Darmstädter Tagblatt 1928


01. Dezember 1928

[  ][ ]

A
Aeie
Bezugspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Gnzelnummer 10 Pfennige

Anzeigenpreis:

Bei wöchentlſch 2 maligem Erſchelnen vom 1. Dezember
bis 31. Dezember 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 2.25 Reichsmark, durch die
Agenturen 2.40 Reichsmart frei Haus. Poſbezugspreis
im Dezbr. ohne Beſſellgeld monatlich 2.45 Reichsmark.
Verantwortlichkeſt für Aufnahme von Anzelgen an
beſimmten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
erſcheinen
einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſfellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohns Verbindlichkeit für uns. Poſſcheckonio
Franfurf a. M. 4304

Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentiche iUyſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Pild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Queſienangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 334
Samstag, den 1. Dezember 1928.
191. Jahrgang

27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Reklamezelle (92 mm
breit)2 Reichsmark. Anzeigen von auswäris 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite Reklame=
zeile
300 Reichsmark. Alle Preiſe in Reſchsmart
(4 Dollas 420 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelt uſw erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
ufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und Darm=
ftädter
und Nationalbant.

2 Begike und 5 Arbeiter des Reichsvernzögensamkes Mainz ſowie ein Frankfurker von franzöſiſchen
Geheimbearaken verhafket. Jegliche Begründung zunächſt abgelehnk. Späker verlauket: wegen an=
geblicher
Spionage zugunſten Denkſchlands. Drei der Verhafteken wieder freigelaſſen.

Ordonnanz 71.
Spigtage und Gefährdung der Sicherheit
der Beſahungskruppen.
b. Mainz, 30. November.
Im Laufe des Mittwoch wurden, wie von uns bereits kurz
mitgeteilt, zwei Beamte und fünf Arbeiter des Reichsvermögens=
amtes
, Zweigſtelle Mainz, wegen angeblichen Verſtoßes gegen
Ordonnanz 71 (Spionage zugunſten Deutſchlands und Gefähr=
dung
der Beſatzungstruppen) durch die Franzoſen verhaftet. Es
handelt ſich um den Verwaltungsoberinſpektor Kratz, Hauswart
Schilling, Arbeiter Schmitt, Arbeiter Frenz, Arbeiter Seegräber,
Arbeiter Stenner und Arbeiter Wocker vom Reichsvermögensamt
in Mainz. Schilling, Frenz und Stenner ſind inzwiſchen wieder
entlaſſen worden. Dagegen wurde im Verlaufe des Freitag vor=
mittag
in Mainz in der gleichen Angelegenheit eine weitere
Verhaftung vorgenommen, und zwar ein gewiſſer Friſch,
der in Frankfurt a. M. wohnen ſoll, als angeblicher deutſcher
Geheimagent feſtgenommen. Ob die erhobene Beſchuldigung zu=
trifft
, ſteht noch nicht feſt. Die Unterſuchung wird von der fran=
föſiſchen
Beſatzungsſtelle geführt. Die Begründung für dieſe
iberraſchenden Verhaftungen muß ſtark angezweifelt werden, um
v mehr, je geheimnisvoller die Franzoſen die ganze Angelegen=
jeit
aufziehen. Drei der Verhaftungen konnten bereits nicht aufrecht
rhalten werden. Die Hinzuziehung deutſcher Behördenvertreter
zu den Vernehmungen zwecks raſcherer Klärung des Vorfalles
vurde verweigert. Man hat jeden Rechtsbeiſtand von den Ver=
jafteten
ferngehalten. Nicht einmal Vertreter des Roten Kreuzes,
die ſich nach dem Befinden der Verhafteten erkundigen wollten,
vurden vorgelaſſen. Die Verhafteten, die, wie wir erfahren konn=
en
, getrennt von einander untergebracht ſind, ſind von jedem
Verkehr mit der Außenwelt ſelbſt ihren Angehörigen iſt es
dis jetzt nicht geſtattet, ſie zu beſuchen regelrecht abgeſchnitten.
Zu den Aufſehen erregenden Verhaftungen in Mainz er=
ahren
wir noch folgendes: Die Franzoſen lehnten zunächſt jeg=
iche
Begründung der Verhaftung ab und gaben auf Drängen
päter an, daß es ſich um einen Verſtoß gegen § 71 der Ordon=
ranz
der Rheinland=Kommiſſion (Spionage und Gefährdung der
Beſatzungstruppen) handle. Die Mitteilungen in der Preſſe, daß
vahrſcheinlich eine vorbeugende Repreſſalie für den deutſchen
Verkſpionage=Prozeß in Ludwigshafen in Frage komme, haben
venig Wahrſcheinlichkeit. Die Franzoſen vermuten, daß
die Verhafteten Mitteilungen von Truppenverſchiebungen, die
hnen in ihrer Eigenſchaft als Angehörige der Reichsvermögens=
verwaltung
zur Kenntnis gekommen ſind, an deutſche Stellen
veitergegeben haben. Die Reichsvermögensverwaltung iſt näm=
ich
diejenige Stelle, der alle Angelegenheiten unterſtehen, die
Jas von der Beſatzung in Anſpruch genommene Gelände, die
Bebäude, Kaſernenbelegungen und die Einquartierung betreffen.

Wie ſich die Mainzer Berhafkungen abſpielken.
Ueber den Hergang der Verhaftungen in Mainz erfahren
pir folgendes: Am Mittwoch vormittag, kurz nach 10 Uhr, er=
chienen
drei franzöſiſche Geheimbeamte im Gebäude des Reichs=
vermögensamtes
, gegenüber der Stadthalle. Während einer der
Franzoſen an der Pforte ſtehen blieb, begaben ſich die beiden
jüderen in die Büroräume des 54jährigen Verwaltungsober=
Rſpektors Hans Kratz, der früher als Feſtungsbaumajor tätig
bar. Sie ließen einen Beamten aus dem Zimmer und nahmen
ine eingehende Unterſuchung im Schreibtiſch, anderen Behältern
ind in der Kleidung des Oberinſpektors vor. Einen Teil der
Papiere beſchlagnahmten die Franzoſen und erklärten die Ver=
1aftung des Beamten. Erſt nach einiger Zeit erfuhr der
Vorſteher des Reichsvermögensamtes, Oberregierungsrat, Lanz,
den Sachverhalt und evhob beim franzöſiſchen Generalſtabschef
Proteſt dagegen, daß ohne ſeine Verſtändigung eine Durchſicht
ind Beſchlagnahme in den Arbeitsräumen des Reichsvermögens=
lmtes
vorgenommen wurde. Es wurde ihm hierauf mitgeteilt,
laß eine Verletzung der Ordonnanz 71 der Rheinlandkommiſſion
Sbionage) vorliege. Der Amtsvorſteher informierte ſofort ſeine
Dorgeſetzte Behörde. Am Donnerstag vormittag traf der Präſi=
lent
Kollas vom Reichsvermögensamt Koblenz in Mainz ein, um
19 über die Vorgänge zu unterrichten.
Nach der Verhaftung des Oberinſpektors begaben ſich die
ranzöſiſchen Beamten auch in deſſen Prwatwohnung und nah=
hen
dort gleichfalls eine umfangreiche Hausſuchung vor. Gegen
Uhr mittags erſchienen drei franzöſiſche Kriminalbeamte in der
Wöhnung des in der Möbelabteilung des Reichsvermögensamtes
Zeſchäftigten Heinrich Schilling, in der Joſephſtraße 52, wo
Diſt nur franzöſiſche Offiziere wohnen und Schilling Haus=
rwalter
iſt. Sie hielten hier ebenfalls eingehende Haus=
lichung
ab und erklärten Schilling für verhaftet. Am gleichen
Zeittwoch vormittag hielten ſie bei dem Kaſernenwärter
Segräber in Weiſenau ebenfalls eine Unterſuchung ab
Seebräber iſt im Artilleriepark in der Rheinallee beſchäftigt ,

ebenſo bei dem im Fliegerpark in der Rheinſtraße tätigen Ar=
beiter
Frenz und bei dem im Hauſe Hindenburgſtraße 49
wohnhaften, als Heizer beſchäftigten Arbeiter Schmitt. Das
Haus wird gleichfalls nur von franzöſiſchen Offizieren bewohnt.
Am Donnerstag vormittag erfolgte im Zuſammenhang mit der
Angelegenheit die Verhaftung des im Stadtpark in einem
franzöſiſchen Offiziershaus wohnhaften Heizers Stenner
und weiterhin des im früheren Zeughaus und jetzigen franzö=
ſiſchen
Soldatenheim in der Rheinſtraße und in der Cooperative
in der Gerichtsſtraße tätigen Heizers Wocker aus der Wal=
lauſtraße
.
Der deukſchen Berkeidigung der Zukrikk zu den Ver=
haftelen
nichk geſtakkel.
Allen Beteiligten wurde zur Laſt gelegt, ſich gegen Ordon=
nanz
71 der Rheinlandkommiſſion, die von Spionage und Ge=
fährdung
der Sicherheit der Beſatzungstruppen handelt, vergangen
zu haben. Oberinſpektor Kratz ſoll verſucht haben, von den Mit=
verhafteten
Schriftſtücke und Pläne zu erhalten, die von dieſen
in den franzöſiſchen Offizierswohnungen entwendet werden foll=
ten
: außerdem ſollen die Beſchuldigten mit einem Geheimagen=
ten
aus dem unbeſetzten Gebiet in Verbindung geſtanden und
dieſem das Material geliefert haben. Inwieweit die Beſchul=
digungen
zutreffen, iſt abzuwarten, weil bei den bisheri=
gen
eingehenden Vernehmungen alle deut=
ſchen
Behördenvertreter und Rechtsbeiſtände
ferngehalten wurden. Jedenfalls erfolgte, aber bereits die
Freilaſſung des Schilling; Frenz und Stenner am Donnerstag
abend. Ob die Beſchuldigungen bei den anderen Verhafteten, die
noch feſtgehalten werden, begründet ſind, konnte bisher noch nicht
feſtgeſtellt werden. Die amtlichen Stellen ſind jedenfalls ſofort
verſtändigt worden.
19 Jahre Fremdherrſchaft. 10 Jahre beiſpielleſer
Leiden.
Am 1. Dezember jährt ſich zum zehnten Male der Tag, an
dem die feindlichen Truppen den rheiniſchen Boden betraten. Von
dieſem Tage an begann eine in der Geſchichte der rheiniſchen Be=
völkerung
beiſpielloſe Leidenszeit. Was Frankreich wollte, als
es ſeine Truppen ins Rheinland marſchieren ließ, das hat wenige
Tage nach dem Beginn der Beſetzung Marſchall Foch im Ueber=
mut
des Siegers in einer Note offenbart. Auf dem linken Rhein=
ufer
dürfe es keine neutralen Staaten geben, ſo forderte er. Die
ganze Bevölkerung auf dieſem Ufer müſſe imſtande ſein, die
Waffen gegen die deutſche Gefahr zu ergreifen. Es werde Sache
die Friedensvertrages ſein, die politiſche Organiſation der mit
dem Schickfal des weſtlichen Feſtlandes verbundenen Bevölkerung
feſtzulegen, ſie zu verhältnismäßig unabhängigen Staaten zu
machen oder als ſolche zu erhalten. Freilich iſt der Spruch der
Verſailler Diktatoren unter Mitwirkung Lloyd Georges und Wil=
ſons
dann etwas anders ausgefallen, als es die franzöſiſche
Generalität angeſtrebt hatte. Aber was in Verſailles beſchloſſen
worden war, war den Franzoſen immer noch nicht ſchrecklich ge=
nug
: das linke Rheinufer, d. h. ſoweit es noch zum Deutſchen
Reich gehört, ſollte für immer entmilitariſiert werden, ebenſo ein
50 Kilometer breiter Streifen auf der rechten Rheinſeite. Die
deutſche Reichshoheit im Rheinland ſollte für alle Zeiten ver=
ſtümmelt
werden. Zu dieſem Zweck teilte man das linke Rhein=
ofer
in drei verſchiedene Zonen, die von den verſchiedenen Alli=
ierten
beſetzt wurden. Der Artikel 431 des Verſailler Vertrages,
der beſagt, daß die Befreiung des ganzen beſetzten Gebietes er=
folgen
muß, wenn Deutſchland vor Ablauf der Beſetzungsfriſt
den Verſailler Verpflichtungen genügt, iſt den Franzoſen ſchon
damals, ein Dorn im Auge geweſen. Sie haben nichts unver=
ſucht
gelaſſen, um teilweiſe durch Gewalt und teilweiſe durch
juriſtiſche Spitzfindigkeiten dieſem Artikel eine andere Auslegung
zu geben. Aber alle ihre Bemühungen ſcheiterten an der ein=
mütigen
Ablehnung der geſamten Rheinländer. Verdächtigungen,
Drohungen, Einſchüchterungen, Gefängniſſe, wie wir es jetzt wie=
der
erleben, konnten die rheiniſche Bevölkerung in ihrer Treue
zu ihrem deutſchen Vaterland nicht wankelmütig machen. Frank=
reich
hat ſein Ziel am Rhein nicht erreicht und wird es niemals
erreichen. Wir aber ſehnen die Stunde herbei, in der das Rhein=
land
wieder frei ſein wird, ein freies Volk auf freiem Boden.
Der Weſtausſchuß für Pfalz, Saar und Rhein richtet am
Trauertag des vor zehn Jahren, am 1. Dezember 1918, er=
folgten
Einmarſches feindlicher Truppen in deutſches Land am
Rhein folgende Kundgebung an die Bevölkerung des beſetzten
Gebietes: Deutſche Brüder und Schweſtern am Rhein, an der
Saar und in der Pfalz! Wir gedenken euer in tiefer Trauer bei
der zehnjährigen Wiederkehr der Beſetzung urdeutſcher Erde.
Eure Not war und bleibt unſere Not. Wir gedenken euer mit
freudigem Stolz über eure tapfere Abwehr, eure opferfreudige
Treue gegen Heimat und Volkstum. Wir gedenken euer mit
bitterſter Enttäuſchung, daß, trotzdem Genf ſich um Befriedung
der Welt bemüht, das unbeſtreitbare juriſtiſche und moraliſche
Recht auf Räumung deutſchen Bodens noch immer nicht erfüllt
iſt. Wann endlich begreift die Welt, daß kein wahrer Friede
kommen kann, ſolange man deutſche Ehre verletzt und deutſches
Recht mißachtet? Wir gedenken euer mit feierlichem Gelöbnis,
nicht eher ruhen zu wollen, bis der letzte fremde Soldat vom
rheiniſchen Boden verſchwunden iſt. Frei werde, deutſch bleibe
der Rhein!

Die britiſche Mandatspolitik

Von
Dr. Heinrich Wenz.

Die Briten ſind in der Wahl ihrer Mittel nie wähleriſch ge=
weſen
, wenn es galt, ein für ſie wertvolles Gebiet zu erwerben.
Das zeigt deutlich die Geſchichte der Erwerbung des Suezkanals.
Nachdem dieſer von dem Franzoſen Ferdinand von Leſſeps er=
baut
war, ſtand es für die britiſchen Staatsmänner feſt, daß er
britiſch werden müſſe; das erforderte die Sicherheit Indiens. Der
damalige Premierminiſter Disraeli, der ſpätere Lord Beaconsfield,
wählte zur Erreichung dieſes Zieles folgenden Weg: er lieh dem
ſtets geldbedürftigen Khediven von Aegypten bereitwillig die je=
weils
notwendigen Summen und ließ ſich dafür Aktien der
Suezkanalgeſellſchaft geben. Dies tat er ſolange, bis er die
Aktienmehrheit erworben hatte. Damit war der Suezkanal bri=
tiſch
geworden, und der Khedive fand fortan verſchloſſene Türen
in London, die Geldquelle war verſiegt.
Ein ebenſo lehrreiches Beiſpiel bietet gegenwärtig die bri=
tiſche
Mandatspolitik, ſo wie ſie den ehemaligen deutſchen Kolo=
nien
, insbeſondere Deutſch=Oſtafrika und Deutſch=Südweſtafrika,
gegenüber angewandt wird.
Deutſchland hat im Art. 119 des Friedensdiktates zugunſten der
verbündeten und aſſoziierten Hauptmächte auf alle ſeine Kolonien
verzichten müſſen. Nun aber haben unſere Gegner keineswegs
dieſe unſere Kolonien annektiert. Das wäre entgegen dem klaren
Wortlaut des Punktes 5 der Vierzehn Punkte Wilſons geweſen,
der einen freien, unbefangenen und abſolut unpartei=
iſchen
Ausgleich aller kolonialen Anſprüche‟
fordert. Wilſon lehnte deshalb die Annerion ab, und ſo ging
man einen Ausweg. Die ehemaligen deutſchen Kolonien wurden
unter Mandat geſtellt. Dabei wurde die Verfügungsberechti=
gung
über unſere ehemaligen Kolonien von ſeiten der Haupt=
mächte
auf den Völkerbund übertragen. Auf dieſe Weiſe ergab
ſich noch ein weiterer weſentlicher Vorteil: Der Wert der Kolo=
nien
brauchte auf die Reparationen nicht angerechnet zu werden.
(Deshalb hat auch Lanſing ſeinerzeit erklärt, daß das Mandats=
ſyſtem
, deſſen Schöpfer der Südafrikaner Smuts iſt, nur deshalb
von den jetzigen Mandatarſtaaten angenommen worden ſei, um
eine entſchädigungsloſe Gebietserwerbung zu erreichen.) Bei der
Mandatsverteilung erhielt u. a. Großbritannien das Mandat
über Deutſch=Oſtafrika, und die Südafrikaniſche Union dasjenige
über Deutſch=Südweſtafrika.
Was das Weſen eines ſolchen Mandates iſt, wird klar im
Artikel 22. der Völkerbundsſatzung und ferner im Entwurf des
Mandats für Deutſch=Oſtafrika geſagt: Der Mandatar iſt ver=
antwortlich
für Frieden, Ordnung und gute Verwaltung der
Kolonien, die von Völkern bewohnt ſind, die noch nicht imſtande
ſind, ſich unter den beſonders ſchwierigen Verhältniſſen der Welt
ſelbſt zu leiten; das Wohlergehen und die Entwicklung dieſer
Völker bilden eine heilige Aufgabe der Ziviliſation . . .
Der beſte Weg, dieſen Grundſatz praktiſch zu verwirklichen,
iſt die Uiebertragung der Vormundſchaft über dieſe Völker an die
fortgeſchrittenen Nationen, die auf Grund ihrer Hilfsmittel, ihrer
Erfahrung oder ihrer geographiſchen Lage am beſten imſtande
und bereit ſind, eine ſolche Verantwortung auf ſich zu nehmen:
Dieſe Vormundſchaft würde von ihnen als Beauftragte
des Völkerbundes und in deſſen Namen zu füh=
ren
ſein!
Man ſieht, an ſchönen Worten hat man es bei dieſem ſchnö=
den
Raub nicht fehlen laſſen, den man auch noch obendrein mit
der Lüge zu rechtfertigen ſuchte, Deutſchland habe ſich als un=
fähig
und unwürdig zum Koloniſieren erwieſen; leider konnten
unſere Gegner ſich dabei auf Protokolle des Vorkriegsreichstages
berufen.
Wie ſieht nun die jetzige Wirklichkeit des Mandatsſyſtems
aus?
In Oſtafrika gehen die Briten planmäßig und zielbewußt
darauf aus, das Mandatsgebiet in eine britiſche Be=
ſitzung
zu verwandeln. Langſam und ſicher ſucht man einen
Zuſtand zu ſchaffen, der eine Aenderung der Mandatsverteilung,
die theoretiſch möglich iſt, als praktiſch unmöglich erſcheinen läßt.
Das zeigen ſowohl die Aeußerungen, als auch die Maßnahmen
der britiſchen Staatsmänner. Immer wieder betonen dieſe, das
oſtafrilaniſche Mandatsgebiet ſei ein Teil des Britiſchen Reiches.
So ſprach der britiſche Kolonialminiſter Amery auf der letzten
Reichskonferenz von der Einverleibung (ineorportion) des
Tanganjika=Gebietes in das Gefüge (kramework) des Reichs
Und der Gouverneur dieſes ehemaligen deutſchen Kolonialgebiets
ſagte im Dezember 1926: Ich habe wiederholt in den vielen
Barazas, die ich während der letzten anderthalb Jahre abgehal=
ten
habe, dargelegt, daß Tanganjika ein Teil des Bri=
tiſchen
Reiches iſt und bleibt. Daß das nicht wahr iſt,
wiſſen ſelbſtverſtändlich die Briten; aber man glaubt, auf dieſe
Weiſe es erreichen zu können, daß die Welt allmählich den ur=
ſprünglichen
Gedanken des Mandatsſyſtems aufgibt. Auf Grund
einer Art Erſetzung hofft man die jetzt noch fehlende Souve=
ränität
zu erlangen. Und jedesmal, wenn gegen ſolche Behaup=
tungen
in der Mandatskommiſſion des Völkerbundes proteſtiert
wird, iſt England immer mit einer Entſchuldigung bereit, die zu
nichts verpflichtet; und rückſichtslos geht man den Weg der An=
nexion
weiter. Sehr treffend hat dieſer Tage der geiſtreiche
Spötter Bernard Shaw in einer Plauderei über Mandat und
Wahrheit eine ſolche Situation im Völkerbund mit folgenden
Worten gekennzeichnet: Unfähig, Antworten zu geben, die zugleich
befriedigend und wahrheitsgemäß wären, tut er (d. h. der Ver=
treter
des Mandatarſtaates) was jeder Gentleman für den Kre=
dit
ſeines Landes tut: er lügt wie gedruckt.
Auch die praktiſchen Maßnahmen der britiſchen Politik gehen ganz
in der gleichen Richtung. Es beſteht der Plan, längs der Oſtküſte
Afrikas ein britiſches Dominion zu ſchaffen; hierzu ſoll auch
Deutſch=Oſtafrika gehören; gerade dieſes Gebiet iſt England da=
bei
beſonders wertvoll, eine britiſche Kommiſſion ſagt, von ihm
wörtlich: die unerſchloſſenen Reichtümer Oſt=
afrikas
beruhen in der Bodenkultur. Es gibt

[ ][  ][ ]

Seite 2

dort ein ungeheures Gebiet von wundervoll=
ſtem
Land, .. . geeignet, faſt alle tropiſchen
ſubtropiſchen und in den gemäßigten Zonen
gedeihende Kulturen hervorzubringen.
Nicht anders liegen die Dinge in Südweſt. Ja, dort iſt di
Lage noch unendlich viel tragiſcher für uns Deutſche; handelt es
ſich doch hier nicht nur um ehemaliges deutſches Gebiet, um das
Schickſal eingeborener Völker, ſondern auch um dasjenige von
12000 Deutſchen. Man ſollte meinen, wenn der Mandatsge=
danke
ſchon für die farbige Bevölkerung verwirklicht werden ſoll,
ſvieviel mehr ſollte das für die Glieder eines Kulturvolkes gelten,
das es zu betreuen gilt! Ausdrücklich heißt es in der Mandats=
ſatzung
für die Südafrik. Union; der Mandatar ſoll bis zum
außerſten (to the utmost) das materielle und moraliſche Wohler=
gehen
und den ſozialen Fortſchritt der Einwohner des
Landes fördern.
Wie aber hat die Union ihre Pflichten erfüllt? Nach Art. 122
des Verſailler Friedensdiktates hatte die Union von Südafrika
das Recht, die deutſchen Staatsangehörigen zu repatriieren und
nach Art. 297h das Recht, ihr Privateigentum bei Inkrafttreten
des Friedensdiktates zu beſchlagnahmen und zu liquidieren. Das
Inkrafttreten dieſer Beſtimmung, die dem wahren Mandats=
gedanken
ins Geſicht ſchlägt, hat die Südafrikaniſche Union aber
nicht einmal abgewartet, ſondern ſie hat bereits vorher außer den
Beamten eine große Anzahl von Koloniſten zwangsweiſe aus
dem Lande entfernt. Hätte nicht eine ſtarke Oppoſition dieſe
ſchändliche Maßnahme der Botha=Smuts=Regierung bekämpft
aber nicht etwa aus einer gewiſſen Deutſchfreundlichkeit heraus,
ſondern lediglich infolge der nüchternen Erkenntnis, daß Süd=
afrika
den weißen Siedler dringend braucht ſo wäre heute
das Mandatsſyſtem auch in Südweſt nur noch eine Farce.
So aber führen dort unten heute eine kleine Schar wackerer
Deutſche einen verzweifelten Kampf gegen den ſüdafrikaniſchen
Imperialismus und Nationalismus um die Aufrechterhaltung
ihres Rechts auf kulturellem, politiſchem und wirtſchaftlichem Ge=
biete
. Dieſer Kampf iſt umſo tragiſcher, als dieſe Anſiedler, die
ihrer neuen Heimat in Lieb und in Leid verbunden ſind, einer er=
drückenden
buriſchen Mehrheit gegenüberſtehen, die keineswegs
das moraliſche Recht für ſich beanſpruchen kann, als Kultur=
bringer
in Südweſt aufzutreten.
Hans Grimm, der vielgenannte Verfaſſer von Volk ohne
Raum hat in ſeinen Dreizehn Briefen aus Südweſt über die
ehemalige deutſche Kolonie in ihrer heutigen Geftalt berichtet;
dieſe Berichte ſind eine erſchütternde Klage und Anklage. Auch
gegen uns! Gewiß bedrückt uns eigene nationale Not, beſchäf=
tigen
uns ſchon ohnedies einer Fülle außen= und innenpolitiſcher
Probleme. Aber wir ſollten dennoch nicht vergeſſen, daß es ein
geiſtiges Deutſchland gibt, das über die ganze Welt ſich erſtreckt
und das ſich ſeiner deutſchen Heimat verbunden fühlt. Wir ſollten
wiſſen, daß dieſes Sichverbundenfühlen zu den Imponderabilien
gehört, auf denen England ſein Imperium aufgebaut hat. Und
darüber hinaus ſollten wir deſſen eingedenk ſein, daß das Kolo=
nialproblem
, die Verwirklichung des Mandatsgedankens eine
Frage von eminenter weltpolitiſcher Bedeutung iſt. Das haben
die britiſch=buriſchen Räuber längſt erkannt. Umſo nachdrücklicher
ergeht an uns die Mahnung: Vergeſſen wir unſere ehemaligen
Kolonien nicht!

Gamstag, den 1. Dezember, 198

Numiner 334

Der Reichstag zur Ehenot.

Aasſprache über die neue Eheſcheidungsreform und
das neue Familienrecht.

* Berlin, 30. Nob. (Eig. Bericht.)
Auf der Tagesordnung der Freitagsſitzung, die um 14 Uhr er=

öffnet wurde, ſtanden Anträge der Sozialdemokraten, Demokraten und
Kommuniſten über die Eheſcheidung, die Rechtsſtellung der Frau, die
Reform des Familienrechts und die Rechtsſtellung des außerehelichen
Kindes. Die Sozialdemokraten beantragten eine Aenderung der Vor=
ſchriften
über die Eheſcheidung dahin, daß die Eheſcheidung auch bei
Zerrüttung der ehelichen Verhältniſſe erfolgen kann. Das gleiche war
von den Demokraten beantragt. Alle drei Parteien verlangten ferner
Vorlegung eines Geſetzentwurfs über die Rechtsſtellung der Mutter
und ihres unehelichen Kindes, weiter einen Geſetzentwurf zur Reform
des Familienrechts, die der veränderten ſtaatsbürgerlichen und wirt=
ſchaftlichen
Stellung der Frau entſprechen.
Abg. Frau Pfülf (Soz.) begründete die ſozialdemokratiſchen An=
träge
. Man müſſe den Verhältniſſen des praktiſchen Lebens geſetz=
geberiſch
Rechnung tragen. Wenn man das Eheſcheidungsrecht nicht
lockern wolle, dan werde man einen wertvollen Teil des Volkes von
der Eheſchließung fernhalten. (Zuruf rechts: Woher wiſſen Sie denn
das alles? Sie ſind doch nicht verheiratet! Heiterkeit). Die Rednerin
weiſt darauf hin, daß ein Achtel aller in Deutſchland geborenen Kinder
unehelich ſeien, in Bayern ſogar 15,6 Prozent. (Hört! Hört!).
Das Haus unterbricht dann die Beratung, um die Abſtimmun=
gen
über die Mißtrauensanträge gegen den Reichsinnen=
miniſter
Sebering vorzunehmen. Es handelt ſich um einen deutſch=
nationalen
Antrag, der dem Reichsinnenminiſter das Vertrauen ent=

Vom Tage.

Der Arbeitgeberverband Nordweſt hat das vom 1. Dezember ab
monatlich kündbare Arbeitszeitabkommen vom 15. Dezember
1927 friſtgemäß gekündigt. Dieſer Schritt ſoll lediglich die formei=
len
, noch beſtehenden Hinderniſſe einer gleichzeitigen Neuregelung von
Lohn= und Arbeitszeit, mit der ſich beide Parteien in den Verhandlungen
der letzten Wochen ſchon einverſtanden erklärt hatten, aus dem Wege
räumen.

Zwiſchen Regierung und Parteien ſollten die am Dienstag einge=
leiteten
Verhandlungen über die nene Mehrheitsbil=
dung
im Reichstage am Freitag fortgeſetzt werden. Die angeſetzte Be=
ſprechung
iſt aber mit Rückſicht auf den Eiſenkonflikt abgeſagt und auf
einen ſpäteren Termin verſchoben worden.
Die Verhandlungen zwiſchen der Stadt Danzig und
der Republik Polen über die Kontingentierung der
Einfuhr von denjenigen Waren, die Einfuhrverboten unterliegen,
führten zu einer Einigung.
Der Abgeordnete Celmin, Mitglied der Partei der Bauernunion, hat
die neue eſtländiſche Regierung auf der Grundlage der
Koalition aller nichtſozialiſtiſchen Parteien gebildet. Balodis be=
hält
das Miniſterium des Auswärtigen. Der Juſtizminiſter, Freiherr
v. Düſterlohe, iſt Deutſcher.
Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Kriegs= und Revolutions=
rat
der Sowjetunion die einheitliche Kommando=
gewalt
in der Roten Armee eingeführt. Das Inſtitut
der politiſchen Kommiſſare, das ſeit dem Bürgerkrieg beſtand, wird ab=
geſchafft
.
Das Departements=Gericht von Belfort ver=
urteilte
den 28=jährigen badiſchen Staatsange=
hörigen
Joſef Steinbrunner, einen Schuhmacher aus Frei=
burg
i. B. wegen Spionage zu drei Jahren Gefängnis,
50 Franken Strafe und zehn Jahre Aufenthaltsverbot.

ziehen will, und um einen kommuniſtiſchen Antrag, der dem Miniſter
das Mißtrauen ausſpricht, weil ſeine Rede zur Techniſchen Nothilfe be=
wieſen
habe, daß dieſe arbeiterfeindliche Organiſation nicht aufgelöſt

werden ſolle. Beide Mißtrauensanträge werden abgelehnt.
Reichsjuſtizminiſter Koch=Weſer erklärte heute zur
Cheſcheidundungsvorlage, zerrüttete Ehen könnten, auch wenn die Sſchuild
eines Antragſtellers nicht feſtſteht, auf die Dauer nicht wider den Willen
der Beteiligten aufrecht erhalten bleiben. Die Löſung einer ſolchen Ehe
ſei aber heute entweder ganz unmöglich, oder ſie erfolge nur unter Ma=
nipulationen
, die für die Autprität der Richter entwürdigend ſeien. Er
habe deswegen auf Grund der Beſchlüſſe des Rechtsausſchuſſes des vori=
gen
Reichstages eine Vorlage ausarbeiten laſſen, die bis zur Vollendung
gediehen, aber dem Reuhskabinett woch nicht vorgelegt worden ſei. Eine
Vorlage wegen Neuordnung der Rechtsſtellung des unehelichen Kindes
werde dem Reichstag in den nächſten Tagen zugehen. Die Sicherung
der Rechtsſtellung der Frau ſei nach Anſicht des Miniſters am dringend=
ſten
auf dem Gebiete des ehelichen Güiterrechts. Die Beſtimmungen des
Buirgerlichen Geſetzbuches, die bei der Heirat den Mann zum Verwalter
des Vermögens ſeiner Frau machen, ſind nach Anſicht des AMbiniſters mit
den heutigen Anſchaungem nicht nehr verträglich. Eine Vorlage über
die Neuregelung dieſer Frage hoffe er in abſehbarer Zeit dem Reichstag
zugehen laſſen zu können. Auch ſonſt ſei die vorgeſehene Gleichſtellung
der Frau mit dem Manne nicht in allen Beziehungen erreicht. Verſchie=
dene
Geſetzesänderungen ſeien hierzu noch erforderlich.
Abg. Dr. Kahl (DV.P.) wies als Vorſitzender des Rechtsaus=
ſchuſſes
darauf hin, daß man einer abſoluten Gleichſtellung der unehe=
liehen
mit den ehelichen Kindern nicht zuſtimmen könne. Es könne nicht
hinweggeleugnek werden, ſo fährt der Redner fort, daß es in der Tat
eine ſchuldloſe Zerrüttung des ehelühen Verhältwiſſes gebe. Aus den
Tatſachen gehe unwiderleglich hervor, daß hier eine Kluft zwiſchen dem
Leben und dem Geſetz ſei. Zweifellos könne man von einer Ehenot
ſprechen. Bei Selbſthilfe durch Schaffung von Eheſcheidungsgründen
im Wege des Eh=bruchs werde das Gerichtsverfahren zur Komödie herab=
gewürdigt
. Trotz aller Einwände könne ſich der Reichstag ſeiner Ver=
pflichtung
zu einer Eheſcheidungsreform nicht entziehen. Das Dogma
von der Unauflösbarkeit der Ehe werde dadurch nicht berührt. Der
Redner empfiehlt der Regierung, ſelbſt einen einheitlichen Geſetzentwurf
vorzulegen.
Abg. Frau Arendſee (Komm.) wirft den Parteien vor, daß ſie
die Unjerwürfigkeit der Frau aufrecht erhalten wollten, damit ſie aus=
gebeutet
und unter politiſchem Einfluß gehalten werden kann.
Darauf wurden die Beratungen abgebcochen.
Des Haus vertagte die Weiterberatung auf Samstag, 13 Uhr.
Außerdem: Antrag auf Abſchaffung des zollfreien Gefrierfleiſchkontin=
gents
. Schluß nach 15 Uhr.

Slinkbomben u. Schreckſchüſſe in einer Berſammlung.

Frankfurt a. M., 30. November.
Als Auftakt zur Studententagung, die hier in den nächſten
Tagen ſtattfindet, war am Donnerstag abend eine Verſammlung
im großen Börſenſaal gedacht, in der Reichstagsabgeordneter
Dr. Cremer=Berlin über Diktatur und Parlamentarismus
ſprechen wollte. Die Ausführungen des Redners wurden durch
ſyſtematiſche Kundgebungen von nationalſozialiſtiſcher Seite
dauernd unterbrochen. Zwar wurden einige der Störenfriede
durch die Polizei aus dem Saale entfernt, doch konnte die Ver=
ſammlung
nicht programmäßig zu Ende geführt werden. Als
eine Stinkbombe geworfen und ein Schreckſchuß abgegeben wurde,
ſah ſich die Polizei, die mit einem großen Aufgebot erſchienen
war, gezwungen, den Saal zu räumen. Die Nationalſozialiſten
formierten ſich hierauf zu einem Zuge durch die Stadt.

Kundgebung des deutſchen Handwerks

Seine Nöke in ſteuerlicher und wirkſchaftlicher Hinſichk.

Berlin, 30. November.

Der Reichsverband des deutſchen Handwerks veranſtaltete
in Verbindung mit einer Tagung ſeines Großen Ausſchuſſes
heute im Hotel Prinz Albrecht einen parlamentariſchen Abend.
Unter den zahlreichen Gäſten ſah man Reichswirtſchaftsminiſter
Dr. Curtius, Reichsarbeitsminiſter Wiſſell, Miniſterialdirektor
Dr. Reichardt, den Reichskommiſſar für das Handwerk und das
Kleingewerbe, Vertreter verſchiedener Miniſterien, mehrere
Reichstags= und Landtagsabgeordnete, Vertreter der politiſchen
Parteien, der Tagespreſſe und der Spitzenverbände der Wirtſchaft.
Der Vorſitzende des Reichsverbandes des deutſchen Hand=
werks
, Derlien=Hannover, begrüßte die erſchienenen Ehren=
gäſte
und wies auf die Notwendigkeit einer beſſeren Berückſich=
tigung
handwerklicher Lebensintereſſen hin. Er gab der Hoff=
nung
Ausdruck, daß die in der Regierungserklärung vom 3. Juli
ds. Js. gegebene Zuſicherung nach größerer Beachtung des Ar=
tikels
164 der Reichsverfaſſung auch Erfüllung finden möge
Die Neuregelung der Reparationsverpflichtungen werde fün
lange Zeit hinaus die Richtlinien der deutſchen Wirtſchaftspoliti
feſtlegen. Das Handwerk müſſe fordern, daß auch Vertreter des
gewerblichen Mittelſtandes vor der Entſcheidung der Sachver=
ſtändigen
zu Worte kämen.
Generalſekretär Dr. Meuſch=Hannover ſprach zuerſt über
den dem Reichstag vorgelegten Entwurf einer Handwerksnovelle
Die Erwartungen, die das Handwerk an die Reichshandwerks
ordnung geknüpft habe, würden durch die Novelle zu einem er
heblichen Teile nicht erfüllt. Die Berufsvertretungen des Hand
werks ſeien entſchloſſen, mit den Berufsvertretungen von In
duſtrie und Handel gemeinſchaftlich im Wege der Verſtändigung
von Fall zu Fall Grenzſtreitigkeiten zu bereinigen. Was das
Verhältnis zu den Arbeitnehmern anlange, ſo ſei das Handwer
zur berufsſtändiſchen Gemeinſchaftsarbeit mit den Arbeitnehmerr
bereit. Das bedeute aber nicht die Zuſtimmung zu einer pari=
tätiſchen
Umgeſtaltung der Handwerkskammern.
Generalſekretär Hermann=Berlin, M.d. R.W. R., gab einet
Bericht über die Stellungnahme des Reichsverbandes des deut
ſchen Handwerks zu den wichtigſten geſetzgeberiſchen Vorlagen
auf dem Gebiete der Sozialpolitik.
Der Regierungsentwurf des Arbeitsſchutzgeſetzes werde von
deutſchen Handwerk grundſätzlich abgelehnt, weil ſeine Beſtim
mungen viel zu ſehr auf induſtrielle und großſtädtiſche Verhält
niſſe abgeſtellt ſind. Beim Berufsausbildungsgeſetz müſſe feſtge
halten werden an dem, was ſich in jahrzehntelanger Arbeit in
Handwerk und ſeinen Organiſationen als lebensfähig erwieſer
habe. Das deutſche Handwerk habe ſich ebenfalls für eine gründ
liche Reform des Schlichtungsweſens eingeſetzt und gebe den
tariflichen Schlichtungsweſen unbedingt den Vorzug, deſſen wei
teren Ausbau es empfehle. Die Errichtung einer zentralen Reichs
ſchiedsſtelle erſcheine als notwendig. Eine Zwangsbewirtſchaftun=
der
Löhne im ſeitherigen Stil ſei auf die Dauer für die deutſch
Wirtſchaft unerträglich.
Die Stellung des Handwerks zu den ſteuerpolitiſchen Frage
der Gegenwart behandelte unter dem Geſichtspunkt ihrer wirt
ſchäftspolitiſchen Auswirkung ſodann Syndikus Scherer
Dortmund. Unter Bezugnahme auf die Einkommenſteuernovell
vom 23. Juli d. J., die als verfehlt bezeichnet werden müſſe
ſei zu verlangen, daß die den Lohnſteuerpflichtigen zuteil gewor
dene Steuerſenkung auch den einkommenſteuerpflichtigen Gewer
betreibenden zuerkannt werde. Von großer Bedeutung ſei di
Reform der bisher den Ländern überlaſſenen Real=, einſchließlic
Hauszinsſteuergeſetzgebung. Für den Finanzausgleich habe die
beabſichtigte Neuregelung von dem Grundſatz auszugehen, di
finanziellen Lebensnotwendigkeiten, der öffentlichen Körperſchaf
ten mit der ſteuerlichen Leiſtungsfähigkeit der Bevölkerung in
Einklang zu bringen. Der Steuervereinheitlichung könne das
Handwerk nur unter der Vorausſetzung zuſtimmen, daß das Ge
ſetz zu einer Senkung der Realſteuern führe. Das Handwer
wünſche eine grundlegende Aenderung des Laſtenverhältniſſes it
der Gewerbeſteuer, mit der Maßgabe, daß durch den Ertrag höch
ſtens 50 v. H. des Geſamtaufkommens aufgebracht werden dürf=
Hinſichtlich der Gebäudeentſchuldungsſteuer ſei ein allmähliches
Abſenken der Steuerbelaſtung, mit dem Ziele möglichſt baldige
Beſeitigung zu erſtreben. Das Handwerk kämpfe letzten Endes
auf ſteuerlichem Gebiet um ſeine Wettbewerbsfähigkeit gegenübe
der Großwirtſchaft.

Derlien=Hannover ergriff ſpäter nochmals das Wort zu
Frage des Vergebungsweſens. Er betonte, daß nur die reichs
geſetzliche Einführung der Verdingungsordnung für Baulei
ſtungen den Mißſtänden abhelfen könne.

*Söhne.

Von Kaſimir Edſchmid.

Der Maler Fortuny, der einen berühmten Vater hatte, er=
zählte
von einem bekannten italieniſchen Juriſten, der ſeinen
Zuhörern ſagte: Die Söhne großer Männer ſind immer
Schwachköpfe. Sehen Sie ſich meine Söhne an. Dieſer Theſe
widerſprechen eine Menge Tatſachen, von Alexander dem Großen
bis zum jüngeren Dumas, aber, wenn man genauer hinſieht, gibt
es offenbar doch ein biologiſches Geſetz, das dem Juriſten dann
und wann recht gibt. Die Natur ſcheint eine Atempauſe nötig
zu haben, wenn ſie in einem einzigen Fall geiſtig zu verſchwen=
deriſch
geweſen iſt.
Komiſcherweiſe trifft das aber nicht zu, wenn es ſich um reine
Raſſenzüchtung handelt oder um die Züchtung von Geſchicklich=
keit
, die mit Genie nichts zu tun hat. Die berühmten Dynaſtien
von Seiltänzern, Zirkusleuten, Clowns und Handwerkern be=
weiſen
das. Ja, das Handwerkliche, das in früheren Epochen ſo
vollendet ausgebildet war, daß es in hohem Grade künſtleriſch
wurde, vererbte ſich damals in ſolcher Hochzüchtung, daß bedeu=
tende
Geſchlechter von Bildhauern und Malern daraus entſtan=
den
. Aber es gab wohl nie einen Sohn Grünewald, während
es immerhin einen Sohn Wagner gab. Das Genie ſcheint zer=
ſtöreriſch
für diejenigen zu ſein, die davon abſtammen, während
das ledigliche Talent der Veredelung fähig iſt.
Das Problem liegt bei den großen Perſönlichkeiten übrigens
auch anders als bei den edeln Gattungen von Pflanzen und
Tieren, mit denen faſt alles auf züchteriſchem Wege zu machen iſt.
Bei Hunden kann man die barockſten Dinge fertig bekommen.
Faſt alle Modehunde ſind genau ſo gezüchtet wie die Kleider=
moden
. Dabei ſtammen die Hunde vom Schakal ab, der mit
Windhunden, Bulldoggen, Pudeln und drahthaarigen Terriers
kaum eine äußerliche Verwandtſchaft hat. Bei Pferden ſieht man,
wie man ſogar Höchſtleiſtungen der Raſſe genau berechnen und
durchführen kann. Bekanntlich vererben ſich bei Pferden ſowohl
die guten als auch die ſchlechten Seiten. Man kreuzt die edlen
Tiere ſo, daß die Fehler verſchwinden müſſen, während die Vor=
trefflichkeiten
verſtärkt werden. Auf dieſe Weiſe kommen immer
wieder wundervolle Exemplare aus demſelben Blut. Auf die
Menſchen übertragen, ſtimmt dieſe Berechnung nur ganz teil=
weiſe
, auch wenn man nur die allgemeinen Raſſemerkmale be=
trachtet
. Auf das Reich des Genies ausgedehnt, wird dieſes
Experiment aber ſofort ſchon Unſinn. Der Menſch hat eben eine
Seele, die nicht zu berechnen, nicht zu kultivieren, ſondern ſo ſchön
wie furchtbar, ſo göttlich wie überlegen iſt: Man hat natürlich
ſchon öfter Experimente mit Menſchenzüchtung gemacht, hat kör=

perlich vollkommene und geiſtig vollkommene Menſchen ſich kreuzen
laſſen, aber das Reſultat waren fürchterliche Erſcheinungen.
Früher, als die Kaſten der menſchlichen Geſellſchaft ſtrenger
voneinander geſchieden waren, blieb die Tragödie der Söhne‟
mehr verborgen. Solange die Geburt in einer herrſchenden
Schicht allein ſchon Rang gab, ließ es ſich mit dem Nimbus eines
berühmten Namens als Sohn ſchon leben. Man weiß, daß es
gelegentlich ſogar irrſinnige Könige und merkwürdige Päpſte gab.
Auch in Zeiten ſehr hochſtehender und gefeſtigter Kultur ließ es
ſich leichter verbergen, wenn man ſtatt Genie nur Talent oder
Empfindſamkeit beſaß. Seitdem das Leben aber die Kaſten durch=
einandermiſcht
und wie unter einem Röntgenapparat alles durch=
ſichtig
macht, haben es die Söhne ſchwerer, weil es ihnen ſo
leicht wird. Ruhm iſt ein Kredit wie Geld. Das wußten ſchon
die Leute, die mit Viſitenkarten herumliefen, auf denen neveu
de Meverbeer ſtand. Sie ſuchten allerdings damals nur Ein=
tritt
in exkluſive Salons zu erhalten. Heute werden die Kinder
berühmter Väter förmlich gezwungen, eine öffentliche Rolle zu
ſpielen, was eigentlich fürchterlich iſt. Es iſt daher recht inter=
eſſant
, zu ſehen, wie ſie dem Ruhm aus dem Weg gehen oder
wie ſie ihn hinnehmen. Als Sohn des alten Chamberlain wie=
der
Staatsmann zu werden, war dem heutigen Chamberlain
am Anfang ſicher ſchwer geweſen und zeugt von Tapferkeit. Aber
die engliſche Geſchichte iſt an ſolchen Beiſpielen nicht arm. Ja,
man kennt ſogar Fälle, wo Töchter engliſcher Staatsmänner
dieſen Beruf übernommen haben. (Megan Lloyd George und
die Töchter Macdonalds.) Auffallend iſt, daß der Sohn Pain=
levés
Filmſchauſpieler geworden iſt. Dabei iſt zu bedenken, daß
Painlevé nicht nur ein bedeutender Politiker, ſondern der erſte
Mathematiker Frankreichs iſt. Aehnlich liegt es mit den Nach=
kommen
des Malers Renoir, die ebenfalls in der Welt des Films
ſtehen. Und der Sohn von Richard Strauß iſt Bankier. Die
künſtleriſche Tragödie der Söhne Richard Wagners und des
Malers Segantini zeigen, wie furchtbar es ſein muß, im gleichen
geiſtigen Beruf, aber nur als Talent, die Erbſchaft großer Namen
zu tragen. Ausgezeichnet iſt dagegen das Bild Rathenaus, der
nicht nur mit Würde und Kompetenz das wirtſchaftliche Erbe
ſeines Vaters übernahm, ſondern auch dieſen ſchon berühmten
Namen durch geiſtige und ſchöpferiſche Arbeit unſterblich machte.
Das ſind ſehr moderne Entwicklungen. Beſtimmt iſt es ſchwerer,
als Sohn eines in der geiſtigen Welt berühmten Vaters in eben
demſelben Geleiſe ſich auf die Dauer durchzuſetzen. Die großen
Namen der Väter öffnen den Kindern wohl alle Türen, nur nicht
diejenige einzige, die nur durch die eigene Berufung auf die
Dauer geöffnet werden kann. Dagegen ſcheint da3 koloſſal be=
wegte
tätige Leben heute bereit, tauſendfach die Kinder der
großen Talente aufzunehmen. Die Natur kann ſich hier erholen.

Die Söhne geiſtiger Führer ſollten Flieger, Brückenbauer und
Elektroingenieure werden das wäre ein ausgezeichneter Aus
gleich für die geiſtige Raſſe.

Stadtkirche.

