Ginzelnummer 10 Mfenzige
1 3.
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Nummer 292
Gamstag, den 20. Oktober 1928.
191. Jahrgang
2I mm breſie Zeile im Kreiſe Darmſtadi 25 Reichspfg.
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breit)2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 40 Reſchspfg.
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(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
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Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fälli ſeder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Natſonalbank.
ſeie
ſitball
Oftober 1928
dſiraße 33
zlieder, RM. 4.—ſt
ſſe RM. 2.— (ehnſch
in Weinzwant
Vorstellung.
der O
Medizin Jul. 4
Preise: 1.20-
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18-Tan
nenden Kursen u.
einige Damen iſ.
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21. — Teil. 14
jederzeit,
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St4. 0.44
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09
A
2 Wore
Parker Gilberts Reparationsreiſe.
Die Perhandlungen über die Ligui=
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Rundreiſe des Reparationsagenten Parber Gilbert wir=
Helt in der internationalen Oeffentlichkeit großen Staub auf, was
a allein wegen der Summe, die bei dieſer größten finanziellen
Transaktionen aller Zeiten auf dem Spiele ſteht, und auch wegen
der wirtſchaftlichen Folgen für alle Teile durchaus begreiflich iſt.
Aber gerode wegen der beſtehenden widerſtreitenden Intereſſen,
tie hier gegeneinander arbeiten, iſt es ſchwer, ſich ein klares Bild
u machen von dem, was bei den Verhandlungen ſich jetzt
her=
usſchält. Da Herr Gilbert als großer Schweiger bekannt iſt und
von ihm über die Erfolge oder Mißerfolge ſeiner Bemühungen
icherlich nichts bekannt wird, iſt man auch an Berliner amtlicher
Stelle auf Vermutungen angewieſen, die allerdings zum großen
Teil ſich aufbauen auf den ausführlichen Berichten unſerer
diplo=
natiſchen Vertretungen.
Will man die Dinge auf die kürzeſte Formel bringen, dann
ann man das vorliegende Programm vielleicht dahin
kennzeich=
ten, daß die ausſchlaggebende Richtung der engliſchen Politik
urzeit an einer Aufrollung der Reparationsverhandlungen ſich
richt ſonderlich intereſſiert zeigt, weil ſie befürchtet, daß
Frank=
eich, wenn einmal die Geſamthöhe der deutſchen Kriegsſchulden
eſtgeſetzt werden ſoll, ſeine Anſprüche auf die Verteilung dieſer
Summe erhöhen werde, ebenſo wie Belgien, da dieſe beiden
Staaten immer mit den Koſten des Wiederaufbaues operieren.
Eugland aber will nicht weniger bekommen als es jetzt erhält,
ind zieht ſich deshalb darauf zurück, daß vorläufig für es kein
Frund vorhanden ſei, die Verhandlungen zu beſchleunigen, und
aß Deutſchland die 2½ Milliarden weiter zahlen möge, obwohl
atürlich gerade die engliſche Wirtſchaft ganz genau weiß, daß
uif die Dauer derartige Beträge aus der deutſchen Wirtſchaft
icht herauszuholen ſind, geſchweige denn transferiert werden
önnen. Da nun aber die Gläubigerſtaaten ein Intereſſe daran
aben, ſpäterhin bei Beginn der Verhandlungen eine
Einheits=
kont Deutſchland gegenüberzuſtellen, ſucht Parker Gilbert hier
inen Ausgleich herbeizuführen und zunächſt einmal die
wider=
reitenden Intereſſen der Engländer und Franzoſen ſoweit
nter einen Hut zu bringen, daß die Beratungen der neuen
ommiſſion überhaupt einmal beginnen können. Inwieweit es
ichtig iſt, daß der Reparationsagent dabei mit einer Summe von
D Milliarden operiert, wollen wir dahingeſtellt ſein laſſen. Ein
erartiger Betrag wäre natürlich für uns unannehmbar und
un=
ragbar. Immerhin, alle Summen laſſen ſich ſtrecken, wenn man
agt, inwieweit unſere bisherigen Reparationsſummen ſeit dem
Zaffenſtillſtand angerechnet werden, oder ſeit Beginn des
Da=
desplanes verrechnet werden. Es wäre zu fragen, wie hoch ſich
re Verzinſung und Amortiſation ſtellt und je nachdem würde
lich der Gegenwert dieſer 30 Milliarden ganz verſchieden
be=
reſſen ſein. Man will aber mit dieſen angeblichen Ziffern nur
deutſchland aus ſeiner Reſerve herauslocken, damit es ein
An=
ebot abgehen ſoll, das dann natürlich ſofort als Mindeſtangebot
erabgedrückt würde. Darauf kann und will Deutſchland ſich nicht
nlaſſen. Die deutſche Regierung bereitet im
Reichswirtſchafts=
iniſterium die nötigen Unterlagen für die Verhandlungen vor,
enkt aber nicht daran, jetzt ſchon beſtimmte Vorſchläge zu
rächen. Das einzige, was von uns angeſtrebt wird, iſt, daß die
vmmiſſion gebildet wird, wozu allerdings noch eine
Verſtän=
gung über die verſchiedenen verhandlungstechniſchen Fragen
forderlich iſt. Man kann wohl damit rechnen, daß die 6 Staaten
it je 3 Sachverſtändigen ſich zuſammenſetzen, daß dazu aber von
ornherein neutrale Beobachter geladen werden, die auch als
cchverſtändige mitberaten können. Aber die Taktik ſpielt auch
dieſen Anfängen eine ausſchlaggebende Rolle. Weder
Frank=
ich noch Belgien wollen den Eindruck erwecken, als ob ſie ein
ſonderes Intereſſe an dem Zuſammentritt der Kommiſſion
itten, und wollen deshalb, um ihre ſachliche Lage nicht zu
ſchwä=
en, die Initiative nicht ergreifen. Wenn maw die ſehr
optimiſti=
den Berichte über die bisherigen Ergebniſſe Parker Gilberts
s richtig annehmen darf, könnte man an eine Verſtändigung
der den Verhandlungsbeginn glauben, die aber bedingt wäre
trch eine grundſätzliche Verſtändigung zwiſchen England und
raukreich in der Sache ſelbſt weitere Fortſchritte zu erzielen.
S könnte dann in abſehbarer Zeit ſchon der Notenaustauſch
Her den Anfang der Kommiſſionsberatungem angekurbelt
erden.
Die Anterredung Parker Gilbert- Churchill-
Poincaré.
w. Paris, 19. Oktober.
Der engliſche Schatzkanzler Winſton Churchill iſt heute früh
nf Uhr unerwartet in Paris eingetroffen. Er hatte gemeinſam
it dem Generalagenten für die Reparationszahlungen, Parker
ilbert, heute vormittag von 10 bis 11.20 Uhr eine Unterredung
it Miniſterpräſident Poincarg über die Zuſammenſetzung der
inanzſachverſtändigenkommiſſion, deren Bildung in Genf
be=
floſſen worden iſt. Churchill, der mittags in der engliſchen
Bot=
naft frühſtückt, reiſt nachmittags um 4 Uhr wieder nach London
rück.
Ueber die heutige Unterredung Poincares wit dem engliſchen
atzſekretär Churchill und dem Reparationsagenten Parker
ilbert veröffentlicht die Havasagentur eine offiziöſe Auslaſſung
Tgenden Inhalts:
Die Beſprechungen, die ſeit einigen Wochen in den Haupt=
„dten der verſchiedenen intereſſierten Länder gepflogen werden,
gen die Annahme nahe, daß die Verhandlungen über die
Liqui=
erung der Kriegsſchulden als in eine aktive Phaſe eintretend
*Zuſehen ſind. Die Unterredung, die heute vormittag un
Fi=
inzminiſterium zwiſchen Poincaré, Churchill und Parker Gil=
Tt ſtattfand, konn dieſe Auffaſſung nur beſtätigen. Die Unter=
redung hatte, wie das amtliche Communiqus beſagt, nur die
Prüfung der Bedingungen zum Gegenſtand, unter denen das
Komitee der Finanzſachverſtändigen gebildet werden wird,
deſſen Schaffung in Genf beſchloſſen worden iſt. Trotz der in
maßgebenden Kreiſen diesbezüglich beachteten Reſerve darf man
bezogen hat, und daß Churchill und Poincaré die Gelegenheit
nicht haben vorübergehen laſſen, um ihre Anſichten über die
Re=
gelung der Reparationsfrage auszutauſchen. Da kein neues
Er=
eignis ſeit dem Zeitpunkt eingetreten ſei, ſeit dem die franzöſiſche nicht fortzuleugnen, daß die ſich zurzeit vollziehende innere Um=
und die engliſche Regierung öffentlich ihre Anſichten bekannt
ge=
ſie einerſeits in der Note Balfours und andererſeits in der letzten
Rede Poincarés in Chambery formuliert worden iſt.
Bekannt=
lich hat die engliſche Regierung gemäß dem in der Note Balfours
zum Ausdruck gebrachten Stanſdpunkt erklärt, daß ſie von
Deutſch=
land und ihren ehemaligen alliierten Schuldnern nur die Summe
fordern werde, die ihr unerläßlich ſcheinen werde, um den
Ver=
pflichtungen nachzukommen, die ſie gegenüber den Vereinigten
Staaten übernehmen mußte. Bekanntlich hat Poincaré, ſo vor
allem in Chambery, erklärt, daß Frankreich ſich nicht weigern
Mobiliſierung ſeines Guthabens bei Deutſchland unterbreitet
werden könnten, vorausgeſetzt, daß die Regelung es ihm geſtatte,
ſowohl ſeine Gläubiger zu bezahlen als auch die Ausgaben
wie=
der zu erhalten, die es für den Wiederaufbau der ehemaligen
Kampfgebiete verwendet habe. Man kann ſich leicht Rechenſchaft
davon ablegen, daß die Standpunkte der engliſchen und der
fran=
zöſiſchen Regierung in dieſer Weiſe auseinandergeſetzt, wenn ſie
auch in gewiſſen Punkten voneinander abweichen, ſo doch in
kei=
ner Weiſe übertrieben oder unüberbrückbar erſcheinen. Dies war
offenkundig der Eindruck Churchills von ſeiner Unterredung. mit
Poincaré, wenn man nach dem Ausdruck der Befriedigung
ur=
teilen darf, der ſich auf ſeinem Geſicht widerſpiegelte, als er das
Finanzminiſterium verließ.
Engliſche Stimmen zu den
Reparations=
verhandlungen.
EP. London, 19. Oklober.
Zu der Konferenz zwiſchen Poincaré, Churchill und Parker Gilbert
in Paris läßt das Foreign Office verlauten, haß ſich die Erörterungen
auf die Zuſammenſetzung des Komitees der Finanzſachverſtändigen
be=
zogen haben. Ein Meinungsaustauſch zwiſchen den intereſſierten
Ne=
gierungen werde ſich daran anſchließen.
Der überraſchende Entſchluß Churhills, nach Paris zu gehen, wird
in den engliſchen Zeitungen eingehend erörtert, die ſich jedoch infolge
der Zurückhaltung der amtlichen Stellen in der Hauptſache darauf
be=
ſchränken, den engliſchen Standpunkt noch einmal wiederzugeben. Es
iſt jedoch durchgeſickert, daß die franzöſiſchen Forderungen nach einer
Mobiliſierung der deutſchen Schuld zur Begleichung der Zahlungen von
400 Millionen Dollar amerikaniſcher Kriegsvorſchüſſe gemäß dem Mellon=
Berenger=Abkommen Schwierigkeiten bereitet haben, und daß die Reiſe
Churchills in erſter Linie mit dieſem Problem im Zuſawmenhang
ſtehen ſoll.
„Evening Standarb” beſtätigt, daß tatſächlich die Reviſion des
Dawesplanes mit einem höheren Beamten des Schatzamtes und der
Bank von England erörtert worden iſt. Im übrigen ſucht auch dieſes
Blatt die entgegenkommendere Haltung der engliſchen Politik in dieſer
Frage durch allgemeine Erörterungen über die Geſamtausſichten zu
ver=
tauſchen. Angeſichts der Unſich=rheit der geſamten Weltwirtſchaft wurde
eine Feſtſetzung der Geſamtſumme verhältnismäßig wertlos ſein, ſoviel
ſich auch zugunſten dieſes Schrittes ſagen laſſe. Solange Amerika keine
Konzeſſionen an die Alliierten machen wolle, habe England kein Inder=
eſſe daran, daß Deutſchland zu wenig bezahle. Auf der anderen Seite
wunſche es, daß Deutſchland keine Summe bezahle, die die Stabilität
der Währung gefährde.
Es gilt als ſicher, daß die Vereinigten Staaten eingeladen werden
ſollen, einen offiziellen Delegierten zu den Sitzungen des Finanzkomitees
zu entſenden, wobei Waſhington jedoch ſchon habe verlauten laſſen, daß
es daran feſthalte, daß das Neparationsproblem und die internationalen
Schulden als zwei von einander getrennte Probleme zu betrachten ſeien.
Die „Times” über den gegenwärtigen Stand
der Reparationsfrage.
TU. London, 19. Okt.
In einem ausführlichen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand
des Reparationsproblems führt die „Times” u. a. aus, daß die
be=
vorſtehenden Verhandlungen der Sachverſtändigen einen neuen
Ab=
ſchnitt in dem Werk des europäiſchen Wiederaufbaues darſtellten. Ihr
Urſprung liege in den Pariſer Verhandlungen Dr. Streſemanns mit
Poineare und Briand. Damals habe Poincaré zugegeben, daß die
vollſtändige Näumung des Rheinlandes wünſchenswert ſei, aber betont,
daß die Räumung eng mit der Endregelung der Reparationsfrage
zu=
ſammenhänge. Lord Cuſhendun ſei im September, als die Frage
er=
neut aufgerollt wurde, dieſer Auffaſſung beigetreten und habe den
deutſchen Reichskanzler entſprechend unterrichtet. Das Londoner
Ab=
kommen von 1324 ſei weder von den Sachverſtändigen, die es verfaßt,
noch von den Regierungen, die es angenommen hätten, für mehr als
eine zeitweilge Maßnahme angeſehen worden, die Europa Möglichkeit
und Zeit zu einer Erholung geben ſollte. Parker Gilbert habe
in=
zwiſchen uehrfach auf die Notwendigkeit einer endgültigen Regelung
der Reparationsfrage hingewieſen. In ſeinem Bericht vom 10.
De=
zember 1927 habe er erneut betont, daß weder das Reparationsproblem
noch die anderen mit ihm zuſammenhängenden Fragen endgültig gelöſt
werden können, ſolange Deutſchland die Aufgabe nicht geſtellt ſei, aus
eigener Anſchauung heraus und ohne ausländiſche Ueberwachung und
ohne Transferſchutz an die Endlöſung heranzutreten. Nach den Genfer
Beſprechungen hätten die Alliierten offenbar den Augenblick für
ge=
kommen erachtet, im Sinne des Reparationsagenten einen Schritt
wei=
terzugehen. Inzwiſchen habe ein wichtiger Meinungsaustauſch zwiſchen
den beteiligten Regierungen ſtattgefunden. Baldwin habe im Anſchluß
an ſeinen Urlaub vor ſeiner Nückkehr nach London mit Poinearé und
Parker Gilbert über dieſe Fragen verhandelt. Nunmehr bleibe die
Frage zu regeln, welche Negierung die Initiative für die Bildung eines
Sachverſtändigenk mitees ergreifen wolle. Als Hauptfrage bezeichnet
die „Times”, ob es im gegenwärtigen Augenblick zweckmäßig ſei, die
Feſtlegung de= deutſchen Geſamtverpflichtungen zu erörtern. Parker
Gilbert, Poincaré und viele deutſche Staatsmänner bejahten dieſe
Frage, und eine große Anzahl einflußreicher Amerikaner neigten der
gleichen Anſicht zu. Die Haltung des britiſchen Schatzamtes hierzu läßt
die „Times” offen und meint, daß die Anſicht der britiſchen Regierung
unter dieſen Amſtände,, ven entſcheidender Bedeutung ſei.
Englands kommende Regierung.
Von unſerem (=Korreſpondenten.
London, im Oktober.
Was iſt vorzuziehen — das Zwei=Parteien= oder
das Drei=Parteien=Syſtem? Dieſe alte Frage beginnt
die engliſche Oeffentlichkeit — nachdem nun alle drei Parteien für
die kommenden Wahlen Aufſtellung genommen haben — erneut
annehmen, daß die Unterredung ſich auch auf andere Gegenſtände ſtark zu beſchäftigen, Uns Kontinentalen, die wir in unſeren
Heimatländern nicht nur drei, ſondern mancherorts faſt ganze
dreißig Parteien unſer eigen nennen, dürfte dieſes Grübeln der
Briten etwas unverſtändlich erſcheinen. Und dennoch — es iſt
gruppierung der Parteiſchichten Englands durchaus Anlaß zu
geben haben, kann man annehmen, daß ihre Stellung die iſt, wie / Kopfzerbrechen gibt; wird es doch bei den nächſten Wahlen nicht
nur einfach darum gehen, ob dieſe oder jene Partei ans Nuder
kommt, ſondern in viel größerem Maße um Prinzipien, welche
die ganze weitere Entwicklung des inmitten eines neuen
Werde=
prozeſſes ſtehenden Britiſchen Reiches ſo oder anders entſcheiden
werden. Daher iſt die Frage, welche, reſp. wieviel Parteien an
dieſer Geſtaltung der kommenden Dinge teilnehmen werden, für
den engliſchen Wähler ſchon jetzt eine Angelegenheit von
außer=
ordentlicher Wichtigkeit.
Die Frage des Weiterbeſtehens des Drei=Parteien=Syſtems
würde, die Vorſchläge zu prüfen, die ihm im Hinblick auf die iſt im Grunde identiſch mit der Frage der weiteren
Exi=
ſtenz des engliſchen Liberalismus. Dieſem wird
man aber kaum ein endgültiges Ende wünſchen können, hat
es ſich doch in den letzten Jahren mehrfach gezeigt, daß die Rolle
dieſer Partei, als ausgleichender Faktor zwiſchen Sozialismus
und Konſervatismus, eine durchaus nutzbringende, wenn nicht
gar ſegensreiche iſt. Das wiſſen vor allem die Konſervativen
genau, und dieſe ſind es, die, im Gegenſatz zu den Männern der
Labour=Party, offener für Beibehaltung des Drei=Parteien=
Syſtems, reſp. für eine Schonung der Liberalen einzutreten
pflegen. „Es iſt nur zum Vorteil der Konſervativen Partei”,
ſagen ſie, „daß zwiſchen Labour und Konſervativen ſtets noch
eine dritte Alternative beſtehen bleibt. Jener iſt ein ſchlechter
Konſervativer, der nicht in manchen Dingen ein guter Liberaler
iſt. Wenn aber dem ſo iſt, d. h. daß das Zwei=Parteien=Syſtem
aufgehört hat zu beſtehen und England nun in der Tat drei
Par=
teien hat, ſo wäre der Gedanke abſurd, das Zuſammenarbeiten
von zweien diefer Parteien diskuſſionslos abzulehnen. Die
Kon=
ſervativen werden daher nie ſo töricht ſein, auf eine
Zertrümme=
rung oder weitere Schwächung des engliſchen Liberalismus
hin=
zuarbeiten ..
Als das größte Hindernis für ein zukünftiges
Zuſammen=
arbeiten von Liberalen und Konſervativen pflegt man
gewöhn=
lich die Perſönlichkeit Lloyd Georges zu betrachten
und ſein bisheriges Liebäugeln mit einer möglichen Koalition
nach links. Es ſcheint aber, daß die vor einigen Tagen
abge=
haltene liberale Jahreskonferenz und Lloyd Georges dort
gehal=
tene Rede die Situation in dieſer Hinſicht nicht unweſentlich
ver=
ändert hat. Ueber ſeine zukünftigen Pläne ſprach Lloyd George
allerdings in recht nebelhaften Ausdrücken. Aber über ſein
Ver=
halten zu Labour äußerte er ſich ziemlich deutlich. Er ſagte
dies=
bezüglich folgendes: „Die Liberalen werden ſich allen
Bemühun=
gen um Errichtung eines ſozialiſtiſchen Staates und jeden
Natio=
naliſierungsverſuchen privater Unternehmungen mit aller
Ent=
ſchiedenheit widerſetzen.‟ Das dürfte doch ein
Zuſammenarbei=
ten mit Labour völlig ausſchließen. Auch wieſen zahlreiche
Mit=
glieder der Liberalen Partei aus Anlaß der diesjährigen
Partei=
konferenz darauf hin, daß ein Bündnis mit der Arbeiterpartei
einem Pakt mit dem Sozialismus gleichkommen und weitere
Liberale zum Uebertritt zu den Konſervativen zwingen würde.
Hinzu kommt ferner, daß auf dem Birminghamer
Partei=
kongreß der Labour Party Lansbury und andere Führer
der Partei ein Zuſammengehen mit den Liberalen
als gänzlich indiskutabel zurückgewieſen hatten. Man
könnte faſt ſagen, daß die Arbeiterpartei die Liberalen mehr als
die Konſervativen haßt. Die Labour=Männer wiſſen nämlich
ge=
nau, daß eine Anlehnung an die bürgerliche Liberale Partei
ſo=
fort Verwirrung in ihren Reihen hervorrufen würde. Endlich
haftet dem Programm Macdonalds, trotz der unzweifelhaften
Mäßigung, immerhin noch genügend derartiges an, das der
großen Maſſe der bürgerlichen Wählerſchaft — die Liberalen
natürlich mit inbegriffen — völlig unannehmbar iſt. Es bedarf
nicht einmal des Geſpenſtes der Nationaliſierung, um dieſe Leute
von Labour abzuſchrecken. Beiſpielsweiſe allein die Drohung, die
Schraube der ohnedies unerhört hohen Erbſchaftsſteuer noch
weiter, eventuell bis zur völligen Fortſteuerung der
Erbkapi=
talien anzuziehen — genügt als Schreckmittel vollkommen.
Wo=
her glaubt Macdonald, fragt ſich das bürgerliche England,
wer=
den im Falle einer völligen Fortſteuerung der großen Erbmaſſen
den induſtriellen Unternehmungen die nötigen Mittel zu ihrer
Weiterentwicklung zufließen? Derartige radikale
Finanzmaßnah=
men, ſagt man ſich, würden praktiſch die geſamte britiſche
Indu=
ſtrie früher ruinieren, als dieſes ſelbſt die für ſpäter angedrohte
Nationaliſierung zu Wege bringen könnte. Dieſe und ähnliche
Bedenken werden Macdonald wie von konſervativer, ſo auch von
liberaler Seite entgegengehalten, und dieſe gemeinſame Furcht
vor dem Sozialismus dürfte eine Verſtändigung zwiſchen
Libe=
ralen und Konſervativen natürlich eher erleichtern als erſchweren.
Bis zu den kommenden Wahlen hat es noch einige Zeit, und
ihr Ausgang iſt ungewiß. Aber die Frage, welche Parteien —
für den Fall, daß keiner eine abſolute Mehrheit zufallen ſollte —
zuſammengehen werden, beginnt — wie geſagt — ſchon jetzt die
Gemüter ſtark zu beſchäftigen. Außer den genannten
Erwägun=
gen, welche die Bildung von zwei Gruppen — einer
bürgerlichen und einer ſozialiſtiſchen — nicht aus=
geſchloſſen erſcheinen laſſen, ſei zum Schluß noch auf einen
wei=
teren, bisher wenig hervorgehobenen Umſtand hingewieſen,
wes=
halb es für England von beſonderer Bedeutung ſei, aus welcher
Parteiſchicht ſich die zukünftigen Bauherren des Britiſchen Reiches
zuſammenſetzen werden. Das England von heute iſt nicht mehr
das England der victorianiſchen Epoche; die Probleme der
Ver=
waltung dieſes enormen Weltreiches werden mit jedem Tage
immer mannigfaltiger, komplizierter und ſtellen an die Leiter der
Seite 2
Samstag den 20 Oktober 1928
Nummet 292
Staatsmaſchinerie immer höhere und höhere Anſprüche;
über=
wältigende wirtſchaftliche Probleme, wie ſie die victorianiſchen
Miniſter nie gekannt haben, verlangen dringend nach Löſung und
Organiſierung; das Gewebe der internationalen Politik wird
immer weitmaſchiger und verworrener; Schwierigkeiten, die in
der guten alten Zeit nur dieſem oder jenem Miniſterium hin
und wieder Sorgen bereiteten, wachſen zurzeit täglich wie Pilze
nach dem Regen aus dem Boden. Und in der Zukunft werden
alle dieſe Schwierigkeiten ſich wahrſcheinlich eher mehren als
ber=
mindern.
Das alles wirft die Frage auf: Welche der drei
Par=
teien verfügt am eheſten über einen Stab von
Männern, die der Uebernahme dieſer ſchweren Bürden
ge=
wachſen ſein werden? In einer ihrer letzten Nummern verſuchte
die „Nation” dieſe Frage zu beantworten. Sie wies darauf hin,
daß die Arbeiterpartei wohl in Maedonald, Snowden und einigen
Anderen Staatsmänner von großem Format beſitze. Aber in
ihrem Rücken ſeien die Reihen troſtlos leer. Ramſay Macdonalds
Miniſterium bot ſich nicht als eine ſehr imponierende
Körper=
ſchaft dar. Und es iſt mehr als zweifelhaft, ob eine zweite
Arbei=
terregierung in bezug auf ihre Zuſammenſetzung der erſten
be=
ſonders überlegen ſein werde. In den Reihen der Konſervativen
ſieht es ſchon beſſer aus. Vor allem kann ſie auf eine Anzahl
jüngerer Parlamentarier hinweiſen, die zu gewiſſen Hoffnungen
Berechtigung geben. Aber die Klage über den Mangel an
her=
vorragenden Staatsmännern iſt auch in dieſem Lager laut. Es
bleiben die Liberalen. Dieſe Partei hat ſtets eine überragende
Nolle in dem Heranzüchten neuer politiſcher Talente geſpielt. Die
größten engliſchen Staatsmänner der letzten Jahrzehnte, wie
Aſquith, Edward Grey, Haldane, Churchill, McKenna uſw., ſind
aus dem Lager der Liberalen hervorgegangen. Sie verfügen aber
noch heute über einen Generalſtab erfahrener und gebildeter
Männer, die geſchichtliche Tradition, politiſche Uebung und
er=
erbte Eigenſchaften zu Lenkern eines Weltreiches geeignet machen.
Dieſes iſt einer der Hauptgründe, der es als höchſt
wünſchens=
wert erſcheinen läßt, daß die Liberale Partei nicht für alle
Zu=
kunft von der Teilnahme am Regierungsgeſchäft ausgeſchloſſen
bleiben möge. Jede kommende engliſche Regierung, wie ſie auch
geartet ſein mag, wird die Mitarbeit der liberalen Kräfte nur
als ſchätzenswerten Gewinn buchen können.
*Die abgeblaſene
Regierungs=
kriſis in Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 18. Oktober.
Die drohende franzöſiſche Regierungskriſe ſcheint im voraus
pariert zu ſein. Der Miniſterrat am 17. Oktober hat ſich mit den
Angriffen der Oppoſition gegen die Paragraphen 70 und 71 des
Budgets befaßt und hat einen Beſchluß gebracht, welcher eine
ganz neue Lage ſchafft. Die Regierung wird wegen der
Begün=
ſtigungen der Kongregationen nicht die Vertrauensfrage ſtellen, und
dadurch iſt den Angriffen der Oppoſition die Spitze abgebrochen.
Andererſeits gibt Poincaré ſeinen Standpunkt nicht glatt auf, ſo
daß von einem Sieg der Radikalſozialiſten und einer Niederlage
der Regierung nicht geſprochen werden kann. Die Löſung, welche
Poincaré gewählt hat, iſt außerordentlich elaſtiſch, was am
deut=
lichſten dadurch bewieſen wird, daß ſowohl die Linke wie die
Katholiken jetzt behaupten wollen, ihr Standpunkt hätte geſiegt.
Die Wahrheit liegt in der Mitte. Aber von einer endgültigen
Entſcheidung wird man erſt nach der Eröffnung der Kammer
reden können.
Die Geſchichte der zwei Paragraphen, die dazu führten, daß
man die Regierung Poincaré des Klerikalismus beſchuldigt hat,
iſt außerordentlich lehrreich. Es fällt zunächſt auf, daß die
links=
ſtehenden Miniſter, wie Herriot, Queuille, Painlevé, Léon
Per=
rier, Sarraut und Briand, urſprünglich nichts gegen die
Auf=
nahme der beiden Paragraphen in das Budget gehabt haben.
Sie haben von der Sache teils nichts gewußt — die Radikalen
ignorieren gewöhnlich im Schoße des Kabinetts viel mehr, als
zum Beiſpiel in der Finanzkommiſſion — teils haben ſie für
die beiden Paragraphen Stellung genommen. Das war ganz
recht ſo, denn die Haltung der Regierung war nicht durch
kleri=
kaliſtiſche Einflüſſe, ſondern einzig und allein durch außen= und
kolonialpolitiſche Intereſſen des Landes beſtimmt. Es war ſogar
ganz verſtändlich, daß gewiſſe Kreiſe der Meinung waren, die
beiden Paragraphen ſeien von dem Außenminiſter gewünſcht.
Als nun die Radikale Partei der Sache gegenüber einen
prinzipiellen und dogmatiſchen Standpunkt einnahm, waren
ſelbſtverſtändlich alle linksſtehenden Miniſter gezwungen, gegen
die beiden Paragraphen Stellung zu nehmen. Die Einigkeit der
Regierung war bedroht.
Die Lehre, die man aber daraus ziehen kann und ziehen
muß, iſt, daß jetzt bei der Linken tatſächlich der Wille vorhanden
Vom Tage.
Ueber die Ergebniſſe des kommuniſtiſchen
Volks=
begehrens zur Frage des Panzerkreuzerbaues liegen noch keine
abſ ließenden Ziffern vor.
Im Bezirk der nordweſtlichen Gruppe iſt die Kündigung der
Metallarbeiter nunmehr zum 31. Oktober durchgeführt. Im
gan=
zeu Tarifgebiet werden 225 000 Arbeiter betroffen. Für den
Be=
zirk Duisburg—Hamborn—Rheinhauſen—Großenbaum—Dinslaken
kom=
men rund 45009 Arbeiter in Frage, davon 20000 in Duisburg, 8500
in Rheinhauſen, 2000 in Dinslaken und annähernd 2000 in Großenbaum
In Hamborn beträgt die Zahl der Gekündigten 8500.
Aus Mexiko wird gemeldet, daß man dort mit einer
bevorſtehen=
den Negelung des Kirhenkonflikts rechne. Man
ver=
ſichere, daß der Erzbiſchof von Mexiko, Mſar. Flores, der ſich
gegenwär=
tig in Nom befindet, in ſeinen Unrerredungen mit dem Papſt die
Grund=
lagen für ein Abkommen vorbereiet hat, das von der mexikaniſchen
Re=
gierung genehmigt werden könne.
Der Miniſrer des Aeußern der chineſiſchen Regierung hat eine
Note an die Mächte gerichtet, worin er den ſofortigen Verzicht au
die Exterritorialitätsrahte verlangt.
Nach einer Meldung aus Achen beabſichtigt Venizelos, ſein
Kabinett umzubtlden. Der Außenminiſter Karapanos ſoll als
Botſchafter nach Nom geſandt werden. An ſeine Stelle ſoll
Michalako=
pulos treten, deſſen Portefeuille dem Chef der Republikaniſchen Union,
Popanaſtaſiu, übergeben werden ſoll, der ſich bisher in der Oppoſition
befand
iſt, die Regierung zu ſtürzen. Die Bombe iſt nur zu früh
explo=
diert, und ſo hatte die Regierung Zeit, ſich auf eine ſichere
Stel=
lung zurückzuziehen.
Wo aber ein Wille iſt, da gibt es auch gewöhnlich einen Weg.
Und diejenigen Faktoren, die bei dem jetzigen Anlaſſe die
Regie=
rung ſtürzen wollten, können ihr auch während der Tagung der
Kammer gefährlich werden.
Rücktritt des Miniſiers Lord Birkenhead
Frederick Edwin Graf von Birkenhead,
britiſcher Miniſter für Indien, iſt von ſeinem Amt zurückgetreten.
Da er als Miniſter nur 80000 Mark im Jahre verdient, aber
als Rechtsanwalt bereits vor zwanzig Jahren ein
Jahresein=
kommen von 600000 Mark hatte, will er ſich nicht länger den
Luxus leiften, im Staatsdienſte zu verbleiben. Er wurde 1872
in Birkenhead als Sohn des kleinen Anwalts Frederick Smith
geboren, hat ſeinen Vater früh verloren, ftudierte unter großen
Entbehrungen, war aber ſchon mit dreißig Jahren einer der
ge=
ſuchteſten Rechtsanwälte Londons. Er kam, 34jährig, mit
konſer=
vativem Programm ins Unterhaus, war 1915 bis 1919
Juſtiz=
miniſter, 1919 bis 1922 Lordkanzler und ſeit 1924 Miniſter für
Indien. 1919 wurde er zum Baron, 1921 zum Viscount von
Furneaux und 1922 zum Grafen von Birkenhead ernannt. Es
verlautet, daß Graf Birkenhead nunmehr die Verlagsdirektion
des großen Zeitungskonzerns Barry übernimmt.
Gleichzeitig mit der amtlichen Bekanntgabe des Rücktritts Lord
Birkenheads und der Ernennung Lord Peels zum Staatsſekretär für
Indien veröffentlichen die engliſchen Morgenblätter den Schriftwechſel
zwiſchen dem Miniſterpräſidenten Baldwin und Birkenhead.
Birken=
head ſtellt in ſeinem vom 16. Oktober datierten Brief an den
Miniſter=
präſidenten feſt, daß er die Politik für immer verlaſſe, aber hoffe, in
ſeiner Eigenſchaft als Mitglied des Oberhauſes gelegentlich dem Lande
dieſe oder jene inoffizielle Hilfe leiſten zu können. Baldwin bezeichnet
in ſeiner Erwiderung das Ausſcheiden Birkenheads als einen
unſchätz=
baren Verluſt für das Kabinett. In dunklen Tagen ſei Birkenhead
ein Turm der Stärke und ſtets ein großzügiger Kollege und loyaler
Freund geweſen. In Leitartikeln werden die Verdienſte Lord
Birken=
heads für Großbritannien unterſtrichen.
*Friedrichsruher Tage.
Perſönliche Erinnerungen an Bismarck.
Von Paul Lindenberg.
Lange Zeit iſt’s her, Bismarck war noch nicht gefürſtet und
noch viel weniger Herzog von Lauenburg, als einſt bei einem
Eſſen im Berliner Reichskanzlerdalais einer der Gäſte ziemlich
häufig die Hausfrau mit dem Titel „Exzellenz” bedachte. „Nennen
Sie mich nicht ſo”, meinte dieſe endlich; „ich finde den Titel ſo
wenig hübſch für mich. Am liebſten höre ich mich Frau v.
