Einzelnämmer 10 Pfennige
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Bezugspreis:
zuSchentlich 2 mallgem Erſcheinen vom 1. Sepiember
fp. September 2.u8 Reſchemark und 22 Pfennig
tasegebühr, abgeholt 2.25 Reichsmark, durch die
iuren 2.40 Reichsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
13 pi. ohne Beſſellgeld monatlich 2.25 Reiſchemart.
zuc wortlichkeit für Aufnahme von Anzeigen an
farmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
ſeinen einzelner Nummern infolge höberer Gewalt
fthlgt den Bezieher nicht zur Kürzung des
zuspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fa f obne Verbindlichteſt für uns. Poſiſcheckonto
Frankfurt a. M. 1301.
Anzeigenpreis:
27 mm breſte Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breitl2 Reichsmark. Anzeigen von auswäris 40 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 300 Reſchsmarkt. Alle Preſe in Reſchsmark
(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erſiſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzelsen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſaßz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltrelbung fällit ſeder
Rabatt weg. Bankkonio Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter and Nationalbank.
Dienstag, den 25. September 1928.
191. Jahrgang
England vor den Wahlen
Die „vielſeitigen” General=Akte.
hrepraktiſche Bedeutung infolge ihrer Elaſti=
nahm die Verſammlung die bereinbarte vorläuſige Regelung an.
die das Projekt weiterer Unterſuchung überläßt, während die
ſchweizeriſche Regierung den Bau einer Station für mittlere
Wellen bereits in Angriff nimmt. Die Konferenz für die
Vereinheitlichung des Internationalen Rechtes
die im Haag ſtattfinden wird, ſoll nach dem Beſchluß der
Bundes=
verſammlung vom Völkerbundsrant noch im Laufe des Jahres
1929 einberufen werden. Zu ihrer Vorbereitung werden die
Regierungen telegraphiſch aufgefordert, bis zum 31. Oktober die
ihnen vorliegenden Fragebogen über ihre Haltung zu den
ver=
ſchiedenen Rechtsprinzipien fertigzuſtellen und zurückzuſenden.
Die Ausarbeitung eines allgemeirien Plans über die
Rechts=
kodifikation ſoll einem Juriſten=Dreierkomitee übertragen werden.
Der Berichterſtatter Rolin=Belgien ging in dieſem
Zuſammen=
hang auf die allmähliche Schaffung eines neuen Völkerrechts ein,
auf welchem Wege der Kellogg=Pakt einen neuen Fortſchritt
darſtelle. Die
Entſendung einer Opiumkommiſſion
nach dem Fernen Oſien.
zu der der Völkerbund einen Beitrag von 100 000 Franken leiſtet,
wurde von der Verſammlung ebenfalls angenommen. Die
Unter=
ſuchungen ſollen ſich auf den Gebrauch von Rauch=Opium
er=
ſtrecken und in den Staaten vorgenommen werden, die ſich damit
einverſtanden erklären. Der chineſiſche Delegierte Wang King=ky
erklärte, China habe ſelbſt den durch den Bürgerkrieg
unter=
brochenen Kampf gegen das Opium in ſeinem Land wieder
auf=
genommen; aber das Opium ſei heute nicht der gefährlichſte
Feind, ſondern die Opium=Derivate, die mit Hilfe der anormalen
Ausländerprivilegien nach China impſortiert würden. Infolge des
lanents, geherſcht hate, geht dem Ende entgegen, London be=
Anfang der nächſten Woche erwartete Rückkehr Stanley
Baldwins nach „Nr. 10, Downing Street”, daß die neue
Phaſe im großen Kampfe um die Macht nun ernſtlich anſetzt.
Leute, die Mr. Baldwin kürzlich in Aix=les=Bains beſucht haben,
berichten, daß er ſich zur Zeit einer beneidenswerten Vitalität
erfreut und daß er voll des Eifers ſei, ſich mit Wucht und Wonne
in den Wahlkampf zu ſtürzen. Hierzu wird ihm ſofort nach
Betreten des engliſchen Bodens Gelegenheit geboten werden.
Bereits im 27. September hat er in Yarmouth auf dem
Partei=
tag der Konſervativen eine große Rede zu halten. Er
wird vor ſeiner Zuhörerſchaft Rechenſchaft darüber abzulegen
haben, was ſein Regiment bisher für die Wohlfahrt
Großbritan=
niens getan hat und was es in Zukunft zur Behebung der noch
beſiehenden Schwierigkeiten zu tun gedenkt. Den Dingen
voraus=
eilend kann aber ſchon heute geſagt werden, daß Baldwin auf
keinem ſchwanken Boden ſteht. Denn die wirtſchaftlichen und
poli=
tiſchen Vorausſetzungen, unter denen die Konſervativen jetzt mit
der Wahlkampagne beginnen, ſind für dieſe Partei, und ihren
Führer im allgemeinen keine ungünſtigen.
Das Kabinett Baldwin hat ſich in den vier Jahren ſeines
Beſtehens als eine Regierung erwieſen, die langſam und ohne
viel Worte in mannigfacher Hinſicht poſitive Arbeit geleiſtet
hat. Ihr größtes Verdienſt wird ſtets die Tatſache bleiben, daß
ſie 1926 mit wirklich bewundernswerter Ruhe und Geſchick das
ſeit 1910 über England laſtende Geſpenſt des Generalſtreiks
über=
wunden und hiermit den Weg zu einem Ausgleich zwiſchen
Arbeit=
nehmern und Arbeitgebern geebnet hat. Die Finanzreformpläne
der Regierung ſind auf 15 Jahre voraus angelegt und ſorgfältig
ausgearbeitet, und jedem Engländer leuchtet es ohne weiteres
ein, daß es nur bei einem beharrlichen Fortſchreiten auf dieſem
Wege mit der Zeit gelingen wird, das Land von der ſchweren
Laſt der Arbeitsloſigkeit zu befreien. Endlich — plauſibler als
alles andere und das vernünftige Wirtſchaften der Regierung
beweiſend, iſt die nicht fortzuleugnende Tatſache, daß die Ausfuhr
britiſcher Waren bereits ſeit vielen Monaten in einem
bemerkens=
werten und ſtändigen Steigen begriffen iſt. Für den Auguſt
die=
ſes Jahres beläuft ſich die Ausfuhrziffer auf ganze 170 Millionen
Pfund Sterling. Woraus ſich ergibt, daß die Unterbilanz im
britiſchen Außenhandel zurzeit 22 Millionen Pfund Sterling
weniger als im Auguſt vorigen Jahres und gar 40 Millionen
Pfund Sterling weniger als zu Anfang des Jahres 1926 beträgt.
Das ſind Ziffern, die es kaum geſtatten, von einem „Niedergang
des britiſchen Handels” zu ſprechen.
Ermuntert durch dieſe Tataſchen, verſucht Baldwin nun
ener=
giſch dem Problem der Arbeitsloſigkeit zu Leibe zu rücken. Ein
völliges Niederringen dieſes größten engliſchen Nationalübels
wird natürlich erſt in Jahren zielbewußter Anſtrengungen erreicht
werden können. Aber weſentliche Milderungen ſind bereits jetzt
möglich. Zu dieſem Zwecke plant die Regierung ſchon, für die
nächſte Zukunft eine ganze Reihe praktiſcher Maßnahmen, welche
die Zahl der Arbeitsloſen zum mindeſten um 100 000 Mann, wenn
nicht mehr, vermindern dürften. Es iſt erſtens mit der kanadiſchen
Regierung eine Abmachung getroffen worden, wonach dieſe es
übernommen hat, bei ſich nicht weniger als 20 000 engliſchen
Familien die Niederlaſſung zu ermöglichen. Zweitens ſollen durch
Zutun der Regierung etwa die gleiche Anzahl von Menſchen aus
den notleidenſten Bergwerksbezirken nach anderen Teilen
Eng=
lands und des Reiches verpflanzt werden. Und drittens ſoll in
Zukunft auf einem anſehnlichen Teil der Staatsländereien (etwa
1 750 000 Acker) mit ſyſtematiſcher Anpflanzung von Jungwald
begonnen werden. England importiert jährlich für etwa 50 bis
60 Millionen Pfund Sterling Holz. Dieſe Einfuhr belaſtet das
Budget dauernd in ſtärkſtem Maße. Der Weltkrieg hat zudem
EnSesverſammlung ſind heute vormittag ſchon ſehr früh zur
bitung des Weltſchiedsgerichtsvertrages zuſammengetreten.
9 Generalakte ſind in den Unterkommiſſionen ſo umgearbeitet
mden, daß es nach der heutigen Faſſung den Staaten
vollkom=
u frei ſteht, entweder die Generalakte oder zweiſeitige
Schieds=
pträge oder einzelne Teile der Generalakte, ſei es das
Ver=
ntl ungsverfahren, ſei es die Schiedsgerichtsbarkeit für juriſtiſche
Girtfälle oder Schiedsgerichtsbarkeit für alle — alſo auch
poli=
üh Streitfälle — zu unterzeichnen. Dieſe außerordentliche
Gfizität des Beitritts=Modus iſt auf engliſche Forderungen
zurkzuführen. Die Grundzüge der Generalakte bleiben
unver=
ivert. Der Weltſchiedsgerichtsvertrag wird durch den
Präſi=
ditn der Bundesverſammlung und den Generalſekretär des
Gebrauchs dieſer Gifte fei der Anbau von Mohn ſchon ſtark
zurückgegangen. Man könne das Opium=Problem nicht löſen,
wenn man nicht die Unterſuchung auch auf alle Mohn
anbauen=
den Länder und Produzenten=Länder von Opium=Derivaten
aus=
dehne. Wenn man nur eine Seite der Frage in Angriff nehme,
werde man ſpäter mit den gleichen Koſten noch einmal dieſelbe
Arbeit leiſten müſſen. China werdef der Unterſuchungskommiſſion
nicht zuſtimmen, aber mit eigener Kraft den Kampf gegen das
Rauſchgift fortſetzen.
Darauf ſchloß Präſident Zahle um 8 Uhr die Vollſitzung. Er
vertagte ſie auf Dienstag vormittag 10 Uhr.
Franzöſiſche Unzufriedenheiten
Aufregung wegen der anterikaniſchen „
Ent=
hüllungen‟. — Konfliktsmöglichkeiten in der
Innenpolitik.
Von unſerem A=Koxreſpondenten.
Paris, 24. September.
Die Entwicklung der Abrüſtungsverhandlungen wird hier
recht luſtlos betrachtet. Gewiß gelang es Paul Boncour in Genf
in mancher Beziehung ſeinen Stanzpunkt durchzudrücken, aber
das kann an der Tatſache nichts ändenn, daß die Verhandlungen
über die Abrüſtung eine tiefe Verſtinmung verurſachten. Man
wünſchte hier, ſoweit es nur möglich iſt, die Beſprechungen über
die Seeabrüſtung hinauszuſchieben. Die amerikaniſche Preſſe hat
den engliſch=franzöſiſchem Marinepakt einmal aufgegriffen und
gibt ſich nicht zufrieden. Die Angriffe des „New York American”
werden hier äußerſt unangenehm empfunden.
Die Stimmung in Amerika iſt ſchon früher dem Marine=
Ab=
kommen feindlich geweſen. Nach der „Enthüllung” des New
York American war eine heftige Preſſekampagne gegen
Frank=
reich und England unvermeidlich. In Amerika herrſcht eine bis
aufs äußerſte geſpannte Stimmung wegen der
Präſidenten=
wahlen. Die Wirkung des Marinegbkommens iſt alſo vielfach
ſtär=
ker, als es in normalen Zeiten geweſen war. In Paris fängt man
an, Zeichen der Unruhe an den Tag zu legen. Die Oeffentlichkeit
fragt, wozu eigentlich die ungeſchickte Geheimhaltung des
Marine=
abkommens diente, und wie es möglich geweſen war, daß ein
Oeffentlichkeit gelangen konnte. Die Folgen des engliſch=franzö= dern auch ein weiteres dazu beitragen, die Unterbilanz der
briti=
ſiſchen Marineabkommens zeigen ſich immer mehr. Die amerika= ſchen Außenhandelsziffern zu vermindern. Alle dieſe Maßnahmen
niſche Preſſe befaßt ſich jetzt auch mit der Frage der interalliierten
Schulden, und zwar in einer Form, die für Frankreich höchſt un= Hebung und Ausnutzung derwirtſchaftlichen
Reich=
angenehm iſt.
Man weiß aber nicht, ob dies nicht die Ruhe vor dem Sturm iſt.
Der Budgetentwurf für 1929 erfuhr zwar die beſten Kritiken, aber
in den politiſchen Kreiſen iſt man mit ihm nicht zufrieden. Die
Offenſive gegen die Regierung vor. Bis jetzt haben ſie zwar keine ſammenwirkens mit allen Teilen des Reiches iſt es, auf dem
Erfolge zu verbuchen, aber ſie haben unzweifelbar eine gute
Handhabe. So vorzüglich und brillant auch der von Poincaré licher Blüte entgegenführen zu können.
ausgearbeitete Budgetentwurf vom Standpunkt der Sicherheit
auch ſein mag, ſo iſt es doch wahr, daß in ihm für eine große
Reihe von unbedingt nötigen Reformen kein Platz blieb. Poin= ſowie die Summe des bisber Erreichten machen es ſchon heute
caré iſt vor grundſätzlichen Neuerungen zurückgeſchreckt. Die
Hauptſehler der Union nationale treffen ſich in dem Budget von
1929 alle wieder.
In bezug auf die Gehaltserhöhungen hat aber Poincaré der
neuen Lage, wenn auch vorſichtiger Weiſe, Rechnung getragen.
Das war unvermeidlich, wird aber auf allen Gebieten eine ganze
Reihe von Lohnkämpfen nach ſich ziehen. Die Streiks in der
Textilinduſtrie gehören auch in dieſe Rubrik. Nach der
Stabili=
ſierung laſſen ſich die Löhne in Frankreich nicht mehr ſo niedrig 1
hälten, wie ſie bisher waren. Das muß eine ganze Reihe von
Konflikten nach ſich ziehen.
Asesverſammlung mit der Mitteilung ein, daß die Negierung
mCoſtarica von ihrem Parlament die Bewilligung der Beiträge
zN Völkerbund verlangt habe. Dieſe Mitteilung, die einer
An=
hdigung des Wiedereintritts Coſtaricas in den Völkerbund
eichkommt, wurde von Guerrero=Salvador und Palazios=
Kamien dahin erweitert, daß die Verſammlung hoffe, im nächſten
ihre nicht nur die Delegation Coſtaricas, ſondern auch diejenige
kargentiniſchen Repubkik in ihren Reihen zu ſehen. Dies führte
einer allgemeinen Sympathiekundgebung für den
Wieder=
anitt Argentiniens. Auch der deutſche Delegierte Staatsſekretär
m Schubert ſchloß ſich dieſem Wunſche lebhaft an. Argentinien
s geiſtigen Eigentums herbeizuführen.
Die Verſammlung nahm ohne Debatte die Entſchließung über
Kontrolle des Schmuggels mit gefährlichem
II ohol an. Die Kontrolle ſoll ſich nicht auf Wein, Bier oder
bielwein erſtrecken, ſondern nur dem Mißbrauch gefährlichen
ik hols entgegenarbeiten. Ebenſo wurde auch ohne Debatte der
erecht über die Tätigkeit der Tranſitkommiſſion und eine
Ent=
eßung angenommen, in der der Völkerbundsrat aufgefordert
ſie, die Frage zu prüfen, ob gemäß Artikel 14 des
Völkerbunds=
iles der Völkerbundsrat oder die Vollverſammlung berechtigt
nd. mit einfacher Stimmenmehrheit Gutachten des Ständigen
ntgernationalen Gerichtshofes im Haag einzuholen. In der
England einige intereſſante Lehren erteilt: während des Krieges
waren mehr als die Hälfte aller engliſche Häfen anlaufenden
Handelsſchiffe damit beſchäftigt, Holz nach England zu bringen.
Das hat man ſich gemerkt. Vor allem würde aber die Beſchaffung
ſelbſt begrenzter Mengen daheimgewachſenen Holzes nicht nur
Geheimdokument der franzöſiſchen Diplomatie in die amerikaniſche einer großen Anzahl von Arbeitsloſen Beſchäftigung geben,
ſon=
ſind jedoch nur Teile eines großen Projektes einer ſyſtematiſchen
tümer des geſamten britiſchen Imperiums. Jede
In der franzöſiſchen Innenpolitik herrſcht nach wie vor Ruhe, in den Dominien und Kolonien gemachte Inveſtierung, ſagt man
ſich, ſteigert die Kaufkraft dieſer Länder und kommt letzten Endes
dem Mutterlande zugute. Auf dieſes Ziel — „Empire
develop-
ment” — iſt daher das Hauptaugenmerk der Regierung gerichtet,
Sozialiſten und der linke Flügel der Radikalen bereiten eine und auf dem Wege eine von Jahr zu Jahr immer engeren Zu=
Baldwin hofft, England allmählich einer neuen Epoche wirtſchaft=
Dieſe Zuverſicht Baldwins in bezug auf Englands Zukunft,
mehr als wahrſcheinlich, daß bei den nächſten Wahlen wohl kaum
eine maſſenhafte Abkehr von den Konſervativen erfolgen dürfte.
Die bisher ſtattgehabten Nachwahlen bekräftigen
dieſe Mutmaßung recht augenfällig. Sich auf die Regel vom
„Schwingen des Pendels” zu berufen und daher für die
kommen=
den Wahlen ein Zurückfluten der Maſſen nach links zu
prophe=
zeien, wäre heute kaum zutreffend. Man vergeſſe nicht, daß 1923
und 1924 außerordentliche Umſtände vorlagen, wie zuerſt der
Kampf um Freihandel und Schutzzoll und ein Jahr ſpäter der
Bolſchewiſtenſchreck. Die Wahlen von 1922 dürften eher als die
ilie den Appell als einen ſpontanen Ausdruck allgemeiner
Sym=
ſthie betrachten und wieder intenſiver an den Arbeiten des
bilerbundes teilnehmen. Die Verſammlung begann dann ihre
Litungen mit der Annahme einer Entſchließung über die
Arbei=
nDer Kommiſſion und des Inſtituts für internationale geiſtige
uſmmmenarbeit, in der die Mitgliedsſtaaten des Völkerbundes
ifgefordert werden, ſich mit der Notwendigkeit einer
ſyſtemati=
ſer Organiſation zum Schüleraustauſch während
r Ferien zu beſchäftigen. Der Rat wurde aufgefordert, in
bereinſtimmung mit den Konventionen von Bern und Buenos
ſess eine internationale Konvention zum Schutze
tigeren engliſchen Wahlpropheten ziehen es daher vor, die
Reſul=
tate des bisher erfolgten Nachwahlen lieber mit dem Ergebnis
von 1922 als mit dem von 1924 zu vergleichen. Die
Schlußfolge=
rungen, zu denen man hierbei gelangt, dürften gewiß Anſpruch
auf Beachtung haben.
Verglichen mit den Reſultaten von 1922 haben bei den im
Laufe der letzten vier Jahre ſtattgefundenen Nachwahlen die
Konſervativen 21 Sitze beibehalten reſp. neugewonnen
und 28 Sitze verloren reſp. nichtgewonnen. Die Liberalen haben
in der gleichen Zeit 11 Sitze gewonnen und 25 verloren, während
die Arbeiterpartei 21 Sitze gewonnen, und nur 3 verloren hat.
(Die Verſchiedenheit der Geſamtziffern ergibt ſich daraus, daß bei
jeder Nachwahl nicht immer alle drei Parteien Kandidaten
aufſtel=
len konnten). Von den 25 als verloren angegebenen Sitzen der
Konſervativen haben nur 11 Sitze als Neuverluſte zu gelten. Die
Verluſte der Liberalen ſind weit größer, und die Behauptung
von einer „Wiedergeburt” der Liberalen Partei erweiſt ſich als
eine Illuſion. Wirklich gewonnen haben bei den Nachwahlen nur
die Vertreter der Arbeiterpartei, jedoch noch lange nicht in dem
Maße, daß ihre Gewinſte als genügend für Sicherung einer
Mehr=
beit bei den allgemeinen Wahlen genannt werden könnten. Es iſt
feit jeher Regel geweſen, daß die jeweilige Regierungspartei bei
den Nachwahlen Sitze verliert, die Oppoſition dagegen gewinnt.
Aber dieſe Erſcheinung iſt bisher in durchaus normalen Grenzen
geblieben. Ein wirklich ſtarker Rückgang der konſervativen
Stim=
men iſt nicht zu verzeichnen geweſen, und ſofern im Laufe der
nächſten acht Monate nichts Außergewöhnliches eintritt, dürfte ſich
für die kommenden Wahlen folgende Vorausſagung, die ein
un=
parteiiſches Londoner Blatt kürzlich aufſtellte, wohl als zutreffend
erweiſen: „Im Laufe der kommenden Monate bis zu den
Neu=
wahlen hat ſich die Regierung darauf gefaßt zu machen, daß ſie
bei den Nachwahlen noch weitere Stimmen verlieren wird. Sie
braucht aber dieſem Umſtand nicht mit Unruhe zu begegnen.
Selbſt für den Fall, daß bei den allgemeinen Wahlen die Verluſte
der Konſervativen 60 bis 80 Stimmen erreichen ſollten, werden
ſie trotzalledem nach Weſtminſter mit einer Mehrheit zurückkehren,
die zum Regieren mehr als ausreichend ſein wird . . ."
Wahlkampfvorbereitungen in London
Der erſte engliſche Kabinettsrat
nach den Ferien.
EP. London, 24. September.
Das engliſche Kabinett trat am Montag um 15 Uhr zu ſeiner
erſten Sitzung nach der Erholungspauſe unter dem Vorſitz
Bald=
wins zuſammen. Es verlautet, daß Lord Cuſhendun einen
Be=
richt über die außenpolitiſchen Ereigniſſe unter beſonderer
Berück=
ſichtigung des engliſch=franzöſiſchen Marine=Abkommens erſtattet
habe. — Im übrigen habe ſich das Kabinett mit innerpolitiſchen
Fragen befaßt, worauf auch der Beſuch des Leiters der
Konſer=
vativen Partei, Davidſon, hindeutet, der der Sitzung vorausging.
Am Vormittag hatte der Arbeitsminiſter eine beſondere
Beſpre=
chung mit dem Premierminiſter.
Zu der außenpolitiſchen Lage, wie ſie durch die in England
vielfach ſcharf getadelte Handhabung der engliſch=franzöſiſchen
Marinebeziehungen geſchaffen iſt, bemerkt der „Evening
Stan=
dard”, die jüngſte Entwicklung in der auswärtigen Politik hätte
das wenig befriedigende Ergebnis gehabt, daß in Deutſchland die
Tendenz zunehme, die jüngſten Aeußerungen engliſch=franzöſiſcher
Zuſammenarbeit als eine Wiederbelebung der engliſch=
franzöſi=
ſchen Militär=Entente zu betrachten. Es ſei nur eine natürliche
Folge, daß unter dieſen Umſtänden Deutſchland an ſeiner
weſt=
lichen Orientierung verzweifte und ſich andere, vielleicht
gefähr=
lichere Alliierte ſuche.
Die diesmalige Sitzung war aber auch ſonſt ein Ereignis
von mehr als gewöhnlicher Bedeutung, da ſie die Eröffnung des
Feldzuges der Regierung in dem großen politiſchen Kampf
be=
deutet, der mit den wahrſcheinlich im Mai oder Juni kommenden
Jahres durchgeführten Neuwahlen zur Entſcheidung gebracht
werden wird. Während der ganzen Woche werden in der
Konſer=
bativen Partei Beratungen über die Wahlvorbereitungen
abge=
halten. Am Donnerstag wird die Konſervative Parteikonferenz
in Yarmouth eröffnet und man erwartet mit großer Spannung
die Rede des Premierminiſters Baldwin am Donnerstag
nach=
mittag.
Die Arbeiterpartei wird am nächſten Montag in
Birming=
ham zuſammentreten zur Erörterung des Programms, mit dem
die Arbeiterpartei in den Wahlkampf treten will. Die
darauf=
folgende Woche, am 11. und 12. Oktober, werden in Yarmouth
die Liberalen ihre Konferenz abhalten, auf der das Programm
für die Wahlen feſtgeſetzt werden ſoll.
Der Reichsrat tritt am Donnerstag, den 27.
Sep=
tember 1928, zu ſeiner erſten Sitzung nach den Sommerferien
zu=
ſammen. Auf der Tagesordnung ſtehen nur kleine Vorlagen.
Der Reichspräſident ſtattete, vom Manöverfelde
kom=
mend, der Stadt Lauban die aus dieſem Anlaß feſtlich
ge=
ſchmückt war, einen kurzen Beſuch ab.
Wie bekannt wird, iſt der Bürgermeiſter von St. Ingbert,
Dr. Kempf durch die Regierungskommiſſion ſeines
Amtes enthoben worden, da er als mitverantwortlich für den
Sparkaſſenſkandal angeſehen wird.
Unter Führung des ehemaligen Direktors der Rumäniſchen
Natio=
nalbank, Omololu, und des früheren Finanzminiſters Lapedatu iſt die
rumäniſche Delegation, nach Berlin zurückgekehrt,
um die Verhandlungen mit Deutſchland
fortzu=
ſetzen.
Graf Bernſtorff wird heute nachmittag in der
Voll=
ſitzung des Völkerbundsrates das Wort ergreifen.
Er wird über die deutſche Stimmenthaltung Aufklärung geben und auch
andere Punkte, die nicht unwiderſprochen bleiben dürfen, zur Sprache
bringen. Man rechnet damit, daß die Bundesverſammlung am
Mitt=
woch ihre Arbeiten wird beenden können, der Völkerbundsrat am
Donnerstag.
Der Bozener Stadtpfarrer erließ eine
Verfü=
gung, nach dee der deutſche Religionsunterricht aub
in dem deutſchen Tcil der Trienter Diözeſe
ein=
geführt wird.
Der deutſche Geſchäftsträger in Dirana, Buſſe, begab
ſich am Sonntag zu dem albaniſchen Miniſterpräſidenten und teilte
ihm mit, daß die deutſche Regierung das albaniſche
Königreich anerkenne.
Muſſolini und Venizelos haben im Palais Chigi den
italieniſch=griechiſchen Freundſchafts= und
Ver=
gleichsvertrag unterzeichnet.
Die amerikaniſche Regierung hat 1500 Mitglieder der
Prohibitionspolizei wegen Unzuverläſſigkeit im Dienſt
ent=
laſſen. Auf einen Aufruf für die Neubeſetzung der Stellen haben
ſich nicht weniger als 10 000 Bewerber gemeldet.
Herbſimanöver in Schleſien.
Der italieniſch=griechiſche
Freundſchaftsvertrag.
Erklärungen Venizelos”.
EP. Rom, 24. September.
Muſſolini erklärte im heutigen Miniſterrat, der ſoeben mit Griechenn
land abgeſchloſſene Vertrag vervollſtändige und ſtabiliſiere
zuſammem=
mit dem mit der Türkei eingegangenen Vertrag die italieniſche Politius
im öſtlichen Mittelmeer. Der italieniſch=griechiſche Freundſchafts=, Vor
gleichs= und Schiedsgerichtsvertrag iſt auf fünf Jahre abgeſchloſſen worn
den. Er ſieht die automatiſche Verlängerung vor, wenn ein halbes Jahru
vor Ablauf keine Kündigung erfolgt. Die Vertragsſtaaten
verpflichtem=
ſich zur gegenſeitigen Unterſtützung und freundſchaftlichen Zuſammen=n
rbeit für die Erhaltung der von den Friedensverträgen
beſtimmtem=
rdnung, für die Achtung und Ausführung der Verpflichtungen dieſen
Verträge, ſoweit ſie von ihnen unterſchrieben wurden. Falls einer dern
beiden Staaten ohne Provokation von einer oder mehreren
Mächtem=
angegriffen würde, verpflichtet ſich der Vertragspartner, während dern
ganzen Dauer des Konfliktes Neutralität zu bewahren. Wenn Sicher.n
heit und Intereſſe einer der beiden Staaten durch gewaltſame Einfällen
von außen bedroht würden, verpflichtet ſich der andere, ihm ſeine poli=6.
tiſche und diplomatiſche Unterſtützung zu leihen, um die Urſache denu
Bedrohung zu beheben. Wenn im Falle internationaler Verwicklungem
die beiden Staaten darin übereinſtimmen, daß ihre gemeinſamen Inter=n
eſſen bedroht ſind oder betroffen werden könnten, verpflichten ſie ſich5.
ſich über die zu ihrem Schutz geeigneten Maßnahmen miteinander ins
Benehmen zu ſetzen. Ferner enthält der Vertrag die üblichen Beſtimer
mungen über das Vergleichs= und Schieds=Verfahren und die Anrufung
des Internationalen Gerichtshofes im Haag im Falle von Meinungs=8
verſchiedenheiten.
der
ger 208
zie Wdeke Seit
chaubtet.
rumſtän
inund 9.
gin ander
ungen ſe
Anläßlich der Unterzeichnung des griechiſch=italieniſchen
Freuns=
ſchaftsvertrages erklärte Venizelos den Preſſevertretern unter anderem.n
er ſei bereit, mit allen Nachbarſtaaten Freundſchaftsverträge abzuſchliess
ßen. So habe er Muſſolini mitgeteilt, er wäre glücklich, vor allenm
mit der Türkei einen Freundſchafts=, Schlichtungs= und Schiedsgerichts=s
vertrag einzugehen und dann mit Bulgarien, Albanien und Südſla=o
wien. Den beſtehenden Vertrag mit Rumänien möchte er erweiternn
Mit Südſlawien hoffe er, die Frage des Tranſitverkehrs über Salonikiy
zu regeln und dann einen Freundſchaftsvertrag abzuſchließen. Ueber diei
Entwicklung der griechiſch=italieniſchen Beziehungen ſagte er u. a.: Jch
weiß, daß man mich in Italien für einen Italien=Feind hält. Dasu
ſtimmt aber nicht, denn ich bin ein kluger Mann und habe volles Vermn
ſtändnis für die Bedeutung des italieniſchen Faktors in der europäiſchemu
Politik. Lebte Griechenland mit Italien nicht in gutem Einvernehmenn
ſo müßte es ſich für ſeinen Schutz und ſeine Unterſtützung an Londorm
und Paris halten und würde ſo immer mehr in eine ſchwierige Lagog
kommen. Steht es mit Italien gut, ſo hat es keinen Schutz nötig, dien
Unabhängigkeit Griechenlands wird erheblich gewinnen.
Beunruhigung in Paris.
Die Unterzeichnung des italieniſch=griechiſchen Freundſchaftsvertragsut
ſcheint in franzöſiſchen politiſchen Kreiſen eine gewiſſe Beunruhigungu
hervorgerufen zu haben, wenigſtens ſpiegelt der Kommentar dess
„Temps” eine ſolche unzweideutig wieder, obwohl die Zeitung danrm
ihre Befürchtungen ſelbſt zu zerſtreuen ſucht. Der Vertrag ſei vor allenn
ein Beweis dafür, daß Venizelos Griechenland wieder eine aktive außenn
politiſche Rolle zugedenke. Es ſei zu hoffen, daß, wenn der Vertragy
veröffentlicht werde, der Wortlaut mit den geſtrigen Erklärungen vorm
Muſſolini und Venizelos übereinſtimen werde, wonach der Vertrag,
lediglich ein „friedliches Gleichgewicht” anſtrebe. Dadurch könne amm
beſten der Verdacht zerſtreut werden, den die italieniſch=griechiſche An=n
näherung in gewiſſen Balkan=Staaten hervorgerufen häbe. Gine B=r
ſtätigung dafür, daß der Vertrag nicht eine Spitze gegen Südſlawiemu
enihalte, will der „Temps” vor allem in der Ankündigung neuer griest
chiſch=ſüdſlawiſcher Verhandlungen über die Frage der Saloniki=Eiſen=r
bahn erblicken. Es ſei zu hoffen, daß die Unterhandlungen erfolgreiche
ſein werden, denn es müfſe feſtſtehen, daß das Balkan=Locarno nurs
zuſtandekommen könne, wenn die Beziehungen zwiſchen Südſlawien unf.
Griechenland freundſchaftliche ſeien.
gröpfen
(n70
wird, daß
teihe70
er cher di
nde
Milli=
glichkeiten
ziehen. In de
deutſche
Ban=
on ſeiten d
ichlich unbeſt
ſchen Umfang au
ftrium nicht mel
gen zu machen, d.
ſchuldenverwaltun
und wer die Vor
Rechtsſtaates iſt
eiuer ſtaatlichen
zb und unter w
taatsanwaltiſche
ſcheidung vielleich
die der Uebeltäte
Ein Beamte
Gebiete
Ein Auslieferungsgeſetz.
Reichspräſident von Hindenburg
bei Beobachtung von Gefechtsübungen.
Das große Herbſtmanöher in Mittelſchleſien hat am Sonntag
unter Teilnahme des Reichspräſidenten begonnen. Der
Reichs=
wehrminiſter Gröner, der Chef der Heeresleitung General Heye
ſowie viele hohe Offiziere freider Armeen wohnen den
Manö=
vern bei. Die Uebungen werden von dem Oberbefehlshaber des
Gruppenkommandos I v. Tſchiſchwitz geleitet. Die Bevölkerung
nimmt großen Anteil, ſchon um den Reichspräſidenten zu ſehen.
Führer der Blauen Armee iſt der Kommandeur der 4. Diviſion
General v. Wöllwarth, Fühner der Roten Armee iſt der
Kom=
mandeur der 2. Kavallerie=Däviſion Generalleutnant v. Graberg.
* Berlin, 24. September. (Priv.=Tel.)
Langſam beginnt ſich das Material anzuſammeln, das der
Reichstag in ſeiner Herbſttagung beſchäftigen wird. Am raſches
ſten iſt das Reichsjuſtizmiiſterium bei der Hand geweſen, dasu
den Entwurf eines deutſchen Auslieferungsge
ſetzes ferniggeſtellt hat. Der eigentliche Zweck iſt, anſtelle deu
Auslieferungsverträge, mit denen wir bisher arbeiteten, eine ges‟
ſetzliche und allgemein gültige Grundlage für die Ausliefe
rung von Verbrechern zu erhalten, natürlich unter de
Vorausſetzung der Gegenſeitigkeit. Danach ſollenn
ausländiſche Staatsangehörige ausgeliefert werden können, wenn!
ſie im Sinne des deutſchen Strafgeſetzes ein Verbrechen oder Ver
gehen begangen haben. Die Auslieferung ſoll nicht erfolgen, wenr!
die Tat nach deutſchem Recht nur mit einer nicht in Gefängni=n
umandelbaren Vermögensſtrafe bedroht wird. Der Kernpunk
der Vorlage, die Auslieferung politiſcher Verbrecher, iſt der Vorn
ſchlag des Juſtizminiſterums, daß politiſche Verbreche
generell nicht ausgeliefert werden ſollen, dafn
aber Ausnahmen zuläſſig ſind, wenn die Tat unter
Berückſichtigung aller Umſtände beſonders verwerflich erſcheint!
Die Unterſt
mehr auf den
auf die Behörd
dem Unterſuch
der Richtung
ohne beſtimmt
ſtehenden Han
ſuchung ha
Steiger, de
für die be
fahren eing
zwei Tagen
gierungsrat
ſich irgendt
Zur Vorg
heiten zu berich
ſtieß man auf b
nachte nämlich
Freund habe
einem hochſtel
fimnanzminiſter
Mleberzeugung
anlaſſung de
bar ſein könnte
men, wer der
Behörde gewe
ſowakiſchen
Aur Ueberra
drraufhin den
tinſächlich in en
16. deutſches Bachteſt in Kaſſel.
20.—23. September 1928.
Zu dem Bachfeſt in Kaſſel hatten ſich zahlreiche Mitglieder
der Neuen Bachgeſellſchaft aus ganz Deutſchland und dem
Aus=
lande zuſammengefunden und verlebten Tage tiefen Inhalts und
reichſter Anregung. Mancher mochte mit einem gewiſſen Zweifel
nach Kaſſel gereiſt ſein, denn ob die muſikaliſchen Kräfte einer
Stadt dazu genügen, ein großes mehrtägiges Bachfeſt zu
beſtrei=
ten, iſt ſchwer zu beurteilen und muß bei zahlreichen Städten
mittlerer Größe unbedingt verneint werden. Um ſo größer war
die Ueberraſchung, daß die Chöre, die den Erfolg des Feſtes in
erſter Linie beſtimmten, ausgezeichnet ſangen und in der Hand
ihres hervorragenden Leiters, Herrn Dr. h. c. Robert Laugs, ein
ſicheres und klangvolles Inſtrument waren. Den Hauptanteil
beſtritt der Konzertchor des Kaſſeler Lehrer=Geſangvereins, der
wie der Name ſchon andeutet vor anderen gemiſchten Chören ſich
in dem großen Vorteil befindet, genügend Männerſtimmen zu
beſitzen; weiter zeichneten ſich aus der vorzügliche Kaſſeler
a capella=Chor, der Oratoriumsverein, der unter den Kaſſeler
Vereinen die älteſte Tradition beſitzt, und zwei Kirchenchöre.
Auch die ſtaatliche Kapelle des Theaters wurde ihren Aufgaben
in ausgezeichneter Weiſe gerecht, ſei es, daß ſie bei den großen
Konzerten als Ganzes wirkte, ſei es, daß ſie in
Kammermuſik=
gruppen ſpielte. Vorzüglich iſt bei den Bachfeſten ferner ſtets die
Wahl der Soliſten, bei denen nicht nur der große Name für die
Auswahl maßgebend iſt, ſondern vor allem ihr perſönliches
Ver=
hältnis zur Bachſchen Kunſt und ihrem Stil. Am Vorabend
des Feſtes hörte man im Staatstheater Glucks Orpheus in einer
Neuinſzenierung, die im weſentlichen der Auffaſſung ähnlich war,
die wir vor nicht langer Zeit in Darmſtadt kennen lernten.
Da=
durch, daß unter der Intendanz Legals, Jakob Geis und Schenk
vow Trap für die Inſzenierung verantwortlich zeichneten, fühlte
man ſich faſt in das Darmſtädter Landestheater vergangener
Jahre verſetzt. Der Abend hatte ſeinen Erfolg durch die reife
Kunſt der Darſtellerin des Orpheus, Margarethe Kloſe.
Der erſte Feſttag war ganz Heinrich Schütz gewidmet, deſſen
enge Beziehungen zu dem Landgrafen Moritz dies rechtfertigten.
In der Mitgliederverſammlung hielt Profeſſor Dr. Max
Schnei=
der=Breslau, der vorzügliche Kenner deutſcher Muſik im 16. und
17. Jahrhundert, einen hochintereſſanten und aufſehenerregenden
Vortrag über „Heinrich Schütz und ſeine Zeit”, in dem er die
heutige Art der Schützpflege zum Teil ſcharf angriff und
nachwies, wie ſtark die Schützſche Kunſt an das Wort gebunden
iſt, und wie darum kleine, faſt ſoliſtiſch wirkende Chorbeſetzung,
freie rhythmiſche Ausdeuturgg und ſtilentſprechende Dynamik den
Werben in erſter Liwie dienlich iſt. In dem Abendkonzert, bei
dem die große Martinskirchſe bis auf den allerletzten Platz beſetzt
war, erklang zuerſt das letzte Werk von Heinrich Schütz, das
doppelchörige deutſche Magnificat, das der Meiſter etwa ein Jahr
vor ſeinem Tode im Alter von 86 Jahren geſchrieben hat, dann
nach zwei Sologeſängen die Totenmeſſe (Exequien), die erſtmalig
in der neuen Bearbeitung von Georg Schumann aufgeführt
wur=
den. Den Schluß machte die vollſtändige Wiedergabe der
Mathäuspaſſion des Meiſters, die ſtilgerecht ohne
Inſtrumental=
begleitung, ganz auf Geſang geſtellt, vorgetragen wurde. Der
Chor ſtand auf der großen Empore unter der Orgel, Jeſus und
die Einzelperſonen darüber auf dem Orgelbalkon, während der
Evangeliſt, Anton Maria Topitz=Berlin, am anderen Ende des
Raumes vor dem Aldar ſtand, alſo den Liturgen vertrat. Leider
verſuchte dieſer Künſtler, allzuviel ſubjektives Gefühl in ſeinem
Vortrag zu zeigen, während ſchlichte Deklamation beim
Evange=
liſten beſſer am Platz iſt. Daß in dieſem Konzert, bei faſt drei
Stunden Dauer an die Aufmerkſamkeit und das
Auffaſſungs=
vermögen der Zuhörer allerhöchſte Anforderungen geſtellt
wur=
den, teilte es wit den übrigen Veranſtaltungen, deren
Pro=
gramme ausnahmslos zu lang waren. Zwar iſt das
Feſtpubli=
kum bei ſolchen Gelegenheiten, beſonders ſoweit es von auswärts
kommt, leicht imſtande, ſich nur den muſikaliſchen Eindrücken der
Feſttage zu widmen, und anderen Anſtrengungen aus dem Wege
zu gehen. Trotzdem aber dürfte es ein Uebermaß bedeuten, wenn
man am gleichen Tag in zwei Konzerten ſechs Stunden lang
Bachs Tönen lauſchen ſoll, deren Konzentration ſo bedeutſam
iſt, daß der Zuhörer mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit folgen muß.
Der Kammermuſikvormittag des zweiten Feſttages brachte als
intereſſanteſtes Werk das „Muſikaliſche Opfer” in der
Einrich=
tung von Dr. Joſeph Neyſes. Sie iſt inſofern ſehr geſchickt und
wirkungsvoll, als durch die Art der Inſtrumentierung die
Stimmführung beſonders klar hervortritt, dabei genügend
klang=
liche Abwechſlung geboten wird, daß der Hörer nicht ermüdet.
Die Bearbeitung folgt den Spuren, die Dr. Wolfgang Gräſer,
der leider ſo früh Verſtorbene, in ſeiner Einrichtung der „Kunſt
der Fuge” gewandelt iſt. Dieſe wurde am vierten Feſttage in
dem letzten Konzert zur Aufführung gebracht. Dieſe beiden
Spätwerke des Meiſters, die ſeine kontrapunktiſche Kunſt im
hell=
ſten Lichte zeigen, intereſſieren uns heute vielleicht mehr denn je,
weil uns die neueſte Muſik zum Teil wieder vor ähnliche
Pro=
bleme ſtellt. Ihre künſtleriſche Vertiefung läßt ſie in einer Linie
mit den ſpäten Beethovenſchen Quartetten ſtehen.
Ein Kantatenabend in dem großen Feſtſaal der Stadthalle
beſcherte vier bedeutſame Kirchenkantaten, darunter „Wie ſchön
leuchtet der Morgenſtern” und „Der Himmel lacht, die Erde jubnn
lieret”. In dem großen Orgel=, Orcheſter= und Chorkonzern
glänzte beſonders Günther Ramin, der unübertreffliche Leißy
ziger Thomasorganiſt. Hier hörte man ferner die Konzerte ik
D=Moll und C=Dur für drei Klaviere und Orcheſter, dann zwen
intereſſante weltliche Kantaten und ſchließlich das gigantiſche
Kantatenfragment „Nun iſt das Heil und die Kraft” für Doppelk
chor. Am Abend des dritten Tages erklang in einer herrlichei”
Aufführung die hohe Meſſe in H=Moll. Faſt
Uebermenſchliche=
leiſtete Robert Laugs, der all dieſe Konzerte leitete und ſie vorg
der erſten bis zur letzten Probe perſönlich vorbereitet hatte. I57
dieſer Beziehung iſt Kaſſel noch eine von den glücklichen Städten!
in denen ein bedeutender Muſiker lange Zeit dem Muſiklebel?
vorſteht und ihm dadurch eine einheitliche Richtung gibt. Man
darin unter Umſtänden auch eine Einſeitigkeit liegen, ſo ſind docn
die Vorteile für das Muſikleben ſo bedeuſam, daß ſie unbedinch
dem häufigen Perſonen= und Syſtemwechſel vorzuziehen ſind, des
heute in den meiſten Städten Gewohnheit geworden iſt.
