Darmstädter Tagblatt 1928


21. November 1928

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Einzelnummer 10 Pfennige

Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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Nummer 324
Mittwoch, den 21. November 1928. 191. Jahrgang

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* Das Ende der großen Ausſprache.
Das Mißtrauensvotum der Nationalſozialiſien
abgelehnt.
Zwei Tage hatte der Reichstag ſich für die große außenpoli=
tiſche
Ausſprache vorbehalten. Praktiſch hat der Stoff kaum für
einen Tag ausgereicht, denn ſchon am erſten Tag wurde am
Ende das Material recht dünn. Man hätte ſich den zweiten Tag
ruhig ſchenken können. Neues hat er ſo gut wie gar nicht ge=
bracht
. Aber die Parteien legen nun einmal Wert darauf, daß ſie
alle zu Worte kommen. So konnte denn zunächſt der Kommuniſt
Münzenberg eine donnernde Philippika gegen die deutſche Re=
gierung
halten, weil ſie ſich an der Einkreiſungspolitik gegen
Rußland beteiligt habe. Da es noch früh am Vormittag iſt,
hat er allerdings nicht allzuviel Zuhörer. In den Mittagsſtunden
füllt ſich das Haus, als der Volksparteiler v. Rheinbaben, der
tags zuvor ſeinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, dem Außen=
miniſter
ein unbegrenztes Vertrauensvotum ausſprach. Aber
ſchon, als der Sozialdemokrat Dr. Breitſcheid zu Worte kommt,
ſetzt eine Maſſenflucht nach den Bahnhöfen ein, die er durch
eine etwas geſpreizte Selbſtverteidigung und eine etwas anfecht=
bare
Polemik gegen die Deutſchnationalen nicht zu bannen ver=
mochte
. Immerhin gab es noch einen Teil Pflichtbewußter, die
im Hauſe außerhalb des Saales warteten, weil eine
namentliche Abſtimmung bevorſtand, deren Verſäumnis mit
Diätenverluſt verbunden iſt. Die Nationalſozialiſten hatten ein
Mißtrauenswotum gegen den Außenminiſter eingebracht, dem
auch die Kommuniſten und Deutſchnationalen zuſtimmten. Sie
brachten es aber zuſammen nur auf 98 Stimmen gegen 219.
Dann überwies man noch die verſchiedenen zugunſten der be=
ſetzten
Gebiete vorliegenden Anträge an den Ausſchuß und ver=
tagte
ſich auf Dienstag der kommenden Woche. Es mangelt dem
Haus an Beratungsſtoff. Viel zu tun hat das Plenum auch dann
nicht. Der Reichstag wird alſo ſeine Arbeiten bis Weihnachten
wahrſcheinlich in Pauſen erledigen.
Reichstags=Pauſe.
* Berlin, 20. November. (Eig. Bericht)
Das Reichstagsplenum ſetzte heute die außenpolitiſche Debatte fort.
Nach dem Abg. Münzenberg (Kom.), der gegen die Sozialdemo=
kraten
polemiſierte, folgte der Abg. Frhr. von Rheinbaben (D.
Vpt.), der die geſtrigen Ausführungen Dr. Streſemanns noch einmal
unterſtrich und beſonders auf die Notwendigkeit hinwies, daß der deut=
ſche
Kampf um das Recht auch durch die ganze deutſche Volksvertre=
tung
unterſtützt werde. Man komme nicht weiter, wenn jeder Deutſche
ſozuſagen ſeine eigene Außenpolitik treibe. Der Nedner verteidigt
dann ausdrücklich die Locarno=Politik, die Deutſchland erſt gegen eine
Wiederholung des Ruhreinbruchs geſichert und ſeinen wirtſchaftlichen
Wiederaufſtieg ermöglicht habe. In der geſtrigen Rede des Zentrums=
abgeordneten
Kaas ſah er eine gewiſſe Diſtanzierung von der Locarno=
Politik. Vor gar nicht langer Zeit habe Herr Dr. Wirth immer wie=
derholt
, daß Dr. Streſemann mit der Locarnopolitik nur die Brücke
beſchritten habe, die das Zentrum gebaut habe, und jetzt Diſtanzierung?
Wir halten an der Locarnopolitik feſt. Wir müſſen mit Frankreich
und England weiter Politik treiben, wenn wir freier werden wollen.
Von einer Bindung könne gar keine Rede ſein. Dieſe Politik dürfte
nicht ein Grund für ruſſiſche Nervoſität und für die Grobheit der ruſſi=
ſchen
Preſſe ſein. Auch Rußland gegenüber ſei Deutſchland nicht ge=
bunden
. Es halte ſich eber an die Linie der mit Rußland abgeſchloſ=
ſenen
Verträge. Der Redner behandelte dann die Reparationspolitik,
wobei er beſonders den Wunſch ausſprach, daß auch die deutſche Land=
wirtſchaft
durch Sachverſtändige an den Verhandlungen beteiligt ſein
müſſe. Zum Schluß ſprach er noch die Hoffnung aus, daß ſich ange=
ſichts
der zu bewältigenden großen Aufgaben eine gegenſeitige Verſtän=
digung
zwiſchen den Parteien entwickle, woran es im Augenblick noch
zu fehlen ſcheine angeſichts der Tatſache, daß einer der Führer des
Reichslandbundes, der Abgeordnete Hepp, das nationalſozialiſtiſche
Mißtrauensvotum gegen den Reichsaußenminiſter mit unterſchrieben
habe,
Im weiteren Verlaufe der außenpolitiſchen Debatte ergriff dann
Abg. Dr. Breitſcheid (Soz.) das Wort. Der Redner wandte ſich
zunächſt gegen die Deutſchnationalen, die, je nachdem ſie in der Regie=
rung
ſäßen oder nicht, die ſanfte Violine ſpielten oder die kriegeriſche
Pauke ſchlügen. Die wenig befriedigende jüngſte Entwicklung der Lo=
karnopolitik
ändere nichts daran, daß mit dieſer Politik Fortſchritte
gemacht worden ſeien und daß jeder Frieden oder jede Kriegsyefahr
mehr als bisher zur Angelegenheit aller Völker geworden ſei. Was die
Abrüſtung angehe, ſo ſei dies keine Kardinalfrage für das deutſche Volk.
Selbſt wern die Abriſtungskonferenzen mehr Erfolg haben würden, ſo
würden dennoch die Unterſchiede in der Rüſtung zwiſchen Teutſchland
und den anderen Mächten immer noch ſehr groß ſein. Wihriger als
die Abrüſtungsfrage ſei die Förderung des Ideals der iniernationalen
Gerichtsbarkeit. Der Kellogg=Pakt dürfe nicht überſchätzt werden. Er
ſei eine ſchöne und gute Geſte, aber er habe noch manche Mängel. Das
Wichtigſte an ihm ſei aber, daß die Völker hinter ihm ſtänden, und
nicht nur die Regierungen, ſondern auch die Völker den Oieg als
Verbrechen bekämpften.
Abg. Emminger (B.V.P.) äußerte ſich zunächſt ausführlich
über die Bedeutung des Kellogg=Paktes, die ſeiner Meinung nach ſehr
umſtritten ſei. Wenn der Pakt auch einen gewiſſen Fortſchritt bedeute,
ſo mache er doch nicht jede Rüſtung in Deutſchland überflüſſig. Auch
der Völkerbund ſtehe in einer Kriſe, namentlich infolge des Verſagens
der Abrüſtungspolitik. Was den Locarnopakt angehe, ſo habe deſſen
fundamentaler Teil durch die letzten Ereigniſſe einen ſtarken Stoß er=
litten
, aber ſeine reale Seite ſei unverändert geblieben, wenn wir in
der jetzigen Situation für die Forderung nach Freiheit, Frieden und
Gleichberechtigung einträten, ſo würden wir auch diesmal Herr der
außenpolitiſchen Lage werden.
Zum Schluß der Sitzung ſprachen noch die Vertreter der kleineren
Parteien. Abg. Graf zu Reventlow (N.S.) begründete das Miß=
trauensvotum
ſeiner Fraktion. Abg. v. Shbel (Chr. Bauern)
prach ſich gegen jeden Kuhhandel in der Näumungs= und Reparations=
frage
aus, während Abg. Dr. Beſt /Volksrechtpartei) verlangte, daß
bei den kommenden Sachverſtändigen=Verhandlungen zur Reparatruns=
regelung
auch die Aufwertungsfrage einbezogen werden müſſe.
In einer perſönlichen Bemerkung ging dann Abg. Dr. Schrei=
ber
(Ztr.) auf gewiſſe Aeußerungen des Abg. Dr. Breitſcheid ein
über die Perſonalpolitik des Zentrums bezüglich des Auswärtigen
Amtes. Der Redner betonte, daß da3 Zentrum allerdings das kultu=
relle
Moment im Dienſte des Auswärtigen Amtes mehr als bisher
betont wiſſen möchte. Das Zentrum wolle nicht, daß im Auswärtigen

Amte ſozuſagen Familien=Fideikommiſſe errichtet würden. Auc bei
den diplomatiſchen Vertretungen Deutſchlands im Auslande müßten
die Imponderabilien der Weltanſchauung zur Geltung gebracht wer=
den
. Die Katholiken, die beſonders im Grenzland und im Auslande
eine große Kulturmiſſion zu erfüllen hätten, ſeien der Anſicht, daß man
dieſe Imponderabilien nicht außeracht laſſen dürfe.
Nach dieſer Aeußerung Dr. Schreibers ſchritt man zur Abſtim=
mung
über den nationalſozialiſtiſchen Mißtrauensantrag, der in der
namentlichen Abſtimmung mit 219 gegen 96 Stimmen bei 3 Stimm=
enthaltungen
abgelehnt wurde. Dafür ſtimmten mit den National= einer ſehr ſchnellen Veröffentlichung des Entwurfs rechnen zu
ſozialiſten die Deutſchnationalen, die Chriſtliche Bauernpartei und die ſollen. Dieſe Erwartung hat ſich nicht erfüllt. Faſt ſcheint es, als
Kommuniſten. Die Anträge, die ſich auf das beſetzte Gebiet beziehen,
wurden dem Haushaltsausſchuß und dem Auswärtigen Ausſchuß des waren. Wo liegen dieſe Schwierigkeiten? Hat die Kurie neue
Reichstags überwieſen.

nachmittags 3 Uhr.


Regierungsumbildung?


Der Kanzler will verhandeln.
* Berlin, 20. November. (Priv.=Tel.)
In der Wandelhalle des Reichstages wird erzählt wie=
weit
die Regierung dahinterſteht, iſt nicht zu überſehen , daß
der Reichskanzler die Abſicht habe, die Verhand=
nen
Fraktionsführern vertrauliche Beſprechungen zu beginnen.
Herr Müller hat Mut. Aus dem Echo, das am Ende der vorigen
Woche im Reichstag laut wurde, konnte er ſich ſchon davon über=
zeugen
, daß durch die Taktik der Sozialdemokraten die Ausſichten
auf einen Erfolg ſeiner Bemühungen ſehr gering ſind. Wir haben weiſe von Blättern, die den preußiſchen Regierungsparteien nahe=
nicht
ohne Grund ſofort darauf hingewieſen, daß zurzeit von einer ſtehen, mitgeteilt worden. Ob dieſe Mitteilungen zuverläſſig
Befeſtigung der Koalition bei der Stimmung, wie ſie innerhalb
der Deutſchen Volkspartei und des Zentrums herrſcht, nicht die
Rede fein kann. Vorläufig wird man froh ſein, wenn die Regie= treffend. Aber drei dieſer Miteilungen ragen ſo weit hervor, daß
handeln, ein Arbeitsprogramm für die nächſten Wochen aufzu=
Geldquellen zur Ausbalancierung des neuen Etats entſchieden
werden muß.
Das verſchleierte Deſizit.
erfreulicher Pünktlichkeit ſeinen Haushaltsplan für das kommende wird es ſich natürlich im Konkordat nur um katholiſche Kinder und
Rechnungsjahr zum Abſchluß gebracht und dem Staatsrat zu= Lehrer handeln. Es wäre alſo an ſich denkbar, daß die evangeliſche
geleitet. Der Voranſchlag balanziert in Einnahmen und Aus=
gaben
mit 4 171 984 480 RM. Das bedeutet gegenüber dem letzten Aber wahrſcheinlich iſt das doch nicht. Die Schulfrage iſt doch
in Einnahmen 3,927 Milliarden, an Ausgaben 3,843 Milliarden liſchen Seite hin würde immer die Geſamtlöſung beeinfluſſen.
Mark vor. Bei dem Extraordinarium ſtehen ſich an Einnahmen. Zum mindeſten liegt nahe, daß die evangeliſche Seite auf die
der preußiſche Etat zeigt, ebenſo wie der Reichsetat, ein ſehr er= könnte, wenn ſie ihrerſeits Forderungen anmeldet. Nun muß mit
hebliches Konto für durchlaufende Beträge, da die Steuern vom
Reich an das Land und von dieſem wieder an die Gemeinden gegnen, immer wieder betont werden, daß die evangeliſchen
gezahlt werden. Der bereinigte Bruttohaushalt liegt aber immer
noch über der 2 Milliardengrenze, während der preußiſche Etat eine Stellung zur Schule ſichern zu wollen, wie
von 1913 etwa um 1 Milliarde herum balanzierte.
Beigegeben iſt dem Voranſchlag eine eingehende Denkſchrift,
auch diesmal wieder einen Etat vorlegen muß, der eigentlich ein trauen heraus müſſen ſie natürlich jede Aufnahme eines Schul=
Defizit aufweiſt. Schon im vergangenen Jahr wurde das Gleich= paragraphen in ein Konkordat verabſcheuen. Von hier aus muß
von Reſerven und ähnlichem aufrecht erhalten. Diesmal ſind
nun die Reſte der Betriebsfonds und ſogar Mittel aus der aber, wie begreiflich, ſehr an der Aufnahme von Schulbeſtim=
Subſtanz unter Einnahmen verbucht, um wenigſtens das äußere mungen. Immerhin wird ſie ſich vielleicht ſchließlich doch zufrie=
Gleichgewicht herzuſtellen.

Das Steuervereinheitlichungsgeſetz.
Der noch von dem früheren Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler muß zugeben, daß die Organiſation der Bistumsbezirke in
ſtammende Entwurf eines Steuervereinheitlichungsgeſetzes der Deutſchland nicht glücklich iſt. Sie berückſichtigt zu wenig die
ſeit Jahr und Tag im Reichsrat liegt, ſoll in der nächſten Woche
vom Reichsrat verabſchiedet werden und dann ſofort dem Reichs=
tag
zugehen. Eine Verſtändigung zwiſchen der Reichsregierung
und dem Reichsrat ſcheint nicht in allen Punkten möglich zu
ſein, ſo daß man mit einer Doppelvorlage im Reichstag rechnet.
heit im Reichstag notwendig macht.

Eine iriſche Geſandtſchaft in Berlin.
Das Reichskabinett hat am Dienstag wieder getagt und das
ſchon lange fällige Arbeiterſchutzgeſetz verabſchiedet, das ſofort
dem Reichstag zugeleitet werden ſoll. Daneben wurde auch ein
Nachtragsetat dem Reichstag überwieſen, der im weſentlichen
Perſonalforderungen enthält. Politiſch intereſſant iſt dabei ein
vom Freiſtaat Irland vorliegender Antrag, wonach Ir=
land
eine eigene Geſandtſchaft in Berlin ein=
richten
will. Die Reichsregierung hat dieſem
entſprochen und wird vermutlich, ſobald die etatrechtlichen
Vorausſetzungen geſchaffen ſind, dann auch eine beſondere Ver=
tretung
in Dublin einrichten. Der erſte offizielle Geſandte wird
alſo in Berlin demnächſt ſeinen Einzug halten. Man wird es
verſtehen können, wenn in London dieſer Selbſtändigkeitsdrang
Irlands mit etwas ſcheelen Augen angeſehen wird. Aber Irland
kann ſich auf das Beiſpiel anderer engliſcher Kolonien berufen.
So hat z. B. Kanada ſchon lange in Waſhington eine eigene Ver=
tretung
und auch in Genf hat man bei den Völkerbundstagungen
wiederholt feſtſtellen können, daß die engliſchen Kolonien mit
beſonderer Vorliebe gegen die engliſche Politik arbeiteten. Jeden=
ſalls
iſt die Einrichtung einer eigenen Geſandtſchaft in Berlin
ein wichtiger Schritt in der iriſchen Geſchichte und ein Beweis
dafür, wie langſam aber ſicher Irland ſich aus der engliſchen
Einflußſphäre abzuſondern beginnt.

* Der neueſie Stand
der Konkordatsfrage.
Von
D. Dr. M. Schian.
I.
Wie ſteht es zurzeit um das preußiſche Konkordat?
Der Abſchluß der Verhandlungen, die vom preußiſchen Kul=
tusminiſterium
mit der römiſchen Kurie geführt werden, ſchien
vor einigen Wochen unmittelbar bevorzuſtehen. Man glaubte mit
ſeien gewiſſe Schwierigkeiten aufgetreten, die nicht vorausgeſehen
Dann vertagte ſich das Haus auf Dienstag, den 27. Nov., Forderungen geſtellt? Sind innerhalb des preußiſchen Staats=
miniſteriums
Unſtimmigkeiten bemerkbar geworden? Wirken
etwa die Wünſche auf Verbreiterung der preußiſchen Regierungs=
koalition
hinein? Oder zeigen ſich Wolken am parlamentariſchen
Himmel? Die letztere Vermutung ſcheint zuzutreffen. Man hat
wohl die parlamentariſchen Möglichkeiten für die Annahme durch=
geprüft
, vermutlich auch vertraulich mit einigen Parteien Füh=
lung
genommen. Das Ergebnis war nicht ſo günſtig für die An=
nahme
, als man vorausgeſetzt hatte. Man muß doch annehmen,
daß ſchon die Demokratiſche Partei mindeſtens für den Fall, daß
im Konkordat von der Schule geſprochen wird, große Bedenken
hat. Jedenfalls es iſt nicht ganz glatt gegangen. Ich glaube
lungen über die Bildung der Großen Koalition das als ein Omen nehmen zu dürfen. Eswird auch ſpäter
noch in dieſer Woche zu beginnen und mit den einzel= nicht ſo glatt gehen, wie mancher gemeint hat.
Im deutſchen Volk gehen, zu viele Strebungen, Wünſche und
Pläne durcheinander und widereinander, als daß ein Konkordat
ohne ganz gehörigen Kampf zuſtande kommen könnte.
Einzelheiten aus dem Konkordatsplan ſind bemerkenswerter=
waren
, iſt nicht mit voller Sicherheit feſtzuſtellen. Einige davon
waren anſcheinend nicht oder doch nicht in vollem Umfang zu=
rung
weiter am Leben bleibt. Es könnte ſich höchſtens darum es nützlich ſein mag, für alle Fälle ein paar Worte dazu zu ſagen.
Es ſcheint wirklich, daß wie ich in meinem früheren Artikel
ſtellen, da unter allen Umſtänden die Frage der Oeffnung neuer zur Sache angedeutet hatte das Konkordat nicht ganz an der
Schulfrage vorbeigehen will. Es iſt als gewiß vorauszuſetzen,
daß das in einer vorſichtigen Form geſchehen wird. Aber wenn
die Formulierung auch noch ſo vorſichtig gewählt wird: die
Schulfrage hat in Deutſchland den Charakter eines Sprengſtoffs.
Der preußiſche Finanzminiſter Hoepker=Aſchoff hat jetzt mit Sobald ſie überhaupt angerührt wird, drohen Exploſionen. Zwar
Lehrerſchaft, weil es ſich nicht um ſie ſelbſt handelt, ſtill bliebe.
Etat eine Steigerung um 64,5 Millionen. Das Ordinarium ſieht ſchließlich ein Ganzes. Irgend eine Feſtlegung nach der katho=
244 Millionen und an Ausgaben 382 Millionen gegenüber. Auch Schulbeſtimmungen des evangeliſchen Konkordats hinweiſen
allem Nachdruck feſtgeſtellt und, weil immer wieder Zweifel be=
Kirchen in Preußen gar nicht daran denken, ſich
ſie die katholiſche Kirche erſtrebt. Aber weite Kreiſe
zumal der Volksſchullehrerſchaft werden das Mißtrauen nicht los,
die ſehr nachdenklich zu leſen iſt. Der Miniſter gibt zu, daß er als könnte ſie doch ſolche Forderungen ſtellen. Aus dieſem Miß=
gewicht
nur durch finanztechniſche Kunſtſtückchen, Heranziehung jedem Konkordat, das die Schulfrage berührt, ſcharfe Gegner=
ſchaft
erwachſen, an der es leicht ſcheitern kann. Der Kurie liegt
den geben, auch wenn ſolche fortbleiben. Nach meiner Schätzung
wird erſt dann der Weg für ein Konkordat frei.
Die zweite Frage betrifft die Gründung neuer Bistümer,
beſonders eines Bistums Berlin. Objektive Betrachtung
neueren konfeſſionellen Verſchiebungen in der Bevölkerung. Ber=
lin
iſt klaſſiſches Beiſpiel. Einſt faſt rein evangeliſch, hat es jetzt
etwa 450 000 Katholiken. Wenn nun auch Berlin eine beſondere
Delegatur bildet, ſo unterſtehen die katholiſchen Pfarreien Berlins
Außerdem iſt noch fraglich, ob der Geſetzentwurf verfaſſungsän= doch immer noch dem Bistum Breslau. Man verſteht, daß darin
dernden Charakter beſitzt und deshalb eine qualifizierte Mehr= eine Aenderung erſtrebt wird. So einfach aber, wie die katholiſche
Seite dieſe Sache darzuſtellen liebt, iſt ſie nicht. Man pflegt zu
ſagen, daß die katholiſche Kirche ſich ja auch nicht darum kümmere,
ob auf evangeliſcher Seite ein Generalſuperintendent in Preußen
mehr angeſtellt werde. Aber dieſer Einwand trifft nicht die Sache.
Auch heute noch iſt ein katholiſcher Biſchof ganz etwas anderes
als ein evangeliſcher Generalſuperintendent oder Prälat. Er
wird äußerlich ganz anders ausgeſtattet (Biſchofspalaſt, perſön=
liche
Umgebung, finanzielle Mittel); und er wird auch vom
Staat auch heute noch ganz anders geehrt und ausgezeichnet.
Als Reichspräſident von Hindenburg im September nach Breslau
kam, wurde dem Breslauer Biſchof eine ganz auffallende Vor=
zugsſtellung
eingeräumt; er durfte zunächſt in beſonderem Raum
für ſich allein den Reichspräſidenten begrüßen, während ſämtliche.
übrigen Spitzen der Behörden, auch der evangeliſchen Kirchen=
behörden
, nachher in Maſſe in einem anderen Raum gemeinſam
vorgeſtellt wurden. Der heutige demokratiſche, republikaniſche
Staat, der ſonſt nicht Nang noch Würden anerkennt, der auch
Fürſtentitel und Grafentitel nicht mehr als Standesbezeichnung
nimmt, ſondern nur als Teil des Namens, macht vor den Rang=
anſprüchen
der katholiſchen Kirche Halt! Somit muß man darauf
gefaßt ſein, daß ein Berliner Biſchof bei jedem offiziellen Anlaß
voranſtehen und (nicht wie heute, ſondern wie früher rich=
tige
Fürſten) als Fürſt behandelt würde. Man unterſchätze dieſe
Dinge nicht. Das offizielle Berlin würde bald bei allen großen
Anläſſen ſehr katholiſch ausſehen, und viele Berliner Zeitungen
die Senſationsblätter vor allem! würden von der Schilde=
rung
des Glanzes der katholiſchen Kirche überfließen. Wenn=

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Seite 2

ein Bistum Berlin kommt, ſo müßte feſtgeſetzt werden: völlig
gleiche Behandlung der evangeliſchen und der katholiſchen Kirchen=
oberen
durch Staat und Kommunen.
Endlich die Frage der Vorbildung deskatholiſchen
ölerus. Die deutſchen Staaten haben aus Gründen der natio=
nalen
Einſtellung wie der kulturellen Höhenlage immer größtes
Gewicht darauf gelegt, daß die katholiſchen Prieſter ihre Vorbil=
dung
in Deutſchland, am beſten an einer Univerſität, erhielten.
Wo nicht Univerſitätsbildung üblich war, traten ſtaatliche Hoch=
ſchulen
wie die philoſophiſch=theologiſchen Hochſchulen (früher
Lyzeen) in Bayern oder Prieſterſeminare ein. Welche Mühe
hat ſich im Anfang dieſes Jahrhunderts das Reich gegeben, um
zur Begründung einer katholiſch=theologiſchen Fakultät in Straß=
burg
zu gelangen! Gewiß, dieſe katholiſch=theologiſchen Fakul=
täten
an ſtaatlichen deutſchen Univerſitäten ſtehen, was den Lehr=
betrieb
betrifft, ganz unter der Aufſicht des zuſtändigen Biſchofs;
das hat vor wenigen Jahren der Fall Wittig in Breslau deutlich
gemacht. Aber es ſind doch deutſche Anſtalten. Jetzt ſcheint
das Konkordat in dieſe Ausbildung auf deutſchen Anſtalten eine
Breſche legen zu wollen, indem anſcheinend nicht allgemein,
dielleicht nur für Ordensprieſter die Ausbildung auf einer
päpſtlichen Hochſchule in Rom zugelaſſen wird. Das bayeriſche
Konkordat iſt darin vorangegangen; das preußiſche ſoll folgen.
Eine Beſchränkung dieſer Möglichkeit auf Ordensprieſter würde
nicht allzuviel Gewicht haben; Ordensprieſter können natürlich
nachher in die Weltprieſterſtellen übergehen. Unwichtig iſt dieſer
Punkt nicht; es handelt ſich um das nationale Empfinden der
künftigen katholiſchen Geiſtlichen, alſo der Männer, die die katho=
liſchen
Pfarrgemeinden in Deutſchland zu leiten haben werden.
Dieſe wichtigſten Punkte kurz zu beleuchten, ſchien mir nütz=
lich
. Andere, wie die anſcheinend geplante Aenderung des Rechts=
zuſtandes
bei der Biſchofswahl, ſind gewiß gleichfalls ſehr wichtig;
aber ſie treten immerhin mehr zurück. Auf dieſe anderen Punkte
einzugehen, möchte ich unterlaſſen; um ſo mehr, als alle bisheri=
gen
Nachrichten noch unbeglaubigt ſind. Einige Zeitungsmeldun=
gen
waren auch wohl unrichtig. An ein Bistum Kammin ( Pom=
mern
) ſcheint nicht gedacht zu ſein; ob. ein Bistum Eſſen in
Frage kommt, iſt noch nicht geklärt.
Wichtig iſt noch, daß nach manchen Anzeichen jetzt die Abſicht
zu beſtehen ſcheint, den Namen Konkordat nicht zu gebrauchen.
Ein kleines Entgegenkommen, das lediglich taktiſche Bedeu=
tung
hat.
Nun aber iſt ſeit dem Herbſt eine zweite Reihe von Fragen
entſtanden, die mit dem Konkordat zuſammenhängen. Sie grup=
dieren
ſich um die Hauptfrage: Wie wird ſich der preußiſche Staat,
wenn er einen Vertrag mit der katholiſchen Kirche ſchließt, gegen=
über
den evangeliſchen Kirchen ſeines Gebiets verhalten?
Davon ſoll ein zweiter Artikel handeln.

Vor der 53. Ratstagung im Dezember.
EP. Genf, 20. November.
Auf der Tagesordnung der 53. Tagung des Völkerbundsrats
im Dezember hat das Generalſekretariat nachträglich noch die
Wiederbeſtätigung des Präſidenten und der übrigen vier Mit=
glieder
der Regierungskommiſſion des Saargebietes geſetzt. Der
Rat pflegte ſonſt dieſe Frage in der Märztagung zu behandeln,
doch erfolgt die Wiederbeſtätigung diesmal drei Monate früher,
um die ſonſt zu kurze Friſt von ungefähr 14 Tagen zwiſchen Er=
nennung
und Amtsantritt der Mitglieder der Regierungskom=
miſſion
zu verlängern. Der Völkerbundsrat wird fortan die Er=
nennung
ſtets ſchon in ſeiner Dezembertagung vornehmen.
In der augenblicklichen Zuſammenſetzung der Regierungs=
kommiſſion
des Saargebietes, derem Präſident Sir Ereft Wil=
ton
=England iſt, wird vorausſichtlich keine Aenderung eintreten,
vielmehr dürfte ihr Mandat auf ein weiteres Jahr, vom I. April
1929 bis 31. März 1930 beſtätigt werden.
Die polniſch=litauiſchen Verhandlungen
und der Völkerbund.
Die polniſche Regierung hat heute dem Völkerbundsſekre=
tariat
die Protokolle über die Königsberger Verhandlungen zwi=
ſchen
Polen und Litauen zur Information überſandt. Die Proto=
kolle
über dem Verlauf und die Ergebniſſe der Verhandlungen
und das von Zaleſki und Woldemaras gemeinſam unterzeichnete
abſchließende Protokoll wird den Mitgliedſtaaten des Völker=
bundsrates
offiziell vom Völkerbundsſekretariat zur Kenntnis
gebracht werden. Der Völkerbundsrat wird ſich gemäß ſeinem
Beſchluß vom September im Dezember erneut mit dem Stande
der polniſch=litauiſchen Verhandlungen befaſſen. Die Ergeb=
niſſe
der Königsberger Verhandlungen werden wahrſcheinlich für
den Völkerbundsrat keinen Anlaß zu neuen Beſchlüſſen bieten.
Er wird ſich vorausſichtlich darauf beſchränken, formell den beiden
Parteien die Fortführung der jetzt in Fluß gekommenen direkten
Verhandlungen anzuempfehlen.

Das Buch des Hauſierers Alfred
A. Horn.
Von Gerhard Bohlmann.
Das Leben ſchafft die großen romantiſchen Schickſale und
bringt die ſeltſamſten Begegnungen zuſtande. Zu der Schrift=
ſtellerin
Ethelreda Lewis, die in Südafcika, in Johannesburg,
lebt, kommt eines Tages ein Hauſierer, der mit ſelbſtgeflochtenen
Drahtſachen und ähnlichem Gerät handelt und verſucht, die Frau
zum Kauf eines Bratenroſtes zu bewegen. Wirklich wird der
Handel getätigt, die Dame kommt mit dem weißbärtigen Greiſe
ins Geſpräch, und plötzlich fängt er an, von Afrika zu erzühlen.
Es iſt nicht ſo wunderbar, daß einer in Johannisburg von Afrika
redet, aber die wenigen Worte, die der alte Mann ſpricht, frap=
pieren
. Afrika, liebe Frau, Afrika wie es die Natur geſchaf=
fen
hat, Heimat des ſchwarzen Mannes und des ruhigen Elefan=
ten
. Kein Laut in einer großen Landſchaft um Mittag nur
das Raſcheln der Elefanten im Gras. Ein paar liegen ſtill im
Waſſer, und ich bin der erſte Mann, der ſie in ihrer Glückſeligkeit
belauſcht. Nun iſt es kein Wunder, daß die Schriftſtellerin bei
dieſen Worten aufhorcht; ſie vernimmt mit kundigem Ohre eine
verwandte Sprache, ſie wird geſtaunt haben, wie da aus einigen
Worten eine Stimmung, eine Landſchaft entſteht, Atmoſphäre der
großen Schweigſamkeit, überflimmert von greller Sonne. Es iſt
nicht ſo wunderbar, daß das Geſpräch mit dem Hauſierer weiter
geht, daß er einiges erzählt und noch mehr in der Entfernung
ahnen läßt. Es iſt einer Schriftſtellerin nur natürlich, daß ſie
den alten Hauſierer ermuntert, ſeine Erlebniſſe aufzuſchreiben,
daß der Greis ihr gehorcht und von nun an wöchentlich einmal
erſcheint, um ſeine eigenen Kapitel vorzuleſen. Nach dieſen
Leſungen bringt ihn Frau Lewis zum Sprechen und ſie hat, ein
getreuer Eckermann des Hauſierers Alfred Aloyſius Horn, dieſe
Geſpräche hernach aufgeſchrieben.
Aus dem Ganzen iſt natürlich ein Buch entſtanden, dem
Galsworthy ein Begleitwort ſchrieb, darin er verſichert, A. A.
Horn ſei wirklich der Menſch, als den er ſich dem Leſer vorſtellt.
Das Hauſiererbuch liegt jetzt auch in deutſcher Ueberſetzung unter
dem Titel Abenteuer an der Elfenbeinküſte (Inſelverlag) vor,
es enthält in ſteter Reihenfolge immer ein Kapital Hornſche Er=
zählung
und ein Geſpräch und ſtellt ſich alsbald als eine der
merkwürdigſten Erſcheinungen heraus, welche in den Buchläden
ausliegen. Denn dieſer Hauſierer, im St. Edwards College in
Liverpool als Kaufman erzogen, wird einer der verwegenſten
Abenteurer geweſen ſein, we
der Elfenbeinküſte Afrikas, im

Mittwoch, den 21. November 1928

Vom Tage.
Der Neſtor der deutſchen Induſtrie, Geh. Baurat
Dr.=Ing. e. h. Heinrich Ehrhardt, iſt geſtern in Zella=Mehlis
geſtorben. Baurat Ehrhardt, der am 17. November ſeinen 89. Ge=
burtstag
feiern konnte, war Ehrenbürger der Städte Düſſeldorf und
Zella=Mehlis.
Die Handelsvertrags=Verhandlungen zwiſchen
Deutſchland und Eſtland wurden geſtern in Reval aufge=
nommen
.
Selma Lagerlöf wurde zu ihrem 70. Geburtstage von
der philoſophiſchen Fakultät der Univerſität Greifswald die
Doktorwürde ehrenhalber verliehen.
Eine Sitzung der ſozialdemokratiſchen Nationalräte und Bundes=
räte
hat die vom Bundeskanzler Dr. Seipel im öſterreichiſchen
Nationalrat geſtellten Anträge auf Verfaſſungsänderung und die
dadurch ermöglichte Verlängerung der Amtszeit des Bun=
despräſidenten
Dr. Hainiſch einſtimmig abgelehnt.
Durch dieſe Stellungnahme der Sozialdemokraten iſt alſo die vorge=
ſchlagene
Verfaſſungsänderung gefallen und die Wahleines neuen
Bundespräſidenten notwendig geworden.