Bis=
marck nennen, das erinnert mich ſo freundlich an eine ſtille frohe
Zeit, wo Otto und ich als beſcheidene Landedelleute auf unſerem
alten Gute an der Elbe Muße hatten, einander und unſeren
Dorf=
leuten zu leben. Jetzt gehört mein Mann der ganzen Welt an!”
— „Liebes Kind,” meinte Bismarck freundlich lächelnd, „die
Zei=
ten kehren uns, ſo Gott will, noch einſt wieder, wenn wir alt ſind
und die Welt nichts mehr von uns wiſſen will.”
Die erſte Vorausſagung erfüllte ſich, die letztere nicht. Das
bewieſen am beſten die Huldigungszüge, die ſich nach der
Ent=
laſſung des Fürſten nach Friedrichsruh bewegten, das bewies die
Feier des 80. Geburtstages, an der Millionen und Abermillionen
aufs innigſte teilnahmen in deutſcher Treue, Liebe, Verehrung.
Vor jenem Geburtstage konnte ich längere Zeit in Friedrichsruh
weilen und dann auch während der feſtlichen Tage mit Erlaubnis
des Fürſten, der meinem kunſtbegabten Begleiter, Maler Emil
Limmer, und mir das freundlichſte Entgegenkommen bewies, uns
auch den Beſuch des Schloſſes wie des Parkes geſtattend. Wie
viele andere, waren auch wir zunächſt erſtaunt über die
Einfach=
heit jenes Schloſſes, eines einſtigen Wirtshauſes und als ſolches
unter dem Namen „Frascati” den Hamburgern, die gern ihre
Ausflüge nach dem Sachſenwalde richteten, ſehr bekannt.
Man=
nigfache Umwandlungen hatte ja der Fürſt vorgenommen, aber fie
erſtreckten ſich hauptſächlich auf den Anbau eines Flügels und
kleinere bauliche Veränderungen — im großen und ganzen blieb
alles beim alten. „Als ich Friedrichsruh übernahm,” äußerte
gelegentlich der Fürſt, „dachte ich hier nur vorübergehend als
Tou=
riſt zu logieren, ſpäter, als ich mich gänzlich hierher zurückzog, war
es mir zum Neubau zu ſpät. Man erlebt ſelten das Ende, und
wenn man es erlebt, hat man auch keine rechte Freude daran. Ich
will hier meine Ruhe und Bequemlichkeit haben, und das iſt ja
auch der Fall.” Uebrigens, als der Fürſt noch im Amt war, dachte
er doch einmal an eine Vergrößerung des Schloſſes und hatte
ſeinen Baumeiſter mit der Ausarbeitung der Pläne beauftragt,
ja, er ließ eines ſchönen Tages durch Pfähle den geplanten Anbau
markieren. Da, während er noch mit dem Baumeiſter dies und
jenes beſprach, öffnete ſich ein Fenſter des erſten Stockwerkes und
die Fürſtin fragte herunter: „Otto, was bedeuten denn eigentlichk
die Pfähle?” — „Es handelt ſich um den Anbau, liebes Kind, ſo
weit ſoll er gehen.” — „O, wie ſchade, dann verliere ich aus
mei=
nen Fenſtern ganz den ſchönen Sonnenuntergang!‟ Der Fürſt
ſah mit bedeutſamem Lächeln den Baumeiſter an: „Sind Sie
ver=
heiratet?” — „Jawohl, Eure Durchlaucht.” — „Nun, dann wiſſen
Sie ja, daß aus unſerem Projekt nichts werden kann!“
Wie das Aeußere einfach, ſo auch das Innere während der
Lebenszeit des Fürſten. Lange ſchmale Korridore, teils mit
Garde=
robeſchränken angefüllt, kleine und niedere Räume, enge Türen,
ſchmale Fenſter, aber überall der Hauch einer vornehmen
Behag=
lichkeit und überall Spuren von der bedeutſamen Perſon ſeines
Bewohners. Wohin der Blick fiel, Gaben der Liebe und
Vereh=
rung, Bilder und Büſten von den preußiſchen Königen, von
her=
vorragenden Zeitgenoſſen, darunter den großen militäriſchen
Mit=
ſtreitern des Kanzlers, von Familienmitgliedern und nicht zuletzt
vom Beſitzer ſelbſt. Die von dem Fürſten bewohnt geweſenen
Räume liegen zu ebener Erde und gehen zum Park hinaus, den
eine dichte Wand von alten herrlichen Tannen faſt
undurchdring=
lich von der Welt draußen abſchließt. In dem Vorzimmer hingen
an einem aus gewaltigen Geweihen gebildeten Ständer die
be=
kannten ſchwarzen Schlapphüte und die graue Jagdmütze;
da=
neben ſtanden wohl zwei Dutzend der verſchiedenſten Stöcke, die
Mehrzahl aus kernigem Eichen= und Buchenholz gefertigt. Ein
Gewehrſchrank, aus einer Linde gearbeitet, unter welcher der Fürſt
oft als Knabe geſpielt, barg eine Reihe der verſchiedenſten
Jagd=
flinten, die ſich nun ſchon ſeit geraumer Zeit im Ruheſtand
be=
fanden. Auf dem Schranke bemerkte ich zwei große, dicht
inein=
ander verhakte Hirſchgeweihe, eine Gabe aus Amerika, in einem
Urwald am Miſſouri gefunden; die beiden Hirſche müſſen im
Kampfe derart aneinander geraten ſein, daß ſie ſich nicht mehr
losreißen konnten und auf der Walſtatt blieben, wo man nach
vielen Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten ihre Geweihe fand.
Durch das anſtoßende winzige Bibliothekszimmer gelangte
man in das Arbeitsgemach. Nahe den auf den Park
hinausſehen=
den Fenſtern ſteht der große, grünbezogene, ſehr einfache
Schreib=
tiſch, an den ein zweiter ähnlicher geſtellt iſt; auf dieſem wurden
ſämtliche auf den 1866er Krieg bezügliche wichtige Schriftſtücke,
Depeſchen, Erlaſſe uſw. ausgefertigt. Auf ihm lagen die ſtählerne
Brille des Fürſten, deren er ſich zum Schreiben und Leſen
be=
diente, die bekannten langen Bleiſtifte und Gänſefedern, ein mit
rotbrauner Leinwand überzogener Kaſten mit der goldenen
Auf=
ſchrift: „Briefe Otto von Bismarcks 1829 bis 1891” und daneben
ein mittelgroßer, faſt noch wie neu ausſehender Revolver mit
wei=
ßem Horngriff. Ihn benutzte Julius Cohen, der Stiefſohn des in
London lebenden politiſchen Flüchtlings Karl Blind, als er am=
8. Mai 1866 auf Bismarck in der Wilhelmſtraße fünf Schüſſe ab=
Auch Marx tritt zurück.
* Berlin, 19. Oktober. (Priv.=Tel.)
Ein Zufall will es, daß in dem gleichen Augenblick, wo di
Kriſe in der Führung der Deutſchnationalen Volkspartei der Ent
ſcheidung zutreibt, auch der innere Konflikt, der ſeit langem in
Zentrum beſteht, aber mehr unter der Oberfläche geführt wurde
offenbar wird. Der frühere Reichskanzler Dr. Marx läßt er
klären, daß er auf dem bevorſtehenden Parteitag des Zentrum
den Parteivorſitz niederlegen wird. Natürlich wird das offizie
mit Geſundheitsrückſichten ausführlich begründet. Wer aber di
Kräfteverteilung innerhalb des Zentrums im Laufe des letzte.
Jahres aufmerkſam verfolgt hat, der wird doch noch ganz ander
Gründe ſehen. Herr Marx hat dadurch, daß er die
Koalitio=
mit den Deutſchnationalen einging, in ſeiner eigenen Partei vie
an Anſehen verloren. Und die Wege, die dieſe Koalition
gehe=
mußte, boten dem linken Zentrumsflügel billigen Anlaß, gege
ihn zu arbeiten. Dazu iſt ſpäterhin auch der Ehrgeiz anderer Per
ſönlichkeiten getreten, denen Herr Marx zu lange auf dieſer
Poſten ſtand, die ſelbſt den Willen und den Beruf zur Parte:
führung in ſich fühlten. Dieſen aus verſchiedenen Richtunge
herdrängenden Gruppen iſt es ſchließlich gelungen, Dr. Marx di
Luſt und Liebe am politiſchen Handwerk zu verekeln, ſo daß e
nicht mehr mitſpielen will. Er wird ſich auch ſagen, daß er nich
mehr die nötige Vertrauensbaſis findet, um die Politik weiter
hin führen zu können. Sein Entſchluß iſt alſo durchaus ver
ſtändlich.
Das Zentrum ſteht nun vor der Aufgabe, einen neuen Vor
ſitzenden zu wählen. Hier werden alſo die aus ſachlichen un
perſönlichen Motiven gemiſchten Beſtrebungen erneut einſetzen
wenn auch gerade im Zentrum die Parteidiſziplin ſicher ſtar
genug iſt, als daß Erſchütterungen für das Gefüge der Parte
daraus entſpringen könnten oder wenigſtens äußerlich erkennba
werden. Als Nachfolger kommt in erſter Linie Herr Stegerwall
und der frühere Arbeitsminiſter Dr. Brauns in Frage, der ſit
aber ſelbſt neuerdings an den Katholiſchen Volksverein gebunde
hat, damit alſo etwas in den Hintergrund als Parteivorſitzende
treten dürfte. Wahrſcheinlich wird auch Herr Dr. Wirth Anſtren
gungen machen, und der Name v. Guérard wird fallen. Dr. Wirtl
aber iſt doch inzwiſchen ſoweit Außenſeiter geworden, daß er als
Parteiführer nicht mehr in Frage kommen dürfte.
*Weſiarp oder Hugenberg?
Auch der letzte Tag vor der entſcheidenden Sitzung de
deutſchnationalen Parteivertretung hat eine Klärung der ver
worrenen Verhältniſſe innerhalb dieſer Partei nicht gebracht
Zwiſchen den einzelnen Gruppen iſt fleißig verhandelt worden
ohne daß eine Annäherung erzielt wurde. Die Würfel werder
deshalb erſt am Samstag nachmittag fallen, und wie in eine
Verſammlung von ungefähr 200 Perſonen kleinſte Stimmunger
oder Verſtimmungen ſich plötzlich auswachſen können, darübe
läßt ſich vorher nichts berechnen. Graf Weſtarp hält nach wie vo
daran feſt, daß er bereit iſt, den Vorſitz der Partei zu behalten
dann würde aber wohl auch Hugenberg auf die Einheitlichkei
der Parteirichtung zurückgreifen und wahrſcheinlich von ſeine
Gruppe ſelbſt als Kandidat aufgeſtellt werden. Am
Samsta=
vormittag tritt noch einmal die Parteileitung zuſammen, derei
Beratung ſich vermutlich darauf beſchränken wird, den techniſchei
Teil der Verſammlung am Samstag nachmittag vorzubereiten
Es iſt keineswegs ausgeſchloſſen, daß am Samstag nachmittag
die Beratungen ſich ſo in die Länge ziehen, daß eine Vertagung
auf den Sonntag ſich als notwendig herausſtellt.
Verlegung der Rheinlandkommiſſion.
Die Hohe Interalliierte Rheinlandkommiſſion hat ſich
bis=
her in Koblenz breitgemacht und auch ſehr wohlgefühlt, ſie muß
aber ſpäteſtens zum Januar 1930 aus Koblenz ausziehen, das
mit der Räumung der zweiten Zone als Aufenthaltsort für die
Kommiſſion unmöglich wird. Schon ſeit Monaten iſt daher die
Rheinlandkommiſſion auf der Quartierſuche, wobei ſie aus
Gründen der Bequemlichkeit ſehr wähleriſch iſt. Urſprünglick
waren in dieſen Verhandlungen zur engeren Auswahl die
Städte Wiesbaden, Speyer, Mainz und Kreuznach in Ausſich
genommen. Inzwiſchen dürften die Verhandlungen aber er
geben haben, daß ſowohl Speyer wegen ſeiner zu ſehr abgele
genen Lage, wie auch Mainz wegen ſeiner an ſich ſchon zu
ſtar=
ken Belegung, wie auch Kreuznach wegen der Möglichkeit der
Störung des Badebetriebs nicht als neuer Sitz der
Rheinland=
kommiſſion in Betracht kommen können. Infolgedeſſen iſt
anzu=
nehmen, daß die Wahl vorausſichtlich auf Wiesbaden fallen
wird. Irgendwelche bindende Abmachungen ſind noch nicht
er=
folgt. Es wäre jedenfalls durchaus abwegig, etwa aus der
Tat=
ſache dieſer Verhandlungen ſchließen zu wollen, daß in baldigſter
Friſt eine Räumung der zweiten oder gar der dritten Zone zu
erwarten ſei.
feuerte, die nur eine leichte Verwundung zur Folge hatten. Neben
dem mit einem ruhenden Bronzelöwen verzierten Tintenfaß von
rieſigem Umfang ſtand in ſilbernem Rahmen ein ſehr gutes
Por=
trät Kaiſer Wilhelms I., von wuchtiger Form war auch der
Brieſ=
beſchwerer, ein ſchwarzer Granitwürfel mit dem goldſchimmernden
Bergmannsgruße „Glück auf” An den Wänden erblickte man
Bilder Kaiſer Wilhelms I. und Kaiſer Friedrichs ſowie Kaiſei
Wilhelms II., dann einige alte Stiche mit Szenen aus dem Leben
des Großen Kurfürſten und des alten Fritz, ferner eine
Photo=
graphie Lothar Buchers, des unermüdlichen Gehilfen des
Kanz=
lers, und auf dem Kaminſims eine kleine Tuſchzeichnung, den
greiſen Kaiſer am hiſtoriſchen Fenſter ſeines Palais zeigend. Nahe
dem Ofen, in dem während des Winters in der Kaminöffnung
ſtets ein derbes Holzfeuer praſſelte, hatte ein langes Ruheben
ſeinen Platz erhalten; der Fürſt benutzte es gern bei der Lekture,
den unteren Körper mit einer roten Plüſchdecke eingehüllt. Aul
dem herangeſchobenen kleinen Mahagonitiſche, in deſſen Mitte ein
Metalltäfelchen verkündete: „Auf dieſem Tiſch iſt der
Präliminal=
frieden zwiſchen Deutſchland und Frankreich am 26. Februar 18/4
zu Verſailles, Rue de Provence 14, unterzeichnet worden”
be=
merkte ich die zurzeit vom Fürſten ſtundenlang mit hohem
Intel=
eſſe geleſenen Werke: Treitſchkes „Geſchichte des neunzehnien
Jahrhunderts” und Sybels „Begründung des Deutſchen Reiches
durch Kaiſer Wilhelm I.”, beide Bücher viele Randbemerkungen
des Fürſten aufweiſend.
An das Arbeitsgemach ſtößt das Schlafzimmer, gleich einfag
wie jenes eingerichtet. Von gewaltiger Größe war das aus he
poliertem Eichenholz gefertigte Bett, faſt ebenſo breit wie lanb
am Fenſter lag in peinlicher Ordnung auf einem Tiſchchen
D=
einem drehbaren Spiegel das Raſierzeug des Fürſten, der Iie
jeden zweiten oder dritten Tag nach dem Aufſtehen ſelbſt raſien.”
während ſein getreuer Kammerdiener Pinnow in der Küche 9."
Morgenkaffee bereitete. An der einen Tür war ein bis zur Oee"
reichender Turnapparat befeſtigt, der als Muskelſtärker für Ak.”.
und Beine gebraucht werden konnte; eine Wagſchale, um 9e"
Körpergewicht des Fürſten feſtzuſtellen, was jeden Abend dure
Pinnow geſchah, der am nächſten Morgen Schweninger das 2"
gebnis mitteilte, ſtand in einer Ecke, daneben befand ſich das Lab”
für die beiden Doggen Tyras und Rebekka, die hier auch wähl.‟.
der Nacht verblieben. Auf einem Geſtell neben dem Bette fang."
in abgegriffenem Einbande „Martin Luthers tägliche Erqujall”
für gläubige Chriſten” mit vielen Bleiſtiftanmerkungen des i""
ſten, die meiſt auf Bibelſtellen und Pſalmen Bezug nahmen,"
auch ein zweites Büchlein, „Loſung der Herrenhuter Brüu”.
gemeinde”, wies die Spuren fleißigen Leſens auf. Pinnow,
mich im Auftrage des Fürſten wiederholt herumführte, berichl..
mir, daß er häufig ſeinem Herrn abends aus dieſen beiden Bäſe
Nummer 292
Samstag, den 20. Oktober 1928
Seite 3
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Unterbrechung der deutſch=polniſchen
Handelsvertragsverhandlungen.
Tagung des Verbandes
Südweſideutſcher Induſtrieller
Die Tagung der Hauptgemeinſchaft
des Deutſchen Einzelhandels
Polens Verantwortung.
Berlin, 19. Oktober.
Die deutſche Delegation für die
Handelsvertragsverhand=
lungen mit Polen hat den Auftrag erhalten, nach Berlin
zurück=
zukehren.
Die Polen haben es alſo wirklich erreicht, daß die
Verhand=
lungen über den deutſch=polniſchen Handelsvertrag neuerdings
abgebrochen oder wenigſtens unterbrochen worden ſind. Die
Werantwortung tragen ſie, denn ſie haben in ihrer letzten Note
ausdrücklich erklärt, daß nach ihrer Meinung die
Kommiſſions=
verhandlungen für den Augenblick gegenſtandslos würden. Es
war alſo unter dieſen Umſtänden eine Selbſtverſtändlichkeit,
ovenn die deutſche Regierung die Reſte der noch arbeitenden
Kommiſſionen von den urſprünglich vieren, die
Zolltarifkom=
miſſion, ſtarnierte und die Mitglieder beauftragte, Warſchau zu
werlaſſen. Die Polen haben ſyſtematiſch darauf gearbeitet, die
Arbeiten unmöglich zu machen aus den politiſchen Gründen
Ddie wir bereits geſtern angedeutet haben. Sie glaubten, es ſei
wertvoller für Polen, ihrer Wirtſchaft weitere ſchwere Nachteile
zuzufügen, nur weil ſie politiſchen Phantomen nachjagen wollen.
Ueber mangelndes deutſches Entgegenkommen auf dem Gebiete
des Handelsvertrages können ſie ſich wirklich nicht beklagen.
Wenn die Dinge von polniſcher Seite ſo dargeſtellt werden,
als liege die Schuld an den Schwierigkeiten bei uns, ſo muß
entſchieden unterſtrichen werden, daß die Reichsregierung den
Polen noch immer bis zum äußerſten entgegengekommen iſt,
bwährend dafür auf der anderen Seite nicht die geringſte Gegen=
Teiſtung verzeichnet werden kann. Die Grundlage der
bis=
herigen Verhandlungen war das Berliner Streſemann—
Jaaowſki=Abkommen, in dem das Reich den Polen ein
Jahres=
kontingent von 200000 Doppelzentnern Schweinefleiſch für
Wurſtfabriken und ein Monatskontingent von 200 000 Tonnen
Kohlen zugeſtanden hatte unter der Bedingung, daß
entſpre=
chende Gegenleiſtungen geboten würden. Um dieſe
Gegenlei=
ſtungen iſt der Kampf während der ganzen Verhandlungen
ge=
gangen, die die Zwiſchenzeit ausfüllten. Aber bis zuletzt iſt nicht
das geringſte polniſche Entgegenkommen zu verzeichnen geweſen,
ſo daß es für die deutſchen Unterhändler ſchließlich
Ueberwin=
dung koſtete, die Farce ſolcher Verhandlungen überhaupt noch
mitzumachen. Im Gegenteil ſteigerten die Polen ihre
Forde=
rungen im Laufe dieſer Verhandlungen noch mehr. In einer
Note vom 15. Oktober verlangte Warſchau das Zugeſtändnis der
unbeſchränkten Einfuhr von zubereitetem Fleiſch, ferner von
jährlich 600 000 lebenden Schweinen ſowie 50 000 Rindern und
monatlich 500 000 Tonnen Kohle. Trotz erheblicher Bedenken
hatte die deutſche Delegation ſich bereit erklärt, über eine
Er=
höhung der Kontingente des Streſemann-Jackowſki=
Abkom=
mens zu verhandeln. Die Polen gingen aber ſchließlich ſo weit,
üüberhaupt die unbeſchränkte Einfuhr zu verlangen, indem ſie
mit Schlagworten von der Handelsfreiheit auf Grund der
Gen=
fer Beſchlüſſe operierten. Das es ſich dabei nur um ein
Schlag=
wort handelt, erhellt am beſten daraus, daß Deutſchland als
erſtes Land bereit war, alle Einfuhrverbote aufzuheben, daß es
aber nur deshalb das Ginfuhrverbot gegen Polen aufrecht
erhalten mußte, weil Polen Einwendungen machte. Wir haben
kätſächlich nur noch ein einziges Einfuhrverbot, dem etwa achtzig
volniſche Einfuhrverbote gegenüberſtehen, die gerade die
wich=
igſten und größten Produktionsgebiete umfaſſen, ſo z. B.
Far=
ven, Eiſen und Stahl, Textilien, Automobile, Fahrräder,
Loko=
notiven, Möbel, Gummi= und Glaswaren und Leder. Angeſichts
dieſer Haltung der polniſchen Regierung blieb der
Reichsregie=
ung nichts anderes übrig, als die Konſequenzen aus dem Satz
der polniſchen Note zu ziehen, daß nach polniſcher Anſicht „die
Tommiſſionsarbeiten für den Augenblick gegenſtandslos
wür=
den”. Wie groß das deutſche Entgegenkommen war, geht auch
daraus hervor, daß die Einfuhr von Vieh angeſichts der ſtarken
Verſeuchung der polniſchen Viehbeſtände, namentlich des
ver=
treiteten Auftretens der Rinderpeſt, erhebliche Gefahren mit ſich
ringen mußte. Wenn von deutſcher Seite auf dieſe Gefahren
ſingewieſen worden iſt, ſo gehen wir damit durchaus konform
nit dem Standpunkt der Veterinärkonferenz, die ausdrücklich
edem Lande ſeine veterinäre Autonomie zuerkannt hat.
Inter=
ſſant iſt es übrigens auch noch, daß die Polen verſchiedentlich
nitten in den Verhandlungen die ungewöhnliche Forderung
tellten, den bisherigen Notenwechſel der Oeffentlichkeit zu
über=
reben. Deutſchland hat die Oeffentlichkeit nicht zu ſcheuen. Es
tegt aber auf der Hand, daß ſo ſchwierige Verhandlungen wie
ie über einen Handelsvertrag, dazu noch mit Polen, nicht
ge=
ade durch derartige Veröffentlichungen gefördert werden
önnen. Auch dadurch verſtärkt ſich der Eindruck, daß hinter der
olniſchen Haltung politiſche Rückſichten ſtecken.
Dieſer Tage fand in Freiburg i. Br. die 16. ordentliche
Jahresperſammlung des Verbandes
Südweſt=
deutſcher Induſtrieller (22. Jahr des Beſtehens) unter
ſehr zahlreicher Beteiligung von Mitgliedern aus allen Teilen
des Verbandsgebietes ſtatt.
Die Tagungen begannen mit der 67. Ordentlichen Plenar=
Verſammlung des Direktoriums des Verbandes, auf die am
gleichen Tage nachmittags eine Generalverſammlung
der Abteilung Waſſerwirtſchaft des
Verban=
des Südweſtdeutſcher Induſtrieller (Verband
badiſcher Waſſerkraftbeſitzer, Sektionen Rheinpfalz und Heſſen)
folgte. Am folgenden Tage fand ſodann die 16.
Ordent=
liche Generalverſammlung des Verbandes im
hiſto=
riſchen Kaufhausſaal zu Freiburg i. Br. ſtatt. Die 16.
Ordent=
liche Generalverſammlung des Verbandes wurde von dem
Vor=
ſitzenden des Präſidiums des Verbandes, Kommerzienrat
Stoeß=Heidelberg, mit einer Begrüßungsanſprache eröffnet.
Landeskommiſſär Geh. Rat Schwoerer=
Frei=
burg übermittelte den herzlichen Dank für die freundliche
Ein=
ladung, die den Vertretern der badiſchen Staatsregierung zu der
Tagung zuteil geworden iſt, und überbringt die Grüße und
herz=
lichen Wünſche insbeſondere des Innen= und
Finanzmini=
ſteriums.
Der Oberbürgermeiſter von Freiburg i. Br., Dr. Bender,
begrüßte dann die Tagung des Verbandes.
Anſchließend ſprach Präſident Kipphan von der
Oberpoſtdirektion Konſtanz, gleichzeitig im Namen des
Präſiden=
ten Lämmlein von der Oberpoſtdirektion Karlsruhe, beſonders
über die enge Verknüpfung der Induſtrie und
Verkehrsverwal=
tungen. Hierauf ergriff der Rektor der Univerſität Freiburg
i. Br., Geh. Rat Prof. Dr. Uhlenhuth, das Wort zu einer
Begrüßungsanſprache, in der er das Zuſammenwirken der
Wiſ=
ſenſchaft und Induſtrie unterſtrich.
Der Vorſitzende, Kommerzienrat Stoeß, dankte den
Ver=
tretern der Regierung und den Behörden, ſowie der
Stadtver=
waltung in längeren Ausführungen herzlichſt für ihre
freund=
lichen Begrüßungsworte, worauf das Geſchäftsführende
Präſi=
dialmitglied des Verbandes Dr. Mieck=Mannheim über
Praktiſche Exportförderung” einleitend ſprach und
gleichzeitig einen kurzen Ueberblick über eines der verſchiedenen
Tätigkeitsgebiete des Verbandes, nämlich deſſen exportfördernde
Tätigkeit, gab. Zu Punkt 2 der Tagesordnung ſprach Exz.
Wirk=
licher Geh. Rat Gouverneur z. D. Dr. Schnee, M. d. R.,
Berlin, über „Rohſtoffverſorgung und
Kolonial=
beſitz”
Im Anſchluß an den mit ſtarkem Beifall aufgenommenen
Vortrag von Exz. Dr. Schnee faßte die
Generalver=
ſammlung einſtimmig folgende
Entſchließung zur Kolonialfrage:
„Der Verband ſüdweſtdeutſcher Induſtrieller hält die
Wiedererlangung deutſchen Kolonialbeſitzes für unbedingt
notwendig zur Verſorgung der deutſchen Volkswirtſchaft
mit kolonialen Rohſtoffen, für deren Bezug ſie
gegenwär=
tig ausſchließlich auf das Ausland angewieſen iſt, ſowie
auch zur Sicherung von Abſatzgebieten für die deutſche
Induſtrie.”
Chineſiſche und oſtaſiatiſche
Wirtſchafts=
fragen” war das Thema, über das ſodann zu Punkt 3 der
Tagesordnung der Geſchäftsführer des Oſtaſiatiſchen Vereins
Hamburg=Bremen, Reg.=Rat Dr. F. W. Mohr=Hamburg,
referierte. — Profeſſor Dr. Otto Goebel, ord. Prof. an der
Techniſchen Hochſchule Hannover, hielt zu Punkt 4 der
Tages=
ordnung einen ſehr inſtruktiven Vortrag über „Die
Bedeu=
tung Südamerikas für den Export der
badi=
ſchen und ſüdweſtdeutſchen Induſtrie‟.
Der Streit um die Falklands=Inſeln.
EP. Buenos Aires, 19. Okt.
Die argentiniſ hen Zeitungen veröffentlichen Berichte üben den
kürz=
lichen Schriftwechſels zwiſchen Großbrikannien und Argentinien in der
Frage des Eigentumsrechts an den Falklands= und Süd=Orkney=Inſeln.
Anlaß hierzu gab der engliſte Proreſt gegen die Errichtung einer
argentiniſchen drahtleſen Starion für Meteorologie in Süd=Georgia.
Ar=
gentinien beſteht an ſich auf dem Eigentumsrecht an dieſen Inſeln und
erklärt, daß es infolge der engliſ hen Beſetzung bisher nicht in der Lage
geſveſen ſei, die tatſächliche Kontrolle über die Falklandsinſeln
auszu=
üben. In England hält man natüirlich daran feſt, daß die
Falklands=
inſeln nicht aufgegeben werden können.
in Berlin am 12. und 13. Oktober 1928.
Ein Rückblick.
Von Wilhelm Kalbfuß,
ſtellv. Vorſitzender der Hauptgemeinſchaft, M. d. R.W.R.
Die dritte große Tagung des Spitzenverbandes des Deutſchen
Einzelhandels iſt vorüber. Das erſte Jahrzehnt dieſer
Organi=
ſation hat durch die Berliner Tagung einen Abſchluß gefunden,
der allen, die daran teilnahmen, unvergeßlich bleiben wird. Neben
den Fragen wirtſchaftlicher Natur, die den Einzelhandel im
be=
ſonderen berühren, ſind in dieſem Jahre Fragen von
weittragen=
der allgemeiner Bedeutung erörtert worden. Zwei Reichsminiſter
haben ſich dem Einzelhandel zur Verfügung geſtellt zur
Erörte=
rung wichtiger Gegenwartsfragen, aber auch die Ausführungen
der übrigen Redner gingen weit über das hinaus, was man ſonſt
auf Jahrestagungen von Verbänden zu hören bekommt.
Ein ganz neuer Aufgabenkreis wurde dem deutſchen
Einzel=
handel durch die temperamentvolle Rede des
Reichsernährungs=
miniſters Dietrich gezeigt. In einer der Haupttagung
voran=
gehenden Beſprechung der Verbände des Nahrungsmittel=
Einzel=
handels hatte Herr Dr. Schindler vom Deutſchen
Landwirt=
ſchaftsrat darauf hingewieſen, daß die deutſche Landwirtſchaft
ſich bisher noch viel zu wenig mit der Bedeutung des
Kleinhan=
dels für den Vertrieb ihrer Produkte befaßt habe. Dieſen
Ge=
danken griff Miniſter Dietrich auf und betonte das
gemein=
ſame Intereſſe von Landwirtſchaft und Handel, hervorhebend,
daß die Landwirtſchaft nicht daran denke, durch eigene
Vertriebs=
ſtellen ihre Produkte dem Konſumenten zuzuführen, ſondern ſich
dazu des Handels bedienen wolle. Er ſchilderte die ungemein
ſchwierige Lage der Landwirtſchaft, die zugrunde gehen müſſe,
wenn nicht der Handel und die Verbraucher ſich mehr und mehr
auf deutſche Produkte einſtellen würden und überall da, wo es
irgend möglich ſei, ausländiſche Erzeugniſſe vermeiden.
Die Ausführungen des Miniſters fanden ſtärkſten Beifall.
Die Frage einer Zuſammenarbeit der beiden wichtigen
Wirt=
ſchaftsgruppen Landwirtſchaft und Handel wird in einem
beſon=
deren Ausſchuß weiter behandelt werden.
Größtes Intereſſe brachte man den Erörterungen über die
wiſſenſchaftliche Erforſchung des Einzelhandels entgegen. Der
Vorſprung, den Amerika in zwei Jahrzehnten vor uns errungen
hat, muß von uns in kürzeſter Friſt eingeholt werden. In
über=
zeugender Weiſe kam in den Reden der Wiſſenſchaftler zum
Aus=
druck, was erreicht worden iſt in dem kurzen Zeitraum von zwei
bis drei Jahren, aber auch alles das, was in naher Zukunft noch
erreicht werden muß. Das „Betriebswiſſenſchaftliche Inſtitut für
Einzelhandelsforſchung an der Univerſität Köln”, über das der
neuernannte Direktor Prof. Dr. Seyffert ſprach, hat einen
ungemein großen Aufgabenkreis zu bearbeiten. Es will vor allem
betriebswiſſenſchaftliche Unterſuchungen aller Einzelhandelsfragen
vornehmen und damit helfen, das wichtige Gebiet der Statiſtik,
der Verkaufsberatung und dergl. weiter auszubauen und neue
Lehrkräfte heranzubilden, die auf dem jetzt beſchrittenen Wege
weiterbauen können. Wohl warnen die Praktiker vor einem „
Zu=
viel” auf dieſem Wege. Die ausgezeichnete, groß angelegte Rede
von Prof. Dr. Hirſch zeigte aber, welche Wichtigkeit der
wiſſen=
ſchaftlichen Betrachtung des Einzelhandels in der deutſchen
Ge=
ſamtwirtſchaft beizumeſſen iſt. Er wies nach, daß mindeſtens die
Hälfte des geſamten Volkseinkommens an den Einzelhandel
aus=
gegeben wird. 1927 etwa 33 bis 34 Milliarden, im Laufe des
Jahres 1928 vielleicht noch etwas mehr, wobei der Aufwand für
Steuern, Unkoſten, Verluſte und Gewinn mit mehr als 10
Mil=
liarden anzunehmen ſei. — Der Redner beſchäftigte ſich ſodann
mit der Wirtſchaftlichkeit der Einzelbetriebe, der Verteilung des
Umſchlages auf den einzelnen Angeſtellten, wobei er zu dem
Reſultat kam, daß im Lebensmittelhandel etwa 20 000 M., im
Warenhaus 17—18 000 M., im Schuhwarenhandel 15 000 M., im
Drogenhandel 12—15 000 M. durchſchnittlich auf einen
Angeſtell=
ten entfielen. Notwendig ſei vor allem die Offenlegung und
Be=
ſeitigung der Verluſtquellen im Handel. Wirtſchaftlich ſchädlich
ſeien die großen Schwankungen in dem Beſchäftigungsgrad, in
den übergroßen Lägern u. a. m. Er wies ſodann auf die
Arbei=
ten des Reichskuratoriums für Wirtſchaftlichkeit hin, deſſen
Fach=
absſchuß für Handelswiſſenſchaft mit den Spitzenverbänden des
Einzelhandels und des Großhandels eng zuſammenarbeite.
In der nachfolgenden Ausſprache zeigte es ſich, welche große
Bedeutung dieſen Fragen ſowohl von Praktikern wie auch von
ten
ine
es
Hen vorleſen müſſe, nicht minder häufig werde ihm aufgetragen,
oenn der Fürſt nicht einſchlafen könne, eine kleine Kinderſpieluhr
rit ein paar Melodien aus Webers „Freiſchütz” zu drehen, bis der
Fürſt, der von künſtlichen Schlafmitteln nichts hielt,
eingeſchlum=
tert war. Gerade auf das Bett waren die klugen, ſorgenden
lugen des an der Längswand hängenden, von Lenbach gemalten
Zildniſſes Profeſſor Schweningers gerichtet, neben dem ich noch
Zilder des Fürſten und des Grafen Wilhelm erblickte; außer
inem Friedrich den Großen darſtellenden Aquarell ſah ich als
linſtleriſchen Schmuck nur noch eine Photographie Ludwig
hlands.
