2,
und Zahn 10 Monate Gefängnis, Graſbe weg
gleichen Delikts im Rückfall 3 Jahre Zuchtha.
5 Jahre Ehrverluſt, Breitfeld wegen eines
brechens der Beihilfe zu einem gemeinſchaftli
jübten Verbrechen des ſchweren Diebſtahls ſieb .
nate Gefängnis, Frau Schwarz wurde freigeſerd
Bei Lippmann und Zahn wird der Haftbefehl
hoben und die Strafe als durch die
Unterſun=
haft verbüßt anerkannt. Im übrigen bleiben di
befehle aufrecht evhalten. Unterſuchungs
allen Angeklagten angerechnet,
Schwerer Autounfall in Trier.
Trier. Mittwoch vormittag ereignete
der Windſtraße ein folgenſchweres Autounglüc
Perſonenwagen ſtießen an einer Straßenkreuzi.
ſammen, wobei das eine Auto, in dem zwei
in Begleitung der Mutter zur Schule fuhren,
Bordſtein gedrückt wurde und infolgedeſſen um
Hierbei erlitt eines der Kinder, das dreijährie
terchen des Kaufmanns Hausmann, einen ſon
Schädelbruch und mehrere tiefe Schnittwundn
Hals und Geſicht, ſo daß es auf dem Wes=
Krankenhaus ſtarb, während der Lenker des
wagens, ſowie die Murter und das andere a7 41
leichten Verletzungen davonkamen.
Ein Fiſcher im Kampf mit einem Rieſe
Rom. Donnerstag abend hatte ein Fiſſ
der Bucht von Briaruzzo einen ſchweren Kam:
einem Hai zu beſtehen, der glücklich
ausging-
rend er in ſeinem Kahn in der Bucht fiſchte,
ſich ihm ein Rieſenhai von etwa fünf Meter
der ſofort den Kahn mit wuchtigen Hieß
Schwanzfloſſe anzugreifen begann. Der
ruderte verzweifelt dem Lande zu. Da ſich all:
durch die Hiebe leck gewordene Boot mit
füllte, mußte er ins Waſſer ſpringen. Glü
weiſe ließ der Hai in der Nähe des Ufm11.
Fiſcher ab und zog ſich in das Gewäſſer zurü
Zum Schuhe unſerer
Gepolſterte Bäume
im Stadtpark zu Berlin=Schöneberg ſchütz
kleinen ſchlittenfahrenden Kinder vor
letzungen für den Fall. daß im Eifer des
einer der Bäume angefahren wird. Eine
vernünftige wie nachahmenswerte Einrich)
R. Renniſon, der berühmte Schmied in Gretna
Green, hat, einer alten Tradition zufolge, das
Recht. Eheſchließungen vorzunehmen. Diesmal
hat er ein Rekordjahr hinter ſich. Die Zahl der
am Schmiedeambos vollzogenen Trauungen
be=
trug im Durchſchnitt vier für jede Jahreswoche.
Ceite 10
Reich und Ausland.
Die Marburger Bluttat noch ungeklärt.
Marburg. Die Ermittlungen über die
Blut=
tat in der Frankfurter Straße, bei der der Student
Erich Schwerdtfeger von einem bisher noch
unbe=
lannten Mann durch vier Revolverſchüſſe ſo ſchſwer
verltzt worden war, daß er wenige Tage ſpäter in
der Klinik ſeinen ſchweren Verletzungen erlag, ſind
bisher noch zu keinem abſchließenden Ergebnis
ge=
langt. Der verſtorbene Schwerdtfeger hat über die
Perſon des Täters nur unzureichende Angaben
ge=
macht, ſo daß die Polizei ſich hier völlig im Dunkeln
befindet. Die zahlreichen Zeugenvernehmungen haben
indeſſen ergeben, daß zwiſchen dem Toten und dem
Unbekannten eine längere Auseinanderſetzung
ſtatt=
gefunden hat, wobei ſich die beiden Männer von dem
elterlichen Haus des Schwerdtfeger entfernten und
die Frankfurter Straße heruntergingen. Hier ſoll es
nun zu einem Streit zwiſchen den beiden Männern
gekommen ſein, in deſſen Verlauf Schwerdtfeger
Miene gemacht haben ſoll, ſeinen Begleiter tätlich
anzugreifen. Im gleichen Augenblick habe der
Unbe=
kannte auch die vier Schüſſe abgegeben und ſich dann
ſchnell nach der Lahn hin entfernt.
Die Urſache der Gaskataſtrophe in Duisburg.
Duisburg. Die Urſache der Gaskataſtrophe
in der Gärtnerſtraße, bei der fünf Mitglieder der
Familie Weinand den Tod fanden, wurde nach
ein=
gehender Unterſuchung der herausgenommenen
Rohr=
enden nunmehr feſtgeſtellt. Es hat ſich dabei ergeben,
daß vor der Schweißung teilweiſe das Einlegen der
Packung vergeſſen worden iſt. Die Schweißung ſelbſt
konnte das Rohr nicht vollſtändig abdichten. Der
Grund für das Nichteinlegen der Packung dürfte
darin liegen, daß die Schweißer in dem engen, hohen
Graben nicht genügend Platz zum Arbeiten hatten.
Naubmordanklage gegen den Mörder Hopp.
Hannover. Nach einer Mitteilung der
hie=
ſigen Juſtizpreſſeſtelle hat das Schwurgericht in
Ver=
den gegen den Mörder Emil Hopp Anklage wegen
Raubmordes erhoben. Hopp hat vor einigen
Mona=
ten bekanntlich den Direktor Nordmann im Eilzug
Bvemen—Hamburg erſchoſſen und befand ſich nach
ſeiner Feſtnahme im Gerichtsgefängwis zu Verden.
Neuerdings iſt der Raubmörder, wie berichtet, nach
Hannover überführt worden.
Fenſterſturz aus Angſt vor der Operation.
Halle. In der Halleſchen Unive ſitätsklinik
ſtürzte ſich der 26jährige Schloſſer Koch aus dem
dritten Stock auf den Hof hinab und blieb tot
lie=
gen. Angſt vor einer Operation, die ihm ſicherlich
Heilung gebracht hätte, hat ihn in den Tod getrieben.
Schmuggel aus Gefälligkeit.
Berlin. Bei den Berliner Finanzbehörden
ſchwebt, wie das „B. T.” berichtet, gegenwärtig eine
Unterſuchung degen zehn Damen der beſten Berliner
Göſellſchaft wegen gewerbsmäßigen Schmuggels
zwi=
ſchen Italien und Deutſchland. Die Straftaten, die
den Damen zur Laſt gelegt werden, entbehren nicht
einer gewiſſen Tragikomik, denn alle Damen ſind
Mitglieder eines der vielen Bridgeklubs, die es
gegen=
wärtig in Berlin gibt. Die Präſidentin dieſes
Bridgeklubs iſt die Witwe eines bekannten Berline=
Anwalts und Juſtizrates, die längere Zeit des Jahres
in italieniſchen Badeorten verbrachte, wo ſie
regel=
mäßig den Beſuch ihrer Bridgefreundinnen empfing.
Wonn dieſe Damen wieder nach Berlin zurückkehrten,
hat ſie, die Frau Juſtizrat, ſtets um eine „kleine
Gefälligkeit”, die darin beſtand, daß ſie einige Schals,
Stickereien und Spitzen für ſie mit nach Berlin
nehmen und ſolange aufbewahren ſollten, bis ſie
uachkäme. Bei der großen Zahl der Damen kamen
auff dieſe Weiſe beträchtliche Mengen über die
ita=
lieniſch deutſche Grenze, und die Frau Juſtizrat fand
dann in Berlin ſehr ſchnellen, reichlichen Abſatz für
die Dinge, die infolge des niedrigen Preiſes ſehr
Ge=
liebt waren. Gegen die Betciligten iſt ein Verfahren
von den Finanzbehörden eingeleitet worden.
Heßlers Leiche gefunden.
Berlin. Die ſeit Tagen anhaltenden
Be=
dühungen, die Leiche des jungen Heßler zu finden.
der, wie erinnerlich, bei einem Wochenendausflug an
die Havel verunglückt iſt, haben endlich ein Ergebnis
gehabt. Der Tote lag nicht weit von dem Platz, wo
er mit ſeinen Freunden ein Zelt aufgeſchlagen hatte,
im Waſſer unter einer Eisſcholle. Anſcheinend iſt er
beim Zuwaſſerbringen ſeines Kanus auf dem
Eis=
rand abgerutſcht und iſt in dem eiskalten Waſſer von
einem Herzſchlag ereilt worden.
Zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.
Neuſtrelitz. Wie die „L. f. b. M.” von
zu=
ſtändiger Seite erfährt, iſt der am 19. Juni 1928
wegen Ermordung des Knechtes Rohde in Blankenſee
vom Neuſtrelitzer Schwurgericht zum Tode verurteilte
Agent Otto Brauer in der geſtrigen Sitzung des
Staatsminiſteriums zu lebenslänglichem Zuchthaus
begnadigt worden. Brauer wird ſofort von
Niu=
ſtrelitz nach dem Zuchthaus Dreibergen übergeführt.
Braueis Berufung gegen das Todesurteil wurde
be=
kanntlich kürzlich vom Reichsgericht verworfen.
Hochbekrieb in der Heiraksſchmiede.
*Cowboy=Geſchichten.
Von Hake.
i der Erſchließung des Weſtens von Nordamerika hat wohl
nieh)” eine ſo wichtige Rolle geſpielt, wie der Cowboy. Vor
ihnill rdings war ſchon der Fallenſteller und Jäger da, aber
ihryreuaren zu wenige, um das Land wirklich in Beſitz zu
neh=
me luuch der Goldſucher ging oft aus, aber er ſcharrte nur die
Sch us dem Boden, um dann möglichſt ſchnell das Land zu
vermiel:. Erſt der Cowboy kam mit ſeinen Herden, um —
mög=
ſichſfu immer — zu bleiben.
ah=ei iſt keinem von all den Pionieren des Neulandes ſo
ſibchtan der „Literatur” mitgeſpielt worden, wie gerade dem
Coſſ,), nachbem man ihn einmal entdealt hatte. Aus ſchlichten,
swrm lMännern, die unter den harten Bedingungen des
Neu=
ſamazu U hre Pflicht taten, die täglich zum Spiel mit dem Tode
we u konnte, wurde eine rüde, ewig ſchießende Figur, oder
znm mralziger Edelmenſch, der nun dem rührſeligen
Stadt=
memrein in Filmſtücken vorgeführt wird, die ſicher, hätte man ſie
ſchyſchol:mals in einer Cowtons den echten „Punchers”
vorge=
uhfhr Uenterbrechungen durch einige Entladungen von Schieß=
Fſcheul’s berechtigten Proteſt erlebt hätten.
zgei war der Cowboy durchaus nicht ohne echtes Gefühl.
aßzel— Woody war auf der Jagd mit einem Gefährten. Sie
rrikſerr einen Berggipfel gerade, bevor die Sonne aufging. Der
Beſtſit, ſchaute durchs Glas und deutete: „Da ſteht Wild”. Und
hff ſiie Antwort: „Halt’s Maul, Gott erwacht.”
mer von der Zunft blickte zum erſten Male hinab in den
Solzllnw=Canyon. Er ſchwieg eine Weile, dann richtete er ſich im
Saßt wuf, grüßte militäriſch und ſprach: „Gott grub hier dies
Lochn, Zorn und bemalte es aus Freude.”
uge die Stellung des Cowboys zu Frauen entſprach
keines=
veggdmm ſchmachtlappigen Flirt des Films, wenn er auch, da
Frazu ein rarer Artikel waren, gerne in ihnen ein höheres
Wellit ſiwb.
(hliſche Damen weilten auf einem Ranch zu Beſuch, und
inatz u ihnen hielt es für richtig, ſich in Rede und Gebaren allzu
ehütrdie Männer anzupaſſen. Sie ſoll ſehr erſtaunt geweſen
eink.’s einer ausrief: „Um Gottes willen, Weib, lannſt du uns
ſichhundir auſblicken laſſen?”