Geſtern abend führte der Kirchengeſangverein für die Stadt
kirche unter der Leitung des Herrn Stadtorganiſten Studienrate=
W. Borngäſſer J. S. Bachs Trauer=Ode auf. Dafür gebühr
ihm Dank, denn obwohl eine Gelegenheitskompoſition, geſchaffet
zur Trauerfeier für die im Jahre 1727 verſtorbene, vom ganzel
evangeliſchen ſächſiſchen Volke verehrte Kurfürſtin Chriſtian
Eberhardine, iſt es doch ein hochbedeutſames Werk. Rezitatik
Arie und Chor mit Orcheſterbegleitung, über dieſe Formung h0
Bach eine Fülle edelſter Töne ausgegoſſen, Klänge voll tiefſte
Trauer bis zur tröſtenden Gewißheit der Erlöſung und des Wie
derſehens. Ueber dem ganzen Werke liegt der Geiſt der Matthäus
paſſion, im Schlußchor O Menſchenkind, du ſtirbeſt nicht, de
in breiter Ausdehnung das Werk abſchließt, findet ſich ſogar 1
Melodie und Tonart Anklang an die Alt=Arie Erbarme dich
mein Gott. Ganz wundervoll auch das Klingen der Glocken in
Orcheſter bei der Stelle Von hoch herab durchbebt‟. Das 1
Tonmalerei von geradezu ergreifender Wirkung. Von den vie
Arien iſt wohl die ſchönſte die für Alt mit dem Bratſchenſot
Getroſt! Erbarmen kam von Gott. Auch das Arioſo für Ba
Soweit der Himmel ſpannt ſein Zelt iſt von unmittelbare
Wirkung. Spröder ſcheinen uns zu ſein die eminent ſchwer
Sopran=Arie Hinweg, entflohn iſt Edens Friede und die Mie
hochliegenden Koloraturen ausgeſtattete Tenor=Arie Des ew 9e‟
Gottes Vaterhaus‟. Es intereſſiert vielleicht, zu hören, daß di
Dichtung der Ode von J. C. Gottſched iſt, der damals an be
Univerſität in Leipzig Vorlefungen hielt. Die dem Werk einge
fügten Choräle entſtammen Bach’ſchen Kantaten und ſind, Le
v. Ruſt ſinnvoll dem Werk eingefügt worden.
Die würdige Aufführung, die die Leiſtungsfähigkeit de‟
Kirchengeſangvereins für die Stadtkirche in ſchönſtem Lichte zeigte
ſah als Ausführende, und zwar in verdienſtlichſtem Maße. L"
Soliſten: die Damen Betty Aßmuth (Sopran), Mär.
Kuhn=Liebel (Alt) und die Herren Heinrich Landzette
(Tenor), Johannes Biſchoff (Baß), Ludwig Borngal!""
(Orgel) und Mitglieder des Landestheaterorcheſters. In de‟
Mitte des Werkes ließ man für eine Minute die Lichter ausgehe‟
und die Glocken läuten zum ſtillen Gedenken für die Totel=S
Kirche war vollbeſetzt und Werk und Aufführung verdienen.S
O.
baldige Wiederholung,

[ ][  ][ ]

Noch keine Verſtändigung im Eiſen=Kampf.
Die Ankernehmer mit der Vermikklung Severings vorbehalklich der Bekeiligung der Arbeiknehmer ein=
verſtanden
. Die Hirſch=Duncker’ſchen und die Chriſtlichen Gewerkſchaften zu einer vorbehalkloſen
Annahme eines Schiedsſpruches bereik. Die Zuſtimmung der Freien Gewerkſchaften ſtehl noch aus.
den, daß man nicht recht ſieht, wie er ſich darüber hinaus noch
*9ie Beißrechungen veim Ranzler. im Amte halten ſoll. Auch die ſozialdemokratiſchen
Gewerkſchaften werden ſich darüber klar fein, daß ein
Nein von ihnen das Ende des gegenwärtigen Kabinetts be=
Be Vermiſlang verkagt. Die Enlſcheidung liegt deutet. Gerade deswegen ſind ſie guch über den Vermittlungs=
verſuch
ſehr unglücklich geweſen. Der Kanzler hat die Courage
bei den Freien Gewerkſchafken.
gehabt, ohne den Gewerkſchaften einen Ton zu ſagen, die Ver=

Obwohl der Kanzler ſich mit Unterſtützung des Reichswirt=
ſchaftsminiſters
und des Reichsarbeitsminiſters den ganzen Frei=
tag
über ehrlich Mühe gegeben hat, eine Verſtändigung im
Eiſenkampf zuſtande zu bringen, iſt ihm ein voller Erfolg
bisher nicht beſchieden geweſen. Um das wichtigſte vorweg zu
nehmen, kann feſtgeſtellt werden, daß nach mehrſtündiger Bera=
tung
am Vormittag die Arbeitgeber ſich bereit er=
klärt
haben, eineen Schiedsſpruch des Reichs=
innenminiſters
Severing anzunehmen für den
Fall, daß auch die Arbeitnehmer damit einver=
ſtanden
wären. Darüber hat der Kanzler am Freitag
nachmittag mit den verſchiedenen Gruppen der Arbeitneh=
mer
ſich auseinandergefetzt. Hier hat er aber nur
erreicht, daß die Hirſch=Dunckerſchen und die Chriſt=
lichen
Gewerkſchaften ſich zu einer vorbehalt=
loſen
Annahme des Schiedsſpruches verſtanden,
während die ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaftsführer die Verant=
wortung
für eine ſolche folgenſchwere Entſcheidung nicht auf ſich
nehmen wollten, ſondern ſich dahinter zurückzogen, daß ſie nach
ihren Satzungen zunächſt ihren Gefamtvorſtand und ihre Revier=
konferenz
fragen müßten. Die Verhandlungen ſind dann abge=
brochen
worden. Das Kabinett hat getagt. Der Kanzler hat als
Parteigenoſſe den Gewerkſchaftsvertretern noch einmal zugeſetzt,
hat ſie aber nicht überzeugen können, ſo daß zuletzt nichts anderes
übrig blieb, als eine Vertagung bis Sonntag abend
vorzunehmen. Zum Sonntag wollen die ſozialdemokratiſchen Ge=
werkſchaften
ihre Inſtanzen einberufen und dann bis abends
8 Uhr telegraphiſch Beſcheid nach Berlin geben, ſo daß im gün=
ſtigſten
Fall am Montag die Verhandlungen beginnen könnten.
Im günſtigſten Fall. Ob er aber eintritt, iſt immer noch ungewiß.
Von allen Seiten wurde um die Verhandlungen der Schleier
der Vertraulichkeit gelegt. Begreiflicherweiſe, weil jedes vorzei=
tige
Wort nur ſchaden könnte. Offiziell iſt denn auch nur erklärt
worden, daß die ganzen Verhandlungen ſich nur um das Prinzip
einer Vermittlung drehten, nicht über den materiellen Inhalt
eines möglichen Schiedsſpruches. Vermutlich werden ſich die
Arbeitgeber vergewiſſert haben, daß der Schiedsſpruch, den ſie
von Herrn Severing zu erwarten haben, ſich im weſentlichen von
dem durch Herrn Wiſſell für verbindlich erklärten Schiedsſpruch
unterſcheidet. Sie haben darüber hinaus die Hoffnung, daß auch
die Frage der Arbeitszeit gleichzeitig geregelt und daß der neue
Schiedsſpruch für längere Zeit für verbindlich erklärt wird, damit
ſie dann endlich mit feſten Unkoſten kalkulieren können. Wenn
es zu einem Schiedsſeruch kommen ſollte, dann wird alſo anzu=
nehmen
ſein, daß er etwa in der Mitte liegt zwiſchen dem, was die
Arbeitgeber zuletzt geboten haben, und dem, was der erſte Schieds=
richter
bewilligen wollte. Die Entſcheidung liegt jetzt
alſoausſchließlich bei den ſozialdemokratiſchen
Gewerkſchaften, die unverkennbar in einer ſchwierigen
Lage ſind, nicht zuletzt deswegen, weil ihnen ihre Parteipreſſe
vorgepreſcht iſt, die wie der Vorwärts noch am Freitag
morgen ſich zu ſchweren Drohungen gegen die Arbeitgeber
verſtieg und ſie mit der Ankündigung eines Notgeſetzes mürbe
machen wollte. Dadurch iſt natürlich innerhalb der Freien Ge=
werkſchaften
die Neigung zur Nachgiebigkeit nicht ſonderlich groß,
zumal da gerade bei den Metallarbeitern auch heute noch die
Kommuniſten innerhalb der Gewerkſchaften eine große Rolle
ſpielen. Auf der anderen Seite aber handelt es ſich, wie die
Dinge nun gelaufen ſind, um eine
Preſtigefrage für den Reichskanzler
ſelbſt. Er hat die Zuſage der Arbeitgeber, er hat die Zu=
ſage
der chriſtlichen und Hirſch=Dunckerſchen Gewerkſchaften, nur
die Gewerkſchaften, die ihm politiſch naheſtehen, fehlen noch,
Kommt von der Seite her eine Abſage, dann iſt die ganze Ver=
mittlung
für ihn eine ſo ſchwere politiſche Niederlage gewor=

mittlung einzuleiten. Seine Parteifreunde haben ihm am Frei=
tag
nachmittag in ihrer Fraktionsſitzung gründlich den Kopf
waſchen wollen. Er iſt aber nicht erſchienen, weil er durch die
Vermittlungsaktion voll beſchäftigt war, ſo daß ſie alſo ihven
Aerger nicht abreagieren lonnten und nun vor der Zwangslage
ſtehen, entweder ihren eigenen Kanzler zu desavou=
ieren
, und damit gleichzeitig ihrem Parteigenoſ=
ſen
Severing, ſvenn ſie ihn als Schiedsrichter ab=
lehnen
, ein ſchweres Mißtrauensvotum auszu=
ſprechen
oder einen Schiedsſpruch zu ſchlucken,
der in jedem Fall eine Desavouierung des mit
dem Siegel des Arbeitsminiſters Wiſſell ver=
ſehenen
früheren Schiedsſpruches bedeutet.
Politiſch ſind ſie alſo in einer Sackgaſſe. Aber ſie werden hof=
fentlich
nicht aus ſolchen Rüchſichten die letzte Möglichkeit ſabo=
tieren
, die ſich vielleicht ergibt, um den ganzen Eiſenkampf in
kunzer Friſt zu beenden. Liegt ihre Zuſtimmung am Montag vor,
dann wird es wohl noch einige Tage dauern, bis das ganze Ver=
fahren
beendet iſt. Vorläufig denkt man noch daran, zunächſt die
Verhandlungen formell vor dem Regierungspräſidenten Berge=
mann
in Düſſeldorf weiterführen zu laſſen und zu ſehen, wieweit
eine Verſtändigung zwiſchen den Parteien unmittelbar möglich
iſt, um dann den Reſt, der noch übrig bleibt, durch Herrn Seve=
ring
ſchlichten zu laſſen, worüber dann noch mehrere Tage ver=
gehen
können. Aber auch Herr Severing ſcheint zu hoffen, daß
es möglich ſein wird, ſobald ſeine Aufgabe beginnt, die Arbeit in
den Betrieben ſofort wieder aufnehmen zu können, ſo daß alſo
der Schiedsſpruch ſelbſt der Wiedereröffnung der Werke nach=
folgen
würde.

*Differenzenum die Reparationsfrage
Keine Einigung innerhalb des Kabinekis? Gerüchte
um Reichsbankpräſidenk dr. Schachl.
Gerüchte, die ſchon ſeit einiger Zeit im Umlauf waren und
die davon wiſſen wollten, daß zwiſchendem Reichsbank=
präſidenten
Schacht und der Reichsregierung
in den Reparationsfragen ſtarke Gegenſätze be=
ſtünden
, haben jetzt leider ihren Weg in die Oeffentlichkeit ge=
funden
. Wir nehmen an, daß ſie von amtlicher Stelle dementiert
werden. Soweit wir wiſſen, können ſie auch dementiert werden.
Es iſt zwar richtig, daß innerhalb der Reichsregierung eine volle
Verſtändigung über die Taktik, die wir auf der Reparationskon=
ferenz
einzuſchlagen haben, noch nicht erzielt iſt. Wirtſchafts=
miniſterium
, Finanzminiſterium, Außenminiſterium und auch der
Reichsbankpräſident dürften darüber noch verſchiedener Meinung
ſein. Aber der Zweck der laufenden Vorbereitung innerhalb der
Reichsregierung iſt ja gerade, verſchiedene Auffaſſungen auszu=
gleichen
. In keinem Falle iſt es aber, jedenfalls nach unſeren Er=
kundigungen
, richtig, daß die Gegenſätze ſo ſchwerer Natur
wären, daß deswegen der Reichsbankpräſident die Führung der
deutſchen Delegation abgelehnt hätte. In keinem Fall iſt es auch
richtig, daß der Streit entſtanden wäre über den Höchſtbetrag
deſſen, was Deutſchland zahlen kann. Soweit ſind auch die Vor=
bereitungen
wohl kaum ſchon gediehen, daß dieſe Frage in den
Mittelpunkt gerückt iſt, da ſie wieder abhängig iſt von vielen
Vorfragen, nicht zuletzt auch von dem Gang der Sachverſtän=
digenberatungen
.

Die Trauerfeier für Admiral Scheer.
Leßke Grüße: Dem Sieger von Skagerral.
Weimar, 30. November.
Wegen der Beiſetzung des Admirals Scheer wehten ſeit den
frühen Morgenſtunden auf allen ſtaatlichen und ſtädtiſchen Ge=
bäuden
und vielen Privathäuſern die Fahnen halbmaſt. Unab=
läſſig
zog eine ſchweigende Menſchenmenge durch das Portal der
Kirche, in der einſt Gottfried Herder gepredigt hat, vorüber an
dem im hohen Chore aufgebahrten Sarg, den die alte Marine=
kriegsflagge
deckte und auf dem Admiralshut und Inſignien nie=
dergelegt
waren. Zu Füßen lag das Ordenskiſſen. Ringsum
war alles in Lorbeer und Grün vergraben. Unzählige ſchwarz=
weiß
=rote Schleifen von Marine=Vereinen, von Behörden, von
Kameraden trugen nur den einen Gruß: Dem Sieger von Sta=
gerrak
. Stahlhelmer und Marineangehörige hielten die Ehren=
wacht
. Mit den Mittagszügen trafen die letzten Trauergäſte ein.
Schließlich mußte die über 3000 Perſonen faſſende Herderkirche
wegen Ueberfüllung geſchloſſen werden. Als die trauernden An=
gehörigen
um 13.30 Uhr erſchienen, mußte ihnen durch den Wald
der Fahnen förmlich ein Weg gebahnt werden. Neben zahlreichen
Marinevereinigungen und Abordnungen des Stahlhelms, der
Jenaer Studentenverbindungen, der Militärvereine uſw., ſah
man die Kameraden des Verſtorbenen, darunter den Chef der
Marineleitung, Admiral Dr. e. h. Raeder, Offiziere des alten
Heeres, der Reichswehr, die thüringiſche Landesregierung uſw.
Während vor der Kirche die militäriſche Trauerparade, zwei
Kompagnien Infanterie, eine Schwadron und ein ſchwerer
M.=G.=Zug, Aufſtellung genommen hatten, begann in der Kirche
leiſes Orgelſpiel, währenddeſſen die
Abordnungen ihre Kränze am Harge niederlegken.
Darauf ſprach Marineſtationspſarrer Renneberger. Er ſtellte das
Führertum dieſes aus der Schule des Großadmirals v. Köſter
hervorgegangenen Flottenchefs allen anderen Tugenden voran.
Daraus erwachſe für ſeine Mitkämpfer und den Nachwuchs das
Gelöbnis zur Treue, getreu den hiſtoriſchen Flottenbefehlen des
Heimgegangenen. Nachdem der Geiſtliche der ſchweren Familien=
ſchickſale
gedacht und dem Verſtorbenen im Namen des deutſchen
Volkes noch einmal gedankt hatte, ſang ein Männerchor Goethes
Ueber allen Wipfeln iſt Ruhl. Mit Gebet und Segen und ge=
meinſamem
Geſang fand die Feier ihren Abſchluß. Nach der Feier
wurde der Sarg unter gedämpftem Trommelwirbel und den
Klängen eines Chorals zum Leichenwagen getragen, der mit
ſechs ſchwarzverhängten Pferden beſpannt war.
Die Trappen erwieſen dem Token die milikäriſchen
Ehren.
Dann ſetzte ſich der Zug unter Voranritt des Trompetenzugs des
Reiterregiments, gefolgt von den Ordensträgern, zur Friedhofs=
kapelle
in Bewegung. Hinter dem Leichenwagen, links und rechts
flankiert von Marineangehörigen, folgten die nächſten Anver=
wandten
des Admirals, hinter dieſen die Admiralität und die
Generalität, die Vertreter der Behörde, Abordnungen und Ver=
bände
. Trotz des ſtrömenden Regens umſäumte eine große Men=
ſchenmenge
die Straßen bis zur Friedhofskapelle. Die Einſeg=
nung
des Entſchlafenen in der Friedhofskapelle nahm Pfarrer
Wehrich=Weimar vor. Er widmete Admiral Scheer als Weimarer
Bürger herzliche Abſchiedsworte. Nach Gebet und Segen wurde
die irdiſche Hülle des Admirals unter den Klängen des Liedes
vom guten Kameraden dem Feuer übergeben, während die auf=
geſtellte
Infanteriekompagnie eine Ehrenfalve abgab. Als Ver=
treter
der Reichsregierung war der Chef der Marineleitung, Ad=
miral
Dr. e. h. Raeder, bei der Trauerfeier anweſend.
Zwiſchen Hugenbeig und Graf Beſtarp.
* Berlin, 30. Nov. (Priv.=Tel.)
Am Ende der kommenden Woche treten die Parteiinſtanzen
der Deutſchnationalen Volkspartei zuſammen, um durch Ergän=
zung
des Parteivorſtandes nach der perſonellen Seite hin zu zei=
gen
, wie weit der neue Parteiführer ſich durchgeſetzt hat. Als
Auftakt dazu darf man vielleicht eine Wahl innerhalb der Reichs=
tagsfraktion
der Deutſchnationalen zum außenpolitiſchen Aus=
ſchuß
anſehen, bei der Graf Weſtarp und Lindeiner=Wildau mit
großer Mehrheit gewählt wurden, während der Abg. Quaatz, der
als beſonderer Vertrauensmann Hugenbergs gilt, ausfiel, woraus
zu ſchließen wäre, daß die deutſchnationale Fraktion nach wie
vor hinter dem Grafen Weſtarp ſteht.

Zur Aufführung von Hagens Schöpfung.
Erſt in ſpätem Lebensalter hat Haydn durch ſeine beiden
herrlichen Oratorien, die Schöpſung und die Jahreszeiten, die
Gattung des Konzert=Oratoriums reformiert und in neze Bah=
nen
gelenkt. Sind ſeine früheren Oratorien, wie die Rückkehr
des Tobias nach italieniſchem Muſter faſt ganz auf Sologeſang
eingeſtellt, alſo eine ſtändige Folge von Rezitativen und Arien,
ſo wird ein Umſchwung in ihm hervorgerufen durch das Ken=
nenlernen
Händel’ſcher Oratorien, die er ſowohl in Wien im
Hauſe des Baron van Swieten als auch in London hörte. Aber
Haydn ahmt durchaus nicht nur Händel in der großen Kompakt=
heit
der Chorſzenen, in der Rückſicht auf den dramatiſchen Fort=
gang
nach, ſondern er gibt Neues durch die für die damalige Zeit
ungeheure Beweglichkeit ſeiner Formgebung und die Kunſt, Solo
und Chor miteinander zu verſchmelzen. Zu dem großen Erfolg
der Haydn’ſchen Werke hat viel dazu beigetragen, daß ihm außer=
ordentlich
günſtige Texte zur Verfügung ſtanden, die ſeiner Gabe,
ſcharf und charakteriſtiſch zu zeichnen und Naturſtimmungen wie
Empfindungen eindeutig muſikaliſch wiederzugeben, reichſtes
Material boten.
Als Symphoniker erſten Ranges läßt Haydn dem Orcheſter
einen beſonders großen Anteil an der Charakteriſierung, ſo daß
ſchon die Inſtrumentaleinteilung der Schöpfung, die das Chaos
darſtellt, zu ſeinen genialſten Gedanken gehört. Und nun die
wundervolle Plaſtik, mit der das Entſtehen des Lichtes dargeſtellt
wird, der Schrecken der böſen Dämonen und der Sieg der neuen
göttlichen Weltordnung. Zwiſchen die eigentliche Schöpfungs=
geſchichte
, die voll von reizvollen Einzelepiſoden und Tonmale=
reien
iſt, ſchiebt Hahdn die Lob= und Dankgeſänge der himm=
liſchen
Heerſcharen ein, die in echt barocker Muſizierfreudigkeit
und heller Glanzentfaltung ſingen. Unter den Tonmalereien
tihn man zwei Gattungen ſcharf unterſcheiden, die, wo eine Be=
Degung oder ein Geräuſch unmittelbar nachgeghmt werden, wie
das Springen des Tigers, der ungeſtüme Lauf des Hirſches, das
Galoppieren des Pferdes und das Brüllen des Löwen, und die
andere, die mehr verſinnbildlicht und übertragene Werte benutzt,
wie die Darſtellung der Regentropfen, der Schneeflocken, der
Weereswogen, des breiten Stromes, des rieſelnden Baches oder
De der weidenden Herde durch eine Flötenmelodie des Hirten,
Intereſſant iſt es, daß Haydn in der Schöpfung faſt immer zuerſt
Die beſchreibende Tonmalerei des Orcheſters und dann erſt den
Döugehörigen rezitativiſchen Text bringt, ſo daß der Hörer ſelbſt=
katg
, erſt die Inſtrumentalmuſik zu deuten verſuchen muß und
Sonn erſt dieſe Deutung beſtätigt bekommt.
Nachdem ſich in den zwei erſten Teilen des Oratoriums die
Eigentliche Schöpfungsgeſchichte vollzogen hat, zeigt uns der dritte

das Paradies mit den erſten Menſchen, eine Idylle von ganz be=
ſonderer
Liebenswürdigkeit und Friſche. Ein anderer Komponiſt
als gerade Haydn wäre an dieſer Aufgabe, die ſo gar kein Ge=
ſchehen
mehr bietet nach der reich bewegten Handlung der ande=
ren
Teile, unbedingt geſcheitert. Haydn gelingt es, durchaus auf
der Höhe zu bleiben, ja die beiden großformigen Duette, deren
erſtes mit Chor durchſetzt iſt, noch zu einem beſonderen muſikali=
ſchen
Höhepunkt zu geſtalten. Selten wurde ein Werk von An=
fang
an mit ſolchem Enthuſiasmus aufgenommen wie die Schöp=
fung
, ſelten hat es ſo lange unumſtritten im Konzertſaal ge=
herrſcht
. Auch als Vorbild hat es für unendlich viele andere
Oratorien gedient, und ſelbſt hochromantiſche Werke, wie Schu=
manns
Paradies und Peri, ſind nicht ohne dieſen Einfluß
denkbar. Was das Werk immer wieder ſo anziehend und reich
macht, iſt die Verbindung naivſter und naturfroheſter Melodie=
ſeligkeit
mit feinſtem und gewählteſtem Ausdruck, dabei eine ſtau=
nenswerte
Sicherheit im Formen und Geſtalten. Intereſſant iſt,
was Haydn ſelbſt nach den Notizen bei Grieſinger, ſeinem erſten
Biographen, über die Zeit der Kompoſition erzählt. Er ſpricht
von den großen Anſtrengungen, die ihn das Werk gekoſtet hat,
und ſagt: Erſt als ich zur Hälfte in meiner Kompoſition vor=
gerückt
war, merkte ich, daß ſie geraten wäre; ich war auch nie ſo
fromm als während der Zeit, da ich an der Schöpfung arbeitete,
täglich fiel ich auf meine Knie nieder und bat Gott, daß er mir
Kraft zur glücklichen Ausführung dieſes Werkes verleihen möchte.
So ſoll die Aufführung des herrlichen Oratoriums ein Feſt
für Mitwirkende und Zuhörer werden, denn wo zwiſchen neueren
und neueſten Werken auch die großen Tondichtungen Händels
und Haydns zur Aufführung gelangen und mit Anteilnahme ge=
hört
werden, da iſt es gut um das Muſikleben beſtellt, da ſind
geſunde Wurzeln vorhanden.
Friedrich Noack.

Schuberklieder=Zyklus Die ſchöne Müllerin.
Es war im Jahre 1823, das durch mancherlei Krankheiten, Miß=
erfolge
und Enttäuſchungen für Schubert zu einem rechten Leidensjahr
wurde, als er bei ſeinem Freunde Randhartinger ein Büchlein Gedichte
des Deſſauer Profeſſors Wilhelm Müller fand. Darin blätternd, fand
er den Zyklus Die ſchöne Müllerin, der ihn ſo intereſſierte und als
ein dem ſeinen ähnlichen Geſchick ergriff, daß er das Bändchen einſteckte,
nach Hauſe eilte und ſofort mit der Vertonung begann. Am nächſten
Tage findet Randhartinger ſein Buch nicht, geht zu Schubert, fragt den
und erbält tie Antwort: Ich hab mir geſtern das Büchl da eingeſteckt
das Ding hat mir gefallen. Ich komponiere die Sachen, drei Lieder
hab ich ſchon fertig. Zwar ging es nicht im gleichen Tempo weiter,
während der Arbeit wuchs die Kritik des Meiſters an der Dichtung;
fünf Lieder des Byklus ließ er weg, einige ſtellte er um, in einigen

Kleinigkeiten änderte er den Text, jedesmal feinfühlig einen noch ge=
wählteren
Ausdruck findend.
Beethoven hatte in ſeinem Liederkreis an die entfernte Geliebte‟
erſtmalig Lieder zykliſch zuſammengefaßt, ja er hatte ſie durch Ueber=
leitungen
völlig miteinander verbunden. Auf dieſes Mittel verzichtete
Schubert ſchon wegen der großen Zahl der Lieder, und ſtellt eine ge=
ſchloſſene
Form neben die andere. Was gerade dieſen Zyklus ſo eigen=
artig
und reizvoll macht, iſt der Umſtand, daß nirgends Schubert eine
ſo hervorragende Syntheſe zwiſchen volkstümlicher Melodik, ja Volks=
liednähe
und tiefſtem ſeeliſchen Ausdruck gefunden hat. Eine ſtändige
Naturnähe vexſetzt den Hörer überall in die Landſchaft, er erlebt durch
das Plätſchern und Rauſchen des Baches, durch die Andeutung der
Landſchaft, durch die Jagdhornklänge und das Klappern und Stampfen
der Mühle an Ort und Stelle die Geſchicke des M.illerburſchen mit, die
in einem abwechſlungsreichen Auf= und Abwogen der Empfindung zu
einem unendlich fein und zart gemalten, pſychologiſch vertieften Seelen=
gemälde
geſtaltet werden. Bis zur größten Leidenſchaftlichkeit ſteigert
ſich mehrfach das innere Geſchehen, herrlich werden nach der objektiv
frohen Einleitung die Stadien der erwachenden Liebe und Erwartung,
die Seligkeit der erwiderten Liebe, die auftauchende Eiferſucht, die Ver=
zweiflung
über die Untreue der Müllerin und der Abſchied vom Leben
herausgearbeitet. Ueberall ſingt es und klingt es, und auch das Ende
des Zyklus iſt verſöhnend, das Wiegenlied des Baches läßt den Unglück=
lichen
zur Ruhe kommen. Noch verklärt eine aus dem Herzen kommende
Sonnigkeit den Zyklus als Ganzes, noch verſenkt ſich Schubert nicht der=
art
in den Schmerz, daß er letzter Konſequenzen fähig wäre, die er ſpä=
ter
in der Winterreiſe, in den Heineliedern des Schwanengeſangs ge=
zogen
hat. Darum haben gerade die Lieder aus dem Zyklus Die ſchöne
Müllerin in die Herzen aller Muſikfreunde gefunden, und darum iſt
ihre vollſtändige Aufführung in der Zeit des Schubertgedenkens beſon=
Friedrich Noack.
ders berechtigt.
Dr. Herbert Nette, Grundſtock einer Bibliothek. Folbwang=Auriga=
Verlag, Friedrichsſegen, Lahn. Ein Handbuch, in dem für ebildete
Leſer an einem Beiſpiel gezeigt wird, wie es möglich iſt, ſich eine
Bibliothek zu ſchaffen, mit der man wirklich leſen, arbeitem und leben
kann. Der Verfaſſer hat mit mehreren Mitarbeitern ein Material zu=
ſammengeſtellt
, das zur beſten deutſchen Verlagsarbeit gehört und die
Gebiete Länder= und Völkerkunde, Geiſtes= und Religionsgeſchichte und
Natur umfaßt. Allein die Auswahl und Beſprechung von etwa 400 wert=
vollen
Bänden bedeutet für jeden Leſer, der ſich auf dieſen Gebieten
orientieren will, eine außerordentliche Arbeitserſparnis. Darüber
hinaus iſt weſentlich, daß hier wenig Meinungen, aber viel Tatſachen
und Quellen gezeigt werden. Haben wir z. B. in der Schule gelernt,
daß in einem beſtimmten Jahr (merkwürdig, daß die Stunde fehlt) das
Oſtrömiſche Reich unterging, ſo regt dagegen das vorliegende Buch an
zu fragen, welche Faktoren damals ein ſolches Reich bildeten, von welcher
Wirtſchaft, welcher Finanzierung, mit welcher Ideologie es lebte; am
Ende kann man finden, daß es nebenſächlich war, was mit dieſem
Reich unterging und daß andere Tatſachen zu betonen wären. Das

Dr. Penker

[ ][  ][ ]

Mae

Nan4

Puppenwagen
mit Verdeck

in denkbar größter Auswahl!

Beite 4

Samstag, den 1. Dezember 1928

Nummer 334

Erleichterungen beim Sonder=
gebäudeſteuergeſetz
.
Schleßberakung des heſſiſchen Skellenplanes.
Der heſſiſche Finanzausſchuß erledigte geſtern den Stellenplan auch
in zweiter Leſung mit einigen kleinen Aenderungen. Er trat ſodann in
die Veratung des Sondergebäudeſteuergeſetzes ein, zu dem Abg. Beſt
Anträge eingebracht hatte, die abgelehnt wurden. Annahme fand da=
gegen
u. a. ein Zentrumsantrag, wonach der Artikel 15 folgende neue
Faſſung erhält:
1. Steuerpflichtige, bei denen die Erhebung der Sondergebäudeſteuer
aus Gründen, die nicht in dem Steuergegenſtand liegen, eine be=
ſondere
Härte bedeuten würde, durch die Bezirksfürſorgeverbände
zu unterſtützen ſind. Die Unterſtützung kann insbeſondere gewährt
tverden:
a) ſoweit die Steuerpflichtigen und die ihren Haushalt teilen=
den
Familienangehörigen zuſammen nachweisbar einen Arbeitslohn
oder ſonſtige Einnahmen von nicht mehr als 1300 MM. beziehen.
Sind neben dem Steuerpflichtigen und ſeiner Ehefrau andere Fami=
lienangehörige
vorhanden, ſo erhöhen ſich die 1300 RM. für jeden
dieſer Familienangehörigen um je 100 RM.;
b) ſofern Sozialrentner, Kleinrentner, Kriegsbeſchädigte, Kriegs=
hinterbliebene
, die eine öffentliche Unterſtützung erhalten oder eine
Zuſatzrente beziehen, oder Erwerbsloſe oder andere bedürftige Per=
ſonen
namentlich hinderreiche Familien ſteuerpflichtig ſind.
2. Die vorſtehenden Vorſchriften gelten entſprechend für hilfsbedürf=
tige
Perſonen (Mieter und ſonſtige Nutzungsberechtigte), die dauernd
oder vorübergehend die Miete, ſoweit ſie durch die Sondergebäude=
ſteuer
bedingt iſt, nicht tragen und eine entſprechende Wohnungs=
änderung
nicht vornehmen können.
3. Die zur Durchführung der Vorſchriften des Abſ. 1 und 2 notwen=
digen
, für die Bezirksfürſorgeverbände verbindlichen Beſtimmungen
ſind von dem Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft im Einvernehmen

mit dem Miniſter der Finanzen erlaſſen und dem Fiwanzausſchuß
des Landtages mitzuteilen.
4. Aus dem Aufkommen der Sondergebäudeſteuer ſind dem Miniſter
für Arbeit und Wirtſchaft 12 v. H. der veranlagten Sondergebäude=
ſteuer
zu überweiſen, um den Fürſorgeberbänden die Koſten, die
ihnen gemäß Abſ. 1 bis 3 erwachſen, decken zu helfen; die Ver=
minderung
des Steuerſolls durch Ausfälle iſt mit 4,3 v. H. des
Solls zu berückſichtigen.
Annahme fand ebenfalls ein neuer Regierungsvorſchlag zu den
Artikeln 7 und 9. Danach ſoll es im Artikel 7 heißen:
(3) Bei Grundſtücken, die am 31. Dezember 1918 entweder un=
belaſtet
waren oder deren dingliche privatrechtliche Belaſtung nicht
mehr als 30 v. H. des Friedenswertes (Artikel 2) betrug, iſt der Be=
trag
der Steuer auf Antrag des Eigentümers ſo weit herabzuſetzen,
daß er einſchließlich der Steuer nach Art. 13 dieſes Geſetzes
bei unbelaſteten Grundſtücken 0,60 v. H. des Friedenswertes,
bei einer Belaſtung bis zu 10 v. H. des Friedenswertes 0,85 v. H.
des Friedenswertes,
bei einer Belaſtung bis zu 20 v. H. des Friedenswertes 1,10 v. H.
des Friedenswertes,
bei einer Belaſtung bis zu 30 v. H. des Friedenswertes 1,35 v. H.
des Friedenswertes
ausmacht.
Der Artikel 9, Abſatz 1, erhält folgende Faſſung:
Wenn nicht nach anderen Vorſchriften dieſes Geſetzes eine weiter=
gehende
Steuerermäßigung zuläſſig iſt, ermäßigt ſich die Steuer,
ſowei, ſie euf die Wohnzwecken dienenden Grundſtück3teile entfällt:
um 40 v. H., wenn der ungekürzte Friedenswert der ihr unter=
liegenden
Gegenſtände für denſelben Steuerpflichtigen zuſam=
men
höchſtens 4000 Mk. beträgt,
um 20 v. H., wenn dieſer Wert mehr als 4000 Mark und höchſtens
6000 Mark beträgt.
Bei Ermittlung dieſer Wertgrenzen ſind die gewerblichen Zwecken
dienenden Grundſtücksteile nicht zu berückſichtigen, falls der ungekürzte
Geſamtfriedenswert den Betrag von 12000 Mark nicht überſteigt.
Die Regierungsvorlage wird in erſter und zweiter Leſung erledigt.

Der zweite

des heſſiſchen Landtags beriet geſtern zunächſt über einen von dem
Abg. Kaul (Soz.) geſtellten Antrag zum Gewerbeſchulgeſetz, das be=
kanntlich
bereits in zweiter Leſung erledigt war. Dieſer Antrag wünſcht
die Heranziehung aller Gemeinden, die Schüler in die Anſtalten ſchicken,
zu den Koſten. Nach längerer Ausſprache über die prinzipielle Frage
wurde der Antrag zurückgezogen. Die Regierung wurde erſucht, dem=
nächſt
eine beſondere Vorlage zu machen, in der die glei he Frage auch
inbezug auf die höheren Schulen behandelt werden ſoll.
Der Ausſchuß ſetzte ſodann die Beratung über das Kirchenſteuer=
geſetz
fort. Die ſtrittigen Punkte wurden beſprochen. Es konnte eine
Reihe von Anſtänden beſeitigt werden. Für einige Artikel wurde
von der Regierung nochmalige Prüfung und eine neue Formulierung
zugeſagt, ſo daß die zweite Leſung nicht ſtattfinden konnte. Dieſe wird
vorausſichtlich Ende nächſter Woche nachgeholt werden.
Polikiſche Schießerei in Borms.
Worms, 30. November.
Am 28. November fand um 8 Uhr abends im Mozarkſaal des
Städtiſchen Spiel= und Feſthauſes eine öffentlähe Verſammlung der
Nctionalſozialiſtiſchen Deutſchen Anbeiterpartei ſtatt, in der Stadtver=
ordneter
Holz au3 Nürnberg über den Untergang des Mittelſtandes
ſprach. Nach Schluß der Verſammlung entwickelte ſich im Saal eine
Schlägerei, die durch das Eingreifen der anweſenden Polizeibeamten=
ſehaft
im Keime erſtickt wurde. Auch vor dem Lokal wurde die Straße
zum Abtransport der auswärtigen Teilnehmer geräumt. Nach Abfahrt
eines Laſtkraftwagens mit 40 uniformierten Nationalſozialiſten der
Orisgruppe Frankenthal wurde dieſes Auto in der Mitte und am Aus=
gang
der Stadt von Parteigegnern mit Steinen beworfen; auch wurde
von beiden Seiten geſhoſſen. Eine Durchſuchung der auf dem Laſt=
braftwagen
befindlichen Teilnehmes am Ausgang der Stadt förderte
zahlreiche Schuß=, Stich= und Hiebtvaffen zutage. Da ſich auch hier noch
eine Anzahl Gegner eingefunden hatte, wurde der Laſtkraftwagen burch
Polizeiſtreifen bis über die Grenze befördert. Verletzungen ernſter
Natur ſind bis jetr niht bekannt geſorden,

den &nenel!
Weingroßhandtung
DARMSTAPT
Wir empfehl
SODNEINE
offen und in Flaschen: (19398
Spanischer Rot- und Weiänein von A. 110
pr0 Liter an, Vorzllslicher Trschwein!
Tarragona, halhsüd .. . H. 1.40 pro Liter
Helaga, gold u. dunkel H. 1.70 pro Liter
Hoscatel Superiar .... M. 1.80 pro Liter
Läerimae Christl . . . . . H. 2.Pro Liter
Reiche Auswahl in Südweinen.
Billigste Preise.
Lieferung von 5 Flaschen an frei Haus.
Spanische Weinhalle
Karlstrasse 58.
Zur Stadt Malaga
Niederramstädterstasse 14.

TAL
a l ler Hrt
Feilzahlung auf Wunsch
Kiesstr. 34
Ecke Hochstr
Pelz-Spezial- Haus Schlitt
Benar u Umänd. schnellst 13656a

Empfehle von 194

EcherU
Hammelfleiſch

n kochen
per Pfund
zum braten
alle Stücke

g mit Zunge

Hammelsköpfe . .. Stück 1.00
Kopffleiſch .... . Pfund 608
Soſeph Paulg
Karlſtraße 66 Teleph. 2928

(TV. 19226
Allen an
Lupus, Flechken u. Beinleiden
bisher erfolglos behandelten Leiden=
den
wird der Nachweis erbracht, geſtützt
auf die Anerkennung med. wiſſenſchaftl.
Autoritäten des In= u. Auslandes, daß
dieſe Kranken durch unſer Spezialheil=
verfahren
in kurzer Zeit geheilt werden
können. Den Leidenden wird durch
Unterlagen bewieſen, daß der Erfolg in
der kurzen Behandlungsdauer liegt.
Reform-Ambulakorium
Darmſtadt, Landwehrſtraße 15, I.
Sprechſtunden von 912 und 36 Uhr.

Auffallend sind
die siredn Onsmaßt, dien bisſigen Bariin

unserer

Kino, viele Aus-

Pappeng 20 Teddy-Bären 1 95 Bilder-Bau-M
Herullels zum
führungen 295 I.,10 eekleiget 0.00 Plüsch. 32em la4u kasten 0.30 Aukz. 195 0.05

Celluloid-Babys

Haufläden
5.50, 3.95, 2.95, 1.n73, 0.95
Küchen
eingerichtet 395, 295, 1.95, 0.90
Ställe
6.50, 495, 3,50, 2.50, I.50 0.30
Festungen

5.90, 3.95, 2.50
in au Größen, anfgd Uud0 Dampk-Maschinen
5.50, 3.95, 2.50, I./0
Eisenbahnen
650, 4.50, 2.90, I.95, 1.25, 0.00
Baukasten
295, I.95, 0.95, 0.50, 0.25
Handwerhs-Kasten
.... 050
1.95. 0.95, 0.50, 0.45
Hegel-Spfele
1.95, 1.25, 0.95, 075, 0.30
Modelle
1.95, 1.25, 0.95, 0.50, 0.25
Nähkasten, leer od. gefällt
4.50, 2,75, 1.95, 1.25, 0.10
Kaffee-Service
Holzpferde
1.90, 095, 0.60, 0.25
Stüek 0n75. 050 0.c0
Kugel-Gelenkpuppe
60 cm, mit Schlafaugen und
Wimpern . . . . . . .
195
Mensch ärgere Dich nicht
1.95, 095, 0.45
Gesellschafts-Spfele
1.50, 0.95. 0.50, 0.45

Puppenherde
Stück . . 1.50, 0 9:

Trommeln
Stück

Puppenkönfe
Gellloigk 125, 075, 0.d0

Schaukelpferde
Stück . . 9.75, 8.95 4,4

WANDEHER

Dieses elesante Einzylinder-Motorad,
des als glänzender Berssteiser
bekannt ist und auf dem Sie
die Ebene im Schnellzusstempo
durcheilen, it -obwohl abemals
verstärkt
volkemnen

steuerfrei und führerscheinfrel
zunai
Das Modell ist bis zür Grenze den
Steuer- und fültrerscheinfreikeit.
auagebaut und sofort lieſerbsr,
aich auf längere Rdfrätalluns

Verkauf durch:
9. Donges & Wiest, Darmstadt,

Grafenstraße 43/45

II. Dr. 6275

Amtos
z. Aufzieh. 1,50, 0.95

BiMtarbüsen
Jarsssristen
Märganbücher
(19420

TOA
Ludwigstraße 14
Darmstadt
Auch nach auswärts werden alle Waren kostenlos mittels Auto vergand

Geschenke von hleibendem Wert
sind stets oine
witlkommene Weihnachtsgabe
(19395b
Schmuck aller Art
Armband- u. Taschenuhren
Geräte in Silber u. versilbert
Bestecke in Silber u, versilbert
Patenlöffel usw.

E. Fischer

Kirchstraße 27, Ecke Scnulstraße

Fernruf 4211

Kaufen Sie jeht ſchon

Wir ſtellen bei kleiner Anzahlung zurück!
Jetzt können Sie Ihre Wahl noch in Ruhe treffen!
Bei uns finden Sie alle Artikel der Korbwaren=, Bürſten
und Beſenbranche, Mops, Putztücher, Fenſterleder, Bohne
uſw. Korbſeſſel mit niedriger und mit hoher Lehne, Tiſch
Blumenkrippen, Wäſchetruhen, Nähſtänder, Kinderſeſſe
Liegeſtühle, garnierte und ungarnierte Nähkörbe und Kal
ſetten, Puppenſeſſel Einkaufskörbe, Baſttaſchen, Baſtkorb
uſw., alles in beſter Ausführung und billig.
Beſichtigen Sie bitte unverbindlich unſer reichhaltiges Lagel
Sie finden ſicher das eine oder andere, das Ihren
Beifall findet. Teilzahlung geſtattet. (19404)
Mädenheſchäfkigengsnereig e. V.. Darmſted!
Karlſtraße 21. Aufmerkſame Bedienung.

Sannir
Ketten für alle Auto
Bereifung
Abin Schurig
Darmstadt
Hügelstr. 89, Ecke Lauc
graf-Philipp-Anlage

[ ][  ][ ]

Aus der Landeshauptſiadt.

Darmſtadt, 1. Dezember.
Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: Sonntag bis Freitag,
vormittags 11 und 11,30 Uhr. Samstag geſchloſſen.
Heſſiſches Landestheater. Heute gelangt im Großen Haus Nico=
lais
Oper Die luſtigen Weiber von Winſſor als Vor=
ſtellung
der Miete K (Bühnenvolksbund) unter muſikaliſcher Leitung
von Max Rudolf zur Aufführnug. Begin: 19½ Uhr. Im Kleinen
Haus finder eine Wieberholung der Komödien von Cnrt Goetz Die
tote Tante und andere Begebenheiten in der Inſzenie=
rung
bon Rolf Abrconczyks ſratt. Dieſe Vorſtellung iſt der Zuſatz=
miete
III zugeteilt und beginnt um 19½ Uhr.
Lohengrin mit Anny von Stoſch, Elſa Varena, Hans Grahi,
Johanmes Biſckhoff, Theo Herrmann und Carl Evert=Beher in den Haupt=
rollen
geht morgen Sonntag als Vorſtellung der Heſſenlandmiete I
unter muſikaliſcher Leitung von Max Rudolf in Szene. Beginn:
14½9 Uhr. Morgen Sonntag abend findet im Großen Haus eine
Wiederholung des Prozeß Mary Dugan in der Beſetzung der
Erſtauffuhrung ſtatt. Dieſe Vorſtellung iſt der Heſſenlandmiete III zu=
geteilt
und beginnt pünktlichſt um 20 Uhr.
Im Kleinen Haus ſpricht Wilhelm Michel morgen Sonntag, vor=
mittags
11½ Uhr, über das Thema Der Triumph des Gegen=
ſpiels

Candida ven Bernhard Shaſ mit Charlotte Joſt=Jaeke, Beſſie
Hoffart, Hans Baumeiſter, Carl Ebert, Werner Finck und Bernhard
Minetti gelangt Dienstag, den 2. Dezember, als Vorſtellung der Miete I.
um 20 Uhr im Kleinen Haus zur Wiederholung.
Kammerſängerin Nanuy Larſen=Todſen wurde eingeladen,
im Frühjahr dieſes Jahres ein mehrere Abende umfaſſendes Gaſtſpiel
an der Mailände= Srala zu abſolvieren. Im Rahmen dieſes Eaſtfpiels
wird die Künſtlerin einige ihrer hervorragendſten Rollen unter Leitung
Toscaninis ſingen. Die beiden Darmſtädter Gaſtſpiele der Sängerin
finden Sonntag, den 9. Dezember, als Brünhilde in Walküre und
Dienstag, den 11, al2 Leonore in Fidelio ſtatt. Muſikaliſche Leitung
beider Darſtellungen: Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm.

Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Bei dem heute pünktlich
208 Uhr ſtattfindenden literariſihen Abend der Bücherſtube wird Elſe
Lasker=Schüler, die Dichterin und Schauſpielerin, aus ihren Werken
leſen. Der Elſe Laskei=Schüler=Abend iſt die letzte Veranſtaltung der
Büicherſtube im Jahre 1928. Noch vorhandene Karten werden heute ab
5½ Uhr nachmittags abgegeben. Im Januar 1929 ſpricht Rene
Schickele, der durch ſeine Roman=Trilogie Ein Erbe am Rhein be=
kannte
Dichter; im Februar folgt der Vortrag von Paul Geheeb, des
Leiters des zurzeit bedeutendſten Landerziehungsheimes in Deutſchland,
der Odenwaldſchule in Oberhambach bei Heppenheim. Im März reßi=
tiert
Ludwig Wüllner=Berlin. Das Weiß=Quartett, Wien, iſt für einen
zweiten Abend anfangs April verpflichtet. Nudolf von Laban wird die
Reihe der Veranſtaltungen mit einem Filmvortrag über moderne Tanz=
kunſt
abſchließen.
Bühnenvolksbund. Am Sonntag vormittag haben unſere Mit=
glieder
, je nach ihrer Einſtellung, Gelagenheit, zwei Veranſtaltungen zu
beſuchen. Um 11 Uhr vormittags ſpricht in der Aula Ses Realgym=
naſiums
Profeſſor Dr. Amman Mümhen an Hand von Filmvorführun=
gen
über die Entwicklung des Kulturfilms und ſeine Bedeutung für
unſere Zeit‟. Der Eintritt iſt frei gegen Vorzeigen der Theaterkarte,
Um 11½ Uhr ſprichſt ini Kleinen Hauſe des Landestheaters Wilhelm
Mlichel uiber Der Triumph des Gegenſpiels vornehmlich i Ankmüpfung
an die Inſzenierung des Don Carlos. Unſere Mitglieder erhalten er=
mäßigte
Eintrittskarten bei Chriſtian Arnold am weißen Turm.
Orpheum. Die Offenſive des Humors, iſt die Signatur für
das heute Samstag beginnende Millowitſch=Gaſtſpiel, womit die Serie
nutereſſanter Gaſtſpiele weiter fortgeſetzt wird. Wilhelm Miüowitſch,
der jüngſte und beſte Komiker aus der berühmten Theater=Dynaſtie
Millowitſch, kemt zum erſten Male nach Darmſtadt und bringt die
beſten und wirkungsvollſten Schlager aus dem erfolgreichen Hartſtein=
Repertoire in erſttlaſſiger Darſtellung und Ausſtattung. Zum Beginn
des heute einſetzenden Gaſtſpiels gelangen zur Darmſtädter Erſtauf=
führung
: Der Stolz der 3. Kompagnie und vorher Der ſchöne Wil=
helm
, zwei Stücke, weſche über alle großſtädtiſchen Varietébühnen
gingen und Hunderttanſende zu Lachtränen reizten. Anfang 8½ Uhr,
(Siehe heutige Anzeige.)
Aus der Petrusgemeinde wird uns geſchrieben: Auf 3 Dinge ſei
hiermit die Aufmerkſamkeit der Gemeindeglieder gelenkt. 1. Der
Abendgottesdienſt mit Abendmahl beginnt entgegen der Ge=
pflogenheit
an gewöhnlichen Sonntagen diesmal um 5 Uhr; es ſoll hier=
durch
auch den Beſuchern des Abendgortesdienſtes möglich gemacht wer=
den
, ohne Haſt den abends 8 Uhr beginnenden Gemeindeabend
beſuchen zu können. Auf denſelben ſei als zweites hingewieſen und
freundlichſt dazu eingeladen. Außer einem Vortrage mit Lichtbildern,
welcher über die männlichen Diakonien in der evangeliſchen Kirche unter=
richten
ſoll, wird der Abend, zu deſſen muſikaliſcher Ausſchmückung der
Rirchenchor beitragen wird, mancherlei Kunſtgenüſſe bieten. Hervor=
gehoben
ſeien die Vorträge des Geigenkünſulers Hans Bender aus
Worms (früher Mitglied des Landestheatcrorcheſters). Herr Hans Ben=
der
iſt Schüler von Konzerrmeiſter Drumm; er hat ſeine Studien bei
Prof. Albert Jaroſy und Andree Alvin=Paris fortgeſetzt. Drittens
ſei jetzt ſchon auf den Vortrag von Herrn Pfarraſſiſtenten Lic. zur
Mieden in der nächſten Monatsverſammlung der Männervereinigung
am Donnerstag, den 6. Dizember, abends 8 Uhr, hingewieſen; es wird
geſprochen über das Thema: Der Kampf um die Weltanſchauung Viele
von den zahlreichen Beſuchern der letzten Monatsverſammlung, die den
überaus feſſelnden Vortrag desſelben Redners über den Kampf um die
Seele gehört haben, werden auch diesmal erſcheinen und ſich die Gele=
genheit
nicht entgehen laſſen, ſich von einem Menſchen, der ſich mit Fra=
gen
wie: Chriſtentum und Naturwiſſenſchaft Wie kann ein gebildeter
eMenſch an Gott glauben? Die Entſtehung der Welt Das Werden
des Menſchen uſw. in gründlicher wiſſenſchaftlicher Arbeit auseinander=
geſetzt
hat, unterrichten und die eigene Anſicht darüber klären laſſen.
Alle männlichen Glieder der Gemeinde auch Gäſte aus anderen Ge=
meinden
ſeien zu dieſem Vortrag herzlich eingeladen. 2. Der Haupt=
gottesdienſt
mit Abendmahl am 1. Advent, in welchem die feierliche Ein=
führung
und Verpflichtung von 4 neugewählten Kirchenvorſtehern durch
Herrn Pfarrer Weiß vorgenommen wird, beginnt nicht um 10, ſondern
ſchon um ½10 Uhr.
Weltliche Abendmuſik. Die Darmſtädter Muſikanten=
gilde
lädt für Sonntag, 2.=Dezember, abends 8 Uhr, in die Otto=
Berndt=Halle (Turnhalle der Techniſchen Hochſchule) zu ihrer welt=
lichen
Abendmuſik ein. Außer einigen Sätzen von Purcell
und Praetorius, die der Inſtrumentalkreis ſpielen wird, ſingen
der Geſamtchor und einige Teilchöre Volkslieder und Madrigale in
Sätzen von J. Staden, M. Frank, Senfl, C. Othmayr, H. Albert, Jöde
und Haßler und einen Muſikaliſchen Wettſtreit (Der
Ruckuck und die Nachtigall) von Johann Staden. Eintrittskarten koſten
für Erwachſene 1 Mk., für Jugendliche 50 Pfg., und ſind zu haben bei
Buchhändler Saeng in der Kirchſtraße, bei den Mitgliedern der Muſi=
kantengilde
und am Saaleingang.
Buchberater. Um den Büicherkäufern die Auswahl von Büchern
für Weihnaihtsgeſchenke zu erleichtern, verſenden die Darmſtädter
Buchhandlungen an ihre Kundſchaft gemeinſchaftlich einen Buch=
berater
1928 der eine überſichtliche Gruppierung zu empfehlender
Biſcher nach Inhalt und Zweck und beſonders für die Jugend enthält.
Die Buchhändler biiten, den Buchhernter recht oft zu Nate zu ziehen,
und durfen wohl hoffen, daß die Mahnung, am Platze zu kau=
TCn auch für die Bicherkäufe beachtet wird. Es empfiehlt ſich, die
Vücherbeſtellung recht frühzeitig aufzugeben, damit etwa nicht Vorrätiges
noch rechtzeitig beſorgt werden kann.

Lichkbild-Borkrag über Grönland.

