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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 279
Sonntag, den 2. Oktober 1928.
191. Jahrgang
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Gewalt, wie Krſeg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
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auffräge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkorto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbanf=.
Scharfe Kritik an dem Flotten=Kompromiß.
Die englsſche Preſſe zut
Beroſſenr=
lichung der Marine=Dokumente.
EP. London, 6. Oktober.
Die Pariſer Veröffentlichung der drei Dokumente, die ſich
auf die engliſch=franzöſiſchen Abmachungen beziehen, bildet
natür=
lich den Gegenſtand eingehender Erörterungen in der Londoner
Preſſe. Allgemein zielen dieſe Erörterungen, darauf ab, das
Foreign Office aus ſeiner paſſiven Haltung herauszulocken.
Dieſes habe ſich in eine ſchwierige Lage hineinmanövrieren laſſen,
aus der es nur dadurch wieder herauskommen könne, daß es die
geſamten Verhandlungen, die letzten Endes zu den
veröffent=
lichten Schriftſtücken geführt haben, der Oeffentlichkeit übergebe.
Im einzelnen iſt zu dem Bericht von Pertinax zu bemerken, daß
der franzöſiſche Botſchafter in London entgegen den amtlichen
Verlautbarungen zweimal im Foreign Offiee, und zwar am
ver=
gangenen Montag und dann wieder am Mittwoch vorſtelig
ge=
worden iſt, wobei ihm am Montag der Wunſch Englands
mit=
geteilt worden ſei, die Veröffentlichung bis zur Eröffnung des
Parlaments zu verſchieben.
Die „Times” behauptet kühn, daß die Dokumente eigentlich
nur den unſchuldigen Charakter der Verhandlungen bewieſen
und daß alle weiteren Gerüchte ſich als unbegründet
herausſtell=
ten. Dennoch kritiſiert das Blatt die Regierung, die vielleicht
trotz guter Abſichten die engliſche Nation infolge von zu haſtigen
Beſprechungen in Genf in eine Diskuſſion über eines der
wich=
tigſten internationalen Probleme hineingezogen hätte, ohne
recht=
zeitig hiervon Kenntnis zu geben. Die amtliche Veröffentlichung
könne jetzt nicht mehr länger als bis zur nächſten Kabinettsſitzung
zurückgehalten werden und hätte auch dann nur einen Zweck,
wenn ſie gleichzeitig mit den ſchon bekannten Dokumenten eine
klare und ausführliche Erklärung über den genauen Zweck des
Kompromiſſes und die Umſtände, aus denen es ſich ergeben habe,
erbringe. Erſt dann ſei wieder der Weg offen, an die
Marine=
frage mit ruhiger Erwägung heranzutreten.
Die „Daily News” iſt der Anſicht, daß ſich das Geheimnis
eher verdichtet als geklärt hat, und verlangt, daß Baldwin ſelbſt
die notwendigen Erklärungen abgibt, wobei das Blatt, wie auch
der „Daily Telegraph” darauf hinweiſt, daß außer den drei
Dokumenten noch andere Schriftſtücke vorhanden ſein müſſen.
Die Kritik erſtreckt ſich dann weiter darauf, daß vor allem in der
Frage der Verquickung zwiſchen Marine= und Landabrüſtung
die amtliche Darſtellung ſeit der Erklärung Chamberlains im
Parlament häuſig falſch war. Die Abmachungen für die
Land=
abrüſtung ſeien zu einem wichtigen, untrennbaren und an keine
weiteren Bedingungen geknüpften Teile des Marine=Abkommens
geworden. Auf Grund dieſer Ueberlegung fragt der diplomatiſche
Korreſpondent des „Daily Telegraph”, wie weit England an das
Land=Abkommen gebunden ſei, nachdem Amerika das Marine=
Abkommen abgelehnt habe. Frankreich und auch einige andere
Stellen ſtünden auf dem Standpunkt, daß es in Kraft bleiben
müſſe. England habe tatſächlich ſowohl in der Frage der
Land=
abrüſtung wie in derjenigen der Unterſeeboote nachgegeben und
dafür nur ein gkademiſches Verſprechen in der Frage der Kreuzer
erhalten, akademiſch nur deswegen, weil es nur dann in Kraft
treten könnte, wenn die anderen Mächte zuſtimmten. Dieſer
Punkt bedürfe der Aufklärung, ebenſo auch die Klauſel, daß die
anderen Mächte das Recht erworben haben, die gleiche Anzahl
Kreuzer zu bauen wie England. Endlich wird ſcharf der letzte an der deutſchen AußenpouitiF.
Punkt der Dokumente kritiſiert, der die Fortſetzung der
engliſch=
franzöſiſchen Zuſammenarbeit auch im Falle der Ablehnung des
zwar darauf hingewieſen worden, daß die engliſche Antwort nichts die Behauptungen wiedergibt, die er als Redner der Oppoſition
über die franzöſiſchen Vorſchläge enthalte. Falls nötig, würde
man Waſhington weitere ausführliche Aufklärungen geben, um
eine mißverſtändliche Auffaſſung zu vermeiden. — Dieſe glauſel, die Forderung, daß Deutſchland auch nach den neuerlichen
Miß=
engliſch=franzöſiſche Allianz verſtärken. Im Hinblick auf Amerika machen und neue Wege und neue Methoden für ſeine Politik
und auch auf Deutſchland ſei es notwendig, daß man in einer finden müſſe. Die Antwort aber, welche Wege das ſein ſollen,
ſo wichtigen Frage Klarheit haben müſſe. Abſchließend bezeich= bleibt Graf Weſtarp auch jetzt wieder ſchuldig. Er ſagt mit Recht,
Chamberlain und Briand, die ſoeben mit dem Hammer der
Ge=
heimpolitik und dem Werkzeug des engliſch=franzöſiſchen Paktes und ſich in freier Wahl die Unterſtützung da ſuchen muß, wo ſie
die Standuhr des Friedens völlig zerſchlagen haben, rufen der in jedem Einzelfall zu finden ſei; bei den kleinen neutralen
Mit=
entſetzten Mutter Euroxa zu, daß ſie die Uhr richtig zurückgeſtellt gliedern des Völkerbundes, bei unſeren Schickſalsgenoſſen des
hätten, und auf die Frage der Mutter, wie weit denn um Weltkrieges oder — etwa in der Reparations= und Abrüſtungs=
Himmelswillen, antworten ſie: „Bis zum Jahre 1914”, und frage — bei den Vereinigten Staaten. Für den Völkerbund
verſchwinden.
dargeſtellt worden iſt. Frankreich und ſeine Verbündeten können, auch die deutſche Oeffentlichkeit den Gang der Dinge mit ganz
der franzöſiſchen Behauptung, die Rheinlandbeſetzung ſei zur eigentliche Bedeutung dieſes Abkommens auch heute noch durch=
Aufrechterhaltung der franzöſiſchen Sicherheit unbedingt not= aus geteilt ſind. Feſt ſteht die Tatſache, daß durch das engliſch=
Erwähnung dieſer bedeutenden Reſerben unterſagt, dann iſt die freie Hand laſſen, ſich darüber hinaus wohl auch verpflichtet
ben worden.”
EP. Paris, 6. Oktober.
Die geſtrigem Mitteilungen des „Echo de Paris” über den
Inhalt des franzöſiſch=engliſchen Notenwechſels vor dem
Zu=
ſtandekommen des Flottenkompromiſſes ſind auf die franzöſiſche
Oeffentlichkeit nahezu wirkungslos geblieben. Die Preſſe hat mit
wenig Ausnahmen dazu keine Stellung genommen.
Infolge=
deſſen ſieht ſich Pertinax heute veranlaßt, die Veröffentlichung
ſeines Blattes ſelbſt zu kommentieren. Er habt die
Vereinbarun=
gegen die allerdings die Locarnoverträge ein Hindernis bildeten.
den. Schließlich fordert Pertinax, daß das Flottenkompromiß
den werde.
Léon Blum zum Flotienabkommen.
AP. Paris, 6. Oktober.
Lager teilen, wobei wahrſcheinlich Rußland und Deutſchland zu= bar angenommen, daß man am Quai d’Orſay dieſe Freiheit ohne
könnten.
Die Woche.
Lloyd George gegen das Geheimabkommen.
TU. Wien, 6. Oktober.
In der „Neuen Freien Preſſe” beſchäftigt ſich Lloyd George
mit dem engliſch=franzöſiſchen Flottenabkommen, das er als das
ungeſchickteſte und unheilvollſte oder gefährlichſte Dokument der
letzten Zeit bezeichnet. Die engliſche öffentliche Meinung ſei durch
die amtlichen und halbamtlichen Informationsquellen zu dem
Glauben veranlaßt worden, daß die Regierungen der
Vereinig=
ten Staaten, Italien und Japan von allem Wiſſenswerten über
das engliſch=franzöſiſche Flottenabkommen unterrichtet worden
ſeien. Es zeige ſich jedoch jetzt, daß dies, nicht der Fall geweſen
ſei, da in der amerikaniſchen Note ausdrücklich betont worden ſei,
daß Waſhington nicht den Wortlaut, ſondern nur eine
zuſam=
menfaſſende Inhaltsangabe erhalten habe. Nachdem Lloyd
George die Gefahren der U=Boote für England beſprochen harte,
fährt er fort: „Aber ſo wichtig auch das Problem der U=Boote
ſein mag, es iſt doch nicht ſo lebenswichtig, wie eine andere
Klau=
ſel, die ſich angeblich in dem Geheimabkommen befindet. Ich
be=
ziehe mich auf die engliſche offizielle Anerkennung der
franzöſi=
ſchen Theſe über die militäriſchen Reſerven, wie ſie von Paul
*Graf Weſtarps Kritik
Graf Weſtarp veröffentlicht als Führer der Deutſchnationalen
Kompromiſſes durch andere Mächte vorſieht. Anamtlicher Stelle ſei in der „Kreuzzeitung” einen Artikel, in dem er im weſentlichen, der Entrüſtung in den Vereinigten Staaten immer höher gingen,
im Auswärtigen Ausſchuß aufgeſtellt hat. An die Spitze ſtellt er
ſo meint „Daily News”, müßte erneut den Verdacht auf eine erfolgen in Genf, einen Schlußſtrich unter die Locarnopolitik
net „Daily News” die ganzen Vorgänge als ein Glücksſpiel mit daß Methoden nichts Ewiges ſind und wenn ſie wirkungslos
dem Weltfrieden. „Daily Expreß” enthält ſich eines langatmigen werden, gewechſelt werden müſſen. Er kommt ſchließlich darauf
Artikels, bringt dafür aber ein um ſo treffenderes Spottbild, ab, daß Deutſchland die Bindung an die Weſtmächte aufgeben
ſchlägt er eine Aenderung unſerer Taktik vor, ſo daß wir künftig
keine Scheu mehr vor Abſtimmungen haben ſollen, bei denen wir
iſoliert bleiben könnten, daß wir weiter mit dem betrügeriſchen
Spiel der Abrüſtungskomödie Schluß machen ſollen. Bei dieſen
Reformvorſchlägen für unſere Völkerbundspolitik handelt es ſich
lediglich um eine Frage der Taktik, wovon auch Graf Weſtarp
umſtürzende Aenderungen nicht erwarten wird. Selbſt wenn die
Regierung ſeinen Wünſchen nachkommen würde, wäre damit
inſofern, als er nicht imſtande iſt, etwas Anderes und Beſſeres von England ins Schlepptau, nehmen zu laſſen, um ihm die
trag mit Rußland unterſtrichen, daß ſie ſich ihre volle
Bewe=
gungsfreiheit ſichern wollen. Was Graf Weſtarp als Hilfsmittel Hilfe nicht mehr braucht.
darzubringen weiß, ſcheint uns darauf hinzudeuten, daß er eine
grundlegende Umſchaltung unſerer Politik nicht vorſchlagen will, ſätzliche Schwenkung der deutſchen Außenpolitik durch die
Ent=
daß er jedenfalls andere Möglichkeiten, die mit Ausſicht auch zu wicklung der letzten Monate ganz gewiß nicht bedingt ſei. Eine
dem von ihm angeſtrebten Erfolg führen könnten, einſtweilen
nicht ſieht.
Noch immer ſteht das engliſch=franzöſiſche Flottenabkommen
im Vordergrund der außenpolitiſchen Erörterungen, und wenn
Boncour vor der Vorbereitenden Abrüſtungskonferenz in Genf wir auch nicht unmittelbar beteiligt ſind, ſo verfolgt doch
innerhalb weniger Tage mehr als acht Millionen ausgebildeter beſonderem Intereſſe, da die weltpolitiſche Entwicklung natur=
Soldaten unter Waffen ſtellen. Kein Wunder daher, daß Italien gemäß auch auf die europäiſche Politik ſtarke Rückwirkungen
aus=
ſich dem Pakt gegenüber unbehaglich fühlt, und daß Deutſchland übt. Dabei iſt das Intereſſanteſte, daß die Meinungen über die
wendig, ſehr ſkeptiſch gegenüberſteht. Wenn es ſich bewahrheitet, franzöſiſche Flottenabkommen die Franzoſen in der Frage der
daß der engliſch=franzöſiſche Pakt von ſeiten Englands eine Klau= Seeabrüſtung in die engliſche Front eingeſchwenkt ſind,
wohin=
ſel enthält, die bei allen Diskuſſionen über die Abrüſtung, die gegen die Engländer den Franzoſen für die europäiſche Politik
Sache des Friedens von den Regierungen Frankreichs und Eng= haben, in der Frage der Landabrüſtung den Franzoſen keine
lands in wohl überlegter Weiſe einfach verraten und Preisgege= Schwierigkeiten mehr zu machen. Eine Art neuer Untente
Gordiale alſo. Aber die Verhältniſſe liegen doch weſentlich anders
wie damals zu Anfang des Jahrhunderts, als man ſich gegen
Die franzöſiſche Oeffentlichkeit zurückhaltend, das emporblühende Deutſche Reich verband. Damals war der
Vorteil des Bündniſſes für beide Teile von vornherein klar
erſichtlich, vorausgeſetzt natürlich, daß der Krieg, den man
vor=
bereitete, wunſchgemäß ausging. Ob ein ſolches
beiderſei=
tiges Intereſſe auch heute wieder gegeben iſt, iſt noch
einiger=
maßen zweifelhaft, und in Paris beginnt man offenbar über
dieſe Frage ſehr ernſthaft nachzudenken.
Es war überaus bitter für die Engländer, daß ſie nach
Kriegs=
ende erkennen mußten, daß an Stelle des niedergerungenen
gen über eine weitere engliſch=franzöſiſche Zuſommenarbeit hervor= deutſchen Rivalen die Vereinigten Staaten getreten waren, die
ſich noch dazu auf die ſchier unerſchöpflichen Reichtümer eines
Die Entente cordiale müſſe ſo lange als möglich fortgeſetzt wer= halben Erdteils ſtützen konnten. Im Waſhingtoner Abkommen
mußte man auch formell den Zwei=Mächte=Standard aufgeben,
beibehalten werde, was er vor allem damit begründet, daß da= der bis dahin eine der grundſätzlichen Forderungen der
eng=
durch eine erbitterte Auseinanderſetzung mit Italien über die liſchen Politik geweſen war. Man hat ſich damals wohl oder
italieniſch=franzöſiſche Gleichberechtigung, die mit anderen Wor= übel verſtändigt und ſich in London damit getröſtet, daß „Blut
ten eine Vorherrſchaft Italiens im Mittelmeer bedeute, vermie= dicker als Waſſer”, daß eine ernſthafte Auseinanderſetzung mit
den Vereinigten Staaten für alle Zeiten undenkbar ſei. Ein
etwas phraſenhafter Troſt für die Maſſe des engliſchen Volkes,
dem gegenüber man die bittere Wahrheit noch nicht zugeben
wollte. Die damalige Verſtändigung hat es nicht zu verhindern
vermocht, daß zwiſchen den beiden großen Weltreichen ſehr
Der Sozialiſtenführer Léon Blum, der ſchon ſeit einiger Zeit ernſthafte Differenzen entſtanden ſind. In Oſtaſien handelt
im „Populaire” eine Artikelſerie „Der Roman des Flotten= es ſich eben für beide Teile um Entſcheidungen von ganz
außer=
kompromiſſes” veröffentlicht, erklärt heute, er könne wohl an eine ordentlicher Bedeutung. Daher das Bedürfnis der Engländer,
franzöſiſch=engliſche Annäherung, nicht aber an ein franzöſiſch= die eigene Front zu verſtärken, daher das franzöſiſch=engliſche
engliſches Bündnis glauben, da deſſen Spitze „notgedrungen Flottenabkommen. Man hat durch dieſen „Coup” ganz
zweifel=
gegen Amerika gerichtet wäre, oder, da es wenigſtens ſo aus= los einen ſtarken Druck auf die Waſhingtoner Regierung
aus=
gelegt würde, Frankreich würde in dieſem Falle wie ein Wahn= geübt. Das beweiſen ſchon die amerikaniſchen Antwortndten.
ſinniger handeln, nachdem eben erſt der Kelloggpakt abgeſchloſſen Man hat für die oſtaſiatiſchen Verhandlungen zunächſt einmal
und die amerikaniſche Mitwirkung für den Erfolg” der mit ſo etwas wie eine neue Baſis gefunden. Vom engliſchen Stand=
Deutſchland begonnenen Reparationsverhandlungen unerläßlich punkt aus alſo ganz gewiß keine ohne weiteres ſchon in der
An=
ſei. Eine franzöſiſch=engliſche Allianz würde die ſeit vier Jahren lage verfehlte Politik, um ſo mehr, als man in der Downing
mühſam unternommene Annäherung mit Deutſchland glatt zum Street ſchon wiſſen wird, wie man den amerikaniſchen Ent=
Stillſtand bringen. Dieſe Politik ſei unvereinbar mit der von rüſtungsſturm wieder beruhigen kann. Etwas ganz anderes iſt
Briand bis zur letzten Völkerbundsſitzung verfolgten Aktion und es, ob in der ganzen Angelegenheit auch die Franzoſen auf ihre
mit den in dieſer Sitzung ſelbſt gefaßten Beſchlüſſen. Ein eng= Rechnung kommen werden. Gewiß, die europäiſche Politik der
liſch=franzöſiſches Bündnis würde die Welt in zwei rivaliſierende Franzoſen iſt freier geworden, und die Engländer haben
offen=
ſammenwirkten, bis ſie die Waage zu ihren Gunſten neigen weiteres gegen das Deutſche Neich ausnutzen werde. Auch das
würden die Engländer nicht ungern ſehen, da ihnen an einer
deutſch=franzöſiſchen Verſtändigung ganz gewiß nichts liegt. Man
hat offenbar damit gerechnet, daß die grundſätzliche Einſtellung
der Franzoſen auch heute noch die gleiche ſein würde, wie
viel=
leicht vor fünf Jahren, und daß man ſie auf dieſe Weiſe für die
weltpolitiſchen Intereſſen Englands wieder einſpannen könnte.
Den Abſchluß des franzöſiſch=engliſchen Flottenabkommens
hat Chamberlain von der Tribüne des engliſchen Unterhauſes
herab der ganzen Welt feierlich bekannt gegeben. Als die Wogen
tat man zunächſt erſtaunt. Man hat ſogar in Zeitungsartikeln
behauptet, daß Chamberlain dafür in die Wüſte geſchickt worden
ſei, daß er die Folgen des Flottenabkommens nicht richtig
ein=
geſchätzt hätte. Man kann zu dieſer Auffaſſung eigentlich nur
kommen, wenn man nicht nur dem erkrankten Chamberlain,
ſon=
dern auch der geſamten amtlichen Politik Old=Englands einen
ziemlichen Grad von Harmloſigkeit zutraut. Denn es lag doch
von vornherein auf der Hand, daß die Amerikaner in dem
Flottenabkommen eine deutlich gegen ſie ſelbſt gerichtete Aktion
ſehen mußten und entſprechend reagieren würden. Nun lehrt
aber eigentlich doch die Geſchichte des engliſchen Weltreiches, daß
man in London wichtige Entſcheidungen vorher ſehr eingehend
zu erwägen pflegt. Es wäre alſo doch wohl etwas kühn, wenn
man die ganze Angelegenheit als eine Art Huſarenſtreich des
eng=
liſchen Außenminiſters anſehen wollte. Gerade die pomphafte
Ankündigung des Marine=Abkommens läßt auch eine ganz andere
Deutung zu. Legt ſie vielleicht ſogar nahe. Man weiß in London
ſehr wohl, daß die Franzoſen aus recht naheliegenden Gründen
auf gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten Wert legen
und Wert legen müſſen. Wenn man den alten Allierten alſo
benutzen wollte, um die engliſche Stellung Amerika gegenüber zu
verſtärken, ſo mußte man zunächſt darauf bedacht ſein, die
fran=
zöſiſch=amerikaniſchen Beziehungen, die ſchon ohnehin durch die
Verhandlungen über den Kellogg=Pakt, etwas belaſtet waren,
noch weiterhin zu trüben. Und dieſes Ergebnis iſt durch die
Ankündigung des Marine=Abkommens ziemlich gründlich erreicht.
nicht viel geholfen. Der entſcheidende Drehpunkt iſt die Stellung Es gibt jedenfalls in Frankreich Kreiſe, welche die Dinge ſo
zur Locarnopolitik, und hier verſagt Graf Weſtarp vollſtändig anſehen, die der Auffaſſung ſind, daß man im Begriff ſei, ſich
vorzuſchlagen. Die Väter der Locarnopolitik haben eine ein= Kaſtanien aus dem Feuer zu holen. Vielleicht nicht ganz mit
ſeitige Bindung nach Weſten ſtets abgelehnt, wie das Graf Unrecht denkt man in dieſen Kreiſen an die Gefahren einer
Weſtarp jetzt interpretiert. Sie haben durch den Berliner Ver= „Sogjetas leoniya”, und vielleicht nicht mit Unrecht befürchtet man
den bekannten Fußtritt, ſobald man in London die franzöſiſche
Wir haben ſtets den Standpunkt vertreten, daß eine grund=
Schwenkung unter den gegenwärtigen Umſtänden, würde ſich
kaum bertreten laſſen, und weun die Verhandlungen im Aus=
Seite 2
Sonntag, den 7 Oktober 1928
wärtigen Ausſchuß ziemlich ſaug= und klanglos vorübergingen,
ſo brauchen wir das ſicherlich im deutſchen Intereſſe nicht zu
be=
dauern. Wir wiſſen alle, wie ſchwierig unſere außenpolitiſche
Lage auch heute noch iſt, und um ſo mehr wäre es zu wünſchen,
daß gerade in dieſen Fragen das ganze Volk hinter ſeiner
Füh=
rung ſtünde. Dadurch würde die notwendige ſachliche Kritik ganz
gewiß nicht beſchnitten. Wenn wir aber ſehen, wie in
Deutſch=
land immer wieder der Verſuch gemacht wird, aus den
Schwie=
rigkeiten unſerer außenpolitiſchen Lage parteipolitiſches Kapital
zu ſchlagen, ſo zeigt das mit erſchreckender Deutlichkeit, daß es
bei uns immer noch Kreiſe gibt, die das Intereſſe ihrer Partei
über das Intereſſe der Geſamtheit ſtellen. Reviſion des Dawes=
Planes, Rheinland=Räumung, Oſtfragen. Langſam reifen dieſe
für unſere Zukunft ſo bedeutſamen Probleme zur Entſcheidung
heran. Aber auch auf innerpolitiſchem Gebiet ſtehen uns
gewal=
tige Aufgaben bevor. Wir werden ſie zu löſen nur imſtande ſein,
wenn eine Neuorientierung unſeres Parteitpeſens zuvor die
Vorausſetzungen ſchafft, welche durch das parlamentariſche
bedingt ſind.
U.
Die Anterſuckungen
in der Kriegsanleiheſchiebung.
* Berlin, 6. Oktober. (Priv.=Tel.)
Bela Gros, der Wiener Großinduſtrielle und Kaufmann,
wird zurzeit von dem Unterſuchungsrichter vernommen über die
Rolle, die er in dem ganzen Komplex der
Kriegsanleiheſchie=
bungen geſpielt hat, ſowie über ſeine Beziehungen zu
Regie=
rungsrat Dr. Steiger. Im Verlaufe der Unterſuchung hat ſich
der Verdacht, daß Reg.=Rat Dr. Steiger an der Enwicklung der
Dinge ſtärker intereſſiert ſei, als anfänglich angenommen werden
konnte, verſchärft. Nachdem Bela Gros auf intereſſante Art mit
Dr. Steiger durch die Vermittlung Hausmanns bekannt
gewor=
den war, meldete er zunächſt 400 000 Mark Kriegsauleihe an, die, gang Schwarz vom Vorwärts” angeſetzt über das Thema „
Pro=
wie er mitteilte, ihm gehörten und in einer rumäniſchen Bank
deponiert ſeien. Als man den Unterhändler Hausmann
ausge=
ſchaltet hatte, begannen dann die weiteren
Kriegsanleiheanmel=
dungen, die Dr. Steiger eigentlich hätten verdächtig ſtimmen
müſſen. Aus den urſprünglichen 400 000 Mark wurden allmäh= Anſager am Telephon beſchäftigt war, begann der Redner mit
lich 16 Millionen. Bela Gros bezeichnete ſich dabei immer als kurzen Worten ſeinen Vortrag, ging aber ſofort auf das politiſche
der Gründung ſeines für Deutſchland geplanten Holzimportge= haft für das Volksbegehren und das Verbot des
Panzerkreuzer=
ſchäfts intereſſiert ſein wollten. Eines Tages überſandte er Dr. baues agitierte. Als er nach ſeinem Vortrag das Honorar erhal=
13500 Schilling, alſo etwa 2000 RM. Von dieſem Scheck behauptet ſchwand. Schwarz ſelbſt war heute vormittag telephoniſch
ange=
ſönlichkeit eines Bankſachverſtändigen Herbert Jakob beſtimmt zum Vortrag abholen. Der Wagen erſchien auch zur feſtgeſetzten
geweſen ſei. Die Beziehungen zwiſchen Gros und Dr. Steiger Stunde, doch fiel es auf, daß die Fenſter des Wagens verhangen
werden dann immer enger, ſo daß Erſterer es nach einigen waren. Schbwarz war kaum an den Wagen herangetreten, als
neuen Mann einzuführen, der ebenfalls Aufwertungsanſprüche ruhig zu verhalten, man wolle ihn nur an ſeinem Vortrag
hin=
fentierte. Auch dieſer Holländer hat Proviſionen gezahlt, und es ausgeſetzt wurde. Bisher iſt es nicht gelungen, die Täter
feſtzu=
ſteht feſt, daß im Sommer 1927 ein Betrag von 3000 Mark an nehmen. Wie die Redaktion der „Roten Fahne” mitteilt, war
gegangen ſeien für ſeine Empfehlung an Gros und Van den des Volksbegehrens gegen den Panzerkreuzerbau, der Landtags=
Sievkamp. Beim Reichskommiſſar für die Aufwertung hat man abgeordneter Schulz=Neukölln.
ferner einen Aufwertungsantrag gefunden, der in Sachen
Sied=
kamp ausgeſtellt iſt und der die Unterſchrift Dr. Steigers trägt.
Entgegen ſeinen Behauptungen iſt alſo Dr. Steiger ſelbſt in der
Sache tätig geweſen. Nach dem jetzigen Stand des Verfahrens
iſt in der Annahme der Beträge durch Dr. Steiger eine
ſtraf=
rechtliche Verfehlung nicht zu erblicken, während ſie allerdings Führers Thälmann in die Wüſte nicht ganz wohl zu ſein. Aus
wird.
Nummer 229
Vom Tage.
Auf Grund der einſtimmig erfolgten Wiederwahl des
Gene=
ralrates der Reichsbank hat der Reichspräſident den bisherigen
Präſidenten des Reichsbankdirektoriums. Dr. Hjalmar Schacht
zum Präſidenten des Reichsbankdirektoriums auf die Dauer von kers beſtehen ſchon ſeit langem ſchwerwiegende Gegenſätze, die
weiteren dier Jahren beſtätigt.
Der Reichspräſident hat am Samstag nacheinander den
deutſchen Botſchafter in Tokio, Voretzſch, den deutſchen Geſandten in Fabrik hat Junkers ſehr viel Geld hineingeſteckt, ſo daß die finan=
Peking, von Borg, und Staatsſekretär von Schubert empfangen, zielle Decke für ihn in Deutſchland zu kurz wurde und er ſich
Ferner empfing der Reichspräſident den Adminiſtrator der
ſüdafrikani=
ſchen Mandatsgebiete, Werth.
Im Preußiſchen Landtag wurde am Samstag über die
Feſtſetzung der kommunalen Wahlen in namentlicher
Ab=
ſtimmung ein Antrag mit 204 gegen 155 Stimmen angenommen.
Danach ſollen die Wahlen bis zum Herbſt 1929 vertagt werden.
Der Landesverband Weſtfalen=Oſt der D.N.V.P. hat in ſeiner
Sitzung vom 6. Oktober beſchloſſen, die Parteimitglieder Sprute=Det=
Syſtem, das wir nun einmal haben und nicht abſchaffen können, mold, Brünner=Minden, Kienſcherf=Gerford wegen grober Verſtöße, die
jede Parteidiſziplin untergraben und jede Zuſammenarbeit im Rahmen
der Partei unmöglich machen, auszuſchließen.
Der Reichsparteivorſtand des Zentrums trat
ge=
ſtern nachmittag 15¾ Uhr im Reichstag unter dem Vorſitz des
Partei=
chefs, Reichskanzler a. D. Dr. Marx, zuſammen. Die Sitzung war
aus allen Teilen des Reiches gut beſucht. U. a. nahmen neben dem
Reichsverkehrsminiſter v. Gucrard der preußiſche Miniſter Hirtſiefer
daran teil und mehrere Reichs= und Landtagsabgeordnete. Die
Aus=
ſprache, die ſich mit der politiſchen Lage beſchäftigte, wurde bis in die
ſpäten Abendſtunden ausgedehnt und wird am Sonntag vormittag
10 Uhr fortgeſetzt werden. Ob der Parteiverſtand des Zentrums zu und andere ſozialdemokratiſche Blätter ſchrecken nicht vor der
beſtimmten Beſchlüſſen kommen wird, läßt ſich noch nicht überſehen.
Ein toller Streich.
Berlin, 6. Oktober.
Heute abend ſpielte ſich hier ein tolles Stückchen der
Kommu=
uiſten ab. Im Rundfunk war ein Vortrag des Redakteurs
Wolf=
bleme der Friedensſicherung”. Zur feſtgeſetzten Zeit erſchien ein
Mann, der ſich als Redakteur Schwarz vorſtellte, worauf ihm das
Manuſkript des Vortrages ausgehändigr wurde. Während der
Sachverwalter für verſchiedene rumäniſche Banken, die alle an Gebiet über, und zwar auf die Panzerkreuzerfrage, wobei er leb=
Steiger, wie feſtſteht, einen Brief mit einem Scheck über ten ſollte, erklärte er: „Ich bin gar nicht Schwarz”, und ver=
Dr. Steiger, daß er als Honorar für die etwas rätſelhafte Per= rufen worden mit der Angabe, die Funkſtunde werde ihn im Auto
Monaten riskieren konnte, das Geſchäft zu erweitern und einen ihn drei Männer mit vorgehaltenem Revolver aufforderten, ſich
hatte. Es war dies nun der holländiſche Finanzier Van den dern. Das Auto brachte Schwarz in raſender Fahrt nach dem
Sievkamp, der nicht weniger als 44 Millionen Kriegsanleihe prä= etwa 40 Kilometer entfernten Ort Groß=Ziethen, wo Schwarz
Steiger gefloſſen iſt, die nach deſſen Angaben wieder an Jakob der Sprecher der Generalſekretär des Komitees zur Vorbereitung
*Die armen Kommuniſien.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Zur Sitzung der Auslegungskommiſſion für
die Koſien der Beſatzungstruppen.
Berlin, 6. Oktober.
Zu der Meldung der Sitzung der Auslegungskommiſſion für
die Koſten der Beſatzungstruppen im Rheinland wird von
zu=
ſtändiger Seite erläuternd darauf hingewieſen, daß dieſe
Kom=
mniſſion, die ihren Sitz in Berlin hat, durch ein beſonderes
Ab=
kommen zum Zwecke der Auslegung der Artikel 8 bis 12 des
Rheinlandabkommens, die ſich mit den deutſchen Leiſtungen für
die Beſatzungstruppen befaſſen, im Jahre 1925 gebildet worden
iſt. Die Kommiſſion tritt von Zeit zu Zeit zuſammen. Die nächſte
Sitzung wird im Haag ſtattfinden. Irgendeine politiſche oder
ſonſtige Bedeutung kommt der Kommiſſion, die ſich mit rein
tech=
niſchen Fragen befaßt, nicht zu.
Jubiläums=Tagung des Reichsverbandes
Deutſcher Tonkuntkler und Muſiklehrer.
Zweites Orcheſterkonzert im Landestheater.
Samstag, den 6. Oktober 1928.
Auch das letzte Orcheſterkonzert brachte ein faſt überreiches
Programm von Werken verſchiedenſter Gattung und Stils. Der
erſte Teil einer großen Folge von Stücken für Orcheſter „Rokoko”,
Opus 21 von Siegfried Burgſtaller, leitete ein. Aus kleinen
For=
men, die ganz im Typ alter Muſik gehalten ſind, entwickelt ſich
allmählich immer freieres Muſizieren mit ſtets größeren Mitteln.
Konzertierendes Klavier, von Prof. Kurt Schubert wirtuos
ge=
ſpielt, tritt weſentlich hervor. Die anfangs kürzeren, von den
Rokokothemen ſtiliſtiſch abweichenden Kadenzen nehmen immer
breiteren Raum ein und ſetzen ſich ſchließlich völlig durch.
Da=
durch ſchien uns jedoch ein Zwieſpalt in die Idee des Werkes
hineingetragen zu werden, der einigermaßen willkürlich wirkt.
Es folgte ein Doppelkonzert für zwei Violinen von Karl
Marx, das, in jeder Beziehung eigenartig ausgeprägt, zu den
bedeutendſten Eindrücken der ganzen Tagung gehörte. Auch hier
wird die ſtiliſtiſche Anregung zum Teil aus der Zeit des
Concerto grosso entnommen, die Thematik des erſten Satzes
rinnert in ihrer Bewegung an die Bachzeit, der Wechſel des
Orcheſters und des Soliſtenenſembles der beiden Violinen deutet
ebenfalls dorthin, wie auch die Fugenform des Finales. Ferner
dürfte es heute ungewöhnlich ſein, daß ſich ein junger Komponiſt
in einem großen Werke geradezu aſketiſch mit reiner Diatonik
be=
gnügt. Und trotzdem iſt der Aufbau aller drei Sätze derart
kon=
zentriert, die Durchführungsarbeit an den aufgeſtellten Themen
ſo reizvoll, daß in keinem der Sätze auch nur ein Augenblick das
Intereſſe an der Entwicklung ermattet. Auch die Tonart A=Moll,
mit ihrer ſtarken Beziehung zu C=Dur wird faſt ſtarr feſtgehalten.
Der erſte Satz ſteigert ſich dadurch bedeutſam, daß nach
abwech=
ſelndem Konzertieren allmählich das Orcheſter immer mehr
her=
vortritt und einen gewaltigen Höhepunkt erklimmt. Der zweite
Satz, der ein ſchönes Geſangsthema der erſten Solobioline
vari=
jert und ſteigert, iſt von einer Durchſichtigkeit, die an den
lang=
ſamen Satz des Bachſchen Doppelkonzerts erinnert. Die große
Schlußfuge endlich zeugt von überaus ſelbſtändigem und
origi=
nellem Formenſinn. Auch ihre Inſtrumentierung, wie in der
erſten Durchführung den Soloviolinen Holzbläſer nachſpielen, wie
dann nach großem ſoliſtiſchem Intermezzo, in ruhiger
Orcheſter=
durchführung das Thema aus der Tiefe heraufſteigt, und wie
ſchließlich in faſt burſchikoſer Weiſe es ausgedeutet ſwird mit
Paukenſolo und Bläſerdurchführung, wirkt überaus ſelbſtändig,
enn auch klanglich das glänzend inſtrumentierte C=Dur gele=
Den Kommuniſten ſcheint wegen Verſchickung ihres letzten
für das Difziplinarverfahren eine ſehr wichtige Rolle ſpielen Moskau haben ſie anſcheinend einen ſchweren Rüffel erhalten,
daß ſie eine Entſcheidung veröffentlichten, die eine
Rehabilitie=
rung Thälmanns eigentlich unmöglich zu machen ſchien. Stalin
iſt aber offenbar noch keineswegs bereit, Thälmann fallen zu
laſſen. Er will ſich die Möglichkeit offen halten, ihn
wieder=
kommen zu laſſen. So veröffentlicht denn jetzt die kommuniſtiſche
Zentrale eine von 25 Mitgliedern unterzeichnete Erklärung,
worin ſie zu Kreuze kriecht und ihren Beſchluß als falſch
bezeich=
net. Gleichzeitig erklären ſie die Zurückziehung ihrer Zuſtimmung
zu dieſem Beſchluß. So etwas iſt auch in der kommuniſtiſchen
Geſchichte bisher noch nicht erlebt worden, daß die Führer der
Partei am 26. September einen Beſchluß faſſen und ſchon am
5. Oktober dieſen ſchwerwiegenden Beſchluß öffentlich widerrufen.
Dieſe Lächerlichkeit müßte eigentlich töten. Die kommuniſtiſche
Führung ſcheint ſich aber alles leiſten zu können, ohne daß ihre
Anhänger — unbegreiflicherweiſe — an ihr irre werden.
Das Gerücht, der ruſſiſche Botſchafter habe während ſeines
Baden=Badener Aufenthaltes Dr. Streſemann vorgeſchlagen, ſich
für die Aufnahme Rußlands in den Völkerbund einzuſetzen, wird
weder im Auswärtigen Amt, noch in der Sowjetbotſchaft
be=
ſtätigt.
Eine ungeheuerliche Enthüllung.
* Berlin, 6. Oktober. (Priv.=Tel.)
Zwiſchen dem Reichswehrminiſterium und der Firma
Jun=
ihren Ausgang genommen haben aus dem Bau einer großen
Flugzeugfabrik, die Junkers in Rußland erſtellt hatte. In dieſe
ſchließlich darauf verſtehen mußte, ſeine eigene
Flugverkehrs=
organiſation aufzugeben. Junkers behauptet, daß er in dieſes
Bauprojekt von dem Reichswehrminiſterium gewiſſermaßen
hin=
eingetrieben worden ſei, während er ſelbſt beabſichtigt hätte, in
Südamerika ſich auszubreiten. Für den Außenſtehenden iſt es
nicht ganz leicht, den eigentlichen Tatbeſtand herauszuſchälen.
Wir für unſeren Teil möchten aber doch unſeren Eindruck
wieder=
geben, daß Junkers in der ganzen Angelegenheit ſchweres
Un=
recht geſchehen iſt. Er hat trotzdem aus nationalen Gründen
ge=
ſchwiegen, hat kein Wort verloren über die Triebkräfte, die ihn
zu dem Gang nach Rußland veranlaßten. Um ſo ungeheuerlicher
iſt es, wenn jetzt von ſozialdemokratiſcher Seite der Entwurf
eines Geheimvertrages veröffentlicht wird, der angeblich am 15.
März 1922 unterzeichnet worden iſt. Es iſt ein Schlüſſelvertrag,
der ſeinen tieferen Sinn erſt erhält, wenn man weiß, daß hinter
den Bezeichneten ſich das Reichswehrminiſterium, die Fabrik
Junkers und die ruſſiſche Regierung verbergen. Der „Vorwärts”
Veröffentlichung zurück und bringen auf der Kopfplatte den
Ver=
trag in geſperrter Schrift mit dem Schlüſſel und ſchaffen ſich nur
eine bequeme Rückendeckung, daß ſie den Artikel von dem
ſozial=
demokratiſchen Reichstagsabgeordneten Künſtler zeichnen laſſen.
Der Zweck, den die Sozialdemokraten damit verfolgen, iſt
offen=
ſichtlich. Sie fühlen ſich in der Notwehr gegen die Kommuniſten
und wollen beweiſen, daß die Kommuniſten militäriſch bis in
die Knochen ſind. Dazu aber derartige Mittel zu gebrauchen, iſt
verwerflich. Auch im erbittertſten innerpolitiſchen Kampf ſollte
man nicht vergeſſen, daß offizielle und offiziöſe
Schnüffelkommiſ=
ſionen in Deutſchland dauernd wirken, für die ſolche Mitteilungen
eine geſuchte Beute ſind. Die Dinge ſelbſt liegen ſchon Jahre
zurück, und die Siegerſtaaten haben inzwiſchen ſicherlich
Kennt=
nis erhalten. Die franzöſiſchen Nationaliſten werden aber aus
Anlaß der ſozialdemokratiſchen Veröffentlichungen ſicherlich die
Gelegenheit in ihrem Sinne ausnutzen und daraus Rückſchlüſſe
für die Doppelzüngigkeit der deutſchen Politik ziehen. Das
wer=
den wir ſchon zu ſpüren bekommen, und dieſe Rückwirkungen
richten ſich dann in erſter Linie auch gegen die von den
Sozial=
demokraten jetzt verantwortlich gezeichnete deutſche Außenpolitik.
Dr. Streſemann nimmt ſeine Tätigkeit
am 1. November wieder auf.
Berlin, 6. Oktober.
Nach den letzten Feſtſtellungen der behandelnden Aerzte kann
nunmehr als faſt ſicher damit gerechnet werden, daß
Reichsaußen=
miniſter Dr. Str=ſemann ſeine Tätigkeit am 1. November d. J.
in Berlin wieder übernehmen wird. Gleichzeitig wird darauf
hingewieſen, daß eine Reihe in Ausſicht genommener
diploma=
tiſcher Veränderungen erſt nach Rückkehr Dr. Streſemanns nach
Berlin entſchieden werden ſollen. Man geht in der Annahme
wohl nicht fehl, daß es ſich hierbei insbeſondere auch um den
Poſten des Nachfolgers des verſtorbenen Botſchafters von
Brock=
dorff=Rantzau handelt.
Der Reichspräſident an das deutſche
Rote Kreuz.
Berlin, 6. Oktober.
Reichspräſident d. Hindenburg hat anläßlich des am
Sonn=
tag, den 7. Oktober, im größten Teile des Reiches ſtattfindenden
Rot=Kreuztages an den Präſidenten des deutſchen Roten Kreuzes,
v. Winterfeldt=Menkin, das folgende Schreiben, datiert 6. Oktober
1928, gerichtet:
„Zum morgigen Rot=Kreuz=Tage, der durch den hundertſten
Ge=
burtstag des Stifters des Roten Kreuzes, Henri Dunant, in
die=
ſem Jahre eine beſondere Bedeutung erhält, grüße ich das
deutſche Rote Kreuz, in dankbarer Anerkennung für ſeine in
opfervoller Arbeit für das Geſamtwohl geleiſteten Dienſte. Möge
der Rot=Kreuz=Tag alle Kreiſe unſeres Volkes mit dem ernſten
Willen erfüllen, in Krankheit, Sorge und Not einander zu
hel=
fen, um in tätiger Nächſtenliebe das Bewußtſein eng verbundener
Volksgemeinſchaft zu fördern und zu ſtärken.
gez. v. Hindenburg.”
gentlich Erinnerung an das Meiſterſinger=Vorſpiel auslöſt. Die
beiden Soliſten Prof. Jani Szanto und Anton Huber aus
München hatten ſich völlig in den Stil des Konzertes eingelebt
und führten es glänzend durch.
Fünf Orcheſtergeſänge von Hermann Wolfgang Freiherr v.
Waltershauſen aus Opus 12 waren feinſinnige und ſcharf
ge=
zeichnete Vertonungen wertvoller Gedichte. In vornehmſter
Schlichtheit lebten die Texte von Mathias Claudius auf, leichter
Idyllenhumor ſprach aus der Romanze aus der Poſtkutſche,
Ricarda Huchs „Aus dem Dreißigjährigen Kriege”, iſt von
düſterer Dramatik erfüllt und die Klopſtock=Veetonung wird
ge=
tragen von dithrambiſchem Schwung und großer Weihe. Der
Komponiſt leitete die Aufführung ſelbſt und wurde in der
Wie=
dergabe der Geſänge ausgezeichnet unterſtützt von Marie Müller,
Chemnitz, deren wohlgebildeter, ausgiebiger Sopran und ſchöner,
ſinnvoller Vortrag ihr, wie den Kompoſitionen, zu ſtarkem Erfolg
verhalf.
Waren die bisherigen Werke feſt in der Entwicklung der
herkömmlichen Tonkunſt verankert, ſo zeigte ſich Hermann Heiß
in ſeinem einſätzigen Klavierkonzert C=Cis im Zwölftonſyſtem
als Schüler und Mitarbeiter von J. M. Hauer. Es iſt ſchwer
für den Fernerſtehenden, über eine derart eigenwillige Muſik zu
urteilen. Jedoch konnten wir feſtſtellen, daß Heiß in der Linie
arbeitet, die uns das im vorigen Jahre während der Frankfurter
Muſikausſtellung aufgeführte Werk für Kammerorcheſter von
Hauer innezuhalten ſchien. Hatte nämlich letzterer urſprünglich
ſein Hauptgeſetz: fortwährendes Abſpielen aller zwölf Töne in
der gegebenen Intervallfolge ohne Auslaſſung verhältnismäßig
ſchematiſch und klangſpröde durchgeführt, ſo war im vorigen
Jahre zu beobachten, wie ein neuer Klangſinn, der ſich z. T. mit
herkömmlicher Harmonik berührte, in das Schaffen Hauers
einge=
drungen war. Ebenſo wurde auch bei Heiß durch die oft im alten
Sinne akkordiſche Harmoniſierung das verhältnismäßig Fremde
des meliſchen Gedankens abgeſchwächt und überbrückt. Auch die
Orcheſtrierung, die ſchärfer als ſonſt beſtimmte Klanggruppen
aus dem Orcheſter auswählt und dem Klavier oftmals viel
Schlagzeug beiordnet, iſt eigenartig. Unverkennbar war in dem
Werk ein feſter muſikaliſcher Wille verankeri, der ungewohite
Bahnen mit nicht geringem Geſchick beſchreitet. Ein Werturkeil
über die Kompoſition abzugeben dürfte aber für den, der im
Zwölftonſyſtem nicht zu Hauſe iſt, kaum möglich ſein. Auch hier
war Profeſſor Kurt Schubert am Klavier ein ausgezeichneter
Interpret, der das ſchwierige Werk faſt völlig auswendig
be=
herrſchte. Die Leitung hatte, wie in der Rokoko=Suite von
Burgſtaller, Kapellmeiſter Max Rudolf inne, der mit
Ueberlegen=
heit ſeiner ſchwierigen Aufgabe gerecht wurde.
Zuletzt erklang als Uraufführung Nocturno und Perpetuum
mobile von Rohert Heger, zwei umfangreiche ſinfoniſche SSatze
für großes Orcheſter. In dem erſten ergab ſich der Komponiſt
zuerſt klangſchwelgeriſchen Mondſcheinitimmungen, in die dann
Tanzrhythmen wie Elfenreigen hineinklangen, ſteigerte dann
auf einen mächtigen Höhepunkt hin, um ſchließlich zu der
Stim=
mung des Anfangs zurückzukehren. Das Perpetuum mobile
war eine wilde Jagd kleiner Motive, die in ſtets neuen
Va=
riationen und Kombinationen, durch kontrapunktiſche Eedanken
geſteigert, durchgeführt wurden. Ein höchſt eigenartiger,
über=
raſchender Schluß bot endlich der wilden Haſt ein Ziel. Uns
er=
ſchien der zweite Satz wertvoller und origineller als der erſte,
der ſich ſtark in den Bahnen herkömmlicher Romantik beidegt.
Zum Abſchluß des Muſikfeſtes wollen wir nicht verſäumen,
die hervorragende Leiſtung unſeres Generalmuſikdircitors Dr.
Karl Böhm zu unterſtreichen, der die Rieſenarbeit der
muſikali=
ſchen Vorbereitung ſo vieler neuer Werke geleiſtet hat, und der
alles, was er dirigierte, mit plaſtiſcher Schärfe zu beſtmöglicher
Wirkung brachte. Wir bewunderten, daß er die meiſten
Parti=
turen faſt auswendig beherrſchte, daß er in den für ihn überaus
auſtrengenden Tagen keine Ermüdung kannte und immer wieder
ſeine Künſtler zu Höchſtleiſtungen mitriß. War doch
beiſpiels=
weiſe das zuletzt gehörte Perpetuum mobile eine ganz
hervor=
ragende virtuoſe Leiſtung von Dirigent wie Orcheſter. Und
ebenſo gebührt rückhaltloſe Anerkennung und ſtärkſter Dank den
Künſtlern des Landestheaterricheſters, die ſich mit einer
Begeiſte=
rung und einem Gelingen ihren Aufgaben unterzogen, wie ſie
in fo beſonderem Maße nur außergewöhnliche Umſtände
er=
zielen können, welche die phöſiſche und geiſtige Spannkraft über
das Normalmaß erhöhen. Denn viele der Künſtler, wie
bei=
ſpielsweiſe das Drumm=Quartett und das Schnurrbuſch=
Quar=
tett, waren ja auch außerhalb von Oper und Orcheſterkonzert
kammermuſikaliſch reich tätig und hoben manches Werk aus der
Taufe. Zuſammenfaſſend darf geſagt werden, daß die
Jubi=
läumstagung des Reichsverbandes wieder einmal Gelegenheit
gab, vielen auswärtigen Gäſten zu zeigen, auf welcher
beacht=
lichen Höhe das Darmſtädter Muſikleben ſteht, zugleich aber
auck, das eigene Land davon zu überzeugen, wvie wichvig für
un=
ſere geiſtige und künſtleriſche Kultur unſer Landestheater mit
ſeinem vorzüglichen Orcheſter iſt.
Auf die zwei intereſſanten Vorträge, die am Samstag
nach=
mittag im Zuſammenhang mit der Tagung in der Techniſchen
Hochſchule gehalten wurden, kommen wir noch zurück. F.N.
—Sternberg=Uraufführung in Bamberg. Das
Stadttheater in Bamberg hat für die Spielzeit 1928/29 Leo Sternbergs
Draua in fünf Akten „Separatiſten” zur alleinigen Uraufführung
ervorben. Der bekannte rheiniſche Dichter veranſchaulicht in dieſer
Tragödie das Schickſal des beſetzten Gebietes an einem menſchlichen
Konflikt. Die Aufführung findet im November ſtatt. Die Regie wird
Direktor Hans Fiala führen
Nummer 279
Sonntag, den 2 Oktober 1928
Seite 3
Macdonald reiſt nach Wien, Prag und Berlin.
