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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quelienangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 347
Freitag, den 14. Dezember 1928.
191. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
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ſtädter und Nationalbant.
Oreier=Beſprechungen in Lugand.
lusſprache über die Genfer Beſchlüſſe.
Die Raksmitglieder bei Briand zu Gaſt.
* Lugano, 13. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Ratsmitglieder waren heute mittag Frühſtücksgäſte bei
m amtierenden Ratspräſidenten Briand im Hotel Splendide.
ich dem Frühſtück begaben ſich die Ratsmitglieder zu einer kur=
Spazierfahrt über die von greller Sonne überſtrahlte
Kai=
omenade von Grand Paradiſo nach der reizenden
mittelalter=
gen Kirche St. Maria degli Angeli, um dort die berühmten
esken des Malers Luini aus dem 15. Jahrhundert zu ſehen.
der Kirche, in der augenblicklich Renovierungsarbeiten
ſtatt=
den, kletterten Lady Chamberlain, die eine hypermoderne
ille mit giftgrüner Horneinfaſſung trug, und Sir Auſten
ſamberlain auf das Gerüſt, um die Gemälde aus der Nähe
betrachten. Nach einem Aufenthalt von etwa einer halben
unde verließen die Ratsmitglieder, von den mittlerweile
ver=
nmelten Luganeſern ehrerbietig begrüßt, die Kirche, von deren
orten man heute einen prächtigen Rundblick über die Seeufer
d die klaren, ſchneebedeckten Berggipfel hatte. Die Delegierten
zaben ſich wieder nach dem Hotel Splendide zurück, wo um
Uhr die lang erwartete gemeinſame Beſprechung zwiſchen Dr.
reſemann, Briand und Chamberlain über die Fragen der
Lo=
nopolitik und die Genfer September=Beſchlüſſe begann.
likel 431, Räumung und Feſtſtellungskommifſion.
Die gemeinſame Beſprechung zwiſchen Dr. Streſemann,
Bri=
d und Chamberlain dauerte bis nach 17 Uhr, etwa 1½
Stun=
z. Von unterrichteter deutſcher Seite wird erklärt, daß die
eſprechungen die Genfer Beſchlüſſe zum Gegenſtand hatten, und
ßſie in den nächſten Tagen fortgeſetzt werden.
Die Beſprechungen in Lugano, die bisher zu zweit erfolgten,
5 mit der heutigen gemeinſamen Beſprechung ſichtlich in ein
es Stadium getreten. Nachdem die Miniſter in
ihrenBeſprechun=
ſen zu zweit das juriſtiſche Vorfeld bereinigt und ſich
r die Wandlung der Locarnopolitik
ausgeſpro=
haben, iſt man heute auf den Kernpunkt der Sache
mmen, der darin liegt, für die Genfer Beſchlüſſe
lenpraktiſchen Modus zu finden. Die Genfer
Be=
üſſe bewegen ſich bekanntlich in drei Hauptthemen, nämlich
ſarationsfrage, Räumung und Feſtſtellungskommiſſion. Da
techniſche Seite des Reparationsproblems, ſoweit es die
Zu=
menſetzung der Sachverſtändigenkommiſſion und die erſten
handlungen angeht, vorläufig als erledigt betrachtet werden
n und die Reparationsfrage nur noch in
Ver=
idung mit 8 431 des Verſailler Vertrages, der
z der franzöſiſchen Theſe zur Begründung der Beſetzung als
Jarationsgarantie hineingezogen wird, in die
Beſpre=
ngen hineinſpielt, haben ſich die
Unterhal=
igen in erſter Linie auf die Räumung ſelbſt
d vor allem auf die Frage der
Feſtſtellungs=
nmiſſion bezogen.
Der deutſche Standpunkk,
eine Feſtellungskommiſſion über 1935 hinaus unter keinen
ſtänden in Frage kommt, wurde bei den Beſprechungen
un=
indert aufrecht erhalten. Dagegen ſind auf dem Wege zu
m praktiſchen Ergebnis dieſer Beſprechungen, die unter
Um=
den ebenſo wie die Genfer Beſchlüſſe in der
Reparations=
ſe zu Verhandlungen zwiſchen den Regierungen führen
kön=
im Hinblick auf die Feſtſtellungskommiſſion noch die Fragen
lären, wie die Zuſammenſetzung, das Aufgabengebiet und die
eitsweiſe dieſer Kommiſſion ſich geſtalten könne. Da dieſe
gen ausſchließlich das politiſche Verhältnis zwiſchen Deutſch=
2 und Frankreich berühren, ſind in Lugano gemeinſame
Be=
chungen wie im September in Genf zwiſchen den
Weſtmäch=
nicht zu erwarten. Die Beſprechungen werden vielmehr in
m von gemeinſamen Unterhaltungen zwiſchen den drei
ſenminiſtern Deutſchlands, Frankreichs und Englands
fortge=
werden, wobei allerdings auch möglich iſt, daß dazwiſchen
prechungen zu zweit fallen. Die ſchnelle Reihenfolge der
Be=
chungen zwiſchen den Außenminiſtern beweiſt, wie ernſt man
Lugano an eine grundlegende und fundamentale Durchbre=
Ia dieſer Geſamtprobleme herangegangen iſt. Da ſie jedoch
Augenblick noch zu keinem greifbaren Reſultat geführt haben,
en es die drei Außenminiſter für angezeigt erachtet, den Gang
Verhandlungen durch parlamentariſche oder
Preſſediskuſ=
en nicht zu ſtören und deshalb vorläufig keine gemeinſamen
teilungen an die Oeffentlichkeit zu geben. Von ſeiten der in
ano anweſenden Vertreter der übrigen
Reparationsgläubiger=
ſent, wie Serbien und Belgien, ſind Bemühungen im Gange,
einſame Beſprechungen zu ſechs herbeizuführen. Da dies
je=
micht möglich iſt, wurden die Vertreter Belgiens und Ser=
Is wie auch der polniſche Außenminiſter Zalefki durch Beſuch
Lhamberlain und Briand über den Gang der Beſprechungen
dem Laufenden gehalten. Heute abend hat in dieſem
Zu=
menhang, der polniſche Außenminiſter Zaleſki zum erſten
e bei Chamberlain und Briand Beſuche gemacht, die ihn
der nicht empfangen konnten, was auf polwiſcher Seite
ver=
mend gewirkt hat.
Beleiligken halten ihren Rechksſtandpunkk auf=
A. — Man ſuchk jekt uach politiſchen Löfungen.
Lebet den Verlauf der heutigen Beſprechungen zu dritt iſt
in Freiſen der engliſchen Delegation in Lugano wieder ſehr
tatiſch geſtimmt. Man betont, wie ſchon früher, daß zum
limsmus und vor allen Dingen zu einem deutſchen Peſſimis=
2 leine Veranlaſſung vorliege. Es ſähe im Gegenteil ſo aus,
als werde die in Locarno begonnene Politik der Verſöhnung
und Befriedung zum Ergebyis führen, wenn man ſich
endlich von theoretiſchen und juriſtifchen
Beden=
ken freimache und auf den praktiſchen Grund der Probleme
gehe, und hier politiſche Löſungen ſuche. England
ſelber ſei durchaus für Räumung und habe den Wunſch, daß die
Truppen ſo bald als möglich abzögen, doch müſſe
man dazu eine für alle Teile tragbare Löſung der Probleme
fin=
den. Tie Verhandlungen wegen der Reparationen befänden ſich
in gutem Fluß, und es ſei zu erwarten, daß die
Sachverſtän=
digen ſehr bald zuſammentreten würden. An unterrichteter
eng=
liſcher Stelle erklärt man, daß Chamberlain ſelbſt eine neue
Be=
ſprechung zu dritt nicht für notwendig halte und daß für eine
ſolche Beſtrechung auch kein Termin vereinbart ſei.
Auch in deutſchen Kreiſen trifft man auf die Auffaſſung, daß
eine weitere Teilnahme Chamberlains an den Beſprechungen nicht
unbedingt notwendig ſei, da ſeine Haltung den Fragen gegenüber
ziemlich klar liege und es ſich in der Hauptſache bei der Räumung
und der Feſtſtellungskommiſſion um eine deutſch=franzöſiſche
Frage handle.
Auf engliſcher Seite hält man die bisherigen Beſprechungen
in Lugano für nützlich und gut, da ſie die durch die verſchiedenen
Parlamentsreden entſtandenen Mißverſtändniſſe über die
Locarnopolitik gekkärt und die Außenminiſter ſich nunmehr über
ihre derſchiedenen Standpunkte ausgeſprochen hätten.
Der engliſche Außenminiſter Chamberlain hat heute abend
den ungarifchen Miniſterpräſidenten Bethlen zu einem längeren
Beſuch empfangen. Wie es heißt, ſind die Verhandlungen, die
Bethlen in Genf mit dem Finanzkomitee über die Bereitſtellung
der Garantie der Völkerbundsanleihe für eine neue Anleihe, die
Ungarn aufzunehmen gedenkt, noch nicht zum Abſchluß gekommen.
Der Miniſterpräſident beabſichtigt wegen dieſer Frage und im
allgemeinen politiſchen Jutereſſe Ungarns ſeinen Aufenthalt in
Lugano zur Fühlungnahme mit den übrigen europäiſchen
Staats=
männern zu benutzen. Graf Bethlen ſtattete heute dem deutſchen
Reichsaußenminiſter Streſemann einen längeren Beſuch ab.
Der franzöſiſche Außeuminiſter Briand hat hente abend den
bulgariſchen Außenminiſter Burow empfangen.
Briand zur Rede des Reichskanzlers.
Briand empfing die franzöſiſche Preſſe und gab ähnliche
Erklärungen ab, wie ſie von engliſcher Seite herauskamen. Er
begrüßte die Beſprechungen ud erklärte, daß man noch einmal in
einer ſchnellen Reiſe ſämtliche Probleme zwiſchen den drei
Staa=
ten durchflogen habe. Dabei habe ſich ergeben, daß alle drei
Beteiligten ihren Rechtsſtandpunkt aufrecht
erhielten, weshalb man jetzt einen praktiſchen Weg finden
müſſe. Morgen werde er nur noch eine Beſprechung mit Dr.
Streſemann allein haben. — Briand ſprach auch noch über die
geſtrige Rede des Reichskanzlers Dr. Müller und erklärte, daß
dieſe Rede die Stimmung nicht verſchlechtert habe. Das
Pro=
blem allerdings könne man durch eine Rede nicht aus der Welt
ſchaffen. Das Verfahren in der Anſchlußfrage ſei ja durch den
Verſailler Vertrag feſtgelegt, und wenn man den Anſchluß
voll=
ziehen wolle, ſo täte man am beſten, ihn möglichſt ſchnell vor
den Völkerbund zu bringen. Wenn er den Eindruck habe, daß
im Rat Einſtimmigkeit herrſche, bemerkte Briand ironiſch, dann
würde er ſich ſelbſt dazu entſchließen, für den Anſchluß zu
ſtimmen.
Die Einladung an Amerika.
* Berlin, 13. Dezember. (Priv.=Tel.)
Zu den umſtrittenen Fragen, die vor der Aufnahme der
Arbeit der Reparationsſachverſtändigen zu klären ſind, gehört
auch die Einladung an die Vereinigten Staaten. Die
verſchieden=
ſten Anſichten darüber, wer die Einladung hinausſchicken ſoll,
ſind in den letzten Wochen laut geworden. So wurde vielfach
behauptet, daß die Vereinigten Staaten es gerne ſehen würden,
wenn von ſeiten der Reparationskommiſſion die Einladung an
ſie ergehen würde. Nach jetzt vorliegenden Waſhingtoner
Mel=
dungen, die einen offiziöſen Charakter tragen, ſtehen jedoch die
Vereinigten Staaten grundſätzlich auf einem anderen
Stand=
punkt. Sie wünſchen, daß die Einladung von den ſechs
betei=
ligten Regierungen ausgeht, alſo nicht von der
Reparations=
kommiſſion. Es darf in dieſem Zuſammenhang darauf
hinge=
wieſen werden, daß Deutſchland bisher den gleichen Standpunkt
vertreten hat.
Blinder Alarm.
* Berlin, 13. Dezember. (Priv.=Tel.)
Eine weſtdeutſche Zeitung behauptete in ſenſationeller
Auf=
machung, daß vor den Toren Kölns beträchtliche Mengen
Gift=
gaſe lagerten, ſo daß unter Umſtänden eine Wiederholung des
Hamburger Unglücks entſtehen könne. Nach unſeren
Erkundi=
gungen kann von einer Gefährdung Kölns keine Rede ſein. Nach
dem Kriege mußten auf Grund des Friedensvertrages die in
Weſtdeutſchland lagernden Giftmengen vernichtet werden. Man
hatte ein Verbrennungsverfahren gewählt, das aber die
Inter=
alliierte Kontrollkommiſſion verbot. Infolgedeſſen mußten
da=
mals auf dem Exerzierplatz Wahn bei Köln 20000
Blaukreuz=
granaten vergraben werden. Das Blaukreuzgas iſt, was
hervor=
gehoben zu werden verdient, ein Reizgas, das während des
Krieges angewandt wurde, um die feindlichen Soldaten zum
Ablegen der Gasmasken zu bringen. Da das in Frage kommende
Gelände jetzt verwertet werden ſoll, iſt es notwendig, die
ver=
grabenen Gasflaſchen mit einer Betondecke zu umgeben. Eine
Gefahr beſteht für Köln jedenfalls nicht.
Zur Neuregelung
des Schlichtungsweſens.
„ Der Arbeitskampf im Ruhrgebiet hat die Kriſe des
deut=
ſchen Schlichtungsweſens offenbart, die zu einer Kriſis der
Wirt=
ſchaft geführt hat und zu einer Kriſis des Staates geführt haben
würde, wenn nicht in letzter Stunde durch die Reichsregierung
die Initiative zur Beilegung dieſes Rieſenkampfes ergriffen
wor=
den wäre und wenn nicht beide Parteien ſich, wenn auch mit
Ver=
wahrung ihrer beiderſeitigen Standpunkte, dem durch
Rahsinnen=
miniſterSevering zu fällendenSchiedsſpruch im voraus
beoingungs=
los unterworfen hätten. Nach den Auslegungen zur
Schlichtungs=
ordnung wird die Schlichtung aufgefaßt als eine Hilfeleiſtung
beim Abſchluß von Geſamtvereinbarungen. Dieſe begriffliche
Beſtimmung der Schlichtung hat jedoch nicht ausgereicht, um zu
verhindern, daß die Verbindlichkeitserklärung von Schiedsſprüchen
in übertriebener Weiſe und im Widerſpruch zu dem eigentlichen
Weſen der Schlichtung in Anwendung gebracht worden iſt. Die
Verbindlichkeitserklärung, die als das Kernſtück der deutſchen
Schlichtungsordnung aufzufaſſen iſt, erfolgt heute in der Regel
von Amts wegen, da die Vorausfetzung des öffentlichen
Inter=
eſſes in den meiſten Fällen als gegeben betrachtet werden kann,
ſolange das Vorliegen des öffentlichen Intereſſes in die
Wag=
ſchale geworfen wird.
Die Kritik gegen das Schlichlungsweſen richtet ſich gegen die
zu ſtarke Inanſpruchnahme der Schlichtungsorgane, hat es doch
Fälle gegeben, in denen das Verfahren ſelbſt für kleinere und
kleinſte Betriebe (20 Arbeiter) bis zum Reichsarbeitsminiſter ging,
gegen die große Zahl der Shlichtungsinſtanzen, gegen die
per=
ſönliche Eignung der Schlichterperſon, das Verfahren ſelbſt und
vor allem gegen die Verbindlichkeitserklärung. Zweifellos hat das
Schlichtungsweſen in Zeiten des drohenden wirtkchaftlichen
Chaos, in den Jahren nach der Inflation, die Deutſchland in
wirtſchaftlicher und politiſcher Hinſicht durchaus anormale
Ver=
hältniſſe gebracht haben, ſeine volkswirtſchaftlich und volkspolitiſch
beſtehende Berechtigung gehabt. Je mehr ſich jedoch die
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe in Deutſchland konſolidiert haben und
weiterhin feſtigen, je klarer und eindeutiger ſich die Methoden
der wirtſchaftlichen Führung herauskriſtalliſieren, je mehr alſo
mit anderen Worten die wirtſchaftlichen Geſetze und
Zwangs=
läufigkeiten in Erſcheinung treten und ſich zur Geltung bringen,
umſomehr tritt die Notwendigkeit des Bruchs des in dem
Schlich=
tungsweſen liegenden Zwangsſyſtems durch Einſchränkung ſeiner
Inanſpruchnahme zu Tage. Andere kapitaliſtiſch eingeſtellte
Län=
der haben ſich dieſe Erkenntnis längſt zu eigen gemacht und in die
Praxis umgeſetzt. In England beſteht wohl noch ein
Schlichtungs=
ſyſtem, welches jedoch ſo milde iſt, daß die freie Vereinbarung
zwiſchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Regel, die Schlichtung
ſelbſt dagegen eine ſeltene Ausnahme findet. Die Kritik der
Wirtſchaſt gegen das Schlichtungsweſen richtet ſich aber noch
hauptſächlich dagegen, daß es in den Dienſt einer aus
politi=
ſchen Gründen betriebenen bewußten Lohnaufbaupolitik geſtellt
worden iſt; dieſe Lohnpolitik muß jedoch ſchließlich über das
zu=
läſſige, d. h. wirtſchaftlich vertretbare Maß hinausgehen, zumal ſie
mit der ganzen wirtſchaftlichen und reparationspolitiſch diktierten
Lage nicht vereinbar iſt. Die Reallöhne haben, wie auch der
Reichsarbeitsminiſter zugibt, die Vorkriegshöhe nicht nur erreicht,
ſondern z. T. überſchritten. Wenn es bisher der Induſtrie
ge=
lungen iſt, durch Rationaliſierungsmaßnahmen die
preisver=
teuernde Wirkung der Lohnſteigerungen z. T. aufzufangen und
dadurch den Ertrag gleichzeitig zu ſteigern, ſo iſt dieſes Stadium
heute überholt, da die Rationaliſierungswelle vorüber iſt und
ſich Tempo und Umfang der Rationaliſierung, wie wir ſie in
Deutſchland erlebt haben, nicht mehr wiederholen werden. Da
Deutſchland heute alles tun muß, um die Wettbewerbsfähigkeit
ſeiner Induſtrie auf dem Weltmarkt zu erhalten und die Ausfuhr
zu ſteigern, muß die Lohnpolitik ſich dieſem allgemeinen
Erfor=
dernis im Intereſſe des geſamten Volkes unterordnen.
In pſychologiſcher Hinſicht iſt die demoraliſierende Wirkung
des Schlichtungsweſens von allergrößter Bedeutung. Es hat ſich
für die beiden ſozialen Gegenſpieler bei Schlichtungsverfahren
herausgeſtellt, daß die beſte Taktik iſt, nicht mit Offenheit zu
ver=
handeln. Dieſe Unaufrichtigkeit iſt nur möglich geweſen dadurch,
daß das heutige Schlichtungsweſen den Parteien die
Verantwort=
lichkeit und infolgedeſſen jedes Riſiko nimmt. Da das
Schlich=
tungsverfahren praktiſch ſtets in einem mittleren Kompromiß zu
endigen pflegt, muß der erzielte Gewinn umſo größer ſein, je höher
die geſtellten Forderungen ſind. Man kann die heutige
Schlichtungs=
praxis am beſten mit einem Automaten vergleichen, in den die
Gewerkſchaften möglichſt hohe Lohnforderungen hineinſtecken.
So=
dann wird die Kurbel zweimal gedreht, das erſte Mal um den
Schiedsſpruch, das zweite Mal um die Verbindlichkeitserklärung
herbeizuführen. Das Ergebnis iſt dann das, daß die
gewerkſchaft=
lichen Lohnforderungen halbiert nach dem arithmetiſchen Mittel
aus dem Automaten herauskommen. Die Halbierung der
ge=
werkſchaftlichen Forderungen iſt beinahe ſchon ſprichwörtlich
ge=
worden. Die Schlichtungspraxis hat aber auch im einzelnen zu
Merwürdigkeiten, die in ihrer Art einzig, daſtehen, geführt. So
iſt z. B. erſt kürzlich für das Münſterländer Textilgewerbe ein
Schiedsſpruch gefällt worden, der den Arbeitnehmern eine
Lohn=
erhöhung von 5 Prozent ab 1. Juli 1929 zuſichert, weil damit zu
rechnen iſt, daß im Frühjahr das Geſchäft in der Textilinduſtrie
ſich lebhaft zu geſtalten pflegt. Bei dieſem Schiedsſpruch liegt
die Frage nahe, ob denn die Schlichtungsbehörde wirklich einen
ſolchen wirtſchaftlichen Weitblick beſitzt, daß ſie bereits jetzt das
Geſchäft im nächſten Jahr genau überſehen kann, um eine
Lohn=
erhöhung von 5 Prozent als gerechtfertigt feſtzulegen. Das
heutige Schlichtungsweſen hat ferner dazu geführt, die Parteien
jerade durch die Erziehung zur Unaufrichtigkeit immer weiter
auseinander zu bringen und den geringen noch vorhandenen
Ar=
beitsgemeinſchaftsgeiſt zu zerſetzen. Es iſt ganz klar, und der Fall
des Eiſenkonfliktes beweiſt dies mit aller Deutlichkeit, daß eine
Beſchränkung der Verbindlichkeitserklärung auf die
allerdringend=
ſten Fälle und eine möglichſt weitgehende Entpolitiſierung
unbe=
dingt am Platze iſt.
Wenn der Reichsarbeitsminiſter nur mit der Praxis des
Schlichtungsverfahrens von heute brechen will, und zwar dadurch,
Seite 2
Freitag, den 14 Dezember 1928
Nummer 347
daß er ſowohl ſeine Eingriffe als auch die ſeiner
Schlichter=
inſtanzen einſchränkt und den Parteien nahelegt, ſich zu einigen,
ſo genügt das nicht. Denn gerade die Erfahrungen zeigen, daß
bei den Schlichtungsverhandlungen jede Partei auf die letzte
Ent=
ſcheidung rechnet und ſich in ihrer Verhandlungstaktik entſprechend
einſtellt. Die Folge davon iſt, daß die Parteien nicht in freier
Vereinbarung zuſammengeführt werden. Die beiden
Geſichts=
bunkte einer Beſchränkung der Verbindlichkeitserklärung auf die
allerdringendſten Fälle und einer möglichſt weitgehenden
Ent=
politiſierung hat die Vereinigung der deutſchen
Arbeitgeberver=
bände in ihrer Eingabe an das Reichsarbeitsminiſterium in den
Vordergrund geſtellt. Nach dieſer Eingabe, deren Einzelheiten
wir bereits in einem früheren Aufſatz behandelt haben, würde
die nach Auffaſſung des Reichsarbeitsminiſters, bzw. der
Arbeit=
nehmerſeite notwendige Einſchränkung der
Verbindlichkeitserklä=
rungen ohne eine Geſetzesänderung eine durchaus unzureichende
Reform ſein. Der ſtaatliche Zwang muß eine Ausnahme bilden,
die freie Vereinbarung zur Regel werden. Je mehr der
amt=
liche Apparat eingeſchränkt wird, umſo eher wird man zu einer
tariflichen Einigung kommen. Durch die Vorſchläge der
Spitzen=
verbände ſind zwar die Dinge noch nicht konkretiſiert, aber zwei
Fragengruppen ſind es vornehmlich, die die Reformvorſchläge im
weſentlichen beherrſchen. Erſtens ſoll der die Parteien
auseinan=
derbringende Zwangseingriff auf beſtimmte Fälle, in denen eine
Verbindlichkeitserklärung anerkannt werden kann, eingeſchränkt
werden, und zwar bei Arbeitsſtreitigkeiten in den ſogenannten
lebenswichtigen Betrieben und bei Streitigkeiten, die die deutſche
Volkswirtſchaft ſo ſtark treffen, daß die Lebensmöglichkeiten der
Geſamtbevölkerung bedroht ſind. Die Beſchränkung auf den
letzteren Fall in der von der Arbeitgebervereinigung aufgeſtellten
Formulierung zeigt, wie ſchwer es iſt, eine Grenze feſtzulegen,
wo der Zwang aufhören, bzw. wo er dauernd beſtehen ſoll. Die
Auslegung, was Streitigkeiten ſind, die die deutſche
Volkswirt=
ſchaft ſo ſtark treffen, daß die Lebensmöglichkeiten der
Geſamt=
heit bedroht ſind, iſt natürlich ſehr ſchwierig. Die gegebene
For=
mulierung dürfte jedoch immerhin eine Diskuſſionsgrundlage für
künftige Entſchließungen abgeben. Gleichzeitig fordert die
Arbeit=
gebervereinigung, daß der materielle Inhalt der Entſcheidung
ſelbſt in dieſen Ausnahmefällen ſich nach wirtſchaftlichen
Geſichts=
punkten ergeben müſſe. Um dies ſicherzuſtellen, ſoll die
Reichs=
ſchiedsſtelle als Gutachterſtelle eingerichtet werden. Der politiſche
Staatsakt, nämlich der Ausſpruch der Verbindlichkeitserklärung,
ſoll an das Gutachten der Reichsſchiedsſtelle gebunden ſein. Auſ
dieſe Weiſe glaubt man, das Problem, einen ſachlich richtigen
Schiedsſpruch zu fällen, löſen zu können. Die zweite
Fragen=
gruppe bezieht ſich auf die Verſachlichung des Spruches. Die
Arbeitgeber glauben, es an ſich dem Staate bzw. ſeinen
Funktio=
nären nicht zutrauen zu dürfen, daß ſie allein ſachliche vertretbare
Sprüche fällen können. Damit wird die Frage der Verſachlichung
zu einer Perſonenfrage, deren Regelung als außerordentlich
wich=
tig anzuſprechen und für die künftige Geſtaltung des
Schlichtungs=
weſens von weitgehender und entſcheidender Bedeutung iſt.
Frag=
los ſtellt das Amt des Schlichters ganz außerordentliche Anſprüche
hinſichtlich der ſachlichen Eignung an den Menſchen. Der von
anderer Seite gemachte Vorſchlag, die Schlichter zu Beamten des
Reichsarbeitsminiſteriums zu machen und ihnen zentrale
Wei=
ſungen für ihre Schlichtertätigkeit zu geben, (gemeint ſind dabei
Richtlinien, die das Reichsarbeitsminiſterium in Verbindung mit
den übrigen Miniſterien, insbeſondere dem
Reichswirtſchafts=
miniſterium, Reichsernährungsminiſterium auſſtellt) würde
prak=
tiſch zur Feſtlegung eines Reichslohnniveaus führen und der
Planbewirtſchaftung der Löhne gleichkommen, wodurch man zwar
ein ſtruktuell gutes Bild der Lohnpyramide erhalten würde, was
jedoch nicht der Wirtſchaft entfprechen würde. Wenn man bei
dieſem Vorſchlag auch noch berückſichtigt, daß bei dem heutigen
parlamentariſchen Syſtem ſtets ein Wechſel in der Leitung des
Arbeitsminifteriums im Bereiche der Möglichkeit liegt, der je nach
der Einſtellung des betreffenden Miniſters eine verſchiedene
Hand=
habung der Schlichtungspraxis, wie ſie ſich in ſeinen
Verwaltungs=
maßnahmen ausdrückt, herbeiführen könnte, ſo wird klar, daß eine
grundlegende Aenderung des Schlichtungsweſens nur durch
Ge=
ſetz eintreten kann. Der Geſichtspunkt der Entpolitiſierung des
Schlichtungsweſens erfordert Schlichter, die richterliche
Unab=
hängigkeit beſitzen und die ſachliche Eignung für die Beurteilung
und Entſcheidung in ſo wichtigen Fragen, wie die auf dem
Lohn=
gebiete, nachweiſen können. Es iſt auch ein unhaltbarer Zuſtand,
daß der Reichsarbeitsminiſter allein im Schlichtungsweſen
aus=
ſchlaggebend iſt und über Kapitalfragen der deutſchen Wirtſchaft
entſcheidet. Solche Kapitalfragen gehören vor das Kabinett und
bedürfen einer kollegialen Entſcheidung oder mindeſtens einer
Entſcheidung unter Hinzuziehung des
Reichswirtſchaftsminiſte=
riums. Dem Reichskanzler müßte es möglich ſein, dieſe
Kapital=
fragen an das Kabinett zu ziehen, um ſie hier zur Entſcheidung
zu bringen. Ein durchgreifende Reform des Schlichtungsweſens
wird, um mehr Wirtſchaftlichkeit in das Schlichtungsverfahren
hineinzubringen, an dieſem Erfordernis einer kollegialen
Entſchei=
dung, wenn nun einmal eine Verbindlichkeitserklärung ſeitens der
Regierung ausgeſprochen werden muß, nicht vorübergehen können.
Berliner Bremieren.
ank. In Reinhardts „Komödie” wartete Franz
Mol=
när, der Verfaſſer des leichten=ſeichten und trotzdem (oder gerade
deshalb) beiſpiellos erfolgreichen „Spiels im Schloß” mit ſeiner
neueſten Komödie, „Olympia” betitelt, auf. Ein luſtiges,
amü=
ſantes Spiel aus der Vorkriegszeit, wo es noch eine k. u. k.
Monarchie gab, wo Kaiſer Franz Joſeph I. den Sommer in Iſchl
verbrachte. Die Grundidee — Rache eines Halbproleten an einer
Dame der Hochariſtokratie — grenzt beinahe an — Sozialpolitik.
Doch braucht der Zuſchauer keine Angſt zu haben: dieſem
geiſt=
reich (und ab und an ſogar weniger geiſtreich) unterhaltenden
ungariſchen Verneuil liegt es fern, ſogenannte „Probleme” zu
bearbeiten. Da wagt er ſich (wohlweislich!) lieber nicht heran,
und zieht es in jedem, auch in vorliegendem Falle vor, leichte,
leichteſte Koſt mit einer nicht abzuleugnenden Grandezza zu
ſer=
vieren. Das ſozialtolitiſche Problem ſchrumpft alſo (nicht
unge=
wollt!) zu einer ganz ſpaßigen Luſtſpielidee zuſammen (die ganze
kaum gehaltvoller als eine Seifenblaſe!), und um das „Ideechen”
herum entſteht ein abendfüllendes Etwas. Subſtanzlos, aber
ſelbſt in ſeiner frechen Ausgelaſſenheit zugegebenerweiſe elegant.
Sehens= und hörenswert, ſchon um des Dialogs willen.
Natür=
lich gibt es ulkige Figuren im Stück (daß ſie zum Teil etwas
ver=
logen gezeichnet ſind, ſtört weiter keinen Menſchen), und gute
Schauſpieler holen aus gutgemachten Rollen (Molnär iſt und bleibt
eben ein Meiſter der Mache a la Sardou) erfreulich viel heraus.
Ein angenehmer Abend: zwiſchen ſo und ſo viel Gläſern Bier
mal ein Gläschen Sekt . . . Anregend und glücklicherweiſe nicht,
folgenſchwer: an dieſem Ungarn hat ſich noch niemand den
lite=
riſchen Magen verdorben!
Auch die Städtiſche Oper beſcherte uns eine k. u. k.
Angelegenheit: die vor einem Jahrzehnt verkrachte
Donau=
monarchie ſcheint in Berlin zur großen Mode geworden zu ſein.
(De guſtibus. . .) Julius Bittner, Beamter des k. u. k. Regimes
a. D. und fruchtbarer Opern=, Oratorien= und
Meſſen=
komponiſt, erlaubte ſich den etwas eigenartigen Scherz, die vom
Film her hinlänglich bekannte Spionage=Affäre des weiland k. u. k.
Generaloberſten Redl (hinzu kam lediglich eine mondwandelnde
Geliebte und ein etwas romantiſcheres Milieu als das des
wirk=
lichen Geſchehens) zu einem Operbuch zu formen. Mit Geſchick
in bezug auf Effektſicherheit. Wenn das Werk nun trotzdem
ganz und gar kalt läßt, ſo liegt dies vielleicht an der ſzeniſchen
ſowie muſikaliſchen Primitivität dieſer „Mondnacht” betitelten
romantiſch=pathetiſchen Filmoper. So ſchrieb man die „große
Publikumsoper vor dreißig und noch mehr Jahren; heute
inter=
eſſiert dieſe volkstümliche, ſtellenweiſe geradezu naive und völlig
unproblematiſche Muſik keinen Opernbeſucher mehr. Auch die
Vom Tage.
In der gemeinſamen Sitzung des Reichskohlenverbandes und des
Großen Ausſchufſes des Reichskohlenrates vom 13. Dezember 1928 wurbe
ein Antrag des Oſtelbiſchen Braunkohlenſyndikates auf Erhöhung
der Hausbrandbrikettpreiſe ab Werk um durchſchnittlich
0,60 Reichsmark je Tonne einſtimmig angenommen.
Der öſterreichiſche Nationalrat wählte einſtimmig den
Abgeordneten und geweſenen Finanzminiſter Dr. Alfred Gürtler
zu ſeinem erſten Präſidenten an Stelle des zum
Bun=
despräſidenten gewählten Wilhelm Miklas.
Zum ſchweizeriſchen Bundespräſidenten für 1929
wurde mit großer Mehrheit Bundesrat Dr. R. Haab,
Vor=
ſteher des Eiſenbahndepartements, gewählt. Von 182 gültigen
Stim=
men erhielt Dr. Hanb 178. Dr. Haab war von 1917—1918 Geſandter der
Eidgenoſſenſchaft in Berlin. Zum Vizepräſidenten des Bundesrats
wurde der Vorſteher des Militardepartements, Scheurer, gewählt.
In Paris ſtarb im Alter von 65 Jahren der frühere
franzöſiſche Botſchafter in Waſhington, Daeſchner,
der außerdem Botſchafter bzw. Geſandter in Madrid, Bukareſt und
An=
gora geweſen üſt.
Das Befinden des engliſchen Königs muß auch
weiter=
hin als ſehr ernſt angeſehen werden. Wenn auch die gut
überſtan=
dene Operation bis zu einem gewiſſen Grade zu Hoffnungen auf eine
Beſſerung bereihtigt, ſo bereiret doch der Kräftezuſtand des Patienten
erhebliche Sorge.
