Eiezzelnummer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 285
Samstag, den 13. Oktober 1928.
191. Jahrgang
2 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadi 25 Reichspfg.
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breil2=Reiſchimar Anzelgen von auswärte 40 Reſchepſch.
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Rabatt weg. Bankonto Deuiſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
STof
ppeiin uber dem zean.
Bisher glatter Fahrtverlauf über dem Atlantik. — Dr. Eckener begegnet erfolgreich allen Witterungsunbilden. —
Funk=
verbindung mit Graf Sepelin”: An Bord ales wohlau.— Duchſchntisſtungengeſchwindigkeit über 400 Kilometer=.
* Mit voller Kraft
gen Amerika.
Nach vielen Stunden langen Wartens kamen
die erſten authentiſchen Nachrichten. Beinahe
12 Stunden waren vergangen, in denen es nur
eine Frage gab: „Wo ſteckt der Zeppelin?‟ Das
iſt ſchon eine Sache. Es handelt ſich hier nicht
um eine ſportliche Leiſtung, ſondern hier wird
der Anfang des Fernverkehrs mit dem Luftſchiff
gemacht. Warum das Schweigen ſo lange
währte, wird klarer. Das Lutſchiff mag
vor=
trefflich eingerichtet ſein, ſeine Apparate mögen
darauf berechnet ſein, mehr zu leiſten, als ſie
normal zu leiſten vermögen, aber die
Funk=
anlage verſagt einigermaßen. Nicht etwa, weil
ſie unbrauchbar wäre — das Allernotwendigſte
ſchafft ſie ſchon! Aber ſie beſitzt keine Rufweite,
ſie vermag ſich nicht durchzuſetzen durch die
Aetherwellen, die nach einem letzten Bericht
ge=
radezu elektriſch verſeucht ſind. Jeder, der aus
Beruf oder aus Privatvergnügen an einem
Emp=
fangsapparat ſitzt, der auch nur einigermaßen
empfänglich iſt, wird alle möglichen Landſtatio=
„nen und zahlreiche Schiffe empfangen, aber die
ſchwächeren Zeichen vom Bordapparat hört er
nicht. Das gab einige Unruhe, bis endlich am
Morgen die Empfangsmöglichkeit beſſer wurde
und eine Reihe von Meldungen durchkam, die
klar und deutlich die Poſition des Luftſchiffes
mitteilten. Herrlich muß die Reiſe ſchon ſein.
Bei Sonnenuntergang am geſtrigen Tage
befand ſich das Luftſchiff noch über Spanien.
Gegen Morgen tauchte das Kap Europas, der
Felſen Gibraltar auf. Die enge Meeresſtraße
lag unter den Füßen der Paſſagiere, von denen
aber erſt einige munter waren. Dann verließ
„Graf Zeppelin” die Küſte Europas, um nach
einem Beſuch des ſchwarzen Erdteils Amerika
zuzuſteuern. Es kamen auch bald beſſere
Wet=
ternachrichten, die ſich zudem ſchnell beſtätigten.
Die See mag endlich ruhiger geworden ſein,
und neue Freude erfaßte die Paſſagiere, als ſie
den Himmel aufklären ſahen. Das Schiff nahm
Kurs auf Madeira, der Inſel im Ozean, von
der bekanntlich auch ein recht feuriger Wein
kommt. Jetzt erreicht das Luftſchiff auch eine
größere Geſchwindigkeit, die während der Nacht
durch die ſtarken Gegenwinde manchmal auf
zirka 50 Kilometer ſtündlich herabgemindert
worden war. Volle Kraft, aber nicht die letzte
Reſerve, wird nun aus den Motoren
heraus=
geholt, und ſo erreicht das Schiff jetzt
Durch=
ſchnittsgeſchwindigkeiten von mehr als 100
Kilo=
metern die Stunde. Das ſchafft ſchon vorwärts,
da man auch den in der Nacht notwendig
ge=
wordenen Umweg aufholen möchte. Dennoch iſt
es natürlich ſchwer, ſchon jetzt zu ſagen, ob der
„Graf Zeppelin” New York am Sonntag mittag
ſchon erreicht. Nach dem jetzigen Umweg iſt mit
einem Rekordflug nicht mehr zu rechnen. Dr.
Eckener wird ſeine vorſichtige Annahme, daß
der Flug nicht mehr als 100 Stunden dauern
werde, ſicher beſtätigt erhalten. Aber ſchließlich
iſt es nicht von ſo ausſchlaggebendem Wert, ob.
das Luftſchiff einige Stunden früher oder ſpäter
empfangen wird. Daß es kommt, darüber
be=
ſteht diesſeits und jenſeits des Ozeans kein
Zweifel. Dr. Eckener führt das Luftſchiff
un=
beirrt von allen mutmaßlichen Andeutungen mit
voller Kraft gen Amerika durch die Lüfte.
Die Weiterfahrt
des „Grof Bepelin”
Nachdem „Graf Zeppelin” am Donnnerstag
gegen 8Uhr abends Barcelona überflogen hatte,
wurde das Lutfſchiff noch vor Sonnenuntergang
um 21.30 Uhr über Taragona geſichtet. Das
Luftſchiff flog in Nichtung auf die amerikaniſche
Küſte. Die Funkſtation Caſablanca nahm eine
drahtloſe Mitteilung auf, die beſagt, daß an
Bord des Luſtſchiffes alles wohl iſt. Dr.
Ecke=
ner hofft, am Freitag die Azoren zu erreichen.
Nach einer Meldung aus Madrid war es bis
Uhr morgens noch keiner der ſpaniſchen
Funk=
ſtationen gelungen, mit „Graf Zeppelin”, in
brahtloſe Verbindung zu treten. Die Station
von La Corogne, die mächtigſte in ganz
Spa=
nien, arbeitet lebhaft daran, die Verbindung
aufzunehmen. Auch alle Militärfunkſtationen
haben Maßnahmen getroffen, um dem Luftſchiff
die letzten Wettermeldungen mitzuteilen. Mel=
Ueber den Ozean. — Im Führerraum.
dungen aus Madrid beſtätigen, daß ſich das
Luſtſchiff wegen der Windverhältniſſe nur mit
einer Geſchwindigkeit von 80 Kilometern in der
Stunde fortbewegt.
Dr. Eckener nimmt Kurs
auf Madeira.
London, 12. Oktober.
Die Blätter verzeichnen einen vom engliſchen
Luftfahrtminiſterium heute vormittag gegen 248
Uhr aufgefangenen Funkſpruch des „Graf
Zep=
pelin”, aus dem freilich wiederum nicht der
genaue Standort des Schiffes erſichtlich iſt. In
engliſchen Luftfahrtkreiſen glaubt man, daß das
Schiff zweifellos Madeira anſteuern wird, da
die von dort eintreffenden Wetternachrichten
günſtig ſind, während von den Azoren
außer=
ordentlich ſchlechtes Wetter — Sturm und
Regen — gemeldet wird.
Nach einem über Cadiz in New York
ein=
gegangenen. Funktelegramm des Dampfers
„Claudio Lopez” iſt „Graf Zeppelin” auf der
Höhe von Cadiz von dem Dampfer geſichtet
worden.
In den frühen Nachmittagsſtunden iſt aus
London eine Nachricht eingetroffen, daß ein
engliſcher Dampfer auf Grund einer drahtloſen
Verbindung mit dem Luftſchiff „Graf Zeppelin”
den genauen Standort anzugeben vermochte.
Der Dampfer hatte mit dem Luſtſchiff
Verbin=
dung, als es auf 7 Grad, öſtlicher Länge und
Links; der Kapitän Lehmann des „Graf Zeppelin”, rechts: Dr. Eckener.
Im Paſſagierraum.
Dr. Ludwig Dürr,
der geniale Konſtrukteur des „Graf Zeppelin”,
war auch beim Bau der früheren Zeppeline und
des „Z. R. III” hervorragend beteiligt.
38 Grad nördlicher Breite etwa 100 Kilometer
von der marokkaniſchen Nordweſtküſte auf der
Höhe von Larache über der See ſtand. Danach
hat das Luftſchiff nach dem Paſſieren
Gibral=
tars den Weg entlang der afrikaniſchen
Nord=
weſtküſte genommen und hält jetzt direkten Kurs
auf Madeira, das es im Laufe des Nachmittags
erreichen wird. Die Funkſtationen von Gibraltar
und auf den Azoren ſtehen in Verbindung mit
dem Luftſchiff und übermitteln ihm
Wetter=
berichte.
Madeira überflogen.
Ein Telegramm der Weſtern=Union aus
Horta auf den Azoren beſagt, daß der „Graf
Zeppelin” um 1 Uhr mit Sao Miguel drahtlos
verkehrte und um 1.35 Uhr die Madeira=Inſel
überflog. Beim Ueberfliegen der Inſel
Ma=
deira warf das Luftſchiff „Graf Zeppelin” heute
nachmittag einen Poſtbeutel für den deutſchen
Konſul über dem Kaſinogarten in Pavao ab
und flog dann in norweſtlicher Nichtung weiter.
Bis zum Paſſieren von Madeira hat der
„Graf Zeppelin” in noch nicht ganz 30ſtündiger
Fahrt eine Strecke zurückgelegt, die in gerader
Luſtlinie etwa 2800 Kilometer umfaßt. Man
kann aber annehmen, daß der Weg des
Luſt=
ſchiffes bis Madeira mindeſtens 3000 Kilometer
ausmacht, denn es wird ſicher nicht immer in
gerader Linie, ſondern in Bogen, um kleinere
Unwetter herumgefahren ſein. Damit würde
der „Graf Zeppelin” bisher eine
Durch=
ſchnittsgeſchwindigkeit von
min=
deſtens 100 Kilometern gefahren ſein.
Intereſſant iſt der Vergleich mit der großen
Deutſchlandfahrt, bei der das Schiff in 34½
Stunden etwa 3200 Kilometer zurücklegte, was
einer Durchſchnittsgeſchwindigkeit von gut 90
Kilometern entſprach. Wenn man auf ſeiner
jetzigen Fahrt die Gegenwinde in Rechnung
ſtellt, ſo iſt die bisher erzielte Geſchwindigkeit
als normal anzuſehen.
Von fachmänniſcher Seite wird darauf
hin=
gewieſen, daß das ſpärliche Eintreffen von
Mel=
dungen aus dem Schiff mit der ſtarken
In=
anſpruchnahme der Funkſtation
durch den Wetterdienſt zu erklären ſei.
Die Führung des Schiffes muß ſich ihre
Wetter=
karten ſelbſt zuſammenſtellen und braucht als
Material dafür natürlich ſehr viel Meldungen.
Schon auf der großen Deutſchlandfahrt iſt die
Funkſtation während faſt vier Fünfteln der
Fahrzeit durch Wettermeldungen beanſprucht
worden. Dieſe Belaſtung hat wohl dazu
bei=
getragen, daß auch die Werft in Friedrichshafen
bisher überhaupt noch keine
Poſitionsmeldun=
gen von Bord bekommen hat. Die Vertreter der
Hearſtpreſſe ſind offenbar die einzigen, denen es
bisher gelungen iſt, nennenswerte Nachrichten
durchzubringen. Es ſcheint, daß die Bordſtation
in der Zeit, die von Wettermeldungen frei iſt,
von Hearſt vollkommen blockiert iſt, ſo daß zum
Beiſpiel ein Telegramm, das die
Friedrichs=
hafener Werftleitung geſtern abend abſchickte,
erſt nach ſieven Stunden in die Hände von Dr.
Eckener gelangt iſt.
Geite 2
Samstag, den 13. Oktober 41928
Schwierige Verbindung mit dem Luitſchiff.
Die Verſuchsanſtalt für Luftfahrt in Adlershof hat geſtern
morgen 5.30 Uhr einen durch den Kurzwellenſender des „Graf
Zeppelin” gegebene Nachricht auſgefangen, aus der hervorgeht,
daß man von einem günſtigen Fortgang des Fluges ſprechen
kann. Dieſe lediglich zu Verſuchszwecken gegebene Nachricht
durfte laut einer Vereinbarung mit Dr. Eckener nicht verbreitet
werden. Im übrigen ſcheint
die Zeppelin=Funkſtation etwas zu ſchwach
zu ſein, denn es gelang ihr nicht, mit den ſpaniſchen und anderen
europäiſchen Stationen in Verbindung zu treten: Die großen
Schwierigkeiten in dem Funkverkehr zwiſchen hem Luftſchiff und
der Station Norddeich ſind vor allem darauf zurückzuführen, daß
die in Frage kommenden Wellen zum Teil mit Rundfunkſendern
belegt ſind. Infolgedeſſen wurden in verſchiedenen Orten die
Meldungen nur ſehr ſpärlich und verſtümmelt aufgefangen. Wie
verlautet, ſoll das Luftſchiff geſtern früh mit den großen
ameri=
kaniſchen Funkſtationen in Verbindung getreten ſein, doch liegt
eine Beſtätigung hierfür noch nicht vor. Die große
Polizeiradio=
ſtation von New York in Manhattan ſoll mehrfach Verbindung
mit dem Luftſchiff gehabt haben. Die Witterung wird inſofern
eine Beſſerung erfahren, als ein ſüdweſtlich von Madeira
beifnd=
liches Hoch günſtigere Flugbedingungen bietet.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” ſteht nunmehr in dauernder
Verbindung mit der Hauptfunkſtation auf der Inſelgruppe der
Azoren. Dr. Eckener hat der Funkſtation auf den Azoren
mit=
geteilt, daß er heute abend in Horta, der Hauptſtadt der
weſtlich=
ſten Azoreninſel, einzutreffen hoffe. Die Stadt Funchal auf
Madeira iſt um 14.30 Uhr nach deutſcher Zeit überflogen worden.
„Graf Zeppelin” im Verkehr mit deutſchen
Dampfern.
Kach in Bremen eingegangenen Meldungen hat „Graf
Zep=
pelin” in den Morgenſtunden mit auf der Fahrt befindlichen
Dampfern in Verbindung geſtanden, ſo um 3 Uhr mit dem
Hapagdampfer „Reliance”, der auf der Fahrt nach New York
iſt, und mit dem auf der Heimfahrt befindlichen Lloyddampfer
„Columbus”, der 4.50 Uhr dem Luftſchiff folgenden Funkſpruch
ſandte: „Ihnen und Gefährten raſche und glückliche Fahrt.
19.30 Uhr (20.30 Uhr M.E.Z.) in 49 Nord, 22 Weſt abflauender
Weſt. Barometer 755, ſteigend. Unterer Wolkenzug von Nord=
Nordoſt. Beſatzung D. Columbus.”
Direkter Kurs Madeira—Azoren-
Bermudgs—New Horf.
Die am Freitag mittag, 12 Uhr, vorliegende Wetterkarte
der meteorologiſchen Station des Zeppelinbaues lautete für die
Flugetappe Gibraltar—Madeira ziemlich günſtig. Es wurde mit
Beſtimmtheit angenommen, daß das Luftſchiff direktem Kurs auf
Madeira nehmen und, wie ſich beſtätigt hat, die Inſel wegen
Erleichterung der Ortbeſtimmng anfliegen wird. Von Madeira
ab, wird der nächſte Teil der Fahrt aller Vorausſicht nach glatt
verlaufen und erſt auf der Hälfte der Etappe Azoren—Bermudas
Nordamerikas nach Südoſten verſchiebt, unter Umſtänden noch
ändert. Von den Bermudas=Inſeln ab werden wieder günſtige nien nach Oſten kreiſt, langſam weiter, ſo daß im Bereiche zwi=
Oſtwinde die Fahrt nach New York beſchleunigen.
ſtüre ſind nun glücklich umflogen. Es iſt anzunehmen, daß
„Graf Zeppelin” für die nächſten 24 Stunden glatte Fahrt und Südgrönland befindet, eine erhebliche Wetterverſchlechterung
haben wird.
Ueber den Azoren.
Zeppelin” um 22 Uhr Ortszeit die zu den Azoren gehörende Inſel druckgebiet bei Neufundland ſpäter nordöſtliche Bewegung an=
Sao Miquel in einer Entfernung von 30 bis 35 Meilen paſſiert, nehmen wird, ſo daß bei ſtark ſüdlichem Kurs, das eben er=
Das Wetter iſt regneriſch und unſichtig. Der Sturm iſt abgeflaut. mur ſchwache Luftbewegung aus vorherrſchend nordöſtlichen
Das Luftſchiff hatte eine Geſchwindigkeit von etwa 81 Seemeilen
(etwa 148 bis 150 Kilometer pro Stunde). Es ſteht dauernd in
funkentelegraphiſchem Verkehr mit der Marcvni=Station Sao
Miguel.
um 20 Uhr mitteleuropäiſcher Zeit auf 37,43 Grad nördlicher Zeppelin” werde weſtlich der Azoren den direkten Verkehr mit der
Breite und 33,/43 Grad weſtlicher Länge. Das Wetter in der ihren Informationen von dem hieſigen Wetterbureau die weitere
Nähe der Azoren beginnt ſich zu verſchlechtern.
Vom
Vom 22. bis 24. Oktober tritt in Berlin der Ausſchuß der
Länder=
konferenz zu einer neuen Tagung zuſanmen. Dem Ausſchuß liegt ein
Bericht des preußiſchen Berichterſtatters Miniſterialdirektor Brecht vor, Die Empfangsvorbereitungen in Lafehurſi.
weiter eine Denkſchrift des ſächſiſchen Miniſterialdirektors Poetz=Helffter,
weiter Verichte der Miniſtarpräſidenten Bolz=Württemberg und Held=
Bayern. Vom Reichsjuſtizminiſterium liegt eine Darſtellung über die
fangreiche Arbeit des Reichsſparkommiſſars Saemiſch.
Wie vom Reichsinnenminiſterium erklärt wird, trifft es zu, daß das
Miniſterium dem Reichskabinett empfohlen habe, baldigſt eine
Ent=
für die im Weltkrieg Gefallenen zu treffen. Das Reichs=
Berka=Projekt feſtgelegt habe, gibt aber zu, daß es dieſem Pro=
Mehrzahl der Frontkämpfer für das Berka=Projekt ausgeſprochen habe.
Im Strafrechtsausſchuß des Reichstages wurde die
Aus=
ſprache über die Todesſtrafe zurückgeſtellt. Am Dienstag ſetzt der
Aus=
ſchuß ſeine Verhandlungen fort.
Geſtern abend unterzeichnete Venizelos im
Außenmini=
ſterium das Protokoll über die Verſtändigung
Griechen=
lands mit Jugoflawien.
Die portugieſiſche Regierung hat beſchloſſen, die
deut=
ſchen Reparationsleiſtungen anſtatt in Sachlieferungen in
Geldzahlungen ausgleichen zu laſſen. Als erſte Jahresrate
ſollen 180 000 Pfund bezahlt werden. Die Summe wird dann jährlich
erhöht werden, bis die Geſamtſchuld abgetragen iſt.
Bisher etwa 2000 Klm. Umweg geflogen.
Nach Meldungen aus Friedrichshafen hat die dortige
Funk=
ſtation bis geſtern früh 7 Uhr das Luftſchiff noch hören können.
Das Motorengeräuſch war bisweilen noch ſo ſtark zu hören, wie
ſonſt bei Manövern über dem Werftgelände. Die Werft wurde
in der Nacht mit zahlreichem Anfragen hinſichtlich der Poſition
des „Graf Zeppelin” beſtürmt, konnte aber irgendwelche
ver=
läßlichen Auskünfte nicht geben, da ſie ſelbſt auf Mitteilungen
meiſtens über Berlin angewieſen war. Nach Ausſagen der
Luft=
ſchiffleitung wird das Schiff vorausſichtlich erſt Montagfrüh
New York erreichen. Die Entfernung Barcelona—
Gibral=
tar beträgt rund 1000 Kilometer, diejenige Gibraltar—Madeira
1100 Kilometer. Von Madeira nach den Bermudas ſind es etwa
4000 Kilometer, von den Bermuda=Inſeln nach New York noch
einmal 1800 Kilometer. „Graf Zeppelin” dürfte eine etwa 2000
Kilometer längere Fahrt machen als vor vier Jahren der
Z. R. III, müßte alſo bei einer durchſchnittlichen Geſchwindigkeit
von 100 Stunden=Kilometern rund 100 Stunden für die
Ueberfahrt brauchen, während Z. R. III. bekanntlich 81
Stunden benötigte. Dabei iſt noch nicht einmal ſicher, ob das
Luftſchiff diesmal dieſe Durchſchnittsgeſchwindigkeit erreichen
wird. Bisher hatte es dauernd mit Gegenwinden zu kämpfen.
Das Wetter über dem Ozean.
Hamburg, 12. Oktober.
Das Seeflugreferat der Deutſchen Seewarte gibt um die
Mittagszeit folgenden Bericht aus über die Wetterlage, die heute
wird ein Tiefdruckgebiet, das ſich augenblicklich von der Oſtküſte früch 8 Uhr über dem Ozean herrſchte: Das ausgedehnte
Tief=
druckgebiet, das ſich über Irland und dem weſtlichen
Kanalaus=
eine weitere Umfliegung notwendig machen. Immerhin iſt es gang erſtreckt, iſt in langſamer Auffüllung begriffen. Auch ſtreckt
aber möglich, daß ſich die Wetterlage bis dahin noch grundlegend ſich das Hochdruckgebiet, das von den Azoren aus bis über
Spa=
ſchen dem 35. und 45. Grad nördlicher Breite bis zu den Azoren
nur ſchwache bis mäßige nördliche bis nordöſtliche Winde wehen,
Die durch das von Irland bis zu den Azoren ſich erſtreckende, die vom 22. Grad öſtlicher Länge nach Südweſten
herumſchwen=
immer noch feſtſitzende Tieſdruckgebiet hervorgerufenen Weſt= ken. In dieſer Südweſtzone tritt aber unter dem Einfluß
eines ausgedehnten Sturmtiefs, das ſich zwiſchen Neufundland
ein, in dem Niederſchläge fallen. Zwiſchen der amerikaniſchen
Oſt=
küſte und den Bermuda=Inſeln befindet ſich der Kern eines
Hoch=
druckgebietes, das ſich durch Kaltlufteinfluß weiter kräftigt und
Nach einem Funkſpruch aus Hortha hat das Luftſchiff „Graf langſam oſtwärts vorſtößt. Es iſt anzunehmen, daß das
Tief=
wähnte Hochdruckgebiet vom Luftſchiff bald erreicht wird, in dem
Richtungen vorhanden iſt.
Die Wettermeldungen aus Amerika lauten günſtiger.
Waſhington, 12. Oktober.
Das Wetterbureau erklärt, es ſeien gute Ausſichten für eine
Nach Meldungen aus Hortha befand ſich „Graf Zeppelin” Landung des Zeppelin bei klarem Wetter vorhanden. Der „Graf
amerikaniſchen Funkſtation Arlington aufnehmen können, die mit
Wahl ſeines Kurſes weſentlich erleichtern dürfte.
*Herbſt im Schwetzinger Park.
Der Himmel ſchimmert immer mehr durch das lichter
wer=
dende Laubdach, und die gigantiſchen Mauern von Bäumen,
zwi=
ſchen denen die breiten Alleen in die Weite hineinſtürmen,
er=
ſcheinen nicht mehr ſo feſt und geſchloſſen wie im Sommer. Das
lebendige Grün weicht allmählich einem müden Gelb und Braun.
Der Herbſt hat den ganzen Farbenreichtum ſeiner Palette
auf=
geboten, denn gelb und tiefrot brennt auch der wilde Wein an
den Laubengängen, durch deren Blätterwerk man in die ſilbrige
Fontäne hineinſchaut. Vornehm und abgemeſſen breitet ſich vor
der großen Allee der Platz mit den ebenmäßigen Grasflächen
und dem Waſſerbecken, wo der ſteinerne Arion auf dem Delphin
reitet, der aus dunkel aufgewölbtem Maul den glitzernden
Spring=
quell turmhoch gen Himmel ſpeit, den Sänger über und über
mit Waſſer beperlend, ſo daß die ſchillernden Tropfen langſam
die Saiten ſeiner Harfe hinabrinnen. Rings um ihn im Becken
und auf den Grasplätzen balgen ſich nackte Puttenkinder mit
allerlei Waſſergetier, deren Schnäbel und Rachen oft kunſtvoll
verſchlungene Strahlen entſpringen.
Schloß und Zirkelhäuſer, flammen im Glanze der
Herbſt=
ſonne, der Wind ſpielt in den bunten Dahlienbeeten. Blendend
weiß ſchimmern Urnen aus karrariſchem Marmor durch das
Wal=
desgrün, in jäher Bewegung ſchleudern die beiden rieſenhaften
Hirſche das Waſſer in das rechteckige Sandſteinbaſſin. Ganz
hin=
ten im Park, wo der große See verborgen träumt in der
Um=
armung von Buſchwerk und ehrwürdigen Bäumen, nickt das
Schilf ſchon grau. Raſch ſchieben ſich die Schatten über das ſtille
Gewäſſer vor, zu dem die Zweige der Trauerweiden müde
hinab=
rieſeln. Die chineſiſche Brücke ſchwingt ſich über eine faſt ſtarre,
dunkle Fläche, die mit erſtorbenen Blättern und einzelnen
Vogel=
federn bedeckt iſt, und einſam ruhen die marmornen Flußgötter
in der Stille. Lautlos ziehen die Schwäne ihre Kreiſe und rudern
ſanft die unzähligen Waſſerläufe hinein, die ſich vom See aus
unter das dunkle Laubdach verlieren, durch die unberührte
Regel=
loſigkeit des engliſchen Gartens oder die ſtrengen Gewölbe von
Kaſtanienalleen entlang, wo verſchwiegenes Halbdunkel herrſcht.
Im Gebüſch ſingt eine Amfel, bis ſie der Tritt im raſchelnden
Laub verſcheucht. Klatſchend fällt eine Kaſtanie durch die Blätter,
mn die Stille hinein und zerplatzt auf dem Boden, ſo daß die
glänzenden braunen Früchte über den Weg rollen. Erſchreckt
huſcht hie und da ein Eichhörnchen auf und flüchtet blitzſchnell
einen Baum hinauf. Von dem barocken Kirchlein klingen helle
Glockenſchläge herüber zu den düſteren Ruinen des römiſchen
Waſſerkaſtells, die geſchaffen wurden von einem Eeſchlecht, das
es liebte, die Sommerlichkeit vergangener Völfer in ſeinen
Die Sphinxe, die zu Füßen des Apollotempels ruhen, auch
die ſtrengen Türhüter vor dem Tempel der Botanik in der
heim=
lichen Waldecke, blicken kälter und abweiſender als je, und den
alten Triton, der Galathea umſchmeichelt, ſcheint der Herbſt recht
wehmütig zu ſtimmen. Während die Löwen an den Seiten der
Treppen ſich mit bedauernder Miene anſchauen, die Tatze auf der
Kugel geballt, während Pan auf ſeinem Steinthron unter dem
Blätterbaldachin finſter und grämlich die Flöte bläſt, hat allein
das Bacchusknäblein ſeine frohe Laune behalten. Da es weiß,
daß ſeine Zeit jetzt gekommen iſt, rutſcht es munter auf ſeinem
Ziegenbock umher, die ſchwellenden Trauben feſt gegen das
rund=
liche Körperchen gepreßt, unbekümmert um das Sterben und
Grämen ringsher, umtollt von zwei kleinen Geſellen.
Der verſonnene Weiher vor dem zerfallenen Merkurtempel
ſpiegelt ein zittriges Bild der Moſchee, die zwiſchen ihren
ſchlan=
ken Minaretts rot aufglüht unter den letzten Sonnenſtrahlen, die
den ſteinernen Obeliſken und Feldherrngeſtalten und den
weiß=
gliedrigen Marmorgöttinnen im Walde noch einen letzten Gruß
bringen. Wie ein zauberhaftes Märchengebilde aus Tauſend und
eine Nacht ruht die Moſchee mit ihren Säulen und Kuppeln,
dem zarten Steingitterwerk, den zierlichen Bogen und Malereien
in den Gängen und Pavillons der Vorhöfe hier im deutſchen
Wald, deſſen Herbſtlichkeit die Verpflanzung ſolch ſüdlichen
Traumwerks unter nordiſchem Himmel als anmutige Lüge
ent=
hüllt. —
Langſam verſchwindet die Sonne. Der ſilbrige Springquell
wird grau und erſtirbt mit immer leiſer werdendem Plätſchern.
Dämmerung und kühler Nebel ſenken ſich über See und Hain
und umhüllen Tiere, Götter und Tempel.
Rudolf Gläſer.
4 Frankfurter Zheater.
Der brave Soldat Schweff.
Jaroſlav Haſek, ein ſchriftſtelleriſcher Bohemien in Prag,
ſchrieb einen Roman von ein, zwei, drei Bänden, in dem er den
Weltkrieg vom Standpunkt ſeiner Prager Stammkneipe aus
be=
trachtete. Seine Betrachtungen legte er dem redſeligen
Hunde=
dieb und =händler Schweik in den Mund, den er in den Krieg
ziehen und zwiſchen Lazarett und Putzfleck hin= und
herpen=
deln läßt.
Max Brod und Haus Reimann haben aus den Szenen des
Romans ein Theaterſtück zufammengeflickt, das im vorigen
Win=
ter die Piscatorbühne in Berlin und jetzt das Frankfurter
Schauſpielhaus zur Aufführung brachte.
Nummet ,285
Zeppelinfieber in Ameriſa.
Die amerikaniſche Oeffentlichkeit ſteht reſtlos unter dem
Ein=
druck des Amerikaftuges des „Graf Zeppelin”, hinter dem alle
Verwaltungsgemeinſchaften in Deutſchland vor und ſchließlich eine um= anderen Ereigniſſe in den Hintergrund treten. Die hieſigen
Blätter geben alle Extracsgaben aus, in denen der Flugverlauf
geſchildert wird. „Evening Poſt” bezeichnet in einem Leitartikel
dem Flug des Zeppelin als eines der Schauſpiele des
Jahrhun=
ſcheidung über die Errichtung eines Reichsehrenmals derts. — Beſonders groß iſt naturgemäß das Intereſſe in
Lake=
hurſt, wo ſämtliche Hotels vollkommen überfüllt ſind. In der
innenminiſterium beſtreitet zwar, daß es ſich bereits definitiv auf das Luftſchiffhalle wird geradezu fieberhaft gearbeitet, um für die
Ankunft des Zeppelins gerüſtet zu ſein. Die Abſperrungslinie
jekt vor allen anderen den Vorzug gebe, nachdem ſich die überwiegende, iſt auf zehn Meilen im Umkreis erweitert worden. Man rechnet
nunmehr mit der Auffahrt von 200 000 Automobilen. Zahlreiche
Filmleute ſind bereits mit eigenen Flugzeugen in Lakehurſt
ein=
getroffen. Im Flugzeughafen Lakehurſt liegen viele Flugzeuge
bereit, die dem Zeppelin entgegenfliegen wollen. Für Sitze in
dieſen Flugzeugen werden bereits Rieſenſummen geboten. Am
Freitag treffem in Lakehurſt weitere 130 Mann Marinetruppen
aus New York und Philadelphia ein. Für die Beſatzung des
Graf Zeppelin werden beſondere Baracken bereitgehalten,
wäh=
rend die Offiziere im Offizierskaſino untergebracht werden ſollen.
Zu dem offiziellen Empfang des Luftſchiffes haben ſich bereits
Marineſekretär Wilbur, die Admirale Moffett und Latimer ſowie
andere andere hohe amerikaniſche Offiziere, ferner der zurzeit
in New York weilende engliſche Admiral Pollack angemeldet.
Die Wetterwarte von Lakehurſt ſagt für Lakehurſt und
Um=
gebung für Freitag bis Sonntag idealſtes Zeppelinwetter voraus.
Die „Los Angeles” wird den „Graf Zeppelin” nicht in der
Luft begrüßen. Das deutſche Luftſchiff ſoll ſofort in die Hälle
manöveriert werden und nur bei ungünſtigen Windverhältniſſen
am Maſt ankern.
Der Direktor der Goodyear=Zeppelin=Werke in Akron (Ohio)
Allen, erklärte, daß nach ſeinen Informationen das Luftſchiff
früheſtens Sonntag eintreffe.
Sollte das Schiff bereits während der Nacht ſein Ziel
er=
reichen, ſo wird Dr. Eckener keinen Verſuch zu einer
Nachtlan=
dung machen, ſondern über dem Platz und der weiteren
Um=
gebung bis New York, Philadelphia und Baltimore kreuzen und
den Morgen abwarten. Das Luftſchiff wird vier Tage in
Lake=
hurſt bleiben. Der Sonntag iſt abſoluter Ruhetag für
Mann=
ſchaften und Offiziere. Zwei Tage werden durch die ſtädtiſchen
Empfänge und die reſtlichen zwei durch private Feierlichkeiten
in Anſpruch genommen. In den nächſten ſechs Tagen ſoll dann
der vorgeſehene Rundflug ſtattfinden. Einladungen liegen aus
allen Gegenden Amerikas bis San Franzisco vor. — In
Lake=
hurſt werden jetzt 450 Matroſen für die Landungsmanöver in
Bereitſchaft gehalten.
