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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 255 Donnerstag, den 13. September 1928. 191. Jahrgang
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Rabatt weg. Bankkonio Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbane.
Genf im Zeichen der „Abrüſtung
Kommiſſions=Verhandlungen.
Spucheur für die Einberufung einer
Welt=
kohlenkonferenz.
* Genf, 12. September. (Prib.=Tel.)
Im Völkerbundsſekretariat ſind heute vormittag die juriſtiſche
i. organiſatoriſche und die politiſche Kommiſſion
zuſammenge=
nicken. Die juriſtiſche Kommiſſion der Vollverſammlung
beſchäf=
ke ſich heute vormittag mit der Vereinheitlichung des
Inter=
grionalen Rechts. Erich=Finnland wies darauf hin, daß bei der
ſooaffung der gleichmäßigen juriſtiſchen Baſis für Schiedsſprüche
om der Wirkſamkeit ſolcher Schiedsſprüche abhänge die
Be=
brchtung der Prinzipien des Kellogg=Pakts wichtig ſei. — In
ei Organiſations=Kommiſſion erſtattete Loucheur Bericht über
ſi. Tätigkeit des Wirtſchafts=Komitees. Er trat ſehr energiſch
ürr die Einberufung einer Konferenz zum
Stu=
imm der Weltkohlentriſe ein, an der alle
Erzeuger=
no Verbraucher=Länder teilnehmen ſollen. Ein plötzliches Manko
iwer Kohlenproduktion könne die ganze europäiſche Induſtrie in
nordnung bringen. Der Vorſchlag wurde von
Bel=
ien und Polen unterſtützt. Procope ſchlug vor, Holz
no Holzprodukte als Gegenſtand für die nächſte gemeinſame
ſiion zur Herabſetzung der Zollſätze zu benutzen. — Die
poli=
ſiche Kommiſſion beſchäftigt ſich mit dem Bericht des Komitees
t. Internationale geiſtige Zuſammenarbeit.
In der Budgetkommiſſion wurde heute die Kritik an
ei Budgetüberſchreitungen des Generalſekretariats fortgeſetzt.
ſeiionders trat Baron Lehmann=Liberia im Namen der kleinen
ſtmaten für die Stabiliſierung des Budgets ein. — Das deutſche
ſütglied der Kommiſſion, Prälat Kaas, erklärte es für unmöglich,
g.. Budget auf die Dauer zu ſtabiliſieren. Man könne vielleicht
i: 2 oder 3 Jahre eine gewiſſe Gleichmäßigkeit im Budget
er=
nichen, man dürfe es jedoch nicht unabänderlich feſtſetzen. Er
fnach ſich gegen die Streichung von einer Million Goldfranken
u., weil man dabei ſehr nützliche Arbeiten des Völkerbundes
hüidigen würde.
Die humanitäre Kommiſſion beſchäftigte ſich heute
etter mit der Frage der Aufhebung der Bordelle, beſonders im
ſennen Oſten.
Verſprechen.
* Genf, 12. September. (Priv.=Tel.)
In der Abrüſtungskommiſſion der Bundesverſammlung, die
eigegierte Graf Apponyi mit, daß Ungarn heute oder in den
lernächſten Tagen die Fakultativ=Klauſel des Ständigen
Inter=
h Ungarn verpflichtet, alle Konflikte auf ſchiedsgerichtlichem
e Nachbarſtaaten Ungarns den gleichen Schritt tun werden.
naf Apponyi=Ungarn erklärte weiter, daß es
verſtänd=
hracht werden könne. Der Peſſimismus, der ſich in dieſer
rage jedoch zeige, ſei zum großen Teil berechtigt, weil in
zi echen, das in den Präambeln der Friedensverträge allen
öckern gegeben worden ſei, und Ungarn würde nie
em Vertrag von Trianon unterzeichnet haben,
emn dieſe Präambeln nicht in dem Vertrage
eſt anden hätten.
Graf Bernſtorff wies darauf hin, daß die Rede des
eichskanzlers Hermann Müller in der Vollverſammlung nicht
utrſchen Volk geteilt werde. Er verlas bei dieſer Gelegenheit
0, einmal den Teil der Kanzlerrede, in dem eine ſofortige
Be=
rmngt wird.
ung der Sicherheit abhänge, wogegen
Staats=
irretär v. Simſon dieſe Verknüpfung
zurück=
ſiſes und erklärte, daß die durch den
Völkerbunds=
ut gegebenen Sicherheiten zur
Inangriff=
aſ me der Abrüſtung ausreichten.
Sato=Japan gab einige Erklärungen über die bisher von
auan vorgenommenen Rüſtungsverminderungen. Die japaniſche
chree ſei von 300 000 auf 200 000 Mann herabgeſetzt worden, und
0 große Teile des Waſhingtoner Abkommens ſeien
durch=
führt worden. Wenn die erſte Abrüſtungskonferenz erreiche, daß
eWewaffnung jedes Landes im Verhältnis zu ſeiner
Sicher=
ſt beſchränkt werde, ſo ſei das ein begrüßenswertes Reſultat
on ferenz dieſes Ergebnis erweitern.
Engliſch=franzöſiſche Gegenfätze.
nenz ein
NGegen dieſen Vorſchlag wandte ſich Lord
zu ſchwierig ſei, große Reiſen von Sachverſtändigen aus
merika nach Curopa erfordere, und daß man auch
zwi=
hen den Seemächten noch über die Grundlage I
: engliſch=franzöſiſchen Naval=Kompromiſ= 7
Jahres hielt er noch für zu früh.
Japan verhandeln wolle.
*Die Genfer
Räumungs=Beſprechungen.
Der deutſch=franzöſiſche Gegenſatz.
Die Mächte der Botſchafterkonferenz — alſo praktiſch geſprochen einem Gewinnſaldo des Fortſchritts zu gelangen.
Frankreich — widerſetzen ſich dieſer Theſe. Sie wollen über die
Deutſchland beſieht auf dem Abrüſiungs= biet erkauft wird. Die deutſche Negierung hat ſchon ſeit längerer Kreditnehmer den Banken gegenüberſteht, gegenüber dem Wunſche
uke nachmittag ihre Beratungen fortſetzte, teilte der ungariſche der beiden Fragen miteinander ablehnen müſſe. Sie hat ſich dung, Landwirtſchaft zu erkennen, ſo iſt es auch für den mehr
„nonalen Gerichtshofes im Haag unterzeichnen werde, durch die digung intereſſiert iſt, in Parallelverhandlun= Weltanſchauung bekennen und dieſes Bekenntnis durch den Mund
ſege zu regeln. Graf Apponyi ſprach die Hoffnung aus, daß auch ſolche Unterſcheidung nicht verſtehen können. Sie wollen dabei von der Darmſtädter und Nationalbank, in ſtark pointierter Form
h ſei, daß die Abrüſtung nicht mit einem Schlag zuſtande Boden unter den Füßen verlieren würden, wenn wir die Dis= blems, welches es überhaupt für ſo rein praktiſch und geſchäftlich
n Abrüſtung praktiſch noch kein Reſultat zu ver= erlegen hätten. Es ſcheint, daß der Reichskanzler am Dienstag ſeiner Betonung der Wirtſchaftsdemokratie als das Allheilmittel
eichnen ſei. Die Abrüſtung ſei jedoch ein Ver= an dieſem Standpunkt feſtgehalten hat und daß ihm nahegelegt für die Zukunft vollkommen ablehnend zu antworten. Wenn
auch=
eEntſcheidung einer Partei, ſondern die Meinung der drei letz= derung nach dauernder militäriſcher Ueber= kraſt entziehen können. Die Banken haben recht daran getan, mit
niRegierungen in Deutſchland wiedergebe und einſtimmig vom wachung des deutſchen Rheinufers kommen wollen, allem Freimut ihrer Ueberzeugung, daß Deutſchland kapitaliſtiſch
dugung der Arbeiten der Vorbereitenden Abrüſtungskommiſſion haupt nur tragbar, wenn ſie paritätiſch aufge= Zukunft, den Weg des Kapitalismus zum Nutzen der Geſamtheit
Beneſch und Politis verfochten noch einmal die Theſe, auch auf Frankreich erſtreckt. Die Franzoſen haben bis= zu beſchreiten.
5 der Fortſchritt der Abrüſtung von der Schaf= her nicht erkennen laſſen, daß ſie bereit ſind, darauf einzugehen.
Auch nach dieſer Richtung wird alſo ſchwer eine Brücke zu finden Entwicklungsfragen, die man im allgemeinen als ein Reſervat
die Ausſichten nicht allzu roſig ſind.
man heute vormittag lebhaft die geſtrigen Erklärungen des Kabital beherrſchen mehr oder weniger alle Finanz= und
Wirt=
rd man könnte eventuell nach einigen Jahren in einer zweiten einſtimmend der Anſicht, daß es ſich in Genf lediglich um einen ſchaft beſitzen, ſo mußten ſie bei der Wichtigkeit ihrer Funktion
erſten Kontakt zwiſchen Deutſchland und den fünf Vertretern der aus der gewohnten Zurückhaltung in wirtſchaftspolitiſchen Fra=
Botſchafterkonferenz handeln könne. Von gut unterrichteter fran= gen heraustreten, da es ihnen heute nicht mehr gleichgültig ſein
PPaul=Boneour hrat für die beſchleunigte Ein= handlungen folgen können. Ein Weg dazu ſei, daß die deutſchen der die Banken ihr Kreditgeſchäft aufbauen, und es iſt erklärlich,
z ufung der Vorbereitenden Abrüſtungskon= Delegierten jetzt ſchriftlich formulierte Vorſchläge vorlegten, die daß die Banken in einer Zeit, in der die
Organiſierungsbeſtrebun=
uſſhendun mit der Begründung, daß das Abrüſtungswerk bisherigen Verlauf der Beſprechungen, iſt jedoch kaum zu es Geſamtentwicklung der Wirtſchaftspolitik zu nehmen haben. Die
Zeitpunkt zukünftiger Beſprechungen zu beſtimmen.
Nachdenkliches zum Pankiertag.
— Die Banken haben nach dreijähriger Friſt ihre ſiebente
Tagung gemeinſam in Köln abgehalten. Bei dem
außerordent=
ſes beraten müfſe, bevor man eine Verhand= lich hohen Nange, der dieſen Tagungen der Banken, als den
lungsbaſis gefunden habe Aus dieſem Grunde wandte Eeponenten des Kapitals zukommt, haben die Zuſammenkunſt
er ſich gegen die zu ſchnelle Einberufung der Vorbereitenden Ab= der Banken und die ihre wirtſchaftlichen Auffaſſungen
wieder=
rüſtungskommiſſion. Eine Einberufung im April, kommenden gebenden Erörterungen, die ſich auf die algemeine Finanzpolitik
ſowie auf die Probleme der Wirtſchaftspolitik bezogen, in der
Aus dieſem Gegenſatz zwiſchen Cuſhendun und Paul= Oeffentlichkeit eine ſtarke Reſonanz gefunden. Die ſpeziſiſchen
Boneour will man in intereſſierten Kreiſen eine Beſtätigung für Bankthemata ſind auf der diesmaligen Tagung nicht ſo ſehr
be=
die Befürchtungen auf franzöſiſcher Seite herausleſen, daß Eng= handelt worden, ſondern die Banken ſahen ſich veranlaßt, durch
land ſich in der Frage des Naval,Kompromiſſes vorläufig die ihre hervorragendſten Vertreter ihre kapitaliſtiſche Weltanſchauung
Hände freihalte und noch mit den Vereinigten Staaten und zum Ausdruck zu bringen und auf die aufbauenden und
ſchöpfe=
riſchen Kräfte des Kapitalismus hinzuweiſen und den
ſtaatsſozia=
liſtiſchen Ideen und Sttömungen mit Nachdruck entgegenzutreten.
Dadurch iſt natürlich das mehr Privatwirtſchaftliche, ſoweit es ſich
auf das Bankkreditgeſchäft erſtreckt, in den Hintergrund getreten,
man hätte vielleicht erwarten können, daß die Banken
Gelegen=
heit nehmen würden, ſich zu den ſie unmittelbar berührenden
Frageſtellungen, den eigentlich bankmäßigen Komplexen, zu
äußern. Wenn demgegenüber das Volkswirtſchaftliche in dem
Mittelpunkt der Erörterungen geſtanden hat, beſonders die drei
Probleme: Dawesplan, deutſche Kapitalbildung, Agrarkriſe, ſo
Der Draht zwiſchen Genf und Berlin funktioniert wieder ein= mag das vor allem daran liegen, daß ſich die deutſche Wirtſchaft
mal recht ſc echt. Auch die amtlichen Stellen in Berlin ſind faſt an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung befindet, gekennzeichnet
sar nicht unterrichtet. Es wiederholt ſich alſo das alte Spiel, daß durch den Eintritt in das erſte Normaljahr der
Reparations=
wir, da Herr Briand und ſeine Freunde die Kunſt, das Schweigen zahlungen, ohne die wirtſchaftliche Erkenntnis der abgelaufenen
zu vergeſſen, beſſer verſtehen in weſentlichen auf das angewieſen Schenjahre, und ſo wie der Schatten des Problems der
Dawes=
ſind, was über Paris an Nachrichten und Meinungen zu uns Regelung in Zukunft über der Entwicklung der deutſchen
Wirt=
komnt. Das iſt natürlich gefärbt und kann alſo ein ganz falſches ſchaft liegen wird, ſo wie alle wirtſchafts=, finanz= und ſtaatspoli=
Vild ergeben, weil die Franzoſen die deutſche Delegation in eine tiſchen Maßnahmen dem Einfluß des von Deutſchland
angenom=
beſtimmte Situation hineinmanöprieren wollen, die ſie jetzt be= menen und einzuhaltenden Dawesplanes unterliegen müſſen, ſo
reits als gegeben anehmen. Wir können demgegenüber wieder= iſt es auch immer das Problem der Dawes=Regelung, auf das die
holen, daß die Dienstagbeſprechungen nicht um einen Schritt Vertreter der Bankwelt und die Redner des Vankiertages
zurück=
vorwärts geführt haben, daß alſo auch heute noch die Meinungen kommen mußten. Wenn es die dringendſte und vornehmſte Pflicht
der beiden Parteien einander unvermindert gegenüberſtehen. Die der Banken und Bankiers innerhalb ihres Wirkungskreiſes und
deutſche Regierung hält daran feſt, daß ſie auf Grund uach Maßgabe ihrer Kräfte iſt, dahin zu ſtreben, daß das
Gewinn=
der Loearnoverträge und des Artikels 431 des und Verluſtkonto der kapitaliſtiſchen Wirtſchaftsordnung mit
Verſailler Vertrages das Rechthat, die geſamte einem Saldo des wirtſchaftlichen Fortſchrittes abſchließe, ſo muß=
Räumung des Rheinlandes zu fordern, und daß ten ſie einerſeits die Grundlagen der kapitaliſtiſchen
Wirtſchafts=
dieſer Anſpruch auch noch durch die Locarnover= einſtellung berufenermaßen aufzeigen und zugleich verteidigen,
träge moraliſch und politiſch untermauert iſt. andererſeits aber die Wege weiſen, auf denen es möglich iſt, zu
Es kann daher auch angeſichts der vielleicht nicht ganz un=
Räumung höchſtens mit ſich reden laſſen, wenn ſie mit neuen berechtigten Kritik der Vernachläſſigung des Privatwirtſchaftlichen
Konzeſſionen auf politiſchem, finanziellem oder militäriſchem Ge= oder mit anderen Worten der Wünſche der Wirtſchaft, die als
Zeit öffentlich und in diplomatiſchen Verhandlungen ſich immer nach größerer Bankpolitik nicht wundernehmen, wenn die größten
wieder darauf feſtgelegt, daß ſie eine Verkoppelung zwi= Probleme, vor denen die deutſche Wirtſchaft ſteht, zur Erörterung
ſchen der Räumung und dem Reparationspro= gekommen ſind. Iſt es für den wirtſchaftlich Unterrichteten nicht
blemnichtanerkennen könne, daß ſie jede Verbindung ſehr ſchwer, den roten Faden zwiſchen Dawesplan,
Kapitalbil=
lediglich bereit erklärt, da ja auch Deutſchland an politiſch Eingeſtellten ſebſtverſtändlich, daß die Banken ſich als
der Feſtſetzung der endgültigen Kriegsentſchä= die Exponenten und die berufenen Vertreter der kapitaliſtiſchen
gen einzutreten. Die Franzoſen behaupten, daß ſie eine eines ſo berufenen Vertreters ihrer Kreiſe, wie Jakob Goldſchmidt
nicht erkennen, daß es für uns eine Frage der politiſchen Moral haben verkünden laſſen. Damit iſt der Verſuch gemacht worden,
iſt, an der Trennung feſtzuhalten, daß wir auf jeden Fall den bewußt an die Löſung des ſchwierigſten und weitgehendſten
Pro=
kuſſion über die Möglichkeit zuließen, daß wir für die Erfüllung Eingeſtellte wie die Bankleute gibt, heranzutreten, und zugleich
eines unbeſtreitbaren Rechtsanſpruches noch einen Kaufpreis zu auf die Erklärungen des Hamburger Gewerkſchaftskongreſſes mit
worden iſt, zu prüfen, ob er nicht doch förmliche Vorſchläge am die Ausführungen Goldſchmidts zum Teil, ſtarken wirtſchafts=
Donnerstag vorlegen könnte. In Berlin hat er deswegen nicht thiloſophiſchen Charakter aufwieſen und in der theoretiſchen Linie
angefragt, jedenfalls iſt in Berlin eine Kabinettsſitzung nicht ein= blieben, ſo bildeten ſie doch den Höhepunkt der ganzen Tagung,
berufen worden, woraus man ſchließen kann, daß Herr Müller weil eben in der Oeffentlichkeit den anders gerichteten
Wirtſchafts=
keine neuen Vollmachten braucht. Die Franzoſen deuten auffaſſungen große Aufmerkſamkeit gewidmet wird. Niemand
auch an, daß ſie das Sicherheitsproblem wieder in, wird ſich dem Geſamteindruck des von Goldſchmidt mit Offenheit
den Vordergrund ſchieben möchten, ſchon um ein und mit innerer Ueberzeugung abgelegten Bekenntniſſes von dem
Kompenſationsobjekt zu haben und erneut mit ihrer For= Erfolge des Kapitalismus und der ſchöpferiſchen Unternehmer=
Auch darüber iſt in früheren Stadien ſchon genug geſagt worden; bewirtſchaftet werden müſſe, Ausdruck zu verleihen, und das
Deutſchland muß eine ſolche Zumutung ablehnen. Eine mili= bedeutet nicht nur eine Geſte gegenüber Auffaſſungen von der
täriſche Kontrolle der Grenze iſt für uns über= Unmoralität des Kapitalismus, ſondern ein Bekenntnis für die
zogen wird, wenn ſich alſo dasſelbe Verfahren und zur Beſeitigung der Deutſchland auferlegten politiſchen Laſten
Und die Banken haben auch ein Recht dazu, zu den großen
ſein, ſo daß für den Fortgang der Beſprechungen am Donnerstag der Wiſſenſchaft und der Politik anzuſehen pflegt, Stellung zu
nehmen. Denn gerade die Banken ſind es, die in erheblichem
Maße dazu beigetragen haben, der deutſchen Wirtſchaft das ver=
Die Ausſichten der Rheinland=Beſprechungen. loren gegangene Vertrauen im Auslande wiederzugewinnen und
mit dieſer Brücke die Kreditbeziehungen zum Auslande wieder=
* Genf, 12. Sept. (Priv=Tel.) zuſchaffen, ohne die der Wiederaufbau der Wirtſchaft undenkbar
In den Wandelgängen des Völkerbundsſekretariats erörterte geweſen wäre. Schaffung bzw. Schöpfung und Bildung von
Neiſchstanzlers Hermann Müller und die Ausſichten für die ſchaftsprobleme des heutigen Deutſchlands, und wenn die Banken
als die berufenen Mittler und Schöpfer des Kredites heute ein
Rheinlandbeſprechungen. Bezüglich der letzteren iſt man über= weitgehendes Mitbeſtimmungsrecht innerhalb der deutſchen
Wirt=
zöſiſcher Seite wird erklärt, daß es jetzt von Deutſchland ab= kann, wohin die wirtſchaftspolitiſche Entwicklung geht. Das
Ver=
hänge, ob dieſen Vorbeſprechungen in Bälde diplomatiſche Ver= trauen in die perſönliche Tüchtigkeit des Unternehmers iſt es, auf
in der Donnerstagsſitzung beſprochen werden ſollen. Nach dem gen unter der Debiſe „Wirtſchaftädemokratie” auf eine
Sozialiſe=
rung der Wirtſchaft hinauslaufen, größtes Intereſſe an der
warten, daß die deutſche Delegation mit ſchriftlichen Vorſchlägen Forderung der Vanken nach freier Wirtſchaft gilt zugleich auch
an die Beſatzungsmächte herantritt. Man dürfte ſich vielmehr für die Kapitalbewegung, die ohne Eingriffe von außen frei und
lediglich darauf beſchränken, das Verfahren und evtl. auch den unbehindert ihren Weg gehen muß, um das Kapital an die
wirk=
lich produktiven Verwendungsſtellen zu bringen. Dies um ſo
Seite 2
mehr, als die Konjunkturſchwankungen in engerem
Zuſammen=
hang mit der Kreditausdehnung und Kreditverringerung ſeitens
der Banken ſtehen bzw. erſt durch die Veränderungen des
Kredit=
volumens ermöglicht oder ſogar hervorgerufen werden. Gerade
die Schwankungen der Konjunktur, das Wechſelſpiel von Aufſtieg,
Kriſe und Depreſſion, haben die Auffaſſung des Sozialismus
aufkommen laſſen, daß es eine Rationalität des kapitaliſtiſchen
Wirtſchaftsſyſtems nicht gebe. Hier liegt wohl die wichtigſte und
gleichzeitig ſchwierigſte Aufgabe der Banken, nämlich gemeinſam
mit dem Notenbankinſtitut den Ausgleich der
Konjunkturſchwan=
kungen durch entſprechende Kreditmaßnahmen anzuſtreben. Der
Erfolg derartiger Beſtrebungen, die Konjunktur zum Nutzen einer
ruhigen und gedeihlichen wirtſchaftlichen Entwicklung zu
ſtabili=
ſieren, könnte von nicht zu unterſchätzender wirtſchaftspolitiſcher
und wirtſchaftlicher Bedeutung für die Entwicklungsrichtung der
deutſchen Wirtſchaft ſein.
Frankreichs „Abrüſiung”
Luftmanöver über Paris. — Der franzöſiſche
Heeres= und Marine=Etat um 1,3 Milliarden
Franken erhöht.
Paris, 12. September.
Am 14. und 15. September werden nach dem Beiſpiel von
Vondon auch über Paris große Luſtmanöver ſtattfinden. Sie
werden das Schauſpiel von Luftangriffen auf die franzöſiſche
Hauptſtadt bringen, die mit allen Mitteln in den
Verteidigungs=
zuſtand verſetzt wird.
Der Haushaltsplan für 1929, mit dem ſich am 18. September
der Finanzausſchuß der Kammer beſchäftigen wird, verzeichnet
gegenüber dem Haushaltsplan für 1928 eine
Ausgabener=
höhung von 2 Milliarden 780 Millionen 328941 Franken
und eine Einnahmeerhöhung von 2 748 313 233 Franken und
ſchließt mit 45 225 277 701 Franken an Ausgaben und 45 280 929 409
Franken an Einnahmen ab, ſo daß ſich ein Ueberſchuß von
55 651 708 Franken ergibt. Von den
Ausgabenerhöhun=
gen entfallen nicht weniger als 784 Millionen
aufdas Heer und 509 Millionen aufdie Marine.
Am Dienstag gingen die Rheinlandmanöver zu Ende.
Gene=
ral Guilleaumat, der Oberkommandierende der Beſatzungsarmeen,
machte vor Preſſevertretern recht intereſſante Ausführungen, die
die Mentalität der franzöſiſchen Beſatzungsbehörde ins rechte
Licht ſtellen. Er erklärte u. a.: Er zweifle nicht daran,
daß man ſich auch im nächſten Jahre wieder hier
zuſammenfinden werde. Während der acht
Ma=
növertage hätten die Beſatzungstruppen der
Be=
völberung bewieſen, daß es noch eine franzöſiſche
Armee gebe und daß es eine franzöſiſche Armee geben werde,
mit der man rechnen müſſe, wenn die
diplomati=
ſchen Verhandlungen nicht genügten.
Ein Appell zur Abrüſiung an den Völkerbund.
Die Vertreter von elf internationalen Verbänden, darunter
der Weltverband der Friedensgeſellſchaften, haben dem
Präſiden=
ten der Völberbundsverſammlung, Zahle, und dem
General=
ſekretär des Völkerbundes, Sir Erie Drummond, einen
gemein=
ſamen Appell überreicht, wonach der Völkerbund endlich praktiſche
Maßnahmen in der Richtung auf baldige Verwirklichung der
Ab=
rüſtung ergreifen ſolle. Präſident Zahle anerkannte, daß der
Völkerbund in dieſer Richtung noch nicht ſoweit
vorwärtsge=
ſchritten ſei, wie es wünſchenswert wäre. Durch die bisherigen
Arbeiten ſei bereits manche Schwierigkeit beſeitigt worden. Für
eine endgültige Löſung müſſe aber das Gefühl des Friedens und
der Sicherheit in der Welt ſich weiter feſtigen.
Engliſch=franzöſiſche Beſprechungen über das
Flotten=Kompromiß.
Heute mittag um 12½ Uhr ſuchte Außenminiſter Briand den
engliſchen Delegierten Lord Cuſhendun im Hotel Beaurivage auf,
um mit ihm über die Haltung in der
Abrüſtungs=
frage zu ſprechen. Wie verlautet, hat ſich die Unterhaltung vor Induſtrie und in der Arbeitsgemeinſchaft der Arbeitgeber und
allem auf das Naval=Kompromiß bezogen, über deſſen Arbeitnehmer geführt. Er war Mitglied des Reichswirtſchafts=
Zuſtandekommen in den letzten Tagen Zweifel aufgetaucht ſind.
Federwild.
Von Martha von Zobeltitz.
Wo ſind die ſchönen Zeiten hin, da der Jäger aus Kurpfalz
durch den grünen Wald ſchritt, und ſchoß „das Wild daher, gleich
wie es ihm gefallt!” In unſeren Wäldern nimmt das
Wild=
geflügel mehr und mehr ab oder wird domeſtiziert, wie der Faſan,
der gleich den letzten Indianern auf Reſervaten herumſtolziert,
die ihm die Illuſion der Freiheit, die er meint” geben ſollen.
Das Haſelhuhn kommt nur noch in Schweden reichlicher vor; das
Rebhuhn keckert öfter tſchechiſch als deutſch; die Wildente iſt ſeit
meiner Jugend viel kleiner geworden. Von den Schnepfen
ſpre=
chen nur noch Theoretiker, als einem Ziel erſtrebenswert. Von
der Wachtel geht die Rede, daß ſie ſtatt im Ei nur noch im
Chaud=
froid auf die Welt käme, weil ſie da häufig Ammern als Erſatz
ſtellen kann. Der Birkhahn iſt wenigſtens im Oſten noch häufiger,
die Weinbergswachtel im Weſten. Wo Waſſer iſt, findet man die
Knäckente und den Taucher; die zähe Wildgans ſtreicht etwas
ſpäter von Norden herab, der Krammetsvogel folgt ihr.
Wir Deutſchen, die wir nicht wie die Italiener alle lieben kleinen
Sänger verſchlucken, haben im Krammetsvogel wohl den
Meiſter=
zwerg der Tafel. Es heißt, daß ihn Geſchmacksathleten nach dem
Rupfen und ſcharfen Pfeffern unter ihren Hut ſtecken, wie die
Tataren das Fleiſch unter den Sattel, um ihn nach gewiſſer Zeit
roh zu verſpeiſen, ſo wie der berühmte Koch Careme es von den
Jägern der Dauphinee und den Feigendroſſeln erzählt. Man kann
ſich denken, daß die Kranwit oder Wacholderbeere, der das
Vög=
lein den Namen verdankt, weil ſie ſeine liebſte Speiſe iſt, in ihrer
Herbheit vom Mäglein aus marinierend wirkt. Die alten Römer
erſetzten dieſe Einlage durch Lorbeeren. Das entſprechende
Origi=
nalrezept bei Apicius lautet: „Reibe Pfeffer, Laſer (das berühmte
Silphium aus Kyrene), Lorbeerbeeren, miſche es mit
Kümmel=
brühe, fülle damit die Vögel von der Kehle aus, binde ſie mit
einem Faden zu und koche ſie in Oel, Salz, Waſſer mit Dill und
Porreeknollen.” Unſerem Geſchmack würde eine Vorſchrift des
modernen Apicius, nämlich Fehers, mehr zuſagen. In ſeinem
„Gourmet” heißt es, daß man den Piepmatz ausbeinen und dieſe
irdiſchen Reſte in ausgehöhlte Aepfel mit Trüffelfarce betten ſoll,
die dann in Blätterteig ausgebacken werden.
Ehemals war „fette Wachtel” ein Koſewort für ein mölliges
Weibchen. Letztere ſind außer Kurs, erſtere aber noch nicht der
ſchlanken Flügellinie unterworfen. Im „Meiſterwerk der Speiſen
und Getränke” ſind einhundertachtzig Arten, ſie zuzubereiten,
an=
gegeben, und nirgends heißt es: man nehme eine ſchlanke Wachtel
— im Gegenteil! Unter den hundertachtzig gibt es närriſche
Zu=
ſammenſtellungen. Zum Beiſpiel eine mit Kaninchenfleiſch und
Trüffeln, die „3 la Descartes” genannt wird. Wie kommt der
große ſchwediſche Denker Carteſius in aller Welt zu dieſer Ehre?
Nun, er ſtammte aus der Touraine, wo die Karnikel wild wachſen
und die Trüffel es von Perigord nicht weit haben
Donnerstag, den 13 September 1928
Nummer 255
Vom Tage.
Die deutſch=ungariſchen
Handelsvertragsver=
handlungen werden nach einer Meldung aus Budapeſt in etwa
fünf Wochen beginnen.
Der Ständige Internationale Gerichtshof hat an
Stelle des verſtorbenen Mitgliedes Andreas Weiß=Mülhauſen das
ſchweizeriſche Mitglied Max Huber zum
Vizepräſi=
denten gewählt.
Der franzöſiſche Kriegsminiſter Painlevé hat am
Diens=
tag in Metz die in Bau befindlichen Stellungen nördlich und öſtlich
der Stadt beſucht.
Der ſozialiſtiſche Abgeordnete Bracke hat in der franzöſiſchen
Kammer eine Interpellation mit Bezug auf die Rede
Briands in Genf eingebracht.
Das neue albaniſche Kabinett Cotta ſtellte ſich geſtern
der Nationalverſammlung vor. Der Miniſterpräſident verlas das
Regierungsprogramm, das Kontinuität in der
Außenpolitik verſichert. Darauf wurde dem Kabinett ein
ein=
ſtimmiges Vertrauensvotum ausgeſprochen.