EP. London, 6. Oktober.
Am heutigen Samstag tritt Ramſay Macdonald in
Beglei=
tung von Sir Oswald Mosley eine politiſche Reiſe nach dem
Kontinent an. Sie werden am Sonntag in Wien eintreffen und
kommen. Von Wien aus begeben ſie ſich nach Prag ſind dann
donald an die Mitglieder des deutſchen Reichstages eine
An=
ſprache halten ſoll. Die Veranſtaltung wird im
Reichstags=
gebäude ſtattfinden, und alle politiſchen Parteien mit Ausnahme
der Kommuniſten werden dabei anweſend ſein.
Die Heimwehr=Führer in Oeſterreich.
Auf unſerem Bild von links nach rechts: General Luſtig, Landes=Führer Pfriemer,
Hofrat Hubka und Oberinſpektor Meixner.
Am Porabend der Kundgebungen
in Wiener Neuſtadt.
Ein Aufruf an die Bevölferung.
EP. Wien, 6. Oktober.
Der Bürgermeiſter von Wiener Neuſtadt hat einen Aufruf
an die Bevölckerung erlaſſen, in dem er darauf hinweiſt, daß über
den Aufmarſchplan der beiden Parteien Vereinbarungen
zu=
ſtande gekommen ſind, in denen ſich die beiden Parteien
unter=
ſchriftlich verpflichtet hätten, ſich genau an
die Vereinbarungen zu halten. Die
Behör=
den hätten umfaſſende
Sicherheitsvorkeh=
rungen getroffen zum Schutz der beiden
Ver=
anſtalter. Er erwarte daher, daß die Ruhe
und Ordnung auch von der Bevölkerung
ge=
wahrt werde und die Sicherheitsorgane in
ihrer ſchwierigen Aufgabe unterſtütze.
Der Bürgermeiſter hat für heute und
morgen ein Alkoholverbot für die Stadt
erlaſſen.
Die letzten Vorkehrungen.
EP. Wien, 6. Oktober.
Wie die „Stunde” von der
Polizeidirek=
tion erfährt, werden heute Vor= und
Nach=
mittag die letzten Vorkehrungen für morgen
getroffen. In der Nähe der Polizeidirektion
werden 1300 bis 1500 Mann ſich als Hüter
des Polizeigebäudes aufyalten. Während
des ganzen Sonntags macht die Wiener
Polizei Bereitſchaftsdienſt. Den ganzen Tag
über werden Patrouillen zu Fuß und zu
Pferde ſämtliche Straßen der Stadt
durch=
ſtreifen, und hauptſächlich in der Nähe der
Hauptverkehrsadern werden ſich große
Abtei=
lungen von Polizeitruppen aufhalten. Um
jede etwaige Unruhe im Keime zu erſticken.
iſt in den Vorſtädten ebenfalls ein großes
Aufgebot von Polizeitruppen
zuſammenge=
zogen. Ein beſondeves Augenmerk richtet die
Polizeidirektion auf die öffentlichen
Ge=
bäude, die unter einem ſtarken Schutz der
Polizei ſtehen werden. Das Präſidium der
Polizeidirektion ſteht mit Wiener Neuſtadt
in ſtändiger Verbindung und wwird über jede Einzelheit, die ſich
dort ereignet, unterrichtet werden.
Im Laufe der letzten Tage, insbeſondere geſtern, haben die
Filialen ſämtlicher Banken in Wiener Neuſtadt und auch die
ſelb=
ſtändigen Bankgeſchäfte alle Wertpapiere und Effekten, die ſich in
den Safes befanden, nach Wien befördern laſſen. Seit heute mor= der chineſiſchen Delegation an, in nächſter Zeit den
Untergeneral=
gen 6 Uhr trefſen regelmäßig die Züge mit den Ordnern des
Republikaniſchen Schutzbundes in Wiener Neuſtadt ein. Bis heute
abend werden 8000 Ordner des Schutzbundes in der Stadt
ver=
ſammelt ſein. Um 12 Uhr mittags iſt das Alkoholverbot in Kraft
getreten, das bis Montag mittag 12 Uhr Geltung behält. Von
heute mittag an werden die meiſten Haustüren in Wiener
Neu=
ſtadt geſchloſſen ſein. Ebenſo wurde heute mittag 12 Uhr mit der
Abſperrung aller nach Wiener Neuſtadt führenden Straßen durch lehnung der Wiederwählbarkeit Chinas, zum Völkerbundsrat
Gendarmerie und Militär begonnen. Nur Perſonen mit
beſon=
derer Legitimation werden als Paſſanten zugelaſſen. Das ganze
Gebiet an der Südbahnſtrecke, von Wien bis zum Semmering, chineſiſchem Delegation bei einigem ihrer Mitgliedern eine ſtarke
bietet heute das Bild eines rieſigen Militärlagers. In allen
Ort=
heeres und der Gendarmerie zur Aufſtellung. In jedem Ort
be=
finden ſich Kontingente von 200 bis 500 Mann.
Umgebung zahlreiche Kommuniſten verhaftet, die auf Anordnung erſcheint noch eine perſönliche Fühlungnahme zwiſchen den
Mit=
der Wiener Polizeidirektion nach Wien gebracht wurden.
Das Aufmarſchprogramm in Wiener Neuſtadt wurde ſo
zu=
ſammengeſtellt, daß nach menſchlichem Ermeſſen ein
Zuſammen=
treffen der beiden Gruppen als ausgeſchloſſen erſcheint. Der Auf= penſationen und ebenſo über die Beſchaffung der rückſtändigen
marſch der Heimwehrabteilungen wird bis 12 Uhr dauern. An
dieſen Aufmarſch ſchließt ſich eine Kundgebung auf dem
Turn=
platz. Nach der Feldmeſſe werden die Heimwehrleute auf dem
Turnplatz verpflegt, worauf um 1 Uhr mittags der Rückmarſch
nach dem Bahnhof erfolgt. Man nimmt an, daß um ½3 Uhr
nachmittags die letzten Heimwehrabteilungen Wiener Neuſtadt
verlaſſen haben werden.
ferenz der Parteiführer zur Beratung jener Maßnahmen, die einer Auslegung des Rheinlandabkommens über die Ausgaben
eine innere Abrüſtung herbeiführen ſollen, wird, nach einer Mel= für die Beſatzungsorgane beauftragt iſt. Die Verhandlungen
dung der Mittagsblätter, ſchon am 12. Oktober in Anweſenheit werden unter Vorſitz des Holländers Paytin ſtattfinden und
vor=
des Vizekanzlers und Juſtizminiſters ſtattfinden.
Chinas Stellung im Völkerbund.
EP. Genf, 6. Oktober.
Während der Völkerbundsverſammlung im September regte
der Generalſekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, bei
ſekretär beim Völkerbund, Avenol, zur chineſiſchem Regierung
nach Nanking in beſonderer Miſſion zu entſenden. Die Nanking=
Regierung hat nunmehr dieſen Vorſchlag des Generalſekretärs
angenommen. Der Zeitpunkt und die Einzelheiten der Miſſion
Avenols werden demnächſt feſtgeſetzt werden.
Bei der Miſſion Avenols wird es ſich offenbar um
Beſpre=
chungen über die chineöſiſchen Wünſche handeln, die nach der
Ab=
durch die Bundesvollverſammlung laut geworden ſind. Nach dem
Scheitern der chineſiſchen Kandidatur machte ſich innerhalb der
Neigung zum Austritt bemerkbar, doch hat die Nanking=
Regie=
ſchaften auf dieſer Strecke gelangen Abteilungen des Bundes= rung dieſen Beſtrebungen nicht nachgegeben. Sie wird, wie man
in Genfer unterrichteten Kreiſen annimmt, auch in Zukunft einen
Austritt aus dem Völkerbund nicht in Erwägung ziehen. Zur
In der vergangenen Nacht wurden in Wiener Neuſtadt und Klärung des künftigen Verhältniſſes Chinas zum Völkerbund
gliedern der Nanking=Regierung und den bevollmächtigten
Be=
amten des Völkerbundsſekretariats norwendig. Man wird bei
dieſer Gelegenheit auch über etwaige China zu gewährende Kom=
7 Millionen Goldfranken Völkerbundsbeiträge in Nanking
ver=
handeln.
Die Auslegung des Rheinlandabkommens.
EP. Haag, 6. Oktober.
Am Montag wird im Haager Friedenspalaſt die aus
fran=
zöſiſchen, engliſchen, belgiſchen und deutſchen Delegierten be=
Die erſte vom Bundeskanzler Dr. Seipel einberufene Kon= ſtehende internationale Kommiſſion zuſammentreten, die mit
ausſichtlich mehrere Tage dauern.
Die Beſatzungsnot Heſſens.
* Darmſiadt, 6. Oktober 1928.
Legationsrat Dr. Heinemann, Darmſtadt, ſprach im Rahmen
der Tagung des Verbandes Deutſcher Geſchichtslehrer in
Heppen=
dort mit Mitgliedern der öſterreichiſchen Regierung zuſammen= heim am Freitag abend über das von uns ſchon des öfteren
er=
örterte Thema der Beſatzungsnot Heſſens. Die Bedeutung des
nach Berlin. In Berlin ſind Vorbereitungen getroffen, daß Mac= Vortrags lag vor allem darin, daß er geeignet war, die rein
wiſſenſchaftlichen Erörterungen über die die Rheinlande
betref=
fenden Fragen mit der unmittelbaren Gegenwart und ihrer
rauhen Wirklichkeit zu verbinden. Laſſen wir die Zahlen ſprechen.
Die dritte Beſatzungszone umfaßt in Heſſen 36 Prozent der
Be=
völkerung, ein Viertel des Staatsgebietes. Es iſt falſch, wenn
von Pariſer Blättern die durch nichts begründete Behauptung
aufgeſtellt wird, die Beſetzung ſei für die Bewohner des beſetzten
Gebietes kaum mehr ſpürbar. Im Jahre 1927 wurden im ganzen
beſetzten Gebiet 1520 Fälle vor den Beſatzungsgerichten gegen
Deutſche verhandelt. Darunter befanden ſich nur etwa 7 Prozent
nichtpolitiſche Vergehen. Alles andere waren Verſtöße gegen
Ordonnanzen. Es wurden 79 Jahre Gefängnis ohne
Strafauf=
ſchub, 15½ Jahre Gefängnis in dem nach franzöſiſchem Recht
zu=
läſſigen Abweſenheitsverfahren ausgeſprochen. Es wurden
Geld=
ſtrafen in Höhe von 37 000 Mark und über 15 000 Franken
ver=
hängt. Das ſind erſchütternde Zahlen, die eine Fülle von Leid
in ſich bergen. Die Militärgerichtsbarkeit läßt die Bevölkerung
am ſtärkſten den Druck der Beſatzung empfinden. Durch ſie wird
das Gefühl der Bedrücktheit, Unfreiheit und Unſicherheit bei
unſeren Brüdern im beſetzten Gebiet immer erneut hervorgerufen.
Vereinsweſen, politiſche Verſammlungen und Preſſe unterliegen
der Kontrolle der Beſatzungsorgane. Im beſetzten Gebiet ſind
immer noch 3668 Privatwohnungen mit 15 243 Zimmern
be=
ſchlagnahmt. Die Wohnungen in öffentlichen Gebäuden ſind darin
nicht enthalten. Im heſſiſchen beſetzten Gebiet ſind es 1091
Privatwohnungen mit 3739 Zimmern. Das ſind 30 Prozent der
geſamten Beſchlagnahmungen, während die Bevölkerung nur
etwa 13 Prozent der Geſamtbevölkerung des beſetzten Gebietes
ausmacht. In Mainz z. B. iſt die Zahl der beſchlagnahmten
Wohnungen weit größer als in der Pfalz. Mainz hatte in
Frie=
denszeiten eine Garniſonſtärke von 11500 Köpfen. Heute ſind
dort 14200 Beſatzungsangehörige. In Mainz müſſen heute noch
116 deutſche Familien ihre Küchen mit der fremden
Einquartie=
rung teilen. Auf heſſiſchem Boden ſtehen faſt 19 000
Beſatzungs=
angehörige. Auf 10000 Einwohner kommen im preußiſchen
be=
ſetzten Gebiet 137, in der Pfalz 160 und in Heſſen 385
Beſatzungs=
angehörige. Die mehrfache Verminderung der Beſatzungstruppen
hat ſich in Heſſen kaum ausgewirkt. Dagegen hat die Räumung
der erſten Zone eine Vermehrung gebracht. Eine weitere
Ver=
ſchlechterung droht, wenn die zweite Zone geräumt wird. Die
Beſatzungstruppen werden unter ein gewiſſes Mindeſtmaß nicht
herunter gehen, der Raum für ihre Unterbringung aber wird
immer enger. Der Vortragende kommt dann auf die durch die
Befatzung hervorgerufenen wirtſchaftlichen Störungen zu
ſpre=
chen, die er mit einer Reihe von Beiſpielen belegt. Auch die
Wirtſchaft leidet vor allem unter Beſchlagnahmungen. Noch
mehr aber unter den vielen Ordonnanzvorſchriften.
Einſchrän=
kungen der Luftfahrt, Hemmungen des Fremdenverkehrs und
Ausweispflicht ſind Dinge, die man nicht vergeſſen darf. Die
Nöte der Wirtſchaft und die ſonſtigen Schädigungen durch die
Beſatzung wirken ſich naturgemäß in einem Nachlaſſen der
Steuerkraft aus. An dem Beiſpiel der Städte Mainz, Worms
und Bingen zeigt dann der Vortragende die befondere,
unge=
heure Not der beſetzten Städte in wirtſchaftlicher und kultureller
Beziehung.
Ein trübes Bild iſt es, ſo ſchloß Legationsrat Dr.
Heine=
mann, das ich Ihnen aufzeichnen mußte. Und doch wird niemand
im beſetzten und unbeſetzten Heſſenland den Mut verlieren.
Schwerſte Erſchütterungen, wie ſie das Jahr 1923 brachte, als
das Land auseinanderzufallen drohte, wurden überwunden dank
der unzerſtörbaren Kraft unſeres Volkstums, dank dem
uner=
ſchütterlichen deutſchen Sinn der breiteſten Volksſchichten. Was
wird die Zukunft bringen? Ich verſage es mir, die großen
poli=
tiſchen Fragen anzuſchneiden, da ich mich auf ein
Gegenwarts=
ſtimmungsbild beſchränken wollte. Das beſetzte Gebiet wird
ge=
duldig abwarten, was die hohe Politik ihm beſcheren wird. Mag
die Räumung für die dritte Zone auch erſt am 20. Januar 1935
kommen, tapfer werden ſich die Brüder am Rhein durchſchlagen
durch alle Fährlichkeiten, und nichts wird imſtande ſein, ihre
deutſche Tatkraft und ihren Mut zu zerbrechen!
Filmiſche Randbemerkungen.
avk. Die Berliner müſſen eine Unmenge von neuen Filmen
über ſich ergehen laſſen; allerdings beſtehen neun Zehntel der
einheimiſchen ſowie außerdeutſchen Produktion aus
Eintags=
fliegen. Insgeſamt fünf Werke der neuen Saiſon überragen
das Durchſchnittsniveau. Hiervon verdankt die Schöpfung von
Lubitſch „Alt=Heidelberg”” ihren Erfolg vornehmlich dem
Umſtand, daß es hier vielleicht erſtmalig gelungen iſt, deutſche
Romantik weſensecht nach Hollywood zu verpflanzen. (Bereits in
Sudermanns „Es war . . ." ſtrebte man dies an, ohne jedoch
pſychologiſch ſtörende Momente ganz auszumerzen.)
Bemerkens=
wert erſcheint bei dem Lutbitſch’ſchen „Old Heidelberg”, daß der
auf der Bühne etwas kitſchig=ſentimentale Schluß im Film
menſchlicher wirkt; durch bildliche Darſtellung läßt ſich eben
Pſychiſches exakter, man könnte beinahe ſagen „reeller”
moti=
vieren. Lubitſch brachte es übrigens fertig, die amerikaniſchen
Schauſpieler „deutſch zu drillen”; dies war ein
hundertprozen=
tiger perſönlicher Erfolg ſeines ſuggeſtiven Ich. Photographie
und Milieuſchilderung ſind ebenfalls einwandfrei.
Weitere zwei Großfilme bringen nur in bezug auf
Darſtel=
lung Erfreuliches. Pola Negri beweiſt in „Das zweite
Leben” wieder einmal, daß ſie nicht nur eine plaſtiſche
Erſchei=
nung, ſondern auch eine Typendarſtellerin von Format iſt. Die
Filmvariante des gleichnamigen Bühnenſtückes von Bernauer
und Oeſterreicher wirkt ſchablonenhaft abgeleiert. Ein effektvoller,
aber geiſtig minderwertiger, mit feuilletoniſtiſcher Tünche
abge=
goſſener Zeitungsbericht. Mit dem wirklichen Leben hat hier nur
Negris ſeeliſch empfundene und feinſtens ausgearbeitete
Mär=
tyrerin zu tun. Das Wiederſehen der Totgeglaubten mit ihrem
Kinde: eine mimiſche Höchſtleiſtung. Leider ſtanden der
Künſtle=
rin diesmal nicht ebenbürtige Partner zur Seite, und auch die
Spielleitung plätſchert emotionslos dahin, ohne „große Momente‟
entſprechend auszunützen.
Auch der Ufa=Film „Looping the Loop” (mit dem das
neue Univerſum=Theater am Lehniner Platz eröffnet wurde)
überraſchte recht unangenehm durch ſeine Unglaubhaftigkeit. Eine
gekünſtelt zuſammengezimmerte Zirkusgeſchichte mit durchaus
un=
echt geſchilderten Artiſten=Typen. Dieſes Machwerk rettet einzig
und allein Werner Krauß als Clown Botto. Die tragikomiſche
Figur — Botto meint, keine Frau könne einen Harlekin lieben —
teird von Krauß nicht nur „verkörpert” in landesüblichem Sinne.
Sein Botto iſt keine „Figur” mehr, ſondern ein leidender,
unaus=
geglichener Menſch aus Fleiſch und Blut, deſſen Lebenstragik
eigentlich erſt in den Schlußſzenen ſich ganz offenbart, in den
Augenblicken, wo der unverſtandene Bajazzo die Ueberzeugung
60 Geburtstag des Malers Slevogt.
Profeſſor Max Slevogt,
der berühmte deutſche Maler, vollendet am 8. Oktober ſein 60.
Lebensjahr. Er gilt als ein Hauptführer der deutſchen
impreſ=
ſioniſtiſchen Malerei. Seine Werke ſind in den bedeutendſten
deutſchen Sammlungen, ſo in der Pinakothek von München und
in den Galerien von Berlin, Stuttgart, Dresden und Hamburg,
zu ſehen. Sein großer Aufſtieg begann mit dem Triptychon „Der
verlorene Sohn”.
erlangt, daß ſein Beruf kein Hindernis für ſein Glück ſei, und
daß er Jahre ſeines Lebens gewollt lieblos vergeudete. Inmitten
eines unmöglichen Edelkitſchdramas erſteht ein tragiſcher Held:
Botto der Clown . Nicht Werner Krauß. Dieſer
Menſchenverkör=
perer hat die ſeltene Gabe, ſeine eigene Perſönlichkeit vergeſſen
zu machen. Er ändert nicht nur die Maske, ſondern alles andere
mit: Aeußerlichkeiten ſowie die Wahrzeichen des Charakters; die
Vielgeſtaltigkeit ſeines „drehbaren” Innenlebens iſt geradezu
un=
heimlich. Neben ihm verblaßte ſeine Mitſpielerin Jenny Jugo;
man mußte die Aufmerkſamkeit auf Krauß konzentrieren.
Emil Jannings iſt, gleich Krauß, in allen Filmen der
Mit=
telpunkt. Er ſpielt auch in „Der letzte Befehl” die
Partne=
rin, die außerordentlich begabte Evelyn Brent, einfach „tot”. Im
Gegenſatz zu Krauß iſt aber Jannings bis auf ſeine ſehr geſchickte
Maskierung ſtets derſelbe: der routinierte Charakterſpieler. Er
hatte in dem neueſten Werk des Verfaſſers von „Hotel
Impe=
rial”, dieſem dramatiſch eindringlichen Ruſſendrama, ſeine
Auf=
gabe glänzend gelöſt: ſein Großfürſt Sergius Alexander reißt
mit. Der Vorwurf Ludwig Biros iſt originell und rein filmiſch
ausgezeichnet: der durch die Liebe einer Revolutionärin gerettete
Großfürſt erlebt das Geſchehen des ruſſiſchen Zuſammenbruchs
im Filmatelier zum zweiten Male, und zwar mit ſo ſtarker
Ein=
fühlungskraft, daß er zuſammenbricht und ſtirbt. Joſef v.
Stern=
bergs Regie ſorgt für eine nie nachlaſſende Spannung bis zum
Schluß; dieſe Arbeit iſt von allen aus den U. S.A. importierten
Ruſſenfilmen die ſtilechteſte (oder zumindeſt: die am wenigſten
verlogene).
Als eine Spitzenleiſtung iſt die Verfilmung des Sophus
Michgelis’ſchen Schauſpiels „Revolutionshochzeit” zu
bewerten. Fabrikat Terra, Regie A. W. Sandberg. In dieſem
Werke werden keine Konzeſſionen gemacht: kein „happy end”,
keine „gemütvolle Abſchwächung” der ſchwerdramatiſchen
Hand=
lung. Ein handfeſtes, gerade durch ſeine ſchlichte Natürlichkeit
ergreifendes Filmdrama, deſſen Handlung geradlinig
durch=
geführt wurde. Kuliſſe, Masken, ſchauſpieleriſche Leiſtungen,
Maſſenſzenen: dies alles verſchmilzt zu einem einheitlichen
groß=
angelegten Ganzen! Seit langer Zeit das erſte wirkliche Drama
auf der Leinwand, das dieſe Bezeichnung auch vollauf verdient.
Die Hauptrollen ſpielen Göſta Ekman, Fritz Kortner, Diomira
Jacobini und Karina Bell; eine auserleſene Beſetzung.
Manu=
ſkript: Norbert Falk und Robert Liebmann, Muſik (ganz
vor=
trefflich untermalend!) Giuſeppe Becce (Schöpfer der bisher
un=
übertroffenen Begleitmuſik zu „Anna Karenina‟). Die „
Revo=
lutionshochzeit” zeigt entſchieden neue Wege: das Drama war
bisher ein Stiefkind der Filminduſtrie und wurde meiſt durch
wäſſerige Schauſpiele erſetzt.
Oktober 1928.
Geite 4
Sonntag, den 2 Ok ober 1928
Nummer 229
Famitiennachrichten
Statt Karten.
Elfriede Sartorius
Rolf Roeder
Apotheker
Verlobte
(16008
Altenstadt
(Hessen)
Heppenheim
(Bergstr.)
Uhre am 4. ds. Mts. stattgefundene
Vermählung
zeigen ergebenst an
Dipl.-Ing. Josef Brunn u. Frau
Friedel, geb. Wenderoth
Wulfen i. W.
Villa Wienbeck
Darmstadt
Klesstr. 123
(16009
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme an unſerem
herben Verluſie ſagen wir Allen im Namen
der Familie innigen Dank.
Tilla Groſſe
Direktor A. Schumacher u. Frau
Pina, geb. Engel.
Darmſtadt, im Oktober 1928.
(*26290
Für die vielen Beweise
herz-
licher Teilnahme bei dem uns
so. schmerzlich betroffenen
Verlust sagen wir unsern
innigsten Dank.
Familie Haun.
und Weins.
Darmstadt, 7. Oktober 1928.
(*26338
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Marie Wevgandt
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Todes=Anzeige.
Nach Gottes unerforſchlichem Ratſchluß verſchied
heute Mittag 12 Uhr mein lieber Gatte, unſer
treu=
beſorgter Vater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Johann Würtz
Krim.=Inſpektor bei der heſſ. Staatsanwaltſchaft
im Alter von 49 Jahren infolge eines am 29. September
erlittenen Unglücksfalles, ohne das Bewußtſein wieder
erlangt zu haben.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen:
Wilhelmine Würtz
und 3 Kinder.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1928.
Lagerhausſtraße 46.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr auf dem
Waldfriedhof ſiatt.
(*26336
Dfe
deutſche
Bezugsquelle
RudolfBlahut.
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anauch poſtfrei. Nichtpaſſend. umgetauſcht
oder Geld urück
Ausführliche
Preisliſte und Muſter o ſtenlvs.
Erſtes Bett=
N Böhmerwald !
ederngrochaus Aeſchenik9 f. 41a4
Dankſagung.
Allen Beweiſen tiefgefühlter, inniger Teilnahme, (Ehrungen
und Blumenſpenden bei dem Heimgange unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen
Rechnungsrat i. R.
Julias Wrede
ſagen wir hiermit innigſien Dank. Beſonderen Dank für die
troſtbringenden Worte des Herrn Pfarrer Vogel, ſowie für
die Weitſchätzung des Tandesverbands und Ortsvereins des
Reichsbunds der Zivildienſtberechtigten.
Für die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau K. Wrede Wwe.
Darmſtadt, Lukasweg 1.
Weinet nicht an meinem Grabe,
Gönnet mir die ewige Ruh’,
Denkt, was ich gelitten habe,
Eh’ ich ſchloß die Augen zu.
Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, meinen lieben, guten
Mann, unſeren treubeſorgten
Vater, Großvater, Schwager und
Onkel
Joh. Horn
Feldwebel
im Alter von 68 Jahren von
ſeinem langen, ſchweren Leiden
in die Ewigkeit abzurufen.
Dieftrauernd:
Anna Horn
Marg. Dony, geb. Horn
Hans Dony
nebſt Enkel.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1928.
Eliſabethenſtr. 30.
(*26364
Die Beerdigung findet Montag,
8 Oktober, mittags 4 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt.
(*26122
Von der Reiſe
zurück
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Auguſte, geb. Helbig, Darmſtadt,
Moosbergſtraße 29, das Feſk der
Silbernen Hochzeit.
Glückauf zur Goldenen!
426246
Dankſagung.
Magerkeit
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme, die uns beim
Heimgang unſerer lieben
Ent=
ſchlafenen erwieſen wurden,
ins=
beſondere Herrn Pfarrer Vogel
für ſeine inhaltsreichen Worte,
ſowie für die zahlreichen
Kranz=
ſpenden ſagen wir hierdurch
unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Hild.
Darmſiadt, den s. Oktober 1928.
16017
Dieſer wund erbare
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Nummer 279
Sonntag den 7 Oktober 1928
Geite 5
Aus der Landeshauptſitadt.
Darmſtadt, 7. Oktober.
— Evangeliſch=kirchliche Nachricht. Durch die Kirchenregierung wurde
dem Pfarter Wilhelm Kornmann zu Frankfurt a. M. die
evange=
liſche Pfarrſtelle zu Rodheim a. d. Horl, Dekanat Nidda, übertragen.
als Vertreter des Hausarztes folgende Aerzte erreichbar: Dr. H. Hof= Landeslehrervereins, die heute ihren Anfang nimmt.
mann, Lauteſchlägerſtraße 16 (Fernſprecher 3069), Dr. Rühl,
Schul=
ſtraße 12 (Fernſprecher 4300), Dr. Vidal, Stiſtſtraße 25
Gern=
ſprecher 1110).
Großen Haus für Miete B Bizets „Carmen” zur Aufſührung. Im dankbar und anerkennend feſtzuſtellen — welche Bedeutung ge=
„Dame Kobold” in der Bearbeitung von Hofuannsthal für
Zuſatz=
miete I ſtatt. Beginn: 19,30 Uhr.
Die Aufführung des „Lohengrin” am Dienstag, dem 9.
Okto=
ber, iſt eine geſchloſſene Vorſtellung anläßlich der
Jubiläumsveranſtal=
tung des Heſſiſchen Landeslehrervereins. Es findet deshalb kein
Karten=
verkauf ſtatt. Die nächſie öffentliche Wiederholung des „Lohengrin” iſt für die ſtarken Träger unſerer Kultur. Mit dem ſechſten
Lebens=
für Sonntag, den 14. Oktober (Miete C), vorgeſehen.
In der kommenden Woche finden zwei Volksvorſtellungen zu e= Preiſen ſtatt: Am Mittwoch, dem 10. Oktober, wird im
Klei=
men Haus Lortzings „Zar und Zimmermann” gegeben; am
Samstag, dem 13, gelangt imn Großen Haus die Operette „Der
Zigeunerbaron” von Johann Strauß zur Aufführung. Beide
Werke werden, in der Inſzenierung des letzten Jahres in den Spielplau
aufgenommen.
Am Sonntag, dem 14. Oktober, vormittags 11.30 Uhr, veranſtaltet
das Landestheater zum 100. Geburtstag des Dichters eine Tolſtoi=
Feier, bei der Wilhelm Mickel ſprechen und Generalintendaut Ebert
ſowie Fritz Valk aus ſeinen Werken leſen werden.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Arnold Zweig ſpricht
im Rahmen der literariſchen Abende der Bücherſtube über „Die
gei=
ſtigen Grundlagen von Roman und Drama‟. Der
Vor=
trag findet ſtatt am Montag, den 15. Oktober, im Hotel Traube. (Näh.
ſiehe Anzeige.)
* Verein zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte in der
Schloß=
kirche zu Darmſtadt. Wir machen unſere Mitglieder und Freunde darauf
aufmerkſam, daß die am Sonntag, dem 32. Behztember, beim Ausgang
des Gottesdienſtes beſtellten „Predigtſamnckungen” eingetroffen ſind
und im Büro des Herrn Grafen v. Hardenberg im Schloß, Eingang
Markt, abgeholt werden können. Preis 50 Pf.
— Volkshochſchule. Wir machen nochmals auf den Vortrag
des Herrn Dr. M. Wauer, Klabund zum Gedächt= nen als dem Verband, der die heſſiſchen Lehrer umfaßt und
nis” aufmerkſam. Der Vortrag findet ſtatt am Montag, dem
8. Oktober, 20 Uhr, in der Techniſchen Hochſchule, Saal 140. Karten tuung zurückblicken kann.
ſind auch an Saaleingang zu haben. — Unſere Mitglieder erhalten zu
nachſtehenden Volksvorſtellungen ermäßigte Karten in unſerer
Geſchäfts=
ſtelle: „Zar und Zimuermann”, Mittwoch, 19,30 Uhr Kleines Haus; Verbindung mit „andern‟. Einſam mühet er ſich oft, umſonſt.
„Der Zigeunerbaron”, Samstag, 1920 Uhr, Großes Haus.
Meiſter bei der Firma M. Friedrich, Sattlerei, hier, Lauteſchlägerſtr. 22, ihm die Decke des Trauerns hinweg.”
ſein 30jähriges Arbeitsjubiläum. Gewiß ein Zeichen von gutem
Ein=
vernehmen zwiſchen Firma und Meiſter.
und Leiter der Brauerei Karl Fah, hier, feierte am 1. Oktober d. J.
beſondere Leiſtung anzuſehon iſt. In ſeiner Beſcheidenheit beabſichtigte
Herr Nathgeber, ſein Jubiläum in aller Stille zu begehen, wurde aber
in ſeinent engſten Familienkreiſe angenehm überraſcht. Wir wunſchen
Lirma ſowie ſeiner Familie noch rocht lauge arhalten bleibk.
½4 Uhr und abends 814 Uhr — Zur Nachmittagsdyrſtellung gelten
die volkstümlichen Preiſe von 80 Pf. an, abends von 1 Mk. an. In
bei=
den Sonntagsvorſtellungen wird der zugkräftige Lachſchlager „Gs lebe
Ler Reſepvemann” gegeben. Bezüglich des Kartenverkaufs ſiehe heutige
Anzeige.
— Hans Schomburgk, der zum 1. Male nach Darmſtadt kommt,
iſt ein glänzender Erzähler. Seine Erzählungen ſind außerordentlich
Fahrten und Forſchungen im unbekanntem Afrika: „Alles lernte Cleo aufgeſtellt, die weit über die Intereſſenwahrung des einzelnen
gehen. Ju Kinshaſſa hatte ich ihr ein Töpſchen gekauft. Klein und
zierlich aus blanker Gmaille. Als Spielzeug ſchätzte ſie es ſehr. Lange größerem Maße der Volksgemeinſchaft zugute kommt.
aben dauerte es, bis ich ſie überreden konnte, es ſeinem eigentlichen
ſoll er noch durch ſein liebenswürdiges Auftreten beſonders wirken, gemeinſchaft. So arbeitet der Landeslehrerverein, ſo arbeiten
ſo daß ſein Lichtbildervortrag am Mittwoch, den 10. Oktober, ſicherlich
die größte Aufmerkſamkeit finden wird. (Alles nähere ſiehe Anzeige.)
— Wöchnerinnenheim des Alicehoſpitals in der Dieburger Straße, die Allgemeinheit.
Am 1. Okttober d. J3. wurde das Wöchnerinnenheim des Alicehoſpitals
in der Dieburger Straße eröffnet. Das Heim iſt in einem beſonderen begrenztem Vertrauen ihre Jugend übergibt.
Neubau — vollſtändig getrennt von den Krankenabteilungen —
unter=
handen (drei Verpflegungsklaſſen), ſo daß allen Wünſchen entſprochen
ſteht ein beſonderes Zimmer zur Verfügung, in dem ſie ſich auch nachts
aufhalten können.
maten 20—35, Feldſalat, Lattig 80—120, Endivienſalat 19—20.
Kopf=
ſalat 15—20, Salatgurken 8—60, Blumenkohl 30—130. Rettich 5—10,
Meerrettich 100—120, Nadieschen (Bund) 5—10. — 2. Kastoffeln: Tagen in Darmſtadt zu wichtiger Arbeit und zu
Spätkartoffeln 6—7. — 3. Obſt: Pfirſiche 30—40, Tafelädfel B—40, frohem Feiern vereinigten Lehrern und Lehre=
Landbitter 200— 20, Weichkäſe 35— 4o, Handkäfſa 5—16, Eier friſche 15
bis 17. — 5. Wild und Geflügel: Hühner 130——1f0. Tauben 70
bis 90. — 6. Fleiſch= und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 1
80—120, Kalbfleiſch 110, Hammelfleiſch 80. Schweinefleiſch 126—150, ruhe und ihr Ergebnis fruchtend ſein möge.
Dörrfleiſch 150, Wurſt 70—140, Muzſtfett 60. Schmal== ausgelaſſen 110.
Ein Willkommaruß den heſſiſchen Lehrern.
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— Sonntagsdienſt der Aerzte. Am Sonntag, den 7. Oktover ſind gern den Teilnehmern an der Jubiläumstagung des Heſſiſchen ſind in den letzten Nummern des „Schulboten” mehrere Aufſätze
1500 heſſiſche Lehrer werden in dieſen Tagen in Darmſtadt
insgeſamt ſein. Wir wiſſen — und wir fühlen uns einig mit
— Heſſiſches Landestheater. Heute Sonntag, 19 Uhr, gelangt im unſeren Leſern darin, daß wir die Gelegenheit benützen, das meinen herzlichſten Glückwunſch! Was hat er nicht alles erlebt,
Kleinen Haus findet die Erſtaufführung von Calderons, Luſtſpiel rade der Lehrer für jeden einzelnen Menſchen wie für die Geſamt= Erlebt, erlitten, überdauert — politiſch, wirtſchaftlich, ſozial?
übergeben wir den Lehrern und Lehrerinnen unſer Beſtes, unſer die Würdigung und Hebung des Lehrerſtandes! Was hat ihn
mit Unſerem eigenen Fleiſch und Blut Samenkorn und Wurzel
jahr werden unſere Kinder der elterlichen Erziehung zum großen
Teil, vielleicht zum größten Teil, entzogen. Sie treten in die
Obhut der Lehrer und Lehrerinnen, und die Erziehung im
Elternhaus muß ſich, wenn ſie gut und vernünſtig ſein will, der Deinem Ehrentage!
Erziehung durch die Schule anpaſſen. Neben der bedeutſamen
Erziehungsarbeit übernimmt der Lehrerſtand auch die Pflicht
und die Arbeit, dem jungen Menſchenkind das für den
Lebens=
kampf immer notwendiger wverdende Wiſſen zu vermitteln.
Es iſt alſo ein ungewöhnlich hohes Gut, das wir dem
Lehrer=
ſtand in die Hand geben und durch viele Jahre in ſeinem
Ein=
fluß belaſſen. Das große ſittliche Verantwortungsgefühl, das die
ebenſo ſchwere wie ſchöne Aufgabe dem Lehrerſtand auferlegt, iſt,
das wollen wir bei dieſer Gelegenheit gern und dankbar
anerken=
nen, beim deutſchen Lehrerſtand vorhanden. Es hebt ihn empor
über viele andere Berufe. Es erfordert neben dem reichen Wiſſen
und den pädagogiſchen Fähigkeiten einen ſtarken Idealismus.
Sind ſo Lehrer und Lehrerinnen Hüter und Förderer unſerer
gilt die äußere Betonung deſſen heute doch weniger dem
einzel=
der heute auf ſechs Jahrzehnte mit Stolz und freudiger Genug=
„Einzeln” iſt der Menſch ein ſchwaches Weſen, aber ſtark in
Ein Blick des Freundes in ſein Herz, ein Wort ſeines Rates,
—Jubiläum. Montag, den 8. Oktober, feiert Herr Hch. Kremm, ſeines Troſtes weiht und hebt ihm den niedrigen Himmel, rückt
Mit Recht ſind dieſe Worte J. G. Herders dem Aufſatz „Lei=
— 30jähriges Dienſtiubiläum. Herr Wilh. Rathgeber, der Prokuriſt tende Gedanken und treibende Kräfte” der Lehrerbewegung
vor=
angeſtellt. Sie waren eine ſelbſtverſtändliche Erkenntnis der
ſein 30jähriges Dienſtjubiläum, was imn Brauereigewerbe als eine ganz Männer, die Gründer und Führer des Heſſiſchen Lehrerverbandes Koh. Die Ergebniſſe ſind in drei Sälen ausgeſtellt. Sie, ſollen der
waren, wir nennen nur Schmitt, Karl Backes u. a. Ihrem
Wirken, ihrer aufopfernden Tätigkeit für den Verband und damit
für jeden heſſiſchen Lehrer, und darüber hinaus für jedes ihnen
ihm weiterhin in ſeinem Wirkungskreiſe gute Geſundhelt, daß er ſeiner anvertraute Kind iſt es zu danken, daß der Heſſiſche Landeslehrer=
— Orpheum. Heute Sonntag zwei Vorſtellungen: „nachmittags verband heute von ſich ſagen kann, daß ſein Haus feſtſteht auſ nen Lehr= und Lernmitteln. In mehr als 20 großen Sälen wird
hie=
tragfähigen Pfeilern und wenn er dieſe Pfeiler bezeichnet mit
Hebung des vaterländiſchen Schulweſens und der
Volks=
bildung,
Wiſſenſchaftliche und praktiſche Fortbildung der Lehrer,
intereſſen,
feſſelnd. Hier nur ein kleiner Auszug aus dem Buche Brakukamg, ſo ſind in dieſen Pfeilern hohe ſittliche, ethiſche und ſoziale Ziele wähnt, die ihre Bücher Lehr= und Lernbücher, Jugendſchriften u. dal.)
ohne Mühe, nur der Bgriff „ſtubenrein” ſchien ihr gänzlich abzus= Lehrers hinausgehen und deren Erreichen unbedingt in weit ſind zu ſehen lund zu hören). Hier rollt bor unſeren Augen ein Film=
Wenn in den ſechs Jahrzehnten ſeines Beſtehens der Landes=
Gebrauch zuzuführen. Endlich ſchien ſie erfaßt zu habeu, was ich von lehrerverband das von ſich ſagen darf, ſo darf er heute mit be= kaliſche und hemiſche Apparate ſollen, ſoheit das möglich iſt, auch ſchon
ihr wollte. Selbſtändig holte ſie es hepvor, ſetzte ſich darauf, um rechtigtem Stolz ſagen, daß er das Erreichen nicht für ſich allein
freudig ſchnatternd im Zimmer darauf herumzurutſchen und Lann, ja in Anſpruch nimmt, ſondern daß er jedes Ziel, das in dieſen drei der Feder= und Farbenfabriken anſehen. Wir erkennen die
Notwendig=
leider muß ich es berichten, ſetzte ſie ſich doch daneben.” Perſönlich Grundpfeilern fundiert, wieder ausſtrahlen läßt auf die Volks= keit richtig gebauter Schulmöbel. Eingerichtete Küchen. Nähmaſchinen
ſeine Einzelglieder alle, ſelbſtlos und in beſtenk Sinne ideal für
gebracht. Es ſind Zimmer mit einem, zwei und mehreren Betten vor= mehren ſich die Beſtrebungen auf ein Zuſammenarbeiten zwiſchen zur Stählung des Körpers unſerer Jugend dienen ſollen. Kurz: Zu
und den wirtſchaftlichen Verhältniſſen Rechnung getragen werden kann. Elternhaus und Schule. In ethiſcher und ſittlicher Hinſicht iſt ſehen iſt alles was in der Schule zur Erziehung für das Leben gebraucht
Die Einrichtung des Entbindungszimmers entſpricht allen neuzeitlichen dieſes Zuſammenarbeiten von unendlichem Wert. Es hat vor wird. Außerdem wird an jedem Nachmittag in drei Vorſtellungen in
hygieniſchen Anforderungen, ſo daß auch alle operativen Eingriffe vor= allem auch dazu geführt, daß — wenn auch nicht reſtlos — per= einem Puebpentheater gezeigt werden, daß es eine Möglichkeit gibt, auch
genommen werden können. Die Ausſtattung der Wöchnerinnenzimmer ſönliche Beziehungen für beide Teile fördernd und wertvoll zwi= kleinen Hörer mitleben und mitwirken zu laſſen. Nicht nur Kiuder,
ſon=
iſt ebenſo hygieniſch wie geſchmackvoll. Geſchultes Pflegeperſonal wohnt, ſchen Elternhaus und Schule mit ſtändigem Erfolg gepflegt wer= dern auch Erwachſene werden Stunden wahrer Freude bei einer ſolchen
im Heim und iſt ſtändig zur Stelle. Für die im Heim tätigen Aerzte den. Auch das iſt wohl in erheblichem Maße der zielbewußten Vorſtellung genießen, da ſich des Puxpenthegter ſehr von den ſouſt
Tätigkeit und der umfaſſenden Erziehungsarbeit in doppeltem üblichen Kaſperliheatern unterſcheidet.
Vom Wochenmarkt. Kleinhandels=Tagespreiſe vom 6. Oktoher Sinne dem Landeslehterverband zu verdanken. Das verpflichtet
1098 für ein Pfund bzu. Stück in Reichspf. 1. Gemüſe: Kohlrabi auch die Volksgemeinſchaft, Intereſſe und lebhaften Anteil an Herzen liegt. Wertvolles bietet, iſt am Sonntag, den 7. Oktober, von
6—10, gelbe Rüben 10—19 rote Rüben 15, weiße Rüben 15, Spinat 20 dem Verband zu nehmen und dieſes Intereſſe, auch der Jubi= 12 bis 18 Uhr und am Montag, den 8. Oktober, Dienstag, den 9. Okt.,
bis 2, Rotkraut 15, Weißkraut 12—15, Wirſing 12—15, Stangenbohnen läumstagung entgegenzubringen. Wir wiſſen uns darum nur in Begleſtung Erwachſener) zu unentgeltlſchem Beſuche geöfnet,
50, Wachsbohnen 50. Erbſen 50—60, Zuiebeln 15—2, Knoblauch 80. To= einig mit unſeren Leſern, wenn wir — in Wie= Sie findet in den Salen, der Mornewegſchule, Karlſtraße 107, ſtatt,
derholung der Eingangsworte — den in dieſen (Siehe Anzeige.)
Wirtſchaftsäpfel 15—25, Tafelbirnen 20—30, Wirtſchaftsbirnen 10—15, rinnen aus ehrlichem Herzen ein herzliches Landes=Lehrer=Vereins ſtattfindenden Lehr= und Lernmittel=
Zwvetſchen 22—25, Quitten 50, Trauben 45—50 Nüſſe 60—70, Zitronen Willkommen entbieten, und wenn wir daran Ausſtellung zeigt die Bonner Schreibfedern= und Schreibwaren=
10—20, Vananen 55—65. — 4. Eßwaren: Süßrahmbuter 230—240, den Wunſch knüpfen, daß die Herzlichkeit die= fabrik F. Soennecken an einem wirkungsvollen Stand ihre Er=
Wir können an dieſer Stelle und bei dieſer Gelegenheit
dar=
lehrervereins dargeſtellt von Dr. Georg Weigand, iſt aus den dieſer führenden Firma geſtatten.
Ein Willkomm in Darmſtadt und einen von Herzen kom= Anlaß des Jubiläums herausgegeben worden, das alles
Wiſſens=
menden Glückwunſch zum 60jährigen Jubiläum entbieten wir werte in ausgezeichneter Darſtellung enthält. Darüber hinaus
I. Si.
erſchienen, auf die hier verwieſen werden kann.
Dem ſechzigjährigen Jüngling
der Heſſiſche Landes=Lehrerverein, in dieſen ſechs Jahrzehnten?
gemeinſchaft unſeres Volkes hat. Mit dem Eintritt in die Schule Aber nichts hat ihn beirrt in ſeinem Kampfe für die Schule, für
höchſtes Gut, die Träger unſerer Zukunft. Wir übergeben ihnen befähigt, auszuharren und doch jung und ſchlagfertig und
kampfes=
freudig zu bleiben? — Sein eiſernes Solidaritätsgefühl, ſein
hoher Idealismus, ſein Bewußtſein, für eine gute Sache zu
ſtreiten, ſeine glühende Vaterlandsliebe.
Sei uns willkommen, Heſſiſcher Landes=Lehrerverein, in der
heſſiſchen Landeshauptſtadt! Wir wollen uns mit Dir freuen an
Darmſtadt, Oktober=Anfang 1928.
Mueller, Bürgermeiſter.
(Für den beurlaubten Oberbürgermeiſter.)
Ausſiellung anläßlich der Jubitäumstagung
des Heſiſchen tandes Lehter Pereins.
Der Heſſiſche Landes=Lehrerverein feiert von 7. bis 10. Oktober ſein
Gjährige Jubiläum. Anläßlich der Jubiläumstagung findet eine Lehr=
und Lehrmittelausſtellung ſtatt, der noch die Schnu. Werktätigkeit und
Zeicmen” und eine „Schriftausſtellung” angegliedert ſind.
Die von der ſtaatlihen Veratungsſtelle für Werkunterricht
veran=
ſtaltete Ausſtellung „Werktätigkeit und Zeichnen” gibt einen Einblick in
die Arbeitsweiſe der modernen Schule und zeigt, wvie auch die ausgebil=
Jugend gerade in den Jahren, die ihnen die feſten und unver= dete Hand des Kindes ihm im Erkennen und Verſtehenlernen der
Um=
rückbaren Grundlagen für das ganze Leben geben ſollen, empfin= elt behilflich ſein kann. Auch dem ſchwachbegabten Schüler wird dadurch
den wir darum für jeden einzelnen Dank und Hochſchätzung, ſo Gelegenheit geboten, ſeine Kenntniſſe und Fähigkeiten auf ſeine Weiſe
zu erweirern und zu bereichern, zu zeigen, daß auch er, der vielleicht in
den wiſſenſchaftlichen Fächeun der Letzte iſt, etwas zu leiſten vermag.
So bringt mancher Schiler einen Gedunken dunch Zeichnen und Formen
beſſer zum Ausdruck, als es ſeine dürftigen Worte könnten, und die
ge=
ſchickten Hände erſetzen in Vielem die Schwerfälligkeit des Ausdruckes.
Dies alles zeigt klan und deutlich dieſe umfangreiche Ausſtellung.
Die zweite Ausſtellung iſt eine Schriftausſtellung. Es werden ſchon
ſeit Jahren Verſuche angeſtellt, um eine Verbeſſerung der Schrift
durch=
zuführen, eine der S hülerhand gemäße, auch für das Leben brauchlare
Schrift zu ſchaffen. Auch in Heſſei iſt man ſeit, einiger Zeit an der
Arbeit. Die verſchiedenſten Reformpe ſuche wurden in Vorſchlag gebracht
und ſeit Oſterm 1926, je nach Erneſſen des einzelnen Lehrers, in den
Schulklaſſen erproßt. In den heſſiſchen Schulen hat man Verſuche
an=
geſtellt, nach den Schriſten der Schriftkunſtler Sütterlin, Wagner und
Oeffentlichkeit mit aller Deutlichkeit zeigen, mit welchem Ernſt man an
die Veubeſſerung der Kinder= und damit der Lebensſchrift herangegangen
iſt; zum anderi ſoll ſie dazu beitragen, die Schriftfrage, in Heſſen in
einem den Intereſſen aller Volksteile günſtigen Sinne zu löſen.
Die dritte und unfangreichſte Ausſtellung iſt eine Schau von
moder=
gezeigt, mit welchen Mitteln eing moderne Schrle arbeitet, damit ſie das
ihr geſteckte Ziel, die Erziehung der Jugend zu tüchtigen und
brauch=
baten Menſchen, erreicht und ihr das Wiſſem und Können vermittelt,
das für den Lebenswveg notwendig iſt. Die namhafteſten Firmen ſind
auf dieſer Ausſtellung vertreten und geben ein anſchauliches Bild vom
Hebung des Lehrerſtandes und Wahrung der Standes= neueſten Stand des Lehr= und Lehrmittelweſens. Die Schau iſt durch
ihre Vielſeitigkeit nicht nur von Intereſſe für die Lehrerſchaft, ſondern
auch für die Allgemreinheit. Zunächſt ſeien die zahlreichen Verlage
er=
für die Beſucher zur Schau geſtellt haben; Muſikinſtrumente aller Art
ſtreifen ab, der uns die Entſtehung eines Klavieres zeigt, dort führeir
uns Landkarten und Wandbilder in ſerne Gegenden und Zeiten;
phyſſ=
dem Kinde einen Einblick in die Geſetze der Natur gewähren. Die
Viel=
geſtaltigkeit der Technik wird uns deutich, wenn wir uns die Erzeugniſſe
uſw. führen uns in das Reich der Mädchenfortbildungsſchule.
