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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentiiche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 302
Dienstag, den 30. Oktober 1928. 191. Jahrgang
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Rabatt weg. Bankkonto Deuiſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Giaf A
ppelin” auf der Heimreiſe
Berraſchender Start. — New Jork überflogen. — Bis jetzt gute Fahrt. — Raſche
Rückreiſe in Ausſicht. — Eintreffen Mittwoch erwartet.
einem Rechtsanwalt arbeitet. Wir haben um 6.30 Uhr das Feuer=
Der Rugſitg nach (uropa. ſchiff Pollock paſſiert. Jetzt iſt es trotz herrlichem
Sonnenauf=
gang über dem Ozean ſehr kalt.
Die Starimanöver.
EP. Lakehurſt, 29. Oktober.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” iſt um 1,54 Uhr New Yorker
(7,54 M.E.3.) zu ſeinem Rückflug nach Europa geſtartet.
Paſſagiere befanden ſich ungefähr um 12 Uhr nachts New
ker Zeit bereits an Bord. Nach weiteren zwei Stunden wurde
Luftſchiff plötzlich auf Befehl Dr. Eckeners aus der Halle
ausgebracht. Die Hilfsmannſchaft, aus über 300 Matroſen
ehend und durch die Manöver mit der „Los Angeles”
trai=
t, marſchierte zu den ihr angewiefenen Poſten, hielt den
Luft=
en feſt und auf das Kommando des Offiziers wurde das
ze Luftſchiff, das über ſeine ganze Länge erzitterte, von den
leuten im Marſchſchritt aus der Luftſchiffhalle gezogen. Das
tſchiff glich einem rieſigen ſchwarzen Ungetüm, deſſen Rücken
dem Lichtbild des Mondſcheins ſilbern erglänzte. Das
Luft=
f drehte ſich darauf nordwärts, und bewegte ſich vorſichtig
er der Führung der Matroſen einer kleinen Bodenſenkung zu,
t genug von der Luftſchiffhalle entfernt, ſo daß nicht mehr
Gefahr beſtand, daß es vom Winde gegen die Stahlpfoſten
ieben werden konnte. Als die Mannſchaften die Seile
los=
en und das Nattern de rfünf großen Motoren die nächtliche
le unterbrach, ſchoß das Luftſchiff aufwärts, dem Mond
ent=
en, und beſchrieb einen großen Kreis um die Flugſtation, die
ſeiner Ankunft von Deutſchland ſein Heim war. Dann nahm
Luftſchiff nordöſtlichen Kurs, dem Ozean entgegen.
* Die amerikauiſche Begeiſterung für alle hervorragenden
ſtungen iſt etwas lärmender und auch beweglicher, vielleicht
ſo=
gewaltiger als die deutſche, und deshalb ſah ſich wohl
Eckener veranlaßt, ſeinen Aufſtieg nach Europa mit dem
leier des Geheimniſſes zu umgeben, ja ſogar Starttermine
ugeben, die offenſichtlich falſch waren. Denn der Andrang
ge=
tiger Menſchenmaſſen hätte den Aufſtieg des Luftſchiffes nur
ihrdet. So blieb es alſo bei dem überraſchenden Start, der
s der Geheimhaltung ein begehrtes Schauſpiel für eine Un=
I von Zuſchauern wurde. Daß in letzter Minute ſich noch
rge Hinderniſſe einſtellten, daß es ſchwer war, die zahlreichen
nſche zur Mitfahrt zu erfüllen, daß die Poſtſendungen und
rchtgüter, die jetzt mitgenommen werden, noch größer als bei
Sturmfahrt hinüber ſind, wer wundert ſich darüber angeſichts
großen Leiſtung, die das Schiff vollbracht hat? Nach den
en Poſitionsmeldungen des Schiffes dürfte es heimwärts
rz ausgezeichnet gehen. Es werden bei den jetzigen
Rückenwin=
anſehnliche Fahrtgeſchwindigkeiten erreicht, die Veranlaſſung
gen, daß man in Friedrichshafen ſchon für den Mittwoch alle
apfangsvorbereitungen trifft. Aber wenige Tage nur wird die
ſatzung Ruhe haben. Dr. Eckener will ſchleunigſt wieder
auf=
gen, um von neuem nach Amerika zu fahren. Es gilt jetzt,
Verkehrsſicherheit des Luftſchiffes zu erweiſen, die von den
erikaniſchen Geldgebern gewünſcht wird. Das iſt eine Aufgabe,
Schweißes der Edlen wert, und wir alle wünſchen dem
ftſchiff und ſeiner tapferen und tüchtigen Beſatzung, daß ihnen
Nachweis gelingen möge. Wir jedenfalls ſetzen alles Ver=
Uien in das Luftſchiff.
25 Paſſagiere an Bord.
An Bord des Luftſchiffes befinden ſich 25 Paſſagiere,
dar=
ker der engliſche Kriegsflieger Miller, Frau Cläre Adams, die
au eines amerikaniſchen Induſtriellen, die Journaliſtin des
aily Expreß” und Richard Burke, der Schwager von Cornelius
nderbilt. Ferner hat Dr. Eckener drei Offiziere der
amerika=
chen Luftſtreitkräfte, nämlich den Leiter der Flugſtation
Lake=
rſt, Kapitän Pierce, Fliegerleutnant Pauch und den
Ober=
genieur der „Los Angeles”, Leutnant Settle, eingeladen. —
e gemeldet wird, ſtieß dem Paſſagier des „Graf Zeppelin”
ſeph Jeſſel kurz vor der Abfahrt noch ein Unfall zu. Jeſſel
rr mit ſeinen Familienangehörigen im Automobil zu dem 16
Cometer entfernten Lakewood gefahren, um zu Abend zu ſpeiſen.
af der ſpäten ſchnellen Rückfahrt über dunkle, ſchmale
Zufahrts=
aßen zur Flugſtation ſtürzte das Automobil in einer Kurve
z, wobei die Inſaſſen mehr oder weniger ſchwer verletzt
wur=
rr. Jeſſel ſelbſt erhielt Riſſe und Abſchürfungen im Geſicht,
arde ſchleunigſt in Lakewood notdürftig verbunden und mit
od eingepinſelt, und traf in Lakehurſt gerade vor dem Abflug
s Luftſchiffes ein. Seine ſchwerer verletzte Mutter drängte
en Sohn, trotz des Unfalles ſich die Mitfahrt nicht zu verſagen.
Die Liſte der Paſſagiere wies im letzten Augenblick noch einige
ränderungen auf; Lady Drummond fehlte, da ſie angeblich
einer Filmdarſtellung des letzten Zeppelinfluges beteiligt iſt.
rf der Paſſagierliſte befand ſich dafür William Ullman, ein
Ihn des Teilhabers des bereits erwähnten Joſeph Jeſſel. Das
2päck der Paſſagiere war auf je 44 Pfund beſchränkt. Die Poſt,
2 32 Poſtſäcke füllte, hat ein Geſamtgewicht von 1531 Pfund.
Ein blinder Paſſagier.
Der „Lokal=Anzeiger” meldet von Bord des „Graf Zeppe=
7”: Um 6 Uhr morgens wurde ein blinder Paſſagier an Bord
Etdeckt. Ein 17jähriger blonder amerikaniſcher Junge, der bei
Außer Baumwollballen nahm der „Graf Zeppelin” drei
wei=
tere Frachtſtücke an Bord, beſtehend aus zwei
Reiſeſchreib=
maſchinen für die Freund Company in München, eine Kiſte
gra=
vierter Kupferplatten, die vom Marinebüro von Amerika einer
Verſicherungsgeſellſchaft zugeſtellt werden, und ferner eine Kiſte
mit Seidenſtoff, der nach dem Beginn des Amerikafluges des
„Graf Zeppelin” gewebt wurde und das Luftſchiff in ſeinem
Fluge über New York zeigt.
Danktelegramme Dr. Eckeners.
In den erſten Stunden der Rückfahrt des „Graf Zeppelin”
richtete Dr. Eckener an den Präſidenten Coolidge, an den
Marine=
ſekretär und an den das Kommando in Lakehurſt führenden
Of=
fizier Telegramme, in denen er für die der Zeppelinbefatzung in
Amerika gewährte Aufnahme ſeinen Dank ausſprach.
„Graf Zeppelin” über New Jork.
Um 0.15 Uhr Berliner Zeit wurde „Graf Zeppelin” von New
York aus geſichtet. Er überflog den Broadway in nördlicher
Richtung. Bei Erſcheinen des Luftſchiffes gaben die im Hafen
liegenden Schiffe und die Fabrikſirenen Signale, und von den
Wolkenkratzern flammten Scheinwerfer auf, die das Luftſchiff
be=
leuchteten. Die durch den Lärm erwachten Schläfer ſtürzten an
die Fenſter und zum Teil auf die Straßen und Parks, um dem
ſcheidenden deutſchen Luftkreuzer einen Abſchiedsgruß
zuzu=
winken.
Nördlicher Kurs. — Die Küſie paſſiert.
Man glaubt, daß der Zeppelin auf dem nördlichen Kurs auf
größtem Kreis nach Europa fliegen wird. Dementſprechend wurde
das Luftſchiff in New York mit nordöſtlichem Kurs geſehen. Das
Luftſchiff „Graf Zeppelin” hat heute früh um 6.35 Uhr
ameri=
kaniſcher Zeit in der Nähe von Chatham (Maſſachuſetts) die
Küſte in nordöſtlicher Richtung verlaſſen und Kurs auf das offene
Meer genommen. Der Entſchluß Dr. Eckeners zum Abflug kam
ſehr überraſchend, da die Abfahrt urſprünglich nicht vor
Diens=
tag vorgenommen werden ſollte. Man erwartet, daß das
Luft=
ſchiff bei einigermaßen günſtiger Witterung die Reiſe in fünfzig
Stunden zurückgelegt haben wird.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” hat ſeine Fahrt von New
York aus über Long Island in der Richtung nach Boſton, vom
Winde begünſtigt, mit guter Geſchwindigkeit fortgeſetzt. Um elf
Uhr paſſierte das Luftſchiff die Inſel Block Island, nordöſtlich
von Long Island, 215 Kilometer nordöſtlich von New York. Die
Geſchwindigkeit des Luftſchiffes betrug ſomit ſtündlich rund
120 Kilometer. Von Block Island aus erreichte der „Graf
Zep=
pelin” wieder die amerikaniſche Küſte über dem Staate Rhode
Island und flog in der Richtung Boſton weiter. Während dieſes
Teiles der Fahrt war das Luftſchiff in ſtändiger Verbindung mit
dem Flughafen Lakehurſt, von wo es ſeine Wettermeldungen
empfängt.
Im weiteren Verlauf der Fahrt hat das Luftſchiff ſeine
Fahrt in der Richtung nach Nordoſten geändert, ſo daß die Stadt
Boſton nicht berührt wird. Nachdem das Luftſchiff um 12.30 Uhr
über der Marineſtation Chatham geflogen war, ſchlug es die
Richtung auf das offene Meer ein. Die nächſte Meldung über
das Luftſchiff ſtammt von einem Fiſchdampfer, der den „Graf
Zeppelin” um 1.15 Uhr MEZ öſtlich bis ſüdöſtlich von Kap Cod
ſichtete. Kap Cod liegt auf dem 70. Grad weſtlicher Länge,
ſüdöſt=
lich von Boſton. Das Luftſchiff flog um dieſe Zeit ziemlich niedrig
über dem Waſſerſpiegel. Die weitere Fahrt geht in nordöſtlicher
Richtung, ſo daß das Luftſchiff entweder über die Halbinſel
Neu=
ſchottland oder ſüdlich davon ſeinen Weg nehmen dürfte.
Die Wetterlage iſt im allgemeinen für die weitere Fahrt des
Luftſchiffes ſehr günſtig, da die herrſchenden Weſtwinde die Fahrt
beſchleunigen.
Der letzte Standort.
Um 20 Uhr M.E.3. war der Standort des Luftſchiffes 42,50
Grad nördlicher Breite und 57,50 Grad weſtlicher Länge. An
Bord iſt alles wohl. Im Vergleich mit der letzten
Stand=
ortmeldung hat das Luftſchiff wenigſtens eine Geſchwindigkeit
von 160 Stunden=Kilometern erreichen müſſen, was wohl auf
den herrſchenden Nordweſtwind zurückzuführen iſt. Das
Luft=
ſchiff meldet Regen und ſcheint einen etwas ſüdöſtlichen Kurs
eingeſchlagen zu haben, um dem nördlichen Tiefdruckgebiet
aus=
zuweichen und den Rückenwind noch ausnutzen zu können.
Nach unſeren Informationen beabſichtigt Dr. Eckener,
mög=
lichſt auf direktem Wege innerhalb Deutſchlands Friedrichshafen
anzufliegen. Nur für den Fall, daß am Bodenſee ſchlechtes
Wetter herrſchen ſollte, das auf längere Zeit, etwa einen bis
zwei Tage, das Einbringen des „Graf Zeppelin” in die primitive
Halle in Friedrichshafen unmöglich machen würde, würde ſich Dr.
Eckener entſchließen, nach Berlin zu fliegen und an dem ſoeben
fertiggeſtellten Maſt in Staaken das Luftſchiff zu verankern. Auf
alle Fälle werden in Staaken entſprechende Vorbereitungen
ge=
troffen, die vor allem in dem Zuſammenſtellen einer
Haltemann=
ſchaft beſtehen. Sollte jedoch der Zeppelin diesmal nicht nach
Berlin kommen, ſo iſt damit zu rechnen, daß er bei günſtigem
Wetter in allernächſter Zeit der Reichshauptſtadt einen Beſuch
abſtattet, der es auch ermöglicht, das Luftſchiff von der Nähe aus
zu beſichtigen.
Frankfurter
Monopoliſierungsbeſirebungen
Alles für Frankfurt!
Schon wieder wird von einer maßgebenden Frankfurter Stelle,
dieſes Mal von der Induſtrie= und Handelskammer
Frankfurt a. M., ein Vorſtoß unternommen, um auf
beſon=
ders wichtigen Gebieten eine Konzentrierung des gemäß der
geſchichtlichen Entwicklung bisher auf die Städte unſerer Gegend
verteilten Einfluſſes in Frankfurt durchzuſetzen. Die genannte
Kammer hat eine „Karte der
Verwaltungsorganiſa=
tion im Rhein=mainiſchen Wirtſchaftsgebiet”
herausgegeben, in der die Zuſtändigkeitsgrenzen der Behörden
und behördenartigen Organiſationen eingezeichnet ſind. Die Karte,
die in ihrer vortrefflichen Ausſtattung dem Frankfurter
karto=
graphiſchen Gewerbe alle Ehre macht, würde als ſolche bereits
ihren Zweck der Orientierung über die beſtehenden Verhältniſſe
durchaus erfüllen, ohne daß ſie einer weiteren Erläuterung
be=
dürfte. Bezeichnenderweiſe hat jedoch die herausgebende Stelle
geglaubt, der Karte eine Art von „Gebrauchsanweiſung”
anzufügen, aus der hervorgeht, daß mit der Veröffentlichung ein
ganz anderer Zweck verbunden iſt, als derjenige, den derzeitigen
Zuſtand klar darzulegen. Man will durch die Karte dafür
Stim=
mung machen, daß bisher noch nicht in Frankfurt
domi=
zilierte wichtige Behörden nach Frankfurt
ver=
legt werden und daß für bereits in Frankfurt anſäſſige
Be=
hörden der Zuſtändigkeitsbereich erweitert wird.
Was die Einteilung der Landesfinanzamtsbezirke
anlangt, ſo wird in dem Begleittext der Karte dagegen
polemi=
ſiert, daß das Landesfinanzamt für Frankfurt ſeinen Sitz in der
Provinzialhauptſtadt Kaſſel habe. Daß ſich in Darmſtadt für das
Gebiet des Volksſtaates Heſſen ein eigenes Landesfinanzamt
be=
findet, wird in nicht gerade wohlwollendem Sinne kritiſch
be=
leuchtet. Abſchließend wird die „Forderung” erhoben, „daß
das Rhein=mainiſche Wirtſchaftsgebiet ein eigenes
Landes=
finanzamt in Frankfurt a. M. erhält, dem die ihm
wirt=
ſchaftlich zugehörigen Teile der bisherigen
Landes=
finanzämter Kaſſel und Darmſtadt anzugliedern
ſind‟. Es iſt wohl das erſte Mal, daß mit ſolcher, man könnte
geneigt ſein, zu ſagen, brutalen Offenheit von einer
maßgeben=
den Frankfurter Stelle — denn nichts anderes kann und ſoll die
Forderung bedeuten! — die Wegnahme einer bedeutenden
Behörde von der heſſiſchen Landeshauptſtadt Darmſtadt verlangt
wird. Man wird hieraus heſſiſcherſeits erſehen können, welches
Gewicht gelegentlichen Aeußerungen von Frankfurter Seite
bei=
zumeſſen iſt, man lege auf eine Konzentrierung maßgebender
Be=
hörden in Frankfurt ſelbſt kein Gewicht, wofern nur im Intereſſe
der Wirtſchaft die erſtrebte territoriale Vereinheitlichung
durch=
geführt würde.
Auch bezüglich der Abgrenzung der
Oberpoſtdirek=
tionsbezirke rügt die Frankfurter Veröffentlichung, daß die
Bezirke der Oberpoſtdirektion Darmſtadt wie derjenigen zu Kaſſel
„bis an die Tore Frankfurts heranreichen und Frankfurt im
Süden und Oſten einſchließen”. Obwohl hier in dieſem Punkte
nicht mit gleicher Deutlichkeit die Aufhebung der Darmſtädter
Oberpoſtdirektion geradezu verlangt wird, ſo iſt es doch auch hier
klar, wohin die Abſicht geht: Auch bezüglich der Poſtverwaltung
erſtrebt Frankfurt das Monopol, dem gegenüber
wohlerwor=
bene Rechte einer heſſiſchen Stadt nichts gelten ſollen.
Erneut wird in der Veröffentlichung verſucht, die derzeitige
Einteilung der Reichsbahndirektionsbezirke als
un=
zweckmäßig hinzuſtellen. Es wird ausgeführt, daß die
Zuſtändig=
keit der Direktion Frankfurt a. M. „bereits an der Frankfurter
Stadtgrenze aufhöre, ſo daß z. B. die wichtige Strecke
Frank=
furt a. M.—Darmſtadt außerhalb des Machtbereichs der
Direk=
tion Frankfurt liegt‟. Weiter wird bemängelt, daß die
Zuſtän=
digkeit der Direktion Frankfurt linksmainiſch nur auf eine
Ent=
fernung von 6 Kilometer gehe. Frankfurt rührt
hier=
mit von neuem an die Grenzen und damit letzten
Endes auch an den Beſtand der
Reichsbahndirek=
tion Mainz, deren Bezirk übrigens, wie in der
Veröffent=
lichung bemerkt wird, auch preußiſche Gebietsteile umfaßt,
mit=
hin nicht auf dem ſonſt ſo bekämpften Grundſatz der Abgrenzung
nach politiſchen Grenzen beruht. Ganz offenbar geht man in
Frankfurt auch in dieſer Frage davon aus, zum mindeſten den
Frankfurter Bezirk auf Koſten des Mainzer Bezirks zu
ver=
größern. Der Gedanke liegt nahe, daß letzten Endes beabſichtigt
iſt, auf dem Umwege über eine Verkleinerung des
Direktions=
bezirks Mainz deſſen Aufhebung mit dem Ergebnis durchzuſetzen,
daß Frankfurt dann auch in den ſo wichtigen Fragen des
Eiſenbahnverkehrs monopolartig zu diktieren hätte. Gerade
auch in der Frage der Abgrenzung der
Reichsbahndirektions=
bezirke muß es daher vom wohlverſtandenen heſſiſchen und damit
vom Mainzer Standpunkt aus heißen: „Hände weg!”
Der Heſſiſche Verkehrsverband hat unverzüglich
Veranlaſſung genommen, bei den hierfür zuſtändigen Stellen
gegen das erneute bedauerliche Vorgehen einer einflußreichen
Frankfurter Stelle im Sinne einer weitreichenden
Monopoliſie=
rung ohne Rückſicht auf die Intereſſen benachbarter heſſiſcher
Städte mit Nachdruck Verwahrung einzulegen. Die neuerliche
Frankfurter Veröffentlichung wird zweifellos gar manchem
Ver=
anlaſſung bieten, darüber ernſte Erwägungen anzuſtellen, ob
der=
artige, auf eine rückſichtslöſe einſeitige
Bereiche=
rung zu Laſten Anderer abzielende Publikationen
wirk=
lich im Sinne einer verſtändnisvollen
freund=
nachbarlichen Zuſammenarbeit gelegen ſind.
Seite 2
Dienstag, den 30 Oktober 1928
Dr. Eckeners Zukunftspläne.
Ständiger Poſiverkehr mit Zeppelinen.
Vor ſeinem Rückflug über den Atlantik hat Dr. Eckener ſich
verſchiedentlich ausführlich über ſeine weiteren Pläne geäußert.
Den großartigen Empfang, der dem „Graf Zeppelin” in den
Ver=
einigten Staaten bereitet wurde, führt Dr. Eckener weſentlich
darauf zurück, daß man auch in Amerika in dieſem neuen
Zeppe=
linflug über den Atlantik den erſten Schritt zur Verwirklichung
eines regelmäßigen transatlantiſchen Flugverkehrs erblickt.
Zu=
nächſt denkt Eckener allerdings noch mehr an die Beförderung
von Poſt, als von Paſſagieren, und er glaubt, daß ein ſolcher
Poſtverkehr durchaus gewinnbringend ſich ſchon jetzt geſtalten
ließe. Das Briefporto, das für den Hinflug vier Mark betrug
und für den Rückflug auf einen Dollar feſtgeſetzt wurde, läßt ſich
weiterhin nach Eckeners Auffaſſung auf einen Schilling oder
24 Cent ermäßigen. Schon dadurch dürfte ſich der regelmäßige
Flugdienſt durchaus bezahlt machen. Der Gewinn ließe ſich noch
erhöhen durch ein beſchränktes Quantum von Eil= und
Wert=
paketen, ferner durch die Beförderung von
Zeitungsſonderexem=
plaren, die in Auszügen gekürzte Zuſammenſtellungen
europäi=
ſcher und amerikaniſcher Preſſeberichte enthielten. Endlich bliebe
nach Eckeners Auffaſſung noch Platz zur Beförderung von acht
bis zehn Paſſagieren. Was die Finanzierungsfrage anbelangt, ſo
erklärte Eckener, daß er mit den in Frage kommenden
amerika=
niſchen Kreiſen Fühlung genommen habe, jedoch nicht mit der
Abſicht, ſchon jetzt zu poſitiven oder gar abſchließenden
Ergeb=
niſſen zu gelangen. Hier werde die Zeit für ſeine Idee arbeiten.
Er glaube auch, daß nach dieſer Demonſtration eines
Amerika=
fluges die amtlichen deutſchen Inſtanzen höchſtwahrſcheinlich
Subventionsvorſchläge zu machen haben würden. Er hoffe ſehr
bald, in Berlin Gelegenheit zu haben, ſich über die Art
derar=
tiger Vorſchläge zu unterrichten. Dr. Eckener unterſtrich
jeden=
falls, daß der Zweck des Fluges erreicht ſei, nämlich, den
Be=
weis zu erbringen, daß ein Paſſagierflugverkehr mit Zeppelin=
Luftſchiffen möglich ſei. Aus der Hin= und Rückfahrt über den
Atlantik würden die nötigen Lehren gezogen werden. Schon die
Hinfahrt habe bewieſen, daß das Luftſchiff ſelbſt nicht
verbeſſe=
rungsbedürftig ſei. Mit dem gegenwärtigen Typ laſſe ſich eine
größere Geſchwindigkeit nicht erzielen, ſchon mit Rüchſicht auf die
Motoren des „Graf Zeppelin”. Sie ſeitauch gar nicht beabſichtigt,
da der „Graf Zeppelin”, als Schulluftſchiff Verwendung finde
und zur Ausbildung weiterer Zeppelin=Mannſchaften dienen ſolle.
Die Erreichung größerer Geſchwindigkeiten, die ſelbſüverſtändlich
anzuſtreben ſei, werde man mit dem Bau weiterer Zeppeline
an=
zuſtreben haben.
Friedrichehafen empfangsbereit.
Friedrichshafen, 29. Oktober.
In Friedrichshafen hatte man die Meldung von der Abfahrt
des Luftſchiffes wenige Minuten nach dem Start bereits durch
Funkmeldung erhalten. Man rechnet hier mit der Möglichkeit,
daß das Schiff auf Grund der vorliegenden Wetterkarten eine
recht ſchnelle Ueberfahrt haben wird und hat ſchon jetzt alle
Vor=
bereitungen getroffen, um am Mittwoch morgen die Landung
vornehmen zu können. Jedenfalls wird die Arbeiterſchaft der
Werft und die Landemannſchaft von Mittwoch morgen 6 Uhr an
bereitſtehen, da, wenn die weſtlichen Strömungen auf dem
Atlan=
tik vielleicht unerwartet wechſeln ſollten, mit einem Flug von nur
50 bis 60 Stunden gerechnet wird. Die Werftleitung hat ſich auf
Veraulaſſung von Dr. Eckener mit der Deutſchen
Reichspoſtver=
waltung in Verbindung geſetzt, um zu verhindern, daß die
Funk=
einrichtung des „Graf Zeppelin” auf der Rückfahrt derart
über=
laſtet wird, wie das leider auf der Hinfahrt geſchah. Die
Reichs=
poſtverwaltung hat alle Fünkſtationen gebeten, von einer
Beför=
derung privater Nachrichten an das Lufttſchiff abzuſehen und
dem „Graf Zeppelin” lediglich Wettermeldungen zu geben, ſo
ihm bei Peilungen zur Firierung ſeines Kurſes bei bedecktem
Himmel behilflich zu ſein. Auch die Vertreter der amerikaniſchen
und der deutſchen Preſſe, die ſich an Bord befinden, werden auf
der Rückfahrt ſich auf gewiſſe Stunden beſchränken müſſen, da
die Schiffsleitung unter keinen Umſtänden wieder in eine ähnliche
Lage geraten will, wie auf der Hinfahrt, wo man zeitweilig nicht
einmal Wettermeldungen aufnehmen konnte. Erſt bei der
Er=
reichung des Feſtlandes, wenn die Navigation wieder mit
an=
deren Mitteln möglich iſt, wird das Luftſchiff dann in einen
regeren Nachrichtenaustauſch mit der Umwelt treten können.
Die Wetterlage über dem Ozean.
Hamburg, 29. Oktober.
Das Seeflugreferat der Deutſchen Seewarte gibt über die
Wetterlage auf dem Nordatlantiſchen Ozean heute gegen mittag
folgende Ueberſicht: Der Wetterlage auf dem Nordatlantiſchen
Ozean gibt eine Tiefdruckrinne das Gepräge, die verhältnismäßig
weit nördlich von dem Nordoſten Labradors und der Davis=
Straße bis nach den Färör und dem europäiſchen Nordmeer
verläuft. In ihr ſind zwei Tiefdruckkerne erkennbar, von denen
Vom Tage.
Dr. Streſemann hatte eine längere Unterredung mit
dem Botſchafter von Hoeſch, der auf der Rückreiſe von Berlin
nach Paris in Wiesbaden Aufenthalt nahm.
Am Montag vormittag traf Reichsbankpräſident Dr.
Schacht zum Beſuch des Außenminiſters in
Wies=
baden ein. Reichsbankpräſident Dr. Schacht wird vorausſichtlich nur
kurze Zeit in Wiesbaden verweilen.
Die Mitteilung, daß Deutſchlands Verhandlungen mit
der Tſchechoſlowakei zum Abſchluß gekommen ſeien, iſt unrichtig.
Die Verhandlungen ſind unterbrochen worden, um den beiderſeitigen
Regierungen Gelegenheit zu geben, zu den bisherigen Beſprechungen
Stellung zu nehmen. Die Verhandlungen dürften im März kommenden
Jahres wieder aufgenommen werden.
Die deutſche Delegation für die deutſch=ungariſchen
Han=
delsvertragsverhandlungen iſt in Budapeſt eingetroffen.
Sie ſteht unter Leitung von Geheimrat Windel.
Aus Bukareſt verlautet, daß der deutſch=rumäniſche
Ver=
trag über die Finanzfragen bereits paraphiert worden iſt
und in etwa 2 bis 4 Tagen dem Kabinett zur Beſchlußfaſſung
unter=
breitet wird.
Anläßlich der Feier der Thronbeſteigung des
japani=
ſchen Kaiſers überbrachte der deutſche Botſchafter heute in einer
perſönlichen Audienz beim Kaiſer die Glückwünſche des
deut=
ſchen Reichspräſidenten und der Reichsregierung.
Der Botſchafter überreichte dem japaniſchen Kaiſer das von der
Reichs=
regierung geſtiftete Ehrengeſchenk in Geſtalt einer altdeutſchen
Gold=
ſchmiedearbeit.
Nach einer Meldung der Britiſh United Preß aus Sydney hat der
italieniſche Konſul der auſtraliſchen Regierung
eine Proteſtnote mit Bezug auf das Bombenattentat
überreicht, das am vergangenen Samstag gegen 20 italieniſche
Arbeiter verübt wurde, die in einem Hauſe mit Kartenſpiel beſchäftigt
waren.
Der engliſche Miniſterrat trat geſtern zuſammen und
prüfte den Entwurf zur Thronrede, die der König
anläß=
lich des Wiederzuſammentritts des Parlaments am 6. November halten
wird. Außerdem wurde das Programm der nächſten Parlamentsſeſſion
beſprochen.
Sir Auſten Chamberlain, der geſtern abend die Reiſe nach
Quebec angetreten hat, von wo er ſich nach England begeben
wird, hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er ausführt, er
ver=
laſſe Kalifornien mit völlig wiederhergeſtellter Geſundheit, um in
London die ſchwere und verantwortungsvolle Axbeit wieder
aufzunehmen.
Die amerikaniſche Regierung hat in einer nach Paris
geſandten Note die Vorſchläge der franzöſiſchen
Regie=
rung auf Abänderung der Zolltarife für gewiſſe
fran=
zöſiſche Warengattungen abgelehnt. Das Schatzamt iſt jedoch
be=
reit, in neue Verhandlungen einzutreten.
Der japaniſche Budgetvoranſchlag enthält für das
Kriegsminiſterium eine Vermehrung der Ausgaben um 15
Mil=
lionen Mark und für das Marineminiſterium eine Erhöhung
von 5 Millionen Mark.
der eine mit Barometerſtänden von 750 Millimetern an der
Nord=
oſtküſte von Labrador, der zweite mit nur 745 Millimetern auf
56 Grad Nordbreite und 28 Grad Weſtlänge liegt. Südlich von
der Tiefdruckrinne zieht ſich ein Gürtel hohen Luftdrucks von dem
Innern des nordamerikaniſchen Feſtlandes bis zu der Iberiſchen
Halbinſel hin. Hochdruckkerne befinden ſich in ihm ſüdweſtlich des
nordawerikaniſchen Seengebiets, zwiſchen den Bermuden und
Neufundland und im Raume zwiſchen den Azoren und Portugal.
Ausläufer der nördlichen Tiefdruckrinne greifen allerdings weit
ſüdwärts in den Hochdrruckgürtel hinein. Ein Ausläufer des
Labradortiefs liegt längs der amerikaniſchen Oſtküſte und rückt
oſtwärts gegen das Bermuden=Hoch vor, während ein Ausläufer
des zweiten nordatlantiſchen Tiefdruckgebiets bis 38 Grad
Nord=
breite und 45 Grad Weſtlänge herabreicht. Das Luftſchiff wird
beim Ablauf von der amerikaniſchen Oſtküſte zunächſt unter den
Einfluß des erſten Tiefausläufers kommen, der ihm böige,
zwi=
ſchen Südweſt und Weſtnordweſt ſchwankende Winde, wechſelnde
Bewölkung und vereinzelt Regenſchauer bringen wird. Hält das
Luftſchiff allerdings ſüdlich von 43 Grad nördlicher Breite, ſo
wird es heiteres, ſchwachwindiges Wetter antreffen. Weiter
draußen wird das Durchfahren des von den Bermuden nach
Neufundland reichenden Hochdruckgebietes ebenfalls ordentliches
Flugwetter bringen. Oeſtlich von 50 Grad weſtlicher Länge wird
der Wind bei Annäherung an den zweiten Tiefausläufer auf
Nordweſt drehen und in Böen, ſtellenweiſe bis 60 Kilometer
Stundengeſchwindigkeit, auffriſchen. Dabei werden auf der
Rück=
ſeite des Ausläufers Regen= und Hagelſchauer niedergehen, die
ſtrichweiſe von Gewittern begleitet ſein werden. Ueber der
öſt=
lichen Hälfte vom Nordatlantiſchen Ozean wird das Schiff je
nach dem Kurs ſehr verſchiedene Witterungsverhältniſſe
antref=
fen. Steuert es in das Azorenhoch hinein, ſo hat es mit
ſchwach=
windigem, heiterem und größtenteils ſichtigem Wetter zu rechnen.