* Heſſiſche Politik.
Der Stellenplan im Finanz=Ausſchuß.
Der Finanzausſchuß begann geſtern mit der Beratung des Stellen=
planes
. In der Generaldebatte wurde von einzelnen Parteien noch
Aufklärung gewünſcht, namentlich über die Art der Einreihung der Be=
amten
in die verſchiedenen Beſoldungsgruppen, oder ob Alter, Tüchtig=
keit
uſw. berückſichtigt worden ſeien. Die Regierung erklärte u. a., daß
die Einſtufung bei den unteren Beamten zur Hälfte in die niedrigeren
und zur Hälfte in die höheren Gruppen erfolgt ſei, bei den mittleren
Beamten zu einem Viertel in die höhere und zu drei Vierteln in die
unteren Klaſſen, bei den oberen Beamten zu einem Sechſtel in die höhe=
ren
und zu fünf Sechſteln in die unteren Beſoldungsklaſſen. Allerdings
ſei das Verhältnis nicht ſtreng durchgeführt worden. Der Ausſchuß be=
ſchloß
dann in Anbetracht der zahlreich vorliegenden Anträge aus den Kommiſſion nicht möglich ſind. Damit wird dann wohl dieſes
perſonen, die eine Aenderung der Beſoldungsordnung ſelkſt notwendig
machen würden, mit zehn gegen drei Stimmen (Demokraten, Volkspartei
und Kommuniſten), daß alle Anträge und Vorſtellungen, die eine Aende=
rung
der Beſoldungsordnung zur Folge haben würden, zurückgeſtellt
werden, bis eine Novelle zur Abänderung der Beſoldungsordnung ein=
gebracht
wird.
Bei der Beratung der einzelnen Kapitel wurde zu Kap. 1 (Forſt=
und Kameralverwaltung) von dem Abg. Dr. Keller (DVP.) beantragt,
die Förſter in die Beſoldungsgruppen 4e, 5 und 6 zu dritteln; der An=
trag
wurde abgelehnt, ebenſo ein Antrag Reiber (Dem.), in die Gruppe einen Seite die alliierten Sachwverſtändigen, auf der anderen Seite
ren. Die Kapitel 3 (Kameralgüter und Bauverwaltung), 4 (Weinbau= Löſung ihrer Aufgaben herangehen, dann iſt es eigentlich un=
domänendirektion
) und 5 (Braunkohlenbergwerke), werden in der Regie=
rungsfaſſung
angenommen. Bei Art. 6 (Salzwerk und Badeverwaltung
Bad=Nauheim), wird ein Antrag Lux (Soz) angenommen, bei den Gra=
dier
= und Werkmeiſtern zwei Stellen zu ſchaffen und bei den Werkmeiſtern
in Gruppe 49 ſtatt drei nur zwei Stellen zu bewilligen. Das Kapitel
ſelbſt wurde angenommen. Auch Kap. 6a (Bad Salzhauſen) fand Zu=
ſtimmung
in der Regierungsfaſſung. Der Ausſchuß bertagte ſich dann
auf Mittmoch.
Oas Gewerbeſchulgeſetz im Geſetzgebungs=
ausſchuß
verabſchiedet.
Der Geſetzgebungs=Ausſchuß des Heſſiſchen Landtages beendete am
Ausnahme des Artikels 8. (Eltern= und Schülerbeiräte), der bis zur
zweiten Leſung am Donnerstag zurückgeſtellt wurde. Im allgemeinen
wurde der Entwurf in der Regicrungsfaſſung angenommen, wenn auch
bei einiger Artikeln redaktionelle Aenderungen erfolgten. So wurde hei
Art. 19 ein Antrag Niepoth=Kaul angenommen, der die Umzugskoſtem
der Lehrer auf die vom Staat zu tragenden perſönlichen Koſten über=
nimmt
. Außerdem fand ein Antrag Niepoth Annahme, daß für Lehr=
kräfte
, die auch an Fortbildungsſchulen uterrichten, der Staatszuſchuß chill, die engliſche Regierung verzichte auf keine
eine Erhöhung erfahren ſoll. Bei Art. 2 wurde die vom Landbund
beantragte Streichung des Artikels, der die Koſtenverteilung für die
Jehre 1923/27 regelt, abgelehnt, desgl. der volksparteiliche Antrag, die
Regelung für das Jahr 1923 zu ſtreichen.
Der Ausſchuß beginnt am Mittwoch mit der Beratung des neuen
Kirchenſtener=Geſetzes.
Dr. Joſef Schmitt *
Mainz, 20. November.
Im Alter von 73 Jahren ſtarb am Sonntag Geheimer
Juſtizrat Dr. Adam Joſef Schmitt, der ſeit 1881 hier als Rechts=
anwalt
tätig war und als heſſiſcher Zentrumsführer in ſeiner
Eigenſchaft als Stadtverordneter, Landtags= und Reichstags=
abgeordneter
früher eine politiſche Rolle ſpielte. Er war auch
Mitglied der Nationalverſammlung und ehemals Präſident des
Heſſiſchen Landtags. Anläßlich ſeines Ablebens haben der heſ=
ſiſche
Staatspräſident Adelung ſowie Finanzminiſter Kirnberger / Sonntag im Mai 1929 abzuhalten. Es war bekanntlich eine zeit=
dem
Sohn des Verſtorbenen ihr herzliches Beileid übermittelt. lang die Rede davon, ſie zu verſchieben.
Mündungsgebiet des Ogowe, des Muni und des Ngunie jemals
Elefantenzähne gehandelt haben.
Vor allem, er war einer der erſten, oft der erſte Weiße, der
in dieſe Regionen kam; ja, er kennt dieſe Striche noch in dem
paradieſiſchen Zuſtand, der Urſprünglichkeit, und er war eine
kühne Geſtalt mit blondem Haarſchopf, Verkörperung norman=
niſchen
Piratentums, das plötzlich in die ſchwarze Welt einbricht.
Was alles hat er geſehen! Er kennt die Geheimniſſe der großen
Elefanten, der Medizinmänner, die Tricks der Zauberdoktoren,
er entführt die weiße Göttin, beſteht Schlachten, jegt Leoparden
und Tiger, dringt in die Myſterien der Götter, ſieht Tänze und
Kriegsſpiele, die vor ihm kein Weißer erblickt, wird als einziger
Europäer in die Blutsbrüderſchaft der Schwarzen aufgenom=
men
, er trinkt mit den Negern, handelt, prügelt und ſchießt ſich
mit ihnen das alles erzählt er in dieſem Buch.
Montag, wenn es dort etwas leerer iſt, er beſchwört die Bilder
ſeiner goldenen Jugend in einer Umgebung, welche ihn ſein
Alterselend um ſo härter fühlen läßt. Trotzdem iſt in dieſen Er=
zählungen
keine Spur von Bitterkeit, kein Wort des Grolls, kein
Hadern gegen das Schickſal er hat die große Ruhe und Ein=
ſicht
gewonnen, und wenn er dann gar zu ſprechen beginnt
(zugegeben auch, daß Frau Lewis dieſe Neden durchgearbeitet
haben wird), eröffnen ſich erſt die Quellen dieſes Mannes, der,
nennen wir ihn mit dem ſiets mißbrauchten Worte, ein Charakter
iſt. Da ſind dann ſeine Worte von dem Hauch des Unnennbaren
umflimmert, welches Wortgefüge zu dichteriſchem Ausdruck ver=
edelt
, dann wirft er für Augenblicke die Shalen des Limpopo
Jack, des alten Drahtbinders ab und verwandelt, ſich in den vollen Berufes ſtandhaft beſteht, mit dem Endreſultat einer guten
blondſchöpfisen Wikinge= zurück, deſſen junge Augen die Wunder und reichen Heirat. Selbſtverſtändlich geht das nicht ohne komiſche
der heißen Natur ſchauten. Dann iſt die Gegenwart vergeſſen
und das Herz des greiſen Hauſierers, der ſein Leben auf fremder
Erde beſchließen muß, fliegt den beiden leuchtenden Polen wie dieſer. Corinne Griffith iſt eine ganz entzückende Toni
ſeines Daſeins zu, der heimatlichen Lancaſhire=Erde und der
unberührten afrikaniſchen Steppe und dem Frieden, der vor
einem halben Jahrhundert über ihr waltete. Mit einer fanati=
ſchen
Vieſeſſenheit hat er ſich an die Niederſchrift ſeines alten
Lebens zemacht, als müßte er noch vor ſeinem Ende ſeine Ernte
haſtig in die Scheuer bergen. Ein hartes Leben voller Abenteuer
und Gefahren. Jetzt, da dieſer Menſch ſiebzig Jahre geworden
iſt, gehr ein Buch von ihm in die Welt, überſchwemmt England,
wird von Galsworthy empfohlen, ins Deutſche überſetzt. Ironie
des GHeſchieks: was dieſer Abenteuer=Dichter vor dreißig Jahren
häite ſchreiben können, unbeſchwert von der Qual ſeines Ver=
falls
, ahnt man noch hinter dieſen Schilderungen. Er wäre viel=
leicht
einmal der Dichter Afrikas geworden. Jetzt iſt er der

Nummer 324
* Die Verhandlungen über die Ein=
berufung
der Reparations=Konferenz.
Ein unerfreuliches Omen.
Man wird nicht behaupten können, daß die Verhandlungen
über die Einberufung der Reparationskonſerenz beſonders raſch
oder beſonders erfreulich verlaufen wären. Immerhin nähern
ſie ſich ihrem Abſchluß, allerdings nur in der Form, daß über
die entſcheidenden ſachlichen Fragen eine Verſtändigung nicht er=
zielt
worden iſt. Wir haben den deutſchen Standpunkt und die
Meinungen unſerer Gläubigerſtaaten ſo oft gekennzeichnet, daß
darüber nichts Neues mehr zu bemerken iſt. Schließlich dreht ſich
alles um die eine Frage, daß England und Frankreich
das Mandat der Kommiſſion beſchränken wol=
len
, indem ſie in das Programm bereits ihre Forderungen als
Minimalforderungen hineinmauern wollen, während Deutſchland
darauf beſteht, daß der Auftrag der Kommiſſion unbegrenzt dahin
gehen ſoll, genau wie es in Genf beſchloſſen wurde, eine end=
gültige
und vollſtändige Löſung zu finden. Deutſchland hat aber
jedes Entgegenkommen abgelehnt und hat es auch abgelehnt, die
Auffaſſung Englands und Frankreichs offiziell zur Kenntnis zu
nehmen. Paris und London haben daher den Ausweg beſchrit=
ten
, daß ſie der deutſchen Regierung angeblich aus Courtoiſie
Denkſchriften übermittelten, die zwiſchen ihnen ausgetauſcht
wurden. Sie wollten uns alſo wenigſtens offiziell in Kenntnis
ſetzen, daß für ſie eine Löſung nicht in Frage kommt, die ihnen
nicht die Bezahlung ihrer Schulden bei Frankreich noch ein
Zuſchlag für den Wiederaufbau ſichert. Eine ſolche Kenntnis=
nahme
iſt an ſich noch keine Bindung. Trotzdem hat, ſoweit wir=
wiſſen
, die deutſche Regierung den beteiligten Staaten bereits
eine Gegendenkſchrift zukommen laſſen, worin noch einmal aus=
führlich
die Gründe mitgeteilt worden ſind, aus denen heraus
für uns irgendwelche Zugeſtändniſſe vor dem Zuſammentritt der
Parteien und den dielen Vorſtellungen von Verbänden und Privat= Kapitel abgeſchloſſen ſein. Jedenfalls erwartet man an den amt=
lichen
Berliner Stellen in den nächſten Tagen die eigentlichen
Antworten der 5 Mächte, worin ſie ſich mit dem Zuſammentreten
der Konferenz einverſtanden erklären, ihre Delegierten benennen
und gleichzeitig auch einen Tagungsort vorſchlagen. Dann wird
es wohl kurze Zeit dauern, bis die letzten techniſchen Zweifel ge=
klärt
ſind und die Kommiſſion könnte mit ihrer Arbeit beginnen.
Es bleibt aber ein unerfreuliches Omen, daß eine Verſtändigung
über die Hauptfrage nicht zu erzielen war. Wenn alſo auf der
A 4e 70 Förſter, in Gruppe 5 20 und Gruppe 6 146 Förſter einzurangie= unſere Experten mit ganz verſchiedenen Auffaſſungen an, die
vermeidlich, daß daraus ſpäter, wenn ein Ergebnis vorliegt, das
der Zuſtimmung der verſchiedenen Regierungen unterbreitet wird,
Weiterungen entſtehen.
Die engliſchen Schuldenzahlungen.
EP. London, 20. November.
Die Frage der Rückzahlung der interalliierten Schülden
ſpurde heute im Unterhaus durch Anfragen eines Liberalen und
eines Arbeiterparteilers erneut aufgeworfen. Churchill erklärte,
daß die Jahreszahlungen Englands an die Ver=
einigten
Staaten 33 Millionen Pfund betragen.
Dienstag die Eiuzelberatung des Geweube= und Kunſtſchul=Geſetzes mit / Dem ſtänden an Jahreseinnahmen von den europäiſchen Schuld=
nern
gegenüber 12,8 Millionen Pfund und die deutſchen Dawes=
zahlungen
in Höhe von 19 Millionen Pfund. Die Zahlungen an
Amerika würden ſich im kommenden Jahre erhöhen, doch würden
auch die Einnahmen von den Schuldnerſtaaten entſprechend ſtei=
gen
. Auf die Anfrage, ob die engliſche Regierung beabſichtige,
auf ihre Forderungen an Rußland zu verzichten erwiderte Chur=
Forderung, die ſie gegen irgendjemand habe;
Franzöſiſcher Miniſierrat.
EP. Paris, 20. November
Im MiniſterratcDn heute vormittag berichtete Poincaré
über ſeine letzte Untertg ung mit dem engliſchen Botſchafter,
Sir William Tyrrell. Der Rat hat entgegen den Erwartungen
die Sachverſtändigen für das Reparationskomitee noch nicht er=
nannt
. Poincaré erklärte, daß dies erſt möglich ſei, nachdem
Deutſchland auf das letzte Memorandum der franzöſiſchen Regie=
rung
geantwortet habe.
Briand ſprach über die Lage, wie ſie durch die Demiſſion
von Paul=Boncour und Jouhaux geſchaffen wurde. Auf ſeinen
Antrag wurde beſchloſſen, die beiden Delegierten vorläufig im
Völkerbund nicht zu erſetzen. Dann beſchloß der Rat, die Ge=
meindewahlen
wie verfaſſungsmäßig vorgeſehen, am erſten
Schriftſtellerin, von Herzen dankbar, daß er überhaupt nur in
dieſer Weiſe ſein Leben hat erzählen dürfen. Das ſind ſeine
letzten Worte: Sie haben einen Sonnenſtrahl in das Leben
eines alten Mannes gebracht, liebe Frau. Ja, ja. Und das alles
kam von dem Bratenroſt, den ich an einem Sonntag morgen in
meinem Zimmer geflochten habe, ohne ſeine wunderbaren Eigen=
ſchaften
zu ahnen. Ich wußte, daß Sie ihn nie brauchen würden.
* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
Helia
bringt zwei gute Großfilme zu gleicher Zeit. Nach den letzten
Spielplänen eine ſehr angenehme Abwechſlung. Der Garten
Eden, nach dem gleichnamigen Luſtſpiel von Rudolph Ber=
nauer
und Rudolf Oeſterreicher, hat unter der Regie von
Er ſchreibt in ſeinem Aſyl. zu Johannesburg, immer am Lewis Mileſtone eine ganz ausgezeichnete Verfilmung erfah=
ren
. Es iſt ein Film ſchöner, wirkungsvoller und hochkünſtleriſcher
Bilder geworden. Es iſt aber auch ein Film, in dem die Hand=
lung
bei einer ganz ausgezeichneten Beſetzung der tragenden Rol=
len
ſehr gut und ſehr flott abgerollt wird. Die Handlung ſelbſt
iſt aus der Aufführung des Theaterſtückes in Darmſtadt wohl
noch in Erinnerung. Die verarmte Baronin iſt fünfzig Wochen
im Jahre Garderobiere in einem Budapeſter Varieté, aber zwei
Wochen verbringt ſie in Monte=Carlo als Baronin, genau wie in
früheren, beſſeren Jahren. Toni wird ihr vom Schickſal in die
Arme geworfen. Sie iſt ein nettes kleines Wiener Mädel, die
Opernſängerin werden möchte und alle Gefahren dieſes dornen=
und tragiſche Zwiſchenfälle vor ſich, ſelten aber iſt ein Film ſo
ausgezeichnet aufgenommen worden und wird ſo flott geſpielt
mit Temperament und Charme, liebenswürdig und eindrucksvoll
im Spiel. Louiſe Dreſſer mimt die Baronin=Garderobiere ſehr
wirkungsvoll, ſehr vornehm und zurückhaltend in beiden Rollen.
Lowell Shermann iſt ſehr vornehm als Lebemann und Ver=
führer
, Edtoard Martindel eine ausgezeichnete Figur als
Oberſt Dupont und Charles Ray ein ſehr guter Bonvivant.
Die Dame mit der Maske, der zweite Großfilm mit
Arlette Marſchall, Heinrich George und Wladimir Gai=
darow
in den Hauptrollen, behandelt ebenfalls ein Mädchen=
ſchickſal
. Mit ihm iſt verknüpft das Schickſal Tauſender aus der
Inflationszeit. So iſt dieſer Film gleichzeitig ein Kulturausſchnitt
und iſt als ſolcher von beſonderem Wert, zumal die ſchauſpiele=
riſchen
Leiſtungen ganz erſtklaſſig ſind.

[ ][  ][ ]

Nummer 324

Mittwoch den 21. November 1928

Seite 3

Angünſtige Wendung im Eiſen=Konſlikt.
Die Düſſeldorfer Einigungsverhandlungen unterbrochen. Das Angebot der
Arbeitgebervertreter abgelehnt. Neue Verhandlungen erſt nach der Entſchei=
dung
des Landesarbeitsgerichts. Geringe Ausſicht auf eine Verſtändigung.

Der Perlauf der Düſſeldorfer
Verhandlungen.
Nach ſechstägigen Bemühungen wiederum am
Ausgangspunft des Streites.
Eſſen, 20. November.
Ueber den Verlauf der gemeinſamen Verhandlungen, die am
Samstag erſtmalig unter dem Vorſitz des Regierungspräſidenten
in Düſſeldorf Arbeitgeber und Arbeitnehmer zuſammenführten,
wird von Arbeitgeberſeite folgende Darſtellung gegeben: Die
auf Vorſchlag des Regierungspräſidenten gebildete kleine Ver=
handlungskommiſſion
, die von Geweilſchaftsſeite entſprechend der
Wichtigkeit der Verhandlungen mit erſten Vertretern beſetzt
wurde, war ſich im Laufe des Samstags über Form und Inhalt
einer abſchließenden Vereinbarung grundſätzlich einig geworden.
Schon zu Mittag herrſchte unter den Parteien völliges Einver=
ſtändnis
darüber, daß der Rechtsſtreit über den Schiedsſpruch nur
noch wegen der Grundſätzlichkeit der Rechtsfrage durchgeführt,
daß aber andererſeits unbeſchadet des Ausganges des
Gerichtsverfahrens eine endgültige Regelung
der Lohn= und Arbeitszeitfrage jetzt ſofort ge=
troffen
werden ſollte. Dementſprechend haben die Juri=
ſten
beider Parteien am Samstag nachmittag einſtimmig der Ver=
handlungskommiſſion
folgenden Vorſchlag unterbreitet: Beide
Parteien ſind ſich darüber einig, daß wegen der grundſätzlichen
Bedeutung der im Urteil des Duisburger Arbeitsgerichts vom
12. November entſchiedenen Rechtsfrage ein Intereſſe daran be=
ſteht
, dieſen Rechtsſtreit bis zur letzten Inſtanz durchzuführen.
Andererſeits erkennen beide Parteien an, daß für die Wieder=
aufnahme
der Arbeit ſchon jetzt klare Verhältniſſe geſchaffen wer=
den
müſſen. Auf der Grundlage und im Rahmen dieſer Ueber=
einkunft
wurden die weiteren Parteiverhandlungen am gleichen
Tage fortgeſetzt. Man fand in beiderſeitigem Einverſtändnis eine
Lohnregelung für die Zeit bis zum rechtskräftigen Abſchluß des
Verfahrens wie auch für die Zeit nach einer rechtskräftigen Ent=
ſcheidung
. Beſonders erfreulich war dabei, daß Art und Ausmaß
der Lohnfeſtſetzung für die Zeit nach der rechtskräftigen Entſchei=
dung
ſich im weſentlichen einem von den drei Gewerkſchafts=
vertretern
unterbreiteten Gegenvorſchlag anpaßten. Darauf trat
man in die Beratung der Arbeitszeitfrage ein, mit dem Ergebnis,
daß von den Arbeitgebern in gewiſſem Umfange Arbeitszeit=
verkürzungen
zugeſtanden wurden.
Die Vertreter der Gewerkſchaften erklärten
die ſo gefundene Grundlage in der Lohn=
und Arbeitsfrage für ein brauchbares Ver=
handlungzergebnis
.
Sie würden ſich perſönlich dafür einſetzen. Von beſonderer Be=
deutung
iſt die Tatſache, daß dieſes Ergebnis ohne jede Mitwir=
kung
des neutralen Vermittlers in unmittelbarer freier Verſtän=
digung
zwiſchen den Parteivertretern der Verhandlungskommiſ=
ſion
erzielt wurde. Das befriedigende, inzwiſchen ſchriftlich for=
mulierte
Ergebnis der langwierigen Kommiſſionsverhandlungen
wurde dem Präſidenten Bergemann übergeben. Unter ſeinem
Vorſitz fand dann eine Schlußverhandlung ſtatt, nachdem die
Parteien die Pauſe dazu benutzt hatten, ihre Freunde von den
Verhandlungen in Kenntnis zu ſetzen. In dieſer Schlußſitzung
wurde über das erzielte Ergebnis allſeitig Genugtuung geäußert.
Regierungspräſident Bergemann übergab darauf der Preſſe am
Samstag abend unter Zuſtimmung beider Parteien die bekannte
Erklärung. Mit Rückſicht auf die vorgeſchrittene Zeit beantragten
die Gewerkſchaftsvertreter am Montag vormittag in einem etwas
erweiterten Kreiſe, zur Ueberprüfung der Verhandlungsergebniſſe
eine Zwiſchenlöſung des Entwurfs dieſer Vereinbarung. Alle
Verhandlungsteilnehmer ſtanden zweifellos unter dem Eindruck,
daß am Montag die im Grundſatz von beiden Parteien gebilligte
Vereinbarung ohne weſentliche Aenderungen endgültig abgeſchloſ=
ſen
werden würden und daß damit der Streik beendet ſei. In

den am Montag vormittag in dem vorgeſehenen größeren Kreis
gemeinſam fortgeführten Verhandlungen wurde
das bisherige Ergebnis der Verhandlungs=
kommiſſion
wider alles Erwarten von den
Gewerkſchaften völlig desavouiert.
Die neu hinzugezogenen Gewerkſchaftsvertreter erklärten, daß ſie
ſich in keiner Weiſe das Verhandlungsergebnis vom Samstag zu
eigen machen könnten. Sie müßten vielmehr darauf beſtehen, bis
zur Rechtskraft des Urteils lediglich ein Proviſorium zu ſchaffen
und je nach dem Ausgang des Rechtsſtreites den Schiedsſpruch
durchzuführen oder aber in erneute Verhandlungen einzutreten.
Damit wurde der am Samstag gemeinſam gefundene endgültige
Weg zu einer grundſätzlichen Löſung und das klare Ergebnis der
Verhandlungen von den Gewerkſchaften völlig preisgegeben. Man
ſtand ſomit nach den ſechstägigen Einigungsverhandlungen wie=
derum
am Ausgangspunkt des Streites.
*Die Abſage des Metallarbeiter=Verbandes.
Es kann keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Düſ=
ſeldorfer
Einigungsverhandlungen im nordweſt=
deutſchen
Eiſenkonflikt bis jetzt geſcheitert ſind. Ob end=
gültig
alle Ausſichten auf eine Verſtändigung geſchwunden ſind,
wird die nächſte Sitzung zu ergeben haben, die urſprünglich auf
kommenden Montag anberaumt war, die aber auf das Betreiben
der Gewerkſchaften hin auf einen noch unbekannten Termin ver=
ſchoben
werden mußte, weil die Gewerkſchaften zunächſt erſt ein=
mal
die Berufungsverhandlungen vor dem Lan=
desarbeitsgericht
in Duisburg vorübergehen laſſen
wollen, die auf den 24. November anberaumt ſind. Offiziell
gelten die Bemühungen des Regierungspräſidenten Bergemann
noch nicht als geſcheitert. Wenn man ſich aber die Stellungnahme
des ſozialdemokratiſchen Metallarbeiterverbandes vor Augen hält,
gewinnt man ein ganz anderes Bild von der Lage.
Es muß vorweg eingeſchaltet werden, daß am Freitag
abend tatſächlich ein fix und fertiges neues Lohnabkommen
abend tatſächlich ein ſix und fertiges neues Lohnabkom=
men
vorlag, mit dem ſowohl die Vertreter der Induſtriellen
als auch die Beauftragten der Gewerkſchaften einverſtanden
waren. Das Abkommen ſah gewiſſe Lohnerhöhungen
und auch Zugeſtändniſſe in der Arbeitszeitfrage
vor. Seine endgültige Annahme ſollte in der leider wieder auf=
gegebenen
Montagſitzung erfolgen, während inzwiſchen die Ar=
beitnehmervertreter
ſich bei ihren Gewerkſchaften Rückendeckung
ſuchen wollten. In Form einer Urabſtimmung iſt das nicht er=
folgt
, es hat lediglich eine Geſchäftsführerkonferenz
des Deutſchen Metallarbeiterverbandes ſtattge=
funden
. Ofſenbar hatten aber die Geſchäftsführer weitgehende
Vollmachten. Jedenfalls heißt es in dem Düſſeldorfer Telegramm
des Vorwärts wörtlich: Die Konferenz nahm von
dem Angebot der Arbeitgebervertreter Kennt=
nis
und trat in eine eingehende Ausſprache über die Lage
ein, die nach allgemeiner Auffaſſung bisher keine weſent=
liche
Aenderung gegenüber der vor der Vermitt=
lungsaktion
des Regierungspräſidenten be=
ſtehenden
Situation aufweiſe‟. Daraus muß man
ſchließen, daß die Geſchäftsführerkonferenz bei den Metallarbei=
tern
ſozialdemokratiſcher Richtung das einzig maßgebende Gre=
mium
war, das nunmehr einen abſchlägigen Beſcheid gegeben
hat. Der Regierungspräſident legt zwar Wert auf die Feſtſtel=
lung
, daß die Fäden noch nicht abgeriſſen ſind. Nach
der Abſage des deutſchen Metallarbeiterver=
bandes
beſteht jedoch keine Hoffnung mehr, daß es möglich iſt,
am Verhandlungstiſche zu einer Einigung zu kommen. Auch der
Regierungspräſident ſelbſt iſt ſehr peſſimiſtiſch, während Herr
Wiſſel geradezu peinlich von dem Vorgehen der Metallarbeiter=
vertreter
berührt ſein ſoll. Angeſichts der ungünſtigen
Wendung der Dinge an der Ruhr wird man ſich auf
eine weitere Ausdehnung des Kampfes gefaßt
machen müſſen.

*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Dienstag, den 20. November.
Drei Pantomimen
Der Leierkaſten, Pantomime v. Cläre Eckſtein, Muſik v. Jaap Kool.
Der arme Guerino, Pantomime von Renzo Maſſarani.
Der Ochſe auf dem Dach, Pantomime von Cläre Eckſtein,
Muſik von Milhaud.
Die Stoffe zu den drei fleißig angeprieſenen Pantomimen
ſind allerdings ſehr unkompliziert. Der Leierkaſten iſt ein
Schaubudenerlebnis, Der arme Guerino ein Märchen, Der
Ochſe auf dem Dach warum der franzöſiſche Titel auf dem
Zettel? ein Detektiv=Film. Die Handlungen ſind ſtark verſchie=
denartig
, aber jede doch recht dünn und ſeelenlos gefaßt. Man
erwartet gewiß keine Problematik, aber doch etwas mehr Geiſt.
Beſonders leer wirkte der Guerino und war ſicher der Urauf=
führung
nicht wert, trotz des Einſatzes eines Tenors, unſeres
Herbert Grohm, und Hermann Gallingers als Auch=
ſänger
, beide als Conferenciers, und vieler realiſtiſcher Zutaten.
Der Ruhm von Strawinſkis Geſchichte des Soldaten hat den
Verfaſſer nicht ruhen laſſen; ein ſchwacher Abklatſch von ſüßlich
lederner Epik iſt herausgekommen. Von den Muſiken der drei
Ausländer beſitzen auch nur diefenige von Jaap Kool und von
Darius Milhaud die Kraft, die dürftigen Gerippe lebendig auszu=
füllen
. Die von Maſſarani iſt dünn und fad. Die beiden anderen
macht atonale, dem Jazz naheſtehende Schreibweiſe aktuell und
nicht übel paſſend für die ebenſo nüchternen Stoffe, ihre ſtarke
Rhythmik aber beſonders geeignet zum Tanz, was mir nicht aus=
reichend
ausgenützt ſchien. Denn Tanz iſt die ſchwache Seite unſe=
rer
Tanzgruppe.
Der Inſzenierung dagegen und Koſtümierung war größte
Mühe und Aufwand geſpendet. Die Bühnenbilder. Wilhelm
Reinkings hatten unbedingt einen Zug ins Große und waren
dieſen Stücken aufs Haar genau angepaßt. Ihre beſte Stütze
ſchließlich war die Choreographie Cläre Eckſteins, deren gro=
ber
Erfolg ehrlich anerkannt werden muß. Ihre Regie iſt über=
legt
, großlinig und temperamentvoll. Sie holt aus jedem Stück
das Dramatiſche, Schlagartige, Gegenwartsnahe mit treffſicherer
Dand heraus freilich alles pantomimiſch, weniger tänzeriſch
lüuſtrierend, wobei die Muſik eine begleitende, nicht ausgedeutete
Nolle ſpielt. Cläre Eckſtein, als Organiſatorin wie als Tänzerin,
ſceint weniger muſikaliſch, als dramatiſch veranlagt zu ſein. Ge=
Falten iſt ihr Feld, Tanzen ihre Schwäche. Ihre Abſichten wur=

den von der Tanzgruppe, deren zahlreiche Mitglieder mit ſumma=
riſcher
Anerkennung ſich begnügen wollen, durch ſtraffe Diſziplin,
williges Mitgehen und lebenſprühender Beweglichkeit vortrefflich
unterſtützt. Ihre Geſamtwirkung war, bedingt durch die Wahl
der Stücke, herb, ja derb, unweiblich, ohne Reiz und Anmut, aber
voll draſtiſcher Groteske.
Es wäre lebhaft zu wünſchen, daß unſere Tanzgruppe, die
ſich pantomimiſch als ſtark leiſtungsfähig heute erwieſen hat, ſich
im Tanzen vervollkommnend, mit demſelben Verſtändnis nun
auch für die Oper eingeſetzt werde. Denn die Oper braucht nun
einmal ein Ballett. Und hier hat ſich die Tanzgruppe bisher als
wenig brauchbar, mindeſtens nebenſächlich, oft geradezu ſtörend
erwieſen.
Grundſätzlich iſt über die Pantomime etwa dasſelbe zu ſagen,
wie über das Melodram. Es iſt eine Art Erſatzkunſt, entweder
als wichtiges Hilfsmittel oder in Verbindung mit anderen Kunſt=
arten
für kurze Momente äußerſt wirkſam, ja oft die prägnanteſte
Löſung. Von Zeit zu Zeit erſcheint ſie mit einem ſelbſtändigen
Stück ich erinnere an Die Hand , um bald wieder zu ver=
ſchwinden
, bis ein anderer ſie von neuem hervorholt mit dem=
ſelben
Erfolg. Oberſtes Geſetz der Pantomime iſt Kürze, knappſte
Einfachheit der Handlung. Die Nuancen ſind bald erſchöpft, in
der Wiederholung langweilig, wenn nicht ganz große Künſtler
auf der Bühne ſtehen. Dieſe Gefahr war heute nicht beſchworen.
Und nun folgten ſich gar drei ſolcher gleichartigen Stücke auf=
einander
!
In jedem der drei ſteckt zweifellos ein Teil echtes Theater.
Der ganze Abend aber bleibt ein Experiment, über deſſen Gewinn
die Anſichten geteilt ſind. Wir wünſchen modernen Tanz auf der
Bühne, wobei die Pantomime eine gewiſſe Rolle ſpielt. Wir
wollen eine Reform des Balletts, das ſich ebenſo der Oper einfügt
wie ſelbſtändig tänzeriſch betätigt. Hierfür iſt uns Cläre Eckſtein
doch noch die Beweiſe ſchuldig geblieben. In die muſikaliſche Lei=
tung
hatten ſich die Herren Bamberger und Goldſchmidt
geteilt.
. H.