*Am. Die Darmſtädter Vereinigung der aus Elſaß=
Lorhringen Vertriebenen eröffnete am Donnerstag abend
im Fürſtenſaal den Reigen ihrer Winterveranſtaltungen. In ſeiner
Begrüßungsanſprache betonte der Vorſitzende, Herr Fabrikant Heinrich
Thomas, daß nunmehr, nachdem der materielle Leitgedanke der
Vereinigung durch die Annahme des Kriegsſchädenſchlußgeſetzes im
großen und ganzen ſeine Erfüllung gefunden habe, es gelte, den ideel=
len
Leitgedanken, den Zuſammenhalt der Vereinigung in kultureller
Hinſicht neben der Erfüllung ſozialer Aufgaben, fortan beſonderes ſtark
zu pflegen. Den Vortrag des Abends hielt Herr Dr. Auguſt Stol=
berg
aus Nordhauſen (Harz), der ſich als Meteorologe (Mitarbeiter
Profeſſor Heergeſells und Graf Zeppelins) und als Gröndlandforſcher
(Teilnehmer an drei großen internationalen Grönlandexpeditionen)
einen Namen gemacht hat.
Dr. Stolberg, der jetzt Direktor der Städtiſchen Muſeen in Nord=
hanſen
iſt und vor dem Umſturz lange Jahre in Straßburg lebte, ſprach
über: Die weißen Wüſten, eigene Erlebniſſe bei den Eskimos.
Aus den ausgezeichneten Ausführungen des Vortragenden und den
vielen klaren und gut ausgewählten Lichtbildern rundete ſich ein hoch=
intereſſantes
Bild Grönlands ab, jenes Landes, das viermal ſo groß
iſt wie Deutſchland, arm, öde und kaum beſiedelt, dabei aber von einer
pittoresken und gar nicht ſo eintönigen Geſtaltung der Natur, wie der
Unkundige und wer wäre das hier nicht annehmen möchte. Wir
hörten, daß faſt das ganze Tierleben dort aus der See kommt und daß
die Eskimo=Männer, von denen faſt ein Drittel im Kampf mit der See
auf der Jagd ertrinkt, ſelten über 50 Jahre alt werden, im Gegenſatz
zu den Frauen, die doch ein höheres Alter erreichen. Grönland iſt zu
Amerika zu rechnen. Das Land die größte Inſel der Erde iſt im
Innern vollſtändig vergletſchert; über zwei Millionen Quadratkilometer
nur Eis. Der Golfſtrom berührt Grönland nicht, an dem die Eiszeit
ſozufagen hängengeblieben, iſt. Das Innere des Landes iſt unerforſcht,
über den Urſprung der Eskimos (Mongolen?) iſt ſich die Wiſſenſchaft
noch nicht im klaren. Der Vortragende legte auch die Gründe dar, die
den Geologen und Meteorologen bei Landexpeditionen natürlich erſt
greifbare Ergebniſſe erzielen laſſen im Gegenſatz zu der natürlicherweiſe
nur flüchtigen Betrachtung vom Luftſchiff oder gar vom Flugzeug aus.
Was der Vortragende von ſeinen Forſchungsreiſen, bei denen Grön=
land
durchquert wurde, in feſſelnder und lebendiger Weiſe erzählte, gab
ein ungemein anſchauliches Bild von jener weißen Wüſte. Ueberſicht=
liche
Karten und die ſchon erwähnten ausgezeichneten Lichtbilder unter=
ſtützten
den Vortrag wirkungsvoll und gaben den Zuhörern ein ein=
drucksvolles
Bild von der gewaltigen Einſamkeit der Grönland=Inſel.
Dem Vortragenden, der auch einen friſchen Humor zuweilen mitſpre=
chen
ließ, dankte herzlicher Beifall.
H. W. W.

Zuverlässiger als Worte

beweisen Ihnen
Qualität, Oerarbeitung
und PPreis
den außerordentlichen Gorteil unseres
e C(0eihnachts=Cngebotes &
Pelsbesetste
Mäntel 3950 4520 5900 6920 uswo.
Nachmittags- und Abend-
Kteider 1943 2950 5900 4922 usro.
in 0olſe und eeide
bis zum elegantesten Genre
Pels=Mäntel 195.- 225.- 295.-550.- 1sv.
Carl SSchürmann & Co.
Haus für feine Damen=Moden
19416

Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. In
der zweiten Winterverſaalung am Mittvoch, dem 28. d. M., hielt
Herr Syndikus Dr. Kollbach den angekündigten Lichtbildervortrag
über Di= deutſchen Waſſerſtraßen und ihr weiterer Ausbau. An Hand
von faſt 200 vorzüglichen Lüchſtbildern, welche teils in Darmſtadt ange=
fertigt
, teils durch mehrere auswärtige Zentralen beſchafft worden
waren, verſtand es der Redner, das umfangreiche Gebiet ſeines Vor=
trags
in zwei Stunden erſchöpfend zu bewältigen. Es wurden beſon=
ders
Hafenbilder, aber auch ſchöne Laudſchaften aus den Stromgebieten
der deutſchen Flüſſe, beſonders des Rheins, dann aber auch Bilder vom
Neckar und Main, von der Weſer, der Elbe, der Oder und der Weichſel
vorgeführt und auf die Urſachen des Rückgangs der Weichſelſchiffahrt
(polniſcher Korridor) hingenieſen. Die von Süden nach Norden lau=
fenden
deutſchen Flüſſe ſind durch großartige, von Weſten nach Oſten
gerichtete Kanäle, welche teils bereits ausgeführt, teils im Bau be=
griffen
ſind (Mittellandkanal), miteinander verbunden. Sodann wurden
das Stromgebiet der Donau und ihre Schiffahrt, ſowie die im Süiden
Deutſchlands projektierten Kanalbauten beſprochen. Der Fürſtenſaal ( Re=
ſtaurant
Chriſt, Grafenſtraße), in welchem der Vortrag ſtattfand, war
überfüllt. Die Zuhörer, darunter auch viele Damen, dankten dem Red=
ner
durch lebhaften Beifall, vorauf der Leiter der Verſammlung, Pro=
feſſor
Dr. W. Sonn=, dem Vortragenden den Dank der Gewerbever=
einigung
für ſeine ebenſo intereſſauten wie anregenden Ausführungen
ausſprach. Ein eingehender Bericht über den Inhalt des Vortrags
wird an dieſer Stelle nachgetragen werden. Srhließlich wurde noch be=
kannt
gegeben, daß auf der am Mittwoch, dem 12. Dezember d. J.
ſmattfindenden dritten Winterverſammlung Herr Geologe H. R. E.
Krueger von der Techſiſchen Hochſchule Darmſtadt einen ebenfalls durch
Lichtbilder erlänterten Vortrag über Die Kämpfe um Nord= und Süd=
pol
halten wird.
Keine Reiſe ohne Taſchenatlas. Die Taſchen=Atlanten des
Darmſtädter Tagblatt ſind ganz beſonders praktiſch auch für
den Gebrauch auf der Reiſe als Ergänzung zum Spezialführer
und zum Kursbuch, deſſen Eiſenbahnkarten darauf verzichten
müſſen, landſchaftliche Vorſtellungen zu vermitteln. Preis des
Leinenbandes nur 3.50 Reichsmark in allen Buchhandlungen und
beim Verlag, Rheinſtraße 23. Beſtellungen nimmt jeder Träger
des Darmſtädter Tagblatt entgegen.
Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Heinrich=
ſtraße
zwviſchen Heidenreichſtraße und Erlenweg bis auf weiteres für den
Auto=, Fuhrwerks= und Radfahrverkehr geſperrt.

Wochenſpielplan des Heſiſchen Landeskheakers

vom 2. bis 9. Dezember 1928.
Großes Haus.
Sonntag, den 2. Dezember, 14½ Uhr, Ende 19 Uhr. Heſſenland=
miete
I, 3. Vorſt. Lohengrin, Oper von R. Wagner.
Preiſe: 1 bis 10 M.
20 Uhr, Ende 22 Uhr. Heſfenlandmiete III, 4. Vorſtellung:
Der Prozeß Mary Dugan, Stück von B. Veiller.
Preiſe: 1 bis 10 M.
Montag, den 3. Dezember, 20 Uhr: Oeffentliche Hauptprobe
zum Konzert des Muſikvereins. Die Schöpfung, von
Joſeph Haydn. Preiſe: 1 bis 3 M.
Dienstag, den 4. Dezember, 20 Uhr: Konzert des Muſik=
vereins
: Die Schöpfung, von Joſeph Haydn.
Preiſe: 1,50 bis 7 M. (Sperrſitz 5 M.).
Mittwoch, 5. Dez., 20 Uhr, Ende 22 Uhr. F 3 (Darmſt. Volks=
bühne
). Der Prozeß Mary Dugan. Preiſe: 0,80
bis 8 M.
Donnerstag, den 6. Dezember, 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. G 4
(Darmſt, Volksbühne). Toboggan, Schauſpiel von
G. Menzel. Preiſe: 0,80 bis 8 M.
Freitag, den 7. Dezember: Keine Vorſtellung.
Samstag, den 8. Dezember, 15 Uhr, Ende 17½ Uhr. Zum erſten
Male: Die Himmelsreiſe‟, Kindermärchen von
Bunzl und Siedel. Preiſe: 0,40 bis 2 M.
20 Uhr, Ende 22 Uhr. R 4 (Darmſt. Volksbühne), T Gruppe
3, 4, 5 (Nr. 101250). Der Prozeß Mary Dugan.
Preiſe: 0,80 bis 8 M.
Sonntag, den 9. Dezember, 18 Uhr, Ende 22½ Uhr. Außer Miete.
Erſtes Gaſtſpiel Kammerſängerin Nanny Larſen=Todſen:
Die Walküre von Rich. Wagner. Vorverkauf für
Mieter am 4. und 5. Dez. zu Preiſen von 1,20 bis 12 M.
Allgemeiner Vorverkauf ab 6. Dezember.
Kleines Haus.
Sonntag, den 2. Dezember, 11½ Uhr. Vortrag von Wilhelm
Michel: Der Triumph des Gegenſpiels.
Preiſe: 1 und 2 M.
191 Uhr, Ende 22 Uhr: Der tolle Hund, Lokal=
poſſe
von Niebergall. Dargeſtellt von der Heſſiſchen Spiel=
gemeinſchaft
. Preiſe: 0,50, 1, 2, 3 M.
Montag, den 3. Dezember: Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 4. Dezember, 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. L. 9,
T Gruppe 6, 7, 8 (Nr. 251400). Candida Schau=
ſpiel
von Shaw. Preiſe: 1,20 bis 6 M.
Mittwoch, den 5. Dezember, 20 Uhr: Dritter Schubert=
Abend des Drumm=Quartetts. Am Flügel:
Generalmuſikdirektor Joſ. Roſenſtock, Wiesbaden. Preiſe:
1, 2, 3 M.
Donnerstag, den 6. Dezember, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatz=
miete
V (7). Der Barbier von Sevilla, Oper
von Roſſini. Preiſe: 1,20 bis 6 M.
Freitag, den 7. Dezember, 19½ Uhr, Ende nach 22 Uhr. Zuſatz=
miete
TV (5). In neuer Einſtudierung und Inſzenierung:
Der Waffenſchmied Oper von Lortzing. Preiſe:
1,20 bis 6 M.
Samstag, den 8. Dezember, 20 Uhr: Vereinsabend der Freien
Literariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft. Gaſtſpiel des Frank=
furter
Schauſpielhauſes. Die Liebe auf dem
Lande‟, Schauſpiel von Klabund. Preiſe: 1 bis 6 M.
Sonntag, den 9. Dezember, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete
T (5). Die tote Tante und andere Begeben=
heiten
von Curt Goetz. Preiſe: 1,20 bis 6 M.

Die Gruppe Darmſtadt der Reiſevereinigung Südmain Sprend=
lingen
ſchreibr: Am 1. und 2. Dezember findet die Ausſtellung der Reiſe=
vereinigung
Südmain im Gaſthaus Zum Heſſiſchen Hof in Sprend=
lingen
ſtatt. Zur Schau gelangen Tauben, welche in dieſem Jahre die
wvald= und alpenreiche Strecke bis Wien in Oeſterreich (630 Km.) gereiſt
haben. Auch der Schönheitszliihter kommt hierbei zur Geltung, da
fFeziell noch eine Abteilung für Schönheitsbrieftauben dieſer Schau an=
geliedert
iſt. Neben wertvollen Ehrenpreiſen winken den Ausſtellern
auch Geldpreiſe. Da eine Brieftaubenausſtellung nicht etwas Alltäg=
liches
iſt, ſo empfiehlt es ſich in Anbetracht des geringen Eintritls=
preiſes
von 50 Pf., dieſer einen Beſuch abzuſtatten. Die Ausſtellung iſt
von morgens 9 bis 7 Uhr abends geöffnet. Als Preisrichter ſind die
Herren Schnell und Laupus aus Frankfurt gewonnen, welche unpar=
teiiſch
ihres Amtes walten. Auch die Gruppe Darmſtadt, insbeſondere
der Bricftaubenzüchterverein Klub 0380 Darmſtadt, iſt auf dieſer Aus=
ſtellung
mit Siegertauben bis 630 Kilcmeter Flugleiſtung vertreten.
Volkshochſchule. Wir machen nochmals darauf aufmerkſam, daß
heute Samstag, den 1. Dezember, 15, 17 und 20 Uhr im Mathildenhöh=
ſaal
, Dieburger Straße 26, das Gaſtſpiel des Kölner Hänneschen=
Theaters ſtattfindet.
Der Erangeliſche Arbeiter= und Handwerkerverein veranſtaltet auf
Sonntag, den 2. Dezemiber, abends 7.30 Uhr im Vereinshaus Feierabend,
Stiuftsſtraße 51, eine Advents=Feier (Familienabend). Es wird
ein ſchöner Filmvortrag geboten: Was der Wald erzäh.t, hen
Herr Studienrat Dr. Vetter erläutern wird. Geſangliche und muſikaliſche
Darbietungen werden die Feier umrahmen.
Schwerkriegsbeſchädigte und Reichsbahutarif. Die Krieger=
kameradſchaft
Haſſia, Darmſtadt, Ahaſtraße 5, teilt uns nachſtehendes mit:
Dem Vernehmen nach hat die ſtändige Tarifkommiſſion der Reichsbahn=
Hauptverwaltung die von den Verbänden der Kriegsbeſchädigten bean=
tragte
und ſowohl vom Reiehsarbeitsminiſterium als auch von dem
Rei=hsverkehrsminiſterium befürwortete Fahrpreisermäßigung für
Schverkriegsbeſchädigte, die dieſen nach den alten Tarifen ſeit Jahren
gewährt wurde, abgelehnt. Dieſe Nachricht hat nicht nur bei den Be=
troffenen
, ſondern in weiten Kreiſen ſchmerzliches Erſtaunen verurſacht.
Wie der Verband der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen
des Deutſchen Reichskriegerbundes Kyffhäuſer mitteilt, hat der am
26. November 1928 im Reichsarbeitsminiſterium zuſammengetretene
Neichsausſchuß der Kriegsbeſchädigten= und Kriegerhinterbliebenenfür=
ſorge
beſchloſſen: Der Reſhsausſchuß nimmt mit Bedauern davon
Kenmtnis, daß die Reichsbahngeſellſchaft dem Erſuhen der Kriegsopfer=
organiſationen
vom 17. September 1928 auf Gewährung von Fahrtver=
günſtigungen
für Schwerbeſchädigte die Erfüllung verſagt hat. Der
Reichsausſchuß richtet daher unter Bezugnahme auf den dem Reichstag
vörliegenden Antrag (Reichsdruckſache 378) an den Reichstag das er=
gebene
Erſuchen, über die Reichsregierung auf die Deutſche Reichsbahn=
geſellſchaft
dahin einzuwirken, daß die vor der Tarifumſtellung geltende
Regelung weiter ſinngemäß Anwendung findet, und daß insbeſondere
jenen Schverbeſchädigten, denen die Folgen ihrer Dienſtbeſchädigungen
beim Reiſen in der Holzklaſſe Beſhwerden verurſachen, die Beuutzung
der Polſterklaſſe gegen Löſung einer Fahrkarte für die Holzklaſſe ge=
ſtattet
wird.

So gesund wie
die Nivea-Jungens
wird auch Ihr Kind aussehen,
wenn Sſe es bis zum10. Lebens-
Jahre nur mit
MIVEA
KINDERSEIFE
baden und waschen. An Milde,
Reinheit und Güte ist sie un-
übertroffen
; Sie wird nach
ärztlicher Vorschriſt besonders
für die empfindiche und zarte
Haut der Kinder hergestellt.
Preis 70 Bg.

Sie brauchen nur eine Hauiereme, denn
2A UALIA
18t Tages- und Nachtereme zugleich

Am Tage schützt sie vor schädlichen Einflüssen rauhen
Witterung. Sie dringt im Gegensatz zu fettenden Cold-
Creams vollständig in die Haut ein, ohne Glanz zu hinter.
lassen. Nachts wirkt das Eucerit als Hautnährmittel, alle
Gewebe verfüngend, kräftigend, pflegend. Nrr Nivea-Cremg
enthält Eucerit, und darauf beruht ihre einzigartige Wirkung:
Dosen RM. O.20 bis 1,20 Tuben aus reinen Zinn RM. 060 u. 10d

[ ][  ][ ]

Seite 6

Eamstag, den 1. Dezember 1924

Nummer 334

Bie bereiken wit Fragen kroh beſchränkker Mikkel
größere Beihnachtsfreude?
Das nahende Weihnachtsfeſt beſchäftigt uns alle denn welche Frau
iſt an dieſem Feſt nicht mit ſtarker Gebefreudigkeit erfüllt? Je mehr
uns durch die zur Verfügung ſtehenden Mittel Schranken für die Wahl
der Gaben auferlegt ſind, um ſo haushälteriſcher werden wir mit unſeren
Mitteln umgehen. Darum iſt es ein Gebot der Klugheit, ſich die Ein=
teilung
der Weihnachtseinkäufe ſo vorzunehmen, daß man mit Bedacht
und Sorgfalt ſeine Gaben wählen kann. Ein rechtzeitiger Weihnachts=
Einkauf, ſpäteſtens in den erſten Dezembeitagen, wird ſtets vorteilhaft
ſein. So wird die Weihnachtsvorfreude erhöht, die rechte Weihnachts=
ſtimmung
in unſerer gefühlsarmen Zeit ſchon längere Zeit vor dem Feſt
getveckt und durch die ſorgfältige Wahl viel eher das richtige Geſchenk
für den Empfangenden getroſfen und damit größere Freude ausgelöſt.
Aber nicht nur das Gebor der Klugheit, nein, vor allem auch das der
Menſchenliebe verlangt von uns Frauen, unſere Weihnachtseinhäufe
nicht erſt in letzetr Minute und in jagender Haſt zu machen. Wir wol=
len
auch an die Weihnachtsfreude derjenigen denken, die uns durch
freundliches Eingehen auf unſere Wünſche die richtige Wahl der Ge=
ſchenke
treffen helfen die von früh bis ſpät in angeſtre gteſter Tätig=
keit
uns als Verkaufskräfte in den Geſchäften zur Verfügung ſtehen.
Durch unſeren rechtzeitigen Weihnachtseinkauf können wir Frauen dafür
ſorgen, daß das Verkaufsperſonal nicht in den letzten Tagen vor dem
fchönſten der Feſte dermaßen überanſtrengt wird, daß es nur ſtumpf und
müde mit abgehetzter Seele die Tage des Feſtes verleben kann ſon=
dern
daß den Verkaufsangeſtellten auch noch genügend Spannkraft
leibt, Freude zu verbreiten, Freude zu empfangen.
Wenn wir Frauen alle uns ein klein wenig Mühe geben, dieſen
Gedanben nachzugehen, dann kommen wir ganz ſelbſtverſtandlich dazu,
auch freudig dem Wunſch zuzuſtimmen, daß am Heiligen Abend die
Läden um 5 Uhr reſtlos geſchloſſen werden. Durch dieſen 5=Uhr= Laden=
ſchluß
am Heiligen Abend ermöglichen wir es der ſtattlichen Zahl der
Geſchäftsinhaber und der Verkaufskräfte, mit ihren Familienangehörigen
das ſchönſte Feſt des Jahres mit innerer Sammlung und Spannkraft
zu begehen. So können wir dazu beitragen, daß mehr Freude gegeben
und mehr Freude empfangen werden kann. Welche Frau will ſich hier
ablehnend verhalten? Mit gutem Willen geht es! Und Friede
den Menſchen auf Erden, die eines guten Willens ſind!

Die Brauerei Schul, das altrenommierte Bier= und Speiſehaus,
das ſeit über 200 Jahren in der Schloßgaſſe Einheimiſche und Fremte
anzieht, veranſtaltete geſtern anläßlich ſeiner Umbaubeendigung eine
ſchli hte, gemütlihe Eröffnungsfeier. Herr Carl Schul begrußte im
Namen der Beſitzer die Annsſenden in herzlichen Worten. Die Feier
fand in dem neuen Saale ſtatt, der, in freundlichen Farben gehalten,
abends hell erleiichtet, einladend und anheimelnd wirkt, mit deſſen Bau
zwär nuhts Neues gebraßt, ſondern lediglich für den Winter warme,
rau hfreie Lokale und für den Sömmer kühle Terraſſen geſchaffen werden
ſollten. Dieſe Abſicht iſt reſtlos geglückt. Man gewann über 100 Sitz=
plätze
, die bekannte Gemütlichkeit des Schul in der Altſtadt iſt nicht
geſtört, im Gegenteil, durch den An= und Umbau und die dadurch er=
haltene
Ellenbogenfreiheit erhöht worden. Herr Architekt Scheerer
nahm Gelegenheit, ſeiner Mitarbeitee, ſämtlich Darmſtädter Handweiker,
in lnunigen, anerkennenden Worten zu gedenken. Es waren beteiligt
Lie Firmen Niegger, Steingaſſar, Lang, Rückert, Schleidt, Scheid,
Hüknergart. Feigk, Kunz, Schmidt, Benz, Schubert u. Geher, Schulz
u. Möſer, MMion u. Co., K. Schwarz, Költhen, Anton Roth, Tänzer,
Nees, Vogel. Ferner gedaclſte eu all derer, die den Umbau fördern
halfen. Zahlreiche Glückwünſche für die Zukunft wurden den anweſen=
den
Herren C. und H. Schul von allen Seiten, insbeſondere von den
Staumgäſten, ausgeſprohent.
Poldi Heyl, die bekannte Darmſtädter Sängerin, erhielt vom
Nürnberg=Fürther Anzeiger gelegentlich eines Schubert=Abends folgende
Kritik: . . . Denn was man da zu hören bekam, war, kurz geſagt, Vol=
lendetes
in jeder Bezichung. Die Altiſtin hatte ſich ſchon nach den erſten
Takten das Herz der zahlreichen Zuhörerſchaft errungen, denn aus ihrer
Kehle quillt ein guoßer, warmer, paſtoſer Alt, wie man ihn ſelten hören
kann, eine Stimme, die in allen Lagen und Stärken gleich edel kiingt.
Dazu kommt noch die tiefe Muſikalität, die große Geſtaltungskraft und
eine muſterhafte Ausſprache. Das Publikum war gleich hingeriſſen, ob
fie im weichſten Pigno, wie im Wiegenlied, in den beiden reizenden
Liedchen Lachen und Weinen und Seligkeit, ob ſie ihren warmquel=
lenden
Alt bei vollendeter Atemtechnik und Phraſierung im Im Abend=
rot
oder i Du biſt die Ruh erſtrahlen ließ, oder ob ſie dramatiſche
Steigerungen herausarbeitete, wie in Gretchen am Spinnrad und Die
Allmacht ſpendete jedesmal ſtürmiſchen Beifall. Gerade in dem letzten
arios angelegten Gefang, in dem ſich oft nur Stimmenprotzentum breit=
macht
, wirkte der große, ruhige Ton und die ſonnige Beſeelung in er=
greifender
Weiſe.
Deuiſcher und Oeſterreichiſcher Alpenverein. Auf den Vortrag
des Herin Profeſſors Dr. Amann=München, der heute abend 8½ Uhr
im Feſtſaal des Ludivig=Georgs=Gymnaſiums ſtattfindet und in dem das
Thema Naturſchönheit und Naturſchutz, Lebensbilder aus der Tier= und
Pflanzenwelt des romantiſchen Na=urſchutzgebietes Königsſee, Steiner=
nes
Meer. Mit Naturaufnahmen und Filmen zugrunde biegt, ſeien
die Mitglieder nochmals hingewieſen. Die Mitglieder der Sektion
Starkenburg und der Kulturfilmgemeinde ſind zu dieſem Vortrag höf=
likſt
eingeladen.
Vortrag. Im Auftrag der Arbeitsgemeinſchaft freigeiſtiger Ver=
bände
Darmſtadt ſprach in der Aula des Realgymnaſiums Herr Pro=
feſſor
Dr. M. H. Baege=Frankfurt a. M. über das Thema: Wie
kommt das Denken zuſtande? Die Annahme, daß im Kopf
eine Kraft vorhanden ſei, die das Denken hervorbringt, iſt irrig. Es
müſſen beſtimmte Vorausfetzungen, Vorſtufen, da ſein, damit das Den=
ken
zuſtande kommt. Der Redner gab 4 Etappen an: Sinnesempfin=
dungen
, Wahrnehmungen, Vorſtellungen, Begriffsbildung. In der Vor=
ſtellung
iſt die Wirklichkeit ſchon verblaßt, deshalb iſt z. B. die Anteil=
nahme
an fremdem, nur vorgeſtelltem, nicht empfundenem Leid gering.
Das Vorſtellungsdenken kann nücht zu Verallgemeinerungen vordringen;
auf dieſer Stufe /Ihen die Kinder, die primitiven Menſchen. Anders
iſt es mit dem Denken in Begriffen. Die Uebergangsformen zwiſchen
Vorſtellung und Begriff ſind die Sammelverſtellungen. Ueber die Be=
griffe
iſt eine große Verſchiedenheit bei den einzelnen Menſchen. Schlimm
wird dieſe Ve ſchiedenheit bei Begriffen wie Liebe, Vaterland, Religion.
Desbalb reden die Menſchen ſo oft aneinander vorbei. Die Aufgabe
der Wiſſenſchaft iſt es, Begriffe zu ſchaffen, deren Inhalt von allen Men=
ſchen
akzeptiert wird, wie es bei den Naturwiſſenſchaften bereits der
Fall iſt, nicht dagegen bei den Geiſteswiſſenſchaften. Der Begriff hat
gegenüber den Vorſtellungen manche Vorteile; er iſt umfaſſender,
leicter beweglic, genauer. Das begriffliche Denken hat daneben aber
ſchvere Nachteile. Wer in Begriffen denkt, läuft Gefahr, unerlauöt
zu. verallgemeinein. Weſches iſt nun der Zweck des Denkens? Wird
das Denken Selbſtzweck, daun wird es zum Phantaſieren. Das Denken
iſt vielmehr das wichtigſte biologiſche Anpaſſungsmittel an die Umwelt,
eingeſchaltet zwiſhen Sinnesempfindung und Handlung. Wichtig iſt eine
Denk=Technik, beſonders für die Geiſtes= und Geſellſchaftswiſſenſchaften,
damit mehr Einheit kommt in die verwirrende Zahl der vielen, oſt phan=
taſtiſchen
Theorien. Dem einſtündigen freien Vortrag folgten inter=
eſſante
Licltbilder, die eine gute Illuſtration des Geſagten gaben und
die phyſiologiſchen Vorgänge beim Denken zeigten. Die Zuhörer dank=
ten
mit warmem Beifall.
Der Verein Freundinnen junger Mädchen beabſichtigt, am 7. De=
zeiber
eine Puppenverloſung zu veranſtalten. Die Buchhandlung
Weitz, Eliſabethenſtraße, hat freunblicherweiſe eines ihrer Schaufenſter
für den 5. und 6. Dezember zum Ausſtellen der Puppen zur Verfügung
geſtellt. Die Ziehung finder um 7. Dezember ſtatt, Abholung der Ge=
winne
erfolgt am 8. Dezember im Freundinnenheim, Sandſtraße 24.
Die Puppen ſind alle von freundlichen Händen geſtiftet und angezogen,
im Gedanken, daß um die Weihnachtszeit jedermann gerne ein Püpp=
chen
berſ=henki. Es gibt nicht nur Puppen für Kinder, auch Auto= Tee=
und Groteskpuppen werden die glücklichen Gewinner erfreeien. Somit
iſt großen und kleinen Leuten Gelegenheit geboten, für ein Los zu 1 Mk.
ein hlibſches Geſchenk zu gewinnen. Bekanntgabe der Gewinne im Darm=
ſtüdter
Tagblatt.

Demonſtrakionsvorkrag über modernes Briſſeren.
Am. Am Mittwoch abend war eine große Anzahl von fachlich inter=
eſſierten
Damen und Herren einer Einladung des Fachausſchuſſes
der Friſeur= und Perüchenmacher=Zwangsinnung
Darmſtadt zum zweien Wintervortrag gefolgt. Die Veranſtaltung
ging im Konkordia=Saal vor ſich, in dem Herr Friſeurmeiſter Adolf
Henkel aus Berlin einen hochintereſanten, Fachleute wie Laien
feſſelnden Demonſtrationsvortrag hielt. Herr Henkel, der im Jahre
1913 in Berlin gegen eine ſehr zahlreiche und ſcharfe Konkurrenz die
Weltmeiſterſchaft im Damenfriſieven errungen hat, brachte eine Menge
von Apparaten und Gerätſchaften, zum Teil in eigener Werkſtätte ent=
ſtanden
, mit, mittels derer er an liebenswürdigen jungen Damen als
Objekten ſeine Kunſt lebendig vorführte. Der Vortragende hatte auch
eine ſtattliche Anzahl, in eigener Werkſtatt harmoniſch in den Farb=
abſtufungen
abgeſtimmter Perücken auf den Tiſch des Hauſes ausge=
breitet
.
Der Demonſtrationsvortrag erſtreckte ſich u. a. auf neue Ondu=
lationstechn
.t, Waſſerwellen am lebenden Kopf, Poſtich ( Hagrarbeiten
aller Art, Haarerſatz) für Tag und Abend, Schönheusſchminken, Pyan=
taſie
= und Maskenfrifuren. Herr Henkel, der ſeine inſtvuke ven Vorträge
im Auftrag der Modekommiſſion des Bundes deutſcher Friſeure, im
ganzen Deutſchen Reich veranſtaltet, ſprach eingangs ſeines Vortrages
auch über Modefragen und ins eſondere über die unſere Damenwelt be=
wegende
Frage Bleibt der Bubikopf oder kommt das lange Haar wie=
der
? Wir hörten, daß in Wien (95 Prozent) und in Nordamerika
(z. B. New York und Chikago etwa 8090 Prozent) der Kurzſchnitt
noch viel verbreiteter iſt als bei uns. Allerdings iſt in der amerikaniſchen
Damenwelt, abgeſehen von dem ſportlich=kürzeven) Sommerſchnitt
der Bubikopf im allgemeinen nicht ſo herrenmäßig kurz (im Nacken!) wie
bei uns. (Unter den Damen im ganzen Saal zählte ich übrigens nur
etwa 810 Prozent mit langeu Haar, alſo Darmſtadt in der Welt
voran!) Nach der Anſicht des Vortragenden ſollen aber die Nachrichten
über das Wieder=Vordringen des langen Haares nicht den Tatſachen
entſprechen. Unſere Damen wollen eben die Vorteile des Bubikopfs
Unbeſchwertheit des Kopfes, Abkürzung des täglichen Friſierens, ſchließ=
lich
auch die gewiſſe Anpaſſung an den ſogenannten Zeitgeiſt einfach
nicht mehr miſſen! Im Verlauf des intereſſanden Vortuages ſahen wir,
wie aus den Dauerwellen Waſſerwellen wurden und aus den Waſſer=
wellen
nach der Trocknung unter der Haube dann die eigentl chen
Dauerwellen. Wir hörden manches aufklärende Worr über Heiztechnit
und vor allen Dingen darüber, daß zum Damenfriſieren die Kunſt der
individuellen Behandlung gehört. Die praktiſche Vorführung von phan=
taſtiſchen
Abend=Friſuren war glänzend und verblüffend, Motto:
Man ſchickt ſeine Frau zum Friſeur und bekommt aus ſeinen Händen
ein fremdes Fantaſie=Weſen zurück! Eine ganz gefährliche Kunſt, aber
großartig, wie zu den gegebenen Kleidern die Perücken angepaßt und die
Geſichter zurecht geſchminkt wurden. Die geſchmackvollen Kleider
u. a. ein ſeegrünes, verlengeſticktes Geſellſchaftskleid, ein ſchwarzes
Stil=Kleid mit Samt=Effekten und ein hochrotes Spitzenkleid waren
ebenſo wie die Vorführdamen von der Firma Tietz zur Verfügung ge=
ſtellt
. So geſtaltete ſich die ganze Veranſtaltung ſehr lehr= und
erfolgreich.

Volkshochſchule. Am Montag, den 3. Dezember, und Dienstag,
den 4. Dezember, 20 bis 22 Uhr, finden im Vortragsſaal des Gewerbe=
muſeums
, Neckarſtraße 3, zwei Experimental=Vorträge ſtatt,
die ſich mit den Verſuchen auf kurzen und ultrakurzen Wellen ſowie
Bildfunk beſchäftigen. Am erſten Abend werden beſprochen: der Aufbau
und die Wirkungsweiſe der Kurzwellen=Amateurſender und =Empfänger.
Beſonders zu erwähnen iſt die Uebertragung einer Amateurtelephonie=
ſtation
auf dem 40=Meter=Band. Der zweite Abend beſchäftigt ſich haupt=
ſächlich
mit Verſuchen unter 10 Meter Wellenlänge, ſowie der modern=
ſten
Errungenſchaft der Radiotechnik, der Bildtelegraphie. Die Vorträge
dürften allgemeinem Intereſſe begegnen, da ähnliche Verſuche in Darm=
ſtadt
öffentlich noch nicht zur Vorführung kamen. Vortragende ſind die
Herren Ingenieur Hohenne und Stud. techn. phyſ. Woltmann. Karten
für Schüler zu beiden Abenden 50 Pfg.: für Mitglieder der Volkshoch=
ſchule
und Studenten 75 Pfg.; für Nichtmitglieder 1 Mk. in der Ge=
ſchäftsſtelle
, Mathildenplatz 17 und im Radiohaus Erbes, Kirchſtraße 17.
Konzert. Am Sonntag, dem 9. Dezember, 4 Uhr, findet in der
Pauluskirche ein Weihnachtskonzert ſtatt. Allen denen, welche ſich in der
nahenden Feſtzeit an den alten vertrauten Chriſtweiſen erfreuen wollen,
kann die Feierſrunde aufs wärmſte empfohlen werden. Die Mitwirken=
den
: Konzertmeiſter Drumm (Violine), Profeſſor Noack (Orgel),
Madrigalvereinigung (Geſang) ſichern vollen muſikaliſchen Genuß. Karten=
rerkauf
: Bichhanölung Waitz, Eliſabethenſtraße, Papierhandlung Ben=
der
, Beſſunger Straße 47, und an den Kirchentüren. Es wird noch=
mals
ausdrucklich darauf aufmerkſam gemacht, daß das Konzert um
4 Uhr beginnt
Erich Mendelſohn, der Berliner Architekt, hat ſich bereit erklärt,
eine Ausſtellung ſeines architektoniſchen Werkes,
beſtehend aus Skizzen, Plänen, großen photographiſchen Aufnahmen
und Modellen, nach Darmſtadt gehen zu laſſen. Dieſe Ausſtellung,
übrigens die erſte am Orte, welche neues Bauen in breiter, faßlicher
Form vorführt, dürfte als Ergänzung und Begründung deſſen, was
Erich Mendelſohn in ſeinem Vortrage berührt hat, auf allſeitiges Inter=
eſſe
ſtoßen. Als Ausſtellungsraum iſt das Kupferſtichkabinett des Lan=
desmuſeums
gewählt, in deſſen ausgedehnten Räumen ſogleich nach
Schluß der jetzt zu Ende gehenden Naturſchutzausſtellung die neue ein=
gerichtet
wird.
Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt im Monat Oktober 1928. Vorgeſprochen
haben 16 Perſonen, davon waren 4 von hier. Es erhielten: 5 Perſonen
Fahrkarten nach Arbeitsſtellen oder nach dem Wohnort, 7 Kleidungsſtüicke,
1 Obdach und Verpflegung, 1 Verpflegung, 1 Baarunterſtützung und
1 Auslöſung von Geräck. Durch die zahlreichen eingegangenen Spenden
war es möglich, viel Not der vorſprechenden Wanderer zu lindern. Da
die ſchwerſte Jahreszeit, in der Nor und Entbehrung die auf der Land=
ſtraße
liegende Bevölkerung am härteſten trifft, noch bevorſteht, ſind
weitere Spenden, insbeſondere brauchbares Schuhwerk, auch
Unterwäſche, erwünſcht. Sofortige Abholung erfolgt auf Benachrichti=
gung
durch Poſtkarte (Hausbettelbekämpfungsſtelle, Landgraf=Philipps=
Anlage 9) oder fernmündlichen Anruf (Nr. 3590). Wohlfahrtsſcheckhefte
ſind im Verkehrsbüro erhältlich.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notiyen ſind ansſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu bekredten.
in leinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriitk.
Bund Königin Luiſe. Montag, den 3. Dezember, findet
bei Sitte abends 8 Uhr, gelber Saal, unſere Adventsfeier ſtatt. Herr
Dr. Klein wird uns mit einem Vortrag Aus dem Leben der Königin
Luiſe beehren. Es iſt Pflicht der Kameradinnen, vollzählig zu er=
ſcheinen
. Gäſte willkommen.
Heute Samstag abend wird als Konzerteinlage Fräulein Minny
Morlay im Café Rheingold ihre neueſten Lieder zum Vortrag
bringen Fräulein Morlay iſt als ausgezeicknete Operettenſängerin
durch ihre Vorträge im Orpheum dein Publikum noch in guter Er=
innerung
.
Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt. Wie be=
reits
in Nr. 48 des Heſſiſchen Beobachter mitgeteilt wurde, wird die
Deutſche Volkspartei am 12. Januar in ſämtlichen Räumen des Saal=
baus
ein großes Winterfeſt abhalten. Um möglichſt vielen Mitgliedern
auch zu aktiver Mitarbeit bei dieſem Feſte Gelegenheit zu geben, ſollen
künſtleriſche Darbietungen uſw. zumeiſt von Kraften aus unſerm Mit=
gliederkreis
beſtritten werden. Wir brauchen dazu: 1. 20 Mädchen von
410 Jahren für die Vorführung von Kindertänzen und Reigen.
2. 40 junge Damen für Buden, Tombola u. a. 3. 40 Damen und Herren
von 1770 Jahren zur Mitwirkung bei dem Theaterſtück (Uraufführung):
Der Zeitgenoſſe Groteske von Erich Welkow. 4. 20 jüngere Herren
für Bühnen= Ordnungs= und Saaldienſt. Unſere Mitglieder und Freunde
werden dringend gebeten, ſich rechtzeitig zur Verfügung zu
ſtellen, bzw. die Anmeldung der Kinder für die Kindertänze bis ſpäteſtens
Montag, den 3. Dezember, bei Fräulein Schuchmann, Geſchäftsſtelle der
Deutſchen Volkspartei, Zimmerſtraße 1, Fernſprecher 1304, vorzunehmen.
m

Eine prakiiſch ſehr wichtige Ztage des Siedlungs=
rechtes
.
hat das OLG. Darmſtadt am 27. November 1928 als Be=
rufungsgericht
entſchieden. Das Reichsverſorgungsgeſetz ſieht vor, daß
die Kapitalabfindung gewährenden Hauptverſorgungsämter die beſ= im=
mungsgemäße
Verwendung des Kapitals durch ein Veräußerungsverbot
ſichern können. Dies Verbot wird im Grundbuch eingetragen und ſoll
für die Verbotsdauer, höchſtens 5 Jahre, jede Veräußerung und Be=
laſtung
der mittels des Abfindungskapitales erworbenen Grundſtücke ver=
hüten
. Man iſt ſeit der Entſcheidung des Reichsgerichtes aus dem Jahre
1922, abgedruckt im 105. Bande, darüber einig, daß ein ſolches Verbot
jedermann gegenüber wirkt, wenigſtens, wenn er ſich nicht auf ein
Recht ſtützen kann, das ſchon vor dem Veräußerungsverbote im Grund.
buch eingetragen war. Streitig iſt indeſſen geblieben, ob der Grund=
ſtückseigentümer
, gegen den ein ſolcher im Range dem Veräußerungs
verbot vorgehender Gläubiger die Hypothekenklage erhebt, dieſem gleich
falls den Einwand aus der abſoluten Wirkung des Verüußerungsver
koles entgegen halten kann. Bi2her waren lediglich zwei obergerichtliche
Entſcheidungen bekaunt geworden. Das Kammergericht hatte ſich, geger
die Zuläſſigkeit dieſes Einwandes, das Oberlandesgericht Dresden für
Leſſen Zuläſſigkeit ausgeſprochen. Beide Eutſchendungen waren im Be
fchlußverfahren ergangen. Nun hat das OLG. Darmſtadt Gelegenhei
bekommen, als Berufungsgericht das Für und Wider zu prüfen. Es ha
ſich gegen die Anſicht des Oberlandesgerichts Dresden, alſo für die Un
zuläſſigkeit des Einwandes entſchieden. In dehn Verſorgungsgeſetze ſe
dem Veräußerungsverbot keine rückwirkende Kraſt gegenüber bereits be
ſtehenden Einträgen gegeben und es hätte eimer ausdrücklichen geſetzlichen
Beſtimmung bedurft, wenn die Vorſchriften der Grundbuchordnung übe
Rang und Wirkung von Eintragurgen im Grundbuch ſowie die Vor
ſchriften über deſſen öffentlichen Glauben durch das Verſorgungsgeſet
hätten abgeändert werden ſollen.
Von allgemeinſter Bedeutung iſt dabei auch ein Entſcheidungsgrund
mit dem das OLG. Darmſtadt eine etwas merbwärdige Auffaſſung ab
lehnt, die das OLG. Dresden ſich zu eigen gemacht hatte. Anch dieſe.
kann nicht darum herum, daß ſeine Anſicht auf eine entſchädigungsloſ
Enteignung hinausliefe, die nach Art. 153 der Reichsverfaſſung nu
dann zuläſſig iſt, wenn ein Reichsgeſetz dies beſtinmt. Dresden half ſii,
mit der Konſtruktion, das Schweigen des Verſorgungsgeſetzes über ein
ſolche Entſchävigung bedeut=, daß ſie vom Geſetz verſagt werde. Di
Darmſtädter Entſcheidung erklärt demgegenüber, eine ſolche geſetz
geberiſche Abſicht verlange nach Wortlaut und Sinn des Art. 153 unte
allen Umſtänden eine ausdrükliche Vorſhrift.
Hoffentlich ſcließen ſich andere Oberlandesgerihte dieſer Darm
ſtädter Entſcheidung an. Deun es wäre für die betroffenen Hypotheken
gläubiger auf der einen Seite, aber auch für die kreditbedürftigen
Grundſtückseigentümer auf der anderen Seite, unerwünſchr, wenn nac
dem Dresdener Muſter Gläubiger, ohne daß ſie ſich, vor einem ſolcher
undorherſehbaren Veräußerungsverbot zu ſchüitzen vermöchten, um einer
Teil ihres Nechtes gebracht werden könnten.
Große Skrafkammer.
Tp. Wegen fahrläſſiger Körperverletzung hat ſich ein Mainzer Chauf
feur zu berantworten.
Am 21. Februar 1928 (Faſtnachtdienstag) fuhr der ſeit 1897 be
der Mainzer Aktienbrauerei bedienſtete Angeklagte mit einem belade
nen Bierauto und Anhänger von Mainz nach Griesheim. In der Näh
des Schönauer Hofs an der Abzweigung nach Aſtheim kam ihm das i
Richtung Mainz in Fahrt befindliche, mit Kartoffeln beladene Fuhr
werk der Joh. Bender Eheleute von Büttelborn entgegen. Letztere
wurde vom Auto angefahren und die auf dem Wagen ſitzender
Eheleute Bender verletzt, und zwar die Ehefrau erheblicher, ſie hatt
eine Verletzung am Kopf und einen ſchweren Bluterguß am Bein de
vongetragen, während die Kopfverletzung des Ehemannes weniger er
heblich war.
Das Bezirksſchöffengericht hat am 21. Juni ds. Js. auff eine Gelt
ſtrafe von 150 Mark gegen den unbeſtraften Angeklagten erkann.
Staatsanwalt und Angeklagter haben Berufung verfolgt.
Nach Anſicht des Sachverſtändigen iſt der Unfall auf das vor
ſchriftswidrige Verhalten des Chauffeurs zurückzuführen. Er iſt be
Begegnung mit dem ſchwer beladenen Benderſchen Fuhrwerk nicht rech=
zeitig
und genügend nach rechts ausgewichen, ſo daß er zunächſt mit der
linken Vorderrad des Kraftwagens gegen das linke Vorderrad de
Pferdefuhrwerks anſtieß Hierdurch wurde die Steuerung des Kraf
wagens nach links geriſſen, der Kraftwagen ſelbſt fuhr nun ſcharf nau
links weiter und ſchob das Fuhrwerk nach dem Straßengraben zu. Dur/
den harten Anprall wurden die Eeheleute Bender von den Sitzen ge
worfen und verletzt.
Der Gutachter hält dafür, daß der Fahrer des Fuhrwerks dem
auch bekannt ſein mußte, daß die mit Kleinpflaſter verſehene Fahrbah.
der fraglichen Stelle die Begegnung mit anderen Wegebenutzern ohn
Zuhilfenahme des unbefeſtigten Straßenteiles nicht oder kaum zuläßt
ſeinerſeits ebenfalls weiter nach rechts hätte ausweichen müſſen. Da=
kann
aber den Angeklagten nicht entlaſten, er iſt bei der Begegnung mi
dem Fuhrwerk nicht rechtzeitig und genügend nach rechts aus
gewichen; er hätte, wenn dies wegen der beſonderen Umſtände nich
möglich war, ſo lange halten müſſen, bis der Weg frei war.
Das Urteil verwirft die Berufungen. Neben dem Angeklogter
treffe auch den Staat ein Verſchulden, weil er es bisher unterlaſſei
habe, hinſichtlich des Verkehrs an der Unfallſtelle einſchränkende Be
ſtimmungen zu erlaſſen.

Pp. Bezirksſchöffengericht 1. Wegen Brandſtiftung hat ſich der Bäcke=
Johann Kellner von Guſtavsburg zu verantworten. Er hatte an
21. und 22. Juli d. J. gehörig mit Kameraden gezecht und war dant
um die Mittagszeit nach Bauſchheim gefahren. Nach der Anklage ſoll er
am 22. Juli am Rhein auf dem Felde lagernde 3 Fruchthaufen in Bran!
geſetzt haben. Dem Brande fiel ein Zwetſchenbaum, 1 Haufen Gerſte um
2 Haufen Korn zum Opfer. Die Ermittlungen nach dem Täter warel
ſchwierig, dadurch, daß einer der Kameraden ſich ein Damenvad entlieher
hatte, kam man der Sache auf die Spur. Der Staatsanwalt hält der
Angeklagten für überführt und verneint eine ſinnloſe Betrunkenheit
Der Strafantrag geht auf 8 Monate Gefängnis. Das Urteil erkennt au
6 Monate Gefängnis. 2. Ein lediger Müller von Ober=Ramſtadt ſteh=
unter
der Anklage, in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober d. J. auf der
Straße DarmſtadtNieder=Ramſtadt mit ſeinem mangelhaft beleuchtetn
Motorrad einen Straßenpaſſanten umgefahren zu haben, der einel
linken Unterſchenkelbruch erlitt. Angeklagter erklärt, er habe erſt gani
im letzten Moment aus dem dichten Nebel drei Perſonen auftauchen
ſehen. Der Verletzte geht heute noch an zwei Stöcken. Der Angeblagte
hat den Führerſchein ſeit 3. April 1925. Der Staatsanwalt führt aus
Angeklagter habe mit einem unſachgemäßen Verhalten eines Wege
benutzers rechnen müſſen, auch ſei er bei dem herrſchenden Nebel zu
raſch gefahren oder habe unterlaſſen, rechtzeitig nach links auszubiegen
Es wird eine Geldſtrafe von 200 Mark beantragt. Das Urteil erkenn
auf 50 Mark Geldſtrafe.

Tageskalender für Samstag, den 1. Dezember 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19.30 Uhr, End
gegen 22 Uhr, K 3: Die luſtigen Weäber von Windſor. Kleies
Haus, Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr, Zuſatzmiete VII: Dilt
tote Tante‟. Orpheum, abends 20 Uhr, Gaſtſpiel Millowitſch
Der Stolz der 3. Kompagnie, Konzerte: Schloßkaffee, Kaffe‟
Rheingold, Hotel Schmitz, Reſt. Bender, Alte Poſt, Weinhaus Maxim
Spaniſche Bodega, Reichshof, Sportplatzkaffee, Zur Stadt Malaga
Kaffce Haſſia, Perkev, Bürgerhof, Brauerei Schul, Zum Heſſiſchel
Haus, Reichskvone, Waldſchlößchen, Neckartor, Stadt Nürnberg, Frank
furter Hof. Jagdſchloß Kranichſtein. Kegler=Verband, abds
20 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz: Bannerweihe und 7. Srii
tungsfeſt. Verein für das Deutſchtum im Ausland
abends 2 Uhr, im Städtiſchen Saalbau: Grenzlandabend
Kölner Hänneschen=Theater, im Mathildenhöhſaal, 15.U.
17 Uhr und 20 Uhr. Kinovorſtellungen: Union=Theater
Helia, Palaſt=Lichtſpiele.

