Darmstädter Tagblatt 1928


02. Dezember 1928

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiiche iAuffrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesfpiegel in Bild und Wort
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Nummer 335
Sonntag, den 2. Dezember 1928.
191. Jahrgang

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ſtädter und Naiſonalbantk.

Por der Entſcheidung im Eiſen=Konflikt.

Die lehte Bermitklungsmöglichkeit.
Severings Akkion fteht und fällt mit der Entſchei=
dung
der Freien Gewerkſchaffen. Zie polikiſchen
Folgen einer geſcheikerken Akkion.
* Am Sonntag abend 8 Uhr läuft die Friſt ab, die ſich die
Freien Gewerkſchaften erbeten haben, um ihre endgültige Ent=
ſcheidung
über die Vermittlungsaktion Severings zu treffen. Auch
die politiſche Sozialdemokratie ſcheint des Erfolges keineswegs
ſicher zu ſein; jedenfalls hält ſie ſich ſehr zurück, damit nach bei=
den
Seiten die Tür offen bleibt, und nur indirekt wagt man den
Gewerkſchaften klar zu machen, daß eine Abſage jetzt nicht nur
die geſchloſſene Front der Arbeiter ſprengen und damit die Aus=
ſichten
auf Erfolge weſentlich ſchmälern würde, ſondern daß auch
alle außerhalb der Freien Gewerkſchaften ſtehenden Schichten
dann die volle Verantwortung für die weitere Entwicklung den=
jenigen
zuſchieben würden, die das letzte Vermittlungsangebot
abgelehnt haben. Trotzdem aber bleibt die offizielle Parole, daß
die Partei ſich dem Entſchluß der Gewerkſchaften fügen und an=
ſchließen
würde. Wir haben auf die politiſchen Folgen, die ent=
tehen
müſſen, bereits hingewieſen. Es iſt unverſtändlich, wie ein
Reichskanzler, der von ſeiner eigenen Partei in einer ſo wichtigen
Frage im Stich gelaſſen wird, noch die nötige Autorität beſitzen
oll, um ſich im Kabinett oder gar innerhalb der Koalition durch=
uſetzen
. Es wäre eigentlich nur ſelbſtverſtändlich, wenn Her=
nann
Müller auf eine Abſage der Gewerkſchaften hin ſein Rück=
rittsgeſuch
einreichte. Er ſelbſt ſcheint dieſe Folge als zwangs=
äufig
vorerſt noch nicht einzuſehen, jedenfalls wird aus der
Keichskanzlei heraus die Parole ausgegeben, daß es ſich bei dem
Schritt des Kanzlers nur um einen Verſuch handelt, eine Wirt=
chaftskriſe
zu bereinigen, und daß nicht einzuſehen ſei, wie dar=
us
politiſche Folgen entſtehen könnten. Mag ſein, daß der Kanz=
er
das wirklich glaubt. Wenn es aber erſt einmal ſoweit iſt,
ann werden die Dinge, ſo ſtark ſein, daß eben mit dieſer an
einen eigenen Parteifreunden geſcheiterten Vermittlungsaktion
ann ein großes Stück ſeines Preſtiges verloren geht.
Von den Koalitionsverhandlungen, die ja eigentlich am Frei=
ag
weitergehen ſollten, iſt nicht einmal mehr geſprochen worden.
Sie waren durch den Einſpruch der Volkspartei unmöglich ge=
vorden
. Aber auch die anderen Regierungsparteien haben nicht
inmal daran zu erinnern gewagt und ſind damit einverſtanden
eweſen, daß der Kanzler ſtillſchweigend eine längere Pauſe ein=
hob
. Kommt es am Sonntag abend dazu, daß Herr Severing
ndgültig als Schiedsrichter beſtellt wird, dann iſt der aktuelle
Inlaß, der den Koalitionsverhandlungen im Wege ſtand, aus=
eräumt
, und man kann wenigſtens den Verſuch machen, ſich
ber die anderen Fragen zu unterhalten. Lehnen allerdings die
Zewerkſchaften ab, dann hat es gar keinen Zweck, einen Verſuch
u machen, weil die Stellung des Kanzlers dann unhaltbar ge=
vorden
iſt. Vorläufig glauben aber der Kanzler und ſeine
freunde, daß die Argumente, die ſie den Gewerkſchaften unter=
reitet
haben, ſtark genug ſind, um bei den Gewerkſchaften durch=
uſchlagen
. Herr Severing ſelbſt ſcheint ſeine Aufgabe nicht leicht
Ju nehmen. Er wird vermutlich mindeſtens eine Woche brauchen,
m ſeinen Spruch zu fällen. In dem Augenblick aber, wo er ſie
ufnimmt, ſind die Vorausſetzungen dafür geſchaffen, daß die Das Zentrum lehne die beantragte Reform ab.
Zetriebe wieder geöffnet werden, ſo daß wir tatſächlich nach der Anhänger der Eheſcheidungsreform von der ſittlichen Verpflichtung lei=
Igemeinen Hoffnung am Vorabend des Friedensſchluſſes ſtehen, ten ließen, durch das Recht den erſchütternden Tatſachen des Lebens
Fine Erklärung des Arbeitgeberverbandes Rordweſt
Düſſeldorf, 1. Dezember.
Der Arbeitgeberverband Nordweſt teilt mit: Nachdem das
teichshabinett im Einvernehmen mit dem Regierungspräſiden= dienen. Die Neform müſſe ſich auf die Verbeſſerung des Verfahrens be=
en
Bergemann wegen der weitreichenden Auswrlungen des
Siſenkonflikts auf die deutſche Wirtſchaft Vertreter der Arbeit=
eber
und Gewerkſchaften zur Erörterung der Frage, ob und in
delchem Sinne ſich eine Vermittlungsaktion zur baldigen end= Frau niemals zum Heile gereichen. Gewiſſe Formen der Hyſterie oder
ültigen Erledigung des Eiſenkonflikts einleiten laſſe, nach Ber=
ſche
Pflicht gehalten, dieſem Rufe Folge zu leiſten. Sie ſtimm=
nmittelbaren
Verſtändigung zwiſchen den beiden Parteien ge=
oten
ſei, daß ſich beide Parteien der Autorität einer mit den
lirtſchaftlichen Verhältniſſen des Bezirks vertrauten Perſönlich=
Lit als neutralem Schiedsrichter fügten. Die Arbeitgeber glaub=
7, dieſe Stellungnahme um ſo mehr verantworten zu können,
Is nach Wunſch des Reichskabinetts der Schiedsrichter die von
es Bezirks vornehmen und zur Grundlage ſeiner Entſcheidung
tachen wird.
Auch in der ſchwierigen Frage der Auswahl dieſes Schieds=
ichters
haben die Arbeitgeber naheliegende Bedenken gegenüber
Ei Vorſchlag des Reichskabinetts, Herrn Reichsminiſter Seve=
m
/o mehr, als hierdurch erneut der Beweis erbracht wird, daß mitgeteilt: Verſchiedene deutſche Zeitungen ſprechen davon, daß
*e in der Oeffentlichkeit vielfach verbreitete Auſicht, der Arbeits=
Ellung war. Die Arbeitgeber verbleiben vielmehr durch die An= beabſichtigt werde, Dr. Schacht nicht als deutſches Mitglied des
Some des vom Reichskabinett gemachten Vorſchlags bei der
SS von ihnen verfolgten Linie, die ſtrittigen Arbeitsbedingungen
er Werke nur unter Berückſichtigung der Wirtſchaftslage des dungen und die daran geknüpften Kombinationen völlig aus der
Diſchweſtfäliſchen Bezirks geregelt zu ſehen.

Deutſcher Reichskag.
Die Ankräge zur Eheſcheidungsreform dem Ausſchuß

* Der Reichstag, der irgendwie ſeine Zeit totſchlagen muß,
hat ſich in den letzten Tagen mit verſchiedenen Anträgen über die
Reform der Ehefcheidung, über die Rechtsſtellung der Frau und
des außerehelichen Kindes befaßt, obwohl es ebenſogut möglich
geweſen wäre, dieſe ganzen Auseinanderſetzungen zurückzuſtellen,
bis eine von der Regierung angekündigte Vorlage dem Hauſe zu=
geht
. Da aber wichtiger Beratungsſtoff fehlte und die Tagung
ſich nicht nur aus Pauſen zuſammenſetzen kann, muß ja über
etwas geſprochen werden, und da iſt die Eheſcheidungsreform ein
weites Feld. Sehr viel herausgekommen iſt dabei natürlich nicht.
Von links her wird aus Gründen der Sittlichkeit, der Meniſchlich=
keit
und des Anſehens der Ehe eine gewiſſe Reform für notwen=
dig
gehalten, von rechts her wird im Gegenteil darauf hingewvie=
ſen
, daß jede ſolche Reform praktiſch zu Laſten der Frau und
der Kinder gehe. Die Anträge ſind dann ſchließlich an den Aus=
ſchuß
überwieſen worden, wo ſie wohl liegen bleiben werden, bis
der Reichsjuſtizminiſter ſeinen Entwurf im Kabinett eingebracht
hat und er dann dem Parlament zugehen kann. In der kommen=
den
Woche will der Reichstag ſich auf verſchiedene Interdellg=
tionen
hin mit der Notlage der Landwirtſchaft befaſſen, wozu
über hundert Anträge vorliegen. Das Reichskabinett hat am
Samstag mittag eine Beratung abgehalten, um die programma=
tiſchen
Erklärungen feſtzulegen, die der Reichsernährungsminiſter
Dietrich abgeben will. Sie lalfen in ihrer Tendenz darauf hinzus,
daß die Reichsregierung für den Ernſt der landwirtſchaftlichen
Kriſe weitgehendes Verſtändnis habe und bereit ſei, das von dem
vergangenen Kabinett aufgeſtellte Notprogramm im Rahmen des
finanziell Möglichen zu erweitern.

* Berlin, 1. Dezember. (Eigener Bericht.)
Im Reichstag wurde heute mittag 1 Uhr die geſtern abgebrochene
Debatte über die Eheſcheidung und die Rechtsſtellung des außerchelichen
Kindes fortgeſetzt.
Abg. Eglermann (Dem.) ſprach ſich im weſentlichen für die
ſozialdemokratiſchen Anträge aus. Gerade aus Gründen der Sittlichkeit,
Menſchlichkeit und des Anſehens der Ehe, ſowie aus Gründen des Staats=
wohles
ſei eine Verbeſſerung des Eheſcheidungsrechts unumgänglich not=
wendig
.
Abg. Hanemann (Dntl.) ſchlug vor, daß alle vorliegenden An=
träge
dem Rechtsausſchuß zu überweiſen ſeien. Im übrigen verwies er
auf die weltanſchaulichen Gegenſätze in der Regierungskoalition, die bei
der vorliegenden Materie wohl hart aufeinander ſtoßen würden.
Abg. Frau Weber (Ztr.) erkannte an, daß die jetzige Rechtsſtel=
lung
der Frau viele Härten und Ungerechtigkeiten enthalte. In der Frage
des Eheſcheidungsrechts ſei für das Zentrum nicht der Geſichtspunkt des
katholiſchen Dogmas entſcheidend, ſondern die Erkenntnis, daß die Grund=
lage
des Staates in der Familie und Einehe liege. Die angeregte Re=
form
werde zu einer Steigerung der Eheſcheidungen führen und einen
Schritt von der Einehe zur Kameradſchaftsehe bedeuten. Eine ſolche Re=
form
würde zu Laſten der Frauen und Kinder gehen. Die Anträge ſeien
geboren aus den mißlichen Verhältniſſen der Großſtadt. Dieſe Verhält=
niſſe
dürſten aber nicht für die kulturelle Geſetzgebung beſtimmend ſein.
Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) wies darauf hin, daß ſich die
Rechnung zu tragen. Die Rednerin forderte, daß die Ehefrau zu einer
eigenen Rechtsperſönlichkeit werde und auch die damit verbundenen
Pflichten und Verantwortungen trage. Die Frau müſſe endlich volle
Gleichberechtigung erhalten.
Abg. Dr. Jöriſſen (Wirtſchaftspartei) erklärte die gewünſchte
Eheſcheidungsreform würde nicht der Hebung von Moral und Sitte
ſchränken.
Abg. Dr. Emminger (Bayer. Vp.) unterſtützte alle Beſtrebungen,
die Stellung der Frauen bei Ehen mit Ausländern oder Staatenloſen
zu verbeſſern. Eine Aenderung des Eheſcheidungsrechts würde aber der
Geiſteskrankheit könne man als Scheidungsgrund anerkennen. Bei Ein=
in
berufen hatte, haben die Arbeitgeber es für eine ſelbſtver= führung der objektiven Zerrüttung als Scheidungsgrund würde in ſolchen
Fällen die unſchuldige Frau die Leidtragende ſein.
Abg. Frau Neuhaus (Ztr.) hielt eine Reform der Rechtsſtellung
en der Auffaſſung des Herrn Reichskanzlers dahin zu, daß es des unehelichen Kindes für notwendig. Die Geborgenheit des ehelichen
ei der jetzigen Lage und wegen der Unwahrſcheinlichkeit einer Kindes in der Familie könne allerdings durch nichts erſetzt werden.
Abg. Dr. Wendthauſen (Chriſtl.=Nat, B.=Pt.) lehnte jede Er=
leichterung
der Eheſcheidung ab, da ſie eine Erſchüitterung der Familie
zur Folge haben könnte. Die Heiligkeit der Ehe ſei ſeiner Partei chuiſt=
liches
und ethiſches Gebot und werde von ihr als Grundpfeiler für Fa=
milie
und Staat betrachtet.
Sämtliche Anträge wurden darauf dem Rechtsausſchuß übevwvieſen.
Das Haus vertagte ſich auf Montag, 15 Uhr: Interpellationen und
ynen wiederholt angebotene Nachprüfung der Wirtſchaftslage über hundert Anträge aller Parteien über die Notlage der Landwirtſchaft.
Schluß gegen 15 Uhr.
Ein Demenki.
Zu der Meldung über die Meinungsverſchiedenheiten zwi=
ſchen
dem Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht und dem Auswär=
ing
mit der Aufgabe zu betrauen, zurückgeſtellt; dies konnten ſie tigen Amt in der Reparationsfrage wird von zuſtändiger Stelle
zwiſchen dem Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht und dem Aus=
ampf
bei Nordweſt richte ſich gegen die gegenwärtige Regierung wärtigen Amt in der Beurteilung der Reparationsfrage ſcharfe
de gegen die Staatsautorität, eine durchaus unrichtige Unter= Meinungsverſchiedenheiten entſtanden ſeien, und daß deshälb
Sachverſtändigenausſchuſſes zu bezeichnen. Wie von den betei=
ligten
Stellen übereinſtimmend erklärt wird, ſind dieſe Mel=
Luft gegriffen.

Wahllag in der Tſchechoſlowakei.
Der 2. Dezember. Das Deutſchtum marſchiert in fünf Gruppen.
Von unſerem =Korreſpondenten.
* Prag, Ende November.
Bei den eigenartigen politiſchen Verhältniſſen in der Tſchecho=
ſlowakei
iſt es begreiflich, daß im Vordergrunde des öffentlichen
Intereſſes augenblicklich trotz einer nicht zu verkennenden poli=
tiſchen
Ermüdung der breiten Maſſe die für den 2. Dezember
ausgeſchriebenen Wahlen in die Landes= und Bezirksvertretun=
gen
ſtehen, obwohl es ſicher iſt, daß den Vertretern in dieſen
Körperſchaften ein beſtimmender Einfluß auf die Geſtaltung der
Politik nicht zukommt; dafür ſorgt ſchon die Regierung, die ein
Drittel der Abgeordneten in den Landes= oder Bezirkskörper=
ſchaften
ernennt, ſelbſtverſtändlich nur Leute, die als abſolut
ſtaatstreu und verläßlich tſchechiſch orientiert gelten. Indeſſen
kommt den Wahlen diesmal dadurch eine beſondere Bedeutung
zu, daß ſie der Bevölkerung die Möglichkeit bieten, über das
Syſtem zu entſcheiden, nach welchem für die nächſte Zukunft in
der Tſchechoflowakei regiert weiden ſoll. Die unbeſtreitbare Tat=
ſache
, daß die Mehrzahl der Wähler mit der Politik der gegen=
wärtig
am Ruder befindlichen Regierungsparteien nicht mehr
einverſtanden iſt, hat ein nervöſes Bemühen bei dieſen Gruppen
hervorgerufen, der Oeffentlichkeit plauſibel zu machen, wie ſehr
die gemiſchte Regierung bemüht war, den Wünſchen aller Stände,
Klaſſen und Nationen Rechnung zu tragen; die Regierungs=
gruppen
befürchten, daß der Ausgang der kommenden Wahlen
nicht ohne Einfluß auf den Weiterbeſtand der bürgerlichen
deutſch=tſchechiſchen Koglition bleiben kann, und daher ſind ſie
bemüht, die Fehler der Vergangenheit damit zu beſchönigen, daß
ſie erklären, die kritiſchen Jahre nach der Staatsgründung hätten
ſo zahlreiche Schwierigkeiten innerpolitiſcher Natur geſchaffen,
daß es nicht möglich geweſen ſei, ſie in der Zwiſchenzeit vollends
zu bereinigen. Immerhin ſeien einige Vorteile wirtſchaftlicher
Natur errungen worden, und auch in dem Nebeneinanderleben
der tſchechiſchen Bevölkerung mit der deutſchen laſſe ſich eine Ab=
nahme
der bisherigen ſchroffen Gegenſätze konſtatieren. Dem=
gegenüber
verweiſen die in der Oppoſition befindlichen deutſchen
Parteien darauf, daß mit Hilfe der deutſchen Regierungsparteien
eine Reihe von Geſetzen geſchaffen worden iſt, durch welche die
ohnedies nur noch kärglich vorhandenen Rechte der deutſchen
Minderheit in der empfindlichſten Weiſe geſchmälert worden ſeien.
So wickelt ſich der Wahlkampf vor allem in der Erörterung dar=
über
ab, welche Einſtellung dem Staate gegenüber durch die
deutſchen Parteien die richtige ſei: die negativiſtiſche oder die
aktiviſtiſche.
In den Wahlkampf treten auf deutſcher Seite von den akti=
viſtiſchen
Gruppen: die chriſtlich=ſoziale Volkspartei, der Bund
der Landwirte und die Gewerbepartei. Ein zwiſchen Aktivismus
und Negativismus ſtehender Block iſt die Deutſche Arbeits= und
Wirtſchaftsgemeinſchaft beſtehend aus der ehemaligen und ſeit
1925 ohne parlamentariſches Mandat ein Schattendaſein führen=
den
ehemaligen deutſch=demokratiſchen Freiheitspartei und aus
einer kleinen Gruppe der aus der deutſchen Nationalpartei unter
Führung des ehemals nationalparteilichen Führers Dr. Roſche
ausgetretenen Induſtriellen; ein im heurigen Sommer in Marien=
bad
beſchloſſener Zuſammenſchluß dieſer beiden Gruppen mit
der Gewerbepartei iſt geſcheitert, da die letztere knapp vor der
Ausſchreibung der Wahlen in die Landes= und Bezirksvertre=
tungen
beſchloß, mit einer eigenen Liſte zu kandidieren. Die auf
dieſe Weiſe um die Früchte ihres Bemühens zum Zuſammen=
ſchluß
dreier Gruppen zu einem Block gebrachte Arbeits= und
Wirtſchaftsgemeinſchaft verneint nicht den Staat und erklärt,
poſitive wirtſchaftliche Arbeit leiſten zu wollen, keineswegs aber
will ſie dies ſo bedingungslos tun, wie dies bisher von Seite der
deutſchen Regierungsparteien geſchehen iſt. Die deutſchen Sozial=
demokraten
, die ſeit je den deutſchen bürgerlichen Parteien das
Liebäugeln mit den tſchechiſchen Bürgerparteien vorwerfen, haben
ſich im letzten Augenblick entſchloſſen, mit den tſchechiſchen Sozial=
demokraten
gemeinſam in den Wahlkampf zu gehen. (Dieſes
Wahlbündnis kam überraſchend, da gerade die tſchechiſche Sozial=
demokratie
es iſt, welche bisher der Erfüllung der nationalen
Forderungen der Deutſchen unzweideutig opponiert hat; bei allen
Gelegenheiten hat ſich bisher ergeben, daß die tſchechiſchen Sozial=
demokraten
in einer Reihe mit den tſchechiſchen Gruppen mar=
ſchieren
, die Volksbewußtſein mit Chauvinismus verwechſeln . . .)
Die deutſche Oppoſition vertreten daher klar und deutlich nur
noch die deutſchen Nationalſozialiſten und der ſogenannte deutſche
Volksverband, beſtehend aus der deutſchen Nationalpartei, der
freiſozialen Partei, der alldeutſchen Volkspartei, dem ſudeten=
deutſchen
Landbund (dies iſt der national eingeſtellte Flügel des
Landwirtebundes), der deutſchſozialen Partei und der völkiſchen
Mittelſtandspartei.
Der Wahlkampf wird diesmal, obwohl die Verſammlungen
einander jagen, in der Hauptſache von den Parteiblättern ge=
führt
. Er zeigt, obwohl jede einzelne Partei von ſich behauptet,
den Anſtand in der politiſchen Fehde zu wahren, ein häßliches
Bild deutſcher Zerfahrenheit auf bedrohtem Boden. Das Volk,
das diesmal nicht nur über die Entſendung von Vertretern in
die Landes= und Bezirkskörperſchaften zu entſcheiden hat, ſondern
auch darüber, inwieweit es mit der bisherigen Art deutſcher
Politik im tſchechiſchen Staate einverſtanden iſt, wird mit einer
ſolchen Hochflut von Flugblättern überſchwemmt, daß es ſich um
die Wahlverſammlungen, faſt gar nicht mehr kümmert; nur die
ſozialiſtiſchen Parteien verfügen dank der glänzenden Diſziplin,
die ihre Anhänger auszeichnet, über volle Säle.
Gewiß iſt, daß der Ausfall dieſer Wahlen, wie betont, nicht
ohne Auswirkungen auf die gegenwärtige politiſche Konſtellation
bleiben wird. Die Gegenſätze zwiſchen aktiviſtiſchen und oppo=
ſitionellen
Gruppen haben zu einer ſcharfen Trennung der Geiſter
geführt; dazu haben die Wahlaufrufe der einzelnen Parteien ein
ſo getreuliches Bild von den zerfahrenen Verhältniſſen im deut=
ſchen
Lager gegeben, daß über die künftige Geſtaltung der deut=
ſchen
Politik in der Tſchechoſlowakei gerade aus Anlaß dieſer
Wahlen einige Beſorgnis zu äußern nicht überflüſſig erſcheint.

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Nummer 335

Eine franzöſiſche Darſtellung.

Mainz, 1. Dezember.
Wie wir zu der Mainzer Verhaftungsangelegenheit erfahren,
ſtammt der am Freitag verhaftete angebliche Geheimagent Friſch
nicht aus Frankfurt a. M., ſondern aus Düſſeldorf. Friſch war
früher deutſcher Offizier. Die franzöſiſchen amtlichen Stellen hal=
den
ſich in der Angelegenheit ſehr zurück. Von franzöſiſcher Seite
erhalten wir folgende Darſtellung: Die Dienſtſtellen der Sicher=
heitspolizei
der Rheinarmee hatten vor kurzem erfahren, daß in
die Wohnungen einer Anzahl augenblicklich abweſender Offiziere
der Mainzer Garniſion Einbrüche verübt worden ſind, zu dem
Zwecke, Schriftſtücke und Erkundungen militäriſcher Art zu erhal=
ten
. Auf Grund dieſer Mitteilungen ſind am 28. November
mehrere Deutſche verhaftet worden, die an dieſen Einbrüchen ent=
weder
als Angeber oder als ausführende Organe beteiligt ſind.
Die Unterſuchung iſt im Gange.
Zehn Jahre Befaßung. Kundgebungen
der Barkeien.
Mainz, 1. Dezember.
Aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Tages, an dem
die Beſetzung des Rheinlandes begann, veröffentlichen verſchie=
dene
politiſche Parteien Kundgebungen. So bezeichnen die rhei=
niſchen
Demokraten in einer in Köln gefaßten Entſchließung
die Beſetzung als ein gewaltiges Hemmnis für den inneren Frie=
den
Deutſchlands und den Wiederaufbau unſeres Vaterlandes.
Sie ſtehe in ſchreiendem Widerſpruch zur Politik der europäiſchen
Befriedung. Die Entſchließung fordert die ſofortige bedingungs=
loſe
Räumung des beſetzten Gebietes und ſagt zum Schluß, es
könne ſolange nicht Friede werden, als der Sieger dem Beſieg=
ten
den Fuß auf den Nacken ſetze.
AAuch die Deutſche Volkspartei beröffent=
licht
eine Kundgebung, in der es unter anderem
heißt: Heute vor zehn Jahren marſchierten die Truppen der gegen
Deutſchland verbündeten Mächte ins Rheinland ein. Ein ſchwau=
zer
Tag in der deutſchen Geſchichte, ein hartes Ende nach
unerhörten Heldentaten draußen und daheim. Erbittert und
empört ſtellen wir feſt, daß heute noch, zehn Jahre nach Beendi=
gung
des Krieges, 60 000 Mann fremder Soldaten auf deutſchem
Boden ſtehen, daß durch dieſe Tatſache die von uns angeſtrebte
ehrliche Verſtändigung entſcheidend gehemmt wird, daß der
Friede Europas und der Welt durch die Fortdauer der Beſetzung
nicht geſichert, ſondern gefährdet wird. Wir verlangen den Ab=
marſch
der fremden Truppen, weil wir endlich Taten ſehen wol=
len
. Die fortgeſetzte Aufrechterhaltung einer Militärherrſchaft
über ein Gebiet höchſter Menſchheitskultur wird zur Schande
derer, die ſich allzu gern als Hüter von Kultur, Freiheit und
Gleichheit aufſpielen. So nachdrücklich wir dieſe Forderung er=
heben
, ſo entſchieden lehnen wir es jedoch ab, neue Opfer für ihre
Erfüllung zu bringen, auf die Deutſchland einen klaren An=
ſpruch
hat.
Die rheiniſche Zentrumspartei erläßt unte: der
Ueberſchrift Zehn Jahre Fremdherrſchaft einen Aufruf, in dem
es u. a. heißt: Dieſe zehn Jahre fremder Beſatzung ſind für uns
alle Jahre des Leidens, des Duldens, des Ausharrens. Wir haben
nticht nur die Beſatzung zu tragen. Sie wird eines Tages ab=
ziehen
, Opfer haben wir genug für ſie gebracht. Ueber die Be=
ſatzung
hinaus wollen wir aber auch die anderen, weit
ſchlimmeren Gefahren klarer erkennen und deütlicher
ſehen, als es bisher der Fall war. Es ſind die Beſtim=
mungen
von Verſailles über die Entmilitgri=
ſierung
und die Inveſtigationen.
Der Bezirksvorſtand der Sozialdemokratiſchen Par=
tei
für den Bezirk Obere Rheinprovinz erläßt anläßlich der zehn=
jährigen
Wiederkehr der Beſetzung des Rheinlandes eine Kund=
gebung
, in der nach Hinweis auf die politiſche und wirtſchaftliche
Abſchnürung des Rheinlandes vom deutſchen Mutterlande, die
Einquartierungslaſten, den verſchärften Wirtſchaftsdruck und die
durch das Locarnoabkommen Frankreich gegebenen Sicherheiten,
die ſofortige Räumung des Rheinlandes gefordert wird. Die deut=
ſche
Sozialdemokratie, ſo heißt es in der Kundgebung weiter, weiß
ſich eines Sinnes mit den Sozialiſten aller Länder, die auf zahl=
reichen
Kongreſſen leit langem die Befreiung des Rheinlands von
fremder Beſatzung gefordert haben. Sie ruft heute den Beſatzungs=
mächten
zu: Krönt das internationale Verſtändigungswerk durch
Räumung! Macht ein Ende mit dem militäriſchen Druck! Dieſen
Ruf erhebt die Sozialdemokratie am Erinnerungstage des Be=
fatzungsbeginns
im Namen aller friedenswilligen und friedens=
fehnſüchtigen
deutſchen Arbeitsmenſchen.

Kamtag, den 2. Dezember. 1929

Vom Tage.
In Fortſetzung ſeiner früheren Unterredungen hatte der deutſche
Botſchafter v. Hoeſch geſtern abend eine erneute Aus=
ſprachemit
Miniſterpräſibent Poinearé, in der die noch
unklaren Punkte bezal. der Einſetzung der Sachverſtändigenkommiſſion
weiterbehandelt wurden.
In den Erörterungen zwiſchen den beteiligten
Regierungen über die Reparationsfrage iſt keine neue
Entwicklung zu verzeichnen. Die Mächte fahren in ihren Verhand=
lungen
über die Abfaſſung der Antworten auf das deutſche Memo=
randum
fort und erörtern auch verſchiedene Verfahrensfragen im Zu=
ſammenhang
mit der Bildung des Sachverſtändigenausſchuſſes.
Gunnar Knudſen, der von 19081910 und von 19131920 nor=
tegiſcher
Miniſterpräſident war und eine Generation hindurih eine
führende Rolle im politiſchen Leben Norwegens geſpielt hat, iſt im
Alter von 80 Jahren geſtorben.
Das polniſche Innenminiſterinm hat die Vor=
führung
des Cavell=Films für Polen verboten mit
der Begründung, daß man die internationalen Beziehungen nicht ver=
ſchärfen
wolle.
Der ungariſche Miniſter des Aeußern, Dr. Walko, hat in Warſchau
den polniſch=ungariſchen Schiedsgerichtsvertrag
unterzeichnet.
Chamberlain hielt em Freitag abend auf einer konſervativen
Verſammlung in Birmingham ſeine erſte öffentliche Nede
nachder Rückkehrnach England. Die Rede galt im Gegenſatz
zu den allgemeinen Erwartungen ganz innerpolitiſchen Fragen.
Der Nachfolger des Präſidenten Calles, Gill,
hat ſein Amt alsproviſoriſcher Präſident von Mexiko
übernommen.
Präſident Coolidge kritiſierte Brittons Vorſchlag
auf Einberufung einer engliſch=amerikaniſchen
Flottenkonferenz, obwohl Baldwin Brittons Vorſchlag freund=
lich
beantwortet hat. Maßgebende Wafhingtoner Kreiſe verſprechen ſich
nach wie vor von weiteren Abrüſtungsverhandlungen nach dem Genfer
Verſagen keinen Erfolg mehr..

Um die Beamkenlaufbahn=Richtlinien.
Die Beſprechung im Reichsinnenminiſterium.
DBBK. Unter dem Vorſitz des Innenminiſters Severing und
der Beteiligung von Staatsſekretär Zweigert ſowie vielen Neferen=
ten
des Reichsinnenminiſteriums und der übrigen Reichsreſſorts fanden
dieſer Tage Beratungen mit den Spitzenorganiſationen der Beamten=
ſchaft
über die Laufbahnrichtlinien ſtatt.
Durch das neue Beſoldungsgeſetz vom 16. Dezember 1927 waren
Aenderungen an dem ſeit 1924 fertiggeſtellten Regierungsentwurf not=
wendig
geworden. Der Deutſche Beamtenbund hatte in einer Zuſam=
menfaſſung
über formale Aenderungen hinaus auch ſachliche Aenderun=
gen
gefordert. In der Hauptſache wurden, wie die Deutſche Beamten=
bund
=Korreſpondenz erfährt, folgende Kernfragen behandelt:
Der Aufſtieg der Beamten von einer Laufbahn zur anderen,
einſchließlich der Durchführung des Verzahnungsgrund=
ſatzes
. Der D.B.B. forderte Einführung des Bewerbungsſyſtems
für die Zulaſſung zu den Prüfungen und Quotiſierung der Stellen zur
Sicherſtellung eines Teiles für die Beſetzung mit Aufſtiegsbeamten. Ein
prüfungsloſer Aufſtieg von einer Laufbahn zur anderen könne nur in
Ausnahmefällen in Betracht kommen, z. B. für außergewöhnlich be=
fähigte
Beamte oder bei kleinen Verwaltungen, in denen der Vorgeſetzte
jeden einzelnen Beamten kennt und die Leiſtungen beurteilen kann. Bei
großen Verwaltungen muß das Syſtem der Auswahl durch den Vor=
geſetzten
für Beförderungen zu Unzuträglichkeiten führen; hier ſei die
Einführung bes Bewerbungsfyſtems zu den Prüfun=
gen
das gegebene.
Für die unmittelbar in eine Laufbahn eintretenden Beamten ver=
trat
der Deutſche Beamtenbund die Forderung einer abgeſchloſſenen Bil=
dung
: für den allgemeinen und den mittleren Dienſt das Bildungsziel
der Volksſchule, für den oberen Dienſt das Bildungsziel einer höheren
Vollanſtalt, für die höheren Laufbahn das abgeſchloſſene Hochſchul=
ſtudium
.
Eine unterſchiedliche Auffaſſung vertrat der A.D.B. in der Frage
der Borbildung für den gehobenen mittleren Dienſt, er hielt Ober=
ſekundareife
für ausreichend.
Ein Vertreter der Angeſtellten wünſchte Ueberführung der Ange=
ſtellten
in den gehobenen mittleren Dienſt als Beamter, ohne daß ſie
den Erforderniſſen der regulären Laufbahnbeſtimmungen zu entſprechen
brauchen, wenn ſie bereits einige Zeit mit Aufgaben einer ſolchen Stelle
beſchäftigt waren.
Der Vertreter des Reichsbundes der höheren Beam=
ten
wandte ſich gegen die vom D.B.B. geforderte Quotiſierung der
Stellen und gegen die Einführung der Verzahnung.
Der Reichsinnenminiſter Severing erklärte den Spitzenorgani=
fationen
, daß er Wert darauf gelegt habe, perſönlich an der Beratung
teilnehmen zu können, weil auch dieſe Frage ſeiner Auffaſſung nach ge=
eignet
ſei, den Einheitsgedanken im Reich zu fördern. Zu den ein=
zelnen
Fragen nahm er noch nicht Stellung, um zu vermeiden, daß die
Reichsregierung vor ihrer Beratung ſchon feſtgelegt würde. Er brachte
zum Ausdruck, daß er geneigt ſei, die formalen Abänderungsanträge
der Spitzenerganiſationen in den Entwurf aufzunehmen, auch die Mit=
wirkung
der Beamtenorganiſationen in der Sache von ſich aus ſtets
zugeſtehen würde. Wenn die Reichsregierung konſolidiert würde und
er Innenminiſter bleibe, hoffe er, nach einem halben Jahre die Lauf=
bahnrichtlinien
zum Abſchluß gebracht zu haben.
Die Spitzenorganiſationen erklärten ſich mit dem Vorſchlag des
Miniſters, die weirere Beratung in einer kleinen Kommiſſion vorzu=
nehmen
, einverſtanden.

Bei den Beduinen.
Von Artur Heye.
(Nachdruck verboten.)
Herr Artur Heye ſpricht am 5. Dezember in den Räumen
der Buchhandlung Heinrich Schroth. Mit freundlicher Erlaubnis
des Safari=Verlages G. m. b. H., Berlin W. 35, entnehmen wir
dieſe Stelle ſeinem Buche Allah hu akbar
Welches Anſehen ich durch dieſen kleinen Dienſt aber bei den
Leuten gewonnen hatte und welche Konſequenzen ſie anderſeits
aus meinem ſtrikt harmlos erhaltenen Herumtollen mit der Range
Omm el Cherik zogen, wurde mir auf ziemlich peinliche Weiſe in
einer abenteuerlichen Szene klar, die ſich etwa zehn Tage ſpäter
im Zelte des alten Marek abſpielte. Der alte Knabe, mit dem ich
mich von allen am beſten verſtand, hatte mich ſchon den ganzen
Nachmittag bei einer Art Examen über Schar und Aada (Dogma
nnd Wandel) ſeiner Religion feſtgehalten und mir, der ich es nie
über ein mühſames Buchſtabieren hinausgebracht habe, zuguter=
letzt
das Kompliment gemacht, daß ich ſchon beinahe ein Fiki
(Koran=Leſekundiger) wäre. Plötzlich ſtand er auf, umarmte mich
und ſagte: Ich liebe dich, ſei mein Freund für immer und mein
Gaſt für heute! Ich habe einen Hammel ſchlachten laſſen, ſo fülle
deinen Bauch mit Fett und dein Herz mit Bereitſchaft!
Gegen das Fett hatte mein in letzter Zeit äußerſt ſchmächtig
gewordener Bauch nichts einzuwenden, mein Herz aber füllte ſich
nicht mit Bereitſchaft, ſondern mit einer beklommenen Ahnung
von heraufziehendem Unheil und es tat recht daran!
Das Asr war vorüber, ich hatte mich dabei, wie immer bei den
gemeinſamen Gebeten, ſtill auf eine von Omm el Cherik gefloch=
tene
Binſenmatte an den linken Flügel der Reihe von Betern
geſetzt, da griff der Scheich meine rechte und Marek meine linke
Hand, und feierlich geleiteten ſie mich auf einen ſauber gefegten
Platz vor Mareks Zelt. Sämtliche erwachſenen Männer folgten
nach, die Frauen brachten auf hölzerner Platte den Hammel an
und ſtellten ihn auf eine hingebreitete Matte, ein einladendes
Bismillah (im Namen Gottes) des Gaſtgebers, ein allſeitiges
dankendes Bil hana! (wohl bekomms), dann ſchwieg eine halbe
Stunde lang außer einem andächtigen Schmatzen und Schlürfen
und einem abſchließenden feierlichen Rülpſen jeder Laut.
Nach dem erſten Kaffee aber erhob ſich Abd er Rat zu einer
Feſtrede. Er log mir in ſchamloſer Weiſe nie beſeſſene Tugenden
an, pries die meiner Vorfahren, von denen ich ſelber nichts
wußte, und verſicherte mir, daß die Herzen ſeiner Brüder öde und
unnütz wie verſiegte Brunnen ſein würden, wenn ich ihren duar
je wieder verließe. Kaum hatte er ſich geſetzt, als ſchon der Stifter

des Mahles aufſtand und mir zwei Notwendigkeiten vor Augen
führte: Erſtens, mich hier vor allem Volk und morgen nochmals
vor dem Mulim zum wahren Glauben zu bekennen und zweitens
die Einſamkeit meines Zeltes mit der Gefährtin meines Herzens
zu ſchmücken, Omm el Cherik!
Eiweih! ſagte ich, aber ganz leiſe, da war ſchon der alte Weißbart
mit der Poſaunenſtimme aufgeſtanden, er ſtreckte zwei Finger hoch
und brüllte mich an: Adilak Gamalten! Gamalten!! Tnin
Gamal!!! (Ich gebe dir der Kamelinnen zwei; zwei Kamelinnen),
und dabei ſtieß er mir die beiden Finger faſt in die Naſenlöcher.
Moije helu (ſüßes Waſſer), die Weiße, die Schweſter des Falben!
rief Abd er Rat, Drei Schafe und einen Hammel! ſagte faſt
gleichzeitig die tiefe Stimme Bu Mughrab Fadls, der Vater mei=
nes
kleinen Freundes, und rings im Kreiſe hagelte es förmlich
weiter von allerhand Getier, von Schlafteppichen, kupfernen
Keſſeln und Dolchen, ſcharf wie die Schwerter der Erzengel!
Für den Bruchteil einer Sekunde trat ich innerlich abſeits,
faßte das Bild dieſer vom Feuer beleuchteten bärtigen Geſichter,
die in erregtem Wetteifer in die Höhe ſprangen und mir, dem
fremden Menſchen, anſehnliche Teile ihrer armen Habe anboten,
um es nie wieder zu vergeſſen, dann ſprang ich mit einem lauten
Isma intum! (hört mich an) in die Mitte des Kreiſes und
hub eine längere Rede an. Und vor lauter Angſt wurde es die
beſte, die ich je in der Sprache des Propheten gehalten habe; ich
wußte wohl, daß ich meine Ablehnung triftig zu begründen hatte,
wenn ich mir hier nicht Todfeinde machen wollte!
Ich ſprach von der großen Ehre und dem Glück, das hier da=
herkäme
wie der Samum (Sandſturm) der Wüſte, und daß ich
ſie alle beim Wort nehmen würde, aber erſt an jenem Tage, an
dem ich alles wüßte, was ein wahrer Gläubiger wiſſen muß von
der Lehre des Propheten und mein Herz mich drängen würde, ſie
zu bekennen ohne Lüge!
Für einen Augenblick herrſchte unentſchiedenes, ein bißchen
ſchwüles Schweigen, dann ſagte Marek: Du haſt recht geſprochen,
ein Narr nur legt dem jungen ungeſchulten Kamel einen Sattel
auf, ich bin dein Freund! und mit ehrlicher Herzlichkeit ſtreckte
mir der alte Burſche beide Hände hin.
Ich aber ſaß dann lange vor meinem kleinen Zelt mit einem
unfreien und auch ein bißchen ſchamvollen Gefühl in der Bruſt.
Ich war mir bewußt, daß ich hier nicht mehr lange bleiben und
Hoffnungen nähren durfte, die ich nie erfüllen konnte, und ſtarrte
traurig in die ſtille Mondlandſchaft der Wüſte hinaus und wollte
nichts mehr als hineinwandern in dieſe Weiten ohne Grenzen und
ohne Ziel wandern wie ſeither, getrieben von einem ruheloſen
Herzen, für das es weder hier noch anderswo je eine Stätte des
Bleibens gab

Der kampf am oie Lecutſche Kargiife.
Irrwege des Parlamenkarismaus.
* Die Kämpfe, die auf der parlamentariſchen Bühne über die
Techniſche Nothilfe geführt worden ſind, waren eigentlich nur ein
Scheingefecht. Die wirkliche Entſcheidung war hinter den Ku=
liſſen
ſchon gefallen, und das muß nachträglich doch noch einmal
feſtgeſtellt werden, damit man die Dinge nicht ſchief ſieht. Rein
äußerlich hat Herr Severing ja einen Erfolg zu verzeichnen: die
Mißtrauensanträge der Kommuniſten und der Deutſchnationalen
ſind abgelehnt worden, obwohl auch die Wirtſchaftspartei ſich zur
Oppoſition bekannte und die Anträge, die eine Beibehaltung der
Teno forderten, wurden an den Hauptausſchuß verwieſen, was
eigentlich wie ein Begräbnis erſter Klaſſe anmutet. An ſich hatten
die Deutſchnationalen nicht unrecht, daß ſie die ſofortige Abſtim=
mung
verlangten, da ja die Beſchlußfaſſung des Reichstages für
die Beſchlußfaſſung des Kabinetts über die Beibehaltung der
Teno von Bedeutung ſein mußte. Tatſächlich aber hat es einer
ſolchen Willensmeinung des Parlamentes gar nicht mehr bedurft.
Herr Severing hatte ſich in Hamburg, ohne das Kabinett zu fra=
gen
, darauf feſtgelegt, daß er die Teno liquidieren würde und
damit ſchon im nächſten Jahre den Anfang machen wolle. Er
hat ſich aber bei ſeiner Rückkehr nach Berlin ſehr raſch davon
überzeugen müſſen, daß die übrigen Miniſter darüber anders
denken, ſo daß er keine Ausſicht hatte, im Kabinett oder in der
Koalition eine derartige Abſicht durchzuſetzen. Es blieb ihm da=
her
gar nichts anderes übrig, als daß er korrigiert wurde. Er
mußte das Zugeſtändnis machen, daß er die Teno auch weiterhin
am Leben laſſen wolle. Ein ſolcher Rückzug vor verſammeltem
Reichstag war ihm aber unbequem, und er iſt ihm auch erſpart
geblieben, weil Zentrum und Demokraten, die ebenfalls wie die
Volkspartei den Zeitpunkt für die Auflöſung der Teno als noch
nicht gekommen anſahen, einer Abſtimmung im Plenum aus
dem Wege gehen wollten, wohl aus Rückſicht auf ihren Gewerk=
ſchaftsflügel
. Sie erfanden daher den Ausweg, daß ſie die Ueber=
weiſung
der Anträge an den Hauptausſchuß forderten. Sie gaben
gleichzeitig zu erkennen, daß, wenn dieſem Wunſche nicht nach=
gekommen
würde, ſie im Plenum gegen die Anträge auf Bei=
behaltung
der Teno ſtimmen würden. Um das zu vermeiden,
erfolgte dann die Ueberweiſung an den Ausſchuß, der auch die
Volkspartei zuſtimmte, weil ſie ja die entſprechende Zuſage über
das Weiterbeſtehen der Teno hatte. Das Ganze iſt wieder ein
Beweis für die verzwickten Irrwege, die der Parlamentarismus.
bei uns gelegentlich geht, in dieſem Falle auch gehen mußte, nur
weil Demokraten und Zentrum ſich ſcheuten, vor aller Oeffent=
lichkeit
ſich zu der Nützlichkeit und Notwendigkeit der Techniſchen
Nothilfe zu bekennen.

