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Nummer 247
Mittwoch, den 5. September 1928. 191. Jahrgang
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Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natonalbank.
Bilomätſce Terhmnaiängen i Senf!
*Das öſierreichiſche Problem.
Die Ausſprache Briands mit Bundeskanzler
Geipel. — Franzöſiſche Beunruhigung wegen
der Anſchlußfrage. — Oeſierreichs
wirtſchaft=
liches Schickſal.
* Genf, 4. September. (Priv.=Tel.)
Der geſtrige einſtündige Beſuch des öſterreichiſchen
Bundeskanzlers Monſ. Seipel beim
franzö=
ſiſchen Außenminiſter Briand wird in den
intereſſier=
ten Kreiſen außerordentlich lebhaft kommentiert. Da die beiden
Staatsmänner über den Inhalt ihrer Beſprechungen ſtrengſtes
Stillſchweigen bewahren, ſind alle in Umlauf befindlichen
Ge=
rüchte mehr oder weniger als Kombination zu betrachten. — Von
franzöſiſcher Seite wird erklärt, daß Briand den Bundeskanzler
ſehr ernſt auf die franzöſiſche Beunruhigung wegen
der Anſchlußkundgebung in Wien hingewieſen und
ihn erneut auf den Ernſt aufmerkſam gemacht habe, mit dem man
in Frankreich die Anſchlußfrage beurteile. Die Beſprechungen
ſollen ſich zum großen Teil auch um das wirtſchaftliche
Schickſal Oeſterreichs gedreht und beſonders auf die
Frei=
machung der Sicherungen für die Völkerbundsanleihe bezogen
haben, die Oeſterreich zur Sicherung neuer Anleihen benötigt.
Bundeskanzler Seipel wird im Laufe des Tages ſeine geſtern
aufgenommenen Beſrrechungen fortſetzen, und zwar finden heute
Beſprechungen zwiſchen Seipel und dem
italie=
niſchen Vertreter Sceialoja und zwiſchen Seipel
und dem jugoſlawiſchen Vertreter
Marinko=
witſchſtatt. Seipelwird im Laufe des Tages auch den
deutſchen Reichskanzler Hermann Müller
auf=
ſuchen. Auch zwiſchen den Vertretern der Kleinen
En=
tente haben Beſprechungen ſtattgefunden, die zweifellos mit
dem öſterreichiſchen Problem in Zuſammenhang ſtehen.
So hat ſich Beneſchmit demjugoſlawiſchen
Außen=
miniſter Marinkowitſch getroffen und ſoll im Laufe des
Tages mit dem rumäniſchen Vertreter Antoniado
zuſammen=
treffen.
Oeſierreichiſche Anleibewünſche.
Der öſterreichiſche Bundeskanzler Seipel, wird außer mit
dem italieniſchen Delegierten Scialoja auch mit Lord Cuſhendun
eine Zuſammenkunft haben. Wie der Bundeskanzler erklärte,
ſind alle dieſe Beſprechungen, die er bereits mit den verſchiedenen
Staatsmännern geführt hat und noch führen wird, als eine
Ein=
heit anzuſehen, da ſie ſich ſämtlich auf dieſelben Oeſterreich
an=
gehenden Probleme beziehen. In den Verhandlungen ſpielen
natürlich auch die Anleihewünſche Oeſterreichs eine Rolle. Wie
man von berufener Seite hört, beſteht für die Gewährung der
amerikaniſchen Anleihe an Oeſterreich lediglich noch das formale
Hindernis, daß der amerikaniſche Kongreß die
Zuſtimmungs=
erklärung zur Gewährung der Anleihe noch nicht beſchloſſen hat.
Die Zuſtimmung der Garantiemächte für die Freigabe der
Siche=
rung der Völkerbundsanleihe von 1926 zur Deckung der
amerika=
niſchen Anleihe liegt bereits vor. Auch Italien hat dieſe
Zu=
ſtimmung gegeben.
Die Nachmittags=Sitzung des Völkerbundes.
Ein Parlament ohne Redner. — Die
General=
debatte kommt nicht in Fluß.
* Genf, 4. September. (Priv.=Tel.)
Die für heute nachmittag 4 Uhr angeſetzte Sitzung der 9.