Mit dem Bachfeſt war eine intereſſante Ausſtellung in des
Landesbibliothek verbunden, wo reiche Schätze an Handſchriftel=
und Druckwerken beſonders aus dem 15. bis 17. Jahrhundert din
Aufmerkſamkeit der Kenner feſſelten. Beſonderes Intereſſe bes
anſpruchte hier eine Partitur, die Schütz ſelbſt von einem eigenel=
Werke niedergeſchrieben hatte, für die Zeit, in der allgemein hun
Stimmen veröffentlicht wurden, eine große Seltenheit. Alle Verh
anſtaltungen waren dazu angetan, die Feſtteilnehmer zu begell
ſtern und zu erheben, ſo daß nicht nur die Konzerte Feierſtundel
im höchſten Sinne des Wortes waren, ſondern überhaupt an 4
Tage des Kaſſeler Bachfeſtes den Charakter des Außergewohſe
lichen und Bedeutungsvollen erhielten.
In Verbindung mit dem Feſt hielt der deutſche evangeliſche
Kirchengeſangverein eine Vertreterverſammlung ab, zu der aue=
Profeſſor Dr. Arnold Mendelsſohn nach Kaſſel gereiſt war. Lel
der erlitt dort der Meiſter am erſten Abend ſeines Aufenthalie.
einen bedauerlichen Unfall, der glücklicher Weiſe ohne ernſte F0l.
gen verlief. Mendelsſohn kam auf der Straße zu Fall und muß.
wegen einer Fleiſchwunde und zahlreichen Hautabſchürfunge.
ins Krankenhaus gebracht werden, wo der Meiſter während de—
ganzen Feſttage log. Zahlreiche Sympathiebeweiſe und d0e
innige Anteilnahme der bedeutendſten anweſenden
Pevſönlich=
lichkeiten zeigten, wie hoch unſer Mendelsſohn in ganz
Deunal=
land verehrt wird, und wie er vielleicht der bedeutendſte Fühle—
der evangeliſchen neuen Kirchenmuſik genannt werden muit
Glücklicherweiſe war Mendelsſohn bald ſo wieder hergeſtellt, d0—
iner Heimreiſe nichts mehr im Wege ſtand.
Friedrich Noack.
„Der ſelt
„d=
Veidt=
in ſicher intere
hie er der ſtarke
Au der Anfan
imn Mont Noi
Cunrad Veid
ſemrad Veid
n dem auch
Mnalich zu
Sienen aus
Ms. Glän
ianlen Str
Mn. Dom
Sſchel
M M
F.
Da
[ ← ][ ][ → ]Dienstag den 25 September 1928
oine nene Tenong mdei Sinegsffmti
Ausdehnung der Schiebungen
Die Rolle des franzöſiſchen Abgeordneten
ſahlmon. — Gerüchte über die
Reichsſchulden=
verwaltung. — Eine eigenartige Praxis.
* Berlin, 24. September. (Priv.=Tel.)
Der Kriegsanleiheſkandal, der ſich zuerſt um den Namen
Hinnes gruppierte, zieht immer weitere Kreiſe. Die Anklage
exen Stinnes ſelbſt ſcheint ſoweit zum Abſchluß gebracht, als
er Tatbeſtand im weſentlichen feſtſteht. Tagtäglich aber kommen
ene Meldungen, die eine Ausdehnung der
Schiebun=
en auch auf Beamte in dem betreffenden Miniſterium hin
an=
e ten und dem Unterſuchungsrichter immer neue Aufgaben
zu=
päſen. Aber das iſt nur die eine Seite. Vielleicht noch peinlicher
ſt die andere Seite der Angelegenheit. Es wird namentlich
öffent=
ſch behauptet, daß die Reichsſchuldenverwaltung
mter Umſtänden hätte Gnade vor Recht ergehen
ſſen und von der ſtrafrechtlichen Verfolgung
uchin anderen Fällen abgeſehen habe, wenn es
ilungen ſei, die gefaßten Täter entſprechend
u. ſchröpfen. Nicht beſtritten werden kann das wohl mit
em franzöſiſchen Abgeordneten Calmon, von dem
ei agt wird, daß er für über 20 Millionen
Kriegs=
rleihe zu Unrecht als Altbeſitz angemeldet hatte,
ſaß er aber dieſen Anſpruch fallen ließ und eine
unde Million als Strafe zahlte, um ſich den
Un=
mriehmlichkeiten eines Eingreifens der Staatsanwaltſchaft zu
mEziehen. In dem gleichen Zuſammenhang werden auch andere
utſche Banken und Bankiers genannt. Was man
her von ſeiten des Reichsfinanzminiſteriums als Antwort hört,
ſt reichlich unbeſtimmt. Nachdem aber die Gerüchte einmal einen
ochen Umfang angenommen haben, wird das
Reichsfinanzmini=
terium nicht mehr darum herumkommen, eingehendere
Mitteilun=
ſeri zu machen, ob in der Tat eine derartige Praxis bei der
Reichs=
culdenverwaltung beſtanden hat, von wem ſie veranlaßt war
and wer die Vorteile davon gehabt hat. Mit dem Begriff eines
ſiechtsſtaates iſt es nicht mehr zu verbinden, wenn in die Hand
ſiner ſtaatlichen Behörde die Entſcheidung gelegt wird darüber,
iᛋ und unter welchen Umſtänden eine Betrugsanzeige bei der
S aatsanwaltſchaft erſtattet werden ſoll, zumal wenn dieſe
Ent=
ch eidung vielleicht noch beeinflußbar iſt durch die Höhe der Buße,
die der Uebeltäter anbietet.
Ein Beamter des Miniſieriums für die beſetzten
Gebiete in die Angelegenheit verwickelt.
Die Unterſuchung in der Stinnes=Affäre beſchränkte ſich nicht
nehr auf den Perſonenkreis um Stinnes, ſondern hat nunmehr
uu f die Behörden übergegriffen, da im Verlaufe der Unterſuchung
dern Unterſuchungsrichter, Landgerichtsrat Brühl, Zweifel nach
de Richtung aufgeſtiegen waren, ob die Beſchuldigten wirklich
oh ne beſtimmte Verbindungszweige ihre jetzt unter Anklage
tchenden Handlungen haben durchführen können. Die
Unter=
ſuchung hat ergeben, daß gegen Regierungsrat
Stteiger, dem Preſſereferenten im Miniſterium
ur die beſetzten Gebiete, das
Diſziplinarver=
ahren eingeleitet worden iſt und Steiger ſeit
wei Tagen ſeines Amtes enthoben wurde.
Re=
zierungsrat Steiger beſtreitet aufsenergiſchſte,
ſich irgendwie ſchuldig gemacht zu haben.
Zur Vorgeſchichte der Angelegenheit ſind folgende
Einzel=
häten zu berichten: In Wien, nach der Verhaftung Bela Groß,
ſtieß man auf beſtimmte Spuren, die nach Berlin führten. Groß
nachte nämlich eine Andeutung, als ob er in Berlin ſehr gute
Beziehungen zu einer amtlichen Behörde gehabt habe. Sein
Freund habe ihm wiederholt mitgeteilt, daß er in Berlin mit
einem hochſtehenden Beamten, der auch Beziehungen zum
Reichs=
finanzminiſterium beſitze, geſprochen habe, und habe die feſte
Ueberzeugung, daß die Transaktionen, auf die Groß auf
Ver=
an. laſſung der Stinnesdirektoren ſich eingelaſſen hatte, nicht
ſtraf=
bar ſein könnten. Man verſuchte nun aus Groß
herauszubekom=
men, wer der angebliche Verbindungsmann zu einer Berliner
Behörde geweſen ſei, da man zunächſt den Worten des
tſchecho=
lpwakiſchen Kaufmanns nicht unbedingt Glauben ſchenken konnte.
3err Ueberraſchung der unterſuchenden Beamten nannte Groß
daraufhin den Namen des Kaufmanns Hausmann, der mit ihm
tatſächlich in enger Fühlung geſtanden hat. Hausmann hielt ſich
*Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
Helia.
„Der ſeltſame Fall eines Arztes”, der erſte
Con=
rad=Veidt=Film aus der Amerika=Tournée dieſes Künſtlers;
ein ſicher intereſſanter, leider aber nicht ſo überragender Film
nie er der ſtarken Künſtlerſchaft Conrad Veidts entſprechen ſollte.
Nwar der Anfang iſt ausgezeichnet. Die Szenen in dem Gefängnis
von Mont Noir ſind ſowohl regietechniſch wie filmiſch und in
Conrad Veidts Darſtellung von unglaublich packender Wirkung.
Conrad Veidt als Meiſter der Maske ebenſo hervorragend wie
in dem auch die feinſte Nuance inneren Empfindens plaſtiſch
ein=
dringlich zum Ausdruck bringenden Spiel. Einzelne Bilder und
Eizenen aus dieſem erſten Teil ſind von erſchütterndem
Realis=
mus. Glänzend herausgearbeitet der Gegenſatz zwiſchen dem
dunklen Sträflingscharakter und dem lichteren des Leutnants
Deſtin. Damit aber iſt das Senſationelle dieſes Veidt=Films
läder erſchöpft. Das Intereſſe konzentriert ſich dann nur noch
auf die Fortführung der Handlung, die wie immer mit einem
„appy end” ſchließt und Conrad Veidt nur noch wenig
Gelegen=
heit gibt, ſein wundervolles Mienenſpiel ſchauſpieleriſch zu
ver=
erten. Dafür entſchädigt allerdings eine Reihe wirklich guter
Lrandſchaftsaufnahmen und Szenerien aus Algier und dem
geſell=
ſchaftlichen und Eingeborenenleben.
Die Handlung iſt nach dem Bühnenwerk „Das Diplom”
on Emmerich Földes geſtaltet: Der Arzt Dr. Loroche
ſchmach=
te tin einem der furchtbaren franzöſiſchen Gefängniſſe, weil er aus
Mitleid einen unheilbar Kranken ſchmerzlos getötet hat. Halb
bertiert ſchon, wird er eines Tages zur Hilfe für den Gouverneur
des Gefängniſſes gerufen, der bei einer Gefangenenmeuterei
töd=
lah verwundet wurde. Der Leutnant Deſtin verſpricht dem
Ge=
ſangenen Freiheit, wenn er den Gouverneur errettet. Dieſes
Ver=
ſprechen kann der Leutnant nicht einlöſen, weil der geneſende
Eouverneur es verhindert. Loroche gelingt aber die Flucht. Ein
Studienfreund, gleichfalls Arzt, gibt ihm Unterſchlupf, und als
däeſer erblindet, nimmt Loroche deſſen Namen und Praxis an.
Das iſt im weſentlichen der Grundzug der Handlung, in den dann
läs zur endgültigen Löſung noch Liebeskonflikte hineinſpielen, bis
der Verfolgte endlich, nachdem er ſeinem letzten Feinde ebenfalls
das Leben errettet, begnadigt wird. Jan Keith ſpielt, den
Freund Dr. Fontaine und findet namentlich in den Szenen, da
er als Blinder zu ſpielen hat, ſtarke Momente. Barbara
Bed=
ſtord (Yvonne), Arthur Ed. Carew (Deſtin), Karl Huſzar
in Berlin auf, und ſo konnte der Unterſuchungsrichter ihn ſehr
ſchnell zu einer Vernehmung veranlaſſen. Hausmann gab an, er
ſei in Berlin zu Regierungsrat Steiger vom Miniſterium für die
beſetzten Gebiete gegangen und habe dieſen um Aufſchluß über
die Anmeldung von Kriegsanleihen gebeten. Er habe geglaubt,
daß ihm Regierungsrat Steiger deshalb beſonders wertvolle
Aufſchlüſſe geben könne, weil ihm bekannt geweſen ſei, daß
Stei=
ger über gute Beziehungen zum Reichsfinanzminiſterium verfüge.
Er will mit Regierungsrat Steiger geſprochen haben, machte
aller=
dings keine genauen Angaben, in welcher Weiſe er von Steiger
informiert worden ſei. Daraufhin wurde von Landgerichtsrat Brühl
die Unterſuchung auch auf Regierungsrat
Steiger ausgedehnt.
Da er zunächſt jedoch gegen einen Beamten des Miniſteriums
nicht direkt vorgehen wollte, teilte er der zuſtändigen Behörde die
Ausſage Hausmanns mit und bat, daß das Miniſterium eine
diſziplinariſche Unterſuchung gegen Steiger einleiten möge, damit
auf dieſe Weiſe der Angeſchuldigte Gelegenheit zur Ausſage habe.
Dies iſt nunmehr erfolgt. Nach der Darſtellung Steigers iſt
eines Tages der Kaufmann Hausmann mit einer Empfehlung zu
ihm gekommen und habe ſich erkundigt, wie es ſich mit der
An=
meldung von Kriegsanleihe=Altbeſitz verhalte, welche
Formali=
täten zu erfüllen ſeien und ob es ſtrafbar ſei, wenn man
Kriegs=
anleihe=Altbeſitz anmelde, die man von anderen Perſonen im
Auslande erworben habe. Er. Regierungsrat Steiger, habe ſich
nicht kompetent gefühlt, in dieſen Fragen eine Auskunft zu
er=
teilen und habe Hausmann an die zuſtändige Behörde, nämlich
an die Altbeſitz=Anmeldeſtelle und an das Reichsfinanzminiſterium
verwieſen. Hausmann habe jedoch erklärt, daß ihm an dieſen
Auskünften wenig gelegen ſei. Er beabſichtige, mit einem
Bank=
anwalt in Verbindung zu kommen, um mit dieſem die nach
ſeiner Anſicht nicht ganz klaren juriſtiſchen Fragen zu beſprechen.
Daraufhin habe ihm Regierungsrat Steiger den Namen eines
bekannten Bankanwaltes genannt, und mit dieſem habe
Haus=
mann mehrfach konferiert. Schließlich ſei der in Frage kommende
Anwalt auch mit nach Paris gefahren, wo man dort die ganze
Angelegenheit erörtert habe. Für ſeine Tätigkeit habe der
An=
walt eine Summe von 50 000 Mark erhalten. Wenn jetzt
be=
hauptet werde, daß Regierungsrat Steiger ein Endgelt für ſeine
Auskunft von 50 000 Mark erhalten habe, ſo ſei das irrig. Die
Unterſuchung erſtreckte ſich darauf, ob Regierungsrat Steiger mit
hochſtehenden Beamten des Reichsfinanzminiſteriums über dieſe
Angelegenheit geſprochen hat. Seitens der zuſtändigen Stelle iſt
das Beſuchsbuch beſchlagnahmt worden, das im Vorzimmer des
Regierungsrates Steiger aufgelegen hat und in das ſich alle
Per=
ſonen eintragen mußten, die mit Steiger eine Unterredung zu
haben wünſchten. Ob Steiger in dieſer Angelegenheit noch vor
Abſchluß des Diſziplinarverfohrens vom Unterſuchungsrichter
ge=
hört werden wird, ſteht zunächſt noch nicht feſt, iſt aber ſehr
wahr=
ſcheinlich, weil ſonſt der Abſchluß der Unterſuchung gegen
Stin=
nes, Direktor Nothmann und Herrn v. Waldow allzulange
hin=
ausgezögert werden würde.
Wie die Kriegsanleihe=Fälſcher arbeiteten.
Noch vor Abſchluß des gegen ihn eingeleiteten
Diſziplinar=
verfahrens iſt Regierungsrat Steiger am Montag vormittag vom
Unterſuchungsrichter vernommen worden über die Art und Weiſe,
wie die Kriegsanleihefälſcher gearbeitet haben, um ſich „amtliche
Beziehungen” zu verſchaffen. Das Fälſcherkonſortium iſt dabei
in der denkbar rafſinierteſten Weiſe zu Werke gegangen. Bela
Groß hatte in Wien einen Prokuriſten namens Hausmann, einen
Tſchechoſlowaken, der eines Tages ſeinen Poſten bei Groß verlor,
und nun als Vertreter für das Bankhaus Groß weiter arbeitete.
Hausmann kam nach Berlin und ſuchte hier zunächſt zu erkunden,
durch wen er Eingang in das Finanzminiſterium finden könne.
Durch Mittelsleute erfuhr er, daß Regierungsrat Steiger über
weit reichende Verbindung verfüge. Er hatte ſehr bald heraus,
daß Steiger in Wohnungsfragen viel mit Mietervereinigungen zu
tun hatte und ließ ſich nun durch einen Vertreter der Mieterſchaft
zunächſt den Regierungsrat vorſtellen ohne anfänglich direkt auf
ſein Ziel loszugehen. Vielmehr deutete Hausmann an, er habe
weitgehende Verbindungen nach der Tſchechoſlowakei und Polen,
erfahre viel über die Lage der dortigen Deutſchen und könne dem
Miniſterium der beſetzten Gebiete unter Umſtänden wertvolle
In=
formationen geben. So gelang es Hausmann, ſich in das
Ver=
trauen des Regierungsrates einzuſchleichen und nun kam er
im=
mer wieder zu Steiger, den er ſchließlich um einen Geldbetrag
anborgte. Steiger hörte dann nichts mehr von Hausmann und
ſtrengre ſchließlich die Klage auf Rückgabe des geborgten Geldes
(Gefängnisarzt), George Siegmann als Gouverneur
komplet=
tieren das gute Geſamtenſemble.
„Der Sohn des Hannibal”, ein zweiter Großfilm, iſt
eine Verlebendigung des gleichnamigen Romans von Ludwig
Wolff. So ſollte man einen Roman nicht verfilmen.
Anfäng=
lich wird gut in die Handlung eingeführt. Liane Haid, Alfons
Fryland, vor allem Siegfried Arno, dann auch Ferdinand
von Alten, Murski, Malikoff, Manaſſe Herbſt und
Bruno Arno ſind durchweg gute Darſteller, die die Handlung
treffſicher beleben; die Regie aber hat verſagt. Sie verliert ſich
vom zweiten Viertel des Films ab in Einzelheiten, die auf die
Hälfte zuſammengeſchnitten unbedingt vorteilhaft wären. Die
Bilder im einzelnen, beſonders die Szenen auf den Rennplätzen,
ſind ſehr gut. — Eine reichhaltige neue Wochenſchau
vervollſtän=
digt das Programm.
Palaſt=Lichtſpiele.
In den Palaſt=Lichtſpielen läuft der Aſta=Nielſen=Großſilm
„Das gefährliche Alter” eine Verfilmung des
vielgeleſe=
nen Romans von Karin Michaelis, dem die Dichterin die
Tragik der alternden Frau ſehr ernſt und eindringlich ſchildert.
Der Frau, die „ungleich” altert, d. h. die nicht merken will
oder abſichtlich ihr äußeres Atern überſieht und an die
Ju=
gend des Herzens und der Sinne glaubt, bis bittere Enttäuſchung
ihr die Ueberzeugung gibt, daß das Geſpenſt des Alterns nur
gebannt werden kann, wenn man ſich liebt und zuſammen alt
wird. Der Typ dieſer Art alternder Frauen wird verkörpert durch
die Gattin eines Univerſitätsprofeſſors, die ihren Mann nach
20jähriger Ehe verläßt, und durch eine Frei/tn, die den ihren
betrügt. Beide ſuchen Verſtändnis und — Liebe bei jungen
Stu=
denten, und beide finden hier noch herbere Enttäuſchung.
Eine Reihe erſtklaſſiger Darſteller bemühen ſich, den Roman
lebendig zu geſtalten, was trotz ausgezeichneter ſchauſpieleriſcher
Leiſtungen nicht reſtlos gelingt. Deſſenungeachtet iſt der Film als
Eigengebilde gut. Aſta Nielſen trägt fabelhafte Toiletten,
weint viel echte Tränen und zeigt ebenſo oft den berühmten
Aufſchlag ihrer ſchönen Augen. Mit ihr ſpielen gut und
eindring=
lich Bernhard Götzke, Walter Rilla, H. A. Schledow,
Maria Paudler, Lucie Höflich und andere.
„Blaue Jungens” iſt eine luſtige amerikaniſche Marine=
Groteske mit Lloyd Ha ton in der Hauptrolle, und endlich
wird noch ein intereſſanter Lehrfilm gezeigt: „Ein moderner
Druckereibetrieb” oder wie eine Zeitſchrift entſteht. Ein
guter Film, der allerdings immerhin eine gewiſſe Kenntnis vor=
*
ausſetzt, wenn er ganz verſtanden ſein ſoll.
Seite 3
an. Nachdem Hausmann das Geld zurückerſtattet hatte, kam er
wieder zu Steiger und verſuchte bezüglich der Kriegsanleihe
Auskünfte zu erhalten. So brachte er eines Tages unvermittelt
Bela Groß mit und ſtellte dieſen dem Regierungsrat vor. Groß,
der von nun an allein in das Miniſterium kam, ging anfänglich
ebenfalls ſehr taſtend und vorſichtig vor, bis er während einer
Unterhaltung ganz unverblümt den Wunſch ausſprach, Steiger
möge ihm doch in all dieſen Fragen beraten.
Beſiechungsverſuche an Beamten.
Dabei deutete Bela Groß an, daß er eine ſolche Tätigkeit
nicht umſonſt verlange. Das lehnte Steiger, wie er betont,
aus=
drücklich ab, verwies Bela Groß jedoch an Regierungsrat Voß,
der früher im Miniſterium für die beſetzten Gebiete tätig geweſen
war. Trotzdem kam Bela Groß noch einige Male zu
Regierungs=
rat Steiger, dem inzwiſchen Bedenken aufgeſtiegen waren. Er
be=
merkte dann einen ſehr intimen Verkehr zwiſchen Regierungsrat
Voß und den anderen Herren und es lamen ihm auch ſonſt
Dinge zu Ohren, die nach ſeiner Bekundung in ihm den Verdacht
erweckten, daß Groß und Hausmann offenbar verſuchten, ſich auf
dem Wege der Beſtechung Beamte fügbar zu machen. Deshalb
teilte er am 4. Januar d. J. dem Stoatsanwalt alles mit, was
ihm bekannt geworden war.
In Regierungsrat Voß glaubten die Anleiheſchwindler den
Mann gefunden zu haben, den ſie ſuchten. Voß war inzwiſchen
aus dem Miniſterium für die beſetzten Gebiete ausgeſchieden und
nach Paris venſetzt worden, wo er ſich um die Abwicklung der
Kriegsanleihealtbeſitzanmeldungen zu kümmern hatte. In dieſer
Stellung war dem „Regierungsrat Voß auch die geringſte
Kleinigkeit bekannt, die ſich auf dieſen Fragenkomplex bezog und
er konnte aus ſeiner Stellung heraus den Frageſtellern natürlich
die beſten Antworten geben. Regierungsrat Voß hatte allerlei
Beziehungen in Paris, er kannte den früheren Deputierten
Cal=
mon, der durch ihn den „Reichskommiſſar Heinzmann kennen
lernte. Wieweit Voß das Spiel der Bela Groß und Genoſſen
durchſchaut hat, wie weit ſeine Beziehungen zu ihnen gingen,
muß noch aufgeklärt werden.
* Die neue Parole des Stahlhelms.
Einleitung eines Volfsbegehrens gegen das
parlamentariſche Eyſiem.
Der Vorſtand des „Stahlhelms” hat in Magdeburg
Fan=
faren geblaſen. Er hat eine Parole ausgegeben, die das
un=
mittelbare Eingreifen in die Politik darſtellt und gewiſſermaßen
ſein Geſellenſtück ſein ſoll, in dem er ein Volksbegehren
gegen das parlamentariſche Syſtem einleitet. Leider
iſt dieſe Ankündigung mit dem Beſchluß ſelbſt und der ſehr
lang=
atmigen Begründung ſo verſchwommen gehalten, daß man nicht
recht erkennen kann, wie und wann der Stoß einſetzen ſoll. Aber
eins iſt unbeſtreitbar, daß der Stahlhelm damit die
po=
litiſche Neutralität endgültig aufgibt und zu
einer politiſchen Partei wird, deren Stellung unmittelbar in der
Nähe der Deutſchnationalen zu ſuchen iſt, wie ſich ja zum Teil
auch aus der neuerdings auffallenden Rednergemeinſchaft
zwi=
ſchen dem Stahlhelm und den Deutſchnationalen erkennen läßt,
was ſich auch ergibt aus der Verurteilung der Großen Koalition,
die der Bundesvorſtand ebenfalls in ſeiner letzten Sitzung
be=
kannt gegeben hat. Wir bedauern dieſe Entwicklung, weil ſie
geradezu einen Druck auf andere Parteien wie z. B. auf die
Deutſche Volkspartei ausübt, ſich nun vom Stahlhelm zu trennen
und weil ſich die bündiſche Bewegung, von der in unklaren
Wor=
ten ſoviel die Rede iſt, ſehr raſch verbraucht, ſobald ſie mit den
harten Tatſachen der Politik in unmittelbare Berührung kommt.
Allerdings ſo einfach, wie die Verteidiger des Parlamentarismus
ſich die Folgen vorſtellen, geht es doch nicht. Die „Germania”,
möchte aus der Abſicht des Stahlhelms nur die eine
Schluß=
folgerung ziehen, daß der Weg zum Volksentſcheid in der
Ver=
faſſung allzu leicht un dfrei gemacht worden iſt. Sie hätte beſſer
oaran getan, das ſchon bei dem kommuniſtiſchen Panzerkreuzer=
Antrag zu merken. Es ſoll doch nicht verkannt werden, daß rein
gefühlsmäßig, zu dem Antrag des Stahlhelms Millionen von
Enttäuſchten ſtehen, die aus der inneren Unzufriedenheit heraus
den Kampf gegen das parlamentariſche Syſtem als einen
Ver=
ſuch zu einer Beſſerung begrüßen werden. Daß es zuletzt gerade
20 Millionen ſein werden, wie ſie von der Verfaſſung verlangt
werden, glauben wir nicht. Aber es wäre gefährlich, unterſchätzen
zu wollen, wie ſtark ſich die Kräfte bei einem ſolchen
Volksent=
ſcheid exploſiv äußern können. Allerdings wird auch der
Bundes=
vorſtand des Stahlhelms noch erkennen lernen müſſen, daß die
eigentlichen Schwierigkeiten erſt einſetzen, ſobald er aus der
Theorie in die Praxis kommt, ſobald er den Verſuch machen
will, eine Formel zu finden, wie der Kampf gegen das
parla=
mentariſche Syſtem mit einer Geſetzesvorlage im Volksentſcheid
geführt werden ſoll.
* Oresdner Erſtaufführung
von Puccinis „Manon Lescaut”.
Dieſes Werk gehört als drittes von Puccinis Opernſchaffen in
die Jahre erſter Reife. 1893 entſtanden, trägt es den Stempel
romantiſcher Jugendlichkeit, d. h. lyriſche Breite (2. Akt), Anklänge
an Wagner (Triſtan), inſtrumental der Abhängigkeit von Verdi.
Die Melodik iſt von unverbrauchteſter Friſche und
Urſprünglich=
keit. Das Manonthema iſt leitmotiviſch behandelt und
vielharmo=
niſch variiert. Die Handlung bleibt ohne tiefere innere
Motivie=
rung, die Manon leidet eigentlich unſchuldig, die Figur des
Bru=
ders iſt faſt ohne jeden dramatiſchen Schwerpunkt. Hermann
Kutzſchbachs muſikaliſche Einſtudierung hätte vielleicht beſſer
getan, den lyriſchen Duoſzenen mehr Tempo zu geben. Alle
Schönheiten des Werkes, die orcheſtralen Feinheiten, das Finale
des 1. Aktes, das Liebesduett im 2. Akt (ein Ereignis für ſich!)
uſw. waren durchweg liebevoll behandelt. Waldemar
Staege=
mann ſtellte Inſzenierung, Bühnenbilder und Beleuchtung auf
die düſtere Grundſtimmung (3. Akt). Meta Seinemeyer war
von vorbildlicher Geſangskultur, ebenſo Max Hirzel als des
Grieux. Robert Burg geſtaltete den Lescaut ſehr eindrucksvoll,
im 2. Akt geſanglich ganz ausgezeichnet. Das Publikum ſpendete
Hirzels Arie im 1. Akt und dem Liebesduett im 2. Akt offenen
Applaus und war, beſonders am Schluß, ſehr beifallsfreudig.
H. A. R.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Heidelberg: Auf der Freiburger Tagung der deutſchen Guſtab=Adolf=
Vereine teilte der Dekan der theologiſchen Fakultä: der Univerſität
Heidelberg, Geheimrat D. Bauer, mit, daß die Fakultät den Profeſſor
der Pathologie Aſchoff=Freiburg, Kirchenrat D. Schulz=Karlsruhe
und Pfarrer Wilhelm Ziegler, in Lahr zu Ehrendoktoren der
Theo=
logie ernannt habe.
Nürnberg: Der Orbinarius der Wirtſchaftswiſſenſchaften an der
Handelshochſchule, Hochſchule für Wiſſenſchafts= und Sozialwiſſenſchaften,
Dr. rer, pol., Dr. jur. Emil Wehrle, hat einen Ruf an den
Lehr=
ſruhl der Volkswirtſchaftslehre an der Techniſchen Hochſchule in
Karls=
ruhe erhalten und zum Sommerſemeſter 1929 augenommen.
Leipzig: Am 9. September verſchied der a.o. Profeſſor für
prak=
tiſche Aſtronomie, 1. Obſervator an der Sternwarte der Univerſität,
Dr. Friedrich Hayn, im Alter von 65 Jahren.
Wien: In ſeiner Heimat Bozen iſt der emer, ordentl. Profeſſor der
Aſtronomie und Direktor der Sternwarte der Wiener Univerſität
Hof=
rat Dr. phil. Hepperger im Alter von 73 Jahren geſtorben.
den 25. September 1928
Nummer 267
Familiennachrichten
Die Geburt einer Tochter
zeigen an
Med.=Rat Dr. Meher
Erika Meher, geb. Heußinger
Darmſiadt Goddelau
Klinik v. Dr. Hoffmann Philippshospital
u. Dr. Wolff
23. September 1928.
(*24906)
Die Eheleute Lokomotivführer Jakob
Götz und Frau Anna, geb. Stößel,
Schuknechtſir. 60 II., begehen am 26.
Sep=
tember das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
(15223
Glückauf zur Goldenen!
Für die vielen Glückwünſche und
Ge=
ſchenke zu meinem 70. Geburtstage
herzlichſten Dank
Clemens Nörpel
Obergärtner der Firma K. Horſt.
(*24896)
Dankſagung.
Für die vielen Betveiſe
herz=
licher Teilnahme, ſowie für die
ſchönen Blumenſpenden beim
Heimgang unſerer lieben
Ent=
ſchlafenen ſagen herzlichen Dank
Familie Heinrich Schäfer
Familie Wilhelm Petry
Familie Heinrich Schäfer.
Darmſtadt, den 24. Sept. 1928.
24954)
Auf Teilzah ung
ohne Aufſchlag
Gebiſſe, Goldkronen
u. Brücken. — Rep.
in einigen Stunden
F au Foſeph,dentiſtin,
F. Foſeph. dentiſt,
Marktplatz 4, im
Fiſch=
haus Fertig. (14270a
ur ſorg ältigſten
Zußpflege
empfiehlt ſich 14701a
Fr. Hartmann
appr. Heilgehilfe
uud Maſſeur.
Grafenſtr. 20, II, lks
Telephon 1454.
Bupihopf
Nachſchneiden 65 Z
Ondulieren . . 65 J
A. Holler, riſeur
Eliſabethenſtraße 42
(Haus Nöſinger).
24967
Beſ., Frä 1, 40er, w.
mir ſol., bra Mann
wHe ratbek.z we d.
Wi w. m K. n.
ausge=
chloſ. An:. u. J 244
n die Geſchſt 52 230
Große Hendung
eingetroffen!
Sehr billige Preiſe.
Günſtige
Zahlungs=
bedingungen.
B.Orie
Karlſtraße 14. 15253
Leeres, heizbares
Zimmer in der Nähe
Fſchollbrückerſtraße—
Holzhofallee für ſof
zu miet geſucht. Ang
mit Preis unt. K 16
a d. Geſchſt. (*24970
1998 Zum Schluß erlaube ich mir noch
Ihnen mitzutellen, daß ich mit meiner ganzen
Famille schon seit langen Zahren zu Ihren
eifrigsten Kunden gehöre und wir mit Ihrem
Kaffee Hag sehr zufrieden sind. Zwar bin
nur ich etwas herzleidend, aber troßdem zieht
auch meine ganze Famille den Hag-Kaffee
allen anderen Kaffees wegen seines
Wohl-
geschmacks und seiner Bekömmlichkeit vor.
Huch werbeich immer unter meinenBekannten
weitere Kunden für Sie und habe Ihnen aus
innerster Ueberzeugung schon vlele zu-
Dictor Litzelmann.
geführt.
18841 Selt olelen Zahren trinke ich nur
Kaffee Hag. Ich war früher immer nervös.
Durch den Genuß von Kaffee Hag haben sich
tatsdchlich dlese nervösen Erscheinungen nicht
mehr gezeigt. Ich bin viel ruhlger geworden.
Bei Einladungen erkundige ich mich immer,
ob coffeinfreier Kaffee Hag serplert wird. 9st
es nicht der Fall, soverzichte ich auf eine Tasse
Kaffee. Ich bin dann immer angenehm
über-
rascht, bei der nächsten Einladung Kaffee Hag
zu bekommen. Frau Frey-Steiger.
(77
Be=
2.
e
Aat
W
A 2
1972) Hir haben uns nun so an Ihren
Kaffee gewöhnt, daß wir ihn nicht mehr missen
möchten, spezlell da er auch neben seinem
feinen Aroma den Nerven gar nicht schadet.
Gerne werden wir den Kaffee Hag unseren
Bekannten, die ihn noch nicht kennen, aufs
wärmste empfehlen.
Frau Winteler-beuzinger.
1906) Sch konnte nachts sehr schlecht
schlafen, auch flel mir das Treppenstelgen
Immerschwer, sowie das weite lraufen. Dakam
ich auf die Sdee, einmal den Kaffee Hag zu
kaufen und anderen Kaffee zu melden. Schon
nach einer Woche merkte ich Besserung und
ſetzt bin ich wieder frisch und munter. Ich bin
54 Zahre alt und mache ſetzt dle größten
Aus-
flüge ohne Beschwerden und Bufregung. Huch
meiner Familte bekommt der Kaffee gut. Ich
habe Kaffee Hag schon vielen empfohlen, dle
mit den Nerven zu tun hatten, aber dennoch
fühle ich mich veranlaßt, Ihnen zu schrelden,
vie vorzüglich Ihr Getränk ist. Es sollte in
keiner Familie fehlen.
Frau Anna Urbach.
Aus dem Archip der Kaffee-Handels-Hktiengesellschaft, Bremen
ReLZL
aller Art, wie:
Mäntel,Jachen, Skunks. Mölke, Füchse
ſowie reiche Auswahl in
Beſatzteilen zu billigſt. Preiſen
Reparaturen u. Umarbeitungen werden prompt
u. billig ausgeführt — Teilzahlung geſtattet
Pelzetagengeschäft
alte Niederstr. 25. (B.15259
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben Bruder, unſern guten Onkel
und Schwager
Karl Baldauf
Poſtrat
heute morgen nach längerem Leiden, zu ſich
zu nehmen
Die trauernden Hinterbliebenen:
Margarethe Baldauf
Karl Baldauf
Gretel Baldauf.
Darmſtadt, den 24. September 1928.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 27.
Sep=
tember 1928, nachmittags 3 Uhr, auf dem alten Friedhof
ſiatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten. (24949
Künſtliche Zähn=
Stiftzähne, Kronen und Brücken
Eine Klage bei der beutigen Zeit iſt die
Finanzlage; dieſes iſt unbegründet, bei
ſeichter Zahlungsweiſe und zu billigen Preiſer
Reparaturen nach drei Stunden
Lud. Scharfſcheer, Dentiſt
Landgraf Georgſtraße 34, I. (Meßplatz )
Behandlung von KaſſemMitgliedern. /*2492
Blondes Mädel-Cafe Haur.
Sonntag, weißes Klezd, Mütze wird
um Nachricht gebeten unier K 3 an
die Geſchäftsſtelle d. Bl. (24941
SeffterrsGrafe
Neuheiten reich sortiert
Da kein Laden bekannt billigste Preise
1. Stock
1. Stock
Bhenen
10 Ludwigstraße 10
Im Hause Nietschmann
14974a
UNTERRICHT
MMLelchnelstN
eigener Garderobe unter persönl Leitung
Ausbildung im Schnittzeichnen und im
Maßnehmen
Anprobleren
Ankertigen
Modernisieren
Für berufstätige Damen auch abends
TONIHANAU, MEISTERIN
Elisabethenstr. 70, I. -Ruf: 4243
(14181a)
Junger Herr
ſucht av 1. Ok ober
II. möbl. Zimmer
An eb. mit
Preisan=
gabe unt J 241 an
ie Geſ.1) . 24925
lpothekerin ſucht z
1. Ok ober gut
möbl. Zimmer
in be ſerem Hauſe
Nähe Balloplatz.
An=
gebote unt T 245 ar
ie Geſchſt. (*24932
Oft kommt es vor, daß man machts irgend
welche Schmerzen leidet, wird von
Kopf-
schmerzen geplagt, das Zahnfleischoder ein
hohler Zahn, Hexenschuß, Wadenkrampf,
Kreuz- od. Gliederschmerzen quälen einen.
Da ist guter Rat teuer, Hilfe bringt melut
Narmelliergeist Carmol! Man verlange überall
ausdrücklich CHRMOL. Carmol tut wohl,
ündert Schmerzen. Carndl-Fabrik, Hreinsbern (Hart0)
Chr. Schwinn, Drogerie, Rheinstr. 8.
(IV.8565
Zum 1. Oktober v. ruh. angenehm
Mieter 2—3 ſchön möbl. oder
un=
möbl. Zimmer mit Küche evtl
Bad, bei guter Bezahlung geſucht.
Eilangeb unt J240 Geſchſt (*24924
Suche einen Raum,
60—70 qm, z. Unterſt
v. Möbeln. Ang. u. K23
Geſchäftsſt. (*21583
Garage mit
Büro=
räumli hk. im Zentr.
o‟. Nähe zu miet geſ.
Ang unt. J 247 an
die Geſchſt. (*24933
Einf. möbl. Zim. oh.
Be. u. Bettwäſche,
Nähe Riegerpl. geſ.
Ang m Pr. an Franz,
Gutenberyſt 51,
Man=
ſarde. — 72492
3—4 Zimmer=
Woh=
nung,
beſchlagnahme=
frei, zu mieten
ge=
ſucht. Angebote mit
Preisangabe erbeten
u J 222 an die
Ge=
ſchäfts t. C24879
Jg. Ehepaar ſucht ſof.
möbl. Zimmer mit
Küche. Angeb. unter
K 10 Gſchſt. (*24962
Jung. Herr ſucht per
of.od. 1. 10 gut möbl.
imm. Lage Rhein=,
Kaſino=, Bismarck= u
Grafenſtr. bevorzugt.
Angebote unt. K 13
a. d. Ge chſt. C24265
Beſſ Herr,
Dauer=
mieter, ſucht z. 1. 10.
gut möbl. heizb. Zim.
Stadtm tte vd
Bahn=
hofsnähe, evtl. mit
etwas Kochgelegenh.
Angebote unt. K 14
a. d. Geſchſt. *24969
Freundlich
mil Anner.
mögl. mit
Zeniral=
heizung, zu mieten
geſucht. Angeb. unt.
J 250 an die
Ge=
ſchäftsſtelle. (*24937
Haus mit Laden
. freierWohnung, gut
erhalten, in der
Alt=
ſtadt, für 4500 Marr
ſofort zu verkaufen
Angebote unt. K 12
a. d Geſchſt. 24964
beſchlagnahmefrei, gleich welcher
Beſchaffen=
heit, per 1. 10. zu mieten geſucht. Angebote
unter K 22 a. d. Geſchäftsſt. (24981
Ungeſt. möbl. Zim.,
evil. ſepar. Eingang
von Herrn geſucht.
Angebote unt. J 229
an die Gſchſt. (*24 93
Wohn= u. Schlafzim.
von 2 ält. Stud. zum
1. Nov. geſ. ( 24940
Angebote unt K2
an die Geſchäftsſt.
Vollbad-Herzinkung
zu den billigsten Tagespreisen
Siegerin-Goldman-Werke G. m. b.
Fabrikation — Gleisanschluß
Mannheim
(15240
Willa
in Vorort
Mann-
heims, freie Lage,
6 Zimmer usw.
Geflügelstall, 5000
qm Garten, viel
Obst. f.
Getlügel-
zucht geeignet. k.
26 000 Mk., Anz.
8— 10 000 Mk,
so-
jort frei. 24946
II Verkauſen.
Geometer Heil
Gatervermittlung
Bensheim.
Tel 565.
Zigarrengeſchäft
in guter Lage zu
verkaufen Angebote
unter K 21 an die
Geſchäftsſt. (*24980
Großbrauerei
mit erſtklaſſig Bier
hat ene gutgehende
Wirtſchaft
abzug. Ang. u T242
an die Geſchſt. 152 7
Zigarren=
Seſchiſf
n guter Lage zu
mieten geſucht.
An=
gebote u. K 17 an
die Geſchſt. (24974
HAUS
im Martinsviertel, mit freiwerdendenLaden
u. Woynun; Lebensmittelgeſch ä. ßerſt
günſtige Kaufgelegenheit, iſt unter
denkbar, günſtigen Bedingungen bei eine:
Anzahlung von G=Mk. 6—800) ſofort
ver=
ä flich. Nur ernſthafte Reflektanten, die
über obiges Kapital verfügen, erhalten
Aufſchluß unter K 8 an die Geſchäfts
ſtelle ds. Blattes.
15246
Rentables Wohn= und Geſchäftshaus
nahe Heinrichſtr., m. Einf. u. 500 qm Gart.
Geſchäft und 4 Zimmer=Wohnung
Lebensmittel), evtl ſof beziehb., ſehr preisw.
bei X 12—15000 Anzahlung zu verkf. durch
Conrad & Hellmund
Waldſtraße 3 (*24960) Telefon 3084
Kee
Motorrad
N. S U.-Pony
bevor=
zugt, gegen Ka ſe zu
kaufen geſucht.
An=
geb. u. J 239 an die
Geſchäftsſt. (15220
Maeeif
gebraucht, zu kaufen
geſucht. Angeb. unt
1 225 Gſchſt. (248901
TUT
Wer dort
Hier V. Schaiz
Komme ſof. u. kauf
getragene Herren
Kleider, Federbetter
Schutze. Wäſche uſw
V. Schatz
Darmſtadt. 9612
Tel. 1924. Sch oßg. 23
30 gebrauchte
Stäcle
f. Werkſtatt zu kaufen
geſucht Karlſtr.
Nr. 74½, 1. (*24904
(I. Hbg 1522
Dauerbrandofen
Brunswick oder
ähn=
liches Fabrikat, gut
erhalten, zu kaufen
geſucht Aeußerſte
Preisangabe an
Cru=
ſius, Muſi haus,
Mühl=
traße 74
(*2494 2
Kaufe
getragene Kleider.
Schuhe ſow. Boden=
und Kellerkram
1. Blum
Lauteſch lägerſtr 12
Laden: Kl. Bachgaſſe 7
Poſtkarte gen *24851
Motorrad
ca. 00ccm, Baujahr
27/28, mögl m elektr.
Licht u w., gegen Kaſſe
zu kaufen geſucht. —
A fred Michel,
Beer=
felden (Odw.). (15251
Teleph 99.
Gut erhaltenes
Piano
zu tau en geſucht.
Angeb. mit Preisarw
gabe u. J 226 an die
Geſchäftsſt ( 248B4
ausgekämmte u. aklu
geſchnittene, kau
laufend G. Kanzlr:
Friſeur, Schulſt 121
14483a
Guterhalt. Teieg
Kinderklappwage
zu kauf, geſ. Anz. uu
J 224 an die Geſchſth
Wanzen. Käfern
Mäuſe uſw.
vertilgt unt Garantt!
Ibel & Lotz
Eliſabet )enſtraße o1.
ei (1 12:29c9
Küchenschaben verderben
Deine Nahrungsmittel!