Reicher ausgeſtattet waren die im anderen Teile des
Erd=
eſchoſſes liegenden Wohnräume der verſtorbenen Fürſtin ſowie
ie Familienzimmer, obwohl auch ſie keinen überflüſſigen Prunk
eigten, aber gerade dadurch ward ein Gefühl großer
Behaglich=
eit ſowie beſchaulichen Wohlſeins erweckt und ein mit den
ſchlich=
in Gemächern durchaus harmonierender Eindruck hervorgerufen.
teben dem Salon liegt das Tee= und Rauchzimmer mit mehreren
refflichen Rokoko=Schränken und altväteriſchen, großgeblümten
Solſtermöbeln, dieſe in die Nähe des Kamins gerückt, denn der
fürſt liebte die Wärme und nicht minder das Kniſtern der
Holz=
heite im Ofen. In dieſe Ecke zog er ſich nach dem Diner zurück,
ch behaglich in dem Seſſel ausdehnend und die Füße auf ein mit
inem Lederkiſſen bedecktes Tabourett legend. Dann kam eine der
angen, in einem chineſiſchen Porzellanſtänder aufbewahrten
sfeifen an die Reihe, der er dichte Wolken entlockte, in
an=
eregteſter und anregendſter Weiſe dabei mit den Anweſenden
Taudernd.
Groß und luftig iſt das anſchließende Speiſezimmer mit dem
reiten Ausziehtiſch in der Mitte unter den Bronze=Ampeln,
rit den gediegenen Ledermöbeln, den zwei kleinen, mit erleſenen
läſern und Krügen beſetzten Büfetts an der einen Breit=, ſowie
ner Etagere, gleichfalls mit Prunkgefäßen verſehen, an der
an=
oßenden Schmalwand. Eine breite Tür führt auf die geräumige
eranda, von der ſich ein ſehr ſchöner Blick auf den Park mit
inem ſchilfumgebenen kleinen Teich, auf die knorrigen Buchen
nd Eichen und die lauſchigen Plätzchen unter immergrünen
annen und weit ihr ſchattiges Dach vorſtreckenden Gebüſchen
röffnet. Früher ſah man von hier aus bis zum Landſitze einer
ohlhabenden Hamburger Familie; als nach dem Berliner
Kon=
reß Lord Beaconsfield einige Tage in Friedrichsruhe weilte
nd Bismarck ſeinen Gaſt auf die hübſche Fernſicht aufmerkſam
rachte, meinte jener trocken: „Uenn ick ſein aufs land, uill ick
hen gar nicks!” Und der Fürſt gab ihm lächelnd recht und
be=
rhl, daß von nun an die Aeſte der Bäume und Sträucher wieder
rſtig wachſen ſollten, ohne die Schere des Gärtners befürchten
z müſſen.
Nachdem der Fürſt morgens die Eingänge in ſeinem
Arbeits=
zimmer durchgeſehen hatte, unternahm er alltäglich einen kurzen
Spaziergang durch dem Park, den breiten Schlapphut oder die
Jagdmütze auf dem Haupte, den Rock eng zugeknöpft, die Beine
bis zu den Knieen in Juchtenſtiefeln, den derben Naturſtock in
der Hand. Trotz der Laſt der Jahre war die Haltung des
Achtzigjährigen noch eine durchaus ſtrame; groß und klar war
der Blick der blauen Augen, von einer ganz merkwürdigen
Ge=
walt und einem prüfenden Ausdruck, wenn ſie auf einem ruhten,
während der Fürſt mit ihm ſprach. Geſtattete es die Witterung,
wurden nachmittags, oft in Begleitung des Oberförſters Lange,
längere Spazierfahrten unternommen, auch im Winter, in einem
ſchwergefügten Bauernſchlitten, deſſen Fußboden mit Stroh
be=
deckt war, der Fürſt in ſeinen Küraſſiermantel eingehüllt, die
Jagdmütze tief auf den Kopf gedrückt, ein Bärenfell über die
Kmie gelegt, aufmerkſam Umſchau haltend, ob und welchen
Scha=
den der Winter dem herrlichen Waldbeſtande zugefügt hatte.
Um 6 Uhr fand das Diner ſtatt, bei welchem der Fürſt meiſt
beſonders guter Laune war, lebhaft plaudernd und dafür ſorgend,
daß die Gläſer nicht leer blieben: „Es darf uns nicht gehen wie
den Engländern, ſeit ſie nur Tee und Waſſer trinken; wir
nordi=
ſchen Völker bedürfen eines „Aufguſſes‟. Die Ungarn und die
Spanier und die anderen da unten, kommen ſchon halb benebelt
zur Welt. Wenn ſich aber der Deutſche ſeiner Kraft recht bewußt
werden ſoll, dann muß er erſt eine halbe Flaſche im Leibe haben
oder beſſer noch eine ganze‟. — Nach dem Diner gings ins
Rauchzimmer, wo der Fürſt, in ſeinem Seſſel ruhend, die
zwang=
loſe Unterhaltung fortſetzte. Mit ſichtlichem Behagen ließ er ſich
die Pfeife munden. „Der Dabak hilft einem doch über vieles
hinweg” plauderte er während meiner Anweſenheit, „und man
empfindet ſeinen Wert erſt, wenn man ... ihn nicht mehr hat.
Bei Königsgrätz hatte ich noch glücklich einen Glimmſtengel für
mich referviert und freute mich im voraus auf den Augenblick,
ihn nach der Schlacht rauchen zu können. Da treffe ich auf einen
ſchwerverwundeten Dragoner, dem beide Arme zerſchmettert
waren, und der um eine Erfriſchung flehte. Ich ſuchte in meinen
Taſchen umher, fand aber nur Geld, und das konnte ich dem
Aermſten nicht anbieten; da fällt mir die Zigarre ein, ich ſteckte
ſie an und brachte ſie zwiſchen die Lippen des Verwundeten, und
Sie hätten nur ſein dankbares Lächeln ſehen ſollen! Nie hat
mir eine Zigarre größere Freude gemacht wie dieſe!”
Gegen 11 Uhr ſuchte der Fürſt ſein Schlafgemach auf, ſich
mit einem herzlichen „Gute Nacht!” von den Anweſenden
verab=
ſchiedend. Der getreue Pinnow ſchlief in einem Kämmerchen
neben dem Schlafzimmer, um ſtets zur Hand zu ſein, wenn ſein
Herr ihn benötigte, was aber nur ſehr ſelten der Fall geweſen.
Als ſich kurz vor dem 80. Geburtstage eine kleine Zahl bekann=
ter Schriftſteller und Künſtler bei dem unweit dem Schloſſe
woh=
nenden Oberförſter Lange zu fröhlichem Beiſammenſein
eingefun=
den hatte und es bei einem guten Tropfen Moſelwein — unſer
Wirt ſtammte von der Moſel — und bei dieſem und jenem
luſtigen Liede recht ſpät wurde, da frogte am nächſten Morgen
Bismarck ſeinen zum üblichen Vortrage erſchienenen Oberförſter:
„Was war denn bei Ihnen los, Lange?" Ich hörte Sang und
Klang, es muß ja recht fidel zugegangen ſein.” Und als der
Oberförſter Auskunft gegeben, meinte der Fürſt: Schade — ich
wollte ſchon kommen, da ich nicht ſchlafen konnte. Aber ich wollte
Pinnow nicht wecken, der in den letzten Tagen von früh bis ſpät
auf den Beinen geweſen und dem die nächſten Tage auch viel
Un=
ruhe und Arbeit bringen werden!“
In jenem ſo beſcheidenen Schlafzimmer hauchte der Fürſt am
30. Juli 1898 die große Seele aus — nachdem er ſchon mehrere
Stundem hindurch bewußtlos geweſen, nur hin und wieder in
ſeinen Phantaſien Worte ausſtoßend, die mit ſeiner tiefen
Reli=
gioſität zuſcmmenhingen. Auf dem oben erwähnten Geſtell
neben dem Bette ſtand eine Vaſe mit herrlichen Roſen, im ſeinem
Park gepflückt, auf die er bei Bewußtſein immer wieder die
Augen richtete — ein letzter Gruß der gütigen Natur, die ihm ſo
viel geweſen und ihm ſeinen Friedrichsruher Aufenthalt ſo ſehr
verſchönt hatte!
Von Oeutſchlands Hohen Schulen.
Mannheim: Dem Dozenten für Statiſtik an der Handelshochſſchule,
Profeſſov Dr. Sigmund Schott ſind die akademiſchen Rechte und die
Amtsbezeichnung eines außerordentlichen Profeſſors verliehen worden.
Marburg: Geheimrat Prof. Dr. med. Friedrich Ahlfeld, der
frühere langjährige Direktor der Frauenklinik an der hieſigen Univerſität,
vollendete am 16. Oktober das 85. Lebensjahr. — Bei dem Zoologiſchen
Juſtitut der Univerſität iſt eine Lehr= und Verſuchsanſtalt für
Bienen=
zucht eingerichtet worden, die in allen die Bienenzucht betreffenden
Fra=
gen koſtenlos Auskunfk erteilt und insbeſondere der Bekämpfung der
Bienenkrankheiten dienen ſoll.
München: Der Meteorologe bei der Bayeriſchen Landeswetterwarte,
Pridatdozent für Meteorologie und Hlimatologie an der Münchener
Univerſität Dr. Rudolf Geiger iſt vom 1. November 1928 an zum
Obſervator an der genannten Landeswetterwarte ernannt worden.
Karlsruhe: Die Privatdozenten, a.o. Profeſſoren an der Techniſchen
Hochſchule Dr. Arthur Drews (Philoſophie) und Dr.=Ing. Guſtav
Naphael Kögel (Wiſſenſchaftliche Photographie und techniſche
Photo=
chemie) ſind planmäßig angeſtellt worden.
Königsberg. Der Bibliothekar an der Staat3= und
Univerſitätsbiblio=
thek Dr. Ernſt Wermke iſt zum Bibliotheksrat an dieſer Bibliothek
ernannt worden. — Der bisherige Bibliothekar an der Staats= und
Uni=
verſitätsbibliothek Dr. med. et phil. Karl Hartmann wurde zum
Bibliotheksrat an der Univerſitätsbibliothek in Greifswald ernannt.
Seite 4
Samstag den 20 Oktober 1928
Nummer 292
den Akademikern beigelegt wird. Insbeſondere wurde Wert auf
die weitere Ausdehnung der Arbeiten der Verkaufsberatung
ge=
legt, die ſich wohl zu einem Hauptarbeitsgebiet der
Hauptgemein=
ſchaft des Deutſchen Einzelhandels auswachſen wird.
Selbſtverſtändlich ſind neben dieſen wiſſenſchaftlichen
Erörte=
rungen die brennendſten Gegenwartsfragen nicht zu kurz
gekom=
men. Mit anerkennenswertem Mute griff die Hauptgemeinſchaft
die Frage der Zwangsbewirtſchaftung gewerblicher Räume auf.
Sie war ſich wohl bewußt, damit heftige Gegenſätze
herborzu=
rufen, da neben Haus= und Ladenbeſitzern ſelbſtverſtändlich eine
fehr große Zahl, der deutſchen Einzelhändler auch zur Miete
wohnen. Herr Reichsgerichtsrat Dr. Sonntag, ein Spezialiſt
auf dem Gebiete der Wohnungswirtſchaft, brachte in ſeinem
Neferat Geſichtspunkte von außerordentlicher Wichtigkeit zur
Sprache, die bei einer Aenderung des Geſetzes ſicher zu beachten
ſind. Herr Dr. Neuendorf=Berlin, ſelbſt Mieter und
beſon=
derer Kenner der Not mittlerer und kleiner Geſchäfte in Berlin,
hatte es ſehr ſchwer, einen Weg zu zeigen, der für beide Teile,
Mieter und Hausbeſitzer, gangbar ſein dürfte.
Neben einem glänzenden Referat des geſchäftsführenden
Vorſtandsmitgliedes Dr. Tiburtius über „Der Einzelhandel
in Volkswirtſchaft und Wirtſchaftspolitik” beſchäftigte man ſich
noch eingehend mit der „Organiſation des Einzelhandels in
Reichsfachverbänden und Bezirksverbänden‟ Es wurden zum
erſten Male Leitſätze feſtgelegt, mit denen verſucht werden ſoll,
eine einheitliche Linie in die deutſche
Einzelhandelsberufsorgani=
ſation zu bringen und Zerſplitterungen und Grüppchenbildung zu
vermeiden. Als oberſter Grundſatz wurde feſtgelegt, daß jeder
deutſche Einzelhändler einmal fachlich und einmal regional
orga=
niſiert ſein muß. Jede Doppelarbeit ſei durch gemeinſchaftliche
Geſchäftsſtellen, Abgrenzung der Arbeitsgebiete zu vermeiden.
Den Höhepunkt der Tagung bildete die öffentliche
Kund=
gebung im Kaiſerſaal des „Rheingold” bei dem etwa 2000
Zu=
hörer aus dem Reiche und aus Berlin zugegen waren. Nach
ein=
leitenden Worten des Vorſitzenden Heinrich Grünfeld hielt
der Reichsfinanzminiſter Dr. Hilferding ſeine mit Spannung
erwartete Rede über die Reissfinanzpolitik. Was vielen bekannt
war, hat er nun in der Oeffentlichkeit wiederholt: Im nächſten
Etat iſt eine Ausgabenſteigerung von 312 Millionen zu erwarten
bei einem Einnahmenausfall von 165 Millionen aus Münzgewinn
und 125 Millionen aus Vorkriegsüberſchüſſen. Es fehlen daher
am ordentlichen Etat 600 Millionen. Er erörterte ſodann die drei
Bilanzierungsmöglichkeiten: Erſparniſſe, Einnahmeerhöhungen,
neue Steuern. Wei weit letztere ſchon im Kabinett beraten
wur=
den, hat der Finanzminiſter jedoch nicht verraten. — Im
außer=
ordentlichen Etat ſei ein Minus von 661 Millionen vorhanden,
die Kaſſenmittel des Reiches ſeien ſo angeſpannt, daß bis jetzt
300 Millionen an Reichsſchatzwechſeln ausgegeben ſeien. Trotz
der ſorgenvollen Lage der Finanzen ſei er Optimiſt, zumal die
vorausgeſagte große Wirtſchaftskriſe nicht eingetreten ſei.
Nach dieſem Vortrag ſprach Senator Wieſinger=
Ham=
burg über „Oeffentliche Laſten und Rentabilität im
Einzel=
handel”. Mit einem reichen Zahlenmaterial wies er die
unge=
heure ſteuerliche Belaſtung des Handels nach und ſtellte erneut
die Forderung auf Senkung der Steuern durch Vereinfachung
der Verwaltung und Erſparniſſe auf allen Gebieten.
Das Schlußwort hatte Verbandsdirektor Steinel=
Karls=
ruhe, der die Einheitsfront der Verbände betonte, darauf
hin=
weiſend, daß für Außenſeiter und Quertreiber heute kein Platz
nehr in unſeren Organiſationen ſei. Praktiſche Arbeit könne nur
geleiſtet werden in einem zielbewußten Aufbau und Ausbau
unſerer Standesorganiſation. Es gelte, die Einheit im
Einzel=
handel als gemeinſchaftliches Ziel in jeder Hinſicht zu fördern.
Vorbereitung der Länderberatungen
durch das Reichskabinett.
Berlin, 19. Oktober.
Das Reichskabinett hielt heute nachmittag eine Sitzung a.
in der die Fragen beſprochen wurden, die den am kommend
Montag zuſammentretenden Ausſchuß der Länderkonferenz h
ſchäftigen werden. Wie in politiſchen Kreiſen verlautet, wurd
keine grundſätzlichen Beſchlüſſe gefaßt, weil die Sitzung n
vorbereitenden Charakter hatte.
Parlamentariſches.
Sitzung des Aelteſtenrates des Heſſiſchen Landtages.
Der Aelteſtenrat des Heſſiſchen Landtages hatte ſich am Freitag
ſammengefunden, um einen Antrag der Abg. Leuchtgens
Glaſer (Bauernbund) auf Einſetzung eines Ausſchuſf
zur Aufſtellung von Sparmaßnahmen zu beraten. Ne
eingehender Begründung durch die Antragſteller wurde der Antrag ne
ausführlicher Debatte von ihnen dahin abgeändert, daß der Ausſch
nur aus Mitgliedern des Landtages beſtehen ſoll. Ein Antrag Hei
ſtadt (Ztr.), Reiber (Dem.) und Kaul (Soz.): „Die Regiern
wird erſucht, den Bericht des Sparkommiſſars oder etwa ihr zur W
tergabe freigegebene Teilberichte ſeiner Beamten zum früheſten
möglichen Zeitpunkt dem Landtag zuzuleiten. Zur Entſcheidung
Frage, wie und wann der Landtag in die dann einzuſetzende Arbeit
Verwaltungsvereinfachung ſich einſchalten wird, tritt ſofort nach d
Eingang der Berichte der Aelteſtenrat und, wenn nötig, im Anſchl
daran das Plenum zuſammen” wurde mitberaten.
De die Beratungen ſehr lange dauerten, ließ Präſident De
gegen ſonſtige Gewohnheit über die beiden Anträge abſtimmen.
Antrag Leuchtgens/Glaſer wurde abgelehnt, der Antrag Kaul dageg
angenommen. Der Antrag Leuchtgens wurde jedoch für das Plenu
aufrechterhalten.
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Darmſtadt, 20. Oktober.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
vom 21. bis 28. Oktober.
Großes Haus.
Sonntag, 21. Oktober, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. D 5. „Tosca”,
Oper von Puccini. Preiſe: 1.20 bis 12 M.
Montag, den 22. Oktober: Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 23. Oktober, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. 4 4. Zum
erſten Male: „Toboggan”, Schauſpiel von 6. Menzel.
Preiſe: 1 bis 10 M.
(Darmſtädter Volksbühne). „Carmen”, Oper von Bizet.
Preiſe: 1 bis 10 M.
Donnerstag, den 25. Oktober: Keine Vorſtellung.
Freitag, den 26. Oktober, 19½ Uhr, Ende 21½ Uhr. K1 (
Bühnen=
volksbund). „Judith”, Oper von A. Honegger. Preiſe:
1 bis 10 M.
Samstag, den 27. Oktober, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. E 6. „
Tobog=
gan”. Preiſe: 1 bis 10 M.
Sonntag, den 28. Oktober, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. L. 5. „Die
Stumme von Portici”, Oper von Auber. Preiſe:
1 bis 10 M.
Kleines Haus.
Sonntag, den 21. Oktober, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Außer Miete.
„Der tolle Hund”, Lokalxoſſe von Niebergall.
Darge=
ſtellt von der Heſſ. Spielgemeinſchaft. Preiſe: 0.50, 1, 1.50
und 2 M.
Montag, den 22. Oktober, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete
UII (3). Zum erſten Male: „Der treue Soldat”,
Singſpiel von Franz Schubert. — „Die
Weiberver=
ſchwörung”, Singſpiel von Franz Schubert. Preiſe:
1.20 bis 6.M.
Dienstag, den 23. Oktober, 20 Uhr: Elektrola=
Schall=
plattenkonzert der Firma 9. Jaeger, Georgenſtr. 11.
Mittwoch, den 24. Oktober, 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr.
Zuſatz=
miete V (4). „Dame Kobold”, Luſtſpiel von Calderon,
in der Bearbeitung von Hofmannsthal. Preiſe: 1.20—6 M.
Donnerstag, den 25. Oktober, 19 Uhr. Ende nach 20½ Uhr.
Zu=
ſatzmiete II (2). „Fatme‟, Komiſche Oper von Flotow.
Preiſe: 1.20 bis 6 M.
Freitag, den 26. Oktober, 20 Uhr: Feierſtunde der Soz.
Arbeiteriugend. Die reſtlichen Eintrittskarten
wer=
den an der Abendkaſſe zu 1 und 2 M. abgegeben.
Samstag, den 27. Oktober, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. Gaſtſpiel
luſtige Witwe‟, Operette von Lehär. Preiſe: 1—5 M.
Sonntag, den 28. Oktober, 11½ Uhr: Tolſtoi=Feier.
20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete III (3). „Dame
Kobold”. Preiſe: 1.20 bis 6 M.
u Stelle der angekundigten Schuberſ=Singſpiele Lortzings „Zar und
Zimmermann” als Vorſtellung der Miete I. in Szene. Die Rolle des
eationaltheater Mannheim, den Chateauneuf Herr Hans Hoefflin vom
Stadttheater Mainz als Gäſte. Beginn der Vorſtellung 1930 Uhr. Die
Schubert=Singſticle müſſeu nunmehr auf Montag, den 2. Ortober
Mliete III) angeſetzt wirden. Dieſe Vorſtellungsänderung iſt die
be=
auerliche Folge von ungetuühnlich zahlreichen Erkrankungen im
Solo=
erſonal, die den Proben= und Spielplan ſeit etwa 10 Tagen aufs
emp=
iudlichſte ſtören und bereits wiederholt in letzter Stunde zu
Umbeſetzun=
en, Vorſtellungsänderungen oder, ſoheit dies möglich war, zur Heran, vor einer finanziellen Kataſtrorhe. Zwar konnten die Gläubiger
iehung von Gäſten gezwungen haben. Das für geſtern Freitag in
Lohengrin” mußte gleichfalls infolge zahlreicher Erkrankungen ausfallen
nd auf einen ſpäteren Termin verſchoben tverden.
Niete D die erſta diesährige Aufführung von Puceinis Oper „Tosca”
ratt. Die Titelrolle ſinnt Frärlein Landwehr, den Caparadoſſi ſingt
derr Grahl hie= zum erſten Male. Muſikaliſche Leitung: Kapellmeiſter
Zamberger. Die Auffuhrung deginnt um 1930 Uhr.
— Ernannt wurde: An 24. September: der Lehrer Philipp war etwa 35 Jahre alt.
Schnell zu Biebelnheim, Kreis Oppenheim, zum Rcktor an der Volks=
Fule zu Nackenheim, Kreis Oppenheim, mit Wirkung vom Tage des
Dienſtantrit,s an.
— Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: Sonntag vor=
Ɨhr und nachm. 3.30 und 4 Uhr. Samstag geſchloſſen.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Anua Bornemam, die be= v
annte Darmſtädter Malerin, zeigt in der Bücherſtube eine Kollektion
Handzeichnungen, die zum Teil von einer Pariſer Studienreiſe
ſerſtammen. Außerdem ſieht man eine Anzahl intereſſanter
Ouiginal=
lgemälde voi OZuald Casenus, Tolgores und Blaminckh.
— Schubert= Feier der Schillerſchule. Am Samstag, dem 2. Oktober, von Arno Egelaſa „Sauer und füß” oder „Die ſteubende Stadt”
0 Uhr, begebt die Schillerſenle in ihrer Turnhalle (üllerſtraße 11), teilen ſich die „MozartMtädzen”, geletet von der Ballettmeiſterin
ie Gedä htnisfeier des 100. Todestages Franz Schuberts, des beruhmten Luiſe Rehr, und das Ballett des Frankfurter Opernhauſes unter
Liener Meiſters der Töne. Kzum Zljährig, hinterließ er bei ſeinem Mitwirkung der Ballittmeiſterin Ilſe Peterſen, und des Solo=
„ode gegen 2000 Juſtrumental= und Geſangswerke. Aus dieſem reichen tänzers Arthur Sprankel. Was Ilſe Peterſen leiſtet, iſt von
Schatz haben die Veranſtalter der Feier einige koſtbare Perlen ausgeſucht, der vorjährigen Revue noch in aller Frinnerung. Der Meiſtertänzer
Zeſonders hervorgehoßen ſeien die Lieder für Sopran (Fräulein Eliſa= Sprankel tritt zuur erſten Male in Darmſtadt auf. Die Muſik ſiellt die
ath Aßmuth), ſowvie das ſeltener gehörte vollſtändige B=Dur=Trio durch das Stadt=Orcheſter verſtärkte Hauskapelle des Mozart=Ver=
2t 99 für Violine, Cello und Klavick geſpielt von den Herren eins. Der Aufführung folgt der allgen eine Tanz in verſchiedenen Räu=
Schildge, Andrä und Volz. Gerade die Volksſchule, an der men des Saalbaues.
hon von jeher das deutſche Lied ſeine Pflegeſtätte fand, hat alle
Ur=
nihle, des Todestages Fran; Sthuberts in würdiger Weiſe zu gedenken.
Vir richten daher an die Eltern der Schüler, an die Freunde der Schule
nd an die vorgeſetzten Dienſtſtellen die herzliche Bitte, die Gedächtnis= Die Neuheiten der Berliner
„ier der Schillerſchule durch reht zahlreichen Beſuch zu beehren.
— 1. Akademie=Konzeit. Für den Violinabend von Erica Morini
racht ſich mit jedem Tage ein größeres Intereſſe geltend. Es ſtehen
ur noch ganz uenigs Karlen im Sekrerariat der Städtiſchen Akademie
ir den Verkauf zur Verfügung. Ueber die Künſtlerin ſchreibt die „Mor=
Eine furchtbare Familien=Tragödie.
Mit Frau, Kind und Hund in den Tod. — Das tragiſche Schickſal eines genialen
Gemikers und Erſinders.
Din de Wehe e ente ie ein e ete
uderen Geiger er eitzi, von keinem übertroffen.”
— Sprachverein. Unſeren Mitgliedern empfehlen wir den Vortrag,
Weraſe”, ſen auf Veranlaſſung des biſtoriſchen Vereins Montag, den
72 Oktober, abends 6 Uhr, im Realgymnaſium der Univerſitätspro=
Lager
eſſor, Dr. Vietor aus Gießen über Georg Büchner halten wird.
Der Zutritt iſt frei.
— Im Auftrag des Hefſiſchen Automobil=Clubs (A.v. D.) hält Herr
Va. Oſtwald am Dienstag, den 23. Oktober, im Hörſaal 326 der
echniſchen Hochſchule (Eingang Weſtportal, neben dem Kleinen Haus
ſes Heſſiſchen Landestheaters) einen Vortrag über „Neuere
Kraft=
toffe”, mit Lichtbildern und Experimenten, auf den wir auch an
ieſer Stelle hinweiſen möchten. Der Vortrag beginnt um 8 Uhr
bends, und ſind alle Intereſſenten hierzu eingeladen. Der Eintritt
„Wint
ſt frei. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Reſtaurant Bender hat durch Um= und Erweiterungsbau in den
atzten Tagen eine ſicher von vielen Gäſten angenehm empfundene
Um=
eſtaltung getroffen. Das Hauptlokal ſelbſt iſt vergrößert und
überſicht=
icher geworden. Als beſondere Annehmlichkeit aber hat. Herr Bender
ine beſondere Bquernſchenke und Früchſtücksſtube geſchaffen, die, was
Fehaglichkeit aubelangt. kaum ihresgleichen haben dürfte. Schlicht und
naufdringlich, aber jehr hübſch, ſind Wände, Türen und Decke mit
Bl=
orn und Inſchriften geſchmück und verleihen dem Ganzen den
Cha=
akter einer echten und rochten Bauernſchenke. Da dieſe Frühſtücksſtube
om Hauptlokal vollſtändig getrennt iſt und auch beſonderen Eingang
at, der, nebenbei bemerkt, ebenfalls dem Charakter der Bauernſchenke
ngepaßt iſt, iſt ſie beſonders auch für kleinere
Geſellſchaftsveranſtaltun=
en aller Art geeignet.
— Bon der Freiw. Retuungswache, Saalbauſtraße. Geſtern vormittag
egen 110 Uhr ereignete ſich in einer hieſigen Fabrik ein Unfall. Ein
ſubeiter drückte einen Pritſchenwagen vor ſich her. Er glitt aus
nd der Wagen vollte zurück, ſo daß der Aubeiter eine Rippenquetſchung
der einen Rippenbruch erlitt. Er wurde ſofort nach dem
Stadtkranken=
aus transportiert. — Gegen Abend wurde in der Nähe der
Pflege=
mſtalt in Eberſtadt ein Radfahrer von einem Automobl
ange=
ahren und zu Boden geſchleuder. Der Nadfahrer erlitt am Kopfe
jefe Verletzungen, ine Quetſchung der Hand und blutende
Hautabſchür=
ungen. Von der Rettungswache wurde er nach dem Herz=Jeſu=Hoſpital
derbracht. Eine Unterſuchung über die Schuldfrage iſt eingeleitet.
beamte auf einem Reviergang in der Nähe vom Dachsberg
eine verſchloſſene Aktenmappe. Auf der Mappe war ein
Brief=
bogen befeſtigt, der den Firmenaufdruck trug: Karl Miller,
Chemiker. Auf dem Briefbogen ſtand: „Bitte dieſe
Mittwoch, den 24. Oktober, 19½ Uhr, Ende nach 223 Uhr. G 2 Mappe abzugeben bei Dr. Wolf, Bismarckſtr. 48.
Der Eigentümer liegt in der Tannenſchonung.”
Die Forſtbeamten benachrichtigten die Kriminalpolizei und
be=
gaben ſich dann auf die Suche. In der Schonung lag, wie bald
darauf feſtgeſtellt werden konnte,
eine ganze Familie tot.
Augenſcheinlich hatten alle vorerſt Gift genommen. Die Leichen
der drei ſowie die des Hundes wieſen aber auch Schußwunden
auf, ſo daß anzunehmen iſt, daß Miller ſeine Frau, ſein
halb=
jahriges Kind, ſeinen Hund und ſchließlich ſich ſelbſt erſchoſſen
hat. Der Revolver wurde in der Nähe gefunden. Die Leichen
wurden in die Leichenhalle verbracht.
Wie wir auf Anfrage feſtſtellen konnten, war die Aktenmappe
geſtern bis 5 Uhr nachmittags noch nicht an Dr. Wolf abgeliefert
worden.
Ueber die Perſönlichkeit des Chemikers Karl Miller und über
das Motiv zur Tat erfahren wir folgendes: Mit Karl Miller iſt
ein Mann aus dem Leben geſchieden, der auf ſeine Art ein
genialer Erfinder war. Früher in der chemiſchen Fabrik
Röhm & Haas tätig, widmete ſich Miller in den letzten Jahren
ſeinen Privatſtudien, die im weſentlichen auf chemiſche
Erfin=
dungen und deren Verwertung gerichtet waren. Wiederholt kam
der Tote während ſeines Studiums in finanzielle Schwierigkeiten.
Er fand aber mehrfach finanzielle Hilfe, weil ſeine Erfindungen
als unter Umſtänden von weittragender materieller und kultu= der Kinderwagen ſtand in nächſter Nähe.
reller Bedeutung erkannt wurden. Miller hatte vielleicht den
Fehler — ein Schickſal, das er mit vielen Erfindern teilt —
gleich=
zeitig mehrere Probleme auf chemiſchem Gebiet löſen zu wollen, in der wirtſchaftlichen Notlage des Miller zu ſuchen ſein.
der Frankfurter Operetten=Direktion Sander=Dewald. „Die ohne ſich auf die materielle Auswirkung einer Erfindung — das
Intereſſe der Finanzkräfte geht ausſchließlich darauf hinaus —
zu beſchränken. Er arbeitete mit Erfolg an einem Erſatz für
Oelfarbe und war wegen dieſer Erfindung ſchon mit der Reichs= ein furchtbares Zeichen der Zeit. Der Lebenskampf iſt ungemein
bahn in Verbindung getreten. Es handelte ſich wohl um einen
— Heſſiſches Landesiheiter. Heute Samstag geht im Kleinen Hau3 Oelfarbanſtricherſatz, der beſonders für Eiſenteile und Außen= ſchließlich für das ganze deutſche Volk. Für den Einzelnen aber
anſtrich umwälzende Bedeutung hätte. Eine weitere Erfindung
Zaren ſingt Herr Theo Heuſer, die des van Bett Herr Karl Mang vom von ihm war ein Kraftfuttermittel und neue chemiſche
Konſer=
vierungsmittel. Vor etwa einem halben Jahre war er mit Herren
in Verbindung getreten, die ſeine Erfindungen für ihn günſtiger
auszuwerten verſprachen. Das früher inveſtierte Kapital konnte
aus bisher unbekannten Gründen gelöſt, und Miller ſtand nun
durch Vermittlung ſeines juriſtiſchen Beraters ſich noch einmal
usſicht genommene erſte Obernyaſtzſviel in Worms mit. Wagners zu einer Friſtgewährung verſtehen, jeboch ſcheint Miller nunmehr Zuſammenbruch der Nerben, die in jahrelangem Ringen mit dem
die klare Ueberlegung verloren zu haben und entſchloß ſich ange=
Morgen Sonntag findet im Broßen Haus, als Vorſtellung, der ſichts des finanziellen Zuſammenbruchs zu der grauſigen Tat.
Miller hat in der letzten Zeit auch an einem neuen
Krebs=
heilmittel ſtudiert, über das er ſich allerdings noch nicht
eingehen=
der geäußert hatte. Die unheilvolle Tat muß Miller in der Nacht
zum Freitag oder am Freitag morgen ausgeführt haben. Miller
Wir ſind in der Lage, die vorſtehende Darſtellung auf Grund e
privater Feſtſtellungen zu geben. Selbſtverſtändlich haben wir vielleicht zu einer Wohltat für die Menſchheit geworden. Er ſelbſt
nittags 11 und 11.30 Uhr, Montag bis Freitag, vorm. 11 und 11.30 Wert darauf gelegt, eine Darſtellung des Falles von amtlicher
Seite zu erhalten. Auf unſere Anfrage bei der Kriminalpolizei I
wurde uns geſtern mittag kurz nach 1 Uhr erklärt,
Geſtern vormittag zwiſchen 9 bis ½10 Uhr fanden Forſt= die Herren von der Kriminalpolizei ſeien fämtlich zu Tiſch
gegangen.
Wir geſtatten uns die ergebene Anfrage — nach vielem
Vor=
ausgegangenen öffentlich —: Was ſoll geſchehen, wenn zu
der Zeit, da die Kriminalbeamten zu Tiſch ſind, oder vielleicht
ſchlafen, ausgerechnet zu dieſer Zeit irgend eine ſchwere
krimi=
nelle Tat begangen wird? Bekanntlich richten ſich die Herren
Verbrecher nur in den ſeltenſten Fällen danach, wie die
Dienſt=
ſtunden der Kriminalpolizei eingerichtet ſind.
Der amtliche Polizeibericht meldet:
Am 19. 10. 1928 um 9.30 Uhr wurde vom Forſthaus
Böllen=
falltor der Kriminalpolizei telephoniſch mitgeteilt, daß an einer
Buche in der Nähe einer Bank an der Kopfſchneiſe im Diſtrikt
Dachsberg eine Aktentaſche liege, worauf ſich ein Zettel befände,
daß die Taſche an einen hieſigen Rechtsanwalt abzuliefern ſei
und der Eigentümer nebenan im Tannenſchlag liege.