Neue Perſonenwagen 2. Klafſe bei der Reichsbaßn.
* Berlin, 1. Dez. (Priv.=Tel.)
Mit der Neuordnung der Perſonentarife und der damit in
Zuſammenhang ſtehenden Verminderung der Wagenklaſſen der
Reichsbahn ſind eine Reihe von Aenderungen in den Perſonen=
wagen
nodwendig geworden. Die bisherigen Wagen 4. Klaſſe mit
ihren Stehplätzen werden mit Sitzplätzen ausgerüſtet, dam t ſie
den Wagen 3. Klaffe gleichen. Ein Teil wird allerdings ſür die
Beförderung von Reiſenden mit Traglaſten beibehalten. Voraus=
ſichtlich
werden 9000 4.=Klaſſe=Wagen umgeändert. Alle Wagen.
erhalten aber Vorhänge, wie es bisher ſchon in der 3. Klaſſe
üblich war. Mit dieſen Verbeſſerungen hofft die Reichsbahn im
Rahmen der zur Verfügung ſtehenden Mittel in verhältnismnäßig
kurzer Zeit den Reiſenden ein Wagenmaterial zur Verfügung ſtel=
len
zu können, das den bisherigen 3.=Klaſſe=Wagen entſpricht.
Durch die jetzt vermehrte Anforderung von Wagen der Polſter=
klaſſe
hat ſich die Reichsbahn entſchloſſen, anſtelle der urſprüng=
lich
beabſichtigten 3.=Klaſſe=Wagen ſolche für die Polſterklaſſe zu
beſchaffen, von denen zurzeit 737 im Bau ſind. Bei den in Aus=
ſicht
genommenen Wagen handelt es ſich um vierachſige Wagen
mit Drehgeſtell in einer Länge von über 20 Metern. Sie ent=
halten
einen durchgehenden Mittelgang mit beiderſeits ange=
ſchloſſenen
Abteilen. Die Wagen zeichnen ſich durch angenehme
Ausſtattung aus und erhalten an den Enden je zwei Türen zum
Ein= und Ausſteigen mit geſchloſſener Plattform und Toilette=
raum
wie in den D=Zügen. Ein Teil dieſer Wagen wird ſchon
in den nächſten Tagen in Betrieb geſtellt, um praktiſche Erfah=
rungen
mit den Sitzplätzen und dem Ein= und Ausſteigen zu ſam=
meln
. Soweit ſehr ſchön und gut, aber wann hört man davon,
daß auch für die Holzklaſſe ſolch anſtändige Wagen gebaut zver=
den
, wie ſie im Ausland längſt laufen?

Weltkeiſis 1916-18.
Immer umfangreicher wird die Literatur über die gewaltige
Tragödie, die wir Weltkrieg nennen, und es iſt verſtändlich, daß faſt alle
Staatsmänner und Heerführer, die das große Geſchehen an maßgebender
Stelle ſtehend, beeinflußt haben, das Bedürfnis fühlen, ihre perſönlichen
Erinnerungen auch der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Es iſt geſiß
für den Durehſchnittsmenſchen faſt unmöglich, dieſe geſamte umfangreiche
Memoirenliceratur duirchzuarbeiten. Das fällt faſt ſchon einem Spe=
zialiſten
ſchwer. Die weſentlichſten Veröffentlichungen aber ſollte eigenk=
lich
jeder Gebildete verſuchen kennen zu lernen, denn nur hier findet er
den Maßſtab für da2 eigene Urteil. Wir ſollten uns auch nicht nur be=
ſchränken
auf die deutſchen Veröffentlichungen. Von der Parteien Haß
und Gunſt derzerrt, ſchwankt das Charakterbild ſo mancher deutſcher
Autoren auch heute noch ſtark für den deutſchen Leſer, und nur allzie
leicht läßt er ſich in ſeiner Beurteilung durch irgendweiche parteipolitiſche
Erwägungen beeinfluſſen. Es iſt daher verdienſtvoll, wenn deutſche
Verlage es ſich angelegen ſein laſſen, die Memoiren der führenden
Staatsmänner auf der Gegenſeite durch das Herausbringen deutſcher
Ausgaben dem deutſchen Publikum zugänglich zu machen. Eine der
intereſſanteſten Erſcheinungen auf dieſem Gebiete dürften die Memoiren
Winſton S. Churchills ſein, die im Almathea=Verlag
erſchienen ſind, und deren deutſche Bearbeitung von Graf Hans Czernin
und C. Zell muſtergültig durchgeführt iſt. Von 1916 an Munitions=
miniſter
im Kabinett Lloyd Georges ſteht natürlich auch Churchill den
Dingen ſo nahe, daß vielleicht Objektivität gar nicht immer mögluch iſt=
Aber anders wie Lord Grey, anders auch wie Poincaré bemühr.t
ſich, die Dinge objektiv zu ſehen, und Churchill iſt nicht nur ein Stael
mann, ſondern erweiſt ſich gerade in dieſem Buch auch als ein Schrn
ſteller von Format. Er empfindet die Größe des Geſchehens, das E
ſchildert, und wie in der Tragödie verfolgen wir mit atemloſer Spau=
nung
den Verlauf der Dinge. Ein ſcharf kritiſches Buch. Aber diE
Kritik Churchills beſchränkt ſich nicht nur auf den Gegner, ſondern ſchir ſe
Worte findet er auuch für viele Maßnahmen der Entente=Generale.
Skagerak, Somne=Schlacht, der Zuſammenbruch Rumäniens, die Gchl
ſchläge Nivells, U=Boot=Krieg und die deutſche Offenſive des Jähle‟
1918 ziehen an unſeren Augen vorüber. Aus berufenem Munde hhren
wir, wie tagelang Sieg und Niederlage auf des Meſſers Schneide ſiſt
den. Endgültig widerlegt wird die törichte Behauptung, daß die
deutſche Offenſive des Frühjahrs 1218 von vornherein ausſichtslos, be"
weſen wäre. Wir ſagten es ſchon einmal: ſcharfe Kritik übt Chunchiu=
aber
er wurdigk auch die gigantiſchen Leiſtungen des deutſchen Volkes=
das
ſich jahrelang gegen eine Welt von Feinden zu behaupten vermſc de
Die Weltkriſis Churchillz iſt nicht nur ein Buch für Hiſtoriker. L
Pelitiker, und ſo wünſchen wie dieſer deutſchen Ausgabe weſtelte. .
M.
breitung
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M.: Der Hiſtoriker, Honorarprofeſſor Obeyſtudientak
Dr. phil. Richard Schwemer iſt im Alter von 72 Jahren geſtok..
Freiburg, Br.: Dem Privatdozenten für reine Mathematil. 2
Reinhold Baer iſt ein Lehrauftrag zur Vertretung der Anglyſis ih Fe
naturwiſſenſchaftlichen Fakultät der Univerſität Halle erteilt worwen=

[ ][  ][ ]

Nummer 335

Gnte

Franzöſiſch=ikalieniſche Spannung.
Italieniſche Kundgebungen gegen das Arkeil
des Bariſer Schwurgerichts im Prozeß Modugno.
EP. Rom, 1. Dezember.
Aus zahlreichen Städten Italiens werden Studenten= und
Volkskundgebungen gegen das Urteil des Pariſer Schwurgerichts
im Prozeß Modugno gemeldet. An der Univerſität von Rom
wurde der Saal der politiſchen Fakultät zur Ehrung des Ge=
dächtniſſes
des ermordeten Konſuls Nardini auf deſſen Namen
umgetauft. Weitere Kundgebungen werden aus Trieſt, Padua,
Durin, Neapel, Bergamo und Piſa gemeldet. Aus Bologna und
Apulien haben italieniſche Offiziere dem Präſi=
denten
der franzöſiſchen Republik zum Proteſt
gegen das Urteil den im Kriege verdienten Rit=
terorden
der franzöſiſchen Ehrenlegion zurück=
geſandt
. In Turin, Padua und Neapel konnte die Polizei
nur mit Mühe einen Sturm der Menge auf das franzöſiſche Kon=
ſulat
verhindern. Der Popolo d’Italia ſchreibt: Die Kund=
gebungen
gegen den ſkandalöſen Pariſer Freiſpruch dürfen nicht
verwundern. Nie war ein Urteil gehäſſiger und parteiiſcher.
Nicht nur das Opfer blieb ungerächt, ſondern die Grundlagen
der Gerechtigkeit wurden verletzt. Das Urteil ſtellt eine Beſchimp=
fung
unſerer Nation dar. Die heutigen Kundgebungen richten ſich
daher gegen die oſtentative Sympathie Frankreichs für die Ver=
räter
und Renegaten des Vaterlandes. Der halbe Freiſpruch von
Paris hat dem Faß den Boden ausgeſchlagen. Im Laufe der Zeit
wird die Stunde der Rache oder der Revanche kommen,
Der Pariſer Korreſpondent des Corriere della Sera ſchreibt,
die Erregung der italieniſchen Kolonie von Paris über das Ur=
teil
im Nardini=Prozeß ſei geſtern noch durch die Anſpielung
Poincarés auf imperialiſtiſche Beſtrebungen Italiens während der
Debatte über das franzöſiſche Mandat in Syrien verſchärft wor=
den
. Augenblick und Gelegenheit ſeien nicht gut gewählt, um
Italien Imperialismus vorzuwerſen. Das fasciſtiſche Wochen=
blatt
Nuova Italia in Paris fordert die Fasciſten im
Ausland auf, eine gemeinſame Verteidigung zu organiſieren
und unterdeſſen auf der Hut und ſtets mit geladener
Waffe bereit zu ſein, als erſte zu ſchießen.
Das fasciſtiſche Syndikat der italieniſchen Journaliſten in
Paris hat an den franzöſiſchen Innenminiſter das Geſuch um
die Erlaubnis gerichtet, in Zukunft Waffen tragen zu dürfen, um
mit eigenen Mitteln für ihre perſönliche Verteidigung zu ſorgen.
In dem Geſuch geben ſie der ſchmerzlichen Ueberraſchung der Ita=
liener
über das Urteil des Pariſer Schwurgerichts Ausdruck, das
nicht dazu angetan ſei, die Bande der Freundſchaft und der Zu=
ſammenarbeit
zwiſchen den beiden ehemals verbündeten Ländern
zu feſtigen.
Die Aufregung, die in Italien durch das nachſichtliche Urteil
gegen den Mörder des Konſuls Nardini hervorgerufen worden
iſt, hat in Paris nur wemig Widerhall gefunden. Die großen
Informationsblätter und die Linkspreſſe begnügen ſich damit, die
aus Rom kommenden Meldungen über Zwiſchenfälle und Ent=
vüſtungskundgebungen
abzudrucken. Dagegen zeigt ſich die Rechts=
preſſe
, Victoire und Avenir, insbeſondere die Preſſe des
Parfumfabrikanten Coty, dem bekanntlich beſonders gute Be=
ziehungen
, zu Muſſolini nachgeſagt werden, äußerſt beſorgt.
Figaro, Gaulois und Ami du Peuple bezeichnen das Ur=
teil
ſkadalös und geben der Hoffnung Ausdruck, daß in Italien
die Geſchworenen nicht mit dem ganzen franzöſiſchen Volke iden=
rifiziert
werden möchten. Sie beblagen, daß durch dieſe Affäre die
an ſich ſchon ſchwierige Arbeit an der franzöſiſch=italieniſchen
Verſtändigung gefährdet werde. Der Schaden für die internatio=
nale
Eintracht und die internationale Solidarität, ſo erklärt z. B.
der Gaulois, iſt nicht zu leugnen. Man ſolle ſich am Vorabend
der Reparationsverhandlungen doch daran erinnern, daß Italien
gegenüber dem deutſchen Schuldner die gleichen Intereſſen habe
wie Frankreich, und es nicht durch derartige Plackereien auf die
Seite Deutſchlands treiben. Der Avenir hält es immerhin für
notwendig, feſtzuſtellen, daß die beleidigenden italieniſchen Kund=
gebungen
das zuläſſige Maß überſchritten, denn, wenn die Ita=
liener
nach Frankreich kämen, um ſich gegenſeitig umzubringen, ſo
ſei das ſchließlich nicht die Schuld der Franzoſen. Das einzige
Linksblatt, das ſich zu den Vorgängen äußert, das Gewerkſchafts=
organ
Le Peuple hält die Angelegenheit für ernſt, weil ſie den
Beweis für einen bedauerlichen Geiſteszuſtand bilde, mahnt aber
zur Kaltblütigkeit und zum ruhigen Abwarten, um dem Duce
nicht Waſſer auf die Mühle zu leiten.

34172.
* Das ſind die Zahlen des Aetnaausbruchs vom November
1928. 3 47 72. Wer daran zweifelt, iſt kein echter Ita=
liener
. Er weiß auch nicht, was Lotto heißt, er hat auch noch
nie mit ſchmachtender Begierde die Lottoziehung erſehnt, noch
nie hoffnungsvoll vor einem der unzähligen kleinen Lottoläden
geſtanden, an deren ſtaubigen, nie geputzten Fenſtern am Spät=
nachmittag
des Samstags die Nummern ausgehängt werden, die
im Staatslotto als Gewinne gezogen wurden. Lotto iſt die
Hoffnung jedes Dienſtmädchens von Como bis Syrakus und die
Möglichkeit für Reichtum und Glück als happy end der Woche.
Die Signora erſehnt die rechte Zahl im Lotto genau ſo aber=
gläubiſch
wie der Zeitungsjunge, der Barbier glaubt daran und
der Herr Miniſter trägt ebenſo gut ſeinen Obolus in die Lot=
terie
. Wenige geſinnen, nur der Staat iſt faſt ſtets der ſichere
Nutznießer. Aber nicht immer.
Denn er hat neben dem Helfer in der Dummheit der Men=
ſchen
, die immer noch ohne Arbeit Geld im Spiel erhofft, einen
gefährlichen Gegner: den Aberglauben der Italiener. Spielen
Cann jeder, aber richtig ſetzen, die Gewinnummer treffen, vermag
nur der vertrauende Menſch, der den Träumen glaubt und ihre
Zahldeutung kennt. Ebenſo kann nur derjenige gewinnen, der
die Tagesereigniſſe zahlenmäßig auszuwerten verſteht. Wenn es
brennt, wenn es ſchneit, wenn es hagelt, wenn Zwillinge ge=
boren
werden, oder die Katze den Milchtopf ausſäuft, dann
kennt ein gutes Dienſtmädchen ohne Nachforſchung im Lottobuch
die Zahl, die für dieſe Ereigniſſe gilt. Wenn nun gar ein ſo mar=
kantes
und ſeltenes Ereignis eintritt wie ein großer Lavaaus=
oruch
eines Vulkans, dann weiß jedermann in ganz Italien,
weiche Zahlen beim nächſten Lotto gewinnen werden. Beſonders
ſicher ihres Erfolges aber ſind natürlich die Abergläubiſchſten der
abergläubiſchen Süüdländer, die Sizilianer. Und nun gar erſt beim
Feuerſpeien ihres eigenen Aetna! Dann iſt der Augenblick ge=
ſmen, in dem man unweigerlich die Zahlen für einen Vulkan=
Rshruch ſetzen muß, die Vulkanzahlen 34772, Kein
Denſch zweifelt an dieſem ſichern Gewinn.
Und was tut der Aetna? Er vernichtet Millionen an Staats=
Drmogen zu ſeinen Füßen und ſchädigt dann den Staat auch
9 durch ſeine Lottozahlen. Denn am Samstag, dem all=
centlichen
Tag der Lottoziehung in acht der größten Städte
Dtäliens, läßt er aus der Wundertrommel des Lottos von dem
Zugaten unſchuldigen Waiſenkind die ſünf Nummern ziehen,
De Nede dieſer Hauptſtädte auszuloſen das Recht hat. In Rom
Betingt das Spiel ihm nicht, dort hat der Aetna keine Macht, aber
4 Pchermo, der Hauptſtadt Siziliens ſetzt er ſeinen Willen durch.
SE gezogenen Nummern lauten 1 3 46 47 72; die

Sonntag den 2. Dezember 1928

Muſſolini über ſchwebende polikiſche Fragen.

EP. Rom, 1. Dezember.
Im heutigen Miniſterrat hat Muſſolini über die Außenpoli=
tik
Erklärungen abgegeben, in denen er u. a. ſagte: Die inter=
nationale
Lage wird in dieſem Augenblick von dem Verſuch be=
herrſcht
, ein Abkommen mit Deutſchland über die Reparationen
zu erreichen. Die Anſichten ſtimmen nicht einmal vom Geſichts=
punkt
des einzuſchlagenden Verfahrens überein, aber Italien hat
in der Angelegenheit ſchon ſeit geraumer Zeit eine klare Stellung
bezogen. Nicht nur vom politiſchen, ſondern auch vom wirtſchaft=
lichen
Geſichtspunkt aus iſt der Abſchluß des jüngſten Handels=
und Freundſchaftsvertrages zwiſchen Italien und China hervor=
zuheben
, der einen ähnlichen Vertrag vom Jahre 1866 erſetzt und
erheblich verbeſſert. Die ganze Nation fühlt ſich in den letzten
Tagen ſchwer und mit Recht verletzt durch das Urteil des Pa=
riſer
Schwurgerichts, das den Mörder eines alten und treuen
Konſulatsvertreters Italiens beinahe freigeſprochen hat. Die
Regierung begreift die Entrüſtung des italieniſchen Volkes und
freut ſich feſtzuſtellen, daß die ſpontanen Kundgebungen der Stu=
denten
ſich in vollkommener Ruhe abgewickelt haben.

Die franzöſiſche Milikärpolikik.

Die debakte in der Kammer und die Oppoſikien
der Linken.

Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 1. Dezember.
Bei der Ausſprache über die Ausgaben der Militärrüſtungen
hatte die franzöſiſche Regierung einem ſtarken Angriff ſtandzu=
halten
. Der Deputierte Montigny der Leutnant Caillaux
wie ihn die Rechte nennt, hat die Militärpolitik Painlevés einer
ſehr ſcharfen Kritik unterzogen. Montigny gehört zu den Jüngſten
in der radikalen Partei, einer ſehr beweglichen Gruppe, welche
entſchloſſen iſt, der Regierung eine entſchiedene Oppoſition ent=
gegenzuſetzen
.
Ein großer Teil der Radikalen und die Sozialiſten haben
Montigny bei ſeinem Angriff unterſtützt; es war eine ſehr leb=
hafte
Debatte, ganz wie früher. Die Rechte hat die Rede Mon=
tignys
ſelbſtverſtändlich verbittert. Sie iſt überhaupt ver=
bittert
, wenn die Regierung angegriffen wird, und das Militär=
budget
iſt eine ihrer empfindlichſten Stellen. Die junge Gene=
ration
bei den Radikalen iſt aber nicht gewillt, die traditionelle
Taktik der Partei, namlich den Kampf nur auf dem kulturellen
Gebiete Laiengeſetzgebung auszufechten. Und mit ſicherem
Inſtinkt hat man Painlevé angegriffen, der heute die ſtärkſte Baſis
der Regierung iſt. Das Kabinett iſt nämlich auf die republikan=
ſozialiſtiſche
Partei aufgebaut, und Painlevés Perſon kettet die
Republikan=Sozialiſten an die Rechte.
Freilich, die aktuelle politiſche Bedeutung der Angriffe gegen
die Regierung iſt nicht zu überſchätzen. Denn erſt, wenn die
Budgetdebatte ſich ihrem Ende nähern wird, wird der Kampf in
der Kammer wirklich ernſte Formen annehmen. Die gemäßigte
Linke verhält ſich jetzt wie eine Sphinx, und es iſt unmöglich, feſtzu=
ſtellen
, ob ſie mit ihrer Offenſive nur bis zur Beendigung des
Budgets oder darüber hinaus bis zur Regelung der Reparations=
frage
warten will.
In der Beurteilung der Reparationsverhandlungen ſchwankt
die Stimmung hin und her. Heute neigt man, der Abwechſlung
halber, zum Optimismus: der Plan einer vorbereitenden Be=
ſprechung
der Alliierten in Paris hat in den hieſigen politiſchen
Kreiſen eine gewiſſe Befriedigung ausgelöſt. Die engliſch= fran=
zöſiſche
Auseinanderſetzung kann aber noch auf große Schwierig=
keiten
ſtoßen.
Es ſcheint ſchon endgültig feſtzuſtehen, daß die drei Außen=
miniſter
in Lugano zuſammenkommen werden. Abgeſehen von der
Tatſache, daß die drei Staatsmänner ihre Geſundheit ſchonen
und deshalb einen Ort mit mildem Klima aufſuchen müſſen. hat
eine Zuſammenkunft anderswo als in Genf auch inſofern einen
Sinn, daß die Verhandlungen in den wichtigſten Fragen nicht
durch die ſchwebenden Völkerbundsangelegenheiten der kleinen
Nationen geſtört werden.

Die Krankheit des Königs von England.
London, 1. Dezember.
Die Befürchtungen um das Befinden des Königs von Eng=
land
ſind etwas ernſter geworden. Die Gefahr des Hinzutretens
einer Lungenentzündung zu den bisherigen Krankheitserſchei=
nungen
iſt noch immer ein Punkt, der Beſorgnis erregt. Der
Herzog und die Herzogin von York haben jedenfalls ihre Ab=
ſicht
aufgegeben, das Wochenende außerhalb Londons zu verbrin=
gen
. Der Prinz von Wales iſt von ſeinem Beſuch beim Sul=
tan
von Sanſibar nach Dar=es=Salam zurückgekehrt. Der Kreu=
zer
Enterpriſe hat in Mombaſſa ſeine Vorräte aufgefüllt und
iſt am Samstag nach Darses=Salam weitergefahren, ſo daß man
ſetzt die Abreiſe des Prinzen von Wales für Sonntag vormittag
erwartet. Der Kreuzer Dorbiſher der den Prinzen von Wales
von Alexandrien abholen ſoll, iſt von Malta abgefahren.

Zahlen des Aetnaausbruchs waren darunter: 3 47 72
Ein Terno war gezogen, ein ſogenanntes populäres Terno.
Da gab es für wenige Lire ſchon viele Hunderte als Gewinn.
Ganz Sizilien jubelte, und die Kaſſen des Staates leerten ſich
in erſchreckendem Maße. Von neuem waren Millionen und gar
viele Millionen verſchwunden.
Tauſende und Abertauſende von Menſchen umlagerten das
Gebäude in Palermo, in dem am Samstag nachmittag die
Ziehung vor ſich ging. Und jedesmal, wenn eine neue Aetna=
nummer
zur Volksmenge hinunter gerufen wurde, ging ein
Jubel los, wie ihn nur die Befriedigung über die Treue zum
Aberglauben gewähren kann. Wenn man bedenkt, daß die meiſten
Italiener nicht nur in dem Lotto ihrer regionalen Hauptſtadt,
alſo nicht bloß auf das Lotto von Rom oder Turin oder Neapel,
ſondern per tutto il regno, alſo für alle Lottoziehungen in
ganz Italien wofür natürlich die Gewinnſumme prozentual
kleiner wird, wie ſich die Gewinnmöglichkeit vergrößert ſo
kann man ermeſſen, welche Beträge an dieſem Samstag nach dem
Aetnaausbruch in ganz Italien auf die Vulkanzahlen im Lotto
geſetzt waren.
Nur der Glaube verſetzt Berge, heißt es. Aber wenn ein Berg
ſich ſelbſt verſetzt, indem er mit breiten Lawaſtrömen ſeine Form
verändert, dann hilft nicht mehr der Glaube, ſondern nur der
Aberglaube an die Glückszahl im Lotto.

Kunſt., Wiſſenſchaft und Leben.
Ba. Als Nachfolger von Joſeph Roſenſtock, der be=
kanntlich
an Stelle von Bodanzky an die New Yorker Metropolitan=Oper
berufen wurde, iſt der bisherige Generalmwſikdirektor der Stadt Koblenz
Ehrich Böhlke an das Staatstheater Wiesbaden verpflichtet wor=
den
. Böhlke wird ſich im Laufe der Spielzeit gelegentlich eines Gaſt=
ſpiels
dem Wiesbadener Publikum vorſtellen. Erich Böhlke iſt 1895 in
Stettin geboren und aus der Berliner Schule von Schreker hevvorge=
gangen
. Er war anfangs als Volontär am Deutſchen Opernhaus in
Berlin tätig, daran anſchließend 1. Kapellmeiſter und Muſikdirektor am
Landestheater in Rudolſtadt und wirkt jetzt als muſikaliſcher Oberleiter
und Dirigent der Sinfoniekonzerte in Koblenz.

Prof. Dr. Fr. Behn, Altgermaniſche Kunſt. J. F. Lehmanns
Verlag, München.
Je mehr ſich die Kunſtgeſchichte durch das Zuſtrömen eines
ſchier unüberſehbaren Stoffes zur Weltgeſchichte der Kunſt aus=
weitet
, was Gewinn und Verflachung zugleich bedeutet, um ſo mehr
geht man am Gegenpol des wiſſenſchaftlichen Betriebs zur Tiefen=
lotung
über, von Extenſität zur Intenſität: zur gründlichen Er=

Blukige Zwiſchenfälle bei der füdſlawi=
ſcer
Adusansgtensſeeer W Ahum.

Zuſammenſtöße zwiſchen Polizei u. Demonſtranken.
Die Univerfikät von der Polizei belagerk. Drei
Todesopfer.
Agram, 1. Dezember.
Die Zehn=Jahr=Feier der Selbſtändigkeit Jugoſlawiens be=
gann
heute in Agram ſehr ſtürmiſch und nahm einen blutigen
Verlauf. Um 9 Uhr früh ſollte in der Kathedrale ein Feſtgottes=
dienſt
ſtattfinden. Kurz vor Beginn des Gottesdienſtes kletterten
drei Hochſchüler, auf den Turm und hißten, dort drei große
Trauerfahnen. Auf der mittleren war das Wappen von Krog=
tien
, auf der linken Fahne das Datum 1. Dezember 1928 und auf
der rechten das Datum 20. Juni 1928 angebracht. Als das Publi=
kum
die Fahnen bemerkte, bemächtigte ſich der Maſſen große Auf=
regung
. Es kam zu Kundgebungen gegen die Regierung und das
Regime, und es fielen auch Rufe gegen das Militär. Inzwiſchen
hatten Polizeibeamte die drei Studenten vom Turm geholt, ver=
haftet
und wollten ſie zur Polizei bringen. Als dies vom Publi=
kum
bemerkt wurde, drang die Menge auf die Poliziſten ein, um
die Studenten zu befreien. Die Poliziſten ſetzten ſich energiſch
zur Wehr, wobei aus der Menge Revolverſchüſſe abgefeuert wur=
den
, durch die zwei Poliziſten und zwei Paſſanten zum Teil
ſchwer verletzt wurden. Nach dem Zuſammenſtoß legten krog=
tiſche
Demonſtranten an der blutbefleckten Wand, wo der Zu=
ſammenſtoß
ſtattgefunden hatte, Blumen nieder mit ſchwarzen
Fahnen, die von der Polizei alsbald wieder entfernt wurden.
Um ½6 Uhr abends kam es zu neuen Zuſammenſtößen.
Demonſtranten griffen eine Polizeipatrouille an und ſchoſſen aus
Revolvern auf die Wachtleute. Die Poliziſten erwiderten das
Feuer. Ein junger Mann wurde tödlich getroffen und verſtarb
auf der Stelle.
Um 7 Uhr abends veranſtaltete die Agramer Garniſon einen
Fackelzug. Demonſtranten begleiteten die Truppen und ergingen
ſich in lärmenden Kundgebungen gegen das Militär und die Ab=
haltung
des Staatsfeiertages in Kroatien. Es entſtand ein neuer=
licher
Revolverkampf, wobei ein zehnjähriger Junge getötet
wurde. Die Zahl der Todesopfer beim heutigen Staatsfeiertag
in Agram iſt damit auf drei geſtiegen, nachdem ein heute vor=
mittag
verletzter Friſeurlehrling nach der Operation im Kranken=
haus
verſtorben iſt.
Die 53. Ralskagung in Lugano.
EP. Genf, 1. Dezember.
Das Völkerbundsſekretariat veröffentlicht heute nachmittag
folgendes Communiqué: Auf Grund einer Anregung des deut=
ſchen
Ratsmitgliedes Dr. Strefemann, der auf Geſundheitsrück=
ſichten
und den großen Wert hingewieſen hatte, den er einem
Zuſammentreffen mit ſeinen Ratskollegen beimißt, hat der amtie=
rende
Ratspräſident Prokope=Finnland alle Ratsmitglieder dar=
über
befragt, ob es möglich ſei, dieſes Jahr die Dezembertagung
in Lugano abzuhalten. Angeſichts der einmütigen Zuſage des
Rats wird die 53. Ratstagung in Lugano ſtattfinden. Die ſchwei=
zeriſche
Regierung iſt durch den Generalſekretär befragt worden
und hat ſich bereit erklärt, dem Völkerbund alle Erleichterungen
für eine Verſammlung in Lugano zu gewähren und das Sekre=
tariat
hat im Einvernehmen mit den ſchweizeriſchen Behörden
alle Maßnahmen ergriffen, um in Lugano einen guten Verlauf der
Arbeiten des Rats und der Oeffentlichkeit ſeiner Debatte zu
ſichern. Die deutſche Delegation wird in Lugano mit der eng=
liſchen
zuſammen im Grand=Hotel Wohnung nehmen, während
die franzöſiſche Delegation ihr Quartier im Hotel Splendide auf=
ſchlägt
. Die techniſchen Vorarbeiten ſind mittlerweile in vollem
Gange. Die ſchweizeriſche Telephonverwaltung wird zwei direkte
Linien Lugano-Berlin und je eine direkte Linie nach London
und Paris zur Verfügung ſtellen. In Genf werden augenklick=
lich
die von einigen franzöſiſchen Blättern ausgeſtreuten Gerüchte,
daß Dr. Streſemann in Lugano oder in deſſen Umgebung mit
Muſſolini zuſammentreffen werde, ſehr eifrig kommentiert, aber
überall für unwahrſcheinlich gehalten.

forſchung des künſtleriſchen Geiſtes der eigenen Nation, der deut=
ſchen
Stämme, der Heimat. So wurde auch bereits der deutſchen
Vorgeſchichte im Lehrplan unſeres Erziehungsweſens ein ehren=
voller
Platz eingeräumt. Was aber die Verwirklichung einer kur=
ſoriſchen
Einführung in den vorgeſchichtlichen Zeitabſchnitt un=
ſerer
deutſchen Heimat faſt unmöglich machte archäologiſch. vor=
gebildete
Lehrer ſind eine Ausnahme , war ein knappes, das
Weſentliche zuſammenfaſſendes und zugleich gut illuſtriertes Hand=
buch
für Lehrer und Schüler. Prof. Dr. Behn, Kuſtos am
Römiſch=Germaniſchen Zentralmuſeum Mainz, hat mit ſeinem
Buche Altgermaniſche Kunſt dieſe klaffende Lücke des Schul=
buchverlages
geſchloſſen. 10 Seiten Text, zahlreiche Abbildungen
auf 40 ausgezeichnet gedruckten Tafeln, Preis 3 M. 50! Dieſe
trockenen Zahlen ſind zugleich beſtes Werbemittel und beſte
Empfehlung. Was Prof. Dr. Behn auf dieſen 10 Seiten Text
über Entwicklung und Weſen der altgermaniſchen Kunſt ſagt, iſt
ein pädagogiſches Meiſterſtück klarſter Zuſammenfaſſung des
Weſentlichen auf wiſſenſchaftlicher Grundlage. Jede Zeile des
ſchlichten, allgemeinverſtändlichen, mit ſachlichem Inhalt gefüllten
Textes wird durch die ausgezeichneten Abbildungen, deren ſorg=
fältige
Unterſchriften noch einmal Technologiſches und Kultur=
geſchichtliches
prägnant umreißen, veranſchaulicht. Hier haben
wir in der Tat das obligatoriſche Schulbuch zur Einfüh=
rung
in die Vorgeſchichte vor uns liegen. Die wertende Stellung=
nahme
zu dem Weſen unſerer altgermaniſchen Kunſt iſt völlig
frei von klaſſiziſtiſcher Froſchperſpektive, altgermaniſche Kunſt
deutet Prof. Dr. Behn einzig und allein aus Boden und Blut.
Schade, daß man Bücher nicht auch für Erwachſene obligatoriſch
machen kann. Das Buch von Behn Altgermaniſche Kunſt ver=
dient
es. Nur 10 Seiten, 40 Tafeln Abbildungen, und Preis
3 M. 50!
TZ.
Albrecht Dürer: Niederländiſches Reiſeſkizzebuch.
Der Preſtel=Verlag, Frankfurt a. M., bringt als köſtliche Gabe
beſonders für Freunde bibliophiler Kunſt geeignet, Albrecht Dürers
Niederländiſches Reiſeſkizzebuch heraus. Heinrich Wölfflin hat
das Geleitwort zu dem von Edmund Schilling herausgegebenen
Werk geſchrieben, das in kurzen, eindringlichen Worten von der Kunſt
Dürers ſpricht. 27 Fakſimile=Reproduktionen auf 15 Tafeln, bringen
dann die Wiedergabe der koſtbaren Skizzen Dürers in ausgezeichneter
Drucktechnik, darunter das Rathaus zu Aachen das Münſter zu
Aachen, den Liegenden Hund, viele Bildnisſtudien Stadtanſiht
von Bergen, Koſtümſtudien, den köſtlich gezeichneten Ruhenden
Löwen, das Aufgezäumte Pferd, mit Detailſtudien des Kopfes uſw.
Bekanntlich iſt Dürers Reiſeſkizzenbuch nur als Fragment auf uns
gekommen. Viele Blätter ſind verloren gegangen. Es iſt ein Verdienſt
des Verlages, dies Skizzenbuch in einer Aufmachung herausgebracht zu
haben, das wertvollen Erſatz für die in Muſeen feſtgehaltenen Originale
bietet.

[ ][  ][ ]

eite 4

Sonntag,ben Z. Dezember 1928

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teilung
4: Am 26. November 1928 hin=
ſichtlich
der Firma: Gebr. Wenglein,
Darmſtadt: Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt.
Geſchaft ſamt Firma iſt auf den ſeithe=
rigen
Geſellſchafter, Kaufmann Max
Wenglein in Darmſtadt, als Einzelkauf=
mann
übergegangen. Abteilung B:
Am 29. November 1928 Neueintrag:
Firma: Gemeinnützige Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung Kleinwohnungs=
bau
, Sitz: Darmſtadt. Gegenſtand des
Unternehmens: a) Der Erwerb von Ak=
tien
der Gemeinnützigen Aktiengeſell=
ſchaft
für kleine Wohnungen in Darm=
ſtadt
: b) Beſchaffung von Baugelände;
c) Errichtung und Verwaltung, eventl.
auch Veräußerung von geſunden Klein=
und Mittelwohnungen für Minder=
bemittelte
, insbeſondere auch für kinder=
reiche
Familien durch das Handwerk
und Gewerbe in Darmſtadt und Umge=
bung
; d) Betreibung aller Geſchäfte, die
den unter e aufgeführten Zwecken die=
nen
ſowie ſonſt zur Förderung der Ziele
der Geſellſchaft geeignet ſind; e) Be=
teiligung
oder Mitwirkung an anderen
gleichgearteten oder ähnlichen Geſell=
ſchaften
oder Unternehmungen oder
deren Vertretung zwecks Erreichung der
Ziele der Geſellſchaft. Die Erzielung
eines Gewinnes iſt bei allen Geſchäf=
ten
der Geſellſchaft ausgeſchloſſen.
Stammkapital: 30 000. Reichsmark.
Geſchäftsführer: Regierungsbaumeiſter
Karl Wilhelm Kohl in Zwingenberg
a. d. B. und Regierungsbaumeiſter
a. D. Jakob Malſy in Darmſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am 6. Au=
guſt
1928 feſtgeſtellt. Die Geſellſchaft hat
zwei Geſchäftsführer. Die Geſellſchaft
wird vertreten durch die beiden Ge=
ſchäftsführer
oder durch einen Geſchäfts=
führer
und einen Prokuriſten. Als
nicht eingetragen wird mitveröffent=
licht
: Die Bekanntmachungen der Ge=
ſellſchaft
erfolgen im Darmſtädter Tag=
(19477
blatt.

Darmſtadt, den 1. Dezember 1928.
Amtsgericht I.

Wahlen zur Hefſ. Induſtrie=
und Handelskammer Darmſtag
In den am 28. und 29. November
d. J. ſtattgehabten Ergänzungswahlen
zur Induſtrie= und Handelskammer
Darmſtadt wurden für den Wahlkreis
Darmſtadt nachſtehende Herren wieder=

gewählt:

In der Erwerbsgruppe Einzelhandel:
Leopold Hachenburger, Fa. Bernh. M.
Hachenburger.
Theodor Stemmer jun., Fa, Theodor
Stemmer;

In der Erwerbsgruppe Induſtrie:
Dr. O. Röhm, Fa. Röhm u. Haas A. G.
Ernſt Trier, Fa. Joſeph Trier;
In der Erwerbsgruppe Großhandel:
Moritz Adler, Fa. Gebrüder Adler
G. m. b. H.
ſämtlich zu Darmſtadt.
Die Wahlprotokolle nebſt Anlagen
liegen von Dienstag, den 4.. bis ein=
ſchließlich
Donnerstag, den 6. Dezem=
ber
1928. auf dem Bureau der Indu=
ſtrie
= und Handelskammer Darmſtadt,
Rheinſtraße 14, I. (Eingang Grafen=
ſtraße
) zur Einſicht der Wahlberechtig=
ten
offen. Einwendungen gegen die
Wahl oder die Gewählten ſind binnen
dieſer Friſt bei Vermeidung des Aus=
ſchluſſes
bei der Induſtrie= und Han=
delskammer
ſchriftlich vorzubringen.
Heſſiſche Induſtrie= und Handelskammer
(19522
Darmſtadt.

Meine beuährten
Qualitäten
verbürgen
langjährige
Haltbarkeit

(19432

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ſowie Aufſtellung gerichtl. verlangt. Nachlaß=
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[ ][  ][ ]

Nummer 335

Sonntag, der 2 Dezember 1938

Seite 5

Ans orr Tandeshaugiftadt.
Darmſtadt, 2. Dezember.

Etz. Rebel .
* Die Nachriht von dem Ableben des früheren. Oberkonſiſtorial=
präſidenten
D. theol. Dr.=Ing, Karl Luswig Nebel Exz. wird weit=
hm
im Heſſenlande aufrichtige Teilnahme erwecken. War doch der Ver=
ſteibene
in den weiteſten Kreiſen nicht nur dunh ſeine langjährige
Tätigkeit im der Veucaltung der Heſſiſchen Evangeliſchen Landeskirche,
ſondern auch als Vorſitzender des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen und
als ſtellvertretender Vorſitzender des Hiſſiſchen Landesvereins vom
Roten Kreuz eine bekannte und um ihres vornehmen, gediegenen Weſens
und ihrer Sachkunde willen überall geſchätzte und beliebte Perſönlichkeit.
Er entſtammte einer alten heſſiſchen Familie, deren beurkundete Stamm=
reihe
in den Anfang des 17. Jahrhundects und nach Lih führt und die
dem Heſſenland eine lange Reihe von Pfarrern und Beamten geliefert
hat, unter denen insbeſondere der Mediziner und Hiſtoriker Dr. Ernſt Lud=
wig
Wilh. Nebel, Profeſſor in Gießen, der Großvater des Verſtorbenen,
hervorragk. Geboren wurde Karl Ludwig Nebel am 17. Februar 1851
in Drcieichenhain als Sohn des Pfauers Wilhelm Egid Nebel, des
ſpäteren Geheimen Kirchenrats in Eroß=Eerau, der ſich als Hiſtoriker
der Dreüheich einer Namen gemacht hat. Nach abſolviertem Studium
war er 188486 Regierungsaſſeſſor in Schotten und Gießen, vom 1. Ok=
tober
1886 Kreisamtmann in Friedberg und vom 1. Mai 1828 in der
gleichen Srellung in Gießen, von wo er am 1. Juli 1893 als juriſtiſches
Mitglied in das Oberkonſiſtorium berufen wurde. Hier rückte er am
1. Oktober 1895 zum Oberkonſiſtorialrat, am B. November 1905 zum
Geheimen Oberkonſiſtorialrat und ſchließlich am 1. April 1907, nach dem
Abgang von Exzellenz Buchner, zum Präſidenten anf, als welcher er
am 14. März 1917 den Charakter al3 Wirklüher Geheime Rat mit dem
Titel Exzellenz verliehen. Auch ſonſt hat es ihm an anerkennenden Chrun=
gen
nicht gefehlt: Bei der Calvin=Feier des Jahres 1939 verlieh ihm die
Theologiſche Fakultät in Gießen die Würde eines Doktors der Theo=
logie
, und die Techmriſche Hochſchule in Darmſtadt zeichnete ihn im Jahre
1922 durch die Verleihung des Dr.=Ing. h. c. aus.
Was Exz. Nebel in der Verwaltung der Evangeliſchen Landeskirche
und insbeſondere als Präſident des Oberkonſiſtoriums geleiſtet hat,
wurde bei ſeinem durch die neuen Verhältniſſe veranlaßten Rücktritt am
1. Aug. 1922 allgemein und insbeſondere in dem Landeskirchentag aner=
kannt
. Eine ganze Reihe von Kirchengeſetzen iſt unter ſeiner Leitung
oder Mittvirkung zuſtande gekommen, und ſeine konziliante Art trug
tazu bei, den Frieden in den Kirox un unter dem verſchiedenen Rüch=
tungen
zu wahren. Daß er vor Inkraſttreten der neuen Kirchenver=
faſſung
, welche die Stellung des bisherigen Oberkonſiſtoriums grund=
legend
änderte, das barlamentariſehe Kirhenregiment an die Stelle der
ſeitherigen landesherrlichen Kürchenbehörde ſetzte und den geiſtlichen
Prälaten zum Leiter der Landeskirche machte, ſeinen Abſchied nahm, war
begreiflich, wenn es auch bedauert wurde. Hatte Exz. Nebel während
des Weltkrieges in ſtellvertretenden Vorſitz des Heſſiſichen Roten Kreuzes
ſeine vaterländiſche Pflicht erfüllt, ſo durfte er ſich ſpäterhin mehr
den von ihm immer gepflegten hiſtoriſchen Intereſſen zuwenden, die
ihm vom Großvater und Vater her im Blute lagen. Der Hiſtoriſche
Verein für Heſſen, deſſen Ausſchußmitglied er ſchon lange war, wählte
ihn zu Beginn des Jahres 1922 nach dem Tode von Eb. Anthes zu ſei=
nem
Vorſitzenden. Mit ganz beſonderer Liebe hat er dieſom Amt noch!
drei Jahre vorgeſtanden, bis ihn ein beginnendes Herzleiden, dem er
nun im Alter von 71 Jahren erlegen iſt, zwvang, es niederzulegen.
Exz. Nebel war verheiratet mit einer Tochter des Landgerichtspräſiden=
ten
Dr. Ludwig Knorr Exz., mit der zwei Söhne und cine Tochter den
Trd des Catten und Vaters betrauern.