Weil die Küchenschaben
als Bazillenträger auf
ihren Wegenalle
Küchen-
geräte und
Nahrungs-
mittel berühren, sind sie
eine große und
stän-
dige Gefahr für den
Menschen.
An den Beinhaaren
die-
ser widerlichen Insekten
haften in Schmutz und
Unrat die schlimmen
Krankheitserreger, die
auf die Nahrung
über-
tragen werden.
Befreie Dein Heim von
den gefährlichen
Küchen-
schaben. Zerstäube Fllt!
In wenigen Minuten
tötet Flit mit absoluter
Sicherheit alle
wider-
lichen und gefährlichen
Insekten, wie Fliegen,
Mücken, Wanzen, Flöhe,
Schaben.
Fllt tötet nicht allein
dieses Ungeziefer,
son-
dern zerstört auch dessen
Bier, weil es in die Ritzen
und unzugänglichen
Ver=
stecke dringt, in denen
sich das Ungeziefer
ver-
borgen hält.
Flit rötet Motten und
ihre Larven, ohne die
Stoffe anzugreifen oder
einen üblen Geruch zu
verbreiten.
Flit ist unschädlich für
den Menschen und wegen
seiner 100%igen
Wirk-
samkeit sparsam im
Gebrauch. Anwendung
mittels des Flit=
Zer-
stäubers. Erhältlich
in allen
einschlä-
gigen Geschäften.
Flit-Packung
LR
mit dem schwuarzen Band.
VERNTCHTBT, Fliegen, Mücken, Schnaken,
Motten, Schaben, Bettwanzen, Flöhe, Ameisen
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft
Hbteilung Spezialprodukte / Hamburg 36
— Altveterang
wafſig, Darr
Pertretertag des
am 16. Septemb
Uingeſetzt:
deutſchen
Notſa
bent
Kueiſ
Altbete
erſten Not a.
den Altvetere
dieſer drin
ſehen
verſat
lrten ſich n
bariat der
beiden zu wo
—Bü
ſeier komme
Eteinſtraße 24,
der Vortrag I
rird von
ruhnt.
ier Geſchäf
Nummer 267
Dienstag, den 25. September 1928
Geite’5
Aus der Landeshauptſiadt. Aus der Heſſiſchen Sängerbundbewegung.
Darmſtadt, 25. September.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 18. September der Lehrer
am der Volksſchule zu Wendelsheim (Kreis Alzey) Auguſt Nelius auf
ffin Nachſuchen vom 1. Oktober 1928 ab. — Auf Grund des 8 1 des
Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw.
dr Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925
(ieg.=Bl. S. 249) treten am 1. Oktober 1928 in den Ruheſtand: der
ſwektor an der Volksſchule zu Nidda (Kreis Büdingen) Peter Gatzert,
der Rektor an der Volksſchule zu Biblis (Kreis Bensheim) Xader
7rieb.
— Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
gwurde dem Pfarrverwalter Adam Höfle zu Rothenburg die
evange=
lIche Pfarrſtelle zu Rothenberg (Dekanat Erbach) übertragen.
— Reichsbahnoberſekretär a. D. Heinrich Spöhrer, Aliceſtraße 6,
hegeht morgen in voller geiſtiger und körperlicher Rüſtigkeit ſeinen
7jährigen Geburtstag. Der Jubilar iſt noch heute eifriges Mitglied
inr Unteroffiziersverein ehem. Heſſiſcher Leibdragoner Nr. 24 ſowie im
Yeerband Heſſiſcher Regimentsvereine, in welchen er die Geſchäfte des
Aechners führt.
— Heſſiſches Landestheater. Zum Kayßler=Fehdmer=
Gaſt=
ſSiel, das am Freitag, 28. September, im Großen Haus zur Feier
ton Tolſtois 100. Geburtstag das Schauſpiel „Und das Licht
ſchei=
net in der Finſternis” in der deutſchen Uebertragung von Aug.
ewcholz bringt, werden heute Dienstag noch Karten an Mieter zu
Vor=
zugspreiſen (0,80—8,00 Mark) ausgegeben. Tauſchſcheine gelten für
d eſen Abend nicht; auch Karten zu ermäßigten Preiſen können nicht
(Sgegeben werden. Der allgemeine Vorverkauf zu Preiſen von 1—10
ATark beginnt morgen Mittwoch.
Heute Dienstag wird im Großen Haus Strindbergs „
Traum=
ſwiel” wieder in den Spielplan aufgenommen. Es ſind folgende
Mol=
lm neu beſetzt: Mutter: Mela Wigandt, Offizier; Bernhard Minetti,
Awvokat: Fritz Valk, Dichter: Hans Jungbauer, Juriſt: Rolf
Abranj=
achk. — Morgen Mitwoch wird Honeggers „Judith” für die Miete B
näederholt. — Am Donnerstag geht anſtelle der urſprünglich angeſetzten
2 orſtellung „Wie es euch gefällt” infolge längerer Erkrankung von
Fnitty Stengel Hehnickes Luſtſpiel „Wer gewinnt Liſette?”
wie=
dr in Szene, das nach dem Erfolg der Darmſtädter Uraufführung im
Aai dieſes Jahres von einer großen Anzahl deutſcher Bühnen zur
Auf=
frhrung erworben wurde.
Der Vorverkauf zur Erſtaufführung von Flotows komiſcher Oper
„Fatme”, die am Donnerstag, 27. September, im Kleinen Haus
ge=
geben wird, hat begonnen.
— Vortuagsabend im Gemeindehaus Kiesſtraße. Im neu
hergerich=
trten großen Saale des Gemeindehauſes trug auf Veranlaſſung des
(Sangeliſchen Frauenvereins Walter Lehmann in bunter Folge
Balla=
a n und Gedichte vor. Die recht mäßige Akuſtik des Saales, die
wahl=
b ſe Aufeinanderfolge der Vorträge, die einen inneren Aufbau vermiſſen
l—ß, eine — trotz mancher ſchwacher Anſätze — nicht den
Anforderun=
g n, die man füglich ſtellen kann, gewachſene Stimme ließen zwiſchen
0 m Vortragenden und dem — übrigens wenig zahlreich erſchienenen
Aaublikum keinen rechten Kontakt aufkommen.
— Johanuesgemeinde — Südbezirk. Dienstag, den 25. Sept.,
nach=
urittags 5.30 Uhr, findet im Gemeindehaus eine Helferſitzung
ſiatt. — Die Konfirmandenſtunden werden in dieſer Woche
arn Freitag, den 28. September, abgehalten; 5 Uhr: Buben, 6 Uhr:
ATädchen.
— Altveteranen und Kyffhäuſerbund. Die Kriegerkameradſchaft
Saſſia‟, Darmſtadt, Ahaſtraße 5, teilt uns Nachſtehendes mit: Der
Tertretertag des Deutſchen Reichskriegerbundes „Kyffhäuſer” hat ſich
am 16. September 1928 für die Altveteranen in folgender Entſchließung
emgeſetzt: „Die auf dem Kyffhäuſer verſammelten Vertreter aller
d utſchen Landeskriegerverbände weiſen mit Nachdruck auf die roße
Dotlage hin, in der ſich die Mehrzahl der Teilnehmer an den deutſchen
Cänigungskriegen befindet. Durchweg handelt es ſich um hochbetagte
ute im Alter von 80 und mehr Jahren, für die es
Verdienſtmöglich=
käten nicht mehr gibt. Ihre Exſparniſſe, ſoweit ſolche vorhanden waren,
ſaid durch die Inflation aufgezehrt worden. Obſchon der ihnen
ge=
nrhrte Ehrenſold von 12,50 RM. monatlich zuzüglich weiteren 12,50
SN. Zulage den Betrag der in der Vorkriegszeit gezahlten
Veteranen=
biihilfe überſteigt, rechtfertigen doch die jetzigen Verhältniſſe den
wei=
tiwren Ausbau der Veteranenbeihilfe bis zu einer ſolchen Höhe, daß der
Lebensabend dieſer bedürftigen Veteranen einigermaßen vor Not
ge=
ſwützt iſt. Desgleichen wird auf die Notlage der Witwen ſolcher
Alt=
teranen hingewieſen, welche die Veteranenbeihilfe bezogen haben.
Auich für ſie wird dringend eine laufende Unterſtützung gefordert, wie
ſie in ähnlicher Weife das Reichsverſorgungsgeſetz als Eltern= oder
A=itwenbeihilfe vorſieht, um dieſe Frauen, die jahrzehntelang mit den
ATtveteranen gelebt haben, nicht in ihren letzten Lebensjahren der
bit=
umſten Not auszuſetzen. Angeſichts der geringen Zahl der noch
leben=
den Altveteranen und ihrer Witwen dürften der befriedigenden Löſung
dieſer dringlichen Fragen finanzielle Schwierigkeiten nicht
entgegen=
ſiehen.”
— Zehn Akademie=Konzerte. Wir machen nochmals darauf
auf=
werkſam, daß es ſich empfiehlt, wegen Zuteilung von
Abonnements=
k.rten ſich nicht mehr ſchriftlich, ſondern perſönlich an das
Sekre=
t riat der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36,
wenden zu wollen.
— Bühnenvolksbund. Der Bahreuther Bund hat zu ſeiner
Morgen=
füer kommenden Sonntag, vormittags 11 Uhr im Muſikvereinsſaal,
Stteinſtraße 24, eingeladen. Unſere Mitglieder erhalten Ermäßigung.
Der Vortrag behandelt das Thema „Der junge Richard Wagner” und
gärd von Muſikſtücken, Jugendkompoſitionen Richard Wagners,
um=
ruhmt. Wir embfehlen den Mitgliedern den Beſuch. Karten in
unſe=
ur Geſchäftsſtelle bei Chriſtian Arnold am weißen Turm.
Vermehrung der Beſchäftigungs= und Verkaufsſtunden am
Meß=
ſonntag. Da aus Anlaß der Meſſe am Sonntag, 30. September, für
die Stadt ein geſteigerter örtlicher Geſchäftsverkehr zu erwarten iſt,
heiſen wir darauf hin, daß für dieſen Tag folgende
Beſchäftigungs=
urid Verkaufszeiten nach der Bekanntmachung des Kreisamts Darmſtadt
vom 26. November 1925, betreffend Sonntagsruhe im Bezirk der Stadt
Darmſtadt, zugelaſſen ſind: I. Es iſt erlaubt: 1. der Verkauf von
Backwaren von 7—10 Uhr und von 11—16 Uhr; 2. der Verkauf von
Kuonditoreiwaren von 7—10 Uhr und von 11—16 Uhr; 3. der Verkauf
on Fleiſchwaren von 7—10 Uhr und von 16—18 Uhr; 4. der Handel
wit Blumen und Kränzen von 11—18 Uhr; 5. der Verkauf von
Roh=
eis von 6—13 Uhr; 6. der Betrieb in allen übrigen Handelsgewerben
ton 11—18 Uhr. II. Ferner iſt auf öffentlichen Wegen, Straßen,
Plät=
zen oder anderen öffentlichen Orten am Meßſonntag erlaubt: 7. die
usübung des Gewerbes im Umherziehen von 11—18 Uhr; 8. der
ſenbulante Gewerbebetrieb, d. h. der Hauſierbetrieb am Wohnort, von
IA Uhr bis 18 Uhr.
E Polizeiverordnung, betreffend den Schutz gegen Uebertragung
voon Krankheiten durch die gewerbsmäßige Haar= und Bartpflege. Das
olizeiamt weiſt darauf hin, daß nach § 1 der Polizeiverordnung,
be=
teffend den Schutz gegen Uebertragung von Krankheiten durch die
ge=
werbsmäßige Haar= und Bartpflege, alle zur Verhütung der
Ueber=
tragung von Krankheiten geeigneten Vorkehrungen zu treffen ſind.
Soanach iſt es auch verboten, zum Abſtreifen des Seifenſchaums von den
Waſiermeſſern bedrucktes Papier zu benutzen, da mit dieſem Verfahren
hebliche Gefahren verbunden ſind.
Zur Vorbereitung des 2. Heſſiſchen Sängerbundesfeſtes,
das in den Tagen vom 12.—15. Juli 1929 in Darmſtadt ſtattfindet wird
am kommenden Samstag, 29. September, nachmittags 3 Uhr, im
Bahn=
hofshotel in Darmſtadt der Muſikausſchuß zuſammentreten, um
die Bundesmaſſenchöre feſtzulegen, die während der ganzen
Veranſtal=
tungen zum Vortrag gebracht werden ſollen.
Eine große Bundesvorſtandsſitzung des Heſſiſchen Sängerbundes
findet am 27. Oktober in Wetzlar ſtatt, die ſich mit dem am 28. Okt.
in Gießen ſtattfindenden Bundesſängertag beſchäftigen wird.
An dem Bundesſängertag werden ſich die Vertreter ſämtlicher
ange=
ſchloſſenen Bundesvereine beteiligen. Die Bundesvorſtandsſitzung wird
das vollſtändige Programm für das Sängerbundesfeſt 1929 ausarbeiten
und dem Sängerbundestag unterbreiten. Auf dem Bundesſängertage
wird auch die Ehrung von 21 Dirigenten für 25jährige Tätigkeit (
Er=
nennung zu Ehrenchormeiſtern des Heſſiſchen Sängerbundes) und 41
Vorſtandsmitgliedern von Bundesvereinen, die 25 Jahre für ihren
Ver=
ein im Vorſtand aktiv tätig waren. Letztere erhalten das Abzeichen
für Verdienſte. Die Anmeldung für Auszeichnungen iſt ſeit 10. Sept.
geſchloſſen. Weitere Anmeldungen für dieſes Jahr ſind demzufolge
zwvecklos.
Sängerjubiläen.
Für 40jährige aktive Sangestätigkeit wurden vom
Heſſiſchen Sängerbund mit der Ehrenurkunde ausgezeichnet:
Geſang=
verein Liederkranz Büdingen: Johann Knaf 7. und Ludwig Weitzel;
G.V. Liederkranz Erfelden: Chriſt. Glock; „G.V. Germania Glattbach:
Joh. Ad. Sahm, Rud. Schuck, Gg. Morhard; M. G. V. Nieder=Olm:
Adam Seeger, Hch. Friſch, Jak. Karl Sieben, Peter Fauſt 4.; G.V.
Liedertafel Weiſenau: Nikol. Pertchen; G.V. Frohſinn Darmſtadt:
Wil=
helm Wiemer; G.V. Liederkranz Weitershain: Hch. Kaufmann 6.: G.V.
Sängerkranz Beerfelden: Adam Lang; „G.V. Liederkranz Stockheim:
Wilh. Grall, Jak. Kredel, Wilh. Heim; G.V. Liederkranz Bensheim:
Karl Völker; G. V. Liederzweig Darmſtadt: Adam Chriſt; G.V.
Wem=
bach=Hahn: Joh. Phil. Lantelme; G.V. Harmonie Goldbach: Herm.
Fuchs; G.V. Liederluſt Ober=Seemen: Kaſpar Peppel 6.; G.V.
Lieder=
kranz Keſſelbach: Hch. Schnell 1.; G.V. Eintracht Rohrbach: Karl
Bert 2., Gg. Bayer: M. G.V. Ueberau: Leonh. Schönberger und Phil.
Waldhaus, Hilaria; „Andreſcher Männerchor Offenbach: Peter Brehm,
Jul. Oerter.
Provinzialſängertage.
Der Provinzialſängertag für Starkenburg im Heſſiſchen
Sänger=
bund wird am 14. Oktober, vormittags 9.30 Uhr, im Reſtaurant
Perkeo in Darmſtadt ſtattfinden. — Am gleichen Tage wird in
Worms der Provinzialtag für Rheinheſſen ſtattfinden.
Gereitans
15122a
WOIZ
Vier Tage in München und ſeiner Umgebung.
München! Ein Städtenamen, der allen Deutſchen geläufig iſt und
deſſen Klang lebendige Vorſtellungen erweckt. Wer wüßte nicht von
dem unendlichen Reichtum der Bahriſchen Metropole, von ihren
künſt=
leriſchen Schätzen, von ihrem ſtrahlenden Glanz und den tauſendfältigen
Naturſchönheiten, die ſich unmitelbar vor ihren Toren auftun? Obgleich
ſich München anſchickt, Weltſtadt zu werden, hat es ſeine eigene Note
behalten und von einer humordurchtränkten Behaglichkeit und
Gemüt=
lichkeit nichts aufgegeben. München hat eben ſein Eigenleben und hält
zähe daran feſt. Es iſt eine Stadt, nach der wir immer voll Sehnſucht
hinſchauen, ein beſonders gern gewähltes Ziel aller Deutſchen, die im
Haſten und Hetzen des Alltags noch nicht ſeelenlos und blind für die
Schönheiten der Natur geworden ſind. Wer Leib und Seele an der
Schönheit der Bergespracht neu beleben will, benutze den Aufenthalt in
München und fahre über Brannenhurg mit der Wendelſteinbahn auf
den Wendelſtein, vielleicht den lohnendſten Ausſichtsberg der bayeriſchen
Alpen, oder fahre von Garmiſch=Partenkirchen mit der Seilſchwebebahn
ins Bayeriſche Hochland zum Kreuzeck. Wer noch höher hinauf will,
der fahre über Garmiſch=Partenkirchen nach Ehrwald und benutze die
Zugſpitzbahn zur Fahrt nach dem ſtolzeſten deutſchen Berggipfel, der
Zugſpitze mit dem Münchnerhaus. Der Reiſeplan enthält noch weitere
Vorſchläge, die mühelos und ohne große Koſten durchgeführt werden
können. Dem Wunſche vieler, München ſelbſt und ſeine nähere und
weitere Umgebung kennen zu lernen, kommt die Reichsbahndirektion
Mainz entgegen, indem ſie am 28. September ds. Js. einen Sonderzug
nach München fahren läß:, der den Reiſeteilnehmern auch Gelegenheit,
bietet, ſowohl die Strecke Würzburg, als auch Ulm, Stuttgart kennen zu
lernen oder wieder einmal zu befahren. Außerdem wird auf der
Nück=
fahrt noch Ulm beſucht, ſein Münſter mit dem höchſten ſteinernen
Kirch=
turm der Erde (161 Meter) beſichtigt und ein Münſterkonzert angehört.
Wer ſchon an den Sonderfahrten der Reichsbahndirektion Mainz
teil=
genommen hat, der weiß, wie gut ſichs hier reiſt, wie preiswert dieſe
Fahrten ſind und wie bequem und reibungslos das aufgeſtellte
Pro=
gramm bewältigt werden kann. Wer rechnen kann, wird ſich die jetzt
bietende Gelegenheit vor der Fahrpreisänderung auch nicht entgehen
laſſen und unter dieſen Umſtänden ſchon jetzt eine größere Fahrt
aus=
führen, die er ſpäter auszuführen gedachte. Da für einen Geiſt und
Körper ſtärkenden Ausflug gerade die Tage des frühen Herbſtes
beſon=
ders gut geeignet ſind, wird mit einer guten Beteiligung zu rechnen
ſein. Bahern und Schwabenland erwarten Euch und werden Euch
gaſtlich empfangen.
gen Staub----ein Mittel nur /
O-Cedan Mop und Politur.
TaPt0op
G
Politur 1 A A.
SPART ZEIT UND MÜHE
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Sonntag, 30. September,
findet die 11. Programmwanderung mit dem Endziel Nonrod
ſtatt. Von Darmſtadt wird um 6.40 Uhr ab Tierbrunnen mit Autos
nach Ernſthofen gefahren, woſelbſt die Wanderung beginnt. Um die
Zahl der nötigen Autos feſtzuſtellen, iſt Meldeſchluß der Beteiligung
am Freitag abend. Wer nicht im Beſitze einer Autofahrkarte iſt, iſt
von der Mitfahrt ausgeſchloſſen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
+ Schachlehrkurſus. Am Montag, den 1. Oktober, abends 8.15 Uhr,
beginnt im Reſtaurant Kaiſerſaal (Grafenſtraße 18) ein
Schachlehr=
kurſus für Anfänger, veranſtaltet vom Schachklub Darmſtadt
1875. Leiter iſt Herr Dipl.=Ing. Prager. Die Teilnahme koſtet für
Vereinsmitglieder 2 Mk., für Nichtmitglieder 5 Mk. Der Kurſus findet
allwöchentlich Montags abends ſtatt. Anmeldungen werden im
Klub=
lokal nachmittags zwiſchen 6 und 8 Uhr, Mittwochs abends und am
Eröffnungstage entgegengenommen. (Siehe Anzeige.)
Jubiläzmstagung des Heſſiſchen
Landes=Lehrervereins.
Lp. Wenn die im Heſſiſchen Landes=Lehrerverein
organiſierten Lehrerinnen und Lehrer Heſſens in der zweiten
Oktover=
woche in der Landeshauptſtadt zu ihrer Jubiläumstagung
zu=
ſammentreten, dann dürfen ſie mit Stolz auf das 60jährige Beſtehen
ihres Vereins und die von ihm in ſechs Jahrzehnten geleiſtete Arbeit
zurückblicken, denn dieſe war ſtark mit den öffentlichen Intereſſen und
dem allgemeinen Volkswohl verflochten. Hatte doch ſchon der ſeit 1848,
wenn auch nur für kurze Zeit beſtehende „Heſſiſche
Volksſchullehrerver=
ein” als erſten Programmpunkt auf ſeine Fahne geſchrieben: „das
vaterländiſche Schulweſen nach Kräften zu fördern”
Und dieſer Parole iſt der im Jahre 1868 neu gegründete „Heſſiſche
Landes=Lehrerverein” durch allen Wandel der Zeiten treu geblieben,
denn nach ſeinen Satzungen bezweckt auch er „Hebung des
vater=
ländiſchen Schulweſens und der Volksbildung ſowie
Förderung und Wahrung der Belange der
Lehrer=
ſchaft”.
Die Jubiläumstagung ſelbſt trägt ſelbſtverſtändlich internen
Cha=
rakter. Sie wird am Montag, den 8. Oktober, in Anweſenheit
zahl=
reicher ſtaatlicher und ſtädtiſcher Behörden durch einen Feſtakt in den
neu hergerichteten Räumen des Städtiſchen Saalbaues in
Darmſtadt eingeleitet, wobei der Obmann des Landes=Lehrervereins,
Herr Rektor und Landtagsabgeordneter Reiber=Darmſtadt, in einer
Rückſchau die leitenden Ideen der Lehrerbewegung in Heſſen während
des vergangenen Jahrhunderts beleuchten wird. Verbunden mit dem
Feſtakt iſt eine Ehrung der Jubilare, von denen noch 140 am
Leben ſind, davon 18 aus der Gründungszeit des Jahres 1838, und
wei=
tere 122, die dem Verein ſeit über 50 Jahren als Mitglieder angehören.
Zur Begrüßung aller Feſtteilnehmer und ihrer Angehörigen wird
am Montag der Darmſtädter Lehrerverein einen
Feſt=
abend veranſtalten, der wegen überaus zahlreicher Anmeldung in
der Feſthalle auf dem früheren Exerzierplatz ſtattfinden muß. Am
Dienstag werden die Teilnehmer wiederum im Saalbau zu einer
Hauptverſammlung zuſammentreten. Der Vortrag des Prof.
Dr. Julius Goldſtein von der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt
über „Die Schule im Dienſte der Volksverſöhnung
und der Völkerverſöhnung”, der im Mittelpunkte der
Ver=
anſtaltung ſteht, wird zeigen, daß die heſſiſche Lehrerſchaft — getreu der
Reichsverfaſſung — die Schule bewußt in den Dienſt des ſtaatlichen
und zwiſchenſtaatlichen Lebens ſtellen will. Ihren Abſchluß finden die
feſtlichen Veranſtaltungen durch eine Feſtvorſtellung im Heſſiſchen
Landestheater, bei der die Oper „Lohengrin” in neuer Aufmachung in
Szene geht. Sie wird der heſſiſchen Lehrerſchaft aus allen Teilen des
Landes Gelegenheit geben, ſich von der Leiſtungsfähigkeit des
Landes=
theaters und ſeiner Daſeinsberechtigung als eines ernſten Kulturfaktors
zu überzeugen und ſomit zu dem guten Ruf des Hauſes weithin
bei=
tragen. Soweit es die Zeit erlaubt, finden zwiſchen den einzelnen
Ver=
anſtaltungen Führungen durch die ſtaatlichen und
ſtädti=
ſchen Sammlungen, ſowie Autorundfahrten und Ausflüge in die
nähere und weitere Umgebung ſtatt. Mittwoch, 10. Oktober, iſt für
die Vertreterverſammlung vorgeſehen, wobei die
geſchäft=
lichen Dinge des Vereins zur Erörterung ſtehen. Bei genügend großer
Beteiligung ſoll am Donnerstag, 11. Oktober, ein Fahrt an den
Rhein oder in die Bergſtraße ſtattfinden, um die außerheſſiſchen
Beſucher mit den Schönheiten des Heſſenlands bekannt zu machen.
Darüber hinaus wird der Verein auch der Oeffentlichkeit
Gelegen=
heit geben, Einblicke in die moderne Schularbeit zu tun, indem er in
mehr als 20 Sälen der Mornewegſchule (Hermannſtraße) in Darmſtadt
eine große Lehr= und Lernmittelſchau, verbunden mit einer
Ausſtellung von Arbeiten aus dem Werk=, Zeichen= und
Schreibunter=
richt, veranſtaltet. Zahlreiche Verlage werden ihre Verlagswerke an
Schul= und Lehrbüchern ausſtellen und viele Lehrmittelfirmen werden
ſowohl die Lehrerſchaft als auch intereſſierte Elternkreiſe mit den
modernſten Lehr= und Unterrichtsmitteln vertraut machen. Die
ſtaat=
liche Beratungsſtelle für Werkunterricht in Heſſen wird Arbeiten aus
dem Verkunterricht, dem modernen Zeichenunterricht
und den Unterrichtsverſuchen mit den Reformſchriften nach
Sütterlin, Koch und Wagner in überſichtlicher Weiſe
grup=
pieren, ſo daß auch Beſucher aus Elternkreiſen ſich ein Bild über die
neuen Beſtrebungen der Volksſchule auf dieſen Gebieten machen können.
Die Ausſtellung wird am Sonntag, 7. Oktober, vormittags 11 Uhr,
er=
öffnet und am darauffolgenden Mittwoch, um 6 Uhr abends, geſchloſſen.
Sie iſt täglich von 9—6 Uhr geöffnet und mit der Straßenbahnlinie 8
zu erreichen. Der Eintritt iſt frei.
— Preußiſch=Süddeutſche Klaffenlotterie. Die Haupt= und
Schluß=
ziehung der 31. (257.) Lotterie iſt am 11. September beendet worden.
Es fielen die beiden Hauptgewinne von je 500 000 RM. auf Nr. 359 651
in den beiden Abteilungen I und II, die beiden Prämien von ebenfalls
je 500 000 RM mit je 1000 RM. Gewinn auf Nr. 146 500 in den beiden
Abteilungen I und II. Die neue 32. (258.) Lotterie beginnt am 19.
Oktober mit der Ziehung 1. Klaſſe. Für die bisherigen Spieler bleiben
die gehabten Loſe bis zum 26. September aufbewahrt. Es
emp=
fiehlt ſich, bis zu dieſem Tage die Loſe abzuholen oder dem
zuſtändi=
gen Lotterie=Einnehmer jedenfalls mitzuteilen, daß die Loſe weiter
ge=
ſpielt werden, ſelbſt wenn die Bezahlung erſt ſpäter erfolgt. Bei nicht
rechtzeitiger Abholung oder Benachrichtigung muß über die Loſe bei
der großen Nachfrage anderweit verfügt werden. Neuen Spielern wird
ebenfalls empfohlen, ſich frühzeitig ein Los zu ſichern, da ſolche kurz
vor Beginn der Ziehung 1. Klaſſe nicht mehr zu haben ſein dürften.
Um irrtümlichen Auffaſſungen zu begegnen, bemerken wir ausdrücklich,
daß der Lospreis, zu dieſer neu beginnenden Lotterie unverändert wie
bisher beſtehen bleibt.
p. Kleine Strafkammer. Ein jetzt als Kaufmann tätiger junger
Mann iſt des Betrugs angeklagt; er hat eine Ingenieurſchule beſucht
und iſt als Maſchinenbauer tätig geweſen. Der Betrug wird darin
ge=
funden, daß bei Beſtellungen von Farbbändern der Irrtum erregt wurde,
als ob ein großer Fabrikbetrieb beſtehe, auch deuteten die Briefbogen in
ihrer Aufmachung auf ein größeres Unternehmen hin, das in Wahrheit
aber nur aus dem Angeklagten als Leiter und 1 oder 2 Arbeitern
be=
ſtand. Am 29. Juli 1926 hat Angeklagter den Offenbarungseid
ge=
leiſtet. Aus der vorgelegten Korreſpondenz ergibt ſich, daß
Druckfor=
mulare benutzt wurden, die den Vordruck „Abteilung Buchhaltung” und
die Erläuterung „Bürobedarf” enthielten, ſo daß der auswärts
woh=
nende Lieferant zu der Meinung kam, es ſtecke ein größeres
Unterneh=
men dahinter. Die Beſtellungen ſollten poſtwendend effektuiert werden.
Das Amtsgericht hat 1 Monat Gefängnis ausgeſprochen; Angeklagter
und Staatsanwalt haben Berufung verfolgt. Das Urteil verwirft die
Berufungen.
Widerrechtliche Benutzung der Fußſteige. In der letzten Zeit
mehren ſich die Fälle, daß Fuhrwerke zum Be= oder Entladen entgegen
der Polizeiverordnung vom 25. März 1913 und Nachtragsverordnung
vom 26. Januar 1920 auf den Fußſteigen aufgeſtellt werden.
Insbeſon=
dere nehmen ſich u. a. Fuhrleute das Recht, in Straßen, in denen die
Straßenbahn verkehrt, ihre Fuhrwerke auf die Fußſteige zu ſtellen, um
möglichſt bequem und ungeſtört das Auf= bzw. Abladen von Frachtgütern
vornehmen zu können. Es werden hierdurch nicht nur die Fußſteige
beſchädigt, ſondern die Fußgänger werden dadurch auch vielfach auf
die Fahrbahn gedrängt und ſomit den Gefahren des geſamten rollenden
Straßenverkehrs ausgeſetzt. Desgleichen wird immer wieder von
ande=
ren Perſonen in der Benutzung ihrer Handwagen gegen die vorgenannte
Verordnung verſtoßen, indem ſie ebenfalls die Fußſteige zum
bequeme=
ren Fahren benutzen. Die Polizeibeamten ſind angewieſen, auf die
widerrechtliche Benutzung der Fußſteige beſonders zu achten und gegen
Zuwiderhandlungen Anzeige zu erheben.
Aa
Rt
8
Gaf
Das unerreichte, wissenschaftl. begründete Mittel
für den Haarwuchs. Arztlich empfohlen gegen
Haarausfall und Kopfschuppen. Zugleich das er-
Frischende und Ideale Pflegemittel für die Frisur,
von höchster Eigenart der Duftkomposition.
* üulsotlst B0o
DT
Re
220 und 375
BLE. G ILb. U50
Heimatverein der Heſſen und Heſſen=Naſſauer
Wilhelmshaven=Rüſiringen.
Kerb im Heſſenlande, das ſchöne Feſt, auf das ſich Jung und Alt
von einem Jahr zu anderen freut, das haben auch die heimatfernen
Heſſen in Wilhelmshaven am Samstag, den 15. ds. Mts., in ihrem
Feſtes, das mit einem Promenadenkonzert im Garten eingeleitet wurde,
hatten ſich die inneren Räume mit Kerbegäſten gefüllt. Und ſie waren
nicht umſonſt gekommen. Der Vorſitzende das Heſſen=Vereins, Herr gegenwärtig wieder beim Latwergkochen. — Am Samstag wurde eine
Mertz, mit ſeinen Getreuen hatte alles aufs beſte vorbereitet, um das
Feſt ſo zu geſtalten, daß ſich die Heſſen auf ein paar Stunden in die
alte Heimat verſetzt fühlten. Der Saal war herrlich mit Tannengvün
geſchmückt und luſtig flatterten die Fahnen in den Landesfarben. Junge
Burſchen und Mädchen tanzten in der Heimatstracht um die
Kirmes=
krone, ein Reigen von Kindern im Schwälmer Tracht, ſowie ein
rhein=
heſſiſcher Winzertanz von luſtigen Winzern und Winzerinnen getanzt,
fand reichen Beifall. Ein Vortrag „Die Kerb” in heſſiſcher Mundart
erregte viel Heiterkeit. Auch für leibliche Genüſſe war geſorgt, es gab
„worme Flaaſchworſcht” und „Quetſchekuche‟. Zwei Winzerinnen
kre=
denzten rheiniſchen Wein vom Faß und hatten viel Zuſpruch. Es
herrſchte eitel Freude und ſelbſt den Norddeutſchen, die an dem Feſte
teilnahmen, wurde das Herz warm bei all der Fröhlichkeit. Uns Heſſen
aber ging das Herz auf, eingedenk der ſchönen Worte, die der
Darm=
ſtädter Dichter Herr Robert Schneider in ſeinem Vorſpruch, den er uns
gewidmet hat, ſo ſchön ſagt:
„Hier fiehle mir uns wie dehaam
Im Freindeskreis, im traute,
Hier heern mir ſchlicht und unverfälſcht
Die liewe Mutterlaute.”
Aus Heſſen.
Parlamentariſches aus Heſſen.
— Der Landtagsabgeordnete Gußmann=Eberſtadt (Heſſiſcher
Landbund) hat beim Landtag folgende Kleine Anfrage
ein=
gereicht:
1. Iſt der Regierung bekannt, daß infolge übertriebener
Jagdſchutz=
beſtrebungen die Zahl des Wildbeſtandes in einzelnen Gebietsteilen
Heſſens und beſonders im hinteren Odenwald ſich derart vermehrt hat,
daß unerträgliche Verhältniſſe für Land= und Forſtwirtſchaft
eingetre=
ten ſind? — 2. Iſt der Regierung bekannt, daß die Wildſchweine und
Hirſche an Zahl bedeutend zugenommen und an einzelnen Stellen, wie
zum Beiſpiel in Ober=Sensbach, beſtentwickelte Kartoffelfelder
grötzten=
teils verwüſtet haben?. Auch in anderen Orten iſt desgleichen
feſtzu=
ſtellen, und einwandfreie Beſichtigungen in Hebſtahl, Ober= und Unter=
Sensbach geben zu den ſchlimmſten Befürchtungen Anlaß. — 3. Iſt der
Regierung bekannt, daß Neuanlagen von Waldungen nicht mehr
hoch=
kommen und die dringende Gefahr beſteht, daß infolge der Trockenheit
ein überſetzter, ausgehungerter Wildbeſtand im Laufe des Winters die
Einſaaten der Landwirtſchaft und alle jungen Waldbeſtände vernichten
kann?. Will und kann die Forſtbehörde vermehrte Koſten für Kulturen
verantworten und kann man ſolches den anderen Beſitzern zumuten,
lediglich aus Rückſicht auf übertriebene Jagdintereſſen? — 4. Iſt der
Regierung bekannt, daß die Bildung großer Heegeringe und großer
Jagdſchutzbezirke durch Geſellſchaften eine Gefahr für Land= und
Forſt=
wirtſchaft bedeutet, und billigt die Regierung die Verweiſung der
Ge=
ſchädigten durch Kreisämter auf das lückenhafte Wildſchadengeſetz mit
all ſeinen unliebſamen Begleiterſcheinungen, anſtatt die Urſachen
die=
ſer Schäden beſeitigen zu helfen? — 5. Iſt die Regierung bereit, unter
Zuziehung von Vertrauensperſonen der Landwirtſchaft die
vorhan=
denen Schäden alsbald feſtzuſtellen und gegebenenfalls ſofort
durchgrei=
fende wirkſame Gegenmaßnahmen anordnen zu wollen?
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind aueſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in leinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriſſ.
— Baſtlerbung der Sendung, Ortsgruppe Darmſtadt. Am
Mittwoch, den 26. Sept., 20 Uhr, im Deutſchen Haus (Alexanderſtraße
Nr. 18): Vortrag des Herrn O. Holdenreuter: „Wechſelſtromkreis”
— Kriegsbeſchädigte und Kriegerhinterbliebene
des Kameradſchaftlichen Verbandes der Kriegsteilnehmer. Am nächſten
Samstag, 29. September, abends 8 Uhr, Verſammlung im
Mathilden=
höhſgal.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nſcht beantwortet. Die Beantiwortung erfolgt ohne Rechtsverbindſchkeit.
G. E. Das im Weltkrieg 1918 zur Beſchießung von Paris
ange=
wandte Ferngeſchütz hatte eine Reichweite von 136 Klm.
K. 30. Selbſtverſtändlich können Sie im Cut.=Anzug zur Trauung
gehen.
H. V. 73. Das Soziale Muſeum in Frankfurt a. M. wird
Aus=
kunft geben können.
Tageskalender für Dienstag, den 25. September 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr,
F 3: „Ein Traumſpiel” — Kleines Haus: Keine Vorſtellung
Orpheum, abends 20,15 Uhr, Revue: „Große Kleinigkeiten‟
Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz,
Reſtau=
rant Vender. — Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele,
Reſidenz=Theater.
*
An. Arheilgen, 24. Sept. Wahl der Schöffen und
Ge=
ſchworenen. Die Urliſte über die in hieſiger Gemeinde anſäſſigen
Perſonen, die zu dem Amte eines Schöffen oder Geſchworenen berufen
werden können, liegt bis zum 1. Oktober d. J. zur Einſicht auf der Bür=
Vercinslokal Werfterholungshaus gefeiert. Schon lange vor Beginn des germeiſterei offen und können daſelbſt während der Offenlegungsfriſt
Reklamationen erhoben werden. — Da die Zwetſchen= und
Bir=
nenernte in dieſem Jahre ein ziemlich gutes Ergebnis hatte, iſt man
unſerer älteſten Ortseinwohnerinnen, Frau Marie Werkmann,
geb. Traſer, zu Grabe getragem. Sie hatte ein Alter von nahezu 84
Jahven erreicht. — Ferner verſtarb Herr Landwirt Philipp Hechler 2.
im Alter von 79 Jahren.
— Weiterſtadt, 24. Sept. Geſtern früh 6,05 Uhr wurde die
Ein=
wohnevſchaft durch Feueralarm aus dem Schlafe geweckt. Die
Dreſch=
halle ſtand in hellen Flammen. Schon nach 6 Minuten traf die
Feuer=
wehr auf dem Brandplatze ein und konnte durch tatkräftiges Eingreifen
nach faſt einſtündiger Arbeit die Halle in ihrer Bauart erhalten. Jedoch
iſt dem Beſitzer ein großer Sachſchaden dadurch entſtanden, daß die in der
Halle befindlichem Holzbearbeitungsmaſchinen, und zwar ein Sägegatter
und Kreisſäge ſehr ſtark in Mitleidenſchaft gezogen wurden. Ueber die
Urſache des Brandes iſt noch nichts näheres bekannt. Die Feuerwehr
konnte nach Zuricklaſſung einer Brandwache um halb 8 Uhr wieder
ab=
rücken.
Aa. Eberſtadt, 24. Sept. Sturz vom Motorrad. Infolge
einer durch Regenſchauer hervorgerufenen Glätte ſtürzte am Sonntag
nachmittag in der Heidelbergerſtraße unweit der Modaubrücke ein
aus=
wärtiger, von Bickenbach kommender Motorradfahrer mit ſeiner
S.D. Maſchine. Er kam mitten auf die Fahrbahn der Straße zu liegen und
wäre beinahe von einem nachfolgenden Automobil überfahnen worden.
Die Maſchine wurde ſtark beſchädigt. Glücklicherweiſe kam der
Motor=
radfahrer mit Hautabſchürfungen davon. — Familienabend. Die
Turngefellſchaft E. V. hielt am Samstag abend im Vereinslokal „Zum
Bergſträßer Hof” einen Familienabend ab, der aufs beſte verlief. —
Ge=
burtstagsfeier. Die gemeinſame Geburtstagsfeier der
diesjähri=
gen 30jährigen findet, wie nunmehr feſtſteht am Samstag, den 13.
Okto=
ber, ſtatt. Die Veranſtaltung wird im Saale des Gaſthauſes „Zur
Eiſenbahn” abgehalten. — Die Kegelſportwoche des
Kegel=
klubs „Gut Holz” Eberſtadt, die auf der Kegelbahn des Gaſthaufes „Zur
Tiaube” abgehalten wird, dauerte auch unter zahlreicher Beteiligung
über das Wochenende fort. Sie ſchließt evſt am Mittwoch, dem 26.
Sep=
tember. — Zuſammenſtoß. In der Neuen Darmſtädter Skraße
ſtieß in der Nähe der Oberförſterei ein Arbeiter aus Eberſtadt, der mit
ſeinem Fahrrad zur Arbeitsſtätte fahren wollte, mit einem
Motorrad=
fahrer (mit Beifahrer) zuſammen. Der Radfahrer wurde verletzt. Auch
der Beifahrer erlitt Verletzungen, und zwar am Fuß, dagegen kam der
Motorradfahrer ſelbſt ohne nennenswerte Verletzungen davon. Das
Un=
glück geſchah in der Dunkelheit. Der Motorradfahrer war aus Seehein.
42. Eberſtadt, 22. Sept. Geburtstagsfeier. Die
diesjäh=
rigen Vierzigjährigen Eberſtadts feiern am Samstag, dem 29.
Septem=
ber, eine gemeinſame Geburtstagsſeier. Die Veranſtaltung wird im
Saale des Gaſthauſes „Zur Giſenbahn” abgehalten. Für Unterhaltung
aller Art hat ein vorbereitender Ausſchuß alle Vorkehrungen getroffen.
Aa. Eberſtadt, 24. Sept. Arbeitsmarkt. Der hieſige
Arbeits=
markt hat infolge der vorgeſchrittenen Jahreszeit eine kleine
Verſchär=
fung erfahren. Die Zahl der Arbeitsloſen iſt auf 135 angewachſen.
Unter dieſen befinden ſich 15 Kriſenbetreute, eine Zahl, die
größten=
teils in der letzten Zeit konſtant blieb. Hoffentlich wird die Zahl der
Arbeitsloſen in dieſem Winter nicht allzu groß.
Aa. Nieder=Beerbach, 24. Sept. Kirchweihe. Wenn auch das
diesjährige Kirchweihwetter nicht allzu ſchön war, erfreute ſich dennoch
die hieſige Kirchweihe eines guten Beſuches. Die Lokale und Tanzſäle
wanen gut beſetzt. — Mitglieder des hieſigen Turnvereins nahmen
am Sonntag an den Mannſchaftskämpfen der Deutſchen Turnerſchaft in
Nieder=Modau teil. Turner Roß konnte im Einzelkampf ſogar den
enſten Preis der B=Klaſſe erringen.
G. Ober=Ramſtadt, 22. Sept. Verkehrs= und
Verſchöne=
rungsverein. Auf öffentliche Einladung hin verſammelten ſich am
Donnerstag abend im Gaſthaus „Zum Adler” (Diehl) eine Anzahl
Per=
ſonen, um zu der Frage der Gründung eines Verkehrs= und
Verſchöne=
rungsvereins in Ober=Ramſtadt Stellung zu nehmen. Herr Bürgermeiſter
Rückert begrüßte die Erſchienenen und gab in packenden Worten ſeiner
Anſicht über die Gründung eines derartigen Vereins Ausdruck. Aus dem
Kreiſe der Anweſenden ſprachen dann noch Herr Braband und Herr
Rektor i. R. Hofmann zur Sache. Alle waren der Anſicht, daß ein
Her=
ausgehen aus der Reſerve geboten ſei, um die Allgemeinheit für das,
was dringend not tut, zu intereſſieren. Der zu gründende Verein ſolle
durch Aufklärung, Propaganda und Anregungen unſerem Orte zu der
Stellung verhelfen, die ihm ſeiner Naturſchönheiten wegen zukomme.