ſtr, wirtlich frauliche Weſen aber tat der Cowboy immer,
zu vaxs ſirgend konnte. Lag da eine junge Frau krank, und es
rſahtt ein Cowboy, der den halben Tag von einem anderen
Tauſtihevübergeritten iſt, präſentiert eine Sammlung von Patent=
„nedwpiinn, Pillen ohne Namen und Flaſchen ohne Aufſchriften.
Jahuiß nicht mehr recht, was das alles iſt, aber es hat mir
nall roammt gut getan. Verſuchen Sie es mal.” Sprachs, und
itt ;lvon.
ſew Verehrung konnte freilich auch manchmal recht
wunder=
ſchur armen annehmen. Saß da ein Puncher in einer Kneipe
n iGtenne, hingeriſſen von dem gefühlvollen Tremolo einer
„louhin/Sängerin, die mit Schmalz: „Den letzten Kuß, den mir
ſie /lutter gab” ſang. Um ſeiner Rührung und Begeiſterung
ürklen Ausdruck zu geben, warf er ein Zwanzig=Dollar=
Gold=
üchkn, die Bühne, und war baß erſtaunt, als der Gegenſtand
2innſeASwunderung, von dem mit wollem Schwunge geworfenen
rüchl ſe nters Ohr getroffen, ohnmächtig auf die Bretter, die
je ½ bedeuten, aber nicht weich ſind, niederſank.
1a, das Tier konnte dem Coſboy in ſeinem echten
Mannes=
efühly el bedeuten. Sein Hund und gar ein gutes Pferd waren
hmd oHlgehütete Gefährten. Und er ſah keine falſche Senti=
en itkit darin, ſeinem Tier einen Stein zu errichten: Hier
iegltAhat Next”, geboren 1886, geſtorben am 16. Juli 1892 bei
Fasftlluafhaskie, Wye. Er hatte den Leib eines Pſerdes, die
*s0ll
ſutik
erit
erſick=
eines Ritters und die Zuneigung des Mannes, der dieſen
Samstag, den 12 Januar 1929
Stein errichtete. — Jeder wahre Mann wird das Geſühl
ver=
ſtehen, das aus dieſen Worten ſpricht.
Der Humor des Cowboys, den er in reichem Maße beſaß,
hatte ſeine eigene Färbung, die er wohl zum guten Teil dem
reichlich vorhandenen iriſchen Einfluß verdankte: trocken, ſcharf
treffend und doch bei aller Uebertreibung immer gutmütig, nie
biſſig.
Ein Mann, der wegen ſeiner Vergeßlichkeit in der
Zurück=
erſtattung von Darlehen bekannt war, bat Jack um 20 Dollars.
Jack, ohne ein Wort zu erwidern, gab ihm zehn. Darauf der
Ent=
leiher ſaſt indigniert: „Aber ich habe um 20 gebeten.” Und Jack
kaute heraus: „Iſt ſchon recht. Wir ſind quitt‟. Du häſt zehn
verloren und ich auch.”
Joe wollte ſein Pony beſchlagen, imer ein hartes Stück
Arbeit bei den halbwilden Tieren. Er bat einen Gefährten, ihm
zu helfen, und ſie gingen ans Werk. Als die dicke Staubwolke ſich
verzogen hatte, ſprach Joe die tiefgeſühlten Worte: „Wir haben
Eiſen auf alles genagelt, was vorbeiflog. Ein Glück, daß Gäule
keine Hundertfüßler ſind.”
In einem Kampfe mit Indianern ſtürzte ein Cowboy mit
dem Pferde und lag halb betäubt am Boden. Eine Squaw lief
auf ihn zu, um ihm mit einem jener Steinhämmer, die man
Nuß=
knacler nannte, den Reſt zu geben. Dies veranlaßte ſeinen
Ge=
ſährten zu der Warnung: „Gib acht, Jim, da kommt ine Dame.”
Wohl liebte der Cowboy kräftige Ausdrücke, die ihm ein
Ventil waren für den Aerger des Alltags. Fluchen war ihm
Ge=
wohnheit, er war ſozuſagen durchtränkt mit Flüchen. Allerdings
verſuchte er in Gegenwart von Frauen, „den Deckel auf der
Fluchbüchſe zu laſſen”, aber wenn die Gelegenheit ſehr dringlich
war, ſo gelang das nicht immer.
Eine junge Dame war im Weſten, um für eine Zeitſchrift
Aufnahmen zu machen, und eines Tages ſtieß ſie auf einen
Puncher, deſſen Packmaultier auf dem ſſumpfigen Rſad nicht weiter
wollte. Er blickte auf und ſah die Dame: „Verzeihung, Madame,
ich hatte keine Ahnung, daß Damen in der Nähe waren. He, du
Maultier, Hölle und Verdammnis, Madame, Verzeihung, es
rutſchte mir gerade ſo raus. Aber ſehen Sie mal dieſes —
Maultier, kann man da anders? Du — — — Viech!” Und ſie
verzichtete auf eine Aufnahme und wandte ſich ab mit den
blaſſi=
ſchen Worten: „Dieſes Bild wäre doch unverſtändlich ohne einen
Grammophon.”
Auch in der wohlmeinendſten Rede konnte der Cowboy die
Angewohnheit des Fluchens nicht laſſen. Die Gefährten gruben
einem Cowbov das Grab, da wo er in wilder Gewitternacht
ver=
unglückt war, als er die Herde zuſammenhalten wollte, die in
Angſt ausbrach. Die Leichenrede aber lautete: „Jungens, er war
ein Kerl. Es iſt traurig, zu traurig. Tom, grab noch ein wenig
tiefer. Zum Teufel, Jungens, er war ein Kerl.” Und als ſie dann
wieder zu Pferde ſtiegen, klang es noch einmal: „Bill, wir
Jungens überlaſſen dich Gott und den Bergen. Leb wohl, Bill.
Verdammt, Jim, paß auf deinen Gaul auf.”
lind da ſich eines Mannes Weltanſicht erſt angeſichts des
Todes bewährt, ſo iſt es voll Bedeutung, wenn George Shears,
der wegen mancher Uebeltat unter dem Baumaſt landete, wohin
ihn ein rauhes Vigilanzkomitee geführt hatte, mit der Schlinge
um den Hals die Worte ſprach: „Gentlemen, ich weiß mit dieſem
Geſchäft nicht Beſcheid, da ich noch nie gehängt worden bin. Muß
ich runterſpringen oder =rutſchen?”
„Er ſchwieg einen Augenblick, und ſetzte das Geſpräch mit
dem heiligen Petrus fort”, erzählte einer der Anweſenden ſpäter.
Geſchäftliches.
Ein Meiſterwerk der Technik. In allen Gewerben
über=
ſtürzen ſich heute die Fortſchritte. Einer Münchener Finma iſt es durch
jahrelange Ausprobierung gelungen, fadenſcheinige Stoffteile, wie
durch=
geſcheuerte Hoſenböden, Ellenbögen, Oberkragen uſw. durch ein beſon=
Geite 11
deres Verfahren, Deutſches Reichspatemt Nr. 42 415, genannt Eiſenſtark.
unter gleichzeitiger Entfernung des unſchönen Glanzes auf längere Dauer.
widerſtandsfähig zu machen. Das Einſtückeln von unpaſſenden Stoffteilen
fällt weg, und das teuere Kleidungsſtück kann noch ſehr lange getragen
werden. Die Geſchmeidigkeit des Stoffes bleibt erhalten. Das
Allein=
ausübungsrecht für Darmſtadt hat die bekannte Firma Bügel=Fix,
Luiſen=
platz 4, erworben.
Welterbericht.
Die kalten Luftmaſſen des Hochdruckgebietes habem der flachen
weſt=
lichen Druckſtörung ſtärkeren Widerſtand entgegengeſetzt, ſo daß es in
un=
ſerem Gebiet nur zur Eintrübung und leichtem Schneetreiben kam. Da
noch immer der Einfluß hohen Druckes vorherrſchen wird, ſo hält das
Froſtwetter weiter an.
Ausſichten für Samstag, den 12. Januar: Froſtwetter, neblig=wolkig,
ſtellenweiſe auch aufheiternd, nur Neigung zu vereinzelten
Schnee=
fällen.
Ausſichten für Sonntag, den 18. Januar: Fortdauer der herrſchenden
Wetterlage.
Amtliche Winterſportnachrichten
herausgegeben von der
Heſſ. Offentl. Wetterdienſtſtelle am Landwirtſch. Inſtitut der
Univerſität Gießen.
Ort
Witterung
heute morgen
C Jemle.
Vogelsberg:
Hoherodskopf
G3e3 m).
Odenwald:
Tromm
Aff 70
Neunkirchen
Af. 5
Taunus:
Kl. Feldberg
Gß. 5
Rhön:
Waſſerkuppe
ſ950 m0
Schwarzwa,d:
Feldberg
au427 m
Hornisgrunde
(4180 m0
Ruheſtein
G6. 50
Furtwangen
1850 m.
Aupen:
Garmiſch=
Parten=
lirchen (718 m)
Berchtesgaden
Gzem.
Harz:
Schierke
(620 m
Thuringer Watd;
Oberhof
810 m)
20.
heiter
heiter 417/15
heiter 1—5130
bewölkt /—3/60
bewöllt /—2/68
bewölkt —1/45
Pul. erſchnee
heiter —5 /25 — Pulverſchnee
heiter 1—9133 — Pulverſchnee
heiter Li/21f-
Pulverſchuce
10/3o
heiter
Pulverſchnee
Beſchaffenheit
der
Schneedecke
heute morgen
etwas
verharrſcht
etwas
verharrſcht
etwas
verweht
etwas
verweht
etwas
verharrſcht
Sport=
möglichke it
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Skt u. Robel gut
Sh u. Robel gut
Sfi u. Rodel gut
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A
Sft u Nodel
gut
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Zeil 72/82. HI0t
AiLe TadlAeu
Nummer 12
Camstag, den 12. Januar 1929
Ceite
Spoth Oher une Tarnen,
Der Spork des Sonnkags.
Raſenſport und Winterſport beherrſchen das Programm des
Sonn=
tags. Allerdings kommen auch die Hallenſports mit einigen Radrennen
und Schwimmfeſten zu Wort. Die bedeutendſten Ereigniſſe bringt
wieder der Fußball. Die Zwiſchenrunde um den Bundespokal und die
Endſpiele um die Süddeutſche Meiſterſchaft ſtehen im Vordergrunde
des Intereſſes.
Fußball.
Der Bundespokal
des Deutſchen Fußball=Bundes findet längſt nicht mehr das Intereſſe,
das er in früheren Jahren verzeichnen konnte. Das ſpürt man jetzt
wieder einmal. Die Zwiſchenrundenſpiele werden wenigſtens in
Süd=
deutſchland als eine Angelegenheit zweiter Ordnung betrachtet. In der
Zwiſchenrunde ſpielen:
In Elberfeld: Weſtdeutſchland gegen Brandenburg,
in Hannover: Süddeutſchland gegen Norddeutſchland.
Das Spiel in Hannover iſt für den Süden wenig ausſichtsvoll. Er
ſtell: ſi.ß cesen eine ſtarke norddeutſche Mannſchaft, die vornehmlich
von Leuten des Deutſchen Meiſters, Hamburger S.V., gebildet wird,
eine zweite Garnitur. Den Süden vertreten: Kreß (Rot=Weiß
Frank=
furt); Schütz (Eintracht Frankfurt), Grundel (Offenbacher Kickers);
Eſchenlohr, Knöpfle (FSV. Frankfurt), Mantel (Eintracht Frankfurt);
Krauſe (Hanau 93), Winkler (Worms), Ehmer, Kiſſinger, Kellerhof
(Eintracht Frankfurt). Es iſt möglich, daß ſich dieſe Mannſchaft beſſer
ſchlägt, als man erwartet. Normal wäre aber ein Sieg des Nordens.
— Das Treffen in Elberfeld dürfte einen knappen Sieg der
einheit=
licheren und durchſchlagskräftigeren weſtdeutſchen Elf über Berlin
bringen.