Herbert Hoover, der neugewählte Präſident der Vereinigten
Staaten, iſt unter dem Schutze von 1500 Soldaten und Polizuſten in
Buenos=Aires eingetroffen.
Aus Buenos=Aires wird gemeldet, daß in Bolivien die
Frei=
willigen=Amwerbungen andauern. Die Regierung iſt
zurückgetreten, um die Bildung eines Kabinetts der nationalen Union
zu ermöglichen. Das bolitianiſche Rote Krenz veranſtaltet gegenwärtig
Krankenwärterünnenkurſe.
von Saar
* Man intereſſiert ſich vorübergehend wieder einmal für die
Vorgänge in Preußen. Die Regierungsparteien haben dort einen
taktiſchen Sieg erfochten: ſie ſetzten mit Unterſtützung der
Komrmu=
niſten durch, daß ihr Antrag, daß alle kommunalen Gebäude und
die Gebäude der öffentlich=rechtlichen Körperſchaften zum
Flag=
gen an den ſtaatlichen Feiertagen gezwungen ſind, angenommen
wurde. Die Rechtsparteien blieben der Abſtimmung fern. Aber
die Kommuniſten enthielten ſich der Stimme, ſo daß die zur
Be=
ſchlußfähigkeit erforderliche Zahl Stimmen erreicht wurde, Fragt
ſich allerdings, ob damit der Fall erledigt iſt und ob nicht aus
der Ueberlegung heraus, daß hier ein verfaſſungsändernder
Be=
ſchluß gefaßt iſt, der einer qualifizierten Mehrheit bedarf, weitere
Schritte erfolgen.
Gleichzeitig hat der Landtag auch mit der Beſprechung des
Etats begonnen. Herr Hoepker=Aſchoff hat im Gegenſatz zu
ſei=
nem Kollegen im Reich ſeinen Voranſchlag rechtzeitig eingebracht
und dazu eine Etatrede, gehalten, die immer noch die
preußi=
ſchen Finanzen für geſund erklärt, eine ſtarke
Anſpan=
nung aber nicht beſtreiten kann. Deutſchnationale und
Volks=
partei ſind dieſer Meinung nicht. Sie weiſen auf die Gefahr
hin, die in einem Zuſammenkratzen der letzten Reſerven für die
Ausbalancierung des Etats liegen.
Die Volkspartei geht nun noch einen Schritt weiter und
be=
kennt, ſich zu der Theſe, daß ein Land mit einem ſo gefährlichen
Etat unmöglich von einer Regierung mit wenigen Stimmen
Mehrheit geleitet werden kann. Die Volkspartei hat ſich deshalb
entſchloſſen, noch einmal an den Miniſterpräſidenten Braun
heranzutreten und auf die Gefahren dieſer Lage hinzuweiſen,
vor allem auch darauf, daß die Volkspartei, wenn ſie in der
Oppoſition bleibt, nicht daran denkt, den Regierungsparteien die
Verantwortung für die Verabſchiedung des Etats abzunehmen.
Es ſoll alſo auf dem Umwege über Preußen noch einmal
ein Verſuch gemacht werden, die ganze Koalitionsfrage vor
Weih=
nachten ins Rollen zu bringen. Im Reich hat Herr Müller in
kluger Vorausſicht der Erfolgloſigkeit ſeiner Bemühungen alles
weitere bis nach Neujahr vertagt. Die Landtagsfraktion der
Deutſchen Volkspartei glaubt aber, daß in Preußen auch jetzt
noch die Möglichkeit beſteht, eine Erweiterung der Regierung in
wenigen Tagen herſtellen oder zum mindeſten einleiten zu können.
Da der Abſchluß der Koalitionsverhandlungen im Reich doch
von dem vorherigen Eintritt der Volkspartei in die preußiſche
Regierung abhängig iſt, will die Fraktion Herrn Braun erneut
die Frage vorlegen, wie er weiter zu arbeiten gedenkt. Ob es
taktiſch klug iſt, daß die Volkspartei die Verbindung noch einmal
aufnimmt, nachdem ſie von den Koalitionsparteien und dem
Miniſterpräſidenten Braun wiederholt ſo fein behandelt wurde,
daß ſie vielleicht beſſer daran täte, alles an ſich herankommen zu
laſſen, weil dann ihre Stellung weſentlich ſtärker wäre, wird ſich
erweiſen müſſen.
Lugano, 13. Dezember
In öffentlicher Sitzung beſchloß der Völkerbundsrat, den 9
trag der Saarregierung zur Auflegung einer langfriſtigen 9
leihe für die Durchführung gewiſſer öffentlicher Arbeiten de
Finanzkomitee zur weiteren Prüfung zu überweiſen. Reichsauße
miniſter Dr. Streſemann betonte in einer kurzen Erklärung, d
die Anleihefrage wie auch die Erneuerung des Mandates 1
Mitglieder der Saarregierungskommiſſion mit einer ſehr kurz
Friſt auf die Tagesordnung geſetzt wurde. Er verkenne keine
wegs, daß in dieſem Falle gewichtige ſachliche Gründe für ei
ſolche Beſchleunigung geſprochen haben, und werde deshalb 1
nerlei Einwendungen dagegen erheben, daß beide Fragen ſch
heute behandelt werden. Reichsaußenminiſter Dr. Streſema
benutzte jedoch dieſe Gelegenheit, um dem Wunſche Ausdruck
geben, daß künftig in Fällen dieſer Art, wenn irgend mögl
die Aufnahme in die Tagesordnung mit einer längeren Friſt
folgt. Dies ſcheine ihm, wie er hinzufügte, insbeſondere deshe
angebracht, um auch der Bevölkerung des Saargebiets genüger
Zeit und Gelegenheit zu geben, ihre Auffaſſung über die h.
zu behandelnden Fragen zu erkennen zu geben. Auf dieſen Pu
lege naturgemäß gerade die deutſche Regierung Gewicht.
übrigen erklärte ſich Dr. Streſemann mit dem Bericht über
Anleihefrage einverſtanden, betonte aber unter Zuſtimmung 4
Rates, daß das Finanzkomitee bei der Prüfung dieſer Fre
auch den Geſichtspunkt zu berückſichtigen haben werde, daß
einzelnen Modalitäten der geplanten Anleihe ſo geſtellt werd
daß ſich daraus bei der allgemeinen Regelung des Saarproblei
keine Schwierigkeiten ergeben.
Die Kontrolle der Rüſtungsinduſtrien.
Zur Fragen der Kontrolle der Rüſtungsinduſtrien nahm
Rat Kenntnis von einem Brief des Grafen Bernſtorff, der
Vorſitzender des entſprechenden Sonderausſchuſſes den Rat 1
von verſtändigte, daß angeſichts der noch beſtehenden Meinunz
verſchiedenheiten das Mandat des Sonderausſchuſſes noch ni
erfüllt werden konnte. Ueber den engliſchen Antrag zur Einl
tung einer Unterſuchung in den fernöſtlichem Ländern über d
Verbrauch von Rauchopium, ſoll erſt während der nächſten V.
kerbundsverſammlung entſchieden werden.
Streſemann berichtet über die Tätigkeit des Wirtſchaftskomite
in den letzten Monaten.
Der deutſche Außenminiſter Streſemann erſtattete Beri
über die Tätigkeit des Wirtſchaftskomitees in den letzten Mor
ten. Er wies auf die Unterſuchung der Zucker= und Kohlenkr
hin, zu der im Januar in Genf Sachverſtändige aus den eur
päiſchen und außereuropäiſchen Ländern zuſammentreten, u
beantragte, die intereſſierten Staaten zu einer Vorkonferenz
die Herabſetzung der Zölle auf Zement einzuberufen. Für A.
minimum werde man ein ähnliches Vorgehen einſchlagen müſſ
Desgleichen forderte er die intereſſierten Staaten zum Abſchl
einer Konvention über die wirtſchaftliche Gleichſtellung der Ar
länder auf. Er lenkte die Aufmerkſamkeit der Staaten auf
Notwendigkeit der Entwicklung der Wirtſchafts=
Schiedsgerich=
barkeit, die in der letzten Zeit anſcheinend wegen gewiſſer v.
waltungstechniſcher Hinderniſſe nicht genügend Fortſchritte
macht habe. Außerdem legte er dem Rat eine Entſchließung v.
in der den Signatarmächten der Konvention über die Abſch.
fung der Ein= und Ausfuhrverbote nahegelegt wird, nach Mi
lichkeit dieſe Konvention zu ratifizieren. Streſemann fügte di
Bericht als Vertreter Deutſchlands im Rate die Erklärung hin
daß dem Deutſchen Reichstag gegenwärtig der Entwurf ein
„Geſetzes über die Ausführung der Empfehlungen der Weltwi
ſchaftskonferenz” zur Beſchlußfaſſung vorliege, wodurch die He
abſetzung zahlreicher Poſitionen des deutſchen Zolltarifes u
auch die Ratifizierung der Abkommen über die Abſchaffung
Ein= und Ausfuhrverbote herbeigeführt werden ſoll, Er fre
ſich, am Ratstiſch feſtſtellen zu können, daß Deutſchland inſoſe
den Wünſchen des Wirtſchaftskomitees des Völkerbundes Re
nung trage.
Die Mitglieder der Saar=Regierungskommiſſion und der
Inveſtigations=Ausſchüſſe für ein weiteres Jahr beſtätigt.
In der anſchließenden vertraulichen Sitzung wurden d
fünf Mitglieder der Saar=Regierungskommiſſion für ein weiten
Jahr in ihren Aemtern beſtätigt, desgleichen die Präſidenten d
Inveſtigationsausſchüſſe für Deutſchland, Oeſterreich, Ungal
und Bulgarien. Den Vorſitz im Inveſtigationsausſchuß ſt.
Deutſchland wird ſomit auch im kommenden Jahre der franz
ſiſche General Baratier führen. Die nächſte Sitzung findet Fre
tag vormittag ſtatt.
Orcheſterſprache Bittners iſt, milde geſagt, belanglos. Der Vergleich
mit Molnär liegt an der Hand: ein angenehm dahinplätſchernder
Abend zum — Ausruhen. Mit dem Theater des Heute hat aber
Bittners gutgemeinte Oper nichts zu tun. Die ausgezeichnete
Regie eines Karl Heinz Martin, und Bruno Walters muſikaliſche
Leitung verſuchten vergeblich, über die textlich wie muſikaliſch
ſtark verſtaubte Atmoſphäre des Werkes hinwegzutäuſchen.
Bis auf eine „Macbeth”=Inſzenierung der Volksbühne (
wo=
bei Shakeſpeare allerdings ſtark in den Hintergrund gedrängt
wurde!) beherrſchen anſonſten vorwiegend Luſtſpiele die
Spiel=
pläne der Berliner Theater. Rudolf Egert geißelt in „Aus
Eltern werden Kinder” die Verjüngung mit all ihren
Auswüchſen. Eine Tragikomödie mit guten Anſätzen; leider wird
das Weſentliche des Problems kaum berührt. Und die
krampf=
hafte Suche nach einer „Moral der Geſchichte” verdirbt die gute
Laune. — Noch ſchwächer fiel Felix Joachimſons neue Komödie
„Wer ſollte es ſonſt ſein?” aus. Eine gänzlich unglaubhafte
Handlung. Schade: der junge Autor, von dem wir bereits ein
Stück im Staatstheater fahen, zeichnet ganz ausgezeichnet Typen!
— Melchior Lengyels, des „Taifun”=Autors, „Tihamer”, ein
„pikantes”, übermäßig gepfeffertes Spiel im Schlafwagen trug
nicht unweſentlich zu dem Zuſammenbruch des kürzlich
neueröff=
neten „Theaters im Palmenhaus” bei. Dagegen erzielte Feli=
Ganderas „Die Art, ſich hinzugeben” eine gewagte, aber im
großen ganzen doch nicht undezente Pariſer Cochonerie einen
ſtürmiſchen Erfolg. Es kommt eben auf die — Art an, wie man
ſo etwas auftiſcht. . .
Auch Fritz Engländers Eheluſtſpiel „Die Nacht der drei
Frauen” wurde beifällig aufgenommen (in Wirklichkeit ſoll das
Stück von Rudolf Lothar ſtammen!) und der Theaterbrief wäre
nicht komplett, wenn ich zuletzt nicht noch Verneuils neueſtes
Er=
zeugnis „Alles für Mama” erwähnte. Eine Sexualpoſſe, die keine
Ueberraſchungen bringt. Aehnliche Eintagsfliegen werden auch
hierzulande maſſenhaft hergeſtellt, und brauchten nicht erſt aus
Paris importiert zu werden. Die deutſchen Theaterdirektoren
(zumindeſt die Berliner!) ſtehen aber wie zuvor auf dem
eigen=
artigen Standpunkt: „Alles für die Ausländer!“
Verdis „Aida”, eine „Arbeit von größten Ausmaßen” — wie
der Komponiſt einmal genannt hat —, iſt mit viel Mitteln
d viel Erfolg neuinſzeniert worden. Bei keinem ſeiner Werke
t Verdi ſoviel Einfluß auf die Textdichtung ausgeübt. Das
oße Nilduett zwiſchen Rhadames und Aida entſtammt faſt
örtlich ſeiner Feder — ein Beweis für das beſonders ſtarke
innere Intereſſe des Komponiſten an dem Stoff. Dr. Wallerſtein,d
das Werk als Gaſt inſzenierte, kann den Ruhm für ſich in Anſpru
nehmen, daß wohl kaum jemand vor ihm den ägyptiſchen Stil
Dekoration und Koſtümierung in einer derart einheitlichen Wei
zur Geltung zu bringen verſtanden hat. Ein weiterer Gruf
für das Ueberzeugende ſeiner Leiſtung iſt die Tatſache, daß d.
ſonſt nicht immer zu billigende Ueberdiſziplinierung der Maſſ
in dem ſtarren ägyptiſchen Milieu durchaus ihre Berechtigut
hat. So ergab ſich in Verbindung mit den prächtigen Bühne
bildern L. Sieverts — von denen lediglich das erſte, zu ſehr ve
kürzte Bild nicht gefallen mochte, denn die große Rhadames=Ar
erfordert ihrer Anlage nach Hintergrund — der rechte Rahme
für eine Feſtaufführung, auf die das Frankfurter Opernhaus ſto
ſein kann. Eine Einſchränkung iſt allerdings hinſichtlich der u
gedämpften Orcheſterleiſtung von Prof. Krauß zu machen. 2
Stimmen der Soliſten waren zuweilen überhaupt nicht zu höre
Die Stabführung des Intendanten war zu hart und zu äußerlie
ſo blieb von dem Glanz des Finales des 2. Aktes wenig übr!
ganz abgeſehen von anderen nicht erfühlten und demgemäß re
techniſch wiedergegebenen Stellen.
Uinter den Soliſten ſtanden M. Spiegel als Amneris ur
J. Gläſer als Rhadames an erſter Stelle. Es wird wenig Oper
inſtitute geben, die über derart prachtvolle und gepflegte Stimme
verfügen. Die Aida der Frau Gentner=Fiſcher und der Amonas
J. Sterns waren abgerundete Leiſtungen, bei denen das da
ſtelleriſche Können des Baritons hervorzuheben iſt. Würdig
Stimme und Spiel gab H. Erl den Ramphis. In kleineren Roue
fiel das warme Organ O. Wittaczeks als Bote auf. Die Ch0
unter der Leitung K. Kretſchmars klangen ausgezeichnet.
Ein Gaſtſpiel L. Hofmanns von der Staatsoper in Ber!
als Falſtaff in den „Luſtigen Weibern von Windſor” ließ a.
Freude an der großen, ſchönen Stimme aufkommen. Das Spl
des Künſtlers, der dieſes Jahr in Bayreuth den Marke geſung:
Dr. W. En.
hat, konnte weniger gefallen.
Kunſt., Wiſſenſchaft und Leben.
— Paris. Adolf Buſch ſpielte zur Wiedereröffnun.
des vor einiger Zeit ausgebrannten Grande Salle Pleyel an 3i
Abenden Brahms, Mozart und Bachkonzert vor einer kieſlse
Menſche menge (der Saal faßt über 3000 Perſonen), die *
enthuſiaſtiſch feierte. Für einen dritten Abend war das Büle=
Quartett in eben dieſem Saal engagiert. Immer wieder wit”
den Herren zugejubelt. Herr Buſch wurde von den Beauk 4"
eingeladen, Ende Mai mit Rudolf Serkin und Hermann Dal
ſämtliche Trios von Beethoven zu ſpielen.
Nummer 3.47
Freitag, den 14 Dezember 1928
Seite 3
Mißſtimmung in Frankreich
A
von Lugane bis Zien Binanz= Skandal.
Inneupolikiche Spannung. — Eine Welle des
Miß=
krauens gehl über Frankreich hin.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Praris, 13. Dezember.
Es iſt anders gekommen, als man hier gedacht hat. Die
Nachrichten aus Lugano lauten nicht beſonders günſtig. Man
zweifelt, daß es Briand gelingen wird, alle Mißverſtändniſſe und
Begenſätze zwiſchen Deutſchland und Frankreich zu zerſtreuen;
venn er beſitzt, wie es ſcheint, nicht genug Bewegungsfreiheit.
Wenn die Tagung in Lugano einen kühlen Eindruck hinterlaſſen
pürde, ſo würde man das in Paris als einen Mißerfolg
impfinden.
Auch über die Verhandlungen zwiſchen Briand und Grandi
pricht man wenig optimiſtiſch. Schwere ſachliche Schwierigkeiten
ollen einer Verſtändigung im Wege ſtehen, und zwar auf dem
olonialpolitiſchen Gebiete. Die Zuſammenkunft zwiſchen
Streſe=
nann und Grandi dagegen hat auf die Pariſer politiſchen Kreiſe
inen ſtarken Eindruck gemacht.
Es ſcheint, daß die ſogenannten laufenden Angelegenheiten
des Völkerbundes jetzt in Lugano eine größere Rolle ſpielen
wer=
den, als man das urſprünglich in Paris geglaubt und gewünſcht
ſat. Vielleicht denkt auch Briand in Lugano jetzt anders darüber.
Im polniſch=litauiſchen Konflikt will ſich der Völkerbund jetzt
nergiſch zeigen, wenn man der Pariſer Preſſe glauben ſoll. Unter
Energie verſteht man hier natürlich nur gegen Litauen.
Die Vermittlungsaktion des Völkerbundes zwiſchen Paraguay
ind Bolivien wird hier ſehr viel erörtert. Die Tatſache, daß gegen=
0 värtig Briand der Präſident des Völkerbundsrates iſt, gibt für
ſtat d Frankreich der ganzen Affäre eine erhöhte Bedeutung. Es iſt
inzweifelhaft, daß der Völkerbund in dieſem Falle ziemlich prompt
u agieren verſtand. Und wenn ſeine Vermittlungsaktion
erfolg=
eich ſein wird, ſo hat der Völkerbund nicht nur dem Frieden in
Südamerika, ſondern auch ſich ſelbſt ein großes Verdienſt
er=
vieſen. Aber gegenüber dem erhofften Preſtigezuwachs ſteht das
kiſiko, daß man Waſhington noch mehr gegen Europa verſtimmt.
ind das gibt der franzöſiſchen Politik viel zu denken.
Die innerpolitiſche Atmoſphäre iſt in Frankreich
augenblick=
ich alles andere als günſtig. Die Erledigung des Budgets
ſchrei=
et zwar außerordentlich ſchnell vorwärts, aber die
Regierungs=
nehrheit bröckelt empfindlich ab. In Regierungskreiſen entſinnt
nan ſich wieder der Prophezeiung über die Schonzeit bis zur
Er=
edigung des Budgets; das verbeſſert ihre Stimmung nicht.
Ohne=
in iſt dieſe Stimmung ſeit einiger Zeit ſehr gedrückt; die
Skan=
al=Affären der letzten Wochen haben viel dazu beigetragen. Die
Iffäre der „Gazette du Franc” hat die franzöſiſche Oeffentlichkeit
nit einer Welle des Mißtrauens überflutet. Sehr viele
Per=
önlichkeiten werden zum Teil unſchuldig in Verbindung mit der
Iffäre genannt, der Verleumdung iſt vielfach Raum gegeben. Das
nuß naturgemäß auch die ganze politiſche Atmoſphäre vergiften.
Eine ähnliche Wirkung haben die Nachrichten über die
zwangs=
veiſe Internierung des früheren Finanzminiſters Klotz wegen
Scheck= und Wechſelfälſchungen, die er in geiſtiger Umnachtung
unternommen haben ſoll, erregt. Ganz Paris iſt darüber
ver=
ſtimmt, und die Nachricht, daß man über das
Sachverſtändigen=
bomitee eine Einigung erzielt hat, welche aber keine iſt, genügt
licht, um ſie zu zerſtreuen.
Die Verſehlungen des Sengkors Klok.
EP. Paris, 13. Dezember.
Senator Klotz hat dem Senalspräſidenten Doumer ſchriftlich davon
enntnis gegeben, Laß er ſein Mandat als Senator niederlege. Der
ntrag auf Aufhebung der darlamentariſchen Immunität wird alſo,
ſenn der Senat die Dcmiſſion annimmt, hinfällig, ſo daß das Verfahren
egen Klotz ohne weiteres ſeinen Lauf nehmen kann.
Der „Intranſigcant” berihtet, daß außer den bekannten
Strafanträ=
en gegen den ehemaligen Senator Klotz wegen Ausgabe ungedeckter
checks und Fälſchunng einer Unterſchrift, „noch etwa 15 weitere
Straf=
ſiträge bommen dürften von Perſonen, die ähnlichen Mahenſchaften zum
pfer gefallen ſeien. Andere Perſonen würden ſich noch melden,
unge=
echnet die Wettbüros, deren Forderungen zuuar geſetzlich nicht
aner=
innt ſeien, die aber Klotz ziemlich hohe Kredite eingeräumt hätten, die
icht gedeckt geweſen ſeien. Das Blatt bemerkt, daß die zügelloſe
Spiel=
idenſchaft in jeder Form Senator Klotz zu ſeinen ſtrafbaren
Hand=
ingen veranlaßt haben.
„Paris Müdi” berichtet übrigens, daß Klotz bereits ſei Monaten
* Unregelmäßigkeiten habe zuſchulden kommen laſſen. U. a. habe er
den Direktor eines großen Pariſer Warenhauſes um 100 000 Franes
ge=
gebeten und hierfür einen ungedeckten Scheck überreicht. Bei einem
Pa=
riſer Juwelier habe er ein loſtbares Halsband im Werte von 60 000
Franes gekauft und einen ungedeckten Scheck von 100 000 Francs
hier=
für in Zahlung gegeben. Den Unterſchied habe er ſich in bar auszahlen
laſſen. Es ſei Klotz gelungen, dieſe Fälle mit Hilfe von Freunden zu
regeln. Aber ſchließlich habe man es für geraten gehalten, ihn in das
Sanatocium nach Malmaiſon zu ſchaffen.
Die Schulden des Senators Klotz betragen im ganzen 12
Millio=
nen Franes. 17 Klagen ſollen gegen den früheren Finanzmimiſter
an=
geſtrengt worden ſein. „Rumeur” behauptet, daß der Miniſterrat auf
Antrag Painlevés die Internierung von Klotz im Irrenhaus von
Mal=
maiſon beſchloſſen hat. Zunächſt hatte Louheur verſucht, durch eine
Zeichmung unter den Senotoren den Fehlbetrag aufzubringen. Dieſer
Verſuch iſt aber fehlgeſchlagen. Im Miniſterrat ſei ferner vorgeſchlagen
worden, die geheimen Fonds für die Deckung des Defizits zu
verwen=
den, was aber von Poincaré energiſch bekämpft worden ſei.
Die Pariſer Preſſe beſtätigt, daß für Freitag mit der
Verhaf=
tung des Senators Klotz zu rechnen iſt. Die Ueberführung des
„Geiſteskranken” vom Sanatorium in Malmaiſon nach der unter
ſtärkſter Polizeiaufſicht ſtehenden Irrenanſtalt von Suresnes wird
damit erklärt, daß man ſowdhl einem Fluchtverſuch als auch
einem etwaigen Selbſtmord des Senators vorbeugen wolle.
Ver=
ſchiedene Blätter wollen wiſſen, daß Klotz in der Nacht vom
Dienstag zum Mittwoch den Verſuch gemacht hatte, ſich zu
er=
ſchießen, doch hätten ihm Freunde rechtzeitig den Revolver
ent=
riſſen. — Der ehemalige Finanzminiſter hat nicht nur ſein
Man=
dat im Senat und im Generalrat ſeines Departements
nieder=
gelegt, ſondern iſt auch aus allen politiſchen und ſonſtigen
Ver=
bänden, ſo aus der Berufsvereinigung der Rechtsanwälte
aus=
getreten und hat ferner auch auf ſeinen Reſerveoffiziersrang
ver=
zichtet. Man hält es für wahrſcheinlich, daß unmittelbar nach der
Verhaftung eine gerichtliche Unterſuchung über ſeinen
Geiſtes=
zuſtand angeordnet wird. Ein Blatt erinnert auch daran, daß
Klotz im Jahre 1923 in England bedeutende Geldmittel für ein
in Amiens zu errichtendes interalliiertes Pantheon geſammelt
habe und wirft die Frage auf, wo dieſe Gelder geblieben ſeien.
Die Wahlen in Rumänien.
Niederlage der Liberalen. — Wahlſieg der Nakionalen
Bauernparkei.
EP. Bukareft, 13. Dezember.
Nach den bis 11 Uhr vormittags vorliegenden Reſultaten
ſind auf die Liſte der Regierungspartei 80 Prozent aller
abge=
gebenen Stimmen entfallen; die Liberalen erhielten 8, die
Unga=
riſche Partei 8, die Partei des ehemaligen Arbeitsminiſters Lupu
und die Vereinigte Avereseu=Jonga=Partei je zwei Prozent der
Stimmen. Die übrigen Parteien konnten die erforderliche
Wahl=
ziffer nicht erreichen. Sowohl die Kommuniſten, wie die
extrem=
rechtsradikale Antiſemiten=Partei bleiben ſomit in der neuen
Kammer ohne Vertretung. Die Liberale Partei wird in dreißig
alt=rumäniſchen Komitaten je 1 Mandat erhalten. In den neuen
Provinzen vermochten die Liberalen kein einziges Mandat zu
gewinnen. — Die Morgenpreſſe ſtellt übereinſtimmend den
ge=
waltigen Sieg der Regierung feſt.
Das Endergebnis der geſtrigen Kammevwahlen iſt nun aus
25 Wahlbezirken bekannt. In dieſen 25 Bezirken ſind 872000
Stimmen abgegeben worden. Das prozentuale Verhältnis der
abgegebenen Stimmen verteilt ſich auf die einzelnen Parteien
wie folgt: Nationale Bauernpartei 76,13 Proz., Liberale Partei
5,02 Proz., Ungarpartei 12,80 Proz., Averescu-Jorga=Block 2,01
Proz., Antiſemiten 1,41 Proz., Kommuniſten 0,82 Proz., Lupu=
Partei 1,81 Proz. Auf Grund des prozentualen Ergebniſſes
dürften erhalten: Nationale Bauernpartei 337—340,
Ungarpar=
tei 18. Sozialdemokraten 9—10, Liberale 12, Lupu=Partei 5,
Averescu-Jorga=Block 5 Mandate. Von den bebannten
Füh=
rern ſind wiedergewählt: Vintila Bratianu an zwei Stellen, der
geweſene Innenminiſter Duca an zwei Stellen, der geweſene
Außenminiſter Argetojanu, der geweſene Kammerpräſident
Or=
leanu, der geweſene Bukareſter Bürgermeiſter Coſtenescu.
In der Hauptſtadt iſt das Abſtimmungsergebnis folgendes:
Nationale Bauernpartei 19 200, Liberale 6900, Averescu—Jorga=
Block 2500, Lupupartei 775, Antiſemiten 680, Kommuniſten 620.
Im Departement Ilfort, dem Bukareſt angehört, hat die
Natio=
nale Bauernpartei 62000, die Liberalen haben 8700 Stimmen
erhalten.
„Richard Wagner als Chrift”.
* Der Richard Wagner=Verband deutſcher Frauen hatte für
lonnerstag nachmittag zu einer Veranſtaltung im Hauſe der
fran Geheimrat Merck eingeladen, bei der Frau Daniela
hode, die älteſte Tochter Coſima Wagners aus ihrer Ehe mit
ans v. Bülow und Witwe des berühmten Kunſtgeſchichtlers
enrh Thode, über Richard Wagner als Chriſt ſprach.
Inter=
ſant war der Vortrag in erſter Linie durch die Perſon der
pprechenden, packend daran war, ja ergreifend oft, wie ſie in
nfacher Erzählung ihre lebendigen Erinnerungen an den
Mei=
er, ihren Stiefvater, durch ſich ſelbſt wirken ließ. Vom
Tenſchen Wagner berichtete ſie, dem ſo häufig aus grober
inkenntnis, aus Mißverſtehen oder auch Böswilligkeit Ange=
Liffenen. Aus reichem Kindheitserinnern ſprach ſie vom Mitleid
es großen Dichters und Muſikers; wie er keinen zerſtörten
Or=
anismus, keine mißhandelte Blume, kein Tier im Schmerz ſehen
dnnte, wie er jedem Menſchen verzieh und ihm aus
verſtändnis=
oller Seele nach beſten Kräften half. Wagners ſtarke Neligioſi=
I1 zeigt ſich in jedem ſeiner Werke, von „Rienzi” (Gebet) bis zum
Parſifal‟. Die Frömmigkeit ſeiner Mutter, an die er
wunder=
dule Briefe ſchrieb, gab ſeinem Gemüt wohl die Richtung,
ein=
ehende Beſchäftigung mit Philoſophie vertiefte ſein Weſen. So
urde ſeine Ethik in ihren Grundzügen die des Chriſtentums.
cachſtenliebe, Mitleid, Treue erfüllen ihn, ſeine Mutterliebe
fin=
et wunderſame Zeugniſſe im „Siegfried” und „Parſifal”. „Er=
2ſung dem Erlöſer” war ſein Schlußgebet. „Ruhe des Gemütes
der Entſagung” (wie er in einem inhaltsreichen Brief an
eine Schweſter Cläre ſchrieb), Freude am Schönen ohne
Ver=
angen war die Selbſtbefriedung dieſes in allen Dingen der
Tunſt ſo zielbewußten und ſtarken Menſchen.
Frau Geheimrat Thode las wundervolle Briefe des Meiſters,
* denen ſie kurze Erläuterungen gab. Beweiſe des großen
erzens Richard Wagners, ſeines wahren Chriſtentums waren
* Zeugniſſe ſeiner Menſchenliebe, ſeines reinen
Herzensverhält=
es zu Mathilde Weſendonck und ſeiner immer verzeihenden
Zute für Minna, die erſte Gattin. — Eine Frau mit reichem
Liſſen und Erleben ſprach zu der andächtig folgenden Zuhörer=
Hait, eine Tochter großer Eltern. Bayreuther Atmoſphäre ſchuf
* und ergriff durch die Klarheit des Geſagten, die Schlichtheit
hrer Vorleſung.
Lor und nach dem Vortrag ſang Fräulein Hilde Groß
Se' der Weſendonck=Lieder („Der Engel” und „Träume”) mit
N angenehmer Stimme und beme enswert guter Ausſprache,
Deun ſie auch noch nicht imſtande iſt, formal groß zu geſtalten
„ü Sinn und Inhalt auszuſchöpfen. Herr Kapellmeiſter
Imbn, der für den verhinderten Herrn Bohne eingeſprungen
war, begleitete am Flügel mit feiner Einfühlung. — Innerlich
bereichert und dankbar verließ wohl jeder Beſucher den
ſtim=
mungsvollen Vortragsraum.
Dr. K.
Vorkragsabend.
* Schüler der Meiſterklaſſen von Göſta Andreaſſon ließen ſich
geſtern abend im Gartenſaal des Saalbaues hören; ein „
klaſſi=
ſches” Programm (nur italieniſche Geigenkomponiſten kamen zu
Wort) zeigte in Anlage und Durchführung bei allen den Ernſt,
den Ehrgeiz und den Fleiß, hauptſächlich aber den Willen, ohne
den in keiner Kunſt etwas Geſcheites herauskommt, den Willen
zur Erlernung und Beherrſchung des Handwerklichen. Die
jun=
gen Menſchen, die geſtern ſpielten, haben das Glück, von einem
Meiſterlehrer in die Geheimniſſe des Geigenſpieles eingeweiht zu
werden, und ſcheinen insgeſamt gewillt zu ſein, ſich dieſes Glückes
würdig zu erweiſen.: Selbſtredend, daß die Leiſtungen ungleich
ſind, ungleich ſein müſſen — je nach Reife und Begabung"
aber alle haben Niveau; die Kritik hat nicht die Aufgabe, das
Horoſkop zu ſtellen; wie weit einer in ſeiner Kunſt kommt, das iſt
nicht ſo ſehr Sache des Talents, als des Charakters, aber das iſt
gewiß, ſo geführt und die Führung in gleicher Weiſe folgend,
werden alle: Die Herren Cauer (Konzert von Vivaldi), der
jugendliche Paluczak (Konzert von Nardini), die Herren Müller
und Opfermann, die eine recht reizvolle Serenade für 2 Sologeigen
von Viotti mit erfreulicher Energie und richtigem
Geigertempera=
ment anpackten, tüchtige, und wertvolle Muſiker. Ueberraſcht hat
mich das Wachſen von Heinrich Crößmann, der geſtern mit einer
Chaconne von Vitali den Vogel abſchoß; möge er ſich ſo weiter
entwickeln. Oskar Kleinberg, vielleicht der Begabteſte unter
allen, hatte ſich mit der Teufelstrillerſonate von Tartini eine
ver=
teufelt ſchwere Aufgabe geſtellt: ſcheinbare Müdigkeit (begreiflich,
bei ſeiner Tätigkeit beim Frankfurter Rundfunkorcheſter) ließ ihn
geſtern das nicht reſtlos leiſten, was er ſonſt oft geleiſtet hat;
hoffen wir, daß dieſe ſtarke Begabung unter der Haſt des Erwerbs
nicht Schaden leidet. — Außergewöhnlich fein, klanglich und
muſi=
kaliſch, begleitete Frl. Nelly Birrenbach am Flügel. Der Abend
ehrte die Städt. Alademie für Tonkunſt, die ihn veranſtaltete,
und brachte den Mitwirkenden reichen und verdienten Beifall. A.