* Drumm=Quartett.
Preiſend mit viel ſchönen Reden feiert man allenthalben den
hundertjährigen Todestag Schuberts. Die ſchönſte Feier dünkt
uns, das Schaffen dieſes Genies in muſtergültiger Darbietung
dem Volke nahezubringen. Und das tut das Drumm=Quartett,
das im Laufe dieſes Winters einen Schubert=Kammermuſikzyklus
im Kleinen Haus veranſtaltet. Der geſtrige zweite Abend brachte
die Streichquartette E=Dur Opus 125, B=Dur Opus 168 und

Advokatenkniffe.
Von unſerem +=Korreſpondenten.
Rom, Mitte Noveiver.
Ein Beiſpiel aus der Praxis des Staatsfascismus: die ita=
lieniſchen
Anwaltskammern werden fasciſtiſiert. Ein Miniſter=
ratsbeſchluß
ermächtigt die Regierung (alſo Muſſolini ermächtigt
Muſſolini) nochmals, und zwar diesmal ganz gründlich, die
berufsorganiſatoriſchen Angelegenheiten der Rechtsanwälte in
Ordnung zu bringen. Dieſes Beiſpiel, auf deſſen Einzelheiten
gleich eingegangen werden wird, iſt typiſch für die Geſamt=
technik
, mit der die fasciſtiſche Parteimaſchine unter Muſſolini
den fasciſtiſchen Staat und ſeine Untertanen in die Diktatur ein=
ſpannt
. Es iſt aber auch deshalb bezeichnend, weil es ſich auf
einen Berufsſtand bezieht, der im Gegenſatz zum juriſtiſchen
Beamtentum ein freier Stand ſein ſollte. Die Neuordnung für
die Anwälte, die Anfang dieſes Monats ergangen iſt, beſtimmt
nun, daß fernerhin die Hälfte der Mitglieder der Anwaltskam=
mern
von der Regierung nach eigenem Ermeſſen ernannt wird.
Die andere Hälfte der Mitglieder wird von den geſetzlich aner=
kannten
Berufsſtänden, alſo den fasciſtiſchen Syndikaten, geſtellt.
Bisher wurde die eine Hälfte der Mitglieder der Anwalts=
kammern
von den Anwälten ſelbſt, die in den Anwaltsliſten ein=
getragen
waren (alſo wenigſtens formal nicht unbedingt fas=
ciſtiſche
Syndikaliſten zu ſein brauchten), in freien Verſammlun=
gen
gewählt, während die andere Hälfte ſchon ſeit geraumer Zeit
von den fasciſtiſchen Syndikaten der Rechtsanwälte geſtellt wurde.
Durch die Wahl der erſten Hälfte war es immerhin möglich, daß
ein Rechtsanwalt in die Kammer kam, der nicht ganz waſchecht
fasciſtiſch wan Jetzt wird gefordert, daß die der Regierung zu=
ſtehende
Kontrolle über alle wichtigen Berufsſtände eine wirklich
wirkſame Mitwirkung bei der Zuſammenſetzung der Anwalts=
kammern
gewährleiſte. Was war trotz aller Parteiüberwachung,
trotz Spitzeltum und Hurrapatriotismus geſchehen?
Die italieniſchen Rechtsanwälte waren vor der Aera Muſſo=
lini
wohl faſt durchweg eingefleiſchte Freimaurer. Wenn ſie als
ſolche auch jetzt ſchlafen, wie man in Rom das Verhalten der=
jenigen
Leute nennt, die einſtmals irgendeiner heute verbotenen
Organiſation oder Vereinigung angehört haben, von der ſie,
äußerlich geſchieden, innerlich ſich aber noch nicht abgeſagt haben,
ſo traut man doch einem großen Teil dieſer Exfreimaurer noch
gar nicht. Dazu kommt, daß der Anwaltsſtand in Italien immer
den Ruf gehabt hat, auf Grund ſeiner Geſchäftsnotwendigkeiten
beſonders anpaſſungsfähig zu ſein. Außerdem ſind die Anwälte
in Italien durchweg recht geriſſene Herren, denn ſie ſind im
Lande der goldenen Unzuverläſſigkeit oft mehr Rechtsverdreher
und Geſchäftemacher als wohl irgendwo anders. Man wird
Rechtsanwalt, nicht um das Recht zu verteidigen, ſondern um
es recht anwenden zu können. Der Advokatentitel diente früher
und auch heute noch vor allem dazu, geſchäftlich und politiſch Kar=
riere
zu machen. Darum wimmelt es von Advokaten in Italien.
Nun war es den Rechtsanwälten gelungen, bei der Aufſtei=
lung
der Liſten für die Anwaltskammern trotz aller fasciſtiſchen
Ueberwachung ziemlich freie Hand zu behalten. Dadurch war es
auch weiterhin möglich geblieben, die Anwaltsliſten, in denen
diejenigen Juriſten aufgeführt werden, die den Advokatenberuf
ausüben dürfen, in einem freieren Sinne zu führen als bei allen
anderen Organiſationen. Es blieben alſo Leute auf der Anwalts=
liſte
und kamen neue hinein, die nicht ganz ſtubenrein im fasciſti=
ſchen
Sinne waren. Man darf wohl annehmen, daß trotz des
äußeren Anſcheins fasciſtiſcher Geſinnung im Advokatenſtand der
Herd der verborgenen Oppoſition in Italien liegt.
Durch dieſe geſchickt bewahrte Freiheit bei der Liſtenaufſtel=
lung
für den Anwaltsſtand waren die Rechtsanwälte bisher noch
nicht in dem Maß der Willkür der fasciſtiſchen Parteimaſchine aus=
geſetzt
wie zum Beiſpiel die unglücklichen Journaliſten Italiens.
Man kann heutzutage unter der Herrſchaft des Journaliſten
Muſſolini ſeinen freien Beruf als Journaliſt nur dann ausfüh=
ren
, wenn man im Album, der Liſte der zugelaſſenen Journa=
liſten
, ſteht. Wer nicht im Album eingetragen iſt, kann an keiner
Zeitung beſchäftigt werden, weder als Redakteur noch als Mit=
arbeiter
. Nicht einmal Artikel im freien Wettbewerb mit irgend=
einem
auch ſchreibenden Schriftſteller kann ein Mann außer=
halb
des Albums los werden, und wenn er unlängſt auch noch
zu den bekannteſten Federn des Journalismus gehörte. Ein aus
dem Album geſtrichener Vertreter eines Blattes von Bedeu=
tung
, das unter dem fasciſtiſchen Regime verboten wurde, kann
nirgends mehr in Italien ſeinen Beruf ausüben, auch wenn ſeine
Qualität als Journaliſt ganz unbeſtritten iſt. Dabei hat es gar
nichts zu ſagen, ob der Mann beſonders feindlich gegen das
neue Regime eingeſtellt war oder ob er ſich bei Zeiten aus der
Tagespolitik zurückgezogen und vielleicht nur noch rein feuilleto=
niſtiſch
und gänzlich neutral gearbeitet hat. Er kann mit ſeiner
Feder keinen Centeſimo mehr verdienen. Er kann aber ſeine jour=
naliſtiſche
Begabung auch nicht anderweitig verwenden, denn der

ſchloß mit dem C=Dur=Streichquintett Opus 163. Iſt das E=Dur=
Streichquartett trotz aller Glätte der Form und des Reichtums
der Gedanken nicht ganz großer Schubert, ſo, ſtehen wir beim
B=Dur=Quartett ſchon vor ſteileren Stufen‟. Da iſt ſchon im
erſten Satz eine ganz merkwürdige Einleitung, wenn die 1. Geige
ganz allein anfängt zu ſingen und dann die Bratſche einfällt, da
iſt ein zweiter Satz von bei Schubert ſeltener Herbe und Strenge
mit einem geradezu drohenden Schluß, da iſt ein verſonnenes
Trio im Scherzo, und endlich ein letzter Satz, der nicht ſo unbe=
kümmert
fröhlich dahinrauſcht. Als Ganzes echter und reifſter
Schubert. Das Streichquintett C=Dur iſt wohl das Erhabendſte,
was Schubert als Kammermuſik der Welt geſchenkt hat. Wenn
die Celli im erſten Satz das zweite Thema anfangen, wenn das
Adagio beginnt, ein Satz, der ebenbürtig iſt dem Adagio in Beet=
hovens
Opus 132, wenn die überquellende Heiterkeit des Alle=
gretto
das Ganze in Freude ausklingen läßt, ſo fühlt man die
Größe des Schöpfers dieſes Werkes und iſt beglückt. Das Drumm=
Quartett war geſtern ausgezeichnet in Stimmung. Drumm
führte meiſterhaft und ſeine Kameraden Buddenhagen,
Sprenger, Andreae und Klammer folgten ihm glän=
zend
. Auch in der Wiedergabe bildete das Adagio des Quintetts
den ergreifenden Höhepunkt des Abends, der den Mitwirkenden den
rauſchenden Beifall des dichtbeſetzten Kleinen Hauſes eintrug. O.
Berichtigung. Im Bericht über das Jubiliäumskonzert
des Herrn Muſikdirektors A. Simmermacher iſt bedauerlicherweiſe
unter den mitwirkenden Vereinen der Geſangverein Sänger=
luſt
Pfungſtadt nicht genannt worden. Das ſei hiermit
ausdrücklich nachgeholt.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Der Erreger des Gelbfiebers entdeckt. Im
Verein für innere Mebizin berichtete laut V. Ztg. Profeſſor
Dr. Kuczynſki über die Entdeckung des Erregers des Gelbfiebers,
an dem er ſelbſt und ſeine Aſſiſtentin ſchwer erkrankt waren.
Kuczynſki hat bei ſeinen Kulturverſuchen feſtſtellen können, daß
der Erreger eine Bakterie iſt, über deren Syſtematik er noch nichts
ausſagen konnte. Daß die Kultur dieſes Bakteriums eine krank=
machende
Wirkung beſitzt, bezeugte die Erkrankung von ihm ſelbſt
und ſeiner Aſſiſtentin. Aber auch eine immuniſatoriſche Wirkung
konnte Kuczynſki durch dieſe Kulturen feſtſtellen, indem er aus
ihnen Sera herſtellte, nach deren Einſpritzung das Verſuchstier
am Leben blieb. Weitere Unterſuchungen will er im Tropen=
hygieniſchen
Inſtitut in Hamburg vornehmen.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Mittwoch den 21. November 1928

Nummer 324

Weg ins Ausland iſt ihm durch die Ueberwachung und die Brief=
zenſur
unterbunden, und einen Paß ins Ausland, um dort ſein
Brot zu verdienen, erhält er natürlich erſt recht nicht. Ein ſolcher
auf die Siraße im wahren Sinne des Wortes geſetzter Mann mit
Wiſſen und Können muß verhungern, wenn nicht alte Freunde
ihn heimlich beſchäftigen, oder wenn es ihm nicht gelingt, auf
Grund ſeiner Geſamtkenntniſſe irgendwo an einer kleinen Privat=
ſchule
oder in einem reichen Haushalt als ganz beſcheidener Klipp=
ſchullehrer
das Notwendigſte zu verdienen. Dieſe Aechtung hat
ja auch bewirkt, daß gerade die beſten Köpfe aus dem italieniſchen
Journalismus ausgemerzt wurden.
Von dieſer Verelendung und Berufszerſtörung hatten ſich die
Rechtsanwälte bisher noch leidlich bewahren können. Sie waren
eben ſchlaue Advokaten, politiſche Taktiker, die noch verſtanden
hatten, ſich zu helfen. Das ſoll jetzt anders werden. Wenn von
nun an die eine Hälfte der Mitglieder der Anwaltskammern aus
Leuten beſtehen wird, die von der Regierung ausgewählt ſind,
und die andere vom gefügigen Syndikat geſtellt wird, dann kann
man leicht die Anwaltsliſten ſäubern. Das Album der Rechts=
anwälte
in Italien wird nun gar bald von allen jenen Männern
befreit werden, die fasciſtiſch nicht zuverläſſig erſcheinen oder als
alte Freimaurer nur zu ſchlafen ſcheinen. Politiſch verdächtige
Rechtskundige kann man nicht brauchen, ſie werden aufs Pflaſter
geſetzt. Aber für viele von ihnen wird dieſes Pflaſter nicht ſo
hart ſein wie für die Zeitungsſchreiber. Denn die Advokaten in
Italien ſind mit allen Hunden gehetzt, ſind ſchlauer als die Jour=
naliſten
und werden dem früheren Chefredakteur des ſozialiſti=
ſchen
Avanti, Herrn Muſſolini, vielleicht doch ein Schnippchen
ſchlagen.

Engliſche Kulturmethoden.
Keine Freigabe des beſchlagnahmten Ver=
mögens
durch England.

Berlin, 20. November.
Während nach den allgemeinen völkerrechtlichen Begriffen
vor dem Weltkrieg das Privateigentum der kriegführenden Natio=
nen
ſtets als unverletzlich galt, haben bekanntlich Siegerwahn,
die Haßpſychoſe und ſchließlich wirtſchaftlicher Konkurrenzneid
mit ſolchen Kulturmethoden Schluß gemacht. An erſter Stelle
waren es dann die Vereinigten Staaten, die die Barbarei einer
ſolchen Kriegsführung und Nachkriegsführung ablehnten und in
der bekannten Freigabebill wenigſtens in großen Zügen den inter=
nationalen
Rechtsſtandpunkt der Vorkriegszeit ausdrücklich an=
erkannten
. Auch ſonſt haben die meiſten der ehemaligen Feind=
bundländer
von den berüchtigten Beſtimmungen des Verſailler
Vertrages, die ſich auf die Beſchlagnahme und Liquidation des
deutſchen Eigentums beziehen, entweder keinen Gebrauch gemacht
oder doch ſpäter auf die Anwendung dieſer Beſtimmungen aus=
drücklich
verzichtet oder doch eine entgegenkommende Haltung ein=
genommen
. Sogar unſer unverſöhnlichſter Gegner Frankreich hat
mit Wirkung vom 30. Oktober 1926 auf das Recht verzichtet, ſich
bei einem Verzug in den Reparationsleiſtungen an deutſchem
Nachkriegseigentum ſchadlos zu halten.
Um ſo peinlicher muß es daher berühren, wenn ausgerechnet
England ſich nicht nur bisher hartnäckig geweigert hat, dieſe

Verſailler Vertragsbeſtimmungen zu den Akten zu legen, ſondern
daß ſoeben im Unterhaus der engliſche Premierminiſter Baldwin
auf eine Anfrage, wie er ſich zu einer Aufhebung der Beſchlag=
nahme
auf Grund der Artikel 296 und 297 des Verſailler Ver=
trages
und der entſprechenden Artikel, der anderen Friedens=
verträge
mit den ehemals feindlichen Mächten ſtelle, die Frei=
gabe
des beſchlagnahmten deutſchen Eigentums
ausdrücklich abgelehnt hat. Er hat hinzugefügt, daß die=
ſes
Eigentum zur Begleichung deutſcher Vorkriegsſchulden und
zur Entſchädigung engliſcher Staatsangehöriger verwendet werde,
ſoweit dieſe durch die Kriegsmaßnahmen einen Verluſt erlitten
hätten. Ein nach Befriedigung dieſer Forderungen etwa verblei=
bender
Ueberſchuß werde auf die Reparationsverpflichtungen gut=
geſchrieben
werden. Baldwin geht ſoweit, die Verlängerung der
Vorſchlagsbefugniſſe des von Lord Blanesburgh geleiteten Komi=
tees
abzulehnen, wonach die Freigabe der in England befindlichen
Guthaben von Angehörigen der ehemals feindlichen Staaten
dann empfohlen wird, wenn es ſich um Beträge unter 500 Pfund
und um ausdrückliche teſtamentariſche oder erbvertragliche Be=
ſtimmungen
handelt.

Man muß es aufs äußerſte bedauern, daß eine ſo intran=
ſigente
Haltung der engliſchen Regierung nicht dazu angetan ſein
kann, die Wiederherſtellung normaler wirtſchaftlicher Beziehungen
zu Deutſchland zu erleichtern. Im übrigen hat ſich damit die
engliſche Regierung auch weiterhin in entſchiedenen Widerſpruch
geſetzt zu der Haltung eines Teils ſeiner Dominions. Südafrika
und Auſtralien haben bekanntlich längſt auf das diesbezügliche
Recht aus dem Friedensdiktat verzichtet.

Statt beſonderer Anzeige.

anzuzeigen

Darmſiadt
Saalbauſtr. 85, I.

Die Verlobung meiner Tochter Lilli mit Meine Verlobung mit Fräulein Lilli
Herrn Viktor Piainik beehre ich mich / Ahlers, Tochter des verſtorbenen Ober=
regierungsrats
und Oberſt a. D. Herrn
Carl Ahlers und ſeiner Frau Gemahlin
Auguſie, geb. Landauer, beehre ich mich
anzuzeigen.
Viktor Piatnik
Dipl.Ing.
Wien=Ratſchach
(Jugollawien)
November 1928.
*30497
Zu Hauſe: Samstag, den 24. November von 16 18 Uhr.

Auguſte Ahlers
geb. Landauer

Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teilnahme und treuen Gedenkens
beim Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen

Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber
Mann, unſer guter Vater, Großvater, Schwieger=
vater
, Bruder und Onkel, Herr

Auguſt Meger

Für die uns anläßlich unſerer Ver=
mählung
erwieſenen Aufmerkſamkeiten
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſten Dank.
Adam Ruckelshauſen u. Frau
Elſa, geb. Huber. (18790

Ofenſetzermeiſter
nach ſchwerer Krankheit, im Alter von 68 Jahren
ſanft entſchlafen iſt.
Darmſtadt, Jugenheim, Bleckede, Lüneburg,
Selverde, Detroit, den 20. November 1928.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Sophie Mever, geb. Oöiſch
Familie Georg Meher.
Heinrich Meger
Mareka Meyer, geb. Wills
Familie Heinrich Emmerich
Karl Kühne
Die Beerdigung findet am Freitag den 23. Nov.
1928, nachm. 2 Uhr vom Po tal des alten Fried=
hofes
(Nieder=Ramſtädterſtr.) aus ſtatt. (*30465

Allen, die meiner znm 70. Ge=
burtstage
in ſo reichem Maße ge=
dachten
, danke ich hiermit herzlich.
Telegraphendirektor i. R.
Seitz.
30446)

Hein Heinrich Seeger

ſagen wir auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
Insbeſondere danken wir Herrn Pfarrer Marx für die troſtreichen Worte
ſowie für die Kranzniederlegungen der Stammtiſchgeſellſchaften Krone und
Gaſiwirtſchaft Mohr, des Marktvereins Griesheim b. O. des Einzel=
handels
Darmſtädter Tebensmittelgeſchäfte (E. D. T.), der Händler und
Händlerinnen des Darmſtädter Wochenmarktes und allen, die dem Ent=
ſchlafenen
durch Blumen= und Kranzſpenden die letzte Liebe bewieſen haben.

Im Namen der trauernden Hinierbliebenen:
Frau Luiſe Seeger Bwe., geb. Brückmann.

Darmſiadt, den 20. November 1928.
Viktoriaſtraße 32.

(18792

Todes=Anzeige.

Nach kurzer, ſchwerer Krank=
heit
wurde uns heute unſere liebe,
treubeſorgte Tante

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Sch rm.

Frau

Am 19. November 1928 ſtarb nach
langer, ſchwerer Krankheit unſer lieber

geb. Frank
unerwartet im 76. Lebensjahze
entriſſen.
Die trauernden
Hinterbliebenen.

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Darmſtadt, den 19. Nov. 1928.
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Ar. Ing. eimkneſe

Die Beſtattung erfolgt am Don=
nerstag
, den 22. d8. Mts., nach=
mittags
½3 Uhr, auf dem alten
Friedhof.
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Geduld ertragem Leiden mein
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Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Thomas Meiſel Wwe.
und Kinder.

Darmſtadt, den 21 November 1928.
(18836
Lauteſchlägerſtr. 14.
Die Berdigun; findet Donners=
tag
, den 22. Nov., nachm 2 Uhr,
auf dem Waldfriedhoſ ſtatt.

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B ief zuſpät, Treffp
zur ſelb. Zeit 30475
Donnerstag, 22.

geb. Geyer
im 30. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Heinr. Colin und Kinder
Frau Eliſ. Geyer, geb. Gunſt
Familie Heinr, Colin.

Zither=,
Gitarre= und Mando=
linſtunden
bei Gerbig,
Necka ſtr. 24, Hths. I.
Inſtrumente auf Teil=
zahlung
. (16179a

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leum, Parkett spielend gereinigt und
poliert werden. sondern der Staub von
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Verloren

M

Ver
ſchäft durch Einhei=
rat
zu bete lgen.
jete 6-8 Mille. Bin
35 J. Diskret. Ehren=
wort
. Bildang, unt
T 219 Gchſt. *30488

Darmſtadt, den 19. November 1928.
Lauteſchlägerſtr. 22.

Die Beerd gung findet am Don=
nerstag
, den 22. November, nach=
mittags
3 Uhr, auf dem Wald=
friebhof
ſtatt. (30463

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[ ][  ][ ]

Nummer 324

Mittwoch, den 21. November 1928

Seitz 5

Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 21. November.
Biumen unſeren Toten.
Ueßer die zahlreichen Gräber geht heute der Blick, alts Schmerzen
etwachen wieder und dennoch wird gerade an dem Tage trauernden
Gedenkeus die Stätte des Todes zum freundlichen Bilde. Blumen, wohin
das Auge ſich wendet! Blumen in einer Fülle, Laß ſelbſt auf die Grüfte,
die keine Hand mehr ſchmücken kann, etwas von dem freundlichen Glanze
der Umgebung fällt. Blumen in Aller Händen heut! Sie erinnern mich
an das Wort eines Kindes, das ich im Vorübergehen im Vorjahre auf
einem Friedhofe auffing: A.h, Mutter, iſt das eber ſchön, daß die Toten
ſo biele Blumen kriegen! Redet Kindermund nicht Wahrheit? Mir
will es alſo als die beſte Entkräſtung all der Bedenken erſcheinen, die
ſich heute zuweilen laut und unangenohm gegen den Blumenſchmuck der
Grüber vordrängen wollen: Bequemer Materialismus iſt hier der tiefere
Grund und ſchüitzt jar zu gern die Wirtſchaftslage dor; volksfremde
Elemente, die den Sinn der Blumengabe nicht begreifen, ſind dort am
Werke.
Unbewußt oder planmäßig zerſtören ſie das Empfinden für würdige
Totenehrung, den Sinn für die Blume, die beide in der Tiefe deutſchen
Gemüitslebens wurzeln. Die Liebe zur Blume macht wehl freilich vor
Völker= und Raſſenunterſchieden nicht Halt, ſie iſt in aller Welt zu finden.
Die Art, Blumen gegenüberzuſtehen, iſt indeß recht unterſchiedlich; wohl
wenigen Völkern iſt es ſo tiefes Bedürfnis, Blumen zum Begleiter in
Freud und Leid zu machen, wenigen iſt es gegeben, ſo tief zu erleben
wie dem deutſchen. Darum haben Notlage und Verarmung ihm die
Blumen nichi rauben können. So, wie die Blüten heute tröſtlich wirken
drauſien auf ben Gräbern, ſo verkörpern ſie auch all unſer Zukunftshoffen=
Vielleicht ſind wir ehrlicher geworden, auch im Blumenkult, da wir
beute mehr der lebenatmenden natürlichen Blüte den Vorzug goben vor
ſtarren Papiergebilden, auch wenn jene wveniger dauerhaft ſind. Ehr=
lickkeit
iſt der Sinn der Totengabe, nicht ihre Haltbarkeit. Wir ſind
mehr dazu übergegangen, anſtelle der für billigeres Geld verſchleuderten
ſchadhaften Blüiten oinige der ſorgſam hinter blinkenden Scheiben ver=
wahrten
wirklich guten zu erſtehen für unſere heute ach ſo knappen Mittel.
Möge mit dem Sinn für die Qualität auch wieder die Liebe zu Blumen
und Griin neu belebt werden, damit er unſeren Kindern inmitten des
merhanifierten Lebens nicht verloren gehe daß ihnen das tiefinneie
Verſtehen veebleibe für die Blumengabe an unſere Toten!

zut Freienſteinau zu Gendarmeriehauptwachtmeiſtern mit Wirkung vom
1. November 1928 ab.
Heſſiſches Landestheater. Heute Mittwoch gehen im Großen
Haus Die luſtigen Weiber von Windſor in der neuen
Einſtudierung und Inſzenierung in Szene. Die Vorſtellung iſt der
Miete B zugeteilt und beginnt um 19.30 Uhr. Im Kleinen Haus
findet eine Wiederholung der Komödien Die tote Tante und
andre Begebenheiten als Vorſtellung der Miete G (Darmſtädter Volks=
bihne
), Gruppen 1 und 2, ſtatt, die gleichfalls um 19.30 Uhr beginnt.
Wegen des großen Erfolges ſieht ſich die Generaldirektion veran=
laßt
, morgen Donnerstag eine Vorſtellung des Prozeß Märy
Dugan anzuſetzen. Die Aufführung iſt der Miete C zugeteilt
und beginnt um 19.30 Uhr. Die Beſetzung iſt die der Erſtauffhrung.
Zu Georg Kaiſers 50. Geburtstag findet Sonntag, den 25. Nov.,
eine Wiederaufnahme ſeines in der vergangenen Spielzeit erfolgreich
aufgenommenen Schauſpiels Oktobertag im Kleinen Haus ſtatt.
Ein Teil der Hauptrollen wurde neu beſetzt. In der Aufführung be=
ſchäftigt
ſind die Damen Gothe, Stengel und die Herren Baumeiſter,
Gallinger, Jungbauer, Keßler.
Franz Schuberts Singſpiele Der treue Soldat und Die
Weiberverſchwörung gelangen morgen Donnerstag als Vor=
ſtellung
der Miete G der Darmſtädter Volksbühne, Gruppen 3 und 4,
um 19.30 Uhr zur Wiederholung. In den Hauptrollen ſind beſchäftigt
die Damen Harre, Kienzl, Liebel, Rieder, Stoſch und die Herren Ebert=
Beher, Deharde, Grohm, Herrmann, Ney und Overlack. Muſikaliſche
Leitung: Max Rudolf.
Die neue Inſzenierling von Verdis Oper Traviata findet
Freitag, 23. November, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus ſtatt. Es ſoll
verſucht werden, das Werk, das Verdi für die Große Oper in Paris
gezwungenermaßen als größe Oper ſchreiben mußte, des opernhaften
Pomps zu entkleiden, um das rein menſchliche Gefchehen in Form
einer Kammeroper darzuſtellen. Die Inſzenierung beſorgt Arthur
Maria Rabenalt, die Bühnenbilder Wilhelm Reinking, die muſikaliſche
Leitung Carl Bamberger.
Flotows Oper Fatme in der Inſzenierung Renato Mordos
(Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp) konnte infolge eines Unfalls,
den Eugen Vogt der in dieſer Oper in einer maßgebenden Nolle
beſchäftigt iſt erlitt, längere Zeit nicht aufgeführt werden. Da Herr
Vogt vorausſichtlich in allernächſter Zeit ſeinen Dienſt wieder aufneh=
men
kann, wird die Oper noch in dieſem Monat wieder auf dem Spiel=
plan
des Kleinen Hauſes erſcheinen.
Die erſte Wiekerholung der geſtern erſtaufgeführten drei Panto=
mimen
Der Leierkaſten Der arme Guerino und Le
boeuf ſur le toit findet Samstag, den 24. Nov., als Vorſtellung
der Miete. I. ſtatt.
Schubert=Feier der Ludwigs=Oberrealſchule. Zu einer weihe=
vollen
Feierſtunde hatte die Ludwigs=Oberrealſchule am Montag, dem
100. Todestage Schuberts, ihre Schülerſchar verſammelt, um das Ge=
dächtnis
des Meiſters zu ehren. In Herrn Studienrat Dr. Stiefen=
hofer
und Herrn Wilhelm Peterſen, die ihr reifes Können in
den Dienſt der Schule geſtellt hatten, fand Schubert würdige Vermitt=
ler
ſeiner großen Kunſt. In 17 Geſängen erklang Die Winterreiſe‟
dieſe leidvolle Klage eines enttäuſchten Menſchenherzens. Zu Beginn
gab Herr Peterſen einen kurzen Ueberblick über den gedanklichen In=
halt
des Kunſtwerkes und bahnte damit den Schülern den Weg zu ſei=
nem
Verſtändnis. Die herrliche Stimme Dr. Stiefenhofers ließ, unter=
ſtützt
durch die hervorragende Begleitung Herrn Peterſens, die Lieder
in reiner Klangſchönheit erſtehen. Mit dem Wohllaut der Stimme
einte ſich innere Beſeelung und tiefes Erfaſſen und Geſtalten all der
wechſelnden Stimmungen, ſo daß das Werk zu ergreifender Wirkung
gelangte. Dem innigen Dank der Schule gab Herr Oberſtudiendirektor
Dr. Kämmerer in herzlichen Worten an die Künſtler Ausdruck.
Das Schauſpiel am Heſſiſchen Landestheater. Wilhelm Michel
wird im Rahmen der Volkshochſchule die Neuaufführungen und Erſt=
aufführungen
im Schauſpiel in einer Vortragsreihe beſprechen. Der
erſte Abend am Mittwoch, den 21. November, wird Don Carlos
in der Bearheitung von Carl Ebert behandeln. Der Vortrag findet
ſtatt im Saale 137 der Techniſchen Hochſchule um 20 Uhr. Karten in
der Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17, und am Saaleingang.
Viertes Akademie=Konzert (Schubert=Feier). Eine Schubert=
Feier, in der der Meiſter des Liedes zu Wort kommt und in der die
ſchönſten Perlen der Geſangsliteratur das Programm zieren, iſt an ſich
ſchon ein Ereignis. Tritt nun hierzu noch als Geſtalter ein Künſtler
vom Range Paul Benders (München), ſo kann man wohl ſagen,
daß würdiger und ſchöner der Meiſter auf ſeinem Spezialgebiet nicht
gefeiert werden kann. Was Bender ſingt und wie er es ſingt, iſt
Offenbarung jenes ſo ſeltenen Künſtlertums, das Schaffen und Nach=
ſchaffen
perſönlich durchleuchtend, Erfüllung eines, Kunſt und Leben zu=
ſammenfaſſenden
Formgeſchehens, iſt Offenbarung eines Künſtlertums,
das nrit= und nachzuerleben vielen heute eigentlich einziges Glück der
Erdenkinder bedeutet.
Weihnachtsmeffe der Künſtlerhilfe 1928. Die Vorbereitungen
ſind in vollem Gange. Der Loſevertrieb hat erfolgreich ein=

und ſehr gut ausgefallen. Es wird daran erinnert, daß die Einliefe=
rung
der Werke in die Kunſthalle am Rheintor am 26. Nov. beginnt
und am 30. Nov. beendet ſein muß.
Bühnenvolksbund. Für den Vortrag des weltbekannten Franzis=
kanerpaters
Dr. Expeditus Schmidr iſt eine überraſchend lebhafte Nach=
fkage
. Da die Aula des Nealgymnaſiums nur 300 Plätze faßt, bitten
wii unſere intereſſierten Mitglieder, ſofort Karten zu löſen. Sie wer=
den
in der Geſchitfsſtelle bei Chriſtian Arnold am Weißem Turm un=
entgeltlich
abgegeben. (S. Anzeige.) Auch Freunde unſeres Verbandes
uind zu dieſein Vortrag eingeladen. Am Mittwoſh, dem 21. Novem=
ber
, beginnt Wilhelm Michel in der Volkshochſchule ſeine Beſprechungen
eher das Schauſpiel im Landestheater, und zwar mit einem Vortrag
über Don Carlos Anmeldnngen zu den 4 ſehr empfehleuswerten
Porträgen nimmt die Volkshochſchule noch an. Zu der Schubertfeier
der Volkſſhochſchule am Donnerstag, dem 22. November, Saal 138 der
bochſchule, zahlen unſere Mitglieder bei Ausweis 50 Pf. Eintritt. Der
Abend verſpricht Intereſſantes.
* Kieler, Waſchkompreſſor. Wir verweiſen namentlich unſere
Leſerinnen auf die heutige Anzeige, in der alles Nähere über die am
Dbnnerstag, 22. Nov., und Freitag, 23. Nov., ſtattfindende Vorfüh=
ung
des neuerfundenen Waſchinſtruments Kieler, Waſchkompreſſor
enthalten iſt.

300=Jahrfeier
des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums.
Der Verein Ludwig=Georgs=Gymnaſium Darmſtadt hatte am letzten
Samstag zuſammen mit der Schule die Mitglieder des Vereins
ſowie alle ehemaligen Schüler und Lehrer beider Bymnaſien im Reſtau=
rant
Sitte zu einer Beſprechung der Vorbereitungen für die 300jährige
Jubiläumsfeier des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums eingeladen. Ober=
ſtudiendirektor
Lauteſchläger begrüßte die gutbeſuchte Verſammlung
und führte aus, daß ſchon ſeit Jahren bei allen alten Gymnaſiaſten der
lebhafte Wunſch beſtehe, daß die 300=Jahrfeier des Ludwig=Georgs=
Gymnaſiums im Jahre 1929 feſtlich begangen werde und ſich damit an
die Feier vor 50 Jahren würdig anſchließe. Im Lehrerkollegium fan=
den
in letzter Zeit eingehende Beſprechungen ſtatt, und die mit dem
Heſſiſchen Landestheater Darmſtadt eingeleiteten Verhandlungen haben
jetzt ergeben, daß das Große Haus am Sonntag, den 1. September für
die Feſtfeier zur Verfügung ſteht. Damit iſt das Datum für die Feier
endgültig feſtgelegt. Eingeleitet wird das Jubiläumsfeſt an dem vor=
ausgehenden
Samstagabend durch eine große Wiederſehensfeier aller
früheren Schüler und Lehrer des Alten und Neuen Gymnaſiums im
großen Saale des Saalbaues in Geſtalt eines feierlichen Kommerſes,
wobei man ſich nach Jahrgängen zuſammenfinden wird. Am Sonntag,
als dem Hauptfeſttage, iſt nach dem Feſtgottesdienſt die akademiſche
Feier im Landestheater vorgeſehen, woran ſich in zwangloſer Weiſe der
Mittagstiſch für die einzelnen Gruppen und Jahrgänge in den ver=
ſchiedenen
Gaſtſtätten der Stadt anſchließt. Sonntag abend findet, eben=
falls
im Großen Hauſe, eine feſtliche Aufführung der Vögel der Ari=
ſtophanes
durch die Schüler des Gymnaſiums ſtatt. Am Montag mor=
gen
ſoll den Feſtteilnehmern in Form einer Turnſchau gezeigt werden,
daß das Alte Gymnaſium neben den humaniſtiſchen Studien auch auf
dem Gebiete der Leibesübungen Tüchtiges zu leiſten vermag. Füu
Montag nachmittag iſt ein gemeinſamer Ausflug nach der Bergſtraße
oder ein Spaziergang in die nähere Umgebung Darmſtadts geplant,
Am Dienstag oder einem der folgenden Tage wird auf Wunſch eine
Wiederholung der Vögel des Ariſtophanes für die breitere Oeffent=
lichkeit
ſtattfinden, und als Abſchluß und Ausklang des Feſtes ſoll
ſchließlich wie vor 50 Jahren ein Ausflug aller Schüler und
Lehrer nach Heidelberg erfolgen.
Weiterhin warden noch für die Jubiläumstage in Ausſicht genom=
men
: Eine Ausſtellung von Bildern und Erinnerungen aller Art an
das Gymnaſium, ſeine Lehrer und Schüler, und eine weitere Ausſtel=
lung
von Gemälden und Zeichnungen uſw. von ſolchen Künſtlern, die
aus dem Ludwig=Georgs=Gymnaſium und dem Neuen Gymnaſium her=
vorgegangen
ſind.
Zur Vorbereitung und Durchführung des Feſtprogramms wurde
aus den Kreiſen der Lehrer und der ehemaligen Schüler ein Haupt=
ausſchuß
nebſt Unterausſchüſſen gebildet. Die Aufrufe des Vereins
Ludwig=Georgs=Gymnaſium unter der bewährten Leitung ſeines Vor=
ſitzenden
, Sanitätsrats Dr. Noellner, haben einen erfreulichen, teil=
weiſe
begeiſterten Widerhall gefunden und zahlreiche Beitritte zu dem
Verein alter Gymnaſiaſten ſind bereits erfolgt. Als Feſtgabe beab=
ſichtigt
der Verein der feiernden Anſtalt eine Jubiläumsgabe aus den
Spenden der früheren Schüler und Lehrer als Zeichen der Dankbarkeit
und Treue darzubringen, deren Erträgniſſe in erſter Linie für ein
Landheim wofür ſich viele Stimmen ausſprachen für Stipendien
und Unterſtützungen bedürftiger würdiger Schüler, für Wanderfahrten
und Preiſe für geiſtig oder turneriſch gute Leiſtungen uſw., je nach
Höhe des eingehenden Betrages, Verwendung finden ſollen.
Von gewichtiger Seite wurde auch angeregt, für die Herausgabe
der Matrikel des Gymnaſiums als eines hervorragenden Quellenwerkes
zur Geiſtesgeſchichte Heſſens, eine Teilſumme der Spende zu bewilligen.
Ueber die endgüiltige Verwendung der Jubiläumsgabe werden die
Spender ſelbſt auf der in den Feſttagen im September 1929 ſtattfin=
denden
Hauptderſammlung zu entſcheiden haben. Die Gaben fließen
reichlich, aber noch fehlen uns viele Anſchriften vieler Schüler aus dem
Alten und dem mitfeiernden Neuen Gymnaſium.
Anſchriften und Beitrittserklärungen zu dem Verein Ludwig=
Georgs=Gymnaſium bitten wir daher baldigſt zu richten an den Schrift=
führer
, Major a. D. C. L. Külp in Darmſtadt, Hügelſtraße 2. Ha.

Taylorigbuchfährung
Einrichtungen ab leute im Preiſe weſentlich
herabgeſetzt. Komplett bereits v. 60.- an.
Unverbindliche Vorführung, auch außerhalß und Nähres Fdurch:
Heſſiſche Trenhandgeſeklſchaft, Felis Graetz und Dr. jur. Michel.
18820b
Darmſtadt, Geo genſtraße 9, Tel phoi 285.