Voll=
verſammlung des Völkerbundes, in der die Generaldiskuſſion
über den Bericht des Generalſekretärs beginnen ſollte, nahm ein
ſehr ſchnelles Ende. Bis heute nachmittag 3 Uhr hatte ſich kein
Redner gemeldet. Präſident Zahle gab deshalb zuerſt die
Demiſ=
ſion des amerikaniſchen Mitgliedes des Internationalen Haager
Schiedsgerichtshofes, Moore, bekannt, die von der Verſammlung
angenommen wurde. Moore wurde die Wertſchätzung der
Ver=
ſammlung für ſeine geleiſtete Arbeit ausgeſprochen. Er ſcheidet
im September 1930 aus dem Internationalen Gerichtshof aus.
Die Wahl ſeines Nachfolgers wird am 10. September
vorge=
nommen.
Weiter gab Präſident Zahle von einem Briefe der chineſiſchen
Vertretung Kenntnis, in dem China die Erklärung ſeiner
Wieder=
wählbarkeit beantragt. China weiſt darin auf das Wahlverfahren
hin, das die Verſammlung im Jahre 1926 beſchloſſen hat, und
erklärt, daß der chineſiſche Antrag ſich mit dieſen Beſtimmungen
im Einklang befindet. Die Verſammlung nahm den Antrag an
und beſchloß, ſich zu ihm bei Gelegenheit der Neuwahlen zum
Nat auszuſprechen.
Präſident Zahle forderte dann noch einmal die
Verſamm=
lung auf, ihm Redner namhaft zu geben. Trotz ſeiner
wiederhol=
ten Aufforderung hat ſich bis jetzt noch niemand auf die
Redner=
liſte geſchrieben. Es meldete ſich aber auch jetzt niemand zu
Wort, und ſo kündigte der Präſident an, daß er die Sitzung auf
Mittwoch vormittag um 10 Uhr vertagt, daß die Generaldebatte
ſber nicht eröffnet wird, wenn ſich bis dahin kein Redner
ge=
meldet hat. Die Redner ſollen ſich noch bis heute abend
ein=
ſchreiben.
Das Büro der Vollverſammlung, das heute mittag ſchon eine
breiſtündige Sitzung abſolvierte, verſammelt ſich heute abend um
Uhr noch einmal. Es ſiel auf, daß der Führer der engliſchen
Delegation, Cuſhendun, und Dr. Seipel bei der Sitzung nicht
duweſend waren. Sie hielten unterdes eine Beſprechung ab.
Auch der ſiameſiſche Vertreter, Prinz Charoon, der ernſthaft
trankt iſt, konnte an der Sitzung nicht teilnehmen. Präſident
SaAe ſprach ihm Wünſche für ſeine baldige Wiederherſtellung aus.
Der kanadiſche Vertreter, Dandurand, forderte ſehr energiſch,
nehmen, wenn die Generaldebatte nicht in Fluß kommen könnte, erklärung geſagt wurde, erſt im Herbſt auf ihre Durchführbarkeit
der Sitzung des Büros um 6 Uhr behandelt werde.
Die ergebnisloſe Nachmittags=Sitzung.
Die ſo ergebnislos verlaufene Nachmittagsſitzung der
Voll=
verſammlung berührt in den intereſſierten Kreiſen recht peinlich.
Es iſt das erſte Mal in der Geſchichte des Völkerbundes, daß die
Generaldiskuſſion wegen Mangels an Rednern vertagt werden
mußte. Man führt das Verſagen zum Teil auf Mängel in der
Regie zurück und ſagt, daß es Pflicht des Präſidenten geweſen
wäre, ſich vor Beginn der Sitzung zu vergewiſſern, ob ſich auch Vorauszahlungen und Abſchlußzahlungen auf die Einommen=,
auf hin, daß die Verhandlungen in den Kuliſſen immer größere
Bedeutung annehmen und deshalb die Generaldiskuſſionen in
der Vollverſammlung von den Delegierten weniger Beachtung
finden. — Von den Delegierten konnte man beim Verlaſſen des
Verſammlungsſaales teilweiſe recht ſcharf kritiſierende
Bemerkun=
gen hören. U. a. äußerte ein italieniſch=fasciſtiſcher Delegierter,
es ſei doch ein ſonderbares Parlament, in dem
zend, er habe freilich recht viel zu ſagen, aber jetzt noch nicht.