Die Endſpiele in Süddeutſchland
werden in der Runde der Meiſter mit den folgenden Begeenungen
fort=
geſetzt:
In München: Bayern München—Germania Brötzingen,
Mürnberg: 1. F. C. Nürnberg—Karlsruher F.V.,
Mannheim: V.f.L. Neckarau — Boruſſia Neunkirchen.
In allen drei Fällen dürften die Gaſtmannſchaften erbitterten und
guten Widerſtand leiſten; wir rechnen aber doch mit Siegen der
Platz=
mannſchaften 1. F. C. N., Bayern München und VfL. Neckarau. — Die
Troſtrunden bringen in der Gruppe Südoſt vier Spiele. Die
Stutt=
garter Kickers werden auch auf eigenem Platz mit München 1860 einen
ſchweren Stand haben. ASV. Nürnberg dürfte zu Hauſe den VfB.
Stutgart ſchlagen. Schwaben Augsburg kann auf eigenem Platz dem
Favoriten der Gruppe, der SpVg. Fürth, eine Ueberraſchung bereiten.
Offen iſt der Ausgang des Treffens Phönix Kaulsruhe gegen Freiburger
Fußballklub. — In der Gruppe Nordweſt finden nur drei Spiele ſtatt.
Alle drei Spiele, nämlich Union Niederrad—Mainz 05, V.f.L. Neu=
„Iſenburg—S. V. Waldhof und Saar 05 Saarbrücken—Vf9k. Mannheim,
ſind ziemlich offen. — In der Gruppe Saar ſpielen FC. Pirmaſens
und FC. Idar auf dem Platze der Boruſſia Neunkirchen um den dritten
Platz der Gruppe. Der Sieger wird ſeine Gruppe bei der Troſtrunde
vertreten. — Ein rückſtändiges Verbandsſpiel wird in der Gruppe
Ba=
den zwiſchen SpVg. Freiburg und Freiburger SC. ausgetragen. Irgend
welche Bedeutung hat das Treffen allerdings nicht mehr.
Das Programm der Privatſpiele iſt bei den vielen Endſpielen
naturgemäß knapp. Vorgeſehen ſind bis zur Stunde die folgenden
Treffen: Offenbacher Kickers—VfR. Fürth, Fechenheim 03—SpVg.
Ar=
heilgen, Viktoria Aſchaffenburg — FC. 03 Langen, FSV. Frankfurt—
Haſſia Bingen, FV. Saarbrücken—SV. Wiesbaden, Bayern Hof-
Teu=
tonia München und Ulmer FV. 94—DSV. München.
Leichtathleti k.
Die DSB. hat ihren Mitgliedern den Start beim Brands
ſchen Hallenſportfeſt freigegeben. So werden ſich alſo am komu
Sonntag im Berliner Sportpalaſt Turner und Sportler im fri=
Wettkampf treffen. Aus der Zahl der Teilnehmer ſeien die
Körnig, Lammers, Boltze, Schoemann, Wichmann, Troßbach.
Thymm, Vach, König und Junkers hervorgehoben.
Eisfport.
Jm Vordergrund des Intereſſes ſtehen am Sonntag die D
Eiskunſtlauf=Meiſterſchaften, die in Oppeln ausgetragen
werH=
fern nicht das Wetter einen Strich durch die Nechnung uach
Titelverteidiger ſind Rittberger, Frau Brockhöft und Frl. g=
Gaſte. In Triberg iſt die Durchführung der Südweſtdeutſchen
Meiſterſchaften vorgeſehen. Garmiſch bringt im Rahmen einer
ſportwoche Schlittenrennen, und aus dem Auslande intereſſſe
nehmlich der Beginn der ſchweizerifchen Winterſpiele in Dan
einleitend gleich Eishockeyſpiele bringt.
Handball.
Die Handballkämpfe der DSV. neigen ſich in der ſüddeutſchen
Gruppen allmählich ihrem Abſchluß zu. Am 13. Januar tragen VfR.
Kaiſerslautern und SvVg. Saarlouis in Kaiſerslautern das zweite
Entſcheidungsſpiel um die Meiſterſchaft der Gruppe Saar aus.
Kaiſers=
lautern, das im erſten Spiel die Saarlouiſer hoch ſchlug, braucht nur
ein Unentſchieden zu erzielen, um Meiſter zu ſein. — Auch in den
an=
deren Gruppen fallen wichtige Entſcheidungen. Es ſpielen:
Gruppe Rhein: Pfalz Ludwigshafen-Phönix=Mannheim,
Mann=
heim 08—Mannheimer T. G., Ludwigshafen 03—Mannheim 07,
VfR. Mannheim—FV. Frankenthal, SV. Waldhof-PolSpV.
Mannheim.
Gruppe 4 Main/Heſſen: Handball=SV. Frankfurt—VfR. Schwanheim,
SpVg. Arheilgen—FSV. Frankfurt, Offenbacher Kickers—
Skiſport.
Im Skilaufen iſt die Saiſon jetzt im vollen Gange, und
augenblicklich kalten Wetter ſcheint es, als ob die Veranſtaltunc
alle durchgeführt werden können. Es ſtehen deren viele auf dss
minkalender. In St. Georgen bringt der Gau Hoher
Schwo=
ſeine Gauwettkämpfe zur Durchführung; in der Rhön finden die
deutſchen Meiſterſchaften ſtatt. Zu nennen ſind ferner der Harx
bands=Staffellauf in Altenau, der Eifel=Verbandslauf in Aden:
Meiſterſchaftswettbewerbe in Tirol und Wien; außerdem Skiſf.)
in Pontreſina mit deutſcher Beteiligung gelegentlich der Jub
veranſtaltung des SC. Bernina.
SV. 98 Darmſtadt, Poſt=SV. Frankfurt-PolSpV. Darmſtadt,
PolSpV. Butzbach—VfB. Friedberg.
Gruppe B Main/Heſſen: Hakoah Wiesbaden—SV. Wiesbaden, Ale=
mannia Worms—Wiesbadener SC.
Schwimmen.
Das Nationale Schwimmfeſt des Wiesbabener SC. hat eine ganz
ausgezeichnete Beſetzung gefunden. Neben den beſten ſüddeutſchen
Schwimmern beteiligen ſich zahlreiche gute Kräfte aus dem Rheinland,
u. c. auch Rekordmann Küppers=Vierſen und Derichs=Köln.
Boxſport.
Kolonia Köln und Punching Magdeburg tragen in Hagen in
Weſt=
falen den Endkampf um die Deutſche Meiſterſchaft im Mannſchaftsboxen
aus. Köln gilt mit ſeinen guten Kräften als Favorit.
Radſport.
Verſchiedene s.
Der Gau Südbahern Les Allgemeinen Deutſchen
Automob=
kommt am Samstag und Sonntag mit ſeinen Kluboffenen Wint) in Garmiſch=Partenkirchen heraus. — Die Pferderennen
Riviera erhalten in Nizza einen großen Anreiz durch den mit
Franes dotierten Grand Prix de Monte Carlo, der eine
Rei=
klaſſiger Pferde an den Start bringt.
Leichtakhletik.
Die Leichtathletik=Abteilung des Sportvereins 189
trägt am Sonntag, den 13. Januar, vormittags 10 Uhr, auf daa
dion am Böllenfalltor zur Erweiterung und Ergänzung des
Das Leipziger Sechstagerennen dauert über den Sonntag an. Die
Dortmunder Weſtfclenhalle hat Steherrennen mit Maronnier, Bréau,
Thollembeck, Bauer, Dederichs und Möller auf der Tagesordnung. —
Baſel iſt der Schauplatz eines Radländerkampfes Italien—Schweiz.
trainings ein Handball=Uebungsſpiel gegen die aktive dritte H.
Mannſchaft des Sportvereins aus! Als Vertreter der Abteilw
für dieſes Spiel folgende Leichtathleten vorgeſehen:
Preiß
Pulg Eiſenhauer.
Bernſee Habich Krauth
Krichel Schupp Lindner Breuler. Gunſt
Erſatz: Vick und Hebel. — Das Spiel beginnt pünktlich um
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Erſtklaſſige
Schneiderin
empfiehlt ſich in u.
außer dem Hauſe.
Kirchſtr. 19, I. (*sg
im Alter von 25—40 Jahren, welche praktiſch kochen
kann und in der Lage iſt „einen freien Vortrag zu
halten. Branchekenntniſſe erwünſcht, jedoch nicht
un=
bedingt erforderlich. Von einer perſönlichen
Vor=
ſtellung wolle man abſehen. — Angebote mit
Lebens=
lauf, Zeugnisabſchriften und Gehaltsanſprüchen ſind
zu richten an die
Heſſiſche Eiſenbahn A.-G., Darmſtadi.
Tücht. u. ſelbſtänd.
Rohr= od.
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meiſter und 2 bis 3
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ſerleitungsbau für
ſof. geſucht.
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(1041
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Pivereinigung 04 Arheilgen-Zußballſportverein
Frankfurk.
nächſten Sonntag empfängt die Ligamannſchaft von 04
Arheil=
geiwe gleiche Mannſchaft vom Fußballſportverein Frankfurt. Die
Foneuster dürfen in ihren noch ausſtehenden vier Spielen keinen
Pum ynehr einbüßen, wenn fie die gleiche Punktzahl erreichen wollen
wiſte= PPolizeiſportverein Darmſtadt. Am letzten Sonntag konnte der
FSS /Trankfurt gegen Kickers Offenbach nur ein Unentſchieden
er=
zieſzl SWährend es ſich alſo für die Frankfurter um die Erringung
deug die Meiſterſchaft ſo nötigen Punkte dreht, wird 04 Arheilgen
allſch uranſetzen, ſeinen Tabellenſtand zu verbeſſern. Daß ein Sieg
Avalzms durchaus im Bereiche des Möglichen liegt, beweiſen ſeine
Stw gregen gute Gegner auf eigenem Platz. Erſt am letzten
Sonn=
tagwnste die komplette Mannſchaft der Darmſtädter Poliziſten gegen
dider E Erſatzleuten ſpielenden Arheilger nur ein mageres 5:0=
Ergeb=
nises zlelen, das bei Halbzeit ſchon 4:0 lautete. Jedenfalls ſind die
Arktug feſt entſchloſſen, dem FSV. Frankfurt einen evtl. Sieg ſo
ſchüng’s möglich zu machen. Deshalb iſt das Spiel am Sonntag
nach=
miſtt! Uhr am Arheilger Mühlchen zweifellos auch für die
Darm=
ſ=äüſd 2Sportgemeinde von größter Wichtigkeit. Ein Spaziergang
dort=
gincri, ſich ſicher lohnen.
Polizeiſporkverein Darmſtadt.
Ligamannſchaft trägt am kommenden Sonntag in Frankfurt
gogen den Poſtſportverein ihr letztes Verbandsſpiel aus. Obwohl
nverein in der Tabelle an zweitletzter Stelle rangiert, wird das
urr die Polizei eines der ſchwerſten der ganzen Spielzeit werden.
ſſei; ſich doch bei dieſem Treffen nicht nur um den Sieger dieſes
ü allein, ſondern auch um die Beantwortung der Frage: Wer
htü Dieſem Jahre Meiſter? Polzeiſportverein Darmſtadt oder
Fuß=
baltüfrwerein Frankfurt a. M.?. We in die Polizei nämlich am
Sonn=
au zreich bleibt und Fußballſportverein ſeine noch ausſtehenden vier
Pi bewinnt, wird ein Entſcheidungsſpiel zwiſchen den beiden
ge=
naun Vereinen erforderlich. Poſtſportverein Frankfurt wird daher
witrſictlich am Sonntag nicht nur ſeine eigenen Mitglieder, fondern
archofy weitere Frankfurter Sportkreiſe hinter ſich ſtehen haben. —
Eiipielen am Sonntag noch: P. Sp.V. 2. Mannſchaft — Sp.V.
Ehi 5 2. Mannſchaft nachmittags 2.15 Uhr auf dem Uebungsfeld
desi liteiſportplatzes; P. Sp. V. 1. Jugend — P. Sp.V. 2. Jugend
vor=
mitt/s 110.30 Uhr auf dem Uebungsfeld des Polizeiſportplatzes.
iDer Fußballabteilung tritt die neuaufgeſtellte 2.