Setzt es ſeinen Kurs dagegen weiter nördlich an, ſo daß es noch
unter den Einfluß des zweiten atlantiſchen Tiefdruckgebiets
kommt, ſo werden Regenfälle aus niedrigen Wolken ungünſtiges
Flugwetter, eine kräftige weſtliche Strömung, aber raſches
Vor=
wärtskommen nach Oſten bedingen. Im Allgemeinen ſtellen die
nördlich von 43 Grad Nordbreite ſtehenden weſtlichen Winde eine
verhältnismäßig raſche Rückreiſe in Ausſicht.
Nummer 302
Der Rüſſelsheimer Bahnhofsumbau.
Die Entſcheidung der Boiſchafter=Konferenz
Darmſtadt, 29. Oktober.
In der bekannten Angelegenheit des Bahnhofs Rüſſelshein
hat die Botſchaſterkonferenz in Paris in Abänderung frühere=
Entſcheidungen nunmehr der Anſchluß des Verladebahnhofs de
Opelwerke an die Hauptgleiſe der Reichsbahn genehmigt. Dami
erfährt der Abtransport der Opelerzeugniſſe eine erfreuliche Er
leichterung. Allerdings ſteht die Entſcheidung der Botſchafter
konferenz zu der geplanten Anlage des neuen Hauptgleiſe
Rüſſelsheim-Biſchofsheim leider noch aus. Erſt mit dem
Ba=
dieſes Gleiſes dürften die großen Schwierigkeiten, die mit der
engen Bahnhofsverhältniſſen in Rüſſelsheim zuſammenhänger
als behoben anzuſehen ſein. Hoffentlich gelingt es den weitere
Verhandlungen bald, den Widerſtand der Botſchafterkouferen
gegen den Bau des neuen Gleiſes zu überwinden und dami
dieſes letzte Hemmnis einer freien wirtſchaftlichen Fortentwig
lung zu beſeitigen.
Der Kampf
um das Steuervereinheitlichungsgeſetz.
* Berlin, 29. Okt. (Priv.=Tel.)
Im Reichsrat liegt noch aus der Zeit des Reichsfinanzmin
ſters Dr. Köhler das ſogenannte Steuervereinheitlichungsgeſet
deſſen weſentlichſtes Merkmal die Anpaſſung der verſchiedene
Steuerarten aneinander iſt und das darauf hinausläuft, eine
einheitlichen Steuerzettel zu ſchaffen. Es ſoll damit in erſte
Linie eine Vereinfachung der Steuererhebung herbeigeführt we
den. Der Geſetzentwurf, der vor einigen Tagen noch einmal de
Reichskabinett beſchäftigte, zerfällt in verſchiedene Teile, in de
Steueranpaſſungsgeſetz, in das Grundſteuer=Rahmengeſetz, d.
Gewerbeſteuer=Rahmengeſetz und das Gebäudeentſchuldung
ſteuergeſetz. Es handelt ſich um einen ſehr umfangreichen En
wurf, zu dem von den verſchiedenſten Seiten zahlreiche Den
ſchriften eingegangen ſind. Im Ausſchuß des Reichsrates h
man ſich bei der erſten und zweiten Leſung ſehr eingehend m
dem Geſetz befaßt. Es ſind dabei zahlreiche Meinungsverſchi
denheiten zutage getreten, ſo daß ſich Reichsfinanzminiſter 2
Hilferding veranlaßt ſah, eine Finanzminiſterkonferenz nach Be
lin zu berufen, die am 29. Oktober getagt hat und von faſt all
Länderfinanzminiſtern beſucht war. Der Verſuch, die aufget
tenen Meinungsverſchiedenheiten aus der Welt zu ſchaffen,
ſoweit gelungen, um der Hoffnung Raum zu geben, ſowohl k
der 3. Leſung im Ausſchuß, wie bei der ſich anſchließenden 9
ſtimmung im Plenum des Reichsrates zu poſitiven Ergebniſſ
zu kommen. Wird das Geſetz angenommen, dann geht das Geſ
ſofort an den Reichstag.
Konferenz der Länder=Finanzminiſter.
Berlin, 29. Oktober
Im Reichsfinanzminiſterium fand heute vormittag eine Ke
ferenz der Finanzminiſter der Länder ſtatt. Der Reichsfina
miniſter Dr. Hilferding gab ſeiner Freude darüber Ausdn
daß es ihm vergönnt ſei, zum erſten Male eine ſolche Konfen
leiten zu können. Der preußiſche Finanzminiſter Dr. Höpl
Aſchoff erwiderte im Namen der Länderminiſter. Es fand da
eine eingehende Ausſprache ſtatr, die im weſentlichen der Vo
bereitung der drirten Leſung des Steuerbe
einheitlichungsgeſetzes in den Ausſchüſſen des Reid
rats und der Abſtimmung im Plenum des Reichsrats galt. !
Reichsfinanzminiſter gab in ſeinem Schlußwort der Ueberz
gung Ausdruck, daß die Konferenz zu einer Klärung ſtritiie
Fragen und zu einer erfreulichen Annäherung geführt habe.
Verhandlung über eine Verbindlichkeits=
Erklärung des Schiedsſpruchs für die
Eiſeninduſirie Nordweſi.
Düſſeldorf, 29. Oktobel
Zur Nachverhandlung über eine Verbindlichkeitserklärt
des Schiedsſpruches vom 26. Oktober für die nordweftliche Gru
der Eiſeninduſtrie hat der Reichsarbeitsminiſter die Parte
zum Dienstag, den 30. d. M., 10 Uhr, in das Reichsarbeitsm
ſterium Berlin geladen.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Montag, den 29. Oktober 1928.
1. Sinfonie=Konz rt.
Durch die Tagung des Reichsverbandes Deutſcher Tonkünſtler
beginnen in dieſem Jahre die Sinfoniekonzerte ſpäter als ſonſt,
glücklicherweiſe hat aber ihr Beſuch keine Einbuße erlitten durch
die Menge bedeutſamer muſikaliſcher Veranſtaltungen, die mit
der Tagung in Verbindung geſtanden hatten. Das Programm
des erſten Konzertes umfaßte drei Werke unpathetiſchen Inhalts.
Unter ihnen war unſtreitig das tiefſte und unvergänglichſte
Mo=
zarts herrliche Es=Dur=Sinfonie, die drittletzte, die der Meiſter
geſchrieben hat, die heiterſte, unproblematiſchſte der drei letzten
Wiener Sinfonien. Wie ſtrahlt hier alles in vollendeter
Schön=
heit, herrlichem Ebenmaß und geiſtvollſter Konzentration, wie
ſpürt man in jedem Teil den Adel, den Mozart all ſeinen
Ge=
danken zu verleihen vermag, ſo daß die einfachſten, ſchlichteſten
Dinge, wenn er ſie muſikaliſch ausſpricht, in eine höhere Sphäre
erhoben ſcheinen. Sehr intereſſant und aus unſerer heutigen
An=
ſchauung durchaus berechtigt war die Auffaſſung der Sinfonie
durch Dr. Karl Böhm. Früher pflegte man bei der
Wieder=
gabe eines Mozartſchen Werkes bei voller Beachtung aller
Schön=
heiten mehr ſchlicht zu muſizieren, innerhalb eines Satzes das
gewählte Tempo ziemlich ſtreng durchzuhalten, heute
interpre=
tiert man viel freier, phraſiert ſtärker, hebt Gegenſätze auch
inner=
halb der gleichen Tempovorſchrift ſtärker hervor, drängt weite
Formen durch die Art der Deklamation enger zuſammen, kurz,
der perſönlichen Auffaſſung iſt weiterer Spielraum gelaſſen, je
weiter wir uns von der ſeither bewahrten Tradition entfernen.
Wir halten dieſe Auffaſſung für ſehr geſund, zumal, da
Kunſt=
werke wie dieſe Sinfonie Mozarts künſtleriſch ſo reich ſind, daß
jede Zeit wieder Ideale, die ihr beſonders eigen ſind, in dem
Werk finden kann.
Es folgte das zweite Klavier=Konzert von Saint=Saéns,
Op. 40 in C=Moll, ein zugleich briklantes und anmutiges Werk
franzöſiſcher Konverſationskunſt. Zwei Allegroſätze ſind faſt wie
Variationen aufgebaut und bieten dadurch in ihrem Rahmen
genügend lyriſche Gegenſätze und Intermezzi, um einen
lang=
ſamen Satz entbehrlich zu machen. Bewundernswert iſt die
Formvollendung, die ſelbſt bei einem ſo ungewöhnlichen Aufbau
dem Konzert innewohnt, nicht kann dagegen geleugnet werden,
daß bei aller glücklichen Erfindung das Gemüt nicht viel Anteil
an dieſer Kompoſition hat. Der Klavierpart tritt im zweiten Satz
mit größerer Wichtigkeit hervor als im erſten, überall aber iſt er
graziös, intereſſant, durchſichtig faſt wie bei Mozart und hell im
Klang. Das Konzert wurde von einer Pianiſtin erſten Ranges
vorgetragen, Jeanne Jaſpar, die techniſch ganz
Hervorragen=
des leiſtete und den Stil von Saint=Saéns, ausgezeichnet
be=
herrſchte. Was ſtets bei den Pianiſten der franzöſiſchen Schule
beſticht, iſt die Grazie und doch wieder Schärfe der rhythmiſchen
Wiedergabe, die Muſizierfreudigkeit und die Liebe zum Klang
als ſolchem, die eine grundſätzlich andere Einſtellung vorausſetzt,
als wir ſie gewohnt ſind, die aber erſt völlig den Charakter
fran=
zöſiſcher Kompoſitionen offenbart. Die Künſtlerin hatte ſo ſtarken
Beifall, daß ſie noch die Campanella von Liſzt zugab, die ſie mit
blendender Technik und leichter Grazie wiedergab.
Als drittes Werk erklang eine umfangreiche Orcheſter=Suite
von O. Reſpighi, „Roſſiniana”, die, wie ſo häufig bei Reſpighi,
ſich thematiſch anlehnt (wir denken an das vor einigen Jahren
gehörte Gregorianiſche Konzert). Hier ſind es Melodien von
Roſſini, die als Themen für vier impreſſioniſtiſche Bilder
aus=
genutzt werden und die als Stimmungsmalerei zwiſchen der Art
von ſinfoniſchen Dichtungen von Liſzt und neueren franzöſiſchen
Tonmalereien ſtehen. Geradezu ängſtlich iſt darauf Bedacht
ge=
nommen, daß jeder Gedanke recht wohllautend iſt, ja, des Milden,
Schönen und Süßen iſt faſt etwas zu viel. Sehr geſchickt iſt die
Inſtrumentation, aber alles klingt ſo ſchön, daß man ſich faſt
nach einer herben Diſſonanz ſehnt. Ich mußte an die
Campagna=
bilder des Malers Serra denken, für die man ſich vor 20 bis 25
Jahren ſo begeiſterte, mit ihrer ſatten Farbenpracht, die für uns
heute ſchon faſt an das Kitſchige ſtreift. Auch in der Suite ſcheint
uns dieſe Grenze nicht immer völlig vermieden. Nach den
lang=
ſamen Anfangsſätzen und dem niedlichen Intermezzo, das
eben=
falls recht gemächlich iſt, freut man ſich dann um ſo mehr über
die friſche Tarantella, bei der ſtarkes Temperament wirkt. Wenn
hann aber als Mittelteil die vorbeiziehende Prozeſſion geſchildert
wird, dann wird die Muſik ſo weich und ſüß, daß der Tannhäuſer,
dem dieſer Gedanke abgelauſcht erſcheint, dagegen beſonders herb
und harmoniſch kühn klingt. Dr. Böhm gab das Werk virtuos
wieder, das Landestheater=Orcheſter nahm ſich der dankbaren
Sätze mit ſichtbarer Freude an, ſo daß ein guter Erfolg erzielt
turde. Ich glaube jedoch, daß die Wiedergabe mehr ernſthaften
Beifall fand als die Kompoſition an ſich. Schade, daß man keine
getrennten Beifallskundgebungen für Inhalt und Wiedergabe
P. N.
kennt.
Frankfurter Schauſpielhaus.
Intendant Richard Weichert brachte im Frankfurter Sc
ſpielhaus in neuer Inſzenierung „Dantons Tod”,
Drama, das Georg Büchner in fünf Wochen in Gießen
jagenden Pulſen unter Polizeiaufſicht und hinter dem Ru
des Vaters auf das Papier warf und mit einem
Verzweiflu=
brief an Gutzkow ſandte; das Drama, in dem der Gegel
zwiſchen der perſönlichen Kultur des Einzelnen und der 9
Menſch ſeinen genialſten Ausdruck gefunden hat.
Dieſer Gegenſatz beherrſchte die Inſzenierung Weicherts
bezwingender Gewalt; hier die verfeinerte Perſönlichkei
Einzelnen, der die Kulturbedürfniſſe des achtzehnten Jahl
derts in den Fingerſpitzen trägt, dort die breite Maſſe, die
der Bahn der Revolution von Stufe zu Stufe tiefer gehetzt
Die Szenen des Volkes waren glänzend gelungen; ſie waren
dem ſtürmenden Pathos der Revolution getrieben und auf
wirkungsvollſte gegliedert.
Weniger erſüllte, Walter Süßenguth die Geſtalt
„Danton”; er gab mehr Lautheit als überzeugenden inn
Fluß; ein Theatraliker! Ausgezeichnet war Robert Taub'
Robespierre: kalt, klar, jedes Wort geprägt, jede Bewegung
heimlich faſzinierend; ausgezeichnet auch Ellen Daub als
rion: das hingegebene Weib, ein ununterbrochenes Sehnen
Faſſen, eine Glut, ein Strom, echteſter Büchner! Erſchurt
Konſtanze Menz als Dantons Gattin, ſcharf umriſſen 2
Rewalt als St. Juſt, wuchtig mit breiten Schultern L. Bib
als Legendre.
Die packende Inſzenierung Weicherts wurde durch we
verwandte Bühnenbilder Ludwig Sieverts unterſtützt.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M.: Der durch die Emeritierung des Geh=
Profeſſor Curtis an der hieſigen Univerſität erledigte Lehrſtug”
engliſchen Philologie iſt dem Ordinarius Dr. Rudolf Immel!
in Roſtok angeboten worden.
Marburg: Zur Wiederbeſetzung des durch das Ableben Ve‟
heimen Regierungsrates Joh. Gadamer erledigten
Lehrſtuht=
pharmazeutiſchen Chemie iſt ein Ruf an den a. v. Profeſſor 2i=
Brand in Gießen ergangen.
Greifswald: Zum Nachfolger von Prof. O. Rießer auf dei”
ſtuhl der Pharmakologie iſt der Privatdozent ebenda Dr. Me‟
Wels auserſehen.
Nummer 302
Dienstag den 30 Oktober 1928
Seite 3
je deutſche Flotte im Winterquartier.
Fortgang der Ergänzungsbauten.
* Berlin, 29. Okt. (Priv.=Tel.)
Bei der Reichsmarine iſt die Zeit der Sommerübungen
Sommerfahrten jetzt im weſentlichen zu Ende. Faſt ſämt=
Einheiten befinden ſich in den Heimathäfen. In
Wilhelms=
en liegt das Linienſchiff „Schleswig=Holſtein” und der
Kreu=
t, um die Schiffseinheiten gründlich zu überholen. Die
be=
tehenden Monate werden auch durch den Umbau der
Tor=
oboote „Greif”, „Falke” und „Seeadler” ausgefüllt werden.
ſe erſt vor kurzem fertiggeſtellten Boote, erhalten noch einige
derne Einrichtungen, wie ſie bereits bei der „Möwe”
ange=
iht ſind. Von der zweiten Halbflottille, die ſich zum Teil
in Bau befindet, macht der „Iltis” bereits ſeine
Meilenfahr=
in der Oſtſee, während der „Wolf” faſt ſchon vollſtändig aus=
Ɨſtet iſt, der „Tiger” dagegen ſich im Stadium der letzten
Ar=
en befindet. Auch die Kreuzerneubauten ſchreiten vorwärts.
inigsberg” erhält jetzt ſeine artilleriſtiſche Beſtückung, die aus
15 Zentimeter=Drillingsgeſchützen beſteht. Da der Kreuzer
einen vorderen Gefechtsturm beſitzt, erhalten die fünf
Schein=
fer einen anderen Platz. Bei dem Kreuzer „Köln” werden
zeit die Schornſteine eingeſetzt und bei dem Kreuzer „E”, der
h auf Stapel liegt, iſt das Panzerdeck jetzt vollſtändig verlegt.
aiſonmäßige Zunahme der Arbeitsloſigkeit.
Berlin, 29. Oktober.
Die Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger in der
Arbeits=
enverſicherung weiſt in der Zeit vom 1. bis 15. Oktober der
hreszeit entſprechend eine ſtärkere Steigerung auf, als in den
angegangenen Berichtszeiten. Sie ſtieg von rund 577 100 auf
600, d. i. um 16 500 oder um 2,9 v. H. Auch diesmal iſt die
eigerung nur auf die Zunahme der männlichen
Hauptunter=
tzungsempfänger zurückzuführen, deren Zahl um rund 19 700
er um 6,6 v. H. geſtiegen iſt. Demgegenüber iſt die Zahl der braucherländer ausdehnen.
iblichen Hauptunterſtützungsempfänger wiederum
zurückge=
ngen, und zwar um 3200 oder um 2,1 v. H.
In der Kriſenunterſtützung nahm in der Berichtszeit die
hl der Hcuptunterſtützungsempfänger weiter zu (von rund
600 auf 89 700 oder 3,5 v. H.). Die Zunahme betrug hier bei ſchlüſſig wird. Der holländiſche Vertreter Dr. Nederbragt erklärte
r Männern 3,8 v. H., bei den Frauen 2,1 v. H.
Aus der Verbannung zurück.
* Berlin, 29. Okt. (Priv.=Tel.)
Einer der bekannteſten Kommuniſtenführer, Heinrich
Brand=
der 1923 der geiſtige Vater des kommuniſtiſchen Putſches
rr, iſt aus ſeiner ruſſiſchen Verbannung zurückgekehrt. Die
mmuniſtiſche Internationale hat ihn ſeinerzeit nach Moskau
ordert, wo er Rechenſchaft wegen des Scheiterns der Aktion
n 1923 ablegen ſollte. Brandler wurde dann ſofort kaltgeſtellt,
an gab ihm einen kleinen Beamtenpoſten im Sowjetregime.
htlich verfolgt wurde. Inzwiſchen iſt er durch die Amneſtie
„s nichts mehr im Wege ſtand. Die Moskauer wollten ihn
je=
ch nicht abreiſen laſſen, ſo daß er recht energiſch werden und
an ihm ſchweren Herzens ſeinen Paß aushändigte. — Auch
uth Fiſcher, die in Rußland von den Komintern feſtgehalten
urde, hat ebenſo, wie der Kommuniſtenführer Talheimer, erſt
re Freiheit zurückerhalten, nachdem ſie gedroht hatte, den Schutz
r deutſchen Botſchaft im Moskau in Anſpruch zu nehmen.
Verlegung des Reichsparieitages
der Zentrumspartei.
Verlin, 29. Oktober.
Der Reichsparteitag der Zentrumspartei, der urſprünglich
* Düſſeldorf abgehalten werden ſollte, iſt wegen räumlicher
ichwierigkeiten nach Köln verlegt worden und ſoll am 8. und
Dezember in der Meſſehalle in Köln ſtattfinden. Die
Tages=
rdnung umfaßt folgende Punkte:
1. Zentrumspartei und deutſche Politik in Gegenwart und
ukunft von Dr. Adam Stegerwald, M. d. R.
2. Die geiſtigen Grundlagen der Zeutrumspartei im
deut=
cen Volksſtaat von Prof. Räderſcheidt, Direktor der Pädago= lich ausgeſvieſen iſt. Obwohl die eingeborene Bevölkerung über
iſchen Akademie in Bonn.
3. Unſere Wirtſchaftsauffaſſung und Wirtſchaftspolitik von
Dr. Perlitius=Glatz, M. d. R.
uingen und eine Sitzung des Reichsparteivorſtandes und am
Dezember eine Sitzung des Reichsparteiausſchuſſes voraus.
(lle Sitzungen finden im Meſſehof in Köln ſtatt.
Die Tagung des
Wirtſchafts=
komitees des Völkerbundes.
Unterſuchung der Kohlenkriſe.
EP. Genf, 29. Oktober.
Das Wirtſchaftskomitee des Völkerbundes hat heute über
„Amazone‟. Die Winterzeit wird in der Hauptſache dazu be= die weitere Behandlung der Kohlen= und
Zucker=
frage Beſchluß gefaßt. Zur Unterſuchung der
Kohlen=
kriſe wird ein Komitee aus Serruys=Frankreich,
Trendelen=
burg=Deutſchland, Chapman=England, di Nola=Italien und
Do=
lezal=Polen gebildet, das die Aufgabe hat, eine erſte techniſche
und ökonomiſche Befragung bei den in der Kohlenproduktion
und am Kohlenkonſum beteiligten Wirtſchaftlern zu veranſtalten,
um die jetzt dem Komitee bereits vorliegenden dokumentariſchen
Underlagen zu erweitern und zu vervollſtändigen. Zu einem
ſpä=
teren Zeitpunkt ſoll dann auf Grund dieſer neuen geſammelten
Dokumentation darüber entſchieden werden, ob eine
internatio=
nale Aktion möglich und angebracht erſcheint und in welcher
Weiſe ſie evtl. durchgeführt werden ſoll. Dieſes Unterkomitee zur
Behandlung der Köhlenkriſe hat das Recht, ſoweit es ihm
ange=
bracht erſcheint, einen Sachverſtändigen zu ſeiner
Bera=
tung hinzuzuziehen, und zwar ſollen Sachverſtändige aus
Deutſchland, Oeſterreich, Belgien, Spanien, Frankreich, England,
Italien, Polen und Schweden gehört werden. Die Mitglieder
des Unterkomitees handeln in der ganzen Frage lediglich als
Beauftragte des Wirtſchaftskomitees. Sie ſollen dabei nicht
be=
rufen ſein, die beſonderen Geſichtspunkte der Induſtrien ihrer
eigenen Länder zu vertreten. Das Komitee ſoll ſeine
Unter=
ſuchungen ebenſogut für die Erzeuger=, wie auch auf die Ver=
In der Frage der Zuckerkriſe beſchloß das
Wirtſchafts=
komitee, die ihm jetzt vorliegenden Berichte durch eine
Befra=
gung unabhängiger Sachverſtändiger zu
vervoll=
ſtändigen, bevor es ſich über die Veranſtaltung einer Enquste
im Namen ſeiner Regierung, daß Holland bereit ſei, ſich an
dieſen Arbeiten über die Zuckerkriſe zu beteiligen, und daß
höchſt=
wahrſcheinlich auch die Verwaltung von Niederländiſch=Indien
das Studium unterſtützen werde.
Die Mitarbeit des Internationalen
Berg=
arbeiterverbandes vorläufig abgelehnt.
EP. Genf, 29. Oktober.
Der Präſident Serruys und der Vizepräſident
Trendelen=
burg des Wirtſchaftskomitees des Völkerbundes haben heute
nachmittag eine Delegation des Internationalen
Bergarbeiter=
ach Deutſchland durfte er nicht zurückkehren, weil er hier ge= verbandes, beſtehend aus Smith=England, Delattre=Belgien,
Vigne=Frankreich und Berger=Deutſchland, die vom Divektor des
ßer Verfolgung geſetzt worden, ſo daß ſeiner Rückkehr von hier Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas begleitet waren,
empfangen. Der Internationale Bergarbeiterverband hatte dem
Wirtſchaftskomitee des Völkerbundes vorgeſchlagen, an den
Er=
hebungen über die Kohlenkriſe aktiv mitzuarbeiten, doch ſah ſich
if ſeine deutſche Staatsangehörigkeit hinweiſen mußte, worauf, das Wirtſchaftskomitee außerſtande, dieſem Vorſchlag vorläufig
Folge zu geben. Serruys und Trendelenburg ſetzten die
Berg=
arbeitervertreter ſehr eingehend über den augenblicklichen Stand
der Arbeiten über die Kohlenkriſe in Kenntnis.
Samog vor der Mandatskommiſſion
des Völkerbundes.
EP. Genf, 29. Oktober.
Die Ständige Mandatskommiſſion des Völkerbundes
be=
ſchäftigte ſich heute mit dem Jahresbericht für das Mandat
Oſt=
ſamoa für die Zeit zwiſchen dem 1. April 1927 bis zum 30.
März 1928. Aus den Erklärungen des früheren neuſeeländiſchen
Gonderneurs auf Samoa ergab ſich, daß die Ruhe in Samoa
noch nicht vollkommen wiederhergeſtellt iſt, ſondern daß die
Be=
wegung unter den Eingeborenen weiter anhält. Der
Einge=
borenenbund, von dem die Agitation ausgegangen iſt, exiſtiere
im Geheimen weiter und ſtehe fortgeſetzt in Verbindung mit
dem früheren Anführer der Bewegung, Nelſon, der
augenblick=
die Verhandlungen vor dem Völkerbund in Kenntnis geſetzt
worden ſei, verharre ſie in einer paſſiven Reſiſtenz. Allerdings
wikd die Ordnung aufrecht erhalten, doch weigern ſich die Ein=
Den Parteiberalungen gehen am 6. Dezember Sonderbera= geborenen, Steuern zu zahlen. Wie der neuſeeländiſche
Ver=
treter erklärte, iſt die Mandatsverwaltung entſchloſſen, bis zur
äußerſten Grenze der Gebuld zu gehen, bevor ſie ſcharfe
Maß=
nahmen ergreift.
Die Wahlen in der Schweiz.
Stimmenverluſie der Kommuniſten.
EP. Baſel, 29. Oktober.
Die langſan eingehenden und um Mittag vorliegenden R. der Nationalratswahlen beſtätigen die urſprüngliche
An=
nahme, daß in der Verteilung der Mandate gegenüber 1925 nur
unbeträchtliche Verſchiebungen vorgekomen ſind. Im Kanton
Baſel bleibt die Verteilung dieſelbe. Im Kanton St. Gallen
ge=
winnen die Katholiſch=Konſervativen auf Koſten der Demokraten
einen Sitz. Im Kanton Zürich verlieren die Demokraten, Bauern
und Kommuniſten je einen Sitz, wogegen die Freiſinnigen, die
Sozialdemokraten und die Chriſtlich=Sozialen um je einen Sitz
zunehmen. In Bern haben die Kommuniſten die Hälfte ihres
Beſitzſtandes verloren, während die bürgerlichen Parteien
in=
folge der lebhaften Wahlbeteiligung Gewinne buchen konnten.
In Genf bleibt die Mandatsverteilung unverändert. Das gleiche
gilt für die Kantone Luzern, Uri, Obwalden, Nidwalden, Zug,
Schaffhauſen und Appenzell. — Es gilt als ſicher, daß die
Kommuniſten im neuen Nationalrat nur mit zwei ſtatt wie
bis=
her drei Stimmen vertreten ſein werden und keine eigene
Frak=
tion bilden können.
Man erwartet die endgültigen Reſultate erſt im Laufe des
Dienstag. — Im Ständerat werden außer der Wegwahl der
beiden einzigen Sozialdemokraten kaum irgend welche
Verände=
rungen eintreten.
Die Mandatsverteilung im Nationalrat.
Die Generalratswahlen in der Schweiz haben im
allgemei=
nen, ſoweit ſich die Lage bis jetzt überſehen läßt, keine großen
Veränderungen gebracht. Nach den bis heute abend 7 Uhr
vor=
liegenden Ergebniſſen verteilen ſich die Mandate wie folgt:
Radi=
kaldemokratiſche Fraktion (Freiſinnigdemokratiſche Partei) 58
Sitze (bisher 59); Katholiſch=Konſervative Fraktion 46 (42);
So=
zialdemokraten 50 (49); Bauerngewerbe und Bürgerpartei 31
(31); Liberale Demokraten (Zentrum) 6 (7); Sozialpolitiſche
Gruppe 3 (5); Kommuniſten 2 (3); Parteiloſe 2(0).
Die Radikaldemokratiſche Gruppe iſt um ein Mandat
ver=
kürzt, aber immer noch die ſtärkſte Fraktion im Nationalrat. An
zweiter Stelle folgt, wie ſeit 1925, die Sozialdemokratiſche
Par=
tei, an dritter Stelle die Katholiſch=Konſervativen und an vierter
die Bauernpartei. Einen guten Tag hatten die Katholiſch=
Kon=
ſervativen, die einen Gewinn von vier Sitzen zu verzeichnen
haben. Die Sozialdemokraten habem in der Oſtſchweiz Gewinne
zu verbuchen; dieſe heben ſich aber durch Verluſte in anderen
Landesteilen auf, ſo daß ihnen nur ein Mandatsgewinn übrig
bleibt und dieſer auf Koſten der Kommuniſten. Ihre etwas
hochgeſpannten Erwartungen ſind infolge des heftigen
Bruder=
kampfes zwiſchen Sozialdemokraten und Kommuniſten zunichte
geworden. Die oben genannten Ergebniſſe ſind noch nicht als
endgültig zu betrachten, weil die Reſultate von Bern und
Grau=
bünden nur wahrſcheinliche ſind. Alles in allem hat das
Schwei=
zer Bürgertum dem ſozialiftiſchen Vorſtoß energiſch
ſtandgehal=
ten, was von den bürgerlichen Zeitungen mit Genugtuung
ver=
zeichnet wird.
Der neue ſchweizeriſche Ständerat.
Nach dem endgültigen Ergebnis der Neuwahl des
ſchweize=
riſchen Ständerates ſetzt ſich dieſes Parlament zuſammen aus
Radikaldemokraten 21 (bisher 20), Katholiſch=Konſervativen 18
(18), Sozialdemokraten 0 (2), Bauern=, Gewerbe= und
Bürger=
partei 3 (2), Liberaldemokraten und Sozialpolitiker behalten wie
bisher je einen Sitz.
Studienreiſe Albert Thomas” nach dem
Fernen Oſien.
EP. London, 29. Oktober.
Nach hier eingegangenen Meldungen wird Direktor Albert
Thomas vom Internationalen Arbeitsamt in Genf ſeine Reiſe
nach China und Japan am kommenden Freitag antreten. Er
reiſt über Berlin—Warſchau und Moskau und von dort mit der
Transſibiriſchen Eiſenbahn weiter. Zweck ſeiner Reiſe iſt, die
Arbeitsverhältniſſe im Fernen Oſten kennen zu lernen. Er wird
am 17. November in Peking eintreffen, wo er mit den
Verwal=
tungsbehörden und der neuen chineſiſchen Regierung in
Füh=
lung treten wird. Während ſeines zweiwöchigen Aufenthaltes
in Ching wird er die Städte Hankau, Nanking und Schanghai
beſuchen und in den erſten Tagen des Dezember in Tokio
ein=
treffen. In Japan wird ſich Albert Thomas ungefähr drei
Wochen aufhalten und außer mit der japaniſchen Regierung auch
mit den Vertretungen der Arbeitgeber= und
Arbeitnehmerorgani=
ſationen verhandeln. In Gemeinſchaft mit den intereſſierten
Stellen wird er die Lage Japans im Hinblick auf die von den
internationalen Arbeitskonferenzen angenommenen
Konventio=
nen ſtudieren und nach Mitteln und Wegen ſuchen, um von
Japan neue Ratifikationen derartiger Abkommen zu erhalten.
* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
„Helia”.