Aſſociated Preß meldet aus Waſhington: Das Kriegsamt
hat den Kommandanten des zweiten Armeekorps=Bezirks
ermäch=
tigt, Anordnung zu treffen, daß alle verfügbaren Flugzeuge dem
„Graf Zeppelin” das Geleit geben, ſobald er ſich der
amerika=
niſchen Küſte nähert. Das Kriegsamt verfügt jedoch, den
Flug=
zeugen ſei größte Vorſicht anzuempfehlen, damit ſie dem Flug,
des Luftſchiffes nicht behindern. Falls der Zeppelin nachts
ein=
treffe, ſeien die Flugzeuge wegen der erhöhten Gefahr nicht als
Eskorte zu verwenden. Das Staatsdepartement und das
Marine=
amt haben ausführliche Kabelberichte über den Start des
Zeppelins in Friedrichshafen erhalten.
Ankunft des „Graf Zeppelin” vorausſichtlich
nicht vor Montag.
Ueber die Wetterlage wird weiter aus Friedrichshafen
ge=
meldet: Die Wetterlage über dem ganzen Nordatlantik iſt nach
Wetterberichten, die bis jetzt hier vorliegen, äußerſt ſchlecht, und
von den engliſchen Küſtenſtationen werden neue
Sturmwarnun=
gen an die Dampfer gegeben. Die Windſcheide liegt zwiſchen dem
35. Grad. Die Windſtärke auf den Azoren wird mit 7, weiter
nördlichmit 10 angegeben, was alſo durchſchnittlich 30
Sekunden=
metern entſprechen würde. Sonach iſt das Luftſchiff mit höchſtens
100 Stundenkilometern unterwegs und der „Z. R. III.” war um
die gleiche Zeit, die jetzt der „Graf Zeppelin” bis zur Erreichung
der Straße von Gibraltar benötigt hat, ſchon über den Azoren.
Die Wetterlage iſt alſo äußerſt ſchlecht. Man rechnet mit ſchweren
Stürmen auch weiterhin. Die Friedrichshafener Funkſtation hat
den „Graf Zeppelin” heute morgen 7 Uhr gehört, der Standort
konnte aber nicht ermittelt werden. Das Schiff nimmt jetzt keine
Wettermeldungen mehr an. Auf der Funkſtelle der Werft war
heute nacht das Motorengeräuſch der Propeller des „Graf
Zep=
pelin” ſo ſtark zu hören, wie man es in der letzten Zeit bei den
Manövern über dem Werftgelände zu vernehmen gewohnt war.
Die Betrachtungsweiſe Schweiks iſt die Entgötterung
der Welt. Allen poſitiven Werten ſetzt er ein gleichmäßiges,
harm=
los erſcheinendes, aber im Grunde recht zyniſches Lächeln
entgegen.
Die Offiziere ſind Trottel, die Aerzte Soldatenſchinder. Der
Deſerteur iſt der Held, denn er hat den Mut zur Feigheit! Der
General als Obertrottel beendigt den Krieg mit dem Befehl:
Vorwärts ins Hinterland!
Es iſt der Standpunkt der Zerſetzung, der Verneinung aller
poſitiven Werte, — mit Raffinement in das Gewand ſcheinbarer
Harmloſigkeit gehüllt.
In Frankfurt gab ſich Fritz Peter Buch um die
Inſzenie=
rung viele Mühe und erzielte hübſche Wirkungen. Er zog die
Sache wie eine Jahrmarktsmoritat auf, ließ die Drehbühne
fleißig ſpielen, die Schneeflocken fliegen, die Vögel am Morgen
ſingen. Aber dies alles konnte nicht darüber hinwegtäuſchen, daß
ein höchſt unkünſtleriſches Objekt der Inſzenierung zugrunde lag.
Toni Impekovens gutmütig=bürgerliche Art zog die
zyniſche Frechheit des Schweit in die Bahn eines breiten,
behag=
lichen Humors und baute hierdurch eine Brücke zu den
Zu=
ſchauern.
II.
„Es liegt in der Luft.”
Geiſt vom gleichen Geiſt! Nur als Revue des Warenhauſes
warenhausmäßig verdünnt!
Das Berliner Theater „Die Komödie” — unter der ſtark
plakatierten „Direktion: Profeſſor Max Reinhardt” — gaſtierte
mit der Revue „Esliegt in der Luft” im Neuen
Thea=
ter: Text von Marcellus Schiffer, Muſik von Miſcha Spolianſky,
Spielleitung von Forſter=Larrinaga. Reinhardt ſelbſt iſt offenbar
nur finanziell, nicht aber künſtleriſch beteiligt.
Im Rahmen eines Warenhauſes ein bunter Wechſel von
Lie=
dern, Tänzen und Witzen! Das ganze nett und luſtig aufgezogen!
Am beſten die ſchmiſſige Jazzmuſik von Spolianſky.
Der Stern: Blandine Ebinger, ein Liebling der Berliner.
Ich konnte vor einem oder zwei Jahren in einem Berliner
Volks=
ſtück in einer Schauſpielrolle ihre durchaus mittelmäßige
darſtelle=
riſche Begabung feſtſtellen. Ihre Stärke iſt der Chanſon und
hierin ein Typ: Zynismus unter der Maske harmloſer Unſchuld
(ſiehe oben!). Das macht ſie glänzend! So die Braut im
Waren=
haus, die aus unſchuldiger Sentimentalität in keſſe Rüdigkeit
umſchlägt. Deshalb auch der Liebling des Kurfürſtendamms!
Der ausgezeichnete Hans Waßmann, ſeinerzeit
Rein=
hardts unvergeßlicher „Baron” im „Nachtaſyl”, Willi Prager
mit ſeinen ſtillen, aber wirkungsvollen Pointen und weniger
bedeutungsvolle Girls bildeten eine flotte Revue=Truppe. T.
Nummer 285
Samstag, den 13. Oktober 1928
Seite 3
Vor neuen Steuern?
Berlin, 12. Oktober.
Auf der im Rahmen der Tagung der Hauptgemeinſchaft des
deutſchen Einzelhandels am Freitag im Rheingold veranſtalteten
Kundgebung überbrachte das Präſidialmitglied des
Reichsverban=
des der Deutſchen Induſtrie Frowein, die Grüße des
Reichsver=
bandes und erklärte, der Reichsverband werde die Wünſche des
Einzelhandels ſtets unterſtützen.
Reichsfinanzminiſter Dr. Hilferding, der dann über Fragen
der Finanzpolitik ſprach, überbrachte zunächſt die Grüße der
Reichsregierung. Hierauf führte der Miniſter u. a. aus, daß man
für den nächſten Etat mit einer Steigerungder
Repara=
tionsausgaben um 312 Millionen rechnen müſſe. Auf
der anderen Seite kämen laufende Einnahmen in Wegfall. Man
habe alſo insgefamt für einen Ausfall von etwa
600 Millionen zu ſorgen, ohne Berückſichtigung
der reſſortmäßigen Mehrforderungen. Zur
Ba=
lancierung des Etats habe man drei Wege: den Weg der
Er=
ſparniſſe, die Hoffnung auf Steigerung der Einnahmen aus
beſtehenden Steuern und neue Steuern. Die Möglichkeiten der
Erſparniſſe ſeien nur gering. Die Hälfte der Einnahmen müſſe
an die Länder weitergegeben werden, und die Verwendung der
anderen Hälfte ſei zum größten Teil zwangsläufig. Erſparniſſe
könnten hier nur durch Aenderungen der Geſetze erzielt werden,
ſeien aber nahezu unmöglich, da das zu einer weiteren
Schwächung der Lebenshaltung der Aermſten der Armen führen
würde. Nur bei einer Millionen=Ausgabe bleibe die Möglichleit
von Erſparniſſen, und auch hier nur in ſehr geringem Baße. Er
wperde aber nichtsdeſtoweniger verſuchen, alles auf dieſen: Gebiete
zu tun, was er könne. Was den zweiten Weg anlange, ſo
ent=
ſpräche die Entwicklung der Einnahmen aus den beſtehenden
Steuern den Erwartungen. Im übrigen Verlauf des
Haushalts=
jahres habe ein höheres Aufkommen ſich ergeben. Dieſes entfalle
aber zum übewiegenden Teil auf Ueberweiſungsſteuern.
Nichts=
deſtoweniger glaube er, daß die Entwicklung eine gewiſſe Reſerve
enthalten werde. Die Größe der Reſerve ſei aber ſtark abhängig
von der Endwicklung der Konjunktur. Die peſſimiſtiſchen
Erwar=
tungen in bezug auf die Konjunktur hätten ſich nicht in vollem
Maße erfüllt und man dürfe wohl annehmen, daß
eineſchwere Kriſeder deutſchen Volkswirtſchaft
erſpart bleibe. Er hoffe, daß es möglich ſei, die Schritte
auf dem dritten Wege, nämlich dem Weg der neuen Steuern,
nicht allzu zahlreich werden zu laſſen. Erſt nach vollſtändiger
Aufſtellung des neuen Etats werde man einen Ueberblick über
das Steueraufkommen haben. Er ſei ſich vollkommen bewußt,
daß der deutſche Steuerdruck groß ſei, umſo vorſichtiger müſſe
man auch bei der Auswahl etwa notwendig werdender neuer
Steuern ſein. Das Steuervereinheitlichungsgeſetz ſei im
Reichs=
rat in zweiter Leſung verabſchiedet worden. Es hätten ſich aber
ſtarke Widerſprüche in einzelnen Ländern ergeben. Durch die mit
dieſem Geſetz erzielte Vereinheitlichung würde ein Ueberblick
über die Finanzlage und über die Möglichkeit der Herabſetzung
der Realſteuern möglich ſein. Der Finanzminiſter wies dann noch
auf den außerordentlichen Haushalt hin, der große Sorgen
be=
reite. Es ſei zwar gelungen, den Fehlbetrag hier auf 661
Mil=
lionen herabzuſetzen, aber nur dadurch, daß Kaſſenmittel aus
dem ordentlichen Haushalt benutzt worden ſeien, was eine
Be=
engung der geldlichen Lage hervorgerufen habe. Wichtig ſei, daß
nicht neue außerordentliche Ausgaben entſtünden. Man dürfe
nicht zulaſſen, daß irgendein Fehlbetrag in Erſcheinung trete, und
es ſei unmöglich, Einnahmen einzuſetzen, die ſich hinterher nicht
einſtellten. Zum Schluß erklärte der Miniſter, daß der
Dawes=
plan einer Rebiſion unterzogen werden müſſe,
um aus der Ungewißheit herauszukommen, die unſere endgültige
Geneſung verhindere. Gelinge es, eine wirtſchaftlich tragbare
Löſung zu finden, dann erſt ſei der Krieg zu Ende. Dann erſt
ſei es möglich, die Fortſchritte der Technik in den Dienſt des
Volkswohls zu ſtellen.
Der Kattowitzer Volksbund=Prozeß.
Kattowitz, 12. Oktober.
Das Urteil im zweiten Teil des Volksbundprozeſſes vor der
Strafkammer in Kattowitz lautet: Fräulein Ernſt=Felixhütte
1 Jahr 2 Monate Feſtung, Ganzter=Schjientochlowitz 2 Jahre
Feſtung, Thomas=Myslowitz 1½ Jahre Feſtung und zwei
wei=
tere Angeklagte je ein halbes Jahr Feſtung. Zwei Angeklagte
vurden freigeſprochen, zwei der Angeklagten erhielten
Bewäh=
ungsfriſt, den übrigen Angeklagten wird die Unterſuchungshaft
angerechnet. Gegen das Urteil iſt Reviſion eingelegt.
Heſſen und der Lutherbund.
Die Vorſchläge des „Bundes zur Erneuerung des Reiches”.
über die wir bereits berichteten, haben auch in Heſſen begreifliches
Aufſehen und Erſtaunen hervorgerufen. Befonders deshalb, weil
gerade Heſſen durch die Pläne des Lutherbundes — ſollten ſie
zur Ausführung gelangen — ſeiner Exiſtenz beraubt würde.
Auch in hieſigen amtlichen Kreiſen ſteht man den Gedanken des
Lutherbundes erfreulicherweiſe fkeptiſch gegenüber, da man in
ihnen keine Löſung der großen Probleme erblickt. Der Bund
verſuche den Dualismus zwiſchen Reich und Preußen zu
beſei=
tigen. Hierbei aber ſtelle er ein um 7 Millionen vergrößertes
Preußen den verbleibenden ſüddeutſchen Ländern gegenüber.
Das bedeute eine ſcharfe Betonung der trennenden Mainlinie
und damit eine Belaſtung der an ſich ſchon ſchweren
innerpoliti=
ſchen Lage Deutſchlands.
Einer der Leitgedanken des Bundes ſei die „
Dezentrali=
ſation” geweſen. Nun aber würden weitere 7 Millionen in ein
zentraliſtiſch regiertes Gebilde, das, wenn es auch „Reichsland”
genannt werde, doch dem früheren Preußen im weſentlichen
ent=
fpräche, einbezogen. Damit ſei ihnen eine Selbſtverwaltung nicht
nur nicht erleichtert, ſondern erſchwert. Sollte in Zukunft die
Entwicklung auf irgendwelche Zuſammenſchlüſſe hindrängen, die
ſich als nützlich erwicſen, dann ſei eine Aenderung der
territoria=
len Verhältniſſe nur in reiflicher Erwägung und ſachlicher
Ueber=
einkunft möglich. Die heſſiſche Regierung beabſichtigt, wie wir
hören, im Länderausſchuß zu den Fragen der Verfaſſungs= und
Verwaltungsreform eingehend Stellung zu nehmen.
Bagern zur Reichsreform.
München, 12. Oktober.
Die bayeriſche Staatsregierung ſteht, wie nach
Informationen an maßgebender Stelle geſagt werden kann, den
Vorſchlägen der Denkſchrift des Bundes zur
Er=
neuerung des Reiches ablehnend gegenüber mit
der Auffaſſung, daß letztes Ziel auch dieſer Vorſchläge nichts
an=
deres als der Einheitsſtaat ſei. Die bayeriſche Regierung ſteht
demgegenüber auf dem Standpunkt, daß Reichseinheit da zu
be=
jahen iſt, wo Reichsnotwendigkeiten in Frage kommen, daß aber der
Einheitsſtaat geradezu verhängnisvoll für das deutſche Volk wäre,
wo Reichsnotwendigkeiten, wie beiſpielsweiſe in der
Außen=
politik, nicht in Frage ſtehen. Die Konſtruktionen der Denkſchrift
zur künftigen Geſtaltung Preußens bzw. des aus Preußen und
den norddeutſchen Staaten zu bildenden Reichslandes ſieht man
als unmöglich an, insbeſondere ſteht man auch der Verteilung
der Stimmen in dem vorgeſehenen Reichsrat ablehnend
gegen=
über, da 71 Stimmen des norddeutſchen Reichslandes nur 18
Stimmen der ſüddeutſchen Länder gegenüberſtehen würden. Die
bayeriſche Staatsregierung iſt der Auffaſſung, daß eine Beſſerung
der Verhältniſſe nur dadurch geſchaffen werden kann, daß die
Reichszuſtändigkeiten, ſo weit ſie Reichsnotwendigkeiten betreffen,
genau abgegrenzt werden, und daß alles, was nicht
Reichsnot=
wendigkeiten umfaßt, den Ländern überlaſſen wird. Auch in der
Frage der Enklaven und Exklaven ſieht ſie bei gutem Willen
Löſungsmöglichkeiten als gegeben, wobei allerdings nicht eine
Terminologie Platz greifen dürfte, daß etwa die Pfalz als
baye=
riſche Exklave anzuſprechen ſei.
Der Prozeß gegen den Dirigenten
der Königſieiner Kurkapelle.
Wiesbaden, 12. Oktober.
Anläßlich der Schloßbeleuchtung in Königſtein am Taunus
hatte der Bürgermeiſter der Stadt Königſtein den Kapellmeiger
beauftragt, vaterländiſche Lieder zu ſpielen, worauf der
Kapell=
meiſter u. a. das Deutſchland ſpielen ließ. Da nun Königſtein
Garniſonort iſt, darf das Deutſchlanblied öffentlich nicht geſpielt
werden. Es iſt das erſte Mal, daß von ſeiten der Engländer
gegen das Spielen des Deutſchlandliedes Einſpruch erhoben
wurde. Heute nachmittag fand vor dem britiſchen Militärgericht
in Wiesbaden die Verhandlung gegen den Kapellmeiſter ſtatt,
Das engliſche Kriegsgericht verurteilte am Freitag
nach=
mittag den Bürgermeiſter von Königſtein, Böhm, zu 100 RM.
Geldſtrafe, ſprach aber den Kapellmeiſter Hiege frei.
Das Gericht ſchloß ſich der Auffaſſung des Verteidigers,
Senatspräſident Dr. Führ=Landau, nicht an, es habe ſich bei der
Burgbeleuchtung im Königſtein um eine öffentliche Kundgebung
gehandelt, bei denen bekanntlich das Deutſchlandlied geſpielt
werden darf. Der Kapellmeiſter wurde freigeſprochen, da er nur
nach Anweiſung des Bürgermeiſters gehandelt habe.
* Ein Buch der Geſeitigkeit.
Was den Deutſchen fehlt, iſt unter anderem der Mangel an
Selbſtverſtändlichkeit in den Dingen der Geſellſchaftlichkeit. Es
wird darauf zu viel oder zu wenig Wert gelegt. Die einzelnen
Bevölkerungsſchichten haben in ſich abgegrenzte Sitten und
Ge=
wohnheiten und ahnen wenig von den Gewohnheiten tieferer
oder höherer Schichten. Das bringt faſt jeden Deutſchen in
Un=
ſicherheit, wenn er, auf ſich ſelbſt geſtellt, in eine Umgebung
ge=
rät, die er nicht gewohnt iſt. Wer ſich die Mühe nimmt, dieſe
Probleme zu erörtern, gerät aber ſicher in eine Zwickmühle. Er
wird entweder für die Leute, die wiſſen, was überall nötig iſt,
Banalitäten erzählen und von ihnen (einer Handvoll Leute)
verachtet werden — — — oder er wird von der Menge Leute,
die eine gute Erziehung gewiſſermaßen als Charakterfehler
an=
ſehen, des kraſſeſten Snobismus verſchrien werden. Welch ein
Irrtum! Denn ob man auf die Gewohnheiten der Welt, im
großen und ganzen, wenig oder viel Wert legt . . . das Bild des
geſitteten Menſchen ſteigt doch erſt in dem Augenblick auf, wo
er dieſe Dinge alle beherrſcht. Zum Sichverſtehen der Menſchen
und der Nationen trägt das äußere Bild eines Menſchen oft mehr
bei als ſeine Ideen. Eigentlich ſind das für jeden Ausländer
Selbſtverſtändlichkeiten, aber es iſt in Deutſchland Sitte
gewor=
den, einen Menſchen einen Hohlkopf zu nennen, der auf den
allgemeinen Sinn dieſer Dinge hinweiſt.
Ola Alſen hat vor kurzem ein Buch erſcheinen laſſen, das,
abgeſehen von dem hiſtoriſchen Wert, den ihre Aufzeichnungen
über Artigkeiten und Unarten, über Gewohnheiten und
Ueber=
ſeitztheiten des heutigen Lebens haben werden, auch für jeden
Menſchen eine intereſſante Belehrung in allen möglichen Dingen
darſtellt, die faſt niemand genau weiß. Wenn ſich auch nur
wenige Menſchen für Cocktail=Miſchungen und Luxushunde
inter=
eſſieren, ſo erfährt doch jedermann gern, wie er zu Tiſche ſeine
Gäſte ſetzen ſoll, wie er Karten abgeben ſoll, wie es mit Blumen,
mit Briefüberſchriften, mit Einladungen, mit Perſonal, mit
Woh=
nungseinrichtungen zu halten iſt. Hierin iſt das Buch ſehr
amu=
ſant und ſehr erzieheriſch. Es enthält manches, was vielleicht
zu wichtig genommen wird, aber es enthält viel mehr als nur
Angaben, wie man ſich zu allen möglichen Gelegenheiten anzieht
und wie man ſein Schlafzimmer einrichtet. Es enthält tatſächlich
den Willen zu einer geſellſchaftlichen Atmoſphäre, die, wenn ſie
wirklich in Deutſchland beſtünde, das Leben in Deutſchland ſo
ſehr viel graziöſer, einfacher und weniger feindlich machen würde.
Aber, geſetzt, ſelbſt dieſer Wille beſtünde nicht, ſo wäre das Buch
als Leitfaden wichtig. Es iſt natürlich leicht, darüber zu lächeln,
wenn man „Beſcheid” weiß, aber die prinzipielle Wichtigkeit
ſol=
cher Bücher iſt nicht zu leugnen. Man ſoll ſich das ruhig ein=
geſtehen. Das Buch heißt „Er und ſie” und iſt im
Dreimasken=
verlag in München erſchienen, mit Einleitung von Frau
Streſe=
mann, Gerhart Hauptmann und Herbert Eulenberg.
Kaſimir Edſchmid.
*Von Blumen und Blättern im Herbſi.
Die Herbſtblumen ſind ſtumm, doch ſie leuchten.
Morgen=
graue Tautropfen tragen ſie im Schoß. Dieſe Blumen ſind kühl.
Nur im Glanz der matten Sonne leuchten ihre ſatten Farben.
Glühendrote Dahlien. Weiße Chryſanthemen. Blaue Aſtern.
Wir brechen dieſe Blumen, doch iſt ein Traurigſein um unſere
Hände. Ein flüchtiges Denken an das Sterben der Natur. Ein
tiefes Ahnen, — daß nun der Winter kommt und daß nicht mehr
Sonnenbrände lohen. Die Glut der Blumen im Herbſt iſt mild.
Eine Kühle weht um die Beete. Wie pflücken dieſe Blumen,
daß ſie nicht erfrieren. Wir retten ſie vor einer ſpäten Kälte.
Auch Kränze flechten wir aus ihnen — für unſere lieben Toten.
Wie ſchön ſind die Blätter im Herbſt. Worte vermögen wenig
da zu ſagen. Nur ein Maler kann ausdrücken, daß es ſolche
Blätter gibt, daß ſie ſind und wie ſie ſind. Wenn Blicke und
Herzen die Herbſtblätter betrachten — groß und ſtaunend
dann gibt es kein Halten, dann fallen ſie willenlos im Atem und
Wind. Haltlos ſind die Blätter im Herbſt, wenn Winde ſie
um=
ſchmeicheln. Sie taumeln zu Boden ſchon, ehe Hände ſie greifen,
ſie laſſen ſich nicht mehr pflücken. Vor unſeren Blicken ſchwirren
Blätter im Herbſt. Das iſt ein Raſcheln, ein Seufzen, dann
fin=
den ſie die Erde und liegen auf dem Boden. Noch eben ſo leicht
im Winde, liegen ſie nun da, ſo müde und ſchwer.
Wir Menſchen fühlen das ſehr.
Friedrich Wilhelm Fuchs.
Ap. Meine Erlebniſſe als Bergarbeiter. Von Graf
Alexan=
der Stenbock=Fermor. Verlag von J. Engelhorns Nachf.,
Stuttgart.) Verfaſſer des Buches iſt ein baltiſcher Graf, deſſen Familie
vor den Bolſchewiſten fliehen mußte, und der über ein Jahr als
Berg=
rbeiter im Ruhrgebiet arbeitete. Pekunjäre Not und eine gewiſſe
Abenteuerluſt veranlaßten ihn, zeitweilig ſein Geld als Arbeiter zu
verdienen. Er fand bei der Zeche Gewerkſchaft Friedrich Thyſſen in
vomberg als „Schlepper” Anſtellung. Es war die ſchwerſte Zeit der
Inflation von November 1922—23 und des Ruhreinfalles. Er gibt in
ieſem Buche ſeine perſönlichen Eindrücke, Erlebniſſe und Erfahrungen
wieder und beweiſt, daß mit ſtarkem Willen das unmöglich Scheinende
töglich wird und daß ein ſtarker Wille alles überwindet, bitterſte Not
und größte körperliche Qual. Er beabſichtigt, mit dieſen
Veröffent=
lichungen das Verſtehen für die in ſchwerer Arbeit und dumpfer Not
ebenden Bergarbeiter zu heben und iſt dabei von dem Beſtreben
ge=
eitet, die den meiſten Menſchen ſo wenig bekannte Welt rück ſichtslos
Von Genf bis Prag.
Die Prager Weltwirtſchaftskonferenz. — Um einen europälfchen
Zollverein. — Einigung darüber, daß man ſich einigen möchte. —
Ein mageres Ergebnis.
Von unſerem Prager =Mitarbeiter.
In Prag haben am 4. Oktober I. J. etwa 150 Delegierte
ver=
ſchiedener Staaten begonnen, im Rahmen einer „
Wirtſchafts=
konferenz der Ligenunion” über den wirtſchaftlichen Wiederaufbau
zu beraten, ferner die Tätigkeit der internationalen
Organiſatio=
nen in dieſer Hinſicht zu überprüfen und ſich mit der Fortführung
der Beſchlüſſe der Genfer Weltwirtſchaftskonferenz zu befaſſen.
Die Anregung zu dieſer Prager Konferenz iſt auf das Ausland
zurückzuführen, und zwar war es der Delegierte der engliſchen
Völkerbundsliga Sir G. Paiſh, der im Vorjahre in Prag das
Programm eines Kongreſſes vorlegte, der ſich mit
volkswirtſchaft=
lichen internationalen Problemen bei beſonderer Berückſichtigung
der Arbeiten des Völkerbundes beſchäftigen ſollte, hauptſächlich
jedoch unter Rückſichtnahme auf das Bedürfnis, die europäiſche
Oeffentlichkeit und überhaupt die ganze Welt rechtzeitig auf die
herannahende große Finanzkriſe aufmerkſam zu machen. Dieſer
Programmentwurf fand bei den Prager Faktoren keinen Beifall.
Sie ſchlugen vor, auf die Tagesordnung keine grundſätzlich
ſtritti=
gen Fragen zu ſetzen, zu denen insbeſondere die Frage der
dro=
henden Weltfinanzkriſe gehört, deren öffentliche Erörterung die
führenden Finanzkreiſe beunruhigen würden. Da auch von
fran=
zöſiſcher Seite die gleiche Anſicht vertreten wurde, beſchloß man,
dieſe Frage bei der in Ausſicht genommenen Konferenz nicht
an=
zuſchneiden und lediglich jenes Material zu beraten, das bei der
internationalen Wirtſchaftstagung des Völkerbundes in Genf
ver=
handelt wurde. Die auf der Baſis dieſes Programms für die
Zeit vom 4. bis 6. Oktober 1928 nach Prag einberufene Konferenz
war ſonach als eine Manifeſtation der öffentlichen Meinung
zu=
gunſten der Ergebniſſe der Genfer Wirtſchaftstagung gedacht.
Die Eröffnung des Kongreſſes geſtaltete ſich
verheißungs=
voller, als der Verlauf der Tagung hielt. Nach den üblichen
Empfangs= und Begrüßungsanſprachen nahm der Direktor der
finanzwirtſchaftlichen Sektion des Völkerbundes, Sir Artur
Sal=
ter, als erſter Referent das Wort, um in temperamentvoller Weiſe
auszuführen, daß der wirtſchaftliche Druck und die wirtſchaftliche
Rivalität in der Vergangenheit die tiefſten und andauerndſten
Kriegsurſachen geweſen ſeien. Auch heute noch wirkten dieſe
Kräfte fort, ſo daß es im Intereſſe der Sicherung des Friedens
eine Lebensnotwendigkeit der Staaten ſei, zu verhindern, daß die
individuelle wirtſchaftliche Rivalität zu wirtſchaftlichen Konflikten
und damit zum Kriege führe. Der Völkerbund, dem der Redner
das Zeugnis ausſtellt, daß es ihm gelungen ſei, zur Sanierung
der erſchütterten Währungen mancher europäiſchen Staaten
weſentlich beizutragen und ihre Finanzwirtſchaft auf geſunde
Grundlagen zu ſtellen, habe ſich in entſchiedener Weiſe dem nächſt
größeren Hindernis gegen die Geſundung Europas zugewendet,
dem Abbau der Zollmauern, und es ſei zu hoffen, daß dieſe
Arbeit trotz aller Schwierigkeiten einem gedeihlichen Ende
zuge=
führt werden könne. Salter bezeichnete die Entſchließungen von
Genf als Ratſchläge, die noch keine Tat ſind, und er ſtellte feſt,
daß es zu einer Herabſetzung der autonomen Tarife in Europa
nicht gekommen iſt. Als einen Erfolg glaubte er feſthalten zu
können, daß ſie in einigen Ländern, wie zum Beiſpiel in
Frank=
reich, nicht um das urſprünglich beabſichtigte Maß hinaufgeſetzt
worden ſeien, und daß andere Länder, u. a. Schweden, von der
in Ausſicht genommenen Erhöhung überhaupt abgeſehen haben.
Indeſſen ſeien die hohen Tarife aber nicht allein, die einzigen
Hinderniſſe, die ſich dem internationalen Handel entgegenſtellen;
auch die Ein= und Ausfuhrverbote müßten revidiert werden,
Nach Salter, der ſchließlich die Ausſichten für die Zukunft
für ermutigend, wenn auch nicht zufriedenſtellend (!) bezeichnete,
ſprach Maurette, der Vertreter des Internationalen
Arbeits=
amtes, über die drei Hauptaufgaben des Völkerbundes — die
Politik, die Wirtſchaft und die ſoziale Fürſorge —, worauf der
reichsdeutſche Delegierte Dr. Stern=Rubarth zu Worte kam. Er
führte aus, daß es zu Irrtümern führen würde, wenn jede
Aen=
derung, die in der Wirtſchafts= und Handelsregelung der
zwiſchen=
ſtaatlichen Verhältniſſe eingetreten iſt, dem Einfluß der Genfer
Konferenz zugeſchrieben würde. Es ſei aus dieſem Grunde recht
ſchwer, zu konſtatieren, inwieweit zum Beiſpiel die Beſtrebungen
des Deutſchen Reiches um Ausgleichung an Anpaſſung der
wirt=
ſchaftlichen und Handelsverhältniſſe aus dieſer Konferenz ſich
ergeben und inwieweit ſie bedingt ſind durch die beſondere
Nach=
kriegslage Deutſchlands, die auf dem verkleinerten Gebiete und
bei den rieſigen finanziellen Verpflichtungen ſeine
Wirtſchafts=
politik nachdrücklich ändern müſſe. Allgemein könne geſagt
wer=
den, daß die Weltwirtſchaftskonferenz eher eine Beſtätigung der
gewählten Methoden als deren Aenderung bedeute. Als konkrete
wahr, ohne Beſchönigung und Uebertreibung zu ſchildern. Das Bild,
das er hier von ihr entwirft, iſt ergreifend und erſchütternd.”
Alleu=
dings war dieſes Jahr, wie geſagt, die ſchlimmſte Zeit für das
Ruhr=
gebiet, in der zu aller Bedrängnis noch Streik und ſechswöchige
Aus=
ſperrung hinzukamen. Mit packender Realiſtik ſchildert der Verfaſſer
das Leben der Bergarbeiter, ihre harte und ſtets von Lebensgefahr
bedrohte Arbeit in der „entſeelten Hölle”, ihre Mühen und Not, ihr
Zuſammenleben, die Wohnungsmißſtände und die zum Teil damit
zu=
ſammenhängende ſittliche Not und Verwahrloſung der Jugend und läßt
dabei die Arbeiter ſelbſt in ihrer fürchterlich gemeinen Sprache ſprechen,
hat, aber das tiefſte Mitleid mit ihrer Not. Die mit Klugheit und
Intelligenz vereinigte meiſterhafte Kunſt objektiver Darſtellung
be=
währt ſich in der packenden Kraft realiſtiſcher Schilderung des Streiks,
der brutalen Vergewaltigung und Rachſucht der vor nichts
zurück=
ſchreckenden Beſatzungstruppen und der Ausſperrung und des durch ſie
herbeigeführten grenzenloſen Elends und Haſſes der Bergarbeiter gegen
die „Ausbeuter” in glänzender Weiſe. Ein Kapitel „Diskuſſionen”,
die er mit Bergleuten führt, die faſt ausſchließlich Kommuniſten und
Anarchiſten ſind, gibt mit tiefem Eindringen in die Materie und
viel=
ſeitiger Kenntnis die Anſichten der Kommuniſten, der geſchworenen
Feinde der Sozialdemokraten, über Staat, Politik, Religion, Kunſt,
Poeſie und Philoſophie wieder, die er ſelbſt nicht teilt und zu widerlegen
verſucht. Aber Millionen von arbeitenden Bergarbeitern werden von
ſolchen Fragen nicht berührt, in bitterſter Not verdienen ſie ihr tägliches
Brot, ſtellen ihr ganzes Denken, Fühlen und Wollen in den Kampf
um das nackte Leben, ſie ſind dumpf, erdgebunden und tief an den
Alltag gefeſſelt, ihr Daſein erſcheint troſtlos, lehr und freudlos. — Das
mit ſouveräner geiſtiger und ſtiliſtiſcher Beherrſchung des Stoffes
ge=
ſchriebene Buch, ein Zeitdokument von hervorragender Bedeutung, lieſt
ſih wie ein ſpannendes Drama.
al Mombert, Soziale und wirtſchaftspolitiſche Anſchauungen in
eutſchland. 2. Auflage. Quelle u. Meher, Leipzig. 1928.