Münchener Brieſ.
Das Bayeriſche Staatsſchauſpiel hat mit ſeiner
Neueinſtudie=
rung von „Romeo und Julie” weder in Regie noch in Darſtellung
eine den braven Durchſchnitt überragende Leiſtung vollbracht, die
hier Berückſichtigung verdiente, wenn nicht Emil Preetorius,
erſtmals für München, die künſtleriſche Ausſtattung übertragen
Der Reichskag vor den Meihnachksferien
Beſprechung der Lugans=Kenjetenz und Ausſprache
über den Ekat erſt im Januar.
* Berlin, 13. Dez. (Priv.=Tel.)
Der Reichstag will am Samstag in die Weihnachtsferien
gehen; einmal, weil die ſachliche Arbeit dann erſchöpft iſt,
außer=
dem aber auch, weil vielleicht die Regierung den Wunſch hat,
die Beſprechung der Luganokonferenz bis zum Januar zu
ver=
ſchieben. Bis zum Samstag ſollen jedenfalls die kleineren
Vor=
lagen aufgearbeitet werden. Dann mangelt es an Stoff, weil
der Reichsfinanzminiſter mit ſeinem Etat und mit ſeinen
Deck=
ungsvorſchlägen nicht fertig geworden iſt und immer noch nicht
weiß, wo er die fehlenden 300 Millionen hernehmen ſoll. Das
Schwergewicht der ganzen Verhandlungen drängt ſich dann für
den Januar zuſammen, ſo daß nur 2½ Monate für die
Etats=
beratungen bleiben, was reichlich wenig iſt.
der Reichskag zur Roklage der Binzer.
Der Reichstag beſchäftigte ſich heute zunächſt mit der Notlage
der Winzer. Zu dieſem Thema lag ein deutſchnationaler Antrag
auf Verlängerung der Winzerkredite um ein Jahr, ferner ein Antrag
der Bauernpartei auf Niederſchlagung der Winzerkredite und eine
Ent=
ſchließung des Volkswirtſchaftlichen Ausſchuſſes vor, in der die
Regie=
rung erſucht wird, die Fälligkeit der Kredite vom 31. Dezember 1928 auf
den 1. Oktober 1929 zu verlängern und bei den jährlichen
Rückzahlungs=
quoten die Leiſtungsfähigkeit des einzelnen Winzers zu berückſichtigen.
Reichsernährungsminiſter Dietrich gab nach
Ein=
vernahme mit dem Reichsfinanzminiſter die Erklärung ab, daß die
Re=
gierung bereit fei, die am 31. Dezember fälligen Winzerkredite noch um
dreiviertel Jahr bis zum 1. Oktober 1929 zu verlängern. Die
Reichs=
regierung gebe aber gleichzeitig der Erwartung Ausdruck, daß die
Win=
zer zum 1. Oktober 1929 ſich auf den Beginn der Rückzahlung der
Win=
zerkredite von 30 Millionen Mark einrichten werden. Die
Leiſtungs=
fähigkeit würde auf Grund des Ausfalles des Weinjahres 1928 und des
vorausſichtlichen Ausfalles des Weinjahres 1929 von der
Reichsregie=
rung rechtzeitig feſtgeſtellt werden. Eine Debatte über die Entſchließung
fand nicht ſtatt. Der Ausſchußantrag, der gleichzeitig die Ablehnung des
deutſchnationalen und des Bauernantrages in ſich ſchließt, wurde
an=
genommen.
Das Haus ging dann über zur Beratung des deutſchnationalen
An=
trages, die Grunderwerbsſteuer der Toten Hand aufzuheben. Der
Steuerausſchuß hat die Ablehnung empfohlen und ſchlägt eine Novelle
zum Grunderwerbsſteuergeſetz vor, daß die Veranlagung und Erhebung
dieſer Steuer bis zur anderweitigen geſetzlichen Regelung ausgeſetzt
wird. Bereits veranlagte Zuſchläge und Steuerſtrafen wegen
unter=
laſſener Anzeige ſollen aufgehoben werden.
In der Ausſprache trat Abg. Keil (Soz.) für die Beibehaltung
der Grunderwerbsſteuer ein, da ſie eine gerechte Sonderſteuer für die
Fideikommiſſe und anderen gebundenen Grundbeſitz, der niemals
ver=
kauft werde und daher niemals dem Staate Grunderwerbsſteuer
ein=
bringe, darſtelle. Wenn man einwende, daß die Auflöſung der
Fidei=
kommiſſe bevorſtehe, ſo brauche man darum die Steuer nicht zu
beſei=
tigen. Man könne die Erhebung ausſetzen, bis das Geſetz geändert ſei.
Abg. Nademacher (Dn.) verteidigte den Antrag ſeiner Fraktion.
Im Ausſchuß habe die Regierung ſelbſt zugegeben, daß die Steuer in
der beſtehenden Form gar nicht durchführbar ſei. Die Fideikommiſſe
ſeien zum Tode verurteilk. Die Kirchen hätten die Hilfe des Staates
nötig, eine Beſteuerung ihres Grundbeſitzes ſei alſo unpraktiſch.
Abg. Föhr (Z.) begründete einen Antrag ſeiner Fraktion, der
Be=
freiung von der Grunderwerbsſteuer im Falle der Anliegerſiedlung und
der Grundſtücksübertragung zum Zwecke des Kleinwohnungsbaues
for=
dert. Im übrigen trat der Redner für die Ausſchußfaſſung ein.
Abg. Schneider=Berlin (D.) erklärte ſich mit der
Ausſchuß=
vorlage einverſtanden und ſagte die ſachliche Mitarbeit ſeiner Fraktion
bei den notwendigen Aenderungen des Geſetzes zu.
Abg. Dr. Becker (D.V.P.) war der Anſicht, daß die Steuer zwar
grundſätzlich ſchon heute aufgehoben werden müſſe, da ihre
Undurch=
führbarkeit feſtſtehe. Um die Geſetzesänderung aber in Ruhe
vorneh=
men zu können, habe man ſich vorher mit der Sozialdemokratie auf die
vorläufige Nichterhebung der Steuer geeinigt.
Abg. v. Sybel (Chr.=Nat. Bauernpartei) forderte die ſofortige
Aufhebung der Steuer.
In der Abſtimmung wurde die ſofortige Aufhebung der
Grunder=
werbsſteuer für die tote Hand gegen die Stimmen der
Deutſchnatio=
nalen und der Chriſtlich=Nationalen Bauernpartei abgelehnt, die
Aus=
ſchußvorlage und die Ausſchußentſchließung angenommen und alle
wei=
teren Anträge dem Steuerausſchuß überwieſen.
Die Entſchließung des Haushaltsauſchuſſes, die eine Regier
ungs=
vorlage über die Rechtsverhältniſſe der
Warteſtands=
beamten und deren verſtärkte Wiederbeſchäftigung verlangt, wurde
nach kurzer Debatte angenommen. Genehmigt wurde ferner die
Ver=
längerung des Geſetzes über die Eintragung von Hypotheken in
aus=
ländiſcher Währung bis zum 31. Dezember 1929, und die Novelle zum
Geſetz über die Rechtsanwaltsgebühren in Armenſachen, durch die dieſe
Gebühren zwar höher angeſetzt werden als bisher, aber immer noch
niedriger ſind als die normalen Rechtsanwaltsgebühren.
Die Novelle zur Unfallverſicherung, die geſtern in
zweiter Leſung vor dem Plenum geſtanden hatte, wurde dann in dritter
Lefung endgültig gegen die Stimmen der Deutſchnationalen und einen
Teil der Deutſchen Volkspartei verabſchiedet. Es folgte die zweite Leſung
eines Geſetzes über eine Sonderfürſorge bei berufsüblicher
Arbeits=
loſigkeit.
bekommen hätte. In den für das geſprochene Wort ganz
unzu=
länglichen Räumen des Prinzregententheaters hat Preetorius
mit Glück verſucht, wenigſtens eine räumliche Stimmung zu
ſchaſ=
fen. Wohl war die Farbengebung der ſtreitenden Parteien, in
Rot und Blau, mitunter von aufdringlicher Buntheit, dafür
ent=
ſchädigte vornehmer Geſchmack und Verſtändnis für ſüdliche
Landſchaft bei den Dekorationen. Aber alle an ſich
anerkennens=
werten Beſtrebungen der Theaterleitung ſind zum Scheitern
ver=
urteilt, ſolange nicht für das klaſſiſche Schauſpiel ein eigenes
Haus geſchaffen wird. Schon Intendant Zeiß hatte ſeinerzeit
dieſe Sachlage erkannt und das Gärtnertheater von der Zivilliſte
angefordert. Während aber für dieſe vordringlichen Ausgaben
anſcheinend keine Gelder aufzubringen ſind, verſchwendet die
Stadt München viele Millionen für eine vierte (!) moderne
Galerie, die im Januar eröffnet werden ſoll. Vergebens erſuchte
die Leitung der ſtaatlichen Galerien die Stadt um Zuſchuß für
ihren kärglichen Etat, wie es früher bereits in Berlin und
Dres=
den geſchehen, unter Verzicht auf eigene ſtädtiſche Galerien. Für
die in der Wirtſchaft erſtrebenswverte Rationaliſierung und
Kon=
zentration ſcheint man aber bei den betreffenden Stellen noch
keine Einſicht zu haben. Nachdem nun die Sammlung Carſtanjen,
die über ein Jahrzehnt die Aelt. Pinakothek zierte, München
ver=
laſſen und nach Köln ausgewandert, gelangt jetzt die Sammlung
Nemes in ihren Hauptbeſtänden in Amſterdam bei F. Müller zur
Auflöſung. Schon in der Vorkriegszeit hatte in Paris eine
Ver=
ſteigerung Nemes mit gutem Erfolge ſtattgefunden, diesmal
inter=
eſſieren u. a. die bekannte „Immaculata Concepcion” von Greco,
eine farbenfreudige „Suſanna im Bade” von J. Tintoretto und
bezeichnende Werke von anderen Italienern, wie R. Santi und
Parmeggianino. Zwei lebensvolle Porträts von Goya und ein
Altarwerk von Hans Döring, früher fälſchlich Albrecht Dürers
Bruder Hans Dürer zugeſchrieben, wären als weitere Höhepunkte
des Ganzen zu erwähnen. Neben dieſen für unſer Kunſtleben
bedauerlichen Deſtruktionserſcheinungen wirkte als erfreulicher
Lichtpunkt die Ausſtellung einer wiederentdeckten
Kupferſtich=
ſammlung aus Aſchaffenburg in den Räumen der
Münchener Graphiſchen Sammlung. 125 Jahre verbarg das
Aſchaffenburger Schloß neben ſeiner Galerie dieſen köſtlichen
Beſitz der früheren Kurfürſten von Mainz mit wundervollen
Nadierungen Rembrandts und der großen franzöſiſchen und
engliſchen Meiſter des 18. Jahrhunderts. Der Umſicht Direktor
Weigmanns war es vorbehalten, die in Albums eingeklebten
Blätter zu ſichten, erſtmals zu katalogiſieren und der überraſchten
Kunſtwelt zu zeigen. Eine vornehme Aufgabe
Aſchaffen=
burgs wird es aber ſein, dieſen koſtbaren Beſitz nach ſeiner
Rückkehr würdig unterzubringen und den Kunſtfreunden zugäng=
A. G.
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Geite 4
Freitag den 14 Dezember 1928
Nummer 347
Heſſiſcher Landkag.
Neue Kraftanlage für die Techniſche Hochſchule.
Beleuchkungspflicht für landwirkſchaftliche Zahr=
Zeuge. — Erſte Leſung des Kirchenſteuergeſehes.
Präſident Delp eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 20 Minuten.
Er bringt dem Haus, gemäß dem Artikel 38 der Geſchäſtsordnung,
20 bereits vom Ausſchuß erledigte Eingaben zur Kenntwis, die ſich in
der Mebrzahl auf Straferlaſſe und Steuerſachen beziehen.
Ein Antrag des Abg. Noß, betr. das Verzeichwis der D=Straßen
in Heſſen, wird durch die Regierungserklärung erledigt, die dahin geht,
daß nach wie vor an der Abſtellung der Mißſtände bei den D=Straßen
zuſammen mit drm Provinzen gearbeitet werde.
Ein Antrag des Abg. Weckler (Ztr.) auf Neufeſtſetzung der
Strom=
preistarife bei elektviſchen Ueberlandanlagen, vor allem in Oberheſſen,
iſt durch die inzwiſchen erfolgte Neuregelug erledigt.
Die Regierungsvorlage, die für die Inſtandſetzung und Erweiterung
der Kühlanlage der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt Gießen 21 300 Mark
verlangt, wird angenommen.
Für die Erneuerung der Hauptmaſchinen des Kraftwerkes der
Teck=
niſchen Hochſchule Darmſtadt und Ergänzung der vorhandenen
Labora=
toriumzeinrichtungen hat das heſſiſche Miniſterium für Kultus und
Bil=
dungsweſen in einer Regierungsvorlage um die nachträgliche
Bewilli=
gung von 300 000 Mark zu dem Kapitel 133 des laufenden
Staatsvoran=
ſchlags erſucht. Weiter fordert die Regierungsvorlage, daß für die
bei=
den kommenden Jahre der Reſtbetrag zugeſagt wird. Gegen die
Stim=
men der Deutſchnationalen, der Volksrecht=Partei, des Bauernbundes
und der Kommuniſten wird dieſem Wunſche entſprochen.
Zu der Regierungsvorlage, die eine Nachbewilligung von 9587 Mk.
für das Defizit der Ausſtellung „Alte Kunſt am Mittelrhein” ſordert,
wünſcht Abg. Dr. Leuctgens (Ldbd.), daß man in Zukunft darauf
bedacht ſein möge, bei Ausſtellungen de: Städte und Gemeinden den
Finanzierungsplan genau feſtzulegen. Seine Fraktion ſei grundſätzlich,
ſchon im Hinblick auf die Budgetberatung, gegen Nachbewilligung, denn
wenn ſolchze Platz greife, welchen Zweck ſollten dann die
Budgenberatun=
gen haben. Der geforderte Betrag wird gegen die Stimmen des
Land=
bundes und der Vollsrecht=Partei bewilligt.
Gegen die von dem heſſiſchen Aäiniſter für Kultus und
Bildungs=
weſen im Einvernehmen mit dem Finanzminiſter geforderte Nachbewilli=
gung von 3000) Mark für den Betriebskoſtenkredit des Kraftwerks der
Zechniſehen Hochſchule Darmſtadt iſt der Landbund. Dagegen treten
Abg Haury (DV.P.) und Abg. Reiber (Deon.) für die
Negierungs=
vorlage ein, mit der Begründung, daß die Hochſchule dieſe
Nachferde=
rung notwendig habe, da ſie den Erlaß des Finanzmimniſters auf
Heraö=
ſetzung der Koſten um 10 Prozent nicht vorausahnen konnte und
be=
reits vorher, im Jahre 1926 ihre Koſten um 10 Prozent ermäßigt hatte,
ſo daß die Berechtigung der Nachſorderung aus dieſem Grunde
ange=
bracht ſci. Der Vorlage wird zugeſtimmt.
Ein Antrag Neiber (Dem.), der wüinſcht, daß die amtlichen
Schul=
ferien ſo gelegt werden, daß der Verfaſſungstag in die Schulzeit fällt,
wird durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt, in der geſagt iſt,
daß die Regierung dahin zu wirken bereit iſt.
Die Regierung wird ermächtigt, Darlehen an Beamte gemäß einer
Regierungsvorlage zur Anſchaffung von Kraftfahrzeugen zum
Dienſt=
gebrauch zu gewähren. Die Verechtigung wird im Einzelfall nachgeprüft
werden.
Ein Antrag des Zentrumsahgeordneten Weckler winſcht die
gene=
relle Befreiung landwirtſchaftlicher Fahrzeuge von der
Beleuchtungs=
pflicht in den in der Straßenverkehrsordnung vorgeſehenen
Ausnahme=
fällen. Ueber die Frage der Beleuch’ungspflicht entſpinnt ſich eine
län=
gere Debatte, an der ſich zahlreiche Abgeordneie beteiligen. Das
End=
ergebnis, die Abſtimmung, ergibt nach Wiederholung die knappe
Diffe=
renz von 27:26 Stimmen, die ſich gegen den Antrag Weckler ausſprechen.
Das Haus tritt ſedann in die erſte Beratung des
Kirchenſteuen=
geſetzes ein.
Abg. Dr. Müller (Ldbd.) erklärt, ſeine Fraktion werde den
vor=
liegenden Entwurf ablehnen, weil zur Beſteuerung auch Zuſchläge zu
der Grund= und Geſverbeſteuer neben der Vermögensſteuer und
Kopf=
ſteuer herangezogen würden Für die örtliche Kirchenſteuer geſteht er
die Zuſchläge zu.
Abg. Schott (D.V.P.) erklärt, ſeine Fraktion werde, wenn das
ſchon ſo lange ausſtehende Obergutachten der Landesuniverſität bis zum
neuen Etat nicht vorliege, eine ausreichende Erhöhung des
Staats=
zuſihuſſes für die Kirche beantragen. Trotz mancher Bedenken werde
in Anbetracht der ſchlechten Finanzlage der Kirche ſeine Frakrion dem
Entwurf zuſtimmen.
Abg. Hammann (Komm.) befürchtet das Zuſtandelommen eines
Konkordats für Heſſen.
Staatspräſident Adelung ſtellt feſt, daß die ſteuenliche
Grund=
lage gemäß der Reichsverfaſſung den Kinhen von der Regierung
gege=
ben werden müſſe. Alle öffentlich=rechtlichen Religionsgemeinſchaften
würden durch den Endvurf erfaßt. Die Staatszuſchüſſe wüirden auf
Grund rechtlicher Anſprüche gegeben, die man zurzeit juriſtiſch kläre.
Im übrigen ſetzt ſich Nedner mit den nicht wiederzugebenden unbered
tigten Angriffen des Konmnuniſten Hammann auseinander,
Abg. Kaul (Soz) begrußt das Beſtreben, alle Religionsgeſellſchat
ten als gleichbberechtigt zu betrachten. Die Kirchenſteuer ſei die einzige
die man nicht zu zahlen brauche, wenn man es nicht wolle.
Frau Abg Heraeus (Dntl.) ſpricht ſich für die Vorlage aus unte
dem Vorbehalt, Abänderungsvorſchläge gegebenenfalls einzubringer
wenn die Auswirkungen des Geſetzes ſich erſt überſehen ließen.
Abg., Beſt (VNP.) kann die grundſätzliche und ſachliche Zuſtin
mung zu dem Geſetzentwurf erklären.
Abg. Schreiber (Dem.) bedauert die Haltung des Lanéwbundet
bei dem anſcheinend die Neligion aufhöre, wo der Geldbeutel anfang
Der Landbund bringt einen Antrag ein, die Grund= und
Gewerb=
ſteuer von Zuſchlägen frei zu laſſen.
Abg. Ille (Ztr.) ſchildert die Beſoldungsverhältniſſe bei der kathr
liſchen Kirche. Trotz vorhandrner Mängel des Geſetzentwurfs erklär
er die Zuſtimmung ſeiner Fraktion.
Abg. Axt (V.R.P.) verbreitet ſich über die Notlage der Kinhe.
Ein Regierungsvertreter wendet ſich gegen den Antrag des Lank
bundes.
Damit iſt die Debatte der erſten Leſung geſchloſſen. Die Abſtim
mung wird auf heute vertagt.
Ein Antrag des Landbundes, der wünſcht, daß der Staat die Be
triebskoſten der
Pumpwerke in den heſſiſchen Riederungen
den Gemeinden abnimmt, wird ſodann zur Beratung geſtellt. Abg
Glaſer begründet dieſen Antrag.
Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft Korell ſieht die Zeit kom
men, in der, wenn erſt die Entwäſſerungsvorlagen in Heſſen einen ent
ſprechenden Umfang angenommen hätten, der Staat gezwungen ſei,
werde, die Koſten zu übernehmen. Ob das allerdings in 10 oder 1
Jahren ſein werde, könne man ſchwer ſagen. Jedenfalls könne die Ne
gierung zurzeit eine Vorlage noch nichſt unterbreiten, wenn ſie auch der
gerechten Kern des Antrages anerkenne.
Abg. Weckler (Ptr.) ſpricht die Befürchtung aus, daß man d.
Konſequenzen dieſes Antrages nicht überſohen könne. Er lehnt ihr
deshalb ab.
Abg. Donat (Dem.) und Abg. Dr. Werner (Dntl.) erklärer
ihre Zuſtmmung zu dem Antrag.
Die Abſtimmung wird ausgeſetzt.
Nachdem noch eine Vorſtellung der Kommuniſten für erledigt
lärt iſt, ſchließt Präſident Delp die Sitzung nach ½4 Uhr. Nächſt,
Sitzung heute vormittag 10 Uhr.
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Nummer 347
Freitag den 14. Dezember 1928
Seite 5
Aas ver Landeshandtſiadt.
Darmſtadt. 14. Dezember.
— Ernannt wurden: Am 8. November: der Kanzliſt bei dem Amts=
„ericht Grünberg Karl Viand zum Kanzleiaſſiſtenten mit Wirkung vom
7. Januar 1929 an; am 15. November: der Verſorgungsanwärter
Wil=
belm Konradi auf Hofgeismar zum Strafanſtaltsoberwachtmeiſter bei
dem Landeszuchthaus Marienſchloß mit Wirkung vom 1. Dezember anz
der Verſorgungsanwärter Georg Oehlenſchläger aus Fulda zum
Strafayſtaltsoberwachtmeiſter bei der Zellenſtrafanſtalt in Butzbach mit
Birkung vom 1. Dezember an; der Verſorgungsanwärter Georg
Juanz aus Ulm zum Strafanſtaltsoberwachtmeiſter bei der
Zellen=
trafanſtalt in Butzbach mit Wirkung vom 1. Dezember an; am 21.
No=
umber: der Oberjuſtizſekretär bei dem Amtsgericht Friedberg Heinrich
darl Becker zum Oberziuſtizſekretär bei dem Amtsgericht Nidda vom
Dezember an; am 24. November: der Gerichtsvollzieher bei dem
Umtsgericht Wörrſtadt Heinvuh Axer zum Gerichtsvollzieher bei dem
Umtsgericht Bingen wit Wirkung vom 1. Februar 1929 an; der
Ge=
ſichlsvollzieher Friedrich Georg Alois Bangel zu Mainz zum
Ge=
ichtsvollgieher bei dem Amtsgericht Wörrſtadt mit Wirkung vom
Februar 1929 an; der Kanzleigehilfe bei dem Amtsgericht Gießen
Her=
nann Eiſſer zum Kanzliſten mit Wirkung vom 1. Dezember an; am
4. November: der Kanzleinehilfe bei dem Amtsgericht Mwinz Otto
Flös zum Kanzliſten mit Witkung vom 1. Dezember an.
— Zur Landeskirchentagswahl innerhalb des Dekanates Darmſtadt
ſt die Aufſtellung eines gemeinſamen Wahlvorſchlag3 der drei Gruppen
enſucht worden. Leider iſt ſie nicht zuſtande gekommen. Die Heſſiſche
wpangeliſche Vereinigung und die Freie Volkskirchliche Vereinigung haben
inen gemeinſamen Wahlvorſchlag vereinbart und
einge=
gicht. Er lauret: Geiſtlicher Abgcordneter Pfarrer Berck=Roßdorf,
Itellvertreter Pfarrer Berger=Darmſtadt; weltlicher Abgeordneter
Ge=
eimer Oberregierungsrat Stroh=Darmſtadt, Stellvertreter
Miniſterial=
at (Oberforſtrat) Dr. Urſtadt=Darmſtadt.
— Orisgewerbeverein und Hundwerkervereinigung Darmſtadt. In
er 3. Winterverſammlung unſeier Gewerbevereinigung im „
Fürſten=
fal” des Reſtaurants Chriſt (Grafenſtraße) hielt Herr Geologe H. K. E
rueger am 12. d. M. den augekündigten Vortrag über „Die
ampfe um Nord= und Südpol‟. Der Redner verſtand es,
r einem 1½ſtüindigen, durch zahlreiche, meiſtens wiſſenſchaftlichen
Wer=
n direkt entnommene Lichtbilder unterſtützt, ein überaus anſchauliches,
ares und feſſelndes Bild über die Erforſchung der Polargebiete zu
eben. Aus den intereſſenten Ausführungen des Vortragenden ſei
nach=
ihend nur kurz das Wichtigſte hervorgehoben: Die Polarforſchumg
ginnt ſchon einige Jahrhunderte vor dem Anfang unſerer
Zeitrech=
ung. Nach dem Mittelalter folgt die Suche nach der nordweſtlichen
urchfahrt dur” Hudſon, Roß und andere. Die leider verunglückte
rauklin=Expedition gab die Veranlaſſung zum Aufſuchen Franklins
ud ſeiner Gefahrten: hieröurch wurden mehr wie 40 Expeditionen
aus=
führt. Gleichzeitig beginnt die Suce nuch dem offenen Polarmeer,
ſonders durch Hall, Nares und Greely, eine der aufopferungsreichſten
7d heroiſaſten Expeditionen. E3 folgten dann die Erforſchung
Grön=
nds und die verſchäedenen Ueberquerungen des Inlandeiſes. Und dann
jeder der Sturm nach dem Nordpol auf der amerikaniſchen Route, bis
idlich Peary den Pol erreicht. Seitdem bildet der arktiſche Archipel
18 Ziel ausgezehnter Forſchungsreiſen. Schon ſeit der Zeit der erſten
iſſiſchen Forſchungen in Sibiuſien beginnt die Suche nach der
nordöſt=
hen Durchfahrt um Aſien herum. Die erſten modernen Expeditionen
id die öſterreinſche (Entdeckung von Frang=Joſefs=Land) und die Fahrt
r Vega um Aſien unter Nordenſtioels. Dann gibt die Driftfahrt der
Fennette” Nanſen din Plan zu ſeiner Treibfahrt durch das
Polar=
icken, bei dem er einen weit entfernten nördlichen Punkt erreicht, der
ur von den Italienern unter Cagni etwas übertroffen wird. Auch
e modernen Fahrten mit Flugzeugen wurden beſprochen und hierbei
ich die vielfa=h umſtrittene Leiſtung Nobiles in unparteiiſcher und
ſach=
her Woiſe gewürdigt. — Die Forſchung am Südpol, welche
weſent=
h durch Wallfiſchfänger unterſtützt wurde, hat erſt viel ſpäter eingeſetzt.
ie erſte wiſſenſchaftliche Expebition war die ruſſiſche unter Bellighauſen,
m folgten franzöſiſche Forſcher und James Roß. Erſt viel ſpäter
verwinterte de Gerlache als Erſter im Südgebiet, dann betritt als
iſter Borchgrevink das Feſtland um den Südpol. Es folgt dann der
vrſtoß der verſchiedenen Völker zu gleicher Zeit, die Engländer unter
Sot, die Deutſchen unter Drygalſki, die Schweden unter
Norden=
joeld. Ctwas ſpäter gelangt dann Shackleton bis auf die Hochebene
*8 Innern, und ſehlließlich gelingt überraſchend ſchnell die Eroberung
3 Sudpols unter Amundſen und Scott. Gleſchzeitig arbeitet Mawſon
Adelieland und Filsyer im Weddelmeer. Neue Expeditionen mit
ugzeugen berſuchen die Forſchungen fortzuſetzen. Die ſehr zahlreich
cienenen Zuhörer, darunter viele Damen, folgten den ſchönen
Aus=
ſrungen des Redner3 bis zum Schluß mit geſpamiter Aufmerkſamkeit
d gaben ihrer Anerkennung durch lebhaften Beifall Ausdruck. Der
ter der Verſammlung, Profeſſo= Dr. W. Sonne, dankte Herrn
deger und ſeinen Mitarbeitern namens der Gewerbevereinigung für
vorzüglichen Darbietungen, dabei bedonend, daß auch Herr Krueger
Polarforſcher ſei, der für mächſtes Jahr eine zweite Grönlandfahrt
ine. Zu Lieſer ſei ihm ein voller Erfolg zum Nutzen und zum Nuhme
deutſchen Forſchung und Wiſſenſchaft gewünſcht. Sodann forderte
rr Syndikus Dr. Kollbach zu weiterem zahlreichen Beſuche der folgen=
Winrervorträge und, ſoweit dies noch nicht geſchehen ſei, zum
Ein=
tt in den Orlsgewerbeverein und die Handwerkervereinigung auf.
hließlich wurde noch bekannt gegeben, daß am Mittwoch, dem 16.
Ja=
ar n. J., Herr Direktor Weiler einen Lichtbildervortrag über „Die
deutung der Genoſſenſchaft für den gewerblichen Mittelſtand”, im
lben Saale des Reſtaurants Sitte halten wird.
— Turngemeinde 1846. Am Sonntag, dem 16. Dezember,
nach=
ſtags 3 Uhr, findet im großen, gutgeheizten Turnſaal am Woogsplitz
8 Weihnachtsſchauturnen unſerer Kinderabteilungen ſtatt. 400
Schüle=
nen und Schüler werden daran teilnehmen. Da ſich gerade unſere
mauturnen der Kinder großer Beliebtheit erfreuen, haben ſich die
gendturnwarte dieſes Jahr beſondere Mühe gemacht und eine
abwech=
ungsreiche Spielſolge zuſammengeſtellt. Auf das Programm näher
zugehen, wollen wir unterlaſſen, denn jeder, der ſchon einmal ein
eihnachtsſchauturnen in der Turngemeinde beſucht hat, weiß, daß es
ht nur einige genußreiche Stunden im Kreiſe einer fröhlichen Jugend
berbringen gilt, ſondern die verſchiedenen Darbietungen werden auch
* Erſtaunen aller Beſucher wachrufen. Neben einer reichhaltigen
tur=
iſchen Spielfolge findet noch ein Weihnachtstheaterſtück, betitelt. Die
vergenpoſt”, ſratt. Die kleinen Schauſpieler ſind natürlich auch
Mit=
eder unſerer Kinderabteilungen. Der Preis der Plätze, die alle
nume=
rt ſind, beträgt 75 Pf. und 1 Mk. und ſind Karten beim Hausmeiſter
200splatz 5, zu haben. Infolge der geringen Anzahl von Plätzen iſt
rarſam, ſich frühzeitig die Einlaßkarte zu beſorgen. Ferner werden
Zuſchauer gebeten, etwas vor 3 Uhr zu erſcheinen, da püinktlich um
Ihr begonnen wird. Um eine glatte Abwickelung ſicherzuſtellen,
blei=
die Türen während der einzelnen Vorführungen geſchloſſen.
— Zum 10jährigen Beſtehen des „Herz=Jeſu=Hoſpitals” der
Fran=
kanerbrüder in Darmſtadt ſchreibt man uns: In dieſem Hepbſt kann
„Herz=Jeſu=Hoſpital” in der Hermannſtraße auf ſein 10jähriges
Be=
ſen zurückſchauen. Es dürfte daher wohl am Platze ſein, auch hier des
ſpitals und ſeiner Brüder zu gedenken. Durch die tatkräftige Hilfe der
edle Wohltäterin in unſerer Stadt bekannten Frau Barovin von
nowſti iſt dieſes Haus im September 1918 zur Erinnerung an den
4 auf dem Felde der Ehre gefallenen Leutmant Charence=Werner von
nowſki gegründet worden. Es ſoll unvergeſſen bleiben, daß der Groß=
30g Ernſt=Ludwig alle Wege geebnet hat, um dieſes ſegensreiche Haus
ehen laſſen zu können. Es diente zunächſt als „Offiziers=
Erholungs=
m‟. Die Pflege war ſchon damals den Barmherzigen Brüdern
über=
gen worden. Die hier untergebrachten Offiziere waren beſonders
ibbar. Viele Abſchiedsbriefe haben dies deutlich bewieſen. Das Haus
inte dadurch, daß die Damen von Kunowſki, von Homeher,
König=
afin Spee und die verſtorbene Frau General von Falkenhagen von
en eigenen Möbeln zur Verfügung geſtellt haben, ſchön eingerichter
rden. Nachdem es ſeinem Zweck als „Offiziers=Geneſungsheim”
ge=
nt hatte, iſt es von dem Mutterhaus der Franziskanerbrüder in
ilbbreitbach als Männerkrankenhaus für Angehörige aller
Konfeſ=
len eingerichtet worden. Was die barmherigen Samariter durch ihr
Dſtloſes und aufopferndes Wirken im Geiſte des hl. Franziskus
ge=
tet haben, weiß Gott allein. Unſere Franziskanerbrüder ſind geachtet
2 geehrt von allen Kreiſen der Bevölberung, einerlei welcher
Kon=
lon. Für ihr Wirken verdienen ſie daher auch öffentliche
Anerben=
ng, bollſtes Lob und ehrliche Bewunderung. Möge es dem Haufe und
ſen Inſaſſen noch recht lange vergönnt ſein, zur Ehre Gottes und
7 Wohle der Mitmenſchen zu wirken und zu arbeiten! Dem Ver=
Imen nach ſoll im Januar 1929 noch eine Feier aus Anlaß des
Vhrigen Beſtehens des Herz=Jeſu=Hoſpitals ſtattfinden.
— Wandergewerbeſcheine und Legitimationskarten. Die Wander=
Derbeſcheine und Legi imationskarten gelten, jeweils nur bis zum
DEzember d. J. Zu Beginn des neuen Jahres häufen ſich meiſtens
Anträge derart, daß die Ausfertigung der neuen Auzweiſe
Verzöge=
hen erleiden müſſen. Es erſcheint daher unerläßlich, ſchon jetzt die
Trnage auf Neuerteilung der Scheine bei den zuſtändigen
Bürger=
iereien oder Polizeſbezirken zuſtellen. Nur bei rechtzeitiger Antrag=
Lung kann Gewähr dafür übernommen werden, daß die Neiſepapiere
Gebrauch zur Verfüigung ſtehen.