„Revolutionshochzeit”, eine Verfilmung des Schau
piels von Sophus Michaelis. Norbert Falk und Rober
2iebmann ſchrieben das Manuſkript, und A. W. Sand
dergs Regie baute die Handlung filmiſch in ſtarken,
eindrucks=
eſten Bildern. Wenn unſer Berliner Mitarbeiter nach der Pre
riere in Berlin von dieſem Film ſchrieb, daß er die erſte wirklick
zute Verfilmung eines Dramas bedeutet, traf er damit das Rich
ige. Es gibt kaum ein Seitenſtück auf filmdramatiſchem Gebie
Sier iſt alles weiſe bedacht und mit künſtleriſchem Gefühl un
glänzender Routine auf den Höhepunkt dramatiſcher Geſtaltung
auch ſeeliſcher Vorgänge, die in dieſem Drama eine große Roll
ſpielen, zugeſchnitten. Brutal faſt, ſchwer, wie das Schickſe
ſchreitet, rollt die Handlung ab, ohne Konzeſſionen nach der einer
oder anderen Seite. Unſchuldige Schuld führt unerbittlich,
er=
ſchütternd dieſen dramatiſchen Konflikt, der grauſam hart, aber
künſtleriſch gebändigt iſt, in den Schlußbildern Höhepunkt und
Löſung findet.
In einer Nacht entſteht und endet dieſes Drama. Seine
äußeren Rahmen bietet Trommelwirbel der revolutionäre
Armee, johlender Pöbel und die Blutarbeit der Guillotine. J
Ddieſen Rahmen wächſt die ſecliſche Handlung hinein. Der Em
grantenoffizier Marquis Erneſt de Treſailles durchbricht d.
Grenze, die ihn von Paris ſcheidet, ſich mit ſeiner Braut Alain
De L'Cſtoile zu vermählen. Die weiße Kokarde der Emigranter
aber bedeutet innerhalb dieſer Grenze Tod. Dieſer Tod wink
Hem Gefangenen nach vollzogener Hochzeit. Ein Lebensdrang
der zur Feigheit ausartet, die Bitten der bräutlichen Frau, ihr
zu retten, veranlaſſen den Oberſt der Revolutionsarmee Mare
Arron, die beſte Geſtalt des Dramas, zum Verrat. Er läßt der
Gefangenen entfliehen, muß dafür ſelbſt ſterben. Der ſtärkſte Ak
des Dramas geht auf ihn über und auf Alaine de L:Eſtoile. J
beiden lodert die heiße Liebe empor, die mit dem Tode nicht zu
hoch bezahlt iſt. Der Kommiſſar des Convents muß, unerbitt
lichem Geſetz folgend, der Revolution den beſten Mann nehmen
Sie kennt keine Gnade. Als ſelbſt der vor keinem Todesurtei
zurückſchreckende Sicherheitskommiſſar angeſichts der furchtbarer
Tragödie verſagt, gibt Marc=Arron ſelbſt das Kommando zum
Feuern. Er ſtirbt in dem Augenblick, wo die Patrouille den Tol
des geflohenen Emigranten meldet, für den er — Schickſal
ſtirbt.
Alles in
iſſenbewegung
Prof. Nicolle — Träger des Nobelpreiſes
für Medizin.
Profeſſor Nicolle,
der in Tunis lebende berühmte Spezialiſt für Tropenkrankheiten,
iſt in Anerkennung ſeiner Arbeiten über das Fleckfieber mit dem
Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Der Nobelpreis
beträgt etwa 170 000 Mark. Beim allererſten Verteilen des
medi=
ziniſchen Nobelpreiſes im Jahre 1901 hat der deutſche Gelehrte
v. Behring, der Entdecker des Diphtherieſerums, den Preis
er=
halten.
unzählige Einzelbilder und endlich in erſter Linie die
Darſtel=
lungskunſt. Diomira Jacobini, Karina Bell, Herrin und Zofe,
zwei köſtliche Menſchenkinder von warmem, heißblütigem Leben
und wundervoll geſteigertem Ausdruck inneren Empfindens.
Göſta Ekmann (Marc=Arron) und Fritz Kortner (Montaloup, der
Kommiſſar), zwei ſchauſpieleriſche Potenzen von ſtärkſtem Gegen=
ſatz, aber beide von bewundernswerter Geſtaltungskraft. In den
übrigen Rollen gute Köpfe und gute Figuren. Ein Film, den
man ſehen muß.
*
*Orpheum.
„Die himmelblane Bettſtatt”.
Theres, die Pfarrersköchin, hat für jahrelange treugeleiſtete
Dienſte des hochwürdigen Herrn Bettſtatt geerbt. Der
Volks=
mund machte das zur Millionenerbſchaft. Und alle die, die
vor=
her den Kleinhäusler Xaver Lugauer von oben herab angeſchaut
haben, ſie kommen, um ihm Ehrerbietung und Zuneigung zu —
heucheln. Denn Geld macht zwar nicht glücklich, aber angeſehen.
Bis der Lugauer, „a biſſel a’g’ſtoch’n”, der Huberin geſteht, daß
die Theres, ſeine Schweſter, nur die Bettſtatt und ſonſt nichts
geerbt hat. Und mit der Huberin weiß es natürlich gleich das
ganze Dorf. Und wieder kommen alle, die kurz vorher den
Lugauer als künftigen Millionär geprieſen, um Rechnungen zu
präſentieren, Anträge, die der Theres, der „Millionenbraut”,
ge=
macht wurden, abzuſagen — bis der alte Lugauer, verärgert und
wütend auf die himmelblaue Bettſtatt des hochwürdigen Herrn
Pfarrer, ſie auf den Miſthaufen wirft und vom Knecht zerhacken
läßt. Wobei natürlich ein Geldſtrumpf zum Vorſchein kommt. Und
damit löſt ſich dann alles in Wohlgefallen auf, der Lenz bekommt
die Sepherl — denn deren Liebesgeſchichte ſpielt natürlich auch
noch hinein und macht ſo die Sache noch verwickelter. — Der
In=
halt iſt harmlos, leicht prickelnd, aber — wie immer — gibt ihm
der Dialekt eine Wendung ins Bäuerlich=Naturwüchſige. Die
Aufführung ſelbſt war durchaus gelungen und in manchen
Par=
tien glänzend. Vor allem Leopold Kerſcher als Bauer Vitus
Wieringer, der Typ des geizigen, Menſchen und das Verhältnis
zu ihnen nur nach der Größe des Geldbeutels ermeſſenden, halb
brutalen, halb dumm=ſchlauen Bauern. Daneben natürlich Paver
Terofal als Xaver Lugauer, glänzend vor allem in jenen
Szenen, in denen er ein wenig „a’g’ſtoch’n” iſt. Marie Erhardt
wirkte wie immer durch blonde, jugendliche Friſche und Willy
Soellner durch derbe Naturwüchſigkeit. Auch die übrigen
Rollen ſpielten ſich gut in das Geſamtbild ein. Das Publikum
ſpendete lebhaften Beifall, beſonders, als zum Schluß eine Reihe
„Buam” und „Deandln” Originalſchuhplattler tanzten. — Die
Pauſen waren ausgefüllt durch Muſikſtücke, ausgeführt von drei
Mitgliedern der Schlierſeer Künſtlerſchgr. Ihnen wurde ſtarker
Beifall zuteil, der zu mehrfachen Zugaben nötigte.
W. 9
Seite 4
Dienstag, den 30 Oktober 1928
Der Lehrer ſpricht.
Von unſerem +„=Korreſpondenten.
Rom, Ende Oktober.
Muſſolini hat ſiebzig „Direktoren” italieniſcher Blätter erklärt,
was eine Zeitung iſt und ſein ſoll, und wie ſie ſich als brave
Schüler beim Schreiben ihrer Aufſätze (nach Diktat) benehmen
müſſen. Freie Themata, die früher einmal als Schulaufgaben
beliebt waren, werden nicht mehr geſchätzt. Jetzt dürfen nur noch
diejenigen Stoffe im Schulaufſatz von den Herren „Direktoren”
behandelt werden, die im Laufe des letzten Schuljahres vom
Herrn Oberſchuldirektor und ſeinen (Preſſeamt)=Lehrkräften ſowie
vom (Zenſur)=Pedell durchgenommen wurden. Baſta!
Die Herren „Direktoren” werden brav gehorchen, gerade ſo,
wie ſie brav zugehört haben. Ein paar der journaliſtiſchen
Schul=
knaben waren ſchon erfahrene Herren, die im Journalismus
aller=
lei bereits gelernt hatten, ehe ſie nochmals in die (fasciſtiſche)
Zeitungsſchule gehen mußten, aber die große Mehrzahl dieſer
„Direktoren” iſt doch nur ganz beſcheidenes
Vorſchulklaſſen=
geſvächs. Denn in Italien gibt es nur recht wenige „größere‟
Zeitungen, bei denen man den Leiter mit dem Titel Direktor
belaſten könnte. Die meiſten von dieſen ſiebzig Blättern, die ihre
„Direktoren” nach Rom beordert hatten, ſind kleinſte und
aller=
kleinſte Provinzblättchen, in denen gar nichts, aber auch gar nichts
weiter als ein offizieller Telephondienſt aus Rom und die
üblichen Normalartikel ſtehen. Selbſt in Hafenſtädten von einer
gewiſſen Bedeutung, wie Bari oder Brindiſi gibt es keine
Tages=
zeitungen, die auch nur von weitem einen Veigleich mit den
Lokalblättern in gleichwertigen deutſchen Städten aushalten
könnten. Die Rede des Duce an jene ſiebzig Fabrikanten der
öffentlichen Meinung mußte alſo von vornherein auf ein Niveau
für untere Schulklaſſen zugeſchnitten ſein. Und das war ſie
zumeiſt auch.
Es kann politiſch nützlich ſein, nicht allzu viel, von dieſer
neuen „merkwürdigen” Redekunſt Muſſolinis zu ſprechen. Denn
ſeine Ausführungen über die Freiheit der Preſſe und über den
Eharakter und die Bedeutung der Zeitungen im Ausland ſind
ſo unmöglich, daß man heftig mit dem Schulmeiſter
Italiens=
polemiſieren mußte. Das hat gerade jetzt aus Gründen der hohen
Politik wenig Zweck und würde auch gar nichts helfen, da dieſer
Journaliſt Muſſolini nicht zu belehren iſt. Obendrein iſt es gar
nicht ausgeſchloſſen, daß er bei nächſter Gelegenheit gerade das
Gegenteil von der ausländiſchen Preſſe ſagt, was er jetzt
gepre=
digt hat. Er hat das ſo an ſich, auch anders rum zu können. Man
iſt verſucht, anzunehmen, daß Muſſolini gar nicht ſelbſt glaubt,
was er über die Zeitungen des Auslandes geſagt hat. Denn man
kann ihn wirklich nicht für ſo dumm halten, daß er den
folgen=
den Satz ſeiner Nede ſelbſt ernſt genommen hat: „Ich beſtreite
in abſoluter Weiſe, daß die italieniſche Preſſe ein Königreich der
Langeweile und der Eintönigkeit iſt. Jene Perſonen, die die
ausländiſ hen Zeitungen aller Länder der Erde leſen, wiſſen, wie
ihre Preſſe ſtumpf, eintönig und ſtereotyp iſt, ſogar bis in
Ein=
zelheiten hinein."
Ach lieber Duce, berichten Sie nur einmal ein paar Tage
aus Rom über Rom, und Sie werden Ihren Satz zurücknehmen!
Was wir in Rom an Wiſſenswertem über die Weltentwicklung
erfahren wollen, das muſſen wir uns aus der „ſtumpfen und
eintönigen Preſſe aller Länder der Erde” zuſammenſuchen. Aber
immerhin dürfen wir Ihnen dankbar ſein: Fruher mußten die
Jeurnaliſten in Rom Dutzende von Zeitungen Italiens
durch=
ackern, weil immerhin hier oder dort etwas Wiſſenswertes ſtehen
konnte, heute genügt die Lektüre des „Corriere della Sera” in
Mailand und Ihres eigenen Blattes, des „Popolo d’Italia”, um
zu wiſſen, was in allen Blättern Italiens nicht ſteht. Wer in
Rom außerdem noch Wert auf Kenntnis irgendwelcher
Kleinig=
keiten aus dem „mondänen Leben” legt oder die Anzeigen über
Kinoſtücke kennen lernen will, der kann ſchließlich auch noch am
Morgen in den „Meſſaggero” und am Abend ins „Giornale
d’Italia” oder die „Tribuna” gucken.
Auch den folgenden fabelhaften Satz, Herr Kollege z. D.,
können Sie nicht ernſt gemeint haben: „Die alten
Anſchuldigun=
gen über Erſtickung der Preſſefreiheit durch die fasciſtiſche
Tyrannei findet keinen Glauben mehr. Die freieſte Preſſe der
ganzen Welt iſt die Preſſe Italiens.” Aber, aber, egregio collega,
da lachen ja die Hühner. Na Punktum, Streuſand. Man laſſe
Ihren ſiebzig Direktoren den Glauben an Ihre Behauptung.
Sie werden dann noch ruhiger auf ihren Druckpapierrollen
ſchlummern können.
Aber Ihrer offiziellen, amtlichen Agentur, der Agenzia
Stefani, deren Direktor doch ſicher bei der Verſammlung dabei
war, der ſollten Sie, Herr Muſſolini, einmal energiſch eine Lek=
Nummer 302
tion erteilen, wie man ſolche Reden zuſammengefaßt wiedergeben
ſoll. Die „Stefani” hat nämlich mit ungeheurer Geſchicklichkeit
beſonders den Teil der Rede im Ausland verbreitet, der dort den
Eindruck einer erſtaunlichen Weltfremdheit — gelinde geſagt —
und Unkenntnis alles Journalismus erwecken muß. So grade
die beiden Abſchnitte, die bereits oben erörtert wurden. Die
Stefani aber ſchwieg von jenem Teil der Ausführungen, der eine
Art Lehrfaden für Chefredakteure darüber war, wie ſie ihr Blatt.
aufmachen ſollen. Und bei dieſen Leitlinien waren allerlei
Be=
merkungen, die recht beachtenswert ſind. Auch für Leute im
Aus=
lande. Wenn Muſſolini verlangte, daß der Direktor nicht nur
auf die große Ueberſchrift, ſondern auch auf den
darunterſtehen=
den Text ſein Augenmerk richten, ſolle, ſo gilt dieſer Hinweis
uicht nur für Italien. Ebenſo waren die Worte, die Muſſolini
über Mäßigung in Senſationsmeldungen und Skandalaffären
ſagte, gut und beherzigenswert, und beſonders ſeine Warnung
davor, das perſönliche Leben des Einzelnen unnötig in der
Preſſe breitzutreten, ſollte überall gehört werden. Warum
wer=
den dieſe Teile der Rede faſt unterdrückt, um Raum für Tiraden
freizulaſſen, die im Auslande nur Staunen und Gelächter
erwecken?
Man ſcheint in Rom doch ſehr, ſtark das Gefühl für die
Geiſtesrichtung des Auslandes verloren zu haben. Oder wiſſ
man in gefährlichem Hochmut gar keine Rückſicht auf das Denken
der Menſchen jenſeits der italieniſchen Grenzpfähle nehmen? Man
beſchimpft die auswärtige Preſſe ohne Wahl und ſucht zu gleicher
Zeit der öffentlichen Meinung anderer Völker eine Beachtung für
die eigenen ,Belange‟. Eine eigenartige Auffaſſung, auswärtige
Politik zu treiben.
(Eine Konferenz für Zollfreiheit.
EP. Paris, 29. Oktober.
Unter dem Vorſitz des früheren Handelsminiſters George
Bonnet iſt heute eine internationale Wirtſchaftskonferenz auf
An=
regung der europäiſchen Wirtſchafts=Union (Sitz im Haag)
zu=
ſammengetreten. Sämtliche europäiſchen Länder ſind vertreten,
Die Konferenz wird ſich bemühen, eine Liſte von Waren
aufzu=
ſtellen, die nach Anſicht der Konferenz in ſämtlichen europäiſchen
Ländern zollfrei ſein ſollten. In der Vormittagsſitzung hörte die
Konferenz u. a. ein dahingehendes Referat des deutſchen
Dele=
gierten Günther an.
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung 4: Am 13. Oktober 1928
hinſicht=
lich der Firma: Emil Lang,
Darm=
ſtadt: Die Firma iſt erloſchen. Am
18. Oktober 1928 hinſichtlich der Firma:
Samuel Strauß, Darmſtadt: Die offene
Handelsgeſellſchaft iſt aufgelöſt. Geſchäft
ſamt Firma iſt auf den ſeitherigen
Ge=
ſellſchafter Kaufmann Henry Strauß in
Darmſtadt als Einzelkaufmann
überge=
gangen. Am 22. Okt. 1928 hinſichtlich der
Firma: Hofrichter & Roeß,
Möbel=
fabrik, Darmſtadt: Die Firma iſt
er=
loſchen. — Abteilung B: Am 24. Oktober
1928 hinſichtlich der Firmen: 1. Dr.
Werner=Boot=Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, Darmſtadt:
Fa=
brikant Dr.=Ing. Günther Werner in
Darmſtadt iſt als Geſchäftsführer
abbe=
rufen. 2. Deutſche Superphosphat,
Induſtrie,Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, Zweigniederlaſſung,
Verkaufsſtelle Darmſtadt,
Haupt=
niederlaſſung Berlin=Charlottenburg,
Zweigniederlaſſung Darmſtadt: Durch
Beſchluß der Geſellſchafterverſammlung
vom 31. Mai 1928 iſt der
Geſellſchafts=
vertrag geändert und hat eine
vollſtän=
dige neue Faſſung erhalten. Die Dauer
der Geſellſchaft iſt unbeſtimmt. Durch
gleichen Beſchluß iſt jetzt Gegenſtand des
Unternehmens, ausſchließlich einem durch
Zuſammenſchluß von Herſtellern von
Erzeugniſſen der Superphosphat=
Indu=
ſtrie beſtehenden Verband, als
geſchäfts=
führendes Organ zu dienen. In dieſer
Eigenſchaft hat die Geſellſchaft alle
die=
jenigen Aufgaben zu erfüllen, welche der
Verbandsvertrag beſtimmt. Die
Geſell=
ſchaft kann ſich an Unternehmungen aller
Art, welche auf die Erreichung gleicher
Zwecke gerichtet ſind, beteiligen. Die
Ge=
ſellſchaft handelt bei ihrer geſamten
Tätigkeit im eigenen Namen und für
Rechnung der Mitglieder des Verbandes,
darf alſo für eigene Rechnung keine
Ge=
ſchäfte betreiben. Durch obenerwähnten
Beſchluß iſt das Stammkapital um 15000
Reichsmark erhöht; es beträgt jetzt 65 000
Reichsmark.
Darmſtadt, den 27. Oktober 1928.
Amtsgericht I. (17494
Arbeitsvergevung.
Mittwoch, den 7. Novemb. 1928,
vorm. 10 Uhr, ſollen in den
Amts=
räumen des Heſſiſchen Kulturbauamts
Darmſtadt die Angebote auf
Herſtellung von 6000 cbm Wieſen
gräben
in zwei Loſen für, die Gemeinde Groß=
Zimmern entgegengenommen werden.
Pläne liegen bei unterzeichneter
Be=
hörde, Bleichſtraße 1, zur Einſicht auf.
Angebotsvordrucke ſind, daſelbſt zun
Preis von 1 Mk. erhältlich. Zuſchlag
bleibt vorbehalten.
(17497
Darmſtadt, den 27. Okt. 1928.
Heſſiſches Kulturbauamt.
Dienſträume des Arbeitsamts.
Die Stellenvermittlung für
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männiſche und techniſche Angeſtellte
Schwerbeſchädigte und Muſikgewerbe
be=
findet ſich ab 15. Oitober ds. Js.
Lu=
iſenplatz 4, 1 „St., Teleph. Nr. 3159.
Darmſtadt, den 26. Okt. 1928. (st17602
Arbeitsamt Darmſtadt.
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Mittag= und
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in kleinen Naten.
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Ken Laden. (16409a
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Stenographie=
(Ein=
Unterricht (
heits=
erteilt tücht
Steno=
graph. Argeb. unt
P 110 Geſchſt. (17526
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erteilt Nachhilfe=
Ang. u. P 115 an die
Geſchäftsſt. ( 28466
Klavier= und
Violin=Unterricht
erteilt Kammermuſiker
Sturmfels,
Guten=
ergſtr. 51, I. (161a
Akademiker ert. en
u. franz. Unterricht
Angeb. unt. P 64a
). Geſchſt. (*28324g
Klavierſtunden
a 1ℳℳ er eilt
kon=
ſervatoriſch gebildet
Klavierlehrer.
An=
geb u P 106 an d.
Geſchäftsſt. (17525
Am Mittwoch, den 31. ORtober
928, vorm. 10 Uhr, ſollen an Ort u.
Stelle im Lokal Ernſt=Ludwigſtr. 14
folgende Pfänder zwangsweiſe gegen
Barzahlung verſteigert werden, insbe
ſondere:
130 Regenſchirme, 210.
Spazier=
ſtöcke, 1 Theke mit 2
Glasauf=
ſätzen, 2 Warenſchränke. (17540
Darmſtadt, den 29. Okt. 1928.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt,
Eliſabethenſtr. 23, II.
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
Eheleute Philipp Riſch der Zweite und Katharina,
geb. Marguth, beide in Darmſtadt (Geſamtgut der
Er=
rungenſchaftsgemeinſchaft), in das Grundbuch eingetragen
varen, ſollen
Dienstag, den 27. November 1928, nachmittags 3½, Uhre
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 23. Februar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rung Svermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung de
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls, für das Recht del
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegeſ=
(151334
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 17. September 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk V, Band XII, Blatt 901
Betrag de
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1 VI 88 Grabgarten Sandberg=
297 4000 RM
ſtraße
89 Hofreite Nr. 15 daſ. 169 1000 RM
VI
Kleine Anzeigen An und Verkäufeuſc.)
finden durch das Darmſtädter Tagblatt
die weiteſte Verbreitung ...
Dame (in Frankreich geboren und dort
lange Jahre gelebt) erteilt
*2825Bgie
Franzöſiſch
Converſation, Unterricht. Hügelſtr. 61, I.
undAusgleichsgläubigerDarmſtadt’s u. Amgeb.
werden in ihrem eigenen Intereſſe betr.
Weiter=
kampfum eine gerechte Verbeſſerung d.
Schluß=
entſchädigung um umgehende Angabe ihrer
genauen Adreſſe gebeten.
Bund der Auslandsdeutſchen
Viktoriaſtraße 85, part. ( 28369im
Nummer 302
Dienstag, den 30. Oftober 1928
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 30. Oktober.
Der Sinn des Weltſpartages.
Seit dem Jahre 1925 begehen die öffentlichen Sparkaſſen in
Deutſch=
d den Weltſpartag, urſpünglich am 31. Oktober, ſeit dieſem
r, mit Rückſichr auf das Reformarionsfeſt, am 30. Okiober. Die
jegung zur Schaffung eines Weltſpartages
iglich gefaßten Niederſchrift, „hat den dringenden Wunſch, daß als
idruck der Bedeutung der Sparſamkeit in Erinnerung an die erſte
tvereinigung der Sparkaſſen der 31. Oktober, der Tag des Schluſſes
Kongreſſes, überall zum Weltfeiertag der Sparkaſſen erklärt wird.
ſer Tag ſoll micht ein Tag des Müßigganges ſein, ſondern ein Tag
Arbeit, an dem die Handlungen aller von dem Ideal der
Sparſam=
erfüillt ſein ſollen, ein Tag, der der Verbreitung dieſes Ideals durch
ſpiel, Wort und Bild geſveiht iſt. Die Idee des Weltſpartages hat
biſchen — dafür zeugen die Erfolge der Weltſpartage 1925, 1926
1927 — bei uns wie in den anderen Ländern ſich durchgeſetzt.
In einer Zeit, wo für alle möglihen, auch unnützen, Dinge viel
lame getrieben wird, iſt es wohl angebracht, einen Tag des
hres ausſchließlich dem Spargedanken in ſeiner allgemei=
Bedeutung, nicht nur dem Geldſparen, zu widmen. Der
Weltſpar=
richtet die Mahnung an jeden einzelnen, zu ſparen, die Ausgaben
das wirtſchaftlih richſtige Verhältnis zu den Einnahmen zu bringen.
Stempel des Weltſpartages in ſechs Sprachen.
der wirtſchafdliche Erfolg iſt letzten Endes Ergebnis einer wirtſchaft
ſen, d. h. planmäßigen und ſparſamen Tätigkeit. Das Ergebnis der
ſarſamkeit druckt ſich faſt immer in Geld und Geldeswert aus. Das
Idſparen iſt nur dann produktio, wenn das Erſparte rentabel und
tlich angelegt wird. Dies geſchieht durch die Sparkaſſen, die den
jarern eine den Zeitverhältniſſen entſprechende Verzinſung gewäyren
d die Spargelder der Wirtſchaft in Form von Mittelſtandskrediten,
urdwirtſchaftskrediten, Wohnungsbauhypotheken uſw. zuführen. Das
itereſſe der Gemeinwirrſchaft deckt ſich hier ganz mit dem Intereſſe
3 Einzelnen. Um welche Beträge es ſich handelt, darüber geben die
darkaſſenſtatiſtiken den beſten Aufſchluß. Im letzten Jahre, alſo vom
Oktober 1927 bis zum 30. Okrober 1928, wurden bei den deutſchen
Harkaſſen rund 2,2 Milliarden Mark in den Kreiſen der wirtſchaftlich
wächeren Bosölkerungsſchichten in Form von Spargeldern geſammelt
d damit der Spareinlagenbeſtand von 4,/4 Milliarden Mark auf 6,6
illiarden Mark geſteigert. Trotz der erſchwerten wirtſchaftlichen Ver=
Itniſſe haben die deutſchen Sparer ſeit der Stabiliſierung wieder 6,6
illiarden Mark an Spareinlagen aufgebracht, ein Betrag, der 33
Pro=
it (ein Drittel) der Vorkriegsſumme entſpricht. Man ſieht: Viele
enige ergeben ein Viel.
Der Weltſpartag iſt ein Tag der Beſinnung für alle: Nur durch
arſame, rationelle Wirtſchafts= und Lebensführung iſt ein
Vorwärts=
mmen möglich für den Einzelnen und für ein Volk.
— Ernannt wurden: Am 24. September: der auf Zeit beſtellte
Rek=
an der Volfsſchule zu Fürth, Kreis Heppenheim, Georg Henrich
dgültig zum Rektor dieſer Schule; am 28. September: der
Schulamts=
twärter Gosſuin Rayß aus Francfirt a. M zum Lehrer an der
olksſchule zu Steinfurth, Kreis Lauterbach, mit Wirkung vom Tage
3 Dienſtantritts; die Schulamtsanwärterin Emma Müller aus
ang=Göns, Kreis Gießen, zur Lehrerin an der Volksſchule zu
Großen=
nden, Kreis Gießen, mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts.
— Verſetzungen in den Ruheſtand. Auf Grund des § 1 des Ge=
Bes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vomn 2. Juli 1923 bzw.
Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925
Teg.=Bl. S. 240) treten am 1. November 1928 in den Ruheſtand: der
tadtſchulrat bei dem Stadtſchulamt in Mainz Philipp Kleuk; der
ehrer an der Volksſ=hule zu Sprenolingen, Kreis Offenbach, Philipp
iefer; die Handarbeitslehrerin an der Volksſchule zu Darmſtadt
ina Bohn; de= Lehrer an der Volksſchule zu Stockheim, Kreis
Bü=
ngen, Heinrich Peter; der Lehrer an der Volksſchule zu Egelsbach,
reis Offenbach, Karl Kopp; der Lehrer Karl Friedrich Franz an
er Volksſchule zu Offenbach a. M.
— Heſſiſches Landestheater. Heute Dienstag gelangt im Großen
raus Johann Strauß’ klaſſiſche Operette „Der Zigeunerbaron”
Grausſichtlich zum letzten Male als Volksvorſtellung zu Einheitspreiſen
z. der Inſzenierung von Heinrich Kuhn zur Aufführung. Die Saffi
rrgt Fraulein Landwehr, den Barinkay Herr Deharde, den Cſupan
derr Kuhn, die Tziura Frau Jacobs, die Mirabella Frau Liebel, die
Erſena Sitta Müller=Wiſchin a. G. Die muſikaliſche Leitung der
Vor=
ellung, die um 19,30 Uhr beginnt, hat Kapellmeiſter Bamberger.
Heute Dienstag geht im Kleinen Haus die Komödie „Dr. Knock”
r der Inſzenierung Renato Mordos und Lothar Schenck von Trapps
*Szene. Die Beſetzung iſt die der Erſtaufführung. Beginn der der
Zuſatzmiete I zugeteilten Vorſtellung: 19 Uhr 30.
Morgen Mittwoch wird Gerha:d Menzels Schauſpiel „Toboggan”
n der bei Publikum und Preſſe ſo erfolgreich aufgenommenen
Inſze=
ierung Günther Haenels und Wilhelm Reinkings wiederholt. Die
Hauptrolle ſpielt Fritz Valk. Die Vorſtellung (Miete 2) beginnt um
O Uhr.
Morgen Mittwoch findet die erſte Wiederholung der beiden Sing=
Hiele von Franz Schubert „Der treue Soldat” und „Die
Veiberverſchwörung” im Kleinen Haus ſtatt. Die Beſetzung
ſE die der Erſtaufführung. Es wirken mit die Damen Harre, Kienzl,
Tiebel, Rieder. Stoſch und die Herren Grohm, Cbert=Beher, Herrmann,
Jaeger, Komregg, Ney, Orerlack. Die Vorſtellung beginnt entgegen
der bisherigen Ankündigung um 20 Uhr.
— Das 2. Akademie=Konzert findet nicht, wie infolge eines
Druck=
ehlers in dem Programm des Konzerts vermerkt iſt, am Montag,
ſon=
dern am Donnerstag, den 1. November, ſtatt.
— Mozart=Verein. Das Intereſſe an der Uraufführung des neuen
Schelmenſpiels „Sauer und ſüß” von Arno Egelaſa iſt begreiflich
kark. E3 empfiehlt ſih, die Karten baldigſt in der Geſchäftsſtelle,
Eli=
abethenſtraße 4, abzuholen. Alle Plätze ſind numeriert. Die
Karten=
isgabe wird am Freitag geſchloſſen. Die Veranſtaltung verlangt, wie
mmer, den Geſellſchaftsanzug. (Siehe Anzeige)
Geite 3
Darmſtadt ſtrahtt!
Darmſtadt iſt erleuchtet! Das war der befreiende Ruf vieler
Straßenpaſſanten, die geſtern abend mit einem nach vielen
Tau=
ſenden zählenden Aufgebot die Hauptgeſchäftsſtraßen des
Stadt=
inneren durchwandelten.
Darmſtadt erſtrahlt im beſten Licht! Wir hätten den
drin=
genden Wunſch, daß vor allem die zuſtändigen Dezernenten
un=
ſerer Stadtverwaltung ſich das ſtrahlende Bild des derzeitigen
Darmſtadt anſehen. Sie werden dann ſicher zu der Ueberzeugung
kommen, daß das abendliche Darmſtadt einen unendlich viel
ſchö=
neren Eindruck macht, wenn ſeine Hauptſtraßen in hellem Licht
erſtrahlen, als wenn ſie, wie es leider immer noch der Fall ift,
nach Geſchäftsſchluß ſich im Dunkeln dem Schlaf beſchaulichen
Kleinſtadtlebens hingeben. Aber auch wenn man von dem
Scherz=
haften dieſer Bemerkung abſieht, muß man zugeben, daß
Darm=
ſtädter Straßen und Bauten tatſächlich, wenn künſtliches Licht ſie
vom abendlichen Himmel abhebt und aus dunkler Umgebung
herausreißt, einen ungewöhnlich ſchönen Eindruck machen, ja, daß
ſie ihre architektoniſchen und ſtraßenbaulichen Schönheiten im
ſtrahlenden Licht elektriſcher Glühbirnen und Scheinwerfer erſt
ganz offenbaren. Es iſt unbedingt richtig, daß zwiſchen der Tages=
und Nachtbeleuchtung ein Unterſchied iſt beim Beſchauen
architek=
toniſch ſchöner Bauwerke. Am Tage gliedert ſich das Gebäude
in die gleich helle Umgebung ein, aber durch die
Faſſadenbeleuch=
tung wird es allein für ſich beleuchtet und ſteht damit in ſtarkem
Kontraſt zu der dunkel bleibenden Umgebung.