Mann=
ſchaſtfumt erſten Mal auf den Plan. Sie iſt bei der gleichen Mannſchaft
der .Vgg. Arheilgen zu Gaſt und muß ſich ſchon ſehr anſtrengen,
wvermſi gegen dieſe ſpielſtarke Mannſchaft ein ehrenvolles Reſultat
heuiſahl len will.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Meiſterklaffe. Die Vorentſcheidungen.
Neu=Iſenburg—Walldorf;
Bensheim—Tgde. 1846 Darmſtadt.
ſehr wichtige Spiele. Wenn auch Neu=Iſenburg an letzter
Steiltaht, muß ſich Walldorf daran erinnern, daß der eigene Platz eine
jedtzein e Rolle gerade bei Neu=Iſenburg ſpielt und wvie Bickenbach zum
Bei/l eine unerwartet hohe Niederlage hinnehmen mußte. Mit
die=
r alleP em) vilele ſtehen oder fallen die Meiſterausſichten für Walldorf. Faſt
tocrßichetiger iſt die Begegnung in Bensheim, wo beide Gegner
Inter=
ſſef)t llusgange haben. Wer verliert, ſcheidet aus als Anwärter auf
jeſätz. Eine Anwartſchaft beſteht nur inſofern, als mo mit einem
Veyſe Für Beſſungen gegen die Tgde. 1846 rechnet, der, nachdem ſich die
3445 midlich richtig zuſammengefunden haben, wohl im Bereich der
T5hfhreit liegt. Bensheim hat den Vorteil des eigenen Platzes. Doch
eore Schwerpunkt bei der Turngemeinde, die acht Tage ſpäter
ent=
heißtd gegen Beſſungen zu ſpielen hat. Aehnlich ſtehr es in der
A=Klaſſe. Gruppe I.
c. hier iſt man äußerſt geſpannt auf die Ergebniſſe:
Swer=Ramſtadt —Tg). Darmſtadt:
Sgeheim — Egelsbach.
Turngeſellſchaft und Seeheim bewerben ſich um die Spitze,
See=
inmind zuhauſe ſeine gute Form erneut beweiſen. Dagegen muß die
Tgkil armſtadt ſehr auf der Hut ſein.
A=Klaſſe. Gruppe II.
ieSheim 2. — Büttelborn 1. Das ſollte eine ſichere Sache für die
häfizachen, die den Titel des erſten Siegers für dieſen Fall erringen.
In=Bedeutung fütr die Spitze iſt in der
Meiſterklaſſe, Gruppe II
eMZaggnung: Eberſtadt — Nauheim. Dafür birgt ſie die Gewähr
ürüs eehr gutes Spiel. Nauheim iſt bekannt als fairer und
angeneh=
neuf srmuier. Man wird das in Eberſtadt zr ſchätzen wiſſen.
B=Klaſſe.
Reßdorf 1
Tgſ. Darmſtadt 2.:
Nallerſtädten — Walldorf 2.;
Harnsheim 1. — Erfelden 3.
Arn, wird nicht fehl gehen, weun man die erſten Mannſchaften der
iraine durchweg als Sieger anſpricht. Gernsheim muß ſich ſehr
zuf Ermmehmen.
C=Klaſſe.
AIAM — Eſchollbrücken; Stockſtadt — Reichsbahn; Tgſ. Darmſtadt 3.
sbach 2; und die letztem Jugendſpiele: Büttelborn — Wolfskehlen;
Spfelmigen — Beſſungen bilden ein Programm, auf deſſen Erledigung
nauf ſit: Recht geſpannt ſein darf.
Turnen.
Turngemeinde 1846.
füge, Samstag, den 12. Januar, abends 8 Uhr, findet in der Turn=
G Hall/=Be ogsplatz (Sälchen) tie diesjährige Hauuptverſammlung der
Durn=
gewſede 1846 ſtatt. Im Hinblick auf das für die Deutſche Turnerſchaft
undyre Vereine ſo erfolgreich verlaufene „Jahn”=Jahr, das im Zeichen
D8w 0rihrigen „Jahn”=G=denkfeiern und des großen 14. Deutſchen
Tuſiſias in Köln ſtand, dürfte es im Intereſſe aller Mitglieder der
Tulmem einde geboten erſcheinen, die Hauptverſammlung ſo ſtark wie
nunx öſlich zu beſuchen. Gilt es doch, auch Kenntnis davon zu nehmen,
inhyſhe+ die Tgde. 1846 Teil hat an dieſen Erfolgen, und welche
Lei=
ſtunhg äinnerhalb ihrer zahlreichen aktiven Mannſchaft auf allen Ge=
Bietider Leibesübungen erzielt wurden. So iſt es nicht nur Pflicht
Der/iqrnten aktiven Mannſchaft, ſondern auch der übrigen Mitglieder,
Huugſeſtloſes Erſcheinen ihre Anteilnahme an den weiteren Geſchicken
der Turngemeinde, des zurzeit zweitgrößten Vereins im
Mittelrhein=
kreis und des älteſten Leibesübung betreibenden Vereins in Darmſtadt,
zu bekunden. Denn ſowohl der Vorſtand der Turngemeinde als auch
die techniſchen Leiter der umfangreichen Abreilungen bedürfen der
kraft=
vollen Unterſtützung aller Mitglieder, um den auch für die Folge
bevor=
ſtehenden großen kulturellen und volkserzieheriſchen Aufgaben in jeder
Beziehung gerecht werden zu können. Die diesjährige
Hauptverſamm=
lung möge von rechtem turneriſchem Geiſt durchflutet ſein, damit das
83. Vereinsjahr der großen Turngemeinde am Woogsplatz einen
wür=
digen Auftakt nehmen möge.
9. Turnkreis — D.T.
Allen wanderfrohen Mittelrheinern zur Nachricht, daß die
dies=
jährige Kreiswinterturnfahrt am nächſten Sonntag, den
13. Januar, ſtattfindet. Das Ziel iſt wiederum der Feldberg im
Taunus. Die Wanderung iſt eine Sternwanderung. Um 12 Uhr
fin=
der Begrüßung am Brunhildisfelſen ſtatt, alsdann Abſtieg nach
Ober=
urſel. Hierſelbſt im Hauſe der Turngeſellſchaft gemütliches
Zuſammen=
ſein bei Darbietungen der Turnerjugend und Turnerſänger. Die
Teil=
nehmer aus der Darmſtädter Gegend treffen, ſich um 6.50 Uhr am
Hauptbahnhof Darmſtadt und fahren um 7.02 Uhr nach Cronberg.
Sonntagskarte nach Frankfurt löſen und in Frankfurt Sonntagskarte
nach Cronberg.
Radfahren.
Generalverſammlung des Velocipebklubs Darmſtadt von 1831 e. V.
Vergangenen Freitag, den 4. Januar, abends 8½ Uhr, hielt der
Velocipedklub Darmſtadt von 1899 e. V. in ſeinem Klubheim Reſtaurant
„Reichshof” ſeine diesjährige ordentliche Generalverſchnmlung ab, weleße
lcht gut beſucht war und einen für alle Teile befriedigenden Verlauf
nahm. Nach einleitenden Worten des 1. Vorſitzenben, Herrm Kurt
Frah=
nert, und Feſtſtellung der Anweſenheitsliſte erſtaneten die einzelnen
Vorſtandsmitglieder Bericht über den Vorgang in ihren Reſſorts im
ver=
gangenen Jahre. Beſonders der Bericht der Geſchäftsſtelle über die
Fi=
nanzlage des Klubs wurde mit beſonderer Freude entgegengenommen.
Hierauf wurde dem geſamtem Vorſtand einſtimmig Entlaſtung erteilt.
Die Neuwahl des Vorſtandes ergab folgendes Reſultat:
1. Vorſitzender Herr Kurt Frahnert; ſtellvertr. Vorſ. Herr Ernſt
Jakobi; Geſchäftsſtelle und Zahlmeiſter Herr Siegm. Guttmann;
Proto=
koller Herr Chr. Ensling; Wanberfahrwart Herr Karl Rüthl;
Scalfahr=
wart und Schriftleiter der Klubzeitung Herr Willy Engel;
Rennfahu=
wart Herr Ludw. Ganß: Zeugwart Herr Herm. Supp; furiſt. Beirat
Herr Rechtsamw. Kem; Beiſitzer; die Herren Ernſt Dymus, Heini
Gött=
mann. Hugo Neurohr, Ernſt Kreß.
Alsdann gab der 1. Vorſitzende bekannt, daß in dieſem Jahre wieber
fünf Mitglieder für 15jährige Mitgliedſchaft ausgezeichnet werden und
ermahnt die Anweſenden, auch weiterhin dem Klub wie bisher die Treue
zu bewahren. Mir dieſem Worten fand die anregend verlaufene
General=
verſammlung fitr 1928/29 ihr Ende.
zußball.
F.C. Union—Viktoria Urberach.
Mit einem guten Start zur Rückrunde konnte Union den
Meiſter=
ſchaftsanwärter FV. Sprendlingen am vergangenen Sonntag
bezwin=
gen. Am kommenden Sonntag erwartet nunmehr Union die ſpielſtarke
Ligamannſchaft von Viktoria Urberach auf der Rennbahn. Die Gäſte
beſitzen eine ausgezeichnete, gut eingeſpielte Mannſchaft, die zu Hauſe
kaum zu ſchlagen iſt. Aber guch auswärts gibt die Mannſchaft einen
ſehr beachtlichen Gegner ab, der jedem Verein ſchwer zu ſchaffen macht.
Im Vorſpiel ſiegte Urberach mit 3:1 Toren. Union hat die
Gelegen=
heit, auf eigenem Platze zu ſpielen und dadurch ſeinen Gäſten die
Nie=
derlage wetrzumachen. Die Einheimiſchen beſitzen die Kraft, um zu
einem Siege kommen zu können, und hoffen wir baher, daß ſich die
Mannſchaft bewußt iſt, was man in Darmſtadt von ihr verlangt. Mit
Rückſicht auf die Nachmittagsſpiele VfR. — Polizei und Sportverein
— Mörfelden iſt der Spielbeginn auf vormittags 11 Uhr feſtgeſetzt. Die
Reſervemannſchaften ſpielen nach den Ligamannſchaften, ſomit um
12.45 Uhr.
Rot=Weiß, V. f. R.
Das Spiel der Ligamannſchaft gegen Polizeiſportverein, das laut
Terminliſte am kommenden Sonntag ſtartfinden ſollte, wurde auf Wunſch
beider beteiligten Vereine von der Behörde abgeſetzt, und wird
jeden=
falls am Schluſſe der Rückrunde zum Austrage kommen. Am Sonntag
nachmittag 2.30, Uhr findet auf dem Sportplatz an der Rheinallee ein
Uebungsſpiel zwiſchen Vereinsmannfthaften ſtatt. Dieſes Spiel dürfte
in der Hauptſache die Vereinsanhänger und Mitglieder intereſſieren,
da in dieſem Treffen neu aufgenounmene Spieler mitwirten, mit deren
Spielerlaubnis maſt in kurzer Zeit rechnen kmn. Die Junioren
be=
geben ſich nach Eſchollbrücben und werden dort in einem
Freundſchafts=
ſpiel der 1. Mannſchaft der Germania gegenüüberſtehen. Alle anderen
Maurſchaften ſind an dieſem Tage ſpielfrei.
Michelſtadt 2. — Kickers Hergershaufen 1. 2:0.
Beide Mannſchaften trafen ſich am Sonntag zum fälligen
Ver=
bandsſpiel. Die beſten Leute der Kickers waren auf dem Spielfeld der
Tormann und die beiden Verteidiger, von Michelſtadt war der rechte
Verteidiger der beſte Mann ſeiner Elf. Im Sturm fehlt es bei den
Kickers an Schußvermögen, tvas bei den Gäſten nicht der Fall iſt.
Zwanzig Minuten vor Schluß kam Michelſtadr zu ſeinem erſten, dann
ſieben Minuten vor Schluß zu ſeinem zweiten Erfolg. So ſtand das
Reſultat 2:0 üfr Michelſtadt. Eckenverhältnis 7:5 füir Michelſtadt.