* Profeſſor Dr. Julius Röll . Am 21. November dieſes Jahres
verſchied zu Aue im Erzgebirge im 83. Lebensjahr Profeſſor Dr. Julius
Röll, ein Mann, deſſen Name mit der Erziehung von vielen Hunderten
Darmſtädter Frauen und Mädchen verknüpft iſt. Geboren am 31. Ok=
tober
1846 in Oſtheim im ehemaligen Großherzogtum Sachſen=Weimar,
widuete er ſich nach Beſuch des Lehrerſeminars in Eiſenach zunächſt
dem Volksſchullehrerberuf, war von 186669 als Lehrer an der weithin
bekannten Erziehungsanſtalt zu Schnepfenthal bei Gotha tätig und
ſtudierte hierauf von 187174 in Jena Naturwiſſenſchaften. Nach ſei=
ner
Promotion wurde er Oberlehrer am Stoy’ſchen Univerſitäts= Semi=
nar
in Jina; nach zweijähriger Tätigkeit an der Muſterſchule in Frank=
furt
a. M. erfolgte im Herbſt 1876 ſeine Berufung als Lehrer für
Naturwiſſenſchaften an die Höhere Mädchenſchule (jetzige Studienanſtalt
Viktoriaſchule) nach Darmſtadt Röll verſtand es nicht nur, im prakti=
ſchen
Uuterricht ſeine Schülerinnen in das weite Gebiet der Natur=
wiſſenſchaſten
einzuführen, ſondern er war daüber hinaus auch beſtrebt,
durch Wort und Schrift dem naturwiſſenſchaftlichen Unterricht an den
höheren Mädchenſchulen die ihm gebührende Stellung zu verſchaffen.
Für das praktiſche Leben vorzubereiten, den äſthetiſchen Sinn, vor allem
aber auch Verſtand und Willen zu bilden als Gegengeſvicht zu dem beim
weiblichen Geſchlecht nicht wegzuleugnenden Vorwalten des rein Ge=
fühlsmäßigen
, darin ſah Röll eine Hauptaufgabe des naturwiſſenſchaft=
lichen
Unterrichts an weiblichen Bildungsanſtalten. Dieſe Gedanken
legte der Verſtorbene ausführlich in einer noch heute leſenswerten Ab=
handlung
nieder, die 1878 als Beilage zum Jahresbericht der Höheren
Mädchenſchule zu Darmſtadt erſchienen iſt. Auf ausgedehnten Reiſen,
die ihn bis nach dem nordamerikaniſchen Weſten führten, ſuchte er durch
eigene Forſchungen ſeine naturwiſſenſchaftlichen Kenntniſſe zu erwei=
tern
und zu vertiefen. Auf dem Gebiete der Pilzforſchung war Röll ein
ausgezeichneter Kenner, auf dem der Moosforſchung eine weithin be=
kannte
Autorität, noch in ſeinen letzten Lebensjahren beſchäftigte er ſich
wit der Ausarbeitung eines Werkes über die Odenwälder Mooſe. Nach
35jähriger Tätigkeit, während der er auch über 1 Jahr in Vertretung des
erkrankten Direktors gemeinſam mit Profeſſor Thylmann die Anſtalt
leitete, trat Dr. Röll am 1. Juli 1911 in den Ruheſtand, den er in ſeiner
Heimat Thüringen und ſpäter in Aue im Erzgebirge verlebte. Gele=
genklich
ſſeines achtzigſten Geburtstages, den er in voller Rüſtigkeit
feierte, durfte die Schule ihm ihre herzlichſten Glückwünſche ausſprechen.
Das Andenken des Verſtorbenen wird in der Geſchichte der Studien=
anſtalt
zu Darmſtadt für immer weiterleben.
Heſſiſches Landestheater. Der heute Sonntag um 11½ Uhr im
Kieinen Haus ſtattfindende Vortrag, den Wilhehn Michel über das
Thema Der Triumpy des Gegenſpiels hält, iſt von beſon=
derem
Intereſſe, da er an die neue Inſzenierung der Don Carlos= Auf=
führung
im Heſſiſchen Landestheater anknüpft und ein aktuelles Problem
behandelt.
In der heutigen Vorſtellung von Richard Wagners Lohengrin
ſingen infolge Erkrankungen im Perſonal Frau Emma Holl vom
Opernhaus m Fraukfurt a. M. die Parvie der Ortrud und Herr Sieg=
fried
Tappolet vom Nationaltheater in Mannheim die Partie des
König Heinrich. Die Partie der Elſa ſingt Anny von Stoſch, den
Lohengrin Hans Grahl, den Telramund Johannes Biſchoff, den Heeu=
rufer
Carl Ebert=Beyer. Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf. Die der
Heſſenlandmiete I zugeteilte Vorſtellung beginnt um 14½, Uhr. Heute
Sonntag abend geht als Vorſrellung der Heſſenlandmiete III das Senſa=
tionsſtück
Der Prozeß Mary Dugan in Szene. Die Vorſtel=
lung
begiunt pünktlichum 20 Uhr.
Vernhard Shaws Myſterium in drei Akten Candida gelangt
Dienstag, den 4. Dezember, im Kleinen Haus als Vorſtellung der
Miete I, zur Wiederholung. In den Hauptrollen ſind die Damen
Joſt=Jaeke, Hoffart und die Herren Baumeiſter, Ebert, Finck, Minetti
beſchäftigt.
Gerhard Menzels Schauſpiel Toboggan mit Fritz Valk in der
Hauptrolle in der Inſzenierung Günter Haenels und Wilhelm Rein=
kinys
gelangt Donnerstag, den 5. Dezember, zur Wiederholung.
Im Kleinen Haus findet Donnerstag, den 6. Dezember, eine Vor=
ſtellung
von Roſſiwis Oper Der Barbier von Sevilla ſtalt.
5. Akademie=Konzer4 am 6. Dezember im Städtiſchen Saalbau.
I. dem 5. Akademie=Konzert (2. Orcheſterkonzert) wird Elſe Popp=
Vaſel (Violine) als Soliſtin tätig ſein. Es kommen zum Vortrag Werke
von Cherubini, Händel, Tartini und Mozart. Das Abendkonzert um
8 Uhr iſt ausverkauft, für das Nachmittagskonzert um 5 Uhr ſtehen noch
Narten m Sekretariat der Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36,
zur Perfügung.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Am Sonntag, den 2. Dezember, ſind
in Norfällen als Vertreter des Hausarztes folgende Aerzte erreichbar:
Dr. med. Buchhold II. Aliceſtraße 19½, Telephon 3208; Dr. med. Gros,
Deinrichſtr. 49, Telephon 201; Dr. med. Hof, Gervinusſtr. 46½, Tel 48.

Künſtlerhilfe 1928.
Die neue heſſiſche Arbeitsgemeinſchaft für
bildende Kunſt hatte für geſtern nachmittag zur Eröffnung
der Weihnachtsmeſſe in der Kunſthalle am Rheintor eingeladen,
Zahlreiche Künſtler und Kunſtfreunde waren der Einladung ge=
folgt
. Wie im Vorjahr, dem erſten gelungenen Verſuch, zeigte
die Kunſthalle am Rheintor wieder ein ungewohntes, aber feſſeln=
des
und intereſſantes Bild. Dieſe Ausſtellung iſt nämlich mit
Reſtauration verbunden, allerdings vorerſt noch alkoholfrei. Nette
Bedienung ſerviert Kaffee, Tee, Schokolade, und es durfte
geraucht werden. Man ſaß inmitten der farbigen Herrlichkeiten
und der plaſtiſchen Kunſtwerke, zwiſchen Vitrinen und Ausleg=
tiſchen
an einzelnen Tiſchen und hatte Muße, ſo die Kunſtwerke
in aller Ruhe und Beſchaulichkeit, auch in ihrer Wirkung im
Wohnraum, zu betrachten. Dazu gab ein Grammophon=Orcheſter
anſprechende Unterhaltungsmuſik, in der ſogar die National=
hymne
nicht fehlte.
Die Ausſtellung iſt als Weihnachtsmeſſe gedacht und als
ſolche ſelbſt juryfrei. Deſſenungeachtet kann erfreulicherweiſe feſt=
geſtellt
werden, daß die Werke von künſtleriſchem Niveau, teil=
weiſe
von beſtem Niveau, gegenüber dem Vorjahr, erheblich in
der Mehrzahl ſind. Es iſt an und für ſich guter Grundſatz der
Künſtler und Künſtlerinnen, gerade zu dieſen Weihnachtsmeſſen
nur gute und beſte Sachen zu ſchicken. Abgeſehen von der Ueber=
füllung
, die durch den Zweck der Veranſtaltung bedingt iſt, machen
die Wände einen wohl bunten in doppelter Ausdeutung des
Wortes , aber doch guten und feſſelnden Eindruck. Ausgeſtellt
haben Darmſtädter und unter den auswärtigen heſſiſchen nament=
lich
Offenbacher Künſtler, die durchweg ſehr gut vertreten ſind.
Außer den Gemälden an den Wänden liegen zahlreiche Mappen=
werke
und Einzelblätter auf. Gerade unter dieſen ſind künſtleriſch
hochwertige Kartons und Blätter vorhanden. Man verſäume
alſo nicht, ſich auch dieſe Auslagen anzuſehen. Auch das Kunſt=
gewerbe
iſt mit ſehr hübſchen, gerade für Weihnachtsgeſchenke ge=
eigneten
Dingen vertreten. Da ſind Handarbeiten von künſt=
leriſchem
Wert, da ſind vor allen Dingen entzückende Elfenbein=
ſchnitzereien
, aber auch kleine und größere Bronze= und Terra=
kottaplaſtiken
. Ein Blick auf die Preistafeln beweiſt, daß die

Künſtler den Beſuchern der Ausſtellung, unter denen hoffentlich
auch die Mehrzahl Käufer ſind, weitgehendſt entgegenkommen.
Mit der Weihnachtsmeſſe iſt eine Lotterie verbunden. Man
verſäume nicht, recht viele Loſe, die zum billigen Preis von 50
Pfennig abgegeben werden, zu erſtehen. Der geſamte Ertrag der
Lotterie wird nämlich zum Ankauf von Gewinnen verwendet.
Wer alſo ſeine Wahl nicht direkt treffen will und dem Glück die
Hand bietet, hat Ausſicht, auch auf dieſem Wege zu einem wert=
vollen
Weihnachtsgeſchenk zu kommen. Die Ziehung findet recht=
zeitig
vor Weihnachten ſtatt.
Art und Zweck der Veranſtaltung verbieten uns, die aus=
geſtellten
Werke kritiſch zu beachten und zu behandeln. Das Ge=
ſamtniveau
iſt, wie bereits bemerkt, gut. Es haben insgeſamt
25 Künſtler und Künſtlerinnen, einſchließlich der Kunſtgewerbler,
ausgeſtellt. Unter den Namen der Künſtler, die wir nachſtehend
veröffentlichef, iſt kaum ein unbekannter. Es haben ausgeſtellt
folgende Maler und Malerinnen:
Poſch, Breitwieſer, Gunſchmann, Wachsmuth, Hofferbert,
Bode, Throll, Scheld, Eimer, Prof. Lippmann, Soeder, Bialla,
Robert Fuchs, Eduard Schmidt, Heinz Zernin, Roland Anheißer,
Hanna Frey, G. d. Bellersheim, Math. Stegmayer, Anna Borne=
mann
, Nadine v. Enckevort, G. Prangel, Martha Velte, Dora
Mendelſohn, G. Ullmann, Lothar Toller, G. Diehl, Karl Dep=
pert
, Mathilde Sittmann, Paula Endner, Elſe Luthmer, M. v.
Joeden, Emmy Titze=Raidl, Alfred Springer, Philipp Volk,
Hallerſtede, Ernſt Vogel, K. F. Lippmann, Phil. Klöter, Her=
mann
Rettberg, Kurt Kempin, A. M. Schwindt, Ammersbach,
Paul Arnaul, Karl Appel, Wilh. Walther, Wolfg. Stamm, Ma=
rianne
Hardt, Elſe Heiß, Georg Wüſt, Vala Lamberger, Julius
Kaufmann, Wilh. Engel, Rudolf Börſig, Kurt Perlſee, Gerhard
Pfaff, Marietta Merck, Robert Eckert, Hermann Bahner, Fritz
Büchner, Edgar v. Schrader, Walther Reitzel, Frl. Brennecke.
Unter den Plaſtikern und Kunſtgewerblern ſind folgende
Namen vertreten:
Hedith Wacker, Richard Mager, M. v. Münſtermann, Ortrud
Pützer, Elsbeth Eimer, Well Habicht, Thea Schenck, A. Anthes,
Maria Freund=Streckhardt, Prof. Rehbein, G. Fröhlich, Martha
Weber, Waltraud Mohr, Betty Roggenbau, Irmgard Schütz,
F. Vermer.
Der Weihnachtsmeſſe iſt ſowohl im Intereſſe der Künſtler
*
wie der Beſucher und Käufer beſter Erfolg zu wünſchen.

Verſetzung in den Ruheſtand. Am 26. Nodember wurde der
Förſter Wilhelm Schimef zu Darmſtadt auf ſein Nachſiichen vom
15. Januar 1929 an in den Ruheſtand verſetzt.
Ergänzungswahlen zur Induſtrie= und Handelskammer Darm=
ſtadt
. Die am 28. und 29. November d. J. ſtattgehabten Ergänzungs=
wahlen
zur Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt, Wahl=
kreis
Darmſtadt, ergaben die Wiederwahl nachſtehender Herren: Moritz
Adler, Levpold Hachenburger, Dr. O. Röhm, Theodor Stem=
mer
jun., Ernſt Trier, ſämtlich zu Darmſtadt. Auf die heutige Be=
kanntmachung
darf verwieſen werden.
Eine neuer Darmſtädter Automobil=Club. In den letzten Tagen
hat ſich hier unter dem Namen Darmſtädter Automobil=Club eine Ver=
einigung
von Herrenfahrern gebildet. Dieſelbe ſetzt ſich zuſammen aus
Kreiſen des Allgemeinen Deutſchen Automobil=Clubs (A. D.A. C.), dem
hier zirka 150 Miöglieder (im Reich über 100 000) angehören, und zum
Teil aus neuen Intereſſenten, die bisher ohne Anſchluß waren. Der
Darmſtädter Automobil=Club bezweckt insbeſondere, ſeinen Mitgliedern
die rechtlühen und wirtſchaftlichen Vorteile, die durch den Zuſammen=
ſchluß
mit dem A.D A. C. geboten ſind, zugänglich zu machen. Geſellige
Zuſammenkunfte, zwangloſe Zielfahrten in unſere herrliche Umgebung,
Teilnahme an den Veranſtaltungen des A. D.A. C., beſonders im Gau 3a,
bietet vorerſt das Club=Programm, hingegen ſind Rennen und dergleichen
ausgeſchloſſen. In den nächſten Tagen findet eine Vollverſammlung des
D.A. C. ſtatt, bei der noch Außenſtehenden Gelegenheit geboten wird,
Cinblick in Art und Ziel des Clubs zu nehmen. Entſprechender Aufruf
erfolgt in Kürze.
Volkshochſchule. Wie weiſen noch einmal auf die beiden Ex=
perimentalvorträge
hin, die am Montag und Dienstag, abends
8 Uhr. im Gewerbemuſeum, Neckarſtuaße 3, ſtattfinden und über folgende
Themen gehalten werden: Montag abend Vorführung von Kurzwellen=
Embfänger und =Sender auf dem 40=Meter=Band. Am Dienstag abend
kommen hauptſächlich der Bildfunk und die ultrakurzen Wellen unter 10
Metern zur Vorführung. Vortragende ſind, die Herren Ing. Adolf
Hohenner und stud. phys. techn. Woltmann. Karten zu beiden
Abenden ſind in unſerer Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17, und bei
Radiohaus Erbes, Kirehſtraße 17, erhältlich.

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im Vorverkauf: Verkehrsbüro von 1012 Uhr, anſchließend im Zeitungs=
kiosk
von 122 Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr inunterbrochen. Telephon=
beſtellungen
unter Nr. 389. Bitte, heutige Anzeige beachten!
Alt=Darmſtadt Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Nächſte Veranſtaltung: Donnerstag abend 8½ Uhr im Gintrachtſaal,
Eliſabethenſtraße 12. Vortrag von Herrn Apothcker P. Namdohr
über: Das Apothekenweſen vom 16. bis W. Jahrhundert unter be=
ſonderer
Berückſichtigung der Darmſtädter Verhältniſſe‟,
Muſikvereinsſaal, Steinſtraße. Es wird hiermit nochmals be=
ſonders
auf das heute 11½ Uhr ſtattfindende Schubert=Konzert Dr. Hans
HubertusProf. Dr. Fr. Noack hingewieſen.

Sgeschenk für die Hausfrau
Vas Weinnd
iſt ein Mop. Onalitätsmop in 7 Modellen.
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Seifenhaus am Schillerplatz, Inh. Hans Knos. Fernr. 2073.

Der dritte Schubert=Abend des Drumm=Quartetts findet Mitt=
tvoch
), den 5. Dezember, abenös 3 Uhr, im Kleinen Haus ſtatt. Zum
Vortrag gelangen die beiden großen Klaviertrios Op. 99 und Op. 100
des Meiſters. Durch die Mitwirkung von Generalmuſikdärektor Joſeph
Noſenſtock dürfte der Abend gan; beſonderem Intereſſe begegnen.
Wie bekannt, übernimmt Generalmuſikdirektor Noſenſtock von der näch=
ſten
Spielzeit ab die Nachfolge Arthur Bodanſkys an der Metropolitan
Opcra in New York. Die ſtarke Nachfrage nach Eintrittskarten läßt es
geraten erſcheinen, diefe ſich rechtzeitig zu verſchaffen.
Vorträge Dr. Wauer bei Müller u. Rühle. Am Freitag, den
7. Dezember (wegen des Akademiekonzerts nicht, wie angekündigt,
am 6. Dez.), findet der dritte Literariſche Abend in den Räumen der
Buchhandlung Müller u. Rühle ſtatt. Dr. Max Wauer ſpricht
an dieſem Abend zuerſt Worte zum Gedächtnis Klabunds, des
Dichters des Kreidekreis und der Romane der Leidenſchaft und
wird dann im zweiten Teil des Abends auf wertvolle literari=
ſche
Neuerſcheinungen dieſes Herbſtes hinweiſen und
einige Leſeproben geben. Karten für alle noch folgenden vier Vorträge
zum Preiſe von 6 Mk., oder Einzelkarten zum Preiſe von 2 Mk., ſind
jetzt ſchon erhältlich.

Naturſchutzausſtellung. Die Naturſchutzausſtellung im Landes=
muſeum
iſt heute Sonntag, den 2. Dezember, zum letzten Male geöffnetz.
Martinsgemeinde. Am Montag, den 2. Dezember, abends 8 Uhr,
findet in der Marunskirihe eine kirchenmuſikaliſche Abendfeier ſtatt, ver=
anſtaltet
von unſerem Poſnunenchor unter Mitwirkung der Chorſchule.
Der Poſaunenchor ſpielt Motetten von Reichardt (Der Menſch lebt und
beſteht), Schüberr (Zu Gott flieg auf), Sauer (Flehend heben wir die
Sände) und Mozart (Auf der Andacht heilgem Flügel). Die Chorſchule
ſingt eine Motette von Stein: Tröſtet Zion und eine alte Melodie von
Praetorius (1609): Der Morgenſtern iſt aufgedrungen. Beachtenswert
iſt im erſten Tcile dieſes Liedes der cantus firmus: Wie ſchön leuchtet
der Morgenſtern (1. Stimie), dem die 3. Stimme folgt mit den Wor=
ten
: Voll Gnad und Wahrheit vor bem Herrn. Die Orgel ſpielt ein
Präludium von Franz Tunder und Präludium und Fuge G=Moll von
Joh. Seb. Bach. Der Eintritt iſt frei.
Evang. Petrusgemeinde. Das Spiel Chriſtofferus von Otto
Bruder, das am diesjährigen Jugenbſonntag ſo ſtarke, norhhaltige Wir=
kung
erzielte, wird am Sonntag, dem 3. Dezember (2. Advent), abends
8" Uhr, im Gemeindehaus nechmals durch die Jugendvereinigung zur
Darſtellung gehracht. Dieſe zweite Aufführung findet auf Wunſch vieler
Gemeindegkieder und ſonſtigen am religiöſen Laienſpiel intereſſierter
Kreiſe ſtatt, konnken doch am Jugendſonurag die zahlreichen Kartennacki=
fragen
nicht alle berückſichtigt werden. Anßerdem iſt das Spiel vom
Chriſtofferus; wie für die Adventszeit geſchaffen, kündet es doch von
dem Kommen des Thriſtus, deir der Chriſtofferus herüberettet an inſer
Ufer‟. Der Kartenverkauf hat ſchon rege eingeſetzt. Programme, die
zugleich zum Eintritt berechtigen, ſind zum Preiſe von 50 Pf. bei den
Mitgliadern beider Jugendbunde, Heern Kirchendiener Kropp und in
der Buchhandlung von K. F. Bender, Beſſunger Straße 47, erhältlich).
Lille Plätze ſind numeriert.
Feſtabend des Reichsverbandes für das katholiſche Auslands=
deutſchtun
. Die Fragen des Schutzes und der Förderung der über 30
Millionen Auslandsdeutſchen ſind ſeir den letzten Jahren in immer größe=
ren
Teilen des reichsdeutſchen Volkes mit Intereſſe beſprochen worden.
Im großen interkonfeſſionellen Verein für das Deutſchtum im Ausland
(V.D A.) haben Katholiken und Proteſtanten einträchſtig zuſammen=
gearbeitet
, um beſonders auf dem Gebiete der Schule der Not und der
Bedrängnis unſerer Stammesbrüder zu Hilfe zu kommen. Da dieſer
Verein aber ſatzungsgemäß konfeſſionelle Zwecke ausſchließen muß, ſo
beſtehen auch große Hilfswerke, die gerade der großen Notlage auf kirch=
lich
=religiöſem Gebiete abhelfen wollen. Auf evangeliſcher Seite iſt da
der bekannte Guſtav=Adolf=Verein mit großen Mitteln tätig, und die
Erfolge desſelben im deutſchen edangeliſchen Ausland ſind ſehr beacht=
lich
. Auf katholiſcher Seite haben ſich die ſchon jahrzehntelang vor dem
Kriege unter den Auslandsdeutſchen wirkenden Vereine und Orden auf
Drängen der deutſchen Biſchöfe im Jahre 1918 zum Reichsverband für
das katholiſche Auslandsdeutſchtum zuſammengeſchloſſen. Mit dem
Verein für das Deutſchtum im Ausland arbeitet er freundſ haftlich zu=
ſammen
. Er muß aber ſelbſtverſtändlich für ſeine beſonderen konfeſſio=
nellen
Zwecke ebenfalls Mittel vom katholiſchen Volke gewinnen, um den
weit über die Hälfte etwa 22 Millionen katholiſchen deutſchen
Stammesgenoſſen, die auf dem Gebiete des Kirchenweſens in weiten
Gegenden gänzlich unzureichende Einrichtungen beſitzen, erfolgreich hel=
fen
zu können. In großen Verſammlungen ſucht er das katholiſche Volk
über die kirchlich=religiöſe Lage der katholiſchen Auslandsdeutſchen zu
unterrichten. Führende Kreiſe der Darmſtädter Katholiken haben ſich
deshalb entſchloſſen, auch unſere Skadt mit den hier ruhenden Aufgaben
bekannt zu machen Am Monrag, dem 3. Dezember abends
8 Uhr, wird im Konkordiaſaal ein Feſtabend veranſtaltet
werden, zu dem alle Katholiken Darmſtgdts, ſowie Freunde und Günner
unſerer Beſtrebungen herzlich eingeladen find. Mögen ſie durch zahl=
reichen
Beſuch dieſes Feſtabends, der ein abwechſelungsreiches Pro=
gramm
aufweiſt und in deſſen Mittelpunkt ein Lichtbildervortrag des
Herrn P. Dr. Größer=Berlin ſtehr, baweiſen, daß ſie der beſonderen
Nöte der auslandsdeutſchen Katholiken auf kirchlichem Gebiete nicht ver=
geſſen
, ſondern willens ſind, daß den deutſchen Katholiken im Ausland
tor, allem auch deutſche Geiſtliche, deutſche Gotteshäuſer, deutſches
Kivchenlied, deutſcher Religionsunterricht erhalten bleiben oder neu ge=
ſchaffen
werden
Gaſtſpiel des Kölner Hänneschen=Theaters im Mathildenhöhſaal.
Immer wieder lebt er auf, immer wieder bereitet er Freude, der alfe
und doch junge Kaſperle. Man macht gerade in letzter Zeit Anſtrengun=
gen
, das Marionettentheater wieder ſalonfähig zu machen. Anſtren=
gungen
, die überflüſſig ſind, denn trotz Radio, Fernſeher, Film und an=
deren
Fortſchritten iſt das Kaſperle=Theater gern geſehen und ſtark be=
ſucht
. Mag er auf einer ländlichen Kirchweih ſich zeigen oder in der
Stodt, vor Kindern oder großer Geſellſchaft; man wird immer wieder
lachen, teils aus urſprünglicher, teils aus gern wieder angenommenen
Naivität. Es ſind ja die alten Requiſiten: Zauberer und Hexenmeiſter,
Schlangen und Drachen, verwunſchene Prinzeſſinnen und heldenhafte
Erlöſer. Vor allem aber der Kaſper ſelbſt. Mit drolligen Hand= und
Fußvervenkungen, mit dummen Späßen und Fragen ins Publikum, mit
reichlich ausgeteilten, ſchallenden Ohrfeigen erregt er die Heiterkeit, die
ſich beſenders bei den kleinen Leuten lebhaft äußert. Es iſt urwüchſige,
volkstümliche Kunſt, primitiv=dröllig und herzerfriſchend. So war denn
auch das Gaſtſpiel, das das Kölner Hänneschen=Theater im Mathilden=
höhſaal
gab, an den drei Vorſtellungen reich beſucht, und die komiſchen
Darbietungen im oben geſchilderten Stil ernteten begeiſterten Beifall.

Nach 48=sründigem Dauerschwimmen in erschöpftem Zustand
aus nassem Element. Als erfahrener Sportsmann seit Jahren ein-
wandfrei
festgestellt: durch den Genuß eines Glases Burgeff
Erholung in erstaunlich kurzer Zeit. Burgeff Grün besitzt die
hervorragende Eigenschaft, den ermüdeten Körper, ohne die ge-
eingsten
nachteiligen Folgen, schnell und angenehm zu erfrischen

[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag, den 2. Dezember 1928

Rumme: 335

Grundſähe der Heſſiſchen Evangeliſchen
Sereintgang.
1. Wir bekennen uns zu dem alten, in der Bibel bezeugten und durch
die Reformation neu erſchloſſenen Evangelium von Jeſus Chriſtus,
unſerem Herrn und Heiland.
2. Unſere Arbeit gilt dem Ausbau unſerer Kirche zu einer wahren
Volkskirche. Sie ſoll alle lebendigen Glieder, einerlei welchem Stande
oder welcher politiſchew Richtung ſie zugehören, zu einer evangeliſchon
Geſinnungs= und Tatgemeinſchaft zuſammenfaſſen. Darum fördern und
pflegen wir alles, was geeignet iſt, den Einfluß der Lebenskräfte des
Evangeliums auf unſer geſamtes Volksleben, zu verſtärken und zu ver=
tiefen
.
3. Innerkirchlich ſind wir von jeher die überparteiliche Gemeinſchaft.
Wir achten jede ehrliche Ueberzeugung und verbinden in ewangeliſcher
Weitherzigkeit Anhänger der verſchiedenen theologiſchen und kirchlichen
Btichtungen zu gemeinſamer, praktiſcher Arbeit in Gemeinde und Lan=
deskirche
. Gegenüber dem Freidenkertum, der römiſchen Kirche und den
Sekten ſehen wir in der evangeliſchen Einigkeit und Geſchloſſenheit das
Gebot der Stunde. Darum haltem wir es für ein Unglück, wenn theo=
logiſcher
und kirchlicher Parteigeiſt und Parteihader in die Gemeinden
hineingetragen werden.
4. Wir verlangen, daß die äußeren Ordnungen, die die Landeskirche
zur Erfüllung ihrer Aufgaben braucht, dem Weſen der Kirche als des
Leibes Chriſti nicht widerſprechen und nicht einfach den ſtaatlichen Ord=
nungen
nahgebildet werden. Darum verwerfen wir zum Beiſpiel die
Zwangsliſtenwahl, die aus dem Machtkampf der politiſchen Parteien
hervorgegangen iſt und zur Aufrichtung einer Parteipolitik in der Kirche
und in jeder einzelnen Gemeinde führt. Aus derſelben Einſtellung her=
aus
wenden wir uns gegen das Hervortreten jeder kirchlichen Bürokratie
und fordern weiter, daß bei Beſetzung kirchlichev Aemter das Bedürfnis
der Kirche und Gemeinde und die perſönliche und berufliche Tüchtigkeit
der Bewerber maßgebend ſein ſollen.
5. Der Kirche weiſen wir die Mitarbeit an der Löſung der wirt=
ſchaftlichen
und ſozialen Nöte unſerer Zeit als eine ihrer wichtigſten
Aufgaben zu. Als Volksgewiſſen und Gottesſtimme gegen alle wider=
göttlichen
Mächte muß ſie ein Hort der Gerechtigkeit, der Bruderliebe
und der gegenſeitigen Verantwortlichkeit ſein und durch Schaffung leben=
diger
Gemeinden die vorhandenen Gegenſätze überbrückem helfen.
6. Vom Staate erwarten wir, daß er die Rechte des evangeliſchen
Teils des heſſiſchen Volkes in allen Fragen des öffentlichen Lebens wahrt
und ſeine finanziellen und moraliſchen Pflichten gegen unſere Kirche er=
füllt
. Insbeſondere fordern wir, unter Anerkennung der Schule als
einer ſelbſtändigen ſtaatlichen Einrichtung, daß die heſſiſche Simultan=
ſchule
ihren chriſtlichew Charakter behält, und daß dem evangeliſchen
Religionsunterricht ſein wohlerworbenes Recht in ihr verbleibt.

Steuer= und Wirkſchaftskalender.
für die Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1928.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
30. November: Bis zu dieſem Tage waren laut öffentlicher Mahnung
des Finanzamts Darmſtadt=Stadt ſiehe Darmſtädter Tagblatt
Nr. 324 vom 21. November 1928 bei Meidung der Beitreibung
zu entrichten:
1. Vermögensſteuer 4. Rate, fällig geweſen am 15. No=
vember
1928.
2. Vorauszahlung an Landesſteuern 1928, 4. Rate, fällig
geweſen am 25. Oktober 1928.
3. Kirchen= und Kultusſteuer 1928, 3. Rate, fällig ge=
weſen
am 15. November 1928.
1. Dezember: Letzter Tag für die Entrichtung des Schul=
geldes
für die Darmſtädter höheren Schulen und die gewerb=
lichen
Fortbildungsſchulen für November 1928 an die Stadtkaſſe.
5. Dezember: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanzkaſſe,
daß die Summe der im November 1928 abgeführten Steuerab=
zugsbeträge
mit der Summe der im November einbehaltenen
Steuerbeträge übereinſtimmt. (Keine Schonfriſt.)
5. Dezember: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
16. bis 30. November 1928 erfolgten Lohnzahlungen. Falls die
bis zum 15. November 1928 einbehaltenen Beträge 200 NMM. nicht
erveicht haben, im Ueberweiſungsverfahren Abführung der Lohn=
ſteuer
für die in der Zeit vom 1. bis 30. November 1928 er=
folgten
Lohnzahlungen. (Keine Schonfriſt.)
5. Dezember: Ablauf der Schonfriſt für die am B. (26.) November 1928
fällig geweſene vierte Vorauszahlung (gemeindliches Ziel) der
vorläufigen Gemeinde= Kreis= und Probinzial=
umlagen
für das Rechnungsjahr 1928.
5. Dezember: Ablauf der Schonfriſt für die am 25. (26.) November 1928
in Darmſtadt fällig geweſene Abführung der Gebühren für
Straßenreinigung, Müllabfuhr und Kanalbe=
nutzung
für das Rechnungsjahr 1928.
10. Dezember: Zahlung der Börſenumſatzſteuer ſoweit dieſe
im Abrechnungsverfahren entrichtet wird.
10. Dezember: Ablauf der Schonfriſt für die Entrichtung des Schul=
geldes
für die Darmſtädter höheren Schulen und gewerblichen
Fortbildungsſchulen für November 1928.
H. W. Wohmann.

Welchen Taxameker nehme ich?
Wir erhalten folgende Zuſchrift: An den verſchiedenen Stellen ber
Stadt ſtehen Taxi, und will ich einen ſochen benutzen, ſo werde ich wohl
in der Regel in den erſten Wagen einſteigen, das heißt in den Wagen,
der an erſter Stelle ſteht. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß der Wagen das
erſte Anrecht hat, einen Fahrgaſt zu befördern, der vorn ſteht und ſomit
wohl am längſten wartet. Wie iſt es aber an den Halteſtellen, an denen
die Wagen nebereinander ſtehen? Hier iſt ohne weiteres nicht klar
erſichtlich, wer an der Reihe iſt. Beſteige ich nun an einem ſolchen
Halteplatz einen Wagen, und ich habe falſch geraten, ich nehme alſo
nicht den, der zuerſt kommt, dann erhebt ſich der Sturm. Sämtliche
Fahrer beſtürmen nicht nur den auserwählten Kollegen, doch ſeinen
Fahrgaſt zu beſtimmen, den erſten Wagen zu nehmen, ſondern auch der
Fahrgaſt ſelbſt wird gebeten, doch dieſen Wagen wieder zu verlaſſen und
den Wagen zu nehmen, der an der Reihe iſt. Wahrlich erbaulich iſt es
zu ſehen und zu hören, wie man dem Auserwählten zuſetzt, ja es ver=
ſucht
, falls der Fahrgaſt nicht aus= bzw. umſteigt, den Wagen an der
Abfahrt zu verhindern, oder den Fahrer beſtimmen will, die Fahrt zu
verweigern. Köſtliche Szenen ſah ich ſchon bei dieſer Gelegenheit. So=
lange
ich für mein Geld fahre, nehme ich den Wagen, der mir zuſagt.
Ich bin auch durch verſchiedene Vorkommniſſe klug geworden, daß nicht
jeder Wagen für eine Fahrt in Frage kommt. So endete eine nächtliche
Fahrt nach einem Vorort in einem Kornacker, glücklicherweiſe ohne daß
jemand Schaden nahm. Soll bei der nächſten Gelegenheit dieſer Fahrer,
felbſt wenn er vorn ſteht, wieder Gelegenheit haben, mich auf einem
Acker abzuſetzen? Oder fahren Sie ein zweites Mal mit dem Wagen,
der Sie auf dem größtmöglichſten Umweg an das Ziel bringt? Zum
Beiſpiel ab Hauptbahnhof zum Helia in der Wilhelminenſtraße: Rhein=
ſtraße
, Neckarſtraße, Eliſabethenſtraße, Wilhelminenſtraße. Differenz:
nur 0,80 Mark! So könnte ich noch mehrere Beiſpiele bringen. Ich
frage nun. bin ich gezwungen, den erſten Wagen zu nehmen, oder ſteht
mir die Wahl des Wagens bzw. Fahrers frei?
Von berufener Seite wird uns hierzu folgendes mitgeteilt:
Die in dem Eingeſandt beſchriebene Handlungsweiſe der Droſchken=
führer
verſtößt gegen § 22 der Darmſtädter Droſchkenordnung, loonach
es jedem Fahrgaſt überlaſſen bleibt, ſich auf dem Halteplatz eine Droſchke
auszuwählen. Es emtfiehlt ſich daher für die Fahrgäſte, in ſolchen
Fällen die Nummern der Wagen feſtzuſtellen und den Sachverhalt unter
Angabe derſelben dem Polizeiamt mitzuteilen. Das gleiche gilt, wenn
ein Fahrgaſt von dem Fahrer durch Umfahren oder Forderung eines
höheren Fahrpreiſes übervorteilt oder der Verſuch dazu unternommen
wird. Gegen den oder die betreffenden Fahrer wird dann von Amts=
wegen
eingeſchritten. Bei Halteplätzen, auf denen die Wagen neben=
einander
ſtehen, gilt die jeweils auf dem rechten Flügel ſtehende vordere
Droſchke als erſte. Aber auch hier bleibt es den Fahrgäſten nach der
obengenannten Vorſchrift überlaſſen, ſich einen Wagen auszuſuchen.

Die Schubertfeier der Ludwig3=Oberrealſchule mit Reformreal=
gymnaſium
und der Freunde der Nealanſtalten findet heute abend 8 Uhr
pünktlich im Städtiſchen Saalbau ſtatt. Herr Studienrat Dr. A.
Stiefenhofer wird einige S hubertlieder ſingen. Chor und Orcheſter,
lexteres unter Mitwirkung ehemaliger Schüler, bringen Thor=, Kammer=
muſik
= und Inſtrumentalwerke des Meiſters zum Vortrag. An der
Abendkaſſe ſind noch Karten zu haben.
Opernſchule der Städt. Akademie für Tonkunſt. Frau Emma
Holl vom Frankfurter Opernhaus, die neuerdings neben Profeſſor
Carl Beines und Fräulein Mathilde Weber als Geſangsmeiſterin an
der Opernſchule der Städt. Akademie tätig iſt, gaſtiert heute, Sonntag,
nachmittags ½3 Uhr, als Ortrud im Heſſ. Landestheater, was ſicher be=
ſonderem
Intereſſe begegnen wird.
Miſſions=Baſar. Am Mittſoch, dem 5. Dezember, von 10½ Uhr
an, ſoll wieder der jährlihe Miſſionsverkauf zum Beſten der Frauen=
miſſion
in den Heidenländern ſtattfinden, und zwar, weil der Gemeinde=
ſaal
bereits vergeben, im Feierabend, Stifkſtraße 51. Wie bekannt, macht
e3 ſich die Frauenmiſſion zur Aufgabe, die nötigen weiblichen Kräfte
für das Miſſionsfeld auszubilden und in Dienſt zu ſtellen als Aerztinnen
und Krankenpflegerinnen, Seelſorgerinnen und Lehrerinnen, kurz auf
der ganzen Linie der chriſtlichen Liebestätigkeit an Leuten, die ohne dieſe
Hilfe jäurerlich zugrunde gehen müßten. Wer den Urwalddoktor Albert
S hveitzer gehört hat, der weiß ungeführ, um was es ſich handelt,
wvenigſtens har er ein kleines Stückchen von der rieſengroßen Aufgabe
geſehen, die der Griſtlichen Miſſion geſtellt iſt und die der Einzelne nie=
mals
bewältigen kann auch das hat Profeſſor Schweitzer unmißver=
ſtäudlicl
; zum Ausdruck gebradt , es müſſen alle mithelfen, und wer
das Her; auf dem rechten Fleck hat, der tut es auch, denn da bietet ſich
eine ſehöne Gelegenheit, die unermeßlich große Dankesſchuld, die auf den
chr’ſtlichen Völkern liegt, in etwas abzutragen für das Evangelium, das
Lichſt und Frende in ihr Leben gebraht hat, wie das kommende Weih=
naehtsfeſt
es un3 wieder in ſtrahlender Weiſe zu Gemüte führen wird.
Der hieſige Frauenmiſſionsbund ladet daher alle, die dieſe Zeilen leſen,
ein, ſeinen Berkauf zu beſuchen. We= für den eigenen Bedarf nichts
finden ſollte, kann evivas wählen, um damit anderen eine Freude zu
machen. Die Weihnachtsfreude wird dann doppelt ſein.
Zwei neue Papageien=Seltenheiten im Frankfurter Zoo. Zwei
Neuankömmlinge von ganz beſonderem Intereſſe trafen unlängſt für die
Vogelſammlung des Frankfurter Zoologiſchen Gartens ein. Am be=
merkenswerteſten
iſt ein ſchwarzer Arakakadu aus Neu=Guinea.
Dieſe ſeltene Art gelangt nur ausnahmsweiſe einmal in den Tierhandel,
und war im Frankfurter Zoologiſchen Garten zuletzt vor etwa 70 Jahren.
Die aufgerichtet getragene ſchwarze Federholle und der geradezu rieſen=
hafte
, an die Aras erinnernde Oberſchnabel geben dem eigenarbigen Ur=
waldbewohner
das Gepräge. Das Frankfurter Exemplar iſt ein völlig
handzahmer, liebenswürdiger Vogel, der mit großer Zärtlichkeit an
ſeinen Pflegern hängt. Von gleicher Zahmheit und Menſchenfreund=
lichkeit
iſt der andre Neuankömmling, ein Vertreter der größten Papageien
überhaupt, nämlich ein prachtvoll ausgefärbter dunkel=kobaltblauer ſüd=
amerikaniſcher
Hyazinth=Ara. Auch dieſe Art fehlte ſeit vielen
Jahren in der Frankfurter Sammlung.

Zum Lichtbildervortrag Artur Heye: Auf den Land=
ſtraßen
der Welt, Mit 15 Jahren ſchon beginnt Artur Hehe
ſein abenteuerliches Leben, das ihn über den ganzen Erdball treibt. Erſt
zur See, auf allen Meeren, dann viele Jahre als Tramp in den Ver=
einigten
Staaten, unzählige Berufe durchlaufend, Gefahren und Aben=
teuer
aller Arten begegnend; dann Heizer auf Ueberſeedampfern. Einige
Jahre ſpäter als Journaliſt im Auftrage einer Zeitung die Welt be=
reiſend
: Nordafrika, Aegypten, Abeſſinien, Somaliland, Britiſch= und
Deutſchoſtafrika. Jahrelang als Angehöriger eines Beduinenſtammes
die Sahara durchſtreifend. Der Weltkrieg fand ihn im oſtafrikaniſchen
Feldzug unter Lettow=Vorbeck. Ueberall, wo Artur Hehe ſprach, folgten
die Zuhörer mit atemloſer Spannung ſeinen Worten. Der Vortrag
findet kommenden Mittwoch, den 5. Dezember, in den Riumen der
Buchhandlung Heinrich Schroth ſtatt, bei der Karten im Vor=
verkauf
gelöſt werden können.
Parlamenkariſches.
Vom Heſſiſchen Bauernbund wird folgende Anfrage an
die Regierung gerichtet: Preſſemeldungen zufolge plant die Stadt
Mainz die Errichtung einer Zentralverſteigerungshalle, zu der eine an=
ſehnliche
Summe aus drm Reichsfonds zur Förderung ber Frühgemüſe=
und Glashauskultur beigeſtenert werden ſoll. Wir richten deshalb an
die Staatsregierung die Anfrage, inwieweit dieſe Meldungen der Wahr=
heit
entſprechen?
Lokale Veranſtaltungen.
Die Herunſer erſchelnenden Nofiyen ſind ansſchlieſich als Sinweſſe auf Anzeigen zu bekrochken.
in leinem Faſie irgendwie als Beſprecung oder Kritſl.
Der Stahlhelm Bund der Frontſoldaten, Ortsgruppe
Darmſtadt. Der Bund Königin Luiſe hält am Montag, den 3. De=
zember
, abends 8.30 Uhr, im Reſtaurant Sitte, Karlſtraße, einen Vor=
trag
von Herrn Dr. Klein ab: Aus dem Leben der Königin Luiſe.
Nächſter Kameradſchaftsabend am Donnerstag, den 6. Dezember, abends
8.30 Uhr, im Reſtaurant Sitte, Kaulſtraße. Erſcheinen Pflicht. Das
Weihnachtsfeſt des Stahlhelm findet am Mittwoch, den 19. Dezember,
m Fürſtenſaal, Grafenſtraße, ſtatt.
Im Hotel Prinz Heinrich Tanzabend. Der Beſuch wird
beſtens empfohlen.
Heute Sonntag, 2. Dezember, findet im Hotel zur Poſt
(am Hauptbahnhof) Spezial=Wildeſſen mit Konzert ſtatt. (Siehe Anz.)
Ein Beſuch iſt zu empfehlen.

Sie magern
an welcher Körperstelle sie wollen
Ohne Körperbewegung, ohne Diät, ohne Chemikalien
zu nehmen, ohne Bäder, Reinäußerlicher Gebrauch.
Sichtbares Reſultat bereits am 6. Tage,
Schreiben Sie an Frau Schweitzer, Wiesbaden, Goeben=
ſtraße
19, welche Ihnen gerne u. koſtenfrei das einfache
und wirkſame Mittel angibt, welches Sie ſelbſt mit
großem Erfolg angewendet hat.
I.Bn.19391

Tageskalender für Sonntag, den 2. Dezember 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 14.30 Uhr, Ende
19 Uhr, Heſſenlandmiete I: Lohengrin; abends 20 Uhr, Ende nach
22 Uhr, Heſſenlandmiete III: Der Prozeß Mary Dugan. Kleines
Haus Anfang 11,30 Uhr: Vortrag Wilhelm Michel: Der Triumph
des Gegenſpiels; abends 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr: Der tolle
Hund. Orpheum, abends 20 Uhr: Millowitſch=Gaſtſpiel Der
Stolz der III Kompagnie‟. Konzerte: Schloßbaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Reſt. Bender, Alte Poſt, Reichshof. Wein=
haus
Maxim, Spaniſche Bodega, Sportplatzkaffee, Stadt Malaga,
Kaffee Haſſia, Waldſchlößchen, Perkeo, Bürgerhof, Brauerei Schul
Reichskrone, Neckartor, Frankfurter Hof, Haferkaſten, Zum Heſſiſchen
Haus, Reſt. Dörr, Odeon, Weinſtuben zum Kaplan, Hotel=Weſt. zur
Poſt, Zur Kanone, Stadt Nürnberg, Hotel Prinz Heinrich, Rummel=
bräu
. Schubert=Feier der Ludwigs=Oberrealſchule mit Re=
ſormrealgymnaſium
und der Freunde der Realanſtalten, abends
8 Uhr pünktlich, im Städt. Saalbau. Chauſſeehaus, nach=
mittags
16 Uhr: Konzert zum Beſten der Barmherzigen Schweſtern.
Otto=Berndt=Halle, abends 20 Uhr: Weltliche Abend=
muſik
der Darmſtädter Muſikantengilde. Muſikvereins=
ſaal
vorm. 11½ Uhr: Dr. Hubertus ſingt Die ſchöne Müllerin
Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia, Palaſt= Licht=
ſpiele

Geſchäftliches.