Der geſtrige erſte Abend der Darmſtädter Werbewoche
inter=
eſſierte zuerſt durch die techniſche Seite der Veranſtaltung „
Darm=
ſtadt im beſten Licht”. In dankenswerter Weiſe hat die „Heag”
an dieſem Lichtfeſt teilgenommen und läßt nun allabendlich
mar=
kante Darmſtädter Baulichkeiten in verſchwenderiſcher Lichtfülle
anſtrahlen. Weithin leuchtet der „lange Ludwig” den vom
Bahn=
hof kommenden Paſſanten entgegen. Selbſt der Mond nahm
am erſten Tag des Darmſtädter Lichtfeſtes teil. Mit Einbruch der
Dunkelheit ſtand ſeine rieſige Strahlenſcheibe gerade über
Darm=
ſtadts älteſtem und bekannteſtem Wahrzeichen, als aber die Heag
ihre Strahlen auf den „langen Ludwig” richtete, zog er, beſtürzt
ob dieſer ungewohnten Konkurrenz, einen Wolkenſchleier über
ſich und barg ſich beſcheiden im Dunkeln. Auch die beiden
Olbrich=
brunnen werfen ihren dicken Waſſerſtrahl in elektriſche
Glüh=
birnen. — Markant und ungemein wirkſam leuchtet über dem
Dächergewirr der Innenſtadt der Turm unſerer Stadtkirche, und
auch die breite Marktfront des Reſidenzſchloſſes, ſoweit ſie wieder
hergeſtellt iſt, zeigte ihre Schönheit im Glanze des elektriſchen
Lichtermeeres.
Beſonders eindrucksvoll iſt die Anſtrahlung des
Landes=
muſeums und des Landestheaters. Beſonders das letztere zeigt
erſt in dieſer Beleuchtung ſehr inſtruktiv die klaſſiſch=ſtrenge
Schönheit ſeiner Hauptfaſſade. Ungezählte Tauſende genoſſen in
den Abendſtunden das ganz ungewohnte ſchöne Lichtſpiel.
Aber auch unſere Geſchäftswelt hat ſich in der
überwiegen=
den Mehrheit dem Darmſtädter Lichtfeſt eingeordnet. Die
Geſchäftsinhaber der oberen Rheinſtraße haben ſich
zuſammen=
geſchloſſen und durch viele Hunderte von elektriſchen Birnen die
Straße zu beiden Seiten girlandenartig flankiert. „Schloß=Café‟
und Café „Ernſt Ludwig” haben die Faſſaden ihrer Häuſer
ge=
ſchmackvoll illuminiert, und viele einzelne Geſchäfte in der Ernſt=
Ludwigſtraße, Ludwigſtraße, Kirchſtraße, Schulſtraße,
Eliſabethen=
ſtraße, Wilhelminenſtraße haben wirkſame Sonderbeleuchtungen
in und um ihren Schaufenſtern angeordnet. In edlem Wettſtreit
ſucht Einer den Anderen zu übertreffen, um im beſten Lichte zu
erſtrahlen. Der Marktplatz zeigt ein faſt einheitliches Lichtbild.
Tauſende von elektriſchen Lampen wetteifern mit der „
Anſtrah=
lung” durch Rieſenſcheinwerfer. Dieſe Scheinwerfer=Anſtrahlung
hat ſich hier beſonders das Haus Rothſchild zu eigen gemacht,
deſſen ganze Faſſadenfront in helles Licht getaucht iſt.
Der Verkehr in der Hauptgeſchäftsſtraße, der Ludwigſtraße,
glich demjenigen der Weihnachtswoche. Das Seidenhaus Volz
zeigte in einem ſeiner fünf Schaufenſter mehrere ſehr originelle
Modefilme und ſtaute ſich die Zuſchauermenge ſo gewaltig, daß
die Polizei zeitweiſe machtlos war, die Straße freizumachen. Die
Kinovorführungen werden wiederholt, jedoch war die Firma
lei=
der aus verkehrstechniſchen Gründen gezwungen, die
Kinolein=
wand ſo tief herabzuhängen, daß nur noch ein kleiner Teil der
Zu=
ſchauer die guten Bilder bewundern konnte. Jedenfalls iſt unſere
Geſchäftswelt auf der Höhe, ſie verſteht es, Leben in die Kreiſe
der Kunden zu bringen, und wir freuen uns, daß Darmſtadt
ſich regt.
Die Geſchäftsinhaber haben ſich aber mit Recht nicht auf die
techniſche Seite des Lichtfeſtes beſchränkt. Ihre geſchmackvollen
Auslagen und Erkerausſtellungen geben einen überzeugenden
Be=
weis von ihrer Leiſtungsfähigkeit und von ihrer vielfach geradezu
künſtleriſchen Art der Aufmachung, in der ihre Waren gezeigt
werden. Der Erfolg war ſchon am erſten Tage überraſchend.
Auch die Geſchäftsinhaber ſtrahlten ob der fühlbaren
Wirkſam=
keit dieſer Propaganda, und es ſtrahlten auch die Geſichter der
Tauſenden von Käuferinnen, die ſelbſtverſtändlich alle
außer=
ordentlich günſtig gekauft hatten und dazu noch eine Menge
glück=
verheißender Loſe mit nach Hauſe nahmen. Nicht ſtrahlten und
werden in den nächſten ſechs Tagen nicht ſtrahlen die Geſichter der
Gatten und Väter, die für all dieſe günſtigen und
ſelbſtverſtänd=
lich notwendigen Käufe das Geld aufzubringen haben. Aber das
macht nichts, denn dieſes vorübergehende Nichtſtrahlen der
männ=
lichen Geſichter wird ſicher in dem Maße einem aufhellenden
Strahlen gleichen, als das beglückte Lächeln der Gattinnen,
Töch=
ter und Bräute zu einem beglückenden wird.
Jedenfalls aber zeigte der geſtrige erſte Abend, daß die
Darmſtädter Propagandawoche gelungen iſt, ſo daß die Hoffnung
beſteht, daß die viele Arbeit und die vielen Opfer, die gebracht
wurden, nicht vergeblich geweſen ſind.
— Kunſtgeſchichtlicher Kurſus mit Lichtbildern. Frl. M. Frölich
wird in dieſem Winter Dienstags von 20—21 Uhr im
Kunſtgelverbe=
muſeum, Neckarſtraße 3, in eta 2 Stunden über
Mittelalter=
liche Plaſtik in Frankreich und Deutſchland unter beſonderer
Berück=
ſichtigung der Kathedralenplaſtik von Reims, Straßburg, Bamberg und
Naumburg ſprechen. Beginn: Dienstag, den 6. November.
Nähe=
res und Anmeldungen Annaſtraße 37 I. (Siehe auch Anzeige.)
er dio
bei uns geſpart!
2
Die Spareinlagen betrugen:
118 Mnndnen Ager
Städt. Sparkaſſe Darmſtadt
— Orpheum. Heute, Dienstag, und morgen, Mttwoch, finden die
beiden letzten Gaſtvorſtellungen der „Schlierſeer Künſtlerſchar” ſtatt;
eine Verlängerung iſt nicht möglich. — Am Mittwoch iſt ein Abſchieds=
und Ehrenabend für den allbeliebten Komiker Direktor Terofal und ſeine
Schlierſeer. Die beiden letzten Tage bringen nochmals den neuen
Parade=
ſchlager „Die himmelblaue Bettſtatt”, die merkwürdige Begebenheit aus
dem Leben der ſehr ehrenwerten Pfarrersköchin Thereſe Lugauer.
(Siehe Anzeige.)
Heltspartag
Sparet bei
Bankhaus Kahn & Schack
Wilhelminenstraße 21
17517
„Luther, der Lebendige‟.
Der Evangeliſche Bund, Darnſtadt, ladet alle evangeliſchen
Gemein=
den der Stadtzu einer gemeinſamen Reformationsfeier ein. Dieſe ſoll
in dieſem Jahre in beſonders feierlicher Weiſe dunh einen „
Lutherweile=
abend” in der Otto=Berndt=Halle der Techniſchen Hochſchule am
Refor=
mationstag, den 4. November, abends 8 Uhr, begangen werden.
Es iſt uns gelungen, dazu Guſtav Hildebrant zu gewinnen, der in
ganz neuarliger Weiſe ein inneres Erleben von Luther übermitteln will.
Er bedient ſich dazu des von Waldemar Müller=Eberhardt eigens dazu
geſchaffenen Lutherdramas „Luther, der Lebendige, Luther vor ſeinem
Gewviſſen im Kampfe mit Teufeln” (fünf Hauptſwicke). Das Werk
kenn=
zeichnet ſich äußerlich durch nichts als Drama im herkömmlichen Sinne,
es hat weder Akt= noch Szeneneinteilung und führt auch die handelnden
und redenden Perſonen nicht beſonders mit Namen an. Um ſo
plaſti=
ſcher aber, und das iſt die Hauptſache, treten ſie aus der Dichtung, dem
Text, ſelber hervor, ſo daß man jeden einzelnen greifbar vor ſich ſieht.
Das Neuartige bei dieſer Kunſtform fſt, daß Schilderung und Dialog
auf glücklichſte Weiſe, ſich gegenſeiüig fördernd und hebend, in
Wechſel=
wirkung miteinander verbunden ſind. Eins hebt das andere, eins wächſt
aus dem anderen hervor.
Neuartig iſt nun auch die Art, wie ein ſolches Werk zu
theater=
mäßiger Aufführung gelangt. Guſtad Hildebrant, der Leiter der
Deut=
ſchen Vortragsbühne, geht ſchon ſeit langen Jahren zielbewußt und mit
zäheſter Energi= den Weg, Dramen deutſchgeiſtiger und religiöſer
Er=
neuerung abſeits vom Theater an beſonderen dramatiſchen Weiheabenden
mit Zuhilfenahme der Muſik, d. h. in muſikaliſcher Ausbeutung und
Um=
eahmung, weiten Kreiſen in wirkſamer Weiſe näher zu bringen. Er
bekennt von ſich: Was nun die theatermäßige Aufführung eines ſolchen
Werkes anbelangt, ſo muß ſch geſtehen, daß ich für meine Perſon vom
heutigen Theater nichts mehr erwarte. Ich halte dieſes für einen
Unter=
gangsfaktor, über den zu reden ſich nicht mehr lohnt. Seine Zeit als
Kulturfaktor ſchein: mir endgültig vorbei. Aber ich begrüße jeden
Schaffenden, der noch im Hinblick auf ein „ideales” Theater (das in
Wirklichkeit gar nicht exiſtiert) zu neuartigen bedeutſamen
Kunſtſchöpfun=
gen gelangt, die der geiſtig=ſeeliſchen Erneuerung unſeres Volkes dienen.
Wir brauchen eine neue Menſchheit, die ganz von innen heraus lebt,
die nach innen ſchaut und dabei unendlich mehr ſieht und erkennt, als
die an äußere Sinnenſchau haftende Menſhheit, die ſich heute in den
Theatern breit macht. — Ueber die Wirkung eines ſolchen
Lutherweihe=
abends in Leipzig ſihreibt Pfarrer Vogel im „Deutſchen Tageblatt”:
Der Abend wurde uns allen zu einem ſeltenen Erleben. Der
verdun=
kelte Saal, nur durih das Kerzenlicht von zwei fünfarmigen Leuchtern
erhellt, die ſtimmungsvolle ſcl=lichte Bühnenausſtattung, aus Tiſch mit
altdeutſchem Lehnſtuhl, Sockel und Lutherbüſte und einigen Teppichen
beſtehend, das warm und klar geſprochene Dichterwort, und das
abwech=
ſelnd auf Harmonium und Flügel, zeitweilig auch auf beiden
Inſtru=
mnnten zugleich erklingende, ſich dem Wort anſchmiegende Spiel — das
alles ergaß eine ſo niht im entfernteſten geahnte Geſamtwirkung. Es
war, als ob eine neue Kunſtart uns berührte, der noch eine größere
Zu=
kunft gehört . Wir fügen hinzu, daß der tiefe Eindruck des Abends
einerſeits mit der überraſchend prophetiſchen Erfaſſung Luthers als des
deutſchen Reformators, wie er noch heute für uns Führerbeſtimmung
hat, zuſammenhängt, andererſeits aber durch das gleichgeſtimmte
Geſtal=
ten eines eiht deutſchen Künſtlers, wie es Guſtav Hildebrant iſt, zuſtande
kommt. Bezeichnend iſt, daß dieſe doch bisher ſo ungewohnte Art der
Darbietung eines Dramas ſowohl bei geiſtig Verwöhnten wie auch bei
einfachen Leuten aus dem Volke die gleiche begeiſterte Aufnahme fand. . .
So biel iſt ſicher, daß deutſchchriſtlicher Geiſt nicht wirkſamer
weiter=
getragen werden kann, als durch die Weiheabende Guſtav Hildebrants.
Um weiten Kreiſen es zu ermöglichen, den Abend zu beſuchen, ſind
trotz der hohen Unkoſten die Eintrittspreiſe äußerſt niedrig gehalten.
Unnumerierte Plätze 50 Pf, numerierte Plätze 1 Mk. Vorverkauf:
Buch=
handlung Waitz Eliſabethenſtraße, und Muſikalienhandlung
Ar=
nold, Ernſt=Ludwig=Straße.
— Heffenflieger=Verein für Luftfahrt. Die Ortsgewerbe= und
Hand=
werker=Vereinigung hat uns zum Vortragsabend am 31. Oktober 1928,
20 Uhr, im Fürſtenſaal bei Chriſt eingeladen. Es ſprechen die Herren
Deku und Nehring über Luftverkehr und Flugſport in Deutſchland unter
beſonderer Berückſichſtigung Darmſtadts.
Verein ehemaliger Eleonoren= und Frauenſchülerinnen. Auf den
gen, Mittwoch abend 8 Uhr, in der Eleonorenſchule ſtattfindenden
abend mit muſikaliſchen Darbietungen ſei nochmals hingewieſen. Es
e erwünſcht, daß ſich möglichſt viele und namentlich ältere
Schüle=
iheres ſiehe Anzeige.)
F4sz0
Annahme.
ichberg’s Nachfolger
Inhaber: H. Eck
Darmstadt,
Fernsprecher 1758
Obere Wilhelminenstraße Nr. 20
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Olenstag, den 30 Oktober 1928
Nummer 303
Schaufenſierbeleuchtungs=Wettbewerbe.
Die Heag gibt bekannt, daß der letzte Tag für die Einlieferung der
Stimmkarten der 5. November iſt. Die Karten werden bis abends
6 Uhr an den Schaltern im Verwaltungsgebäude Lziſenſtraße 12/16,
in Empfang genommen. Durch die Poſt eingeſandte Karten beſitzen
Gültigkeit, ſofern ſie noch den Poſtſtempel 5, 11. tragen. Das Ergebnis
der Ausloſung wird den Geſuinnträgern bis zum 12. November
ſchrift=
lich mitgeteilt.
Darmſtädter Naturſchutzausſtellung. Auf der
Naturſchutzausſtel=
lung wird der Offenbacher Verein für Naturkunde mit
einer Sonderabteilung über das einzige heſſiſche größere
Naturſchutz=
gebiet, den Hengſter, vertreten ſein. Ferner wird Lehrer Oßwald
zu Bad=Nauheim, von dem die erſte Anregung zur Ausſtellung
ausgegangen iſt, eine intereſſante Ausſtellung über die oberhefſiſchen
Salzpflanzen, die ein einzigartiges Naturdenkmal darſtellen, zeigen. Die
Eigenart der heſſiſchen Pflanzen= und Tierwelt wird durch eine Anzahl
präch tiger Naturaufnahmen erläutert werden, die von verſchiedenen
Vorſchern (Lehrer Kallenbach= Darmſtadt, Prof. Mannheimer
und Seitz=Mainz, Dr. Heil= Darmſtadt und Dr. Evelbauep=
Wiesbaden) in jahrelanger mühevoller Arbeit zuſammengetragen
wor=
den ſind. Die intimen Reize unſerer heſſiſchen Landſchaften haben die
Amateurphotographen von jeher gereizt. Reiche Proben unſerer Kunſt
wird die Ausſtellung darbieten, und mauchen Beſuchern werden dadurch
die Augen dafür geöffnet werden, welche Fülle von Schönheiten z B.
die Rheinebene aufzuweiſen hat. Die Ausſtellung wird am
10. November eröffnet werden. Sie fiudet in den Näumen
des Kupferſtichkabinetts im Landesmuſeum ſtatt. Sie
kann in allen Stunden, in denen das Muſeum koſtenlos geöffnet iſt,
un=
entgeltlich beſichtigt werden.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt.
Morgen abend findet bekanntlich um 8 Uhr unſer großer
Lichtbil=
dervortrag im „Fürſtenſaal” bei Chriſt Grafenſtraße) ſtatt, bei
dem die Herren Freiballonführer Direktor Deku und Segelflieger Joh.
Nehring von der hieſigen Akademiſchen Fliegergruppe über:
Quft=
verkehr und Flugſport in Deutſchland, mit
beſon=
derer Berückſichtigung von Darmſtadt” ſprechen werden.
Aus zehlreichen Mitteilungen können wir ſchließen, daß dieſe Vorträge
in den Kreiſen unſerer Mitglieder allergrößtem Intereſſe begegnen.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Wir
machen alle unſere Mitglieder, die Ladengeſchäfte betreiben, darauf
auf=
merkſam, daß ſie für die Zeit der Darnſtädter Werbewoche „Darmſtadt
im beſten Licht” vom 29. Oktober bis 4. November ebenfalls an der
ver=
anſtalteten Lotterie teilnehmen können. Unter Berufung auf ihre
Eigen=
ſchaft als Mitglieder unſeres Vereins können ſie Loſe und Plakate von
der Geſchäftsſtelle des Darmſtädter. Einzelhandels. Ludwigsplatz 8,
beziehen.
Buchführungs= und Meiſterprüfungs=Vorbereitungskurſe der
Hand=
werkskammer=Nebenſtelle Darmſtadt. Wie im vergangenen Jahre, ſo
ver=
anſtaltet die Handwerkskammer=Nebenſtelle Darmſtadt auch demnächſt
wieder in Darmſtadt Buchführungskurſe für Handwerker
und deren Angehörige. Das Honorar beträgt für 30 Stunden
nur 10.— RM. Der Kurſus findet abends ſtatt. Anmeldungen ſind
ſofort an die Geſchäftsſtelle der Handwerkskammer=Nebenſtelle Darmſtadt,
Wilhelminenſtraße 21, I., Fernſprecher 4338, zu richten. Der
Buchfüh=
rungskurſus ſoll bereits im November beginnen. — Zu gleicher Zeit
wird auch der Meiſterprüfungs=Vorbereitungskurfus
für die Kandidaten der nächſtjähvigen Meiſterprüfung ſeinen Anfang
nehmen. Alle Meiſterprüfungs=Kandidaten aus Darmſtadt und
Um=
gebung, die an einem ſolchen Kurſus teilzunehmen wünſchen (
Buch=
führung, ſowie allgemein=theoretiſcher Teil, Geſetzeskunde) werden
hier=
durch aufgefordert, ſich unverzüglich bei der Handwerkskammer=
Neben=
ſtelle anzumelden. Näherer Beſcheid wird den Betreffenden ſodann
ſchriftlich erteilt.
— Kochkurſe. Zur Ergänzung der Kurſe in Rohkoſt, die Frau
Hickler veranſtaltete, beabſichtigt der Hausfrauenbund in ſeinem
Vereinslokal, Heidelberger Straße 47, einen etwa fünf Nachmittage oder
Abende umfaſſenden Kurſus in fleiſchloſer Küche
einzurich=
ten. Sowohl bei der Zubereitung der Speiſen wie in der Anordnung
des Küchenzettels werden die Regeln neuzeitlicher Ernährungslehre zur
Anwendung kommen, und es iſt zu erwarten, daß auch dieſe Kurſe
zahlreiche Teilnehmer finden werden. Sie beginnen am Dienstag, den
6. November, nachmittags 3 Uhr. Anmeldungen werden baldmöglichſt
erbeten an die Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 7,l., die auch fonſtige
Aus=
kunft gibt.
*Bezirksſchöffengericht.
p. Der Schriftleiter der hier erſcheinenden kritiſchen Wochenſchrift
für Heſſen brachte in der Nr. 24 vom 16. Juni d. Js. einen „Proſt
Krankenhaus!” überſchriebenen Artikel, der nach der Anklage eine
Be=
leidigung bei dem Städtiſchen Krankenhaus beſchäftigter Aerzte enthält.
Bekanntlich war am 5. Juni d. 38, abends nahe der Villa Waldfriede
der Zuſammenſtoß eines hieſigen Autos mit einem Jugenheimer
Auto=
bus erfolgt, wodurch neun Inſaſſen des letzteren zum Teil nicht
un=
erheblich verletzt wurden. Dieſe letzteren wurden dann ins hieſige
Krankenhaus verbracht (vgl. Nr. 276 vom 4. d. M.).
Die Beweisaufnahme hat, wie der Staatsanwalt ausführt, ergeben,
daß an den ganzen Anwürfen nichts iſt; nicht das geringſte iſt
erwie=
ſen. Die Vorwürfe ſind außerordentlich ſchwer. Der Aerzteſchaft werde
der Vorwurf gemacht, daß ſie, betrunken, nicht mehr ihre Dienſte hätte
verrichten können. Keine Klage ſeitens der eingelieferten Patienten ſei
erhoben worden. Man habe einen Gewährsmann gefunden, der das
Material zuſammengetragen habe. Die Beunruhigung der
Oeffentlich=
keit ſei eine ſtarke geweſen. Gs wird eine Geldſtrafe von 600 Mark
beantragt. Der Vertreter der Nebenkläger betont, die Zeitſchrift
ver=
folge keine ſachlichen Zwecke, in allem werde die ſtädtiſche Verwaltung
heruntergeriſſen. Die Beweismittel ſeien kläglich zuſammengebrochen,
hohle Redensarten in tönender Form ſeien übriggeblieben. Wer
da=
nebengehauen habe, ſolle Genugtuung geben. In der Praxis ſei ſchon
über Morphiumunfug geklagt worden, deshalb ſei die Maßnahme, die
Aufbewahrung dieſes Heilmittels in die Hände der Oberſchweſter zu
legen, durchaus am Platze. Wer ſachliche Aufklärung wünſche, könne
ſolche von der Krankenhausdirektion erhalten. Hier ſei leichtfertig
ver=
leumdet worden; mit einfachen Geldſtrafen, ſei hier nicht
weiterzu=
kommen; die volle Strenge des Geſetzes müſſe man hier walten laſſen,
und ſie treffe den Schriftleiter, der ſeinen Gewährsmann, was ſein
Recht ſei, nicht genannt habe.
Der Verteidiger betont, nur das, was Gegenſtand der
Verhand=
lung geweſen ſei, könne im Plädoyer verwertet werden. Solche
Kneip=
abende ſollten außerhalb des Spitals abgehalten werden. Der Artikel
ſei im Nahmen der Satire gehalten, er enthalte tadelnde Urteile, die
unter 8 193 StGB. fielen.
Das Urteil erkennt auf 300 Mark Geldſtrafe und ordnet
die Veröffentlichungsbefugnis in der genannten Wochenſchrift, der
„Darmſtädter Zeitung”, dem „Darmſtädter Tagblatt”, der „Heſſiſchen
Landeszeitung” und dem „Heſſiſchen Volksfreund” an. Der
Wahrheits=
beweis ſei in keiner Weiſe erbracht und die Abſicht der Beleidigung
vorliegend.
n
ei Kusten Reitenkeit.
Jatadh
Lokale Veranſtaltungen.
Die hlerunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzelgen zu betrachten.
im leinem Falle irgendwſe als Beſprechung oder Krſiſ.
Deutſcher Offizierbund. 1. An den Vortrag in der
„Traube” am 1. 11. wird erinnert. — 2. Der Königin=Luiſe=Bund
Darm=
ſtadt veranſtaltet am Montag, den 5. November, 8 Uhr, im Fürſtenſaagl,
Grafenſtraße, einen Feſtabend, an dem die bekannte Nednerin Freifrau
v. Hadeln, Brandenburgs Verbandsführerin, die Feſtrede „Wandlung”
halten wird. Eintrittskarte D.O.B.=Sprechzimmer, Ecke Hügel= und
Schützenſtraße, Donnerstag von 11—12 Uhr oder vormittags in der
Gutenbergſtraße 56, Wohnung des Vorſitzenden; Preis 50 Pfg.
— Reichshof=Mittwochs=Konzerte. Anläßlich der
„Lüchtwerbe=Woche” morgen Mittwoch, 31. Oktober, das übliche
Mitt=
wochs Konzert mit beſonders gewähltem Programm. Dieſe Konzerte,
Zum Perbot der „Fauſi”.
Wie bekannt, hat der heſſiſche Miniſter des Innern die in Wow
erſcheinende nationalſozialiſtiſche Wochenſchrift „Die Fauſt” wegen Ve
ſtoßes gegen das Geſetz zum Schutze der Republik mit Wirkung hr
20. September ab auf die Dauer von vier Wochen verboten.
dieſes Verbot hat der „Fauſt” Beſchwerde verfolgt, über die
4. Straffenat des Reichsgerichts in ſeiner Sitzung vom 13. O.
ber entſchieden hat. In dieſer Entſcheidung tritt das Neichsgericht
Begründung, die der heſſiſche Innenminiſter ſeinem Verbote gegeb
hat, bei und weiſt demgemäß die Beſchwerde des Verlegers als unl
gründet koſtenſällig ab.
Wie weiter bekannt wird, hat auf Erſuchen des Reichsminiſters 1
Innern auch das bayeriſche Staat 3miniſterium d
Iunern ſich nachträglich entſchloſſen, die im „Fränkiſchen Volksverla
Nürnberg, erſcheinenden Wochenſchriften „Die Flamme‟, „Eiſenhamm
und „Heſſenhammer” gleichfalls zu verbieten. Die genannten Dr.
ſchriften ſtimmen mit der „Fauſt” inhaltlich weitgehend überein.
haben den Artikel, auf den ſich das Verbot der „Fauſt” gründet, eb
falls gebracht.
— Konzert in der Bahnhofsreſtnuration. Aus Anlaß der Veranf.
tungen „Darmſtadt im beſten Lihſt” konzertierte am Samstag und So
tag abend im Reſtaurant des Haup=bahnhofs ein Quintett des St.
Orcheſters. Beide Abende waren außerordentlich gut beſucht, ein
weis, wie angenehm die früheren Veranſtaltungen gleicher Ant
empfunden wurden. Tatſächlich iſt der Aufenthalt bei dieſer ganz a
gezeichneten Muſik ein Genuß. Das Städtiſche Orcheſter hatte in
Quintett wohl ſeine beſten Künſtler zur Verßigung geſtellt. Es wu
ein hervorragendes dezentes Programm geboten, das neben vielen Pie
von beſtem künſtleriſchen Wert gute Unterhaltungsmuſik bot. Jede
zelne Nummer wurde rauſchend applaudiert, ein Beweis, daß das of
ſichtlich auſpruchsvolle Publikum volle Befriedigung fand. Man
allgemein den Eindruck, daß dieſe hübſchen Konzerte in einer der ſc
ſten Gaſtſtätten unſerer Stadt geradezu als Bedürfnis empfunden wer
giger Ausgabe.
— Die Stationskaſſe Darmſtadt Hbf. zahlt die Ruhegehalts=, Wa
gelds= und Hinterbliebenenbezüge von Beamten am Mittwoch, 31.
Die Zahlſtelle befindet ſich nicht mehr in der Vorhalle des Ha
bahnhofs, ſondern von jetzt ab im Vorraum des Fürſt
baues, Eingang hinter dem großen Brunnen.
Durch die Ueberführung der Arbeitsämter in die Reichsan
für Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung, die eine
weſentliche Vergrößerung des Bezirkes des Arbeitsamtes Darmſtadt
ſich brachte, mußten verſchiedene Abteilungen anderweitig untergeh
werden. Es befindet ſich deshalb die Stellenvermitlung für kauf
niſche und techniſche Angeſtellte, Schwerbeſchädigte und das A
gewerbe jetzt Luifenplatz 4, 1. Stock. Die weibliche Abteilung wir
Kürze ebenfalls dorthin verlegt. Näheres ſiehe Anzeige.)
Geltungsdauer von Sonntagsrückfahrkarten an Allerheil
Wie in den Vorjahren, werden im Bezirk der Reichsbahndirektion M
auch dieſes Jahr für, den Allerheiligen=Feiertag (1. November
Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Sie gelten: zur Hinfahr=
Mittwoch, dem 31. Okdober, von 19 Uhr an, und am Donnerstag,
1. November, zur Rückfahrt am Donnerstag, dem 1. Nover
und am Freitag, dem 2. November, bis 9 Uhr, d. h. die Rückfahrt
Freitag, dem 2. November, muß auf dein Zielbahnhof der Fahr
ſpäteſtens um 9 Uhr, von Unterwegsbahnhöfen ſpäteſtens mit dem
angetreten oder fortgeſetzt werden, der den Zielbahnhof um 9
verläßt.
Maer Laafe.
Tageskalender für Dienstag, den 30. Oktober 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19.30 Uhr
22.20 Uhr, Volksvorſtellung zu Einheitspreiſen: Der Zigeunerba
— Kleines Haus, Anfang 19.30 Uhr. Ende A1.45 Uhr, Zuſatzmiete
„Dr. Knock”. — Orpheum, abends 20.15 Uhr, Ende gen 11
Die himmelblaue Bettſtatt” — Konzerte: Schloßkaffee,
Rheingold, Hotel Schmitz, Reſt. Bender, Spaniſche Bodega, R
gauer Weinſtube, Weinbaus Maxim, Kaffee Haſſia, Sportplatzt
Bockshaut, Reſt. Sitte, Zum heſſiſchen Haus. — Muſikverei
ſaal, Steinſtr. 24, abends 20 Uhr: Konzert Geſangſchule
Nowack. — Kinovorſtellungen; Helig, Palaſt=Lichtſ
Reſidenz=Theater.
Weltſpartag 30. Oftober 1928
Spare
de Mark und bringe ſie zur Bank!
Duträgſt damit zur Verminderung unſerer
ausländiſchen Perſchutdung bei,
Du ermöglichſt damit die Einfuhr
notwendiger Rohſtoffe,
Du ſchaffſt Arbeitsgelegenbeit
für Hand= und Kopfarbeiter,
Du verbeſſeiſt vor allem
Deine eigene Lebenslage.
Sparbücher werden zu gunſtigen Bedingungen bei den unterzeichneten Banken ausgegeben:
Darmſtädter und Nationalbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien
Darmſtädter Volksbank e. G. m. b. H.
Deutſche Bank, Filiale Darmſtadt
Deutſche Vereinsbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien, Filiale
Darmſtadt
Direction der Oisconto=Geſellſchaft, Filiale Darmſtadt
Heſſiſche Landes=Hypothekenbank 2. G.
Landesgenoſſenſchaftsbank e. G. m. b. H.
17284b
Nauheim & Co.
Zummer 302
Oienstag, den 30. Oktober 1928
Geite 7
Aus Heſſen.
n. Arheilgen, 29. Okt. Die Sechzigjährigen verſammelten
5) m Samstag zu einer kleinen Schlußfeier ihres gemeinſam gefeierten
Srtstagsfeſtes und nahm auch dieſe einen recht hübſchen und
würdi=
wVerlauf. Bei der geſtern abend im Gemeindehauſe unter
Mit=
iiug des Kirchengefangvereins und Poſaunenchors abgehaltenen
Sormationsfeier hielt Herr Studienrat Profeſſor Zimmer=
—ri=Darmſtadt den Feſtvortrag über „Albrecht Dürer, ein deutſcher
2‟. Der Vortrag wurde durch Lichtbilder unterſtützt. In bered=
— Vorten zeichnete Herr Profeſſor Zimmermann ein Bild dieſes
Zeit=
ſen Luthers und waren alle Zuhörer voll des Lobes über das Ge=
Ee und verließen hochbefriedigt dieſe würdige Gedenkfeier.
23 Samstag wurde Herr Gotklob Diemand zu Grabe getragen. Der
Sm 53. Lebensjahre Stehende verſchied an einem Schlaganfall, der
Ein Ausübung ſeines Berufes in Pfungſtadt traf. Der Verſtorbene
ay eine auf allen Stationen der Eiſenbahndirektion Mainz als Nepara=
Oi der Stationswaagen bekannte und beliebte Perſönlichkeit.