Im Zeichen des Kölner Bankiertags, der Tagung deutſcher
Sozio=
en in Zürich, der Gewerkſchaftstagung, der Zuſammenkunft deutſcher
ßhändler in München ſtehend, haben die letzten Wochen lebhaftes
ereſſe für volkswirtſchaftliche Dinge in breiteſte Kreiſe getragen. Das
maljahr der Daweslaſten verlangt gebieteriſch eine Regelung
außen=
tiſch=wirtſchaftlicher Verpflichtungen, wie im Innern die Knappheit
Schwierigkeit der Lebenshaltung darauf hindrängt eine beſſere
Lö=
g aller wirtſchaftlichen Probleme zur Erreichung eines höheren
feſtandard” zu finden. Wir erinnern uns, wie von verſchiedenen
Sei=
gegen die Auswüchſe der Sozialverſicherung in Theorie und Praxis
rm gelaufen wird. Wie anders Eingeſtellte verſuchen, die Betätigung
öffentlichem Hand in privater Wirtſchaft noch zu vergrößern. Alles
allem: die alte Auseinanderſetzung zwiſchen bürokratiſcher und
libe=
r Wirtſchaftsweiſe. Zur Beurteilung der ſich entwickelnden Kämpfe
Methoden, zur Abſchätzung der Möglichkeiten, iſt es unerläßlich, ſich
den theoretiſchen und hiſtoriſchen Grundlagen der heutigen
Wirt=
ftsauffaſſungen auseinanderzuſetzen. Wenn das möglich iſt, ohne
große Mühe und Zeit darauf zu verwenden, wenn das einführende
k alſo klar und knapp geſchrieben iſt, dann hat es ſeinen Zweck er=
Das vorliegende Buch Momberts iſt faſt ein Wunder an
Prä=
in und Kürze, um ſo erſtaunlicher, als es ſich um einen der dehn=
Fragenkomplexe handelt,
endſte
Seite 4
Samstag, den 13 Oktober 1928
Nummer 283
Wirkungen führte Dr. Stern=Rubarth unter den angedeuteten
Vorbehalten an:
1. Den deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag, der den Genfer
Kardinalforderungen entſpricht. 2. Die Einführung des
Prin=
zips der Meiſtbegünſtigungsklauſel. 3. Beſtimmte Maßnahmen
auf dem Gebiete der Herabſetzung der autonomen Zölle.
4. Geltendmachung kollektiver Aktionen bei der Regelung der
Wirtſchaftsbeziehungen, wie Beſeitigung der Hinderniſſe bei
der Zollabfertigung, Vereinheitlichung der Nomenklaturen und
ähnliches. 5. Die Tatſache, daß beim Abſchluß neuer
Handels=
verträge immer auf die in Genf aufgeſtellten Forderungen
Rück=
ſicht genommen werde.
Der öſterreichiſche Delegierte betonte die Unmöglichkeit für
Oeſterreich, ſeine Zollſchranken herabzuſetzen, ſolange nicht
an=
derswo der Anfang gemacht werde und Oeſterreich nicht die
Sicherheit habe, daß es Markt gewinnt. Der belgiſche Delegierte
wieder betonte, daß Belgien auf dem Gebiet des Handels die in
Genf aufgeſtellten Richtlinien verfolgt habe und daß geſagt
wer=
den könne, Belgien ſei heute ein größerer Anhänger des Prinzips
des freien Handels als 1924. Für Bulgarien ſprach Dr. Pahow,
der feſtſtellte, daß ſein Staat in handelspolitiſcher Hinſicht nur
den größeren Staaten folgen und nicht ohne Riſiko die Zolltarife
herabfetzen könne. Der franzöſiſche Delegierte Poiſſon verteidigte
die von Frankreich nach der Genfer Konferenz vorgenommene
Erhöhung der Zollſchranken, indem er darauf verwies, daß
Frankreich in der Regelung der Zolltarife hinter dem übrigen
Europa zurückgeſtanden ſei. Durch den Abſchluß des
franzöſiſch=
deutſchen Handelsvertrages ſei eine vollkommene Wendung in
der Handelspolitik Frankreichs eingetreten, da dieſer Vertrag
gewiſſermaßen die Einleitung zu einer Reihe von Verträgen, in
denen die Meiſtbegünſtigung anerkannt wird und welche
Kon=
zeſſionen beinhalten würden, zu denen ſich Frankreich vor dem
der Liga Großbritanniens die Reſolutionen der Genfer Konferenz die erſte Reſolution ſpricht, ſoll beſonders ſolche Vorſchläge
er=
begrüßt, für die niederländiſche Liga Fräulein van Dorp die
Gründe dargelegt hatte, die Holland veranlaßt haben, nach dem
Kriege zu Schutzmaßnahmen zu greifen, ſchließlich der Vertreter
der ungariſchen Völkerbundsliga, der italieniſche Delegierte und
der Vertreter der japaniſchen Liga und für die deutſche Liga der
Tſchechoſlowakei Miniſter a. D. Urban geſprochen hatten, brachte
der letzte Tag der Konferenz ein Referat des Mitgliedes des
in die Notwendigkeit einer Loslöſung der Wirtſchaft von den
allgemeinen politiſchen Fragen betonte. Solange die Liquidierung
der Kriegsſchulden und die definitive Regelung der Reparationen
nicht gelingt, werde die Welt ihre wirtſchaftliche Labilität nicht
loswerden. Frau Dr. Lüders erklärte, daß die neuen Staaten
zur Schaffung ihrer eigenen Steuerſyſteme gezwungen ſeien,
wor=
aus in der wirtſchaftlichen Praxis hervorgehe, daß die Erzeugung
oft dort Zuflucht ſucht, wo deren private Intereſſen beſſer
ge=
ſchützt ſind. Dadurch werde die wirtſchaftliche Rationaliſierung
verträge untergraben, ſo daß man Methoden des wirtſchaftlichen
Kleinkrieges entgegengehe, woraus wieder die Gefahr eines Krie= die im heurigen Mai in Genf und jetzt in Prag als unhaltbar
fahl, die Zollaglomeration zwiſchen Frankreich, Belgien und
Deutſchland anzuſtreben, die Idee der Zollunion zwiſchen
Deutſchland und Oeſterreich deswegen zurückzuweiſen, weil ſich
hinter einer ſolchen Union politiſche Zwecke verſtecken könnten,
und die Vorbereitung einer mitteleuropäiſchen Zollunion. Schließ=
lich nahm die Konferenz vier Reſolutionen an:
Die erſte Reſolution empfiehlt, ein internationales
Hilfs=
komitee bei der Internationalen Union für den Völkerbund zu
ſchaffen, deſſen Aufgabe es ſein wird, vor allem Material über
wirtſchaftliche Fragen zu ſammeln. Weiter wird die Verwirk=
lichung eines Internationalen Wirtſchaftsprotokolls empfohlen,
durch das ſich die Regierungen verpflichten würden, in ihren
Staaten alle internationalen Wirtſchaftskonventionen, die aus
dem Organismus des Völkerbundes hervorgehen, zu ratifizieren.
Dieſes Protokoll würde außerdem die Verpflichtung betreffen,
daß kein Handelsvertrag abgeſchloſſen wird, der auf dem Gebiete
des Tarifweſens nicht unbedingt und vorbehaltlos die
Meiſt=
begünſtigungsklauſel enthalten würde. Ferner würde die
Ver=
pflichtung auferlegt, langfriſtige Handelsverträge abzuſchließen,
alle Handelskonventionen und Verträge dem
Völkerbundsſekre=
tariate vorzulegen. Außerdem würden ſich darin die Regierungen
verpflichten, daß ſie ſobald als möglich an die Herabſetzung der
gültigen Tarife ſchreiten würden.
Die zweite für einen europäiſchen Zollverein
vor=
geſchlagene Reſolution verlangt, daß alle Staaten eine allmähliche
Herabſetzung der Zollſchranken als notwendige Vorausſetzung
für die Schaffung breiterer Zollvereine anſtreben. Bevor dieſes
Ziel erreicht werden wird, wird den Regierungen und dem
Völkerbund empfohlen, die Arbeiten zu erleichtern, die auf die
Formulierung von Kollektivverträgen abzielen, wodurch die jetzt
gültigen Zölle als Maximalzölle feſtgeſetzt würden und wodurch
gleichzeitig beſtimmt würde, in welcher Weiſe die jetzigen Zölle
abgebaut werden ſollen. Am Schluſſe wird in der Reſolution die
Verwirklichung der Unifizierung der Zollnomenklaturen der
Tariffyſteme verlangt.
Die dritte Reſolution betrifft die Grundſätze der
Wirtſchafts=
politik, die die Friedensbeſtrebungen unterſtützen. Es wird
ver=
langt, daß die Völker in ihren Beziehungen allen Beſtrebungen
nach einer wirtſchaftlichen und finanziellen Vorherrſchaft
aus=
weichen.
In der vierten Reſolution werden die in der Prager
Kon=
ferenz von den verſchiedenen Organiſationen gemachten Vor=
Kriege niemals entſchloſſen hätte. Nachdem noch der Vertreter ſchläge berückſichtigt. Der wirtſchaftliche Hilfsausſchuß, von dem
wägen. Gleichzeitig wird vorgeſchlagen, daß die Union der
Völkerbundsligen eine weitere Konferenz einberufe, gegenwärtig die Gehaltsverhältniſſe durch ſtaatliche
Beſoldungs=
in der die Beſtrebungen, von denen die Prager Konferenz
durch=
drungen war, fortgeſetzt werden würden.
Es iſt nicht berwunderlich, daß bei dem etwas gezwungenen
Deutſchen Reichstages Frau Dr. Lüders, in welchem die Redne= Optimismus, der bei der Mehrzahl der erſtatteten Berichte zum
Ausdruck kam, der Kongreß von einer Teilnahmsloſigkeit getragen
war, die in einem kraſſen Gegenſatz zu der Bedeutung ſtand, die
man der Prager Tagung zu geben bemüht war. Seit der Genfer
Wirtſchaftskonferenz hat ſich in den meiſten Staaten an dem
Syſtem des Protektionismus ſoviel wie nichts geändert, und es
iſt nur ein magerer Troſt, wenn immer wieder darauf
hingewie=
ſen wird, daß es ſchon beſſer würde, ſofern erſt einmal wirklich
ernſthaft mit dem Abbau der wirtſchaftlichen Fehde zwiſchen den
Staaten begonnen wird. Denn kein Land will den Anfang
erſchwert und das Vertrauen in die Beſtändigkeit der Handels= machen; es wartet immer auf den Nachbarn, auf die anderen
Staaten und ſetzt in der Zwiſchenzeit jene Wirtſchaftspolitik fort,
ges mit Waffen drohe. Hervorzuheben iſt endlich, daß der Dele= hingeſtellt worden iſt. Aber darüber zu reden iſt, nicht die
gierte der franzöſiſchen Sektion der europäiſchen Zollunion emp= Aufgabe der Delegierten des Prager Kongreſſes geweſen. Die
meiſten von ihnen haben ſich alſo darauf beſchränkt, zu ſagen, braucht Herr Braun den Zuzug der Volkspartei und eine
Ver=
was nützlich und gut zu tun wäre, aber man vermißt ein
frei=
mütiges Bekenntnis: mein Staat hat ſich bisher um Genf nicht
gekümmert. Und ſo kann denn der Prager Wirtſchaftskonferenz,
die einberufen worden iſt, die Ratſchlüſſe von Genf populär zu
machen, kaum die Bedeutung zuerkannt werden, die ſie ſich ſelbſt
zu geben verſucht hat. Sie iſt eine der ungezählten
internatio=
nalen Beratungen, die damit enden, daß eine neue Beratung
angeſetzt wird, in welcher man ſich darüber einigt, daß man ſich /
einigen will!
1
* Die Sphinz des Konkordats.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die preußiſche Regierung hat nun doch endlich offiziell
zu=
geben müſſen, daß ſie ſich innerhalb des Kabinettes mit dem
Konkordat beſchäftigt hat. Länger ließ ſich das aber auch nicht
aufſchieben, weil inzwiſchen doch mancherlei Einzelheiten bekannt
geworden ſind, die eine Klärung innerhalb der Parteien
not=
wendig machen. Herr Becker hat die kulturpolitiſchen
Abmachun=
gen mit dem Nuntius paraphiert, aber ſich damit nur für ſeine
Perſon feſtgelegt. Die Widerſtände, die innerhalb der
Sozial=
demokraten und Demokraten bereits auftauchen, ſind ſo ſtark, daß
an eine Verabſchiedung des Konkordates in dieſer Form nicht
zu denken iſt. Auch wenn die ganzen Beſtimmungen über die
Schule geſtrichen werden, bleibt als Reſt zu tragen peinlich der
Verzicht des Staates auf maßgebliche Mitwirkung bei der
Be=
ſetzung der Bistümer, bleibt auch die Errichtung eines neuen
Bistums in Kammin. Gegen die Neuerrichtung in Eſſen werden
wohl ernſthafte Einwendungen nicht erhoben. Auch für Berlin
liegt eine ſachliche Berechtigung dazu nicht vor. Bei Kammin
dagegen iſt es ein unmittelbarer Ausfluß der katholiſchen Aktion,
ein Stoß gegen den Proteſtantismus, weil es ſich dort nicht ſo
ſehr um die Betreuung katholiſcher Seelen handeln kann, wie um
den Gewinn neuer Katholiken. Allerdings wird auch dieſe Frage
noch maßgebend beeinflußt durch die noch nicht abgeſchloſſenen
finanziellen Verhandlungen. Der Nuntius zielt darauf hin, daß
in dem Konkordat der katholiſchen Kirche ſehr erhebliche Mittel
zur Verfügung geſtellt werden, daß es aber der Kirche überlaſſen
bleiben ſoll, wie ſie dieſe Mittel verwendet, daß alſo beiſpielsweiſe
die Bezahlung der Geiſtlichen ihre Angelegenheit iſt, während
geſetze geregelt ſind. Der Verſuch alſo, die bereitgeſtellten Mittel
ſo zu vertreten, daß ſie von der Kirche ungehindert als
Propa=
gandafonds benutzt werden können, muß unter allen Umſtänden
verhindert werden, ebenſo wie der Staat es auch ablehnen wird,
die ſehr erheblichen Beträge zur Verfügung zu ſtellen, die für die
Errichtung eines neuen Bisrums notwendig ſind.
Durch das Konkordat hat ſich übrigens eine eigenartige
Ver=
ſchiebung in der Stellung der preußiſchen Parteien zur
Regie=
rungsbildung vollzogen. Miniſterpräſident Braun, der bisher eine
Verzögerungstaktik wählte, ſcheint jetzt anderer Meinung
ge=
worden zu ſein. Er hat ſich ausgerechnet, daß bei der
Entſchei=
dung über das Konkordat ſeine Lage im Kabinett nicht ſehr
an=
genehm iſt. Für das Konkordat werden unter allen Umſtänden
die 3 Zentrumsminiſter und Dr. Becker ſein, Gegner die beiden
Sozialdemokraten, ſowie der Finanzminiſter Hoepker=Aſchoff,
während der 3. Demokrat, Dr. Schreiber, als unſicher gilt. Es
könnte alſo den Sozialdemokraten geſchehen, daß ſich im Kabinett
eine Mehrheit für das Konkordat findet. Unter dieſen Umſtänden
ſtärkung ſeiner Poſition durch das Verſchwinden des
Kultus=
miniſters, was er nur mit dem Eintritt der Volkspartei in das
Kabinett erreichen kann. Er will alſo jetzt offenbar Dampf hinter
die Verhandlungen machen. Aus begreiflichen Gründen wird
natürlich das Zentrum erſt recht auf ſeinen bisherigen
Miniſter=
ſitzen beſtehen. Herr Braun wird aber verſuchen, im Laufe der
kommenden Woche ſchon weiter zu kommen und nicht erſt bis zu
Anfang November zu warten.
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Nummer 285
Samstag, den 13 Oktober 1928
Seite 8
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 13. Oktober.
— Ernannt wurden: am 14. September der Schulamtsanwärter
Gottlieb Brenner aus Bürſtadt (KreisBensheim) zum Lehrer an
der Volksſchule in Mörlenbach (Kreis Heppenheim): am 19. September
der Lehrer Dr. Eduard Berlet an der Volksſchule zu Lorſch (Kreis
Bensheim) zum Rektor an dieſer Schule, der Schulamtsanwärter
Her=
mann Sehfried aus Weiſenau (Kreis Mainz) zum Lehrer an der
Volksſchule zu Spiesheim (Kreis Oppenheim) — ſämtlich mit Wirkung
vom Tage des Dienſtantritts ab.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 2. Oktober die
Handarbeits=
lehrerin an der Volksſchule zu Gimbsheim (Kreis Worms) Barbara
Schwarz auf ihr Nachſuchen vom 1. November 1928 ab.
— Erledigt ſind (im Kreiſe Bensheim): eine Schulſtelle für eine
Lehrerin an der katholiſchen Volksſchule in Bensheim, eine
Schul=
ſtelle für eine katholiſche Lehrerin an der Volksſchule in Bürſtadt,
zwei Schulſtellen für katholiſche Lehrerinnen an der Volksſchule in
Lorſch, eine Schulſtelle für eine Lehrerin an der evangeliſchen
Volks=
ſchule in Lampertheim, die Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
an der Volksſchule in Langwaden, eine Schulſtelle für einen evgl.
Lehrer an der Volksſchule in Hähnlein — Dienſtwohnung iſt
vor=
handen und ſofort beziehbar.
— Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen vormittags 11 und
11.30 Uhr, nachmittags 3.30 Uhr und 4 Uhr ſtatt. Samstag den ganzen
Tag und Sonntag nachmittag geſchloſſen.
— Heſſiſches Landestheater. In der heutigen Volksvorſtellung des
„Zigeunerbaron”, in der Sitta Müller=Wiſchin als Arſena
gaſtiert, wird an Stelle des erkrankten Herrn Deharde Herr Hermann
Häcker vom Stadttheater in Mainz den Barinkay ſingen. Die von
Kapellmeiſter Bamberger geleitete Vorſtellung, in der außerdem die
Damen Landwehr, Liebel und Gothe, ſowie die Herren Kuhn, Ney,
Vogt und Jürgas mitwirken, beginnt um 19.30 Uhr. — In der
heuti=
gen Aufführung von „Dame Kobold” im Kleinen Haus ſpielt Mela
Wigandt die Rolle der Iſabel. — Zur morgigen Wiederholung von
Richard Wagners „Lohengrin” in der Anna Jacobs die Ortrud
ſingt, muß die Gültigkeit der Gutſcheine für die Mieter eingeſchränkt
werden wie folgt: Tauſchkarten erhalten nur Mieter, die die ihrer
Miete zugeteilte Lohengrin=Aufführung nicht beſucht haben, gegen
Rück=
gabe des ihnen hierfür überſandten Gutſcheins. Die 10proz, Ermäßigung
kann nur noch für Sperrſitz= und Logenplätze gegeben werden. — Es
wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß die Gutſcheinheftchen
für den Bezug der Blätter des Landestheaters jetzt erſchienen ſind. Die
Mieter, die die Zeitung zu erhalten wünſchen, werden gebeten, die
Heft=
chen am Schalter 4 der Hauptkaſſe während der Kaſſeſtunden (9—13½
Uhr) in Empfang zu nehmen, da ohne die Gutſcheine kein Theaterzettel
abgegeben werden kann.
— Ausſtellung Mathildenhöhe der Intereſſengemeinſchaft
fortſchritt=
licher Künſtler Heſſens. Die Ausſtellung hat in einer Kollektion
Gra=
phiken des jungen Darmſtädters Alfred Springer, zur Zeit
Karls=
ruhe, eine bedeutende Erweiterung erfahren, außerdem eine Bronze=
Plaſtik von Profeſſor Pilartz=Berlin, den Komponiſten Hindemith
darſtellend. Der Beſuch der Ausſtellung iſt nach wie vor ganz
hervor=
ragend und überraſchend gut; der letzte Sonntag brachte wiederum
160 Beſucher, ſo daß jetzt innerhalb 14 Tagen, ſeit Beginn der
Aus=
ſtellung, weit über 700 Beſucher da waren. Leider erfährt die Ausſtellung
bis Ende nächſter Woche einen Verluſt durch Entfernung der großen
Bauplaſtiken des Darmſtädter Bildhauers Antes, die für den
Rat=
hausneubau in Oberhauſen (Rheinland) beſtimmt ſind und dort jetzt
zur Ausſtellung gelangen müſſen.
— Liederkranz=Konzert. Am 5. November (Montag), abends 8 Uhr,
findet im Städtiſchen Saalbau das diesjährige Konzert ſtatt. Die
Lei=
tung hat Herr Kapellmeiſter Fr. Fiſcher, Lehrer an der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt. Er wurde am 1. Juli d. Js. als Chorleiter
für den Verein verpflichtet, da unſer Ehrenchormeiſter, Herr
Kammer=
muſiker M. Stetefeld, aus Geſundheitsrückſichten ſein Amt niederlegte,
das er über 30 Jahre würdig verwaltete. Herr Kapellmeiſter Fiſcher
hat es verſtanden, in den wenigen Monaten ein Programm
herauszu=
arbeiten, das größte Beachtung verdient. Werke neuzeitlicher
Kom=
poniſten, wie Buck und W. Moldenhauer, ſowie Originalwerke von Fr.
Schubert, die hier als Erſtaufführungen im Konzertſaal angeſprochen
werden müſſen, geben dem Programm einen beſonderen künſtleriſchen
Wert. Als Soliſt wurde der hier in weiten Kreiſen bekannte und
ge=
ſchätzte Künſtler Hans Höfflin vom Stadttheater Mainz (ehem.
Mit=
glied des Heſſiſchen Landestheaters) verpflichtet. Er wird Lieder von
Hugo Wolf und Franz Schubert zu Gehör bringen. (Alles Nähere
fiehe Anzeigen.)
— Petrusgemeinde — Mänuervereinigung. „Chriſtentum
und Tierſchutz”, ſo lautete das Thema, über welches in der letzten
Monatsverſammlung der Vorſitzende, Herr Oberreallehrer Frank,
in feſſelnder Weiſe ſprach. Er war dazu in beſonderer Weiſe berufen,
da er ſeit Jahren ſchon ſich mit der Tierſchutzſache beſchäftigt und um
dieſelbe verdient gemacht hat, namentlich auch durch ſeine rege
Mit=
arbeit an der Tierſchutzzeitſchrift. Der Vortragende hat ſich mit der
Bearbeitung des genannten Themas ein Verdienſt erworben, da die
Bezichungen der im Thema bezeichneten beiden Begriffe wohl anderswo
noch nicht in ſo umfaſſender Weiſe hervorgehoben worden ſind. Dazu
iſt das Thema angeſichts der in unſerer Zeit ſo kraß zutage tretenden
Rückſichtsloſigkeit und Gefühlsroheit ein überaus zeitgemäßes. Der
Vortragende beleuchtete ſeinen Gegenſtand von allen Seiten in
er=
ſchöpfender Weiſe und bekundete dabei eine achtunggebietende
Bibel=
kenntnis. Die Berechtigung dazu, den Tierſchutz als ein Gebot des
Chriſtentums zu bezeichnen, wurde von dem Grundzuge des letzteren,
der bermherzigen Liebe, hergeleitet. Daß nicht bloß das Neue, ſondern
auch in beſonders reichem Maße das Alte Teſtament den Tierſchutz
predigt, dafür werden eine ganze Anzahl treffender Schriftſtellen
an=
geführt. Im Verlaufe des Vortrags erwärmte ſich der Redner ſo ſehr
für ſeine Sache, daß er über die Grenzen des durch das Thema
ge=
zogenen Bezirks hinausging und einen warmen Aufruf erließ zum
Mitleid für die ſtumme Kreatur an alle, die noch menſchlich fühlen
können. Er lenkte die Gedanken ſeiner Zuhörer hin auf die
Wichtig=
keit der Tierſchutzſache für die Erziehung der Jugend und zeigte, wie
im Leben des Alltags jeder an ſeiner Stelle dem Tierſchutz dienen und
dadurch zur ſittlichen Höherentwicklung des Volkes beitragen könne.
So wurde der Vortragende zu einem warmen Anwalt für die
Tier=
welt; er warb nicht bloß für den Beitritt in den Tierſchutzverein,
ſon=
dern lenkte auch die Aufmerkſamkeit auf ein nächſtliegendes, ihm am
Herzen liegendes dringendes Ziel hin, das iſt die Errichtung eines
Tierheims in unſerer Stadt. — Daß Chriſtentum und Tierſchutz etwas
miteinander zu tun haben, das iſt gewiß jedem Zuhörer durch den
Vor=
trag klar geworden; daß aber nun auch die richtige Folgerung aus
dieſer Erkenntnis gezogen werde durch Betätigung des Gehörten und
Förderung der guten Sache, dies ſei unſere ſchöne Hoffnung! — Der
Schriftführer ſprach in Verhinderung des zweiten Vorſitzenden dem
Redner, welchem reicher Beifall geſpendet worden war, den wärmſten
Dank des Vorſtandes und der Männervereinigung aus. — Herr Pfr.
Weiß betonte in der Ausſprache, wie ſehr die Kirche die Förderung
ſo echt chriſtlicher Gedanken und Ziele, wie ſie der Tierſchutz in ſich
begreife, durch beſondere Vereinigungen begrüße. Aus der
Verſamm=
lung heraus wurde die Notwendigkeit der Mitwirkung von Polizei und
Tagespreſſe zur Förderung des Tierſchutzes an Beiſpielen aus dem
Alltagsleben gekennzeichnet. Zweifellos bot der Abend denen, die
ge=
kommen waren, reiche, ſegenbringende Anregung.
* Hausfrauenbund. Der Frankfurter Hausfrauenverein hat für
den 23. Oktober zu einer Ausſtellung „Die Brautausſtattung von
einſt und jetzt” eingeladen. Die Mitglieder, die ſich daran beteiligen
wollen, werden gebeten, ſich zur Fahrt nach Frankfurt in den
Sprech=
ſtunden von 10—12 Uhr bis Freitag einzuzeichnen, damit ſie
Fahrpreis=
ermäßigung erhalten. Der Eintritt für die Ausſtellung iſt gering.
Ab=
fahrt 1.47 Uhr.
Die Auszahlung der laufenden Zufatzrente für nicht im
Er=
werbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte, Kriegerhinterbliebene,
Alt=
rentner und Altrentnerinnen erfolgt am Montag, den 15. Oktober,
vorm. von 8—12 Uhr durch die Stadtkaſſe.
*Orpheum.
Krümmel’s Wochenende.
Ein tolles Drunter und Drüber in drei Akten.
Anton Krümmel, Bonbon= und Schokoladenfabrikant, verlebt ſein
Wochenende bei ſeinem Schwiegerſohn in Köln. Des glücklichen
Schwie=
gerſohns einſtige Braut iſt aus dem Auslande zurückgekehrt und will
endlich ſich verheiraten. So iſt Krümmels Schwiegerſohn in
begreif=
lichen Schwulitäten. Um die Löſung dieſer knifflichen Geſchichte geht
es im großen und ganzen. Allerdings, ſie wird erſt noch mehr
ver=
wirrt durch allerlei Streiche des alten Papa Krümmel, durch den
ver=
rückten italieniſchen Geſangslehrer Roſſi, durch Ausflüchte des
Schwie=
gerſohns, durch das Auftreten zweier Schiffskapitäne Harmſen, wo nur
einer erwartet wird und auftreten ſollte, durch eine Reihe anderer
Miß=
verſtändniſſe und „Falſchverbindungen” — kurz und gut, ein allgemeines
Tohuwabohu. Aber der alte Krümmel iſt durch langjährige
Erfah=
rungen ſeitens ſeiner beſſeren Hälfte gewitzigt, und dieſe ſelbſt auch
nicht von Pappe. So kommt nach und nach alles ins Lot. Krümmel
und ſeine Hermine vertragen ſich. Reinhold, der Schwiegerſohn, erhält
Verzeihung und „darf” ſeine Frau behalten. Die erſte Braut — ſtatt
vor unglücklicher Liebe zu verzweifeln — fängt ſich den einen Kapitän
Harmſen. So geht alles äußerſt beruhigt und friedlich aus. Das
Wochenende kann jetzt ungeſtört ſeinen Fortgang nehmen. — Dieſer
heitere Schwank ohne tieferen Inhalt, oder vielleicht gerade deshalb ſo
erfriſchend und beluſtigend, iſt eine Kette komiſcher Situationen.
Ge=
rade im unmöglichſten Moment treffen ſich die, die ſich nicht treffen
ſollten. Komiſche Situationen, unvorhergeſehene Begegnungen wirken
immer. Mehr noch, wenn ein gutes Spielperſonal ihnen humorvolles
Leben zu verleihen weiß. Alle waren gut in ihren Rollen. Hermine
Krümmel, die Schwiegermutter, den Pantoffel gleicherweiſe über
Ge=
mahl und Schwiegerſohn ſchwingend. Der Schwiegerſohn, aus einer
peinlichen Lage ſich in die andere hineinſchwindelnd. Der hyſteriſche
Italiener, der in jedem Mann einen Liebhaber ſeiner Carlotta ſieht,
den er am liebſten erſchießen möchte, bis ihn eine kräftige Ohrfeige des
Kapitän Harmſen heilt. Und dann vor allem Krümmel ſelbſt. Pfiffig
und tolpatſchig. Aber in dieſer Miſchung geradezu prachtvoll. Dazu
der leicht kölniſch gefärbte Dialekt. Kurz und gut: ein großer
Heiter=
keitserfolg. Das Publikum ſpendete den Darſtellern — Direktor Peter
Prang als Krümmel, Lore Roſenthal als Hermine, Fredy Berthold
als Schwiegerſohn, Otto Ahrens als Ceſare Roſſi reichen Beifall. Die
Lachſalven, die beſonders drollige Szenen erregten, zeigten, daß das
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Stück die gewollte Wirkung erzielte.
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15 B; Willy Hellpach, Politiſche Prognoſe für Deutſchland. 1928.
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Die Tätigkeit der Städtiſchen Feuerwehr und der Städtiſchen
Sani=
tätswache im September. Die Städtiſche Berufsfeuerwehr wurde im
Monat September 1928. Bmal alarmiert, und zwar zu 2 Mittelfeuern,
4 Kleinfeuern, 3 Schornſteinbränden, 3 Autounfällen, 9
Verkehrs=
ſtörungen und zweimal zum Heben von Großtieren. Der
Sanitäts=
dienſt erſtreckte ſich auf 122 Transporte. Die zurückgelegte Fahrtſtrecke
betrug 1158 Kilometer. Auf der Wache, Kirchſtraße 13, Fernſprecher
Nr. 600 und 3500, wurde in ſieben Fälle erſte Hilfe geleiſtet.
beſeitigt üblen Mundgeruch u.
SMOTOdOMLhäßlich gefärbten Zahnbelag
TV. 11861
— Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt. Am Sonntag, dem 14. Oktober,
findet nach dem Schauturnen aller Abreilungen ab 8 Uhr der
Herbſtball der Turngeſellſchaft 1875 in den Räumen des Turnhauſes,
Dieburger Straße Nr. 26, ſtatt. Das Tanzorcheſter ſtellt
Obermuſik=
nciſter M. Weber. Zu dieſem Tanz ſind alle Mitglieder freundlichſt
eingeladen. Gäſte ſind willkommen. (Siehe Anzeige.)
Monatskalender des Vereins für Aquatien=
und Terrarienkunde „Hottonia” in Darmſiadt
für Oktober 1928.
Der Aquarienfreund vereinigt ſeine gleichalterigen Fiſche, um an
der Heizung zu ſparen, in Geſellſchaftsaquarien, die er teilweiſe ſchon
im September bepflanzt hat, damit die Gewächſe ſich noch gut bewurzeln.
ſollten. Aber mit dem ſchwimmenden Pfeilkraut und namentlich mit
Waſſerpeſt kann er während des ganzen Winters noch Aquarien einrichter.
Selbſrverſtändlich darf man nur Fiſche zuſammenſetzen, die ſich
gegenſeitig vertragen und nicht etwa raufluſtige Cichliden mit kleinen,
wehrloſen Zahnkarpfen. Auch muß man ſich etwas nach der Heimat
der Fiſche richten und nach den ihnen zuſagenden Lebensgewohnheiten,
denn nicht jeder Fiſch will gleiche Waſſerwärme haben.
Unter den Wildfiſchen unſerer Heimat hat von den Winterlaichern
der Kilſch das Fortpflanzungsgeſchäft bereits im September begonnen.
Eine Ausnahme macht der Kilſch des Ammerſees, der im Juni und
Juli laicht. Im Oktober beginnen der Lachs, die Seeforelle, der
See=
ſaibling, im November die Aalraupe, die Meerforelle, die kleine
Ma=
räne, der Blaufelchen, der Gangfiſch, die große Maräne und der
Schnä=
pel. Die Regenbogenforelle beginnt erſt zu laichen im Januar und
hört damit auf im Mai. Die längſte Laichzeit, vom Oktober bis April,
hat der Bachſaibling.
Aus den Tümpeln draußen, wo die Natur reges Leben entfaltet,
kann man ſich auch allerlei intereſſantes Getier holen. Wir erinnern
zum Beiſpiel an die Waſſerſpinne und verweiſen gleichzeitig auf die
Waſſerwanzen wie auf die räuberiſchen Schwimmkäfer, die wir ſelbſt
unter dem Eiſe in Begattung ſehen. Der größte und ſchlimmſte unter
ihnen iſt der Gelbrandkäfer, der in mehreren Arten die Gewäſſer
Deutſchlands bewohnt. Sie haben durchweg die Größe vom
Vorder=
glied eines Daumens der Manneshand. Die Vorderbeine der
Männ=
chen ſind mit großen runden Haftſcheiben verſehen, mit deren Hilfe
ſie ſich zur Paarungszeit am Körper des Weibchens feſthalten und die
ihnen auch beim Raube vorzügliche Dienſte leiſten. Den Weibchen
feh=
len dieſe Haftorgane, außerdem erkennt man die meiſten an den
längs=
gefurchten Flügeldecken. Faſt noch ſchlimmere Unholde als dieſe
aus=
gebildeten Käfer ſind ihre mit mörderiſchen Freßzangen ausgerüſteten
Larven.