Die Schicht der geiſtig Intereſſierten in Darm
ſtadt iſt groß und erſtreckt ſich über alle Berufe und Stände. Abe
was kann man außer gelegentlichem Theater= und Vortragsbeſuch unter
nehmen, um ſich am ſchöngeiſtigen, literariſchen und wiſſenſchaftliche
Leben der Gegenwart zu beteiligen? Bücher ſind gut und nützlich, abe
ſie unterrichten immer nur über ein Intereſſengebiet. Sie müſſen ſi
dagegen eine Leſemappe aus dem Darmſtädter Leſezirke
halten. Für einen geringen wöchentlichen Betrag finden Sie durch d
Lektüre der ſorgfältig ausgewählten vielſeitigen Zeitſchriften Anregung
Belehrung und Unterhaltung und haben hier die Möglichkeit, wirkli
mit den geiſtigen Strömungen der Zeit in Verbindung zu bleiber
Proſpekte und Probemappen gern koſtenlos Grafenſtraße 24. (1316

Eine recht nützliche Weihnachtsgabe läßt die Kukirol=
Fabrik in dieſem Jahre den Verbrauchern ihrer Erzeugniſſe zukommen.
Wer in den nächſten Tagen eine Packung Kukirol=Hühneraugen=Pflaſter
und eine Sparpackung mit 5 Kukirol=Fußbädern kauft, erhält in der
Drogerie oder Apotheke eine Blechdoſe Kukirol=Streupuder als Weih=
nachtsgabe
gratis. Alles Nähere iſt aus dem Inſerat in unſerer heu=
tigen
Ausgabe erſichtlich, welches den Dr. Unblutig am Mikrophon zeigt.

Aus Heſſen.

Starkenburg.
Griesheim, 1. Dez. Der Kleintierzuchtverein Griesheim hält am
2. Dezember im Saale Zum Rheingauer Hof ſeine diesjährige lokale
Ausſtellung ab, um zu ſehen, welche züchteriſchen Erfolge die einzelnen
Mitglieder im verfloſſenen Zeitabſchnitt gemacht haben. Der Rührigkeit
des Vorſtandes iſt es zu danken, daß zur Hebung der Geflügelzucht unter
anderen 2 Zuchtſtämme rebhuhnfarbige Italiener und an Zuchtmaterial
Kaninchen eingeſtellt wurden.
J. Griesheim, 1. Dez. Gemeinderatsbericht. Zum Zwecke
der Pflaſterung einer neuen Straße wurde die Aufnahme eines Kapitals
in Höhe von 25 000 Mk. bei der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau beſchloſſen.
Der Gemeinderat beantragte die Streichung von 480 Mark im Wald=
wirtſchaftsplan
1929, die für die Anpflanzung des aw die Ueberland=
leitung
verpachteten Streifens im Harraseck vorgeſehen ſind, da ſich der
Streifen von ſelbſt anpflanzt. Gegen, die übrigen Anſätze des Waldwirt=
ſchaftsplanes
wurde nuhts eingeſendet. Fur das Kalenderjahr 1928
werden die ſeitherigen Hundeſteuerſätze von 6 Mk. pro Hund beibehalten.
Bei einem Beginn des Hundebeſitzes nach dem 1. Juli wird nur die
Hälfte dieſes Satzes erhoben. Fräulein Eliſabete Schupp, Tochten
des verſtorbenen Georg Schupp 3., hat um Erteilung der Schankwirt=
ſchafts
=Konzeſſion für das Haus Sandgaſſe 66 nachgeſucht. Die Bedürf=
nisfrage
wurde bejaht. Das Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch des Hugz
Löblein fur das Haus Obendorferſtraße 23 wurde zweiks näherer Infor=
mation
zurückgeſtellt. Die Waſſergenoſſenſchaft Griesheim beabſichtigt
zwecks beſſerer Bewirtſchaftung und Berieſelung von Grumdſtücken in
Flur II den Gehaborner Weg zu verlegen. Der Gemeinderat iſt mit
der Wegverlegung nach dem vom Kulturbauamt Darmſtadt vorgelegten
Plan einverſtanden. Der Gemeinberat iſt mit der Verſetzung der
Nandſteine vor der Hofreite Wilhelm Hofmann 1. zwecks Herſtellung
ciner Hofeinfahrt auf Gemeindekoſten einverſtanden. Die Mittel für
Anſchaffung von zwei neuen Turnmatten für die Freie Turnerſchaft
wurden bewilligt, da die beiden unbrauchbaren Matten des Vereins von
den Schulkindern in de: Schulturnhalle mitbenutzt wurden. Der erfor=
derliche
Betrag iſt aus dem für die Schule zur Verfügung ſtehenden
Fonds zu entnehmen. Als Vertreter der Gemeinde für das Um=
legungsverfahren
bzgl. der Grundſrücke zwiſchen Friedrich=Ebertſtraße
und Wolfsweg wurde Bürgermciſter Schüler und als deſſen Stellver=
treter
Veigeordneter Feldmann beſtimmt. Der Gemeinderat iſt mit
dem Verkauf des Hauſes des Philipp Brand hier, welches mit Hilfe
eines Gemeindedarlehens erbaut worden iſt, einverſtanden, wenn der
Käufer alle Verpflichtungen ſowohl der Gemeinde, als auch Privaten
gegenüber übernimmt. Der Kreisfürſorgeſchweſter Wecker wird zur
Veranſtaltung einer Weihnahtsfeier für die die Säuglingsberatungs=
ſtunde
beſuchenden ſtillenden Mütter ein Betrag von 25 Mark aus der
Gemeindekaſſe zur Verfügung geſtellt.
Aa. Pfungſtadt, 1. Dez. Todesfall. Einer der älteſten hieſi=
gen
Einwohner, Landwirt Heinrich Kramer 2., wohnhaft in der Hillee
gaſſe, iſt im Alter von nahezu 85 Jahren geſtorben. Kramer war be=
reits
Urgroßvater. Theaterabend im Frauenverein.
Die am Donnerstag abend abgehaltene erſte Theateraufführung des
Epangeliſchen Frauenvereins war gut befucht. Zur Aufführung ge=
langte
das dreiaktige Luſtſpiel Die zärtlichen Verwandten von Rode=
rich
Benedix. Die Aufführung kam äußerſt geſchickt heraus und war
ein voller Erfolg. Den Mitwirkenden gebührt für ihr einwandfreies
Spiel ohne Zweifel große Anerkennung.
Aa. Pfungſtadt, 1. Dez. Erfolg des Sparens. Der hieſige
Weihnachtsſparverein, der ſeinen Sitz im Gaſthaus Zum Schwimmbad
hat, kann in dieſen Tagen über 2000 RM., die in kleinen und kleinſten
Beträgen von den Sparern bei ihm eingelegt wurden, anläßlich des be=
vorſtehenden
Weihnachtsfeſtes zur Auszahlung gelangen laſſen.
Kraftſport. Die Kraftſportvereinigung 1914 begibt ſich am Sonn=
tag
mittels Auto nach Lampertheim, um gegen den dortigem Bezirks=
und Kreismeiſter anzutreten. Fabrikarbeiterverſamm=
lung
. Am Sonntag nachmittag um 4 Uhr hält die Filiale Pfungſtadt
des Verbandes der Fabrikarbeiter im Goſthaus Weigel eine Genevalver=
ſammlung
ab. Odenwaldklub. Die hieſige Ortsgruppe des
Odenwaldklubs hält am Sonntag nachmittag eine Sitzung des erweiter=
ten
Vorſtandes ab. Im Anſchluß daran wird die Ortsgruppe Eberſtadt
im Klublokal empfangen. Wanderung. Der Turnverein Pfung=
ſtadt
unternimmt am Sonntag ſeine 12. Wanderung, die über die
Marienhöhe und den Bismarckturm nach Nieder=Ramſtadt führen ſoll.
Gasausſtellung. Die Direktion der Städtiſchen Betriebe Daum=
ſtadt
veranſtaltet zuſammen mit Gebrüder Röder A.=G. Darmſtadt und
Herdfabrik und Emaillierwerk Darmſtadt in der Zeit vom 4. bis 6. De=
zember
im Saalbau Vögler eine Ausſtellung von Gasherden, Badeappa=
raten
, Heizöfen ſowie aller im Haushalt zur Verwendung kommenden
Gasgeräte. Abends findet praktiſche Vorträge über die Verwendung
des Gaſes im Haushalt ſtatt.
Ak. Nieder=Rauſtadt, 1. Des. Erwerbsloſenkontrolle.
Die hieſigen Erwerbsloſen mußten ſich bisher in Eberſtadt zur Kontrolle
melden. Von nächſter Woche tritt hierin inſofern eine Aenderung ein,
als die Kontrolle in Obex=Ramſtadt ſtattfindet. Die Meldung hat
zu erfolgen Dienstags auf dem Rathaus zu Oher=Ramſtadt, Don=
nerstag
und Samstag in der Gewerbeſchule daſelbſt. Die Aus=
zahlung
der Unterſtützung findet jeweils am Samstag ſtatt.
Roßdorf, 30. Nob. Brieftaubenſport. Bei der am 25.
Nobember in Ober=Ramſtadt abgehaltenen Heſſ. Reiſe=Vereinigung= Aus=
ſtellung
erhielt den erſten Ehrenpreis in der 1a Klaſſe (Sieger von Bruck
a. d Leitha) Herr Georg Matthes (ſilbernen Pokal); Herr Fritz Felger
einen Ehrenpreis in Junge Fliegerklaſſe: Herr Fritz Rapp einen Ehren=
preis
in Ungereiſter Klaſſe. Ein gutes Reſultat für den hieſigen Brief=
tauben
=Zuchtverein.
t. Ernſthofen, 30. Nov. Am Sonntag, den 9. Dezember, bringt der
Deutſche Turnverein in ſeinem Vereinslokal Zur Poſt den beliebten
Schwank Der keuſche Lebemann zur Aufführung. Weiter werden die
Schülerinnen und Schüler des Vereins unter Leitung von Turnwart
Herth einige tureriſche Uebungen vorführen. Die Theatergeſellſchaft
des Vereins wird auch dieſes Jahr alles aufbieten, um ihren guten Ruf
zu erhalten. Ferner wird der Geſangberein Ernſthofen im Dezember
einen Familienabend in der Gaſtwirtſchaft von Ludwig Roßmann ab=
halten
.
O. Groß=Bieberau, 1. Dez. Feuerwehrjubiläum. Die
hieſige Freiwillige Feuerwehr, die zurzeit unter dem Kommando des
Herrn Heinrich Reinheimer ſteht, will im nächſten Jahre ihr 50jähriges
Beſtehen feiern. Die am Donnerstag im Rodenſtein tagende General=
verſamnlung
ſetzte die Feſttage auf 6., 7. und 8. Juli feſt.
r. Babenhauſen, 1. Dez. Der Vereinder Theaterfreunde
feiert dieſen Sonntag ſein 5jähriges Beſtehen, mit der Aufflh=
rung
des Dramas Das Volk in Not Bekannt iſt, daß der junge,
aufwärtsſtrebende Verein des öfteren in uneigennütziger Weiſe den Reiil=
erlös
ſeiner Einnahmen zu edlen Zwecken verwandte. So ſtiftete er in
ſeinem Gründungsjahr einen anſehnlichen Betrag den Ortsarmen. Di
der Verein auch dieſen Sonntag einen Teil ſeines Reingewinnes dem
Ortsausſchuß für Volksbildung und Jugendpflege zuwendet, ſo iſt der
Beſuch ſeiner Jubiläumsfeier allen dringend zu empfehlen.

b. Erbach i. Odw., 1. Dez. Gemeinderatsſitzung. Am
Montag, den 3. Dezember ds. Js., abends 8 Uhr, findet eine öffentliche
Gemeinderatsſitzung ſtatt. Auf der Tagesordnung ſteht als einziger
Punkt: Beratung des Voranſchlags für das Rechnungsjahr 1928/29 ung
Feſtſetzung der Höhe der Steuerausſchläge‟. Wir gehen wohl nicht fehl, wennt.
wir annehmen, daß hier ähnliche Beratungen ſtattfinden, wie wir ſoichſe
vor kurzem im Kreistage erlebten. Der Oeffentlichkeit iſt hier Gelegen
heit geboten, ſich über die wirtſchaſtliche Lage unſerer Stadt an maß
gebender Stelle perſönlich zu informieren. Rundfunk. Ueber ruck=
ſichtsloſe
Rundfunkhörer, die das verpönte Rückkoppeln nun einmar
nicht laſſen können und damit ihren Mitmenſchen das Leben verekein=
wird
zurzeit hier lebhaft Klage geführt. Die Funkwacht wird diele
Störenfriede in der nächſten Zeit feſtſtellen und nach erfolgter Verwat
nung rüchſichtslos zur Anzeige bringen. Geflügelzuchtvereli
Eine ſchon lange ſchwebende Frage ſcheint nunmehr greifbare Geſta.
anzunehmen. Intereſſenten haben Gleichgeſinnte für kommenden Mon=
tag
abend in dem Schützenhof eingeladen, wo die Gründung eines
Geflügelzuchtvereins Erbach erfolgen ſoll. Der neue Verein win be=
reits
im Laufe des Monats Januar im Verein mit dem hieſigen Bile!e
taubenklub eine größere Ausſtellung veranſtalten, die die planmabihe
Raſſezucht weiteſten Kreiſen vor Augen führen ſoll. Erbacher
Lichtſpiele. Die Erbacher Lichtſpiele bringen ihren Gäſten in dieſer
Woche ein beſonderes Programm. Der Großfilm Spione, der Diele
Tage in Dammſtadt lief, kommt hier zur Aufführung. Der Regiſtet
des Films iſt Fritz Lang, der Schöpfer von Nibelungen und Metro=
polis
. Fußball. Zum Verbandsrückſpiel treten morgen die erſten
Mannſchaften der Vereine Erbach Höchſt in Höchſt an. Auf den 4.
fall des Spieles darf man geſpannt ſein. Hoffentlich liefern ſich beige
Mannſchaften ein ſchönes Spiel, das nicht wie dies in letzter Zei
manchmal der Fall war Gegner des Fußballſpiels zu heftiger Kritik
herausfordert. Handball. Im Handballpflichtſpiel ſtehen ſich Gr=
bach
Michelſtadt in Michelſtadt gegenüber. Auch dieſer Kampf wird
gleich dem Fußballſpiel ein intereſſanter, und wird hoffentlich ſo durch=
geführt
, daß er den Handballern der D. T. zur Ehre gereicht.

[ ][  ][ ]

Sonntag den 2. Dezember 1928

Geite 7

II. Hainſtadt i. Odw., 29. Nov. Eine erfreuliche Verdienſtmöglich=
keit
hat die Glanzſtoffabrik in Obernburg für unſere Gegend geſchaffen.
Insbeſondere haben Frauen und Mädchen den Vorzug, und wird zurzeit
von dem Unternehmen in den umliegenden Ortſchaften Nachfrage zwecks
Einſtellung von weiblichen Arbeitskräften gehalten. Zum Hin= und
Nücktransport der Arbeiter läuft ſeit Montag ein Reichspoſt=Omnibus,
der in den einzelnen Ortſchaften die Arbeiter aufnimmt und auch wieder
zurückbringt. Zu dieſem Zweck iſt in Lützel=Wiebelsbach eine Autohalle
errichtet worden. Wie man hört, ſollen noch einige Hundert Mädchen
eingeſtellt werden. Die Gedenkfeier für unſere gefallenen Helden fand
am Totenſonntag vor dem Gefallenendenkmal ſtatt. Trotz ſtrömenden
Regens war die Anteilnahme eine recht große. Die beiden Geſangvereine
und die Schuljugend von Hainſtadt trugen durch Geſangsvorträge zur
Feier bei. Herr Lehrer Müller hielt eine zu Herzen gehende Anſprache.
Anſchließend fand eine allgemeine Totengedenkfeier infolge der un=
günſtigen
Witterung im hieſigen Schulſaal ſtatt.
m. Beerfelden, 1. Dez. Turneriſches. Der hieſige Turnverein
D. T. bietet demnächſt, wie alljährlich, ſeinen Mitgliedern einen Fa=
milien
= und Unterhaltungsabend, der ſich auch heuer gewiß des früheren
Zuſpruchs erfreuen wird. Man kann wohl ſagen, daß der Turnverein
gegenwärtig auf dem Gipfel der Leiſtungsfähigkeit ſteht, und ſo wird
das Gebotene: Frejübungen, Volkstänze, Keulenſchwingen, Uebungen an
Barren, Reck und Pferd, wieder auch beim beſten Kenner Anerkennung
und Ueberraſchung auslöſen. Im Wechſel mit dem Genannten kommen
auch Theaterſtücke zur Aufführung, und auch in dieſer Beziehung weiß
der Verein ſelbſt verwöhntem Geſchmack etwas zu bieten. Bei der dies=
jährigen
Aufführung wird vom Auftreten der Schülerinnen= und Schü=
lerabteilung
Abſtand genommen, wodurch Platz getvonnen wird, und
wodurch das Programm, was Zeitgewinn anlangt, eine angenehme Kür=
gung
erfährt. Der Beſuch beſchränkt ſich auf die Vereinsmitglieder und
deren Familienangehörige, die Eltern der Schüler und Schülerinnen.
Der kommende Sonntag wird nach längerer Ruhepauſe auf dem Platz
des Vereins für Raſenſport wieder ein Spiel bringen zwiſchen der hie=
ſigen
1. Mannſchaft und der 2. des V. f. L. Michelſtadt. Letztgenannte
Spieler ſind hier gern geſehene Gäſte durch ihr ſtets ritterliches Spielen,
auch die Zuſchauer wiſſen ſportgemäßes Spiel im Gegenſatz zu dem oft
beklagten rohen Treiben mancher Vereine zu würdigen und zu ſchätzen.
Bn. Hirſchhorn, 1. Dez. Zugunfall. Strechenarbeiter, die mit
Aufladen von Schrott beſchäftigt waren, hatten beim Herannahen eines
Schnellzuges die Türen des Schrottwagens nicht geſchloſſen, ſo daß dieſe,
in der Nähe von Hirſchhorn, durch den Luftzug offenbar aufgeriſſen, bis
zum Schnellzug hinüberſchlugen und die eine Seite des Gepäckwagens
ſchwer beſchädigten. Sechs Fenſterſcheiben der Perſonenwagen wurden
zertrümmert. Reiſende ſind glücklicherweiſe nicht zu Schaden gekommen.
Hirſchhorn, 1. Dez. Waſſerſtand des Neckars am
30. November 1,48 Meter, am 1. Dezember 1,35 Meter.
Bn. Aus dem Neckartal, 29. Nov. Nachdem nunmehr in den letzten
Tagen ſehr ſtarker Regen eingeſetzt hat, iſt der Neckar derart geſtiegen,
daß ſeit einigen Tagen der Schiffverkehr wieder aufgenommen werden
konnte. Die in Hirſchhorn ingelegte Not=Landungsbrücke bei der Fähre
konnte wieder entfernt werden, nachdem es möglich iſt, mit der Neckar=
fähre
wieder bis an das jenſeitige Ufer anzufahren.
Bp Lindenfels, 1. Dez. Auf den Odenwaldhöhen iſt der Schnee, der
am Freitag niederging, liegen geblieben. Es ſind zu verzeichnen: Ga=
dernheim
, Kolmbach, Lindenfels 5 Zentimeter, Landenau, Winterkaſten
23 Zentimeter, ſtellenweiſe iſt der Schnee ſtark bevweht. Im hinteren
Odenwald (Beerfelden) iſt nur eine dünne Schneedecke zu verzeichnen.
F. Zwingenberg, 28. Nov. Im Sparkaſſengebäude zu Zwingenberg
fand geſtern vormittag die diesjährige ordentliche Mitglieder=
verſammlung
der Bezirksſparkaſſe Zwingenberg=Bensheim ſtatt,
die von den Vertretern der Mitgliedsgemeinden gut beſucht war. Das
Kreisamt Bensheim war durch Herrn Kreisdirektor Reinhardt, das
Kreisamt Darmſtadt durch Herrn Regierungsaſſeſſor Eckſtein vertre=
ten
. Die Verſammlung leitete der geſchäftsführende Direktor der Kaſſe,
Oberamtsrichter Jäger, der zunächſt dos Ergebnis der Oberreviſion
der Rechnungen für 1924 und 1925 bekgnnt gab. Da durch die Reviſion
Beanſtandungen nicht erhoben wurden, konnte hinſichtlich dieſer Rech=
nungen
dem Vorſtand und dem Rechner Entlaſtung erteilt werden. Der
gemeinſame Geſchäftsbericht der beiden Rechnungsſtellen Zwingenberg
und Bensheim für das Rechnungsjahr 1997, der gedruckt vorlag, wurde
zur Kenntnis genommen. Die Verſammlung genehmigte die Rücklage
des Reingewinns aus 1927 in Höhe von 7634,14 Mk., wodurch ſich der
Reſervefonds auf 40 794,22 Mk. erhöht hat. Ueber den Stand der
Aufwertung berichtete der Rechner Delp, der ſeine im einzelnen
ſehr intereſſanten Ausführungen glaubte in der Hoffnung zuſammen=
faſſen
zu können, daß eine Aufwertung der Spareinlagen zum Satze
von 15 Prozent wohl möglich ſei und vom Vorſtand und Aufſichtsrat
demnächſt beſchloſſen werden könne. Der Vorſitzende des Heſſ. Giro= und
Sparkaſſenverbandes, Juſtizrat Dr. Reh, machte einige Ausführungen
zum Geſchäftsbericht, wies auf die günſtige Entwicklung der Kaſſe, vor
allem auch der neugeſchaffenen Rechnungsſtelle Bensheim hin und ſprach
der Kaſſe Anerkennung und den Dank des Verbandes aus. Die gün=
ſtige
Entwicklung der Kaſſe zeige ſich ſo führte der Redner aus be=
ſonders
in den Spareinlagen, deren Stand von 1804 674 Mk. Ende
1926 ſich auf 2 722 961 Mk. Ende 1927 erhöht habe. Zwingenberg rücke
damit bei 34 öffentlichen Kaſſen in Heſſen an 14. Stelle. Juſtizrat Dr.
Reh weiſt ferner auf die beachtenswerte Tatſache hin, daß die Spar=
kapitalien
in Heſſen von 114 972000 Mk. Ende 1927 auf 150 339 245
Mk. Ende Oktober 1928 angewachſen ſind und das Sparen eine ſtändige
und auffalend gleichmäßige Aufwärtsbewegung es werden in Heſſen
monatlich 3 Millionen Mark geſpart zeigt. Als erfreulich bezeichnet
er, daß die hypothekariſchen Eintragungen bei der Kaſſe in einem gün=
ſtigen
Verhältnis zu den Spareinlagen ſtehen, und daß dieſes Verhältnis
über den Reichsdurchſchnitt hinausgehe. Redner weiſt zum Schluſſe auf
die großen Verdienſte der Heſſiſchen Girozentrale hin, die in den hinter
uns liegenden Jahren ein Markſtein für die Sparkaſſen geweſen ſei.
Ohne ſie hätte das Sparkaſſenweſen in Heſſen eine gleich günſtige Ent=
wicklung
nicht nehmen können; ſie habe den Zuſammenbruch der Kaſſen
verhütet. Ihrem anweſenden Leiter, Herrn Direktor Seip, ſprach er
den Dank der Verſammlung und des Verbandes aus. Entſprechend einer
Vorlage des Vorſtandes und Aufſichtsrates werden die 88 17 und 50 der
Satzungen abgeändert. Die Aenderungen finden einſtimmige Annahme.
Zum Schluſſe hörte die Mitgliederverſammlung noch einen Vortrag des

Nagelſchmiede in Heſſen.
Vor einiger Zeit ging die Nachricht durch die
Blätter, daß der letzte und einzige Nagelſchmied in
Deutſchland, in Augsburg ſich befinde. Das ent=
ſpricht
nicht den Tatſachen. Wir haben vielmehr
einen Vertreter des ausſterbenden Handwerks auch
im heſſiſchen Odenwald, in Fränkiſch= Crum=
bach
. Es fertigt dort heute noch in alter Weiſe
der am 22. Oktober 1870 geborene Philipp
Nagel Schiffnägel, Ankernägel, Bordnägel, Latt=
nägel
, Schloßnägel, Gebirgsnägel, leichte und ſchwere
Sohlennägel, Groſchnägel und Abſatznägel (genannt
Batzennägel und Dickköpf) uſw. Unſer Bild zeigt den
braven Nagelſchmied in der Werkſtätte bei der Ax=
beit
. Sein Hund wartet auf das Zeichen, daß er
wieder in das den Blaſebalg treſbende Rad treten
ſoll.
Uebrigens exiſtieren auch, wie uns mitgeteilt
wird, in Hammelbach und an anderen Orten Nagel=
ſchmiede
.

Bezirksdirektors Walz von der Heſſ.=naſſ. Lebensverſicherungsanſtalt
Wiesbaden über Zweck und Bedeutung der Lebensverſicherung. Nachdem
fand im Gaſthaus Zum Löwen ein Mittageſſen ſtatt, das die Ver=
ſammlungsteilnehmer
etwa 70 an der Zahl noch längere Zeit in
zwangloſer Geſellſchaft vereinte.
W.: Heppenheim a. d. B., 1. Dez. Die Ortsgruppe Heppenheim=
Bensheim des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten hielt am letzten
Mittwoch eine von ihren Mitgliedern zahlreich beſuchte Verſammlung
ab. Vom Handwerk zum Truſt lautete das Thema, über das Herr
Weinberg aus Darmſtadt ſpvach. Der Vortrag wurde von vielen und
ſehzönen Lichtbildern begleitet. Infolge des vorzüglichen zur Verfügung
ſtehenden Lichtbilderapparates ging der Vortrag über den Rahmen des
gewöhnlichen hinaus. Einbruch. In der hieſigen katholiſchen Kirche
wurde am hellen Tage ein Einbruch verübt und aus dem Opferſtock ein
kleiner Geldbetrag entwendet. Weitere Typhusfalle. Zu
den bis jetzt von hier gemeldeten Typhusfällen ſind nun zwei weitere,
alſo bis jetzt insgeſamt 14 Fälle zu verzeichnen. Amtsnieder=
legung
. Der ſeitherige Kreisfeuerwehrinſpektor des Inſpektions=
bezirkes
2, Maier aus Heppenheim, hat mit Wirkung vom 1. Dezember
ſein Amt niedergelegt. Zu ſeinem Nachfolger hat der Kreisausſchuß
den Kommandanten der Freiw. Feuerwehr Heppenheim, Herrn Betriebs=
inſpektor
Apfel, ernannt.
S. Lampertheim, 28. Nov. Verloſung. Dem Verein ſelbſtändi=
ger
Kaufleute iſt für ſeine Werbewoche vom 29. November bis 10. De=
zember
ſeitens des Miniſteriums die Erlaubnis zu einer Lotterie enteilt
worden. Es gelangen in dieſer Zeit in den Geſchäften bei einem Ein=
kauf
von 5 RM. Wert Gratisloſe zur Ausgabe. Die hübſchen und prak=
tiſchen
Gewinne ſind zurzeit im Schaufenſter des Möbelgeſchäfts Herz
in der Kaiſerſtraße ausgeſtellt und dürften ihre Anziehungskraft nicht
verfehlen. Die Losziehung erfolgt unter behördlicher Aufſicht Freitag,
den 12. Dezember, nachmittags, im Saale des Gaſthauſes Zum Kaiſer=
hof
. Wahl. Bei der hier ſtattgefundenen Ergänzungswahl zur
Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammer Worms im rechtsrheiniſchen
Wahlbezirk wurden die ſeitherigen Mitglieder Fabrikant H. Merkel=
Dalsheim und Kommerzienrat K. Schill=Oſthofen in der Wahlgruppe
Induſtrie einſtimmig wiedergewählt. Für Groß= und Einzelhandel fand
keine Wahl ſtatt.
D. Biebesheim, 1. Dez. Feuer. Geſtern abend gegen halb 11 Uhr
ertönte Feueralarm in unſerem ſonſt ſo ſtillen Dorf und brachte im Nu
die Einwohner auf die Beine. In der Rheinſtraße war in dem Anweſen
von Gg. Karl Rothärmel auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weiſe Feuer
ausgebrochen, und zwar brannte Heu und Stroh in der Scheune lichter=
loh
als der Brand bemerkt wurde. Immerhin war der Brand noch im
Entſtehen und es gelang den eifrigen Bemühungen der hieſigen Feuer=
wehr
, ſowie der hilfsbereiten Einwohnerſchaft, das Feuer zu löſchen, ehe
noch die Scheune ſelbſt in Brand geriet. Der Umſtand, daß gegenüber
der Brandſtelle gerade das Spritzenhaus war, trug ſehr viel dazu bei,
daß kein größerer Schaden entſtand, zumal es auch gelang, etliche
Maſchinen, die bereits in den Flammen ſtanden, zu retten. Bis der
Brand recht publik geworden war, war das Feuer auch ſchon wieder ge=
löſcht
und es mutete die etwas ſpät gekommenen Neugierigen wie ein
Schildbürgerſtreich an, als ſie ſahen wie die Feuerwehrleute mit der
Sturmlaterne die Scheune abſuchten, um etwa noch vorhandene Glut im
Keime zu erſtichen.
z. Groß=Gerau, 1. Dez. Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau.
Die Guthaben der Einleger und Scheckkunden ſind im Geſchäftsjahr 1927
um 81 Prozent auf 5 834000 RM. geſtiegen und betrugen am 31. Okt.
1028 8,75 Millionen Mark. Aus dem Reingewinn für 1927 wurden dem
Krankenhaus Groß=Gerau 2000 Mark überwieſen. In den Aufſichtsrat
wurden neu gewählt Bürgermeiſter Müller=Rüſſelsheim und Bürger=
meiſter
Schüfer=Erfelden.
* Bauſchheim, 1. Dez. Tödlicher Unglücksfall. Als Don=
nerstag
abend der 74jährige Arbeiter Phil. Gütlich aus Bauſchheim
von der Feldarbeit nach Hauſe ging, wurde er kurz vor dem Ort von
cinem radfahrenden Schreinerlehrling angefahren und zu Boden geſchleu=
dert
. G. erlitt einen ſchweren Schädelbruch und wurde nach Mainz ins
Städtiſche Krankenhaus gebracht. Dort iſt G. infolge der ſchweren Ver=
letzung
geſtorben.

a. Offenbach, 28. Nov. Mit Stallmeiſter Friedrich Ed. Dietrich,
der geſtern zur ewigen Ruhe beſtattet wurde, iſt wieder ein Zeuge und
Mitkämpfer aus Deutſchlands großer Zeit im Alter von 78 Jahren ins
Grab geſunken. Dietrich diente ſeit 1869 bei den Bonner Königshuſaren
und machte den Feldzug 1870/71 mit. In den letzten Jahren war er lei=
dend
. Der Kriegerkameradſchaft Haſſia gehörte er ſeit 30 Jahren an.
Mitglieder von ihr erwieſen ihm auch die letzte Ehre, und ſie ließ durch
Kamerad Schaub, ebenfalls Mitkämpfer von 1870, einen Kranz in den
alten Reichsfarben niederlegen und ihm einen Nachruf widmen. Die
Fahnenabordnung der Kriegerkameradſchaft war ebenfalls zur Stelle.

Rheinheſſen.

Ad. Bechtheim, 1. Dez. Billige Haſen. Die Oberfelber Jagd,
die in Weidmannskreiſen ſehr beliebt iſt und jährlich an Pacht 2700 Mark
koſtet, lieferte bei der diesjährigen Treibjagd eine Beute von 600 Haſen.
Die Zuckerrübenernre, die in hieſiger Gemarkung aus 60
Morgen Ackerland 13 000 Zentner Rüben betrug, iſt nunmehr beendet.
Vor dem Kriege war die Zuckerrüben=Anbaufläche viermal ſo groß.
Ah. Eppelsheim (Rhh.), 29. Nov. Von der Zuckerrüben=
ernte
. Die Zuckerrübenernte iſt beender. Der hieſige Bahnhof iſt die
Verladeſtation, der Rüben von Eppelsheim (400 Morgen), Flomborn
(431 Morgen), Oberflörsheim (550 Morgen), Hangen=Weisheim (130
Morgen), Blödesheim (240 Morgen), Dintesheim (150 Morgen). Die
Ernte hat nun doch noch einen beſſeren Ertrag gebracht als man im Nach=
ſommer
vermutet hatte. Vom Morgen wurden durchſchnittlich 180 Zent=
ner
, während man in früheren Jahren durchſchnittlich 210220 Zentner
je Morgen erntete. Infolge des guten Herbſtwetters war die Anfuhr
ſehr ſtark. Ende Okyober und Anfang November mußten 4 Waggon in
Betrieb genommen werden. Das Mübenkontor Worms hat die Rüben
abgenommen In manchen Fällen wurde 20 bis 25 Prozent Schmutz
ſeſtgeſtellt. 700 Waggons ſind bereits durch die Bahn abtransportiert
worden, 500 Waggons lagern noch auf den Lagerplätzen am hieſigen
Bahnhof.
Oberheſſen.
v. Friebberg, 29. Nov. HeimatkundlicheArbeitsgemein=
ſchaft
. Die amtliche Arbeitsgemeinſchaft des Kreiſes Friedberg,
die von Prof. Dr. Blecher geleitet wird, gilt hinſichtlich ihrer Arbeits=
methode
als vorbildlich. Das gab auch dem preußiſchen Lehrerverein
Saalburg Anlaß, eine Lehrerverſammlung auf heſſiſchem Boden in
unſerer Stadt abzuhalten, um an Ort und Stelle ſich mit der Tätigkeit
der hieſigen Arbeitsgemeinſchaft vertraut zu machen. Dazu bot ſich zu=
nächſt
Gelegenheit bei der Beſichtigung des Wetterauer Muſeums, deſſen
Sammlungen Prof. Dr. Blecher unter dem Geſichtspunkt ihrer unter=
richtlichen
Vervendbarkeit erläuterte. In der ſich anſchließenden Sitzung
führte dann Profeſſor Dr. Blecher im einzelnen in die Arbeitsmethoden
der Heimatforſchung ein. Die vom heſſiſchen Kultusminiſterium ausge=
gebenen
Fragebogen ſtünden im Dienſte der Materialbeſchaffung
für das ſpäter zu ſchaffende lebensvolle Heimatbuch des Kreiſes oder
kleineren Bezirks. In der Ausſprache erwärmten ſich die preußiſchen
Lehrer ſehr für die unter Leitung von Miniſterialrat Hofmann ſtehende
heſſiſche amtliche Einrichtung. Es wurde in Erwägung gezogen, ob man
nicht auch in Preußen ähnliche Organiſationen ſchaffen ſolle.

Kirchliche Nachrichken.

Roßdorf. 1. Dez. Evangeliſche Gemeinde. Sonntag,
den 1. Advent (2 Dezember), vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt ( Jah=
resfeſt
der Jugendvereine) under Mitwirkung des Poſaunenchors und
des Jugendchors. Feier des hl. Abendmahls. Kollekte für die Jugend=
vereine
. Verpflichtung neugewählter Kirchenvorſteher. Nachmittags 1½
Uhr: Dankgottesdienſt und Chriſtenlehre. Abends 8 Uhr: Kirchenkon=
zert
, ausgeführt vom Madrigalchor Darmſtadt (Leitung: Prof. Dr.
Noack), veranſtaltet vom Frauenverein und den Jugendvereinen.
Montag: Frauenverein. Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſau=
nenchor
. Donnerstag: Jungmädchenverein. Freitag: Evang. Ar=
beiter
= und Handwerkerverein.

[ ][  ][ ]

Statt beſonderer Anzeige.
Am 29. November entſchlief nach ſchwerem Leiden mein
lieber Mann, unſer guter Vater, Schwiegervater und Großvater

Studienrat in R.
im 70. Lebensjahr.
Seinem ausdrücklichen Wunſche entſprechend, haben wir
ihn in aller Stille zur letzten Ruhe geleitet.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Henriette Müller, geb. Meßinger.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1928.
Heinrichſtraße 132.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.

Statt beſonderer Anzeige
Heute wurde nach langem, ſchweren, ſtandhaft getragenen Leiden mein
innigſigeliebter Mann, unſer treubeſorgter, guter Vater, Großvater,
Bruder, Schwager und Onkel
Wirkl. Geheimerat D. Dr. ing. e. h.

Präſident i. R. des Oberkonſiſtoriums
durch einen ſanften Tod in die Ewigkeit abberufen.
Emma Nebel, geb. Knorr
Dr. med. Ludwig Nebel
Fritz Nebel, Hauptmann i. d. 3. (Pr.) Nachr.=Abtlg.
Magdalene Merck, geb. Nebel
Mathilde Nebel, geb. Fiſcher
Louis Merck
* Enkelkinder.
Darmſtadt, Wiesbaden=Biebrich, Berlin=Grunewald
den 1. Dezember 1928.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. Dezember 1928, 2 Uhr nachmitt.,
von der Kapelle des alten Friedhofs aus ſiatt.
(19526
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abſehen zu wollen.

Am 29. November verſchied nach
langem, ſchwerem Teiden mein
innigſtgeliebter Mann, unſer guter
Vaier

In tiefem Schmerz:
Frau Marie Oßmann
geb. Heberer und Kind.
Die Beerdigung findet am Montag
vormittag 11 Uhr auf dem Wald=
friedhof
ſiatt.

Statt Karten.
Nach überaus ſchwerem, mit rührender Geduld getragenem
Leiden iſt heute mein heißgeliebter Mann und treuer Kamerad,
unſer liebevoller, herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater,
Schwiegerſohn und Schwager

Königl. Preuß. Rechnungsrat
von uns gegangen.
In tiefem Leid:
Anna Thielbeer, geb. Georg
im Namen aller trauernd Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. November 1928.
Auf Wunſch unſeres teueren Entſchlafenen findet die Beerdigung in der
Stille ſiatt.
Wir bitten dringend, von Beileidsbeſuchen abzuſehen.

Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe inniger Teilnahme und treuen
Gedenkens beim Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen

Statt Karten.

ſagen
wir
für di
1874,

Todesanzeige.
Am Donnerstag verſchied plötz=
lich
und unerwartet in Bad
Kiſſingen unſer liebes Enkelchen

im Alter von 13 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie Georg Erb.
Darmſiadt, den 30. Nov. 1928.
Die Berdigung findet Montag, den
3. Dezember 1928 auf dem Wald=
friedhof
ſtatt.

Seite 8

Sonntag den 2 Dezember 1928

Nummer 335

(19383

Darmstadt
Georgenstraße 12.

Neumarkt, Oberpfalz

Mexiko, D. F.
Zu Hause: Sonntag, den 9. Dezember 1928, Georgenstraße 12.
Mam

Statt Karten.

(19434

Ernſt Schenck
Direktor beim heſſ. Landtag
und Frau Minna, geb. Hanſtein

Darmſiadt
Heinrichſtr. 118

Die Verlobung unſerer Tochter Emmy Meine Verlobung mit Fräulein Emmy
mit Herrn Dr. Albert Peppler, Hoch= Schenck, Tochter des Direktors beim heſſ.
ſchulprofeſſor und Direktor der badiſchen / Landtag, Herrn (Ernſt Schenck und ſeiner
Landeswetterwarte, beehren ſich anzuzeigen Frau Gemahlin Minna, geb. Hanſtein,
erlaube ich mir bekannt zu geben.
Dr. phil. Albert Peppler
Hochſchulprofeſſor
Direktor der badiſchen Landeswetterwarte
Karlsruhe
Dezember 1928.
Durlacher Allee 56

Marte Strauß
Saly Hahn
Verlobte
Reinheim
Külsheim
(Hessen)
(Baden)
November 1928.
Gretel Fuhrmann
Willi Aberle
Verlobie
Darmſtadi, den 2. Dezember 1928.

Amtsgerichtsrat Ludwig Lutz
Marie Lutz, geb. Breidenbach
Vermählte

Darmſtadt, den 1. Dezember
Landwehrſiraße 14.

1928.

Für alle anläßlich unſerer ſilber=
nen
Hochzeit erwieſenen Aufmerk=
ſamkeiten
ſagen herzlichſten Dank
Heinrich Frank und Frau Dina
geb. Luſt
Darmſtadt, Rhönring 133.

Der ältere Herr,
d. a. Totenſonntag
abends geg. 10 U.
den Marengoman=
tel
bei Heß ( Kirch=
ſtr
.) vertauſchte, w.
erſucht, denſ. daſ.
wieder abzugeben,
andernf. Anzeige
erfolgt.

deren Karl Schäfer, Oachdeckermeiſter

wir auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank. Beſonders danken
en Herren Pfarrer Kleberger und Waldeck für die troſtreichen Worte,
je ehrenden Gedenken und Kranzniederlegung des Kriegervereins
der Dachdeckermeiſiter=Vereinigung Darmſtadt und ſeiner Arbeiter=
ſowie
allen, die dem Entſchlafenen durch Blumen und Kranzpenden
etzte Tiebe bewieſen haben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eva Schäfer Wwe.
Frau Marg. Zahn, geb. Schöfer
Friedr. Zahn, Dachdeckermeiſier
und Kinder.

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Nachruf.
Am 27. November verſchied nach qualvollem
Leiden im Krankenhans in Traunſtein die Zeichen=
lehrerin

Fräulein
Marie Untermager.
Wir beklagen den Verluſt einer reichbegabten,
unermüdlich tätigen Lehrerin und einer treuen,
opferwilligen Mitarbeiterin.
Ehre ihrem Andenken.
Die Rundeturmſchule.
Schütz.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1928. 19491

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme beim
Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen ſagen wir auf
dieſem Wege herzlichen Dank.
Familie Johann Schneider.
Familie phil. Schneider.
Eliſabethe Menges Ww., geb. Schneider
und 6 Enkelkinder.
Semd, im November 1928.

Welterstadt.
Sonntag, den 2. Dezember feiert Herr
Johann Heß, Maurermeiſter, mit ſeiner
Ehetrau Maria geb. Petri das Feſt der
Silbernen Hochzeit!
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mſtadt, Kiesſtr. 65, den 30. November 1928.

Für die uns beim Heim=
gange
unſerer lieben Schweſter
und Tante erwieſene herzliche
Teilnahme ſagen wir innigſten
Dank.
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Lina Lupus
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Nummer 335

Sonntag den 2 Dezember 1928

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Seite 10

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Nummer 335.

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Seite 12

Sonntag, den 2 Dezember 1928

Nummer 333

Opoln, Spiel und Tarnen.