Evangeliſche Markusgemeinde. Der herbſtlichen Stimmung der
Natur draußen entſprechend, mit dem Welken und Vergehen ſommer=
licher
Pracht und im Hinweis auf das Totenfeſt des kommenden Sonn=
tags
brachte unſer Gemeindeabend am vergangenen Sonntag aus eige=
nen
Lebenserinnerungen unſeres verehrten Pfarrers Vogel deſſen Vor=
trag
: Ein Gang über den Friedhof zu Weimar‟. Doch nein, es war
nicht eigentlich ein Vortrag im ſtrengen Sinne des Wortes, vielmehr
eine lebensvolle, zum perſönlichen Miterleben führende Schilderung all
der großen Menſchen und Geiſter, deren geweihte ſterbliche Reſte jene
Grabſtätten dort bergen. Wer zählt die Namen derer, die einſt von
Weimar aus ſeine Weltbedeutung ſchufen, ihrem Jahrhundert, ihren
Zeitgenoſſen und fernen Nachkommen Geiſt und Richtung gaben?
Schiller und Goethe, Karl Auguſt, Herzogin Luiſe, Herder, ſeine Frau
Karoline (geb. Platzmann aus Darmſtadt), Franz Schubert, Muſäus,
der Sammler der deutſchen Volksmärchen, Johannes Falk der Vater
des Rettungsweſens, Lucas Cranach, Chriſtiane Vulpius, Goethes Gat=
tin
, Ottilie v. Pogwiſch, ſeine Schwiegertochter Alma, Walther und
Wolfgang, Goethes Enkel, Frau Charlotte v. Stein, Riemer, Meher,
Preller, Wildenbruch und ungenannte andere. Aus dem Chor der
Toten von Conr. Ferd. Meher erklang es wie Mahnung: Drum
ehret und opfert, Denn unſer ſind viele. Ja, Ehrung und Opfer be=
deutete
der würdige ſchlichte Abend, der zudem getragen wurde von
ernſter Inſtrumentalmuſik des Quartetts der Herren Pfaff, Fiſcher,
Kratz und Bauer, an dem vorzüglichen Flügel Frau Prof. Kleinen; De=
klamation
von Getrud Lang. In voller Hingabe an die geſtellten Auf=
gaben
der Kompoſitionen unſerer unvergeßlichen Tondichter Schubert
und Beethoven brachten die ſehr geſchätzten Mitwirkenden ſie zu Gehör.
Und das war das Wertvollſte dieſer ſonntäglichen Feierſtunden, daß
ſie nicht ſtecken blieben und verſanken in unfruchtbarem Grübeln über
die Vergangenheit, ſondern zu entſchloſſener Lebensbejahung hinführ=
ten
. Herr Vorſitzender Helmreich ſprach den Dank der Zuhörer aus,
in uns aber klang das Wort Goethes nach, des in chriſtlcher Erkennt=
nis
zum weltumſpannenden Geiſte gereiften Titanen, aus einem letzten
Briefe an ſeine Gattin, das uns auch begleiten ſoll am Totenfeſt zur
Ruheſtätte unſerer Heimgegangenen: . . . Die Liebe das Beſte.
Deutſche Friedensgeſellſchaft, Ortsgruppe Darmſtadt. Der Vor=
trag
von Profeſſor Dr. Kinkel war ſehr gut beſucht. Mit leb=
hafter
Anteilnahme folgten die Zuhörer den Ausführungen des Red=
ners
, der in klaten und eindrucksvollen Gedankengängen die Entwick=
lung
der Idee der Sittlichkeit darlegte. Das Altertum kenne nur eine
individuelle Ethik, d. h. es kenne nur Einzelne als Träger des Ethos,
und dieſe Einzelnen tragen alſo die Verantwortung für das ganze
Volk. Dieſe Auffaſſung reiche bis in unſere Zeit hinein, und ihre Ver=
treter
ſind Carlyle, Stirner, Schopenhauer, Nietzſche. Als erſter dabe
Kant in jedem Einzelnen, d. h. im Volk als Ganzem, den Träger der
Ethik geſehen. Vaterland und Welt ſeien keine Gegenſätze, denn jedes
Volk habe ſeine beſondere Aufgabe in der Menſchheit. Für perſön=
lichen
Mut und Heldentum biete unſere Zeit reichlich Gelegenheit, auch
im Alltag. Nach dem Vortrag fand eine lebhafte Ausſprache ſtatt, in
der beſonders die Erziehung der Jugend im neuen Geiſte gefordert
wurde.
Deutſchnationaler Handlungsgehilfen=Verband, Ortsgruppe
Darmſtadt. Vortragsabend am Donnerstag, den 22. November,
abends 8.30 Uhr, im oberen Saale des Bürgerhofs (Eliſabethenſtr. 2).
Gouvernementsſekretär a. D. Dietz ſpricht zu Lichtbildern über
Ernſte und heitere Jugenderlebniſſe in Deutſchoſtafrika. Angehörige
und Einführung von Gäſten willkommen.
Geſchäftsſtenographen=Prüfung. An der am 4. Nobember ſtatt=
gehabten
Geſchäftsſtenographenprüfung des Geſchäftsſtenographen= Prü=
fungsausſchuſſes
Starkenburg haben ſechs Bewerber in der Abteilung
170 Silben und zwei Bewerber in der Abteilung 200 Silben mit Er=
folg
beſtanden. 150 Silben: Hannele Lortz ſehr gur, Stenogramm
ſehn gut, Anna Koop gut bzw. genügend, Aenne Schulz gut bzw. ge=
nügend
, Gertrund Franz beſtanden bzw. ſehr gut, Herta Salomon be=
ſtanden
bzw. gut, Fritz Stichel=Offenbach a. M. beſtanden bziv. genu=
gend
; 200 Silben: Hans Pringsheim ſehr gut, Stenogramm ſehr
gnt, Marie Vetter beſtanden bzw. genügend.
Stenographielehrerprüfung. Die fünfte ſtaatliche Prü=
fung
für Stenographielehrer findet Montag, den 14. Januar 1929
und folgende Tage in Darmſtadt ſtatt. Meldungen ſind mit den durch
Punkt 5. der Prüfungsordnung vom 20. Juni 1924 (Reg.=Blatt Nr. 17)
vorgeſchriebenen Nachweiſen und Stempelmarken im Betrage von 1,50
Mark bis 5. Dezember d. J. bei dem Vorſitzenden des Prüfungsamtes,
*
Regierungsrat Schaible=Darmſtadt, Landtag, einzureichen,

Großfilm der Deutſchen Turnerſchaft.
Das 14. Deutſche Turnfeſt in Köln vom 20.28. Juli 1928.
Die Deutſche Turnerſchaft hat in den Julitagen 1928 am deutſchen
Rhein ein Turnfeſt gefeiert, wie es die Geſchichte bisher noch nicht
geſehen hat. Hunderttauſende von Turnern und Feſtgäſten, eine ganz
muſtergültige Organiſation, dazu eine Feſtſtimmung wie ſelten, das
ſind die beſonderen Kennzeichen dieſes Feſtes. Unvergleichlich für den,
der das Feſt miterleben durfte, bedeutungsvoll für alle, die ſich zum
Gedanken der Turnerſchaft bekennen.
Dieſes herrliche Feſt ſoll im Film noch einmal vor unſerem
Auge abrollen. All die herrlichen, unvergeßlichen Bilder ſollen ſich
noch einmal wiederholen. Die gewaltigen Vorarbeiten für das Feſt,
die Fahrt der deutſchen Turner zum deutſchen Rhein. die vielen Wett=
kämpfe
und Wettſpiele, das Fechten, das Schwimmen, das Volksturnen.
Und manchen intereſſanten Blick gibt es auch hinter die Kuliſſes Und
dann der gewaltige Feſtzug am Hauptfeſttage. Die Hunderttauſende
ziehen bei glänzendem Sonnenſchein durch die feſtlich geſchmückten
Straßen Kölns. Den Hauptpunkt aber bildet das große Schauturnen
auf der Jahnwieſe. Wir ſehen das Aufſtellen der Maſſen, das Ein=
ziehen
in die Kampfbahn, die 4000 Fahnen, die mehr als 30 000 Tur=
ner
und Turnerinnen bei ihrer Feſtarbeit. Es zeige wer Bilder
von überwältigender Schönheit. Und nicht nur diejenigen, die am
Turnfeſt teilgenommen haben, ſollen ſich den Film anſehen, ſondern
erſt recht die anderen, die aus irgend welchen Gründen leider zuhauſe
bleiben mußten. Dieſen iſt jetzt Gelegenheit gegeben, das Turnfeſt im
Bilde mitzuerleben.
Dieſer große Werbefilm läuft am Samstag, den 24. November,
nachmittags 4.30 Uhr und abends 8 Uhr, im Turnhaus der Turngeſell=
ſchaft
Darmſtadt 1875, Dieburger Straße 26.
Zur Nachmittagsveranſtaltung haben Kinder und Erwachſene er=
mäßigte
Preiſe. Karten hierfür nur an der Kaſfe! Die Abendveran=
ſtaltung
iſt nur für Erwächſene; Eintrittspreis 75 Pfg. Der Vorger=
kauf
iſt in rachſtehenden Verkaufsſtellen: Verkehrsbureau, Fornoff ( Die=
burger
Straße 22) und Wilhelm (Arheilger Straße, Ecke Gardiſtenſtr.)
und im Turnhaus, eingerichtet.
Nimm teil an dem großen Geſchehen!

Ortsgewerbeverein und Hanbwerkervereinigung Darmſtadt. Wir
verweiſen auf unſere Anzeige in der heutigen Nummer dieſes Blattes
bezüglich des Lichtbildervortrags von Herrn Syndikus Ir,
Kollbach über: Die deutſchen Waſſerſtraßen und ihr weiterer Auc=
bau
; Kanalprojekte und ihre Bedeutung für die Wirtſchaft am Mitt=
woch
, den 28. November, abends 8 Uhr, im Fürſtenſaal bei Chriſt
(Grafenſtraße).
Gefallenen=Gedenkgottesdienſt, Sonntag, den 25. November,
8.00 Uhr vormittags, in der Stadtkirche. Der Verband Heſſiſcher
Regimentsvereine teilt als Berichtigung mit, daß der Ordnungsdienſt
nicht vom Verein ehem. 168er, ſondern von der Kameradſchaftlichen
Vereinigung ehem Heſſiſcher Garde=Dragoner Nr. 23 übernommen
wird.
Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde,
macht bekannt, daß am Donnerstag, abends 8.30 Uhr, im Eintracht=
Saale (Eliſabethenſtraße Nr. 12) Herr Schulrat Haſſinger über
das große Problem Volk und Heimat ſpricht.
Der Allgemeine Deutſche Frauenverein, Gruppe Darmſtadt,
veranſtaltet eine öffentliche Gedenkfeier für Frau Karoline
Balſer. Die Anſprachen halten Frau Martha Dönhoff=Berlin,
Md.L., und Frau Reg.=Rat Keller=Darmſtadt. Für die künſtleriſchen
Darbietungen haben ſich in dankenswerter Weiſe Herr Kurt Weſter=
mann
, Herr Konzertmeiſter Drumm, ein Frauenchor (Muſikverein)
unter Leitung von Herrn Erwin Palm freundlichſt zur Verfügung
geſtellt. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
Sonntagsruhe an den Adventsſonntagen. Hierzu ſchreibt uns
der Deutſchnationale Handlungsgehilfenverband folgendes: Der DHV.
hatte ſich bereits im Jahre 1927 mit einem Antrag an das Heſſiſche
Polizeiamt Darmſtadt gewandt, wonach die Zahl der zum Offenhalten
der Ladengeſchäfte freigegebenen Sonntage vor Weihnachten auf zwei
beſchränkt werden möchte. Zu einer Ausſprache der intereſſierten Kreiſe
hatte nun das Polizeiamt eingeladen. Es nahmen teil Vertreter des
Polizeiamts, des Kreisamtes, Bürgermeiſter Mueller, Gewerbeaufſicht,
der Angeſtelltenverbände, der Vereinigung des Einzelhandels, der In=
duſtrie
= und Handelskammer ſowie der Handwerkskammer. Geſchäfts=
führer
Klaue vom DHV. begründete nochmals eingehend den An=
trag
des DHV., nachdem Herr Afſeſſor Bernauer vom Polizeiamt ein=
leitend
feſtſtellte, daß auf Grund des Antrags des DHV. das Polizeiamt
im vergangenen Jahr Erhebungen über den Umfang des Verkehrs in
Darmſtadt an den einzelnen Adventsſonntagen angeſtellt babe, wonach
am 1. Adventsſonntage derſelbe nur ſehr geringfügig geweſen ſei, am
zweiten etwas lebhafter wurde, um erſt an den beiden letzten Sonn=
tagen
vor Weihnachten einen nennenswerten Umfang zu erzielen. Die
Vertreter der anderen Angeſtelltenverbände ſchloſſen ſich den Ausfüh=
rungen
des DHV. an, während ſich der Einzelhandel, Handelskammer
und Handwerkskammer gegen den Antrag ausſprachen. Kreisamt und
Gewerbeaufſicht ſchloſſen ſich dagegen den Ausführungen des Herrn
Bürgermeiſters Mueller an, der als vorläufige Löſung vorſchlug, den
erſten Adventsſonntag für die Folge nicht mehr freizugeben. Ein end=
gültiges
Ergebnis konnte in der Ausſprache nicht erzielt werden, ſo
daß die Entſcheidung nunmehr beim Polizeiamt liegt. Es iſt im In=
tereſſe
des Einzelhandels, ſowohl der Arbeitgeber wie der Arbeitneh=
mer
, zu wünſchen, daß die Entſcheidung im Sinne des Herrn Bürger=
meiſters
Mueller ausfallen möge. Dieſer Anregung haben ſich die
Angeſtelltenverbände als vorläufige Regelung angeſchloſſen. Die amt=
liche
Entſcheidung dürfte in den nächſten Tagen zu erwarten ſein.
Schloß=Kaffee. In dem heutigen Nachmittags=Sonder=
Konzert bringt das Schloß=Kaffee=Enſemble unter Leitung von
Kapellmeiſter Curt Fiſcher Werke von Franz Schubert zum Vortrag
anläßlich ſeines 100. Todestages. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Steuer=Mahnung. Das Finanzamt macht darauf aufmerkſam,
daß bis ſpäteſtens 30. November 1928 an die Finanzkaſſe Darmſtadt=
Stadt, Alexanderſtraße 22, bei Meidung der Beitreibung zu zahlen
ſind: 1. Vermögensſteuer 4. Rate, fällig geweſen am 15. Nov.:
2. Vorauszahlung an Landesſteuern 1928 (Grund=, Sonder=
gebäude
= und Gewerbeſteuer) 4. Rate, fällig geweſen am 25.
Oktober 1928; 3. Kirchen= und Kultusſteuer 1928 3. Rate,
fällig geweſen am 15. November 1928.

Warnung vor Betrügern. Am 17. November ließ ſich ein Herr
vom Bahnhof aus mit einer Autodroſchke nach dem Juſtizgebäude und
dann nach der Hochſchule fahren. Hier verweilte der Betrüger etwa
zehn Minuten in dem Gebäude und kam dann mit einem Paket zurück
mit dem Auftrag, ihn wieder nach dem Gerichtsgebäude zu fahren.
Alsdann ließ ſich der Fahrgaſt an eine Bank fahren, um angeblich Geld
wechſeln zu laſſem Von der Bank ließ ſich der Betrüger wieder nach
dem Gerichtsgebäude fahren, ging in dieſes hinein und kam nach kur=
zer
Zeit heraus mit dem Bemerken, daß ihm noch 17 RM. fehlen wür=
den
, worauf er von dem Autoführer den Betrag von 20 Mark erhielt.
Dann kam der Betrüger wieder aus dem Gerichtsgebäude und ver=
langte
noch den Betrag von 4,20 Mark, der ihm auch ausgehändigt
wurde. Nachdem nun der Betrüger wieder aus dem Gerichtsgebäude
herausgekommen war, ließ er ſich erneut nach der Hochſchule fahren
und verſchwand in dem Gebände. Das Gepäck, das er im Auto zu=
rückließ
, enthielt Holzwolle und Tannenholz, das zweifellos vorher
in einem Bündel bei einem Holz= und Kohlenhändler gekauft war. Der
Täter iſt etwa 2627 Jahre alt, 1,651,68 Meter groß, ſchmal, hat
dunkles Haar, bleiche Geſichtsfarbe und war glattraſiert. Er trug
dunklen Anzug, dunklen Hut, modernen hellbraunen Mantel mit Karos
und ſchwarze Hornbrille.
Die angeblichen Kaufleute Otto Thomas und Robert Reiſe
erſchwindelten ſich in einem Hotel in Heidelberg 300 RM., indem ſie
vorgaben, in einem Pariſer Rennſtall tätig zu ſein, und ein Pferd
würde am 16. Nov. 1928 bei einem Rennen in Paris gewinnen. Der
Hausmeiſter des Hote’s ſetzte dann auch bei einem Wettbureau auf das
fragliche Pferd 100 Mk. Das Pferd gewann jedoch nichts. Beſchrei=
bung
des angeblichen Thomas, der ſich auch Emil Voß nennt: Etwa
28 Jahre alt, 1,70 Meter groß, ſchlank, blondes Haar, blaſſes Geſicht.
Spricht ſächſiſchen Dialekt, iſt mit dunklem Anzug, dickem bläulichen
Mantel und gelben Halbſchuhen bekleidet. Reiſe iſt etwa 28 Jahre
alt, 1,60 Meter groß, hat blondes Haar, mageres Geſicht, großen Mund,
unter dem rechten Ange eine kleine friſche Narbe; trägt dunklen An=
zug
, braunen Tuchmantel und ſchwarze Halbſchuhe.
Doppelmord in Gräfenthal, Kreis Saalfeld. Am 17. November
wurde ein hochbetagtes Uhrmacherehepaar in der Wohnung durch
ſchwere Schädelverletzungen und Halsſchnitte ermordet. Es kommen
vermutlich zwei Täter in Frage, deren Kleider mit Blut beſudelt ſind.
Geraubt wurde ein kleinerer Poſten Uhren.
Diebſtahl. Am Sonntag, den 18. Nov., fand in einer hieſigen
Wirtſchaft unter Mitgliedern eines Vereins ein Bierabend ſtatt. Beim
Aufbrechen bemerkten zwei Frauen, daß ihre Handtaſchen verſchwunden
waren. Durch die noch in der Nacht verſtändigte Kriminalpolizei iſt
feſtgeſtellt worden, daß ein Teilnehmer beide Handtaſchen ent=
wendet
und in der Hoſe verſteckt hatte. Der Täter wurde bis zur Auf=
klärung
des Diebſtahls in Polizeigewahrſam genommen.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Mittwoch, den 21 November 1928

Nummer 324

* Einen Vortrag über Menſchenkenntnis hielt geſtern abend in der
Techniſchen Hochſchule Herr Camillo von Wegerer=Marburg. Der
große Hörſcal 326 war voll beſetzt, ſo daß ſogar zahlreiche Beſucher in=
folge
Platzmangels umkehren mußten. Die hochintereſſanten Ausfüh=
rungen
des Referenten, der ſich mit der Wiſſenſchaft der Phyſiognomik
außerordentlich tief beſchäftigt hat, und ſelbſt phyſiognomiſche Kurſe
abhält, konnten die Zuhörer faſt zwei Stunden feſſeln. Selbſtverſtänd=
lich
iſt es nicht annähernd möglich, den umfangreichen Stoff in einer
kurzen Wiedergabe reſtlos zu rekapitulieren. Ausgehend von theore=
tiſchen
Erklärungen der Menſchenkenntnis verſtand es der Referent,
in großen Zigen an Hand von Lichtbildern die Theorie in die Praxis
umzuſetzen. Die Menſchenkenntnis im Sinne der Phyſiognomik will
das ganze Weſen des Menſchen erfaſſen; ſie will nicht nur die efühls=
mäßige
, intuitive Erkenntnis eines Weſenszuges irgend eines Men=
ſchen
, ſondern, nach dem Geſicht, nach der Kopf= und Körperbildung
den Menſchen in ſeinem vollen Werte erkennen. Zu dieſer planmäßi=
gen
Erkenntnis gehört auch Menſchenliebe und vor allem Objektivität
und Sachlichkeit; Sympathie oder Antipathie muß vor allem ausge=
ſchaltet
werden. Schon ſehr früh betrieb man die Phyſiognomik. Der
Referent unterſcheidet drei Zeitabſchnitte vom Altertum bis Joh. Kaſp.
Lavater, dem bekannten Phyſiognomiker. Schon im Altertum ver=
faßte
Ariſtoteles ein Werk über die Phyſiognomik, wobei er auf
menſchliche Eigenſchaften hinwies, die denen eines Tieres naheliegen.
In den altgriechiſchen Bildniſſen findet man Kraft (Zeus), Schönheit
(Venus), Diana (Entſchloſſenheit) uſw. verkörpert. Im Mittelalter
wurde an dieſer Wiſſenſchaft wenig gearbeitet. Erſt in der zweiten
Periode, von Lavater bis Huter, beſchäftigte man ſich wieder intenſiver
mit Phyſiognomik, wobei Lavater den richtigen Grundgedanken der
Menſchenkenntnis in der Beurteilung der ganzen menſchlichen Konſti=
tution
fand. Die konſtanten Merkmale nicht die in dem Geſichts=
ausdruck
, der Mimik, momentan vorgetäuſchten Eigenſchaften geben
die richtige Erkenntnis. Weitere Forſcher, wie der berühmte Phreno=
loge
F. J. Gall, der Begründer der Lokaliſationslehre, halfen der
Wiſſenſchaft zu weiterer Verbreitung. Auch Aerzte beſchäftigten ſich
mit Phyſiognomik. Man unterſchied zwiſchen Bewegungs= und Emp=
findungsnaturell
und fand grundlegende Kennzeichen beſonderer Typen.
Die dritte Periode der Forſchung ſieht der Referent in der Zeit von
K. Huter bis zur Gegenwart. Die Naturell= und Konſtitutionslehre
beachtet Raſſe, Temperament und Impuls. Die Bildung des Körpers,
der Haut, des Auges, Ohr, Naſe, die Hand uſw. ſind zur Beurteilung
eines Menſchen genau zu beachten, da in ihrer Summe ſchon die
Lebensrichtung angezeigt iſt. Auch neuere Forſcher, es ſei nur an Pro=
feſſor
Kretſchmar erinnert, betreiben die phyſiognomiſche Wiſſenſchaft
und kommen zu immer tieferen Erkenntniſſen. Im zweiten Teil ſei=
nes
Vortrages demonſtrierte der Referent zur Einführung in die Phy=
fiognomik
eine Reihe von Lichtbildern, wobei er Erläuterungen der
Kopfbildung reiner Verbrechertypen als auch ſonſtiger Menſchen gab,
die in ihrer Phyſiognomie Geiſt und Empfindung, die Tatenergie ode=
das
Bewegungsnaturell ohne weiteres verrieten. Den Schluß des
Vortrags bildete die Erklärung führender Perſönlichkeiten, die ebenfalls
im Lichtbild gezeigt wurden, und alle typiſchen Zeichen hervorragender
Begabung trugen. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufge=
nommen
. Herr von Wegerer kündigte einen praktiſchen Einführungs=
kurſus
in die Phyſiognomik an, der heute abend 8 Uhr im Kaiſerſaal
beginnen ſoll.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Noiizen ſind an4ſchlieklich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirochten.
in ſeinem Falle irgendwie alt Beſprechung oder Kritk.
Vereinigung früherer Leibgardiſten Darm=
ſtadt
. Wir machen hiermit unſere Mitglieder auf die am Sonntag,
25. November (Totenſonntag), vormittags 8 Uhr, in der Stadtkirche
ſtattfindende Gedächtnisfeier für unſere Gefallenen aufmerkſam Die
Vereinigung ſammelt ſich um 7.45 Uhr an der Feuerwache. Nach der
kirchlichen Feier marſchiert die Vereinigung geſchloſſen zu unſerem neu=
erſtellten
Denkmal, um dort einen Kranz niederzulegen. Die Teil=
nahme
jedes Einzelnen wird zur kameradſchaftlichen Pflihr gemacht.
Orden und Ehrenzeichen ſind anzulegen.
Baſtlerbund der Sendung. Zuſammenkunft am 21.
November fällt aus; nächſte am 28. d. M.

Aus den Parteien.
Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei. Die
Mitglieder treffen ſich heute abend 8 Uhr im Roten Zimmer bei Sitte.
Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redeltien leinerlei Ver=
antwortung
; für ſie bleibi auf Grund des 6 21 Abſ.2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen nicht
zurückgefandt, die Ablebnung nicht begründet werden.
Schlechte Zugverbindung ReinheimReichelsheim.
Die Verkehrsverhältniſſe auf der Linie ReinheimReichelsheim
ſind, beſonders während der Wintermonate, als ſehr ungünſtig zu be=
zeichnen
. Man denke vor allem an diejenigen Leute, die tagtäglich ge=
zwungen
ſind, vom Gerſprenztal die Strecke nach Darmſtadt zurückzu=
legen
, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nicht alle haben
das Glück, um 5 Uhr abends ab Station Darmſtadt=Oſt den Heimweg
antreten zu können, um gegen halb 7 Uhr in Reichelsheim einzutreffen.
Viele der in Darmſtadt Beſchäftigten verlaſſen erſt gegen 6 Uhr ihre
Arbeitsſtätte und können ſomit erſt kurz vor 9 Uhr wieder in Reinheim
abfahren. Ab Oſtbahnhof verkehren abends nachſtehende Züge:
Oſtbahnhof ab 18 Uhr 05 Min., Reinheim an 18 Uhr 35 Min.
19 00
19 28
19 44
20 05
19 57
20 26
Dieſe vier Züge haben alle keinen Anſchluß nach Reichelsheim, d. h. der
letztgenannte Zug iſt wohl als Anſchlußzug bezeichnet, aber mit einem
Aufenthalt in Reinheim von 30 Minuten, dazu iſt faſt tagtäglich noch
mit einer Verſpätung von 1015 Minuten zu rechnen, da die beiden
ſogenannten Anſchlußzüge von Offenbach und Wiebelsbach=Heubach ab=
gewartet
werden müſſen.
Warum findet es die Direktion der Süddeutſchen Eiſenbahn= Geſell=
ſchaft
nicht für nötig, während dieſer Wartezeit von ſage und ſchreibe
zweieinhalb Stunden einen Zug einzulegen. Unſeres Erachtens wird
der Arbeiterſchaft ſowie dem ſonſt reiſenden Publikum ſehr wenig Ent=
gegenkommen
bewieſen.
Ein vielſeitiger Wunſch der Gerſprenztalbewohner:
Reichelsheim, Pfaffenbeerfurth, Fränkiſch=Crumbach ſowie Gr.=Bieberau.

*Große Strafkammer.
p. Der Betriebsleiter Albert Hohnſchopp in Klein=Oſtheim (Bayern)
ſteht unter der Anklage der fahrläſſigen Tötung.
In der heſſiſchen Gemarkung Mainflingen wird Ton gewonnen.
Das Unternehmen, das ſich mit deſſen Gewinnung und Verwertung be=
ſchäftigt
, ließ daſelbſt eine Trockenanlage (Trockenhalle) errichten. Den
Bau derſelben leitete der Angeklagte. In der Halle wurde der Ton
auf Horden geſetzt. Die dort beſchäftigten Arbeiter hatten Bedenken
hinſichtlich der Stabilität der Anlage die teilweiſe auf aufgefülltem
Grund und Boden ſtand. Der Sachverſtändige, Gewerberat Arndt=
Offenbach, konnte ſchon vor der Kataſtrophe Bodenſenkungen feſtſtellen.
Der Mangel der Anlage wird u. a. darin gefunden, daß die außen=
ſtehenden
Schuppenteile nicht verſtrebt waren. Im Mai 1928 erfolgte
der Einſturz; ein Arbeiter (Löſer) verunglückte tödlich durch Erſticken
und Lungenverletzung, ein weiterer Arbeiter (Gründling) erhielt kör=
perliche
Verletzungen. Bemerkt ſei, daß der Angeklagte im Jahre 1922
von der Strafkammer wegen fahrläſſiger Tötung mit 2 Monaten Ge=
fängnis
beſtraft wurde.
Das Bezirksſchöffengericht Offenbach hat auf Grund der Sachver=
ſtändigengutachten
die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten
gewonnen und eine fünfmonatige Gefängnisſtrafe ausgeſprochen.
Staatsanwaltſchaft und Verteidigung haben Berufung eingelegt.
Aus der Beweisaufnahme geht hervor, daß am Tage des Einſtur=
zes
die Horden von oben an, und nicht von unten nach oben zu be=
ginnend
, belaſtet wurden, was der Betriebsleiter geſchehen ließ. Der
Sachverſtändige des Hochbauamtes Offenbach führt den Unfall auf das
Fehlen der Längsverſtrebungen zurück. Der ganze Bau mußte auch
durch die Art der Belaſtung ins Schwanken geraten. Gewerberat Arndt
verweiſt auf die ſachgemäße Anlage der Tontrockenhalle in Klingenberg
am Main.
Der Verteidiger beſtreitet, daß der Angeklagte für die feſtgeſtellten
Konſtruktionsfehler verantwortlich gemacht werden könne; er habe nicht
die Kenntniſſe wie ein gelernter Zimmermann, den ſeine auswärts
domizilierende Firma hätte zuziehen müſſen. Gegebenenfalls möge eine
gelindere Strafe Platz greifen.
Der Staatsanwalt ſteht auf dem Boden des angefochtenen Urteils.
Jeder Techniker habe dem Schuppen anſehen müſſen, daß er nicht ſtabil
war; ein Windſtoß allein habe die Anlage in den Main werfen können.
Die Vorſtrafe auf gleichem Gebiete ſei bei der Strafzumeſſung heran=
zuziehen
. Die erkannte Strafe ſei gerechtfertigt, an Erhöhung der
Strafe beſtehe kein Intereſſe.
Das Urteil ändert das angefochtene Urteil dahin ab, daß die Strafe
auf 3 Monate Gefängnis herabgeſetzt wird.

Kleine Strafkammer.
v. 1. Wegen eines Vorfalles, der ſich am 9. Auguſt 1927 in Langen
abſpielte, hat ſich ein junger Mann von da zu verantworten. Die An=
klage
lautet auf Körperverletzung. Die Verletzte, eine entfernte Ver=
wandte
des Angeklagten, gibt beeidigt an, ſie ſei mit der Fauſt ins
Geſicht geſchlagen worden, habe geblutet, ſie habe um Hilfe geſchrien,
der junge Mann habe ſie auch getreten.
Das Amtsgericht hat unter Zubilligung mildernder Umſtände auf
eine Geldſtrafe von 60 Mart erkannt. Die Staatsanwaltſchaft und
Angeklagter haben Berufung verfolgt. Erſtere ſtellt die Entſcheidung
in das richterliche Ermeſſen und überläßt im Uebrigen die Vertretung
des Rechtsmittels der Nebenklägerin. Der Verteidiger nimmt darauf
Bezug, daß die Verletzte den Angeklagten zuvor beleidigt habe, wes=
halb
Straffreierklärung erfolgen könne.
Das Urteil verwirft die Berufungen.
2. Wegen Gefangenenbefreiung hatte das Amtsgericht I hier gegen
zwei jungen Leute von Urberach Freiheitsſtrafen ausgeſprochen, zwei
waren freigeſprochen worden. Staatsanwaltſchaft und zwei Angeklagte
haben Berufung verfolgt. Die Sache findet dadurch ihre Erledigung,
daß die beiderſeitigen Berufungen zurückgenommen werden.
3. Ein Einwohner von Lützel=Wiebelsbach iſt der Pfandentziehung
angeklagt; es handelt ſich um ein am 7. Januar 1927 gepfändetes
Schwein. Das Amtsgericht hat auf 40 Mark Geldſtrafe erkannt.
Staatsanwaltſchaft und Angeklagter haben Berufung verfolgt. Ein
Zeuge bekundet, es habe ſich in gewiſſem Sinne um eine Notſchlachtung
gehandelt. Der Vater des Angeklagten erklärt, er habe das Schwein
gekauft und es ſchlachten laſſen. Der Staatsanwalt betont, daß der
Angeklagte das Schwein habe mit verzehren helfen. Der Staatsanwalt
ſtellt die Entſcheidung in das richterliche Ermeſſen.
Das Urteil ſpricht den Angeklagten frei.

p. Bezirksſchöffengericht. Wegen ſchwerer Urkundenfälſchung, Be=
trugs
und Unterſchlagung im Amte begann am verfloſſenen Montag
eine Verhandlung, die ſich gegen den Sparkaſſenrechner und Steuer=
untererheber
P. Röhrig 2. in Niederroden richtet, deren Dauer auf
45 Tage berechnet iſt. Urſprünglich war in Ausſicht genommen, die
ganze Verhandlung außerhalb des Gerichtsſitzes in Niederroden ſtatt=
finden
zu laſſen. Davon iſt man abgekommen. Die Verhandlungen
finden im Schwurgerichtsſaale ſtatt.

Tageskalender für Mittwoch, den 21. November 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr,
B 7: Die luſtigen Weiber von Windfor. Kleines Haus, Anfang
19½ Uhr, Ende 22 Uhr, G 3: Die tote Tante und andere Begeben=
heiten
. Orpheum, abends 20,15 Uhr: Die beiden Herren der
gnädigen, Frau, Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold,
Hotel Schmitz, Reſtaurant Bender, Reichshof, Spaniſche Bodega,
Weinhaus Maxim, Sportplatzkaffee, Kaffee Haſſia, Perkeo. Aula
des Realgymnaſiums, abends 20 Uhr: Verein für natur=
gemäße
Lebens= und Heilweiſe, Lichtbildervortrag: Herzkrankheiten,
Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=
Theater.