An=
gelegenheit des Vereins müſſe es ſein, das Ortsbild zu verſchönern,
wich=
tige Ausſichtspunkte dem Publikum zugänglich zu machen, die
Wochen=
endbewegung nach Kräften zu unterſtützen, und zu fördern. Alle
An=
weſenden erkannten die dringende Notwendigkeit einer in dieſem Sinne
wirkenden Organiſation an und erklärten ſich mit der Bildung eines
Verkehrs= und Verſchönerungsvereins einverſtanden. Man konnte daher
ſofort einen Ausſchuß bilden, deſſen Tätigkeit zunächſt in vorbereitenden
Formalitäten (Statutenentwurf uſw.) beſtehen müſſe. Die per
Akklama=
tion hierzu beſtimmten Anweſenden erklärten ſich zur Uebernahme bereit
und werden in Kürze eine konſtituierende Verſammlung einberufen. Es
wäre zu wünſchen, daß ſich nicht nur die Geſchäftswelt, ſondern alle
Kreiſe der Einwohnerſchaft für die das Gemeinwohl fördernde Sache
intereſſierten. Gedacht iſt hierbei auch an die ſtaatlichen und kommunalen
Behörden und örtlichen Vereine.
C. Ober=Ramſtadt, 24. Sebt. Erfolge des Turnvereinss
e. V. 1877 Ober=Ramſtadt beim Bezirksmannſchaftsturnen des 4. Be
zirks des Main=Rhein=Gaues der Deutſchen Turnerſchaft in Nieder=n
Modau. Bei dem am 22. September in Nieder Modau ſtattgefundenenn
Bezirksmannſchaftsturnen des 4. Bezirks Main=Rhein=Gau D. T. hattes
der Turnverein e. V. 1877 Ober=Ramſtadt außerordentliche Erfolge zun
verzeichnen. Der Verein ſtellte neben einer 4=Mannſchaft mit Zuſtiwes
mung des Bezirlsausſchuſſes ein zweite (B)Mannſchaft mit zuſammen=
11 Turnern. In der A=Klaſſe turnten weiter die Turngeſellſchaft
Darm=
ſtadt, Turnverein Nieder=Ramſtadt, Turnverein Roßdorf und die Turn= Traiſa. B=Mannſchaften ſtellten Turnverein Ober=Ramſtadt:
(neben der A=Mannſchaft), Turngeſellſchaft Ober=Ramſtadt, Turn= undo
Sportverein Nieder=Modau, Turnverein Waſchenbach und Turnvereinn
Nieder=Beerbach. Zuerſt traten die B=Mannſchaften zum Turnen an.
In dieſer Klaſſe belegte die Mannſchaft des Turnvereins Ober=Ramſtadti
mit einem Weniger von 5 Punkten hinter dem Turn= und Sportverein;
Nieder=Modau den 2. Platz mit 216 Punkten. Mit einem weiteren Ab= von 29 Punkten folgte hiernach die Turngeſellſchaft Ober=Ramſtadt:
mit 187 Punkten und Turnverein Wembach mit 185 Punkten. Turn= Nieder=Beerbach trat mit nur zwei Turnern an und erreichte=
119 Punkte. Noch günſtiger als in der B=Klaſſe ſchnitt der Turnverein;
Ober=Ramſtadt in der A=Klaſſe ab. Dort belegte er mit 273 Punkten;
den 1. Platz, und zwar ſetzte er ſich ſchon bei den Freiübungen mit einem:
Vorſprung von 4 Punkten an die Spitze und holte bei den anderen 3:
Geräteübungen (Pferd, Barren und Neck) weitere 3 Punkte auf. Dann;
folgte die Turngeſellſchaft Darmſtadt mit 266. Turnverein Nieder==
Ramſtadt mit 238, Turnverein Roßdorf mit 235 und Turngemeinde
Traiſa mit 216 Punkten. Außer dem Mannſchaftswettkampf wurden
die Leiſtungen der einzelnen Turner beſonders gewertet. Dabei erhiel,
ten vom Turnverein Ober=Ramſtadt Turner Kuhn mit einem
Weniger=
von 1 Punkt hinter Turner Schneider=Darmſtadt mit 54 Punkten den
2. Preis, Turner Herm. Kehr den 3. Preis mit 52, Turner W. Fiſcher
den 5. Preis mit 49 und die Brüder Jakob und Fritz Obmann je den
7. Preis mit 47 Punkten. In der B=Klaſſe erhielten Turner P.
Dintel=
mann und Fritz Ehrhardt je den 3., K. Breitwieſer und Hans Vöckel
je=
den 5. und Gg. Stuckert den 6., Chriſtian Stuckert den 13. Sieg. Dieſe
Erfolge des Turnvereins Ober=Ramſtadt beweiſen erneut, daß der
Ver=
ein über ausgezeichnete Kräfte verfügt. Den wackeren Turnern aber
ein kräftiges „Gut Heil”.
Le. Groß=Umſtadt, 22. Sept. Am Mittwoch abend fand der erſte
diesjährige Vereinsabend der hieſigen Ortsgruppe des Evangeliſchen
Bundes ſtatt. Obwohl die Zeit für die Landbewohner etwas ungünſtg
gewählt war, ſo war der Saal des Gaſthauſes „Zur Krone”, doch dicht
gefüllt. Herr Generalſekretär Thiel aus Berlin hielt einen 1½ſtündigen:
hochintereſſanten feſſelnden und überzeugenden Vortrag über die
Ge=
fahren, die dem Proteſtantismus drohen. Mit Freuden konnte Herr
Pfarrer Thger, der das Begrüßungs= und Schlußwort ſprach, eine Reihe
neuer Mitglieder aufnehmen und eine anſehnliche Summe, die bei einer
Tellerſammlung eingegangen war, dem Redner des Abends zum Beſten!
der Arbeit des Evangeliſchen Bundes einhändigen. Gleichzeitig wurde
in Ausſicht geſtellt, daß wohl am 28. Oktober Herr Pfarrer Bernbeck aus;
Mainz einen Lichtbildervortrag über eine Reiſe nach Aegypten und dem
heiligen Lande halten wird.
Av. Seckmauern, 22. Sept. Mik einem gewiſſen Lokalpatriotismus
weiſen die Bewohner von Seckmauern darauf hin, daß es in der ganzen
weiten Welt nur ein einziges Seckmauern gibt. Was dieſes freudige
Hochgefühl noch weſentlich vermehrt, iſt der Gedanke, daß das Dorf auf
die Römer ſeinen Urſprung zurückführen kenn: Auri Seceayi die
Mauern des römiſchen Legions=Führers Seccanus. Daß die Römer
ihren Wachtturm gerade eine halbe Stunde von der Eiſenbahn
ent=
fernt aufgebaut haben, war zwar weniger ſchön — wie ein
Schlau=
berger einmal feſtſtellte —, aber der Kurfremde aus der Großſtadt freut
ſich um ſo mehr, einmal ganz den Frieden eines ſtillen Dörfchens
ge=
nießen zu können. Hier gibt es keine giftigen Gaſe, die rauchenden
Fabrikſchloten entſtrömen, kein raſſelndes Telephon ſtört den
Mittags=
ſchlaf — es ſei denn, daß der Schweinehirt mit tiefem Baß ſein Horn
ertönen läßt. Die Berge und Wälder des Odenwaldes locken zu
ſchö=
nen Spaziergängen. Allerdings zieht es die meiſten mehrs ins
Bahe=
riſche, denn nahe am Dorf ſteht der bayeriſche Grenzpfahl, der noch die
alte ſtolze Inſchrift „Königreich Bayern” trägt. Leicht iſt der
Engels=
berg bei Heubach zu erreichen über Klingenberg und Miltenberg. Es
lieten ſich die beſten Möglichkeiten zu ſchönen Wanderungen im
Main=
tal. Wer aber nicht gerne wandert, kann ſich im nahen Walde ein
ſrilles Plätzchen ſuchen und der Ruhe für die verbrauchten Nerven
pflegen.
I. Michelſtadt, 22. Sept. Ausflug des Gewerbevereins.
Wie alljährlich, ſo unternimmt auch dieſes Jahr der Gewerbeverein einen
Ausflug, der am 29. September, dem Michaelistag, ausgeführt wird.
Ueber Lindenfels, woſelbſt die Grabſteinfabrik beſichtigt werden ſoll,
wird die Fahrt nach Winterkaſten führen, das uns durch das
Entgegen=
kommen des Herrn Präſidenten der Landesverſicherungsanſtalt mit der
Eleonoren=Heilſtätte bekannt machen wird. Neunkirchen iſt als
Raſt=
platz zur Einnahme des Mittagstiſch vorgeſehen, während den Beſucher
in Lichtenberg Stunden gemütlichen Beiſammenſems erwarten. —
Ge=
ſellenprüfung 1928. Der Vorſitzende des
Geſellenprufungs=
ausſchuſſes des Orssgewerbevereins Michelſtadt, Herr Schreinermeiſter
Joh Ihrig, weiſt darauf hin, daß die diesjährige Herbſt=Geſellenprüfung
im Oktober ſtattfindet und entſprechende Meldungen bis zum 13.
Okto=
ber an denſelben vorzunehmen ſind. — Der Gemeinderat der Stadt
Michelſtadt hat in ſeiner Sitzung vom 18. September 1928 eine
Polizei=
verordnung beſchloſſen, die die Lagerung von Knochen, Häuten,
tieri=
ſchen Abfällen und Lumpen behandelt. Auf der Bürgermeiſterei liegt
dieſe Polizeiverordnung ab 24. September für die Dauer von 8 Tagen
während der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags zur
Einſicht offen. Einſprüche, gleich welcher Art, können mündlich oder
ſchriftlich zu Protokoll gegeben werden.
112358a
Jagd-
Patronen
ermäßigte Preise!
Roberk
Hüpner
Darmstadt
Jagd-Sport-Fischerei
ErnstzLudwigstr. 11
Rolladenreparaturen
werden prompt u. eilligſt ausgeführt,
gleichzeitig empfehle ich meine
auto=
matiſche, diebesſichere patent
Rolladen=
verſchlüſſe, J. H. Reuter, Inh. Karl
Schneider Nachf. Aliceſtr. 30, Telephon 638.
(10951a1
liefert, repariert
Parkettböden und reinigt
Gebrüder Lang
Mühlſtraße 26 (12697a Telephon 1433.
Mittag= und
Abendtiſch
von 50—05 Pfg.
vegetariſche u.
Fleiſch=
küche
(1442
Reform=Reſtaurant
Alexanderſtr. 4 I.
Welche Dame würde
monatlich je einen
Sing=u.
Volks=
tanzabend
übern.? Ang u. T246
an die Geſchſt. (*21935
Hiemel Tauen
für ſauberes Geſchäft ſof. zu vermieten.
Mühlſtraße 18 ( 24927
Darlehen.
Sofort 300 ℳ geſucht
eg. Sicherheit und
hohe Zinſen.
Dis=
kretion. Angeb. unt
T 231 Gſchſt. (2290
geſ. Prima
150 Ml. Sicherhet,
ſohe Zinſ. Angeb. u.
J 230 Gſchſt. (24899
200 RM. auf kurze
Zeit geſucht. Gute
Sicher eit vo hand
Angeb. unt K 6 an
die Geſchſt. (*241 58
Die führende große
politische Tageszeitung
Sädwestdeutschlands
113. Jahrgang
fügiſge Trtffb
Kaiserslautern
1375a)
Verlag:
Thiemesche Drudkereien
H. m. b. H.
Darlehn
in Höhe eines
Mo=
natsgehalts erh. beſſ
Beamte. Auszahlg.
in einigen Tagen.
Keine Vork Keine
Verſ. Freikuv. erb.
Maſch, Köln=Nippes,
Poſtf. 18, (1V,15231
Hypo-
Mutt 12u00.
Fheken
an erſter Stelle, auf gutes Darmſtädter
wenn die Kinder beim Spiel ihr Haar
zer-
rausen und bestauben. Der Schaden läßt sich
rasch beheben. Eine Waschung mit dem milden,
angenehm schäumenden 4711 Kopswasch-Pulver
— und Haar und Kopfhaut sind wieder rein.
4711: Kopfwasc.-Pulver macht das Haar der
Cleinen so wundervoll weich, daß auch die
zerzauste Frisur schnell wieder in Ordnung
gebracht werden kann.
711: Kopfwasch-Puluer ist mu in der blae-goldennn
Packung mit der ges. gesch. 4111 erhältlich.
Objekt ſofort zu vergeben durch
Albert Mittelſtädt
Eliſabethenſtr. 34 (15262) Telefon 2340
vermittelt diskret
und ſchnell
August Brück
Schützenſtr. 8, I.
Teleph.1778. 4463a
711 -Hopfwasch Aubver
/Beutel-30 Pfg-reicht für 2 gründliche Waschungen
derung
utzt, 1e
das ſo red
tag wurde
Scha
bald
ingſiſchen 2
e ein Sohn
zer Leitet
zum ardentklichen
kau und zum e.
Goticzule Bres
leſters V. Rein
Lusbidung an
denn
lung des
tragen.
en der
geignet
ber ria
Inern
dem
benufen
Leitung
Gerrn ?.
Entfaltu
gab jo d
land cn
broßer 7
zud hat
Veröffent
ſeines Ja
ſane
[ ← ][ ][ → ]Nummer 267
Dienstag den 25. Geptember 1928
Geite 7
der Ei der Ferſorekafger.
S 5214 des Ingenieurs Gieſe aus Offenbach von dem
Perſonen=
zng 3930 überfahren. Von den vier Inſaſſen wurden getötet:
1. der Wagenlenker Ingenieur Oskar Gieſe aus Offenbach a. M.,
2. der Knecht Karl Sörg aus Frankfurt a. M., 3. eine Perſon,
daren Namen nicht feſtgeſtellt werden konnte. Außerdem iſt ein
Schwerverletzter, deſſen Name ebenfalls mangels genügender
grusweispapiere nicht feſtgeſtellt werden konnte, in das
Kreis=
ankenhaus Langen gebracht worden.
L. Michelſtadt, 22. Sept. Auswärtige
Kommunalver=
tweter im Stadion. Unter Führung der Herren Bürgermeiſter
D.r. Sehd=Friedberg, Kreisdirektor Rechthien=Friedberg und Landtags=
SSgeordneten Lux=Nieder=Florſtadt beſuchten zirka 50—60 Herren aus
S tadt und Kreis Friedberg die Sportparkanlage in Erbach und nach
t—m im Hotel Friedrich in Michelſtadt eingenommenen Mittageſſen in
teu Nachmittagsſtunden das Stadion der Stadt Michelſtadt. Eine
wei=
t re Deputation aus Bensheim nahm ebenfalls eine Beſichtigung des
Stadions vor, da bekanntlich in Bensheim die Abſicht beſteht, zuſammen
it Auerbach ein Familienbad zu errichten. Die Bensheimer
Abord=
ruing wurde durch Herrn Bürgermeiſter Dr. Angermeier geführt. Die
Gräſte wurden im Auftrag des durch Krankheit verhinderten
Bürger=
eiſters durch den erſten Beigeordneten willkommen geheißen. Die
er=
frderlichen Informationen über den Werdegang des Stadions erteilte
S=tadtinſpektor Wöber. Für die Gäſte ſprachen die Herren
Bürger=
r eiſter Dr. Angermeier=Bensheim und Abg. Lux=Nieder=Florſtadt den
D ank für die herzliche Begrüßung und das Gebotene aus; die
Stadion=
arrlage fand begeiſterte Anerkennung. Es wurde zum Ausdruck gebracht,
taß eine ſo geſchickt in die Natur hineingeſtellte Anlage nicht
kurzer=
kand nachgeahmt werden kann. Die Stadt Michelſtadt wurde zu dieſem
WBerke beglückwünſcht. — Während am Anfang der Woche unſer
Städt=
cen und insbeſondere das Stadion den Beſuch des Gemeinderats von
lindenfels empfing, konnte es in dieſen Tagen die mittels Sonderzugs
tach hier gekommene Oberrealſchule der Stadt Aſchaffenburg mit ihrem
Lehrkörper begrüßen. Die etwa 800 Teilnehmer dieſer Fahrt trennten
f—h nach ihrer Ankunft in Michelſtadt in verſchiedene Gruppen, von
tenen die eine den Ritterſaal und ſonſtige Sehenswürdigkeiten in dem
k=nachbarten Erbach beſichtigten, andere wieder das Jagdſchloß in
Eul=
kach aufſuchten und der Reſt hier verblieb, um unſer Städtchen mit
ſ inen vielen und hiſtoriſchen Schätzen näher kennen zu lernen. Am
2 achmittag traf ſich alsdann die Schar im Stadion der Stadt
Michel=
fadt, das ihnen bei freiem Eintritt mit ſeinen vielen Möglichkeiten
zur ſportlichen Betätigung zur Verfügung ſtand. Das herrliche und
de Bewunderung aller auslöſende Schwimmbad wurde in ergiebigem
Maße benutzt, waren doch alle entzückt über das klare, gut temperierte
Baſſer, das ſo recht zu einem erquickenden Bade einlud. Erſt ſpät am
2rachmittag wurde die Heimfahrt mit dem Sonderzug angetreten, der
ne luſtige Schar, voll befriedigt von dem Geſehenen, und mit den
Bunſchen, bald bwieder in den Mauern dieſes herrlichen
Odenwald=
fEidtchens weilen zu können, nach Hauſe brachte.
L. Sleinbach i. O., 22. Sept. Hohe Ehrung. Durch Verfügung
tes preußiſchen Miniſters für Kunſt, Wiſſenſchaft und Volksbildung
trurde ein Sohn unſerer Gemeinde, Herr Dipl.=Ing. Wilhelm Rein,
tchniſcher Leſter des Deutſchem Eiſenbau Verbandes in Berlin,
z im ordentlichen Profeſſor für der Lehrſtuhl Eiſenbau und
Eiſenbeton=
kazu und zum Mitglied der Fakultät für Bauweſen an der Techuiſchen
Ceoclſchule Breslau ernannt. Im Jahre 1880 als Sohn des Fabrit=
1ſitzers W. Rein zu Steinbach i. O. geboren, genoß Prof. Rein ſeine
A—usbildung an der Hochſſchule zu Darmſtadt, woſelbſt er im Jahre 1904
in Diplom=Examen ablegte. Rein wandte ſich nun in der Hauptſache
ter Bauinduſtrie zu und betätigte ſich vornehmlich im Brückenbau.
egen Ende des Krieges wurde R. die Leitung der Statiſchen
Abtei=
lung des Luftſchiffbaues Schitte=Lanz in Mannheim=Rheinau
über=
tragen. Durch ſeine hervorragenden Kenntniſſe war es ihm möglich,
Eur der Verbeſſerung und dein Ausbau der Schütte=Lanz=Luftſchiffe zu
Ssreigneten und brauchbaren Kriegswaffen weſentlich beizutragen. In
ter riätigen Erkenntnis der Fähigkeiten wurde bei der Gründung der
nzernationalen Studiengeſellſchuft zur Erforſchung der Arktis, mit
Tm Luftſchiff Prof. Nein durch Geheimrat Schitte zu deren Mitglied
lSrufen. Der Deutſche Eiſenbau=Verband beſetzte im Jahre 1919 die
Leitung ſeiner wiſſenſchaftlichen Verfuche und techniſchen Arbeiten durch
gerrn Prof. Rein. Hier bot ſich R. ein Arbeitsfeld, das ihm zur vollen
(entfaltung ſeines tiefgrundigen und vielfeitigen Wiſſens Gelegenheit
frab, ſo daß auch bald ſein Name ſowohl im Juland als auch im
Aus=
lrnd cinen beſonderen Ruf als Fachmann genoß. Als Schriftleiter
faoßer Fachzeitſchriften trat Rein in den letzten Jahren ebenfalls hervor
mid hat derſeibe durch große Vorträge, wiſſenſchaftliche Arbeiten und
4:eröffentlichungen wrtvolle Beiträge zur Löſung ſchrieriger Fragen
ſeines Fachgebietes geliefert. Wir freuen uns mit ſeiner hochbetagten
Mutter über die durch die Beuufung auf dieſen wichtigen Lehrſtuhl zum
A-usdruck gebrachte Anerkennung ſeiner Erfolge.
Ag. Lindenfels, 21. Sept. Zur Stadionanlage. Die
gemein=
ame Beſichtigung des Wieſen= und Feldgeländes unterhalb des hieſigen
Schwimmbades hat ſtattgefunden. Obwohl keine genauen Meſſungen
wvorgenommen wurden, läßt ſich jetzt ſchon ſoviel ſagen, daß, nachdem in
teen letzten Tagen das Stadion in Michelſtadt eingehend von den
Inter=
iſenten beſichtigt wurde, das ganze Gelände unterhalb des
Schwimm=
hades freigegeben werden muß. Ein muſtergültiges Stadion, wie es
lſier geſchaffen werden ſoll, bedingt einen großen, bewegungsfreien
Naum. Dank ſeiner ganz vorzüglichen Lage iſt der große Platz
unter=
halb des Schwimmbades als geeignet auserſehen. Der Turnverein will
der Bevölkerung und den Kurgäſten im Sommer und im Winter
Ge=
legenheit zu ſportlicher Betätigung aller Art geben. Die geſamte
hie=
ſ ge Anlage würde dann ein Schwimmbad für Schwimmer und
Nicht=
ſhwimmer, ein Luft=, Licht= und Sonnenbad, einen Kinderſpielplatz,
einen Ballſportplatz für Fußball, Fauſtball, Handball, Rugby, Plätze für
geichtathletik und eine Vierhundertmeterlaufbahn ſowie einen Tennis=
Mlatz umfaſſen. Die genze Ausführung, wie ſie hier gedacht iſt, braucht
(äinige Jahre Bauzeit, bis alles vollendet ſein wird. Wir können zur
Freude aller Intereſſenten mitteilen, daß ſich Herr Stadtbaumeiſter
Maier von Michelſtadt, der Erbauer des Stadions in Michelſtadt, gern
hereit erklärt hat, uns hier in Lindenfels mit Rat und Tat zu helfen.
Auch Herr Bürgermeiſter Nitzel, M.d.L., der kürzlich auch unſer
Linden=
ſels kennen lernte, wird demnächſt angegangen werden, uns hier einen
Vortrag zu halten. Nach den ganzen Erkundungen, die bisher
einge=
wgen wurden, ſteht feſt, daß die Gemeinde Lindenfels ſchon bei
Errich=
wung des Schwimmbades einen unverzeihlichen Fehler begangen hat.
Schon damals war es möglich, einen Staatszuſchuß in anſehnlicher
Söhe zu erhalten. Wir bemerken nur, daß Michelſtadt einige
Zehn=
muſend vom Staat erhalten hat. Und wenn hier nachgewieſen wird,
aß hier ein Werk zum größten Teil von Arbeitsloſen errichtet werden
wll, wobei mindeſtens 2000 Tagewerke erreicht werden können, iſt der
Staatszuſchuß ohne weiteres geſichert. Die Deutſche Turnerſchaft gibt
Cbenfalls Zuſchüſſe, deren Höhe noch nicht feſtſteht. Auch von dem „
Ver=
wrenen Zuſchuß”, der vom Gemeinderat ſchon Jahrelang nicht in
An=
wruch genommen worden iſt, wird diesmal ausgiebig Gebrauch gemacht
werden. Wer heute die wandernde Jugend beobachtet, wer heute ſieht,
wie ſich deutſcher Sport unaufhaltſam vorwärts bewegt, dem geht das
Serz auf!. Welche frohe Zuverſicht blitzt aus hellen Augen! Eine
ſchö=
mere Zukunft dämmert ferne empor! Genau ſo, wie der
Verſchönerungs=
verein, ſeine Schwimmanlage auf eigene Rechnung übernommen hat,
wird der Turnverein, ſeine Sportanlage übernehmen, wenn ſie
fernig=
geſtellt iſt. Die Gemeinde Lindenfels muß zunächſt Trägerin der
An=
age werden, damit die nötigen Zuſchüſſe erreicht werden. Die kleinen
Wieſenloſe, die dabei eingehen, ſollen erſetzt oder abgleöſt werden. Das
ſind jedoch alles Fragen zweiter Ordnung. Zur Zeit wird ein
Bebau=
ingsblan der geſamten Anlage bearbeitet. Nach Fertigſtellung wird
derſelbe der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat vorgelegt
wer=
den. Wie herrlich, wenn jetzt ein amerikaniſcher Stifter käme mit vollen
Beuteln zur Unterſtützung dieſer idealen Sache; dieſer Wohltäter könnte
ſich das beſte Denkmal ſetzen. Ein Friedhofsportal für zirka 10 000 Mk.
iſt ſchon geſtiftet. Und dieſer Deutſch=Amerikaner, der kürzlich
wochen=
lang hier weilte, das Deutſche Turnerfeſt in Köln beſuchte, ſelbſt früher
ein bedeutender Turnwart war, ſollte er uns nicht jetzt ſchon helfen
können? Friſch auf!
A. Ellenbach, 24. Sept. Motorradunfall. Beim Spielen
lief hier ein 10jähriger Knabe hinterrücks einem Motorradfahrer von
der Seite her ins Rad. Da der Fahrer ziemlich langſam fuhr, geſchah
glücklicherweiſe kein Unglück. Der Knabe wurde auf die eine und der
Motorradfahrer mit ſeinem Fahrzeug auf die andere Straßenſeite
ge=
ſchleudert. Es gab nur einige Niſſe in Nock und Hoſen und zerſchundene
Hände und Knie. Nach dieſem unfreiwilligen Zwiſchenfall und
Aufent=
halt konnte der Motorradfahrer ſeine Fahrt fortſetzen. Da auch der
Verkehr mit Autos und Motorrädern hier gerade durch unſer Tal immer
lebhafter wird, dürfte es ſich empfehlen, die Kinder beim Spielen von
den Hauptſtraßen fern zu balten.
— Rimbach, 22. Sept. In den Tagen vom 15. bis 19. September
war die Heſſiſche Wander=Ausſtellung für Geſundheitspflege und ſoziale
Fürſorge dank der Bereitwilligkeit der Gemeinde=Verwaltung zur
finan=
ziellen Unterſtützung auch in Rimbachs Mauern eingekehrt, um die
Be=
wohner Rimbachs und ſeiner Umgebung zum Kampfe gegen die
Volks=
ſeuchen: Tubertuioſe, Geſchlechtskrankheiten und Alkoholismus mit dem
beſtgeeigneten zurzeit verfügbaren „Rüſtzeug” zu verſorgen. In dem
geräumigen Saale des Gaſthauſes „Zum Weſchnitztal” hatte das
um=
fangreiche, inſtruktive Bild= und Modellen=Material zur Aufſtellung Platz
gefunden. Unter ſachkundiger Leitung und Beratung des
Ausſtellungs=
leiters, Herrn Avemarie, war in Verbindung mit der Bürgermeiſterei,
dem Gemeinderate den Geſangvereinen „Liederkranz” und „Vorwärts”
der Turngenoſſenſchaft Nimbach und dem Kirchenchor ein umfaſſendes
Programm für die einzelnen Ausſtellungstagungen mit ihren
entſprechen=
den Referaten zuſtande gekommen. An jedem der vier Abende wurden
die zahlreich erſchienenen Beſucher aus berufenem Munde in leicht
faß=
licher Weiſe über die zur Zeit ſchlimmſten Volksſeuchen aufgeklärt und
durch Wort und Bild ſoweit als möglich unterwieſen, dieſe furchtbaren
„Feinde” des deutſchen Volkes tatkräftig und wirkungsvoll zu bekämpfen
und einzudämmen. Dankbarer, reicher Beifall lohnte jedesmal den
be=
treffenden Referenten. Voller Befriedigung konnte ſowohl der
Aus=
ſtellungsleiter als auch Herr Bürgermeiſter Schäfer mit herzlichen
Dankesworten, an alle, die ihre Kraft in den Dienſt der eölen, ſo
ge=
meinnützigen Sache geſtellt hatten, die Ausſtellung ſchließen, welche von
nahezu 1400 Erwachſenen und faſt 400 Schulkindern beſucht worden war.
— Von Rimbach aus wurde dieſe lehrreiche, heilbringende Ausſtellung
nach Wald=Michelbach gebracht.
m. Vom ſüblichen Odenwald, 21. Sept. Neckartal=
Sänger=
gau. In Ober=Finkenbach hielt der Neckartal=Sängergau des Heſſiſchen
Sängerbundes ſeinen diesjährigen ordentlichen Sängertag ab.
Vormit=
tags berieten Gauvorſtand und Muſikausſchuß über die aktuellen Fragen,
hierbei hielt Herr Bundesſchatzmeiſter Bitter=Darmſtadt ein Referat
über den nächſtjährigen Liedertag, für den auch der Komponiſt Herr
K. Grim=Darmſtadt ſeine Mitwirkung in Ausſicht geſtellt hat. Den
Gauſängertag am Nachmittag eröffnete der Gauvorſitzende Herr
Mer=
ſcher=Neckarſteinach; beſonderen Gruß entbot er Herrn Bitter=
Daru=
ſiadt. Das Protokoll der letzten Gautagung, der vom Vorſitzenden
er=
ſtattete Jahresbericht und die Kaſſenprüfung wurden gutgeheißen. Was
am Vormittag über den nächſtjährigen Gauliedertag beraten und
vor=
geſchlagen wurde, fand den Beifall der Verſammelten; die Mitarbeit
des Herrn Grim=Darmſtadt wurde freudigſt begrüßt. — Herr Merſcher
beſprach nun das im kommenden Jahre in Darmſtadt ſtattfindende
zweite Heſſiſche Bundesfeſt, deſſen Beſuch der Gau in Ausſicht nahm.
Die unter Vorſitz von Herrn Bitter vorgenommene Vorſtandswahl fand
raſche Erledigung, da man mit der Tätigkeit des ſeitherigen Vorſtandes
ſehr zufrieden war. Anſchließend folgte ein Vortrag des Herrn Bitter
über das 10. Deutſche Sängerbundesfeſt in Wien. Redner hoffte, daß
auch das nächſtjährige Heſſiſche Sängerbundesfeſt ähnliche Eindrücke
hinterlaſſen möge wie das Feſt in Wien. Am Schluß der Tagung
er=
nannte der Gau Herrn Bitter zu ſeinem Ehrenmitglied als
Anerken=
nung der Verdienſte, die derſelbe ſich um den Neckartal=Sängergau
er=
worben hat. Dem Geehrten wurde eine ſilberne Ehrenplakette des
Gaues überreicht. Die Gauvereine Gammelsbach, Ober=Finkenbach und
Ober=Hainbrunn trugen Chöre vor und verſchönten ſo das
Beiſammen=
ſein noch weſentlich.
W. Heppenheim a. d. B., B3. Sept. Autounfall. Ein in der
Richtung Lorſch—Heppenhein kommender Laſtwagen wollte einen
zwei=
ten überholen, geriet aber dabei zu weit nach rechts und blieb mit der
Karoſſerie an einem Obſtbaum hängen. Die rechte und hintere Wand
des Wagens wurden abgeriſſen und der im Wagen befindliche Zucker
auf die Straße geſtreut. Perſonen wurden keine verletzt. — Die
Trauben. Die Trauben enzwickeln ſich in der Reife verhältnismäßig
ſehr ſchnell. Sie ſind geſund wie ſeit Jahren nicht mehr. Die
Blatt=
fallkrankheit tritt nur ſelten auf auch der Sauerwumm iſt nicht allzu
häufig und kann durch die gute Witterung keinen großen Schaden mehr
anrichten. Die Weißweintraubenernte fällt im allgemeinen
befriedi=
gend aus. Man rechnet wegen der bedeutenden Wetterſchäden jedoch
nur mit einem halben Herbſt. Beſonders gut iſt der Behang der Ries=
Uinganlagen. Den Beginn der Weinleſe will man ſolange wie möglich
hinausziehen, um gute Onalität zu erzielen. Im benachbarten
Ham=
bach haben die dortigen drei Winzergenoſſenſchaften den Beginn des
Portugi=ſerherbſtes auf Montag, den 24. September, feſtgeſetzt.
Bu. Hirſchhorn, 21. Sept. Schwarzwaldwanderung des
Odenwaldklubs Hirſchhorn, 23 Wanderer und Wanderinnen
fanden ſich am vergangenen Samstag um 14.15 Uhr am Bahnhof ein
zur programmäßigen 2tägigen Septemberwanderung in den
Schwarz=
wald. Nach Ankunft in Baden=Baden traf die Wanderſchar, entlang
der Badeanlagen und der Lichtertaler Allee, gegen 7 Uhr in Lichtental
ein, wo in den Hotels „Zum goldenen Kreuz und „Zum goldenen
Löwen” übernachtet wurde, nachdem man vorher einige vergnügte
Stunden verbracht hatte. Am Sonntag vormittag um 8 Uhr
verſammel=
ten ſich die Teilnehmer zum Abmarſch zur eigentlichen Wanderung, für
die als Endziel des erſten Tages die „Hornisgrinde” vorgeſehen war.
Nach kurzer Wanderung ging es entlang der Geroldsauer Waſſerfälle,
vorbei an der Bühler Höhe, nach dem 885 Meter über dem Meer
ge=
legenen Kurhaus Sand, wo in der dortigen Reſtauration die erſte
län=
gere Ruhepauſe eingeſchaltet wurde. Nach etwa einſtündigem Aufenthalt
ging es weiter, über Kurhaus „Wundseck”. Unterſtmatt, und man
ge=
langte gegen halb 5 Uhr am Endziel des erſten Tages, Hornisgrinde,
1166 Meter über dem Meere, an, wo man in gemütlichem
Beiſammen=
ſein die Abendſtunden verbrachte. Am letzten Tage, Montag, wurde
der Abmarſch etwas ſpäter angeſetzt, und erſt gegen halb 10 Uhr
ver=
ließen die Wanderer die gaſtliche „Hornisgrinde‟. Der durch ſeine
idyl=
liſche und romantiſche Lage bekannte Mummelſee mit ſeinen herrlichen
Kurhausanlagen war in knapp einer halben Stunde erreicht. Nach
kurzem Aufenthalt ging es weiter bergab und bergauf, an der herrlich
gelegenen Darmſtädter Hütte vorbei, bis man gegen Mittag an dem
Kurhaus „Ruheſtein” an der badiſch=württembergiſchen Grenze, auf
württembergiſchen Gebiet gelegen, anlangte. Hier gab’s Mittagsraſt.
Da diejenigen Wanderinnen und Wanderer, deren Zeit nur auf zwei
Tage bemeſſen war, von hier aus gegen halb 2 Uhr den Weitermarſch,
der Heimat entgegen, antrat, trennte man ſich von den übrigen
Wan=
derfreunden, die ihre Wanderung noch mehrere Tage fortſetzten. Nach
ungefähr 2ſtündigem Marſch trafen die Heimkehrer an der
Kleinbahn=
ſtation Ottenhöfen ein, von wo aus mittelſt Kleinbahn durch das
Acher=
tal die Station Achern erreicht wurde. Hier trat man nun die
Weiter=
reiſe an und traf über Mannheim, Heidelberg, in der Heimatſtation
Hirſchhorn ein mit dem Bewußtſein, herrliche und gemütliche Stunden
verlebt und eine prachtvolle romantiſche Gegend geſehen zu haben.
Hirſchhorn, 94. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
22. Sept.: 0,47 Meter; am B. Sept.: 0,46 Meter; am 24. Sept.: 0.38
Meter.
* Gernsheim, 24. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
22. Sept.: —0,54 Meter; am B. Sept.: —0,56 Meter; am 94. Sept.:
—0,66 Meter.
Studium des landwirtſchaſtlichen
Genoſſen=
ſchaftsweſens an der Heſſiſchen
Landes=
univerſität in Gießen.
Bei den Maßnahmen zur Beſſerung der Lage der deutſchen
Landwirtſchaft ſtehen die Beſtrebungen zur Verbeſſerung der
Abſatz=
verhältniſſe an erſter Stelle. Die landwirtſchaftliche Praxis als auch
die Landwirtſchaftswiſſenſchaft haben ihr Hauptaugenmerk bisher in
erſter Linie auf die Förderung der Produktion gerichtet und die Fragen
des Abſatzes nicht gebührend berückſichtigt. Die veränderten Preis=
und Marktverhältniſſe und die geſunkene Kaufkraft der Bevölkerung in
der Nachkriegszeit verlangen für die Zukunft eine vermehrte
Berück=
ſichtigung des Abſatzproblems ſowohl im Studium als auch im
prak=
tiſchen Leben. Dieſe Erkenntnis und die Tatſache, daß gegenwärtig ein
Mangel an genügend vorgebildeten Diplomlandwirten beſteht, die in
erſter Linie berufen ſind, an der Beſſerung der Abſatzverhältniſſe
mit=
zuwirken, hat zu dem Entſchluß geführt, mit dem kommenden
Winter=
ſemeſter an der Univerſität in Gießen einen Studiengang für das
land=
wirtſchaftliche Genoſſenſchaftsweſen neu einzuführen. An Vorleſungen
ſind in Ausſicht genommen: Genoſſenſchaftsweſen, Genoſſenſchaftsrecht,
Genoſſenſchaftliche Finanzierungsfragen, Geld und Kredit, Markt und
Konjunkturlehre, Einrichtung und Geſchäftsführung von
landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaften, ausgewählte Kapitel aus der genoſſenſchaftlichen
Praxis, Agrarweſen und Agrarpolitik einſchließlich Produktions=
und Preisſtatiſtik), das Abſatzproblem in der Landwirtſchaft
— Marktbeobachtung, Standirdiſierung und Qualitätserzeugung —
Landwirtſchaftliche. Handelskunde, Genoſſenſchaftsſeminare mit
Lehrausflüigen. Die Einführung einer Zuſatzprüfung
im lindwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſen, iſt in Ausſicht
genom=
men. Außer Studierenden können an den Vorleſungen als Hörer auch
Genoſſenſchaftsbeamte, Rechner ſowie Vorſtands= und
Aufſichtsratsmit=
glieder teilnehmen. Nähere Auskünfte über den Studiengang, Beginn
der Vorleſungen uſw. erteilt das Sekretariat der Heſſiſchen
Landes=
univerſität in Gießen.
Bn. Hirſchhorn, 24. Sept. Steinbruch=Unfall. In dem
am ſogenannten „Hungerberg” bei Hirſchhorn gelegenen Sandſteinbruch
des Steinbruchpächters Gg. Wilhelm Emmerich 2. zu Kortelshütte ſtürzte
am Samstag vormittag der Steinbrecher Peter Schwöbel aus
Kortels=
hütte ab. Glücklicherweiſe fiel er nicht aus beträchtlicher Höhe, und er
ſcheint mit Verletzungen am Kopf davongekommen zu ſein. Er wurde
durch die zugezogene Aerztin Frl. Dr. E. Fritzſch mittels deren Auto
nach dem St. Bonifatiuskrankenhaus zu Hirſchhorn verbracht.
D. Klein=Rohrheim, 24. Sept. Brand einer Scheune.
Vor=
geſtern abend gegen 9 Uhr ertönte Feueralarm in unſerem ſonſt ſo
ſtillen Ort und brachte im Nu die geſamte Bevölkerung auf die Beine.
Im Anweſen des Landwirts und Gemeinderats Seb. Müller war auf
bis jetzt noch unaufgeklärte Weiſe Feuer ausgebrochen und ſtand die
Scheune, ehe überhaupt Feueralarm ertönte, in hellen Flammen. Das
Kind eines benachbarten Lehrers hatte das Feuer zuerſt bemerkt. Die
geſamte Einwohnerſchaft, vereint mit der hieſigen Wehr, gab ſich die
beſte Mühe, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken, und es gelang
auch, das ſehr bedrohte Wohnhaus zu retten. Nach wenigen Minuten
trafen auch die Feuerwehren von Gernsheim und Groß=Rohrheim hier
ein und halfen mit am Rettungswerk. Es war zwar kein direkter
Waſſeruangel, jedoch machte ſich das Fehlen von Hydranten immerhin
bemerkbar. Vorzügliche Arbeit leiſtete die Motorſpritze des Anweſens
Delp, die ſofort am Brandherd erſchien. Wie eine rieſige Fackel
leuch=
tete die bis unter den Dachfirſt mit Heu und Stroh vollgepfropfte
lichterloh brennende Scheune, und das Feuer war in der dunklen Nacht
kilometerweit ſichtbar. Schaurig brüllte das Vieh im Stalle, der in die
Scheune eingebaut war, dazu miſchte ſich das ängſtliche Wiehern der
Pferde. Nur mit knapper Not konnte man das Vieh dem verheerenden
Elemente entreißen. Von der Scheune ſelbſt iſt kein Balken und
Spar=
ren mehr übriggeblieben, nur die Umfaſſungsmauern ragen öde zum
Himmel. Seit faſt 100 Jahren iſt dies der erſte Brand in unſerem
Dorfe und rief derſelbe begreiflicherweiſe große Aufregung hervor. Zum
Glück war ſchon vor einiger Zeit gedroſchen worden und ſoll, wie
ver=
lautet, der Beſitzer auch gegen Feuergefahr verſichert ſein.
z. Offenbach, 24. Sept. Der Kampf um den
evangeli=
ſchen Rektor. Der Schulausſchuß der ebangeliſchen Geſamtgemeinde
faßte folgende Entſchließung: „An den hieſigen Volksſchulen ſind
näch=
ſtens zwei Rektorſtellen, darunter eine evangeliſche, zu beſetzen. Nach
dem heſſiſchen Schulgeſetz iſt bei der Beſetzung der Lehrerſtellen auf das
Bekenntnis der Schüler weſentlich Rückſicht zu nehmen, und es iſt kein
Grund vorhanden, bei Beſetzung von Rektorſtellen von dieſem rechtlich
fundierten Brauch abzuweichen, zumal die oberſte Schulbehörde bei
Be=
ſetzung der letzten drei katholiſchen Schulratsſtellen deutlich zum
Aus=
druck gebracht hat, daß ſie die Einhaltung der Parität auch bei
Schul=
aufſichtsſtellen für recht hält. Wenn der Lehrerausſchuß nun am 17.
Sep=
tember mit allen gegen drei Stimmen beſchloſſen hat, bei ſeinen
Vor=
ſchlägen zur Beſetzung der obengenannten Nektorſtellen auf das
Be=
kenntnis der Bewerber keine Rückſicht zu nehmen, ſo hat er ſich in
Widerſpruch zu dem von der oberſten Schulbehörde gehandhabten
Brauch geſetzt. Wenn er unter ſeinen Vorſchlägen einen freireligiöſen
Lehrer aufgenommen hat, ſo erblicken wir darin den Verſuch, die
evan=
geliſche Lehrerſchaft um eine Beförderungsſtelle zu kürzen. Wir erh. ben
ſchon heute gegen den Beſchluß des Lehrerausſchuſſes und alle weiteren
Verſuche, dem evangeliſchen Volksteil, eine Rektorſtelle zu entwinden,
den allerentſchiedenſten Widerſpruch und fordern die evangeliſche
Ge=
ſamtgemeinde auf, unſeren Einſpruch mit allen Mitteln zu unterſtützen.
Lpd. Offenbach a. M., 24. Sept. Ein ſchreckliches Unglück ereignete
ſich am Sonntag nachmittag in der Nähe von Bieber. Von einem
ſtädti=
ſchen Autobus wurde dort ein ſtark betrunkener Mann, der über die
Straße torkelte, erfaßt und totgefahven. Bei der gräßlich verſtümmelten
Leiche war eine Feſtſtellung der Perſonalien nicht gleich möglich. Erſt in
den Mittagsſtunden des Montags iſt die Perſönlichkeit des Toten
feſtge=
ſtellt worden. Es handelt ſich um den 38jährigen Arbeiter Andreas
Albert aus Offenbach a. M.
UI. Nieder=Ingelheim, 24. Sept. Im Alter von 72 Jahren verſtarb
hier der frühere Vorſteher des hieſigen Poſtamts, Herr Poſtmeiſter i. R.
Wilhelm Andres. Der Verſtorbene hat ſich als Gründer des
hieſigen Obſtmarktes, des älteſten im nördlichen Rheinheſſen, wie auch
als Obſtzüchter beſondere Verdienſte um die Gemeinde erworben. Der
Aufſchwung, den der Obſtbau, heute ein Hauptzweig der Landwirtſchaft
im Ingelheimer Grund, in den letzten Jahren genommen hat, iſt nicht
zuletzt der unermüdlichen Arbeit des Verſtorbenen zu verdanken. Herr
Andres gehörte auch einige Jahre dem Gemeinderate als Mitglied an.