Handball.
Sportverein Darmſtadt 1898.
Die Ligamannſchaft der 98er iſt am heutigen Sonntag nicht be=
ſchäftigt
. Auch hier bringt erſt der 9. Dezember die Fortſetzung der
Verbandsſpiele durch ein Spiel gegen Kickers Offenbach in Darmſtadt.
Daigegen hat die Liga=Erſatzmannſchaft einen Kampf zu beſtehen, und
zwar gegen Mannheimer Turngemeinde; dieſes Spiel kommt am Sonn=
tag
vormittag 11 Uhr zum Austrag. Die dritte Mannſchaft trägt ein
Verbandsſpiel in Griesheim aus.
Von den Spielen der Jugendabteilung intereſſiert beſonders das
Spiel der 1a Jugendmannſchaft gegen die 1b Mannſchaft, das auf 10 Uhr
feſtgeſetzt iſt. Beide Mannſchaften ſind Meiſter ihrer Gruppe. Die 1a
Jugend errang die Meiſterſchaft der 4=Jugendklaſſe mit 16:0 Punkten
und einem Torverhältnis von 88:10, während die 1b Jugend in der
Jugendklaſſe B die Spitze mit 16:4 Punkten und 77:6 Toren hält. Das
Spiel der beiden Mannſchaften dient alſo der Ermittlung des endgültigen
Jugendmeiſters, die diesmal eine rein interne Angelegenheit der 98er
darſtellt.
Rot=Weiß, VfR. Darmſtadt.
Heute i die Handball=Liga ſpielfrei, da das Vcſbaudsſpiel
gegen den Polizeiſportverein Butzbach in letzter Minute abgeſetzt und unn
acht Tage verſchoben wurde. Für die Darmſtädter iſt dieſe Verſchiebung
nicht unerfreulich. Eine Ruhepauſe kann ihnen nur dienlich ſein, um
Kräfte zu ſammeln. Außerdem haben ſie dadurch Gelegenheit, ſich das
außcrordentlich wichtige Spiel der Rot=Weiß=Fußballer gegen Walldorf
anzuſehen. Nachfolgend die Spiele der übrigen Handballmannſchaften:
Ligaerſatz Union Wixhaufen, 11 Uhr; 1. Jugend 1. Jugend
Poſt, Frankfurt; 2. Jugend 1. Jugend Arheilgen, 10 Uhr; 1. Schüler
1. Schiler SpV. Mainz, 3 Uhr; Paddler Kanuklub Darmſtadt,
9 Uhr.
Polizeiſportvcrein Darmſtadt VfB. Friedberg.
Heute nachmittags 1,30 Uhr ſpielt V.f.B. Friedberg auf
dem Polizeiſportplatz gegen den Platzinhaber. Es ſtehen ſich bei dieſem
Spiel Tabellenerſter und Tabellenletzter gegenüber, ſo daß man wohl
nicht zu viel riskiert, wenn man für einen Sieg des PSpV. tippt.
Friedberg hat bis heute noch keinen Sieg erringen können. Trotzdem iſt
bei der Mannſchaft eine Hebung der Spielſtärke zu beobachten. Das be=
weiſen
die in letzter Zeit immer knapper ausfallenden Niederlagen. Man
darf jedenfalls geſpannt ſein, wie ſich die Mannſchaft in Darmſtadt an=
läßt
, nachdem ſie ſeinerzeit den Darmſtädter Vereinen in Friedberg hart=
näckigſten
Widerſtand entgegengeſetzt hatte. Hoffentlich hat diesmal der
Wettergott ein Einſehen und verurſacht nicht weitere Terminſchwierig=
keiten
.
Weiter ſpielen noch folgende Mannſchaften: PSpV. 2. Wormatia
Worms 2., 1,15 Uhr auf dem Uebungsfeld; PSpV. 3. Viktoria Gries=
heim
1., vormittags 11 Uhr auf dem Uebungsfeld; PSpV. 4. Ger=
mania
Pfungſtadt, vormittags 11 Uhr in Pfungſtadt; PSpV. 1. Jugend
Germania Babenhauſen 1. Jugend, nachmittags 2,30 Uhp auf dem
Uebungsfeld.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft
In der Gaugruppe iſt der Begegnung Obernburg in Pfung=
ſtadt
die größte Bedeutung beizumeſſen. Bis jetzt waren die Gäſte die
einzigen, die mit 3:2 über Pfungſtadt triumphieren konnten. Allerdings
unter außergewöhnlichen Verhältniſſen. Ein Sieg bedeutet für die
Gäſte den Anſchluß an die Spitze. Sie werden den nötigen Eifer ſchon
mitbringen. Was für Pfungſtadt auf dem Spiele ſteht, geht daraus her=
vor
, daß es mit Griesheim punktegleich an der Spitze ſteht. Dieſe werden
in Groß=Umſtadt, wenn auch knapp, aber ſicher gewinnen; ſo daß dann
die Entſcheidung am 16. 12. in Pfungſtadt fallen wird, wenn Pfungſtadt
gegen Obernburg ſiegt.
Meiſter=Klaſſe: NauheimGroß=Gerau. Ein harter Gang
für die Leute aus der Konſervenſtadt. Das Vorſpiel brachte zu Hauſe
ſchon einen 2:3 Verluſt und die augenblicklich gute Verfaſſung der Nau=
heimer
läßt die Ausſichten auf Erfolg ſehr gering erſcheinen. Die Bens=
heimer
, für die das Nauheimer Zeugnis auch gilt, werden daheim Neu=
Iſenburg bezwingen. Bickenbach erwartet die Darmſtädter Turn=
gemeinde
. Der überraſchende glatte Sieg im Vorſpiel mit 5:2 der
Bickenbacher läßt wiederum einem Sieg vermuten. Verwunderlich iſt
nur, daß der Kampfgeiſt der 1846er mit dem Beginn der Pflichtſpiele wie
weggeblaſen war. Man glaubt aber immer noch, daß ſie ihn eines Tages
wiederfinden werden. Beſſungen erwartet Walldorf. Nach dem an=
fänglich
guten Start, habem die Beſſunger in der zweiten Nunde nach=
gelaſſen
und die Walldörfer werden nun den Prüfſtein abgeben. Beſ=
ſungen
hat ſeine Mannſchaft noch lange nicht in der Laube.
A=Klaſſe: In der erſten Gruppe wird die Meiſterſchaft ent=
ſchieden
durch die Begegnung Tgf. Darmſtadt gegen Seeheim. Obwohl
die Gäſte auf eigenem Platze 2:5 verloren, erſcheint der Ausgang offen,
da ſie ſich ſehr gebeſſert haben. Die Pfungſtädter Zweite kann daheim
gegen Egelsbach zu ihren erſtem zwei Punkten kommen. Worfelden wird
in Griesheim mit einem ſicheren Siege landen, der allerdings ſeine Be=
deutung
verloren hat.
B=Klaſſe: Bensheim-Zwingenberg iſt ofſen. Die Tgſ. Darm=
ſtadt
2. wird zu Hauſe nicht gegen Roßdorf 1. gewinnen können. Das=
felbe
gilt auch für Beſſungen 2. Langen 2. Ein Unentſchieden wäre
auch möglich. Tgde. Darmſtadt 2. Arheilgen 2. gibt eine ſichere Sache
für den Platzverein. Die Gernsheimer erwarten den vorausſichtlichem
Meiſter Wallerſtädten. Die 2:7=Niederlage wett zu machen, dürfte kaum
gelingen. Groß=Gerau 2. Erfelden 2. iſt offen.
C=Klaſſe: Alsbach Auerbach; Eiſenbahn Heppenheim;
Gernsheim Eiſenbahn; Tgde. Darmſtadt 3. Roßdorf2.; Urberach
Tgi. Darmſtadt. Sieben Jugendſpiele vervollſtändigen das Programm.
Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt Turnverein Seeheim, 1. Mannfchaften.
Obiges Spiel finder heute nachmittag um 3.15 Uhr auf dem Exert
ſtatt. Die Mannſchaft der Tgf. 1875 ſteht vor einer ernſten Aufgabe,
zumal Seeheims Mannſchaft in ihren letzten Spielen Formverbeſſerun=
gen
aufzuweiſen hat. Die 2. Mannſchaft ſpielt um 2 Uhr gegen die
1. Mannſchaft von Roßdorf.
Damenhandball der Deutſchen Turnerſchaft.
Die Turnerinnen von Arheilgen fahren nach Mainz, um ihrer Rück=
ſpielpflicln
zu genügen. Die noch ſehr junge Elf hat durch eifriges Trai=
nieren
eine anſehnliche Spielſtärke erreicht und wird den Mainzern auf
deren Platze ſehr gefährlich werden.
Frankſurker Sechs=Tage=Rennen.
Der Stand um 22 Uhr abends.

Duray. 5. ChourhFabre. 6. Dorn-Mgezinſki. 7. SchornGoebel.
8. Boſſi-Beſtetti. 9. JungeLonet. 10. Ronſſe-Degraeve. 11.
StegerSchuler. 12. RemoldSchäfer. 13. Chriſtmann-Klaß.

Sporkkalender.

10.00 Uhr:

11.00 Uhr:
2.30 Uhr:
2.30 Uhr=
11.00 Uhr=
11.00 Uhr:
1.30 Uhr:
3.15 Uhr:

Kegeln.
Beginn der Sportwoche im Bürgerverein und Kon=
kordiaſaal
.
Fußball.
F.=C. Eintracht Sp.=V. Weiterſtadt.
Rot=Weiß, V. f. R. Viktoria Walldorf (Rheinallee).
Spielvereinigung 21 Bensheim.
Handball.
Rot=Weiß (Liggerſatz) Union Wixhauſen.
Sp.=V. 98 (Ligaerſatz) Mannheimer Turngem.
Pol.=Sp.=V. Darmſtadt V. f. B. Friedberg.
Turngeſ. Darmſtadt T.=V. Seeheim.

Fußball.

D.J.K. Darmſtadt D.J.K. Ober=Roden.
Zum leten Verbandsſpiel der Vorrunde begibt ſich die D. J.K. Darm=
ſtadt
nach Ober=Roden. Um ſeinen Vorſprung vor Weiskiichen zu hal=
ten
, das nur mit 2 Verluſtpunkten hinter Darmſtadt ſteht, muß die
Darmſtädter D.J.K. den Kampf ſiegreich zu Ende führen.
FC. Uinion 1913 e. V.
Nachdem für die Liga= und Liggerſatz=Mannſchaften die Vorrunde
der Verbandsſpiele vorüber iſt, tritt Union am heutigen Sonntag mit
der Ligareſerveelf in Ober=Ramſtadt zu einem Freundſchaftsſpiel an,
während die Ligamannſchaft ſpielfrei iſt, um ſich durch die nötige Ruhe
für die Rückrunde zu ſtärken. Abfahrt erfolgt ab Böllenfalltor per Heag=
Omnibus. Die 1. Jugend ſpielt gegen die gleiche des hieſigen Rot=
Weiß, V. f. R., im Verbandsvorſpiel auf dem Platze an der Rheinallee.
Beide Mannſchaften ſind mit die ſtärkſten in ihrem Bezirk, ſo daß hier
ein ſehr ſpannendes Treffen zu erwarten iſt. 1. Schüler gegen 1. Schü=
ler
Rot=Weiß, V. f. R., und 2. Schüiler gegem Sportverein 98 3. Schüler.
Sp.V. 1898 (Jgd.).
Junioren V. f. R., Stadion, 10 Uhr.
1. Jgd. 1. Jgd. Weiterſtadt, dort, Abfahrt 9.30 Hauptbh.
2. Jgd. 2. Jgd. Olympia Frankfurt, dort, Abfahrt 9 Uhr Hbh.
3. Jgd. 3. Jgd. Eintracht Frankfurt, hier, 10.30 Uhr.
4. Jgd. 2. Jgd. Gernsheim, hier, 9.30 Uhr.
5. Jgd. iſt ſpielfrei.
1. Schüiler 1. Schüler Meſſel, hier, 2.30 Uhr.
2. Schüler 1. Schüler Griesheim, hier, 12.30 Uhr.
3. Schüler 2. Schüler Union, hier, 1.30 Uhr.
4. Schüiler iſt ſpielfrei.
Spielvereinigung 1921 Bensheim.
Heute nachmittag 14,30 Uhr ſtehen ſich auf dem Sportplatze Wind=
mühle
obige Gegner im fälligen Serienſpiel gegenüber. Beide Mann=
ſchaften
zeigten immer einen guten, aber harten Fußball. Beim Vor=
ſpiel
in Bensheim konnten die 21er nach reichlich überlegenem Spiel als
Sieger den Platz verlaſſen. Nach den letzten Spielſonntagen zu urteilen,
müſſen ſich die 21er mächtig ins Zeug legen, um das Rückſpiel wiederum
zu ihren Gunſten entſcheiden zu können. Es ſteht alſo für unſere Sport=
anhänger
ein ſchönes Fußballtreffen bevor, daß ſie ſich nicht entſagen
ſollten. Vorher ſtehen ſich die 2. Mannſchaften obengenannter Vereine
gegenüber. Die erſte Jugendmannſchaft ſpielt in Auerbach, vormittags
10 Uhr. Abfahrt: 7.45 Uhr ab Hauptbahnhof.

Wekkerberichk.

Nach dem Vorüberzug der milden, ozeaniſchen Luftmaſſen, die einen
Temperaturanſtieg ſeit geſtern morgen von 34 Grad gebracht haben,
fließt bereits wieder kühlere, aus Nordweſtew kommende Luft zu. Dabei
ſteigt der Luftdruck langſam an, der ein Nachlaſſen der Niederſchläge
herbeiführt. Trotzdem muß auch morgen im Bereiche der Nordſweſtluft
außer Bewölkung mit einzelnen Niederſchlägen gerechnet werden. Sehr
wahrſcheinlich wird mit Beginn der nächſten Woche wieder eine Wetter=
verſchlechterung
eintreten, denn über Weſtirland zeigt das Barometer
erneut fallende Tendenz.
Ausſichtem für Sonntag, den 2. Dezember: Wechſelnd wolkig, ſtellenweiſe
auch vorübergehend aufheiternd, Temperaturen noch etwas ſinkend,
nur vereinzelte Niederſchläge.
Ausſichten für Montag, den 3. Dezember: Wieder Uebergang zu mil=
derem
und ſchlechterem Wetter wahrſcheinlich.
Winter=Wettermeldungen.
des Verkehrsberbands Württemberg=Hohenzollern, Stuttgart= Hauptbahn=
hof
. Telephoniſch eingegangen am 30. Nobember 1928, vorm. 89 Uhr.
Ruheſtein (9131050 Meter) im Schwarzwald: 60 Zentimeter Schnee,
3 Grad Kälte, dichter Schneefall, Pulverſchnee, Skibahn ſehr gut.
Freudenſtadt (740 Meter) im Schwarzwald: 15 Zentimeter Pulverſchnee,
0 Grad, bedeckt, Skibahn auf der Höhe gut.
Wildbad=Sommerberg (420840 Meter) im Schwarzwald: 15 bis 30
Zentimeter Schnee, 2 Grad Kälte, weiterer Schneefall in Ausſicht.
Skibahn gut. Grünhürte bei Wildbad: 35 Zentimeter
Schnee, 2 Grad Kälte, Skibahn ſehr gut.
Kniebis=Alexanderſchanze (975 Meter) bei Freudenſtadt im Schwarzwald:
50 Zentimeter Schnee, Pulverſchnee, leichter Nordwind, 4 Grad
Kälte. Skibahn ſehr gut.
Urbacher Alb: 20 Zentimeter Neuſchneet, 5 Grad Kälte, Wetter klar,
Skibahn ſehr gut.
Winterſportplatz Zell am See (759 Mtr.) und Schmittenhöhebahn ( Berg=
ſtation
200 Mtr.). Seit 3 Tagen ununterbrochener Schneefall.
Im Tale 50 Zentimeter, auf den Höhen 150200 Zentimeter
Pulverſchnee. Alle Touren bis ins Tal fahrbar. Temperatir im
Tale 1 Grad, auf der Höhe 4 Grad. Es ſchneit weiter.

Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Pollikl und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feulleten, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle: Drug
und Verlag: L. C. Wittich ſcmtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Abernommen.
Die heutige Nummer hat 26 Geiten.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 2. Dez. 8.30: Kaſſel: Morgenfeier. O 11: Eltern=
ſtunde
. Mittelſchullehrer H. Gerhardt: Wie helfe ich meinem Kinde
auf der Grundſchule im Rechnen? e 11.30: Jugendbewegung. o 12:
Cello=Sonaten von Pfitzner, Chopin, Mendelsſohn. Ausf.: Rud.
Hindemith (Violoncell), Dr. Rottenberg (Klavier). 13: Land=
wirtſchaftskammer
Wiesbaden: Die Fütterung der Pferde in arbeits=
armer
Zeit. Iſt bei dem heutigen Preisſtand die Verfütterung
größerer Mengen Trockenſchnitzel im Rindviehſtalle noch zu empfehlen?
Vorbeugende Behandlung des Milchfiebers bei Rind und Schwein,
Die Behandlung der Baumkronen im Winter. O 13.10: Jugend=
ſtunde
. Hanna Lüngen: Weihnachten kommt! o 14: Vom Stadion:
Aktuelle Sportübertragung. O 16.45: Funkorcheſter: Konzert. Neue
Tanzmuſik. Mitw.: Peter von der Oſten (Chanſons). o 17.45:
Hauptlehrer W. Arndt: Vom deutſchen Lied, mit Volkslieder=Geſang.
O 18.45: Intendant Meißner: Alfred Neumann und ſein Patriot,
O 19.45: Hymnen an das Leben. Ausf.: A. von Hatzfeld. O 20.15:
Muſik der Jahrhundertwende. O 21.15: Das Marienleben. Von
Rainer Maria Rilke. Ausf.: Carl Ebert (Rezitation). O Darauf;
BunterAbend. o. Anſchl.: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Sonntag, 2. Dez. 11.15: Evangel. Morgenfeier. Leitung und
Anſprache: Stadtpfarre: Ott, Cannſtatt. Mitw.: Kammerſängerin
Meta Dieſtel (Alt), Prof. Dr. Keller (Harmonium und Klavier),
kleiner Fraueſchor unter Leitung von Meta Dieſtel. 12: Schloß=
platz
Stuttgart: Promenadekonzert. Anſchl.: Schallplatten. 17:
Peters Reiſe in den Mond. Märchen von Alice Fliegel. Funkorch,
0 15: Mannhem: Margot Amdurſky=Schubert: Raſputin, ein Stück
ruſſiſcher Geſchichte. O 15.30: Stuttgart: Unterhaltungskonzert,
Leitung: C. Struve. Mitw.: Gerda Hanſi, Herm. Lingor, Herm.
Grotz, Funkorch. O 18.15: Dichterſtunde. Hans Brandenburg. o 19:
Elſäſſiſche Stunde. Lebe wohl! Elſäſſ. Volkslied. Gedanken ſind
frei, elſäſſ. Volkslied. Dr Hans, elſäſſ. Tanzlied, rezitiert von
F. Neukirch. sOrakel. Luſtſpiel in einem Akt von G. Stoskopf.
Perſ.: Fritz Werner, e junger G’ſchäftsmann; Georges Schreiber,
e junger G’ſchäftsmann; Jeanne, jungi Frau von Werner; Mar=
guerite
, jungi Frau von Schreiber; e Dienſchtmaidel. Zytt: Geje=
wart
. ’s Stück ſpielt in Stroßburri. 20: Aus der Markuskirche,
Stuttgart: Adventsmuſik. Mitw.: Singchor und Orcheſter des Eber=
hard
=Ludwigs= und des Mädchengymnaſiums, Leitung: Ad. Pfohl,
Prof. Dr. Keller (Orgel).. Schubert: Kyrie und Sanctus aus der
G=dur=Meſſe. Reger: Gloria in excelſis Deo. Heinichen: Largo
für Streichorcheſter. Lübeck: Weihnachtskantate: Willkommen.
ſüßer Bräutigam! Corelli: Concerto groſſo in G=moll. Laſſus:
Benedictus. Gumpelzhaimer: Domine, refugium (Kanon).
Bach: Toccata in F=dur. (Orgel). Bach: Wie ſchön leucht’t uns
der Morgenſtern. Wie ſolk ich dich empfangen. O Anſchl.: Bunter
Abend. Leitung: E. Stockinger. Mitw.: Gerda Hanſi, Ellen Beck,
Elſa Pfeiffer, K. Junker, E. Stockinger, A. Haagen, Fred Höger.
Funkorcheſter. Ravel: Pavane. Mascagni: Arie aus Iris.
Werfel: Das Maß der Dinge. Klemm: Bekenntnis. Wolfen
ſtein: Das Herz. Strauß: Serenade. Volkslieder: Die
ſchöne Sorrentierin (neapolit.); Klage (böhm.); Majalied (andulſ.);
Mahler: Verlorene Müh ſchwäb., aus Des Knaben Wunder=
horn
. Die Weinsberger Hatz. Czokor: Das Tübinger Sol=
datenweib
. Chanſons. Strauß: Du und du, Walzer. Alten=
berg
: Das Echo: Menſchen; Erſte Liebe. Krenek: Blues aus
Jonny ſpielt auf Moderne Chanſons. Fucik: Onkel Teddy.
Beſuch um Mitternacht. Komödie in einem Akt von Hirſchfeld.
Perſ.: Dr. Erich Wulff; Sylvia; Striebel; Stimme des Hotel=,
direktors. O Anſchl.: Nachrichten. S Anſchl.: Schachfunk.
Berlin.
Deutſche Welle. Sonntag, 2. Dezj. 8.55: Berlin: Stunden=
glockenſpiel
der Potsdamer Garnion irche. 6 9: Morgenfeier. An=
ſprache
: Pfarrer Dr. Ewald=Berlin. O Anſchl.: Glockengeläut des
Berliner Doms. 6 11.30: Großes Schauſpielhaus: Vormittagskonzert.
Berliner Funkorch. Dirig.: Rich. Tauber. Mitw.: Rich. Tauber
(Tenor). Werke von Franz Lehar. S 13.45: Bildfunkverſuche des
Senders Königswuſterhauſen. O 14.30: Mitteilungen für den Land=
wirt
. O 14.55: Oberlandſtallmeiſter Gatermann: Aufgaben der
Preußiſchen Staats=Geſtütsverwaltung. S 15.30: Madonnen. Dich=
tungen
von Alice Fliegel, geleſen von der Verfaſſerin. 0 16:: L.
Brieger: Meiſterwerke als Spiegel der Volkskultur. (Gainsborough
und England., o 16.30: Weihnachtslieder. Geſungen von Helene
Lachmanſki=Schaul (Sopran) Heinr. Steiner (Flügel) S. Anſchl.:
Kapelle Gebrüder Steiner. 6 18: Nobelpreisträger 1928: Dr. Zarek,
Bergſon. O 18.30: Prof. Dr. Berendſohn: Sigrid Undſet. o 19:
Dr. Mauermann: Adalbert Matkowsky zum 70. Geburtstag. 0 19.30:
Prof. Dr. Saitſchick: Stunde des Alters Reif ſein iſt alles D:
Berlin: Abendunterhaltung. Mitw; Käte König (Sopran), Männer=
geſangsquartett
Die Abels, Ed. May (Flügel), M. Roſtock (Zither).
O 21: Advent. Mitw.: Prof. Gregory (Rezitat.) Berliner Funkchor.
Leitung: Maximnilian Albrecht. Anſchl.: Preſſenachrichten. O Da=
nach
: Tanzmuſik. Fred Bird=Tanzorcheſter.
Sonntag, 2. Dez. 8.55: Glockenſpiel der Potsdamer Garniſon=
kirche
. 9: Morgenfeier. Das Volk, das im Finſtern wandelt,
ſieht ein großes Licht. Anſprache: Pfarrer Dr. Ewald. Mitw.;
E. Wilhelmy (Rezitation), Lieſelotte Lehm nn (Alt), Kirchenchor St.
Johannes=Evangeliſt. Leitung: W. Krüger. o Anſchl.: Glocken=
geläut
des Doms. 11.30: Großes Schauſpielhaus: Franz Lehar,
Berliner Funkorch. Leitung: Rich. Tauber. Mitw.: Rich. Tauber
(Tenor). Vorſpiel zu Eva Wenn eine ſchöne Frau befiehlt,
aus Clo=Clo Wolgalied aus Der Zarewitſch. Gold und
Silber, Walzer. Ouv. zu Zigeunerliebe‟ Gern hab’ ich die
Frau’n geküßt, aus Paganini. O Mädchen, mein Mädchen, aus
Friederike‟ Ballettmuſik aus Der Zarewitſch o 14: H. W.
Priwin: Morſe=Unterricht für Anfänger. O 14.30: Für den Landwirt.
6 14,55: Oberlandſtallmeiſter Gatermann: Aufgaben der Preuß=
Staats=Geſtütsverwaltung. O 15.30: Madonnen. Dichtungen von
Alice Fliegel. Geleſen von der Verfaſſerin. O 16: Lothar Brieger:
Meiſterwerke als Spiegel der Volkskultur. (Gainsborough und
England.) e 16.30: Weihnachtslieder. Helene Lachmanſki=Schaul
(Sopran). Flügel: Heinr. Steiner. Anſchl.: Nachmittags= Unter=
haltung
. Kapelle Gebrüder Steiner. o 19: Dir. Dr. Unverzagt:
Die neuen Ausgrabungen beim Burgwall von Loſſow bei Frankfur=
a
. d. Oder. O 19.30: Fr. Heymann: Einführung: Die Entführung
aus dem Serail 20: Abendunterhaltung. Mitw.: Käte Könis
(Sopran), Männergeſangsquartett Die Abels, Ed. May (Flügel)
M. Roſtock (Zither). 6 21: Advent. Berliner Funk=Chor Leitung
Maxim. Albrecht. Prätorius: Hoſianna. Paleſtrina: Offertorium
Händel: Tochter Zion, freue dich, aus dem Oratorium Juda=
Maccabäus. Bach: Zwei Choräle aus dem Weihnachts
Oratorium. St. Wangert: Weihnachtszeit im deutſchen Volksleben
Th. Storm: Knecht Rupprecht. Geleſen von Prof. Gregori. Men
delsſohn: Im Advent. Brahms: Choral und Fuge Es iſt da=
Heil uns kommen her Falke: Weihnachtsſperlinge. Ernſt
Weihnachtsepiſtel. Schreck: Einzugs=Szene aus der Advenks
Motette. Kaminſki: Drei Choräle. o. Anſchl.: Nachrichten. O Da
nach: Tanzmuſik. Fred=Bird=Tanzorcheſter.

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Nummer 335

Sonntag, den 2. Dezember 1928

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Nummer 335
Darmſtadter

Baue

Sonntag;den 2. Dezbr.

Som faooeulſchen Prodatienmarkt.
Die Tendenz an den internationalen Getreidemärkten war in der
vergangenen Woche nicht einheitlich. Während die amerikaniſchen und
kanadiſchen Börſen an verſchiedenen Tagen etwas höhere Kurſe mel=
deten
, blieben die argentiniſchen Börſen, die für die nächſte Zeit in ver=
ſtärktem
Maße für die geſamte Marktlage mitbeſtimmend ſein werden,
unverändert, zeigten ſogar im Gegenſatz hierzu niedrigere Notierungen.
Da auch Argentinien mit großen Mengen Weizen alter und auch
ſchon neuer Ernte am Markte und ſichtbar beſtrebt iſt, zu verkaufen.
drückte dies auf die Geſamtmarktlage, die zuſammenfaſſend als ſchwach
zu bezeichnen iſt.
An den ſüddeutſchen Produktenmärkten war im Anklang an das
Ausland und infolge des nach wie vor geringen Konſumbedarfs die
Stimmung ſehr ruhig und teilweiſe luſtlos. Von Auslandsofferten
machten die Mühlen nur ſelten Gebrauch und auch Inlandsweizen, der
teilweiſe 25 Pfg. pro Kg. billiger angeboten iſt, wurde wenig beach=
tet
. Desgleichen hatte Roggen wenig Geſchäft. Die Preiſe hierfür
lagen ziemlich unverändert. In Weizenmehl iſt das Geſchäft nach wie
vor tot. Infolge der Geſamtmarktlage und auch unter dem Druck der
eymäßigten Preiſe der niederrheiniſchen Brotmühlen haben die hieſigen
Großmühlen die Preiſe neuerdings um ¼ Mark ermäßigt. Unſerem
Vernehmen nach konnte man jedoch bei einigen Mühlen zu 33,50 RM.
abkommen, alſo ¼ Mark unter dem offiziellen Mühlenpreis, und zwar
angeblich für Rechnung in Abnahmeverzug ſich befindender Kunden.
Zweithändige Offerten lagen jedoch nochmals bis zu ½ Mark unter
dieſen Preiſen. Roggenmehl iſt gegen die Vorwoche unverändert ge=
blieben
und gut behauptet. Die Umſätze ſollen jedoch größeren Umfang
nicht angenommen haben. Weizen ausl. 26,5028,00, inl. 23,5032,75.
Roggen inl. 22,5022,75, Weizenmehl, Spez. Null, 33,75, Roggenmehl
ſüdd. 31,0032,00, nordd. 29,5030,50 je nach Ausmahlung, Weizen=
brotmehl
25,7526,00. Der Braugerſtenmarkt liegt immer noch un=
verändert
ruhig inſofern, als die verarbeitende Induſtrie mit Ein=
käufen
ſehr zurückhält. Die geforderten Preiſe ſind gegen die Vor=
woche
kaum ſchwächer. Hafer hatte ebenfalls ruhiges Geſchäft. Die
Preisforderungen halten ſich auf der Höhe der Vorwoche, doch iſt der
Abſatz insbeſondere für Inlandsware ſehr ſchwach geweſen. Mais
in disponibler bezw. rheinſchwimmender Ware war gegen die Vorwoche
etwas billiger angeboten, obwohl auf Grund der Auslandsforderungen
die Preiſe zumindeſt unverändert ſein müßten. Südd. Braugerſte je
nach Qualität 2424,25 je nach Qualität an Station, pfälz. Braugerſte
25,2525,75 ab Station. Futtergerſte je nach Qual. 20,5021,50, Hafer
inl. 22,7523,25, ausl. 23,5024,00. Mais m. S. a. B. 22,75. Auch der
Futtermittelmarkt hat in der vergangenen Woche keine weſentlichen
Aenderungen erfahren. Da die Landwirtſchaft nach wie vor nur wenig
zur Viehfütterung als Abnehmer auftritt, ſo betätigte ſich auch der ein=
ſchlägige
Handel nicht in beſonderem Maße. Die Preiſe ſind im allge=
meinen
unverändert geblieben, etwas feſter jedoch waren Rapskuchen
und Biertreber, während Weizenfutter= und Nachmehl vernachläſſigt
blieben.
Weizennachmehl 18,0020,00. Weizenfuttermehl 15,0015,25, Wei=
zenkleie
fein 13,2513,50, grob 14,00. Rogenkleie 14,0014,25, Erdnuß=
kuchen
ab Fabr. 23,2524,00. Rapskuchen ab Fabr. 20,0020,25, Soya=
ſchrot
ab Fabr. 21,2521,50. Biertreber 20,2520,50, Malzkeime 19,00
bis 19,25.

wietſchaftliche hundſchau.

Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 28. November. Die auf
den Stichtag des B. November berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchem Reichsamtes iſt mit 140,3 gegenüber der Vorwoche (140,5)
leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für
Agrarſtoffe um 0,7 v. H. auf 134,8 (135,8) und die Indexziffer für Kolo=
nialwaren
um 0,6 v. H. auf 126,6 (177,4) nachgegeben. Die Indexziffer
für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat ſich um 0,4 v. H. auf 134,1
(133,5) erhöht, während die Indexziffer für induſtrielle Fertigwaren um
0,1 v. H. auf 159,3 (160,0) zurückgegangem iſt.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 18. bis 24. November im Ruhrgebiet in 5
Arbeitstagen 1882 147 To. Kohle gefördert gegen 2204 980 To. in der
vorhergehenden Woche bei 6 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich
in den 7 Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonn=
tags
gearbeitet) auf 438 371 To. gegen 435 928 To. in der vorhergehen=
den
Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 49894 To. gegen 65 488 To.
in der vorhergehenden Woche bei 6 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche
Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 18. bis 24. November 376 429
To. gegn 367 482 To. in der vorhergehenden Woche, die tägliche Koks=
erzeugung
ſtellte ſich auf 62 624 To. (62 276 To.), die arbeitstägliche Preß=
kohlenherſtellung
auf 9979 To. (10 915 To.). Wegen Abſavmangels wur=
den
in der Berichtswoche 80 424 (arbeitstäglich 16 085) Feierſchichten ein=
gelegt
gegen 127 880 (21 313) in der Vorwoche.
Eiſenbahn=Rentenbank A=.G. und Eiſenbahnbank A.=G., Frankfurt
a. M. Wie von uns gemeldet, ſind die beiden Banken als Wieder=
aufbauer
anerkannt worden. Nach den jetzt vorliegenden Schlußent=
ſchädigungsbeſcheiden
erhalten die Banken als Entſchädigung folgende
Reichsſchuldbuchforderungen: Eiſenbahn=Rentenbank: Stammentſchä=
digung
RM. 4 887 450,, Wiederaufbauzuſchlag 778 250 RM. (Bei Er=
rechnung
dieſer Zahlen iſt die früher erhaltene Entſchädigung von
192 817 RM. bereits abgezogen). Eiſenbahn=Bank: Stammentſchädigung
2882 700 RM. Wiederaufbauzuſchlag 469 850 RM. (bereits empfangener
jetzt abgezogener Entſchädigungsbetrag 112915 RM.). Die Stamm=
entſchädigung
iſt mit 6 Prozent ab 1. April 1929 verzinslich und ſpä=
teſtens
am 31. März 1947 zu tilgen. Der Wiederaufbauzuſchlag iſt bis
zum ſelben Tage zu tilgen, aber erſt vom 1. April 1943 an mit 6 Proz.
verzinslich. Die jugoſlawiſchen Lokalbahn=Prioritätsaktien der beiden
Banken ſind noch nicht verwertet. Verhandlungen hierüber werden
vorausſichtlich demnächſt wieder beginnen. Daher iſt zurzeit ein Urteil
über die Höhe der Aufwertung der Obligationen der beiden Banken
noch nicht möglich, doch wird dieſe auch bei der Eiſenbahnrentenbank
vorausſichtlich nicht die erhofften 15 Prozent erreichen.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Reichsamtes wurden im November
1928 durch den Reichsanzeiger 674 neue Konkurſe gegen 685 im
Oktober ohne die wegen Maſſemangels abgelehnten Anträge auf
Konkurseröffnung und 282 (264) eröffnete Vergleichsverfahren be=
kanntgegeben
.
In der Geſamtſtreitigkeit in der Textilinduſtrie wurde unter Vorſitz
des Schlichters für Weſtfalen ein Schiedsſpruch gefällt, wonach die ab
1. Oktober 1927 gültige Lohntafel wieder in Kraft geſetzt wird. Der
Ecklohn des über 24 Jahre alten Hilfsarbeiter in Ortsklaſſe 1 erhöht
ſich auf 61 Pfennig, die übrigen Löhne erhöhen ſich im gleichen Ver=
hältnis
.
Von der Dresdener Bank in Frankfurt a. M., ſowie der Bank=
firmen
Lazard Steier=Elliſſen und Wilhelm J. Homberger iſt der
Antrag auf Zulaſſung der 8 Mill. RM. Aktien der Dyckerhoff u. Wid=
mann
A.=G. zur Frankfurter Börſe geſtellt worden.
Aus Hamburg wird uns gemeldet: Der Schlichter Dr. Stenzel hat
die an dem Kampf auf den Seeſchiffwerften beteiligten Parteien zu
neuen Verhandlungen eingeladen. Die Beſprechungen werden am Mon=
tag
, 3. Dezember, nachmittags, unter Vorſitz von Dr. Stenzel ſtatt=
finden
. Teilnehmen ſollen auch die Schlichter für den Bezirk Pommern
und der ſtellvertretende Schlichter für den Bezirk Bremen.
Die elektrotechniſche Induſtrie wird die Leipziger Große Techniſche
Meſſe 1929 (vom 3.13. März) in großem Ausmaße beſchicken. Alle
Gebiete der Elektrotechnik ſind vertreten, auch Großanlagen vielfach
im Betriebe werden gezeigt. Im Hauſe der Elektrotechaik ſtellen
über 300 angeſehene Firmen aus.
Die Süddeutſche Zinkblechhändler=Vereinigung in Frankfurt a. M.
hat infolge des ſtark geſtiegenen Rohzinkpreiſes ihre Preiſe ab 30.
November um ca. 3½ Prozent heraufgeſetzt, nachdem ſie erſt am 28.
November eine Erhöhung um ca. 1 Prozent vorgenommen hatte.
Nach den letzten Schätzungen dürfte die Zuckerrübenernie in Däne=
mark
in dieſem Jahre 165 000 gegenüber 145 000 Tonnen im Vorjahre
betragen.
Die ſchwediſche Außenhandelsbilanz ergibt für den Monat Oktober
1928 einen Ausfuhrüberſchuß von 7,6 Mill. Kr. Im Vergleich zum
Oktober des Vorjahres haben ſowohl die Ausfuhren, als auch die Ein=
fuhren
beträchtlich zugenommen. Die Einfuhr ſtieg von 146,6 auf 158
Nill. Kr. und die Ausfuhr von 155,3 auf 165,6 Mill. Kr.

Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 1. Dezember.
Vom Spezialmarkt ausgehend, eröffnete die Börſe zum Wochenſchluß
weiter in feſter Haltung. Das Geſchäft war ſehr lebhaft, da das Aus=
land
und das Publikum weiter ziemlich rege am Markt beteiligt ſein
ſollen. Der wieder etwas flüſſigere Geldmarkt und der reibungsloſe
Verlauf des geſtrigen Zahltages gaben der Börſe eine gewiſſe. An=
regung
. Auch die Hoffnungen einer baldigen Beilegung des Konfliktes
in der Eiſeninduſtrie erhielten ſich, und die Spekulation ſchritt aus An=
laß
der beſrehenden günſtigen Momente zu weiteven Deckungen. Der
unregelmäßige Verlauf der geſtrigen New Yorker Börſe fand kaum Be=
achtung
. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe waren, im allgemeinen
Kurserholungen bis zu 2 Prozent zu verzeichnen. Doch waren heute die
Umſätze nicht ſo groß wie an den Vortagen und beſchränkten ſich durch=
weg
nur auf Spezialitäten. Im Vordergrunde des Intereſſes ſtanden
Zellſtoffaktien, die lebhaft gefragt waven, und von denen Waldhof 6½
Prozent geſwinnen konnten. Auch Aſchaffenburg zogen im Zuſammen=
hang
damit 4½ Prozent an. Wie ſchon an der geſtrigen Abendbörſe
beſtand auch heute wieder lebhafte Nachfrage nach J. J. Farben mit
plus 3 Prozent. Am Elektromarkt waren nur Licht u. Kraft mit plus
2 Prozent, Elektr. Lieferungen mit plus 1¾ Prozent, Siemens mit plus
1½ Prozent und Schuckert mit plus 2 Prozent lebhafter verlangt,
während die übrigen Papiere im Hintergrund blieben. Auch am Mon=
tanmarkt
warem die Umſätze etwas kleiner, jedoch überwogen auch hier
die Kurserhöhungen. Nur Rheiniſche Braunkohlen auf Realiſationen
vorübergehend angeboten und etwas ſchwächer. Am Bankenmarkt blieben
Reichsbank mit plus 3 Prozent und Berl. Handelsgeſellſchaft mit plus
2½ Prozent geſucht. Kleyer konnten ſich mach der erneuten Abſchwä=
chung
an der geſtrigen Abendbörſe wieder etwas erholen. Die Ren=
tenmärkte
waren ſtill, Ausländer eher etwas ſchwächer.
Im Verlaufe wurde das Geſchäft ſehr ruhig und beſchränkte ſich nur
auf einzelne Werde, die teilweiſe auf Realiſationen angeboten waren, ſo=
daß
kleine Kursrückgänge eintvaten. Rheinſtahl blieben gut behauptet.
Reichsbank konnten weiter etwas anziehen, J. G. Farben dagegen ¼
Prozent. A.E.G. 3 Prozent und Schuckerr 1 Prozent niedriger. Die
Grundſtimmung blieb jedoch freundlich, und die erneut aufgetauchten
Schwierigkeiten, die wahrſcheinlich eine weitere Verzögerung der Ver=
handlungen
im Eiſenkonflikt nach ſich ziehen werden, fanden nur wenig
Bachtung. Am Geldwarkt war Tagesgeld zu 7 Prozent wieder etwas
leichter. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1952,
gegem Pfunde 20,353, London=Kabel 4,8512½, Paris 124,11, Mailand
92,60, Madrid 30,00, Holland 12,07½.
Berlin, 1. Dezamber.
Die freundliche Tendenz des vorbörslichen Verkehrs kam beim offi=
zillen
Börſenbeginſt noch ſtärber zum Ausdruck. Die nicht nur anhalten=
den
, ſondern ſich auch verſtärkenden Auslandskäufe zuſammen mit um=
fangreichen
Aufträgen aus der Provinz und größeren Orders der Kund=
ſchaft
, wvas in Anbetrocht des heutigen früheren Vörſenbeginns recht be=
merkenswert
iſt, regten ſveiter ſtark an. Nach Feſtſetzung der erſten
Kurſe hielten die Auslandskäufe an und die Tendenz blieb weiter feſt
und lebhaft. Im weiteren Verlauf der Börſe zeigte die Spekulation
Neigung zu Wochenendrealiſationen, die das Geſchäft ruhiger werden
ließ. Die Grundſtimmung iſt weiter freundlich und das Intereſſe für
die weſtlichen Montanwerte hielt an. Nach einer vorübergehenden Ab=
ſchwächung
, die auf verſrärkte Glattſtellungen der Tagesſpekulation an=
geſiehts
des Wochenſchlufſes zurickzuführen iſt, ſchloß die Börſe in An=
betracht
der anhaltenden Auslandskäufe wieder feſter. Nachbörslich
waren Foken weiter feſt und geſucht.

A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maf
Baſalt ..
Rergmann.
Berl. Karlsruhe 2
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl.=Brike
Bremer Wolle,
Danatbank.
Deutſche Bank.
Diskontogeſ.
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleur
DTynamit Nobel .. .."
Elektr. Lieferung
F. G. Farben..
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. . .
jan. Maſch.=Egeſt. . .
Hanſa Dampfſch.
apag".
Harpner
Hemoor Zement. . . .

Helſingfors ..
Wien ..... . /38.925
Prag ......."
Budapeſt.
Sofia ....... / 1.02
Solland ...
Cslo ......"
Kopenhagen
Stockholm .. ."
London",
Buenos Aires
Neu=York
Belgien".

30 11. 1. 12 30.11 1193. 192.75 Hirſch Kupfer. 131.25 98.875 98.5 Höſch Eiſen .... 136. 65. 64. Hohenlohe Werke 82. Je41.75 241.25 Kahla Porzellan 123. Lnse5 75.5 Kali Aſchersleben 291. 290. 294. Salzdetfurth 519. 164. 165. Weſteregeln 298.5 225.5 228. Lindes Eismaſch
L. Loewe & Co. 171. 300.25 300.5 280. 171.5 173.75 Lingel Schuh 44.75 163. 163,5 MannesmannRöh 132.25 172. 172.75 Niederlauſitzer 160,5 49.5 50. Nordd. Lloyd 145.25 139.5 141.25 Orenſtein. 105. 87.5-88 83. Polyphon 494. 1125. 127. Rütgerswerke 106.25 1180.625 182.5 Sachſenwerke 135.5 265.5 270. Siemens Glas 141. 125.5 1265 Ver. Glanzſto 580. 276.25 280. Ver. Stahlwer 93.75 40. 40.5 Volkſtedter 60,5 182.5 186.25 Wanderer Werke 125. 147.25 147.25 Wiſſner Metall. 155. 136.
1284.75 139.5
288. Wittener Gußſtahl 43.

Deviſenmarkk.

30. 11. 1. 12. 30. 11. 1. Geld Brie Geld Brief Geld /Briel /Geid 10.54 10.563/10.54 10.56 Italien .. 21.95 21.93 59.044 58.925 19.04 Paris.. 16.375 16.41 16.375 12.418 12.438 12.417 12.43 Schweiz. 80.735 80.89* 130 4 704 73.14 73.0! 73.19 Spanien. 67.5. 67 69 37. 65 3.033 3.027 3.03. Danzig .. 81. 28 31.44 81.28 168.2 168. 631168.31 68.6 Japan. 1.926 1.930/ 1.922/ 1.926 jut1.74 111.96 111.72 111.94 Rio de Janeiro 0.5005 0.50 25 0.5005 Hit.77 111.99 111.77/111.9 Jugoflavien 7.364 7.3 7.364 Hrf.99 112.21 111.98/112 Portugal 18.71 18.75 18. 7 120.326120.366120.3 27 0.367 Athen ...." 5.42 5.435 1.766 1.77! 1.767 1.71 Konſtantinope 2.10 2.10 2. 105 4 1905 4.1985/4. 1905 4.198 Kanada. 4.193 4.204/ 4.190 158.265 56.380 58.26 58.38 Uruguay 4.294 4.30 4. 286

1. 12.
132.
136.5
82.5
122.5
291.
517
1294.75
171.
260.
44.75
134
161.
144.5
08.75
487.75
108.
135.75
432.
564.5
93.5
60.
123.
159.25
485

12.
Brief
21.25 21.99
6.4 15
80.90
67.79
81 44
0.5025
7.378
18.74
5.425 5.435
2.108
4.198
4.294

Amerikaniſche Kabelnachrichken.