Lichtbild=
apparate erläutern uns recht deutlich, wie wertvoll ein ſolcher Apparat
füir jede Schule iſr und welch reichen Gewinn die Kinder dauaus ziehen
Dieſe dankt ihnen dafür, daß ſie dem Lehrerſtand in un= können. Photoapparate in höchſter Vollendung werden vorgeführt uud
zeigen, wie lehrreich es iſt, ſchöne Erinnerungen im Bilde geſtalten zu
können. Selbſt das Radio als neuzeitliches Lehrmittel iſt nicht ver=
Gerade in den letzten Jahren, es ſind ſchon Jahrzehnte, geſſen. Nicht zuletzt ſeien moderne Turn= und Sportgeräte erwvähnt, die
ſchon der Jugend gute Koſt aus dem Reiche der Kunſt zu bieten, die
Die Ausſtellung, die für jeden, dem die Erziehung der Jugend am
uud Mittnoch, den 10. Oktober, von 9—18 Uhr für jedermann (Kinder
Bei der im Rahmen der Jubiläumstagung des Heſſiſchen
ſes Villkommengrußes ſich allgemein fühlbar zeugniſſe, die allen Erforderniſſen der neuzeitlichen Arbeitsſchule
machen möge, und daß auf den Arbeiten Segen entſprechen. Für alle Stufen des neuen Schreibunterrichts findet
der Lehrer unter den Soennecken=Sütterlin=Federn die
entſpre=
chenden Formen.
Bemerkenswert iſt die reiche Auswahl in Soennecken=Federn
auf verzichten, auf die Gründung und die Geſchichte des Vereins für ornamentale Schriften. Intereſſiert verweilt mancher
Be=
näher einzugehen. Ein wertvolles Buch „Vom Werden und ſucher bei den Anſchauungstafan und =bildern, die gleichzeitig
Wollen des Lehrerſtandes in Heſſen”, im Auftrag des Landes= auch einen Einblick in die Fabrikationsräume und Arbeitsmetho=
— Tanzabend Urfula Falke. Urſula Falke=Hamburg, die junge
Tochter des Dichters Guſtav Falke, hat für den Tanzahend, den ſie auf
Einladung der Freien, Literariſch=Künſtleriſchen
Geſerlſchaft morgen Montag, 8 Uhr, im Kleinen Haus des
Heſſi=
ſchen Landestheaters gibt, ein überaus reizvolles Programu aufgeſtellt.
Außer leichten Bhantaſietänzen und ihren berühmten Figuzentänzen
(wie „Sebaſtian” nach J. S. Bach und „Petruſchka” nach Stravinsky)
wird ſie ihre originellen neuen Maskentänze zeigen, zu denen Profeſſor
Nichard Luſch die Masken entworfen hai. — Die Mitglieder werden
gebeten, ihre Eintritlskarten ſpäteſtens Montag vormittag an der Kaſſe
des Kleinen Hauſes abzuhſolen; daſelbſt auch Verkauf der Einzelkarten
fur Nichtmitglieder. (S Anz)
An der Städtiſchen Haushaltungsſchule beainnen iun Laufe dieſes
Monats für ältere Mädchen wieder beſondere Abendkurſe, in
denen die praktiſche Hauswirtſchaft (Handarbeit, Kochen, Bügeln)
beſon=
ders zu ihrem Rechte kommt. Sie ſind mehr als Wiederholungskuriſe
gedacht, und in ihnen hat ſich ſichon gar manche junge Braut und manche
junge Frau das Nüſtzeug für eine richtige Führung des Haushalts
ge=
holt. Aumeldungen werden am 15. Oktober, 16—19 Uhr,
Alexander=
ſtraße N. entgegengenommen. Siehe auch die hetr. Anzeige)
Mahnung. Nach der heutigen Veröffentlichung im
Inſeraten=
teil ſind die Beiträge zur Land= und Forſtwirtſchaftlichen
Berufsgenoſſen=
ſchaft für 1927 bei Meidung der Veitreibung bis zuur 15. Oktober 1938
an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 38, zu zahlen.
Wasch mik
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Sonntag den 2 Oktober 1928
Nummer 229
Die Gaſitfahrt des Hiſioriſchen Vereins
nach (Eltville.
Es war eine richtige Fahrt ins Mittelalter. Der befreundete
Naſſauiſche Altertums= und Geſchichtsverein hatte uns eingeladen zu
einer 600=Jahufeier des Beſtehens der Burg der
Erz=
biſchöfe und Kurfürſten von Mainz zu Eltville.
Wegen des ſchlechten Wetters hatte ſich nur eine kleine Schar am
Bahn=
hof eingefunden; in Groß=Gerau und Mainz kam aber noch weiterer
Zuzug, ſo daß wir in Eltville zuſammen mit den Naſſauern eine
ſtatt=
liche Feſtverſammlung bildeten. Zuerſt beſichtigten wir die
Pfarr=
kirche. Sie iſt 1352 auf einer älteren romaniſchen Grundlage erbaut,
beherbergt eine ſchöne Madonna aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts,
einen Taufſtein von 1817 und mehrere Renaiſſance=Grabmäler. Nun
ging es zur Burg. Auf Grund der jüngſten Grabung erläuterte uns
nun Muſeumsdirektor Dr. Kutſch an der Hand eines Planes die
Burganlage. Sie iſt auf dem Grunde einer älteren Burg, von der
noch ein runder Turm und Grundmauern zu ſehen ſind, erbaut; von
1328—1350 wurde dies ſtattliche Bollwerk aufgerichtet. Die geſchichtlichen
Vorausſetzungen werden wir in dem Feſtvortrag hören. Die Burg im
Innern des hohen Turms, insbeſondere der große Saal, wurde von
dem Forſtmeiſter, der einen Teil des Gebäudes bewohnt, Dr. Milani,
erläutert. Die in Reſten noch erkennbaren Malereien ſind
wieder=
hergeſtellt. Die ganze Wandfläche iſt bedeckt mit einem
Papageien=
muſter, da hinein ſind einige Wappen, das Erbacher und ein
mainzi=
ſches, daneben eine Jagd gemalt. Der große Kamin iſt noch gut
erhal=
ten. Im zweiten Stock darüber iſt ein prachtvolles Kreuzgewölbe; von
hier aus ein herrlicher Ausblick auf den Rhein und die Umgegend. Der
Turm als letzte Zuflucht war urſprünglich nicht mit der übrigen
Burg=
anlage verbunden. Forſtmeiſter Dr. Milani, der ſich ganz in die Akten
über die Geſchichte der Burg eingearbeitet, bereitet eine Sonderſchrift
darüber vor. Um 4 Uhr fand die Feier in dem Saal der Burg Graß,
einem romaniſchen Gebäude, jetzt ein Wirtshaus, ſtatt. Nach einer
Be=
grüßung durch den erſten Vorſitzenden Dr. Milani wurde die Feier
eingeleitet durch muſikaliſche Vorträge eines Cello=Konzerts von Tartini,
Geſänge von Eltviller und Wiesbadener Damen, die ihr Beſtes
her=
gaben. Dann hielt Profeſſer Dr. Otto von Wiesbaden die Feſtrede.
Er führte etwa folgendes aus: Der 9. September 1329 bildete den
Aus=
gangspunkt der ſich lange hinziehenden Kämpfe um den Mainzer
Bi=
ſchofsſtuhl. Zwiſchen dem Biſchof Baldewin von Trier, der auf
des Kaiſers Seite ſtand, als Proviſor (Verwalter) des Mainzer
Erz=
ſtiftes, und dem vom Papſt Johann XXII. eingeſetzten He nrich
von Firnenburg entſtarden heſtige Zwiſtigkeiten. Baldewin
er=
baute die Burg als Stützpunkt gegen Mainz, deſſen Bürgerſchaft ſich wegen
ihrer Freiheiten zur Wehr ſetzten. Von 1328 bis etwa 1350 wurde an
der Burg gebaut; erſt ſpäter kam der oben geſchilderte mächtige
Berg=
fried hinzu. Redner ſchildert ſodann den Lebenslauf des
hervorragen=
den Kirchenfürſten Baldewin des Luxemburgers, des Bruders Heinrichs
FII. (1308—1313), der in Rom im Kampfe tapfer ſeinen Mann ſtellte,
ſich bei der hartnäckigen Belagerung von Breseia beteiligte. Er
verband ſich zu Frankfurt mit dem Kaiſer Ludwig dem Baier im
De=
zember 1831; er trat zweimal als Schirmherr des Bistums Worms bei
dem Streite Gerlachs von Erbach wider den päpſtlichen Provifor
Salman Waldpot 1331 und 1335—37 auf. Nachdem der
Nach=
folger Johannes, der Papſt Benedict XII., endlich ernſtere Maßregeln
zugunſten Heinrichs von Firnenburg ergriff „legte er der mit dem
Papſt nicht ganz brechen wollte, die Pflegſchaft des Mainzer Stifts,
bald auch die von Speher und Worms, nieder (1338). Er ſtand auch
auf ſeiten Kaiſer Karls IV. gegen jenen Günther von Schwarz= hütet und ſchüitzt es — für die meiſten unbemerkt und unbewußt — Leben
burg, der 1349 in Eltville der Krone entſagte und bald darauf ſtarb.
den 1254. — Wir konnten hier nur ganz flüchtig auf den inhaltsreichen noch mit vielen Kräften und Mitteln weiterführt, wirkt, ſich nur zum
Vortrag eingehen.
Den Schluß der Feſtfeier bildeten wieder Liederborträge. Auch
an dieſer Stelle ſei dem befreundeten Verein für die Einladung beſtens Notwendiger und wichtiger noch iſt der Schutz der Geſunden. Viel iſt im
9. Noack.
gedankt.
Konzert der Darmſtädter Liedertafel
in Wetzlar.
Der „Wetzlarer Anzeiger” ſchreibt u. a. folgendes:
Am Samstag nachmittag trafen die Darſtädter in Stärke von 90
Mann hier ein, am Bahnhof von den hieſigen Sängern herzlich
bewill=
kommnet. Traditionelle Gaſtfreundſchaft hatte jedem lieben Gaſt ein Maßnahmen und ihre Wiederherſtellung bei eintretenden
Krankheits=
angenehmes Quartier bereitet. Am Samstag abend fand im
Schüitzen=
garten ein Konzert ſtatt, das ausſchließlich von der Liedertafel beſtritten
wpurde, die ſich unter Karl Grin als ein erſtklaſſiger, prachtvoll
ausge=
glichener und wohldiſziplinierter Chor vorſtellte. Karl Grim iſt wohl
der ſtärkſte Halt der Sängerfreundſchaft Wetzlar=Darmſtadt. Er iſt aber
auch die Seele ſeines Chores, dem er mit kundiger Hand die Werte der derung der unabſehbaren Not unſerer Tage. Eine unermeßliche Füille
Chormuſik aufzeigt. Grim bot einen muſikaliſchen Streifzug durch das
Mittelalter, zog den Romantiker Schubert heran und ſetzte mit drei Hilfskräften im aller Stille geleiſtet.
Werken moderner Chorkunſt den Schlußpunkt hinter das offizielle
Kon=
zert. Im erſten Teil, der aus vier Madrigalen beſtand, erhoben die
Weſter bot der Chor zwei ausdrucksvolle Bearbeitungen Grims in der
Gruppe, Lie ſich dem ſpäteren Mittelalter zuwandte: ein „Landsknechts= die noch nicht zu ihm gehören, Rechenſchaft über ſeine Arbeit ablegen;
lied” und „Schnitter Tod”. In Schuberts, Gondelfahrer” illuſtrierte der
Chor das venezianiſche Milieu bei aller Mäßigung dennoch mit leben=
Ligen Farben. Zu einem großartigen Credo wurde Schuberts „Allmacht”.
In Chören von Stürmer, Stubbe, Kaun ſchließlich bewies die
Lieder=
tafel auch die Beherrſchung moderner Harmonik und Akkordbildung, dadurch allmählich für ſeine großen Ziele zu gewinnen.
Die Anerkennung für eine ſo künſtleriſche Leiſtung, wie ſie dieſes
Kon=
ert darſtellte, war für Sänger und Führer warm und herzlich. Die
Gaben, mit denen die Sopraniſtin, Frau Horn=Stoll, Darmſtadt, den Tage. Auch die kleinſte Gabe iſt willkommen.
Abend ſchätzenswert bereicherte (ſie ſang unter der Begleitung von Kurt
Etzold Lieder von Strauß, Brahms, Reger) wurden ebenfalls ſtürmiſch
bejubelt und die Sängerin konnte prächtige Blumen als Dank
entgegen=
nehmen. Herr Kling hatte den Abend nach dem Sängergruß mit einer
Anſprache eröffnet, in der er Gäſten und Freunden, ſowie den
Ehren=
gäſten den Willkommensgruß entbot und dem Vorſitzenden der
Lieder=
tafel ein Diplom überreichte, indem er bat, dies zugleich als Ehrung
für die Geſantheit der Darmſtädter Sänger aufzufaſſen, und indem
er ſeine Genugtuung darüber zum Ausdruck brachte, daß der
Union=
klub nun beide Führer der Darmſtädter zu den Seinen zähle, denn Grim
gehört bereits dem Klub 15 Jahre als Ehrenmitglied an.
larern ein warmes Dankeswort für die liebenswürdige Aufnahme, und An den Verein ehemaliger Marineangehöriger Darmſtadt. Das
Kom=
ſtellte in Ausſicht, dieſe Gaſtfreundſchaft im nächſten Jahre beim
Heſſi=
ſchen Sängerbundesfeſt in Darmſtadt vergelten zu können. Beſonders
anerkennende Worte fand er für Herrn Fritz Kling, dem en die goldene und herzliche Aufnahme der Wanderſtreife, insbeſondere dem Vorſitzen=
Liebertafel=Medaille überreichte, ebenſo den Herren Simon, Becker, den, Herrn Hahn, und den Quartiergebern für hre Bemühungen, den
beiden Vereinen immer währen möge.
Die nun folgenden Stunden vereinten Gaſtgeber und Gäſte in
ſchöner Geſelligkeit, wobei noch mancher wertvolle muſikaliſche Beitrag auch einmal Angehörige des Vereins an Bord des Schiffes begrüßen zu
zu hören war. Die Gäſte ſchieden am Abend in fröhlicher Stimmung, kinnen. Als kleines Zeichen des Dankes und zur Erinnerung über=
und beiderſeits wird die Grinnerung von dem Gefühl begleitet ſein, daß ſendet das Kommando dem Verein das Bild „Heſſen” in der
Skagerrak=
man die Bande zwiſchen Darmſtadt und Wetzlar noch enger und feſter ſchlacht. Henſinger v. Waldegg, Kapitän zur See und Kommandant.”
geſchlungen hat.
— Der Gabelsberger Stenographenverein (gegr. 1861), der durch
ſeine Leiſtungsfähigkeit ſowie durch gute und leichtfaßliche
Unterrichts=
methoden in weiten Kreiſen der Büürgerſchaft bekannt und beliebt
ge=
worden iſt, beginnt am Montag, dem 8., Donnerstag, dem 11., und
Mon=
tag, dem 15. Oktober, neue Anfängerkurſe in
Einheits=
kurzſchrift in ſeien ſeit Jahrzehnten beſtens bewährten
Unter=
richtsräumen in der Ballonſchule am Ballonplatz. Der Unterricht
wird von nur erſten Kräften, welche über jahrelange praktiſche
Erfah=
rungen verfügen, erteilt. (Näheres ſiehe auch heutige Anzeige.)
Das Rote Kreuz im täglichen Leben.
Es gehört für uns ſeit Jahrzehnten zur Selbſtverſtändlichkeit, daß
bei allen plötzlichen Notſtänden, Kataſtrophen, großen Unglücksfällen das
Rote Kreuz ſofort zur Stelle iſt und die erſte Hilfe leiſtet. Bei
Eiſen=
bahn=, Bergwerks=, Brand= und Bauunfällen, bei Erdbeben,
Unwetter=
kataſtrophen, Hungersnöten und ausbrechenden Eeidemien greifen ſofort
die Hilfskräfie des Roten Kreuzes — Sanitätsmannſchaften, Schlveſtern,
Samariterinnen — helfend ein, ſtehen Verbandsmaterial, Medikamente,
Kraukennagen, Baracken und ſonſtige Hilfsmittel zur Verfügung, werden
umgehend Lebensuittel und Kleidungsſtücke herbeigeſchafft und verteilt
und Geldmittel zur Behebung der ſchlimmſten Not aufgebracht. Es iſt
ein Beweis für die vorzüglicke, weitſchauende Organiſation des Roten
Kreuzes, für ſeine Elaſtizität und Leiſtungsfähigkeit, daß es den
unge=
heueren Apparat ſo produktiw und nutzbringend im Dienſte der
Allge=
meinheit verdvertet.
So ſtark das Rote Kreuz in außergewöhnlichen Zeiten und
beſon=
deren Fällen in der Oeffentlichkeit in die Erſcheinung tritt, ſo wenig
wird ſein ſtilles Wirken in normalen Zeiten im allgemeinen beachtet.
Und doch ſpielr es im öffentlichen Leben durch ſeine Mitarbeit auf allen
Gebieten der Volkzwohlfahrtspflege eine entſcheidende Rolle, und doch
16010
und Geſundheit jedes Einzelnen. Der Kampf gegen die Volkskrankheiten,
Baldewin entſagte im Alter dem politiſchen Kampfe und ſtarb in Frie= indem das Rote Kreuz Pionierarbeit geleiſtet hat, und den es auch jetzt
Teil in des Pflege, Betreuung und Heilung der ſchon Erkrankten und
Gefährdeten in Fürſorgeſtellen, Heilſtätten und Krankenhäuſern aus.
Laufe der letzten Jahre hier ſchon erreicht worden durch eine großzügige
Aufklärungsarbeit des Roten Kreuzes, das unernüdlich durch Schrift
und Bild, durch Vorträge und Aufſtellungen von Mund zu Mund dem
Erkrankten nahebringt, wie er ſich zu verhalten hat, um ſeine Umgebung
nicht zu gefährden, den Geſunden belehrt, wie er ſich vor Anſteckung
ſchützt, wvie er ſeine Geſundheit erhält und kräftigt, und darüber hinaus,
wvie wir uns einen an Leib und Seele geſunden Nachwuchs ſchaffen
können.
Den tragenden Gedanken der modernen Sozialpolitik: Erhaltung
der Geſundheit und Arbeitsfähigkeit, des Einzelnen dunh vorbeugende
und Notfällen durch Hilfeleiſtung jeder Art im Intereſſe und zum Wohle
des Volksgauzen, hat auch das Rote Kreuz ſich in ſeiner geſamten Arbeit
zu eigen gemaclt.
Dieſeu Gedanken dienen ſeine Auſtalten und Einrichtungen, in
die=
ſem Sinne arbeiten ſeine zahlloſen ehrenamtlichen Kräfte an der
Lin=
von entſagungsvoller, ſelbſtloſer Kleinarbeit wird von dieſen freiwilligen
Wenn nun das Rote Kreuz alljährlich einmal am Rotkreuztag aus
ſeiner Zurückhaltung in die Oeffentlichteit tritt und für ſeine Tätigkeit
beiden von Grim ſelbſt bearbeiteten Werke Anſpruch auf Beachtung. Intereſſe erwecken möchte, ſo geſchieht das nicht, um ſich ſeiner Taten zu
rlihmen oder um öffentliche Anerkennung zu ernten. Es will nur denen,
es will den Gedanken des Noten Kreuzes=Zuſammenſchluß aller
Hilfs=
bereiten ohne Anſehen des Standes, der politiſchen Zugehörigkeit und des
religiöſen Bekenntniſſes — in alle Kreiſe unſeres Volkes hineintragen.
Und es hofft, alle in unſerer Bevölkerung noch brach liegenden Kräfte
Darum werdet Mitglieder des Heſſiſchen Landesvereins vom Roten
Kreuz oder des Alice=Frauenvereins und ſpendet reichlich am heutigen
Vint Vin dhen Mitslink
dar Rustursiimasssninte?
15490a
— Verein ehemaliger Marineangehöriger Darmſtadt. Vom
Kom=
mando des Linienſchiffes „Heſſen” lief für die Aufnahme der Wander=
Herr Mitze=Darmſtadt, Vorſitzender der Liedertafel, ſagte den Wetz= ſtreife folgendes Daukſchreiben ein: „Skagen, den 9. September 1928.
mando des Linienſchiffes „Heſſen” dankt dem Verein für die gaſtfreie
Münch und Zimmermann. Dem Unionklub verehrte er ein wertvolles Aufenthalt in Darmſtadt und die Erinnerung an die Tage dort für die
Schubertbild und ſprach die Hoffnung aus, daß die Freundſchaft zwiſchen Streife denkbar angenehm und ſchön zu geſtalten. Die Bezichungen zu
dem Patenlande des Shiffes und den ehemaligen Kameraden ſind
da=
durch beſonders harzlich geworden. Das Kommando würde ſich freuen,
Midin
Zahnpasta
(V15906
erhält die Zähne gesund und weiß.
Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die
Oran=
gerieſtraße zwiſchen Herrngarten= und Moosbergſtraße, die
Herderſtraße zwiſchen Herrngarten= und Mooshergſtraße und die
Roßdörfer Straße zwiſchen Heideureichſtraße und Wald bis auf
wveiteres für den Auto=, Fuhrſverks= und Nadfahrverkehr geſperrt.
Naturſchutzausſiellung in Darmſiadt.
Das Miniſterium für Kultus und Bildungsweſen
veranſtaltet im November in den Räumen des Landesmuſeums eine
Naturſchutzausſtellung, um unſer ganzes Volk auf die hohe
kulturelle Bedeutung des Naturſchutzgedankens hinzuweiſen. Die
Aus=
ſtellung gliedert ſich in die beiden Teile „Naturſchutz und Schule‟
und „Naturdenkmäler unſerer Heimat‟. Den Grundſtock
des erſten Teiles bildet die gleichnamige Ausſtellung der ſtaatlichen
Naturdenkmalpflege in Preußen, die Herr Direktor Dr. Schvenichen
(Berlin) in dankenswerter Weiſe uns zur Verfügung geſtellt hat. Sie
gibt uns wertvolle Winke und Anregungen darüber, wie die Jugend zur
frommen Achtung vor den Schöpfungen der Natur zu erziehen iſt. Der
zweite Teil der Ausſtellung wird in zahlreichen Naturaufnahmen zeigen,
wie reich unſere heimiſche Natur an Naturdenkmälern aller Art iſt, und
wird auch die drohende Gefahr der Vernichtung unerfetzlicher
Natur=
ſchönheiten vor Augen führen. Die Forſtabteilung des
Heſſi=
ſchen Finanzminiſteriums, die von jeher für alle
Naturſchutz=
fragen größtes Intereſſe bewieſen hat, hat aus ihrem Archiv ein
reich=
haltiges Material von Photographien geſtiftet. Während der
Ausſtel=
lung, die vorausſichtlich am 10. November eröffnet wird, ſind noch
Licht=
bildvorträge geplant ſowie Vorführungen des Vogelsbergfilms,
den Herr Schulrat Lorentz=Lauterbach in jahrelanger unermüdlicher
Arbeit geſchaffen hat. Alle Freunde unſerer heimiſchen Natur, welche
Gegenſtände oder Bilder beſitzen, die für die Ausſtellung ſich eignen —
beſpuders vergrößerte Photographien bemerkenswerter Bäume,
rnhei=
miſche Pflanzen und Tiere, geologiſche Naturdenkmäler, Landſchaften —,
werden im Intereſſe der guten Sache gebeten, dieſe für die Ausſtellung
zur Verfügung zu ſtellen und ſich, zu dieſem Zwecke baldigſt mit der
Ausſtellungsleitung (Prof. Dr. Spilger, Darmſtadt, Pädagogiſches
Inſtitut) in Beziehung zu ſetzen.
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Nächſte Veranſtaltung Donnerstag, abends 8.30 Uhr, Eintracht=Saal
(Eliſabethenſtraße 12): Literariſcher Abend. Herr Schauſpieler Eduard
Göbel berichtet über Arthur Fitger und wird deſſen „Meiſterdieb‟
leſen. Nur für Mitglieder und Angehörige. Gäſte ſind einzuführen.
— Hausfrauenbund. Am nächſten Dienstag findet die gewohnte
Monatsverſammlung in der Küche Heidelbergerſtraße 47 ſtatt. Frau
Cläre Bunge aus Elberfeld wird über das Thema: Warum
muß ſich die Frau um den Wohnungsbau kümmern?
ſprechen. Da dieſer Gegenſtand in unſerem Kreiſe noch nicht oft
be=
handelt wurde, aber von größter Wichtigkeit iſt, darf man annehmen,
daß ſich zahlreiche Zuhörerinnen einfinden werden. (S. Anz.)
— Die Hondelsgärtner=Verbinduug von Darmſtadt und Umgebung
bietet im Anzeigenteil ihre Dienſte für die Herbſt= und bevorſtehende
Winterſaiſon an. Die Leiſtungen der Darmſtädter Gärtner auf der
letz=
ten Garteubauausſtellung ſind noch in beſter Erinnorung, ihre Arbeiten
in Verbindung mit anderen Ausſtelluugen fanden ſtets Anerkenuung.
Um ſo mehr gilt es, unſe=e Darmſtädter Gärtner und damit das
hei=
miſche Handwerk zu unterſtützen. Für die kommende Jahreszeit
empfehlen ſich die Gärtner in Dekorationen aller Art. Sie ſind in der
Lage, jedem Anfpruch zu genügen. Sie übernehmen ferner das
Neu=
anlegen von Gärten und ſind gerne bereit, koſtenlos Voranſchläge zu
erteilen. Große Sorgfalt legen die Gärtnercien auf die Sortierung und
Beſchaffenheit ihrer zum Verkauf ſtehenden Obſtbäume, Roſen,
Zier=
ſträuches uſv. Sie warnen vor dem Ankauf billiger Ramſchware. Die
hieſigen Gärtnereien und Blumengeſchäfte haben ferner Schnittblumen
und Topfpflanzen in reicher Auswahl. Für bevorſtehende Allerheiligen.
Allerſeelen und Totenfeſt empfehlen ſie Bindereien aller Art, ſolvie das
Ausſchnrücken von Gräbern. Unſere Darmſtädter Gärtner ſind in jeder
Beziehung leiſtungsfähig, die Inanſpruchnahme ihrer Dienſte daher zu
empfehlen.
Kunſtnotizen.
Ueber Weik, Künfſier oder Hünſileriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Zrwähnung
gsſchiebt, behält ſich die Redalion ihr Urtell vos
Dr. med. H. J. Oberdörffer, der bekannte Arzt und
Bio=
loge, ſpricht demnächſt wieder in Darmſtadt. Dr. Oberdörffer gilt weit
über die Grenzen Deutſchlands hinaus als der beſte Kenner aller
Ge=
ſundungs= und Verjüngungsmethoden von Zarathuſtra bis Steinach.
In den letzten Jahren hat Dr. Oberdörffer in allen deutſchen,
holländi=
ſchen und ſchweizeriſchen Großſtädten durch ſeine Vorträge Aufſehen
erregt. Seine Lehre gründet auf einer außergewöhnlichen Kenntnis des
mediziniſchen Wiſſens der großen antiken Kulturen. Man erkennt
heute ja in zunehmendem Maße, daß bedeutende Kulturvölker, wie die
Zarathuſtrier, die Babhlonier, die Aegypter uſw. uns (vielleicht mehr
intuitiv) an mediziniſchem Wiſſen weit überlegen waren. Dr.
Ober=
dörffer ſtellt neben dieſes Wiſen die modernen Forſchungsergebniſſe
über die Vitamine, das Drüſenſyſtem u. a. m. Was ſonſt dem
Wiſſen=
ſchaftler wie dem Laien hinſichtlich der geheimen Vorgänge im
wenſch=
lichen Körper bruchſtückartig nur bekannt iſt, was ſonſt zum großen
Teil auf Annahme, Vermutung und Hypotheſe beruht, das ſt von Dr.
Oberdörffer in eine klare Form gegoſſen, in ein Stzſtem verarbeitet, das
durch ſeine Wiſſenſchaftlichkeit und zwingende Klarheit jeden Zweifel
ausſchließt.
Warm, lebensfriſch und mit jugendlichem Schwung trägt ker 66
jäh=
rige ſchlagfertige Wiſſenſchaftler ſeine Botſchaft von der Erlöſung aus
Kraukheit, Alter und geiſtiger Beengung vor. Er ſpricht zum Einzelnen
ſowohl wie zur Raſſe. Wo Oswald Spengler ſtehen bleibt, da zeigt
Dr. Oberdörffer den Weg zum Aufſtieg. (Siehe heutige Anzeige.) L. B.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hlerunker erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu betrachten.
imn keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriſt.
— Die Vereinigungen alter Korpsſtudenten im
W. S. C. und K. S. C. machen am Samstag, den 13. Oktober, einen
Herbſtausflug nach der WSC.=Wachenburg. Auch von den benachbarten
A. H. V. iſt eine ſtarke Beteiligung zu erwarten. Alles Nähere in der
heutigen Anzeige. — Der nächſte Farbenabend findet wegen dieſes
Aus=
fluges erſt im November ſtatt.
— Reichsbund der Zivildienſtberechtigten. Verein
Darmſtadt. Montag, 8.30 Uhr abends, Monatsverſammlung im
Ver=
einslokal „Stadt Coburg”, Waldſtraße 2.
— Konzert mit Tanz. Im Hotel Prinz Heinrich (
Bleich=
ſtraße) findet Sonntag abend Konzert mit Tanz ſtatt.
— Darmſtädter Hof. Heute ſowie jeden Sonntag findet
wiederum das beliebte Künſtlerkonzert, ausgeführt von Mitgliedern des
Städtiſchen Orcheſters, ab 8 Uhr abends ſtatt.
Tageskalender für Sonntag, den 7. Oktober 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr. Ende 22½
Uhr, B 4: „Carmen”. — Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr,
Zuſatzmiete I1: „Dame Kobold”. — Orpheum, nachm. 3½ Uhr
und abends 8 Uhr: „Es lebe der Reſervemann”. — Konzerte:
Schloßkaffee, Kaffee Rheingold. Hotel Schmitz, Reſt. Bender, Alte Poſt,
Reichshof, Hotel Prinz Karl, Bismarckeck, Zum Rhönring, Zur Kanone,
Hotel Prinz Heinrich, Weinhaus Maxim, Spaniſche Bodega, Perkeo,
Reſt. Dintelmann, Rummelbräu, Zum Heſſ. Haus, Darmſtädter Hof,
Wiener Kronenbräu=Keller, Reſt. Bürgerhof. — Konkordiaſaal,
nachm. 5 Uhr: Stiftungsfeſt des Wanderklub „Falke‟. —
Kinovor=
ſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Das unerreichte, wissenschaftl. begründete Mittel
füir den Haarwuchs. Arztlich ernpfohlen gegen
Haarausfall und Kopfschuppen. Zugleich das
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[ ← ][ ][ → ] jeben bekafta",
4e
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Mace-
doniens aufgekauft hat, Inden
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Cigaretten-
industrie der ganzen Welt.
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Die
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rung imEinkauf
(macedonischen
Tabake
IBin 8893
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Sonntag, den 2. Oktober 1928
Nummer 239
Aus Heſſen.
Reichsvorführungen
von Rübenerntemaſchinen.
Wie ſehon im Herbſt des vorigen Jahres veranſtaltet das
Reichs=
miniſterium für Ernährung und Landwirtſchaft in dieſem Jahre wieder
Vorführung von Rübenerntemaſchinen an derſchiedenen Stellen des
Reiches. Sie dienen dem Zweck, den dentſchen Landwirten zu zeigen,
welihe neueren Geräte, Maſchinen und Arbeitsverfahren bei der
Rüben=
ernte, je nah den verſ hiedenen Boden= und Wirtſchaftsverhältniſſen, in
Betracht konmen. So kann der Landwirt ſich die Fortſchritte der
Tech=
nik ſchnellſtens nutzbar machen, ohne Gefahr zu laufen, daß er für ſeine
Eeif e eie enliſe delnde er Gafcfin ue
den verſchiedenſten Bedingungen bringen ſollen.
Die öffentlichen Vorführungen, die die Arbeitsproben abſchließen,
finden nur an wenigen Stellen Deutſchlands ſtatt. Die einzige hier im
reihtsrheiniſchen Heſſen wird bei Herrn Gutspächter Heil in Habitzheim
(Bahnorr Lengfeld oder Groß=Umſtadt) ſein. Hier wird ſchon ſeit gelt
Tagen mit gutem Erfolge mit den verſchiedenſten Geräten und Maſchinen
gearbeitet. Di für den bäuerlichen Betrieb Süddeutſchlands wohl
uu=
einreihige Rübenerntemaſchinen in Betracht kommen, werden hier nür
dieſe vorgeführt.
Das Köpfen der Rüben erfolgt mit der Köofmaſchine von Walter
u. Kuffer, Schweinfurt, und der Pommritzer Köpfſchippe, die ſchon heute
in weiten Kreiſen der Rübenbauern benutzt wird. Zum Roden werden:
verwendet: Der Pommritzer Rübenrobepflug von Sack, die Rodemaſchine
von Walter u. Kuffer und die Töringſche Schleuderradmaſchine von
Wünſche (Herunhut).
Alle Landwirte ſind ſchon jetzt zur Beſichtigung der Maſchinen bei
ter Arbeit eingeladen, insbeſondere alcr zu der öffentlichen
Vor=
führung am Donnerstag, den 11. Oktober
nachmit=
tags von 15—17 1hr. Anſchließend daran wird eine Ausſprache im
Egſthof zum Deutſchen Haus in Habitzheim ſtattfinden, bei der über die
Erfahrungen der Arbeitsverſuche berichtet werden wird.
Der Zuckerrübenbau, der früher eine Domäne des Großgrundbeſitzes
wvar, hat ſich heute ſchon mehr und mehr den Bauernbetrieb erobert.
Deshalb iſt es für den füddeutſchen Landiirt wichtig, daß er ſich mit
den Einrichtungen beſchäftigt, die den Rübenhau erleichtern. Die
Ar=
beitsſpitze der Rübenernte drängt bei dem ſtetig wachſenden Mangel an
guten landwirtſchaftlichen Arbeitskräften dazu, die Hilfsmittel, die die
Technik bietet, zu gebrauchen.
Diplomlandwirt Spiecker (Pommritz),
O. Erzhauſen, 4. Okt. Am verfloſſenen Samstag fand hier in der
Ludwigshalle eine Verfamulung des Zeutralverbandes der
Arbeitsinva=
liden und Witwen, Ortsgruppe Erzhauſen, ſtatt. Im erſten Punkte der
Tagesordnung ſprach der Vorſitzende, Herr P. Berbert 2., über ſoziale
Fürſorge und Invalidenverſicherung, wobei er hervorhob, daß die
In=
baliden= und ſoziale Fürſorge einer neuen Regelung bedürfe. Auch die
Sozialrentner verlangen eine gründliche Rediſion und eine Regelung
nach einheitlichen Grundſätzen, um endlich der unterſchiedlichen
Gewäh=
rung von Rente durch die örtliche Füirſorge einen Riegel vorzuſchieben.
Vor allem gilt es, dieſe Ungleichheiten zu beſeitigen und eine
Verbeſſe=
rung zu erreichen. Im weiteren empfahl der Vorſitzende den Anſchluß
an die Sterbekaſſe, was jedoch in der am 14. 10. 28 ſtattfindenden
Ver=
ſammlung näher beſprochen und beſchloſſen werden ſoll. Zu dieſer
Ver=
ſammlung hat Herr Gauleiter Jaxt ſein Erſcheinen zugeſagt. Es ſei
jetzt ſchon darauf hingewieſen, daß alle Rentenempfänger und
Intereſſen=
ten bei dieſer Verſammlung erſcheinen. Am verfloſſenen Sonntag hielt
die Turn= und Sportgemeinde ihr Abturnen, am Abend fand im
Vereinslokal gemiitliches Zuſammenſein ſtatt, wobei der erſte Vorſitzende,
Herr Vollrat, eine Anſprache über den Wert und die Wichtigkeit der
Turnerei hielt, nachdem wurden Preiſe verteilt und dann noch durch die
Turnerinnen noch Verſchiedenes aufgeführt. Mit einem „Gut Heil!”
auf die Turnerei ſchloß die Verfanrmlung.
J. Griesheim, 6. Okt. Am Montag, 8. Oktober, Dienstag, 9.
Of=
tober, Mittwoch, 10. Oktober, und Donnerstag, 11. Oktober, finden auf
dem hieſigen Truppenübungsplatz täglich vormittags von 6—11½ Uhr
und nachmittags von 1—7 Uhr Scharfſchießübungen ſtatt. Am Dienstag.
9. Oktober, erfolgt abends von 7½—10½ Uhr außerdem Nachtſchießen.
Am Freitag und Samstag fällt das Schießen vorausſichtlich aus.
Wegen Ausführung von Pflaſterarbeiten iſt die Hofmannſtraße, von der
Sandgaſſe bis zum Friedhofsweg, bis auf weiteres für Kraftfahrzeuge
und Fuhrwerke jeder Art gefperrt. — Am Dienstag, 9. Oktober,
vormit=
tags 11 Uhr, kommt bei der Büugermeiſterei ein fetter Faſelochſe und
ein fetter Faſeleber im Submiſſionswege auf Lebendgewicht zur
Ver=
gebung. — Am Montag, 8. Oktober, vormittags 10 Uhr, finder die
Ver=
ſteigerung der Gemeinde=Obſterte ſtatt. Zuſammenkunft an der
Rain=
gaſſebrücke.
F. Eberſtadt, 6. Okt. Beſchaffungvon Deckreiſig.
Inter=
eſſenten für Deckreiſig werden erſucht, ihren Bedarf bis ſpäteſtens 15.
Ok=
tober auf Zimmer 5 der Bürgermeiſterei anzumelden. Spätere
Mel=
dungen könnem nicht mehr berückſichtigt werden. — Das 3. Ziel
Ge=
meindeſteuem 1928 iſt bis 15. Oktober zu entrichten. — Arbeiter=
Samariterbund. Ein neuer Ausbildungskurſus im
Samariter=
diemſt beginnt am Montag, den 8. Oktober, unter Leitung des Arztes
Dr. med. Aſcher. Der Kurſus findet im Saale des Gaſthauſes „Zur
Harmonie” ſtatt. — Aufhebung des Arbeitsamtes. Das
hie=
ſige Arbeitsamt iſt mit Wirkung vom 1. Oktober ab aufgehoben worden.
Anträge auf Arbeitsloſen= oder Krifenunterſtützung nimmt nur noch das
Arbeitsamt Darmſtadt entgegen. Auch die Kontrolle wird durch
Beamte des Arbeitsamts Darmſtadt ausgeübt. Sie findet Montags,
Mittwochs und Freitags von 9—9½ Uhr im Lokal „Zur Harmonie‟
ſtatt. Dort erfolgt auch die Auszahlung der Unterſtützung, und zwar
jeweils von 8½—9½ Uhr.
— Eberſtadt, 6. Oft. Ausſärtige Geſangvereine in
der Pflegeanſtalt Eberſtadt. Am dergangenen Sonntag
hatten zwei auswärtige Geſangvereine — der Männergeſangverein
Groß=Umſtaot ſowie der Verein Sängerluſt Pfungſtadt — die
Liebens=
würdigkeit, den Inſaſſen der hieſigen Anſtalt durch den formvollendeten
Vortrag einer Anzahl beſonders gut gewählter Lieder einen herrlichen
Genuß zu bereiten. Den Kraaken in ihrer Einſamkeit iſt ein derartiger
Sonntagsgenuß ein ſeltenes Labſal geweſen, und wenn irgendwo das
Dichterwort „Edel ſei der Menſch, hilfreich und gut”, wohl angebracht
iſt, ſo in dieſem Falle. Welch ungeſvöhnlihe Freude die Darbietungen
der beiden Vereine für die Inſaſſen bedeuteten, mögen die dankbar
leuch=
tenden Augen der Zuhörer ſchon bewieſen haben. Aber auch an dieſer
Stelle ſei den Vereinen nochmals von ganzem Herzen gedankt.
Aa. Pfungſtadt, 6. Okt. Abturnen. Nach alter Gepflogenheit
hält der hieſige Turnverein E. V. auch in dieſem Herbſt ein Abturnen
ab. Das diesjährige Abturnen des Vereins findet am kommenden
Sonn=
tag, den 7. Oktober, ſtatt. An ihm werden ſich alle Abteilungen
beteili=
gen. — Herbſtſportfeſt. Die hieſige Fr. Turngemeinde hält am
konmenden Sonntag auf ihrem Turn= und Sportplatz zum Abſchluß
der diesjährigen Saiſon ein Herbſtſportfeſt ab. Vormittags 10 Uhr treten
alle Abteilungen des Vereins zu den ſportlichen Wettkämpfen an. Es
werden in der Hauptſache mehr Kimpfe leichtathletiſcher Art
ausgetra=
gen. Die Einzelkumpfe der Sporkler finden nachmittags ſtatt.
Nach=
mittags findet auch ein Fußlall=Serienwettſpiel zwiſchen der 1
Mann=
ſchaft und dem VfR. Eberſtadt ſtatt. — Odenwaldklub. Die
Orts=
gruppe Pfungſtadt des Jung=Odenwaldklubs hat am kommenden
Sonn=
tag, den 7. Okiober, ihre 1. Wanderung. Sie geht nach Jugenheim und
zur Ruine Joſſa. Es wird mit reger Beteiligung gererhnet. —
Todes=
fall. Die Witwe Margarethe Koch, geborene Reinhardt, iſt dieſer
Tage im 76. Lebensjahr geſtorben. Sie duar eine der älteſten
Einwoh=
nerinnen Pfungſtadts. — Die 35jährigen (1906 kenfirmiert) hielten am
Wochenende bei Gehrunger ein gemütliches Beiſammenſein ab. — Vom
Standesamt. Im abgelaufenen Monat September wurden auf
dem hieſigen Standesamt zehn Geburten, vier Todesfälle und zehn
Ehe=
ſchließungen regiſtriert.
G. Ober=Ramſtadt, 5. Okt. Perſonenſtands= und
Be=
triebsaufnahme. Auch in dieſem Jahre findet am 10. Oktober
in Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern eine Perſonenſtands= und
Betriebsaufnahme ſtatt. Hierfür werden gegenwärtig die Formulare
verteilt. Muſter 1 ſtellt die Haushaltungsliſte dar, die jeder
Haushal=
tungsvorſtand, nach dem Stand vom 10. Oktober in allen Teilen
aus=
gefüllt, dem Hauseigentümer zu übergeben hat, der ſeinerſeits hierzu
die Hausliſte (Muſter 3) auszufüllen, zu beſcheinigen und ſofort nach dem
10. Oktober an die Bürgermeiſterei abzuliefern hat. Befinden ſich in
einem Haufe bezuv. auf einem Grundſtück gewerbliche Betriebsſtätten,
Lagerräume, Büros oder dergleichen, ſo iſt von den Betricbsinhabern
hierfür ein Formular nach Muſter 2 (Betriebsblatt) auszufüllen und
benfalls bem Haus= bzw. Grundſtücksboſitzer zu übergeken. Dieſer hat
in ſolchen Fällen auf der Nückſeite der Hausliſte die entſprachenden
Ein=
träge zu vollziehen und mit der Hausliſte, den Haushaltungsliſten auh
das bzw. die Betriebsblätter geſammelt an die Bürgermeiſterei
um=
gehend zurückzugeben.
k. Roßdorf, 4. Okt. Kirchweihe. Nach dem regneriſchen Anfang
der Vorwoche hatte man kaum mehr auf gutes Kirchweihwetter gehofft,
und doch hatte der Wettergott zu unſerer diesjährigen „Kerb” noch
Ein=
ſehen. Der Beſuch von auswärts war hierdurch etwas geringer als in
borſch” ließen es ſich guch in dieſem Jahre nücht nehmen, für eine
ori=
gielle und ſtimmungsvolle Einleitung zu ſorgen, und reger Verkehr Granzin begrüßte die geladenen Gäſte, die recht zahlreich erſchienen
herrſchte ſeyon von den erſten Nachmittagsſtunden an, nicht allein auf den
Straßen und am Marktplatz, ſondern in faſt allen Lokalen, des Dorfes.
In nicht weniger als fünf Sälen fand Tanzmuſik ſtatt und überall war
De Gradcie de ishein Geldeſfeet. De deldeier erfi ir ie
Anziehungskraft und ihren guten Nuf wieder bewieſen, und wenn nun
nach dem Verlauf des Feſtes der eine oder der andere ſeinen „erleichter= an Wohnraum zu befriedigen. Es ſei erfreulich, daß dieſe Ausſtellung
ten” Geldbeutei betrachtet, dann mag er ſich damit tröſten, daß er in
dieſer Beziehung beſtimmt noch viele Freunde hat.
— Groß=Umſtadt, 5. Okt. Der ordentliche Lehrgang der Heſſiſchen
Landwirtſchaftlichen Schule Groß=Umſtadt 1928/29 wird gemäß
Mini=
ſterialverfügung am 5. November 1928, vormittags 10 Uhr,
eröffnet. Aufgenommen werden junge Landwirte, die Oſtern 1927 oder
früher aus der Volksſchule entlaſſen worden ſind. Es iſt heutzutage
un=
umgänglich, daß alle jungen Landwirte ſich nicht nur praktiſch ausbilden,
ſondern daß ſie ſich auch die notwendigen theoretiſchen Unterlagen
ver=
ſchaffen, um ſpäter mit Erfolg einem landwirtſchaftlichen Betriebe
vor=
ſtehen zu können. Anmeldungen ſind an das Heſſ. Landwirtſchaftamt
Groß=Umſtadt zu richten, das auch zu jeder weiteren Auskunſt gerne
bereit iſt.
Kathreinerkörner
ein Genuß!
ist allein schon
Wird dann der Kathreiner
jener gewisse ,„feine Kaffeegeschmack,
der so sehr beliebt ist.
*) Nach der Vorschrift, die auf
jedem Paket abgedruckt ist.
r. Babenhauſen, 5. Okt. Der Gerätemannſchaftskampf,
den ber 1. Bezirk des Rhein=Maingaues der Deutſchen Turnerſchaft hier
im Großen Saalbau „Deutſcher Hof” veranſtaltete, nahm einen ſchönen,
ſportlich einwandfreien Verlauf. Von den 6 zum Wettkampf gemeldeten
Vereinen traten leider nur 4 an; Tgd. 1846 Darmſtadt und Tgd. Neu=
Iſenburg hatten kurz zuvor ihre Meldung zurückgezogen. Nach
herz=
lichen Begrüßungsworten dunch den 1. Vorſitzenden des hieſigen
Turn=
vereins, Herrn Studienrat Weiß, und den Bezirksoberturnwart K.
Klein=Neu=fenſburg, begannen die einzelnen Wettkämpfe dar
Vereine in der Reihenfolge, wie ſie das Los vorher beſtimmt hatte.
Geturnt wurde eine Freüübung der Einzelmannſchaft, dann am Pferd,
Barren und Reck. Die Zuſchauer verfolgten mit größter Spannung
den Verlauf der Kämpfe, zumal nach jeder Uebung die Wertung deu
Kampfrichter bekanntgegeben wurde. Verdienter Sieger im
Mann=
ſchaftskompf wurde Tv. Arheilgen, bei dem die beiden Turner
Brücher und Bauer beſonders ſchöne Leiſtungen boten. Wohl die
körperlich ſchwächſte und kleinſte Mannſchaft ſtellte unſer Turnverein
1891. Gerade darum iſt es ihm hoch anzurechnen, daß er infolgg der
hervorragenden Darbietungen der beiden Turner Hans Ohl und Gieck
die zweithöchſte Punktzahl erreichte. Nach Beendigung der Wertkämpfe
nahm Bezirksoberturnwart Klein die Siegerverkündigung vor, Herr
Studienrat Weiß beglüchwiinſchte im Namen des gaſtgebenden Vereins
den Tv. Arheilgen zu ſeinem ſchönen Erfolg und überreichte ihm als
ehrendes Andenken an den erfochtenen Sieg einen Eichenkranz mit
Widmung.
beſeitigt üblen Mundgeruch u.
Shlorodofehäßlich gefärbten Zahnbelag
IV. 11861
41. Höchſt i. Odw., 5. Okt. Die Bezirksſparkaſſe Höchſt
i. Odw. hielt dieſer Tage im Saale des Gaſthauſes „Zur Poſt” ihre
diesjährige Hauptverſammlung ab. Der Vorſitzende, Herr Direktor Lang=
Höchſt, eröffnete die Verſammlung und begrüßte die faſt reſtlos
erſchie=
nenen Delegierten der Garantiegemeinden, beſonders aber die Heuren
Kreisdirektov von Werner=Erbach, als Vertreter der Aufſichtsbehörde,
den erſten Vorſitzenden des Heſſiſchen Sparkaſſen= und Giroverbandes
Juſtizrat Dr. Reh= Darmſtadt, Direktor Seip=Darmſtadt von der
Heſſi=
ſchen Girozentrale, ſowie Bezirksdirektor Walz von der Heſſiſchen=
Naſſauiſchen Lebensverſicherung in Wiesbaden. Der Geſchäftsbericht
für das Geſchiftsjahr 1927 (98. Geſchäftsjahr) lag gedruckt vov und
wurde von denr Rechner, Herrn Heuſel, ausführlich und
allgemein=
verſtändlich erläutert. Die Spareinlagen betrugen Ende des Jahres
1726: 616 719,21 RM., Ende 1927: 693 027.29 RM. und erreichten Ende
September ds. J3. die ſehr beachtliche Höhe von 1½ Millionen Mark.
Der wiedererouchte Sparſinn der Bevölkerung des Kaſſenbezirks iſt mit
dieſen Zahlen hinreichend dokumentiert. Auch das Aktivgeſchäft,
beſonders aber das Hypothekengeſchäft, ließ nichts zu wünſchen übrig. Der
Reingewinn des Geſchäftsjahres 1927 beträgt 14 516,51 MM. Aus
dieſemr wurden auf Beſchluß der Geucralverſammlung 7000 Mark dem
Aufwertungsfonds, der Reſt mit 7 516,51 RM. der Rücklage zugeführt,
ſo daß dieſe damit, ohne den Auſwertungsfonds, auf 46 177,01 RM.
anwächſt. Die Rechnung, die vom Aufſichtsrat geprüft und für richtig
befunden worden war, wurde hierauf einſtimmig genehmigt. Herr
Juſtizrat Dr. Reh ſprach der Leitung der Kaſſe und deren Beamten
volle Anerkennung für vorzügliche Arbeit und das gute Ergebnis aus und
verbreitete ſich anſchließend in längeren Ausführungen über die
Ent=
wicklung der öffentlichen Sparkaſſen. Alsdann ſprach Herr
Bezirks=
direktor Walz von der Heſſiſchen=Naſſauifchen Lebensverſicherung in
leicht verſtändlichen Worten über die Bedeutung der Lebensverſicherung
auh im Intereſſe des Sparſiuns. Die Hauptverſammlung wurde dann
geſchloſſen. Anſchließend fand ein gemeinſames Mittageſſen ſtatt.
Winterkur für
Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hafheim im Taunus
bei Frankfurt am Main. — Prospekte durch:
(I. 616!
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Vervenarzt.