Der Terrarienliebhaber ſchaffe alle Tiere, ſoweit ſie nicht im
geheiz=
ten Zimmer überwintern ſollen, bei kühlem und ſtürmiſchem Wetter in
die Neberwinterungsbehälter. Die einheimiſchen Kriechtiere werden in
mit feuchtem Moos gefüllten und oben vergitterten Kiſten in den
Ueber=
winterungsraum geſtellt. Von Wichtigkeit iſt, daß die Tiere gut
ge=
nährt ſind. Die Beſitzer von Exoten müſſen nun ſorgſam achtgeben
und flcißi den Thermometerſtand beobachten. Denn gerade jetzt, wo
die Zimmer noch nicht ſtändig geheizt werden und die Nächte ſchon kühl
ſind, iſt die Gefahr, Tiere aus wärmeren Gegenden zu verlieren, am
größten. Dies gilt ſowohl für den Beſitzer von exotiſchen Reptilien als
auch für den von exotiſchen Fiſchen. Es darf nicht außeracht gelaſſen
werden, daß plötzliche Temperaturſchwankungen oft weit gefährlicher
ſind als das allmähliche Sinken der Temperatur etwas unter das
all=
gemein angenommene Minimum.
(Mitgeteilt vom Verein für Aquarien= und Terrarienkunde „
Hot=
tonia‟ Darmſtadt. — Sitzungen jeden 1. und 3. Samstag im Monat
im Vereinslokal, Brauerei Heſſiſcher Hof, Wilhelminenſtraße 1, erſter
Stock. Eigene Freilandanlage, Bibliothek uſw. Gäſte ſtets willkommen.)
— Gedächtnisausſtellung Robert Engels. Der Vorſtand des
Kunſt=
vereins ſchreibt uns: Wie wir bereits Ende vorigen Monats
bekannt=
gegeben haben, iſt es in einer Stadt, die den Ruf als Kunſtſtadt genießt,
einfach unverſtändlich, daß die derzeitige Ausſtellung in der Kunſthalle
am Rheintor einen ſo ſchwachen Beſuch zu verzeichnen hat. Jedenfalls
weiſt die Gedächtnisſchau eine derartige künſtleriſche Höhe auf, daß
niemand, der Sinn für bildende Kunſt hat, es verſäumen dürfte, ſie
zu beſuchen. Bei der Stellung, die Profeſſor Engels in der Kunſtwelt
einnahm, ſind namentlich in der graphiſchen Abteilung, die
ausgezeich=
nete Arbeiten bringt, die Preiſe ſo gehalten, daß viele eines der ſchönen
Blätter, die ſtets ihren Kunſtwert behalten werden, zur Ausſchmückung
ihres Heims erwerben ſollten. Bis jetzt ſind nur die Werke „Der
König und die Kleider” und „Flüchtlinge” hier in Darmſtadt geblieben.
Da die Gedächtnisausſtellung nunmehr nach Düſſeldorf weitergehen
muß, ſoll dieſe Mitteilung ein letzter Appell an die Darmſtädter
Kunſt=
freunde ſein, den kommenden Sonntag, 14. Oktober, als letzten
Aus=
ſtellungstag zu einem Beſuch zu benutzen.
n. Familiengeſchichtliche Vereimigung. Am nächſten Dienstag,
den 16. d. M., 8½ Uhr abends, beginnen die Veranſtaltungen in dieſem
Winter im „Prinz Karl”. Als Ausklang der Jahrhundertfeier des
Geburtstags Wilhelms von Ploennies hält Stadtbibliothekar i. R.
Noack einen Vortrag: „Zur Geſchichte der Familie von
Ploennies‟ Er wird die enge Verknüpfung der Familiengeſchſichte
mit der deutſchen Reichsgeſchichte unter Kaiſer Karl V. behandeln. Gäſte
ſind willkommen.
— Der Kameradſchaftliche Verband der Kriegsteilnehmer hielt ſeine
Monatsverſammlung im Mathildenhöhſaal ab. Nach den
Begrüßungsworten des erſten Vorſitzenden Kam. Nett wurde zur
Tagesordnung übergegangen. Es wurde beſchloſſen, die
Weihnachts=
feier vor Weihnachten im Mathildenhöhſaale abzuhalten. Bei dieſer
Feier ſoll auch eine Weihnachtsbeſcherung ſtattfinden, ſo daß jedes der
Kinder des Verbandes ein Geſchenk haben ſoll; jedoch wird auch an
die Kameraden gedacht werden, welche alleinſtehend ſind. Es wurde
noch beſchloſſen, in nächſter Zeit neue Vereinsnadeln zu beſchaffen mit
dem Namenszug des Verbandes, jedoch den Kriegerswitwen ſoll
an=
ſtelle einer Anſtecknadel eine Broſche geliefert werden. Nach Schluß
der Tagesordnung trat unſere Vereinskapelle in Tätigkeit, bis die
Stunde zum Abſchied gekommen war.
* Orpheum. Die Sonntags=Nachmittagsvorſtellung
beginnt bereits um halb 4 Uhr; es gelten ermäßigte Preiſe von 60 Pf.
bis 2 Mark. Am Montag, 15. Oktober, iſt die Abſchiedsvorſtellung des
Peter Prang=Enſembles. (S. Anzeige.)
— Vorſchriftsmäßige Anſichtskarten. Es ſcheint nicht allgemein
be=
kannt zu ſein, daß Anſichtskarten, die auf der rechten Hälfte der
Vorder=
ſeite oder von der linken auf die rechte Hälfte hinübergreifend kurze
ge=
druckte Angaben und Vermerke tragen, z. B. Firmenangaben in kleinem
Aufdruck, Geſchäftszeichen, Teile von Schutzmarken uſw., nach den
Be=
ſtimmungen der Poſtordnung zur Poſtbeförderung nicht zugelaſſen ſind.
Da an ſolchen Karten immer noch erhebliche Veſtände vorhanden ſind,
iſt die Aufbrauchfriſt, obwohl ſie bereits mehrere Jahre läuft, nochmals
bis 31. Dezember 1329 verlängert worden. Eine weitere Verlängerung
über dieſen Zeitpunkt hinaus iſt nicht beabſichtigt, es iſt deshalb zur
Vermeidung von Schäden erforderlich, bei Herſtellung von Neuauflagen
die Verſthriften der Poſtordnung zu beachten.
Welche Fahrkarten gelten im Eilzuge? Die
Reichsbahndirek=
tion Mainz teilt zur Behebung von Zweifeln mit, daß zur
Be=
nutzung von Eilzügen niedrigere Zuſchläge zu zahlen ſind, als
zur Benutzung von Schnellzügen. Zur Fahrt im Eilzug gelten
die neuen beſonderen Eilzugfahrkarten mit
eingerech=
netem Eilzugzuſchlag. Dieſe Karten tragen einen roten
Diagonalſtrich von links oben nach rechts unten. Die
gewöhn=
lichen Perſonenzugfahrkarten mit dem Aufdruck „
Per=
ſonenzug” oder auch mit dem alten Aufdruck „Eil= oder
Per=
ſonenzug” gelten für den Eilzug nur in Verbindung mit einer
Eilzugzuſchlagkarte.
— 500 Mark Belohnung für die Ermittlung des Täters beim
Raubüberfall auf Graf Hardenberg. Das heſſiſche
Juſtizminiſte=
rium hat für die Ergreifung des Täters, der auf den Grafen
Hardenberg im Neuen Palais des ehemaligen Großherzogs einen
Raubmordverſuch verübte, eine Belohnung von 500 Mark
aus=
geſetzt.
SoktAuswahl
4
veriangt
Vertrauen.
Auf
kannst Du bauen-
[ ← ][ ][ → ]Das Glockenſpiel auf dem Darmſtädter Reſidenzſchloß
Vom Heſſiſchen Hochbauamt erhalten wie folgende
Zuſchrift:
Als nach dem ſtaatlichen Umſturz das Glockenſpiel in die
Verwal=
tung des Heſſiſchen Staates überging, war es in den vorausgegangenen
Kriegsjahren naturgemäß in herſtellungsbedürftigen Zuſtand geraten.
Die zunächſt nötigen Herſtellungen wurden alsdann nach Maßgabe der
damals äußerſt knapp bemeſſenen Mittel nach und nach ſo
vorgenom=
men, daß keine weiteren Schäden entſtehen konnten. Außerdem
erfolg=
ten weſentliche Verbeſſerungen am Werk, die eine Wiederholung
frü=
herer plötzlicher Betriebsſtörungen mehr als bisher verhüten. Der
Zeitpunkt, in dem das Märchen von dem „Regenſchirm” entſtand, liegt
weit zurück. Jedenfalls wurden die bei der gebotenen Sparſamkeit zu
erlangenden Mittel auch für die baulichen Herſtellungen ſo verwendet,
wie es zur Unterhaltung und Verbeſſerung des Geh= und Spielwerkes
zunächſt geboten war. Daß ab und zu — auch außer der Zeit, in der
das Spielwerk für neue Lieder umgeſetzt wird — Unterbrechungen im
Spiel eintreten, rührt von Zwiſchenfällen her, die bei einem derartigen
Werk nicht ganz zu beſeitigen ſind. Gänzlich unangebracht iſt es aber,
* Von der Städtiſchen Feuer= und Rettungswache: Geſtern
vor=
mittag erlitt auf dem Wohlfahrtsamt ein junger Mann einen
Krämpfe=
anfall und mußte nach dem Stadtkrankenhaus verbracht werden. —
Etwas ſpäter verunglückte ein älterer Mann, der mit einem Handwagen
nach einem im Weiterſtädter Weg liegenden Acker fahren wollte, an
dem Induſtriegleis in der Kirſchenallee. Er wurde beim Ueberqueren
von einem Rangierzug erfaßt und ein Stück weit geſchleift.
Sein Handwagen wurde vor ihm hergeſchoben. Er erlitt jedoch
anſchei=
nend nur leichtere Kopf= und innere Verletzungen, zu deren
Behand=
lung er nach dem Stadtkrankenhauſe transportiert werden mußte. —
Geſtern abend wurde Ecke= Hindenburgſtraße und Waldſtraße von einem
Möbelwagen ein Gaskandelaber umgefahren. Die
herbei=
gerufene Feuerwehr dichtete das Gasrohr ab und räumte die geknickten
Ueberreſte dieſer einſt hellen Leuchte beiſeite.
Geſperrt wird wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten der
Illig=
weg zwiſhen Damaſchkeplatz und Wedekindweg bis zum 15. d. M. für
den Auto=, Fuhrwerks= und Radfahrverkehr.
— Dampferabfahrten des Norddeutſchen Lloyd, Bremen.
Aende=
rungen ohne vorherige Anzeige vorbehalten. Nach New York ab
Bremen=Bremerhaven: D. America 15. 10., D. Preſ. Harding 17. 10.,
D. Karlsruhe 18. 10., D. Columbus 20. 10., D. Preſ. Rooſevelt 24. 10.,
D. München 25. 10., D. George Waſhington 31. 10. D. Stuttgart 1. 11.,
D. Berlin 3. 11., D. Dresden 8. 11. Nach New York ab
Southamp=
ton: D. America 16. 10., D. Karlsruhe 19. 10., D. Columbus 21. 10.,
D. Preſ. Rooſevelt 25. 10. D. George Waſhington 1. 11., D.
Stutt=
gart 2. 11. Nach New York via Halifax ab Bremen=
Bremer=
haben: D. Karslruhe 18. 11. Nach Kanada ab Bremen: D.
Cre=
feld 8. 10., D. Cairndhu 15. 10., D. Köln 22. 10. Nach
Philadel=
phia-Baltimore-Norfolk ab Bremen: D. Berengar 22. 10.,
D. Weſtfalen 10. 11. Nach Nord=Amerika=Weſtküſte ab
Bremen: M. S. Havel 20. 10., M.S. Saale 10. 11., D. Witell 1. 12.
Nach Havanna=Galveſton ab Bremen=Bremerhaven: D. York
15. 10., D. Sehdlitz 15. 11. Nach Kuba—New Orleans, ab
Bremen: D. Riol 8. 11. Nach Mittelbraſilien und dem La
Plata (Paſſagierdampfer) ab Bremerhaven: D. Sierra Ventana
20. 10., D. Madrid 27. 10. D. Sierra Morena 10. 11.
Fracht=
dampfer ab Bremen: D. Holſtein 17. 11. Nach
Mittelbra=
ſilien ab Bremen: D. Friederun 13. 10. Nach Nordbraſilien
ab Bremen: D. Arucas 24. 11. Nach Süd=Amerika (
Weſt=
küſte) durch den Panama=Kanal ab Bremen: D. Murla 13. 10., D.
Lippe 3. 11., durch die Magellan=Straße ab Bremen: D. Turpin ab
Bremen 16. 10. Nach Weſtküſte, Zentral= und
Mittel=
amerika und Mexiko ab Bremen: D. Minden 5. 11.
Frucht=
fahrt Kanariſche Inſeln ab Bremen: D. Smyrna 13. 10.,
D. Arucas 27. 10., D. Smyrna 10. 11. Nach Oſtaſien ab Bremen=
Hamburg: D. Remſcheid ab Bremen 20. 10., ab Hamburg 24. 10. M. S.
Fulda ab Bremen 27. 10., ab Hamburg 31. 10., D. Grandon ab Bremen
3. 11., ab Hamburg 7. 11., D. Main ab Bremen 10. 11., ab Hamburg
14. 11. Nach Auſtralien ab Bremen: D. Moſel 5. 11., D. Lahn
8. 12., D. Neckar 7. 1. Nach der Levante ab Bremen: ca. 8
Ab=
fahrten im Monat. Nach Finnland ab Bremen: 8tägiger Dienſt
nach allen Haupthäfen. Nach Reval ab Bremen: Abfehrten alle
8—10 Tage. Nach Leningrad ab Bremen: je nach Bedarf. Nach
England ab Bremen=London: 3—4 Abfahrten in der Woche.
Bremen-Hull: 2 Abfahrten in der Woche. Bremen—
Middlesborough—Newcaſtle: 10tägig. Nach Afrika
(Angola=Linie): D. Winfried ab Hamburg 27. 10., ab Bremen 29. 10.
Geſellſchaftsreiſen: Orientfahrt D. Lützow ab Genua 8. 3.,
Orientfahrt D. Lützow ab Venedig 5. 4., Mittelmeerfahrt D. Lützow
ab Genua 4. 5.
Aus den Parteien.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Es
wird nochmals an die heute Samstag, den 13. Oktober, abends 8 Uhr,
im gelben Saale bei Sitte ſtattfindende geſellige Veranſtaltung erinnert.
Gäſte, auch Parteifreunde willkommen.
Parlamentariſches.
Der Aelteſtenrat des Landtags tritt am Freitag, 19. Oktober,
zuſammen, um den Antrag des Landbundes, betr.
Sparmaßnah=
men in Heſſen und den evtl. Zuſammentritt des Landtags zu
beraten.
Am Donnerstag fand eine Sitzung des Geſetzgebungs=
Aus=
ſchuſſes ſtatt, in der einige kleinere Eingaben erledigt wurden. Dem
Strafverfahren gegen den Abg. Steffan wurde nicht zugeſtimmt. Eine
Eingabe des Joſ. Geinz 4. aus Heidesheim verlangte Straferlaß. Geinz
Vater und Sohn wurden wegen Widerſtands gegen die Staatsgewalt
beſtraft. Die Regierung hat dem Antrag auf Straferlaß gegen den
Vater entſprochen. Der Ausſchuß beſchloß, die Strafe gegen den Sohn
auf die Hälfte herabzuſetzen; die Reſtſtrafe ſoll in Raten zahlbar ſein.
Sodann wurden noch eine Reihe von Strafſachen erledigt. Hierbei
beſchloß der Ausſchuß, daß in allen Fällen, in denen eine Prüfung
durch eine Vorinſtanz noch nicht ſtattgefunden hat, die Regierung den
Eingebern mitteilen ſolle, ſie mögen ſich zunächſt an die
Aufſichtsbehör=
den bzw. an den Juſtizminiſter wenden. In dieſem Sinne wurden
vier Eingaben erledigt und eine weitere Anzahl von Eingaben wurden
durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. — Die nächſte Sitzung
des Geſetzgebungs=Ausſchuſſes findet am Dienstag, den 23. Okt., ſtatt.
Zu der Anfrage des Abgeordneten Haury, betr. die
Woh=
nungsfürſorgegeſellſchaft, die wir in unſerer Nr. 275
veröffentlicht haben, teilt die Geſellſchaft mit, daß ſie dem Landtag und
dem Herrn Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft eine ausführliche
Ant=
wort unterbreitet habe, die ſich gegen die Vorwürfe des Abgeordneten
Haurt wendet.
ſolche Unterbrechungen auf mangelhafte Wartung („vergeſſenes
Auf=
ziehen” oder dgl.) zurückzuführen.
In einer Hinſicht iſt allerdings das Werk nicht mehr inſtand, und
zwar hinſichtlich des Spielſtuhls („Beierſtuhl”), von dem aus die
Glok=
ken durch eine Klaviatur direkt geſpielt werden können. Dieſe
Ein=
richtung war ſchon viele Jahre vor Uebergang an den Staat mit der
Zeit unbrauchbar geworden; das letztemal wurde anläßlich der
Bei=
ſetzung Ludwigs IV. 1892 von Hand geſpielt.
Ob und wann dieſe Einrichtung wieder in den früheren Zuſtand
oder in verbeſſerter Weiſe hergeſtellt werden ſoll, iſt eine Koſtenfrage.
Hierbei wird aber die Erwägung mitſprechen, wer in den beſonderen
Fällen das Spiel vornehmen ſoll. Früher erfolgte dies durch den
da=
maligen Hofglockeniſten Karl Anton, der ſich darauf verſtand und
in ſeinem Dienſt hierfür jederzeit zur Verfügung ſtand.
Bis hierüber entſchieden iſt, lohnt es ſich jedenfalls nicht, an dem
heute freilich vernachläſſigt ausſehenden Zuſtande dieſes Teiles des
Glrckenſpiels Inſtandſetzungen vorzunehmen; die Hauptſache iſt, daß
keine Zuſtände beſtehen, die weitere Schäden verurſachen können, und
dafür iſt geſorgt.
*Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Wegen Fälſchung von Vollmachten, die ihn zur Erhebung von
Unterſtützungen beim Arbeitsamt ermächtigten, ſteht ein junger Sch’oſſer
unter Anklage. Hinzu kommt, daß auch der Inhalt bezüglich
arbeits=
freier Tage der Wirklichkeit nicht entſprach. Beantragt werden ſechs
Wochen Gefängnis. Das Urteil erkennt auf vier Wochen.
2. Zwei Schweſtern, die im Odenwald beheimatet ſind, ſtehen unter
der Anklage der üblen Nachrede bezüglich eines Unteroffiziers der
Reichswehr, dem Veruntreuung von Heeresgut vorgeworfen wurde,
weiter der Anklage der Urkundenfälſchung, begangen durch eine mit
„Fröhlich” unterzeichnete, an das Reichswehrminiſterium gerichtete
Ein=
gabe. In der Eingabe ſind genaue Einzelheiten dieſer Veruntreuungen
dem Reichswehrminiſterium geſchildert.
Die eine der Schweſtern leugnet, die Briefſchreiberin zu ſein, die
andere erklärt, daß mit ihrem Wiſſen der Brief nicht abgeſandt worden
ſei, ſie habe ſolchen nur dem Bruder diktiert und dann hingelegt. Alles,
was in dem Brief über den Unteroffizier geſchrieben ſtehe, ſei auch
richtig. — Der Bruder gibt zu, auf Diktat den Brief geſchrieben zu
haben. Ueber die Abſendung kann er keine Angaben machen. — Die
Ehefrau des Unteroffiziers, nun Unterfeldwebels im Inf.=Regt. Nr. 15,
gibt an, ſie habe einmal Schuche (Sandalen) von ihrem jetzigen
Ehe=
mann zum Geſchenk erhalten, dieſe ſeien beim Althändler gekauft
ge=
weſen. Das Ganze ſei ein Nacheat. Die Zeugin wird beeidigt.
Die von der Militärbehörde ſeinerzeit veranlaßten Hausſuchungen
durch die Gendarmerie verliefen ergebnislos. — Der Staatsanwalt
be=
antragt gegen die eine der Schweſtern, gegen welche die Verhandlung
keine Belaſtungsmomente für die Beteiligung an der Abfaſſung des
Briefes ergeben hat, die Freiſprechung, gegen die andere Schweſter die
aus häßlichen Motiven gehandelt habe, eine Gefängnisſtrafe von ſechzs
Wochen. Der Verteidiger vermißt den Nachweis der Abſendung
des Briefes durch die eine der Angeklagten, dies gehöre zur Vollendung
des Delikts. Wie der Bruder erklärt habe, habe ja der Brief noch
ein=
mal umgeſchrieben werden ſollen. Aus Rechtsgründen wird das
Vor=
liegen einer Urkundenfälſchung verneint; als Abſender werde ein
„Fröhlich” aus Höchſt angegeben; es liege eine Form der verſteckten
Anonymität vor. Die Sachen, die im Briefe vorgetragen wurden,
lägen weit zurück und da pflege der Nachweis immer ſchwer zu gelingen.
Der gute Glaube müſſe der Veranlaſſerin des Briefes zugebilligt
wer=
den; ihr ſtehe auch der Schutz des 8 193 StGB. zu. Das Motib ſei
geweſen, ein Strafverfahren herbeizuführen. Es wird die Freiſprechung
beantragt. Das Urteil ſpricht die eine Schweſter frei, die andere erhält
vier Wochen Gefängnis wegen Urkundenfälſchung und Beleidigung. Ein
Schutz des 8 193 ſei nicht zuzubilligen.
Maitn Vin nin
ohne Darmſtädter Fahrplanbuch. Erhältlich zum Preiſe von
75 Pfennig in allen Buchhandlungen,
Bahnhofsbuchhand=
lungen, Kiosken, Verkehrsbüro, Agenturen des Darmſtädter
Tagblattes und in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 23. (16346
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließſich als Hinwelſe euf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſt.
— Der Kriegerverein Darmſtadt macht auf ſeine heute,
Samstag, abends 8½ Uhr, im Bürgerhof (Eliſabethenſtr. 2)
ſtattfin=
dende Monatsverſammlung mit Damen — Vortrag des Obſtlts. v. Hagen
— aufmerkſam. Zahlreiche Beteiligung dringend erwünſcht.
— Im Wiener=Kronenbräu=Keller, findet heute abend
Künſtlerkonzert bei freiem Eintritt ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Bssens
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr:
Der Zigeunerbaron”. — Kleines Haus. Anfang 18½ Uhr, Ende
22 Uhr, Zuſatzmiete VI (3): „Dame Kobold”. — Orpheum, abends
20,15 Uhr, Gaſtſpiel Peter Prang: „Krümels Wochenende‟.
Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz,
Reichs=
hof, Reſtaurant Bender, Alte Poſt, Weinhaus Maxim, Kaffee Haſſia,
Zur Kanone, Perkeo, Heſſ. Haus, Reſtaurant Kümmerlein,
Bismarck=
eck, Reichskrone, Weinſtuben zum Kaplan, Rummelbräu,
Sporwplatz=
kaffee, Stadt Nürnberg. — Fürſtenſaal, abends 20 Uhr:
Fa=
milienabend d. Kaufm. Vereins. — Kinovorſtellungen: Helia,
Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz Theater.
Aus Heſſen.
Starkenburg.
An. Arheilgen, 12. Okt. Schubert=Feier. Die vom
Kirchen=
geſangveri veranſtaltete Feier zu Schuberts 100jährigem Todestage
(geſt. 19. November 1828 in Wien) erfreute ſich eines recht zahlreichen
Beſuches. Der von dem Ortsgeiſtlichen gehaltene Vostrag enrrollte ein
getreues Lebensbild dieſes bekanntem Liederkomponiſten, und wurden
die Chöre und inſtrumentalen Darbietungen ſowie die Sologeſänge von
Frau Avemarie aus Offenbach, die über einen wohlausgebildeten Sopran
verfügt, von der andächtig lauſchendem Zuhörerſchar mit Beifall
ent=
gegengenommen. Die Chöre leitete Herr Chriſtian Weber, während
deſſen Söhne die Begleitung auf dem Klavier übernommen hatten. Ein
flotter Marſch, geſpielt von einem Quintett, beſchloß die in würdigſter
Weiſe verlaufene Vevanſtaltung. — Samstag, den 20. d3. Mts., wird
die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz im Gaſthaus
Zum weißen Schwanen” unter Mitwirkung des Männergeſangvereins
„Eintracht” einen Unterhaltungsabend veranſtalten, deſſen Reinertrag
zur Beſchaffung von Ausrüſtungsgegenſtänden, in erſter Linie
Verbands=
material, Verwendung finden ſoll. Die Vortragsfolge, die Geſangs=
und Muſikvorträge ſowie eine Theateraufführung aufweiſt, verſpricht
allen Beſuchern einige genußreich Stunden.
J. Griesheim, 12. Okt. Bei der Verſteigerung des Obſtes
der gemeinheitlichen Obſtanlagen wurden insgeſamt nur 79 Mark
ge=
löſt. Wie überall, ſo war auch hier eine faſt vollſtändige Mißernte zu
verzeichnen. — Die Gemeinde hatte den Verkauf eines zur ferneren
Zucht untauglich gewordenen Bullen und Zuchtebers
ausge=
ſchrieben. Für den Bullen betrug das Höchſtgebot 45,10 Mk. pro
Zeut=
ner Lebendgewicht und für den Faſeleber 35 Mk. pro Zentner
Leben=
gewicht. — Die Frankfurter Marktvereine 1, 2 und 3 halten am
Samstag, den 13. Oktober, abends 8½ Uhr, im Gaſthaus „Zum
grü=
nen Laub” hier eine Mitgliederverſammlung ab. Tagesordnung:
Markthalleneinweihung.
42, Wolfskehlen, 12. Okt. Todesfall. Nach achttägigem
Kran=
kenlager iſt hier im Alter von 63 Jahren Zimmermeiſter Chriſtoph Fuchs
geſtorben. Fuchs war bis zuletzt Mitglied des Gemeinderats.
Außer=
dem verſah er dem Poſtem des Kirchenrechners.
4a. Eberſtadt, 11. Okt. Förderklaſſen. In Eberſtadt gibt
es an der Volksſchule zwei Förderklaſſen mit zuſammen 36 Kindern.
Davon beträgt die Zahl der Knaben 24 und diejenige der Mädchen 12.
—Gemeindeſteuer. Wie amtlich bekannt gegeben wird, iſt das
3. Ziel Gemeindeſteuer 1928 bis 15. Oktober bei der Gemeindekaſſe zu
entrichten.
Aa. Pfungſtadt, 12. Okt. Ein Schwindler verſuchte hier nach
angeblicher Prüfung der Gasleitung von Hausbeſitzern, insbeſondere
aber von allen zu Hauſe befindlichen Frauen und Mädchen,
Geldbe=
träge bis zu 5.— Reichsmark zu erſchwindeln. Vor dem Schwindler
wird nachdrücklich gewarnt. — Beſichtigungen. Das hieſige
Gewerkſchaftskartell beſichtigte dieſer Tage eingehend die Brauerei
Hildebrand. — Bei den Herbſtwettkämpfen der Fr.
Turn=
gmeinde Pfungſtadt ernang im Fünfkampf der Sportler (Oberſtufe) Karl
Crößmann mit 378 Pkt. den erſten Sieg. In der Unterſtufe wurde
Ludwig Huxhorn mit 361 Pkt. Erſter. Im Vierkampf der Sportlerinnen
errang Marie Leichtweiß mit 269 Pkt. den 1. Platz. Gute Reſultate
wurden auch hei den Schülern und den Einzelwettkämpfen der Sportler
in volkstümlichen Uebungen erzielt.
C. Ober=Ramſtadt, 12. Okt. Herbſtliedertag. Der diesjähr.
Herbſtliedertag der hieſigen Geſangvereine, den der Geſangverein
Vor=
wärts übernommen, findet am Sonntag, den 14. Oktober, im
Schützen=
hof=Saale ſtatt. — Beigeordnetenwahl. Die am 30.
Septem=
ber hier ſtattgefundene Beigeordnetenwahl führte zu keinem poſitiven
Ergebnis, weik keiner der ſechs Kandidaten mehr als die Hälfte der
abgegebenen Stimmen erhielt. Es hat ſomit zwiſchen deſt Kandidaten
Gemeinderat Jakob Braband und Mühlenbeſitzer Jakob Müller 2. eine
Stichwahl ſtattzufinden, die auf Sonntag, den 21. Oktober, feſtgeſetzt iſt.
Die Einladung der Stimmberechtigten zu dieſer Wahl iſt inzwiſchen durch
die Bürgermeiſterei erfolgt. Die Abſtimmungsbezirke und =Lokale bleiben
die gleichen wie bei der letzten Wahl. Eine Aenderung iſt lediglich in der,
Zeit der Abſtimmung eingetveten, und zwar wird am 21. Oktober von
9 Uhr vorm. bis 6 Uhr nachmittags abgeſtimmt und nicht wie am 30.
September von 8—5 Uhr. Bei der erſten Wahl herrſchte erſt wieder in
den letzten beiden Wahlſtunden eine fehr rege Wahltätigkeit. Wenn dies
auch nie ganz zu vermeiden, werden die Wahlberechtigten doch im
Intereſſe einer glatten Durchführung des Wahlgeſchäfts erſucht,
mög=
lichſt frühzeitig abzuſtimmen und insbeſondere die Vormittagsſtunden für
die Wbſtimmung zu benützen. — Zaubenſperre zwecks
Saatenſchutz. Wie die Bürgermeiſterei bekannt gibt, ſind die
Tau=
ben mit Rückicht auf die Herbſtausſaat in der Zeit vom 15. bis einſchl.
31. Oktober eingeſperrt zu halten. Zuwiderhandlungen ſind ſtrafbar.
* Roßdorf, 12. Okt. Das Erntedankfeſt wird hier morgen,
am Sontag, den 14. Oktober, gefeiert. Der Kirchengeſangverein und der
Poſaunenchor wirken im Gottesdienſt mit. Mit der Erntedankfeſtfeier
iſt wie herkömmlich Abendmahlsfeier verbunden. Die Kollekte iſt für
die notleidende evangeliſche Kirche in Oeſterreich beſtimmt. Bei dem
guten Ernteertrag wird es gewiß auch an dem Erntedank nicht fehlen.
Nachmittags iſt Dankgottesdienſt mit Kindergottesdienſt.
* Roßdorf, 12. Okt. Samstag und Sonntag bringt das Union=
Theater in Roßdorf als das erſte große Film=Ereignis der Saiſon: „Der
Sohn des Scheich” und „Die kleine Annemarie” mit Mary Pickford in
17 unvergleichlichen Akten. Ueber dieſe Filme ſchreiben die Evening
World: „Der Sohn des Scheich” hatte einen enthuſigſtiſchen Empfang.
Hunderte von Metern lange Menſchenſchlangen ſtanden vor den Kaſſen
und begehrten Einlaß. — Die „Gvening Poſt: Mary Pickford in Die
kleine Annemarie” wird ihre Millionen Freunde in der ganzen Welt
mit dieſem Bilde entzücken. Sie ſpielt ihre Rolle ſo prächtg und
natür=
lich, wie eben nur ſie ſie ſpielen kann. . Tauſende von Zuſchauern, die
der Uraufführung im Strandtheader beiwohnten, applaudierten ohne
Aufhörem und wollten kaum das Theater verlaſſen.
f. Roßdorf, 12. Okt. Der Dreſſurverein für Raſſe=, Schutz=
und Gebrauchshunde Arheilgen und Roßdorf veranſtaltet am Sonntag,
den 14. d3. Mts., nachmittags 3 Uhr, auf dem Sportplatz eine
Poli=
zeihundeprüfung. Gezeigt werden Gehorſamsübungen,
Gewandtheits=
übungen, Raubüberfall auf Spaziergänger uſw. Am Abend um 8 Uhr
findet Preisverteilung im Saale zum „Darntſtädter Hof” (Krämer) mit
Tanzvergnügen ſtatt. Zu den Veranſtaltungen ſind alle Hundefreunde
herzlich eingeladen. Der Eintrittspreis auf dem Sportplatz iſt gering;
am Wbend iſt freier Eintritt.
* Gundernhauſen, 12. Okt. Das Erntedankfeſt wird auch in
unſever Gemeinde morgen, am Sonntag, den 14. Oktober, gefeiert. Im
Vormittaggottesdienſt, dem Pfarrer Beringer=Darmſtadt hält, wirken der
Poſaunenchor, der gemiſchte Chor der Gemeinſchaft und der
Jungfrauen=
chor mit. Mit dem Gottesdienſt iſt wie herkömmlich Abendmahlsfeier
verbunden. Die Kollekte wird für die notleidende evangeliſche Kirche
in Oeſterreich erhoben. Nachmittags veranſtaltet der Frauenverein im
Hanſteinſchen Saale für die aus dem Dienſt ſcheidende Gemeindeſchweſter
ind für die von hier ſcheidende Pfarrfamilie eine Abſchiedsfeier,
— Hirſchhorn, 12. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
11. Oktober: 0,50 Meter; am 12. Oktober: 0,50 Meter.
— Gernsheim, 12. Okt. Waſferſtand des Rheins am
11. Oktober: — 0,70 Meter; am 12. Oktober: — 0,71 Meter.
empfiehlt
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 285
Samstag: den 13.Oktober 1928
Seite 7
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 14. bis 20. Oktober 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobilkluv.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Gundernhauſen—Dieburg—Altheim (Ortsdurchfahrt Dieburg, Altſtadt
—Zuckergaſſe—Rheingau) vom 8.—18. 10. geſperrt. Umleitung: Markt—
Steinſtraße—Minefeld—Frankfurter Straße.