Aus Heſſen.
Starkenburg.
Arheilgen, 18. Nov. Gefallenen=Gedenkfeier. Aus
Anlaß der 10jährigen Beendigung des Krieges wird die Ortsgruppe
Arheilgen des Reichsbundes der Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebenen
das Andenken an die im Weltkrieg gefallenen Kameraden durch eine
am Totenſonntag ſtattfindende beſondere Feier ehren. Herr Land=
tagsabgeordneter
Schulrat Storck=Darmſtadt hat es freundlichſt über=
nommen
, die Anſprache zu halten; der Geſangverein Treue wird die
Feier durch einige entſprechende Chöre umrahmen. Möge ſich die
Geſamtbevölkerung an dieſer Feier zahlreich beteiligen.
Wixhauſen, 20. Nov. Freiw. Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz. Nächſten Freitag, abends 8,30 Uhr, beginnt im
Uebungslokale bei Herrn Jakob Huck, der diesjährige Unterrichtskurſus
unter Leitung des Kolonnenarztes Herrn Dr. Käß. Alle diejenigen
Damen und Herren, die geſonnen ſind, teilzunehmen, werden gebeten,
bünktlich zu erſcheinen. Vorgeſehen iſt außerdem ein Ausbildungs=
kurſus
für Damen in der Krankenpflege unter Leitung des Herrn Dr.
Käß und einer Krankenſchweſter. Es iſt heute in der verkehrstollen
Zeit von ſehr großem Vorteile, wenn viele Menſchen in der erſten
Hilfeleiſtung Erfahrung beſitzen und ihrem hilfsbedürftigen Neben=
menſchen
raſch und zielbewußt ſchwere Gefahr abwenden können. Der
Eintritt in die Kolonne verlangt auch von dem Einzelnen kein weiteres
Opfer, da Politik ausgeſchloſſen iſt, und auch die politiſche Einſtellung
des Einzelnen nicht in Frage kommt. Zahlungen ſind an die Kolonne
auch nicht zu leiſten, außer einem Eintrittsgeld von 1,50 Mt., wofür
jedes neue Mitglied ein Unterrichtsbuch erhält. Monatsbeiträge werden
nicht erhoben; außerdem beſteht während des Unterrichts Trinkverbot,
Alle aktiven, ſowie außerordentlichen Mitglieder (das ſind Mitglieder,
die nicht ausgebildet ſind und mit einem Jahresbeitrag die Kolonne
unterſtützen), können von der Kolonne Verband= und Krankenpflege=
artikel
uſw. zum Fabrik=Selbſtkoſtenpreis beziehen.
4u. Eberſtadt, 20. Nov. Beerdigung. Unter großer Teilnahue
wurde hier der in den 50er Jahren verſtorbene Kaufmanm Adam Rettig
zu Grabe getragen. Die Grabrede hielt Pfarrer Paul. Dem Vey=
ſtorbenen
widmeten der Aufſichtsrat der Vereinsbanr Eberſtadt, der
Turnverein 1876, der deutſchnationale Handlungsgehilfenverband, Orts=
gruppe
Eberſtadt, deren Mitbegründer er war, der Geſangverin
Sängerluſt, der Verein ehemaliger Angehöriger des Artilleriekorps
und ſeine Kriegskameraden warmempfundene Nachrufe und Kranz=
ſpenden
auf das Grab. Theaterabend. Der zu Gunſten der
hieſigen katholiſchen Schweſternſtation am Sonntag abend im Schwanen=
ſaal
abgehaltene Theaterabend erfreute ſich eines äußerſt guten Beſuches.
Die Anweſenden kamen auch voll und ganz auf ihre Rechnung. Denn
die mitwirkenden Damen und Herven boten Leiſtungen, die anerkennens=
werter
Weiſe über eine dilettantiſche Auffaſſung hinausgingen. Petei
Margon hatte ſich als ein geſchickter Regiſſeur erwieſen. Da die Mit=
wirkenden
wirklich ihr Beſtes in uneigennütziger Weiſe gaben, ſeien ihre
Namen angeführt: Anna Fiſcher, Gretchen Braun, Franz Pörtner, Pck.
Lieſenfeld, Franz Bertner, Joſeph Heß, Karl Hofmann, Karl Grüne=
wald
, Michel Grünewald, Theo Braun, Karl Strato und Joſeph Hehei.
Gegeben wurde das Lebensbild in vier Akten Wenn du noch eine Mutter
haſt von Heinrich Houben. Die ernſte Wirkung dieſes nach dem Leben
gezeichneten Dramas kam voll und ganz zur Geltung. Auf das Drama
folgte ein heiterer Einakter, der nur von den Damen Fiſcher und Braun
beſtritten wurde. Der Kirchenbeginn iſt in der hie=
ſigen
evangel. Kirche auf Beſchluß des neuen Kirchenvorſtandes etwas
früher gelegt worden. Die Gottesdienſte beginnen in Zukunft um punkt
10 Uhr, das letze Läuten vor der Kirche um 9,45 Uhr. Die Früher=
legung
der Gottesdienſte iſt beſonders mit Rückſicht auf die Hausfrauen
erfolgt. Die Kleinkinderſchulen halten auch in dieſem Jahre
kurz vor Weihnachten Beſcherungen ab. Gegenwärtig finden ſeitens
der Schweſtern Hausſammlungen ſtatt, um Gelder für den Ankauf von
Gaben und Geſchenken zu erhalten. Die evangel. Kleinkinderſchule
wird ſoeben von rund 90 Kindern beſucht. Waiſenſchutz. Der
hieſige rührige Zweigverein vom Heſſ. Fechtverein Waiſenſchutz hält
auch in dieſem Winter, unmittelbar vor Weihnachten, eine Beſcherung
an Halbwaiſe und bedürftige Kinder ab. Der Verein hat ſich nach beſten
Kräften bemüht, eine größere Beſcherung veuanſtalten zu können.
4a. Eberſtadt, 18. Nov. Radfahrerverein. Der Rad=
fahrerverein
Friſch auf hielt bereits ſeine diesjährige General=
verſammſung
ab. Als erſter Vorſitzender wurde Heinrich Staſcheloſti
wviedergewählt. Außerdem wurden Heinrich Zickler und Karl Hinder=
meher
wiedergewählt, ſowic als Fahrwarte Jakob Goffinann und Wil=
helm
Pritſch. Obmann der Motorradabteilung iſt Heinrich Staſchewfki.
Der Verein zählt annähernd 150 Mitglieder. Ein in der Harmonie‟
abgehaltener Familienabend iſt aufs beſte verlaufen. Heitere Vorträge
uind Theaterſtücke fanden viel Beifall.
Aus dem Dekanat Eberſtadt, 19. Nov. Wie alljährlich um dieſe
Zeit, ſo hatte der Vorſitzende des Kirchenchorverbandes im Dekanat,
Herr Pfarrer Lic. Waas=Ober=Ramſtadt, die Geiſtlichen und Vor=
ſitzenden
, Dirigenten und Organiſten auch dieſer Tage zuſammengeru=
fen
. Diesmal tagte man im Muſikſaal des Pädagogiſchen Inſtituts zu
Darmſtadt, wo Herr Studienrat Borngäſſer in vorbildlich anſchau=
licher
Weiſe über die Choralſätze der verſchiedenen Zeiten ſprach. Aus=
gehend
von den alten Kirchentonarten, verbreitete er ſich zunächſt über
die älteſten, vorreformatoriſchen Choräle. Anhand des älteſten Kirchen=
liedes
Chriſt iſt erſtanden, ſuchte er für den innerlich frommen Sinn
dieſer alten Weiſen zu intereſſieren. Es folgten dann die Sätze eines
Oſſiander Lucis, Walther, H. L. Haßler, Schütz, Bach bis hin zu
Arnold Mendelsſohn, für deſſen neue Choralbücher er beſonderes
Intereſſe zu wecken ſuchte. Dem anregenden Vortrage folgte eine rege
Ausſprache mit zahlreichen Anfragen der Chorleiter. Sodann trat
man in die Beſprechung des nächſtjährigen Dekanatsfeſtes ein. Es fin=
det
wieder, wie alljährlich, am Sonntag Exaudi ſtatt, und zwar dies=
mal
getrennt für den öſtlichen und den weſtlichen Teil. Während ſich
die eine Hälfte in Seeheim trifft, kommt die andere Hälfte in Biebes=
heim
zuſammen. Als Geſamtchöre beim Feſtgottesdienſt wurden vor=
wiegend
reformatoriſche Choräle gewählt: Der Herr iſt mein getreuer
Hirt (Bach), Komm, o komm, du Geiſt des Lebens, Erhalt uns Herr,
bei Deinem Wort, Herr, wie Du willſt, die drei letzten nach dem Satz
von Mendelsſohn. Am Schluſſe der Tagung verbreitete ſich noch Herr
Studienrat Borngäſſer, über die Singebewegung, für die er warne
Worte der Befürwortung fand.

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[ ][  ][ ]

Nummer 324

Seite 7

42. Pfungſtadt, 2. Nob. Kraftſport. Am Sonntag fand ein
Bezirtsmeiſterſchaftsringkampf zwiſchen den 1. Mannſchaften der Kraft=
ſporvvereinigung
1914 Pfungſtadt und des Kraftſportvereins Seeheim
ſtatt. Der Kampf ſchloß mit einem Siege Seeheims von 9:5.
Familienfeier. Der evangeliſche Kirchengeſangverein hielt am
Sonntag abend im Saale des Rheiniſchen Hofes eine Familienfeier
ab, die ſich eines guten Beſuches erfreute. Viel Beifall errang das
Singſpiel Die ſchöne Müllerin, das die ſchönſten Melodicm Schuberts
in zwangloſer Folge vereinigt.
9. Gahn bei Pfungſtadt, 18. Noy. Konzert. Der Muſikverein
Pfungſtadt hielt am Sonntag abond im Saale des Rheiniſchen Hofs
bei Raab ein größeres Konzert ab. Außerdem heranſtaltete am Sonn=
tag
abend der Sportverein Olympia Hahn einen Theaterabend, bei
dem der dreiaktige Schnnk Das Hollandmädel, zur Aufführung
gelangte.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 20. Nov. Operettenabend des Ge=
ſangvereins
Eintracht. Gegeben wurde am Sonntag abend das
von M. Reimann verfaßte Volksſtück Das Glücksmädel, zu dem O.
Schwarz eine ſchöne, gefällige Muſik geſchrieben hat. Die drejaktige
Operette hatte einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Herr Maurer= Darm=
ſtadt
, durch deſſen Inſzenierungstalent ein ſchönes geſchloſſenes Zu=
ſammenſpiel
erzielt wurde, iſt ein durchaus gewandter Darſteller, den
keine noch ſo, ungewohnte Situation irgendwie in Verlegenheit bringt.
Eine gute Partnerin fand er in ſeiner Frau, die die Nolle der Frau
Hempel meiſterhaft bewältigte, und durch freiwillig eingelegte Lokal=
witze
oftmals ſtürmiſchen Beifall erntete. Sehr gediegen und wirkſam
war das Spiel von Frl. Maurer aus Darmſtadt, die die Rolle der
Lotte in jeder Beziehung beherrſchte. Lore Becker, Nieder=Ramſtadt,
gab einen famoſen Lehrbuben ab. Köſtlich im Spiel war auch Frl.
Luiſe Plößer in der Rolle der Witwe Lämmlein. Zwei beachtenswerte
Rollen, Schloſſermeiſter Bollmann, in der Hand des Herrn Fr. Benecke,
und Baron von Lerchenfeld in derjenigen des Herrn Guſt. Dohn waren
gut untergebracht. Auch die übrigen Rollen, geſpielt durch die Herren
K. Trautmann, Ludwig Kern, Alfred Thöt. Hch. Dieter, Wilhelm
Caſtritius und die Damen Frl. Anna Plößer, Benecke, Reitz und Brand,
waren vortrefflich. Als Begleiter wirkten die Herren Fritz Thöt
(Klavier) und Hrch. Crößmann (Violine), die ſich den herzlichen Dank
der Zuhörer redlich mitverdienten. Als Einlage erfreute noch Fräulein
Kuhn aus Ludwigshafen mit 2 Geſangsſtücken, die gute Aufnahme
fanden. Die Operette wird am Neujahrstage wiederholt. Der
Privatier Georg Eckert hier konnte vorgeſtern ſeinen 81. Ge=
burtstag
in körperlicher und geiſtiger Friſche feiern. Er iſt Altveteran
und ſeit dem Jahre 1913 in hieſiger Gemeinde anſäſſig. Möge ihm
auch fernerhin noch ein ſchöner Lebensabend beſchieden ſein. Der
letzten Samstag abend abgehaltene Feuerwehrball war verhält=
nismäßig
gut beſucht. Im Gegenſatz zu früheren Jahren iſt die er=
freuliche
Tatſache feſtzuſtellen, daß das Intereſſe an der Feuerwehr
immer mehr wächſt. Die Feuerwehr iſt eine Einrichtung, die der ge=
ſamten
Eirwohnerſchaft zugute kommt. Gar mancher junger Mann der
hieſigen Gemeinde könnte ſich noch der Sache anſchließen. Hoffen wir,
daß auch dieſe Zeilen dazu beitragen, der Freiwilligen Feuerwehr einen
Zufluß von Mitgliedern zu bringen. Heſſ. Sängerbund
Gau Darmſtadt=Land. Am letzten Samstag nachmittag fand in Darm=
ſtadt
eine Zuſammenkunft der Dirigenten und Vereinsvertreter ſtatt.
Die Tagung ſtand unter der Leitung des Gauchormeiſters, Herrn P.
Vetter=Pfungſtadt. Der Gauvorſitzende, Herr Bürgermeiſterei=Sekr.
Steuernagel zu Nieder=Ramſtadt wohnte ebenfalls bei. Nach eingelen=
der
Ausſprache einigte man ſich auf den Chor Wo gen Himmel Eichen
ragen von Heinrichs, als aufgegebenen Chor zum nächſtjährigen
Gauwertungsſingen in Meſſel. Hinſichtlich des ſelbſtgewählten Chors
ſoll den Gauvereinen vollſtändig freie Hand gelaſſen werden. Der auf= Ludwig und Heinrich Arzt wurden bereits anläßlich des 100jährigen
gegebene Chor dient gleichzeitig als Mafſenchor bei dem Gauwertungs=
ſingen
und auch als ſolcher beim Bundesfeſt in Darmſtadt. Die An=
regung
der Gauleitung, beim nächſtjährigen Bundesfeſt Feſtwagen zu
ſtellen, fiel auf guten Boden. Es haben ſich jetzt ſchon 3 oder 4 gliedern die goldene Vereinsnadel überreicht: Guſtav Struve, Georg
Vereine gemeldet, die beabſichtigen, eigene Feſtwagen zu ſtellen.
G. Ober=Ramſtadt, 20. Nov. Brieftaubenausſtellung.
Anläßlich ſeiner 25jährigen Zugehörigkeit zum Verband Deutſcher Brief=
taubenzüchtervereine
wurde dem Brieftaubenzüchterverein Heimatliebe‟ Georg Greilich hat dieſe Ehrung wohl verdient, denn er hat den Ver=
Ober=Ramſtadt die diesjährige Heſſiſche Reiſevereinigungsausſtellung ein durch unermüdliche Arbeit in eine erſte Stellung unter den beſten
übertragen. Sie iſt verbunden mit einer wichtigen Herbſttagung. Die
Veranſtaltungen finden am Sonntag, den 25. November ds. Js. im ihre treue Mitwirkung bei den Veranſtaltungen des Vereins ein
geſtellt werden dürften. Auf dieſe Veranſtaltung ſei daher jetzt ſchon und mehrere Damen Hoſenträger und Rauchtabak, trug viel zur Er=
hingewieſen
.
Wembach=Hahn, 20. Nob. Der hieſige Geſangberein Lieder=
kranz
rief ſeine Mitglieder und Freunde in der Turnhalle zu emer ſpielten, die Feſtteilnehmer in fröhlicher Stimmung noch bis zu ſpäter
Schubert=Ehrung zuſammen. Um 8 Uhr war die Halle bis auf Stunde zuſammenhielt. Die erſte Fußballmannſchaft des Ver=
den
letzten Platz beſetzt. Der Vorſitzende begrüßte die Erſchienenen
Männerchor ſang anſchließend den Chor Sonntag iſt’s von Sruon
Breu. Der Dirigent des Vereins ſchilderte des großen Liederfürſten durch gutes Kombinätionsſpiel verdient hätten, einen glatten Sieg über
Franz Schuberts Leben von früheſter Kindheit bis zum allzufruhen
Tode. Die Zuhörer lauſchten ergriffen len Worten über die Tragik
dieſes Genies. Eingeflochten in die Rede brachte der Geſangverein und vor dem Roßdörfer Tor gute Schußgelegenheit geboten, es wurden aber
der gemiſchte Chor nacheinander folgende Schubert=Schöpfungen wohl= dieſe Möglichkeiten durch mangelnde Entſchlußfähigkeit nicht ausge=
gelungen
zu Gehör: Sanktus für gemiſchten Chor, Tod und das
Mädchen (Solo=Geſang) Am Brunnen vor dem Tore, Wiegen= ten ſie doch vor der Uebexlegenheit der gaſtgebenden Mannſchaft weichen.
lied, Heidenröslein, Ueber allen Gipfeln iſt Nuh‟. Zum Schluſſe
wurden Lichtbilder aus Schuberts Leben vorgeführt. Dann ſang ein wir bereits berichteten, hatte ſich der Kreisausſchuß heute mit der Frage
Vereinsmitglied noch mehrere Lieder mit Klavierbegleitung.
=der=Modau, 20. Nov. Vom 24. bis 25. November hält der zits im Kreishaushalt erforderlich ſind, zu befaſſen. Der Kreisausſchuß
hieſige Geflügelzuchtverein ſeine Lokal=Geflügelſchau ab. Als Preisrich= hatte vom Kreistag die Ermächtigung, dieſe Sätze feſtzuſetzen, voraus=
ter
iſt Herr Frick=Biebrich gewonnen.
Reinheim, 20. Nrv. Ein Zeichen treuer Vereinsarbeit konnte reſultat feſtgelegt wird. Die aus den heutigen Verhandlungen hervor=
geſangvereins
Reinheim wahrnehmen, galt es doch heute vier Herren
zu ehren, die ſich durch 25jährige treue Mitgliedſchaft im Männer= Stande kommen. Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen,
geſangverein Reinheim beſondere Verdienſte erworben haben. Der und ſo wird ſich der Kreistag in einer demnächſtigen Sitzung erneut den
dere Denkmünzen herausgegeben, die heute den Herren Schneidermeiſter tionierten Voranſchlag beſchaffen will. Hierbei wird die Frage Steuer=
Delp, Landwirt Georg Schuchmann, Wilhelm Nelius und erhöhung oder Deckung des Defizits durch Aufnahme neuer Kapitalien
Bäckermeiſter Heinrich Michel überreicht werden ſollten. Zur Ein= nochmals zur Debatte ſtehen.
leitung ſang der aktive Chor das ſchlichte und doch ſo zu Herzen gehende
Sonntag iſt, und nachdem der 1. Vorſitzende des Vereins, Herr geweibeverein hielt geſtern in ſeinem Gewerbeſchulgebäude die diesjäh=
Helfmann, die Jubilare mit kernigen Worten die Denkmünze anheftete, rige Geſellenprüfung ab. Seit dieſe Prüfungen wieder geſetzliche Pflicht der
Chormeiſter Wilbelm Etzold aus Darmſtadt der Deutſche Sängergruß
gewidmet. Einige ſchöne Chöre füllten ſodann die Lücken zwiſchen Fortkommen unerläßliche Prüfung abzulegen. Außer der Prüfungs=
daß
ſich zwei ſeitherige Freunde und Gönner des Vereins als inaktive Ver letzteren und andere Intereſſenten in großer Zahl eingefunden, ſo
Mitglieder anmeldeten. Möge dies ein Anſporn ſein für manch Außen= daß der Saal beſetzt war. Herr Architert Karl Weber eröffnete als
ſtehenden, der ein Freund des Deutſchen Liedes iſt, dem Verein eben= Vorſitzender der Prüfungskommiſſion die Prüfung durch eine Anſprache,
falls beizutreten und dadurch an der großen Sache des Deutſchen in der er die Bedeutung des Tages für die Prüflinge hervorhob und
Männergeſangs maitzuhelfen. Den Mitgliedern des Vereins ſelbſt zeigte, daß der Ortsgewerbeverein immer zur Stelle iſt, wenn es gilt,
mögen die vier Jubilare ein Beiſpiel ſein, dem Verein auch fernerhin, das Gewerbe zu fördern und den Nachwuchs zu unterſtützen. Herr
Vorſitzende Herr Helfmann und mit ihm unſer allverehrter Herr Chor= Art: Verſicherungsweſen, Buchführung, Kalkulation, Geſchäftsaufſatz,
meiſter Wilhelm Etzold, dem beſonderer Dank für die ſeitherige Ent= Materialienkunde. Anſchließend ſtellten die Prüfungsmeiſter Fragen,
wicklung des Ve eins gebührt, geſetzt haben.
ſten Donnerstag, den 22. ds. Mts., abends 8 Uhr, wird Miſſionar Vorſitzende die Geſellenbriefe überreichte, wandte er ſich noch einmal in
Chleborn von der Brüdergemeinde in der hieſigen Stadtkirche einen mit beherzigenswerten Ausführungen an die Junggeſellen, das bis jetzt Ge=
Lichtbildern illuſtrierten Vortrag über die Miſſionsarbeit in Südafrika leiſtete als einen Anfang anzuſehen, an dem eifrig weiter gearbeitet wer=
halten
. Am Samstag findet in der hieſigen Oberreal= und Höheren den muß. Er ermahnte die anweſenden Meiſter, Eltern und Lehrer, die
Landwirtſchaftsſchule eine Gedächtnisfeier zu Ehren ver ſim Junggeſellen in ihrem Streben nach weiterer Vervollkommnung willig
Weltkrieg Gefallenen ſtatt. Herr Pfarrer Becker wird die Anſprache zu unterſtützen. Herr Schloſſermeiſter A. Verger jun, überbrachte die
Gemeinderatsſitzung wurde nach langen vorausgegangenen Verhand= über die bei der Prüfung gezeigten praktiſchen und theoretiſchen Leiſtun=
lungen
die Kanaliſation des Stadtgrabens ſowie diejenige der Enten= gen, erinnerte aber dabei die Prüflinge an das Wort: Wer raſtet, roſtet!
9aſſe, eines Teiles der Brunnengaſſe und der Wall= und der Unteren
Marktſtraße beſchloſſen. Die Arbeiten ſollen in der Zeit vom 18. Fe= linge haben beſtanden: Wilh. Brehm. Glaſer, Beerfelden; L. Grab,
bruar bis 11. April 1929 ausgeführt werden, da erfahrungsgemäß wäh= Schneider, Gammelsbach; J. Hamann. Wagner, Hetzbach: L. Heiß. Buch=
rend
der Monate Februar, März und April die Arbeitsloſigkeit ihren binder, Unter=Sensbach; Ph. Kredel, Wagner, Ober=Finkenbach; Ad.
Höhebunkt erreicht. Bei der Kanaliſation des Stadtgrabens muß Schmidt und J. Schmidt, Schneider, Falken=Geſäß; J. Schork. Sattler,
Mückſicht darauf genommen werden, daß die Schwanengaſſe nach dem Ober=Moſſau; G. Setzer, Tüncher, Rothenberg. Eine recht gemit=
Stadtgraben entwäſſert werden kann. Das Fällen des Holzes für liche Nachfeier im Adler bei ſehr gutem Flüſſigem und Feſtem bot nach
gonnen. Hierzu wurden drei Rotten aus Wald=Amorbach und eine Prüfung einen wohligen Abſchluß.
Notte aus Dorndiehl eingeſtellt. Die Bezahlung erfolgt nach dem
Holzhauertarif für 1929. Auch in dieſem Jahre ſoll Holz zur Sub= nis der Beigeordnetenwahl am Sonntag war vorauszuſehen: Herr
miſſion aus eſchrieben werden. Von der Gemeinde Dietesheim wer= Gaſtwirt und Kirchenrechner Joh. Tritſch 6. erhielt 627 Stimmen, ſein
den 120 Tonnen Hartbaſaltkleinſchlag 3035 zum Preiſe von 44 Mark Gegenkandidat, Herr Gemeinderat Amend, 476 Stimmen; erſterer iſt
pro Tonne beſtellt. Die Abrechnung über die Abhaltung des Pferde= demnach als Beigeordneter gewählt. Er war von der hürgerlichen Par=
marktes
in 1928 wird bekannt gegeben. Bei Vergebung der Erd=, tei aufgeſtellt. Ungültig waren 24 Stimmen, ſtimmberechtigt waren
Maurer= und Rohrverlegungsarbeiten uſw. für den Sportplatz im Nai= 1472, gewählt haben 1127, demnach etwa 80 Prozent. Rohheit.
bacher Tal wird der Zuſchlag erteilt. Zwei von der Provinzialdirek= Die vorletzte Nacht wurde die Telephonzelle, in der alle Drähte der
tion vorgelegte Erlaubnisſcheine, betreffend Anlage von zwei Ent= Hausanſchlüſſe zuſammenlaufen, unterhalb des Dorfes am Bahnüber=
wäſſerungskanälen
durch die Straße Groß=UmſtadtRaibach am Sport= gang mit Gewalt eingedrückt. In derſelben Nacht fand in einem hie=
platz
, werden anerkannt und unterſchrieben. Dem F. Lindner wird ſigen Wirtshauſe Tanzmuſik ſtatt, und bei dieſer Gelegenheit haben ſich
für die zwei Filme Sonnenaufgang und Der Fremdenlegionär die wohl einige mutwillige Burſchen den Spaß erlaubt. Zum Glücke
Veronügungsſtener erlaſſen. Die Stueſenbeleuchtung im Mühlweg wurden dadurch die Telephongeſpräche nicht geſtört, und der Apparat
bi bis an das Wolffſche Haus weitergefülrt werde

Mittwoch, den 21. November 1928

r Babenhauſen, 20. Nob. Geflügelausſtellung, die der
hieſige Geflügelzuchtverein am Samstag und Sonntag im Gaſthaus geht unſere zweitälteſte Ortsbürgerin, Frau Eliſabetha Steinmann,
Zum Adler veranſtaltete, war von Geflügelzüchtern Babenhauſens
und der näheren Umgebung recht gut beſchickt. Um die vorteilhafte
Raumausnutzung und überſichtliche Geſtaltung der ganzen Ausſtellung
machten ſich beſonders verdient die Mitglieder Val. Willand und Gg. ſein des künſtleriſchen Schöpfers des Monumentalwerkes, Studienrates
Krauß. Den breiteſten Raum nahmen naturgemäß die verſchiedenen
Raſſen der Hühner ein, die vom Zwerghuhn bis zu den ſchwerſten Steinhauerarbeiten wurden von den Granitweiken Rüth und Reinemuth
Raſſen vertreten waren. Doch waren auch die verſchiedenen Gattungen in Heppeuheim in wotem Mainſanöſtein ausgeführt. Der Brunnenſchaft
von Tauben in ſchönſter Zucht zu ſehen. Das Waſſergeflügel war erſt=
klaſſig
und erntete höchſtes Lob. Die vom Mitglied Gg. Krauß ausge= die Juſtitia mit Wage und Schwert als Zeichen des im Mittelalter der
ſtellten Rouen=Enten wurden mit der Bundesmedaille ausgezeichnet.
Als Preisrichter führte ſein gewiß nicht leichtes Amt Herr Dietz= Wix=
hauſen
zur allgemeinen Zufriedenheit aus. Mit der Ausſtellung war. Weinheim um eine hervoragende Zierde bereichert worden.
wie gewöhnlich eine Verlofung verbunden. Der Beſuch war beſonders
mit einer Schubert=Gedächtnisfeier, hielt am Montag vor= Verfügung des Heſſiſchen Kreisamts Groß=Gerau muß noch vor Ablauf
hielt die Anſprache, die von paſſenden Herbſt= und Schubertliedern um= vorgenommen werden. In einer der nächſten Sitzungen wird dieſer
rahmt war.
Bo. Michelſtadt, 20. Nov. Der Liederkranz Michelſtadt,
Männerchor, feierte am Samstag ſein 84. Stiftungsfeſt im Städtiſchen
Saalbau. Daß das Stiftungsfeſt dieſes ſo beliebten Geſangvereins ſtets
ein gern beſuchtes geſellſchaftliches Ereignis iſt, bewies wiederum der
voll beſetzte Saal. Es wurde ja auch etwas geboten, das alle Beſücher
des Feſtes voll auf ihre Rechnung kommen ließ. Unter den durch,eg
mit viel Applaus aufgenommenen geſanglichen Darbietungen des Cho=
res
ſind zwei gauz beſonders hervorzuheben: Eine Uraufführung einer
Kompoſition des Darmſtädter Komponiſten K. Grim, betitelt Der
Nrck, eine Ballade nach einer ſchwediſchen Sage. Dieſes muſikaliſch
ſehr beach liche Werk wurde trotz der hohen Anforderungen, die es an
das Stimmenmaterial ſtellt, gut zu Gehör gebracht. Leider wurde aber
die volle Auswertung dadurch etwas beeinträchtigt, daß der Chor wegen
der hohen Anforderungen, die an das Stimmenmaterial geſtellt werden,
zahlenmäßig etwas zu ſchwach iſt. Vielleicht würde das Werk, beſon=
men
an Klangwirkung gewinnen. Der Walzer von Joh. Strauß, An
der ſchönen blauen Donau mit Orcheſterbegleitung fand ſtürmiſchen
Anklang und muſte nach toſendem Beifall wiederholt werden. Auch
das hübſche Liedcken von E. Krämer, Der Spielmann, wurde wieder=
holt
gefordert. Die Geſangsvorführungen des Chors wechſelten mit
guter Orcheſtermuſik, ausgeführt von einigen Mitgliedern der Beamten=
vereinigung
ehem. Militärmuſiker der Ortsgruppe Darmſtadt unter der
bewährten Führung ihres Dirigenten, Herrn Georg Greilich=Darmſtadt
und unter Mitwirkung von Frl. Auguſte Kredel, Muſiklehrerin in
Michelſtadt (am Klavier). In ſeiner Begrüßungsrede durchlief der
Vorſitzende des Vereins, Herr Reichsbahninſpektor Schmidt, die Tätig=
keit
des Vereins im verfloſſenen Jahre, und ſpäterhin gab er die eini=

Jede Mutter
Wund= u. Kinder=Puder, den ſie bei
kennt und
ſchätzt den Oulſenlöt ihren Kindern mit beſtem Erfolge immer
wieder verwendet. Er iſt billig und ſparſam im Gebrauch, I.I.18050

gen Mitgliedern zugedachten Ehrungen bekannt. Die Tuchfabrikanten
Beſtehens ihrer Firma zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die gleiche
Ehrung wurde dem langjährigen Mitglied Herrn Glaſermeiſter Georg
Pfaff zuteil. Aus Anlaß 20jähriger Sängerſchaft wurde folgenden Mit=
Beller, Adam Schweitzer, Ludwig Eckart, Georg Haag, Erſt Schreiner,
Wilhelm Hegny und Georg Pfaff. Dem Dirigenten des Vereins wurde
für ſeine 5jährige aufopfernde Schulung und Führung des Chores ein
leckeres Angebinde und ein Lorbeerkranz mit Vereinsſchleife zuteil. Herr
Männerchören in ganz Heſſen gebracht. Auch Frl. Kredel wurde für
Saalbau Eliſenbad (Sappes) hier ſtatt. Die Meldungen zu der Aus= leckeres Angebinde überreicht. Eine Tombolaverloſung mit einigen
ſtellung ſind außerordentlich zahlreich, ſo daß gegen 400 Tauben aus= ſcherzhaften Gewinnen, ſo gewann z. B. ein Herr einen Büſtenhalter
höhung der hei eren Stimmung bei, während der anſchließende Tanz,
zu dem die Darmſtädter Muſiker flotte und ſtimmungsvolle Weiſen auf=
eins
für Leibesübungen Michelſtadt hatte am Sonntag
durch herzliche Worte. Hierauf erſchallte der deutſche Sängergruß Der gegen die 1. Mannſchaft des Sportvereins Noßdorf im hieſigen Sta=
dion
ein Verbandswettſpiel auszutragen. Obwohl die Michelſtädter es
ihre Gegner davonzutragen, konnte nur ein Unentſchieden mit 2:2
Toren erreicht werden. Den Michelſtädter Stürmern war wiederholt
nutzt. Obwohl die Roßdorfer tapferes und gutes Spiel zeigten, muß=
b
. Erbach i. O., 20. Nov. Aus dem Kreisausſchuß. Wie
der Feſtſetzung der neuen Steuerausſchlagſätze, die zur Deckung des Defi=
geſetzt
, daß der erforderliche Beſchluß durch einſtimmiges Abſtimmungs=
man
in der am Sonntag anberaumten Veranſtaltung des Männer= gehenden Reſultate ließen jedoch eine Einigung wie dies bei der
Schwierigkeit der Materie ja nicht anders zu erwarten war nicht zu
Heſſiſche Sängerbund hat zur Auszeichnung dieſer Mitglieder beſon= Kopf darüber zerbrechen müſſen, wie er die Mittel für den von ihm ſank=
m
. Beerfelden, 19. Nov. Geſellenprüfung. Der hieſige Orts=
wurde
den Dekorierten auf Veranlaſſung unſeres Dirigenten Herrn Handwerker geworden ſind, hat derſelbe ſtets zu gegebener Zeit dem
Nachwuchs des Handwerkes Gelegenheit gegeben, die für ſein ſpäteres
den Neden einzelner Herren aus und beſonders zu begrüßen war es, kommiſſion und den Prüflingen hatten ſich die Eltern und Lehrmeiſter
treu zur Seite zu ſtehen, damit das Ziel erreicht wird, das ſich der Berufsſchullehrer Arzt prüfte nun in ſämtlichen Fächern theoretiſcher
die das prartiſche Gebiet zum Gegenſtand hatten, hieran beteiligten ſich
Le. Groß=Umſtadt, 20. Nov. Miſſionsvortrag. Am näch= die Herren Kadel, Horn, Feudel, Miltenberger, Eichenhofer. Ehe der
halten. Ausdem Gemeinderat. In der letzten öffentlichen Glückwünſche der Handwerkskammer und gab ſeiner Freude Ausdruck
Nun überreichte der Vorſitzende die Geſellenbriefe; folgende Prüf=
1929 hut am Montag, den 19. ds. Mts., in dem Bezirk Schußſtein be= dem arbeitsreichen Vormittag eine wohltätige Erholung und gab der
H. Birkenau, 20. Nov. Beigeordnetenwahl. Das Ergeb=
funktionierte
weiter ohne Unterbrechung.