— In der letzten Gemeinderatsſitzung nahm Herr
Bürger=
meiſter Muntermann Veranlaſſung, in ehrenden Worten des
verſtor=
benen Herrn Poſtmeiſters i. R. Andres zu gedenken. Die weitere
Tagesordnung umfaßte Konzeſſionsgeſuche und Vergebungen von
Bau=
arbeiten. Die Neuregelung der Gehälter der Gemeindebeamten wurde
nach dem vorliegenden Vorſchlag genehmigt. Weiter wurde beſchloſſen,
den iſrgelitiſchen Friedhof an der Saalſtraße, der vor Jahrhunderten
innerhalb der alten Kaiſerpfalz angelegt wurde und heute als hiſtoriſche
Stätte gilt, in Verwahrung der Gemeinde zu übernehmen. Der Platz,
der ſeither einen ziemlich verwahrloſten Eindruck macht, ſoll wieder
einigermaßen inſtandgeſetzt werden. — Die Strenge, mit der in der
letzten Zeit die Beſtimmungen über den 7=Uhr=Ladenſchluß
ſei=
tens der Aufſichtsorgane durchgeführt wird, hat einen Proteſtſturm der
betroffenen Ladenbeſitzer zur Folge gehabt. In ſeiner letzten Sitzung
befaßte ſich auch der Gewerbeverein Ingelheim mit der Angelegenheit.
Es wurde beſchloſſen, die Kreiſe der Bevölkerung (Landwirte, Arbeiter
uſw.), die vor 7 Uhr infolge ihres Berufs nur ſchwer ihre Einkäufe
be=
ſorgen können, mobil zu machen, damit die Regierung nicht glaube,
daß nur die Ladenbeſitzer ein Intereſſe an einem ſpäteren Ladenſchluß
hätten. Man will Unterſchriften ſammeln, die dartun ſollen, daß ein
großer Teil der Bevölkerung die Möglichkeit haben will, noch am
ſpäte=
ren Abend einkaufen zu können.
AamA Noh lad VelmelLTeKAAS T
(TV.13781
SUNLICHT GES. MANNHEIM.
z290
[ ← ][ ][ → ] Tagung des beſſiſchen
Chordirigenten=
verbandes in Mainz.
* Am 22. und 23. September fand in Mainz die erſte Tagung des
im Jahre 1927 gegründeten Heſſiſchen Chordirigentenverbandes ſtatt.
Ueber 100 Teilnehmer aus allen Teilen Heſſens hatten ſich eingefunden,
um in Arbeit und Frohſinn die gewonnene Einheit zu feſtigen.
Ein=
geleitet wurde der Verbandstag durch eine Akademiſche Feier im
Stadtſaal, bei der verſchiedene muſikaliſche Darbietungen, die
einleiten=
den Vorträge ſowie die Begrüßungsanſprachen der Behörden
umrahm=
ten. Nach einer Anſprache des Verbandsvorſitzenden Simrock=
Offen=
bach wurden Grüße im Namen der Stadt Mainz von Bürgermeiſter
Hiemenz überbracht. Wichtig und intereſſant war auch, was Herr
Hauptſchriftleiter Geis=Frankfurt a. M. zu dem Thema „Zweck und
Ziele des Verbandes” zu ſagen hatte. Am Nachmittag wurde im
Büh=
nenſaal der Stadthalle die erſte Hauptverſammlung eröffnet, die vor
allem die Wahl des Vorſtandes ſowie einige Aenderungen an den
bis=
herigen Satzungen des Verbandes vornahm. Als Verbandsorgan wurde
die großdeutſche Dirigenten= und Sängerzeitung erwählt. — Am Abend
traf man ſich zu einem Rheiniſchen Abend wieder im
Rhein=
goldſaal der Stadthalle. Der erſte Vorſitzende der dieſigen Ortsgruppe,
Lehrer Uihlein begrüßte die Gäſte mit freundlichen Worten. R.=A.
Dr. Reen=Mainz überbrachte die Grüße und Glückwünſche des
Vor=
ſitzenden des Heſſiſchen Sängerbundes. Der Abend wurde verſchönt
durch Violinvorträge, Flötenſpiele, Tänze und Klaviervorträge
verſchie=
dener Soliſten ſowie durch Chorlieder und Muſikſtücke des Mainzer
Konzertorcheſters. — Der Sonntag vormittag brachte im Rheingold=
Saale Vorträge des Muſikdirektors K. Werner=Frankfurt a. M.,
des Profeſſors Dr. Noack=Darmſtadt und eine Chorgeſangsſtunde des
Lehrerſängerchors unter Leitung des Kapellmeiſters Naumann. Eine
Schubert=Gedächtnis=Feier
beſchloß die Tagung.
Der Gau Mainz=Stadt (Mainzer Sängerſchaft) des Heſſiſchen
Sän=
gerbundes veranſtaltete am Sonntag nachmittag im großen Saale der
Stadthalle ſeinen erſten Liedertag im Gedenken an Franz Schubert. Die
Feier wurde eröffnet durch die Mainzer Sängerſchaft mit dem deutſchen
Sängergruß: „Gr.iß Gott mit hellem Klang” unter Leitung des
Kon=
zertmeiſtersStauffer. Hierauf hielt der Bundesvorſitzende
Miniſte=
rialrat Dr. Siegert=Darmſtadt die Gedächtnisrede auf Schubert und
ſein Wirken. Hierauf gelangten durch die Geſangvereine
Männer=
quartett „Waldluft” (Dirigent H. Schilp), „Einigkeit” (Dirigent
Uih=
lein), Scherffiusſcher Männerchor (Dir. Scherffius), „Frauenlob” (Dir.
Stauffer), „Liederkranz” (Dir. Dr. Ullmer), „Harmonie 1926‟ (Dir.
Geſſer), „Liederzweig” (Dir. Kellerſch), Geſangsabteilung der Bäcker=
Innung (Dir. Lehrer F. Balbach), „Liederkranz”=Koſtheim (Dir.
Breit=
mann), Quartett „Frauenlob” (Dir. Arnold), „Sängerkreis”, „Mainzer
Doppelquartett”, „Quartett Moguntia” (Dir. Grölls),
Männergeſang=
verein (Dir. König), Wolfſche Vereinigung (Dir. Wolf),
Lehrerſänger=
chor (Dir. Naumann) und „Sängerbund” (Dir. Gläſer) Schubertchöre
in chronologiſcher Reihenfolge zur Aufführung. Die Chöre fanden au,
gemeinen Beifall. Als Soliſt wirkte beim Lehrerſängerchor der belieht=
Opernſänger vom Mainzer Stadttheater Hans Hoefflin unfen
beſtem Gelingen mit. Bürgermeiſter Hiemenz war als Vertreten
der Stadt Mainz erſchienen. Der Liedertag wies einen guten Beſug
auf.
u. Gießen, 24. Sept. Die feierliche Ueberreichung von
345 Meiſterbriefen an die Jungmeiſter aus Oberheſſen und den
angrenzenden preußiſchen Gebieten fand geſtern im Feſtſaal des Kaffees
Leib im Beiſein der Behördenvertreter und Vertreter des Handwerks
und Gewerbes ſtatt. Der Direktor der hieſigen Gewerbe= und
Maſchi=
nenbauſchule, Schulrat Dr. Bünnings, betonte, daß trotz hoher
Anfor=
derungen die Ergebniſſe der diesjährigen Meiſterprüfung recht
zufrie=
denſtellend ſeien. Unter den Jungmeiſtern befanden ſich 39 Schreiner
31 Bäcker, 32 Weißbinder, Maler und Anſtreicher, 28 Schuhmacher. g
Elektro=Inſtallateure, 24 Maurer, 19 Wagner, 16 Schneider, 17 Metzger
13 Friſeure, 12 Schneiderinnen u. Weißzeugnäherinnen. Glückwünſche der
Behörden und Fachvereine überbachten: für die Handwerkskammer
Bau=
unternehmer Becker, für die Heſſiſhe Handwerkskammer. Direkton
Schnittler=Darmſtadt, für die Heſſiſche Regierung Ober=Regierungsrat
Heß, für die Stadt Gießen Beigeordneter Dr. Harm, für den
Gewerhe=
verein Prof. Dr. Krausmüller=Gießen, für die Handwerkskammer=
Neben=
ſtelle Friedberg=Büdingen=Schotten Dr. Reif=Friedberg, für die
Neben=
telle Gießen=Alsfeld=Lauterbach Röhr=Gießen. Den Dank der
Jung=
meiſter ſprach Schriftſetzermeiſter P. Chr. Klein=Gießen aus.
Kostaurant Bendel
(bis einschließlich 7. Oktober)
JirolzrsSaft
Von Wien bis München
Gesangs- u. Jodler-Einlagen der weltbekannten
Sängerin Mirzl aus Partenkirchen
Im Ausschank: Wiener Kronen- Pilsner
Kulmbacher — Münchner — Pilsner Urguell
Weit üiber Hessens Grenzen
bekannt gute Küche (24912
Riesen-SchlachtplattenMünch. Weißwürstchen
ORPHEUM
Aur noch kurze Zeit
abends 8.15 Uhr
VUE=
Groß
Hleinigleiten
Müii 32 Bilder Müülf
ca. 40 Mltwirkende
Die Revue schöner Frauen,des Tanzes
des Humors u. der Farben. (15258
Karten: Verkehrsbüro, de Waal
Prelse von Mk. 1.00 an
Landestheater
Café Rheingold
Dienstag, den 25. September
Gesellschafts-Abend
mit Tanz
Aua
Kapelle: Gebrüder Ratzel
Keues Schleshan
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag
billiger Kaffee= und Kuchentag
ff. Zwetſchen=Kuchen (14184
Schachunterricht
für Anfänger
Montags abends 8). Uhr, im
Reſtaurant Kaiſerſaal, Grafenſt. 18
Kursleiter Oipl.=Ing. Prager
Beginn Montag, den 1. Oktober
Anmeldungen am (röffnungstag
Teilnehmerpreis für Klubmitglieder
2 Mk., für Nichtmitglieder 5 Mk.
Mostäpfel
biet. an zur ſofortigen u. ſpäteren Lieferung
billigſt
Fa. A. Stahl Wtw. Inh. 3. Stahl
Friedberg in Heſſen
Fernſpr. 4072 (II.15-30
Gegr. 186:
*
Weiblich
GebildeteWitwe
rüſtig und arbeitſan
ſucht Wirkungskreis,
frauenloſer Haushal
oder bei
alleinſtehen=
der Dame. — Beſte
Empfehlung.
Schrift=
liche Angebote beför
dert unter K 11 di
Geſchſt. d. Bl. (*2496
v (Verk.)
Volontärin ſuch
Stelle ſofort od. ſpät
Näh. Gechſt. (*24900
Ehrliche Frau
ſchon in beſſ. Häuſer
tätig geweſen, ſuch
2—3mal in d. Woche
einige Stunden
Be=
chäftigung. Angebote
unter J 193 an die
Geſchäftsſt. ( 24828
Frau hat uoch T. frei
im Waſch. u. Putzen
Ang. unt J 243 an
di Geſch ( 24929
Geſchäftstüchtiges Fräuleit
ſ hon im Verkauf und als Kaſſiererin täti
eweſen, ſucht Vertrauenspoſten, einerle
welche Branche. Gefl Angebote unter
T235 an die Geſchäftsſtelle.
(*24916
Miete E 3
Dienstag, 25. Sept.
Anfang 19.30 Uhr
Ende 22 Uhr
Ein Traumſpiel
in zwei Teilen von
Auguſt Strindberg.
Preiſe 1—10 Mk.
Kleines Haus.
Keine Vorſtellung.
V15208
Afsan
Susnu
E.V.
Sonntag, 30. Sept.:
11. Wanderung
Ernſthofen—
Nonrod.
Auskunft, Auto= und
Tiſchkarten bei Rober
Bergmann,
Wilhelmi=
nenſtraße 19und
Frei=
tag abend im
Klub=
lokal (Krone). 15260
Anme dung z.
Auto=
ah t nur bis Freitag
abend. Sonſt
Mit=
fahrt ausgeſchloſſen.
Frl., ausgebildet in
Stenogr. und
Ma=
ſchinenſchr., ſucht bei
beſch. Anſpr.
An=
fangs ſtellung
ſofort oder 1. Okt.
Angeb. u K 1 an d.
4938
Geſchäftsſt.
Jung. Mädch., 18 J
alt, ſucht bis 15. 10
od. 1. 11. Stellg. in
g. Hauſe, mögl. Nähe
Heinrichſtr., a. liebſt
kinderl. Ehep. Ang.u
K 4 Geſchſt. (*21953
geht halbe u.
Frau ganz Tage
waſchen und putzen.
Angeb. unt K 9 an
die Geſchſt. (*24961
3 geübte Maſchinen=Näherinnen
15 Mädchen zum Ausſtopfen v. Puppen
.
12 Handnäherinnen
V
1 Malerin für Seide
per ſofort geſucht. ( 24903
Karlſtraße 741., I.
Aelieres, erfahrenes
Küchenmädchen
das kochen kann, per ſofort geſucht.
Vorzuſtellen bei
1523‟
Zarl Glenz. Reſtauration, Kahleriſtr. 41
Junger,
ehrlicherMann,
etwas kaufmänniſch
gebildet, ſofort ge
ſucht. Radfahrer
be=
vorzugt. Angeb. u.
J. W. 950 Geſchſt,
(15261)
Oanen
und
Herren
Demty vt
Darmſtadt
Schillerplatz
Chauffeur
verh., v. K., langi,
ſich., zuverl, erfahr.
Fahrer, o. Unfall,
. Zeugn., ſucht ſich
zu verändern.
An=
geb. u. J 249 an d
Geſchäftsſt. (*24936
1523
Welche
Damenfriſeuſe
(Friſeur) nimmt Fräu
ſein zur weiteren
Aus=
bildung im
Ondu=
lieren ohne
gegen=
ſeitige Vergütung
Ang. u. J228 Ge chſt.
Tücht. Verkäuferin
aus der
Lebensmittel=
branche ucht hie
Stellg. Ang. u. K
an die Geſchſt. (*24959
Männlich—
Jung. Chauffeur
in ungekündigter
Stellung ſucht ſich
zu verändern auf
Perſ= oder
Liefer=
wagen und kann auch
andere Arbeit mit
übernehmen. Angeb
unter K 5 an d.
Ge=
ſchäftsſtelle, (24957
rire
Junges, eirl fleißig.
Mädchen
bis nach dem Spülen
geſucht Ballenberg,
Bahnhofpl. 5, 111.
(*24605)
Fräulein
für Büro und Laden
eines vorn.
Spezial=
geſchäfts per ſofort
geſucht. Angeb. mit
Zeugnisabſchrift, und
Lichtbild (das prompt
zurückgeſandt wird) u
227 an die Geſchſt
15210)
Junges, ehrliches
Mädchen
ſofort geſucht.
Kies=
raße 34, I. (*2400:
LUTFrau
geſucht für 2 Stund.
vormittags. ( 24976
Kiesſtraße 87,
Nachdruck verboten!
Morgen
wieder
Hinder-
Mittwoch!
108 Rabatt
auf alle hellfarbigen
Kinderschuhe!
Schuhhaus
Tateß
Schikierpiatz 8
bei gutem Verdienſt für leichte, angenehme
Tätigkeit geſucht. Meldung täglich
8—12 Uhr vormittags. Haus Alter,
Eliſabethenſtraße 34, Zimmer 25,
(15248
II. Stock links.
Funges, kräftiges
249)4m
Mädchen
(16—77 Jahre) am liebſten vom Lande,
für ſofort geſucht. Vorzuſtellen Wirtſchaft
um Brauſtübl. Otto=Wolfskehlſtraße 7.
Zuverläſſiges, braves
Mädchen
findet in kl. Haush
gute Daue ſtellung.
Villenkolonie Eberſtadt
Marienhöhſtr 5
*24881
größ. Fabrik der
Metallinduſtrie K
ſucht einige
kaufm. gebildet,
Stenogr. etwa 180
Silben, und flott
Schreibmaſchine.
Angeb. m.
Le=
bensl.;
Zeugnis=
tbſchr.,Ref.,
Licht=
bild und
Gehalts=
anſpr. unt. J 82
an die Geſchäftsſt
Blattes (15019a
Zuverl. kinderi.
Alleinmädchen
das gut kochen kann,
u. in herſchaftl. Haus
in Stellung war, zum
1. Okt. geſucht. Vor
zuſtellen mit Zeug
niſſen zw 1u 2 Uhr
Bismarckſtraße 47,
(*21891,
Hohen, dauernden
Neben=
verdienſt
finden Damen und
Herr n mit großem
Bekannte kreis durch
Ve kauf v. Strümpfen
zu Engros=Preſſen.
Anfr. erb. an
Schließ=
ach 136. Leipzig=
Süd 3/13. (IV. 4647
Tüchtiger
Autoſchloſſer
mit langjähr. Praxis
zum ſoforligen
Ein=
tritt geſucht.
Angeb u. J 237 an
die Geſchſt. (15222
Wohnungstauſch
Geboten: Schöne 3=
Zm=Wohn. im
Jo=
hannesv. — Geſucht:
z—4 Zim=Wohnung
gleiche Lage An,. u.
248 Gſchſt. *24349
Zimmer
Beſchlagnahmefreie
3 Zimm.-Wohng.
1. Stock, gegen
Bau=
koſtenzuſchußv 5000,4
zu verm Angeb unt.
J 23. Gſch *24109
Jüngerer
Konto=Korrent
Buchhalter
per bald geſucht. Se
riöſer Arbeiter, guter
Rechner, flüſſ. Hand
ſchrift. Derſelbe muß
auch mit dem Lohn=
Buchhaltungsweſen
vertraut ſein.
An=
gebo e mit
ſelbſtge=
ſchrieb. Lebenslauf u
Zeugnisabſchr. unter
J 93 Gſchſt. (15034a
Mädchen
f. Haushalt u. d. Luſ
hat zum Verkaufen
ſowie auf die Reiſe
geſucht. Familiäre
Behandlung. (*24918
Kozera
zur Meſſe
Biider und Blumen.
Sauvere fleißig”
Mädchen
ür den Haushat
tazsüb. geſ. ( 249½6
Kreb=, Pölgesſtr. 13
Tüchtiges
Alleinmädchen
per ſofort od. 15. Okt.
zu ält. Ehepaar geſ
Kiesſtr. 118. p. / 24897
Tücht., zuverl., jüng.
Waschfrau
ſofort geſucht (f. alle
4 Wochen).
Land=
wehrſtr. 5, II. ( 24978
Küchenmädchen
fleißi u. o dnungs
liebend, gegen hohen
Lohn ſofort geſucht.
Fr. Ort. Woogsplatz
Nr. 5, part. (15256
Min
Sohn achtb. Elternals
Lehrlins
geſucht. 24943
Georg Kaffenberger
Gardiſtenſtraße 4,
Chauffeur
für Laſtwagen per
ſofort geſucht. Es
wollen ſich nur ſolche
melden mit Ia Ne
ferenzen und
lang=
jähriger Fahrzeit.
Angeb. unt. J 236
an die Geſchä tsſtelle
ds. Blat es. (15225a
Gut eingef., branche
kundiger u. rühriger
Bezirhs=
vertreter
von großer
Spezial=
fabrik für Sägegatter
u.
Holzbearbeitungs=
maſchinen geſucht
Ausf. Bewerbungen
m. Ang. v. Referenz
erbeten u 238 an
die Geſchäftsſtelle
d3. Blattes. 1522
3 Zimmer=
Wohnung
m. Küche u. Zubehör
n beſſerem Hauſe
abzugeben. Näheren
Auf chluß erte ltAb.
Mitzelſtädt, E
iſa=
bethenſtr. 4. (15255
Fernſpr. 2340
2 Zimmerß
beinrichſtr. 48, part.,
2 leere Manfz. m Gas
u. W. an alleinſt.
Flau zu verm, evtl.
g. Hausarb. (*24894
Möbl. Woznungen
In Einfamilienhaus
aut möbl. 3 Aimmer”
Küche u.
Gartenan=
teil, el. L., Dampfhz
Bad, Te efon Radio,
umſtändehalber an
beſſ, ſol. Ehepaar per
ſofort zu vermiet
An=
geb unt J 223 an
die Geſchſt. 24882
Geſchäftsräune
Eſchollbrückerſtr. 3
helles utelier, No
d=
licht, für alle Zwecke
geeignet auch als
Werkſtätte zu verm.
Heinrich Funk
Wilhelmſtr. 40. (15241
etwa 20 qm
Laden,groß
mongt=
lich 50X, al=bald zu
vermieten.
Hölges=
ſtr. 11. Zu erfragen
bei L. Stritzinger,
Hein=
ichſtr. 67 Fernruf509.
152742
Reigender
von einer leiſtungsfähigen I.15229
Tabakwaren-
Großhandls-
per ofort geſucht. Es kommen nur
Herren in Frage, die eine
erfolg=
reiche Reiſetätigkeit nachweiſen
können. Offerte mit ausführlichem
Lebenslauf erbeten u. P. H. D 724
durch Rudolf Moſſe, Frankf. a. M.
jährlicher Verdienſt ca. 30000—4 (00 +;
Meltger- ſolfür den dortigen Bezirkvergeben werden.
Angenehme Bürotätigkeit. Erforderliches
Kapital 5—6000 ℳ. Ausführl. Angebote
unter H. 2936 an Rieſe & Kraemer, Ann.”
Metzgermeiſter „Expedition, Berlin=Schöneberg. 1V.15323
aben
zmaß ”
ng hatte.
inen M.
ing und er
re
ehaut iſt.
zutern, die alle
Mu bunderte b.
bile der Thegtel
Nüngen konnter
rlriegszeit
uer voll
der Larſel.
gr bi 0
ger geibielt.
rentſtand 4.
meine 2 Zim.=Wohn.
Frankfurt, gegen
gleiche in Darmſtadt.
Umzugsvergütung.
Albert Grünbaum,
Frankfurt a M.
Neuenhainerſtr. 24, I.
(*219731
AM Toten auf 50
Ntngen konnten.
Schwerverletzt
uno de Ribera
Anm Schauplatz
ARlung wurden
d ransportieren.
Ahalftändig zerſtöt
Auwann um ſo m
Aweg aus alten
illiegt in einem de
m der Nähe der
Einze
Ueber den
nnoch folgende E
MPauſe ſprang plk
Zuſchauerraum
heuerer Schnel
ualten hölzernen
Theaterraum bis
unzureichenden
geriſſen wurder
die Ruhe wied
wehr beteiligten
Regiment
Infan=
u verſuchte, den B
machtlos.
der dei
1ss
Jauban
dergest
Salatöle
hand,
Alm
[ ← ][ ][ → ]Mummer 267
Dienstag, den 25. September 1923
Seite 9
ürcione Dandmiaſttogge m Mnetib.
dras Theater Novedades ein Raub der Flammen. — Große Panik unter den
deeſuchern. — Mehrere hundert Tote und Schwerverletzte. — Ein ganzer
Häuſerblock niedergebrannt.
Die Beſtie Menſch.
Tragiſche Szenen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 25. Sept. 12.30: Kaſſel: Konzert des Funkorch.
15.55: Hausfrauendienſt. 0 16.35: Funkorch.: Opernmuſik. Mitw.:
Grete Krüger (Sopran). 0 18.10: Aus „Maler Nolten” von Mörike.
2 18.30: Kaſſel: Ratſchläge für Mutter und Kind. O 18.45: Kaſſel:
Dr. Brauer: Ernährungsprobleme. O 19.15: Dr. Strohecker: Die
Schädlinge unſerer Lebensmittelvorräte. o 19.45: Sterographie.
O 20.15: Jagd=Abend. Weilert: „St. Hubertus”, Marſch für
Wald=
hörner und Orcheſter. — Einl. Worte. — Jagdlieder. — Ernſtes
dmnderte von Theaterbeſuchern wurden zu
Boden geriſſen und erſiickten.
Madrid, 24. September.
Geſtern abend ereignete ſich hier ein Theaterbrand, der in
vem Ausmaß an die Kataſtrophen von Chikago und Paris in
r Vorkriegszeit erinnert. Das Theater Novedades wurde durch
n roßfeuer vollſtändig zerſtört. Der Brand ereignete ſich
wäh=
no der Vorſtellung. Das Thcater kann 3000 Zuſchauer faſſen
nd. war bis faſt auf den letzten Platz gefüllt, da gegenwärtig ein
ſctllager geſpielt wird. Es umfaßt ſechs Stockwerke. Kurz vor
führ entſtand auf der Bühne ein Brand, der zunächſt nur
gerin=
in. Umfang hatte. Um das Publikum zu beruhigen, ſpielte das
ſncheſter einen Marſch. Plötzlich aber gewann das Feuer an
Aus=
hriung und ergriff in kurzer Zeit den ganzen Theaterbau, der
ſuy. Flammen reichlich Nahrung bot, da das Gebäude ganz aus
ſols gebaut iſt. Es entſtand eine furchtbare Panik unter den
Zu=
ſeutern, die alle den wenigen Ausgängen zuſtrebten. Dabei wur=
In, Hunderte von Zuſchauern buchſtäblich zu Tode gedrückt.
ſille der Theaterbeſucher erſtickten, bevor ſie überhaupt ins Freie
llrngen konnten. Spät abends wurde mitgeteilt, daß die Zahl
Toten auf 500 geſchätzt werde. Unter denjenigen, die ins Freie
ſlrngen konnten, zählt man außerdem 232 Verletzte, darunter
Schwerverletzte. Drei der Verletzten ſind mittlerweile geſtorben.
ſpuno de Rivera und ſämtliche Miniſter begaben ſich ſofort nach
ſu Schauplatz der Kataſtrophe. Alle Automobile in weiter
Um=
hrung wurden requiriert, um die Verwundeten und Toten zu
ansportieren. Nicht nur das Theater wurde durch das Feuer
lſtändig zerſtört, ſondern der ganze Häuſerblock. Das Feuer
wann um ſo mehr an Ausdehnung, als der Häuſerblock
durch=
ſex aus alten Holzhäuſern beſtand. Das Theater Novedados
ect in einem der am dichteſten bevölkerten Viertel von Madrid
wer Nähe der Zentralhallen.
Einzelheiten des Theaterbrandes.
Ueber den Rieſentheaterbrand in Madrid werden nunmehr
vS folgende Einzelheiten bekannt: Gegen Ende der letzten
ſa iſe ſprang plötzlich eine große Flamme von der Bühne in den
ſu chauerraum über. Die Flammen verbreiteten ſich mit
unge=
eierer Schnelligkeit. In wenigen Augenblicken brannten die
iten hölzernen Einrichtungsgegenſtände. Die Zuſchauer, die den
h=aterraum bis auf den letzten Platz füllten, erſtürmten die alten
n ureichenden Ausgänge, wobei zahlreiche Perſonen zu Boden
eniſſen wurden. Das Orcheſter machte einen Verſuch, durch Muſik
ſe Ruhe wiederherzuſtellen, aber vergebens. Außer der
Feuer=
ſeor beteiligten ſich alle verfügbaren Polizeimannſchaften und ein
ſeniment Infanterie an den Rettungsarbeiten. Die Feuerwehr
enſuchte, den Brand auf ſeinen Herd zu beſchränken, war aber
4chtlos.
Die Löſcharbeiten mußten ſich im weſentlichen darauf
konzen=
trieren, die Flammen, die auf die Gebäude in der Umgebung
des Theaters übergriffen, zu erſticken. Die genaue Feſtſtellung
der Zahl der Opfer wird erſt im Laufe des heutigen Tages
mög=
lich ſein, da faſt bei ſämtlichen Rettungsſtellen in Madrid im
Laufe der Nacht Verwundete eingeliefert worden ſind.
Augen=
zeugen berichten, daß, als der Theaterſaal bereits ein einziger
Brandherd war, noch etwa 30 Perſonen in Flammen gehüllt ſich
zwiſchen den Sitzreihen den Weg zum Ausgang zu erkämpfen
ſuchten. Von den zahlreichen furchtbaren Epiſoden, die ſich
wäh=
rend der Panik abſpielten, wird der Fall eines Zuſchauers
her=
vorgehoben, der unzählige Verletzungen erlitt, weil er ſtürzte und
Hunderte von flüchtenden Zuſchauern über ihn hinwegſtrömten.
Ohne ſich um ſeinen eigenen beſorgniserregenden Zuſtand zu
kümmern, erkundigte er ſich bei ſeiner Rettung in höchſter
Beſorg=
nis nach ſeiner Frau und ſeinen fünf Kindern, mit denen er ins
Theater gegangen war, weil ſeine Frau gerade ihren Namenstag
feierte. Aehnliche tragiſche Szenen haben ſich in großer Zahl
ab=
geſpielt. Miniſterpräſident Primo de Rivera hat im Laufe der
Nacht noch einmal den Brandplatz aufgeſucht. Er wies auf die
Notwendigkeit hin, Maßnahmen zu treffen, die ähnlichen
Kata=
ſtrophen für die Zukunft vorbeugen. Es ſind Pioniere
heran=
gezogen worden, die große elektriſche Scheinwerfer am Schauplatz
der Kataſtrophe aufſtellen, da die Gas= und die elektriſche
Be=
leuchtung infolge des Brandes abgeſchnitten ſind. Die
Gerichts=
behörde begann mit der
Unterſuchung der Brand=Kataſtrophe.
Auf einem Treppenabſatz fand man ungefähr 25 Leichen
aufein=
andergehäuft. Die in verſchiedenen Teilen des Theaters
herr=
ſchende Dunkelheit zwingt die Beamten, ſich der Fackeln zu
bedie=
nen, was die genaue Feſtſtellung der Leichen verhindert, die ſich
auf den Treppen und den Gängen befinden. Während das
Par=
kett nur eine beſchränkte Anzahl von Toten umfaſſen ſoll, ſind
dieſe in den oberen Rängen, zu denen man noch keinen Zugang
hat, recht zahlreich. Die Zahl der Verwundeten, von denen die
meiſten ſchwer verletzt ſind, ſoll ſich nach anderen Mitteilungen
auf 300 ſtellen. Ueber die mutmaßliche Urſache des Brandes
mel=
det die „B. Z.” aus Madrid folgendes: Die Vorſtellung brachte
ein luſtiges Singſpiel. In einem Akt traten Tänzerinnen auf, die
bei verdunkelter Bühne mit durch Glühbirnen verzierter Stäben
tanzten. Vielleicht war dieſe elektriſche Einrichtung ſchlecht
kon=
ſtruiert, denn die Kataſtrophe entſtand durch Kurzſchluß. Plötzlich
zuckten Fünkchen an den elektriſchen Stäben entlang, und mit
einem Male zerplatzten alle Glühlampen, ſo daß im Hauſe völlige
Dunkelheit eintrat. In dieſem Augenblick ſchlugen auch helle
Flammen aus den Umkleideräumen der Tänzerinnen. Im Nu
fingen die Kuliſſen Feuer, und dichter Rauch verhüllte die Bühne,
über die in raſender Eile Schaufpieler und Arbeiter flüchteten.
Der leichte Vorhang fing ebenfalls ſofort Feuer und fiel
bren=
nend in den Zuſchauerraum. Ein eiſerner Vorhang war nicht
vorhanden (!).
Vortrag) Kammerſänger Gläſer Tenor). O 21.45: Franifurter
Lokal=Dichtung. „Eine Stunde alte Bekannte.” Lone Obermeyer
und Hans Nerking, beide vom Frankf. Schauſpiel.
Stuttgart.
Dienstag, 25. Sept. 10.30: Schallplatten. O 15.45: Fräulein
L. Lampert: Was kann man in der Stuttgarter Mütterſchule
lernen? o 16.15: Konzert. Mitw.: Hedel Heß, Funkorch. 6 18.15:
C. Mayer, Kirchheim=Teck: Aus der Geſchichte des deutſchen
Schützen=
weſens. o 18.45: Prof. Wunderlich: Albrecht Penk zum 70.
Ge=
burtstag. 8 19.15: Prof. Kapff. Pirmaſens: Ein deutſcher
Ordens=
geiſtlicher als Koloniſator m Südamerika. 0 20: Um Friedrich II.
König von Preußen (1712—1786). Was ſagen die Freunde die
Feinde die Außenſtehenden und der Volksmund. Mitw.: Fran=
Konrad, Hoefert, Berlin. Philharm. Orch. Stuttgart. Anſchl.:
Unterhaltungskonzertübertr.
Berlin.
Dienstag, 25. Sept. 10: Hauptverſammlung des Städtetages,
(Uebertr. aus Breslau.) 6 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
16: Dr. Wegner: Wettercharaktere im Herbſt und Winter,
6 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Kapelle Rooßz. Wallace:
Ouv. Maritana”. — Godard: Auf dem See. — Brogi: Arietta
all” antica. — Delibes: Fant. „Coppelia”. — Brunetti: Romanze
ohne Worte — Ryder: Bolero. — Lehar: Potp. „Zarewitſch”. —
Schubert: Wiegenlied. — Goſſec: Gavotte. — Stolz: Wien wird
bei Nacht erſt ſchön. — Ilona, Potp. ung. Volkslieder. 0 19: H.
Wrede: Wirtſchaftsförderung durch Beleuchtungswettbewerbe. 0 19.255
Prof. Weil: Jeruſalem. O 19.55: Prof. Reichenbach: Das Prinzip
der Vermehrung der Entropie. O 20.30: Paracelſus. Einleitung=
Dr. Döblin. Leſeproben: P. Bildt. 0 21.15: Brahms: Trio C=dur,
op. 87. — Beethoven: Variationen über „Ich bm der Schneider
Kakadu” aus. Die Schweſtern von Prag”,
Stettit. 20.30: Romaniſcher Abend. Einf.: Chefredakteur Darius.
Mitw.: Konzertorch., Dr. phil. Eliſabeth Falkenberg (Klavier)
Maryela Baumann (Rezitat.), Kurt Bautz (Violine), Gerda Schmitt
(Sopran).
Deutſche Welle. Dienstag, 25. Sept. 10: Hauptverſammlung
des Städtetages in Breslau: Anſprache des Reichskanzlers Müller.
Reden der Miniſter Severing und Erzeſinſki. Vortrag Dr. Mulert,
Präſident des Deutſchen Städtetages: Reichsaufbau und
Verwaltungs=
reform. Franzöſiſch für Schüler. O 12.25: Rektor Karſelt:
Praktiſches Rechnen. o 12.55: Nauener Zeit. o 13.30: Neueſte
Nachrichten. o 14.30: Kinderſtunde. E. Dreckſler: Wie baue ich mir
ein Rundfunkempfangsgerät? o 15.35: Wetter und Börſe. 6 16:
Dr. Klopfer: Erziehungsberatung. 6 16.30: Alois Melichar:
Ein=
führung in die moderne Muſik: Bela Bartok. o 17: Leipzig:
Nachmittagskonzert. o 18: Dr. Neſtriepke: Das Volkstheater einſt
und jetzt. O 18.30: Franzöſiſch für Anfänger. 0 18.55: Dr. Kaphahn:
Moderne Volksbildungsfragen. 19.20: Dr. Karl Hagemann: Der
Herrenfahrer. 0 20.15: Frankfurt a. M.: Jagd=Abend. St. Hubertus,
Marſch für Waldhörner und Orch. — Einl. Worte. — Jagdlieder.
— Ernſtes und Heiteres von der Jagd. — Alte Hornſignale der
Heſſ. Jägerei. — Hirſchbrunſt und Blattzeit Vortrag. — Jagdlieder!
— Sinfonie „Auf dem Anſtand” (Nr. 31) von Haydn. Ausf.3
Prof. Zimmer (Vortrag), John Gläer (Tenor), Funkorch.
Mf
Verantwortich für Polltit und Wirtſchaft: Rudolſ Mauve; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. cugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreat Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeraientell: Willv Kuble; Drus
und Verlag: L. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſſadt
Für unverlangte Manuſſripte wird Garantie der Rückſendung nich/ Übernommen.
Darmſtr. 10 II.
Werk=
ſtatt, auch als
Lager=
raum, z. vm. *24917
Gr., helle Werkſtätte,
geeign f. j. Be rieb
Barkhausſtr.), ſof. zu
vermieten. * 4889
Auskunft Kuhn,
Wenckſtraße 66.
Kie
u. Wrkſtatt a5 am
ſofort zu vermieten.
Adam Schwinn
Friſeur
Alexanderſt. 7. 424945
AMöbl. Zimmerg
Freundlich. (246728
möbl. Zimmer
m. 2 Betten an 2
be=
rufst. Damen vd. kdl.
Ehepaarzu verm ebtl.
m. Küchenben
Kies=
ſtr. 24, I. Borderh.
Das
kästleig
Bchmuek
der deutschen Frau, die Küche, kann nicht reiner sein als die
weissgeizachelten Räume und nickc.. den LLstianen der grossen
Blauband-Werke, in denen jetzt auch die neue Marke „Alma‟
hergestellt wird. Grosse Mengen bester Milch, feine Speisefette,
Salatöle und Eigelb werden hier, ohne Berührung durch
Menschen-
hand, zu fertigverpackter Margarine. Wozu also noch Vorurteile?
„Alma, die Margarine für Alle” ist ein wirklich gesunder,
nahrhafter, butterduftender Brotaufstrich.
Das ganze Pfund für nur 85 Pfennig.
Seite 10
Reich und Ausland.
Einſchwerer Schiffszuſammenſioß
bei Keſiert.
Ein ſchwerer Schiffszuſammenſtoß bei Keſtert.
Ein holländiſcher Perſonendampfer kchwer beſchädigt.
Ein Matroſe ſchwer verletzt. — 1000 Tonnen Carbid
auf einem Dampfer.
Lpd. Oberlahnſtein. Freitag gegen 8 Uhr
abends ſtießen bei Keſtert zwei auf der Bergfahrt
be=
findliche Schiffe zuſammen, nämlich das holländiſche
Paſſagierſchiff „Chriemhilde” und das ſchweizeriſche
Dieſelmotorſchiff „Uri” von der Baſeler
Schiffahrts=
geſellſchaft, wobei der Perſonendampfer ſchwer
be=
ſchädigt wurde und vorn ſank. Dazu erfahren wir
noch folgendes: Infolge Nebels hatte der holländiſche
Dampfer, als er in Oberlahnſtein ankerte, um hier
größere Gütermengen aufzunehmen, ſchon faſt
zwei=
ſtündige Verſpätung. Von Oberlahnſtein aus waren
nur noch 16 Paſſagiere an Bord. Kurz vor Keſtert
begegnete dem Dampfer das Dieſelmotorboot „Uri”
von der Baſeler Schiffahrtsgeſellſchaft, wobei beide
Schiffe auf der Kiellinie fuhren. Durch einen rechts
vorbeifahrenden Schleppzug waren die beiden Schiffe
„Chriemhilde” und „Uri” in ihrer Manövrierfähigkeit
ſtark behindert, ein Ausweichen nach links iſt infolge
des niedrigen Waſſerſtandes nicht möglich geweſen.
Trotz ſofortigen Stoppens kamen ſich die beiden
Schiffe ſo ſchnell gegenüber, daß der Zwiſchenraum
nicht mehr genügte, um aneinander vorbeifahren zu
können. „Uri” ſtieß in die Backbordſeite der „
Chriem=
hilde” ein Loch von zirka 2 Meter im Quadrat und
blieb darin ſtecken. Dadurch, daß der Strom jetzt die
„Uri erfaßte, geriet dieſelbe quer in den Strom und
riß dabei die Wohnung des Anhängerſchiffes des
Schleppzuges fort. Dem glücklichen Umſtande, daß die
Beſatzung dieſes Schiffes auf dem vorderen
Schiffs=
teile ſtand, iſt es zu verdanken, daß Menſchenleben bei
dem Wegreißen des Hinterteiles des Schleppſchiffes
nicht zu beklagen ſind. Inzwiſchen ſank die „
Chriem=
hilde” vorn, und die „Uri” lief Gefahr, mit hinunter
gezogen zu werden, es gelang jedoch in letzter Minute,
die „Uri” aus der „Chriemhilde”, herauszuziehen.
Wäre die „Uri” ebenfalls geſunken, dann wäre ein
furchtbares Unglück entſtanden, die „Uri” hatte
näm=
lich 1000 Tonnen Carbid geladen. Bei dem
Zuſam=
menſtoß mit der „Chriemhilde” wurde ein
Leicht=
matroſe, welcher ſich ſchon zur Ruhe begeben hatte,
ſchwer verletzt. Die 16 Paſſagiere der „Chriemhilde‟
wurden von der Strompolizei in Salziger Hotels
untergebracht. Noch während der Nacht wurde
ver=
ſucht, die „Chriemhilde” zu heben, ein Auspumpen iſt
jedoch nicht möglich, ſo daß Hebezeuge zur
Abſchlep=
pung herbeigerufen werden müſſen. Die Rheinſchiffahrt
iſt ſeit Samstag vormittag wieder frei, jedoch iſt der
Bergverkehr durch das in der Fahrtrinne liegende
Schiff — hier iſt die Rinne ſehr ſchmal — ſehr
be=
hindert. Die beiden Kapitäne ſchieben ſich gegenſeitig
die Schuld an dem Unglück zu, der Leichtmatroſe
dürfte kaum mit dem Leben davonkommen.
Der Brandſtifter von Rückershauſen verhaftet.
Rückershauſen (Oberlahnkreis). Die Urſache
des Brandes bei dem Tabakwarenhändler Schäfer iſt
nunmehr aufgeklärt. Der Oberlandjäger Becker nahm
nachts gegen 12 Uhr einen Schlag wahr, als wenn
in einem Steinbruch geſchoſſen worden wäre, und
ſchon ſtand auch die Scheune des Schäfer in
Flam=
men. Becker drängte darauf, möglichſt das Haus zu
retten. Als dies gelungen war, ſtellte er feſt, daß
nach der Scheune zu eine Zündſchnur von 80
Zenti=
meter Länge gelegt war, außerdem lagen dort
ver=
ſtreut ſieben Dynamitpatronen und große
Papier=
maſſen. Am Deckenbalken war eine Oeffnung
ge=
ſchaffen worden, um das Ueberſpringen des Feuers zu
erleichtern. Auf Grund dieſer Tatbeſtände wurde
Schäfer verhaftet.
Schweres Autvunglück.
Landeshut. Ein mit ſieben jungen Leuten
beſetztes Auto, das von einer Kirmesfahrt
zurück=
kehrte, prallte in der Nacht zum Montag in einer
ſcharfen Kurve mit ſolcher Wucht gegen einen
Chauſſeebaum, daß das Auto ſich überſchlug. Ein
Inſaſſe wurde ſofort getötet, der Führer
lebensge=
fährlich verletzt. Vier junge Damen erlitten Arm=
und Beinverletzungen. Das Auto iſt vollſtändig
zer=
trümmert. Die Verletzten konnten nur mit Mühe aus
den Trümmern gezogen werden. Der ſchwerverletzte
Chauffeur wurde in das Landeshuter Krankenhaus
gebracht. Bei dem ſchweren Unglück ſoll es ſich um
eine Schwarzfahrt handeln.
Geheimrat Penck 70 Jahre alt.
Ehrentag des großen deutſchen Geographen.
Geheimrat Prof. Dr. Albrecht Penck,
der weltbekannte deutſche Geograph, begeht am
25. September ſcinen 70. Geburtstag. Er war 1883
bis 1885 Dozent in München, ſodann einundzwanzig
Jahre lang in Berlin, wo er auch die Direktion des
Muſeums für Meeveskunde und des Geographiſchen
Inſtituts übernahm. Seine zahlreichen
Forſchungs=
reiſen haben ihn 1878 bis 1927 in alle Weltteile und
Polargebiete geführt. Seine „Morphologie der
Erd=
oberfläche” und ſein dreibändiges Werk „Tie Alpen
im Eiszeitalter” ſind von höchſtem Werte.
Dienstag den 25 Seplember 1928
Dr. Eckener am Kartentiſch des Führerraumes.
Das Rieſenluftſchiff „Graf Zeppelin” wird zu neuen großen Rundflügen gerüſtet. Ein Flug vom
Bodenſee über Mitteldeutſchland und Berlin zur Oſtſee ſteht vor der Verwirklichung.