Der Tannenſchlag wurde ſofort von Kriminalbeamten in
Begleitung von Forſtbeamten abgeſucht. In dem Tannenſchlag
lag der Chemiker Karl Miller mit ſeiner Ehefrau und ſeinem
vier Monate alten Kinde. Neben der Familie Miller lag der
tote Hund.
Aus hinterlaſſenen Aufzeichnungen geht hervor, daß Miller
im Einverſtändnis mit ſeiner Ehefrau gehandelt hat. Miller hat
durch je zwei Schüſſe ſeine Ehefrau und ſein Kind und ſich dann
ſelbſt erſchoſſen.
Nach den Ermittelungen hat Miller mit Ehefrau und Kind
in Begleitung ſeines Hundes am 18. Oktober 1928 gegen 14 Uhr
ſeine Wohnung verlaſſen und iſt dorthin nicht mehr zurückgekehrt.
Ein Spaziergänger hörte gegen 18 Uhr fünf bis ſechs Schüſſe
hintereinander im Diſtrikt Dachsberg fallen. Um dieſe Zeit ſcheint
Miller ſeine Frau und das Kind und dann ſich ſelbſt getötet zu
haben.
Ueber den Leichen waren die Regenſchirme aufgeſpannt, und
Miller ſelbſt war längere Zeit ohne feſte Stellung und befaßte
ſich mit verſchiedenen Erfindungen. Der Grund der Tat dürfte
Soweit die nackten Tatſachen des tragiſchen Falles. Eine
Tragödie mehr, für Viele nur eine Senſation mehr, aber doch
ſchwer geworden, für den Einzelnen, für ganze Gruppen und
in dieſem Fall zunächſt das furchtbare „abgebaut”, dann der
Kampf mit den materiellen Nöten des Daſeins, auf einem
Ge=
biet, das in ſeinen letzten Auswirkungen vielleicht der ganzen
Menſchheit hätte nutzen können. Ein Kampf durch Monate und
durch Jahre, wechſelnd mit Mißerfolg und Erfolg, vorübergehend
Hilfe und die Ausſicht auf reichen materiellen Gewinn. In
aber noch nicht abgelöſt werden. Die neue Verbindung wurde fieberhaftem Nebeneinander=Wirken=Wollen mit der Ausſicht auf
Erfolg, das Arbeiten an weiteren Dingen. Endlich doch aus
irgendwelchen äußeren Gründen ein plötzliches Halt! Der
finan=
zielle Zuſammenbruch. Mit dem finanziellen vielleicht auch der
Schickſal zermürbt wurden.
Fälle dieſer und ähnlicher Art mehren ſich im deutſchen Volke
erſchreckend. Es iſt ſchwer, irgend einem Menſchen, irgend einer
Gemeinſchaft von Menſchen oder gar dem Staat als ganze
Volks=
gemeinſchaft einen Vorwurf zu machen, eine Schuld zuzuſchreiben.
Es iſt Schickſal. In dieſem Fall aber vielleicht ein Schickſal, an
dem die ganze Menſchheit beteiligt iſt. Wenn es wahr ſein ſollte,
was ernſthaft beſtätigt wird, daß Karl Miller, der auf ſo tragiſche
Weiſe ſein Leben beſchloß, vielleicht in der Lage geweſen wäre,
ein Heilmittel gegen den Krebs zu ſchaffen, wäre ſein Wirken
der Reihe der Berühmtheiten deren Namen in der Nachwelt
fort=
leben, eingegliedert. Niemand kann entſcheiden. Auf jeden Fall
bleibt der Fall tief tragiſch und ſollte zu denken geben.
— Mozart=Verein. In die tänzeriſche Aufgabe des Schelmenſpiels
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— Orpheum. Am Montag, dem 23. Oktober, haben die bayeriſchen
Gäſte aus Schlierſee eine Erſtaufführung mit der Neuheut „Kuni laßt
aus!” von Waldfried Buragraf, welcher die Neubearbeitung von „
Prin=
zeſſin Turandot” den deutſchen Bühnen ſchenkte. Auch „Sermon der
alten Weiber” — „Weh um Michael”, ein Michael=Lenz=Drama, iſt von
W. Burggraf. Er leitete heuer anläßlich des Dürerjahres in
Nürn=
berg in der Albrecht=Dürer=Kiahe die Feſtſpiele, wobei auch unbekannte
Hans=Sachs=Spiele durch Burggraf neu belebt wurden. „Kuni laßt aus”
behandelt die wahre Begebenheit der 18jährigen Leni Bimshuber. Wie
der Profeſſor Dr. Ottomar Minze zum Geheimrat ernannt wird und
das Staatsmuſenm die römiſche Cexes durch ihn erwirbt und dabei
das Lennerl Bimshuber die Brücke bildet, wurde bei der Erſtaufführung
bejubelt und mit Ludwig Thoma in der Ant bewertet,
*Bezirksſchöffengericht.
v. 1. Die Strafverhandlung bietet das Bild einer nicht ganz
zwei=
jährigen, vohl ſchon von Beginn an unglücklichen Che. Scheidungsklage
iſt erhoben. Cs ſollen Mißhandlungen der Ehefrau ſeitens des
Ehe=
manns ſtattgefunden haben, letzterer ſie auch mit Totſchlagen bedroht
und mit dem offenen Raſiermeſſer auf ſie losgegangen ſein mit den
Wor=
ten: „Ich ſchneide dir den Hals ab‟. Die Anklage betrifft ſchließlis
noch eine Verfehlung gegen das am 1. Oktober 1997 in Kraft getretene
Reihsgeſetz zur Bekämpfung der Geſchlechtskrankheiten.
Der Staatsanwalt ſtellt die Strafhöhe ins richterliche Ermeſſen. Der
Verteidiger beantragt in erſter Linie Freiſprechung; gegebenenfalls
ge=
nüge eine geringe Geldſtrafe.
Das Urteil erkennt wegen Körperverletzung (ißhandlung der
Ehe=
frau) auf eine Geldſtrafe von 30 Mark, wegen Bedrohung auf eine ſolche
ron 50 Mark, im ubrigen erfolgt Freiſprachung.
2. Wegen fahrläſſiger Tötung des eigenen Bruders ſteht Karl Kaupp
von Lampertheim unter Anklags. Es handelt ſich um einen
Motorrad=
unfall, der ſich in der Nacht vom 10./41. Auguſt d. J. gegen 2 Uhr auf
der Straße Bürſtadt—Laupertheim ereignete. Der Bruder ſaß auf dem
Soziusſitz. Der Angeklagte hat den Führerſchein (Klaſſe 1.) ſeit 31. Juli
1938, nachdem er an Fronleichnam (7. Juni) das Motorrad nach ſeiner
Angabe gekauft hatte. Nach einigen Nunden Bieres, die in größerer
Geſellſchaft getrunken wurden, fuhr Kaupps Schwager auf ſeinem
Motor=
rad und dieſer ſelbſt mit dem ſeinigen nach Lampertheim zurück. Ein
entgegenkommendes Licht hielt Angeklagter für ein Weichenlicht nahe
dem Bahnühergang; in Wirklichkeit kamen dem Angeklagten Radfahrer,
die hintereinander herfuhren, und nachher ein Fuhrwerk entgegen. Mit
letzterem ſtieß der auf der linken Seite fahrende Angeklagte zuſammen;
er erlitt eine Gehirnerſchitterung, der Bruder verunglückte tödlich. Der
Wagen war auf der Fahrt vor Feudenheim nach Bürſtadt begriffen und
nuten an der Vorderſeite beleuchtet. Die Gabel des Vorderrads
zer=
brach: die Pferde ſcheuten und riſſen aus.
Der Gutachter hält dafür, daß der Ang=klagte, der nach den
Rad=
fahrern auch das Fuhrwerk ſehen mußte, ſofort hätte bremſen
müſſen.
Der Staatsanwalt betont, der Fall liege klar und das Verſchulden
ſtehe außer Frage; die Karambolage hätte gar nicht ausbleiben können.
Im kritiſchen Moment hätte der Motorradfahrer halten müſſen, zumal
er wußte, daß die Straße gerade damals ſchlecht war. Solchen wilden
Fahrern müſſe ein Zügel angelegt werden. Der Strafantrag geht auf
6 Monate Gefängnis. Ein übermäßig raſches Fahren des
Motorrad=
fahrers hält der Verteidiger nicht für erwieſen. Die Radſahrer ſeien
ohne Licht gefahren. Angeklagter habe deshalb einem Zuſammenſtoß
aus dem Wege gehen wollen, ſich ſelbſt aber in die unangenehme
Situation hineingebracht. Das Motorrad ſei an dem Strange des
Pfer=
des hängen geblieben.
Das Urteil erkennt auf 6 Wochen Gefängnis. Es ſei unbegreiflich,
daſ der Angeklagte ſo kurze Zeit nach Erlangung des Führerſcheins
einen Beifahrer auf den Sozusſitz aufgenommen habe, dazu, wo er
den ſchlechten Zuſtand der Straße kannte.
3. Wegen fahrläſſiger Körperverletzung hat ſich ein Kaufmann von
Bodenheim zu verantworten. Er hat den Führerſchein (Klaſſe 1) ſeit
15. Juli 1997. Die Anklage legt ihm zur Laſt, daß er am B. Juni
1928, von Ginsheim kommend, auf der Straße Biſchofsheim-
Guſtavs=
burg einen vor ihn ſich bewegenden Radfahrer mit dem Motornad
an=
gefahren und umgerannt habe. Er will den Nadfahrer gar nicht
be=
merkt, vielmehr die ganz= Aufmerkſamkeit auf einen ihm vorfahrenden
Laſtwagen gerichtet haben. Der Radfahrer hatte Verletzungen am Kopfe
und beiden Händen. Er befand ſich auf der Fahrt von Rüſſelsheim nach
Mainz. Daß Urteil erkennt auf 150 Mark Geldſtrafe.
Seite 6
24. Hauptverſammlung
des Deutſchen Eiſenbau=Verbandes.
Der zweite Tag der Verhandlungew war eingehenden
wiſſenſchaft=
lichen Verhandlungen gewidmet. Dieſe fandem in der Techniſchen
Hoch=
ſchule ſtatt. Nach herzlicher Begrüßung durch Se. Magnifizenz, den
Rektor Profeſſor Dr. Rau erfolgte zunächſt die Verleihung der
Würde des Dr.=Ing. ehrenhalber ſeitens der Ingenieurabteilung an
Herrn Bauvat Dr.=Ing. Bohny von der Gutehoffnungshütte wegen
ſeiner Verdienſte um die Entwicklung des neuzeitlichem
Eiſenbrücken=
baues.
Alsdann ergriff Direktor Dr. Oelert, Berlin, das Wort zu
einem einleitenden Vortrag, der ſich mit der augenblicklichem
wirtſchaft=
lichen Lage befaßte. In knapper Form nahm der Vortvagende zu den
wichtigſten Tagesfragen Stellung, nachdem nochmals kurz die
wirtſchaft=
lichen Zuſtände in der Eiſeninduſtrie ſelbſt behandelt waren. Von der
Reichsbahntariferhöhung befürchtet der Vortragende trotz aller
Be=
ſchwichtigungsverſuche ſchwere wirtſchaftliche Schädigungen. Er weiſt
darauf hin, daß jede Tariferhöhung ſo lange ein untaugliches Mittel
bleiben wird als nicht die Reichsbahm von der ihr jetzt aufgebürdeten
Reparationslaſt befreit iſt. Beſonders zu denken geben die Hinweiſe
des Redners auf die Tariferleichterungen, die in dem wichtigſten
Kon=
kurrenzländern für die Eiſeninduſtrie geſchaffen werden. Mit warmen
Worten wurde für eine Zuſſammenarbeit zwiſſchen Beſtellern und
Lieferern eingetreten, um anſchließend daran das Kartellproblem, das
Eindringen der öffentlichen Hand in die Privatwirtſchaft zu erörtern
und ſchließlich nach Behandlung der Reparationsfrage noch auf die jetzt
in Gang kommenden Auseinanderſetzungen zwiſchem Unternehmertum
und Arbeiterſchaft einzugehen. Der Vortragende wies darauf hin, daß
wirtſchaftlich nicht begründeten und nicht durchzuführenden Forderungen
endlich ein unbeugſamer Widerſtand entgegengeſtellt werden muß, um
auf dieſem Wege ſchließlich doch zu einer Verſtändigung mit dem großen
Teil der noch immer geſund denkendem Arbeiterſchaft und damit zu
ihrev Befriedigung zu gelangen.
Als zweiter Vortragender ſpnach Direktor Dr.=Ing. Schulz,
Dort=
mund, über „Roſtſchutz und ſchwerroſtende Stähle‟. Einleitend wird
die Bedeutung des Roſtſchutzes im Eiſenbau beſprochen und auf die für
dem Roſtvorgang bedeutſamen Faktoren hingewieſen. Bekämpft bann
das Roſten werden bereits durch Maßnahmen in der Konſtruktion. Als
weſentliche Mittel zum Roſtſchutz ſtehem zur Verfügung einmal
roſt=
ſchützende Ueberzüge und zweitens die Benutzung beſonders legierter
Stahlſorten, der ſchwerroſtenden Stähle. Bei roſtſchützenden
Ueber=
zügen im Form von Farbanſtrichem iſt nicht nur die Auswahl einer
guten Farbe weſentlich, von größtem Einfluß iſt auch das richtige
Auf=
bringem des Anſtrichs und ſeine gute Unterhaltung im fertigem
Bau=
werk. Von metalliſchen roſtſchützendem Ueberzügen kommen für
Eiſen=
bauwerke in Betracht das Verzinkem und das Verbleien. Von größter
Bedeutung werdem die ſchwerroſtenden Stähle, die die Metallurgie
be=
ſonders in dem letzten Jahrem entwickelt hat. Im Gegenſatz zu den
ſäurefeſtem, überhaupt nicht roſtenden Stählen, die infolge ihres hohen
Gehaltes an teuren Zuſatzmetallen für Eiſenbauwerke zu koſtſpielig ſind,
handelt es ſich bei dem ſchwerroſtenden Stählen um ſſolche, die zwar auch
dem Roſtvorgang unterliegen, bei denen aber der Roſtvorgang ganz
erheblich langſamer vor ſich geht als bei gewöhnlichem Stahl. Erreicht
wird dies auf zwei grundſätzlich verſchiedenen Wegen. Im Armco=Eiſen
beſitzen wir einem Stahl, der infolge einer außerordentlich großen
Rein=
heit an Beimengen ſchwer roſtet — die große Reinheit bedingt aber
zugleich eine geringe Feſtigkeit, Armco=Eiſem iſt weicher, als Stahl 37.
Als zweiter Weg kommt eim geringer Kupfer=Zuſatz zum Stahl — meiſt
etzwa 0,25 Prozent — im Frage. Kupfer=Stahl roſtet, wie ausgedehnte
Verfuche bewieſen, an der Atmoſphäre in ganz außerordentlichem Maße
weniger als kupferfreier Stahl, ohne daß der Kupfer=Zuſatz irgendwelche
Nachteile nach anderer Richtung im Gefolge hätte. Beſonders
bedeu=
tungsvoll iſt, daß es neuerdings auch gelungen iſt, hochwertige
Bau=
ſtähle mit mehr als 36 kg/mm” Streckgrenze in Form von ſchwerroſtenden
Kupfer=Stählem herzuſtellen.
Anſchließend behandelte Direktor Dr.,=Ing. e. h. Erlinghagen,
Rheinhauſen, das Thema „Die Arbeiten des Deutſchen
Normenaus=
ſchuſſes und ihre Zuſammenhänge mit dem deutſchem Eiſenbau.”
Die erſtem Anfänge der Gründung des Deutſchem Normenausſchuſſes
liegen etwa 14 Jahre zurück. Der Krieg überraſchte die Anfänge der
Normungsarbeit. Die Notwendigkeit der Normung machte ſich aber im
Samstag den 20. Oktober 1928
Nummer 292
Jahre 1917 bei der Notz, den Heeresbedarf zu beſchaffen, dringend
be=
merkbar. Der Deutſche Normenausſchuß wurde 1917 gegründet. In
langwieriger Arbeit ſind bis zum September d3. Js. etwa 2800
Normen=
blätter entſtanden, 800 weitere Normenblätter ſind im Entwurrf fertig.
Herr Dr. Erlinghagen kommt danm auf die Normung im deutſchen
Eiſenbau zu ſprechen, welche leider noch viel zu würnſchem übrig läßt.
Es beſtehem beſtimmte Normenblätter für Lieferungsbedingungen,
Tech=
niſche Vorſchriftem auf dem Gebiete des Werkſtoffes und für die
Kon=
ſtruktionsbüros. Letztere müßten noch weiter ausgedehnt werden. An
der Normung, ſoweit ſie für den Betrieb der Werkſtätte und Bauſtelle
erforderlich iſt, fehlt noch manches. Er ſchlägt die Gründung eines
Fach=
normenausſchuſſes für Eiſenbqu vor und regt an, daß auch die Deutſche
Reichsbahn, die ihrerſeits auf dem Gebiet der einheitlichen Vorſchriften
für die Ausführung von eiſernen Brütchen für die Deutſche Reichsbahn
vieles getan hat, dieſe Vorſchriftem gemeinſam mit dem Deutſchem
Nor=
menausſchuß zu Normenblätter ausarbeiten und im Auslande verbreiten
möge, damit der deutſchen Imnduſtrie z. B. aus den großen Ländern
Süd=
amerikas nicht engliſche oder amerikaniſche Bedingungen vorgeſchrieben
werden, ſondern daß auch dieſe Länder ſich allmählich daran gewöhnen,
für die in Deutſchland erzeugten Konſtruktionem deutſche Bedingungem
anzuerkennen. Herr Dr. Erlinghagen ſchloß ſeinen Vortrag mit einigen
allgemeinen Bemerkungen auch über die pſrchologiſchen Grundlagen des
Erfolges unſeres menſchlichen Schaffens.
Oberbaudirektor Leo, Hamburg, gab in einem inteveſſanten durch
Vorführung eines Filmes erläuterten Vortrag einen Ueberblick über den
Umbau der Styaßenbrücke über die Nordelbe bei Hamburg.
Die in 3 je 100 Meter weiten Oeffnungem den Strom überſpannende
alte, nur zweiſpurige Brücke reichte für den ſtark angewachſenem Verkehr
nicht mehr aus. Aus Sparſamkeitsgründen konnte nicht, wie zuerſt
be=
abſichtigt, die ganze Brückenanlage neugebaut werden. Es wurde daher
nebem der alten eine neue Brücke angeordnet. Jede der beidem Brücken
nimmt den Verkehr in nur einer Richtung auf; ſo wurde mit
verhält=
nismäßig geringen Koſten eine mehr als dreifoche Steigerung der
ver=
kehrstechniſchen Leiſtungsfähigkeit erzielt. Zur Erzielung einer
har=
moniſchen Geſamtwirkung lehnt ſich die Geſtaltung der neuem Brücke im
Geſamtentwurf eng an die vorhandene an.
Der Vortragende ging dann auf die intereſſante Montage der Brücke
ein. Dieſe erfolgte ſo, daß ſämtliche 3 je 900 000 Kg. ſchwerem
Brüchen=
überbautem auf dem feſten Lande zuſammengebaut, auf große
Schiffs=
gerüſte hinübergerollt und unter Benutzung von Ebbe und Flut
ein=
geſchwommen wurden. Durch die ſorgfältige Vorbereitung wurde ſo die
Sperrung des Elbſtromes für den Schiffsverkehr auf nur eine Stunde
beſchränkt. Ein Film erläuterte dann nochmals in ſehr amſchaulichen
Weiſe das Geſagte und brachte auch Einzelheiten von weiteren
Brüchen=
bauten und Verſtärkungsarbeitem bei Hamburg.
Eine der aktuellſten Frogen für den Eiſenbat behandelte Direktor
Schmuckler, Berlin, in dem Thema „Vorzüge des Eiſenbaues unter
beſonderer Berüchſichtigung des Skelettbaues”.
Nach einem kurzem hiſtoviſchen Ueberblick über die Entwicklung des
Eiſenbaues werdem ſeine haupptſächlichſten Anwendungsgebiete gezeigt
und wird zu der des öfteren vertretenen Anſicht Stellung genommen, als
ſei der Eiſenbau gegenüber dem Eiſenbetonbau unter beſtimmten
Voraus=
ſetzungen von vornherein im Nachteil. Auch die Auffaſſung mancher
Architekten, daß der Eiſenbau äſthetiſch gegenüber dem Eiſenbetonbau
zurüchſtehe, wird auf das richtige Maß zurückgeführt und die
Notwendig=
keit erörtert, hier für beſſere Aufklärung über den Eiſenbau zu ſorgen.
Dann werden Anregungem gegeben, auf welchem Wege die
Eiſen=
bauweiſe verbeſſert werdem kann, um ihre Wirtſchaftlichkeit ud
Kon=
kurrenzfähigkeit noch zu erhöhen.
Die Vorzüge und Vorteile des Eiſenbaus werden anhand von
Licht=
bildern über ausgeführte, muſtergültige Bauwerke aus dem Gebiet des
Hallenbaues, des Büro= und Geſchäftshausbaues, der Aufſtockungen und
des Hochhausbaues nachgewieſen. Zahlreiche Abbildungen aus dem
neueſten Gebiet des Eiſenbques, dem Stahlſkelett=
Wohnungs=
bau, und die Erörterung der mit ihnen verbundenen großen Vorteile
weiſem einen Weg zur ſchnellem Bekämpfung der Wohnungsnot.
Den Schluß der Verhandlungem bildete ein Vortvag von Direktor
Dr. Oſtern, Hannover, über „Eiſenbau und Berufsgenoſſenſchaften”
Er legte dar, wie die Berufsgenoſſenſchaften 1885 von Bismarck als
Selbſtverwaltungsorgane der Induſtrie für die Unfallverſicherung
ge=
ſchaffen wurden und wie in ihnen Unfallverhütung und
Unfallentſchä=
digung ſinnreich verknüpft wurden, um den die Unfallentſchädigungen
zahlender Unternehmer auch finanziell an möglichſter Verhütung der
Unfälle in ſeinem Betriebe zu intereſſieren. Er zeigte ſodgnn, wie durch
das Umlageverfahrem eine Theſaurierung von Mitteln, wie ſie in andevem
Sozialverſichenungszweigen geſchieht, vermieden wird. Hauptſächlich ging
er aurf die Bildung des Gefahrtarifs ein, von dem die Höhe der Beitr
für das einzelne Unternehmen abhängt. Die Gefahrziffer für den
zelnen Gewerbezweig ergibt ſich durch Beobachtung längerer Zeiträu
automatiſch aus der Gegenüberſtellung von Löhnen und Unfallentf
digungen. Bei der Abgvenzung und Begriffsbeſtimmung der einzel
Gewerbezweige hat die Berufsgenoſſenſchaft die Möglichkeit eigenen
tätigung. Eine gewiſſe Vereinheitlichung der Gefahrtarife der
ſchiedenem im ganzen Deutſchen Reiche für den Eiſenbau in Betv
kammenden Berufsgenoſſenſchaften ſoll verſucht werden.
An die einzelnem Vorträge ſchloſſen ſich rege Ausſprachem an.
geſchloſſem wurde der Tag mit einem gemeinſamen Eſſen, das Mitglie
und Gäſte vereinte. Nochmals bot ſich Gelegenheit in regem Meinur
austauſch zu den die Teilnehmer verbindenden Fragem der Technik
Wirtſchaft Stellung zu nehmen.
Den Ausklang der Tagung wird dann noch ein Ausflug bilden,
die Teilnehmer heute an der Bergſtraße entlang in den ſchönſten
des Odenwaldes führt.
p. Einfuhr von Gerſte aus den Vereinigten Staaten von Amer
Gerſte, die aus dieſem Gebiet mit Ausnahme der Staaten Te=
Kanſas, Oklahoma und Colorado ſtammt, darf in den freien Verl
des Zollinlandes nur übergeführt werden, wenn eine auf Koſten
Einführenden vorgenommene Unterſuchung die Unſchädlichkeit
Gerſte ergeben hat. Die Reichsregierung kann Ausnahmen zulaſ
Als Ueberführung in den freien Verkehr des Zollinlandes iſt auch
Ablaſſung auf Bezugſchein nach Maßgabe der Gerſtenzollordnung
zuſehen. Die näheren Beſtimmungen über Art und Umfang der Un
ſuchung ſowie die Unterſuchungsgebühren treffen die Landesregier
gen, die auch die Anſtalten beſtimmen, in denen die Unterſuchung t
zunehmen iſt. Die Anſtalten haben über das Ergebnis der Un
ſuchung der Gerſte Beſcheinigungen auszuſtellen, die zur Vorlage
die Zollſtellen geeignet ſind. Die Verordnung trat am 1. Oktober 1
in Kraft und tritt am 15. November 1928 außer Kraft.
p. Stiftung der Provinz Oberheſſen. Die auf Grund der E
tungsurkunde vom 5. Mai 1928 errichtete Stiftung zur Bekäm
fung von Volksſeuchen iſt als rechtsfähige vom Innenmin;
rium genehmigt worden.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu beirach
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— „Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, Ortsgruppe Da
ſtadt. Zu der am Sonntag, dem 21. Oktober, nachmittags 5 Uhr,
der Vereinigten Geſellſchaft (Rheinſtraße) ſtattfindenden Gedächtnisfe
unſerer allverehrten deutſchen Kaiſerin iſt es beſondere Pflicht aller
meraden, vollzählig zu erſcheinen.
Tageskalender für Samstag, den 20. Oktober 1928.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 20 Uhr, E
gegen 22 Uhr E 5: „Wer gewinnt Liſette‟. — Kleines Haus, Anf
19½ Uhr, Ende 22½ Uhr, L 4: „Zar und Zimmermann”
Orpheum, abends 20.15 Uhr: „Die drei Dorfheiligen”. — Ko
zerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Reſt. *
der, Reichshof, Weinhaus Maxim, Alte Poſt, Kaffee Haſſia,
Sp=
platzkaffee, Frankfurter Hof, Zur Kanone, Zum grünen Laub, 3
Roten Löwen, Perkeo, Stadt Nürnberg, Waldſchlößchen, Meckartor.
Deutſchnat. Handlungsgehilfen=Verband abe
20 Uhr, im Konkordiaſaal: Gründungsfeier. — Kinoborſte
lungen: Helia=, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Orion
Café Cabaret
und Casino
Frankfurt a. Main
Fritz Berthelen
conferiert
und das übrige große
Programm (110312
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
Eheleute Peter Diehl, Metzgermeiſter, und Marie, geb.
Herres, beide in Darmſtadt, zu je /, im Grundbuch
einge=
tragen war, ſoll
Dienstag, den 18. Dezember 1928, nachm. 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht, an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219, verſteigert werden. Die Verſteigerung erfolgt im
Wege der Zwangsvollſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 12. Januar 1928 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſtei=
gerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(16842a
Darmſtadt, den 12. Oktober 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band III, Blatt 128.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
T 241 Hofreite Nr. 3
Schloß=
gaſſe.
93 6500 RM.
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Molld, gelbw.it jed.
Hinſ la,überſetzt,
bil=
lig abzug. Auch wird
Feldbahn in Zahlg.
gen. Näheres unier
N 122 an die
Ge=
ſchäftsſtelle, *27234
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Trauring 2
Portemon=
naies mit Inhalt. 1 Preistafel für
Metz=
ger 1 Balken Bauholz. 1 Füllbleiſtift
1 Paket alte Wäſche. 1 Damenhandtaſche
1 Paar Ohrringe. 1 Autoſchlüſſel. 1
Kin=
derhandſchuh. 1 Portemonnaie ohne Inh=
Verſchiedene Schlüſſel. — Zugelaufen:
1 Schäferhund.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet waren.
Inter=
eſ enten können die Fundgegenſtände
wäh=
rend den Büroſtunden auf Zimmer 1
be=
ſichtigen.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
inſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
20. Ot. bis einſchließlich 27. Okt, die
Löwen=Apotheke, Ballonplatz 11, die
Adler=Apotheke, Wilhelminenplatz 17, die
birſch=Apotheke, Nieder=Ramſtädterſtr. 21.
Sergebang von Suuurbeilen.
Für den Neubau eines Wohnhauſes
für Herrn Adam Leichtweiß, Jugen
heim a. d. B., Kempenſtraße 5, ſollen
nachfolgende Bauarbeiten, Maurer=,
Zim=
mer=, Dachdecker= und Spenglerarbeiten
vergeben werden.
Die Angebote können ab heute bei
dem unterzeichneten Architekten gegen
Erſtattung der Selbſtkoſten abgeholt
werden.
Die Angebote ſind verſchloſſen mit
der entſprechenden Aufſchrift verſehen bis
ſpäteſtens Donnerstag, den 25. ds.
Mts., nachmittags 5 Uhr, bei dem
Bauherrn in Jugenheim einzureichen,
woſelbſt auch die Angebote im Beiſein
der Bewerber geöffnet werden. (16816
Darmſtadt, den 20. Okt. 1928.
H. Möſer, Architekt,
Heidelbergerſtr. 79 Telephon 3606.
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ordnung und der auf dem Amt offe
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dem früheren Bahnwärterhaus Holzh
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radeplatz Nr. 3. Eröffnungstermin Sam
tag, den 27. ds. Mts., 10 Uhr.
(TV.168
ſchlagsfriſt 5 Tage.
Darmſtadt, den 18. Oktober 1928.
Heſſiſches Hochbauamt Darmſtat
Am Montag, den 22. Oktob
1928, vormittags um 10 Uhr, werd
im Hofe der Bereitſchaftspolizei in B
benhauſen zwei überzählige Pfer!
öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlu
(168
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Samstag, den 20 Oktober 1928
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de Unter
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rit emn
ber Krg
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ur Be,
ngen.
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Ortsgrupp=
nachmittags 5
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Oktober 1928.
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gabe der
Oktober 94.1
8 Amte
Je e
z.10 Mhe
Mis
bauamt
umn 100he
haftebolid
überzählig
Aus Heſſen.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 21. bis 27. Oktober 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobilklub.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Neckarſteinach-Hirſchhorn, Klm. 14,8—22,3, vom 15. 10. bis 3. 11.
geſperrt. Umleitung: Neckargemünd, Wieſenbach, Waldwimmersbach,
Haag, Unter=Schönbrunn, Pleuterbach—Eberbach.
Gießen-Fulda (zw. Hörgenau und Rebgesheim, vom Ulrichſteiner
Abzweig bis Hörgenau) vom 12. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Ulrichſtein-Helpetshain-Meiches—Dirlammen. Für den
Durch=
gangsverkehr wird die Straße Ruppertenrod—Alsfeld empfohlen.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Seligenſtadt—Mainflingen-Zellhauſen (Ortsdurchfahrt
Mainflin=
gen) vom 1. 10. bis 2. 12. geſperrt.
Ober=Roßbach-Nieder=Noßbach einſchl. Ortsdurchfahrt Nieder=
Noß=
bach vom 29. 3. bis auf weiteres geſperrk. Umleitung: Nieder=
Wöll=
ſtadt-Nodheim v. d. H.
Ober=Erlenbach-Nied.=Eſchbach vom 3. 10 bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Ober=Eſchbach.
Ober=Erlenbach-Kloppenheim vom 24. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Holzhauſen—Friedrichsdorf-Köppern.
Langenhain—Fauerbach v. d. H., Klm. 7,1—8,5 vom 5. 10. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung nach Langenhain—Fauerbach v. d. H.:
Nieder=Mörlen reſp. Nieder=Weiſel—Oſtheim.
Ortsdurchfahrt Gr.=Karben (Heldenbergerſtraße) vom 11. 10. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Büdesheim, Rendel, Klein=Karben,
J. Griesheim, 19. Okt. Der Unterricht in der Fortbildungsſchule
beginnt nächſten Montag, 22. Oktober, und zwar für die Knabem um
7.30 Uhr und für die Mädchen um 8 Uhr. Die in der Landwirtſchaft
tätigen ſeither beurlaubten Schüler und Schülerinnen haben ebenfalls zu
erſcheinem. — Sonntag, den 21. Oktober, vorm. 9 Uhr, findet im Saale
„Zum Darmſtädter Hof”, hier, die Geſellenprüfung für das
Bekleidungs=
gewerbe durch die Schneiderinnung des Landkreiſes Darmſtadt ſtatt. Am
Nachmittag um 4 Uhr erfolgt im gleichem Lokale in Gemeinſchaft mit
der Gewerbe= und Handwerkervereinigung die feierliche Ueberreichung
der Geſellenbriefe an die Junggeſellen beider Korporationem unter
gü=
tiger Mitwirkung des Geſangvereins „Sängerbund” — Nach einer
Bekanntmachung des Heſſ. Forſtamts Groß=Gerau iſt das Sammeln
von Eicheln im Diſtrikt „Harves” nur ſolchen Perſonem geſtattet, die
dieſelben bei Herrn Förſter Ahlheim, Forſthaus Harras, abliefern. Für
geſunde, reine Eicheln werden 10 Pfg. pro Kg. bezahlt. — Für die
neue Spielzeit 1928/29 hat das Heſſiſche Landestheater Heſſenlandmieten
(früher Fremdenmieten) zu 12 Vorſtellungen aufgelegt, die Oper,
Operette und Schauſpiel umfaſſem. Deue Ammeldungen bzw. Erneuerung
der alten Mieten mimmt der Vertrauensmann des Landestheaters, Herr
Ernſt Reifenrath, Pfungſtädter Straße 18, hier, entgegen.
F. Eberſtadt, 18. Okt. BalladenAbend. Der Geſangverein
„Frohſinn” (1842), der uns mit ſeinen Aufführungen „
Lindenwir=
tin, du junge . . ." und „Winzerlieſel” noch in beſter Erinnerung ſteht,
bereitet gegenwärtig einen Balladenabend vor, der am Sonntag, den
11. November, im Saale „Zum Bergſträßer Hof” (Fiſcher) ſtattfinden
wird. Der Verein wird an dieſem Abend ſelbſtverſtändlich auch mit
Geſangsvorträgen aufwarten und dabei zeigen, welche Fortſchritte er
unter der Leitung ſeines neuen Dirigenten, Lehrer Born=Darmſtadt,
im letzten Jahre gemacht hat. Der muſikaliſche Teil wird von dem
Muſikverein „Edelweiß” ausgeführt. Weiter iſt zur Mitwirkung
die bekannte Soliſtin Frau Horn=Stoll (Darmſtadt) gewonnen
worden, deren glänzende Leiſtungen auf geſanglichem Gebiete uns von
früheren Mitwirkungen her hinreichend bekannt ſind. Bei einem
ſol=
chen Programm ſteht ein ereignisvoller Abend für alle Sangesfreunde
und Anhänger des Vereins in beſtimmter Ausſicht.