Bl. Erlenbach b. Fürth, 20. Nov. Hohes Alter. Heute be=
ihren
90. Geburtstag in ſeltener Rüſtigkeit und Geiſtesfriſche.
j. Von der Bergſtraße, 19. Nov. Der vor dem altertümlichen Rat=
hauſe
in Weinheim erſtellte hiſtoriſche Barocbbrunnen iſt ſoeben im Bei=
Bildhauer Scheich aus Darmſtad=, feierlich eingeweiht worden. Die
mit vier waſſerſpeienden Auslaufröhren aus Bronze trägt als Abſchluß
Stadt Weinheim verliehenen Privilegs der eigenen Gerichtsbarkeit.
Durch die Wiedererſtellung des hiſtoriſchen Markübrunnens iſt die Stadt=
g
. Gernsheim, 20. Nov. Die Amtsperiode des Berufsbürgermeiſters
am Sonntag recht gut. Eine Totengedenkfeier verbunden Hoffmann läuft Ende Februar nächſten Jahres ab. Auf Grund einer
mittag die hieſige Höhere Bürgerſchule ab. Lehrerin Frl. Boehme dieſes Jahres die Neuwahl des Bürgermeiſters durch den Gemeinderat
Punkt zur Tagesordnung ſtehen. Herr Dekan Vogel verläßt nach
32jähriger Tätigkeit an hieſiger Realſchule als Religionslehrer aus Ge=
ſundheitsrückſichten
nunmehr dieſes Amt. Herr Pfarrer Schlamp aus
Biebesheim übernimmt die Funktionen als evangeliſcher Religions=
lehrer
an der vorgenannten Anſtakt. Eine kleme Abſchiedsfeier wird
das Scheiden umrahmen. Kommenden Samstag begehen die Eheleute
Wilhelm Maus I das ſeltene Feſt der goldenen Hochzeit. Das große
Poſſenſpiel. Fink und Nachtigall oder Robert und Bertram, aufge=
führt
von der Marianiſchen Jünglingsſodalität am letzten Sonntag im
Haasſchen Saale, erfreute ſich eines überaus großen Beſuches. Nach
langer, langer Zeit ſah man wieder einmal den großen Saal voll be=
ſetzt
. Es iſt ein Beweis, daß unſer Jünglingsverein hinſichtlich ſeines
Theateraufführungen beim hieſigen Publikäm eine gute Zugnummer
hat. Das Standesamt regiſtrierte im abgelaufenen Monat Oktober
5 Geburten, 3 Eheſchließungen und 1 Sterbefall. Dem Stations=
führer
der hieſigen Gendarmerieſtation, Herrn Gendarmeriemeiſter
ders am Schluß, durch Orcheſtraliſierung zur Unterſtützung der Stim= Schneider, gelang es, in der Perſon des Handwerksburſchen Rudolf
Melzer aus St. Gallen eines Fahrraddiebes habhaft zu werden. Der=
ſelbe
hatte das Rad in Mainz geſtohlen und gelangte bis hierher, wo
er, da er bei eingetretener Dunkelheit ohne die vorgeſchriebene Be=
leuchtung
fuhr, dem Hüter des Geſetzes in die Arme fiel. Ein ein=
gehendes
Verhör förderte den Diebſtahl zutage. Melzer wurde bereits
im hieſigen Amtsgerichtsgefängnis hinter Schloß und Riegel gebracht.
Im nächſten Jahre iſt Gernsheim wieder einmal Feſtſtadt, und zwa‟
aus Anlaß des großen Wertungsſingen des Riedſängerbundes. 1266
Sänger werden ſich in unſerem Städtchen einfinden und in friedlichem
Wettſtreite um die Siegespalme ringen. Auf Gernsheims Gaſtfreund=
ſchaft
braucht an dieſer Stelle nicht beſonders hignewieſen zu werden,
denn dafür iſt das Schöfferſtädtchen bekannt.
* Gernsheim, 20. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
19. November: 0.17 Meter; am 20. November: 0,57 Meter.
z. Rüffelsheim, 19. Nov. Der Gemeinderat beſchloß, die Win=
terhilfe
in dieſem Jahre ſo zu regeln, daß alle Erwerbsloſen, die ab
15. Dezember 1928 zwei Wochen erwerbslos ſind, eine einmalige Untex=
ſtützung
von 20 Mark erhalten, weiter werden für die Ehefrau 10 Mk.
und für jedes weitere unterſtützungsberachtigte Mitglied der Familie
5 Mart bewilligt. Die Gemeinde wird die Räume im Wachlokal zur
Errichtung der Arbeitsamtnebenſtelle mierlos zur Verfügung ſtellen.
A-t. Goddelau, 19. Nov. Auszeichnungsfeſt des Oden=
waldklubs
, Ortsgruppe Goddelau. Zum 7. Male ſeit Be=
ſtehen
des Vereins durfte die hieſige Ortsgruppe am Samstag in dem
großen Rühlſchen Saale, der wieder mit Tannengrün prächtig geziert
war, ihren Ehrentag feſtlich begehen. Nach einem flotten Marſche und
einem von Fräulein Eliſabeth Heil herrlich geſprochenen Prolog be=
grüßte
der erſte Vorſitzende, Lehrer König, die überaus zahlreich erſchie=
nenen
Mitglieder und Gäſte. Darauf ging er auf die Bedeutung des
Auszeichnungsfeſtes ein, das er als großes, echtes Familienfeſt des Klubs
bezeichnete, bei dem ſich alle Teilnehmer recht froh und heimiſch fühlen
ſollten. Mit beſonderer Freude begrüßte er Herrn Kreisdirektor Wolf
aus Worms, der als Vertreter des Hauptausſchuſſes vom Odenwald nach
Goddelau geſandt war, um ſpäter die Auszeichnung ſelbſt vorzunehmen.
Herr Kreisdirektor Wolf übermittelte dem Klub die Grüße des Haupt=
vereins
und verſicherte, daß er auf Anfrage ſofort bereit geweſen ſei,
hierherzukommen, da er an der rührigem Goddelauer Ortsgruppe mit
ihrer Schnake am Wimpel ſtets ſeine Freude gehabt habe. Es gereiche
ihm zur beſonderen Ehre, daß er diesmal wieder 24 getreue Wanderer
und Wanderinnen auszeichnen dürfe, darunter 5 mit dem Wanderſtock.
Recht geſchickt und abwechſlungsreich war die Feſtfolge des Abends zu=
ſammengeſtellt
. Die kleine Geſangsabteilung des Klubs, beſtehend aus
Damen und Herren, erfreute durch drei nette Lieder: Königskinder,
Sandmännchen und oberſchwäbiſches Tanzlied, die alle, ſehr gur gefielen.
Recht viel Heiterkeit brachte ein kleines Theaterſtück Der Gemahl, das
von den Frl. König, Kraft, Hefermehl, Haas und Horn glänzend ge=
ſpielt
wurde. Hervorragend waren die Leiſtungen des Mandolinenklubs
Fidelio aus Biebesheim unter Leitung von Herrn Lehrer Baher und
der Muſikabteilung des hieſigen Turnvereins. Sie boten uns: die
Fantaſie Armonie alpine von Sartori, Mignorrette von Baumann,
ein Volksliederpotpourri von F. Adam, den Feſtmarſch Zug der Niebe=
lungen
, Frühlingsblumen und den Marſch Alte Kameraden‟. Eu=
freulicherweiſe
brachten alle Zuhörer im dichtbeſetzten Saale ſämtlichen
Darbietungen ein ſehr großes Intereſſe entgegen, wie man es ſonſt ſelten
findet. Reicher Beifall belohnte alle Mitwirkenden für ihren Fleiß und
ihre Mühe. Am Schluſſe der Feſtfolge dankte der Vorſitzende allem
Spielern und Sängern für ihre Leiſtungen und lud Gäſte umd Mitglie=
der
auf Sonntag, den 18. d. M., zur erſtem Wanderung im neuen
Wanderjahre über den Kühkopf nach Stockſtadt ein, wo ſich alle im Gaſt=
haus
von Roth gemütlich zuſammenfinden ſollten.
g. Goddelau, 18. Nov. Am vorvergangenen Samstag hatte der
hieſige Turnverein zu einemr Eſtern= und Werbeabend eingeladen, der
ſehr gut beſucht war. Unter Leitung von Herrn Lehrer König ließ die
gut diſzidlinierte Spielabteilung des Vereins einen ſtrammen Marſch
hören, und auch weiterhin bet ſie noch manh ſchönes Muſikſtück. Herr
Ernſt Horſr, der Vorſitzende des Vereins, begrüßte dte Erſchienenen
mit herzlichen Worten und gedachte in ſeiner Nede des Mannes, deſſen
Name eben im Munde aller deutſcher Turner iſt: Friedrich Ludwig
Jahns. Des Vorhang öffnete ſich, und um Jahus Büſte hatten ſich alle
ſeine hieſigen Jüngerinnen und Jünger geſchart. Nun folgten in bun=
ter
Reihe die Darbietungen. Die Kinder= und Turnerinnenabteilungen
unter Leitung von Turnlehrerm Fräulein Hedwia Notz zeigten zum
erſten Male ihr Können. Während Herr Lehrer Nepp auch erſtmalig
mit ſeinen Sc Uern ſtraffes Barrenturnen und Phramidenſtellen bot,
konnten die Turner an Reck, Barren und Pferd durch ihre mannig=
faltiger
Uebungen gefallen, die von Turnwart Hefermehl geleitet
wurden.
Rheinheſſen.
4c. Worms, 20. Nov. Ein ſchwarzer Tag der Verkehrs=
unfälle
. Sonntag früh ½12 Uhr iſt in der Kaiſer=Wilhelm=Straße
der 58jährige Landwirt Guth, der aus der Gegend von Kirchheimbolan=
den
ſtammt, von der elektriſchen Straßenbahn erfaßt und auf den Bür=
gerſteig
geſchleudert worden. Er hatte ſich von Bekannten verabſchie=
den
wollen und betrat die Fahrbahn, rückwärts gehend, ohne auf die
Straßenbahn zu achten. Er wurde bei dem Sturz ſo ſchwer verletzt,
daß er nach dem Krankenhaus verbracht werden mußte, wo er einige
Stunden ſpäter ſtarb. Um die gleiche Zeit wurde in der Alzeher=
ſtraße
vor der Werger Brauerei der 6jährige Sohn des Studienrats
Kieffer von einer zum Reiterfeſt fahrenden Autodroſchke überfahren.
Das Kind, das in das Krankenhaus gebracht wurde, iſt dort ebenfalls
bald darauf geſtorben. Am gleichen Tage, vormittags gegen 9 Uhr,
verunglückte ein Privatauto, in dem ſich der Dir. Eiſeler ſowie drei
andere Herren befanden, auf der Bürſtädter Straße infolge Verſagens
der Steuerung. Der Wagen, der in ſehr raſchem Tempo fuhr, kam
auf der Straße immer weiter nach links, riß einige Straßenſteine um
und flog dann gegen einen Baum. Der Lenker, Dir. Eiſeler, wurde
ſchwerverletzt in das Martinſtift nach Worms gebracht, die übrigen In=
ſaſſen
waren leicht verletzt. Der Wagen iſt vollſtändig zertrümmert.
Zwiſchen 3 und 4 Uhr nachmittags iſt in der Binger Straße beim
Ueberholen ein Lieferwagen mit der Straßenbahn zuſammengeſtoßen
und ſchwer beſchädigt worden. Auf dem Neumarkt. Ecke Speherer
Straße, iſt gegen 5 Uhr ein Perſonenauto mit einem Nadfahrer zuſam=
mengeſtoßen
, der bewußtlos in das Krankenhaus überführt werden
mußte. Am Abend vorher iſt ein Hanomag, der von der Kämmerer=
ſtraße
in die Schloſſergaſſe einbiegen wollte, in ein Schaufenſter der
Firma Hüttenbach hineingefahren. Der Fahrer wurde durch Glas=
ſcherben
ſchwer verletzt.
Oberbeſſen.
Gießen, 2. Nob. Gefallenenehrung der Heſſiſchen
Landesuniverſität. Der Rektor und die Studentenſchaft der
Heſſiſchen Landesuniverſität werden am Samstag, den 24. November,
in der neuen Aula des Univerſitätsgebäudes, die feierliche Enthüllung
des Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Profeſſoren und Studen=
ten
der Univerſität Gießen vornehmen. Zu der Feier ſind an die Spitzen
der ſtaatlichen, Provinz= Kreis= und Stadtbehörden, an benachbarte
Univerſitäten und an einen kleinen Kreis hervorragender Perſönlich=
keitem
Einladungen ergangen

[ ][  ][ ]

Seite 8

Mittwoch den 21. November 1928

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Nummer 324

Mittwoch, den 21. November 1928

Geite 9

Mn den otnbeln unttee Ucfnnenen ii Beſten.
Von Regierungsrat Richard Falck, Mainz.

Wehen Herzens gedachte in dieſen Tagen das deutſche Volk
ſeiner nahezu zwei Millionen Söhne, denen der grauſame Krieg
das blühende Leben geraubt hat. Faſt alle haben ſie ihre letzte
Ruheſtätte draußen in fremden Landen gefunden. Drückend iſt
für die Angehörigen, ja für das ganze deutſche Volk, das
Gefühl, dieſe Ruheſtätten nicht in eigener Obhut zu wiſſen.
Um ſo größer iſt allgemein das Intereſſe, zu erfahren, wie ſie in=
ſtand
gehalten ſind, und der Wunſch, daß ihre Pflege heimatlicher,
deutſcher Art entſpreche.
Nach dem Vertrage von Verſailles haben die alliierten und
aſſoziierten Regierungen und die deutſche Regierung dafür Sorge
zu tragen, daß die Grabſtätten der auf ihren Gebieten beerdigten
Heeres= und Marineangehörigen mit Achtung behandelt und in=
ſtand
gehalten werden. Somit iſt es zunächſt Pflicht der fremden
Regierungen, für die in ihren Ländern gelegenen Gräber und
Friedhöfe unſerer Toten in dem genannten Umfang zu ſorgen.
Es iſt aber begreiflich, daß das deutſche Volk dabei mitſprechen
und mithelfen will. Der Vertrag von Verſailles gibt auch hierfür
eine Rechtsgrundlage. Um dieſe unſerem Volke ſo ſehr am Herzen
liegenden Intereſſen in engſter Zuſammenarbeit mit der Reichs=
regierung
, unabhängig von aller Parteipolitik und außerhalb aller
ſonſtigen Gegenſätze zu wahren, hat ſich alsbald nach dem Kriege
der Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge gebildet. Reichs=
präſident
Ebert, der ſelbſt zwei tapfere Söhne auf blutiger Wal=
ſtatt
hat laſſen müſſen, war nicht nur Ehrenvorſitzender, ſondern
auch ein warmherziger Förderer des Volksbundes. Sein Nach=
folger
, Generalfeldmarſchall von Hindenburg, iſt es nicht minder.
Um ein engeres Verhältnis zwiſchen der Heimat und den
deutſchen Kriegerfriedhöfen außerhalb der Grenzen unſeres Rei=
ches
herzuſtellen, iſt der Volksbund ſeit einiger Zeit dazu über=
gegangen
, Patenſchaften einzelner Friedhöfe an ſeine Unter=
organiſationen
zu übertragen. Dem Paten erwächſt die hohe
vaterländiſche Aufgabe, den Patenfriedhof zu betreuen und aus=
geſtalten
zu helfen. Die Bezirksgruppe Mainz des
Volksbundes, die ihre Mitglieder in Mainz und zahlreichen
ſonſtigen Orten Rheinheſſens beſitzt, will die Patenſchaft eines
im Weſten gelegenen Friedhofes übernehmen. Daher beſchloß
vor einigen Monaten die Bezirksgruppe Mainz, durch Augenſchein
ſich ein Bild über einige etwa in Frage kommenden Friedhöfe zu
verſchaffen, um Unterlagen für die Wahl eines Patenfriedhofs
zu gewinnen. Zwei Reiſen von je dreitägiger Dauer, an denen
jedesmal vier Mitglieder der Bezirksgruppe teilnahmen, wurden
unternommen. Sollte bei ſo knapp bemeſſener Reiſedauer eine
größere Anzahl von Friedhöfen beſichtigt werden, ſo war dies
nur mit Auto möglich. Zu jeder Reiſe wurde in dankenswerter
Weiſe von Mitgliedern ein Auto koſtenlos zur Verfügung geſtellt.
Ziel der erſten Reiſe war die belgiſche Provinz Luxemburg.
Sie war in den erſten Tagen des Krieges das Vormarſchgebiet
unſerer heimiſchen Truppen, der 21. Preußiſchen und 25. ( Heſſi=
ſchen
) Diviſion und von Teilen des 18. Reſervekorps geweſen, die
dort auf den Feind geſtoßen waren und ihn unter beiderſeits
furchtbaren Verluſten geworfen hatten. Am 10. Mai ging die
Reiſe von Mainz über den Hunsrück, Trier, Luxemburg, Arlons
nach Neufchateau, mitten in jenes Kampfgebiet. Dieſes ſtellt eine
ſchöne Landſchaft dar, in der ſanfte Höhen und grüne Täler,
Wälder und Wieſen einander ablöſen. Nur wenig Feldbau iſt zu
finden, da der Boden ſteinig und dürftig iſt. Noch am Abend des
erſten Tages konnte der auf einem Bergvorſprung ſchön gelegene
Kriegerfriedhof von Malonne beſichtigt und an ſeinem Denkmal
ein Stranß friſcher Blumen als Gruß der Heimat niedergelegt
werden. Durch eine aus Schiefer aufgeführte Mauer führt eine
Treppe zu dem erhöhten einfachen Denkmal, um das im Halb=
kreis
die Gräber liegen. Eine Fichtenhecke umgibt den Friedhof,
auf dem 112, meiſt den Reſerve=Iufanterie=Regimentern 80 und
87 angehörige deutſche und 280 franzöſiſche Krieger ruhen. Am
folgenden Tag wurden die übrigen, ähnlich ſchön gelegenen und
ausgeſtalteten Friedhöfe der Gegend beſucht. Zunächſt der von
Orgeo=Biourges, an der Straße Neufchateau-Bertrix gelegen,
der in verhältnismäßig gutem Zuſtande war. Die auf dem Fried=
hof
beigeſetzten Deutſchen gehörten meiſt zu den Reſerve= Infan=
terie
=Regimentern 80 und 168 und den aktiven Infanterie= Regi=
mentern
87, 88, 80 und 81, ein Teil der Toten war vom Friedhof
am Croiſement de la fleche hierher umgebettet worden. Außer=
dem
ruhen hier noch 215 Franzoſen. Sodann wurde der beſon=
ders
ſchön gelegene Waldfriedhof Jehonville les Sapins beſucht,
wo 104 Deutſche der Infanterie=Regimenter 80, 81, 88, Feldartil=
lerie
63, ſowie 219 Franzoſen ruhen. Der kleine Friedhof
Ochamps=Chapelle birgt 63 Deutſche, darunter viele Angehörige
des Infanterie=Regiments 87 und Feldartillerie=Regiments 27,

ſowie 229 Franzoſen. Der Friedhof Anloy=Bois, der etwa zwei
Kilometer ſüdweſtlich von Anloy in einem Wäldchen auf der
Höhe liegt, iſt Ruheſtätte von 373 Franzoſen und 103 Deutſchen,
unter dieſen viele Angehörige des Infanterie=Regiments 116 und
des Pionier=Bataillons 21. Der Friedhof Anloy=Bruyere enthält
die Gräber von 360 Deutſchen und 661 Franzoſen. Auf den Grab=
zeichen
ſind u. a. die Infanterie=Regimenter 28, 83, 115, 116 und
Feldartillerie=Regiment 61 zu leſen. Durch Umbettungen hat ſich
die Zahl der hier Beerdigten auf zirka 1500 erhöht. In dem
Friedhof Maiſſin I, in den man durch ein hohes, aus Schiefer
gemauertes Tor eintritt, ruhen 209 Deutſche (Infanterie= Regi=
menter
116, 117 und 118) und 171 Franzoſen. Endlich der Fried=
hof
Maiſſin II. Urſprünglich lagen hier 343 Deutſche und 683
Franzoſen. Im vergangenen Jahr wurden noch zwei Sammel=
gräber
angelegt zur Aufnahme der Gebeine unbekannter Fran=
zoſen
, die in der Gegend zerſtreut in Einzelgräbern beſtattet
waren. Das eine Maſſengrab enthält die Reſte von 1542, das
andere von 1459 gefallenen Franzoſen. Von den Deutſchen ſind
je 40 Mann in ſechs kleinen Maſſengräbern beigeſetzt.
Verglichen mit den franzöſiſchen ſind die genannten belgiſchen
Sammelfriedhöfe klein zu nennen. Sie alle zuſammen würden
etwa einen franzöſiſchen Sammelfriedhof abgeben. Das deutſche
Generalgouvernement hat ſie während des Krieges angelegt und
auf ihnen die in der Nähe gefallenen und zerſtreut beerdigten
deutſchen und franzöſiſchen Soldaten beigeſetzt. Alle dieſe Fried=
höfe
tragen den Stempel deutſcher Art und ſind mit künſtleriſchem
Geſchmack unter Verwendung reichlichen Blumenſchmucks, Baum=
und Strauchwerks angelegt. Die Lage iſt durchweg ſchön, der
Eindruck ein würdiger. Die einzelnen Gräber tragen meiſt kleine
Grabkeuze aus Kunſtſtein, die den Namen, Todestag und Trup=
penteil
der Gefallenen angeben. Es berührte unſagbar wehmütig,
tvenn man den Namen eines Bekannten oder Freundes oder gar
Mitkämpfers las. Als Todestag iſt faſt ausſchließlich der
22. Auguſt 1914 zu leſen, jener blutige Tag, an dem unſere Trup=
pen
ihre Feuertaufe erhielten und der Schnitter Tod innerhalb
weniger Stunden grauſame Ernte hielt. So ſchön auch die land=
ſchaftliche
Lage und der Plan der Anlage aller dieſer Friedhöfe
iſt, ſo muß doch leider geſagt werden, daß die Inſtandhaltung
und der weitere Ausbau meiſt viel zu wünſchen übrig laſſen und
Zeichen des Verfalles überall in Erſcheinung treten. Die deutſche
Kriegsgräberfürſorge und die deutſche Regierung haben Schritte
unternommen, um eine beſſere Inſtandhaltung der Kriegerfried=
höfe
in Belgien durch die dortige Regierung herbeizuführen.
Die zweite Reiſe hatten ein Stellungs= und Großkampfgebiet
in Frankreich, die Champagne, zum Ziel. Am 16. Juni um 4 Uhr
vormittags ging die Autofahrt von Mainz ab über Alzey, Kaiſers=
lautern
, Saarbrücken, Metz, hinein in die Woevre=Ebene auf Ver=
dun
zu. 1 Kilometer hinter Maizeray lag linker Hand an der
Straße ein von den Franzoſen neu angelegter Sammelfriedhof,
und zwar ein deutſcher. Ein ganz anderes Bild wie bei den
Kriegerfriedhöfen in Südbelgien, typiſch für alle Sammelfried=
höfe
in Frankreich, bot ſich dem Auge. Eine große, kahle, von
Unkraut geſäuberte Fläche mit einem Wald von ſchwarzen Kreu=
zen
, die Einzelgräber doppelreihenweiſe in Beeten zufammen=
gefaßt
, dahinter gewaltige Maſſengräber. Solche Sammelfried=
höfe
reden in ihrem rieſigen Ausmaße und in ihrer Oede eine
erſchütternde Sprache. Alle bergen ſie mehrere tauſend, mitunter
auch 10 000 Tote, der größte gar 40 000 deutſche Soldaten. Weiter
ging die Fahrt mehr und mehr durch zu beiden Seiten der Straße
zerwühltes Kampfgelände hinauf nach Verdun, das faſt völlig
und in alter Schönheit wieder aufgebaut iſt. Zum Verweilen in
der Stadt und zur Beſichtigung der Schlachtfelder und Friedhöfe
und der von Amerikanern und Franzoſen errichteten rieſenhaften
Denkmäler fehlte die Zeit. Bald hielt das Auto weit jenſeits
Verdun auf der Höhe an dem neuen franzöſiſchen Kriegerfriedhof
Malancourt=Aisne, der die Gebeine von 3300 Franzoſen in Ein=
zelgräbern
und von 3000 unbekannten Franzoſen in einem Maſ=
ſengrabe
birgt. An der Straße ragen noch einige durch zahlloſe
Schußwunden und Vergaſung abgeſtorbene Bäume geſpenſtiſch
gen Himmel. Die franzöſiſche Regierung hat die Sammelfried=
höfe
für Freund und Feind in derſelben Weiſe angelegt. Die
Unterſchiede ſind nicht allzu weſentlich. Erwähnt ſei jedoch, daß
auf den deutſchen Friedhöfen die Einheitskreuze von ſchwarzer
Farbe und mit meiſt mangelhafter, ſchablonierter Inſchrift ver=
ſehen
ſind und in der Regel zwei deutſche Tote ſich in ein zwei=
ſeitig
beſchriebenes Kreuz teilen müſſen, während die Einheits=
kreuze
auf den franzöſiſchen Gräbern weiß geſtrichen, ſorgfältiger
ausgeführt und beſchriftet ſind und jedes Einzelgrab ein Kreuz
für ſich hat. Der Blumenſchmuck der franzöſiſchen Sammelfried=
höfe
iſt reicher, vielleicht nur aus dem Grunde, weil mit der Be=

pflanzung früher begonnen worden iſt. Die Reinhaltung von Un=
kraut
iſt aber überall gleich vorzüglich. Beim Durchfahren der
Argonnen ſah man den franzöſiſchen Terraſſenfriedhof bei La
Harazee wie mit einem bunten Flor von Nelken und Roſen über=
zogen
maleriſch daliegen. Am Rande der Argonnen, nach der
Champagne zu, hinter dem zum Teil wieder aufgebauten Dorfe
Servon wurde der dortige deutſche Sammelfriedhof beſucht. Er
iſt ſchön am Hang gelegen, eine völlig neue Anlage, die nach plan=
mäßiger
, liebevoller Ausgeſtaltung verlangt. Das Maſſengrab
war noch nicht geſchloſſen, da faſt täglich noch der eine oder andere
unbekannte Tote aus dem Kampfgebiet um Tahure hinzugebettet
wurde. Die Reſte von 3508 bekannten und bis dato 292 unbekann=
ten
deutſchen Soldaten birgt dieſer Friedhof. Auf den Kreuzen
kehren häufig die Bezeichnungen heimiſcher Truppenteile wieder,
ſo der Infanterie=Regimenter 116, 118, 168, 81, 88 uſw. Haben
doch gerade in dieſer Gegend heimatliche Truppen beſonders oft
gefochten und einige, wie das Landwehr=Infanterie=Regiment 118,
jahrelang im Stellungskrieg gelegen. Weiter ging die Fahrt
hinein in die Champagne, entlang der ehemaligen franzöſiſchen
Stellung, an mehreren großen franzöſiſchen Friedhöfen vorbei
nach dem Sammelfriedhof von Auberive, der aus einem franzö=
ſiſchen
und einem deutſchen Teile beſteht. Längs der Straße liegt
der franzöſiſche, dahinter, durch drei Reihen Nadelholz getrennt,
der deutſche Teil. Dieſer iſt ähnlich angelegt und gepflegt wie der
franzöſiſche, wenn auch der Blumenſchmuck jüngeren Datums und
daher nicht ſo üppig iſt. Auch ſind die Wege hier ohne Kies und
ohne Grasteppich. Der Friedhof birgt in Einzelgräbern 2305 und
in Maſſengräbern 3019 Deutſche, ferner in Einzelgräbern 5370
und in Maſſengräbern 2803 Franzoſen, und endlich etwa 500
Polen, zuſammen alſo die Reſte von etwa 14 000 Kämpfern. In
Reims endete die Fahrt.
Der zweite Tag galt der Beſichtigung einiger um Reims
gelegener deutſcher Kriegerfriedhöfe. Es war dies zunächſt der
Friedhof von Berru mit 1650 bekannten und 1680 unbekannten
deutſchen Kriegern aus allen Gegenden Deutſchlands, eine noch
ganz neue, kahle Anlage mit Anfängen von Blumenpflanzung,
eingezäunt mit einer jungen Weißdornhecke. Sodann der Fried=
hof
von Pont=Faverger, der ſich an den Ortsfriedhof anſchließt
und in ſeinem älteſten Teile bereits während des Krieges von
den deutſchen Soldaten eines Feldlazaretts angelegt wurde.
Neuerdings iſt er durch Umbettungen zu einem großen Sammel=
friedhof
geworden, eintönig und froſtig wie die meiſten Sammel=
friedhöfe
. Es ruhen dort 1479 bekannte und in einem Maſſen=
grabe
122 unbekannte deutſche Soldaten der verſchiedenſten Trup=
penteile
. Eine freudige Ueberraſchung bildete der Friedhof von
Auſſonce, der in ſeinem größten Teil während des Krieges von
deutſchem Militär angelegt und in einer deutſchem Empfinden
entſprechenden Art muſtergültig ausgeſtaltet worden war. Er iſt
mit ſtattlichen Lindenbäumchen beſtellt, zwiſchen den Gräberreihen
ſind Hecken von Flieder, Zypreſſen und Jasmin gepflanzt. Die
1392 Einzelgräber ſind auf dieſe Weiſe ſtimmungsvoll umrahmt.
Als Grabzeichen dienen kleine maſſive Grabkreuze aus Eichen=
holz
. Den Abſchluß des Mittelwegs bildet ein wuchtiges Stein=
kreuz
, das in deutſcher und franzöſiſcher Sprache den Vers
Joh. 15, 13 wiedergibt: Niemand hat größere Liebe denn die,
daß er ſein Leben läßt für ſeine Freunde. Endlich der Friedhof
von Warmeriville, der gleichfalls aus einem älteren, von deutſchen
Soldaten recht ſchön angelegten Teile beſteht, an den ſich eine
neue, durch Umbettungen entſtandene Fortſetzung anſchließt. Die
Zahl der Toten beträgt 2618, die in Einzelgräbern, und 198, die
in einem Maſſengrab beigeſetzt ſind. Mehrere Regimentsgedenk=
ſteine
weiſt dieſer Friedhof auf. Mitten unter ſeinen Soldaten
liegt ein Oberſt und Kommandeur des Reſerve=Infanterie= Regi=
ments
80. Auf dem Maſſengrab mit ſeiner weißen ſteinigen
Kreide=Erde lag von ungefähr ohne jeden Schutz eine reizende,
völlig unbeſchädigte große Majolika in der Art des Lucca della
Robbia, darſtellend eine Madonna mit Kind in weißer Glaſur
auf blauem Hintergrund, umrahmt mit einem farbigen Früchte=
kranz
. Wie mag ſie auf dieſen Friedhof gekommen ſein? Der
Friedhofswärter meinte, ſie ſtamme von dem aufgelöſten deutſchen
Friedhof Jsle ſur Sippe. Auf dem weißen Hügel, der ſich hoch
über dem gemeinſamen Grab der 198 unbekannten Kameraden
wölbt, wurde von den Beſuchern der Bezirksgruppe Mainz ein
Roſenſtock in die uns heilige Erde gepflanzt.
Nach Rückkehr aus Belgien und Frankreich wurden die Teil=
nehmer
der Reiſe immer und immer wieder gefragt, ob man denn
ungeſtört habe reiſen können. Man wunderte ſich, daß der Beſuch
der Kriegergräber überhaupt möglich ſei. So ſei denn hier feſt=
geſtellt
, daß die Teilnehmer der beiden Reiſen nirgends irgend=
welchen
Behinderungen und Beläſtigungen ausgeſetzt waren,
weder durch die Bevölkerung noch durch beamtete Perſonen. Im
Gegenteil, ſie fanden überall Entgegenkommen ſeitens der Ein=
wohner
, die auch, ſoweit ſie dazu imſtande waren, von der deut=
ſchen
Sprache Gebrauch machten. Die Gefühle des Haſſes ſcheinen
dem einfachen Volke dort fernzuliegen. Man weiß den wirtſchaft=
lichen
Wert dieſer Reiſen zu ſchätzen. Man findet es aber auch
ſelbſtverſtändlich, daß wir Deutſchen um unſere tapferen Helden
rauern und deren Gräber beſuchen.

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Seite 10

Mttwoch den 21 November 1928

Nummer 324

Reichsausſtellung der Ede pelztiere in Berlin.

Reich und Auskand.
Zuſammenſtoß zwiſchen Auto und Straßenbahn.
Frankfurt a. M. Ein Laſtauto, das eine
Straßenbahn zu überholen verſuchte, ſtieß gegen
deren Anhängewagen mit ſolcher Gewalt, daß die
hintere Platform abgeriſſen wurde. Von den Mit=
fahrenden
der Straßenbahn wurden nur vier und
dieſe nur leicht durch Splitter verletzt. Der Laſt=
kraftwagen
fuhr dann auf den Bürgerſteig und be=
ſchädigte
eine Hausmauer ſtark.
Tödlicher Unfall in den Höchſter Farbwerken.
Höchſt a. M. Im Werk der J. G. Farben=
induſtrie
ereignete ſich Montag vormittag ein
ſchwerer Unfall. Der Maſchiniſt Joſeph Wütſchner
aus dem Stadtteil Nied wurde beim Vordrücken eines
mit Eiſen beladenen Rollbahn Handwagens von einem
Eiſen, das infolge Uebergewichts ſich plötzlich während
der Fahrt gegen eine Weichenkonſtruktion ſtemmte,
am linken Bein ſo ſchwer verletzt, daß er im Laufe
des Nachmittags im Höchſter Krankenhaus an ſeinen
Verletzungen geſtorben iſt. Kurz vor dem Unfall hat
zwiſchen dem Verſtorbenen und einem Schloſſer ein
Wortwechſel wegen Befahrens der Gleiſe ſtattgefun=
den
. Dabei hatte Wütſchner dem Schloſſer einen
Brikettſtein an den Kopf geworfen und ihn ſo verletzt,
daß er ebenfalls im Krankenhaus aufgenommen wer=
den
mußte.
Schlimme Folgen einer Unachtſamkeit.
Limburg. Ein 18jähriger junger Mann han=
tierte
in Elz mit einem Flobert und legte auf einen
gleichalterigen Kameraden an, in der Meinung, die
Waffe ſei nicht geladen. Plötzlich ging jedoch ein
Schuß los. Die Kugel drang dem Unglücklichen in
den Leib, ſo daß er in hoffnungsloſem Zuſtande in
das Vinzenzhoſpital eingeliefert wurde.
Groffeuer im Kreiſe Marburg.
Wenkbach. Sonntag abend wurde die große
Scheune der Witwe Müller mit ſämtlichen Heu= und
Strohvorräten ein Raub der Flammen. Die Feuer=
wehr
konnte nur mit Mühe ein Umſichgreifen des
Feuers auf Wohn= und Stallgebäude verhindern.
Der Schaden ſoll durch Verſicherung gedeckt ſein.
Ueber die Entſtehungsurſache des Brandes iſt nichts
bekannt.
Selbſtmord durch Abſpringen aus dem
fahrenden Zuge.
Langenſelbold. Montag abend ſprang ein
junger Mann namens Fritz Goldſchmidt aus Langen=
ſelbold
zwiſchen den Stationen Niederrodenbach und
Langenſelbold aus dem fahrenden Eilzug B 61, der
um 1843 Uhr in Frankfurt a. M. abfährt. Der
junge Mann hatte ſich in ein Nebenabteil begeben,
dort die Tür geöffnet und kopfüber aus dem Zuge
geſtürzt. Er wurde bei dem Sprung ſofort getötet.
Die Motive zur Tat konnten noch nicht einwandfrei
feſtgeſtellt werden.
Feſtnahme eines Mörders.
Köln. Montag früh erſchoß in Duisburg ein ge=
wiſſer
Muydermans, ein früheren belgiſcher Soldat,
eine Frau, mit der er ein Verhältnis hatte. Auf
Grund der Perſonalbeſchreibung im Weſtdeutſchen
Rundfunk, die auch eine Reichsbahnſtreife in M.=
Gladbach erhalten hatte, konnten dort Beamte dieſer
Streife den Täter beim Umſteigen in den Aachener
Zug feſtnehmen. Er wurde ſofort dem Unterſuchungs=
richter
vorgeführt.
Bootsunfall auf dem Rhein.
Dinslaken. Ein Bootsunglück ereignete ſich
Sonntag nachmittag auf dem Rhein in der Nähe von
Dinslaken. Bei einem mit 17 Rheinſchiffern beſetzten
Motorboot, das von Fanten kam, wo die Inſaſſen
an einer Beerdigung teilgenommen hatten, verſagte
plötzlich der Motor, und das Boot trieb gegen einen
zu Berg fahrenden Schleppzug. En Teil der Be=
ſatzung
ſprang ins Waſſer und rettete ſich auf den
Schlepper, der auch die übrigen noch auf dem Boot
befindlichen Leute aufnahm und an Land brachte.
Dort ſtellte man feſt, daß ein Schiffer vermißt wurde.
Blutige Ehetragödie.
Saabrücken. In der Hohenzollernſtraße gab
nachts der 27 Jahre alte Maurerpolier Paul Platte
auf ſeine von ihm getrennt lebende Ehefrau mehrere
Revolverſchüſſe ab und verletzte ſie ſchwer. Durch
die Schüſſe wurde gleichzeitig ein gänzlich unbeteilig=
ter
Paſſant namens Gerhard Tſchunty lebensgefähr=
lich
verwundet. Der Täter, der ſich ſelbſt einen
Kopfſchuß beibrachte, liegt ſterbend im Krankenhaus.
Eckener=Wachefiguren in Amerika

Die deutſchen Bürgermeiſter bei der Wiener Schubert=Feier.