Die Beleuchtung der Kraſtfahrzeuge.
* Bei der Beleuchtung der Kraftfahrzeuge werden, abgeſehen von
be=
leuchteten Fahrtrichtungsanzeigern und Suchſcheinſverfern, grundſätzlih
zwei Ziel= verfolgt. Das eine Ziel iſt die Beleuchtung der Fahrbahn
und das andere die Beleuchtung des polizeilichen Kennzeichens.
Die nachfolgenden Ausführungen ſollen nur auf die Beleuchtung der
Fahrbahn eingehen. Mit der Beleuchtung der Fahrbahn iſt das
Erken=
nens des Fahrzeugs bei Dunkelheit durch andere Wegbenutzer verknüpft.
Folgende geſetzliche Beſtimmungen ſind maßgebend:
Verordnung über Kraftfahrzeugverkehr vom 16. März 1928,
8 4, A0bſ. 1, Ziffer 5; jedes Fahrzeug muß verſehen ſein nach
ein=
getretener Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel mit mindeſtens zwei in
gleicher Höhe angebrachten, die ſeitliche Begrenzung des Fahrzeugs
an=
zeigenden, hellbrennenden Laternen mit ſarbloſem oder ſchwach=
gelb=
lichem Glaſe, die den Lichtſchein derart auf die Fahrbahn werfen, daß
dieſe auf mindeſtens 20 Meter vor dem Fahrzeug von dem Führer
über=
ſehen werden kann. Der Abſtand der Außenkante, der die ſeitliche
Be=
grenzung anzeigenden Laternen von der Außenkante des Fahrzeugs darf
nicht mehr als 40 Zentimeter betragen. Uebermäßig ſtark wirkende
Scheinwerfer dürfen nicht verwendet werden.
8 17, Abſ. 3; ſtark wirkende Scheinwerfer müſſen, innerhalb
be=
leuchteter Ortsteile, ausgenonimen bei ſtarkem Nebel, abgeblendet
werden, ferner da, wo die Sicherheit des Verkehrs es erfordert,
insbeſon=
dere beim Begeonen mit anderen Fahrzeugen. Der
Reichsverkehrsmini=
ſter beſtimmt, welche Scheinwerfer als übermäßig ſtark wirkend und
welche als ſtark wirkend gelten und in welchem Grade, ſtark wirkende
Scheinwerfer in den Fällen des Satzes 1 abgeblendet werden müſſen.
Der Reichsverkehrsminiſter hat in der Bekanntmachung vom 5. 12.
1925 über Kraftfahrzeugverkehr in der Faſſung vom 29. 12. 1926 und
vom 21. 7. 1927, Anlage 4, „Anweiſung für die Beurteilung der
Wir=
kung von Scheinwerfern” genaue Begriffsbeſtimmungen, für übermäßig
ſtark wirkende und ſtark wirkende Scheinwerfer veröffentlicht. Die
Be=
urteilung erfolgt nach der Brennſtärke der Azetylenbrenner, bzw.
Glüh=
ſtärke der Glühlampen, nach der Abblendung durch Dämpfungsmittel
(mattierte oder geriffelte Scheiben) und nach der Entfernung, in der die
Lichtkegelmitte auf die Fahrbahn geworfen wird. Die einzelnen Angaben
an dieſer Stelle anzuführen würde zu weir gehen. Das Einhalten der
in dieſer Form gegebenen Beſtimmmungen iſt nur ſchwer kontrollierbar.
Als unteres Maß der Leuchtweite iſt in der Verordnung über
Kraft=
fahrzeugverkehr angegeben, daß die Fahrbehn ſo beleuchtet ſein muß.
daß ſie auf 20 Meter vor dem Fahrzeug vom Führer überſehen werden
kann. Dieſe Leuchtweite kaun aber nur für äußerſt langſam laufende
Fahrzeuge ausreichen. Ein Kraftfahrzeug, welches in einer Stunde 60
Kilemeter fährt, benötigt für einen Weg von 20 Metern 1,2 Sekunden.
Da dieſe Zeit für das Erkennen von Gefährlichkeiten auf der Fahrbahn
und hierauf erfolgende Maßnahmen zum Abwenden derſelben zu gering
iſt, ergibt ſich, daß bei einer höheren Geſchwindigkeit als 20 Kilometer
(20 Kilovieter in der Stunde — 20 Meter in 3,6 Sekunden) nur mit
einem weiter reichenden Lichtſchein als 20 Meter gefahren werden kann.
Es ſind auch innerhalb beleuchteter Ortsteile, in denen mit einer Höchſt=
geſchlvindigkeit von 30 bzw. 40 Hilometer in der Stunde gefahren
wer=
den kann, bei abgeblendeten Scheinwerfern unter gewiſſen Budmgungen
Leuchtweiten über 20 Meter zuläſſig; jedoch ſollen die Scheinwerfer ni.ht
Elendend wirken.
Wie ſchon oben angeführt, läßt ſich nicht leicht erkennen, ob ein
Kraftfahrzeug innerhalb beleuchteter Ortsteile wit ſtark wirkenden
Schein=
lrerfern oder abgeblendet fährt. Iſt der Ortsteil inſolge einer
ſchlech=
ter Straßenbeleuchtung recſt dunkel, und die Augen der Paſſanten baben
ſieh an dieſe Dunkelheit gewöhnt, ſo wird die Beleuchtung eines plötzlich
erſcheinenden Kraftfahrzeuges viel heller wirken als auf gut beleuchſteten
Wegen. Dieſe ſchlecht beleuchteten Ortsteile bilden eine Gefahr für
ſtraft=
fahrzeug und die ubrigen Wegebenutzer, da dieſe örtliche Beleuchtung für
ene gute Sicht des Krnftfahrzeugführers nicht ausreicht und ſein
Sel=
vermögen ſich oftmals in kürzeſten Zeitabfchnitten auf das Hell und
Dunkel derſelben einſtellen ſoll. Komut noch hinzu, daß die Straße
infolge Niederſchläge feucht iſt und die Straßenbeleuchtung ſo mangelhaft
angebracht iſt, daß ſie abwechſelnd ein Stück weit auf der naſſen Straße
dem Fahrer in die Augen ſpiegelt und dann wieder als Beleuchtung zum
Erkeunen etwaiger Gefahren ungenügend iſt, dann wird der Fahrer
ge=
nötigt ſein, ſelbſt bei geringſter Fahrgeſchwindigkeit zur Verhütung von
Unglücksfällen nicht mit abgeblendeten Scheinwerfern zu fahren. Bei
eigenem ſtarken Licht ergibt ſich aber auch für, ihn ganz von ſelbſt die
Möglichkeit, Gefahren, ſei es das Ueberſchreiten der Fahrbahn durch
Fußgänger oder das Befahren derſelben durch unbeleuchtetes Fuhrwerk,
recktzeitig zu erkennen. Hierbei wird wohl manchmal eine Beläſtigung
der auf den Fußwegen verkehrenden Perſonen durch Blenden
hervor=
gerufen. Wann der Fahrer berechtigt iſt, in ierhalb beleuchteter Ortsteile
zeitwveiſe mit nicht abgeblendehen Scheinwerfern zu fahren, kann nur von
Fall zu Fall beurteilt werden. Auch die Entſcheidungen der Gerichte ſind
in dieſer Angelegenheit nicht einheitlich. Zu berückſichtigen bleiot, daß
die Vermeidung von Gefährdungen wichtiger iſt als die Vermeidung von
Beläſtigungen.
Die Scheinwerferanlagen ſind faſt bei allen Kraftfahrzeugen z. Zt.
derart eingerihtet, daß der Führer mit der Hand oder mit dem Fuß ſtark
wirkende Scheinwerfer abblenden und die Abblendung wieder beheben
kann. Die ſtark wirkenden Scheinwerfer haben einen ſeitlich
engbegrenz=
ten, aber nach vorn weitreichenden Lichtkogel, der eine Sicht nach der
Seite kaum ermöglicht. Begeben ſich Perſonen auf freier Landſtraße
außerhalb dieſes Lichtkegels plötzlich in den Bereich des Fahrzeugs, ſo
entſtehen leicht Unglücksfälle, ehne daß der Führer, die Perſonen ſieht.
Innerhalb der Ortſchaften rechnet jeder Führer mit dem unerwarteten
Erſcheinen von Perſonen oder Tieren von den Seiten. Der Lichtkegel
der abgeblendeten Scheinwerfer iſt ſeitlich ſehr groß, reicht aber nicht
weit in der Fahrtwichtung. Der Kraftfahrzeugführer wird alſo im
eigenen Intereſſe beſtreht ſein, innerhalb beleuchteter Ortsteile die
ab=
geblendeten Scheinwerfer zu benutzen, und nur, wenn die Sicherheit des
Verkehrs es erfordert (ſehr ſchlecht beleuchtete Ortsteile), die ſtark
wir=
kenden Scheinwerfer, möglichſt nur vorübergehend, in Anwendung zu
bringen.
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20210)
Zur Sitzung der Stadtverordneten=Verſammlung am Donnerstag,
dem 20. Dezember 1928, um 17 Uhr, im Rathaus iſt dieſe Tagesordnung
feſtgeſetzt: 1. Gewährung eines Zuſchuſſeß für den Ausbau des
Lehr=
lingsheims für Krüppel in Nieder=Ramſtadt (Bewichterſtatter: Stadtv.
Schneider). 2. Wohnungsbau 1929; hier: die Finanzierung der
Bau=
genoſſenſchaften (Berichterſtadter: Stadtv. Karcher). 3. Bebauung des
ſtädriſchen Geländes zwiſchen Lindenhof=, Teichhaus=, Adolf=Spieß= und
Stiftſtraße (Berichterſtatter: Stadtv. Walbe), 4. Bebaung des
ſtädti=
ſchen Geländes vor dem Hauptbahnhof zwiſchen dem Hotel zur Poſt
und dem Bahnhoſshotel (Beuihterſtatter: Stodiwv. Tempel), 5.
Straßen=
benennung (Verichterſtatter: Stadtv. Hübner) 6. Bereitſtellung von
Notſtandsarbeiten für den Winter 1923/29 (Berichterſtatter: Stadtv.
Reeſe). 7. Mitteilungen.
Ceekddaee
Verkörpert den besten Geschmack,
das feinste Aroma, die höchste
Ergiebigkeit
1 Dr 20174
— Der Geſangverein „Olympia” hielt im „Feierabend” ſeine
Weih=
nachtsfeier ab. Der Saal war überfüllt. Die Feier wurde durch
den Männerchor „Hymne an die Nacht” von Beethoven eröffnet, dann
ein Prolog von Fräulein Zaun vorgetragen. Ein Duett „Zwei
ver=
laſſene Italiener” von Herren Thiez und Straub gefiel ſehr. Großes
Intereſſe und Spannung erreichten die zwei Theaterſtücke ſowie ein
Ter=
zett „Der ſchlaue Jockel”. Außer den Männerchören wurden gemiſchte
Chöre ſowie zwei Frauenchöre geſungen, die reichen Beifall ernteten.
Herr Becker überreichte dem Dirigenten für ſeine mühevolle Arbeit ein
Gemälde (Schubert), Original von Prof. Hoffmann; die Damen
ſpende=
ten ein Rauchſervice. Eine reichhaltige Tombola erfreute viele
Ge=
winner.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Aufragen werden
niſcht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohine Rechtloverblindlichkelt.
„Alter Abonnent‟. Die Anfrage iſt in Nr. 314 erledigt.
B. v. R. 1. Nein. Er wird am beſten dem Mieter androhen,
daß er auf Aufhebung des Mietverhältniſſes klage, wenn dieſes
vertrags=
widrige Verhältnis nicht gelöſt werde. 2. An das
Reichsarbeitsmini=
ſterium in Berlin.
— Aus der Martinsgemeinde. Die evangeliſche Martinsgemeinde
veranſtaltete ihren zweiten Gemeindeabend, verbunden mit der
Haupt=
verſammlung des Frauenvereins, der in dieſem Jahre auf eine 25
jäh=
rige Tätigkeit zurückblickt. Aus dem Jahresbericht des Vereins, den
Herr Pfarrer D. Waitz erſtattete, geht hervor, daß die Zahl der
Mit=
glieder 1157, die der Helferinnen 58 beträgt. Die von ihm gegründete
und erhaltene Kinderſchule des Weſtbezirks wurde durchſchnittlich von
150, die von ihm unterſtützte in der Mauerſtraße von 110 Kindern
be=
ſucht. 82 ſſchulentlaſſene Mädchen beſuchen die Nähſchule im
Gemeinde=
hauſe. Die Jahreseinnahmen betrugen 6687 Mark, die zum größten
Teile für die Kinderſchule verwendet wurden. Die Herwichtung einer
Pfarrwohnung erforderte eine größere Summe, ſo daß eine Anleihe
nötig geworden war, die erſt im Laufe der nächſten Jahre abgetragen
werden kann. Die Rechnungsablage erfolgte durch Herrn Amtmann
Poth, dem für ſeine ſelbſtloſe Arbeit herzlich gedankt wurde. Im
An=
ſchluß daran ſprach Herr Pfarrer Bergér über die „dichteriſche
Schön=
heit der Bibel”, Seine Ausführungen berührten wicht die religiöſen
Fra=
gen, ſondern wollten nur an der Hand von ausgewählten Proben die
Schönheit der Sprache beleuchten. Keine andere Dichtung der
Welt=
literatur übertrifft die Pſalmen in ihrem poctiſſchen Schwung und ihrer
Glaubenstiefe. Im Neuen Teſtament ſind es vor allem die Bergpredigt
und die Gleichniſſe Jeſu, die in ihrer ſchlichten Form leichtverſtändlich
zum Herzen des Volkes ſprechen und tiefſte Wahrheiten anfomulich
dar=
ſrellen. Von gewaltiger und packender Wirkung iſt auch die Sprache
eines Paulus, in deſſen hohem Lied der Liebe der Vortragende den
Höhepunkt ſieht. Zum Schluſſe weiſt er noch auf den Evangeliſten
Jo=
hannes hin, der das Weltgeſchehen und die erlebten Ereigniſſe vom
magiſchen Schein einer überſinnlichen Welt verklärt ſieht. Herr Lehrer
Landzettel, am Klavier von Frau Klöß begleitet, erfreute die Zuhörer
durch den Vortrag zweier Lieder.
— Sudermann in der Volkshochſchule. Am Montag, dem 17.
De=
zember, 20 Uhr, ſpricht Dr. Max Wauer im Hörſaal Nr. 140 der
Teihniſchen Hochſchule zum Gedächtnis Hermann Sudermanns und lieſt
aus deſſen Werken. Karten für Mitglieder zu 50 Pf., für
Nichtmilglie=
der zu 1 Mk. in unſerer Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17, und am
Saaleingang.
— Eine ſeltene Familienfeier. In Rellinghauſen (Reg.=Bez.
Düſſel=
dorf) ſeierte die Familie Stiepel, ſchon ſeit dem Jahre 1600 hier
nach=
weisbar, ihren Familientag. Zu dieſer Feier haben ſich zirka 200
Fa=
milienangehörige eingefunden. Aus Darmſtadt, Stuttgart, Frankfurt
a. M., Eiſerfeld, Bonn, Köln, Elberfeld, Langenberg, Steele uſw. waren
ſie herbeigeeilt, um ihren 2. Familientag zu begehen. Schon vor acht
Jahren fand in Rellinghauſen der 1. Familientag ſtatt. Damals hatten
ſich zirka 60 Perſonen eingefunden, da ſeinerzeit die innerhalb
Deutſch=
lands wohnenden Stiepels nicht alle erfaßt werden konnten. Erſt durch
Forſchungen der Chroniſten Fritz Stiepel in Gelſenkirchen und des
ver=
ſtorbenen Eduard Stiepel gelang es, immer mehr Glieder der Familie
Stiepel zu erfaſſen. Die Stiepel gehörten bis zu Beginn des 19.
Jahr=
hunderts zu den alteingeſeſſenen Bauernfamilien und Markgenoſſen
Rellinghauſens. Eng verknüpft iſt ihre Geſchichte mit der des ehemaligen
Stiftes und der des hieſigen Bergbaues. Aus den bodenſtändigen
Bauern wurden zu Beginn der Neuzeit Handwenker, Beamte und
Kauf=
leute. Heute umfaßt dieſe große Familienvereinigung Angehörige aller
ſozialen Schichten. Die jüngeren Generationen verbreiten ſich über ganz
Deutſchland; auch in Ueberſce finden wir zahlreiche Namensträger.
* Familiengeſchichtliche Vereinigung. In der nächſten Sitzung,
Mitt=
woch, den 19. d. M. (nicht wie bisher Dienstags) im „Prinz Karl” wird
die neueſte familienkundliche Literatur beſprochen. Gäſte können
ein=
geführt werden.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Frau Momber=Manecke
und eine Schuilerin von ihr gaben kürzlich in Bingew=Bingerbrück
Kon=
zerte. Die Künſtlerin erhielt, wie ſchon ſehr oft, recht ſchmeichelhafte
Kritiken, u. a. leſen wir: „.. Frl. Liſelotte Helmbold (Darmſtadt)
ergänzte das Programm mit einigen Guitarreſolis. Die „Große
Ouver=
türe” des italieniſchen Altmeiſters Mauro Guiliani paßte imhaltlich nicht
recht in dieſen Nahmen. Die Soliſtin aber wurde den hohen techniſchen
Anforderungen gerecht. Schnelle Paſſagen, weitgriffige Akkorde,
wir=
tungsvolle Gliſſandos waren Proben genug, uns die gute Durchbilduns
der linken Hand vorzuführen . .
Ausgewählte Lieder zur
Laute von Frau Paula Momber=Maneche (Darmſtadt) geſungen, brachten
eine angenehme Abwechſlung. Am wertollſten waren das finniſche
Volkslied und das Wiegenlied. Mehr Anklang fanden natürlich die
heiteren Geſänge. Die Soliſtin verſtand es, die Beſucher in helle
Be=
geiſterung zu verſetzen. Ihr warmer, kraftvoller Mezzoſopran verbunden
mit einer geſchickten Vortragsart, formen die Lieder zu Ueinen
Kunſt=
werken . .. Wolzogens „Allzu eng verbunden” entſachte Beifallsſtürme,
die ſich von Vortrag zu Vortvag ſteigerten. So mußte die Mlinſtlerin mit
einer Reihe — übrigens vorzüglich gegebener — Zugaben aufwarten.
Stadtbücherei. Von der Stadtbücherei wird uns geſchrieben: In
dieſen Tagen bringt die ſtädtiſche Bibliothek, Pädagogſtraße 1, einen
neuen Druckkatalog heraus: Reiſen und Wandern. Derſilbe iſt die
Fortſetzung zu einem gleichnamigen Druckverzeichnis, das vor drei
Jahren erſchien. Abenteuerliche Reiſeberichte, Forſchungs= und
Ent=
deckungsreiſen in unbekannte Länder, Beſchreibungen heldemmütiger
Hoch=
gebirgsbeſteigungen, Erſchließungen des Kultur= und Kunſtlebens fremder
Völker, vor allem eine ſtattliche Zahl von Reiſe= und Wanderweiken zu
den verſchiedenen Landſchaften des deutſchen Vaterlandes ſind in dieſem
Verzeichnis aufgeführt, das über 500 Titel feſſelnd geſchriebener und
menſchlich bedeutſamer Bücher umfaßt. Die allermeiſten dieſer Bücher
ſind nach 1924 erſchienen, ſtellen alſo eine Ausleſe des beſten neueren
Schrifttums dar. Dieſe Bücher, wie überhaupt alle Bücher der
Stadt=
bliicherei, ſind unentgeltlich zu entleihen. Gegen Zahlung einer einmaligen
Anmeldegebüthr von 30 Pfenigen erlangt jeder über 14 Jahre alter
Ein=
wohner der Stadt das Necht, unentgeltlich Büicher der Unterhaltung oder
aus den wiſſenſchaftlichen Fächern zu entleihen. Die Bücherausleibe iſt
geöffnet: Montags und Donnerstags von 11—12,30 Uhr und von 4—8
Uhr, Dienstags und Freitags von 11—6 Uhr und Mittwochs und
Sams=
tags von 11—12,30 Uhr. Die wit der Stadubitcherei verbundenen
Leſe=
räume führen über 200 Zeitungen und Zeitſchriften. Dieſe
Leſeräuw=
ſind gleichfalls unentgeltlich von 10—21 Uhr durchgehend geöffnet.
Selte 6
Freitag, den 14 D:zemser 1928
Numme: 347.
Sonnfagsrickfahrkarken gellen
a) an Weihnachten 1928
zur Hinfahrt: am Samstag, 22. Dezember, von mittags 12 Uhr an,
am Sonntag, 23. Dez., am Montag, 24. Dez, am erſten
Weih=
nachtstag, 25. Dez., am zweiten Weihnachtstag, 26. Dez.:
zur Rückfahrt: am Sonntag, 23. Dez., am Montag, 24. Dez., bis
9 Uhr vormittags, am Dienstag, B. Dez., am Mittwoch, 26.
Dez., am Donnerstag, 27. Dez., bis 9 Uhr vormittags.
Die Rückfahrt muß auf dem Zielbahnhof der Sonntagsrückfahrkarte
am Montag, den 24. Dezember, und am Donnerstag, den 27.
Dezem=
ber, ſpäteſtens um 9 Uhr, von Unterwegsbahnhöfen ſpäteſtens mit dem
Zug angetreten oder fortgeſetzt werden, der den Zielbahnhof um 9 Uhr
verläßt. Die Nückfahrt iſt nach 9 Uhr ohne Fahrtunterbrechung, bei
Zugwechſel mit dem nächſten anſchließenden Eil= oder Perſonenzug
zu=
rückzulegen.
— Sonntagsrückfahrkarten über Neujahr verlängert. Mit Nückſicht
darauf, daß der nächſte Neujahrstag auf einen Dienstag fällt,
verlän=
gert die Reilsbahn die Geltungsdauer der vom 29. Dezember b. J.
(Samstag), 12 Uhr ab, gelöſten Sonntagsrückfahrkarten ausnahmsweiſe
bis zum 2. Januar 1929 (Mittwoch), 9 Uhr vormittags. Die
Sonntags=
rückfahrkarten gelten demnach zur Hinfahrt vom Samstag, dom 29.
De=
zember, von 12 Ug0 an, bis Dienstag, den 1. Januar, und zur
Rück=
fahrt am Sonntag, dem 30. Dezember, und am Montag, dem 31.
De=
zeber, bis 9 Uhr, ferner am Dienstag, dem 1. Januar, und am
Mitt=
woh, dem 2. Januar, bis 9 Uhr.
Sonderzüge Oberroden — Buchſchlag=Sprendlingen — Frankfurt
am Main. Zur Bewältigung geſteigerten Verkehrs nach und von
Frankfurt werden Sonntag, 16. und B. Dezember auf der Strecke
Bberroden—Buchſchlag=Sprendlingen—Frankfurt a. M. folgende
Sonder=
züge ohne Umſteigen in Buchſchlag=Sprendlingen gefahren: „Hinfahrt:
ab Oberroden 11.20, Uuberach 11.B, Offenthal 11.34, Götzenhain 11.40,
Dreieichenhain 11.45. Sprendlingen (Kr. Off.) 11.51. Buchſchlag=
Sprend=
lingen 11.58, Neu=Iſenbung 12.04, an Frankfurt a. M. (Hbf.) 1215; ab
Frankfurt a. M. (Hhf.) 18.40. Neu=3ſenburg 18.52, Buchſchlag=
Sprend=
lingen 18.59, Sprendlingen (Kr. Off.) 19.06, Dreieichenhain 19.15,
Götzen=
hain 19.20, Offenthal 19.26, Urberach 19.34, an Oberroden 19.40.
— Ausgezeichnete Stenerberatung und wirtſchaftliche Rechtsbelehrung
bieten die „Wirtſchaftlichen Kurzbriefe” des Nudolf=Lorentz=Verlages in
Berlin=Charlottenburg 9, Kaiſerdamm 38. Ihre ſinnfälligen Vorzüge
ſind: die denkbar deutlichſte Erläuterung aller Steuergeſetze, der
Ge=
ſetze des Wirtſthaftslebens und des Verkehrsweſens; erſchöpfende Winke
und Ratſchläge bei Abfaſſung von Steueterklärungen; eine durchaus
richtige Auslegung aller wirtſchafts= und ſteuergeſetzlichen
Beſſimmun=
gen, Hinweis auf die Vorteile, die zumeiſt überſehen werden: die nicht
hoch genug einzuſchätzende Mitarbeit von dreißig herufenen Fachmännern,
Juriſten, Beamten, die an verantwortungsvollen Stellen im Beruf
prak=
tiſich tätig ſind; allwöchentliche, das Weſen und den Kern der Sache
er=
faſſende Mitteilungen über die wichtigſten Verordnungen und
Entſchei=
dungen der höchſten Verwaltungs= und Gerichtsbehörden durch eben
dieſe Mitarbeiter: Natſchläge über die Nutzanwendung der Geſetze und
Raltsſprüche; vollſie U=berſichtlichkeit des geſamten Materials mittels
eines Briefordners, deſſen Handhabung ſehr leicht iſt. Kommt der
all=
tröchentliche Kurzbrief an, ſo werden die einzelnen verforierten Blätter
abgetrennt und die für jeden einzelnen Geſetzeszweig beſtimmten
Grub=
den des Ordners eingereiht, ſo daß ſie im Bedarfsfalle mit einem Griff
pffen daliegen. Dadurch wird Veraltetes abgelöſt und das Neue, in
Geltung Stehende, kommt hinzu, mit größter Leichtigkeit wird bas
je=
weſls Geſulte gefunden. Die Wirtſchaftlichen Kurzbriefe”, werden
heute bereits von über 30 000 umſichtigen Kaufleuten bezogen, ein
Be=
weis von ihrer Gediegenheit, eine Einrichtung, die auf dieſem Gebiete
ihresgleichen ſucht.
*p. Große Strafkammer. Ein Offenbacher Privatarchitekt hat ſich
wegen Untreue und Vetrugs zu verantworten. Es handelt ſich in enem
Fall um Baudarlehen der Stadt Offenbach, zu deren Gewährung die
Stadt, durch falſche Vorſpiegelungen veranlaßt, geſchädigt ſein ſoll, im
auderen Falle um nicht beſtimmungsgemäße Verwendung ihm zur
Aus=
zahlung an die Bauhandwerker eines privaten Bauherrn übermachter
Gelder. Das Bezirksſchöffengericht hatte auf 9 Monate Gefängnis
er=
kannt. Auf Berufung des Angeklagten erfolgt wegen Betrugs
Frei=
ſprechung, wegen Untreue wurde an Stelle einer an ſich verwirkten
zwei=
moratigen Gefängnisſtrafe eine Geldſtrafe von eintauſend Mark
aus=
geſprochen.
Farugeliſl.
Tötung aus verſchmähter Liebe.
p. Der am 13. Oktober 1901 zu Oberſchönmattenwag
ge=
borene, daſelbſt wohnhafte, ledige, unbeſtrafte Schreiuergehilfe Peter
Gölz, der ſich ſeit 11. Juni 1928 in Unterſuchungshaft befindet, ſteht
unter der ſchwveren Anklage, im genanuten Orte in der Nacht vom 10.
zum 11. Juni gegen 1 Uhr das 19jühpige Dienſtmädchen Ama Knopf
von da durch mehrere Schläge mit einem ſchweren Prüigel ermordet
zu haben.
Die Anklage vertntt Staatsanwalt Dr. Meuſezahl, die Verteidigung
führt Nechtsanwalt Schwörer. Es ſind etwas über 50 Zeugen geladen
und 4 Sachverſtändige zu vennehmen, ſo daß vorausſichtlich die
Ver=
handlung auch noch den heutigen Tag in Anſpruch nehmen dürfte.
Nach dem Ergebniſſe der bisher gepflogenen Ermittelungen iſt Gölz
geſtändig, mit Vorſatz die Knopf totgeſchlagen zu haben, da ſie ſeine
Liebe nicht erwiderte.
Da der Beſchuldigte ſchon ſeit mehreren Jahren ein etwas
abſonder=
liches Benehmen gezeigt hat und die Tat aus großer Liebesleidenſchaft
entſtanden iſt, kommen nur zuei Fragen in Betrocht:
War der Angeklagte bei Begehung der Tat überhaupt
zurechnungs=
fähig und, wenn ja, hat er mit Ueberlegung oder im Affekt das
Ver=
brechen vollführt?
Auf Antrag wurde Gölz im Philippshoſpital ärztlich beobachtet.
Das ärztliche Gutachten des Midzinalrats Dr. Kllert kommt zu dem
Schluſſe, daß G. nicht geiſteskrank iſt und ſich bei Begehung der
Tat nicht, in einem Zuſtand von Bewußtloſigkeit oder krankhafter
Störung der Geiſtestätigkeit beſind, durch den eine freie
Willensbeſtim=
mung ausgeſchloſſen war.
Angeklagter war ſeit Jahren in die Anna verliebt; er wollte ihre
Gegenliebe erringen und ſie zum Weibe machen. Ob ſie ſeine Liebe
er=
widere, darüiber war er im Zweifel und ſchwankte zwiſchen Hoffnung
und Verzweiflung. Am Abend der Tat ſah er ein, daß Anaa ſeine
Wer=
bung beſtimmt und für immer zurückwies, daß keine Hoffnung mehr
vorhanden wau. Anng tanzte zut anderen und mied ihn abſichtlich.
Schließlich verließ ſie, um ihm ganz zu entgehen, die Gölzſche Wirtſchaft.
Gölz beſchloß, zu ſterben und die Anna mit in den Tod zu nehmen.
Shon oft hatte er an Selbſtmord gedacht, nun reifte der Entſchluß.
An der Ecke der Falterſchen Scheuer erwartete er ſie mit dem
Prü=
gel in der Hand. Nach ihrer Tötung wollte er ſich im der Eltern
Hof=
reite erhängen.
Nachdem die Knopf die Gölzſche Wirtſchaft verlaſſen hatte, ging auch
er weg und nach Hauſe, zog ſeine Arbeitskleider an und nahm einen
Prügel aus der Knopfſchen Hofreite; verdeckt ſtellte er ſich an der Scheuer
auf. Anna kam mit einem Begleiter den Weg, um wieder in die
Wirt=
ſchaft zu Gölz zu gehen. Die Auna war in Begleitung eines jungen
Mannos. Gölz ſprang auf ſie von hinten zu und verſetzte ihr den evſten
Schag. Er lief ihr nach und verſetzte der zu Boden Geſtürzten zwei
wueitere, ſo wuchtige Schläge mit dem Prügel, daß die Hirnſchale
zer=
ſplitterte und ſie alsbald in ihrem Blute liegend verſtarb.
Den weiteren Plan, ſich zu erhängen, führte Gölz nicht aus, aus
Mangel an Energie. Im Zuſtande der Erſchlaffung ſchlief er zu Hauſe
ein und wurde noch in der Nacht verhaftet.
Fahrplanverbefſerungen. Ab Sonntag, den 16. Dazember 1928,
wird der Zug 3382, Wahlem ab 1630, Mörlenbach an 1718, an allen
Sonn= und Feiertagen regelmäßig befördert. Der Zug erhält in
Mörlen=
bach Anſchluß an Zug 3316 (S) nach Weinheim. Mörlenbach ab 17,25,
Weinheim an 17,48.
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Die Auszahlung der Zuſatzunterſtützung für die Soziale
rentner erfolgt diesmal am Montag, dem 17. Dezember d. J.
vormittags, in dem Schalterraum der Stadtkaſſe.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (einſchk
Deutſch=Auſtral= und Kosmos=Linie). Abgeſchloſſen am 7. Dezembe=
1928. Ohne Verbindlichkeit. Aenderungen vorbehalten. Nach Neyz
York: D. New York ab Hamburg am 13. 12., ab Cuxhaven am 14. 12.
D. Thuringia ab Hamburg direkt am 19. 12.; D. Reſolute ab Hambur/
am 20. 12., ab Cuxhaven am 21. 12.; D. Deutſchland ab Hamburg an
27. 12., ab Cuxhaben am 28. 12.; D. Hamburg ab Hamburg am 3. 1
29., ab Cuxhaven am 4. 1. 29; D. Cleveland ab Hamburg am 8. 1. 29
ab Cuxhaven am 9. 1. 29; D. Albert Ballin ab Hamburg am 10. 1. 22
ab Cuxhaven am 11. 1. 29. — Nach Boſton, New York: D. Hage,
am 18. 12.; D. Amaſis am 1. 1. 29; D. Ammon am 15. 1. 29; D. Liguri
am B. 1. 29. — Nach Philadelphia, Baltimore, Norfolk
D. Kiel am 14. 12.; D. Harburg am 28. 12.; ein Dampfer am 11. 1. 29
MS. Friesland am 25. 1. 23. — Nach Kanada: D. Schwarzwald au
22. 12.; D. Brant County am 5. 1. 29; D. Hada County am 2. 1. 9.
Nach der Weſtküſte Nordamerika: MS. Oſiris am 1.
12.; MS. San Franeisco am 29. 12.: MS. Seattle am 12. 1. 29; Me
Portland am 26. 1. 29. — Nach Weſtindien, Weſtküſte Zen
tral=Amerika: D. Yſſeldifk am 15. 12.: MS. Ingrid Horn a.
22. 12.; MS. Magdaleng am 29. 12.; MS. Phoenieia am 5. 1. 29; 9
Grunewald am 12. 1. 29; MS. Mimi Horn am 19. 1. 29; MS. Dtinol
am 26. 1. 29. — Nach Porto Rico, San Domingo, Hait
Santiago de Cuba und Jamaiea: D. Artemiſia am 27. 12
MS. Waldtraut Horn am 8. 1. 29. — Nach Cuba: D. Eupatoria a
28. 12., D. Amaſſig am 26. 1. 29: D. Adalia am B. 2. 29. D. Feodoſ
am 25. 3. 3. — Nach Mexiko: MS. Rio Bravo am 19. 12.;
Albingia am 5. 1. 29; D. Nord=Schleswig am 16. 1. 29; MS. Rio P
nuco am 29. 1. 29. — Nach der Oſtküſte Südamerika: D. Gr.
nada am 19. 12.: D. Niederwald am 22. 12.; D. Holm am 28. 12.,
Emden am 4. 1. 29; D. Aragonia am 5. 1. 2; D. Iſerlohn am 19. 1.