Der frühere Miniſterpräſident Liaptſcheff iſt erneut mit der
bulgariſchen Kabinettsbildung betraut worden.
Die Sowjetregierung hat, wie aus Moskau berichtet
wird eine Anzahl hoher Offiziere der Roten Armee
in Odeſſa und Ki=w unter der Beſchuldigung verhaften lafſen,
bolſchewiſtenfeindliche Stellen in der Armee gebildet zu haben.
Die Sowjetregierung hat infolge des zwiſchen Frankreich
und England abgeſchloſſenen neuen Bündniſſes beſchloſſen,
nun=
mehr ihre Beziehungen zu Italien auszubauen.
Zum Oberkommiſſar für Paläſtina und
Trans=
jordanien wurde an Stelle des zurücktretenden Lord Plumer
Sir Robert Chancellor gewählt.
Zu einer großen Senſation in Afghaniſtan hat ſich die
Verhaftung des muſelmaniſchen Heiligen Hazrat
Sahib geſtaltet. Der Verhaftete iſt mit ſeinen Anhängern auf Befehl
des König3 Aman Ullah feſtgenommen worden, weil er ſich mit den
Reformbeſtrebungen in Afghauiſtan nicht einverſtanden erklärte.
Wie aus Nanking gemeldet wird, hat Außenminiſter Dr.
Wang ſeinen Abſchied eingereicht. Als Nachfolger wird Dr.
Sunfo genannt, der ſoeben von einer Amerikareiſe zurückgekehrt iſt.
Der Ehrenpräſident der deutſchen Induſirie *
Dr.=Ing. h. c. Kurt Sorge,
Ehrenvorſitzender des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie,
iſt 73jährig geſtorben. Er wurde 1877 Ingenieur, 1888 Direktor
* Genf, 12. September. (Prib.=Tel.) der Rombacher Hüttenwerke und 1899 Krupp=Direktor.
Nachein=
ander hat er den Vorſitz im Verein Deutſcher Ingenieure, im
Verein Deutſcher Maſchinenbauanſtalten, im Deutſchen
Arbeit=
geberverband, im Präſidium des Reichsverbandes der Deutſchen
rates und 1920 bis 1928 volksparteiliches Mitglied des Reichstags.
Eine andere Art heißt „4 la Schuwalow”, und dieſe
Bezeich=
nung hat hiſtoriſche Bedeutung. Graf Schuwalow war in den
achtziger Jahren Botſchafter des Zarenreiches in Berlin. Zur
Zeit der franzöſiſchen Verbrüderung mit Rußland aber in Paris,
und hier, bei einem feierlichen Lunch im Innenminiſterium, wurde
dieſes Gericht aus der Taufe gehoben. Es war eine zarte
Schmeichelei mit Stopfleber und Trüffel, und ihre politiſchen
Auswirkungen haben uns Deutſchen ungeheuere Magendrücken
verurſacht.
Das Haſelhuhn war ehemals viel verbreitet. Es gibt
Fein=
ſchmecker, die es dem hochgeprieſenen Rebhuhn vorziehen. Ein
aus dem 14. Jahrhundert ſtammendes deutſches Kloſterkochbuch
gibt folgende Bereitungsart: „Man ſol nemen reynevan und
peterlin (Reinfarren und Peterſilie) und ſalbei under ein ander.
und ein wenie brotes geriben dar zu. und würtze und eier, und
ribe daz mit wine, und ſiude (miſche) daz wol under ein ander.
und gibz hin.” Ich habe Haſelhuhn in Schweden mit einer
Moos=
beerenſauce und in Sardinien mit Aubergineſcheiben gedämpft
gegeſſen — denn die Buſchſteppen der halbwilden italieniſchen
Inſel ſind ein Paradies für die „Pernice” —, aber am beſten
geſchmeckt hat es mir auf „deutſche Art”, die halbgar gebratenen,
halbierten Vögel mit ſaurer Sahnentunke und einem Schutzdach
von geriebenem Käſe im Ofen fertig überkruſtet.
Nun das Rebhuhn, deſſen Kennwort „Toujours perdrix” ſo
oft zitiert und ſo ſelten verſtanden wird! Viele Völker huldigen
nämlich dem etwas verderbten Geſchmack, daß eine linde
An=
rüchigkeit auf manchem Gebiet den Genuß erhöhe. Sie haben
dafür den Ausdruck „hautgout” erfunden, den wir mit „pikant”
überſetzen. Bei Federwild und anderen leichten Fliegen ſpricht
man wohl auch von „Faiſande”, aber wer ſich ſeinen kulinariſchen
Kinderglauben bewahrt hat und ſein reines Herz, der legt des
Lebens und des Verſpeiſens höchſten Augenblick lieber vor die
höchſte Zeit dazu.
In der genußreichen Epoche der deutſchen Renaiſſance lebte
zu Amberg eine Dame, die in ſeltener Weiſe Kochlöffel und
Gänſe=
feder zugleich zu ſchwingen wußte: die Frau Anna Weckerin. Sie
ſchrieb das erſte weibliche Kochbuch, das ſie mit Recht „Köſtlich
new” nannte, und lehrte folgendes in bezug auf die „
Rephune=
ren”: man ſollte die Rebhühner mit Ochſenmark und Pomeranzen
vor dem am Spieße braten ſtopfen oder nach einem Dampfbad in
Apfelwein ausbeinen und in eine Paſtetenform legen, die ſorgſam
zu verſchließen ſei. Das war aber keine gewöhnliche Paſtetenform,
ſondern eine mit einem „Löchlin” im Deckel, in das man ein
„Trüchterlein” führte, damit es den Ausgebeinten auch nicht an
Brühnachguß fehlte. Daß Rebhühner ein „fürſtlich Eſſen” ſeien,
wußte man ſchon immer, doch dem „Speismeiſter” von 1766 war
es vorbehalten, ihren mediziniſch=diätiſchen Wert feſtzuſtellen. Das
Hirn ſollte man, im Wein zerrieben, gegen die Gelbſucht nehmen,
die Eier erhöhten die Fruchtbarkeit der Frauen, die ſie aßen.
Ver=
miſchte man Rebhuhngalle mit Honig, ſo war das eine gute
Ein=
reibung für getrübte Augen, und wenn eine Frau in Wehen lag,
Paris und Genf.
Franzöſiſche Stimmen zur Briand=Rede.
EP. Paris, 12. September.
Die Preſſe iſt auch heute noch nicht über die Rede Briands
zur Ruhe gekommen, denn ſie ſtützt ſich darauf, daß jetzt auch die
Kommentare der deutſchen Preſſe bekannt ſind. Die „Ere
Nw=
velle” ſchreibt, daß diejenigen Unrecht hätten, die glaubten, daß
die Rede Briands einen Rückſchritt bedeute und gewiſſermaßen
ſogar die Exiſtenz des Völkerbundes bedrohe. Der „Home
Libre” warnt vor Zornausbrüchen nach der Art Briands. Der
Völkerbund ſei noch ein zu zerbrechliches Inſtitut, als daß er zu
heftige Erſchütterungen ertragen könnte. Es wäre geradezu
ver=
brecheriſch, wenn durch Ungeduld und Mißmut das ſchöne
Spiel=
zeug am Genſer See zertrümmert würde. Das Echode Paris”
iſt ungehalten. Die Rede Briands ſeinur ein
Strob=
feuer geweſen, indem bereits geſtern die
Räumungsunterhand=
lungen eröffnet worden ſeien. Briand habe dadurch bewieſen.
daß er trotz ſeinen oratoriſchen Ausfällen den Deutſchen im
Grunde genommen nicht böſe ſei. Auch die „Action
Fran=
gaiſe” wirft Briand Mangel an Konſequenz vor. Er habe
geſtern erklärt, daß er nach wie vor der Mann von Locarno ſei.
Schwer ſei zu verſtehen, wie ſeine Rede ſich mit dieſer
Behaup=
tung decken könnte. Im übrigen könne den Deutſchen die Rede
Briands ſchon jetzt ziemlich gleichgültig ſein. Sie ſeien nach Genf
gekommen, um über die Rheinlandräumung zu unterhandeln.
Bereits geſtern ſeien die Verhandlungen nun doch eröffnet
wor=
den. „Oeuvre” warnt vor den Peſſimiſten, die die Sache der
Annäherung bedroht glaubten. Die „ournée
Induſtri=
elle” ſchreibt, daß die deutſche Preſſe Unrecht habe, wenn ſie
ſich ſo laut gebärde. Die Rede Briand bedeute keineswegs das
Ende der Locarnopolitik, ſondern ſetze höchſtens der einſeitigen
Ausbeutung dieſer Politik durch Deutſchland ein Ende. Briand
habe in Genf wie immer als Vertreter Frankreichs geſprochen.
Der „Populaire” äußert dagegen nach wie vor große
Em=
vörung. Briand ſei eben ein Mann, der noch nie mit dem
Frie=
den verheiratet war. Ueber einen Flirt habe dieſer alte
Salon=
löwe e snie hinausgebracht.
Engliſche Kritik an der franzöſiſchen Haltung.
EP. London, 12. September.
Der „Daily Chronicle” ſchreibt, Lord Cuſhendun ſei in ſeiner
Aufgabe, Oel auf das Waſſer zu gießen, das durch die
Unſtimmig=
keiten zwiſchen Briand und Müller in Genf beunruhigt war,
er=
folgreich geweſen. Großbritanniem werde an den
Er=
preſſungsverſuchen Frankreichs keinen Anteil
nehmen und habe auch keine Veranlaſſung, ferner an der
Rheinlandbeſatzung teilzunehmen. Wenn der deutſchen
Oeffent=
lichkeit jedoch Reden vorgeſetzt werden, wie die Briands, ſo müßte
ſich jeder Friedensfreund irregeführt und entmutigt fühlen.
Groß=
britannien habe in Locarno durch die Garantie der franzöſiſchen
Leitſätze Frankreich eine viel beſſere Sicherheit gegeben, als es
jede Rheinlandbeſatzung darſtellen könne. Frankreich habe kein
moraliſches Recht mehr, die überflüſſig gewordene Beſatzung in
ein unverdientes Mittel zur Aufreizung zu vewwandeln. Genf
und der Friedenspakt könnten weiterhin nicht
zuſammenſtehen; einer von beiden müſſe
ſter=
den. Dies iſt die Auffaſſung der „Daily News an Weſtminſter
Gazette‟.
Zaleſfi bei Müller.
* Genfr 12. Sept. (Priv=Tel.)
In der Mittagsſtunde ſuchte der polniſche Außenminiſter
Zaleſki den deutſchen Reichskanzler Hermann Müller auf. Die
Beſprechung bezog ſich auf die baldige Wiederaufnahme der
Handelsvertragsverhandlungen zwiſchen Deutſchland und Polen,
Von beiden Seiten wurde der Wille und die Hoffnung
ausgeſpro=
chen, daß die Verhandlungen in Bälde wieder aufgenommen
wer=
den können und zu einem guten Reſultat führen werden. Zaleſti
ſtattete nachher dem franzöſiſchem Außenminiſter Briand einen
Beſuch ab.
Heute nachmittag ſtattete der jugoſlawiſche Außenminiſter 7
Marinkowitſch Briand einen Beſuch ab, der eineinhalb StundenA
dauerte. Es wurde dabei über die verſchiedenen mit dem
ſranzö=
ſiſch=jugoſlawiſchen Bündnis zuſammenhängendem Fragen
ge=
ſprochen, darunter auch über die Anerkennung des albaniſchenn
Königtums.
ſo erleichterte eine Rebhuhnfederräucherung ſie weſentlich. Dasd
drolligſte Rezept aber verrät der weiſe Arzneikundige Herr Sebit.”
Oft gewechſelte Rebhuhneier ſollen nämlich ein treffliches äußers)
liches Mittel gegen „hangende und lampechte brüſt” ſein.
Bis zu welcher Geſchmackloſigkeit das Küchenlatein ſich manch=)
mal verirrt, iſt kaum glaublich. Unter den zahlloſen Faſanvor=)
ſchriften finde ich eine ziemlich moderne: „Faſanbrüſtchen nachh
der Kaiſerin Eugenie‟! Für Eilets de faisan sautes” ſteht an
anderer Stelle die Verdeutſchung: „Faſanenbrüſtchen geſchwun)
gen.” Ich wurde kürzlich gefragt, ob man bei einem Vogel über?
haupt von „Filets” ſprechen kann. Etymologiſch ſind „Filets”
ſchmale, ja fadendünne Streifchen, ein Begriff, der auch für dus
Rinderlende nicht paßt. Wahrſcheinlich iſt die Bezeichnung ehe
aus „effile”, ausgezupft, in unſerem Falle ausgeſchält, entſtandem!
was ſowohl für das als Filet bekannte ausgeſchälte Lendenſtuch.
wie auf abgebeinte Vogelbrüſte paßt. Laſſen wir uns alſo m
Vollgefühl grammatikaliſcher Berechtigung die verſchiedenel=
„Eilets de kaisans” gut ſchmecken, ob ſie nun „ä la Dominican!
in Champagner gedünſtet oder „a la Montgelas” mit Pökelzunge
und Champignons geſchmort werden. Die Keulen und dau
Uebrige? Die haben alle ihre beſonderen Zubereitungsarten, ml=
Kräuterſaucen oder Gemüſen, oder als Farce fein durchgetrieber!
oder in jenem kulinariſchen Maſſengrab, das man
Paſtetenhäus=
chen nennt.
Bei dem Thema Wildente will ich meinen Leſern ein nichk
allgemein bekanntes Geheimnis enthüllen. Dicht beim — va!
don! — Bürtzel befinden ſich die Trandrüſen, aus denen die
Wal=
ſerrögel ihr Gefieder als Schutz gegen das feuchte Element ein!
fetten. Sie muß vorſichtig ausgelöſt werden, ſonſt kriegt das Liel
den fatalen Trangeſchmack. Weil aber doch leicht von der Fiſch
nahrung das Fleiſch ranzig ſchmeckt, empfiehlt ſich eine Zuher””
tungsart wie etwa die „Bigarade” mit bitteren Orangen. I0
habe auch ſchon nach dem Prinzip, daß Beelzebub den Teufel als
treibt, Wildente mit Heringsſauce in der Art der Sardellenjaug.
zum Königsberger Klops (es war auch in Oſtpreußen) gegeſſe.
aber geſchmeckt hat es mir nicht.
Wer Wildgeflügel ſchießt, weiß damit Beſcheid, wer es abe
kaufen muß oder von einem fernen Wohltäter geſchickt bekomm
kennt die Umgangsformen mit den edlen Vögeln, nicht imme
Man ſoll ſie in den Federn hängen laſſen, man ſoll ſie rupfe
und nicht abziehen, was der Küchenmaid viel bequemer iſt, ab
ein ſaftiges Zubereiten ausſchließt. Man ſoll ſie nie unge
rupft aufbrechen, um ſie auszunehmen. Vögel, die fan
riechen, ſoll man nicht erſt kaufen, auch iſt das Loſeſitzen d
Federn ein Zeichen von Verfall. Bei Vögeln, die ſchon ein bißche.
„demi-monde” mit Hautgout ſind, iſt häufig noch der Buſen *
verwenden, beſonders wenn man ihn mit einer ſchwachen übe
manganſauren Kalilöſung abwäſcht. Aufgebrochenes Gefluge.
ganz beſonders vor Schmeißfliegen zu ſchützen.
Mit dieſem kurzen „Knigge für Federwild” glaube i9h 90
Notwendigſte geſagt zu haben!
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[ ← ][ ][ → ]Nummet 258
Donnerstag den 13. September 1928
Seite 3
Der Juriſtentag in Salzburg.
Reichsjuſtizminiſter Koch über Recht
und Rechtsgedanien.
Beſirebungen zur Vereinfachung
des Rechtslebens.
Salzburg, 12. September.
Reichsminiſter Dr. Koch hielt heute abend auf dem
Juriſten=
tug eine Rede, in der er auf die Notwendigkeit einer Verein= Schickſal berufen iſt, der Anwalt der Unterdrückten und der
Min=
jmchung des Rechtslebens hinwies. Vor allem ſei ein
4bbau im Geſetzesſtoff erforderlich. Wir haben, ſo führte Dr.
Kroch u. a. aus, zu viele alte und veraltete Geſetze, nicht nur
Beichsgeſetze, ſondern auch Landesgeſetze und Verordnungen. Zu
ermer Razzia gegen veraltete Geſetze und Polizeiverordnungen,
weie ſie ſeit Jahren unermüdlich und eindringlich Eugen Schiffer
anpfohlen hat, müſſen wir jeden Freund eines blühenden
Rechts=
lebens aufrufen. Wir bedürfen aber nicht nur einer Sichtung,
ſwndern auch einer Sammlung des beſtehenden Rechtes. Die
Be=
frrebungen dieſer Art ſollen baldmöglichſt von der
Reichsverwal=
tmng wieder aufgenommen werden. Das Juſtizminiſterium wird
eber auch verſuchen müſſen, ſich gegen die Ueberproduktion von
Eeſetzen und eine ſchwerfällige Kaſuiſtik zu wenden, wie ſie heute
micht ſelten iſt. Der Reichsjuſtizminiſter betonte im weiteren
SSerlaufe ſeiner Rede, daß auch eine
Rationaliſierung in der Organiſation
der Rechtspflege
Slatz greifen müſſe, und forderte, daß bei der Auswahl der
Rich=
rmehr dem Qualitätsgedanken als der Quantität Rechnung
ge=
tragen werde. Nur bei Beſchränkung der Quantität laſſe ſich
e ne hervorragende Qualität der Richter erzielen und
aufrecht=
exhalten. In dieſem Zuſammenhange trat Dr. Koch für eine
Fortbildung der Richter im weiteſten Sinne des Wortes ein.
Fch denke dabei, ſo erklärte der Redner, nicht nur an die
Ver=
wefung ſeines Rechtswiſſens ſondern auch an die Verbreiterung
des allgemeinen Wiſſens. Ich frage mich z. B., ob es ſich nicht
anpfehlen würde, den Richtern, wenn ſie in eine neue Stellung
teerſetzt werden, erſt einmal wieder die Gelegenheit zu geben,
durch Reiſen im In= und Auslande den Horizont zu erweitern
und ihr Verſtändnis für die werdende Welt zu
ver=
tzefen. Wie kann man ferner von jemanden noch ein Urteil in
twlitiſchen Prozeſſen verlangen, dem man nicht die Gelegenheit
gibt, Zeitungen und Zeitſchriften zu leſen, die die Fragen unſeres
Sstaatslebens von hoher Warte behandeln. Wie kann man ein
1 rteil über Kunſt und Theater von jemandem verlangen, dem
der heutige Beſuch des Theaters verſchloſſen iſt. Hier kann von,
Freichs= und Staatswegen viel geſchehen. Der Miniſter betonte
des weiteren die Notwendigkeit, ein
Albſtumpfen des Rechtsgedankens im Volke
zuu verhindern. Es beſtehe unverkennbar die Gefahr, daß
wrirtſchaftliches und ſozialpolitiſches Denken rechtliches Denken
zurüddränge und unterdrücke. Aber auch im Zuſammenleben der
Arölker ſchwanke noch die Rechtsidee. Die brutale Beendigung
des Weltkrieges, der Bruch der dem deutſchen Volke gegebenen
Aerſprechen hätten auch im Zuſammenleben der Völker dem
Mrechtsgedanken Einbußen zugefügt. Die Unfähigkeit der
Staats=
densgedanken dienen ſollen, Kern und Form zu geben, drohten
usanchen zu entmutigen, der guten Willens an die völkerrechtliche
Geſtaltung der Welt herangegangen ſei. Zum Schluß wandte ſich
der Reichsjuſtizminiſter der Frage einer
Organiſation des internationalen Rechtslebens
ſii, in der ſich der Uebergang von einer Selbſtorganiſation des
Yölkerlebens zu einer geordneten Völkerverfaſſung vollziehe. Wir
kiennen jedoch, ſo erklärte der Redner, nicht anerkennen, daß durch
das Beſtehende die Grundlage für ein friedliches zulegen.
Alusſtellung heſſiſcher Bauerntöpfereien
Seit einigen Monaten veranſtalten die Marburger Töpfereien
von Wilhelm und John Schneider eine Wanderausſtel= Arbeiten zuſammenſtellte, was lebensfähig und wertvoll ſchien.
liang, die der Propaganda für die altheimiſche heſſiſche
Bauern=
tiepferei dienen ſoll. Das Heſſiſche Gewerbemuſeum hat ſeinen
lächthof für die Zeit vom 13. bis 17. d. Mts. der Ausſtellung
übberlaſſen, und dieſe iſt an den Wochentagen täglich von 9 bis 1
und von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Nach den Erfahrungen in anderen
S tädten hoffen die Veranſtalter auf einen ſtarken Beſuch.
Die Ausſtellung enthält ganz überwiegend Arbeiten, die zu
den vom Heſſiſchen Gewerbemuſeum vertretenen Abſichten in
ſäärkſtem Widerſpruch ſtehen. Wenn ſie gleichwohl hier gezeigt
werden, ſo geſchieht das nicht nur, weil es ſich um ein heſſiſches
Gewerbe handelt, das durch eine Reihe von Betrieben auch im
9rebiet des Volksſtaates Heſſen vertreten iſt. Sondern gerade
direſer Gegenſatz vermag an einem beſonders auffälligen Beiſpiel
khar zu machen, was das Gewerbemuſeum will und wie
notwen=
deg ſeine Arbeit iſt. Die heutige Marburger Töpferei ſchließt ſich
ſcheinbar eng an die Ueberlieferung einer alten Volkskunſt, deren
Reize nicht gerade modern ſind, die wir aber doch in ihrer
ur=
ſterünglichen Friſche auch heute noch ſehr wohl zu würdigen
wiſ=
ſon. Wäre das, was die Marburger heute herſtellen, noch ſolche
Arolkskunſt in altem Sinn, ſo wäre ihre Tätigkeit geradeſo
erfreu=
lach, wie etwa das Fortbeſtehen alter Raſſen inmitten einer
fort=
geſchrittenen Kultur. Aber jeder Vergleich mit den alten
hand=
weerklichen Arbeiten, die im Gewerbemuſeum geſammelt ſind, zeigt
dwch deutlich, daß davon keine Rede iſt. Statt der natürlichen
Toerbheit, die den Zuſammenhang mit dem täglichen Leben wahrt
und darum auch in ihren künſtleriſchen Abſichten nie äſthetiſch
heird, haben wir hier ein ſchwächliches Empfinden, das ſich
ur=
beüchſig gebärden möchte. Worauf das im einzelnen beruht, oder
heorin es ſich äußert, zeigt deutlich der Vergleich mit den alten war, gaben zwei Künſtler ein Konzert: Ellen Probſt, die
Pauerntöpfereien aus dem Beſitz des Muſeums. Die Marburger
ſiend ſtolz auf die techniſche Vollendung ihrer Glaſuren und auf leidet, beſitzt eine ſehr ausgiebige, ſehr wohlgepflegte (namentlich
die Leuchtkraft ihrer Farben. So iſt das Bauernmädchen ſtolz auf fällt der tadelloſe Kopfton auf) Sopranſtimme. Die ſchwierige,
ſare ſeidenen Strümpfe zu der alten Volkstracht. Gerade die
Ateinheit der Glaſur und der Farben paßt ſo gar nicht zu der von Mozart gelang überraſchend gut, und Lieder von Brahms,
9oerbheit des Empfindens, die den alten Formen und Muſtern Richard Strauß und Hugo Wolf zeigten die Dame dann auch als
zuugrunde liegt. Und wer Augen hat zu ſehen, wird wohl auch beachtliche Liederſängerin; das innige „Minnelied” von Brahms,
den Unterſchied empfinden zwiſchen den Muſtern, in denen
einſt=
mals die Bauerntöpfer ihr Beſtes gaben, und den nachgeahmten Sie fand mit Recht ſtarken Beifall, für den ſie durch die Wieder=
9oekorationen, mit denen ihre Enkel volkstümlich ſein möchten. holung des „Vergeblichen Ständchens” dankte.
Man kann in künſtleriſchen und wohl auch in anderen Dingen
Inmer nur nach oben ſtreben, aber nicht nach unten.
große Rolle Blumenpaſen und Dekorationsſtücke. Aber dieſer der Ballade und Polonaiſe von Vieuxtemps und einer Unga=
ABeg iſt nicht der richtige. Er bringt die inneren Gegenſätze nur
Zuſammenlebender Völker ſchon geſchaffen iſt. Dieſe
Grundlage muß noch geſucht und gefunden
wer=
den. Will man im Völkerleben die Gewalt vermeiden, ſo muß
das internationale Recht Organiſationen und Inſtanzen ſchaffen,
die dem kommenden und natürlichen Recht gerecht werden und
fähig und bevollmächtigt ſind, Einrichtungen, Bindungen und
Verträge, die veraltet oder unſittlich ſind, genau mit dem
Privat=
recht zu beſeitigen. Nur einer ſolchen ſortſchrittlichen
Völkerver=
ſtändigung kann das deutſche Volk, das nach ſeinem eigenen
derheiten zu werden, ſeine Sympathien und Kräfte zuwenden.
Der geſicherte Rechtsfriede einer wohlgeordneten Welt iſt die
Krönung allen juriſtiſchen Strebens. Wer auf dieſem Boden ſteht,
kann auch nicht ermüden,
die Forderung des Selbſtbeſiimmungsrechtes
der Völker
immer wieder zu erheben. Ich denke hier auf dieſem uns allen
teurem Boden in erſter Linie an das Selbſtbeſtimmungsrecht
unſerer öſterreichiſchen Brüder. Aber ſolange die Forderung des
Zuſammenſchluſſes Oeſterreichs mit dem Reich nicht erfüllt iſt,
vielen Gebieten im Wege der Evolution durch die Geſetzgebung
Wenn es dann einmal gelingen wird, durch internationale
Ver=
handlungen den Widerſtand internationaler rektionärer Willkür
gegen die endgültige Vereinigung der beiden Staaten zu beheben,
dann, ſo hoffe ich, werden wir Juriſten ſo vorgearbeitet haben,
daß ſich in vielen Beziehungen dieſer Zuſammenſchluß ohne
ſchwere Erſchütterungen vollzieht.
Laſſen Sie mich der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Tag
kommen wird, wo der Rechtsgedanke ſiegt und auferlegten Laſten einſehen werden, wiſſen wir nicht. Wir wiſſen
Oefterreich ſeinen Anſchluß, oder laſſen Sie mich lieber
uns, deſſen bin ich ſicher, kein Machtrauſch ergreifen, wohl aber
ein ſtarkes und heiliges Gefühl befriedigten Rechtes. Und indem
ich Sie ſomit, meine hochverehrten Herren, im Namen der
Reichsregierung begrüße, gebe ich nicht nur der Ueberzeugung
Ausdruck: Recht muß Recht bleiben! ſondern auch der
höheren Zuverſicht: Recht muß Recht werden!
Einberufung des Auswärtigen Ausſchuſſes?
* Berlin, 12. September. (Priv.=Tel.)
Wie wir hören, haben Mitglieder der Deutſchnationalen Einzeldaſein!
Volkspartei ſich ins Auswärtige Amt begeben, um ſich über den
Gang der Ereigniſſe in Genf informieren zu laſſen. Der
Vor=
ſitzende der deutſchnationalen Fraktion hat den Vorſitzenden des
männer, den Nachkriegsorganiſationen der Welt, die dem Frie= Auswärtigen Ausſchuſſes, Herrn Scheidemann, erſucht, den
Aus=
ſchuß für Anfang der kommenden Woche einzuberufen. Herr
Scheidemann befindet ſich zurzeit zur Erholung in Brescia, wo
ihn das deutſchnationale Telegramm vorausſichtlich am
Donners=
tag vormittag erreicht. Da es üblich iſt, dem Erſuchen einer
gro=
ßen Fraktion Rechnung zu tragen, iſt alſo anzunehmen, daß der
Ausſchuß im Laufe der nächſten Woche zuſammentreten wird.
Im Zuſammenhang damit ſei auch die Abſicht des Reichskanzlers
zu. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Zeit gekommen wiedergegeben, am Freitag Genf zu verlaſſen, um ſich am
Sams=
tag mit dem Außenminiſter in Baden=Baden zu beſprechen und
am Sonntag in Berlin zu ſein. Er könnte dann alſo bereits in
der nächſten Woche die evtl. erwünſchte Gelegenheit benutzen, vor
dem Auswärtigen Ausſchuß zu berichten und Rechenſchaft
ab=
um ſo peinlicher zur Geltung. Als im Jahre 1921 die Deutſche
Gewerbeſchau in München vorbereitet wurde, wurde hier und im
Frankfurter Kunſtgewerbemuſeum eine Ausſtellung heſſiſcher
Bauerntöpfereien gezeigt, die unter Ausſchluß offenbar verfehlter
Das war durchaus nicht wenig. Die Technik der alten
Bauern=
töpferei mit ihrer Bleiglaſur und ihrer Möglichkeit zu ſtarker
koloriſtiſcher Wirkung kann auch auf dem heutigen Markt eine
erhebliche Rolle ſpielen und künſtleriſchen Ruhm ernten. Aber
ſie müßte ſich mit Entſchiedenheit auf den Boden unſeres eigenen
Empfindens ſtellen und den Verſuch aufgeben, unter der Flagge
der „Volkskunſt” die Gemüter zu fangen.
Die offene Ausſprache einer ſolchen Kritik wird um ſo mehr
zur Pflicht, weil die Veranſtalter dieſer
Ausſtel=
lung nicht nur mit dem jetzigen Unternehmen ſich
unter großen Opfern für die Erhaltung der
alten heſſiſchen Töpferkunſt einſetzen, ſondern
auch im Verlauf eines langen Lebens
unabläſ=
ſig und erfolgreich gearbeitet haben um ihr
Handwerk techniſch durchzubilden und ihm künſt= ein arbeitsreicher Aufſtieg, von Glück begleitet, und die Heimkehr
leriſch zu einer neuen Blüte zu verhelfen. Wenn nach Deutſchland zu dem Vater, der die Durchgängerin längſt
es heute möglich iſt, mit einer auch für unſere Zeit dankbaren verſtoßen. Die Stiefmutter hat am gleichen Tag den Gatten ver=
Entwicklung der Bauerntöpferei zu rechnen, ſo gebührt ihnen laſſen und iſt mit ihrem Liebhaber nach Amerika durchgebrannt.
dabei an erſter Stelle ein Verdienſt. Wir möchten darum der
Hoffnung Ausdruck geben, daß auch die hieſige Ausſtellung durch
regen Beſuch und durch offene Ausſprache mit den anweſenden
Vertretern der beteiligten Betriebe zu einer Förderung der
hei=
miſchen Töpferkunſt beitragen mag.
Haupt.
*Konzert.
In der Turnhalle am Woogsplatz, die erfreulich ſtark beſucht
ebenſo wie der Violiniſt Guſtav Probſt an einem Augenübel
techniſch große Anforderungen ſtellende Arie aus „II r6 pastore‟
die „Freundliche Viſion” von Strauß gelangen ihr beſonders.