Aa. Pfungſtadt, 18. Okt. Schulbeginn. Die Herbſtferien an
den hieſigen Schulen finden Ende dieſer Woche ihren Abſchluß. Der
Un=
terricht beginnt wieder am Montag, den 22. Oktober, und zwar vormit=
8 Uhr. — Konzert. Zugunſten der Kaſſe des Poſaunenchors
Pfungſtadt hält der rühmli hſt bekannre Poſannenchor Pfiffligheim bei
Worms am Sonntag nachmittag im evangeliſchen Gemeindehaus in der
Sandſtraße ein Konzert ab. Der Wormſer Vorortpoſaunenchor iſt 30
Mann ſtark. — Wie die Bürgermeiſterei mitteilt, liegt die Liſte über die
Beiträge der Privatwaldbeſitzer zu den Forſtverwaltungskoſten für das
Rechnungsjahr 1928 zur Einſicht der Intereſſenten ſeit Mittwoch bis
ein=
ſchließlich Dienstag, den B. Oktober, auf dem Rathaus auf. — Die
Ar=
beiterwohlfahrt Pfungſtadt hat wieder mit den im Winter üblichen Strick=
und Nähabenden begonnen. — Dienſtjubiläum. Zu Beginn dieſer
Woche ſtand der Schutzmann Johann Rugner 30 Jahre im hieſigen
Polizeidienſt. Rigner war zuerſt als Nachtſchutzmann verwendet worden.
— Geſangs= und Inſtrumentalkonzert. Das „
Männer=
quartett Pfungſtadt” hält am Samstag, den 20. Oktober, im „Rheiniſchen
Luf” ein Geſangs= und Inſtrumentalkonzert ab, mit dem eine beſondere
Shuberiehrung verbunden iſt. Den Vortrag über Schubert hält Lehrer
Winkleu.
— Traifa, 19. Okt. Schauturnen. Die Turngemeinde hält
nächſten Sonntag abend im großen Saal von Scherer ihr
Herbſtſchau=
turnen mit gewohntem abwechſlungsreichem Progvamm ab. Alle
Abtei=
lungen werden auf dem Plan ſein und ihr Beſtes zeigen, damit der
Abend zu einer Werbeberanſtaltung für die Turnſache wird.
G. Ober=Ramſtadt, 18. Okt. Säuglingsberatungsſtunde.
Kommenden Montag, den 22. Oktober, nachmittags von 2—3 Uhr, findet
im unteren Rathausſaal wieder eine Säuglingsberatungsſtunde ſtatt. —
Die Bürgermeiſterei fordert diefenigen Perſonen, die Deckreiſer zu
be=
ziehen wünſchen, auf, ihre Beſtellungem in der Zeit vom 22. bis 27.
Ok=
tober auf dem Bürgermeiſtereibüro aufzugeben. —
Arbeitsloſen=
fürſorge. In Arbeitsloſenfürſorge ſtehen hier zurzeit 21 Perſonen.
Daneben erhalten 7 Perſonem Kriſenunterſtützung. —
Steuerfäl=
ligkeit. Die Steuerpflichtigen werden in ihrem Intereſſe darauf
hin=
gewieſem, daß das 2. und 3. Ziel der Gemeindeumlagen und das 4. Ziel
der Staatsſteuer 1928 innerhalb 10 Tagen bei Meidung der Beitreibung
zu bezahlen ſind.
L. Michelſtadt, 18. Okt. Verein der JägerimOdenwald.
Der von der Schützengeſellſchaft Michelſtadt an der Stockheimer Linde
errichtete und erſt kürzlich in Betrieb genommene Schießplatz diente der
Ortsgruppe des Heſſiſchen Jagdklubs, genannt „Verein der Jäger im
Odenwald”, zur Abhaltung eines Kugelſchießens. Eine nicht erwartete,
außerordentlich rege Teilnahme von Jägern aus allen Gebieten des
Odenwaldes und aus dem Gerſprenztal war zu verzeichnen. Man war
entzückt über die muſtergültige Anlage, deren überaus ſorgfältige und
einwandfreie Durchführung es allein ermöglicht, ſolch hohe Reſultate zu
erzielen, wie dies auch dieſe Veranſtaltung wieder bewies. Dem Schießen
folgte eine in allen Teilem gut berlaufene gemüttliche Zuſammenkunft im
Reſtaurant „Zum Anker” in Stockheim, bei der man ſich nach Jägerart
einige Stundem in froher Laurne unterhielt. Es ſei bei dieſer
Gelegen=
heit auch hier feſtgehalten, daß der „Verein der Jäger im Odenwald”,
unter der Führung ſeines rührigen und verdienſtvollen Vorſitzenden,
Herrn Fabrikant Otto Rexroth, einen beachtenswerten Aufſchwung
ge=
nommen hat. Auf dem Gebiete des Schieß= und Hundeſports vermochte
der Verein eine erſprießliche Arbeit zu leiſten. Auch die alljährlich neben
dem Kugelſchießen zur Abhaltung kommenden Taubenſchießen erfreuen
ſich großer Beliebtheit. Die vow dem Vereim veranſtalteten
Gebrauchs=
hundeſuchen ſtehen bei der deutſchen Jägerwelt in beſtem Ruf und
wer=
dem aus der näheren und weiteren Umgebung des Heſſenlandes beſchickt,
wirken doch hier prominente Perſönlichkeiten aus Jägenkreiſen als
Preis=
richter mit. Um die Hebung der Jagdem im Odenwald hat ſich der
Vor=
ſitzende des Vereins, Herrn Otto Rexroth, große Verdienſte evworben.
Möge der Verein ihn noch recht lange als ſeinen Führer an der Spitze
behalten, dann werden die bereits in dem letzten Jahren erzielten Erfolge
einem immer größerem Umfang anwehmen und ſo dem Verein einen Ruf
in der deutſchem Jägerwelt ſichern, auf den derſelbe ſtolz ſein kann. —
Am N. Oktober ds. J3. findet eine Schweißſuche für Teckel ſtatt, wobei
neben einigen Mitgliedern des Vereins, auch der Ehrenvorſitzende des
Heſſiſchen Jagdklubs, Herr Prof. Zimmer=Darmſtadt, dem
Preisrichter=
kollegium angehören wird. — Vom Kurtheater Michelſtadt=
Erbach. Die geſtrige Aufführung „Kam ein Wanderburſch gezogen”,
Operette in drei Aktem von Niki Arnold, war als Ehrenabend für den
Verfaſſer, der als Kapellmeiſter bei dem Kurtheater=Enſemble tätig iſt,
vorgeſehen. Das Stück war ſo recht dem Geſchmack der Beſucher
ange=
paßt, denn der ſtarke Beifall bewies, daß man von dem Gebotenen ſehr
befriedigt war. Leider war der Beſuch der Veranſtaltung nicht ſo, wie
wir ihn dem Verfaſſer und den ausgezeichneten Leiſtungen der
Schau=
ſpieler gewünſcht hätten. Die muſikaliſche Leitung lag in Händen des
Verfaſſers, der durch ſeine Fertigkeit und einfühlende Anpaſſung nur
gefallen konnte.
Hirſchhorn, 19. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
18. Oktober 0,56 Meter, am 19. Oktober 0,57 Meter.
—Hammelbach, 18. Okt. Heute feierte in voller körperlicher und
geiſtiger Friſche Herr Leonhard Maurer von hier ſeinen 80.
Ge=
burtstag. Herr Maurer war noch nie krank und lieſt noch alles
ohne Brille. Er geht täglich vom frühen Morgen bis zum ſpäten
Abend ſeiner Arbeit nach. — Kartoffelernte. Die Ernte geht
ihrem Ende entgegen. Man kann nur behaupten, daß ſie in hieſiger
Gegend in bezug auf Güte und Menge mehr als gut ausgefallen iſt.
Es iſt der Landwirtſchaft zu wünſchen, daß auch dieſes Jahr eine
leb=
hafte Nachfrage nach unſerer Qualitätskartoffel eintreten wird, bevor
der Froſt einſetzt.
H. Von der Bergſtraße, 18. Okt. Teures Obſt. Auf dem
letz=
ten Obſtgroßmarkt in Weinheim kamen die Aepfel auf 20—35 Pfg.,
Virnen auf 10—24 Pfg., Nüſſe ſogar auf 40—50 Pfg. und Pfirſiche auf
15—26 Pfg. — alles pro Pfund.
— Gernsheim, 19. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
18. Oktober —0,20 Meter, am 19. Oktobev —0,28 Meter.
g. Gernsheim, 19. Okt. Anläßlich des 72jährigen Stiftungsfeſtes
ver=
anſtaltet am nächſten Sonntag, abends um 8 Uhr, der Geſanoverein
Liederkranz im Saalban von Georg Haas einen Unterhaltungsabend,
beſtehend aus Konzert, Theater und Ball. Der erſte Teil der
Veran=
ſtaltung beſteht aus einer Shubert=G=denkefier, um den großen
Kom=
poniſten der unvergleichlichen Volkslieder zum Gedächtnis ſeines 100jähr.
Todestages zu ehren. Die Vereinsleitung ſetzt alles daran, um den
Gäſten einen ſehr genußreichen Abend in geſanglicher wie auch
thea=
traliſcher Hinſicht zu bieten. — Zur Oktoberfeſtnachfeier am kommenden
Sountag im Saalbau Darmſtädter Hof hat der Feſtwirt Ludwig Maier
alle Vorbereitungen getroffen, damit nuch dieſesmal die Beſucher voll und
ganz auf ihre Rechnung kommen. Die ſich am Oktoberhauptfeſt
beſt=
bewährte Muſikkapelle wird am Sonntag ſihon für die nötige Stimmung
und den Humor ſorgen. Auch tritt die ſehr beliebte Rutſchbahn wiederum
in Tätigkeit. — Während der 16tägigen Offeniegungsfriſt der
Einzeich=
nungsliſten für das Panzerk=euzerverbot zeichneten ſich von über 3000
Stimmberechtigten nur 3 Perſonen ein. — Nachdem Herr
Gendarmerie=
meiſter Schneider von Groß=Geran endgültig nach Gernsheim
übergeſie=
delt iſt, befindet ſich die hieſige Gendarmerieſtation nunmehr im Hauſe
Ludwigſtraße 79. — Die Arbeiterannahme für den diesjährigen
Kam=
pagnebetrieb der Süddeutſchen Zuckeraktiengeſellſchaft Werk Gernsheim
beginnt am Sonntag, dem 21. ds. Mts., vormittags 8 Uhr, auf dem
Fabrikhofe. — 3. Zt. werden in hieſiger Gemarkung die Leimringe an
Obſtbäumen angelegt. Die Koſten hierfür haben die Baumbeſitzer zu
tragen. — Herr Gaſtwirt Valentin Eſſelbach errichtet augenblicklich in
der Einſiedlerſtraße einen neuen Saalbau. Das Gebäude wird ein
Shmuckſtück im ſogenannten Oberfeld bilden. Die Architekturarbeiten
liegen in Händen des Arelitekturbureaus Heinrich Renker zu Crumſtadt.
* Rüſſelsheim, 19. Okt. Der die Opelwerke
beſichti=
gende Nuntius Pacelli erhält eine Limouſine zu
Geſchenk. Am Mittwoch beſuchte Nuntius Pacelli mit den Biſchöfen
von Mainz und Speher die Opelwerke in Rüſſelsheim. Unter
Füh=
rung des Geheimrat von Opel, Dr. Fritz von Opel und Fritz von Opel
jun. wurde das Werk einer eingehenden Beſichtigung unterzogen. Mit
großem Intereſſe verfolgten die geiſtlichen Herren die Herſtellung von
Fahrrädern und Automobilen am laufenden Band. Unter
ausdrück=
licher Hervorhebung der Verdienſte des päpſtlichen Diplomaten um die
Förderung der Völkerverſöhnung und Feſtigung des Völkerfriedens
machte die Werkleitung dem Nuntius eines ihrer neueſten Erzeugniſſe,
eine Pullmann=Salon=Limouſine, zum Geſchenk.
Ac. Worms, 17. Okt. Landwirtſchaftlicher Beſuch. Von
der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft, die vom 11. bis 17. d. M. in
Heidelberg tagte, wurde heute ein Beſuch von Rheinheſſen durchgeführt.
Die Herren kamen unter der Führung des Herrn Weinbauinſpektors
Scheu=Alzeh kurz vor 9 Uhr in Worms an und fuhren ſofort mit
Autos nach Pfeddersheim, wo die dortigen Schnittweinberge und die
Rebenzuchtſtation beſichtigt wurden. Darauf folgte die Weiterfahrt
nach Alzey, deſſen Rebenzuchtſtation nach dem Mittageſſen beſucht
wurde; dann ging es nach Alsheim zur Rebſchule, nach Oppenheim zur
Beſichtigung der ſtaatlichen Weinbauſchule und nach Nierſtein, wo als
letztes die Beſichtigung der Rebſchule mit anſchließender Koſtprobe
ſtatt=
fand. Nach der Rückkehr nach Worms vereinigten ſich die etwa 30
Teil=
nehmer an der Autorundfahrt noch einige Stunden zur gemütlichen
Ausſprache und kehrten um 9 Uhr nach Heidelberg zurück. —
Kindes=
ausſetzung. Die Polizei fand in der Paulusſtraße einen
Kinder=
wagen mit einem kleinen Kind. Dabei waren noch ſechs Flaſchen
Milch, Kinderwäſche, Arznei und ein Brief der Mutter, der die Abſicht
ausdrückte, freiwillig aus dem Leben zu ſcheiden. Es handelt ſich um
eine hieſige Frau, die ſeit einiger Zeit getrennt von ihrem Manne
lebt und deren Aufenthalt bis jetzt nicht ermittelt werden konnte. Da
die Großeltern des Kindes deſſen Annahme verweigerten, wurde es
einem hieſigen Kinderheim zugeführt.
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Seite 8
Samstag, den 20. Oftober 1928
Nummer 292
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
20, Sonntag nach Trinitatis (21. Oktober).
Erntedankfeſt.
Stadtkirche. Samstag, 20. Oktober, abends 8.30 Uhr: Andacht. —
Sonntag, 21. Oktober, vorm. 10 Uhr: Hauptootesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarrer Vogel. — Vorm. 11.30 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadikapelle. Vorm. 8.3) Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Kleberger.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſi mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarrer Heß. Die Neukonfirmierten werden hierzu beſonders eingeladen.
— Vornt. 11.30 Uhkr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel. — Abends
6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Schloßkirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Zimmer=
mann.
In der Stadtkirche, Stadtbapelle und Schloßkirche Kollekte für das
hieſige Zufluchtsheim.
Konfirmandenſaal im Schloß. Montag, 22. Okvober, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung),
Poſaunen=
chor. — Dienstag, 23. Oktober, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der
Schloßgemeinde. — Mittwoch, 24., und Samstag, 2. Oktober, nachm.
2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 21. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stdadtgemeinde (B. d. J.). — Familienabend des
Frauenvereins der Kaplaneigemeinde. — Montag, 22. Oktober, abends
8 Uhr: Gemeindevertretung der Lukasgemeinde (Kirchenvorſtandswahl),
— Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung). — Dienstag, 25.
Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche. —
Jugendvereini=
gung der Stadtgemeinde (jüngere Abteillung). — Mädchenvereinigung der
Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, 24. Oktober,
abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche. —
Jugend=
bund der Markusgemeinde (ältere Abteilung). — Mädchenvereinigung
der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). — Donnerstag. B.
Of=
tober, abends 8 Uhr: Frauenverein der Lukasgemeinde (Nothilfe=Kreis).
— Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilg.). —
Jugend=
bund der Lukasgemeinde (jüngere Abteilung). — Freitag, 26. Oktober,
abends 8 Uhr: Mütterabend der Stadtgemeinde. — Jugendbund der
Markusgemeinde (Generalverſammlung). — Jugendbund der
Kaplanei=
gemeinde.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 24. Oktober, abends 8 Uhr:
Vibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Amtshandkungen an Auswärtigen: Bis 31. Oktober: Pfarrer
Beringer; vom 1. November ab: Pfarrer Bergér.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelberger Straße 21. Fernſpracher 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprechſtunden
vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehans,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm, von 8
bis 12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. (Kollekte für den Poſaunenchor.) Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt „Pfarrer Beringer. — Vorm. 11 Uhr: Gemeinſamer
Kindergotesdienſt für die Martinsgemenide Oſt und Weſt. Pfarrer
Beringer. — Abends 6 Uhr: Jugendfeier. Pfarrer D. Woitz.
Nachm. 3 Uhr: Bibelbeſprechſſtunde im Martinsſtift. — Mittwoch,
24. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtift: 1. Artikel;
„Ich glaube‟. — Bibelſtunde im Gemeindehaus: Amos.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Bergér.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, 22. Oktober, abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; im Martinsſtift:
Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag, 23. Oktober, abends 8 Uhr im
Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im Maxtinsſtift: Kirchenchor —
Donnerstag, 25. Oktober, abends 8 Uhr im Gemeindehaus:
Mädchen=
vereinigung Weſt; im Martinsſtift: „Mädchenvereinigung Oſt;
Mauer=
ſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, 26. Oktober, abends 8 Uhr im
Ge=
meindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung); Mütterabend Weſt;
im Martinsſtift: Mütverabend Oſt.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Feier des heiligen Abendmahls mit Vovbereitung. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Mittwoch, 24. Oktober, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde im Gomeindehaus. Pfarrer Marx.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.30 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Achtung!
Beginn ueuer Kurse in
Paul=Gerhardt=Haus Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Montag, 22. Oktober, abends 8 Uhr: Helferſitzung.
— Dienstag, 23. Okt., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. — Donnerstag,
25. Oktober, abends 8 Uhr: Mütterabend. — 8,15 Uhr:
Bibelbeſpreh=
ſtunde des Mädchenjugendbundes.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für die Zuflucht.)
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarvaſſiſtent Lic. zur Nieden. —
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lic. zur Nieden,
Veranſtaltungen: Sonntag, 21. Oktober, abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 22. Oktober abends 8.15 Uhr:
Mäd=
chenvereinigung (Herbſtabend). — Dienskag, 23. Oktober, abends 8.15
Uhr: Kinhengeſangverein. — Mittwoch, 24. Oktober, abends 8.30 Uhr:
Kleiner Kreis, der Mädchenvereinigung. — Donnerstag, 25. Oktober,
nachm. 2.30 Uhr: Herbſtvarſammlung des Verbandes evang.=kirchl.
Frauenvereine im Runmelbbräu. — Abends 8 Uhr: Mütterabend. —
8.15 Uhr: Generalverſammlung der Jugendvereinigung. — Freitag,
26. Oktober, abends 8.15 Uhr: Kivchengeſangverein.
Pauluskirche. (Kollekte für den Kirchenfonds der Paulusgemeinde.)
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Parrer Rückert. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 21. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung — Montag, 22. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund. — Dienstag, 23. Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwo=h,
24. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Rückert. —
Donners=
tag, 25. Oktober, abends 8 Uhr: Mütterabend. — Samstag, 27. Okvober,
abends 8 Uhr: Turnen (Vuben).
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
— Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang. Sonntagsverein.
Nahm. 4——7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 25. Oktober, abends
8 Uhr: Betſtunde.
Lutheriſcher Gottesdienſt (Selbſtändige evang.=luth. Kirche). Sonntag,
21. Oktober, im „Feierabend”, Stiftsſtraße 51: 10 Uhr: Predigt= und
Abendmahlsgottesdienſt. Beichte 9.30 Uhr. Pfarrverwalter Lucius,
Stadtmifſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3.30 Uhr:
Bibelſtunde. Stadtmiſſionar Anders. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſ=
ſionsarbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Brauenbibelſtunde. —
Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Gem. Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Prediger
Semmel. — Freitag, ahends 8,30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule,
Beſſungerſtraße 80. Stadtmiſſionar Anders. — Sonntag, B. Oktober,
nachm. 2,30 Uhr: Konferenz in Reichenbach i. O.
Jugendbund ür E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprahſtunde für junge Männer. — 4.45 Uhr: Bebilbeſprechſtunde
für Mädchen. — Dienstag, abends 3.30 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch,
abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. —Donnerstag,
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde fir junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links.) Sonntag: Tageswanderung nach
Dreieichen=
hain. — Montag, abends 830 Uhr: Familienbibelſtunde. Pfarrer
Köhler. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Poſaunenchor. — Mittwoch,
abends 8.30 Uhr: Jungmännerbibelſtunde. — Donnerstag, abends 8.39
Uhr: Jung C.=Bibelſtunde. — Freſtag, abends 8.30 Uhr: Turnen. —
Samstag, abends 730 Uhr: Jungſchar=Elternabend.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 21. Okrober, vormittags 10 Uhr;
Menſchenweihehandlung mit Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtlich wifſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society).
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittwoch im Monat, abends 8,15 Uhr.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (ollerſtraße 40). Sonntag,
den 21. Oktober, vorm. 9.30 Uhr: Andacht. Nacm. 3.30 Uhr:
Jugend=
bund. Abends 8 Uhr: Evangeliſation. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr:
Bibelſtunde Jedermann herzlich eingeladen.
Chriſtliche Verſammlung, Zümmerſtr. 4. Sonntag, vorm 11.15 Uhr:
Sonntagsſchule; nacm 4,30 und die folgenden Wochentage bis
ein=
ſchließlich Samstag, jeweils abends 8.15 Uhr Vortrag über die beiden
Bücher Alten Teſtaments Esra und Nehemia. Jeder herzlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44). Sonntag, 21.
Of=
tober, vorm. 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
8 Uihr: Predigt — Montag 8.15 Uhr: Jugendvereinsſtunde. —
Diens=
tag 8.15 Uhr: Singſtunde für Gem. Chor. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr:
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Mädchen= und Knabenbund. Abends 8 Uhr: Frauenmiſſionsberein.
— Donnerstag 8.15 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann iſt herzlich
ein=
geladen. Prediger Sauer.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr
im Feierabend, Stiftſtraße 51: Bibelſtunde. (Prediger Loos=Frankfurt.)
B. K, Bund deutſcher Bibelkreiſe (Alexanderſtraße 22,
Infanterie=
kaſerne, Hof links) Samstag, 20. Oktober, nachyn. 4.30 Uhr: Singen
und Spielen. 5.30 Uhr: Vibeiſtunden für Treuburg und älteren Kreis.
— Montag, 22. Okt., abends 8 Uhr: Trenburg=Heimabend. — Dienstay,
23. Oktober, nachm. 5 Uhr: Heimnachmittag für Jung=Siegfried.
— Freitag, 26. Oktober, abends 815 Uhr: Bibelbeſprechung für Aeltere,
Schloßkapelle Kranichſtein. Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarrer Grein=Arheilgen.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, vorm. 8 Uhr:
Gebets=
ſtunde; vorm 10 Uhr: Heiligung3=Verſcinmlung; vorm. 11.30 Uhr:
Kinder=Gottesdienſt; nachm. 3 Uhr: Wegweiſer=Unterricht für Kinder;
nachm. 5 Uhr: Kinder=Verſammlung; abends 7 Uhr: Frei=
Verſamm=
lung am Paradeplatz. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendliga. —
Dienstag, abends 8 Uhr: Mitglieder=Verſammlung. — Mittwoch, nachm.
3 Uhr: Kinder=Verſammlung; abends 8 Uhr: Heils=Verſammlung. —
Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimbund für Frauen und Mädchen.
Freitag, nachm. 5 Uhr: Kinder=Verſammlung; abends 8 Uhr:
Heili=
gungs=Verſammlung. Jedermann iſt eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 21. Oktober, vorm. 10 Uhr: Gortesdienſt. (Pred. Rudnitzky.)
Um 11 Uhr Sonntagsſchule. Nahm. um 4 Uhr Predigt. (Pred.
Rud=
nitzky.) Abends 8.15 Uhr: Jugendſtunde. — Mittwoch, 24. Oktober,
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. (Pred. Rudnitzky.) Zu allen
Verſamm=
lungen jedermann herzlich eingeladen.
Neuapoſtoliſche Gemeinden Darmſtadt I, Hindenburgſtr. (Kaſino),
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr und nachm. 4 Uhr, Gottesdienſt. Mittwoch,
abends 8.30 Uhr, Gottesdienſt. — II. Bismarckſtraße 54. Sonntag,
vor=
mittags 9.30 Uhr und nachm. 4 Uhr, Gottesdienſt. Mittwoch, abends
8.30 Uhr, Gottesdienſt. Jedermann herzlich willkommen!
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 21. Oktober, vormittagy
10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: Sitzung der kirchlichen
Gemeindevertre=
tung. — Montag, 8 Uhr: Mädchenvereinigung. — Dienstag, 8 Uhr;
Frauenverein. — Mittwoch, 8 Uhr: Kirchengeſangverein. —
Don=
nerstag, 8 Uhr: Poſaunenchor. — Freitag, 8 Uhr: Wartburgverein,
In der Provinzial=Pflegeanſtalt. Nachmittags 1½ Uhr:
Gottes=
dienſt.
Evangeliſche Gemeinde zu Roßdorf. 20. Sonntag nach Trinitatis,
21. Oktober Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Vorm. 11 Uhr:
Chriſten=
lehre. Nachm 4 Uhr: Sitzung der Kirchengemeindevertretung. Abends
8 Uhr: Bibelſtunde. — Montag: Frauenverein. — Dienstag: Kirchen,
geſangverein — Mittwoch; Jugendbund Wartburg. — Donnerstag:
Jungmädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 21. Oktober. Vormittag3
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. — Dienstag: Mädchenabend. — Mitzwoch:
Jugendabend. — Donnerstag: Frauenabend.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 20. Okt.,
vorm 10 Uhr: Haudtgottesdrenſt Unmittelkar nach dem Gottesdienſt
Feier des heiligen Abendmahls Anmeldung im Parrhaus oder beim
Kirchendiener. — Moatag: Jugendoereinigung. — Dienstag:
Kirchen=
chor. — Mittwoch: Jungmäd hen=Verein. — Donnerstag: Frauenverein,
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappgcherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen
nachmittags von 5—7 und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit. —
An Sonn= und Feiertagen vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur
hl. Beichte. 7 Uhr Frühmeſſe. Sakramentaliſche Bruderſchaftsandacht
Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion.
General=
kommunion der Marianiſchen Jungfrauenkongregation. 9.30 Uhr
Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der hl. Kommunion. —
Nachm. 2 Uhr Chriſtenlehre, 2.30 Uhr Andacht. 3 Uhr Kirchliche
Ver=
ſammlung der Marianiſchen Jungfrauenkongregation. 4.30 Uhr
welt=
liche Verſammlung. — Werktagsmeſſe 7/4 Stunden vor Schulbeginn,
d. i. 6.45 Uhr. Roſenkranz: Morgens bei der hl. Meſſe und Dienstag
und Freitag, abends 8 Uhr.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
heil. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
hl. Meſſe Auskeilung der hl. Kommunion. Während der Schulzeit
Diens=
tags und Freitags, 6.45 Uhr hl. Meſſe mit Austeilung der hl.
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munion in der hl. Meſſe. Vorher Beichtgelegenheit.
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Nummer 292
Samstag, den 20 Oktober 1928
Seite 9
Wir geben unsere Vermählung bekannt
Polizei-Oberlt. Fr. Bellof
und Frau Auguste
geb. Bender
Griedel bei Butzbach, den 20. Oktober 1928
Butzbacher Straße.
Kirchliche Trauung in Griedel am Sonntag, dem
(16804
2i. Oktober 1928.
Ststt Karten.
Uhre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Heinrich Hartmann
und Frau Else, geb. Martin
Saalbaustr. 15
Darmstadt
Kirchl. Trauung am Sonntag, den 2i. Oktober, nachm.
½3 Uhr, in der Kapelle der Engl. Fräulein, Waldstraße.
(*27512
Anton Lipfert
Anna Lipfert, geb. Petri
Vermählte
Damstadt, Poststraße 6.
Kirchliche Trauung: 20. Oktober, nachmittags 2½ Uhr
im Paul Gerhardthaus (Waldkolonie). 27486
Todes=Anzeige.
Allen lieben Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß mein lieber,
treu=
ſorgender Mann
am 18. Oftober nach kurzer Krankheit
plößz=
lich und unerwartet in die Ewigkeit
abge=
rufen wurde.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 18. Oktober 1928.
Mühlſtraße 24, II.
Die Beerdigung findet am Montag nachmittag ½3 Uhr
vom Portale des Waldfriedhofs aus ſtatt.
(*27467
Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen
Wilhelmine Schmidt
Philipp Holler
Ingenieur
Beſſungerſir. 98 Liebfrauenſtr. 40
19. Oktober 1928. (*27498
Stat Karten.
Eugen Horſt
Käthe Horſt, geb. Hofmann
Vermählie
Darmſtadt
Beſſungerſfr. 88½ Kiesbergſir. 5
Kirchl. Trauung: Sonntag, 21. Oktober,
nachm. 3 Uhr, in der Petruskirche.
(*2738
Stat Karten.
Karl Klink und Frau
Trudl, geb. Reinkober
Vermählte
Darmſtadt, Wendelſtadtſtraße 30.
Trauung am 21. Oktober, nachm. 2½ Uhr,
in der Schloßkirche. (*27376
Die Eheleute Rudolf Breitenmoſer,
Lindenhofſtr. 13, feiern am 20. Oktober
(*27455
das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
Kam. Vereinigung
ehem. Heſſ. Garde=Drag. 23
Hauptgruppe Darmſtadt.
Nachruf.
Am 14. d. Mts. iſt unſer treuer
Kamerad und langjähriges
Vor=
ſtandsmitglied
Georg Beckenhaub
im hieſigen Stadtkrankenhaus
ver=
ſchieden.
Mit ihm haben wir einen
ſchmerz=
lichen Verluſt erfahren, denn er
war ein überaus eifriges
Vereins=
ſowie ein langjähriges, bewährtes
Vorſtandsmifglied, dem keine
Ar=
beit zuviel war. Niemand weh,
Allen wohl, war ſeine Parole.
Da=
her erfreute er ſich auch allgemeiner
Beliebtheit und Verehrung; er
war der Beſten einer.
Intreuer Kameradſchaft werden
wir ſeiner ſtets gedenken.
Der Vorſtand.
Darmſtadt, den 18. Oktober 1928.
16840
Eine seitene
enheit!
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Heute verſchied nach kurzer, ſchwerer
Krank=
heit meine innigſtgeliebte, teure Frau, unſere
treubeſorgte, gute Mutter
Frau Lilli Rehfeld
geb. Marx.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Oavid Rehfeld und Kinder.
Darmſtadt, den 19. Oktober 1928.
Orangerie=Allee 14.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. d. Mis.,
vor=
mittags 11 Uhr, vom Portale des iſrael. Friedhofes
aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man gütigſt abſehen zu
wollen.
34
Nach längerer Krankheit
ent=
ſchlief heute unſere liebe Mutter
Frau
geb. Wendel
im Alter von 79 Jahren
Reichelsheim i. O., 19. Okt. 1928.
Im Namen der trauernden
Hinterbliebenen:
Adam Dingeldein
„Zum Adler”
Die Beerdigung findet Montag,
den 22. Oktober, nachmittags
(16861
1½ Uhr, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am 19. Oktober wurde unſer lieber
Vater und Schwiegervater
Herr Oberzahlmeiſter a. D.
Erich Sage
im faſt vollendeten 65. Lebensjahre von
ſeinem Teiden erlöſt.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt (Cand), den 19. Oktober 1928.
Breite Allee 281.
Die Beerdigung findet Montag früh 10½= Uhr auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
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Mittwoch=Vortrag: Warum iſt E ropa
das Unruhe=Zentrum der Welt?”
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Nachruf.
Heute entſchlief nach kurzer, ſchwerer Krankheit
Frau Lilli Rehfeld
geb. Marx
die hochverehrte Gattin unſeres Chefs.
Die Verſtorbene hat es verſtanden, gemeinſam
mit ihrem Gatten uns ſtets eine gütige Führerin
zu ſein, deren Andenken wir in hohen Ehren halten
werden.
Die Angeſtellten der Firma
D. Rehfeld & Co.
Darmſtadt, den 19. Oktober 1928.
(16864
Nach kurzem, ſchwerem Leiden
entſchlief heute früh 6 Uhr, in
Offenbach a. M., ſanft unſere liebe
Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Urgroßmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Marie Bill
geb. Mohr.
Klein=Umſtad:, 19. Oktbr. 1928.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Sonntag
nachmittag 4 Uhr in Klein=Umſtadt
ſtatt.
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Johanna Fuchs, vormals Cauerborn
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vom Sonntag, den 21. bis Samstag, den 27. Oktober,
im Saale Zimmerſtr. 4, pt. (Möbelgeſchäft „Alter”);
und zwar am Sonntag, nachm. 4½½ Uhr,
und an den Wochentagen abds. 8½½ Uhr
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und ihre Anwendung auf die heutige Zeit
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Reich und Ausland.
Fünfzig Jahre Mitteldeutſcher Buchhändler=
Verband.
Der Mitteldeutſche Buchhändlerverband, der alle
Buchhändler von der Bergſtraße bis nach Kaſſel, von
Mainz=Wiesbaden bis nach Fulda umfaßt, kann
an=
fangs November dieſes Jahres auf ſein 50jähriges
Beſtehen zurückblicken. Er wird dieſes Jubiläum am
A. Oktober in Frankfurt a. M., wo er gegründet
wurde und heute noch ſeinen Sitz hat, feiern. Der
1878 gegründete Verband, der innerhalb der
Geſamt=
organiſation des deutſchen Buchhandels die Stellung
eines Kreisvereins einnimmt, hat ſich um das Wohl
der ihm angeſchloſſenen Mitglieder ſehr verdient
ge=
macht. Innerhalb der Geſamtorganiſation des
Buch=
handels, ſpielte er unter der Führung tatkräftiger
und weitblickender Buchhändler=Perſönlichkeiten oft
eine große Rolle und übte auf die Geſtaltung
wich=
tiger buchhändleriſcher Dinge des öfteren
entſcheiden=
den Einfluß aus. Gleichzeitig mit dem
Mitteldeut=
ſchen Buchhändlerverband feiert auch der Verein der
Buchhändler zu Frankfurt a. M. ſein 50jähriges
Be=
ſtehen. Anläßlich dieſes Doppel=Jubiläums iſt eine
Feſtſchrift erſchienen, die für die innerhalb des
Ver=
bands=Bezirks des Mitteldeutſchen Buchhändler=
Ver=
bandes liegenden Städte auch lokalgeſchichtlich recht
intereſſant und buchtechniſch vornehm ausgeſtattet iſt.
Wir werden auf dieſe Feſtſchrift noch ausführlicher
zurückommen.
Tintenpolypen und Rieſenkrebſe im Frankfurter
Aquarium.