Nach der Weſtküſte Südamerika: D. Planet am 15. 12
D. Carl Legien am 19. 12.; D. Mitokris am 29. 12.; D. Nhodobis a
2. 1. 29; D. Frankenwald am 9. 1. 29. — Nach Niederländiſa
Indien: D. Bochum am 19. 12. D. Adraſtus am 2. 1. 29; M
Magdeburg ab Notterdam am 8. 1. 29; MS. Rendsburg am 16. 1. 9
ein Dampfer am 30. 1. — Nach Auſtralien: D. Hanau am 15. 12
MS. Oreſtes am 26. 12.; D. Neckar am 5. 1. 29; D. Leung am 16. 1. 2
D. Alſter am 26. 1. 29. — Nach Südafrika: D. Caſſel am 22. 12
D. Freiburg am 19. 1. 29; D. Eſſen am 2. 2. 2. — Nach Oſtaſie
D. Scher am 17. 12.; D. Havenſtein am 2. 12.; MS. Letzerkuſen g
31. 12.; D. Tirpitz am 10. 1. 29; MS. Ermland am 19. 1. 29. — Ha
burg=Rhein=Linie: D. Köln zirfa 11. 12.: D. Karlsruhe zir
15. 12.: D. Mannheim zirka 20. 12.: D. Straßburg zirkar 94. 12.
Hamburg=London=Linie: Wöchentlich dvei Abfahrten. — M
geteilt durch die hieſige Vertretung: Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Luiſe
blatz 1, Tel. 1308/09.
Tageskalender für Freitag den 14. Dezember 199.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 20 Uhr, En
22 Uhr. D 8: PantomimenAbend der Tanzaruppe — Kleines Hau
Keine Vorſtellung. — Orpheum, abends 20.15 Uhr, Gaſtſpiel M
lowitſch: „Der Stolz der 3. Kompagnie” — Kongerte: Scklt
kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Spanif
Bodega. Stadt Malaga, Reſt. Bender. — Techn. Hochſchul
Hövſaal 234, abends 20 Uhr: Vortrag Dipl.=Ing. Kaliſch „Ueber d
Schweißen von Gußeiſen” — Heaghaus, abends 20 Uhr: Vortr
Clektr. Geräte als Weihnachtsgeſchenke‟. — Kinovorſte
lungen: Union=Theater, Helia, Pglaſt=Lichtſpiele.
Getedienſt der ſrageltiſchen Relicklansgemeinde.
Hauptſynagoge Friedrichſtraßel.
Freitag, den 14. Dezember: Vorabend ottesdienſt 4 Uhr 30 M
Samstag, den 15. Def: Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min.
Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen:
Morgens 7 Uhr 30 Min. — Abends 6 Uhr 30 Minuten.
Gebetszeiten in der Synagoge der Fſraelitiſchen Religionsgeſellſcha
Samstag, den 15. Dez.: 8. Tag Chanukoh. Vorabend 4 u.
— Morgens 3 Uhr. — Nachm. 4 Uhr. — Sabb tausgang 5 Uhr 15M1
Wochengottesdrenſt: Morgens 7 Uhr 15 Min — Nachm. 4 IIſ
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Nummer 347
Freitag, den 14. Dezember 1926
Geite 2
Aus Heſſen.
Starkenburg.
an. Arheilgen, 13. Dez. Ehrung. Bei Gelegenheit des 60jährigen
„ſchäftsjubiläums der C. F. Winterſchen Buchdruckerei in Darmſtadt
rde Heir Georg Andres, Maſchinenmeiſter, für 50jährige und Herr
ilhelm Benz 11., Maſchinenmeiſter, für 25jährige Tätigkeit im
Be=
jehe, beide von hier, erſterer durch eine Ehrenurkunde und das trag=
„Ehrenzeichen in Gold des Deutſchen Buchdruckervereins, geehrt.
„ide Jubilare wurden durch die Firma und das Perſonal mit reichen
Uſchreiner, 2 Weißbinder, 2 Zimmerleute, 1 Schuhmacher, 1
Schrift=
ger, 1 Mechaniker, 2 Bäcker und 1 Wagner. — Bei dem
Geräte=
ettkampfe der hieſigen Arbeiterturnerriege gegen die gleiche von
eieichenhain konnte die hieſige Mannſchaft ein Plus von 23,5 Punkten
ſich buchen. Die zwiſchem den Uebungen eingeſtreuten Volkstänze der
irnerinnen und die Vorführungen der Sportler an der Sproſſenwand
„teten reichen Beifall und brachten den Vorführenden einen ſchönen
folg. — Am Samstag und Sonntag veranſtaltet der hieſige
Ge=
ügel= und Kaninchenzuchtverein im Gaſthaus „Zum
ißen Schwanen” eine Ausſtellung von Geflügel und Kaninchen und iſt
r derſelben eine Ausſtellung lebender Tiere verbunden und ein Beſuch
„z beſonders vorteilhaft. — Im evangeliſchen Gemeindehaus wird
ſen Sonntag das geiſtliche Volksſpiel in drei Akden „Johannes der
ufer” von Erziehern und Zöglingen des Erziehungsheim „Aumühle‟
d „Wichernheim” dargeſtellt. Auch hat der hieſige Poſaunenchor ſeine
itwirkung zugeſagt. — Zu der vom hieſigen Ortsausſchuß für
Ar=
iterwohlfahrt geplanten Veranſtaltung hat ſich in
dankens=
rter Weiſe außer dem Chor des Arbeitergeſangvereins „Treue” auch
Orcheſtevereinigung zur Verfügung geſtellt, ſo daß allen Beſuchern
e würdige Weihnachtsfeier gewährleiſtet wird,
J. Griesheim, 14. Drz. Mit dem heutigen Tage jährt ſich für die
ſige Gemeinde ein denkwürdiger Zeitpunkt. Zehn Jahre ſind es, daß
ſere Gemeinde von franzöſiſchen Truppen beſetzt iſt. Die Beſatzung
hen wir hier beſonders gefühlt. Welche wirtſchaftlichen und
verkehrs=
zniſchen Schwierigkeiten ſind entſtanden? Man erinnere ſich nur an
Grenzſperre während des paſſiven Widerſtandes, die Zoll= und
Paß=
iſionen uſw. Trotz alledem war das Verhältnis zwiſchen Gemeinde
d Beſatzung doch immer ein leidliches. Es war kein Leichtes, und es
hörte beſonders auf der Seite der Gemeinde eine große Geduld und
rantwortungsgefühl dazu. Der bei Beginn der Beſatzung auf der
rgermeiſterei eingeſtellte Dolmetſcher Herr Willi Volkmann hatte die
vere Aufgabe, zwiſchen beiden Lagern zu vermitteln. Die Gemeinde
d die Ortsbürger haben ſeiner Tätigkeit wanches zu verdanken.
Aa. Eberſtadt, 13. Dez. Fleiſchpreisabſchlag. Der Preis
ein Pfund Rindfleiſch oder Kalbfleiſch iſt auf 1,20 RM. herabgeſetzt
rden.
4a. Eberſtadt, 13. Dez. Wieder ein Selbſtmord. Eine
hie=
verheiratete Einwohnerin, wohnhaft Rödernweg, hat ſich in der
ſchegrube ertränkt. Die Lebensmüde ſoll zu dieſem Schritt durch ein
artiges Leiden — ſie befand ſich noch vor kurzem in einem
Darm=
ſter Krankenhaus — veranlaßt worden ſein. — Unfall. Auf der
idſtraße nach Bickenbach wurde unmittelbar hinter der
Prov’nzial=
geanſtalt ein Mann, der ein Pferd am Halfterband mit ſich führte,
einem Auto angefahren. Das Tier wurde dabei ſo ſchwer verletzt,
es abgeſchlachtet werden mußte. — Hier wurden in einer der letzten
hte mehrere Hühner aus einer Stallung geſtohlen. Die Täter ſind
y unbekannt.
4a. Pfungſtadt, 13. Dez. Beſoldungsfragen der
Ge=
indebeamten. Der Gemeinderat von Pfungſtadt hat in Sachen
Neuordnung der Beſoldung der Gemeindebeamten beſchloſſen
Kin=
zulagen nur für Kinder bis zum 16. Lebensjahr zu zahlen. Für
ein=
ve Dienſtſtellen wurden die Beſoldungen nur auf den derzeitigen
In=
ſer beſchloſſen. Im allgemeinen wurden die Vorſchläge des
Finanz=
zſchuſſes des Gemeinderates vom Plenum, abgeſehen von kleineren
nderungen, angenommen. Neugeordnet wurden auch die Bezüge der
greibgehilfen, der Wiegemeiſter, Totengräber, Friedhofsarbeiter uſw.
Um die Holghauerlöhne. Wie zuverläſſig verlautet, hat die
erförſterci Eberſtadt die vom Gemeinderat in Pfungſtadt beſchloſſenen
iſchläge für das Aufarbeiten des Windfallholzes wicht gutgeheißen. Die
mmeindeverwaltung hat ſich infolgedeſſen an das Kreisamt und an das
Kige-Miniſterium gewandt, um ihren Standpumkt nachdrücklichſt
treten zu können.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 13. Dez. Gemarkungsrundgang. Auf
anlaſſung des Obſt= und Gartenbauvereins für den Kreis Darmſtadt
et am Dienstag, den 18. Dezember, nachmittags 3½ Uhr, ein
Ge=
kungsrundgang mit anſchließendem Vortrag ſtatt. Dieſer ſteht unter
Leitung des Herrn Landesobſtbquinſpektors Behne aus Darmſtadt.
handelt ſich bei dieſen Gemarkungsrundgängen um gemeinnützige
mſtaltungen, an der der größte Teil der Einwohnerſchaft Intereſſe
Daher ſollte niemand verſäumen, ſich an dem Rundgang zu
betei=
i. Alle Intereſſenten ſind hierzu eingeladen. Zuſammenkunft am
haus Nieder=Ramſtadt. — Der Zentralverband der
Arbeits=
liden und Witwen Deutſchlands hält am Sonntag, den 16. ds. Mts.,
mittags 3 Uhr, im Gaſthaus „Zum Löwen” (Seibert) in Traiſa
Verſammlung für alle Invaliden, Unfallverletzten, Sozial= und
nrentner ab. Das Referat übernimmt der Gauleiter, Kollege Jaxt.
ſpricht über Fovderung der Rentenerhöhung beim Reichstag ſowie
Veranlaſſung der Aenderung der Richtſätze bei der Klein= und
So=
eentnerfürſorge. Da der Redner ein guter Kenner dieſer Materie
dürfte allen Invaliden, Unfallverletzten und ſonſtigen Intereſſenten
Beſuch dieſer Verſammlung zu empfehlen ſein.
G. Ober=Ramſtadt, 13. Dez. Sterbefall. Im hoben Alter von
zu 95 Jahren verſtarb hier Fro Eliſabeth Hofmann Witwe, in der
ngaſſe wohnhaft. Sie war die älteſte Einwohnerin unſeres Ortes.
Säuglingsfürſorge. Nächſten Montag, den 17. Dezember,
mittags von 2—3 Uhr, findet im unteren Rathausſaal Säuglings
tungsſtunde ſtatt.
Bp Werſau, 13. Zez. Treibjagd. Geſtern fand hier eine
Treib=
ſtatt, bei der vm 25 Jägern 22 Haſen geſchoſſen wurden. Von
en 2 Haſen entfallen auf eine Frau allein 5 Stück.
— Fränkiſch=Crumbach, 13. Dez. Am nächſten Sonntag veranſtaltet
hieſige Turnverein in ſeinem Vereinslokal „Zur Traube” einen
erhaltungsabend mit turneriſchen Vorführungen. U. a. werden von
Damenriege Keulenübungen, Reigen und Volkstänze gezeigt. Die
ner bringen neben ihren Uebungen an Geräten noch verſchiedene
amiden unter bengaliſcher Beleuchtung zur Schau.
Le. Groß=Umſtadt, 12. Dez. Freiw. Sanitätskolonne.
In dieſen Tagen wurde unſere Freiw. Sanitätskolonne in überraſchender
Weiſe alarmiert. Es ſollte eine Probe auf die Schnelligkeit der
Dienſt=
bereitſchaft im Ernſtfalle ſein. Dem Kolonnenarzt Dr. Böttger war die
Mitteilung gemacht geworden, daß zwei Perſonenautos in der Nähe des
Schwimmbades zuſammengeſtoßen wären und daß dabei mehrere
Per=
ſonen verletzt worden ſeien. Innerhalb ſieben Minuten war bereits die
erſte Abteilung marſchbereit, fünf Minuten ſpäter folgte ſchon die zweite
Abteilung. Am Ort des Zuſammenſtoßes fand man einen Toten, zwei
Bewußtloſe und vier mehr oder weniger Schwerverletzte vor. Nach
An=
legung der erforderlichen Notverbände wurden die getroffenen
Maßnah=
ien von dem Kolonnenarzt geprüft und für richtig befunden. Auch die
Kreisleitung war mit den Leiſtungen unſerer ſtets rührigen und
ſegens=
reich wirkenden Sanitätskolonne voll und ganz zufrieden.
Bw. Langſtadt, 12. Dez. Arbeitepgeſangberein „Vorwärts”, welcher
unter der zielbewußten Leitung des Chormeiſters Herrn Volk aus Meſſel
ſteht, veranſtaltet am nächſten Sonntag nachmittag, 2.30 Uhr beginnend,
in der hieſigen Kirche eine Schubert=Gedenkfeier, bei der er durchweg
Chorwerke des großen Meiſters zu Gehör bringen wird. — Am letzten
Sonntag abend hatte der hieſige Zweigverein des evang. Bundes zu
einem Familienabend ins Gaſthaus „Zur Bretzel” eingeladen. Im
Mittelpunkt des Abends ſtand ein Vortrag des Hermn Pfarrers
Freund=
lieb aus Vilbel über das zeitgemäße Thema „Familie und Ehe”, der mit
großem Beifall aufgenommen wurde.
Af. Vielbrunn, 13. Dez. Auf der Kraftpoſtlinie „Vielbrunn-König”
wird während des Winterdienſtes bünftig jeden Freitag, erſtmalig am
14. d. Mts., verſuchsweiſe folgende weitere Fahrt eingelegt: ab
Viel=
brunn 11,35, an König 12,02, ab König 15,30, an Vielbrunn 15,57. Sollte
die Fahrt nicht ausreichend benutzt werden, wird ſie wieder in Wegfall
kommen.
„bekommlichen
R
abg auch billiger it-
Küor Onmefadtel
m allen Feinkssthandlungen ohältlich
Sebr. Wiedemann, Wangen :.Wgäu.
b. Erbach i. O., 11. Dez. Bühnenſchauturnen des T.V.
1860. Der geräumige Saal der ſtädtiſchen Feſthalle „Unter den Linden”,
faſt bis auf den letzten Platz beſetzt, ließ das Intereſſe der Allgemeinheit
an der Entwicklung des Turnvereins 1860 (D. T.) deutlich erkennen. Eine
ſtattliche Schar der Jünger Jahns brachte der Verein auf die Bühne.
Ein ſinniger Prolog, wirkungsvoll vorgetragen von Frl. Frieß, leitete die
Feier ein. Der Vorſitzende des Vereins, Herr Würtenberger=Erbach
dankte den Erſchienenen für das gezeigte Intereſſe und verbreitete ſich
kurz über Zweck und Ziel der Veranſtaltung. Nicht Luſt zum Feſte
feiern und Vergnügungsſucht habe den Verein zur Veranſtaltung der
Feier beſtimmt, ſondern das Gefühl der Verpflichtungen den Eltern der
uns anvertvauten Jugend gegenüber, die hier ſehen ſollen, was ihre
Sprößlinge in dem langen Jahre im Verein gelernt und erworben
haben. Sein beſonderer Gruß galt einem alten Turnfreund, Herrn
Kreisveterinärrat Dr. Ohly=Erbach, der vor kurzem hier ſeinen Dienſt
angetreten. Hoffentlich werde er ſich hier der Sache des Deutſchen
Turner=
ſchaft ebenſo widmen wie an ſeinem früheren Wohnort. Im Gedenken
an den alten Turnvater Jahn, der ja im vergangenen Jahre allüberall
gefeiert worden ſei, galt ſein Gut Heil der weiteren Entwicklung der
Deutſchen Turnerſchaft. Das an uns vorüberziehende Programm hielt
die Zuſchauer vom erſten bis zum letzten Augenblick gefangen.
Frei=
übungen wechſelten mit Stabübungen und Geräteturnen, Keulenübungen,
moderne Körperſchule, wunderbare Volkstänze und Pyramiden ſowie
wohlgelungene Gruppenübungen gaben dem Feſt eine ſtimmungsvolle
Abwechſelung. — Herr Dr. Ohly=Erbach dankte nach Schluß des off
ziel=
len Teiles dem Vorſitzenden für die herzlichen Worte der Begrüßung.
Er freue ſich des Hochſtandes der DT. in Erbach und gab ſeiner
Ueber=
raſchung über die Exaktheit und Sicherheit der gezeigten Leiſtungen
Aus=
druck. Er ſchloß mit der Verſicherung, daß er auch an ſeinem neuen
Wirkungskreiſe der DT., ſowie allen Sportvereinen ſeine Mitarbeit
ſchenken werde, ſoweit er dazu in der Lage ſei. Sein Gut Heil galt
dem Turnverein Erbach. Viel Freude brachte die Tombola=Verloſung
in die Verſammlung. Die Gegenſtände waren alle von den Mitgliedern
zur Verfügung geſtellt. Ein würdiges Feſt, auf das unſer Turnverein
mit Stolz zurückblichen darf.
b. Erbach i. O., 13. Dez. Verkehrsverein. Eine
Mitglieder=
verſammlung, die im Gaſthaus „Zur Stadt Erbach” ſtattfand, befaßte
ſich mit verſchiedenen Fragen. Mit Befriedigung wurde der B.richt
des Vorſitzenden über die Entwicklung des Fremdenverkehrs im
abgelau=
fenen Jahre vernommen. Die kommende Werbung ſoll ſich auf die
glei=
chen Gebiete des Vorjahres erſtrechen. Die Eingabe an die
Reichsbahn=
direktion Mainz um Herrichtung des Bahnhofsgebäudes, insbeſondere des
äußeren Anſtriches, hatte leider bis jetzt keinen Erfolg. Der anweſende
Vorſtand des Bahnhofs Erbach, Herr Thomas, erläuterte den
Stand=
punkt der Reichsbahn, daß vor allem die Strecke in tadelloſen Zuſtand
verſetzt bezw. erhalten werden müſſe, wenn dieſelbe, wie zurzeit, mit
Eilzügen befahren werden ſolle. Die Herrichtung der Zugangsſtraße
zum Bahnhof ſei für das kommende Jahr in Ausſicht genommen. Der
Frage der Außenrenovierung trete die Verwaltung zur gegebenen Zeit
näher. Lebhafte Klage führt Herr T. über den Umfang, den der Unfug
Jugendlicher am Stationsgebäude und an den Anlagen angenommen
habe. Er wies darauf hin, daß ſeine Verſuche, durch Beſchwerden bei
der Schule und ſogar bei der Gendarmerieſtation, Abhilfe zu ſchaffen,
bis jetzt ohne jeden Erfolg geblieben ſeien. Hier wäre beſonders für
die letztere Behörde ein dankbares Tätigkeitsfeld. Auch die Gltern
müß=
ten mehr zur Beaufſichtigung ihrer Kinder angehalten werden. Die
Aufſtellung der neuen Zimmerliſte ſoll in Kürze erfolgen. Hierfür wurde
eine Kommiſſion beſtimmt. Die Generalverſammlung ſoll Anfang
Ja=
nuar k. J. ſtattfinden. Die anregend verlaufene Verſammlung wurde
um 11 Uhr geſchloſſen. Gemeinderatsſitzung. Eine
öffent=
liche Gemeinderatsſitzung findet am Freitag ahend 6 Uhr ſtatt.
Eiſenbahnbrückenbau. Die Brücke der Odenwaldhohn über die
Kreisſtraße Erbach-Hetzbach, am Südausgang Erbachs, iſt unter
Auf=
wendung erheblicher Mittel durch die Reichshahn durch Betonierung und
Werkſteinmauerwerk weſentlich verſtärkt worden, um allen
Anforderun=
gen des Verkehrs gerecht zu werden. — Handwerkskammer,
Sprechſtunden der Handwerkskammer=Nebenſtelle Offenbach finden am
Freitag, den 14. Dezember, von 1½—2¾ Uhr im Rathausſaale zu
Er=
bach ſtatt. — Kreisamt. Das Kreisamt Erbach weiſt in einer
öffent=
lichen Bekanwtmachung auf die Einhaltung der Amtstage (Mittwoch) hin.
An den übrigen Wochentagen iſt nur von 9—12 Uhr zur Erledigung
von Dienſtgeſchäften (Paßſachen, Stempelſachen, Kraftfahrſachen,
Für=
ſorgeangelegenheiten uſw.) Gelegenheit gegeben. —
Weihnachts=
geſchäft. Soweit bis jetzt beobachtet werden kann, iſt das
Weihnachts=
geſchäft trotz der wunderbaren Schaufenſtevdekorationen noch nicht ſehr
lebhaft. Man erwartet noch eine Beſſerung in den kommenden Tagen.
B. Hirſchhorn, 12. Dez. Im Gaſthaus „Zur Roſe” zu Rothenberg
i. O. fand die diesjährige Generalverſammlung der Konſum= und
land=
wirtſchaftlichen Verwertungsgenoſſenſchaft, e. G. m. b. H., Rorhenberg=
Hirſchhorn ſtatt. Nach einer kurzen Begrüßung und Worten des
Dan=
kes für die überaus zahlreiche Beteiligung erhielt der Geſchäftsführer,
Herr Heinrich Mergenthaler, das Wort zur Bekanntgabe des
Geſchäfts=
berichts. Unermüdliche Arbeit, die im Laufe des abgeſchloſſenen 18.
Ge=
ſchäftsjahres geleiſtet wurde, brachte die Genoſſenſchaft wieder einen
be=
deutenden Schritt vorwärts. Immer weitere Kreiſe der Bevölkerung
laſſen ſich von der Notwendigkeit des genoſſenſchaftlichen
Zuſammenſchluſ=
ſes überzeugen. Wohin war auch ſchauen, der genoſſenſchaftliche Gedanke
hat ſich durchgerungen, und die Bewegung iſt in ſtetem Fortſchreiten.
Auch die Sparkaſſe, das Barometer des Vertrauens, hat ſich um nahezu
das Doppelte erhöht, ein Beweis dafür, daß die Geſamtverwaltung das
Vertrauen der Mitglieder beſitzt. Die Verwaltung beſchloß 4 Prozent
Dividende für abgelieferte Rabattmarken im Werte von 5020 RM. an
die Mitglieder auszuzahlen, bzw. deren Geſchäftsanteilen zuzuſchreiben.
Mit dem Motto: „Was du ererbt von deinen Vätern haſt, erwirb es,
um es zu beſitzen”, ſchloß Herr Mergenthaler. Bei der Vorſtandswahl
wurden ſämtliche ſeitherigen Vorſtondsmitglieder, mit Ausnahme des
Herrn Leonhard Schäffler, der eine Wiederwahl aus
Geſundheitsrück=
ſichten ablehnte, wiedergewählt. Als Erſatz für Herrn Schäffler wurds
deſſen Schwiegerſohn, Herr Georg Philipp Bartmann 2. neu in den
Vorſtand gewählt.
— Hirſchhorn, 13. Dez. Waſſerſtand des Neckars am
12. Dezember 1,05 Meter, am 13. Dezember 101 Meter.
A. Lörzenbach, 12. Dez. Landwirtſchaftliche Vorträge.
wurden hier heute durch den Heſſiſchen Bauernverein gehalten, und zwar
am Vormittag um 9 Uhr durch Herrn Rektor Becker, Frankfurt, und
nachmittags 2 Uhr durch Herrn Direktor Dr. Baue, Lorſch. Nach beiden
Vorträgen, die gut beſucht waren, war Gelegenheit zur Ausſprache
ge=
geben, wovon recht lebhaft Gebrauch gemacht wurde.
P. Affolterbach, 13. Dez. Ein von der Firma Bockelmann u. Kuhlo,
Herford, geliefertes Windgebläſe für die Orgel fand in der Kirche ſeine
Aufſtellung. Damit iſt einem ſtarken Bedürfnis Rechnung getragen
wor=
den, und die Schulbuben ſind der nicht immer leichten Arbeit des
Balg=
tretens enthoben.
A. Schlierbach, 12. Dez. Obſtbaumbeſichtigung. Geſtern
nachmittag unternahm Herr Oherbauinſpektor Behne von Darmſtadt
mit den ſich intereſſierenden Landwirten und Obſtbaumzüchtern einen
Gemarkungsrundgang, um die Ergebniſſe der voriges Jahr angeſtellten
Veredlungsverſuche zu prüfen und daraus Schlüſſe zu ziehen für die
Behandlung der Obſtbäume. Es zeigt ſich immer mehr die
Notwendig=
keit, daß bei der Konkurrenz des Auslandsobſtes ſich unſere
Obſtbaum=
züchter immer mehr auf Erzeugung von Qualitätsobſt verlegen müſſen.
Es muß alſo unbedingt auch bei uns eine Umſtellung bei den Landwirten
erfolgen, wenn ſie weiterhin auf Abſatz ihrer Ware rechnen wollen.
Bp. Lindenfels 13. Dezember. Schnee im Odenwald.
In der Nacht vom Mittwoch zum Donerstag ging auf den
Odenwald=
höhen erneut Schneefall nieder. Bei Winterkaſten und auf der
Neun=
kircher Höhe beträgt die Schneedecke jetzt 5—6 Zentimeter; der Schneefall
hält an. Die Temperatur iſt niedrig, es friert. Für die Schneeſportler
dürfte von Freitag ab Gelegenheit zur Ausübung ihres Sportes
ge=
boten ſein, und zwar auf den Strecken Winterkaſten bis Lützelbach und
Neunkircher Höhe bis Brandau. Der Schneefall hielt am Donnerstag
vormittag noch an. Die alte Schneedecke iſt feſt gefroren. Bei
Siedels=
brunn auf der Tromm und am Galgen (bei Beerfelden) iſt die
Schnee=
decke weit niedriger. Sie bewägt bis 3 Zentimeter.
* Seeheim, 12. Dez. Zu mehreren erdgeſchichtlichen
Vor=
trägen des Herrn Rektors Gerſtenmeier=Bensheim hatte ſich die
Lehrerſchaft der hieſigen Gegend im Hotel Hufnagel eingefunden. Die
reichhaltige Steinſammlung des Hauſes, von dem Landesgeologen Herrn
Profeſſor Klemm=Darmſtadt zuſammengeſtellt, bot dabei reiches
An=
ſchauungsmaterial, das die intereſſanten Ausführungen des
Vortragen=
den beſtens unterſtützte.
— Bensheim (Bergſtr.), 12. Dez. Man ſchreibt uns: Aus dem
Bensheimer Konzertleben. In der Reihe der muſikaliſchen
Winderveranſtaltungen an der Bergſtraße nehmen die von Frl. Ida
Biel, einer gebürtigen Bensheimerin, jetzt Pianiſtin am Hochſchen
Kon=
ſewvatorium in Frankfurt, veranſtalteten Konzerte immer eine beſondere
Stelle ein. Es war ein ſchon lange gehegter Wunſch von Frl. Biel, an
der Bergſtraße mit der von ihr in Frankfurt geleiteten Klavier= und
Kammermuſikklaſſe ein Konzert zu veranſtalten, ein Wunſch, der
erſt=
malig ſeine Verwirklichung fand und der — das bewies der völlig
aus=
verkaufte große Saal des „Deutſchen Hauſes” — dem beſonderen
Inter=
eſſe des Publikums begegnete. Die hochgeſpannten Erwartungen des
Publikums wurden im weſentlichen vollauf befriedigt, ja übertroffen.
Die gebotenen Leiſtungen der Künſtler und Künſtlerinnen können von der
Kritik nicht gleichwertig beurteilt werden. Die Leiſtungen, die die
Soprau=
ſängerin Frl. Lönholdt=Frankfurt bot — ſie ſang überaus ſtimmungsvoll
für die Weihnachtszeit zuſammengeſtellte alte Volkslieder — waren gut.
Der Geigenſpieler Baumbuſch=Fvankfurt, der unter Klavierbegleitung
eine Brahms=Sonate vortrug, bewies ſtärkere muſikaliſche Einfühlung
und Lebendigkeit. Um ſo rückhaltloſer vermag die Kritik die gebotenen
pianiſtiſchen Leiſtungen anzuerkennen und zu würdigen. Hier ſind, neben
Frl. Berta Diehl=Bensheim, vor allem Frl. Weſtermann und Frl.
Ben=
der, beide aus Frankfurt, zu nennen. Frl. Weſtermann zeigte ihr
Kön=
nen eingangs in einer Mozart=Sonate (Diskantpartie) und dann, als
Soliſtin, in einer Schubert=Sonate, die an das muſikaliſche Verſtändnis
der Spielerin nicht geringe Anforderungen ſtellte. Was alsdann Frl.
Bender uns bot, war muſikaliſche Kultur. Das Sviel dieſer
außer=
gewöhnlich talenvollen, kaum neunzehnjährigen Frankfurter
Oberprima=
nerin machte die Herzen höher ſchlagen. — Das Konzert als Ganzes
fand ein dankbares und befriedigtes Publikum, die gebotenen pianiſtiſchen
Leiſtungen hätten wohl kaum beſſer und nachhaltiger für die intenſive
muſikaliſche Schulung in der Lehre der Meiſterin Frl. Ida Biel zeugen
können.
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Besatz
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Seite 8
Freitag, den 14 Dezember 1928
Nummer 342
Bt. Auerbach, 12. Dez. Förderung des Weinbaues. In
den letzten Jahrzehnten iſt in der hieſigen Gemarkung die Anbaufläche
im Weinbau ganz erheblich zurückgegangen, wie es in allen Weinbau
treibenden Gemeinden der Bergſtraße feſtzuſtellen iſt. In den klimatiſchen
und Bodenverhältniſſen kann dies, was die Lagen in der hieſigen
Ge=
markung anbetrifft, nicht ſeine Urſache haben, zumal es möglich iſt,
be=
kannte Markenweine in anerkannter Qualität zu erzielen. Es haben die
diesjährigen Moſtgewichte aus hieſigen Lagen gegenüber anderen
Ge=
markungen an der Bergſtraße und anderen Weinbaugebieten dies erneut
bewieſen. Auf Anregung der Ortsgruppe des Landbundes iſt Herr
Direk=
tor Dr. Schül vom Landwirtſchaftsamt Heppenheim für Sonntag, den
16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, zu einem aufklärenden Vortrag
ge=
wonnen, der bei Gaſtwirt Hch. Riebel ſtattfindet. Das Thema lautet:
„Wie können an der heſſiſchen Bergſtraße höhere Noh= und Reinerträge
im Weinbau erzielt werden”.
W. Heppenheim a. d. B., 12. Dez. Oeffentliche
Stadtver=
ordnetenſitzung. In der letzten öffentlichen
Stadtverordneten=
ſitzung, die geſtern abend unter dem Vorſitz des Herrn Bürgermeiſters
Schiffers ſtattfand, waren drei Beigeordnete und 15 Stadtverordnete
zu=
gegen. Die zur Verhandlung ſtehenden Punkte wurden wie folgt
er=
ledigt: Die Erweiterung der elektriſchen, Gas= und Waſſer=Leitung ſowie
der Straßenbeleuchtung in der Kettelerſtraße, die auf etwa 4000 Mark
veranſchlagt iſt, wurde einſtimmig beſchloſſen. Die Arbeiten ſollen zur
Submiſſion ausgeſchrieben werden. Auch in der kleinen Feldſtraße ſoll
die Gas= und Waſſerleitung erweitert werden. Die hierzu erforderlichen
Erdarbeiten werden von der Stadt in Regie durch ausgeſteuerte
Er=
werbsloſe ausgeführt; die Verlegungsarbeiten werden zur Submiſſion
ausgeſchrieben. Die Herſtellung eines einfachen Bürgerſteiges in der
gro=
ßen Gartenſtraße wurde genehmigt und ſoll mit Hamburger Kante
her=
geſtellt werden. Ebenſo ſollen in der Friedrich=Ebert=Straße und
Peſta=
lozziſtraße erhöhte Fußſteige angelegt werden. Als Randſteine kommen
bei der erſteren Granit und der anderen Kunſtbaſalt zur Verwendung.
Die Feldwege der hieſigen Gemarkung ſollen für 3000 Mark, verteilt auf
ſechs Jahre, inſtand geſetzt werden. Die auf dieſes Jahr fallenden
Arbei=
ten werden alsbald in Angriff genommen. Die Hundeſteuer für 1929
bleibt gegen das Vorjahr unverändert. — Die Wiederherſtellung des
Brunnens am kleinen Markt wurde bewilligt. — Für die von der
Reichs=
telegraphenverwaltung beabſichtigte Verkabelung von verſchiedenen
Tele=
phonleitungen läßt die Stadt die Erdarbeiten ausführen. —
Auto=
unfall. Infolge falſcher Steuerung ſtießen in der Nähe der hieſigen
Landes=Heil= und Pflegeanſtalt zwei Motorradwagen zuſammen. Die
Inſaſſen blieben unverletzt, während beide Wagen ſchwer beſchädigt
wurden.