4a. Pfungſtadt, 29. Okt. Todesfall. Im Alter von 79 Jahren
Fi er nach ſchwerem Leiden Maurermeiſter Chriſtoph Becker 8. geſtor=
Becker war als Altveteran Mitglied des Krieger= und
Militär=
ns. Beckers Geſchäftsſpezialität beſtand in der Errichtung von
Dikſchornſteinen. — Dieſer Tage fand im Gaſthaus „Zum Gambri=
(Koch) ein großes Preiskegeln ſtatt, das am Sonntag ſein
D. fand.
F. Griesheim, 29. Okt. Die Frankfurter Großmarkt=
Te. Die größte Markthalle Europas wurde am Donnerstag,
nach=
ſie bereits vo: einigen Monaten freigegeben worden war, offiziell
ſchon am Mougen auf dem ihnen angewieſenen, 30 Quadratmeter
en Platz im weſtlichen Teil der Halle ausgeſtellt, während die
Ge=
zlichter aus der Umgegend von Frankfurt erſt am Nachmittag mit
Erzeugniſſen angerückt kamen. Was von Griesheim ausgeſtellt
konnte wohl kaum überboten werden und zeichnete ſich durch ſeinen
gen Zuſtand gegenüber den vom Ausland eingeführten Gemüſen ſehr
eilhaft aus. Es war erſtklaſſige Ware, die jede Konkurrenz mit der
ändiſchen Ware aushalten kann. Die Folgerungen, die ſich aus den
en Marktverhältniſſen in Frankfurk für unſere Landwirte ergeben,
der Oberbürgermeiſter Dr. Landiaann in ſeiner Rede angegeben, als
zum Zuſammenſchluß der Landwirte und Zuſammenarbeiten mil
Handel aufforderte. Sinzu kommt noch, nur erſtklaſſige Ware auf
Markt zu bringen, wie das von ſeiten der ausländiſchen Konkurreniz
hieht. — Am Mittwock, den 31. Okt. ds. Js., abends 8 Uhr, beginnt
kleinen Rathausſaal ein Ausbildungskurſus der Arbeiter=
Samariter=
onne.
Ka. Eberſtadt, 29. Okt. Wechſel im
Bahnhofsvorſteher=
t. Wie zuverläſſig verlautet, iſt der Vorſteher des hieſigen
Main=
karbahnhofes, Obereifenbahninſpektor Karl Sehring, mit
Wir=
g vom 1. November ab an die Main=Neckarbahnſtation Bensheim an
Bergſtraße verfetzt worden. An feine Stelle tritt dem Vernehmen
Bahnhofsinſpektor Hartmann aus Beusheim. Herr
Bahnhofsvor=
r Sehring, der lange Jahre hier tätig war, erfreuta ſich nicht nur
ſeinem Perſonal, ſondern auch in der Bebölkerung großer Beliebtheit.
ts hatte er es verſtanden, die Belange des fuhrenden Publikums mit
en der Bahn in Einklang zu bringen. Als eifriger Förderer des
kehrsweſens zeigte er ſich auch im hieſigen Verkehrsausſchuß der
Ge=
nde, dem er angehörbe und in dem ſeine reichen Erfahrungen auf
Gebiete des Verkehrsweſen3 beſonders geſchätzt wurden.
— Reichelsheim i. O., 29. Okt. Am Mittwoch, den 31. Oktober I. J.,
ards 8 Uhr, findet im Gaſthaus „Zum goldenen Engel” in
Reichels=
n i. O. ein von dem hieſigem Pfarramt veranſtalteter Gemeindeabend
E, in dem Frl. Lina Lejuene, die bekannte Herausgeberin des „Heim=
E” einen Vortrag halten wird, der den Aufbau des Familienlebens
chriſtlicher Grundlage behandeln wird. Bereits am Nachmittag fin=
Kinderſtunde ſtatt, an der ſich Frauen und Mütter mit ihren
Kin=
er beteiligen wollen. — Im benachbarten Eberbach wurden in einer
freite bei Bauarbeitem 35 Silbermünzen aus dem Jahre 1547
gefun=
die das Bildnis Philipps des Zweiten, Königs von Spanien, tra=
Die Sage, daß in einem Eberbacher Hauſe ein Schatz vergraben
hat ſich damit bewahrheitet.
— Steinbach b. Michelſtadt, 29. Okt. Die hieſige
Gemeindeverwal=
ig hat die Anſchaffung einer Motorſpritze einſtimmig beſchloſſen.
re ſolche mit 600 Liter Leiſtung pro Minute, die von der Firma
Sbe in Luckenwalde gebaut iſt und ſich ſeit 14 Tagen hier befindet,
alle Proben und Anforderungen, die an ſie geſtellt wurden, glänzend
janden, weshalb der Kauf derſelben ſofort perfekt wurde. Somit hat
ere Gemeinde die erſte Motorſpritze im hinteren Odenwald.
Wald=Amorbach, 29. Okt. Schulhausjubiläum. Unſere
Gule konnte am 27. ds. Mts. ein regelrechtes Jubiläum feiern: das
ährige Beſtehen des Schulhauſes. Keiner, der das ſtattliche Gebäude
geſehen hat, konnte glauben, daß es nun ſchon ein Menſchenalter
Ht. Höchſtens könnte der Fremde aus ſeiner Lage — mitten im Ort —
ließen, daß es ſich um ein Schulhaus handelt, das dech nicht nach
r allerneueſten pädagogiſchen und bautechniſchen Grundſätzen er=
Htet iſt. Der Einheimiſche oder Eingeweihte weiß indes, daß es an
Eſelben Stelle wie das alte. Ferner weiß er von den unſäglichen
Lihen und Kämpfen, die es gekoſtet hat, bis der jetzige Bau zuſtande
i. Doch ſoll hier nicht an wunden Stellen gerührt, ſondern der
änner rühmlichſt gedacht werden, die ſich um das Zuſtandekommen des
auſes der Jugend verdient gemacht haben. An erſter Stelle ſteht da
* weil. Lehrer Philipp Schnellbacher (von 1844 bis 1885 an hieſiger
ule tätig), der über 30 Jahre lang — oft mit leidenſchaftlicher
Ener=
e — für ein menſchenwürdiges Schulhaus mit ſtandesgemäßer
Lehrer=
ohnung kämpfte. Auch muß der Pfartverweſer Kahſer und Jung
n Heubach als weil. Vorſitzende des Schulvorſtandes zu Wald=
Amor=
rch für ihre tatkräftige Mithilfe zum Gelingen des Neubaues gedacht
erden. Und nicht zuletzt gebührt der Dank der opferfreudigen
Ge=
cindeverwaltung unter ihrem damaligen Bürgermeiſter Hild. — Ueber
as vollendete Werk ſprach ſich die Kreisverwaltung ſehr lobend aus
ad bezeichnete es als „ein der Gemeinde zu Ehren gereichendes Haus”.
1. Aus dem Odenwald, 29. Okt. Die Ortsgruppe Weinheim des
benwaldklubs veranſtaltete geſtern, Sonntag, unter ſtarker Beteiligung
rie ſchlichte, aber eindrucksvolle Totengedenkfeier am Gedenkſtein der im
Zeltkriege gefallenen Wanderfreunde im Kaſtanienwäldchen hinter dem
aſthauſe bei Weinheim. Der Klubvorſitzende, Direktor Adolf Welß,
kelt die Gedenkrede und legte nach deren Schluß einen Odenwälder
aturkranz mit einer Schleife in blauweißen Farben an der
Gedenk=
rfel nieder.
Hirſchhorn, 29. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
. Oktober 0,61 Meter, am 29. Oktober 0,52 Meter.
II. Von der Bergſtraße, 29. Okt. Ein geſuchter Poſten.
m dem Poſten eines Oberbürgermeiſters in Heidelberg haben ſich nicht
eniger als 60 Bewerber aus allen deutſchen Gauen gemeldet.
D. Biblis, 29. Okt. Wieder ein tragiſcher Todesfall. An dem
Bahn=
bergang der Landſtraße nach Wattenheim wurde geſtern früh der 76
Jahre alte Gg. Beher von Nordheim tot aufgefunden. Nach dem
Tat=
eſtand zu urteilen, war der Verunglückte in der Nacht, von Biblis
ommend, auf dem Nachhauſeweg an der geſchloſſenen Schranke vorbei
„ber die Geleiſe gegangen und wurde dabei von einem Zuge erwiſcht
ind zur Seite geſchleudert. Obwohl Beyer nicht überfahren worden
war, muß der Tod alsbald eingetreten ſein, da er durch den Anſtoß
ine ſehr ſchwere Verletzung erlitten hatte. Dies iſt der fünfte tödliche
Tnglücksfall, der dieſes Jahr in unſerem Orte zu verzeichnen iſt.
Gernsheim, 29. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
Oktober 0,36 Meter, am 29. Oktober 0,27 Meter.
WSN. Groß=Gerau, 29. Okt. Ehrung eines verdienten
Schulmannes. Am 1. November wird Kreisſchulrat Backes, der
fahrzehntelang die Schulen des Kreiſes Groß=Gerau betreute, in den
Ruheſtand treten. Kreisſchulrat Karl Backes erfreut ſich im ganzen
Kreiſe großer Beliebtheit und iſt eine über Heſſen hinaus bekannte
Per=
fönlichkeit. Backes hat eine Reihe von pädagogiſchen Schriften verfaßt
eand Lehrbücher herausgegeben, trat neuerdings wieder als Herausgeber
bes Heimatkalenders für das Gerauer Land hervor. Anläßlich ſeines
Alusſcheidens ſoll ihm am 10. November eine außergewöhnliche Ehrung
Zuteil werden.
Groß=Gerau, 29. Okt. Schwerer Betriebsunfallin der
Groß=Gerauer Zuckerfabrik. Ein tragiſches Geſchick wollte
s, daß am erſten Tage der diesjährigen Rüßenkampagne im Betriebe
Der Zuckerfabrik Groß=Gerau eine Schwemm=Mauer einſtürzte und meh=
Tere Arbeiter unter ken Teymmaſſen begraben ſrurden. Ein Arbeiter
wourde bei dem Ungliick getötet, ein weiterer ſchwer verletzt.
g. Ginsheim, 27. Okt. Abonnements=Schmindel. Ohne
Auftrag eines Mainzer Verlages gingen zwei Leute von Haus zu Haus
gind verſprachen, für 1 Mark die Zeitung einen ganzen Monat zu liefern.
Dabei ſolle die eine Mark, die ſofort zu zahlen wäre, den Erwerbsloſen
Zugute koumen. Die ganze Sache entpuppte ſich als ein
Schwindel=
unternehmen.
Biſchofsheim, 29. Okt. Bürgermeiſterverſammlung.
Am Dienstag findet hier nachmittags 3.30 Uhr bei Fr. Schad eine
Büir=
germeiſterverſammlung des Kreiſes ſtatt. Auf der Tagesordnung ſteht:
Arbeitsloſenverſicheru ig, Sozial= und Kleinrentnerfürſorge,
Bürgermei=
ſtergebühren und Beſoldungsfragen.
Genoſſenſchaftliche Sparkaſſen.
Faſt in jeder Gemeinde Heſſens trifft man genoſſenſchaftliche
Geld=
inſtitute, die ſich zur Aufgabe geſtellt haben, die Spargelder ihres
Ge=
ſchäftsbezirks zu ſammeln, um ſie wiederum an kreditbedürftige
Mit=
glieder auszuleihen. Unter der Firma Spar= und Darlehnskaſſe,
Vor=
ſchuß= und Kreditverein, Spar= und Hilfskaſſe, Bankverein, Volksbank
oder Vereinsbank beſtehen dieſe Genoſſenſchaftskaſſen und Banken zum
großen Teil bereits ſeit Jahrzehnten, zum Teil ſind ſie auch erſt in
neuerer Zeit errichtet worden. Es befinden ſich darunter kleinere
Un=
ternehmungen mit einfachem Geſchäftsbetrieb und ehrenamtlicher
Lei=
tung und andererſeits bankmäßig ausgebaute Betriebe, die bezüglich
ihrer Leiſtungsfähigkeit hinter Privatbanken oder Aktienbanken nicht
zurückſtehen.
Was dieſe genoſſenſchaftlichen Unternehmungen von den übrigen
Geldinſtituten unterſcheidet, iſt der organiſatoriſche Aufbau und die
Eigenart der Geſchäftsführung, die man ſchlechthin als „
genoſſenſchaft=
liche” bezeichnet. Man verſteht darunter vor allem den Grundſatz der
Förderung des Erwerbs und der Wirtſchaft ihrer Mitglieder, den dieſe
Kaſſen der geſetzlichen Beſtimmung entſprechend verfolgen. Sie ſind
ſelbſt nicht auf den Erwerb eingeſtellt, wenn ſie auch nach
kaufmänni=
ſchen Grundſätzen arbeiten, vielmehr iſt ihr Ziel, den in ihr
zuſammen=
geſchloſſenen Berufsſtänden eine wirtſchaftliche Hilfe zu bieten, indem
ſie einerſeits bequeme und beſtmöglichſte Anlage ihrer Gelder gewähren
und auf der anderen Seite die Bereitſtellung günſtig verzinslicher
Be=
triebsmittel. Die Entwicklung des Kreditgenoſſenſchaftsweſens hat
ge=
zeigt, daß dieſem zum erheblichen Teil die Erhaltung eines
ſelbſtändi=
gen und unabhängigen Mittelſtandes nicht nur auf dem Lande, ſondern
auch in der Stadt zu verdanken iſt. Das Genoſſenſchaftsmitglied iſt nicht
„Kunde” bei ſeiner Bank, ſondern er iſt Mitträger des Unternehmens,
mit dem es finanziell durch den übernommenen Geſchäftsanteil und die
Haftſumme verbunden iſt. Es hat dafür die Gewähr, daß ſeine
Kredit=
bedürfniſſe und geldgeſchäftlichen Anſprüche von ſeiten des Vorſtandes
und Aufſichtsrats hinlänglich Berückſichtigung finden, während auf der
anderen Seite die Zuſammenſetzung der Verwaltungsorgane aus dem
Kreis der Intereſſenten ſelbſt die Vorausſetzung für eine genaue
Per=
ſonen= und Sachkenntnis bietet, was hinſichtlich der Kreditkontrolle und
Sicherheit von nicht zu unterſchätzender Bedeutung iſt.
Die Kreditgenoſſenſchaften haben gerade infolge ihrer engen
per=
ſönlichen Verbundenheit mit den Gemeindeangehörigen und ihre ſtarke
Verwurzelung in dem Geſchäftsbezirk von jeher ein beſonderes
Ver=
trauen genoſſen, was ſich in dem ſtarken Anwachſen der Spargelder auch
im Laufe der letzten Jahre wiederum deutlich erwieſen hat. Das
hier=
über vorliegende ſtatiſtiſche Material kann auf Vollſtändigkeit keinen
Pundestag des Heſſiſchen
Sänger=
bundes zu Gießen.
h. Gießen, 28. Okt. Selbſt aus den entfernteſten Gauen des
Heſſen=
landes, aus den angrenzenden preußiſchen und bayeriſchen Gebieten,
trafen heute die Vertreter der Männergeſangvereine in ſtattlicher Zahl
ein, um an dem Bundesſängertag teilzunehmen. Geſtern fand bereits
aus Anlaß des 20jährigen Jubiläums des Vereins „Lahngruß” Wetzlar
dort eine Vorſtandsſitzung ſtatt; bei der Feier hielt
Prooinzialvorſitzen=
der für Oberheſſen, Berufslehrer Gengnagel=Grünberg, die Feſtrede.
Zu dem heutigen Bundestag, den der 1. Bundespräſident,
Miniſte=
rialrat Dr. Siegert=Darmſtadt, leitete, waren als Vertreter erſchienen
Oberbürgermeiſter Dr. Keller und die Regierungsräte Wolf und Schmidt.
Cröffnet wurde die Tagung durch herzliche Begrüßungsworte des
Vor=
ſitzenden des Lahngaues, Emil Koch=Gießen, und den Sängergruß,
wel=
chen die Gießener Sänger unter Leitung von Gauchormeiſter Kaſten
vortrugen. Oberbürgermeiſter Dr. Keller verſicherte den Bund und
ſeine edlen Beſtrebungen ſeines größten Intereſſes und lud unter
leb=
haftem Beifall den Heſſiſchen Sangerbund zur baldigen Veranſtaltung
eines heſſiſchen Bundes=Sängerfeſtes nach Gießen ein. Der
Bundes=
präſident Dr. Siegert nahm alsdann die Sänger=Ehrungen
vor. Für 50jährige Tätigkeit als Sänger erhielten das
Ehren=
zeichen des Deutſchen Sängerbundes: Franz Schwalbach=Finthen, Meyer=
Ortenberg und Jakob Trautmann 5.=Reichelsheim. Für 25jährige
Tätigkeit wurden 26 Dirigenten zu Ehrenchormeiſtern und 57
Vor=
ſtandsmitglieder zu Ehvenvorſtandsmitgliedern ernannt. Aus dem
Jahresbericht des Vorſitzenden iſt zu entnehmen, daß der Heſſiſche
Sängerbund 1927 eine feſte Organiſation in Gauverbände erhielt; die
Zahl der Vereine iſt auf 650 mit rund 27000 Sängern geſtiegen. Die
„Heſſiſche Sängerwarte” erfuhr eine Umſtellung; Hauptſchriftleiter iſt
Miniſterialrat Dr. Siegert=Darmſtadt. Verantwortlich zeichnet der
Bundesgeſchäftsführer, Druck und Verlag hat die Firma Albin Klein=
Gießen übernommen. Den Kaſſenbericht erſtattete
Bindesſchatz=
meiſter Bitter=Darmſtadt. Die Einnahmen betrugen 94287 Mark, die
Ausgaben 23 226 Mauk. Für Werbung und Beſuch des Wiener
Sänger=
feſtes wurden 7000 Mark verausgabt. Am Bundesfeſt in Wien
nahmen 50 heſſiſche Vereine mit 2000 Sängern teil; ſie ernteten mit
ihren Darbietungen den größten Beifall.
Den Bundesſängertag für 1929 erhielt einſtimmig Worms.
Das Bundesfeſt 1929 in Darmſtadt gab Anlaß zu einer lebhaften
Ausſprache. Der Bundesvorſitzende und Muſikdirektor Specht=
Darm=
ſtadt entwickelte das muſikaliſche Programm des Feſtes. Neben Bundes=
Maſſenchören ſind Gau=Maſſenchöre gleichzeitig an verſchiedenen Stellen
der Stadt, Konzerte in verſchiedenen Sälen und dergleichen mehr
geplant.
Um den Männergeſangvereinen auf dem Lande den Nachwuchs an
Dirigenten, zu ſichern, hat der Bundesvorſtand ſich mit einer Eingabe
an das Kultusminiſterium gewandt; er fordert, daß in den Lehrer=
Bil=
dungsanſtalten der Muſikunterricht obligatoriſch durchgeführt werde.
Damit der Schulgeſang zum Männergeſang hinüberführe, ſoll die
Herausgabe eines neuen Volksſchulliederbuches angeſtrebt werden.
Die mit den Tonſetzer=Geſellſchaften Afma und Gema
abgeſchloſſenen Verträge wurden in einer ſehr regen Ausſprache
behan=
delt. Es wurden ſchließlich zwei Beſchlüſſe herbeigeführt: 1. Der
Bun=
desvorſtand wird beauſtragt, mit dem Deutſchen Sängerbund dahin zu
wirken, daß die Härten des Geſetzes über das Urheberrecht der Werke
der deutſchen Tonkünſtler beſeitigt werde, bzw. daß eine Aenderung
des Geſetzes herbeigeführt werde. 2. Der Bundesvorſtand wird
beauf=
tragt, den geſamten Heſſiſchen Sängerbund zu 20 Pfennig pro Mitglied
für 1928 zu verſichern, die Beiträge ſind von den Bundesvereinen
ein=
zutreiben, falls ſie die Zahlung verweigern.
Punkt Anträge. Auf Antrag des Gaues Nied wurde
beſchloſ=
ſen: Die nicht dem Bund angehörenden Vereine ſollen bei Feſtlichkeiten
uſtv. nicht unterſtützt werden, eine Ausnahme machen die Ortsvereine,
Die Einführung eines beſonderen Heſſiſchen Sängergrußes wird
abge=
lehnt, der Deutſche Sängergruß bleibt beſtehen. Bei dem Beſuch des
Deutſchen Sängertages ſoll künftig die Hälfte der Delegierten aus dem
Vorſtand, die andere Hälfte aus den Bundesvereinen entſandt werden.
Hinſichtlich der Ehrungen wird beſchloſſen: Bei 50jähriger
Sängertätig=
keit ſolle neben dem deutſchen Sängergbzeichen vom Heſſiſchen
Sänger=
bund ein weiteres Ehrenzeichen mit der Zahl 50 verliehen werden.
An=
träge über Koſtenbeſchaffung der Abzeichen, über Diäten und Tagegelder
wurden dem Bundesvorſtand als Material überwieſen. Um 4 Uhr
nach=
mittags konnte der Bundesvorſitzende, Miniſterialrat Dr. Siegert=
Darm=
ſtadt, die ſehr anregend und harmoniſch verlaufene Landes=
Sänger=
tagung ſchließen.
By. Langen, 29. Okt. Am 1. November tritt Herr Lehrer Jung
da=
hier in den wohlverdienten Ruheſtand, nachdem er ſeit 1887 an der
hieſigen Volksſchule gewirkt hat. In dieſer Zeit hat er ſich nicht nur die
Achtung und Liebe ſeiner Schüler, ſondern auch der ganzen
Einwohner=
ſchaft erworben und wurde ſchon zweimal in den Gemeinderat gewählt.
— Nachdem im letzten Jahre 14 Gemeinden dem Obſt= und
Gartenbau=
verband des Kreiſes Offenbach beigetreten ſind, hat auch der hieſige
Verein ſeinen Beitritt dazu erklärt. Deshalb hielt am Samstag abend
im Gaſthaus Adler, dahier, Herr Kreisobſtbauinſpektor Bieſterfeldt
einen Lichtbildervortrag über ſyſtematiſche Schädlingsbekämpfung.
Anſpruch machen, da nicht ſämtliche Kreditgenoſſenſchaften einheitlich
organiſiert ſind. Immerhin mag jedoch aus den Zahlen, die von dem
Verband der heſſiſchen Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften, der rund
77 Prozent ſämtlicher ländlichen Genoſſenſchaften in Heſſen umfaßt,
veröffentlicht wurden, die Entwicklungsrichtung erkannt werden. Aus
den Bilanzen der 450 Kreditgenoſſenſchaften dieſes Verbandes ergab ſich
Ende 1925 ein Geſamtbeſtand der Einlagen in Höhe von 15,5 Mill.,
„ 26,6 Mill.,
Ende 1926
„ 47,3 Mill.
Ende 1927 „
Verglichen mit der Vorkriegszeit ergibt ſich hieraus die Tatſache, daß
dieſe ländlichen Kreditgenoſſenſchaften am 31. Dezember v. Js. bereits
über 41 Prozent ihres Vorkriegsbeſtandes an Einlagen verfügten. Nach
dem Geſetz vom 23. Juni 1923 können auch Mündelgelder auf
beſon=
deren Antrag des Vormundes hin bei Kreditgenoſſenſchaften angelegt
werden.
In erſter Linie iſt dieſer immerhin beachtliche Erfolg der
plan=
mäßigen Durchführung des Kleinſparverkehrs zu verdanken, der von
den Genoſſenſchaften befonders auf dem Lande in den verſchiedenſten
Formen gebflegt wurde. Einrichtung von Schulſparkaſſen, Verkauf von
Sparkauten, Einführung von Heimſparkaſſen uſw. dienten dazu, den
Sparſinn, vor allem der Jugend, zu fördern. Die Sparwerbung ſtieß
bekanntlich auf dem Lande unter den Nachwirkungen der Inflation auf
beſondere Schwierigkeiten, trotzdem gelang es, durch emſige Kleinarbeit
weite Volkskreiſe von der Notwendigkeit des Sparens gerade in der
heutigen Zeit zu überzeugen. Wichtiger iſt aber noch, daß die von den
Genoſſenſchaftsbanken hereingenommenen Mittel ausſchließlich der
eigenen Gemeinde zugute kamen und für diejenigen Zwecke verwendet
werden konnten, die nach Lage der örtlichen Verhältniſſe am
dringlich=
ſten waren. So wurde zum Beiſpiel nicht nur dem durch Mißernte
in Notlage gekommenen Landwirt durch ein Darlehn geholfen, ſondern
auch dem Handwerker und Geſchäftsmann die Weiterführung ſeines
Betriebes ermöglicht. Schließlich konnte ſo auch die Wohnungsnot
durch die Gewährung von Zwiſchenkrediten und Baudarlehen gelindert
werden. Zwar treten die Kreditgenoſſenſchaften oft nach außen hin
nicht mit der Reklame und Aufmachung in Erſcheinung, wie man dies
von anderen Geldinſtituten gewöhnt iſt, es erfordert jedoch eine gerechte
Beurteilung die Anerkennung der von ihnen geleiſteten
Wiederaufbau=
arbeit, die nicht nur den eigenen Mitgliedern, ſondern der ganzen
Ge=
meinde, in der ſie arbeiten, zum Nutzen gereicht. Deshalb darf auch
am Weltſpartag auf die Bedeutung dieſer genoſſenſchaftlichen
Spar=
kaſſen hingewieſen werden, die nach wie vor in unſerer Volkswirtſchaft
eine beachtliche Stellung einnehmen.
Dr. 8.
Verband der weiblichen Handels= und
Büro=
angeſiellten E. V. (Gau Frankſurt).
Der am Sonntag in Mainz ſtattgefundenen Gautagung des
V. W. A.” im „Gutenbergkaſino” ging am Vormittag 10.30 Uhr inn
Rheingoldſaale der Stadthalle eine „Kundgebung” voraus, die
einge=
leitet wurde von einem gehaltvollen, auf die Gautagung
bezugnehmen=
den Vorſpruch, verfaßt und vorgetragen von Fräulein Elſe Schäfer=
Mainz. Nachdem durch Mitglieder des V.W.A. mit ſchönem
Stimm=
material zu Gehör gebrachten mehrſtimmigen Chor „Gott grüße dich”
von Mücke, eröffnete die Gauleiterin, Frl. Habricht=Frankfurt a. M.,
die Veranſtaltung. Sie begrüßte die zahlreichen Anweſenden und
Ehren=
gäſte und ging dann auf den Zweck und die Ziele des V.W.A. ein, der
gegenwartig 80 097 Mitglieder umfaßt. Der Verband habe eine eigene
Berufskrankenkaſſe, eine Rentenverſichewngskaſſe, Rechtsberatung,
Stel=
lenvermittlung, Berufsberatung und eine Stellenloſenunterſtützung.
Ferner ſeien hauptſächlichſte Arbeitsgebiete der Abſchluß von
Tarifver=
trägen ſowie Vertvetung in allen Organen der Selbſtverwaltung der
ſozialen Einrichtungen der Arbeitnehmer. Auch Jugendarbeit werde
ge=
leiſtet. Im Bereiche des Landesarbeitsamtes Heſſen habe der V.W.A.
die einzigen weiblichen Vertreterinnen (fünf) in den
Verwaltungsaus=
ſchüſſew der Arbeitsämter. Der V.W.A. wolle keine Eigenbrötelei, aber
die heutigen Zeiten bedingten eine andere Stellung des Weibes. Die
Frau ſei größtenteils gezwungen, im Kampf des Lebens ſich eine eigene
Exiſtenz zu ſuchen und zu gründen. Der Beruf ſei kein Hindernis zur
Ehe. Es folgte anſchließend ein Vortrag von Frl. Kath. Müller=Berlim
(Vorſitzende des V.W.A.) über „Beruf und Frauenleben”
Herr Bürgermeiſter Dr. Chrhard=Mainz übermittelte die
herzlich=
ſten Willkommgrüße der Stadtverwaltung und insbeſondere Heirn
Oberbürgermeiſters Dr. Külb und wünſchte der Tagung beſten Erfolg.
Es überbrachten ebenfalls Grüße und Glückwünſche zur Gautagung:
Die Herren Gewerberat Schilling=Frankfurt a. M., Schlichter von
Heſſen=Naſſau; Oberregierungsrat Dr. Bernheim=Darmſtadt, Schlichter
von Heſſen; Studienrat Dr. Bäder=Mainz; Dir. Dr. Dahlheimer vom
der Städtiſchen Lehranſtalt; ferner Frau Dr. Charmann für den
Preu=
ßiſchen und Heſſ.=Naſſ. Handelslehrerverband; Frau Regierungsrat Dr.
Anders für das Landesarbeitsamt Heſſen (Sitz Frankfurt a. M.) und
Frau Dr. Ketzer für den Verband der Frankfurter Frauenvereine, ſowie
eine größere Anzahl Vertreter befreundeter gewerkſchaftlicher Verbändg
und Kartelle und des Bundes der angeſtellten Akademiker uſw. Nach
einigen dankenden Schlußwörten der Gauleiterin Frl. Habricht und
einem hübſch vorgetragenen Muſikſtüick der Geſchwiſter Reiner=Mainz
(Klatier und Violine) fand die impoſante Kundgebung ihr Ende.
Ad. Oppenheim, 29. Okt. Ehrung. Mit Zuſtimmung des
Ehren=
präſidenten des Deutſchen Roten Kreuzes, Herrn Reichspräſidenten von
Hindenburg, wurde Frau Altbürgermeiſter Paula Schmidt,
die ſeir 20 Jahren den Vorſitz des Oppenheimer Alice=Frauenvereins
führt, die 2 Klaſſe des Ehrenzeihens des Deutſchen Roten Kreuzes
verliehen.
Ah. Bingen a. Rh., 29. Okt. Dr. Streſemann in Bingen.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann, der ſeit einiger Zeit zur Nachkur
in Wiesbaden weilt, ſtattete der Stadt Bingen einen Beſuch ab. In
Begleitung ſeines Sohnes und einiger Freunde traf der
Reichsaußen=
miniſter im Auto in Bingem ein, beſichtigte die Sehenswürdigkeiten der
Stadt und lenkte dann ſeine Schritte zur Feſthalle, dem „Märchenſchloß
am Rhein”. Hier äußerte er ſich dem Beſitzer der Feſthalle, Herrn R.
Kirſch=
ner, gegenüber äußerſt lobend, über die reizende Lage Bingens. Bei dieſer
Gelegenheit wurde auch über die Tatſache geſprochen, daß die Erhebung
eines Brüchengeldes für die Benüitzung der Hindenburgbrücke zwiſchen
Rüdesheim und Kempten dem linksrheiniſchen Verkehr ſtark
beeinträch=
tige, worauf der Miniſter aus eigener Erfahrung ſprechend erklärte,
daß er ſich dieſer Angelegenheit wegen einmal informieren wolle, denn
ihn habe es ſelbſt komiſch angemutet, daß man ihm bei der Ueberfahrt
nach Bingem 6 Mark Brückengeld abgenommen hätte. Die Erhebung
des Brückengeldes wäre ſeines Erachtens eine unnötige Belaſtung, die
man dem beſetzten Rheinland nicht zumuten könne.
Wölfersheim, 29. Okt. Von der Starkſtromleitung
ge=
tötet. Bei Reparaturarbeiten an der 100 000=Volt=Leitung des
hie=
ſigen Kraftwerks geriet der Oberelektriker Kögel aus Bad=Nauheim im
die unter Hochſpannung ſtehende Leitung und wurde ſofort getötet.
WSN. Gießen, 29. Okt. Ehrentag eines Pfarrers und
Schriftſtellers. Der erſte Geiſtliche der evangeliſchen
Kirchen=
gemeinde zu Gießen, Pfarrer Heinrich Bechtolsheimer, vollendete am
29. Oktober ſein 60. Lebensjahr. Seit 2 Jahren wirkt er in Gießen.
Außer ſeiner hingebenden pfarramtlichen Tätigkeit hat der
unermüd=
liche und noch außerordentlich friſche Geiſtliche auch eine fruchtbare
ſchriftſtelleriſche Wirkſamkeit entfaltet. Seine Bücher ſind ſozialen
Fra=
gen und geſchichtlichen Ereigniſſem gewidmet; auf letzterem Gebiete habem
ſie beſonders Rheinheſſen, wo Bechtolsheimer in Wonsheim (Kreis
Alzey) geboren wurde, und der in Mainz und Lampertheim zuerſt
amtierte, zum Gegenſtand. Ferner hat er in geiſtreich und feſſelnd
ge=
ſchriebenen Büchern und Beiträgen für Zeitſchriften eine ſehr wertvolle
Erzählerliteratur auf heimatgeſchichtlicher rheinheſſiſcher Grundlage
ge=
ſchaffen, die im Heſſenland und darüber hinaus viele dankbare Freunde
gefunden hat. Auch in der Herausgabe und Mitarbeit an evangeliſchen
Sonntagsblättzern hat Bechtolsheimer ſehr erfolgreich gewirkt. Als
Geiſtlicher und feinſinniger Schriftſteller, dazu als gütiger Menſch
mit=
vornehmſten Charaktereigenſchaften erfreut ſich Pfarrer Bechtolsheimer
weithin der herzlichſten Sympathie und größten Wertſchätzung.