Gießen—Fulda (zw. Hörgenau und Rebgesheim, vom Ulrichſteiner
Abzweig bis Hörgenau) vom 12. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Ulrichſtein—Helpershain-Meiches—Dirlammen. Für den
Durch=
gangsverkehr wird die Straße Ruppertenrod—Alsfeld empfohlen.
Gießen—Frankfurt a. M. (zw. Gießen u. Klein=Linden) vom 24. 9.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung nach Frankfurt: Leihgeſtern.
Umleitung n ch Wetzlar: Heuchelheim—Atzbach.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Seligenſtadt—Mainflingen-Zellhauſen (Ortsdurchfahrt
Mainflin=
gen) vom 1. 10. bis 2. 12. geſperrt.
Obeu=Roßbach-Nieder=Roßbach einſchl Ortsdurchfahrt Nieder=
Noß=
bach vom 29. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Nieder=
Wöll=
ſtadt-Nodheim v. d. H.
Gießen—Steinbach (Km. 5,2—7,5) vom 13. 8. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Garbenteich—Annerod,
Ober=Erlenbach-Nied.=Eſchbach vom 3. 10 bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Ober=Eſchbach.
Ober=Erlenbach-Kloppenheim vom 24. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Holzhauſen—Friedrichsdorf-Köppern.
Langenhain—Fauerbach v. d. H., Klm. 7,1—8,5 vom 5. 10. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung nach Langenhain—Fauerbach v. d. H.:
Nieder=Mörlen reſp. Nieder=Weiſel—Oſtheim.
Ortsdurchfahrt Gr.=Karben (Heldenbergerſtraße) vom 11. 10. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Büdesheim, Rendel, Klein=Karben.
r. Babenhauſen, 10. Okt. Gemeinderatsberichte. In den
letzten Tagen fanden zwei Gemeinderatsſitzungen ſtatt. In der erſteren
beſchäftigte man ſich mit mit verſchiedenen Bauavbeiten und Lieferungen.
So wurde die Kabelleitung für die automatiſche Fernſteuerung vom
Waſſerturm zum Pumpwerk der Rhein=Elektra in Mannheim zum
An=
gebote von 3167,60 RM. übertragen. Die vom Kulturbauamt
vorgeleg=
ten Pläne zur Errichtung von zwei Brunnen im Friedhof und eines
Laufbrunnens neben der Schloßwegbrücke wurden genehmigt. Die
Auf=
ſtellung eines Brunnens auf dem Marktplatz wird ebenfalls für
erfor=
derlich gehalten, doch ſindet der dazu vorgelegte Plan nicht die
Billi=
gung des Gemeinderats. Weitere Pläne ſollen ausgearbeitet werden.
Weiter wird die Lieferung der Herde, Oefen und Keſſel für das
Doppel=
zvohnhaus am Speſſartplatz vergeben, ebenſo die der Randſteine,
Trottoir=
platten, des Kieſe3, Sandes, Zements und der Pflaſterſteine zur
als=
baldigen Herſtellung des erhöhten Fußſteiges in der Fahrgaſſe bis zur
Lachebrücke. Der Fußſteg über die Lache in der Wilhelnyſtraße ſoll nach,
dem vorgelegten Plan zum Voranſchlag von 4500 RM. zur Ausführung
kommen. Mehrere Baugeſuche werden unter den üblichen Bedingungen
genehmigt. — In der letzten Gemeinderatsſitzung am Dienstag abend
wurden die Mieten für das Gemeindedoppelwohnhaus am Speſſartplatz
feſtgeſetzt. Einem Vorſchlag von Herrn Bürgermeiſter Rühl wurde mit
Stimmenmehrheit zugeſtimmt. Zu der dereinbarten Friedensmiete tritt
ein Zuſcllag von 10 Prozent. Die Verkeilung der Wohnungen — es
hatten ſich über 20 Bewerber gemeldet — geſchah nach Ausſprache wie
folgt: In bas erſte Haus neben Hch. Mohr kommen die Familien Ad.
Hehner, Gg. Beck, M. Beck, in da3 zweite Haus B. Willand, W. Melt
und L. Metzger. Der Vorſitzende teilte mit, daß ſchon in der nächſten
Woche mit der Fußbankettherſtellung in der Fahrgaſſe begonnen wird.
Dem Ankcuf von Waldgrundſtücken durch die Gemeinde wird zugeſtimmt.
Ein Geſuch zwecks Anbringung von Firmenſchildern auf ſtädtiſchem
Ge=
lände wird der Baukommiſſion überwieſen. Die Mehrheit des
Gemeinde=
rats ſpricht ſich für die Errichtung eines neuen Schwimmbades aus, doch
iſt man ſich aus finanziellen Gründen noch nicht über den Bautermin
einig. Die Sitzung ging erſt gegen Mitternacht zu Ende.
O- Groß=Bieberau, 12. Okt. Am Samstag, abends 8 Uhr, wurden
die freiwilligen Sanitätskolonnen des oberen Gerſprenztales zu einem
angenommenen Eiſenbahn= und Autounfall an der Halteſtelle Werſqu
alarmiert. Der angerufene Arzt Dr. Heuſtel, ſowie die Abteilungen
Werſau und Brensbach waren bald zur Stelle, Groß=Bieberau und
Fränkiſch=Crumbach kamen nach 25 Minuten mit Autos angerückt. Mag
auch im Ernſtfalle der Verlauf vielleicht ein anderer gewonden ſein,
ſo konnte doch durch den Arzt Exaktheit und ſachgemäße Durchführung
des Transportes und der Anlage der Notverbände feſtgeſtellt werden.
Auch die Herren Bürgermeiſter der angrenzenden Gemeinden waren an
der markierten Unfallſtelle erſchienen.
n. Reichelsheim i. O., 12. Okt. Von der Schule. Die
Herbſt=
ferien der hieſigen Volksſchule dauern bis 20. Oktober einſchließlich. Am
22. Oktober beginnt der Unterricht vormittags 8 Uhr. Beſonders ſei
darauf hingewieſen, daß mir genanntem Tage auch der Unterricht in
der Fortbildungsſchule beginnt, und zwar für die allgemeine
Knaben=
klaſſe vormittags 8 Uhr. Vorausſichtlich in der zweiten Schulwoche
finder in der Mädchenfortbildungsſchule ein Kurſus ſtatt über
vorteil=
hafte Verwendung des Obſtes im Haushalt, veranſtaltet von dem
Heſ=
ſiſchen Landesausſchuß für gärungsloſe Früchteverwertung, Darmſtadt.
— Fahrplanänderung bei der Okva. Die neuen
Fahr=
pläne für die Strecke Erbach-Lindenfels ſind erſchienen und haben für
das Winterhalbjahr leider die unangenehme Aenderung gebracht, daß
die Wagen nur noch Sonntags und Mittwochs verkehren. — Schlutz
der Badeſaiſon. Infolge des herrlichen Wetters konnte man bis
Anfang dieſes Monats täglich Badende im Gemeindeſchwimmbad
be=
pbachten. Nunmehr wurde das Baſſin entleert. Dabei fand man
einen goldenen Ming, den ein Kurgaſt im letzten Sommer beim Baden
verloren hatte. — Am Sonntag, den 14. Oktober, findet die letzte
dies=
jährige Wanderung der hieſigen Ortsgruppe des Odenwaldklubs
ſtatt, unter Führung des Herrn Joh. Hoffmann. Der Weg führt über
Klein=Gumpen, Geſäß, Schenkenberg nach Lindenfels.
m. Vom Odenwald, 11. Okt. Wildfutter. Das Gräfl. Forſtamt
Erbach kauft auch heuer wieder wie alljährlich Eicheln und Kaſtanien auf
zur Winterfütterung für das Wild. Die Kaſtanie enthält einen herben
Bitterſtoff, Gerbſäure, der eine zuſammenziehende Wirkung ausübt, und
ſo beim Wild ein Gegenmittel bildet, das die laxierenden Wirkungen des
oft gefrorenen Winterfutters, das die Natur bietet, neutraliſiert. Die
Roßkaſtanie hat aber auch eine gewiſſe Bedeutung, für die Fütterung
der Haustiere, da ſie 60 Prozent Nährſtoffe enthält, darunter 40 Prozent
Stärkemehl. Die Türken füttern dieſe Früchte ihren Pferden, und in den
Tiergärtew geben ſie eine geſuchte Aefung für Rot= und Damwild und
Wildſchweine. Die Kühe freſſen Kaſtanien gerne, ebenſo begierig ſind
danach die Schweine. Man verfüttert die Früchte am beſten roh und
friſch und etwas zerkleinert. Aber gerade zur Reifezeit der Kaſtanien iſt
in Geſtalt von Rübenblättern und Aehnlichem reichlich Futter vorhanden,
weshalb die Kaſtanie meiſt unbeachtet verkommt. Die Frucht läßt ſich
aber leicht über Winter bis ins Frühjahr aufbewahren, indem man ſie
an einem luftigen Ort trocknen läßt, nicht zu hoch geſchichtet, da ſonſt
Schimmelbildung eintritt. Da die Kaſtanien beim Trocknen
zuſammen=
ſchrumpfen, muß man ſie ſpäter 24 Stunden vor dem Gebrauch in
Waſſer aufquellen laſſen, ſie aber nicht brühen oder kochen. — Schon
in den 50er Jahren gewann man aus Kaſtanien ein zu feinſten
Back=
waren geeignetes Mehl, ferner einen mediziniſch wirkenden Klebſtoff,
der als Heftpflaſter gegen Rheumatismus gut ſein ſollte. — Der
Aber=
glaube behauptete ja, daß das bloße Tragen von Kaſtanien in der Taſche
gegen genannte Krankheit ſchütze. — Die Zahl der vorhandenen
Kaſta=
nienbäume belehrt uns ſchon, daß dieſe Frucht in der Viehzucht keine
bedeutende Rolle ſpielen kann, wohl aber dürfte mancher durch das
Sammeln derſelben ſich einige Mark verdienen oder eine wertvolle
nahr=
hafte Frucht vor dem Verderben bewahren und ſie einem Zweck zuführen.
Die Pieder=Einweiheing
des Mainzer Doms.
Von der ſtädtiſchen Verkehrsſtelle wird uns geſchrieben:
Immer näher rücken die Tage, an denen Mainz ein Feſt erleben
wird, wie es in der geſchehnisreichen Chronik unſerer Stadt wohl einzig
daſteht. Neben der eigentlichen kirchlichen Feier und der großen
Feſt=
verſammlung in der Stadthalle bringt das Programm der Domfeier
auch eine Reihe von Veranſtaltungen, die für die große Maſſe
be=
rechnet ſind und in denen die Freude und der Stolz der „Aurea
Mo=
guntia” über die Wiedererſtehung ihres köſtlichſten Schatzes und ihres
herrlichen Wahrzeichens ſichtbaren Ausdruck finden ſollen. Unter ihnen
wird ein Hauptintereſſe das Feuerwerk beanſpruchen, das die
Stadtverwaltung am Abend des 16. Oktober auf dem Rhein abbrennen
läßt. Es handelt ſich hierbei um eine Veranſtaltung von beſonderer
Art, die ſich außerhalb des bisher üblich geweſenen Rahmens vollzieht
und etwas durchaus Neues für Mainz bedeutet. Die Firma Minthe
hat in liebenswürdiger Weiſe dazu zwei große Kähne zur Verfügung
Der reſtaurierte Mainzer Dom.
geſtellt, die im Rhein in der Höhe der Stadthalle verankert werden,
und von dieſen aus erfolgt dann das eindrucksvolle pyrotechniſche
Schauſpiel, das hoffentlich von gutem Wetter begünſtigt ſein wird.
Dem Höhenfeuerwerk, das den Clou der ganzen Veranſtaltung
bildet, geht ein Frontfeuerwerk voraus, das mit Bomben,
Raketen, Brillantſchwärmern und Meteoren einſetzt, worauf dann die
große Brillantfront in ſtehendem und drehendem Feuer erſcheint.
Feuervulkane und Feuerminen mit Maſſenauswurf von Flimmerſternen
und Raketen mit Silberkreiſeln, Polybomben, Prachtiris und
Bukett=
bomben entfalten ihre märchenhafte Pracht, um dann zu einer anderen,
beſonders eindrucksvollen Programmnummer überzuleiten, zu dem
16 Meter langen, in farbigem Lichtfeuer dargeſtellten Rheindampfer,
der mit drehenden Schaufelrädern ſtromabwärts gleitet.
Den Schluß des erſten Teiles bildet das in goldenem Lichterglanz
erſcheinende Mainzer Rad, ſowie das Aufſtrahlen der ganzen Front in
Brillantglorie, die ſich allmählich in blendendweißes Silberſtrahlfeuer
verwandelt, während ein Blumenkorb in die Höhe ſteigt, aus dem
flammende Blumengrüße langſam niederſinken.
Die zweite Abteilung bringt das Höhenfeuerwerk. Raketen
und ein impoſantes Leuchtkugelſpiel aus Goldregen, Flimmer= und
Irisſternen eröffnen den Reigen. Von der Straßenbrücke ergießt ſich
ein Silberwaſſerfall in der Länge von 100 Metern in langem
herab=
rieſelnden Silberregen auf den Waſſerſpiegel des Stroms. Ferner
findet eine Brückenbeleuchtung und Beleuchtung des Kaſteler Rheinufers
ſtatt. Mit einem Schlußbombardement und einem Finale aus acht
Bomben ſtärkſten Kalibers, die wundervolle Lichteffekte zeigen, findet
das Ganze ſeinen Abſchluß.
Afgeſtäse
*
A
A
m allen Feinkosthandlungen zü haben,
Sebr. Wiedemann, Wangen i. Adgäü=
A. Ellenbach, 11. Okt. Die Kirchweihe iſt nun herum und der
„Kärwetrubel” bei manchem auch der Katzenjammer, wieder verrauſcht.
Beſonders ſchön wars dieſes Jahr wieder, zumal die „Kärb” nach alter
Sitte abgeholt wurde, was meiſtenorts ja von den Kärweburſchen nicht
mehr gemacht wird. Viele Gäſte waren herbeigeeilt, um ſich den
Um=
zug anzuſchauen und die Kärwepredigt des Kärwepfarrers anzuhören.
Die Wirte, Bäcker und Metzger dürften wohl auf ihre Koſten
gekom=
men ſein.
j. Von der Bergſtraße, 11. Okt. Mit den
Fundamentierungsarbei=
ten des hiſtoriſchen Marktbrunnens in Weinheim iſt geſtern
begonnen worden. Die Steinhauerarbeiten werden durch die
Granit=
werke Rüth u. Reinemuth in Heppenheim ausgeführt. Die
Brunnen=
figur — die Göttin der Gerechtigkeit mit Wage und Schwert
dar=
ſtellend — wird nach den Modellentwürfen des Bildhauers
Studien=
rat Scheich von der Höheren Landesbauſchule in Darmſtadt erſtellt.
Man hofft, den Brunnen, der ein Jubiläumsgeſchenk des
Gemein=
nützigen Vereins an die Stadt Weinheim darſtellt, noch im Oktober
fertigſtellen zu können.
H. Von der Bergſtraße, 12. Okt. Rieſenrettich. In einem
Garten in Weinheim wurde ein Rettich geerntet mit dem reſpektablen
Gewicht von 7½ Pfund. Dieſes Naturwunder iſt in einem Schaufenſter
daſelbſt öffentlich ausgeſtellt. — Autounfall. Der Jagdpächter
Hörr aus Altenbach, der mit einer Jagdgeſellſchaft mit ſeinem Auto
nach Schriesheim fuhr, wurde von einem Motorradfahrer in ſchnellem
Tempo am Kühler des Autos angefahren. Der Motorradfahrer ſtürzte
ab und erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß er ins Akademiſche
Kranken=
haus Heidelberg überführt werden mußte.
W. Heppenheim a. b. B, 10. Okt. Rotkreuztag. Der vom
hieſigen Roten Kreuz veranſtaltete Bunte Abend nahm einen ſehr
fchö=
nen Verlauf. Sämtliche drei Säle des Parkhotels „Halber Mond”
waren bis auf den letzten Platz beſetzt. Der Abend begann mit einem
Prolog, dem Kinderreigen, muſikaliſche Darbietungen und Gefang
folg=
ten. Große Heiterkeit erregte das Auftreten von „Bienchen
Bimmber=
nell mit ihcer Zwangsmieterin”, welche anhaltenden Beifall ernteten.
Darauf dankte der Vorſitzende des Roten Kreuzes für den zahlreichen
Beſuch, und nicht zuletzt allen denen, welche zum Gelingen des Abends
beigetragen hatten. Anſchließend fand eine Ausloſung der zahlreich
geſtifteten Gewinne ſtatt. Die zur Verloſung gelangten Autofreifahrten
finden am konmenden Sonntag ſtatt. — Kartoffelernte. Die
Kartoffelernte iſt hier in vollem Gange und dürfte im allgemeinen
be=
friedigend ausfallen. Auf ſchuveremn, feuchtem Boden iſt die Ernte als
gut zu bezeichnen, während ſie auf leichtem, ſandigem Boden nur gering
iſt. Der Preis beträgt dro Zentner etwa 5—6 Mark. — Aebfel und
Birnen gab es in dieſem Jahre nur ſehr wenig, weshalb die Preiſe
guch dementſprechend ſind. Sie koſten dro Zentner 18—25 Mark, je nach
der Qualität.
Fl. Aus dem Kreiſe Heppenheim, 12. Okt. Wildſchaden. In
Wildſchadenangelegenheiten wurden als Sachverſtändige im 4. Bezirk
(Rimbach, Birkenau, Kallſtadt, Kreidach, Löhrbach, Mörlenbach,
Mum=
bach, Reiſen, Hornbach und Ober= und Nieder=Liebersbach) folgende
Herren ernannt: Bürgermeiſter Schäfer=Rimbach, Peter
Scheuer=
mann 2.=Birkenau und Peter Schütz=Zotzenbach; als Erſatzmänner:
Joh. Zopf=Mörlenbach, Gg. Eſchwei=Reiſen und Joh. Karel 3.=Birkenau.
O Wimpfen a. N., 11. Okt. Die Heſſiſche Wand
erausſtel=
lung für Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge,
welche zurzeit den Kreis Heppenheim bereiſt, wird nun auch in den
ſüdlichſten Teil unſeres Heſſenlandes kommen und in der Zeit vom 17.
bis 21. ds. Mts. hier gezeigt werden. Die Ausſtellung ſelbſt wird
untergebracht in der großen Schulturnhalle, woſelbſt ſie täglich von
3—10 Uhr und am Sonntag von 11—8 Uhr geöffnet ſein wird. An
den Vormittagen werden die Schüler und Schülerinnen die Ausſtellung
unter fachmänniſcher Führung beſuchen. An den Abenden finden
Verträge ſtatt. Es werden ſprechen Präſident Dr. H. Neumann, Frau
Regierungsrat A. Keller, Chefarzt Dr. med. Curſchmann, L. Avemarie,
Leiter der Ausſtellung. Der Eintritt zur Ausſtellung und den
Vor=
trägen iſt frei, ſo daß jedermann Gelegenheit hat, ſich über den Wert
der Geſundheitspflege in Wort und Bild zu vergewiſſern und
mit=
helfen kann an dem Wiederaufbau unſeres Volkes. Wir wünſchen der
Ausſtellung und der Leitung derſelben auch in Wimpfen den Erfolg,
wie an den anderen Orten. Die Parole in Wimpfen und Umgebung
lautet alſo „Auf zur Geſundheitsausſtellung in die Turnhalle‟
z. Kelſterbach, 10. Okt. Wegen Falſchmünzerei und
Schwig=
deleien wurde der Buchdrucker Robert Pönitz von Zeilsheim
feſt=
genommen. Bei ihm wurde eine Form zum Anfertigen von 5=
Mark=
ſrücken vorgefunden. Außerdem liegt ſchwer belaſtendes Material vor,
wonach P. verdächtig iſt, auch falſches Papiergeld angcfertigt zu haben,
da bei ihm ſolches vovgefunden wurde.
At. Goddelau, 10. Okt. Aufblühen des
Geſchäfts=
lebens. Seit dieſem Frühjahr hat ſich das Straßenbild von
Godde=
lau erheblich verändert. Sind doch ſeit einigen Monaten nicht weniger
als 5 neue Läden entſtanden. Das im ganzen Ried berühmt geweſene
Gaſthaus „Zum deutſchen Kaiſer” wurde von A. Bruchfeld 3. aus
Crumſtadt erſteigert und zu einer großen Eiſen= und Möbelhandlung
umgebaut. An der nächſten Ecke eröffnete Ludwig Schäfer eine
Metz=
gerei, dicht dabei Herr Stadian Metzger eine Eiſen= und
Fahrrad=
handlung. An der Ecke der Bahnhoſs= und Ludwigſtraße ein ſchönes
Kaufhaus von Hch. Hartung 8. und nahe dabei in der Bahnhofſtraße
eine Schweinemetzgerei von Georg Müller begonnen. Seit Montag
arbeiten die Maurer an dem Neubau des Friſeurmeiſters Georg Krng,
der der Apotheke gegenüber im nächſten Frühjahr ſein Friſeurgeſchäft.
anfangen wird. — Straßenverkehr. Wir ſchrieben ſchon
wiederholt von der für Auto= und Fuhrwerksverkehr ſo gefährlichen
Ecke des Rathauſes. Oft ſind hier, wo ſich die Straßen von Crumſtadt
—Erfelden und Frankfurt—Mannheim im ſpitzen Winkel ſchneiden,
Verkehrsunfälle vorgekommen, die bisher immer glücklich abliefen.
Daher war es auch für die Zukunft nicht mehr möglich, an der ſo
ver=
kehrsreichen Ecke, wie in früheren Zeiten, zur Kirchweihe Karuſſells,
Schaubuden und dergleichen aufzuſtellen. So hat jetzt der Gemeinderat
die erweiterte Ecke von Bahnhofs= und Ludwigſtraße als Kirchweihplatz
beſtimmt und dort ſämtliche Buden uſw. aufſtellen laſſen. Ebenſo
not=
wendig iſt dieſe Ecke als Wendeſtelle für größere Laſtautos, die in der
nicht ſehr breiten Bahnhofſtraße beim Wenden gar oft mit den
Wohn=
häuſern oder Toren Bekanntſchaft machten.
Rheinheſſen.
Bingen, 12. Okt, Schwerer Bootsunfall. Ein
Schüler=
vierer des Inſtituts Hofmann geriet in der Nähe von St. Goarshauſen
bei einer Talfahrt gegen die Ketten des Radkaſtens eines Schleppers,
Das Boot wurde vollkommen zertrümmert. Die Inſaſſen verſuchten,
ſich durch Schwimmen zu retten. Durch den Wellengaug wurde ein
Studienaffefſor nach den Schaufeln des Dampferrades getrieben. Dem
Schüler Albert Greifenſtein gelang es unter Cinſatz ſeines Lebens, den
Gefährdeten zu retten.
Oberheſſen.
h. Aus der Wetterau, 12. Okt. Auf ihre 43jährige
Dienſt=
zeit kann in Holzheim die Gemeinde=Hebamme Frau Schneider
zurückblicken. — Ihr 200jähriges Beſtehen beging geſtern die
evangeliſch=lutheriſche Kirche zu Ober=Eſchbach. Sie wurde am 17. Okt.
1728 eingeweiht. Ein großes Feſtprogramm bringt die am kommenden
Sonntag vorgeſehene Jubiläumsfeier.
h. Bad=Nauheim, 12. Okt. Ein alter heſſiſcher Offizier,
Oberſtleut=
nant von Strzemteczny, feierte ſeinen 80. Geburtstag. Der
Jubi=
lar kämpfe im Feldzug 1870/71 beim Heſſ. Jäg.=Bat. (Friedberg) mit und
evwarb ſich das Eiſerne Kreuz. Er ſtand lange Jahre beim Leibgarde=
Regiment Nr. 115 Darmſtadt.
h. Gießen, 12. Okt. Die durch den Eiſenbahnunfall bei
Dutenhofen entſtandene Betriebsſtörung iſt ſeit vorgeſtern abend
aufgehoben. Sämtliche Gleiſe werden wieder befahren, und zwar
mit größter Vorſicht bei ganz geringer Geſchwindigkeit. Geſtern
vor=
mittag war man mit dem Aufladen der zertrümmerten Wagen, die man
zum Teil an die Böſchungen geſchoben hatte beſchäftigt. Der
Güter=
zugverkehr hatte vergangene Nacht noch erhebliche Verſpätungen zu
ver=
zeichnen, während der Perſonenzugverkehr glatt vonſtatten ging.
h. Ans dem Lahntal, 12. Okt. Eine 100jährige Jubelfeier
der Rheiniſchen Miſſion in Wetzlar findet am kommen=
lingshauſen. Er rannte mit voller Wucht infolge Verſagen der Bremſen
ſeines Rades gegen einen Gartenzaun und blieb bewußtlos liegen. Er
wurde in die Gießener Klinik verbracht.
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Die Verlobung unſerer Tochter
Hilde mit Herrn Adolf
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mann geben wir hiermit bekannt.
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Meine Verlobung mit Fräulein
Hilde Müller, Tochter des
Kauf=
manns Adolf Rud. Müller und
ſeiner Frau Gemahlin Magda,
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Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher
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nahme bei dem Hinſcheiden unſeres
lieben Entſchlafenen
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ſagen wir Allen unſeren beſten Dank
Ganz beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Lauteſchläger für die
troſt=
reichen Worte am Grabe, ſowie den
Diakonen=Brüdern für ihre liebevolle
Pflege.
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überaus reichen Blumenſpenden beim Heimgang unſres lieben
Entſchlafenen
Heren Martin Hock
ſprechen wir Allen unſren herzlichſten Dank aus. Insbeſondere
danken wir den Brüdern des Herz=Jeſu=Hoſpitals für ihre
liebevolle, aufopfernde Pflege.
Margarethe Hock, geb. Haun
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Emil Krebs und Frau Aenne, geb. Hock
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68 J., Eliſabethenſtraße 30. Am 8. Oktober: Suſanna Margarethe — Abends 6 Uhr: Pfarrer Beringer.
Dintelmann, geb Schütz, 76 J.. Wittze des Metzgermeiſters, Kleine
lehrerin, 63 J., ledig. Emilſtraße 1. Emilie Marie Magdalene Saeger,
geb. Beck, 53 J., Witwe des Poſtſekretärs, Pfungſtadt, hier Grafen= Donnerstag, 18. Oktober, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus:
Mädchen=
ſtraße 9. Mathilde Pfannenkuchen, geb. Limkenheimer, 69 J., Ehefrau
des Bildhauers, Sandbergſtraße 53. Am 6. Oktober: Heinrich Konr) ſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, 19. Oktober, abends 8 Uhr: im Ge=
Efländer, Polizerwacktmeiſter, 2t J., Beſſunger Straße 125. An 8. Ok.
tober: Eliſabeth Boß, geb. Schneider, 73 J. Ehefrau des Taglöhners,
Heinheimerſtraße 73. Fritz Neuling, prakt Arzt Dr, in Buidesheim,
hier Erbacher Straße 25. Walter Rühl, 1 Mon, Schwanenſtraße 8. Am — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
9. Oktober: Wilhelm Günther, Schloſſer, 39 J., Geiſtbera 2. Adam
Brohm, Schukmacheymeiſter, 71 J., Gliſabethenſtraßſe 45. Eugen Seitz,
Major a. D, 74 J., Aliceſtraße 17. Eliſnbeth Lydia, Schmitt, geb.
Fetzer, 27 J., Chefrau des Stzenalermeiſters in Ladenburg, hier
Grafen=
ſtraße 9. Am 10. Oktoher: Marie Katharine Kritzmann, geb. George,
5l. 2. Chefrau des Spengleis in Pfungſtadt, hier Grafenſtraße 9. Am
9. Oktober: Johannes Grüll 9., Landwirt, 76 J., in Gernsheim a. Rh.,
hier Hermannſtraße 6. Lilli von Lengerke, geh Günther, 79 J., Witwe
des Oberſten, Martinsſtraße 62. Am 10. Oktober: Valentin Itzel,
Stein=
hauer, 54 J., hier Eckardtſtraße 3. Ernſt Heimerich Bäcker 31 8. ledig,
Niesſtraße 35. Am 10. Okt. prakt. Arzt Dr. med. Georg Jakob Heinr.
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19. Sonitag nach Trinitatis (14. Oktober).
Ttaötlirche Samstag, 13. Oktober, ahends 8,30 Uhr: Andacht.
Sonntag, 14. Oktober, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt (die
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Kindergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchliger.
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle Vorm 2,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Heß. — Beiſtunde.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Vorm. 11.15 Uhr:
dienſt. Pfarraſſiſtent Lie. zur Nieden.
Schloßgemeinde. — Mittwoch, 17., und Samstag, 2. Oktober, nachm. ſtunde. Prediger Semmel. — Freitag, abends 830 Uhr: Bübelſtunde
2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde. — Freitag, 19. Oktober, in der Kinſerſchule, Beſſunger Straße 80. Prediger Neuber. —
Sams=
abends 8 Uhr: Gemeindetzertretuma der Schloßgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 14. Oktober, abends 8 Uhr:
Dienstag, 16. Okbober, ebends 8 Uhr: Kinchenchor der Stadtkinche, — abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mädchen=
bereinigung der Reformationsgemeinde (füngere Abteilung). Ge= fanteriekaſerne, Hof linis), Sonntag, 14. Oktober: „Landheimſonntag
abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugend= 830 Uhr: Familienbib=lſtunde. Pfarrer Nöhricht. — Dienstag, 16.
Okto=
der Neformationsgsmeinde ſältere Abteilung); Erntedankfeſt. — Don= 830 Uhr: Jungmännerbihelſtunde. — Donnerstag 18. Oktober, abends
gemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendbund der Lubasgemeinde (jün= Turnen.
gere Abteilung). — Freitag, 19. Oktober, abends 8 Uhr: Mütterabend
der Stadtgemeinde. — Jugendbund der Kaplaneigemeinde. — Jugend= Uhr, im Feierabend, Sti
bund der Markusgemeinde (üngere Abteilung).
Feierabenb (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 17. Oktober abends 8 Uhr:
Bebelſtunde. Pfarrer Köhler.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Beringer.
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Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Beichte und
Privatier, 62 T., Heidelberger Straße 42. Am 6. Oktober: Eva Arras, Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer Berger. Anmeldung von 9,30 Uhr diger Sauer,
geb. Daab, 57 J., Groß=Zimmern, hier Erbaher Straße 25. Elifabeth an in der Sakriſtei, Kollekte für den Bau evana Gemeindehäuſer.
Schlipp, geb. Völger, 30 J., Ehefrau des Fabrikarheiters in Arheilgen, Vorm. 1115 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde=Weſt.
hier Eſchollbrücker Straße 4½. Johannes Horn, Vizefeldwebel i. R., Pfarrer Bergir. — Nachm. 3 Uhr: Bibelbeſprechſtunde im Martinsſtift.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, 15. Oktober, abends
Olſengaſſe 2. Am 6. Oktober: Johann Würtz, Kriminalinſpektor, 8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; im Martinsſtift:
49 J., Lagerhausſtraß= 46. Am 7. Oktober: Johanna Beyer, Klavier= Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag, 16. Oktober, abends 8 Uhr, im vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr.
Gemeindehaus: Jugendvereinigung= im Martimsſtiſt: Kirchenchor.
vereinigung Weſt; im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt;
Mauer=
meindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung); Mütterabend Weſt;
im Martinsſtit: Mütterabend Oſt.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarer Goethe.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.30 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kinder=
gottesdienſit.
Beſſuuger Kirch= (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Weiß. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 14. Oktober, vorm. 11,30 Uhr:
Wahl des Kirchenvorſtandes durch die neue Gemeindevertretung im
Ge=
meindehaus — Abends 8.15 Uhr: Jugendvereinigung. — Monta*
15. Oktober, abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. — Dienstag, 16.
Oi=
tober, abends 8.15 Uhr: Kuuchengeſangberein. — Mittwoch, 17. Oktober,
abends 8,30 Uhr: Kleiner Kreis der Mädchenvereinigung (
Bibelbeſpre=
chung. — Donnerstag, 18. Oktober, abends 8,15 Uhr: Mütterabend. — Gebetsſtunde, 8 Uhr: Mitgliederverſammlung. — Mittwoch, 3 Uhr:
Freitag, 19. Oktober, abends 8,30 Uhr: Kirchengeſangverein.
Pauluskirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller.
— Vorm. 111,5 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag 14. Oktober, abends 8 Uhr: Heiligungs=Verſ. Jedermann iſt eingeladen.