Der Violiniſt Herr Guſtav Probſt ſpielte den erſten Satz
des A=Dur=Konzerts von Mozart techniſch gewandt und mit Stil=
Die Marburger verſuchen ſich der Zeit anzupaſſen durch For= gefühl, ſchmiegte ſich in der Mozart=Arie der Sängerin in feinem
men, die dem heutigen Gebrauch entſprechen So ſpielen eine Zuſammenmuſizieren an und gab ſchließlich mit dem Vortrage
riſchen Rhapſodie von Hauſer Proben ſo virtuoſen Könnens, daß
Zur Wirtſchaftslage.
In der Vollverſammlung der Heſſiſchen
In=
duſtrie= und Handelskammer
Darm=
ſtadt vom 11. September 1928 nahm der
Vor=
ſitzende der Kammer, Dr.=Ing. Schenck, aus
An=
laß des Inkrafttretens des ſog. Normaljahres des
Dawesplanes am 1. d. Mts. zur augenblicklichen
Wirtſchaftslage mit nachſtehenden Ausführungen
Stellung:
„In dem Dawes=Gutachten äußern ſich die Gutachter
am Schluſſe des 1. Teils über die „Natur des Plans”. Es iſt gut,
daß man ſich am Beginne des „Normaljahres” die dort
geäußer=
ten Gedanken ins Gedächtnis zurückruft. Sie lauten:
„Unſer Ziel war die Einrichtung eines Syſtems, das die
Höchſtzahlung ſicherſtellt, die Deutſchland jährlich in ſeiner
eigenen Währung leiſten kann. Wir ſtellen keinerlei
Berech=
nungen an über den Betrag, den Deutſchland jährlich in
fremder Währung bezahlen könnte, oder über eine
Deutſch=
lands Leiſtungsfähigkeit entſprechende Geſamtſumme.
Das Komitee iſt überzeugt, daß das deutſche Volk befähigt
iſt, eine Belaſtung zu tragen, wie ſie der Plan ihm auferlegt,
ohne daß ſeine Lebenshaltung unter die der alliierten Länder
und ſeiner europäiſchen Nachbarn herabſinken müßte, die
ebenfalls ſchwere Laſten zu tragen haben, die in hohem Grade
das Ergebnis der Kataſtrophe des Krieges ſind.”
Es entſteht die Frage: Haben die erſten vier Jahre bewieſen,
daß wir befähigt ſind, die uns auferlegte Belaſtung zu tragen?
Die Erwartung iſt nicht erfüllt worden. In
Wirk=
lichkeit ſind die 5½ Milliarden, die Deutſchland geleiſtet hat, zum
haben wir Juriſten es in der Hand, das was der Politiker auf größten Teil mit den Auslandsanleihen bezahlt worden. Wir
dem Wege internationaler Verhandlungen nicht löſen kann, auf haben die Belaſtungsprobe — auch in der erſt mäßigen Höhe der
Schonjahre — noch kaum geſpürt, weil die Auslandskredite als
Hilfsſtützen den größeren Teil der Laſt aufgenommen haben.
der Löſung näher zu bringen. Niemandkann den Willen Auch der Transferregulator, der unſere Währung gegen ſchädliche
Deutſchlands und Oeſterreichs verhindern, ein Wirkungen der Reparationszahlungen ſchützen ſoll, iſt noch nicht
gemeinſames Recht zu ſchaffen, wie die Gemeinſamkeit der Volks= in Wirkſamkeit getreten, weil die einſtrömenden Auslandskredite
anſchauungen und des Schickſals es ermöglicht oder erfordert. frembe Valuten in genügender Menge brachten, um die
geſammel=
ten Reparationsſummen ins Ausland zu leiten. So haben die
verfloſſenen vier Reparationsjahre nur bewieſen, daß wir
ern=
ſten Willens ſind, zu leiſten, und daß wir formell die
Forderungen erfüllt haben. Daß wir es aus unſerer
eigenen Wirtſchaft nicht geleiſtet haben, iſt jedem Sachverſtändigen
klar. Gänzlich unwahrſcheinlich iſt es, daß wir die
2½ Milliarden der „Normaljahre” jemals aus
eigener Kraft leiſten werden können.
Ob und wann die Gläubigerſtaaten die Untragbarkeit der uns
aber ſicher, daß wir in den kommenden Jahren maßlos zu tragen
ſagen, ſeine Heimkehr ins Reich vollzieht. Dann wird, haben werden. Der Reichshaushalt muß jährlich 750 Millionen
mehr an Reparationsausgaben aufbringen, als im vergangenen
Jahre abzuliefern waren.
Man wird vermutlich verſuchen, dieſes Mehr wiederum durch
Steuern abzudecken. Indeſſen muß ſich die Wirtſchaft aus
Selbſt=
erhaltungstrieb gegen ſolche Verſuche mit allem Nachdruck
weh=
ren. Sie muß vielmehr verlangen, daß die Ausgaben der
öffent=
lichen Verwaltungen auf das Allernotwendigſte geſenkt und daß
auf dieſem Wege die Mehrleiſtungen für Reparationen erzielt
werden.
Aus der ganzen Sachlage ergibt ſich, daß uns Deutſchen ganz
allgemein die Pflicht des Sparens immer noch mehr
auf=
erlegt werden muß: Sparen in der Gemeinſchaft und Sparen im
Das Reich muß ſparen, indem es ſeinen Apparat auf das
geringſtmöglichſte Maß zuſammenzieht und ſeine Verwaltung
wirtſchaftlich und rationell einrichtet.
Die Länder müſſen ſparen, indem ſie ihre Souveränität
und ihre koſtſpieligen parlamentariſchen Regierungen aufgeben
und ſich in natürlich geformte Glieder des Reiches mit
weitgehen=
der Selbſtverwaltung verwandeln.
Die Gemeinden müſſen ſparen, indem ſie ihren
auf=
geblähten Verwaltungsapparat verkleinern, ſich in ihren
Auf=
gaben auf die ihnen eigentümlichen beſchränken und alle
un=
produktiven Ausgaben unterlaſſen. Vor allem ſollten die
Städte den Wetteifer, ſich einander in Dingen der
Repräſen=
tation zu übertreffen, und den Wettſtreit, Maſſenbeſuch in ihre
Mauern zu ziehen, unterlaſſen.
Die wirtſchaftlichen Unternehmungen müſſen
ſparen, indem ſie alle vermeidbaren Unkoſtenausgaben unter=
auch er mit einer ebenſo ſchwierigen Zugabe von mir unbekannter
Herkunft für den allſeitigen Beifall danken konnte.
Als ſicherer und geiſtesgegenwärtiger Begleiter am Steinway=
Flügel bewährte ſich Herr Hans A. Hayn vorzüglich. O.
* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
Palaſt=Lichtſpiele.
„Die Durchgängerin” iſt ein ſehr hübſches Luſtſpiel
nach Ludwig Fulda, in dem ein nicht gerade ſehr neues, aber
immer aktuelles Thema behandelt wird. Der Oberregierungsrat
Thomas heiratet in zweiter Ehe eine leichtſinnige Frau, die die
Tochter aus erſter Ehe aus dem Hauſe treibt. Ilſebill aber iſt ein
ſehr energiſches junges Fräulein. Sie trifft zur rechten Zeit auf
den ebenſo leichtſinnigen, aber auch energiſchen Hans
Brauſe=
wetter (der in dieſem Film ſich ſelbſt ſpielt). Er entführt ſie aus
dem Penſionat, und beide brennen nach Amerika durch als Heizer
und als Küchenmädchen. In Amerika kommt nach ſchneller Heirat
So gibt es im kritiſchſten Moment ein Wiederfinden zwiſchen
Vater und Tochter und ein ſpätes Glück.
Die Milieuſchilderungen dieſes Films und die flotte
Darſtel=
lung, teilweiſe ſehr realiſtiſch, teilweiſe viſionärer Phantaſie, ſind
eine ausgezeichnete Illuſtrierung der Idee und der Handlung.
Einer der erfolgreichſten Geſellſchaftsfilme, die in letzter Zeit über
die Leinwand rollten. Käthe v. Nagy als Ilſebill ſpielt die
Durchgängerin in allen Phafen ihrer Entwicklung, äußerlich und
ſeeliſch gleich ausgezeichnet, und Hans Brauſewetter iſt wie
immer ein lieber, netter Kerl. Jean Dax verſteht es, dem
Ober=
regierungsrat Thomas ſympathiſche Züge zu geben, und Vivian
Gibſon iſt ein Gemiſch von Vornehmheit und Demi, wie es
dieſe Rolle erfordert. Eine prachtvolle Figur iſt Karl Platens
Diener Franz.
„Die Gefahren der Ehe”, eine ſiebenaktige Komödie
mit Clive Brook in der Hauptrolle, iſt eine echt amerikaniſche
Sache mit amerikaniſcher Sentimentalität, gepaart mit
verhältnis=
mäßig guter, aber immer bis an die Grenze des Kitſchigen
gehen=
der Milieu= und Geſellſchaftsſchilderung. Darſtellung und Regie
ſind gut, techniſch fabelhaft die Szene, in der der Wirbelſturm
**
Häuſer einreißt, Bäume entwurzelt uſw.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Marburg: Am 5. ds. Mts. verſchied der Honorarprofeſſor für
mathe=
uatiſche Phyfik an der Univerſität, Geh. Regierungsrat Dr. phil.
Wil=
helm Feußnex, im 86. Lebensjahre.
Seite 4
Donnerstag, den 13. September 1928
Nummer 235
drücken und mit dem denkbar beſten Wirkungsgrad zu arbeiten
ſich bemühen.
Die einzelnen Bürger, die einzelnen Hausfrauen
müſſen ſparen, indem ſie ihr Geld nur für lebenswichtige
Bedürf=
niſſe materieller und geiſtiger Art ausgeben und das
Ueber=
ſchießende einem Sparinſtitut übergeben. Jede Mark, auf
der Sparkaſſe angelegt, dient der
Kapitalneu=
bildung und damit der deutſchen
Volkswirt=
ſchaft. Sie hilft uns, allmählich wieder frei zu werden von
fremder Schuld!
Wir müſſen uns klar darüber ſein, daß es eine Täuſchung iſt,
wenn wir glauben, wir hätten in den vier Jahren die 5½
Mil=
liarden bezahlt. Den größten Teil dieſes Betrags haben wir uns
geborgt, und eines Tages werden uns die Gläubiger die
Rech=
nung mit Zins und Zinſeszins präſentieren. Dieſe Klarheit, die
wir uns verſchaffen müſſen, braucht nicht Peſſimismus in uns zu
erzeugen, der uns lähmt und niederdrückt. Im Gegenteil:
Klarheit im Erkennen erzeugt Klarheit im
Ent=
ſchließen und Klarheit im Handeln. Weſentlich würde
uns freilich die Entſchlußkraft und die Zähigkeit des Handelns
geſtärkt, wenn wir endlich wüßten, wie groß unſere
Geſamt=
ſchuld iſt. Aber ſie zu beſtimmen, iſt vielleicht die Zeit noch nicht
gekommen, indem die Welt — gleich wie wir ſelbſt es tun — im
Augenblick unſere Leiſtungsfähigkeit noch überſchätzt.”
Beſprechungen über die Erntefinanzierung.
Berlin, 12. September.
Auf Einladung der Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe
fand am 12. September eine Beſprechung über die Fragen des
landwirtſchaftlichen Getreidegeſchäfts und über die Fragen der
Beleihung und Finanzierung der diesjährigen Ernte zwiſchen
Vertretern der Genoſſenſchaftlichen Warenzentrale und Vertretern
des Scheuerkonzerns ſtatt. Wie der Amtliche Preußiſche
Preſſe=
dienſt mitteilt, wurde von genoſſenſchaftlicher Seite die
Zweck=
mäßigkeit einer engeren Verbindung zwiſchen Genoſſenſchaftlicher
Warenzentrale und Scheuerkonzern ausgeſprochen und der Wille
zu einer geſchäftlichen Zuſammenarbeit zum Ausdruck gebracht.
Zur Erleichterung der Finanzierung der diesjähngen Ernte
wurde angeſichts der Mängel des in den Vorjahren bei der
Ge=
treidelombardierung geübten Verfahrens eine Bevorſchuſſung der
genoſſenſchaftlich erfaßten Getreidemengen durch den
Scheuer=
konzern in Ausſicht genommen. Die abſchließenden
Verhandlun=
gen über die Bedingungen und techniſchen Einzelheiten dieſer
Form der Erntefinanzierung werden in einem engeren, aus
Ver=
tretern beider Gruppen gebildeten Gremium alsbald durchgeführt
werden.
Der polniſch=litauiſche Konflikt vertagt.
Der Völkerbundsrat beſtimmte zu ſeinem Berichterſtatter im
polniſch=litauiſchen Konflikt das ſpaniſche Mitglied Quinones de
Leon. Dieſer wird dem Rat in ſeiner nächſten Tagung einen
Be=
richt über den Stand der direkten Verhandlungen zwiſchen Polen
und Litauen erſtatten, die am 3. November in Königsberg fort=
geſetzt werden.
Die 52. Ratstagung.
Zuſammentritt des neugewählten Rates.
Flüchtlingsfragen.
Unter einem großen Zuſtrom Neugieriger eröffnete heute
nachmittag der neugewählte Völkerbundsrat ſeine 52. Tagung.
Das Präſidium, das mach dem Turnus Briand zufallen follte,
führte Procope=Finnland weiter, da Briand, wie verlautet, in den
nächſten Tagen Genf verlaſſen wird. Am Ratstiſchhatten die
neuen Mitglieder Quinones de Leon=Spanien,
Ceſar Zumeta=Venezuela und AliKhanForoughi=
Perſien Platz genommen. Der Platz Deutſchlands
wurde vom Reichskanzler Hermann Müller
ein=
genommen. Die Tagesordnung des Rates enthält lediglich
Flüchtlingsfragen, betreffend die Anſiedlung der
ruſſi=
ſchen, armeniſchen und griechiſchen, ſowie über die Lage der
bul=
gariſchen Flüchtlinge. Die von Villegas=Chile vorgeſchlagene
Be=
rufung eines Mitgliedes der Katholiſchen Frauenliga in das
Ko=
mitee des Frauen= und Kinderſchutzes wurde auf eine ſpätere
Sitzung zurückgeſtellt, weil Lord Cuſhendun ſich dagegen ausſprach.
Eine neue kommuniſtiſche Organiſation
in Bulgarien.
Wie die Bulgariſche Telegraphenagentur meldet, hat die
Poli=
zei eine neue umſtürzleriſche Organiſation entdeckt, die die
Tätig=
keit der alten Organiſation, die nach dem Anſchlag in der
Kathe=
drale von Sofia aufgelöſt wurde, fortzuſetzen trachtet. Die
Be=
hörden haben die meiſten Mitglieder des neuen geheimen
Zentral=
ausſchuſſes dieſer Organiſation verhaften laſſen, die ſich bis vor
kurzem im Auslande als Flüchtlinge aufhielten und nach
Bul=
garien auf ungeſetzmäßige Weiſe zurückgekehrt waren. Es wurde
feſtgeſtellt, daß dieſer Ausſchuß mit mehreren kommuniſtiſchen
Organiſationen des Auslandes in Verbindung ſtand und daß
er Unterſtützungsgelder aus Moskau erhielt. Es wurden
unge=
fähr 15 Perſonen feſtgenommen. Die Unterſuchung iſt noch
im Gange.
Die Wetten für die amerikaniſchen
Präſidentenwahlen.
EP. New York, 12. September.
In der Wallſtreet werden gegenwärtig umfangreiche Wetten
über den mutmaßlichen Ausgang der Präſidentenwahlen
ange=
meldet. Die weitaus größte Zahl der Wetten wird zugunſten
Hoovers abgeſchloſſen, zuweilen oft bis zu 21:2, weiſt aber mit
14:5. Man ſchätzt, daß bis Ende der Kampagne in der Wallſtreet
der Betrag der Wetten 15 Millionen Dollar betragen wird. Man
weiſt darauf hin, daß die New Yorker Börſe in ihren
Voraus=
ſagen ſeit 1888 ſich nur ein einziges Mal getäuſcht hat, nämlich
im Jahre 1916, als ſie vorausſagte, daß Präſident Wilſon nicht.
wiedergewählt werde.
Alarm=Nachrichten aus Spanien.
Ein neuer Umſiurzverſuch mißglückt.
Berlin, 12. September.
Nach einer Meldung aus London berichtet der
Korreſpon=
dent des „International News Service” in Hendaye, daß das
Direktorium einer weitverzweigten Verſchwörung auf die Spur
gekommen ſei. Im ganzen Lande ſeien bereits mehrere tauſend.
Verhaftungen vorgenommen worden. Aus Hendaye werden
weitere Einzelheiten über das Komplott gegen das Direktorium
gemeldet, das weitaus größeren Umfang hatte, als die erſten
Meldungen vermuten ließen. In Valencia ſind zahlreiche
Nota=
bilitäten verhaftet worden, darunter General Girona. Zuvor
war es zu einem blutigen Zuſammenſtoß zwiſchen der Polizei,
verſtärkt durch die Bürgerwache, und den Aufſtändiſchen
gekom=
men, die verſucht hatten, das Rathaus zu beſetzen. In Bilbao
ſind Hunderte von Maueranſchlägen angebracht worden, in denen
die Bevölkerung zum Kampfe gegen den Tyrannen und zur
Be=
freiung des ſpaniſchen Volkes aufgefordert wurde. In Barcelong
hat die Polizei zahlreiche Hausſuchungen vorgenommen,
beſon=
ders in den Kreiſen der katalaniſchen Separatiſten und der
Frei=
maurer. Das geſamte Perſonal mehrerer katalaniſcher Zeitungen
iſt verhaftet worden. In Madrid iſt die Garniſon in ihren
Kaſernen auf Bereitſchaft geſtellt worden. Der Platzkommandant
von Madrid hat alle Offiziere der Garniſon zu einer
Verſamm=
lung ins Kriegsminiſterium geladen, um über die Mittel zur
Aufrechterhaltung der Ordnung zu beraten. Primo de Riverg
hat heute abend einen außerordentlichen Miniſterrat einberufen.
Zuvor hat er Weiſungen gegeben, daß die Garniſon von Madrid
durch Heranziehung von Truppen aus den Provinzſtädten
ver=
ſtärkt werde. Man nimmt an, daß die Revolution am 13.
Sep=
tember, dem Jahrestage des Direktoriums, ausbrechen ſollte.
Maſſen=Verhaftungen in Spanien.
Aus Spanien wird noch gemeldet: Mehrere tauſend
Per=
ſonen wurden bereits ins Gefängnis eingeliefert, darunter
zahl=
reiche revolutionäre Agenten, die von den Urhebern des
Kom=
plotts auf verſchiedenen ſtrategiſchen Punkten verteilt worden !
ſeien. Allein in Saragoſſa ſeien mehrere hundert Perſonen
ver=
haftet worden. Die Feſtnahme zahlreicher Soldaten der
Orts=
garniſon ſcheine darauf hinzudeuten, daß militäriſche Elemente
an dem Komplott beteiligt ſeien. In Madrid ſollen 320 Perſonen 1
verhaftet worden ſein, darunter zahlreiche bekannte Republikaner,
außerdem verſchiedene kommuniſtiſche Delegierte, die zur
Teil=
nahme an dem Kongreß des ſpaniſchen Arbeiterverbandes
erſchie=
nen ſeien, der gegenwärtig in Madrid tage. In Barcelona ſeien !
mehrere hundert Perſonen verhaftet worden, darunter
Brigade=
general Lopez Achon, einer der erbittertſten Gegner des
Gene=
rals Primo de Rivera.
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14597
[ ← ][ ][ → ]Nummer 233
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 13. September.
Erſier Aufſtieg
des Ballons „Bariſch von Sigsfeld”.
Wie wir erfahren, wird am kommenden Sonntag, den 16., der
ößte Freiballon der Welt „Bartſch von Sigsfeld”,
ſear, wie mehrfach mitgeteilt, in Darmſtadt ſtationiert bleibt und
ſer Techniſchen Hochſchule unterſtellt iſt, ſeinen erſten
Auf=
t eg von Darmſtadt aus unternehmen. Der Aufſtieg erfolgt
ſm Flugplatz aus. Dem Publikum iſt Gelegenheit gegeben, die
Ei artvorbereitungen und den Start ſelbſt dieſes 4500 Kubikmeter
afſenden Ballons anzuſehen. Der Platz iſt in weitem Umkreis
n i und Eintritt wird nicht erhoben.
— Heſſiſches Landestheater. Morgen Freitag gelangt „Wie es
ch gefällt”, Luſtſpiel von Shakeſpeare, in der Inſzenierung von
ßänther Hänel, neuerlich zur Aufführung. In den Hauptrollen
i7d die Damen Hoffart, Knott, Stengel und die Herren Baumeiſter,
E ert=Beyer, Gallinger, Keßler, Minetti, Valk beſchäftigt. In der
ſelle des Orlando debütiert Bernhard Veith. Die Vorſtellung
ſi erſte der Miete 1.— beginnt um 19 Uhr 30 Min.
Infolge der in nächſter Zeit vorgeſehenen Neueinſtudierungen von
Tohengrin”, „Androklus und der Löwe” und
Wiederauf=
men von Wie eseuch gefällt” und „Bettelſtudent” ſind
ſie nächſten Wiederholungen von Honeggers „Judith” erſt für
Don=
te—-Stag, 20., Mittwoch, 26., und Samstag, 29. Sept., vorgeſehen.
— Praktiſche Kunſtpflege. Der Heſſiſche Landtag hat zur
Benut=
urig bei ſeinen Verhandlungen für den Präſidenten eine Glocke
mFertigen laſſen, die von heſſiſchen Künſtlern ausgeführt iſt und als
ſervorragendes Beiſpiel gelten kann, wie auch heute ſtaatliche
Organi=
gfionen unter aller Rückſicht auf den praktiſchen Zweck doch ihrer
Errenpflicht künſtleriſcher Repräſentation genügen können. Die Glocke
ſt. nach einem Entwurf von Profeſſor Rudolf Koch gegoſſen und
rigt am unteren Rande, frei geſchnitten, die Umſchrift „Einigkeit und
(aht und Freiheit”. Griff und Unterſatz ſind von Oswald
Am=
nersbach in Elfenbein geſchnitzt. Der erſtere zeigt vier ſtiliſierte
Anvenköpfe, der letztere in lineares Ornament. Die Glocke iſt zurzeit
n einer Vitrine des Hefſiſchen Gewerbemuſeums
aus=
ſitellt.
* Generalleutnant a. D. Freiſe geſtorben. Exzellenz Freiſe wurde
m 4. März 1858 in Magdeburg geboren, im Kadettenhaus Plön und
nider Hauptkadettenanſtalt Berlin erzogen und am 15. April 1875 als
zrrakteriſierter Portepeefähnrich dem 2. Badiſchen Feldartillerie=
Regi=
nmt Nr. 30 in Raſtatt überwieſen. Am 17. Oktober 1876 zum
Sekonde=
ſieaitenant befördert, wurde er im Anſchluß an einen 1jährigen Urlaub
u 1. April 1887 als Premierlieutenant in das 1. Naſſauiſche
Feld=
tfillerieregiment Nr. 27 nach Mainz verſetzt, am 18. Januar 1891 zum
herzähligen Hauptmann befördert und am 22 März 1891 zum
Bat=
erüechef ernannt. Hauptmann Freiſe trat im Jahre 1899 zum Stabe
el: Regiments über und erhielt am 11. Auguſt 1899 den Charakter als
Najor. Am 14. September 1900 erhielt Major Freiſe ein Patent ſeines
drenſtgrades und wurde als Abteilungskommandeur in das 2. Großh.
difſiſche Feldartillerie=Regiment Nr. 61 nach Darmſtadt bzw.
Baben=
auſen verſetzt und am 21. März 1908 zum Oberſtleutnant befördert.
Krmm 20. April 1909 ab Kommandeur des 3. Württembergiſchen
Feld=
rfillerie=Regiments Nr. 49 in Ulm, erfolgte am 20. März 1911 ſeine
B Förderung zum Oberſt. Am 1. Oktober 1912 wurde Oberſt Freiſe
um Kommandeur der Großherzogl. Heſſiſchen Feldartillerie=Brigade in
darmſtadt ernannt und am 22. März 1914 Generalmajor. Mit ſeiner
ß.ägade rückte General Freiſe im Auguſt 1914 ins Feld. Allen heſſiſchen
ſnkilleriſten iſt ſeine Führung in den Schlachten von Neufchäteau, an
mi Maas und Marne noch in lebhafter Erinnerung. Beim Rückzug von
ei Marne fiel General Freiſe, ſchwer erkrankt an den Folgen eines ſehr
ſehnveren Sturzes — als ihm ein Pferd unterm Leib erſchoſſen wurde
„und nicht transportfähig als Gefangener in die Hände der
Franzo=
en z erſt im Jahre 1917 wurde General Freiſe in Linthal bei Glarus
nlder Schweiz interniert und am 22. April 1918 über Austauſchſtation
ſtimiſtanz ausgetauſcht. Am 29. Mai 1918 erhielt General Freiſe ein
ſetent als Generalleutnant vom 18. Dezember 1917, wurde zu den
Mſiizieren von der Armee verſetzt, und am 29. Oktober 1918 zum
Kom=
nmdant der Austauſchſtation Konſtanz ernannt. Seit ſeiner
Verab=
hgedung am 4. Dezember 1918 lebte Exzellenz Freiſe in Babenhauſen.
— Theatergaſtſpiel im Orpheum. Das angekündigte Gaſtſpiel von
zi org Alexander und Erich Kaiſer=Titz nebſt Enſemble
w: dem Luſtſpiel „Sybille? . . . . ausgeſchloſſen!” findet
blheute — für nur drei Tage — im Orpheum ſtatt. Hiermit wird im
hwpheum die Serie intereſſanter Gaſtſpiele fortgeſetzt, denn als
zu=
rindeſt intereſſant für das theaterbeſuchende und theaterliebende
Publi=
urn darf die Vermittelung des perſönlichen Auftretens ſo
prominen=
ei. Künſtler wie Kaiſer=Titz und Georg Alexander angeſprochen
wer=
ei. Das Stück, welches uns dieſe Künſtler im Rahmen ihres
En=
eurbles bringen, iſt eine Nobität, deren Uraufführung erſt vor
kur=
em (18. Juli 28) in Berlin ſtattfand. Alſo raſcher kann eine ſo
er=
ogreiche Neuerſcheinung wohl kaum nach Darmſtadt gebracht werden.
Inmötig, noch Berliner Preſſeauszüge folgen zu laſſen. Das Werk iſt
enadezu glänzend, ein graziöſes — Spiel im Schloß — des Ungarn
öunogy, ein unbeſtrittener Volltreffer. Es ſind mäßige (Gaſtſpiel=)
8reiſe angeſetzt. Vorverkauf wie bekannt. Eine Gaſtſpielverlängerung
inbet beſtimmt nicht ſtatt. (S. Anz.)
—Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrente, für nicht im
Er=
vesbsleben ſtehende Schwerbeſchädigte, Kriegshinterbliebene, Altrentner
unſo Altrentnerinnen erfolgt am Samstag, den 15. September,
vor=
nirtags von 8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
— Auf den Vortrag von Frau Dr. Jakob im Heaghaus,
Luiſen=
ſtaße 16, ſei nochmals hingewieſen. Derſelbe findet morgen Freitag,
bands 8 Uhr, im Ausſtellungsraum ſtatt.
— Flugzeug und Herbſtmoden. Vor einiger Zeit konnten wir
aus=
üa rlich darüber berichten, daß ſich der Luftfrachtverkehr der Deutſchen
zurt Hanſa durch die verſchiedenſten Wirtſchaftszweige in Darmſtadt
ino Umgebung einer regen Benutzung erfreut. Die Schnelligkeit des
nsports macht ſich jetzt eines unſerer großen Konfektionshäuſer am
Narktplatz zunutze. Die neueſten Schöpfungen aus erſtklaſſigen
Mode=
llisliers werden, nachdem kaum der letzte Nadelſtich vollendet, wie auch
ſie letzten Deſſins in hochwertigen Schweizer Seidenſtoffen Zeute
mit=
au. mit dem Flugzeug eintreffen. An der Ausſtellung dieſer Neuheiten
wird unſere Damenwelt beſonders lebhaftes. Intereſſe nehmen.
— Verkehrsverbefferungen der Heag. Auf Anregung des
Verkehrs=
zen eins wird die Heag von Mittwoch, 12. September, an an den um
2D5 Uhr nachts ankommenden D=Zug außer dem Sonderwagen nach
ſem Böllenfalltor auch einen Sonderwagen nach der
Heidel=
erger Straße laufen laſſen, was dankbar anerkannt werden muß,
n der Hoffnung, daß das Publikum dieſen Wagen vom Bahnhof und
un der Neckarſtraße an benutzt, denn ſonſt werden die
Verkehrsver=
ſeſerungen wieder aufgehoben. Wenn, was nach den bisher bekannt
ſewordenen Wünſchen zu hoffen iſt, der Wagen beſetzt wird, will die
baag ſpäter einen Perſonenomnibus durch die Heidelberger Straße
uth Moosbergſtraße außerdem fahren, wodurch vielen berechtigten
Müinſchen Rechnung getragen würde.
— Eine neue 45 Pfg.=Briefmarke. Auf Anregung aus
Wirtſchafts=
miſen hat die Reichspoſt nunmehr eine Freimarke für 45 Pfg. drucken
oſſen, die bereits jetzt bei den Poſtämtern ausgegeben wird. Die
Marte iſt vor allem für die Freimachung von Einſchreibebriefen inner=
Au.b Deutſchlands beſtimmt.
Seite 3
Donnerstag, den 13. Geptember 1928
Dei eieiniſche Baushalt auf dei Ausſienang
„Ernährung und Wirtſchaft”.
Wiederholt ſchon haben die Deutſchen
Hausfrauenver=
bände gelegentlich ihrer Jahresverſammlungen ihrer Ueberzeugung
in Entſchließungen dahin Ausdruck gegeben, daß die
Einfüh=
rung des elektriſchen Betriebes aus hygieniſchen,
aus kulturellen und aus wirtſchaftlichen Gründen mit allen Mitteln
zu fördern ſei. Die Elektrizität ſei gerade für den Haushalt das
wirk=
ſamſte Mittel, den deutſchen Hausfrauen ihren ſchweren Beruf zu
er=
leichtern und ihnen dadurch Zeit und Kraft freizumachen für
Betäti=
gungen neben der Hausarbeit, insbeſondere für die Kindererziehung
und die Pflege des Körpers und des Geiſtes. Um dies den Hausfrauen
zu zeigen und praktiſch zu beweiſen, um die Hausfrauen von der
Rein=
lichkeit, Billigkeit, d. h. Wirtſchaftlichkeit und Schnelligkeit im
elektri=
ſchen Haushalt zu überzeugen, wird die Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G. auf
der Ausſtellung Ernährung und Wirtſchaft” vom 27. September bis
2. Oktober im Verein mit einigen Spezialfirmen einen vollſtändig
elektriſch betriebenen Haushalt einrichten und die praktiſche Anwendung
der elektriſchen Haushaltgeräte zeigen.