Wie wohnen?
a. Offenbach, 6. Okt. Im „Stadtgarten” fand geſtern die Eröffnung
Vorjahre, jedoch immer noch als befriedigend anzufehen. Die „Kerwe= der Wanderausſtellung des Rhein=Mainiſchen Verbandes zur
Verbrei=
tung von Volksbildung: „Wie wohnen?” ſtatt. Oberbürgermeiſter
waren, und betonte in ſeiner Anſprache, die Ausſtellung ſolle in den
breiten Maſſem die Kultur des Wohnens fördern Vorausſetzung dieſer
z Förderung ſei, darauf wolle er die Aufmerkſambeit aller maßgebenden
Kreiſe lenken, die wirtſchaftliche Sicherung der handarbeitendem
Bevöl=
kerung und die Anerkennung der Koſten für den öffentlichem
Wohnungs=
bau als werteſchaffende Ausgabe. Staatspräſident Adelung erkannte in
ſeiner Rede an, daß es für Offenbach ſehr ſchwierig ſei, das Bedürfnis
unabhängig von der Raumfrage die Frage der Löſung näherbringen
wolle, wie man behaglich, ſchön und zweckmäßig wohne. Die
Ausſtellung ſei aber gewiſſermaßen nur Winterſaat, die ſich im Kampfe
mit widrigen Verhältniſſen erſt bewähren müſſe. Solche Saat bringe
er=
fahrungsgemäß gute Frucht, und dieſe erhoffe er auch von der heutigen
Ausſtellung. In Dr. K. Gebhardt (Frankfurt) kam der Rhein=Mainiſche
Verband zur Verbreitung von Volksbildung zu Wort. Die Ausſtellung
ſei nicht vom Gewerbe oder dem Handwerk ins Leben gerufen worden.
Die Anregung dazu käme aus den Kreiſen der Volksbildungsfreunde.
Dieſe verſuchtem heute, wie das ähnlich das Lichtſpiel, der Rundfunk und
die Preſſe täten, auf dem Wege über die Maſſe auf den Einzelmenſchein
zu wirken. So ſollten Wohnraum und Hausrat, ihre Güte, ihre Form
und ihr Preis, als Umwelt die geiſtigen Belange der breiten Maſſen
be=
einfluſſen. Auf Gewerbe und Handwerk ſolle die Ausſtellung ebenfalls
erzicheriſch einwirken, damit ſie einfache Erzeugniſſe hervorbrächten, die
Lebensgefühl hervorriefen. Die Ausſtellung ſolle nicht ſpurlos am
Be=
ſucher vorüberziehen, ſie ſolle den Weg zum Herzen des einfachen
Man=
nes finden und dem Volkstum im beſten Sinne des Wortes dienen. Der
Gedanke, die Wanderausſtellung zu veranſtalten, ſei in allen Städten
mit Bereitwilligkeit und großer Begeiſterung aufgenommen worden, und
Offenbach habe die Ausſtellung zuerſt erhalten, weil die Anregung dazu
mit von dem Leiter der hieſigen Freien Volksbildung ausgegangen ſei. Im
„Stadtgarten”, der Stätte, die durch Goethe geweiht ſei, habe man die
Ausſtellung in aller Ruhe aufbauen können. Dr. Neundörfer führte
aus, die Ausſtellung wolle vor allem das Vertrauen der großen Maſſe
gewinnen. Was zu ſehen ſei, müſſe in das Bewußtſein, des kleinen
Mannes übergehen und darin haften bleiben. Die Ausſtellung ſei auch
nichts Fertiges, ſie wolle nur ein Anfang ſein. Die angebrachte
Be=
ſchriftung wolle zeigen, was gezeigt werden und was es koſten ſolle. —
Von Frau Miniſterialrat Weber in Berlin ſpar ein Drahtaruß zur
Er=
öffnung der Ausſtellung eingegangen. Ein Teil der Gäſte beſichtigte
zu=
nächſt den Teil der Ausſtellung im Stadtgarten, ein anderer Teil fuhr
ſofort mit einem Großkraftwvagen zur Beſichtigung zweier Muſterhäuſer
im Siedelungsgebiet (Brunnenſtuaße). Die Ausſtellung verläßt am 16.
Oktober unſere Stadt.
4i. Vielbrunn, 5. Okt. Kriegerehrenmal. Endlich iſt die
hieſige Denkmalfrage gelöſt. Alsbald nach dem Krieg machte ſich das
Beſtreben bemerkbar, unſeren gefallenen Helden ein Ehrenmal zu ſetzen,
die Ausführung ſcheiterte jedoch an der Platzfrage. Verſchiedene
Ver=
ſuche kamen nicht über die Anfänge hinaus, bis der Kriegerverein ſich
der Sache annahm. Das Denkmal ſtehr an ſehr geeigneter Stelle im
Pfarrgarten, nahe bei der Kirche, unweit der Hauptſtraße, von welcher
zwei Treppen zum Denkmalsplatz hinaufführen. Sonntag, den 14. Okt.,
findet die feierliche Einweihung ſtatt, wobei die Geiſtlichen beider
Kon=
feſſionen ſprechen werden. Die Ortsvereine uſw. werden ſich an den
Kranzniederlegungen beteiligen, zahlreiche Gäſte ſind eingeladen, um
teilzunehmen an der Feier dieſes Dankeswerkes. Außerdem findet eine
Feier auf dem Friedhof ſtatt.
L. Aus dem Kreiſe Erboch, 6. Okt. Vow Arbeitsamt. Das
ſeitherige ſelbſtändige Arbeitsamt Erbach iſt ab 1. Oktober ds. Js. in
eine Nebenſtelle umgewandelt. Wer die Stelle endgültig verſieht, ſteht
noch nicht feſt. Die Auszahlungew ſollen zukünftig alle in Erbach
erfol=
gen, ebenſo die Kontrolle für Orte in einem größeren Umkreis. In den
Kreiſen der Erwerbsloſen iſt man erbittert darüber, daß die
Erwerbs=
loſem aus Weiten=Geſäß, Steinbach, Michelſtadt und anderen Orten
nun=
mehr gezwungen werdei ſollen, kilometerweit alle zwei Tage nach Erbach
zur Kontrolle zu marſchieren. Im Winter iſt dieſe Forderung tatſächlich
ſehr hart und nicht angebracht.
A. Aus dem Weſchnitztale, 5. Okt. Hohe Nußpreife. Da die
Nußernte dieſes Jahr ſehr ſchlecht ausfällt, werden eben ſchon 50—55
Reichsmark pro Zentner geboten, das Doppelte vom vorigen Jahre.
Und es dürfte ein weiteres Anſteigen der Nußpreiſe noch zu
erwar=
ten ſein.
II. Von der Bergſtraße, 6. Okt. Im Scherzerſchoſſen. Der
15 Jahre alte Schneiderlehrling Münch in Friedrichsfeld zielte mit einer
Schußwaffe aus Scherz auf ein Mädchen, das aus Angſt zur Seite
ſprang. In demſelben Augenblick kam ein Schuſterlehrling des Weges,
der von dem Schuſſe getroffen wurde und ſofort tot zu Boden ſtürzte.
Der Schuß hatte das Herz geſtreift.
Ap. Bensheim, 4. Okt. Das Septemberfeſt der evangeliſchen
Ge=
meinde der Stadt Bensheim nahm einen glänzenden Verlauf. Wegen
des ungeheuren Andranges zu der Vorſtellung am Sonntag, den 30.
Sep=
tember, der alle Säle des „Deutſchen Hauſes” füllte, mußte an den zwei
folgenden Tagen eine Wiederholung der Aufführungen des „
Kunterbun=
ten Bilderbuches” erfolgen. Alle Darbietungen fanden den
wohlverdien=
ten, begeiſterten Beifall aller Beſucher, die ſich zum Lobe unſerer Stadt
aus allen Konfeſſionen zuſammenſetzten. Bei den
Nacmittagsvorſtellun=
gen hatte ſich Frau Majer Frey in bekannter Liebenswürdigkeit als
Lei=
terin der Auffihrungen verdient gemacht, die künſtleriſchen
Darbietun=
gen der Abendvorſtellungen für Erwachſene ſtanden unter der bewvährten
Regie des Architekten Herrn Dr. Fehleiſen, ein Künſtler ſeines Faches.
Man konnte ſich erbauen an der wahrhaft künſtleriſchen Wiedergabe
lebender Bilder nach Werken berühmter Meiſter, wie Tizian, Feuerbacl),
Murillo und anderer, die große Anerkennung fanden, ebenſo wie die
graziöſen, vorzüglich eingeübten Blumenreigen= und Einzeltänze
Erwach=
ſener und unſrer Kleinen. Die „Zirkusvorſtellungen” mit ihren
Künſt=
lern, Pferdchen und Geſpannen waren ausgezeichnet und ließen, wie
auch die Aufführungen des „wandernden Volkes”, die Zuſchauer nicht aus
dem Lachen herauskommen. Große Anerkennung verdient die wahrhaft
ausdauernde Tätigkeit der Frauen und jungen Mädchen an den Büfetts,
die bei dieſem Andrange wahrlich nicht leicht war, welche es aber, dank
der vorzüglichen, zum großen Teil geſtifteter Erfriſchungen, den vielen
Gäſten möglih machte, bis zum Schluſſe der Vorſtellungen ſpät abends
vergnügt auszuhalten. Zum ſchönen Gelingen des Feſtes trugen nicht
wenig die anerkannt guten Leiſtungen des evangeliſchen Poſaunenchores
bei. Bei allen Darbietungen, die wir nicht alle einzeln anführen können,
kam ein gute: Geiſt und ein feines Empfinden zum Ausdruck. Allen,
die ſich begeiſtert ihren Aufgaben gewidmet haben, wird es eine Freude
ſein, zu hören, daß die Einnahmen der drei Tage, die der Einrichtung
einer Dampfheizung in der hieſigen evangeliſchen Kirche dienen ſollen,
alle Erwartungen weit übertroffen haben und ſomit die liebevolle
Hin=
gabe aller Mitwirkenden an die gute Sache einen ſchönen Lohn gefunden
hat. — Als beſondere Ehrung bei dem 50jährigen Dienſtjuhiläum der
Hausangeſtellten, Fräulein Katharina Seib, in der Familie des
Ge=
heimen Schulrats Mühr=Fell zu Vensheim, ſei nachgetragen, daß außer
zahlreichen anderen Glückhwünſchen eine ſchriftliche Anerkennung unſzes
Reichspräſidenten Hindenburg zuu beſonderen Freude der Jubilarin
zugegangen iſt.
W. Heppenheim a. d. B., 3. Okt. Oeffentliche
Stadtver=
ordnetenſitzung. Zunächſt gab der Vorſitzende bekannt, daß er
im Namen der Stadt dem Ehepaar Cuſtodis, anläßlich der Goldenen
Hochzeit gratuliert hat. Darauf gab er Kenntnis von einer Einladung
zur Verſammlung der Geſchichtsforſcher in Heppenheim vom 4. bis
6. Oktober. — Nun wurde der vom Forſtamt vorgelegte
Waldwwirtſchafts=
plan nach kurzer Ausſprache für gut befunden, nachdem er ſchon
ein=
gehend von der landwirtſchaftlichen Kommiſſion beraten war. Die
not=
wendigen Mittel für die vorgeſchriebenem Orts= und Verkehrstafeln
wur=
dem darauf genehmigt. Da die Wohnungsnot in Heppenheim beſonders
für kinderreicheFamilien noch ſehr groß iſt, wurde beſchloſſen, die
Flach=
bauten in der Fürther Straße auszubauen, wodurch weitere 10
Woh=
nungen gewonnen werden. Mit den Arbeiten ſoll im kommendem
Früh=
jahr begonnen werden. Sodann wurden die Koſten bewilligt um den
Fußſteig ſüdlich der Poſt und vor dem neuen Fünfreihenhaus mit
Rand=
ſteinen zu verſehen. Ueber die Feſtſetzung der Jahrmärkte in
Heppen=
heim ſoll ſpäter beraten werden. Verſchiedene Ausgaben der
Oberreal=
ſchule, welche 1927 nicht vorauszuſehen waren, in Höhe von 2037 Mark
wurden bewilligt. Zum Schluß der Sitzung wurde noch beſchloſſen,
dem Herbſtbeginn auf Donnerstag, den 4. Oktober, feſtzuſetzen. Eine
nichtöffentliche Sitzung ſchloß ſich an. — Rotkreuztag. Der
Vor=
verkauf der Karten, welche auch zur Beteiligung an der Verloſung
be=
rechtigen, zu dem am Sonntag abend im „Halben Mond” ſtattfindenden
„Bunten Abend” hat begonnen. Die zur Verloſung geſtifteten Gewinne
wachſen von Tag zu Tag. Faſt alle Kraftwagenbeſitzer haben ſich auch
wieder in den Dienſt der Wohltätigkeit geſtellt, indem ſie ihre Wagen zu
Freifahrtem zur Verfügung geſtellt haben. Außerdem wird ein
Frei=
flug im Flugzeug von Darmſtadt nach Mannheim ausgeloſt.
Nummer 279
Sonntag, den 2. Oktober 1928
Seite 9
Sozialtagung des Evangeliſchen Wohlfahrts=
und Jugenddienſies für den Kreis Friedberg.
Pfarrer Weber=Kaichen, der Leiter des Evangeliſchen
Wohl=
fahrts= und Jugenddienſtes, eröffnete den gutbeſuchten Lehrgang und
begrüßte die Erſchienenen. Profeſſor D. Dr. Frick=Gießen hielt das
erſte Referat. Er warnt in einleitenden Sätzen einerſeits vor einer
Verengerung der Kirche, die in reiner Verinnerlichung ihre
Evange=
liumsverkündigung erblickt. Er ſieht die große Aufgabe der Kirche im
Dienſt an der Not aller, und erkennt als Grundton des Evangeliums
eine Botſchaft an die Geſamtheit. Von hier aus ſtellt er den Satz
auf: „Je mehr eine Kirche mitarbeitet an der ſozialen Frage, je mehr
wurzelt ſie im Volk.” Als zweite Gefahr ſieht er die einſeitige
Feſt=
legung der Kirche auf beſtimmte Sondergruppen. Von hier aus ergibt
ſich die Forderung, daß die Kirche an allem treu ihren Dienſt erfüllen
muß. Nunmehr verſucht der Redner die Frage des Themas zu
beant=
worten: „Welcher beſondere ſoziale Dienſt iſt von der heſſiſchen
Landes=
kirche und ihren Gemeinden zu erwarten?”: 1. Die Kirche hat den
gro=
ßen Auftrag, eine Plattform zu bilden, da ſich die verſchiedenſten
Par=
teien die Hände reichen. Sie muß im Bewußtſein der B=völkerung
ſtehen als „Zuflucht der Gerechtigkeit.” 2. Zu allen anderen
ſozialen Organiſationen ſoll ſie zu vollſter lohaler Mitarbeit bereit
ſein. 3. Ihre tiefſte Aufgabe iſt, Pionierſtellung zu behalten, und
im=
mer die Not da zu ſuchen, wo ſie ſonſt niemand geſehen und in Angriff
genommen hat. — Er ſieht die Arbeit der Kirche wie einen Baum, der
ſeine Wurzeln hinein ſenkt in den Boden und zugleich ſeine Aeſte ins
Ewige ſtreckt. So ergibt ſich ihm, mit der Bindung an Treue im
Kleinen, der Blick für großzügige Weite. In der geſchichtlichen und
gegenwärtigen Lage der heſſiſchen Landeskirche ſieht er einen beſonderen
ſozialen Auftrag, aus dem er ſchließlich die Forderung zu einer
größe=
zen Arbeitsgemeinſchaft aller mitteldeutſchen Landeskirchen mit dem
Ziel einer evangeliſchen Sozialkirche aufſtellt.
Im Laufe der anregenden Ausſprache beleuchtete der Referent
ſeine Ausführungen durch Beiſpiele aus engliſchen und amerikaniſchen
kirchlichen Verhältniſſen.
Die ſoziale Frage iſt heute eines der brennendſten Probleme unſeres
Geſamtlebens. Daß es auch für die Kirche eine Frage auf Leben und
Sterben iſt, zeigte der Vortragende des Nachmittags, Herr
Studien=
rat Keller von der Aufbauſchule in Friedberg in ſeiner Behandlung
des Themas: „Warum hat die evangeliſche Kirche ſo ſpät mit ihrer
ſozi=
alen Arbeit begonnen?‟ Der Vortragende zeigte, daß auch die Kirche
hier unter einer Geſamtſchuld ſteht. In ſeinem zweiten Teil wies er
nach, daß es unbedingte Pflicht der Kirche ſei, den Verantwortungsſinn
zu wecken für alle die Fragen in der Welt der Wirtſchaft. Sie muß
ihre Stimme im ganzen und im einzelnen laut erheben, daß auch die
Welt und ihre Ordnungen immer noch Gottes Ordnungen ſind. Wie
die Kirche heute mit dieſem Problem, ohne es ſchon löſen zu können
oder zu wollen, ringt, das zeigte deutlich die Diskuſſion und die Tat= Bäderverbandes in Bad Pyrmont wurde als nächſter Tagungsort
Bad=
ſache dieſes Lehrgangs.
* Nauheim, 6. Okt. Auf der Straße von Mainz nach Groß=Gerau
kam bei Nauheim ein Cheoroletwagen beim Ueberholem ins Schleudern
und fuhr gegen einen Baum. Von den drei Inſaſſen erhielten zwei
leichtere Verletzungen, der dritte blieb unverletzt.
z. Nauheim, 3. Okt. Gefallenen=Denkmal. Die
Vorarbei=
ten zur Errichtung des Gefallenen=Denkmals ſollen ſehr gefördert
wer=
den und wird von dem Hochbauamt Groß=Gerau zurzeit ein Plan und
ein Koſtenvoranſchlag ausgearbeitet. Durch Sammlung wurden bereits
2000 Mark eingebracht.
z. Mörfelden, 3. Okt. Die Arbeiten an der evangeliſchen
Klein=
kinderſchule und dem Gemeindehaus ſind ſoweit beendet, daß
die feierliche Einweihung am 14. Okrober ſtattfindet. An der Feier wird
Prälat D. Dr. Diehl teilnehmen, der einen Vortrag über Mörfeldens
Orisgeſchichte halten wird.
Lokolzuges Sprendlingen—Fürfeld. Vom Zuge erfaßt, wurde der Heſſe erſchienen, als Vertreter des Schottener Ortskartells Lehrer Blei,
Wagen zur Seite geſchleudert und ſchwer beſchädigt, ſo daß er abgeſchleppt für den Heſſiſchen Beamtenbund Rechnungsdirektor Koch=Darmſtadt. Bei
werden mußte. Durch Zufall blied der Beſitzer unverletzt.
peſt in hieſiger Gemeinde gilt als erloſchen. Die Schutzmaßnahmen ſind gelegt. In den weiteren Beratungen, an denem auch die Abgeordneten
aufgehoben.
Die Gurkenernte im Ried.
* D. Biblis, 5. Okt. Allmählich nähert ſich die diesjährige
Gurken=
ſaiſon ihrem Ende. Die kalten Nächte der letzten Tage tragen ſehr viel
dazu bei, daß die Gurken nunmehr fleckig und verkrüppelt werden.
Trotzdem werden noch heute etliche Waggons an Markttagen nach allen
Gauen Deutſchlands verſandt, iſt doch die gute Bibliſer Gurke ebenſo
bekannt wie begehrt. Ein burzer Rückblick zeigt uns die diesjährige
Saiſon als im allgemeinen recht gut. Die Anpflanzung war allerdings
vom Wetter nicht ſonderlich begünſtigt und behinderte auch zu Anfang
das Wachstum ſehr. Die Bauern machten ſchon lange Geſichter, als
endlich das herrliche Juni= und Juliwetter die Gurken wur ſo aus dem
Boden trieb. Immerhin war keine Ueberproduktion zu befürchten, da
das unendlich heiße Wetter ſchon nach wenigen Wochen den Gurken,
vor allem auf dem hochliegenden Felde der Gemarkung, ſehr zuſetzte,
ſo daß die erſten Gurken Mitte Juli ſchon den anſehnlichen Preis von
2.50 bis 3,50 pro Hundert erzielten. Um dieſe Zeit ſetzte in unſerem
Orte, der Gurkenmetropole des geſamten Rieds, allmählich die Ernte
ein. Die hieſigen Händler, auswärtige Aufkäufer und nicht zuletzt die
große Gurkenfabrik von Kölſch Nachf., hier am Platze, konnten ſozuſagen
nicht genug Gurken auftreiben und die Ware war im Verhältnis zum
vorigen Jahre geſucht und dementſprechend bezahlt. Wie weit die neu
gegründete Genoſſenſchaft für Obſt, Gemüſe und Gurken, auf den Markt
und den Preis Einfluß hatte, iſt nicht ganz genau feſtzuſtellen, auf alle
Fälle aber kann geſagt werden, daß die zahlreichen Mitglieder der
Genoſſenſchaft noch lange nicht ſchlecht gefahren ſind und auch bei
etwaiger Ueberproduktion oder ſonſtigen Eventualitäten, mit denen
beim Gurkenanbau gerechnet werden muß, ſicherlich nicht in der Tinte
geſeſſen hätten. Der Umſtand, daß heute der Gurkenanbaut ſich nicht nur
in Biblis und näherer Umgebung, ſondern auch ſchon in anderen
Ge=
markungen breit macht, beweiſt, daß die Gurke ein Konſumartikel in
weit größerem Maße als früher iſt. Das beſte Beweismittel haben wir
hier am Platze ſelbſt. Während in früheren Jahren die hieſige
Gurken=
fabrik nur wenige Leute beſchäftigte, zählt die Belegſchaft der Fabrik
in dieſer Saiſon etliche hundert Arbeiterinnen und Arbeiter, die hier
ſchon ſeit einigen Wochen durch Tag= und Nachtarbeit einen anſehnlichen
Batzen Geldes verdienen. Aber auch für die Handwerksleute war die
gute Gurkenernte willkommen, richten ſich die Ausgaben der Produzen=
ten doch nur nach dem Gelingen dieſer Ernte. Wenn man nun
be=
denkt, daß während der Hauptſaiſontage manchmal 40 bis 50 Waggon
Gurken aus unſerem Bahnhof rollten, mit durchſchnittlich 50 000 Stück,
ſo kann man kaum glauben, daß dieſe gewaltige Menge Gurken Stück
für Stück mit der Hand gebrochen werden muß, aber auch nicht, wo all
das viele Geld hinkommt; denn man darf heute den dichſten
Gurken=
bauern fragen, der ſagt glatt, er hat kein Geld. Für die Beſtändigkeit
der diesjährigen guten Gurkenpreiſe dürfte vor allem auch die
Miß=
ernte, die beim Obſt eingetreten iſt, maßgebend geweſen ſein. So iſt im
Ried die geſamte Obſternte faſt mull und nichtig, und gar mancher hat
ſich nun Gurken eingelegt, der in ſonſtigen Jahren dem Obſt den
Vor=
zug gab. Wie man heute hört, beabſichtigen die Landwirte der
Ortſchaf=
fen des geſamten Nieds im nächſten Jahre allgemein ihre
Gurkenanbau=
flächen zu erweitern und es auch verſchiedentlich wit dem erſten Anbau
zu probieren. Wie weit ſich dies jedoch bewährt iſt ſehr fraglich, da
das Feld für den Gurkenanbau eigens hierzu geſchaffen ſein muß, was
beiſpielsweiſe hier und auch in der nächſten Umgebung der Fall iſt.
Be=
reits vor Jahren ſchon glaubte man, der Boden in unſerer Gemarkung
ſei für den Anbau der Gurke zu ausgebeutet. Es ſtellte ſich jedoch
heraus, daß letzten Endes nur eine Spekulation von verſchiedener Seite
und ebenſo in verſchiedener Hinſicht, vorlag, die aber damals nicht
durchdrang, und ſiehe, noch heute haben wir hier den beſten Boden für
Gurkenfelder. Die Gurkenſaiſon, die ſonſtigen Jahres mit der Bibliſer
Kirchweih meiſt ihren Abſchluß gefunden hat, machte ſich bei dieſem
alt=
hergebrachten Feſt in dieſem Jahre wieder beſonders breit. Die
gefüll=
ten Geldbeutel der in Frage kommenden „Kerwebummler” gaben zu
allerhand Allotria Anlaß und brachten eine gemütliche Ausſpannung
von des Tages Arbeit und Mühe während der letzten Monate. Gbenſo
wie der Riedbewohner die nun langſam verſiegende Einnahmequelle
be=
trauert, freut er ſich im gleichen Maße über die endlich verſchwindenden
Schnaken und Stechmücken, die ſozuſagen zu den Gurken gehören wie
das Salz in die Suppe. Menſch und Tier findet endlich bei Tag und
hauptſächlich aber bei Nacht ſeine Ruhe. Auf den ziemlich öden
Gurken=
äckern, die zum großen Teil auch ſchon umgepflügt ſind, liegen meiſt
zerſtreut nur noch die großen, gelben Samengurken, die in dieſen Tagen
eingeerntet werden, und damit hat die diesjährige Gurkenſaiſon alsdann
ihren Abſchluß gefunden.
Bad=Nauheim, 5. Okt. Bad=Nauheim als Tagungsort.
Bei der diesjährigen Generalverſammlung des Allgemeinen Deutſchen
Nauheim gewählt. — Der 4. Allgemeine Aerztliche Kongreß für
Pſycho=
therapie findet im Jahre 1929 in der Woche nach Oſtern in Bad=
Nau=
heim ſtatt. Die Züricher Schule (Jung) und die kliniſche Pſychotherapie
werden beſonders zu Worte kommen.
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Schotten, 5. Okt. Jahrestagung des Verbandes heſſi=
Ah. Wöllſtein (Rhh.), 6. Okt. Ein Lokalzug erfaßt einſſcher Staatsförſter. Unter Leitung des Vorſitzenden Förſter
Perfonenauto. Auf der Fahrt von Siefersheim uach Wöllſtein / Kolb, hielt hier der Verband heſſiſcher Staatsförſter ſeine
Jahresver=
überhörte der Lohnfahrer Joſepy L. aus Kreuznach das Läuteſiynal des ſammlung ab. Für die heſſiſche Forſtverwaltung war Landesforſtmeiſter
der Ausſprache über die Beſoldungsregelung wurde Gleichſtellung mit
k. Nieder=Olm, 6. Okt. Der hieſige Schulvorſtand ſetzte die den preußiſchem Förſtern verlangt. Ein „Grüner Abend” vereinigte am
Herbſtferien für die Volksſchule Nieder=Olm für die Zeit vom Mittwoch, erſten Verhandlungstage die Grünröcke in luſtiger Geſellſchaft. Am
fol=
dem 10. d. Mts., bis 2. November einſchließlich feſt. — Die Schweine= gendem Tag wurde Schotten als Traditionsort der heſſiſchen Förſter feſt=
Dr. Keller, Wolff und Maurer teilnahmen, kamen dann Fachfragen zur
Beratung, Methoden zur Meſſung von Leiſtungen im Forſtbetrieb,
Hegefragen uſw. Den Abſchluß der Tagung bildete eine Gedächtnisfeier
am Jägerdenkmal.
m. Aus dem Lande, 4. Okt. Gewerbliches. Auch die
Herbſt=
arbeiten auf dem Lande bringen in der Tätigkeit der
Handwerkskammer=
nebenſtellen keine Pauſe, wer aus den Kreiſen des Handwerks der
Aus=
kunft und Belehrung bedarf, kann in den kommenden Wochen ſolche
finden. Sprechtage halten ab: die Nebenſtelle Alzey für
Stadt und Kreis Alzey an fünf Orten, und in Alzey
mit Ausnahme der auswärtigen Sprechtage von Montags
bis Samstags, von 10—12 Uhr vormittags, und, Samstags
ausge=
nomimen, von 3—4 Uhr nachmittags; die Nebenſtelle Da ſtadt für die
Kreiſe Darmſtadt, Bensheim, Heppenheim und Groß=Gerau an 3 Orten;
die Nebenſtelle Friedberg für die Kreiſe Friedberg, Büdingen und
Schotten in Friedberg Montags, Dienstags, Donnerstags und
Sams=
tags, ferner an 8Orten und in Ulrichſtein und Laubach nach Bedarf; die
Nebenſtelle Gießen für die Kreiſe Gießen, Alsfeld und Lauterbac) an 10
Orten, dann für den Landkreis Gießen in Gießen Dienstags u. Freitags
rorm. von 9—12 Uhr, und für Gießen=Stadt Montags und Mittwochs,
vorm. von 9—12 Uhr; die Nebenſtelle Mainz für Kreis und Stadt
Mainz und Stadt und Kreis Bingen in Mainz Montags, Dienstags,
Donnerstags u. Freitags, vorm. von 9—12,30 Uhr, in Bingen Mittwocks
und an 2 Orten; die Nebenſtelle Offenbach für die Kreiſe Offenbach,
Dieburg und Erbach an 4 Orten; die Nebenſtelle Worms für die Kreiſe
Worms und Oppenheim an 3 Orten, ferner in Worms täglich außer
Mittwochs und Samstags von 8—12 Uhr vormittags und 2—3 un
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Sonnteg den 2 Ok ober 1928
Nummer 279
Seite 10
K
16
IM siebenten Hinmel
Großtilm in 9 Akten
„Der schönste Filn des Jahres” schrieb die New-Vorker-Presse; was- das bei der Unmenge
amerikanischer Filme heißt, ist wohl nicht besonders zu betonen.
(TV.16113
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Frauenleiden, die große Anklage gegen die
Kultur Frauenleiden als Ursache des
rassischen Zertalls • Der Untug der blutigen
Operation, Einspritzung und Bestrahlung.
Widernatürl. Blutverluste • Verlagerungen,
Senkungen und Entzündungen der
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organe, ihre Ursache und sichere Heilung
aut natürlichem Wege • Verhütung des viel
zu trühen Alterns • Die Beschwerden der
Wechseljahre . Die Stellung der Frau zum
Manne „Die vollkommene Ehe. Die Erlösung
der Frau. Die Erlösung der Rasse durch
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Astrologie als Wissenschatt. Der Einfluß der
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Einflüsse • Die Ueberwindung vererbter
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[ ← ][ ][ → ]Geite 12
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Darmſtadt, den 5. Okt. 1928. (st16029
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tober 1928, vorm. 10 Uhr. (st16073
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe
Vergebung
von Straßenbauarbeiten und
Fuhr=
leiſtungen.
Die für den Bau der Provinzialſtraße
Königſtädten—Rüſſelsheim erforderlichen
Bauarbeiten und Fuhrleiſtungen ſollen
öffentlich vergeben werden, und zwar:
1. Erdarbeiten, ca. 5300 cbm,
2. Chauſſierungsarbeiten, ca. 17200qm,
3. Anfuhr des Stück= und
Steinma=
terials, ca. 15200 to.
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Be=
dingungen liegen vom 10. bis 19.
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tober 1928 bei der Provinzialdirektion
Starkenburg (Tiefbau)Darmſtadt,
Neckar=
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Angebotsformulare, ſowie die
beſon=
deren Ausführungsvorſchriften ſind
da=
ſelbſt zum Selbſtkoſtenpreis erhältlich.
Ein Verſand der Angebotsformulare
findet nicht ſtatt.
Angebote ſind verſchloſſen, portofrei
und mit entſprechender Aufſchrift
ver=
ſehen bis 19. Oktober 1928,
vormit=
tags 10 Uhr, bei uns einzureichen,
wo=
ſelbſt die Oeffnung in Gegenwart der
etwa erſchienenen Bieter erfolgt. (16051
Darmſtadt, den 5. Okt. 1928.
Provinzialdirektion Starkenburg
(Tiefbau).
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung 4: Am 4. Oktober 1928
hinſicht=
lich der Firma: Klepper8 Jahn,
Darm=
ſtadt: Die Geſellſchaft iſt mit Wirkung
vom 20. September 1928 aufgelöſt.
Ge=
ſchäft ſamt Firma iſt auf den ſeitherigen
Geſellſchafter Kaufmann Ludwig Klepper
in Darmſtadt als Einzelkaufmann
über=
gegangen. Kaufmann Ludwig Klepper
Ehefrau Eliſabeth, geborene Darmſtädter
in Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin
be=
ſtellt. — Abteilung B: Am 3. Oktober
1928 hinſichtlich der Firma: „Jamaica‟,
Bananen= und Früchtevertrieb,
Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, Hauptniederlaſſung Bremen,
Zweigniederlaſſung Darmſtadt: Durch
Geſellſchafterbeſchluß vom 26. Juli 1928
hat der Geſellſchaftsvertrag eine
Neu=
faſſung erhalten. Kaufmann Friedrich
Carl Heeſch in Köln iſt zum weiteren
Geſchäftsführer der Geſellſchaft beſtellt,
und zwar mit dem Recht alleiniger
Ver=
tretungsbefugnis für die Geſellſchaft.
Kaufmann Emil Heinrich Weber in
Bre=
men iſt zum Geſamtprokuriſten beſtellt
dergeſtalt, daß er ermächtigt iſt,
gemein=
ſam mit einem anderen Proknriſten der
Geſellſchaft rechtsverbindliche
Erklärun=
gen für dieſe abzugeben.
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Darmſtadt, den 6. Okt. 1928.
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Rheiniſche Herbſttagung
des Perbandes Deutſcher Geſchichtslehrer.
Heppenheim, 6. Oktober 1928.
Der letzte Tag der rheiniſchen Studientagung des Verbandes
Deut=
ſcher Geſchichtslehrer galt den abgetrennten deutſchen Brüdern, zunächſt in
Eupen und Malmedt.
Der Vortragende, Dr. Haus Berger=Berlin, verſtand es, dem in
der Oeffentlichkeit oft behandelten Thema neue Seiten abzugewinnen,
die in hohem Maße das Intereſſe der Zuhörer fanden. Der eigentliche
Grund der Annexion der beiden Kreiſe, die weder topographiſch noch
geſchicktlich oder völkiſch je eine Einheit bildeten, war militäriſch=
ſtrate=
giſcher Natur, wenn auch ihr Wert als ſolche weniger defenſiver als
offenſiver Art ſein kann; dieſer Urgrund wurde aber durch fadenſcheinige
hiſtoriſche, unbegründete völkiſche und Teparationstechniſche Vorwände
und durch eine jämmerliche Abſtimmungskomödie verdeckt, obſchon der
Prozentſatz der Kriegsverluſte der beidem Kreiſe (hundert pro Mille),
die Tatſache, daß keine Deſertionen während des Krieges vorgekommen
waren, der warme Abſchied von den zurückflutenden deutſchen Truppen,
das vernichtende Ergebnis der mit erfolgloſem Proteſt abgelehnten
Ab=
ſtimmung die wahre Stimmung der Bevölkerung deutlich kundgaben.
Die erſten Wahlen zum belgiſchen Parlament, noch mehr aber die
Ge=
meindewahlen 1926 ſind glänzende Beweiſe der deutſchen Geſinnung des
annektierten Gebietes geworden, allen probelgiſchen Intrigen zum Trotz.
(Eupen ſämtliche Sitze, Malmedy 10 von 11 Sitzen, im ganzen von 275
Gemeinderäten 280 Heimatrechtliche, d. h. deutſch eingeſtellte
Kandi=
daten.) Wie ſchwer der Kampf iſt, beweiſt das Ringen zwiſchen
Regie=
rung und Stadtrat von Eupen um den Bürgermeiſterpoſten. Der offene
Sonntagsbrief der tapferen Preſſe von Eupen, Malmedy und St. Vith
an den von der Katholiſchen Partei Belgiens in den Senat berufenen
Ver=
treter der abgetrennten Kreiſe, Eſſer, und der Neujahrswunſch 19M7
der=
ſelben Zeitungen mit ihrem leidenſchaftlichen Verlangen nach einer
un=
beeinflußtem Volksabſtimmung haben dem Finger auf die Wunde gelegt,
die ewig offen bleibt. Auch die durch Frankreich in letzter Minute
ge=
ſtörten, vor einem günſtigen Abſchluß ſtehenden Verhandlungen zwiſchen
Deutſchland und Belgien um die Rückgabe von Eupen, Malmedy haben
das Gefühl der Bevölkerung von Eupen=Malmedy geſtärkt, daß ſie wie
Südtirol ein Stück Auslandsdeutſchtum ſind, das — wie ſelbſt von
maß=
gebenden belgiſchen Kreiſen zugegeben wird — trotz ſerviler
Preſſe=
erzeuguiſſe, trotz der Agitation geächteter Separatiſtem und einer auf den
Schulbänken und von der Kirche betriebenem Beeinfluſſung — aus
kul=
turellen und wirtſchaftlichen Gegebenheitem niemals an Belgien
aſſimi=
liert werden kann. Bodenſtändiges Volkstum beſitzt auch hier in der
Verteidigung eine außerordentliche Widerſtandskraft wobei leider das
Fehlen einer deutſchem Oberſchicht infolge ihrer übereilten Abwanderung
tief zu beklagen iſt und den Kampf erſchwvert. Der deutſche Kulturwille,
getragen von der breiten Maſſe des Volkes, fand begeiſterten Ausdruck
in der 1926 in allen Gemeinden erfolgten Gründung des verhaßten und
verdächtigten Heimatbundes, der frei von jeder Politik die deutſchen
Kul=
turgüter hegt und pflegt. Das Land iſt trotz der künſtlich aufgerichteten
Grenzen ein Stück Deutſchtum, dem wir in ſeinem Kampf um ſeine
Selbſtbeſtimmung, um die ſittliche Pflicht, gegen das ihm aufgezwungene
Unrecht anzuſtreben, zwar nicht viel geben können, deſſem Ringen wir
nber verſtehend und mitempfindend bewundern müſſen. (Lebhafter
Beifall.)
Um die Teilnehmer der Tagung mit den neueſten geſchichtlichen
Ent=
deckungen auf heſſiſchem Boden bekannt zu machen, hatte ſich Herr Prof.
Behm=Darmſtadt freundlichſt bereit erklärt, über ſeine
Ausgrabungen in Lorſch
zu berichten.
Nach einem kurzen geſchichtlichen Abriß gab er ein lebendiges Bild
won den Methoden moderner Grabungstechnik, die hier in Lorſch zu ſo
außerordentlich weittragenden Ergebniſſen geführt haben. Mit
Lichtbiſ=
dern erörterte er die Probleme, die ſich an die vermeintliche Torhalle,
die Ausweitung des Atriums, die Türme, die Apſidem und die Eeelesia
arig antnüpfen, Von höchſtem Intereſſe war die Beſchreibung der
ent=
deckten Stuckmakereien und ein Schaubild von dem vermutlichen Ausſehen
der berühmten Kloſteranlagé. (Ueber Einzelheiten der Ausgrabung iſt
ſeinerzeit an dieſer Stelle berichtet worden.) Der Vortrag, der die
Hiſto=
riker einmal in die Werkſtatt des Archäologen blicken ließ, fand reichen
Beifall und regte eine große Zahl der Teilnehmer an, nach Schluß der
Tagung das nahe Lorſch zu beſuchen.
Dr. S. Kloevekorn=Saarbrüchen Gehandelte am Nachmittag die
Saargebietsfrage.
Bei Betrachtung des Geſamtproblems des Saargebiets hat, ſo führte
dev Vortragende u. g. aus, nicht nur der Politiker, ſondern auch der
Wiſſenſchaftler ein ganz gewichtiges Wort mitzureden. In welch
aus=
gezeichneter Weiſe Politik und Wiſſenſchaft zuſammenarbeiten können,
das haben die Franzoſen bei der Schaffung des Saarſtatuts bewieſen.
Es fehlten damals bei uns eigentlich die Kräfte, die zuſammenfaſſend
wiukten und unſerer Politik die Möglichkeit gaben, von unſerer Seite
aus unſeren Standpunkt zur Geltung zu bringen. Der Franzoſe ſieht
in dem Saargebiet eine geographiſche Einheit. Wir wiſſen aus
wiſſen=
ſchaftlichem Unterſuchungen, daß dieſe nicht vorhanden iſt, ſondern, daß
es ein vollſtändig zerſplittertes Gebiet iſt, das nur nach Oſten weiſt, aber
nicht nach Weſten, und das zuſammengehört mit dem Saar=Nahegebiet.
Darüber geben uns die geologiſchen Unterſuchungen, die Siedlungs= und
politiſche Geſchichte den beſten Aufſchluß. Siedlung und Politik ſind nur
der lebendige Ausdruck der natürlichen Begebenheiten. Der Vortragende
weiſt ſodann an Hand der Siedlungsgeſchichte und der geſchichtlichen
Ent=
wicklung des Saargebiets nach, daß die Forſchungsergebniſſe der
Fran=
zoſen auf dieſen Gebieten nicht den naturgegebenen Tatſachen entſprechen,
und daß infolgedeſſen die darauf fußenden Anrechte Frankreichs auf das
Saargebiet überhaupt nicht zu Recht beſtehen. Die Behauptungen, daß
die Bewohner des Saargebiets wiederholt in der Geſchichte den Anſchluß
an Frankreich gewünſcht und zu Zeiten der Zugehörigkeit zu Frankreich
ſich außerordentlich wohl gefühlt hätten, ſind durch die Ergebniſſe der
Forſchung widerlegt. Intereſſant war beſonders die Feſtſtellung, daß
zu den Zeiten, wo die Franzoſen Gelegenheit hatten, die Saarbewohner
mit den Segnungen der franzöſiſchen Kultur zu beglüchen, ſie eigentlich
genau dieſelben Methoden anwandten, die der Bevölkerung zuwider ſein
züſſen wie heute: Kontribution, Militärlaſten, Vorſpanndienſte, Verbot,
die Kinder anders erziehen zu laſſen als in Frankreich, Verlangen des
Paſſes uſw. Von einer Blütezeit, wie es die franzöſiſchen Hiſtoriker
darzuſtellen belieben, kann alſo gar nicht die Rede ſein. Die Saar=
bewohner haben die Beſetzung des Saargebiets, als ſehr unangenehm
empfunden. Beidesmal ſowohl 1681, als Frankreich zum erſtenmal das
Soargebiet annektierte, wie auch zum zweitenmal in der Zeit von 1733
bis 1815 haben ſich die Franzoſen die Sympathien der Saarbevölkerung
nicht zu erwerben vermocht, weyn ſie auch das Gegenteil behaupten.
Es kann zwar nicht geleugnet werden, daß namentlich in der
napoleo=
niſchen Zeit die Saarbewohner gewiſſe Vorteile hatten, da ſie mit dem
großen Staat Frankreich verbunden waren. Aber trotz der
Konſolidie=
rung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe iſt das Volk an der Saar nicht
franzöſiſch geworden. Das zeigt ſich beſonders deutlich, als die
Napoleo=
niſche Macht zuſammenbricht und die Saarbrücker Bevölkerung nun den
Kampf um das Deutſchtum führt. Die Eingliederung des Saargebiets
oder beſſer der Saargegend in den preußiſchen Staat iſt eigentlich das
erſte Beiſpiel für die praktiſche Durchführung des
Selbſtbeſtimmungs=
rechts der Völker, denn die Saar, ſprach 1815 den Wunſch aus, mit
Preußen verbunden zu werden. Das Saargebiet nahm unter Preußens
Herrſchaft einen ganz gewaltigen Aufſchwung. Wenn von franzöſiſcher
Seite behauptet wird, die Saarländer hätten von Preußen nichts wiſſen
wollen, ſo wird es, ſchon dadurch widerlegt, daß niemals im Laufe des
19. Jahrhunderts irgendwelche Verſuche unternommen wurden, mit
Frankreich anzubandeln. Die kulturelle Entwichlung bleibt hinter der
wirtſchaftlichen ſtark zurück. Sie kann mit ihr nicht Schritt halten. Das
Bürgertum hält die Führung nicht mehr in der Hand, dazu kommt ein
mächtiger Zuſtrom aus dem Hunsrück, der Eifel, der Pfalz, und aus der
Vermiſchung mit der urſprünglichen Saarbevölkerung iſt eine kulturelle
Einheitsentwicklung nicht möglich. Das Saargebiet wurde zwar ein
ſtar=
kes Induſtriegebiet, aber infolge der genialen preußiſchen
Siedlungs=
politik kein Proletariergebiet. Preußen verſtand es, über 60 Prozent der
Bergarbeiter ſeßhaft zu machen. 1870 kommt dann der Wendevunkt, als
Lothringen der Zukunft, und nun das Saargebiet nicht wehr Grenzland
iſt. Ein Sgarproblem gibt es nun nicht mehr. In dem Augenblick aber,
wo der Weltkrieg beginnt, beginnt auch die franzöſiſche Unterwühlung,
und nach dem Zuſammenbruch gehr Frankreich mit den ſchärfſten
Mit=
teln vor. Wir ſehen, wie die verſchiedenſtem Angriffe auf das deutſche
Kulturleben, vor allem auf die Kirche und Schule, beginnen. Die
ſchlimmſten Zuſtände herrſchen hier bei der Domanialſchule, der Schule
der Bergwerksverwaltung, auf deren Weſen wir nicht einzugehem
brau=
chen, da über ihr rechtswidriges Vorgehen wohl allgemeine Klarheit
herrſcht. Dank der Aufklärungsarbeit der Preſſe, Lehrer, Geiſtlichen,
politiſchen Parteien iſt es heute ſoweit gekommen, daß die
Domanial=
ſchule, wenigſtens ſoweit es deutſche Kinder angeht, ihre Bedeutung
ein=
gebüßt, wenn nicht verloren hat. Es iſt ein erfreuliches Ergebnis, daß
die kulturellen Ziele Frankreichs zum Mißerfolg verurteilt waren. Zum
Schluß kam der Vortragende auf den Kohlenraub der Franzoſen unter
ſaarländiſchem Boden zu ſprechen, wobei auf franzöſiſcher Seite die
Koh=
len zutage gefördert werden, ohne daß das Saargebiet dafür entſchädigt
wird. Mit dem Kohlenraub iſt auch eine Steuerhinterziehung verknüpft.
Abſchließend ſtellt der Vortragende die Theſe auf: wenm von franzöſiſcher
und deutſcher Seite öfter betont wird, daß das Saargebiet eine
Kultur=
brücke ſverdem ſoll, ſo darf feſtgeſtellt werden, daß die Saapländer an ſich
gar nicht grundſätzlich abgeneigt ſind, dieſe ſchwere Aufgabe einer
Kul=
turbrücke zu übernehmen. Aber die Saanländer müſſen als erſte
For=
derung die ſtellen, daß ebem Frankreich auf jeden Fußbreit dieſes
deut=
ſchen Bodens verzichtet, und daß die Saarländer, ehe ſie über dieſe Frage
reden können, ihrem Vaterlond zurückgegeben werden.
Den Abſchluß der Tagung, die der eigenartigen hiſtoriſch politiſchen
Problematik der Rheinlande gewidmet war, bildete der Vortrag des
Prof. Harold Steinacker=Innsbruck über das Thema:
Rhein, Donau und Weichſel als deutſche
Schickſalsſtröme.
Vour Geſamtſinn der deutſchen Gefchichte aus weiſt der Vortragende
die Verbundenheit der Rheinlande mit den Donau= und Weichſellanden
auf, eutſprechend dem Genius Loci Heppenheim, wo bekanntlich 1847
ein Vorparlament vor dem Vorparlament getagt hat. Er behandelte
das Thema nicht geopolitiſch, ſondern univerſalhiſtoriſch. Die drei
Ströme werden nicht als geographiſche Weſenheiten gefaßt, ſonſern als
Symbole für Altdeutſchland, Oeſterreich und Preußen. Die ud
verſal=
geſchichte mißt die Geſchichte eines Volkes nach deſſen Kulrur und
Macht=
leiſtung. Macht und Kultur ſind freilich keine reinen Gegenſätze. Die
Macht der inneren Politik beruht auf den Kräften des ganzen
Volks=
weſens. Aber die Macht nah außen? Die Zeit der Kabinettspolitik,
aber auch der Gegenwart, im der die hohen Ideen der
Schiedsgerichts=
barkeit und des Völkerbundes zu reiner Machtpolitik mißbraucht
wer=
den, lehren, daß die äußere Politik ein Feld iſt, in der die Macht noch
Selbſtzweck bleibt.
Für die kulturelle Entwicklung Deutſchlands iſt der gegebene
Rah=
men das Abendland. Im Sinne Nankes als Welt der romaniſch
ger=
maniſchen Völker gefaßt, oder genauer geſagt, als das ganze Gebiet,
das im Mittelaltev zur römiſchen Kirche gehört hat, im Gegenſatz zur
griechiſchen und zur byzantiniſchen Kultur. Dies Abendland iſt nicht
als Zuſtand, ſondern als Vorgang zu faſſen, als Auseinanderſetzung
römiſchen und germaniſchen Weſens, wobei germaniſch nicht gleich deutſch
zu ſetzen iſt — das iſt ein jüngerer und engerer Begriff —, und Rom
nicht nur die Antike, ſondern auch das Chriſtentum bedeutet. Je nach
dem Anteil, den einzelne Länder an dieſen Auseinanderſetzungen
nehmen, laſſen ſie ſich unterſcheiden. So ſind wir zwiſchen dem
katho=
liſchen Romanen und dem proteſtantiſchen England und Skandinavien
ſo recht ein Land der Mitte, nicht nur politiſch, ſondern auch geiſtig.
Und unſere Aufgabe iſt es, durch den Beziehungsreichtum unſerer
Kultu=
die geiſtige Einheit des Abendlandes zu erhalten, dercm Mittelpunkt,
ja Schwerpunkt, wir werden können, wenn wir ſelbſt den Ausgleich der
beiden Elemente in uns vollziehen.
Der Vortrag zeigte nun, wie dieſer Ausgleich in der Spannung
zwiſchen den drei Kulturräumen des Rheins, der Donau und der
Weich=
ſel verläufk. Die machtpolitiſche Entwicklung verläuft in einem anderen
Nahmen, im Syſtem der großen Mächte, das über das Abendland
hinausreicht. Und politiſche Macht beruht auf einem Doppelten: Auf
eigener Kraft und auf Bündniſſen, genauer auf der Machtverteilung
im Ganzen des Shſtems. Zuerſt verfolgte der Vortragende das erſte
dieſer beiden grundverſchiedenen Elemente, für die Kaiſerzeit und die
Koloniſation, dann für die Verknüpfung des Kampfes am Rhein und
Weichſel ſeit dem 15. Jahrhundert, au der Stellung der Habsburger für
Lieſe Verknüpfung von Oſt und Weſt, ſchließlich die Stellung Preußens
am Beiſpiel des Großen Kurfürſten. Die Dreiheit der geſchichtlichen
Räume hat kulturell neben Nachteilen auch Vorteile, bolitiſch hatte ſie
nur Nachteile. Daher ſetzt ſich die Idee der deutſchen Einhert durch.