Berlin ehrt unſere gefallenen Helden.
Das Krieger=Ehrenmal an der Kaiſer=Wilhelm=Gedächtniskirche zu Berlin
erinnert inmitten des heftigſten Weltſtadttrubels an die tapferen Söhne des Vaterlandes, die im
Weltkriege ihr Leben gelaſſen haben. Das Relief iſt ein Werk Profeſſor Hoſgeus. Die feierliche
Enthüllung fand am 23. September ſtatt.
Verbandstagung
der chriſilichen Metallarbeiter
Deutſchlands.
Vom 16. bis 21. September fand in Saarbrücken
die diesjährige Tagung des Verbandes der chriſtlich
organiſierten Metallarbeiter ſtatt. Die
außerordent=
lich zahlreich beſuchte Verſammlung wurde eröffnet
und geleitet von dem Gründer und Vorſitzenden
Wieber, M. d. R. Nach einer Feſtverſammlung
am Abend des 16. wickelte ſich das Programm der
folgenden 4 Tage ordnungsgemäß unter reger
Be=
teiligung in der Diskuſſion ab. Am 1. Tage wurde
die allgemeine Lage der Metallarbeiter in
Deutſch=
land und beſonders in den Grenz= und beſetzten
Ge=
bieten behandelt. Starkem Intereſſe begegnete ein
Referat des Münchener Profeſſors Kölſch über die
gewerbehygieniſchen Gefahren, denen die
Metallar=
beiter auch heute noch in großem Maße ausgeſetzt
ſind. Das Referat lief auf die Forderung hinaus, der
gewerbehygieniſchen Ausbildung der Ingenieure und
Techniker beſondere Aufmerkſamkeit zu widmen, damit
techniſche Neuerungen die Berufsgefahren auf ein
Mindeſtmaß einſchränken könnten. Der 3.
Verhand=
lungstag wurde mit einem Vortrag des
Verbands=
beamten Kreil über Forderungen zum
Arbeiter=
ſchutzgeſetz eingeleitet, der ebenfalls mit großem
Bei=
fall aufgenommen wurde. Auch die Ausführungen des
Jugendführers Föcher=Duisburg, der die
Forde=
rungen der chriſtlichen Arbeiterjugend vertrat, riefen
lebhaftes Intereſſe hervor. Am Schlußtag ſtanden
vorwiegend innnerorganiſatoriſche Fragen zur
De=
batte, insbeſondere die Einführung einer Alters= und
Invalidenverſicherung von ſeiten des Verbandes.
Nach kurzer Ausſprache über das diesbezügliche
Re=
ferat des 2. Vorſitzenden Schmitz=Duisburg wurde in
dieſer Frage eine Einigung erzielt, die dem alten
und invaliden Verbandsmitglied eine Rente von im
Höchſtfall 504 RM. pro Jahr ſichert, die früheſtens
nach 12jähriger Beitragsleiſtung zur Auszahlung
ge=
langt. Mit der Annahme dieſes
Berſicherungsent=
wurfes iſt eine notwendige und alte Forderung des
Verbandes erfüllt worden. Damit war die Arbeit
der diesjährigen Generalverſammlung erledigt, ſo
daß nur noch die Wahl des Vorſtandes zu vollziehen
war, die im weſentlichen eine Beſtätigung der
bis=
herigen Zuſammenſetzung brachte. Mit dem Dank
des Verbandes an die Stadt Saarbrücken und dem
Gelöbnis, auch ſeitens des chriſtlichen
Metallarbeiter=
verbandes alles zu tun, um den bedrängten
Grenz=
landen nach Möglichkeit beizuſtehen, ſchloß der
Vor=
ſitzende die 12. Generalverſammlung.
Vertretertag des Deutſchen
Afademiſchen Verbandes
in Breslau.
Die Tagung des Verbands, die Vertretung der
wiſ=
ſenſchaftlichen Aſſiſtenten an den Univerſitäten und
Techn. Hochſchulen des deutſchen Sprachgebiets, wurde
unter reger Beteiligung in dieſen Tagen in Breslau
abgehalten. Eröffnet wurde ſie durch einen Feſtakt in
der Aula der Friedrich=Wilhelms=Univerſität, zu der
auch Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Behör=
den ſowie der Preſſe erſchienen waren. Im
Mittel=
punkt ſtand die Feſtrede von Univerſitätsprofeſſor
Dr. Brugſch=Halle über die „Stellung der
medizini=
ſchen Wiſſenſchaft im Rahmen der universitats
lite-
rarum” Unter den verſchiedenen
Begrüßungsan=
ſprachen fanden die Worte, die der Rektor der
Uni=
verſität, Geheimrat Prof. Dr. Wollenberg, den
Ver=
tretern des Verbandes vor allem auch der
auslands=
deutſchen Hochſchulen zurief, warmen Anklang.
Empfänge durch die Stadt und verſchiedene
Ver=
bände bildeten den äußeren Rahmen der Tagung und
gaben Gelegenheit, in der Berührung der Vertreter
verſchiedenſter deutſcher Landſchaften und Stämme
das Gefühl der Gemeinſamkeit deutſcher Kultur
wach=
zurufen und zu feſtigen. Das eigentliche Programm
des Vertretertags befaßte, ſich mit wirtſchaftlichen
Fragen, insbeſondere der Beſoldung der Aſſiſtenten,
die als völlig unzureichend und ungerecht aufgebaut
gekennzeichnet wurde. Eine der wichtigſten
Forde=
rungen des Verbandes wird ſein, hier eine
Aende=
rung herbeizuführen, die auch materiell der von dem
Aſſiſtenten verlangten und geleiſteten Arbeit gerecht
wird.
Schneefall im Schwarzwald.
Der Temperaturrückgang in der Nacht vom
Sams=
tag zum Sonntag ließ auf dem Hochſchwarzwald das
Thermometer bis auf den Gefrierpunkt ſinken, und
während des ganzen Sonntags war es auf den Höhen
empfindlich kalt. In den erſten Nachmittagsſtunden
ſetzte im Feldberggebiet vereinzeltes Schneetreiben,
vermiſcht mit Hagelſchauern, ein. Wenn der Schnee
auch nicht lange liegen blieb, ſo hüllte er doch Feld
und Flur für kurze Zeit in ein winterliches Gewand.
Schnee im Allgäu.
Kempten. Nach dem ſchönen Wetter der letzten
Woche hat es in der Nacht zum Samstag einen jähen
Witterungsumſchlag gegeben, der in den Pfrontener
und Obersdorfer Bergen bis über die Waldgrenze
herab Schnee brachte.
Nummer 2671
Die Fahrtpläne
des „Graf Zeppelin”
Friedrichshafen. In die Fahrtpläne
„Graf Zeppelin” kommt allem Anſchein nach
neue Note hinein dadurch nämlich, daß der
Plomm=
wogen wird, auch eine Reiſe nach Aegopt
und dem Orient überhaupt zu unternehmen.
Anregung dazu ſtammt von den amerikaniſchen 9 der Luftſchiffbaugeſellſchaft, die ſich5.
Amerika das Monopol an den großen Reiſen
ſichert haben. Dr. Eckener hat den Wunſch durchſ.
günſtig aufgenommen, und es gilt als
wahrſcheinn=
daß dieſe Reiſe eingeſchoben wird. Natürlich miſie
vorher alle möglichen Erwägungen, Wetterben;
nungen uſw. angeſtellt werden. Namentlich dürſta‟
Frage der Temperatur eine Rolle ſpielen. Es mt.
aber darauf hingewieſen, daß auch bei der Atlarn
fahrt des 3. R. III ſich außerordentlich große 23
peraturunterſchiede gezeitigt haben, ohne daß ſie
Schiff irgendwie beeinträchtigen konnten.
Der „Graf Zeppelin” wird nun am Mittwochr
ſeiner nächſten Fahrt klar ſein. In der Halle am=
Tag und Nacht an ihm gearbeitet. Bei den Verbaie
rungen ſpielt namentlich die bereits mitgeteilte 29,
änderung an den Motorgondeln eine Rolle. A.
hofft aber, die Verlängerung der Streben, die
einer Ableitung des Propellerſtromes vom Nuru
führen ſoll, bis Mittwoch fertig zu haben. Geſtatzu
die Wetterverhältniſſe am Mittwoch einen Auffn
— das Wetter hat ſich in den letzten Tagen erhehl
verſchlechtert — ſo würde das Schiff wahrſcheinm
nur in der Nähe des Bodenſees bleiben. Die arn
Fahrt nach Berlin und vielleicht noch weiter mi
Nord= und Oſtdeutſchland kann unter Umſtänden
Samstag ſtattfinden. Wenn es zu dieſer Fo.
kommt, ſo würde das Schiff ſchon morgens 5 u0
aufſteigen. Daran würde ſich dann in der nächſen
Woche eine weitere größere Fahrt — vielleicht
Aegyptenfahrt — anſchließen, und das Schiff wüüde
dann für die Amerikafahrt bereit ſein.
Dr. Eckener rechnet damit, daß die
Blaugasrt=
duktion ſo ſchnell fortſchreitet, daß er ſpäteſtens a
10. Oktober, vorausſichtlich aber früher, z zu
Amerikafahrt ſtarten kann. Er will
Programm offenſichtlich zeitlich mehr zuſammendrau
gen, um die erſten Atlantikfahrten nicht Ende
Oktoa=
oder im November während der ſtarken Stünn
durchführen zu müſſen. In der erſten Hälfte
Oktober herrſcht über dem Atlantik meiſt gutes AZ.M
ter, das die Seeleute mit dem Wetter vergleichen, i1
man bei uns Altweiberſommer nennt. Die Vorber.
tungen für die Amerikafahrt ſind demnach weiter
vollen Gange. Intereſſant iſt die Form der Waſff.
mitnahme. Damit immer friſches Waſſer an Bord 1.
wird das Trinkwaſſer zu Eisblöcken gefroren,
dann ſtückweiſe verbraucht werden. Mit beſonderr
Aufmerkſamkeit werden die Wetterverhältniſſe für
Amerikafahrt verfolgt.
Aufregende Verbrecherjagd.
Kaſſel. Eine aufregende Verbrecherjagd nalu
Sonntag nachmittag im Orte Wanfried ihren Arl=/
gang. Ein fremder Mann, der bei einem
Fahrrei=
händler ſein Rad verkaufen wollte und die Ango= Perſonalien verweigerte, ſollte von einem Po.
zeibeamten verhaftet werden. Er ſetzte ſeiner
Vit=
haftung Widerſtand entgegen und gab mehrere
Schüi=
auf den Beamten ab und entfloh in der Richtuuy
nach der Werra, wo er in einen Kahn ſprang u)0
ſich über den Fluß treiben ließ. Dabei gab er m.i
eine Anzahl Schüſſe auf die verfolgenden Beamti
ab, die das Feuer ohne Erfolg erwiderten. Der V½
brecher ſetzte dann ſeine Flucht nach Völkershauſſ.:
fort, indem er auf der Landſtraße unter Bedrohuu
mit ſeinem Revolver einem Radfahrer ſein Fahrr.)
entriß und in raſendem Tempo davonfuhr. Z
Polizeibeamten nahmen mit einem Auto und vi
bewaffneten Leuten die Verfolgung auf. In Burſckh.
konnte der Verbrecher, der auf der Flucht mit ſeinan
Rcvolver alle Leute eingeſchüchtert hatte, eingehrſ
werden. Als er die Gewehr= und Karabinerläufe au
ſich gerichtet und keinen Ausweg mehr für ſich ſen
ergab er ſich. Er wurde ins Amtsgerichtsgefängnn
in Wanfried gebracht, wo er jede Auskunft verwul
gerte. Die Polizei glaubt, es mit einem ſchwer n
Jungen zu tun zu haben.
Schweres Autounglück.
Solingen. In der Nacht zum Montag ſchlr.
ein von Cronenberg kommender, mit Forſtleuten E
ſetzter, Laſtkraftwagen infolge Verſagens der Bremn
in der Kurve um. 12 Verletzte mußten ins Kranke2
haus gebracht werden. Bei einigen Verletzten beſte*
Lebensgefahr.
Schwerer Unfall des D=Zuges Warſchau-Poſei=
Warſchau. Der D=Zug Warſchau-Poſen ſtie!
am Sonntag in der Nähe von Kutno in voller Fah’(
auf einige von einem Güterzug abgeriſſene Wage
die auf dem Gleiſe ſtehen geblieben waren. 9C
Güterwagen wurden völlig zertrümmert. Der Führe;
des D=Zuges erlitt bei dem Zuſammenſtoß ſchwer=
Verletzungen. Einige Fahrgäſte trugen leichtere Ve2
letzungen davon.
Die „weiblichen” Karabinieri.
Mailand. Der Kaſſier einer großen Metal
warenfabrik von Caſtellammare bei Neapel, de‟
ſchon längere Zeit von zweifelhaften Individuen un
bemerkt verfolgt wurde, begab ſich, wie gewohnt, a.2
Freitag auf die Bank, um 500 000 Lire abzuhebel
Als er ſich in einem Automobil außerhalb der Stau
befand, wurde er von einigen Leuten angehalten um
mit erhobenem Revolver zur Herausgabe des Gelden
gezwungen. In dieſem Augenblick kam ein anderer
Automobil des Weges, das mit Damen beſetzt war.
Dieſe Damen ſtiegen aus, zogen Revolver und ver
hafteten die Räuber. Die Damen waren nämlich —
verkleidete Karabinieri.
Ein Zyklon über Porto Alegre.
London. Ueber Porto Alegre in Braſilien !
nach Berichten aus Buenos Aires ein ſchwerer Zytlol?
der einen Schaden von fünf Millionen Mark and
richtete, hinweggegangen. Eine große Anzahl Pem
ſonen wurde getötet und verletzt. Hunderte vo.
Flüchtlingen ſuchen in Kirchen Zuflucht. Durch dib
Uberſchwemmung des Fluſſes Guahyba, der um fün
Meter ſtieg, wurde bedeutender Schaden angerichten
Schweres Eiſenbahnunglück in Amerika.
New York. Nach einer Meldung aus Chicag:
ſtieß am Sonntag ein Güterzug mit einem nack
Granite City in Illinois fahrenden Perſonenzug zu.
ſammen. Fünf Perſonen wurden getötet und 44
verletzt.
wärt
Deutſche
Sichnung
[ ← ][ ][ → ] Sport, Spiel und Zurnen.
Schwimmen.
Radfahren.
Der S.V. Göppingen in Darmſiadi.
Bahn=Rennen des Pelociped=Clubs.
Gegner Jung=Deutſchlands am Sonntag im Schwimmbad.
Mit einem bedeutenden Klubzweikampf gegen den bebannten
„wimmerein Göppingen eröffnet der Darmſtädter Schwimmklub
Zrang=Deutſchland” am kommenden Sonntag die diesjährige
Hallenbad=
hwimmzeit. Jung=Deutſchland hatte ſich mit den Göppingern keinen
Dhten Gegner ausgeſucht, ſind doch die Württemberger Schwimmer
unch ihre glänzenden Erfolge weit über die Grenzen Süddeutſchlands
„us bebannt. Seit Jahren ſtehen die Gegner des kommenden Sonn=
„ unter den ſüddeutſchen Schwwimmvereinen an der Spitze, was ſie
z. in der diesjährigen Sommerzeit durch die vielen Erfolge bewieſen
„ren. Zum erſten Male fand ein Kampf zwiſchen beiden Vereinen im
ſai dieſes Jahres in Göppingen ſtatt, der bekanntlich unentſchieden
arete. Geſpannt iſt man daher auf das neue Zuſammentreffen der bei=
Mannſchaften. Der Kampf, auf den wir noch näher zurückkommen
den, ſetzt ſich aus drei Freiſtilſtaffeln: 10mal 50 Meter, 10mal 100
7rter, 6mal 20 Meter, und einem Waſſerballſpiel zuſammen.
„Ternes Schwimmfeſt des Reichsbahn=Turn= und Sportv. Darmſtadt.
Uns geht folgender Bericht zu: Der Reichsbahn=Turn= und
Sport=
in Darmſtadt veranſtaltete am Samstag, den 22. September, 20 Uhr,
n. Städtiſchen Hallenſchwimmbad ſein erſtes internes Schwimmfeſt. Die
ſanſtaltung war gut beſucht und iſt jeder Anweſende voll und ganz
ui ſeine Rechnung gekommen. Der erſte Vorſitzende, Herr Oberingenieur
)—tz, begrüßte die Feſtverſammlung ſowie die geladenen und erſchienenen
engäſte aus Darmſtadt und Mainz in einer kernigen Anſprache, wo=
1. ihm der nötige Beifall gezollt wurde. Sodann erhielt Herr Adolf
Schwimmwart das Wort, unter deſſen Leitung ſich folgendes Pro=
—mm abwickelte:
1 Freiſtilſchwimmen 50 Meter (Vereinsmeiſter): Sieger Mitſchdörfer
in 36,3 Sekunden.
2 Bruſtſchwimmen für männliche Jugend unter 16 Jahrem: Sieger
Guſt. Pitzer, in 48,3 Sek.
3. Bruſtſchwimmen für Damen, 50 Meter: Siegerin Gretel Schmidt in
55,5 Sek.; 2. H. Schröder in 57,9 Sck.
4 Schauſpringen: Hier wurden von den Herven Hopp und Eitel
vor=
zügliche Leiſtungen vollbracht.
5. Bruſtſchwimmen für Herren, 50 Meter: Sieger Habich in 43,15 Sek.
6. Freiſtilſtaffel, 50 Meter, Rb. T.=u. Spv. Darmſtadt gegen den gleichen
Verein von Wiesbaden: Sieger Wiesbaden in 2.23 Sek.
7. Rückenſchwimmen für Herren: Sieger Mitſchdörfer in 39,3 Sek.
8 Freiſchwimmprobe für Nichtſchwimmer, 10 Minuten: Von 8. Damen
und 9 Herren erfüllten 3 bzw. 5 die geforderten Bedingungen.
9. Streckentauchen: Sieger Hopp, 30 Meter in 77 Sek.
0. Seitenſchwoimmen, 25 Meter: Sieger Habich in 45 Sek.
1. Tellertauchen: Hier wurde Vorzügliches geleiſtet.
2 Waſſerballſpiel: Rb.=T.=u. Spb. Darmſtadt gegen dieſelbe Abteilung
Wiesbaden: Sieger Wiesbaden 7:0, war doch letztere Abteilung
tech=
niſch überlegen.
Damit war das Programm beendet und kann die erſt drei Monate
I— Abteilung ſtolz auf die Vevanſtaltung ſein. Ganz beſonders ſei dem
4teilungsleiter, Herrn Adolf, für ſeine Arbeit und Mühewaltung an
üiſſer Stelle nochmals gedankt.
Erich Rademacher wird nun doch in Japan ſtarten, weil das
Aus=
v rtige Amt aus diplomatiſchen Gründen ſich darum bemühte und der
Srutſche Schwimmverband entſprechend dieſem Wunſche ſtattgab.
Seinen 100. Sieg in dieſer Saiſon feierte Jockey Otto Schmidt
ſtr: Sonntag in Hamburg=Großborſtel mit Portia. Das Championat
vud Schmidt nicht mehr zu nehmen ſein.
Jaenicke=Berlin gewann beim Berliner Junioren=Tennsturnier ken
Landmann=Pokal gegen Hartz 1:6 6:4 6:3 6:4.
Die am letzten Sonntag auf der Rot=Weiß=Sportanlage vom
Velo=
ziped=Club veranſtalteten Bahnrennen brachten dieſes Mal weſentlich
beſſere Leiſtungen als die vorausgegangenen Erſtveranſtaltungen. Durch
die Zulaſſung weiterer Gaue des BDR. wies die Meldeliſte eine
Be=
ſetzung guter, bekannter Fahrer aus Köln, Barmen, Mannheim,
Frank=
furt, Mainz und Darmſtadt auf. Insbeſondere war man auf die
Köl=
ner Fahrer Perelär und Kleimann geſpannt, die Sonntag für Sonntag
ſiegreich waven. Der ſtärkere Fahrer war Perelär — der hier in
Darm=
ſtadt letztmalig als Amateur an den Start ging — und ſich durch ſeine
hervorragende Fahrweiſe ſchnell die Sympathien der Zuſchauer erwarb.
Die Einzelrennen waren ſeine ſichere Beute, im Ausſcheidungsfahrem
mußte er durch Defekt in der Spurtrunde ſeinem hartnäckigſten
Wider=
ſacher Franke vom VCD. den Vortritt laſſen. Im Mannſchaftsfahren
dagegen trat eine Ueberlegenheit der Darmſtädter Fahrer Franke=Gleim
zudage, die bewies, daß Darmſtadt mit dieſem Paar eine hoffnungsvolle
Mannſchaft ſtellen kann. Schon bei ihrem erſten Start in München
zeigte ſich dieſe gute Zuſammenſtellung und nur durch unglücklich
ge=
wählte Ablöſung kamen Franke und Gleim damals um den verdienten
erſten Platz. Das eingelegte Motorrad=Geſchicklichkeitsrennen geſtaltete
ſich ſehr intereſſant, da hierbei zum Teil ſehr ſchiwerige Uebungen zu
erfüllen waren. Kleine Mängel in der Organiſation dürften damit zu
entſchuldigen ſein, daß nach jahrelanger Pauſe im Darmſtädter
Bahn=
rennſport hier erſt geeignete Kräfte angelernt werden müſſen. — Die
Ergebniſſe:
Erſtfahren. Preis von Frankenſtein: 1. Kornmeier=Darmſtadt, 2.
Ger=
nand=Darmſtadt; 3. Edler, Mainz. — Hauptfahren, Hans Borné=
Rennen: 1. Perelär=Köln; 2. Franke=Darmſtadt; 3. Gleim=Darmſtadt;
4. Pfirſchin=Darmſtadt. Ausſcheidungsfahren: 1. Fvanke=Darmſtadt;
2. Böhmert=Barmen; 3. Perelär=Köln; 4. Battenbeva=Frankfurt. — 25
Kilemeter Mannſchaftsfahren: 1. Franbe=Gleim=Darmſtadt (das ganze
Feld überrundet); 2. Perelär=Kleimann=Köln; 3. Tietſch=Diemer=
Darm=
ſtadt. — Mutorrad=Geſchicklichkeitsfahren: 1. Hugo Neurohr, 3. Straf
purnkte, 126 Sek.; 2. Willi Kanzler, 4 Strafpunkte, 100 Sek.: 3. Willi
Menges, 4 Strafpunkte, 125 Sek.; 4. Willi Engel, 6 Strafpunkte, 122 S.
Kraftſport.
Athletenverein „Vorwärts” Groß=Zimmern — „Eiche 03” Hanau 14:6.
Wiederum war Groß=Zimmern der Schauplatz eines faiven und
ſchönen Kampfes im Ringen. Hanau mußte dieſes Jahr in die
Kreis=
liga abſteigen und am Sonntag gegen die Groß=Zimmerer 2.
Mann=
ſchaft zum fälligen Vorkampf antreten. Die Kämpfe lagen in den
Hän=
den des Unparteiiſchen Liller=Dieburg, welcher einwandfrei und korrekt
ſeines Amtes waltete.
Im Fliegengewicht zeigte Weiher (Gr.=Z.) gegen Schmitt (H.) gute
Form und konnte in 3,20 Minuten durch Halbnelſon am Boden den
Sieg für ſich entſcheiden. 3:0. — Im Bandamgewicht ſtehen ſich Eck
(Gr.=Z.) und Müller (H.) gegewtber. Eck hatte wieder Ringerpech,
mußte mehrere Hüftzüge hinnehmen und erhielt in der 16. Minute eine
Niederlage durch Selbſtverſchulden, 3:3. — Im Federgewicht ſiegt Göbel
(Gr.=Z.) über Stütz (H.) ſchon in 0,45 Min, durch Armzug am Baden,
6:3. — Im Leichtgewicht iſt Weidner (G.=Z.) wieder in beſter Verfaſſung
und ſiegt in 3,25 Mimten gegen Mädicke (H.) durch Doppelnelſon, 9:3.
— Im Mittelgewicht A war der junge Danz (Gr.=Z.) gegen den
kampf=
erprohten Grasmück (H.) überlegen und ſiegt nach 20 Minuten als
ver=
dienter Punktſieger, 11:3. — Im Mittelgewicht B ſtand Brunner (Gr.=
Z.) gegen Nelde (H.) auf verlorenem Poſten und ſchon nach 2 Minuten
kam er nach einem Hüftzug auf die Schultern, 11:6. — Im
Schwer=
gewicht machte Krauß (Gr.=Z.) gegen Schultheiß (H.) den kürzeſten Sieg
des Tages, indem er ſeinen Gegner ſchon nach 0.15 Minuten durch einen
gut ausgeführten Schleudergriff auf beide Schultern legt. 1416 für
Groß=Zimmern.
Ballon=Wettfliegen in Frankfurt.
In Frankfurt fand am Sonntag ein Freiballon=
Wett=
fliegen als Ausſcheidungsrennen zum Wanderpreis des Deutſchen
Luftfahrt=Verbandes ſtatt, das einen nicht normalen Verlauf nahm,
weil zwei Ballons in einen Schneeſturm gerieten und ſchon nach ſehr
kurzer Fahrt wieder zur Erde geriſſen wurden. Es handelte ſich um
die Ballons „Leipziger Meſſe (Stüben) und „Ortizon” (Dr. Landmann),
weich letzterer die Meiſterfechterin Helene Mayer an Bord hatte. Sieger
wurde der Ballon „Barmen” (Kaulen), der fchon beim Gordon=
Bennett=Wettfliegen den zweiten Platz belegt hatte und der bei
Berg=
zabern landete. Ihm am nächſten kam Drory (Jul. Hahn), der an
gleicher Stelle niederging, vor „Eſſen” (Leimkugel) deſſen Landungsort
Germersheim war. Das Wanderpreiswettfliegen auf der „Ila” in
Ber=
lin am 14. Oktober wird alſo von Ballon „Barmen” unter Leitung von
Hugo Kaulen beſtritten werden.
Geſchäftliches.
Der Erfolg im Leben hängt nicht allein vom Wiſſen und Können
ab, ſondern der wird den größten Erfolg haben, der neben dieſen
Eigenſchaften das meiſte Selbſtbewußtſein, das ſicherſte Auftreten beſitzt.
Nur er wird die Macht ſeiner Perſönlichkeit am vorteilhafteſten
ent=
falten können, ſei es nun im geſchäftlichen oder geſellſchaftlichen Leben.
Solche Leute ſind in der Regel gut gekleidet. Denn nichts ſtärkt das
Selbſtvertrauen mehr als das Bewußtſein, gut gekleidet zu ſein. Ein
Mittel hierzu, für Jedermann erſchwinglich, iſt die chemiſche Reinigung,
wie ſie in beſter Weiſe für alle Arten Herren= und Damenkleider, ſowie
Dekorationsartikel für das Heim durch die Firma Braubach u. Fiſcher,
Wilhelminenſtraße 19, ausgeführt wird.
Wetterbericht.
Druckſtörungen haben zum weiteren Abbau des nordweſtlichen
Hoch=
druckgebietes geführt und bereits den Witterungsumſchlag eingeleitet.
Mehrere Böen, die geſtern in Begleitung der Kaltluft ſüdwärts
vorge=
drungen ſind, brachten auch unſerem Gebiet unfreundliches, kühles
Herbſt=
wetter und mehrfache Regenſchauer. Beſonders ſtark war der
Tempera=
turrückgang über Frankreich, wo während der vergangenen Nacht und
heute morgen ſtellenweiſe leichter Froſt auftrat. — Ueber der Nordſee
und Belgien liegt noch eine Störung, die bereits unter
Südweſtluft=
zufuhr zu Bewölkung führte. Sie wird zunächſt weiter zu
veränder=
lichem Wetter und vereinzelten Regenſchauern führen.
Ausſichten für Dienstag, den 25. September: Wechſelnd wolkig mit
Auf=
heiterung, kühl, einzelne Regenſchauer.
Ausſichten für Mittwoch, den 26. September: Noch kühles und zeitweiſe
bewölktes Wetter mit ſtrichweiſen leichten Niederſchlägen.
in Ce Wind: Miee
ſchlag
in mm Gee
decke
in em Gießen: bedeckt N. 3,5 Aachen: wolkig SW. 0,6 Hamburg: Berlin: bedeckt SW. München: Regen WSW. Königsberg: Regen 10 NNW. 3 Breslau: wolkig 8 NW. — Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen. Feldberg:
Taunus wolkig 2 NNW. Waſſerkuppe Nebel W. Feldberg:
(Schwarzw.) bedeckt —2 02 Zugſpitze: Nebel —12 NNWs Kahler Aſten: Fichtelberg: Nebel WNW. Schneekoppe: Schnee —3 N.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
Preußiſche Pfandbrief=Bank
Gegründet 1862 Berlin W 9
Staatsaufſicht
Aktienkapital . . .
RM 21000 000.—
Reſerven ... . . . . . . . (a.
12 000 000.—
Darlehnsbeſtand . . . . . . ca. 400 000 000.—
Niedr Kontorabſchluß,
Roederherd (links),
115X70, 2r u. 3flam.
Gasherde, ſtehend r.
Hasbadeofen, Tiſche.
oval u viereck., ein
lack. Kleid rſchrank,
eiſ Ofenſchirm, 1
geſchnitzte Elagere,
ältere Teppiche,
Eck=
bretter,Einlaufbecken,
Kochkiſte u. a m.
billig zu verk.
Zim=
merſtr. 1. (*24944
Die Bank legt zur Geichnung auf
GM 10000000.—
8ige Gold=Hypotheken=Pfandbriefe Em. 47
— neue Erweiterungsausgabe —
unkündbar bis 1. Juli 1935
Abſchnitte zu GM 100.—, 500.—, 1000.— und 3000.—
mit Hinsſcheinen Januar/Juli
Zeichnungskurs 97½.
GM 5000000.—
8’bige Gold=Kommunal=Obligationen Em.20
unkündbar bis I. April 1935
ſtaatsmündelſicher, Abſchnitte zu GM 100.—, 500.—, 1000.—
und 3000.— mit Hinsſcheinen April/Gktober
Zeichnungskurs 94.o
Zeichnungsfriſt: vom 26. September bis 17. Oktober d. 9.
vorbehaltlich früheren Schluſſes.
Zeichnungsſtellen: Banken und Bankſirmen, Kredit=
Genoſſen=
ſchaften, Spar= und Girokaſſen und die Emiſſionsbank.
Proſpekte und Unmeldungsſcheine ſind bei vorbezeichneten
Stellen erhältlich.
Der Vorſtand.
Berlin, im September 1928.
Herrenrad 10 ℳ
Herrenrad 28 ℳ
Herrenrad, B eniano
und Damenrad, wie
neu mit Gar. billig
zu verk. event. Teil=
(1 244
zahlun
Karlſtr. 14, Laden
Verkäufel
Zeeiß=Feldſtecher /8X)
ſeſt neu zuverkauſen.
Herdweg 95
G=artenhaus. (*24979
Bettchaſelongue
2iwan. Klubſofa
Matratzen,
Feder=
betten liefert äußerſt
reiswert, (15 28a
Möbelhaus
2. M nger, Darmſt.
Bleichſtraße 17
2 Sänlen=Oefen
HEllig zu verk (24950
Seidelbergerſtr. 71.
2mod Wintermäntel
bill z. verk. Kranich
ſteinerſtraße 4½,1. St
24888)
2498
Eiſerner
Ofen
ſehr gut erhalten, zum
Kochen ſehr geeignet
äußerſt bi lig zu
ver=
kaufen bei Noll, Wendel
ſtadtſtraße 31, Gth. II
Schrelb tisch
mit Stuhl zu verkauf
Beſichtigung zwi chen
1 u. 12 Uhr
Eliſa=
bethenſtr. 34,. Bim=
(*24880
mer 12.
Nähmaſchine
mit Garant billig zu
verk., evt Teilz. Kac
ſtraße 14, Bad (1: 24:
Sauerkrautfäßch. 3.-,
dio Steintöpfe z.
Aus=
ſuchen 0.50, kl.
Apfel=
t ockenhordchen bill.
zu verkaufen (*24682
Schulſtraße 14, III.
M. S. U.
Poni, in beſtem
Zu=
ande, hilig zu
ver=
aufen Feldbergſt 38,
1 Stock I. 2 931
Zementpfoſten
abzugeben
Frankfur=
terſtr. 105. (*24884
Gut Riedner
Daner=
brenner weg.
Platz=
mangel f. 30ℳ z vk.
Annaſtr. 37, I. (24808
Aus
herrſchaftlich. Hauſe
kommen dieſe Woche
freihändig zum
Ver=
kau: 1 maſſiv eichene
Bettſtelle mit Sp.
1 Waſchkommode m.
Marm.,
Nachtſchränk=
che, 2 weiß lack.
eiſerne Bettſtellen,
1 große,hochelegante,
geſchnitzteFlurgarde‟
robe, 1 zweit Schrank
(maſſiv eichen), ein
Klubſofa, einige
Seſ=
ſel, 1 Partie
Sticke=
eiwäſche
Handar=
beit”, ſchwere Stoff=
Uebervorhänge uſw.
Eugen Wagner
Taxator
Karlſtraße 41. (24765
Teleph. 2943.
Anuahme von
Erb=
auseinanderſetzungen
Taxa ionen
und Verſteigerungen.
K
Sianiſch, wie neu f.
27.4 ſtatt 45.4 z vk
Arheilgen, Mühlſtr. 2.
(*24952)
Ladeneinrichtg.:
2 Ladentheken, eine
mit Marmorplatte,
2 m 1g, 1
Laden=
regal mit Schublad,
1 Drogerieſchran”,
zu verk. Zu erfrag.
in d. Geſchſt /24948
1 Spiegelſchr 2tür.,
1- und 2tür
Kleider=
ſchränke, kompl.
Kü=
cheneinricht., Au zieh
tiſche, Trumeau. Ver
tiko, Betlen
Bücher=
ſchr., 3te il.
Roßhaar=
matr. Kommod,
Se=
retär, Salon chrank,
Küchenſch ränie,
Bade=
wanne. Waſchmiſch.
Spiegel u w. zuveri
8. Kraft. Gev
gen=
ſtraße 1½: (15249
Rotes Plüſch ola
Schre btichm. Aufſ.
zu verkaufen. 24984
Sandſtraße 14, III.
Leichte Federrolle
16 Ztr. tragf., ſpottb.
zu verk. Gr.
Ochſen=
gaſſe 16, II (e24g01
Mettberweide
Sf
Mel
(TV.6035
[ ← ][ ][ → ]Vom Holzmarit
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Beurteilung der Geſchäftslage iſt
verſihiedenartig. Im Freiſtaat Sachſen haben die Platzholzhandlungen
befriedigend zu tun, ſind aber nicht in der Lage, die Preiſe für
Stamn=
kiefer beim Konſum zu erzielen, die ſie auf Grund ihrer Einkaufspreiſe
haben müßten. In der Provinz Sachſen laſſen zur Zeit Breslauer und
Berliner Holzhändler durch beſondere Vertreter die Kundſchaft im
Holzverbrauch beſuchen. Billige Angebote ſind oft an der
Tagesorö=
nung. Im Rheinland und in Weſtfalen iſt der Abſatz beim
Platzholz=
handel etwas beſſer geworden. Stockend iſt nur das Geſchäft in
aſt=
reinen Seitenbrettern, da die Küchenmöbelinduſtrie wenig aufnahme=
fähig iſt. Selbſt billige Preiſe bieten, keinen Anreiz zu Abſchlüſſen.
Aus Polen werden dem Holzhandel aſtreine Seiten in großen Mengen,
nneiſt 20 und 26 Millimeter ſtark, zu 90 bis 95 Mark je Kubikmeter
an=
geboten. Blaue aſtreine Seiten ſollen 75 Mark frei deutſch=peiniſcher
Grenze bei Bentſchen, deutſcherſeits unverzollt, koſten, es iſt wenig
Material angeboten. Die Leiſtenfabriken ſind zum Teil bereits in
Ver=
legenheit. Da die Fabrikation von Leitern ſehr zurückgegangen iſt, ſind
kurze aſtreine Seitenbretter ſcher abſetzbar. Das Geſchäft in
Erlem hat ſich belebt, gefragt ſind namentlich Bohlen von 40
Milli=
meter aufwärts. Auch ſogenannte „Hutmgcherbohlen” in Abmeſſungen
von 100 Millimeter auſrärts waren geſuht. Der Balkenmarkt hat ſich
etwas befeſtigt, ebenſo ſind Kanthölzer geſucht. Der
Eichenſchnittholz=
markt liegt ruhig.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Preußiſche Pfandbriefbank, Berlin. Der heutige Anzeigenteil
ent=
hält eine Bekanntmachung der Bank, wonach eine neue
Erweiterungs=
ausgabe im Betrage von 10 Millionen Goldmark 8prozentiger Gold=
Hypotheken=Pfandbriefen Em. 47 und ein Betrag von 5 Millionen 8
pro=
zentiger Gold=Kommnnal=Obligatioeen Em. 20, ſtaatsmündelſicher, zur
Zeichnung aufgelegt werden. Die Zeichnungskurſe ſind 97½ Prozent
für die Pfandbriefe und 94½ Prozent für die Komunal=Obligationen.
Die Anmeldefriſt läuft vom 26. September bis 17. Oktober d. Js.
Zeich=
nungsſtellen ſind Banken und Bankfirmen, Kreditgenoſſenſchaften, Spar=
und Girokaſſen und die Emiſſionsbank ſelbft, bei denen auch Proſpekte
mit anhängenden Zeichnungsſcheinen erhältlich ſind.
Preiserhöhung für Thomasmehl. Mit Wirkung vom 1. Oktober ab
erhöht ſich der Preis für Thomasmehl von 2,5 Pfg. auf 28 Pfg. je
Kilogranm. Mitgeteilt wird, daß ſich der Abſatz von Thomasmehl gut
entwickele und daß mit einer ſtarken Abſatzerhöhung auch weiterhin zu
rechnen iſt.
Neuer Brückenauftrag der Phil. Holzmann A.=G., Frankfurt a. M.
Wie wir erfahren, iſt der Firma Phil. Holzmann A.=G., Frankfurt a.
M., die Ausführung des Baues der neuen Ruhrbrücke im Verlauf der
Verbindungsſtraße von Eſſen nach Düſſeldorf übertragen worden. Die
Koſten der Brücke, die gemeinſam von der Stadt Müſheim=Ruhr und dem
Ruhr=Siedlungsverband aufgebracht werden, belaufen ſich auf insgeſamt
1,2 Millionen RM. Es handelt ſich bei dem vorliegendem Profekt um
eine Betonbrücke von 950 Meter Länge, wobei die eigentliche
Brücken=
überquerung der Ruhr 374 Meter beträgt und auf die Gänge beiderſeits
573 Meter entfallen und 12 Meter auf die Breite.
Mumm u. Co. A.G., Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft ſchließt das
am 31. März 1928 abgelaufene Geſchäftsjahr mit einem Warengewinn
von 131 848 RM. (74 272 RM.), dem Handlungsunkoſten von 94 877
(59 835) RM. gegenüberſtehen. Unter Berückſichtigung des Vortrages
aus 1926/27 in Höhe von 20 158 RM. berbleibt em Reingewinn von
57 128 (21 158) RM., deſſen Verwendung nicht erſichtlich iſt. Bei einem
Aktienkapftal von 1,005 Mill. RM. erhöhten ſich die Kreditoren von
90 63 auf 488355 RM. Auf der Gegenſeite ſind ebenfalls geſteigerte
Debitoren mit 129 514 (294 112) RM. auffgeführt. Die Warenbeſtände
ſind mit 11729;9 (1053 741) RM. ausgewieſen. Aus dem
Aufſichts=
rat iſt Hans v. Paſſahant=Frankfurt a. M. ausgeſchieden.
Hanauer Straßenbahn A. G., Hanau. In der G.V. der Hanauer
Straßenbahn A. G., in der die Aktionäre Stadt Hanau, die
Gemein=
den Groß= und Kſein=Steinheim das geſamte Aktienkapital vertraten,
wurde mitgeteilt, daß das abgelaufene Geſchäftsjahr mit einem Verluſt
von 3753 Mark abſchließt. Der Aufſichtsrat erhielt die Ermächligung,
den vor einiger Zeitz eingerichteten Autobusverkehr ſeiter auszubauen.
Weiter erteilte die G.V. die Genehmigung zur Aufnahme eines
Dar=
lehens von 282000 RM., das zur Verbeſſerung der Anlagen und zur
Anſchaffung weiterer Autobuſſe beftimmt iſt.
Auslandsauleihe der Stadt Küln. Zu der bereits gemeldeten Aus.
landsanleihe der Stadt Köln in Höhe von 1 150 000 Pfund Sterling
erfahren wir noch von maßgeblichſen Seite, daß es ſich bei dieſer
An=
leihe, die am Donnerscag auch in gehsmer Sitzung die Zuſtimmung
der Stadtverordneten gefunden hat, um die Regelung des von der
Beratungsſtelle genehmigten Teiles der ſchon ſeit längerer Zeit
beſchloſſe=
nen Auslandsanleihe handelt. Die Anleihe wird durch das Bankhaus
Higginſon u. Co. in London aufgelegt. Der Erlös iſt etwa zur Hälfte
für die Elektrizitätswerke und zu je ein Viertel für das Gaswerk und
Las Waſſerwerk beſtinmt.
Hauptverſammlung des Zentralverbandes der Deutſchen Holz=
Iuter=
eſſenten. Die zweitägige Jahreshauptverſammlung des Zentvalverbands
der Deutſchen Holzintereſſenten (Sitz Berlin) nahm in Kaſſel in
Gegen=
wart der Vertreter der Reichs= und Staatsbehörden zu der Geſchäftslage
am Holzmarkt eingehend Stellung und ſtellte feſt, daß dieſe infolge des
ſchlechten Baujahres 1928 und durch die Ueberzahlung der
Rundholz=
preiſe im Winter 1927/28 unbefriedigend geworden ſei. Um die Notlage
des Sägegewerbes zu vermindern, ſoll bei den zuſtändigen Reichs= und
Staatsſtellen verſucht werden, eine zinsloſe Stundung der Holzkaufgelder
gegen Hinterlegung von Holzwechſeln auf die Dauer von ſeihs Monaten
zu erreichen. An die Stelle des turnusmäßig ausſcheidenden erſten
Vor=
ſitzenden, Dr. Oſtermann=Herzberg a. H., wurde Kommerzienrat Adolf
Mohr=München mit der Leitung des Vorſitzes im engeren Vorſtand des
Zentralverbandes betraut.
Der ungariſche Pfandbriefmarkt. Die Budapeſter
Pfandbriefemiſ=
ſionsinſtitute haben in der jüngſten Zeit wiederholt Verſuche
unter=
nommen, auch im Inland einen Markt für ihre Emiſſionen zu ſchaffen.
Sie haben dabei die Erfahrung gemacht, daß Einlagen zurückgezogen
und auf dieſe Weiſe frei gewordene Kapitalien in Pfandbriefen
ange=
legt wurden. Allerdings nahmen dieſe Veränderungen in der Anlage
keinen größeren Umfang an, da dem inländiſchen Publikum angeſichts
der höheren Verzinſung deutſcher Goldpfandbriefe die 7prozentigen
un=
gariſchen Pfandbriefe keine verlockende Verzinſung bieten. Nun hoffen
aber die Emiſſionsinſtitute, daß ſich binnen kurzem eine Beſſerung
voll=
ziehen wird, indem einesteils Mündelgelder wieder in ſtärkerem Maße
in Pfandbriefen angelegt werden. Aber eine noch viel günſtigere
Wen=
dung erwartet man von dem Tätigkeitsbeginn des
Sozialverſicherungs=
inſtitutes, das im erſten Jahr bereits über ein Kapital von 30 Mill.
Pengö verfügen wird und defſen Gelder ſich weiter erheblich vermehren
werden, da das Inſtitut erſt nach zehn Jahren die Penſionszahlungen
aufnimmt. Dieſe Gelder werden zum größten Teil in Pfandbriefen
und Kommunalobligationen angelegt werden, ſo daß die
Emiſſionsinſti=
tute in Zukunft ſich allmählich von den ausländiſchen Märkten werden
unabhängig machen können.