Bei dem großen Seetier=Transport, den Direktor
Dr. Priemel Ende vergangener Woche nach
Frank=
furt a. M. brachte, befinden ſich eine Reihe größter
Sehenswürdigkeiten, deren Beſichtigung unbedingt
anzuraten iſt. Vor allem ſind eine Reihe großer, in
die Verwandtſchaft der Tintenfiſche gehöriger Mo= zu nennen, die äußerſt ſchwierig in
Gefangenſchaft zu halten ſind. Rieſige Meeresſpinnen
und Languſten bevölkern zuſammen mit großen
dal=
matiniſchen Küſtenfiſchen ein mit echt iſtriſchem
Küſtengeſtein ausgeſtattetes Becken. Auch die
eigen=
artige Maskenſpinne, eine ebenfalls zu den Krebſen
gehörende Form, iſt zu beobachten, wie ſie ihren
Körper und ihre Gliedmaßen mit Algen „maskiert”.
Die bereits im alten Rom als Speiſefiſch äußerſt
be=
vorzugten Muränen, die in Schau=Aquarien zu den
größten Seltenheiten gehören, ſind in mehreren
Exemplaren vertreten. Eines der großen Becken zeigt
einen Einblick in die ungeheure Mannigfaltigkeit des
Tierlebens an der dalmatiniſchen Küſte. Wir ſehen
hier die großen, langgezogenen Steckmuſcheln,
da=
neben wundervolle Kalkröhrenwürmer, Seeroſen
ver=
ſchiedenſter Art, Manteltiere und kleinere Exemplare
von Küſtenfiſchen. Die geſamte Beſetzung der
See=
waſſerabteilung iſt von einer Mannigfaltigkeit und
Reichhaltigkeit, wie ſie das Frankfurter Aquarium,
und bisher wohl auch kaum ein anderes Schau=
Aquarium, aufzuweiſen hatte.
Verwegener Einbruchsdiebſtahl am
Kurfürſten=
damm.
Berlin. Ein verwegener Einbruchsdiebſtahl
wurde am Donnerstag, abend am Kurfürſtendamm
verübt. Vor dem Pelzhaus Biber fuhr in der elften
Abendſtunde ein Privatauto vor, dem ein gut
an=
gezogener Herr entſtieg. Mit einem mitgebrachten
Stein zertrümmerte er ungeachtet des lebhaften
Straßenverkehrs die Schaufenſterſcheibe des
Pelzge=
ſchäftes, drang in die Auslage und ergriff einen
Pelzmantel im Werte von 2000 bis 2500 Mark. Als
der noch im Geſchäft anweſende Geſchäftsinhaber
her=
beieilte, ſuchte der Täter in ſeinem Auto das Weite
und entkam.
Exploſion eines Gasbehälters.
Siegen. In der Nacht zum Freitag ereignete
ſich im Werk 2 der Maſchinenfabrik Herman Irke
eine Exploſion des Gasbehälters, wobei ein
Maſchi=
niſt ſofort getötet und drei andere Perſonen
lebens=
gefährlich verletzt wurden. An ihrem Aufkommen
wird gezweifelt.
* Hamburg plant eine akademiſche Stadt.
Ws. Auf einem parlamehtariſchen Abend, zu dem
der Hamburgiſche Senat die Bürgerſchaft und
zahl=
reiche Vertreter des hamburgiſchen Geiſteslebens
ge=
laden hatte, entwickelte Hamburgs Städtebauer Prof.
Schumacher ein intereſſantes Projekt, das in ſeiner
Verwirklichung das ſtädtebauliche Bild Hamburgs
grundlegend verändern würde. Die
Verkehrsſchwie=
rigkeiten in der City und die völlige Verſtopfung der
wenigen Zufahrtsſtraßen aus Nordweſten in das
Stadtinnere durch den großen Block des
Zoologi=
ſchen und Botaniſchen Gartens, der alten Friedhöfe
und der Univerſität hatten ſchon in der Vorkriegszeit
den Gedanken aufkommen laſſen, das ganze Viertel
am. Dammtorbahnhof durch Aufteilung der Friedhöfe
und Führung neuer Durchgangsſtraßen völlig
umzu=
geſtalten. Nach dem Kriege ſind an dieſe Plätze
ſtädte=
baulich und verkehrstechniſch ſo ungeheure und
be=
rechtigte Anforderungen geſtellt worden, daß ſchließlich
ein ganz neues Projekt für die Zukunft des
Ham=
burgiſchen Städtebaues entſtanden iſt. In dieſem
Projekt ſchlägt Prof. Schumacher dem Hamburger
Senat vor, den ganzen Univerſitätskomplex, der
ſo=
wieſo gewaltiger baulicher Neuerungen bedarf, aus
ſeiner bisherigen Lage hinter dem Dammtor zu
ent=
fernen und im Norden Hamburgs, im ſogenannten
Groß=Borſteler=Moor, von Grund aus neu
aufzu=
bauen. Die Vorteile dieſes Planes ſind doppelter
Natur. Einmal wird in das große
Verkehrshinder=
nis am Rande der Hamburger City eine gewaltige
Breſche gelegt und die Möglichkeit geſchaffen, über die
Plätze der alten Friedhöfe, des Botaniſchen Gartens
und der ebenfalls dort noch liegenden
Univerſitäts=
inſtitute dringende ſtädtebauliche und
verkehrstech=
niſche Verpflichtungen zu erfüllen. Dieſe heute
raum=
techniſch völlig unbefriedigende Univerſität aber kann
mit allen ihren Inſtituten auf dem neuen Gelände
ſo ungehindert entwickelt werden, daß in der
Ge=
ſamtplanung auch die Errichtung einer eigenen
Wohn=
ſtadt für die Univerſitätsangehörigen vorgeſehen
wer=
den ſoll. Der durch das Borſteler Moor fließende
Alſterlauf ſoll dann in die baulichen Anlagen mit
einbezogen werden und die Vorausſetzung für
mo=
derne Sportanlagen nach dem Muſter des engliſchen
Coolidge=Syſtems liefern. Für den Fall, daß neben
manchen techniſchen auch die ernſten finanziellen
Schwierigkeiten in überſehbarer Zeit überwunden
werden könnten, ſoll der Hamburgiſche Senat zwei
große Wettbewerbe für die Projektierung der
Uni=
verſitätsſtadt und der ſtädtebaulichen Aufſchließung
des G=ländes auf und bei den alten Friedhöfen
ver=
anſtalten.
Einweihung der Kavallerieſchule in Hannover.
General Heye, der Chef der Heeresleitung.
Das Portal der neuen Kavallerieſchule in Hannover.
Die neuen Erweiterungsbauten der Kavallerieſchule in Hannover, die ſowohl der körperlichen, wie auch der geiſtigen Ausbildung
des Offiziersnachwuchſes der Reichswehr dienen, wurden in Anweſenheit des Chefs der Heeresleitung feierlich eingeweiht.
Reichs=
präſident von Hindenburg war durch einen Trauerfall in ſeiner Familie verhindert, nach Hannover zu reiſen. In ſeiner Botſchaft,
die er als „älteſter Kamerad und Oberbefehlshaber” an die Kavallerieſchule richtete, hat er die Geiſter von Seidlitz, Ziethen,
Blücher und Schlieffen heraufbeſchworen, um an die ruhmreiche Reitertradition der alten Armee zu erinnern.
Der Abſturienten=Mord=Prozeß in Eſſen.
Eſſen. In der Freitagsverhandlung im
Mord=
prozeß Hußmann wurde als erſter Zeuge der
Inva=
lide Kowalſki vernommen, der ſeit langen Jahren
bei Rektor Kleiböhmer Gartenarbeit verrichtet. Er
habe bei der Durchſuchung des Gartens das Meſſer
gefunden, das in ſchwarzer, locker aufgeſchütteter
Erde lag. Das Meſſer ſei ſo unſcheinbar geweſen,
daß er es beinahe überſehen hätte. Niemand ſei an
ihn herangetreten, um das Meſſer etwa zu
ver=
ſtecken. Hußmann habe ihm öfter bei Gartenarbeiten
geholfen, auch kurz vor der fraglichen Zeit. Der
Zeuge habe nichts davon gemerkt, daß Hußmann das
Meſſer vergraben habe. Staatsanwaltſchaftsrat
Roſenbaum ſchlägt hierauf einen Lokaltermin vor.
Der Angeklagte Hußmann macht hierauf Angaben
über ſeinen Weg im Garten, über ſeine Diebesjagd.
Erſter Staatsanwalt Schneider macht hierbei den
Angeklagten auf die Wichtigkeit der Auffindung des
Meſſers aufmerkſam. Trotzdem habe er nicht geſucht.
Angeklagter Hußmann erklärt darauf, für ihn ſeien
damals die Hauptindizien das Blut und die Haare
geweſen. Er habe dem Meſſer keine Bedeutung
bei=
gemeſſen. Der Graben ſei oberflächlich abgeſucht
wor=
den. Es ſei möglich, daß das Meſſer bei Regenwetter
durch die eigene Schwere in Schlamm verſunken ſei.
An der Fundſtelle des Meſſers habe ſich Erde aus
dem Graben gefunden. Als er das Meſſer verloren
habe, ſei es dunkel geweſen und er habe eine
Fahr=
radlampe mitgenommen. Die Hoſe, die er zu
Garten=
arbeiten anzog, ſei zerriſſen geweſen. Zeuge
Krimi=
nalaſſiſtent Erdmann erklärt, die Blutflecken am
Mantel hätten den Eindruck gemacht, als ob
ver=
ſucht worden ſei, ſie abzureiben. Sachverſtändiger
Chemiker Dr. Baumann führt aus, daß eine Stelle
am Mantel des Hußmann den Eindruck gemacht habe,
als ob daran gerieben worden ſei, denn die Wolle ſei
abgeſchabt geweſen. Es könne aber ein Fehler im
Gewebe vorliegen. Ein weiterer Zeuge,
Kriminal=
aſſiſtent Trampert, hat ſich die Schuhe des Hußmann,
die in Papier eingewickelt waren, angeſehen. Das
Papier war an manchen Stellen feucht. Hauptſächlich
ſchien die Sohle der Schuhe abgewaſchen. Schmutzig
waren ſie nicht. Die Hoſe des Hußmann wies keine
Spritzer auf. Der Angeklagte Hußmann kann keine
Erklärung abgeben, warum die Hoſe keine Spritzer
aufwies, obwohl er nachts auf dem Heimwege von
Daube durch Pfützen gejagt wurde. Zeuge Trampert
konnte weiter ſehen, daß am Mantel des Hußmann
ge=
rieben worden war, denn dieſe Stelle hob ſich deutlich
ab. Es ſchien, als wenn die Entfernung der Flecke
mit einem Reinigungsmittel erfolgt war. Der
Sach=
verſtändige Baumann erklärt auf Befragen, daß i7e
Ränder der Reibeſtellen keine Blutſpuren aufweiſen.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung ſchilderte
Rektor Daube ſeine Beſprechungen mit
Huß=
mann nach der Ermordung ſeines Sohnes.
Ausge=
ſchloſſen ſei es, daß er Hußmann gebeten habe, als
Träger des Sarges mitzuwirken. Er habe ſeinen
Nachbarn darum gebeten. Dem Zeugen ſei
gefühls=
mäßig der Gedanke gekommen, daß Hußmann der
Täter ſei. Den Gedanken habe er nie verloren. Sei
es wirklich Hußmann geweſen, ſo tue er ihm heute
unendlich leid. Er könne ihm nicht zürnen. Dies
habe mit religiöſen Erwägungen nichts zu tun. Auf
die präziſe Frage des Verteidigers, ob er mit
Huß=
mann geſprochen habe, erklärte Rektor Daube, er
glaube es, aber was, wiſſe er nicht mehr. Die
Tele=
phonaſſiſtentin Schampershaufen vermittelte die
Te=
lephonverbindungen zwiſchen Dr. Lutter und der
Wohnung von Hußmann. Die Zeit der Geſpräche
kann ſie nicht genau angeben. Als Dr. Lutter die
Noch keine Nachricht von dem Atlantik=Flieger
Macdonald.
London. Von dem engliſchen Atlantikflieger
Macdonald fehlen noch immer beſtimmte Nachrichten.
Ein holländiſcher Dampfer hatte das Flugzeug am
Donnerstag, in den frühen Morgenſtunden, etwa
600 Meilen öſtlich von Neufundland geſichtet.
Seit=
dem iſt keine Nachricht von dem Verlauf des Fluges
eingegangen. An der iriſchen Küſte iſt ein
verſtärk=
ter Wachdienſt eingerichtet worden. Man hatte damit
gerechnet, daß Macdonald die 1900 Meilen lange
Strecke von Neufundland nach der iriſchen Küſte in
etwa 17 bis 20 Stunden zurücklegen würde, ſo daß er
bereits am Donnerstag, um die Mittagszeit herum,
an der iriſchen Küſte hätte eintreffen müſſen. Da er
nicht der Dampfſchiffahrtslinie folgt und das
Flug=
zeug keine drahtloſe Einrichtung an Bord hat, hat
man noch nicht alle Hoffnung aufgegeben.
Nummer 1554 verlangt habe, habe ſie gleich
ange=
nommen, daß es ſich um den Mord handele. Sie
habe ſehr heftig und andauernd geläutet. Welche Zeit
zwiſchen dem erſten und dem zweiten Anruf bei
Kleiböhmer verſtrichen ſei, wiſſe ſie nicht. Dr.
Lut=
ter habe ihr gleich geſagt, er hätte noch mehrere
Ver=
bindungen nötig. Bei beiden Anrufen habe die
Zeugin mehrmals wecken müſſen. Weiter ſchildert ſie,
wie das Geſpräch zwiſchen Dr. Lutter und Hußmann
ſich abſpielte. Es ſei möglich, daß Hußmann
telepho=
niſch mehrmals Dr. Lutter gefragt habe: „Helmur
Daube — Helmut Daube?” Hußmann habe dann
weiter zu Dr. Lutter geſagt, daß Daube ihn nach
Hauſe gebracht habe. Dann wollte Hußmann gleich
mit dem Rade zu Daubes. Auch eine Frau in einer
Wirtſchaft habe das Polizeiamt verlangt, weil ſie das
Lokal wegen mehrerer Radaubrüder, die die Gäſte
bedrohten und von denen ein Teil längere Meſſer bei
ſich hätten, nicht ſchließen könne. Zeuge Dr. Lutter
ſagt dann aus, daß er gleich beim erſten Anruf bei
Kleiböhmer Anſchluß bekommen habe.
Die Mutter des Ermordeten ſagt aus.
Weiter wird Frau Daube, die Mutter des
Ermordeten, vernommen. Sie erklärt, ſie habe drei
Hilferufe gehört; von Röcheln aber nichts, auch keine
Schritte. Sie ſei aus tiefſtem Schlafe aufgewacht, als
ihr Mann ſie gefragt habe, ob der Junge im Hauſe
ſei. Bald darauf habe ſie jemanden in ſtrammem
Schritt weggehen hören. Was Hußmann am Morgen
in ihrer Wohnung geſagt habe, wiſſe ſie nicht.
Huß=
mann habe nach ſeiner Vernehmung ſchwer erſchüttert
ausgeſehen. Er habe geſagt: „Ich ſoll es getan haben,
denn ich habe Blut an den Schuhen”. Frau Daube
erklärt weiter, ſie habe keinen Grund zur Annahme,
daß Hußmann der Täter ſein könne.
Nunmehr einigt ſich das Gericht über eine genaue
Ortsbeſichtigung, die am kommenden Dienstag in
Gladbeck ſtattfinden ſoll.
Es wird dann in der Zeugenvernehmung
fortge=
fahren.
Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wird
der Oberprimaner Walter Labs vernommen. Er
erklärt, daß ſein Bruder gegen 3.15 Uhr vom
Kom=
mers nach Hauſe gekommen ſei. Der Student Walter
Neubert war ebenfalls am Bierabend zugegen. Er
erklärte, Hußmann habe ſich wie ſonſt benommen und
ſei ebenſo wie Daube fröhlich geweſen.
Die Vernehmung des Pflegevaters Hußmanns.
Nach weiteren Zeugenvernehmungen wird der
Pflegevater des Angeklagten, Rektor
Kleiböh=
mer, vereidigt und vernommen. Sein Pflegeſohn
ſei ſeit April 1914 bei ihm. Am fraglichen Abend
ſei er in guter Stimmung geweſen, am anderen
Morgen zwiſchen ſechs und ſieben Uhr ſei er an
ſeine Schlafzimmertür gekommen und habe geſagt, ſein
Freund Daube liege tot da. Er habe ſeinem
Pflege=
ſohn die innere Erregung angemerkt. Er habe
ge=
glaubt, daß die Jungens unterwegs vielleicht eine
Schlägerei angefangen hätten. Hußmann habe er
gefragt, ob er mit der Sache etwas zu tun habe.
Auch ſeine Frau habe auf Hußmann eingeſprochen.
Hußmann habe ſeine Frau getröſtet und geſagt, er ſei
unſchuld:g. Er habe den Arbeiter Kowalſki nach
dem Meſſer ſuchen laſſen, der es dann auf
über=
raſchende We ſe gefunden habe, nachdem ihm vorher
eine Shizze gezeigt worden ſei, die der Angeklagte
Hußmann im Unterſuchungsgefängnis angefertigt
hatte. — Der Samstag bleibt ſitzungsfrei. Es ſoll ein
Lokaltermin in Gladbeck ſtattfinden.
Ein Flugzeug bei einem Rundflug abgeſtürzt.
London. Nach Meldungen aus Atlantic City
iſt ein Eindecker mit ſieben Perſonen an Bord, der
einen Rundflug über die Stadt unternahm, aus einer
Höhe von etwa 200 Metern abgeſtürzt. Einer der
Inſaſſen wurde getötet, die 6 anderen ſchwer verletzt.
— Bei der Unterſuchung des Flugzeugunglücks wurde
feſtgeſtellt, daß zwei der Schwerverletzten
überein=
ſtimmend in ihren Fieberdelirien jemand immer
wie=
der auffordern, „die Hände vom Kontrollapparat zu
laſſen”. Man hofft, hierin einen Anhaltspunkt zur
Aufhellung der Urſache der Kataſtrophe zu habe.
Der Grund des Flugzeugunglücks in Atlantic City.
Berlin. Nach einer hier vorliegenden
Mittei=
lung der Junkerswerke iſt das Flugzeugunglück in
Atlantic City darauf zurückzuführen, daß ein
Paſſa=
gier in die Doppeiſteuerung eingriff
und ſich darin feſtklammerte.
Die Einſiurz=Kataſirophe
in Pincennes.
Paris. An der Unglücksſtätte in Vincenn
wurden im Laufe der Nacht weitere vier Tote gebo
gen, was die Zahl der bis jetzt zutage gefördert
Todesopfer auf ſieben erhöht. Unter den Toten k
findet ſich auch jener Arbeiter, mit dem die Re
tungsmannſchaften vorgeſtern abend ſprechen und de
ſie Rum zur Stärkung einflößen konnten. Währer
der Aufrämungsarbeiten ſind noch fünf Böden ei
geſtürzt. Die Rettungsmannſchaften hörten im Lau
der Nacht noch die Stimmen von zwei Perſonen,
aber noch nicht befreit werden konnten. Man glaul
daß nunmehr noch etwa 12 Arbeiter unter den Trür
mern liegen, da nach Angabe des Bauherrn Provi
im Augenblick des Unglücks 29 Leute im Hauſe k
ſchäftigt geweſen ſein müßten. Provini, der d
Eigentümer des eingeſtürzten Hauſes iſt, hat
üb=
gens, als er ſich einen Augenblick unbeobacht
glaubte, einen Selbſtmordverſuch unternommen. D
Stadtrat von Vincennes hat die Hergabe von Kr
diten zur Unterſtützung der Familien der Opfer, ſo
wie die Beerdigung der Verunglückten auf Kyſin de
Stadtverwaltung beſchlöſſen. Nach dem „Journal
hat der Bauherr und Hauseigentümer, der Italiene
Provini, anſcheinend aus Erſparniswückſichten d
Pläne des Neubaues nicht durch einen Architelte
ſondern durch einen einfachen Bauzeichner herſtelle
laſſen. Außerdem ſoll der Bau zu ſchnell dure
geführt worden ſein. Nach dem „Petit Journa
hatte das Gebäude trotz ſeiner ſechs Stockwerke n.
80 Zentimeter ſtarke Grundmauern. Vor 14 Tag
ſoll man einen Riß und ſogar ein leichtes Nachru
ſchen auf dem linken Flügel nach dem Garten h
bemerkt haben, und ein Maurermeiſter, der am Be
beſchäftigt war, erklärte, Provini habe, als er il
darauf aufmerkſam machte, befohlen, das Loch m
Zement zuzuſtopfen.
Schreckensſzenen auf den Trümmern des
Ne=
baues in Vincennes.
Die Hoffnung, die noch unter den Trümmern d
in Vincennes zuſammengeſtürzten Hausneubaues Ve
ſchütteten zu retten, wird von Stunde zu
Stun=
geringer. Am Freitag, um 8.30 Uhr, hatte man noe
aus weiter Ferne kommend, ein ſchwaches Stöhne
vernommen, das jedoch bald aufhörte. Die
Aufrä=
mungsarbeiten werden den ganzen Tag und wol
auch noch die ganze kommende Nacht in Anſpru
nehmen. Der Baunternehmer befindet ſich in Haf
Höchſtwahrſcheinlich wird gegen ihn ein Verfahre
wegen fahrläſſiger Tötung eingeleitet werden. B
den auf dem Bau beſchäftigt geweſenen Arbeiter
handelt es ſich zum großen Teil um Italiener.
Vor den Trümmern ſpielten ſich herzzereißen!
Szenen ab, als die Angehörigen der Verſchüttete
eintrafen. Der Baununternehmer, der bereits in de
Erdgeſchoß des eingeſtürzten Neubaues eingezoge
war, im Augenblick der Kataſtrophe jedoch auswär.
weilte, erklärte, daß vor einigen Wochen Riſſe i
Gebäude feſtgeſtellt worden ſeien. — Auf wunde
bare Weiſe kamen zwei auf dem Dach arbeiten
Dachdecker davon. Sie ſtüzten von Etage z
Etage ab und fanden ſich plötzlich unverletzt a
dem Trümmerhaufen ſitzend.
Zwei Millionen Franken unterſchlagen.
Straßburg. Der Direktor der „Sociél
des Warrants d’Alſace‟, Rudl, der tſchechoflowakiſche
Staatsangehöriger iſt, iſt unter Mitnahme von zw.
Millionen Franken geflüchtet.
Die „Europa” nur leicht beſchädigt.
Tokio. Zu der Notlandung der „Europa” el
fährt man jetzt, daß die Flieger v. Hünefeld un
Lindner auf ihrem Flug von Schanghai einen große
Umweg machten, um die Möglichkeit eines Zuſan
menſtoßes mit einem der in Sturmwolken gehüllte
Berge zu vermeiden. Sie erreichten ſchließlich Tohil
vermochten jedoch nicht mehr, auf dem Flugplatz 8
landen, da der Benzinvorrat zu Ende ging. Sie ſahe,
ſich deshalb gezwungen, an der Peripherie der Stad
notzulanden. Wie ſich herausgeſtellt hat, iſt das Flnd
zeug nur leicht beſchädigt.
Bisher 46 Opfer des Prager Bauunglücks.
Prag. Die Bergungsarbeiten an der Unglücks
ſtätte werden weiter fortgeſetzt. Die Arbeiten werde.
bereits tief unter der Straßenoberfläche ausgeführ.
Am Donnerstag wurde die 46. Leiche geborgen. Dit
Arbeiten werden mittels Kranes weiterbetrieben,"
man annimmt, daß ſich noch weitere Leichen ume.
den Trümmern befinden. Das Geſamtergebnis de.
bisher eingelaufenen Spenden für die
Hinterbliebene=
der Opfer beträgt 897 000 Kronen.
Nummer 292
Samstag den 20 Oktober 1928
(Seite 11
ennes.
Petit Jun.
chs Stockard
Vor 11M
leichtes 9c1
jach dem Gann
ſter, der m
das 20
Rund um den Zeppelin.
Ein Frühſtück Coolidges zu Ehren
Dr. Eckeners.
Dr. Eckener und die Offiziere des „Graf Zeppelin” waren
Freitag morgen als Gäſte Coolidges im Weißen Haus zum
Frühſtück geladen. Von amerikaniſcher Seite nahmen außer
einigen Regierungsvertretern der Marineſekretär Wilbur,
In=
nenſekretär Weſt und Unterſtaatsſetretär Clark teil. Das
Früh=
ſtück dauerte etwa Dreiviertelſtunde.
Nach dem Frühſtück im Weißen Haus begab ſich Dr. Eckener
in die Privatwohnung des Präſidentsſchaftskandidaten Hoover
und von dort aus in das Marineminiſterium. Außerdem ſtattete
er dem Staatsſekretär im Kriegsminiſterium Davis ſowie im
Handelsminiſterium einen Beſuch ab. Am Samstag wird er ſich
nach Akron (Ohio), dem Sitz der „Goodyear Zeppelin Co.”
be=
geben, um ſodann über Chicago nach Lakehurſt zurückzukehren.
Dr. Eckener hofft, daß die notwendigen Ausbeſſerungen am
Luftſchiff bis dahin erledigt ſein werden, damit er ſofort nach
St. Louis fliegen kann, wo er am Dienstag zu landen
beab=
ſichtigt. Anſchließend will Dr. Eckener dem mittleren Weſten,
u. a. Chicago, Cleveland und Detroit, mit ſeinem Luftſchiff
einen Beſuch abſtatten und am Donnerstag nach Lakehurſt
zu=
xückkehren. Die Vorbereitungen zum Rückflug nach Deutſchland
ſollen dann ſofort getroffen werden. Es iſt nicht ausgeſchloſſen,
daß Henry Ford an dem Rundflug über Amerika teilnehmen
wird.
Die Begrüßung der Zeppelinbeſatzung
in Philadelpbia.
Philadelphia, 19. Oktober.
Dr. Eckener und die ihm begleitenden Mitglieder der Zeppe=
(inbeſatzung wurden von einer viele Tauſende zählenden
Men=
ſchenmenge, die trotz des Regens dicht gedrängt die Straßen, von
den Vororten angefangen, bis zum Rathaus ſäumten, herzlich
willkommen geheißen. Bei dem Empfang im Rathaus erinnerte
Bürgermeiſter Mackey an die Verdienſte deutſcher Einwanderer
um die Entwicklung Philadelphias und Pennſylvaniens. Dr.
Echener führte in ſeiner Antwort u. a. aus, die Fahrt des „Graf
Zeppelin” ſei ein Experiment geweſen, deſſen Zweck es war, zu
zeigen, welche Möglichkeiten im Luftſchiff liegen. Die beifällige
Aufnahme, die dieſes Experiment in Amerika gefunden habe, ſei
ihm genügende Belohnung. Die Mitglieder der Beſatzung
nah=
men in Unterredungen mit Preſſevertretern gegen die von
ver=
ſchiedenen Nachrichtenunternehmen verbreitetem Meldungen
Stel=
lung, daß die Havarie des „Graf Zeppelin” durch einen
Steue=
rungsfehler verurſacht worden ſei, und daß an Bord
Luftkrank=
heit geherrſcht habe.
An die Feierlichkeiten zur Begrüßung der Zeppelinbeſatzung
ſchloß ſich ein Feſteſſen im Bellevue Stratſord Hotel, zu dem über
1400 Perſonen geladen worden warem. Anſprachen hielten der
Bürgermeiſter Mackey, der Präſident der Handelsbammer,
Gas=
den, und der Präſident der Deutſchen Geſellſchaft, Schmidt.
Prä=
ſident Gasden hob beſonders die völkerverbindende Wirkung des
Zeppelinfluges hervor. Eckener betonte in ſeiner
Erwiderungs=
anſprache, daß es das deutſche Volk geweſen ſei, das den Bau des
Luftſchiffes ermöglicht habe. Es hat deshalb, ſo fuhr er fort,
ebenſo an dem Erfolg teil, wie wir, die wir das Luftſchiff über
den Ozean brachten.
Zeppelindienſt Spanien—Argentinien
beſchloſſen.
Berlin. Die argentiniſche Poſtbehörde hat einen
Ver=
trag mit der ſpaniſchen Geſellſchaft Transgerial Co. abgeſchloſſen,
der die Aufnahme eines Dienſtes mit Zeppelin=Luftſchiffen
zwi=
ſchen Spanien und Argentinien innerhalb einer Friſt von ſechs
Monaten vorſieht. In jedem Monat ſoll fürs erſte ein Flug
ge=
plant ſein. Als Ausgangspunkt ſei für Argentinien die Stadt
Maddalena vorgeſehen, die am La Plata etwa 100 Kilometer
ſüdöſtlich von Buenos Aires liegt.
Eine zweite Amerikafahrt des „GrafZeppelin”
in dieſem Jahre?
Berlin. Nach einer Meldung der „B. Z.” aus New York
erklärte Hugh Allen, der perſönliche Vertreter Dr. Eckeners in
Amerika, Preſſevertretern gegenüber, daß der Rückflug des „Graf
Zeppelin” nach Deutſchland wahrſcheinlich am Samstag, den 27.
Oktober, erfolgen werde. Für die Rückreiſe nach Deutſchland
würden zwar acht bis zehn Plätze frei, er habe aber bereits
drei=
mal ſoviel Nachfrage von prominenten Amerikanerm erhalten.
Einige Anfragen ſeien von Schecks im Höhe von 3000 Dollar
be=
gleitet geweſen. Den Amerikanern, die diesmal nicht
mitkom=
men könnten, ſolle aber Gelegenheit, gegeben werden, für den
zweiten Ozeanflug des „Graf Zeppelin”, der im Laufe des
No=
vember oder anfangs Dezember d. J. ſtattfinden ſolle, Plätze zu
reſervieren.
Der zukünftige Zeppelinhafen
in der Rheinebene.
Zu den Nachrichten, wonach Dr. Eckener für die
Einrich=
tung regelmäßiger Luftſchifflinien zwiſchen Deutſchland und
Amerika den Bau eines Abflughafens in der Nähe von Baſel
empfohlen habe, erfahren wir von dem Generaldirektor des
Zeppelin=Konzerns, Kommerzienrat Colsmann, in
Friedrichs=
hafen, daß als Abflughafen für große Verkehrsluftſchiffe
Fried=
richshafen mit rund 400 Meter über Meereshöhe einen um etwa
vier Tonnen geringeren Auftrieb beſitzt, als das tiefer gelegene
Gelände, was für den Aufſtieg ſchwer beladener
Verkehrsluft=
ſchiffe beſonders ins Gewicht fallt. Ferner werden die dortigen
meteorologiſchen Verhältniſſe durch die ſogenannte Fönlage,
den quer zu den Werftanlagen ſtehenden Südwind, beeinflußt.
Weſentlich günſtiger liegen die Verhältniſſe in der badiſchen
Rheinebene. Ein Luftſchiffhafen etwa ſüdlich von
Frei=
burg im Breisgau würde ſodann als Ausgangspunkt der
Transatlantiklinie in nächſter Nähe Baſels, eines der
wichtig=
ſten mitteleuropäiſchen Eiſenbahnknotenpunkte, liegen. Berlin
komme für die Einrichtung eines Weltluftſchiffhafens nicht in
Betracht, da die dortigen meteorologiſchen Verhältniſſe für
Luft=
ſchiffe ungünſtig ſeien. Es werde notwendig ſein, der
Errich=
tung einer neuen Luftſchiffwerft näherzutreten. Man
ſuche nach einem geeigneten Platz am Bodenſeeufer) wo eine
Luftſchiffwerft für Schiffe von annähernd 150 000 Kubikmeter
Inhalt zu erbauen wäre. Endgültige Pläne beſtänden in dieſer
Richtung bisher nicht. Die Errichtung einer neuen größeren
Halle in Friedrichshafen käme kaum in Frage, da das Gelände
zu klein ſei. Die Frage der Gründung einer
Ozeanluftverkehrs=
geſellſchaft dürfte nach Anſicht des Generaldirektors des
Luft=
ſchiffbaues noch nicht aktuell ſein. Vorläufig ſei es Aufgabe des
„Graf Zeppelin” durch weitere Fahrten nach Nord= wie nach
Südamerika die Brauchbarkeit der Zeppelinluftſchiffe als
wirt=
ſchaftlich arbeitendes Verkehrsmittel zu beweiſen.
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Nummer 202
Seiie 13
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Der Gport des Sonntags.
Die jetzt im Sportprogramm des Sonntags dominiereuden
Naſen=
ſpiele bringen am Wochenende wieder eine Fülle von großen
Ereig=
niſſen. Im Fußball gibt es am Samstag auf engliſchem Boden eine
Begegnung der Amateurmannſchaften von London und Berlin,
außer=
dem bringen die Meiſterſchaftskämpfe einige bedeutſame Treffen. Die
Höckeyleute verzeichnen einen Länderkampf Deutſchland — Dänemark
in Kopenhagen, einen Städtekampf Berlin — München und das
bemar=
kenswerte Zuſammentreffen von Heidelberger HC. und Leipziger SC.
Auch im Rugby ſteht man nicht zurück. Hier können ein
Verbands=
kampf Nord= gegen Mitteldeutſchland/Brandenburg und ein Kreisſpiel
Neckar gegen Main als wichtigſte Ereigniſſe aufgeführt werden.
Fußbal l.
Deutſcher Fußball in London.
Berlin tritt am Samstag in London zum Rückſpiel gegen die
Re=
präſentativen der engliſchen Iſthmian Liga an. Das erſte Spiel im
Mai dieſes Jahres konnte von den Vertretern der deutſchen
Reichs=
hauptſtadt knapp 2:1 gewonnen werden, auf engliſchem Boden werden
es die Berliner weſentlich ſchwerer haben, um zu einem Siege zu
kom=
men. Berlin entſendet eine Kombination aus den Vereinen
Hertha/BSC. und Tennis=Boruſſia. Im einzelnen ſollen ſpielen:
Geelhaar (Hertha); Brunke (TB.), Schönherr (BSV. 92); Schumann
(TB.), Schulz (Viktoria), Müller (Hertha); Ruch, Sobeck (beide Hertha),
Herberger (TB.), Lehmann (Hertha), Raue (TB.).
Die Verbandsſpiele in Süddeutſchland.
Nachdem am letzten Sonntag die Verbandsſpiele in einigen Gruppen
durch das Pokoltreffen Süd= gegen Südoſtdeutſchland unterbrochen
wur=
den, bringt der 21. Oktober in allen Gruppen wieder ein volles
Pro=
gramm. Hier und da werden ſogar ſchon Spiele der zweiten Serie
aus=
getragen. Die GruppeNordbayern verzeichnet drei Spiele. Die
Begegnung zwiſchem ASV. Nürnberg und Sp.Vg. Fürth müßte der
Pa=
pierform der Mannſchaften entſprechend einen Sieg der Kleeblättler
bringen; nachdem aber die Fürther am letzten Sonntag in Würzburg
ſich einem Punkt abknöpfen ließen, iſt man vorſichtiger geſtimmt und
rech=
net auch mit der Möglichkeit eines neuem Unentſchiedens. Als offen
er=
ſcheint auch der Ausgang des weniger wichtigen Spieles Bayern Hof
gegem Franben Nürnberg. Der 1. FC. Nürnberg beſucht die Fürther
Raſenſpieler, wo er — wenm auch erſt nach hartem Kampf — zu Sieg
und Punkten kommen dürfte. — In Südbayern hat Wacker
Mün=
chen recht ſchnell Gelegenheit zu einer Revanche an Schwaben Augsburg.