Alsfeld, 29. Okt. Vor einem Wildſchweinkrieg in
Oberheſſen. Hier fand eine Sitzung von Vertretern der
Mini=
ſterial=Forſtabteilung, der Amtsworſtände der ſtaatlichen Forſtämier
Als=
feld Eudorf, Göringen, Grebenau und Romrod ſowie der leitenden
Forſtbeamten der Graf Görtz’ſchen und Freiherrlich Riedeſel’ſchen
Forſt=
verwaltung ſtatt, die den Zweck hatte, Mittel und Wege zur Vertilgung
des ſtark überhand nehmenden Scnvarzſvildes in den Waldungen des
nordweſtlichen Teils von Oberheſſen zu heraten. Es wurden eine Reihe
von Maßnahmen vorgeſehen, von deren Anwendung man ſich bei einem
ſihneereichen Winter, der als Vorausſetzung für das Gelingen des Planes
gilt, eine weſentliche Verminderung des Schwarzwildes, vielleicht ſogar.
ſeine Vertreibung verſpricht.
Seite 8
Dienstag, den 30 Oktober 1928
Nummer 302
Familiennachrichten
Stat Karten.
Die glückliche Geburt eines
Sonntags=Mädchens zeigen an
Dipl. Ing. Willi Quenzlein
Poſtaſſeſſor
und Frau Maria, geb. Mechler
Darmſtadt, 28. Oktober 1928.
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Helrat!
Fräul, m. Kind, 83
Jahre alt, ſucht mi
einem Herrn bekannt
zu werden. Angeb.
P 75 Geſchſt (*28373
Von der Reiſe
zurück
Dr. Heinz
Walther
Frauenarzt
und Chirurg
Laerhausſt. 21 (*28346
Statt Karten.
Mit Freuden geben wir unsere Verlobung
bekannt
Gwendoline E. Gordon
Alexander Brill
Major im Reichswehrministerium
im Oktober T928
Schloßgut Holzhammer
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Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben, treuſorgenden Gatten, unſeren
Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager
und Onkel
9
Seyunnen Selhaun
Zuſtizoberwachtmeiſter i. R.
nach langem ſchweren, mit großer Geduld
ge=
tragenem Leiden zu ſich zu rufen in ſein
(*28339
himmliches Reich.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Nieder=Ramſtadt, Pretoria, Schwanheim,
Darmſtadt und Oſthofen, 27. Oktober 1928.
Die Beerdigung ſindet Mittwoch, den 31. Oktober,
nach=
mittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe, Ober=
Ramſtädter=
ſtraße 70 aus ſtatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des Entſchlafenen.
Aſt
Uhre am Mittwoch, den 31. Oktober
1928 um 12 Uhr in der Pauluskirche
stattfindende Trauung zeigen
er-
gebenst an
Hans Heldmann und Frau
Käte, geb. Heldmenn.
Darmstadt, Schießhausstraße 53.
(17495
Todes=Anzeige.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Unſere liebe, treue Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter und Schweſter
geb. Mühl
iſt heute, Sonntag morgen 935 Uhr, nach
einem ſegensreichen Leben zur ewigen Ruhe
heimgegangen.
In tiefer Trauer:
Geſchwiſter Eichler
Fannt Mühl.
Bensheim, Darmſtadt, 28. Oktober 41928.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 31. Oktober,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe Schillerſtraße 5,
ſiatt.
(TV. 17538
Statt beſonderer Anzeige.
Mein lieber, guter Mann, unſer treuſorgender
Vater
Wilhelm Kuhn
Kaiſerlicher Baurat i R.
verließ uns heute nach jahrelangem, mit rührender
Geduld getragenem Leiden für immer.
Toni Kuhn, geb. Tritſchler
Anton Kuhn, Regierungsbaumeiſter
Anneliſe Kuhn.
(*28374
Darmſtadt, den 28, Oktober 1928,
Gervinusſtraße 79.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt,
Von Beileidsbeſuchen wird gebeten abzuſehen.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben, treuſorgenden Mann, unſeren lieben Vater,
Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und
Onkel
Johann Philipp Köhres
Förſter i. R.
nach kurzem, ſchwerem Leiden zu ſich in die Ewigkeit
abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarete Kehres, geb. Lindenlaub
Familie Lehrer Friedrich Kraft, Ober=Ramſtadt
Familie Lehrer Karl Dörner, Lich.
Darmſtadt, ben 28. Oktober 1928.
Pallaswieſenſtr. 50, I.
Die Beerdigung findet Mitt voch, den 31. Oltober,
nachmittags 3 Uhr, in Erzhauſen vom Hauſe
Trift=
ſtraße 8 aus ſtatt.
Heute nachmittag verſchied ſanft mein
treuer Lebenskamerad, unſer lieber Sohn und
Bruder
Lineim Sehu
Major a. O.
Ritter des Eiſeren Kreuzes und anderer Orden.
Emma Seyd, geb. Bütow
Sofie Seyd, Witwe des Geheimen
Oberforſtrat Segd
Marie Seyd.
Darmſtadt, den 28. Oktober 1928.
Fiedlerweg 8.
(17513
Trauerfeler Donnerstag, den 1. November 1928,
nach=
mittags 2½ Uhr, im Krematorſum auf dem Waldtriedhof.
Dankſagung.
Für die bei dem ſchmerzlichen
Ver=
luſt meiner innigſtgeliebten Frau, unſerer
unvergeßlichen Mutter erwieſene
Teil=
nahme ſprechen wir allen Beteiligten
unſeren innigſten Dank aus.
O. Rehfeld und Kinder
Orangerie=Allee 14.
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Sonntag morgen entſchlief nach
langer, ſchwerer Krankheit unſere
liebe Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter und Urgroßmutter
Frau
Eliſabethe RühlWw.
im Alter von 64 Jahren.
Im Ramen der trauernd, Hinterbliebenen:
Konrad Rühl und Familie
Friedrich Wittmann und Fran
Kätha, geb. Rühl
Adam Mühl und Familie
Georg Euchland und Frau
Marie geb. Rühl
Eliſabethe Rühl
Philipp Koob.
Darmſtadt, Langegaſſe 17. (*28446
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 31. Oktober 19=8, nachmitta 8
3 Uhr auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute verſchied plötzlich und
unerwartet meine innigſtgeliebte
Braut, die treuſorgende Mutter
meines Keindes
Fräulein Maria Volkmann
im 23. Lebensjahr.
In tiefem Schmerz:
Waldemar Floch, als Bräutigam
Fam. Ph Emig, Schwiegereltein
(*28483
nebſt Geſchwiſtern.
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 31. Oktober, vorm. 11 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Am 31. Oktober begehen die Ehelen
Anton Kropp nebſt Frau
Helen=
geb. Weinmann, hier, Ludwigshöhſir.
das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
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heute nach langjäh igem Leiden
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Schwe=
ſter, Schwägerin und Tante
Anna Horn
imAlter von 28Jahren entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Wilhelm Horn.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1928.
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(1754
Nummer 302
Geite 9
Dienstag, den 30. Oftober 1928
Konradin, der letzte Hohenſtaufe.
Zu ſeinem 660. Todestage (29. Oktober).
Von Profeſſor Dr. phil. h. c. Karl Berger.
Sechshundertundſechzig Jahre ſind am 29. Oktober verfloſſen,
itdem mit Konradin, dem letzten rechtmäßigen Sprößling der
ztaufer, die Macht dieſes glänzendſten aller mittelalterlichen
eutſchen Herrſchergeſchlechter auf immer dahinſank; aber die
lage über das erſchütternde Ende eines ſo verheißungsvollen
tngen Lebens iſt niemals verſtummt. Wie ſchon den Dichtern
ner Zeit das Herz vor Schmerz und Scham und Entrüſtung
hwoll, wenn ſie die den Deutſchen und allen Ghibellinen
ange=
ine Schmach beſangen, ſo haben Poeten aller Arten, beſonders
ramatiker, bis auf den heutigen Tag ihre Kunſt an der
Dar=
ellung dieſes tragiſchen Schickſals verſucht. Von den etwa 80
onradin=Dramen, die die deutſche Literaturgeſchichte aufzählt,
nd fünf ſeit 1902 erſchienen, davon zwei nach dem Weltkriege.
ie Tatſache, daß alle dieſe Verſuche keinen vollen Erfolg hatten
parum, das bleibe hier ununterſucht), kann die welthiſtoriſche
ſedeutung Konradins nicht mindern; als letzter Sproß eines
„hmvollen Geſchlechts, deſſen er ſich durch ſein Weſen und
Wol=
n würdig erwies, als deutſcher Kronbewerber und zuletzt durch
inen kühnen Eroberungszug nach Sizilien hat er ſeinen
unver=
ickbaren Rang in der Geſchichte. Die beſondere Liebe der
Deut=
hen aber gilt dem königlichen Jüngling, der ſein junges Leben
n eine ihm vom Schickſal vorgeſchriebene Aufgabe mit freiem
Kute wagte und als ein Opfer welſcher Tücke fiel.
Als die bayeriſche Prinzeſſin Eliſabeth am 25. März 1252
rem Gemahl, dem König Konrad IV., auf der Burg Wolfſtein
ei Landshut an der Jſar ein Knäblein gebar, da weilte der
inge Vater fern in Italien, um ſein ſiziliſches Erbe gegen die
ebergriffe des apoſtoliſchen Stuhles zu wahren und ſo die
ſtau=
ſche Macht im Norden vom Süden her zurückzugewinnen. Aber
er erſt 26jährige König erlag „in den Anfängen ſeiner Triumphe‟
m 21. Mai 1254 dem tückiſchen Klima Unteritaliens. So hat
r den einzigen Sohn nie geſehen. Auf dem zweijährigen
Kon=
adin beruhte fortan die Hoffnung der ſtaufiſchen Partei. Ihm
Hizilien zu erhalten, das Land, das unter ſeinem Großvater
friedrich II. der Kern der ſtaufiſchen Macht geweſen war, mußte
ie nächſte und vornehmſte Sorge der Vormünder des letzten
dohenſtaufen ſein, um ſo mehr, als ſeine Anſprüche auf die
eutſche Königskrone von fremden Gegenkönigen beſtritten wur= dem Tode ſeines Vaters widerfahren, ausgeſprochen hatte, brach
en und ſein ſchwäbiſches Erbe allerlei räuberiſchen Zugriffen
usgeſetzt war. Kam Konradin, herangewachſen, in den Beſitz
er ſiziliſchen Machtmittel, dann konnte der Mündige von ſeinen
nthalten hatten. In dieſem Gedanken und für die dereinſtige
Erfüllung einer von ſeinen hohen Ahnen überkommenen großen
ebensaufgabe wurde der Knabe erzogen. Der Drang des eige= Aufgeben des Unternehmens und zur Rückkehr nach Deutſchland.
en Weſens, die von den weltgebietenden Vorfahren ererbte
Tatenluſt ließ den Zögling leicht dem Willen der Erzieher ſich
ligen. Ohne über ſeinen Bildungsgang genau unterrichtet zu
ein, erfahren wir doch, daß er das Wiſſen ſeiner Zeit in
hervor=
agender Weiſe ſich aneignete, daß er fließend lateiniſch ſprach kerung Pavias den Staufer und ſeinen treuen Waffenbruder
tud in allen ritterlichen Künſten geübt war. Der Verkehr mit
ſen Edelleuten regte den mit poetiſchem Sinn gleich ſeinen
Vor=
ahren begabten Konradin ſchon in jungen Jahren zu eigenen
Dichtungen an. Da finden ſich neben dem herkömmlichen
Aus=
ruck unerfüllter, ſchmachtender Liebe auch Verſe entſchieden
indi=
didnellen Gepräges, wie die:
„Ich weiß noch nicht, was Liebesfreuden ſind;
Mich läßt die Holde ſehr entgelten,
Daß ich an Jahren bin ein Kind.”
Früh wurde der Heranwachſende auch mit allen Sorgen der
Dinge ſeit dem Tode ſeines Großvaters Friedrich II. blieb dem Piſa, das tusziſche Hauptbollwerk der Ghibellinen, erreichte. Es
etzten Hohenſtaufenſprößling nur eins ſicher und gewiß, — die
mit lernte er rechnen; nicht gerechnet aber hatte man mit dem
uurchtbaren Schlage, der die Stellung des noch nicht
Sieben=
ährigen völlig zu erſchüttern ſchien: im Herbſt des Jahres 1258
drang die Kunde durch Deutſchland, daß ſein Oheim Manfred,
der Anwalt und Platzhalter Konradins in Unteritalien, den Tod freudigen Piſaner, die ihn aufs reichſte mit Geld, Pferden,
Waf=
eines Neffen ausgeſprengt und ſich ſelbſt die ſiziliſche
Königs=
gern Kenradins, ihm wenigſtens die ſchwäbiſche Herzogswürde
zu ſichern; ihre Beſtrebungen aber, ihm auch die deutſche
Königs=
krone zu verſchaffen, ſcheiterten hauptſächlich an den Umtrieben
der Kurie, die den ganzen Apparat kirchlicher Strafen aufbot, um
die Kandidatur des jungen Staufers unmöglich zu machen. Bald
aber erhellten ſich die italieniſchen Ausſichten wieder: König
Manfred fiel im Kampfe gegen Karl von Anjou, den Schützling
der Kirche, in der Schlacht bei Benevent (Februar 1266). Das
war eine weſentliche Klärung der Lage: nun konnte allein
Kon=
radin als unbeſtritten rechtmäßiger Erbe der ſiziliſchen Krone
gelten. Sein Gegner Karl gewann zwar nach ſeinem Siege
großen Einfluß in ganz Italien, doch ſein unmenſchliches Wüten
gegen ſeine Feinde brachte im Vexein mit herriſchem Gebaren
auch gegen ſeine Anhänger alsbald alles gegen ihn auf. Selbſt
der Papſt Clemens IV, ein Franzoſe, bedauerte, dieſen
furcht=
baren Mann erhoben zu haben; die Guelfen wandten ſich von
dem tyranniſchen Fremdling ab, und die Ghibellinen ſahen nach
Deutſchland, wo der letzte Hohenſtaufe ſich zum Kampf für ſein
ſiziliſches Erbe rüſtete.
Der Knabe war inzwiſchen zum Jüngling geworden. „Schön
wie Abſalon”, ein hohe, ſchlanke Geſtalt mit edlen,
einnehmen=
den Zügen, ſo trat er den Sendboten aus Italien gegenüber und
gewann ſich ihre wie aller Herzen. Sein Sinn war erfüllt von
der Größe ſeiner Vorfahren, in ſeiner Seele lebte die ſtolze
Zu=
verſicht, daß er trotz der ungeheueren Größe ſeiner Aufgabe
be=
ſtimmt und fähig ſei, das unterbrochene Werk ſeiner Ahnen von
neuem aufzunehmen. Alles, das Gebot der eigenen Ehre und die
außerordentliche Gunſt der politiſchen Lage (ſchon beherrſchte der
Geiſt der Rebellion faſt das ganze Königreich Sizilien) trieb ihn
zu kühnem Wagemut an. In der Bruſt des hochgemuten
Jüng=
lings fanden daher die Mahnungen befreundeter Dichter vollen
Widerklang, ſo, wenn ihm der Marner, ein ſchwäbiſcher Sänger,
zurief:
Geſinnt Akkon, edler Fürſt, und nehmt Sizilien ein.
In Eurer Hand iſt’s Schwabenland, —
Herzog ſeid Ihr allda genannt. —
Was Eger nur an Schätzen beut, und Nürnbergs
Bürger und der Sand, —
Will’s Gott, kommt noch auf Euer Haupt
Die römiſche Kaiſerkrone!
In Italien ſollte die Reichsfrage entſchieden werden. Ungefähr
3000 Ritter, im ganzen etwa 12000 Bewaffnete, ſammelten ſich
um den jungen Staufer. Nachdem er in einem Manifeſt an die
deutſchen Fürſten ſich über all die Rechtskränkungen, die ihm ſeit
er im September 1267 von Oberbayern nach Tirol auf und zog
über den Brenner, dann das Etſchtal hinab nach Verona. Dort
hielt er, vom ghibelliniſchen Volke freudig begrüßt, am 21. Okto=
Zeguern in Deutſchland das erzwingen, was ſie dem Kinde vor= ber ſeinen Einzug. Aber widrige Verhältniſſe hielten ihn drei
Monate lang dort feſt. Sein Heer, welches leichten Gewinn
erhofft hatte, begann zu zerrinnen; ernſte Ratgeber mahnten zum
Da zeigte der noch nicht ganz ſechzehnjährige Konradin im
Wider=
ſtreit der Meinungen, daß er großer Entſchlüſſe fähig: er entſchied
ſich für Durchhalten und Weitermarſchieren. Der Erfolg gab dem
Zielbewußten recht: am 20. Januar empfing die jubelnde Bevöl=
Friedrich von Oeſterreich, nachdem dieſe ihr nur noch 3000 Mann
angesfrohen, der Waffenfreude wie dem Frauendienſt huldigen= ſtarkes Heer mitten durch feindliches Gebiet geführt hatten. Die
Geldnot des Staufers wurde durch die Opferwilligkeit ſeiner
ghibelliniſchen Freunde behoben. Dazu kamen neue günſtige
Nachrichten: das Befreiungswerk im Süden war im Fortſchreiten,
Karls Sache galt für verloren; in Rom wartete Heinrich von
Kaſtilien, ein Bruder des Königs Alfons und Todfeind ſeines
kapetingiſchen Vetters Karl, als mächtiger Bundesgenoſſe auf
Konradin; in Apulien harrten die den Hohenſtaufen treu
ergebe=
nen Sarazenen. Auch in Oberitalien und in Toskana ſchien ſich
die Sache der ſtaufiſchen Partei zu beſſern. Es kam alles darauf
taufiſchen Partei vertraut: in allem Wechſel und Wandel der an, daß Konradin mit ſeinem wieder mächtig anwachſenden Heere
gelang ihm, wiederum durch einen kühnen Entſchluß: während
inverminderte Feindſchaft der Päpſte gegen ſein Geſchlecht. Da= er ſelber in ſtürmiſcher Seefahrt mit einigen Hundert auserleſenen
Rittern wohlbehalten am 5. April dorthin kam, führte Friedrich
von Oeſterreich den Hauptteil des Heeres in ſchnellen Gebirgs=
märſchen über den Apennin nach der getreuen Stadt.
Bis zum 15. Juni blieb Konradin in der Mitte der
opfer=
fen und Kleidung ausſtatteten. Ueber Siena, wo wieder feſtlicher
rone aufs Haupt geſetzt hatte. Daheim gelang es den Anhän= Empfang den Staufer begrüßte, ging es auf Rom zu.
Unter=
wegs, bei Ponte a Valle im Arnotal, wurde der erſte Waffenſieg
über die letzten aus Toskana ſüdwärts abziehenden Truppen
Karls errungen. Mit einem Heere von 5000 wohlausgerüſteten
Reitern zog Konradin, ihm zur Seite ſein Freund Friedrich und
zahlreiche italieniſche Edle, am 24. Juli in die feſtlich geſchmückte
ewige Stadt ein. Jubellieder umtönten den Staufenjüngling,
der ſich geehrt ſah wie keiner ſeiner Vorfahren auf dem Ritte
durch zahlloſe Triumphbogen von der Engelsbrücke bis zum
Kapitol.
In Rom lernte Konradin endlich auch ſeinen mächtigſten
Verbündeten, den ſpaniſchen Infanten, kennen. Durch deſſen
Truppenmacht und weitere ghibelliniſche Zuzüge ſchwoll das
ſtau=
fiſche Heer mächtig an. An der Mündung des Tiber ankerte eine
piſaniſche Flotte, über 30 Segel ſtark, mit gegen 6000
Bewaff=
neten: ihre Beſtimmung war, durch Landungen und
Verwüſtun=
gen an der Weſtküſte des Königreiches die Feinde zu ſchrecken,
in Sizilien die letzten Reſte des Widerſtandes zu beſeitigen, die
Rebellion weiterzutragen und ſchließlich vom Süden her Karls
Armee zu bedrohen, während Konradins Heer vom Norden her
über ſie herfiele.
So kam nach umfaſſenden Vorbereitungen der Tag der
Ent=
ſcheidung. Am 18. Auguft erfolgte Konradins Ausmarſch aus
Rom an der Spitze eines etwa 10 000 Mann ſtarken, trefflich
aus=
gerüſteten Heeres. Am 23. Auguſt traf die ſtaufiſche Macht bei
Tagliacozzo in der Abruzzengegend mit dem nur etwa halb ſo
ſtarken Heere Karls von Anjou zuſammen. In wenigen
Stun=
den waren die Truppen des Kapetingers geſchlagen,
niederge=
macht oder in wilder Flucht zerſtreut. Ihr Führer, mit den
Ab=
zeichen königlicher Würde verſehen, war von dem Infanten, der
ſeinem Vetter den Tod geſchworen, ſelbſt zu Tode getroffen
wor=
den. Jubelnd verkündeten die Sieger den Fall des Königs. Abex
Konradin und die Seinen hatten nicht mit der Liſt ihres Feindes
gerechnet: als ſie ſich nach errungenem Siege der Ruhe hingaben
oder zum Beutemachen und zur Verfolgung zerſtreuten, brach
Karl mit 800 auserleſenen Rittern aus einem Verſteck hervor
und ritt die nichts ahnenden Staufiſchen nieder. So gewann er
trotz der Niederlage ſeines Heeres noch den Tag. Konradin wurde
in die allgemeine Flucht hineingeriſſen. Mit Friedrich und 500
erreichte er Rom. Doch das wankelmütige Volk wollte von einem
geſchlagenen, machtloſen Staufer nichts mehr wiſſen. So wurde
die Flucht nach dem Verluſte koſtbarer Zeit fortgeſetzt. Schon
waren die Straßen für die Feinde Karls nicht mehr ſicher. Spät,
aber immer noch nicht zu ſpät, kam Konradin der einzig rettende
Gedanke: auf nach der römiſchen Küſte und von dort, wenn
mög=
lich, zu Schiffe nach Sizilien, wo eben die Piſaner einen Seeſieg
über Karls Schiffe erfochten hatten! Glücklich kam Konradin
mit Friedrich und wenigen Getreuen nach Aſtura. Ein Fahrzeug
nimmt ſie auf, ſie glaubten ſich gerettet, da ſetzt ihnen von dem
Meereskaſtell ein ſchnelleres Schiff nach und liefert ſie gefangen
in die Hände des Burgherrn Giovanni Frangipani. Der Welſche
gedenkt, ein gutes Geſchäft mit ſeiner Beute zu machen: er
ver=
kauft den Enkel Friedrichs II., des Gönners und Wohltäters
ſeines Geſchlechts, an den meiſtbietenden Kapetinger.
Nun war der junge Fürſt, der den offenen Kampf für ſein
rechtmäßiges Erbe geſagt hatte, des Todes ſicher. Denn der
unedle Sieger war feſt entſchloſſen, ſeinen Triumph durch die
Hinrichtung ſeines Gegners zu vollenden. Aber vorerſt ſollte der
ſechzehnjährige König eine Leidenszeit durchmachen, der die
Welt=
geſchichte nicht viel Aehnliches an die Seite zu ſtellen hat. Keine
Demütigung wurde dem Opfer franzöſiſcher Rachgier erſpart.
Damit aber der Schein von Recht und Sitte gewahrt werde,
wurde das Gaukelſpiel einer Eerichtsverhandlung dem
Gewalt=
ſtreich vorausgeſchickt. Endlich, am 29. Oktober 1268, wurde
Kon=
radin erlöſt: der letzte Hohenſtaufe beſtieg mit Friedrich von
Oeſterreich auf dem Markt von Neapel das Schaffot. Sein letztes
Wort war ein ſchmerzlicher Abſchiedsruf an ſeine ferne Mutter.
Ergeben in den Willen Gottes, voll edler Faſſung empfing er
den Todesſtreich. Karls Rachgier aber war damit noch nicht
ge=
ſättigt; er ließ die Leichname der beiden Freunde, obwohl dieſe
Abſolution erhalten hatten, wie Hunde verſcharren. Erſt ſpäter
wurde dieſe Gemeinheit gefühnt: die Gebeine der Ermordeten
fanden ihre Ruhe unter dem Hauptaltar der von Karls Sohn
erbauten Kirche S. Maria del Carmine. Im Jahre 1847 wurden
die Ueberreſte in den Sockel des Denkmals von Thorwaldfen
überführt, das Maximilian II. dem letzten Staufer in derſelben
Kirche errichtet hat. Karl von Anjou aber, dem Abſcheu der
Nach=
welt preisgegeben, mußte ſeine Henkerstaten und ſeine
Schreckens=
herrſchaft büßen: am 30. März 1282 fielen bei der Sizilianiſchen
Veſper alle Franzoſen auf der Inſel der Wut des ghibelliniſchen
Volkes zum Opfer.
n ſehr häßlichen
Geſichtsausſchlag
den ich ſchon viele Jahre hatte. Verſchiedene Mittel,
die ich anwandte, verfehlten ihren Zweck. Seitdem ich
mich aber morgens und abends mit „Zucker’s P=
Me=
dizinal=Seife” waſche, iſt mein unreiner Teint weg.
Nach dem Waſchen benutze ich „Zuckooh=Creme‟. Die
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1402) Ich war Immer ein grober
Kaffee-
llebhaber, und als es nach dem Krlege
wieder Kaffee gab, trank ich Ihn, aber
er bekam mir bezw. meinem Herzen sehr
schlecht. Eines Tages probierte ich
Kaffee Hag und slehe da, er bekam mir
vorzüglich. Ich habe dann zwel große
Herzkuren durchgemacht und bin heute
Sottseidank wieder bärengesund. Ich
kann mir die schwersten körperlichen
Anstrengungen wleder zufrauen, aber
dem Kaffee Hag bin ich treu geblleben,
weil er mir desser schmect als anderer
Werner Laudwig.
Kaffee.
1855) Ein nervöses Herzlelden zwang
mich früher, dem von mir geliebten
Bohnen-
kaffee zu entsagen. Seit ca. 2 Zahren trinke
Ich nun Kaffee Hag, ohne den ich nicht mehr
sein kann, da ich ſetzt Herzklopfen und
Engstgefühl nicht mehr zu befürchten
Frag Elsbeth Ebert.
brauche.
Ner 6
(eo
Siie wate
Anabss ..
A2.T
1761) Ich muß Ihnen bestätigen, daß
melne Famille und ich nach dem Senuß
von Kaffee Hag keinen Bohnenkaffee mitz
Coffeingehalt mehr triaken wollen. Den
lieblichen Geschmack des Kaffee Hagl
möchten wir nicht mehr missen. Bel dens
Senuß von Bohnenkaffee mit Eoffeln/
hatte ich fast immer Herzklopfen in er-‟
höhtem INaße. Darum blelbe ich ein fester
Kunde des Kaffee Hag. Fr. Meinert.
1875) Ich bin durch den Feldzug magen-,
und darmkrank geworden. Im lraufe derd
Zahre habe ich festgestellt,daß mir
Coffeln-
kaffee und Kakao nicht bekommen. MHan
rlet mir, es einmal mit Kaffee Hag zu
versuchen. Ich tat es und trinke jetzt
seit elnem halben Zahre Kaffee Hag, der
mir glänzend bekommt und vorzüglick.
schmeckt.
S. Bach.
Aus dem Aralp der Kaffee-Bandels-Aktiengesellschaft, Bremen
[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Reich und Ausland.
Mit dem Ballon über die Oſiſee.
Berlin. Von den vier Freiballonen, die am
Sonntag nachmittag vom Tempelhofer Feld zum
End=
wettbewerb aufgeſtiegen ſind, liegen bis zur
Mittags=
ſtunde des Montag erſt zwei Landeberichte vor. Der
von Petſchow geführte Ballon „Herford” iſt abends
gegen 10½ Uhr bei Treptow bei Kolberg gelandet.
Der von Schütze geführte Ballon „Darmſtadt”
landete 50 Meilen ſüdlich von Kodram (Wollin). Da
in der Flugrichtung der Ballone friſcher ſüdlicher,
bzw. ſüdweſtlicher Wind herrſchte, muß angenommen
werden, daß die anderen Ballone „Elberfeld”, Führer
Kaulen jun., und „Leipziger Meſſe‟, Führer Proehm,
ſich entſchloſſen haben, die Oſtſee zu überfliegen.
Eröffnung der Straßenbahnſtrecke Frankfurt
—Fechenheim.
Frankfurt a. M. Nach dem mit der
Ge=
meinde Fechenheim abgeſchloſſenen
Eingemeindungs=
vertrag hatte die Stadt Frankfurt die Verpflichtung
übernommen, eine Straßenbahnverbindung nach dem
neuen Vorort herzuſtellen. Mit einem Koſtenaufwand
von 700 000 Mark bis zur vorläufigen Endſtation iſt
dieſe Straßenbahnlinie nunmehr fertiggeſtellt und
dem Verkehr übergeben worden. Für den weiteren
Ausbau nach dem ſpäteren Endpunkt werden etwa
weitere 750 000 Mark erforderlich werden,
einſchließ=
lich der Koſten für Aufſchüttung des
Promenaden=
weges.
Eiſenbahnunfall.
Aſchaffenburg. Sonntag früh, gegen 5 Uhr,
wurde einem von Darmſtadt kommenden Güterzug
im hieſigen Güterzugeinfahrtsbahnhof nächſt der
Gladbacher Ueberfahrt drei Wagen einer
Rangier=
abteilung in die Flanke geſtoßen. Der Aufprall auf
den fahrenden Zug war ſo ſtark, daß ein mit
Schweinen beladener Wagen ſich auf den Kopf ſtellte.
Sopiel man ſehen konnte, lagen ſechs Schweine auf
dem Unfallplatz. Man muß die Hilfsmaßnahmen der
Reichsbahn anerkennen, denn der Unfall war ebenſo
raſch wieder behoben, wie er geſchehen war. In
wenigen Minuten war der lange Güterzug ſo
auf=
geteilt, daß numehr der umgefallene Wagen
Kennt=
nis von dem Unfall gab. Der Materialſchaden dürfte
ſich auf mehrere tauſend Mark belaufen. Verletzt
wurde glücklicherweiſe niemand. Die Einfahrt in den
Güterbahnhof war jedoch bis in die
Nachmittags=
ſtunden hinein geſperrt.
Ein neuartiger Motorballon.
Friedrichshafen. Am Samstag erſchien
über der Stadt ein von der Ballonfabrik Riedinger,
Augsburg, gebauter, 34 Meter langer Ballon, der
von dem Gelände des Luftſchiffhafens aufgeſtiegen
war und von einem Motor geführt wurde. Der
Ballon blieb 1½ Stunden in der Luft und landete
gegen abend glatt auf der Lufthafenwieſe.
Der Ein= und Ausbrecher Müller erſchoſſen.
Leipzig. Der berüchtigte Ein= und
Aus=
brecher Müller aus Altenburg, der zuletzt aus der
Gefangenenanſtalt in Untermaßfeld ausgebrochen
war, hatte in der letzten Zeit wieder die
Alten=
burger Gegend Unſicher gemacht und zahlreiche
Ein=
brüche verübt. In der Nacht zum Montag, gegen
2 Uhr, wurde er in der Wettinerſtraße mit einem
Komplizen auf friſcher Tat ertappt. Während der
Komplize entkam, wurde Müller von einem
Polizei=
beamten geſtellt. Müller gab aus einem Revolver
Schüſſe auf den Beamten ab, ſo daß dieſer ebenfalls
zur Waffe greifen mußte. Er ſtreckte Müller durch
einen Kopfſchuß nieder. Kurze Zeit ſpäter ſtarb
Müller an der erlittenen tödlichen Verletzung.
Schweres Verkehrsunglück.
Hannover (Maryland). Der Baltimore—
Ohio=Expreß überfuhr an einem Bahnübergang ein
Auto, wobei ſieben Perſonen den Tod fanden. Drei
der Inſaſſen wurden aus dem Wagen weit
wegge=
ſchleudert. Zwei verfingen ſich in den Trümmern;
eine Mutter und ihr Kind verbrannten, als der
Ben=
zinbehälter explodierte.
Ueber eine halbe Million Jla=Beſucher.
Am Sonntag, den 28 Oktober, wurde die
Inter=
nationale Berliner Luftfahrt=Ausſtellung, die ſeit dem
4. Oktober ihre Pforten geöffnet hielt, geſchloſſen.
Den Tagesrekord an Beſuchern hielt der Vorſonntag
(21. Oktober) mit rund 67 000 Perſonen, während am
Schlußtag rund 50 060 Menſchen durch die Tore der
Ausſtellungshalle am Kaiſerdamm gingen.