Die Sowjetregierung führt wieber Kohle ein. Die Sowjetregierung
ſoll erneut zur Einfuhr von ausländiſcher Kohle gegriffen haben. In
Moskau iſt der Vertreter der polniſchen Kohleninduſtrie, Graf Potozki,
eingetroffen, um mit der Sowjetregierung über die Lieferung von
pol=
niſcher Kohle für die Leningrader Induſtrie zu verhandeln. Die
pol=
niſche Kohle ſoll über die Geſellſchaft Ruspoltorg eingekauft werden.
Auch engliſche Kohle wird der Sowjetregierung zur Lieferung
ange=
boten. Diesbezügliche Verhandlungen werden in London und Moskau
geführt.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 24. September
ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz: unregelmäßig): Standard p. Kaſſe
64½—½, 3 Monate 65½—½, Settl. Preis 64½, Elektrolyt 71½—7134,
beſt ſelected 68—69½, ſtrong ſheets 94, Elektrowirebars 71½; Zinn
prompt 247., entft. Sichten 247/„o, Settl. Preis 24½, Aluminium für
Inland (inoff. Not.) 95 für Ausland (inoff. Not.) 100, Antimon Reg.
engl. Erzeug.
Weißblech (inoff. Not.) 181/ Kupferſulphat (inoff. Not.) 24½—25½,
Clebeland Eußeiſen Nr. 8 (inoff. Not.) 66, Gold 84—11½,
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 24. September.
Zum Wochenbeginn war das Geſchäft unter der Einwirkung des
isrgelitiſchen Feiertages im allgemeinen gering, die Stimmung jedoch
weiter freundlich. Die günſtige Außenhandelsbilanz wirkte nach, vor
allem aber glaubte man zum morgigen Prämienerklärungstag mit keinem
ſtärkeren Angebot mehr rechnen zu können, da die Engagements im
all=
gemeinen bereits ſtark verringert worden ſind. Auch für den Geldmarkt
befürchtete man im Hinblick auf die international eingetretene
Erleichte=
rung keine beſonderen Schwierigkeiten, wenn auch eine ſtarke
Anſpan=
nung erwartet wird. Gegen die Schlußkurſe vom Samstag war die
Kursentwicklung nicht einheitlich. Ueberwiegend bis 1 Prozent feſter
er=
öffneten die Montanwerte auf die weiter etwas erhöhten
Förderungs=
ziffern und den Rückgang der Feierſchichten im Ruhrbergbau. Auch
Elek=
trizitätsaktien lagew etwas feſter: Schuchert konnten 2 Prozent anziehen,
ACG., Felten und Siemens um Bruchteile eines Prozentes erhöht. J. G.
Farben blieben weiter vernachläſſigt und knapp behaupter, Scheideanſtalt
gaben den Kursgewinn vom Samstag wieder her (minus 1,75 Prozent).
In Anbetracht des für NSU. eingetretenen Kursrückganges waren
Auto=
iktien ſtärker beachtet. Kleher verloren 1.25 Prozent, Daimler blieben
auf dem ſtark ermäßigten Berliner Schlußkurs vom Samstag behauptet.
In NSU. kam ein Kurs zunächſt wieder nicht zuſtande. Taxe 38 bis 39
Prozent. Schiffahrtswerte und Banken zogen bis etwa 1 Prozent an.
Deutſche Anleihen lagem ſtill, auch ausländiſche Renten geſchäftslos, nur
Türken etwas gefragt. Im Verlaufe ſtagnierte das Geſchärt faſt
voll=
kommen, die Kurſe konnten jedech verſchiedentlich weiter leicht anzieben.
Verlangt waren wieder AEG. (plus 0,5 Prozent). Auch J. G. Farben
gelvannen 1 Prozent. Der Geldmapkt war wenig verändert. Tägliches
Geld 6 Prozent. Am Deviſenmarkt war der Markkurs befeſtigt, das
Pfund lag weiter abgeſchwächt. Mark gegen Pfunde 20,343: gegen Dollar
4.,1946; London-Kabel 4,8495; Paris 124,13; Mailand 92,73; Madrid
29,37 und Holland 12,09½
Berlin, 24. September.
Die Börſe eröffnete heute in einheitlich freundlicher Haltung; da die
Vorbereitungeu zum Ultimo beendet ſind und auch am bevorſtehenden
Zahltag infolge reichlicher Geldbereitſtellung keine Schwierigkeiten zu
er=
warten ſind, war die Stimmung allgemein zuverſichtlich. Nach
Fet=
ſetzung der erſten Kurſe blieb die Tendenz weiter freundlich und die
Kurserhöhungen konnten teilweife geringe Fortſchritte machen.
Im weiteren Verlauf der Börſe urde das Geſchäft allgemein ruhiger
und das Intereſſe konzentrierte ſich lediglich auf einige Spczialwerte.
Gegen Schluß des offiziellem Verkehrs engte ſich das Geſchär weiter ein.
Die Börſe ſchloß in feſter Haltung. Auch nachbörslich blieben die Kurſe
behauptet.
Augsb.=Nürnb. 9
Baſalt .."
Bergmann.
Berl. Karlsruh
Berl. Hand.=
Braunkohl. Brike
Deutſche
Deutſche Petrol=
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Unte
Han. Maſch.=Eg
Hanſa Dampfſch
Hapag.
Harpner.
Hemoor Zement. . . .
L. Loewe & Co.. 283.— 284.876 169.5 169.5 Lingel Schuh ... 47.— 165.— 165.— Mannesmann Röhren /138.— 138 — 171.— 171.— Niederlauſitzer Kohle 170.— 51.5 51.25 Nordd. Lloyd .. 152.75 138.875 139.625 Orenſtein. . . . . . 117,5 87.— 89.— Polyphon .. 482.5 122.25 122.25 Rütgerswerke. 103.87 1815
262.12: 183.75 Sachſenwerke", 123.— S8.— Siemens Glas 127.5 129 — Ver. Glanzſtoff 578.— 271.875 273.625 Ver. Stahllverke. T98.— 46.5 46.— Volkſtedter Porzellan / 66.— 67.25 192 75 Wanderer Werke. 135.— 160.75 161.5 Wiſſner Metall. 153. 152.
268,5 151.75
267.— Wittener Gußſtahl. 55.5
24. 9
135.75
137.—
72.—
139.5
280.— l283.25
287.75
252.— 1255.—
47.—
170.—
154. 875
119.—
485.25
104.875
133.—
144.— 1144.—
574.—
98.375
138.—
158.—
55.5
Deviſenmarkt.
Selſingfors
Wien ..."
Prag ..."
Budapeſt
Sofia ...
olland ..
Cslo ...
lopenhagen
Stockholm.
ondon ..
Buenos Aires
Neu=York
Belgien ...."
24. 9.
Gelb Brief
1.925121.965
6.36 16.40
30.625/83.785
69. 16/ 69.30
81. 25
1.918
1.4995
7.365
18.83
5.425
81.41
1.922
0.5015
7.379
18.87
5.435
2.171 2.175
4.191 4.199
4.266/ 4.274
Berliner Produktenbericht vom 24. September. Die Produktenbörſe
wies zu Beginn des neuen Berichtsabſchnittes infolge des jüdiſchen
Feier=
tages nur ſehr ſchwachen Beſuch auf, ſo daß ſich die Geſchäftstätigkeit in
engſten Grenzen hielt. Vom Auslande lagen beſondere Anregungen nicht
vor, die Cifofferten waren kaum verändert. Auch die Preiſe für
In=
landsbrotgetreide hielten ſich etwa auf Samstagbaſis, das Angebot war
ſpärlich. Vom Exportgeſchäft iſt im Augenblick nichts zu hören. Am
handelsrechtlichen Lieferungsmarkt kamen Notierungen für die
Septem=
ber=Sichten bei Eröffnung nicht zuſtande, die ſpäteren Sichten konnten
ſich für Weizen und Roggen um 1 bis 1,5 Mark befeſtigen. Mehl in
ruhiger Marktlage, am Maikte für Hafer und Gerſte kamen Umſätze
infolge des ſchwachen Beſuchs kaum zuſtande, das Preisniveau iſt wenig
verändert.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Chikago, 24. Sept. (Prib.=Tel)
Weizen: Am heutigen Markt ergaben ſich nur geringfügige Preis
ſchwantungen. Die Mühlen zeigten gutes Kaufintereſſe und der Exporin
verkauf war belebter. Später verſtimmten die großen Ankünfte 7m
Winnepeg und den Stapelplätzen. Gegen Schluß trat eine Erholung eim=
Mais: In Dezember=Ware waren größere Liquidationen zu bou
obachten auf die Schwäche der Märkte in Buenos Aires. Späder
tro=
dann ein Umſchwung ein auf den hauſſegünſtigen Wochenbericht, ſodas
die Termine bis 1½ C. höher ſchließen.
Roggen: Die beſſere Exportnachfrage und mäßige Ankünfte
bewirh=
ten eine überwiegend feſte Haltung.
Hafer: Der Markt verlief überwiegend ſchwächer auf Liquidationers
in September=Ware und die Abſchwächung in Winnepeg. Gegen Schluu
trat eine Erholung ein auf gebeſſertes Deckungsbedürfnis.
* New York, 24. Sept. (Ppiv.=Tel.)
Kaffee: Der Markt verlief in ziemlich ruhiger Haltung. Der
Kandel ſchritt zu Käufen auf Berichte über Froſt in Argentinien.
Zucker: Anfangs herrſchte beſſere Nachfrage auf die Schätzungenn
daß durch die Sturmſchäden 150—200 000 Tonnen Ernteausfall entſtünn
den. Später ergaben ſich die Liquidationen aus Preisſicherungsse
verkäufen.
Baumwolle: Der Markt verkehrte unter mehrfachen Preisſchwanm
kungen in lebhafter Haltung. Anfangs ergaben ſich aus den Bevichtein
über die entkörnte Baumpolle und die Wetterberichte Preisgewinnen
Auf Abgaben für ſüdliche Rechnung gingen dieſe zum Teil wieder vern
loren. Kommiſſionäre nahmen dann wieder Käufe vor. Gegen Schlußn
bemerbte man teilweiſe größere Realiſationsneigung.
ruf
M 0 Me.
chie einen
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. Sept.;
Getreide: Weizen, Sept. 11478, Dez. 11834, März 123: Mais:
Sept. 94½, Dez. 77½8, März 792; Hafer, Sept., Dez. 4238, Märn
44½; Roggen, Sept. 105½, Dez. 101½, März 10334.
Schmalz: Sept. 12,325, Okt. 12,30, Dez. 12,55, Jan. 1929 12,855
Fleiſch: Rippen, Sept. 14, Okt. 13,75, Dez. 13,50; Speck locr:
14,50; leichte Schweine 11—12,60, ſchwere Schweine 11,60—12,600
Schweinezufuhr Chicago 31 000, im Weſten 95 000.
Chicagoer Baumwolle: Okt. 18,19, Dez. 18,30—18,31.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 24. Sept.
Getreide: Weizen, Rotwinter 164½, Hartwinter 131½; Maisi
neu angek. Ernte 92½; Mehl ſpr. wheat clears 5,60—6; Frach 6
nach England 1,3—2, nach dem Kontinent 8—13.
Schmalz: Prima Weſtern loco 13,20; Talg extra loſe 834.
Kakav: Tendenz ſtetig, Umſatz in lots 92, loco 10½, Oktober=
10,53, November 10,75, Dezember 10,96, Januar 1929 11,G7, Fe*
bruar 11,15.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Infolge des hohen jüdiſchen Feiertages war die Börſe kaum be=, ſodaß Geſchäfte nicht zum Abſchluß kamen. Die Notierungenu
fallen deshalb aus.
Die Berliner Metallnotierungen vom 24. September fielen auss
Infolge des jüdiſchen Feiertags iſt die Mannheimer Produktenbörſeſ
am Montag ausgefallen.
Die Mitgliederverſammlung des Siegerländer Eiſenſteinvereinss
beſchloß, die Verkaufspreiſe und Bedingungen für das letzte Viertel des
Jahres unverändert beſtehen zu laſſen.
In Berlin trat dieſer Tage die Internationale Viscoſe=Kunſtſeiden=
Convention für Oeſterreich und die Tſchechoſloſvakei zuſammen. Nac.*
eingehender Ausſprache über die derzeitigen Marktverhältniſſe wurden
beſchloſſen, die beſtehenden Verkaufsbedingungen aufrecht zu erhalten.n
u. id ſocher.
ee e
H ne
zudere Sichte
m Einfthrung.
undete Auerge
von der geh
mef=Induſtrie
diur Auergefellſchaf
Wie großen Fabrie
MArundſätzen arbeit
Hlung einen Flächen
Mgergefellſchaft hat
Tuerglühſtrüumpie
n Jahre 1897 el
und 1a08 das Ge
verzeugen allgen
Auer iſt Ehrer
hochſchulen Wien,
ügied der Akademie
Aus Mitglied der p
zin und Auswärt
zder Wiſſenſchaſten
zund iſt Ehrenmitg
EVereins Deutſcher
zund Waſſerfachmi
uund amerikaniſche
PMedaillen, und z
MMedal und fern
NGewerbevereins.
üFreiherrnſtand e
WWelsbach, weil
füiſt. Seine Ertau
—— auf die Dienf
2 Auer arbeitet ſeit
Müber ſeltene Erde
Jein aus ſechs 3
Aſtattetes Laborator
Wihn ſeine Chemiſd
Am heutigen Dienstag ſind 25 Jahre verfloſſen, ſeit
Generaldirek=
tor a. D. Dr. jur. Dr.=Ing. e. h. Dr. rer pol. e. h. Paul Silverberg,s
Leiter der Rheiniſchen A.G. für Braunkohlenbergbau und Brikettfabri=”
kation in Köln iſt. Dr. Paul Silverberg iſt auch Präſidialmitglied des
Reichsverbands der Deutſchen Induſtrie.
Nach bei der Verwaltung der Frankfurter Hypothekenbank einge=!
laufenen Nachrichten von dem Amſterdamer Emiſſionshaus der in dei
letzten Tagen der vorigen Woche aufgelegten 3,75 Mill. RM. 7proz.z
ſieuerfreien Pfandbriefe iſt die Emiſſion überzeichnet worden.
Die Ciments luxembourgeoiſes (Verkaufskontor der luxemburgi=”
ſchen Hüttenwerke für Zement) werden ihr Aktienkapital von 2,7 auffl
6 Mill. Frs. erhöhen.
Nach den ſoeben veröffentlichten Angaben des ruſſiſchen
Handels=
kommiſſariats betrug die Ausfuhr der Solvjetunion im Anguſt über
die europäiſche Grenze 62 Mill. Rbl. und tie Einfuhr 95 Mill. Rbl.I
Somit belief ſich der Paſſivſaldo auf 33 Millionen Rubel.
Mit dem letzten Samstag ſind in der Schweiz die Samstagbörſenm
wieder aufgenommen worden. Der offizielle Börſenſchluß erſolgt umm
11.45 Uhr.
Wie aus Athen gemeldet wird, hat eine deutſche Firma der Stadtl
Korinth ein Anleiheangebot für den Wiederaufbau der Stadt unters
breitet, die von dem an Griechenland zu zahlenden deutſchen Repara=”
tiensanteil abgezogen werden ſoll. Weitere Anleiheangebote ſind vonn
britiſchen und franzöſiſchen Firmen erfolgt.
Mohalsant, Kommandttgefrafchefta
Frankfurter Kursbericht vom 24. September 1928.
Wie ie e
anleihe von 1927
60 Baden
Frei=
ſtaat von 1927
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ....."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + 1
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
8O Bad.=Bad. p.26
6%Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7% Frlf. a. M. v. 26
8%Mainz v. 26
8½Mannh. v. 26
8%Nürnberg v. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp. Bk.
89
Pfbr.
180 Heſi. Landesot
6‟
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Mein. Hyp.Bk.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
8½ Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . . . .
87.5
78
79.5
84.25
52.3
16.625
Da
% Rhein.=Weſtf.=
Bd. Credit.....
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank
8% Württ. Hyp.=B.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+* Ausl. Ser. I.
Ser. I
6.75
93
6% Daimler Benz
von 27
Klöckn=Werke
Berlin v. 26.
70 Mainkrw. v. 26
2 Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 2e
8% Voigt & Häffner
26
98
97.5
97.5
97.5
93:1,
97.5
97
5% Bosn. L. E. B.v.
1914..........
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
4O Oſt. Goldrente
4½% Rum. Gold
von 1913.
420 Türt. Admin.
4%
1. Bagd
42
Zollanl.
4½% 1913 Ungarn
„ 1914
4% Ung. Godr.
Aktien
Ree
97.75
98
51.75
68.5
76
93
85.25
85.75
92
40
24
11.75
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank..."
Eff.=u.
Wechſel=
bank
...
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch
Dresdner Bank
Frankf. Bank.
Hyp.=Bk...
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B
Mein. Hyp.=Ban
Metallbank. .
Nitteld. Creditbl
Nürnb. Vereinsbk.)
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbank
Hyp.=Bank
Südd. Bob.-Cr. Bk.
Wiener Bankvereir
151
305
A.=G.f. Verkehrswv
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dr. Reichsbahn=
Vorzge.
Hapag ........"
Nordd. Lloyd.
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ...
Comm. u. Privatb. 189
Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kleher//129.75
% AEG. Vorzug/ 83.25
SG. Stamm
Baſt N:
Bergm. El. W
BrownBoverickCie 1158.5
Brüning & Sohn. 1126.5
285
169.5
127
102
165
171.25
113
143.75
153
139
139
137.25
198.5
160
197.75
15.25
185
63
92.25
Re
80
187
en
Cement Heidelberg
Karlſtadt
Chem. WerkeAlbert.
Fabrik Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin
Erdö. .....
Gold= u. Stib.=Anſtalt
„ Zinoleumwert
Eichbaum, Brauer.
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwverk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
Faber, Fo)., Bleiſt.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. Fetter)
Frkft. Gas ......."
vof...."
Geilinz E Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. elektr.
Un=
ternehmungen
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün + Bilfinger.
Hafenmihle Frift.
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf,
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kuvfer ....
Hochtief Eſſen ...
Holzmann, Phil. . .
135.75
170
83
101
40
38.1
21971,
362
218
182
25
35
2621
159‟,
82
123
274
03
126.5
167
140
150
KRa He
Iſſe Bergb. Stamn
Genüſſe
Funghan: Stamm
Ku Aſchersleben.
Salzbetfurth
Weſteregeln
Kammgarnſpinn
Karſtadt, R...."
Klein, Schan/
Klöcknerwerke
Kraftw Alt=Württ.
Lahmeye:& Co.
Lech, Augsburg
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Hebr. Darmſt.
Main „W. Höchſt
Main;. Akt.=Br.
Mannesn Röhren
Mänsfeld. Bergb
Mars=Werke
Metallgeſ. Franlft
Miag, Mühlenbau
Notorenfb. Darmſt
Neckav . Fahrzeug.
Nicolag, bofbr
Oyebenter
Oſterr. Alpine Mon.
Otavi Minen ... ..
Peter; mon Frkf.
Phönix Bergbau
Retntie: Geßb...
K) Braunkohlen..
Flektr. Stamm
Stahlwerke . .
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke ....!
F
255
115.5
90
281.5
284.5
240
105
90
114
325
120
264
138.5
117
108
189
141
55.25
36.5
15.25
54
108.5
95.25
155
145.5
Schachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfrb.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleſtr.,
Schwarz Storcher
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Dalske
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Strohſtoff. Ver.
Tell us Bergbau
Thür. Lief.=Geſ.
Tucher Brauere:
Unterfr. Ner .-
Elel=
r.=Ver).
Ve thwer!
Ver. f. Chem. Ind
Gummifabrik
Berlin=Fran!
Laurahütte
Stahlwer!e
Ultramarin.. .
Zellſt. Berlin
Vgtländ. Maſchinen
Voig & Haefmner
Wayß & Freniag.
Wege lin Rußfabrit
Werger Brauere‟
Zellſt. Aſchaffenbg.
Memel ...
Waldho
201
342
128.75
15
181
382.25
96
107
09
34.5
84.25
3is
170
86.5
216
144
2on
09.5
142.25
285.1
Altanz u. Stutg.
Verſicherung ..
Frkft. Allg. Verſ.=G/185
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . . . . . 1136
Mamh. Verſich.
Nummer 9
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
25. September 1928
Auer 70 Jahre.
Von
Dr. Ing. F. M. Feldhaus, Berlin.
Am 1. September ds. Js. wurde Carl Freiherr Auer von
gialbach, der auf ſeinem Schloß Welsbach in Kärnten lebt, 70
ung alt. Er iſt ein Sohn des berühmten Alois von Auer, der
Staatsdruckerei in Wien zu einem Muſter=Inſtitut machte.
hr. ſtudierte in Heidelberg bei Bunſen. Chemiſche
Unterſuchun=
a Der ſeltenen Erden führten Auer ſowohl, zu bedeutſamen
vieriſchaftlichen Entdeckungen, als auch zu grundlegenden
tech=
nhen Erfindungen. 1885 zerlegte Auer das Didym in
Arisodym und Neodym. 1905 zerlegte er das Ytterbium in
9eSaranium und Caſſiopeium.
Eluf Grund ſeiner Arbeiten über ſeltene Erden, erfand Auer
15 das als Auer=Licht bekannte Gas=Glühlicht. Dieſe
Erfin=
nig brachte einen Umſturz in der Gas=Beleuchtung. Der alte
zö= und flackernde Schnittbrenner verſchwand und der
ſoge=
mn te Auer’ſche Gas=Strumpf konnte mit dem elektriſchen Licht
ylsreich konkurieren. Die durch die Erfindung des Auerlichtes
gſtandene Glühſtrumpf=Induſtrie wird vorwiegend durch die
Einführung der Erfindung Auers Anfang der 90er Jahre
grändete Auergeſellſchaft in Berlin verkörpert. Um einen
Be=
gſ von der gewaltigen Ausdehnung zu geben, die die
Glüh=
ſtmpf=Induſtrie genommen hat, ſei geſagt, daß in den Fabriken
Auergeſellſchaft 4000 Angeſtellte und Arbeiter beſchäftigt ſind.
2großen Fabrikanlagen dieſer nach modernſten fabrikatoriſchen
gundſätzen arbeitenden Werke bedecken in Berlin und
Oranien=
rg einen Flächenraum von über 120 000 Quadratmeter. Die
ger geſellſchaft hat die unter dem Namen „Degea” eingeführten
Le.=Glühſtrümpfe in allen Ländern der Welt bekanntgemacht.
Jahre 1897 erfand Auer die Glühlampe mit Osmiumfaden
w 1903 das Cer=Eiſen, das wir in den Gas= und
Taſchen=
ſte: zeugen allgemein verwenden.
2luer iſt Ehrendoktor der Univerſität Graz und der Techniſchen
ſtfchulen Wien, Karlsruhe und Graz. Er iſt Wirkliches
Mit=
d. der Akademie der Wiſſenſchaften in Wien, Korreſpondieren=
* Mitglied der preußiſchen Akademie der Wiſſenſchaften in Ber=
und Auswärtiges Mitglied der Kgl. Schwediſchen Akademie
a Wiſſenſchaften in Stockholm. Er beſitzt den Siemens=Ring
uriſt Ehrenmitglied der Deutſchen Chemiſchen Geſellſchaft, des
Ariins Deutſcher Chemiker, des Deutſchen Vereins der
Gas=
w:Waſſerfachmänner und vier anderer Vereine. Von engliſchen
ud amerikaniſchen Geſellſchaften beſitzt er die großen goldenen
drillen, und zwar die Birmingham=Medal, die Elliot=Creſſot=
Rdl und ferner die große Medaille des Niederöſterreichiſchen
Cwerbevereins. Im Jahre 1900 wurde Auer in den erblichen
Zeicerrnſtand erhoben. Auer lebt zurückgezogen auf ſeinem Schloß
Alsbach, weil er ſeit mehr als 20 Jahren ſchwer gehörleidend
MSeine Ertaubung iſt wohl — wie auch bei Werner Siemens
auf die Dienſtzeit bei der ſchweren Artillerie zurückzuführen.
Aei arbeitet ſeit Jahren an intereſſanten chemiſchen Verſuchen
ſier ſeltene Erden. Zu dieſem Zweck hat er ſich in ſeinem Schloß
g aus ſechs Zimmern beſtehendes, ganz hervorragend
ausge=
ſtietes Laboratorium eingerichtet. Für größere Arbeiten ſtehen
ſinz ſeine Chemiſchen Werke in Traibach zur Verfügung.
Bildrundfunk
im eigenen Heim.
Von
Dr. Alfred Gradenwitz.
Von verſchiedenen Seiten bemüht man ſich gegenwärtig, die
ſilvtelegraphie, das heißt, die telegraphiſche Fernübertragung
ſn. Bildern, Schriftproben uſw. weiten Kreiſen zugänglich zu
nShen. Durch die Schaffung billiger und leicht zu bedienender
br arate will man es dem Rundfunkliebhaber ermöglichen, im
geien Heim Photographien und Zeichnungen zu empfangen.
ſie nur dem Ohr geltenden Darbietungen der Sendeſtationen
ilen auf dieſe Weiſe eine Ergänzung finden, an der das Auge
tiiligt iſt.
Begründete Ausſichten auf baldige Verwirklichung haben
ſe Pläne des engliſchen Erfinders Kapitän Fulton, der
jahre=
ing in Wien tätig war und dort die Vorbedingungen für die
alwige Einrichtung eines Bildrundfunkdienſtes ſchuf. Er will
i. den Schwerpunkt ſeiner Tätigkeit, ſoweit ſie den
europäi=
hem Kontinent betrifft, nach Berlin verlegen: Von dort aus
ilen die in großen Mengen fabrizierten Bildfunkempfänger
aw allen mitteleuropäiſchen Ländern, nach dem Balkan und
iderwärts exportiert werden. Für die lateiniſchen Länder
uropas ſoll Paris das Zentrum bilden, während England
ſide das britiſche Weltreich von London aus verſorgt werden.
n Wien und Paris ſoll die Einführung des Apparates, am
Oktober d. J erfolgen; über den Zeitpunkt, zu dem die
emtſche Rundfunkgeſellſchaft die Einführung geſtattet, liegt
oS keine endgültige Entſcheidung vor.
Der Fultograph — ſo nennt der Erfinder ſeinen
Empfangs=
ara: — iſt einfach konſtruiert, in ſeinen Leiſtungen aber
imeswegs primitiv. Die Wiedergaben ſind vielmehr, wie die
ſorführungen zeigten, von ſehr weitgehender Feinhcit und
ufprechen in allen Einzelheiten getreu dem Original. Das
nofangene Bild kann in ſeinen Halbtönen ganz nach Wunſch
hrreſtimmt werden und erhält durch ſeine braunrote Färbung
in an den photographiſchen Kunſtdruck erinnerndes Ausſehen.
Zeichnungen, Checks, Briefe, Tahellen uſw. werden direkt
iit. Harztinte auf metalliſiertem Papier hergeſtellt und ſind in
teſ er Form für die telegraphiſche Verſendung unmittelbar
ge=
miet. Photogradhien müſſen hingegen zunächſt auf ein
bieg=
zies Kupferblech übertragen werden, und zwar unter
Ein=
haltung eines Raſters, ſo daß die Wiedergabe aus leitenden
no nichtleitenden Stellen beſteht; erſt dann kann die
Fernſen=
unig erfolgen.
Aehnlich wie bei den meiſten bildtelegraphiſchen Verfahren
uid die Sendefolie um eine rotierende Walze gelegt, über die
ine Metallfeder in enganeinander liegenden Spiralen gleitet.
vierbei wird jedesmal, wenn eine leitende Stelle (entſprechend
in em hellen Bildpunkt) vorbeipaſſiert, ein Stromkreis
geſchloſ=
en, während er umgekehrt bei jeder dunklen Bildſtelle
unter=
iwchen wird. Bei jedem Stromſchluß geht aber ein kurz
amernder Stromſtoß (etwa /uooo Sekunde) durch, der entweder
ileer eine Drahtleitung oder drahtlos zum Empſänger geleitet,
ſnt von einem gewöhnlichen Rundfunkempfänger, und zwar
„ntweder von einem Detektor= oder einem Röhrengerät,
aufge=
engen und in einen Arbeitsſtrom zurückverwandelt wird. Der
beitsſtrom geht nach einem kleinen Gleichrichter und von dort
ſanh dem Bildſchreiber, wo er eine getrene Wiedergabe des
ur=
br ünglichen Bildes herſteüt, und zwar nicht photographiſch,
gidern durch ein chemiſch=techniſches Verfahren mittels eines
a f präpariertem Papier zeichnenden Platinſtiftes. Das Pa=
Glühstrumpf, Osmiumlampe und Cer-Eisen,
drei wertvolle Ertindungen des Freihern Auer von Welsbach.
pier iſt auf eine ähnliche Walze aufgerollt wie die Metallfolie
des Senders; ſo oſt durch den Platinſtift ein Stromſtoß
hin=
durchgeht, zerſetzt er die das Papier durchtränkende
Jodkali=
löſung; auf dem Papier ſcheidet ſich ein feines Jodpünktchen
aus, und aus derartigen Elementen baut ſich die Wiedergabe auf.
Zwiſchen den beiden Walzen beſteht natürlich vollkommener
Synchronismus (Gleichtakt); beide machen in der Minute 45
Umdrehungen, und bei beiden kommen auf jeden Millimeter
ztvei Bildlinien, ſo daß ein Bild im Format 9X12 Zentimeter
in etwa 4 Minuten übertragen wird. Bei einer
Neukonſtruk=
tion ſoll die Liniendichte jedoch um 25 Prozent geſteigert und
hierdurch das Bild entſprechend verſeinert werden. — freilich
mit einem kleinen Opfer an Geſchwindigkeit; die Uebertragung
wird dann etwa 5 Minuten beanſpruchen.
Durch den Bildfunk ſollen z. B. als Ergänzung zu den
bis=
herigen Hörſpielen auch Szenenbilder übermittelt, Vorträge
durch bildliche Darſtellungen erläutert, Sportnachrichten und
Tagesberichte durch aktuelle Aufnahmen ergänzt und das
In=
tereſſe an den mitwirkenden Künſtlern durch die Uebertragung
von Porträts erhöht werden. Freilich werden derartige Ueber=
Kapitän Fulton mit seinem Apparat vor dem
Fürstenhof zu Berlin.
tragungen nicht gleichzeitig mit den für das Ohr beſtimmten.
ſondern kurz vorher oder in den Pauſen erfolgen können. Auch
gefunkte Wetterkarten und Preisrätſel dürfen zur Bereicherung
des Programms beitragen.
Ebenſo wie in Verbindung mit dem Rundfunk kann der
Fultograph auh im Zuſammenhang mit dem Telephon, und
zwar zu einem Wechſelverkehr zwiſchen den einzelnen
Fern=
ſprechteilnehmern, benutzt werden. Außerdem ſoll er aber auch
rein praktiſchen Zwecken dienen, z. B. die Polizei — durch
Fern=
übertragung von Fingerabdrucken, Steckbriefen und anderen
Dokumenten, deren Empfaug auch auf Schiffen und Flugzeugen
möglich iſt — in ihrer Tätigkeit zu unterſtützen. Auch Aerzte
werden im Fuliographen gelegentlich ein wertvolles Hilfsmittel
finden, wenn es ſich z. B. in dringenden Krankheitsfällen um
die Verſendung von Röntgenbildern handelt, auf Grund deren
eine beſchleunigte Operation möglich wird. Die telegraphiſche
Verſendung von Konſtruktionszeichnungen dürfte in der Technik
eine gewiſſe Bedeutung erlangen, und in noch größerem
Um=
fange dürfte das geſamte Bankweſen — durch die
Fernübertra=
gung von Unterſchriften und anderen Dokumenten — aus dem
neuen Apparat Nutzen ziehen.
Mit allen dieſen Anwendungen würde der Fultograph
natürlich über ſein eigentliches Gebiet, den Bildrundfunk,
hinaus gehen.
Schienen-Ueberhöhung
und Spurerweiterung.
Von
Dipl.-Ing. A. Lion, Berlin.
Die letzten Urſachen der ſchweren Eiſenbahnunglücke in Bahern
ſind noch nicht einwandfrei aufgeklärt. Man weiß noch nicht, ob
plötzlich ſich verhängnisvoll auswirkende Fehler am rollenden
Ma=
terial oder Unregelmäßigkeiten am Unterbau letztes Endes die
Urſache der ſchrecklichen Kataſtrophen geweſen ſind. Unter anderm
iſt ja behauptet worden, daß die Geſchwindigkeit von 80 Klm.
während des Unglücks bei Fürth in der fraglichen Kurve im
Ver=
hältnis zum Krümmungsradius der Kurve und zur
Schienen=
überhöhung an der fraglichen Stelle zu groß geweſen ſei. Ob
dieſer Vonwurf berechtigt iſt, oder ob das Unglück auf ganz andere
Gründe zurückgeführt werden muß, kann hier natürlich nicht
unterſucht werden. Man darf nicht vergeſſen, daß im allgemeinen
an beſtimmten Stellen des Schienenſtranges doch immer wieder
dieſelben Geſchwindigkeiten erreicht und eingehalten werden, und
daß wohl ohne Weiteres dieſe Geſchwindigkeiten nicht
verhäng=
nisvoll werden können, wenn nicht irgend ein, wenn auch noch ſo
kleiner Umſtand unerwarteterweiſe eingreift und ſich zu einer
ſchweren Kataſtrophe auswirkt. Wenn nicht Fehler, die auf
menſch=
liche Unzulänglichkeit zurückgeführt werden können, wie beim
letzten Unglück nahe dem Münchener Hauptbahnhof, die Urſache
einer Kataſtrophe ſind oder Natrereigniſſe, wie beim Unglück
der Harzbahn im vorigen Sommer, das letzten Endes durch
plötz=
lich einſetzende ſchwere Wolkenbrüche und Ueberſchwemmungen
verurſacht worden iſt, dann können es Umſtände ſein, die ſo
geringfügig ſind, daß man ſie ohne weiteres nicht erkennt und ſie
nie für derartige Ereigniſſe verantwortlich machen würde, ſelbſt
wenn man ſie vorher bemerkte.
Derartige Urſachen können z. B. ganz feine Schienenbrüche
ſein, die man mit dem bloßen Auge gar nicht bemerkt. Da aber
infolge der ſog. „Kerbwirkung” jeder Sprung im beanſpruchten
Material — was ja die Schiene iſt — allmählich weiter vordringt
und langſame Zerſtörung, auch durch Roſt uſw. verurſacht, ſo
cann durch einen unſichtbaren Sprung unter unglücklichen
Ver=
hältniſſen ſchon ein ſchweres Eiſenbahnunglück verurſacht werden.
Man hat ſchon früher verſucht, ſolche feinen Sprünge automatiſch
feſtzuſtellen, aber das damals in Amerika ausgearbeitete
mag=
netiſche Verfahren hat ſich nicht bewährt. Ein neues
amerika=
niſches Verfahren des Ingenieurs Sperry beruht auf dem
Um=
ſtand, daß Brüche im Material, alſd praktiſch kleine luftgefüllte
Einſchnitte, eine Vergrößerung des elektriſchen Widerſtandes an
der betreffenden Stelle zur Folge haben, alſo einen
Spannungs=
abfall eines durch den Schienenabſchnitt fließenden elektriſchen
Stromes. Auf Einzelheiten des Verfahrens, das die fehlerhafte
Stelle ſofort durch Farbſpritzer markiert und außerdem auf einem
Papierſtreifen die Stärke des Bruches anzeigt, ſoll hier nicht
ein=
gegangen werden; es iſt bereits auf einer Verſuchsſtrecke der
New Yorker Zentralbohn praktiſch erprobt worden.
Gegen derartige kleine, verhältnismäßig ſelten auftretende
Urſachen von Kataſtrophen kann man ſich natürlich ſehr ſchwer
ſchützen, höchſtens durch Beſchränkung auf nur das beſte Material
für Unterbau und Wagen. Die eingangs erwähnte Behauptung,
die eine zu große Geſchwindigkeit im Verhältnis zur vorhandenen
Ueberhöhung der Schienen für das Unglück verantwortlich machen
will, weiſt aber auf Zuſammenhänge hin, durch die allgemein
verhindert wird, daß nicht in jeder Kurve die Gefahr einer
Ent=
gleiſung beſteht, vor allem auf die Begriffe „Ueberhöhung” und
„Spurerweiterung”.
Wenn man in der Eiſenbahn fährt, ſieht man oft an den
Kurven Tafeln angebracht, wie Bild 1 zeigt. Auf ihnen ſind die
Werte des Halbmeſſers (Radius) der Kurve, ihre Bogenlänge, die
Ueberhöhung und die Spurerweiterung eingetragen. Welche
Be=
deutung haben nun dieſe Zahlen, und was haben ſie mit der
Sicherheit des Reiſenden zu tun? Der Halbmeſſer der Kurve
wird ſo feſtgelegt, daß man ein kleines Bogenſtück der Kurve als
Teil eines Kreiſes annimmt, deſſen Radius dann leicht zeichneriſch
oder rechneriſch zu beſtimmen iſt. Natürlich gilt dieſer Halbmeſſer
nur für einen kleinen Teil der im allgemeinen ja nicht
kreis=
förmigen Kurve. Die Bogenlänge iſt leicht abzumeſſen und ſpielt
nur eine untergeordnete Rolle. Mit den beiden anderen Begriffen
hat es folgende Bewandtnis:
Schleudert man einen. an einem Faden befeſtigten Gegenſtand
im Kreiſe herum, dann ſpürt man deutlich eine Zugkraft im
Faden, die unter Umſtänden ſo groß werden kann, daß der
Faden reißt. Dieſe Kraft wird im allgemeinen mit
Zentrifugal=
oder Fliehkraft bezeichnet. Sie tritt bei allen krummlinigen
Be=
wegungen auf und kann als in Richtung des jeweiligen
Kurven=
halbmeſſers nach außen wirkend gedacht werden. Dieſe Kraft
wächſt unmittelbar mit der Maſſe des ſich krummlinig
bewegen=
den Gegenſtandes, d. h. ſie iſt ihr direkt proportional, ſie iſt
um=
gekehrt proportional dem Krümmungshalbmeſſer und wächſt mit
dem Quadrat der Bewegungsgeſchwindigkeit, iſt alſo mehr als
von den beiden anderen Einflüſſen von der Größe der
qugenblick=
lichen Geſchwindigkeit abhängig. Dieſe Fliehkraft tritt auch auf,
wenn ein Eiſenbahnzug ſich in einer Kurve bewegt. Sie werde
mit F. bezeichnet (Bild 2). Iſt keine Ueberhöhung vorhanden,
d. h. liegen die beiden Schienen in gleicher Höhe, dann werden
ſich unter der Wirkung dieſer Fliehkraft die Radflanſchen an die
äußere Schiene anlegen. Die Folge iſt eine Reibung zwiſchen
den Radflanſchen und den Schienen, die durch erhöhte Zugkraft
überwunden werden müßte, während gleichzeitig dieſe Reibung
eine erhöhte Abnutzung des Materials zur Folge hat. Wenn die
Fliehkraft zu groß wird, dann zerſtört ſie die äußere Schiene, der
Zug ſpringt aus der Schienenführung, entgleiſt! Das wird
ver=
mieden durch paſſend gewöhlte Ueberhöhung der äußeren Schiene
gegenüber der inneren. Beim in der Kurve fahrenden Zug
wir=
ken, wie Bild 2 zeigt, gleichzeitig zwei Kräfte, nämlich das
Zug=
gewicht G und die Fliehkraft E, die man ſich beide zu einer
Re=
ſultierenden R zuſammengeſetzt denken kann. In der Kurve wird
nun die äußere Schiene ſo weit gehoben, daß dieſe Reſultierende
ſenkrecht auf den Unterbau drückt, alſo nicht mehr ſchräg ſeitlich
gegen eine der beiden Schienen. Auf dieſe Weiſe kommt die
Ueberhöhung zuſtande. Im Bild h genannt. Wie groß ſie ſein
muß, iſt ſehr leicht zu errechnen, da ja die Größe der Fliehkraft
bekannt iſt.
Auf die Rechnung ſelbſt ſoll nicht näher eingegangen werden.
Man ſieht ja aus der Zeichnung, daß zwei ähnliche rechwwinklige
Dreiecke vorhanden ſind, eins mit den beiden bekannten Kräften
F und G, das andre mit den Größen der Ueberhöhung h und der
Spurweite der Schienen s. Aus den Beziehungen dieſer beiden
ähnlichen Dreiecke iſt ganz leicht die Größe der Ueberhöhung h zu
berechnen, wobei ſich herausſtellt, daß das Zuggewicht keinen
Ein=
fluß auf die Größe hat, daß ſie aber unmittelbar abhängt von der
Spurweite s der Bahn und mit dem Quadrat der
Fahrgeſchwin=
digkeit wächſt, dagegen umgekehrt proportional iſt dem Helbmeſſer
der Kurve. Hat man alſo ausgerechnet, wie groß bei einer
be=
ſtimmten Geſchwindigkeit in einer beſtimmten Kuroe die Ueber=
Dienstag, 25. September 1928.
Techmk der Gegenwert
höhung auf einer deutſchen Bahnſtrecke mit der „Normalſpur”
1435 mm ſein muß, dann muß die Ueberhöhung auf einer Strecke
der ruſſiſchen Bahn mit der Spur 1600 mm unter den gleichen
Verhältniſſen entſprechend größer ſein, entſprechend kleiner aber
auf einer Schmalſpurbahn in Indien. Wird die Kurve enger,
geht alſo z. B. ihr Halbmeſſer von 500 m herunter auf 250 m,
dann muß die Ueberhöhung doppelt ſo groß ſein. Jedermann
kennt ja die ſtarken Ueberhöhungen bei engkurvigen
Radrenn=
bahnen. Wird aber die Geſchwindigkeit des Zuges doppelt ſo
groß, vielleicht weil auf der Strecke Schnellzüge eingelegt werden,
dann muß die Ueberhöhung viermal ſo groß gemacht werden.
Bild 1. Kurventafel an den Krümmungen der Bahnen.
Deshalb kann, um ein Beiſpiel zu nennen, der Opel=Sander=
Raketenwagen nur auf einer geraden Strecke der Reichsbahn ſeine
Probefahrten machen, weil für derartig hohe Geſchwindigkeiten
keine entſprechenden Ueberhöhungen auf krummlinigen Strecken
vorhanden ſind. Natürlich kann die Ueberhöchung immer nur für
eine beſtimmte Geſchwindigkeit berechnet werden. Iſt die
Fahr=
geſchwindigkeit größer, dann legen ſich die Radflanſchen an die
äußeren, iſt ſie kleiner, an die inneren Schienen an.
Um noch einmal auf die Zahlen der Dafel Bild 1
zurückzu=
kommen: Berechnet man aus den Angaben des
Kunvenhalb=
meſſers und der Ueberhöhung die theoretiſch zuläſſige
Höchſtge=
ſchwindigkeit des Zuges in dieſer Kurve, dann ergibt ſich eine
Sekundengeſchwindigkeit von 15 Metern oder eine
Stundenge=
ſchwindigkeit von 54 km, alſo eine gute
Perſonenzuggeſchwindig=
keit. Bei dieſer Geſchwindigkeit wird ſich der Zug gut in die
Kuwe legen, und der Reiſende hat noch nicht einmal das Gefühl,
in einer Kurde zu fahren, es ſei denn, daß er aus dem Fenſter
ſieht und es ihm auffällt, daß die Landſchaft an der einen Seite
zu ſteigen oder zu fallen ſcheint.
Bild 2. Skizze zur Erläuterung der Ueberhöhung in Kurven.