Am frühen Morgen
Nach dem Frühstück
Nach der Mahlzeit
Beim 5 Uhr-Tee
Nach dem Abendbrot

Gegen Mundgeruch
Im Eisenbahnwagen
Im Caféhaus
Beim Kartenspiel
Bei der Lektüre

Beim Rätsellösen
Beim Konversieren
Zur Anregung
Bei Abgespanntheit
In der Versammlung
Zur Beruhigung

Diese Bigarette wirkt Wunder, ma7 rrich: daven.
Der gute tortschrittl. Fachhand. überall führt d. MERZ

Fabrik: Mer. & Co., Frankfurt a.M

Bei Nachfragen nach Verkaufs=
ſtellen
wird das Porto vergüter

Vertreter für den Handel:
Christ. Kelsch, Darmſtadt
Tel. 1869 (79,132) Rheiſtr. 2

[ ][  ][ ]

Nummen, 334

Samstag, den. 1.=Dezember 1923

Geitex

*

Skarkenburg.
O. Erzhanſen, 28. Nov. Der Denkmalsausſchuß gibt bekannt, daß
diejenigen, deren Angehörige im Weltkrieg gefallen oder vermißt ſind,
deren Namen, Geburtstage, und Todestage binnen acht Tagen ſchriftlich
in der Bürgermeiſterei abgeben ſollen. Unſer Ort hat ſich
durch die Entſtehung neuer Wohnhäuſer in letzter Zeit an Einwohner=
zahl
etwas raſcher durch Zuzug vermehrt; bis jetzt beträgt die Ein=
wohnerzahl
2100. Die Zahl der Erwerbsloſen betrug letzte Woche 68.
F. Eberſtadt, 30. Nov. Gemeinderatsſitzung. Geſtern
abend fand im Rathausſaale unter dem Vorſitze des Bürgermeiſters
Dr. Uecker eine Gemeinderatsſitzung ſtatt. Es wird Zuſtimmung er=
teilt
, daß die Sportplätze Nord und Süd ſowie der anſtoßende Feſt=
platz
durch Anpflanzung geeigneter Sträucher abgegrenzt bzw. eingefrie=
digt
werden. Die Koſten hierfür ſollen auf einige Jahre verteilt und
jeweils im Waldwirtſchaftsplan angefordert werden. In Verbindung
damit wwird die Anlage eines Schießſtandes für Kleinkaliberſchießen ge=
nehmigt
, den der Verein Soldatenkameradſchaft nächſt den Sportplätzen
errichten will. Die Forſtbehörde hat ihre Zuſtimmung hierzu ebenfalls
erteilt. Die Anwohner der Wilhelmſtraße wünſchen in einer Eingabe
an den Gemeinderat die Herſtellung (Pflaſterung) dieſer Straße. Ein
Beſchluß hierüber konnte nicht gefaßt werden, da im Voranſchlag Mittel
hierfür nicht vorgeſehen ſind. Einem dringenden Bedürfnis entſprechend,
ſoll für die Villenkolonie am Alten Darmſtädter Weg eine Müllgrube
angelegt werden. Der Plan für die Errichtung einer kleinen Halle zur
Unterbringung von Feuerlöſchgeräten der Teilwehr Villenkolonie findet
Zuſtimmung. Die Halle wird in der Villenkolonie zur Aufſtellung kom=
men
. Dem Miſſions=Seminar Marienhöhe wird geſtattet, ſeinen
Waſſerbedarf aus dem im Steckenborn neu errickteten Hochbehälter zu
entnehmen, unter der Bedingung, daß weitere Abnehmer ſich an die zu
legende Leitung anſchließen dürfen. Hinſichtlich des Waſſerpreiſes ſoll
das Seminar ſo behandelt werden wie Gerhard Hickler. Der Gemeinde=
rat
erteilt ſeine Zuſtimmung, daß die Verlängerung der Büſchlerſtraße
bis zu der Stelle der Sandabfuhr chauſſiert wird, um dieſen Weg fahr=
bar
zu machen. Die Hälfte der Koſten ſoll der den Eſelskopf ausbeuten=
den
Firma auferlegt werden. Aus den zur Verfügung ſtehenden verbil=
ligten
Baudarlehen wird dem Bauluſtigen Poſtbeamten Schweißguth,
ein Darlehen von 3500 Mark, dem Werkbund ein ſolches von 4100 Mark
bewilligt. Im übrigen ſoll die Verwaltung verſuchen, für noch vor=
liegende
weitere Baugeſuche Baudarlehen vom Staat zu erhalten. Fol=
gende
Baugeſuche finden Genehmigung: 1. Baugeſuch Schweißguth
(Wohnhausneubau an der Pfungſtädterſtraße); 2. Baugeſuch Johannes
Becker (Hühnerhaus im Steckenborn); 3. Baugeſuch Heinrich Reichert
(Wohnhausneubau und Schlachthaus in der Pfungſtädterſtraße); 4. Vik=
tor
OReilly (Fabrikgebäude in der Heidelbergerſtraße), dieſes unter der
Bedingung, daß innerhalb einer Zeit von ſechs Jahren je ein Wohnhaus
nach der Nord= und Südſeite errichtet wird und die Vorgärten in einem
dem Straßenbild entſprechenden Zuſtande gehalten werden; 5. Baugeſuch
des Schiffsſchaukelbeſitzers Mahr (Wohnhausneubau in der Alten
Schwanenſtraße); 6. Baugeſuch der Baugenoſſenſchaft Werkbund
(Wohnhausneubau). Bei dieſer Gelegenheit wird allgemein der Wunſch
geäußert, daß dahin gewirkt wird, daß größere und architektoniſch gefäl=
ligere
Häufertypen erſtellt werden als dies bisher geſchehen iſt. Ein An=
trag
des Gemeinderats Meidinger, die Pfungſtädterſtraße vom Ausgang
des Ortes bis zur Bahn mit elektriſcher Beleuchtung zu verſehen, wird
dem Bquausſchuß zur Vorberatung überwieſen. Das Konzeſſionsgeſuch
des Max Cttinghaus. (Stadt Heidelberg) wird befürwortet, da es ſich hier
um eine ſeit Jahren beſtehende Konzeſſion handelt. Zu dem Antrag
des Gemeinderats Quari, betreffend Befeſtigung des Fußweges vom
Haus Beutel bis zur Gemeindebaracke im Kleinkinderſchulgarten, bemerkt
der Bürgermeiſter, daß dieſes bereits beabſichtigt ſei und die Herſtellung
demnächſt erfolgen werde. Die Feſtſetzung r Hundeſteuer für 1929
gibt Anlaß zu einer ausgedehnten Debatte. Die Verwaltung hatte be=
kanntlich
ſchon im Frühjahre eine Verdreifachung des Gemeinde= Hunde=
ſteuerſatzes
( 12 Mark) verlangt. Die Debatte endigt durch Annahme
eines Antrages des Gemeinderats Gärtner, durch den der Satz von 4 auf
6 Mark erhöht wird. Für den zweiten und jeden weiteren Hundebeſitz
ſollen, einem ergänzenden Antrag des Bürgermeiſters entſprechend, je
12 Mark mehr erhoben werden, als für den jeweils vorhergehenden
Beſitz. Gemeinderat Heißt ſetzt ſich dafür ein, daß die Eröffnung der
verlängerten Jahnſtraße (zwiſchen der Neuen Schwanenſtraße und dem
Griesheimerweg) im Laufe des Winters durchgeführt wird, um dem hier
vorliegenden dringenden Verkehrsbedürfnis endlich Rechnung zu tvagen.
Die Verwaltung macht eine entſprechende Zuſage. In geheimer Sitzung:
Stundungsgeſuche, Wohlfahrts= und Wohnungsangelegenheiten, Ergeb=
nis
der Prüfung des Geſchäftsbetriebs der Gemeinde=Apotheke.
Aa. Eberſtadt, 30. Nob. Selbſtmorde. Hier ſind Ende der
Woche ſchon wieder zwei Selbſtmorde vorgekommen. In einem Anweſen
in der Lämmchesbergſiedlung hat ſich ein Mann erhängt. Außerdem er=
hängte
ſich in einem Hauſe der Hochſtraße ein Einwohner. Da nit ſind
in dem abgelaufenen Monat insgeſamt vier Perſonen durch Selbſtmorde
aus dem Leben geſchieden.
Traiſa, 30. Nob. Kircliches. Der Gottesdienſt beginnt morgen
ausnahmsweiſe um 3410 Uhr. Abends um 8 Uhr wird, wie alljährlich,
Abendmahlsgottesdienſt gehalten. Der Frauenverein unternimmt
morgen nachmittag einen Ausflug nach dem Mütterheim.
f. Roßdorf, 28. Nov. Gemeinderatsbericht. 1. Die Ge=
meindehundeſteuer
für das Kalenderjahr 1929 beträgt, wenn der Beginn
des Hundebeſitzes fällt in die Zeit vor dem 1. Juli, jährlich 12 Mark,
vom 1. Juli ab 6 Mark für jeden Hund. 2. Der Antrag des Heinrich
Emig 3. wegen Verſetzung der an ſeinem Anweſen aufgeſtellten Plakat=
ſäule
muß zunächſt noch ſolange zurückgeſtellt werden, bis ein geeigneter
Platz gefunden iſt. 3. Zu Bauzwecken ſoll das der Jakob Winkes Ehe=
frau
in Mainz im Gewann im Birke gelegene Gelände auf deren An=
gebot
erworben werden. 4. Dem Karuſſellbeſitzer Hach zu Eberſtadt wird
anläßlich des an der Kirchweihe geweſenen ungünſtigen Wetters von
ſeinem Platzgeld ein Betrag von 60 Mark erlaſſen. 5. Die durch die
Anlegung des Kanalauslaufgrabens entſtandenen Schäden ſollen nach
dem Vorſchlag der Wieſenkommiſſion geregelt werden. Ueber den
Kanalbau kam es hierbei zu heftigen Auseinanderſetzungen, die dahin
endigten, daß zur nächſten Gemeinderatsſitzung das Kulturbauamt
Darmſtadt zugezogen werden ſoll. 6. Für eine Gemeindewohnung ſoll
ein Ofen angeſchafft werden wenn dies die Baukommiſſion für not=
wendig
erachtet.
f. Roßdorf, 29. Nov. Arbeitsloſenſtatiſtik. In Fürſorge
ſtehen gegenwärtig 95 Perſonen, darunter 21 weibliche. Ab 2. d. Mts.
gehört unſere Gemeinde lt Beſchluß des Verwaltungsausſchuſſes des
Arbeitsamts Darmſtadt zur Sprech= und Auszahlungsſtelle Ober=
Ramſtadt, die dort neu errichtet iſr. Infolgedeſſen müſſen ſich alle Ar=
beilsloſen
nunmehr an drei Tagen der Woche in der Gewerbeſchule
Ober=Ramſtadt zur Kontrolle melden.

Heag=Werbung in Erbach im Odenwald.

Ein Rundgang durch die Berbeausſtellung
b. Erbach i. O., 30. November.
Die Heag, die bekanntlich das Elektrizitätswerk der Stadt Erbach
durch Kauf am 1. Oktober ds. Js. übernommen hat, veranſtaltet zurzeit
eine großzügig organiſierte Werbeausſtellung in der Städtiſchen Feſthalle
Unter den Linden‟. Einer Einladung der Ausſtellungsleitung fol=
gend
, nehmen wir unter liebenswürdiger Führung des Herrn Ing.
Käppele=Erbach in einer längeren Beſichtigung die ausgeſtellten
Herrlichkeiten in Augenſchein. Beim Betreten der geräumigen Halle
nimmt die wunderbare Aufmachung den Beſucher unbedingt für das
Unternehmen ein. Eine komplett eingerichtete KLe, Herrenzimmer und
Schlafzimmer (von der Firma Jakob Hübner=Erbach zur Verfügung ge=
ſtellt
), ausgeſtattet mit allen modernen elektriſchen Geräten, vom großen
elektriſchen Herd bis zum kleinſten Raſierzeug, geben einen vollendeten
Ueberblick und laſſen erkennen, daß man ſozuſagen das ganze Leben
elektriſieren und faſt alle Anſprüche der anſpruchsvollen Erdenbewohner
unter Zuhilfenahme der elektriſchen Energie auf leichteſte Art und Weiſe
befriedigen kann. Vor allem fallen die elektriſchen Warmwaſſerbehälter,
die Oekonom=Küchengeräte und =Herde auf. Unter Zugrundelegung des
Haushaltungstarifs, der eine Kilowattſtunde für 10 Pfg. an den Ver=
braucher
abgibt, leiſten dieſe Geräte für verſchwindend geringe Unkoſten
außerordentliche Arbeiten, die beſonders unſere geplagte Hausfrau in
einem nie geahnten Umfange entlaſten. Heizkiſſen, Föhn, elektriſche
Wärmflaſche, Maſſage=Apparate ſtellen begehrenswerte Artikel dar, die
immer und immer wieder ſehnſuchtsvolle Frauenaugen anziehen. Das
Ideal der Hausfrau iſt die elektriſche Waſchmaſchine, die trockene Wäſche
im Gewicht von 50 Kilogramm im Laufe der Nacht, während die Haus=
frau
in ſüßeſten Träumen liegt, blütenweiß werden läßt. Der dafür auf=
zuwendende
Betrag beträgt ungefähr 60 Pfennige, wahrlich verſchwin=
dend
gering, wenn wan den mit der Waſchfrau noch zu erlebenden
Aerger, der jetzt wegſällt, berückſichtigt. Elektriſche Maſchinen aller Art
und mit denkbar vielen Verwendungsmöglichkeiten machen dem Land=
wirt
, der in harter Arbeit ums tägliche Brot ringt, das Leben zur Luſt.
Da ſind Futterdämpfer, fahrbare Motoren, Buttermaſchinen u. a. in an=
ſchaulicher
Reihenfolge angeordnet und im Betrieb zu beſichtigen. Eine
elektriſche Badeeinrichtung, das Ideal wohl eines jeden Beſuchers, fällt
beſonders angenehm ins Auge. Für den Geiverbebetrieb ſtehen ebenfalls
alle erdenklichen modernen Hilfsmaſchinen zur Beſichtigung bereit: Band=
ſäge
, Schmiedegebläſe und anderes, elektriſch betrieben, zeigen die Mo=
derniſierung
und damit die Rationaliſierung des handverklichen Klein=
betriebs
. Die ſämtlichen während der Ausſtellungszeit verkauft wer=
denden
Geräte können in zehn monatlichen Naten bezahlt werden. Der
für Ratenzahlungen übliche Aufſchlag von 10 Prozent kommt während
der Dauer der Ausſtellung nicht zur Anwendung. Wenn wan die ſtim=
mungsvolle
Beleuchtung der eingerichteten Zimmer noch berückſichtigt,
ſo iſt die Ausſtellung tatſächlich eine ſehenswerte. Jeder Beſucher kommt
beſtimmt auf ſeine Koſten. Schallplattenkonzerte mit Lautſprecherüber=
tragung
, ausgeführt von der Firma A. R. Schmidt=Erbach, geben einen
ergänzenden Genuß auf muſikaliſchem Gebiet. Alles in allem, die Aus=
ſtellung
iſt eine vorzügliche und hat hier ihresgleichen noch nicht geſehen.

der Heſſiſchen Eiſenbahn-A.-G. Darmſtadk.
Erwähnt ſeien noch die Filmvorführungen, die in oft humorvoller und
unbedingt unterhaltender Weiſe die Verwendungsmöglichkeit der elettri=
ſchen
Energie in allen Berufskreiſen illuſtrieren. Eins jedoch ſucht man
in der Ausſtellung vergeblich, nämlich einem elektriſchen Apparat, der
bei Einwurf eines Geldſtückes die zehnfache Summe wiedergibt und ſo
dem Publikum Mittel zum Erwerb der begehrenswerten Herrlichkeiten
verſchafft. Am Samstag ſoll, wie uns mitgeteilt wird, in Verbindung
mit einem wiſſenſchaftlichen Vortrag ein bunter Abend, veranſtaltet von
der Heag, ſtattfinden. Dieſe und die anderen im Rahmen der Ausſtel=
lung
gegebenen Veranſtaltungen ſeien unſerer Einwohnerſchaft, beſonders
den Hausfrauen, unſeren Landwirten und dem Handwerk und Gewerbe
zum Beſuch, und ſei dieſer auch nur informatoriſcher Natur, dringend
empfohlen.
Da am Samstag und Sonntag mit einem ſtarken Beſuch der Aus=
ſtellung
zu rechnen iſt, hat ſich die Heag dazu bereit gefunden, am Sams=
tag
und Sonntag abend noch je einen beſonderem Vortrag einzulegen.
Am Samstag abend um 8 Uhr ſpricht Herr Albert Heß über den elektri=
ſchen
Haushalt, ein Thema, welches gewiß viele Hausfrauen, aber auch
die Männer, zum Beſuche der Ausfrellung veranlaſſen wird. Durch ſeine
vielen Vorträge, die Herr Akbert Heß im Verſorgungsgebiete der Heag
bereits gehalten hat, iſt er ſchon einem großen Teile der Abnehmerſchaft
der Heag als vortrefflicher Redner bekannt geworden. Er verſteht es
auf das beſte, in einem von Humor gewürzten Vortrage ſeinen Zu=
hörern
eine Unterhaltung zu bieten, welche den Beſuch ſeines Vortrages
niemanden bereuen läßt. Der Vortrag wird ergänzt durch praktiſche
Kochvorführungen und findet ſeinen Abſchluß mit der Verteilung von
Koſtproben, welche die Zuhörer von der Vortrefflichkeit der elektriſch zu=
bereiteten
Speiſen entſchieden überzeugt. Nicht minder zuſagend wird
für die Bevölkerung Erbachs und Umgebung der gehaltvolle Vortrag
von Frau Dr. Jakob ſein, welcher am Sonntag abend um 8 Uhr das
Thema Der im Elektvo=Wärmegerät hergeſtellte Weihnachtsbraten
zum Gegenſtand hat. Frau Dr. Jakob iſt bekannt als ebenſo tüchtige
Hausfrau wie Vortragende, und es ſteht feſt, daß die einfache und be=
queme
Herſtellung des Weihnachtsbratens im Elektro=Wärmegerät die
Beſucher von den Vorzüigen der Elektrizität im Haushalte ganz beſon=
ders
eindringlich überzeugen wird. Gänfebraten, Rippenſpeer und an=
dere
vortreffliche Braten werden auch am dieſem Abend zum Beweis
der Nichtigkeit der Ausführungen von Frau Dr. Jakob anſchließend
unter die Zuhörer als Koſtproben verteilt.
Zum Schluſſe ſei noch bemerkt, daß der Eintritt zu der Ausſtellung
ſowohl zur Beſichtigung am Nachmittage als auch den Filmvorführungen
und den Vorträgen koſtenlos iſt. Jedermann iſt freundlichſt eingeladen.
Von Samstag nachmittag 3 Uhr ab werden am Eingang der Ausſtel=
lung
Nummernkarten an die Beſucher abgegeben, welche zur Teilnahme
an der am Mittwoch abend ſtattfindenden Verloſung elektriſcher Haus=
geräte
berechtigen. Es ſind drei Hauptgewinne ausgeſetzt: eine Brat=
röhre
, eine Kaffeemaſchine ſowie eine Kochplatte; ferner kommen noch
mehrere Biigeleiſen ſowie Kochtöpfe zur Verloſung.

Le. Groß=Umſtadt, 29. Nov. Motorpflugführer. Vorgeſtern
wurde der Kurſus zur Ausbildung von Motorpflugführern in Gegen=
wart
eines Vertreters der Landwirtſchaftskammer zu Darmſtadt und der
Herren Georg Heil, Oberſtudiendirektor Pfersdorff und des Bürger=
meiſters
Lampe von hier feierlich eröffnet. Die Deulakraft‟ (Deutſche
Landkraftführerſchule in Zeeſen) hat die techniſche und theoretiſche Aus=
bildung
der 22 Teilnehmer übernommen. Unter den 18 Heſſen befin=
den
ſich 9 frühere Schüler der Höheren Landwirtſchaftsſchule Groß=
Umſtadt. 5 Kurſiſten ſind aus Groß=Umſtadt und drei aus dem Land=
wirtſchaftskammerbezirk
Wiesbaden. Dur Kurſus dauert drei Wochen.
Seit einem Jahre hat der hieſige Obſtbauverein die Pflege der
Obſtbäume in ſyſtematiſcher Weiſe in die Hand genommen. So
wurden in dem verfloſſenen Monat rund 1800 Obſtbäume mit dem Kleb=
gürtel
Fix und Fertig verſehen. Dieſe wurden von der Firma Hins=
berg
geliefert und haben den Vorteil, daß der Raupenleim maſchinell
aufgetragen iſt, ſo daß mit der Befeſtigung des Gürtels mit Draht die
Arbeit beendet iſt. Je nach dem Umfang des Baumes koſtet ein Gürtel
9,516,5 Pfg. Das Beſpritzen der Bäume mit Karbolineum erfolgt im
Nachwinter.

Was ist Togal?
Togal=Tabletten ſind ein hervorragendes. Mittel bei Rheuma,
Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- und Kopfschmerz, Erkäl-
tungskrankheiten
! Schädigen Sie ſich nicht durch minderwer=
tige
Mittel! Lt. notarieller Beſtätig, anerkennen über 5000
Aerzte, darunter viele bedeutende Profeſſoren die gute Wirkung
des Togal. Fragen S.e Ihren Arzt. In allen Apoth. Mk. 1.40.
0.46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Aeid, acet. sal, ad, 100 Amyl.
* Dieburg, 29. Nov. Weihe der Ehrentafel. Am Toten=
ſonntag
weihte die evangeliſche Gemeinde im feſtlichen Gottesdienſt un=
ter
ſtärkſter Beteiligung von allen Seiten das neue Ehrenmal für ihre
gefallenen Söhne. Es iſt aus der Werkſtatt des bekannten Kunſtmalers
Velte, Nieder=Ramſtadt, hervorgegangen, der dem Heſſenland manch
treffliches Kleinod ähnlicher Art geſchenkt hat. Ein gewaltiger Bild=
rahmen
aus Lindenholz, durch einen erhaben herausgearbeiteten Lor=
beerzopf
dargeſtellt und in edler Einfachheit der Farbenwirkung fein
abgetönt, umſchließ die innere Tafel, auf deren ſchwarzem Grund in
wirkungsvollen Schriftzügen, in Gold weithin leuchtend, die Namen
der Helden ſich erheben. Was ſie durchgekämpft haben, iſt im beſten
Sinn des Wortes dem ſtillen Beſchauer vor die Augen gemalt und in
die Seele hineingeſungen: ein Lied vom jungen Sterben und zugleich
ein Lied vom ſieghaften Leben. Nirgends trockne Namen oder Zahlen!
Sondern höchſte Anſchaulichkeit und Lebendigkeit in jeder Zeile: So
und ſoviel Jahre zählte der Kämpfer, als der Schlachtentod ihn ereilte;
den einen, der in heiliger Begeiſterung mit jugendlich pochendem Her=
zen
hinausgezogen, den andern als braven Familienvater eines kaum
begonnenen Eheglückes. Die Angabe des letzten Regiments folgt; ſodann
Ort und Zeit des Heldentodes. Eine erſchütternde Ueberſicht der nach
allen Himmelsrichtungen zerſtreuten wichtigſten Kriegsſchauplätze! Ver=
klärend
ſtrahlt über allen das Kreuz, ein Sinnbild der aufopferungs=

vollen Selbſtverleugnung; der Liebe, die nimmer aufhört. Man darf
den Künſtler und die evangeliſche Gemeinde dazu beglückwünſchen, daß,
aus einmütigem Geiſt geboren und vielſeitiger Beachtung gewiß, aus
ihrem eigenen Schoß ein ſolches Ehrenmal ermöglicht worden iſt, das
langen Geſchlechtern der Folgezeit ein Stück lebendiger Ortsgeſchichte
aus den größten Schickſalsſtunden des völkiſchen Erlebens darſtellt.
A. Heubach, 29. Nov. Von zahlreichen Blumen und Kränzen um=
geben
, wartete das von den Bürgern der Gemeinde errichtete Krie=
gerdenkmal
auf ſeine Enthüllung. Als paſſenden Tag hatte man
zur Weihe das Totenfeſt auserwählt. Die zahlreich teilnehmende Be=
völkerung
und viele Gäſte ſetzten ſich von dem 70er Denkmal auf dem
Marktplatze aus unter Vorantritt der vereinigten Heubacher Muſiker
nach dem neuen Ehrenmal in Bewegung. Ein Ehrenmal aus echt Oden=
wälder
Geſtein, geſchmackvoll und kunſtgerecht ausgeführt von dem hie=
ſigen
Steinhauermeiſter Gg. Bundſchuh und in dem heimatlichen Fels=
geſtein
eine kurze, gutgemeinte Widmung und die Namen all derer, die
aus unſerer Heimatgemeinde auszogen und den Tod auf dem Felde der
Ehre fanden. Die Enthüllung des Denkmals wurde durch den Vor=
ſitzenden
des Kriegervereins vorgenommen. Nach der Uebergabe an die
Gemeinde antwortete Herr Bürgermeiſter Brücher in kernig=deutſchen
Worten. Die Weihe des Denkmals wußte Herr Pfarrer Henner ſehr
eindrucksvoll zu geſtalten. Die Feier verſchönte die Muſik durch Choräle,
umrahmt von Liedern der verſchiedenen Geſangvereine. Herr Pfarrer
Hartmann ſowie Herr Aſſeſſor Wißmann widmeten dem Gedächtnis der
gefallenen Brüder zu Herzen gehende Worte. Auch die Schule trug
ihr Teil dazu bei durch paſſende Prologe.
Lützel=Wiebelsbach, 29. Nod. Am Sonntag abend gelangte durch
den Wanderklub dahier das Theaterſtück Der Schinderhannes bei ſehr
ſchwachem Beſuch zur Aufführung. Da gegen eine Aufführung des
Stückes am Torenſonntag Cinſpruch erhoben wurde, hat das Kreisamt
Erbach ſeine ſchon erteilte Genehmigung wieder zurückgenommen, aber
in letzter Stunde die Erlaubnis wieder gegeben. Daß das Stück nun
am Totenſonntag auf die Bühne kam, hat allgemeine Entrüſtung hervor=
gerufen
. Der letzte Nacht über unſeren Ort hinweggegangene, orkan=
artige
Sturm hat mancherlei Schaden angerichtet. So nurden an vielen
Gebäuden mihr oder weniger Ziegel von den Dächern geworfen und
zahlreihe, zum Teil noch junge Bäume entwurzelt oder gebrochen.
Ein zur Befürderung der Arbeiterinnen in die Glanzſtoffabvik Obern=
burg
hier ſtationierter Omnibus der Reichspoſt unternahm heute ſeine
erſte Fahrt. Dadurch, daß die Arbeiterinnen nun bequemer als ſeither
an ihre Arbeitsſtätte gelangen, hat ſich die Zahl auf über dreißig erhöht.
Bo. Michelſtadt, 29. Nov. Die hieſige Obexrealſchule veranſtalter am
Sonntag, 2. Dez., im Saale des Anker in Stockheim eine Elternver=
ſammlung
, verbunden mit einer Schbertfeier. Die Darbietungen ſehen
einige Muſikſtücke, Chöre und Lieder, vorgeführt von Schülern der An=
ſtalt
vor. Wie verlaitet, wird die Vortragsfolge eimige künſtleriſch
hochſtehende Leiſtungen bieten, die den Beſuch der Elternverſammlung
lohnend geſtalten werden, beſonders da gezeigt werden ſoll, auf welch
hohes Nivegu auch die künſtleriſche Ausbildung der Jugend gebracht iſt.
Hirſchhorn, 30. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
29. November 1,50 Meter, am 30. November 1,48 Meter.
Gernsheim, 30. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
29. November 2,30 Meter, am 30. November 2,23 Meter.

Auszuwählen nach d. SHELL-
FÜHRER für die Schmie-
Wrung von Kraft-Fahrzeugen
ur
AS BEWAHRTE AUTOBENZIN SHELL

Se
N
EE!


*N
TANNEN SIEAN DEN BEKANNTEN GELBROTEN PU

Ihzer Reise wird wesentlich beeinflußtdurch sach-
gemässe
Schmierung. Viele Reparaturen und da-
durch
bedingte Reiseunterbrechungen werden
durchVerwendung schlechter Schmiermittel ver-
ursacht
. Die Tatsache, daß wir unsere Fabrikate
aus sorgfältig ausgewählten Rohstoffen in unse-
ren
eigenen deutschen Fabriken fertigstellen, gibt
Ihnen Gewähr, daß Sie überall in gleichbleiben-
der
, hochwertiger Qualität kaufen.

00EL
Ar

UK5 U

[ ][  ][ ]

Er7 8

Heſiſcher Staßenberichk.

für die Woche vom 2. bis 8. Dezember 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobilkluv.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
DarmſtadtMainz (Ortsdurchfahrt Groß=Gerau) bis 10. 12 geſperrt.
Uüleitung: GriesheimWolfskehlen.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
SprendlingenBuchſchlag vom 26. 11. bis 22. 12. geſperrt. Un=
leitung
nach Vahnhof BuchſihlagSprendlingen über die forſtfiskaliſche
Waldſtrecke vom Forſthaus Mitteldick.
Ortzdurchfahrt Groß=Karben (Heldenberger Straße) vom 11. 10. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Büdesheim, Rendel, Alein=Karben.
Ortsdurchfahrt Nieder=Eſchbach vom 19. 11. bis auf weiteres ge=
ſperrt
. Umleitung: Ober=EſchbachOber=Erlenbach reſp. Bonames Har=
heim
-Nieder=Erlenbach.
Ortsdurchfahrt Keſtrich vom 22. 11. bis auf weiteres für ſchweren
Verkehr geſperrt. Umleitung: RomrodOber=Breidenbach.
Rimhorn, 29. Nob. Der Totenſonntag, der Tag der Trauer und
Crinnerung, wurde hier iu ſtiller, würdiger Weiſe begangen. Die Feier
zuurde eingeleitet mit dem Liede Alle Menſchen müſſen ſterben, vorauf
anſchließend der Arbeiter=Geſangverein, unter Leitung ſeines Dirigenten,
Herrn Hallſtein, den Chor Mag auch die Liebe weinen, zu Gehö=
brachte
. Nach kurzer Anfprache von Herrn Pfarrer Schwöbel ſang der
Kirchenchor Das Leben welkt wie Gras‟. Die Predigt des Geſtlichen
uar auf die Bedeutung des Tages eingeſtellt. Die Feier fand ihren Ab=
ſchluß
mit dem Liede Hebe deine Augen auf zu den Bergen durch den
Kirchenchor. Fleißige Hände hatten auf dem Friedhof die Gräber ihrer
dort ruhenden Angehörigen und das Kriegerdenkmal geſchmückt.
4i. Vielbrunn, 29. Nov. Der Nundfuur marſchiert. In
der geſtrigen Rundfunkveränſtaltung im Wolfſchen Saal war den zahl=
reichen
Beſuchern durch Aundfunkkonzerte und Filmvorführungen ein
ebenſo abwvechſlungsreicher, wie auf dem Gebiet des Funkweſens be=
lehrnder
Unterhaltungsabend geboten, zumal im Film der hohe Wert
des Rundfunks in allen Lebenslagen und beſonders die vielgeſtaltigen
landwrtſchaftlichen Verhältniſſe, wie Markt= und Wetterberichte, land=
wirtſchaftliche
Vorträge uſw. betreffend, veranſchaulicht wurde.
G.I. Hainſtadt (K:. Erbach), 23. Nov. Totenſonnta Trotz
anhaltendem Regen und Sturm wurde die Feier für die im Weltkriege
Veubliebenen gefeiert. Die Feier fand unter ſehr großer Beteiligung am
Ehrendenkmal ſtatt. Die beiden Geſangvereine, ſowvie die Schulkinder
trugen der Feier entſprechende Lieder vor. Von zwei Schulkindern. Elſa
Neff. und Friedrich Neff, wurden Gedichte vorgetragen. Dann hielt
Herr Lehrer Müller die Anſprache. Hierauf legte Herr Bürgermeiſter
Halſtein, die beiden Vorſtände der Vereine ſowie die Schulkinder Klänze
nieder. Anſchließend fand die Feier ſür unſere Toten im Schulſaale ſtatt.
m. Beerfelden, 29. Nov. Auch hier wurde der Totenſonntag in wür=
diger
Weiſe begangen; vor vollbeſetztem Gotteshauſe hielt Herr Ober=
pfarrer
Colin einen packenden Gottesdienſt, in ſeiner Predigt wußte er
dem doppelten Charakter des Tages als Tag der Toten im allgemeinen
und im beſonderen im Hinblick auf den Weltkrieg aufs ſchönſte gerecht
zu werden. Der Kirchenchou verſchönte die Feier durch zwei paſſende
Chöre. Die Gemeinde ließ am Denkmal im Heldenhain einen Kranz
niederlegen.
Ab. Aus dem Moffautal, 30. Nov. Kundfunk. Der am 27. No=
vember
im Saale der Brauerei Schmucker=Ober=Moſſau von der Reichs=
Nundfunk=Geſellſchaft Berlin und dem Südweſtdeutſchen Rundfunk
Frankfurt a. M. abgehaltene Rundfunkwerbeabend war ſehr gut beſucht.
Lichtbildervorträge, Filmporführungen, ſowie Rundfunkkonzerte wurden
mit Beifall aufgenommen.
m. Vom füblichen Odenwald, 29. Nob. Wenn man von der Viſiten=
karte
abſieht, dig der Winter vor einiger Zeit in ganz beſcheidener Weiſe
abgab, ſo kann man heute ſagen, daß uns die vorletzte Nacht den erſten
Schnee brachte; er lagerte auf Dächern und Bäumem mehrere Zenti=
meter
dick, war aber auf der Straße zerfloſſen. Tagsüber gab’s zeitweiſe
Flockentreiben, doch eine richtige Winterlandſchaft kamr nicht zuſtande.
Bp. Fürth i. O., 30. Nov. Starker Schneefall. In den heu=
tigen
Vormittagsſtunden trat in unſerer Gegend ſtarker Schmeefall ein.
Während im Tal ſich bald ſchwverer Schlamm bildete, blieb auf den Höhen
der Schnee liegen. In der Kolmbacher Gegend erneichte um 2 Uhr nach=
mittags
die Schneehöhe bereits 5 Zentimeter. Der Schneefall hielt bis
in die Abendſtunden mit umverminderter Heſtigkeit an.

Samstag,den 1. Dezember 1928
I. Birkenau, 98. Nob. Geburtstagsfeier. Die im Jahre
1878 Geborenen der hieſigen Gemeinde feiern am nächſten Samstag,
abends 8 Uhr, im Gaſthaus Zum Engel gemeinſchaftlich ihren 50. Ge=
burtstag
. Auch die auswärtigen Schulkameraden und Schulkameradin=
nen
ſind zur Feier freundlichſt eingeladen worden und werden, wenn
äußerſt möglich, der Einladung Folge leiſten. Die Teilnehmer dürften
dann nahezu die Zahl 50 erreichen. Nach den Vorbereitungen zu ſchlie=
ßen
, verſpricht der Feſtabend ein recht gemütlicher zu werden. Die Ver=
anſtaltung
wird umrahmt durch Muſikvorträge (Klavier und Violine)
zweier Virtuoſen von hier, die gegenwärtig das Konſervatorium in
Mannheim beſuchen.
W Heppenheim a. b. B., N. Nov. Geſelkenprüfung. Die
feierliche Ueberreichung der Geſellenbriefe an die Junggeſellen des Jahr=
gangs
1938 fand am Sonntag nachmittag im hieſigen katholiſchen Vereins=
haus
ſtatt. Zu der Feier waren die Eltern und Lehrmeiſter der Prüf=
linge
ſowie die Prüfungsmeiſter und die Vorſtandsmitglieder und Mit=
glieder
der geiverblichen Vereinigungen ſehr zahlreich erſchienen.
Borromäusverein. Der hieſige Borromäusverein veranſtaltete
vorgeſtern einen Unterhaltungsabend, um die katholiſche Bevölkerung
Heppenheims auf die im letzten Jahre bedeutend erweiterte Vollsbiblio=
thek
und die katholiſche Bücherbewegung aufmerkſam zu machen. Im
Ollittelpunkt des Abends ſtand die Rede des Herrn Lehrer Schmidt=
Offenbach über: Katholiſches Schrifttum und katholiſche Aktion, die
aufmerkſame Zuhörer fand. Außerdem kamen Muſikſtücke und ein luſti=
ges
Schelmenſpiel von Ludwvig Nüdling Das ſonnige Spiel aus heite=
rem
Kinderland zur Vorführung. Die zahlreichen Beſucher der Ver=
anſtaltung
waren vom Verlauf dieſes ſtimmungsvollen Abends äußerſt
befriedigt. Rotkreuztag 1928. Vom hieſigen Zweigverein
vom Roten Kreuz wird nun bekannt, daß bei dem am 7. Oktober dieſes
Jahres ſtattgefundenen Rotkreuztag von den Spenden, Eintrittslarten
und Sammelbüchſen nach Abzug ſämtlicher Ausgaben ein Reinertrag von
932,43 RM. zu verzeichnen iſt. Davon entfallen beſtimmungsgemäß 20
Prozent auf den Landesausſchuß Darmſtadt und 10 Prozent an den
Hauptausſchuß in Berlin, ſo daß für die hieſigen Zweigvereine noch
(52,43 RM. verblieben ſind. Hiervon ſind dem hieſigen Alicefrauenverein
für Weihnachtsbeihilfen 352. RM. überwieſen worden, ſo daß für
Zwecke des Roten Kreuzes noch 300,43 RM. vorhanden ſind.
e Neckarſteinach, 29. Nov. Die Muſikſchule Rilinde Klar, hier, tritt,
wie alljährlich, am kommenden Samstag, abends 7½4 Uhr, mit einer
Schüleraufführung im Schwvanenſaale an die Oeffentlichkeit. Die be=
ſchriebene
Vortragsfolge läßt wieder ein ganz vorzügliches Zeugnis
vollendeter Ausbildung in Inſtrumentalmuſik jeder Art erwarten.
An der hieſigen Volksſchule treten in den niederen Klaſſen Diphtherie=
erkrankungen
in ſo großer Zahl auf, daß der Unterricht in dieſen Klaſſen
vorausſichtlich heute auf unbeſtimmte Zeit geſchloſſen werden muß.
Lorſch, 30. Nod Kundgebung der Kinderreichen.
Am Sonntag, den 2. Dezember 1928, veranſtaltet der Landesverband
Heſſen, im Reicsbund der Kinderreichen Deutſchlands, zum Schutze der
Familie, im Lokal St. Jäger Bahnhofſtraße, eine Kundgebung. Die
Bedeutnug der kinderreichen Familie und ihre Forderung. Der Bund
der Kinderreichen, der zu einer großen Kulturbewegung angewachſen iſt,
entfaltet eine ſchöne und ſegensreiche Tätigkeit. Alle für die kinder=
reichen
Familien wuichtigen Lebensfragen, wie Wohnungsnot, Erziehung
der Kinder für Familie und Staat uſw. nierden vom Bund der Linder=
reichen
bearbeitet und ſind ſchon in vielen Fällen mit beſtem Erfolg zur
Löſung gebract worden. Durch die großen Erfolge und ſegensreiche
Tätigkeit des Bundes der Kinderreichen verſchwindet allmihlich das
geringe Verſtändnis für die kindewreiche Familie und man erkennt immer
mehr, daß die kinderreiche Familie das Fundament des Deutſchen Reiches
bildet. Familiennot iſt Jugendnot, iſt Volkesnot. Es iſt daher für jeden
Familienvater Pflicht, an der Kundgabung in Lorſch teilzunehmen, um
ſich über die Ziele und den Zweck des Bundes zu orientieren, Auskunft
erteilt gerne die Ortsgruppe Lorſch, 1. Vorſitzender Herr M. Baubian,
Schulſtraße 22
Bm. Hofheim (Ried), 26. Nov. Stellenbeſetzung. Nach amt=
licher
Bekanntgabe wird die ſeit 10. September freigewordene hieſige ev.
Pfarrſtelle durch Herrn Pfarrer Volp, ſeither in Heidelbach (Kr. Als=
feld
) tätig, alsbald neu beſetzt werden. Die Pfarrerwohnung iſt reno=
viert
und wird, wie man hört, der neue Seelſorger in etwa 14 Tagen
ſein Amt antreten. Sportwerbeveranſtaltungen. Ein
Schau= und Werbeturnen veranſtaltete der hieſige Turnverein im Kaiſer=
hof
unter Mitwirkung der Fechterabteilung eine auswärtigen Bruder=
vereins
. Sehr gute Geräteübungen, Volkstänze, Turnſpiele und Neigen
füllten den Abend aus, welcher dem edlen Turnſport ſehr gedient haben
dürfte. Eine ähnliche Veranſtaltung hatte der Arbeiter=Sportverein
im Schwarzen Adler, welche ebenfalls durch auswärtige Vereine gute
Unterſtützung fand.

Nummer 334
g. Dubenhofen, 29. Nob. In der Krone hielt geſtern im Aufſtrag
der Kreisgruppe Offenbach der Deutſchen Volkspartei Landesgeſchäfts=
führer
Welkow einen Lichtbildervortrag über Von Verſailles über
London nach Genf, der ſehr gut beſucht war. In anderthalbſtundigem
Vortrage führte uns der Redner, durch gute Lichtbilder unterſtützt, durch
die Geſchichte Deutſchlands im letzten Jahrzehnt. Den Anfang machte
ein Lichtbild, das die überſteigerten Friedensrüſtungen unſerer ehe=
maligen
Kriegsgegner und daneben die winzige Wehrmacht der Groß=
macht‟
Deutſchland ſehr anſchaulich darſtellte. Das Sinken des Real=
lohnes
, die Geldentwertung, Frankreichs Verſuche, uns mit Hilfe von
Separatiſten noch nachträglich das linke Rheinufer zu entveißen, der
Ruhreinbruch und der Abzug der Beſatzungstruppen aus der erſten
Zone zogen dann am Auge vorüber. Es folgten die verſchiedenen Zu=
ſammenkünfte
führender Staatsmänner der Siegerſtaaten, auf denen die
Befriedung Guropas und der Welt gefördert werden ſollte. Lloyzd
George hatte Deutſchland anfänglich die Zahlung von 480 Milliarden
Reparationskoſten zugemutet, während das Londoner (Dawes=) Abkom=
men
Deutſchland 132 Milliarden auferlegte. Jährlich 2,5 Milliarden
ſind für uns nicht tragbar, und eine endgültige Regelung der Krigs=
koſten
ſei deshalb unaufſchiebbar. Der langſame Wiederaufſtieg wurde
an dem ſtetigen Anſteigen der Spareinlagen und dem Rückgang der
Konkurſe in Deutſchland gezeigt. Die bisherige Außenpolitik Dr. Streſe=
manns
durch eine beſſere zu erſetzen, ſei auch nicht den Deutſchnationalen
möglich. Sie müſſe deshalb unbeirrt fortgeſetzt werden. Der Schrift=
führer
der Kreisgruppe, Stadtv. Joſt (Offenbach), eröffnete und ſchloß
mit Begrüßungs= und Dankesworten an Zuhörer und Redner den Abend.

Rheinheſſen.

Ad. Nieder=Saulheim, 28. Nov. Unwetter. Ein Gewitter, von
orkanartigem Sturm begleitet, zog am Sonntag abend gegen 22 Uhr
über unſer Dorf. In 20 Meter Länge wurden an zwei neuen Wohnun=
gen
die Umfaſſungsmauern umgeworfen und eine große Anzahl von
Gebäuden an den Dächern beſchädigt. Bed utend iſt auch der Schaden,
den der Sturm an den Obſtbäumen anrichtete.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Für die Veröffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Nedaktlon kelnerſe! Ver=
antwortung
; für ſie bleibt auf Grund des 4 21 Abl. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Imſange
der Einſender verantwortlich.) Einſendungen, die nicht verwendet werden. lSunen nichl
zurlckge andt,. die Ablehnung nicht begründet werden.
Unſer Weihnachtswunſch an den Landtag.
Betreffend: Bahnha: Bensheim-Lindenſels.
Reichenbach, den 28. November 1928.
In dem Artikel Bahnbau BensheimLindenfels iſt mit Recht die
Notwvendigkeit der elektoiſchen Vahn für den Fremdenverkehr
hervorgehoben worden. In letzter Stunde ſei nochmals betont, daß die
Bahn ebenſo notwendig für die Arbeiter, Angeſtellten und
Schüler unſeres Tales iſt. Notwendig im wahrſten Sinne des Wortes.
Denn es iſt doch eine Not, wenn die oben Genannten bei Wind und
Wetter, bei Schnee und Eis den weiten Weg nach Bensheim zurücklegen
müſſen, um den teueven Fahrpreis des Poſtautos zu erſparen. Wer es
ſelbſt am eigenen Leibe verſpürt und ſeine Geſundheit dabei eingebüßt
hat, der kann von dieſer Not reden! Dies aber zu wenden im In=
tereſſe
der Geſundheit, Arbeitsfähigkeit und Arbeits=
freudigkeit
der vielen Hundert Arbeiter, Angeſtellten und Schüler
unſeres Tales, hierzu möge der Landtag das längſt=
erſehnte
und erlöſende Jawort geben. Keine ſchönere
Weihnachtsfreude wäre dem Lautertale je geworden.

Orion
Café Cabaret
und Casino
Frankfurt a. Mairn

T10312,

Das große
Dezember-
Programm.

Ottoman=Mäntel

marine und schwarz, fotte Form, mit
Pelz, teils ganz gefüttert . . . . . . . . .
48.
42.
38. 33.

Ottoman=Mäntel
marine und schwarz, auch in extra weiten
Frauengrößen, mit und ohne Pelz . . . .
88. 79. 69. 59. 52.

Sngliſche Stoff=Mäntel
mit und ohne Pelz und Futter: . ....
52.
42.-
24.
2.

Kinder=Mäntat

Ernst-Ludwigsplatz

AUOT!
DOTNNNNIII DIeNZ!
Beachten Sie meine reiche Auswahl! Sehen prüfen
und Sie werden bestimmt wählen.
MANNIIZ
MLLIOLL

Kleider

aus Grépe Caid, Rips, moderne
Machart . . . . . . . . . . . . . ......
35.
45.
29. 22.

Seidene Kleider

Crepe Satin, Crépe de chine,
aparte Farben . . . . . . . . . . ....
35. 28.
24., 15.

Glegante Abendkleider
das neueste in Form und Farbe . . . ..
39.
62.
52,
75.

Arid=Shitenr
fesche Wiener Formen

DSoder dMMTode

[ ][  ][ ]

Nummer 334

Eamstag, den 1. Dezember 1928

Seite 9

aber

erhalten Sie bis einschl. 8. Dezember auf alle
Korbwaren, Korbmöbelu. Spielwaren. Benutzen
Sie diese Gelegenheit zubilligen Weihnachtsein-
käufen
u. kommen Sie gleich nach Karlstr. 20 zu

adwid Wetz

19361

E. Plagge, Liebigstr.5
Kunstgewerblerin für Innen-
dekoration
und Raumkunst
Anfertigung nach eigenn
ldeen:
Kissen Decken Schawls
Puppen Lampenschirme
Stickerei für Kleider usw.

r! Brückner, Darmſtadt, Holzſtraße=
(*sm)
Heledenheiß
brikneue Dre ſtrom=Motore 220/380, 1400 T
2 Slück 1 P.s. Kurzſchl.
2 P.S.
4 P S. Schleifr.
gabzugeben Anfrag unt V 2 Gſchſt

Zur Eröffnung des
Weihnachtsgeschäfts
und um Sie jetzt schon
zum Einkaut
zu veranlassen!

vu vill bu, iah gelfe Cun-:
(19393
Fort mit
Rheumatismus, Gicht, Ischias
Elektr. Heizkiſſen Mk. 14.70
L. Lange, Elektr. Inſtitut,
Schulſtr ße 6. Te ph. 399.

naben=

Mäntel
naben=
Pelerinen
naben=
Hoſen
u en Sie billigſt
bei 19414
g Bcndeck
früher Daum
ſchſengaſſe 26.

WEIBLICH

Aelteres Frl. ſucht
Beſchäftig bis nach
dem Spülen. Näh.
bei rau Heil, Wi=
helminenſtr
. 31, I.

Dame ſucht nach 4Uhr
ſchriftl. Beſchäftigung
od. Heimarb, Schreib=
maſchine
vorh. Ang.
1. V70 a. d. G.

Suche f. m. Tochter,
ebgl., v. Ld., welche
m. all. Hausarb. ver=
traut
iſt, i. beſſ. Hauſe
od. a. Geſchäftshauſe
als Stütze der
Hausfrau
Stellung. Angeb. unt.
W75 a. d. Geſchſt.

Arveitsamt Darmſtadt
weib. Abreilung, Luiſenplatz 4,
)t Stellen für: Tüchtige ſaubere Lanf=
auen
und Anfangs=Dienſtſtellen für
dchen von 1. 17 Jahren.
t 19366

MüNNLICA

ng. Kraftfahrer,
ig, ſelbſtändig,
aatsbeamterſohn,
hrerſch. 1 u. 3b.
viſſenh., ſicherer
hrer u. Wagen=
eg
., ſucht ſofort
ell. als Chauf=
ir
b. Herrſch. od.
trieb. Ang. unt.
60 Geſchäftsſt. (

verh. Mann ſucht
elle alsKreisſägen=
nitter
v. Kiſtenm.
14 Jahre als ſolch.
ig. Angebote unter
83 an die Geſch..
*

V

Rſ3r0
Zum Verkauf mei=
ner
erſtklaſſ., preis=
werten
Weine ſuche
ich rührige
Berkteler
die gute Beziehun=
gen
zu Gaſtwirten
u. Privatabnehm.
(19351
haben.
Rudolf Feick, Wein=
bau
. Wallertheim
Rheinheſſen.

Prozent Extra-Rabatt
gewähre ich auf

Moderne Stoffe in Streifen, Travers, Borden, uni, Schotten usw.
Mantelstoffe in hell und dunkel, Ottomane, mod. Pulloverstoffe
Trikotstoffe für Unterkleider in vielen modernen Farben
Samte und Waschsamte in nur besten Oualitäten und vielen Farben
Abgepaßte Kleider und Blusen in Kartons
Günstige Einkaufsgelegenheit für gute u. preiswerte
Weihnachts-Geschenke!
Beachten Sie meine Schaufenster!
Teoddr lalbTäss
Neben dem Rathaus
Marktplatz 10

Für leichte Reiſetätigkeit innerhalb
Darmſtadts und Umgebung

degewandter Kaufmann oder
Beamker per ſofork geſuchl.
igebote unter V 92 an die Geſchäfts=
(19409
le dieſes Blattes.

ir ſtellen zur Bearbeitung der Provinz
derheſſen noch einige gewandte ev
dergen.
Pfarramtl. Empfehlg. iſt mitzubringen
Evang Verſicherungszentrale e. V.
Zweigſte le Heſſ. Landesverein für
innere Miſſion, Darmſtadt, Bismarck.
(19357
ſtraße 57. I.

ufruf!
Injed. Ort wird eine Fi iale errichtet.
Werzu wrd eine zuverläſ ige Perſon
(Beruf einerlei) als I1 Mch.19369
Filialleiter (in) geſucht.
Monatlich Einkommen: 150 bis 200
Dollar, Bewerb unt. Novelty
an Ala Haaſen ein & Vogler, Nürnberg.

Von leiſtungsfähigem Unternehmen
ſerden an allen Plätzen
kedegewandie Perſonen
der Stände, auch arbeitsloſe, abge=
üre
Beamte, Handler und Handlerin=
EA uſw. zum Verkauf, eines großen
Verbrauchsartikels
geſecht.
Vergütung; Hoher, feſter Tagesver=
kenſt
und hohe Proviſion.
In Betracht kommen nur gut be=
Eümundete Perſonen, die ſich ernſtlich
dem ausſchließlichen Verkauf be=
häftigen
wollen.
Meldungen mit Angabe über bis=
lige
Tätigkeit erbeten unter Chiffre
L 6e66 durch die Geſchäftsſtelle die=
25 Blattes.
(I. St. 19292

Vertreter für Heſſen geſucht
zum Vertrieb von
ſeit Jahren vorzüglich bewährten
Kaltaſphalt für Straßenbau.
Nur Herren, die ohnedies die betreffenden Behörden
beſuchen, wollen ſich mit Referenzangaben melden
unter V 58 an die Geſchiftsſtelle ds. Blattes. (19350

Süng. Friſeur
nach Vorort Darm=
ſtadts
f. dauernd (od.
Aushilfe f. einige
Abende i. d. Woche)
geg. gut. Bezahlung
geſ. Ang. u. H. G. 840
a. d. Geſch. (19422

Aagziſtens
verſicherung bei Bar=
ge
du hichſter Pro=
viſion
geſucht.
Meld unt. V 167
an die Geſchſt. d. Bl.

Kräftiger, gut beruf
Mann als
Hausdiener
f. Büro=, Garagen=u
Gartenarb. ſof. geſ.
Schriftl. Ang. u. V 72
a. d. Geſchäftsſtelle,

HARDINEN
zirka 150 Stück handgearbeitete
Einzel-Stores
Einzel-Paare
nur hochwertige Oualitäten
1a Leinen gestopft mit reichen
hohen Sockeln und langen
Fransen,
sollen
unbedingt geräumt werden.
Passende Weihnachtsgeschenke
zu Sensationspreisen, die nie
wiederkehren, von
Mk. 6. Bis Mk. 24.-
Bella Katzmann
Marstallstraße 6

Wir ſuchen per ſofort
und per Oſtern 1929
einige
Lehrlinge
für unſer kaufm. Büro
die nicht mehr fort=
bildungsſchulpflichtig

ind. Bewerbungen
mit Lebenslauf ſind
zu richten an
Röhr=Auto A. G.
Ober=Ramſtadt
19397)

WEIBLICH

We en V rheiratung
meines ſeith. Mäd=
chens
zuverl Allein=
mädchen
geſ. *sg
Wendelſtadtſtr. 40, I.

Jüngere Frau oder
Mädchen 2mal
chentl.f Hausarb. geſ.
Karlſtr 103, II, (*

Geſucht
jüng, ehrliche Frau
mit gut. Empfehl.
des Morgens für
Hausarbeit. Zu er=
fragen
in der Ge=
ſchäftsſtelle
.
Junges Mädchen
tagsüber in klein.
Haushalt geſucht.
Waldſtraße 7, bei
Lauer.

Maſch.=Näherin, led.
bei hohem Lohn geſ.
Angebote unter V 69
an die Geſchäftsſt.

Hausmädchen
geſucht nicht unter
17. Jahren in gutes
Haus, in Darmſtadt,
wo noch ein Mädchen
tätig. Ang. u. V 9M
a. d. Geſchäftsſt.