Die Erkenntnis von der außerordentlichen Zweckmäßigkeit der
elektriſchen Küche bricht ſich immer mehr Bahn, und es wird ihr bei
Neuanſchaffungen durch Einrichtung von elektriſchen Kocheinrichtungen,
von elektriſchen Heißwaſſerſpeichern, von elektriſchen Haushaltgeräten
weitgehendſt Rechnung getragen. Damit wird aber auch eine, der
mar=
kanteſten Forderungen an die moderne Küche erfüllt, die Forderung der
Wirtſchaftlichkeit”. Mit den altbekannten Kocheinrichtungen wird mit
Arbeitskraft, Zeit und Material verſhwenderiſch umgegangen. Das
Heizmaterial beanſprucht zunächſt einen Lagerplatz, meiſt im Keller,
das Heranſchaffen desſelben zum Herd bedingt Zeit und Kraft,
ver=
urſacht Staub und Schmutz. Das Anheizen benötigt Zeit, und letzten
Endes iſt die im Herd erzeugte Temperatur weſentlich höher, als wie
zum Kochen erforderlich, und nicht genau gleichbleibend. Bei den
ver=
alteten Kochmethoden geht der größte Teil der Wärme nutzlos verloren,
denn die beheizte Fläche iſt viel größer, als ſie es der Größe der
Koch=
töpfe entſprechend, zu ſein brauchte. Das iſt eben nicht
wirt=
ſchaftlich, ſondern Verſchwendung.
Im Gegenſatz hierzu wird die durch Elektrizität erzeugte Wärme
unmittelbar dahin gebracht, wo ſie gebraucht wird, nämlich in die
nächſte Nähe des Heizgutes. Es wird nicht mehr Strom gebraucht, als
wie nötig iſt, das Kochgut zu erhitzen, den Inhalt des Kochtopfes zum
Kochen zu bringen. Jegliche Vorarbeit fällt weg — eine
Schalter=
drehung, und ſchon kann das Kochen beginnen. Zweckmäßigkeit,
Sauber=
keit, vor allem aber auch die Ungefährlichkeit — denn es iſt keine offene
Flamme vorhanden, was nicht hoch genug eingeſchätzt werden kann —
gerade dieſe Eigenſchaften machen die elektriſchen Geräte der
Hausfrau ſo begehrenswert.
Auf dem Stande der Heag ſieht man nun Ausſchnitte aus den
Zimmern einer neuzeitlichen Wohnung, insbeſondere ſind
ſelbſtver=
ſtändlich Küche, Badezimmer, Waſchküche nur mit elektriſchen
Einrich=
tungen verſehen, aber natürlich wird die Verwendung der
mannigfal=
tigen Hausgeräte auch in den Wohnzimmern gezeigt. Die
verſchiede=
nen Kaffee= und Teemaſchinen zeigen, daß man auch auf dem gedeckten
Tiſch eines Geſellſchaftszimmers Kaffee bzw. Tee bereiten und mit dem
Grill dazu Brot röſten kann. Elektriſche Oefen erwärmen in der
jetzigen Uebergangszeit den Raum und machen den Aufenhalt behaglich,
ohne daß von dieſen Oefen viel Raum beanſprucht wird und, letzten
Endes, ohne daß Schmutz, Rauch oder Abgaſe in die Wohnung gebracht
werden.
Von größtem Intereſſe wird für die Hausfrau natürlich die
elek=
triſche Küche ſelbſt ſein, in welcher ſogar richtig gekocht wird. Gar
mancher Hausfrau ſehnlichſter Wunſch wird eine ſolch vollſtändig
elek=
triſch eingerichtete Küche ſein, aber ſie wird ſich ſagen, „das iſt
ja alles viel zu teuer, das kann ich mir nicht leiſten”. Nun, es handelt
ſich ja nicht etwa darum, jetzt plötzlich jede Arbeit unter allen
Umſtän=
den auf dem elektriſchen Wege zu erledigen, ſondern es gilt, den
Haus=
halt, die Haus= und Küchenarbeit zu reformieren, mit dem Endzweck
der Zeit=, Arbeits= und Gelderſparnis. Und faſt jede einzelne Arbeit
kann ſich die Hausfrau bei Anwendung elektriſcher Geräte vereinfachen.
So bringt bereits die Verwendung des elektriſchen Herdes eine
außer=
ordentliche Erleichterung durch ſeine ſo einfache Bedienung und den
Wegfall der vielen Nebenarbeiten, welche durch das Brennmaterial
ver=
urſacht werden. Dieſe Sauberkeit im Betriebe des
elektri=
ſchen Herdes hat natürlich eine bedeutend größere Reinlichkeit in der
Küche und den Wegfall vieler Putzarbeit zur Folge. Nicht zu vergeſſen
iſt hier der elektriſche Heißwaſſerſpeicher. Wieviel Zeit wird täglich auf
die Zubereitung von heißem Waſſer verwendet; „wie oft muß der
Waſſerkeſſel auf den Herd geſetzt werden, und wieviel einfacher iſt es,
den Hahn des Speichers zu öffnen und ſtändig heißes Waſſer zur
Ver=
fügung zu haben! — Und nun zum ſchwerſten Arbeitstag der
Haus=
frau, dem Tag der „großen Wäſche‟. Wohl in den meiſten Fällen hatte
man ſich früher entſchloſſen, die Wäſche einer Waſchanſtalt zu geben
oder eine Waſchfrau zu Hilfe zu nehmen. Beides tut man ungern.
Aber jetzt iſt auch dieſes Problem gelöſt, die elektriſche Waſchmaſchine
ſamt Schleuder= und Wringmaſchine erledigen die Hauptarbeit, wobei
der Elektro=Motor als Antriebskraft Verwendung findet. — Auch
alle die übrigen hier ausgeſtellten Apparate zeigen, wie die elektriſche
Kraft und die elektriſche Wärme fähig ſind, die Hausarbeit zu
erleich=
tern und dabei oft gründlicher zu wirken, als es zwei Menſchenhänden
möglich iſt.
Auf eins aber iſt noch beſonders zu achten, was im Haushalt gar
zu leicht überſehen wird, nämlich die künſtliche Beleuchtung. Wohl
wird keine Wohnung mehr heute ausgeführt, ohne daß
ſelbſtverſtänd=
lich eleltriſche Beleuchtung vorgeſehen wird, keine Hausfrau, welche
jemals elektriſches Licht in ihrer Wohnung hatte, möchte wieder zur
Petroleum=Beleuchtung oder ähnlichen, mit offener Flamme
brennen=
den Beleuchtungsarten zurückehren. Aber trotzdem iſt ſich manche
Hausfrau nicht bewußt, welch großen Einfluß eine gute und reichliche
Beleuchtung der Wohn= und Arbeitsräume auf Behaglichkeit, Stimmung
und Schaffensfreude hat.
Dies alles zeigt uns, daß die Allſiegerin Technik, die die Arbeit des
Mannes mechaniſiert, nun auch die letzte Zuflucht des Menſchen, ſein
Heim, erobern will. Wir ſollten uns aber dem nicht ablehnend
gegen=
überſtellen, ſondern uns der Technik da, wo ſie uns Helferin wird, auch
bedienen, denn aufhalten können wir ſie doch nicht. Uns bleibt die
Aufgabe, ſie in die richtigen Bahnen zu lenken, ſoweit wir es
ver=
mögen. Dann kann ſie ebenſo ſegenbringend ſein, wie andere
Ein=
richtungen des täglichen Lebens, welche wir heute als ſelbſtverſtändlich
hinnehmen. Und daß gerade die Elektrizität dazu berufen iſt, ſich
unſe=
ren deutſchen Hausfrauen dienſtbar zu machen, zeigen die ungeheuren
Fortſchritte der elektriſchen Induſtrie auf dem Gebiete der Haushalt=
Küchengeräte, aus welchem der Heag=Stand einen Ausſchnitt geben ſoll.
Zweite Große Süddeutſche Gaſtwirtsmeſſe
in Karlsruhe.
Wie wir bereits mitteilten, veranſtaltet der Badiſche
Gaſt=
wirteverband im kommenden Frühjahr die 2. Große Süddeutſche
Gaſtwirtsmeſſe. Vorausſichtlich im Mai 1929 wird dieſe Meſſe ihre
Pforten öffnen und wird vor allen Dingen auf die kulinariſche
Abteilung dieſer Meſſe ein ganz beſonderes Augenmerk ſeitens
der Ausſtellungsleitung gerichtet werden. Es iſt dafür Sorge
ge=
tragen, daß den breiteſten Kreiſen des Publikums gerade die
Kochkunſt des Gaſthofbetriebes zugänglich gemacht wird, um die
Wichtigkeit und Bedeutung der Gaſtſtätte beſonders
hervorzu=
heben. Wie uns mitgeteilt wird, bekunden jetzt ſchon Handel und
Induſtrie ſehr großes Intereſſe an dieſer Ausſtellung, ſo daß man
wohl heute ſchon ſagen kann, daß ein allgemein wichtiges und
be=
deutendes Werk mit dieſer Meſſe geſchaffen werden wird.
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— Darmſtadt im Blumen= und Pflanzenſchmuck. Der Ausſchuß hat
ſeine beiden Prämiierungsfahrten abgehalten, und iſt es erfreulich, daß
n dieſem Jahre wieder eine Steigerung der Schmückung und
Verſchö=
nerung des Straßenbildes erreicht wurde. Es werden 101 Preiſe
ver=
teilt; dabei 7 mit der Note vorzüglich, 16 ſehr gut, 29 gut, 48
befriedi=
gend. Die Preisverteilung iſt am Dienstag, 18. September, um 10 Uhr,
in der Gartenhalle des Kaiſerſaales, und werden die Prämiierten durch
beſondere Karten noch benachrichtigt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu betrachten.
im keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſi.
Die vorläufigen Umlagen und die vorläufige
Sondergebäudeſieuer der Gemeinden, Kreiſe
und Provinzen im Rechnungsjahr 1928.
Die Heſſiſche amtliche Preſſeſtelle teilt mit: In
Nr. 17 der in Gießen erſcheinenden „Heſſiſchen Hausbeſitzer=Zeitung”
vom 5. September iſt auf Seite 266 ein Artikel unter der Ueberſchrift:
„Die heſſiſche Sondergebäudeſteuer” veröffentlicht, in dem unter
Ver=
weiſung auf einen in der Südheſſiſchen Verlagsanſtalt (Wormſer
Nach=
richten) demnächſt erſcheinenden Kommentar von Regierungsrat J.
Kem=
merer für die heſſiſche Sondergebäudeſteuer folgendes ausgeführt wird:
Aus dieſem Werk iſt zu entnehmen, daß der für 1938 angeforderten
Sondergebäudeſteuer, ſoweit ſie von den Gemeinden erhoben wird, die
rechtliche Grundlage fehlt. Das gleiche gilt für die für dasſelbe
Rech=
nungsjahr angeforderten Gemeinde=Grund= und Gewerbeſteuern. Das
Geſetz, das die Grundlage für die Erhebung dieſer Steuern bildet,
näm=
lich das Steuervorauszahlungsgeſetz für 1928, iſt erſt am 28. März 1928
verabſchiedet worden; der Heſſiſche Miniſter des Innern hat aber
ſchon am 26. März 1928 in Ausführung dieſes noch nicht exiſtierenden
Geſetzes von einer für ihn zwar vorgeſehenen, aber noch nicht erteilten
Ermächtigung Gebrauch gemacht und durch eine Verordnung den
Ge=
meinden die Berechtigung zur Erhebung von Gemeindeſteuern erteilt.
Dieſe Verordnung iſt infolgedeſſen auch nach unſerer Anſicht ungültig.
Für das Rechnungsjahr 1927 hat es nach unſeren Feſtſtellungen der
Heſſiſche Miniſter des Innern mit dem Erlaß einer
Ausführungsver=
ordnung zu dem Steuervorauszahlungsgeſetz für 1927 ebenfalls eiliger
gehabt wie der Heſſiſche Landtag mit der Verabſchiedung des Geſetzes.
Die Folge davon iſt, daß die von den Gemeinden herausgegebenen
Steuerbeſcheide für 1928 und auch für 1927 wohl als ungültig angeſehen
werden müſſen. Dadurch iſt eine Pflicht zur Zahlung der
Gemeinde=
ſteuern für 1928 und auch für 1927, ſoweit ſie noch nicht bezahlt ſind,
mehr wie in Frage geſtellt. Jedenfalls können durch Reklamationen
wegen der für 1928 angeforderten und auch wegen der für 1927 noch
nicht bezahlten Gemeindeſteuern jetzt immer noch mit Ausſicht auf
Er=
folg augebracht worden.”
Dieſe Ausführungen, die geeignet ſind, Verwirrung in die Kreiſe
der Steuerpflichtigen zu tragen und den Arbeitsſtand der mit der
Ver=
waltung und Erhebung der kommunalen Steuern betrauten Behörden
aufs ungünſtigſte zu beeinfluſſen, können nicht unwiderſprochen bleiben.
Die in dem Artikel niedergelegte Nechtsauffaſſung geht fehl.
Zuzu=
geben iſt, daß die Ausführungsbeſtimmungen des Miniſters des Innern
ſowohl zum 1927er als auch zum 1928er Steuervorauszahlungsgeſetz
ein um 1 bzw. 2 Tage früheres Datum tragen als die Geſetze ſelbſt.
Dies iſt eine durch die Dringlichkeit der Herausgabe der
Ausführungs=
beſtimmungen verurſachte Aeußerlichkeit, die auf die Rechtswvirkſamkeit
der Beſtimmungen ohne jeglichen Einfluß iſt.
Ausführungsbeſtimmun=
gen ſind — und das liegt in ihrer Bezeichnung — Beſtimmungen zur
Ausführung eines Geſetzes. Sie ſind deshalb von ſekundärer
Beden=
tung und ſtehen und fallen mit dem dazu gehörigen Geſetz. Sie ſind
ohne das zugehörige Geſetz undenkbar. Tritt das dazu gehörige Geſetz
in Kraft, ſo werden vom gleichen Zeitpunkt ab auch die
Ausführungs=
beſtimmungen rechtswirkſam, ohne Rückſicht auf den ganz
nebenſäch=
lichen und unweſentlichen Zeitpunkt ihrer Datierung. Es wäre ein
verhängnisvoller Irrtum, wenn die Steuerpflichtigen auf Grund des
Artikels glaubten, die Steuerzahlungen verweigern und die bereits
geleiſteten Zahlungen zurückfordern zu können. Dies bedeutete für ſie
einen unnötigen Arbeits= und gegebenenfalls Koſtenaufwand und für
die mit der Verwaltung der Steuern befaßten Behörden eine
unfrucht=
bare Arbeitsleiſtung, deren Koſten letzten Endes wieder den
Steuer=
zahlern zur Laſt fielen.
— Kavallerie=Verein Darmſtadt 1912. Am Sonntag,
den 16. September 1928 unternimmt der Kavallerie=Verein Darmſtadt
einen Herrenausflug nach Seeheim. Abfahrt um 14.23 Uhr ab
Haupt=
bahnhof. Treffpunkt im Hotel Hufnagel. Außerdem werden die
Mit=
glieder darauf aufmerkſam gemacht, daß am Sonntag, den 7. Oktober
1938, der geplante Familienausflug nach Traiſa ſtattfindet.
Sammel=
punkt um 2 Uhr nachmittags am Tierbrunnen.
Tageskalender für Donnerstag, den 13. September 1928.
Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung. — Kleines
Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum, abends 20 Uhr Gaſtſpiel:
„Shbille? ... ausgeſchloſſen!“ — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz. — Kinovorſtellungen: Helia,
Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
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Seite 6
Domerstag, den 13. September 1928
Aus Heſſen.
Starkenburg.
E. Wixhauſen, 12. Sept. Wiederfehensfeier der
Fünf=
zigjährigen. Dem ſchönen Brauch, ſich nach 50 Jahren wieder einmal
zuſchmwenzufinden, hatten auch die hieſigen 1878 Geborenen Folge
ge=
leiſtet. Etwa 45 Perſonen dieſes Alters trafen ſich am Samstag bei
Gaſwwirt Phil. Melk, im Saale „Zur Krone‟. Man hielt ernſte und
heitere Anſprachen, ſang vertrauve Lieder und hauſchte den Klängen guter
Muſik. Auch gedachte man ehrend den früheren Zeiten und
Jugend=
erzieherm, und man erlebte im Geiſte noch einmal die vergangenen Jahre,
in denen man miteinander in der Schuule ſaß, um mit den erworbenen
Kenntniſſen den Kampf des Lebens aufnehmen zu können. Keinem der
anweſenden Kameraden iſt dieſer Kampf in friedlichen wie in harten
Zei=
ten erſpart geblieben. Doch es gab auch freudige Erlebniſſe, die wieder
aufgefriſcht wurden. So verſtrich im Fluge die Zeit in alter
Kamerad=
ſchaft. Im Laufe des Abends waren uch die Kinder das heißt die
grö=
ßeren, erſchienen, um ſo gemeinſam einen harmoniſchem Abend zu
er=
lebem, in dem die frohe Stimung, der Humor und der Tanz, bei gutem
Trank und Speiſem, ausgiebig zu Worte kamen.
— Nieder=Ramſtadt, 12. Sept. Sportliche Betärigung im
Dienſte der Menſchenliebe. Am vergangen Sonntag
veran=
ſtaltete der Turnverein Nieder=Ramſtadt unter Führung ſeines
Vorſitzen=
den, des Herrn Lehrer Körner, für die Kranken der Nieder=Ramſtädter
Anſtalten auf dem Hof des dortigen Männerhauſes eine ſportliche
Nach=
mittags=Unterhaltung, die gewiß allen Teilnehmern in guter Erinnerung
bleiben wird. In Gegenwart der großen Anſtaltsgemeinde, die jetzt
vier=
hundert Köpfe zählt, ſowie vor einem Kreis von Freunden bot der
Turn=
verein ein abwechſlungsreiches und ſehr ſchön durchgeführtes Programm.
Vor allem bereiteten den Kranken die zahlreichen Darbietungen, Reigen,
Volkstänze, Schüler= und Schülerinnenturnen, Spiele und vor allem
die ausgezeichneten Uebungen der Turnriege an den Geräten lebhafteſte
Freude. Es war ein ſchöner Gedanke, den der Turnverein zur
Ausfüh=
rung brachte, und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen durften als
Lohn für ihre Mühe das Bewußtſein mit hinwegnehmen, den zahlreichen
Kranken eine Stunde froher Abwechſlung und einen dankbar
aufgenom=
menen Liebesdienſt erwieſen zu haben.
G. Ober=Ramſtadt, 12. Sept. Bei der Steigerung und zeitweiſen
Umleitung des geſamten Autoverkehrs durch die mit der
Darmſtädter=
ſtvaße parallel ziehende Bauſtraße mußte man ſich dawüber wundern, daß
beſonders Laſtkraftwagen durch raſches Ueberfahrem der in dieſer Straße
befindlichen Querfloßrinne nicht ſchon Schaden erlitten habem. Dem
Uebel wird fetzt abgeholfen. Die Floßrinne wird eingeebnet und an ihrer
Stelle ein Kanal nach der Modau gelegt. Zwei Sinkhaſten auf beiden
Seiten der Straße ſollem die bei ſtarken Regengüſſen an dieſer Stelle
zu=
ſammenſtrömendem Waſſermaſſen aufnehmen und hinreichend ableiten.
Mit den Arbeitem wurde bereits begonnen. — Inſpektion der
Feuerwehr. Kommenden Sonntag, den 16. September, nachmittags
2 Uhr, finder die diesjährige Inſpektion der Freiwilligen und
Pflicht=
feuerwehr ſtatt. Alle Mannſchaften haben punktlich am Sammelplatz
(Rathaus) zu erſcheinen.
— Roßdorf, 12. Sept. Aus hieſiger Gemeinde, beſonders aus dem
Evangeliſchen Bundeszweigverein, dem Frauenwerein und den
Jugend=
vereinen, die ſtark vertreten waren, nahmem unter Führung des
Po=
ſaunenchoves an der Oppenheimer Landesverſammlung des Evangeliſchen
Bundes am Sonntag gegen 20 Perſonen teil. Sie behrten mit ſtarken
und tiefen Eindrüchen von dem glänzendem Tag zurück. Unſer
Jugend=
bund Warkburg ſtellte ſich dabei beſonders in den Diemſt der
evangeli=
ſchen Sache: Er ſpielte auf der Oppenheimer Landskrone zweimal
hinter=
einander das vortreffliche Nithackſche geſchichtliche Schauſpiel „Luther in
Oppenheim‟. Die Aufführung wurde von den vielen Hunderten mit
voller Begeiſterung aufgenommen. Das Spiel wird hier am nächſten
Sonntag abend im Saale der „Sonne” bei einem Familienabend des
Evangeliſchem Bundes noch einmal wiederholt. Den Vortrag hält an
dem Abend der vom Frühjahr her als guter Redner bekante
General=
ſſekretär des Ewvangeliſchen Bundes. Thiel aus Beulin. Der Poſaunen=
chor wirkt mit. Willkommen iſt federmann.
— Gundernhauſen, 12. Sept. Montag, den 17. September, abends
8 Uhr, hält in der hieſigen Kirche der Genevalſekretär Thiel=Berlin einen
Vortragsabend des Evangeliſchem Bumdes. Poſqunenchov,
Jungfrauen=
chor und gemiſchter Chor wirken mit. Eingeladem iſt jedermann.
— Groß=Zimmern, 12. Sept. Der Turnverein 1863 begeht
am nächſten Sonntag, den 16. d. M., das Feſt ſeines 65jährigen
Be=
ſtehens. Die Fcier beginnt am Nachmittag pünktlich um 3 Uhr, der ein
Werbeumzug, unter Vorantritt der Vereinskapelle und der hieſigen
be=
kannten Kapelle Reitzel, der geſamten aktiven Turnerſchaft vorausgehen
wird. Anſchließend folgt das Schau= und Werbeturnen, ſowie
geſang=
liche Darbietungen unter Mitwirkung ſämtlicher hieſigen Geſangvereine.
Der Verein iſt beſtrebt, am kommenden Sonntag etwas ſchönes zu bieten
und geſtattet ſich daher, alle Freunde und Gönner zu dieſer Feier
ergebenſt einzuladen. Im Intereſſe der guten Sache und aus Anlaß
dieſer Feier wird gebeten, am Sonntag reichen Flaggenſchmuck
anzu=
legen.
— Reinheim, 12. Sept. Vortrag Thiel. Paſtor Thiel,
Gene=
ralſekretär des Ev. Bundes, wird nächſten Donnerstag, abends ½9 Uhr,
im Gemeindeſaal einen Vortrag halten. Der Redner ſteht bei uns von
ſeinem hier im vorigen Jahr gehaltenen Vortrag in beſter Erinnerung.
Le Groß=Umſtadt, 12 Sept. Schwindlerin. Vor etwa
vier=
zehn Tagen trieb eing abgefeimte Schwindlerin in unſerer Stadt ihr
unſauberes Gewerbe, in dem ſie ſich für die Tochter eines bebannten
Darmſtädter Pfarvers ausgab. Sie verſuchte, minderwertige Bilder als
von ihrem Bruder, der ſich in Not befände, angefertigt, hauptſächlich in
Pfarrhäuſern an den Mann zu bringen. Leider ſtellte ſich erſt nach ihrer
Abreiſe heraus, daß alle gemachten Angaben auf Unwahrheit beruhten.
Da anzunehmen iſt, daß die Perſon auch anderwärts ihre unſaubeven
Geſchäfte betreibt, ſo wird jedermann vor derſelben gewarnt. Da die
Staatsanwaltſchaft nach ihr fahndet, ſo ſind zweckdienliche Mitteilungen
an das nächſte Amtsgericht oder an die Staatsanwaltſchaft zu Darmſtadt
zu machen.
r. Babenhaufen, 12. Sept. Todesfall. Am Sonntag
nachmit=
tag durcheilte die Kunde unſer Städtchen, daß Se Exzellenz Herr
Gene=
ralleutnant R. Freiſe, im 71. Lebensjahr verſchieden ſei. Nur kurz
war ſein Krankſein nach einem kürzlich erlittenen Schlaganfall. Noch vor
drei Jahren konnte der Entſchlafene ſein 50jähriges
Militärdienſtfubi=
läum in voller körperlicher und geiſtiger Friſche begehen. Jahrelang war
Exz. Freiſe Kommandeur unſerer 2. Abteilung des Großh. Heſſ.
Feld=
artillerie=Regts. Nr. 61 und zuletzt Friedenskommandeur der Großh.
Heſſ. Feldartillerie=Brigade, mit der er 1914 ins Feld ausrückte und mit
der er gar manche Siege auf Frankreichs Boden erfocht. Ein tragiſches
Schickſal war ihm während der Marneſchlacht beſchieden. Bei
Zurückver=
legung der Front mußte er krank zurückgelaſſen werden und fiel dadurch
in franzöſiſche Gefangemſchaft. Nach ſeiner durch Krankheit verurſachten
Internierung in der Schweiz und ſeiner Rückkehr nach Deutſchland
wurde er bei ſeinem Ausſcheiden aus dem Heeresdienſt zum
General=
leutnant befördert. Babenhauſen war ihm zur zweiten Heimat
gewor=
den, hier nahm er wieder ſeinen Wohnſitz und lebte in ſtiller
Zurück=
gezogenheit und Beſcheidenheit ganz ſeinen Kindern. Hochgeehrt und
geachtet war der Tote von allen, die ihn kannten. Am Mittwoch
vor=
mittag fand im Sterbehauſe eine Einſegwngsfeier ſtatt, dann wurde die
ſterbliche Hülle nach Offenbach a. M. gebracht zur Ginäſcherung. Ex vuhe
in Frieden! — Bezirkstag der Haſſia. Am Sonntag
nach=
mittag, fand bei guter Beteiligung aller Vereine des Bezirks Groß=
Umſtadt der Herbſtbezirkstag der Kriegerkamevadſchaft Haſſia hier
im Gaſthaus „Deutſcher Hof” ſtatt. Der Bezirksvorſteher, Herr
Buch=
druchereibeſitzer Gg. Krapp=Babenhauſen, erſtattete nach
Begrüßungs=
worten und einem Hoch auf unſern Reichspräſidenten und unſer
Vater=
land einen ausführlichen Bericht über den Verbandstag in Wimpfen.
Ueber die Kriegsbeſchädigtenfürſorge und ihren weiteren Ausbau ſprach
eingehend der Bezirksobmann, Herr Leonh. Blümler. Einſtimmig
fand ein Antrag zur Vertretertagung der Kriegsbeſchädigten in Gießen
Anpahme. Das Bezirksfeſt 1929 ſoll in Groß=Umſtadt ſtattfinden.
— Haingrunb, 12. Sept. Der hieſige Kleinkaliberſchüitzenverein hält
nächſten Sonntag, den 16. September, ſein Herbſtpreisſchießen ab. Die
Nachbarvereine ſind dazu eingeladen.
Ax. Neuſtadt mit Burg Breuberg, 11. Sept. Bei der
Jahngedenk=
feier am 9. September in Höchſt i. O. war unſer Verein mit 4 älteren
und 13 jüngeren Kräften vertreten. Dabei erhielt Wilhelm Schneider
im Vierkampf einen 1. Preis (100 Meter lief er in 12,1 Sek.). Die
an=
deren Teilnehmer hielten ſich ebenfall3 im Rahmen der Geſamtleiſtungen
recht wacker. — Im Laufe dieſer Woche beſuchten eine ganze Reiße
Schulen unſer Städtchen und die Burg Breuberg. Sie iſt nach wie vor
ein beliebter Ausflugspunkt, der uns viel zu erzählen weiß.
Insbeſon=
dere wird den Schulen empfehlen, auch den großen Wallgraben
aufzu=
ſuchen (Eingang am Vorwerk links), um einen beſſeren Geſamteindrug
von der Maſſigkeit dieſer Hochburg zu erhalten.
m. Beerfelden, 12. Sept. Gegenwärtig ſchweben Verhandlungen
zwiſchen der hieſigen Gemeinde und einer auswärtigen Firma; ſie
be=
treffen den Verhauf der zurzeit nicht in Betrieb befindlichen
Feder=
halterfabrik. Dieſelbe war ſeinerzeit erbgut auf einem Gelände
das die Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung geſtellt hatte; der Betrieß
florierte weiter, als die Bingwerke Eigentümer wurden, bis dann Krieg
und Inflation die Stillegung brachten. Vor einigen Monaten kaufte die
Gemeinde das Anweſen von den Bingwerken, um dasſelbe auf irgendeine.
Weiſe der Allgemeinheit wieder nutzbar zu machen. Eine Darmſtädter
Schule trug ſich allem Anſchein nach mit dem Plane, das Anweſen zu.
erwerben zum Ferienaufenthalt für Schüler; die neuen Verhandlungen
ſind wohl ein Zeichen dafür, daß erſtgenannte Pläne aufgegeben ſind.
Es wäre ia auch beſſer, wenn eine Anzahl Familienwäter und andere
Arbeitende dauernden Verdienſt fänden. Wie es heißt, bringen die näch
ſten Wochen den Entſcheid über die Verhandlungen.
* Hirſchhorn, 12. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
11. Sept.: 0,49 Meter; am 12. Sept.: 0,51 Meter.
A. Schlierbach, 11. Sept. Unfall an der Dreſchmaſchine
Beim Oelen der Dreſhmaſchine rutſchte der 20jährige Dreſchmaſchinen.
führer Adam Rettig ſo unglücklich aus, daß er mit einem Bein in einen n
Küibel heißen Waſſers trat und ſih ſch vere Brandevunden zuzog, ſo daß 5
der Arzt hinzugerufen werden mußte. Es muß nun zur Weiterführnngo
des Betriebes eine fremde Hilfskraft eingeſtellt werden.
Bl. Erlenbach bei Fürth, 11. Sept. Einweihung des neuenn
Friedhofs. Heute nachmittag 3 Uhr wurde anläßlich der Beerdiguug n
der Frau Anna Margareta Bleſſing unſer neuer Friedhof durch Herrnn
Pfarrer Hartmann eingeweiht und ſeiner Beſtimmung feierlichſt
über=
geben. An den Einweihungsfeierlichkeiten beteiligten ſich der geſamter
Ortsvorſtand und der Geſangverein Sängerbund. Der Friedhof
befin=
det ſich an der Straße Erlenbach—Eulsbach hinter dem Kriegerdenbmal.
und er bedeutet für die hieſigen Einwohner eine bedeutende
Erleichte=
rung, brauchen ſie doch jetzt nicht mehr bei Beerdigungen, wie es ſeithern
der Fall war, nach Sihlierbach zu gehen.