Insge=
ſamt hat die Internationale Flugſchau während ihrer
B5tägigen Dauer rund 450 000 Schauluſtige in ihren
weiten Räumen aufgenommen, nicht eingerechnet die
in geſchloſſenen Abteilungen eingeführten Vereine
und Verbände ſowie die zahlreichen Schulen, die an
manchen Tagen 10 000 bis 15 000 Schüler und
Schü=
lerinnen entſandten, ſo daß alſo eine
Geſamtbeſucher=
zahl von mehr als 500 000 regiſtriert werden kann,
die am beſten den großen Erfolg der Ausſtellung
kennzeichnet.
Ein Segeiboot mit Tragflächen.
Ein neuartiges Segelboot
mit ſeiner nur drei Quadratmeter großen Tragfläche
hat ſich bei den erſten Probefahrten vorzüglich
be=
währt. Durch die vielſeitige Verſtellbarkeit der
Trag=
fläche hat das Boot bei jedem Wind guten Antrieb.
Die ſeitlich angebrachten Schwimmfloſſen,
insbeſon=
dere der Waſſerauftrieb der eingetauchten Floſſe,
geben dem nach dem Syſtem Budig erbauten, von der
Flugtechnik befruchteten Fahrzeug große Stabilität.
Dienstag, den 30 Oktober 1928
Das Stammhaus der Familie Siemens in Goslar
wurde von dem vor 300 Jahren geborenen Hans Jürgen Siemens, deſſen Urenkel der Großvater
des berühmten Werner v. Siemens war, im Jahre 1693 erbaut. Die Inſchrift des in der
Schreiber=
gaſſe ſtehenden Hauſes lautet: „Ora et labora” (Bete und arbeite).
Den größten deutſchen Sender hört die ganze Welt.
Das Siemens=Stammhaus in Goslar.
Der Zeeſener Sender, der größte Rundfunk=Sender Deutſchlands und der Welt,
wird in den nächſten drei Monaten ſo ausgebaut, daß er bereits von Empfängern durchſchnittlicher
Empfindlichkeit auf der ganzen Welt gehört werden kann. Dieſer neue Fortſchritt iſt den vortrefflich
gelungenen Verſuchen mit Kurzwellenſendungen zu verdanken.
Eine Bauernhochſchule in der Mark.
Die neue Bauernhochſchule in Tzſchetzſchnow in Brandenburg
will Jungmänner und Jungmädchen in achtwöchigen Lehrkurſen fortbilden. Sie verdankt ihre
Entſtehung dem Alt=Landbund und der Stadt Frankfurt an der Oder, verfügt über 20 Morgen
Park und 8 Morgen Ackergärten, in deren Mitte ein Anweſen mit Wohn= und Baderäumen, Lehr=
und Turnhalle, Wirtſchaftsgebäuden, Vieh= und Holzſtällen ſteht. Der Wahlſpruch der Hochſchule
heißt: „Für Ar und Halm”
Frankenthal. Im großen Saal des Lan
gerichts begann geſtern vormittag, kurz nach 8½ Uh.
der auf ſechs Tage berechnete Prozeß gegen de
27jährigen ledigen Elektriker Franz Heinrich Giot
der, wie erinnerlich, am 18. April d. J. im We
Ludwigshafen der Farbeninduſtrie mehrere Meiſt,
und Beamte des Werkes niedergeſchoſſen hatt
Staatsanwalt Dr. Fiſch vertritt die Anklage. D.
Angeklagte nimmt geſenkten Hauptes an der
A=
klagebank Aufſtellung. Nach Vereidigung der G
ſchworenen ermahnt der Vorſitzende, Landgerichtsr,
Guggenmoos, die Preſſe, die Vorgänge des Prozeſſe
ohne jede Senſation zu berichten. Dann zählt du
Vorſitzende die Vorſtrafen des Angeklagten auf, der
weſentlichſte ein Darmſtädter Urteil von 1923 (2 M.
nate Gefängnis wegen ſchwerer Urkundenfälſchun=
und ein Mosbacher Urteil gegen den damals Ei
undzwanzigjährigen von 3000 Papiermark Geldſtra
wegen Aufforderung zur Abtreibung ſind. Au
kommen einige Verfehlungen Gioths als Jugendliche
zur Sprache. Dann wird der Eröffnungsbeſchluß ve
leſen. Bei der Schilderung der Bluttat iſt der Au
geklagte ſichtlich erſchüttert. Gioth war vom 14. Ju
1922 bis 12. April 1928 in der Farbeninduſtrie a
Elektriker in Stellung. Nachdem er bereits 19.
Akkordzeitſtreitigkeiten mit mehreren Meiſtern un
Kalkulatoren gehabt hatte, wurde er zur Vermeidun
weiterer Reibereien in die Turbinenzentrale, ſpäte
in den elektriſchen Betrieb zu Dr. Gröneveld ve
ſetzt, wo er den Meiſtern Heiß und Platz, dem Hilf,
meiſter Disque und dem Kalkulator Graf unterſtel
war. Am 11. April war Gioth wegen nicht rech
mäßiger Ausführung eines Auftrages von dem
Hilf=
meiſter Disque zur Rede geſtellt worden. Daral
ging Gioth mit einer Eiſenſtange auf den Hilf.
meiſter los und verletzte ihn am Arm erheblie
Hierauf erfolgte ſeine friſtloſe Entlaſſung.
ſeiner Entlaſſung kündigte er an, daß er ſich
allen, die ihn ungerecht behandelt hätten, räche
würde. Nachdem ſich Gioth am 17. April von de
Zeugen Heiß eine Selbſtladepiſtole mit 25 Patrone
gekauft hatte, ſchlich er ſich am Tage darauf in A
beitskleidung mit zwei Piſtolen und einem geöffnete
Meſſer in die Fabrik, überfiel zunächſt im Bau &
den Meiſter Schneider und den Kalkulator Laupe
mit den Worten: „Ihr Schufte” und tötete Schneide
durch vier Schüſſe. Lauper wurde durch zwei Schüſſ
tödlich verletzt. Im Bau 565 ſchoß er auf den ihr
entgegeneilenden Disque, der ſchwer getroffen wurde
ſich aber noch auf ihn warf. Dioth riß ſich los
flüchtete nach einem anderen Bau und ſchoß dort au
Graf. Die Waffe verſagte. Er ſpannte neu und ſcho
mehrmals. Da Graf ſich blitzſchnell zu Boden falle
ließ, wurde er nicht getroffen, hingegen der hinzu
eilende Meiſter Heiß durch zwei Schüſſe. Beim Ver
laſſen des Baues ſchoß Gioth noch dem Zeugen
Pla=
ins linke Bein. Platz warf ſich ſofort zu Boden,
daß die weiteren Schüſſe ihr Ziel verfehlten. Darau
flüchtete Gioth, erſchien aber bald wieder in de
Werkſtatt und ſchoß erneut auf Heiß. Dieſer erhiel
einen ſchweren Wirbelſchuß, der zu gänzlicher Läh
mung und zum ſpäteren Tode führte. Als Graf tele
phoniſch polizeiliche Hilfe herbeirufen wollte, kan
Gioth und zielte auf den ſofort flüchtenden Gra
Gioth ſtellte ſich darauf auf der Polizeiſtation.
Gioth iſt dreier Verbrechen des Mordes und dreie
Verbrechen des verſuchten Mordes in Tateinheit ge
mäß §§ 211 und 43 des R.=Str.=G.=B. angeklagt. Al.
Sachverſtändige ſind geladen der Obermedizinalra
Dr. Frantz=Frankenthal und der Oberarzt der Kreis
kranken= und Pflegeanſtalt Frankenthal, Dr. Reſch
Beginn des Prozeſſes Müller=Wieland.
Frankfurt a. M. Unter dem Vorſitz der
Landgerichtsdirektors Meſſerſchmidt begann geſtert
morgen der Prozeß gegen den früheren Bühnen
direktor der Bühnen=A.=G. Frankfurt a. M., Otti
Müller=Wieland, der am 24. Oktober 1880 in Neu
ſtadt in Holſtein geboren iſt. Der Eröffnungsbe
ſchluß vom 1. Mai 1928 legt dem Angeklagten u. a
Betrug, Untreue, Unterſchlagung und Vergehen
ge=
gen das Handelsgeſetzbuch zur Laſt. Der Angeklagt
abſolvierte eine Mittelſchule und trat dann in die
Handelsmarine ein. Wegen eines Halsleidens wurde
er 1908 entlaſſen und erhielt eine Stelle beim
Ma=
giſtrat Kiel. 1910 ging er durch Vermittlung eines
Direktors nach Poſen und wurde Vorſtandsbeamter
des dortigen Theaters. An dem Weltkrieg nahme
als Adjutant einer Aufklärungs=Fliegerabteilung be
der Marine teil; ſpäter war er Leiter der
Schieß=
abteilung einer Fliegerſchule. Nach dem Kriege ging
er wieder nach Poſen und wurde dort im März 1914
ausgewieſen. Er begab ſich dann nach Barmen=Elben
feld, wo er Direktor des dortigen Theaters wurde,
und kam über Düſſeldorf, wo er eine ähnliche
Stel=
lung bekleidete, nach Frankfurt a. M. Zu Beginn der
Verhandlung wurden zunächſt die Vorgänge
be=
ſprochen, die zur Eröffnung des Verfahrens gefühn
haben. Die Grundlage der Anklage bildet ein
Be=
richt des Städtiſchen Reviſionsamtes vom 22. Ofto
ber 1926.
Ein neues Unterſee=Telephonkabel.
New York. Walter Gilford, der Präſident de
American Telephon and Telegraph Company ten
mit, daß es dem Laboratorium der Bell Cy gelunge
ſei, ein Unterſeekabel zu entwerfen, mit dem
möglich ſein werde, über eine Entfernung von fün
tauſend Kilometer zu telephonieren. Die Herſtellung
und Legung dieſes transatlantiſchen Kabels werde
über ein Jahr dauern. Es werde aus einem 3u
80 Prozent aus Nickel und zu 20 Prozent aus Eiſſch
zuſammengeſetzten Spezialmetall hergeſtellt werdeſſ.
Blutige Schlägerei.
Saarbrücken. In der Nacht zum Sonntag
ereignete ſich im Stadtteil Burbach zwiſchen den
Ge=
brüdern Krämer und den Gebrüdern Feß eine
Schlä=
gerei, in deren Verlauf einer der Gebrüder Feß einen
Revolver zog und den Mjährigen Chauffeur Heinrich
Krämer durch einen Schuß ſo ſchwer verletzte, daß er
kurz nach ſeiner Einlieferung ins Krankenhaus
ver=
ſtarb. Der 29 Jahre alte Hüttenarbeiter Ludwig
Krämer erhielt einen Schuß in den Hals und liegt
ſchwerverletzt darnieder. Der Täter wurde verhaftet.
Ein Walfiſch in der Flensburger Förde
erbeutet.
Flensburg. Die Glücksburger Fiſcher Arp
und Sohn erbeuteten bei Mürwik einen jungen
Wal=
fiſch von 4½ Metern Länge und etwa 2000 Pfund
Gewicht. Es handelt ſich offenbar um ein Tier aus
einer Gruppe von Walen, die kürzlich in der
Apen=
rader Förde geſichtet wurden.
Fabrikbrand.
Mailand. In dem liguriſchen Bergdorf
Saſ=
ſello, oberhalb Savona, wurde eine
Baumwollſpin=
nerei eingeäſchert, die 150 Arbeiter beſchäftigte.
In=
folge der großen Entfernung kam die Feuerwehr zu
ſpät. Der Sachſchaden beträgt 3 Millionen Lire.
Folgenſchwerer Autozuſammenſtoß.
Cleveland. Beim Zuſammenſtoß eines
Per=
ſonenautos mit einem Laſtauto wurden fünf junge
Leute getötet, die in früher Stunde von einem
Ge=
lage zurückkehrten. Der Führer des Perfonenwagens
iſt ſchwer verletzt.
Fünf Tote bei einem Autounglück.
Seward (Pennſylvanien). Ein Automobil
wurde an einem Bahnübergang von dem Schnellzug
Pittsburg-Philadelphia erfaßt. Fünf Inſaſſen des
Autos wurden getötet; einer wurde ſchwer verletzt.
Ein neuer Ozeanflug.
New York. Hauptmann Lancaſter, der ſeine
zeit den Flug London—Auſtralien mit einem Klein
fluggeug ausführte, Leutnant Lyon, der an dem Flug
San Franzisko—Auſtralien an Bord des „Southern
Croß” teilgenommen hat, und der Verleger Butma‟.
ſind am Sonntag, um 13.30 Uhr Ortszeit (19.30 19*
MEZ) zu einem direkten Flug nach den Bermudſs”
inſeln aufgeſtiegen. Die zurückzulegende Strecke Ve‟
trägt 1250 Kilometer.
Sechzig Verletzte bei der Exploſion eines
Gas=
behälters.
New York. In Birmingham im Staate 240
bama explodierte ein unter Hochdruck ſtehende=
Chlorgasbehälter. Durch die Exploſion wurden ſechz ß
Perſonen verletzt, davon zwanzig ſo ſchwer, daß
ins Krankenhaus verbracht werden mußten.
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Dienstag den 30 Okiober 1928
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Ate2
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Dienstag, den 30. Oktober 1928
Nummer 302
Sport, Spiel und Zurnen.
Handball:
Süddeutſchland — Städtemannſchaft
Darmſiadt.
Süddeutſchland, das bekanntlich durch den 13:6=Sieg in Darmſtadt
gegen Brandenburg im Spieljahr 1927/28 Pokalſieger wurde, hat in der
diesjährigen Pokalrunde die ſchwere Aufgabe, ſeinen Titel als
Pokal=
meiſter zu verteidigen. Schon in der Vorrunde treffen die
Repräſen=
tativen unſeres Landesverbandes auf einen ſchweren Gegner, nämlich
auf Norddeutſchland. Nur wenn ſich Süddeutſchland bei dieſem Spiel
auf eine wirklich einheitliche und tadellos eingeſpielte Mannſchaft ſtützen
kann, wird das Spiel in Hannoder erfolgreich beſtanden werden können.
Um der Mannſchaft Gelegenheit zu geben, ſich einzuſpielen, findet am
kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ein Probeſpiel ſtatt. In
die=
ſem Spiel werden die ſüddeutſchen Repräſentativem zeigen können, ob
ihre Aufſtellung tatſächlich gerechtfertigt iſt, zumal die Darmſtädter
Städtemannſchaft, wenn ſie ja auch nicht die beſte Vertretung
einheimi=
ſchen Handballkönnens darſtellt, doch zumindeſt derart ſpielſtark iſt, daß
ſie nicht ohne Kampf beſiegt werden kann.
Die Spieler der ſüddeutſchen Mannſchaft, derem Aufſtellung ja
be=
kannt iſt, ſind zweifellos ohne Ausnahme große Könner. Ob allerdings
die Elf, die ſich aus Leuten von ſieben Vereinen zuſammenſetzt, an
Zu=
ſammenſpiel das Können unſerer Spitzenmannſchaſten erreicht, bleibt
bis zum Spiel des nächſten Sonntags eine offene Frage. Auch bei der
jetzigen Neuaufſtellung wird die Stärke der Mannſchaft im Sturm und
in der Verteidigung liegen. Roſen—Reuter werden zweifellos ihren
Mann ſtellen. Gewagter erſcheint es ſchon, eine Prognoſe hinſichtlich
des Angriffsquintetts zu ſtellen. Voß vom D.S.V. München, in
Darm=
ſtadt als Verbindungsſtürmer beſtens bekannt, wird ſeine Eignung als
Sturmführer erſt zu erproben haben. Die unbedingte Zuverläſſigkeit
der Stürmer der 98er ſcheint im Augenblick ja auch nicht ohne weiteres
bejaht werden zu können. Obwohl zu erwartem ſteht, daß die ſpieleriſche
Kriſe dieſer Spieler ſchnell überwunden ſein wird.
Auf jeden Fall wird dieſes Probeſpiel recht intereſſant werden. Die
Darmſtädter Handballanhänger werden ſich die Gelegenheit nicht
ent=
gehen laſſen, zwei wirklich gute Mannſchaften ſich im Kampfe meſſen zu
ſehen.
Kegeln.
Ausſcheidungskegeln.
Als Vorkämpfe für die Meiſterſchaftskämpfe hat zu Beginn jeden
Geſchäftsjahres ein Ausſcheidungskegeln ſtattzufinden. Aus dieſem gehen
die 20 Beſten als Verbandsmannſchaft hervor. In 5 Läufen ſind 600
Kugeln pro Mann abzuwerfen. Dei erſten 4 Läufe gehen über 100
Kugeln, der letzte Lauf über 200 Kugeln. Am vergangenen Sonntag
ſtarteten 64 Kegelbrüder zum 1. Lauf auf den Bahnen im Bürgerverein,
Konkordiaſaal, Krichbaum und Turnhalle. Die einzelnen Reſultate
ſind folgende:
I. Bahn Bürgerverein: 1. Ringler (Sportkegler) 522; 2.
Grün (L.L.) 591; 3. Joſt (9.L.) 520; 4. Scherer (Haſſia) 510; 5. Riebel
(K.K. 23) 507: 6. Mayer (Schuſter) 506: 7. Pohlmann (Haſſia) 489;
8. Bender (L.L.) 489; 9. Dahlem (Schuſter) 488; 10. Preußner (Haſſia)
482; 11. Kramer (L.L.) 479; 12. Brückbauer (Sportkegler) 472; 13.
Scheuermann (Sportkegler) 470; 14. Schroth (Haſſia) 469; 15. Bach
(Schuſter) 466; 16 Erbes (L.L.) 457; 17. Wulff (Haſſia) 455; 18. Schild
(Sportkegler) 450; 19. Grab (L.L.) 449: D. Georgi (Haſſia) 444; 21.
Heldmann (Sportkegler) 443; 22. Schmidtmer (2.L.) 457; B. Wenner
(L. L.) 434:; 24. Jöſt (Haſſia) 422.
II. Bahn Konkordiaſaal: 1. Thümmel (D.K.K. 1911, B.V.)
573: 2. Bangert (Kranz) 541: 3. Eigenbrodt (D.R.K. 1911, B.V.) 524;
4. Becher (B.K.,K. 1911, BV.) 519; 5. Wilbert (2.9.,K. 1911, B.V.)
514; 6. Hahn (Kranz) 508; 7. Schembs (B.K.K. 1911, B.V.) 496; 8.
Hering (D. K.K. 1911, B.V.) 494; 9. Preuß (D.K.K. 1911, BV.) 492;
10. Bäumer (B. K.K. 1911, B.V.) 491; 11. Zuleger (D. K.K. 1911, B.V.)
485; 12. Dörr (Knanz) 484; 13. Sommer (2. K.,K. 1911, / BV.) 470;
14. Schmitt (Kranz) 459.
III Bahn Turnhalle: 1. Hübner (Keglerluſt) 516; 2. Harres,
Peter (Keglerluſt) 510; 3. Rößler (K.K. 23) 492: 4. Mees (K.K. 23)
478; 5. Arnoldt (Kegelfreunde) 462; 6. Gebhardt (K.K. 23) 459; 7. Chriſt
(K.K. 23) 459; 8. Deinhart (Keglerluſt) 447; 9. Mohr (K.K. B) 438;
10. Kollmann (K.K. 23) 434; 11. Wenger (9.K. 23) 430.
IV. Bahn Krichbaum: 1. Schönefeld (Chattia) 548; 2. Reichert
(Zwölfer) 535; 3. Sattler (Zwölfer) 519; 4. Lautenſchläger (Chattia)
517; 5. Kemmerzehl (Fall um) 517; 6. Reinhardt (Zwölfer) 507; 7.
Schie=
ferdecker (Zwölfer) 506; 8. Kern, Ad. (Chattia) 505; 9. Schwinn (
Zwöl=
fer) 508; 10. Pfeiffer (Zwölfer) 485; 11. Lang (Zwölfer) 448; 12. Drautz
(Zwölfer) 447; 13. Kürtz (Zwölfer) 426.
Fünf Europameiſterſchaften ſind von der J.B.U. neu ausgeſchrieben
worden. Deutſcherſeits ſind Czirſon (Leichtgewicht) und Domgörgen
(Mittelgewicht) genannt worden. Als ſechſte Europameiſterſchaft wird
die im Halbſchwergewicht frei, da Schmeling verzichſtet, nachdem er ins
Schwerge wicht gewachſen iſt.
Wetterbericht.
Im Nordweſten rückt eine neue Störung heran deſſen
Warmluft=
ſtaffel über den Britiſchen Inſeln ein ausgedehntes Regengebiet mit ſich
führt. Gleichzeitig erfolgte kräftiger Luftdruckanſtieg von Südweſten
her, ſo daß Weſt= und Mitteleuropa im Bereich höheren Druckes liegen.
Sehr wahrſcheinlich dürfte ſein Einfluß vorherrſchend ſein und das neue
Schlechtwettergebiet in unſerem Bezirk nur Bewölkung und vereinzelte
Niederſchläge bringen, ſich aber ſtärker, im nördlichen Teil Deutſchlands
und im Küſtengebiet bemerkbar machen. Die Temperaturen werden
be=
ſonders nachts bei ſtärkerem Aufklaren mehr als ſeither zurückgehen.
Ausſichten für Dienstag, den 30. Oktober: Wolkig mit Aufheiterung,
etwas friſcher, nachts ſtellenweiſe Gefahr leichten Bodenfroſtes, meiſt
trocken.
Ausſichten für Mittwoch, den 31. Oktober: Wenig Aenderung der
Wet=
terlage.
in C2 Wind: Bm
ſchlag
in mm Schnee=
decke
in cm Gießen: wolkig SN. 14 Aachen: wolkig SW. Hamburg: wolkig 8 SW. Berlin: wolkig 11 SW. München: wolkig 11 WSW. Königsberg: wolkig 11 SSW. Breslau: wolkig 12 SSW. Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen. Feldberg:
Taunus Nebel NW. Waſſerkuppe Nebel W. Feldberg:
(Schwarzw.) Nebel 1 SW. 0,2 Zugſpitze: Schnee S, Kahler Aſten: Nebel SW, Fichtelberg: Nebel SW. Schneekoppe: Regen SWg
Hauptſchriftlettu.ig: Rudolf Maupe
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmann;
und Verlag: L. C. Wlitich — ſämtich in Darmſſadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantle der Rückſendung nicht Übernemmen.
Die heutige Nummer hat. 16 Geiten.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 30. Okt. 6.30: Gymnaſtik. 8 13: Stuttgart:
Mittags=
ſtändchen. 15.05: Jugendſtunde. Lehrer K. Stricker: Von den
Spinnen. 2 15.55: Hausfrauendienſt. Leitung: Fini Pfanues
6 16.35: Stuttgart: Konzert des Funkorch. 8 18.10: Aus dem
Roman „Maler Nolten” von Ed. Möricke. O 18.30: Kaſſel: Vortrag
O 19: Funkhochſchule. Prof. Dr. v. Düring: Raſſenhygiene und
ſoziale Fürſorge. O 19.30: Engliſche Literaturproben. o 19.45.
Engliſcher Sprachunterricht. 23.15: Schallplatten. Aus Ovem
O 21: Berlin: Digloge der Weltliteratur. Edda. Gripirs
Weis=
ſagung. — Das Lied vom Drachenhort. — Die Heidrekrätſel. —
Das Skirnirlied. O 22: Stuttgart: Opern=Abend.
Stuttgart.
Dienstag, 30. Olt. 10.30: Schallplatten. O 12.30: Schallplatten.
o 13: Mittagsſtändchen. 0 15.45: Frauenſtunde. Frau Weinbuch
Ulm: Kenne und liebe deine Heimatkunſt, ein Mahnwort an die
Frau. o 16.15: Nachmittagskonzert. Mitw.: Anne Weegmam=
Schnitt, Funkorch. O 18.15: Prof. Beutel: Die Beziehungen der
Aſtronomie zu anderen Wiſſenſchaften. 6 18.45: Funktechnit für
alle. 19.15: Dr. Rüdiger: Nordenskjöld und Amundſen, der
Polarforſcher und der Polarfahrer. 0 20: Aus dem Lindenmuſeum
Suttgart: M. Kolinſki: Muſik der erotiſchen Hochkulturen, 0 21.
Berlin: Dialoge der Weltliteratur. Aus der „Edda‟. Gripirs
Weis=
ſagung. — Das Lied vom Drachenhort. — Die Heidrekrätſel
Das Skirnirlied. O 22: Populärer Opernabend. Philharmoniſches
Orcheſter Stuttgart. Mitw.: Erna Ummen (Sopran!. Elſe Berner
(Alt). Weber: Ouvertüre und Arie der Agathe aus „Der Freiſchütz”,
— Bizet: Vorſpiel und Zwiſchenaktmuſik aus „Carmen”; Habanera
aus „Carmen”. — Verdi: Szene und Duett aus „Aida‟.
Nicolat: Ouv. zu „Die luſtigen Weiber von Windſor‟: Duett der
Frau Fluth und Frau Reich, aus „Die luſtigen Weiber von
Wind=
ſor”.
Berlin.
Dienstag, 30. Olt. 11: Aus dem Feſtſaal des
Reichsarbeits=
miniſteriums: Feier des zehnjährigen Beſtehens des
Reichsarbeits=
miniſteriums. Rede des Reichsarbeitsminiſters Wiſſel. — Anſprachen:
des Reichskanzlers Müller; Reichstagspräſidenten Löbe; Preuß.
Miniſters für Volkswohlfahrt Dr. Hirtſiefer; Präſidenten des vor=
Wercidt Witei deir eie de ectegnfe
O 16: Bücherſtunde. 2 16.30: Unterhaltungsmuſik. Kapelle Emi
Rooßz. O 18.30: Prof. Dr. Weil: Orientaliſche Hauptſtädte:
Kon=
ſtantinopel. 0 19: Dozent H. Hirſchſtem: Mineraliſche Rohwaren —
ihr Einfluß auf das Werden der Völker und der Gewerbe. (Das
Aluminium., o 19.30: Prof. Dr. Liepmann: Bedeutung und Ziele
der Frauenkunde. (Die körperliche Eignung der Frau., 0 20:
Abend=
unterhaltung. Mitw.: Lore Braun, W. Franck. 0 20.45: Dialoge
der Welkliteratur „Germaniſches Mittelalter. Die Edda. Griprs
Weisſagung. — Das Lied vom Drachenhort. — Die Heidreksrätſel,
— Das Skirnirlied. Mitw.: M. Bing, Roſe Lichtenſtein, Meinh.
Maur, L. Müthel, O. Wollmann. Begl. Muſik: K. Wiener. Einl.
Worte: C. Hagemann. 0 21.40: Oberſchulleiter Berth. Otto:
Beob=
achtungsſchule ſtatt Beibringungsſchule. 0 Anſchl.: Tagesnachrichten.
Deutſche Welle. Dienstag, 30. Okt. 10.15: Berlin: Nach
gef.
richten. O 12: Franzöſiſch für Schüler. 0 13.30: Berlin: Nachr
o 14.30: E. Drechſler: Wie baue ich mir ein Rundfunkempfangs
gerät? 0 15.30: Wetter und Börſe. 6 15.40: Frieda Radel
Das Verhältnis der Mutter zu den heranwachſenden Kindern
Verantwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feullleten, Reich und / 16: Fr. Dr. Bernhard: Em Beitrag zum Lebens= und
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; ſür den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für Berufsproblem der Landjugend. 6 16.30: P. Markwald=Caro
„Die Gegenwari”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentell: Wilip Kuble: Orus Die volks= und privatwirtſchaftliche Bedeutung des Sparens. 8 17
Leipzig: Funkorch. Romanzen und Humoresken. Anſchl.: Schall
platten=Konzert. 18: Dr. =Braun: Aktuelle Romanſtoffe. De
Kriialfall. o 18.30: Franzöſiſch für Anf. 0 18.55: Prof. Dr
Häpke: Der Werdegang der deutſchen Wirtſchaft. 21.40: Di
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m Erntejahr 1927 wurden laut „Wirtſchaft und Statiſtik” nach
do ndgültigen Aufnahmergebnis 2594 Hektar oder 39,3 Prozent mehr
uw abak bepflanzt als 1926. Die Geſamtflüche der Tabakpflanzungen
bey 9199 Hektar gegen 6635 Hektar i. V. Die Vergrößerung der
AX) fläche fällt ausſchließlich auf den gewerbsmäßig betriebenen
Labak=
ben Einer Zunahme der Zahl der gewerbsmäßigen Pflanzer um 11 534
(38 Prozent) ſteht eine Abnahme der Pflauzer für den eigenen
Haus=
be um 8651 (30,7 Prozent) gegenüber. Der Grund der Zunahme
de werblichen Tabakbaues iſt auf höhere Preiſe und geſteigerte
Nach=
fr zurückzuführen. An der Vergrößerung der bebauten Geſamtfläche
ſix aft ſämtliche Landesfinanzamtsbezirke beteiligt. Da der
durch=
ſch liche Hektarertrag mit 21,7 Doppelzentnern den Vorjahresertrag
(— Doppelzentner) faſt ereicht hat, iſt auch eine erhebliche Vermehrung
bo geernteten Tabak zu verzeichnen. Gegenüber einer Ernte von
12 5 Doppelzentnern i. V. beläuft ſich die Menge im Berichtsjahr auf
19 1 Doppelzentner Tabak. Die Tabakernte kann im Durchſchnitt
ahute Mittelernte bezeichnet werden. Die Güte des Tabaks war im
c reinen zufriedenſtellend. Der Gefamtwert der Ernte belief ſich auf
29 RM. gegenüber 18 687 739 RMN. im Vorjahre. Der mittlere
Eigerpreis für einen Doypelzentner Tabak aller Sorten ſtellte ſich
gr 12,87 NMt. (1926: 130 RM.).
Wirtſchaftliche Rundſchau.
kbſchluß einer Tollau=Anleihe der Ruhr=Gas=A.=G. Die
Verwal=
der Ruhr=Gas=A.=G. beſtätigt uns eine New Yorker Meldung,
ifolge die ſeit Monaten ſchwebende und wegen des für
Auslands=
hen ungünſtigen New Yorker Emmiſſionsmarktes zurückgeſtellte
ihe nunmehr abgeſchloſſen worden iſt. Es handelt ſich um einen
ihebetrag von 12 Millionen Dollar, welche mit 6½ Prozent ſtatt
üinglich vorgeſehenen 6 Prozent zu verzinſen iſt. Die Laufzeit iſt
953 vorgeſehen. Ueber ſonſtige Einzelheiten und Formalitäten
Anleihe war noch nichts zu erfahren.
Frankfurter Börſe. Auf Grund des § 40 des Börſengeſetzes ſind
). Oktober 5. J. ab 5 Mill. GMM. 8proz.
Goldmarkommunalobliga=
der Preußiſchen Landespfandbriefanſtalt, Körperſchaft des öffent=
Rechts, Berlin — Geſamtkündigung bis zum 31. Januar 1934
hloſſen —, zum Handel und zur Notierung zugelaſſen.
Zins=
ne: 2. Januar und 1. Juli.
Rhenania, Wormſer Lagerhans= und Speditions=A. G., Worms. Die
tania, Worſer Lagerhaus= und Speditions=A.G., erzielte in
(28 einen Rohgewinn von 129 003 RM. Unkoſten beanſpruchten
4 RM. Füir Abſchreibungen ſind 64 845 RM. vorgeſehen. Unter
echnung des Verluſtvortrages aus 1926/27 ergibt ſich ein Verluſt
4124 RM
Kurpfalz=Sektkellerei, A.=G., Speher a. Rh. Die G.V. genehmigte
4 Prozent Dividende aus 49 289 RM. Reingewinn. (A.K. 630 000
hsmark.) Das abgelaufene Geſchäftsjahr ſei ſehr günſtig geweſen
habe eine Steigerung des Abſatzes durch Vergrößerung des
Kunden=
es, Steigerung der Lagerbeſtände und der Umſätze ſowie eine
ere Vergrößerung der Leiſtungsfähigkeit des Betriebes erbracht.
Ausſichten für die Zukunft ſeien befriedigend und zuverſichtlich.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen von 29. Oktober ſtellten ſich für
trolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam (
No=
ung der Vereinigung für die deutſche Elektrolytkupfernotiz) 149.50
smark. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berbiner
Metall=
envorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für
mpte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für
Originalhüttenalu=
ium, 98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM.,
gl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 194 RM., Reinnickel, 98= bis
coz. 350 GM., Antimon Regulus 85—88 RM., Feinſilber (1
Kilo=
im fein) 79.50—81.00 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 29. Oktober ſtellten ſich für
pfer: Januar 137.75 (138.25), Februar 138 (138), März bis Mai
75 (138.25), Juni bis September 138.00 (138.25), Oktober 137.50
1.00), November und Dezember 137.50 (138.50). Tendenz: feſt.