— Es iſt offenbar, daß viele der kleinen Staaten
ab=
warten wollen, bis ein Redner von den
größe=
ren Staaten geſprochen hat, und die Sprecher der
großen Staaten habenoffenbar den Wunſch, den
kleineren Mächten den Vortritt zu laſſen.
Woldemaras geht einer Behandlung des
pol=
niſch=litauiſchen Konflikts vor dem Rat aus
dem Wege.
* Genf, 4. Sept. (Priv.=Tel.)
Es hat die Abſicht beſtanden, für heute nachmittag den
Völ=
kerbundsrat zu einer nichtöffentlichen Sitzung über den
litauiſch=
polniſchen Konflikt einzuberufen. Woldemaras, der zur
Teil=
nahme an dieſer Sitzung aufgefordert war, hat jedoch erklärt, daß
er hierzu noch nicht imſtande ſei, da die Beſprechungen mit
ver=
ſchiedenen Mächten, die er in Genf durchzuführen gedenke, noch
nicht abgeſchloſſen ſeien. Da Litauen ſeine Haltung von dem
Ausgang dieſer Beſprechungen abhängig mache, ſehe er ſich in
die Unmöglichkeit verſetzt, vorerſt an den Verhandlungen über
den Konflikt teilzunehmen. — Es iſt jedoch zu erwarten, daß der
Konflikt noch im Laufe dieſer Woche behandelt wird, da am
10. September die Neuwahlen zum Rat ſtattfinden, denen zufolge
der bisherige Berichterſtatter in der Angelegenheit, Beelaerts
van Blockland, ausſcheidet. Wem die Berichterſtattung im neuen
Ratsmitglied, ſteht noch nicht feſt.
Spaniens Ausſichten auf Wiederwählbarkeit.
* Genf, 4. Sept. (Priv.=Tel.)
Das Büro der Bundesverſammlung beſchäftigte ſich heute
mittag in einer dreiſtündigen Sitzung mit den drei ihm geſtern
zugewieſenen Frogen des Neubaues des Bundespalgis, der Wahl
des Nachfolgers des ausgeſchiedenen Mitgliedes des Haager
Schiedsgerichtshofes, Moore, und mit dem franzöſiſch=
engliſch=
fahrens auf Spanien. Beſonders dieſer letztere Punkt war
Ge=
genſtand einer ſehr lebhaften Diskuſſion, bei der auch die
Kan=
didaturen zur Neuwahl zum Rat zur Sprache gekommen ſind.
denen die erſte für die Ueberweiſung des Antrages an die
juri=
ſtiſche Kommiſſion der Bundesverſammlung eintrat, während die
zweite ſich dafür ausſprach, daß das Büro mit einem
Reſolu=
tionsentwurf vor die Verſammlung gehen ſoll, in dem beſchloſſen
Auffaſſung trug den Sieg davon.
Ein gefährliches Spiel.
* Wir haben ſchon vor einigen Wochen darauf hingewieſen, daß
die Genfer Verhandlungen vielleicht das Verſprechen der
Fran=
zoſen auf baldige Räumung der zweiten Zone bringen werden, die ſich bei der Steuereintreibung in Verluſtjahren vorausſichtlich
Wir haben auch darauf aufmerkſam gemacht, daß eine ſolche
Lö=
ſung unbefriedigend iſt. Die Sozialdemokraten ſcheinen nun von
Genf aus ein innenpolitiſches Kampfobjekt, daraus zu machen.
Sie werfen den bürgerlichen Parteien vor, daß ſie von vorn=
Gründen verkleinern wollen. Ein ſolcher Vorwurf iſt wohl nicht keit, wie die Beſteuerung des Verbrauchs zeigt, ein beſonderer
am Platze. Die Gefahr liegt doch darin, daß durch eine folche Grundſatz des geltenden Einkommenſteuerrechts iſt. Die von an=
Geſte die Verhandlungen über die dritte Zone nur erſchwert
würde. Es wäre zudem zunächſt abzuwarten, was eine „
ſofor=
gleich zur dritten. Außerdem hat in ihr die
Rheinlandkommiſ=
ſion ihr Quartier aufgeſchlagen. Es fragt ſich alſo, wie lange
Zeit die Kommiſſion braucht, um ſich umzuſiedeln. Fragt ſich nehmer die ung heuren Laſten der Sozialverſicherung
aufgebür=
weiter, wo die 15 000 Mann bleiben, die gegenwärtig in der
zweiten Zone ſtehen. Werden ſie auch noch in die dritte Zone
geſtopft, dann würde die Erleichterung auf der einen Seite durch zuſammen betrachtet werden.
eine Mehrbelaſtung auf der anderen Seite reichlich ausgeglichen.
ernſt machen.