Ihre Verwirklichung hängt von jenen zwei Elementen ab: äußere
Kon=
junktur und innere Kraft. Die äußere Konjunktur für die Vollendung
der deutſchen Einheit wird kommen. Dann gilt es, die innere Kraft
ge=
ſammelt bereit zu halten. An dieſer großen Aufgabe arbeitet nicht zuleit
Dr. D.
auch der Geſchichtsunterricht unſerer Schulen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 7. Okt. 8.30: Kaſſel: Morgenfeier. 6 11: Prof. Dr.
Kinkel: Soll man den Kmdern Märchen erzählen: e 11.30:
Eng=
liſche Dichtung. Ausf.: Lilian Harriſon. o 12: Mittagsſtändchen.
Funkorch. O 13: Landwirtſchaftskammer Wiesbaden. O 15:
Jugend=
ſtunde. Kaſperltante Lieſel Simon: Rumpelſtilzchen. O 16: Konzert.
Funkorch. Mitw.: Paula Ley (Alt). Mendelsſohn: Ouv. „
Heim=
kehr aus der Fremde‟ — Beethoven Adagio aus der vierten
Sinfonie. — Schubert: Zwei Lieder; Allegretto quaſi Andante. —
Brahms: Akademiſche Feſtouvertüre. — Schubert: Drei Lieder. —
Volksmann: Andante aus der Sinfonie in D=moll. O 17: Stunde
des Landes. „Staat und Landvolk”, Eröffnungsanſprache von Exc,
Dr. Schwander. — Dr. Gebhardt: Volksbildung —nd Landfunk.
— Dipl.=Landwirt: Die alte und die neue Zeit in der Landwirtſchaft.
8 18: Rhein=Mainiſcher Verband für Volksbildung. o 19.30:
Schubert=Abend des Wiener (Koliſch=) Streichquartetts. o 20.30:
Stuttgart: „Bilderbuch ohne Bilder” von H. Chr. Anderſen. 0 21.30:
Funkorch.: Volkstümlicher Abend. O Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Sonntag, 7. Okt. 11.15: Evangeliſche Morgenfeier. Anſprache:
Stadtpfarrer Dr. Rauſcher. Mitw.: Muſikdir. Strebel (Orgel),
Auguſte Nagel (Sopran). o 12: Schloßplatz Stuttgart:
Promenade=
konzert .O Anſchl.: Schallplatten. 6 14. Jugendfunk. 8 14.30:
Feſt=
halle in Karlsruhe: Konzert, anläßlich des Gauſängerfeſtes des
Karls=
ruher Sängergaues. Baumann: Kantate „Den Gefallenen zum
Ge=
dächtnis den Trauernden zum Troſt. — Gedenkfeier für Franz
Schubert: Erſter Satz der H=moll=Sinfonie; Der 23. Pſalm mit
Orch. — Hymne, achtſtimmig mit Bläſerchor. — Sololieder: Meine
Ruhr iſt hin: Die junge Nonne; Nachtgeſang im Walde, mit
Horn=
quartett; Geſang der Geiſter über den Waſſern, mit Orcheſter;
Die Allmacht. 6 16.30: Schallplatten. 17: Schloßplatz Karlsruhe:
Kundgebung für das deutſche Lied. 6 18: Konzertſaal in Villingen:
Sinfoniekonzert des Philharm. Orcheſters Stuttgart. Dirigent: Joſ.
Leimeiſter. Lißzt: Les Preludes, ſinfoniſche Dichtung. — Wagner:
Vorſpiel zu. Die Meiſterſinger von Nürnberg‟, 6 18.45:
Dichter=
ſtunde: Dr. Hans Fleſch=Brunningen. O 19.30: Frankfurt: Konzert
des Koliſch=Quartetts. Werke von Schubert. 20.30: Stuttgart:
Bilderbuch ohne Bilder von Anderſen. Mitw.: Margarete Raabe
(Rezitat.), Heribert Grüger (Klavier). 8 21.10: Frankfurt:
Orcheſter=
korzert. 8 Anſchl.: Stuttgart: Schlagerſtunde, Leitung: Strupe,
Mitw.: Käte Mann, Funkorch.
Berlin.
Sonntag, 7. Okt. 8.55: Stundenglockenſpiel der Potsdamer
Garniſonkirche. 9: Morgenfeier. Mitw.: Frieda Thurner (Sopran)
Käthe Neumann (Mezoſopran), Leni Wiſchmeyer (Alt), Lotte Arndt
(Rezitat.), Anſprache: Pfarrer Lic. Koch, Lichterfelde. O. Anſchl.:
Glockengeläut des Doms. o 10: Eröffnung der Intern. Luftfahrt=
Ausſtellung 1928. (Alte Autohalle am Kaiſerdamm.) Wagner:
Ein=
zug der Gäſte, aus „Tannhäuſer”, Ausgef.: Ausſtellungs=Orcheſter
R. Meinhardt. — Begrüßung: Oberbürgern. Böß.
Eröffnungs=
anſprache: Reichsverkehrsminiſter v. Guerard. Anſprache: Dr. Huth,
Vorſitzender der Ausſtellungsleitung. — Anſchl.: Schilderung eines
Rundganges durch die Ausſtellung. 6 11.15: Feier des 50jährigen
Beſtehens der Humboldt=Hochſchule. (Aus dem Plenarſaal des ehem.
Herrenhauſes.) Wagner: „Wacht auf”, aus „Die Meiſterſinger von
Nürnberg. Chor Roſebery dAArguto. Begrüßungsanſprachen:
Studien=
direktor Dr. Gaſter (für den =Ausſchuß), Dr. Cohn=Wiener (für
die Dozentenſchaft). Glückwunſchanſprachen: Oberbürgermeiſter Böß
und ein Vertreter des Miniſteriums. 6 12.10: Großes
Schauſpiel=
haus: Konzert. Orcheſter Bernard Ette. o 14: Die Abenteuer des
Kapitäns Funk. 6 15.30: Mitteilungen und praktiſche Winke für den
Landwirt. 15.55: Karl Koch: Die Behandlung der Bienen im
Herbſt und Winter. o 16.30: Potsdamer Garniſonkirche:
Orgel=
konzert. Prof. Becker. 17: Teemuſik. Kapelle Barnabas v. Geczy.
0 19: Präſident Dr. Lüdtke: Zwiſchen Elbe und Weichſel. o 19.30:
Dr. Roſcher: Weltwirtſchaftliche Fragen. 6 20: Aus dem
Marmor=
ſaal im Zoo: Muſikfeſt des Bundes Deutſcher Komponiſten. Einl.
Worte: A. Braun. Künneke: Jagd=Ouvertüre. — Huppertz: Feſt
der Freude. — Mackeben: Salomes Tanz. — Lindemann: Humoreske
(Uraufführung). — Robrecht: Spiel der Wellen, Tanz=Fantaſie
Foxtrot. — Königsberger: Zigeuner (Intermezzo) — d’Albert:
Sinfoniſches Vorſpiel aus „Tiefland”‟. — Schmalſtrich: Einzug des
Prinzen Karneval (Aus der Suite „Faſching”) — Yoſhitomo:
Straßenſzenen in Hongkong laus der oſtaſiatiſchen Suite). — Gilbert:
Aus meinen Werken. — Strauß: Kaiſer=Walzer. Funkorcheſter unter
Leitung der Komponiſten. Gaſtdirig.: Seidler=Winkler. 22.30:
Marmorſaal im Zoo: Tanzmuſik. Kapelle Kermbach. O 24: Huldigung
für Franz Lehar anläßlich ſeines 25jährigen Komponiſten=Jubiläums.
Stettin. 9: Morgenfeier. Anſprache: Paſtor Schumacher
Star=
gard. Mitw.: Klaus Müller (Bariton), Paſtor Langkutſch (Rezitat.).
Deutſche Welle. Sonntag, 7. Okt. 8.55: Stundenglockenſpiel
der Potsdamer Garniſonkirche, 8 9: Berlin: Morgenfeier. Anſprache:
Pfarrer Lic. Koch=Lichterfelde. Anſchl.: Glockengeläut des Berliner
Doms. O 10: Eröffnung der Internationalen Luftfahrt=Ausſtellung
1928 in der alten Autohalle am Kaiſerdamm, Berlin. o 11.15:
Feier des 50jährigen Beſtehens der Humboldt=Hochſchule. Aus dem
Plenarſitzungsſaal des ehemaligen Herrenhauſes. o 12.10: Konzert
aus dem Großen Schauſpielhaus. Orcheſter Bernhard Ette. o 14:
Die Abenteuer des Kapitän Funk. 15.30: Mitteilungen und
prak=
tiſche Winke für den Landwirt. 15.55: Karl Koch: Die
Behand=
lung der Bienen im Herbſt und Winter. e 16.30: Potsdamer
Garniſonkirche: Orgelkonzert. Prof. Becker, o 17: Teemuſik der
Kapelle Barnabas v. Geczy. o 18: Prof. Dr. Fran: Buddha und
Konfuzius. 18.30: Erna Arnhold: Heilige Stätten der Menſchheit.
0 19: Dr. Zareck: Albert Schweitzer. D 19.30: Dr. Kayſer: Die
Schriften des Parazeiſus. 20: Berlin; Muſikfeſt des Bundes
Deutſcher Komponiſten. (Aus dem Marmorſaal im Zoo.) Anſchl.
Preſſenachrichten. O 22.30: Fortſ. der Uebertr. aus dem Marmorſaal
im Zoo. o 24: Huldigung für Franz Lehar anläßlich ſeines 25 Komponiſtenjubiläums.
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Stenographie
Maſchinenſchreiben
Anfänger, Diktat= u.
Redeſchriftkurſe.
Beginn 16. Oktober
M. Nanmann
Waldſtraße 4, (16020z
Nummer 229
Sontitag, den 7. Oktober
jan
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Die an den Weltmärkten für Weizen ſich zeigende Feſtigkeit hat ſich
auch auf die ſüddeutſchen Märkte übertragen. Man ſtellte feſt, daß
ſo=
wohl engliſche wie deutſche Importeure angefangen haben, Weizen auf
Meinung zu kaufen, weil ſie die jetzigen Preiſe trotz der bevorſtehenden
argentiniſchen Ernte als angemeſſen erachteten. Zwiſchen den zuletzt
mitgeteilten amtlichen kanadiſchen Ernteſchätzungen von 600 Millionen
Buſhels und den privaten Schätzungen von 500 Millionen Buſhels
nimmt man etwa die Mitte als richtig an. Beachtet blieb, daß ſowohl
Kanada als Amerika auch in dieſer Woche wieder Manitoba I mit 13,90
holl. Gulden (1 holl. Gulden — 1,68 Mk.) zurückkauften, woraus ſich der
Schluß ergibt, daß die beſſeren Beſchaffenheiten offenbar nur in
be=
ſcheidenem Umfange geerntet worden ſind. Daraus errechnet man ſich
auch ein geringeres Geſamtergebnis nach dem Hektolitergewicht. Aus
Argentinien, wo der Schnitt im kommenden Monat beginnt, und aus
Auſtralien lauteten die Erntenachrichten weiter günſtig. Indien trat als
Weizen= und Mehlkäufer in Nordamerika auf. Die deutſchen Mühlen
gingen aus ihrer Zurückhaltung heraus und kauften in dieſer Woche
größere Poſten Plata=Weizen auf Oktober/Dezemberlieferung, wobei
Bahia Blacam mit 11,60—11,90 holl. Gulden bezahlt wurde. Das
An=
gebot in Plata=Weizen iſt hier merklich geringer geworden, und wenn
die Kaufluſt noch einige Zeit anhält, wird Argentinien nur mit geringen
Beſtänden alter Ernte in das neue Erntejahr eintreten. Deutſcher
Weizen wurde wieder zur Ausfuhr nach Skandinavien, England und
Italien verkauft. Da Deutſchland bekanntlich Weizenzuſchußland iſt,
muß die jetzige Exportmenge im Frühjahr wieder eingeführt werden.
Gegen die Vorwoche erhöhte ſich der inländiſche Weizenpreis um 0,50
bis 0,75 Pfg. die 100 Kilogxamm. Roggen lag feſt bei kleinem
Ange=
bot und koſtete waggonfrei Mannheim 23—23,25 (22,75—23,00) Mark.
— In Hafer ſind neue Exportabſchlüſſe zuſtande gekommen, und da
ſich kein drängendes Angebot zeigte, war der Markt befeſtigt. Im
An=
kauf von Braugerſte hielten die Brauereien zurück, und dieſes
Marktgebiet lag etwas ſchwächer. Auch die Mälzereien bekundeten
wenig Kaufneigung. Mais feſt auf erhöhte argentiniſche
Forderun=
gen. Obwohl die deutſche Kartoffelernte einen großen Ertrag liefern
dürfte, lag der Futtermittelmarkt, namentlich für Kartoffelfutter, ſehr
feſt. England hat größere Käufe vorgenommen, nachdem die in Schott=
Innd eingetretene Kälte dazu zwang, das Vieh von den Weiden zu
neh=
men. Verlangt wurden für die 100 Kilo: Malzkeime 18,75—19,50,
Bier=
treber 18,75—19,25, Weizennachmehl 20,50 prompt, 21 RM. auf
Liefe=
rung, Weizenfuttermehl. 16—16,50, Kleie 13,50—14,25, Maisſchrot 23,50
Reichsmark. — Am Mehlmarkt kam es mehrfach zu neuen Abſchlüſſen
und die Mühlen nahmen auf die erhöhten Brorgetreidepreiſe hin eine
Erhöhung ihrer Forderungen vor. Sie verlangen nunmehr für
ſüd=
deutſches Weizenmehl Spezial Null 34,00 RM. (Vorwoche 33,75),
Rog=
genmehl je nach Ausmahlung 31—33 (30—30,50). Hartweizengries ſoll
in den nächſten Tagen um 1 RM. die 100 Kilo erhöht werden.
In Roggen war das Angebot zum Teil größer wie die Nachfrage.
Der Handel in Roggen und Roggenmehl zeigte eine gewiſſe
Zurückhaltung, da dieſe Artikel im Vergleich zum Weizen
verhältnis=
mäßig hoch bewertet wurden. Gegen Ende des Monats iſt dann Roggen
im Preiſe auch ſtärker zurückgegangen als Weizen. Im Gerſter
geſchäft ſind die Käufer gegenüber dem Beginn der Ernte etwas
zurückhaltender geworden. Die Preiſe für gute Qualitäten haben ſich
jedoch ziemlich gehalten. Das Angebot iſt zur Deckung der Nachfrage
mehr wie ausreichend. Geringere Gerſtequalitäten fanden weniger
Beachtung.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 6. Oktober.
Zum Wochenſchluß war die Haltung im allgemeinen ſtill, aber eher
etwas freundlicher. Das private Publikum verharrte in ſeiner faſt
voll=
kommenen Intereſſeloſigkeit, und das Geſchäft dear im weſentlichen auf
die Tätigkeit der Kuliſſe beſchränkt, die einige Deckungskäufe vornahm.
Nur für verſchiedene Spezialwerte war wieden etwas regere
Kaufnei=
gung feſtzuſtellen. Eine Anregung bot die feſte Tendenz der geſtrigen
New Yorker Börſe. Die Kursentwicklung war nicht einheitlich,
über=
wiegend ergaben ſich aber Beſſerungen von etwa 1—2 Prozent gegen
die Abendbörſe. Etwas ſtärker hervor traten heute die Montanwerte,
von denen die reinen Braunkohlenwerte bevorzugt waren. Rhein.
Braunkohle eröffneten 6½ Prozent höher, während Harpener 3½
Pro=
zent und Phönix und Rheinſtahl je 1 Prozent anziehen konnten.
Leb=
haft war das Intereſſe ferner wieder für Deſutſche Linoleum, die
4½ Prozent gewannen. Am Elektromarkt waren nach wie vor Siemens
mit plus 1½ Progent und Schuckert mit plus 2 Prozent ſtärker
be=
gchtet. Bergmann ſetzten 1½ Prozent und A.E.G. ½ Prozent höher
ein. Etwas feſter eröffneten noch Conmerzbank, Zellſtoff Waldhof und
Rüttgerswerke mit je plus 1 Prozent. J. G. Farben waren
unverän=
dert. Autoaktien lagen bis zirka 1 Prozent gedrückt. Wayß u. Freötag
ſetzten ihre Abwärtsbewegung um 1½ Prozent fort. Reichsbank, die
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt. In Mittelbaden zum Verkauf
ge=
ſtellte größere Poſten Sandgrumpen wurden nur zum Teil abgeſetzt.
Was erworben wurde, wurde mit 40—45 RM. je Zentner bewertet. Ein
Verkaufstermin in Heddesheim hatte keinen Erfolg, weil der
Tabakver=
ein für die Grumpen 50 RM. forderte, während nur 40 RM. geboten
wurden und auf Sandblatt überhaupt kein Gebot abgegeben wurde. Im
freien Verkehr wurden in Walldorf, Sandhofen und Seckenheim
Sand=
grumpen mit 30—40 RM. umgeſetzt. Von 1927er Schneidetabaken ſind
einige Zentner ſogen. Bauernpartien zu 85 RM. je Zentner gehandelt
worden. Der Rippenmarkt lag unverändert.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 3. Oktober und im
Monats=
durchſchnitt September. Die auf den Stichtag des 3. Oktober berechnete=
Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt gegenüber der
Vorwoche um 0,4 v. H. auf 140,4 (139,8) geſtiegen. Von den
Haupt=
gruppen hat die Indexziffer für Agrarſtoffe um 10 v. H. auf 135,1-
(133,7) und diejenige für Kolonialwaren um 0,2 v. H. auf 134,3 (134,0)
angezogen. Die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren
war mit 133,5 (133,4) gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert,
während die Indexziffer für induſtrielle Fertigwaren ſich um 0,3 v. H.
auf 159,9 (159,5) erhöht hat. — Im Monatsdurchſchnitt September iſt
die Geſamtindexziffer gegenüber dem Vormonat um 1,1 v. H. auf 139,9
(141,5) zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat insbeſondere die
Indexziffer für Agrarſtoffe um 2,5 v. H. auf 134,2 (137,6) und diejenige
für Kolonialwaren um 3,3 v. H. auf 131,0 (135,5) nachgegeben. Die
Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren iſt um 0,6 v. H.
auf 133,5 (134,3) zurückgegangen, während die Indexziffer für
indu=
ſtrielle Fertigwaren mit 159,5 gegenüber dem Vormonat unverändert
war.
Kapitalserhöhung der Faber u. Schleicher A.G., Offenbach a. M.
Wie wir erfahren, wird die Geſellſchaft ihr Kapital von 992000 RM.
um rund 480 000 RM. erhöhen, wobei den alten Aktiowären ein
Bezugs=
recht 5:2 zu 107 Prozent gewährt werden ſoll. Die jungen Aktien ſind
ab 1. Januar 1929 erſt dividendenberechtigt. Die Einzahlung ſoll auf
längere Zeit verteilt werden. Die Kapitalserhöhung dürfte angeſichts
des geſtiegenen Umſatzes zur Stärkung der Betriebsmittel dienen. Der
Geſchäftsgang iſt günſtig.
Beſſerung in der Hanauer Schmuckwareninduſtrie. Die Beſchäfti=
gut behauptet eröffneten, zogen im Varlaufe 3 Prozent an. — Deutſche
Anleihen lagen faſt geſchäftslos, auch ausländiſche Renten ſtill. Im
Verlaufe blieb die Stinmung freundlich, da Spezialwerte weiter
ver=
langt waren. Meiſt traten neue Kursbeſſerungen bis etwa 2 Prozeut
ein. Auch J. G. Farben waren ſpäter etas lebhafter verlangt und
2 Prozent höher. Bemerkenswert war die ſchwache Haltung der
Daimleraktien, die bis zirka 87 Prozent nachgaben.
Tagesgeld war zu 6½ Prozent wieder leichter, Monatsgeld
eben=
falls eher etwas erleichtert. Am Deviſenmarkt lag die Mark ſchwächer.
Mark gege Dollar 4.,1992½, gegen Pfunde 20,370. London-Kabel
4,8490, Paris 124,08, Mailand 92,56, Madrid 29,65, Holland 12,09½.
Berlin, 6. Oktober.
Am heutigen Wochenſchluß eröffnete die Börſe in etwas
freund=
licherer Stimmung. Die fortſchreitende Geldmarkterleichterung und
einige Auslandsaufträge, die ſich wieder auf die führenden Elektrowerte
und auf einige Bankaktien erſtreckten, beranlaßten die Spekulation zu
Deckungskäufen. Das Geſchäft hielt ſich in engſten Grenzen. Nach
Feſt=
ſetzung der erſten Kurſe konnte ſich das Geſchäft allgemein ein wenig
be=
leben, namentlich in Montanwerten, Farben und Siemens, ſowie in
Berlin=Karlsruher wurden größere Umſätze bei leicht anziehenden Kurſen
getätigt. Im Verlaufe konnte das Geſchäft weiter an Umfang
ge=
winnen. Das Intereſſe für Montanwerte hielt an, ebenſo waren
Kali=
aktien mehr beachtet. Gegen Schluß wurde das Geſchäft auf
Gewinn=
nealiſationen ruhiger. Auch nachbörslich hielten die Poſitionslöſungen
in dieſem Papier an bei weiter nachgebenden Kurſen. Die Börſe ſchloß
gut behauptet. Nachbörslich traten kaum Kursveränderungen ein.
A. E. G.
Augsb.=Nürnb.
Baſalt.
Bergmann.
Berl. Karlsruhe
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl.=Brike
Bremer Wolle,
Danatbank.
Deutſche Bank
Diskontogeſ
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchine
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel.
Elektr. Lieferung
J. G. Farben..
Gelſenk. Berg.
H. f. elektr. Untern
Han. Maſch.=Egeſt
Hanſa Dampfſch
Hapag ..
Harpner
Hemoor Zement. . . .
95.125 269.— 269.5 Ver. Stahlwerke. 42.5 42.— Volkſtedter Porzellan 66.5 190.25 191.— Wanderer Werke. 135.— 158.— 158.5 Wiſſner Metall. . 158,5 150.— 153.— Wittener Gußſtahl". 60,5 265.— 1 265,5
6. 10.
134.—
295.—
179.375
258.— 1259.25
46.875
167.25
151.875
495.125
105.125
140.— 1140.5
143.—
560.—
97.—
66.75
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 6. Okt. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Am Wochenſchluß war das Geſchäft am
Baumwoll=
markte ziemlich lebhaft, doch kam es im Verlaufe zu einem Rückgang der
Preiſe, da angeſichts des Montag fälligen Regierungsberichts
Liquida=
tionen vorgenommen wurden und das günſtige Wetter verſtimmend
wirkte. Die Meldungen aus dem Auslande lauteten verſchieden, und es
kam infolgedeſſen ſpäterhin zu neuen Sicherungsverkäufen. Auf dem
ermäßigten Preisniveau zeigte ſich zum Schluß gute Nachfrage des
Handels.
* Chicago, 6. Okt. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Weizenmarkt verkehrte am Wochenſchluß in durchweg
feſter Haltung, da Meldungen über gute Exportabſchlüſſe in Glasweizen
vorlagen und die Zufuhren während der letzten 24 Stunden klein
ge=
blieben ſind. Im Verlaufe ſetzten einige Sicherungsverkäufe ein, doch
machte ſich gute Unterſtützung bemerkbar, wie verlautet von ſeiten
pro=
minenter Intereſſenten. Sodann griff zeitweiſe eine erneute
Schwäche=
neigung Platz, da die nordweſtilchen Firmen Abgaben vornahmen.
Spä=
ter ſetzten neue Käufe ein, ſodaß der Markt in ſtetiger Haltung ſchloß.
Mais: Am Maismarkte war die Kursgeſtaltung unregelmäßig.
An=
regung boten die feſte Haltung der Lokomärkte und die kleinen Zufuhren
ſowie die Erwartung einer ſtärkeren Abnahme der ſichtbaren Vorräte,
Im Verlaufe kam es aber dann zu einem teilweiſen Rückgang der
Preiſe, da auf Grund der ſchwachen Verfaſſung des Marktes in Buenos
Aires Liquidationen vorgenommen wurden und Meldungen über
ziem=
lich umfangreiches Angebot in neuer Ernte vorlagen, demgegenüber die
Exportfirmen ſich ruhig verhielten.
Roggen: Roggen tendierte überwiegend feſt, da die feſte Haltung
von Winnipeg ihren Einfluß nicht verfehlte und da ſich weiteres
Ex=
portgeſchäft entwickelte. Zeitweiſe drückten ſodann Gewinnmitnahmen
auf das Preisniveau, doch erfolgte im Verlaufe im Einklang mit
Wei=
zen eine erneute Befeſtigung.
Hafer: Am Hafermarkt kam es ebenfalls zu einem leichten Anziehen
der Notierungen. Beſondere Momente lagen nicht vor, doch wirkte die
ſtetige Haltung der Lokomärkte anregend, und die Ausſicht weiterer
Nachfrage für Exportzwecke.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 6. Okt.:
Getreide. Weizen: Dez. 120, März 124, Mai 126½; Mais:
Dez. 83, März 85½, Mai 87½: Hafer: Dez. 44, März 45½, Mai
46½: Roggen: Dez. 107½, März 109, Mai 110½.
Schmalz: Okt. 12,25, Nov. 12,30, Dez. 12,40, Januar 1929
12,70.
Fleiſch. Rippen: Geſchäftslos. Speck, loko 14,25; leichte
Schweine 10,00—11,15, ſchwere Schweine 10,25—11,15:
Schweine=
zufuhren: Chicago 3000, im Weſten 27 000.
Baumwolle: Oktober —, März 18,27.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 6. Okt.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 165, Hartwinter 135: Mais,
neu angek. Ernte 96; Mehl, ſpring wheat clears 5,90—6,25;
Fracht: nach England 1,3—2,0 Schilling, nach dem Kontinent
9—10 Cents.
Schmalz:; Prima Weſtern, loko 13,00; Talg, extra, loſe 9.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 26; Loko: 1078;
Oktober 10,16, November 10,27, Dezember 10/42, Januar 1929
10,65, Februar 10,60, März 10,65, April —, Mai 10,79, Juni —
Juli 10,93.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Auf Grund freundſchaftlicher Uebereinkunft hat der bisherige
Vor=
ſitzende de3 Vorſtandes der Berlin=Karlsruher Induſtriewerke. A. G.
Berlin, Generaldirektor Dr. Paul von Gontard, ſein. Amt als
Mit=
glied des Vorſrandes der genannten Geſellſchaft niedergelegt.
Am 1. November wird in Holland das Briefdorto nach dem
Aus=
lande um 2½ Cents ermäßigt. Briefe, die bisher 15 Cents koſteten,
wer=
den auf 12½, Poſtkarten von 10 auf 7½ Cents ermäßigt, ebenſo
Muſter=
ſendungen uſw.
Nach einer vom Däniſchen Landirtſchaftsrat ausgearbeiteten
Stati=
ſtik ſind in den erſren acht Monaten dieſes Jahres aus Dänemark
land=
wirtſchaftliche Produkte für insgeſamt 828 Mill. Kr. ausgeführt
wor=
den. Die Einfuhr von Rohſtoffen für den Bedarf der däniſchen
Land=
wirtſchaft erreichte im gleichen Zeitraum 273 Mill. Kr.
Im Gebiet von Lambaheque an der Nordoſtküſte von Peru ſind
nach Berihten aus Lima große Petroleumfelder entdeckt worden.
Amt=
lich wird von der peruaniſchen Regierung erklärt, daß ſie ſich das Aus=
60.5
Deviſenmarkt.
gung in der Hanauer Schmuckwareninduſtrie weiſt in mehreren Betrie=
Een eine Beſſerung auf, haurtſächlich hervorgerufen durch das Einſetzen
der Reiſetätigkeit, die Leipziger Meſſe und durch Zunahme der
Aus=
landsaufträge. Es wurde in den Betrieben zumeiſt voll gearbeitet,
ver=
einzelt mit Ueberſtunden. Die Wettbewerbsverhältniſſe ſind ſowohl im
Inlande wie im Auslande andauernd ſehr ſcharf; beſonders die
öſter=
reſchiſche Konkurrenz iſt im Inlande ſehr empfindlich. Die Preiſe ſind
infolge der ſcharfen Konkurrenz ziemlich gedrückt und es werden ſehr
lange Ziele in Anſpruch genommmen. Ueber ſchleihten Zahlungseingang,
namentlich aus dem Inlande, wird allgemein geklagt. In der
Fabrika=
tion von Filzen machte ſich bei veränderten Preiſen ein allgemeines
Nächlaſſen der Beſchäftigung geltend. Bei der Jabrikation emaillierter
Eiſenwaren hatte die rückläufige Konjunktur noch keine Aenderung
er=
fahren. In der Wachsinduſtrie hat ſich die Preisſteigerung der
Roh=
materialien fortgeſetzt. Im Gegenſatz hierzu bleiben die Preiſe für
Fertigfabrikate gedrückt.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
tourden in der Zeit vom 23. bis 29 September im Ruhrgebiet in 6
Arbeitstagen 2 187 432 To. Kohlen gefördert gegen 2206 747 To. in der
vorhergehenden Woche bei ebenfalls 6 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung
ſtellte ſich in den 7 Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch
Sonntags gearbeitet) auf 574 944 To. gegen 562 582 To. in der
vorher=
gehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 77 314 To. gegen 470 285
in 6 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der
Zeit vom 23. bis 29. September 364 572 To. gegen 367 791 To. in der
vorhergehenden Woche. Die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf
82 135 To. (80 369 To.), die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf
12886 To. (12381 To.). Wegen Abſatzmangels wurden in der
Berichts=
woche 68 216 (arbeitstäglich 11 369) Feierſchichten eingelegt gegen 52 053
(8676) in der Vorwoche.
Konferenz der Schiffbauinduſtrie in Paris. In der Internationalen
Handelskammer zu Paris tagte geſtern eine Konferenz der
Schiffbau=
induſtrien, auf der auch Deutſchland vertreten war, und zwar durch
den Konſul a. D. Georg Howald vom Verein Deutſcher Schiffswerften
in Hamburg, der auch als Berichterſtatter fungierte. Der Ausſchuß
prüfte die in der Induſtrie beſtehenden Statiſtiken und erörterte
gleich=
falls die Frage der Zollnomenklatur. Er verfaßte einen Bericht, der
der Weltkonferenz für Wirtſchaftsſtatiſtik, die am 26. November in Genf
zuſammentritt, vorgelegt werden ſoll.
Helſingfors
Wien
Prag.
Budapeſt.
Sofia ..
Solland
Lslo.
Kopenhagen .Y111.82
Stockholm
London ..
Buenos Aires
Neu=York
Belgien
Italien ...
59, 135 Paris .....
Schweiz.
Spanien..
Japan.
Rio de Janeir
Jugoſlavier
Portugal
Athen
Lonſtantinope
Kanada.
Uruguay
Brief
12.03
16.435
80.93
68.46
81.46
1.920
0.503
7.392
18.92
5.435
2.177
4.202
4.274
betungsrecht vovbehalte, bis Vereinbarungen" über eine nutbringende
Verpachtung des Gebietes an Privatgeſellſchaften getroffen ſeien.
Die älteſte polniſche Porzellanfabrik in Cmielow hat ihre Produktion
ſeit dem Vorjahre erheblich vergrößert. Im Jahre 1927 wurden für=
3,1 Mill. Zl. Tafelporzellan verkauft, im erſten Halbjahr 1928 aber allein
für 2,1 Mill. Neu aufgenommen wurde die Produktion von
Elektro=
porzellan, ſo daß der Bedarf der elektrotechniſchen Firmen zum Teil im
Inlande gedeckt werden kann.
Einer New Yorker Meldung zufolge wird ſich die Daimler=Benz=
A. G. an den Automobilausſtellungen in New York und Chicago
betei=
ligen. Herr C. Schippert, Vorſtand der Daimler=Benz=A.G., ſoll
an=
läßlich ſeiner kürzlich ſtattgefundenen Amerikareiſe Abmachungen über
Ausſtellungsraum uſw. getroffen haben.
Am vierten Tage der New Yorker Pelzauktionen belebte ſich die
Umſatztätigkeit. Es wurden 850 000 Dollar umgeſetzt. Biber,
kanadi=
ſcher Marder und Shiraz blieben unverändert, ruſſiſcher Zobal war
15 Prozent, Dachſe 20 Prozent höher, Mink 20 Prozent niedriger.
Frankfurter Kursbericht vom 6. Oktober 1928.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
8. Oktober, wurden 364 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 262 Stück.
Milchſchweine wurden verkauft von 7—12, Läufer von 18—42, Einleger
57 Mark für je ein Stück.
Produktenberichte.
Mainzer Produktenbericht für September 1928. Im Berichtsmonat
ſag die Börſe im allgemeinen ruhig, da die Ernteberichte durchſveg
günſtig lauteten. Gegen Ende des Monats war die Tendenz etwas
eſter, ohne daß jedoch hierdurch die Geſchäftstätigkeit lebhafter wurde.
Beizen war ſtark gefragt und vollkommen ausreichend gngeboten,
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
% Bah. Freiſtaat
von 1927 ......"
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
%Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Aiu
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + *
Ablöſungsanleik
Dtſche. Anl. Ablö.
ſungsſch. (Neub
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
8% Bad.=Bad. v. 26
6½Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
2Mainz v. 26.
8%Mannh. v. 26
8%Nürnberg v. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp.Bk.
Pfbr. „
%
8% Heſſ. Landesot.
80 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
7Oſe
62
80 Mein. Hhp.B
80 Pfälz, Hyp. Bk.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtzſcheft. . . .I
79.5
51.5
VRhein. Hyp.=Bk.
O Rhein.=Weſtf.,
Bd. Crebit . ....
8% Südd. Bod.,
Cred.=Bank ...."
8% Württ. Hyp.=B.
M75
97.5
Dr. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser, I.
Ser. II
16.2
6.65
6% Daimler Benz
von 27 ..
8% Klöckn=Werke
Berlin v. 26...
7% Mainkrw. v. 26.
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 2e
8½ Voigt & Häffner
v 26 ........
Aee
87.5
98
97.5
97.5
96.75
86
81.5
93.8
83
31.5
98
94.5
5% Bosn. L. E. B.v.
1914........."
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
4% Oſt. Goldrentel
4½% Rum. Gold
von 1913....."
4% Türk. Admin..
1. Bagd.
40‟
Zollanl.
42
4½% 1913 Ungarn
„1914
4% Ung. Godr.:
Aktien
Alg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Bräuinduſtr.
Berl. Handelsgeſ..
97 NComm. u. Privatb.
98
52.25
Darmſt. u. Nt.=Bk
75
92.5
W
84I,
Deutſche Bank .."
„Eff.=u.
Wechſel=
bank .. . . .. . ..
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdner Bank ... 176.25
Frankf. Bank . . . . .
Hhp.=Bk..
Pfdbr.=Bk. 1155
Gotha. Grundkr. B. /138.5
Mein. Hyp.=Bank/140
Metallbank. . . . . . .
Mitteld. Creditbk. 1205
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt . .
Pfälz. Hhp.=Bank/160
Reichsbank=Ant. . 300.5
Rhein. Creditbank
Hyp.=Bank
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
A
Mr6
1691
127
161
241=
117
11.25
A.-G.f. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn=
Vorzge. .......
Hapag ........"
Nordd. Lloyd. . . . .
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
137.5
178
190.25
Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kleher)
%0 AEG. Vorzug/ 88.5
5%
AEG. Stamm.
1881),
Baſt Nürnber
Bergm. El. Werke/207
BrownBoverickCie 1158
Brüning & Sohn. 1126.5
115
149.75
138
160
35
125
200
15.25
90.5
158
150.25
123
M Re
Cement Heidelberg
Karlſtadt
Chem. WerkeAlbert.
Fabrik Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin
Erdö. . ......"
Gold= u. Stib.=Anſtalt
Linoleumwerk . 388
Eichbaum, Brauer.
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
Faber, Foy., Bleiſt. 42
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)/ 93
Frkft. Gas .......!.
Hof ...."
Geiling & Cie...
Gelſenk. Bergwerkl129
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen..
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen,
Grün e Bilfinger.
Hafenmühle Fetft. 140
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau/152.25
Henninger, Kempf,
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kuofer.
Hochtief Eſſen ...
136.5
91.5
145
142.7!
12.75
u5
262.5
153.5
145
95.5
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Funghans Stamm
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln
Kammgarnſpinn . .
Karſtadt, R. . . .."
Klein, Schanzl. . .
Klöcknerwerke
Kraftw. Alt=Würt=
Lahmeher & Co
Lech, Augsbur=
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid Metall
Lutz Hebr. Darmſt.
Main. ..W. Höchſt
Main;. Akt.=Br.
Mannesm . Röhren
Mansfeld. Ber
Mars=Werke
Metallgeſ, Fra
Miag, Mühlenbau.
Notorenfb. Darmſ.
Neckar/, Fahrzeu
Nicolay, Hofbr
94.75 Schachtleben A. 6.
258 Schöfferhof=Bind.
11s Schramm Lackfrb.
89.5 Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleitr.,
192 Schwarz Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
297 Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
106 Strohſtoff. Ver.
Tellus Bergbau".
91
Thür. Lief.=Geſ..
Tücher, Brauerei".
114.75 Unterfr. Krs =Elel=
321
tr=Ver.
85
200
343
114
284
245
32.25
108
129
139.5
186.5
90
107
78.5
Holzmann. Phil. . .140
Oberbed=
Oſterr. Alpine Mor
Otavi Min=
Peters Inion Frkf.
Phönix Bergbau
Reinige . Gebb.
Rh. Braunkohlen.. .
Elektr. Stamm
Stahlwerke
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke ....
109
M
115
230
162
146.5
Beithwerke
120 Ver. f. Chem. Ind.
Gummifabrik
Berlin=Frankf.
Laurahütte
Stahlwerke .
Uitramarin. . .
Zellſt., Berlin
55.25 Vgtländ. Maſchinen
Voigt & Haeffner.
Wahß & Freyz tag.
Wegelin Rußfabrif
109.25 /Werger Brauerei.
g3.1 1Bellſt. Aſchaffenbg. /215
Memel ....
Waldho
15
U78
148.25
778
119
195.5
71.25
144
89
216
127.5
105
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ...
Frkft. Allg. Verſ..G
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . . .
Mannh. Verſich.
139.25
159
216
139
97
280
183.5
Nummer 229
Sonntag, den 7. Oktober 1928
Seite 15
Saun und ihen Srsinn.
Roman von Walter Weilshaeuſer.
Nachdruck verboten
Niemand hatte ihn bisher auf dem halbdunklen Platz
be=
achtet, und wenn er auch nicht des Trinkens wegen hierher
gekom=
men war, fühlte er ſich doch eiferſüchtig zurückgeſetzt, obwohl er
ſich noch nur hätte bemerkbar zu machen brauchen.
Nun ſah Lore in den Schatten hinüber. Sie mochte ſeinen
Flick geſpürt haben.
Langſam und vorſichtig, um niemanden zu ſtören, kam ſie
zögernd auf Franks Tiſch zu. Dem pochte das Herz laut und
ſchnell. Er ſuchte verlegen nach ein paar paſſenden Worten. Da
ſtand ſie ſchon vor ihm, hell und freundlich wie immer.
„Ach, Sie ſitzen hier, Herr Frank?”
Ein Menſchenkenner hätte aus dieſen Worten herausgehört,
daß ſie ein wenig zu lebhaft und froh klangen.
Nun, Lore hatte für den hübſchen, manierlichen Herrn, der
letzthin öfter im Goldenen Kreuz verkehrte und beſcheiden ſeinen
Tropfen trank, viel übrig. Aber er war immer zurückhaltend, faſt
ſcheu geweſen, und ſo hatte das Feingefühl, vielleicht auch die
Liſt des Weibes, ihr ſtets gewehrt, etwa in einem längeren
Ge=
ſpräch ihre ſtille Neigung zu verraten. Sie war doch ein bißchen
ärgerlich, daß dieſer liebe Junge gar ſo ſchüchtern war!
Sie brachte ihm den Schoppen Weißen. „Noch ſind die Tage
der Roſen” ſchmalzten die Trompeten und Klarinetten.
Beim Hinſetzen des grünen Glaſes hatte ihre Hand leicht die
Hand Franks geſtreift. Warm und klopfend ſchoß beiden das
Blut zum Herzen.
„Fräulein Meckler, — Fräulein Lore".
„Herr Frank?”
„Ach, nichts”, ſagte der, aber der Blick, den ſie unbeholfen
tauſchten, offenbarte beiden alles.
Und bei dieſer Erkenntnis erfuhr Lore die Wahrheit der
alten Weisheit, daß Menſchen lange aneinander vorbeigehen
kön=
nen, um ſich in heißer Zuneigung plötzlich zu finden.
Fritz ſtreichelte die weiße, warme Hand des Mädchens, und
Lore ließ ſie ihm.
Ihre Seele war voll Süße, ihr Sinn voll Hingebung.
Endlich machte ſie ſich tiefarmend frei und flüſterte ſchnell:
„Ich komme wieder!“
Frank ſaß ſinnend da, erfüllt von einem jubelnden Glücks= ten, Stimmengewirr, lautes Lachen.
gefühl. Nun war ja alles gut, nun war ja alles gut!
O du liebe, liebe Lore!
Gebückt und geduckten Kopfes betrat, ein ſpäter Gaſt den
Garten, der Gemeindeſchreiber Balder. Den Hut in’s Geſicht
ge=
drückt, die eine Hand am ſchwarzen Bocksbart, ſchlich er in der Nelken wehte ſüß durch die Nacht.
Haltung eines ſtets Bereitwilligen an einen Tiſch neben dem
Ein=
gang, der frei geblieben war, weil die Zugluft dort allzu ſcharf
vorbeiſtrich. Er ſetzte ſich bedrückt.
Balder hatte nicht viel Freunde in der Stadt. Man kannte licht ſchlich durch das dichte Gerank an der Laube.
ihn als einen unaufrichtigen Mann, der das armſelige Volk, das
oft ſeine Amtsſtube betrat, duckte, wo er konnte, nach oben aber
Speichel leckte.
Jetzt ſprang er auf und verneigte ſich tief nach dem Hono= mit zitterndem Herzen genoſſen, ſtand der alte Meckler unter
ſehen und rief überlaut:
„n Abend, Herr Balder!”
Er freute ſich, wenn er gegrüßt wurde, und vergewiſſerte
ſich unauffällig, ob man ihn auch gehört hätte.
Balder war aber auch ſonſt das, was man eine Kanaille
nennt. Das Weibervolk war ſeine ſchwache Seite, obwohl er
aus=
ſah, wie aus dem Grabe geholt. Nicht daß er in friſcher Freite
mal einen Seitenſprung getan hätte: nein: er ließ keine Schürze gern ſeinem Zeiſig ein Krüſtchen zwiſchen die Gitterſtäbe des
laufen, und eine ſehr unangenehme Sache im Amt — es handelte
ſich um eine junge Witwe, die wegen ihrer paar Spargroſchen
von ihm ſich Rat holen wollte — hätte ihm beinahe die Stelle
gekoſtet.
In ſeiner hinterhältigen Art machte er auch Lore den Hof,
was er ſo darunter verſtand, ſchmeichelte und ſpeichelte, drückte
den Arm an ihre Hüfte, wenn ſie ihm beim Hinſetzen des Trunks
verſehentlich zu nahe kam. Die aber merkte gar nichts oder wollte
es nicht merken. Seine gierigen Blicke ließen ſie nie los und
hakten ſich förmlich in das junge Fleiſch.
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Auch heute ſuchte er, nachdem ihm die Magd den Steinkrug
hingeſetzt hatte, das Mädchen.
Das verſchwand eben im Schatten der Linde.
hielt den Platz im Auge. Was wollte ſie denn dahinten?
Gut, daß das frendliche Dunkel das Glück ſo ſicher barg! Den
heißen Kuß eben hätte Balder nie vergeben.
„Lore, kommſt du wieder?”
Eine unendliche Sehnſucht klang aus der Stimme Franks.
„Vielleicht ..."
Aber das war ſchon ein Zugeſtändnis.
Denn, altem Brauch folgend, fand ſich nach ſolchen Abenden höch= daß man nicht viel Aufhebens machen wird, wenn man ſeinen
ſtens in der Wirtsſtube, was durchaus noch ſitzen bleiben wollte. Sarg einſt nach draußen trägt.
Die alte, halbtaube Maria löſchte die Lampen, andere
räum=
ten ah.
Pffffffft .. verloſch auch die Laterne vor der Linde.
Schlürfenden Schrittes ging die Alte in’s Haus.
Durch das Dunkel huſchte Lore.
türchen knarrte.
Herrgott . .. war es nicht Wahnſinn?
Eine Nachtigall ſang. Der Duft von roten Roſen und weißen einer reinen Menſchenliebe vergeblich bleiben wird und muß, weil
„O Fritz, wie lieb habe ich dich doch!”
Und ein glückſeliges Stammeln: „Lore, gute Lore!”
„Fritz, der Vater ...!
Ein Kuß ſchloß ihr den Mund.
Und während hier zwei Menſchen das Glück der erſten Liebe
ratiorentiſch zu. Aber nur der Drogiſt Remmele hatte ihn ge= ſeinen Gäſten, ſilberhaarig, nüchtern, freundlich und ahnungslos.
Er glaubte, daß Lore längſt im Kämmerlein ſchliefe.
Die hohen Linden raunten einander verſtehend uralte
Weis=
heit zu.
Die Nachtigall ſang noch immer, lockend, ſehnſüchtig,
ſchluch=
zend, als hätte ſie ein Glück unwiederbingbar verloren —
Der alte Herr Johannes Fehrenberg ſteckte mit ſpitzen
Fin=
geräumigen Käfigs, den er heute in die ſonnige Luft vor das
Fenſter gehängt hatte.
Das Giebelſtübchen im Dreſenbachſchen Hauſe in der
Kurz=
gaſſe, das ſchon ein paar hundert Jahre geſehen hatte, blickte über
die hellroten Ziegeldächer, die behaglich und friedlich aus
gedrun=
genen Schornſteinen ſchmauchten. Die Schwalben kreuzten in
huſchendem Fluge dicht vor dem Fenſterchen, pfiffen und weckten
Sehnſüchte im Herzen des Alten, der in früheren Jahren ihre
Heimat durchzogen, die Welt durchwandert hatte, voll Mut und
Hoffnungen, und der doch nach ſchweren Kämpfen und
Enttäu=
ſchungen in dieſem kleinen Neſt gelandet war, nicht zerbrochen,
aber jetzt wunſchlos.
Es war ſo ſtill in ihm geworden! Was er nie geglaubt hätte,
mit der Zeit war es gekommen. Er empfand ſchon die karge
Be=
haglichkeit dankbar, die ihm ſein einſames Junggeſellenleben bei
einer kleinen Rente gewährte.
„Nur gut ſein”, ſagte er immer. Das war das Ergebnis
ſeines 70jährigen Lebens, ein Kompromiß, das er hatte
ſchlie=
ßen müſſen.
Balder reckte den Hals. Er konnte nichts ſehen. Aber er be= Er war früher eine Kampfnatur geweſen, aber der
fort=
währende Krieg gegen das Gemeine im großen Menſchentierreich
da draußen, den er zähe und mit der ſcharfen Waffe des Geiſtes
immer wieder verſucht hatte, hatte ihn müde gemacht. Es war ja
doch alles Eergeblich!
Nun war er, „der alte Herr Fehrenberg”, gut gelitten von
ſeinen Mitbürgern, da er ſie nicht ſtörte und ihnen nicht gefährlich
werden konnte, in manchen Häuſern ſogar ein gern geſehener
Nun war das Konzert zu Ende. Man ſtand geräuſchvoll auf. Freund, auf deſſen Rat man Wert legte. Aber er wußte auch,
Der Duft alter Bücher und Möbel erfüllte das Gemach.
Eilig tickte eine Standuhr auf Alabaſterfüßen mit einem Spiegel
hinter dem zappeligen Perpendikel.
„Pink, pink, pink!” ſang der Ton des Schlagwerks.
Auf dem hochbeinigen Stehpult lag ein aufgeſchlagenes
Aus der Gaſtſtube wellte der Lärm durch den ſtummen Gar= Schreibheft, die letzte Seite noch glänzend von der friſchen
Tinten=
ſchrift, die da in zierlichen, altmodiſchen Buchſtaben die Gedanken
Frank nahm das Mädchen feſt in den Arm. Das Garten= feſthielt. „Und ſo werden wir immer wieder zu der Erkenntnis
gezwungen, daß alle Arbeit für eine Hinaufführung der
Men=
ſchen auf die Höhe eines gegenſeitigen gutherzigen Verſtehens,
der Selbſterhaltungstrieb und die Ichſucht das Gute töten. Der
geiſtige Fortſchritt will nichts bedeuten im Vergleich zu der
Uner=
reichbarkeit des Ziels, aus der Menſchheit eine freundwillige, ſich
Der Nachtigallenſchlag wurde immer leidenſchaftlicher. Mond= nicht bekämpfende, ſondern ſich ſtützende Gemeinſchaft zu bilden.
Er erſchwert nur die Lebensbedingungen, vermehrt ſo den Haß
und die Niedrigkeit und kann den endgültigen Untergang des
Geſchlechts wohl verzögern, nie aber aufhalten.”
Das waren die letzten Sätze.
(Fortſetzung folgt.)
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200. Todestag Walters von der Vogelweide.
Das Walther=Denkmal in Bozen.
Der große Minneſänger Walther von der Vogelweide iſt vor 700 Jahren, um 1228, geſtorben.
Sein Todestag iſt unbekannt. Der preußiſche Unterrichtsminiſter hat angeordnet, daß das
Andenken des unſterblichen Dichters und Sängers im kommenden Monat durch würdige
Schul=
feiern geehrt werde. Walthers Gedichte ſtellen den Höhepunkt des deutſchen Minneſangs dar.
Unſere Jugend hat allen Grund, ſich mit der Bedeutung des edelſten deutſchen Troubadours zu
beſchäftigen.
Der Mordprozeß Treiber.
Dresden. Geſtern vormittag wurden, bei
ſtar=
kem Andrang des Publikums, die öſterreichiſchen
Zeu=
gen weiter vernommen. Der 63 Jahre alte
Berg=
führer Oberdorfer hält einen Abſturz während des
Aufſtiegs für unmöglich. Seiner Anſicht nach mütſſe
der Abſturz vom Gipfel des Goldzechhorns aus
er=
folgt ſein, deſſen Betreten er als gefährlich
bezeich=
nete. Nach den Ausſagen dieſes Zeugen wurden
ſämt=
liche öſterreichiſche Zeugen entlaſſen und das
Liebes=
leben des Angeklagten Treiber erörtert. Dazu wurde
als erſte Zeugin das A1 Jahre alte Hausmädchen
Winkler gehört, die mit ihrer Freundin namens Hoyer
einmal ausgegangen und dabei von zwei Herren,
dar=
unter Treiber, auf der Straße angeſprochen worden
war. Fräulein Hoyer habe ihr ſpäter erzählt, daß
ſie nicht mehr zu arbeiten brauche, weil „ihr Fritz”
alles bezahle. Die Zeugin Kaufmannsehefrau Lorenz,
bei der Frl. Hoyer ein Zimmer gemietet hatte, ſagte
aus: Treiber ſei am 1. Oktober 1326 zu ihr gezogen.