W. Heppenheim a. d. B., 11. Sept. Schwerer Unfall. Einn
hieſiger Angeſtellter beim Finanzamt fuhr in vergangener Nacht mitzü
ſeinem Rad von Kirſchhauſen nach Heppenheim. Unterwegs begegneten
ihm ein Auto, welches nicht abblendete. Dadurch wurde der Radſahrer,
geblendet und unſicher im Fahren. Er kam zu Fall und verletzte ſicht
ſchwer. Da das Auto ſich nicht um ihn kümmerte, blieb er mehrere Stun=ſ
den bewußtlos liegen, bis er von Vorübergehenden aufgefunden wurde.=
Er mußte in bedenklichem Zuſtande nach Heidelberg ins
Krankenhausu=
gebracht werden. Das Auto entkam unerkannt. — Schulfilm. Die=s
ſer Tage wurde der hieſigen Schuljugend ein Film über ehemaligen
deutſche Gebiete in Afrika durch den Lihtſpielverein Weſchnitztal
ge=
zeigt. Tieraufnahmen und Jagdſzenen ſowie die Beſteigung der hohem
Schneegipfel fanden großen Anklang. — Rotes Kreuz. Am 7. Of=1
tober werden in Heppenheim, wie auh überall in Deutſchland, dur üt
das Rote Kreuz Straßen= und Hausſammlungen ſowie ſonſtige Veran=n
ſtaltungen vorgenommen, welke die Müldtätigkeit der Bevölkerung imu
Anſpruch nehmen. Ein kleiner Teil der geſammelten Mittel wird fünn
die allgemeinen Zwecke des Landesvereins verwender. Der übriger
größere Teil ſteht den örtlichen Rote=Kreuz=Organiſationen zur freienn
Verfügung. In Heppenheim wurden ſeither dieſe Mittel für Kider=r
ſpeiſungen, Kindererholungskuren und zur Mittelſtandsfürſorge versr
wendet. Am 7. Oktober plant das hieſige Rote Kreuz ein
Wohltätig=
keitsfeſt in Geſtalt eines Bunten Abends. Das Programm verbürgtn
den Teilnehmern einige vergnügte Stunden.
64
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riemen — für alle Arten von Brüchen.
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weil die Pelotte in einem Kugelgelenk
nach allen Seiten drehbar iſt und genau
die Bruchpforte „abriegelt.‟ Das
Kugel=
gelenk=Bruchband übt an keiner Körperſtelle
einen läſtigen Druck aus. Wundſcheuern
ſelbſt bei ſchwerſter Arbeit und der größten
Hitze iſt gänzlich ausgeſchloſſen; es hält auch
die ſchwerſten Brüche mit Sicherheit unter
Garantie zurück. Wo noch Ausſicht auf
natürliche Heilung
des Bruches vorhanden iſt, wird dieſe durch
das Tragen meines Bandes bei Tag und
Nacht naturgemäß beträchtlich gefördert.
Nur Maßanfertigung. Vollkommen
kon=
kurrenzlos! Koſtenloſe Vorführung
des neueſten Modells (auch die Herren
Aerzte ſind höfl. eingeladen) durch meinen
Eeneral=Vertreter Herrn Julius Schreiber
in Darmſtadt: B smarckſtr. 58, I. Stock.
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[ ← ][ ][ → ]Die Lage der Landwirtſchaft im Auguſt.
Nach Berichten der deutſchen Landwirtſchaftskammern.
Infolge der ſinkenden Getreidepreiſe machte ſich im Berichtsmonat”, geführt. Niedrige Vieh= und Milchpreiſe beeinträchtigen ebenfalls
er Landwirtſchaft eine erhebliche Beunruhigung bemerkbar, die die Zucht und Haltung. In der Schweinezucht nahm das Intereſſe
ſiarſche, die Steuer= und Kreditrückzahlungsforderungen zu ſtunden, bei den gebeſſerten Preiſen zu. Der Ferkelabſatz geſtaltete ſich
befriedi=
inglicher werden ließen. Im übrigen blieb der Abgabendruck unver=
nDert, teilweiſe wurden ſogar neue Zuſchläge zu den
Kommunal=
gern erhoben. Eine Belebung auf dem Grundſtücksmarkt iſt nicht
anetreten. Bei der Umſchuldungsaktion zeigt ſich immer deutlicher, daß
MMittel keinesfalls auch nur für die allernotwendigſten Fälle
aus=
ſaen.
DDie Witterung war im Auguſt im Reich außerordentlich
un=
ſichmäßig. Bis auf den Südoſten, der faſt während des ganzen
ſemats unter anhaltender Dürre zu leiden hatte, war im Weſten,
ütitgen und Norden die erſte Hälfte bis zwei Drittel des Monats
außer=
dmtlich trocken, während gegen Ende des Monats in dieſen Gebieien
m Teil erhebliche Regenfälle einſetzten. Die Ernte war mit Beginn
e rregneriſchen Witterung noch nicht überall, beſonders aber nicht in
.Höhenlagen, geborgen. Sie dürfte im allgemeinen als eine
Mit=
igernte anzuſprechen ſein. Hier und da auftretende beſſere
Er=
iess von Roggen, Weizen und Gerſte machen die Verluſte, die durch
Seringe Hafer= und teilweiſe auch Kartoffel= und Rübenernte, im
mten Reich aber durch die ſchlechte Futterernte entſtehen, nicht wett.
rruue Druſchergebniſſe fehlen noch. Rüben und Spätkartoffeln
konn=
ſich infolge der in letzter Zeit eingetretenen Niederſchläge noch etwas
ſicken. Die Ausſichten für die Kartoffelernte in Schleſien und in der
ſemzmark ſind jedoch infolge der lang andauernden Trockenheit ſehr
gänſtig. Ar Schädlingen machten ſich die Fritfliege, die Heſſenfliege,
ſellltau, Kohlſchwabe, Raupenfraß, die Gammaeule, der Kartoffelkrebs,
ſtsophtora und Mäuſe bemerkbar. Im Roggen zeigte ſich
Mutter=
ſn— bei Weizen und Hafer Roſt und Fußkrankheit.
Die Weiden ſind infolge der Dürre faſt völlig ausgebrannt und
nuten ſich bei den Niederſchlägen am Ende des Monats nur wenig
hillen. Man mußte in vielen Fällen zur Zufütterung übergehen.
ſe Wieſen haben teilweiſe keinen, meiſt aber nur einen geringen
ſelken Schnitt gegeben. Da auch ſchon das Ergebnis des erſten
ſhrittes der Menge nach ſehr mittelmäßig ausfiel, ſind die
Futter=
öi chten für den Winter außerordentlich ſchlecht.
DDie Pferdezucht leidet unter Unrentabilität, die nicht zuletzt
ſrB den geringen Ankauf von Remonten durch die Heeresverwaltung
ſurigt iſt. Der Ernährungszuſtand des Rindviehes läßt als
ne des Futtermangels in vielen Fällen zu wünſchen übrig. Der
ſiche Grund hat auch ſchon vielfach zur Verkleinerung der Beſtände
m. Gernsheim, 11. Sept. Ein ſeltener Gaſt ſtolzierte am letzten
Sonn=
burch Gernsheims Straßen. Es war der Hahn der batholiſchen
ſeoge, der ein neues Kleid angezogen bekam. Namentlich war es die
tgend, die am dem Ereignis große Freude hatte. Aus allen Ecken und
imen erſchollen Kiberiki=Rufe, durch die eigentlich viele Leute, die von
m ganzen Vorgang keine Ahnung hatten, an die Fenſter gelockt wur=
1. Manches Scherflein wurde beigeſteuert. In einigen Tagen wird
EBernsheimer Kirchturmsgockel wieder an ſeiner luftigen Stätte
üilen und in gewohnter Weiſe wieder Umſchau halten. — Meiſter=
1 fung. Mit beſtem Erfolg unterzog ſich der Bächer Willi Dann,
hur, in Darmſtadt der Meiſterprüfung. — Eine
Meſſer=
erei, bei der es anſcheinend einige Verletzte gegeben hat, trug ſich
Samstag abend in der Ludwigſtraße zu. Ein gerichtliches Nachſpiel
1:, die Folge ſein. — Freiwillige Sanitätskolonme. Die
tte Alarmübung der Sanitätskolonne, der ein gut durchdachter
bungsplan zugrunde gelegt war, zeigte wiederum, daß die
verhältnis=
ußgg noch junge Kolonne doch auf den Beinen iſt. Zwei Rottewarbeiter,
1 ron einem Güterzug überraſcht worden ſind und ſchwere Verletzungen
ſtgen, wurden von dem Bahnkörper abtransportiert und mit
Nowver=
hien verſehen. Herr Dr. med. Stpack Vertreter des Herrn
med. Schmitt, dahier, ſprach ſich in der Kritik hinſichtlich der
Ver=
tuibehandlung lobend aus. Auch Herr Oberfuſtizinſpektor Lang,
da=
ri! langjähriges Vorſtandsmitglied der Groß=Gerquer Kolonne, welcher
n Mebungsverlauf beigewohnt hatte, fand Worte der Anerbennung. —
ie gende Brücke. Neuerdings ſind hinſichtlich der Fahrzeit der
higen fliegenden Brüchke Verbeſſerungen eingetreten. Vom 1.
Septem=
t Eb verkehrt die Brücke bis 12 Uhr nachts. Dieſe Fahrzeit hat ſowohl
f gen Winter, wie guch für den Sommer Gültigkeit. Im allgemeinen
gtlder Dienſt in der Zeit vom 1. April bis Ende September von
nach=
ntwgs 4 Uhr bis nachts 12 Uhr und vom 1. Oktober bis Ende März
mruachmittags 5 Uhr bis um die Mitternachtsſtunde. Endlich iſt wie=
Fin Zuſtand hergeſtellt, der einigermaßen ſich den
Vorkriegsverhält=
veir anpaßt. Beſonders begrüßt die Geſchäftswelt dieſe einſchneidende
Eigerung, damit wieder die alten geſchäftlichen Beziehungen zwiſchen
t wurch den Rheinſtrom getvennten Gebieten in die richtigen Bahmen
ſelkt werden. — Römiſche Funde wurden bei den Bauarbeiten
der Waſſerſcheide in einer Tiefe von etwa 3 Metern, im Sand unter
ter Torfſchicht getätigt. Man fand das Bruchſtück eines dreihenkligen
tues und eine Reibſchale. Der Krug war leider nicht zu erhalten, da
mei den Fundamendierungsarbeiten von den Maurern, die dieſes
(ü” als einen wertloſen Gegenſtand anſahen, miwerarbeitet wurde. Die
ſihſchale dagegen iſt unverſehrt und hat einen Durchmeſſer von 36
Zen=
ſteern und iſt innen mit ſcharfkantigen Quarzkörnern beſetzt, auf denen
* erſchrotete Getreide klein gerieben wurde. Bei den jetzigen Funden
d Die Reſte einer dicken Eichenbohle und eines zugeſpitzten Pfahls, von
ſem ſich noch mehrere aufrecht im Boden befinden ſollen, von
beſon=
tem Intereſſe. Die urſprüngliche Lage konnte nicht mehr beobachtet
ſrtzen, ſo daß ein beſtimmtes Urteil über die Bedeutung dieſer im
Ver=
ktris noch gut erhaltenen Holzteile kaum möglich iſt. Es kann ſich evtl.
gend, jedoch dürfte die ſchlechte Kartoffelernte im Oſten nicht ohne
Ein=
fluß auf die weitere Entwicklung bleiben. Die Schafzucht hat einen
verhältnismäßig gut geratenen Lämmerjahrgang aufzuweiſen.
Merz=
ſchafe und Wolle fanden günſtigen Abſatz. Umfangreiche Seuchen traten
nicht auf, nur vereinzelt werden Schweinepeſt, Schweineſeuche Rotlauf,
Leberegelſeuche, Druſe, ſeuchenhaftes Verkalben und Maul= und
Klauen=
ſeuche gemeldet.
Entſprechend der Jahreszeit hat die Nachfrage nach Düngemitteln
und Saatgut eingeſetzt. Das Erntemaſchinengeſchäft iſt nunmehr
be=
endet und war befriedigend. Der ſtarke Bedarf an Kraftfutter der
infolge des Grünfuttermangels auftritt, wird durch die hohen Preiſe
und das fehlende Betriebskapital eingeengt.
Der Feldgemüſe= und Gartenbau litt im
Berichts=
monat unter der Trockenheit. Der ſpätere Regen kam indeſſen den
ſpäte=
ren Kohl= und Rübengewächſen noch zugute. Teilweiſe machte ſich ein
verheerendes Auftreten von Kohlſchädlingen bemerkbar. Die Aepfel=
und Birnenernte iſt nicht einheitlich, im allgemeinen aber mittelmäßig.
Der Stand der Weinberge iſt, ſoweit die Reben nicht von Froſt
und Hagel vernichtet wurden, gut. Falls ſich die Herbſtwitterung
gün=
ſtig geſtalten ſollte, kann mit einer recht guten Qualität gerechnet
werden.
Für die Teichwirtſchaft war die Witterung mit dem kühlen
Frühjahr und Sommer und der Trockenheit nicht günſtig. Anfänglich
war die Futteraufnahme der Fiſche eine geringe, alsdann führte die
einſetzende Hitze und der niedrige Waſſerſtand ungewöhnlich häufig zu
Fiſchſterben.
Die Forſtkulturen haben ebenfalls unter der Trockenheit in
vielen Gebieten gelitten. Teilweiſe wird über ein vermehrtes
Auf=
treten von Spannern und Rüſſelkäfern geklagt.
Die Arbeiterverhältniſſe geſtalteten ſich bei den erhöhten
Ernteforderungen ſchwierig, was bei zunehmender Arbeitsloſigkeit in
den Städten in der Landwirtſchaft wenig Verſtändnis fand.
Vieler=
orts kam man über die Schwierigkeiten durch vermehrte Anwendung
on Bindemähern hinweg. Teilweiſe trat auch dadurch eine
Erleichte=
rung ein, daß ſich das Beſtreben der Arbeitnehmer geltend machte, in
einem Saiſongewerbe Unterkunft zu finden, um ſich dadurch für den
Winter einen Anſpruch auf die Arbeitsloſenverſicherung zu ſichern.
um einen Pfahlroſt oder aber auch vielleicht um einen Bohlenweg
han=
deln. Es iſt zu vermuten, daß an dieſer Stelle die Straße von
Gerns=
heim nach Dieburg dieſes feuchte Gebiet überſchritt. Es bann nicht
genug der Wunſch ausgeſprochen werden, daß man doch Fundſtücke, die
man beim Graben findet und von denen man nicht weiß, was man
da=
mit anfangen ſoll, nicht einfach wegwerfen oder ſogar wieder in die Erde
verſenken foll, ſondern die Bemachrichtigung der Behörde
GBürgermei=
ſterei) ſofort einleſitet. Dieſſelbe wird dann das Erforderliche veranlaſſen.
Das Intereſſe muß doch um ſo größer ſein, zumal wir in der hieſigen
Realſchule eine kleine Heimatſammlung haben, der manches Prachtſtück
zugewendet werden könnte. Im übvigen beſteht ja auch eine Verordnung,
die zu einer gewiſſen Meldepflicht die nötigen Inſtruktionen enthält. —
Das Exploſionsunglück im hieſigen Werk der Chemiſchen Fabrik
Buckau hat nunmehr auch ſein zweites Opfer in der Perſon des
Fabrik=
arbeiters Jakob Philipp Diehl gefordert. Diehl, der ſchwer verbrannt
war, iſt ſeinen Verletzungen im Stadtkrankenhaus zu Darmſtadt am
Sonntag abend erlegen. Die Beiſetzung des Verſtorbenen findet hierorts
ſtatt.
Oberbeſſen.
E E
6
WSN. Gießen, 11. Sept. 70. Geburtstag eines
bedeu=
tenden heſſiſchen Gelehrten. Der ordentliche Profeſſor der
Chemie an der Unwerſität Gießen, Geheimrat Dr. Elbs, kann am
13. September ſeinen 70. Geburtstag begehen. Nachdem der Gelehrte
in Freiburg i B. ſtudiert und promoviert und ſich dort auch habilitiert
hatte, wurde er 1887 zum Extraordinarius ernannt und 1894 als
or=
dentlicher Profeſſor und Direktwr des phyſikaliſch=chemiſchen
Laborato=
riums an die Heſſiſche Landesuniverſität Gießen berufen. Seit Herbſt
1913 hat er hier dem Lehrſtuhl für Chemie und die Leitung des chemiſchen
Laboratoriums an der Heſſiſchen Landesuniverſität inne. Geheimrat
Elbs kann auf eine außerordentlich fruchtbringende wiſſenſchaftliche
Arbeit zurückblicken, die ſeinen Namen weithin im Deutſchen Reich und
darüber hinaus in der Wiſſenſchaft ſelbſt ſehr bekannt gemacht hat. Aus
ſeiner Schule ſind zahlreiche glänzende Forſcher und Praktiker der
Chemie hervorgegangen. In den Gelehrtenkreiſen und bei der
Studen=
tenſchaft erfreut ſich der alte Herr allgemein der größten Beliebtheit.
WSN. Schotten, 12. Sept. Rennfahrer Engler ſeinen
Verletzungen erlegen. Seinen Verletzungen erlag geſtern
nach=
mittag im Krankenhaus in Gießen der Motornadrennfahrer Engler.
Der erſt 32 Jahre alte Renfahrer, der im vergangenen Jahr im Rennen
einen Fuß verloren hatte, zog ſich am Sonntag auf der Opelbahn
da=
durch eine Verätzung von Speiſeröhre und Magen zu, daß der Tank
während des Rennens undicht wurde und ihm ſo Gemiſch ins Geſicht
ſpritzte. Auch beim Beheben eines Vergaſerdefekts ſcheint ihm die
Flüſ=
ſigkeit in den Mund gekommen zu ſein. Hinzu kamen durch die
An=
ſtwengungen des Rennens Störungen der Herztätigkeit. Der plötzliche
Tod des bekannten Motorradrennfahrers wird in Kraftfahrkreiſen
all=
gemein bedauert.
Geſchäſtliches.
Der Kalkmangel unſerer Nahrung iſt die Urſache vieler
Schwäche=
zuſtände. Wiſſemſchaftlich evprobt als zuverläſſiges Mittel zur
Anreiche=
rung der täglichen Nahrung mit Kalk iſt Kalzan, hergeſtellt nach
Vor=
ſchrift der Univerſitätsprofeſſoren Emmerich und Loew. Man beachte den
unſerer heutigen Ausgabe beigefügten Proſpekt der Fivma Johann
A. Wülfing, die auch Proben und Broſchüre koſtenlos verſendet.
(TV 1477
In der Näh= und Handarbeitsſchule von F. Supp können funge
Mädchen das Wäſchenähen nach modernſtem Muſter, ſowie auch in
ein=
facher Ausführung, ebenſo alle ſeineren Handarbeiten, Tee= und
Sofa=
puppen, auch das Anfertigen einfacher Kleider gründlich erlernen. —
An=
meldungen für jetzt und Oſtern, ebenſo der Eintritt könen täglich in
unſerer Wohyng Nieder=Ramſtädterſtr. 14 III erfolgen.
Wetterbericht.
Das weſtliche Hochdruckgebiet, deſſen Kern ſich nach dem Kaval und
der Nordſee verlagert hat, läßt es an ſeiner Vonderſeite in Verbindung
mit der Rückſeite der über Südſkandinavien ſich befindendem Druckſtörung
zur Kaltluftzufuhr kommen, die ſich ſüdwärts bis über Deutſchland
aus=
breitet. Die Temperatur lag deshalb heute morgen abermals zirka 3
bis 5 Gvad tiefer als am Vortag. Da wir in die antichklonale
Wind=
ſtrömung gelangen, ſo macht die Erwärmung zunächſt nur langſame
Fortſchritte. Nachts bleibt es friſch; heiteres und trochkenes Wetter
herr=
ſchen fort.
Ausſichten für Donnerstag, den 13. September: Trocken und heiter, nachts
I. Mch. 717)
Rheinheſſen.
* Schwabsburg, 12. Sept. Unfall. Der Waſchinenführer Phil.
Gernand geriet in Schwabsburg mit der linken Hand in die
Dreſch=
maſchine, wobei ihm ein Glied des Mittelfingers abgeriſſen wurde. Das
Sanitätsauto brachte den Verletzten ins Krankenhaus nach Mainz.
4d. Nierſtein, 12. Sept. Waſſerübung der
Sanitätsab=
teilung. Der am Sonntag vorgenomenen Schlußübung der
Sani=
tätsabteilung lag der Gedanke zu Grunde, daß auf einem bei Nierſtein
liegenden Dampfer eine Keſſelexploſion ſtattgefunden hat, wodurch die
hieſige und Oppenheimer Sanitätskolonne zu Hilfe geruſen wurden. Bei
der Uebung zeichneten ſich ganz beſonders die erprobten
Rettungsſchwim=
mer Guſtav Strub und Gg. Hunkel von Nierſtein und Hans Beſt
von Oppenheim aus. Nach der Uebung, der zahlreiches Publikum
bei=
wohnte, wuurde das hieſige neuerbaute Sanitätswachhaus beſichtigt,
worauf auf dem Kornſande die Ausſprache und Kritik ſtattfand.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Poiliſk und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feuilleten Reich und
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe; ſür Sport: Dr. Cugen Buhlmann:
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwari”: Dr. Herbert Neite; ſür den Inſeratentell: Willp Kuble: Druc
und Verlag: C. C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtiadt.
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernemmen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
kühl, tagsüber langſame Erwärmung.Ausſichten für Freitag, den 14. September: Weitere Erwärmug, ſonſt
wenig Aenderung des herrſchenden Witterungscharakters.
Hefſiſche Wetterdienſtſtelle. Ort: Wetter: Temp.
in C Wind: Mee
ſchlag
in mm Sahe=
decke
in em Gießen: Nebel 11 M.
Windſtill Aachen: Nebel 11 — Hamburg: heiter 11 NAN. 0,1 Berlin: heiter 13 Nw. — München: wolkig 14 Windſtill D Königsberg: wolkig 13 Windſtill Breslau: wolkig 14 WNW. .— Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen. Feldberg: heiter 10 NO. Taunus
Waſſerkuppe Nebel NO. Feldberg: Nebel Gn0, 0,2 (Schwarzw.)
Zugſpitze: Nebel 0sO, gef. Kahler Aſten: wolkig VI. Fichtelberg: Nebel NNO. Schneekoppe: Nebel NNW.
GNOMA
DER
SALEM-RAUCHI
erzähle weiter:
Wir wanderten gun, rechts und finks schauend, am Strande:
lang. Nirgends war ein Mensch zu sehen, aber als wir
Heute in Deutschland in allen Spezialgeschäften erhältlich.
[ ← ][ ][ → ] Die Heimkehr des „eiſernen Guſtav”.
Berlin. Droſchkenkutſcher Guſtav Hartwann
aus Wannſee, genannt der „eiſerne Guſtav”, iſt von
ſeiner Fahrt nach Paris, die er mit ſeiner
Pferde=
droſchke unternommen hatte, heimgekehrt. Aus dieſem
Anlaß veranſtaltete die Arbeitsgemeinſchaft Berliner
Kraftdroſchkenverbände einen feſtlichen Empfang. Der
Vorſitzende der Arbeitsgemeinſchaft überreichte ihm
die Urkunde über die Hartmann=Stiftung, die alten
Droſchkenbutſchern Unterſtützungen gewähren ſoll. Der
Leiter der Berliner Verkehrspolizei,
Regierungsdirek=
tor Mosle, hieß Guſtav Hartmann namens des
Poli=
zeipräſidiums willkommen. Der „eiſerne Guſtav” habe
die Fahrt Berlin-Paris-Berlin ohne Panne und
Verkehrsübertretung durchgeführt.
Der Raubmord im Bremer D=Zug.
Bremen. Eine Gerichtskommiſſion mit dem
Staatsanwalt aus Weſermünde hat ſich am Dienstag
nach dem Bahnwärterhaus bei der Station Scheeſſel
an der Bahnſtrecke Bremen-Hamburg begeben, um
den Tod des Direktors Nordmann von dem
Delmen=
horſter Margarinewerk aufzuklären, der etwa 150
Meter von dem Bahnwärterhaus mit zertrümmertem
Schädel aufgefunden worden iſt. Nach Anſicht der
Kommiſſion iſt Direktor Nordmann im Schlafe
be=
ſtohlen oder überfallen und, als er ſich zur Wehr
ſetzte, aus dem Zuge geworfen worden. Die
Schädel=
zertrümmerung iſt jedoch nach Anſicht der Kommiſſion
erſt durch das Aufſchlagen des Kopfes auf die
Schie=
nen eingetreten. Sämtliche Wertſachen, die der Tote
bei ſich trug, ſind verſchwunden. Lediglich der
Man=
tel und der Hut, die der Täter anſcheinend ebenfalls
aus dem Zuge geworfen hat, ſind aufgefunden
wor=
den. Direktor Nordmann ſtand im 52. Lebensjahr.
Er hinterläßt eine Frau mit fünf Kindern. Die
Be=
amten der Staatsanwaltſchaft in Verden an der Aller
und der Landeskriminalpolizei in Weſermünde ſind,
unterſtützt von Beamten des
Eiſenbahnfahndungs=
dienſtes, eifrig mit der Aufklärung des Raubmordes
an dem Direktor Nordmann im Eilzug Hamburg—
Bremen beſchäftigt. Die Reichsbahngeneraldirektion
hat für die Ergreifung des Täters eine Belohnung
von 1000 Mark ausgeſetzt. Alle Anzeichen ſprechen
dafür, daß es ſich um einen wohlvorbereiteten
Raub=
mord handelt.
Große Pterſchlagungen bei einer Berliner
Induſtriefirma.
Berlin. In einer Induſtriefirma im Oſten
Berlins fiel der 23jährige Lohnbuchhalter Otto durch
übertriebenen Aufwand auf. Eine Reviſion der
Bücher ergab, daß Otto etwa 15—20 000 Mark
unter=
ſchlagen hatte. Der junge Mann mußte jedoch
Ver=
dacht geſchöpft haben; denn noch ehe das Ergebnis
der Reviſion feſtgeſtellt war, flüchtete er, nachdem er
Wertpoſtſachen in Höhe von zuſammen 73000 Mark
geſtohlen hatte.
Ein deutſcher Artift in einem engliſchen
Hippodrom verunglückt.
London. Im Hippodrom von Middlesborough
ſtürzte ein deutſcher Trapezkünſtler namens Barthon
bei ſeinen Vorführungen auf die Bühne. Er brach
ſich eine Schulter und ein Handgelenk und erbitt
zahlreiche Verletzungen am Kopfe und eine
Gehirn=
erſchütterung. Man brachte ihn nach einem
Kranken=
haus, wo er in bedenklichem Zuſtande darniederliegt.
Die Unterſuchung des Rennbahnunglücks
von Monza.
EP. Mailand. Der Sachverſtändige Prof. Lo
Preſti vom Mailänder Polytechnikum hat den
ver=
unglückten Renwwagen Materaſſis und die Rennbahn
von Monza genau unterſucht, um die Urſache des
Unglücks vom Sonntag zu ermitteln. Er hat auch
ein Gutachten darüber abzugeben, ob die Sicherheit
des Publikums auf der Rennbahn gewährleiſtet iſt.
— Fernando Minoia, der erfahrene Senior der
Auto=
mobilrennfahrer, gab als Augenzeuge des Unglücks
über die wahrſcheinliche Urſache folgende Erklärung
ab: Der Rennfahrer Graf Brilli Peri habe ihm bei
den Probefahrten erklärt, er finde die Bremſen der
Talbotwagen zu empfindlich. Es ſei möglich, daß
Materaſſi aus Furcht vor einem Zuſammenſtoß mit
dem Konkurventen, dem er dicht folgte, ſtatt neben
ihm zu fahren, im letzten Augenblick ſtark bremſte und
die Räder blockierte, ſo daß er die Führung des
Wagens verlor. Einen Zuſammenſtoß mit anderen
Konkurrenten hält der Sachverſtändige für
ausge=
ſchlöſſen, weil man die Wirkungen davon hätte
wahr=
nehmen müſſen. Auch plötzliches Unwohlſein
Mate=
raſſis ſei nicht auszuſchließen.
Entſetzliche Kataſtrophe
des Brünn-Wiener Schnellzugs
20 Tote, 33 Schwerverletzte, 40 Leichtverletzte.
KUnglücksstelle
Die Karte der Unglücksſtelle.
Die Tſchechoſlowakiſche Eiſenbahn hat das größte
Unglück ſeit ihrem zehnjährigen Beſtehen zu beklagen.
Der aus Brünn abgehende Wiener Schnellzug fuhr
infolge falſcher Weichenſtellung bei Saitz auf einen
Güterzug Prag—Wien. Die beiden Lokomotiven
ſowie die drei erſten Wagen des Schnellzuges und
zwei Wagen des Güterzuges ſind völlig zertrümmert.
bisher wurden 20 Tote, 33 Schwerverletzte und 40
Leichtverletzte geborgen. Es wird befürchtet, daß die
Zahl der Toten ſich auf 40 erhöht.
Die „Königin Luiſe” nach dem ſchweren Zuſammenſtoß.
Die 300 Fahrgäſte der „Königin Luiſe” ſchwebten nach dem nächtlichen Zuſammenſtoß mit dem
großen engliſchen Kohlendampfer „Cernwood” in größter Gefahr. Nur dem mit größter
Kalt=
blütigkeit durchgeführten Rettungsmanöver iſt es zu verdanken, daß die „Königin Luiſe” auf den
Strand geſetzt und die Gefahr des Unterganges gebannt wurde. Auch ſo ſind 40 Verletzte und
einige Vermißte zu verzeichnen.
Das 800jährige Graz.
Blick auf den Grazer Schloßberg.
Die ſchöne Hauptſtadt der Steiermark feiert demnächſt das Feſt ihres 800jährigen Beſtehens. An
den lieblichen Ufern der Mur gelegen, bietet Graz beſonders reizvolle landſchaftliche Schönheiten.
Es hat 160 000 Einwohner, viele bedeutende Induſtrie=Unternehmungen, Univerſität, Techniſche
Hochſchule und iſt der Sitz der ſteieriſchen Landesregierung ſowie des Fürſtbiſchofs von Seckau.
Die Totentribüne von Monza.
23 Tribünengäſte getbtet, 41 ſchwer verletzt.
Flugpläne v. Hünefelds.
Berlin. Zu der Meldung, daß Frhr. v.
Hüne=
feld, der in dieſen Tagen vom Flugplatz Böblingen
nich Berlin zurückgekehrt iſt, einen Weſt=Oſt=Flug
plane, erfahren wir, daß dieſer Flug mit der „
Eu=
ropa”, die Frhr. v. Hünefeld von den Junkers=Werlen
gekauft hat, unternommen werden ſoll. Es ſteht
je=
doch noch nicht feſt, wann der Start vonſtatten gehen
wird, und ebenſo ſind noch keinerlei Einzelheiten über
die Flugſtrecke feſtgelegt worden. Als Begleiter
wer=
den ein ſchwediſcher Reſerveoffizier und ein
Finn=
länder mitfliegen.
Die vollbeſetzte Zuſchauertribüne vor dem Unglück.
Nichtsahnend ſchauten Tauſende dem wilden Jagen der Automobilfahrer um den Großen Preis
von Europa auf der Monza=Bahn zu, als der Rennfahrer Materaſſi bei 185 Kilometer
Stunden=
geſchwindigkeit die Gewalt über ſeinen Wagen verlor und in die Zuſchauermenge fuhr. 23
Tri=
bühnengäſte wurden von dem ſich überſchlagenden Automobil getötet, 41 ſchwer verletzt.