Wacker, das im Vorſpiel vor vierzehn Tagen von den Schwaben
über=
raſchend hoch 5:0 geſchlagen wurde, muß allerdings nach Augsburg
fah=
ren. Vielleicht gibt es eine neue Enttäuſchung. Bayern München hat
Jahn Regensburg zu Gaſt. Man bann mit einem knappen Sieg der
Bayern rechnen. Der DSV. München, der am letzten Somtag die 6der
überlegen 4:1 ſchlug und dabei eine ſehr gute Form zeigte, dürfte auch
mit der Teutonia fertig werden. — In der Gruppe
Württem=
berg hat der Tabellenführer, Germania Brötzingen, mit einem
ener=
giſchen Widerſtand der verbeſſerten Stuttgarter Sportfreunde zu rechnen.
Die Punkte düvften aber doch in Brötzingen bleiben. Die Stuttgarter
Kickers müſſen im Kampf gegew den FC. Birkenfeld darauf achten, daß
ſich der Abſtand von den führendem Germanem aus Brötzingen nicht noch
vergrößert. Birkenfeld kann eine Ueberraſchung bringen.
Wahrſchein=
licher iſt allerdings ein Sieg der Kickers. Ziemlich offen iſt der Ausgang
der Spiele V.f.R. Heilbronn gegen V.f.B. Stuttgart und Stuttgarter
SC. gegem Union Böckingem. In beiden Fällen dürfte vielleicht der
Platzvorteil für die gaſtgebenden Mannſchaften von Ausſchlag ſein. —
Nur zwei Spiele bringt die Gruppe Baden, aber beide Treffen
ver=
ſprechen, ſehr intereſſant zu werden. Phönix Karlsruhe, der die
wenig=
ſtem Verkuſtpunkte hat, muß den Freiburger FC. auch auf eigenem Platze
fürchten. Es wird ein hartes Ringen gebem, deſſen Ausgang durchaus
offen iſt. Einen ſchweren Gang hat der zurzeit wieder führende
Karls=
ruher FV. vor ſich, er muß nach Freiburg zum Sportklub. Der KFV.
muß mit dem härteſten Widerſtand der Freiburger und auch mit dem
Verluſt eines Punktes rechnen. Die Gruppe Rhein ſieht den
Ta=
bellenführer V.f.L. Neckarqu im Kampf mit Phönix Ludwigshafen. Wenn
auch das Treffen auf dem Gelände von Ludwigshafen ſtattfindet, ſo ſollte
man dem Tabellenführer doch einen wenigſtens knappen Sieg zutrauen.
— Der Zweite, SV. Waldhof, wwird die nachlaſſende Sp.Vg. Mundenheim
ſicher ſchlagen können. Ziemlich ſicher iſt auch der Ausgang des Kampfes
Mannheim 08 gegem Pfalz Ludwigshafen; er dürfte mit einem klaren
Siege der Mannheimer über die ſtark vom Pech verfolgten Pfälzer enden.
Die Sp.Vg. Sandhofen beſucht den Vorletzten der Tabelle, die FGeſ.
03 Ludwigshafem. 03 ſieht ſich in einer bedrohlichem Lage und wird ſicher
alle Anſtrengungen machen, um der Abſtiegsgefahr zu entrinnen. Gegen
Sandhofen aber dürrfte die Mannſchaft auch mit einem Unentſchieden
zu=
frieden ſein. — In der Gruppe Saar iſt die Konkurrenz in dieſem
Jahre weſentlich ſchärfer als im Vorjahre. Dem Meiſter FV.
Saar=
brüichen wird es dieswal recht ſchwer gemacht, den Weg nach obem zu
fin=
den. Der 21. Oktober wird ihm allerdings wohl wieder zwei Punkte
bringen, denm den SV. 05 Saarbrüchen dürfte der FV. ſchlagen. Zu
einem intereſſantem Treffen kommt es in Pirmaſens zwiſchen dem FC.
und der Boruſſia Neunkirchen. Kmapper Sieg für Pirmaſens iſt unſere
Meinung. Vor eine ſchwierige Aufgabe ſieht ſich der V.f.R. Pirmaſens
bei ſeinem Spiel in Saarbrüchen gegen Saar 05 geſtellt. Die Pfälzer
werden wohl mit einer knappen Niederlage dem Heimweg antreten
müſſen. — Fiinf Spiele hat die Gruppe Main auf der
Tagesord=
nung. Die Eintracht wird ſich ihre führende Tabellenſtellung durch die
in dieſem Jahre überraſchend ſchwache Viktoria Aſchaffenburg nicht
ge=
fährden laſſen. Da das Spiel auf dem Eintrachtplatz ſtattfindet, rechnen
wir ſogar mit einem ganz glatten Sieg. Der Fußballſportverein
Frank=
furt beſchließt die Kämpfe der erſten Serie mit einem Spiel in
Fechen=
heim. Durch manche trübe Erfahrungen gewitzigt, werden ſich die
Born=
heimer im Fechenheim wohl mit dem notwendigen Kampfgeiſt ſtellen, um
nicht wieder nach ſchönem und überlegen geführtem Feldſpiel — zu
ver=
lieren. Hanau 6—/94 iſt zwar Tabellenletzter, deshalb wird es aber den
an dritter Stelle ſtehenden Offenbacher Kickers doch nicht leicht ſein, die
Punkte aus Hanau zu entführen. Einen harten Kampf verſpricht auch
die Paarung Germanja Bieber gegen Union Niederrad. Wer in dieſen
beiden Spielen das beſſere Ende für ſich haben wird, iſt noch ſehr
un=
gewiß. Rot=Weiß dürfte ſeinen zwveitem Tabellenplatz durch einen knappen
Sieg über den FC. 93 verteidigen. — Die Gruppe Heſſem holt die
am 14. Oktober wegen des Pokaltreffens ausgefallenen Spiele nach. Das
bedeutſamſte Spiel kommt in Mainz zwiſchen dem einheimiſchen FSV. 05
und dem Tabellenführer Wormatia Worms zum Austrag. Mainz iſt
durch zahlreiche Spieler=Disqualifikationen übermäßig geſchwächt; es hat
zwar guten Erſatz gefunden, dürfte aber gegenwärtig einer Wormatia
Worms doch nicht gevachſen ſein. Spannend verſpricht der Verlauf des
Spieles in Wiesbaden zwiſchen dem SV. und der Alemannia Worms zu
werden. Wenm Wiesbaden ſich wieder einmal zu ſeinem wirklichen
Kön=
nem findet, müßte eigentlich ein Sieg über die Wormſer Gäſte
heraus=
ſpringen können. Verhältnismäßig leicht dürfte es der V.f. L. Neu=
Iſen=
burg haben, um in Höckſt zu einem Erfolg zu kommen. Der Unterſchied
im Könnew der beiden Mannſchaften iſt doch ziemlich deutlich. — Langen
ſteht in der Tabelle um einem Punkt günſtiger als die Haſſia Bingen.
Dieſe Differenz dürfte wohl verſchwinden, wenn Haſſia Bingem am
Sonntag zu Hauſe gegen die Leute aus Langen antritt, denn wir rechnen
mit einem Siege der Haſſia.
Handball.
In allen Gruppen des ſüddeutſchen Verbandes werden die
Meiſter=
ſchaftsſpiele fortgeſetzt. Von beſonderer Bedeutung ſind die Spiele FSV.
Frankfurt—SV. 98 Darmſtadt, Pol. SV. Darmſtadt—Rot=Weiß
Darm=
ſtadt (Abtl. 1, Gruppe Main/Heſſen), Wormatia, Worms-Mainz 05
(Gruppe Main/Heſſen, Abteilung B), DSV. München—1860 München
(Südbayern) und Sp.Vg. Fürth—Nürnberger SC. (Nordbayern).
Schwimmen.
1. FC. Nürnberg und Männerſchwimmverein Münchem tragen einen
Klubkampf aus, deſſen Ausgang allgemein intereſſierem wird. Recht gut
beſchickt iſt der Staffeltag von Moenus Offenbach. — Der
Bonner SV. trägt ein Werbandsoffenes Schwimmfeſt aus und
Mitglie=
der der Sparta Köln nehmen an einem Schwimmfeſt in Brüſſel teil.
Tagungen.
Der Geſamtvorſtand des Bundes Deutſcher Radfahrer
tritt am Samstag und Sonntag in Berlin zu wichtigen Beſprechungen
zuſammen. — In Pforzheim tagen die badiſchen Turnführer,
in Dresden hält der Deutſche Ruderverband ſeinen
Verbands=
tag ab.
Handball.
Fußb.=Sp.=V. Frankfurt — Sporiverein
Darmſtadt 1898.
Sowohl die Fußball= wie auch die Handballabteilung des
Sport=
vereins Darmſtadt 1898 berzeichnet am morgigen Sonntag einen großen
Spielbetrieb. Die Handballigiſten haben in Frankfurt a. M. gegen den
dortigem Fußballſportverein wohl einen ihrer ſchwierigſten Kämpfe auf
fremdem Gelände zu beſtehen. Wohl habem die Blau=Schwarzen bei
ihrem bisher einzigen Auftreten in Darmſtadt im Spiel gegen Rot=Weiß
nicht zu überzeugen verſtanden. Geſtützt auf den Rückfall des eigenen
Publikums werden ſie jedoch, wie auch im Spiel gegem die Polizei, ſich
zu einer großem Leiſtung aufraffen. Wenn die 98er daher zu Sieg und
Punkten kommen wollen, wird es Enengie und Aufwand an
ſpieltech=
niſchem Könnem im höchſtem Maße bedürfen. Zu dem Spiel, das um
3.30 Uhr auf dem Platz an der Secbbacher Landſtraße ſtattfindet,
wün=
ſchen wir den 98erm einen obfektiven Schiedsrichter, der einem
einwand=
freien Spielverlauf garantiert: den Spielverlauf ſelbſt erhoffen wir mit
einem Sieg der 98er beender zu ſehen. Die Ligaerſatzmannſchaft der
Handballer fährt gemeinſchaftlich mit der 2a=Jugend= und 1.
Schüler=
mannſchaft nach Mainz zu Spielen gegem Mainz 05. Die 3. aktive
Mann=
ſchaft tritt gegen die 2. Mannſchaft von Rot=Weiß Darmſtadt an. Die
1a=Jugend hat im Verbandsſpiel Viktoria Griesheim zum Gegner, die
1o=Jugend fährt nach Babenhauſen, während die übrigem
Jugendmann=
ſchaften in Spielem untereinander beſchäftigt ſind.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft
Am Sonntag hoben die ſeitherigen Tabellenführer ihr Können zu
beweiſen. In der Meiſter=Klaſſe fährt Arheilgen nach Wolfskehlen und
wird dont auf ſcharfem Widerſtand ſtoßen. Wenm Wolfskehlens
Halb=
rechter wieder hergeſtellt iſt, werden beide Parteien zu Toren kommen.
Doch ſcheint es, daß Arheilgen die beſſere Verteidigung hat, die den
Aus=
ſchlag geben wird, wenm der eigene Platz nicht zu ſehr ins Gewicht fällt.
Groß=Gerau-Nauheim wird eine ſichere Sache für den Platzverein
gebem. Nauheim wird gut tun, eine beſſere Mannſchaft als gegen
Sprendlingem zu ſtellen, wenm die Niederlage nicht zu hoch ausfallen ſoll.
Sprendlingen—Eberſtadt. Hier treffen ſich zwei gleichſtarke Gegner, die
am letzten Sonntag gute Leiſtungen gezeigt haben. Der Sprendlinger
Platz, wohl der größte im Gau, wird noch manchen Verein zu Fall
brin=
gen, denm er ſtellt außerordentliche Forderngem an die Ausdauer. Von
großer Bedeutung iſt die Begegnung Walldorf-Beſſungen. Beſſungen
hat drei glatt gewonnene Spiele hinter ſich und wird in Walldorf auf
ernſtem Widerſtand ſtoßen. Für Walldorf ſteht wiel auf dem Spiele. Ein
Sieg über Beſſungen bringt nicht nur für den eigenen Verein, ſondern
auch für Bickenbach Weiterausſichten, wenn Bickenbach am Sonntag in
Darmſtadt gegen die Turngemeinde gewinnt. Das iſt die große Frage.
Man wundert ſich allgemein über den ſchlechtem Start der Leute vom
Finanzamt, man hatte ſie ſpielſtärker geſchätzt. Noch hat die
Turn=
gemeinde ihre Meiſterſchaftsausſicht nicht begraben, drei Punktverluſte
würden auch weniger Bedeutung haben, aber die Mitbewerber wiſſen
ſchließlich auch, worum es geht. In Neu=Iſenburg ſpielt Bensheim.
Das erſte Spiel auf eigenem Platze wird die Neu=Iſenburger anſpornen,
endlich einmal zu Punkten zu kommen. Nun hat Bensheim am letzten
Sonntag gegem die Darmſtädter Turngnmeinde eine ſehr gute Leiſtung
gezeigt, und ſollten bei Beſtändigkeit wieder Punkte dabei
herausſprin=
gen. Im der erſten Gruppe der A=Klaſſe iſt die Lage noch ſehr verworren.
Man muß erſt einmal die Ergebniſſe des Sonntags abwarten.
See=
heim—Tgſ. Darmſtadt, Neu=Iſenbung 2.—Ober=Ramſtadt und Egelsbach
—Pfungftadt 2. In der zweiten Gruppe fährt Büttelborn nach Ober=
Ramſtadt und wird wahrſcheinlich beide Punkte mit nach Hauſe nehmen.
Man kann überhaupt in allen Klaſſen die Wahrnehmung machen, daß faſt
durchweg die Riedvereine ſpielſtärker ſind. Man denke an Erfelden,
Büt=
telborn, Worfelden, Walldorf, Wolfskehlen, Groß=Gerau, Nauheim und
man wird feſtſtellen, daß dort die ſpielſtärkſte Ecke unſeres Gaues iſt.
Schließlich iſt das Treffen Worfelden—Griesheim 2. für die Gäſte eine
faſt ausſichtsloſe Sache. Die B=Klaſſe bringt die Begegnung
Zwingen=
berg 1.—Bensheim 2. und es wäre zu wünſchen, daß das Spiel glatt
durchgeführt wird. Es ergeht die Mahnung wewiger an die Spieler,
als an die Zuſchauer. Roßdorf erwartet die Tumgeſellſchaft
Darm=
ſtadt 2. und außerdem ſpielen die zweiten Mannſchaften Langen-
Beſ=
ſungen, Arheilgen—Tgde. Darmſtadt und Nauheim-Walldorf.
Waller=
ſtädten 1.—Gernsheim 1. Der Platzverein hat in zwei ſchönen Siegen
ſeine Spielſtärke bewieſen und wird ſich für die Zukunft auch nicht
unter=
kriegen laſſen. C=Klaſſe: Auerbach—Alsbach, Heppenheim gegen die
Eiſenbahn, zu Hauſe ſpielen die Eiſenbahner 2. gegen Gernsheim 2.,
Roßdorf 2.—Tgde. Darmſtadt 3. und Tgſ. Darmſtadt 2.—Urberach 1.
Die Jugendklaſſe bringt die tabellenmäßigen Spiele.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuiſſeton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Drug
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantle der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Geſchäftliches.
Buchführung. Neue Kurſe in einf., doppelter und
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niſcher Buchführung unter Leitung eines Diplom=Kaufmannes beginnen
in den nächſten Tagen. Um allen Unterrichtsbeſuchern Rechnung zu
tragen, werden nunmehr neben den Abendkurſen auch Tages=Kurſe
in Buchführung eingerichtet. Das Honorar iſt außerordentlich niedrig
und beträgt nur 20 Mark. Rechtzeitige Anmeldung an Hans Schlöffer,
Darmſtadt, Schwanenſtr. 30, I, erbeten. (Siehe Anzeigen.)
Wie aus einer Notiz in unſerer Ausgabe vom 11. Oktober
hervor=
geht, hatte die Firma Gg. Dralle, Altona, anläßlich der „Ila” auf dem
Berliner Ausſtellungsgelände einen Feſſelballon mit der Aufſchrift
Dr. Dralles Birkenwaſſer” aufſteigen laſſen. Dieſer hatte
ſich jedoch losgeriſſen und iſt numehr in der Nähe von Stettin gelandet,
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 20. Okt. 6.30: Gymnaſtik. O 12.45: Schulfunk.
Ferd. Hofmann: Die Natur als Vorbild in der Muſik: Kuckucksruf
und Wachtelſchlag. e 13.15: Stuttgart: Mittagsſtändchen des
Funkorch. O 15.05: Jugendſtunde. Aus dem deutſchen Liederkranz.
Liedervorträge Frankfurter Schulen: Dreikönigsſchule, 1.
Mädchen=
klaſſe. O 16.35: Stuttgart: Konzert des Funkorch. Mitw.: Henny
Schantz (Sopran). Strauß: Ouv. und Lied aus Die Fledermaus”.
— Lanner: Peſther Walzer. — Offenbach: Potp. „Die ſchöne
Helena”; Lied aus „Orpheus in der Unterwelt”, — Suppe: Fant.
aus „Fatinitza” — Gungl: Die Gräfenberger „Marſch. 6 18.10: Aus
dem Roman „Auf zwei Planeten” von Kurd Laßwitz. o 18.45:
Briefkaſten .6 19.15: Stenographie. O 19.45: Dr. Herzfeld: Neue
Jugend als Anfang einer neuen Geſellſchaft. O 20.15: Kino und
Kinomuſik vor fünfzehn Jahren. Preisausſchreiben. (Den Hörern
werden Text und Muſik des erſten und zweiten Aktes des Drehbuchs
eines Schauerfilms vorgeführt. Zum dritten Akt wird nur die
Muſik geſpielt. Die Hörer haben die Aufgabe, nach dieſer Muſik den
zu den beiden erſten gehörigen Schlußakt zu verfaſſen. Es ſind
aus=
geſetzt: Ein erſter Preis von 150 Mark, ein zweiter Preis von
100 Mark, ein dritter Preis von 75 Mark und mehrere Troſtpreiſe
in Geſtalt von Eintrittskarten für Kinotheater.) S Anſchl.: Kaſſel:
Menſchen und Masken. Ein Hörſpiel von Fr. L. Grauvogl. Ausf.:
Mitglieder des Staatstheaters Kaſſel. O. Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik,
Stuttgart.
Samstag, 20. Okt. 10.30: Schallplatten. O 12.30:
Schall=
platten. O 13: Mittagsſtändchen. O 14: Jugendſtunde. Elſa Pfeiffer,
K. Köſtlin, Funkorch. o 15.15: Unterhaltungskonzert. Funkorch.
Mitw.: Käte Mann, H. Hanus. O 16.35: Funkorch.:
Nachmittags=
konzert. Mitw.: Henny Schantz (Sopran). O 18.15: Freiburg: Prof.
Dr. Krebs: Frauenleben und Frauenbewegung in Fernaſien. O 18.45:
Handelsſchulaſſeſſor Dr. Wolff: Einführung in die Buchführung.
(Die Warenrechnung.) 6 19.15: P. Weſtheim: Naturwiedergabe als
Darſtellungszweck der Kunſt. o 20: Balladenſtunde. Rezitation:
Käte Graber, Berlin. O Anſchl.: Bühne und Brettl. Mitw.: Lotte
Herzog, Käte Mann, K. Ebert, H. Hanus, E. Kahn, E. Stockinger,
K. Albrecht Böhringer, W. Martinelli, E. Thyſſen. H. Steinbrecher,
W. Schwarz, L. Puſchacher, W. Reichert, v. Wiſtinghauſen, K.
Karner, Fred Höger, C. Struve. Funkorch. Beethoven: Ouv. zu
Fidelio‟. — Machotin: „Bete für mich” — Die liebe, goldene
Meiſterin. — Berlin: Ruſſiſches Wiegenlied. — Suppe: Ouv. zu
„Pique Dame‟. — Die Stadt un Dunkel. Scherzhörſpiel von
A. Auerbach. — Kalman: Walzer aus „Die Czardasfürſtin”
Kollo: Drei arme kleine Mädels. — Grün: Du, ich halt im Arm
dich feſt. — Stranſky: Wozu erſchuf der liebe Gott denn bloß das
Herz? — Brommer: Weine nicht. — Stofford: Sündig und ſüß.
— Heiteres, allzu Heiteres. — Siede: Frohſinnmarſch. o Anſchl.;
Tanzmuſik der Kapelle Albert Seeliſch.
Berlin.
Sonnabend, 29. Okt. 15.45: Dr. Würzburger und Dr. Hajek:
Ueberwinder des Herbſtes. — Rainer Maria Rilke und Richard
Dehmel. Ein Zwiegeſpräch.) O 16.30: Unterhaltungsmuſik. A.
Gutt=
manns Sinfoniker. O 18.30: Leop. Lehmann: Unſer Leben m
Spiegel der Statiſtik. (Das ſtatiſtiſche Reichsamt.) 6 19: Direktor
Koch: Der Metall=Flugzeugbau. O 19.30: W. Schwarz: Probleme
der Friedensſicherung. (Der Krieg als öffentliche Einrichtung.)
O 20: Sendeſpiel: „Die deutſchen Kleinſtädter”, Luſtſpiel in vier
Aufzügen von Aug. v. Kotzebue. Perſ.: Herr Nicolaus Staar,
Bürgermeiſter auch Oberälteſter zu Krähwinkel; Frau
Unterſteuer=
einnehmerin Staar, ſeine Mutter; Herr Vizekirchenvorſteher Staar,
ein Gewürzkrämer; Olmers; Frau Oberfloß= und Fiſchmeiſterin
Brendel und Frau Stadt=Akziſekaſſaſchreiberin Morgenrot; Muhmen;
Herr Bau= Berg= und Weginſpektorsſubſtitut Sperling; ein
Nacht=
wächter; Klaus ,der Ratsdiener. O. Anſchl.: Tagesnachrichten.
O. Danach: Tanzmuſik. Kapelle Marek Weber.
Deutſche Welle. Sonnabend, 20. Okt. 10.15: Berlin:
Nach=
richten. O 12: Künſtleriſche Darbietungen für die Schule: Muſikal.
Zwiegeſpräche. 6 13.30: Berlin: Nachrichten. 14.30:
Baſtel=
ſtunde: Ein Stall für unſere Eicheltiere. O 15: B. K. Graef:
Sprechtechnik. O 15.35: Wetter und Börſe. O 15.40: E. W. Freißler:;
Drei Frauenbücher aus dem Ausland. O 16: Fr. Weſtermann:
Kurz=
ſchriftdiktate. O 16.30: Joh. Lubahn: Die Beamtenſparkaſſe und
ihr Einfluß auf die Wohnungswirtſchaft. O 17: Hamburg: Luſtge
Muſikante — ſpielet auf! O 18: Reg.=Rat Dr. Peiſer: Die
Arbeiter=
preſſe und ihre Leſer. o 18.30: Spaniſch für Anfänger. o 18.55:
Muſikdir. Ohrmann: Der Weg zu Bruckner. O 19.20: Dr. Preußner:
Kunſtlied und moderne Dichtung. O 20: Leipzig: Deutſche Volkslieder.
Herm. Zilcher: 16 Volkslieder für vier Soloſtimmen und Klavier,
Mitw.: Trude Schöne=Knüpfel (Sopran), Liſa Wechſler (Alt), Rob.
Brüll (Tenor), O. K. Zinner (Baß), K. Schöne (Klavier). o Anſchl.:
Berlin: Preſſenachrichten. O Danach: Tanzmuſik. Kapelle M. Weber.
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Wetterbericht.
Das nordveſtliche Druchfallgebiet hat ſich weiter vertieft und meh
ſüdlich ausgebreitet. Sein barometriſches Minimum mit unter 73
Millimeter Luftdruck lag heute morgen über dem Nordmeer. Infolge
deſſen fand eine weitere Zufuhr pzeaniſcher Luſtmaſſen ſtatt, die fal
ganz Deutſchland mildes, wolkiges und regneriſches Wetter brachten
Weitere Zufuhr maritimer Luft, die mehr nördlichen Urſprungs iſt
führt wieder zu friſcherem Wetter, wobei aber der Witterungscharakte
veränderlich bleibt und noch Niederſchläge in Schauern auftreten.
Ausſichten für Samstag, den 20. Oktober: Unbeſtändiges, werhſeln
wolkiges Wetter, mit mehrfachen Regenſchauern, friſcher, um Weſ
drehende Winde.
Ausſichten für Sonntag, den 21 Oktober: Noch kein
Wetter.
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Einrich.
uſtſpiel in
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g; ein
W. F5r
mam: K
Bautt
Börſe und Geldmarkt.
Auch die hinter uns liegende Woche brachte keine Aenderung der
bisher ſchon luſtloſen und matten Tendenz. Die Intereſſeloſigkeit des
Publikums hat eher noch zugenonymen, und da auch das Ausland ſich
mehr Reſerve auferlegte, war die Börſe weiter geneigt, ſich von
ungünſti=
gen Momenten beeinfluſſen zu laſſen. Obwohl ſich am Ende der
Vor=
woiße ein verhältnismäßig großes Dekuvert ergab, war nur
vorüber=
gehende Erholung feſtzuſtellen, und trotz der Sonderbewegungen einiger
Spezialwerte, die aber auch per Saldo leine Kursbeſſerungen
durch=
zuſetzen vermochten, hielt die Abgabeneigung an. Beſtimmend hierfür
war in erſter Linie die andauernde Anſpannung am Geldmarkt, die
zu=
nächſt als vorübergehende Folgeerſcheinung der Steuervorauszahlungen
am 10. d. M. angeſehen wurde, jedoch weiter anhielt und ſich infolge
der um die Monatsmitte fälligen Zahlungsterunne der Wirtſchaft noch
verſtärkte. Hinzu kamen die zum offenen Ausbruch gelangten
Lohn=
ſtreitigkeiten in der weitfäliſchen Eiſen= und ſpäter auch in der
Textil=
nnduſtrie. Ob die inzwiſchen eingeſetzten Schlichtungsverſuche zum Erfolg
führen werden, erſcheint fraglich. Härter als die Eiſeninduſtrie, die
noch einen verhältnismäßig befriedigenden Abſatz zu verzeichnen hat,
wird der Hohlenbergbau betroffen, deſſen rhnehin ſchon unbefriedigende
Lage durch die vom Staat ſubventionierte engliſche Konkurrenz ſchon
eine Verſchärfung erfahren hatte. Die Textilinduſtrie dürfte ebenfalls
ſtark gebroffen werden, da auch hier der Abſatz zu Klagen Anlaß gibt.
Auch die Ereigniſſe in der Automobilinduſtrie wurden viel erörtert und
trügen nicht gerade zu einer Beſſerung der an und für ſich ſchon
gedrück=
ten Stimmung bei. Nachdem die Beunruhigung durch die Vorgänge
bei der N.S.U.= und Daimler=Geſellſchaft kaum verklungen war, trat
durch die Aufſichtsratserklärung der N. A. G., wonach die Expanſion nict
nur einen Dividendenausfall, ſondern wahrſcheinlich auh einen
Verluſt=
abſchluß zur Folge haben werde, naturgemäß eine neuerliche Störung
ein. Dieſe Einſtellung der Börſe benutzte die Briſſepartei zu mitunter
echt energiſchen Vorſtößen. Charakteriſtiſch für die augenblickliche
Situation iſt der Umſtand, daß gerade am Faubenmarkt die Baiſſevorſtöße
zeitweiſe weitgehendſten Erfolg hatten, obwohl das cm Ende der
Vor=
woche veröffentlichte Verwaltungscommunigué über einen durchaus
be=
friedigenden Geſchäftsgang berichtete. Die umfangreichen Abgaben
eines großen Privatbankhauſes wurden als weiteres Baiſſaargument
ins Feld geführt und durchaus fragwvürdig mit Differenzen zwiſchen den
Inhabern dieſes Hauſes begründet, ein Gerücht, das auch ſofort ein
ſcharfes Dementi fand. Erſt gegen Ende der Berichtswoche konate
ſich die Tendenz auf Interventionen der Großbanken und ſich daraus
ergebende ſtärkere Deckungskäufe der Spekulation wieder etwas
freund=
licher geſtalten. Der Montamnarkt wurde neben den bereits behandelten
Motiven beſonders verſtimmt durch die ſich ſortſetzenden Autacken auf
Die Harpener Aktien. Eine Ausnahme von der allgemeinen Depreſſion
bil=
dete der Elektromaukt. Die Hauptanregung hierfür gaben neben den ſich
fortſetzenden Auslandskäufen, namentlich von Schweizer Seite, die Reiſe
Des Generaldirektors der Gesfürel A. G., Oliven, nach Paris zwecks
Ver=
handlungen über den Zuſammenſchluß in der Elektroinduſtrie unter
Mitwirkung der Sofina einerſeits und der Gesfürel und einiger
deut=
ſcher Bauken andererſeits. Verhältnismäßig ſtabil blieb der
Banken=
markt. Eine gewiſſe Anregung bot der Beſchluß der Geſchäftsinhaber
der Berliner Handelsgeſellſchaft in Verbmdung mit der Freigabe eines
Teiles ihres bisher in Amerika feſtgehaltenen Eigentums. Eine
beſon=
dere Kursbewegung konnte ſich jedoch nicht mehr entwickeln, da die
Börſe hier bereits eskomptiert hat. Trotz der weiter günſtig lautenden
Abſatzberichte in der Kaliinduſtrie und der ſchon öfters geſtreiften
Vor=
gänge lagen die Aktien dieſes Marktes faſt während der ganzen
Berichts=
wohe ſchwach. Der Einheitsmarkb verlief infolge der Nichtbeteiligung
des Publikums luſtlos und matt bei überwiegenden Kursrückgängen.
Am hieſigen Geldmaukt haben die Einkommenſteuerzahlungen eine
Anſpannung hervorgerufen, die zunächſt als vorübergehend angeſehen
wurde, aber wider Erwarten anhielt, was wohl mit darauf
zurückzu=
führen iſt, daß die Reichsbank die eingegangenen Steuergelder auffallend
langſam an die Finanzverwaltungen der einzelnen Länder überweiſt.
Verſchärft wurde dieſe Geldknappheit durch vereinzelte Zurückziehung
kurzfriſtiger Auslandsgelder. Zur vorſichtigen Beurteilung trug ferner
Die Situation am engliſchen Geldmarkt bei und die eingetretene
Verſtei=
fung des Londoner Privatdiskonts. Allerhings hält man entgegen den
immer wieder geäußerten Beflirchtungen eine Diskonterhöhung der
Bank von England für nicht wahrſcheinlich. Immerhin erfuhr die
Nach=
frage nach Tagesgeld in den lotzten Tagen eher eine Verſtärkung. Der
Satz erhöhte ſi.h auf 7—8½ Prozent. Für Monatsgeld beſtand weniger
Intereſſe, der Satz blieb mit 8—9 Prozenr unverändert. Am
Diskonten=
markt hatte das Wechſelangebot weiter zugenommen, ſo daß eine
Er=
höhung des Satzes um ½ Prozent für beide Sichten erfolgte. Hinſicht=
Tich der weiteren Beurteilung iſt man nicht ungünſtig geſtimmt, da man
für den Ultimo mit keinem ſehr erheblichen Geldbedarf rechnet und zu=
Dem der Medioausweis der Reichsbank, eine recht befriedigende
Ent=
laſtung zeigt. Beierkensweit iſt, daß gerade ſehr viel Wechſelkredite
an die Reichsbank zurückgezahlt wurden, und daß gleichzeitig von der
öffentlichen Hand aus den Steuereingängen bedeutende Einzahlungen
auf Reichsbankgi=dkonto gemacht wurden, die dem Markt fehlten.
Wiriſchaftliche Rundſchau.
Die deutſche Kupferproduktion. Der Geſamtausſchuß zur Wahrung
der Intereſſen der deutſchen Metallwirtſchaft hat nunmehr auch die
monatliche Veröffentlichung deutſcher Kupferproduktionsziffern
aufge=
nommen. Dieſe Veröffentlichungen ſtützen ſich auf die Berechnungen
des ſtatiſtiſchen Büros der Metallgeſellſchaft und beziehen ſich auf die
deutſche Kupferhüttenerzeugung und die Raffinade=Kupfererzeugung.
Nach den in der „Metallwirtſchaft” veröffentlichten Zuſammenſtellungen
wurden in den erſten acht Monaten des laufenden Jahres 32 745
Ton=
nen Rohkupfer aus Erzen und Konzentraten in Deutſchland gewonnen
oder im Monatsdurchſchnitt 4039 Tonnen gegen 4409 Tonnen im
Mo=
natsdurchſchnitt 1927. Die Kupferraffinadeproduktion betrug in den
erſten acht Monaten 1928 65 781 Tonnen, im Monatsdurſchnitt 8223
gegen 8717 Tonnen im Monatsdurchſchnitt 1927.
Motorenfabrik Oberurſel A.=G., Oberurſel. Wie wir zuverläſſig
erfahren, iſt das Geſchäftsjahr 1927/28 bei ſehr guter Beſchäftigung des
Unternehmens auch finanziell günſtig verlaufen. Es iſt mit mindeſtens
der Vorjahresdividende von 6 Prozent zu rechnen. Eine Dividenden=
Erhöhung auf 7 Prozent dürfte, obwohl ſie durchaus möglich iſt, noch
nicht feſtſtehen angeſichts deſſen, daß die beiden übrigen
Konzerngeſell=
ſchaften, Humboldt und Deutz, wie ſchon angekündigt, wiederum
dividen=
denlos bleiben. Eine Entſcheidung wird erſt in den
Aufſichtsrats=
ſitzungen zum Ende dieſes Monats fallen. Auch im laufenden
Geſchäfts=
jahre hat ſich die Motorenfabrik Oberurſel A.=G. weiter günſtig
ent=
wickelt.
Elektrizitäts A.=G. vorm. Laymeyer u. Co., Frankfurt a. M. In
Der Generalverſammlung, in welcher 8 Artionäre 14,62 Mill. RM.