A

Neue Kurſe
Anfang Dezember f.
Anfinger in Engl
Franz., Span u. Ital.
Für Fortgeſchrittene
Eintritt jederzeit
Berlitz=Schule
Wilhelminenſtr. 19.
Zel. 613.
Einzelunterr, auch in
allen anderen
Sprachen.
Hande skorre p.
Ueberſetzungen.
19131b)

Einige Herren könn.
an gut bürgerl. Mit=
tagstiſchteilnehm
Näh.
Roßdörferſt. 8, pt. (*

Der neue

Gummi-Strümpfe
Heinmüller
19392) Schulstraße

A

Dampfbäckereien zu verkaufen!
an verſchiedenen Pätzen Badens, der
Pfalz, Heſ ens uſw. bei Anzahlung ſchon
von 5 Mille an Juliu Wolff (R D M.),
Immobilien, Mannheim O. 7. 22.
(1I. Mh .19 72)

Eberſtadt,
nahe d. Wartehalle
kleineres Haus,
3 Z. u. Küche, ſch
Garten. Stallung
beziehbar, für 5000
Mark zu verkaufen.
L. Rothermel,
Immobilien,
Blumenſtraße 7.

Bergſtraße!

an Schnellzug=
ſtation
, 8 Zimmer
u. Zubeh., Preis
24 000 . An ahl.
0000 , zu verk
durch (1 1.193/4
Wolff. Moos & Co.
Immobilien
Bensheim a d. B.

4X4Zimmerhaus
(nveh neu) mit Vor=
gart
., beſt. Zuſtand,
Nähe Künſtlerkolonie,
u. günſt. Bed. z. ver=
kaufen
. Kein Vermittl
Ang. u. V 84 a. d.
Geſchäftsſt. (19400b

Gr. ſtabile Scheune
m. Gartengelände ſof
zu verkaufen od. zu
verpachten.
Maloff,
Liebfrauenſtr. 75, I.

Maſſiv. Vorderh. m
Hth., gr, hell. Werkſt.
Toreinf., Hof und
Baupl, im nördl.
tadtel preisw zut
verk. Anz. 10000 Mr
Näh Gchſt. 30894ids

Brauereifreie
Wirtſchaft
mit Saal
Einfahrt u. gr. Garten
in Mainz zu verk.
Anz. 15000 3 M
Eignet ſch auch für
ſonſtigen
Großbetrieb.
Hg. Johann, Güter=
maller
, R. D M.,
Saarbrücken 3,
Karſerſtr 13 19223b

G

18718a

Kragen
D. R. P. a.
klemmt niemals den Selbſtbinder
ſpart Zeit und Aerger!
1 Stück 1.25, 3 Stück 3.50

Handſchuh=Hauptmann

Ludwigs=
platz
2

verp. Mauthe, Wies=
baden
, Dotzheimerſtr 6.
Nückporto 1V119376

2 leere Zimmer wo=
möglich
mit Küche
jungem kinderl. Ehe=
paar
z. miet. geſ. Ang
U. 81 Geſchſt.

Aleines Haus
z. kauf. geſ. Südl
Lage bevorz., Gartet
erw. Ang. u. V 79 a.
d. Geſchäftsſt. (*

Günſtig zu verk.: Einfamilienhaus mit gr
Gart. u. Baupl., mehr. Häu er von Saar
ländern, davon 2 m. fr. Läden, 2 m. Tor=
e
nfahrt u. Werkſt., Haus m. Wirtſch, Haus
m. Lebensmittelgeſch. hier, a d. Bergſtr
Kaffeereſt. m. Fremdenp. i. Odenw. Gut
57,6 Morgen u. Landhaus. Anzahl. 4000
bis 15 000 Mk. Nor durh
Matth. Britz
Darmſtadt, Viktoriaſtr. 100. Teleph. 3962.

27M0
TDBALES
WEIHNACHTS-
GLSCHENTA
SIND
TASCHENATLANDEN
Herausgegeben
vom Darmstädter Tagblatt
Aus dem Taschenatlas vom Deutschen Reich‟
Außer 24 Doppelkarten in Kupferstich 120 Seiten
geographisch-statistische Nachweise Flächeninhalt
und Bevölkerung AlphabetischesOrtsverzeichnis
Verkehrsangaben Orts- und Stadtbevölkerung
Abgetreten Gebiete Ehematige Schutzgebiele
Aus dem Taschenatlas der ganzen Welt‟
Außer 24 Doppelkarten in Kupferstich 96 Seiten
geographisch-statistische Nachweise über jeden Erd-
teil
Größenzahlen der Erde Fläche und Tiefe
der Meere Meerengen Bevölkerung der Erde
Währungen See- und Landverkehr
Vorzugspreis 3.50 Mark
für jede Ausgabe
in allen Buchhandlungen, Agenturen des
Darmstädter Tagblatt und beim Verlag,
Rheinstraße 23
(19356

Bäcker

Konditorei 500

Laden

m. 24=Z.=Woh. als=
bald
zu miet. geſucht.
Ang. u. V 78 an die
Geſchäftsſt.

Kinderl. berufst. Ehe=
paar
ſucht 2 leere Z.
(a. Manſ.) nur als
S. lafſt. Ang. u. V 98
Geſchäftsſt.

Berufst. Dame ſucht
2 Zimmertohn. oder
2 leere Zimmer mit
Kochgel. Plvetzer,
Landestheater.

Suche f. ſof. gut mbl.
Wohn= u. Schlafz.
Ang. m. Preisang.
unt. V 85 an die Ge=
ſchäftsſtelle
.

Gärtner ſucht zwei
leere Zimmer und
Küche. Angebote u.
V 57 an die Ge=
ſchäftsſtelle
.

Berufst Ehep.ſ. möbl.
Zimmer. Zentr. bevz.
Ang. u V 94 Gſchſt. (*

Möbliert. Zimmer
v. berufst, ruh., ſol.
Herrn p. ſof. z. m. geſ.
Ang. m. Pr.=Ang. u.
V 74 a. d. Geſch. (*

Kanarienvögel zu verk.
Truffel, Bismarckſt. 28.
17043a)

Kanarienhähne
zu verkaufen. Heyl,
Nieder= Ramſtädter=
ſtraße
18. Stb.

Kanarien=Zucht.
0 Hähne, 11 Zucht=
weibchen
mit Einſ.=
Heckkäfig. u. Zucht=
utenſilien
umſtän=
dehalb
. preisw. zu
verkauf. evtl. gegen
Nützliches zu tau=
ſchen
. Arheilger=
ſtraße
74, III. r.

2 Kanarienhähne
billig zu verkaufen.
Marienplatz 1,
Zimmer 58.

Brieftauben billigſt
abzugeben. Welker,
Rabenauſtraße 31,
Waldkolonie.

[ ][  ][ ]

Seite 40

Samstag, den 1 Dezember 1926

Nummer 334

Dr. med. Felis Bönning
und Frau Johanna
geb. Reitz

zeigen hocherfreut die
Geburt ihres zweiten
Sohnes an

Darmſiadt, 30. Nov. 1923.

Otatt Karten.

Greichen Hofmann
Beonhard Reil
geben ihre (erlobung bekannt.
Fränkisch=Crumbach
1. Hdvent 1928.

Uhre VERMAHLUNS
beehren sich anzuzeigen

ArthurWiegmann
und Frau Antonie
geb. Eckert
Darmstadt am 1. Dezember 1928
Wendelstadt-Straße 34½
Bessunger Straße 9
Kirchliche Trauung am Sonntag, den 2. Dezember 1928,
nachmittags ½2 Uhr, in der St. Ludwigskirche.
Uhre Vermählung geben bekannt!
Dr. med. Arnold Wida
Lotte Videl, geb. Kleberger

Darmstadt, 1. Dezember 1928.
Bismarckstraße 42.

arta Strauß
Saly Halm
Verlobte

Reinheim
(Hessen)

November 1928.

Külsheim
(Baden)

Albert Alemann
u. Frau Käthe, geb. Arnold
Vermählte

Darmſtadt, 1. Dezember 1928.

Landgraf=Georgſtr. 64

Arheilgen

Tills Neuhaus
Fritz Hebermehl
Verlobte
1. Advent 1926.
Darmſiadt
Frankenſteinſtr. 48 Weinbergſtr. 45

Heine Prauis
befindet ſich etzt

neben d. Neichshof
Dr. med.
Herla Haleher
Aerztin.
4 Uhr
F. 3296
30696gms

geb. Weiß
nach kurzem, ſchwerem Leiden im Alter von 42 Jah=
ren
in die Ewigkeit abzurufen.
Familie Georg Wilhelm Dietrich II.,
Bildhauermeiſter.
Familie Georg Rudolph.
Frau Marg. Weiß Wwe., Altbürgermſtr.
Familie Fritz Jakob, Förſter.
Familie Auguſt Lieb, Metzger.

Groß=Zimmern, Hering, Richen, 30. November 1928
Die Beerdigung findet Sonntag. 2. Dezember.
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt. (

Statt beſonderer Anzeige.
Gott der Herr hat unſeren geliebten, teuren Vater,
Bruder. Schwager und Onkel
Jakob Wieſenecker
Donnerstag früh 6½ Uhr im 76. Lebensjahre plötzlich
von uns genommen.
Die tranernden Hinterbliebenen:
Marie Wieſenecher
Eliſe Wieſenecker.
Darmſtadt, den 29. November 1928.
Rhönring 17.
Die Beerdigung findet Montag, den 3. Dezember,
vormittags 11½ Uhr, auf dem Waldfried of ſtatt.

Dankſagung.
Für die liebevolle Teilnahme, die uns
bei dem Tode unſerer lieben Mutter in
ſo reichem Maße zuteil wurde, danken
wir herzlichſt.
Berta Etling
Dr. Etling und Familie.
Darmſtadt, November 1928.

Claus Gehbauer
Käthe Gehbauer
geb. Hebermehl
Vermählte
1. Advent 1928
Darmſtadt
Weinbergſtr. 45
Kirchliche Trauung am Sonntag nach=
mittag
3 Uhr in der Petruskirche.
Uhre Vermählung geben
bekannt:
Le0 Menges
und
Frau Wilhelmine
geb. Illert
Darmstadt, Seitersweg 10.

Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme und
für die zahlreichen Blumenſpenden bei dem Heim=
gange
unſerer lieben Mutter
Frau Eliſabeth Fuchs
geb. Hofmann
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten Dank.
Ferner danken wir noch Herrn Pfarrer Goethe für
ſeine Krankenbeſuche und ſeine troſtreichen Worte am
Grabe und der Schweſter Eliſabeth von der Johannes=
gemeinde
für ihre Hilfsbereitſchaft bei der liebevollen
Pflege unſerer geliebten Mutter.
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Frau Eliſabeth Hensler=Fuchs.
Darmſtadt, Mannheim, den 30. November 1928. (19365

Krankenbet

Kirchliche Trauung Sonntag, den
2. Dezember, nachmittags 2 Uhr.
in der Stadtkapelle.

Spreng

Jin Teihlnatsrinttn
beſichkigen Sie mein reichhaltiges Lager

n

Elektriſche
Nachttiſchlampen . . . . . . v. 5.50 an
Tiſchlampen v. 8.50 an
v. 14.50 an
Klavierlampen .
Schlafzimmerampeln
v. 13.50 an
Herrenzimmerkronen mit
Mittelſchale
v. 20 an
Wohnzimmerkronen mit
Seidenſchirm, 60 cm . . . v. 28. an

U. Kochab
Elektriſche

9.50

Bügeleiſen mit Schnur ..
Kocher 1 Liter, mit Schnur . . . 12.50
Brotröſter
.."
Kaffeemaſchinen .
Heizkiſſen".
Kochplatten
Bei Einkauf dieſer Geräte erhalten Sie
ein Freilos für die Weihnachts=
verloſung
der Heag.

. 18.
30.
14.70
7.50

Telephon 399

Lange

Schulstraße 6

Elektr. Inskitut

1939

Oaſchleide

prima Qualität
Paar

50.

1.95

Verstärite Waſchſeide

prima
Gualitat 2.95

Rein-

Strümpfe mit Doppel-
vonl
. Kaſchmir sohle und Hochferse 2.95
prima
Maccomit deide aualitat 5.95
meliert, dalt-
(0olle mit deide vbare Qualitat S.95
in großer Auswahl
und allen modernen Farben

Stoff- Leder-,

Waschleder. Handſchuhe

Macco
Ochlüpferprimachat. 1 95

Schläpfer

Macco
mit Seide 1. 25

Seide
Ochläpfer gefüttert 4.50

(19408

vorteilhaft und preiswert bei
Carl
Schürmann& Co.

Hannn
Da

zum
10T0HKLS
OKLENFORST
Schützenstraße
gegenüber
der Sparkasse.

Dankſagung.
Allen, die uns beim Heimgange
unſerer lieben Entſchlafenen auf=
richtige
Teilnahme bewieſen haben,
danken wir hiermit herzlichſt. Be=
ſonderen
Dank Herrn Pfarrer Weiß
für die troſtreichen Worte, ſowie
der Schweſter Marie der Petrus=
gemeinde
für ihren lieben Beiſtand.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Waffenſchmidt.

Silber=Hochzeit.
Allen denen, die anläß ich unſerer
Silbernen Hochzeit in ſo freundlicher
Weiſe an uns gekacht haben, herzlichen
Dank.
Hans Straßer und Frau.
12385)

Wenmäcftenn
emptehle mein reichhaltiges Lager in
Linoleum
Tewiehe T Laufer T Torlasen

Teppiche
Bouels 1 Axminster / Tapestry
Velour Tourner

Läuferstoffe
sehr preiswert
größerer Posten weit unter Preis
Bettgorlagen
große Auswahl
ganz aparte Muster
Verbindungs-
stüicke

Tisch-, Divan-,
Reise-Becken
TacKharc

Schulstraße 7

(1935

Z
Krankenert
überſende koſtenlos
Heilberichte.
Fr. Hornberger’s
Natur=Heit=Pragis
Darmſtadt
Waldſtr. 49. 193600
Sprechſtd. tägl. 81=
Montag u. Donners=
lag
auch 36 Uhr

Piano
Bechſtein
wie neu billig zu ve
kaufen.
Nic. Berg
Heidelbergerſtr. 8
B194 2

OER
A
AAMR
liebt es. dass seine Frau
Frisch und ausgeruht aue
Sieht! Hausarbeit mac
mude und alt. Kaufen Sie ik
als Weihnachtsgeschenk eint
O-Cedar Mop und eine Floſe.
OCedar Politur. Sie wird sic
freuen und guter Laune sei
OCedar ist das Hausfraut
Heel für Reinigung und Stau
vertilgung. Es gibt nichté
Besseres für Hygiene in
Haus ols OCedar u. kei"
possenderes und nur
licheres Veihnachtsge
Schenk.

Gesellschaft mb. H., Berlin N.20.
R

[ ][  ][ ]

Nummer 334

Samstag, den 1. Dezember 1928

ist die Auswahl am größten! Jetzt können Sie in Ruhe wählen!
Jetzt genießen Sie Preisvorteile!m

Besonders Billige Gelegenheitskäufe!
in Posten Frottier-Handtücher

der ietat kauftt, Spart sehn wiel
Ein Posten Froltier-Badetücher
allerbeste Oualitäten, Größe 140/180 und 150/200, allerbeste Jacquard-
Qualtäten, regu arer Wert bis 16.50 ... . . . . . . . . . Sttek 9e10
Ein Posten Biber-Bettücher
nur alle beste Qua itäten, eilweise mit kleinen Schönheitstehlern,
regulärer Verkautswiert bis 6.90, zum Aussuchen . . Stück jetzt AeBd
Ein Posten Stepp-Dechen
doppelseitig Satin in allen modernen Farben, mit guter Wolltüllung.
Stuck Zaiut
sehr billig . .

eutend höher, außersenöhnlich bills .. .. Stuck 100
in Posten Bekt-Koltern
ilweise mit kaum sichtbaren Maschinenflecken, erstklassiges
abrikat, regulärer Wert bis 1250 ..
. . . Stück
in Posten reinwollene Bett-Koltern
anz hervorragende Fabrikaie, besonders gute Qualitäten,
ssonders billig

... Siuek 1ubd 1ad 0.s0
Eleder Kande erhält diese prachtvole deschenke
2 Küohen-Handtücher
2 garantiert handgearbeit
zei Einkäufen v. SMH. an oder 1 pracntvolle Eieruhr. Bei Einkäufen v. 10 Mk. an 1 prachtvolle Künstler-D
4 garanttert handgearbeitete Deckchen, oder 1grosses weisses Tischtuch, oder 1 grosn
Bei Einkäufen v. 20 Mk. an Fischdeoke, 150 om gross, garanttert soht indanthrenkarbig.

19380

Darmstadt
Ludwisstr.
15

ieschäfts=
Haus

Daß Hauß dan Partaauans=Gnasitäten!

2. LehnanR
Hoffmannſtraße 12 Kirchstraße8

Haben Sie Stoff?

Wärmflaschen
uim. Schuhe=
2 hervorragende Gegenskände,
die de M MKälun gelien

Mark

Rf
gung eines
Mantels od.

Unsere Preise eind s0 niedrig gehalten,
daß jedem die Möglichkeit geboten ist,
sich diese beiden sehr praktischen Artikel
anzuschaffen. Das Vorurteil, beide Ar-
tikel
seien Luxusgegenstände, ist nicht
zutreffend, wenn es um die Erhaltung der
Gesundheib geht. Bei Gummischuhen
können die ältesten, auch defekten Schuhe
aufgetragen werden. Gummischune sparen
viel Ledersohlen und halten jahrelang.

schi. Zutaten
nach ge-
nomm
. Kass
Carantie für guten Sitz.
Gute Verarbeitung.
Verarbeitung Extra‟ Mark 42..
Großschnelderei, Forischritt‟
Ann hmestelle und Filiale 119-90

Ludwigs raße 16, 2. St ck.

Gummiwaren-und Sanitätshaus
7 Schulstraße 7 la4

Vee
instandgesetzt werden?
dann gehen Seg’elch mnsFach=
geſchäft
Blitz, Ballonplatz 6,
gegenüber der Schule. 19180a

Aus den Amtsberkändigungen deg Kreisamts
Darmſtadt und den Vekanntmachungen des
Pollzelamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Fünfmarkſchein. 1 gold
Trauring. 1 Damenbrille, 2 Portemon=
naies
. 1 Ruckſack. 1 wollener Handſchuh.
5 Herrenkragen Handſchuh. 1 Damen=
gürtel
. 3 Notenhefte. 1 Höhenmeſſer.
1 Sparkaſſenbuch 1 brauner Damenſchirm.
1 Turnſchuh. 2 Taſchentücher. 1 Maurer.
waſſerwage. 2 Damenhandtaſchen. Ein
geſtrickter Schal 1 Kindermütze. Ein
Schlüſſel und Türdrücker. 1 Paar Herren=
handſchuhe
. Zugelaufen: 1 deutſcher
Schäferhund. 2 Rehpin cher.
Wir machen wiederholt, darauf auf=
merkſam
, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren Bekannt=
machungen
verzeichnet waren. Inter=
eſ
enten können die Fundgegenlände wäh=
r
nd den Büroſtunden auf Zimmer 1 be=

(Pechaniky), wie neu,
preiswert abzugeb. 6
Große Ochſen=
gaſſe
21/23.

Neu eingetroffen!

Haus-Standuhren!
das beste Geschenk für
Weihnachten!
FDirekt ab Speslal-Fabrik an Private
Ekonkurrenzlos billig, von RM. 30. an

Schlacht
Freibank hof=
von
811 Uhr und
nach mitt ab 4 Uhr
Rind= u. Schweineſleiſch.
147022

IAngen, Teilzahl. Mehri. schr. Garantie!
Katalog gratis und franko.
E. Eauffer, Sper.-Fabr.mod Hausuhr.
1Sohmenntusen 2. Nn Schwarzwald

Sie können nirgends
ſo billig kaufen!
Vergleichen Sie meine Preiſe

Meine wertekundschsftbitte ich, dieBestellungen von

2 Pfd.-Eimer

Apfel-Gelee

PATENLGFFELN

Hausfrauen! Pruft beim Einkauf der
Backartikel Preise und Oualitäten der

ſichtigen.
onntag3dienſt und Nachtdienſt ir
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen

den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
inſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
1. Dez. bis einſchließlich 8. Dez die
Löwen=Apotheke, Ballonplatz 11, die
Adler=Apotheke, Wilhelminenplatz 17, die
Hirſch=Apotheke Nieder=Namſtädterſtr. 21

Sohon ſetzt autgeben zu M0len, um jeden Auftag
Techtzeitig ausführen zu können. Zugleich
empiehle ich mein reichhaltiges Lager in
BRILLANTEH, GOLD-UHD SILBERWAREN
SlLBERNENU.UERSILBERTENBESTECKEN
TRAURINGE EIGENER ANFERrIGUNg
Velanfertigungen, Umarbeitungen und Reparaturen
Werden wie geitohnt aut das sorgtältigste ausgeführt
GOTTLIEB STORCK
Duwelier, Gold- und Silberschmied
SeHULSTR, 12 Telefon 2302 SchULSTR. 12
Aa

Tgeda-Geschäfte

Mützen La. A-s ca.
Herrenwäſche, Krawatten,
Handſchuhe, Strümpfe,
Pullover
in großer Auswahl.

Karlſtraße 3. (19405

Pflaumen-Apfel . .. 2Pfd.-Eimer 90 Johannisbeer- . .2 OBA Lprikosen= .2 1.00 Erabeer- .2
4.10 9 [ ][  ][ ]

Seite 12

Samstag den 1. Dezember 1928

Nummer 3 34

Ab heute aber nur bis Dienstag

Lecil B. de Mille’s Millionenfilm:

Ein Sensations- und Lustspiel-Programm,
das auch Jugendliche sehen dürfen:

Sasletöse
Mädchen

TON NIA

der Arizona-Tiger
und

AB HEUTE:

Einee der neuesten Russenfilme der Sowkino-Leningrad,

12 Akte! Als volksbildend anerkannt Ein Film
von unerhörter Stärke, über den die Frankfurter Presse
sich geradezu begeistert äußert:
General-Anzeiger: Man kann es nicht schildern, man muß den
Film sehen.
Frankfurter Zeitung: Man möchte die Augen schließen und muß
doch hinsehen.
Frankfurter Nachrichten: so gewaltig, daß man kein Spiel, sondern
furchtbare Wirklichkeit zu sehen glaubt. Eine wirkliche
Spitzenleistung.

DasMädchenmit
den S Mullen.

Beginn 31/, Uhr
Sonntag 2 Uhr.
Jugendliche hal be Preise.

aa In München hat jedler 14. Einnohner desen Film besucht

ocinn täglich 3½ Uhr.

Sonntag um 2 Uhr

Wir bringen demnächst alle Spitzen-
Filme wie
Anna Karenina
Der Kamßf ums Mat erhorn
Der leizte Befehl
Die große Parade uSw.
nur können wir sie nicht immer so
schnell bringen wie Frankfu t mit seinen
30 Theatern!

Sao md dus Miaufen

Hauptrolle: Anna Sten.
Ebenfalls als wolksblldend averkannt.
Wir bringen auch die mit Bernh. Goetzke in Rußland
hergestellten Filme.
Im heutigen Programm noch

Bie Hleine

Annemarie

mit Mary Pickkord.

Zu diesem, wie auch zum Un on‟-Programm haben
Mitglieder der Kulturfilm-Gemeinde mit Bühnenvolks-
bund
der Volksbühne und Volkshochschule Platzver-
(TV 19415
günstigung.
Beginn heute 3½ Uhr. morgen Sonntag, 2 Uhr.

Großes Haus 19.3022 Uhr

Hessisches
Landestheater

Samstag,
1. Dezember

K 3

Die lusüigen Weiber von Windsor
Oper von Otto Nicolai
Preise: 110 Mk.

Luset Miete
VII, 5

KleinesHaus 19.3022 Uhr

Die tote Tante und andere Begehenheiten
von Kurt Götz.
Preise: 15 Mk.

1 Stud.-Buo

(Kavier u. Geige)
Konzert u. Tanz. sm
Angeb. an Stud. Flach.
Schießhausſtraße 31.
Sprech-Apparate

auf bequeme Teilz bei
BAUMERT
Erbacherſtr. 1 Tel.4374
16706a

AasiKoderein

Dienstag, den 4. Dezember, 19½, Uhr,
im Großen Hause des Landestheaters

Toeites Konzert
Die Schöpfung

von Jos. Haydn

Oeffentliche Hauptprobe Montag, den 3. Dez, 19½/. Uhr
Karten-Verkauf bei Klavier-Aryold, Elisabethenstr. 28

Preise: 1.50 bis 7.00 Rmk. (Sperrsitz 5.00 Rmk.)
für Hauptprobe 1.00 bis 3.00 Rmk. 19024b

Kafé Rheingofd

Samstag, den 1, Tezember
Anfang 8 Uhr
Anfang 8 Uhr.

Konzert-Einlage
Tie keieste Oyeretten=Sängerin
Fri. Minny-Morlag.

Reſiaurant Reichshof

Rheinſtraße 35
Heute Samstag abend o n 8 Uhr und
morgen Soun:ag von 6 Uhr ab

KONAHRT.

u

Alexanderſtr. 12.
Samstag und Sonntag ab 1/a8 Uhr
großes
Unterhaltungskonzert
mit Tanzeinlagen.
Gut geheizter Saal, prima Jazzkapelle,
Mittags= u. Abendtiſch v. 90 Pfg. an.
Höflichſt lndet en Georg Hartl.

Stadt Närnberg

Obergaſſe 38.
Telep5. 4069. Heute u. morgen abend
Stimmungsmuſik.
J. Berlieb.
Höfl. ladet ein

AefF Kanone

Inh. Jakob Metzger
Heidelbergerſtraße 38
Heute Samstag 8 Uhr und
Sonntag ab 4 Uhr (19396

Kauft
Noten

bei (19289a
Christian

Arnold

am weißen Turm.
beſtſortiertes Lager

1432

Klavier

zu vermiet ( 31159d=
Beiſungerſtr. 116, pt.

Zum Neckartog
Heidelberger=, Ecke Riedeſelſtr.
w jeden
Samstag und Sonntag
ROnzert.

Hotel= u. Kaffee=Reſtaurant
Waldſchlößchen
b. Griesheim, Halteſtelle d. Linie 9
Zamstag, den 1. Dez., ab 81/, Uhr, u.
Sonntag, 2. ab 4 Uhr,
Konzert.

Vorzügliche Weine und Viere.
Ainerkannt gute Küche.
Beſitzer E. Schneider.

Zum Tropfſtein!

Ecke Kaſino= u. Friedrichſtraße
Weinklanſe u. Bierkokal (18138a
Rheiniſche Bedienung.

Empfehle: Junges, zartes
Ochſen=,Kalb=u. Schweinefleiſch
nur eigene Schlachtung.
Mehgerei Heinrich Dreſſel
Große Ochſengaſſe 2. Gegründet 1811.

ORPHAUA

Tel.
389

Heute Samstag, 1. Bez. Premiere
Die Offensive des Humors:
Zum ersten Male in Damstadt:

DLALLLAUAA
MIOOILSCT

Der jüngste, beste Komiker aus der berühmten Millowitsch-Dynastie
und sein Klasse-Ensemble in den tollen Lachschlagern.

Ber Stolz der 3. Rompagnie

Vorher:

Der schöne Wilhelm

In allen Großstädten Deutschlands der größte
Lacherfolg aller Zeiten:
Hunderttausende haben Tränen gelacht.
Auch ganz Darmstadt wird lachen.

Voks umliche Preise von Mk. 1.00 an.
Verkehrsbüro. Bestellung Tel. 388.

Karten: de Waal und

1419401

SIlAZ

Brauerel
Schloßgaſſe 25
Telephon 1816
Eröffnung der durch Umbau
erweiterten Lokale.
Samstag und Sonntag
ab 8 Uhr
T. Bockbien
Gaite Kdche KoNZERR
Boododoooboooooooooeboeod

Eiektro-Familien-Sprechapparat
Schlager 1920

genau wie Abbildung, in Eiche, mit runder Vollklang-
Tonführung, Größe 42/42431 cm, Electro-Schalldose,
ohne Nebengeräusch, vernickelt, Electso- Schlangenton-
arm
, 25.em-Plattenteller.
Gratis geben
gtark, bedermerk.
wir zu jed. Ap-
nur
Mk. 37. Mit
parat 400 Nad.
extra stark, Präzi-
und 7 Konzert-
sionsdoppel
-
Schallylatten
lederschnek-
(14 Musik-
kenwerk
nur
stücke) 25cm
DIk. 43.
Durchm. im
3 Jahre
Gesamtwert
v. Mk. 19.
Garantie
Versand per Nachn, Umtausch oder Geld zur., daher keia
Risiko, Katal. üb. Schallplatt, Sprechappar, Harmonikas,
Zithern sowie Musikinstrumente aller Art gratis u. franko.
Husberg & Gomp., Heuenrade Nr. 122(Westf.)

AIKOHOLFREIER

und ritaminreich. Die Traube in flüssigem Zustand‟

Traubenmost, naturrein
Vereinigten Anstrengungen von Wissenschaft und Praxis ist es nach langen Versuchen
gelungen, Frischobstsäfte ohne Zusat: von Chemikal en oder Zucker und ohne
Ernitzen, lediglich durch Filtration ganz auf kaltem Wege steril (keimfrei) zu
machen. lch habe mir diese neue Errungenschaft zu Nutze gemacht und liefere
192Ber Alsheimer Rosenberg
naturrein, alkoholfrei, vitaminreich Wachstum A. Spies die Flasche zu RM. 2.25

Ein Genuß tür Gesunde und Kranke Die Traubenkur zu jeder Jahreszeit mög ich.
Kopfarbeitern, Sporttreibenden, Stoffwechsel-, Darm-, Magen- und Herzkranken
besonders zu empfehlen. Der Traubencaft kann u. U. durch Zusatz von gut
gekühltem Brunnen- oder Hineralwasser nach Geschmack verdunnt werden,

J. MICHEL, Pfälzer Hof, DARMSTADT
Mathildenplatz 4
Weinstube /Hotel / Weinhande / Fernsprecner 119

Für Hausbedarf bitte ich meine vorteilhafte Preisliste zu verlangen. Durch direkten
Großeinkauf die günstigsten Preise. In- und ausländi che Weiß- und Rotweine mit
RM. 1.10 anfangend. Süß- und Dessertweine, Schaumweine. Edelbrann weine und Liköre
in reichster Auswahl. Bestellen Sie für Weihnachten und Neujahr möglichst frühzeitig.

UMNTN

K

Wenn Sie nach

AMERIKA auswandern

wollen, so tragen Sie zuerst unseren
Vertreter, der Ihnen kostenlos Auskuntt
über die Einreisebestimmungen, Be-
schaffung
des Visums u. a. erteilt und
Ihnen bei der Platzbelegung behilflich ist

VHITE STAR LINIE
Vertreten durch: (II,Bin3707
Friedrich Hern, Darmstadt, Kirchstraße 14.

I
Chriftbäumche
1 bis 3 Mtr. hoch.
ſind preisw. z. vk. (
Adam Zörgiebel,
Unter=Moſſau i. O.

Weihnachtskarten
0/0 Mk 1 95.
W. K. Kleinhens,
Waldstraße 30.
Welche Firma rich=
tet
Lebensmittel=

od. ſonſt gutgehen=
des
Geſchäft ein?
Auch Rauchware
vorerſt auf Prov.,
zu verk. Ang. u.
64 Geſchäftsſt. 4*


gesſt aße 7.

Auch Sie können ein

Grammophon

haben zu ſehr günſtigen
Zahlungsbedingungen.
Ang. unt. V 40 Geſchſt.
Es Ist bestimmt ihr Vorkell!


rag Herkenkleid. ſhoſen und Dame
* Windficke zu verk.
zu verkaufen
Ernſt=Ludwigſt 10,I

[ ][  ][ ]

Nummer 334

Samstag, den 1. Dezember 1928

Seite 13

ElektrorAusstellans
Resthalle zu Erbach
Hossische Eisenbahn A.-G. Darmstadt VortR
Samstag, 1. Dezember 1928, 20 Uhr
Herr Albert Heß
Die Elektrizität im Haushalt äge
Sonntag, 2., Dezember 1928, 20 Uhr, Frau Dr. Jakob
Der Weihnachtsbraten
im Elektro-Wärme-Gerätt. Eintritt Frei! Joder Begucher erhäft ein Freilos!
Verlosung elektrischer Geräte Mittwoch abend, 5. Dezember 1928 Kostproben! 94r9

Geschäfts-Uebernahme

Unſeren werten Stammgäſten, Nachbarn und
Beka nten zur Kenntnis, daß ich heute Sam’tag.
den 1. Dezember 1923, das Geſchäft meines
verſtv benen Vaters übernommen habe und
bitie, das meinen Eitern erwie ene Vertrauen
auch auf mich üvertragen zu wollen. Es wird
mein eifrigſes Beſtreben ſein, Sie mit nur
erſtkl. Speiſen n. Getränken zufrieden zu ſtellen.
Um genelgten Zuſpruch bittet
Georg Bauerburgeru, Frag
Ecke Moosberg= und Tannenſtraße
Eigene Schlachterei und Kelterei
Heute Samstag (B19387
Metzelſuppe

Der verehrten Einwohnerſchaft von Darmſtadt und Um=
bung
zur gefl. Kenntnis, daß ich die bisher von Herrn
ilhelm Miſchlich innegehabte
eſtaurakien Zum Landsberg, Ballonplaß 9
ernommen habe. Durch Führung nur guter Speiſen und
etränke werde ich bemüht ſein, meine werten Gäſte auch
enerhin zur vollſten Zufriedenheit zu bedienen.
Heuke: Meßelſuppe
zu freundlichſt einladet
Karl Böhm und Frau
(früher Düſſeldorf)

Restauration Odeen
am Marienplatz
Inh. Albert Rouſſel
Samstag und Sonntag
Großes Schlachtfeſt
mit Konzert
Gleichzeitig empfehle ich meinen guten bürgerlichen Mit=
tags
iſch von 1 Mk. an.
Im Ausſchank das beliebte Kronenbier (Herbſtgold)
Nebenzimmer für 6070 Perſonen frei. (19354

Tadtulen I Beldenkaau
früher: Peizhaus Friedrich Hau
Anfertigung und Umänderung vonPelzwaren jeder Art
Kürschner-Werkstätte
Wir Bieten große Vorteile!
D
SaBf
Kragen sind die große u. schöne Model

Muflonette tür Kragen . . . 3.00
Muflonette-Garnitur . . 9.00
Maulwurf-Kanin . . 25.00 17.00
Biberette. . . . . . 3200 22.00
Seal-electrik. . . . 32.00 22.00
Nutriette große Mode, 32.00, 25.00
Serval echt.
. 35.00

Opossum amerik. 48. 45.-42. 38,00
Schakal natw . . . . . . . 40.00
Füchse . . . . . . . . . 55.00
Opossum australisch . 90.00 55.00
Wallaby natur
70.00
Skunks elegante Halstiere . 28.00
Skunks-Kragen . von 80,00 an

Seladlliids TolZ
Beachten Sie bitte die Schaufenster Ludwigstr. 13

19378

HEUTE
nachmittag 2 Uhr

der
1. Großen

(9402

Ein gut erhaltener
Gußherd
(*
zu verkaufen.
Neue Niederſtr. 6p.


OSauation
Jacob Dörr 1942.
Che Liebig- und Pallaswiesenstraße
Gnfäcktier
Rit Ronzert.
Zur Reichskrone
Teleph. 3796:
hlſtraße 5.
Heute Metzelſuppe
Samstag und Sonntag
2o Uniater und
Konzert. Unio=Gold.
M. J.3e
ladet ein
Heute Samstag

Zum Hefiſchen Haus
Eche Wald= und Grafenſtraße
Tel, 1826.

Heute Samstag

9150 PS Lancia
offen, vierſitzig, maſchinell einwandfrei, 6fach
gut bereift, billig zu verkaufen. Angeb. unt.
JO1176 an die Ann=Exped. Heinr. Eisler,
Frankfurt a. M. Schifergaſſe 19.- IV19294
h=Reparaturen
Rok0 Stuhlflechten
billigſt Blinden=
Beſchäftigungs=
Verein, Karlſtraße
Nr. 21
(18938

Der Ofen rauchk

nicht mehr durch Verwendung von
Johns Kaminaufſatz.
Niederlage Karl Brückner
Darmſtadt. Holzſtraße.

Motorrad-Schau
vom 1.5. Dezember 1928
im Bürgerhof-Saal, Ludwigsplatz
Geöffnet von vormitfags 10 Uhr bis
abends 10 Uhr ununterbrochen.
EINTRITT FREII
Heute Samstag u. morg. Sonntag
Hasenessen
beim Meenzer Müller,
In Stadt und Land iſt’s wohlbekannt,
daß man beim Meenzer Bub
anch gut, billig eſſen und trinfen tut,
Täglich warme Fleiſchwurſt 30,X das Viertel,
wem Du’s billiger triegen kann",
ſo geh nur ruhig in e anner Viertel.
E3 iſt wohl auch keinem neu,
das beſte Bier iſt und bleibt
Wormser Aposlelbräu.
Jeder Menſch hat’s oft genoſſen,
daß auf der Gaſtwirtsmeſſe ſogar
der 1. Preis entfproſſen.
Schuſtergaſſe 3. Hinter dem Rathaus.
Eberſtadt Zur Traube‟
Halteſtelle der Elektriſchen, Kegel=
bahn
, Autogarage, Telephon Nr. 39.
Mittagstiſch von 123 Uhr.
reichh. Abendkarte. Wild u. Geflügel.
Im Ausſchank: Pfungſtädter Bock=
Ale 0,3 Liter 30 Z. Rhein=, Moſel=
und Pfälzer Wein.
Baumgärtner,
langjähr. Küchenmeiſter des Hotel
Traube. Darmſtadt.
(19399b

kenntn., ſof. ſpie bar.
Leichte Teilz hlg.
Ph Wagner
Nd.=Ramſtädterſt. 62.

mit Konzert. auch ohne Noten=
Es ladet höflichſt ein
Fr. Rummel.
Sonntag ab 4 Uhr
KONZER T. Echirmfabrik
Reſtauration Sean Mohr/&. V. Schliter
Kirchſtr. 27, I.
Wendelſtadtſtraße 24.
Kein Laden. (18935o
Heute großes Schlachtfeft mit Is
Ohne Anzahlung
Konzerk
liefert ausw. Spezialhaus!
wozu ich freundlichſt einlade.
Heute Samstag u. morg. Sonntag Zeppiche

CM4as (all

Man

en.

Hermann Rittweger
Beſſungerſtraße 91.
Ludwigsplatz
Nr. 8
ſtingers Brauerei,
Samstag, den 1. Dezember,
großes
Schlachtfeffl
Spez. Schlachtplatteu, 19406
Fr. Glever
zu höfl. einladet
am Deutschen Hof
Waldſtraße 23
nidſtraße 23
Heute u. Sonntag

Iu freundlichſt einladet Ludwig Roth,
der Inhaber der Reſtaur Michael Roth,
143821
Roßdörferſtraße.

mit Konzert u.V 68 Gſchſt,/I.19370
wozu freundlichſt einladet
Joh. Wendel Leißler Witwe
Roßdörferſtr., Ecke Inſelſtr, früh. Mich. Roth),
Zum Rhönring
Pankratiusstr. 71 Ecke Heinheimerstr. Saalbauſtraße 27.
Heute Samstag (19359
Sohlaohtfest mit Konzert nach Mannheim,
Weinstube Zum Schwaneck (Frankfurt, Friedberg!
Ecke Schwanenstr. Rhönring
Heute
Hasenbraten
mit Klößen
W. Rükl.

Hotel-Restaurant Post
am Mau ztbahnhof
Sonntag, den 2. Dezember 1928
SpazialsWildessen
.. . Mk. 1.50
Has im Topf, Kartoftelklöße.
Ganzer gespickter Hasenschlegel oder Rücken,
Sahnentunke, Comp., Pürce Mk. 2.20
Auswahlreiche Mittags- und Abendkarie
Im Ausschank: Dischinger Spezial, hell und dunkel
Ab 19 Uhr KONZERT der beliebten Hauskapelle

Zahlbar
in 12 Monatsrat.
Erbitten Sie unver=
eind
Vertreterbeſuch
1 Partie
Puppenwagen
zu jed aune mbaren
Preiſe.
Pulimann
Beiladung
Ludwigshaf., Höchſt,
Neuſtadt i. O. ſowie
u. zurück nimmt an
Joh. Kugler,
Liebfrauenſtraße 33
Tel. 1011.
Achtung!
Brennmaterial. für
Wohlfahrtsempf.,
ſowie Sozial= und
Kleinrentner wird
bill. ins Haus ge=
liefert
. Näh. in der
Geſchäftsſtelle.
Stühle
werden gut u. billig!
grflochten, daſelbſt 1
Schreibſeſſel bill. zu
verk. Ripper, Ma=
tuldenplatz

Strebſamer, braver!
B uhandwerker 43
ah e, ſuch’ ehrbare
Ehe=Kamerädin
Nur ernſtgem Zu=
ſchriften
(anonym
wecklos unt. U 73
an d. Gſchſt. /*30743gs1

1Dans und Olinn lehen mach moneher=
lei
. So gibt ja ſo herrliche Hinge in den
Ochaufenltern. Gber micht immer gei
ſtatten uns die verlugbaren UMittel, un=
feren
!Wurlchen nachsugeben, Suxtig=
gegerltande
konnen hich heutenur wenige
laiſten. Ommer rneder lind es Hinge des
laglichen Oebrauche, nach denen man
greiten muß.
Hock auch -bei beſcheidener SKorſo kann
Oconhantmit KZucekmaßigkeit vereintwer-
den
Seſchenkekeſten Sieldund ſollen darunt
von moglich/tlander CLabensdauer lain. S=
iſt
deshalb in Uhrem Onterelle, bei allen
UrlikelnausdGaumwolle Kunffoendeund
sLaunen, die Olie kaufen, gutdrucklich in=
danthrerfarbig
-(WCaren su verlangen. Oer
OGeſchenkte hakanihnen langeleineGreudes
tunf die Carten kerveragend halibar lind.
(ühr alle möchten doch, deß der gute Gi-)
druck unlenseWlahnachtegabm aur blaiben-
der
lei. Cie bekannke Undenthrm- Ocuts-
marke
bslage, deß de demt eusgeseichneie

Oleſl
unubertrohfen

aſch.=ci, li chtachi, wetkerccht
ſ, sur Oreude leinen GGeſitwerr.
Unjedem gufenOartilwarengsſchöltbeke
menolie indanihrerlarbiseltelle u. Gia

1PII748

[ ][  ][ ]

Nummer 334

DarmſtädeerCagblatte

Börſe und Geldmarkt.
Die in die Berichtswoche fallende Abwickelung des Ultimos hat die
ſchon ſeit Anfang November einſetzeinde Aufwärtsbewegung kaum zu
hemmen vermockt. Wenn auch infolge der vermehrten Beteiligung aus
Kundſchaftskreiſen ſich die Engagements und die Verpflichtungen ver=
größert
hatten, ſo kam boch am Liquidationstage nur Ultimoware gering=
fügigen
Umfanges heraus, die vorübergehend einen geringen Kursdruck
ausüibte und glatte Aufnahme fand. Die Börſe wurde in ihrer Erwar=
tung
, daß der Ultimo Novomber einer der leichteſten ſei, nicht getäuſcht,
tvorauf der überaus flüſſige Geldmarkt ſchon frühzeitig ſchließen ließ.
Bcreits am nächſten Tage ſchritt die Spekulatin zu umfangreichen Neu=
cnſchaffungen
Im übrigen lagen Momente wirtſchaftlicher Natur kaum
vor, abgeſehen von der leichten Steigerung der Paſſivität der Außen=
handelsbilanz
im Oktober. Die Lage in der Eiſewinduſtrie iſt bisher
noch immer ungeklärt und ein Ende des Konfliktes vorläufig noch nicht
zu erblichen. Den Hauptimpuls erhielt die Börſe von den anhaltenden
Auslandskäufen, wie dieſes Moment wohl gegenwärtig überhaupt das
einzige Hauſſemotiv darſtellen dürfte. Die Hauſſebewegung an der New
Yorker Börſe, die bisher für die bieſigen Börſenkreiſe gewiſſermaßen
uehr pſychiſch ſtimulierte und die bis zu dem Grade einer Siedehitze
geſtiegen iſt, ſcheint die internationale Spekulation in der letzten Zeit
zur Vorſicht vermahnt und eine Abwanderung von Wallſtreer nach ſich
gezogen zu haben. Dieſes in der Befürchtung vor einem New Yorker
Kursſturz in Sicherheit gebrachte Kapital ſucht auch an den europäiſchen
Märkten Anlage. Da die Rendite der deutſchen Papiere einen Anreiz
bietet, wandte ſich das Ausland in erhöhtem Maße dem deutſchen Markte
zu. Eine gewiſſe Rolle mag wohl hierbei außerdem die Ausſicht auf die
Rebiſion des Dawesabkommens ſpielen, von der ſich das Ausland für
Deutſthland augenſcheinlich weit mehr= verſpricht, als dieſes ſelbſt für
ſich. Eine Betrachtung der Werte, die in dar hinter uns liegenden Be=
richtswoche
im Mittelpunkt der Kursbewegungen ſtanden, zeigt, daß es
ſich, faſt ausnahmslos um Papiere handelt, die eine ge viſſe internatio=
nate
Bedeutung haben. So waren in erſteu Linie von amerikaniſcher
und Schweizer Seite Eloktrowerte, Reichsbankanteile und Banatbank=
aktien
, ſowie auch J. G. Farben bevorzugt. Die Bewegung der Farben=
induſtrieaktien
war vornehmlich für die Geſamttendenz mitbeſtimmend.
Die übrigen Märkte lagen durchweg ruhig. Als Sonderbevegung
ſei noch die Kursſteigerung der Julins=Bergeſr=Aktien erwähnt, die auf
die Hofnung auf eine Kapitalerhöhung, verbunden mit einem günſtigen
Bezugsrecht, zurückzuführen iſt. In Verbindung mit deu Aufwärts=
bewegung
der Licht= u. Kraft=Aiktien iſt noch die Bewegung der Deutſchen
Telephon= und Kabelwerke hervorzuheben. Der Kaſſamarkt zeigte eine
Abnahme des Geſchäftes bei durchweg gehaltener Tendenz.
Am Geldmarkt hat ſich, wie üblich, am Ultimo die Nachfrage gering=
fügig
verſtärkt und zog eine Steigerung des Satzes für Tagesgeld von
bisher 57 auf 68 Prozent mach ſich. Auch der Satz für Monatsgeld
erfuhr eine leichte Erhöhung auf 89 Prozent. Der Privatdiskont
blieb für beide Sichten mit 6½ Prozent trotz zunehmenden Angebots
ton Diskonten unverändert. Die Abwickelung des Prolongations=
geſchäfts
nahm den erwarteten leichten Verlauf, obwohl im ganzen
größere Veträge als am letzten Ultimo genommen lvurden. Auch rech=
nete
man mit einem reibungsloſen Verlauf des Zahltages am 30. Novem=
ber
, da ſich die Banken ſchon frühzeitig mit Geld zum Jahreswechſel ver=
ſorgt
haben und der Börſe größere Sumwen als bisher zur Verfügung
ſtauden. Der Entwickelung des Geldmarktes im nächſten Monat ſieht
man zuverſichtlich entgegen, da bereits jetzt ein großer Teil des Jahres=
ultimobedarfs
gedeckt iſt. Mit Auſmerkſanckeit muß die Geſtaltung des
internationalen Geldmarktes verfolgt werden, an dem der amerikaniſche
Maukt infolge der ſich aus der anhaltenden Effektenhauſſe ergebenden
hohen Geldſätze ein gewiſſes Moment der Beruhigung bildet.
Die wirkſchaftliche Lage des Handwerks
im November.
Der Reichsverband des deutſchen Handwerks teilt u. a. mit, daß
der Geſchäftsgang des Handtverks im November ſtets nachzulaſſen Pflegt,
vorwiegend beeinflußt durch den Nückgang der Tätigkeit auf Lom Bau=
markt
. In dieſem Jahre ſei die Beſchäftigung im Berichtswonat, ver=
ſtärkt
durch den allgemeinen Rückgang der Konjunktur, ebenfalls ge=
ſunken
. Der Arbeitskamrf in der Eiſengruppe Nordweſt habe die Lage
des Handwerks nachteilig beeinflußt. Im Bauhandwerk ſei trotz der
verhältnismäßig günſtigen Witterung eine ziemlich erhebliche Geſchäfts=
ſtille
eingetreten Für Handwerke, deren Saiſon vorwiegend in den
Berichtsmonat fällt, habe die unverhältnismäßig warme Witterung hem=
mend
gewirkt. Gute Beſchäftigung von den Saiſonhandwerken ſei
lediglich vom Elektro=Inſtallateurhandwerk gemeldet, das vor allem
durch die Ausdehnung der Lichtreklame zahlreiche Aufträge erhielt. Die
Hoffnungen, daß die Landwirtſchaft in größerem Umfange Aufträge er=
teilen
würde, hätten ſich imer noch nicht erfüllt. Die Bezahlung der
Rechnungen ſei denkbar ſchlecht, ſelbſt von Behörgen gingen die Zahlun=
gen
nur langſam und ſtockend ein.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten im November.
Die Reich,sindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Woh=
nung
, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und ſonſtiger Bedarf) iſt
nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts für den Durchſchnitt
des Monats November mit 152,3 gegen 152,1 im Vormonat nahezu un=
verändert
geblieben. Die Inderziffern für die einzelnen Gruppen be=
tragen
(1913/14 100): Für Ernährung 1520, für Wohnung 125,9, für
Heizung und Beleuchtung 150,6, für Bekleidung 172, für den ſonſtigen
Wedarf einſchließlich Verkehr 190,9.
Stillegung eines engliſchen Kohlenbergwerks. Pas Kohlenbergwerk
Bedwas Colliery (Monmouthſhire, in dem 2300 Arbeiter beſchäftigt
wurden, hat den Betrieb eingeſtellt. Die Arbeiter weigerten ſich, anzu=
erkennen
, die Löhne nicht mehr nach Tonnen, ſondern nach der Anzahl
der abgebauten Faden berechnen zu laſſen. Das Bergwerk wird nicht
vor Fertigſtellung der Nebenprodukt=Anlage, d. h. erſt nach etwa einem
Jahre, wieder eröffnet.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren: Gießen: Fa. Heinrich Klaholz, Tabakwarengroßhand=
lung
. Af. 10. 12., Gl.V. u. Prfr. 21. 12. Hainichen: Schuwarenhand=
lung
. Alsfeld: Fa. Heſſiſche Elektrizitätsgeſellſchaft Liſtmann (Inhaber:
Richard und Karl Liſtmann). Af. 8. 12., Gl.V. u. Prft. 17. 12. Be=
endet
wegen Mangels an Maſſe: Offenbach: Fa. Konrad Kurt G.m.b.H.,
Fabrik feiner Lederwaren. Beendete Konkurſe: Bingen: Schuywaren=
handlung
Jean Krings. Lederwarenhandlung Wilhelm Schlehr. Fried=
berg
: Carl Horn, Inh. der Fa. Karl Rupp Nachf. Neue Vergleichs=
verfahren
: Darmſtadt: Kfm. Samſon Simon. Vergl. T. 10. 12. Auf=
gehobene
Vergleichsverfahren: Fa. Ferdinand Wolf Söhne vorm. Feiſt
Aapp und Geſellſ hafter: Huyo Wolf.
Rheiniſch=Weſtfäliſches Elektrizitätswerk, Eſſen. Auf Antrag eines
unter der Führung der Darmſtädter Bank ſtehenden Konſortiums ſind
40 Millionen neue Inhaberaktien des Unternehmens zum Handel und
zur Notiz an der Berliner Börſe zugelaſſen worden. Das geſamte
Aktienkapital beträgt nunmehr 181 Millionen Reichsmark. Dem Pro=
ſpekt
iſt die Bilanz per 30. Juni 1928 beigegeben. Eine Zwiſchenbilanz
iſt leider nicht aufgeſtellt. Die Entwicklung der Geſellſchaft war, wie
der Proſpekt ausführt, in den erſten Monaten des laufenden Geſchäfts=
jahres
befriedigend. Die Zahl des von der Geſellſchaft und ihren Toch=
terunternehmungen
ausſchließlich der Kohlengruben beſchäftigten Per=
ſonals
beträgt zur Zeit atwa 1580 Angeſtellte und 4000 Arbeiter.
Die Lage der rheiniſch=weſtfäliſchen Brauinduſtrie im November.
Der Abſatz im Monat Novensber war ſtark rückläufig, nicht nur aus
Saiſongründen, ſondern vor allem auch infolge der Auswirkungen der
Ausſperrung in der nordweſtlichen Eiſeninduſtrie. Die Nachrichten über
mutmaßliche Pläne des Reichsfinanzininiſters, das zu erwartende Defi=
zit
im Reichshaushalt u. a. durch eine Bierſteuererhöhung auszugleichen,
hat in der Brauinduſtrie große Beunruhigung und Unſicherheit hervor=
gerufen
. Für die Vrauinduſtrie ſei der Gedanke einer weiteren Er=
höhung
der Bierſteuer aber auh deshalb undiskutabel, weil deſſen Ver=
wirklichung
zumal in einer Zeit des Konjunkturrücklaufes Abſatz=
rückgang
und ſchwere wirtſchaftliche Schädigungen zur Folge haben
werde.
Das ſpaniſche Petvoleum=Monopol. Aus Madrid wird gemeldet,
daß die ſpaniſche Regierung jetzt geneigt ſei, den Petroleumgeſellſchaften
für ihre bei der Einrichtung des ſpaniſchen Petroleum=Monopols be=
ſchlagnahmten
Beſitz eine angemeſſene Entſchädigung zu gewähren. Die=
ſer
Beſchluß ſei auf den Schritt der diplomatiſchen Vertreter Frankreichs,
Erglands und der Vereinigten Staaten zurückzuſühren.