Andernach, 12. Septembern
Zwei junge Leute luden auf der Plaidter Kirmad
zwei Andernacher Mädchen im Alter von 18 und
Jahren zu einer nächtlichen Autofahrt nach dem
benachbarten Eich ein, wo ebenfalls Kirmes wo
Von dort wurde morgens gegen 3 Uhr in reichlf.5
bezechtem Zuſtand die Heimfahrt nach Andemach
aw=
getreten. Kurz vor Andernach weigerte ſich dö.
Wagenlenker, der nicht im Beſitz eines Führerſcheimmz
war und das Auto eines Krufter Bürgers zu dieſßi=
„Schwarzfahrt” benutzt hatte, weiterzufahren. ES,
ausgeſtiegener Mitfahrer kurbelte den Wagen on
und der am Steuerrad ſitzende dritte junge Manm.
der nicht einmal Fahrunterricht genoſſen hatte,
fum=
allein mit den beiden Mädchen davon. An einen
Bergabhang in Andernach verlor er die Herrſchom
über den Wagen. Das Auto rannte gegen einnn
Telegraphenmaſt und die beiden Mädchen wurd on
herausgeſchleudert. Das 18jährige Mädchen verſtav
wenige Minuten darauf an innerer Verblutung ur
ſchwerem Schädelbruch, das 16jährige wurde ebenfalu
ſchwer verletzt. Die Polizei nahm ſich der
leichtfün=
nigen Autofahrer an. — Auf der Bäderſtraße Bz
Ems—Naſſau—Wiesbaden überſchlug ſich zwiſche.
Holzhauſen und Kemel ein Auto infolge zu ſchnellehr
Fahrens. Die zwei Inſaſſen aus Naſtätten wurd on
herausgeſchleudert, der Lenker am Kopf verletzt,
dö=
anderer Fahrer in beſinnungsloſem Zuſtand i5=
Schwalbacher Krankenhaus gebracht. Der Wag zu
landete im Straßengraben und iſt erheblich Eſ.
ſchädigt. — Auf der Landſtraße nach Liegnitz kurz vo=
Michelsdorf verunglückte der Geſchäftsführer
Fuu=
aus Görlitz mit ſeinem Motorrad. In voller Faklt
platzte ein Reäfen, und das Rad überſchlug ſich. Fuu=
und ſeine auf dem Soziusſitz mitfahrende Schwägerm
wurden fortgeſchleudert und ſchwer verletzt. Sie waw
den in das Haynauer Krankenhaus geſchafft, us
Fuhr bald nach ſeiner Einlieferung verſtarb, währe)
ſeine Schwägerin lebensgefährlich verletzt
darnieden=
liegt. — In der Nähe der Eiſenbahnſtation Aelvss,
in Nordſchweden wurde ein Motorrad bei einem
Bahnübergang vom Zuge erfaßt. Das Motorrn/
wurde zertrümmert. Der Lenker, der aus Roſtarl
ſtammende B Jahre alte Student Gerhard Zee,
war auf der Stelle tot, während ſein Kamerad, Sie=
Student Wilhelm Zellſchopp aus Danzig, unverlst
blieb. Die Urſache des Unglücks iſt auf mangelnw
Aufmerkſamkeit des Motorradführers zurückzuführen
Heberwältigte Wegelagerer.
Hamburg. Ein Hamburger Auto wurde au
der Chauſſee in der Nähe der Förſterei Geetzbach vun
Wegelagerern überfallen. Die Angreifer brachten da
Auto dadurch zum Halten, daß ſie einen großen Fels
ſtein durch das Fenſter auf den Fahrer ſchleudertssu
ohne ihn jedoch zu verletzen. Durch den Ruf „Ge34
her, oder wir ſchießen” ließen ſich die Inſaſſen
jede-
micht einſchüchtern. Sie ſetzten ſich zur Wehr und
gelang ihnen, mit Hilfe eines hinzukommenden 950
torradfahrers, zwei der Wegelagerer feſtzunehmen
und nach Bergedorf zu bringen.
Tragiſches Geſchick einer Familie.
Sevilla. Drei Töchter des Direktots einn
Bierbrauerei in Sevilla, der deutſcher Staatsange
höriger iſt, wurden nach ihrer kürzlichen Rückkest
aus einem Badeort von einem heftigen Fieber a0
griffen. Zwei der Schweſtern ſind Dienstag vcw
mittag burz nach einander geſtorben. Die
Aers=
befürchten, daß auch die dritte dem Fieber erliegu:!
wird. Die Nachricht hat in Sevilla, wo der Vakw
ſehr bebannt iſt, lebhaftes Mitgefühl hervorgerufen.”
Im Faltboot über den Ozean.
New York. Wie Aſſociated Preß aus San Ja;
(Portorico) meldet, iſt der deutſche Franz Romer .
einem Faltboot, in dem er den Atlantiſchen Ozs
überquert hat, von St. Thomas in New York S
getroffen und in der Richtung auf Florida weitern
fahren. Die Abfahrt vollzog ſich unter begeiſter—
Zurufen einer großen Menſchenmenge, die ſich in Sh
Hafenanlagen eingefunden hatte.
Der verſchollene Bezwinger
beider Pole.
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Amundſens Büſte
wurde von dem finniſchen Bildhauer Haakon Frol —
fertiggeſtellt. Die große Perſönlichkeit des einzichk!
Mannes, der ſowohl den Nord= wie den Südpol
reicht hat, kommt in dem Kunſtwerk zum plaſtiſchh!
Ausdruck. Die Büſte ſoll im Norwegiſchen Muſer2
in Long Beach (Kalifornien) zur Aufſtellung
langen. Dort ſoll ſie den Ruhm des Mannes we
künden, der 1911 den Südpol entdeckt hat, 1926 R:
Nordpol überflog und 1928 ſechsundfünfzigjährig
Polargebiet bei einem heldenmütigen Rettungsver!
verſchollen iſt.
Nummer 233
Geite 9
Donnerstag, den 13. Geptember 1928
Man hat die „Seeſchlange‟
geſichtet.
Von unſerem Korreſpondenten.
G.P. London, im September.
Es handelt ſich hier nicht um einen Stoßſeufzer, den die
„SSauregurkenzeit” zur Urſache hat. Wir fühlen, uns ermüßigt,
unſeren Leſern einiges Neue über die legendäre „Seeſchlange‟
unitzuteilen, weil eine ſo ernſte Zeitſchrift wie die „Engliſh
Re=
täew” ſich in ihrer letzten Nummer ſehr eingehend mit der Frage
deer Exiſtenz der „Seeſchlange” befaßt, und zwar aus folgenden,
nächt weniger beachtenswerten Gründen: In einem Steinbruch in
deer Nähe von Harbury (Warwickſhire), fand man kürzlich das
Gserippe eines eidechſenartigen prähiſtoriſchen Monſtrums, das
ton den Gelehrten als „Pleſioſaurus” gekennzeichnet wurde.
(-8 wurde aber auch vom unermüdlichen Sir Arthur Conan Doyle
kreſichtigt, und dieſer ſtellte die auf den erſten Blick allerdings
erwas gewagte, aber ſicher überaus intereſſante Behauptung auf,
draß ſeiner Anſicht nach das „Pleſioſaurus” mit Unrecht ein „
vor=
ſrntflutliches” Tier genannt werde und daß es möglicherweiſe noch
läs zum heutigen Tage nicht ganz ausgeſtorben wäre ..
Sir Arthur Conan Doyle meinte, daß das „Pleſioſaurus” und
die ſogenannte „Seeſchlange” identiſche Kreaturen ſein könnten
und teilte ſeinen, aufhorchenden Zeitgenoſſen mit, daß zu den
zahlreichen Lebeweſen, die die „Seeſchlange” mit eigenen Augen
geſichtet hätten, niemand anders als auch er — Sir Arthur
Conan Doyle und ſeine Gattin gehörten, denn vor nicht
lrnger Zeit ſahen er und ſeine Gattin während einer
Mittelmeer=
neiſe in der Nähe der Küſte von Aegina ein Tier, auf das genau
diie Beſchreibungen der „Seeſchlange” paßten. Endlich eröffnete
Sir Arthur, ein auſtraliſcher Freund hätte ihm unter
dokumen=
mriſchen Belegen mitgeteilt, daß Fiſcher in der Nähe von Madgee
Beach (Queensland) ein kleines, aber merkwürdiges, einem
SPleſioſaurus”=Baby ähnliches Seetier gefangen hätten, zu wel=
Ger Mitteilung der eminente Verfaſſer der „Verlorenen Welt”
inzufügte, daß ſeiner Anſicht nach „die Tiefen des Ozeans für
uns noch manche Ueberraſchungen verborgen” hielten
Dieſe Tatſachen waren es nun, welche die „Engliſh Review”
eranlaßten, einen Spezialiſten der Meereskunde ſich zur Frage
der Exiſtenz der „Seeſchlange” äußern zu laſſen. Dieſer
Mit=
arbeiter der „Engliſh Review”, der unter dem Pſeudonym „
Natu=
valiſt” ſchreibt, teilt mit, daß er einige hundert im
Be=
itze der britiſchen Admiralität befindliche
Be=
ichte ſogenannter „Augenzeugen” geprüft hätte, die alle
an=
eben, „eine Seeſchlange geſichtet zu haben‟. Die Mehrzahl dieſer
Ausſagen verdiene allerdings keine ernſte Beachtung, dagegen
halte er es für wert und nützlich, einige ausgewählte Berichte
hekannt zu geben, und zwar aus dem Grunde, weil dieſe von
irberaus angeſehenen engliſchen Seeleuten ſtammen und nicht ſo
Uhne weiteres beiſeite geſchoben werden können. Im Folgenden
ieeien einige dieſer Berichte veröffentlicht.
Auf keinem geringeren Schiff als auf der Yacht der
Köni=
in Victoria „Osborne” ſahen Kapitän und Mannſchaft
am 2. Juni 1877 ein Seeungeheuer, das ihnen bisher noch nie
begegnet war. Leutnant Haynes berichtete darüber damals an die
Mdmiralität: „Am Abend des 2. Juni, da die See völlig ruhig
war, ſah ich plötzlich an der Oberfläche eine lange Reihe von
merkwürdigen Floſſen ſchwimmen, die etwa 30 Fuß lang und
attwa 5 Fuß hoch waren. Beim näheren Hinſchauen ſah ich jedoch
miehr — den Kopf eines Tieres, zwei Flügel und einen etwa
0.0 Meter langen Rücken. Der Kopf allein war etwa 6 Fuß dick,
wer Hals war weſentlich ſchmäler, die Schultern etwa 15 Fuß in
her Breite und die Flügel jeder etwa 15 Fuß in der Länge. Die
Bewegungen der Flügel waren von der Art, wie Schildkröten ihre
Floſſen zu bewegen pflegen. Das Tier machte den Eindruck einer
mionſtröſen Seerobbe, nur daß der Hals unvergleichlich länger
war und der Körper in einem unter dem Waſſer befindlichen
Schweif endete, ſo daß die Länge des geſamten Tieres eine
außer=
urdentliche war, jedenfalls nicht weniger als etwa 50 Fuß
be=
magen haben mochte".
Peter MQuhae, Kapitän der britiſchen Fregatte
Daedalus”, berichtete im Jahre 1848 der Admiralität
folgen=
ſes: „Am 6. Auguſt befand ſich das von Oſtindien kommende
Schiff in lat. 242 44: S, long. 92 22‟ E. Um 5 Uhr nachmittags
ſah Midfhipman Sartoris etwas überaus Merkwürdiges auf das
Schiff mit großer Geſchwindigkeit zuſchwimmen kommen. Die
Schiffsmannſchaft war beim Abendeſſen. Aber um den
Midſhip=
man verſammelten ſich Leutnant Edgar Drummond, der Maat
William Barret und ich, der Kapitän. Wir ſahen alle das gleiche:
eswar ein enormes, etwa 60 Fuß langes Seeungeheuer, auf das
ſeie übliche Beſchreibung der „Seeſchlange” paßte. Es bewegte ſich
mit einer außerordentlichen Geſchwindigkeit, doch beim Paſſieren
es Schiffes war es ſo nahe, daß, wäre es ein Menſch geweſen,
man ohne Schwierigkeiten ſeine Geſichtszüge hätte erkennen
können. Das Tier befand ſich vom erſten Augenblick, da wir es
ahen, bis zum Zeitpunkt, da es der Sicht unſerer Teleſkope
ent=
bchwand, ganze 20 Minuten vor unſeren Blicken. Eine Täuſchung
wwar demnach völlig ausgeſchloſſen. Es ſchwann gerade nach S.W.,
rind zwar mit einer derartigen Geradlinigkeit und grauſigen Be=
Garrlichkeit, daß man glauben mußte, es bewege ſich auf irgend
Eine beſtimmte Beute zu. Der enorme Kopf glich demjenigen einer
Schlange. Der Körper war von dunkelbrauner Farbe, hatte aber
an Hals und Bruſt gelblichweiße Flecken. Auf dem Nacken und
auf dem Rücken hatte es ewas wie eine Pferdemähne oder eine
Eeihe merkwürdiger, fiſchartiger Floſſen ..
Kapitän Drever, Kommandant der „Pauline”
be=
richtet: Sein Schiff befand ſich am 8. Juli 1875 in der Nähe des
Kap San Roque (baſilianiſche Küſte) im lat. 50 13: 8, long.350 W
als er plötzlich drei große männliche Walfiſche ſah. Das
Merk=
würdige war jedoch der Umſtand, daß einer der drei Wale von
einem anderen monſtröſen, ſchlangenartigen Tier zweifach
um=
ſchlungen war. Der Rücken dieſes ſchlangenartigen Tieres war
braun, ſein Bauch weiß; es hatte ein rieſenhaftes Haupt und ein
weitgeöffnetes, raubtierartiges Maul. Kopf, Hals und Körper
hatten eine Länge von etwa 40 Fuß. Seine Tatzen als Hebel
gebrauchend, ſchleuderte es den umklammerten Wal mit großer
Kraft etwa 15 Minuten lang wild hin und her, bis endlich der
Wal in die Tiefe ſank und das geheimnisvolle Meeresungeheuer
mit ihm . . . Erſtaunlich iſt, daß nach etwa einer Woche, am
13. Juli, die Mannſchaft des gleichen Schiffes das Ungeheuer
er=
neut zu ſehen bekam. Es ſchwamm diesmal gerade auf das Schiff
zu und hielt den oberen Teil ſeines Körpers etwa 30 Fuß über
der Waſſerfläche, ſteif und unheimlich drohend in die Luft
gerich=
tet. Es ſah faſt ſo aus, als wollte es das Schiff angreifen. Die
Offiziere und die Mannſchaft holten in Eiſe Waffen und Aexte
herbei, um es zu erlegen. Aber es fank plötzlich, mit dem Kopf
ſenkrecht, in die Tiefe des Meeres, ohne daß es ſich dem Schiff
auf genügende Diſtanz genähert hätte".
Als Letztes ſei der Bericht des Kommandanten des
briti=
ſchen Dampfers „Caſtilian”, G. H. Harrington, zitiert.
Es befand ſich im Atlantiſchen Ozean an der weſtafrikaniſchen
Küſte in der Nähe der Inſel St. Helena. Es war um 6 Uhr
nach=
mittags, am 12. Dezember 1857. Der Kapitän und ſeine beiden
Offiziere, William Davies und Edward Wheeler, befanden ſich am
Heck des Schiffes und ſchauten zur Inſel hinüber, als ſie plötzlich
in einer Entfernung von nur 20 Metern ein merkwürdiges Seetier
erblickten, das einen Hals von etwa 12 Fuß Länge hatte und
dieſen weit vorſtreckte. Das Waſſer war im Umkreiſe von etwa
100 Metern tiefbraun gefärbt, und erſt nach näherem Hinſchauen
erkannte man, daß die dunkle Farbe vom übrigen unter dem
Waſſer befindlichen Teil des Körpers herrührte; ſo ungeheuer
groß war das Tier .Es ſchwamm langſam zum Ufer hin und wir
ſchätzten es auf etwa 300 bis 400 Fuß Länge. Es war am Hals
und Rücken von brauner Farbe, der Bauch aber war
gelblich=
weiß . . ." In einem Brief an die „Times” ſchrieb Kapitän
Har=
rington ſpäter, am 16. Februar 1858, über das von ihm geſchaute
Ungeheuer in Beantwortung verſchiedener Anzweifelungen ſeines
Berichtes noch folgendes: „Ungeachtet der Anzweifelungen der
Wiſſenſchaftler bin ich der feſten Ueberzeugung, daß in der Tiefe
des Meeres noch unbekannte Secungeheuer von der Art der
ſo=
genannten Seeſchlange exiſtieren. Man wird von mir, als von
einem erfahrenen Seemann, nicht behaupten wollen, daß ich irgend
ein gewöhnliches Seetier mit dieſem Ungeheuer verwechſelt hätte.
Wäre es uns noch in großer Entfernung erſchienen, aber das
Tier erſchien in der Nähe von kaum 20 Metern vom Schiff
ent=
fernt. Ich bin der Anſicht, daß dieſes Tier überaus ſelten iſt und
daß es nur in ſehr großen Zeitintervallen an der Oberfläche des
Meeres erſcheint.”
Außer dieſen Erzählungen, die, wie man bemerkt haben wird,
alle erſtaunlich übereinſtimmend ſind, liegen der Admiralität noch
eine ganze Reihe anderer, nicht weniger ernft zu nehmender
Be=
richte vor. Der jüngſte Bericht datiert aus dem Jahre 1891,
da der Kapitän der „Rotomahana”, Alexander L. Kerr,
und ſeine Leute an der Küſte von Neuſeeland zwiſchen Napier
und Gisborne ein Seetier ſahen, das etwa 100 Fuß lang war und
das ſie als „Seeſchlange” beſchrieben. Aus einem ſpäteren Datum
liegen keine Berichte mehr vor. Der Mitarbeiter der „Engliſh
Review” erklärt ſich dieſen Umſtand hauptſächlich durch die
Tat=
ſache, daß es heutzutage für einen Seemann, der ernſt genommen
werden will und der um ſeine Stellung bangt, überaus riskant
iſt, allen Ernſtes zu behaupten, daß er „die Seeſchlange geſichtet
hätte‟. Trotzalledem ſchließt ſich der Gewährsmann der „Engliſh
Review” der Anſicht Conan Doyles an und meint, man ſolle nicht
die Tatſache außer acht laſſen, daß, während allerhand klimatiſche
und topographiſche Erſchütterungen und Kataſtrophen in
Jahr=
tauſenden die Erdoberfläche völlig verändert haben, die Ozeane
dieſe Wandlungen lange nicht im gleichen Maße durchgemacht
hätten. In ihren Tiefen mögen ſich ſehr wohl noch Tierarten
er=
halten haben, die wir ſchlechthin als „vorſintflutliche” Tiere
be=
nennen würden. Allerdings wird der volle Beweis dieſer
Ver=
mutungen natürlich erſt erbracht werden können, wenn es eines
Tages gelingen ſollte, die „Seeſchlange” — — zu photographieren.
Bis dahin haben wir uns noch mit Geduld zu wappnen. Aber
dann, ja dann wird Fleet Street in London und werden alle
Zeitungsredaktionen der Welt die Exiſtenz der von ihnen ſo lange
und ſo bahrrlich bezweifelten und belächelten „Seeſchlange”
reu=
mütig anerkennen müſſen . .
*31. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
30. Tag ber 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung vom
11. September fielen: 2 Gewinne zu je 1000 Mk. und 2 Prämien
zu je 500 000 RM. auf Nr. 146 500; 2 Gewinne zu je 300 000 Mk. auf
Nr. 280 387; 2 Gewinne zu je 10000 Mk. auf Nr. B4 93; 2 Gewinne
zu je 3000 Mk. auf Nr. 371 209; 8 Gewinne zu je 2000 Mk. auf Nr.
79 216, 237 474, 285 04, 373 116; 14 Gewinne zu je 1000 Mk. auf
Nr. 23 727, 55 327, 80 785, 121 771, 192231, 247 597, 292 562; ferner
wurden gezogen: 44 Gewinne zu je 500 Mk. und 148 Gewinne zu je
300 Mk. — In der heutigen Schlußziehung wurden die beiden Prämien
von 500 000 Mk. der mit je einem Gewinn von 1000 Mk. gezogenen
Losnummer 146 500 zugeſchlagen. Sie fielen in Abteilung I nach Altona
(Elbe), in Abteilung II nach Breslau. — Die in der heutigen
Vormit=
tagsziehung gezogenen beiden Hauptgewinne von je 300 000 Mk. fielen
auf Nr. 280 387 in Abteilung I nach Mannheim, in Abteilung II nach
Heilbronn. — Die Ziehung der 1. Klaſſe der 32. Preußiſch=Süddeutſchen
(258. Preuß. Klaſſenlotterie) findet am 19. und 20. Oktober 1928 ſtatt.
(Ohne Gewähr.)
Deutſche Omnibuſſe für Afghaniſten.
Bei ſeinem Beſuch in Deutſchland hat König Amanullah von
Afghaniſtan, dem Drängen ſeiner Gemahlin, der Königin Suraya,
folgend, eine Reihe ſchwerer Mercedes=Benz=Allwetter=Omnibuſſe
gekauft. Auch hierin zeigt ſich der Weitblick dieſes fortſchrittlichen
Königs, der ein brennendes Intereſſe an der Erſchließung ſeines
Landes durch neuzeitliche Verkehrsmittel hat. Unſer Bild zeigt
die ſchmucken Wagen, welche dieſer Tage nach Karachi verladen
werden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 13. Sept. 13.30: Kaſſel: Funkorcheſter. O 15.05:
Ad. Hering: Die Röntgenſtrahlen. O 15.55: Hausfrauendienſt.
16.35: Funkorch.: Neue Tanzſchlager. O In der Pauſe:
Vereins=
nachrichten, Mitteilungen. o 18.10: „Zwiſchen Himmel und Erde‟
von Otto Ludwig. O 18.30: Kaſſel: Mathilde Meißel: Ratſchläge
für Mutter und Kind. o 18.45: Kaſſel: Pfarrer Dittmer: Das
Antlitz des heutigen Paris. O 18.45: Erläuterung von Schachpartien.
O 20.15: Miß Dudelſack. Operette in drei Akten, von Rudolf Nelſon.
Perſ.: Sir Francis Mac Humbers; Patrick, ſein Vetter; Olympia,
ſeine Kouſine; Nichten des Sir Francis: Lizzi, Carry, Mabel,
Maud: Lady Sommerſet; Leutnant John Jack Mac Humbers;
Freunde des John Jack; Kapitän Brown; Belladonna, deſſen
Gattin; „Mary, deſſen Adoptivtochter; Harry Mortons. Direktor
einer Aktiengeſellſchaft: Johnny, Diener; ein Notar: Oberkellner;
Tommy, ein Bettler. Der 1. und 3. Akt ſpielen auf Schloß
Humbers=
dale in Schottland. Der 2. Akt im Hotel eines engliſchen
See=
bades.
Stuttgart.
Donnerstag, 13. Sept. 12.30: Schallplatten. 15.45:
Plaude=
rei über Blumenpflege. O 16.15: Funkorch. Hilde Keefer=Bluthardt
Sopran). o 18.15: Freiburg: Fachſchriftſteller Hablitz:
Geſtirn=
einflüſſe und Menſchenſchickſal. (Wahres und Unwahres über
Aſtrologie.) 0 18.45: Freiburg: Aerztevortrag: Die Bedeutung des
Pathologiſchen für die Bühne. o 19.15: Stuttgart: K. Lubinſki:
Eine Hochzeitsreiſe nach Abeſſinien. 0 19.45: Redakteur Lange: Der
Mittnachtbau in Stuttgart und ſeine Bewohner. O 20.15: Freiburg:
Wiener Muſik. Wenig bekannte Werke von Haydn, Mozart, Schubert.
Ausf.= Das Städt. Orcheſter Freiburg unter Leitung von
General=
muſikdirektor E. Lindemann. O 22.15: Stuttgart: Literatur.
Luſt=
ſpiel in einem Akt von A. Schnitzler. Perſ.: Margarete; Clemens;
Gilbert. O Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Donnerstag, 13. Sept. 12.30: Mitteilungen und praktiſche
Winke für den Landwirt. o 16: Stephan Lorant: Wie eine
Biderzeitung entſteht. 16.30: Stadtſchulrat Dr. Anders: Das
Meer als Erzieher der Menſchheit. O 17: Konzert blinder Künſtler
(anläßlich des 50jährigen Beſtehens der Städt. Blindenanſtalt,
Berlin), Mitw.: Margarethe von Winterfeldt (Sopran), Edm.
Joſefiak (Tenor), W. Bauer (Flügel) Frauenchor der Städt.
Blindenanſtalt (Leitung: W. Bauer). O. Anſchl.: Tee=Muſik. Kapelle
Ilia Livſchakoff. 0 19: Franzöſiſcher Vortrag. 0 19.30: Prof. Dr.
Igel: Die Abrüſtung der Eiſenbahnzüge. O 20: Herm. Kaſack: Juſtiz
und Gerichtigkeit in der Literatur. 20.30: Vortrag. 0 21:
Populäres Orcheſterkonzert. Dirigent: Seidler=Winkler. Funkorch.
Bellini: Ouv. „Norma‟. — Samt=Saens: Havanaiſe. — Sibelius:
Der Schwan von Tuonela. — Wieniawſki: Souvenir de Moſcou.
— Tſchaikowſiy: Capriccio italien. Mitw.: Konzertm. v. Szpanowſki
(Violine). o Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle
verhard Hoffmann.
Deutſche Welle. Donnerstag, 13. Sept. 10.15: Berlin:
Nach=
richten. O 12: Dr. Berger: Naturkundliche Zwiegeſpräche: Zebras und
Antilopen. O 12.25: Stud.=Rat Thiel u. Stud.=Rat Scheiffler=
Kräfte der Natur im Lichte der Phyſik. o 13.30: Berlin:
Nach=
richten. 14.30: Dr. Berger: Reiſen und Abenteuer: Als Gaſt der
Eingeborenen auf Samoa. O 15: Kürbis und Gurke in der Küche.
O 15.35: Wetter und Börſe. 0 16: Dr. Müller=Freienfels:
Grund=
fragen der Sozialpſychologie. o 16.30: Dr. Stefanſky: Die Prager
deutſche Dichtung der Gegenwart. o 17: Berlin: Konzert blinder
Künſtler. O 18: Landgerichtsdir. Dr. Lehmann: Brennende
Rechts=
fragen: Reichs= oder Landesjuſtiz? Zum 35. Juriſtentag. O 18.30:
Spaniſch für Fortgeſchrittene. O 18.55: Ober=Reg.=Rat Dr. Riehm:
Wie beizt man in dieſem Herbſt das Saatgetreide. o 19.20: Dipl.
Hdl. Dr. Wieg: Der Kaufmann und die Banken. O 20.30: Berlin:
Populäres Orcheſterkonzert. Dirigent: Seidler=Wikler. Berliner
Funkorch. Mitw.: Konzertmeiſter Franz v. Szoanowſki (Violine).
6 Anſchl.: Preſſenachrichten. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
II. Mch. 13215
DiE Beoeerke r Leee OereBEKLEI- LILLKEN
[ ← ][ ][ → ] Da durch den Beſchluß des Süddeutſchen Verbandsſpielausſchuſſes
nachträglich als 11. Verein der V.f.B. Friedberg der Ligagruppe Main
des Bezirks Main=Heſſen zugeteilt wurde, iſt eine Aenderung der
ur=
ſprünglichen Handball=Terminliſte notwendig geworden. Nach dieſer
abgeänderten Terminliſte ſpielen nunmehr die Handballer der 98er auch
am kommenden Sonntag in Darmſtadt, und zwar gegen den
Handballſportverein Frankfurt a. M.
Da auch die Fußball=Ligamannſchaft des Sportvereins im
bevorſtehen=
den Spiel gegen
Raſenſportverein Germania=Pfungſtadt
den Vorteil des eigenen Platzes genießt, ſieht das Stadion wieder
ein=
mal eine intereſſante Doppelveranſtaltung, die wohl ihre
Anziehungs=
kraft nicht verfehlen wird.
Das Fußballverbandsſpiel wird Aufſchluß darüber geben, ob die
Darmſtädter nach ihrem zufriedenſtellenden Start am vergangenen
Sonntag ihr Leiſtungsvermögen weiter zu ſteigern in der Lage ſind.
Denn darüber iſt man ſich im Lager der 98er durchaus im klaren, daß
man bei der großen Anzahl der zu abſolvierenden Verbandsſpiele, die
die Zahl 22 ausmachen, nur dann Anwartſchaft auf die
Kreismeiſter=
ſchaft erheben kann, wenn eine gewiſſe Beſtändigkeit der Form erreicht
wird. Und gerade daran hat es ja bei den 98ern in letzter Zeit gefehlt.
Hier muß es ſich nun zeigen, ob die Vorbereitungen für die
Verbands=
ſpielzeit erfolgreich durchgeführt worden ſind. Zweifellos ſind die
Pfungſtädter Germanen, die erſt vor einigen Wochen den Darmſtädtern
eine knappe Niederlage beibringen konnten, ein guter Prüfſtein für das
derzeitige Können der Darmſtädter. Zwar haben die Pfungſtädter
einen ſehr ſchlechten Verbandsſpielanfang zu verzeichnen gehabt; aber
gerade nach der durch mißliche Verhältniſſe bedingten Niederlage wird
ihr Bemühen, im zweiten Verbandsſpiel das ſchon verlorene Terrain
wieder gutzumachen, doppelt ſtark ſein.
Der Gegner der Handballmannſchaft iſt ja in Darmſtadt gut
be=
kannt, rechnet doch der Handballſportverein Frankfurt zu den wenigen
Mannſchaften, die ſchon ſeit der früheſten Entwicklung des
Handball=
ſportes der Ligaklaſſe angehören. Man weiß in Darmſtadt, daß dieſe
Mannſchaft ein wenn auch nicht gerade überragendes, ſo doch
gediege=
nes Können beſitzt, das ſie jederzeit befähigt, ſich einen Platz in der
Tabellenmitte zu verſchaffen. Von der Spielſtärke der Frankfurter
legt gerade das gegen den favoriſierten Ortsrivalen, Fußballſportverein,
erzielte Reſultat Zeugnis ab: nur mit 4:3 unterlagen hier die alten
Ligiſten, wobei ihnen in den Schlußminuten beinahe noch der
Aus=
gleich geglückt wäre.
Das Handballſpiel beginnt um 3 Uhr, während das Fußballſpiel,
daran anſchließend, auf 4 Uhr feſtgeſetzt wurde. Vor dieſen Spielen
finden mehrere Spiele der aktiven Mannſchaften ſtatt, und zwar
ſpie=
len von den Fußballmannſchaften:
die Ligamannſchaft gegen die Ligaerſatz von Pfungſtadt, und
die 3. Mannſchaft gegen die 2. Mannſchaft Viktoria=Griesheim.