Er habe Trauer getragen und auf die Frage von Frl.
Hoher erklärt, er trauere um eine weitläufige
Ver=
wandte. Die Zeugin erzählte dann weiter, daß Frl.
Hoher viele Kleider von erſten Firmen zugeſchickt
er=
hielt. Unter erheblicher Spannung wurde ſodann die
Freundin von Frl. Hoher, Frau Lonker, vernommen.
Sie erzählte u. a., daß ihre Freundin Annemarie den
Verlobungsring trug. Die Zeugin erklärt weiter, ſie
habe angenommen, daß Annemarie von Treiber
un=
terſtützt wurde. Der Handlungsgehilfe Träger fagt
aus, der Bruder der Hoyer habe ihm mitgeteilt, daß
ſeine Schweſter Annemarie einen ſehr reichen Freund
habe, den ſie auch einmal heiraten wolle, jedoch wehre
ſich der Freund gegenwärtig noch gegen die Heirat.
In ihrem Elternhaus habe ſich die Hoher ſehr
unbe=
liebt gemacht. Sie habe ſich auch bemüht, Treiber zu
einer Scheidung von ſeiner Frau zu bewegen. Treiber
ſoll ſeiner Frau 10 000 Mark für die Scheidung
ge=
boten haben, jedoch habe dieſe abgelehnt. Später ſei
dann die Reiſe nach Heiligenblut eingeleitet worden.
Vorher ſei Treiber ſehr nett zu ſeiner Frau geweſen,
um ſie nicht mißtrauiſch zu machen. Nunmehr wurde
der Konditor Hermann Hoher, ein Bruder der
Anne=
marie Hoyer, vernommen. Es kamen zunächſt Briefe
zur Verleſung, die der Zeuge an ſeine Eltern nach
Bremen geſchrieben hatte. In dieſen iſt vielfach von
Annas Bräutigam die Rede und von der guten Lage
der Schweſter, die „eine ganze Dame” geworden ſei.
Kohlenſtaubexploſion in einer Brikettfabrik.
Lauchhammer. In der Brikettfabrik des
Lauchhammer Werkes der Mitteldeutſchen Stahlwerke
ereignete ſich vorgeſtern abend eine
Kohlenſtaubexplo=
ſion. Sechs Mann der Belegſchaft erlitten
Ver=
letzungen. Das durch die Exploſion hervorgerufene
Feuer richtete erheblichen Schaden an.
Zuſammenſtoß zwiſchen Güterzug und Autobus.
Kaſchau. Bei einem Zuſammenſtoß zwiſchen
einem Güterzug und einem Autobus auf einer
Straßenkreuzung unweit von Panovce bei Michalovce
wurden ſieben Perſonen getötet und 18 verletzt.
Brand in emer Irrenanſtalt.
Düſſeldorf. Die Heil= und Pflegeanſtalt der
Alexanderbrüder in Neuß wurde am Freitag abend
von einem größeren Dachſtuhlbrand, der den
geſam=
ten Nordflügel umfaßte, heimgeſucht. Die
Nerven=
kranken wurden unter Aufſicht der Aerzte und des
Pflegeperſonals in den Garten gebracht. Die Neußer
Freiwillige Feuerwehr ſowie die herbeigerufene
Düſ=
ſeldorfer Feuerwehr griffen das Feuer mit fünfzehn
Schlauchleitungen an. Ein Düſſeldorfer
Feuerwehr=
mann wurde durch einen herabſtürzenden Block
ver=
letzt. Er mußte in das benachbarte Krankenhaus
übergeführt werden. Der Dachſtuhl brannte
vollſtän=
dig ab. Die Wehren waren bis in die ſpäten
Abend=
ſtunden mit der Brandlöſchung beſchäftigt.
Ein polniſches Schnitter=Ehepaar erbt
21 Millionen Mark?
Schwerin. Wie aus Teterow in Mecklenburg
gemeldet wird, hat auf dem Gute Rothſpalk ein
pol=
niſches Schnitterehepaar von einem kürzlich in
Ame=
rika verſtorbenen Verwandten 21 Millionen Mark
ge=
erbt. Trotzdem das polniſche Konſulat in Berlin
verſucht hatte, die ſo plötzlich reich gewordenen
Schnit=
ter zur Rückkehr nach Polen zu veranlaſſen, haben
dieſe ſich geweigert und geandwortet, daß ſie in
Weck=
lenburg bleiben wollen.
Lepraforſchungen an einem künſtlich infizierten
Menſchen.
Giga. Der Lepraforſcher Prof. General Snikers,
Chef des militäriſchen Sanitätsweſens, wird
dem=
nächſt den zum Tode verurteilten Mörder Kirſtein
mit Leprabazillen infizieren, um die bisher noch
dunkle Frage der Lepraanſteckung zu klären. Kirſtein
wird auf eigenes Geſuch unter dieſer Bedingung
be=
gnadigt. Ein ähnliches Experiment iſt bisher nur
ein=
mal durchgeführt worden, und zwar von Prof.
Ar=
ning auf den Howai=Inſeln, doch war damals kein
einwandfreies Ergebnis zu verzeichnen, weil der
infi=
zierte Verbrecher einer Familie angehörte, in der
be=
reits Leprafälle vorgekommen waren. Prof. Snikers
glaubt, daß er im Anſteckungsfalle Kirſtein werde
heilen können.
Erdbeben i Italien.
Rom. Am Freitag um 3.46 Uhr wurde in Nemi
ein ſtarker Erdſtoß von etwa 3 Sekunden Dauer
ver=
ſpürt. Schaden wurde nicht angerichtet. Die
Bevöl=
kerung geriet in große Erregung. Dem erſten Stoß
folgten um 7.02 Uhr weitere, ſtärkere Erdſtöße, die
einigen Schaden anrichteten. ℳ
Diamantenraub in San Franzisko.
San Franzisko. Murray Lang, ein Sohn
des bekannten New Yorker Diamantenhändlers,
wurde auf dem Golfplatz Harding von zwei
Spie=
lern an einen Baum gebunden aufgefunden. Murray
erzählte, zwei bewaffnete Männer hätten ihn auf
einer belebten Geſchäftsſtraße feſtgenommen, in einen
Kraftwagen geſchoben, ihm Mund und Augen
ver=
bunden und, nachdem ſie ihm Diamanten im Werte
von 200 000 Dollaus abgenommen, hätten ſie ihn an
dieſer entlegenen Stelle zurückgelaſſen.
Die erſte Arbeiter=Volkshochſchule.
Dr. Richard Strauß,
der weltberühmte deutſche Komponiſt, iſt ſeit
25 Jahren ehrenamtlicher Vorſitzender der
Genoſſen=
ſchaft deutſcher Tonſetzer. Aus dieſem Anlaß wurde
dem großen Künſtler, der zur Erſtaufführung ſeiner
neueſten Oper „Die ägyptiſche Helena” nach Berlin
gekommen iſt, die Goldene Tonſetzer=Medaille
über=
reicht.
Nächtlicher Zuſammenſtoß im Norden Berlins.
Berlin. In der Nacht zum Samstag wurde
im Norden der Stadt ein Paſſant aus noch
unge=
klärter Urſache von etwa zehn jüngeren Leuten
über=
fallen und zu Boden geſchlagen. Ein zu Hilfe
eilen=
der Polizeibeamter erhielt von einem der Täter mit
einem Bierglas einen Schlag ins Geſicht, ſo daß er
eine klaffende Wunde davontrug. Darauf ergriffen
die Täter durch mehrere Straßen die Flucht, wobei
einer von ihnen auf den verfolgenden Beamten zwei
ſcharfe Schüſſe abgab, die jedoch ihr Ziel verfehlten.
Der Beamte folgte der Bande in ein Lokal, in das
ſie ſich zurückgezogen hatte und legitimierte ſich als
Polizeibeamter. In dieſem Augenblick erloſch das
Licht und man fiel über den Beamten her, ſchlug ihn
zu Boden und würgte ihn. In dieſer höchſten Not
gab der Beamte vier Schüſſe ab, wodurch ein
acht=
zehnjähriger und ein zwanzigjähriger Arbeiter
ſchwer verletzt wurden. Ein dritter Angreifer, der
nochmals auf den Beamten eindrang, erhielt einen
Schlag mit dem Piſtolenkolben auf den Kopf. Auf die
Schüſſe eilte ein Streifkommando der Schutzpolizei
herbei und nahm vier der Täter feſt.
Der Raubmord an dem Obergefreiten Helfert.
Berlin. Der Polizei iſt es bisher noch nicht
gelungen, den Mörder des Obergefreiten Helfert zu
ermitteln, und alle Bemühungen haben noch keinen
Anhaltspunkt gegeben, wer als Mörder in Frage
kommt. Ein Mann, der von der Polizei verhaftet
wurde, da ein gewiſſer Verdacht gegen ihn vorlag,
ſcheint nach den letzten Ermittlungen an dem Mord
unbeteiligt geweſen zu ſein. Die Unterſuchung der
Sachen, die beim Abſuchen des Waldes gefunden
wurden, ergab, daß keiner der Gegenſtände
Blut=
ſpuren aufwies. Auch das Mordwerkzeug iſt noch
nicht gefunden. Die Kriminalkommiſſare, die mit den
Unterſuchungen betraut wurden, prüfen gegenwärtig
die Korreſpondenz des Ermordeten, aus der ſich
er=
gibt, daß er nicht nur zu ſeiner Braut, ſondern auch
zu anderen Mädchen Beziehungen unterhielt.
Ge=
fahndet wird nach einem Mädchen, das ſeine
Kor=
reſpondenz mit dem Ermordeten mit dem Namen
Munka unterzeichnete.
Der Tod in den Bergen.
Innsbruck. Von der Schlüſſelkarſpitze im
Wetterſtein iſt der bekannte Innsbrucker Bergſteiger
und Skiläufer Paul Ehlert tödlich abgeſtürzt.
Dem Andenken des abgeſiürzten
Botſchafters v. Malkan.
Gedenkſtein für die ſechs Toten des Flugzeuges
D 585.
Auf dem Bergfriedhof in Schleitz wurde ein
Denk=
ſtein dem Andenken der mit dem Fulgzeug D 585
am 23. September 1927 ſechs Verunglückten geweiht.
Opfer der Kataſtrophe waren: der deutſche Botſchafter
in Waſhington Freiherr von Maltzan, der
Verkehrs=
leiter der Lufthanſa v. Arnim, der Flugzeugführer
Charlet, Flugſchüler Osmers, Bordmonteur Feiler
und Eiſenbahnoberſekretär Roll.
Vor der Aeberquerung
des Ozeans.
Werkſiättenfahrt des „Graf
Zeppelin”.
Friedrichshafen. Am Luftſchiff iſt
augen=
blicklich die Auffüllung des Brenngaſes im Gange.
Der Vorrat iſt noch dadurch verſtärkt worden, daß
der Luftſchiffbau bei einer Fabrik in Augsburg
Er=
gänzungsmengen beſtellt hat. Die
Umänderungs=
arbeiten an den Aufenthaltsräumen der Beſatzung
ſind noch nicht abgeſchloſſen. Dr. Eckener hat bereits
die nächſte Werkſtättenfahrt für Montag angeſetzt. Sie
wird wahrſcheinlich nachmittags ſtattfinden und hat
den Zweck, vor allen Dingen die Peilungsverſuche
zu Ende zu führen. Für Mittwoch iſt das Schiff
dann klar für die Amerikafahrt. Ob ſie am Mittwoch
angetreten werden kann, hängt natürlich vom Wetter
ab, deſſen Entwicklung ſich im Augenblick noch nicht
beurteilen läßt. Ueber dem Ozean ſieht es recht
un=
günſtig aus, während über Süddeutſchland ein
ſtabiles Hoch ſteht. Bis Mittwoch kann ſich aber nach
Anſicht der Fachleute noch alles ändern. Für die
Montagfahrt hat ſich der preußiſche Innenminiſter
Grzeſinſki angemeldet. Wie hier verlautet, iſt es
möglich, daß er als Vertreter des Reichsrates an der
Amerika=Fahrt teilnimmt. Man rechnet auch damit,
daß die drei Plätze des Reichsverkehrsminiſteriums ſo
beſetzt werden, daß außer Miniſterialdirigent
Bran=
denburg zwei Reichstagsabgeordnete mitfahren.
Wei=
ter haben ſich zahlreiche Amerikaner um einen
Paſſa=
gierplatz bemüht; vorausſichtlich wird Dr. Eckener
aber nur drei mitnehmen können. Feſte Abmachungen
beſtehen mit dem Textilinduſtriellen Dr. Robert
Reiner aus Mechawken bei New York, der ſich
augen=
blicklich in Heidelberg aufhält, und dem Privatier
Frederick Giffillan, der ebenfalls Amerikaner iſt und
in Luzern lebt. Ob der bekannte Millionär W. B.
Leeds mitfährt, iſt noch fraglich, weil er krank iſt;
vorläufig wird ſein Platz jedenfalls offengehalten.
Auch Graf Brandenſtein=Zeppelin, der Schwiegerſohn
des Grafen Zeppelin, wird an der Amerikafahrt
teil=
nehmen.
Empfangsvorbereitungen für den „Graf
Zeppelin” in Amerika.
New York. Die bevorſtehende Amerikafahrt
des „Graf Zeppelin” erregt hier das größte
Inter=
eſſe. Die Blätter berichten ausführlich über die
Fahrt=
vorbereitungen. Aus Lakehurſt wird gemeldet, daß
die von der Marineluftſtation für den Zeppelin
ge=
troffenen Empfangsvorbereitungen beendigt ſind. Es
ſind Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der
Ord=
nung getroffen, da gewaltige Maſſen Schauluſtiger
erwartet werden. Die Marineſtation Philadelphia
hält zur Hilfeleiſtung bei der Landung mehrere
hun=
dert Matroſen in Bereitſchaft. Es ſind auch
Vorbe=
reitungen für die ſchnelle Verteilung der Poſt des
Luftſchiffes und für die Unterbringung ſeiner
Be=
ſatzung in die Wege geleitet. Marinebeamte aus
Waſhington werden Dr. Eckener in Lakehurſt offiziell
begrüßen.
Die „Los Angeles” empfängt „Graf Zeppelin”.
New York. Wie ergänzend berichtet wird,
wird das Luftſchiff „Los Angeles” vorausſichtlich nicht
nach Texas fliegen, ſondern bei dem Eintreffen des
„Graf Zeppelin” zugegen ſein. Die Kommandantur
erklärte, daß bei Ankunft des Zeppelin
Schwierig=
keiten nicht entſtehen könnten, da außer der
Luftſchiff=
halle noch der Ankermaſt zur Verfügung ſtehe.
Abgeworfene Zeppelinpoſt von „Sammlern”
unterſchlagen.
Man ſollte es nicht glauben, aber es iſt tatſächlich
vorgekommen. Als am 2. Oktober das Luftſchiff
„Graf Zeppelin” Köln überflog, wurde ein Paket mit
Poſt abgeworfen. Die Sendung fiel auf ein Dach,
der Sack barſt und ſein Inhalt, der aus adreſſierten
und mit Luftpoſtgebühren frankierten Karten beſtand,
zerſtreute ſich über die Straße. Sofort ſtürzten ſich
Kinder und Erwachſene darauf und verſchwanden mit
einem großen Teil der abgeworfenen Karten — als
Andenken. Die Oberpoſtdirektion hat mitgeteilt, daß
ſie gegen ſolche Finder, die ſelbſt einen geſchichtlichen
Augenblick zu Unehrlichkeiten ausnutzen, energiſch
vorgehen werde.
Deutſchland lernt aus dem
Madrider Brandſchaden.
Die Branddirektoren von Madrid, Berlin und
Düſſeldorf an der Unglücksſtätte.
Der entſetzliche Brand, der das Theater Nobevades
in Madrid und mehr als hundert Menſchenleben
vernichtet hat, rief die beſten Sachverſtändigen der
Welt an die Kataſtrophenſtätte. Aus Deutſchland
eil=
ten Oberbrandirektor Gempp (Berlin) und
Brand=
direktor Peterſen (Düſſeldorf) nach Madrid. Die
bei=
den deutſchen Feuerwehrführer ſind einig, daß unſere
baupolizeilichen Vorſchriften ausreichen, Kataſtrophen
vom Umfang des Madrider Theaterbrandes zu
ver=
hüten. Trotzdem beſteht die Abſicht, einige in Madrid
gemachte Erfahrungen uns zu Nutzen zu machen.
Unſer Bild zeigt den Chef der Madrider Feuerwehr
Monaſterio (X) und hinter ihm die deutſchen Brand=
Direktoren.
Seite 18
Sonntag, den 2. Oktober 1928
Nummer 279
AetivP
P Mhrt
R
Schwimmen.
II. Kreis=Jugendſchwimmen des IX. Kreiſes
(Mittelrhein) D. T.
Sonntag, nachmittags 2,30 Uhr im Hallenbad.
Stärkſte Beteiligung. —Spannende Kämpfe.
Wer wird Sieger bei den großen Wettkämpfen des II. Kreis=
Jugend=
ſchwimmens heute Sonntag im ſtädtiſchen Hallenbad? Das iſt die Frage,
die ſo viele Intereſſenten in Turner= und Schwimmerkreiſen bewegt.
Die Maſſenbeteiligung aus den zahlreichen Vereinen des großen
Mittel=
rheinkreiſes der D.T. läßt dieſe Frage aber vollkommen offen, da vor
allem die Leiſtungen der auswärtigen Jugendmannſchaften noch nicht
genügend bekannt. Soviel läßt ſich jedoch vorausſagen, daß es während
der ganzen Wettkampffolge eine Reihe äußerſt ſcharfer und ſpannendſter
Kämpfe geben wird, die die notwendige Begeiſterung für derartige
ſchwimmſportliche Veranſtaltungen aufkommen laſſen wird. Im
folgen=
den ſoll nun verſucht werden, ein kleines Bild zu geben von den evtl.
Ausſichten der teilnehmenden Vereine. Haben auch die
Jugendmann=
ſchaften der Schwimm=Abteilungen der drei Darmſtädter Turnvereine den
Vorteil voraus, ſo werden ſie ſich doch gewaltig anſtrengen müſſen, um
dem Anſturm der auswärtigen Teilnehmer gewachſen zu ſein.
Das II. Kreis=Jugendſchwimmen beginnt mit einer 5 mal 50 Meter
Freiſtilſtaffel für Turnerjugend, die jedenfalls einen würdigen Auftakt
zu der übrigen Folge bilden wird. Sieben Vereine werden hier am
Start erſcheinen. Sowohl Offenbach, als auch Homburg und Darmſtadt
bringen hier Mannſchaften mit gutem Können an den Start. Wer wird
Sieger? Der zweite Kampf bringt das 100 Meter=Bruſtſchwimmen für
Turnerinnenjugend mit 18 Teilnehmerinnen. Die 100 Meter Seite für
Turnerfugend vereinen 13 Teilnehmer. Das Knabenſchwimmen über
50 Meter Bruſt hat 6 Meldungen erhalten. Die 100 Meter Bruſt für
Turnerjugend dürften mit 16 Teilnehmern wieder etwas Abwechſlung in
die Reihen bringen. Es folgt 100 Meter Rücken für Turnerjugend mit
11 Teilnehmern. Die Lagenſtaffel 4 mal 50 Meter bringt drei
Jugend=
turnerinnenmannſchaften an den Start, wobei Offenbach wohl den
Sie=
ger ſtellen wird. Das Bruſtſchwimmen für Mädchen und das
Freiſtil=
ſchwimmen der Knaben folgt hierauf, wonach dann wieder fünf Vereine
zur 4 mal 50 Meter Bruſtſtaffel für Turnerjugend antreten werden. Auch
dieſe Staffel läßt eine Vorherſage des Siegers noch nicht zu. Einen
intereſſanten Verlauf bringen dann die 100 Meter Freiſtil für
Turner=
jugend mit der guten Beſetzung von 19 Teilnehmern. Einzelne der
Ge=
meldeten haben ſchon beachtliche Zeiten geſchwommen. Es ſteht zu
er=
warten, daß die Zeit von 1,15 weſentlich unterboten wird. Das Springen
wird dann dem jugendlichen talentierten Storck vom Frankfurter Dw.
von 1860 nicht zu nehmen ſein. Der darauf folgende Sonderkampf über
die olympiſche 200 Meter Bruſtſtrecke bringt die auserleſene Schar von
12 Teilnehmern. Hier dreht es ſich darum, neue Beſtzeiten feſtzuſtellen.
Ob es gelingt? Sowohl Heck=Darmſtadt=Beſſungen als auch König=
Frank=
furt und Luley=Saarbrücken haben das Zeug dazu. Sie werden die
Sieger ſtellen. Das Springen der Turnerinnenjugend wird dann Guſtel
Breitung=Offenbach als Siegerin ſehen. Der Sonderkampf über 200
Meter Bruſt für Turnerinnen hat nur 3 Teilnehmerinnen gefunden.
Backof=Offenbach wird hier wohl an der Spitze zu finden ſein. Die
4 mal 50 Meter Lagenſtaffel für Turnerjugend, vereinigt wieder zehn
Mannſchaft. Der Verlauf dieſes Rennens wird ſehr lebhaft werden.
Eine Angave des Siegers läßt ſich hier nicht machen. Die dann
folgen=
den 200 Meter Freiſtil für Turnerjugend werden im Mittelrheinkreis
erſtmalig geſchwommen. Sieben Teilnehmer werden ſich ſicher einen
äußerſt intereſſanten Kampf liefern. Die 4 mal 50 Meter Bruſtſtaffel
und 100 Meter Rücken für Turnerinnenjugend vereinigen 6 bzw. 5
Teilnehmer in ſich. Abſchluß der Kämpfe bildet die 10 mal 50 Meter
Frciſtilſtaffel, bei der Offenbacher Tv. und die Tgde. 1846
aufeinander=
treffen. Die Tgde. hat hier eine recht ſtattliche Mannſchaft ſtehen.
Hof=
fentlich gelingt es ihr, den Kampf als Sieger zu beenden. Schluß der
Veranſtaltung bildet dann das Waſſerballſpiel, zu dem ſich die
Mann=
ſchaft der Tgde. 1846 einen ihr unbekannten Gegner verſchrieben hat,
und zwar die Mannſchaft der Tgde. 1837 Hanau. Hanau weiſt bereits
ein beachtliches Können auf. Der Mannſchaft der Tgde. 1846 gelang es
einmal, die Tgſ. 1875 zu bezwingen. Hoffentlich iſt ſie ſich auch hierbei
bewußt, alles aufzubieten, das Spiel ſiegreich zu geſtalten. Der
Ver=
lauf des Spiels wird jedenfalls Viele lebhaft intereſſieren. Die
Wett=
kämpfe der Knaben und Mädchen ſind z. T. ſchwach beſetzt, ſo daß der
Nachwuchs der Tgde. 1846 wenig Gegner gefunden hat und einzelne
dieſer Kämpfe ausfallen. Wie verlautet, muß leider gerade die
Jugend=
turnerinnenmannſchaft der Tgde. 1846 infolge Erkrankung einzelner
erſatzgeſchwächt antreten. Während einer eingeſchobenen Pauſe wird ein
Schauſpringen von der Galerie des Hallenbades willkommene
Ab=
wechſlung bringen. Adolf Jüngling, von der Tgde, 1846 wird hier mit
von der Partie ſein. Der Tv. Groß=Gerau wird ſich mit einem
Figuren=
legen an die Oeffentlichkeit wagen.
So dürfte jedenfalls das diesjährige 2. Kreis=Jugendſchwimmen des
IX. Kreiſes (Mittelrhein) für viele Freunde des Schwimmens wenigſtens
etwas bringen. Der Nachmittag wird alſo eine Fülle von Abwechſelung
bringen. Die Eintrittspreiſe ſind ſo, daß ſich jeder den Beſuch erlauben
kann. Die Parole muß deshalb heute heißen: Auf ins Hallenbad zum
großen Jugendtreffen der Turnerſchwimmer!
B.
Fußball.
Kreisliga—Güdheſſen.
Noch immer iſt es nicht gelungen, den „Neuen” von der Spitze der
Tabelle zu verdrängen und auch der kommende Sonntag dürfte in dieſer
Hinſicht kaum eine Aenderung bringen. Konnte man in ſonſtigen
Ver=
bandsſpielen die Reihenfolge der Tabelle ohne weiteres ſchon vorher
ſagen, ſo iſt dies in dieſer Runde nicht gut möglich, und das iſt ſehr
erfreulich; denn die Spannung wächſt bei jedem Spiel mehr und mehr.
So haben wir auch am kommenden Sonntag wieder fünf äußerſt
in=
tereſſante Spiele, wobei die Gegner wie folgt gepaart ſind:
V.f.R. Bürſtadt — Olympia Worms.
Olympia Lampertheim — F.V. Biblis.
Spv. Hochheim — Norm. Pfiffligheim.
Olympia Lorſch — Starkenburgia Heppenheim.
Spp. Hochheim — V.f. L. Lampertheim.
Trotzdem die Olympialeute aus Worms in letzter Zeit mit etwas
beſſerer Leiſtung aufwarten konnten, wird es ihnen nicht gelingen in
Bürſtadt zu Ehren zu kommen. Die V.f.R.=Leute haben in den
Ver=
bandsſpielen, wie überhaupt in den ſonſtigen Spielen des Jahres, ſehr
imponiert, und werden wohl auch noch letzten Endes ein Wörtlein bei
Löſung der Meiſterſchaft mitreden. Das zweite Treffen weckt trübe
Er=
innerungen. Die Lampertheimer Sportgemeinde will die Gäſte als ſolche
empfangen und dieſe werden ſelbſtverſtändlich keine Urſache zu
Zwiſtig=
keiten geben. Hoffen wir, daß ein guter Ordnungsdienſt Aufwiegler
ſchon beizeiten kalt ſtellt und ſich die derzeitigen geſpannten Verhältniſſe
in beſter Harmonie löſen. Für die Bibliſer ſind es immerhin Falläpfel,
die in Lampertheim gepflückt werden ſollen, und an ſaures Obſt ſtellt
man bekanntlich nicht den beſten Mann. Die Riedleute werden mit
reich=
lich Erſatz ein von vornherein verlorenes Spiel beſtreiten. Unſer
Ta=
bellenerſter iſt am Sonntag Gaſt in Hochheim und wird auch dort
vor=
ausſichtlich nicht ſtraucheln. Immerhin kann man bei Hochheim nie ſo
recht ſchätzen, was letzten Endes da alles herauskommt. Obwohl Olympia=
Lorſch in dieſer Runde noch nichts zeigte, was einem Meiſter Ehre
machen kann, wird es doch noch reichen, um über den derzeitigen
Ta=
bellenletzten zu ſiegen. Die Gäſte, die als Fußball=Pechvögel reichlich
be=
kannt ſind, werden vorausſichtlich auch hier wieder Federn laſſen müſſen,
da ſie obendrein durch die letzten verlorenen Spiele den alten
Kampf=
geiſt nicht mehr aufbringen. Was die beiden Neulinge mit den Punkten
machen werden, iſt nicht gut vorher zu ſagen; immerhin wäre es
mög=
lich, daß man ſich brüderlich darin einigt und jedem ein Pünktchen
gut=
geſchrieben werden muß.
*Fußball im Kreis Starkenburg.
Die Kreisliga am 7. Oktober.
Die im letzten Kreisbrief angedeutete Bekanntgabe der
Strafmaß=
nahmen der Sportbehörde im „Fall Oberroden” iſt nun mittlerweile
erfolgt. Der Oberrodener Verein wurde wegen der bekannten
Darm=
ſtädter Vorgänge mit ſechs Wochen Disqualifikation des geſamten
Ver=
eins beſtraft. Das bedeutet, daß für dieſe Zeit der geſamte Spielbetrieb
des Vereins lahmgelegt iſt und die angeſetzten Spiele ſämtlich dem
Geg=
ner als gewonnen angerechnet werden. Weiter wurde über den Platz
des VfR. Darmſtadt auf die Dauer von drei Wochen die Sperre
ver=
hängt, ſo daß der VfR. während dieſer Zeit alle Spiele auswärts
aus=
ragen muß; es kommt hier aber nur ein Spiel in Frage. Der Darm=
ſtädter Spieler, auf deſſen unkorrektes Spiel hin die ganze Sache erſt
entſtand, wurde für ein Jahr geſperrt. Ob ein Einſpruch Oberrodens
viel Erfolg haben wird, darf bezweifelt werden, denn im Intereſſe der
Ordnung muß mit allen Mitteln auf unruhige Elemente eingewirkt
werden.
Der heutige Sonntag bringt nun wieder ein recht
reich=
haltiges Programm. Angeſetzt ſind folgende Spiele:
Sporvverein 98 Darmſtadt—Polizeiſportverein Darmſtadt,
Fußballverein Sprendlingen—VfR. Darmſtadt,
Union Wixhauſen—Union Darmſtadt.
Viktoria Walldorf—T. u. SV. Mörfelden,
Viktoria Urberach—Germania 03 Pfungſtadt,
Germania Oberroden—Sportverein Münſter.
Der Sportverein Darmſtadt wird nach der unangenehmen Schlappe
in Urberach beſtrebt ſein müſſen, zum Sieg über ſeinen Ortsrivalen zu
kommen. Das könnte auf Grund des heimiſchen Platzes gelingen;
im=
merhin wird man aber im Lager der 98er auf der Hut ſein müſſen,
will man nicht eine Ueberraſchung erleben. Der VfR. Darmſtadt muß
auf Grund ſeines Platzſperre in Sprendlingen antreten. Es iſt nicht
anzunehmen, daß die Raſenſpieler ungeſchlagen aus Sprendlingen
heim=
kehren. Union Darmſtadt hat dagegen eher Ausſichten, aus Wixhauſen
als Sieger heimzukehren, wenn auch die Aufgabe nicht gerade leicht iſt.
Allerdings wäre auch eine knappe Niederlage keine ſonderliche
Ueber=
raſchung. In Walldorf ſtoßen zwei bisher ungeſchlagene Mannſchaften
aufeinander. Das Spiel bietet aus alter Erfahrung heraus Zündſtoff
für Exploſionen, da nachbarliche Rivalität hier ſchon die übelſten Sachen
angerichtet hat. Man darf geſpannt ſein, ob Mörfelden in dieſem Jahre
ſtark genug ſein wird, einer Niederlage in Walldorf zu entgehen.
Nor=
malerweiſe dürfte ein knapper Sieg der Einheimiſchen herauskommen.
— In Urberach hat man jetzt ſcheinbar Geſchmack am Gewinnen
bekom=
kommen; es iſt deshalb auch damit zu rechnen, daß die gaſtierenden
Pfungſtädter nur „2. Sieger” bleiben. Auch der hohe Sieg
Pfung=
ſtadts über den VfR. Darmſtadt darf keine Illuſionen erwecken. Das
letzte Spiel findet nicht ſtatt. Münſter bleibt infolge der Disqualifikation
Oberrodens kampflos Gewinner der Punkte.
In der Bergſträßer A=Klaſſe
äßt die Lage ſchon nach den erſten Spielſonntagen klar erkennen, daß
die Meiſterſchaft nur zwiſchen drei Vereinen liegt. Am Sonntag gab es
folgende Ergebniſſe: Germania=Eberſtadt—Sportverein Lengfeld 6:1,
Boruſſia Dornheim-Viktoria Griesheim 2:3, Sportverein Geinsheim—
Sportverein Weiterſtadt 5:2, Sportverein Groß=Gerau—Eintracht
Darm=
ſtadt 3:0. Die Spitzengruppe zeigt hier folgendes Ausſehen:
Spiele gew. un. verl. Tore Plt.
Germania Eberſtadt 18:3 Sportverein Groß=Gerau 13:2 Viktoria Griesheim 13:8 Sportverein Geinsheim 3 2 12:11 Alle anderen Vereine weiſen bei gleicher Spielzahl zwei bzw.
0 Punkte auf. Am kommenden Sonntag ſtehen ſich gegenüber:
Boruſſia Dornheim—Sportverein Geinsheim, Sportverein Groß=Gerau—
Sportverein Roßdorf, Sporwerein Weiterſtadt—Sportverein Lengfeld.
In der A=Klaſſe Dreieichgau
ſchälen ſich die Favoriten auch ſchon heraus. Nach den ſonntäglichen
Er=
gebniſſen: Haſſia Dieburg—Sportgemeinde Sprendlingen 4:2, V.f.L.
Neu=Iſenburg Reſerve—SC. Dietzenbach 6:1 und FC. Dreieichenhain—
FV. Offenthal 4:0 darf man weiterhin auf SV. 1911 Neu=Iſenburg,
FC. Egelsbah und Haſſin Dieburg ſetzen. Der kommende
Sonn=
tag bringt hier nachſtehende Treffen: SC. Dietzenbach—FC. 03
Egels=
bach, SV. 1911 Neu=Iſenburg—FC. Dreieichenhain, FV. Offenthal—
Haſſia Dieburg, FV. Eppertshauſen—Sportgemeinde Sprendlingen.
Die B=Klaſſe
ſteht noch zu ſehy in der Entwicklung drinn, als daß man hier ſſchon mit
größeren Vorausſagen kommen könnte; beſchränken wir uns deshalb nur
auf Tatſachen:
Ergebniffe vom 30. September: Rot=Weiß Darmſtadt—FSV. Groß=
Zimmern 0:1, Germania Leeheim—SV. Meſſel 2:2, Sppgg. Groß=
Umſtadt—Schaafheim 3:1, SV. Höchſt—Germania Dieburg 1:2, V.f. R.
Erbacl—V.f L. Michelſtadt II 1:0.
Spiele am 7. Oktober: Germania Leeheim—Rot=Weiß Darmſtadt,
SV. Meſſel—Blau=Weiß Jugenheim. Viktoria Schaafheim—SV. Höchſt,
VfL. Michelſtadt II—Sppgg. Groß=Umſtadt, Kickers Hergershauſen—
VfL. Erbach.
Sportverein Darmſtadt 1898.
Am Sonntag, den 7. Oktober (heute), ſind wiederum die Mehrzahl
der Fußball= und Handballmannſchaften der 98er in Wettſpielen tätig.
Beſonders groß iſt die Spieltätigkeit der Jugend= und
Schülermann=
ſchaften. Während die Handball=Jugend Pflichtſpiele abſolviert, ſind
die Fußball=Jugend= und =Schülermannſchaften in Privatſpielen
be=
ſchäftigt. Von dieſen Spielen dürfte wohl am meiſten das Spiel der
1. Fußball=Jugendmannſchaft gegen „Germania”=Pfungſtadt
interefſie=
ren, das um 2 Uhr nachmittags auf dem Hauptkampffeld ſtattfindet. Von
den Spielen der aktiven Handballmannſchaften iſt das wichtigſte das
Spiel der Ligamannſchaft, die in Butzbach gegen den dortigen Polizei=
Sportverein anzutreten hat. Die Platzbeſitzer weiſen ein derartiges
ge=
diegenes Können auf, daß die 98er gut daran tun, wenn ſie das Spiel
als eines ihrer ſchwierigſten Verbandsſpiele auffaſſen, zumal der Gegner
auf eigenem Platze alles aufbieten wird, den Gäſten eine Punkteinbuße
zuzufügen, um ſo dem Darmſtädter Polizeiſportverein den Weg zur
Meiſterſchaft zu ebnen. Wir hoffen, daß dieſes Vorhaben dem
Platz=
verein nicht gelingt. — Die Erſatzmannſchaft der Handballer tritt im
Privatſpiel in Darmſtadt gegen die Erſatzmannſchaft von Mainz 05 an;
die dritte Handballmannſchaft hat in Babenhauſen die dortige „
Ger=
mania”=Mannſchaft im Verbandsſpiel zum Gegner. — Von den aktiven
Fußballmannſchaften iſt die Erſatzmannſchaft ſpielfrei, wohingegen die
zweite Mannſchaft gegen Eſchollbrücken und die Juniorenmannſchaft
gegen die Junioren von Mainz 05 antreten. Die Fußballmannſchaft
ſpielt um 3 Uhr nachmittags auf dem Platze am Böllenfalltor gegen
den Polizeifportverein Darmſtadt. Hier hat der Verband zugeſagt,
einen energiſchen Schiedsrichter zu ſtellen, ſo daß unbedingt das
Vor=
haben der Vereinsleitung, das Spiel einwandfrei zur Durchführung
zu bringen, gelingen muß. Die 98er treten in folgender Aufſtellung an:
Bärenz
Becker Laumann
Schäfer (oder Ruppel) Raick Ruppel
Müllmerſtadt Geyer Wenner Frey Hebeiſen.
Leichtathletik.
Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt.
Der Herſtwaldlauf des Main=Rheingaues findet am Heutigen
Sonntag i Langen ſtatt. Zu dieſer letzteren ſportlichen Veranſtaltung
entſendet auch wiederum obiger Verein einen Teil ſeiner Leichtathleten.
Die Oberſtufe wurde von 4 Turnern belegt, und ſind dies wiederum die
4 Hämpen, die ſich wiederholt im leyten Jahre ſicher placierten. Es ſind
dies Fornoff, Aßmuth, Wolf und Fick. Auch Jugend= und Anfängerklaſſe
wurde gemeldet, und dürfte nmn in erſter Linie der Jugendmannſchaft
große Aufmerkſamkeit ſchenken, die in der Auſſtellung A. Hartmann,
Kahl, Boy und Andre läuft. Die beſten Ausſichten in der
Anfänger=
klaſſe dürfte Ph. Schneider haben, doch ſtehen ihm ſeine mitgemeldeten
Turner Fieſah, Vetter, Riedlinger, Herfurth um nichts nach. Die
Be=
kanntgabe der errungenen Siege findet am Sonntag abend im
Vereins=
hauſe ſtatt. Abfahrt um 12,45 Uhr ab Hauptbahnhof.
Radfahren.
Deutſches Sportabzeichen.
Die Prüfung zur Erlangung des Deutſchew Turn= und
Sportab=
zeichens in Gruppe V Radfahren (20 Km. auf der Landſtraße), haben
erfolgreich beſtanden: Frl. Cläre Kiengle, Darmſtadt. — Erwachſene
männlich: Herr Kurr Biedenkopf=Buchſchlag; Peter Götz=Arheilgen;
Frdr. Schäfer=Eberſtadt; Adolf Marquard, Walter Strauß, Erich
Freyer, Hans Steinhäuſer, Joachim Haertel, Reinhardt Frankſen, Heinz
Pfiſter, Walter Heilmann, ſämtlich aus Darmſtadt. — Jugend unter 18
Jahren: Wilh. Stoſchel; Werner Spilger; Rudolf Zimmermann: Gg.
Wenz; Ferd. Hüther; Heinr. Marquardt; Gottwald Köpf; Walter
Stalf, ſämtlich aus Darmſtadt.
Pferdeſport.
Rennen zu Frankfurt a. M. am Samstag.
Bei dichtem Herbſtnebel wurde das Oktobermeeting des Frankfurter
Rennklubs eröffnet. Im Mittelpunkt des Tages ſtand der Präſidenten=
Preis, der ein ſtarkes Feld vereinte und mit dem Siege des Favoriten
Liederkranz aus dem Geſtüt Weil endete. Liederkranz vollbrachte unter
ſeinem hohen Gewicht eine ganz vorzügliche Leiſtung. Exzellenz hatte
geführt Pan Robert, Virardart, Liederkranz und Falkner, während
Coriolan III ſofort in Abſtand folgte. Im Bogen ging Liederkranz
an die Spitze, rang in der Geraden Falkner und Dalibor nieder, mußte
ſich aber dann noch gewaltig ſtrecken, um den außen ankommenden
Irr=
licht gerade um einen Kopf zu ſchlagen. — Die beiden Herrenreiten
ver=
liefen gleichfalls äußerſt intereſſant. Im Opanke=Jagdrennen führte
Feuermal das ganze Rennen, mußte aber im letzten Bogen die vom
letzten Platz vorſtoßende Gezireh vorbeilaſſen, die überlegen gegen den
durch ſchlechtes Springen etwas behinderten Tango gewann. — Im
Irhannisberg=Jagdrennen" führte Credulite bis in den Einlauf, dort
kam innen der vorher eingeſchloſſene Sans pareil auf und hatte ſein
Rennen ſofort ſicher.
Ergebniſſe:
1. Preis von Hochheim. 3000 Mark, 1200 Meter: 1. A. Daubs
Pat=
gulli (Matz), 2. Ainata, 3. Latina. Ferner: Strius. Tot.: 20, Pl. 16,
42:10. 2½—½—½ Lg.
2. Preis von Schwalbach. 3000 Mark, 1400 Meter: 1. L. Sachs und
G. Tobias: Eisbraut (O. Schmidt), 2. Fiſchermädel, 3. Tarzan. Ferner:
Patriotin, Amerophis, Farmerin, Strug, Toscana, Rheinſtein, Parioli,
Miſſion. Tot.: 20, Pl. 12, 14, 14:10. 2½—½ Lg.
3. Opanke=Jagdrennen. 3500 Mark, 3600 Meter: 1. J. Sechſers
Gezireh (v. Götz), 2. Tango, 3. Feuermal. Ferner: Mets, Troja,
Snob, Sanna Anna, Petrarca. Tot.: 24, Pl. 10, 10, 10:10. 3—2 Lg.
4. Präſidenten=Preis. Ehrenpreis und 4000 Mark, 2500 Meter:
1. Geſtüt Weils Liederkranz (Tarras), 2. Irrlicht, 3. Dalibor. Ferner:
Coriolan, 3., Virradat, Exzellewz, Taugenichts, Falkner, Pan Robert,
Turned, Nemrod. Tot.: 21, Pl. 10, 13, 20:10. K.—½ Lg.
5. Johannisberg=Jagdrennen. Ehrenpreis und 4000 Mark, 4000
Meter: 1. Frau A. Kemms Sans pareil (Lt. v. Horn), 2. Credulite,
3. Strumen. Ferner: Kätherl 3., Le Gerfaut, Erigant. Tot.: 50,
Pl. 30, B3:10. 1½—-
6. Kranichſtein=Rennen. 3000 Mark, 200 Meter: 1. J. Kirchhoffs
Montagne Ruſſe (Robl), 2.+ Canio, 2.—+ Heilige Johanna. Ferner:
Falkner, Dollar, Perfekt, Rochebelle. Tot.: 18, Pl. 30, 15:10. 6 Lg.—tok.
Geſchäfttiches.
Eine Gaſtſtätte ganz beſonderer Art, die „Spaniſche Bodega‟
in der Hügelſtraße, verdient von jedem Darmſtädter beſucht zu werden.
Seit acht Tagen zeigt ſich dieſes alte Lokal in neuem, warm getönten
Kleide unter der ſicheren Führung des ſtets liebenswürdigen Herrn
Juan Mir. Der rege Beſuch beweiſt nicht nur die Beliebtheit der ſchönen
Räumlichkeiten im Parterre und 1. Stock, ſondern würdigt auch die
dar=
gebotenen Weine von ausnahmslos beſter Qualität ſeiner Art. Heitere
Stimmung empfängt ſofort den Eintretenden, gute Muſik verſchönt den
Abend.
Künſtliche Augen. Die altbekannte, in Wiesbaden anſäſſige
Anſtalt für künſtliche Augen F. Ad. Müller Söhne unterhält ſeit einiger
Zeit in Frankfurt a. M., Weſerſtraße 41, Ecke Taunusſtraße, eine Filiale
zur direkten Anfertigung künſtlicher Augen nach der Natur. Die
täg=
lichen Sprechſtunden finden von 10 bis 4 Uhr ſtatt, Sonn= und Feiertage
ausgenommen. Für Kriegs= und Unfallverletzte empfiehlt es ſich, eine
Anweiſung ihrer Dienſtſtelle mitzubringen.
Wetterbericht.
Das weſtliche Tief hat ſich nordoſtwärts verlagert und liegt mit
ſeinem Kern über dem Nordmeer. Maxitime Warmluft des
Nordmeer=
fallgebietes führte beim Zuſammentreffen mit den kontinentalen, kühlen
Luftmaſſen des öſtlichen Hochdruckgebiets im weſtlichen Deutſchland in
den heutigen Morgenſtunden zu Regenfällen. Aachen, Nordhorn,
Wil=
helmshaven meldeten Regen. Da von Südweſten her das Barometer
er=
neut kräftig anſteigt und das uns bedrohende Schlechtwettergebtiet eine
abziehende und uns nicht berührende Zugrichtung eingeſchlagen hat, ſo
wird bei zeitweiſer Bewölkung im weſentlichen trockenes Wettere
vor=
herrſchen.
F.C. Eintracht Darmſtadt.
Am heutigen Sonntag haben Eintrachts 1. und 2. Elf keine
Ver=
bandsſpiele auszutragen. Die 2. Mannſchaft ſpielt dafür vormittags
11 Uhr auf dem Platze am Finanzamt gegen Sportklub 1928 Ober=
Ramſtadt, 1. Mannſchaft.
F.C. Union 1913 e. V., Darmſtadt—Union Wixhauſen.
Heute Sonntag, 7. Oktober, muß Union nach Wixhauſen. Die
Ein=
heimiſchen müſſen auch zu dieſem Spiele wieder mit vier Mann Erſatz
antreten, ſo daß es für jeden Spieler heißt, ſein ganzes Können an den
Tag zu legen, um ein ehrenvolles Abſchneiden zu gewährleiſten.
Wix=
hauſen iſt in Darmſtadt bekannt und kennt man ſeine Spielſtärke. Zur
Zeit befindet ſich dieſer Verein in der Mittelgruppe und wird alles
verſuchen, um den Anſchluß an die Spitzengruppe nicht zu verlieren.
Union ſteht zurzeit ziemlich am Schluſſe der Tabelle und muß, um nicht
in Abſtieggefahr zu kommen, in den kommenden Spielen alles aufbieten,
um einen günſtigen Tabellenſtand zu erreichen. Es wird in Wixhauſen
zu einem ſpannenden Kampfe kommen, und wird deshalb gebeten, der
Mannſchaft den nötigen Rückhalt zu geben und die Elf recht zahlreich
zu begleiten. Spielbeginn für die Ligamannſchaft um 3 Uhr und für
die Reſerveelf um halb 2 Uhr. Die Liga fährt kurz nach 1 Uhr,
wäh=
rend die Reſerve um 11.37 Uhr ab Hauptbahnhof fährr.
Spielvereinigung 1921 Darmſtadt.
Die 1. und 2. Mannſchaft begeben ſich heute nach
Gräfen=
hauſen, um gegen den dortigen Fußballverein im Serienſpiel
anzutre=
ten. — Die 1. Jugendmannſchaft ſpielt hier vormittags gegen Arheilgen.
T., u. Sp.V. Meffſel 1.—,Blau=Weiß” Jugenheim 1.
Zum dritten Verbandsſpiel treffen ſich obige Mannſchaften in
Meſſel. Die techniſche Reife, die Meſſel in den ſeitherigen Spielen
ge=
zeigt hat, dazu der Vorteil des eigenen Platzes, laſſen darauf ſchließen,
daß es dem Gegner ſchwer fallen wird, einen Punkt mit nach Hauſe
zu nehmen. Meſſel, das leider mit Erſatz antreten muß, darf aber
dennoch das Spiel nicht zu leicht nehmen, denn die Folgen allzu großer
Leichtſinnigkeit ſah man in Seehemm.
Vor dem Spiel der 1. Mannſchaften trefen ſich die 2. Mannſchaften
obiger Vereine.
1, Schüler—1, Schüler Münſter.
Ausſichten für Sonntag, den 7. Oktober: Wolkig mit Aufheiterung,
mäßig warm und meiſt trocken.
Ausſichten für Montag, den 8. Oktober: Aufheiterndes Wetter,
zwi=
ſchen Tag und Nacht wwieder ſtärkere Temperaturgegenſätze, trochen.
in Ce Wind: Me
ſchlag
in mm Ge
decke
in em Gießen: Nebel 50, Aachen: Regen 12 NNO, Hamburg: Nebel SSO, Berlin: wolkenlos SO, München: wolkig ſtill Königsberg: wolkig SO. Breslau: bedeckt 3 SO, Witterungsverhältniſſe der
Feldberg:
Taunus deutſchen Bergſtationen. Waſſerkuppe wolkig WSW, Feldberg:
(Schwarzw.) Zugſpitze: wolkig NW. Kahler Aſten: Fichtelberg: heiter SSO, Schneekoppe: wolkenlos
Sauptichriftlenung. Rudoi Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]5
Uummer 41
7. Oktober 1928
Der
alte Schlachth
platz.
Skize aus dem Darmſtadt von geſtern von Dr. Philipp Krämer.
Ich teile mit, daß mir geſtern in früher Morgenſtunde, als ich eilenden Fußes mich
nach der Stätte der Pflicht begab, Herr Hildebrand begegnete — Herr Hildebrand, den
ich ſeit mindeſtens einem Jahrzehnt nicht mehr zu Geſicht bekommen habe. Er iſt immer
noch der gutmütige Kauz mit den ſchelmiſch blickenden Augen in dem breiten Geſicht,
dem buſchigen Schnurrbart und den zu kurzen Beinen, ſtellte ich feſt. Aber ſein Haar iſt
weiß geworden. Herr Hildebrand iſt alt geworden, wenn man ihn auch noch nicht einen
Greis nennen darf. Kaum war er an mir vorüber, freilich ohne mich mit derſelben
ſchnellen Neugierde zu ſtudieren, wie ich ihn, als vor meinem inneren Auge der alte
Schlachthofplatz erſchien, denn Herr Hildebrand und der Schlachthofplatz gehören für
mich unlöslich zuſammen — man wird mich ſogleich beſſer verſtehen, wenn man geruht,
mir noch ein Weilchen Aufmerkſamkeit zu ſchenken.
Die Seit liegt noch keineswegs fern, da die Metzger unſerer Vaterſtadt ihre Karren
zum erſten Male ſtait durch die engen Straßen der Altſtadt durch die breite
Frankfurter=
ſtraße nach dem Gebäude des Ciermords ſchoben. Aber ſchließlich hatte es nicht
aus=
bleiben können, daß man den gerechten Forderungen geſundheitlicher Lebenshaltung
ſtreb=
ſamer Bürger, die alle (mit eigenbrötleriſchen Ausnahmen) zu den Fleiſcheſſern gehörten,
Erfüllung ſchenkte und den alten Schlachthof in Schutt und Crümmer legte. Und nun gab
es Luft, gab es Freiheit, gab es einen großen rechteckigen Platz, auf den aus kleinen
Fenſtern die Nachkommen der ſtädtiſchen Ureinwohner mit den Augen derer ſchauten,
die noch von der Erinnerung leben.