Einzelfragen der Steuerreform.
Von
Dc. jur. et rer, pol. Brönner, Berlin.
Die von der Reichsregierung beabſichtigten Maßnahmen auf
daß dann wenigſtens die Kommiſſionen ſofort ihre Arbeit auf= ſteuerpolitiſchem Gebiet können, wie auch in der Regierungs=
Der Präſident vertröſtet ihn darauf, daß dieſe Angelegenheit in geprüft werden. Erſt dann wird die finanzielle Lage des Reiches
in dieſem Rechnungsjahr einigermaßen zu überſehen ſein. Im
gegenwärtigen Zeitpunkt läßt ſich die Entwicklung ſchwer
voraus=
ſagen. Während ſich bei den Reichseinnahmen gegenüber dem
Voranſchlage im erſten Vierteljahr des am 1. April 1928
be=
gonnenen Rechnungsjahres erhebliche Ausfälle zeigten, hat ſich
infolge des hohen Juli=Aufkommens für die erſten vier Monate
ſogar ein Ueberſchuß von 216 Millionen ergeben. Wie bereits in
der Preſſe hervorgehoben wurde, iſt dieſem Umſtande jedoch
aus=
ſchlaggebende Bedeutung nicht beizumeſſen, da gerade in den
Monat Juli eine Reihe von Zahlungsterminen fielen; ſowohl
Redner zum Wort gemeldet hätten. Andererſeits weiſt man dar= Körperſchafts= und Umſatzſteuer wie auch Zahlungen auf die
Lagerabrechnungen bei den Zöllen waren fällig. Bezeichnend für
die weitere Entwicklung dürfte ſein, daß bei der Umſatzſteuer im
erſten Vierteljahr ein Einnahmeausfall in Höhe von 25 Millionen
Mark eingetreten iſt, der bereits in dem Rückgang der
Wirtſchafts=
konjunktur ſeinen Grund haben kann; ſetzt dieſer ſich fort, ſo kann
er ſich ſchon im Laufe des Jahres empfindlich auswirken. Auch
bei den Zöllen wird man mit einem Minderaufkommen rechnen
ſich keine Nedner finden. Graf Apponyi erklärte ſcher= müſſen. Schließlich ſind bei der Vermögensſteuer ſowie den
Kapitalverkehrsſteuern Ausfälle zu erwarten.
Daß unter dieſen Umſtänden weſentliche Steuerermäßigungen
werden vorgenommen werden können, iſt kaum anzunehmen. Gs
wird ſich vorausſichtlich mehr um Verbeſſerungen des geltenden
Steuerſyſtems im Sinne einer gerechteren Verteilung der
Steuer=
laſten, als um eine Herabſetzung der Steuerzahlungen insgeſamt
handeln.
Daß dabei Geſichtspunkte der allgemeinen Wirtſchaft
aus=
ſchlaggebend ſein müſſen, kann — nicht nur angeſichts der
rück=
läufigen Konjunkturbewegung — nicht zweifelhaft ſein. Die
Grundſätze der Förderung der Kapitalbildung, der Entlaſtung
vor allem des gewerblichen Mittelſtandes und auch der Stützung
der Landwirtſchaft dürften in den Vordergrund zu ſtellen ſein.
Was zunächſt die Einkommen= und Lohnſteuer betrifft, ſo
wird ſeit langem die ſtarke Progreſſion in den mittleren Stufen
des Einkommenſteuertarifs als ſchwer erträglich empfunden. Durch
dieſe „Beſteuerung der Tüchtigkeit”, wie man mit Recht geſagt
hat, werden wichtige Möglichkeiten vereitelt. Die Steuermoral
leidet, während bei geringeren Steuerſätzen die Erträgniſſe
vor=
ausſichtlich die gleichen blieben.