Hergershauſen ſpielte mit 3 Mann Erſatz. Schiedsrichter Weber=König
leitete unparteiiſch.
Kreisliga — Südheſſen.
Wie glljährlich bringen auch dieſes Jahr die Enbſpiele wieder die
größten Senſationen. So verlieren Vereine, die in der Vorrunde kaum
zu ſchlagen waren, nach und nach Spiele und Punkte, und ſind
Wer=
ſchiebungen in der Tabelle an der Tagesordnung. Auch diesmal gab es
wieder Ueberraſchungen in verſchiedener Hinſicht und ſieht die Tabelle
nun ſo aus:
Spiele gew. un. berl. Punſte.
Olympig Lampertheim
16 11
24
Olympia Worms
15
10
22
Olympia Lorfch
14
19
19
Noym. Pfiffligheim
V.f. R. Bürſtabt
17
F.V. Biblis
Starkenburgig Heppenheim
13
Spp. Horchheim
Spv. Hochheim
V.f. L. Lamperuheim
12
10
1
Spv. Pfeddersheim
Olympia Worms konnte ſich durch einen 2:0=Sieg über Hochheim
weiter an zweiter Stelle behaupten und bleibt ſo in erſter Linie mit
Meiſteranwärter. Das Lokaltreffen in Lampertheim endete 3:1 für
Olympia. Die V.f.L.=Leute goben alles her, doch zu einem beſſeren Ab=
ſchluß konnven ſie das Spiel nicht geſtalten, es fehlt halt immer noch
an Roudine. Olympia Lampertheim hat eigentlich jetzt die beſten
Aus=
ſichten, da die noch ausſtehenden Spiele recht günſtig liegen. Den
Vor=
ſchern Glieb eim Punkt am „Galgen” hängen, was für den Altmeiſter
alles wur nicht erwünſcht kam. Nach zähem Ringen endete der Kampf
0:0, die Gäſte konnten froh ſein, mit einem blauen Auge
davonzukom=
men. Die Bibliſer haben abermals verloren, 1:2 gegen Ho chheim. Die
Riedleute können froh ſein, wenn dieſe Saiſon um iſt; ſie brauchen
un=
bedingt eine Erhokung. Auch mit den Bürſtädtern iſt es überraſchend
ſchnell anders geworden, geſtern noch erſter Meiſterwwwärter, heulte
gegen den Tabellenletzten 0:1 verloren. Auch hier ſcheint vor allem Nuhe
unbedingt vonnöten. Auf alle Fälle cann man fehr geſpannt ſein, wer
ſich diesmal bis zur höchſten Ehre, der Meiſterſchaft unſeres Kreiſes,
durchſetzt.
Frankfurk.
Samstag, 12. Jan. 8.30: Gymuaſtik. e 12.45: Schulfunk.
Franzöſiſch. o 13.16: Mittagskonzert des Funkorch. 15: Berich:
über die Schneeverhältniſſe. 15.05: Liedervorträge Frankfurter
Schulen: Ziehen=Oberrealſchule. Chorleiter: Studienrat Veidt.
16.35: Konzert des Funkorch. Mitw.: Maria Pos=Carloforti.
18.10: Aus dem Roman. Doktor Katzenbergers Badereiſe” von
Jean Paul. O 18.30: Briefkaſten. 18.45: Eſperanto. o 19.15:
A. Gürteler, Berlin: Der ſozialpolitiſche und wirtſchaftliche Sinn
des Betriebsrätegeſetzes, e 19.45: Prof. Fleſch: Das Hühnerei.
0 20.15: Die Hausdame.” Luſtſpiel in drei Aufzügen von Erik
Hoſtrup. Perſ.: Dr. Anſelm Peter Harding, Chemiker; Lundblad,
Rechtsanwalt; Polly Neumeiſter: Jahn Liebetraut; Lona Spaneke,
Sekretärm bei Harding; Mathilbe, Mädchen bei Harding. Spielt
in Kopenhagen. Anſchl.: Berlin: Tammuſik.
orcheſter. O 15: Unterhaltungskonzert. Mitw.: Fridl Voelter, Chr.
Oberlinger. Funkorcheſter. 16.35: Frankfurt: Nachmittagskonzert.
O 18.15: Freiburg: Dialogvortrag von Joſef Witrling: Die alte und
die neue Generation. 18.45: H. Bühler: Der Planet Mars und
ſein Rätſel. S 19.15: Handelsſchulaſſeiſor Dr. Wolf:
Buchführungs=
kurs: Der Arbeitsplan. O 20.15: Elſäſſiſche Stunde. Mitw.: Sofie
Würth=Imbert (Geſang), Fink (Violfne). Flügel: Margit Hügel.
Reyſz: Es haben zwei Blumen geblühet: Es ſteht ein” Lind in
jenem Tal; Du biſt die Ruh’. — Erb: Suite. — Weckerlin: Der
Morgenſtern. — Boellmann: Gebet: Gotiſches Menuett. — Reyſz:
Ich bin klein; Ihr Hirten, erwacht; Ueber die Hütte weht der Wind.
— Hügel: Sonate in A=moll. — Hügel: Liebesklage; Der Traum;
Der verſchwundene Stern. — Anſchl.: Funkbrettl der Nationen.
Leitung: C. Strupe. Mitw.: Eina Connert, Käte Mann, Albin
Swoboda, Win Hörth, L. Forro, H. Hanus, C. Struve, M. von
Winſtinghauſen. Funkorcheſter. Wien—Berlin. — Jeder einmal in
Berlin. — O Wien, mein liebes Wien. — Canzo de Nadal (ſpaniſches
Weihnachtslied). — Heia naſzar ar avaron. — Ruſſiſche
Straßen=
ſängerin. — Danza, Danza, italieniſches Volkslieb. — Amerikaniſcher
Niggerſchlager. — Wolgalied. — Der Herzenbrecher. Groteste
Szene aus dem Ruſſiſchen. Von A. Awertſchenko. — Japaniſcher
Laternentan. — Boniour, Sazon. — Chorinnua Kaolan. — Keſö
vßz van. — Ruſſiſche Leierkaſtenlieder. — Türkiſche Scharwache. —
Mit keres a teme toben. — A moda gallega, Volkstanz. — Ruſſiſches
Tanzlied — Amerikaniſche Schlager. — Bukareſt. — Montevideo. —
Paris, Oneſtep. Anſchl.: Nachrichten. Tanzmuſik.
Sonnabend, 12. Jan.
15.30: Fr. Winninger: Dankali, ein
Zentralafrikaniſches Urvolk, o 16: Willy Möbus: Zweitauſend
Jahre Flugkunſt. 6 16.30: Was man beim Theater erlebt.
Theater=
anekdoten, erzählt von M. Grube. o 17: Unterhaltungsmuſik.
Kapelle Löwenthal, a 18.40: Th. v. Lerch, Wien: Jagen im
Winter. O 1905: Prof, Dr. Kaßner: Streu= und Haftpflicht der
Hausbeſitzer bei Glätte und Glatteis, S 19.30: Prof. Dr. Eſau,
Jena: Einführung in die Kurzwellentechnik. 20: Märkiſche
In=
duſtrie. Hörbild=Montage von Gerh. Pohl. S 21:
Unterhaltungs=
muſik. Kapelle Gica Jonesco. o Anſchl.: Tagesnackrichten. S
Da=
nach: Tanzmuſik. Kapelle Barnabas von Geczy
Deutſche Welſe. Sonnabend, 12. Jan. 10.15: Berli:
Nach=
richten. S 12: Künſtleriſche Darbietungen für die Schule: Leſſing
und der ſiebenjährige Krieg. 13.30; Berlin: Nachrichten. O 13.45:
Bildfunkverſuche. * 14.30: Kinderbaſtelſtunde. Lieſe, Franz und
Fritz machen eine Schlittenfahrt. 15: B. K. Graef: Sprechtechnik.
C 15.30: Wetter und Börſe. 5 15.40: Frauenſtunde. Dr. Elly
Heuß=Knapp: Die Kunſt zu erzählen, o 18: Oberſchullehrer
Weſtermann: Kurzſchriftdiktate. o 15.30: Hamburg: Vio in=Konzert
Bach-Paganini, 17.30: Dr. Richhardt: Der Beamte in der
all=
gemeinen Geſetzgebung. 18: Peter Leiſtenſchneider:
Berufs=
gefahr und Verſicherungsweſen im Bergbau. o 18: Spaniſch für
Anfänger. O 18.55: Alf Due: Norwegiſche Volkslieder (durch
Ge=
ſang illuſtriert). 20: Die Stunde des Landes. Kirmesmuſik:
Neumann: Pepita=Marſch. — Spohr; Gruß an Kiel. — Rixner:
Landjägermarſch. — Altenburger Kirmeswalzer. — Zwiebelsdorfer=
Schottiſch. — Der Herr Amtmann tanzt, Polka. — J. Winckler lieſt
tolle Bomberg‟ — Signal=Walzer. — Dreher (Alter
Märker). — Ländler (Dem Herrn Poſthalter ſein Lieblingstanz).
von Geczn
A
Nur deim Fachmann
C. Boßler & Co G. m b H
Eenst-Ludwigstiaße 14
Telephon 2140 (1038a
Hauptſchrelftleitung: Rubolf Maupe
Verantwortlich für Poliiſk und Wiriſchaft: Rudeif Mauve; für Feuntlletvn, Neich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Engen Buhlmann;
für den Handeſ: Dr. E. H. Quetſch; für ben Schlußdienſt: Anderas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willv Kuhle: Druck
und Veriag: Z. C. Wittich — ſämtſich in Darmſiadt
Für unverjangte Manuſkeipte wird Garantie der Rückſendung nimt äbernemmen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Samstag, den 12 Janu.
Nummer 12
TttarTatttA
Börſe und Geldmarkf.
Die zweite Börſenwoche des neuen Jahres ließ eine
einheit=
liche Tendenz vermiſſen und enttäuſchte durch die wieder
zuneh=
mende Geſchäftsloſigkeit. Obwohl eine Reihe von günſtigen Mo=
menten wirtſchaftlicher Natur vorlagen, wie zum Beiſpiel die
Beilegung in den Lohnkonflikten der Werft= und Textilinduſtrie,
die günſtige Lage der Eiſenexportmärkte und der Kohlenſtreik in
Frankreich, vermochten dieſe keinerlei Anregungen zu geben. Die
ſehr beſcheidenen Kursbeſſerungen, die gegen Ende des
Berichts=
abſchnitts erzielt wurden, und auch meiſt noch unter
Schwankun=
gen, wurden durch Deckungen und kleine Meinungskäufe der
Spe=
kulation veranlaßt und konnten die erhoffte Wiederbelebung des
Effektengeſchäfts nicht bringen, ebenſo wenig der Verſuch einiger
Großbanken, in verſchiedene Spezialpapiere Bewegung zu
brin=
gen. Wenn im großen und ganzen die Tendenz nicht
unfreund=
lich war, ſo iſt dies in erſter Linie die Folge der außerordent=
ſonſtigen Zahlungen zuruckzuführen iſt. Auch die Erwartungen
auf eine Ermäßigung der Reichsbankrate ſtimmten günſtig. Eine
gewiſſe Beunruhigung ging dagegen von Verlautbarungen aus.
daß angeſichts des Anwachſens der Maklerkredite in New York
die Frage einer Diskonterhöhung wieder akut ſei. Befürchtungen,
die jedoch durch die inzwiſchen eingetretene weitere Entſpannung
am amerikaniſchen Geldmarkt, die ſich auch in der Senkung des
Privatdiskontſatzs von 5½½ auf 5 Prozent widerſpiegelt, ſich als
gegenſtandslos erwieſen. Außerdem wurde die Möglichkeit einer
Reichs=
gab man auch der Beſorgnis Ausdruck, daß die Neugeſtaltung des
Finan=ausgleichs die innerpolitiſche Situation zuſpitzen könnte.