Und nun gab es auch endlich einen Platz, auf dem die ſtädtiſchen Vergnügungen
abgehalten werden konnten, ohne daß dieſe Veranſtaltungen der Freude Verkehr und
aufſtrebendes Leben hemmend behinderten.
Su dieſen Veranſtaltungen der Freude iſt auch das Kaſperltheater zu zählen, das
Herrn Hildebrand erb= und eigentümlich gehörte, demſelben Herrn Hildebrand, deſſen
am Eingang dieſer Skizze Erwähnung getan ward.
Oh, Herrn Hildebrands Kaſperltheater! Wie klopft mein Herz freudig in der
Erinnerung an dieſe Stätte der Kunſt. Deutlich ſehe ich die leinene Schauburg vor mir,
verſenke mich in die farbenfrohen Gemälde der Vorderſeite, des Vorhangs insbeſondere,
und ſtelle feſt, daß dieſe Aeußerungen des Expreſſionismus vor dem Expreſſionismus
die=
ſelbe Wirkung ausüben, wie ſie Werken echter Kunſt ſeit altersher mit Necht
nach=
gerühmt wird, daß ſie nämlich die Seele des Beſchauers mit Heiterkeit und gelaſſener
Lebensfreude erfüllen.
Stundenlang konnten wir den tölpiſchen Späßen des klugen Keulenſchwingers mit
der Schellenkappe lauſchen, konnten teilnehmen an ſeinen Streichen und Abenteuern, und
immer wieder verſöhnte uns Capferkeit und Codesverachtung des langnaſigen Witzbolds
in ſchwierigſten Lagen mit den allzu lockeren Auffaſſungen vom Sinn des Daſeins, denen
der Wirtshausfreund und Arbeitsſcheue unverhohlen Ausdruck gab. Wir zogen mit ihm
in ferne Länder, ſahen ihn ſiegreiche Kämpfe mit hungrigen Krokodilen beſtehen, ſtrolchten
mit ihm durch die böhmiſchen Wälder, wo wir Seugen eines Ueberfalles auf die Poſt,
den „gelben Bogel”, waren, weinien mit ihm beim Abſchied von dem lieben Gretchen
und fanden es durchaus in der Ordnung, wenn er als Nekrut nach kurzem Wortwechſel
mit dem Seldwobel dieſen nicht nur mit dem Gewehrkolben verknüppelte, ſondern ihm
kurzweg das Lebenslicht ausblies, um ſich alsbald nach vollbrachter Cat bei Bier und
Käſe gütlich zu tun, als ob nichts geſchehen wäre.
Hier iſt noch anzumerken, daß Herr Hildebrand, um den Wettbewerb mit
groß=
artigeren Veranſtaltungen zur Beluſtigung der Jugend mit Ausſicht auf Erfolg zu
beſtehen, ſein Kunſtunternehmen derart moderiniſierte, daß er ſamt ſeinem Weibe in
phantaſtiſcher Koſtümierung in höchſteigener Perſon bis zur Bauchgegend im Nahmen
des Schaufeldes erſchien und zwei Holzbeinchen unwahrſcheinlich kleinen Ausmaßes über
die Brüſtung baumeln ließ. In der Sprechweiſe des Datterich unterhielt ſich
ſolcher=
geſtalt der Schönbartläufer mit ſeinem Weibe, bis er endlich dem hölzernen
Pritſchen=
ſchwinger und Policinell das Feld räumte, nicht ohne vorher der Jugend anempfohlen zu
haben, ſich geſittet zu benehmen und den Celler mit klingender Münze zu füllen. Dieſe
Vermiſchung der Spielſtile hat Herr Hildebrand meines Wiſſens nicht wieder
über=
wunden und damit den Beweis erbracht, daß er in Kunſtdingen durchaus ein
fortſchritt-
liches Kind ſeiner Seit iſt.
Die fortſchrittliche Seit freilich hat ſeine Verdienſte um das Kunſtleben der Stadt
nicht anerkannt. Kühn riß die neue Seik die morſchen Häuſer um den Platz nieder, mehr
Licht, mehr Freiheit ſtrömten in die alte Stadt. Der Schlachthofplatz iſt verſchwunden.
Der Platz iſt nur noch Straße und Durchgang. Und um ihren Siegeszug über die alte
Seit zu krönen mit deutlich redender Cat, legte die neue Seit die Lebensſtränge der
rollenden Bahn durchs Herz des Platzes.
Die Veranſtaltungen der Freude ſind weiter gewandert, ihre Muſik ertönt auf
neuem Platz, ein Siegeslied des Lebens über den Crümmern.
Und nun darf ich nicht vergeſſen der Seiltänzer, die auf dem alten Schlachthofplatz
die zirzenſiſchen Bedürfniſſe unſerer Stadt erfolgreich zu befriedigen ſich mühten. All dies
iſt nun auch verſchwunden. Nicht mehr ſpannt ſich das hohe Curmſeil über dem Platz,
nicht mehr fährt Herr Knie mit dem Sweirad darüber hin, nicht mehr hüpft Amanda, die
Puppe auf dem Seile, zum Cakte der Orgel, nicht mehr kriecht der Schlangenmenſch in
ſeine Kugel und windet ſich die Holzſpirale hinauf, nicht mehr wird bei magiſcher
Aze=
tulenbeleuchtung die tragiſche Pantomime die Herzen der Suſchauer in Aufregung
ver=
ſetzen. Nicht mehr wird ſich jener Vorgang abſpielen, den ich abſchließend noch zum
beſten geben will, ſofern man mir zuhört.
Herr Knie, im Begriff das hohe Curmſeil zu halsbrecheriſcher Arbeit zu beſteigen,
gerät mit einem Suſchauer aus unerſichtlichem Grunde in einen Wortſtreit. Der Streit
nimmt unangenehme Formen an, Cätlichkeiten werden beiderſeits nicht vermieden. Doch
gelingt es Herrn Knie, den Störenfried in den Flur des Hauſes zu drängen, von deſſen
Dachlucke ſein Seil den Ausgang nimmt und in gerader Linie hinüberläuft zu den
fahnen=
geſchmückten Nieſenſtangen. Das Publikum ſteht ſelbſtredend auf ſeiten des Herrn
Knie. Aber nun geſchieht das Entſetzliche. Oben an der Dachluke erſcheint Herr Knie.
Am Kragen hält er den Störenfried gepackt, ſchüttelt ihn und zerrt ihn auf das Seil.
Hat Herr Knie den Verſtand verloren? Der Scherz geht zu weit. Polizei! Hilfe! Aber
da iſt Herr Knie ſchon auf dem Seil und zerrt den Störenfried hinter ſich drein. Jetzt —
jetzt — ein Schreil Der Aermſte fällt, von Herrn Knie mit einem Sußtritt abſichtlich
geſtoßen, in die Ciefe. Schaudervoll, höchſt ſchaudervoll. Fäuſte ballen ſich gegen den
frechen Künſtler, der aber lacht aus vollem Halſe. Und unten entdecken ſie, daß der
Ge=
ſtürzte eine Puppe iſt. Oh, dieſe Künſtler!
Dies alles iſt nun nicht mehr zu ſehen auf dem alten Schlachthofplatz. Nicht weit
davon, im Dreimaſtenzirkus, gegen jede Unbill der Witterung geſchützt, geben ſich die
Cauſende raffinierteren Darbietungen dankbar hin, während die befrackten Muſiker von
erhöhtem Sitz jede Leiſtung mit den ihr angemeſſenen Klängen verſchönen und helles
Licht über die geſchmeidigen Leiber zuchtvoller Künſtler flutet.
5
[ ← ][ ][ → ] Erntegeiſter und Ernteſitten.
Von Gotthard Brodt.
Kornfelder! — Leiſe und ſanft biegen ſich die reifen,
gold=
gelben Aehren unter dem Hauch des Windes. Ein eigenartiger
Hauber befällt uns, wenn wir vor den großen Kornfeldern ſtehen,
an ihnen entlang wandern und unſeren Gedanken nachhängen.
Blendend ſtrahlt die Sonne vom lichtblauen Himmel; es iſt ein
herrlicher Cag. Hoch oben in den Lüften jubiliert eine Lerche,
und unten am Wegesrand zirpen die Grillen. Dazwiſchen
ver=
nimmt unſer Ohr das leiſe geheimnisvolle Nauſchen des Kornes,
das hier und da ſchon unter den Senſen der Schnitter zu Boden
fällt. Die Erntezeit iſt da und voll ehrlicher Bewunderung blicken
wir auf die emſigen Männer und Frauen auf den Feldern. Hier
wird das Bibelwort: „Im Schweiße deines Angſichts ſollſt du
dein Brok eſſen”. Wahrheit und trotzdem ſind alle dieſe fleißigen
Menſchen keineswegs mißvergnügt. Lachend, ſcherzend, mit
frohem Geſang ſchreitet die Arbeit immer weiter fort.
Ob dieſe fröhlichen Menſchen hier wohl noch abergläubiſch
ſind? — Ob ſie wohl noch etwas wiſſen von den einſt hier
üb=
lichen uralten Erntebräuchen, vom Bilmis — oder
Binſen=
ſchnitter, von der Kornmuhme, die die Kornblumen ſuchenden
Kinder packt und fortträgt, und all den anderen geheimnisvollen
Geſtalten? Ganz plötzlich drängen ſich mir dieſe Fragen auf.
Und nun gibts für mich kein Halten mehr. Das muß ich wiſſen.
Gerade geht man veſpern. Die Gelegenheit für ein kleines
In=
terview iſt alſo günſtig. Ab dafür und rüber übers Feld. Aber
ich kam nicht weit; lachend und unter dem großen Hallo der
übrigen ſpringt plötzlich eine hübſche, dralle Schnitterin auf mich
zu, wirft mir ſchnell ein Strohſeil um die Caille und ruft: „Ich
bind’ dich an die Gerſten, du weißt jetzt, daß wir dörſten.”
Glücklicherweiſe kannte ich den Brauch noch aus meiner
Kindheit und kaufte mich — wie man es in dieſen Fällen tun
muß — mit meinem ganzen Kleingeld, das ich gerade bei mir
hatte, los. Dann ging ich zu den übrigen Erntearbeitern, die ſich
bereits gelagert hatten und bat um die Erlaubnis, mich zu ihnen
ſetzen zu dürfen. Mit Freuden wurde meine Bitte bewilligt und
im Nu war dann eine Unterhaltung, wie ich ſie mir gewünſcht
hatte, im Gange.
Abergläubiſch?? — Nein, das ſei man hier nicht mehr, aber
in gewiſſen Gegenden der Mark Brandenburg, der Pfalz,
Chüringens, Heſſens, Sachſens und Weſtfalens, ſowie im
Rhein=
lande ſei man es noch ſehr. Dort ſei auch in dieſem Jahr mit der
Ernte nicht an einem Montag begonnen worden, weil nach
An=
ſicht zahlreicher dort anſäſſiger Bauern der Montag ein „
Hexen=
tag” ſei. Früher glaubte man das allgemein und überall. War
das Korn jedoch überreif und das Wetter ſehr gut, ſo fing man
mit der Ernte halt am Sonntag an, d. h. man mähte eine kleine
Stelle des Feldes ab und arbeitete dann beruhigt am Montag
weiter. Im übrigen galt es aber bei der Ernte, die guten und
böſen Geiſter, die im Korn wohnen, nicht zu erſchrecken oder zu
erzürnen. Einer von ihnen war allenthalben ganz beſonders
ge=
fürchtet: der Bilmis — oder Binſenſchnitter, deſſen Anweſenheit
man daraus ſchloß, wenn in einem Kornfeld plötzlich kleine Wege
geſchnitten waren und zahlreiche abgebrochene Aehren am Boden
umherlagen. Man ſtellte ſich den Bilmisſchnitter nämlich als ein
anges, dürres, ſchreckhaftes Geſpenſt vor, das um ſeine
Suß=
knöchel ſcharfe Sicheln gebunden hat. Bis zu Beginn dieſes
Jahrhunderts wurde in manchen Gegenden der Bilmisſchnitter
ſogar noch mit Kirchenandacht und Glockengeläut gebannt.
Die guten Geiſter, die im Korne wohnten, zogen ſich während
der Ernte immer mehr zurück und warteten ſchließlich am Nand
des Feldes in den letzten Halmen. Kamen die Schnitter und
Schnitterinnen dort hin, ſo knieten ſie nieder und verrichteten
vor ihnen ein ſtummes Gebet. Dann wurden die Halme gemäht
und zu einer ſogenannten Kornpuppe gebunden, die mit bunten
Bändern und Kornblumen geſchmückt und hoch oben in die Mitte
des letzten Erntewagens geſetzt wurde. War das geſchehen, ſo
ging es mit großem Hallo heim; denn alles freute ſich nun auf
das bevorſtehende Erntefeſt, das damals, genau wie noch heute,
meiſtens am Sonntag gefeiert wurde. Die Kornpuppe aber hing
man unter beſtimmten Bittgeſängen an die guten Erntegeiſter
in die Mitte des Kornſpeichers auf. Dort ſollte ſie von rechts
wegen bis zur nächſten Ernte hängen bleiben, aber meiſtens
zer=
fiel ſie infolge der Witterungseinflüſſe ſchon früher. In dieſem
Falle wurden die herunterfallenden Körner ſäuberlich geſammelt
und in die Ausſaat getan, damit die guten Geiſter gleich zu
An=
fang dem Boden neue Kraft geben und eine neue fruchtbare
Ernte vorbereiten könnten. Schließlich machte man ſich auch
noch bei dem Waſſergeiſt dadurch beliebt, daß man beim
Ein=
bringen der Kornpuppe diejenige Magd, die ſie gebunden hatte
— es war meiſt die Schönſte — mit einem Eimer Waſſer naß
goß. Daraufhin ſollte dann der Waſſergeiſt im nächſten Jahr
genügend Negen für die Früchte des Seldes ſpenden. Leider
artete dieſe Sitte ſehr oft in Unanſtändigkeiten aus, und ſo ent=
ſchloß man ſich denn allmählich, in die Kornpuppe eine Flaſche
mit Waſſer oder Wein für den Waſſergeiſt hineinzubinden und
dafür das Begießen der Mägde abzuſchaffen.
Heute kennt man die Kornpuppe nur noch ſehr vereinzelt,
ohne näheres über ihren Sinn und Urſprung zu wiſſen. Swar
werden die letzten Halme wohl noch überall ſorgfältig geſammelt,
zu einem Kranz gebunden, und mit bunten Bändern verziert dem
Gutsherrn zum Geſchenk gemacht, wenn ſie nicht in der
Orts=
kirche, wie es meiſtens geſchieht, niederlegt. Sonſt iſt im
allge-
meinen nicht mehr viel übrig geblieben von den alten Ernteſitten
unſerer Vorfahren. Im Seitalter der Maſchine iſt kein Naum
und keine Seit für ſie.
Aufmerkſam hatte ich den Ausführungen des alten Schnitters
gelauſcht, der ſich jetzt mit den anderen erhob, um ſich wieder an
ſeine Arbeit zu begeben. Die Veſper war um und mein
Inter=
view beendet. Und ſo dankte ich denn dem Alten, der mir
herz=
haft die Hand ſchüttelte, und begab mich nachdenklich auf den
Heimweg. Der Nachmittag war nicht verloren.
Künſtler=Anekdoten.
Der ſehr bekannte Dichter S. hatte außer einer Menge
Werke eine ſehr ſchöne Cochter hinterlaſſen, die dieſerhalb und
wegen der Berühmtheit ihres Vaters in München ſehr gefeiert
wurde. Sie wurde eines Cages eingeladen, der Uraufführung
eines Stückes ihres Vaters beizuwohnen. In einem Akt ſpielt
der Autor wiederholt auf ein anderes ſeiner Werke an.
Hier=
über wird die Cochter in der Pauſe gefragt, welches Werk ihr
Vater denn da wohl gemeint hätte. „O, Sie müſſen nicht denken,
daß mein Vater ſich immer was bei ſeinen Stücken gedacht
hat . . .” erwiderte die junge Dame.
In der „Jahreszeiten=Bar” in München, Creffpunkt der
Künſtler, ſaß eines Cages die berühmte Schauſpielerin Senta B.
dem Dichter M. gegenüber, der ebenſo ſtumm als heftig in ſie
verliebt war. Plötzlich rief ſie ihm über den Ciſch zu: „Herr M.,
wenn Sie mich lieben, ſo ſagen Sie es mir, aber machen Sie mir
nicht meine ſchönen weißen Strümpfe ſchmutzig!”
Der fremde Hund.
Anekdote von Wilhelm Schäfer.
Als Peter Hille noch ſeinen Körper wie das zerbrechliche
Gefäß der mildeſten Dichterſeele einſam in fremde Straßen und
fremdere Nächte trug und, auf die Gutwilligkeit zufälliger
Be=
kanntſchaften angewieſen, ſonderbare Dinge anrichtete,
wider=
fuhr ihm auf der Straße von Benrath nach Düſſeldorf ein
Er=
lebnis, das er, wie alles, ſtaunend und beglückt hinnahm, obwohl
es andern nur ein Scherzſpiel des Sufalls geweſen wäre.
Er war im naſſen Februar nach Düſſeldorf gefahren, vierter
Klaſſe und mit geborgtem Geld, weil er über die rheiniſche
Jaſt=
nacht ſchriftſtellern wollte. Wie ihm das leicht geſchah, geriet er
auf einer Morgenwanderung im Eller Forſt ſeitab und ſchließlich
durch die Felder nach Benrath am Rhein, wo er das zierliche
Jagdſchloß wie ein vertriebener Fürſt beſichtigte, der einmal noch
und unbekannt in ſeinem geflickten Mantel die Säle der Jugend
anſehen will. Die Stimmung dieſer verſtaubten Nokokowelt ging
auch noch mit ihm, als er am Nachmittag — ohne Nahrung ſeit
dem Morgen — den ſtundenweiten Weg nach Düſſeldorf
ab=
wanderte, in einem naſſen Schneetag, darin er ahnungslos mit
Segeltuchſchuhen ging.
Wie nun die Stelle kam, wo ſich die Straße dicht an den
Rhein heran zieht, der da mit einem ſtarken Bogen die Böſchung
bedrängt, und wo der naſſe Schneewind ihm auch den Mantel
dickt überzuckerte — unten miſchten die Schlepper ihren braunen
Rauch in die dämmrige Luft — kam von der Seite aus einem
Feldweg ein Hund zu ihm, der augenſcheinlich gleich ihm den
An=
ſchluß an die Geſchäfte und Häuſer der Menſchen verloren hatte.
Der Dichter ſah mit gütigen Augen das verwahrloſte Cier — es
war ein gefleckter Jagdhund, der ſich mißtrauiſch an ihn
heran=
ſchnupperte — lockte es mit ſeiner leiſen weſtfäliſchen Stimme
und klopfte ihm ein paarmal zutraulich auf das enge Gehirn, das
ihn aus der blauen Ciefe ſolcher Hundeaugen demütig anſah.
Indem die beiden Herren dann weitertrotteten, der Hund
ein wenig voraus und vielfach die Straße kreuzend, als ob er dem
Menſchen Seit geben wollte, nachzukommen, verſpann der Dichter
ſich in keine Cräume mehr und dachte nun die wirklichen
Ge=
danken, wie ſolch ein Hund gleich einem Menſchen mit einer
Seele in die Welt geboren wäre; auch mit denſelben Sinnen,
mur daß die ihre Meldungen in einer Handvoll Gehirn anbringen
mußten, das nur im Swang von dreſſierter Folgſamkeit damit
wirtſchaften konnte, indeſſen bei ihm, dem Menſchen, Crieb und
Sinneswahrnehmungen zum geiſtigen Beſitztum würden, ſo daß er
mit dem Bewußtſeinder Weltzuſammenhänge zugleich die Herrſchaft
darüber in ſich trüge und ſomit auch den Sinn vom Leben, der in
den Cieren, den Bäumen und den Steinen noch ungeweckt ſei.
Sogleich fiel ihm die Corheit hitziger Jünglinge ein, dieſes
Vorrecht ſchon göttlich zu nennen: Weil erſt das menſchliche
Be=
vußtſein den Sinn der Schöpfung zur Klarheit brächte, dürfte
ſich der einzelne dreiſt als ein Stück Gottes vorkommen, der in
der Menſchheit gewiſſermaßen zum Welt= und Selbſtbewußtſein
käme, weshalb der Fortſchritt aller Wiſſenſchaft und
Denkbar=
keit nichts weniger als die Geſchichte Gottes wäre.
Als ſich der Dichter recht mit lächelndem Mund in dieſe
Prahlerei zurückgedacht hatte, blieb er erſchrocken in dem
Schneewetter ſtehen, weil ihm zur Antwort eine Kette von tiefer
Craurigkeit aufkam. Er erkannte deutlicher als ſonſt, wie jeder
menſchliche Gedanke, auch der feinſte, wie jede Ahnung des
Ge=
fühls, auch die leiſeſte, in ihrem Daſein menſchlich wäre und ihn
vom Göttlichen abgrenze. Nicht anderes als ein künſtlicher
Scheinwerfer war ſein Bewußtſein; rundum ſtand das Geheimnis
der Nakur, ſtand Gott in Seit und Naum, doch überall, wo der
war auf das Geheimnis ein Schein von menſchlicher Beleuchtung
Menſch mit ſeinen Gedanken und Gefühlen hinleuchten wollte,
gelegt, der es dichter als die Dunkelheit verhüllte, ſo daß die
onſt gnädig überſchattete Grenze den göttlichen und menſchlichen
Bereich nur ſchärfer trennte. Statt daß die menſchliche
Entwick=
lung zu Gott hinführe —wie jene Prahle meinten —brächte ſie ihn
recht von Gott ab, und ſomit ſei der tiefſte Sinn und höchſte
Crieb des Menſchen Gott feindlich, der im Gehirn des
Jagd=
hundes hier auf der fremden Straße viel ungeſtörter beſchloſſen
wäre als in ſeinem mit tauſendfältigen Nachrichten anderer
Menſchlichkeit befrachteten Geiſt.
Als ſo der Dichter, der doch als Katholik mit einer Inbrunſt
zur Gläubigkeit erfüllt war, der Unwert aller Neligionsgedanken
und der frommen Gefühle überkam, blieb er verzweifelt auf der
naſſen Landſtraße ſtehen. Der Hund kam ſuchend mit geſenkter
Schnauze zurück und ſtand ihm treulich bei, ſo daß die beiden
einem Zimmermann aus Oberbilk, der von der anderen Seite des
Weges kam, einen ärgerlichen Anblick gaben.
Der wollte noch mit der letzten Helligkeit nach Benrath, dort
eine Arbeit auszumeſſen, um mit dem Sechsuhrzug in Düſſeldorf
zurück zu ſein; ein kräftiger Mann und Handwerker in braunen
Sammethoſen, dem dieſer Fremdling in naſſen Segeltuchſchuhen
mit dem ſtruppigen Vieh erbärmlich vorkam, ſo daß er ſich im
Weitergehen gar nicht beruhigen konnte, wie jemand ſo dem
Elend und der Bettelei verfallen möchte. Doch ſchimpfte er nach
fünf Minuten ſchon nach der andern Seite, als er vor einem
Kraft=
wagen zur Seite ſpringen mußte, der durch den naſſen Schnee wie
eine Ente herwatſchelte und ihn beſpritzte: daß ſolche
Arbeits=
loſen im Pelz auf angeerbten Sinsſcheinen ſitzend noch viel
ab=
ſcheulicher wären! So daß der Simmermann — dem die kalte
Näſſe bis dahin nichts vermocht hatte — nun doch verdrießlich
über das Hundewetter und alle anderen Ungerechtigkeiten der
Welt die Straße weiterzog.
Es war aber ſo wenig ein Arbeitsloſer wie der Dichter in
Segeltuchſchuhen, der da mit Lederhandſchuhen am Steuerrad
vorübergefahren war, vielmehr ein Maler, der ſich für ſeine
Studien in einem Dorf bei Benrath eingebaut hatte. Auch jetzt
ſaß er nach ſeiner in die Palette verbiſſenen Natur daran, die
glaſige Cönung dieſer naſſen Winterluft in den Kontraſten am
Horizont zu beobachten und er hätte beſſer dem Chauffeur das
Steuerrad gelaſſen, wenn der nicht gerade mit einer
Handver=
ſtauchung beim Arzt geweſen wäre.
So kam er nicht aufmerkſam genug an die Stelle, wo der
Simmermann aus Oberbilk vor ſechs Minuten die fragwürdigen
Geſtalten getroffen hatte. Der Dichter war zwar los gekommen
An einen Klempner.
Von Stephan Learock.
Mein hochverehrter Herr!
Sie haben jetzt vier Stunden lang rauchend unter meinem
Küchenausguß geſeſſen. Sie haben das Waſſer im Keller
abge=
ſtellt, und der Naum unter dem Ausguß iſt trocken und bequem.
Ich verſtehe, daß Sie auf Ihren Inſtallateurkameraden warten,
der fortgegangen iſt, um einen größeren Schraubenſchlüſſel zu
holen als den, den Sie bei ſich haben.
Der Augenblick iſt daher geeignet, Ihnen dieſe Seilen z
ſchreiben und ſie ſofort in einen Umſchlag zu ſtecken, den ich
Ihnen bei Ihrem Abſchied überreichen werde.
Ich möchte keineswegs den Anſchein erwecken, daß ich
Be=
trachtungen über die augenſcheinliche Verzögerung Ihres
Wer=
kes anſtelle. Ich bin überzeugt, daß dieſe Verzögerung nur eine
anſcheinende und keine wirkliche iſt. Ueber die Catſache, daß
meinem Hauſe bereits ſeit zwei Wochen die angemeſſene
Waſſer=
verſorgung fehlt, gehe ich gleichfalls hinweg. Ich nehme es Ihnen
nicht übel, daß Sie vierzehn Cage lang jeden vormittag in meiner
Küche zugebracht haben, noch bin ich dem Neiz Ihres
zwei=
wöchigen Aufenthaltes unter dem Küchenausguß unzgänglich,
auch verkenne ich keinesfalls den Hauber, den dieſe Catſache auf
das intellektuelle Leben meiner Köchin ausübt.
Ich bin mir voll bewußt, mein Herr, daß alle dieſe Dinge
außerhalb des legitimen Gebiets allgemeiner Klagen liegen. Ich
weiß, daß Ihnen alles dieſes durch Ihre Gilde auferlegt wird.
Wie ich glaube, iſt es der Befehl Ihrer örtlichen Vereinigung,
daß Sie nicht einen Schraubenſchlüſſel gebrauchen dürfen, ohne
nach einem Gehilfen zu ſenden. Gleichfalls entſpricht es wohl den
Satzungen Ihrer vereinigten Brüderſchaft, einen
Schrauben=
zieher nur in Gegenwart eines Ciſchlers und anderer Seugen
be=
nutzen zu dürfen:* Und ſicherlich iſt es der ausdrücklichſte Befehl
Ihrer internationalen Vereinigung, daß Sie eine Arbeit nur
beenden dürfen, wenn ſie durch Majoritätsbeſchluß der geprüften
Inſtallateure Ihres Bezirks für beendbar erklärt worden iſt.
Dieſe Dinge ſorgen zweifellos für die Fröhlichkeit und
Ab=
wechſlung in der Arbeit, üben aber, wie ich fürchte, auf die
Schnelligkeit Ihrer Operationen einen ungünſtigen Einfluß aus.
Was ich Ihnen eigentlich ſagen wollte, ſehr verehrter Herr,
iſt aber folgendes: Sie beſitzen ein Etwas, was man im
Mittel=
alter als Myſterium zu bezeichnen pflegte, ein Etwas, das Sie
tun können und andere Leute nicht und Sie nutzen Ihr Myſterium
aufs gründlichſte aus. Catſächlich glaube ich, daß Sie in dieſer
Hinſicht den Bogen etwas überſpannen.
Ich glaube, es iſt nur anſtändig, Ihnen zu ſagen, daß jetzt
eine Bewegung im Entſtehen iſt, die Ihre Exiſtenz untergraben
muß. Eine Anzahl unſerer Univerſitäten haben bereits
Inſtalla=
tionsvorleſungen über das Klempnerweſen eingeführt, und es
be=
ſteht die Gefahr, daß Ihre myſteriöſen Kenntniſſe nun in den
Beſitz ſelbſt der gelehrteſten Leute gelangen werden. Verſchiedene
der größten Wiſſenſchaftler unſeres Landes haben bereits ihre
ganze Kraft eingeſetzt, um herauszufinden, wie Sie das alles
von ſeinem Platz, jedoch die troſtloſe Vorſtellung der menſchlichen
Weltverlaſſenheit und Gottentfremdung bewegte ihn noch ſo, daß
ſeine Augen in den Cümpeln ſuchten, indeſſen der Hund, längſt
ungeduldig über dieſen Sufallsherrn und in Erinnerung vergan= Ende noch immer nicht in ſeinen Gedankenkreis einbegriffen und
gener Jagdgebräuche kreuz und quer über die Straße lief. So
bot ſich dem Maler, als er die Geſtalten aus der diſen Luft ein wenig ärgerlich noch einen Fünfzigmarkſchein zulegte und mit
auftauchen ſah, rechts ziemlich auf der Mitte der Straße ein
flatternder Mantel und links davon ein Jagdhund dar, der ihm
die ſchmale Durchfahrt mit ſeinem Sickzafkurs verſperrte. Er ſcheinungen intereſſiert, nach dem Problem von ihrer Form us)
aber der Dichter war ſchon von Signalen und Schreckens= Dichter, der überall nur Hüllen um das Geheimnis der Seele ſah.
poſaunen erfüllt, und der Hund ſchien den Suſammenhang ſolcher Was für eine ſchöner Altmännerkopf, faſt ein Prophet, doch
Cone mit ſauſenden Nädern noch nicht zu kennen. Crotzdem der
Maler ſtoppte, blieb ihm nur die Wahl, Hund oder Mantel zu er, indem er die Maſchine ankurbelte; und als er danach ſeine
überfahren, und weil in dem Mankel ein menſchliches Gerüſt zu
ſtecken ſchien, nahm er den Hund.
Er kannte die Gefahr und wußte, daß der Ruck ihm den
Hals koſten konnte; ſo hielt er die Steuerung ſteif und atmete
erſt auf, als ſich der Wagen auslief. Als einem Cierfreund tat
ihm zunächſt der Hund leid und erſt nach dreißig Schrittweiten,
wie der Wagen ſtillſtand, trat ihm der arme Ceufel ins
Bewußt=
ſein, dem er anſcheinend den einzigen Begleiter und außerdem ein herrlichkeit ſeiner Kunſt.
Stück Eigentum überfahren hatte. Er ſcheute alſo trotz ſeiner
dünnen Stiefel den ſchmelzenden Schnee nicht und ging entſchloſſen toten Hund, weil er nicht fähig war, die äußeren Suſammenhänge
nach dem Schauplatz zurück. Er fand den Hund mit Präziſion
erledigt, unappetitlich zwar mit dem zerquetſchten blutigen He= gehört!. Er ſagte es zwar leiſe, doch mit den Lippen, und ſah ſich
kröſe, doch auch von aller Pein befreit, indeſſen der Fremdling um, ob nicht der Eigentümer herkommen würde, und warteie
mit gefalteten Händen daneben ſtand, als ob er ein Gebet
ver=
richtete oder ſonſt überwältigt wäre. Doch war es nur, daß nun herauf der näſſende Schnee und hatte um ſeine Füße ſchon zwölf.
der Dichter nach dem unrwarteten Abbruch ſeiner Gedanken weiße Nillen quer in den Schlamm gezogen. Er fühlte kein
Mit=
ſchon wieder einen neuen Anlaß hatte. So ſah dem Mann im
Pelz, der das ironiſche Lächeln verlegener Leute um die
raſier=
ten Lippen trug, ein durchſichtiges Menſchenangeſicht entgegen
mit einem rötlichgrauen Prophetenbart und großen, überwölbten
Augen. Sein Gefühl, menſchlich mit ihm zu ſprechen, kam über
die erſte Beſtürzung nicht fort; auch war er eilig: ſo lüpfte er
machen. Ich habe bereits ſelbſt einen Kurſus von ſechs
ſpekula=
tiven Vorleſungen über die theoretiſche Beſchaffenheit des
Küchenwaſſerhahns mit angehört. Der Dozent war kühn genug,
zu behaupten, daß die Seit nahe iſt, wo es der wiſſenſchaftlichen
Welt abſolut und poſitiv bekannt ſein wird, wie man eine
Waſſerhahnſcheibe erneuert. Bereits kurſieren Flugſchriften,
mein Herr, die von Urſprung und Natur des Heißwaſſerkeſſels
handeln. Schon iſt es entdeckt worden, daß das Waſſer in den
Nöhren des Heizkörpers in genügender Negelmäßigkeit und
Kontinuität ſich bewegt, um einem wiſſenſchaftlichen Geſetz
unter=
worfen werden zu können. Wir werden binnen kurzem wiſſen,
was Sie tun, um das Ueberkochen dieſes Dinges zu verhindern.
Sie werden einſehen, mein ſehr verehrter Herr, daß der
Augenblick gekommen iſt, um ſich ängſtliche Gedanken für Ihre
Sukunft zu machen. Sie haben vielleicht noch nicht bemerkt, daß
bereits ein Buch unter dem ominöſen Citel: „Jedermann ſein
eigner Klempner” veröffentlicht worden iſt. Es iſt
gerechter=
maßen von der Negierung unterdrückt worden, da es dazu führen
könnte, die Geſellſchaft umzuſtürzen und in einen Lumpenbrei zu
verwandeln. Aber trotzdem hat es ſchon die Schatten einer
grau=
ſamen Sukunftsmöglichkeit vorausgeworfen.
Darf ich am Schluß noch eine perſönliche Bitte anfügen?
Wenn Sie irgendwelche Freunde in der Klingelaufhängebranche
oder in der elektriſchen Neparationskommiſſion oder in dem
ge=
brochenen Fenſtermonopol oder in der loſen Stuhlfußvereinigung
haben, wäre es ſehr freundlich, wenn Sie ihnen dieſen Brief
zeigen würden.
Mit dem Ausdruck meiner allervorzüglichſten Hochachtung
Ihr ſehr ergebener
St. L.
(Berechtigte Uebertragung von C. L. Schiffer=Williams.)
Kunter bunt.
Sie wohnt im Schaufenſter. Ein großes amerikaniſches
Warenhaus zeigt in ſeinen Auslagefenſtern eine komplett
ein=
gerichtete Dreizimmerwohnung mit Kuche und Badezimmer. Und
dieſe Wohnung iſt bewohnt. Eine ſchöne Frau und ein niedliches
Kammerzöfchen ſind die Inſaſſen dieſes Glashauſes. Man ſieht
ſie ſpeiſen, beim An= und Auskleiden, iſt Seuge, wie die Dame
ein Bad nimmt, ihre Freundinnen empfängt, und wie ſie ſich
abends zu Bett begibt. Mit einem Wort: Miß Edma Kimbu’s
Cagesablauf iſt ein offenes Geheimnis. Sie, eine Dame der guten
Geſellſchaft, bekommt natürlich ein fürſtliches Honorar für ihre
Aufopferung im Dienſte dieſer excentriſchen Reklame.
„Ein Löwe iſt entſchieden ein koſtbareres Operakionsobjekt
als ein Aenſch.” Ein Sirkus in Nancy beſaß vier Löwen, ſehr
wilde Ciere, gegen die der Dompteur ſelbſt einmal
Waffen=
gewalt anwenden mußte. Und Sultan, dem mächtigſten, ſaß eine
Kugel im Schenkel. Der Cierarzt Nemouen wurde gerufen, der
ſofort zu einer Operation ſchreiten mußte. Die Operation gelang
vortrefflich, und nach Wochenfriſt war Sultan völlig
wiederher=
geſtellt. Der Cierarzt forderte die Kleinigkeit von 77 000 Francs.
Doch der Sirkusdirektor weigerte ſich zu zahlen, und ſo kam es
zu einem Prozeß. Vor dem Nichter erklärte der Direktor, daß
ſich ein Kommerzienrat am ſelben Cage einer ähnlichen Operation
unterzogen habe, dem indes nur 20 000 Francs berechnet wurden.
Er wäre geneigt, dem Cierarzt die Hälfte dieſer Summe zu
zahlen. — Doch das Gericht war anderer Meinung: es
bewil=
ligte dem Kläger die geforderte Summe, denn „ein Löwe iſt
ent=
ſchieden ein koſtbareres (und gefährlicheres) Operationsobjekt
als ein Menſch!”
Mehr Grazie!
Sie ſind begeiſtert, gnädige Frau, von den weich die Geſtalt
umſpielenden Linien der neuen Model Sind entzückt von all den
Glocken, Sipfeln und Ceilen, die ſowohl am duftigen
Sommer=
kleid wie an allen eleganteren Kleidern für nachmittags und
abends ſo viel weibliche Anmut hervorgezaubert. Doch macht die
Mode unſeren Frauen die neue Linie nicht zum Geſchenk. Glauben
ſie ja nicht, meine Liebe, es ſei damit getan, wenn Sie ſich’s leiſten
können, eines der entzückenden Modelle in koſtbarſtem Material
ſich anzuſchaffen. Denn ſind nicht alle Vorbedingungen dazu
ge=
geben, ſo werden Sie ſehr enttäuſcht ſein, wenn Sie das Kleid
zum erſtenmal däheim vor Ihrem Spiegel anprobieren.
Frap=
pieren aber wird Sie die unerhörte Wirkung eines ſehr viel
ein=
facheren billigeren Kleidchens an einer Frau, die es zu tragen weiß.
Schlank ſein und jugendlich von Geſtalt und Ausſehen, das
mochte im vergangenen und vorvergangenen Jahr für das
ein=
ſache zweiteilige Jumperkleid genügen. Das kurze enge ſchlichte
Nöckchen verlangte zwei gerade ſchlanke Beine und wirkte an
jeder etwas durchtrainierten Figur. Die weiche Grazie der
Be=
wegungen im Gehen, Stehen, ja ſelbſt nur im Sitzen aber waren
lange nicht ſo weſentlich als bei den neuen weichfallenden
ſpielen=
den Kleidern. Steife Haltung, raſche eckige Bewegungen, gar
ein wenig knabenhafte Wildheit haben keine Beziehung zu
hauchzarten Crepes und Chiffons. In einem Kleid, das
rück=
wärts faſt bis zum Boden fällt, muß man mit anderen Schritten
tanzen, in weicheren Bewegungen als zur Seit der Bubenmode.
Dies weiche, frauliche Sichgeben aber will — ſo eigenartig
dies uns auch klingen mag — gelernt ſein und täglich geübt!
Den Eindruck ſell es ſelbſtverſtändlich dann erwecken, als ſei die
berückende Grazie, die wir zu erreichen ſtreben, uns von Natur
gegeben. Doch ſind wir mit uns ſelber ehrlich, ſo müſſen wir uns
eingeſtehen, daß mit dem Geſchenk der angeborenen Grazie die
Götter äußerſt ſparſam nur geweſen. Machen wir einmal eine
Beobachtung auf der Straße: Wie viele oder beſſer wie wenig
Frauen verſtehen es, tatſächlich anmutig zu gehen! Vor allem
prüfen wir uns ſelbſt im Vorübergehen an großen
Schaufenſter=
ſcheiben, ſo werden die meiſten von uns finden müſſen, daß wir
geglaubt, viel anmutiger zu ſein als wir es wirklich ſind.
Die Grazie der Bewegungen jedoch können wir ſehr leicht
erreichen, wenn wir uns der Mühe unterziehen, unſerer täglichen
Gymnaſtik einige Uebungen einzuſchieben, die der neuen Mode
entſprechen. Ganz überflüſſig, auch faſt unmöglich, da beſtimmte
Vorſchläge zu machen. Jede Frau wird diejenigen Uebungen
bald herausgefunden haben, die der weichen Anmut und Grazie
ihres Körpers dienen. Hat ſie es dann durch tägliches Ueben bei
ſtrengſter Kontrolle ihrer Muskeln erreicht, ſich unwillkürlich ſo
zu bewegen, wie es das neue Kleid verlangt, ſo wird ſie nicht
allein erſt den rechten Genuß der entzückenden Mode haben,
ſon=
dern ſie wird in ihrem Auftreten eine ſehr viel größere Sicherheit
gewinnen, die dem Reiz und der Lieblichkeit ihrer ganzen Perſon
zugute kommt.
Von Margret Halm.
zigmarkſchein heraus, den er mit einer haſtig gemurmelten
Ent=
ſchuldigung dem Mann hinhielt.
Der ſah ihn mit ſo unbewegten Augen an — er hatte dieſes
nahm den Herrn im Pelz mit neuer Erſtaunung wahr — daß der
unſicherer Verbeugung nach ſeinem Wagen zurück ging.
Er war ein Maler und darum nur von außen an den
Er=
ließ zwar noch die Hupe dreimal den tiefen Brummton machen; Karbe im Licht, und alſo auch hierin das Gegenteil von dieſem
keiner von der derben Petrusfigur, mehr ein Johannes! dachte
Lederhandſchuhe am Meſſingſteuer ſah: was ſind das doch für
Hände geweſen, mit denen er die Scheine nicht nehmen wollte!
Wie auf altkölniſchen Bildern die Hände der Heiligen ſind, nur
noch viel feiner in ihrer Wirklichkeit!
Er ſchämte ſich, daß er auf unzarte Weiſe Geld in dieſe
Hände gelegt hatte, und fuhr mit der Verſtimmung weiter, ſeiber
abhängig vom Neichtum zu ſein mit all der ſcheinbaren Selbſt=
Der andere ſtand noch immer mit ſeinen Geldſcheinen bei dem
dieſer Dinge zu begreifen. Wenn ich nur wüßte, wem der Hund
eine Zeitlang wirklich darauf. Doch wehte nur vom Rhein
leid mit dem Tier, obwohl er niemals wiſſentlich auf eine Ameiſe
oder ein abgewehtes Blatt trat, denn es war tot; er dachte nur
in einer Ahnung des eigenen halbzerſtörten Körpers, daß der
auch einmal ſo im Blut daliegen könnte.
Doch rührte ihn auch das nicht an, weil er das ungelöſte
Rätſel des neuen Papiergeldes noch in den Händen hielt. Es
nur artig die Lederkappe und holte kurz entſchloſſen einen Fünf= wurde ihm zu kalt, in durchweichten Schuhen dazuſtehen; ſo legte
K
er dem toten Hund die Scheine unter den zottigen Kopf, der ganz
geblieben war und ihn mit halb verſchneiten Augen für das
Ge=
ſchenk noch anzublinzeln ſchien. Für einen Augenblick verwirrte
das Ereignis ſeinen Sinn — der hungrig war und noch nicht
wußte, ob ihm der Abend etwas zu eſſen gab — die Scheine
wurden ihm zum lächerlichen Sinnbild, und er gab ſie nun ins
Geheimnis der Welt zurück, aus dem ſie verſehentlich in ſeine
Hände gekommen waren. Dann mußte er mit heiterer Milde
ſich ſelbſt belächeln, was für Scherze aus einem menſchlichen
Se=
hirn zu blühen vermöchten; er ſchlug die Hände in den Mantel
und ging, von dem Erlebnis und dem Hund wie von dem Seld
befreit, durch Dreck und Näſſe und wehenden Schnee in ſeinen
Segeltuchſchuhen die dunkelnde Straße weiter.
Er wurde aber die Sache ſo ſchnell nicht los, weil ihn nun
eine neue Kette von Gedanken überfiel: wie ſeltſam es doch
wäre, daß ein bedrucktes Papier die Anwartſchaft auf Eſſen,
Criken, Leſen und alle anderen Genüſſe der Welt zu geben ver=.
möchte, weil auch das Feinſte irgendwie mit der Bezahlung zus.
ſammenhinge. So eingenommen war er von dieſer
Menſchen=
ſache, daß es ihn faſt traurig machte, wie er am Bahnübergang
die dunklen Umriſſe der Vorſtadthäuſer und die grellen Lichter
der Fabriken als die Seugen dieſer menſchlichen Geldwirtſchaft
ſah. Dann aber ſtieg eine große Heiterkeit in ihm auf, weil er.
ſich ſelber durch das Geheimnis ſeiner Bedürfnisloſigkeit von
dem Swang der Bezahlung frei fühlte.
Und ſo kam es, daß die liſtige Weisheit des Dichters ganz
unerwartet auch einen Ausweg aus den inneren Nöten in den
Bereich des Göttlichen zurückfand; denn wie er mit den
Sieben=
meilenſtiefeln dieſer Freiheit auch die andern Grenzen ſeiner
menſchlichen Gebundenheit ablief, fand er die Löſung, als ob lie
auf ihn wartend im Kohlenſchlamm der Straße gelegen hätte:
daß die Seele nicht unlöslich an ihr menſchliches Bewußtſein
gebunden wäre, daß ſie für Augenblicke alle Gedankenketten von
Cag und Welt und Gott ſamt ihrer fremden Gefühlslaſt
ab=
ſtreifen und irgendwie doch in das Unbedachte zurückſchlüpfen
könnte, um ihrer eigenen Nöte fremd wie dieſer Hund und alſo
außer ſich endlich bei Gott zu lein=
Verlockende Frauenberufe,
vor denen zu warnen iſt.
Von Magda Crott.
Die jungen Mädchen, die ſich einen Beruf wählen wollen,
kommen mitunter auf ganz eigentümliche Gedanken. Sie möchten
etwas Beſonderes werden, etwas, was ihnen nicht gar zu
an=
ſtrengend oder langweilig erſcheint, denn die Anſicht, daß mit
dem Berufsleben alle Lebensfreuden aufhören, iſt leider weit
verbreitet. So wählt und wählt man, ſucht nach einer
Beſchäf=
tigung, die nicht nur Schattenſeiten hat und greift meiſtens in
ſolchen Fällen zu einer Cätigkeit, die die ſchlimmſten
Enttäuſchun=
gen nach ſich ziehen muß.
Sehr viel Schuld daran tragen gewiſſenloſe Inſerate in
Seitungen und Seitſchriften. Was wird darin nicht alles
ver=
ſprochen! Hohe Gehälter, ſofortige Stellung, geachtete
Lebens=
poſition und dergleichen mehr. Iſt es da ein Wunder, wenn die
Unerfahrene zu einem derartigen Berufe greift, und wenn auch
die Eltern, die vielleicht von dem angeprieſenen Berufe wenig
oder gar keine Ahnung haben, zuſtimmen?
Es muß leider geſagt ſein, daß es in heutiger Seit für alle
jungen Mädchen, die einen Beruf erwählen, ſehr ſchwer iſt,
vor=
wärts zu kommen. Die Berufe ſind ſämtlich überfüllt, und man
hat einen energiſchen Kampf aufzunehmen, wenn man ſich
durch=
ſetzen will. Jeder Beruf bringt anfänglich Enttäuſchungen mit
ſich, aber der, der ſich mutig durchſetzt, wird ſpäterhin eine um
ſo größere Befriedigung empfinden.
Sehr beliebt ſind von unſeren jungen Mädchen, die das
Leben genießen wollen, jene Berufe, in denen ſie ſich der
Oeffent=
lichkeit zeigen können. Und da die Sängerin und die
Schau=
ſpielerin eine lange Ausbildung und ſtarkes Calent unbedingt
brauchen, glauben viele ihr Heil und Glück im Berufe einer
Film=
ſchauſpielerin zu finden. Wer irgendwie ein hübſches Geſicht und
die nötige Dreiſtigkeit hat, glaubt ſich oft berufen, eine
Film=
ſchauſpielerin zu werden. Es kommt hinzu, daß einige
Ausbil=
dungsinſtitute ankünden, daß man bei ihnen in kurzer Seit
Film=
ſtar werden kann und dadurch viel Geld verdiene. Wer jemals
einen Blick hinter die Kuliſſen der Flimmerwelt getan hat, der
weiß ein trauriges Lied von den dort herrſchenden Suſtänden zu
ſingen. Von den ausgebildeten Kräften iſt noch nicht einmal ein
Prozent, das es zu einem mäßig bekannten Namen bringt, die
meiſten jungen Madchen werden für Statiſterien verwendet,
be=
kommen Cagesgagen, haben dann wieder für Wochen gar nichts
zu tun, ſitzen tagei, tagaus in den Silmbörſen und — hungern.
Braucht irgend ein Unternehmen dann Kräfte, fragt es in erſter
Linie danach, ob die Betreffende die nötigen hocheleganten
Coi=
letten vorführen kann, denn Statiſterie wird in der Hauptſache
für Ball= und Geſellſchaftsſäle verwendet. Daß von den
Pro=
ben weg noch etwa 50 Prozent wieder zurückgewieſen werden,
kommt freilich nur ganz ſelten an die Oeffentlichkeit. Man ſoll
ſich von den verlockenden Leinwandbildern nicht blenden laſſen,
man kann nur immer wieder alle jungen Mädchen, auch wenn ſie
noch ſo reizvoll ſind, warnen, den Beruf einer Filmſchauſpielerin
zu ergreifen.
Ebenſo verlockend ſcheint es vielen, Vorführdame zu werden.
Man krägt die ſchönen Kleider, man hat nichts anderes zu tun
als ſich an= und auszuziehen, muß dafür ſorgen, daß man eine
gute Sigur, die friſchen Farben behält, kurzum, man hat genügend
Seit zur Pflege der eigenen Schönheit. — Auch hier finden ſich
viele Lehrinſtitute, die von beſten Ausſichten reden und den
Beruf der Vorführdame als erſtrebenswert hinſtellen. Mütter,
laßt eure Cöchter dieſen Beruf nicht erwählen! Bei uns in
Deutſchland kann man eigentlich von einem ausgeſprochenen
Beruf als Vorführdame gar nicht reden, denn nur einige ganz
große Modehäuſer haben Damen angeſtellt, die ausſchließlich dafür
engagiert ſind, die aber in den Vormittagsſtunden als
Probier=
damen beſchäftigt werden. Die kleineren Modehäuſer brauchen
ihre Vorführdamen in den Buchhaltereien, als Verkäuferinnen
und dergleichen mehr. Sie nehmen auch keine beſondere Stellung
ein und werden nicht beſſer bezahlt als alle anderen Angeſtellten.
Bei leicht veranlagten jungen Mädchen liegt außerdem noch die
Gafehr nahe, daß ſie den Wunſch haben, dieſe ſchönen Coiletten,
die ſie vorführen, ihr Eigen zu nennen und ſich einem leichten
Lebenswandel zuwenden.