* New York, 1. Dez. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Neuerliche Liquidationen bewirkten auf dem heutigen
Baumwollmarkte, ebenſo wie auch Abgaben der ſüdlichen Firmen, Preis=
ermäßigungen
. Auf Grund von Deckungen und infolge von eiligen Käu=
fen
des Handels und des Publikums, die durchgeführt wurden, weil aus
dem Baumwollmanufakturhandel günſtige Meldungen vorlagen, trat eine
vorübergehende Erholung ein. Neuerliche Abgabetätigkeit verurſachte
aber gegen Schluß wieder Preisabſchwächungen.
Kaffee: Bei ruhiger Geſchäftstätigkeit wies dies Preisbewegung auf
dem heutigen Kaffeemarkte eine ziemliche Unregelmäßigkeit auf. Die
Schwankungen hielten ſich allerdings nur in unbedeutenden Grenzen, und
die allgemeine Tendenz war als ſtetig zu bezeichnen. Die Spekulation
nahm Deckungen vor und die Handelsfirmen zeigten auf Grund der
ſtetigen Preismeldungen von den braſilianiſchen Märkten Kaufintereſſe
Zucker: Der Zuckermarkt verkehrte heute allgemein in ſtetiger Grund=
ſtimmung
. Es machte ſich Deckungsnachfrage geltend und der Handel
zeigte, angeregt durch die ſtetige Verfaſſung des Locomarktes, einiges
Kaufintereſſe.
* Chicago, 1. Dez. (Priv.=Tel.)
Fette: Am Fettwarenmarkte wurde die Preisbewegung von Schmalz
in der Hauptſache durch die ſehr erheblichen Andienungen per Dezember
beſtimmt, die weitere Liquidationen im Dezembertermin auslöſten. Im
Verlaufe erfolgte wieder eine Erholung, da die Spekulation zu Deckun=
gen
ſchritt und man auch mit einem hauſſegünſtigen Ausfall des Monats=
ausweiſes
über die Höhe der Vorräte zu rechnen können glaubt.
Weizen: Der Weizenmarkt verkehrte am Wochenſchluß in durchweg
feſter Haltung. Die Preiſe zogen recht erheblich an, da die kontrakt=
mäßigen
Andienungen im Dezembertermin kleiner waren als man er=
wartet
hatte. Daraufhin ſah ſich die Spekulation zu neuen Deckungen,
namentlich per Dezember, veranlaßt. Weitere Anpegung boten die klei=
neren
Zufuhren an den Haubtſtapelplätzen im Innern des Landes ſowie
eine Schätzung des amerikaniſchen Ackerbauamtes, welche die Weltweizen=
ernte
für dies Jahr nur um 56 Prozent höher ſchätzt als im Vorjahre.
Mais: Der Maismarkt ſtand zu Beginn unter dem Einfluß der Tat=
ſache
, daß die Witterung der Erntebewegung ungünſtig iſt und ſehr
geringe kontraktmäßige Andienungen per Dezember erfolgten. Die klei=
neren
Zufuhren im Innern wirkten auch hier befeſtigend, zumal da ſtetige
Meldungen aus Liverpool vorlagen.
Roggen: Am Roggenmarte riefen die kleineren Andienungen per
Dezember im Verein mit dem ungünſtigen Wetter eine recht freundliche
Stimmung hervor. Ein weiteres Hauſſemoment war die feſte Haltung
des Marktes in Winnipeg.
Hafer: Am Hafermarkte waven die Preisveränderungen gegen den
Vortag gering. Verſchiedentlich erfolgten Deckungen per Dezember. Im
übrigen ſtand der Markt unter dem Einfluß der ſtetigen Loconotie=
rungen
.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 1. Dez.:
Getreide. Weizen: Dez. 116½, März 121, Mai 124: Mais:
Dez. 84½, März 87½, Mai 90½; Hafer: Dez. 47, März 47½,
Mai 48; Roggen: Dez. 100½, März 105%, Mai 108½.
Schmalz: Dez. 11,25, Jan. 11,80, März 12,12½, Mai 12,40
Fleiſch. Rippen: Dez. 10,65, Jan. 11,00; Speck, loko 10,75;
leichte Schweine 8,35 bis 8,90, ſchwere Schweine 8,70 bis 8,95;
Schweinezufuhren: Chicago 7000, im Weſten 40 000.
Baumwolle: Januar 19,83.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 1. Dez.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 157½, Hartwinter 134: Mais,
neu angek. Ernte 9858; Mehl, ſpring wheat clears 5,755,03;
Fracht: nach England 34 Schilling, nach dem Kontinent 16 bis
17 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,0; Talg, extra, loſe 9½4.
Kakav. Tendenz: kaum ſtetig; Umſatz in Lots 123: Loko:
10½: Januar 9,87, Februar 9,98, März 10,17, April 10,27, Mai
10,41, Juni 10,52, Juli 10,64, Auguſt , Sept. 10,85, Dez. 9,75.

Produkkenberichte.

Berliner Produktenbericht vom 1. Dezember. Die Produktenbörſe
zeigte am Wochenſchluß ruhige Haltung. Sowohl am Effektivmarft
als auch im handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft, kamen nur verhältnis=
mäßig
geringe Umſätze zuſtande. Die Forderungen für Inlandsbrot=
getreide
lauteten nur wenig verändert. Die Mühlen und Exporteure
wollten jedoch nur auf ermäßigtem Preisniveau aufnehmen. Vom
Auslande lagen beſondere Anregungen nicht vor, die Cifofferten für
Weizen und Roggen waren zum Teil ermäßigt. Am Lieferungsmarkt
ergaben ſich für Weizen nur geringfügige Preisveränderungen, dagegen
lag Roggen, namentlich in den ſpäteren Sichten, bis zu 2 Mark feſter.
Von den zu heute gekündigten 1 710 Tonnen Roggen iſt ein größerer
Teil als nicht den Kontraktbeſtimmungen entſprechend befunden worden
und daraufhin wurden auch Befürchtungen laut, daß die Qualität der
diesjährigen Roggenernte doch nicht ſo gut ſei, als bisher angenommen
wurde. Die gekündigten Weizenpartien 1980 Tonnen wurden
als kontraktlich lieferbar erklärt. Mehle haben bei unveränderten
Mühlenforderungen ſtilles Geſchäft. Von der Küſte wird weiter über
Export von Roggenmehl berichtet. Für Hafer und Gerite hielt ſich das
Geſchäft bei wenig veränderten Preiſen in engen Grenzen,
Viehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 1. Dezember
waren 380 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 216 Stück. Milch=
ſchveie
wurden verkauft das Stück von 12 bis 19 Mark, Läufer das
Stüick von 24 bis 60 Mark.

*

Frankfurter Kursbericht vom 1. Dezember 1928.

Me e Ree
anleihe von 1927
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927.
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ... .."
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927..
7% ThüringerFrei=
ſtaat
von 1927..
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +
Ablöſungsanleih
Dtſche. Anl. Ablö.
ſungsſch. (Neub.
Dtſche. Schusge=
bietsanleihe
..

8%0 Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24..
80 Darmſtadt v. 26
70 Frkf. a. M. v. 2
7% Mainz v. 26..
8% Mannh. v. 26.
8% Nürnberg v. 26

8% Berl. Hyp.;Bk.
6% Frkf. Hyp.Bk..
8% Pfbr.,
80 Heſſ. Landesb!
8
89
7% Kom. Landes=
bank
Darmſtadt

8% Mein. Hyv. B
8% Pfälz. Hyp.B!
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .

84

6.5

93
86.75
92.5

97.5
97.5
97.5
97.25
88
85

97

8% Rhein. Hyp.=Bk,
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .. . ..
80 Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..."
8% Württ. Hyp.=B.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I
Ser. II

6% Daimler Benz
von 27...
8% Klöckner=Werke
Berlin v. 26. . . .
70 Mainkrw. v. 26.
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtcHäffner
von 26 ...

6% Bosn. L. E. B.
v. 1914 ......."
4:/.% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914 ..
4% Oſt. Goldrente
4/,% Rum. Gold
von 1913 .... ..
4% Türk. Admin.
1.Badgad
4%
Zollanl.
4%0
41/,% 1913 Ungarn
41/,%1914
4½ Ung. Goldr ..
Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.

97.75
97.75

511
G

19.75
8.5

139.2
175
292.2.
194

Darmſt. u. Nt.=Bk
Deutſche Bank ...
Eff.-u. Wechſel=
bank
.........
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank. . . . .
Hyv.=Bk. .. . .."
Pfdbr.=Bk. . . . .
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank.
Metallbank . . . . . . .
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk
Oſt. Creditanſtalt.
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Reich und Auskand.
Aufregender Vorfall in einer Kreisſtelle
des Fürſorgeamts.
Frankfürt a. M. Die außerordentlichen
Schwierigkeiten, unter denen die Kreisſtellen des
Frankfurter Fürſorgeamtes zu arbeiten haben, offen=
baren
ſich wieder aus einem Vorfall, der ſich geſtern
vormittag bei der Kreisſtelle Paulsplatz zugetragen
hat. Ein Gelegenheitsarbeiter, der ſeine Unter=
ſtützung
erheben wollte, ging, weil er glaubte, höhere
Unterſtützung beanſpruchen zu dürfen als ſie ihm
ohne Nachprüfung ſofort gezahlt werden konnte, mit
offenem Meſſer auf die Beamten der Kreisſtelle los
und mußte deswegen durch die Polizei entfernt wer=
den
. Nach kurzer Zeit erſchien er wieder in der
Kreisſtelle, um erneut mit offenem Meſſer zu han=
tieren
und insbeſondere ſeine eigenen Kleider zu
zerſchneiden. Es wurde wiederum polizeiliche Hilfe
in Anſpruch genommen. Auf ärztliche Anordnung
wurde der Mann nach der Städtiſchen Heilanſtalt ge=
bracht
. Ein Beamter der Kreisſtelle hat während
des aufregenden Vorfalles einen Nervenchock erlitten,
der ihn vorläufig dienſtunfähig macht.
Regiſtrierung eines Erdbebens.
Karlsruhe. Geſtern vormittag um 5.25 Uhr
regiſtrierte die Erdbebenwarte im Geotätiſchen In=
ſütut
der Techniſchen Hochſchule ein ziemlich heftiges
Erdbeben. Nach den vorläufigen Berechnungen liegt
der Herd des Bebens in einer Entfernung von un=
gefähr
8000 Kilometern. Die Apparate kamen erſt
nach zwei Stunden zur Ruhe.
Steinwürfe gegen Eiſenbahnzüge.
Duisburg. Auf den 5.30 Uhr in Duisburg
einlaufenden Eilzug wurden auf der Strecke Düſſel=
dorf
-Duisburg Steine geworfen. Mehrere Fenſter=
ſcheiben
gingen dabei in Trümmer. Zwei Reifende
des Zuges wurden durch Glasſplitter verletzt. Auch
der nachfolgende Luxuszug Rheingold wurde mit
Steinen beworfen. Hierbei wurde gleichfalls eine An=
zahl
Fenſterſcheiben zertrümmert. Reiſende wurden
aber nicht verletzt. Den gemeinſchaftlichen Be=
mühungen
der Duisburger und der Düſſeldorfe=
Polizei gelang es, in der Nähe von Angermund zwei
Perſonen im Alter von 17 und 23 Jahren als der
Tat dringend verdächtig feſtzunehmen.
Verkehrsunglück in Dresden.
Dresden. Vorgeſtein abend, kurz vor 6 Uhr,
ſtieß unweit des Neuſtädter Marktes ein Straßen=
bahnzug
mit einem ſtädtiſchen Kraftomnibus zuſam=
men
. Der Anprall war ſo heftig, daß beide Fahr=
zeuge
ſchwer beſchädigt wurden. Der Omnibus mußte
durch die Feuerwehr abgeſchleppt werden. Es ſind
etwa zehn Perſonen verletzt worden, davon zwei
ſchwer.
Raubverſuch in einer Bankfiliale.
Berlin. Ein eigenartiger Raubanſchlag wurde
geſtern morgen bei der Filiale der Dresdner Bank
in der Frankfurter Allee verſucht. Kurz nach 9 Uhr
erſchien am Kaſſenſchalter ein etwa 1,70 Meter großer
Mann in mittlerem Alter und in Arbeiterkleidung
und legte dem Kaſſier, ohne ein Wort zu ſagen,
einen Zettel auf den Tiſch. Auf dieſem verlangte er
ſofort 8000 Mark, widrigenfalls er das Lokal mit
Handgranaten bearbeiten werde. Der Kaſſier
euklärte dem Mann, daß er den Treſor erſt auf=
machen
müſſe und nachſehen wolle, ob er ſoviel Geld
da habe. Zum Schein begab er ſich an den Treſor,
ging aber darum herum und hinaus und ſuchte einen
Schupobeamten. Als er mit dieſem zurückkam, waren
ſchon andere Kunden gekommen. Dies hatte den Ur=
heber
des Anſchlags anſcheinend veranlaßt, zu ver=
ſchwinden
. Ob er wirklich Handgranaten bei ſich ge=
habt
hat, iſt nicht geklärt.
Geheimnisvoller Sturz aus dem Fenſter.
Berlin. Ein rätſelhafter Vorfall ſpielte ſich in
der Nacht auf den Samstag in Berlin=Schöneberg
ab. Hausbewohner hörten kurz nach 2 Uhr nachts
plötzlich entſetzliche Hilfeſchreie, die vom Hof her=
drangen
. Als ſie hinausſahen, entdeckten ſie aus dem
Fenſter des Badezimmers der im zweiten Stockwerk
gelegenen Wohnung des Oberregierungsrates Alfred
Detring ein Mädchen hängen, das ſich krampfhaft am
Fenſterſims anklammerte und verzweifelte Anſtren=
gungen
machte, ſich zu retten. Die Mieter alarmier=
ten
ſofort die Feuerwehr. Bei deren Eintreffen hat=
ten
dem Mädchen bereits die Kräfte verſagt. Es lag
blutüberſtrömt auf dem Steinpflaſter des Hofes. Man
brachte die Verunglückte, die ſchwere Verletzungen
erlitten hatte, nach dem Krankenhaus. Die Krimi=
malpolizei
unterſucht augenblicklich den geheimnis=
vollen
Vorgang.
Zugzuſammenſtoß im Pariſer Oſtbahnhof.
Paris. Kurz vor der Einfahrt in den Pariſer
Oſtbahnhof fuhr der von Champigny kommende Ar=
beiterzug
auf eine Rangiermaſchine auf. Die Loko=
motive
, der Poſtwagen und zwei Wagen 3. Kiaſſe
entgleiſten und wurden beſchädigt. Zehn Reiſende
wurden leicht verletzt.
Der ermordeie Kunſimaler Kurz.

Sonntag, den 2. Dezembei 1928
Der geheizke Kurfürſtendamm in Berlin.

Profeſſor Kurz,
an geſchätzter Kunſtmaler, wurde in ſeiner Villa in
Derder bei Potsdam, wo er ſeit langer Zeit in größ=
*r Zurückgezogenheit lebte, durch einen noch unbe=
Iannten Mörder erſchlagen. Die Ermittlungen nach
In Täter geſtalten ſich ſchwierig, da der 70jährige
gunſtler das Leben eines Sonderlings geführt hat.

Koksöfen auf der winterlichen Gartenterraſſe einer Berliner Konditorei.
Einige Lokale am Kurfürſtendamm, der vornehmen Hauptverkehrsſtraße des Berliner Weſtens,
haben nach Pariſer Muſter Koksöfen auf ihren Terraſſen aufgeſtellt. Die Neuerung findet beim
Publikum lebhafte Zuſtimmung. Die friſche Winterluft iſt recht angenehm, wenn man keine kalten
Füße bekommt.
Aufſtellung des Pergamon=Alkars in Berlin.

Der berühmte vergameſiſche Siegesaltar des Eumenes II.
wurde in dem Berliner Pergamon=Muſeum zur Aufſtellung gebracht. Die Bauten der Königs=
burg
von Pergamon, darunter der mächtige Siegesaltar, ſind durch die Ausgrabungen des Ber=
liner
Muſeums unter Humann und Conze 1878 bis 1886 zutage gekommen. Endlich iſt das neu=
errichtete
Berliner Pergamon=Muſeum ſo weit, daß man für die würdige Unterbringung der
klaſſiſchen Altertümer ſorgen kann.
Eine Welk=Auko=Schau für den Chriſtbgum.

Maſſenfabrikation von Weihnachtsſpielzeug.
Die Kinder unſeres techniſchen Jahrhunderts wollen nicht nur Zinnſoldaten und Puppenzimmer,
ſondern auch Automobile unter den Weihnachtsbaum haben. Dementſprechend treffen die Fabri=
kanten
von Spielzeugwaren ihre Verfügungen. Unſer Bild zeigt einen Arbeitstiſch voller Auto=
mobile
, der in der Phantaſie unſerer Kleinen ſelbſt eine Internationale Automobil=Ausſtellung
in den Schatten ſtellen dürfte.

Die furchtbare Ueberſchwemmungskataſtrophe
bei Patras.
Wien. Die Blätter melden aus Athen, daß der
Ort Temeni bei Patras auf Peloponnes vier Meter
unter Waſſer ſtehe. Die Bewohner verbrachten be=
reits
drei Tage unter ſtrömendem Regen auf den
Dächern, ohne die Möglichkeit zu haben ſich zu ret=
ten
. Der Präfekt von Patras erhielt am Freitag ein
Telegramm, in dem aufs neue um ſchleunigſte Hilfe
erſucht wird. Ein großer Teil der Wohnhäuſer des
Ortes wurde wveggeſchwemmt und zahlreiche Ein=
wohner
ertranken. Wenn nicht bald Hilfe kommt,
dürfte die Ortſchaft mit dem Reſt der Einwohner ver=
ſchlungen
werden. Die Hilfsexpedition kann infolge
des wolkenbruchartigen Regens nicht an die Ortſchaft
herankommen, ſo daß deren Schichſal beſiegelt zu ſein
ſcheint. Der Ort Valinika iſt durch Waſſermaſſen
vollſtändig ten der
t abgeſchnitten.

Wirbelſturm in Italien.
Rom. In Viterbo wurden durch einen Wirbel=
ſturm
mehrere Häuſer abgedeckt. Einige Häuſer
ſtürzten ein. Eines von dieſen begrub unter ſeinen
Trümmern einen 52jährigen Einwohner, der nur
mehr tot geborgen werden konnte. Der Schaden in
den benachbarten Wein= und Olivengärten iſt be=
deutend
.
Sechs Perſonen durch Einatmen von Gas
getötet.
London. In Stockpord kam am Freitag eine
Familie von ſechs Köpfen infolge der Undichtigkeit
der Hauptgaszufuhrleitung des Hauſes während der
Nacht durch Gasvergiftung ums Leben. Elf wei=
tere
Perſonen in den anſchließenden Häuſern zoge:
ſich ebenfalls Gasvergiftungen zu. Der Zuſtand eine
ger von ihnen iſt lebensgefä

Geite 17
Störung einer Theakervorſtellung.
Hamburg. Im Deutſchen Schauſpielhaus
kam es am Freitag, gegen 9.30 Uhr, bei der Auf=
führung
des Stückes Verbrecher zu Störungen.
Aus dem zweiten und dritten Rang wurden Stink=
bomben
, Juck= und Nießpulber ins Parkett geſvor=
fen
. Außerdem begaben ſich aus den Rängen unge=
fähr
80 Perſonen ins Parkett, wo ſie jedoch gewalt=
ſam
entfernt wurden. Die Vorſtellung nahm ſodann
ihren Fortgang. Ueber die Skandalfzenen bei der
Aufführung Der Verbrecher im Deutſchen Schau=
ſpielhaus
bringen die Morgenblätter ausführliche
Berichte. Danach wurde der erſte Akt ohne jede Stö=
rung
zu Ende geſpielt. Kaum hatte ſich aber nach der
Pauſe der Vorhang wieder gehoben, als ein unge=
heuerer
Lärm einſetzte. Die Demonſtranten, deren
Unternehmen allem Anſchein nach ſorgfältig organi=
ſiert
war, ſo daß ſie auf die verſchiedenſten Plätze
verteilt waren, begannen laut zu Ziſchen. Zu
gleicher Zeit ſah man einen Teil des Publikums im
Parkett nach Atem ringend, mit tränenden Augen,
mit Taſchentüchern vor Mund und Naſe, aus den
Sitzreihen in die Wandelgänge ſtürzen, da aus den
oberen Rängen und aus dem Stehparterre Stink=
bomben
und Nießpulverröhrchen ins Parkett ge=
ſchleudert
worden waren. Gleichzeitig veranſtalteten
die Demonſtranten auf Trillerpfeifen und Sirenen
einen wüſten Radau. Das Publikum nahm einmütig
gegen die Ruheſtörer Stellung. Auf der Bühne hatte
man vergeblich verſucht, weiter zu ſpielen, ſah ſich
dann aber veranlaßt, den Vorhang fallen zu laſſen,
zumal der Aufenthalt in den verpeſteten und mit
Nießpulver erfüllten Sitzreihen des Parketts für das
Publikum unmöglich war. Es dauerte einige Zeit,
bis es der Polizei, die auf den Alarm hin eine
Streife von 30 Mann entſandt hatte, gelang, die
Haupträdelsführer teilweiſe gewaltſam zum Ver=
laſſen
des Theaters zu zwingen. Nach einer halben
Stunde war die Ruhe wiederhergeſtellt und die Vor=
ſtellung
konnte ohne Störung zu Ende geführt wer=
den
. Vor dem Theater hatte ſich eine größere Men=
ſchenmenge
angeſammelt, die ſich zu einem erheblichen
Teil aus den aus dem Theater entfernten Ruhe=
ſtörern
und ihren Anhängern zuſammenſetzte. Da
ſie das aus dem Theater kommende Publikum be=
läſtigten
, griff die inzwiſchen noch verſtärkte Polizei
erneut ein und nahm 16 Perſonen feſt. Unter den
Feſtgenommenen befand ſich auch das nationalſozia=
liſtiſche
Mitglied der Bürgerſchaft Hüttmann.
Zum Mord im Prager Gerichtsſaal.
Prag. Zu dem Attentat auf den Mörder des
albaniſchen Geſandten läßt ſich die Prager Preſſe in
längeren Artikeln aus. Man iſt der Anſicht, daß es
ſich um ein geſchloſſenes Attentat, um eine Blut=
rache
, handelt. Bereits am Donnerstag ſeien Ge=
rüchte
von einem Terror durch Albanier bekannt ge=
worden
. Man habe bei der Ausgabe von Eintritts=
karten
zu der Verhandlung größte Vorſicht walten
laſſen. Zu der Tat ſelbſt wird noch ergänzend be=
richtet
, daß der Mörder im Geſchworenen=Zimmer
durchſucht worden ſei. Der Mörder ſelber ſei aufs
tiefſte erregt geweſen. Mit geſchloſſenen Augen,
keines Wortes mächtig, habe er nach der Tat vor dem
Unterſuchungsrichter geſtanden. Die Tat ſelber ſei in
dem Augenblick geſchehen, als der italieniſche Jour=
naliſt
den Gerichtsdolmetſcher gebeten habe, der An=
geklagte
möge doch lauter ſeine Antworten von ſich
geben. In dieſem Augenblick habe der Angeklagte
ſein Geſicht dem Dolmetſcher und dem dahinterſtehen=
den
Attentäter voll zugewandt, als die Schüſſe auch
ſchon in ſchneller Folge krachten.
Schwerer Autounfall in Georgien.
Moskau. Bei einem Autounfall auf einer geor=
giſchen
Landſtraße ſind das Mitglied der Zentralkon=
trollkommiſſion
der Kommuniſtiſchen Partei Geor=
giens
Kotſchetkoff und der Chef der Transportabtei=
lung
der ſtaatlichen politiſchen Verwaltung an den
transkaubaſiſchen Eiſenbahnen, Jedſchibia, getötet und
zwei Fahrgäſte leicht verletzt worden.
Weiteres Anwachſen der Typhusepidemie
in Lyon.
Lyon. Vorgeſtern ſind 45 neue Typhuserkran=
kungen
feſtgeſtellt worden. Die Zahl der Erkrankten
iſt damit auf 1535 geſtiegen. Geſtorben ſind bisher
19 Perſonen.
Schweres Brandunglück.
Paris. In Fairberweiler bei Forbach ſourden
durch den Einſturz einer Mauer des in Brand gera=
tenen
Hauſes ein Feuerwehrmann und ein Ein=
wohner
getötet, ein zweiter Feuerwehrmann ichwer
verletzt.
Schlauer Diebſtahl beim größken
Berliner Juwelier.

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dem Vorwand eines kleinen Kaufes im Werte von
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den
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[ ][  ][ ]

Sonntag, den 2 Dezember 1928

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[ ][  ][ ]

Mit hartem Druck preßt der Caucher die Schale der
Muſchel auseinander, um die Perle den Lohn ſchwerer
Arbeit und heißen Strebens zu pflücken.
Muſchelartig umklammern Schwarzwald und Vogeſen
gleichgerichtet in mäßiger Entfernung laufend das breite
Cal des Rheines, deſſen eigenartiges Gepräge ihn gleicher=
maßen
fremd und vertraut macht. Nur mit Gewalt kann
die geopolitiſche Einheit geſprengt werden, zu der der Sluß
das Land bis zu den Gebirgskämmen hin verknüpft. Der
Gewalt, dem Druck weicht ſie und gibt zugleich ihr Sinnbild,
dem körperlich=geiſtigen Exponenten ihres Eigendaſeins dem
Sremden. Straßburg wird zu Strasbourg. Und bleibt dabei
Strosburg, wie weich=gedehut, ſt wie ſcht ſprachend
die Elſäſſer ihre Hauptſtadt uennen. Im langjährigen Ningen
hat Frankreich die geopolitiſch günſtige Poſition ſich erobert
Für welchen Borteil es in Kauf nehmen muß, einen Kultur=
aus
eigener Prägung und überwiegend germaniſchen Ein=
ſchlags
im Rahmen eines ſonſt der Sentrale wenig Wider=
ſtand
eigener Prägung und überwiegend germaniſchen Ein=
Mit faſt kindlichem Stolz verſuchen franzöſiſche Schilder
die Ueberſetzung mittelalterlich=deutſcher Straßennamen, da=
her
Gebilde zutage fördernd, die mißglückt und arrogant
dem Deutſchen wehes Lächeln aufzwingen.
Dabei verdecken ſie doch nur das made in Germany
in dürftigem Umfang. Spitzgieblig, meiſt mit wenig Fenſtern
Front, dabei weit in die Ciefe gehend, ſchließt ſich Haus an

Haus. Verſchieden in Höhe und Ausführung. Verſchieden
im Alter und der Sweckbeſtimmung. Meiſt mit Jachwerk
und reichlicher Holzſchnitzung, die im Laufe der Seit ange=
modert
, von grünlich=grauer Patina überzogen iſt, auf Ver=
wandtes
in mittelalterlich=deutſchen Städten verweiſend.
Vormalige Höfe mit ſchlechtem Pflaſter, auf die Nückwände
alter Häuſer herabſchauen, mit vielerlei Galerien und Er=

Nikolaus Gerhart van Leyen. Epitaph eines Domherrn.

Haus Kleberplatz.

kern. Vielfacher Gebrauch hat die Stufen der Creppen, die
Sußböden der Galerien löcherig gemacht. Manches ſteht
ſchief und krumm. Und manchmal tropft das Waſſer von
der Wäſche, die an Leinen im Wind platſcht, auf die Ge=
länder
. Sic transit gloria mundi .. .
Im Weſten brach im grauen Novemberregen die Front
zuſammen. Der Waffenſtillſtand hieß in kürzeſter Seit das
feldgraue Heer zurückfluten über den Rhein. Müde und ab=
geſtumpft
von vierjähriger Seit des Schützengrabens ſtampf=
ten
die Negimenter durch Straßburg über den Rhein zurück,
ohne daß unter Stahlhelmen die abgeſpannten Augen die
Bevölkerung ſahen, die ſich ſcheu und erwartend nach dem
kommenden ſehnte, das ſie einerlei wie es war aus

bangender Ungewißheit reißen mußte. Siegesbewußt, wenn
auch ohne Sieg, zogen die Franzoſen ein. Rue du 22 novem-
bre
. Ueberall flatterte die Cricolore. Die letzten deutſchen
Sirmenſchilder wichen neuen. Noch heute ſtehen ſie da.
Fremdartig wie die Straßenſchilder. Boudurie", bon lan-
geri
! Und unter ihnen verlangt längſt das Volk breit und
behäbig Fleiſch und Brot, während nur vom vornehmen
Mund ſich Hande und pain quält, meiſt nicht sans
Peine und mit alemanniſch=hartem Anſchlag. So iſt Straß=
burg
in zehn Jahren wieder zu ſich ſelbſt zurückgekehrt. Oeſt=
lichſter
Exponent eines mächtigen Staates iſt es zugleich
weſtlichſter einer nicht minder mächtigen Kulturgemeinſchaft.
Straßburg iſt ſo zur Suntheſe geworden. Aber wenigſtens,
es verſucht zu ihr zu gelangen. Spielt das Wann hierbei die
geringere Rolle, ſo iſt doch das ob oder vielmehr daß‟
von entſcheidender Bedeutung.
Ueber den alten deutſchen Jachwerkbauten, dem Ge=
wimmel
der Straßen mit ihren neuen Schildern und alten
volksüblichen. Namen hebt ſich das Münſter in ruhiger,
überwältigender Eindringlichkeit.
Von oft geſchilderter architoktoniſcher Schönheit und
hohem kunſtgeſchichtlichen Wert. Beſungen und geliebt von
vielen, den meiſten Deutſchen, die Straßburg meinen und in
ihm das Münſter, wenn ſie das verlorene Elſaß beklagen.
Nicht des Landverluſtes halber. Im Oſten ging mehr Land
verloren. Nicht der nun franzöſiſche Staatsbürger werden=
den
Deutſchen wegen. Deutſchböhmen zeigt die doppelte
Hahl von Deutſchen. All das mag mitſprechen. Aber mehr.
Das Münſter iſt Sumbol. Symbol deutſchen Weſens. In
mächtigen Mauern und doch fein und zierlich ragt es auf.
Himmelſtrebend in dem hohen ſpitzen Curm, deſſen Helm im
Abendſonnenrot glänzt wie alte Goldfiligrauarbeit. In dem
Curm. Und darin liegt das Weſen des Münſters und ſeiner
Wirkung beſchloſſen. Es blieb Corſo. Das Streben nach
der äußeren Wohlabgerundetheit, einem behäbigen Inſich=
abgeſchloſſenſein
bleibt ein Streben. Es bleibt eine Dis=
harmonie
, eine innerliche Unabgeſchloſſenheit. Ein Swang.
Weiterzugrübeln und zu arbeiten. Und deshalb iſt das
Münſter weſensdeutſch. Die Gotik ſtammt aus Nordfrank=
reich
. Wanderte herüber an den Rhein. Schuf auch den
Straßburger Dom. Und war ſo vielleicht ein erſter Verſuch
der Suntheſe Straßburg. Allerdings er blieb ja un=
vollendet
. Vielleicht eine Mahnung? Eine Reſignation in
Stein? Eine Aufforderung zum Verzichten auf jene Sun=
theſe
? Oder ein Anſporn, ſie erſt recht zu erſtreben?

Ich ſtehe auf dem Curm. Die Sonne ſinkt im Weſten
hinter den Vogeſen. Spielt mit letzten Strahlen auf dem
Sandſtein, der in ſatten Farben glüht und bis zum Violett
langſam abdunkelt. Winzig wimmeln tief unten Menſchen
mit vielerlei Alltagsſorgen...

Wilhelmskirche.
Doppelgrabmal des Landgrafen von Wedt um 1300,

IHHAEHEIAHAAAAHEÄIAHILIAHAT
IEannanyaggaanhgnanganngnannnnnannan
HHabAnnnannnnngunnnnangnnagannannannanggr

[ ][  ][ ]

Das Buch als Geſchenk.
Von Urſula v. Wedel.
Das Buch war von jeher das Idealgeſchenk. Und ſo vielerlei
Veränderungen es durchgemacht hat, ſeit zuerſt wer weiß wo!
in erſten ungelenken, menſchlichen Schriftzeichen
auf primitivſtem Material ein Gedanke als Gabe für
einen andern Menſchen feſtgehalten wurde, ſo treu iſt ihm dieſe
Eigenſchaft geblieben.
Die Papyrus= und Pergamentrollen, deren einige uns noch
in Bibliothoken als älteſte auf uns überkommene Bücherkoſt=
barkeiten
erhalten ſind, waren den Menſchen ihrer Seit gewiſ,
dasſelbe, was uns ſehr geliebte Bücher ſind. Man lebte in ihnen
und mit ihnen, ſammelte ſie mit jenem doppelten Stolz und Genuß,
den uns unſere Bücherſchätze als Cräger äußerer Schönheit und
inneren Reichtums vermitteln. Und man wählte dieſe Schrift=
rollen
zu Geſchenken, wie ſpäter die ſchon in unſerer Buch=
form
zuſammengehefteten, handgeſchriebenen und mit
Malereien gezierten Werke der Mönche und Laien=
ſchreiber
des Mittolalters, da, wo man der Gabe eine be=
ſonders
zarte und vertiefte Sorm geben wollte oder auch da, wo
man anderes als ein Buch aus Etikotterückſichten nicht hätte
ſchenken oder annehmen dürfen.
Es konnte dabei vorkommen, daß ſolch: Geſchenk in der Seit
vor der Erfindung der Buchdruckerkunſt einen ſehr großen Geld=
wert
hatte, ſo wie man auch heute noch und wieder bibliophile

Koſtbarkeiten kennt, deren Geldwert vielleicht den geiſtigen un=
verhältnismäßig
überragt. Doch ſind es im Allgemeinen nicht
dieſe, die man als Geſchenke wählt. Bei den Büchergeſchenken
iſt das Beſtreben wohl immer und überall in erſter Linie darauf
gerichtet, mit dem Onhalt der Büchergabe zu erfreuen, eine Hul=
digung
der Liebe, der Freundſchaft oder Verehrung damit dar=
zubringen
, die man mit etwas anderem nicht erreichen kann. Das
geiſtige Gut, das mit der Gabe eines geſchriebenen Werkes dem
Beſchenkten dargebracht wird, hat zu allen Seiten das Schenken
von Büchern, unabhängig von deren Geldwert, auf eine höhere
Stufe geſtellt, als ſie ſonſt Geſchenke beſitzen.
Es liegt aber in dem ungeheuer umfaſſenden Gebiet deſſen,
was wir Buch nennen, begründet, daß, je nach der Wahl des
geſchenkten Buches tiefſte und vollkommenſte Intimität wie
banalſte oberflächlichſte Bekanntſchaft ſich darin ausſprechen
können. Denn Bücher kann man mehr noch als ſelbſt Blumen
ohne Einſchränkung von Etikette, ohne Verletzung geſellſchaft=
icher
Schranken, ohne Beſchämung für den Beſchenkten, dem
Nächſten wie dem Fernſten, dem Höher= wie dem Niedriger=
ſtehenden
ſchenken.
Als das Abſchreiben ganzer Bibliotheken im ſpäten Mittel=
alter
und in der dämmernden Nenaiſſance ſchon zum geordneten
Beruf einer ganzen Menſchenklaſſe geworden war, entſtand zu=
erſt
unſere heutige Sitte des Bücherſchenkens. Gar mancher
wurde damals ſelbſt zum Schreiber, um einem geliebten oder ver=

Der Partner.
Skizze von Elſe Nabe.
Fräulein Reinbold hat nach langem Ueberlegen endlich das
Inſerat aufgeſetzt und lieſt es der Mutter vor, die an ihrer
Himmelsleiter klappert, wie ihr Sohn die meterlangen Klöppel=
ſpitzen
nennt, an denen ſie ſeit ihrem Schlaganfall jahraus, jahr=
ein
arbeitet.
Biſt du nun einverſtanden, Mutter? fragt Fräulein Rein=
bold
und verlieſt ihren Inſeratentext wie ein Poem. Opernhaus.
Partner für zwei Abonnements erſter Nang, erſte Neihe, Mitte.
geſucht.
Willſt du nicht lieber PPartnerin ſchreiben? fragt die Ge=
heimrätin
zögernd. Du kannſt doch nicht neben einem wild=
fremden
Mann
Kenne ich denn den Mann, der ſich vielleicht an meine
andere Seite ſetzt, erwidert die Cochter. Der Partner oder
die Partnerin die weiblichen ſind ja damit nicht ausgeſchloſſen
gehen mich genau ſo wenig an wie die Fremden, die auf ihre
eigene Karte kommen. Und außerdem werde ich auch den Platz,
den wir behalten wollen, nicht mehr viel ausnutzen, der Partner
kann oft beide Karten nehmen, denn
Die Cränen würgen ihr plötzlich wieder in der Kehle, ſie kann
nicht weiterſprechen und rafft ihre Papiere raſch zuſammen um
das Simmer zu verlaſſen. Die Geheimrätin beugt ſich noch tiefer
über ihr Klöppelkiſſen und preßt die ſchmalen, blaſſen Lippen
feſt zuſammen.
Das Opernhausabonnement wird in der Familie des Geheim=
rats
bald ſeit einer Genexation beibehalten, faſt ſo lange wie
das Lotterielos, das ſich der junge Regierungsaſſeſſor damals bei
ſeiner Verheiratung kaufte und dem er als Negierungsrat und
als Geheimer noch treu blieb, obgleich es nur von Seit zu Seit
mit dem Einſatz herauskam. Es war ſelbſtverſtändlich, daß auch
nach ſeinem Tode darin keine Aenderung eintrat.
Außerdem war der Sohn da, der die muſikaliſche Begabung
vom Vater geerbt hatte und der gleichfalls auf ihre berufliche
Verwendung verzichten mußte, weil er glaubte, ſich einem Brot=
beruf
opfern zu müſſen. Doch vielleicht fehlte ihm auch nur
wie dem Vater, der bei aller künſtleriſchen Begabung der typiſche
vorſichtige Beamte war der Mut zum ungeſicherten Leben des
Künſtlers. Er wurde Ingenieur, füllte ſeine Arbeitsſtunden mit
dem vielfältigen Leben der Cechnik aus und entſpannte ſich des
Abends und Sonntags in ſeiner Muſik.

ehrten Menſchen die Abſchrift eines Buches anzufertigen. Und
das Illuſtrieren der Initialen und Malen der Bilder im Cext,
wobei man nicht ſelten vom Original abwich, war bei den Damen
der italieniſchen Nenaiſſance eine ſo fleißig geübte Geſchenk=
handarbeit
wie etwa zur Heit des Biedermeier die Kunſt der
Perlſtickerei. Als dann die Buchdruckerkunſt die Vervielfälti=
gung
erleichterte, wurde das Abſchreiben ganzer Werke ſeltener;
erſt die Einführung der erſten regelmäßigen Seitungen und Seit=
ſchriften
zu Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts be=
lebte
ſich noch einmal, als es Sitte wurde, mit Sammlungen ab=
geſchriebener
Gedichte aus Kalendern, Caſchenbüchern und Ga=
zetten
einander zu beſchenken, in denen wir, wo ſie uns in alten
Erbſammlungen aus Großmutters und Urgroßmutters Cagen je
und je noch, zierlich gebunden und eng geſchrieben, begegnen, mit
Rührung die erſten Veröffentlichungen eines Leſſing, Goethe,
Schiller, als das damals Neueſte wiederfinden. Die Stamm=
bücher
der jungen Mädchen von heute ſind nichts anderes als
ein Nachklang jener Geſchenke der ſchönen Literatur, die man
ſich vor hundert und hundertundfünfzig Jahren genau ſo machte,
wie wir uns heute das für uns neueſte gedruckt und gebunden
auf den Gabentiſch legen.
Man ſage nicht, daß in dieſem modernen, leichteren Bücher=
ſchenken
etwa weniger Poeſie liege als in dem mühſamen An=
fertigen
der Geſchenkabſchriften. Denn Poeſie und Reiz dieſer
Art von Geſchenken, in denen ſich das Geiſtige mit dem Ma=
teriellen
ſo anmutig miſcht, wie es eben nur bei dieſer Ver=
ſchmelzung
der Gedankenwelt mit illuſtrierenden Bildern und für
das Seitgefühl harmoniſchen Einbänden möglich iſt, lag und liegt
weit weniger in ihrem äußeren Gewand als in ihrem inneren
Kern. Und unſerer ſchnellebigen, beweglichen Seit ſteht das ihr
eigene leichte, handliche Buch im gefälligen Einband mit klarem
Druck ebenſogut an, wie früheren Jahrhunderten die Pergament=
rollen
, die ſchweinsledernen Folianten, die vergißmeinnicht= um=
kränzten
Damentaſchenbücher. Nur die äußere Hülle haf ge=
wechſelt
und wird weiter wechſeln. Innerlich beſitzt das Buch
auch in der neueſten Form die magiſche Geſchenkkraft heute wie
je, die es eben zum Geſchenk der Geſchenke macht.
Mit dem geſchenkten Buch können wir, oft beſſer als mit
Worten, einem andern Menſchen etwas von dem ſagen, was wir
zutiefſt in uns tragen und dem wir als wortgewordener Erkennt=
nis
auf einem Buchblatt begegneten. Das geſchenkte Buch ver=
mag
zwei räumlich getrennte Menſchen ſo zu verbinden, daß ſie
ſich immer wieder darin begegnen, wenn ſie es zur Hand nehmen:
es läßt, ausgetauſcht in hin= und herwandernder Kette, Men=
ſchen
, die jahrelang getrennt leben, dennoch miteinander weiter
geiſtig verbunden bleiben, mehr als es durch den bloßen brief=
lichen
Austauſch von Cagesklatſch zu bewirken vermag. Mit
dem Buchgeſchenk können gereifte ſtarke Menſchen ſchwächere,
jüngere unmerklich und zart leiten, können Dinge geſagt werden,
die von Mund zu Mund ohne Verletzung zarter Schranken ſich
oft nicht ſagen laſſen. Das geſchenkte Buch kann Freude in trübe
Herzen, Ernſt in gar zu oberflächliche tragen, es kann die engen
Wände eines Krankenzimmers ſo weit machen, daß ſie die ganze
Welt umſpannen, und kann den heimatfremd gewordenen zurück=
führen
in das Land ſeiner Kindheit. Das geſchenkte Buch iſt ein
Hauberſtab, der alles vermag, wenn es ſorgfältig ausgewählt,
nicht gedankenlos und gleichgültig gekauft wird. Dann iſt es ein
Reichtum, den wir gerade in unſerer Seit der glücklichen Bücher=
hochflut
, der Seit der Volksausgaben und Memoirenwerke, der
wundervoll reproduzierten Wiederbelebungen uralter, früher nur
wenigen Auserwählten in verſchloſſenen Bibliotheken zugäng=
lichen
Handſchriften, der Ueberſetzungen und Ausleſeſammlungen,
mit vollen Händen ausſtreuen ſollten und könnten, überall da, wo
wir etwas ſchenken dürfen.

Panne in der Luft.
Von Hans Natonek.
Der bayeriſche Flugzeugführer unſerer Junkersmaſchine
H. C. 92 macht eine kleine, winzig kleine Handbewegung, ſo
wie: na, na was iſt denn dös? oder: dös g’fällt mir aber
gar net. Ich werde dieſe winzig kleine Handbewegung nie ver=
geſſen
.
Er iſt ein prächtiger Junge, unſer Pilot. Fliegt ſeit zehn
Jahren und iſt trotzdem noch ſo unblaſiert, daß er ſich, als wir

Jetzt erſt, nachdem der Sohn ſie verlaſſen hat, erkennt die
Geheimrätin, wie wenig ihre Cochter für das Alleinſein ge=
ſchaffen
iſt, und wie ſie des belebenden Einfluſſes bedarf. Und
ſie empfindet es mit Bedauern, daß die Muſik die jungen Men=
ſchen
nur kameradſchaftlich miteinader verband, daß kein anderes
Gefühl mitſchwang, um ihre Cochter mit einem der Muſikpartner
zuſammenzuführen, denn Chereſes verbitterte Crauer um die
Abtrünnigkeit des Brudes ſcheint ihr unnatürlich und nur aus
ihrer hoffnungsloſen Einſamkeit nach dem enggeſchwiſterlichen
Verkehr begreiflich. Nie war Chereſe eigne Wege gegangen;
ſtets vom Bruder beſtimmt oder begleitet, hatte ſie nicht einmal
intime Freundinnen, und ihr Gemüt war ſo kindlich geblieben, ihr
Gefühl ſo geſchwiſterlich und kameradſchaftlich eingeſtellt, daß
ſie die überraſchende Heirat des Bruders als einen Creuebruch
an ihr und den Freunden auffaßte.
Vielleicht, denkt die Geheimrätin, hofft auch ſie auf einen
dem Bruder ähnlichen Partner, der nicht nur ſeinen Abonne=
mentsplatz
, ſondern auch ſeine Stelle im Hauſe einnehmen wird,
um die ernſten Näume wieder mit heiteren Cönen zu wecken.
Als einige Cage ſpäter ein Paket Offerten im Hauſe ſind,
beugen ſich die beiden Frauen mit heißen Köpfen darüber, und
unter ſcharfer Kritik werden Inhalt und Schrift auf Charakter,
Bildungsgrad, Alter und möglichſt auch auf das Ausſehen des
Briefſchreibers unterſucht. Da ſind die Hochmütigen, die in be=
fehlendem
Con einen Anruf erbitten und nicht einmal ihren
Namen, ſondern lediglich die Celephonnummer bekanntgeben; die
Gedankenloſen fehlen nicht, die ſich danach erkundigen, wo die
lätze gelegen ſeien, obgleich das als Wichtigſtes inſeriert war;
die Unterwürfigen beſchreiben es als ein unendliches Glück, wenn
die Wahl des Inſerenten auf ſie fiele; eine anſchlußbedürftige
Dame bezeichnete ſich mit viel Geſchwätzigkeit als hochmuſikaliſch,
gebildet und Beſitzerin einer eigenen Wohnung, in der man ge=
meinſam
muſizieren könne; eine andere beruft ſich auf ihre gute
Herkunft und zeigt ſich geneigt, mit dem Inſerenten auch geſell=
ſchaftlich
zu verkehren, wenn er von gleichem Nange ſei; ein
Vorſichtiger warnt vor Aufſchlägen zum Originalpreis; und nur
zwei Briefe bitten ſachlich, unter Bekanntgabe ihrer Adreſſe, um
Angabe von Ort und Stunde für die perſönlichen Abmachungen.
Mutter und Cochter halten immer wieder die beiden Briefe
vergleichend nebeneinander, aber Handſchrift und Name verraten
nur einen Mann und nichts mehr. Und wie bei der Wahl einer
Losnummer, die ihr Schickſal noch nicht verrät, antworten ſie
ſchließlich ganz willkürlich dem einen, nur um dem Schwanken
ein Ende zu bereiten.

einige Hundert Meter oben ſind, umdreht, und uns triumphierend
ein breites, behäbiges Lachen zeigt: Na, wie g’fallt euch dös?
Sein, was?
Swei Engländer, Vater und Sohn, die auf kürzeſtem Weg
Europa abſolvieren, ſitzen zurückgelehnt mit überſchlagenen
Beinen tief im Leder des geſchloſſenen Kupees wie im Klub=
fauteuil
einer Hotelhalle, haben ein ledernes Hotelgeſicht, der
Papa ſchickt ſich an die bagatellhafte Strecke von 500 bis 6oo
Kilometern MünchenGenf durchzuſchlafen, während ſich der
Sohn in den neuen Noman der Cauchnitz=Edition vertieft.
Der Höhenmeſſer zeigt erſt 600 Meter, der Geſchwindigkeits=
meſſer
150 Stundenkilometer, die beiden aufgereckten Finger der
Frauenkirche verſchwimmen im Dunſt, da macht der Pilot ſeine
kleine Handbewegung, nicht für uns macht er ſie, ſondern ganz

ſtill für ſich ſelbſt. Das Donnern des 500 Pferde ſtarken Motors
wird ſchwächer, als ob nicht mehr 2000 Hufe, ſondern nur noch
200 dahinraſten. Und die Geſchwindigkeit geht auffallend zurück:
120 100 90 Kilometer. Hoppla was iſt das? Wir liegen
ſchief wie ein Berufsſpekulant, der unter Geſchäftsaufſicht geſtellt
wurde. Es iſt nicht ſchön, wenn die Welt ſich in einem Winkel
von 45 Grad präſentiert. Wir drehen uns um die eigene Achſe,
ein Dorf, ein Wald kommt mit fataler Geſchwindigkeit auf uns
zugeſchoſſen Einſteinſche Nelativität: ſtürzen wir auf die
Welt oder ſtürzt die Welt auf uns? und da gleiten wir ſchon
ſanft über eine Wieſe und halten 80 Meter vor einem Wald.
Der Wald durfte nicht größer ſein; denn eine Notlandung in den
Bäumen iſt mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden, und auch
über dem Bodenſee durfte es nicht paſſieren ...
Apaar Meter vom Kornfeld hat’s doch noch mitg’nommen,
ſtellt der Pilot mit kühlem Bedauern feſt. In der Cat, Pro=
peller
, Näder, Schwanz von H. C. 92 ſind mit weggemähtem
Roggen umwunden, als kämen wir vom Erntefeſt.
Ou, ſein wir ſchon in Sürik? fragt der Papa Englän=
der
, der die Notlandung verſchlafen hat. (So anſpruchsvoll ſind
die Engländer zwanzig Minuten in der Luft und ſchon in
Sürich!)
Na, aber in Obermenzing ſan ma. Und dann flucht der
Pilot auf echt obermenzingeriſch; zu verſtehen ſind nur die Worte
Ceifi, Ceif!