Junger Rotfuchs mit ſeiner Herrin.
Eine eigenartige Ausſtellung wurde im Berliner Europahaus eröffnet. Sie veranſchaulicht den
Weg, den die Edelpelze vom lebendigen Tier bis zum furtigen Kleidungsſtück machen. Beſonderes
Intereſſe erwecken die 50 lebenden Nerze und 120 Silber=, Rot= und Blaufüchſe, die von dem
Reichsverband Deutſcher Silberfuchs= und Edelpelzzüchter erſtmalig ausgeſtellt wurden.

Verhaftung von Falſchmünzern.
Dortmund. Hier wurde vor einiger Zeit ein
Arbeiter feſtgenommen, als er von Geſchäft zu Ge=
ſchäft
zog, für einen geringen Betrag einkaufte und
mit einem Fünfmarkſtück bezahlte. Ein Helfershelfer
von ihm beſuchte am 12. November in Begleitung
des P. B. ein Reſtaurant und bezahlte zum Schluß
die nicht unerhebliche Zeche mit mehreren falſchen
Fünfmarkſtücken. Beide wurden feſtgenommen. Bei
der Durchſuchung der Wohnung des Arbeiters wurde
weiteres Falſchgeld gefunden. Sein Genoſſe konnte
ebenfalls überführt werden, Falſchgeld verausgabt zu
haben. Außerdem wurden drei weitere Komplizen
feſtgenommen.
Ein Laſtkraftwagen fährt in eine Abteilung
Soldaten hinein.
Paris. In Jory bei Paris fuhr ein Laſtauto=
mobil
in eine Abteilung eines Kolonialregiments hin=
ein
, wodurch ſechs Mann ſo ſchwer verletzt wurden,
daß ſie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten.

Eine Bankierstochter betrügt ihren Vater
um 200 000 Mark.
Freiburg (Schleſien). Die Tochter des Ban=
kiers
Julius Waidmann, Marianne, die in dem
Bankgeſchäft ihres Vaters beſchäftigt war, hat dieſen
durch falſche Eintragungen um rund 200 000 Mark
geſchädigt. Dieſe Veruntreuungen haben das kleine
Bankgeſchäft ſo ruiniert, daß es Konkurs anmelden
und ſchließen mußte. Die Bücher wurden beſchlag=
nahmt
. Marianne Waldmann, die geflüchtet war,
konnte in Zirlau verhaftet werden. Sie wurde in
das Polizeigefängnis Freiburg eingeliefert.
Erdbeben in Ungarn.
Budapeſt. Montag nacht 2,30 Uhr wurde in
Erlau ein Erdbeben verſpürt, das ſechs Minuten
dauerte und von einem ſtarken untevirdiſchen Rollen.
begleitet war. Die Bilder an den Wänden ſetzten
ſich in Bewegung, Türen ſprangen auf, und zahl=
reiche
Bewohner Erlaus erwachten aus dem Schlaf
und flüchteten ins Freie. Sachſchaden und Opfer an=
Menſchenleben ſind nicht zu beklagen. Bereits Mon=
tag
23,20 Uhr wurde ein ſchwaches Vorbeben verſpürt.

Dr. Eckener in Wachs
iſt der neueſte Maſſenartikel auf den Straßen der
amerikaniſchen Großſtädte. Nichts kann das Maß
der großen Zeppelin=Begeiſterung in Amerika beſſer
illuſtrieren, als der reißende Abſatz, den die von dem
Vew Yorker Karikaturiſten geſchaffenen Eckener=
Wachsfguren finden.

Oberbürgermeiſter Dr. Boeß=Berlin bei der Feſtrede am Schubertdenkmal.
Das Schubert=Jahr hat ſeinen Höhepunkt an Schuberts 100. Todestag, am 18. November, erreicht. Zum Feſtakt am Schubertdenkmal ſind zahl=
reiche
reichsdeutſche Bürgermeiſter als Ehrengäſte Oeſterreichs erſchienen. Der Berliner Oberbürgermeiſter Dr. Boeß hat in würdigen Worten das
Andenken des unſterblichen Tondichters gefeiert.
Sturmverheerungen in England.

Ein ſchwer beſchädigtes Haus in der Londoner Wall Street.

Sturmſchäden in der Waterlooſtraße.

Ein Kartuſchenlager in die Luft
geflogen.
4 Tote, 5 Schwer= und 4 Leichtverletzte.
In dem Pariſer Vorort Vincennes, der zum
Feſtungsgürtel gehört und ſtark mit Truppen
belegt iſt, flog am Dienstag nachmittag gegen
dreiviertel fünf Uhr franzöſiſcher Zeit ein Kar=
tuſchenlager
in die Luft. Bisher werden zwölf
Tote gezählt. Die Urſache des Unglücks iſt noch
nicht bekannt. Nähere Einzelheiten fehlen noch.
Die Nachricht, die ſofort in der Kammer be=
kanntgegeben
wurde, hat dort große Beſtürzung
hervorgerufen.
Schiffsuntergang im Nordoftſeekanal.
Brunsbüttelkoog. Der Dampfer Vulkan.
der Reederei Ernſt Komrowſky, Hamburg, traf am
Montag abend, von der Oſtſee kommend, mit einer
Ladung Nutzholz für Holland hier ein. Da er in=
folge
der zu reichlichen Ladung Schlagſeite hatte,
wurde er von der Seeberufsgenoſſenſchaft zurückge=
halten
und mußte im Binnenhafen feſtmachen. Bei
dem Verſuch, den Ladungsausgleich herbeizuführen,
tegte ſich der Dampfer nach Backbordſeite und das
Waſſer drang in den Maſchinenraum. Da die Pum
pen die Waſſermengen nicht bewältigen konnten und
auch eine Aufrichtung des Schiffes durch Ueberbord=
ſchaffen
der Deckladung nicht möglich war, ſank das
Schiff immer mehr und mußte von der Beſatzung
geräumt werden. Heute früh lag das Schiff mit
Backbordſeite in ſeiner ganzen Länge bis an die
Maſten, alſo über die Hälfte im Waſſer. Zwei
Schlepper ſowie ein Hebeſchiff ſind an der Unfall=
ſtelle
.
Untergang eines polniſchen Dampfers.
Stockholm. Der polniſche Kohlendampfer
Nobur II iſt an der ſchwediſchen Küſte bei Skelleſ=
ten
geſtrandet. Die Bemannung konnte ſich in Ret
tungsbooten in Sicherheit bringen.
Die Veſtris=Kataſtrophe.
New York. Der Unterſuchungsrichter hat die
Aushändigung des Bordbuchs des Dampfers Vol=
taire
angefordert, der der gleichen Geſellſchaft ge=
hört
wie die Veſtris‟ Es iſt nämlich behauptet
worden, daß die Veſtris, als ſie in Seenot geriet,
ſich zunächſt mittels chriffrierten Funkſpruchs an den
Kapitän des Voltaire wandte, der in den amerika=
miſchen
Gewäſſern kreuzte. Auf dieſe Art ſollte an=
geblich
vermieden werden, daß die Geſellſchaft dem
Seerecht entſprechend die Rettungsdampfer der ane
deren Geſellſchaften entſchädigen mußte. Außerdem
wäre dadurch im Intereſſe der Geſellſchaft verſchwie=
gen
, daß einer ihrer Dampfer, ohne daß Sturm oder
Kolliſion die Schuld trugen, in Seenot geriet. Der
Voltaire war aber zu weit entfernt, um rechtzeitig
zur Stelle ſein zu können. Erſt als die Hoffnung auf
Rettung durch ihn aufgegeben werden mußte, wurde
der SOS=Ruf ausgeſandt, allendings faſt 24 Stunden
zu ſpät.

[ ][  ][ ]

1923 Eröffnung des Bahrenfelder Werkes.
1924 Beginn der Umstellung des Betriebes auf Grund
wissenschaftlicher Untersuchungen,
1925 Unabhängigkeit der Werkstätten von klima-
tischen
Schwankungen durch Luftabschluß und
Schaffung einer neuartigen Klima-Anlage.
1926 Vollständige Durchführung der zwejjährigen
Versuchsergebnisse für die Mischungswerk-
stätten
durch Schaffung einer mechanischen
Mischanlage, die eine absolute Gleichmäßigkeit
und sorgsamste Behandlung des Tabaks ge-
währleistet
,
1927 gelang die Auflockerung und sichere Reinigung
des Tabaks auf pneumatischem Wege,
Aufnahme der Kartonnagenfabrikation in drei
eigenen Werken. Die Belegschaft des Haupf-
werkes
Bahrenfeld hat sich in 4 Jahren ver,
zehnfacht.
1928 Eröffnung des Zweigwerkes Hannover, aus-
gerüstet
mit sämtlichen Einrichtungen des
Bahrenfelder Werkes.

Seitdem werden die Reemtsma-Werke
als die vollkommensten Cigarettenher-
stellungsbetriebe
der Welt von Fach-
kommissionen
aus allen Erdteilen zu
Stüdienzwecken besucht.

REEMTSMA GlGARETEN

[ ][  ][ ]

Seite 12

Mittwoch, den 21. November 1928

Nummer 324

Sport, Spiel und Turnen.

Sp. gew. un. verl. Tore Pkt 24:18 10 28:13 11 26:2 14 28:16 13 19:17 12 21:15 11 13:15 10 11 24:25 10:16 11. 16:23 .. 10 18:23 10 2 15:33

* Fußball im Kreis Starkenburg.
ikeberraſchung in Mörfelden und ein Spielabbruch in Darmſtadt.
Der neue Tabellenſtand:
Sportverein 98 Darmſtadt
Viktoria Walldorf
Fußballverein Sprendlingen . . . 11
Viktoria Urberach
.. 11
Polizei Darmſtadt . . . . .
Sportverein Münſter . ..
Sportverein Mörfelden . . . . 9
Germania Pfungſtadt . .. .
Germania Oberroden . . .
Union Darmſtadt
Union Wixhauſen
Not=Weiß=VfN. Darmſtadt ..
Das bemerkenswerteſte an obiger Tabelle iſt die Tatſache, daß der
Sportverein 98 wieder einmal an der Spitze ſteht. Allerdings iſt dabei
zu berückſichtigen, daß Walldorf mit einem Spiel und einem Verluſt=
punkt
weniger relatio günſtiger ſteht und nach Austrag ſeines einen
Spieles doch wieder an die Spitze kommen kann. Sprendlingen iſt da=
gegen
durch ſeine überraſchend hohe Niederlage in Mörfelden nun vorerſt
Abonnent für den dritten Platz. Die Vorrunde iſt allerdings von erſt
fünf Vereinen beendet und die Erledigung der Nachtragsſpiele wird noch
intereſſante Verſchiebungen in der Tabelle bringen. Wenn nämlich nicht
alles trügt, werden ſowohl Münſter wie auch Mörfelden in ihren noch
ausſtehenden Spielen Punkte holen und wir werden dann eine Spitzen=
gruppe
von etwa ſieben Vereinen ſehen, von denen theoretiſch jeder noch
Meiſter werden kann. Die Nachrunde wird alſo ſehr intereſſant werden.
Während Sportverein 98 in Wighauſen knapp mit 3:2 zu zwei
wertvollen Punkten kam, ſcheiterte Sprendlingen in Mörfelden. Nicht die
2:5=Niederlage überraſcht, ſondern lediglich die Höhe derſelben. Wall=
dorf
bewies erneut ſeine Zähigkeit und zwang den Urberachern einen
Punkt ab. Auch die Damſtädter Union hielt ſich erwartungsgemäß gut
und brachte mit einem 1:1 aus Ober=Roden einen Punkt mit heim. Weni=
ger
gut ging es dem VfR.=Rot=Weiß, der mit 0:4 in Münſter recht un=
glücklich
verlor. Die Enttäuſchung brachte aber das Spiel in Darmſtadt
zwiſchen Polizei und Pfungſtadt. Der Kampf ſelbſt hätte recht ſchön
werden können, aber einige unglückliche Fehlentſcheidungen des Schieds=
richters
in der erſten Halbzeit, brachten die Gäſte derart in Aufregung,
daß nach einem neuerlichen Vorfall nach der Pauſe es zu Beleidigungen
des Unparteiiſchen durch einige Gäſteſpieler kam, was dann letzten
Endes zum Spielabbruch führte. Auch das Pfungſtädter Publikum be=
nahm
ſich in ſeiner Mehrheit nicht gerade vorbildlich. Der Fall iſt inſo=
fern
erſtaunlich, als man von Pfungſtadt in dieſer Hinſicht noch nichts zu
klagen hatte. Es mag zugegeben ſein, daß der Schiedsrichter die Mann=
ſcheft
benachteiligte, aber das alles berechtigte nicht dazu, ſo aus der
Rolle zu fallen. Die Manſchaft, die trotz Reduzierung auf nur 10 Mann
durchaus in der Lage war, das Spiel in der zweiten Hälfte zu ihren
Gunſten zu entſcheiden, hat ſich durch den Spielabbruch feglichen Rechtes
begeben, und der Verein muß nun die Folgen dieſes unſportlichen Ver=
haltens
tragen. Wenn man mit Punkten nicht allzu ſehr geſegnet iſt,
kann das ſehr bedenklich werden. Das Spiel iſt in der Tabelle bereits
für die Polizei gewertet.
Kreisliga Südheſſen.
Die Vorrunde iſt beendet. Noch zeigt die Tabelle kein klares Bild,
und die Meiſterſchaftsanwärter ſchießen nur ſo aus dem Boden. Man
kann äußerſt geſpannt auf die Nachrunde ſein. Der letzte Spielſonntag
war gleich den übrigen in der Vorrunde noch einmal recht ſenſationell,
brachte überraſchende Ergebniſſe, und nicht zuletzt Olympia Worms mit
einem Punkt Vorſprung in Führung. Anſchließend kommen die Leute
mit den 14 Punkten und im übrigen iſt dies die Tabelle nach der Vor=
runde
:
Sp. gew.
P.

Olympic Worms
V. f. R. Bürſtadt
Normannia Pfifflighein .
Olympig Lampertheim .
Olymeia Lorſch . ...
FV. Biblis.
Starkenburgia Heppenheim
*
SpV. Hochheim
StV. Horchheim
SpV. Pfeddersheim . .

10
10
10
10
10
10
10
10
10
10

2
2

15
14
14
14
12
11
10

V. f. L. Lampertheim . . . . . . 10 2 0
Da haben ſich die Bibliſer kurz vor Ladenſchluß von ihrem Nachbar
aus Bürſtadt noch einmal tüchtig hineinlegen laſſen; wer hätte das ge=
dacht
. Die Gäſte gingen mit Wucht und Elan in den Kampf und brach=
ten
durch einen 3:1=Sieg zwei wertvolle Punkte nach Hauſe. Die Ein=
heimifchen
hatten wieder einmal ihre erſte Garnitur geſtellt, das dicke
Ende ließ nicht auf ſich warten. Mit dieſem Sturm, das haben wir ſchon
einmal geſagt, ſind die meiſten Tore geſchoſſen. Man ſollte endlich ler=
nen
, die Leute einzuſpielen und dann auch auf den Plätzen zu laſſen, und
nicht jedei Sonntag umgekrempelt auf der Bildfläche erſcheinen. Unent=
ſchieden
(1:1) trennten ſich die beiden Olympiamannſchaften in Lorſch.

Die Einheimiſchen waren allerdings etwas beſſer und hätten eigentlich
gewinnen müſſen, jedoch die Wormſer hatten Glück und brachten ſich
durch das Unentſchieden in Führung. Bravo ihr Heppenheimer, end=
lich
einmal etwas genaues. Ein neuer hoher Sieg brachte die Leute vom
Galgen endlich in die Mitte der Tabelle und will dieſer 4:0 Sieg in
Hochheim ſchon etwas heißen. Hoffen wir, daß es in der Nachrunde
weiter gut geht. In Lampertheim haben die V.f.L.=Leute durch einen
bombigen 5:0 Sieg über die Gäſte aus Pfeddersheim es endlich auf
4 Punkte gebracht. Es iſt nicht unmöglich, daß ſich auch dieſer Verein
in der Nachrunde in die Höhe ſchraubt.

Handball.

Techniſche Hochſchule Polizeiſportverein Darmſtadt.
Heute, Mittwoch, 15,30 Uhr, ſpielt die Hochſchulmannſchaft gegen
die erſte Mannſchaft des hieſigen Polizeiſportvereins. Die Spielſtärke
beider Mannſchaften dürfte den Handballanhängern genügend bekannt
ſein. Die Mannſchaftsaufſtellungen ſind:
Polizeiſportverein:
Koch Schliffer Jans Huber Bohl
Laumann Schmidt Otto
Walter Link
Keller
Techniſche Hochſchule Darmſtadt:
Jrion 2. Einwächter Leonhardt Werner Fiedler
Spiegel Allwohn Leber
Helffmann Rothenburger
Irion 1.
Wie aus den Mannſchaftsaufſtellungen zu erſehen iſt, wird ein
ſchneller und intereſſanter Kampf zu erwarten ſein. Die Frage iſt nur,
wie ſich die Techniſche Hochſchule nach viermonatiger Pauſe zuſammen=
finden
wird. Der Beſuch des Spieles empfiehlt ſich um ſo mehr, da der
Eintritt frei iſt.
Geuehmigt wurde von DF.B. das Spiel der Sp.Vgg. Fürth gegen
die Profeſſionalmannſchaft der Auſtria Wien am 2. Dezember.
DeutſchlandFinniand gelangt im Laufe des Jahres 1929 in Breslau
zum Austrag.
Georg Gehring=Ludwigshafen, der beſte deutſche Schwergewichts=
ringer
, beſiegte in Ludwigshafen den bekannten Finnen Nyſtröm über
drei Gänge nach Punkten.

Wetterbericht.
Gießen, 20. November.
Nachdem eine Warmluftſtaffel des Nordmeerfallgebietes während der
vergangenen Nacht ſtärkere Bewölkung und Niederſchläge gebracht hat,
ſind bereits wieder kühlere ozeaniſche Luftmaſſen vorgedrungen. Durch
den mehr nördlichen Kurs der Störung, dürfte ſie keinen weſentlichen
Einfluß mehr auf unſere Wetterlage gewinnen. Es wird vielmehr durch
den allgemeinen Barometeranſtieg der Einfluß hohen Druckes ſich geltend
machen, der wieder mehr zu aufheiterndem Wetter führt. Die Tewpera=
turen
gehen zurück und zeigen zwiſchen Tag und Nacht wieder ſtärkere
Gegenſätze.
Ausſichten für Mittwoch, den 21. November: Wolkig mit Aufheiterung,
allmählicher Temperaturrückgang, trocken.
Ausſichten für Donnerstag, den 22. November: Im allgemeinen wenig
Aenderung der Wetterlage.

Ort: Wetter: Temp.
in Ce Wind: Nieder=
ſchlag

in mm Schnee=
decke

in cm Gießen: bedeckt N. 75 Aachen: heiter SH. Hamburg: heiter W Berlin: bedeckt SW. München: wolkig WSW, Königsberg: wolkig 0,1 Breslau: bedeckt 1 Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen. Feldberg:
Taunus Nebel NW. 2 Waſſerkuppe Regen SV. 0,6 Feldberg:
(Schwarzw.) Regen SWs Zugſpitze: wolkig N. Kahler Aſten: Nebel SW. Fichtelberg: wolkig wsſv. Schneekoppe. wolkig WNWe

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 21. Nov. 13.15: Schallplatten. o 15.05: Jugend=
ſtunde
. Rektor Wehrhan: Beſinnliche Geſchichten. O 16.35: Kon=
zert
. Mitw.: Lulli Alzen=Bureuil (Alt), Konzertm. Wiggelaar
(Violine), Otto Grunmach (Flöte), Ludwig Wenderoth (Flöte),
Michael Furmann (Oboe), Hans Geis (Bratſche), Alfred Schatt=
ſchneider
(Violöncell) und Reinhold Merten (Orgel). o 18.10:
Bücherſtunde. O 18.30: Dr. R. Mertens: Die wichtigſten Pelz=
tiere‟
6 18.45: Franzöſiſche Literatur. o 19: Franzöſiſch. o
19.30: Bußtags=Konzert. O Anſchl.: Kaſſel: Legenden vom Tod.
Stuttgart.
Mittwoch, 21. Nov. 10.30: Schallplatten. 12.30: Schall=
platten
. O 15: Kinderſtunde: Tante Gretle Rundfunkorch. o
16: Schallplatten. o 16.35: Frankfurt: Nachmittagskonzert. Muſik,
Leit.: R. Merten. Mitw.: Lulli Alzen=Bureuil (Alt), Konzertm.
H. Wiggelaar (Violine), O. Grunmach (Flöte), Ludwig. Wenderoth
(Flöte), Michael Furmann (Oboe), H. Geis (Bratſche), A. Schatt=
ſchneider
(Violoncell), R. Merten (Orgel). O 18.15: Dr. Behn, Köln:
Bildung und Ausbildung. O 18.45: Dr. Rob. Pfaff=Giesberg: Das
amerikaniſche Indianertum in Gegenwart und Zukunft. e 19.15:
Einführungskurs in die ſpaniſche Sprache. O 19.45: Krimialkom=
miſſar
a. D. Engelbrecht, Berlin: Geheime Verbrecherorganiſationen. o
20.15: Gaſtſpiel des ſpaniſchen Gitarriſten Prof. Miquel Llobet
(Barcelona). 21.10: Von Henkern und Gerichteten. Leitung:
K. Köſtlin. Mitw.: Elſa Pfeiffer, Roderich Arndt, Th. Brandt,
K. Elwenſpoek, E. Stockinger, C. Struve. Bürger: Des Pfarrers
Tochter von Taubenheim. Brentano: Aus der Geſchichte vom
braven Kaſperl und vom ſchönen Annerl. Waſſermenn: Ch=iſtian
Holwart. Wilde: Aus Ballade vom Zuchthaus zu Reading
Aus den Memoiren von Sanſon: Die Guillotine. Büchner:
Henkersſzene aus Dantons Tod Wedekind: Der Tanten=
mörder
. Mehring: Die Kartenhere, Brecheiſen und Co..
Hyan: Die letzte Nacht. Anſchl.: Nachrichten. O. Anſchl.=Konzert,
Leitung: Konzertm. W. Bage. 0.30: Freiburg: Nachtkonzert,
Mitw.: Pauline Strehl (Alt), Meta Liebermann (Sopran), H. S.
Bunſel (Tenor), M. Schlager (Klavier), Lo Templer (Violine),
W. Schweizer (Zither), Strohm (Saxophon), Jazzbandkapelle.
Berlin.
Mittwoch, 21. Nov. 8.55: Stundenglockenſpiel der Potsdamer
Garniſonkirche. O 9: Morgenfeier. Wege zur inneren Freude
durch Sammlung und Buße, Anſprache des Paſtors Engelmann
vom Zentral=Ausſchuß für Innere Miſſion, Berlin=Dahlem. Chor=
vereinigung
der Lukaskirche, Bibelleſung. Ernſt Wilhelmy. Luiſe
Hahn (Sopr.) Anſchl.: Uebertragung des Glockengeläuts des
Berliner Doms. o 13.45: Hans W. Priwin: Morſekurs für
Anfänger. 14.15: Städtekampf im Kunſtturnen Berlin Ham=
burg
Leipzig. (Aus dem Großen Schauſpielhaus). Reckturnen
und Pferdeſprünge, Anſager des ſportlichen Teils: Preſſewart
Seidel. 6 16.30: Gottſucher=Lieder. Text von Guſtav Schüler,
Muſik von Martin Grabert. Dore Buſch (Sopran). Am Flügel:
Der Komponiſt. Anſchl.: Nachmittagskonzert der Kapelle Emik
Roosz. o 19: Im Luftſchiff Graf Zeppelin über dem Atlantik.
Eindrücke von der Fahrt. geſchildert von Miniſterialdirigent Branden=
burg
, Bordfunker W. Dumcke, Zeichner Theo Mateiko. e Großes
Schauſpielhaus: Der Mann, den Gott ſchlug‟. Ein Hörbild
von Franz Rothenfelder. Muſik von Theo Mackeben. Mitw.; Fritz
Kortner. W. Frank, L. Müthel. Alb. Florath. Der Sprechchor
für proletariſche Feierſtunden. Der Sprechchör der Volksbühne,
Berliner Funkchor, Berliner Funk=Orch. Dirigenten: Seidler=Winkler,
Theo Mackeben, Maximilian Albrecht. O. Anſchl.: Tagesnachrichten.
Deutſche Welle. Mittwoch, 21. Nov. 8.55: Berlin: Glocken=
ſpiel
der Potsdamer Garniſonkirche. S 9: Morgenfeier. Anſpräche:
Paſtor Engelmann. O. Anſchl.: Glockengeläutz des Berliner Doms.,
O 13.45: H. W. Priwin: Morſe=Kurſus. (Unterricht für Anfänger.)
O 14.15: Großes Schauſpielhaus: Städtekampf im Kunſtturnen.
BerlinHamburgLeipzig. 6 16.30: Gottücher=Lieder von M.
Grabert. Dore Buſch (Sopran). Flügel: Der Komponiſt. o. Anſchl.:
Konzert. Kapelle Emil Rooſz. o 18: Prof. Dr. Saitſchick: Von
der Weisheit des Evangeliums. O 19: Dr. Dürre: Ein Unglück
kommt ſelten allein. (Vom Geſetz der Serie.) 20: Berlin; Großes
Schauſpieihaus: Der Mann, den Gott ſchlug, ein Hörſpiel von Or.
Fr. Rothenfelder. OAnſchl.: Preſſenachrichten.

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Papiergroßhand g.
Skurnik, Bl ichſtr. 46.
Telep on 1791.

[ ][  ][ ]

Der Braunkohlenbergbau im Oktober.
Mitteldeutſchland. Im mitteldeutſchen Braunkohlenbergbau betrug
die Rohkohlenförderung im Oktober 1928 bei 27 Arbeitstagen 10 209 515
Tonnen gegen 9942 214 Tonnen im Vormonat bei 25 Arbeitstagen, die
Brikettsherſtellung 2567 542 Tonnen gegen 2390 745 Tonnen und die
Kokserzeugung 45 236 Tonnen gegen 42 316 Tonnen. Die arbeitstägliche
Produktion betrug an Rohkohle 378 130 Tonnen (Vormonat 369 689
To.), an Briketts 95 094 To. (Vormonat 95 630 To.) und an Koks 1461
To. (Vormonat 1411 To.).
Im Gebiet des Mitteldeutſchen Braunkohlen=Syndikates von 1927
hielt die Nachfvage nach Hausbrandbriketts zunächſt noch an, wenn auch
nicht in dem Ausmaß wie im Vormonat. Der kurze Temperaturrück=
gang
in der erſten Oktoberhälfte begünſtigte offenſichtlich die Nachfrage.
Als im letzten Monatsdrittel das Wetter durchwegs ungewöhnlich warm
wurde, flaute die Nachfrage ſtark ab und der Markt war nicht mehr in
der Lage, die produzierten Mengen aufzunehmen. Es mußte deshalb
wieder auf Stapel gearbeitet werden. Am Schluß des Berichtsmonats
war ein Stapelvorrat von 75 000 To. vorhanden. Auch beim Induſtrie=
abſatz
übte das milde Wetter wohl einen gewiſſen Einfluß auf den Be=
darf
aus, denn auch hier waren die Abrufe geringer als in den Vor=
monaten
. Die Anforderungen an Rohkohle wurden erſt in der zweiten
Oktoberhälfte ſtärker. Die Nachfrage nach Naßpreßſteinen hielt nach wie
vor an. Der Bedarf konnte jedoch nicht gedeckt werden, da verſandfertige
Naßpreßſteine nur in geringem Ausmaße vorhanden waren. Der Abſatz
an Grudekoks blieb gegenüber dem Vormonat um etwa 30 Wagen je
Arbeitstag zurück.
Im Gebiet des Oſtelbiſchen Braunkohlenſyndikats 1928 hat ſich die
Lage des Brikett=Hausbrand=Marktes weiterhin günſtig geſtaltet. Die
Brikettfabriken des Niederlauſitzer Reviers konnten in der Berichtszeit
bei voller Ausnutzung ihrer Werksanlagen den Bedarf kaum befriedigen.
Hierbei iſt zu beachten, daß einzelne Fabriken infolge Betriebsſtörung
vorübergehend außer Betrieb geſetzt werden mußten. Der Induſtrie=
brikettabſatz
war lebhafter als im September. Bei einigen Induſtrien
machte ſich bereits das Weihnachtsgeſchäft bemerkbar, ebenſo zeigten auch
die Waggonfabriken, welche Reichsbahnaufträge hereinbekommen hatten,
eine lebhaftere Beſchäftigung und damit eine regere Nachfrage nach
Briketts.
Rheinland. Im rheiniſchen Braunkohlenbergbau betrug die Förde=
rung
im Oktober 1928 4 510 203 Tonnen (arbeitstäglich 167 045 To.) gegen
40N 427 Tonnen (161 097 To.) im Vormonat und 4 092854 Tonnen
(151 587 To.) im Oktober 1927. Die Brikettberſtellung ſtieg von 954 226
Tonnen (arbeitstäglich 38 169 To.) im Monat September 1928 bzw.
955 925 Tonnen (35 405 To.) im Oktober 1927 auf 1031 956 Tonnen
(38 221 To.) im Oktober 1928.
Bayern. Die Förderung im baheriſchen Kohlenbergbau betrug im
Oktober 1928 an Pechkohle 121 028 Tonnen gegen 106 525 Tonnen im
Vormonat und 103 555 Tonnen im Oktober 1927, an Braunkohle 122 992
Tonnen bzw. 113 549 Tonnen bzw. 129 563 Tonnen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Elektriſche Licht= und Kraftanlagem A.=G., Berlin. Einer Ende
dieſer oder Anfang nächſter Woche ſtattfindenden Aufſichtsratsſitzung, der
auch der Abſchluß für 1927/28 vorgelegt werden wird, ſoll die Erhöhung
des Aktienkapitals vorgeſchlagen werden. Den Aktionären ſoll voraus=
ſichtlich
ein Bezugsrecht 4:1 gewährt werden. Da das Aktienkapital 18
MMillionen RM. beträgt, dürfte es ſich um die Schaffung von 4,5 Mil=
lionen
RM. neuer Aktien handeln. Ueber den Bezugskurs, der an der
Börſe mit 150 Prozent genannt wurde, ſei ein genauer Ueberblick noch
nicht möglich. Die Kapitalerhöhung dient zur Verſtärkung der laufen=
den
Mittel und zum Ausbau der Gefellſchaft und der Tochtergeſellſchaft.
Die anderweitigen Verſionen von einer Intereſſennahme von Siemens
oder Geffürel werden in Abrede geſtellt.
Günſtige Ernteſchätzung 1928. In dem neueſten Ernteſchätzungs=
bericht
des Landwirtſchaftsrates ſpiegelte ſich ein noch beſſeres Ergebnis
der Ernte 1928 wider, als es nach den Vorſchätzungen angenommen
wurde. Angegeben werden im Reichsdurchſchnitt folgende Hektar= Er=
ttägniſſe
: Winterweizen 22,7 (letzte Schätzung 15. Auguſt 20,1, Vor=
jahreszeit
15. Oktober 19,1), Sommerweizen 22,1 (19,4 bzw. 18 6), Win=
terroggen
17,5 (16,5 bzw. 14,3), Wintergerſte 24,9 (22,4 bzw. 22,9), Som=
mergerſte
2,8 (18,7 bzu. 16,7), Hafer 188 (16,9 bzw. 16,6), Kartoffeln
133,1 (117,7 bzw. 135,9) Gleichzeitig ergibt die vorgelegte Vorratsſtati=
ſtik
, daß im Gegenſatz zum Vorjahre die Ernte langſamer abgeſetzt iſt.
Wenigſtens wied dieſes beſonders bei Kartoffeln ſehr deutlich, da be=
kanntlich
hier das Geſchäft ſich ſehr ſchleppend entwickelte, jedoch auch
Brot= und anderes Getreide zeigt noch erhöhte Vorratshaltung.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren. Gießen: Fa. Aßmann u. Schneider. Af.
10. 11., GlV. u Prft. 30. 11. Fa. J. Ittmann. Inh. Alfred Brumlik,
Möbelwaren=Verſandhaus. Af. 26. 11., GlV. u. Prft. 6. 12.
Darmſtadt: Miguel Ripoll. OffA. u. Af. 15. 12., GlV. 26. 11., Prft.
17. 12. Waldmichelbach: Kfm. Friedrich Wilhelm Jahns in Kreidach.
Af. 27. 11., Prft. 13. 12. Beendet wegen Mangel an
Maſſe Darmſtadt: Fa. Fahrzeug=Fabrik A.=G. Aufgehobene
Vergleichsverfahren. Darmſtadt: Kfm. Albert Weißbecker.
Konzern der Brown Boveri u. Cie., A.G. Mannheim. Wie wir
erfahren, wird die Rheiniſche Draht= und Kabelwerke G. m. b. H., Köln,
die ſich ganz im Beſitze von Brown Boveri u. Cie., A. G., Mannheim,
befindet, ihr Kapital um 1,5 auf 3 Mill. RM. verdoppeln.
Vereinigte Zellſtoff=Fabrik Waldhof A. G. Waldhof. Die G.V., die
die bekannten Vorſchläge des A.R. über Beteiligung an einer in Finn=
land
zu errichtenden Zellſtoff=Fabrik und der dazu notwendigen Finan=
eierung
, u. a. Kapitalserhöhung um 10,7 Mill. RM. uſw., zu geneh=
migen
hat, iſt nunmehr auf den 10. Dezember einberufen worden.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 20. November ſtellten ſich für
Elektrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotrevdam ( No=
tierung
der Vereinigung für die D. Elektrolytkupfernotiz) 156,75 RM.
Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtan=
des
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
98 bis 99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM., des=
gleichen
in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 194 RM., Reinnickel,
98 bis 99 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 8487 RM., Feinſilber
1 Kg. fein) 79,2580,75 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 20. November ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 138,75 (138,75), Februar, März, April, Mai, Juni,
Juli, Auguſt 138,50 (139), September 138,75 (139), Oktober 139 (139,25),
Movember 138,25 (139,50), Dezember 138,75 (139). Tendenz: befeſtigt.
Für Blei: Januar, Februar, März 42,75 (43), April 43 (43), Mai,
Juni, Juli 42,75 (43), Auguſt 42,75 (43,25), September, Oktober 43
(43,25), November 42,50 (43,25), Dezember 42,50 (42,75). Tendenz: feſter.
Gür Zink: Januar, Februar 49,25 (50), März, April 49,50 (50), Mai
49,50 (50,25), Juni, Juli 49,50 (50,50), Auguſt 49,75 (50,50), September
50 (50,25), Oktober 49,75 (50,75), November 49,25 (50), Dezember 49,50
(50,25). Tendenz: feſt. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 20. November
ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz: ſtetig): Standard p. Kaſſe 682/1e
bis 68½, 3 Monate 687811/yg, Settl. Preis 68½, Glektrolyt 74½475½4,
beſt ſelccted 72½7332, Elektrowirebars 75½; Zinn (Tendenz: un=
regelmäßig
): Standard p. Kaſſe 231½332½, 3 Monate 22734238,
Settl. Preis 232, Banka, Straits (inoff. Not.) 232½; Blei (Tendenz):
Euhig): ausländ, prompt 21½, entft. Sichten 21½, Settl. Preis 21½;
Viehmärkte.

Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 20. November. Der Antrieb
Nu dem heutigen Schlachtviehmarkt war bedeutend gevinger wie auf dem
Vormarkt. Der Großviehmarkt brachte 117 Stück weniger wie der Vor=
meikt
. Das Geſchäft blieb bei unveränderten Preiſen ſehr ruhig und
Eurde langſam geräumt er Kälbermarkt hatte gegen die Vorwohe
Eine Minderanfuhr von 17 Stück. Das Geſchäft war ziemlich rege und
gaben die Preiſe 23 Mark nah. Der Beſtand war bald ausverkauft.
Auf dem Schweinemarkt ging das Geſchäft ebenfalls langſam von
ſtatten. Die Preife zogen 1 Mark an und verblieb ein kleiner Ueber=
ſand
. Angetrieben waren 23 Ochſen, 16 Bullen, 656 Kühe oder Färſen.
406 Kälber und 1170 Schweine. Für 50 Kilo Lebendgewicht wurden je
ſiae) Qualität folgende Preiſe erzielt: Ochſen 4854, 4448, Bullen
2243, Kühe 424, 3541, 2935, 1824, Färſen 4557, Kälber 58
D8 65, 4558, Sceine 7378, 7678 und 7880 Mark.

Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 20. November.
Die ungünſtige Beurteilung der Verhandlungen im Eiſenkonflikt
von ſeiten der Börſe, hatte ſchon im heutigen Vormittagsverkehr eine
größere Zurckhaltung der Spekulation zur Folge, ſo daß der Markt in
überwiegend ſchwächerer Haltung eröffnete. Auch der unregelmäßige
Berlauf der geſtrigen New Yorker Börſe verſtimmte allgemein, ſo daß
die Kuliſſe zu größeren Abgaben ſchritt, und das herauskommende Mate=
rial
konnte aus dieſem Grunde nur mit Kursrückgängen bis zu 2 Pro=
zent
gegenüber der geſtrigen Abendbörſe aufgenommen werden. Das
Geſchäft blieb klein und bewegte ſich in engſten Grenzen, da heute auch
kaum etwas von einer Beteiligung der privaten Kundſchaft und des Aus=
landes
am Börfengeſchäft zu bemerken war. Im Verlaufe verſtärkten
ſich ſogar noch die Abgaben, auch ſoll das Ausland mit größeren Ver=
kauforders
an den Markt gekommen ſein, ſo daß verſchiedentlich in ein=
zelnen
Werten Kursverluſte in größerem Ausmaß eintraten. So waren
am Elektromarkt Geffürel ſtark angeboten und bis 4 Prozent ſchwächer.
Licht und Kraft verloren 2 Prozent, Schuckert 2,5 Prozent und Siemens
blieben knapp behauptet. Im Gegenſatz hierzu waren Lahmeher etwas
gefragt und konnten 1 Prozent anziehen. Am Chemiemarkt hatten J. G.
Farben etwas lebhafteves Geſchäft bei knapp gehaltenem Kurs. Scheide=
anſtalt
lagen 1,25 Prozent niedriger. Montanwerte hatten kaum Um=
ſätze
bei Kurseinbußen bis zu 2 Prozent. Am Bankenmaukt war die
Haltung uneinheitlich. Die Veränderungen nach beiden Seiten gingen
kaum über 0,75 Prozent hinaus. Daimler eröffneten 1,5 Prozent ſchwä=
cher
, da noch keine Entſcheidung über das belgiſche Kaufangebot betreffs
des bekannten Daimler=Pakets vorlag. Hapag gaben 1,5 Prozent und
Nordd. Lloyd 0,5 Prozent nach. Einiges Intereſſe beſtand noch für
Deutſche Erdöl mit plus 1,5 Prozent. Svenſka, die heute erſtmalig amt=
lich
notiert wurden, eröffneten mit 496,5 RM. Am Rentenmarkt waren
Deutſche Anleihen eher angeboten und knapp behauptet. Ausländer
hatten etwas regeres Geſchäft bei gut behaupteten Kurſen. Späterhin
blieb das Geſchäft ſehr klein, die Spekulation ſchritt weiter zu Glatt=
ſtellungen
, ſo daß weitere Kursrückgänge eintraten. Schuckert gaben er=
neut
0,75 Prozent, Licht und Kraft und Siemens je 1,25 Prozent nach.
Nur in J. G. Farben machte ſich größere Kaufneigung bemerkbar bei
einem Gewinn von 9 Prozent. Geld war zu 5,75 Prozent weiter leicht
Am Deviſenmarkt konnte die Mark anziehen. Mark gegen Dollar 4,1958,
gegen Pfunde 20.352; London-Kabel 4,8503; Paris 124,09; Mailand
92,50: Madrid 30,10; Holland 12,08.
Die Abendbörſe war verſtimmt über die Vertagung der Düſſeldorfer
Einigungsverhandlungen his Samstag. Das Geſchäft war infolgedeſſen
außerordentlih ſtill und die Kurliſſe ſchritt auf einigen Marktgebieten
zu weiteren kleinen Abgaben, ſodaß verſchiedentlich neue Abbröckelungen
bis etwa 1 Prozent gegen den Berliner Schluß zu verzeichnen waren.
Berlin, 20. November.

Nach der eher ſchwächeren Tendenz des vorbörslichen Freiverkehrs
zeigte der offizielle Börſenbeginn eine freundlichere Haltung. Die wei=
tere
Entſpannung am Geldmarkt und einzelne Spezialbewegungen gaben
der Tendenz eine Stütze. Das Geſchäft hatte aber im Vergleich zu den
Vortagen an Lebhaftigkeit und Umfang nicht unerheblich abgenommen.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde die Tendenz unſicher und neigte
eher zur Schwäche.
Im Verlaufe war die Tendenz ſchwankend und uneinheitlich. Wäh=
rend
die Spezialwerte, in euſter Linie Farben und Bergmann, ihre Auf=
wärtsbeſvegung
fortſetzen konnten, neigten die übrigen Märkte eher zur
Schwäche. Im Hinblick auf den morgigen Feiertag und die gegen Ende
der Woche einſetzenden Vorbereitungen für den Ultimo verſtärkte ſich
das Glattſtellungsbedürfnis und die Börſe ſchloß durchweg abgeſchwächt.

A. E. 6

Augsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt".
Bergmann.
Berl. Karlsruhe J
Berl. Sanb.=Geſ.
Braunkohl.=Briketts
Bremer Wolle.
Danatbank.
Deutſche Bank..
Distontogeſ.
Tresdner Bank.
Deutſche Maſchinen.
Deutſche Erdöl ..
Teutſche Petroleum.
Tynamit Nobel ...."
Elektr. Lieferung ..."
J. G. Farben..
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. . .
Ean. Maſch.=Egeſt.
Sanſa Dampfſch. . ..
Sapag ..."

Harpner. . . . . . . . . .."
Hemoor Zement. . . .

119. 11. 20 11 189 125 189.75 95.5 96. 67.25 67. 1224.5 228. 75.75 78.75 1287. 286.75 166. 166. 223.5 224. 294.25 293 5 169. 168.25 162 75 162.25 1169.5 170. 493.25 49.785 137.75 140.5 89. 90. 121.- 122.75 175. 174.5 258.25 261. 265 125. M8.75 270.75 42. 44. 181. 180. 146. 145.75 135.25 136. 285.75 281.5

Hirſch Kupfer ..
Höſch Eiſen ........
Hohenlohe Werke..
Kahla Porzellan ..
Kali Aſchersleben ..."
Salzdetfurth ...
Weſteregeln
Lindes Eismaſch.
L. Loewe & Co.
Lingel Schuh
MannesmannMöl
Nieberlauſitze
Nordd. Lloyd
Orenſtein.
Polyphon
Rütgerswerk
Sachſenwerke
Siemens Glas
Ver. Glanzſtof
Stahlwerke
Volkſtedter Porzellan
Wanderer Werke. . . .
Wiſſner Metall. . . . ."
Wittener Gußſtahl ..

19 11. 20. 11. 133.5 133.5 136.5 135.75 67. 68* 126. 125 75 1278.5 279.,75 1490 495. 1282. 282. 172.5 172.75 1248. 246. 35.5 36. 131 25 130.75 160.25 160.25 144. 144. 108.75 108. 485. 488. 108. 105.875 138. 139 141. 140. 581. 575. 95.25 95.- 62.25 62.25 130. 137.5 153. 153.5 45. 47.

Deviſenmarkt.

Ludopeſt ...
Sofia ...
Kolland.
Cslo ..
Kopenhagen
tockholm".
London".
Buenos Aires
Neu=Yor?
Belgien .....

19: 1. 20. 1. 19. 11. 20. Geld Brief Geld Brief Geld Brie / / Geld Wo.551 10.571 10.545 10.565 Italien ........ 21.975 22.015 2197 58.925 9.04 58.91 59.03 Paris ......... 16.385 16.425 16.37, 112. 428 12. 448 2.427 12.44 Schweiz ..." 80 72 30.88 80.73 73.105 73.24 3. 105 73.24: Spanien... 57.59 67.73 37.57 3.029 3.035 3.029 3.03 Danzig .. 31.29 81 45181.31 168.33/168.67 168.33 168.6 Japan. .. 1.94 1.95 1.951 Hr76 11.98 111.7 111.97 Rio de Janeiro 0.501 0.5031 .5005 Wr.78 112.00 111.78 112.00 Jugoſlavien. 7.36 7.382 7.368 12.08/112 3041 12.07 1 12.2 Portugal .. 18. 83 18.81 18.78 120.334 20.374 420.335 20.37 Athen ...... 5.425 5.435 5.425 1.768 1.7721 f.768/ 1.77 Konſtantinopel 2. 103 2.10 2.10 4. 1935 4. 20151 1 1930 42010 Kanada. . . . . . . . / 4.192 4.20 4.193 18.27558.395 38,27 5s.39 Uruguah . . . . . . ." 4.286 4.294 4.283

.
Brief
22.01
16A 15
0.89
67.71
81.47
1.955
0.50 25
7.382
18.82
5.435
2.110
4.201
4.294

Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 20. November. Der Frankfurter
Produktenmarkt verkehrte in ruhiger Haltung, trotz des bevorſtehenden
morgigen Feiertages, da hierdurch der Hauptmarkt ausfällt, blieb das
Geſchäft ſehr klein. Umſätze waren kaum zu verzeichnen. Das Angebot
in Inlandsware blieb unverändert groß, die Preiſe waten gut behaup=
ter
, Anregungen lagen nicht vor. Weizen B,10; Roggen 22; Sommer=
gerſte
24 bis 94,25; Hafer 22,50 bis 23,25; Mais 22,25: Weizenmehl 33,50
bis 34; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizenkleie 13,50 bis 13,60 und Roggen=
kleie
13,75. Tendenz ruhig.

Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 20. Nov. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die Preiſe konntem heute wieder leicht anziehen, nament=
lich
auf Käufe in März= und Mai=Ware, die man Exportfirmen zi=
ſchrieb
. Ebenſo regten Meldungen von Ueberſchwemmungen in Teiler
des ſüdlichen Anbaugebietes und zunehmende Nahrungsmittelknappheißh
in Rußland an.
Mais: Der Markk verkehrte in feſter Haltung auf ungünſtiges
Wetter, kleſines Inlandsangebot und Käufe angeſichts der Stetigkeik
Liverpools und Buenos Aires.
Roggen: Hier konnten die Preiſe gleihfalls anziehen auf die beſſere
Export= und Lokonachfrage.
Hafer: Die Abnahme der kontrak lichen Vorräte und die Feſtigkeit
am Lokomarkt ließen den Martt ſtetig verkehren.
* New York, 20. Nov. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Der Markt brachte bei ruhigem Verlauf den Terminen
Aufbeſſerungen auf Grund der ſtetigen braſilianiſchen Kabel und Käufe
des Handels.
Zucker: Geſteigerte Deckungsnachfrage bewirkte ein leichtes An=
ziehen
der Preiſe auf Käufe für heimiſche und europäiſche Rechnung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 20. Nov.:
Getreide: Weizen, Dez. 116, März 120½, Mai 123½; Mais,
Dez. 85½, März 88, Mai 903 Hafer, Dez. 85½, März 46½,
Mai 47; Roggen, Dez. 102½, März 105½, Mai 107½4.
Fette: Schmalz, Nov. 11,725, Dez. 11,775, Jan. 1929 12,10;
Rippen, Dez. 11,20, Jan. 1929 11,375: Speck loco 11,25; leichte
Schweine 8,409,15, ſchwere Schweine 8,759,15: Schweinezufuhr
Chicago 41 000, im Weſten 150 000.
Baumwolle: Dez. 19,1719,18, Jan. 1929 19,26.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 20. Nob.:
Getreide: Weizen, Rotwinter 158½, Hartwinter 13271 Mais
neu angek. Ernte 99½: Mehl ſpr. wheat clears 5,756; Fracht
nach England 34, nach dem Kontinent 1617.
Schmalz: Prma Weſtern loco 12,45; Talg extra loſe 9½.
Kakav: Tendenz feſt, Umſatz in lots 271, loco 9½.
November 9,60, Dezember 9,69, Januar 1929 9,88, Februar 10/02,
März 10,12, April 10,18, Mai 10,32, Juni 10,50, Sept. 10,75.

Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Auf Grund des § 7 der Börſenordnung vom 3. Oktober 1919 ſind
ſieben Mitglieder des Börſenvorſtandes, Abteilung Wertpapierbörſe, und
ein Mitglied des Ausſchuſſes der Börſenvertreter zu wählen. Die Wahl
zum Börſenvorſtand findet am 10. Dezember im Sitzungszimmer des
Börſenvorſtandes ſtatt.
Der Roheiſenverband hat den Verkauf für den Monat Dezember
zu unveränderten Preiſen und Bedingungen aufgenommen.
Der auf den 13. Dezember d. F. einberufenen G.=V. der Geſellſchaft
für elektriſche Unternehmungen ſoll die Zuwahl von Direktor Dannie
Heinemann=Brüſſel in den Aufſichtsrat vorgeſchlagen werden.
Wie gemeldet wird, geriet die Manufakturwarenfirma Glund und
Gürleth, Landaur i. Pfalz, in Schwierigkeit und erſtrebt mit ihren Gläu=
bigern
einen Vergleich auf der Grundlage von 50 Prozent. Paſſiven von
250 000 RM. ſollen 130 000 RM. Aktiven gegenüberſtehen.
Der Lohnkonflikt in der Bielitz=Bialer Metallinduſtrie iſt jetzt nach
vierwöchigen Verhandlungen beigelegt worden, nachdem über die Er=
höhung
der Löhne eine Einigung erzielt wurde.
Die Stadt Paris wird demnächſt eine Anleihe von 350 Mill. Fr.
zu 5 Prozent und einem Emiſſionskurs von 950 Fr. aufnehmen. Die
Stüicke lauten auf 1000 Fr.
Die Spareinlagen bei den rheiniſchen Sparkaſſen erhöhten ſich im
Oktober um 45 Mill. RM. von 1037,6 auf 1082,6 Mill. RM. Gleich=
zeitig
ſtiegen die Giroeinlagen von 249,7 auf 251,6 Mill. RM., ſo daß
die Geſamteinlagen nunmehr 1334,2 Mill. RM. betragen.
Als man bei der Bohrung 46 der Ebag im niederſächſiſchen Oel=
gebiet
mit Verrohrungsarbeiten beſchäftigt war, begann plötzlich das
Oel hoch aus bem Bohrloch herauszuſpritzen. Der Gasdruck in der Tiefe
war ſo ſtark geworden, daß das Oel die noch im Bohrloch ſtehende faſt
500 Meter hohe Waſſerſäule durchſtieß, und mehr als 20 Meter hoch in
die Luft ſtieg, ſo daß im Verlauf einer Stunde etwa 10 000 Kg. Oel auf=
gefangen
werden konnten.
In der Oelfabrik Duyvis in Zaandam iſt das geſamte Perſonal in
den Streik getreten. Man befürchtet, daß ſich der Streik eventuell in der
nächſten Woche auch auf andere Fabriken ausdehnen wird.
Am /25. d. M. beginnt in Krakau eine internationale Eiſenbahn=
konferenz
, die vorausſichtlich bis zum 1. Dezember dauern wird.
Im kommenden Frühjahre wird in Liſſabon eine Muſtermeſſe ver=
anſtaltet
in Verbindung mit einem internationalen Arbeitskongreß.

Frankfurter Kursbericht vom 20. November 1928.

Wie e ee
anleihe von 192
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927
6% Bay. Freiſtaat
von 1927......
O Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927
7% ThüringerFrei=
ſtaat
von 1927..
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
.
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö
jungsſch. (Neub.
Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
. . . .
8% Bad.=Bad. v. 26
30 Berlin v. 24...
8% Darmſtadt v. 26
Frkf. a. M. v. 26
70 Mainz v. 26...
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
80 Berl. Hyp.;Bk.
8% Frkf. Hyp.Bk.
Pfbr.,,
8½ Heſſ.Landesbk.
8% Kom. Landes=
bank
Darmſtadt.
88 Mein.Hyp.Bl
8% Pfälz. Hyp. Bk.
8%0 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .

871.
78.5
78.75
84.5
51.15
15.4
6.35
79
87
90.75
92.5

97.5
97.5
97.5
97.25

93.8
98
97

2 Rhein. Hyb.=Bl
30 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .....
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
8% Württ. Hyp.=B.

9.75
97.5
98

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. T 50.5
+*
Ser,II/ 66

325 Daimler Benz
von 27.....
O Klöckner=Werke
Berlin v. 26...
% Mainkrw.v. 26.
7%0 Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26..
8% VoigtcHäffner
von 26 ......."

6% Bosn. L. E. B.
v. 1914 ......"
4:/.20 Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914
4%0 Oſt. Goldrente
4/,% Rum. Gold
von 1913 ....."
4% Türk. Admin. .
1. Badgad
Zollanl.
% 1918 Ungarn
E,7 1914
4%0 Ung. Golbr ..
Aktien.

Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.

76
92.5
84.25
85.5
93

45.5
35.1

21"
13.3
13,
26,
26.3

Aff 6
175
189.75

Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank .."
Eff.-u. Wechſel=
bank
.........
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank.. . . .
Hyp.=B. .. . . .
Pfdbr. Bk.. ...
Gotha. Grundkr. B
Mein. Hyp.=Bank.
etallbank . . . . . . .
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk. 160
Oſt. Creditanſtalt . .
Pfälz. Hyp.=Ban 1
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbk. . .
Hyp.=Bank (215
Südd. Bod.=Cr. Bk
Wiener Bankverein

293
168.75
126
101
162.5
169.5
117
147
154.5
136
131.75
143.5
218
34.5
160
320 5
124.75
178
15

A.=G. f. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
70 Dt. Reichsbahr
Vorzge. ....."
Hapag........."
Nordd. Lloyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.

Accum. Berlin. .
Adlerw. (v. Kleher)
6% AEG. Vorzug
AEG. Stamm.. ..
Baſt Nürnberg
Bergm. Gl. Werkel
BrownBroverickCie
Brüning & Sohn.

179
166.75
91:
Aade
44.5
5.3
120

A.
88),
87
189.5
228.75
152.5
125.5

Buderus Eiſen ...
Semen Heidelberg
Karlſtad
Chem.Werke Albert
Fabrik Milch
Daimler=Benz....
Dt. Atl.=Telegr. . .
Eiſenh. Berlin
Erdöl
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Eſchw. Bergwerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
Faber, Joh., Bleiſt.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech, (Fetter)
Frkft. Gas ......"
Hof ...."
Geiling & Cie..
Gelſenk. Bergwerkl
Geſ. f. elektr. Un=
ternehmungen
..
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bülfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.!.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.)
Hirſch Kupfer ...."
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil. . .

137
175
75

89.5
146
78
141
192.75
318
315
230
172.75
200
Wee
38*1=
260
81
142.25
94.5
69
125.5

101.5
120.5
168
135
134.25
84
87
103
97
137.5

KaHe
Flſe Bergb. Stamn
Genüſſe/415
Funghans Stamm
Kali Aſchersleben 1280
Salzdetfurth /494
Weſteregeln /282.5
Kammgarnſpinn 1258
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Klein Schanzl. . . . 1109
Klöcknerwerke ... . 111
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Mainz. Akt.=Br.. . . 263.5
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Oſterr. AlpineMon
Otavi Minen ...."
Peters Union Frrf.
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Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamml
Stahlwerke ..
Riebeck Montan.
Noeder Gb. Darmſt. 1125
Rütgerswerke ... .1106.9

911.
240
90
240
168
322
114.5
130.1
199
66
157
/114
14.75
62.25
105.75
111
157.5
140

Kc
Schöfferhof=Bind.
Schramm Lackfabr.
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Schuckert Elektr.. .
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Zellſt. Berlin. /129
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Wahß & Frehtag.. 1137‟/;
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Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſchaffbg.
Memel. ....)
Waldho ...."

42. 5
124.75
2a0.25
177
411
150.75
118.5
106.5

Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ...
Frkft. Allg. Verſ.=G.
Frankona Rück= u.
Mitv. .. . . . . . . .
Mannh. Verſich. ..

107.75
29.75
87
81
67.5
94.5
78

204
138
281.25

302
204
222

[ ][  ][ ]

Seite 14

Urheberrechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau (Sa.).
23)
Nachdruck verboten.
Nur einmal, es mochte wohl kurz nach Mitternacht ſein,
ſchreckte er empor. Es war ihm, als woge ein grünlicher, ſma=
ragdener
Schein durch das Zimmer, dann beugte ſich eine Frauen=
geſtalt
mit flutendem, goldrotem Haar über ihn und er hörte
eine ſüße, weiche Stimme:
Aus alter Schuld und junger Liebe wird dir ein reines Glück
erblühen!
Drüben aber, in dem Jungmädchen=Zimmer, an deſſen mit
lichtgrünem Seidenſtoff beſpannten Wänden Geweihe und Reh=
kronen
, Damſchaufeln und Keilerwaffen neben Fuchsruten, prä=
parierten
Vogelbälgen und allerhand ausgeſtopftem Getier hin=
gen
, lag eine und blickte mit einem ſeltſam verträumten Lächeln
in das Licht der roſarot verhängten Ampel. Und wieder, wie
Stunden zuvor, glaubte Gräfin Sylvia Tarouka eine tiefe, klang=
volle
Männerſtimme zu hören: Die Erſcheinung hat mich an Sie
erinnert, und die Unglückliche trug Ihren Namen
Draußen rieſelten im Taumelflug leiſe, loſe, weiche, weiße
Schneeflocken herab und breiteten ein ſchimmerndes, flimmerndes,
aus Myriaden von zartgeſternten Kriſtallen gewobenes Gewand
über das weite, einſame Land.
10. Kapitel.
Na, Hanns=Martin, was meinſt du, haben wir nicht Duſel?
Ein beſſeres Jagdwetter hätten wir uns wirklich nicht wünſchen
können! Graf Koloman ſtand am Fenſter und blickte hinaus auf
die fußhohe, blendendweiße Neue, während Sylvia den Kaffee
einſchenkte.
Ja, und denken Sie, Herr von Raſſow, ſagte das junge
Mädchen lächelnd, vor einer halben Stunde war ein Waldwärter
zu Pferde hier und meldete, daß der Bär beſtimmt noch im
1
Trieb ſteckt!

Mittwoch den 2 1. November 1928

Natürlich, der Kerl hat ſich einſchneien laſſen, meinte der
Oberförſter, aber die Hunde werden ihn ſchon locker machen,
unſere Findermeute kennt den Rummel.
Hanns=Martin trank in kleinen Schlucken den heißen, aroma=
tiſch
duftenden Trank.
Vergeſſen Sie nur Ihren Kodak nicht, Gräfin!
Iſt alles bereits beſorgt, noch eine Taſſe, Mani?
Nee, danke, Kleine, aha, da fährt ſchon der Wagen vor,
ich hatte ihn für eine halbe Stunde früher beſtellt, denn bei dem
Schnee dauert es länger. Nun raſch noch nen Kognak hinter die
Binde und dann los!
Endlich war es ſoweit. Sylvia und Raſſow ſaßen auf dem
Rückſitz, und die Jucker zogen an.

Kin derwagen
(7515a
aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Inr Vorteil.
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören.
1. Donges & Wlest, Elisabethenstraße 25½

Gleich durch den Forſt, Lajos! rief Graf Tarouka dem
Kutſcher zu. Da ſchneiden wir nämlich, ein tüchtiges Stück ab,
und die Weg ſind auch beſſer. Biſt du denn warm genug an=
gezogen
, Kleine?
Das junge Mädchen lachte.
Mein dickſtes Lodenkleid, und darüber den Baummarder=
pelz
; erfrieren werde ich wohl nicht!
Es war wie in einem Märchen. Auf allen Zweigen der Fich=
ten
und Tannen lagen, wie ein weicher Wattebehang, ſchwere
Schneelaſten, und die kahlen Aeſte der Eichen, Buchen und Eſpen,
die als Weichholzäſung für das Schalenwild angepflanzt waren,
hatten ſich mit einem Panzer von Rauhreif umgürtet. Aus dem
Unterholz leuchtete das brennende Rot der Dompfaffen, die
dick aufgepluſtert in einem Haſelſtrauch Sieſta hielten. Gold=
hähnchen
, Tannen=, Kohl= und Blaumeiſen, Seidenſchwänze und
Bergfinken flatterten von Aſt zu Aſt, und irgendwo zeterte eine
Amſel. Lautlos, ein graubrauner, huſchender Schatten, ſtrich
ein Sperberweibchen um die Ecke der Dickung, gleich darauf
ſchimpfte ein Eichelhäher, und nun war wieder Stille; nur die
Silberglöckchen an dem rotjuchtenen Geſchirr der Pferde klirrten
leiſe, und unter den gleichmäßig ausgreifenden Hufen flogen mit

Nummer 324

dumpfem Aufſchlag ſchwere Schneeballen gegen die Spritzleder.
Weißlicher Brodem ſtieg von den Nüſtern der Jucker auf, hin und
wieder ein Schnauben, ein pfeifender Lufthieb der langen
Peitſchenſchmitze, oder der anfeuernde Ruf: Hei! Hei!
Der Bergwald begann. An die Stelle des Laubwaldes traten
Kiefern und Lärchen, dann wieder hochſtämmige Weißbuchen,
achtzig= und hunderjähriger Beſtand, den noch keine Axt berührt
hatte, und jetzt wuchs aus dem Moosgrund nackter Fels, dunkles
Urgeſtein empor, gewaltige eratiſche Blöcke türmten ſich neben
ſteil anſteigenden Wänden, Schroffen und Schründen, und all=
dies
war umweht von dem Hauch unberührter Natur, wilder,
phantaſtiſcher Romantik.
Raſſow kam aus dem Sehen und Staunen gar nicht heraus;
Ihm, der außer den deutſchen Mittelgebirgen nur die von Berey
fexen, Winterſportlern und allerhand internationalem Volk über=
fluteten
Alpen kannte, war dies alles wie eine Offenbarung, denn
während der Kriegsjahre waren die Bergländer, in die ihn ſeine
verſchiedenen Kommandos geführt hatten, durch den Waffenlärm
aus ihrer tauſendjährigen Ruhe aufgeſchreckt, von pflügenden
Granaten und wühlenden Schützengräben, Stacheldrahtgewirr
und platzenden Schrapnells zerfetzt worden. Jetzt aber lag
über dieſem traumhaft ſtillen Land wieder das tiefe, ernſte
Schweigen, der von ſonnigen Reflexen durchzitterte Zauber eines
Wintertages voll Glanz und Klarheit.
Und nun klang in die Stille hinein ein ſchriller, langgezogener
Ton im Dreiklang, die Hupe eines Kraftwagens.
Graf Koloman ſtand auf und ſah dem Kutſcher über die
Schulter.
Aha, Graf Erdödy, das Geheul ſeines Schnauferls kennt
man unter tauſenden heraus, und richtig, da drüben iſt ja auch
Szagony. Servus, Sandor!
Der Kereſz=Erdöer ſchälte ſich aus ſeinem ſchweren, otterbalg=
gefütterten
Fahrpelz.
Küß’ die Hand, Sylvia, Tag, Herr von Raſſow, morjen,
Mani, na, iſt der Bär auch noch drin?
Er wartet ſchon auf dich!
Der Vizegeſpan Graf Erdödy kam heran, hager, und von der
ſcharfen Fahrt in der kalten Winterluft war das bordeauxrote
Geſicht mit dem ſchlohweißen, wehenden Schnurrbart noch dunk=
ler
als ſonſt gefärbt.
(Fortſetzung folgt.)

AltGT

Ottomone-Mäntel
flotte, hübsche Fassons, gefüt-
tert
, mit modemem Bubikragen

K.

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Engl. gemusterte Näntel
fesche Fomen, Ssttel gefüt-
tert
, mit elegantem Pelzkragen
4
34
71-
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ganz auf kunstseid. Domasse
gefüttert, in aparten Pressungen
2
3A
A.
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füttert
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399
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mit Crepe Georgette verarbei-
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. sehr aporte Aufmschung
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[ ][  ][ ]

Nummet 324

Mittwoch den 21. November 1928

ein besonders gutes Programm gewählt.
Wir haben aus Anlaß der Eröftnung des

Der darten Eden

eröffnen wir.
Wir bitten, mit Rücksicht auf das umfangreiche Programm um
rechtzeitiges Erscheinen.
Die Karten für heute abend sind ausverkauft.
Das Unien-Eafé eröffnet um 2 Uhr.
Sagen Sie uns bitte, wie Sie mit Oualität und Preis zutrieden waren.,

nach dem gleichnamigen Theaterstück von Rudolph Bernana und
Rudolph Oesterreicher. Hauptrolle: Corinne Grittith.

Ein Ufa-Film der neuesten Produktion mit hervorl agender Besetzung:
Arlette Marschall, Wladimir Gaidarow, Heinrich George, Dita Parlo,
Fritz Kampers, Jul. v. Szöreghy, Harry Lambertz-Paulsen. (V.18808

Von Donnerstag ab spielt das U.-T. genau wie die Helia, es hat auch dieselben Preise: 1., 1.25. 1.50, 1.75, 2. und 2.50 Mk. Es gelten alle Helia‟-Vergünstigungen auch für
U. T. Die Eintrittskarten gelten wechselseiig; als0; Mella-Karten Für U.-T. und U.-F.-Karten für Halla- Spielbeginn in beiden Theatern täglich um 3, Uhr, Sonntags
um 2 Uhr. Jugendliche haben diese Woche keinen Zutritt.

V

Restaurant Reichshof
Rheinstrasse 35

Heute und folgende Tage
abends 8"4 Uhr
Gastspiel:
Kammerspielbühne
Berlin
Leitung: Dir, Bod0,Bronsky

Heute Mittwoch abend von 8 Uhr ab

Sprech-4pparzte
auf bequeme Teilz bei
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Erbacherſtr 1 Tel.4374
167069

KONxttT
MATTAIAS WEBER
Im Ausschank: 1f. Hanauer Hotbräu,
Münchner Paulaner Bock.
Eintritt trei!
(18834

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Kein Laden, 16180a

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Preise von Mk. 0.80 an

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zu Mk. 0.80 1.20 160
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amstag 1
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nh. Hch. Hümberg. Küchenmeiſfer (165944

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Schloß-Café

Schloß- Café-Ensemble‟
keitung: Kapellmeister Curb Rischer
Mittwoch, 21. November (Beginn 4 Uhr)

UND

Hachm.-Sonder-Konzert

Kammersänger

Werko von Schubert
Abends 81½, Uhr: Gesellschafts-Abend
Eigene Konditorei Fürstenberg-Bräu (Donau-8
eschingen). Tucher Bräu (Nürubers)
S
Augazngggg HnHggnangg nnnggngnnngrngnng

Saalbau (Gartensaal)
Donnerstag, den 22. November, abends 8 Uhr
Volkstümliches Konzert
Emmy Meckier-Weren, Opern- u. Konzertsängerin aus
Frankturt a M., Heinrich Crößmann (Geige) Alfred-
Auetbach (Rezitation) aus Frankkurd a. UI., Hildegard
Menges am Flügel
Kart im Vorverk b Konzert-Arnold, Elisabethenstr. 28
u. an der Abendkaste Näheressiche Plakate (:30454

im 4. Akademie-Konzert
Montag, den 26. November.
20 Uhr (Städt. Saalbau)
Am Klavier:
Professor Woltgang, Ruoff
Bechstein-Konzertflügel aus dem
Planolager A. W. Zimmermann, 8
Gratenstr. 21, nächst Rheinstraße 8

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Mittwoch ab 8 Uhr (*30430

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den24 November 1928, abds 8 Uhr
im Musikvereinssaal, Steinstr. 24
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Darmſtadt und den Belanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
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gewerbeſchein
mit Seue heft 1 Kinder=
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Wir machen wiederhol darauf auf=
merkſam
, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ind, die in früheren Bekannt=
machun
en verzeichnet waren. Inter=
eſſenten
können die Fundgegen ände träh=
rend
den Büroſtunden auf Zimmer 1 be=
ſichtigen

Mittwoch den 21 November 1928

Mahnung.
Bis ſpäteſtens 30. November 1928
ſind an die Finanzkaſſe Darmſtadt=Stadt,
Alexanderſtraße 22 dahier, bei Meidung
der Beitreibung zu zahlen:
1. Vermögensſteuer IV. Rate, fällig
geweſen am 15. Nov. 1928;
2. Vorauszählung an Landesſteuern
1928 (Grund=, Sondergebäude= und
Gewerbeſteuer) IV. Rate, fällig ge=
weſen
am 25. Oktober 1928:
8. Kirchen= und Kultusſteuer 1928
III. Rate, fällig geweſen am 15. No=
18819
vember 1928.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt.

Am Donnerstag, den 22. Novemb.
1928, nachmittags 3 Uhr, verſteigere
ich in meinem Verſteigerungslokal Lu=
iſenſtraße
32 zwangsweiſe meiſtbietend
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gegen Barzahlung:
1 Schreibmaſchine, 1 Nähmaſchine, eine
Ladentheke, 1 Aquarell, 1. Klavier,
1 Entſtaubungsapparat, 1 Grammo=
phon
, 1 Warenſchrank, 1 Fahrrad, vier
Muſikſchränke, 1 Schleifmaſchine ſowie
Möbel aller Art.
Darmſtadt, den 21. Nov. 1928.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher.

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Bücherſchränke, 1 gemalter Bauernſchrank,
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können dem Kunden mehr bieten als
die, die im Verborgenen blühen. Der
große Leſerkreis des Darmſtädter Tag=
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berückſichtigt die Inſerenten
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Umſatz ermöglicht Großeinkauf zunied=
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