S. Lampertheim, 13. Dez. Holzverſteigerung. Die heutige
erſte Holzverſteigerung für dieſen Winter aus den ſtaatlichen
Forſtbezir=
ken Obere Wildbahn und Heide erbrachte folgende Preiſe: a) Scheiter:
Buche 13 RM., Eiche 10 RM., Kiefer 11,50 RM. pro Rm.: b)
Knüp=
pel: Buche 11 RM., Eiche 7,50 RM., Kiefern 8,50 RM. pro Rm.;
c) Kiefern=Reisknüppel 2,50 RM.; d) Stöcke: Buche 3,50 RM., Eiche 3,00
RM., Kiefern 5 RM pro Rm.; e) Aſtreiſig pro 100 Wellen: Buche
10 RMN., Eiche 6,50 RM., Kiefern 8 RM. — Geſellenprüfung.
In Anweſenheit des Vorſitzenden des Ortsgewerbevereins, verſchiedener
Meiſter, des Rektors der Berufsſchule, des Bürgermeiſters und einiger
Herren des Gemeinderates konnte der Vorſitzende des
Prüfungsaus=
ſchuſſes, Zimmermeiſter Weidenauer, an 11 Lehrlinge die Geſellenbriefe
austeilen. Die Geſellenſtücke waren im Saale des Gaſthauſes „Zum
Rheiniſchen Hof” ausgeſtellt und fanden die ſauberen Arbeiten
allge=
meine Beachtung.
Wollen auch Sie erſt durch Schaden klug werden?
Sollen Ihnen die dünnen Stellen in Ihrer koſtbaren Wäſche erſt zeigen,
wie ſchädlich ſcharfe Waſchmittel ſind? Seien Sie klug, nehmen
Sie Naumann’8 extrafeine, weiße Kernſeife. Beſſer können Sie
Ihre Wäſche nicht ſchonen. Gute Kernſeife greift die Wäſche nicht an.
1V.15862
Bm. Hofheim (Ried), 12. Dez. Verſchiedenes. Bei einer
kürzlich abgehaltenen Treibjagd wurden rund 90 Haſen erlegt. — Im
Nahmen einer würdigen Feier wurde letzten Samstag das hier neu
erbaute „Caniſius=Haus” eingeweiht und ſeiner Beſtimmung übergeben.
Muſikvorträge, Lieder des Kirchenchors „Cäcilia”, Anſprachen des Herrn
Pfarrer Becker und Herrn Architekten Preis aus Mainz, Deklamationen
und Reigen, Solovorträge uſw., bildeten ein abwechſlungsreiches
Pro=
gramm. Für den Humor ſorgten verſchiedenartige Kindervorführungen.
Die Feſtrede hielt Herr Regierungsrat Knoll aus Darmſtadt. Ein
ab=
gehaltener Wohltätigkeitsbaſar war von den Nachbargemeinden wirkſam
unterſtützt und erbrachte einen guten Erlös. — Der nach hier verſetzte
evangeliſche Geiſtliche, Herr Pfarrer Volp, ſeither in Heidelbach, Kreis
Alsfeld, tätig, wurde beim Hauptgottesdienſt am Sonntag durch Herrn
Dekan Zaubitz eingeführt. Die gehaltene Eröffnungspredigt konnte gut
gefallen und iſt man hier froh, wieder einen feſtamtierenden Seelſorger
zu haben. — Das Konzert des Sängerquartetts, Leitung A. Weber=
Worms, war für den Verein ein voller Erfolg. An ſeinen vortrefflichen
Leiſtungen konnte man merken, daß der Chor ſehr gute Fortſchritte
ge=
macht hat. Der geladene Gaſt, „Harmonie‟=Bürſtadt, brachte
Männer=
geſang in vollendeter Form. Die Herren Soliſten, A. Weber (Bariton),
K. Schönberger (Tenor) und F. Haßlöcher (Bariton) konnten ſehr gut
gefallen. Ebenſo Herr Diehl=Worms als Violinſoliſt. Das
Streich=
orcheſter der Kapelle Leucht brachte ſehr gute Muſikvorträge. Den
Soli=
ſten war Herr Dr. Sunvold=Heidelberg ein vortrefflicher Begleiter.
— Gernsheim, 13. Dez. Waſſerſtand des Rheins a
12. Dezember 0,68 Meter, am 13. Dezember 0,59 Meter.
* Trebur, 11. Dez. Der Monteur Ph. Glſenheimer von hier, bei d
M.=A.=N. Guſtavsburg beſchäftigt, ſtürzte auf einer Bauſtelle in
Stu=
gart ab und erlitt ſchwere Verletzungen. Seine Frau wurde telephonit
nach dort gerufen.
P. Rüfſelsheim, 12. Dez. Auf dem Baugelände des Waſſerwerk
am Schönauer Hof wurde ein Stück eines verſteinerten
Hornzapfe=
eines Auerochſen gefunden. Das Fundſtück iſt zirka 30 Zentimeter lat
und hat am unteren Ende einen Umfang von 25 Zentimeter. Der
Fu=
dürfte ein Alter von 40—50 000 Jahren haben, und iſt vom Heime
muſeum in Groß=Gerau angekauft worden. — Bei den Ausſchachtung
arbeiten für den Waſſerturm des Gruppenwaſſerwerkes Gerauer La
ſtieß man auf ein fränkiſches Männergrab. Auf der Bruſt des Skelett
ruhten ein fränkiſches Kurzſchwert, ein Meſſer und ein Stück Metalle
Dieſes Grab dürfte aus der Zeit von 6—700 nach Chriſtus ſtammen.
Mit Zuſtimmung des Gemeindevates und des Schulvorſtandes ſoll 1
auf Koſten der Gemeinde hergerichtete große Vortragsſaal im neu
Parkſchulgebäude zur Veranſtaltung von Lichtbildervorträgen an die 1
Volksbildung und der Jugenderziehung dienenden Vereine zur Vorft
rung von Kultur= und Lehrfilmen koſtenlos zur Verfügung geſtellt w.
den, wenn der Zutritt für jedermann ohne Erhebung eines Eintrit
geldes geſtattet wird. Für konfeſſionelle oder politiſche Veranſtaltung
darf der Saal nicht benutzt werden.
Rheinheſſen.
Ad. Oppenheim, 13. Dez. In der Schubert=Gedächtni
feier der „Harmonie”, hielt. Dr. Barth=Frankfurt a. M. ein
wohlgelungenen Vortrag über das Leben Schuberts, während He=
Prybit vom Stadttheater in Mainz, begleitet von Klaviervirtuo)
Fiſcher=Mainz, mit ſeinem prachtvollen, voluminöſen Baß eine Auswe
Lieder zum Vortrag brachte. Die feinnüancierten Chöre der „Harmon
unter Lehrer Weber’s Leitung ließen den Wunſch entſtehen, den ſtr
ſamen Verein bald wieder, im Städtiſchen Volksſchul=Feſtſaal zu hör
A3. Neu=Offſtein, 13. Dez. Zuckerrüben=Induſtrie. Na
dem hier täglich etwa 30000 Zentner Zuckerrüben verarbeitet wurd
geht die diesjährige Kampagne ihrem Ende entgegen. Durch eine
beſ=
ders eingerichtete Trockenanlage war den Landwirten Gelegenheit ge
ben, die Rübenblätter zu dörren und ſetzt getrocknet zu verfüttern.
Arbeiter=Entlaſſungen. In dem Keramiſchen Werke Offſt
werden noch vor den Feiertagen aus bis jetzt unbekanntem Grunde
Arbeiter größtenteils entlaſſen und die Fabrik ſtillgelegt.
Ad. Hahnheim, 13. Dez. Der Bauder Kleinkinderſchu
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Nummer 347
Freitag, den 14. Dezember 1928
Geite 11
Zeil and Ausland.
75. Geburkskag
des deutſchen Fahrrad=Pioniers.
mmmerzienrat Dr.=Ing. e. h. Heinrich Kleyer,
Vorkämpfer der deutſchen Fahrradfabrikation,
ert ſeinen 75. Geburtstag. Er wurde am 13.
De=
nber 1853 in Darmſtadt geboren und begründete
3 in Frankfurt a. M. ein
Maſchinenhandels=
chäft, das er bald in ein Fabrikationsunternehmen
gewandelt hat, um den deutſchen Fahrradbau in
Schwung zu bringen.
Mord oder Totſchlag in der Frankfurter
Altſtadt?
Frankfurt a. M. Vorgeſtern nachmittag,
ſen 6 Uhr, wurde in einem Hinterhaus der Brön=
=ſtraße 6 der 48jährige Straßenhändler Jakob
th auf ſeinem Bett, in einer großen Blutlache tot
fgefunden. Da man einen Mord vermutete, wurde
ort die Mordkommiſſion des Frankfurter
Polizei=
iſidiums alarmiert, die folgendes feſtſtellte: Aller
uhrſcheinlichkeit nach handelt es ſich hier um keinen
ord, ſondern Both iſt an den Folgen einer
Ver=
ung, die auf einen Sturz oder eine Schlägerei
zu=
kzuführen iſt, geſtorben. Die Kleider des Both
en, als ihn ſein Vermieter gegen 6 Uhr
nachmit=
s in einer Blutlache quer über dem Bett liegend
ffand, am Fußende des Bettes und waren mit
ut beſudelt. Auf Grund dieſer Feſtſtellung muß
th die Verletzung in ſeinen Kleidern erhalten
ben und ſchon mit der Verletzung nach Hauſe
ge=
nmen ſein. Von Zeugen wurde berichtet, daß er,
er nach Hauſe kam ſkandalierte, daß er ſpäter
er ruhig wurde. Darnach kann mit ziemlicher
Be=
umtheit angenommen werden, daß ſich Both in
unkenheit ins Bett legte und dabei verblutete. Bei
itunft der Mordkommiſſion und des Gerichtsarztes
urde an der linken Kopffeite Boths eine drei
Zen=
meter lange Wunde feſtgeſtellt. Weiter wurden die
irtſchaft, in der Both verkehrte und ein Bekannter
ihm, mit dem er anſchließend noch ein Weinlokar
ſuchte, ermittelt. Both, der von ſeiner Familie
rennt lebte, hatte ſeine Barmittel vollkommen
ver=
ucht.
Der Altheimer Brandſtifter.
Altheim. Wie bereits gemeldet, iſt es
ge=
gen, den Maſſen=Brandſtifter in der Pevſon des
ihrigen Bauernſohnes Heinrich Weber zu verhaf=
Er ſtellte an ſeinen Nachbarn vor einigen
Aben=
die verfängliche Frage, wann er an dieſem Abend
Bett gehe. Alsbald wurde er inhaftiert und über
hen nach Mosbach geführt, wo er zunächſt ein
lgeſtändnis abgelegt hat. Im Herbſt d. J. ſchlug
Blitz in das elterliche Anweſen. Seit dieſer Zeit
der Verhaftete nervös gereizt geweſen ſein. Bei
Hausſuchung ſoll Benzin vorgefunden worden
Die Eltern ſind durchaus rechtſchaffene Leute,
Vater iſt einer der angeſehenſten Altheimer
Land=
te. Verſchiedene andere Perſonen, die als
verdäch=
verhaftet waren, wurden wieder auf freien Fuß
tzt. Das Bezirksamt Buchen hat angeordnet, daß
Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit,
he und Ordnung in den nächſten Tagen von abends
hr bis morgens 6 Uhr außer den
Wachmannſchaf=
ſich niemand auf der Straße aufhalten darf. Bis
vollſtändigen Aufklärung der Brandkataſtrophen
den die Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt.
amtliche Unterſuchung des Unglücks auf der
Zeche Diergardt.
Bonn. Das Oberbergamt Bonn teilt mit: Aus
laß des gemeldeten Grubenbrandes auf der Zeche
ngardt, Schacht I, tagte am 12. Dezember der
Un=
ausſchuß der Grubenſicherheitskommiſſion auf der
he. Die Urſache des Grubenbrandes iſt bisher noch
ſt feſtgeſtellt. Der Grubenbrand hat, wie
endgül=
feſtſteht, ſieben Opfer gefordert, die durch
Brand=
e töblich verunglückt ſind. Außerdem haben vier
kere Bergleute durch Gaſe Vergiftungen leichter
dabongetragen. Die Zuführungsſtrecken zum
andherd ſind im Laufe des 12. Dezember vollkom=
T abgedämmt worden. Da aber noch nach dem vor=
Eigen Stande des Brandes ein Eindringen der
andgaſe in weitere Grubenbaue durch abgebaute
äteile nicht ausgeſchloſſen iſt, müſſen, abgeſehen
drei Abteilungen, die völlig außer dem Bereich
Gefahrzone liegen, ſämtliche Betriebspunkte der
hachtanlage I vorläufig ſtillgelegt bleiben. Ein Teil
Selegſchaft konnte auf den benachbarten Anlagen
Gewerkſchaft untergebracht werden.
Ein Kurgaſt als Wilddieb.
Iaſſau. Von dem Stadtförſter und einem Po=
Weamten wurde im Diſtrikt „Oberes Heidchen”
Wilddieb auf friſcher Tat geſtellt. Bei dem Täter
eit es ſich um einen Einwohner aus Köln, der
Deneſung und Erholung hier weilte.
Großfeuer.
Hannover. Auf dem verpachteten Fideikom=
BSDpf der Familie von Hammers, in Apclern am
Ver, brach ein Schadenfeuer aus, daß im Verlaufe
Nacht, die vollgefüllte Fachwerkſcheune, das
Ma=
enhaus und die angrenzenden Schuppen ein=
Zerie. Den Flammen fielen über 2400 Zentner
iFvorräte, landwirtſchaftliche Maſchinen und an=
Deräte zum Opfer. Ueber die Brandurſache hat
andige Klarheit noch nicht geſchaffen werden
nnen.
Das Flugzeug Köln-Berlin verbrannk.
Das Verkehrsflugzeug D. 1473 „Rheinland”
Er!
pandau. — 24 Arbeiker verletzt.
Die Millionenklage gegen Spritweber.
Berlin. Vor der 20. Zivilkammer des
Land=
gerichts II wurde am Mittwoch die Klage von elf
engliſchen Verſicherungsgeſellſchaften gegen Hermann
Weber, Heinrich Weber, Adolf Weber, Frau Weber
und die zu dem Spritweber=Konzern gehörenden
Spritunternehmungen und Grundſtücksgeſellſchaften
ſowie deren Tochtergeſellſchaften, im ganzen gegen
19 Beklagte, verhandelt. Die engliſchen Geſellſcha
ten verlangen die Rückzahlung von 2 Millionen Mk.
Bekanntlich hatte Hermann Weber im Jahre 1925
ſein Stahnsdorfer Spritlager in England mit ſechs
Millionen Mark verſichert. Als das Lager am
Pfingſtſamstag 1924 abgebrannt war, hatte Weber
im Vergleichswege für die vorhandenen Spritvorräte
drei Millionen Mark ausgezahlt erhalten, die ſein
Geſchäftsführer Dr. Cantrup in London in Empfang
nahm und zu den nach Prag geflüchteten Brüdern
Heinrich und Hermann Weber brachte. Dort erfolgte
bekanntlich die Verhaftung. Die engliſchen
Geſell=
ſchaften ſtützen ihre Klage auf die Ergebniſſe der
Verhandlung des Schöffengerichts Berlin=Mitte in
dem großen Spritweber=Prozeß, der mit der
Ver=
urteilung von Hermann und Heinrich Weber wegen
Betrugs endete, weil ſie ihre Lagervorräte zu hoch
angegeben hatten. Deshalb verlangen die
Verſiche=
rungsgeſellſchaften auch nicht die Rückzahlung des
vollen Betrages. Bei der Verhandlung vor dem
Landgericht waren die 19 Beklagten durch
ebenſo=
viele Anwälte vertreten, von denen jeder die Klage
gegen die von ihnen vertretene Geſellſchaft als
Ein=
zelklage betrachtete. Die Beklagten beſtritten den
Klageanſpruch im allgemeinen, erklärten dann aber,
daß ſie eine Einlaſſung zur Hauptſache verweigern
müßten bis die klagenden engliſchen Geſellſchaften
eine Sicherheitsſumme für die Prozeßkoſten
hinter=
legt hätten, da zwiſchen Deutſchland und England ein
Rechtshilfevertrag nicht beſtehe. Jeder der 19
An=
wälte beantragte die Hinterlegung von je 140000
Mark an Gerichts= und Anwaltskoſten für den
gege=
benenfalls in drei Inſtanzen durchzuführenden
Pro=
zeß. Die Entſcheidung des Gerichts über dieſe
An=
träge wurde ausgeſetzt und dürfte in den nächſten
Tagen erfolgen.
Schwerer Sturm im Schwarzen Meer.
Kowno. Wie aus Moskau berichtet wird,
herrſchte im Schwarzen Meer ſchwerer Sturm. Die
Verbindung zwiſchen Odeſſa und Sebaſtopol iſt
un=
terbrochen. Das ruſſiſche Handelsſchiff „Truſchenik”
iſt gekentert. Die Beſatzung konnte von einem
italie=
niſchen Schiff geborgen werden. Die ruſſiſchen
Funk=
ſtationen haben verſchiedene S.O.S.=Rufe
aufge=
fangen.
Neues Erdbeben in Chile.
London. Wie aus Santiago de Chile berichtet
wird, ſind in den Städten Conſtitucion, Parral und
Nancagua neue Erderſchütterungen verſpürt worden,
die den Einſturz vieler durch das letzte große Beben
beſchädigter Wohnhäuſer zur Folge hatten. Große
Mengen toter Fiſche in der Bucht von Conſtitucion
zeigen an, daß das Beben aus Ueberſee erfolgte.
Familientragödie in Zürich.
Bürich. Der von ſeiner Frau geſchiedene
Spe=
diteur Kuhn kam mit einem Zimmermieter ſeiner
ge=
ſchiedenen Frau unter dem Vorwand, er möchte ſeine
Frau wieder einmal ſehen, in deren Wohnung.
Plötz=
lich hörten die Hausbewohner, Hilferufe der Frau, die
von Kuhn mit einem Revolver bedroht wurde. Zwei
andere Zimmermieter der Frau ſtellten ſich Kuhn
ent=
gegen, denen er ebenfalls mit dem Tode drohte. Einer
von ihnen ſchlug mit einem Seſſel auf Kuhn ein und
brachte ihm am Kopf eine Verlitzung bei. Die Frau
nahm ſich dann ihres verletzten geſchiedenen Mannes
an. Nach einiger Zeit hörte man fünf Schüſſe. Die
neuerdings herbeieilenden Zimmermieter fanden die
Frau und Kuhn ſelbſt tot am Boden liegend.
Ein Dorf in den Abruzzen verſchüttet.
Rom. Die Blätter melden aus Sulmona, daß
am Verg Penna ein großer Erdrutſch erfolgte., Zehn
Häuſer der Ortſchaft Villa Santa Maria wurden
ver=
ſchüttet. Der Einwohner bemächtigte ſich eine Pamik.
Ein Mädchen wurde von den Trümmern zermalmt;
vier andere Perſonen erlitten ſchwere Verletzungen.
Es ſind noch mehrere Leichtverletzte zu beklagen. Die
Blätter melden, daß auch andere Häuſer von Villa
Santa Maria gefährdet ſind, da der Erdrutſch noch
nicht vollſtändig zum Stillſtand gekommen iſt.
Vier Bauern durch Kohlenoxydgaſe getötet.
Mailand. Wie aus Aſti berichtet wird, kamen
dort vier Bauern durch Kohlenoxydgaſe ums Leben.
Sie hatten ſich in ihrem Schlafraum ein mit Kohlen
gefülltes Becken angezündet. Am nächſten Morgen
wurden ſie in dem mit Kohlenoydgas gefüllten Raum
tot aufgefunden.
Ein ſchwerer Unfall auf einer Drahtſeilbahn.
Trient. Ein Karren der Drahtſeilbahn von
Brianzola, der zum Materialtransport dient, ſtieß
mit einem anderen Karren zuſammen und ſtürzte aus
zwölf Meter Höhe ab. Drei Arbeiter wurden auf
der Stelle getötet, während der vierte ſchwer verletzt
wurde.
Piratenüberfall auf einen chineſiſchen Dampfer.
London. Zwanzig Meilen ſüdweſtlich vom
Kap Nock wurde ein chineſiſcher Dampfer von ſechs
Piraten überfallen, die in Hongkong als harmloſe
Fahrgäſte an Bord gekommen waren. Die Piraten
wurden dabei von fünf Mann der Beſatzung
unter=
ſtützt. Der Kapitän, ein Schwede, und die übrigen
Offiziere wurden gefeſſelt. Der Dampfer wurde von
den Piraten nach der Lamlong=Inſel gebracht, wo
zweihundert weitere Piraten an Bord gingen und
alles irgendwie Wertvolle raubten. Den Fahrgäſten
allein wurden Werdgegenſtände in Höhe von etwa
20 000 Mark abgenommen.
Weiteres Ausbreiten der Grippe in Amerika.
Waſhington. Die Grippe hat ſich in den
letzten 24 Stunden auf weitere Gebietsteile in den
Vereinigten Staaten ausgedehnt. Wegen der
An=
ſteckungsgefahr ſind in zahlreichen Orten die Schulen
geſchloſſen worden.
Flugkapikän Guſtav Dörr
Flugkapitän Guſtav Dörr
ſaß am Steuer des verbrannten Flugzeugs „
Rhein=
land‟. Er hat ſich in der Kriegs=, wie in der
Ver=
kbehrsfliegerei hervorragend ausgezeichnet. Im Kriege
erfocht er 30, Luftſiege, wurde vom Underoffizier zum
Leutnant und Oberleutnant ernannt und u. a. mit
dem Orden Pour le mérite geſchmückt. In der
Ver=
kehrsfliegerei hat er 572 000 Kilometer zurückgelegt.
Die Rekordfahrt des Prinzen von Wales.
London. Trotz des ernſten Zuſtandes des
eng=
liſchen Königs beſchäftigt ſich die engliſche Preſſe in
langen Berichten mit der Rekordreiſe, die der Prinz
von Wales zum Krankenbett ſeines Vaters
zurück=
gelegt hat. Den Entſchluß zur Heimreiſe faßte der
Prinz im tiefſten Urwald des ehemaligen Deutſch=Oſt=
Afrika. In ununterbrochener fünfzehnſtündiger Reiſe
erreichte er Daresſalam. Von hier aus ging es am
2. Dezember mit dem kleinen Kreuzer „Enterpriſe‟
mit höchſter Geſchwindigkeit nach Suez. Während der
Kreuzer neuen Brennſtoff einnahm, ſtattete der
Thronfolger Kairo einen halbtägigen Beſuch ab und
trat dann von Port Said aus die Weiterfahrt nach
Brindiſi an. Von der italieniſchen Regierung war
mittlerweile ein Sonderzug bereitgeſtellt worden, der
von dort aus im ſchnellſten Tempo nach Boulogne ſur
Mer fuhr. Die ganze Strecke war ohne Rüchſicht auf
andere Züge für dieſen Zug freigemacht worden. Von
Boulogne aus ſetzte der Prinz dann das Rennen im
Kanalboot „Biarritz” fort, das ihn nach Folbeſtone
brachte. Bereits drei Minuten nach der Ankunft in
Folkeſtone befand ſich der Prinz im fahrenden Zuge
nach London. Im ganzen ſoll die Rekordreiſe des
eng=
liſchen Thronfolgers nur 9½ Tage in Anſpruch
ge=
nommen haben.
Ein verwegener Banditenſtreich.
New York. Im Geſchäftsviertel der Stadt
Yonkers wurde am hellichten Tage ein verwegener
Raubüberfall verübt. Acht mit Revolbern
bewaff=
nete Banditen, die ſich in zwei Automobilen
befan=
den, ſchoſſen in ein für Geldtransport beſtimmtes
Panzeräutomobil, das von Poliziſten bewacht wurde,
hiein, erbrachen die Stahltüren und holten Geldſäcke
mit 104 000 Dollar heraus. Ein Poliziſt ſowie ein
in dem Panzerauto eingeſchloſſener Wachtmann
wur=
den verwundet. Die Räuber entkamen.
Lebenslängliches Zuchthaus für eine Frau
wegen Verkaufs von Alkohol.
New York. In Lanſing, im Staate Michigan,
iſt eine Frau Etta Miller, die Mutter von zehn
Kin=
dern iſt, auf Grund des Geſetzes für
gewohnheits=
mäßige Verbrecher zu lebenslänglichem Zuchthaus
verurteilt worden, weil ſie bereits viermal gegen das
Alkoholgeſetz verſtoßen hat. Das Schichſal der Frau
iſt um ſo tragiſcher, als auch der Vater dieſer
viel=
köpfigen Familie ſich im Gefängnis befindet.
Neue Erfindung für Tiefſeeforſchungen
Die Tiefſeepatrone
verſchafft dem Menſchen Zugang zu Meerestiefen,
die ihm bisher unerreichbar waren. Sie iſt die
Er=
indung eines deutſchen Werkes, beſitzt eine eigene
Lichtaplage und iſt mit Telephon, ſowie
photogra=
phiſchen und Filmaufnahmeapparaten ausgerüiſtet.
Der zur Atmung der zwei Mann hohen Beſatzung
nötige Sauerſtoff wird innerhalb der Patrons
erzengt.
Freitag den 14 Dezember 1928
Nummer 347
Der Ceihnachtswunsch GGausender
veier=dchuhe
D
Ob hochelegant
Ob rein praktisch
Ob orthopädisch richtig
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besten Oualitäten
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10
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beehren sich, ihre Vermählung
hierdurch bekanntzugeben.
Darmstadt, Lichtenbergstr. 6o und Bapreuth,
I5. Dezember I928
Festlichkeit: Nürnberg, Offzierskasino.
(20195
Die Geburt eines
ge=
ſunden Mädels zeigen in
dankbarer Freude an
Ludwig Schanz und Frau
Eliſabeth, geb. Denzer
Stiftſtraße 13, I.
Todesanzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, Donnerstag vorm. 10 U
meinen herzens zuten Mann,
unſe=
ren Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Bruder und Onkel
Soſeph Schmelzer
Eiſ.=Aſſ. i. R.
im Alter von 75 Jahren durch einen
ſanften Tod, von ſeinem langen
Leiden, ofters geſtälkt durch die
hl. Sakramente, zu erlöſen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Chriſtine Schmelzer Pwe.
Familie E. Freter
Familie A. Schmelzer.
Darmſtadt, Wendelſtadtſtraße 45
Bismalckſtraße 68
Dortmund, Potgaſſe 3.
Die Beerdigung findet am
Sams=
tag, den 15. Dezember 1928, nach
mittags 15 Uhr, auf dem alten
Frieohof ſtatt.
Am Samstag vormit ag 7½ Uhr
findet das See enamt für den
Ver=
ſtorbenen in der Eliſabethenkirche
ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am Donnerstag früh iſt meine
liebe Frau, unſere gute Mutter und
Großmutter
Frau
Minna Menzlaw
geb. Buchhold
nach kurzer, ſchwerer Krankheit ſanft
entſchlafen.
Wilhelm Menzlaw
und Kinder.
Die Einſegnung findet am
Sams=
tag, den 15. Dezember, nachmitiags
3‟/, Uhr, in der Kapelle des
Fried=
hofs an der Nied.=Ramſtädterſtraße
ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir
dankend abſehen zu wollen. (*
Todesanzeige.
Verwandten und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche
Nach=
richt, daß mein lieber Mann,
unſer guter Vater.
Schwieger=
vater, Großvater, Urgroßvater,
Bruder. Schwager und Onkel
Hert Peker Frieß
Maurer
nach kurzem, ſchwerem Leiden
im 80. Lebensjahre ſanft
ver=
ſchieden iſt.
Die trauernd. Hinterbliebenen:
Juliane Frieß, geb. Gerhardt
und Kinder,
Darmſtadt, Beſſungerſtr. 88½,
Eberſtadt, 13. Dezember 1928.
Die Beerdigung findet
Sams=
tag den 15. Dez., nachmittags
4 Uhr. auf dem Waldfriedhof
ſtatt.
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ſtraße 79 1. St. (
Dankſagung.
Für die wohltuende Anteilnahme bei
dem Heimgange unſerer lieben
Ent=
ſchlafenen
Frau
Gaſtel Bernhard
geb. Rohde
ſagen herzlichen Dank
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Bernhard
Rechnungs=Direktor.
Darmſiadt, 13. Oezember 1928.
Büchnerſtraße 19.
Das Gesohenk für die Fra1
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Kirchſtraße 8.
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Pal=
laswieſenſtr. 2.
Dankſagung.
Für die bielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Ableben unſerer lieben Tante und Freundin
Fräulein Anna Klinger
ſagen wir auf dieſem Wege herzlichen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Alfred Klinger.
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief p ötzlich und
unerwartet infolge eines Herzſchlags
im Alter von 38 Jahren meine liebe
Frau, unſere gute Mutter und
Schwiegermutter, Schweſter, Patin
und Tante
geb. Kramer,
Im Namen der Hinterbliebenen:
Georg Aßmus
Gendarmeriemeiſter.
Michelſtadt, den 13. Dez. 1928.
Die Beerdigung findei am
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tag, den 15. Dezember 1928, mittags
11, Uhr, in Michelſiadt ſiatt.
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Seite 16
Freitag, den 14 Dezember 1928
Nummer 347
Der Sportverein Darmſtadt 1898, der ſich jetzt mit ſeiner
Fuß=
ballmannſchaft vor die Aufgabe geſtellt ſieht, den erſten
Tabellen=
platz, den er zurzeit belegt, zu verteidigen, bekommt dieſe
Auf=
gabe in den nachſten Wochen dadurch etwas erleichtert, daß die
bevorſtehenden Spiele in Darmſtadt zum Austrag gelangen. In
den kommenden Spielen gegen Oberroden, Mörfelden und
Urbe=
rach genießen die 98er den Vorteil des eigenen Platzes, ſo daß
dieſe Spiele, die ſelbſtverſtändlich ſamt und ſonders ernſt
genom=
men werden müſſen, dazu beitragen können, die Spitzenſtellung
der 98er etwas zu feſtigen. Die Einheimiſchen treten am
kommen=
den Sonntag mit folgender Mannſchaft an:
Bärenz
Becker
Laumann
Ruppel
Reick
Riebel
Wenner I Geyer Müllmerſtadt Wenner II. Hebeiſen
Da Frey noch nicht wieder zu Verfügung ſteht, ſtellen die 98er
alſo dieſelbe Mannſchaft, die den Sieg in Pfungſtadt erkämpfte.
Wir weiſen nochmals darauf hin, daß das Spiel wegen des ſich
anſchließenden Handballtreffens der 98er mit Fußballſportverein
Frankfurt a. M. ſchon um 1 Uhr 15 Minuten beginnt. Das Spiel
der Erſatzmannſchaften geht wie üblich voraus. Auch in der
Erſatz=
runde führen zurzeit die 98er deren Punktvorſprung nach der
erſten Runde ſchon ſo beträchtlich iſt, daß ihnen die Meiſterſchaft
bei Fortdauer der guten Leiſtungen nicht mehr zu nehmen ſein
dürfte. Von den bisher ausgetragenen zehn Spielen hat die
Erſatzmannſchaft neun Spiele gewonnen, während ein Kampf
un=
entſchieden endete.
Rol=Weiß-B. f. R. — Anion Wirhauſen.
Als erſtes Spiel der Rückrunde empfängt Rot=Weiß=V.f. R.
am kommenden Sonntag die altbekannte Ligamannſchaft des
F. C. Union Wixhauſen. Als eine der älteſten Ligamannſchaften
unſerer Umgebung ſteht Wixhauſen zum Teil ebenfalls neben
den Darmſtädtern in Abſtiegsgefahr. Wir wiſſen nicht genau, ob
es Pech iſt oder ein Formrückgang, welcher die Mannſchaft dieſes
Jahr nicht vorwärts kommen laſſen will. Jedenfalls wird
Wix=
hauſen am Sonntag in Darmſtadt mit verſtärkter Aufſtellung
an=
treten und alles verſuchen, durch einen Erfolg ſeine Lage beſſer zu
geſtalten. Rot=Weiß=V.f.R. konnte ſich, durch die nicht gewährten
Punkte aus dem Spiel gegen Mörfelden, ebenfalls von dem
Tabellen=Ende noch nicht hinwegziehen, jedoch könnte dies am
Sonntag der Fall ſein, wenn die Mannſchaft das Spiel gewinnt.
Es kann zum Erfolge reichen, wenn ſich die Mannſchaft bewußt
iſt, um was es geht. Wo Viktoria Walldorf geſchlagen worden iſt
müßte eigentlich auch Wixhauſen verlieren. Der größte Fehler
ware jedoch, den Gegner vielleicht als ſchwach anzuſehen und das
Spiel leicht zu nehmen. Wir glauben beſtimmt, daß dies von
ſeiten der Darmſtädter nicht der Fall iſt und die Mannſchaft alles
daran ſetzt, um ſich durch einen Erfolg endlich zu verbeſſern. Das
Spiel findet bereits vormittags 11 Uhr auf dem Sportplatz an
der Rheinallee ſtatt und wird wegen ſeiner Wichtigkeit
unge=
mein großes Intereſſe erwecken. Nach dem Spiel treffen ſich die
Reſerve=Mannſchaften beider Vereine. Die 1b=Mannſchaft iſt
jedenfalls ſpielfrei, während die Jugend=Abteilung durch die
Spielſperre zum Pauſieren gezwungen iſt.
Sporlvgg. 04 Arheilgen-3. C. Langen.
Das Spiel des vergangenen Sonntags gegen Neu=Iſenburg
hat den Anſchein erweckt, als ob die Leute vom „Arheilger
Mühl=
chen” noch einmal zu einem (allerdings reichlich verſpäteten)
End=
ſpurt anſetzen wollten, um ſich in den reſtlichen Spielen einen
ehrenvollen Abgang aus der Bezirks=Liga zu ſichern. Man wird
nun geſpannt ſein,wie ſich der F. C. Langen am kommenden
Sonntag am „Arheilger Mühlchen” aus der Affäre ziehen wird.