Vei den Handballern tritt
die Ligaerſatzmannſchaft gegen die 1. Mannſchaft Tv. Biebesheim,
die 3. Mannſchaft gegen Viktoria=Griesheim
an. — Die erſte Damenhandballmannſchaft trägt das fällige Rückſpiel
gegen Alemannia=Worms aus.
Rot=Weiß — Fußballſp. V. Frantfurt.
Man ſchreibt uns zu dieſem Spiel u. a.:
„Der Fußballſportverein in Darmſtadt‟ Dieſer Ruf hat ſchon
ein=
mal die Maſſen des Darmſtädter Sportpublikums in ſeinen Bann
ge=
zogen. Damals, es war vor zwei Jahren, kämpfte die
Fußballmann=
ſchaft dieſes Vereins gegen den Sportverein 98 um den Süddeutſchen
Fußballpokal. Am kommenden Sonntag haben wir nun zum erſten
Male die ſo bald beſungene Handballmannſchaft in Darmſtadts
Mau=
ern als Gaſt. Wohl ſelten hat ein Verein ſo raſch eine ſolche
Mann=
ſchaft zur Verfügung gehabt als der Fußballſportverein Frankfurt.
Voriges Jahr kämpfte er noch in der B=Klaſſe. Jedoch in der
Erkennt=
nis, daß das Handballſpiel eine große Zukunft hat, haben die
Frank=
furter keine Mittel geſcheut, um ihre erſte Handballmannſchaft
liga=
fähig zu geſtalten. Es iſt ihnen gelungen, die beſten Spieler aus
Frank=
furt und Umgebung zuſammenzuziehen. Beſonders aus dem ehemaligen
Deutſchen Turnermeiſter, dem Turnverein Seckbach, bezogen die
Frank=
furter ihre Hauptkräfte. Neuerdings ſpielt auch der Repräſentative
Jrion vom Tv. Langen beim Fußballſportverein Frankfurt. Unter
dem Training eines bekannten Darmſtädter Polizeihauptmanns reifte
die neu aufgeſtellte Handballmannſchaft zu einer Stärke heran, daß
man ihr nicht mit Unrecht Meiſterſchaftsausſichten einräumte. Heute
gilt der Fußballſportverein Frankfurt als einer der Kandidaten auf die
Bezirksmeiſterſchaft. Die ſeitherigen Reſultate, vor allem das 9:9=
Ergebnis gegen die Darmſtädter Polizei geben wohl den beſten Beweis
der Spielſtärke wieder.
Der Fußballſportverein tritt am kommenden Sonntag,
vormittags 11 Uhr, dem V. f. L. Rot=Weiß mit folgender Mannſchaft
entgegen:
Irion
Sauerwein Knack
Horn Inkermann Ringelmann
Becker Marſchall Schmitt Löffel Bode.
Der Ausgang des Spieles iſt nicht nur für die Anhänger des V.f. L.
Rot=Weiß von großem Intereſſe, ſondern hat auch für die beiden
an=
deren Darmſtädter Handballvertreter ausſchlaggebende Bedeutung.
Je=
der Punkt, den die Frankfurter verlieren, begünſtigt die Ausſichten des
Sportvereins 98 und der übrigen Meiſterſchaftsanwärter. Noch vor
kurzem hätte wohl niemand irgendwie in Erwägung gezogen, daß die
Frankfurter auf dem Rot=Weißplatz Punkte verlieren könnten. Die
Not=Weißen haben jedoch eine Mannſchaftsumſtellung vorgenommen,
die ſich außerordentlich gut bewährte. Der ſichere 4:2=Sieg gegen die
Offenbacher Kickers auf deren berüchtigten Platz am „Bieberer Berg”
gibt doch zu leiſen Hoffnungen Anlaß. Noch vor einem halben Jahre
gelang es bekanntlich den Offenbachern, den Fußballſportverein
Frank=
furt mit 3:2 aus dem Felde zu ſchlagen. Auf dem eigenen Platz haben
die Rot=Weißen ſchon immer einen gefährlichen Gegner abgegeben,
namentlich, wenn ſie das Flügelſpiel nicht vergeſſen. Hoffen wir alſo
das beſte. Auf die neue Mannſchaftsaufſtellung werden wir nochmals
zurückkommen. Das Spiel findet, wie bereits erwähnt, ſchon morgens
um 11 Uhr auf dem Rot=Weißplatz an der Rheinallee ſtatt, um nicht
mit anderen Lokalereigniſſen zuſammenzutreffen.
Fußball.
Kreisliga — Südheſſen.
Bereits der zweite Sonntag der diesjährigen Verbandsſpiele brachte
in verſchiedener Hinſicht Ueberraſchungem, wie man ſie wohl nicht im
entfernteſten vorhergeſagt hätte. Leider iſt auch ein ſchwerer Unfall zu
verzeichnen, und zwar bei dem Spiel Olympia Worms-Normannia
Pfiffligheim, wobei ein Verteidiger der Gäſte einen Beinbruch erlitt;
Im großen und ganzen ging es im übrigen auch ſtürmiſcher zu als beim
erſten Spiel. Die Sucht nach möglichſt viel Punkten wirft alle guten
Vorſätze über dem Haufen. Die Tabelle ſieht folgendermaßen aus:
Spiele gew. unentſch. verl. Punkte
Normannia Pfiffligheim . . .
F.V. Biblis
„
Spv. Hochheim
„. . 2
Olympia Lorſch
..
Olympia Worms
..
Olympia Lampertheim
Starkenburgia Heppenheim . 1
. 2
Spv. Pfeddersheim
*
Spv. Horchheim
V. f. R. Bürſtadt
1
V. f. L. Lampertheim . .
Unſere Tabelle zeigt einen neuen Spitzenreiter; die Kandidaten vom
vorigen Jahre treiben ſich in der Mitte herum. Zwar haben die
Pfiſf=
ligheimer in Worms durch einem 3:2=Sieg zwei wertvolle Punkte geholt,
jedoch mußten ſie dieſelben teuer bezahlen. Ihr beſter Verteidiger,
Mül=
ler, ein ſehr fairer Spieler, prallte hurz vor Schluß des Spieles mit
einem Wormſer Spieler zuſammen und erlitt einen Beinbruch. Das
Spiel ſtand auf keiner beſonderen Höhe, und wurde ſo von den eifrigen
Gäſten verdient gewonnen. Die Niederlage des Meiſters aus Lorſch in
dieſer Höhe (6:2) in Hochheim läßt aufhorchen und ſchlug wie ein Blitz
aus heiterem Himmel ins Lorſcher Lager. Bei dieſem Spiel waren es
die Gäſte, die nicht befriedigen konntem, während die Einheimiſchen
dies=
mal ſehr gut bei der Sache waren. Eine weitere Ueberraſchung bilden
die beiden Unentſchieden in Pfeddersheim und Horchheim. Die Bibliſer
hatten bereits 2:0 gewonnen, konntem aber den Sieg nicht halten,
ob=
wohl die Hintermannſchaft der Riedleute mit aller Aufopferung
ver=
teidigte. Beim Schlußpfiff ſtand es 2:2. In Horchheim konnten die
Bürſtädter den Neuling nicht bezwingen, doch ſchoſſen auch die
Einheimi=
ſchen kein Tor. Auch hier teilte man ſich im die Punkte. Das Ergebnis
0:0 entſpricht dem Spielverlauf.
T.= n. Spp. Meſſel 1. — FSV. Groß=Zimmern 1. 2:2 (1:2).
Am vergangenen Sonntag trafen ſich obige Manmſchaftem zum
Freundſchaftsſpiel in Meſſel. Meſſel mußte mit zwei Mann Erſatz
an=
treten, die ſich aber ganz gut bewährten. Nach abwechſlungsreichem
Spiel konnte Groß=Zimmern durch einen Handelfmeter in Führung
gehen. Meſſel ſetzte jetzt alles daran und kann bald Ausgleich
erzwin=
gen. Aber Groß=Zimmern verſchaffte ſich durch einen leichtfinnigen
Fehler der Verteidigung abermals die Führung. In der zweiten
Halb=
zeit hatte Meſſel mehr vom Spiel und kann auch bald wieder ausgleichen.
Jetzt nahm das Spiel zeitweiſe ſehr ſcharfe Formen an, da beide
Mann=
ſchaften den Sieg an ſich bringen wollten. Aber bei dem Stande 2:2
blieb es bis zum Schluß. — Vor der erſten Mannſchaft ſpielten die
erſte Jugend gegen 1. Jugend Schaafheim und gewann hierbei die
Meſſeler Jugendmannſchaft 9:1.
Sportv. Weiterſtadt — Sport. Roßborf 3:2 (1:1).
Am vergangenem Sonntag hatte der Sporvverein Weiterſtadt die
erſte und zweite Mannſchaft des Sportvereins Roßdorf zum fälligen
Verbandsſpiel als Gaſt. Obwohl im vorigen Jahre Weiterſtadt bei der
Austragung der Gaumeiſterſchaft zweimal Roßdorf (7:0 und 5:1)
über=
zeugend beſiegen konnte, war man ſich darüber klar, daß Roßdorf in
letzter Zeit an Spielſtärke zugenommen hat. Was Roßdorf an Technik
fehlt, erſetzte es durch eine aufopfernde Spielweiſe. Das zeigt auch das
knappe Endreſultat. Die Verteidigung Roßdorfs war ausgezeichnet auf
dem Poſten und erſchwerke vor allem in der 1. Halbzeit den Srürmern
Weiterſtadts die Erfolge. Abgeſehen von einer kleinen kurzen
Ueber=
legenheit Roßdorfs in der zweiten Halbzeit dominierte Weiterſtadt, das
verdient gewann. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei und füllte
ſeinen Poſten voll und ganz aus.
Die zweite Mannſchaft Weiterſtadts mußte eine 1:0 Niederlage
hin=
nehmen, obwohl das Spiel durchweg überlegew geführt wurde. Hier
fehlte es an dem nötigen Elan und Schußvermögen der Stürmer.
Nurmi=Sportfeſt in Bochnm.
Nurmi läuft die 5000 Meter in 14:47 Minuten. — Houben ſchlägt
Jonath und Lammers. — Lammers verletzt.
Weſtdeutſchland hatte am Mittwoch abend im Meeting des T.u. S.
Bochum ein neues großes Sportfeſt. 6000 Zuſchauer wurden bei
ſchö=
nem Wetter Zeuge von glatt abgewickelten, gut beſetzten und
ſpannen=
den Kämpfen. Der Held des Tages war natürlich der große finniſche
Läufer Paovo Nurmi, der ſicherem Vernehmen nach hier ſein letztes
Rennen gelaufen haben ſoll. Nurmi beſtritt diesmal ein 5000 Meter=
Laufen, das er unangefochten in der glänzenden Zeit von 14:47 Min.
gewann. Zweiter wurde Schaumburg=Hünxe, der mit 15:05 Minuten
eine neue Turner=Höchſtleiſtung ſchuf. Eine kleine Senſation gab es im
Hundertmeterlauf, da hier Altmeiſter Hubert Houben den jungen
Dort=
munder Jonath um Bruſtbreite und den Dritten des olympiſchen 100=
Meterlaufes, den Turnermeiſter Lammers, um einen Meter ſchlagen
konnte. Im Auslauf zog ſich Lammers eine Fußverletzung zu, die
ſcheinbar ernſterer Natur iſt, da Lammers vom Platze getragen werden
mußte. Weltrekordmann Hirſchfeld bot im Kugelſtoßen wieder einmal
mit 15,78 Meter eine feine Leiſtung. Im Diskuswerfen revanchierte
ſich Hoffmeiſter für die am Vortag durch Hirſchfeld erlittene Niederlage.
Die Ergebniſſe:
100 Meter: 1. Houben=Bochum 10,5 Sek., 2. Jonath=Dortmund,
Bruſtbreite zurück, 3. Lammers=Oldenburg 10,6 Sek.
200 Meter: 1. Salz (Eintracht Frankfurt) 21,8 Sek., 2. Schüller=
Kre=
feld 21.9 Sek., 3. Borgmeier=Münſter.
800 Meter: 1. Müller=Zehlendorf 1:58,4 Min., 2. Cornelius=Bochum
1:59.5 Min., 3. Hobus=Gütersloh.
1500 Meter: 1. Walpert=Kaſſel 4:10,6 Min., 2. Hobus=Gütersloh, 10
Meter zurück, 3. Eſſer=Düſſeldorf.
5000 Meter: 1. Nurmi=Finnland 14:47 Min., 2. Schaumburg=Hünxe
15:05 (neue D. T.=Beſtleiſtung), 3. Boltze=Hamburg 15:11.2 Min.
Weitſprung: 1. Dobermann=Köln 7,17 Meter, 2. Meier=Charlottenburg
7,12 Meter, 3. Mölle=Köln 7,02 Meter.
Kugelſtoßen: 1. Hirſchfeld=Allenſtein 15,78 Meter, 2. Schröder=
Dort=
mund 13,22 Meter.
Diskuswerfen: 1. Hoffmeiſter=Münſter 44,68 Meter, 2. Hirſchfeld 43,84.
Schwedenſtaffel: 1. T.u. S. Bochum 2.04 Min., 2. Münſter 08 2:05 Min.
Die Bezirks=Uebungsſiunde des I. Bezirks:
am 9. September 1928 in Egelsbach.
Zum Sonntag, 9. September, hatte Bezirks=Oberturnwart gle;;
die Vereine zur Teilnahme an einer Bezirksübungsſtunde eingeladen
Oberturnwart Klein erklärte und übte zunächſt einige Frejübunger=
Das Ziel dieſer Uebungen war: Jeder höchſten Muskelſpannung mun
eine völlige Lockerung folgen; Atmungsübungen ſind jeder Uebungs
gruppe anzuſchließen.
Nachdem die Freiübungen durchgeturnt waren, führte die Tur
gemeinde Egelsbach eine Riege am Barren vor. Der Leiter dieſer
Riege, Turner Lindner aus Frankfurt a. M., den ſich der Egeln
bacher Verein auf längere Zeit allwöchentlich zu einer Uebungsſtunfe,
verpflichtet hat, zeigte mit ſeinen ihm anvertrauten Turnern den
Aup=
bau von Uebungen, beſprach die aufgetretenen Fehler und verſuchtn
dieſe durch eigene Vorführungen beſſer verſtändlich zu machen.
Der Barrenriege folgte, ebenfalls unter Lindners Leitung, ein
Schülerriege. Dieſe führte als Bodenübungen Rolle, Hechtrolle übe
verſchiedene Höhen und Hinderniſſe, Radſchlagen, freien Ueberſchlo
u. b. a. vor. Mik Ausnahme eines Schülers waren alle übrigen m.
einer Sicherheit und Gewandtheit den Anforderungen ihres
Leiter=
gefolgt, daß bei allen Zuſchauern wirkliche Freude ausgelöſt wurde. 85
bezug auf Hilfsgriffe durch den Lehrer bei der Durchführung doe
kleinen Kunſtſtückchen, war dies eine erfreuliche und gut verwertbann
Schule für die anweſenden Kinderturnwarte.
Anſchließend an das Kinderturnen wurde mit dem Kürturnen m
Barren und Pferd begonnen. Dadurch, daß Turner Lindner auch hier
bei es an ſeinem guten Rat nicht fehlen ließ, war bald äußerſte
Re=
ſamkeit zu beobachten. Jeder Turnende wollte fachmänniſche Krittt
über ſeine Uebung hören.
Zum Schluſſe konnten die Turner Wicht und Lohr auf de=
Gebiete des Kinderturnens mit ihren Schülern und Schülerinnen no
an dem neueſten Turngerät Saturn” ſehr beachtens= und emin
fehlenswerte Uebungen zeigen. Uebungen von Mädhen, z. B. Stä5.
kung der Bauchmuskulatur, wurden hierbei in einer ſtaunenswerten
Geſchmeidigkeit gezeigt, wie man ſolche an anderen Geräten kaum a=u
deuten kann. Die Möglichkeit, ganze Abteilungen auf einmal an diif
ſem Gerät gefahrlos beſchäftigen zu können, beſeitigt das oft unver
meidbare Abgelenktwerden einzelner Kinder.
Wenn auch bei dieſen Vorführungen der Kinder am „Saturn” rect
viele begeiſterte Zuſchauer anweſend waren, ſo fiel doch allgemein auu
daß gerade die Turner ſich dieſes Betätigungsfeld nicht anſahen, wen,
ſie fälſchlicherweiſe es zum Teil als Spielerei betrachten und nur ihrn
Rieſenfelge, Kreiskehre uſw. als das allein richtige Turnen halten.
Mit Beendigung der Vorführungen der Schüler und Schülerinnen
fand der turneriſche Teil ſeinen Abſchluß. — Die Teilnehmer fandsu
ſich dann noch zu einer Beſprechung zuſammen, wobei die Durchführunn
des am 30. September in Babenhauſen ſtattfindenden Mannſchaft=ᛋ
kampfes beraten wurde.
Kraftſport.
Großer Erfolg der Groß=Zimmer Jugend im Ringen beim Kreis=
Jugendfeſt in Klein=Oſtheim.
Der Athletenverein Vorwärts Groß=Zimmern ſandte am Sonntauy
den 9. d. M., ſeine Jugend zum Kreisfugendfeſt des 2. Kreiſes nau
Klein=Oſtheim. Bei ſtärkſter Konkurrenz konnten ſich folgende Mitglieder
gut placieren: Es errangen in der Schülerklaſſe bis zu 60 Pfund: Joo
Wörtche den 2. Preis: Schülerklaſſe bis 70 Pfund: „Jakob Wörtche de
1. Preis; Aug. Pfeffer 4. Preis. Schülerklaſſe bis 80 Pfund: Georrn
Weidner 1. Preis; Georg Wörtche 2. Preis; Schülerklaſſe über 80 Pfd.6.
Georg Liſt 1. Preis: Jean Göbel 2. Preis; Jak. Lauer 4. Preis.
Jugendklaſſe bis 90 Pfund: Karl Ganß 2. Preis; Jugendklaſſe bis 111.
Pfund: Georg Weier 2. Preis; Joh. Buchsbaum 11. Preis; Jugendklaſfſf
bis 120 Pfund: Georg Eck 1. Preis; Ph. Reinhard 3. Preis; Jugenäu
klaſſe über 120 Pfund: Heinr. Danz 1. Preis. — Vor allem iſt das gunn
Abſchneiden der Jugend dem Umſtand zu verdanken, daß ſie in dem
Deutſchen Meiſter Hans Ohl einen erſtklaſſigen Trainer hat und nichk
zuletzt dem fleißigen Training der Jugend ſelbſt. Denn nur Uebuny
macht den Meiſter.
Athletik=Sportverein 1895 Darmſtadt.
Bei dem am Sonntag, den 9. September, in Klein=Oſtheim a. M)
ſtattgefundenem Kreisjugendfeſt (2. Kreis Mittelrhein) gelang es,
bes=
ſehr ſcharfer Konkurrenz im Ringen L. Schäſer (Schwergewicht), den
4. Preis und im Stemmen A. Mahler (Leichtgewicht), den 5. Preis zun
erringen.
Rennen zu Mannheim am Mittwoch.
1. Wachenburg=Hürdenrennen. 3000 Mark. 2800 Meter. 1. C. BoS
mers Keſch (Günther); 2. Kean; 3. Mühelos. Ferner: Fähnrich, Mr
lady, Caractarus. Tot.: 23; Pl. 15, 17:10. 34—1 Lg.
2. Moſel=Rennen. 3000 Mark. 2000 Meter. 1. A. Stierheims Gra.
(Printen); 2. Polaſchin; 3. Taugenichts. Ferner: Mannesmut, Cocktaih.
Südwind, Falkner, Abendſturm. Tot.: 20; Pl. 13, 16, 21:10. 34—Hal:0
3. Murg=Rennen. 2400 Mark. 1450 Meter. G. Schmeiſſers Tosd
cana (Reiß); 2. Amenophis; 3. Strug. Ferner: Albana, Farmerit7
Deluſion, Sanna Anna. Tot.: 37; Pl. 13, 13, 14:10. 2—2 Lg.
4. Preis von der Pfalz. Jagdrennen. Ehrenpreis und 5400 Mar-
4000 Meter. 1. O. Krügers Kätherl 3. (Schnitzer); 2. Sans parei.
3. Allah. Ferner: Le Gerfaut, Milan 3., Cannebiere, Sturm. Totn
53; Pl. 14, 13. 11:10. 1½—1 Lg.
5. Donau=Preis. Ehrenpreis und 4100 Mark. 2400 Meter. 1. 5
Zeugs Nataſche (Gabor); 2. Hilf dir ſelbſt; 3. Nemrod, Ferner: Cornn
lan 3., Honey Bear, Oriflamme. Tot.: 74; Pl. 21, 13:10. ½—1½ 9
6. Holck=Jagdrennen. 3000 Mark. 3400 Meter. 1. Frau A
Münchs Feuermal (v. Egloffſtein); 2. Emigrant; 3. Snob. Ferner:
Abendwind, Metis, Sapajus, Trojo, Domino. Tot.: 68; Pl. 16, 1.9
15:10. 2—3 Längen.
7. Neckar=Rennen. 3000 Mark. 1200 Meter. 1. Geſt. Kauvenburcn
Churpfalz (Printen); 2. Perlenfiſcher; 3. Miles. Ferner: Exzellenn
Gaffel, Ofterdingen. Tot.: 24: Pl. 15, 22:10. 1—1½ Lg.
Favoritenſieg im engliſchen St Leger.
Als eine der älteſten engliſchen Zuchtprüfungen, zurückgehend auf de
Jahr 1776, kam am Mittwoch in Doncaſter das engliſche St. Leger zu
Entſcheidung. Mit Ausnahme des Derbyſiegers Felſtead, der lahm in de
Box ſtehen mußte, war alles am 2900 Meter=Start, was irgendwie
Al=
ſpruch auf klaſſiſche Ehren erheben durfte. Als Favorit ging Lon
Derbys Fairway an den Start, der im Derby ſtark enttäuſcht hattI
ſiesmal aber die Evwartungen in vollſtem Maße erfüllte. Fairwah gb
wann unter Jockey T. Weſton leicht mit eineinhalb Längen gegen d8‟
us Frankreich entſandten Palais Rohal, der ſeinerſeits die Engläande
Chelonic und Flamingo hinter ſich ließ. — Das Ergebnis:
St. Leger=Stakes. Für Dreijährige. 2900 Meter. 5000 ſov0
1. Lord Derbys Fairway (T. Weſton); 2. J. Wittoucks Palais Rohal
(M Allemand); 3. Maj. J. S. Courtaulds Cyclonic (R. Jones). 13 . 1
m. Startkurſe: 7:4; 100:6; 12):15. 1½—1 Lg.
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Nummer 255
Donnerstag, den 13. Sept.
Nie Organiſation des Konkursweſens.
Von
Eduard Butzmann, Berlin.
Während das Organiſationsweſen in Deutſchland auf ſehr hoher
ſuffe ſteht, muß man leider die Feſtſtellung machem, daß auf dem
Ge=
ſi des Konkursweſens nichts geſchehen iſt, um die ſchon ſehr lange
r*gten Mängel und Nachteile auszumerzen oder wenigſtens auf ein
trägliches Maß herabzuſetzen. Dies gilt ganz beſonders hinſichtlich der
invertung der Konkursmaſſe, von welcher hier allein geſprochen werden
A. Schon immer iſt darüber geklagt worden, daß die Konkurſe ein
be=
uierlich geringes Ergebnis zu haben pflegem, wofür man in durchaus
u— zu wenigen Fällen nicht den Maſſeſchuldner verantwortlich machen
n.. Die Urſache hierfür iſt vielmehr darin zu ſuchen, daß die in der
Tursmaſſe liegenden Vermögenswerte allzu oft verſchleudert werden,
atrch ein zu geringer Erlös erzielt und damit die Konkursquote
emp=
iTich ſtark geſenkt wird. Dies geſchieht aber ausnahmslos zum
1—den des Maſſeſchuldners ſowohl als auch zum Schaden aller
Gläubi=
häufig genug fedoch noch zum Schaden des engeren Geſchäftszweiges,
lem der zuſammengebrochene Betrieb angehörte.
SMit verhältnismäßig geringen Mitteln kann der Weg beſchritten
migen, auf welchem mit ziemlicher Gewißheit beachtenswerte Erfolge
er=
werden könnten, wenn ein zweckmäßiger Ausbau gelingt, worüber
urr Zweifel vorgebracht werden können. Es handelt ſich um eine
ein=
ch: Organiſationswaßnahme, nämlich um die Sammlung von Liſten der
ieen verſchiedenen Konkursmaſſen lagernden Beſtände an einer zentra=
SStelle, von welcher aus die Weiterleitung oder Bekanntgabe an alle
Frage kommenden Firmen zu erfolgen hätte. Dieſe Sammlung würde
nter Benutzung vorhandener Organiſationen und Einrichtungen in
nder Weiſe vollziehen.
Der Konkursverwalter iſt nach den geſetzlichen Beſtimmugen
ver=
iOtet, die vorhandenen Vermögenswerte des Maſſeſchuldners genau
f azeichnen. Hiervon ſind die Warenbeſtände von beſonderer
Wichtig=
t. auf welche ſich vorläufig die zu treffende Maßnahme beſchränken
imte. Bei Aufzeichnung dieſes Warenverzeichniſſes wird dem
Konkurs=
rwalter die Verpflichtung auferlegt, unter Benutzung der bekannten
wielfältigungsmöglichkeiten eine Kopie witzufertigen, am beſten mit
1—hſchreibebogen. Die damit verbundene Mühe iſt ſo geringfügig, daß
in einer Mehvarbeit und Belaſtung für dem Konkurswerwalter nicht
ge=
rchen werden kann. Es wäre alſo durch gerichtliche Anordnung ohne
eiseres möglich, dieſe doppelte Fertigung der Wavenliſte herzuſtellen
d. dem Konkursverwalter aufzuerlegen. Ein Widerſtand dagegen iſt
n. demſelben nicht zu befürchten.
DDas Doppel der Warenliſte iſt dann an die zuſtändige
Induſtrie=
d. Handelsbammer einzuſenden, welche dieſelbe in einem dem
öffent=
har Verkehr zugänglichen Raum öffentlich auszulegen hat, ſo daß
demann in der Lage iſt, den aufgenommenen Beſtand einzuſehen. Um
mreiteſter Form den Eingang der Warenliſte bekanntzugeben, muß die
arDdelskammer in ihrem amtlichen Organ eine öffentliche
Bekannt=
ncizung erlaſſen und die Intereſſentem zur Einſichtnahme auffordern.
tf: Anregung der Handelskammern wird dieſe Bekanntmachung
zweifel=
much von allen im Bereiche erſcheinenden Fachzeitungen aufgenommen
eſsen, während in den Tageszeitungen durch periodiſch erſcheinende
rigen auf die Neueinrichtung aufmerkſam zu machen wäre. Die
In=
ſſtirie= und Handelskammern werden ſich in dieſer Beziehung gern zur
enFütgung ſtellem, weil ſie auf dieſem Wege der geſamten Wirtſchaft
terv großen Dienſt erweiſen und der ihnem obliegenden Fürſorge für
8) gewerbliche Leben hervorragend gerecht werden. Es wird ihnen
ſch. darum leicht werden, weil die damit verbumdene Mehrarbeit und
rentſtehenden Koſten im Rahmen ihres ganzen Apparates unweſentlich
di und keine Rolle ſpielen.
EMit Hilfe dieſer Neueinrichtung würde man eine beſſere Verkeilung
EMaſſebeſtände im Rahmen des geſamten Warenverkehrs im Bereiche
s Handelskammerbezirks herbeiführen. Es könnte dann nicht mehr
Elwmmen, daß durch plötzliches Herauswerfen der Warenbeſtände einer
mtursmaſſe der Markt vorübergehend überſchwemmt und der reguläre
rhauf beeinträchtigt werden würde, wie dies zum Schaden des regu=
Eem Geſchäfts ſchon ſehr oft der Fall geweſen iſt. Die Geſchäftswelt
ſens durch die Veröffentlichung der Induſtrie= und Handelskammer und
rip die davaufhin erfolgte Einſichtnahme der Warenliſten darüber
ſterichtet, was in der Maſſe liegt und demnächſt zum Verkauf gelangen
r.. Außerdem, wird der Vorteil erzielt, daß ſämtliche Gläubiger des
g Feſchuldners in dieſer Zentralſtelle die Möglichkeit habem, das
vor=
mpene Warenverzeichnis einzuſehen, daß ferner alle an dem Waren
rreſſe zeigenden Reflektanten ſich wegen des freihändigen Erwerbs
3/Warenlagers an den Konkursverwalter wenden können. Es wird
ſo auch die Verwertbarkeit der Maſſe geſteigert und damit die Ausſicht
f Erlangung höherer Erlöſe zur Erzielung einer vorteilhafteren
orkursquote.
SDie Einfachheit der zu treffenden Waßnahmen und die Leichtigkeit
ceis Durchführung wird hoffentlich recht bald Vevanlaſſung gebew, daß
Induſtrie= und Handelshammern in der gekennzeichneten Richtung
tau Verſuch machem, der ſicherlich gute Früchte tragen und die
Unter=
ge. für einen weiteren Ausbau der Organiſation bilden wird zur
Ver=
ſſarung der heute recht betrübenden Verhältniſſe auf dieſem Gebiete.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Möhr=Auto A. G. in Oberramſtadt. Die im Mai ds. Js. beſchloſſene
elwöhung des Aktienkapikals um 1000000 Mark iſt erfolgt durch die
usgabe von 950 Stück Stammaktien und 50 Stück Vorzugsakrien,
itze je auf den Inhaber lautend, zum Nennbetrage von 1000 Mark
7d. zum Kurſe von 100 Prozent zuzüglich 10 Prozent Unkoſtenpauſchale.
Hugo Stinnes legt ſeine Vorſtands= und Aufſichtsratsämter nieder.
vn. den Aufſichtsräten der Stinnes=Geſellſchaften wird mitgeteilt: Herr
un v Stinnes jun. hat wegen der gegen ihn ſchwebenden
Unterſuchun=
m. ſeine geſamten Aemter in Vorſtänden und Aufſichtsräten in in=
1d. ausländiſchen Geſellſchaften zur Verfügung geſtellt. Im
Einver=
ehmnen zwiſchen den deutſchen und amerikaniſchen
Aufſichtsratsmit=
jedern der Spitzengeſellſchaft des Stinneskonzerns, der Hugo
Stinnes=
orworation, werden die Geſellſchaften und Untergeſellſchaften von den
sb erigen Leitern dieſer Geſellſchaften nach Anweiſung durch den
Auf=
hSrat weitergeführt.