Samstag, den 1. Dezbr.

Frankfurker und Berliner Eſſekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. November.
Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr infolge des heutigen Zahl=
tages
eine gewiſſe Zurückhaltung geherrſcht hatte, machte ſich zu Beginn
des offiziellen Marktes eine allgemeine freundlichere Stimmung bemerk=
bar
. Anregend wirkte das Eingreifen der Regierung zur baldigen Bei=
legung
des Eiſenkonfliktes im Ruhrgebiet, da hierdurch wieder Hoff=
nungen
auf eine baldige Regelung des Konflikts und die dadurch be=
dingte
baldige Aufnahme der Arbeit auftauchten. Auch ſoll das Aus=
land
wieder ſtärker als Käufer aufgetretem ſein, ſo daß die Kuliſſe, ver=
anlaßt
dadurch, zu größeren Deckungen ſchritt. Auch heute wieder konnte
das Geſchäft in Spezialwerten, deſſen Kreis immer größer wird, lebhafte
Formen annehmen. Das Hauptintereſſe konzentrierte ſich, wie ſchon
geſtern mittag, auf Kaliwerte. Weſteregeln waren mit plus 5 Prozent
und Aſchersleben mit plus 4½ Prozent weiter lebhaft verlangt. Auch
machte ſich heute verſtärktes Intereſſe für Montanwerte geltend, und
zwar auf die Hoffnungem der baldigen Regelung des Konflikts im Ruhr=
gebiet
. An der Spitze ſtanden Rheinſtahl (plus 5½ Prozent) und Rhei=
niſche
Braunkohlen mit plus 4½ Prozent. Bei den übrigen Werten
gingen die Kursbeſſerungen bis zu 3 Prozent. Elektrowerte traten da=
gegen
jedoch etwas in den Hintergrund. Nur Siemens mit plus 33
Prozent, Elektr. Lieferungen plus 2½ Prozent, Licht u. Kraft plus
2½ Prozent und Bergmann plus 2 Prozent, waren zeitweiſe reger ge=
handelt
. In J. G. Farben blieb das Geſchäft verhältnismäßig klein,
plus 134 Prozent. Nachfrage beſtand noch für Zellſtoff Waldhof mit
plus 3 Prozent und Aſchaffenburg mit plus 2 Prozent. Am Bauunter=
nehmungsmarkt
ſvaren Hoch= und Tiefbau bei einem Kurs von 125 Pro=
zent
weiter lebhaft gefragt. Von Autowerten waren Kbeher weiter etwas
geſucht und erneut zirka 1 Prozent gebeſſert. Verſtärktes Intereſſe be=
ſtand
auch für Daimler, da die erneut aufgenommenen Verhandlungen
mit der belgiſchen Automobilfirma Minerva zwecks Uebernahme des
Daimlerpaketes ſtark anregten (plus 2 Prozent). Der Bankenmarkt lag
bei lebhafteren Umſätzen bis 3 Prozent gebeſſert. Schiffahrtswerte da=
gegen
angeboten und eher etwas ſchwächer. Renten ſtill, nur Auslän=
der
etwas lebhafter und feſter.
Im Verlaufe blieb das Geſchäft in Spezialwerten weiter lebhaft.
Vorübergehend traten jedoch auf Realiſationem kleine Kursrückgänge ein,
die aber bald wieder aufgeholt, ſogar noch etwas überſchritten werden
konnten, da ſich erneuter Deckungsbegehr von ſeiten der Spekulation be=
merkbar
machte. Schuckert plus 1 Prozent, Siemens plus ¾4 Prozent
und A.E.G. plus ½ Prozent. Von Kaliwerten waren Aſchersleben und
Weſteregeln auf Gewinnſicherungem angeboten und bis 1 Prozent rück=
gängig
. Im Zuſammenhang mit dem heutigen Zahltag erfuhr der
Tagesgeldſatz mir 7½4 Prozent eine merkliche Verknappung. Am De=
viſenmarkt
nannte man Mark gegen Dollar 4,1950 gegen Pfunde 20,341,
London=Kabel 4,8518, Paris 124,09, Mailand 92,60, Madrid 30,10, Hol=
land
12,075.
Nachdem der heutige Mittagsverkehr auf Realiſationen eher etwas
ſchwächer geſchloſſen hatte, ſetztem an der Abendbörſe auf dem meiſten
Marktgebieten die Käuſe erneut ein, und die Haltung war allgemein
feſter. Das Geſchäft war ziemlich belebt, wobei die angeblich weiter
ſtarke Anteilnahme des Auslandes anregte. J. G. Farben, Elektro=
papiere
und Montanaktien unter Bevorzugung der Braunkohlenwerte
waren in erſter Linie lebhafter verlangt und 12 Prozent gegen den
Berliner Schluß erhöht. Am Bankenmarkt war das Geſchäft ſtiller;
nur Bahr. Hypothekenbank traten hier mit plus 2½ Prozent ſtärker her=
vor
. Einiges Intereſſe beſtand für Zellſtoffwerte, die 11½ Prozent
gewannen. Schiffahrtswerte blieben vernachläſſigt. An den Rentenmärk=
ten
war die Umſatztätigkeit minimal. Abl. Schuld 14,82½, Commerz=

bank 194, Danatbank 302½, Deutſche Bank 173½, Metallban 1443,
Reichsbank 335, Buderus 90½, Gelſenkirchen 127, Harpener 1373,
Aſchersleben 294, Weſteregeln 296, Mannesmann 133, Phönix 92½,
Rheiniſche Braunkohle 239½, Rheinſtahl 143½ Stahlverein 94½, Ad=
lerwerke
88½, A. E.G. 194, Bergmann 243½, Scheideanſtalt 19334, Licht
u. Kraft 264½, J. G. Fauben 269, Gesfürel 283½, Holzmann 140½,
Rütgerswerke 108½, Schuckert 263, Siemens 434, Zellſtoff Aſchaffen=
burg
206, Waldhof 281½, Hapag 1477/8, Nordd. Lloyd 14534,
Berlin, 29. November.
Die Börſe beſchäftigte ſich heute eingehender mit der Lage im Eiſen=
konflikt
und beurteilte die neuen Verſtändigungsverſuche wieder reckt
heffnungsvoll. So eröffnete die Börſe in wecht freundlicher Haltung,
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe belebte ſich das Geſchäft weiterhin
und die Kursbeſſerungen, namentlich am Moutanarkt, machten Fort=
ſchritte
. Im weiteren Verlauf der Börſe blieb das Geſchäft lebhaft und
das Kursniveau konnte ſich weiterhin befeſtigen. Bevorzugt blieben
Montanwerte, von denen Rheiniſche Braunkohlen und Rheinſtahl hervor=
traten
. Auch Bankaktien blieben gefragt unter Führung von Danat;
größieres Intereſſe fanden Deutſche Linoleum und Loewe. Infolge ver=
ſchiedentlicher
Gewinnmitnahmen der Spekulation blieben die Kurſe
nicht immer aufrecht erhalten, doch ſchloß die Börſe mit unverändert
feſter Grundſtimung. Nachſbörslich hörte man am Elektromarit etwag
höhere Kurſc; die übrigen Werte neigten eher etſwas zum Nacgeben.
Frankreichs Proſperität.
Der Bericht des Handelsſachverftändigen der
brikiſchen Bokſchaft in Paris.
Im Bericht des Handelsſachverſtändigen der britiſchen Botſchaft
in Paris, J. R. Cahil, über die Proſperität Frankreichs heißt es u. a.:
Frankreich iſt bereits das größte eiſenproduzierende Land der Welt
geworden und erzeugt mehr Roheiſen als Großbritannien, deſſen Er=
zeugung
1912 nahezu viermal ſo groß als die Frankeichs war. In dem
gegenwärtigen Jahr hat Frankreich ſogar mehr Stahl erzeugt, während
in den Jahren vor dem Kriege ſeine Erzeugung weniger als ein Drittel
der britiſchen betrug. Es hat ſeine Produktion von Weißblech verdop=
pelt
, ſeine Kohlenproduktion um ein Sechſtel vermehrt, ſeine Kokserzeu=
gung
verdoppelt und ſeine elektriſchen Anlagen verdreifacht. Auch die
chemiſche, Textil= und Kunſtſeideinduſtrie haben ihr Erzeugung ver=
mehrt
. Die Ausfuhr iſt mehr als doppelt ſo hoch wie 1913. Dabei iſt
von einer Arbeitsloſigkeit ſo gut wie keine Rede. Frankreich hat ſogar
eineinviertel Million fremdländiſcher Arbeiter aufnehmen können
In einem Leitartikel zu dieſem Bericht meint Daily Telegraph,
Es iſt zweifelhaft, ob der wirtſchaftliche Aufſchwung um die Jahrhun
dertwende, der damals wie ein Wunder angeſtaunt wurde, nur einiger
maßen mit dem Aufſchwung Frankreichs ſeit 1920 vergleichbar iſt. Das
Blatt unterläßt nicht, zu erwähnen, daß mit dieſem Aufſchwung kein=
gleich
ſtarke Erhöhung der Steuerlaſten Hand in Hand gegangen iſt
Unter den Gründen dieſes Aufſchwungs nennt der Daily Telegraph
unter anderem die Verſtärkung der wirtſchaftlichen Macht Frankreich
durch Angliederung Elſaß=Lothringens mit ſeinen reichen Hilfsqueller
und hochentwickelter Induſtrie, ſowie die Tatſache, daß die zerſtörter
Gebiete bei der Wiederherſtellung in induſtrieller Beziehung nach de=
modernſten
Grundſätzen ausgerüſtet wurden. Abgeſehen davon, hab
der Sieg auch in moraliſcher Beziehung Wirkungen auf den franzöſ=
ſchen
Unternehmungsgeiſt gehabt.

A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſch
Baſalt . .
Bergmann.
Berl. Karlsruhe Ind
Berl. Hand.=Geſ
Braunkohl.=Brikett.
Bremer Wolle.
Danatbank. .
Deutſche Banl
Diskontogeſ
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchiner
Deutſche Erdöl .. ..."
Deutſche Petroleum.
Tynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung ..."
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. . .
Kan. Maſch.=Fgeſt.
Hanſa Dampfſch. . . .
Hapag ......"
.."
Sarpner. .
Kemoor Zement. . . .

Selſingfors ..
Wien".
Prag ..."
Budapeſt.
Sofia".
Solland
Cslo ....
Kopenhagen
Stockholm.
London.
Buenos Aires
Neu=Yor!
Belgien".

129.11. 30 11. 29. 11 1191.25 193. Hirſch Kupfer 131.25 98.875 98.875 Höſch Eiſen 132. 66. 65. Hohenlohe Werke n5.75 le37n5 241.75 Kahla Porzellan. 124.875! 76. 75.25 Kali Aſchersleben 288. f286. 290.. Salzdetfurth 508 1164. 164. Weſteregeln 292.4 ſ223.75 225.5 Lindes Eismaſch 171. f297. 300.25 L. Loewe & C 250. 1170.5 171.5 Lingel Schr 44.75 1162 75 163. Mannesma 128 25 1170.5 172. Niederlauſitz 158. 48.5 49.5 Nordd. Lloyd 144.5 1138.25 139.5 Orenſtein 103.5 87. 87.5-88 Polyphon 496. 1235 125. Rütger 106.25 178.5 180.625 Sachſenwe 135.75 264.5 265.5 Siemens 142.875 112275 125.5 Ver. C 564. 270. 276.25 Ver. Stahlw 93. 41.25 40. Volkſtedter 59.75 182. 182.5 Wanderer Werke. 128.25 H146.357 147.25 Wiſſner Metall. . 155. 132.75 136. Wittener Gußſtahl 48. 1286. 284.75

30.11.
131.25
136.
82.
123.
291.
519.
296.5
171.
260.
44.75
132.25
160.5
145.25
105.
494.
106.25
135.5
141.
560.
93.75
605
125.
155.
48.

Mekallnokierungen.

Deviſenmarkk.

29. . 30. 11. Geld Brie Geld /Brief 10.542 10.562 10.54 110.563 58.91559.035 58.92 559.044 12.419 12.43. 12.418/12.438 73.06 73.20 13 04 73.18 3.026 8.03. 3.027/ 3.03. 168. 31 168.65 68.29/168.63. zunt.74 111.96 111.7a/111.96 Hrt. 76/111.sc 11.77/111.99 rr.99 12 2 111.99/112.211 2o.333 20.373 0.326 20.366 1.767 1.771 1.766/ 1.7700 1.1805 4. 1985/4 1905 4.1985 18.26 58.38 58.265.53.3851

Italien ....
Paris ...."
Schweiz ..
Spanien.
Danzig.
Japan.
Rio de Janeiro
Jugoſlavien
Portugal
Athen.
Konſtantinopel
Kanada:
Uruguay.

29. 11. 30. Geld Brie Geld 21.95 21.99 21.95 16.385 16.4 25! 16.375 80 74 80.90 180,735 57. 53 67.6 67.5567 69 81.30 81 46 1.926 1.930 0.500 5/0.5025 7.368 7.382 18. 71 18.75 18.71 5.425 5.435 2. 103 2.10 2.10: 4.19: 4.20 4.306/ 4.314 4.293

81. 28 81.44
1.926/ 1.930
1.5005/0.5025
7.3641 7.378
18.75
5.425 5.435
2.107
4.193/ 4.201
4.304

Die Berliner Metallnotierungen vom 30. November ſtellten ſich
Elebtrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rorterdam (Noti
rung der Vereinigung für die deutſche Elektrolytkupfernotiz) 151.50 RM
Die Notievungen der Kommiſſion des Berliner Medallbörſenvorſtat
des (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Li
ferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium, 9
bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM., desgl. i
Walz= oder Drahtbaren 99proz. 194 RM.; Reinnickel, 98= bis 99pro=
350 RM., Antimon Regulus 8487 MM., Feinſilber (1 Kilogramm fein
79.0080.50 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 30. November ſtellten ſich
Kupfer: Januar bis April 139.25 (139.50), Mai bis Juli 139.5
(139.75), Auguſt 139.75 (140.00), Sept. und Oktober 140.00 (140.00
November Dezember 139.00 (139.75). Tendenz: feſt. Für Blei
Januar bis April 44.00 (44.25), Mai 44.25 (44.50), Juni 44.50 (44.50
Juli bis September 44.50 (44.75), Oktober 44.75 (45.00), November
Dezember 43.50 (44.50). Tendenz: feſt. Für Zink: Januar 53.
(54.00), Februar bis Juni 53.50 (54.50), Juli 53.50 (54.25), Auguſt 53.:
(54.50), Sept. und Oktober 53.50 (54.25), November , Dezember 53.
(54.50). Tendenz: feſt. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die
Klammern Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 80. Novemb
ſtellten ſich für Kupfer: (Tendenz: feſt) Standard per Kaſſe 68
bis 681//a, drei Monate 69869½, Settl. Preis 685, Elekrrolyt 74
bis 75½, beſt ſelected 73741/ Elektrowirebars 75½; für Zinn
(Tendenz: feſt) Standard per Kaſſe 239½240, drei Monate 238¼ b
238½, Settl. Preis 240; inoff.: Banka und Straits 240½;

Produkkenberichke.

Frankfurter Produktenbericht vom 30. November. Die Frankfurt
Getreidebörſe lag ruhig. Die Preiſe waren unverändert wie am Vo
tage. Es notierten je 100 Kg.: Weizen 22,85, Roggen 21,85, Somme
gerſte 2424,25, Hafer 22,5023,25, Mais 22,25, Weizenmehl 3333,
Roggenmehl 29,2530, Weizenkleie 13,6013,75, Roggenkleie 14,25.

1

Arionalsant, Koumanongefeafcäft
Frankfurter Kursbericht vom 30. November 1928.

9ö

6% Dtſche. Reichs.
anleihe von 192
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927..
6% Bay. Freiſtaa=
von
1927 ....."
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927.
7% ThüringerFrei=
ſtaat
von 1927.
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
jungsſch
. (Neub.
Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
. . . .
8% Bad.=Bad. v. 26
6 Berlin v. 24...
8% Darmſtadt v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
70 Mainz v. 26.:
8% Mannh. v. 26
82 Nürnberg v. 26

8% Berl. Hyp.;B1.
6% Frkf. Hyp.Bk..
6% Pfbr.,
8% Heſſ. Landesbt.
3%

7½ Kom. Landes=
bank
Darmſtadt.
8% Mein.Hyv. Bk.
80 Pfälz. Hyv.Bk.
2 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .

WM
87.25 180 Rhein.=Weſtf=
Bd.=Credit
8½ Südd. Bod.=
Cred.=Bank .... 98
79.3 18% Württ. Hyp.=B.

6.5

79
93
86.75
93

mi

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I
*
Ser,II

6% Daimler Benz
von 27......."
3% Klöckner=Werke
Berlin v. 26. . .
70 Mainkrw.v. 26
25 Ver. Stahlwvke
mit Opt. v. 26..
8% VoigtcHäffner
von 26 ...."
6% Bosn. L. E. B.
v. 1914 ......
4:/,% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914
420 Oſt. Goldrente
41/,% Rum. Gold
von 1913 ......
4½ Türk. Admin. .
4
1. Badgad
Zollanl.
,% 1913 Ungarn
(.%1914
4% Ung. Goldr
Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bl. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.

511/,
66

75.25
92.5
85.5

42.5

10.55

Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...
Eff.=u. Wechſel=
bank
.. . . . . . .."
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch
Dresdener Bank".
Frankf. Bank. . . . .
Hyp.=Bk..
Pfdbr.=Bk.. . . .
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank.

Metallbank.
Mitteld. Creditbk..
Nürnb. Vereinsbk
Oſt. Creditanſtalt . .
Pfälz. Hyp.=Ban 1.
Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Creditbk. . .
Hyp.=Bank ...
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Banwerein

A.=G. f. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge. ....."
Hapag ..........
Nordd. Lloyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.

139
174
193

Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kleyer)
6% AEG Vorzug
AEg. Stamm
Baſt Nürnberg .. .
Bergm. El. Werke
BrownBroverickCie
Brüning & Sohn..

299
172
126
101
163
172
117. 25
148.5
153
135
140.5
143
216
160
34.5
159.5
334.5
124.75
215
180
15

182
167
9110
146.75
144
119

90.5
88.5
87.5
192.5
236.5
242
153
124.25

Buderus Eiſen .. .! 88

Cemen Heidelberg
Karlſtadt
Chem. Werke Albert
Fabrik Milch
Daimler=Benz.
Dt. Atl.=Telegr.. . .
Eiſenh. Berlin.
Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linoleumwerk.
Eichbaum, Brauer
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwerk.
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnereil
Faber, Joh., Bleiſt.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter).
Frkft. Gas.......!
Hof
Geiling E Cie..
Gelſenk. Bergwerkl.
Geſ. f. elektr. Un=
ternehmungen
.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bülfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen".
Holzmann, Phil. . .

137
176

84.5
158

191
328
315
262
182
200
61
225
38.5
265
88.5
142.25
91.5
26.5

100
119.25
170
134
136.5
184
87
109

39

Holzverk.=Induſtrie/ 96.75
Flſe Bergb. Stamml242
Genüſſe/120
Junghans Stamm 89.2
Kali Aſchersleben 1292.75
Salzdetfurth . /516
Weſteregeln /295
Kammgarnſpinn 255
Karſtadt, R. . . . . . . 233.5
Klein Schanzl. . . . 108
Klöcknerwerke .
Kraftw. Alt=Württ. 89
Lahmeyer & Co... 1182
Lech. Augsburg . . . 113
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metalll 99.5
Lutz Gebr. Darmſt. 19
Maintr.=W. Höchſt. /116
Mainz. Akt.=Br. . . . 265
Mannesm. Nöhren/132.25
Mansfeld. Bergb..
Mars=Werke
/104.5
Metallgeſ, Frankft. /199.75
Miag. Mühlenbau.
Motorenfb. Darmſt.
Neckar). Fahrzeug.. 21.6
Ricolay. Hofbr . ./158
Oberbedar
Oſterr. AlpineMon. 14.5
Otavi Minen".
62
Seters Union Fr1t./104
Phöni; Bergbau. . 92.5
Reiniger, Gebb. 113
Rh Braunkohlen 1280.5
Elektr. Stamm/165
Stahlwerke 141.5
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt. 124 75
Rütgerswerke ... .1106.25

Schachtleben A. G..
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schucker: Elektr.. .
Schwarz Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Strohſtoff. Ver... .
Tellus Bergbau.
Thür. Lief.=Geſ..
Tücher=Brauerei..
Unterfr. Krs.= Elel=
tr
.=Verſ. ......!
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Gummifabrit
Berlin=Frankf
Laurahütte.
Stahlwerke
Ultramarin . .
Zellſt. Berlin.
Vogtländ. Maſchin
Voigt & Haeſfner
Wayß & Frehtag. 1136
Wegelin Rußfabrit
Werger Brauerei. /226
Zellſtoff. Aſchaffbg.
Memel. . . . . .
Waldho ....

200
38
124
120.:
262
177.!
431
94
153
268
118.
106.:
150
108

Ultanz u. Stuttg.
Verficherung ..
Frkft. Allg. Verſ.=Gl.
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . . .
Mannh. Verſich. ..

137.
137.
27.

G3a

[ ][  ][ ]

Nummer 334

Samstag den 1. Dezember 1928

Seite 13

jeichseinnahmen und Reichsausgaben im Okkober
und für April bis 9kkober.
Im ordentlihen Haushalt haben nach der vom Reichsfinanzminiſte=
ium
veröffentlützten Ueberſicht im Monat Oktober betragen (alle An=
aben
in Millionen Reichsmark): die Einnahmen 1093,1 und die Aus=
aben
1035,1, ſo daß ſich eine Mehreinnahme von 58,0 ergibt. Für die
ſtonate April bis Oktober belieſen ſich die Einnahmen auf 5991,1 und
je Ausgaben auf 5623,7, ſo daß eine Mehreinnahme von 277,4 ver=
leibt
. Im außerordenlichen Haushalt betrugen die Einnahmen im
klober 1,6, die Ausgaben 11,6, ſo daß ſich eine Mehrausgabe von 10,1
gibt. In den Monaten April bis Oktober beliefen ſich die Einnahmen
uf 67,2, die Ausgaben auf 191,4, die Mehrausgabe beträgt ſomit 124,2.
nter Einrechnung des Beſtandvortrages aus denn Vorjahre im ordent=
chen
Haushalt von 647,1 und der Mehreinnahme aus den Monaten
pril bis Oktober von 277,4 ergihr ſich ein Beſtand, von 924,5 Ende
ktober. Im außerordentlichen Haushalt erhöhte ſich das Defizit aus dem
ſorjahre in Höhe von 430,3 durch den Fehlbetrag aus den Monaten
pril bis Oktober von 194,2 auf 554,5 Ende Oktober. In beiden Haus=
alten
ergibt ſich ſomit ein Beſtand von 370,0 gegen 322,0 am 30. Sep=
mber
. Der Stand der ſchwebenden Schuld erhöhte ſich von 370,5 am
1. September auf 415,5 am 31. Oktober. Die Zunahme entfällt faſt
usſchließlich auf am offenen Geldmarkt begebene Reichsſchatzwechſel, die
in 185,9 auf 230,8 zugenommen haben.
Amerikaniſche Kabelnachrichlen.
* Chieago, 30. November. (Priv.=Tel.)
Weizen: Am heutigen Markt waren die Preiſe rückgängig auf den
giſſelautenden kanadiſchen amtlichen Bericht, die ſchwache Exportnach=
age
und die geringen amerikaniſchen Wochenverſchiffungen. Verſtim=
tend
wirkten ferner günſtige Wetterberichte,
Mais: Negen= und Schneefälle in Illinois, Ohio und Indiania, die
eringen argentiniſchen Verſchiffungen und der baiſſelgutende kanadiſche
Jochenbericht bewirkten auch hier eine Abſchwächung.
Roggen: Der Markt nahm einen recht ſchſvachen Verlauf auf die ge=
nge
Lokonachfrage, größeres inländiſches Angebot und den baiſſe=
inſtigen
kanadiſchen Bericht über die Anbaufläche.
Hafer ſchloß ſich nach) anfänglicher Neigung zur Aufwärtsbewegung
e* Abſchwächung der übrigen Märkte an.
* New York, 30. November. (Prit.=Tel.)
Baumwolle: Nach anfänglichen Preisgewinnen auf die beſſeren Liver=
ler
Kabel ſetzte ſich eine ſwache Tendenz durh auf verſchiedene vor=
egende
Preislimite ſür Dozember=Ware, Abgaben ſüdlicher und Loko=
rmen
, reichliche Ankünfte und Liquidationen.

Kaffee: Dezember=Ware hatte heute unter Liquidationen zu leiden,
während die anderen Sichten feſter tendierten auf vermehrte Deckungs=
nachfrage
europäiſcher Firmen angeſichts der ſtetigen braſilianiſchen Mel=
dungen
.
Zucker: Anfangs gaben die Preiſe leicht nach auf vereinzelte Liqui=
dationen
und Abgabeneigung der Lokofirmen wegen der enttäuſchenden
Londoner Berichte. Deckungen der Spekulation und Käufe des Publi=
kums
riefen ſpäter eine Aufwärtsbewegung der Preiſe hervor.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. Nov.:
Getreide. Weizen: Dez. 114½, März 119½, Mai 122½; Mais;
Dez. 84½, März 87½, Mai 90½; Hafer: Dez. 47, März 47½,
Mai 48: Roggen: Dez. 99½, März 104½, Mai 106½.
Schmalz: Okt. 10, Nov. 10,97½, Dez. 10,95, Jan. 11777½,
März 12,02½
Fleiſch. Rippen: Dez. 10,65, Jan. 1102; Speck, loko 10,75;
leichte Schweine 8,258,65, ſchwere Schweine 8,608,90,
Schweinezufuhren: Chicago 35 000, im Weſten 115 000.
Baumwolle: Dez. 19,85, Jan. 19,89.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 30. Nob.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 155½, Hartwinter 132: Mais,
neu angek. Ernte 98½: Mehl, ſpring wheat elears 5,756,00;
Fracht: nach England 3,0 bis 4,0 Schilling, nach dem Kontinent
16 bis 17 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 11,70; Talg, extra loſe 9½,
Kakav. Tendenz: ſtramm; Umſatz in Lots: 228: Loko 10½;
Dezember 9,83, Januar 9,95, Februar 10,07, März 10,24, April
10,35, Mai 10,/49, Juni 10,61, Juli 10,73, Auguſt , Sept. 10,95.
Kleine Wirtfchafksnachrichken.
Der inländiſche Zinkblechabſatz war im November erheblich beſſer
als im Vormonat. Dieſe im Hinblick auf die vorgeſchrittene Jahreszeit
bemerkenswerte Erſcheinung iſt hauptſächlich auf das beſonders in der
zweiten Monatshälfte erfolgte Anziehen der Londoner Rohzinknotierun=
gen
zurückzuführen.
Die Vorgänge bei N.S.U. haben eine Reihe von Aktionären zur
Stellungnahme veranlaßt. Zu dieſem Zweck findet am Samstag nach=
mittag
in Stuttgart eine Beſprechung der Aktionäre ſtatt.
Im Zuſammenhang mit der Feſtigkeit der Elektrizitätsaktien an der
Berliner Börſe verdichten ſich die Gerüchte, wonach eine Verſchmelzung
der Elektrizitäts=A.=G. vorm. Schuckert u. Co. mit der Siemens u.
Halske A.=G. in Ausſicht genommen ſei. Seitens der Verwaltung der
Siemens u. Halske A.=G. werden dieſe Verſionen auf Anfrage energiſch
dementiert.

ter arbeit. Ehaiſe=
ngue
imHauſe auf?
ngebote unter V 96
* die Geſchäftsſtelle
z. Bl.
(*


elegenheitskauf.
leg. Herrenzim.
reith. Ba vckſchnitz.
ligſt abz ig. 908.
fövelhaus Menger
armſt., Bleichſt 17

ol. Dam.=Schreib
ſch, Altert., z. vk.
einrichſtr. 93, I.

ompl. Schlafzim.,
1ßb., billig zu vk.
u erfr. nachm. zw.
u. 2 Uhr. Heidel=
rgerſtr
. 93, II.

Seltene
Belegenheit!
1 Klubſeſſel Ia
Ruheſeſſel in vor
hmer Ausführg
u, bedeutend unt.
reis zu verkaufen.
Anzuſehen Wald=
aße
17. pt.

Zu verkaufen:
lüſchſofa 25
ſäſchemang. 15
ſ. Bett m. Matr.
. Kinderwag.
. Klappwagen
. Sitzbadew. 5ℳ/
abykorb 10
oderſtr. 112, 1. St.

gut erh. Küche,
guterh. Kinderw.
zu verkaufen.
äh. Geſchäftsſtelle.

3 echte Perſer=
Verbinder
iten ſchöne Stücke v.
rivat bill. z. verk
ng. u. V 86 an di
eſchäftſt.
etr. Anzüge und
läntel zu verkauf

unkl., faſt neuer
erren=Anzug und
eberzieher f. mitt=
re
Figur billig zu
erkaufen. Näheres
eſchäftsſtelle. (*

Waſchkomenoden int
Marm und Sriegel,
Flurga derobe, Ver=
tiko
, Trumeau, S eg=
iſche
Babywagen,
Näh=, Zie= Auszieh=
tiſche
Klavierſtühle,
23 Schreib eſſel eiche,
Kommoden, Spiegel,
4, Geige, Pave l=
br
tter 12 Tiſch
80 cm zu verk
Ma hi denpl 1, Sof

Neu,. Schrank= Gram=
mophon
mit ca. 25
Plaiten umſtändeh
billig zu ve kaufen.
Näh. Karl Kehres,
Alte Niederſtr 7, p.

Guterh. ſchw. D.=
Radmantel, innen
wattiert, dunkelbl.
Anzug f. 15jährig.,
H.=Ueberzieh. z. vk.
Waldſtr. 24, I.

Hadd

mod. Rahmengerät,
ſehr preisw. zu vk.
Schmitt, Liebigſtr.
tr.

Grammophon
neuwerig, mit Plat=
tenſchrank
u ca. 3
Platten zu verkaufen
Ludwig ſöhſtr. 69

A Taasellmaf sncnack wein

Gerüchtweiſe verlautet anſcheinend nicht ohne Grund , daß
demnächſt der bisherige Leiter der Friedenshütte und Schöpfer des neuen
Konzerns Friedenshütte=Baildonhütte=Balleſtrem, Generaldixektor Dr.
Glück, aus Geſundheitsrückſichten zurücktreten wird. Ueber die Nach=
folge
kreiſen bereits verſchiedene Gerüchte, die jedoch ohne tatſächliche
Unterlagen ſind.
Wie wir erfahren, iſt am Freitag bei den Börſen Berlin Frank=
furt
a. M. und Hamburg der Antrag auf Zulaſſung von 500 Mill. Lirg
Aktien der italieniſchen Monte Catini=Geſellſchaft geſtellt worden. Der
Berliner Börſenvorſtand hat die Einführung des Papieres bereits ge=
nehmigt
. Man darf etwarten, daß etwa Mitte Dezember die Notiz an
den drei Börſen aufgenommen wird.
Der dritte Tag der Mucrena=Auktion in Leipzig wurde mit dem
Verkauf von Maulwürfen eröffnet, von denen Sommer und Sekunda
faſt zu letzten Preifen abgeſetzt wurden. Dagegen war Winterware etwas
abgeſchwächt. Der ſich anſchließende Verkauf von zugerichteter und ge=
färbter
Waxe geſtaltete ſich ſchleppend. Die nächſte Mucrena=Auktion
findet vom 9. bis 11. Januar ſtatt. Der Annahmeſchluß iſt auf den
27. Dezember feſtgeſetzt.
Die Aktionäre der Banque d’Alſace et de Lorraine ſind, wie ge=
meldet
wird, auf den 17. Dezember zu einer außerordentlichen Haupt=
verſammlung
einberufen, auf der ein Projekt über die Angliederung

gegen Aktien der Banque du Rhin verwendet.
Da infolge Interventionen des Wiener Bankenverbandes und Mak=
ler
=Gremiums an der Wiener Börſe die Gefahr von Inſolvenzen im Zu=
ſammenhang
mit dem Krach in polniſchen Werten und der Inſolvenz der
Firmen Eibenſchütz und Neu u. Co. vermieden wurde, hat ſich die Er=
regung
, die in den letzten Tagen an der Wiener Börſe herrſchte, wieder
gelegt.
Der Credito Meridionale von Neapel hat ſeine Schalter geſchloſſen
und um Einleitung des gerichtlichen Ausgeichsverfahrens nachgeſucht.
Aus New York wird gemeldet, daß die Goodyear Zeppelin Cor=
poration
den Bau einer neuen Zeppelinwerft in dem Ort Akron in An=
griff
genommen hat. Die Baukoſten werden vorausſichtlich etwa 3 Mill.
Dollar betragen. Wie bekannt, iſt die neue Werft für den Bau der von
der amerikaniſchen Regierung beſtellten neuen lenkbaren Luftſchiffe be=
ſtimmt
.
In der Deutſchen Bank ſind Freitag vormittag Verhandlungen mit
dem belgiſchen Finanzier van Roggen wegen Uebernahme des Daimler=
Aktienpaketes für die Minerva aufgenommen worden. Bei der Beſpre=
chung
handelt es ſich, laut Voſſ. Ztg., zunachſt um eine Fühlungnahme
auf Grund neuer Vorſchläge des Belgiers hinſichtlich der Zahlungs=
modalitäten
.

Kleine Anzeigen an und Verkäufe uſw.)
finden durch das Darmſtädter Tagblatt
die weiteſte Verbreitung

Gegründet 1830

Frankfurterstraße 78

Holzstoff- u. Papiermarenfabrik, Papier u. Pappengroßhandlung
unterhält in Darmstedt ständiges Lager in:
EPE mit und
PAPIERWAREN, PAUK-U.EINScHLAGPAPLEMHonne Druck

FlLZPAPPEM, ABDEOKPAPIERE, PAPPEN

aller Art

Guterhalt. Kinder=
Sportwagen billig
zu verkaufen Herd=
weg
17, I.

Anfragen sind zu richten an dle Firma

ALBO. PARTEKMBUOTRIE
Sohließfach 155 Fritz Rundstatler
Telefon 1161
DARMSTADT
welche hiermit gleichzeitig die Verlegung des Büros
nach KIGSSTRASSE SA bekannt gibt

Wendelſtadtſtr. 29,
S.b., I. lts, möbl
Zim an be ufstätige
Dame zu verni

Luiſenſtraße 6, III.
möbl. Z. m. el. L
an berufstät. Herrn
ſof. zu verm.
Eliſabethenſtr. 62,
part., ſch. mbl.
u verm. (*31201f
Taunusſtraße 3, I.,
groß., gut möbl.
ſofort zu verm.

Gut möbl. Zimm.,
Zentralheiz, el. L..
Zentrumslage, mit
voll. Penſ. ſofort z.
verm. Dauermieter
bevorzugt. Näheres
Ludwigſtr. 5, II. (*
Schloßgartenſtr. 7 II
b. d. Hochſch., g. mbl.
3. ſof. z. vm.

1941.

Dreh= und
Gleichſtrom-
moidre

neue u. gebrauchte
von ¼ PS an zu
aller auß. Preiſen.
Für tadell. Funk
tion wird Garantie
geleiſtet. Nehme
auch defekte Motore
in Zahlung. Fr.
Schaubach=
Zwingenberg a.d.B.
Elektrowerkſtätte
(18936b
Elektr. Lampe bill.
zu verk. Wenckſtr.
Nr. 54, part.

Viktoriaſtr. 42pt., gr.
g. möbl. Zimm. m.
el. Licht u. Schreibt
ſof. z. verm.
Ailesanderſtr. 11 pt.
Schön mbl. Zim., el.
Licht, zu verm.

Zu verkaufen:
Ständer und Noten reifen, preisw. ab=
kompl
. für 30 Mark
Große hell eich. pol.
Bettſt. m. Sprung=
rahmen
weg. Platz=
mangel
f. 50 Mark.
Anzuſ. Sonntag vor=
mittags
. Schloß=
gartenſtr
. 9 1.
1 Laufſtällchen,
1 Kinderſtühlchen
billig zu verkaufen.
Kiesſtr. 67, ptr.
Gut=
erhalt
, Küche
billig z. verk. ( 31022f-
Kittlerſtr. 42. Manſ

Klappſportwagen
Geige m. Kaſt., m. Verd., Gummi=
zug
. Rhönring 14
1. Stock rechts. (*

Schw. gold. Herren=
uhr
(3 gold. Deckel), z
verk. Pr. 175 Mk. An=
geb
. u. V 95 a. d. Ge=
ſchäftsſtelle
.

Luiſenſtraße 8, III.
nöbl. Z. z. vm. (*

Kahlertſtraße 1 ,be
Kern, freundl., ſchön
möhl. Zimmer m. el
Licht ſofort zu ver
mie en.

Schleiermacherſtr. 18
1. St., mbl. Z. ſof. z
vermicten.

Ein großer
Posten

Sillaoasten

Posten
Strickwesten
hochmod. Ausmusterung,
in allen Größen
750, 6.25,
5

1 Posten
Kamisöl
Strapazierware
volle Größen
4.60, 3.90,
50
9

OR

Riedeſelſtr. 72, Bdh.
Zimmerſchitt, ſ. gu
möbl. Zim. ſofort zu
vermieten:

Großer Ranm
ca. 100 qm, f. Engros=
Geſchät oder leichte
Farkation ſehr ge=
eignet
, in beſtem Zu=
ſtand
, zu vermiet /*
Näheres Geſchä tsſt

A

Garage
z. vermieten.
Stern, Bismarckſtr. 66

*
10000 Mk.
geg. hohe Zinſen m.
2fach. Sicherh. geſ.
Ang. u. V 73 Gſchſt

Suche Teilhaber
für Wäſchegeſch. m.
2000 . am liebſt.
Junggeſelle. Ang.
u. V65 Geſchſt. (*sg

Geſch.=Frau ſucht ſof.
200 Mk. zu leihen.
Sicherheit vorh. Ang.
u. V 97 a. d. Geſchſt
ds./ Bl.

100150 Ma.=k
gegen gute Sicher=
heit
u. hohe Zinſ
nur v. Selbſtgeber
zu leihen geſucht.
Angebote u. V 5
a. d. Geſchäftsſt. (*

2000 Mk.
g. mehrf. Sicherh. u.
12% Zinſen geſ. Gefl.
Ang. u. V 80 a. d. Ge=
ſchäftsſt
.

Auſichtsrat!
Für ſeriöſe Perſön=
ſichkeit
bietet ſich Ge=
legenheit
, in den Auf=
ſichtsrat
eines zu=
kunftsreichen
deut=
ſchen
Erdölunterneh
mens einzutreten geg
feſte Jahresbezüge
Beteiligung bis zu
10000 Rm erforder=
lich
. Diskretion zu=
geſichert
u. verlangt
Geſuche ſind unte
V 54 an die Geſchſt
ds. Bl. erb 119321b

45000 Mark
von Geſchäftsmann
zu leih. geſ. gegen
mtl. Rückzahl. Nur
aus Privath. Ang.
u. V 62 an die Ge=
ſchäftsſtelle
.

Pelzmant. od. Jacke
uſw. kauft u. 14/40
Minerva, raſſ.,tauſcht
geg. kl. Wag. Kurz=
rock
, Tel: 1060,
Runder Tiſch zu

kaufen geſucht. Ang.
unter V 87 an die
Geſchäftsſt.

200 Ehriſtbäume
zu kaufen geſucht.
Angebote u. V 88 a.
d. Geſchäftsſt.

Bar Geld
erhalten Sie für alte
Briefmarken a. Nach=
läſſen
, alten Briefen
etc., auch Samm=
lungen
. Angebote
unter V 82 an die Ge=
ſchäftsſtelle
.

Suche Ladentheke zu
kaufen. Näheres in
der Geſchäftsſt,

Gebr. Klavier geg.
bar zu kaufen geſ.
Angeb. mit Preis
unter V 63 an die
Geſchäftsſtelle.

Kehr Screſiſch
u. Diwan bill. z. kauf.
geſ. Ang. m. Pr. unt.
V 76 a. d. G.

Wer Hen
nordoſtdeutſchen Marft
erobern ſvill

Ludwigs-
MolnſeBader Mo platz1

Posten
Motzgerwesten
mit Perlmutterknöpfen,
zweireihig, tiefschwarz
8.00, 6 50,
100
V

Strickwesten
hübsche Modeneuheiten,
für Damen und Herren,
zum Aussuchen, Stück
925

Billig zu verkaufen
1 Herrenſattel,
1 Dampfwaſchmaſch.
1 Teppichkehrmaſch.
1Kinderſportwagen
ein 2flamm. Gaskoch
Mathildenpl. 17 I.
Ecke Wieſenſtr.

19418

Rinder= Liege=
u
. Sitzwagen mod.
Form, wie neu bill.
verk. Näh. Magde
lenenſtraße 17, II. (*

Darmsladt
Kirehltr.12

G. erh. Winterrodk
Anzug u. Joppe, f. ſt.
S
z. vk. Ang., u.
V 89 a. d. Geſchſt.

Gasherd, weiß, 2fl.,
u. 74 Geige, ſehr gut
erh., z. verk. Schu
knechtſtr. 59 III I. ((

Engl. Triumph
500 ccm, ſehr billi
zu verkaufen.

Kahlertſtr. 13.

Schönes,ſ. gut erh.
Fell-Schaukelpfer
Ppreisw. abzug.
Kahlertſtr. 12 p. r.

Ein transportables
Hühnerhaus f. 6 b.
8 Hühner, doppel=
wandig
, verfugt,
preisw. abzugeben
Angeb. unter V 61
a. d. Geſchäftsſt. (*

Perdemiſt
zu verkf. od. gegen
Kartoffeln zu tauſch.
Gr. Bachgaſſe 2. (*

Riedeſelſtraße 68
gut möbl. Manſ.=
Zimmer z. vm. (*

Aliceſtr. 8, I. möbl.
Zimmer m. Penſ.
(31065 42)

Liebigſtr. 15, p. ſchöt
nöbl. B m. Mittags=
iſch
ſ, verm /e31 1420.

Vornehm möbliert.
Ziumer
ſof. beziehbar.
Hügelſtr. 15. Lad
(19149 a)

Ludwigſtr. 20 III.,
möbl. Zim. m. Penſ.
ſofort zu verm.

Grafenſtr. 18 III,
ſchön möbl. Zimmer
elektr, Licht.

Am Erlenberg 11,
mobl. Wohn= und
Schlafz. f. ſof. z. v.
(*31078 ds)

Liebigſtr. 13, 1., gu
möbl. Woln= und
Schlafz., el. Licht zu
vermiet. (*30730sms

Wittmannſtr. 25, II
3 möbl. Zimmer m.
Küchenben. z. verm.
(19220 a)

Eiſabethenſt. 43, SlI.
b. Reus, möbl. Zim
an berufstät. Herin
zu verm. ( 30890is

Moosbergſtr. 78, II.
einf. möbl. Zimm.
m. elektr. Licht ſof.
z. vm. Pr. 25

benutze die führende Großzeitung
Pommerns und der Grenzgeblete
den
Ztettiner
Gatm knſeiger
luflage 80o0o
Erichelnt WGallo. auch Monlage, ft0d Reic iſulletens

[ ][  ][ ]

Samstag, den 1 Dezember 1928

Nummer 334

der kommenden
Wochen ist

Alle Abteilungen wetteifern mitenander

Sellellswerte Sertddtellster d.iiffendekordttert

HERREN-ARTIKEL

Herren-Kragen
vierfach Mako, nur mod. Formen.
0.95, 0 75,
Zefir-Oberhemden
ute Oualtäten, in bosonders
hübsc. en Dessins . . . 6.90, 5.90.
Weiße Oberhemden
mit schönen Ensätzen, nur be-
vährte
Qualitäten . . . 875. 5.90,
Herren-Nachthemden
bewährte Fabrikate, mit wasch-
echten
Besätzen . . . . 6.90, 5.25,
Herren-Nachthemden
gute Croisé-Ware, in hübscher
Ausführung . . .. . . . 890, 7.90,
Trikoline-Oberhemden
apart gemusterte Neuhetten, gute
Verarbeitung . . . . . 12.,50, 7.50,
Weiße Jacguard-Hemden
durchgemusterte Popelineware, r
feschen Dessins . . . . 8.50, 7.75,

Damen-Strümpfe
Mako, in guten Oualitäten und
vielen Farben . . .
5. 1.45,
Damen-Strümpfe
guter Seidenfior, krättige Strapa-
zierfähige
Qualitäten . 195, 1.85,
Damen-Strümpfe
kunstlische Wasc seide, fein., klares
Gewebe, in viel. Fathen, 2 95 2.50,
Damen-Strümpfe
Bembergseide in riesigen Farbsorti-
menten
. . . . . 4.25, 3.95, 3 25,
Damen-Strümpfe
Cachemir, aus reiner Wolle, in farb.
und schwärz . . . . . 4. 25, 3.25.
Damen-Strümpfe
Wolle mit Seide, meliert und uni
Farben .."
. . 3 75, 3 25,
Damen-Strümpfe
künstliche Waschseide mit Flor,
platt., gute Qualit. . . 3.95, 3.25,

Damen-Handschuhe
Nappaleder, in guter Verarbeitung,
8 75, 5.95,
Damen-Handschuhe
Glacé-Leder, in besonders guter
Auslührung . . . . . . 675, 5 25,
Damen-Handschuhe
Waschleder, bewährte Fabrikate, in
weiß und beige ..
6.25
Dämen-Handschuhe
Nappa, mit warmem Futter, gute
Oualitäten .
9.75. 775
Damen-Handschuhe &
Wildleder, erstkl. Oualitäten, in
grau und braun
Herren-Handschuhe
Waschleder-Imitatlon, in gelb, gute
Qualitäten
. . 425, 3.25,
Herren-Handschuhe
Nappaleder, gut verarbeitet
8,75, 6.95,

Rutter-Schlupfhosen
tür Damen, in großen Farbsorti-
menten
..."
75, 1 30,
Einsatz-Hemden
für Herren, makofarb., m. modernen
Einsätzen ..
2.95, 1.95,
Normal-Hosen
für Herren, warme woll emischte
Qualitäten .
40, 2.20
Futter-Hosen
für Herren, solide Grundware, gut
angerauht . . . . . . 4.50. 2.60,
Normal-Hemden
besonders schöne wollgemischte
Oualitäten .
. . 4.40, 2.50,
Rutter-Schlupfhosen
für Damen, mit kunstseidener Decke
2 80,
Normal-Hemdhosen
für Damen, wollgemischte Ware,
mit langem Arm . . . . . . . ..

DAMEN

BETTWASCHE

SCHÜRZEN

Träger-Hemden
mit schönem Stickerei-Motiv und
Spitze garniert
Windel-Hemdhosen
Trägerform, mit feinem Einsatz und
Spitze...
Batist-Nachthemden
reich mit Valencienne-Einsatz und
Spitze garniert.
Croisé-Hemden,
mit abgesteppten Fältchen, hübsche
Verarbeitung . . .
Reform-Röcke
Trägerform, aus schönem Batist, mit
Valencienne-Ei, satz und Spitze
Rutter-Unterröcke
für Damen, mit Achselstück und
kunstseidener Decke ... ...
Damen-Nachthemden
1a Qualität, mit guter Stickerei und
Spitze verarbeitet. . . ."