Blei: Januar 43.50 (44.00), Februar bis Juli 43.50 (43.75)
guſt 43.75 (43.75), September 43.75 (44.00), Oktober 44.25 (44.75),
vember 43.50 (44.00), Dezember 43.50 (43,75). (Tendenz: ſtetig.)
Zink: Januar und Februar 47.25 (47.75), März und April 47.50
00), Mai 47.50 (48.25), Juni 47.75 (48.25), Juli bis September 48.00
50), Oktober 46.50 (48.50), November 47.00 (47.50), Dezember 47.25
„25). (Tendenz; ruhig.) — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
rmmern Brief.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 29. Oktober. Trotz hoher
Aus=
adsforderung verkehrte die Produktenbörſe weiter zurückhaltend. Für
rlandsweizen hielt das Angebot an. Die Mehlpreiſe wurden wieder
r eine Viertelmark hinaufgeſetzt. Man verlangte für die 100 Kg.
ge Sack wagonfrei Mannheim in Reichsmark: Weizen inl. 24—24,25,
Sl. 26—28,50, Roggen inl. 23—23,25, Hafer inl. 23,25—24, ausl. 23,25
3 24,25, Braugerſte, badiſche, heſſiſche und württembergiſche 25,75 bis
„50, pfülziſche 26,50—27,75, Futtergerſte 20—20,50, Mais mit Sack 22,75,
Sdeutſches Weizenmehl, Spezial Null, mit Sack 34,50, ſüddeutſches
oggenmehl, je nach Ausmahlung, 31—33, Weizenkleie 14.
Frankfurter Produktenbericht vom 29. Oktober. Am Frankfurter
Toduktenmarkt konnte ſich zu Beginn der neuen Woche eine freund=
Here Tendenz entwickeln, da von den erholten Auslandsnotierungen
rre günſtige Wirkung ausging. Vereinzelt wurden auch Deckungen
ergenommen. Beſonders Weizen war etwas lebhafter verlangt. Aber
ach für Weizenmehl machte ſich daraufhin ſtärkeres Intereſſe bemerk=
Tr. Am Futtermittelmarkt hatte Mais für Futterartikel auf Deckungen
Landwirtſchaft etwas größeres Geſchäft. Im Gegenſatz hierzu
g Weizen= und Roggenkleie vernachläſſigt und etwas ſchwächer. Preiſe
urden wie folgt feſtgeſetzt. Weizen 23,75—23,85, Roggen 22,60—22,75,
ommergerſte 25—25,50, Hafer inl. 23,25—23,50, Mais für Futterzwecke
7,75—22, Weizenmehl 34—34,50, Roggenmehl 30—30,75, Weizenkleie
41, Roggenkleie 14,25—14,50, Erbſen 32—62, Linſen 63—115, Heu 12
fs 12,50, Weizen= und Roggenſtroh, drahtgepr., 4,50—5, gebündelt 3,50
is 4, Treber 19,75—20.
Die Frankfurter Kartoffelnotierungen vom 29. Okt. Die Tendenz
er Frankfurter Kartoffelbörſe war ruhig. Es notierten je 50 Kg.
Induſtrie hieſiger Gegend Mk. 3,60—3,70.
Viehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 29. Oktober. Zum heutgen
Großvieh=
lrarkt waren zugeführt und wurden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach
Plaſſe gehandelt: 312 Ochſen 28—55, 192 Bullen 30—49, 352 Kühe 15 bis
8, 425 Rinder 34—56, 592 Kälber 45—76, 30 Schafe 42—45, 3597
Schweine 64—80. Marktverlauf: Mit Großvieh ruhig, Ueberſtand; mit
Kälbern mittelmäßig, ausverkauft; mit Schweinen ruhig, Ueberſtand.
Der nächſte Ferkel= und Kleinviehmarkt findet ſtatt am Donnerstag,
T. Nrvember, am Mittwoch, 31. Oktober, ſtatt.
Frankfurter Viehmarkt vom 29. Oktober. Der Auftrieb des heutigen
Hauptmarktes beſtand aus 1493 Rindern, darunter 280 Ochſen, 72 Bullen,
549 Kuhe, 433 Färſen, ferner aus 531 Kälbern, 111 Schafen und 5540
Spveinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Hauptmarktes der
ver=
gangenen Woche, waren 165 Rinde= und 170 Schweine weniger
ange=
trieben, während 15 Kälbe= und 20 Schafe mehr zum Verkauf ſtanden.
Marktverlauf: In Rindern mirtelmäßiges Geſchäft, nahezu geräumt,
ccweine ſchleppend, Ueberſtand, Kilber und Schafe ruhig, ausverkauft.
SBezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen al) 56—60, g2) 50
Eis 55, b1) 45—49, Bullen a) 48—52, b) 44—47, Kühe a) 43—46, b) 36
bis 42, c) 30—35, d) 22—23, Färſen a) 56—60, b) 50—55, 0) 43—49, Käl=
Her b) 70—75, c) 64—69, d) 55—63. Schafe nicht notiert, Schweine a) 77
Bis 79, b) 76—79, c) 76—79, d) 75—79, e) 68—75, g) 62—68. Im Vergleich
Zu den Notierungen des Hauptmarktes der vergangenen Woche waren
Minder 1 bis 3 Mark teurer; gegenüber den Notierungen des
Neben=
mauktes der vergangenen Woche zogen Schweine bis zu 1 Mark an,
rvährend Kälber underändert blieben. — Fleiſchgroßmaukt:
Ohſenfleiſch 1. Qual. 90—96. 2. Qual. 80—90, Bullenfleiſch 78—84,
Kuh=
fleiſch 2. Qual. 50—60, 3. Qual. 30—50. Kalbfleiſch 1. Qual. 100—110,
Hammelfleiſch 95—100, Schweinefleiſch 1. Qual. 90—100. Gefrierfleiſch:
Rindflaſch, Vorderviertel, zollfrei 54, verzollt 65, Hinterviertel 53
bzw. 76
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. wurden 270 Schweine
verkauft. Milchſchweine wurden das Stück mit 7 bis 18 Mark, Läufer
mit 22 bis 35 Mark bezahlt.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Feankfurt a. M., 29. Oktober.
Zu Beginn der neuen Woche konnte ſich eine Belebung des
Ge=
ſhäfts wieder nicht durcſſetzen, da Publikum und Ausland nach wie vor
faſt vollkommen am Markte fehlten, die Stiunmung war jedoch allgemein
freundlicher. Nachdem nun auch in Berlin der Liquidationstag
vorüber=
gegangen iſt, hält man den Ultimo im weſentlichen für überwunden,
zu=
mal die Geldverſorgung reichlich iſt. Zur Beſſerung der Stimmung
trug auch die feſte Haltung der Now Yorker Samstagsbörſe bei. Die
Hauptanregung bot aber die etwas regere Nachfrage, die für
Spezial=
werte in Erſcheinung trat. Im Vordergrunde ſtanden, wie ſchon zum
Schluß der Samstagsbörſe, die Kaliwerte auf das günſtige Bezugsrecht
Bei Salzdetfurth. Weſieregeln lagen 3 Prozent, Salzdetfurth 14
Pro=
zent höher. Ctwas gefragt waren ferner Montanwerte, da man mit
einer baldigen Beilegung des Lohnkampfes in der Eiſeninduſtrie rechnen
zu können glaubt. Außendem verwies man auf die leicht erhöhte
Nuhr=
kohlenförderung bei weiterem Rückgang der Feierſchichten. Gelſenkirchen,
Harpener, Klöckner und Mannesmann konnten 1 bis 2 Prozent anziehen,
Buderus 234 Prozent, Rheinſtahl plus 3 Prozent. Am Elektromarkt
waren A.EG. 134 Prozent, Bergmann 2 Prozent und Siemens 3½
Prozent befeſtigt. Je 1½ Progent höher eröffneten J. G. Farben,
Adler=
werke, Zellſtoff Aſchaffenburg und Waldchof. Karſtadt lagen 2 Prozent
höher. Schiffahrtswerte blieben vernachläſſigt und nur behauptet; man
will offenbau die Llyodtransaktion abwarten. Auch Bankwerte lagen ſtill
und nur behauptet, Süddeutſche Zucker eher angeboten und 1 Prozent
niedriger.
Im Verlaufe ſchrumpfte das Geſchäft ſtark zuſammen.
Verſchiedent=
lich bröckelten die Kurſe leicht ab. Tagesgeld blieb zu 5 Prozent
un=
verändert leicht. Am Deviſenmarkt zog der Dollar etwas an. Mark gegen
Dollar 4,1970, gegen Pfunde 20,358, London-Kabel 4,8490, Paris 124½8
Mailand 92,59, Holland 1209¾.
An der Abendbörſe ſtanden Elektrowerte unter Führung von
Schuckert im Vordergrunde, die gegen Mittag noch weitere
Kursge=
winne tätigten. Daneben wurden Nordd. Lloyd etwas beachtet. Wie
wir erfahren, iſt die Bildung einer Oppoſition im Gange, die
ſich aus Gruppen des Berliner, Frankfurter und Hamburger Platzes
zuſammenſetzt. Die übrigen Werte waren gut gehalten, jedoch nur zu
kleinſten Beträgen umgeſetzt. Am Rentenmarkt ſtand weiterhin Intereſſe
für Türken, die zu etwas anziehenden Kurſen aus dem Markt gingen,
ſonſt umſatzlos. Im weiteren Verlauf blieb das Geſchäft klein. Die
Kurſe waren gut gehalten. Im einzelnen nannte man: Berliner
Han=
delsgeſellſchaft 286, Commerzbank 185½, Dresdener 169, Reichsbank
300½ Gelſenkirchen 125½, Kali Aſchersleben 285, Phönix 93, Hapag
148, Nordd. Lloyd 145½, Adlerwerke 104, AEG. 182½, Scheideanſtalt
210, Licht und Kraft 238, Farben 251½, Lahmayer 163.
Berlin, 29. Okvober.
Die feſte Haljung der Samstagsbörſe übertrug ſich auch auf den
neuen Wochenbeginn. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde das
Ge=
ſchäft allgemein etwas lebhafter. Am Montanmarkt konnte ſich unter
Führung von Phönix und Mannesmann eine ſtärkere Befeſtigung
durch=
ſetzen. Auch in Kaliaktien hielt die rege Umſatztätigkeit an. Im
wei=
teren Verlauf der Börſe blieb die Tendenz weiter freundlich, und
namentlich in Montanwerten konnten die Kursbeſſerungen weitere
Fort=
ſchritte machen. Gegen Schluß des offiziellen Verkehrs wvurde die
Ten=
denz dunchweg etwas ſchwächer auf die Nachricht von dev Ablehnung des
Schiedsſpruches in der weſtdeutſchen Eiſeninduſtrie von ſeiten der
Arbeit=
geber, obwohl man allgemein unverändert der Anſicht iſt, daß eine
Eini=
gung doch noch zuſtande kommt. Die Spekulation ſchritt keilweiſe zu
größeren Glattſtellungen und das Kursniveau ging mit weniger
Aus=
nahmen wieder um 1—1½ Prozent zurück. Feſt lagen bis zum Schluß
auch nachbörslich Tietz und Polyphon, ſowie Aöler und Bayeriſche
Motoren.
A. E. G ...."
Augsb.=Nürnb. Maſck
Baſalt..
Bergmann..
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl.=Briketts
Bremer Wolle.
Danatbanl
Deutſche Bank.
Diskontogeſ.
Tresdner Bank..
Deutſche Maſchinen.
Deutſche Erdöl ..
Deutſche Petroleum,
Tynamit Nobel ....
Elektr. Lieferung ...
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. . .
Han. Maſch.=Egeſt. . .
Hanſa Dampfſch. . .
Hapag ......."
Harpner. . . . . . . .. .!.
Hemoor Zement. . ..
Lindes Eismaſch 288.— 290.— L. Loewe & C 241.— 1243.— 168.— 168.— Lingel Schuh 32.75 32.5 161.25 161.25 MannesmannR 124.— 168.— 168.5 Niederlauſitze 158.— 1160.— 50.— 49.5 .
Nordd. Lloy 145.— 134.,625 134.25
Orenſtei 103.125 84.75 84.5 Polyphon 473.- 118.5 118.— Rütgerswe 173,75 172.— Sachſenm 136.— 248.— 249.375
Siemens 123.— 125 —
Ver. Glan= 554.— 266.75 269,75 Ver. Stahlwerke. 43.— 44.— Volkſtedter Porzellan 63 25 1180 125 180 25 Wanderer Werke. .. . 130.— 1127.— 148. 145.75 Wiſſner Metall. . . . . /136.5
250.25 139.—
251.— Wittener Gußſtahl ..
Deviſenmarkt.
Helſingfors ..
Wien ..
Prag ...."
Budapeſt.
Sofia ..
Kolland",
Csto ....
Kopenhagen.
Stockholm .. .
London ..
Buenos Aire=
Neu=York
Belgien ..
27. 10.
Gelde
0.546
58.97
12.426
73.05
3.027
168.07
111.72
Brief
10.566
59.09
12.446
73.19
3.033
68.41
111.94
11.76/111.98
112.051112 27
20.329120.368
1.764/ 1.768
1.1925/4.2005
58,27 58.39
29. 10.
Geld /Brief
58.97
12.425
73 05
3.027
168. 12
11.72
10.548 10.568)Italien .......
19.09 PParis .........
12.445/ Schweiz .. . . ..
3.19 Spanien. .. . . . .
3.033/ Lanzig ......"
168.46)Japan... . . . ..
11.945 Rio de Janeiro
111.81/112.031 Fugoſlavien ..."
12.07112.29/ Portugal .....
20.332/20.3721Athen ......."
1.764/ 1.768/Konſtantinopel
4 1930 4.20101Kanada. . . . . . ."
58.275/58.395 Uruguah....
29. 10
129.625
125.5
284.—
488 ——
167.5 164,75
125 875
145. 625
103.125
1470.5
100.5 1100.875
135.75
143.5 1143.25
S55.—
92.1251 93.25
63.25
158.5 1157.25
53.— 53.—
29. 10.
Geld /Brief
67.50
1.50 25/0.5005
7.379/ 7.369/ 7.383
5.425
2.1271 2.119
191
256
er84
81.47
1.988
0.50 25
18.94
5.435
2. 123
4.66
4.264
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 29. Okt. (Priv.=Tel.)
maß an.
Mais: Hier war die Stimmung freundlicher und die Preiſe zogen
zunächſt ſogar etwas an auf die beſſere engliſche Nachfrage nach
gemiſch=
ter Ware. Später drückken die größeren heimiſthen Zufuhren auf das
Preisniveau.
Roggen: Der Markt verlief überiviegend ſchwach. Anfangs zogen
die Preiſe erheblich an anf Käufe des Oſtens und beſſere
Exportnach=
frage. Dann ſchlug die Tendenz um auf die große Zunahme der
ſicht=
baren Vorräte.
Hafer: Anfangs ſtand der Markt unter dem Einfluß der Abnahme
der Vorräte und der Stetigkeit der Lokomärkte. Dann gaben die Preiſe
leicht nach.
* New York, 29. Okt. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Anfangs zogen die Preiſe etwas an auf Käufe des
Handels und der Spekulation. Vorübergehend bewirkten Realiſationen
eine Abſchwächung, doch zogen die Preiſe auf gebeſſerte Kaufluſt
wieder an.
Kaffee: Anfangs zeigte ſich ſteigendes Deckungsbedürfnis auf die
beſſeren braſilianiſchen Kabelberſchte. Gegen Schluß erfolgten teilweiſe
Nealifctionen.
Zucker: Anfangs drückten Liquidationen und Abgaben für
euro=
bäiſche Rechnung. Auf dem ermäßigien Nideau wurden dann Deckungen
getätigt.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 29. Okt.:
Getreide. Weizen: Dez. 117½, März 1215, Mai 124,56;
Mais: Dez. 81,50, März 84½, Mai 86½; Hafer: Dez. 43½8, März
44½, Mai 45; Roggen: Dez. 102,50, März 105½, Mai 10778.
Fette. Schmalz: Okt. 11,60, Nov. 11,60, Dez. 11,72½, Jan.
1929: 12,10.
Fleiſch. Rippen: Okt. 12,40, Dez. 11,50; Speck, loko 14;
leichte. Schweine 8,75—9,35, ſchwere Schweine 8,90—9,30;
Schweinezufuhren: Chicago 35 000; im Weſten 120 000.
Bqumwolle: Oktober —, Dez. 19,23—19,25, Jan. 19,25.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 29. Okt.:
Getreide. Weizen: Rotwinter —, Hartwinter 13174: Mais,
neu angek. Ernte 94½; Mehl, ſpring wheat clears 5,85—6,25;
Fracht: nach England 2,0—3,0 Schilling, nach dem Kontinegd
14—16 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,30; Talg, extra, loſe 9½4.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots 63: Loko: 10½;
November 10,33, Dezember 10,50, Januar 1929: 10,67, Februge
10,71, März 10,80, April 10,86, Mai 10,92, Juni —, Kuli 110c
Auguſt —, Sept. 11,20.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Reichsregierung hat einen Geſetzentwurf zur Vorlage gebrach
der für eine ganze Reihe von Waren der verſchiedenſten Gebiete
Zoll=
ſenkungen bzw. Zollfreiheit vorſieht. Neben einer großen Menge von
Chemikalien und anderen Artikeln ſind Waren aus dem Textilgebiet in
der Regierungsliſte enthalten.
Am 27. Oktober fand eine Sitzung des Gemeinſchaftsrates und der
Direktionen der im Salzdetfurth=Konzern vereinigten Kaliwerke ſtatt,
in der beſchloſſen wurde, den auf den 15. November ds. Js.
einzube=
rufenden Aufſichtsräten von Salzdetfurth, Aſchersleben und Weſteregeln
eine Erhöhung ihres Aktienkapitals zum Zwecke des Ausbaues der
Werke insbeſondere auf dem chemiſchen Gebiete vorzuſchlagen.
Die gemäß einem Abkommen der Rohſtahlgemeinſchaft mit der Eiſen
verarbeitenden Induſtrie für Oktober 1928 feſtgeſetzten Weltmarktpreiſe
und Preisaufſchläge für Ausfuhrlieferungen bleiben unverändert auch
für den November beſtehen.
Der Handel empfiehlt, mit der Dispoſition von Kartoffelſendungen
nach Berlin in den nächſten Tagen vorſichtig zu ſein, zumal die
Stand=
gelder der Reichsbahn eine Erhöhung erfahren dürften, und die
Kar=
toffelkutſcher und Entladearbeiter in den Ausſtand getreten ſind. Man
rechnet mit einer Streikdauer von wenigſtens drei bis vier Tagen,
Für das Jahr 1929 ſind in der Sowjetunion für die einzelnen
Anbauarten 1 235 000 Hektar Fläche für Baumwolle oder 33,4 Prozent
mehr als im Vorjahre vorgeſehen. Die notwendigen Geldmittel
wer=
den auf 87 Mill. Rubel geſchätzt. Die Anbaufläche von Flachs iſt mit
500 000 Hektar, für Zuckerrüben mit 659 000 Hektar und für Tabak mit
42 000 Hektau vorgeſehen. Für Weizen wurde die Fläche mit 3 128 000
Hektar und für Roggen mit 1 823 000 Hektar feſtgeſetzt.
Neben den Verhandlungen mit ausländiſchen Firmen gehen die
Bemühungen der ruſſiſchen Regierung dahin, die einheimiſche
Auto=
mobilinduſtrie mit eigenen Kräften über die kleinen Anfänge hinaus
aufzubauen. Sie hat zu dieſem Zwecke u. a. eine Lotterie veranſtaltet,
aus deren Erträgniſſen eine Automobilfabrik errichtet werden ſoll.
Nach einer Meldung aus Konſtantinopel betrug die diesjährige
türkiſche Tabakernte 14 400000 Okas gegenüber 24890000 Okas im
Vorjahre.
Wie wir erfahren, iſt der Lieferungsvertrag zwiſchen der Standard
Oil in New York und dem allruſſiſchen Naphtaſyndikat verlängert
worden. Das Naphtaſyndikat beabſichtigt, mit Hilfe der Standard Oil.
ruſſiſche Erdölerzeugniſſe nach der Inſel Ceylon zu liefern. Auch der
Vertrag mit der Standard Oil über die Lieferungen nach Konſtantinopel.
ſoll verlängert werden
*4
Frankfurter Kursbericht vom 29. Oktober 1928.
2%0 Dtſche. Reichs
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ......
69 Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7%6 Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe..
8% Bad.=Bad. v.2
6‟ Berlin v. 24..
30‟ Darmſtadt v. 26
O Frkf. a. M. v. 26
70 Mainz v. 26.
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Berl. Hyp.;B1
8% Frkf. Hyp.Bk.
Pfbr.,
30 Heſſ. Landesbk.
2 Kom.
Landes=
bank Darmſtadt
Mein. Hyp. Bk
Pfälz. Hyp.B
8%0 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .
84.25
35.5
97.5
9125
89
88
97
% Rhein. Hyp.=Bk
3% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit"
80 Südd. Bod.,
Cred.=Bank..
8% Württ. Hyp.=B.
Dt. Komm.
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134
207
160
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Dienstag den 30 Oktober 1928
Seite 15
heberrechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau (Sa.)
Nachdruck verboten.
Täuſchte ſich Raſſow, oder huſchte wirklich für eines
Herz=
lags Dauer ein Schatten über die Züge des jungen Mädchens?
er es mochte wohl nur der Widerſchein der flackernden Kerzen
weſen ſein, denn Gräfin Sylvias Stimme klang ganz ruhig
d beherrſcht:
„Auf dieſes Vergnügen — wenn es eines iſt — werden Sie
ihl verzichten müſſen, obgleich —‟
„Nun? Obgleich?!"
Doch da klingelte der Vizegeſpan Graf Erdödy an ſein Glas,
ſob ſich etwas ſchwerfällig, drückte mit beiden Händen die
ißen, wehenden Schnurrbartenden, die ſeltſam von dem
bor=
auxroten Geſicht abſtachen, wie Watte zuſammen und ſtützte
) dann auf die Tiſchplatte:
„Meine Damen und Herren! Wieder wie in früheren Jahren
t uns der St. Hubertustag zu frohem Weidwerk in dem
gaſt=
hen, weit über die Grenzen unſerer Heimat als Jagddorado
rühmten Czillary=Hart=Pußta vereint. Aber diesmal ſtand der
November erſichtlich nicht im Zeichen des heiliggeſprochenen
eidmanns und nachmaligen Biſchofs von Lüttich, ſondern die
hre heidniſche Göttin Diana hat uns ihre Huld in — ſelbſt für
iſe geſegneten Jagdgründe — faſt überreichem Maße beſchenkt.
id da ſich bekanntlich das ſchöne Geſchlecht durch ein
hervor=
gendes Solidaritätsgefühl uns Männern gegenüber
auszeich=
t, ſo iſt es kein Wunder, wenn die Würde einer Jagdkönigin
r liebreizenden Schweſter unſeres liebwerten Jagdherrn und
aſtgebers, Gräfin Sylvia Tarouka, zufiel. Meine Damen und
erren! Als älteſter der anweſenden Gäſte habe ich nicht nur
e angenehme Pflicht, ſondern das noch angenehmere Recht, Sie
bitten, Ihre Gläſer zu erheben und mit mir einzuſtimmen in
n Ruf: Die moderne Diana und Jagdkönigin, Gräfin Sylvia
trouka, ſie lebe hoch! — hoch! und nochmals hoch!"
Mit hellem, reinem Ton klangen die Sektſchalen aneinander,
üben, im Nebenzimmer, zu dem ein paar Stufen hinabführten,
ielte die Zigeunerkapelle einen Tuſch, der in einen wirbelnden,
rvenaufpeitſchenden Czardas überging, den ſechſten und
ſieben=
n Tanz von Brahms.
Eine helle Röte bedeckte das Geſicht des jungen Mädchens,
er die tiefdunkelblauen Augen ſtrahlten, und wie ſie ſo daſtand,
nk und ſchlank, ein Bild lebenſprühender Geſundheit,
verkör=
rter Anmut und Schönheit, meinte Hanns=Martin noch nie
was Lieblicheres geſehen zu haben.
Ein Diener näherte ſich.
„Gnädigſte Gräfin, der Primas bittet, Ew. Erlaucht ein Lied
8 Ohr geigen zu dürfen!“
Lächelnd wandte ſich Sylvia um: „Sie müſſen nämlich wiſſen,
err von Raſſow, daß dies die höchſte und zarteſte Huldigung
die ein Sohn unſerer Pußta einer Dame darbringen kann.”
ann drehte ſie ſich kurz um: „Alſo gut, Janocz, ſagen Sie dem
kann, ich ließe um die „Barcarole” von Offenbach aus „
Hoff=
anns Erzählungen” bitten."
„Iſt das nicht ein bißchen viel verlangt?” meinte Hanns=
Tartin.
„Eigentlich ſchade —‟
Aber da ſtieg auch ſchon mit dem Anſtand eines Fürſten der
„Kein Gedanke, die Leutte konzertieren regelmäßig während
der Wintermonate in Budapeſt, Wien, Berlin und anderen
Groß=
ſtädten, da haben ſie natürlich das ganze moderne Opern= und
Operettenrepertoir im Kopf."
Zigeunerprimas die Treppe empor, verneigte ſich tief vor dem
jungen Mädchen und ſetzte dann die Geige ans Kinn.
Ein bildhübſcher, ſehniger Burſche war es, deſſen dunkler
Teint mit den kohlſchwarzen Feueraugen durch das grelle Rot
der goldverſchnürten, reich mit Pelz verbrämten Jacke noch
ge=
hoben wurde.
Raſſow zog die Braunen zuſammen — wie dreiſt der Kerl
die junge Dame anſtarrte!
Erkältungen
beruhen meist aut Ansteckung Durchrauhe
Luft werden die Schleimhäute des Rachens
angegriffen und dadurch autnahmetähig
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desinf-
ziert so wirksam, daß es Erkrankungen
der Luftwege (Grippe, Halsentzündung)
im Keime erstickt.
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Medulunchlach
Erhältlich in Apothcken und Drogerien
Aber nun fuhr auch ſchon der Bogen über die Saiten, und
traumhaft leiſe klang es durch den hohen Raum:
„Schöne Nacht, du Liebesnacht,
Komm”, ſtille das Verlangen!
Süßer als der Tag uns lacht
Die holde Liebesnacht!
Es entflieht die Zeit mit Macht
Der zarten Liebe Bangen,
Ferne dieſes Ortes Pracht
Entflieht die Zeit mit Macht.
Zephyre lind und ſacht,
Die uns koſend umfangen,
Zephyre lind und ſacht
Haben uns Küſſe gebracht!“
Der letzte Ton war verklungen, noch ein langer, huldigender
Blick aus den feuchtſchimmernden, ſchwarzen Augen, eine
Ver=
beugung, an der auch ein Oberhofzeremonienmeiſter nichts
aus=
zuſetzen gehabt hätte, dann ſtieg der Mann in ruhiger, ſtolzer
Haltung die Stufen hinab.
Gräfin Sylvia winkte den Diener heran.
„Bringen Sie den Leuten, drei Flaſchen Sekt”, und zu
Hanns=Martin gewandt, ſagte ſie lächelnd: „Dies „ins Ohr
gei=
gen” hat nämlich einen ſehr realen Hintergrund, es wird
regel=
mäßig mit einer Hundertkronennote honoriert, und unſere
Salon=
zigeuner ſind bei aller zur Schau getragenen Sentimentalität ſehr
praktiſch denkende Leute.”
Raſſow lächelte: „Wieder ein Beweis für die Richtigkeit des
Goethe=Wortes: „Am Golde hängt, nach Golde drängt doch
alles —
Die ſchweren Weine begannen ihre Schuldigkeit zu tun, die
Stirnen der Herren waren röter, die Stimmen lauter geworden.
Hanns=Martin zerlegte eine ſaftige, goldgelbe Ananasſcheibe.
„Sie wurden vorhin, als wir über das intereſſante Thema
der Geiſtererſcheinungen ſprachen, durch den Toaſt des Grafen
Erdödy unterbrochen, Gräfin, und wenn ich recht verſtand,
wöll=
ten Sie ihrer Antwort noch einen Nachſatz anfügen?"
Nein, diesmal war es keine Täuſchung, das junge Mädchen
zögerte, dann ſagte ſie ſchnell und leiſe:
„Gedulden Sie ſich bitte, bis die anderen fortgefahren ſind,
ich erkläre es Ihnen ſpäter, ja?"
Und jetzt erhob ſich Graf Tarouka, hell und ſcharf wie ein
Kommando klang ſeine Stimme:
„Meine Herren! — Die Damen!“
Bis zur Nagelprobe wurden die blattdünnen, kriſtallenen
Sektſchalen geleert, eine kurze Verbeugung, dann flogen die
Gläſer über die linke Schulter auf das Parkett, wo ſie klirrend
zerbarſten.
Im nächſten Augenblick hatte Gräfin Sylvia auf einen Wink
ihres Bruders hin die Tafel aufgehoben und legte ihre Hand auf
Hanns=Martins Arm:
„Dieſen altungariſchen Brauch kannten Sie wohl auch noch
nicht? Aber ich finde die Sitte hübſch, ſie hat ſo etwas
Ritter=
liches.”
„Wie überhaupt das Land und ſeine Bewohner,” entgegnete
Raſſovw verbindlich. „Ich fange an, die Wahrheit des alten
Spruchs zu begreifen: nulla vita extra Hungaria!"
Die Gäſte traten auf die geräumige, dem Speiſeſaal
ange=
baute Terraſſe. Drunten, im Schloßhof, war Strecke gelegt worden:
die verſchlungenen Initialen S. K. T. — C. H. P. und darüber
die neunzackige Krone, gebildet aus den in der Beleuchtung des
Buntfeuers und der qualmenden Kienfackeln farbenprächtig
ſchimmernden Faſanen. Graf Koloman trat an die ſteinerne, von
Pikören flankierte Brüſtung:
Eine Ueberraſchung unſeres Herrn Oberförſters!”
Dann klang ſchmetternd der Fürſtenruf und weckte ein
hallen=
des Echo an den meterſtarken Mauern, die im rötlichen Licht wie
von Blut übergoſſen ſchienen.
Das junge Mädchen ſchauerte in der Kühle der
November=
nacht zuſammen. Hanns=Martin bot ihr den Arm:
„Si werden ſich erkälten, Gräfin, wir wollen lieber in den
Salon gehen!“
Dort reichten die Diener ſchon Molka, Liköre, Zigarren und.
Zigaretten herum.
Franz Joſeph Ritter von Molnar ließ den ſchwergoldenen
Doppeldeckel ſeiner Glashütter aufſpringen.
„Herrgott, gleich ½10 Uhr, und 12.10 Uhr geht von Uſczaj aus
mein Zug nach Budapeſt, ich muß morgen früh um 8 Uhr
unbe=
dingt dort ſein — eine wichtige Aufſichtsratsſitzung —, Gräfin,
ſind Sie mir böſe, wenn ich ſchon aufbreche?”
Sylvia gab dem kleinen, dicken Mann mit den pechſchwarzen
Bartkoteletten und der beginnenden Glatze die Hand:
„Aber, ich bitte Sie, Herr von Molnar, die Pflicht geht doch
ſelbſtverſtändlich vor!“
Nun ſchloſſen ſich auch Graf Erdödy und das Ehepaar
Szagony an:
„Es würde uns ſehr freuen, wenn Sie uns die Freude machen
wollten, einmal nach Kisz=Erdö herüberzukommen”, ſagte Frau
Sophy liebenswürdig, „alſo auf Wiederſehen und
Weidmanns=
heil!”
Graf Koloman legte den Arm um die Schultern ſeiner
Schweſter.
„So, Herrſchaften, nun haben wir noch ein gemütliches
Plauderſtündchen für uns, — Hanns=Martin, was kann ich dir
einſchenken: Henneſey? Cordial Medocque? Chartreuſe oder
Benediktiner? Es iſt alles da!"
„Danke, danke, mein Bedarf für heute iſt reichlich gedeckt, an
ſolche Quantitäten und Qualitäten, iſt man nach den langen
Kriegs= und Revolutionsjahren gar nicht mehr gewöhnt.”
(Fortſetzung folgt.)
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