Jugendvereinigung. — Montag, 15. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund. — Dienstag, 15. Oktober, und Freitag, 19. Oktober, abends 8 Uhr:
deutung des Konfirmandenunterrichts). Pfarrer Lautenſchläger. Die Kirhengeſangverein. — Mittwoch, 17 Oktober, abends 8 Uhr: Jüngeren=
Konfirmanden der Lukas= Markus= und Refermationsgemeinde und Kreis (Buben). — Samstag, 2. Oktober, abends 8 Uhr: Turnen 10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Orth. Anſchließend: Kindergottesdienſt.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. —
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht ge= Der Kindergottsdienſt fällt aus. — Evang. Sonnlagsverein: Nachm. 2 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Weißgerber.
4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 18. Oktober, abends 8 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger. — Abends 6 Uhr: Abendgottes= ſtunde. — Vorm. 11,15 Uhr: Lindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr: meinſamer Abend der Jugendgemeinde.
Vortrag. Beamtenſekretär Schuffert=Barmen. Thema: „Die ſicherſte
Schloßkirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler. Stellung”. — Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde — Abends
Konfirmandenſal im Schloß. Mentag, 15. Oktober, abends 8 Uhr: 830 Uhr: Kriegerdankbund. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbiübel= mittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Nachm. 1 Uhr: Ausflug der
Lugendvereinigung der Stadtgemeinde (üngere Abteilung), Poſaunen= ſtunde. — Abends 830 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, Chriſtenlehrſchüler =ſchülerinnen nach dem Oberwaldhaus. Abmarſch vom
chor. — Dienshag, 16. Oltober, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der abends 8.30 Uhr: Gem. Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
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tag, abends 6—7 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung.
Jugendbund für E. C. (ühlſtr. 24). Sonntag, nachn. 2,30 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (B.d. J.). — Montag, 15. Okto= Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — 4,/45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde ebangeliſche Kirche in Oeſterreich. Nachm. 1.30 Uhr Dankgottesdienſt.
ber, abends 8 Uhr: Jugendbund don Lukasgemeinde (ältere Abteilung). für Mädchen. — Dienstag abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch, Kindergottesdienſt.
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meindebertretung der Kaplaneigemeinde — Mittwoch, 17. Oktober, (Familienkreis). Siehe ſchwarzes Brett. — Montag, 15. Oktober, abends An Sonn= und Fejertagen vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur
bund der Markusgemeinde (ältere Abteilung). — Mädchenvereinigung ber abends 8 Uhr: Poſaunenchor. — Mittwoch, 17. Oktober, ahends der hl. Kommunion. 9,30 Uhr Hochrmt und Predigt. Vorher
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nerstag, 18. Oktober, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadt= 830 Uhr: Jung=C.=Bibelſtunde. — Freitag, 19. Oktober, abends 8 uhr: 7 Stunden vor Schulbeginn, d. i. 347 Uhr. Roſenkranz Dienskag und
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ße 51: Bibelſtunde.
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Sonntag, 14. Oktober, vorm. 10 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung mit Predigt.
Sonfige Gemelnſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabeihenſtraße 44. Sonntag, 14.
Okto=
ber: Erntedankfeſt Vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. 11 Uhr: Kinder=
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus, gottesdienſt. Nachm. 4 Uhr: Probe für gem. Chor. Abends 8 Uhr: Ge=
— Mittwoch: Frauenmiſſionsverein. — Donnerstag: Bibelſtunde und
Verteilung des Erntedankaltars. Jedermann iſt herzlich eingeladen. Pre=
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vormittags
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4,30 Uhr: Wortverkündigung.
Mittnuoch, abends 8,15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8,15 Uhr:
Wertbetrachtung. Jedermann herzlich eingeladen.
Chriſtlich wifſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society).
Aula der Landeshauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt Mollerſtraße 40). Sonntag,
den 14. Oktober, vorm. 9,30 Uhr: Andacht. Nachm. 3,30 Uhr:
Jugend=
hund. Abends 8 Uhr: Gpangeliſation. — MMittwoch, abends 8.15 Uhr:
Bibelſtunde. Jedermann herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 14. Oktoher poum. 10 Uhr: Gottesdienſt. Prediger
Rud=
nitzky. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr:
Erntedank=
feier. Prediger Rudnitzky. — Mittwoch den 17. Oktober, abends 8,15
Uhr: Bibelſtunde. Prediger Rudnitzky. Zu allen Verſammlungen
jeder=
mann herzlich eingeladen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I. Hindenburgſtraße (ehem.
Kaſino), Sonntag, den 14. Oktober, vorm. 9,30 und nachm. 4 Uhr,
Mitt=
woh, den 17. Oktober, abends 830 Uhr: Gottesdienſt. — Gemeinde II,
Bismarchtraße 54. Sonntag, rorm 9.30 und nachm. 4 Uhr, Mittwoch,
den 17. Oktober, abend 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, den 14. Oktober, beginnt
die Selhſtverleugungnswoche. Vorm. 8 Uhr: Gebetsſtunde. 10 Uhr:
Hei=
ligungs=Verſ. 11.30 Uhr: Kindergottoslienſt. 2 Uhr: Kinder=Wegweiſer=
Verf. 5 Uhr: Kindergottesdienſt. 7 Uhr: Frei=Verſ. am Paradeplatz.
8 Uhr: Oeffentliche Heils=Verſ. — Montag, 7 Uhr: Gebetsſtunde f. d.
Selbſtverleugungnsnoche 3 Uhr: Jugendliga. — Dienstag, 7 Uhr:
Kinder Verf. 7 Uhr: Gebetsſtunde. 8 Uhr: Heils=Verſ. —
Donners=
tag, 7 Uhr: Gebetsſtunde, 8 Uhr: Heimbund für Frauen und
Mäd=
chen. — Freitag: 5 Uhr: Kinder=Verſ. 7 Uhr: Gebetsſtunde. 8 Uhr:
Auswärtige Kirchen.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Sonntag, 14. Oktober, vorm.
— Montag: Mädchenabend. — Mittwoch: Kiuchengeſangverein. —
Don=
nerstag: Poſaunenchor. — In der Provinzial=Pflegeanſtalt: Nachm.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntaa, 14. Okt., vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. — Anſchließend Kindergottesdienſt der Großen. —
Stadtmiſſion Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebets Nachm. 12,30 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen. — Donnerstag: Ge=
Gpangeliſche Kirch= zu Nieber=Ramſtadt. Sonntag, 14. Oktober, vor=
Pfarrhaus. — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor.
—Mittwoch: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Erntedankfeſt. Sonntag vorm.
19 Uhr Hauptgottesdienſt unter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins
und des Poſaunenchors. Feier des heil. Abendmahls. Kollekte für die
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen
nachmittags von 5—7 und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit. —
hl. Beichte. 7 Uhr Frühmeſſe. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung
teilung der bl. Kommunion. Nnhm. 2.30 Uhr: Andacht. Werktagsmeſſe
Freitag, abends 8 Uhr, ſonſt morgens 347 Uhr.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
heil Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. Während der Schulzeit Diens=
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt, tags und Freitags 347 Uhr, d. i. /, Stunden vor Schulbeginn, hl. Meſſe
mit Austeilung der hl. Kommunion in der hl. Meſſe. Vorher
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Samstag den 13 Oktober 1928
Geite 11
Sport, Spiet und Turnen.
Turnen.
Schauturnen
der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 — Dieburger Straße 26.
Wie aus der heutigen Anzeige zu erſehen iſt, veranſtaltet genannter
Verein ſein diesjähriges Schauturnen am Sonntag, den 14. Oktober,
nachmittags 3 Uhr, in den Räumen des Turnhauſes, Dieburgerſtr. 26.
Das turneriſche Programm umfaßt einen großen Teil des Deutſchen
Turnens. Alle Abteilungsleiter ſind beſtrebt, an dieſem Nachmittag
einen Ausſchnitt aus ihren Uebungsſtunden zu geben, der zeigen foll,
daß nur ernſte Arbeit im Dienſte der Leibesübung betrieben wird. Die
Altersturner ſind mit Uebungen am Querpferd zur Stelle, an zwei
Barren turnen die Jungens und Mädels; ſie ſpringen am Querpferd,
und die Schülerinnen zeigen ferner noch einige Freiübungen. Die
Turnerinnen=Abteilung bringt wieder einige neue Frei= und Schritt=
Uebungen, und die Beſten werden anſchließend ihr Können am
Hoch=
barren unter Beweis ſtellen. Mit gymnaſtiſchen Uebungen kommen
die Volksturner in den Saal, auch werden ſie noch einige Boden= und
Hüpfübungen den Beſuchern zeigen. Die Turnmannſchaft tritt mit
einem Barrenturnen auf; ein Springen mit Federbrett am
hochgeſtell=
ten Querpferd vereinigt die beſten Springer, und zum Schluß ſehen
wir die erſte Riege am Hochreck. Daß bei dieſer Veranſtaltung die
be=
liebten Volkstänze der Turnerinnen nicht fehlen, iſt ſelbſtverſtändlich,
ebenſo die allgemeinen Freiübungen der Turnmannſchaft. Faßt man
die turneriſchen Darbietungen zuſammen, ſo kann man den Beſuch
dieſes Schauturnens nur empfehlen. Mitglieder und Freunde der
deutſchen Turnſache ſind freundl. eingeladen. Der Eintrittspreis iſt
niedrig; Kinder in Begleitung Erwachſener haben freien Zutritt.
Handball.
Sporiverein Darmſiadt 1898 — Polizei=
Sportverein Butzbach.
Das für dem morgigen Sonntag angeſetzte Verbandsſpiel der 98er
gegem Kichers Offenbach, das in Offenbach ſtattfinden ſollte, mußte
ab=
geſetzt werdem, da aus Anlaß des Fußball=Bundespokalſpieles in
Frank=
furt im ganzen MainKreis Spielverbot beſteht. Damit dem
Sport=
verein 1898, der ja ſchon mit 2 Spielen ſich im Rückſtand befindet, nicht
noch eine weitere Verzögerung ſeiner Verbandsſpiele widerfährt, iſt
das Verbandsrüchſpiel gegem Polizeiſportverein Butzbach für den
morgi=
gen Tag anberaumt worden. Dieſes Spiel findet in Darmſtadt ſtatt,
und zwar nachmittags 2 Uhr vor dem Fußballſpiel der 98er gegen
V.f. R. Darmſtadt. Bekanntlich haben die Darmſtädter am vengangenen
Sonntag in Butzbach 7:4 gewonnen. Uebereinſtimmend wurde das
Spiel von ſämtlichen Berichterſtattern als ſehr fair, ſpannend und ſchnell
geſchildert, ſo daß man auch für das Rückſpiel mit einem ſchönen und
einwandfreiem Spiel rechnen kann. Die Butzbacher Poliziſten werden
zweifellos auch bei ihrem zweiten Antreten in Darmſtadt das Intereſſe
der Darmſtädter Handballintereſſentem erwecken. Von dem weiteren
aktiben Mannſchaften der 98er ſpielt vorausſichtlich die Liga=Erſatz=
„nannſchaft in Babenhauſen gegen Germania Babenhauſem; die 2.
Mann=
ſchaft trägt auf eigenem Platz ein Verbandsſpiel gegen Griesheim aus.
Süddeutſche Repräſentativ=Mannſchaft
gegen Darmſtädter Städte=Mannſchaft.
Bekanntlich trifft am 11. November Süddeutſchland in der
Hand=
ballpokal=Vorrunde in Hannover auf Norddeutſchland. Zwecks
Ermitt=
lung der beſtem Auswahlelf ſpielt am 4. November eine Süddeutſche
Repräſentativmannſchaft gegen eine Darmſtädter Städtemannſchaft, und
Zwar auf dem Platze des Sportvereins 1898.
V.f. B. Friedberg— Rot=Weiß Darmſiadt.
Zum letzten Spiel im der Vorrunde begibt ſich die Ligamannſchaft
von Rot=Weiß am Sonntag nach Friedberg. Obwohl Friedberg ein
Neuling iſt und bis jetzt noch keine Punkte erringen konnte mußten
doch alle Vereine, beſonders die Tabellenerſten in Friedberg ihre ganze
Kraft zuſammen nehmen, um einer unangenehmen Schlappe aus dem
Wge zu gehen. Zwei Faktoren ſind in Friedberg zu beachten, der
äußeiſt ſchlechte Platz und der enorme Kampfgeiſt der Friedberger.
Wird Rot=Weiß mit dieſen Faktoren fertig werden?. Nur wenn jeder
einzelne ſich der Bedeutung des Spieles bewußt wird, kann die
Mann=
ſchaft auf Erfolg rechnen, zumal ſie wwahrſcheinlich auf den im Spiel
gegen Schwanheim verletzten Bitſch verzichten muß.
Turngemeinde Darmſtadt 1846 — T.V. Bensheim.
Sonntag, nachmittags 14.30 Uhr, ſteht die erſte Mannſchaft der
Turngemeinde Darmſtadt 1846 der gleichen des Turnvereins Bensheim
nuf dem Platz am Finanzamt gegenüber. Nach dem Verluſt des erſten
Pflichtſpiels durch die 1846er werden dieſe alles aufbieten, um weitere
Punktverluſte zu vermeiden. Auch Bensheim hat ſein erſtes
Pflicht=
ſpiel verloren, ſo daß am Sonntag ein heißer Kampf zwiſchen beiden
Mannſchaften entbrennen wird. Bensheim hat in vollſtändiger
Auf=
ſtellung in Darmſtadt noch nicht geſpielt, ſo daß eine Vorausſage über
den Ausgang des Spieles ſehr ſchwer iſt. — Nach dem Spiel der erſten
Mannſchaft trifft, ebenfalls auf dem Finanzamtsplatz, die dritte
Mann=
ſchaft der 1846er auf den Turnverein Urberach. Urberach iſt Neuling
im Handballſpiel, ſo daß auch hier die Frage des Ausgangs offen iſt.
— Die 2. Maunſchaft der 1846er ſteht der gleichen der Turngemeinde
Beſſungen auf dem Platz an der Heidelberger Straße gegenüber.
Tgde. Befſungen—Tv. Neu=Iſenburg.
Im weiteren Verlaufe der Verbandsſpiele empfängt am Sonntag,
14. Oktober, Befſungen die beſtbekannte Elf von Neu=Iſenburg. Die
Gäſte, welche ſchon im vorigen Jahre der Meiſterklaſſe angehörten,
werden alles verſuchen, nach ihrem unglücklichen Start in Bickenbach
den Sieg auf ihre Seite zu bringen. Wenn auch das erſte Spiel
ver=
loren ging, darf man ſie nicht unterſchätzen. Man muß vielmehr damit
rechnen, daß Iſenburg nun erſt recht mit Eifer bei der Sache iſt.
Beſ=
ſungen zur Zeit die Tabelle führend, darf ſich doch nicht auf ſeinen
Lorbeeren ausruhen. Es ſind noch viele ſchwere Spiele zu leiſten, und
hierzu gehört auch das gegen Iſenburg. Sind ſich aber die Beſſunger
einig und haben ſie denſelben Willen zum Sieg wie in den erſten
Spie=
len, ſo iſt auch morgen die Sache nicht ganz ausſichtslos. Das Spiel
beginnt um 3.30 Uhr auf dem Sportplatze an der Heidelberger Straße
und wird hoffentlich die Zuſchauer von Anfang an im Banne halten.
— Um 1 Uhr ſpielt die Jugend gegen Arheilgen, und vor dem
Haupt=
treffen hat die zweite Mannſchaft die gleiche der Tgde. 1846 zu Gaſt.
Auch dieſe Spiele, überhaupt das letztere als Lokalkampf, werden ihre
Anziehungskraft nicht verfehlen.
Kraftſport.
Der Freie Athleten=Sportverein Darmſtadt 1891
hat ſich für heute Samstag, den 13. Oktober, den
Kraftſportver=
ein Mannheim=Nord zu einem Städtekampf verpflichtet.
Mann=
heim, welches auf dem diesjährigen Bundesfeſt 2. Bundesmeiſter wurde,
ſteht in beſter Form, daher ſind wirklich ſpannende, auf techniſch hoher
Stufe ſtehende Kämpfe zu erwarten. Der Kampf findet abends 8 Uhr
in der Ludwigshalle (Obergaſſe) ſtatt, und dürfte ſich der Beſuch für
jeden Intereſſenten lohnen, zumal die Eintrittspreiſe denkbar niedrig
ſind. — Die Mannſchaftsbilder beider Vereine hängen in der
Ludwigs=
halle im Schaufenſter aus.
Athletenv. „Vorwärts” Groß=Zimmern-Kraftſportv. Darmſtadt 1910.
Am Samstagabend hat der Athletenverein Vorwärts” Groß=
Zim=
mern den Kraftſportverein Darmſtadt 1910 als Gaſt. Die Darmſtädter
Kraftſportler haben bis jetzt noch keine Niederlage in den diesjährigen
Mannſchaftskämpfen erhalten. Deshalben werden ſie ſich ernſtlich
be=
mühen, über die Groß=Zimmerner triumphieren zu können. Der
Ath=
letenverein „Vorwärts” Groß=Zimmern hat ja ſchon ſo manchen
erſt=
klaſſigen Gegner mit einer Niederlage nach Hauſe geſchickt, was auch
bei den Darmſtädtern leicht der Fall ſein kann. Und wenn es auch nur
unſere Kreisliga iſt. Vor allem gibt es einen ſpannenden,
intereſſan=
ten Kampf, wie ihn das Publikum von der zweiten Mannſchaft noch
nicht zu ſehen bekam. Der Kampf beginnt am Samstag, 13. Oktober,
abends 8.30 Uhr, im Kaiſerſaal.
Kegeln.
Oritie Süddeutſche Gauſportwoche in Mainz.
Am vergangenen Sonntage begann, von dem Gauvorſitzenden
Philipp Hartmann=Frankfurt a. M. in einer eindrucksvollen Feier
er=
öffnet, die 3. Süddeutſche Gauſportwoche im Kegelſporthaus in Mainz.
Beſondere Bedeutung kommt ihr dadurch bei, daß hier die
Süd=
deutſche Städtemeiſterſchaft, Sportabzeichen und 300 Kugel=Großkampf
zum Austrag gelangen. Eingeflochten in dieſes Programm der
Groß=
kämpfe ſind noch Städtewettkämpfe, Klubkämpfe und
Frauenſtädte=
kämpfe ſowie Kurz= und Langſtreckenkämpfe.
Aus allen Verbänden des ſüddeutſchen Gaues beteiligen ſich
Kegel=
ſchweſtern und Kegelbrüder an dem edlen Wettſtreite. Beſondere
An=
forderungen ſtellt der Großkampf über 300 Kugeln an die Teilnehmer,
ſind doch die 300 Kugeln hintereinander abzuſchieben, was 1½ Stunde
in Anfpruch nimmt. Neben einer guten Vorbereitung gehört auch
körperliche Ausdauer dazu, um einen ſolchen Kampf mit Ausſicht auf
Erfolg aufnehmen könen. Von dem Darmſtädter Verbande haben
ſich zu dieſem Kampfe 9 Kegelbrüder gemeldet, von denen bisher 7
geſtartet haben. Unter dieſen gelang es Kegelbruder Grün — L. L. —
das ausgezeichnete Reſultat von 1657 Holz zu erreichen, womit er an
der Spitze ſteht und wohl kaum noch überworfen werden wird. Ferner
gelang es Kegelbruder Reichert — Zwölfer —, das gute Reſultat von
1600 Holz zu erreichen.
Die ſchwerſte Prüfung in dieſer Sportwoche iſt die Bewerbung um
das Sportabzeichen. Hier müſſen 200 Kugeln geworfen und dabei
min=
deſtens 1100 Holz erreicht werden. Von der großen Anzahl Bewerber
hat es bisher nur ein Kegelbruder aus Frankfurt errungen. Ein
Be=
weis für die Schwere der Aufgabe. Von Darmſtädter Kegelbrüdern
haben ſich 9 beworben, die nächſten Samstag und Sonntag ſtarten.
An bisherigen Höchſtreſultaten ſind, zu verzeichnen:
Ehrenbahn: 10 Kugeln in die Vollen (Reſultate, die für eine
Prämiierung in Frage kommen): 65 bis 59 Holz, darunter von
Darm=
ſtadt: Reinhardt (Zwölfer) 64 Holz, Bangert („Kranz”) 59 Holz.
Damen=Ehrenbahn: 10 Kugeln in die Vollen: 57 bis 51 Holz. Die
Führung hat bisher Frl. Bäumer=Darmſtadt („Rollendes Glück”) mit
57 Holz.
Städtewettkämpfe: 10er Mannſchaften (1000 Kugeln). Bisherige
Reſultate: Frankfurt 5108, Darmſtadt 5059, Kelſterbach 4913, Homburg
4887, Höchſt 4831 Holz.
Süddeutſche Städtemeiſterſchaft: Frankfurt 5229, Wiesbaden 5010
Holz. (Darmſtadt ſtartet nächſten Samstag.)
300=Kugel=Großkampf: Grün=Darmſtadt 1657, Gehardt=Mainz 1613,
Lutz=Frankenthal 1607, Schäfer=Homburg 1605, Reichert=Darmſtadt
1600 Holz.
Städtekampf (Amerikabahn): Kelſterbach 2929, Mainz 2808 Holz.
Die Kämpfe werden nach dreitägiger Unterbrechung am Samstag
fortgeſetzt und endigen nächſten Sonntag, abends 8 Uhr. Anſchließend
Siegerverkündigung.
Am Samstag abend finden ſich die Mainzer Kegelſchweſtern und
Kegelbrüder mit ihren Angehörigen im großen Saal des Keglerheims
zur Feier des 15jährigen Stiftungsfeſtes zuſammen, zu dem auch alle
Kegelſchweſtern und Kegelbrüder des Gaues eingeladen ſind. Es ſteht
zu erwarten, daß der Darmſtädter Verband zahlreich vertreten iſt.
Die heutige Nummer hat 18 Geiten.
Geſchäftliches.
Ein nicht alltägliches Angebot bietet Ihnen heute die Firma
J. Rehfeld, Ludwigſtr. 15. Die Firma hatte Gelegenheit, große
Lager=
beſtände in Damen=, Herren= und Kinderhandſchuhen ſowie gewaltige
Poſten Schlupfhoſen für Damen weit unter regulärem Preis
einzu=
kaufen. Der Kundſchaft ſoll mit dieſem Kauf etwas ganz beſonderes
geboten werden. Der Verkauf dieſer Waren beginnt heute und ſolange
Vorrat. Im übrigen bitten wir, das heutige Inſerat der Firma genau
zu leſen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 13. Okt. 6.30: Gymnaſtik. o 14.35: Jugendſtunde.
Liedervorträge Frankfurter Schulen: Merianſchule, Kl. IM. o 16.35:
Funkorch.: Konzert. Adam: Ouv. „Poſtillon von Lonjumeau”. —
Komzak: Wiener Volksmuſik. — Thomas: Fant. „Mignon‟ —
Kommt a Vogerl geflogen. Volkslied. — Bellini: Fant. „Norma”.
— Halvorſen: Einzugsmarſch der Bojaren. O 18.05: Briefkaſten.
O 18.30: Syndikus Flach: Die neue Eiſenbahnverkehrsordnung.
19: Stenographie. e 19.30: Alfred Auerbach: Hebbel, Ibſen,
Shaw, eine Linie ſozialkritiſcher Dichtung. O 20: Stuttgart: Trio=
Abend ſlaviſcher Muſik. 6 21: Konzert. Die neue Zeit. Anſchl.:
Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Samstag, 13. Okt. 10.30: Schallplatten. o 11: Nachrichten.
0 12.30: Schallplatten. 13: Frankfurt: Mittagsſtändchen. o 14:
Nachrichten. o Anſchl.: Jugendſtunde. O 15.15: Konzert des Educator=
Orcheſters der Koch=Harmonika=Werke Troſſingen unter Leitung von
Hauptlehrer Bohnet. O 15.45: Unterhaltungskonzert Funkorcheſter.
16.35: Frankfurt: Neue Tanzmuſik. O 18.15: Freiburg:
Hinter=
treppengeſchichten. o 18.45: Handesſchulaſſeſſor Dr. Wolff: Die
Buchungsregeln und der Buchungsſatz. O 19.15: Patentanwalt Dr.
Schwäbſch: Ueber die Vorbenutzung und Vorveröffentlichung von
Er=
findungen. O 19.45: Sportfunk. O 20.15: Slawiſcher Abend. Ausf.:
Prof. Auber, Marie Auber, Roſzika Revay. Dvorak: Dumky=Trio,
— Smetana: Trio op. 15. O 21.15: Frankfurt: „Neue Zeit”.
O 22.15: Beliebte Märſche und Walzer. . Anſchl.: Tanzmuſik.
Kapelle Albert Seeliſch. o Anſchl.: Verſuch der Uebertragung
amerikaniſcher Sender.
Berlin.
Sonnabend, 13. Okt. 16: Mediziniſch=hygieniſche Plauderei.
(San.=Rat Dr. Frank.) 16.30: Heiteres aus dem „Stiefkind
der Grazien”, Geleſen von P. Morgan. o 17: Unterhaltungsmuſik.
Kapelle Gebrüder Steiner. o 18.30: Arbeiterſekretär Zippel: Was
muß der Laie von der Reichsverſicherungs=Ordnung wiſſen? o 19:
Archivar W. Hahn: Aus der Rüſtkammer der Gewerkſchaften.
O 19.30: Wolfg. Schwarz: Probleme der Friedensſicherung. (
Friedens=
träume und Kriegswirklichkeit.) o 20: Abendunterhaltung. Diria.:
Seidler=Winkler. Mitw.: Funkorch., M. Kuttner (Tenor), Dolly
Lorenz (Sopran) Suvue: Ouv. „Fatinitza” — Jones: „
Seemanns=
blut”, aus „ Die Geiſha”. — Audran: Als ich ihn ſah, aus Die
Puppe”. — Strauß: Aus den Bergen, Walzer. — Straus: „O du
Lieber”, aus „Ein Walzertraum” — Stolz: „Einmal im Mai”,
aus „Der Tanz ins Glück”. — Lehar: Potp. „Der Zarewitſch”. —
Kalman: „Armer Prinz”, aus „Die Herzogin von Chicago‟ —
Benatzky: „Liebe im Schnee‟ — Strauß: Prinz=Eugen=Marſch,
O 21: Arthur Rimbaud. Einl. Worte: P. Zech. Rezitat.: W. Franck.
O 21.30: K. Lubinſki: Im Zukunftsland des Oſtens. (Das Erwachen
Sibiriens.) o Anſchl.: Tagesnachrichten. O. Danach: Tanzmuſik.
Kapelle Dajos Bela.
Berlin: Nachrichten. O 14.30: Kinderbaſtelſtunde: Allerlei aus Eicheln
und Kaſtanien. O 15: B. K. Graef: Sprechtechnik. O 15.35: Wetter
und Börſe. O 15.40: Dr. Möbus: Auf den Spuren Anettes von
Droſte=Hülshoff. O 16: Dr. Lehede: Veranſtaltungen der
Kunſt=
abteilung des Zentralinſtituts. 16.30: Reg.=Rat Dr. Meynen:
Die Neuregelung der Umzugs= und Reiſekoſtenfrage der Reich,. 6. 17: Hamburg: Wiener Operetten=Revue. O 18: Heinr.
Bachmann: Die Demokratie des Alltäglichen. o 18.30: Spaniſch
für Anfänger. O 18.55: Muſikdir, Ohrmann. Der Weg zu Bruckner.
O 19.20: Dr. Preußner: Kunſtlied und moderne Dichtung. O 19.45:
Leipzig: Schubertiade. Mitw.: Martha Adam (Geſang), Theophil
Demetriesku (Klavier), A. Kinkulkin (Cello), Fr. Sander (Begl.).
Lieder: Herbſt: Die Sterne; Freude der Kinder der Kinderjahre.
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Wetterbericht.
Die Zyklonentätigkeit iſt immer noch nicht beendet. Vom Atlantik
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unbeſtändigem und teils regneriſchem Wetter zu rechnen.
Ausſichten für Samstag, den 13. Oktober: Meiſt wolkig, Temperaturen
ſchwankend, vereinzelte Regenfälle.
Ausſichten für Sonntag, den 14 Oktober: Immer noch unbeſtändiges
Weter.
Hauptſchriftleitung: Rudoif Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garaniie der Rückſendung nicht übernommen.
Aus den Amtsverkändigungen des Kreisamts
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Samstag, den 13. Oktober
Börſe und Geldmarki.
Die nach Ultimo eingetretene Geſchäftsbelebung hatte auch eine
Zunahme des Publikumsintereſſes gebracht. Allgemein hoffte man,
beſtärkt durch die anhaltenden Intereſſenkaufe des Auslandes, daß ſich
dieſes weiter ſteigern und der Börſe ein neues Gepräge geben würde.
Dieſe Erwartung wurde nicht erfüllt. Wenn ſchon die zunächſt nach
oben grichtete Tendenz in der Vorwoche erheblichen Schwankungen
unter=
worfen war, ſo nahm in der Berichtswoche dieſe faſt durch veg eine
entgegengeſetzte Entwicklung. Ungeachtet der leichteren und recht flüſſigen
hieſigen Geldmarktverhältniſſe und des in den letzten Tagen der
Berichts=
woche veröffentlichten Reichsbankausweiſes, der eine recht erhebliche
Entlaſtung zeigte, war die Börſe vielmehr geneigt, ſich von jedem
ſtörenden Moment ſtärker beeinfluſſen zu laſſen. Entgegen der in der
letzten Zeit gezeigten Emanzipation der Börſe von den Zuckungen der
New Yorker Tendenz waren die Rückwirkungen in der hinter uns
lie=
genden Woche wieder ſtärker als vordem. Immer wieder werden bei
einem ſcharfem Anziehem der New Yorber Geldſätze B=fürchtungen
ge=
äußert, daß die New Yorker Geldverſteifung ſich durch große Abzüige
kurzfriſtiger Gelder nachhaltig hier bemerkbar machen könnte. Hinzu
kamen die Meldungen über bevorſtehende Lohnkämpfe in der Schwer=
und Textilinduſtrie, ſowie die Ausführungen des Gen.=Dir. Poensgen
von den Vereinigten Stahlwerken über die wenig geünſtige Lage der
deutſchen Eiſeninduſtrie, die eine Preiserhöhung unvermeidbar mache.
Als mehr äußere Einwirkung trat der ſcharfe Rückgang der Harpener
Aktien auf allerdings unb=ſtätigte Gerüchte über einen
Dividenden=
ausfall und geſcheiterte Anleiheverhandlungen, ſowie der Kursſturz
der Neubeſitzanleihe, hinzu. Der Hauptfaktor jedoch für die matte und
loſtloſe Tendenz iſt wieder in dem recht fühlbaren Fehlen der zweiten
Hand zu ſuchen. Nicht zum wenigſten iſt dieſe wohl in der
unver=
änderten Höhe der Speſen begründet, die eine Geſchäftsbelebung auf
breiter Baſis verhindert. Die Sätze für Proviſion und Kurtage
müß=
ten eine Ermäßigung erfahren, und ebenſo müßte eine Senkung des
Stempels herbeigeführt werden, deſſen immer ſchwächer werdenden
Er=
trägniſſe zeigen, daß er in ſeiner jetzigen Höhe das Geſchäft hemmt und
den fiskaliſchen Intereſſen kaum dient. Erft gegen Ende der Woche machte
ſich ein verſtärktes Deckungsbedürfnis geltend, das eine allgemeine
Er=
holung zur Folge hatte, da die Sp=kulation in den Vortagen teilweiſe
größere Baiſſeengagements eingegangen war. Doch lag das Kursnivenu
gegenüiber dem Schluß der vergangenen Berichtsweche durchweg mehrere
Prözent niedriger. Die Kursgeſtaltung war durch eine Reihe von
Sondeubewegungen charakteriſiert. Die ſchon geſtreifte Aufwärtsbe
wegung der Neubeſitzablöſungsanleihe wurde auf angebliche holländiſche
Abgaben zurückgeführt. Andererſeits ſprach man auch von
Vorver=
käufen der Beſitzer der gefälſchten Altbeſitzſtücke. Verhältnismäßig gut
gehalten war der Elektromarkt, an dem ſich neben Siemens und AEG.
für, Licht und Kraft dem Vernehmen nach von Schweizer Seite ſtarkes
Intereſſe zeigte. Während die übrigen Werte ihren Kursſtand knapp
behaupten konnten, hatten Elektriſch Licht und Kraft einen
mehr=
prozentigen Kursgewinn zu verzeichnen. Die gegen Ende der Vorwoche
eingetretene Belebung und Befeſtigung am Montanmarkt mackte bald
einer ſtärkeren Abſchwächung Platz, die verſtärkt durch den
Kursein=
bruch der Harpener Aktien in dem ſchwelenden Lohnkonflikt haup ſächlich
begründet iſt. Weiter wurde darauf hingewieſen, daß mit Wirkung
vom 1. Oktober die Subvention für die britiſche Kohleninduſtrie in
Form von Tarifermäßigungem der Eiſenbahn in Kraft treten, während
andererſeits gleichzeitig die Reichsbahntarife erhöht wurden, ſo daß die
Wettbewerksfähigkeit der deutſchen Kohh= auf dem Weltmarkt und im
beſtrittenen Gebiet eine weitere Verminderung erfahren wird. Die
inter=
nationalen Verſtändigungspläne der Kohleninduſtrie ſcheinen außerdem
noch ſehr weit von ihrer Verwirklichung entfernt zu ſein. Für
Kali=
werte, die zunächſt einer ſtäkeven Depreſſion unterlegen waren,
augen=
ſcheinlich in Reaktion auf die vorhergehenden ſtarken Steigerungen, gab
die Nachricht von der bevorſtehenden Kapitalerhöhung der Salzdetfurth=
Geſellſchaft, verbunden mit einem günſtigen Bezugsrecht für die
Aktio=
näre, wieder eine Anregung. Größeren Schrankungen war der
Fauben=
aktienmarkt unterworfen. Der Daimlermarkt, von dem in der Vorwoche
tiefgehende Beunruhigungen ausgegangen waren, lag nach Beanntwerden
der Optionsverlängerung der Bankengruppe auf das Daimlerpakit
Schapiros ſtabil bei wenig veränderten Kurſen. Von den Bankaktien
iſt das wieder neuerlich auftretende Intereſſe für Danatbank und
Reichs=
bank hervorzuheben. Die Mitteilungen über eine zu erwartende
An=
näherung von Nordd. Lloyd und Hapag vermochten für die
Schiffahrts=
werve keinerlei Anregung zu geben. Der Markt lag nach wie vor faſt
umſatzlos. Der Polyphonmarkt zeigte im Zuſammenhang mit der feſten
Haltung der Grammophonwerte an der Londoner Börſe eine
dureh=
weg feſte Tendenz. Auch Kunſtſeidewerte konnten ſich gegen Ende der
Berichtswoche erheblich ſteigern indem man auf in London ſtattfindende
Vorbeſprechungen über eine Preisverſtändigung in der internationalen
Kunſtſeideinduſtrie verwies. Auch der Kaſſamarkt hatte überwiegend eine
rüickläufige Tendenz.