Servietten
weiß gebleicht, hübsche
Musterung . . . . . . 50 50 cm
Serwietten
gute reinleinene Oualität. beliebte
Muster
5 cm
Tisch-Tüch
gute Gebrauchs-Oualität, in schöner
Mustern ..."
130/160 cm
Tisch-Tüche
hübsch gemusterte Damastware,
130/160
Lisch-Tüche
schöne, halbleinene Gebrauchs
Oualität . . . . . . . 120/150 cm
Kaffee-Gedec
mit farbigem Rand und 6 Servietten,
125/160 cm 3.95, 125/130 cr
Kaffee-Gedeck
mit 6 Servietten und farbiger
Rand, Halbleinen . . . 125/150 cm

Kissen-Bezüge
solide Kretonne-Ware, m, Klöppel-
einsatz
.
Kissen-Bezüge
gebogt, in guter Ausführung, starke
Qualitäten ..
... 1,95,
Kissen-Bez üge
gestickt und mit Hohlsaum, gut
verarbeitet
.. 1.95,
Kissen-Bezüge
mit wundervollen Stickerei-Ecken
verziert . .
..
Bett-Tüche
150/225 cm gute kräftige Haustuch-
Oualitäten.
4.9
Bett-Bezü gie
aus solidem Streifen-Damast
130/180 cm . . . . . . . . 5.60,
Koltertücher
gebogt. aus kräftiger Cretonneware
150/250 cm . .
.. 6.50,

Jumper-Schürzen
aus hübschen, bedruckt. Stoffen
0.98, 0.78, K
Servier-Schürzen
gute Oualitäten, in hübschen
Formen . . . .
. . 165, 0.98,
Haus-Schürzen
aus waschechtem Siamosen, und
Schürzendruck . . . 1.45, 0.98,
Trachten-Schürzen
aus Zefir, in reizenden Mach
arten . . . . . . . . 1.(5, 1.45,
Jumper-Schürzen
aus gutem Satin, in schön neuen
Mustern ..
.. 1.95, 1 72,
Gummi-Schürzen
besonders starke Qualität, mit Ver-
stärkten
Oesen . . . .."
Jumper-Schürzen
aus la Alpakka, in entzückenden
Macharten . . . . . . 3 75 9.50,

AM MARKT

[ ][  ][ ]

Nummer 234

Reich und Ausland.
der Bern 2-Zug=Berkehr bekrächtlich
ergeikerl.
Die Reichsbahnverwaltung bereitet, wie der Lok.=
Anz. erfährt, für den nächſtjährigen Sommerfahr=
Uan eine Reihe bedeutungsvoller Verbeſſerungen im
Schnellzugsverkehr vor. Das wertvollſte wird die
Einführung neuer, beſonders ſchnell fahrender
F.D.=Züge von Berlin und Hamburg nach den Haupt=
tädten
des rheiniſch=weſtfäliſchen Induſtriegebietes
f und nach Paris und Brüſſel ſein. Dieſe Expreßzüge
mit 1. und 2. Klaſſe) werden auf längeren Strecken
eine Reiſegeſchwindigkeit von 92 Kilometern ent=
vickeln
und eine Reihe beſonderer Eigenſchaften
ſeigen, durch die ſie eine führende Rolle im geſamten
nternationalen Schnellzugverkehr übernehmen dürf=
en
. Infolge ihrer paſſenden Lage von 8 Uhr von
Berlin, zurück an Berlin kurz nach 24 Uhr, wird es
zum erſten Male möglich ſein, eine Reiſe nach Köln
und zurück in einem Tage ohne Nachtfahrt zurückzu=
egen
. Zum erſtenmal wird man aber auch in reiner
Sagesfahrt (ohne Nachtreiſe) von Berlin und Ham=
rurg
direkt nach Paris fahren können und hier ſchon
urz nach 23 Uhr eintreffen, während man Brüſſel
jereits gegen 20 Uhr erreicht. Auch der Südoſten wird
run F.D.=Züge erhalten, allerdings unter Umwand=
ung
der beſtehenden dreiklaſſigen Schnellzüge. Die
ünftigen F.=D.=Züge werden die Strecke Verlin
Breslau in vier Stunden durcheilen und die vor=
ſandenen
Verbindungen BerlinWien und zurück
em etwa 34 Stunden beſchleunigen. Umfangreiche
Lerbeſſerungen werden im ſüdlichen Reiſeverkehr ge=
roffen
werden. Die Nachmittags=F.D.=Züge Berlin
Frankfurt a. M.Baſel werden künftig das ganze
Jahr hindurch laufen mit verbeſſerten Anſchlüſſen
ber Bern-LötſchbergSimplonbahn nach Turin
EizzaSan Remo. Nach Fertiggeſtellung der Elektri=
izierung
auf der Brennerbahn ſoll der Schnellzug
BerlinRom beträchtlich beſchleunigt werden, teil=
beiſe
um mehrere Stunden. An ſonſtigen bemer=
enswerten
Neuerungen ſind neue direkte D=Züge
Baris-Wien über StuttgartMünchen zu nennen.
9zean=Frachk-Luffverkehr?
In Travemünde finden gegenwärtig die letzten
Klugverſuche des Rohrbachflugzeuges Noſtra ſtatt,
ines Frachtflugbootes, mit dem ein Ozeanflug über
ZigoAzorin nach New York gemacht werden ſoll.
führer des Bootes wird wahrſcheinlich der Pilot und
fluglehrer Steindorf ſein. Als einziger Paſſagier iſt
ine Ameribanerin, Mrs. Mildred Johnſon, in Aus=
cht
genommen; dieſe Dame hat ſich auch verpflichtet,
ie nötige Menge Fracht für den Atlantikflug zu=
ammenzubringen
. Zweck des ganz verkehrsmäßig
ufgezogenen Fluges iſt es, den Nachweis zu er=
ringen
, daß die Flugzeugreiſe über das Große
Vaſſer durch Mitnahme von Fracht rentabel gemacht
ſerden kann. Der Amerikaflug ſoll, wenn irgend
töglich, bis zum 12. Dezember durchgeführt ſein.
Raſches Ende einer Weltreiſe.
Heidelberg. Vor einiger Zeit waren die vier
rüder Wolf von hier mit einer getreuen Nachbil=
ung
des großen Heidelberger Faſſes zu einer Welt=
eiſe
aufgebrochen. Sie kamen jedoch nicht weit, denn
orgeſtern kam von Münſter i. W. die Nachricht, daß
e nicht mehr weiter können und Geld zur Heim=
eiſe
benötigen.
zefährdung des Rheingoldzuges durch Kinder.
Mannheim. Am 27. November, kurz nach
5 Uhr, wurden im Bahnhof Neulußheim der Strecke
Nannheim-Karlsruhe auf dem weſtlichen Schienen=
rang
zwei mit der Spitze gegeneinander gekehrte
ſemmſchuhe vorgefunden. Die Beſeitigung wurde
echtzeitig vor dem Eintreffen des Rheingoldzuges
orgenommen. Als Täter wurden vier Knaben im
Ulter von 9 bis 13 Jahren ermittelt.
Tödlicher Unfall eines Generaldirektors.
Halle. Der Direktor des Kaliwerkes Krügers=
all
, A.=G., der Chemiker Karl Hepke aus Halle, ver=
nglückte
am Freitag tödlich dadurch, daß ſſein Auto
ei Langenbogen am ſchrankenloſen Bahnübergang
er Anſchlußbahn der Zuckerfabrik Langenbogen mit
inem Rangierzug zuſammenſtieß. Hepke ſtarb nach
urzer Zeit. Sein Chauffeur wurde ſchwer verletzt
ns Krankenhaus nach Halle gebracht.
Sechzig Jahre ohne Beine gelebt.
90. Geburtstag eines Kriegshelden
von Königgrätz.

Geheimrat Hellhoff,
Ein Peteran von Königgrätz, hat ſeinen 90. Geburts=
ag
in voller Geiſtesfriſche gefeiert. Er hat in den
Sorkämpfen von Königgrätz, im Gefecht bei Gitſchin,
Drch eine Granate beide Beine verloven. Unſere
Sider zeigen ihn vor dem Ausmarſch in den Feld=
P 1866 (inks) und als Neunzigjährigen (rechis).
Ocheimrat Hellhoff hat ſich auch als Richter hohe
Stoſenſte erworben. Bis zu ſeinem 75. Lebensjahr
Bar er in der Rechtſprechung tätig.

Samstag, den 1 Dezember 1928

Seite 12

Sturmflut und Hochwaſſer.

Ueberſchwemmtes Marſchland in Holland.

Umſpültes Haus bei Eſſen.

Die ſchweren Regenfälle, aber auch die Wirkungen der Sturmflut an den Seeküſten haben ſelbſt im Binnenland zu großen Ueber=
ſchwemmungen
geführt. Unſer Bild links zeigt das überflutete Marſchland zwiſchen Vlaardingen und Maasluif, in Holland.
Rechts iſt ein vom Hochwaſſer der Ruhr umſpültes Haus in der Nähe von Eſſen zu ſehen.

Die gerekkete Beſahung des Schulſchiffs Pommern

Die Seekadetten der Pommern an Bord des Schleppers Heros.
Nach ſtundenlangem Bemühen im heftigſten Orkan, iſt es dem deutſchen Schlepper Heros
gelungen, die geſamte 84 Mann hohe Beſatzung des vom Sturm faſt vernichteten deutſchen
Schulſchiffes Pommern aufzunehmen. Unſer Bild zeigt Retter und Gerettete vor der Einfahrt
in den Hafen von Plymouth.

Schrecklicher Tod eines jungen Mädchens.
Limburg. Die 22jährige Gretel Stahl aus
Frickhofen, die nach überſtandener Krankheit ihre
frühere Herrſchaft aufſuchte und ſich erbot, die Fen=
ſter
zu putzen, ſtürzte am Donnerstag vormittag aus
einem im zweiten Stock gelegenen Fenſter des Hauſes
Obere Schiede 6 ſo unglücklich ab, daß ſie auf ein vor
dem Hauſe befindliches eiſernes Gitter fiel und buch=
ſtäblich
aufgeſpießt wurde. Noch ehe man die Un=
glückliche
aus ihrer entſetzlichen Lage befreien konnte,
hauchte ſie ihr Leben aus.
Beamtenbeſtechung in der Sprit=Weber=Affäre.
Berlin. Der Kaufwann Hermann Weber, der
in eine Anzahl Prozeſſe verwickelt iſt, die engliſche
Geſellſchaften wegen Rückzahlung der ihm ausgezahl=
ten
drei Millionen Mark angeſtrengt haben, hat jetzt
gegen einen bekannten Berliner Rechtsanwalt Straf=
anzeige
wegen angeblicher Beamtenbeſtechung und
gegen einen Regierungsrat beim Landesfinanzamt
Berlin Anzeige wegen paſſiver Beſtechung erſtattet.
Laut einer Korreſpondenzmeldung hierzu hat Weber
gegen einen ſeiner früheren Verteidiger, der gegen
ihn Honorar in Höhe von 75 000 Mark einklagt, bei
der Staatsanwaltſchaft III Strafanzeige erſtattet, in
der er behauptet, der betreffende Regierungsrat, der
Dezernent im Landesfinanzamt war, habe dem An=
walt
michtöffentliches Material, geheime Anwei=
ſungen
des Reichsfinanzminiſters uſw., übergeben, um
die Anſprüche, die der Rechtsanwalt für Weber gegen
den Fiskus vertrat, wirkſamer zu machen. Weiter
behauptet Weber, daß der Regierungsrat nicht nur
dieſes Material hergegeben, ſondern auch in dem
Büro des Anwaltes ſelbſt die Schriftſätze bearbeitet
habe, die ſich gegen ſeine eigene Behörde richteten.
Gegenwärtig ſchwebt ein Ermittlungsverfahren. Der
Regierungsrat iſt ſeit etwa ſechs Monaten ſeines
Amtes enthoben, weil gegen ihn gleichzeitig in einem
anderen Falle ein Straf= und ein Diſziplinarverfahren
ſchwebten.
Ein kanadiſcher Dampfer aus Seenot gerettet.
Vaneouver (Britiſch=Kolumbien). Die =
ſtenfunkſtation
fing einen drahtloſen Hilferuf des
Dampfers Chief Maquilla auf, der der Kanadiſch=
Amerikaniſchen Schiffahrtsgeſellſchaft gehört. Die Lage
des Schiffes iſt beſorgniserregend. Die Chief Ma=
quilla
hat eine Verdrängung von 9500 Tonnen. Die
Beſatzung iſt 40 Mann ſtark. Das Schiff befindet ſich
ungefähr 2400 Kilometer von der Küſte entfernt. Es
hat mit einer Ladung von Getreide und Bauholz.
Kildonnan (Britiſch=Kolumbien) mit Beſtimmung
Schanghai verlaſſen. Ein Funkſpruch des Laſtdampfers
Arabia Maru beſagt, daß dieſes Schiff der Chief
Maquilla in größter Fahrt zur Hilfe eile. Der japa=
niſche
Dampfer Heogen Maru, eines der ſechs
Schiffe, die dem Dampfer Chief Maquilla, zu Hilſe
eilten, hat dieſen erreicht. Wahrſcheinlich wird er
nach Dutch Harbour in Alaska geſchleppt werden.

Frankreich führt Flugpoſtmarken ein.

Entwurf einer Luftpoſtbriefmarke mit dem Kopf
Bokanowſkis.
Frankreich hat die Abſicht, Luftpoſtbviefmarken einzu=
führen
. Für dieſen Zweck wurde ein Wettbewerb aus=
geſchrieben
. Die meiſte Ausſicht zur Annahme hat ein
Entwurf, der das Porträt des kürzlich mit ſeinem
Flugzeug tödlich abgeſtürzten Handels= und Luft=
fahrtminiſters
Bokanowſki zeigt. Die Umſchrift feiert
Bokanowſki als Märtyrer des Fortſchritts.
Großes Schadenſeuer in Norwegen.
Kriſtianſand, 30. November.
Die Vereinigte Lumber u. Veneer Cie., in der
Nähe von Kriſtianſand, iſt geſtern nachmitrag durch
Feuer zerſtört worden. Der Schaden wird auf eine
Million Kronen geſchätzt. Mehrere Arbeiter ret=
teten
ſich durch Sprünge aus den Fenſtern. Sechs
von ihnen ſind verletzt. Nach dem Brande wurden
vier junge Arbeiter vermißt. Ihre Leichen wurden
unter den Ruinen der niedergebrannten Fabrikan=
lagen
gefunden. Man vermißt noch drei Arbeiter, die
wahrſcheinlich ebenfalls umgekommen ſind. Die An=
lagen
waren für insgeſamt 2 362 000 Kronen ver=
ſichert
.
Unwetter in Italien.
Rom. In der Provinz Viterbo hat ein heftiger
Sturm mit Platzregen große Verheerungen ange=
richtet
. In Cradoli wurden zahlreiche Häuſer abge=
deckt
; eines ſtürzte ein und begrub einen Bauern.
Auf dem Lande ſind die Verwüſtungen noch umfang=
reicher
, da zahlreiche Oliven= Kaſtanien= und Nuß=
bäume
entwurzelt wurden. Die Olivenernte wurde
vollſtändig vernichtet. In Viganello iſt eine Gruppe
von unbewohnten Baracken eingeſtürzt.

Mord im Gerichtsſaal.
Der Mörder Cena Begs während der
Schwurgerichtsverhandlung von einem
Unbekannken erſchoſſen.
Prag, 30. Nobember.
Während der Schwurgerichtsverhandlung gegen
den Albaner Bebi, der im Oktober 1927 den alba=
niſchen
Geſandten in Prag, Cena Beg, einen Schwva=
ger
Achmed Zogus, ermordet hat, wurde der Ange=
klagte
Bebi während der Sitzung mitten im Gerichts.
ſaal von einem Unbekannten erſchoſſen. Der Prä=
ſident
des Gerichtshofes hatte gerade eine Unten
brechung der Verhandlung angekündigt, und während
Richter und Geſchworene ſich von ihren Sitzen er=
hoben
, drängte ſich aus den Reihen der Zuhörer ein
etwa 35jähriger Mann nach vorn hob einen Revolver
und feuerte auf den Angeklagten, auf den er im
ganzen etwa 27 Schüſſe abgegeben haben ſoll. Bebi
wurde mehrfach in den Kopf getroffen und ſtürzte
ſofort tot zu Boden. Der Unbekannte traf mit ſeinen
Schüſſen weiterhin den italieniſchen Journaliſten
Adriano del Vieechio, Redakteur des Blattes Il.
Piccolo aus Trieſt, welcher ſich gerade mit dem Ge=
richtsdolmetſcher
unterhielt. Del Viecchio wurde
ſchwer verletzt. Ein Schuß drang ihm einige Zenti=
meter
unter dem rechten Schlüſſelbein in die Lunge.
Einer der Geſchworenen, der Fabrikant Kopiva, ſtürzte
in der Aufregung zu Boden und verrenkte ſich die
linke Hand. Außerdem fielen einige Frauen vor
Schreck in Ohnmacht. Durch die Schüſſe im Gerichts=
ſaal
entſtand eine unbeſchreibliche Panik. Das Publi=
kum
ſtürzte raſch aus dem Saal, der ſofort geräumt
wurde. Im Saal verblieben nur der tote Bebi, der
blutüberſtrömt mit zertrümmertem Schädel auf dem
Boden lag, der ſchwerverletzte italieniſche Journaliſt,
um den ſich verſchiedene Aerzte bemühten, die Richter
und einige Journaliſten. Der Attentäter wurde ſo=
fort
nach der Tat nach geringem Widerſtand verhaftet
und ihm die Waffe abgenommen. Bei dem erſten
Verhör weigerte ſich der Attentäter, ſeinen Namen zu
nennen. Es beſteht die Vermutung, daß es ſich um
einen Diener des Bruders des ermordeten Cena Beg
handelt.
Todesurteil gegen eine Giftmiſcherin.
Paris. Am Donnerstag iſt vom Pariſer
Schwurgericht cine Frau, und zwar die vierte ſeit
dem 14. Oktober, zum Tode verurteilt worden. Sie
hatte ihren Mann durch Gift ums Leben gebracht.
Ein Weddigen=Denkmal in Herford.

Das Modell des geplanten Weddigen=Denkmals
in Herford.
Die Stadt Herford hat die Abſicht, ihrem berühmten
Sohne, dem großen Unterſeebootshelden Otto Wed=
digen
, ein Denkmal zu ſetzen, das zugleich ein Natio=
naldenkmal
für die gefallenen Marineangehörigen
ſein ſoll. Die 30 mal 60 Meter große Werre=Jaſel an
der Herforder Bergtorbrücke, gegenüber dem Wed=
digen
=Ufer, ſoll durch wuchtige Steinmauern einge=
faßt
und mit einem Bronzedenkmal geſchmückt wer=
den
, das, nach den Plänen des Bildhauers Hinckeldey,
den 8 Meter langen und 3 Meter breiten Bug des
denkwürdigen Unterſeebootes U 9 in Naturgröße
darſtellt. Auf ihm ſoll die 6 Meter hohe Bronze=
geſtalt
des Seehelden Otto Weddigen im Oelanzug
und barhäuptig ſtehen.

[ ][  ][ ]

Geite 18

Fſens Jſiamampfe.
Aſien, der an Flächenausdehnung größte und an Bevölke=
rungszahl
ſtärkſte Kontinent, hat ſchon immer für die Menſchheit
etwas beſonders Anziehendes, ja Geheimnisvolles gehabt, ver=
muten
wir doch, daß in Zentralaſien die Wiege der Menſchheit
geſtanden hat. In jenem Zentralaſien, das infolge ſeines über=
aus
bunten und exploſibeln Völkergemiſchs ſich den Charakter
eines gefährlichen politiſchen Hexenkeſſels in einem noch ganz
anderen Maße bewahrt hat, als in Europa unſer Völker= Konglo=
merat
, der Balkan. Die politiſchen Verhältniſſe in Aſien treten
um ſo ſchärfer gegenſätzlich hervor, als dort die Lage durch die
Bedeutung der großen Religionen, die Zuſpitzung ihres Verhält=
niſſes
zueinander und die Uebertragung religiöſer Spannungen
und Unterſchiede auf das ganz wirtſchaftliche, ſoziale, kulturelle
und politiſche Leben der Geſamtheit wie des Einzelnen in einer
Art und Weiſe beſtimmt wird, die dem oberflächlich betrachtenden
und urteilenden Europäer verborgen bleibt."
Wieder eine Sonderſtellung nimmt in dieſen Schichtungen
der Iſlam ein, der es in zähen, ſeit über tauſend Jahren an=
dauernden
Kämpfen verſtanden hat, überall in Aſien, in China
wie in der Türkei, in Indien wie in Rußland, Afghaniſtan und
Indien feſten Fuß zu faſſen. Wir Europäer müſſen uns dabei
immer die Tatſache vor Augen halten, daß im Iſlam Staatsgeſetz
und Religionsgeſetz ſich decken, daß in dieſer reinen Theokratie
ein Zuſammengehörigkeitsgefühl richtunggebend herrſcht, das in
ſeiner ganzen Einſtellung allen anderen, Heiden wie Chriſten
gegenüber unbedingt feindlich eingeſtellt iſt. Das Schickſal der
Armenier kann uns eine Vorſtellung davon geben, weſſen der
Iſlam fähig und willens iſt. Der Dſchihad (der Raub= und
Religionskrieg auf dem Pfade Allahs) und der ihlal (die für
vogelfrei=Erklärung des angegriffenen Landes und ſeiner Ein=
wohner
) ſind Kennzeichen der Methoden des Iſlams.
In dieſe Welt hinein leuchtet mit den Strahlen der wiſſen=
ſchaftlichen
Forſchung und eigenen, jahrelangen Erlebens Dr.
Wilhelm Filchner, der rühmlichſt bekannte Aſien= und
Tibetforſcher, mit der beſte Kenner Zentralaſiens, mit zahlreichen
Männern aus aſiatiſchen Führerſchichten, die in weltpolitiſcher
Beziehung vielleicht noch einmal eine Rolle ſpielen werden, durch
nahe Beziehungen verbunden. Mit dieſem neueſten Werk*), das
im Manuſkript ſchon vorlag und von dem Forſcher nach ſeiner
kürzlich erfolgten Rückkehr von einer mehrjährigen Forſchungs=
reiſe
nach Inneraſien als erſte Arbeit durchgeſehen und heraus=
gegeben
wurde, hat Filchner uns ein Buch geſchenkt, das die ein=
gangs
angedeuteten Perſpektiven ſcharf umreißt und die fanatiſche
Glaubenswelt des Iſlams uns, ſie in ihren weltpolitiſchen Aus=
wirkungen
kennzeichnend, näher bringt.
Wir erleben, wie um das Jahr 570 n. Chr. herum das
genaue Datum iſt ſtreitig Mohammed geboren wird, der Be=
gründer
des Iſlams und der iſlamiſchen Staatsidee, in jenem
Arabien, das, von der Natur gleichſam abgeſchloſſen, wie geſchaf=
fen
war, dem keimenden Iſlam eine Heimſtätte zu bereiten, in
der er ſich bis in unſere Tage in Reinkultur zu erhalten ver=
mochte
. Das Erwachen des Iſlam, deſſen Lehre den Kampf gegen
die Feinde als Heiligen Krieg berkündete und dem im Koran
Mohammed ein unſchätzbares Gut hinterlaſſen hatte, war um ſo
furchtbarer, als der Verfall der alten Kulturſtaaten der neuen
Lehre in die Hände arbeitete und der Iſlam in Aſien einen
Siegeszug, der von Schrecken ohne gleichen begleitet war, an=
treten
konnte. Der kämpfende Iſlam gewann in Aſien immer
mehr an Boden, und bereits um die Jahre 714/715 begann ſein
Vordringen nach Oſt=Turkeſtan und China, hier zunächſt auf dem
*) Hui=Hui. Aſiens Iſlamkämpfe. Mit 18 Zeichnungen im Verlag
Peter J. Oeſtergaard, Berlin=Schöneberg, 422 Seiten.

Samstag den 1. Dezember 1928
See=, dann auf dem Handelswege. Die Machtſphäre des Iſlams
breitete ſich machtvoll weiter aus, und wir leſen in dem Buch
erſchütternde Einzelheiten aus den grauſigen Kämpfen, die um
das Jahr 1000 mit der Niederwerfung Nord=Indiens endeten
und bei denen unter der Führung Mahmuds Grauſamkeiten in
einem ſolchen Ausmaße begangen wurden, daß die Zahl der
Opfer in die Millionen geht. Weitere Kapitel des Buches be=
faſſen
ſich in anſchaulicher Schilderung mit der Mogul=Herrſchaft,
ihrer Blütezeit und ihrem Verfall. Die Reſte des mohammeda=
niſchen
Groß=Mogul=Reiches hielten ſich immerhin bis in die
Mitte des 19. Jahrhunderts und brachen erſt 1857 in dem großen,
gegen die Herrſchaft Englands gerichteten Militäraufſtand zu=
ſammen
.
England, Rußland und China ſind die drei Mächte, die die
geſchichtliche Aufgabe haben, das Vordringen des Iſlams in
Aſien, ſoweit es in ihren Kräften ſteht, zurückzudämmen. Daß
die beiden zuletzt genannten Mächte hierzu aus verſchiedenen
Urſachen heraus nicht immer in der Lage waren und auch ſind,
bereits mit dem Vordringen der mit königlichem Privileg ver=
ſehenen
Handelskompagnie in der Zeit der Herrſchaft der Mogul=
kaiſer
. Die in Indien und den Grenzgebieten dauernd unter der 6. Dezember: Dr. Wild, Vereinigung der dtſch. Bauernvereine, Berlin;
Oberfläche flackernden, ab und zu hervorbrechenden Unruhen
und Kämpfe erreichten ihren Höhepunkt 1857 in dem ſchon er=
wähnten
Militäraufſtand, der aus einem ſcheinbar belangloſen
Vorgang heraus entſtand und beinahe der engliſchen Herrſchaft
in Indien ein jähes Ende bereitet hätte. Da Afghaniſtan fern=
gehalten
werden konnte und die Sikhs treu blieben, gelang es,
die Mohammedaner zu bezwingen.
Einer der größten Schrittmacher der angeborenen aggreſſiven
Bewegung des Iſlams oſtwärts war Jakub Bey, der es ver=
mochte
, die Chineſen niederzuwerfen und in Oſt=Turkeſtan von
Pamir bis Karnul ein Reich aufzurichten, das um die Wende der
ſiebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts dreimal ſo groß wie
Frankreich war und deſſen Herrſcher den Zaren zum Aerger der
Ruſſen ſeinen Bruder zu nennen ſich vermaß. Sein Reich war
gut und gerecht verwaltet, Kriegsgefangene freilich, die nicht zum
Iſlam übertreten wollten, wurden wie Verbrecher behandelt oder
gar getötet. Nach ſeinem Tode brach ſein Reich unter dem an=
dauernden
Anſturm der Chineſen zuſammen.
und deutſche Betätigungen in ſeinem Lande für uns nicht mehr
ſo fern gerückt, eine der Hochburgen des Iſlams, war Ende des
vorigen Jahrhunderts der Schauplatz der politiſchen Kämpfe
Englands, Chinas und Rußlands um die Vorherrſchaft in Zen=
tralaſien
. England konnte die von den Ruſſen unterſtützten
Afghanen nach der 1879 erfolgten Ermordung des engliſchen Ge=
ſandten
zwar bald vernichtend ſchlagen, zog aber dann ſeine
Truppen aus dem Lande zurück, ein ſchwerer Fehler den Aſiaten
gegenüber, die dieſe Handlungsweiſe als Schwäche auslegten.
Nichts iſt für den Europäer gefährlicher, als den Aſiaten gegen=
über
das Große Geſicht zu verlieren.
Der engliſch=ruſſiſche Konflikt, der um die Grenzen Afghani=
ſtans
entbrannte, der Aufſtand der Salaren, die ſtrenge Anhänger
des mohammedaniſchen Ritus Scheriat=Buchara ſind, die
Kämpfe mit den Hui=Hui (eigentlich Tung=hſiang=Hui=Hui ge=
nannt
), die ſich zu einer ſchweren Mohammedanerrevolte ent=
wickelten
, um ſo bedenklicher, weil China damals im Kampf mit
Japan ſtand und ſchließlich die langwierigen Belagerungskämpfe
um Si=ning=fu ſind der älteren Generation unter uns noch in
ſchattenhafter Erinnerung. Dieſe wird durch das Werk Filchners,
das bei aller Belebung mit Einzelheiten die große Linie der Zu=
ſammenhänge
, der erkennbaren und der verſchleierten, nie außer
Acht läßt, wieder wachgerufen, eine Erinnerung an Kämpfe und
Vorgänge (in denen der Fanatismus der Hui=Hui alle erdenk=
baren
Grenzen überſchritt), wie ſie in einer gleichen Gräßlichkeit

Nummer 334
und Erbitterung ſeitdem in ſolchem Umfange nicht wieder erlebt
worden ſind.
Das Buch Filchners, das Aſiens Iſlamkämpfe dem Leſer ſo
lebendig macht, iſt mit vielen bildhaften Federzeichnungen ge=
ſchmückt
. Ein zweiter Band ſoll die Kämpfe und Ereigniſſe der
letzten Jahrzehnte, die der Forſcher ja miterlebt hat, ſchildern.
Kein Leſer wird das Werk, von dem vielgeſtaltigen Stoff
und der packenden Darſtellung bald gefeſſelt, ohne reichen Ge=
H. W. W.
winn aus der Hand legen.
Portragsfölge des Landwirtſchaftsfunks
für Dezember 1928.
Im Landwirtſchaftsfunk der Deutſchen Welle, die über den Sender
Königswuſterhauſen (Welle 1250) regelmäßig, und zwar am Montag
und Donnerstag jeder Woche in der Zeit von 18,55 Uhr bis 19,20
Uhr belehrende Vorträge mit praktiſchen Anregungen für den Landwirt
ſendet, die in ganz Deutſchland ſchon mit einfachen Apparaten gehört
liegt auf der Hand. Englands Schachzüge in Indien beginnenn werden können, ſind für den Monat Dezember folgende Vorträge
vorgeſehen:
3. Dezember: Prof. Dr. Ries, Landw. Hochſchule, Berlin: Welche
Maſchinen machen ſich im bäuerlichen Betriebe bezahlt?
Die Verwrtung des Getreideſpiritus
10. Dezewber: Profeſſor Dr. Ritter, Landw. Hochſchule, Berlin;
Das neuere agrarpolitiſche Schrifttum.
13. Dezember: Dr, R. Jugoviz, Oberlandforſtmeiſter, Bruck, Steier=
mark
: Die volkswirtſchaftliche Bedeutung des Waldes
in den öſterreichiſchen Alpen.
17. Dezember: Direktor Pfannenſtiel, Oranienburg, Landw. Lehr
anſtalt: Gedanken zur Aufſtellung des Düngervoran
ſchlages.
20. Dezember: Reichsernährungsminiſter Dietrich, Berlin: Die
Landwirtſchaft an der Jahreswende.
27. Dezember: Miniſterialrat, Dr. Köhler, Reichsernährungsmini
ſterium: Die 9. Generalverſammlung des Internat
Landwirtſchafts=Inſtituts in Rom.
Vortragsfolge des Hausfrauenfunks
für Oezember.
(Stunde der Hausfrau und Mutter). Mittwochs, 15,4016 Uhr.
Der Pufferſtaat Afghaniſtan, durch ſeinen jetzigen Herrſcher 19. Dezember: Herr Dr. Pleiſter, Fichte=Geſellſchaft: Weihnachter
auf dem Lande.

Geſchäftliches.
Sehr geehrter Herr Findig!
Selbſtverſtändlich können Sie ſich. an der Preisaufgabe der Halpaus
Zigarettenfabrik 25 000 Mark in bar für neue Zigarettennamen au
mit mehreren Löſungen beteiligen. Sie müſſen nur jedem Namen d.
mit den entſprechenden Buchſtaben bedruckten oder beſchriebenen Kor
trollzettel beifügen. Sie wiſſen ja, daß Kontrollzettel, die keinen Buc
ſtaben auf der Rückſeite tragen, von Ihnen ſelbſt mit einem Buchſtabe
verſehen werden dürfen. Im übrigen haben Sie noch lange Zeit b=
zum
Schlußtermin (15. Januar 19209) und werden bis dahin ſicher
viel Kontrollzettel geſammelt haben, daß Sie mit den beſten Ausſichte
in die Entſcheidung gehen. Uebrigens iſt in den Tabakwarengeſchäfte
der Halpaus=Tauſender erhältlich, der Sie ausführlich über die B
dingungen unterrichtet.

Haupichriftleitung. Rudolf Maupe
Veranwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feutlleton, Reich an
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer: ft
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuble: Dru
und Verlag: L. C. Wlitich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garontie der Rückſendung aicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 22 Geiten

Selbstgekelterten, glanzhellen

45 Pfg. die Flasche
Johannisheerweinsüß, Fl. 80Pt.
Obstschaumwein Fl. Mk. 2.
Deutscher Weinhrand
von 3 Mk. an
Lmeischennasser, Kirschwasser
Arrak, Rum, Liköre
in Flaschen und ausgemessen
Ialürliche Mineralwasser
aller gebräuchlichen Brunnen
Vilbeler Elisabethenguelle
½, Flasche 20 Pfg.
Kaiser Friedrich-Quelle
1/, Flasche 40 Pfg. 17897a
Martin lahn
Pallaswiesenstr. 30 Tel. 305

Rttfedern:
Reinigung
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, relle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Holz= und Kinderbettſellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Beiten und Polſtermöbel
Jakob Heymann Teleph. 970
Tapezierieiſer, Beſſungerſtr. 55 B 10958

Gelegenheitskauf!
Pullmann-Limousine
Opel 12/50 PS., 6 Bh‟., Baujahr
1927, Züitzer, Luxus Ausführung,
beſtens erhalten, tadellos in
Lacki rung, we en Ancha fun;
eines 8 Zylind.=Wagens äußerſt
günſtig abzugeben. 1I. Uhm 19373
Chem. Fabrik, Mannheim
Aiachgeste. 3
Tel. 29655.

3u äußerſt bilig. Preiſen:
Schwarzwäld. Kirſchwaſſer 500
Zwetſchgenwaſſer, Kirſchlikörufw.
in der bekannten hervorragenden Quali=
tär
, in Kiſten von 6 Flaſchen an, of en
ab 5 Lter. Preisliſte u. Geſchmacks=
probe
gratis, Kühner & Berges,
Saßbach 4, b. Achern (Schwarzw.
(.15718)

U.Mslladelbrentallbl!
AosorlälikeftBrtänt
UilelPiiessäher! Ver
Aoleoshaffie Testkttire
rsäftike Tasttalt
1A

Beachlen

unsere Weihnachls-Fenster!

Asthma

Kurzatmigkeit, Beklemmung
asthmatischen Beschwerden
werden die Betreffenden außerordentlich geplagt, sie
verlieren die Lust am Leben, sind in ihrer Bewe=
gungsmöglichkeit
beschränkt, Eine Räucherung mit
Astmol=
Asthma=Räucherpulver
kann in sehr vielen Fällen bei diesen asthmatischen
Beschwerden baldige Linderung bringen, der
Krampf kann oft gelindert, der Schieim gelöst
werden, so daß der Betreffende sich freier fühlt und
auch in seiner Nachtruhe nicht gestört wird, bequem
im Gebrauch.
Preis Mk. 2.50 in Apotheken.
GALENUS Chemische Industrie, Frankfurta. M.

Heißluft- u. Dampt-Bade
im Römerbad zimmerstr. 7 Tel. 38
An allen Krankenkassen zugelassen (1665

Billige
Photo-Apparate
ſowie ſämtl. Photo
bedarfsartike, laufen
Sie vorteilhaft. bei
Thiele Nacht.
Darmſtadt, Bleichſtraße?
und Alexanderſtr. 19
Anleit, koſtenl. 15871a

Teppiche /Läufer
Gardinen
Tisch-Div. -u. Stepp-
docken
o. Ansshl. in
12 Monatsr. liet.
Agay & Glück
Frankku t a. Main 1 70
Schreiben Sie sofor!!
(WV. 9 98)

Fleiſchſtänder
in allen Größen
billigſt, Küfermſtr.
J. Schanz, Teich=
hausſtr
. 40 (18945a

Wer kauft Familienerbſtück?
Amethyſt=Anhänger
mit echten Kranzperlen in Goldfaſſu
(Handarbeit) billig zu verkaufen.
Angebote unter V 66 a. d. Geſchäfts

Tatsache!

Schreib-
Masch ne
nur

Rm.
Mafter doser

Memsk. 39

[ ][  ][ ]

Seite 9

Der Sport des Sonntags.

Hoffentlich haben ſich die atlantiſchen Tiefdruckwirbel, die auch unſer
Gebiet in den letzten Wochen mit ihrem Beſuch beehrten, ausgetobt, ſo
daß man wieder mit einem normalen Sonntag ohne ſintflutartigen
Negen rechnen kann. Denn unter ſolchen Umſtänden wie am vergangenen
Sonntag wollen wir doch Kämpfe im Freien nicht mehr ausgetragen
fehen. Ein weſentlicher Teil des Progvamms des kommenden Sonntags
ſpielt ſich allerdings in geſchloſſenen Räumen ab und bleibt infolgedeſſen
von Witterungsunbill eo ipso verſchont. Dazu gehört das Berliner
Hallenſportfeſt der Leichtathleten, die Boxkämpfe in Stettin bei den Ama=
teuren
und in Leipzig und Mailand für die Berufsboxer. Der Ring=
ſport
kommt in Malmö in einem deutſch=ſüdſchwediſchen Länderkampf zu
Wort, die Hallentenniskämpfe werden durch eine Begegnung Uhlenhorſt
Racing de France belebt, die Schwimmer treffen ſich in Straßburg,
wo deutſche Teilnehmer auftreten und in Spandau, die Rennräder don=
nern
über die Bahnen von Köln und Berlin und außerdem in Frank=
furt
, wo das am Freitag begonnene Sechstagerennen ſeine Fortſetzung
findet. Außer den zahlreichen Raſenſpielen beſchert uns das Sport=
programm
im Freien die Vorführung des Raketenwagens von Volkhart
auf der Avus in Berlin und Galopprennen i Auteuil (Frankreich). Der
gebotene Sport iſt alſo, wie wir auch bei den Raſenſpielen ſehen werden,
reichlicher, als am Vorſonntag.
FußbalI.
Während die ſüddeutſchen Punktekämpfe bisher ziemlich ungehindert
weitergeführt werden konnten, har das troſtloſe Wetter des letzten Sonn=
tags
nun doch dafür geſorgt, daß in den meiſten Gruppen ein weiterer
Spielſonntag erforderlich werdem wird, um ſämtliche nortwendigen Tref=
fen
durchzuführen. In Gruppe Nordbayern konnte ja die
eine große Begegnung 1. FCN. SpVg. Fürth durchgeführt werden,
deren Ergebnis bekanntlich die Punktgleichheit der beiden beteiligten
Rivalen an der Tabellenſpitze herbeigeführt hat. Am Sonntag wird ſich
an dieſem Stand nichts ändern, denn beide Mannſchaften ſind diesmal
ſpielfrei. Der ASV. Nürnberg ſollte ſeinen dritten Tabellenplatz gegen
den 1. FC. Bayreuth mit Erfolg verteidigen können. Schwerer hat es
der dann folgende VfR. Fürth, der zu den Bahern nach Hof reiſen muß.
Selbſt der 1. FCN. konnte vor zwei Wochew daſelbſt nur mit 1:0 Sieger
bleiben. Eine Uebervaſchung iſt alſo nicht ausgeſchloſſen. Würzburg 04
wird ſich auf gleicher Höhe mit dem VfR. halten wollen und alles daran=
ſetzen
, um in Nürberg gegen die Franben zu ſiegen. Man darf damit
rechnen, daß dies gelingt. In Gruppe Südbayern ſteht der
Tabellenführer Bayern München vor einer ernſten Aufgabe. München
1860 iſt ſein Gegner, eine Mannſchaft, die erſt jüngſt einen Meiſterſchafts=
favoriten
, Wacker München, zur Strecke gebracht hat. Der Kampf darf
nicht leicht genommen werden und wenn man auch mit einem Sieg des
ſüddeutſchen Meiſters rechnen muß, ſo wird er doch erſt nach ſchwerſtem
Kampf und ficher nur recht knapp erfochten werden. Ein Unentſchieden
wäre beſtimmt keine Senſation. Jahn Regensburg hat doch zu ſtark
nachgelaſſen, als daß für den Tabellenzweiten, Wacker München, Gefahr
im Verzug wäre. Die Münchener werden etwas für das geſunkene Pre=
ſtige
tun und ſicher gewinnen. Die Begegnung Schwaben Ulm Teu=
tonig
München hat geringe Bedeutung. Der Abſtieg der Ulmer iſt be=
reits
Gewißheit und ſie werden auch gegen den Vorletzten der Tabelle
nicht beſtehen können. In Gruppe Württemberg haben die
Stuttgarter Kickers neuerdings einen Punkt eingebüßt und rangieren
nun zwei Punkte hinter dem führenden Neuling Germania Brötzingen
an zweiter Stelle. Auch über die Gruppe hinaus intereſſiert es, ob der
Neuling auch weitehin die Spitze halten kann und man wird ſeinen
Kampf am kommenden Sonntag gegen den VfR. Heilbronn mit beſon=
derer
Spannung erwarten, da Heilbronn ſich wieder gemacht zu haben
ſcheint und gefährlicher iſt, als in der ganzen letzten Zeit. Brötzingen
hat zwar ſeit Jahren auf eigenem Platz kein Spiel verloen und es iſt
daher anzunehmen, daß es auch dieſe Probe beſteht. Der Tabellenzweite
Stuttgarter Kickers iſt ſpielfrei. Die beiden andern Treffen ſind für den
drittem Platz bedeutungsvoll. VfB. Stuttgart und Union Böckingen
halten ihn gemeinſam. Erſterer muß zu den Sportfreunden Stuttgart,
die nur zwei Punkte zurückliegen und als ziemlich ebenbürtig angeſpro=
chen
werden müſſen. Dennoch ſcheint die derzeitige Form des Altmeiſters
einen Tip auf ſeinen knappem Sieg zuzulaſſen. Der FC. Birkenfeld
müßte ſchon einen beſonders guten Tag haben, wenn er gegen Union
Böckingen auf deren Platz beſtehen wollte. Zu erwarten iſt ein Erfolg
der Jonier. In Gruppe Baden, wo der KFV., FC. Freiburg
und Phönix mit fe einem Punkt Abſtand die drei erſten Plätze halten,
ſind alle drei Mannſchaften am Sonntag beſchäftigt. Den ſchwerſten
Kampf hat der Karlsruher FV., den der Freiburger SC. beſucht. Aber
auf eigenem Platz müßte ſich der Meiſter durchſetzen, zu dem man über=
haupt
wieder mehr Vertrauen haben darf, gelang es ihm doch in einem
Privatſpiel, ſelbſt Bahern Mürnchen zu ſchlagen. Der FC. Freiburg hat
den Tabellenletzten, VF. Offenburg, zum Partner, dem man nicht viel.
Hoffnungen auf Punktgewinn einräumen kann. Aber die Mannſchaft
wird ſich gut ſchlagen. Phönix Karlsruhe reiſt zu dem FC. V.llingen,
einer Mannſchaft, die einen guten Mittelplatz einnimmt. Er müßte ſich
allerdings am Sonntag wieder verſchlechtern, zumal die Mannſchaft auf
fremdem Platz antreten muß. Der FV. Raſtatt 04 hat die SpVg. Frei=
burg
zu Gaſt, die es nicht leicht haben wird, aus Raſtatt Punkte mit
nach Hauſe zu nehmen. Es wäre leicht möglich, daß ſich der Abſtand
diesmal verringert. In Gruppe Rhein gibt es wieder einen
Großkampf. Die beiden Spitzenreiter VfL. Neckarau und VfR. Mann=
heim
treffen aufeinander. Neckarau hätte ſelbſt bei einem verloren
gehendem Kampf keine unmittelbare Gefahr. Der VſR. Mannheim da=
gegen
hat den zweiten Platz zu riskieven, auf den auch der punktgleiche
SV. Waldhof Anſpruch macht. Es wird daher zu einem erbitterten Nin=
gen
kommen, aus dem wir Neckarau glauben, als knapper Sieger hervor=
gehen
zu ſehen. Der SV. Waldhof muß ſehr auf der Hut ſein, gegen
Phönix Ludwigshafen nicht den Kürzeren zu ziehen. Man darf aber da=
mit
rechnen, daß Waldhof Sieger bleibt, zumal die Mannſchaft auf eige=
nem
Platz kämpft. Die SpVg. Mundenheim iſt Gaſtgeberin von Pfalz
Ludwigshafen und hat mit Rückſicht auf die bisher gezeigten Leiſtungen
die größeren Chancen, Sieger zu bleiben. Ludwigshaſen 03 empfängt
Mannheim 08. Der Platzbeſitzer, der immer noch nicht ſeine Form ge=
funden
hat, muß damit rechnen, daß die beiden Punkte nach Mannheim
entführt werden. In Gruppe Saar treffen die Sportfreunde
Saarbrüchen auf Saar 05 Saarbrücken. Wir erwarten einen glatten Sieg
des Tabellenführers. Der FV. Saarbrüchem fährt zum 1. FC. Idar und
wird ſchwer kämpfen müſſen, um die begehrten Punkte zu erringen. Zum
SV. 05 Saarbrücken reiſt der VfR. Pirmaſens und dürfte knapper Sie=
ger
bleiben. Kreuznach 02 müßte ſeinem Gaſt Boruſſia Neunkirchen,
wenn auch erſt nach Gegenwehr, unterliegen. In Gruppe Main
überragt das Frankfurter Derby zwiſchew Eintracht Frankfurt und
FSV. Frankfurt. Der Meiſter Eintracht liegt 5 Punkte vor ſeinem
Partner, hat aber in ihm den zweifellos ſchwerſten Gegner aller noch zu
erledigenden Spiele. Den Vorkampf gewann Eintracht mit 5:2. Die
Lhancen diesmal ſind gleich. Jede Partei kann den Sieger ſtellen. Um
den zweitew bzw. dritten Platz geht es in der Begegnung Rot=Weiß
Frankfurt Offenbacher Kickers. Rot=Weiß hat den Vorteil des eigenen
Geländes. Daraus iſt aber noch keine Siegeschance zu errechnen. Auch
Dieſer Kampf iſt offen. Viktoria Aſchaffenburg muß gegen Union Nieder=
kad
unterliegen. In Germania Bieber ſehen wir den Sieger über Hanau
60/94, während Fechenheim 03 normalerweiſe gegen Hanau 93 trotz
eigenen Platzes verlieren müßte. In Gruppe Heſſen ſteht der
Meiſter Wormatia Worms bei ſeinem Treffen gegen Arheilgen vor einer
Uſtſchwer zu löſenden Aufgabe. Mainz 05 wird genötigt ſein, alles her=
zugeben
, um in Bingen gegen Haſſia nicht ſeinen zweiten Platz aufs
Spiel zu ſetzen. Denn der VfL. Neu=Iſenburg liegt auf der Lauer und
cird am Sonntag gegen Langen zu weiteren zwei Punkten kommen.
Höchſt 01 wird die ihm geſtellte Aufgabe, gegen Alemannia Worms zu
beſtehen, nicht löſen können. Wir erwarten einen deutlichen Sieg der
Wormſer Gäſte, die damit zu Wiesbaden auf dem vierten Platz aufrücken
ſollten.
Handball.

In einem Teil der ſüddeutſchen Gruppen ſind die Meiſter bereits er=
mittelt
, in den reſtlichew Gruppen entſcheidet ſich die Meiſterſchaftsfrage
ben nächſten zwei bis drei Wochen. Am Sonntag werden die Hand=
Mumeiſterſchaftsfpiele wieder fortgeſetzt und werden wahrſcheinlich neue
Klärungen bringen.
Rugby.
Mit Ausnahme des Kreiſes Heidelberg haben die ſüddeutſchen Rugby=
Niſein ihre Sieger bereits ermittelt und die noch ausſtehenden Kämpfe
When nur mehr poſitionellen Charakter. Von wirklicher Bedeutung iſt
Sonntag das Heidelberger Rugby=Derby zwiſchen HRK. und RGH.
dr Sieger dieſes Spieles dürfte mit ziemlicher Wahrſcheinlichkeit Kreis=
Zeſſer werden, während im Falle eines Unentſchieden die Frage offen
Ritnst

bleibt. Das Vorſpiel wurde von der RGH. überraſchend gewonnen;
auch diesmal haben die Ruderer große Chancen. In einem Geſellſchafts=
ſpiel
treffen ſich TV. 60 Frankfurt und Heidelberger BC.
Hockey.
Die Reihe der Hockey=Privatſpiele im Reich weiſt diesmal keine Er=
eigniſſe
überragender Bedeutung auf. Zu erwähnen iſt vornehmlich das
Städteſpiel MannheimFrankfurt, das nach mehrfacher Verlegung nun
am 2. Dezember in Mannheim ſtattfinden ſoll. Der SC. 80 Frankfurt
empfängt den ſpielſtarken weſtdeutſchen Verein Kölner SC. 99.
Leichtathletik.
Am Samstag führt der Verband Brandenburgiſcher Athletik=Vereine
im Berliner Sportpalaſt ſein 17. Hallenſportfeſt durch, das u. a. in
einem Sprinterdreikampf Körnig, Jonath und Schlößke, im 1000 Meter=
Lauf Dr. Peltzer, Storz, Sawahn, Dr. Merkel, im 3000 Meter=Lauf
Boltze, Huſen, Kapp und in der 3mal 1000 Meter Staffel Hamburger
SV. und Preußen Stettin zuſammenführen wird.
Boxſport.
Der Deutſche Reichsverband für Amateurboxen trägt am Sonntag in
Stettin einen Amateur=Box=Länderkampf Deutſchland-Norwegen aus,
der mit ziemlicher Sicherheit einen deutſchen Geſamtſieg ergeben dürfte,
da die deutſche Mannſchaft mit Ausböck, Ziglarſki, Brofazi, Dübbers,
Mitſchke, Walther, Spörkel und Piſtulla ſehr kampfſtark iſt und die
Norweger ihr kaum Gleichwertiges entgegenzuſetzen haben. In der
Leipziger Sporthalle Achilleion ſteigt der Entſcheidungskampf um die
deutſche Fliegengewichtsmeiſterſchaft zwiſchen dem Titelhalter Erich
Kohler=Berlin und dem Herausforderer H. Schulze=Magdeburg. Die
übrigem Kämpfe bringen deutſch=belgiſche Paarungen.
Schwimmen.
Eine der beſtbeſetzten Veranſtaltungen der Saiſon bringt am Sams=
tag
und Sonntag die Société de Natation de Strasbourg in Straßburg.
Die Beteiligung ſeitens der ſüddeutſchen Vereine iſt ſo ſtark, daß man
beinahe eher von einem ſüddeutſchen als einem franzöſiſchen Schwimm=
feſt
ſprechen könnte, wobei beſonders zu berückſichtigen iſt, daß die ſüd=
deutſchen
Schwimmer aller Vorausſicht nach den Löwenanteil der Preiſe
holen werden. Die Veranſtaltung bietet intereſſante Vergleichsmöglich=
keiten
zwiſchen ſüddeutſchen und franzöſiſchen Schwimmern. In
Deutſchland veranſtaltet Spandau 04 ein gutbeſetztes verbandsoffenes
Schwimmfeſt und in Hannover ſteigt ein Waſſerball=Städteſpiel Hanno=
ver
Magdeburg.
Rabſport.
Radrennen veranſtalten die Rheinlandhalle in Köln und der Ber=
liner
Sportpalaſt (Sechsſtunden=Mannſchaftsrennen), während in Frank=
furt
a. M. (Sportpalaſt) das am Freitag geſtartete erſte Frankfurter
Sechstage=Rennen im Gange iſt.
Tenni s.
Die franzöſiſchen Tennisſpieler, die ſchon in Düſſeldorf gegen Berlin
ſpielten, werden am Samstag und Sonntag, diesmal verſtärkt durch den
Weltmeiſter Henri Cochet, in der neuen Hamburger Tennishalle einen
Clubkampf Racing Club de France gegen Uhlenhorſter Klippers beſtrei=
ten
. Die Hamburger ſpielem mit Dr. Deſfart, Frenz, ſowie den aus=
wärtigen
Mitgliedern Rahe, Moldenhauer, Spieß; die Franzoſen kom=
mem
mit Cochet, Jean Borotra, Brugnon und Georges.
Fußball.
Rof-Weiß, V. f. R. Bikkoria Walldorſ.
Durch die vorgerückte Jahreszeit ſah ſich die Behörde gezwungen,
das Spiel beider Mannſchaften ſchon um ½3 Uhr anzuſetzen. Dadurch
ſpielen die Erſatzmannſchaften bereits um 1 Uhr.
Sportverein Darmſtadt 1898.
Auch der morgige Sonntag iſt für die Ligamannſchaft der 98er ver=
bandsſpielfrei
. Erſt der 9. Dezember läßt die Rückrunde für die 98er
beginnen, die an dieſem Tage gegen Germania Pfungſtadt in Pfungſtadt
anzutreten haben. Heute nachmittag 3 Uhr werden die 98er mit einer
aus Liga= und Liggerſatzſpielern kombinierten Elf gegen den Akad.
Sportklub auf dem Hochſchulſportplatz ein Uebungsſpiel austragen.
Von den weiteren aktiben Mannſchaften ſind die 2. Mannſchaft im Ver=
bandsſpiel
gegen Groß=Gerau und die Junioren des Vereins gegen die
Junioren von V. f. R. Darmſtadt beſchäftigt.
Reichhaltiger iſt das Programm der Jugendabteilung. Die fünf
Jugendmannſchaften abſolvieren Spiele gegen Eintracht Frankfurt,
Olympia Frankfurt, Eberſtadt, Weiterſtadt und Griesheim. Die Schü=
lermannſchaften
tragen drei Spiele aus, und zwar gegen Griesheim,
Meſſel und Union Darmſtadt.
FC. Eintracht gegen SpV. Weiterſtadt.
Am kommenden Sonntag trifft Eintracht zum fälligen Verbandsrück=
ſpiel
auf den Sportverein Weiterſtadt. Es iſt dies das letzte Spiel, das
auf dem Platze am Finanzamt, da bekanntlich der Platz bebaut wird,
zum Austrag kommt. Dank des Entgegenkommens von ſeiten der Be=
hörde
, war es möglich, noch ein Spiel auf dem alten Platze auszutragen,
da die Verbandsſchlußrunde erſt acht Tage ſpäter beginnt. Zum Spiele
ſelbſt ſei geſagt, daß Eintracht auf einen äußerſt harten Gegner trifft,
was ſie im Vorſpiel merben mußte. Iſt Weiterſtadt doch die einzige
Mannſchaft, die Eberſtadt auf eigenem Gelände ſchlagen konnte. End=
lich
muß ſich Eintracht auch wieder auf ſich ſelbſt beſinnen, um einen beſ=
ſeren
Tabellenplatz zu erreichen. Die Mannſchaft der Eintracht hat eine
kleine Umſtellung erfahren. Man darf geſpannt ſein, wie ſich dieſelbe
bewährt. Das Spiel beginnt wie die früheren Spiele vormittags 11 Uhr.
Vor dem Spiele treffen ſich die zweiten Mannſchaften, während nach dem
Spiele der erſtem Mannſchaften die erſte Jugend Eintrachts mit der
zweiten Jugend Rot=Weiß=VfR. ihr erſtes Spiel in Darmſtadt abſolviert.
Regeln.
Keglerverband Darmſtadt und Umgebung.
Sonntag, den 2. Dezember, 10 Uhr, Beginn der Sportwoche im Bür=
gerverein
und Konkordiaſaal. Städtewettkampf von 12 auswärtigen
Zehnermannſchaften. Klubwettkämpfe von 38 Fünfer=Mannſchaften aus=
wärtiger
und hieſiger Klubs. Kurz= und Langſtreckenkämpfe im Einzel=
kegeln
. Beendigung des Kegelns: 9. Dezember 8 Uhr abends.
Kraftſpork.
Kraftſportverein Darmſtadt 1910 Kraftſportverein e. V. Neu=Iſenburg.
Heute, Samstag, den 1. Dezember 1928, abends 8 Uhr, empfängt
erſtgenannter Verein, zum fälligen Rückkampf um die Punkte, die beſt=
bekannte
Ligamannſchaft des Kraftſportvereins Neu=Iſenburg. Wie er=
innerlich
, konntem die Hieſigen den Vorkampf nur bnapp mit dem Reſul=
tat
11:8 für ſich entſcheiden. Dies beweiſt, daß die Iſenburger zu kämp=
fen
berſtehen und ſich erſt mach zähem Widerſtand geſchlagen bekennen.
Auch diesmal wird es zu harten Kämbfem kommen, denn die Gäſte wer=
den
alles verſuchen, um möglichſt günſtig gegen den derzeitigen Tabellen=
erſten
abzuſchneiden. Auf der anderen Seite werden die Zehner alles
daranſetzen, um ihren Tabellenplatz weiterhin zu befeſtigen und ſich nicht
durch eine Niederbage die Ausſichten auf die Bezirksmeiſterſchaft ver=
ringern
zu laſſen. In Anbetracht dieſes wird es zu ſpannenden Kämp=
fen
kommen, und können wir dem Darmſtädter Sportpublikum nur emp=
fehlen
, den heutigen Kampfabend zu beſuchen, da auch die Eintrittspreiſe
volkstümlich gehalten ſind. Sämtliche Kämpfe finden in der Ludwigs=
halle
, Obergaſſe, ſtatt.
Vorwärts Groß=Zimern Kr. Sp.C. Neu=Iſenburg.
Nachdem die Vorrunde der Mannſchaftskämpfe im Ringen des
D.A. S. V. von 1891 in der Oberliga beendet ſind, beginnt am Samstag,
den 1. Dezember, ahends 8½ Uhr, in Groß=Zimmern im Kaiſerſaal der
erſte Kampf der Rückrunde zwiſchen dem Athletenberein Vorwärts,
Groß=Zimmern und dem Kraftſportklub Neu=Iſenburg. Dieſes wird
ein äußerſt hartes Treffen ſein, zumal Neu=Iſenburg in der Vorrunde
Vorwärts ſtärkſter Gegner war. Die Einheimiſchen ſind ungeſchlagen.
Tabellenerſter vor Neu=Iſenbura, Sachſenhauſen, Mainz und Frank=
fürt
, und werden ſich auch im Endſpurt von der Spitze nicht verdrängen
laſſem, denn als Spitzenreiter (Kreismeiſter) rüchen ſie endgültig auf in
die Gruppenkämpfe um die Deutſche Meiſterſchaft.