Größere Umſätze fanden nur am Montan= und Elektromarkt
ſtatt. Für erſteren regten günſtige Dividendenſchätzungen und
Ankurbelungsverſuche einiger Großbanken vorübergehend an. Am
Elektromarkt war die Kursgeſtaltung ſchwankend, je nach Stärke
der Intereſſennahme des Auslandes und intereſſierter Kreiſe.
Stimulierend wirkte die Kapitalerhöhung der Siemens=
Geſell=
ſchaft auf nunmehr 10 Mill. Reichsmark. Einen etwas regeren
Markt hatte auch eine Anzahl von Metallwerten, ſo Otavi, im
Zuſammenhange mit den verſchiedenen Preiserhöhungen des
In=
ternationalen Kupferkartells. Aus den bekannten Gründen hielt
das Intereſſe für Deſſauer Gas und Thüringer Gas an. Recht
widerſtandsfähig, zeigten ſich Farbenaktien, die häufig für
ſüd=
deutſche Rechnung in großen Beträgen aus dem Markt
genom=
men wurden. Eine vorübergehende Beunruhigung erfuhr die
Börſe von dem ſcharfen Rückgang der Automobilwerte im
Zuſam=
menhange mit der Bewegung der Adler=Aktien. Erſt nach der
inſtigen Verwaltungserklärung der Daimler=Geſellſchaft trat
hier eine Beruhigung und Erholung ein. Auf die Beſtrebungen
zur Herabſetzung der Kalipreiſe erfuhren vorübergehend die
Kali=
papiere eine ſtärkere Abſchwächung. Gegen Ende des
Berichts=
abſchnittes wurde die allgemeine Tendenz nicht unweſentlich durch
den ſcharfen Rückgang der Kunſtſeidewerte beeinflußt, indem man
von einer allgemeinen Preisermäßigung in der
Kunſtſeideindu=
ſtrie ſprach, außerdem von Unſtimmigkeiten innerhalb der
inter=
nationalen Kunſtſeidekonvention wiſſen wollte.
Auch an den internationalen Geldmärkten war unmittelbar
nach dem Jahresultimo eine Erleichterung eingetreten.
Nament=
lich am New Yorker Markt iſt bald ein Abgleiten der hohen
Geldſätze erfolgt. Ebenſo iſt ſchon in den nächſten Tagen des
neuen Jahres auf dem Berliner Geldmarkt eine Verflüſſigung in
ten nicht annähernd untergebracht werden. Auch die infolge der
Zahlungstermine der Einkommen= und Körperſchaftsſteuer
er=
wartete ſtärkere Geldnachfrage iſt nicht fühlbar geworden. Der
im Hinbliä auf die erwartete Ermäßigung des
Neichebandis=
kontes noch möglichſt hohe Sätze ausnutzen wollte, nicht befriedigt
werden. Umſätze kamen in den letzten Tagen überhaupt nicht
mehr zuſtande, weil der Notbehelf der Hergabe von
Reichswech=
ſeln aufhörte, da ihr Beſtand erſchöpft iſt. Der auf 6 Prozent
ermäßigte Satz iſt rein nominell. Auch im inoffiziellen Verkehr
war zu einem um ein halbes Prozent ermäßigten Satz keine Ware
zu erhalten.
Angeſichts dieſer außerordentlichen Flüſſigkeit und der
Er=
leichterung des internationalen Geldmarktes glaubt man mit
Be=
ſtimmtheit, in aller Kürze mit einer Senkung der Reichsbankrate
auf 6 Prozent rechnen zu konnen.
Diskonkermäßigung.
* Bis zum letzten Augenblick war es zweifelhaft, ob die Entſcheidung
heute ſchon fiel oder ob die Reichsbank noch die nächſte Woche abwarten
würde. Nach den Erfahrungen des Jahres 1927 iſt es begreiflich, daß
der Zentralausſchuß der Reichsbank ſehr vorſichtig operiert, zumal die
Auflegung einer preußiſchen Anleihe ihre Schatten vorauswarf. Die
Vermntung, daß die Reichsbank die Auflegung dieſer Anleihe habe
er=
leichtern wollen, liegt nahe; tatſächlich dürfte aber gerade das Gegenteil
richtig ſein. Wir nehmen an, daß die preußiſche Regierung ihren
Kapitalbedarf nicht durch Inanſpruchnahme des Kapitalmarktes,
ſon=
dern auf andere Weiſe decken wird. Jedenfalls iſt die offizielle
Mit=
teilung eine eindringliche Warnung. Unſere Geldflüſſigkeit hat aber
mit Kapitalflüſſigkeit nichts zu tun. Wir ſind nach wie vor
kapital=
arm, ſo daß ſchon die Auflegung einer einzigen Anleihe den Markt
ausſchöpfen könnte. Nachdem aber dieſe Gefahr behoben erſheint, iſt die
Herabſetzung des Diskontes eine Erleichterung für unſere Wirtſchaft, die
ſich bei pfleglicher Behandlung weiter auswirken und vielleicht in
ab=
ſehbarer Zeit zu einer erneuten Senkung auf 6 Prozent führen könnte.
Der Answeis der Reichsbank.
Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Januar zeigt in der erſten
Jahreswoche einen Rückgang der geſamten Kapitalanlage der Bank in
Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 699,1 Mill. auf 2247,7
Millionen Reichsmark. Im einzelnen haben die Beſtände an Wechſeln
und Schecks um 526,3 Mill. auf 2101,1 Mill. RM. die Lombardbeſtände
um 121,9 Mill. auf 54,2 Mill. RM. und die Beſtände an
Reichsſchatz=
wechſeln um 51,0 Mill. auf 0,1 Mill. RM. abgenommen. Die Anlage
in Effekten iſt mit 92,3 Mill. RMM. annähernd unverändert gebbieben.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 480,7
Millionen Reichswark aus dem Verkehr zurückgefloſſen, und zwar hat
ſich der Umlauf an Neichsbanknoten um 445,9 Mill. auf 4484,2 Mill. RM.,
derjenige an Reutenbankſcheinen um 34,8 Mill. auf 495,1 Mill. RM.
verringert. 7,1 Mill RM. an Rentenbankſcheinen wurden in der
Be=
richtswoche getilgt. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der
Reichs=
bank an Rentenbankſcheinen auf 35.1 Mill. RM. erhöht. Die fremden
Gelder zeigen mit 619,3 Mill. RM. eine Abaahme um 196,8 Mill. RM.
Die Beſtände an Cold und deckungsfähigen Deviſen zuſammen haben
um 2.1 Mill. auf 2886,7 Mill. RM. zugenor
fähigen Deviſen mit 157,4 Mill. RM. ausgewieſen. Die Deckung der
Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 55,4 Prozent in der Vorwvoche
auf 60,9 Prozent, diejenige durch Gold und Leckungsfähige Deviſen von
58,5 Prozent auf 64,4 Prozent.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 11. Jan.
Im vorbörslichen Verkehr war die Stimmung freundlich und es
machte ſich eine weitere Befeſtigung bemerlbar. Als jedoch die Senkung
des Reichsbankdiskontſatzes bekannt wurde, trat eine allgemeine
Zu=
rückhaltung ein. Die Herabſetzung um ½ Prozent enttäuſchte
ver=
ſchiedentlich, da in Börſenkreiſen vielfach die Hoffnung gehegt wurde,
die Reichsbank würde ſich entſchließen, den Satz eventuell ſogar um
noch 1 Prozent zu ermäßigen. Die Tendenz war im allgemeinen jedoch
nicht unfreundlich, das Geſchäft bewegte ſich in kleinſtem Rahmen. Eine
gewiſſe Stütze erfuhr der Markt durch die ſehr feſte geſtrige New
Yorker Börſe und die ſtarke Entſpannung des Reichsbankausweiſes für
die erſte Januarwoche. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe war die
Kursgeſtaltung uneinheitlich, und die Veränderungen gingen kaum über
1 Prozent hinaus. In verſchiedenen Werten ſchritt die Spekulation
zu Deckungen. Etwas lebhafter gefragt waren Schuckert mit plus
2 Prozent, Harpener mit plus 1 Prozent und Kali
Aſchers=
leben auf den günſtigen Geſchäftsbericht (plus 1½ Prozent). Von
Zell=
ſtoffwerten waren Waldhof mit minus 1 Prozent angeboten,
Aſchaffen=
burger dagegen wieder etwas erholt. Banken nur wenig gefragt,
Reichsbank 1 Prozent niedriger, Commerzbank ca. 1 Prozent gebeſſert.
J. G. Farben blieben weiter vernachläſſigt, waren jedoch gehalten.
Am Automarkt konnten ſich Kleyer knapp behaupten. Schiffahrtswerte
waren auf das Aus= und Umbauprogramm weiter etwas verlangt und
erneut bis ca. 1 Prozent gebeſſert. Anleihen faſt ohne Geſchäft.
Im Verlaufe blieb das Geſchäft ſehr klein, da die Luſtloſigkeit der
Spekulation geſchäftshemmend wirkte. Die Grundſtimmung war jedoch
nicht unfreundlich; es traten verſchiedentlich kleine Erholungen ein, die
jedoch kaum 1 Prozent überſchritten. Etwas gefragt waren Deutſche
Erdöl, J. G. Farben und Harpener. Das Fehlen jeglicher Orders
machte ſich ſtörend bemerkbar, ſo daß die Kurserholungen wieder
ver=
loren gingen. Von Glanzſtoff ausgehend, die eine erneute beträchtliche
Abſchwächung erfuhren, wurde es unſicher und ſchwächer, ſo daß auch
die übrigen Märkte in Mitleidenſchaft gezogen wurden. Am Geldmarkt
blieb Tagesgeld mit 5½ Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt
nannte man: Mark gegen Dollar 4.2076, gegen Pfunde 20.419, London=
Kabel 4.8510, Paris 124.09, Madrid 29.70, Mailand 92.70, Holland feſt
mit 12.087/g. Die Mark erfuhr eine erneute Abſchwächung.
Die Abendbörſe war trotz des feſten New Yorker Börſenbeginns
ſtill. Auch die Reichsbankdiskontermäßigung wirkte nicht nach. Die
Kurſe ſtanben zum größten Teil auf Mittagsſchlußhöhe. Auch im
wei=
teren Verlaufe trat keine weſentliche Aenderung ein. Renten zeigten
ſich vollkommen umſatzlos. Etnvas beachtet waren Stahlverein und deſſen
Konzernwerte auf den kürzlichen Abſchluß hin.
Berlin, 11. Jan.
Trotz des Beſchluſſes, ab morgen den Reichsbankdiskont um ½ auf
6½ Prozent zu ermäßigen und im Gegenſatz zu der durchaus
freund=
lichen und feſteren Tendenz der Vorbörſe eröffnete die Börſe luſtlos
und überwiegend leicht ſchwächer. Der anhaltende Ordermangel, die
Zurückhaltung der Provinz und die völlige Intereſſeloſigkeit der
Banken=
kundſchaft verſtimmten. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde die
Tendenz, ausgehend vom Montanmarkt, an dem ſich einiges Geſchäft
entwickelte, allgemein freundlich. Der weitere Verlauf der Börſe war
etſvas angeregt durch die Feſtigkeit der Montanwerte, von denen
Gel=
ſenkirchen bevorzugt waren. Stärker beachtet waren auch Stahlverein
und Phönix im Hinblick auf den günſtigen Abſchluß des Stahlvereins.
Noch vor offiziellem Börſenſchluß verſtimmten die Baiſſe=Angriffe am
Polyphon= und Kunſtſeidenmarkt, die nur durch Interventionen einiger
erſter Bankhäuſer keinen größeren Kurseinbruch verurſachen konnten.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* New York, 11. Jan. (Prib.
Kaffee: Nach ſchwächerer Eröffnung konnten ſich die Preiſe
beſſern auf Käufe der Spekulation und des Handels, ſowie die
Verfaſfung der braſilianiſchen Märkte.
Zucker: Anfangs kam es am Rohzuckermarkt auf Käufe zu Gön
ſteigerungen bis zu 2 Pkt. Im Verlaufe ſtiegen dieſe bis zu
da Spekulation und Handel kauften. Später und beſonders gegen
wurden dann auf dem erhöhten Niveau Realiſationen vorgency
doch ſchloſſen die Termine noch 1—2 Pkt. über dem Vortag.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 11.