Die Tafel Bild 1 trägt aber noch eine vierte Angabe, nämlich
die der Spurewweiterung, in dieſem Fall 10 mm. Dieſe Angabe
hat folgende Bedeutung: In einer Kurve muß die äußere Schiene
länger ſein als die innere, wovon man ſich leicht überzeugen kann,
wenn man um einen Mittelpunkt zwei verſchieden große Kreiſe
gieht. Die Folge iſt, daß das äußere der beiden an der
Wagen=
achſe ſitzenden Räder einen größeren Weg zurücklegen müßte als
das innere, daß es, weil ja beide ſtarr miteinander verbunden
ſind, ſchleifen müßte, was ſtärkere Abnutzung verurſachte und eine
größere Zugkraft erfordern würde. Um dem abzuhelfen, ſind die
Laufflächen der Räder koniſch abgedreht (Bild 3). Die Räder
haben im allgemeinen zwiſchen den Schienen einen Spielraum
von 10 mm, in den Kurven gleiten ſie nach außen, ſo daß, wie
eine einfache Ueberlegung mit Hilfe von Bild 3 ergibt, das äußere
Rad auf einem größeren Raddurchmeſſer läuft als das innere,
Bild 3. Die konische Form der Radreifen ist wegen des
sicheren Durchtahrens von Kurven notwendig.
und zwar ganz von ſelbſt als einfache Folge der koniſchen
Ab=
drehung der Laufflächen. Dadurch wird das Schleifen auf den
Schienen vermieden, die Räder ſtellen ſich von ſelbſt richtig in den
Kurven ein. Bei ſtarken Krümmungen aber, im allgemeinen bei
ſſolchen mit Halbmeſſern unter 600 m, reicht unter Umſtänden der
vorhandene Spielraum von 10 mm nicht aus, und man muß eine
Spurerweiterung vorſehen, wie ſie die Tafel Bild 1 angibt. Dann
läuft zwar das äußere Rad auch nur auf dem größten
vorhan=
denen Durchmeſſer der Lauffläche, das innere aber läuft in der
Kurve auf einem Hleineren, als es ihm ohne Erweiterung der
Spur möglich wäre. In ſcharfen Kurven iſt die Spurerweiterung
recht beträchtlich, z. B. bei einem Halbmeſſer von nur 200 m ſchon
24 mm. — Für die Sicherheit des Reiſenden haben alſo die
kur=
zen Angaben auf den kleinen Tafeln in den Kurven eine
außer=
erdentliche Bedeutung.
Einsturzursachen
bei Betonbauten.
Von
Alfred Ott, Kassel.
Anm. d. Schriftltg.: Herr Prof. Kleinlogel hat
uns freundlicherweiſe zugeſagt, das angeſchnittene
Thema in einem Aufſatz ſelbſt noch naher
dar=
zulegen.
Anläßlich einer Berufungsverhandlung vor der Großen
Strafkammer in Kaſſel am Freitag, 10. Auguſt, machte der u. a.
als Sachverſtändiger zugezogene Prof. Dr.=Ing. Kleinlogel
von der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt erſtmalig ſehr
lehr=
reiche Mitteilungen über Forſchungsergebniſſe, die auch für die
weitere Fachwelt von Intereſſe ſein dürften. Es handelte ſich um
den bereits am 26. November 1922 infolge Zubruchgehens einer
Säule erfolgten Einſturz eines in Ausſchaltung begriffenen
Eiſen=
beton=Fabrikbaues der Maſchinenfabrik Benno Schilde in
Hers=
feld, wobei 5 Montagearbeiter erſchlagen wurden. Nachdem das
Verfahren wiederholt eingeſtellt war, kam das erweiterte
Schöf=
fengericht in Kaſſel am 12. März ds. Js. zu einer Verurteilung
des bauleitenden Ingenieurs S. wegen fahrläſſiger Tötung zu
6 Monaten Gefängnis; der Betonpolier ſowie der die
Ausſcha=
lung beſorgende Zimmermann wurden freigeſprochen. Das
Ge=
richt ſah damals, die Fahrläſſigkeit des S. in der Hauptſache
darin, daß er zwar am 21. Tage nach der Betonierung der
be=
treffenden Bauteile eine Prüfung auf genügende Erhärtung
vor=
genommen hatte, die an ſich befriedigend ausfiel, daß er aber
dann am 35. Tage, als er den Auftrag zur Ausſchalung erteilte,
ſich nicht noch einmal von dem Zuſtand des Bauwerkes überzeugt
hatte. Das Gericht war der Anſicht, daß dieſe nochmalige
Prü=
fung beſonders deshalb am Platze geweſen wäre, weil inzwiſchen
Regenwetter und Froſt eingetreten war. Wenn Herr S. am Tage
des Beginnes des Ausſchalens zugegen geweſen wäre, ſo hätte
er auch den in der fraglichen Säule aufgetretenen Riß bemerken
müſſen, der mach übereinſtimmender Anſicht der Sachverſtändigen
den unmittelbaren Anlaß zum Einſturz gegeben hatte. In dem
betreffenden Geſchoß waren aber, entgegen der ausdrücklichen
An=
ordnung des bauleitenden Ingenieurs, von den Arbeitern einer
anderen Firma, welche die Eiſen= und Dachbinder zu montieven
hatten, eine große Anzahl von Sprießen und Notſtützen
unbefug=
terweiſe entfernt worden, der leitende Monteur hatte für den
Flaſchenzug ſeiner Aufzugswinde (er ſoll dies ſelbſt zugegeben
haben) die fragliche Säule mit als Stützpunkt benützt, wodurch
leicht eine Beſchädigung der fraglichen Säule entſtanden ſein
kann; volle Klärung war in dieſer Hinſicht durch die Zeugen nicht
zu ermitteln. In den ſeit dem Einſturz vergangenen nahezu
6 Jahren wurde eine große Anzahl Sachverſtändigen=Gutachten
eingefordert, darunter auch ein ſolches von Prof. Dr.=Ing.
Klein=
logel. Dieſer hatte aber gerade dieſes Bauunglück zum Anlaß
genommen, um eine ganze Reihe von Laboratoriumsverſuchen
anzuſtellen, da er ſich mit Vermutungen nicht zufrieden geben
wollte. So hatte er u. a. feſtgeſtellt, daß der aus Portlandzement,
Sand und Baſaltſplitt beſtehende Beton ſelbſt bei aller
labo=
ratoriumsmäßigen Sorgfalt bei der am Bau üblichen flüſſigen
Konſiſtenz, nur ganze geringe Feſtigkeiten erreichte, während ſich
bei erdfeuchter Miſchunng ſehr hohe Zahlen ergaben. Es war zwar
bebannt, daß bei größerem Waſſerzuſatz die Feſtigkeit ſinkt, jedoch
nicht in ſo überraſchendem Maße. Die weiteren Forſchungen
Kleinlogels führten dann zu der Erkenntnis, daß beſonders der
im Baſalt enthaltene Baſalt=Grus, und hier insbeſondere die
ſtaubfeinen Teile, eine beſonders nachteilige Wirkung ausüben.
Die damalige Art und Weiſe, den Erhärtungsgrad von Beton
durch das „berüchtigte Anſchlagen” zu prüfen, war völlig
unzu=
reichend: heute ſtehen ganz andere Prüfungsmittel zur
Ver=
fügung. Bei der Eigenart des Baſaltmaterials entſtehe oft eine
ſog. Scheinfeſtigkeit, wobei z. B. Säulen außen auf 2—3
Zenti=
meter eine genügende Erhärtung aufweiſen, während der Kern
der Säulen noch völlig weich iſt, beſonders wenn noch
Regen=
wetter während und nach der Herſtellung des Betons mitwirkt.
Der Angeklagte S. hat damals übrigens nicht nur eine Säule,
ſondern mehrere Säulen angeſchlagen, er hätte am Tage der
Ausſchalung auch nichts anderes feſtſtellen können; von dem Riß
war ihm keinerlei Meldung zugegangen. Prof. Kleinlogel hat ſich
auch noch ausführlich über die Fraglichkeit der nachträglichen
Beſtimmung von Miſchungsverhältniſſen ausgeſprochen, und
zwar dahingehend, daß ſolcher nachtröglichen Beſtimmung nur
dann eine Bedeutung zuzuerkennen iſt, wenn die urſprünglich
ver=
wendeten Bauſtoffe (Bindemittel und Zuſchlagſtoffe) bei der
Unterſuchung noch vorhanden ſind. Auf Grund ſeiner
umfang=
reichen Forſchungen, deren einzelne Wiedergabe hier zu weit
füh=
ren wünde, iſt Prof. K. der Anſicht, daß auch andere Bauunfälle
der letzten Zeit in der Kaſſeler Gegend auf ähnliche Urſachen
zu=
rückzuführen ſind, deren Aufdeckung nur durch Verſuchsforſchung
möglich war.
Die Strafkammer, unter dem Vorſitz des
Landgerichtsdirek=
tors Hübner, machte ſich das auf Gründlichkeit und eingehendes
Wiſſen beruhende Gutachten des Prof. Kleinlogel im Gegenſatz
zu anderen Gutachten vollinhaltlich zu eigen, da ſeine Forſchungen
auf dieſem Gebiet auch für das Gericht überzeugend ſeien. Die
Fdrſchungsergebniſſe des Hr. Prof. Kleinlogel, welche den drei
Angeklagten zur Freiſprechung verhalfen, werden in den nächſten
Wochen von ihm ſelbſt der Oeffentlichkeit unterbreitet werden.
Beutscher Schiffbau
für England.
Von
Dipl.-Ing. H. Harms, Hannover.
Im vorigen Jahre konnten wir über 5 ſchnellfahrende
Fracht=
motorſchiffe, welche die Deutſche Werft, Hamburg, für eine eng
liſche Reederei erbaut hat, berichten. Auch in dieſem Jahre
wieder iſt Deutſchland am Schiffbau für England beteiligt. Die
Deutſchen Werke Kiel A.=G. (ehem. Kaiſerl. Werft) haben kürzlick
2 hochwertige Doppelſchrauben=Frachtmotorſchiffe für die Britiſh
Transoceanie Steamſhip Co. Ltd., London, zur Ablieferung ge
bracht, welche die Namen „Pacific Preſident” und „Pacific Grove
erhalten haben. Die „Pacific Grove” beſitzt eine Länge vor
137,20 Meter, eine Breite von 18,50 Meter und eine Seitenhöh
bis Hauptdeck von 13,00 Meter. Die Tragfähigkeit beträgt etwa
10000 Tonnen. Das Schiff iſt auch für die Beförderung von
Fahrgäſten eingerichtet, und zwar können 12 Kajütpaſſagiere
untergebracht werden.
Die Hauptmaſchinenanlage beſteht aus 2 einfachwirkenden
Sechszylinder=Viertaktmotoren eigener Bauart der Werft von
etwa insgeſamt 4200 PS, welche dem Fahrzeug eine Geſchwindig
keit von 12,5 Seemeilen pro Stunde geben ſollen, doch wurden
auf der Probefahrt 14 Seemeilen erreicht. Die ſämtlichen
Hilfs=
maſchinen auf und unter Deck werden elektriſch betrieben.
Es ſei noch erwähnt, daß in dieſem Jahre eine ganze Reihe
weiterer Auslandsaufträge, vor allem für nordiſche Staaten,
fer=
ner aber auch für Frankreich, Amerika, Spanien und Rußland
zur Ablieferung gelangen wird. Der bemerkenswerteſte Bau iſt
die bei Blohm u. Voß, Hamburg, der Vollendung
entgegen=
gehende „Rungsholm” der Schweden=Amerika=Linie, ein Motor=
Fahrgaſtſchiff von 17 000 Br.=Reg.=To.
* Die Deutſche Reichsbahn auf der Preſſa. Der Preſſedienſt hö=
Deutſchen Neichsbahn hat anläßlich der Ausſtellung der Reichsbabin
geſellſchaft auf der internationalen Preſſe=Ausſtellung in Köln eimn
kleines Druckſchriftchen herausgegeben, das als Führer zu dieſer Ant”
ſtellung angeſehen werden kann. Das Heftchen zeigt, wie es die Aufel
ſtellerin verſtanden hat, unter kluger Beſchränkung auf das Anes.
weſentlichſte ſehr anſchaulich die Beziehungen zwiſchen Preſſe und
Babun=
verkehr darzuſtellen. Die Preſſe benötigt den Bahnverkehr zur Herarp,
ſchaffung des Druckpapieres und zur Beförderung der gedruckten
Za=
tungen. Sie benötigt auch die Bahnhofsbuchhandlungen, die dem
rw=
ſenden Publikum die Zeitungen in da3 Bahnabteil liefern. Umgekeh=n
enötigt aber auch die Bahn die Preſſe als vorzüglichſtes Propagand,
o=
mittel, als Anreiz zum Reiſeverkehr.
* Bauweltkatalog. Branchekenntniſſe ſind etwas, das in einem kaup.
männiſchen Betrieb zu den notwendigen Fähigkeiten des Perſonals
m=
hört. Die Bauwelt muß auch ihre „Branche” kennen. Es iſt ihr ab .
nicht möglich, für all die vielartigen Buteile eines Hauſes
Bezua=
zuellen im Kopfe haben, insbeſondere wenn es ſich um Spezialartikiu
handelt, die nur von wenigen Firmen hergeſtellt werden. Bezugsaus,
lenverzeichniſſe gehörten daher immer zum eiſernen Beſtand techniſchem
Zeitſchriften. Sie waren aber inſofern mangelhaft, als meiſt vur dc.
inſerierenden Firmen aufgenommen wurden. Der Bauwelt=Verlag bego.
ſichtigt, nun einen „Bauweltkatalog” in Zuſammenarbeit mit dem Stit.
dienausſchuß für zeitgemäßes Bauen (Studau) des Bundes deutſchw
Architekten (B. D. A.) herauszugeben. Dieſer Katalog paßt ſich einem i
Amerika ſeit 22 Jahren beſtehenden ähnlichen Werk an: „Sweettl
Architectural Katalogue‟. Nach Fachgruppen getrennt ſollen hierin oller
Bauſtoffe, Baubeſtandteile und Bauleiſtungen aufgezählt werden, die dau
Markt anbietet. Der Katalog wird den Baubehörden, Privatarchitekten
und Bauunternehmern jährlich unentgeltlich zugeſtellt. Die benannts=
Stellen werden dieſes Werk, da es zweifellos einem Bedürfnis gerest
wird, ſicherlich gerne aufnehmen.
* 25 Jahre Damefturbinenbau bei der Allgemeinen Elektrizität./
Geſellſchaft. Anläßlich dieſes Jubiläums hat die A. E.G. das Julihes I
ihrer Mitteilungen als Sonderheft ihrer Turbinenbau=Abteilung
be=
ausgegeben. De: erſte Aufſatz dieſes Heftes handelt von dem Werdä
gang der A.E.G.=Turbinen. Er iſt von Dipl.=Ing. H. Treitel verfaſſ.
und ſtellt einen Auszug au= dem einleitenden Aufſatz einer demnächth
erſcheinenden Druckſchrift dar. Die beiden folgenden Aufſätze übee
Aufbau, Herſtellung und Betrieb von Turbinengetrieben und zwes
gehäuſige Schiffsturbinen haben den jetzigen geiſtigen Führer der Turn
binenfabrik, Herrn Profeſſor Dr.=Ing. E. A. Kraft zum Verfaſſer. Dau
Heft enthält weitere Aufſätze über ein 120 at.=Kraftwerk, über den We
zur Vorwärmturbine und die Turbine im Rahmen der Elektrizität=
t=
wirtſchaft. In der kurzen Zeit ihres Beſtehens hat ſich die Damp
turbine eine beherrſchende Stellung im Rahmen der Krafterzeugungss
maſchinen erobert, insbeſondere dann, wenn große und größte Leiſtun
gen zu erzielen ſind. Mit Nückſicht auf den reichen Inhalt dürfte dan
Heft ganz beſonderer Beachtung wert ſein.
* Kältemaſchinen ſind bei uns noch ein Genuß, den ſich im Priva=u
haushalt nur ſehr Reiche leiſten können. Das Gewerbe, das ſie zunr
Friſchhalten der Waren braucht, iſt bereits beſſer damit ausgeſtattes
In Amerika, das unter ſeinen Hitzewellen mehr leidet als Europa, ſinn
bereits 350 000 Wohnungen im Jahre 1927 mit elektriſchen Kältemaſch6
nen ausgerüſtet worden.”
* Internationale Straßenfahrordnung. Durch den wachſendes
Automobilverkehr hat auch der Verkehr über die Landesgrenzen hinamu
in Europa ſehr zugenommen. Dem aufmerkſamen Beobachter entgehll
es nicht, daß ausländiſche Wagen auch in Deutſchland von Jahr z=u
Jahr immer mehr zu ſehen ſind. Die Regierungen der europäiſchers
Länder haben deswegen Verhandlungen aufgenommen, die zu eine
Einheitlichen Straßenfahrordnung führen ſollen. Im Herbſt dieſe=
Jahres ſoll auf einem Internationalen Kongreß eine Entſcheidun
über dieſe Fahrordnung getroffen werden.
* Von der Normung. Von dem Gegenſtand ſelbſt greift die Noru
mung ſchon ſeit einiger Zeit auch auf die Verpackung über. Vielfac”
gibt es Dinge, die ohne großen Zwang in einheitliche Behälter vern
packt werden können. Beſonders die ſchmiegfamen Erzeugniſſe der BS
kleidungsinduſtrie eignen ſich hierzu. Die Intereſſenvertretungen der
beteiligten Induſtrien haben einheitliche Kartongrößen für Stehkragenn
Stehumlegkragen, halbſteife Kragen, Oberhemden, Nachthemden, Handch
ſchuhe, Taſchentücher und Damenſtrümpfe vereinbart. Es wird auchh
dem Nichtfachmann einleuchten, daß hierdurch weſentliche Vorteile!
gegenüber dem fetzigen Zuſtand erzielt wurden, wo jeder Kaſten
ſeim=
eigenes Maß hatte. Und warum ſoll man ſich mit vielerlei Abmeſſungen
plagen, wenn nenige dem Bedürfnis genügen und der Inhalt die Best
ſchränkung ve trägt?
* Robrleitungen im Boden ſind, wenn die Rohre aus Metall bs‟
ſtehen, leicht Zerſtörungen ausgeſetzt, die ſehr mannigfache Urſache haberu
können. Am häufigſten treten wohl Zerſtörungen durch Feuchtigkeit ir1
Verbindung mit dem Sauerſtoff der Bodenluft auf. Dancben
wirker=
vielfach die Bodenarten ſelbſt zerſtörend auf die Rohre, außerdem kom
men noch Bodenſäuren, vagabundierende elektriſche Ströme und ander
äußere Umſtände in Frage. Die Wirkungen all dieſer Angriffe werdem:
unter dem Sammelbegriff „Korroſionen” zuſammengefaßt. Vielfach bes
ſteht noch Unklarheit darüber, welche Urſachen im Einzelfall zu den Zern
ſtörungen führen und wieweit das eine oder andere Rohrmatrial zu=
Zerſtörungen neigt. Großzügig, wie alles in Amerika angefaßt wirdd
hat ſich das amerikaniſche Burequ of Standards der Aufgabe untern
zogen, dieſe Erſcheinungen zu klären. Nicht weniger als 14 000 Metall!
rohre verſchiedener Arten ſind in 47 verſchiedenen Bodewarten verleg:)
worden. Die Unterſuchungen ſollen ſich über zehn Jahre erſtrecken.
NEUE BÜCHER UND ZEITSCHRIFTEM
Tage der Technik 1929. Illuſtrierder techniſch=hiſtoriſcher Tagesabreiß=;
kalender von Feldhaus. (Verlag Otto Salle, Berlin W 57.) Mit.
365 Abbildungen auf 365 Blättern. Preis 5.— RM.
Erfreulicherweiſe liegt bereits jetzt der für jeden techniſch
Intereſ=
ſierten in erſter Linie zum Kauf in Betracht kommende Jahrgang 1922
vor. Auf 365, mit künſtleriſchem Geſchmack ausgeführten Blättern be= ſich wieder eine kleine Kulturgeſchichte der Technik aller Zeiten!
und Völker. Es iſt geradezu erſtaunlich, mit welcher Geſchicklichkeit dem
Verfaſſer es verſtanden hat, die geeigneten Abbildungen mit den ges
ſchilderten Ereigniſſen, den hiſtoriſchen Erinnerungen und den paſſenden.
Ausſprüchern von Dichtern und Denkern in wohl durchdachtem
Zuſam=
menhang zu bringen. Der Kalender wird — wie alle ſcine Vorgänger —
mit dem Ende des Jahres ſeinen Wert behalten. In Anbetracht der ge— Ausſtattung — u. a. beſitzt der Kalender ein ſiebenfarbiges=
Titelbild einer Nürnberger Porträtmalerei aus dem Jahre 1617 — unc)
der Originalität iſt der Preis von 5.— RM. im Vergleich mit anderen:
Kalendern gering zu nennen.
* Willkür oder mathematiſche Ueberlegung beim Bau der
Cheopspyras=
mide? Von Ing. K. Kleppiſch. Verlag von R. Oldenbourg,
Mün=
chen und Berlin. UI und 38 S. Mit einem Textbild. Preis 1 Mk.—
Seit Max Eyth in ſeinem „Kampf um die Cheopspyramide” das
mathematiſche Problem dieſes Bauwerk behandelte, iſt dieſes Thema m3
weiteren Kreiſen bekannt und wegen ſeiner Eigenart intereſſant ge
worden. Der Stoff beſchäftigt ſeit beinahe 100 Jahren die europäiſches
Gelehrtenwelt und hat ſchon eine Fülle von Literatur hervorgerifen.
Das vorliegende Streitſchrifichen bejaht die von ihm ſelbſt geſtellte:
Frage. Wenn man den Dingen ferner ſteht und ſich bei dem Wider=*
ſtreit der Meinungen den Blick frei hält, ſo muß man mehr noch als”
die mathematiſchen Fähigkeiten der Erbauer ihre vermeſſungstechniſchen —
Fertigkeiten bewundern. Abgeſehen davon, daß die Grundkanten in
ihren Längenabmeſſungen nur ganz geringe Differenzen voneinander
aufweiſen, iſt vor allen Dingen erſtaunlich, daß die Grundfläche mit un
erhörter Genauigkeit wagrecht gelegt werden konnte. Der größte Unten”
ſchied bei einem Umfang von 900 Metern beträgt höchſtens 21
Müll=
meter.
Da das Schriftchen weiter ausholt und von der Mathematik bei
den alten Aegyptern überhaupt handelt und beſonders im Schlußteil
viel Bemerkungen zur Geſchichte der Mathematik bringt, dürfte es Lech”
nikern und Mathematikern vielfache Anregung geben.
DERBONLICHES AUS DER TECHNIK
Das Deutſche Nationale Komitee der 1930 in Berlin ſtattfindenden
Weltkraftkonferenz hat Exz. Oskar v. Miller das Ehrenpräſidium
der zweiten Weltkraftkonferenz übertragen.
Der Miterbauer des erſten deutſchen Motorrades, Zivil=Ingenieur
Heinrich Hildebrand, iſt in Berlin im Alter von 73 Jahren
geſtorben.
Zum Dr.=Jnng. e. h. wurde Dr. Max Hülſenbeck, Vorſtands
mitglied der Bergmann=Werke A.=G., Berlin, ernannt.
Nummer 267
Die drau anfchen zwöri
Roman von Ludwig von Wohl.
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1927.
Das Sauſen verſtärkte ſich zu einem ſchrillen, ſchmerzenden
Seulen — — und dann kam es heran — von ferne — — eine
nieſige, tiefſchwarzdrohende Wand — eine Raubtierpranke, zum
Schlag erhoben und groß, wie ein mittlerer Berg
Sie patſchte auf — aber es gab keinen Laut.
Kein menſchliches Trommelfell vernahm ihn wenigſtens, den
Söllenton, der hundertmal über die Grenze menſchlicher
Gehör=
eiſtungsfähigkeit hinausging.
Ziſchend ſchoß das Waſſer heran, riß ſie in ſchmerzendem
An=
ſrall hoch und fegte mit ihnen landeinwärts.
Es konnte nur noch Sekunden dauern — dann ſchlug man
egen die Steinhäuſer — die Villen der Straße —
Mit Rieſenanſtrengung hielt Ted Moran, den Kopf über
Waſſer — — und ſah —
Die Villen waren ſo haarfein, ſo erbarmungslos kahl
ab=
raſiert, als hätten ſie nie geſtanden -
Durch tauſend Abgründe und Schluchten, über himmelhohe
Zacken, Schroffen und Berge ging das raſende Treiben.
Kopfüber ſtürztc man hart auf — eine Steingrube, bedeckt
rnit Schlamm, der die Gewalt des Sturzes milderte.
Betäubt, tierhaft hockte man da, winzig und erbärmlich.
Und ſah ſo Grauenerregendes, daß man ſchreien mußte,
mmerfort ſchreien!
Das beſinnungsloſe Ungeheuer, der amoklaufende Zyklon war
in Teufel! Ausgeſpien, verächtlich beiſeite geſpuckt, glotzte man
hn an bei der Würgarbeit.
Ein Haus flog vorbei.
Es hatte unweit des Hotels geſtanden. Ausgerupft, entdacht,
Srüllend raſte die Steinmaſſe gegen den Palmenwald, wo noch
Dienstag, den 25 Geptember 1928
geſtern nachmittag zierliche Kindermädchen niedliche Kinder
ſpäzie=
ren geführt hatten.
Steif auf plumpte der Rieſenkaſten unter die brechenden
Stämme und legte ſich, eine Staubwolke ausſtoßend, ſanft nach
allen Seiten auseinander. Glitzernd fließt die grünblanke
Rieſen=
ſchlange Waſſer durch die Trümmer und frißt ſich ein, hier und
da und dort — —
Die Luft iſt voll eines gleichmäßig brüllenden Krachens, das
keine Gedanken zuläßt.
Unter dieſem Krachen heran ſegelt in ſchwefelgelbfahler Wolke
ein Rieſe — nicht gerade nahe poltert er in groteskem Schwunge
landeinwärts mit fauchendem Atem.
Im praſſelnden Regen verziſcht eine glührote Flammenzunge,
die aus dem Schlunde des Rieſen quoll.
Ganz hoch wimmern die Kehlen von tauſend Stück
Menſchen=
vieh, die der Rieſe verſchluckt hat. Er legt ſich auf die Seite, —
neben, nein, hinter das Haus, das den Palmenwald vernichtet
hat und erbricht Eiſentrümmer und weiche Schlacken aus Holz und
Menſchenfleiſch nach allen Seiten.
Als es noch eine Welt gab, hat er „Preſident Taft” geheißen
und war ein Zwölftauſendtonnen=Dampfer. Jetzt hat er keinen
Namen — wie nichts mehr einen Namen hat.
Er liegt auf dem Lande begraben, und die grünblanke
Rieſen=
ſchlange ſchnuppert neugierig an ſeiner Leiche herum und ſtürzt
ſich dann in den Steinbruch.
Ein ſchwarzes Körperlein wird gleich von der Schlange
ge=
freſſen. Aber man reißt es beiſeite — viel zu weit, mit viel zu
viel Kraft — und preßt es an ſich, als hätte man’s geboren, das
dumme Niggerkind.
Die Waſſer quellen im Steinbruch hoch —
Aber ſie ſchwippen plötzlich zurück und man ſelbſt klammert
ſich an einen Felsblock und hält ſich feſt mit Eiſennieten, ſtatt
Fin=
gern. Denn der ganze Steinbruch ſteht ſchief und es hüpft und
ſpringt um einen herum von Felsdämonen, die wie irrſinnige
Tänzer davonſtürmen.
Man torkelt, taumelt und rennt um ſein Leben, patſcht durch
K
knietiefe Pfützen über Brettergerieſel, unterläuft praſſelnde
Stein=
ſchläge und landet auf der breiten Automobilſtraße, auf der
ſchäu=
mend gelbbraunes Waſſer berabläuft, Autos und Wagen vor ſich
herſchleppend, rollend, hetzend —
Mitten in dem Straßenfluß ſteht man und hat den Mund
offen und kann noch nicht denken, nur ſtaunen, daß man lebt, daß
nan auf zwei abgeſchürft brennenden, aber ſonſt leidlich heilen
Beinen leidlich heil ſteht, das dumme, faſſungsloſe Niggerkind an
der Hand.
Und dann heult man ein paarmal auf und freut ſich,
wohlig=
tieriſch bis in den Bauch erſchüttert, daß man nicht taub geworden
iſt — ein Wunder.
Ein Wunder, daß man lebt!
Wer lebt noch?
Wer — — lebt — — noch —
„Hummons”, wimmerte Iskander Girgis und faltete bittend
die Hände. „Lieber Hummons —
Der Diener lachte.
„Halt den Mund, Dummkopf!”
Er befreite ſein Bein aus einem Keſſel von Steintrümmern
und Baumſtrünken und machte ein paar Schritte auf die
Prin=
zeſſin zu.
„Erſt ich, Maxwell — dann du, ich bin älter.”
„Schnell dann aber”, ſagte er. „Vielleicht ſind wir in zehn
Minuten hinüber wie die alte Whiſley!”
Die Köchin lag mit eingedrückter Bruſt irgendwo unter den
Trümmern. Ein ſcharfer metalliſcher Geruch lag in der Luft.
„Zehntauſend Dollar für jeden, wenn ihr Ruhe gebt”, ſchrie
Girgis verzweifelt.
Die beiden Diener lachten.
„Warum nicht gleich ine Million?” höhnte Hummons. „Der
Dollar iſt nichts mehr wert — nichts mehr wert! Die Welt geht
kaput — was ſoll man da mit Papierfetzen?! — Nein — mein
Lieber — aber amüſieren will man ſich noch mal, ehe man verreckt!”
(Fortſetzung folgt.)
Der erste Abschnitt unseres großzügigen Bau-
Programms ist beendet, und man darf wohl
behaupten, Großartiges ist geschaffen worden.
Das ganze Haus mit ca. 10000 qm
Flächen-
raum bictet ein vollkommen neues Bild. Licht
und Raum in verschwenderischer Fülle
ge-
währleisten größte Bequemlichkeit bei Ihren
Besorgungen. In hochmodernen, elegant
aus-
gestattcten Räumen, ganz besonders soweit sie
der Beklcidung der Damenwelt gewidmct sind,
werden Sie sich bei uns bchaglich fühlen.
Eine besondere Schenswürdigkeit bilden der
imposante, in unserer Stadt wohl einzig
da-
stchende große Lichthof, und die neu
ge-
schaffene, interessante große Passage mit
ih-
ren 14 Fenster-Auslagen. Hier können Sie
zwang-
los und vorm Wetter geschützt jederzcit all”
das betrachten, was schön und modern ist.
Alle Abtcilungen sind wescntlich vergrößert
worden und gefüllt mit Waren auserlesener
Gü-
te, unter denen Sic das Schönste vom Schönen
finden — die hochwertigsten Fabrikate des
In-
wie des Auslandes — wahrlich, eine Hochburg
der Schönhcit und des kultivicrten Geschmacks.
Jctzt können wir allen, auch den verwöhntesten
Ansprüchen gerccht werden, und es ist dabei
unser besonderer Stolz, daß wir trotz, des
hohen Nivcaus der Waren, die Sic im „neuen
Lindemann finden, doch infolge unserer
ge-
waltigen Einkaufsleraft durchaus preiswert sind.
Bercits in wenigen Tagen wird sich Ihnen
„der neue Lindemann” präscntieren — cin
Kauf-
haus, würdig unserer schönen Stadt Frankfurt.
Beson dere Vorz0ge:
Leichter Anschiag
Zwangsweise
Groß-
buchstabensperre
Sauberste Schrift
Ruhiger G ang
MASCHMNENEABRIR KAPPEI-CHBMTIZ
General-Vertretung:
(15215a
AALL AIRNEE
Mainz
Darmstadt
Gr. Bleiche 23
Rheinstraße 28
Fernsprecher 5554
Fernsprecher 4205
IV 15233
138 (a
A.AOIA
Magdalenenstr. 11 :-: Tel. 1084
Aufarbeiten von Beiten und Polstermöbel
und 13357a
ußerſt villig nur be
Fr. Gütting
Schuchardſtraße
Anzüge
entſtauben,
dämp=
ren, bügeln
Mk. 1.60
Züglerel „BLitz”
Schneiderei
Ballonplatz Nr.
14103a
Vom Mittwoch, den 26. Scpt.
ab bleibt unser
Geschäfts-
haus bis zur Eröffnung
geschlossen!
Fahrräder
kaufen Sie ſlets am
beſten und billigſter
je (130599
Karlſtr
B. Orio, Nr 14
TAN
V a1 1er Hrt
Teilzahlung auf Wunsch
Kiesstr 34 —— Ecke Hochstr.
Pelz -Spezial- Haus Schlitt
Bepar u Umänd. schnellst (13656a
ener Jäger
der noch nicht auf „Der Deutſche
Jäger”, München (50. Jahrgang
abonniert iſt, ſchreibe entweder
un=
verzüglich an den Verlag in
Mün=
chen 2, NW. 5, Briennerſtraße 9,
Fernſpr 50817, 55 351), oder
ver=
ſtändige ſeinen Briefträger. V14592
Mollebuſch
Bergamottbirnen
Pfd. 20 3. (*24883
Frankfurterſtr. 105
Martinsmühle
V
Vaſſerhöhe B,e5 m
Luftwärme 5 C.
Waſſerwärme vorme
7 Uhr 14 C.
Woogs• Polizei Wache,
Z
Wort und Bild verboten!
T
R
K
n
Kis
Wilhelminenstraße
[ ← ][ ]Geite 14
Dienstag den 25 Geptember 1928
Nummer 267
venig eſplelt=
Aanog
darunt. erſte Mar. .,
reiswert zu ver”
Zahlung in Raten
eſtattet 14187a
Klavier-
Arnold
* Eliſabeihenſtr 24
Senta=
Schreibmaſchine
fabrikneu, mit 1 jähr
Fabrit=Garantie
monatlich Mt. 20.—.
Karl Bauer
Darmſt., Rheinſtr. 34,
Eingang Neckarſtr
14792a
Parkett.
abzlehen, abreiben.
Ibel & Lotz
Eliſabethenſtr. 31
Teleph. 461., (13526e
Pack= und
Einſchlagpapier
in Bogen u. Rollen
liefert billigſt (15213a
Papiergroßha dlg.
Sturnit, Bleichſtr. 46.
Telephon 1791.
Zündapp=
Einheitsmodelle,
wenig gefahren;
preiswert bei (15069a
Müller & Ober
Rheinſtr., 39
Feppiche
Aohne Anzahl., in
12Monatsraten lief.
Spezialhaus. Erbitt.
Sie unverbindl.
Ver=
treterbeſuch u. J 194
Geſchäftsſt. 115163
Honig
(Schleuder, 1a
Quali=
tät, unter Kontrolle
eines vereidigt.
Nah=
rungsmittelchemikers
10 Pfd.=Doſe 10 RM.
franko, 5 Pfd.=Doſe
5.50RM. franko,
Nach=
nahmekoſt. zu meinen
Laſten. Probepäckch
a 1½ Pfd. 1.380 RM.
franko bei
Voreinſen=
dung. Gar
Zurück=
nahme, Frau Lehrer
a. D. C. Fiſcher,
Honig=
verſand, Werder a. d.
Havel Nr. 81.(IV.127
Laſtwagen
fährt leer nach
Ingel=
heim und Bingen a.
Rh. am Donnerstag.
Beiladung billigſt.
Näheres Stilling,
Hochſtraße 4, (*24972
Darmſtädter
deieg
Vorber, auf Abitur,
Prima=, Sekunda=
Reife. Martinſtr. 34
Teleph. 2554. (150628
Me
kann ſich jung., tücht
Mechaniker in der
Autobranche weiter
ausbilden? Ang. u.
J 232 Gſchſt. (*24908
V GrNuerl!
D a m a s s 6
in großer Muster-Auswahl . .
Crépe de chine
einseidene Qualitäten ..
Crépe Georgette
eine reinseidene Ware
Bedruckter Crépe de chine
eine Auswahl von nur neuen, besonders aparten
Dessins und Farben, in reiner Seide, doppelbr. 12.00,
Wundervolle Brokat-Stoffe
in neuzeitlichen, reichwirkenden Mustern, für
hoch-
elegante Abendtoiletten, 85 cm breit . . 29.00, 18.00,
Bedruckter Crepe Satin
der vielbegehrte Seidenstoff für das moderne Herbst-
Kleid, herrliche Dessins, in doppelbreit . 21.00, 19.50,
Velour-Jacguard
in prachtvollen Farb-Nuancen und geschmackvoller,
Hotter Ausmusterung, 95 cm breit . . . . . . 27.50,
Velour-Chiffon-Transparent
druckfest, in aparten Abendfarben für das elegante
Gesellschaftskleid, 90 cm breit . . . . . . . . . .
Besonders preiswerte Angebote:
2.95, 2.25, 1.75,
doppelbreit
95
2
7.50, 6.50, 4.95,
doppelbreit
95
. . . 8.50, 7.50,
190
Ve lo u tine doppelbreit
reine Seide mit Wolle
8.90, 7.90, 6.90.
Crepe Satin doppelbreit
aus reiner Seide ... . . . . 14.50, 12.50, 10.90,
15212)
Klavier= und
Violin =Unterricht
erteilt Kammermuſiher
Sturmfels,
Guten=
bergſtr. 51, 1. (161a
Tenor
Ausbildung geſucht
Preisangebote unt
K15 Gſchſt. (*24968
Kaufen
Sie eine „Mundlos”
Original=Viktoria=Nähmaſchine, ie iſt
beſtes deutſches Fabrikat; ſeit 1863
beſtens bewährt, mit langjähriger
Ga=
rantie. Es gibt keine beſſeren! Ein
größerer Poſten wunderbarer Modelle
iſt eingetroffen und verk ufen wir
ſolche, ſolange Vorrat reicht, zu billigen
Preiſen und allergünſtigſten
Zahlnngs=
bedingungen, evtl. ohne Anzahlung.
Lieferung erfolgt ſofort bei Kauf ab unſerem Lager mittels
geeignetem Perſonenauto frei Haus, wobei die Käufer
von außerhalb gleichzeitig mit nach Haus zurückfahren können.
B. OR1O, Karlstraße 14
Größtes Fahrradhaus Darmstadts 15254
Gröl. Klavierunterr.
(Einzelunterricht)
für Anf. u. vorgeſchr.
Schüler (b. mäßigem
Hon. erteilt. 1/4a
L. Inborf, Darmſt.
Schwanenſtr. 72, III.
Siermartg
Aelteres Pferd
zu verkaufen.
Darm=
ſtadt, Dieburgerſt. 89.
(*24920)
Scharfe
Schäferhündin
u verkaufen (*24910
Kaupſtraße 9, 2. St
Kl. Kätzchen in g. H.
zu verſchenken. 24977
jiebigſtraße 39, pt.
Beitfedern=Reinigung!
Neueſte und modernſte Anlage am Platze
Barchente und Inletts, in allen
Farben — Bettfedern u. Daunen
Matratzen — Metallbetten
Friedrich Eigenbrodt
ElBNIZ-
KEKS
BAHLSEN A-G-HANNOVER
BISKUlTS, WAFFELN
SIND NOCH (MMER UNERREICHT
GRATIS KOSTPROBEN
WERDEN VERABFOLGT WAHREND
DER KEKSTAGE.
AM 26. UND 27. SERTEMBER 1928 IM
Benokotkbarakos Henbanu
G. M. B. H.
ERNSTLUDWIGSTRASSE 6
15224a
Hausfrauen, Verlangt
Herdweg 18
Fernruf 1692
Karlſtraße 66, an der Annaſtr.
(4243a
Mau-Seifen
Stets friſch gehackte
Stück 20 und 30 Pfg.
kaufen Sie bei
Metzgerei Heeb
Eelep yon 1910 15207 Hügelſtr.
PISSCC
Neueste maschinelle Einrichtung
Kunst-, Flach- und
Stehplis=
schnellstens, gewissenhatt une
Ernst Göbel
Schuchardstr. 11 Annastr. 87
OIE VORZUGLGHEN
VENETIANISCHEN
SCHONHEITS-PRAPARATE
6Lxate Wrieu
IM ALLEINVERKAUE BE
PARFUMERIE ERANK
ELISABETHENSTR O
210a
Empfehle gegen Nachnahme jetzt noch
la Weide=Tafelbutter
je Pfund, in Poſtk. von 9 Pfund /
3. Zt.
zirha 1:60 (auf Wunſch einzelne Pfunde)
F. Guttack, Hydekrug „Memelland);
I.BIn 15226)
deld
Silber
Piatin
152571
BIHanten
kauft zur Verarbeitung in eigener
Gold=
ſchmiede= und Uhrmacher=Werkſiatt
Dieburger=
Chronos ſtraße 2.
Dar Heſſe in Sarutadt
finden Sie am Ende der Geſchirrmeſſe:
Arbeitshoſen, Cord, ſowie Tuchhoſen,
Streifhoſen, Sporthoſen, einzelne helle
Hoſen, Regenmäntel, Anzüge,
Strick=
weſten, geſtrickte Kinderanzüge,
Loden=
joppen, Windjacken u. ſ. w. (*24942
Wilhelm Werling
Schneidermeiſter, Neuſtadt bei Koburg.
Einkaufſtelle für Jedermann.
LLl Nase!
II. Reike
Billig
Billig
Bilden
für Wohn= und Schlaſzimmer 24919
garantiert blattgold
volierte Holzrahmen MH. 18.-
Fahrrad=
Reparaturen
ſofort, gewiſſenhaft
und billig be (1524
B. Orio, Karlſtr. 14
Schlacht=
Freibant hof.
Verkauf
morgen Mittwoch von
8—11 Uhr ab. 3962a
Der Name bürgt für die Oualttät
(50789
Herstellers Bernhard May Söhne — Groß-Zimmern
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung A: Am 17. September 1928
hin=
ſichtlich der Firma: „Merkur”,
Aus=
kunftei und Inkaſſoinſtitut für
Handel und Gewerbe, Karl Bauer,
Darmſtadt: Die Prokura des Kaufmanns
Anton Gruber in Stuttgart iſt erloſchen.
— Abteilung B: Am 18. September 1928
hinſichtlich der Firma: Radio=Werk,
Tonfrequenz, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, Darmſtadt: Die
Vertretungsbefugnis des Liquidators iſt
beendet und die Firma erloſchen. Am
18 September 1928Neueintrag: Firma:
A. J. Licht & Co., Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung.
Hauptnieder=
laſſung: Frankfurt a. M.,
Zweignieder=
laſſung: Darmſtadt. Gegenſtand des
Unternehmens: Der Vertrieb von Möbeln,
Haushaltungs= und
Einrichtungsgegen=
ſtänden aller Art, insbeſondere gegen
Abzahlung, ſowie der Abſchluß
ander=
weitiger Geſchäfte, welche mittelbar oder
unmittelbar hiermit zuſammenhängen.
Stammkapital: 20 000 Reichsmark.
Ge=
ſchäftsführer: Adolf Schweizer,
Kauf=
mann in Frankfurt a. M., und Anton
Johannes Licht, Kaufmann in Mainz=
Koſtheim. Der Geſellſchaftsvertrag iſt
am 7. Oktober 1927 feſtgeſtellt. Die
Ge=
ſellſchaft wird vertreten, wenn ein
Ge=
ſchäftsführer vorhanden iſt, von dieſem,
wenn mehrere Geſchäftsführer vorhanden
ſind, durch zwei Geſchäftsführer oder
durch einen Geſchäftsführer und einen
Prokuriſten. Als nicht eingetragen wird
mitveröffentlicht: Die Bekanntmachungen
der Geſellſchaft erfolgen nur durch den
(15209
Deutſchen Reichsanzeiger.
Darmſtadt, den 22. Sept. 1928.
Amtsgericht I.
n Tag
er Antw
Abete gekommen.
nendige Erwidern.
nuc in der deutſch
Güich im Ladfe. 2
ungen Platz
1N
nin
FAreitſcheid abz
Kdaß die deutſche
Malzu heftiges W
Alungen nicht ſtör
mehr viel ü
Den Auf
Ahldete der Be.
rüſtung
kanntlich eit
M Gründe, die
Awafinungston
Mbor der näck
ind.
ußt alle die
Notwendigkei
und Rüſtungs
Rut, durch
* nſtungskom
M
1 ſchleiten der
Fuderuf
Der unga.
mchaltur
u die Ein
nhelt Graf
nſtungsf
Nr Reichsk
filig über die
taluſſi zu wer
bichen Arbei
mehr unbe
zuefigt,