Anderntags ſteht ein weißhaariger Herr in ihrem Simmer,
ein ehemaliger Buchhändler, der ſich zur Nuhe geſetzt hat und
nun, nach einem arbeitsreichen Leben, nur noch ſeine Muſik=
intereſſen
pflegen will. Es iſt unverkennbar, daß er gern auf einen
ernſten jungen Menſchen im Guten einwirkt, daß er einem ge=
wiſſen
lehrmeiſterlichen Drange folgt, als er erklärt, es werde
ihm eine Freude ſein, die Opernabende neben Fräulein Neinbold
zu verbringen und ihre muſikaliſchen Kenntniſſe mit Hilfe ſeiner
großen Bibliothek und ſeiner Erfahrungen zu bereichern. Die
Geheimrätin kann es jetzt nicht vermeiden, von der Muſikbe=
geiſterung
ihres Mannes zu ſprechen, und ſchließlich, als Chereſe
das Simmer verlaſſen hat, um für die Bewirtung des Gaſtes zu
ſorgen, erzählt ſie haſtig, gleichſam heimlich vom abtrünnigen
Sohn. Der alte Herr fühlt, wie die an den Lehnſtuhl gebannte
Frau damit ihr Herz erleichtert, er hört andächtig zu und er=
muntert
ſie ſogar zur Fortſetzung, als ſie in Gegenwart der
Cochter zu einem anderen Chema übergehen will.
Chereſe aber, die über den lehrhaften Partner enttäuſcht iſt,
freut ſich ſeines Suhörens und des guten Einvernehmens mit
der Mutter, und die heimlichen, bisher kaum innerlich einge=
ſtandenen
Gedanken an emen Erſatz für den Bruder, an einenl
jungen, belebenden Kameraden für die Opernabende erſcheinen 19*
in dieſer realen, enttäuſchenden Welt, die nur noch vom Egolss
mus beherrſcht iſt, lächerlich und unzeitgemäß ſentimental. On der
Wahl des alten Herrn, der die Einſamkeit der Mutter belebl,
ſieht ſie die beſte Löſung.
So ſind alle drei miteinander zufrieden und zum Suſammell
ſchluß bereit, als man zum geſchäftlichen Ceil übergeht und de*
alte Herr bei der Einſichtnahme und Bezahlung des Abonne‟
mentsſcheins einen erſtaunten Ausruf nicht unterdrücken Fanlt=
weil
die Plätze im erſten Nang und nicht, wie er vermutel, ie
Parkett liegen.
Aber man habe es doch ausdrücklich inſeriert, wenden die
Damen erſchreckt ein.
Ja, erwiderte er, es waren zwei Inſerate, ich habe ſie al
ſcheinend verwechſelt. Er hatte auch das vom erſten Lang 9e
ſehen, war aber der Meinung, ſich um den Orcheſterſitz beworde"
zu haben, denn er ſei kurzſichtig und ſehe gern den Muſißern. Le
ihrer Arbeit zu.
Die beiden ſtellen ihm natürlich anheim, zurückzutreiten Ule
den Orcheſterſitz zu nehmen. Aber er erwidert, daß er dann ſan
in ſo angenehme Geſellſchaft käme, und daß es außerdem Dalt
ſchon zu ſpät ſei, denn ſicherlich ſei bereits ein anderer gema9t
r bereue den Orrtum keineswegs. Schließlich bezahlt er Ieü-

[ ][  ][ ]

Benzinrohrbruch oder ſo etwas Aehnliches. H. C. 92
wäſſert die Wieſe von Obermenzing mit dem köſtlichen Naß. In
hellem Strom plätſchert das Benzin aus dem Leib des Motors.
Die herbeigeſtrömten Eingeborenen von Obermenzing, meiſt im
oberbaueriſchen Originalkoſtüm, halten ihre Seuerzeuge unter den
rinnenden Strahl. Ganz Obermenzing iſt ſtaunend verſammelt.
Rußige Schmiede im Schurzfell, weiße, mehlbeſtaubte Bäcker,
Mütter mit Säuglingen auf dem Arm, Windjacken. Die meiſten
ſehen zum erſtenmal ein Flugzeug aus der Nähe. Ein Bauer
kommt vom nahen Acker mit der Miſtgabel gelaufen; um uns
aufzuſpießen, falls wir Franzoſen ſind, wie er uns allen Ernſtes
ganz treuherzig mitteilt.
Indeſſen zerlegt der Pilot auf freiem Feld die Maſchine, um
den Fehler zu finden. Die Eingeweide von 500 Pferdekräften
werden ſichtbar. Und dieſes explodierende, ſtählerne Nöhren=
fuſtem
kann fliegen! Es gibt Leute, die ſchon nach ihrem erſten
Rundflug von 6 Minuten behaupten, das Sliegen ſei nichts be=
ſonderes
. Man ſollte ihren blaſierten Kopf in das Innere einer
ſolchen Maſchine ſtecken und ihnen begreiflich machen, was das
bedeutet: Aufhebung der Schwerkraft.
Der junge Engländer iſt dem Piloten bei der Arbeit behilf=
lich
. Auch er war Flieger im Krieg. Es war einmal! ſchneidet
der deutſche Pilot die Neminiszenz mit jener gewiſſen Herbheit
ab, die nichts anderes iſt als unterdrückte Gemütsbewegung.
Feſſas, da ſchaut’s her, a Düſ’n is runterganga! Nach ein=
ſtündiger
Arbeit in den Eingeweiden des Motors hat der Führer
den Fehler gefunden. Was eine Düſe iſt, weiß ich nicht. Viel=
leicht
etwas Aehnliches wie eine Drüſe im menſchlichen Or=
ganismus
.
So kampieren wir bei Obermenzing auf der Wieſe, haben
Eier, Butter und Käſe aus dem Dorf holen laſſen da werden
wir Schiffbrüchigen von dem aus Sürich kommenden Flugzeug
geſichtet. Es verſtändigt den Flugplatz München, und M Nu iſt
ein Automobil mit Mechanikern da, das uns auf den Münchener
Flugplatz zurückbringt. Eine Stunde ſpäter ſtarten wir mit einer
andern Junkers=Maſchine, deren wundervoller, gleichmäßig don=
nernder
Atem uns in fünf Stunden nach Genf weht.

Als ich am dämmernden Abend am Ufer des Sees ſpäzieren
ing, fiel ein verſpäteter Maikäfer von einer blühenden Akazie.
ich hob den wohlgenährten, dicken Burſchen auf; in der tiefen
Einſamkeit der Fremde tut die Nähe jeder Kreatur wohl. Nach
iner Weile entließ ich den Begleiter. Er flog im kleinen Bogen
eewärts, kehrte, eine Notlandung erſpähend, um, vollführte
inen gar nicht üblen Gleitflug (man iſt doch Kenner), ging aber
unf Meter zu früh nieder und fiel ins Waſſer. Ein Fiſchmaul
hnappte ihn weg. Und das iſt ein Weſen, das von Gott mit
flügeln begabt wurde und ſich nur ſelbſt zu tragen braucht! Und
er Menſch, ohne Flügel geboren, der Erde verhaftet, fliegt in
jetallenen Maſchinen, die ununterbrochen explodieren. Und wenn
r notlanden muß, fällt er nicht ins Waſſer. Was bin ich doch
ir ein unmoderner Menſch, daß ich mir das Staunen über ſolche
elbſtverſtändlich keiten nicht abgewöhnen kann!
Anteil und verabſchiedet ſich herzlich mit dem Verſprechen, ſie
och vor dem erſten Opernabend wieder zu beſuchen.
Als Fräulein Neinbold zum erſtenmal neben ihm auf dem
ngeſtammten Platz inmitten erwartungsvoller, feſtlich geklei=
eter
Menſchen ſitzt, hat ſie bereits ſo viele lehrreiche Vorträge
ber Muſikwiſſenſchaft, Kompoſitionslehre, über die theoretiſche
harmonie und den Kontrapunkt erhalten, daß ihr die ganze
Nuſik, der ſie ſich bisher lediglich in einer dilettierenden Freude
n Klang und Rhythmus hingab, verleidet iſt. Der ehemalige
Zuchhändler, der in ſeinen heimlichen Stunden ſelbſt komponiert,
ann nicht umhin, während der Vorſtellung und in den Pauſen
ie Arbeit des Dirigenten mit der ſeiner Vorgänger, beſonders
us der ferneren Vergangenheit, zu vergleichen, deren Auffaſſung
r für richtiger hält. Und immer wieder entfährt es ihm, wie
edauerlich es ſei, daß er den Caktſtock des Dirigenten und die
Ircheſtermitglieder von hier oben nicht beobachten könne. Und
eine Partitur werde er hierher wohl nie mitnehmen können,
ſeil nur in der Nähe der Bühne die Beleuchtung es zulaſſe,
arin zu leſen.
Er ſieht nichts vom farbigen Neiz des Bühnenbildes, er ver=
lag
auch nicht die ſchauſpieleriſche Leiſtung der Künſtler zu er=
ennen
, er ſtellt lediglich feſt, daß hier und da ihre Stimme nicht
ſitze, und daß ihre Handbewegungen in dieſer und jener großen
krie nicht richtig ſeien, weil ſie von der guten alten Operntradi=
on
abweichen. Er hat Mozarts Zauberflöte in ſeinem langen
eben mehr als dreißigmal gehört, und von ſeiner Jugend her,
ls er noch nicht das Geſchäft vom Vater übernommen, ſondern
inige Semeſter an der Muſikhochſchule ſtudiert hatte, weiß er,
die man es richtig macht.
Crotzdem er dergeſtalt mit allen Gedanken und Empfindungen
1 Anſpruch genommen iſt, entgeht ihm nicht Fräulein Reinbolds
Deiſtimmung, er entſchuldigt ſich wegen ſeiner Geſchwätzigkeit,
Id um die Harmonie wieder herzuſtellen, ladet er ſie zu einem
mnoiß in einer benachbarten Weinſtube ein. Chereſe will ihn
icyt in ſeinen guten Abſichten kränken und nimmt die Einladung
½ Obgleich ſie ſich vor der Sortſetzung dieſer einſeitigen Unter=
altung
fürchtet.
Aber ſie haben ſich kaum an einem abſeitigen Ciſch nieder=
Eichſen, als ein kleiner alter Herr aufgeregt auf ſie zuſtürzt.
Dell er in dem Buchhändler eien Kameraden ſeiner Jugend
Diedererkannt hat. Es iſt ein penſionierter Studienrat, der auch
Lumal Muſik ſtudieren wollte, doch erſt nach einigen Oezennien
MMologiſcher Cätigkeit zum Ideal ſeiner Jugend zurückgekehrt
Laa Indem er zwuei Plätze des Opernhauſes abonnierte,

Die Frau im Orient.
Von Hermann Krehan.
Swangsläufiger Erinnerungsblitz: Harem!! Hinter Gitter=
fenſtern
alle Wohlgerüche Arabiens. In Säulenhöfen lagern pal=
menbeſchattete
und gepflegte Frauen. Oder: wie ſich der kleine
Moritz Fatme in ihrem Heim vorſtellt. (Näheres ſiehe 100)
Nacht.)
Alſo für beſcheidene Anſprüche doch ein ſehr annehmbares
Daſein. Wenn ich da ſo an mich denke: von 84 im Bureau
tippen, ſtatt eines feurigen Saladins einen meckrigen Chef um
mich herum . Sagen Sie, wie iſt das vergleichsweiſe in Kon=
ſtantinopel
? Cja, alſo in den Bureaus da tippen die Damen
von 84 engliſche, franzöſiſche und deutſche Korreſpondenz, und
ſtatt eines feurigen Saladins meckert ein ſehr anſpruchsvoller
Chef herum Nanu??? ich denke
Sie denken falſch. In Stambul brennt genau ſo das elek=
triſche
Licht wie bei uns auf der Cauentzienſtraße und Autobuſſe
und Crambahnen rattern um die Hagia Sophia wie um die
Kaiſer=Wilhelm=Gedächtniskirche. Die Polugamie iſt aufge=
hoben
, der Sez der Männer verboten, die Frauen gehen ent=
ſchleiert
. Kemal Paſcha hat an dieſe 3 Kardinalinſtutitionen rück=
ſichtslos
gefaßt denn Harem, Sez und Schleier waren die Kul=
turkurioſitäten
, die uns zwar den Orient ſo romantiſch erſcheinen
ließen, mit denen aber der Neuerer Kemal als ſuggeſtiven Schran=
ken
zwiſchen Weltrhythmus und Weiterentwicklung des eigenen
Landes endgültig aufräumen mußte. Jedoch iſt die Cürkei Ke=
mals
nicht die Welt des Iſlam. Die moderniſierten Mohamme=
daner
hören an der Grenze der franzöſiſchen Mandatsgebiete
Surien und Grand Libanon auf: Für die 100) Nacht= Ent=
huſiaſten
ſteht alſo der Neſt der moslemitſchen Welt noch zur
gefälligen Nachprüfung einſtiger Jugendlektüre zur Verfügung!
Was meinen Sie z. B. zu folgendem Bild: auf der Sharia
el Magrab in Kairo begegnete mir ein merkwürdiger Aufzug.
Mehrere dichtbeſetzte, gummiberäderte Kaleſchen, von lärmenden
Muſikanten umhopſt eskortierten einen verhängten Wagen. In
ihm ſaß hinter roſaroten und himmelblauen Seidendraperien eine
Braut, die als ſolche zu ihrem erſten Bad feierlich gefahren
wurde! Ein großes Ereignis, denn der Koran verbietet den

Mädchen vor ihrer Verheiratung das Baden. Wie ſtreng ſich
die orthodoxen Mohammedaner an dieſes Verbot halten, erfuhr
ich aus einem Geſpräch mit dem deutſchen Augenarzt Dr. Meyer=
hof
in Kairo, der mir folgenden Fall aus ſeiner Prixas erzählte:
Ein Greis aus dem Nildelta brachte mir ſeine 16jährige Cochter,
die ſchwer an der ſogenannten Haarkrankheit beider Augen litt.
Ich ſchlug zur Heilung Operation vor, und verlangte, daß das
Mädchen, das geradezu von einer Schmutzkruſte bedeckt war,
zuvor täglich ein Bad nehme. Der Alte ſagte: tajib (gut), und
ging. Am nächſten Cag kam er wieder und erklärte, daß er ſich
als Schech (religiöſes Oberhaupt) einer Brüderſchaft ſtreng an
die Gebote des Glaubens halten müſſe, die nur das Hochzeitsbad
als erſtes Bad erlauben. Der Schech war nicht zu überzeugen,
daß Neinlichkeit zur raſchen Wundheilung dringend notwendig
ſei; er ging und nahm ſeine Cochter unbehandelt wieder mit in
ſein Dorf.
Die Mohammedanerin als ſelbſtändige Staatsbürgerin iſt nicht
denkbar. Sie wird mit ihrem 12. Lebensjahr verkaufsreif, d. h.
etwas zarter ausgedrückt, die Frage einer den Eltern nutz=
bringende
Verheiratung wird akut. Der teure Gatte, der mit
Brautwerbung geeignete Verwandte oder Freunde beauftragt,
erwirbt die Frau wie ein Maultier; körperliche Leiſtungsfähig=
keit
iſt ausſchlaggebend. Mit dem Augenblick der Eheſchließung
gehört die Frau dem Mann, der volles Verfügungsrecht über
ſie hat. Iſt er reich und ſie jung und ſchön, wird er mit ihr in
einem luxuriöſen Harem üppige Wochen und Monate durch=
flittern
. Iſt er arm, dann wird die Notwendigkeit des Me=

Darüber aufgeklärt, daß Fräulein Neinbold nicht die Cochter
ſeines wiedergefundenen Freundes iſt, fällt ihm ein, daß er an
ſeinem Ciſch einen jungen Mann zurückgelaſſen hat, der an Stelle
ſeiner im vorigen Jahr verſtorbenen Frau den zweiten Abonne=
mentsplatz
übernommen hat. Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich, daß er
der jungen Dame zur Geſellſchaft geholt wird, damit die beiden
alten Herren ſich ungeſtört darüber unterhalten können, daß man
in ihrer Jugendzeit beſſere Muſik gemacht habe und daß die ver=
götterten
Sängerinnen der Vergangenheit nicht zu über=
treffen
ſeien.
Sie glauben nicht, wie glücklich ich bin, ſagt indeſſen leiſe
der Partner des Studienrats zu Chereſe, daß ich aus dieſem
muſikaliſchen Kolleg entlaſſen bin, mit dem mein Opern= und
Ciſchgenoſſe mir das ſchöne Nebhuhn gewürzt hat.
Sie ſind alſo nicht Muſikſtudent? fragt Fräulein Neinbold
erleichtert.
Nein, im Gegenteil, erwidert er, und ſie müſſen beide
darüber lachen. Ich bin Architekt und baue ſehr bodenſtändige
Häuſer. Aber es iſt merkwürdig: obgleich ich kein Calent zu
irgendwelcher Ausübung in der Muſik habe, fallen mir dabei die
beſten Ideen ein. Die Fachmuſiker mögen mich vielleicht banau=
ſiſch
finden, weil ich der Ciefe ihrer Muſik nicht nachgehen kann
und vor dem Herrn Studienrat, dem ich einen Adonnementsplatz
abgekauft habe, ſchäme ich mich geradezu wegen meiner Unkennt=
nis
. Aber im vorigen Jahr iſt mir zum Beiſpiel während eines
Konzerts, in dem das entzückende Menuett von Mozart aeſpielt
wurde, der Plan für eine Villa eingefallen, die meine beſte
Leiſtung geworden iſt, und niemals fühle ich mich ſo frei, be=
ſchwingt
und arbeitsfreudig wie unter dem Einfluß guter Muſik.
Deshalb faßte ich den Entſchluß, viel in Opern und Konzerte zu
gehen, um lichte, wohnlich heitere Häuſer und Villen bauen zu
können. Gerade von der heutigen Sauberflöte hatte ich mir ſo
viel verſprochen
Nun und? Sind Sie wieder zu einer Mozartſchen Villa in=
ſpiriert
worden? fragt Fräulein Neinbold lächelnd.
Er macht ein komiſch wehleidiges Geſicht. Das iſt es ja
eben. Gar nichts fiel mir ein, obgleich der Bühnenmaler da
etwas ganz Entzückendes aufgebaut hatte, das ſich vielleicht zu
einer neuen eigenen Idee hätte umwandeln laſſen. Manchmal
braucht man ja auch ſolche Andeutungen, ſelbſt einem Kaffernkral
kann man zuweilen noch etwas abgucken, das ſich nach der Um=
wandlung
in der eigenen Phantaſie nicht wiedererkennen läßt.
Aber ich habe unglücklicherweiſe meinen Platz ſo dicht an der
Bühne, daß ich die gemalten Geſichter ſehe, Leim und Sarbe rieche

und den Muſikern dauernd auf die Notenblätter gucken muß.
Ach ruft Chereſe aus, ſind Sie etwa der Partner von
dem Abonnement Orcheſterſitz zweite Reihe?"
Ja, allerdings. Wiſſen Sie, ich hatte gleichzeitig auf ein
anderes Inſerat für erſten Nang geſchrieben, der mir viel beſſer
gefällt, weil man von dort einen ſchöneren Ausblick auf das
Bühnenbild hat und außerdem ſeine Illuſionen behält. Aber
aber ich habe Ihnen leider nicht geantwortet, ſetzt
Fräulein Neinbold fort und errötet, weil ihr das verräteriſche
leider entſchlüpft iſt. Und wenn Sie mir noch Ihren Namen
ſagen, den ich bei der Vorſtellung natürlich nicht verſtanden habe,
dann werde ich auch wiſſen, welcher der vielen Briefe von Ihnen
ſtammt. Doch das fügte ſie nur hinzu, um ihre Verlegenheit zu
verbergen, denn ſie weiß längſt, daß allein die zweite ſachliche und
zufällig nicht gewählte Offerte von ihm geſchrieben ſein kann.
Sie müſſen dieſe Entdeckung ſofort den beiden alten Herren
mitteilen, die Eſſen und Crinken über dem Austauſch der Er=
innerungen
vergeſſen haben und nun ſchon wieder in die tiefſte
fachliche Muſikunterhaltung verſtrickt ſind. Einen Augenblick
liegt auf allen vier Geſichtern der gleiche unausgeſprochene Ge=
danke
, denn keiner iſt mit ſeinem Partner zufrieden, will aber
nicht der Erſte ſein, der den Cauſchgedanken ausſpricht, um nie=
mand
zu kränken.
Schließlich macht der junge Architekt den verlegenen Neden
vom merkwürdigen Sufall ein Ende, indem er mutig mit dem
Godanken an das entſchlüpfte Wörtchen leider Fräulein Nein=
bolds
meinte, ob es nicht beſſer wäre, wenn die beiden Jugend=
freunde
das eine Abonnement gemeinſam nähmen, während die
Jugend ſich zum anderen zuſammenſchlöſſe. Alle Blicke ſind auf
Chereſe gerichtet, die nun die Entſcheidung zu treffen hat und der
in ihrer Verlegenheit über das peinliche Erröten, das dieſer ein=
fachen
Abonnementsangelegenheit nach außen hin eine zu große
Bedeutung gibt, nichts Intelligenteres einfällt als zu flüſtern:
Ach, bitte, ſprechen wir mit Mama.
Die Herren müſſen daraufhin unwillkürlich laut auflachen,
doch dann wird beſchloſſen, die Angelegenheit zu Dritt der Ge=
heimrätin
vorzutragen. Der junge Architekt war damit jedoch
nicht der Pflicht entbunden, ſpäter noch einmal unter vier Augen
mit Mama zu ſprechen, er ſoll daraufhin ſehr viele ſchöne,
muſikaliſch inſpirierte Häuſer gebaut haben, während Chereſe ſich
nun in der Muſik aktiver als Anregerin betätigte und zu der
geſunden Anſicht gelangte, daß es nicht nur für einen Bruder,
ſondern auch für eine Schweſter gut ſein, einen Lebenskameraden
zu finden.

[ ][  ][ ]

lonenbegießens die erſte Seit der jungen Liebe weſentlich ver=
kürzen
. Stellung und Einſchätzung der Frau illuſtrieren am
ſchlagendſten die Marktkarawnen: Er ſitzt kiſſen- und decken=
unterpolſtert
auf dem Kamel, die Damen des Hauſes aber
laufen im Sande nebenher. Laſten trägt immer die Frau. Der
Mann arbeitet auch, iſt aber im weſentlichen der Chef. Die
beſſer ſituierte Dame führt natürlich ein angenehmeres Leben.
Ihre Hauptbeſchäftigung iſt die Langeweile und die Aufzucht der
Kinder. Im übrigen iſt ſie geduldete Statiſtin.
Intereſſant iſt das gegenſätzliche Srauengemiſch in Paläſtina.
Da lebt die Mohammedanerin und die alteingewanderte deutſche
Frau, die chriſtliche und die hebräiſche Krankenpflegerin, die
Lady als Frau des engliſchen Offiziers oder Verwaltungsbeamten,
die bodenverwachſene Jüdin und ſeit wenigen Jahren die junge
Sioniſtin. Sie tritt im öffentlichen Leben am prägnanteſten her=
vor
, denn ihre Lebensweiſe und Lebenstechnik wird von dem Siel
ihres ſelbſtgewählten Pionierberufes beſtimmt.
Die zioniſtiſche Koloniſationsarbeit in Paläſtina, die auf
einem, durch unermüdlich fleißige Arbeit fruchtbar erhaltenen
Boden wächſt, und die Reformierungsreſultate in der modernen
Cürkei zeigen, wie im Bunde mit der Frau, mit der Ent=
faltung
ihres Energiequantums aus beinahe ſterilen Länder=
ſtrichen
des Orients in verhältnismäßig kurzer Seit beträchtliche
Werte herausgeholt werden können.
Er hat recht gehabt.
Von Herbert Schildknecht.
Dick und Dünn machen eine Ferienwanderung.
Am dritten Cage gegen Abend kommen ſie an einen größeren
Wald.
Laß uns hier nicht hindurchgehen!, ſagt Dick. MNir iſt
die Gegend zu unſicher. Man hört ſo viel von Näubern.
Sei kein Angſthalel, orwiderte Dünn. Wo lolten wohl
Näuber ſein? Wenn wir uns den Umweg über die Chauſſee
machen, ſind wir vor ein Uhr heute Nacht nicht in Beutelsbüttel.
Na, ich habe Dich gewarnt. Es geht auf Deine Koſten,
willigt Dick ſchließlich ein.
Darauf ſtapſen ſie los. In den Wald hinein.
Was Dick befürchtet hat, trifft ein.
Plötzlich ſtehen drei baumlange Kerle mit dicken Kuüppeln
vor ihnen.
Nach fünf Minuten marſchieren Dick und Dünn im Hemde
weiter.
Dünn, einen heftigen Wütausbruch ſeines Freundes erwar=
tend
, Dünn, als der Mann, dom die unangenehme Geſchichte zu
verdanken iſt, hat lichtlich ſoweit man in der Duſterheit des
Waldes ſehen kann Gewiſſensbiſſe.

Dick, im Gegenteil, ſtrahlt übers ganze Geſicht. Ebenfalls,
ſoweit man dies im Dunkeln ſehen kann.
Je mehr ſio außer dem Boreich der Näuber kommen, deſto
unbehaglicher wird Dünn Dick gegenüber zumute. Dick jedoch,
ohne von dem Ueberfall nur ein einziges Wort zu ſprechen, fängt
bald an, nach Herzensluſt zu pfeifen. Seinen ganzen Beſtand au
Wanderliedern und Schnadahüpferln ſingt und pkeift er herunter.

Dabei kommen ſie im Laufe der Stunden auf Beutelsbüttel zu.
Einige Lichter tauchen ſeitwärts auf.
Dick pfeift uoch immer.
Monſch, haſt du einen Humor!, kann ſich Dünn ſchließlich
nicht enthalten zu ſagen. Warum biſt du denn bloß nach dieſer
gemeinen Geſchichte ſo luſtig? Freuſt du dich, daß du jetzt im
Hemd umherläufſt?
Das nicht, ſagt Dick. Sck freu mir nur, daß ick mal
wieder recht gehabt hab‟. Hab’ ick nicht gleich geſagt, da ſind
Räuber drin?
Wer recht in Freuden wagandern will..
Dick voran, und noch mitten im Dorf ſeine Stimme ſchallen
laſſend, hehren die beiden Hemdmatze in den Beutelsbütteler
Krug ein.
Was man mitbekommt.
Von Otto Sättler.
Ein bekauntes Scherzwort ſagt von einem, der ſich nicht durch
große Geiſtesgaben auszeichnet, er habe von zu Hauſe etwas
wenig mitbekommen. Für den, den es betrifft, iſt das bedauer=
lich
, aber nicht zu ändern, und ſchließlich bleibt immer noch die
Frage, ob ſich dieſer ein wenig ſtiefmütterlich bedachte Meuſch
nicht ſogar rocht gut im Leben fortfindet, denn die Urteile der
lieben und unlieben Nächſten ſind nicht ſelten ſehr einſeitig und
oberflächlich. Es hat genug bedeutendo Menſchen gegeben, denen
man prophezeit hat, daß ſie os zu nichts bringen würden, und
nicht lange danach ſind die auf dem Bauche vor ihm gelegen, die
zuerſt die Achſeln gezuckt haben, wonn von ihm die Nede war.
Aber von all dem ſollte hier rochtmäßig gar nicht die Nede
ſein. Es gibt nämlich etwas andres, das man auch mitbekommt,
von zu Hauſe mitbekommt, und das obenfalls recht hoch anzu=
ſchlagen
iſt, wenn es auch heutzutage etwas außer Kurs gekom-
men
zu ſein ſcheint. Im Kreiſe der Jamilie wächſt es, gedeiht in
guter Pflege oder verkommt, wenn es einen nachläſſigen Gärtner
findet: Das Kräutlein Cakt‟. Wir können os auch Lebensart
oder Erziehung nennen; es kommt auf eines hinaus.
Ein kleines Erlebnis mag es veranſchaulichen. Im Eiſen=
bahnzug
ſitzen eine Samilie, beſtehend aus Mann, Frau und Kind,
und im ſelben Abteil ein junger Mann von etwa 22 Jahren.
Alle vier haben zufällig dasſelbe Siel: Ein kleiner Ort außerhalb

Aufgabe 416.
Nummer 287.
Alberto Mari in Genua.
II.)
(Ehrenpreis in der Zweizüger=Abteilung der Schwalbe‟, 192

FHe e ee
rüfſtellung: Weiß: Kh2 p14 Abt es res sbt f6 B43e3 01
Schwarz: Ke5 De7lb7 Sa8 15 Ba6 b6 e3 45 (6)24
Aufgabe 417.
Georg Enderlein in Leipzig.
(Die Schwalbe, 1928.)
Beiß: Ka7 Ta3 e5 La1 Sg5 h6 (6):
Schwarz: Kh4 Lg2 Bh5 (3)
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 403406.
403. J. Hlinenh. Blata Praha 1915. (Kg1 Dc4 Lb2 d1 Se2 Bf3; Ke3
2 Bb3 b4 c5 d6 15 g4: 34.) Beabſichtigt iſt 1. D45, das zu ſchönen Echo=
len
führt, 1. . . . k4 2. 8d4I Kd2 3. Seott: 1. .. gk 2. Ld44: Kd2
Lf24t: 1. . . . g3 2. St4 Kxf4 3. Dd24F. Als Nebenlöſung geht ganz einfach
Sg3 und 2. Stitt.

404. M. Karſtedt. Deutſches Wochenſchach 1898. (K e2 Db7 Tb6 Lc2 Sd1
f3 Ba2 b4 d6 g6: Ke4 Ta3 f4 Bd7 03; 2t.) 1. Db7 a8! Die hübſchen
Mattwendungen erfolgen durch die Freiheit der ſchwarzen Türme.
405. K. Trarler, Tidſkrift för Schack 1931. (Ke1. Df4 Pe1 g5 La5 g2 Sc2
Bb2 b3: Kd3 1d8 Ba6 bte2 g3:3 O4k.) 1. Ng5 g7lführt indem feinen
Zugwechſelſtück zu einer Abſpielvermehrung: 1. . . . Ih42.Tg5 3. Dd2+ L.s D4;
1.. . Le(e)7 2. Dd6+F 3. T:g3+; 1. . . . Lb(k16 2. Td7+ 3. Dk2; 1. ...
1.825 2. 84b4F 3. Dd2F.
408. W. Nanz. Fata Morgana 1923. (Ka5 Df6 Ta4 Lb1 Sb5 Bb6; Kb3
Ta2 a3 1.a1 Sk7 Bb2 b7: 284. Müßte Schwarz ſofort ziehen, ſo wäre das
Selbſtmatt leicht erſichtlich: 1. Sk7 bel. D8 8 2. PKTa 44. Ein gänzender Zugwechſel
führt zur Löſung. 1. DI6 h41 Auf 1. .. Scſhl8. g5 h6 gelingt der Figurenfang
D2S; und nach 1.... Sd6. e5 kann der gejagte Springer nicht entrinnen, denn
auf 2. De4+ wird der S ſelbſt zur Mattſetzung herangezogen. (Das Katze und
Naus=Sſel).
Löſerliſte: Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth (alle);
A. b. S. (403, 405, 400), Franz Buchty in Mainz (404408): Georg
Peter (404, 406). Die Nebenlöſung von Nr. 403 fanden: Reutzel,
A. b. S., L Schott, F. Buchty und G. Peter.

IR
Rätſel

M

4T T5 W fi8
A

Wagerecht: 1 Franzöſiſcher Romandichter, 4 Einhufer,
7 Frauenname, 8 Baum, 10 Geiſtiges Getränk. 12 Nebenfluß der
Moſel, 13 Frauenname, 14 Körnerfrucht, 17 Produkt, 20 Fluß in
Italien, 1 Fläche. 22 Schneidererzeugnis, 23 Stadt in Ungarn,
24 Gewicht: ſenkrecht: 1 Griechiſcher Gott, 2 Zweihufer, 3 Blut=
gefäß
, 4 Fluß in Böhmen, 5 Befeſtigungsmittel, 6 Geldſtück. 9 Nuhe=
ſtätte
, 11 Baum, 14 indiſcher Fürſt, 15 Herrſchergeſchlecht von Peru,
18 Entlohnung, 17 Weibliches Weſen, 18 Planet, 12 Buddhiſtiſcher
Carl Deubel.
Prieſter.

der Stadt. Die Familie iſt für eine kurze Wanderung ausgerüſtet
Der junge Mann trägt Gehrockpaletot, Lackſchuhe, Seiden
ſtrümpfe. Die Jamilie unterhält ſich gedämpft; der junge Man
nimmt nicht teil daran. Jetzt fährt der Sug ein. Die Frau ſtek
an der Cür, hinter ihr die beiden Familienangehörigen. Der Zu
hält, die Frau drückt den Griff nieder und öffnet. Im ſobe
Augenblick drängt der junge Mann zwiſchen den Dreien durdl
ſtößt die Frau zurück und ſpringt als erſter aus dem Sug. Si
meinen: Um ihr beim Ausſteigen zu helfen? Keine Spurl Sünd=
lich
eine Sigarette an, ſchlenkert mit dem Spazierſtöckchen un
ſtrebt tänzelnd dem Ausgang zu.
Gewiß iſt auch ſo etwas nicht ſchlimm. Was iſt ſchließli
ſchlimm, wenn man os auf die leichte Schulter nimmt? Der Man
hat gelacht, großmütig gelacht, die Frau hat ein wenig verdut
dreingeſchaut und ſchließlich auch eingeſtimmt in das Lachen. 3
dem etwa zehnjährigen Jungen aber hat der Vater nur geſag
Sieh, ſo benimmt ſich einer, der Kavalier ſein möchte, abe
keiner iſt. Der ſunge fragte ganz einfach: Mutti, hat dir de
Mann weh getan?
Nein, das hatte er nicht. Wenigſtens aus den Worten di
Frau zu ſchließen. Aber es kann ſchon ſein, daß es einem leid tu
wenn man ſieht, wie wenig manche junge Leute von zu Haul
mitbekommen. Und ein wenig Lebensart iſt doch auch ein Ka
pital, das durch keine Inflation entwertet wird, das immer ſeine
Wert behält und dem Aenſchen zumeiſt mehr forthilft als ein
Ellbogenſchlacht.

So ein Montagmorgen ...
Von Hans Mensler.
Wenn man am frühen Montagmorgen durch die Gaſſe
ſchreitet, dann hängt noch ein wenig von der Feiertagslu
zwiſchen den Häuſern. So ein Montagmorgen iſt immer gau
anders als die übrigen Cage der Woche...
. . . fade, etwas abgeſtanden, ſo etwa wie ein gefüllter Aſchen
becher, den man vergeſſen hat zu leeren...
. .. oder wie ein Glas, in dem ein edles Getränk achtlos vo
einem Menſchen überſehen wurde, ſchal...
So wehts am frühen Morgen des Montags durch die Gaſſei
Alles hat anderes Geſicht!
Die Häuſer, die ſonſt nur Eile und Hatz der Großſtadt ſeher
blinzeln verſchlafen in den jungen Cag; die Menſchen, denen ma
begegnet, Menſchen der Arbeit, der kraftfordernden, tagefülen
den Handarbeit, haſten vorbei, fröſtelnd, mit hochgeſchlagene
Kragen, ſtreben eilend ihren Arbeitsſtätten zu ..."
Er koſtet Ueberwindung, ſo ein Montagmorgen.
Bleiklumpen hängen an den Stunden in der Montagfrühe un
im altgewohnten Gang der Arbeit äfft der Seiger der Uhr d
Menſchen. Doch wenn es vollends Cag geworden, wenn de
Dämmer des frühen Morgen dem lichten Reigen der Sonne ge
wichen, wenn von den Cürmen klingend und ſingend das Mittage
läuten anhebt, dann ſteht man mit beiden Füßen wieder mitte
drin im Alltag.
So iſt ein Montagmorgen die Brücke zwiſchen Feierta
und Alltag, ein ſchwankender Steg zwiſchen geſtern und heute.

Silbenrätfel.
a a a che dak dam de der di do do e e feu fi
he i ka ka la laſ le len lu luf ma man mi mi mit na 1
ne ner net ni ni or gua ra re re ri rod rot ſa ſchi
ſte ſter ſtock te tor ty ty ul um um uſ wan ward ze ſit
19 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchſtaben, beide be
oben nach unten geleſen, einen Spruch ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1 Versfuß, 2 Metall, 3 Hinterliſt, 4 Mole
5 Berg der Berner Alpen 6 Biſchof und Bibelüberſetzer, 7 frauzöſiſch
Schriftſteller, 8 ruſſiſche Feſtung, 9 Schlingpflanze, 10 Apfel. 11 Te
eines Opernhauſes, 12 altägyptiſch geſchnittener Stein 13 Eiuſiedle
14 Frauengeſtalt der griechiſchen Mythologie, 15 Waſſerbehälter ſi
Tiere, 16 Schiffskellner, 17 Wirbelſturm, 18 Mönch 19 Leuchtgas.
Auflöſungen der Rätſel aus Nummer 483
Zahlen=Rätſel.

464½ Wehe fMi 861½ A B M 459. 2883 456½ A R A 457½ a5. 343 460½ B R L. k 452½ 469) g"

Abe Maria, Erlkönig.
Kreuzworträtſel.