Abgeſehen von ſonſtigen Geſichtspunkten, erſcheint es in dieſem
Zuſammenhang auch nicht als zweckmäßig, eine Erhöhung der
Einkommenſteuer mittelbar dadurch herbeizuführen, daß man den
Gemeinden die Erhebung von Zuſchlägen zur
Reichseinkommen=
ſteuer geſtattet. Selbſt wenn, wie für dieſen Fall vorgeſchlagen iſt,
nun die ſonſt ſteuerfreien kleinen Einkommen gleichfalls erfaßt
werden ſollen, wird ſich doch die Einkommenſteuer gleichzeitig in
den höheren Stufen, und zwar in erheblicherem Maße erhöhen.
Rat übertragen wird, ob Quinones de Leon oder einem anderen Es fragt ſich, ob man dies in Kauf nehmen will, um eine
gleich=
mäßigere Verteilung der Steuerlaſten in den Gemeinden auf alle
Steuerpflichtigen herbeizuführen. Es wäre immerhin ein Weg,
um eine Entlaſtung der durch die gemeindlichen Gewerbe=,
Haus=
zins= und Grundſteuern überlaſteten Gewerbetreibenden und auch
der Landwirte praktiſch zu ermöglichen. Vorausſetzung würde
ſowohl eine Erfaſſung auch der kleineren Einkommen wie auch
der Auseinanderziehung des Einkommenſteuertarifs in den
mitt=
leren Stufen ſein müſſen.
Im Sinne einer Abſchwächung der Progreſſion bei der
Ein=
kommenſteuer würde ſich auch die Beſteuerung der
Gewerbe=
deutſchen Antrag auf Anwendung des Wiederwählbarkeitsver= betriebe nach dem dreijährigen Durchſchnitt der Jahresergebniſſe
auswirken, die von den Spitzenverbänden der Wirtſchaft
gefor=
dert iſt. Die Frage wird zurzeit von einer Kommiſſion geprüft,
die im Reichsfinanzminiſterium zuſammengetreten iſt. Gegenüber
Es ergaben ſich hier, wie zu erwarten war, zwei Strömungen, von Bedenken, die gegen die Einführung der dreijährigen
Durch=
ſchnittsbeſteuerung dahin geltend gemacht worden ſind, daß man
warten ſolle, bis ſtabilere wirtſchaftliche Verhältniſſe eingetreten
ſeien, kann geſagt werden, daß gerade bei der derzeitigen
ver=
änderlichen Wirtſchaftslage und dem ſchnellen Wechſel zwiſchen
wird, daß nach erfolgter Wahl Spaniens die Verſammlung ſich Gewinn= und Verluſtbilanzen die Anwendung dieſes Syſtems
über die Wiederwählbarkeit Spaniens ſchlüſſig wird. Dieſe zweite zweckmäßig erſcheint. Andererſeits muß ſeine Einführung davon
abhängig gemacht werden, daß übermäßige Härten, die ſich für
manche Unternehmungen bei nunmehrigen Verluſtjahren durch
die nochmalige Berückſichtigung der bereits in früheren Jahren
voll verſteuerten Gewinne durch die Beſteuerung nach dem drei=
* Berlin, 4. Sept. (Priv.=Tel.) jährigen Durchſchnitt ergeben, vermieden bleiben. Für den
Steuer=
gläubiger dürften ſich, was das Syſtem betrifft, Vorteile und
Nachteile einigermaßen ausgleichen, da gewiſſen Schwierigkeiten,
ergeben würden, eine beſſere Möglichkeit der Veranſchlagungen
der Steuereinnahmen gegenüberſteht.