Wählt man ſich einen gut bürgerlichen Beruf, ſo müßten die
Eltern nach Möglichkeit darauf halten, daß die Cochter dieſen
Beruf in richtiger Ausbildung und nicht in ſogenannter
Eilaus=
bildung erlernt. Wohl wird es nicht allen möglich ſein, eine
ein=
bis zweijährige Lehrzeit zu ermöglichen, und es wird immer wieder
Fälle geben, in denen die Cochter in wenigen Wochen irgendwie
ausgebildet wird. Dieſe jungen Mädchen haben es aber ſpäter
recht ſchwer. Heutzutage werden überall die richtigen Examina
verlangt, und wenn dann zwei junge Damen zuſammen arbeiten,
von denen eine die gute, vollſtändige Ausbildung, die andere nur
die Eilausbildung durchmachte, wird ſich letztere, auch wenn ſie
tüchtig iſt, kaum behaupten können. Man denke nur an die
ſo=
genannten Nöntgenſchweſtern, von denen die Eilausgebildeten
heute meiſtens nur Handlangerinnen ſind, während die anderen
die ihnen zukommenden Arbeiten verrichten und eine angeſehene
Stellung einnehmen. Nicht ganz ſo ſchlimm iſt es im
kauf=
männiſchen Berufe. Aber auch dort hat die in Eile ausgebildete
Buchhalterin alle Kräfte anzuſpannen, um nicht zurückgedrängt
zu werden. Nach vielen Jahren der Praxis gleicht ſich hier
aller=
dings der Unterſchied aus, aber das erſte Jahr iſt für alle dieſe
Damen ſehr ſchwer. Critt die Eilausbildung bei künſtleriſchen
Berufen in Kraft, läßt ſich eine junge Dame in wenigen Wochen
zur Sängerin oder Schauſpielerin ausbilden, ſo iſt ihr ganzes
Leben verpfuſcht, falls ſie nicht den Mut hat, rechtzeitig
um=
zuſatteln.
Sum Schluß noch einen Beruf, der heute ſehr beliebt iſt, und
den alle die erwählen, denen die Ausbildungsmittel vollkommen
fehlen: die Haustochter! — Man ſehe ſich die Stellung, in die
man hineinkommt, ſehr genau an. Will man über die Haustochter
hinweg weiter vorwärts ſtreben, will man vor der
Landwirt=
ſchaftskammer einmal ſein Examen ablegen, Wirtſchafterin,
Hausdame oder etwas Aehnliches werden, ſo genügt es nicht, daß
man die erſte beſte Stelle in einem Haushalte wählt, in der man
„es gut hat”. Man hilft der Hausfrau, iſt ein Dienſtmädchen
vorhanden und nimmt man an den Vergnügungen der Familie
teil, findet man die Stelle nett, im anderen Falle iſt man ein
Mädchen für alles mit Samilienanſchluß und die Stellung iſt
ſchwer. Ein Jahr nach dem anderen vergeht, man verſucht es
hier und dort und bleibt eben nur die Haustochter, wird dreißig
Jahre, bekommt jetzt kaum noch eine Stelle als Haustochter und
weiß mit 40 Jahren mit ſich nichts mehr anzufangen.
Wer Haustochter durchaus werden will oder muß, der benutze
dieſe Stelle nur als Sprungbrett und ſehe nicht darauf, ob er es
gut hat. Der frage nur danach, ob er hier vorwärts kommen
kann. Es gibt heute eine ganze Menge von Haushaltungen, die
die Berechtigung haben, junge Mädchen anzulernen und
auszu=
bilden, deren Seugnis ſpäter ausſchlaggebend iſt, um doch noch
etwas zu lernen und einen gehobeneren Poſten einzunehmen. Aber
natürlich wird in dieſen Ausbildungsſtätten ſehr viel gearbeitet,
denn das junge Mädchen iſt dort zum Lernen da und nicht zm
Vergnügen. Iſt die Haustochter=Seit eine Lehrzeit, dann mag
dieſer Beruf ſeine Berechtigung haben. Man läßt ihn auch da
gelten, wo die Cochter nur einmal unter fremde Menſchen kom=.
men ſoll, um Hausarbeit und Kochen zu erlernen, aber als
Lebens=
beruf kann man ihm nicht das Wort reden, wenn man eben nur
Haustochter und nichts weiter als Haustochter iſt.
Geſchichte eines Einfalls.
Von Hans Joachim Coll.
Eines Cages wurde er geboren, der Einfall. Ganz plötzlich
war er da und ſpazierte durch ein Gehirn ,das ſich zwar durch
komplizierte Windungen nicht eben ſonderlich auszeichnete, aber
immerhin ein ſolides, gutes Hirn zu nennen war — ſpäzierte
darin umher, ſage ich, und ließ ſich von dem Mann, dem es
gehörte, hätſcheln. Der war nämlich nicht wenig ſtolz auf den
Einfall, der ſeinem Hirn entſprungen war, und liebte ihn wie ein
Vater ſein einziges Kind.
Und dabei war es nicht einmal ein Einfall von
überwältigen=
dem Ausmaß. Gott nein! Ihr müßt wiſſen, es war ſo ein
runder, kleiner — wenn man ſagen darf: rot= und pausbäckiger
Einfall, der mit ſtrammen Beinchen auf der Erde ſtand, wenn
er auch keine dreifachen Salti zu drehen vermochte. Doch jeder
tut, was er kann, und ſo freute ſich der Mann ſtolz des
Pro=
duktes ſeines Hirns.
Kinder können nicht ewig bei ihren Eltern bleiben, und dieſe
wollen ihre Kinder auch gern den Leuten zeigen und ſich in die
Bruſt werfen: Seht, das habe ich gekonnt! So auch hier. Der
Einfall fand ſich mit Hilfe einer Schreibmaſchine und eines
Farb=
bandes in adrett geſetzte Worte gekleidet auf einem ſauberen
Quartbogen wieder und wanderte dergeſtalt unter die großen
Hornbrillengläſer eines fremden Mannes. Der nickte mit dem
Kopfe und ſagte: „Hm. ganz nett!”. Womit der ſteil anſteigenden
Laufbahn des Einfalls Cür und Cor geöffnet war.
Der fremde Mann nämlich war der Nedakteur einer
Seit=
ſchrift von Ruf, und er ſorgte dafür, daß unter der zierlich
ver=
ſchnörkelten Ueberſchrift „Gedanken und Einfälle” auf Seite 9
des Heftes Nr. 27 auch unſer Einfall Platz nehmen durfte.
Da ſtand er nun zwiſchen etlichen Artgenoſſen und wurde von
ſchönen Frauen geleſen und klugen Männern, und die Seitſchrift
ließ es ſich nehmen, dem Mann, deſſen Hirn dieſer Einfall
ge=
kommen war, ein anſehnliches Honorar zu ſenden.
Darüber ſchwoll dem Mann der Kamm. Der Ehrgeiz hatte
ihn gepackt und hetzte ihn auf die Jagd nach neuen Einfällen,
Doch es wollte und wollte ihm nichts Neues einfallen, bis er am
Ende bei ſich dachte: Willſt doch einmal verſuchen mit dem
erſten Einfall noch mehr Geld und Erfolg zu gewinnen! Gedacht
— getan. Der Mann nahm den Einfall, zog ihn in die Länge,
hämmerte und feilte ihn zurecht und machte eine Kurzgeſchichte
daraus. Von 647 Silben. Eine Kurzgeſchichte, die in einen
Cageszeitung erſchien und ſich unterm Strich nicht übel ausnahm.
Wenn nun auch der Einfall ſeine roten Pausbacken verloren
hatte und ein wenig blaß und kränklic” aus der Geſchichte her=.
ausſchaute, ſo ernährte er doch ſeinen Mann. Denn die Seitung
zahlte 20 Pfennig für die Seile. Man denke!
Das wäre gelacht, dachte der Mann, wenn damit die Sache
aus wäre! Stellte den Einfall auf lange Stelzen, friſierte ihn
zurecht, ſpritzte ihm etwas ſchwüles Parfüm an und ſetzte ihm
einen turmhohen Hut auf. Wenn darunter ſchließlich auch nur
Luft war, ſo war doch aus dem Einfall eine Skizze geworden, die,
von gefälligen Seichnungen wirkungsvoll umrahmt, zwei Seiten
eines Magazins füllte.
Mit beſtem Danke und ſchmunzelnd quittierte der Mann über
das Honorar. Aber er gab ſich noch nicht zufrieden. Ich ſagte
es ſchon: Er liebte ſeinen Einfall wie ein Vater ſeinen einzigen
Sohn. Und — bittel — zeigt mir den Vater, der nicht wünſcht
und alles tut, daß aus ſeinem Sohne etwas wird. So nahm der
Mann ſeinen Einfall von neuem vor und blies ihn auf. Himmel,
wie der Einfall anſchwoll, wie er ſich blähte, wie er dick und
dicker wurde und immer noch dicker. Juſt wie ein Froſch in der
Fabel. Und leider muß geſagt werden, daß es ihm auch nicht
beſſer ging als dieſem. Auch er platzte. Jawohl, in ſechs Ceile
zerplatzte er.
Das war nun furchtbar traurig, und der Mann war
recht=
ſchaffen betrübt. Doch er wußte ſich zu helfen. Aus fünf von
den ſechs Ceilen machte er fünf Gedankenſplitter, und aus dem
ſechſten, etwas größer gebliebenen wurde ein Senſationsfilm.
Wer weiß, wie ſich der Einfall noch weiter entwickelt hätte!
Aber ſeine Geſchichte iſt hier aus und vorbei. Der Mann, der
ihn in die Welt geſetzt hatte, erkrankte auf den Cod. Bevor er
ſeine Seele aushauchte, gab er ſeinem Sohne für die beſchwerliche
Reiſe durch das Dickicht des Lebens dieſe letzte Weisheit zum
beſten: „Es genügt, im Leben einen Einfall zu haben. Man
muß ihn nur ſo oft wie möglich haben.”
Das war die Quinteſſenz ſeiner Erfahrungen.
Dann ſtarb er. Und ſein Einfall mit ihm.
Schade.
Nummer 279.
Aufgabe 407.
Friedrich Köhnlein, Nürnberg.
(Münchener Zeitung, 1916.)
Weiß zieht und ſetzt in vier Zügen matt.
Prüfſtellung: Beiß: Kh8 Tk3 f6 (3);
Schwarz: Kg2 8a7 B67 (3); 4.
Aufgabe 408.
Dr. E. Zepler in Berlin.
(Die Schwalbe, 1928.)
Weiß: Kf3 Da6 Sd8 g6 Be3 e2 (6):
Schwarz: Kd5 Te4 Be5 e3 14 (65).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 395—398.
395. Dr. J. J. O. Keefe. 1. Pr., Britiſh Cheß Federation 1922. (Ka8 Dg8
Te7 8t2 Be2 e5; Kd5 Lb1 Salh7 Ba2 b3 b6 e6; 3F.) 1. 812— d11 droht
2. 9e3 +. 1..., Ke4 2. To4+; 1..., Le4 2. Be8; 1. Ld8 2. So3+; 1....
8c2 2. 8e3+; 1..., Kd4 vder Bb5 2. De8(k); Ein ausgezeichnetes Problem mit
mehreren Muſtermatts.
396. A. G. Stubbs. 2. Pr., Good Companions 1918. (Kb7 De2 8d4 Bb4
a3 Bb4 e3 1214; Kd5 Bc5 d6 5; 24.) 1. B12 — 13! Die Freiheit der zwei
ſchw. Bäuerchen führt zu 6 verſchiedenen Matt vielen.
397. A. Mari. „Die Schwalbe‟ 1928 I. (Kd8 Do4 Th5 Lg5 g8 813 Be7
e7: K46 Da5 Tg2 L16 8e2 Ba6: 24.) 1. 813 — e5! Dk):e8 Entfeßlung von
Schwarz 2. Be(e) 8R.
398. C. S. Kipping. Die Schwalbe‟ 1928 I. (Kd5Tg6 La3 g8 Sct e4 Be2
o6 e2; Kh8 Da2 Td1 Lg2 8f2 Ba5 b3c7 d3 d4 13: 3½.) 1. La3 — b21
Bd3: e(e12 2. Se(g15 3. 817w. Zwiefache vorbeugende Entfernung von weißen
Steinen, um die Nutzung zweier Halbfeßlungen zu verhindern, Große Urſprünglichkeit,
anziehende und prägnante Darſtellung. (C. Eckhardt.)
Löſerliſte: Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth, Franz
Buchty in Mainz (alle); A. v. S. (395, 397, 398); Georg Peter in
Wip=
penbach (396, 398); H. P. in G. (397, 398).
Rätſel
Frag mich was!
Die Buchſtaben ſind ſo zu ordnen, daß die wagerechten und
ſenk=
rechten Reihen gleichlautend folgende Fragen beantworten:
1. Weſſen Baumes Holz verarbeitet der Schreiner?
2. Was tragen viele Frauen?
3. Wie heißt ein Küſtenland in Südamerika?
4. Wie hieß ein berühmter ſpaniſcher General?
5. Was iſt ein bejammernswerter Zuſtand?
Carl Deubel.
Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei Rheinſtr. 23. — Verant wortlich f. d. Redaktion: Dr. 6 Nette. Fernſpr. 1. 2389— 3393. Alle Reckte
Streichholz=Rätſel.
Durch Umlegung von fünf Hölzchen und Verſchiebung des e an
andere Stelle entſteht ein Pelztier.
Carl Deubel.
Auflöſung der Rätſel aus Nummer 40.
Kreuzworträtſel.
A
L. A
A1 AE
SA 8
10. 1 1 E
7 2
SL M2 2.
7 12
S LID
A 171 EEM
Anagramm.
Laberdan, Algebra, Gewitter, Oleander, Medaille, Andreas, Garderobe,
Gaſtein, Iſabella, Original, Roſegger, Epaulett.
Der oberitalieniſche Alpenſee: Lago Maggiore.
Stern=Rätſel.
1—2 Ebene, 2—3 Erika, 3—4 Amſel, 4—5 Liebe, 5—1 Ernſt.
„Eiſen, Seine, Nieſe.”
vorbehalten. Nackdruck verb. — Kliſches: F Haußmann, alle in Darmſtadt.
[ ← ][ ][ → ] rbs.
ten
fel
Alſo jetzt is die „Muſickerwoch” glicklich aach iwwerſtanne. Un
ſoweit mer des Sechsdagerenne bis jetzt iwwerſehe kann, ſin
nen=
nenswärte Unfäll debei net zu verzeichne gewäſe. Ich hab
wenich=
ſtens nis devo geläſe, daß die Sannidädswach hett allamiert
wärrn miſſe. Obgleich ſo acht Dag lang alsfort Muſick, die wo
ſchun an ſich bekanntlich immerhie mit einichem Geraich
ver=
bunne is, un daalsweis ſogar modärner Muſick, bei dere mer
vun Geraich in dem Sinn eichentlich ſchun net mehr gut ſchwätze
kann, ſundern die wo, wie ſe ſage, derardich „adonal” verallagt
is, daß ſe diräckt uff Krach un Radau enaus laafe dhut — alſo
obgleich ſo acht. Dag Muſick in aam Stick doch iwwerſtanne ſei
wolle. Däß is kaa Eſſig. Do geheern gude Närfe dezu. Sowohl
zum heern, wie zum mache. Awwer ich ſag’s jo immer, der Menſch
helt viel mehr aus, als er gemeinichlich glaabt, er muß ſich nor
was zudraue. Jedenfalls awwer, was unſer
Landestheater=
orſchäſter bedrifft, däß konnt ſich die Woch glatt zu de
Schwer=
arweiter rächne. Ich glaab, die ſin ſchlagkabudd.
Freilich, däß kann ich net leichne, e bißche brummt mer
jo aach de Kobb; manchmol war’s halt, doch e bißche zu aſch.
Dann, wie geſagt, was ſo die modärne Kommboniſte ſin, die
be=
vorzuge ſcheinbar in de Haubtſach es „Blech”, wann ſe aach
ennerſter dezu ſage. Awwer laude dhut’s ſo, als wie wann’s
„Blech” weer. Un wärklich, ich bin bloß emol geſpannt, uff was
ſe net all noch kumme un was ſe net all noch for Inſtrumente
endecke, bis ſe mol die Teen ſo vun ſich gäwwe kenne, wie ſe ſe
in ſich hawwe. Schließlich kimmt noch aaner uff die Idee, un leßt
zur Erheehung der Klangwirkung alte Gießkanne un Blechdeckel
vum Schnierboddem erunner feiern. Odder er leßt bei=ere
„komiſche Ober” e paar Feierwehrleit im Orchäſter mitwirke,
in=
dem die an beſunners „effecktvolle” Stelle aus ihre Hidderande
uff’s Publigumm ſpritze miſſe, was nadierlich ganz ungeheier
„komiſch” wirke dhet. s freecht ſich bloß, ob ſich des Publigumm
däß uff die Dauer gefalle loſſe dhet. 28 is mer ſo ſchun e Reedſel,
daß es net uff un devo laaft, bei ſo=eme Klamauck vun=ere Muſick.
Wie beiſpielsmeßich in dere „Dunkelkommer” odder „Schwazze
Stubb” ich waaß ſchun net mehr, wie der Unfug vun=ere komiſche
Ober gehaaße hott, wo der Kommboniſt mit ſeine Muſick
ſchein=
bar nor zeiche will, daß er waaß, was es all for Inſtrumente gibt,
un wo als Schlußtabbloh der Reſchiſſeer noch uff den „komiſche‟
Eiffall kimmt un leßt des Liewespärche mutterſeeleallaans uffim
Theaterkarreſäll erumfahrn, bis=ſen ſchwinnelich wärd.
Abgeſähe vun dem „adonale Eklekdizißmus” (die arme
Kri=
dicker wiſſe ſchun bald net mehr, was ſe dem muſikaliſche Unſinn
nor noch for Name gäwwe ſolle!), alſo abgefähe vun däre
unmuſi=
kaliſche Eichetönerei, die wo jo vermutlich zu ſo=eme
Muſicker=
kongräß geheert, wie=e Roſien uff e Ebbelbrödche, hawwe mer
awwer aach viel erhewende Stunde erläwe därfe. Un wann
mer gar die Nedde vun dene beriehmte Leit geheert hott, vor,
während un nooch däre Dagung, ſo kann mer der
Iwwer=
zeichung ſei, daß unſer Darmſtädtche doch net ganz däß „
Neger=
dor” ſei kann, vun dem neilich ſo e arm Derkelche in ſeine Wut
gefalelt hott.
Ach ſo, Sie wiſſe noch gor net, um was ſich’s hannelt. No,
dann loſſe Se ſich ſage. Alſo in ere Berliner Zeitſchrift gibt e
gewiſſer Herr Paul Kornfeld ſei Erlebniſſe in Darmſtadt zum
beſte. Es is desſälwe Paul Kornfeldche, däß wo vorichs Johr,
dreiſt un goddesfärchdich, awwer fräch wie Oskar, an unſerm
hieſiſche Muſe=Dauweſchlag, genannt Landestheater, ſowas wie
en Dramadurch ſpiele wollt. Sei Geeichnetheit als Dramadurch
hott däß bewußte Kornfeldche dodurch beweiſe wolle, daß es ſich
Der zeitgemäße Haushalt.
Müſſen Gardinen nach dem Waſchen geſpannt
werden? Allen jenen Hausfrauen, die ſich nicht des Beſitzes
eines Gardinenſpanners erfreuen, ſei zum Troſt verraten, daß ſie
auch ohne dieſen tadelloſe Gardinen erzielen, wenn ſie nach
fol=
gender, erprobter Methode verfahren: Sobald die Gardinen
ge=
ſpült evtl. nach Wunſch farbig „getönt” wurden und über einer
Stange austropften, um ein Verdehnen der Gewebefaſern durch
Auswinden zu vermeiden, ziehe man ſie vorſichtig über
Portieren=
ſtangen zwiſchen den Türfüllungen, oder wenn dieſe nicht
vor=
handen lege man auf die geöffneten Türflügel eine kräftige,
ſaubere Holzſtange und breite darüber vollkommen fadengerade
die Gardinenſchals oder =Stores, die äußeren Ränder vollkommen
glatt und fadengerade dehnend, ſowie die Volants und Falbeln
ordnend. Bei Herſtellung von Durchzug durch geöffnete Fenſter
und Türen trocknen die Gardinen auf dieſe Weiſe in wenigen
Stunden und man kann ſie mühelos bügeln, da das Gewebe
fadengerade getrocknet iſt. Bei dieſem Verfahren wird auch das
beim Spannen unumgängliche Ausdehnen des Gewebes
vermie=
den, das namentlich bei älteren Gardinen viel
Ausbeſſerungs=
arbeit bedingt.
Bettvorleger ſachgemäß zu reinigen. Die aus
teppichartigen Geweben hergeſtellten Bettvorleger bedürfen ebenſo
einmal einer gründlichen Reinigung wie die Teppiche. Dazu
wer=
den ſie auf dem Fußboden ausgebreitet, dann eine handwarme
Löſung von Quedlin bereitet und mit dieſer die Bettvorleger,
ein Stück nach dem anderen abgebürſtet, jedoch ſo, daß man die
Rückſeite nicht durchnäßt. In einer zweiten Schüſſel mit lauem,
klarem Waſſer drückt man dann einen groben Schwamm aus,
nimmt mit ihm den gelöſten Schmutz weg, um dann mit ſauberen
alten Lappen nachzureiben. Die Vorlagen werden dann auf
Stangen gehängt getrocknet, da ſie ſich auf Leinen ausdehnen und
an den Rändern wellig würden.
Rote=Rüben=Salat ohne Erdgeſchmack
ein=
zulegen. Um dieſem Salat den ſtrengen Geſchmack zu nehmen,
verwende man ſtatt des Eſſigs Zitronenſäure, dem man 1
Eß=
löffel Zucker und 1 Eßlöffel Kirſch= oder Himbeerſaft beifügt.
Gieße zuerſt dieſe Miſchung über die noch heißen Rübenſcheiben,
laſſe ſie damit eine halbe Stunde durchziehen und mache den
Salat dann erſt mit Eſſig und Oel, Salz, Zwiebeln und reichlich
Meerettich an.
Speiſezettel.
Sonntag: Tomatenſuppe. Gefüllte Hirſchbruſt. —
Mon=
tag: Sauerkraut mit Pökelknochen. — Dienstag: Gefüllte
Kohlrabi. — Mittwoch: Zwiebelgemüſe mit Hammelfleiſch.
Donnerstag: Gefüllte Tomaten. — Freitag: Geſpickter
Fiſch. Krautſalat. — Samstag: Kartoffelpuffer mit Apfelmus.
in ſeim Theater=Blättche iwwer Gott un die Welt, un, weil die
net druff reagiert hawwe, ſchließlich iwwer die Darmſtädter
Kri=
dicker un es Darmſtädter Publigumm luſtich gemacht hott.
Nadierlich hott jo ſo en Dramadurch an=eme richdiche Theater
im allgemeine e anner Uffgab. Awwer däß bewußte
Korn=
feldche wollt abſelut ſein ſuweräne „Mut un Witz” an de Mann
bringe, un is däßhalb als modärner Dow Kwieſchode gääche uns
gottverloſſene Darmſtädter Spießer zu Feld gezoge.
Leider hott ſich der „ſuweräne Geiſt” bei dere Addacke awwer
derart heffdich in die Brenneſſel geſetzt, daß=em heit noch die
Kehrſeit brennt, un daß=er, dem Addickel nooch zu ſchließe, heit
noch kalte Uffſchleech mache muß.
Anſtatts ſich awwer mit dere Niederlag abzufinne — du
lie=
wer Gott, es hawwe ſchun ſuweränere Geiſter un bedeitendere
Leit wie de Herr Paul Kornfeld e Schlaht verlorn; odder
an=
ſtatts mit Eifer zu beweiſe, daß Darmſtadt ſeiner net wert
ge=
wäſe is, waaß der nix Geſcheideres zu dhu, als weiderhie mit
„ſuweränem Mut un Witz” iwwer Darmſtadt un die
Darm=
ſtädter loszuziehe.
Wann ich ſag, mit „ſuweränem Mut un Witz”, ſo is däß net
uff meim Miſt gewaxe, ſundern der Iwwerzeichung war ſei
ehe=
maliger „Hoher Herr” Ich perſeenlich mecht ſoge, daß Mut un
Witz ſehr oft mit ganz gewehnlicher Lausbuwe=Frechheit
ver=
wexelt wärd. Awwer däß is Aſichtsſach, dodriwwer will ich net
ſtreide. Jedenfalls awwer, wann unſer Herr S”
neralinden=
dant gach heit noch an den ſuweräne Mut un Witz vun ſeim
ehemaliche Dramodurchelche glaabt, dann kann=er mer lagd dhu,
un zwar laad däßhalb, weil er in=eme „Kaffernkral”
Theater=
direckter ſpiele muß. Ich wißt=em do was Beſſeres.
Nemlich offe raus geſagt, däß ſchimbfende Zeitgenoſſelche
vergleicht Darmſtadt in ſeine Wut nix mehr, un nix wenicher als
wie mit=eme Negerdorf im färne, färne Affrika. Un die ganz
Eiwohnerſchaft, vun de heechſte Wiidedräger owwerunner bis
zum letzte Kulliſſeſchiewer un Daglehner is alles dodal
verdrod=
delt. Den ganziche, den er ſozuſage als „mediziniſches Wunder”
gelte leßt, is de Wilhelm Michel, „dieſer Mann aber iſt ein
Phänomen, und iſt in all den Taüſenden von Jahren das
Ein=
zige geblieben‟ ..
No ich denk, der Wilhelm Michel wärd recht wohl wiſſe,
warum ’s=em ſo lang in unſerm Negerdorf, un midde unner
lquder verdroddelte Kaffern ſo gut gefellt un ich vermut, daß er
net deshalb hier lebt, um in=eme Negerdorf liewer de Erſte ſei
zu kenne, als vielleicht annerwärts de Letzte. Nemlich deß lieſt
mer aus dem Kornfeld ſeim Schrieb unbedingt eraus.
Schließ=
lich wärd de Wilhelm Michel aach ſelbſt Manns genug ſei, ſich
gääche des zweifelhafte Lob vum Herr Kornfeld zu verdeidiche,
un ich habs net needich ihn gääche ſo=en fadale Freund un
Genner in Schutz zu nemme.
Awwer des Allerſchennſte ſchreibt der ſuweräne Geiſt
vun=
eme Kornfeld am Schluß bun ſeine ungeheier „mudiche un
vitziche” „Reiſebeſchreiwung ins Innerſte Darmſtadt”. Nemlich
do gibt er unumwunde zu, daß er hier iwwergeſchnabbt
is. No was däß bedrifft, ſo mecht ich bemärke, daß wir arme
Negerdörfler gleich feſtgeſtellt hawwe, daß er net ganz dicht is,
den Macke hott=er mitgebracht! Un wann der Wahnſinn beim
Herr Kornfeld erſt hier richſdich zum Ausbruch kumme is, ſo
henkt däß alſo net mit unſerm Klima zuſamme, wie er ſich däß
eibilde dhut, ſundern däß liggt an de Theaterluft, da gedeiht nix
beſſer wie de Greeßewahn, däß wärd em jeder Theaderarzt
be=
ſtädiche.
Allerdings, e bische en kloone Fimmel muß mer jo hawwe,
ſunſt hellt wer’s heit am Theater gornet aus. Awwer wann ſich
der Fimmel ſo uffdringlich wie beim Herr Kornfeld, zu=eme
aus=
geſprochene Zäſarenwahn auswext, do helfe halt baa Pille mehr,
do is die Luftverennerung des Beſte ....
*8 weer nadierlich dorchaus net erforderlich gewäſe, daß ich
mich heit ſo ei gehend wit dem bewußte Herr Kornfeld
beſchäff=
dicht hab. Im Grund genumme liggt der mir, un alle anneren
Darmſtädter recht grindlich näwernanner. Awwer valleicht lieſt
der odder jener ſich des Erforderliche zwiſche de Zeile raus; s
kennt waaß Gott nix ſchadde.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Wie ich bereits owwe bemärkt hab,
hott bei dem muſigaliſche Sexdagerenne die freiwillich
Sannidäts=
kollonn net in Funktzion zu dräde brauche, s is alles glatt
ver=
laafe. Awwer uffm Kiwief war ſe. — No freilich, däß is ſe jo
immer, un muß ſe ſei. Dann in de heidiche Zeide, wo mer
ſozu=
ſage ausm Dodehemd net mehr erauskimmt, do haaßt’s äwe:
„In Bereitſchaft ſein, is alles!“
No, Gott ſei Dank, es is in dem Fall dorch uneichenitziche
Menſche beſſer for uns geſoicht, als mancher ahne dhut. Un
däß ham=mer in erſter Linnje dem „Rote Kreiz” zu verdanke, dere
große „Weltgeſinnungsgemeinſchaft”, die aanzich, die wo’s
wärklich gibt, un wo drotz Natzionalität, Kommfäſſion un
bol=
lidſche Richdunge warmhärziche Menſche aller Welta’ſchauunge
umfaßt, un wo for jeden eidräte dhut, aanerlaa, zu welchere
ſoziale Schicht er ſich aach zehle mag. Es is en obferwillicher un
entſagungsvoller Liewesdienſt an de Menſchheit im beſte Sinn
des Wortes. Un es aanzich Gude, was in Gemf jemols for
die Menſchheit geſchaffe is worrn.
Es gibt nadierlich Leit, die maane in ihre kindliche Unſchuld,
des „Rote Kreiz” weer bloß e Sach, die wo im Krieg gebraucht
dhet werrn. No wer des glaabt, der is emol ſchee ſchief
gewig=
gelt. Ganz im Gäächedaal. Mer kann grad äwenfalls ſage, daß
es „Rote Kreiz” des aanzich Gude is, wo uns de Krieg gebracht
hott. Mitm Krieg ſälbſt hott’s lengſt nix mehr zu dhu, ſundern
heit es es e weltumſpannend Organiſatzion zur Hewung der
Volksgeſundheit. Un wann heit wärklich net mehr ſoviel Leit
ſtärwe wie frieher, ſo hawwe mer däß mit in erſter Linnje dem
„Rote Kreiz” un allem, was domit zuſammehenkt, zu verdanke.
Gewiß, es gibt Leit; die fiehrn bei jeder Geläächenheit die
bequem Redensart im Mund: „De Staat ſoll . . .‟, odder: „Die
Gemeinde muß . . .‟. — Ach du liewes Bißche, mit dem Staat un
mit de Gemeinde is in dem Fall net viel azufange, die ſin ſälbſt
pflegebedirfdich. Un im Iwwriche: die freie Liewestädichkeit, die
leßt ſich weder verſtaatliche noch verkommunaliſiern, däß is e
Härzensſach, do geheert Obferfreidichkeit dezu un viel guder
Wille. Un jeder, der wo’s mit de Zukunft vun unſerm Volk un
mitm Gedeihe vun unſerm Vaderland wärklich gut maant, der
muß do bei der Spritz ſei, endwedder daß er ſälbſt in „Rote
Kreiz” mithelfe dhut, odder wenichſtens, ſoweit’s in ſeine Middel
ſteht, dem „Rote Kreiz” helfe hilft dodorch, daß er ſein Obbuluß
beiſteiert. Heit is alſo widdermol ſo e Geläächenheit. Vergäßt
däß net! — Dann was Ihr am „Rote Kreiz” dhut, däß dhut
Ihr an Eich!
& Co. A. (
frafenstr. 77,
Aus dem Album: Ad
Die trefflichen Pianiſten
Grünfeld und Epſtein
ernte=
ten auf ihren Konzerten
un=
geheuren Beifall und mußten
ſich ſtets zu einigen Zugaben
entſchließen. Einmal wurde
als erſte Zugabe Th.
Kirch=
ners Piece „Ich muß
hin=
aus” gewählt. Herr
Profeſ=
ſor Epſtein erhob ſich, um
dies anzukündigen. Er war,
kein großer Redner. Indem
er ſich gegen das Publikum
verneigte, fagte er ſchlicht
und einfach und mit etwas
bedrückter Miene: „Ich muß
hinaus!” Mit dieſen drei
Wörtern erregte er ebenſo
großen Beifall als vorher
mit ſeinem Klavierſpiel.
Der Muſikaliſche Klub
mu=
ſizierte bei Herrn Geheimrat
X. Herr Oberſt Y. blies die
Flöte, Herr Vizepräſident Z.
fidelte auf der Geige, ein
Bankier bearbeitete das
Cello und der Herr
General=
direktor ſtrich den
Kontra=
baß. Man ſpielte ein
Pot=
pourri aus dem „
Tann=
häuſer” mit allen Schikanen.
Plötzlich trat mit ſtrenger
Amtsmiene ein Sipomann
herein. Der Hausherr ging
ihm verblüfft entgegen und
fragte nach ſeinem Begehr:
„Ja,” ſagte der Sipomann,
„eben kam ein Herr aus
Ihrem Hauſe heraus, der
ſagte zu mir, daß hier
drin=
nen ein gewiſſer Wagner
gröblich mißhandelt werde.”
In einem von ſehr
vor=
nehmen Leuten beſuchten
Konzert hörte ich neulich,
daß eine hinter mir ſitzende
Dame ihreNachbarin fragte:
„Warum haben Sie denn
Ihren Mann nicht
mitge=
bracht?” — Die Nachbarin
erwiderte: „Mein Mann
intereſſiert ſich nicht ſo ſehr
für Toiletten
Morgenrock oder Hauskleid?
Jede Dame, nicht nur jede Hausfrau hat wohl ihren
be=
quemen Morgenrock; gerade die berufstätige Frau ſchlüpft, wenn
ſie müde und abgeſpannt nach getaner Arbeit nach Hauſe kommt,
gern auf ein Stündchen in ſolch ein nirgends beengendes
Klei=
dungsſtück. Natürlich muß ſolch ein Morgenrock, ohne
ausge=
ſprochen elegant zu wirken, beſonders hübſch hergerichtet ſein,
denn ſonſt, bei ſchlechter Verarbeitung, minderwertigem
Mate=
rial oder bei nicht ganz einwandfreier Verfaſſung, kann ein
Morgenrock alles andere als ſchön ausſehen. Wir brauchen nun
aber nicht allerlei Koſtbarkeiten zu wählen, Samt, Seide, edle
Stickereien und teure Spitzen, es kann alles immerhin ſo ſein,
daß es für ein mäßig gefülltes Portemonnaie erreichbar iſt.
Es gibt für alle Anſprüche nette, ſchönfarbige Stoffe: Flauſch,
Waſchſamt, Woll= oder Baumwollmarocain, Flanell, Satin und,
für die ganz Anſpruchsvollen, natürlich auch Seide und Samt.
Die Garnierungen richten ſich, wie immer und überall, nach dem
Material oder beſſer nach dem „glatt oder gemuſtert” der Stoffe.
Von einfarbigen Geweben, gleichviel ob Wolle oder Baumwolle,
Seide oder Samt, heben ſich buntfarbige Stickereien ſtets
effekt=
voll ab; am gebräuchlichſten iſt wohl ein weitläufiges
Bordüren=
mufter in einfachen Spann=, Flach= und Stilſtich. Aehnliche,
ziemlich wie Handſtickerei wirkende Effekte werden durch
auf=
genähte Treſſen, Litzen und winzige ſchmale, farblich gut
ab=
ſchattierte Blenden erzielt. Die abſtechende Blende iſt überhaupt
eine beliebte modiſche Garnitur, nicht nur für die Morgenröcke,
ſondern auch für alles andere, für Kleider, Mäntel und Bluſen.
Die Wirkung hängt von der geſchmackvollen Wahl der
Beſatz=
ſtofſe ab, die natürlich immer andersfarbig ſein müſſen, als das
Grundmaterial. Und wer ſich das immerhin ziemlich mühſame
Aufnähen von Blenden, Treſſe und Litze erſparen will, der kann
den Kragen, die Revers, die Aermelaufſchläge und
Taſchen=
platten, ſowie den Gürtel aus einem abſtechenden Material
arbeiten, und zwar kann dieſes Beſatzmaterial dunkler oder
hel=
ler als das Grundmaterial ſein. Eines unſerer Modelle zeigt
einen ſolchen Schmuck. Viele Frauen haben gegen den legeren
Mergenrock eine ausgeſprochene Antipathie; er iſt ihnen zu
ſalopp und ſie ziehen an ſeiner Stelle ein einfaches Hauskleidchen
vor, ein Kleidchen, das durch Material, Sitz, Verarbeitung und
Garnierung praktiſch und bequem iſt. Und ganz wie bei den
Morgenröcken dienen abſtechender Stoff, Litze, Treſſe uſw. als
beſonders geſchätzte Garnierungen, die natürlich einfarbig ſein
müſſen, wenn, wie auf unſerer Abbildung, das Modell ſelbſt
aus einem einfachen, aber buntgemuſterten Baumwollkrepp
ge=
arbeitet iſt. — Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnittmuſter
erhältlich.
A. K.
Vor dem Herbſt=Scheuerfeſt.
Mehr noch wie die Hausfrau ſelbſt fürchtet die Familie, vor
allem aber der Hausherr, dieſe Zeit des „häuslichen Umſturzes”.
Iſt dieſe Furcht begründet? Wir ſagen Ja, dreimal Jal Stellen
wir Hausfrauen uns doch einmal vor, wie die erwerbstätigen
Kinder, wie der Ehemann müde und abgeſpannt nach Hauſe
eilen, ſich hier in aller Ruhe und Bequemlichkeit neu zu ſtärken,
an Speiſe und Trank zu erquicken. Am Ziele ſeiner Sehnſucht
angelangt, jedoch ein wildes Chaos, Zug in allen Ecken,
Seifen=
dünſte in der Luft und ein ſog. „einfaches Gericht” vorfinden,
das ſchon an ſich den Heimweg kaum lohnen würde, unter den
Begleitumſtänden jedoch, unter denen es geboten werden muß,
nur den Hunger ſtillt, keineswegs aber die Geſchmacksnerven
be=
friedigt und dadurch dem Körper auch zuträglich wird.
Müßten wir bei dieſer Vorſtellung, zu der nur wenig
Phan=
taſie gehört, nicht zu dem Entſchluß kommen, ihnen derartig
an=
genehme „Ueberraſchungen” in Zukunft zu erſparen und ihnen
die gewohnte Ordnung auch an jenen Tagen zu bieten, in
denen viele Hausfrauen meiſt das Unterſte zu oberſt kehren?
In Wirklichkeit iſt dieſer Vorſatz gar nicht ſchwer in die Tat
umzuſetzen, wenn wir gute Vorarbeit leiſten, ehe die
Haupt=
arbeit einſetzt. Dazu gehört das Reinigen ſämtlicher Schränke,
Kommoden, Truhen, Käſten und anderer Behälter, das
Schich=
ten und Regiſtrieren ihres Inhaltes — ſofern es nicht ſchon
bei der Haushaltsinventur geſchah — und das Ausrangieren
alles Verbrauchten. Weiter erleichtert Reinigen und
Vorrich=
ten der Gardinen am Tage zuvor das gründliche Säubern
eines Raumes von Staub und Schmutz ganz ungemein,
wenn keine Erſatzgardinen vorhanden ſind. Auch ſollten alle
Kiſſen, Decken, Vaſen, Nippes und kleinen Bilder ſchon vor
dem Großreinemachen eines Raumes gründlich
vorgenom=
men werden. Die durch zweimaliges Abnehmen und
Ver=
wahren derſelben „vergeudete” Zeit iſt als „Opfer” für die
Bequemlichkeit unſerer Lieben doch nur gering zu werten.
Kommt dann der ſo gefürchtete Tag heran, an dem
im=
mer nur ein Raum in neuem Glanze erſtehen ſollte, dann ſind
alle die ſauberen Einrichtungs= und Ausſchmückungsſtücke des
Heimes raſch in Körben und Kartons verpackt und mit allen
beweglichen Möbelſtücken in einem Nebenraume verwahrt.
Beſen, Bürſten, Schrubber, Seifen= und Polierlappen können
flott in Tätigkeit treten, und bis zur Mittagsſtunde, in der ſich
die Familie zur Mahlzeit einfindet, iſt der Raum ſo ſchmutz= und
ſtaubfrei, daß alles das wieder hineingeräumt werden kann, was
hineingehört. Im Nebenraume herrſcht wieder die gewohnte
Ordnung ohne jede Beeinträchtigung derſelben, und hier kann
dann auch einmal ausnahmsweiſe das Mahl verzehrt werden,
wenn der eigentliche Wohn= oder Speiſeraum der „Herrſchaft des
Beſens” unterſtellt wird. Durch gleiche Vorarbeit oder Vorſorge
der Hausfrau kann auch die Mittagsmahlzeit in gewohnter Weiſe
bereitet werden. Wie denn überhaupt durch rechtzeitiges und
gründlich überlegtes Disponieren auch die umſtändlichſte und
zeitraubendſte häusliche Verrichtung ihre Schrecken für die
Hausfrau wie für die Familie verliert. Irma Könnecke.
au
Die unpünktliche Hausfrau.
Von Wilhelmine Plötz.
Ausdrücklich ſei betont, daß nicht die Unpünktlichkeit der
Frau im allgemeinen, ſondern jene der Hausfrau gemeint iſt,
wovon im Nachſtehenden die Rede ſein ſoll. Die berufstätige
Frau iſt durch ihre bezahlte Tätigkeit zur Pünktlichkeit geradezu
gezwungen und hätte ſelbſt den Schaden davon, wenn ſie
gefühls=
mäßig die verrinnende Zeit nicht achtete und ſich über den an ſich
immer bitteren Zwang zur Unpünktlichkeit im Berufe
unbeküm=
mert hinwegſetzen wollte. Die Hausfrau jedoch, ſouverän, wie
ſie nun einmal in ihrem Hauſe iſt, kennt nur in ſeltenſten Fällen
eine ſorgſame Berechnung der Zeit und, was noch wichtiger iſt,
ein vollſtändiges Unterſtellen unter das Diktat der Uhr und
da=
durch mit allen ihren Verpflichtungen ein ſtriktes Binden an die
Stunde und ihr Gebot.
Wohl ſind in manchen Haushaltungen verſchiedene Uhren
aller Größen vorhanden, hat aber die Frau allein für ihren
regel=
mäßigen Gang zu ſorgen, dann iſt hundert gegen eins zu wetten,
daß ſie nie pünktlich und regelmäßig aufgezogen werden und in
ihrer Zeitangabe meiſt ganz weſentlich von der richtigen Zeit
ab=
weichen( ganz abgeſehen von der erwieſenen Tatſache, daß es nie
gelingt, zwei Uhren auf die Minute zu gleicher Zeitangabe zu
ſtellen.) Wollte man die Probe machen und die Hausfrau mitten
in ihren zahlreichen Pflichten nach dem augenblicklichen Stande
der Uhr oder auch nur nach der ungefähren Zeit zu fragen, ſo
würde man den Beweis dafür erhalten, daß ſie zeitlos arbeitet
und der Uhr keinerlei Beſtimmung über ihre Tätigkeit einräumt.
Der ihr mangelnde Sinn für Zeiteinteilung hindert ſie daran,
ihrer Tätigkeit ein beſtimmtes Zeitmaß für die einzelnen
Verrich=
tungen zu geben und ſo kommt es denn immer wieder dazu, da
ſie ſtatt zu ſchieben, geſchoben, dadurch mehr oder weniger gehetzt
wird und ſchließlich in den Ruf der Unpüntklichkeit kommt, ohne
ſich ſelbſt eine Schuld daran zuzuſchreiben. Dazu kommt ferner
das Bewußtſein, daß ſie ja doch alle häuslichen Pflichten ſelbſt
erledigen oder überwachen muß und es darum ganz gleichgültig
für andere iſt und ſein kann, wann und in welcher Zeit das
ge=
ſchieht. Kommt ſie am Vormittag nicht zur Vollendung einer
begonnenen Arbeit, dann ſteht ihr ja noch der Nachmittag zu
Gebote, und reicht der eine Tag nicht dazu aus, dann vollendet
ſie an einem zweiten oder dritten, was ſie am vorhergehenden
unvollendet liegen laſſen mußte. Die Unpünktlichkeit der
Haus=
frau wird aber auch noch dadurch oft verſchuldet, daß während
ihrer häuslichen Tätigkeit ſtändig unvorhergeſehene Zwiſchenfälle
eintreten, die ſie zum Unterbrechen ihrer Arbeit einfach zwingen,
ob ſie will oder nicht. Wir wollen in dieſem Zuſammenhang gar
nicht von plötzlichen Beſuchen ſprechen, die ihr Zeitverluſte
ver=
urſachen, denn in dieſer Hinſicht hat ſich in den letzten Jahren viel
gebeſſert. Die eine Hausfrau hat durch die andere, alſo aus
eige=
ner Erfahrung gelernt, welche Zeitverluſte derartige überraſchende
Freundſchafts= oder nachbarliche Beſuche verurſachen, und weiß nen, vor allem an den ſportlichen Modellen für Abwechſlung
ſor=
dieſe heute auf eine Zeit zu verlegen, wo ſie nicht ſtörend in das gen, Kragen und Aufſchläge aus Seide oder Batiſt, flotte Kragen=
Getriebe der fremden Häuslichkeit eingreifen. Bald aber ſind es ſchleifen oder lange, durch Einſchnitte gezogene Krawatten können
Boten von Lieferanten, bald wieder Handelsleute, Wäſche= und immer wieder einer Bluſe eine neue Note geben. Unſere kleine
Bücherreiſende, die auf der Intereſſe der Hausfrau hoffen, oder
zwangsweiſe unterbrechen, alſo wider ihren Willen Verzögerun= ſammenhalten. Außerdem zeigt ſie, daß das eingeſtickte
Mono=
gen ihrer Tätigkeit herbeiführen.
Aus zweierlei Leder.
ſchluß. Als etwas neues zeigen wir unſeren Leſerinnen ein aus
hellem und dunklem Leder zuſammengeſetzten Gürtel, bei dem das
dunkle Leder karoaitig durchſteppt iſt. Und zum Gürtel paßt die
ſchicke, ganz flache Handtaſche, die aus den gleichen Materialien
beſteht.
Kleinigkeiten für die Bluſe.
Die Anhängerinnen der Bluſenmode müſſen an den einzel=
Zeichnung zeigt neben allerlei anderem, Neuem, reizende, durch
Bettler, die ſie wiederholt von ihrer Arbeit ablenken und dieſe Schlingſtiche verbundene Kugelknöpfe, die die Manſchetten
zu=
gramm an der Bluſe nach wie vor beliebt iſt.
Aber trotzdem ſollte auch die Hausfrau in ihrem eigenſten
Intereſſe es lernen, die Uhr als ſtändigen Berater und Diktator
ihrer Tätigkeit ſchätzen zu lernen, wie es ja auch die berufstätige
Frau lernen muß. Sie wird bald einſehen, daß ein Arbeiten nach
der Uhr ſie vor plötzlichem Abſchweifen von ihrer Tätigkeit, vor
einem Nachgeben plötzlicher Regungen und Impulſe bewahrt. Wo
die Mahlzeiten nicht gutgekocht, alſo völlig gar, pünktlich auf dem
Tiſch ſtehen und die heimkehrenden, erwerbstätigen Glieder der
Familie auf dieſe womöglich öfter warten müſſen, obgleich,
namentlich in der Mittagspauſe, ihre freie Zeit nur knapp
be=
meſſen iſt, wo der Morgenimbiß, weil von der Hausfrau nicht
pünktlich bereitet, zu haſtig oder zu heiß genoſſen werden
muß und die am Abend müde und matt heimkehrenden
Berufs=
tätigen den Tiſch noch ungedeckt finden, weil die Hausfrau ſich
nicht nach der Uhr zu richten lernte, da muß ſelbſt die ſchönſte
Harmonie, das beſte Einvernehmen miteinander, bald in die
Brüche gehen, da Wollen und Streben, Wünſche und Pläne aller
von der Unpünktlichkeit der Hausfrau mehr oder weniger
beein=
flußt werden. Letzten Endes hat ſie ſelbſt aber am meiſten
dar=
unter zu leiden, einmal, daß ſie nie völlig zur Ruhe kommt, zum
anderen, daß ſie als wahre Urſache aller Haſt und Hetze der
ande=
ren von deren berechtigten Vorwürfen nicht verſchont bleibt.
Blumenſchmuck im Heim.
Von Alice Günther.
Wenn wir heute Blumen als ſchönſten Schmuck unſeres Heims
wählen, dann bedingt das für die Hausfrau keine große Ausgabe
mehr. Die Zeit der großen, dichten und farbenbunten
Blumen=
ſträuße iſt allerdings vorbei, es ſei denn, daß ein
Biedermeier=
bukett: radrund mit erhöhter Mitte gebunden, die einzelnen
Blü=
ten und Farben kranzartig umeinander anordnet und die letzte
Reihe mit einer ſteifen Manſchette ſchützt. Ein Blumenſchmuck
des Heims, der jedoch nur im echten Biedermeierzimmer am
Platze iſt, in einem modernen Heim jedoch immer etwas deplaciert
wirkt, ſo leicht ſich ſonſt auch Blumen jeder Stilrichtung anpaſſen.
Gerade dieſe neue Richtung im Schmuck des Heimes mit
Blu=
men ermöglicht es nun wohl jeder Hausfrau, ſie auch in ihrem
Heime als köſtliche Augenweide aufzuſtellen. Die Ausgabe dafür,
des ſtark verringerten Quantums wegen ſchon erheblich niedriger
wie früher, iſt zudem jetzt, zurzeit des Blumenüberfluſſes, ſo
geringfügig, daß ſie kaum fühlbar ins Gewicht fällt. Selbſt wenn
das aber doch der Fall ſein würde, ſollte die Hausfrau nicht auf
dieſen ſinnigen Heimſchmuck verzichten, da er es eigentlich iſt, der
in ihrer Heimſtätte Harmonie und dadurch Behagen und eine
freudige Genießerſtimmung verbreitet. Angeſichts geſchmackvoll
geordneter, gut placierter, farbenleuchtender Kinder Floras
ver=
ebbt meiſt jede Erregung ſehr raſch, ſchwinden Aerger und
Ver=
druß, beruhigen ſich vibrierende Nerven ſehr bald. Sie ſind das
beſte Beſchäftigungs= und Ablenkungsmittel, wenn wir uns nach
Aufregungen darauf konzentrieren, ihre Formen, Gliederungen
und feinen farbigen Abſtufungen eingehend zu ſtudieren, ihre
zar=
ten Düfte tief einzuatmen.
Die Freude an dieſen vielgeſtaltigen Spenden einer
ver=
ſchwenderiſchen Natur obſiegt ſchließlich über die täglichen kleinen
Argerniſſe, wenn wir nur völlig darauf einzugehen berſtehen, und
ſo wird tatſächlich das Dichterwort Wahrheit: „Wo du Blumen
hegſt im Haus, treibſt Leid und Sorge du hinaus!”
Nummer 229
Sonntag, den 2. Oktober 1928
Seite 25
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