4M1 12I4 L OI. 18 TU TTA R E 11 K A 1DIN EIR 7I. 2 . 24 2 IEI. ,6I Wa

Frag mich was!
12 human, 23 Nagel, 34 Linos, 45 Staub, 51 Blech=

Druck u. Verlag: L. C. Witich ſche Hofbuchdruckerei Rheinſtr. 23 Verantwortlich f. d. Redattion: Dr. 6 Nette. Fernſpr. 1. B89B92. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. gliſchees, F. Haußmann, alle in Darmtat

[ ][  ][ ]

s is halt e Kreiz un e Not mit dem November. Ich bin
allemol froh, wann mer’n glicklich hinner uns gebracht hawwe,
dann es is ſo zimmlich der unſicherſte Heixeskanndoniſt vun de
ganze Korboralſchaft. Scheinbar waaß er aach net, in welch vun
unſere diwärſe Jahreszeide er geheert, un benimmt ſich dem=
gemeß
, un puſcht in de Widderungsverhältniſſe erum, daß es e
Schand un e Schmach is. Un wie alle Stimber, dene nix Rechtes
gelingt, is er ſich meiſtens ſälbſt net gut, un waaß for Neid un
Mißgunſt net was er will. Un wie alle Nixkenner maant=er
dann, wann=er ſich nor recht grobſchlächdich un meechlichſt unge=
howwelt
bedreecht, dann kann=er ſich Gäldung un Aſähe ver=
ſchaffe
, der Nixnutz. Jedenfalls, ich därf mer’n agucke wie ich
will ſp is nix geſcheids an=em dra, un manchmol krickt er jo wohl
iwwer ſich ſälbſte Wut, un mecht ſich mit Storm un Räjche dem

Land enaus bloſe, awwer er muß leider ſein Konndrackt vun
dreißig Dag eihalte. Un ſo quelt er ſich, un alle Wäld dorch ſei
Zeit, un es miag mir drum aaner ſage was er will, der November
is halt mit aam Wort e jaudummer Monat, er is net Flagſch un
net Fiſch, un kaa Denſch tann=en leide.
un grad diß Johr hott=er ſich ganz iwwerrenzich mauſig ge=
macht
un hott ſich zeitweis ſo barbeißich, un ungemiedlich un un=
geſchliffe
benumme, daß aam faßt des Härz als ſtillſteh gebliwwe
is, wann mer morjens ins Blatt geguat hott, un hott die all=
dägliche
Schreckensbodſchaffte läſe miſſe, die wo er dorch ſei Un=
boimeßichteit
verurſacht hott. Mir wolle däßhalb froh ſei, daß ſei
rund dreißichdägiſch Reſchierung e End hott, un wolle hoffe, daß
der Dezember net in ſei Fußdabbe eneidräde dhut; s is grad
genug.
Daß nadierlich die Menſche bei ſo driebſeeliche Barromeder=
verhältniſſe
äwenfalls verſtimmt ſin, wie m Härſchheißer ſei alt
Karreſäulorjel, däß is ſchließlich verſtendlich. Am beſte geht mer’n
dann ausm Wähk, wann mer net gefräſſe ſei will. Jedenfalls
oll mer ſich awwer hiete, aan zu frage, wie=ſem geht, dann do
rickt mer Antworte, die nimmt mer uff kaa Dräckſchibb. Mit
venich Ausnahce allerdings. Dann wie ich neilich aus Verſähe
doch aan gefrogt hab: No, wie gehts? do hott der mich
reundlich agelacht un ſeecht: Wie=eme junge Rechts=
walt
! un wie ich=en frog: Inwieſo? do ſeeckt=er:
Nix zu klage...."
Freilich, im allgemeine is es jo aach e dumm Frogerei, mit
dem ewiche: No, wie geht’s? Direäckt e ſchlächt Agewohn=
ſeit
. Dann helfe kann aam jo doch kaaner, gach wann=er mecht,
veil halt jeder heitzudag mit ſich ſällwer ſet Laſt hott. Manche
roge aam jo aach bloß mit Abſicht un in de Hoffnung, daß mer
echt lotzerbärmlich affange ſoll zu klage un zu greine, wie
chlächt’s gam geht, um ſich im Innere domit zu dreeſte un ſich
age zu kenne: Gottlob, alſo dem gehts aach dräckich. Awwer
ch maan, däß weer en recht zweifelhaffter Droſt, wann mer
paaß, daß noch aaner mit aam gehenkt wärd.
Annern dohärngääche, wann die erſt emol de Aſchluß ge=
unne
hawwe mit däre dumme Frog, dann dhun ſe ſich gääche=
eidich
ihr Laad klage un ſchimbfe uff Gott un die Wält, uff die
Feſchierung, Staat un Gemeinde, un ſälbſtredend uff die Steiern,
in ſtimme gäächeſeidich e Klagelied a', daß es en Hund jammern
ennt. Awwer wann mer dere Schimbferei uff de Grund geht,
o hawwe die meiſte gorkaa 11’ſach dezu, ſundern ſie lamediern
us purer Gewohnheit. Dann es geheert heit zum gude Ton,
mer was zu kräxe hott.
Jetzt, was mich bedrifft, ſo fellt inir’s aach net im Draum ei,
o=eme mitleidsluſtiche Ausfroger de Gefalle zu dhu, un=em
bbes vorzugreine, dann erſtens, was gehn den mei Sorje a er
ilft mer jo doch net, un im irowriche ſin däß eichne Ageläächen=
ſeide
des Embfengers, un die henk ich net jedem uff die Nas.
Sundern wann mich aaner freegt: No, Bienche, wie gehts?
ann ſag ich: Danke der Noochfrog, ganz ausgezeichent,
ch wißt net, was mer fehle ſollt. Js dann der Ausfroger

aaner vun dene, die’s gut mit mer maane, dann freit er ſich
driwwer; is es dohärngääche aaner dun dene Neidhemmel, die
wo aam am liebſte s bidderbeeſe Kreiz an Ranze winſche dhete,
ſo ärchert er ſich driwwer, un s freie kimmt danu mir zu.
Nu muß ich awwer aach ehrlich ſage: mir gehts ſo laſterhaft
gut, daß ich gornet waaß, wo mich de Schuh am meiſte drickt.
Awwer infoſche großardicher un langwirricher Berechnunge hab
ich erauskrickt, daß es aa Geld koſt, ob mer luſtich un freehlich is,
odder ob mer Driebſaal bleeſt; un dorch genaue ſtadiſtiſche Er=
hebunge
(gottlob, gach dodrin bin ich beſchlage!), hab ich feſtge=
ſtellt
, daß mer dorch Brumme, Archern, Schimbfe, Kräckſe, Jam=
mern
, Heile un Zehneklabbern um kaa Hoor mehr erreiche dhut,
als wann mer ſich mit de Uffwärdung vun ſeine, faſt ſpurlos ver=
ſchwundene
Luſtichkeit un Freehlichkeid beſchäfdicht, un im Notfall
e Hibbedhek uff ſein Humor uffnimmt. Iufolchedäſſe is es nadier=
lich
vordeilhaffter, wann mer ſich uff die luſtich un fidel Seit
leecht, anſtatts daß mer ſich en Galleſtaabruch in de Leib ärchert,
un quittegälb for lauder Neid un Mißgunſt in de Weltgeſchicht
erumfauſt un de Leit uff die Närfe fellt
Um awwer des Maß meines Wohlbefinnens voll zu mache,
hott mer ſo e Mondkalb dieſer Dag aach widder en flanderiſche
Elicksbrief geſchickt, un den ſoll ich viermal obſchreiwe un ſoll=en
an vier verſchiedene Perſone weiterſchicke, dene wo ich äwenfalls
en Haufe Glick ans Baa winſche dhet, annernfalls hett ich Un=
glick
un ſo. Ich hab nadierlich mit dem Brief däß gemacht, was
ich mit all dene ſchei heiliche Schwindelbrief mach ich hab’n in
Owe geſteckt, un hab gedenkt, däßjeniche welche, wo mich mit dem
Glicksbrief beglickt hott, kann mich gärn hawwe, viermol, odder
meinswäje viermolviermol, ganz wie=ſem baßt, der ameriganiſche
Offezier, der wo den Glicksbriefſchwindel a gezeddelt hawwe ſoll,
der wärd nix degääche hawwe.
Un vun wääche daß ich Unglick hawzwe ſoll, weil ich den
dumme Brief net abgeſchriwwe un weidergeſchickt hab, do is
mer’s net angſt. s Schlimmſte was mich dräffe kennt, däß weer,
daß ich mer de Kohb wädder renne kennt . Un zwar an aaner
odder de annere pun dene Blaggadſaile, mit dene de Bux
äwe die Stadt bemaaßt, un for die er mit viel Liſt un Spucke all
die Blätz erausgeſucht hott, wo mer als harmloſer Wanderer ſo=
zuſage
bildlich, awwer im Ernſtfall aach dadſächlich mit
de Nas druffgeſtumbt wärd, daß aam Heern un Sähe vergeht.
Es ſoll mich alſo net wunnern, wann mer demnechſt in ſeinn Be=
kanntekreis
allerhand lädierte Riechkolwe zu ſähe krickt.

Aans dhet mich allerdings indräſſiern, nemlich, ob däß
Baddalljon bundige Blasgadſaile unſer vielgeriehmtes Stadt=
bild
hewe ſoll, odder ob ſe en Erſatz ſei ſolle, for die Reklame=
uhrn
, gääche die mer ſo ſehr ins Feld gezoge is. Ich iwwerloß
die impordent Endſcheidung verlaifich jedoch mit ruhicher Ge=
laſſenheit
ere fachmenniſche Kommiſſion, die ſich dann valleicht
gach dezu aißert:
1. ob die Blaggadſaile in kinſtleriſcher Hinſicht die Qualität
beſitze, die für Darmſtadt unbedingtes Erfordernis iſt;
2. ob die Blaggadſail uff de Inſel, die wohl als Erſatz for
unſern Niewergall=Brunne gedacht is, maßſtäblich dohie
baßt;
3. ob die Blaggadſail an de katholiſch Kärch, alſo in unſere
klaſſiſchſte Gäächend, net en Hohn is, uff die Kunſt=
ſtadt‟
Darmſtadt:
4. ob uff dem freie Platz, vor dem Haus Alfred=Meſſelwähr 40,
net aach noch e Blaggadſail fehlt
Wie geſagt, uff däß Gudachte bin ich emol geſpannt.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Alſo wie ich dann die Woch noch die
Gääche=Gääche=Erkleerung vun unſerm große Herr Owwerowwer
geläſe hab, do ſin mer die baſſende Zidade gleich kumbweis ei ge=
falle
; beiſpielsmeßich: Alſo auch du, mein Sohn Bruduß!
odder: Spät kommt ihr, doch ihr kommt! odder: Welch ein
Zuſtand! Herr ſo ſpäte ſchleichſt du heut aus deiner Kammer;

odder valleicht ’s Dräffendſte: Das beſſere Teil der Tapfer=
keit
, is Vorſicht; odder: Vorſicht is die Mudder vum Nacht=
ſchenkelche
unſoweiderfort.
Ja, un do mecht ich for mei Daal unſern Herr Owwerowwer
emol froge: Wääche was ham=mer nu eichentlich jetzt die Krott
gefräſſe? Nemlich wenn ich mer die Sach heit in Ruh iwwer=
denk
, ſo weer doch der ganze Uffwand gornet needich gewäſe,
wann de Herr Owwerowwer gleich mit de Fahb eraus gerickt
weer un hett uffgedrumbt. Ich kann em do werklich net helfe,
awwer es macht mir de Eidruck, als wann=er erſt emol ſähe hett
wolle, wie die Haſe laafe. Hett ſich valleicht for den Milchhof e
Mehrheit gefunne, dann hett er valleicht nooch liewer Gewohnheit
geſagt: Alſo in Goddes Nome! Wie geſagt, ich will net ſage,
daß es dadſächlich ſo is, awwer uff mich machts halt emol ſo
de Eidruck. Sunſt hett=er doch ſein Kolleech Rudi net ſo blind=
links
eneifalle loſſe.
Korz un gut, die Blamaſch hette ſe ſich ſparn kenne. Dann
ſchun im Friehjohr hab ich warnend mei Stimm erhowe un hab
geſagt, ſie ſolle uffbaſſe, daß ſich in de Bärjerſchaft net emol der
Milchhof der frommen Denkungsart in gährend Drachegift ver=
wannele
dhet. Awwer ſie heern mich jo net ſie heern
mich jo net!! Ich därf ſage was ich will, ſie heern mich
aafach net, ſundern gehn als druff, wie de Bock uff de
Hawwerkaſte.
No alſo, jetzt is emol die Bomb geplatzt. Die Milchhof=
debadde
hott awwer aach endlich emol unſere weltfremde Stadt=
rät
gezeicht, was for e ideäll Verhältnis innerhalb vun unſere
verehrlichte Stadtverwaldung härrſche dhut. In de Bärjerſchaft
waaß mer däß ſchun lang, bloß unſere Stadträt is es noch net
uffgefalle, drotzdem ich ſchun ixmol druffhie gewiſſe hab, un hab
en geſagt, daß ſich jeder vun unſere fimf Stadtowwerhaibter in
ſei Zuſtendichkeitsgrenze eiſpubbe dhut, un kaaner em annern
die Gunn adhu will; un daß däß äwe en Luxus is, den wo
mir uns uff die Dauer net leiſte kenne. Wie oft hab ich do ſchun
druffhie gedidde. Awwer glaabt mer, ſie hette’s gemärkt?
Ner die Spur! Sundern am Dunnersdag dhun ſe, als wann=
en
däß was Neies weer. Ja himmeldärkeſtärnladärn, for wen
ſchreib ich dann do alle Sunndag den Kram?
Genau ſo is es mit dem Ooſe=Ballcegadde. Alſo
ſchun fimf lange Johr ſchwätz ich mer Franze ans Maul un ſag:
Die Mauer muß falle, ſoweit als meechlich, un der Gadde muß
e menſchewirdich Aſähe krieje. Uin endlich: am Dunnersdag
hawwe ſe demgemeß beſchloſſe. Alſo fimf Johr hawwe ſe dezu
gebraucht, bis=en die aafach Löfung ei gange is: fimf Johr!
Allerdings, was mer nu vun dene Radhausbeſchliß zu halte
hott, däß waas mer jo aach. Ich erinner bloß an die hiſtoriſch
Sitzung im Saalbau, wie der Ratskeller mit Pauke und Drumm=
pede
abgelehnt is worrn, un heit ham=mern, zu unſern
Laadwäſe. Alſo dadenooch kann mer ſich ungefehr en Begriff
devo mache, wie’s weider wärd, ſowohl mit dem Milchhof, als
wie mit dem Balleegadde; do kann mer, wie geſagt, for=ent
neunte Dag, odder dem neunte Monat nix ſage. Dann bei uns
kimmts bekanntlich zweidens immer anderft, erftens als man
denkt.
No, gottlob, in Bezugnahm vun wääche dem Balleegadde, do
hott de Staat aach noch e Wörtche mitzuredde. Sunſt kennt ich
mer beiſpielsmeßich denke, daß eines ſcheenen Dags, eh’ mer die
Aage uffmache, aus dem Balleegaade, e Blaggadſail=
a
lag worrn is; ungefehr ſo

Dann wie hott unſer Bux ſo dreihärzich geſagt: Ich kann
alles! Un bei däre Verſcheenerungs=Manie, die wo er äwe
hott, do weer däß net ganz ausgeſchloſſe, daß=er anſtatts Beem
Blaggadſaile blanze dhut.
Nooch Lorſch: Alſo lieb Sannche, du hoſt awwer emol
e Maul! Hoſt=de däß in de heechere Döchterſchul gelernt, he,
redd emol?! Awwer nixdeſtodrotz: Härzlichen Dank. Un zu
gleicher Zeit aach for die annern Zuſchrifte, die mer die Woch
all zugange ſin.

Der zeitgemäße Haushalt.

Weiße Pelzkragen im Hauſe zu reinigen. Man
ehandelt dieſe im Freien mit einem dünnen Brei von Benzin
ind kohlenſaurem Magneſia, den man am beſten mit neuem
Schwamm nach dem Strich aufträgt. Mit Leinentuch und
inem Brett bedeckt, läßt man die Miſchung einwirken, wobei
as letztere verhütet, daß das Benzin zu ſchnell verdunſtet. Dann
bird der Pelz durch Ausſchütteln vom trocknen Pulver befreit
ind nach dem Durchbürſten mit fettfreier Bürſte und trocknem
kartoffelmehl von links aufgeklopft. Bei ſehr ſchmutzigen Pel=
en
wiederhole man das Verfahren.
Wintervorräte an Wurzelgemüſe einzukel=
ern
. Selbſt dort, wo dieſes Gemüſe gekauft werden muß,
ohnt ſich das Einkellern desſelben, da es mit fortſchreitender
Jahreszeit weſentlich teurer wird. Am beſten hält es ſich in einer
züberen Kellerecke, die man beetartig mit zwei aufrechtſtehenden
Srettern abgrenzt, ſo daß man etwa 1215 Zentimeter hoch
eand darin unterbringen kann. Da dieſer raſch die Feuchtigkeit
es Kellers anzieht, ſo hält ſich das hingeſteckte, nach Art geord=
ete
Wurzelgemüſe ausgezeichnet darin und dieſes läßt ſich den
anzen Winter hindurch wie Friſchgemüſe verwerten.
Fiſchreſte in neuer Verwendung. Wenn die
ausfrau an beſonders billigen Fiſchtagen das Fleiſch des
leeeres beſonders wohlfeil erhält, ſo kaufe ſie mehr davon, als
e zu einer Mahlzeit benötigt, zumal ſich Fiſchreſte in mancherlei
form zu neuen Speiſen bereiten laſſen. So ergeben Fiſchreſte
on gekochtem Fiſch, aus den Gräten gelöſt und mit ge=
Dchten Möhrenſcheibchen, harten Eivierteln und Gurkenſtückchen
einer Form gefällig angeordnet und mit aufgelöſter Gelatine
bergoſſen, eine vorzügliche Fiſchſülze. Man rechnet auf je
inen halben Liter Flüſſigkeit 8 Blatt weiße Gelatine, die man
lit Eſſig, etwas Pfeffer, Salz und 1 Priſe Zucker abſchmeckte.
erlaltet geſtürzt und mit Bratkartoffelu und Mayonaiſe gereicht,
4Alb: dieſe Sülze eine vollwertige Abendmählzeit. Mit Mayo=
reichlich
geriebener Zwiebel und Kapern untermiſcht, er=
SDen gekochte Fiſchreſte weiter einen pikanten Fiſchſalat, der
ktit Butterbrötchen, ebenfalls am Abend vorzüglich mundet.
Lat man auf dieſe Weiſe zubereitete Fiſchreſte in Muſcheln und
ekvackt ſie mit Butterflöckchen in heißem Ofen, ſo ergeben ſie,
. Bitronenvierteln angerichtet, ein ſchmackhaftes Fiſch=
aghut
, Reſte von gebratenem Fiſch, mit ſcharfem

Eſſig, einer in Scheiben geſchnittenen Zwiebel, 1 Nelke, wenig
Lorbeerblatt und Gewürzkörnern eingelegt, ergeben eine vor=
zügliche
ſaure Fiſchbeilage und ſolche von geräucher=
tem
Fiſch, kann man mit Eiern in der Pfanne abgebacken, als
Fiſch=Rührei zu Bratkartoffeln reichen, wozu irgend ein
Krautſalat oder ſaure Gurke als pikante Ergänzung paßt.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Apfelſuppe. Haſenpfeffer. Montag: Kalbs=
gekröſe
mit Klößchen. Dienstag: Weiße Bohnen mit Möh=
rei
. Mittwoch: Zwiebelgemüſe mit Hammelfleiſch.
Donnerstag: Pichelſteiner. Freitag: Gefüllter Schell=
fiſch
. Samstag: Quarkkeulchen mit Apfelmus.

Humor des Tages.

D
Humor

Warum hinken Sie, Heru Fakir?
Ich habe einen Eerſluchten Nagel im

chuh."
(Tribnna illuſtrata‟.)

Herr Meier, ich bitte um drei Tage Urlaub, ich wvill meine Frau
überraſchen!
So, haben Sie denn ſchon irgendeinen Verdacht?
Ueber ſeine Kraft. Unter den Arbeitern bei dem Neubau ſo er=
zählt
ein engliſches Witzblatt befand ſich auch ein ſtets luſtiger Ire,
der als Steinträger im Schweiße ſeines Angeſichts ſein Brot verdiente.
Der Bauherr trat eines Tages zu ihm und ſprach zu ihm: Sag mal,
Pat, iſt das wahr? Man ſagt mir, daß dein Bruder Biſchof iſt?
Jawohl, Herr, erwiderte Pat. Und du biſt Steinträger? Ja, ja,
die Dinge ſind nun mal recht ungleichmäßig im Leben verteilt, nicht
wahr? Ach ja erwiderte Pat, und über ſein ſtrahlendes Geſicht
zog ein melancholiſcher Schatten. Der arme Kerl! So kräftig iſt mein
Bruder nie geweſen, um Steinträger werden zu können!
Kluge Vorausſicht. Hans, ſagte die Mama ſtreng, du haſt dir
ja heute morgen dein Geſicht nicht gewaſchen. Nein. erwidert des
kleine Mann überlegen, ich habe ja gehört, daß es heute zum Frühſtück
Pflaumenmus gibt.
Die Tüchtigſte. Mama, ich habe mich verlobt, und zwar mit dem
tüchtigſten Mädel von der Welt! Kann ſie einen Kuchen backen?
Jawohl, und noch ſehr viel mehr: ſie kann einen Pneumatikreifen
auswechſeln.
Fünfzig Prozent. Kieſewetter macht ſeine erſte Luftpartie. Der
Flieger ſchwebt mit ihm über Berlin, und als ſie 3000 Fuß hoch ſind,
macht er ſich einen Witz und ſchießt plötzlich herunter. Fünfzig Pro=
zent
von den Leuten da unten denken jetzt, daß wir abſtürzen, ruft er
dem Paſſagier zu. Das glaube ich, beht Kieſewetter, und fünfzig
Prozent hier oben glauben’s auch.

[ ][  ][ ]

Abend=Phantaſien.
Phantaſie iſt immer der wichtigſte Faktor
aller Modeſchaffenden geweſen aber bis=
her
war man gewohnt, daß dieſe Phantaſie
durch einheitliche Grundlinien in beſtimmte
Bahnen gelenkt ſurde. Mit einem Schlage
aber hat in dieſem Winter die Mode auf
dem Gebiet der abendlichen Eleganz dieſe
einengenden Grenzen beſeitigt: freieſter
Spielraum wurde der ſchöpferiſchen Phan=
taſie
gegeben, Kleider zu ſchaffen, die genial
Altes und Neues zu Neuartigem vereinen.
Wenn man überhaupt hier noch Klaſſeu=
einteilungen
ſuchen will, ſo könnte man das
nur nach dem Geſichtspunkt Stilkleid oder
gerades Kleid‟? Aber auch da gibt es ſo=
viel
innere Beziehungen und Wechſelwirkun=
gen
, daß ſchematiſches Eingruppieren nicht
in jedem Falle gelingen wird.
Immerhin gibt es doch ſo ausgeprägt
ſtilkleidmäßige Formen, daß man wenigſteus
den Verſuch einer ſolchen Gliederung des
Abendkleides verſuchen kann. Das Typiſche
liegt beim Stilkleid ſtets im Gegenſatz von
Leibchen und Rock! Faſt traditionell wenn
man bei einer ſo kurzlebigen Angelegenheit
wie der Mode überhaupt von Tradition
ſprechen darf iſt die glatte, die Büſte
ziemlich feſt umſchließende Form des Leib=
chens
mit dem runden Ausſchnitt. Um ſo
fülliger wirkt dann der rundherum gebauſchte
Rock und unterſtreicht durch dieſen Kontraſt
die zierliche Schlankheit der Taille. Man
wählt für dieſe Stilkleider mit ganz beſonde=
rer
Vorliebe den ſtets etwas feierlich wirken=
den
Taft und trägt der Tendenz der Mode
nach dekorativen Schmuckeffekten gern durch
prnamentale Stickreimotive in Straß und
Perlen Rechnung, die Rock und Leibchen
gleichſam überbrücken. In Anbetracht der
Beſtrebungen, den Rock einmal länger, dann
aber auch beſonders grazibs zu formen, ſetzt
man an ſeinen Saum häufig abgeſtufte Blen=
den
aus Tüll in der Farbe des Taftes (B).
Beim geraden Kleid dieſe Bezeich=
nung
dient nur als Unterſcheidung und iſt
nicht etwa Charakteriſtikum iſt es noch

F

S

ſchwerer, eine beſtimmte Tendenz herauszu=
fühlen
. Es ſei denn, daß man auch hier den
Hauptwert auf die Geſtaltung des Rockes
legt und ſich deshalb vielfach mit ſchlichten.
glatten Leibchen begnügt, die nur durch
ſchmale Träger über der Achſel gehalten
werden. Jeder andere Schmuck des Leib=
chens
, abgeſehen von der unerläßlichen
Blume am Anſatz des linken Achſelträgers
wäre ja auch nur angetan, das Intereſſe
von der phantaſievollen Rockform abzulen
ken: es iſt ein Stufenrock, der ſich in beiden
Stufen nach rückwärts zu ausdrucksvoll ver=
längert
. Die obere Stufe aber iſt glatt, nur
an den Seiten leicht glockig geſchnitten und
vorn übereinandergelegt, ſo daß man ihr
Futter aus Silberbrokat ahnen kann, wäh=
rend
der eigentliche Rock weit und deshall=
rundherum
in Glocken gearbeitet, unter ihr
hervortritt. In ſeinem oberen Teile muß er
naturgemäß ebenfalls glatt und enganlie
gend gearbeitet ſein, die ſchlanke Hüft
partie iſt immer noch Trumpf bei dieſen
Abendkleidern (C).
Während man nun früher einen Abend
mantel als Luxus anſah, iſt er heute auck
für die weniger anſpruchsvolle Dame ſelbft
verſtändliche Notwendigkeit: er wird in
Theater und im Speiſeſaal des Hotels als
reizvolle Umrahmung des Abendkleides be
trachtet und iſt deshalb heute ebenfalls Be
tätigungsfeld modekünſtleriſcher Phantaſie
Sehr originell und prunkvoll zugleich wirl
er als Capemantel aus Brokat: dem glatten
gerade geſchnittenen Mantel iſt ein drei
viertellanges Cape ſeitlich und im Rücker
aufgearbeitet, das rückwärts zwei von der
Schultern ausgehende Blenden zeigt, dere
Vereinigungspunkt eine lange Seidenquaſt
markiert (A).
Auch Seidenſamt, farblich fein zun
Abendkleid abgeſtimmt, ergibt aparte Abend
mäntel, deren Reiz lediglich in dem pikanter
Schnitt des Kragens mit an den Enden be
breitertem, angeſchnittenen Schal und de
raglanmäßig angeſetzten Aermel beſteht, de
ſich nach unten zu tütenförmig öffnen, dan=
aber
wieder durch Befatz mit Pelzſtreife
eingefangen werden, deſſen eines Ende de
Aermel hinaufſteigt (D).

Kleingkeiten für den Straßenanzug
Das feſcheſte Koſtüm, der ſchönſte Mantel wirkt erſt
dann vollkommen elegant, wenn all die vielen Details
gleichwertig ſind. Tadelloſe Handſchuhe mit ſchöner Step=
perei
, aus weißem Glacé= oder Waſchleder, ein flottes
farbiges Sträußchen aus Filz oder Leder (flatterige Sei=
denblüten
gehören nicht an den winterlichen Straßen=
anzug
), von all: dieſen ſchönen Dingen kann eine Frau
niemals zu viel beſitzen. Da die Krawatte, die die Bluſe
ſchmückt, zwiſchen den Revers der Jacke ſichtbar iſt, ge=
bührt
ihr auch große Aufmerkſamkeit; das Band ein
paar neue Bandmuſterungen zeigen wir auf unſerer klei=
nen
Skizze, wird von reizenden Schnallen und Span=
gen
zuſammengefaßt und auf der Bluſe gehalten.

Hohlnähte und anderes als
Schmuck ſchoner Leinenſachen
Aus ſchönem, feinem Leinen kann die fleißige und
geſchickte Frau allerlei Hübſches arbeiten. Da iſt auf
unſerer Skizze eine reizende, neuartige Schürze zu ſehen,
an der die durch Einſchnitte geleiteten Bänder und Trä=
ger
beſonders gut ausſehen. Feine, über ausgezogene
Fäden gearbeitete Hohlnähte ſind, ein beſonders wir=
kungsvoller
Schmuck für Taſchentücher und Decken. Die
eine Decke auf unſerer Skizze zeigt außerdem eine un=
gemein
zierliche Umrandung, die aus feinen Luftmaſchen=
ketten
, in gleichmäßigen Abſtänden im Saum gehalten,
gebildet iſt.

Das neue Hauskleid.
Es iſt nicht nötig, daß man einem Hauskleid auf
den erſten Blick gleich ſeine Beſtimmung anſieht; es
ſoll und darf nicht wirken, als ſei es ausſchließlich zum
Scheuern und Staubwiſchen erſchaffen es ſoll viel=
mehr
einen einfachen Typ, ein ungarniertes Kleider=
genre
darſtellen, ein Kleid, das nur durch einen ſchlich=
ten
Schnitt und den Mangel an völlig überflüſſigen
Garnierungen ſich als praktiſch erweiſt nicht aber
durch ein primitives oder gar ſaloppes Ausſehen.
Solch ein Kleidchen wird deshalb keineswegs aus dem
Rahmen der allgemeinen Mode fallen, es wird nur
in Schnitt und Garnierung frei ſein von jeglicher
Extrabaganz; gezipfelte, tütige und polantgeſchmückte
Röcke würden einem Hauskleid etwas Lächerliches
geben, ganz abgeſehen davon würde es auch für die
fleißige Hausfrau bei der Arbeit nur läſtig ſein, ſollte
ſie auf ein geſchmücktes Kleidchen Rückſicht nehmen.
Es bleibt uns von den beſtehenden Formen für
das Hauskleid das Bluſen= und das Jumperkleid, und
ich glaube, in dieſem Fall ſteht das Bluſenkleid ſogar
noch über dem allzeit beliebten Jumperkleid. Betrach=
ten
Sie, meine verehrten Leſerinnen, einmal die rei=
zenden
Bluſenkleidchen auf unſerer Abbildung. Sie
zeigen modiſch nichts Neues, dieſe Modelle, und doch
werden ſie Ihnen gefallen. Sie wirken in ihrer glat=
ten
Form, die natürlich tadellos ſitzen muß, außer=
ordentlich
gefällig und flott. Und glatt und unge=
bauſcht
müſſen dieſe Kleider ja ſein, denn wir dürfen
bei der Hausarbeit nicht die Schürze vergeſſen, die nur
dann das Kleid richtig decken kann, wenn es ohne alles
Auftragende und Bauſchende gearbeitet iſt. Und
hübſch und anſpruchslos wie die Formen ſind an unſe=
ren
Modellen auch die Garnierungen; auch ſie bieten
nichts Neues und Aufregendes. Nur ein paar farblich
abweichende Blenden heller und dunkler als der
Grundſtoff wirken in der Art, wie ſie aufgarniert
find, außerordentlich hübſch.

Sehr beliebt iſt auch die Form, in der das letzt
Kleid auf unſerer Abbildung gehalten iſt: ein eir
faches, ſchmuckloſes Röckchen wird durch eine ärme.
loſe, vorn tief ausgeſchnittene Bluſe vervollſtändig
unter der man nach und nach die ganze Kollektion de
unmodern gewordenen oder ſtofflich nicht mehr gan
einwandfreien Bluſen auftragen kann. Auf die Fort
der Bluſe kommt es hierbei wenig an, es iſt ja
wvenig von ihr zu ſehen!
Und zwiſchen den drei Hauskleidern auf unſere
Abbildung ſteht ein Morgenrock, der inſofern Bead
tung verdient, als er, was den meiſten Morgenröcke
fehlt, einen vernünftigen Schluß zeigt. Dieſer vor
durchgehende Knopfſchluß gibt unſerem Morgenro
etwas Korrektes, das ihn faſt wie ein Hauskleid; e=
ſcheinen
läßt.
Und nun die Stoffe? Was verwendet man f!
dieſe Kleidchen? Das, meine Damen, richtet ſich eit
mal nach dem Geſchmack und dann nach Ihrer He
zung. Wer gleichmäßig mit Zentralheizung durd
wärmte Räume hat, für den iſt es ſchließlich gleig
gültig, ob er einen Woll=, Baumwoll= oder Waſchſtd
verwendet. Anders aber iſt es für die Frauen, d
am frühen Morgen in den eiskalten Zimmern i9:
Oefen anheizen müſſen. Für ſie gilt natürlich n.
Wollſtoff, beſonders ein molliges, flauſchartiges 8
webe, das ſelbſt in einem ungemütlich kühlen Rautl
die Hausfrau vor Erkältung ſchützt.
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich=
Der Sobel wird ſelten.
Der Zobel iſt durch den ungeheueren Verbrau
von Zobelpelzen für Modeartikel in gewaltigem Mal
zurückgegangen. Das ſtaatliche Komitee für Nart
ſchutz in der Sowjetunion hat ſich nun für ein Ae
jähriges Verbot des Zobelfanges im ganzen Ge..
der Union der Sozialiſtiſchen Sowjet=Republiken ."
Ausnahme von Kamtſchatka und dem Uſſurigebiet Aus
geſprochen. Es hält auch die Anlegung von Z90
parks für dringend notwendig.

[ ][  ][ ]

Nummer 335

Sonntag, den 2. Dezember 1928

Seite 25

Taß srsternnn Ja=
Roman von Paul Hain.
Copyright 1925 by Verlag Oskar Meiſter, Werdau.

(Nachdruck verboten.)
Der Sanitätsrat holte einen Zettel hervor.
Fragen Sie auch dort an, ob was frei iſt. Je ſchneller Ihre
utter wegkommt, um ſo beſſer. Hier zu Hauſe iſt an Heilung
cht zu denken
Ja ja ich fühle das ſelbſt, ſtieß Hanni gepreßt hervor.
ſch ich werde mich morgen erkundigen Mama muß fort
Der Sanitätsrat drückte ihr herzlich die Hand.
Nur nicht den Mut verlieren, Fräulein Hanni. So hoff=
ngslos
iſt der Fall ja nicht. Sie glauben gar nicht, was für
ie heilende Wirkung die ſchöne Luft hat die Bäder da
d ſchon Leute geſund geworden, die noch viel ſchlimmer daran
iren als Ihre Mutter. Alſo ich komme morgen wieder heran
gegen Abend. Ich denke, daß die Nacht ruhig verlaufen wird.
Damit ging er.
Hanni ſchlich in ihre Stube. Sie fühlte ſich wie zerſchlagen.
e Worte des Sanitätsrats ſchwiegen nicht ſtill: Hier zu Hauſe
an Heilung nicht zu denken. Je eher Ihre Mutter wegkommt,
t ſo beſſer.
Nun ſtand es feſt: Sie mußte weg!
Das Geld mußte beſchafft werden!
Aber wie? Wie?
Die Mutter durfte nicht ahnen, daß keines mehr da war.
Leiſe trat Frau Eiſoldt in die Stube.
Sie ſchläft jetzt langſam ein , flüſterte ſie.
Hanni nickte.
Ja der Dokter hat ihr eine ſtärkere Doſis als ſonſt verab=
ht
ich habe es gemerkt .
Schlaf iſt die Hauptſache ."
Hanni dachte dumpf: Ja aber nicht der Schlaf, den das
t verſchafft. Ach, wenn Sie wüßten, gute Frau, wie gefähr=
dieſer
Schlaf iſt
Frau Eiſoldt verabſchiedete ſich.
Ich komme morgen früh gleich rüber, ſagte ſie noch, und
nge Ihnen Kaffee. Da ſchlafen Sie nur bis zur letzten Minute.
haben ja dieſe Nacht keinen Schlaf gehabt.
Hanni nickte nur wie abweſend.
Ich danke Ihnen, Frau Eiſoldt .
Dann war ſie allein. Eſſen? Nein ſie konnte jetzt nichts
hr zu ſich nehmen. Sie war nur ein wirres, zitterndes, zer=

rüttetes Nervenbündel. Nur der eine Gedanke lebte in ihr: Wie
mache ich es möglich, daß Mutter wegkommt.
Sie dachte an ihre Schmuckſachen, aber ein herbes Lächeln
umſpielte ihre Lippen. Ach ſelbſt wenn ſie ſie verkaufte, es
würde nur eine geringe Summe herauskommen, die kaum ins
Gewicht fallen konnte. Nein, damit war es nichts.
Und Wittegaſt, wenn ſie ihn bitten würde ? Er würde
vielleicht helfen . Aber nein ! Das nicht! Da war
eine inſtinktive Abwehr gegen dieſen Gedanken.
Und Hugo?
Sie ſchüttelte den Kopf. Der hatte ja ſelber nichts zum weg=

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geben. Ja wenn er ſchon Filialleiter wäre dann vielleicht.
Ihre Augen ſtarrten dunkel durch das Fenſter in den
Sternenhimmel.
Ein neuer Gedanke entfaltete ſich in ihrem Hirn. Ein Ge=
danke
, der ihr das Blut ſiedendheiß durch die Adern jagte. Ein
Gedanke, aus der Verworrenheit ihres Fühlens geſpenſtiſch her=
ausgepreßt
.
Toll und furchtbar.
Sie ſie hatte doch auch im Büro die Kaſſe unter
ſich. Die Privaitaſſe Wittegaſts, für unvorhergeſehene Zwiſchen=
fälle
. Der Geldſchrank ſtand in ihrem Zimmer. Es war ſtets
eine große Summe darin. Und die letzte Reviſion war erſt vor
zwei Wochen geweſen. Die neue konnte erſt in ſechs Monaten
ſtattfinden.. Bis dahin konnte ſie von ihrem Gehalt und
Hugos Beiſteuer die Summe erſetzt haben. Er ſagte ja, daß er
beſtimmt die beſſere Stellung bekäme. Das wäre alſo ſchon in
zwei Wochen.
Und niemand würde etwas merken. Sie würde ja nur
die Summe entleihen. Eine im Verhältnis zu dem Kaſſen=
beſtand
geringfügige Summe.
Ein Fröſteln ſchüttelte ihren Körper.
Diebſtahl!
Wer hatte das Wort geſagt?
Sie blickte irr um ſich. Ach eswar ja nur ſo ein dummes
Wort, das durch ihr Hirn gehuſcht war. Sie ſtahl nicht ſie
lieh ja nur die Summe. Und am erſten ſchon hätte ſie einen
Teil zurückerſtattet.
Das war Rettung!
Rettung für die Mutter. Wie hatte doch der Sanitätsrat ge=
ſagt
: Hier zu Hauſe iſt Heilung ausgeſchloſſen! Sie muß weg
je ſchneller, um ſo beſſer!

Ja ſie ſollte weg!
Sollte in neue Luft, ſollte ihre ſtärkenden Bäder nehmen,
ſollte wieder geſund werden! Um der Mutter willen mußte
ſie es tun.
Langſam verebbte der furchtbare Sturm in ihr, den der er=
löſende
, entſetzliche Gedanke ausgelöſt hatte. Nun, da ſie wußte,
was zu tun war, wurde ſie ruhiger. Das Schickſal ihrer Mutter
galt es! Und Hugo würde nie etwas von ihrem Tun erfahren.
Sie würde ihn am Erſten bitten, von ſeinem neuen, erhöhten
Geld ihr etwas zu geben, um es der Mutter zu ſchicken. Dann
konnte er es ja tun. Und daß ſie es in den Geldſchrank legte
er würde es nie wiſſen. Dieſe Tat würde ihr Geheimnis
bleiben bis ſie ausgelöſcht war in dem Augenblick, da die Summe
wieder zurückerſtattet in der Kaſſe lag.
Sie atmete tief auf.
Dann erhob ſie ſich und öffnete leiſe die Tür zum Neben=
zimmer
, huſchte zum Bett.
Ruhig atmete Frau Bergmann in tiefem Schlaf.
Hanni beugte ſich über ſie.
Ein zärtlicher Schimmer glitt über ihr Geſicht. Sie küßte
die Schlafende leicht auf die Stirn.
Um deinetwillen Mama. Du ſollſt wieder geſund wer=
den
und ſollſt noch lange, lange leben zwiſchen mir und Hugo.
Uebermorgen bringe ich dich fort in die grünen Wälder
in die heilende Gottesnatur.
3. Kapitel.
Hanni wußte kaum, was ſie ſchrieb. Ihre Finger ſprangen
mechaniſch über die Taſtatur der Maſchine. Unermüdlich. Manch=
mal
ein kurzes Stocken, wenn ſie zum Manuſkript hinſah, um den
nächſten Satz zu überfliegen.
Die Sonne ſchien hell durch die Fenſter. Es war eine grelle
Helligkeit, die ſich in dem Nickelgeſtell der Maſchine funkelnd
widerſpiegelte.
Lieblich trat in das Zimmer. Einen Pack neuer Korreſpon=
denzen
in der Hand, die ſchnell erledigt werden mußten.
Hier iſt neues Futter, Fräulein Bergmann. Gottchen, ſehen
Sie heute blaß aus. Macht wohl der Frühling hehe
Hanni hob den Kopf. Ihre Augen hatten einen wunder=
vollen
, klaren Glanz.
Lieblich verbeugte ſich mit affektierter Grandezza.
Alſo Sie ſchauen einfach himmliſch aus, Fräulein Berg=
mann
. Wie die leibhaftige Frühlingsfee. Haben Sie keine Luſt,
heute mit mir nach Büroſchluß eine Fahrt nach Werder zu
machen? Soll ja ine erſtklaſſige Baumblüte dort ſein. Einfach
prima. Mit Ihnen müßte das ein entzückender Abend werden.
Aber Herr Lieblich ich und Sie wie würde das aus=
ſehen
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Gräfin Walewska, die Ge-
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Napoleons I.
Das Liebesleben der Anna
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Dubarry, die Geliebte Lud-
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Draga Maschin, eine Buh-
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Lady Hamilton, das schön-
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Therese Krones, Wiens
vergötterte Volkssängerin
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Gleo de Merode,der Glücks-
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einer Tänzerin
Marina, die Geliebte Cor-
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Anna Spdow, die schöne
Gießerin
Lucretia Borgia, das inte-
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Weib des 15.
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Katharina I., v. Bauern-
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zur Zarin
Gräfin Aurora Königsmark
die Geliebte August des
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Mädame Pompadour, die
Geliebte Ludwigs XV.
Gräfin Wartenberg, die
Geliebteeines preuß. König
Das Fräulein von Laval-
liere
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Sonnenkönigs
Messalina, eine Tragödie
der Liebe
Isabella, die Venus auf den
Königsthron
Kaiserin Theodora, vom
Zirkus a. d. Kaiserthron
Maria Antoinette Frank-
reichs
unglückl. Königin
Philippine Welser, die Rose
von Augsburg
Lola Montez, das Leben
einer Abenteuerin
Ninon de Lenclos, d. Ge-
heimnis
d. ewig. Jugend
Agnes Bernauerin, das
Opfer treuer Liebe
Katharina II., eine große
Herrscherin ein schwa-
ches
Weib
Elisabeth Patterson, die
erste Gemahlin Jerome
Bonapartes
Marguise de Brinvilliers,
die Giftmischerin aus Lei-
denschaft

Prinzessin Amalie von
Preußen u. d. Schicksale
d. Rittmeisters v. Trenck
Prinzessin Chimay, die
Geliebte des Zigeuners
Maria Stuart, Schottlands
glückl.-unglückl. Königin
Gaby Desiys, der Roman
einer Tänzerin
Der Frühlingstraum der
Gräfin Rochlitz
Pauline Borghese, Napo-
leons
schönste Schwester
Mathilde Mirat, Heinrich
Heines große Leidenschaft
Helene von Racowitza,
der Goldfuchs Ferdinand
Lassalles
Barberina de Campanini,
d. Tänzerin Friedr. d.Gr.
Marie Vetsera, Kronpr.
Rudolfs letzte Liebe
Eugenie, Frankreichs letzte
Kaiserin
Salome, der Dämon des
König Herodes
Mathilde von Dänemark

40. Kleopatra, Legyptens
schönste Königin
41. Die wilde Rose von Sans-
souci

42. Juliette von Schönau, die
natürliche Tochter eines
Kaisers
43. Marianne, Prinzessin der
Niederlande, ein tragisches
Frauenschickesal
44. Hortense von Beauharnais,
die Freundin des Zaren
Alexander I.
45. Christine von Wolfenbüt-
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prinzessin
von Rußland
46. Ines de Castro, die Tote
a. Portugals Königsthron
47. Marguise von Branconi,
die Freundin Goethes
48. Anneliese, des alten Des-
Sauers Jugendliebe
49. Florence de Gascarde, die
vielgeliebte Kanzlerstoch-
ter

50. George Sand, Friedrich
Chopins letzte Liebe
51. Reichsgräfin Cosel, die Ge-
fangene
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52. Louise von Koburg, eine
unglückl. Königstochter
53. Margarita-Roxelane, vom
Sklavenmarkt auf dem
Thron der Osmanen
54. Katharina Howard, die
fünfte Gemahlin Heinrich
VIII.
55. Ottilie von Goethe, ein
Schmetterling der Liebe
56. Maria Annunciata, die K6 von Neapel
57. Prinzessin von Ahlden,
das Geheimnis d. Schlosses
zu Hannover
58. Gräfin Lichtenau, die
schöne Trompeterstochter
59. Sophie Arnould, die Prima-
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hunderts

60. Sempronia Wagner, der
Roman einer sächsischen
Bauerntochter
61. Agnes Sorel, Karl VII.
von Frankreich guter Geist
62. Marguise von Montespan,
der Dämon Frankreichs
63. Baronin Vaughan, König
Leopold II. morganatische
Gemahlin
64. Diana von Poitiers, die
Mätresse Franz I.
65. Jacobe von Baden, die
unglückliche Herzogin v.
Jülich
66. Marion Delorme, das
schöne Bürgermädchen a.
Blois
67. Prinzessin Katja Dolgoru-
ky
, die Gemahlin Alexan-
der
II.
68. Hathor, die Liebesprinzes-
sin
der Pharaonenzeit
69. Johanna I. von Neapel,
die königliche Sünderin
70. Zobeide, die Lieblings-
frau
Harun al Raschids
71. Maria v. Althan, die Ge-
liebte
Kaiser Karl VI.
72. Fürstin Eboli, die ein-
äugige
Schöne,, am Hofe
zu Madrid
73. Adrienne Lecouvreur, eine
Märtyrerin der Liebe
74. Madame Aranchuo, ein
Opfer russischer Geheim-
politik

75. Christine Wilhelmine von
Grävenitz die Gel. des

HIerzogs Eberhard Ludwig
von Württemberg
76. Dorothea Fürstin von Lie-
ven
, die Freundin Metter-
nichs

77. Anna Bachmaier, die Tän-
zerin
des Wiener Kongres-
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78. Manon Lescaut, eine Dul-
derin
der Liebe
79. Sophie Löwenthal, Muse
und Verhängnis Nikolaus
Lenaus
80. Frau de Marbouty; der
Page Balzacs
81. Minna Pläner, die Schick-
salsgefährtin
eines großen
Meisters
82. Francoise de Flaville, die
erste Liebe Kaisers JosefII
83. Mary Lindberger, die
Freundin d. Börsenspielers
84. Aennchen von Tharau,
eines deutschen Dichters
erste Liebe
85. Ida Pfeiffer, die kühne
Weltreisende
86. Die Marguise de Pafva,
von Moskaus Ghetto zum
Fürstenschloß
87. Fanny ElBler, Wiens un-
vergeßliche
Tänzerin
88. Wera Juköffsky, ein tra-
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89. Gräfin Orlamünde, das
Opfer einer Leidenschaft
90. MadamF Sans Gene, vom
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Herzogsthron
91. Maria Louise, die zweite
Gemahlin Napoleons
92. Mary Anne Wells, das
Blumenmädchen von Lon-
don

93. Lätitia, die Geliebte des
Dogen von Venedig
94. Prinzessin Elisabeth Ta-
rakanow
, die Rivalin der
Ia5n
95. Die schöne Dwvecke, das
Täubchen Christian des
Grausamen
96. Emilie Ortlöpp, die schöne
Juwelierstochter
97. K. Neuber, die schöne
Komödiantenkönigin
98. Karoline v. Braunschweig,
die ungekrönte Königin v.
England‟
99. Christine von Schweden,
die sonderbarste Frau ihres
Jahrhunderts
100. Margarethe v. der Saal,
die linke Landgräfin
101. Henriette Fromm, die un-
getraute
Gattin Louis Fer-
dinands

102. Semiramis, die heiße Blu-
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Assyriens
103. Helmine Foucheur, der
Page d. Königs Jerome
104. Katharina Dürnhöfer, d.
Tochter des Scharfrichters
105. Gabriele de Liancourt, das
Süße Glück‟ HeinrichTV.
106. Therese Grob, Franz Schu-
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