Indexziffern nach Dr. Moritz Elſas. Die Koſten der Lebenshaltung
ihen ſich bis zum 1. September auf 145,7 erhöht; gegen den 1. Juli
18s. ſind ſie um faſt 2 Prozent geſtiegen. Schuld daran tragen in
r Hauptſache die höheren Koſten für die Ernährung. Zwar hat ſich
er Brotpreis geſenkt, doch ſteht ihm vor allem die ſtarke
Preisſteige=
uag der Butter gegenüber. Die innere Kaufkraft der Mark an den
ehenshaltungskoſten gemeſſen, beträgt ab 1. September 68,5
Vorkriegs=
fenrnige. Der Maſſenwohlſtand iſt bis Ende Juli gegen die beiden
ſon monate etwas geſunken, obwohl die Arbeitsloſigkeit abgenommen
a und zwar infolge Steigerung der Lebenshaltungskoſten, die zu
mar, wenn auch nicht ſehr erheblichen, Senkung der Reallöhne geführt
.. Der Kapitalindex hält Ende Juli ungefähr auf dem Stand vom
(a, nachdem er im Juni vorübergehend geſtiegen war. Der ſoziale
Keihlſtandsindex, der aus Maſſenwohlſtand und Kapitalindex errechnet
ſicd, hält Ende Juli auf 95,5. Verglichen mit dem Vorjahr, ſteht der
zuale Wohlſtand Ende Juli auf ungefähr der gleichen Höhe wie im
uguſt, aber höher als im Juli 1927. Die Maſſenkaufkraft war daher
Ihrer Geſamtheit im Juli höher als zur gleichen Zeit des Vorjahrs,
m: zwar auch ohne Berückſichtigung des natürlichen jährlichen
Zu=
ſanhſes an Arbeitskräften.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin vom 12. September ſtellten ſich für
ſtertrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam (
No=
ſnuung der Vereinigung für die Dt. Elektrolytkupfernotiz) 140 RM. —
9e Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallborſenvorſtandes
M Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung
m:Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenalumimum, 98—99
Pro=
eh=, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM., desgleichen in
Lallz= oder Dvahtbarren, 99 Prozent, 194 RM., Reinnickel, 98—99
Pro=
en-, 350 RM., Antimon Regulus 83—89 RM., Feinſilber (1 Kg. fein)
87 5—80,25 RM.
Die Verliner Metallnotierungen vom 12. September ſtellten ſich für
APfer: Januar, Februar, März 126,75 (127,25), April, Mai 127
I), Juni, Juli, Auguſt 126,75 (127), September 126,50 (127,50), Ok=
Für Zink: Januar, Februar, März, April, Mai, Jumi, Juli, Augguſt
48,25 (49,25), September 48,25 (49,75), Oktober, November 48,25 (49,50),
Dezember 48,25 (49,25). Tendenz: luſtlos. — Die erſten Zahlen
be=
deuten Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 12. September.
An der heutigen Börſe war die Haltung allgemein etwas feſter. Nach
dem glatten Verlauf des geſtrigen Prämienerklärungstages ſchritt die
Spekulation auf den meiſten Marktgebieten zu Deckungskäufen, zumal
in Anbetracht des reichlichen Angebotes von Prolongationsgeldern auch
zum Zahltag keine Schwierigkeiten eintreten dürften. Günſtig beeinflußt
wurde die Stimmung außerdem durch die ſehr feſte Tendenz der geſtrigen
New Yorker Börſe. Ferner verwies man auf den guten
Zeichnungs=
erfolg der Diskonto=Kommanditanteile in Amſterdam. Etwas lebhafter
gefragt waren aber nur einzelne Spezialpapiere, da das Intereſſe des
Publikums am Börſengeſchäft weiterhin geving blib. Bei der erſten
Notierung waren gegen die Abendbörſe meiſt etwa 1= bis Zprozentige
Kursbeſſevungen zu verzeichnen. — Deutſche Anleihen zogen geringfügig
an. Im Verlaufe machte die Beſſerung der Stimmung Fortſchritte, da
dis außenpolitiſche Lage meiſt ruhiger betrachtet wurde. Am
Banken=
markt waren Berliner Handelsgeſellſchaft und Reichsbank weiter
ver=
langt und zirba 2½ bis 3 Prozent feſter. Danatbank gewannen 2½
Pro=
zent, AEG. und Siemens je 1½ Prozent. Der Geldmarkt war etwas
leichter. Tägliches Geld 6 Prozent. Am Deviſenmarkt nannte wan
Mark gegen Dollar 4,1975, gegen Pfunde 20,360, London — Kabel 4,8510,
Paris 124,24, Mailand 92,75, Madrid 29,30, Holland 12,10½.
An der Abendbörſe war die Haltung eher weiter etwas feſter, wenn
auch das Geſchäft nur beſcheidenes Ausmaß hatte. Neben weiteren
Deckungskäufen der Spekulation ſollen einige Kauforders für das
Aus=
landg vorgelegen haben. Anregend wirkten auch die aus New York
ge=
meldeten, ſehr feſten Anfangskurſe
Berlin, 12. September.
Die freundliche Tendenz des vorbörslichen Freiverkehrs übertrug ſich
auch auf den offiziellen Börſenbeginn. Die Börſe eröffnete in einheitlich
feſterer Tendenz bei einiger Geſchäftsbelebung. Hierzu trug in erſter
Linie die ruhigere Beurteilung der außenpolitiſchen Lage bei, ferner die
neuerliche feſte Haltung der New Yorker Börſe und die Ermäßigung des
dortigen Geldſatzes. Ein günſtiges Moment erblickt man ferner in der
eingetretenen Entſpannung des hieſigen Geldmarktes und erwartet,
nach=
dem die Vorbereitungen ſchon frühzeitig eingeſetzt haben, eine glatte
Ueberwindung des September=Ultimos, der erfahrungsgemäß an den
Geldwarkt große Anſprüche ſtellt. Da auch das Ausland wieder mit
Intereſſenkäufen am Markt war, die ſich auf Reichsbankanteile,
Siemensaktien, Glanzſtoffaktien und Farben, namentlich von ſchweizer
und holländiſcher Seite, erſtrecktem, ſchritt auch die Spekulation
verſchie=
dentlich zu umfangreichen Deckungen. Stimulierend wirkten die
Nach=
richten von der feſten Haltung der ausländiſchen Eiſenmärkte, von neuen
Reparationsaufträgen ſowie der Bericht des Inſtituts für
Konjunktur=
forſchung, der die Lage der Induſtrie nicht ungünſtig erſcheinen läßt.
Der Geldmarkt wies heute eine leichte Entſpanwug auf. Nach
Feſt=
ſetzung der erſten Kurſe wurde das Geſchäft nach einer vorübergehenden
weiteren leichten Befeſtigung ruchiger und die Kurſe gaben im
allgemei=
nen etwas wach. Feſter lagen mur Kaliwerte. Die freundliche Tendenz
hielt bis zum Schluß des offiziellen Verkehrs an und die Kurſe konnten
ſich durchweg weiter erhöhen. Lebhafteres Geſchäft entwickelte ſich noch
Montanwerten und Svenska. Feſt lagen bei anhaltenden
Intereſſen=
äufen von Banbaktien Reichsbank und Berliner Handel; auch die
übri=
rigen Bankwerte konnten ſich weiter befeſtigen. Nachbörslich endwickelte
ſich in Elektrowerten großes Geſchäft bei weiterhin anziehendem Kurſen.
9. 1 12. 9.
11. 9 12. 9.
A. E. G.
180.6esl 183.5 oirſch Kupfer ...
135.1251136.—
Augsb.=Nürnb. Maſch.
98.25 JHöſch Eiſen ....
1137.75 1137.875
Baſalt ..!
72.25 72.6251Hohenlohe Werke.
75 — 1 74.—
Bergmann.
197.5 200.— Kahla Porzellan .. . . /135.— 1134.5
Berl. Karlsruhe
72.625/ 72.5 Kali Aſchersleben
Je71.5 1276.5
Berl. Hand.=Ge
292.— 287.—
Salzdetfurth .. . /453.5 1455.25
Braunkohl. Briketts 180.— 1179.25
Weſteregeln
1278.— 1283.—
239.— 238.75 Lindes Eismaſch.
181.— 1181.—
Bremer Wolle.
Danatbank. .
271.75 1274.5 1B. Boewe& Co...
238.— 1241.—
167.— 167.5 Lingel Schuh .
46.— 46.125
Deutſche Bank..
165.5
165.5 MannesmannRöhren /136.5 1137 —
Diskontogeſ.
170.— 171. — MNiederlauſitzer Kohle /167.5 1168.—
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchinen . v 53.5 1 53.875/Nordd. Lloyd
1152.5 (154.—
Deutſche Erdöl
137.75 / 139.75 Orenſtein..
1117.— 1118.5
1476.— 1487.—
Deutſche Petroleum. / 86.5 1 86.5 Polyphon
104.— 1105.5
125.— 125.— Rütgerswerke.
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung
180 25 1 182.— Sachſenwerke
122.5
260.5 262.75 (Siemens Glas.
H146.5 146.5
J. G. Farben ..
125.5 125 5 Ver. Glanzſtoff
1565.— 1579——
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. . . / 264.— 1 265.25 Ver. Stahlwerke. . . . / 96.5 1 96.875
49.— Volkſtedter Porzellan / 66.5 66.—
50.—
Han. Maſch.=Egeſt
191.5 196.5 Wanderer Werke.
1136.— 1135.5
Hanſa Dampfſch.
162.— WWiſſner Metall. .
161.—
160.5 160.—
Hapag.
150.5 15075 (Wittener Gußſtahl .. / 55.5 1 54.—
Harpner. . . . . . ."
Helſingfors
Wien ...
Prag ..."
Budapeſt ..."
Sofia ....."
Solland ..
Lslo ....."
Kopenhagen.
Stockholm ..
London ...
Buenos Aires
Neu=York .
Belgien .....
11. 9.
Geld /Brief
10.558 10.578
59.085 59.205
12.42812.448
73.07
3.027
168.06
111.83
11.85
112.21
20.842
1.765
4.1935
58.29
73.21
3.033
68.4(
112.05
12.07
12.43
20.382
1.769
4 2015
59.41
Oeviſenmarkt.
12. 9.
Geld
10.556
69.06
111.82/112.0.
12.191112 4
20.337/20.37
1.763/ 1.76
Brief
12-426/12.446/Schweiz
73.07 73.211Spanien
68.04/168. 38)Japan.
111.siltt2.0
4.19304.201
58.27 658.39 Jüruguav.
10.576lItalien ..
Paris.
3.027 3.033/Danzig
Rio de Janeiro
Jugoſlavien.
Portngal
Athen ..
Konſtantinopel
Kanada. .
12. 9.
Brief
21.965
18.40
80.86
69.56
81.47
1.9181 1.922
0.501
7.387
18.92
5.435
2.173/ 2.177
4.203
4.271/ 4.279
Produftenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 12. September. Am Frankfurter
Produktenmarkt konnte auch heute das Geſchäft kein größeres Ausmaß
annehmen, obwohl die Auslandsnotierungen durchweg etwas höher
lau=
teten. Man war fedoch allgemein etwas freundlicher geſtimmt; was aber
ohne Einfluß auf die Preisgeſtaltung blieb. Es waren ſogar eher noch
bei verſchiedenen Getreidearten Preisrückgänge feſtzuſtellem, was jedoch
mit dem überaus großen Angebot in Zuſammenhang zu bringen iſt, da
die Händler aus dieſem Grunde ein weiteres Nachlaſſen der Preiſe
er=
hoffen. Roggen, Sommergerſte, Weizenmehl und Roggenkleie blieben
bei beſcheidenen Umſätzen gut behauptet; ſchwächer und ſtärker
vernach=
läſſigt waren dagegen Weizen, Mais, Roggenmehl und Weizenkleie.
Regeres Intereſſe beſtand bei etwas größeren Umſätzen für Hafer il.
bei anziehendem Preis. Die Notierungen wurden wie folgt feſtgeſetzt:
Weizen 22,65—22,60; Roggen 22; Sommergerſte 26; Hafer inl. 21,75 bis
22,25; Mais für Futterzwecke 20; Weizenmehl 33—33,50; Roggenmehl
30,50—31; Weizenkleie 12,90; Roggenkleie 13,50.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 12. Sept. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt nahm anfangs einen ſchwächeren Verlauf auf
den baiſſegünſtigen Wochenwetterbericht und die größeren Ankünfte auf
den Inlandsplätzen. Auf die feſteren Lokoprämien trat dann eine
Er=
holung ein, ſo daß die Kurſe etwas über geſtern ſchloſſen.
Mais: Deckungen in September=Ware, kleines Inlandsangebot und
beſſere Exportnachfrage bewirkten eine feſte Haltung.
Roggen: Für die Schwäche des Marktes waren beſonders
maß=
gebend der baiſſelautende Wochenbericht, die Schwäche Winnipegs und
die verſtimmenden deutſchen Ernteberichte. Der Schluß war erholt.
Hafer: Der Markt verlief in ſtetiger Haltung und die Notierungen
konnten leichte Steigerungen erzielen auf das geringe Inlandsangebot.
* New York, 12. Sept. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Auf die beſſeren ausländiſchen Kabel und lebhafteren
Abſatz am Schnittwarenmarkt konnten die Preiſe etwas anziehen, zumal
auch der Handel zu Anſchaffungen ſchritt. Immerhin war eine gewiſſe
Zurückhaltung der Käufer bemerkbar. Später wurde jedoch die
Stim=
mung ſehr nervös.
Kaffee: Bei allgemeiner Unregelmäßigkeit im Verkehr war doch
eine Preisſteigerung zu beobachten auf Deckungen und Käufe für
euro=
päiſche Rechnung.
Zucker: Die feſtere Londoner Tendenz bewirkte Käufe des
Publi=
kums und des Handels mit einer Steigerung der Termine, die aber im
Verlaufe des Marktes wieder verloren ging.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 12. Sept.:
Getreide: Weizen, Sept. 108½, Dez. 113, März 117½; Mais,
Sept. 97½, Dez. 76, März 77½; Hafer, Sept. 40½ Dez. 41½,
März 43: Roggen, Sept. 90¾, Dez. 92½, März 95½.
Schmalz: Sept. 12,80, Okt. 12,825, Dez. 13,05, Jan. 1929 13,225.
Fleiſch: Rippen, Sept. 14,15, Dez. 13,825; Speck loco 14,62;
leichte Schweine 11,85—13,40, ſchwere Schweine 12,30—13,10;
Schlweinezufuhr Chicago 12000, im Weſten 50 000.
Clicagver Baumwolle: Okt. 17,41—17,43, Dez. 17,49.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 12. Sept.:
Getreide: Weizen, Rotwinter 158½, Hartwinter 124½; Mais
neu angek. Ernte 91: Mehl ſpr. wheat clears 5,75—6,15; Fracht
nach England 1,3—2,1 sh, nach dem Kontinent 9—13 C.
Schmalz: Prima Weſtern, loco 8½; Talg extra 13,55.
Kakao: Tendenz ſtetig, Umſatz in lots 79, loco 11½, September
10,80, Oktober 10,89, November 11,20, Dezember 11,25, Januar
1929 11,30, Februar 11,32, März 11,38, April 11,46, Mai 11,52.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In der Woche vom 26. Auguſt bis zum 1. September (ſechs
Arbeits=
tage) ſind bei der Deutſchem Reichsbahngeſellſchaft (Angabem in 1000
Stück) 927,4 Güterwagen geſtellt worden gegen 918,4 in der
entſprechen=
den Woche 1927 (6 Arbeitstage) ud 918,3 in der Vorwoche 1928. Für
den Durchſchnitt je Arbeitstag berechnet lquten die entſprechenden
Zif=
fern 154,6; 153,1: 153,0.
In Stuttgart wurde die diesjährige Textil= und Bekleidungsmeſſe
geſchloſſen. Der Beſuch war an allen vier Ausſtellungstagen anhaltend
ſtark. Die zahlreichen Kaufaufträge haben durchweg befriedigt. Es
war eine ſichtbar aufſteigende Tendenz zu erkennen, die auf eine
Be=
lebung des geſamten Marktes ſchließen läßt. Die nächſte Meſſe wird
vorausſichtlich im Laufe des Monats März 1929 ſtattfinden.
Die Tuchfabrik Aſchaffenburg in M.=Gladbach hat die Fuſion mit
der Ernſt Friedr. Weißflog A.=G. in Geva beſchloſſen.
Das europäiſche Schienenkartell (Erma) tritt am 21. September in
Paris zuſammen, um Regularien zu erledigen ud evtl. über eine
Preiserhöhung für Schienen zu beſchließen.
Am 11. September hat eine Sitzung des Direktionskomitees des
Internationalen Walzdrahwverbandes ſtattgefunden. Es wurde
feſtge=
ſtellt, daß bei durchaus befriedigender Beſchäftigung der Auftragseingang
aus Inland und Ausland auf weitere gute Beſetzung der Werke in dem
nächſten Monaten ſchließen laſſe. Trotz der auf dem Weltmarkt
herr=
ſchenden Auſwärtsbewegung der Eiſenpreiſe kam man zu dem Beſchluß,
die Ausfuhrpreiſe für Walzdraht nur um 6 sh 2/ d pro Tonne zu
er=
höhen, um die bisher ſchon erfolgte ſtabile Preisbildung aufrecht zu
er=
halten. Im übrigen wurden laufende Angelegenheiten erledigt.
In der Zeit vom 1. Juni 1927 bis 1. Juni 1928 ſind die italieniſchem
Spareinlagen von 12750 auf 14 970 Mill. Lire geſtiegen.
*
Frankfurter Kursbericht vom 12. September 1928.
We Ree
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ....."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +
Ablöſungsanleih
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
8% Bad.=Bad. v. 26
6¾Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
8%Mainz v. 26
8%Mannh. v. 26
8%Nürnberg v. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp. Bk.
Pfbr. „
8%
8% Heſſ. Landesol
7%0
6%
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
68
8½ Mein. Hhp.Bk.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
8½ Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . . .
84
95
93
88.5
9271.
98
97.5
97.5
97.5
89.5
88
93:1,
87
81.5
97.5
98
un
Dan
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .. .
8% Südd. Bod.
Cred.=Bank ...
8% Württ. Hyp.=B
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser, I.
Ser. II
6% Daimler Benz
von 27
30 Klöchn=Werke
Berlin v. 26....
25 Mainkrw. v. 26.
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
8% Voigt & Häffner
v. 26 ..
5 % Bosn. L. E. B.v.
1914 .... . ....
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
4% Oſt. Goldrente
4½% Rum. Gold
von 1913 ... ...
4% Türk. Admin.
1. Bagd.
4%
Zollanl.
4%
4½% 1913 Ungarn
1914
14% ung. Goldr.
Ahtifen
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr
Berl. Handelsgeſ...
Comm. u. Privatb.
M75
97.75
51.75
69
76.75
93
Rr
86.
R6
Rf
24
26.5
141.5
183
297.5
Af7
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ..."
Eff.-u.
Wechſel=
bank .. . . . . ..."
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch..
Dresdner Bank ...
Frankf. Bank .. . . .
Hyp.=Bk.
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditbk..
Nürnb. Vereinsbk
Oſt. Creditanſtalt . .
Pfälz. Hyp.=Ban=
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditban
Hyp.=Bank
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein!
A.-G.f. Verkehrswſ.
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn=
Vorzge. ..
Hapag.
Nordd. Bloyd.. . . .
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
27
167.5
127
101
165.75
171
111.5
148.5
154.75
136.25
139.5
197
161
35
160
315
126.25
197.75
185
166.5
93.2
163.75
155
6.75
125
Accum. Berlin ..
Ablerw. (v. Kleher//128.5
6% AEG. Vorzugl 88.5
AEG. Stamm. /183.75
Baſt Nürnberg
Bergm. El. Werkel200
BrownBoserickCie 156.5
Bräning & Sohn. 126 5
82
Buderus Eiſen ..
Cement Heidelbere
Karlſtadt
Chem. WerkeAlbert.
Fabrik Milch
Daimler=Benz...
Dt. Atl.=Telegr.. .
Eiſenh. Berlin
Erdöl ......"
Gold= u. Stlb.=Anſtalt
Linoleumwerk .
Eichbaum, Brauer.
Elektr. Licht u. Kraf
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwerk .1223
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnereil225
Faber, Foh., Bleiſt
J. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)/ 82
Frkft. Gas ...."
Hof ...."
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk!”
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen
Goldſchmidt Th. .1104,1
Gritzner Maſchinen, 418.75
Grün & Bilfinger.
Dafenmähle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau
Henninger, gempf,/ 187.75
Hilpert Armaturfb
Hindrichs=Aufferm. 1108
Hirſch Kupfer .... /134
Hochtief Eſſen
Holzr ann. Bhil. . ./140.75
84.75
103.25
143
138.5
215.75
367
222
46
36
263
148
145
98.5
126
173.5
140
84.5
80
Holzverk.=Induſtrie 98
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Funghans Stamm./ 90
Kali Aſchersleben. 276
Salzdetfurth.
Weſteregeln
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R.. . . .
Klein, Schanzl. . 1105
Klöcknerwerke .. ..
Kraftw. Alt=Württ
Lahmehe: & Co...1172.5
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Main.. .W. Höchſt
Main;. Akt.=Br..
Mannesm. Röhren/138
Mansfeld. Bergb..
Mars=Werke
Metallgeſ. Frankft.
Miag, Mühlenbau.
Motorenfb. Darmſt.
Neckar/, Fahrzeug.
Nicolag. Hofbr
Overbedar
Oſterr. Alpine Mon.
Otavi Minen .....
Peters nion Frrf. /105.5
Phönix Bergbau
Reiniger. Gebbi.
Rh Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Stahlwerke ..!
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt. 124.75
Rütgerswerke .. . . 1105
254
454
283
238
123
90
112.9
327
88
118
265
111
108
191
55.25
R. J5
16
53
92.25
154
146
Schachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind.
Schramm Lackfrb.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr.,
Schwarz Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=AG
Strohſtoff. Ver.
Tellus Bergbau..
Thür. Lief.=Geſ....
Tucher, Brauerei .!"
Unterfr. Kr C.-
Elel=
rr.=Verſ.
Veithwer!
Ver. f. Chem. Ind
Gummifabrik
Berlin=Franki./ 87
Laurahütte.
Stahlwerke
ultramarin. . .
Zellſt., Berli=
Vgtländ. Maſchiner
Voig & Haeffner
Wayß & Freytag.
Wege lin Rußfabrikl
Werger Brauerei.);
Zellſt. Aſchaffenbg. /214.25
Memel
Waldho
Alltanz u. Stuttg
Verſichen ng ..
Frkft. Al’z. Verſ.=G
Frankona Rück= u.
Mitv.
Mannh. Verſich.
202
357
129.5
115
202.75
81
08
34.5
E7.5
m
166.5
140
87.1
210.5
141
289.75
263
185.5
B5
[ ← ][ ][ → ]aus bedrucktem Cretonne
aus satiniertem Cretonne
aus gestreiftem Baumwollzeug . 1.85
mit 2 Taschen, kar. Zefir
gute Qualität
die praktische Hausschürze
aus gesfreiftem Zefr
aus gutem Cretonne
Seite 12
Donnerstag, den 13. Geptember 1926
Nummer 25m
Die drau äuonſcen zwer Beiten.
Roman von Ludwig von Wohl.
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1927.
Er ſchüttelte ſich.
Immer dieſelben Gedanken. Wie konnte aber auch Mabel ſo
— — ſo gemein ſein! Es war, als ob plötzlich etwas in ihr
auf=
getaucht wäre, was er noch gar nicht an ihr gekannt hatte.
Etas Fremdes, Niedriges und Schmutziges.
Pfui Teufel — ſo handelte man nicht, wenn man ein Herz
im Leibe hatte. Mabel hatte kein Herz im Leibe. Sie wollte ihn
abſchlachten. Und es gelang ihr. Man ſackte rettungslos ab und
wurde ein Ausgeſtoßener, ein Verbrecher, ein Scheuſal, ohne daß
wan auch nur ſoviel dafür konnte.
Er ſchnippte mit den Fingern.
Wenn wan nur erwidern könte — wenn man ſich
auf=
bäumen könnte — etwas tun, anſtatt langſam heruntergedrückt
zu werden.
Er litt entſetzlich unter der Paſſivität der letzten Wochen.
Anwaltsberichte. Anwaltsberichte. Langſam, immer ſchlechter
werdende Stimmung des alten Burroughs ..=
Gebundene Hände.
Man konnte verrückt werden
Ein wilder Gedanke ſchrillte plötzlich im ihm auf; er begann
zu lachen und ſchlug ſich auf den Schenkel.
Da war eine Idee — eine gottvolle Idee, eine herrliche,
blen=
dende Idee! Die Talbot gewann ihren Prozeß — den gewann
ſie ja ſo wie ſo — und filmte weiter unſchuldvolle Mädchenſeelen,
zerbrochene Herzen und bedrohte Lämmer — und er ſchlug ihr
mit der Fauſt ins Geſicht und heiratete die Prinzeſſin Thraun.
Seine offizielle Geliebte. Das war ein wundervoller Witz! Und
Amerika würde wemigſtens ein Recht darauf haben, entrüſtet zu
ſein. Unverdient leiden, iſt ein fauler Zauber, den man nicht
mehr mitmacht. J zum Teufel, ſie ſollten Grund bekommen, ihn
zu hetzen.
Hin war hin.
Cate und Mary zogen nachher der Princeß ein Kleid ſeiner
Frau an — ſie hatte ja ein paar dagelaſſen — ſehr ſchön. Erſt
das Kleid — dann das übrige. Man würde ſie heiraten.
Und dann ſchlug ſich Ted Moran, zerſplittert, außer ſich,
haßverwirrt, die Fauſt vor den Schädel, daß es dröhnte. Und
trat vom Fenſter zurück und ſtarrte minutenlang ins Nichts,
während er ſich vor ſich ſelbſt erniedrigte.
„Du biſt ein Schuft, Ted”, ſagte er zu dem Mann, der er
dreißig Jahre lang geweſen war. „Du biſt ein gottserbärmlicher
Schuft.”
Und es wurde ihm klar, daß er ſein Schickſal verdiente. Die
Prinzeſſin heiraten — dieſes arme Weſen, deſſen Leben er
be=
fleckt hatte — es wäre für ſie die Krone der Demütigung
ge=
weſen. Man mußte ihr forthelfen — irgendwohin, wo
anſtän=
dige Menſchen waren — und Sonne und Ruhe und all der
poe=
tiſche Krempel. Wo man ſie nicht herumſtieß und hetzte,
ver=
dammt nochmal. Es mußte ſchön ſein, ihr einmal über das Haar
zu ſtreichen und ihr zu ſogen, daß ſie nun Ruhe hatte.
Dies war der Augenblick, wo eine ſehr ſaubere, rotgeriebene
und etwas verwirrte Milly Markus ins Zimmer trat.
VOLZ
(14629a)
Ted Moran drehte ſich um. Seine Augen wurden rund
und groß.
„Wer — — was
Milly Markus machte ein verſchwommenes Geſicht.
„Ich bin Ihnen ſo dankbar”, ſagte ſie mit ſchwankender
Stimme. „Sie haben einer unſchuldig Verfolgten das Leben
ge=
rettet, Sir!”
Ted Moran ſtarrte die unſchuldig Verfolgte an und konnte
noch nichts denken.
„Maw hat mich für die Prinzeſſin Thraun gehalten”, fuhr
die Markus in würdevoller Beſcheidenheit fort. „Sie haben ja
ſicher von ihr gehört — die Perſon aus dem Moranprozeß — die
Skandalprinzeſſin, wie man ſie nennt — aber ich ſchwöre
Ihnen —
Voller und aufrichtiger Blick voll anmutiger Fraulichkeit —
„... Ich ſchwöre Ihnen, ich bin es nicht!“
„Ich glaube Ihnen durchaus”, brachte Ted Moran hervor.
Er atmete ſchwer.
Die Markus lächelte unſicher.
Ihr ganzer Körper ſchmerzte ſie — ſie fühlte ſich wie gerädert,
— unter dem Hut, den man ihr geliehen hatte, klebten die Haare,
aus denen der Teer nicht herausgehen wollte, wie eine einzige
ſchwere Maſſe zuſammen. Aber ſie empfand dumpf, daß jetzt die
Stunde ihres Lebens war. Man mußte dem Retter danken.
ein elegantes Automobil und eine Rieſenluxuswohnung hatte‟
„Darf ich Ihnen die Hand küſſen?” ſagte ſie mit ſchwimmn
den Augen und trat näher.
Entſetzt richtete ſich Ted Moran auf.
„Um Gottes willen, Mrs. — — Miß — —
„Milly — Milly Markus —
Ted vergaß ſich vorzuſtellen.
„Ich habe nur das Selbſtverſtändliche getan, Miß Markyn;
„Sie haben mehr getan!” rief die Aufſichtsdame pathen=
und machte noch eim paar Schritte auf ihn zu. „Wie ſoll!
Ihnen nur danken”, flüſterte ſie ſchmelzend und mit ſo einder
gem Ausdruck, daß Ted den Gentleman im Bogen über M
warf.
„Indem Sie ſich möglichſt bald verkrümeln”, platzte er hevon
Milly Markus holte tief Atem. Und dann begann ſie ihg=
Lebensretter ihre Meinung zu ſagen. In knappen fünf
Miwn=
gelang es ihr, ſämtliche Fiſchweiber Detroits zu übertrumps
Ted Moran konnte nur ſtaunen. Ein einziges Mal war
Sekunde Pauſe in ihrer Rede — und da hakte er ein, und ſon
ihr ſeinerſeits etwas. Es war nur ein Wort — wenn auch
ziemlich langes.
Milly Markus ſchritt mit glühendem Geſicht aus dem 3
wer, an einem Tage zweimal geteert und gefedert.
Ted Moraw aber rannte, die geballte Fauſt an den Him
kopf gelegt, wie ein Raſender im Zimmer herum. Ein herrlin=
Witz war das! Die richtige — die allein richtige Antwort
ſeine grandioſe Idee von vorhin! Das Schickſal hatte einen!
dammt beißenden Humor, das mußte man ſagen!
Er lachte zornig auf.
Eine Narrenkiſte, dieſe Welt! Eine blödſinnige, elownbö
Narrenkiſte! Das Entree war keine fünfzig Cents wert —
was — dafür, daß man vorzeitig aus der Menge wegkam.
man gern vierundſechzig Millionen Dollars ſpringen. —
Enl
einzige Folge von ſchlechten Witzen war der ganze Dreck—
pfur Teufel.
Das Telephon ſchrillte.
„Hallo? Welcher Idiot will mich ſprechen?!“
„Moran? Sind Sie’s?”
„Ja, zum Teufel, wer iſt denn da?‟
„Burroughs. Mein lieber Junge, es iſt ſo gekommen,
ichs befürchtet habe. Sie haben einen Haftbefehl gegen Sie I
ausgedrückt — wegen angeblicher Fluchtgefahr. Morgen ſollle
publik werden. Kratzen Sie zuſammen, was Sie an Geld halu/
und machen Sie, daß Sie fortkommen — fahren Sie nach Am
Weſten. Schreiben Sie mir von dort aus. Aber machen
ſchnell, mein lieber Junge.”
(Fortſetzung folgt.)
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des Ludwig Philipp Hartbaum, Inhaber eines
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Dienstag, den 13. November 1928, nachmittags 3:, Um
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 2.
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
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ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 1. September 1928
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteig:
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich wareK
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffal;
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichnen.
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger
widerſprier-
glaubhaft zu machen, widrigenfalls, ſie bei der Feſtſtellu 1e
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ve
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gic=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehe”
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung E‟
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung E‟
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht 2
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gege
(146C9
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 10. September 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
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Betrag Ei
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