Getreide. Weizen: März 117½, Mai 120½, Juli
Mais: März 9234, Mai 95¾, Juli 9738; Haſer: März 49½8
49½8, Juli 48½: Roggen: März 104½, Mai 107, Juli 1044,
Schmalz: Jan. 11,80, Febr. 11,87½, März 11,97½,
12,22½.
Fleiſch. Rippen: Jan. 12,15, Mai 12,75; Speck, (oko
leichte Schweine 8,96 bis 9,25, ſchwere Schweine 8,80 bisy
Schweinzufuhren: Chicago 43 000, im Weſten 135 000.
Baumwolle: Januar 19,47, März 19,55.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 11.
Getreide. Weizen: Rotwinter 153½, Hartwinter 131½;
neu ang. Ernte 107½; Mehl, ſpring wheat clears 5,50—
Fracht: nach England 2,0 bis 3,0 Schilling, nach dem Kor
16 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loto 12,55: Talg, extra, loff
Kakav. Tendenz: unvegelmäßig: Umſatz in Lots: 136:
10; Januar 9,89, Februar 9,90, März 10,02, April 10,03=
10,27, Juni 10,37, Juli 10,46, September 10,69.
Broduktenberichte.
Wormfer Produktenbericht vom 11. Januar. An der h.
Börſe notierten bei etwas feſterer Tendenz: Weizen 23.5, Rogge-.
Gerſte 25—25.5, Gerdſte (Ried) 25, Gerſte (pfälziſche) 25.75—26.25,
Ausſtich 26.25—26. 75. Futtergerſte 20—21, Hafer 23—23.5, Mas
Weizenmhel (Spezial Null) 33.25, Roggenmehl, 60proz. 32.5, D
futtermehl und Nachmehl 15—19.5, Roggenfuttermehl und Narh
17.5—21.5, Roggenkleie 14.5—15, grobe Weizenſchalen 14.5, fein
zenkleie 14, getrocknete Biertreber 20—25.5, Malzkeime 19.5—20,
ſchrot 24.5, Heu 11—13.5, Stroh 3.75—5, Kartoffeln 5—6.
Fraukfurter Produktenbericht vom 11. Januar. Auch zum Wtr
ſchluß blieb die Haltung am Frankfurter Produktenmarkt feſtt
weiter erholten Auslandsnotierungen boten eine Anregung, doch /4
die Umſätze gering und beſchränkten ſich nur auf einzelne Gi
ſorten. Weiter beſtand einiges Intereſſe für Brotgetreide
be=
weiteren Preisſteigerung. Auch Mehle und am Futtermittelmark A
für Futterzwecke waren weiter etwas begehrt. Die Preiſe wurduiß
folgt feſtgeſetzt: Weizen 23.25—23.50, Roggen 23, Sommerger
Mais 22.75—23, Weizenmehl 33, dito niederrhein. 32—32.50, F
mehl 29.50—30.25, Weizenkleie 13.65—13.75, Roggenkleie 14.25—1=
Biehmärkke.
A. E. G. .
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt ..
Beramann.
Berk. Karlsruhe
Berl. Hand.=Gei
Braunkohl. Brike
Bremer=Wolle
Danatbank
Deutſche Bank
Diskontogeſ
Dresdner Ban
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleu,
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Gelſent. Berg.
Geſ. f. eleftr. 1
Han. Maſch.=E
Hanſa Dampfſd
Hapag
Harpener
Hemoor Zement
Darmſtädter Viehmarkt. Auf dem letzten Viehmarkt warern
getrieben: 141 Kälber, 6 Schafe, 11 Ochſen, 5 Schweine. Die Fmer
ſrellten ſich für Külber a) 69—76, b) 62—68, c) 56—61 Pf. pw. .4
Eckot
Marktverlauf: geräumt.
Kleine wirtſchaffsnachrichken.
Deviſenmarkk.
Helſingfors.. .
Ben........
Prag".
Budapeſt ....
Sofia ..
Hol and ...
Oslo ......
Kopenhagen.
Stockholm
London "
Buenos Aires
New York ...!
Belgien..... .!
10. 1.
Geld Brie
10.565 10.585
59,08 59.20
12-44 12.46
73 245/13.385
58 38 58.50
11. 1. 10 1. 11. Geld /Brief Geld Brief Geld 10.569 10.569 Italien ...... 21.98 2.02 21.19 59.09 59.21 Paris ....... 16.425 16.418 1K 425 1 12.44: 2 462 Schweiz .. . .. 80.825 80.952 73. 29 N3.43 Spanien .... 69.59 68.36 8.63 3.029 3.035 Danzig...." 81.45 81. 75 81 48 138.67 169.01 Japan ...... 7 21s 1 902 1.910 rr2 041112.26 Riode Janeir= 0.500 0.509 0.500 Ot12. 16/112.38 Jugollawien 7378 1.362 7.378 112 37/112 59 Portugal. . . . 18.63 1867 18. 48 20.388 20.428 Athen 5 425 5.435 1.769 1 773 Konſtantinpel 2043 2.047 2.046ſ ai4 2040/4 2120 Kanada ...." 4.191 4 199 4.195 158 41 58.53 Uruguay .. 4.296 4 304 1.296 zrief
22.03
6.465
80 88 181 04
8.77
81.64
1914
0.502
7.39 2
18.52
5.44 5.45
2.050
4.203
4.304
Die Reichsbank hat mit Wirkung vom 12. Januar den E‟
diskontſatz von 7 auf 6½ Prozent und den Lombardzinsfuß vom
7½ Prozent herabgeſetzt.
Nachdem die Reihsbankdiskontermäßigung um 1 Prozent
iſt, ergab ſich die Möglichkeit, auch auf der Privatdiskontenmar: R
Ermäßigung der Sätze vorzunehmen. Der Privatdiskontſatz wum=
6 Prozent um ½ Prozent auf 5¾ Prozent ermüßigt.
Von uuterricktete: Seite wird mitgeteilt, daß die Deutſcher (
ſtahlwerke ihren Stillegungsantrag für die Bochumer Stahlinduſ:
der Regierung in Arnsberg zurückgezogen haben. Der Auftragssi)
bat ſich erfreulicherweiſe ſehr gebeſſert, ſo daß von einer Stiu
jetzt endgültig Abſrand genommen werden kann.
Aus betriebstechniſchen Gründen hat es ſich als worwendi.
zweckmäßig erwieſen, das Gipswerk Neckarzimmern der J. G. a
induſtrie ſtillzulegen. Mit Rückſicht auf die Belegſchaft (193 Arbei.
32 Angeſtellte) wird der Betrieb noch die Wintermonate hindurch
herigen Umfange aufrecht erhalten.
Die G.V. der Schultheiß=Patzenhofer Brauerei A. G. ſetzte di
dende auf 15 Prozent feſt. Zwei Vertreter der Aklienbrauere, ſ mſt
Löwenbran, München, wurden neu in den Auſſichtsrat gewählt. A//h
Der Landes=Ausſchuß des Regierungsbezirks Kaſſel hat die Mife
nahme der Bürgſchaft in Höhe von 425000 Dollar anläßlich de SFſ
ſchuldungs=Kreditaktion für die Landwirtſchaft genehmigt und Er
richſtung einer Treuhandſtelle für Umſchuldungskredite in der vor?
genen Weiſe zugeſtimmt.
Nach einer Statiſtik der Zeitſchrift „Uſine” haben die frans
Steinkohlengruben im November 1928 in 25 Arbeitstagen 4 47769
gefördert gegen 4 701 381 To. im Oktober in 27 Arbeitstagen. De
duktion an Koks betrug im November 379 701 To., was gegenülr!
Monatsdurchſ hnitt von 1913 eine Erhöhung um rund 140 DSEche
bedeutet.
4
Lionatbänr, Kommanongefeafcäft
Frankfurter Kursbericht vom 11. Januar 1929.
aB Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bay Freiſtaat
von 1927 ......
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
7½ Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Otſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +I.
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schusge=
bietsanleihe. . ..
8% Bad.=Bad.v.?
6% Berlin v. 24.
8% Darmſtadt v. 26
%o Frkf. a. M. v. 20
7% Manz v. 26.
8% Mannh. v. 26
8% Nürnbere v. 26
Reichsmünzenprägung im Dezember 1928. Im Monat. Dezember
wurden von den Deutſchen Münzſüätten 7 673 310 RM. filberne 5=
Reichs=
markſtücke, 3 414 437 RM. 50=Reichspfennigſtücke in Nickel und 58 354
Reichsmark Reichspfennigſtücke in Kupfer geprägt. Unter
Berückſichti=
gung der wieder eingezogenen Münzen verbleibt am Ende Dezember
1928 folgender Veſtand: 225 333 990 RM. 5=Reichsmarkſtücke, 153 593 346
Reichsmark 3=Reichsmarkſtücke, 199 979 B4 RMM. 2=Reichsmarkſtüicke,
202 852 525 RM 1=Reichsmarkſtücke aus Silber; weiterhin 58 311 897
Reichsmark 50=Reichspfonnigſtücke in Nickel, 86 923 302 RM. 50=Reichs,
pſenniaſtüicke, 57 183074 RM. 10=Reichspfenniaſtücke, 27680 780 Mm.
5=Meiclsufennigſttke in Aluminium=Bronze und 4 999 625 RM. 2=Reichs=
Ffenniaſtücke, 3 432 756 RMM. 1=Reichspfennigſtücke aus Kupfer.
m.3
79.4
8% Rhein.,Hyp.=Bil
182 Rhein.=Weſtf=
Bd.-Credit ... .
18% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..
8% Württ. Hyp.=B
A
95.5
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser.
* „ Ser. I
52
67.25
95.25
6% Daimler Benz
von 27.... ...."
8% Klöckner=Werke
Berlin v. 26... .
7½ Maintrw.v. 26
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26.
8% BoigtckHäffner
von 26 ... ...
93
85.5
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bani...
Eff.=u.
Wechſel=
banl ..
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Ban! ..
Frankf. Bank.
„ Hyv.=Bk.
„ Pfdbr=Bk.....
Gotha Grundkr. B
Mein. Hyp.=Ban1.
Metallbank.
Mittelb. Crebitbk.,
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Bant.
Reichsbanſ=Ant.
Rhein. Creditbt
„ Hyp.=Bank
Südb. Bod.-Cr. Bk.
Wiener Banwerein
291
172.5
Buderus Eiſen
125
104.5
157.75
171.25
114
150.5
57
145
145
136.25
213
160
35.5
153
327.5
125.5
215
Eement Heidelbergl
Karlſtadt).
Chem.Werke Albert
Fabril Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr. . . .
„Eiſenh Berlin.
..
„ Erdöl
„ Gold= u. Silb.=Anſtalt.
Linoleumwert.
83.75 ½ Holzverk.=Induſtrie
37 Fic Bergb. Stamm
„ Genüſſe/118
75
Jung hans Stamm 81
75
Kali Aſchersieben
Salzdetfurth /528
Weſteregeln 1293
43 gammgarnſpinn 246
139 Karſtadt, R.
232
Klein Schanzl .. . 1112
Klöcknerwerke
1104.5
187
347.75 Kraſtw Alt=Württ / 93
Eichbaum, Brauer 13
Elektr. Licht u. Kraftl2
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergweri
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnereil,
Lahmener & Co. .
Lech Augsburg.
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metal!
Lutz Gebr. Darmſt
8% Berl. Hyp.;B‟
6% Frkſ. Hyp.Bk..
„ Pfbr.,
8% Heſt. Landesb
8‟
8‟
7% Kom.
Landes=
bar 1 Darmſtadt
97.5
97.5
97.5
97.25
89
85
6% Bosn. L. G. B.
v. 1914 .......
2/.% Oſt.
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anw. v. 1914 ..
4% Oſt. Goldrent
4:/,% Rum Gold
von 1913 .... .."
4% Türt. Admin.
4% 1.Badgad
14%
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4½/,% 1913 Ungarn
4:/,%1914 „
4½ Ung. Goldr
39
38.5
33
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Mannh. Berſich. .
lanmer 12
Samstag, den 12. Januar 1929
Seite 15
Un Abenteurer von Ehre.