Obwohl man angeſichts der zu leiſtenden Vorauszahlungem der
Einkommenſteuer mit einer vorübergehenden Verſteifung am Geldmarkt
gerechnet hatte, machte die ſchon kurz nach dem Ultimo eingetretene
Er=
leichterung weitere Fortſchritte. Der Satz für Tagesgeld ging bis auf
4½ bis 7 Prozent zurück. Auch Monatsgeld war reichlicher angeboten
und mit 8—9 Prozent und darunter zu haben. Am Diskontenmarkt
hatte der Umſatz bei einer etwas verſtärkten Nachfrage eine erhebliche
Verringerung erfahren. Der Satz blieb für beide Sichten mit 6½ Proz.
unverändert. Waven= und Induſtriewechſel mit Bankgiro wurden mit
ca. 6½ Prozent gehandelt. Die Reichsbank gab im Auftrage des
Reichs=
finanzminiſteriums in den letzten Tagen des öfteren kleinere Beträge
Reichswechſel zum Satz des Privatdiskonts ab. Wegen der weiteren
Entwicklung des Geldmarktes bleibt man vertrauensvoll geſtimmt,
ob=
wohl ſich die amerikaniſchen Zahlungen für die freigegebenen deutſchen
Guthabem wider Erwarten mehr in die Länge ziehen, als man
ange=
nommem hatte. Die Rückflüſſe aus der Provinz halten dagegen an.
Auch ausländiſche Geldofferten liegen zu günſtigen Sätzen reichlich vor.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Arbeitsgemeinſchaft der Heſſiſchen Kreditgenoſſenſchaften
(Richtung Schulze=Delitzſch) in Darmſtadt gibt die
Zwei=
monatsbilanzen der ihr angehörenden Genoſſenſchaften bekannt.
Die Bilanzſumme ſtieg Ende Auguſt 1928 auf 65,8 gegen 62,9
Millionen RM. am 30. 6. 28. Die Spareinlagen zeigen wieder
eine ſtarke Zunahme (rund 1½ Millionen RM.), nachdem um
Jahresmitte das Tempo vorübergehend ſich verlangſamt hatte;
am 31. 8. 1928 waren zirka 32 Millionen RM. auf Sparkonto
ein=
gezahlt. Auch die Einlagen in laufender Rechnung erhöhten ſich
um zirka ½ Million RM. — Die überwiegend an Mitglieder
aus=
geliehenen Gelder erfuhren eine Steigerung um etwa 2½ Mill.
RM., nämlich von 45,8 auf 48,0 Mill. RM. Dazu kommen 10 Mill.
RM. Wechſelbeſtand, während für rund 4 Mill. RM. Wechſel
weiterbegeben waren. Somit hatten am 31. Auguſt 1928 die im
Volksſtaat Heſſen gelegenen genoſſenſchaftlichen
Volks=
banken Schulze=Delitzſcher Richtung den ſtattlichen
Betrag von 62 Mill. RM. der heſſiſchen Wirtſchaft
zur Verfügung geſtellt. Das genoſſenſchaftliche Geſchäft hat damit
eine weitere Ausdehnung erfahren.
Zu der geplanten Ausſperrung in der rheiniſchen Textilinduſtri
Es wird beſtätigt, daß tatſächlich von den Arbeitgeberverbänden de
rheiniſchen Textilinduſtrie der Beſchluß gefaßt worden iſt, für den Fal
daß ſich bis Ende dieſer Woche keine Einigung mit den E=werkſchfter
ergibt, die Geſamtausſperrung für Rheinland und Weſtfalen am 2
ds. Mts. vorzunehmen. Für den weiteren Fall, daß bis zu dieſer
Termin keine Einigung erreicht werden ſollte, dürfte für den 3. Noven
ber mit einer Generalausſperrung in ganz Deutſchland zu rechnen ſeit
Die Verhandlungen mit den Gewerkſchaften werden aber einſtweilen
for=
geſetzt. Eine Anrufung des Schlichters von der Seite der Arbeitgeb.
organiſation iſt nach unſeren Informationen nicht beabſichtigt.
Wiedereröffnung der Samag. Die Saarländiſche Maſchinenfabr
(Samag) in Nohrbach (St. Ingbert), die durch den Zuſammenbruch de
Stadtſparkaſſe St. Jngbert ihren Betrieb mangels Geldmittel einſtelle
mußte, iſt nun in die Lage verſetzt worden, den Betrieb wieder zu er
öffnen. Sie wird nach und nach die zur Entlaſſung gekonnnenen Arbeit;
wieder aufnehmen können. Das Uuternehmen ſoll gut mit Aufträge
verſorgt ſein.
Frankfurter und Berliner Effettenbörfe.
Frankfurt a. M., 12. Oktober.
Die Börſe eröffnete in recht unſicherer und allgemein ſchwächerer
Haltung. Die feſte Tendenz der geſtrigen New Yorker Börſe vermochte
heute dem Markte keine Stütze zu bieten, da die Verſchärfung des
Lohnkonfliktes in der nordweſtdeutſchen Eiſeninduſtrie Verſtimmung
und ſtarke Zurückhaltung hervorrief. Auf allen Marktgebieten kam
da=
her Material heraus. Der Markt erwies ſich aber als nur wenig
auf=
nahmefähig infolge des weiterhin minimalen Auftragseinganges, und
gegen die geſtrige Abendbörſe waren Kursabſchläge von etwa 1—4
Pro=
zent zu verzeichnen. Im Gegenſatz zur Allgemeintendenz lebhaft
ver=
langt und 5½ Prozent höher waren die Anteile der Berliner
Handels=
geſeülfchaft auf die Mitteilung, daß die erwarteten Fkeigabegelder dem
Inſtitut nunmehr zufließen und den alten Aktionären ein günſtiges
Bezugsrecht 4: 1 zum Nennwerte gewährt wird. Stark verſtimmt war
man dagegen über das anhaltende Angebot am Farbenmarkt. J.G.
Farben eröffneten erneut 2,5 Prozent niedriger; von ſonſtigen Chemie=
Bank ½—1½ Prozent niedriger. Am Markte der Autoaktien waren
und AEG. ½ Prozent abgeſchwächt. Licht u. Kraft blieben gut
be=
hauptet, Felten 1 Prozent höher. Montanwerte lagen 1—2 Prozent,
Banken ein halbes bis anderthalb Prozent niedriger. An dem
Geld=
markt verſtärkte ſich die Nachfrage nach Tagesgeld (7,5 Prozent). Am
Deviſenmarkt waren Deviſen ſtark verlangt, und der Markkurs ſchwächte
ſich wieder merklicher ab. Mark gegen Dollar 4.2050, gegen Pfunde
20.383, London-Kabel 4.8517½, —Paris 124.21, —Mailand 92.65,
—Madrid 29.96, —Holland 20.1041/z.
Die Abendbörſe war etwas beruhigter, da angeblich größere
Verkäufe ſeitens eines Berlin=Frankfurter Bankhauſes erfolgten.
An=
dererſeits beobachtete man wieder Schweizer Käufe in Geſ. für El. und
Licht u. Kraft. Gut hat ſich die Farbenaktie erholt, in Erwartung
eines Kommuniqués aus der morgigen Halbjahrsſitzung. Berliner
Handelsgeſellſchaft auf das Bezugsrecht 2,5 Prozent befeſtigt. Sehr
ſchwach lagen Automobilaktien, da der Verluſtabſchluß von NAG.
ver=
ſtimmte. Am Rentenmarkt Türken weiter befeſtigt, ſonſt ohne
An=
regung. Im weiteren Verlauf blieb die Börſe ruhig und gut gehalten.
Die Nachbörſe war, von Farben ausgehend, die ſich auf 255,75 erhöhten,
ſallgemein freundlich. Im einzelnen nannte man: Berliner
Handels=
geſellſchaft 302,5, Kommerzbank 188, Deutſche Bank 168,
Diskontogeſell=
ſchaft 162,25, Dresdener Bank 176, Metallbauk 135, Reichsbank 301,5,
Adlerwerke Kleher 11,75, AEG. 184, JG. Farben 255,5, Geſ. für El.
266, Zellſtoff Aſchaffenburg 211, Zellſtoff Waldhof 289.
Berlin, 12. Oktober.
Im Hinblick auf die freundliche Haltung des vorbörslichen
Ver=
kehrs, der noch unter dem Eindruck des feſten Schluſſes der New Yorker
Börſe ſiand, enttäuſchte der heutige Börſenbeginn. Die Spekulation
ſchritt namentlich am Farbenmarkt zu Abgaben. Auch Verkäufe einer
führenden Provinzbank wurden beobachtet. Nach Feſtſetzung der erſten
Kurſe war die Tendenz mit Ausnahme von Farben und Harpener
all=
gemein etwas freundlicher bei einiger geringfügiger Geſchäftsbelebung.
Reichsbank waren ſtärker beachtet und leicht gebeſſert. Im weiteren
Verlauf der Börſe verſtärkten ſich die Baiſſe=Angriffe auf Harpener=
und Farbenmarkt und zogen bald Mehrabgaben auch auf den übrigen
Marktgebieten nach ſich. Gegen Schluß des voroffiziellen Verkehrs trat
auf Nachrichten von der feſten Haltung der weſtlichen Börſen und
hauptſächlich auf Deckungskäufe eine leichte Erholung ein. Die Börſe
ſchloß nicht ganz einheitlich, aber etwas erholt. Die Schlußkurſe
konn=
ten die Anfangskurſe durchweg jedoch nicht erreichen. Nachbörslich
gaben die Kurſe wieder weiter nach.
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— Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſenvor=
ſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
98 bis 99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 194 RM., Reinnickel,
98 bis 99 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 85—90 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 80—81,50 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 12. Oktober ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 131,75 (132), Februar, März 132 (132), April, Mai
132 (132,25), Juni, Juli, Auguſt 132,25 (132,25), September 132,25
(132,50), Oktober 130,75 (132), November 131 (12c,25), Dezember 131,75
(131,75). Tendenz: feſt. Für Blei: Januar, Februar, März, April,
Mai, Juni, Juli, Auguſt 43,50 (43,75), September 43,75 (44), Oktober
43,50 (44,25), November 43,25 (43,75), Dezember 43,50 (43,50). Tendenz:
ruhig. Für Zink: Januar 47 (48), Februar 47,25 (48,25), März
47,50 (48,50), April 47,75 (48), Mai 48 (48), Juni, Juli, Auguſt,
Sep=
tember 48 (48,75), Oktober 47 (48,50), November 47,25 (47,50),
Dezem=
ber 47 (48). Tendenz: ſtill. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die
in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 12. Oktober
ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz: feſt): Standard p. Kaſſe 64¾—12/18,
3 Monate 655/½6—½, Settl. Preis 64¾, Elektrolyt 71½—34, beſt ſelected
68—69½, Elektrowirebars 71¾ Zinn (Tendenz: ſtetig): Standard p.
Kaſſe 219—½, 3 Monate 216½—3, Settl. Preis 219, Banka (inoff. Not.)
223½, Straits (inoff. Not.) 219½; Blei (Tendenz: ſtetig): ausländ.
prompt 22½, entft. Sichten 211/,g, Settl. Preis 22½; Zink (Tendenz:
ſtetig): gewöhnl. prompt 24, entft. Sichten 247/us, Settl. Preis 24;
An=
timon Reg. chineſ. per (inoff. Not.) 39; Queckſilber (inoff. Not.) 23 bis
23½; Wolframerz (inoff. Not.) 15½.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 12. Oktober. Zum Wochenſchluß
verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in ruhiger Haltung. Die
Grundſtimmung war jedoch inſolge der wieder erholten Au=
andsnotie=
rungen wieder freundlicher. Angeregt davon, waren die Händler etwas
zuverſichtlicher geſtimmt, ſo daß in einzelnen Getreideſorten, was
haupt=
ſächlich für Futterartikel zutrifft, etwas größere Umſätze zuſtande
kamen. Sonſt war das Geſchäft im allgemeinen ziemlich eng begrenzt,
ſo daß Preisveränderungen nicht zu verzeichnen waren. Weizen 23,75,
Roggen 22.75—23.00, Sommergerſte 25.50, Hafer inl. 23.75—23.50, Mais
für Futterzwecke 21.75, Weizenmehl 34.00—34.50, Roggenmehl 31.00 bis
31.75, Weizenkleie 14.50, Roggenkleie 14.75—15.00.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Am 15. Okt. wird die 1. Ziehung von Ausloſungsrechten der
Eigen=
ablöſungsanleihe der Stadt Frankfurt a. M. ſtattfinden, und zwar
wer=
den außer der Verloſung für das Jahr 1928 auch die rückſtändigen
Verloſungen für die Jahre 1926 und 1927 vorgenommen werden.
Auf der Jahrestagung des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Sparkaſſenverbandes gab der Geſchäftsführer einen mit
ſtatiſtiſchem Material belegten Ueberblick über die Entwicklung der
weſt=
deutſchen Sparkaſſen.
Nach Mitteilung des Aluminiumwalzwerkverbandes
beträgt der Grundpreis bei Abſchlüſſen 253 Mk. per 100 Kilo mit der
Maßgabe, daß von den Walzwerken, je nach den tatſächlich
abgenom=
menen Mengen, eine Rückvergiitung von 3 Mk. bis 15 Mk. per 100
Kilo gewährt wird.
Das Zementwerk Hannack u. Co. in Geſeke hat den Antrag auf
Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens geſtellt. Die Paſſiven
ſollen ſich auf mindeſtens 1,2 Millionen RM. belaufen. Die Firma foll
angeblich ihren Gläubigern die Zuſicherung abgegeben haben, daß ſie
ihre Anſprüche mit 100 Prozent befriedigen wurde unter der
Voraus=
ſetzung, daß ihr eine ſich über fünf Jahre erſtreckende Teilzahlung
zu=
geſtanden wird.
Der Londoner Goldpreis ſeit dem 10. Oktober 1928 beträgt für eine
Unze Feingold 84 Schill. 11 Pence, für ein Gramm Feingold demnach
32. 7616 Pence.
Am Donnerstag unterbreiteten die Vertreter der
Arbeitgeberver=
bände der polniſchen Textilinduſtrie dem Arbeitsminiſterium den
Ve=
ſchluß ihrer letzten Beratung zur Streiklage in der Textilinduſtrie.
Durch dieſen Beſchluß wird der Vermittelungsvorſchlag der Regierung,
die Arbeiterlöhne um 5 v.H. zu erhöhen, angenommen.
Die Beratungen zur Beilegung des Lohnkonfliktes im Kladno=
Schlauer Kohlenrevier wurden ergebnislos abgebrochen, da keine
Hoff=
nung beſtand, daß die Fortſetzung der Verhandlungen zu einer
An=
näherung der beiden Standpunkte führen könnte.
Die Navigation Generala Italiana will zrei 45 000 To.=Dampfer
bauen. Auch die italieniſche Conſulich=Linie beabſichtigt den Bau von
zwei Ozeandampfern.
Die Vereinigten Staaten haben ſich nach dem Kriege zu dem
weit=
aus größten Seidenverbraucher entwickelt. Dem „Index” der New
York Truſt Company zufolge ſtanden dem außeraſiatiſchen Konſum in
dem mit dem 30. Juni 1927 beendeten Jahre 93 348 000 Pfund Seide
zur Verfügung. Davon nahmen die Vereinigten Staaten rund vier
Fünftel — 73 438 000 Pfund — im Werte von 412 466 000 Dollar auf,
während ein Jahr zuvor nur für 400,5 Millionen Dollar Seide
ver=
braucht wurde.
Die amerikaniſchen Produktenbörſen waren Feiertags halber
geſtern geſchloſſen.
Frankfurter Kursbericht vom 12. Oktober 1928.
Dtſche.
Reichs=
eihe von 192
Baden
Frei=
jat von 1927..
Bay. Freiſtaat
n1927
Sachſen
Frei=
nat von 1927.
Thüringer Frei
t von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. * 1
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
8O Bad.=Bad. v. 26
6%Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
2o Frkf. a. M.v. 26
%Mainz v. 26
8%Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Berl. Hyp.=B!
8% Frkf. Hyp. Bk.
Pfbr.
3% Heſſ. Landes
3% Kom.
Ländes=
bank. Darmſtadt
8% Mein. Hyp.B
8% Pfälz. Hyp.Bk
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . . .
87.25
m
79.5
95
84
50.7
14.5
94
93.25
87
92.25
98
97.5
97.5
96.75
89
88
93.8
86
31.5
98
98
Rhein. Hyp.=Bk.
2 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .....
8½ Südd. Bod.=
Cred.=Bank".
8% Württ. Hyp.=B.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I
Ser.1
3% Daimler Benz
von 27
89 Klöckhn=Werke
Berlin v. 26.. ..
70 Mainkrw. v. 26.
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
8% Voigt & Häffner
26
97
5% Bosn. L. E. B.v.
1914.........."
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
4%0 Oſt. Goldrente
4½% Rum. Gold
von 1913 ... .."
4% Türk. Admin.
427
1. Bagd.
4%
Zollanl.
4½% 1913 Ungarn
„ 1914
420 Ung= Godr.
Aktien
Allg. Dt. Creditanſt
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ...
Comm. u. Privatb
M75
97.75
98
52.75
68.75
75
92.5
84‟l.
43.25
33:1.
24.5
8.5
26.75
137.25
177
186.75
Darmſt. u. Nt.=Bk.,
Deutſche Bank ...
„Eff.=u.
Wechſel=
bank ........"
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch..
Dresdner Banſ...
Frankf. Bank ....."
Hyp.=Bk...
Pfdbr.=Bk
Gotha. Grundkr. B
Mein. Hyp.=Ban
Metallbank. . . . . ..
Mitteld. Creditbk..
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt . .
Pfälz. Hyp.=Ban=
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditban!
Hyp.=Ban
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
A.-G.ſ. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn=
Vorzge.
Hapag
Nordd. Lloyd. . . . .
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ
238.5
167.5
127
101
161.75
169
115
43.5
153.75
136.5
137.9
13.5.25
207
160
34.75
159.5
301
125.5
197.7
15.25
176
164
Ai.-6
148
122.5
Accum. Berlin
Adlerw. (v. Kleher//113.5
%0 AEG. Vorzug! 83
85
AEG. Stamm 183
Baſt Nürnberg . . . /236
Beram. El. Werke 200
BrownBoverickCie /155
Brüning & Sohn. 1127
Zuderus Eiſen
Cement Heidelbere
Karlſtadt
Chem. WerkeAlbert.
Fabrik Milch
Damler=Ben;
Dt. Atl.=Telegr.. .
Eiſenh. Berlin
Erdö.
Gold= u. Stib.=Anſtalt
Linoleumweri
EEichbaum, Brauer.
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
Faber, F))., Bleiſt.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaun
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gaz.
H)f
GeilingE Cie...
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen.
Grün k Biliinger.
Hafenmühle Frift
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf,
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen .
Holzmann, Phil. ..
136
170.75
84
83
44
2104
375
232
172.5
225
Rat
152.5
86
145
95
AIn4
169
140
138
86.5
107
135
78
Holzverk.=Induſtrie
Ilie Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm.
Kal Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln.
Kammgarnſpinn..
Karſtadt, R...
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke ...
Kraftw. Alt=Württ
Lahmeyer & Co ..
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid. Metall
Lutz Geoc. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt
Main;. Akt.=Br...
Mannesn. Röhren
Mansfeld. Bergo.
Marz=Werfe .....
Metallgeſ. Franift
Miag, Mühlenbau.
Motorenfb. Darmſt.
Necka=, Fahrzeug
Nic(a) HJfor
O)
Oſterr. A
Otavi M
Pe.
Phönir
Reiniger, Gebb.
Ry Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Stahlwerke ..
Riebeck Montan
NoederGb. Darmſt.
Rütgerswverke ...."
91.5
114
87
85
174
286
245
90
174
112
315
20
116
261
127
m
189
139
32.5
160
15
53.5
107.5
93.5
118
159
133
126.75
103
Schachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind.
Schramm Lackfrb.
Schriftg. Stempel
Schuckert Eleltr.,
Schwarz Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens &. Halske
Süd) Immobilien
Zucker=AG.
Strohſtoff. Ver.
Tellus Bergbau 1119
Thür. Lief.=Geſ.. . /106
Tucher, Brauerei ./165
Unterfr. Krs.=
Elel=
tr.=Ver).
Veithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Gummifabrik
Berlin=Frantf
Laurahütte
Stahlwerte 94
Ultramarin. . .
Zellſt., Ber lin
Vgtländ. Maſchinen
Voigt &. Haeffner
Wanß & Frey 10/
Wege lir Rußfabrii
Werger Brauerci /220
Zellſt. Aſchat fenbe.
Memel ...."
Waldhr
Alltanz u. Stutig.
Verſicherung.
Frkft. Allg. Verſ.=C
Frankona Rück= u.
Mitr.
Mannh. Verſich.
200
338
126
14
202.5
177.5
391.75
95
146
280
106.75
33
90
87
169
143.5
75.25
214
137
210
138
185.5
225
[ ← ][ ][ → ]Nummer 285
Samstag, den 13. Oktober 1928
Seite 13
Männlich
Einige tüchtige
Schreiner
für Fournierarbeiten
ſofort gefucht.
V. Sturm 2.,
Ur=
berach,
Darmſtädter=
ſtraße 58, Teleph. 1.
(16345)
Vertrei er (in)
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an dortig. Platze
zu vergebd.
Ver=
tretung Gehalt
30 ℳ u. Provi ion
Joſef Rodenkirchen,
Kiel „Ringſtraße 76.
1V 164 5)
Tüchtige
Derttelek
oder
Relfenve
zum Beſuch von Detailkundſchaft
für
praktiſchen, geſchützten Artikel
des Haushalts geſucht. Proviſivn
200 Ausführliche Angebote unter
M 214 an die Ge chſt.
(16372
Alte norddeutſche Lebens=
Verſiche=
rungs=Geſellſchaft,
die in ihrem Konzern alle übrigen
Branchen betreibt, ſucht für
Darm=
ſtadt einen
Platz-Inspektor
Dieſer ſoll den vorhandenen
In=
kaſſobeſtand akquiſitoriſch ausnutzen
und in der Hauptſache ihm
auf=
gegebene Adreſſen bea beiten.
Ged egener Fachmann wird
be=
vorzugt; es lann aber auch ein
gewandter, unbeſcholtener
Nicht=
fachmann prakt eingearb werden.
Bewerbungen unter M 218 an die
Geſchäftsſtelle d. Bl. erbet. (TV.16.87
Chauffeur
ledig, 22 Jahre,
ge=
lernter
Maſchinen=
ſchloſſer, Führ rſch
3b, m. a.
Repar=
turen vertraut (
Fahr=
pragis 50 000 km),
un=
gekündigt, gutes
Be=
nehmen, möchte ſich
als Herrſchafts= oder
Reiſe=Chauffeur
ver=
indern. An eb. unt
M 243 Geſchſt. / 26891
RNfe
Zeugnis v.
Handels=
ſchule, Stenogr. und
Schreibmaſch. ſ. g.,
ſucht per ſof. Stelle
als Anfängerin
Angeb. u. M 232 an
die Gecht. (*26855
R
evtl. auch Vertreter, mögl, aus der
Markenartikelbranche, gut eingeführt
in Kolonialwaren=, Drogen= u. einſchl.
Geſchäften (auch Leder= und
Schuh=
geſchäften, für den Verkauf eines
Spe=
zialartikels Lederfarbe) ſowie nicht
un=
bekannt. Marken Schuhcreme,
Bohner=
wachs, Bodenbeize, Metal putz uſw.
von Fabrik
gesucht. IV.16381
für Frankfurta M., Darmſtadt,
Mann=
heim, Heidelberg und Karlsruhe,
Verkauſskanonen wollen Offerte
ein=
reichen unter V A 1102 an Hein ich
Eisler, Ann.=Exped, Frankfurt a. M. I
Herren, die in der Lage ſind, einer
leiſtungsfähigen Verſ.=Geſ. (kein
Kon=
zern) den Ausbau des Platzgeſchäftes
zu gewährleiſten und bieten höchſte
Pro=
viſion, Uebergabe des vorhandenen
Beſtandes, event. Fixum und für
Nicht=
fachleute, die ſich auf Grund beſter
Verbindungen befähigt halten, auch
perſönliche Unterſtützung und
Einarbei=
tung. Ausführl. Zuſchriften mit
Refe=
renzen und etwai en Erfolgnachweiſen
unter M 235 an die Geſchäftsſtelle ds
Blattes.
(1V.16407
Stadtreiſender
der Lebensmittelbranche
wird von bekannter Markenartikelfirma
geſucht. Seriöſe Herren belieben
Ange=
bote unter M 215 an die Geſchäftsſt. ds.
Blattes zu richten.
16377
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16373
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Weiblich
Fg.Mädchen, v.
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därts, 21 J. alt, aus
gut Fam., erfekt im
Kochen, ſ. Stellg. als
Haustochter
in gut. Hauſe, um ſich
noch in allen
an=
deren Fächern
ver=
vollfommn. zu könn",
vei Familienanſchluß
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Taſchen=
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und geſchäftskundige
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M 209 Gſchſt. (*26809
Aünterrichtß
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rantiert. Mäß. Hono
rar. Angeb. erb= u.
M 240 an die
Ge=
ſchäftsſtelle. (*16883sg
Schlacht=
freibank hof.
Von
11 Uhr und
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Rnd= u. Schweinefle ſch.
14702a1
Bekanntmachung!
die Geſchſt. (161222 Wir geben hiermit bekannt, daß die
Firma K Mahr, Reinheim i. O.,
den Alleinverkauf unſerer erſtklaſſ.
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pr. Zentner inkl. Sack Mk. 4.40
für den Kreis Dieburg inne hat und
ſtändig en bedeutendes Lager
unterhält, was wir allen Salz
ver=
brauchendenKreiſen beſt.empfehlen
Südweſtdeutſcher Salzgroßverkehr
Ludw. Bleyler, München. *26705
Friſche Seemuſcheln
Pfund 20 3, 5 Pfund 90 H
Friſche Krabbeng; 50.
ff. Süßbücklinge gf.55
5 Pfund=Kiſte 2.20
Servierfräulein.
Jeden Samstag und
Sonntag abends ſol.,
anſtändi es Fräulein
geſucht 6413
Reſt. Bismarckeck.
Ein
älter. Madchen
das auch kochen kann,
für tagsü er, ſo ort
geſucht. Pfeifer,
Darm adt,
Stift=
ſtraße 29. ( 26881
Sauberes
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nicht unt 18 J., bis
nach d. Spü. n per
16. Okt. geſ. 26892
Näheres Geſchäftsſt.
Mädchen, zuverl. u.
ſelbſtänd. in Kücheu
Haus, mit gt. Zeugn.,
in kl. Haushalt, wo
Hausmädch., geſucht.
Angeb u. M 183 an
die Geſchſt. (*26723fs
Für die Abteilung
Buchhaltung
wird von hieſiger
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Dame ten Buchhaltung bereits
be=
vandert iſt. Bewerbungsſchreiben mit
Zeugnisabſchriften und Lebenslauf unter
M 208 an die Geſchäftsſt.
16866
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Der neueſte Motorradtypus
iſt mit allen Inſtrumenten, wie
Geſchwindigkeits=
meſſer, Oeldruckmeſſer uſw. ausgeſtattet, die für ein
Auto ſchon längſt ſelbſtverſtändlich ſind. Auch eine
Windſchutzſcheibe iſt zur höheren Bequemlichkeit des
Motorfahrers angebracht. Weſentlich bleibt jedoch die
böhere Sicherheit, die durch die eingebauten
Inſtru=
mente garantiert iſt.
Samstag, den 13. Oktober 1928
150 Jahre Münchener Nationaltheater.
Das Goetheanum in Dornach
iſt neu erſtanden. Das alte, auf Anregung des Philoſophen Dr. Rudolf Steiner errichtete
Goethe=
anum brannte in der Silveſternacht 1922 ab. Seither waren die Anthropoſophen ohne
Zentral=
punkt. Nunmehr ſteht das neue, architeltoniſch intereſſante Haus fertig und dient der
anthro=
poſophiſchen Forſchung.
Ski=Trocken=Kurſus. Sand für Schnee.
„Treppenſchritt” im Ski=Trocken=Kurſus.
Da der Berliner Winter nur wenige Schneetage bietet, hat ſich die Hochſchule für Leibesübungen
entſchloſſen, ihre Ski=Kurſe für Anfänger — im trockenen Sande abzuhalten. Unſer Bild zeigt
Sportſtudentinnen, die an Stelle des ewigen Schnees ſich mit dem ewigen Sand begnügen müſſen.
Der Diebſtahl im Dom von Münſter.
Die auf myſteriöſe Weiſe aus dem Münſter Dom
geſtohlenen Elfenbeinkruzifixfiguren, Kunſtwerke des
16. Jahrhunderts, ſind durch einen merbwürdigen
Zufall wieder herbeigeſchafft worden. Es meldete ſich
bei dem die Unterſuchung leitenden Kriminalbeamten
ein Mann, der erzählte, daß er in der Lage ſei,
wichtige Angaben über den Diebſtahl zu machen. Im
Laufe ſeiner Vernehmung verwickelte er ſich in
Wider=
ſprüche und räumte ſchließlich ein, ſelbſt der Täter
zu ſein. Ob er nicht auch für den Raub der koſtbaren
Monſtranz aus dem 17. Jahrhundert in Frage
kommt, ſteht noch nicht feſt.
Großfeuer in Brünn.
Brünn. Kurz vor 22 Uhr iſt aus bisher
unbe=
kannter Urſache in der großen Ringofenziegelei Cohn
in Brünn=Bohonitz ein Brand ausgebrochen. Am
Brandort ſind ſämtliche Brünner Feuerwehren und
eine Reihe von Feuerwehren aus der Umgebung
er=
ſchienen. An eine Rettung der Ziegelei iſt nicht zu
denken.
Schwerer Theaterbrand in Moskau.
„Kowno. Wie aus Moskau gemeldet wird,
er=
eignete ſich infolge eines Brandes im Theater
Wach=
tangow um ein Haar dieſelbe Kataſtrophe wie
kürz=
lich in Madrid. Während des zweiten Aktes fingen
die Dekorationen auf der Bühne Feuer. Im
Publi=
kum entſtand eine Panik. Die Theaterfeuerwehr
löſchte jedoch den ſichtbaren Brand, wodurch die Ruhe
im Zuſchauerraum wiederhergeſtellt werden konnte.
Das Publikum verließ ruhig den Saal. Das halbe
Thegter brannte aus.
Keine Lebenden unter den Trümern in Prag.
Prag. Die Zahl der Toten beim Prager
Ein=
ſturzunglück, von denen bisher 33 geborgen ſind, muß
mit insgeſamt 50 angenommen werden. Selbſt unter
der Vorausſetzung, daß die Klopfzeichen, die ein
Ar=
beiter am Donnerstag in der Tiefe auf der
Bau=
unglücksſtätte vernommen haben will, keine
Sug=
geſtion war, iſt es ſehr unwahrſcheinlich, daß noch
Lebende unter den Trümmern gefunden werden. Der
verhaftete Bauleiter, Ingenieur Mondl, wurde in
Gerichtshaft eingeliefert. Der Polizeibericht beſagt,
die Hoffnung, Lebende zu finden, ſchwinde immer
mehr, weil ſich herausgeſtellt habe, daß auch die
Decke im Keller durchgebrochen ſei. Seit Donnerstag
arbeitet ein an der Unglücksſtätte aufgeſtellter
Dreh=
kran. Durch den in der Eile gegrabenen Schacht und
Stollen in den Keller zu gelangen, wurde aufgegeben,
da dieſer verſchüttet iſt.
Wieder ein Hauseinfturz in Prag.
Prag. Donnerstag iſt in Prag in dem
Stadt=
teil Lieben wieder ein mehrſtöckiger Neubau ſamt
dem Baugerüſt eingeſtürzt. Menſchenleben ſind
an=
geblich nicht zu beklagen, da zur Stunde des
Ein=
ſturzes keine Arbeiter mehr auf der Bauſtelle
ge=
weſen ſind.
Schwerer Taifun im Fernen Oſten.