Beginn des Frankfurter Sechstagerennens.
Der bekannte Meiſterfechter Erwin Casmir gab geſtern abend pünkt=
lich
um 10 Uhr den Startſchuß ab zum 1. Frankfurter Sechstagerennen
nach dem Kriege. Folgende 13 Paare begaben ſich auf die 145= Stunden=
reiſe
: Rauſch-Hürtgen (Köln), Ehmer-Kroſchel (Berlin), Dorn
Maczinſki (Berlin), Steeger (München)Schuler (Stuttgart), Schorn
(Köln)Goebel (Dortmund), Schäfer (Frankfurt)Remold ( Schwein=
furt
), Chriſtmann (Frankfurt)Claß (Schweinfurt), Rieger (Breslau)
Richli (Schweiz), DegraeveWeltmeiſter Nonſſe (Belgien), Charlier
Duray (Belgien), Boſſi-Beſtetti (Italien), LouetJunge (Breslau),
ChourhFahre (Frankreich).

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 1. Dez. 6.30: Gymnaſtik. O 12.45: Schulfunk. Ben
Spanier: Legenden. O 13.15: Funforch.: Mittagskonzert. O 15.05:
Jugendſtunde. Liedervorträge Frankfurter Schulen: Rudolfſchule,
Klaſſe 1 und 2. Chorleiter: Lehrer Kuttig. 16.35: Funkorch.:
Italieniſche Opern. Donizetti: Ouv. Die Regimentstochter
Geſang. Donizetti: Fant. Lucia von Lammermoor Mer=
cadante
: Introduktion und Chor aus Der Schwur. Verdi:
Ouv. Die ſizilianiſche Veſper Ponchielli: Tanz der Stunden
aus La Gioconda Verdi: Fant. aus Der Troubadour,
Mitw.: Betty Mergler (Alt). O 18.10: Aus dem Roman Auf zwei
Planeten von Kurd, Laßwitz. o 18.30; Briefkaſten. 6 18.35:
Eſperanto. O 19.15: Franz Diettrich lieſt eigene Dichtungen. O 19.45:

Uebertr. vom Frankfurter Sechstagerennen. O Darnach: Berlin;
Tanzmuſik.
Stuttgart.
Samstag, 1. Dez. 10.30: Schallplatten. o 12.30: Schallplatten.
14: Jugendſtunde. Elſa Pfeiffer, K. Köſtlin. Funkorcheſter.
S 15.15: Lieder=Duette. Leitung: C. Struve. Mitw.: Eliſabeth
Weißhaar, A. Harlacher. Funkorcheſter. 6 16.35: Frankfurt: Konzert.
Italieniſche Opern. Muſikaliſche Leitung: Kapellm. Merten. Mitw.:
Betty Mergler (Alt). O 18.15: Mannheim: Frau Dr. Ring: Vor=
trag
in engliſcher Sprache. 18.45: Prof. Dr. Kutſcher: Das
deutſche Brettl. e 19.15: H. Brandenburg: Ueber Weihnachts=
krippen
. 20.15: Kammermuſikabend. Joh. Brahms. Mitw.: Konzert=
meiſter
Schuyer (Cello), A. Felbinger (Klarinette), W. Hahn (Klavier),
Sonate für Violoncell und Klavier, E=moll. Sonate für Kla=
rinette
und Klavier, Es=dur. O Anſchl.: Bühne und Brettl. Leitung:
C. Struve. Mitw.: Lotte Herzog, Käte Mann, Elſa Pfeiffer, Thea
Struve=Jöhnßen, R. Arndt, Th. Brandt, L. Donath, H. van Eſch=
wege
(Lieder zur Laute), H. Hanus, W. Schwarz, C. Struve, Fr.
Wiſten. Funkorch. Rachmaninow: Prelude. Leuſchner: Hexentanz.
Spuk im Schloß. Sketch in einem Akt von C. Struve. Perſ.:
Walter von Gehaag auf Schloß Haagenſtein; Edith, ſeine junge
Frau; Dr. Hermann Oifers; Brückner, Kaſtellan. Im Zwiſchenpiel:
Walthari von Gehaag; Sibylle, ſeine Gemahlin; der Junker. Spielt
auf Schloß Gehaag in der Sebaldusnacht. Zeit: Gegenwart.
Strauß: Ouv. Die Fledermaus. Bernard: Delila. Benatzky:
Der Spatz im Winter. Eſchwege: Die ungleichen Eheleut
Abraham a Santa Clara. Egen: Man ſchenkt ſich Roſen.
Grün: Oh, weißt du, ſchöne Frau. Botsford: Chatterbox=rag.
Volker: Der ſchönſte Duft. Seidl: Kurios. Benatzky:
Alles aus Liebe. Arnold: Liebesorakel. Ligi: Katinka aus
Prag. Raymond: Kling=Klang. Strauß: Roſen aus dem
Süden, Walzer. Benatzky: Nachts von 12 bis 1. Sammestorf:
Liebesidyll. Cleave: Mein ſüßer Affe. Kollo: Marſch ins
Bett mein Schatz! 0 Anſchl.: Nachrichten. O Anſchl.: Berlin: Tanz=
muſik
.
Berlin.
Sonnabend, 1. Dez. 16: Dr. Simon: Geiſter und Dämonen
in der Opern=Muſik o 16.30: Unterhaltungsmuſik. Dr. Becces
Sinfoniker. O 18.25: W. Schwarz: Probleme der Friedensſicherung.
(Einſchränkung und Verzicht auf den Krieg.) 0 18.55: Präſident a. D.
Prof. Dr. Wagner: Grundbegriffe, Geſetze und techniſche Anwendun=
gen
der Akuſtik O 20: Abendunterhaltung. Mitw.: Cläre Waldoff,
Kurt Fuß, Theo Lucas, Wolfg. Zilzer. O 21: Muſik der Gegenwart.
Ausf.: Nora Pisling=Boas (Sopran), Seidler=Winkler (Flügel).
Einf. Worte: Dr. Steinhard, Prag. Jirak: Abendgefühl; Schlafe,
ſchlafe; Heimkehr: So ſollt es immer ſein. Nemcova: Hähnchen
und Hühnchen. O 21.30: Dr. Berger: Deutſche Filmarbeit in
Hollywood O Anſchl.: Tagesnachrichten. O Danach: Tanzmuſik.
Kapelle Otto Kermbach. O 24: Sendeſpiel: Jenſeits. Ein Spiel
von W. Ha enclever. Perſ.: Raul: W. Krauß; Jeane: Roma Bahn.
Schauplatz: Das Haus.
Deutſche Welle. Sonnabend, 1. Dez. 10.15: Berlin: Nach=
richten
. O 12: Künſtleriſche Darbietungen für die Schule: Schnee=
wittchen
O 13.30: Berlin: Nachrichten. O 14.30: Kinderbaſtelſtunde:
Die Weihnachtskrippe: der Stall. O 15: B. K. Graef: Sprech=
technik
. O 15.30: Wetter und Börſe. O 15.40: Frauenſtunde. Lilly
ten Brink: Die Haustochter. o 16: Prof. Dr. Lampe: Aus der
pädagogiſchen Zeitſchriftenliteratur. O 16.30: Hamburg: Konzert des
muſikaliſchen Nachwuchſes. O 17.30: Direktor Winters: 10 Jahre
Deutſcher Beamtenbund. O 18: Min.=Rat Prof. Woldt: In Fabrik=
kontor
und Werkſtatt. Zwiegeſpräch mit Induſtriearbeitern. O 18.30:
Spaniſch für Anfänger. O 18.55: Präſ. a. D. Prof. Dr. Wagner:
Grundbegriffe, Geſetze und techniſche Anwendungen der Akuſtik:
1. Schallſchwingungen und Schallwellen; 2. Töne und Klänge. O 20:
Sonderdarbietung. Schubert: Oktett F=dur. Mitw.: Henry Holſt und
Gilbert. Dack (Violine), Reinhard Wolf (Viola), Prof. Graudan
(Violoncell), S. Wilhelm (Kontrabaß), Alfred. Birkner (Klarinette),
O. Schumann (Horn), O. Rothenſteiner (Fagott). O 21: Marek
Weber ſpielt. O Anſchl.: Preſſenachrichten. O Danach: Tanzmuſfk.
Kapelle Otto Kermbach. O 24: Sendeſpiel: Jenſeits. Ein Spiel
von Walter Haſenclever.

Nur beim Fachmann
C. Boßler & Co G. m b H
Ernst-Ludwigstiaße 14
Telephon 2140 (10308a

Weikerberichk.

Gießen, 30. November.
Die milden ozeaniſchen Luftmaſſen an der Südſeite des nördlichen
Tiefs ſind bis über Deutſchland vorgedrungen und führen beim Auf=
gleiten
an den vorgelagerten Kaltluftmaſſen zu Niederſchlägen, die teil=
weiſe
in feſter Form niedergehen. Nach dem Vorüberzug der Warmluft=
ſtaffel
, die die Temperaturen noch etwas anſteigen läßt, werden wieder
mit dem Vordringen der Kaltluftmaſſen die Tempevaturen zurückgehen.
und noch Anlaß zu ſtrichweiſen Niederſchlägen geben.
Ausſichten für Samstag, den 1. Dezember: Wechſelnde Bewölkung, auch
ſtellenweiſe vorübergehend aufheiternd, nach anfänglicher Erwär=
mung
Temperaturen wieder ſinkend, noch vereinzelte Niederſchläge.
Ausſichten für Sonntag, den 2. Dezember: Wolkiges Wetter, keine weſent=
liche
Tempergturveränderung, weiterhin einzelne Niederſchläge nicht
ausgeſchloſſen.
Amkliche Minkoringrkpachrichkendienſt
der Heſſ. Wekkerdienſtſtelle.
Vogelsberg: Hoherodskopf: Nebel, 1 Grad Celſius, Schneehöhe 5 cm,
pulverförmig, Sportmöglichkeit keine.
Sauerland: Winterberg: Leichter Schneefall, 2 Grad Celſius, Schnee=
höhe
28 cm, gekörnt, nur Ski möglich.
Alpen: Hirſchberg: Leichter Schneefall, 7 Grad Celſius, Schneehöhe
90 cm, pulverförmig, nur Ski möglich.
Bad=Reichenhall: Bewölkt, 0 Grad Celſius, Schneehöhe 18 cm, Papp=
ſchnee
, Ski und Rodel mäßig.
Feldberg (Schwarzwald): 80 cm Schnee, 3 Grad Kälte, Skibahn ſehr gut.
Hindelang: 50 cm im Tal, 100 cm auf den Höhen, ſehr ſtarker Schnee=
fall
, Skibahn ſehr gut.
In dem Gebiet der Darmſtädter Hütte 2550 cm
Schneelage. Es ſchneit weiter. Skibahn gut.

[ ][  ][ ]

Seite 20

Gamstag, den 1. Dezember 1928

Nummer 334

Nachrichten des Standesamis Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 15. Nov.: Buchert, Jakob, Gärtnereibeſitzer, 59 J.,
Frankfurter Straße 125; Pflughaupt, Herbert, 2 Stunden, Kranich=
ſteinerſtr
. 59 o. Am 14. Nov.: Meier, Clara, geb. Moore, 85 J.,
Inſelſtr. 15. Am 17. Nov.: Beſt, Jakob, Straßenreiniger, 57 J.,
Kiesſtr. 15; Strauß, Leonhard, Kaufmann, 71 J., in Dieburg, hier,
Grafenſtr. 9: Diefenbach, Hans Adam, Hilfsarbeiter, in Seeheim Kr.
Bensheim), hier, Grafenſtr. 9. Am 16 Nov.: Wittersheim, Louiſe,
ohne Beruf, ledig, Arheilgerſtr. 78. Am 17. Nov.: Börſt, Anna, geb.
Soſenheimer, 66 J., Inſelſtraße 29; Etling, Eliſe, Roßdörferſtraße 106.
Am 19. Nov.: Colin, Eliſabethe, geb. Geher, 30 J., Lauteſchläger=
ſtr
. 22. Am 20. Nov.: Koch, Leonhard Friedrich, Dreher, 44 J., in
König i. O., hier, Erbacherſtr. 25; Meyer, Johann Auguſt Chriſtian,
Hafner, 63 J., Luiſenſtr. 4. Am 19. Nov.: Flauaus, Philipp, Hilfs=
arbeiter
, 38 J., Oberroden, hier, Grafenſtr. 9; Egner, Maria Magda=
lena
, geb. Frank, 76 J., Heidelbergerſtr. 65. Am 20. Nov.: Meiſel,
Thomas, Taglöhner, 53 J., Lauteſchlägerſtr. 14; Roth, Katharina, geb.
Heberer, 67 J., in Kleeſtadt, hier, Dieburgerſtr. 21; Hummel, Emil,
Eiſenbahnexpedient i. R., 74 J., Alicenſtr. 33. Am 21. Nov.: Emerich,
Jakob, Rentner, 67 J., Heidelbergerſtr. 112. Am 22. Nov.: Pfeiffer,
Joſephine Wilhelmine Katharine Louiſe, geb. Otto, 63 J., Viktoria=
ſtraße
91; Brettnich, Luiſe, geb. Fähler, 47 J., in Stockſtadt a. Rh., hier,
Lagerhausſtr. 24. Am 22. Nov.: Spreng, Eliſabeth, Kontoriſtin, led.,
Darmſtraße 21. Am 23. November: Heinrich Bonarius, Hofbeamter
i. R., Kranichſteinerſtraße 55; Auguſte Anna Laskowfki, geb. Donath,
74 J., Traiſa b. D., hier, Grafenſtraße 9. Am 24. November: Guſtav
Adam Wilhelm Jakob Felger, Oberſtadtſekretär, 64 J., im Wingert 14.
Am 25. November: Eliſabethe Kunigunde Fuchs, geb. Hofmann, 77 J.,
Landgraf=Philipp=Anlage 4. Am 24. November: Eliſabetha Schäfer,
geb. Hartmann, 77 J., Pankratiusſtraße 28. Am 25. November: Georg
Müller, Landwirt, ledig, Lengfeld, hier, Erbacherſtraße 25. Am 24. No=
vember
: Karl Johann Heinrich Ludwig Schäfer, Dachdeckermeiſter,
Kiesſtraße 65; Heinrich Beſt, Bürobeamter, ledig, Königſtädter, hier,
Erbacherſtraße 25; Heinrich Joſef Richard von Touſſaint, Student, ledig,
26 J., Bismarckſtraße 82. Am 25. November: Marie Eliſabeth Kreh,
7 J., Aliceſtraße 1; Karoline Waffenſchmidt, geb. Weiß, 70 J., Sand=
bergſtraße
32; Ellen Arnim, Lehrerin i. R., ledig, Dieburgerſtraße 114.
Am 26. November: Sofie Marie Friedricke Lupus, ohne Beruf, ledig,
Karlſtraße 71: Marie Johanna Eliſabeth Agnes Müller, geb. Ried=
linger
, 27 J., Mühlſtraße 30: Georg Braun, Kaufmann, 67 J., Guten=
bergſtraße
27: Katharina Schäfer, geb. Maas, 69 J., Annaſtraße 22.
Am 27. November: Georg Storck, Landwirt, 71 J., in Reinheim, hier,
Erbacherſtraße 25; Joſeph Lenker, Privatier, 71 J., hier, Langgaſſe 41.
Am 29. November: Jakob Wieſenecker, Küfer, 76 J., Rhönring 17.
Am 28. November: Lore Pfeiffer, Kunſtſchülerin, 22 J., ledig, Stein=
ſtraße
29; Regina Maher, geb. Hirſchler, 72 J., Aliceſtraße 11
Am 29. November: Heinrich Hartmann 2., Maurer, 56 J., Sandbach
(Kreis Erbach), Erbacherſtraße 25.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
1. Adventsſonntag (2. Dezember).
In allen Kirchen Kollekte für die Kirchenkaſſe.
Stadtkirche. Samstag, 1. Dezember, abends 8.30 Uhr: Andacht.
Sonntag, 2. Dezember, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarrer Lautenſchläger. Abends 5 Uhr: Abend=
gottesdienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 94 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Zimmer=
mann
. Vorm. 10 Uhr: Hauptgotresdienſt. Pfarrer Vogel. Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel. Mittwoch, 5. De=
zember
, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Zimmer=
mann
. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Zimmermann.
Abends 8 Uhr: Abendmahlsfeier mit Einzelkelch. Pfarrer Zimmer=
mann
.
Konfirmandenſaal im Schloß. Montag, 3. Dezember, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung), Poſaunen=
Cor. Dienstag, 4. Dezember, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der
Schloßgemeinde. Mittwoch, 5., und Samstag, 8. Dezember, nachm.
24 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 2. Dezember, abends 7.30
Uhr: Adbentsfeier (Familienabend) des Frauenvcreins und der Män=
nervereinigung
der Lukasgemeinde: Lichtbildervortrag von Pfarrer
Köhlär: Weihnachten in der deutſchen Malerei Jugendvereiigung
der Stadtgemeinde (B. d. J.). Montag, 3. Dezenber, abends 8 Uhr:
Männervereiwigung der Lukasgemeinde: Monatsverſammlung. Vor=
zrag
von Eiſenbahnſekretär Anton: Züge aus dem Leben Philipps des
Großmütigen. Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung).
Dienstag, 4. Dezember, gebnds 8 Uhr: Kircheuchor der Stadtkirche.
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). Mädchen=
bereinigung
der Reſormationsgemeinde (ältere Abteilung). Mittwoch,
5. Dezember, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloß=
kirche
. Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung). Mäd=
chenbereinigung
der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). Don=
nerstag
, 6. Dezember, abends 8 Uhr: Frauenverein der Lukasgemeinde:
Monatsverſammlung und Nothilfe=Kreis. Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). Jugendbund der Lukasgemeinde
(jüngere Abteilung). Freitag, 7. Dezember, abends 8 Uhr: Mütter=
abend
der Stadtgemeinde. Jugendbund der Markusgemeinde (jüngere
Abteilung) Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Köhler.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprech=
ſtunden
vormittags von 1012 Uhr Fernſprecher 2379.

Martinskirche, (Kollekte für di= Armen der Gemeinde.) Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer
Beringer. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei. Vorm. 11.15
Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Beringer.
Abends 6 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi.
Nachm. 3 Uhr: Bibelbeſpreckſtunde im Martinsſtift. Montag,
3. Dezember, abends 8 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. Mitt=
woch
, 5. Dczember, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtift: Chriſtus,
Eottes eingeborener Sohn. Bibelſtunde im Gemeindehaus: Jeſaja.
Altersheim. Vorm. 19 Uhr: Pfaurer Bergér.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Dienstag, 4. Dezember, abends
8 Uhr im Martinsſtift: Kirchenchor; im Gemeindehaus: Jugendvereini=
gung
. Donnerstag, 6. Dezember, abends 8 Uhr im Martinsſtift:
Mädchenvereinigung Oſt; im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt;
Mauerſtraße 5: Poſaunenkor. Freitag, 7. Dezember, abends 8 Uhr
im Martinsſrift: Mütterabend Weſt; Jugendvereinigung (ältere
Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem
Abendmahl und Vorbereitung. Pfarrer Goethe. Vorm. 11.30 Uhr:
Kindergottesdienſt. Nachittags 5 Uhr: Predigtgottesdienſt mit heil.
Abendmahl und Vorbereitung. Pſarrer Marg. Abends 8 Uhr:
Kirchenmuſikaliſche Feierſtunde in der Kirche. Mittwoch, 5. Dezember,
abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Goethe.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.305 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie) Vorm.
10 Uhr Haudtgottesdienſt ris Feier des heil. Abendmahls und Vorberei=
tung
. Pfarraſſiſtent Georgi. Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Dienstag, 4. Dezember, abends 8 Uhr: Bibbelſtunde. Donnerstag,
6. Dezember, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Einführung der neugewähl=
ten
Kirchenvorſteher. Pfaruer Weiß. Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Pfarrer Weiß. Abends 5 Uhr: Abendgottesdienſt mit Feier
des heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Lic. zur Nieden.
Veranſtaltungen: Sonntag, 2. Dezember, abends 8.15 Uhr:
Gemeindegbend im Gemeindehaus über männlicke Diakonie‟. Mon=
tag
, 3. Dezember, nachm. 3 Uhr: Sitzung des Vorſtandes des Frauen=
vereins
. Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung (Aufnahmefeier).
Jugendvereinigung (Aelteren=Kreis). Dienstag, 4. Dezember, abends
8.15 Uhr: Kirchenchor Mittwoch, 5. Dezember, nachm. 3 Uhr: Sitzung
der Frauenhilfe Abends 8 Uhr: Bibelſtunde für den Oſibezirk im
Gemeindehaus über den Jakobusbrief. Pfarrer Weiß; für den Weſt=
bezirk
im Saal der neuen Trginkaſerne über den Aufbau einer chriſt=
lichen
Gemeinde nach dem Neuen Teftament Pfarraſſiſtent Lic. zur
Nieden. Donnerstag, 6. Dezember, abends 8 Uhr: Mütterabend.
8.15 Uhr: Menatsverſammlung der Männervereinigung mit Vortrag
von Pfarraſſiſtenr Lic. zur Nieden über: Im Kampf um die Welt=
anſchauung
Freitag, 7. Dezenrber, abends 8.15 Uhr: Kirchenchor.
Pauluskirche. (Kollekte für den Kirchenfonds.) Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert. Feier des heil. Abendmahls mit
Vorbereitung. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei. Vorm.
11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert. Abends 6 Uhr:
Abendmahlsgottesdienſt mit Einzelkelch. Pfarrer Rückert. An=
meldung
von 5.30 Uhr an.
Veranſtaltungen: Sonntag, abends 8 Uhr: Jugendvereini=
gung
. Montag, abends 8 Uhr: Jugendbund. Dienstag, vorm.
10 Uhr: Sitzung des Frauenvereinsvorſtandes. Abends 8 Uhr:
Kirchenchor. Müttwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Rückert.
Donnerstag, aoends 8 Uhr: Mütterabend. Samstag, abends 8 Uhr:
Turnen.
Stiftskirche. Samstag, 1. Dezember, abends 8 Uhr: Beſchte.
Sonntag, 2. Dezember, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem
Abendmahl. Pfarrer Hickel. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergoktesdienſt
in der Kinderſchule. Evang. Sonnlagsverein: Nachm. 47 Uhr:
Vcreinsſtunden (Adventsfeier). Donnerstag, 6. Dezember, abends
8 Uhr: Betſtunde.
Stadtzifſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebets=
ſtunde
. Vorn. 11.15 Uhr: Kindergortesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr:
Bibelſtunde. Stadtmiſſionar Anders. Abends 8 Uhr: Adventsfeier.
Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsftunde. Abends 8 Uhr:
Mitgliederverſammlung (Teeabend). Dienstag, nachm. 4 Uhr:
Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde.
Mitwoch, abends 8.30 Uhr: Gem. Chor. Donnerstag, abends 8.30
Uhr: Bibelſtunde. Prediger Seumel. Freitag, abends 8.30 Uhr:
Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80. Stadtmiſſionar
Anders.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2,30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. 4.45 Uhr: Bibelbeſprochſtunde
für Mädchen. Abends 8 Uhr: Adventsfeier. Dienstag, abends
8.30 Uhr: Mädchenkreis. Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Freundeskreis
für junge Männer. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für
junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22, In=
fanterie
Kaſerne, Hof links). Sonntag, den 2. Dezember, abends 7.30
Uhr: Adventsbetrachtung. Montag, 3. Dezember, abends 8.30 Uhr:
Familienbibelſtunde. Dienstag, 4. Dezember, abends 8.30 Uhr:
Poſaunenchor. Mittwoch, 5. Dez., abends 8.30 Uhr: Jungmänner=
bibelſtunde
. Donnerstag, 6. Dezember, abends 8 Uhr: Jung C.=
Bibelſtunde. Freitag, 7. Dezemher, abends 8 Uhr: Turnen.
B.=K., Bunb deutſcher Bibelkreiſe (Alexanderſtraße 22, Infanterie=
Kaſerne, Hof links). Samstay, 1. Dezember, nachm. 4.30 Uhr: Advents=
feier
. Montag, 3. Dezember, abends 8 Uhr: Heimabend für Treu=
burg
. Freitag, 7. Dezember, abends 8.15 Uhr: Bibelbeſprechung für
den älteren Kreis.
Evangeliſcher Arbeiter; und Handweikerverein: Feierabend (Stift? 51). Sonntag, 2. Dezember, abends 7.30 Uhr: Adventsfeier mit
Verfüihrung eines Films.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 2. Dezember (1. Advent), vormittags
10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt.

Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtlich wiffenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society),
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
torm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittwoch im Monat, abends 8,15 Uhr.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
2. Dezember, vormt. 9.30 Uhr: Andac)t. Nachn. 8.30 Uhr: Jugend=
bundfeier
. Abends 8.00 Uhr: Evangeliſation. Mittwoch, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Möttlinger Freundeskreis. Sonntag, den 2. Dezember, nachmittags
430 Uhr im Feiexabend, Stiftsſtraße 51: Adventsfeier. Die Bibelſtunde
am Montag fällt aus.

abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. Freitag, abends 8.15 Uhr: Wort=
betrachtung
. Jeder herzlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtr. 44). Sonntag, 2. Der.
(1. Advent), vormr. 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: KindergoltesJienſt.
Abends 8 Uhr: Predigt. Montag, abends 8.15 Uhr: Jugendverein,
Dienstag, abend3 8.15 Uhr: Singſtunde für den gemiſchten Chor.
Mitwoch, nachmm. 3 Uhr: Knaben= und MMädchenbund. Donuerstag,
abends 8.15 Uhr: Bibelſrunde. Am 2. Advent iſt abends 8 Uhr eine
Addentsfeier im Gemeindeſaal. Jedermann iſt herzlih eingeladen,
Prediger Sauer.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, den 2. Dezember, früh
8 Uhr: Gebetsſtunde; vornr. 10 Uhr: Heiligungs=Verſammlung; vorm.
11.30 Uhr: Kinder=Verſammlung; nachm. 3 Uhr: Kinder=Wegweiſer=
Unterricht; nachm 5 Uhr: Kinder=Heils=Verſammlung; abends 8 Uhr:
Advents=Feier. Montag, abends 8 Uhr: Jugendliga. Dienstag,
abends 8 Uhr: Mitglieder=Verſammlung. Mittwoch, abends 5 Uhr:
Kinder=Verſammlung; abend3 8 Uhr: Heils=Verſammlung. Donners=
tag
, abends 8 Uhr: Heinbund, für Frauen und Mädchen. Freitag,
abends 8 Uhr: Heiligungs=Verſammlung. Jedermann iſt eingeladen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße (ehem.
Kaſino). Sonntag, den 2. Dezember, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr und
Mittwoch, den 5. Dezember, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Jedermann herzlich willkommen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54. Sonn=
tag
, den 2. Dezember, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr und Mittwoch, den
5. Dezember, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt. Jedermann herzlich
willkonrmen
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 2. Dezember, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr:
Senntagsſchule. Nachm. 4 Uhr: Predigt. Prediger N. Rudnitzky.
Mittwoch, den 5. Dez., abends 8.15 Uhr: Bibelbeſprech= und Gebets=
ſtunde
. Prediger N. Rudnitzky. Zu allen Verſchnmlungen jedermann
herzlich eingeladen.
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. 1. Adbent. 9,45 Uhr: Gottesdienſt
mit Beichte und heil. Abendmahl. Kirchengeſangverein. Vereinigte
Poſaunenchöre der Kirche und der Landeskirchl. Gemeinſchaft. Kollekte
für die eigenen kirchl. Bedürfniſſe. Montag, 8 Uhr: Poſaunenchor.
Dienstag, 8 Uhr: Frauenverein . 7.30 Uhr: Mädchenvereinigung.
Mittwoch, 8 Uhr: Kirchengeſangverein. Freitag, 7,30 Uhr: Wart=
burgverein
.
In der Prov.=Pflege=Anſtalt. Gottesdienſt 13,30 Uhr.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Verpflichtung von neugewählten Kirchenvorſtehern.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 2. Dezember, vormittags
2.45 Uhr: Hauptgottesdienſt. Abends 8 Uhr: Feier des heil. Abend,
mahls. Nachm. 2 Uhr: Frauenvereinsausflug. Montag: E. J. G.
Mädchenabend. Mittwoch: E.J. G. Jungenabend. Donnerstag:
Frauenaberod.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 2. Dezember
(1. Adbent), vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Mitwirkung des
Kirchenchors. Kollekte für den örtlichen Kirchenfonds. Unmittelbar nach
dem Gottesdienſt Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung im Pfarr=
haus
oder beim Kirchendiener. Narhmittags 5 Uhr: Liturgiſche Advents=
feier
. Mitwirkung ber oberſten Schulklaſſe. Montag: Jugendvereini=
gung
. Dienstag: Kirche nhor und Probe des Jungmädchenvereins
bei Breidert. Mittwoch: Jugendmädchenverein. Donnerstag;
Frauenvevein.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädterſtraße 14.
Sonntag, den 2. Dezember, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 6. Dez.,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt. Jedermann herzlich willkommen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauerſtraße 3. Sonn=
tag
, den 2. Dezember, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 6. Dezember,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt. Jedermann herzlich willkommen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 25.
Sonntag, den 2. Dezember, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 6. Dez.,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt. Jedermann herzlich willkommen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf, Dieburgerſtraße 22. Sonntag,
den 2. Dezemler, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 6. Dez., abends
8.30 Uhr: Gottesdienſt. Jedermann herzlich willkommen.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauenkirche (Klappscherſtraße 46). Samstag, nachmittag?
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag,
term. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Um 7 Uhr: Früh=
meſſe
mit Austeilung der hl. Kommunion vor und nah der hl. Meſſe
Un ½10 Uhr: Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der heiligen
Kommunion. Nackm. um 2 Uhr: Chriſtenlehre; um 2.30 Uhr: Advents
andachr. Werktags 7 Uhr Aemter und 7.15 Uhr heilige Meſſen. Donners
tag 5 Uhr Eliſabethenverein, Freitag Herz=Jeſu=Freitag.
Martinskapelle (Herdweg). Sonntags 8 Uhr heilige Meſſe und
Predigt. Vor= und nachher Austeilung der heil. Kommunion. Diens
tags und Freitags 7.15 Uhr heilige Meſſe mit Austeilung der heiliger
Kommunion.

Feinſies

Eigenes Fabrikat (altes Hausrezept)
empfiehlt
Fritapröll,Barmstade
Feinbäckerei Konditorei
Nieder=Ramſtädterſir. 31
Telefon 693
19179b

Korken aller Größen
empfiehlt Trogerie Secker Nachfolger
(B 15671
Ludwigshöhſtraße

Sprechapparate
Schallplatten
in kleinen Raten
R. Reeg
Lauteſchlägerſtraße 7
Ken Laden. (168099

Nähmaſchinen
werden ſchnell u gut
repariert
Nähmaſchinen=Möbel
jeu aufp liert von
dem ſeit 1899 beſteh
Fachgeſchäft
Benz & Conp., Grafen
ſtraße 20-22. (19103a

Peizmäntel
Pelzbesätze
Repgraturen 46488a)

eigener Antertigung
aofihier dri
Nchf.
Darmstadt
Elisabethenstraße 48
Fernrut 2147
Eigene Kürschnerei.

Preiswerte Handarbeiten
und alle Handarbeitsgarne
in reichhaltigſter Auswahl
Kachenbuingel
Pheinsttaßet.

19385

Der beſte Hochfrequenz=Violet=
Beſtrahlungs=Apparat

3)

66
Jansaniton

das idealſte Heilgerät
ſowie für Sport und Schönheitspflege.
Unverbindl. Vorfü rung durch
(18788a
Rich. Kauſchmann, Darmſtadt. Waldſtraße 3

zprechapparate, echaßplatten Ausk. er kleine Anzahlung, kl. Raten
Fr. Spengler
Mornewegſtr. 29 Ahaſtr. 24
t. auch A. Büchſel, Wenchſtr. 2. 7536a

Elaschen Bien
Münchner
Ku mbacher
Würzburger Hofbräu
Piiſener (echt)
Köſtritzer Schwarzbier
Hacker Nährbier
Martin Hahn
Großvertrieb natürlicher Mineralwaſſer. 16489a
Pa laswieſenſtr. 30
Telefon 305

Gritzner-Hanmaschinen
ind unerreicht in Dualität u. Ausstattung.
esichtigen Sie bitte ohne Kaufz wang die
neuen Modelle. Sie erhalten diese Maschinen
auf bequeme Ratenzahlg. beim Vertreter:
Benz & Comp., Darmstadt
Grafenstraße 20/22 (19163a

Ab Samskag, den 1. Dezember 1928, ſind di
Preiſe für Ochſen= und Kalbfleiſch um 10 Pfg
auf 1,20 Mark pro Pfund herabgeſetzk.
19331)
Die Fleiſchmehger.

Backenſeſſel
Klubſeſſel
Leder= u. Stoffbezug
Chaiſelongue
Diwan
Matratzen
Federbetten
loſtenloſe Aufb. bis
Veihnachten. (16620a
K. Roth
Magdalenenſtr. 11

89a

TanOT

Arnold
Philipps
BUlOM

Philipps A. d
Verkaufslager Darmstadt-
Wilh. Mayer, Viktoriastraße
Telephon 4460. (188
Eintausch gebr. Instrumer
Bequeme Zahlungsweise

Eisenwerk Siegen
Marlenborn b. Siegen
Postfach 29
efert

aus
We llbleck
Lager-Schupper
Vertr., Gg. Priedr. Rettig, Schlosserei. Darmstadt

Sandbergstraße 69.

1V3002

Telephon 3394

[ ][  ][ ]

Nummer 334

Samstag, den 1. Dezember 1928

Seite 21

8.

Dars sonslorann Jrz

Roman von Paul Hain.
Copyright 1925 by Verlag Oskar Meiſter, Werdau.

(Nachdruck verboten.)

Weich hing die Luft über den Häuſern. Hanni fühlte eine
jefe Sehnſucht nach Glück in ſich. Waren es die ſtolzen, hoff=
tungsfrohen
Worte Huberts, die nun die Bangigkeit ihres Her=
ens
für eine Weile auslöſchten? War es der ſchöne, warme
Frühlingsabend, der über den Wipfeln des Tiergartens wehte
ind ſie mit dem Abſchiedsgold der Abendſonne umglühte?
Unwillkürlich lenkten ſich ihre Schritte nach dort.
Ein Stündchen, Hanni, ſchenkſt du mir, ſagte Hubert, dann
ährſt du nach Hauſe, und ich gehe wieder an die Arbeit, neu=
eſtärkt
.
So ſchritten ſie in den Tiergarten hinein. Es war um dieſe
Zeit hier nicht ſo belebt wie am hellen Tage. Die Bonnen mit
hren Kindern hatten ſchon lange den Heimweg angetreten, die
lteren Herrſchaften, die ſonſt in der Nachmittagsſonne auf den
Zänken ſaßen, waren gleichfalls nach Hauſe gewandert nun
dar hier die Zeit für junge Menſchen, die den Schatten des
(bends unter dem friſch=grünen Gezweig der alten Bäume erwar=
eten
und zu zweien hier und da die Wege dahinſchritten. Ge=
eimnisvoll
ſtanden die marmornen Standbilder zwiſchen dem
zeſträuch, die bronzenen Tiergeſtalten, von Künſtlerhand gegoſſen,
euchteten zuweilen unter dem Abendlicht auf, und die Wildtauben
m Goldfiſchteich lachten in die Stille hinein. Nur wie aus ſehr
zeiter Ferne tönten manchmal die Hupen der Autos, die auf der
harlottenburger Chauſſee quer durch den Tiergarten ſauſten.
luf den Reitwegen tauchten ab und zu Reiter und Reiterinnen
uf, die verſpätet von ihrem Nachmittagsritt dem Tatterſall zu=
rebten
. Wie ſeltſame Schattengebilde huſchten die Pferde faſt
zukhaft unter den Bäumen dahin. Und zuweilen ſummte von
en Zelten Muſik herüber. Da konzertierten bereits die Garten=
apellen
und lockten mit ihren Tönen zu den einſamen Spazier=
ängern
, die da die ſtillen Wege entlang ſchritten oder aneinander
eſchmiegt auf ſchattenverhängten Bänken ſaßen.
Hier geht man wie im Traum, flüſterte Hanni andächtig.
Hubert kann man nicht auch glücklich ſein ohne eine Grune=
ſaldvilla
, ohne ein Auto und ein Landhaus in Partenkirchen?
Der Schelm ſprach aus ihrer Stimme.
Hubert zog ſie an ſich. Ihre Blicke lagen feſt ineinander.
Ja, Hanni man kann es. Ich weiß das auch. Denn
as alles iſt nichts, wenn nicht auch die Liebe dabei iſt.
Du lieber, lieber Hubert .

Ihre Lippen fanden einander.
Aber dann ſagte Hubert Wendler lächelnd:
Nur man kann ja nicht immer ein Leben lang ſo ſchöne,
ille Wege wandeln wo man nicht an anderes denkt als an
ich, liebe, ſüße Hanni , an deinen Mund und an das Glück
einer Nähe. Es gibt ja auch einen Sommer und einen Herbſt
ud einen Winter, nicht wahr? Und nicht immer wirſt du davon
lein glücklich und zufrieden ſein, daß ich dir ſage: Ich habe dich
eb!"
Sie nickte ſinnend.
Aber das wird doch immer am ſchönſten ſein, Hubert
mmer!
Seine Worte hatten wieder die Erinnerung an zu Hauſe in
its dieſer ſtillen, duftenden Wege hier lag.
Wir wollen umkehren, Hubert. Es iſt Zeit.
Ja wie du willſt
Sie ſchritten wieder zurück. Es war bereits dunkler gewor=

den. Leiſe rauſchte der rauhe Abendwind in den Kronen der
Bäume und im Strauchwerk. Und von fernher fummte Muſik
herüber und vermiſchte ſich mit dem Rauſchen der Blätter zu einer
ſanften Frühlingsmelodie, die die Dunkelheit verlockend ausfüllte.
Hubert
Hanni ſchlang plötzlich, von einem Gefühl trauriger Hilf=
loſigkeit
ergriffen, die Arme um ihn. Bald war ſie wieder zu
Hauſe in der engen Wohnung von Not und Sorge umſtellt.
Die Angſt würde über ſie herfallen um das Leben der Mutter
um die nächſte Zukunft.
Ihre Jugend forderte Troſt und Zärtlichkeit.
Hubert
Ihr Mund blühte ihm entgegen.
Mein liebes Mädel du
Er küßte ſie heiß.
Sie ſchmiegte ſich, eng in ſeine Arme. Und in dieſer Um=
armung
gewann ſie wieder neue Stärke und neuen Mut. Ihre
Liebe würde ihr ſchon helfen, einen Ausweg zu finden aus der
Not.
Sie erreichten den Ausgang des Tiergartens. Hanni konnte
von hier aus die elektriſche Bahn benützen. Hubert wollte zu
Fuß wieder zur Bank zurück.
Und morgen? fragte ſie leiſe.
Ach morgen! Siehſt du, beinahe hätte ich es vergeſſen.
Ich bin noch halb berauſcht von deinem Kuß, Lieb. Morgen
werd’ ich dich nicht abholen können, da muß ich durcharbeiten.
Du weißt ja worum es geht.
Sie nickte froh.
Ja natürlich. Alſo dann übermorgen, nicht wahr?
Ja ganz beſtimmt. Und grüße deine Mutter herzlich von
bis zum Erſten muß ſich’s ja entſcheiden, ob ich die Filiale kriege
kann ich ihr und dir bald helfen. Das Gehalt iſt dann doppelt
ſo hoch als jetzt
Hanni blickte faſt ungläublich drein.
Wirklich?
Da lachte er ſie leiſe an.
Mädel ſchon deswegen, um deiner Mutter zu helfen, muß
ich’s ſchaffen. Und glaube mir, es iſt gar nicht mehr daran
zu zweifeln, daß ich’s ſchaffe! Ich werd’s dir ſchon verraten:
Der erſte Prokuriſt ſtellte mir den Poſten bereits in ſichere Aus=
ſicht
.
Da kam Hannis Bahn. Und ehe ſie noch viel antworten
konnte, ſchob Hugo Wendler ſie das Trittbrett hinauf und gleich
darauf ſetzte die Bahn ſich in Bewegung. Er winkte ihr heiter
nach.
einer ſtillen Freude. Aber je mehr ſie ſich der Straße näherte, in der
ihr zu Hauſe war, umſomehr wurde dieſe Freude wieder von Nächte richtigen Schlaf, und Sie fühlen ſich ſchon wieder beſſer.
einer dumpfen Beſorgnis ausgelöſcht. Wie mochte es der Mutter
kam?
Frau Eiſoldt kam ihr auf dem Korridor entgegen.
Wie geht es Mama?
Die alte Dame legte den Finger an den Mund.
der Doktor kommen wollte
Iſt es ſchlechter geworden?
Vor einer Stunde hatte ſie wieder eine ſchreckliche Atem= das auf die Dauer nicht aus.
r aufgeſcheucht an das graue Leben der Wirklichkeit, das jen= not jetzt hat die Schwäche ſie wohl ein bißchen überwältigt.
O Gott ,
Mechaniſch hing Hanni Jacke und Hut weg. Vor einer Stunde
da hatte ſie in Huberts Armen gelegen und von einer glück=
lichen
Zukunft geträumt.

Sie ging in das Zimmer, in dem Frau Bergmann lag. Sie
ſchien ruhig zu ſchlafen, aber als Hanni ſich auf den Fußſpitzen
näherte, ſchlug ſie die Augen auf.
Kind .
Mama .
Hanni kniete am Bett und griff nach den heißen Händen.
Ich war noch mit Hubert zuſammen er läßt dich grüßen.
Frau Bergmann lächelte ſchwach.
Ja ja , flüſterte ſie, es es iſt ja Frühling
Frau Eiſoldt ſtand hinter Hanni. Jetzt erſt fiel es dieſer ein,
wie lange die Nachbarin bei der Mutter fürſorglich ausgehalten
hatte. Sie wandte ſich ihr zu.
Wie danke ich Ihnen, Frau Eiſoldt, daß Sie ſich ſo viel um
Mama kümmern. Aber nun Sie werden auch angegriffen
ſein hätte ich geahnt, daß es ſo ſtand, wäre ich ja früher ge=
kommen
.
Ach Gott, Fräulein Hanni ich tu’s ja gerne gar nicht
der Rede wert eſſen Sie nur erſt ordentlich ich hab’ ſchon
alles in der Küche zurecht gemacht ich bleibe ſchon noch ein
Weilchen
Ich habe gar keinen Hunger , ſagte Hanni.
J wär’ ja noch ſchöner. Eſſen müſſen Sie
Geh nur , murmelte Frau Bergmann.
In dieſem Augenblick klingelte es.
Das iſt der Doktor , ſagte Frau Eiſoldt und glitt aus
dem Zimmer, um zu öffnen. Bald darauf trat der kleine Sani=
tätsrat
Gunkel, der ſeit Generationen bei Bergmann Hausarzt
war und Hannis erſten Kinderſchrei gehört hatte, ein. Sein
freundliches Geſicht wirkte immer vertrauenerweckend, aber
mir, hörſt du? Ich wünſche ihr ſchnelle Beſſerung. Vielleicht Hanni wußte nur zu gut, daß dieſe Freundlichkeit eine lang ge=
übte
und gewohnte Maske war. Frau Bergmann wurde leb=
hafter
. Während Hanni erzählte, wie die Kranke in der Nacht
und tagsüber gelitten hatte, beobachtete Gunkel verſtohlen die
Patientin. Dann machte er ſich an die Unterſuchung. Immer
freundlich, mit zuverſichtlichen Worten zuweilen die angſtvolle
Stille unterbrechend.
Wird ſchon wieder werden, Frau Bergmann keine Bange.
Sie haben ja eine gute Konſtitution. Nur immer hübſch ruhig
liegen bleiben. Aufſtehen? Iwo Fräulein Hanni iſt ja ne
tüchtige Hausfrau die ſchafft’s auch ohne Ihre Hilfe. Laſſen
Sie ſich ruhig noch in bißchen bemuttern wenn es auch mal
langweilig wird
Die gemütliche, beruhigende Art des Sanitätsrats verfehlte
ihre ſuggeſtive Wirkung nicht. Frau Bergmann wurde ruhiger.
Und für die Nacht gebe ich Ihnen eine kleine Morphium=
Seine letzten Worte klangen in ihr nach und erfüllten ſie mit ſpritze da werden Sie einfach himmliſch ſchlafen. Hätten wir
ſchon geſtern machen können. Paſſen Sie mal auf ein paar
Frau Eiſoldt blieb noch bei der Kranken, während Gunkel
gehen? Und was würde der Arzt heute ſagen, wenn er wieder= und Hanni das Zimmer verließen. Auf dem Korridor an der
Vorſaaltür legte der Sanitätsrat die Maske ab. Er wußte ja,
Sie ſprang faſt atemlos die Treppen zur Wohnung hinauf. Hanni ließ ſich nicht täuſchen ſie verlangte die Wahrheit. Und
bevor ſie noch ſelbſt mit blaſſen Lippen fragen konnte, ſagte er:
Tja wie ich Ihnen ſchon neulich erklärte, Fräulein Berg=
mann
hier hilft nur ſchnelle Luftveränderung ſorgfältige
Sie iſt gerade wieder ein bißchen eingeſchlafen wenn nur ärztliche Ueberwachung. Die Morphiumſpritzen nützen nur vor=
übergehend
. Und die Kranke darf ſich nicht erſt daran gewöhnen.
Sonſt verlangt ſie immer ſtärkere Doſen und das Herz hält
Hanni preßte die Hände zuſammen, daß die Gelenke knackten.
Ich habe Ihnen hier noch einige Adreſſen aufgeſchrieben
(Fortſetzung folgt.)

Das moderne
Glockenkleid;
fesch- jugend-
lich
aus Rips-
Papillon mit
Crepe de Chi-
ne
-Blenden
und breitem
Steppgürtel

So werden Sie zweifellos sagen,
wenn Sie diese Angebote schen.
Und das ist gut, werden Sie sa-
gen
, wenn Sie die dazu gehörigen
Kleidungsstücke persönlich prüfen.
In der Tatl Selten war eine so
immense Auswahl schönster Klei-
dung
zu derart niedrigen Preisen
bei uns vereint, wie gerade jetzt.
Eine herrliche Gelegenheit,
sehr, schr billig zu kaufen, was
Sie an Kleidung benötigen
auch mit Rücksicht auf das nicht
mehr ferne Weihnachtsfest.

AOoe
Ottoman-
Mantel, ganz
auf kunstseid.
Damassee.
Rollkragen,
Btulpen: Mode.
plüsch; Rük-
ken
gebiest

[ ][  ]

letzt die Gedanken eines leden, ob Jung
oder Alt, alles freut sich auf das schönste Pest
des Jahres. Uberall werden in aller Heimlichkeit
Vorbereitungen für diese Tage getroffen.

In diesem Zeichen befindet sich ab
Montag, den 5. Dezember
unser Haus. Sämmt iche Abteilungen werden sich
in den nächsten Wochen mit einer Fülle pracht-
voller
Weihnachts-Waren präsentieren. Unsere
Penster bringen Ihnen viele Anregungen für die
Auswahl der zu treffenden Geschenke und unsere
Abteilungen werden dazu beitragen mit fachmän-
nischer
Beratung Ihre Einkäufe weitgehendst zu
unterstützen.
Wir laden Sie zur Besichtigung unseres
in festlicher Stimmung dekorierten Hauses ein,
für Ihr Kind wird es eine große Freude sein diese
herrliche Weihnachts-Ausstellung zu bewundern.
Wir sind gewiß, daß wir allen Ihren An-
forderungen
in jeder Weise gerecht werden.

SCHOTIAENDER-REHLAME‟

FONMARD

AKTIEN-GE