Roman von Max Uebelhör.
ne
*e
vd
5c
(Nachdruck verboten.)
ing böſe Ueberfahrt war es, und nur wenige der
Paſſa=
ſuilelten ihr ſtand, blieben oben im gelben Rauchſalon,
wäh=
ſni”, anderen unten in den dumpfen Kajüten den ſchlimmſten
ſö nand dem einen Wunſch überlaſſen blieben, alles möge
telll alls nur denkbar ein Ende nehmen, ſo oder anders, nur
Einjtr raſch, ein Ende!
vich hieran war kaum zu denken.
enſ em war die „Queen” auch ein altes, ſo doch ein ſehr ſo=
24hiff, ganz und gar nicht einer der berüchrigten
ſchwim=
hm: Särge und durchaus imſtande, noch ſchlimmeren
Stür=
melwrtz zu bieten; und da die Fahrt erſt begonnen hatte, würde
hr noch viele Stunden dauern.
vll lander war gegen die Seekrankheit gefeit; einmal hatte
izühabt, acht Stunden lang hatten ſie, von Dieppe kommend,
mühaven eines Orkanes wegen nicht einfahren können, es
iv e derart gelungene Roßkur geweſen, daß er jetzt einer
kent ſelbſt bei ſchlimmſtem Wetter ihre Reize abgewinnen
irgendeiuer wohl ins große Ganze eingeſügten Zelle, und nicht
den Einzelnen, auf keinen Fall den Judividualiſten. Und ſo iſt
es nur folgerichtig, daß alles in Acht und Bann getan wird, was
von dieſem Ziele ablenken könnte, ſo vor allem der Abenteurer=
und der ſogenannte Kriminalroman. Gegen dieſe Einſeitigkeit
kommt nichts auf. Nicht die Tatſache, daß Schiller einen
regel=
reihten Abenteurer= und Kriminalroman glänzend begonnen,
aber leider nicht vollende= hat, daß er eine Kriminaknovellc
ſchrieb. Nicht die Tatſache, daß die größten Schriftſteller aller
Völker Kriminal= und Abenteuerromane ſchrieben, daß ſie den
Menſchen im Verbrechen am beſten zu ſchildern wußten, man
denke nur an Stendhal, an Balzac, dieſen Shakeſpeare des
Ro=
maus, an den unheimlichen Poe, an Doſtojewſki. Und nicht die
Tatſache, daß die geiſtig Hochſtehenden dieſe Lektüre oft
bevor=
zugen, man denke an Bismarck, der mitten im Hauptquartier und
zur kritiſchen Zeit die Kriminalromane eines Gaboriau wahrhaft
verſchlang.
enuem und faſt allein ſaß er in einem der Klubſeſſel des
Abls, vor ſich einen ſteifen Whisky, im Munde eine kurze
Ifffz urnd in der rechten Hand die für ihn geeignete Lektüre,
ſirzteimer Kriminalromane angelſächſiſcher Provenienz, wie er
Weiſelektüre immer ſo ſehr geliebt latte, uned wie ſie für
hrit einer Lage nicht aktueller hätte ſein können.
ue da er in ſeinen Mußeſtunden ſelbſt literariſch tätig war,
ſad ein dreifach aufmerkſamer Leſer, Schriftſteller, angehender
Totmſgeld und Laie zugleich.
bar auch in dieſem Roman häuften ſich
Unwahrſcheinlich=
eiſtn vene kleinen, den kritiſchen Leſer aber ſo reizenden
Un=
vohkieinlichkeiten, und ſo legte er oſt das Buch nieder, um
chſihlish über etwas anderes nachzuſinnen, darüber, warum auf
ſidtf BBebiet der Literatur England und ſelbſt das ſonſt nenig
äiſſſto= Amerika, im allgemeinen ſo Vortreffliches boten, im
keſttz zu anderen Ländern, im Gegenſatz auch zu ſeiner
neiſach iſt der Grund, ſagte er ſich ein wenig pedantifch.
ſitſchen anerkennen und werten nur, was uns die Schule,
ſeißligiſter, der Profeſſor preiſen, deren Aufgabe iſt es aber,
enniten, treuen. verläßlichen Untertan zu züchten, den Inſaſſen
kaufen Sie nirgends be ſer
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Mitelkeit.
atadih,
Aber da iſt noch ein anderer Grund; uns Deutſchen fehlt
das Milieu. Wir ſind ein wohlgeordneter, ein höchſt ziviliſierter,
ein überorganiſierter Staat, jeder einzelne iſt vielfach kontrolliert,
iſt mehrfach an= und abgemeldet, jeder hat ſeine Nummer und
ſeine Marke. Wie wäre da ein Kriminalroman möglich, er
würde unwahrſcheinlich, oder es würde ein aktenmäßiger,
ſtau=
biger, vertrockneter Polizeibericht, oder beſtenfalls eine rein
pſychologiſche Studie. Welch anderes Milien bietet da allein die
angelſächſiſche Welt, dieſe ungeheure, den Induvidualiſten
pro=
duzierende Welt! London, New York, die großen Metropolen
der Dominien und Kolonien, welch ein Tummelplatz für den
Abenteurer! Da iſt das Dunkel, da iſt „Atmoſphäre” dort
kom=
men und verſchwinden, die Menſchen, wie ſie es wollen, keiner
frägt nach dem anderen, und der Miſter Smith von heute iſt
morgen ein Miſter Snike.
Und jetzt dachte Hohlander an, ſein nächſtes Reiſeziel, an
London, dieſe Hauptſtadt eines Imperiums, wie es noch keine
Zeit geſehen hatte, London, das er ſo gut kannte! Eine Häufung
von Städten war dieſe Stadt, der reiche und tonangebende
Weſten, der Oſten mit ſeiner Buntheit, das jüdiſche Whitechapel,
ſie leben dort nach eigener Sitte und eigenem Geſetz, die City,
des Tags über ein wimmielnder Ameiſenhaufen, des Nachts eine
tote, ſteinerne, verwunfchene Siedlung, die dunkeln Dockviertel,
das Chineſenviertel, Opiumhöhlen, Kindermärkte, die
Heils=
armee, ungeheurer Reichtum und kraß daneben blaſſes Elend,
Lumpen und Seide, Dinmanten und geſchliffene Kieſel dicht
auſ=
cinander, welche Gegenſätze, welches Milieu!
Und welche Möglichkeiten für den einzelnen!
Ja, allein London!
Da iſt keiner eine Nummer, jeder aber ein Typus, jeder
Thpus vom anderen verſchieden, und alle zuſammen in
unend=
licher Potenzierung eine rätſelhafte, geheimnisvolle, abſtoßende
und immer wieder lockende Welt.
Hohlander nahm wieder das Buch und las weiter, und die
„Queen” ſtampfte tapfer weiter, dann wurde dieſe Geſchichte
aber dennoch zu dumm, er legte das Buch endgültig zur Seite
und blätterte nun in einer Nummer der „Times”.
Welcher Beleg für ſeine Gedanken!
Da war ein totgeglaubter Colonel wieder aufgetaucht und
machte ſeine Redite als Erſtgeborener geltend, aber ſeine Brüder
erkannten ihn nicht an und nannten ihn Schwindler; da war ein
Kind geraubt worden, mitten aus dem reichen Belgravia heraus;
da ſiand ein M. P., eines der höchſt ehrenwerten Mitglieder des
älteſten und verehrungswürdigſten aller Parlamente, unter der
Anklage, erſtens kein Engländer, ſondern zweitens ein deutſcher
Spion zu ſein; da hatte ein Zahnarzt ſeine Frau anſcheinend
eimordet, hatte ſie zerſtückelt, war mit ſeiner als Knabe
verklei=
deren Stenoiypiſtin geflohen, war zum Tode verurteilt und nun
zum Märtyrer fur viele Tauſende geworden, die gegen dieſen
angeblichen Juſtizmord proteſtierten; und zum Schluß ein
aus=
führlicher Bericht über das Ergebnis jener Unterſuchung, die,
geleitet von dem Erzbiſchof von Canterbury, darüber veranſtaltet
worden war, ob der jetzige engliſche König früher als Kronprinz
ganz im geheimen ſ hon geheiratet habe oder nicht — eine
Unter=
ſuchung, von deren Ausgang die Erlaubnis, eine Ehe einzugehen,
damals abhängi gemacht worden war
Nein, nichts war in dieſem Lande unmöglich, all das ſtand
auf dieſer einen einzigen Seite, und auf der nachfolgenden eine
bunte Fülle von Berichten über weniger bedeutende Fälle, faſt
jeder aber in irgendeiner Weiſe bizarr und ein Beleg für die
ungeheuerliche, durch die kühnſte Phantaſie nicht zu übertreffende
Nomannik des Lebens in der angelſächſiſchen Welt.
(Fortſetzung folgt.)
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(912a)
Jagd=Verpachkung.
Mittwoch, den 16. Januar 1929,
vor=
mittags 11 Uhr, wird im Rathausſaal
in Arheilgen die Gemeindejagd auf
weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet.
Der Jagdbezirk umfaßt 6650 Morgen,
hiervon 900 Morgen Wald. Der
Hauvt=
wildbeſtand beſteht aus Haſen. Rehwilt
ind Huhnern. Die
Verpachtungsbedin=
ungen können bei unterzeichneter
(577b
relle eingeſehen werden.
Arheilgen, den 27. Dezember 1929.
Heſſ. Bürgermeiſterei Arheilgen.
Jung.
Minwoch, den 16. Januar 1929,
vormittags 9 Uhr, wird in
Darm=
ſtadt (Wirtſchaft Heiliges Kreuz) aus
Di=
ſtrikt VI, Wachholder 55. Geishecke 57,
58, 59, Schaubertswieſenhege 61, Weiße
Sandkaute 62, 64, Trudelhegſtück 67,
Blumenhegſtück 68, Separation 69,
Hirſch=
garten 70, Bucheneck 71, VIII, Rotſuhl 5,
6, 7, Oberwald 8, Altes Jagen 13,
Tier=
garten 15, 16, 18. 19, 20, Hirſchgarten 24,
1X, Faſanerie 1, 8, 4. 5, 6, 11. 12, 13,
15, 16, 17, 18, 19, 25, 26, 29,
nachſtehen=
des Holz verſteigert:
Siammholz, im: Kiefer 0,26 1b, 2.80
2a, 1,26 2b, Lärche 0,64 1a, 4,70 1b,
4,61 2a. 0,64 2b, Fichte 0,/44 1a, 2,30
1b, 6,77 2a, 0,75 2b, Weymoutskiefer
0,44 2a, 1.86 eb, 1,00 3a;
Derbſtan=
gen, Stück: Lärche 1 I., Fichte 12 I.,
3 II., 2 III.; Nutzſcheitholz, rm:
Eiche 8,5 I. (geſpalten), Buche 6.4 I.
(geſpalten), 16,6 II. (rund), Hainbuche
1,6 II. (rund).
Scheiter, rm: 498 Buche, 18 Hainbuche,
141 Eiche, 4 Birke, 1 Kirſchbaum, 13
Linde, 1 Kiefer, 2 Lärche, 1 Fichte, 9
Weymouthskiefer; Knüppel, rm: 175
Buche, 26 Hainbuche, 80 Eiche, 3 Birke,
3 Kirſchbaum, 1 Aſpe, 5 Linde, 2
Kie=
fer, 9 Fichte, 9 Weymouthstiefer;
Reiſerholz I. Kl. (Knüppelreis) rm:
12 Buche, 20 Eiche, 2 Krſchbaum, 1
Linde; Reiſerholz III Kl. (Aſtreiſig),
Wellen: 1440 Buche, 50 Hainbuche;
Stöcke, rm: 52 Buche, 2 Hainbuche,
2 Eiche, 2 Linde, 3 Lärche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Blau unterſtrichene
Num=
mern kommen nicht zum Ausgebot.
Aus=
kunft durch Förſter Schmidt,
Forſt=
aus Faſanerie (Tel. Darmſtadt 3077)
(1083
und unterzeichnetes Amt.
Darmſtadt, den 11. Januar 1929.
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Seite 16
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