Die Beſteuerung nach dem dreijährigen Durchſchnitt entſpricht
um ſo mehr einem Gebot der Gerechtigkeit, als die hierbei
ver=
herein die Möglichkeit einer Teilräumung aus innenpolitiſchen mehrt erfolgende Berückſichtigung der ſteuerlichen
Leiſtungsfähig=
derer Seite geltend gemachte Unbilligkeit gegenüber dem
Gehalts=
werden, weil Frankreichs Lage, ſich dadurch erheblich beſſern und Lohnempfänger, der das Einkommen jeden Jahres für ſich
tarifmäßig zu verſteuern hat, iſt bei den kleinen Einkommen in
tige” Räumung heißt. Die zweite Zone iſt nur ſchmal im Ver= Anbetracht der feſten ſteuerfreien Lohnteile und höheren
Familien=
ermäßigungen, ganz allgemein aber aus dem Grunde zu
ver=
neinen, weil den gewerblichen Unternehmern zugunſten der
Arbeit=
det ſind. Die Laſten auf den beiden Gebieten der
Steuergeſetz=
gebung und der Sozialverſicherung können nicht nur inſoweit
Neben den Einkommenſteuerfragen wird die Frage der Nach=
Vorläufig lohnt es ſich aber noch nicht, um dieſe Einzelheiten zu erhebung von Vermögensſteuer für 1926 demnächſt den Reichstag
ſtreiten, ſolange man nicht weiß, ob die Franzoſen überhaupt beſchäftigen. Das Steuermilderungsgeſetz enthält die Vorſchrift,
daß, wenn der Ertrag aus der Vermögensſteuer im Rechnungs=
Mittwoch den 3 September 1928
Nummer 247
ORft 2
jahr 1926 hinter 400 Millionen RM. zurückbleibt, ein
entſprechen=
der Betrag nacherhoben werden ſoll. Infolge des tatſächlichen
Aufkommens von nur 360 Millionen RM. käme eine Erhebung
von 40 Millionen in Frage. Daß ſich eine ſolche nachträgliche
Beſteuerung nach dem Vermögensſtande vom 1. Januar 1925, der
der Vermögensſteuer 1926 zugrunde liegt, unbillig auswirken
würde, kann nicht zweifelhaft ſein. Wenn man ferner ſeinerzeit
die höhere Belaſtung mit der Vermögensſteuer insbeſondere
wegen der Lage der Landwirtſchaft für untunlich hielt, ſo muß
dies auch heute noch gelten.
Nicht ausgeſchloſſen ſcheint es, daß im Herbſt, falls neue
Steuerquellen geſucht werden, die Pläne einer
Inflationsgewinn=
ſteuer oder ſonſtigen Vermögenszuwachsſteuer wieder auftauchen.
Da die Erhebung von Vermögenszuwachsſteuer bis zum 31. Dez.
1928 ausgeſetzt iſt, ſollte als früheſter Termin der 1. Januar 1929
in Frage kommen. Die Ausſetzung iſt damals erfolgt, um die
Neubildung von Kapital zu begünſtigen. Von der erfolgten
Rege=
lung ſollte ohne zwingenden Grund nicht abgewichen werden, um
auch auf dem Gebiete der Steuergeſetzgebung einigermaßen ſichere
Verhältniſſe zu ſchaffen, mit denen die Wirtſchaft rechnen kann.
Daß im übrigen die Erhebung einer Inflationsgewinnſteuer
bereits an den techniſchen Schwierigkeiten ſcheitern müßte, hat
Miniſterialdirektor im Reichsfinanzminiſterium Dr. Zarden vor
kurzem in einem Vortrage ausgeführt (vgl. Steuer und
Wirt=
ſchaft 1928 S. 774). Bezüglich der Vermögenszuwachsſteuer iſt
dort u. a. auch auf die Koſten hingewieſen, die ſich bei dieſer
beſonderen Steuerart ergeben würden. Da im übrigen die
Ver=
mögenszuwachsſteuer nicht nur in ſtarkem Maße die
Kapitalbil=
dung durch Fortnahme erſparten Vermögens hindert, ſondern
ſchon allein durch ihr Vorhandenſein den Spartrieb lähmt, iſt von
ihrer Erhebung zweckmäßig abzuſehen. Sie wirkt
volkswirtſchaft=
lich ſchädlich beſonders auch aus den Gründen, weil ſie erneut
eine Kapitalflucht zur Folge hätte.