Kowno. Wie aus Moskau gemeldet wird, tobte
im fernöſtlichen Küſtengebiet ein Taifun, der die
Verbindung mit Japan unterbrach. Der Hafen von
Wladiwoſtock iſt für das Auslaufen der Schiffe
ge=
ſperrt. Die zahlreichen Opfer des Taifuns im Meer
ſind noch nicht feſtgeſtellt.
Seite 13
Strafgefangener Nr. 48 866 vder Bürgermeiſter
Andrew Gillis
führt aus dem Gefängnis die Geſchäfte der
ameri=
kaniſchen Stadt Newburyport. Er hat —
nebenamt=
lich — eine polizeilich nicht genehmigte
Benzinver=
kaufsſtelle geführt und mußte dafür Monate ins
Kittchen wandern. Unſer Bild zeigt ihn als
Ge=
fangenen Nr. 48866 bei der Gefangenenarbeit. Im
den Abendſtunden erledigt er die laufenden
Ma=
giſtratsgeſchäfte ſeiner fünfzehntauſend Mitbürger
zählenden Vaterſtadt.
Nummer 285
Reich und Ausland.
Dr. h. c. Hans Draeger.
Wegen ſeiner Verdienſte um die Bekämpfung der
Kriegsſchuldlüge wurde Hans Draeger, Berlin, der
Leiter des Arbeitsausſchuſſes Deutſcher Verbände,
von der Univerſität Jena zum Dr. phil. h. c.
er=
nannt. Draeger, durch Reden und Schriften vielfach
hervorgetreten, iſt ſeit Jahren Geſchäftsführendes
Vorſtandsmitglied dieſer überparteilichen
Spitzen=
organiſation, die mit anerkennenswertem Erfolg
unter Anteilnahme aller Berufs= und
Bevölkerungs=
organiſationen aller Richtungen eine
Aufklärungs=
arbeit über die Kriegsſchuldlüge und über alle mit
dem Verſailler Diktat zuſammenhängenden Fragen
im In= und Auslande leiſtet. Draegers beſondere
Werdienſte liegen auf dem Gebiet der Vertiefung, der
Vereinheitlichung und der Zielſtrebigkeit der
deut=
ſchen Volksbewegung gegen das Verſailler Diktat. Es
iſt Draegers größtes perſönliches Verdienſt, zu einer
Zeit ſtärkſter innerpolitiſcher Spannungen der erſten
Nachkriegsjahre die Notwendigkeit einer inneren
Ein=
heitsfront erkannt und die Zuſammenarbeit mit allen
politiſchen Richtungen in die Wege geleitet zu haben.
Dadurch, daß er und der Präſident des
Arbeitsaus=
ſchuſſes Deutſcher Verbände Gouverneur z. D. Dr.
Schnee, M. d. R., den Arbeitsausſchuß Deutſcher
Ver=
bände ſich jeglicher Teilnahme an innerpolitiſchen
Auseinanderſetzungen enthalten ließen und daran
feſthielten, die Zuſammenarbeit mit allen Kreiſen auf
das eigentliche politiſche Aufgabengebiet zu
beſchrän=
ken, konnte der Arbeitsausſchuß Deutſcher Verbände
ſich mit der ihm eigenen Sachlichkeit allmählich als
Führung durchſetzen und von ihm als zweckmäßig
erkannte Maßnahmen unter allgemeiner Zuſtimmung
zur Ausführung bringen.
Der Mordverſuch im Frankfurter Arbeitsamt.
Frankfurt a. M. Das Schwurgericht
ver=
handelte gegen den 19jährigen Hilfsarbeiter Joſef
Willkomm, der des Mordverſuchs an dem ſtädtiſchen
Vermittlungsbeamten Ennenbach beſchuldigt wird. Der
Angeklagte hat eine ganze Reihe von Stellen inne
gehabt und war ein häufiger Gaſt des Arbeitsamtes,
wenn er arbeitslos wurde. Es wurden ihm
ver=
ſchiedentlich Stellen nachgewieſen, die aber meiſt ſchon
beſetzt waren. Eine andere Stelle wollte er nicht
haben. Daraufhin verweigerte man vom Amt die
Hergabe der von W. gewünſchten Unterſtützungskarte.
Darin ſah der Angeklagte eine Schikane und wollte
nun den Beamten einen Denkzettel geben. Er kaufte
ſich einen Revolver und ſchoß am 3. Auguſt im
Schal=
terraum dem Beamten Ennenbach ins Geſicht,
nach=
dem dieſer ſich ſeinen Wünſchen gegenüber wieder
ab=
lehnend verhalten hatte. Am folgenden Tage wurde
er verhaftet. Im Verlaufe der Vernehmung des
An=
geklagten erfuhr man, daß er bisher nur ein
einziges=
mal, nämlich vor drei Jahren,
Erwerbsloſenunter=
ſtützung bezogen hat. Von dem Angeklagten waren
mehrere Zeugen benannt worden, die über das
barſche Auftreten des Zeugen Ennenbach Auskunft
geben ſollten. Die Zeugen ſagten ſämtlich, das
En=
nenbach immer korrekt war. Aus den Ausſagen der
Schweſter und der Mutter des Angeklagten ergab
ſicht, daß Willkomm ein leicht erregbarer Menſch iſt,
der in ſeiner Kindheit oft krank war. Sein Vater iſt
Trinker geweſen. Von 13 Kindern gebar die Mutter
zehn tot. Die Mutter ſelbſt litt bis zu ihrem
fünf=
zehnten Lebensjahr an Epilepſie und am Veitstanz.
Die Zeugenvernehmung war hiermit zu Ende. Die
Sachverſtändigen wurden Freitag gehört.
Vier Monate Gefängnis für einen radierten
Fahrſchein.
Karlsruhe. Vor einiger Zeit hatte ſich der
hieſige praktiſche Arzt Dr. R. vor dem hieſigen
Schöffengericht wegen Fälſchung von ſtädtiſchen
Stra=
ßenbahnfahrſcheinen zu verawworten und war zu vier
Monaten Gefängnis verurteilt worden. Gegen das
Urteil legte Dr. R. Berufung ein, die jetzt die
Strafkammer beſchäftigte. Der Angeklagte beſtritt
dabei alle Fälſchungen bis auf einen Fall, die
be=
treffende Fälſchung ſei aber nicht von ihm
vorgenom=
men worden, es habe ſich vielmehr um ein
Fahr=
ſcheinheft gehandelt, das er im Wartezimmer
ge=
funden habe und der darin befindliche Schein ſei
radiert geweſen. Das Gericht verwarf die
Revi=
ſion und beſtätigte die viermonatige Gefängnisſtrafe.
Schwerer Motorradunfall.
Dettingen. Am Donnerstag mittag fuhr in
der Nähe der hieſigen Ortſchaft ein Auto, das infolge
des glatten Bodens ins Schleudern geriet, auf ein
mit zwei Perſonen beſetztes Motorrad. Dabei
wur=
den die beiden Motorradfahrer, Eduard Krammig
aus Krotzenburg und Konrad Kauffelg aus
Langen=
ſelbold ſo ſchwer verletzt, daß ſie ins Hanauer
Kran=
kenhaus eingeliefert verden mußten.
Das Nationaltheater in München
feiert in dieſer Woche ſein hundertfünfzigjähriges Beſtehen. Die Jubiläumsvorſtellungen ſind
Werken von Goethe, Mozart, Richard Strauß und Hans Pfitzner gewidmet. Das Nationaltheater
ſteht ſeit 1912 unter Leitung des auch als Komponiſt geſchätzten Generalintendanten Clemens
Freiherrn von und zu Frankenſtein.
Das neue Goetheanum in Dornach.
Neuer Weltrekord im Rückenflug
Pilot Glardon,
ein junger Schweizer Flieger, hat in Kaſſel den
Weltrekord im Rückenflug um 3 Minuten verbeſſert.
Bisher hat der 15 Minuten=Rückenflug des berühmten
deutſchen Kunſtfliegers Fieſeler die Welthöchſtleiſtung
dargeſtellt. Glardon hat es mit ſeiner Raab=
Katzen=
ſtein=Maſchine „Schwalbe” auf 18 Minuten 3 Sek.
gebracht.
Schweres Brandunglück.
Artern (Unſtrut). Donnerstag abend brach im
Hauſe des Uhrmachers Bonn aus noch unbekannten
Gründen Feuer aus. Vorübergehende, die in das
Haus eindrangen, fanden im Dachgeſchoß den mit
Brandwunden bedeckten ſechsjährigen Sohn des Bonn,
der noch in der Nacht ſeinen Verletzungen erlegen iſt.
Als man ſpäter in die verqualmte Küche vordringen
konnte, fand Bian auf dem niedergebrannten Sofa
die halbverkohlte Frau Bonn, die ihr ebenfalls totes
dreijähriges Töchterchen im Arm hielt.
Motorbootunglück auf der Donau.
Bukareſt. Nach Meldungen aus Galatz iſt das
Motorſchiff „Reni” auf einem Seitenarm der Donau
in ſchneller Fahrt mit einem Motorboot
zuſammen=
geſtoßen. Von 16 Perſonen ſind 13 ertrunken. Acht
Leichen konnten geborgen werden.
Eiſenbahnunglück in Jugoſlawien.
Belgrad. In der Nähe von Lafkovatſch bei
Valjevo ſtieß Donnerstag früh ein aus Valjevo
kom=
mender Perſonenzug mit dem Belgrader
Perſonen=
zug zuſammen. Ein Schaffner wurde getötet und
13 Perſonen ſchwer verletzt. Der Zugverkehr auf
der Strecke war bis nächmittag unterbrochen.
Unterſuchung der Kataſtrophe in Monza.
Rom. Das Sachverſtändigengutachten über die
Automobilkataſtrophe auf der Rennbahn von Monza,
die ſich im vergangenen Monat ereignete, beſagt, daß
die Entgleiſung des Wagens Materaſſis infolge
Blockierens des Steuers eingetreten iſt, als Materaſſt
bei dem Verſuch, ſeinen Konkurrenten Foreſte zu
überholen, umlenken wollte. Die Blockierung
hin=
derte Materaſſi, wieder in die Richtung der Bahn zu
gelangen, und zwang ihn, die Bremſe in Aktion zu
ſetzen, um das Herausſpringen ſeines Wagens aus
der Bahn zu verhindern.
11 Todesopfer des Exploſionsunglückes
von Caſtallione.
Rom. Wie aus Treviſo berichtet wird, iſt die
Zahl der Todesopfer bei der am Mittwoch abend in
Caſtallione erfolgten Exploſion im Munitionslager
auf 11 geſtiegen. Die Zahl der Verletzten beträgt vier,
Bisher konnten nur fünf Leichen identifiziert werden.
Untergang eines deutſchen Dampfers.
London. Der britiſche Tankdampfer „
Coman=
ches” traf Donnerstag vom Sturm ſchwer
mitgenom=
men in Falmouth ein. Er berichtete, daß er am
25. September den deutſchen Dampfer „Maria
Pi=
nango”, der ſich in Seenot befand, ins Schlepptau
genommen und tauſend Meilen weit geſchleppt habe.
Er habe aber dann das deutſche Schiff aufgebem
müſſen, das darauf unterging. Die deutſche
Be=
ſatzung wurde von der „Comanches” an Bord
ge=
nommen und in Horta gelandet.
Der Herr Bürgermeiſier regiert
ſelbſt in Strafhaft.
Das modernſie Motorrad.
[ ← ][ ][ → ]Seite 16
Samstag, den 13 Oktober 1928
Nummer 285
Saan und ien Srting.
Roman von Walter Weilshaeuſer.
Nachdruck verboten
Der D=Zug von München war eben eingetroffen. Ein
Men=
ſchenſtrom ergoß ſich durch die weite Vorhalle des Frankfurter
Hauptbahnhofs und floß vor den Portalen dünn auseinander.
Die Ankommenden verſchwanden in dem quirlenden Treiben auf
dem Bahnhofsplatz, das ſie ſofort aufſog.
Elektriſche Bahnen ſtanden oder fuhren langſam in großem
Bogen in die fächernden Straßen, in denen der Verkehr mit
ſeinen mannigfachen Geräuſchen des Raſſelns, Klingelns,
miß=
töniger Hupenſchreie und eilender Füße rauſchte.
Alles machte an dem hellen, herbſtlichen Vormittag einen
blanken, friſchen Eindruck. Noch lag die Erwartung, die frohe
Arbeitsluſt auf den Geſichtern der fremd aneinander
Vorbeieilen=
den, von denen jeder ein kleines Schickſal dem neuen Tag
ent=
gegentrug.
Auf der Verkehrsinſel vor dem Bahnhof ſtand einer mit einem
ſchäbigen Reiſeköfferchen in der Hand. Ein knittriger Anzug hing
um die gebückte Geſtalt.
Unſchlüſſig ſtarrte der Mann in das Gewimmel, das ihn
ver=
wirrte und erſchreckte.
Balder war es, der in Lengfeld ſeine Laufbahn als Gemeinde= hätte Lengfeld doch ſchon eher verlaſſen müſſen Er dachte
ſchreiber ſo unrühmlich abgeſchloſſen hatte. Der Aufenthalt dort
war ihm bald gründlich verleidet worden.
Man mied ihn wie die Peſt. Da er ſein Amt verloren hatte,
fürchteten ihn ſeine Feinde nicht mehr, und die anderen hatten
ihn ſo ſchon ſtets überſehen. Er war weniger als eine Null ge= Meckler ruhig und behäbig hantieren.
worden.
Voll Grimmes hatte er ſchließlich die Karte nach Frankfurt
gelöſt, ſobald ſeine kleinen Erſparniſſe zu Ende gingen. Eine
Stellung bekam er nicht.
Und nun richtete ſich ſeine Wut am heftigſten gegen die
Familie Meckler im allgemeinen und Lore im beſonderen. Sie neuen Schoppen.
waren, ſo meinte er, an ſeinem Unglück ſchuld.
Mit dieſer feigen, ſchiefen Auffaſſung verſuchte er, ſeinem
Gewiſſen zu entfliehen, ſtatt daß die gerechte Erkenntnis der
Ge=
meinheit ſeiner ſchlimmen Tat ihm ſchließlich die Kraft zur Um=
kehr gegeben hätte.
Es war ihm flau zu Mute. Uebelkeit durchkroch ſeinen
ſchlaf=
fen Körper. Seit geſtern mittag hatte er nichts Ordentliches im
Leibe.
Unſicheren Schrittes überquerte er den Platz, um in die
Alt=
ſtadt zu gelangen. Ein Poliziſt ſah ihm mißtrauiſch nach.
Dann nahm ihn das heimelige Gewirr der Gaſſen auf, deren
ſeltſamen Häuſer und Häuschen, dicht aneinandergeſchmiegt,
alt=
väteriſch und ernſt dreinblickten.
Dieſer alte Stadtteil, in dem ja auch Goethes ſtilles
Vater=
haus in ſeiner ſtolzen, ſelbſtbewußten Ruhe ſtand, zeigte nichts
von dem verſtaubten, vernachläſſigten oder gar ärmlichen
Aeuße=
ren, das anderswo in dieſen Vierteln oft die Vergänglichkeit
alles Beſtehenden zu unterſtreichen ſcheint.
Die bunten, ſauberen Lädchen, mit ſeltſam blitzendem Kram
in den kleinen Schaufenſtern, die winzigen Schänken,
Handels=
häuſer mit merkwürdig leeren Fronten, wie die unbeſchriebene
Seite eines Kontobuches, die engen Bürgerſteige: das alles
ver=
ſetzte in eine längſt entſchwundene Zeit zurück voll
ſpießbürger=
licher Geſchäftigkeit und geſpreizter Wohlanſtändigkeit.
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An den Rändern dieſer kleinen Inſel der Vergangenheit
aber ſchäumte brauſend das Leben der Großſtadt.
Balder betrat eine der einfachen Kneipen, die durch das
rot=
weiße Brauereiſchild ſchon von weitem kenntlich ſind. Er ſetzte
ſich an den Holztiſch auf die blankgewetzte, altersbraune Bank
und aß ſein Stück Brot und Käſe.
Hier war alſo ſeine neue Heimat, dieſe Stadt, in der er
nie=
manden kannte. Ratloſigkeit und Ungewißheit bedrückten ihn. Er
an ſeine Amtsſtube mit den nüchternen, kalkweißen Wänden und
den langweiligen Aktenfächern, ſeine bequeme, immerhin
ange=
ſehene Arbeit, das pünktlich die Hand füllende Gehalt. Er ſah
den Marktplatz vor ſich, das „Goldene Kreuz”, ſah den alten
Der ſaß ſicher in ſeinem Spcck!
In ſeinen Augen glomm es böſe auf.
Jetzt war er in der großen Stadt und wußte nicht ein
und aus.
In grünen Pantoffeln ſchlappend, brachte ihm der Wirt den
In dem großen Lichtſpielhaus rollte der letzte Akt des Films.
Gute Muſik untermalte ſtimmungsfördernd die Bilder, die
irgendein ausländiſches, übermäßig ausgeſtattetes Kitſchdrama in
Kunſt falſchmünzten.
Das Haus war dicht beſetzt. Den üblen Dunſt der
Menſchen=
leiber konnte auch der die Luft verbeſſernde Zerſtäuber nicht
ver=
treiben, der hin und wieder ſeinen Sprühregen über die Köpfe
kühlend ergoß. Eine ſchwüle, aufgeregte Stimmung ſchwelte im
Publikum.
In einer der Logen ſaß Lore mit einem gut angezogenen,
älteren Herrn. Er neigte ſich hin und wieder flüſternd zu ihr,
vertraulich, freundſchaftlich.
Beide waren von einer unbeſtimmten Erwartung erfüllt, die
ſich bei dem Mädchen mit Neugier miſchte.
Lore tvollte ihre ſchwere Stunde in Frankfurt abwarten. Dem
Vater hatte ſie geſagt, daß ihrer häuslichen Ausbildung ein paar
Monate in einem großen Betrieb nicht ſchaden könnten.
So hatte ſie die Stellung an der Kaſſe des Reſtaurants
an=
genommen, half auch ſonſt fleißig mit, wo es nottat.
Es war ein gutes, ſolides Haus. Das alte Ehepaar leitete
es ſelbſt, umſichtig überwachend, von früh bis abends tätig,
be=
ſorgt nicht nur um ſeine Gäſte, ſondern auch um ſein Perſonal.
Sie hatte es gut getroffen und war dankbar.
Anton Meckler, der die Tochter nach Frankfurt gebracht hatte,
war zunächſt nicht einverſtanden geweſen, daß Lore privat
woh=
nen mußte. Aber er hatte ſie ſchließlich doch untergebracht. Er
meinte, daß ſie in guten Händen war. Die Zimmervermieterin
tpar von jener wortreichen Solidität, die nur außen haftete,
un=
durchdringlich iſt und leicht trügt. Wenn man ihr glaubte, konnte
Lore in der Kirche nicht beſſer aufgehoben ſein als in dem
ſau=
beren Stübchen am Eſchenheimer Tor.
So war der Alte, ganz feierlich anzuſehen in ſeinem
ſonn=
täglichen Bratenrock, einigermaßen beruhigt abgefahren. Seine
kleinſtädtiſche Einfalt, die eigene Ehrenhaftigkeit argwöhnten
nichts und mißtraute niemandem.
Ein ſtraff geſpielter Marſch beendete das Programm. Die
Deckenlichter glühten auf, die Menſchen drängten zu den
Aus=
gängen.
„Und vvo gehen wir jetzt hin. Fräulein Meckler?”
Der Kaufmann Linkert fragte es mit dem befriedigten Ton
in der Stimme, den ein gutes Abendeſſen und ein ſogenannter
Kunſtgenuß bei einfachen Leuten zu erzeugen pflegen. Außerdem
freute er ſich auf den Reſt des Abends. Er kam ſich heute ſo
recht als Kavalier vor und wollte es auch bleiben.
Sie ſtanden unter der weißen, ſurrenden Bogenlampe. Die
breite Straße war in die roſige Dämmerung der
Nachtbeleuch=
tung getaucht. Kraftwagen fuhren, ohne jetzt überflüſſiges
Hupen=
geſchrei, lackglänzend, leiſe und lockend über den faſt leeren
Aſphalt.
Zweideutige Geſtalten von Männern und Frauen gingen
unſchlüſſig Zielen zu, die ſie ſelbſt noch nicht kannten.
Die breiten, lichthellen Fenſter der Reſtaurants lagen wie
leuchtende Vierecke in der dunklen Front der Häuſer.
(Fortſetzung folgt.)
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Nummet 285
Samstag den 13 Oktober 1928
Seite 17
5 Pädagogiſcher Kongreß
in Kaſſel 1928.
Von Studienrat Dr. Ernft Ludwig, Groß=Umſtadt.
Der Deutſche Ausſchuß für Erziehung und Unterricht, Berlin,
Schiff=
bauerdamm 5, hatte für die Zeit vom 4. bis 6. Oktober 1928 nach Kaſſel
zu einer pädagogiſchen Tagung eingeladen, die ſich dann auch eines regen
Beſuches aus allen Teilen des Reiches und den deutſchen Grenzlanden
erfreuen durfte. Sechshundert Teilnehmer mögen es geweſen ſein, die
am 4. Oktober in dem Blauen Saale der Kaſſeler Stadthalle zu dem
Begrüßungsabend erſtmals zuſammenkamen und dann den dort am
5. und 6. Oktober ſtattfindenden Sitzungen beiwohnten. Die Bedeutung
der Tagung, aber auch ihre Sorgen kamen bereits in den
Begrüßungs=
anſprachen zum Ausdruck: wie ſich nämlich zum Wohle aller
Erziehungs=
arbeit Theorie und Praxis vereinigen laſſen möchten. Dementſprechend
waren auch die Themen der Vorträge geſtellt. Sollte am erſten
Sitzungs=
tage in den beiden Vorträgen über „Weſen und Wert der
Erziehungs=
wiſſenſchaft” und der ſich daran anſchließenden Ausſprache klargeſtellt
werden, was die Wiſſenſchaft von der Erziehung, über die Erziehung
und ihre Aufgaben vom Standpunkt der Wiſſenſchaft zu ſagen hätte,
ſo ſollte am zweiten Tage in der gleichen Weiſe wie am erſten, an Hand
von Vorträgen und Ausſprachen, aber mehr vom praktiſchen Standpunkt
aus erwogen werden, was davon für die Ausbildung der verſchiedenen
Lehrergattungen zu verwerten ſei, und welcher Anſpruch darüber
hin=
aus an die Arbeit der Erziehungswiſſenſchaft vom Standpunkt der
Aus=
bildung der Volksſchullehrer, der Berufsſchullehrer und der Philologen
zu ſtellen wäre. Vorausgeſchickt ſei, daß der Wille zur Gemeinſamkeit im
pädagogiſchen Denken und Arbeiten wohl vorhanden war, wie es der
Vorſitzende, Prof. Kerſchenſteiner=München, dem Verlauf der Tagung
auch wünſchte, daß aber von einer Gemeinſamkeit der zutage tretenden
Anſchauungen um ſo weniger geſprochen werden konnte, als das
eigent=
liche Kernproblem, was denn unter Erziehung, der Idee nach, überhaupt
zu verſtehen ſei, wenig berührt wurde. Beide Redner des erſten Tages,
die Univerſitätsprofeſſoren Dr. Cohn=Freiburg und Dr. Ettlinger=
Münſter, hatten ihrem Vortrage wohl dieſe Idee der Erziehung
zu=
grunde gelegt, beſonders Cohn, der in ſeinen Leitſätzen ausſpricht, daß
eine Wiſſenſchaft von der Erziehung ſich nur vom Weſen der Erziehung
her durch philoſophiſche Beſinnung gewinnen laſſe, aber
auch Ettlinger, der die Erziehungswiſſenſchaft, zu einem Teile
wenig=
ſtens, auch als normative Prinzipienwiſſenſchaft hinſtellt; aber beide
ſprachen, wie es freilich das ihnen vom Ausſchuß geſtellte Thema auch
nur wünſchte, weniger von dieſem Ganzen der Erziehung als von der
Wiſſenſchaft, die ſich um die Erziehung und ihre Aufgaben herum
ge=
bildet hat. Dieſe Wiſſenſchaft gliedert ſich nach Cohn in einen
allge=
meinen und einen beſonderen Teil. Der allgemeine Teil hat das Weſen
der Erziehung, das Cohn in der Gewinnung des richtigen Verhältniſſes
von Zögling und Erzieher ſieht, zum Gegenſtande. Das ethiſche Moment
iſt alſo das kennzeichnende in dem Erziehungsplan und das verbindende.
Der beſondere Teil Uüff=
Bedingungen, unter denen die
Er=
ziehung nur möglich iſt, und die deshalb auc wiſſenſchaftlich
durch=
forſcht werden müſſen. Sie betreffen einmal die Entwicklung des
jugend=
lichen Menſchen (Jugendkunde), den Erziehungsvorgang in der Seele
des Zöglings und des Erziehers, die Pſychologie des Erziehers, dann
auch die kulturelle Lage der Gegenwart, unter deren Herrſchaft die
Er=
ziehung erfolgen muß; die Entſtehung dieſer Lage; die Erziehung als
hiſtoriſcher Vorgang (Tradition); Geſchichte der Entdeckung des Weſens
der Erziehung und Geſchichte der Bildungsideale im Zuſammenhang mit
der Geſchichte der Erziehung ſelbſt. Der Wert dieſer Wiſſenſchaft für
den Erzieher beſteht in der Ausbildung einer allgemein erziehenden
Einſtellung (Haltung), die im Erzieher durch ein Wiſſen, das er ſich
durch dieſe Wiſſenſchaft ganz aneignet, gefeſtigt wird. Dieſe Haltung
des Erziehenden wird ſich zeigen einmal mehr perſönlich gefärbt, je
jünger der Schüler und je einfacher der Gegenſtand iſt, dann mehr
ſach=
lich, je reifer der Schüler und je bedeutender, ſchwieriger der
Gegen=
ſtand des Unterrichts iſt. Dieſer Unterſchied braucht kein abſoluter
Ge=
genſatz zu ſein. Daß er es nicht ſein ſoll, zeigt die Entwicklung, die die
erzieheriſche Haltung in den verſchiedenen Schulgattungen heute
genom=
men hat: die perſönliche Orientierung wächſt in der höheren und in der
Berufsſchule, die ſachliche in der Volksſchule. Daraus ſind für die
Lehrer=
bildung die Folgerungen zu ziehen. Ettlinger ſtellte ſich mit ſeinem
Vor=
trag ganz auf den Boden des Themas; nur gelegentlich ließ er den Sinn
deſſen, was er unter Erziehung verſteht, aufblitzen, wenn er von einem
höchſten Bildungsgut, von einer Erziehung, die ihren tiefſten Sinn in
ihrer Eigenſchaft als einer Präambulz fidei beſitzt, ſprach. Er
charak=
teriſierte die Erziehungswiſſenſchaft, die nicht mehr bloße
Erziehungs=
kunde iſt, aber auch nicht zur überwiſſenſchaftlichen Erziehungsweisheit
werden kann, als eine Prinzipienerkenntnis von einer geſtaltenden,
Werte in einer Wirklichkeit ausprägenden Tätigkeit. Der Wert der
Erziehungswiſſenſchaft liegt nach Ettlinger in der Erkenntnis; eine
un=
mittelbare Uebertragung in die Praxis, einen Nutzwert beſitzt ſie nicht.
Wohl vermag ſie die klärende Rechenſchaftsablage der erzieheriſchen
Praxis zu ermöglichen, deren geiſtige Lebendigkeit zu erhalten und ihr
Ver=
vollkommnungsſtreben zu fördern; deshalb tritt Ettlingen auch dafür ein,
daß eine erziehungswiſſenſchaftliche Fachbildung, differenziert nach der
Schulgattung, für die Angehörigen des Lehrerſtandes als nötig
empfun=
den werde, damit ſie im Lehramte den Fortſchritten der
Erziehungs=
wiſſenſchaft mit Verſtändnis folgen können. Aber das beſondere
Berufs=
ethos des Lehrerſtandes kann durch eine erziehungswiſſenſchaftliche
Aus=
bildung nicht gewährleiſtet werden. Dazu bedarf es der Inſpirationen
der Erziehungsweisheit. Hier noch mehr als bei Cohn zeigte ſich ſo
recht das Bedürfnis, zu erfahren, auf welchem dunklen Grunde denn
das beruht, was dem Erzieher Mut und Kraft gibt, bei ſeiner
Er=
ziehungsarbeit an eine ſinn= und bedeutungsvolle Tätigkeit zu glauben,
die kein erborgtes, ſondern ein eigenes Recht beſitzt. In der Ausſprache
kam denn auch dieſe Anſicht zum Ausdruck, wenn Oberſtudiendirektor
Dr. Buchenau=Berlin wünſchte, daß das Verhältnis der Pädagogik zur
Philoſophie mehr zu klären ſei, oder wenn Prof. Dr. Schmidt=Rowarzik,
Frankfurt a. M., neben der wiſſenſchaftlichen beſonders die irrationale
Stellungnahme in der Erziehungswiſſenſchaft verlangte; denn nach ihm
iſt Erziehung eine ideale Kulturfunktion, eine Beziehung zu den Werten
überhaupt. Eine Abgrenzung der Erziehungswiſſenſchaft, eine Abwehr
ihres Uebermaßes, eine Beſinnung auf das eigentliche Weſen der
Päda=
gogik forderte Paul Oeſtreich vom Bund entſchiedener Schulreformer,
wenn er an den Anfang aller Erziehung die Liebe und die Tat ſtellt.
Auch Oberſchulrat Sturm=Dresden hielt die Erziehungswiſſenſchaft in
ihrer alten Form nicht mehr für brauchbar. Er möchte in ihren
Mittel=
punkt das Gemeinſchaftsproblem ſtellen. — Die Schwierigkeit der Lage,
wie ſie ſich aus dem gegenwärtigen Stande der Erziehungsſviſſenſchaft
gegenüber den Anforderungen des Lebens ergibt, trat in der Sitzung
des zweiten Tages hervor, die der Frage nach der Stellung der
Er=
ziehungswiſſenſchaft in der Ausbildung der Volksſchullehrer (Redner:
Prof. Deuchler=Hamburg), der Berufsſchullehrer (Redner: Min.=Dir.
Dr. Kühne=Charlottenburg), der Philologen (Redner: Oberſtudiendirektor
digkeit der pädagogiſchen Inſtitute und Akademien, deren Umformung in
eine der Idee der Hochſchule entſprechenden Form Dauchler das Worr
redete. — Freilich müßte dieſe dann ſelbſt nach der
erziehungswiſſen=
ſchaftlichen Seite entſprechend ausgebaut werden — während Prof.
Weidel=Elbing für ihre Erhaltung in der jetzigen Form eintrat, denn
nur die Akademie ermögliche Gemeinſchaft der Studenten und Lehrer,
wie ſie denn am beſten konfeſſionell unterbaut ſei. Die
Erziehungs=
wiſſenſchaft könne allgemeingültige Erkenntnis geben, nur auf die letzte
Frage, nach dem Ziel, nicht. So bildete alſo der Wunſch nach dem
letzten Sinn alles deſſen, was Erziehung heißt, auch hier wieder die
Kernfrage, die gebieteriſch eine Antwort erheiſchte. Weniger ſtark aber
dennoch vorhanden, kam in dem zweiten Vortrag das Bedürfnis nach
einer Durchdringung der Ausbildung der Berufsſchullehrer mit dem
erziehungswiſſenſchaftlichen Geiſte und die darin liegende Schwierigkeit
zum Ausdruck. Das Problem der Berufsſchulen ſah der Redner darin,
wie durch den Unterricht an dieſen Schulen der Arbeiter an ſeiner
Arbeit eine ſittliche Freude gewinnen könne; zu dieſem Zwecke ſei die
pädagogiſche Ausbildung der Berufsſchullehrer weiterzuentwickeli
mit dem Ziel, eine ſelbſtändige Form der Lehrerbildung zu ſchaffen, die
den Bedürfniſſen der Berufsſchulen voll entſpricht. Bei den Philologen
konnte Oberſtudiendirektor Behrend darauf hinweiſen, daß ſie in ihrenr
Fachſtudium auf der Univerſität am wenigſten von
erziehungswiſſen=
ſchaftlichen Fragen bisher behelligt worden ſeien. Er ſieht darin eine
große Gefahr und fordert daher, daß Hand in Hand mit der
Fachaus=
bildung ein ſyſtematiſches Studium der Erziehungswiſſenſchaft geht,
da=
mit dem angehenden Philologen bei aller Wiſſenſchaftlichkeit des
Hoch=
ſchulunterrichts durch die Pädagogik und ihr Studium der Bildungswert
der Fächer, die er ſtudiert, aufgehe. Behrend hatte den entſchiedenſten
Gegner in Oberſtudiendirektor Grieſinger=Stuttgart, der den fruchtbaren
Moment, in dem der Philologe ſich vor die Problemn der Erziehung
geſtellt ſieht, erſt für möglich hält, wenn der Philologe 13 Lehrer in die
Praxis hinaustritt. Und Kerſchenſteiner fügte hinzu, daß erſt der
an=
gehende Lehrer dieſen Moment entweder hat oder niemals haben wird.
Paul Oeſterreich glaubte deshalb dafür eintreten zu ſollen, daß nach dem
Abitur der junge Menſch gleich im pädagogiſchen Strom bleiben müſſe
und ſchlägt daher Verbindung von Unterrichtsproben mit dem Studium
vor. So iſt alſo auch bei der Ausbildung der Philologen das Problem
wohl geſtellt, aber nicht gelöſt worden
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