Stammaktien von insgeſamt 18 Mill. RM. Stammaktien vertraten,
wurde, wie üblich, ohne jegliche Erörterung und ergänzende
Ausfüh=
rungen ſeitens der Verwaltung der Abſchluß für 1927/28 mit wieder
10 Prozent Dividende auf die Stammaktien genehmigt. Für das
ver=
ſtorbene Aufſichtsratsmitglied Dr. Felix Deutſch=Berlin wurde keine
Erſatzwahl vorgenommen. Der D.H.D. erfährt privatim, daß die im
Juli 1928 unter Beteiligung von Lahmeyer gegründete Finanzierungs=
Geſellſchaft für elektriſche Unternehmungen in Amſterdam ihren
Auf=
ſichtsrat noch nicht gebildet hat, da maßgebende Herren von
Auslands=
reiſen noch nicht zurück ſeien. Die Geſellſchaft ſelbſt hat ihre Tätigkeit
noch nicht aufgenommen, doch ſind Vorarbeiten ſeitens der Lahmeher=
Geſellſchaft für verſchiedene größere Objekte im Gang, deren Finan=
Zierung durch die Amſterdamer Finanzierungs=Geſellſchaft erfolgen wird.
Produktenberichte.
Wormſer Produktenbericht vom 19. Oktober. Im allgemeinen war
die Tendenz ruhig. Es notierten: Weizen 23.75—24, Roggen 23, Gerſte
(rheinheſſiſche) 25.75—26.5, Gerſte (Ried) 26, Gerſte (pfälziſche) 27,
Gerſte=Ausſtich 27.25—27.75, Braugerſte 20—21, Hafer 20.5—23,
Weizen=
mehl (Baſis Null) 34.5, Roggenmehl 60proz. 33—33.5,
Weizenfutter=
mehl und Nachmehl 16.75—20.5, Roggenfuttermehl und Nachmehl 16.5—
22, Roggenkleie 15—15.5, grobe Weizenſchalen 14.75—15, feine Weizenkleie
14.25, getrocknete Biertreber 19.5—2, Malzkeime 18.5—19, Maisſchrot
21, Heu 7.5—10, Stroh 2—4.5, Kartoffeln 7—8 Reichsmark.
Frankfurter Produktenbericht vom 19. Oktober. Die Frankfurter
Getreidebörſe lag ruhig. Die Preiſe waren unverändert. Es
notier=
ten je 100 Kilogramm: Weizen 23.60—23.75, Roggen 22.75—23,
Som=
mergerſte 25.50—23, Hafer 23.25—23.50, Mais 21.50—21.75, Weizenmehl
34—34.50, Roggenmehl 30.50—31.50, Weizenkleie 14.25, Roggenkleie 14.75.
Samstag, den 20. Oktober
A. E. 6
Augsb.=Nürnb. Maſch. / 97 75
Baſalt ......
Bergmann. . .
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. • Briketts /178.75
Bremer Wolle.
Tanatbank. .
Deutſche Bank..
Distontogeſ.
Dresdner Bank. . . . .
Deutſche Maſchinen.
Deutſche Erdöl .."
Deutſche Petroleum.
Tynamit Nobel ...."
Elektr. Lieferung
Geſſent. Berg
G. f. elektr. Untern. . .
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch
Hapag .."
Harpner.
..
Helſingfors ..
Vien .."
Prag .....
Budapeſt..
Sofia ....... / 3.027
Solland ...
Lslo ....
nopenhagen .A111.87
Stockholm .. .
London ...."
Buenos Aires
Neu=York ..
Belgien .."
/18. 10
1131.—
Hirſch Kupfer.
Höſch Eiſen .....
Hohenlohe Werke.
Kahla Porzellan ..
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth .
Weſteregeln
Lindes Eismaſch.
Loewe & Co..
ſingel Schuh.
esmann Röh
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rdd. Lloyd
enſtein
lyphon
Rütgerswerke
Sachſenwerke
Siemens Gla=
Ver. Glanzſtof
er. Stahlwerke
Volkſtedter Porzel
Wanderer Werke
Wiſſner Metall. .
Wittener Gußſtahl
1123.5
63 —
H127.5
1281.—
1470.5
2333.—
172.25
1250.25
32.—
124.—
159.121
147.5
110.—
485.—
1100.5
1.38.—
142.—
550.5
93.—
65.—
130.—
59—
19. 10
133.—
130.—
62.—
128.5
283. —
474 75
284.5
173.—
250.—
34. —
124 75
159.125
147.5
109.5
478.25
101.—
137.75
143.—
550.25
94.
64 25
1.30.—
158.5
56.—
Deviſenmarkt.
18. 1o. 19. 10. Geld Brief Geld Brief 10.555 10.57 10.55 10.57 58.21 59.03 58.93 59.05 12.429 12.44 112.424 12.448 73.10 73.24 13 10 13.24 3.033 3.027 3.033 168.10/168.4. 168.07/168.41 unt.78 112.0 11.76 111.98 112.0 11.80 112.0. 112.13/112 35 112.11112.3, 20.337 20.37 20.337 20.377 1.76‟ 1.766 1.764/ 1.768 4.1935 4. 201* 4. 1935/4.2015) 58.28 58,40 58.27 58.39 Italien ......"
Paris ......."
Schweiz .. ..
Spanien. . .
Danzig ..
Japan. .
Rio de Janeiro".
Jugoſlavien.
Portugal
Athen ..
Lonſtantinopel
Kanada. .
Uruguay.
18.
Geld
21.965=
18.37
30,715
67. 60
81.31
1.924
3.50 2
7.3 72
18,83
5.425
2.128
4.192
4.256
10.
Brie
2.00
6.41
80 .875
6 7.74
81.4
1.928
0.504
7.386
18.87
5.4 35
2.132
4.200
4.26 4
19. 10.
Geld /Brief
21.975 22.015
16.375/16.415
80.70 80.86
67.7767 91
81.32
1.934
1.501
7.368
18.88
5.425
2.129
1.1925
4.256
81. 48
1.938
0.503
7.382
18.92
5.435
2.133
4.2005
4.264
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 19. Oktober.
Nachdem an der geſtrigen Abendbörſe im Zuſammenhang mit dem
lebhafteren Indereſſe der Elektrowerte die Stimmung etwas
freund=
licher getvorden war, machte ſich zum heutigen Beginn wieder die alte
Luſtloſigkeit und Zurückhaltung bemerkbar. Das private Publikum
ver=
hielt ſich weiter vollkommen reſerviert, und auch das Ausband
betei=
ligte ſich kaum am Geſchäft, ſo daß die Umſätze wieder recht gering
waren. Auch heute vermochte die anhaltende Hauſſe in New York und
die dortige weitere Entſpannung des Geldmarktes die Börſe nicht aus
ihrer Lethargie zu reißen. Andererſeits wurde die herrſchende
Zurück=
haltung eher noch verſtärkt durch den Wirtſchaftsbericht der
Diskonto=
geſellſchaft, der ſich mit dem weiteren Konjunkturrückgang befaßt. Bei
wieder nicht einheitlicher Kursentwickalung ſtanden die meiſten
Markt=
gebiete unter erneutem Kursdruck. Einiges Intereſſe erhielt ſich für die
an den internationalen Pläuen beteiligten Elektrowerte, von denen
Chadeaktien und Lihr u. Kraft weiter geringfügig anzogen, während
Gesfürel behauptet blieben.
Im Verlaufe ſtagnierte das Geſchäft, faſt vollkommen.
Verſchiedent=
lich bröckelten die Kurſe etwas ab. So verloren J. G. Farben ½
Pro=
zeni, Gelſenkirchen minns 1 Prozent, Licht u. Kraft blieben auch jetzt
gut behauptet. Am Geldmarkt machte die Erleichterung Fortſchritte.
Tagegeld 61 Prozent. Am Debiſenmarkt nannte man Mark gegen
Dollar 4,1979, gegen Pfunde 20,359, London-Kabel 4,8502½, Paris
124,20, Mailand 92,59, Madrid 30,00 und Holland 12,09¾.
An der Abendbörſe herrſchte wieder große Geſchäftsſtille bei
weiter=
hin faſt vollkommener Orderloſigkeit. Im Zuſammenhang mit den
wei=
ter feſten New Yorker Anfangskurſen war die Grundſtimmung nicht
unfreundlich und die Kurſe blieben gegen den Berliner Schlußkurs
meiſt gut behauptet. J. G. Farben konnten leiht anziehen; ferner lagen
Karſtadt 1 Prozent feſter. Für Elektrowerte ließ das Intereſſe ſtark
nach, Gesfürel waren eher angeboten und 1½ Prozent ſchwächer. Sonſt
waren kaum nennenserte Kursveränderungen feſtzuſtellen. Im
Frei=
verkehr nannte man Krügershall mit 246—248 Prozent und
Kali=
induſtrie mit 214—215 Prozent. Am Ren”enmarkt waren Türken bei
anziehenden Kurſen etwas gefragt. Abl.=Schuld 14,70, Commerzbank
187. Danatbank 291, Dresdener Bank 169,5, Reichsbank 301,
Gelſen=
kirchen 124, Haspener 138,25, Aſchersleben 2833, Weſteregeln 285,
Mannes=
mann 125½ Mansfeld 113,5, Phönix 92,5, Rheiniſche Braunkohlen
276,5, Rheinſtahl 137 Adlerwerke 109, A.E.G. 184, Bergmann 206,5,
Chade 526, Scheideanſtalt 212, Deurſche Linoleum 382,5, Licht u. Kraft
240,5, J. G. Farben 254,25, Gesfürel 274,5, Goldſchmidt 100, Karſtadt
239,5, Rütgerswerke 101, Zellſtoff Aſchaffenburg 207,5, Nordd. Lloyd 14778.
Berlin, 19. Oktober.
Auch heute enttäuſchte nach der feſten Tendenz des vorbörslichen
Freiverkehrs der offizielle Börſenbeginn. Die Börſe eröffnete knapp
be=
haupret bei wieder nur ganz minimalen Umſätzen. Nach Feſtſetzung der
erſten Kurſe ſchwächte ſich die Tendenz auf weitere Poſitionslöſungen
wieder leicht ab. Nach einer vorübergehenden leichten Befeſtigung im
weiteren Verlauf der Vörſe, insbeſondere auf Nachrichten über eine
Re=
viſion des Dawesplanes, trat ſpäter bei einer allgemeinen Stagnation
eine weitere Abſchhrüchung ein. Ausgehend von dem Chade= und
Ges=
fürelmarkt, an dem umfangreiche Käufe, dem Vernehmen nach für
bel=
giſche und engliſche Rechnung, getätgt wurden, trat gegen Schluß des
offiziellen Verkehrs eine kräftige Erholung ein. Geſtäukt wurde dieſe
freundliche Tendenz auch durch Meldungen von der feſten Haltung der
Elektrowerte an den weſtlichen Börſenplätzen. Die Börſe ſchloß feſt,
wenn auch die Schlußkurſe die Anfangsnotizen nicht immer erreichten.
Nachbörslich hörte man für Glektrowerte und für Kaliaktien etwas
feſtere Kurſe.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 19. Okt. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die Notierungen gingen auch heute im Preiſe etwas
zu=
rück, da die Wetterberichte und =prognoſen und neue Abgaben per März
und Dezember verſtimmten. Später trat eine Erholung ein auf Käufe
des Nordoſtens. Der Schluß war erneut abgeſchwächt.
Mais: Die Kursgeſtaltung war unregelmäßig. Neben den
Wetter=
berichten verſtimmten Liquidationen. Andererſeits ſtimulierten der
Schluß des Liverpooler Marktes und die Kabel aus Buenos Aires.
Noggen: Hier zogen die Preiſe teilweiſe an. Auf die kleine
Export=
nachfrage und größeres Provinzangebot gaben die Termine zunächſt
etwas nach, konnten ſich aber dann erholen auf Käufe der Küſtenfirmen.
Hafer: Anfangs wurden einige Abgaben beobachtet, doch war der
weitere Verlauf erholt.
* New York, 19. Okt. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Anfangs ſtand der Markt unter dem Eindruck von
Liqui=
dationen und erhöhten Abgaben europäiſcher und braſilianiſcher
Fir=
men. Gegen Schluß erfolgten teilweiſe Deckungskäufe.
Zucker: Die Termine erfuhren einen Rückgang von 3—7 Punkten
auf Liquidationen und europäiſche Abgaben bei größerem Angebot und
andererſeits der Handel Zurückhaltung zeigte.
Baumwolle: Der Markt verlief in leicht abgeſchwächter Haltung.
Anfangs gaben die Kurſe nach, konnten ſich dann auf Froſtprognoſen
für Texas und Oklahoma erholen. Die Erholung wich aber wieder auf
Sicherungsverkäufe und Liquidationen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 19. Okt.:
Getreide. Weizen: Dez. 11434, März 119½, Mai 122½;
Mais: Dez. 82½, März 83½, Mai 86; Hafer: Dez. 43½, März
44½, Mai 45: Roggen: Dez. 100½, März 103½4, Mai 106½.
Fette. Schmalz: Okt. 11,40, Nov. 11,42½, Dez. 11,55; Jan.
1929: 11,90.
Fleiſch. Rippen: Okt. 12,75, Dez. 12,10; Speck, loko 14,00;
leichte, und ſchwere Schweine 900—9,75; Schweinezufuhren:
Chicago 20 000, im Weſten 65 000.
Baumwolle: Oktober 19/03, Dezember 19,09.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 19. Okt.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 159¾, Hartwinter 128781
Mais, neu angek. Ernte 95½; Mehl, ſpring wheat clears 5,85
bis 6,25; Fracht: nach England 2,0—2,6 Schilling, nach dem
Kontinent 12—14 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,10; Talg, extra, loſe 9½.
Kakao. Tendenz: ſtramm; Umſatz in Lots: 174: Loko: 102;
Oktober 10,35, November 10,55, Dezember 10,74, Januar 1929:
10,89, Februar 10,92, März 10,95, April 11,00, Mai 11,08,
Juni —, Juli 11,17.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In der geſtrigen Sitzung des Reichsrates wurde den
Schatzanwei=
ſungen der Stadt Frankfurt a. M., des Bezirksverbandes Kaſſel und
des Bezirksverbandes Wiesbaden Mündelſicherheit verliehen.
Die 80. Mucrena Rauchwaren=Auktion findet am 24. und 25.
Okto=
ber ſtatt.
Gegenüber der Vorwoche iſt in der Pirmaſenſer Schuhinduſtrie eine
weitere Verſchlechterung eingetreten. Die Arbeitsloſenziffer beträgt im
Bezirk augenblicklich 10 160. Dieſe erſchreckende Ziffer wird in den
nächſten Tagen noch eine Vergrößerung erfahren, da von verſchiedenen
Fabriken weitere Entlaſſungen angekündigt wurden.
Die Verhandlungen der Niederſchleſiſchen Bergbau=Aktiengeſellſchaft
mit Reich und Staat über Gewährung eines Kredites zum Ausbau der
Werke ſind zum Abſchluß gekommen. Die Höhe des Kredits beträgt
11 Mill. RM. Die Träger des Kredits ſind die Reichskreditgeſellſchaft
und die Preußiſche Staatsbank je zur Hälfte,
Unter Beteiligung der Sofina, führender deutſcher und
internatio=
naler Banken ſowie einer großen Zahl internationaler
Elektrizitäts=
unternehmungen, darunter u. a. die Geſellſchaft für elektriſche
Unter=
nehmungen in Berlin, wurde mit dem Sitz in Brüſſel mit 100 Mill.
Frs. Kapital der „Truſt Financier de Transports et d’Entrepriſes
In=
duſtrielles” gegründet.
Wie die „Saarbrückener Zeitung” erfährt, hat die Stadt
Saar=
brücken unter Mitwirkung der Saar=Handelsbank Saarbrücken und der
Bank Dreyfus u. Co., Berlin, vorbehaltlich der Zuſtimmung der
Regie=
rungskommiſſion eine ſechsprozentige Anleihe in Höhe von 1 Million
Pfund aufgenommen. Die Anleihe iſt rückzahlbar in 25 Jahren. Ihre
Laufzeit beginnt am 1. Oktober.
Die Compagnie Francaiſe des Chemins de fer de Paris 4 Orléans
hat in Newcaſtle 140 000 Tonnen Durham=Kohle, lieferbar 1929, beſtellt.
Wie gemeldet wird, hat die Bank von England ihren Diskontſatz
nicht verändert.
Die polniſche Handelsbilanz hat im Monat September mit einem
Paſſivum von 6844 Mill. Zloty abgeſchloſſen, das ſind rund 6 Mill.
mehr als im Auguſt. Die Statiſtik weiſt eine Einfuhr von 473 014
Ton=
nen im Werte von 272 783 000 Zloty und eine Ausfuhr von 1 753 888
Tonnen im Werte von 204 343 000 Zloty auf.
Wie aus Charkow gemeldet wird, iſt die Anlegung von 11 nenen
Kohlengruben im Donezgebiet beendet worden, die es ermöglichen, die
Jahresförderung um 8 300 000 Tonnen zu ſteigern.
Von der bevorſtehenden bulgariſchen 5=Mill.=Lſtr.=Anleihe werden
1 Mill. Lſtr. für den franzöſiſchen Markt reſerviert. Italien erhält
ebenfalls 1 Mill., während der Reſt in Amerika und London
unter=
gebracht wird. Die Auflegung iſt für Anfang Növember zu erwarten.
Allokarbane, Hommänoitgefeafchaft
Frankfurter Kursbericht vom 19. Oktober 1928.
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 192
6‟ Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ......
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7%
ThüringerFrei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe. . . .
80 Bad.=Bad. v. 26
60 Berlin v. 24...
8‟ Darmſtadt v. 26
70 Frkf. a. M. v. 26
7% Mainz v. 26..
80 Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 2
8% Berl. Hhp.;Bk.
8% Frkf. Hyp.Bk..
Pfbr.,
8% Heſſ.Landesbk.
7
88 Kom.
Landes=
bank Darmſtadt.
% Mein. Hyp. Bk
Pfälz. Hyp. B
8%0 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
87.25
77
79.25
83.75
50.8
14.6
6.25
87.25
A.
33.5
A
97.5
97.5
96.75
89
88
93.8
85.5
81.5
98
94.5
97
O Rhein. Hhp.=Bk
O Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit... ..
80 Südd. Bod.=
Cred.=Bank".
8% Württ. Hyp.=B
Dr. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser.
+ „ Ser,II
3% Daimler Benz
von 27....
8% Klöckner=Werke
Berlin v. 26..
O Mainkrw. v. 26
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtcHäffner
von 26 ......"
6% Bosn. L. E. B.
v. 1914 ......"
4:/.% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
4% Oſt. Goldrente
4:/.% Rum. Gold
von 1918
40 Türk. Admin.
4% „ 1.Badgad
40.
Zollanl.
% 1913 Ungarn
1,% 1914
4% Ung. Goldr.
Aktien.
Allg. Dt Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
omm. u. Privatb.
9n.75
97.5
98
94.5
Au
69
75
92.5
85.25
84.5
92
43
9.75
12.15
26.4
135.75
295
86.75
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...
„Eff.=u.
Wechſel=
bank
..
Vereinsbank
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank. . . . .
„ Hhp.=Bk. .....
„ Pfdbr.=Bk. . ...
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank.
Metallbank. .
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Bank.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbk. . .
„ Hyp.=Bank..."
Südd. Bod.=Cr. Bk
Wiener Bankverein
I.-G. f. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge. ...
Hapag ........."
Nordd. Lloyd ..."
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Accum. Berlin. . .
Adlerw. (v. Kleher)
6% AEG. Vorzug
ASG. Stamm..
Baſt Nürnberg ..."
Bergm. El. Werke
BrownBroverickCie
Brüning & Sohn,
289
167.5
127
101
163
168.5
115
148.25
154
133
136.5
203.5
160
34.5
159.5
00
125
199.5
15.25
76
165
91.75
151.5
146.75
122
109
881
85.5
182.75
236.5
208
154
126.5
Buderus Eiſen ...!
Holzverk.=Induſtriel
Cement Heidelberg
Karlſtadt
Chem. Werke Albert
„ Fabrik Milch
Daimler=Benz ... .! 82
Dt. Atl.=Telegr.
„ Eiſenh. Berlin. 75.5
.
„Erdöl
Gold=u. Silb.=Anſtalt. 211.75
Linoleumwerk
Eichbaum, Brauer.
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer.=Geſ./174.75
Eſchw. Bergwerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnereil225
Faber, Joh., Bleiſt./ 38.5
J. G. Farbenindſtr. 1252‟
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter). 85.5
Frkft. Gas .. . . . . . 145
„ Hof ......"
Geiling E Cie. ..
Gelſenk. Bergwerl
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen . . /274
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bülfinger. 1170
Hafenmühle Frkſt. 1139
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.ſ.
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen 77.5
Holzmann, Phil. .
136
172
83
140
136.5
381.5
237
210
40
92.5
122
99.25
122.25
137
185
91
107
134
134.5
Ilſe Bergb. Stamm
„Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Aſchersleben
„ Salzdetfurth.
„ Weſteregeln".
Kammgarnſpinn
Karſtadt, R.. . . . . .
Klein, Schanzl. . .
Klöcknerwerke
Kraftw. Alt=Württ. 89
Lahmeher & Co..
Lech, Augsburg ..
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt. 117
Mainz. Akt.=Br.. . . 1267
Mannesm. Röhren /123‟
Mansfeld. Bergb.. 1113
Mars=Werke ..
Metallgeſ. Frankft. 183.5
Miag. Mühlenbau. /137.5
Motorenfb. Darmſt.
248
112
89.2
4276.5
284.5
237
106
173.5
112
314
0
20
Neckarſ. Fahrzeug..
Nicolay, Hofbr. . .
Oberbedarf
Oſterr. AlpineMon.
Otavi Minen.
Beters Union Frke
Phönix Bergbau
Reiniger, Gebb..
Rh. Braunkohlen
„ Elektr. Stamm
Stahlwerke.
Riebeck Montan.
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke .... !
30/,
160
14.5
53.5
107.5
91.5
154.5
136
125.5
00.1.
„Ke
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel".
Schuckert Elektr.. .
Schwarz Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Strohſtoff. Ver...
Tellus Bergbau.
Thür. Lief.=Geſ.
Tucher=Brauerei..
unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ.
Veithwerke
Ver. f. Chem. Ind
Gummifabrik
Berlin=Frankf
Laurahütte ..
„ Stahlwerke.
„ Ultramarin . . 154.75
Zellſt. Berlin. 142
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeſfner. 1215
J6
328
126
113
178
95.5
1 53
279
118.5
106.5
64
105.5
89.5
Wahß & Frehtag
Wegelin Rußfabr.
Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſchaffbg. 207
Memel. . . . . .
Waldhof ....!"
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ..
Frkft. Alllg. Verſ.=C
Frankona Rück= u.
Mitv. ..... . . .
Mannh. Verſich. ..
94
132.75
153.5
139
285
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147
Taumglladie Aoaz.
Damen=Schirme teteiig mit Rundhaten TT.2.00
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Tterren=Schirme Futteral.
.
Kb
Orpheum
Dle Schllerseer
Rünsterser
mit Kaver Terofal
Der beispiellose Lacherfolg:
Ein Ausschnitt aus dem
Tagebuch des Schaiblingen
Sittlichkeitvereins:
din
Zoorſibigen
Dieses Stück bleibt nur noch bis
Sonntag auf dem Spielplan.
Volkspreise von 0.80 an.
Karten: Verkehrsbüro, de Waal,
Rheinstraße 14.
(16835
Sonntag, 21. Okt., ½4 Uhr
nachmittags
Volks- und Fremden-Vorstellung
zu ermäß. Preisen v. 0.60 an
Anfang abends 8½ Uhr
OOD
9 Alexander=
Belkee
ſtraße 12
Samstag u. Sonntag: Große
Unterhaltungskonze
mit Tanzeinlagen.
GuterMittag=u. Abendtiſch v. 90Pfg. ab
Bayeriſches, dunkel . . Glas 25 Pfg.
Wiener Export, hell. . „ 25 Pfg.
O Pilſener, hell . . . . .
40 Pfg.
Nächſten
Schöne S
Mitwoch Preistanzen preiſe.
o Höflichſt ladet ein deorg Hartl.
227489
Ser ee c oe
R
Stadt Nürnberg gaſſe3s
Samstag und Sonntag (27477
Stimmungsmuſik 6
Gute Küche. — Reine Weine.
Rummelbier im Ausſchank.
Tac
ssctttte
Kda
zunununununtntununtntuntnaf
Verein der Württemberger
Darmstadt —
Sonntag, den 21. Oktober
Herbstkest
Im Saale des Rummelbräu
Humoristische Darbietungen, Theater u a. „„Ag’störte
Metzelsupp” oder ,„s Peters Hoimkehr us dr Fremde‟,
schwäbischer Schwank in einem Aufzug, ( 26860gs
Landsleute und Gönner des Vereins sind höflichst
eingeladen.
Der Vorstand.
Nach Schluß des Theaters Tanz. Anfang 4 Uhr
utuettututtututtutuftututuftutututufttututteutftftutfutiflf
Einladung zur öffentlichen
Feierstunde
aus Anlaß des 70. Geburtages J M. der hochseligen
Kaiserin Auguste Viktoria
am Sonntag, den 21. Oktober
5 Uhrnachmittags im Saale der Vereinigten
Gesell-
schaft, Ecke Neckar- und Rheinstr.
Prolog, Gedenkrede, Doppelquartett des Reichbundes
ehemaliger Militärmusiker,
Eintritt 0.50 Mk. (Schüler und
Schdlerinnen auf Stehplatz frei, soweit der Platz reicht),
Vorverkauf beit
16440 a
Frau Dora Goebel,
Konfitürenge-
schäft, Wilhelminenstraße, Johs. Waitz, Buchhandlg.
Elisa-
bethenstr., Karl Köhler, (Carius). Buchhandlg. Schulstraße,
Ph. Leuthner, Papierhandlung, Ernst-Ludwigs-Platz.
Die vaterländischen Verbände von Darmstadt.
Restaurant Bender
Abteilung Bauernschänke und
IMf Frühstücksstube Iüfknf
(Von morgens 9 Uhr ab Frühstück)
Spezialität: Mastochsenfleisch auf Orig.-Holzteller
(Von abends 8 Uhr ab)
Täglich Künstler-Konzert bei freiem Eintritt
ohne Aufschlag — Separater Eingang.
Schlachtkest
Riesenschlachtplatten 27525
Zum Heokartor
Heidelberger=, Ecke Riedeſelſtraße
Samstag und Sonntag
KONZERT
Zun
trine
Pankratinsſtraße 71
Rheingauer Weinstube
Tel. 2474 Inh.: H. Moog Lulsenplatz 1
Ab heute Samstag, 20. bis Sonntag, 28.
Oktober, zur Weinlese
Rheinisches Winzerfest
Orlginal Winzerkapelle in Dress
jeweils ab 7½ Uhr abends.
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Nummer 292
Samstag, den 20. Oktober 1928
Geite 15
Houn und ihen Srnian.
14)
Roman von Walter Weilshaeuſer.
Nachdruck verboten
Frau Riesland hatte für dieſen Nachmittag den Kaffeetiſch
mit überwältigender Pracht gedeckt.
Da ſtand das dicke, farbenſprühende Feſttagsſervice, mit den
herrlichen roten Röschen, — die ausſahen wie kleine rohe
Beef=
ſteaks in Peterſilie, — und dem breiten goldenen Rand oben
rundum an Taſſen und Tellern. Eine köſtliche blaue Tiſchdecke
nit weißen Franſen breitete ſich aus. Die ſtark verſilberten
Al=
paccalöffel und =meſſerchen blinkten wie echte, und der große,
ſelbſtgebackene Napfkuchen mit ſeiner ſüß duftenden, von
Puder=
jucker überſchneiten Rieſengröße ſchien unüberwindlich,
wenig=
ſtens auf den erſten Blick.
Der Kaffee roch kräftig in Stube und Flur.
Da traten auch ſchon Fiſchers ein, „Vater, Mutter und
Tochter.
Der Kaufmann, ſein gelbliches Bocksgeſicht freundlich
gefäl=
telt, hatte mit Rückſicht auf den Sonntag den mild glänzenden
Gehrock übergezogen, zu dem in lebhaftem, nicht zu
überſehen=
den Gegenſatz eine maigrüne Krawatte ſtand, mit ſeinem in
Goldfäden ausgeſticktem Monogramm anſtelle der Schlipsnadel.
Dieſes kleine Kunſtwerk hatte ſich letzte Weihnachten das
Ba=
zettchen ausgedacht. Man mußte es ihr laſſen: es hatte Geſchmack.
Die kleine bewegliche Frau Fiſcher, der man nicht anſah, ob
ſie 30 oder 40 war, — im Vertrauen: ſie war ſchon 45, —
be=
grüßte mit der vielen Frauen eigenen, ſtets gemacht wirkenden
Herzlichkeit die Gaſtgeberin und den jungen Niesland.
Frau Riesland behielt, während ſie ohne Ende die Hände
ſnter ſprudelnden Worten geſchüttelt fühlte, ihre Ruhe und
über=
ſah, wie ein Feldherr, das Schlachtfeld, auf dem ſich ein kleiner
Kampf bald abſpielen ſollte, wenn auch ein friedlicher.
Es ging um Theos Herz.
Geſponnen war die Intrige natürlich von den Müttern.
Man beſuchte ſich ſeit einiger Zeit abwechſelnd an dem
Sonn=
tagen, um „die Kinder einander näher kommen zu laſſen”.
So ging alles hübſch in Ehren vor ſich, und Fiſcher hatte
da=
zu ja geſagt, da es ihm gleich war, wo er ſeinen Kaffee trank.
Im übrigen ging er ja doch Sonntags pünktlich um halb ſechs
ins Goldne Kreuz, nachdem er ſich ſtets, ſeinen Lieben zum
Selbſtloſtenpreis angelegentlich empfohlen hatte”, ſeine ſtändige
Redensart, ein Zeichen beſonders guter Laune, mit der er ſich,
ſchon ganz luſtig in Erwartung der Genüſſe im Kreiſe der
Freunde, dann immer ſchnell aus dem Staube machte.
Die Babett hatte ſich ganz allerliebſt herausgeputzt. Ihre von
tüchtiger Seifenwäſche wie poliert glänzenden Backen ſtrahlten
in tiefem Rot, und ihre Schaukelpferdaugen wußten ſo verliebt
zu blicken, daß einem Junggeſellen ganz warm werden mußte.
Dazu hatte ſie ein roſa Kleid angetan mit einem für Lengfeld
etwas kühnen Ausſchnitt, der den Anſatz der runden Brüſtlein
ſehen ließ, in allem Anſtand ſelbſtverſtändlich, gerade, mal bloß
ſo ein Koſthäppchen ihrer nicht dürftigen Reize.
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Dazu zeigte ſie geſellſchaftliche Formen, faſt wie ein richtiges
Fräulein. Man hatte doch nicht umſonſt ein Jahr „in Pängſion”
verbracht, — das heißt, eigentlich war man ſo eine Art beſſerer
Stütze und Küchenhilfe in Aſchaffenburg bei der Kanzleirätin
Knörpel geweſen. Aber das brauchten die Leute doch nicht zu
wiſſen.
Sie ließ das Zünglein ſpringen wie ein Eichkätzchen in der
Trommel und zeigte ſich hier und da als beleſen und gar nicht
ſo ungebildet. Sie berichtete von einer Aufführung von Kabale
und Liebe (Babett ſagte: Kabbele), die ſie in Aſchaffenburg
genoſſen hatte, von .. von ...
Ei, ei, da hatte ſie ſich feſtgerannt. Warum mußte auch die
Zunge immer dem Verſtand voraneilen? Alſo von . . . von ...
O, es war zu peinlich! Aber blamieren durfte ſie ſich nicht,
und deshalb, — ſie kannte ihre Leute, — nahm ſie raſch den erſten
beſten, den ſie zuletzt in der Zeitung geleſen hatte. Ein bißchen
ſteckend und leiſe ſagte ſie:
„... von Strauß. „Ja, von Strauß.”
Sie ſchielte ſchuldbewußt die Umſitzenden an; ob es wohl
ſtimmte!
Theo war der einzige, der etwas betroffen aufblickte. Das
hatten ſie doch in der Schule anders gehabt?. Aber er konnte ſich
nicht mehr beſinnen. Darum ließ er’s ſein.
Die beiden alten Frauen aben merkten erſt recht nichts und
ſahen nur ſtolz auf das Babettche, das ſo ſchön erzählen konnte
von berühmten Leuten und wirklich ein kluges Kind war.
Zum mindeſten war es ein ſehr geiſtesgegenwärtiges Kind,
das den Mund auf dem rechten Fleck hatte, ein Schlimmerchen,
das ihren Mann einmal ganz gehörig unter — die Fittiche
nehmen würde.
Sie ſprach noch weiter ſehr gebildet und geziert, ſo daß ſie
ihr Schnäuzchen ſicher zur Spirale gedreht hätte, wenn das
mög=
lich geweſen wäre.
Nun, Theo, willſt du noch mehr?
Was ſagſt du zu dieſer friſchen Blume, die dir die beiden
Mütter hier darbieten.
Wäre das nicht eine Frau Meiſterin, wie geſchaffen für dich?
Ergänzt ihr euch nicht glücklich an Körper und an Geiſt?
Du das männlich Straffe, Grobknochige, ſie das weiblich
Mollige, Runde?
Du geiſte langſam, ſie regſam und geſoandt?
Die Frau Riesland beſah öfter mit Altmütteraugen
behut=
ſam die erwünſczte Schwiegertochter, und ſie gefiel ihr immer
beſſer. Sie hatte breite Hüften, würde, leicht ihre Kinder zur
Welt bringen, lauter puſſelige, keine Rieslands. Und ſie fah
ſich ſchon als Großmutter, wurde auf die alten Tage noch
ein=
mal jung.
Babett nötigte Theo zum Zulangen, wenn ſie hier auch nur
zu Gaſte wuar. Aber ſie wollte ſich recht nett und beſorgt zeigen.
Nicsland beſah die Szene wie ein Unbeteiligter, obwohl er
ganz gut wußte, worum es ging.
Er kam Fiſchers freundlich entgegen, ohne ſich merken zu
laſſen, daß er das Spiel der Mütter durchſchaute, das ihn
eigent=
lich beluſtigte.
Geradezu fragte er: „Wer hat denn da den Fuß auf meinem
Schuh?”, und blickte harmlos die Mutter an.
Die ſah verlegen weg, und Babett zog ſchnell ihr Bein unter
den Stuhl.
Sie war ärgerlich. Die Blamage hätte er ihr erſparen
künnen. Fiſcher lächelte ſpitzbübiſch.
Der Regulator zeigte auf halb Sechs, und der Kaufmann,
deſſen gute Laune mit dem Vorrücken der Zeiger immer höher
geſtiegen war, erhob ſich.
Der Skat wartete. „Ich empfehle mich zum .. ."
„Ich gehe mit Ihnen, Herr Fiſcher.”
Theo erhob ſich mit dem gleichgültigſten Geſicht, als hätte er
nur als ſchlichte Randgarnierung den Tiſch geziert. Dabei wak
er doch die Hauptperſon.
Nein, ganz ſo herzenseinfältig, wie die Mutter glaubte, war
er doch nicht.
„Ich habe noch einen unaufſchiebbaren Gang.”
(Fortſetzung folgt.)
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