Die Langener haben ihr Debüt in der Bezirks=Liga unerwartet
gut beſtanden und haben ſich durch einige ſehr gute Spiele vor
dem Abſtieg gerettet. Die Mannſchaft ſteigt und fällt mit den
Leiſtungen ihres ganz hervorragenden Torwächters Gutjahr
der in Fachkreiſen als unbedingt beſter Torwart des ganzen
Be=
zirks bezeichnet wird. Man erinnert ſich z. B. des Spieles der
Langener in Höchſt (1:0 für Langen), wo Gutjahr einen
Elf=
meter für ſeine Mannſchaft ſelbſt verwandelte und dann einen
ſolchen gegen ſein eigenes Heiligtum in glänzender Manier
un=
ſchädlich machte. Gutjahr iſt unbedingt erſtklaſſig. Auch ſonſt iſt
die Mannſchaft auf allen Poſten gut beſetzt und hat vor allem in
ihrem ſehr ſchnellen Angriff ein erhebliches Plus gegenüber der
Sportvereinigung. Rein ſpieltechniſch werden ſich beide
Mann=
ſchaften in nichts nachſtehen. Letzten Endes werden die im
Fuß=
ballſpiel eine große Rolle ſpielenden Faktoren Glück und
Zu=
fall auch in dieſem Spiel einen weſentlichen Einfluß auf
Ver=
lauf und Ausgang haben. Da das um 2 Uhr nachmittags
be=
ginnende Spiel außerdem noch einen gewiſſen lokalen Charakter
vorausſetzt, dürfte am Sonntag mit Hochbetrieb am „Arheilger
Mühlchen” zu rechnen ſein.
Sportverein Weiterſtadt — Sportverein Roßdorf 1:1 (0:0), Ecken 4:3.
Am vergangenen Sonntag weilte die 1. und 2. Mannſchaft des
Sportvereins Weiterſtadt zum fälligen Verbandsſpiel in Roßdorf.
Ob=
wohl es für beide Mannſchaften nur zu einem Unentſchieden langte,
konnte man in Anbetracht der ſehr ſchlechten Platzverhältniſſe ſelbſt für
dieſen Punkt zufrieden ſein. Weiterſtadt mußte abermals in der
Ver=
teidigung und in dem Sturm Erſatz einſtellen. Obwohl noch keine
Spie=
ler der 1. Mannſchaft disquilifiziert wurden, ſo hatte man gerade in den
letzten Sonntagen das Pech, daß einige Spieler infolge Verletzungen
erkrankt ſind. Das Spiel an ſich wurde fair durchgeführt. Von einem
wirklich ſchönen Spiel konnte infolge der ſchlechten Platzverhältniſſe nicht
die Rede ſein. Roßdorf konnte nach der Halbzeit ein Tor erzielen.
Etwa 10 Minten ſpäter ſtellte Weiterſtadt durch ſeinen Mittelläufer
den Ausgleich her. Wenn Weiterſtadt auch mehr von dem Spiel hatte,
ſo war die Schußunſicherheit des Sturmes der Retter eines Punktes für
Roßdorf. Der Schiedsrichter, Herr San=Plankſtadt, konnte gefallen. Die
1. Mannſchaft ſpielte ebenfalls unentſchieden (3:3). Auch hier fehlte es
an der Ausnützung der reichlich gebotenen Torchancen. Hoffen wir, daß
am kommenden Sonntag die Mannſchaft wieder komplett antreten kann.
Die ſieben Weihnachts=Lehrſpiele im Süden.
Der Süddeutſche Fußball= und Leicht=Athletik=Verband hat von dem
ihm laut Beſchluß des Deutſchen Fußball=Bundes zuſtehenden Recht
Ge=
brauch gemacht, neun Lehrſpiele mit ausländiſchen
Profeſſionalmann=
ſchaften zur Genehmigung vorzulegen. Zunächſt entfallen hier zwei
Be=
willigungen auf Nepraſentativſpiele. Am 6. Januar ſoll ein Spiel
Süd=
deutſchlands gegen Nieder=Oeſterreich in Nürnberg
ſtattfin=
den, am 3. Februar eines in München gegen Zentralungarn.
Der Süddeurſche Verband hatte auch für Mai ein Spiel in Frankfurt
gegen Oberitalien (Amateure) vorgeſehen, aber vorläufig ſteht ihm ein
freier Termin nicht zur Verfügung. Die ſieben reſtlichen Vereins=
Lehr=
ſpiele entfallen natürlich auf die Tage zwiſchen Weihnachten und
Neu=
jahr. Drei davon hat der DFV. bereits beſtätigt und genehmigt, und
zwar die drei Spiele der Vienna Wien am 26. Dezember gegen
FSV. Frankfurt, am 30. Dezember gegen Phönix
Karls=
ruhe, und am 1. Januar gegen VfN. Mannheim. Vom SFLV.
beantragt wurden ſpäter die Spiele des Wiener AC. am 23.
Dezem=
ber gegen Bayern München und am 25. Dezember gegen
Stutt=
garter Kickers. Ein drittes Spiel wird der WAC.
höchſtwahr=
ſcheinlich gegen eine Saarbrückener Stadtmannſchaft
aus=
tragen, da für dieſe obenfalls um ein Lehrſpiel nachgeſucht wurde und
vvohl nur der WAC. als Gegner in Frage kommen dürfte. Beantragt
wunde ſodann noch ein Lehrſpiel des 1. FC. Nürnberg. Hier ſteht
der Gegner noch nicht feſt; in Fvage kommt Slavia Prag, was aber
da=
von abhängt, ob die Prager zum Weihnachtsturnier von Wacker München
kommen können. Dieſes Turnier von Wacker München (nach Art des
Bad Kiſſinger Turniers) ſoll beide Weihnachtstage umfaſſen und ſowohl
Slavia Prag wie Hungaria Budapeſt bringen, ſofern eine Genehmigung
in dieſer Form außerhalb der Lehrſviele möglich iſt. Kommt Slavia
Prag nach München, ſo dürften die Tſchechen dann ein weiteres Spiel
als Lehrſpiel gegen den 1. FC. Nürnberg austragen. Im andeven Falle
müßte ſich der 1. FC. Nürnberg nach einer anderen ausländiſchen Elf
umſehen.
FC. Eintracht — Geinsheim.
Durch ein Entgegenkommen der maßgebenden Stelle iſt es dem FC.
Eintracht vergönnt, am Sonntag vormittag auf dem Platz am
Finanz=
amt doch nochmals ſpielen zu können, und zwar im Verbandsſpiel gegen
Geinsheims erſte und zweite Mannſchaften. Beide Vorſpiele gingen in
Geinsheim verloren und iſt zu erwarten, daß die Punkte bei dieſem
Treffen nach den geezigten Leiſtungen gegen Weiterſtadt in Darmſtadt
bleiben. Allerdings darf man Geinsheims Mannſchaften nicht
unter=
ſchätzen und zu leicht nehmen, ſonſt könnte es, wie gegen Michelſtadt,
vielleicht auch eine Ueberraſchung geben. Alſo heißt es beſonders für
Eintrachts erſte Elf aufgepaßt, damit jetzt endlich der ſchlechte
Tabellen=
platz verbeſſert wird.
Der erſte deutſch=franzöſiſche Mannſchaftskampf in Degen.
Am 15. Dezember wird das Haus der Fechter in Frankfurt, das
ſchönſte der deutſchen Fechterheime, der Schauplatz der erſten
deutſch=
franzöſiſchen Fechterbegegnung in Deutſchland ſein. Gute
Auslands=
beziehungen des Frankfurter Fechtklubs ermöglichten und veranlaßten
einen offiziellen Mannſchaftskampf im Degen gegen eine
Auswahlmann=
ſchaft der beſten ſüdoſt=franzöſiſchen Fechter von Burgund und der
Franche=Comté. Dieſer werden angehören: 1. Jaboulet, Meiſter von
Burgund; 2. Charton, Finaliſt der franzöſiſchen Meiſterſchaft; 3.
Hoſta=
lier, mehrfacher Sieger in franzöſiſchen Meiſterſchaften; 4. Schmetz, akad.
Meiſter in Degen und Mitglied der Olympiamannſchaft; 5. Adet, Sieger
der Militärfechter; 6. Barrier, Olympiafechter. Die Mannſchaft wird
geführt von dem Fechterobmann Argentiniens, Fougon. Das Fechten
ſtehr in Frankreich bei Zivil und Militär auf hoher Stufe, und gerade
das Degenfechten hat dort den erſten Rang, ſo daß dem Kampf
fecht=
ſportlich große Bedeutung zukommt. Der Frankfurter Fechtklub wird
durch ſeine bewährten internationalen Repräfentationen Casmir, Jack,
Müller, Schön und zwei jüngere Fechter, Eiſenecker und Roſenbauer,
vertreten. Die Gefechte werden am Samstag nachmittag um 5½ Uhr
im Fichterhaus, Kaiſerhofſtraße 11, beginnen.
Kraftſportverein Darmſtadt 1910.
Der Kvaftſportverein Darmſtadt 1910 ſchreibt uns: Termingemäß
weilte am Sonntag, den 9. Dezember, unſere Ligamannſchaft in
Sachſen=
hauſen, um gegen die gleiche des dortigen Athletenklubs 1884 den
fäl=
ligen Rückkampf auszutragen. Da laut Wettkampfordnung der
Platz=
verein verpflichter iſt, ſeinen Gegner über die nähere Terminzeit und Ort
der Kampfaustragung zu unterichten, ahnte die Vereinsleitung des
Kraftſportvereins michts Gutes, da die diesbezügliche Benachrichſtigung
von Sachſenhauſen ausblieb. Obwohl die Mannſchaft des
Kraftſportver=
eins hierdurch nicht verpflichtet war, anzutreten, fuhr ſie, um allen
Un=
annehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, doch nach Sachſenhauſen. Dort
fand ſie ihre Erwartungen beſtätigt; Sachſenhauſen trat nicht an. Die
Punkte dürften aller Vorausſicht nach Darmſtadt zufallen, doch überlaſſen
wir die Klärung dieſer Angelegenheit der Kreisbehörde, in deren
Macht=
bereich es liegt, derartige Unſportlichkeiten für die Zukunft zu
unter=
binden.
Schul=Schwimmwettkämpfe in Darmſtadt.
Die am Mittwoch, den 5. Dezember, nachmittags halb 3 Uhr.
ſtattge=
fundenen Schulſchwimmkämpfe um die Wanderpreiſe der Firma Stempel=
Schulz und des Amtes für Leibesübungen zwiſchen den Darmſtädter
Schulen wurden in Anweſenheit der Herren Direktoren und Rektoren
der verſchiedenen Schulen ausgetragen. Die Kämpfe beſtanden in der
Austragung einer 10mal 50 Meter=Staffel für Schüler unter 14 Jahren
beliebig und einer über 14 Jahren. 7 Schulen traten an. Verteidiger
der Wanderpreiſe in beiden Klaſſen war Realgymnaſium.
1. Sieger wurde in der Klaſſe über 14 Jahre: Realgymnaſium in
6 Min. 49,5 Sek. Es folgten ſodann Gymnaſium in 7 Min. 05,2 Sek.;
Ludwigsoberrealſchule in 7 Min. 2,14 Sek.; und Liebigsoberrealſchule
in 7 Min. 27,2 Sek.
In der Klaſſe unter 14 Jahren traten 4 Mannſchaften an. Wegen
Beſchwerde des Realgymnaſiums, daß in der gemeldeten Staffel der
Ballonſchule Schüler über 14 Jahre mitgeſchwommen ſind, mußte der
Kampf in dieſer Klaſſe wiederholt werden. Die Wiederholung fand am
Mittwoch, den 12. 12. 1928, ſtatt Leider traten nur wei Schulen an.
Es wurden Sieger: Realgymnaſium in 7 Min. 47,4 Sek.;
Morneweg=
ſchule in 9 Min. 54 Sek. Um etwa 4 Uhr ſchloſſen die gut beſuchten
Schwimmwettkämpfe der Darmſtädter Schulen.
Nach den Ueberraſchungen des letzten Sonntags iſt man auf die
weitere Entwicklung der Dinge in unſerem Kreiſe allgemein ſehr
ge=
ſpannt. Noch heute ſtehen ſechs Vereine als faſt gleichzeitig ausſichtsreiche
Kandidaden um den Meiſtertitel an der Spitze, von denen Bürſtadt nach
der augenblicklichen Lage die meiſten Changem hat. Der kommende
Sonn=
tag kann jedoch ſchon wieder vieles ändern, da folgende bedeutſame
Treffen ſteigen:
F.V. Biblis — Normannia Pfiffligheim,
V. f. L. Lampertheim — Starkenburgia Heppenheim,
Spb. Pfeddersheim — Olympia Lampertheim,
Spv. Hochheim — V. f. R. Bürſtadt,
Olympia Worms — Olympia Lorſch.
Die Bibliſer, die wieder in der Mitte der Tabelle zu finden ſind,
haben gute Gelegenheit, ſich emporzuarbeiten, wenn es ihnen gelingt,
die Gäſte aus Pfiffligheim überzeugend zu ſchlagen. Die Gäſte ſind noch
immer gut bei Schuß, was man vom Bibliſer Sturm gerade nicht
be=
haupten könnte. Immerhin liegt bei der vorzüglichen Hintermannſchaft
der Riedleute ein knapper Sieg über die Gäſte am nächſten. Nachdem
ſich der „Neuling”, V. f. L. Lampertheim, erſt am Sonntag wieder ganz
vorzüglich geſchlagen hat, werden die Leute vom vielgenannten „Galgen”
ſchon alles aufbieten müſſen, um ehrenvoll abzuſchneiden. Es wäre leicht
möglich, daß man ſich in die Punkte teilt. Olympia Lampertheim wird
in Pfeddersheim ſchon zu Punkten kommen, und auch der Tabellenerſte,
Bürſtadt, wird ſich in Hochheim kaum um zwei unbedingt notwendige
Punkte bringen laſſen. Der Altmeiſter Lorſch wird in Worms wohl
kaum dasſelbe Kunſtſtück, wie di= Bürſtädter am letzten Sonntag, fertig
bringen. Die Lorſcher Olympiamannſchaft iſt dieſes Jahr ſcheinbar nicht
ganz auf der Höhe und konnte eigentlich auch noch nicht recht überzeugen.
Knapp unterlegen, evtl. auch mit einem Remis, werden die Lorſcher wohl
am Sonntag in ihr Lager zurückkehven.
Die Deutſche Turnerſchaft hat für das Hamburger
Hallen=
ſportfeſt am Sonntag die Startgenehmigung verweigert. Der
Kampf Turnen—Sport geht alſo weiter.
In Münſter gelangte zwiſchen den Univerſitätsmannſchaften
von Münſter und Köln das Endſpiel um die weſtdeutſche Meiſter
ſchaft im Univerſitäts=Handball zur Entſcheidung. Münſter ge
wann mit 3:1 (1:0) und errang damit den Titel eines Hochſchu
meiſters im Handball.
Die Silberſchild=Spiele des Deutſchen Hockey=Bundes be
ginnen am 17. März mit der Vorrunde. Süddeutſchland trifft hie
auf Norddeutſchland. Die Zwiſchenrunde ſteigt am 14. April, da=
Endſpiel am 28. April.
Univerſität Cambridge gewann den diesjährigen Rugbykamr
gegen Oxford mit 10:8 Punkten.
Der norwegiſche Skilehrer Daniel Ring wurde nach Hirſch
berg verpflichtet, um das deutſche Jägerbataillon im Skilau
zu unterrichten. Ring verläßt am 25. Dezember Oslo in Richtung
Rieſengebirge.
Braſilien will Anfang des nächſten Jahres eine Fußbal
mannſchaft nach Europa ſchicken, die auch in Deutſchlan
ſpielen ſoll.
Hauptſchrifdlettung. Rudolf Maup=
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann,
für den Handel: Dr. C. H. Qnetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuble: Drug
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht äbernemmen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Unſerer heutigen Auflage für Darmſtadt und Umgebung liegt
Proſpekt der Firma Heinrich Lautz, Darmſtadt, Ecke Rhein= und Gra
ſtraße, bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam mad
20 2
Ein ſtrahlendes Kindergeſicht wird Ihr Weihnachts
verſchönern, wenn Sie Ihrem Jungen oder Mädel ein Fahrrad u.
den Chriſtbaum ſtellen. Die Mifa, Mitteldeutſche Fahrradwerke, G.
b. H., Berlin, konnte auf Grund der Erfolge ihres Verkaufsſyſte
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Sprechapparate können Sie dort ebenfalls erhalten.
„Was man vom Tee wiſſen muß.‟ Es iſt noch viel
wenig bekannt, daß Tee, wie er von der Plantage nach Europa gelat
für unſeren Geſchmack abſolut ungeeignet iſt. Erſt die Miſchung
ſchiedener Sorten ergibt jenen feinen, abgerundeten Geſchmack, wie
etwa der Kenner in den „Teekanne=Miſchungen” zu ſinden gewöhnt
Da der Tee außerordentlich empfindlich iſt und ſehr leicht artfremde
rüche annimmt, werden die „Teekanne=Miſchungen” ausſchließlich in I.
und ſtaubdichten Paketen verkauft. Nur hierbei hat der Teetrinker
Garantie, einen Tee zu erhalten, der ſeinen natürlichen Geſchmack
H. 6
ſein volles Aroma bewahrt.
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Gewinner der erſten, zweiten und dritten Preiſe. Die geſammelten 9
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geſtattete Album ein ſtürmiſch begrüßtes Weihnachtsgeſchenk. — Olymt
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ein Album gratis; die Bilder werden wieder beigefügt.
Freitag, 14. Dez. 6.30: Gymnaſtik. O 13.30: Funkorch.
Mittagskonzert 15.05: Jugendſtunde. Mittelſchullehrer Herine
Stephenſon, der Schöpfer der erſten Eiſenbahn. O 15.35: Haus
frauen=Nachmittag. Dr. Käthe Neumark: Geeignete Weihnachts
geſchenke für Kinder o 17.35: Stuttgart: Funkorch.: Konzert
O 18.10: Leieſtunde. Aus den Briefen Napoleons. o 18.30: Süd
weſtdeutſcher Radioklub o 19: Wiſſenſchaft und Technif. Winter
ſport: Einfluß aut Körper und Seele. Kleidung. Hautpflege. Koſt
O 19.20: Film=Wochenſchau. O 19.30: Konzert der Muſeumsgeſell
ſchaft. Toch; Komödie für Orcheſter. — Hindemith: Konzert fü
Viola d'amore und Kammerorcheſter — Brahms: Sinfonie Nr. 3 j
F=dur. Ausf.: Opernhaus= und Muſeumsorcheſter. Soliſt: Prof
Hindemith Anſchl.: Prof. Dr. Behrmann: Roald Amundſen
O Darauf: Kaſſel; Kompoſitionsabend Walter Niemann. Stimmer
des Morgens — Juli Schwermut. — Blaue Stunde. — Liebes
klage, der kleinen Tſe=Fung Leid und Tod). — Carillow (Legende
in Form eines altholländiſchen Glockenſpiels mit freier Benutzung
eines altholl. Weihnachtsliedes). — Gärten im Frühling. An
Flügel: Dr. Niemann. Sprecher: M. Marlo.
Freitag, 14. Dez. 10.30: Schallplatten. O 12.30: Schallplatten
O 13.30: Schallplatten. O 15.45: Annemarie Boeck=Lange:
Selbſt=
anfertigung von Spielzeug aller Art. 16.15: Nachmittagskonzert
Mitw.: Wilh. Fricke Funkorcheſter. o 18: Ueberſicht über die
Hauptveranſtaltungen der kommenden Woche in Eſperanto. O 18.15:
Dr. Rüdiger: Roald Amundſen (Zum Gedenken an den verſchollenen
Polarforſcher.) O 18.45: Mannheim: Dr. Hartlaub: Handwerkskunſt
im Zeitalter der Maſchine. 6 19.15: Eſperantokurs. 19.30:
Saalbau in Frankfurt: Freitagskonzert der Frankfurter
Muſeums=
geſellſchaft. Dirig.: Prof. Dr. Krauß. Soliſt: P. Hundemith. „Joch=
Komödie für Orcheſter. — Hindemith: Konzert für Viola dumoke
und Kammerorcheſter. — Brahms: Dritte Sinfonie. O Anſchl.:
Prof. Nagel: Vom Werden und Weſen des Kunſtwerks der
Muſik. O. Anſchl.: Schachfunk: Schachverein Stuttgart. S Anſchl.:
Nachrichten.
Freitag, 14. Dez. 15.30: Gertrud Sternberg=Iſolani: Kultur
der Geſelligkeit. O 16: Bücherſtunde. 6 16.30: Konzert blinder
Künſtler. Mitw.: Herm. Jahn=Schulze (Klavier), Edm. Joſefiak
(Tenor) W. Severin (Orgel), Herb. Spohn (Tenor), Margarethe
von Winterfeldt (Sopran). Am Flügel: Ben Geyſel. S Danach:
Unterhaltungsmuſik des Salonquartetts Hans Raue. 6 19: W.
Reinhold: Die Laube im Kleingarten. O 19.30: Armin T. Wegner:
Auf der Völkerbrücke. Landſchaften und Städte im Kaukaſus. (Der
See der Verbannten.) O 20: Kammermuſik. Haydn: Streichquartett
beiterfrage in Amerika. O 21.30: Mandolinen=Konzert.
Man=
dolinenklub „Sonate” gegr. 1907. Dirig.: C. Henze. O. Anſchl.;
Tagesnachrichten.
Stettin. 21: Städt. Konzerthaus Stettin: Winterkonzert des
Stettiner Lehrer=Geſangvereins. „Die Mette von Marienburg” von
Fritz Volbach, für Männerchor, Knabenſtimmen, Sopran =und
Tenor=
ſolo mit Orcheſter und Orgel. Mitw.: Hannel Lichtenberg (Sopran),
Paul Papsdorf (Tenor), Frauenchor des Stettiner Muſikvereins,
Knabenchor von St. Jacobi. Orgel: Kurt Fiering; Celeſta: Erich
Ruſt; Lehrer=Geſangverein; das ſtädtiſche Orcheſter (Leitung:
Müſik=
direktor Wiemann).
Mitteilungen des Verbandes der Preuß. Landgemeinden. O 13.30:
Nachrichten. O 14.30: Weihnachtslieder für Kinder. O 15:
Hygieni=
ſches Märchen von Dr. Martha Jahr. o 15.30: Wetter und Börſe=
6 15.40: Künſtleriſche Handarbeiten für Frauen und Mädchen. Ein
Geſchenk für den Mann.) 6 16: Rektor Spielhagen: Arbeitsſchule
und Elternabend. 6 16.30: Leipzig: Wiener Walzer. Ausf.:
Dresdner Philharmonie. o 17.30: Dr. Lammers, M. d. R.: Die
Ergebniſſe der Enqueteunterſuchung über die Kartelle. o 18:
Muſik=
dir. Ohrmann: Der Weg zu Bruckner. o 18.30: Engliſch für
Fortgeſchrittene. O 18.55: Werkmeiſterlehrgang. Stud.=Rat Dipl.=
Ing. Müller: Maſchinenteile, Hebe =und Fördertechnik. O 19.20:
Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 29: Berlin:
Kammer=
muſik. Roſe=Quartett: Prof. Roſe, P. Fiſcher, A. Ruzitska, A. Walter.
6 21: Soziale Weltreiſen. Fr. Tarnow, M. d. R. und M. d. RWR.:
n=
Gießen, 13. Dezember.
Durch das weitere Eindringen polarer Luftmaſſen, die aus dem ſkan
dinaviſchen Hoch ausſtrömen, iſt der Luftdruck allgemein kräftig, ange
ſtiegen. Das Tiefdruckgebiet hat ſich dadurch erheblich abgeflacht. Da.
Polarluftzufuhr anhält, ſo werden die Temperaturen immer noch ile
rige Werte behalten. Auch werden noch vereinzelt Schneeſchquer au
treten.
Ausſichten für Fweitag, den 14. Dezember: Wolkig, auch zeitweiſe au!
heiternd, Temperaturen weiterhin um Null, ſtellenweiſe daruntet
noch vereinzelt Schneeſchauer.
Ausſichten für Samstag, den 15. Dezember: Keine weſentliche Aenderung
berg
Taunus Waſſ.=
Kuppe Feld=
berg
Kang4
wald Zug=
ſpitze Kahler
Aſtea Fich=
telberg Wetter Nebel Schnee Nebel Nebel Nebel Temperatur ((C) —6 —4 8 Wind NNO, NW. Ono. RNW. Niederſchlag mm 9 Schneedecke (cm) 75 82
Schnee=
koppe
Schnee
—6
SSV,
75
Nummer 3 47
Freitag, den 14. Dezbr.
ueſte Nachrichten
Beie und BierſchaftHlage i Aodender
Die „Hauſſeausſichten” der Börſe, die tageweiſe im vergangenen
mnat Erwartungen auf Beſſerung in der Spekulation aufkommen
ſen, erfüllten ſich, wie vorauszuſehen war, nicht in dem erhofften
iße. Zwar hatten an einigen Tagen namentlich die Spezialpapiere
ebliche Kursgewinne zu verzeichnen — es vollzog ſich ein gewiſſer
iſchwung, von dem auch ſonſt weniger beachtete Werte gewannen —
r faſt alle Gewinne, wenn ſie nicht zur geeigneten Zeit realiſiert
eden, gingen infolge der geſchickten Baiſſevorſtöße wieder verloren.
olgedeſſen ſpiegelt das Geſamtbild zwar eine feſte und zuverſichtliche
idenz wider, aber immer noch ein wenig verändertes Kursniveau.
einzelnen Tagen waren die Märkte kaum oder nur ſchwer zu
über=
n; offenſichtlich war allerdings, daß ſich außer dem Ausland auch —
en Endes wohl wegen der Haltung des Auslandes — die
Berufs=
ulation wieder ſtärker für die deutſchen Werte intereſſierte.
Unver=
abar war allerdings andererſeits, daß ſich dieſe Intereſſen lediglich
hauptſächlich nur auf Spezialwerte erſtreckte. Die Privatkundſchaft,
eit ſie ſich überhaupt beteiligte, hatte mit ihren Kauforders meiſt
ig Erfolg, denn erhoffte Gewinne waren am nächſten Tege, an dem
Orders ausgeführt wurden, bereits wieder verloren. In Erkenntnis
er Tatſache hielt ſich das große Publikum im November noch ſehr
ſichtig zurück, zeigte, zumal in den ſaiſonmäßig=ruhigen Monaten
Jahresſchluß, keine Neigung, ſich irgendwie durch Spekulation
feſt=
gen. Immerhin hat ſich ſchon im November eine Zuverſicht zur
Sentwicklung nach oben gezeigt, am ſtärkſten bei Spezial= und
Ter=
papieren, die wohl auch im Dezember anhalten und zu Beginn des
en Jahres weitere Fortſchritte machen wird. Der Grund dieſer
Zu=
icht iſt wohl hauptſächlich in einigen die Börſe günſtig beeinfluſſenden
menten zu ſuchen. Abgeſehen von dem ſchon oben erwähnten
In=
ſſe des Auslandes hatten die Transaktionen in der
Elektrizitäts=
iſtrie, der Heinemann=Gruppe und der Geſ. für El., ferner die
nsaktion Siemens, Licht u. Kraft, die Finanztransaktion der
Glanz=
gruppe in den Vereinigten Staaten und die momentan
zufrieden=
enden Abſatzlage der Kaliaktien und die damit zuſammenhängende
igkeit dieſer Werte, und nicht zuletzt die Hoffnung auf gütliche
Eini=
g der Differenzen in der Eiſeninduſtrie, anregend auf die Börſe
irkt. Dazu kamen die günſtigeren Verhältniſſe auf dem Geldmarkt
die ſtärkere Entlaſtung der Reichsbank. Trotz all dieſer günſtigen
mente iſt, ſicher auch für Dezember mit ſeinen vielen Börſeruhetagen,
einer bleibenden Beſſerung oder Belebung der Börſe noch kaum z1:
nen. Man darf wohl nicht fehlgehen, wenn man zwar mit einem
hbleibenden, aber nicht weſentlich ſteigenden Kursniveau der
Aktien=
te bis zum Schluß dieſes Jahres rechnet.
Ebenſo wie bei der Börſe hat ſich auch die Konjunkturlage kaum
idert. Im Vordergrunde zur Beurteilung der Wirtſchaftslage ſteht
irlich der Arbeitskampf in der Eiſeninduſtrie. Durch Eingreifen
Reichsregierung in der Perſon des Herrn Reichsminiſters Severing
war der Frieden vorerſt wiederhergeſtellt, aber die Auswirkungen
s Rieſenmachtkampfes kann heute ſelbſt von kon petenter Seite
nicht abgeſehen werden. Die zeitweiſe Stillegung aller Stahl= und
zwerke, das Dämpfen von 60 Hochöfen, der Verluſt von ungefähr
n Millionen Arbeitstagen hat der geſamten deutſchen Wirtſchaft
e Schäden zugefügt, daß ſie geraume Zeit braucht, dieſe wieder voll
ecken. Die Eiſenverbraucher, die ihren Bedarf aus Rheinland=
Weſt=
r deckten, zehrten von den Vorräten. Die Roheiſenabrufe aus dem
und erfuhren im November einen ſtärkeren Rückgang. Durch die
hten Tariflöhne wurde die Lage der Gruben des Lahn=Dillgebiets
in Oberheſſen recht ſchwierig, zumal auch die Abſatzmöglichkeit durch
Ausſperrung im Ruhrgebiet unterbunden war. Eine Folge davon
ſas erhebliche Anwachſen der Haldenbeſtände. Am in ierdeutſchen
nmarkt blieb die Lage faſt unverändert. Infolge der Ausſperrung
er rheiniſch=weſtfäliſchen Eiſeninduſtrie war der Bedarf und Abruf
1s geſtiegen, die Beſchäftigung der Saarwerke (ebenſo wie der
ringer und Luxemburger Werke) war gut, aber zu großen
Neu=
in oder Aufträgen kam es nicht. Jedenfalls muß erſt zu den
Vor=
en in der Eiſeninduſtrie eine größere Diſtanz gewonnen werden,
ein klares Urteil über die tatſächliche Lage dieſer Induſtrie
abge=
t werden kann.
Daß der Streik in der eiſenſchaffenden Induſtrie gerade für die
rverarbeitende Induſtrie ſehr nachteilige Folgen gehabt hat, ſteht
be=
feſt, ſo hat die Maſchineninduſtrie im November recht
g erfreuliche Berichte gegeben, zumal auch die Fabrikation
land=
chaftlicher Maſchinen die um dieſe Jahreszeit in Erſcheinung
nde Abſchwächung erfahren hat.
Einen weiteren ſaiſonmäßig bedingten Rückgang haben im
Novem=
die für das Baugewerbe arbeitenden Induſtriezweige erfahren,
ch infolge der vorgeſchrittenen Jahreszeit bereits ein ſtarker
Rück=
der Bautätigkeit und die Beendigung der Bauſaiſon bemerkbar
t. Die ſaiſonmäßigen Einflüſſe bewirken eben gerade für die
ate November bis Februar Abſchwächungserſcheinungen, die zwar
unbedingt als ungünſtig bei Beurteilung der Konjunkturlage
an=
en werden dürfen, aber doch zur Vermeidung etwaiger Kriſen volle
terkſamkeit berdienen.
Die übrigen Induſtriezweige zeigen ein ſehr uneinheitliches Bild.
rend die Elektrizitätsinduſtrie im Monat November erfreulicherweiſe
guten Geſchäftsgang zu verzeichnen hat und auch die
Kunſtſeiden=
trie ſehr günſtige Aufträge und Abſatzmöglichkeiten hat, war die
metall= und Schmuckwareninduſtrie kaum beſſer beſchäftigt als im
nonat. Es iſt wohl anzunehmen, daß hier infolge des bevorſtehen=
Weihnachtsgeſchäfts eine weſentliche Beſſerung eintreten wird, ſo
wie ſeither, eine volle Weiterbeſchäftigung der Arbeitskräfte ſicher=
It iſt.
Die chemiſche Induſtrie iſt relativ gut beſchäftigt; ſehr unſicher und
nkend iſt die Lage der Textilinduſtrie. Infolge der in
hen Gebietsteilen herrſchenden Lohndifferenzen iſt mit erheblichen
die Produktionskoſtenſteigerung bedingten Schwierigkeiten zu
fen, andererſeits wirkte ſich im November das Eindecken für die
Jahreszeit und die Käufe für die Weihnachtszeit günſtig aus.
Gummi= und Lederinduſtrie hat gegen den Vormonat keine erheb=
Beſſerung erfahren, wenn auch der Geſchäftsgang als befriedigend
hnet wird. In der deutſchen Baumwollſpinnerei mußten, da ſich
lage im November nicht beſſerte, die erheblichen
Betriebseinſchrän=
n beibehalten werden. Die Preiſe für die Erzeugniſſe lagen gegen
Vormonat erheblich höher.
Venn bei der uneinheitlichen Lage in den einzelnen Zweigen der
chen Wirtſchaft vielleicht angenommen werden könnte, daß die
Kon=
urabſchwächung nachgelaſſen hätte, ſo gibt das Anwachſen der
Ar=
loſenziffer die im Vergleich zum Vorjahr epheblich geſtiegen iſt,
zu Bedenken Anlaß. Der Rückgang der Beſchäftigung, beſonders in
mit dem Baugewerbe zuſammenhängenden Zweigen, kan dieſe
le Steigerung der Arbeitsloſenzahl nur zum Teil verurſachen.
ktes dieſe bedauerliche Erſcheinung nicht weiterſchreiten und in
damit zuſawmenhängenden Produktionsverminderung zahlreicher
lbar oder unmittelbar von dieſer Induſtrie abhängigen
Wirtſchafts=
ſen und in der tatſächlichen weiteren Abſchwächung der
Geſamt=
nktur die Urſache zu ſuchen. Es iſt zu hoffen, daß bei dem feſten
en Wert der deutſchen Wirtſchaft nach der Beilegung des
Eiſen=
iktes dieſe bedauerlnche Erſcheinung nicht weiterſchreitet und in
baver Zeit eine Beſſerung auf dem Arbeitsmarkt eintritt. — Als
erfreuliche Tatſache iſt die weitere Spartätigkeit im ganzen Deut=
Reiche feſtzuſtellen, zeigt ſie doch, daß weiteſte Kreiſe Vertrauen
te deutſche Wirtſchaft ſetzen und erkannt haben, daß nur durch
en und einmütiges Auſwärtsſtreben eine vollſtändige Geſundung
Dr. 0.
ich iſt.
Produkkenberichte.
Nannheimer Produktenbörſe vom 18. Dezember. Tendenz ruhig mit
ung zur Abſchwächung. Rogenmehl etwas billiger erhältlich. Man
ngte für die 100 Kg. waggonfrei Mannheim ohne Sack in NM.:
en inl. 23,50, ausl. 26—28, Roggen inl. 22,50—22,75, Hafer inl.
225, ausl. 23—24, Braugerſte, badiſche, heſſiſche und württember=
20—25,50, pfälziſche 26—26,50, Futtergerſte 20—22, Mais mit Sack
Uodeutſches Weizenmehl, Spezial Null, 33, ſüddeutſches
Noggen=
ſe nach Ausmahlung, 29—31,75, Weizenkleie 13,75. Im Ciſ=
Ge=
war ſeeſchwimmende Ware eif Rotterdam engeboten, Manitoba III
SG, Kanſas II mit 12 und Baruſſo, 78 Kg., mit 11.40 Hfl.
Frankfurter Produktenbericht vom 13. Dezember. Die Frankfurter
Eldebörſe lag ruhig bei faſt unveränderten Preiſen. Weizenmehl
EEllweiſe um 25 Pfg. nach. Es notierten je 100 Kilo: Weizen 22.60,
BEN 22, Sommergerſte 23,.75—24, Hafer 22.75—23.25, Mais 22.25,
REumehl 32.25—33, Roggenmehl 29.25—30, Weizenkleie 13.75—13.85,
genkleie 14.25—14.50.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 13. Dezember.
Zu Beginn der heutigen Börſe machte ſich wieder eine größere
Un=
ſicherheit und Zurückhaltung bemerkbar, da der Markt von ungünſtig
laudenden Meldungen nachteilig beeinflußt wurde. Vor allem drückte
der uregelmäßige Verlauf der geſtrigen New Yorker Börſe und der
wieder angeſpanntere Geldmarkt am hieſigen Platze ſtark auf die
Stim=
mung. Auch die undurchſichtige Lage in Lugano und das Anſteigen der
Arbeitsloſigkeit im Reiche blieben nicht ohne Wirkung. Das Fehlen
von Auslandsorders und der Bankkundſchaft, die ſich infolge der
unſiche=
ren Lage vollommen vom Geſchäft fernhält, hatten einen
geſchäftshem=
menden Einfluß zur Folge. Die Spekulation ſchritt in verſtärktem Maße
zu Abgaben und das herauskommende Material fand nur bei Verluſten
bis zu 2 Prozent Aufnahme. Die allgemeine Tendenz war ſchwächer
und das Geſchäft bewegte ſich in kleinſtem Rahmen. Beſonders ſtark
an=
geboten waren am Elektromarkt Siemens mit minus 4 Prozent und
Schuckert mit minus 3 Prozent. Auch J. G. Farben eröffneten 2¼
Pro=
zent niedriger. Montanwerte faſt ohne Umſätze. Am Bankenmarkt
be=
ſtand für Diskontogeſellſchaft bei etwas gebeſſertem Kurs einiges
In=
tereſſe. Die übrigen Bankwerte waren angeboten, doch gingen die
Kurs=
rückgänge kaum über 1 Prozent hinaus. Schiffahrtswerte bis 2¾
Pro=
zent niedriger. Am Automarkt Daimler vernachläſſigt, NSU. dagegen
erneut 1 Prozent gebeſſert. In Reaktion der letzttägigen Steigerung
waren Dt. Linoleum auf Realiſationen angeboten und 3½ Prozent
nied=
riger. Gut behauptet waren Südd. Zucker und Scheideanſtalt. Die
Ren=
tenmärkte lagen ſtill. Nur Dt. Anleihen mit Option konnten einiges
Intereſſe auf ſich lenken. Anatolier angeboten und etwas ſchwächer.
Im Verlaufe ſchritt die Spekulation, veranlaßt durch Eintreffen
eimiger Orders von außenher, zu Deckungen, ſo daß ſich das
Kurs=
niveau allgemein etwas beſſern konnte. Auch wurde die Stimmung
zu=
verſichtlicher, da die Börſe von neueren Meldungen aus Lugano günſtig
beeinflußt wurde. Die Tendenz nahm ein freundliches Ausſehen an.
Verſtärktes Intereſſe beſtand am Elektromarkt für Schuckert mit plus
3 Prozent. Auch die übrigen Elektropapiere konnten daraufhin etwas
anziehen. Sonſt blieb im allgemeinen das Geſchäft klein. Am
Geld=
markt war Tagesgeld zu 7 Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt
nannte man Mark gegen Dollar 4,1953, gegen Pfunde 2,354, London=
Kabel 4,8518, Paris 124,15, Mailand 92,64, Madrid 29,90, Holland
12075/g.
An der Abendbörſe blieb die Stimmumg luſtlos bei minimaler
Umſatztätigkeit. Unter dem Druck der großen Geſchäftsſtille neigte die
Tendenz weiter zur Schwäche, und gegen den Verliner Schluß waren
meiſt neue kl iie Abbröckelungen zu verzeihen. Bei einer Neihe von
Papieren kam eine amtliche Notiz mangels Intereſſes zunächſt nicht
zuſtande.
Berlin, 13. Dez.
Die Börſe eröffnete heute ausgeſprochen luſtlos und durchweg
ab=
geſchwächt. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe waren verſchiedene
Groß=
banken mit größeren Käufen am Markt, ſo daß die Stimmung
allge=
mein etwas freundlicher wurde. Im Verlaufe war die Tendenz
freund=
lich, da am Geldmarkt eine leichte Entſpannung eintrat. Die Spekulation
ſchritt zu größeren Deckungskäufen und teilweiſe auch zu
Neuanſchaf=
fungen. Das Geſchäft konzentrierte ſich jedoch, wie üblich, auf einige
Spezialwerte und auf den Elektromarkt. Die Börſe ſchloß in durchweg
ſchwächerer Haltung. Nachbörslich wurden nur noch vereinzelte Umſätze
getätigt.
12 12 113. 12.
112. 12 113. 12.
A. E. G.
195 25 1194,75 Hirſch Kupfer.
136.5 136 —
Augsb.=Nürnb. Maſch. / 97.25 95.25 Höſch Eiſen
4126.5
62.
Baſalt.
63.—
Hohenlohe Werke . ./ 82.5
83.
Bergmann.
238 75 237.75 Kahla Porzellan. /119 75 1118.75
Berl. Karlsruhe Ind. 72.25 71.25 Kali Aſchersleben
le82.
282.—
283.5 1284.—
Berl. Hand.=Geſ.
„ Salzdetfurth . 1507.5 1502,5
Braunkohl. Briketts / 162.25 1162.5
We eregeln . . /284.— 1282.5
Bremer=Wolle",
224.5 (e27.—
Lindes Eismaſch. . f172.— 1171.75
291.— 1281.—
Danatbank ..
L. Loewe & Co.
1245.5 1243.5
770.— 1170.—
Deutſche Bank.
Lingel Schuh.
47.5 45.—
Mannesmann Rölre
Diskontogeſ.
160.— 1160.5
123.75 123 5
171.8751171.5 Niederlauſitzer Kohlet156 25 1157.—
Dresdner Bank
Deutſche Maſchinen. / 47.75 47.—
Vordd. Loy
1139 125/138.5
Deutſche Erdöl.
137. 138.5 Orenſtein
1101.75 1100 25
Polyphon
Deutſche Petroleum / 85.—
1466.— 1457.5
86.—
Dynamit Nobel
127.5 (125.75 Rütgerswerke
1105.— 1104.75
Elektr. Lieferung =
Sachſenwerke.
185.25 182.
134.75 1133.5
268 5 (263.25 Siemens Glas
J. G. Farben
1140.— 1139.—
Gelſenk. Berg.
120.75 120.1251 Ver. Glanzſtoff.
(548.— 1545.—
Ver. Stahlwerke
G. f. elektr. Untern. 270.— 1268.5
93.— 1 92.5
45.— 45.— Volkſtedter Porzellanl 58.—
Han. Maſch.=Egeſt.
H8.—
178.— 1177.—
HanſaDampft
Wanderer Werke. . f114.— 1113.5
142.— 1141.—
Wiiſner Metall
Hapag.
1158.— 1157.—
Harpner
132.125/133.75 Wittener Gußſtahl. / 47.5 45.—
Hemoor Zement . . 1279.75 1279.25
Deviſenmarkk.
Helſingfors..
Wien.
Prag.
Budapeſt..
Sofia.
Holland".
Oslo.
Kopenhagen.
Stockholm
London
Buenos Aires
New York.."
Zelgien...
vieymartie.
Darmſtädter Viehmarkt vom 13. Dezember. Aufgetrieben waren
12 Ochſen, 166 Kälber, 15 Schafe, 2 Ziegen. Die Preiſe ſtellten ſich für
Kälber a 64—70, b 57—63, c 50—56, für Schafe 38—42 Pfg. pro Pfund.
Marktverlauf: geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 13. Dezember. Zum Mannheimer
Kleinviehmarkt waren aufgetrieben und wurden die 50 Kg.
Lebend=
gewicht je nach Klaſſe gehandelt: 139 Kälber 60—76, 14 Schafe 46—48,
77 Schweine 72—79, 547 Ferkel und Läufer, Ferkel bis vier Wochen 13
bis 18, über vier Wochen 20—28, Läufer 34—38. Marktverlauf: Kälber
aittelmäßig, geräumt; Schweine ruhig, Ferkel und Läufer mittelmäßig.
Frankfurter Viehmarkt vom 13. Dezember. Aufgetrieben waren:
1521 Kälber, 736 Schafe und 593 Schweine. Der Auftrieb war um 977
Kälber und 486 Schafe größer und um 4587 Schweine geringer als zum
letzten Großviehmarkt. Kälber waren im Preiſe um 2—4 Mark höher,
Schweine um 1—2 Mark niedriger notiert. Marktverlauf: Kälber und
Schafe rege, ausveckauft. Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht: Kälber
70—75, 65—69, d 58—64, Schafe a1 45—50, b 40—44, c 30—39,
Schweine b 73—76, c 74—77, d 74—78. Fleiſchgroßhandelspreiſe:
Ochſen=
fleiſch I 85—90, IT 70—80, Bullenfleiſch 78—83, Kuhfleiſch II 50—60,
III 30—50, Kalbfleiſch I 100—110, IT 90—100, Hammelfleiſch 90—98,
Schweinfleiſch I 90—96, Gefrierfleiſch (Rindfleiſch) Vorderviertel 52,
Hinterviertel 58. Geſchäftsgang lebhaft.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* Chicago, 13. Dezember. (Priv.=Tel.)
Weizen: Anfangs zogen die Preiſe etwas an, da öſtliche und
nord=
öſtliche Firmen Käufe vornahmen und die Exporteure Kaufluſt zeigten.
Später ſetzten teilweiſe Realiſationen ein.
Mais: Der Markt nahm in der Hauptſache einen ſtetigen Verlauf
auf befriedigende Export= und Lokonachfrage. Gegen Schluß wurde
aller=
dings die Haltung ſchwächer.
Roggen: Für Dezembecware zeigte ſich gute Nachfvage. Außerdem
regten die Wetterberichte an.
Hafer: Mäßige Zufuhren und die Feſtigkeit des Lokomarktes
ſtimu=
lierten anfangs, doch wurde gegen Schluß die Tendenz ſchwächer.
* New York, 13. Dezember. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Heute waren betrüichtliche Preisſchwankungen zu
beoh=
achten Anfangs gaben die ſtetigen ausländiſchen Kabel Anlaß zu
Deckungskäufen. Dann ſetzte ein Preisrückgang ein auf Verkäufe
ſüd=
licher Firmen. Auf dem ermäßigten Nivean tätigten dann Handel und
beſonders die Spekulation Deckungen.
Kaffee: Heute konnten die Preiſe etwas anziehen auf Deckungen
lokaler und europäiſcher Firmen angeſichts der ſtetigen braſilianiſchen
Kabel.
Zucker: Linuidationen und europäiſche Abgaben drückten anfangs
die Preiſe etwas herab. Dann trat ein Tendenzwechſel ein, da ſich
ſpä=
ter vermehrtes Deckungsbedürfnis zeigse.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 13. Dez.:
Getreide. Weizen: Dez. 116½, März 119½, Mai 1217;
Mais: Dez. 82½,, März 86½, Mai 89½; Hafer: Dez. 48½, März
48½, Mai 488; Roggen: Dez. 101½, März 102, Mai 106½.
Schmalz: Dez. 11,00, Jan. 11,60, Febr. 11,70, März 11,87½,
Mai 12.11½.
Fleiſch. Rippen: Dez. 10,35, Jan. 10,60, Mai 11,20; Speck,
loko 10,50, leichte Schweine 8,25—8,65, ſchwere Schweine 8,40
bis 8,70; Schweinezufuhren: Chicago 35000, im Weſten 135 000.
Baumwolle: Dezember 19,80, Januar 19,80.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 13. Dez.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 157½, Hartwinter 13358: Mais,
neu angek. Ernte 98½; Mehl, ſpring wheat clears 5,60—5,90;
Fracht: nach England 3—4 Schilling, nach dem Kontinent 16 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 11,75; Talg, extra, loſe 9½.
Kakav. Tendenz: kaum ſtetig; Umſatz in Lots: 190; Loko:
10½: Januar 10,21, Februar 10,24, März 10,33, April 10,27,
Mai 10,58, Juni 10,72, Juli und Auguſt 10,80, Sept. 11,12.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Die erſte Montecarini=Notiz in Berlin und Frankfurt wurde geſtern
vorgenoyrmen. Damit hat man an dem urſprünglich in Ausſicht
genom=
menen Termin feſtgehalten. Geſtern iſt zunächſt nur ein Kaſſekurs
feſt=
geſtellt worden. Heute wird mit dem variablen Handel begonnen werden.
Der Roheiſenverband hat den Verkauf für den Monat Januar 1929
zu unveränderten Preiſen aufgenonmen. Auch die
Zahlungsbedingun=
gen habe keine Veränderung erfahren.
Dieſer Tage kamen in Frankfurt a. M. die Verhandluugen der
deut=
ſchen und ausländiſchen Automobilreifenfabriken mit den Reifenhändlern
zum Abſchluß, die auf eine Bereinigung des Reifenhandels
hinaus=
laufen. Vorgeſehen iſt etwa die Halbierung der autoriſierten Reifen=
Wiederverkäufer. Sodann erfolgten feſte Preisabſprachen.
In der A. R.=Sitzung der Metallgeſellſchaft A.G. wurde beſchloſſen,
der G.V. vorzuſchlagen, aus einen nach regulären Abſchreibungen von
1921 141,65 und nach Abſchreibung des geſamten Disagios ſowie der
Speſen auf die im Mai aufgenommene L=Anleihe mit 942 683,45 RM.
verbleibenden Reingewinn von 6 352 097,14 RMM., eine Dividende von
8 Prozent auf 55 000 000 NM. Stammaktien zu verteilen.
Nachdem Ende der vorigen Woche bereits auf der Kruppſchen Grube
„Konkordia” bei Dermbach der Betrieb wieder aufgenommen wurde,
hat vorgeſtern auch die bekannte Eiſenſteingrube „Bindweide” ihre Tore
geöffnet.
Frankfurter Kursbericht vom 13. Dezember 1928.
6% Dtſche.
Reichs=
anleibe von 192
80 Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bay Freiſtaat
von 1927.
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
%⁄
ThüringerFrei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe.
8% Bad.=Bad.v. 26
60 Berlin v. 24..
8½ Darmſtadt v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
7% Mainz v. 26..
8% Mannh. v. 26.
8% Nürnberev 20
8½ Bert Hyp.;B1
6% Frkf. Hyp.Bk.
Pfhr.
20 Heſt. Landesb!
*3
7% Kom
Landes=
bank Darmſtadt
68
8% Mein.Onv. B
8½ Pfälz. Hyp.B!
3½ Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . .
87.5
78.5
79.5
83.5
52.9
14.35
6.45
94.5
79
93
94
97.5
97.5
97.5
97.25
88
85
93.8
84.5
81
98
24.5
97
3½ Rhein.Hyp.=B!
O Rhein.=Weſtf=
Bd.=Credit .....
3½ Südd. Bod.-
Cred.=Bank".
8% Württ. Hyp.=B
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*Ausl. Ser.
Ser, I.
6% Daimler Benz
von 27.
3% Klöckner=Werke
Berlin v. 26. ..
7% Mainkrw.v. 26.
% Ver. Stahlivke
mit Opt. v. 20.
8% Voigtck Häffner
von 26
6% Bo8n. L. E. B.
v. 1914 ........"
4‟.% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914 ..
42 Oſt. Goldrente
41/,% Rum Gold
von 1913
4% Türt Admin.
1.Badgad
4%
Zollanl.
4%
41/,% 1913 Ungarn
41/, % 1914
1½ Ung Goldr
Aktien
Mutg. Dt. Creditanſt
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ
Comm. u. Privatb.
97.75
97.5
A
95
51‟,
66.5
74.75
92.5
85.5
94
40-1,
19
137.75
79
285
94
Darmſt. n. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...
Eff.=u. Wechſel=
bank ..
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bank..
Frankf. Bank.
.
„ Hyv.=B?.
„ Pfdbr=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Banf.
Metallbank.
Mitteld Creditbl.
Nürnb. Vereinsb
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Ban
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbl
„ Hyp.=Bank
Süidd. Bob.=Cr. Bk.
Wiener Banlverein
A.-G. . Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge
Hapag.
Nordd. Llohd
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ
Aecum. Berlin
Adlerw. (v. Kleher)
6% AEG Vorzug
AEG. Stamm
Baſt Nürnberg
Bergm. El. Werke
Brolon BroverickCie
Brüning & Sohn.
290.5
169.5
25
101
160.5
170.25
117.5
43.5
153
139.2*
139
212
160
34.45
59.5
336
125.25
214.75
177
167.75
140.25
138
122
89.5
89.5
8½.5
193.5
153
121
Buderus Eiſen
Cemen Heidelberg
Karlſtadt
Chem.Werke Albert
Fabrik Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh Berlin.
Erdöl
Golb= u. Silb.=Anſtalt.
Linoleumwerk.
Eichbaum, Brauer
Elektr. Licht u Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnere
Faber, Joh. Bleiſt
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter).
Frift. Gas
6of
Geiling & Cte.
Gelſen! Bergwerkl=
Geſ. eleftr. Un
ternehmungen
(Boldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
datenmühle Frkfi.
Hammerſen /O3n.
Darpener Wergbau/
Henninger. Kempf.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm./
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen
Holzmann. Bhil. . .
135
175
84
83.75
146
76.75
137
187
345
315
256
184
202
223
38.5
263. 25
92.5
143
91.5
20.5
266.5
98
117.2
71
133
183
89
04
137
104
35.75
Holzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Fung hans Stamm
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurtb.
Weſteregeln
Kammgarnſpinn .
Karſtadt. R.
Kiein Schanzl .. .
Klöcknerwerke .. . ."
Kraftw Alt=Württ.
Lahmener & Co.
Lech Augsburg.
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt
Maintr.-98 Höchſt.
Mainz. Akt.=Br....
Mannesm Möhren
Mansfeld. Bergb.
Marg=Werke
Muallgeſ. Frankft.
Miag Mühlenbau
Motorenfh Darmſt.
Reckar). Fahrzeug.
Nicolay. Hofbr
Oberbedar
Oſterr. AlpineMon.
Otavi Minen
Beteis Union Fr
Phönt; Bergbau
Reiniger. Gebh
Rh. Braunfohlen
Eleftr. Stamn
Stanlwverke
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke ... .
234
115.75
87
282
283
248.5
08
103.5
182.5
111
324
18
123
269
122.25
110.5
102.5
190.5
137.75
61
28
165
410
61.25
105
87.5
112.5
275.25
177
137.
198
125
05
Schachtleben A.G.,
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel
Schucker: Elektr.. .
Schwarz Storchen.
Siem Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Strohſtoff. Ver..
Tellut Bergbau.
Thür. Lief.=Geſ
Tucher=Brauerei
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Ber).
Zeithwerle
Ver. f. Cbem. Ind
Gummtfabri
Berlin=Frankf
Laurahütte.
Stahlwerfe
Ultramarin.
Zellſt. Berlin.
Vogtländ. Maſchin
Voigt & Haeſſner
Wanß & Freytag.
Wegelin, Rußfabril
Werger Brauerei.
Zellſtoff. Aſcha ffbg.
Memel. .
Waldho
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung
Frkft. Allg. Verſ.=G
Frankona Rück= u.
Mitv. . . .
Nannh. Verſich. .
J
354
128
16
261.5
177
137
427.5
91
156
262
118.5
105.25
108
28
91
155
128
212
135
138
1020
[ ← ][ ][ → ]Seite 18
Freitag, den 14 Dezember 1928
Nummer 347
Palast-Lichtspiele
Grafenstraße
Mur noch heute
Teatfs del Wasinng
Lustspiel in 6 Akten mit Monty Banks
und
6 Akte von Liebe und Spionage
Heute, morgen und Sonntag:
Der Wergühven
mit Nieolai Kolin, Abenteuer in 6 Akten und
drei Erdteilen — und
Orientzauben
6 Akte, Haß und Liebe unter tropischer
Sonne
Für Jugendliche verboten.
Anfang 3½. Uhr.
IV. 20208
Ab heute:
HARRY LIEDKE, RENIA DESNI in.
Ein Mädel aus dem Volke
(Kaiser Josef und die Schusterstochter)
Wiener Volksstück in 6 Akten
Nacht der
mit Ronald Colman und Vilma Banky.
Alt-
spanische Romanze in 6 Akten.
Beginn 31, Uhr.
I.
OALHLUM
Nur noch heute und morgen:
Der grandiose Lacherfolg:
Bäillewuſtsch
nebst erstkl. Ensemble
Der Stolz
der 3. Kompagnie
Ein lustiges Spiel aus vergangenen
Tagen. — Vorher.
ADer schöne Wikhelm
2 Schlager zum Gesunc-Lachen
Volkstumliche Preise
Dazu die der Handlung angepaßte
Stimmungs-Mus k
Karten de Wagl Rheinstraße 74
Verkchrsbüro. Anfg. 8½ Uhr. (2.195
Ziener Kronensraukeller.
Morgen Samstag
Hoinkäcnsteter
der
Kriegerkameradſchaft
Germania
Theater — Tombola — Tanz.
Eintritt 30 Pfg.
Eintritt 30 Pfg.
Ende 1 Uhr.
Anfang 7 Uhr.
Der Vorſtand
Resttedeerteestent
3
Holangverein „Liederhalle"
Darmstadt
Gegr. 1886. Chormeister G. Fuchs.
Samstag den 15. Dezember,
abends 8 Uhr,
Großes Haus 20—22 Uhr
Hessisches
Landestheater
Freitag,
14. Dezember
KleinesHaus
Café Rheingold
Freitag, den 14. Dezember
Konzert Tanz
Ath. Sportverein 1898
Darmſtadt.
Weihnachtsfeier
im Perkeo, Alexanderſtraße
Samstag, den 15. Dezemb., abds. 8 UFr.
Es ladet herzlicht ein
Der Vorſtand
Weihnachten und
Neujahr
an der Bergstraße
im 300 Jahre alten,
neu eingerichteten
im Mathildenhöhsaal, Dieburgerstr. 26
weikiächsterer.
I. und II. Tefl:
Tbeater, musik. 1. gesangl. Vorträg
HI. Tefl:
TANZ
Aotel „Zur Krone"
Auerhach-Hessen
Penſionspreis einſchließlich
Bedienung bei beſter und
reichlichſter Verpfegung
6 RM. bei vier und mehr
Tage, lonſt 7 RM. (20151
Weihnachts- und
Sitvester-Feiern.
Neue Leitung:
Georg Motſchenbacher
2 Freunde u. Gönner des Vereins eind
20150
herzlichst eingeladen.
Der Vorstand.
3
Freitag und Samstag
Metzelsuppe=
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Saalbauſtraf
TaottA
Sd AllLtttäS
Weihnachts=Sonderangebot.
Gesohenkbände Salon-Husik
Sang und Klang
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(20191
Roman von Paul Hain.
Copyright 1925 by Verlag Oskar Meiſter, Werdau.
(Nachdruck verboten.)
und ſo ſtand ſie am Vormittag Wittegaſt gegenüber. Blaßz
die Augen umſchleiert — müde in der Haltung. Aber der
Ge=
anke an den Geliebten gab ihr Mut und Entſchloſſenheit. Sie
zar bereit, alles zu geſtehen — ſie ahnte, Wittegaſt würde ſie
erſtehen. Und er hatte ein Recht, alles zu wiſſen, wenn ſie ſeine
ilfe forderte.
Wittegaſt merkte, wie ſchwer ihr das erſte Wort fiel. Mit
em feinen Inſtinkt eines ſenſiblen, kultivierten Menſchen erriet
r auch, daß hier etwas beſonderes war, mit dem Hanni
Berg=
iann an ihn herantrat.
„Bitte — nehmen Sie doch Platz,” ſagte er herzlich. „Sie
aten mich um ein — privates Geſpräch. Dabei ſitzt man beſſer.
nd — nun denken Sie daran, daß Sie nicht zu Ihrem Chef,
undern — zu einem guten Freunde ſprechen.”
Da begann Hanni. Gleichmäßig — ohne innere Erregung
erzählte ſie, wie ſie ſelbſt — zur Diebin geworden war. Sie
erſchönerte nichts, vergröberte nichts, ſie berichtete nur
Tatſäch=
ches. Aber aus den ſachlich=klaren Worten hörte Wittegaſt
ennoch heraus, wie ſchmerzhaft Hanni ihre Tat damals
empfun=
en haben mußte und wie nur eine tiefe, verborgene
Verzweif=
uug ſie dazu getrieben haben konnte. Die Liebe zur Mutter
atte ſie einfach gezwungen, etwas zu tun, was ihrer Seele
emd joar.
Er nickte ihr freundlich — ernſt zu, da Hanni nun eine
auſe in ihrer Erzählung machte. Er verſtand ſie ja ſo gut. Er
nnte ſie nicht verurteilen. Es war ſchon — im tiefſten — recht
), was ſie getan hatte.
„Aber — die Kaſſe ſtimmte doch,” ſagte er ermunternd, als
as Schlveigen zu lange dauerte
Da rötete ſich ihr Geſicht. Nun — nun kam ja wohl das
chlimmſte in ihrer Beichte. Das anzuhören, ihm Schmerz
rreiten mußte. Denn nun mußte ſie ſich zu ihrer Liebe
be=
nnen!
Zögernd fuhr ſie fort:
„Ja — die Kaſſe ſtimmte. Aber dafür — ſtimmte, ſie wo
iders nicht. Und der tückiſche Zufall warf alle klugen
Ueber=
gungen über den Haufen. Ich brauchte wohl nicht zu ſagen,
iß ich nicht ſinnlos das Geld an mich genommen hatte, ſondern
ich von vornherein bedachte, wie ich es wieder erſetzen konnte.”
„Und — und — wie dachten Sie ſich das?”
Er blickte an ihr voibei durch das Fenſter. Er, wollte ſie
icht irritieren. Ohne Scheu ſollte ſie ſprechen können. Sie
erkte ſeine Abſicht und war, ihm dankbar dafür. Und leiſe
ithüllte ſie nun das Geheimnis ihrer Liebe vor ihm und ſprach
m Hugo Wendler, der für Sie zum Dieb geworden war und
ibei ſeine Karriere aufs Spiel ſetzte. Ihr Mund wurde beredt,
s ſie ſeine Perſönlichkeit ſchilderte, von ſeinen Zukunftsplänen
rach und von der Verpflichtung gegenüber der Bank, die er zu
erfüllen hatte. Ihre Stimme hatte den alten ſchwingenden,
weichen Klang, den Wittegaſt ſo ſehr liebte.
Er hörte — und hörte —. Und er fühlte, wie ſein Herz zuckte.
Alſo — für ihn ſprach ſie! Für den Geliebten! Für ſich ſelbſt
— hatte ſie geſchwiegen. O — er ahnte wohl, warum! Aber er
konnte ihr auch deswegen nicht zürnen. Er verſtand ſie auch
hierin nur zu gut.
Nur das dumme Herz — es ſchlug ſo heiß.
Und nun — ſollte er ihrem Geliebten helfen. Sollte das
Geld vorſtrecken, damit er ſeine Schuld bezahlen und —
weg=
fahren konnte.
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2.Veredelt durch sochgemöße Mischungen.
ZTäglich frisch gebrennt in eiener modernſter
Röstanlege.
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ALuDwISSTA.8 und Eckr KaSiMo-steichsraasse
Wegfahren! Nach Barcelona!
Aber — er würde ja wiederkommen!
Er hatte den Kopf ſinken laſſen. Hanni hatte aufgehört, zu
ſprechen. Er merkte es kaum.
Ja — er würde wiederkommen! Und Hanni würde immer
ihm gehören!
Da klang ihre Stimme gegen ſein Ohr. Flehend — wie er
ſie nie gehört hatte. Es riß an ſeine Sinne.
„Herr Wittegaſt — um meiner Mutter willen — um eines
Menſchen willen, der ſeiner Liebe wegen eine Dummheit beging
— helfen Sie!”
Da ſah er hoch.
Ihre Augen begegneten ſich. Wie dieſe blauen, glänzenden
Augen bitten konnten! Eine Welt von Hoffnung war darin. Und
noch etwas anderes. Oder ſchien es ihm nur ſo? War da
wirk=
lich ein wärmeres Leuchten, das — auch ihm gelten konnte? Eine
lautloſe Zärtlichkeit, die die Dankbarkeit ihm ſchon im voraus
ſchenkte? Und eine ſtumme, rührende Bitte: Ich liebe nun doch
den andern — was kann ich dafür, daß ich Ihnen nicht mehr
geben darf als herzliches Mitleid.
Ja — das alles war in dieſem Blick.
Da reckte er ſich in den Schultern.
Seite 19
„Fräulein Bergmann — natürlich helfe ich Ihnen — und —
und Herrn Wendler —,
Ihre Augen leuchteten auf. Unwillkürlich griffen ihre Hände
nach vorn, berührten Wittegaſts Hände — er hielt ſie behutſam
feſt und ſie rührten ſich nicht unter ſeinem Griff. Und plötzlich
zog er ſie an die Lippen und küßte ſie heiß. Hanni zuckte
zu=
ſammen — aber ſie hielt ſtill. Ihre Augen ſchloſſen ſich.
Da ließ Wittegaſt die feinen, ſchlanken Mädchenhände los.
„Verzeihen Sie —
Sie öffnete die Augen. Lächelte verſöhnlich. Leiſe ſagte ſie:
„Und doch müßte ich Ihnen die Hände küſſen —
Er blickte beiſeite.
„Um — Ihres Freundes — willen"=
„Weil Sie — gut ſind, Herr Wittegaſt.”
„Bin ich das?"
„Doch! Aber das — habe ich ſchon lange gewußt.”
Sie ſah ihn feſt an. Er nickte leicht. Und nun verlor auch
fein Geſicht den leiſen Zug heimlicher Bitterkeit.
„Alſo — erledigen wir den Reſt.”
Er zog das Scheckbuch aus der Taſche und füllte ſchnell ein
Blatt aus, das er Hanni hinreichte.
Bitte — die Summe wird genügen, denke ich.”
Hanni blickte überraſcht auf den Scheck.
„Das — iſt ja — zuviel —
„O nein — es wird gerade reichen. Er braucht, wenn er
da=
von ſeine Schuld bezahlt hat, doch immerhin eine kleine Summe,
um nach Spanien zu gelangen, und er muß damit rechnen, daß
nicht alles gleich ſo klappt, wie er es ſich wohl wünſcht.”
„Ja — ja — gewiß —.
„Sehen Sie! Iſt er erſt dort, erreicht ihn die Hilfe nicht ſo
ſchnell, wenn er ſie braucht.”
„Und — und wie lange — wollen Sie ihm dieſen Betrag
leihen?”
Wittegaſt blickte Hanni kühl=ruhig an.
„Fräulein Bergmann — Sie haben Vertrauen zu ihm —
alſo habe ich es auch. Sonſt — täte ich dieſes nicht. Es bedarf
alſo auch keines Schuldſcheins — und keiner beſonderen
Ab=
machung wegen der Rückzahlung. Kommt Herr Wendler draußen
zu etwas, ſo wird er mir auch die Summe wiedergeben — und,
man muß ja auch an dieſe Möglichkeit denken —, kommt er zu
nichts, ſo iſt ja jede Abmachung nur ein papierner Beſchluß. Ich
kann den Verluſt ſchon verſchmerzen.”
„Wie — ſoll ich Ihnen danken, Herr Wittegaſt.”
Hanni fühlte ſich wie von einer ſchweren Laſt befreit. Sie
atmete tief auf.
Wittegaſt lächelte fein.
„Es iſt nichts zu danken, Fräulein Bergmann. Man iſt eben
einmal — Menſch unter Menſchen geweſen. Das iſt alles. Und
mir ſelbſt iſt es ein ſchönes Gefühl, Ihnen, Fräulein Hanni, einen
Stein vom Herzen genommen zu haben. Bleiben Sie mir auch
weiterhin, ſo lange es eben noch geht, treu, und — ein lieber
Arbeitskamerad. Das wäre mir Dank genug.”
(Fortſetzung folgt.)
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deshalß
Marktplatz
DARMSTADT
Marktstraße
20200
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Rudolf Dechkart, Kaufmann in Darmſtadt,
Pankratius=
ſtraße 14½, im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 5. Februar 1929, nachmittags 3‟, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 201, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 6. Februar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht
der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(18559a
Darmſtadt, den 3. November 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtüchs:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band VIII, Blatt 423
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm Betrag der
Schätzung
T 534 Hofreite Nr. 7 Hinkel=
296 2000 RM.
gaſſe
Beiannrmachung.
Die für heute in der Kirſchenallee
Nr. 30 angeſetzte Verſteigerung findet
nicht ſtett.
Darmſtadt, 14. Dezember 1928.
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Grund der Reichsverdingungsordnung
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ſchloß, IV. Stock, eingeſehen und die
zu ganz endrm Angebotsvordrucke von dort abgehol
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