Auf die anderweit vielfach beſprochenen Sonderfragen — auf
dem Gebiete des Steuerabzugs vom Kapitalertrage —
fälſchlicher=
weiſe häufig Kapitalertragſteuer genannt, trotzdem ſich der
Steuer=
abzug von dieſer früher erhobenen Steuer durch die nunmehr
zugelaſſene Anrechnung auf die Einkommenſteuer weſentlich
unter=
ſcheidet — der Wertpapierſteuer, Wechſelſteuer,
Grunderwerbs=
ſteuer und Wertzuwachsſteuer, die in mancher Hinſicht die
Frei=
heit der Wirtſchaft übermäßig beſchränken, näher einzugehen, iſt
an dieſer Stelle nicht möglich.
Als wichtigſtes Problem einer Steuerreform iſt noch die
Steuervereinheitlichung zu nennen, die mit einer Senkung der
Gewerbe=, Hauszins= und Grundſteuern in engſtem
Zuſammen=
hang ſteht. Bevor nicht für das ganze Reich einheitliche
Beſteue=
rungsgrundlagen für die Realſteuern der Länder und Gemeinden
geſchaffen ſind, iſt es kaum möglich, das Maß der Steuerbelaſtung
in den einzelnen Ländern miteinander zu vergleichen und auf
Grund deſſen Steuerſenkungen ſowie auch durch Herſtellung feſter
Relationen zwiſchen den verſchiedenen Steuerarten einen
Aus=
gleich zu ſchaffen. Tatſächlich iſt unter den gegenwärtigen
Ver=
hältniſſen die in dem Finanzausgleichsgeſetz von 1927 enthaltene
Beſtimmung, daß die 200 Millionen RM., die den Ländern vom
Reich über die Regierungsvorlage hinaus garantiert wurden, zuu
Senkung der Realſteuern Verwendung finden ſollten, bisher —
nicht zur Durchführung gelangt, — ein Grund mehr, die
als=
baldige Verabſchiedung der Steuervereinheitlichungsgeſetze zu
verlangen.
Daß dieſe Geſetze im übrigen ganz beſonders geeignet ſind,
die Steuergeſetzgebung zu vereinfachen, braucht kaum näher
aus=
geführt zu werden. Welche Erleichterung wird es für die
zahl=
reichen Firmen, die Betriebsſtätten in mehreren Ländern
unter=
halten, bedeuten, wenn ſie nur noch eine Veranlagung zu der jetzt
ſo verſchieden geregelten Gewerbeſteuer erhalten, und überhaupt
alle Steuererklärungen zu den Grundſteuern uſw. an Hand der
gleichen Beſtimmungen abgeben können. Man ſollte die
Steuer=
vereinheitlichung um ſo eher verwirklichen, als die Forderung
nach einer Vereinfachung des Steuerſyſtems im übrigen doch
außerordentlich ſchwer zu erfüllen iſt. Solange die Steuerlaſten
derart erheblich ſind, kann nur ein umfaſſendes Steuerſyſtem den
Grundſätzen der Gerechtigkeit und Billigkeit der Steuererhebung
einigermaßen entſprechen.
Die in der Oeffentlichkeit vorgeſchlagene Erhöhung der
Um=
ſatzſteuer auf 3 Prozent unter Befreiung aller Einkommen bis
30000 RM., Herabſetzung der Einkommen= und
Körperſchafts=
fteuer auf 10 Prozent, Beſchränkung der Vermögensſteuer auf
Vermögen über 300 000 RM. und Fortfall der Steuerabzüge
ſo=
wie auch der Erbſchaftsſteuer („Steuerreform als wirtſchaftliche
Nothilfe” von Ober=Reg.=Rat Dr. von Lilienthal), die ohne
Zwei=
fel eine weitgehende Vereinfachung bedeuten würde, trägt den
Geſichtspunkten der Steuergerechtigkeit doch zu wenig Rechnung.
In der Hauptſache würde der Handel zum Steuereintreiber des
Staates werden. Ein Bild von den Auswirkungen kann man ſich
im übrigen nach den Erfahrungen in der Uebergangszeit 1923/24
ungefähr machen, als die Einkommen= und
Körperſchaftsſteuer=
vorauszahlungen ſowie ſchließlich die endgültigen Zahlungen für
* Zur Philoſophie der Gaſtlichkeit.
Es gibt bekanntlich eine Philoſophie der Kleider; ihr
Ver=
faſſer iſt kein Geringerer als Thomas Carlyle. (NB. Nach der
Entwicklung der letzten Zeit könnten einige ſehr intereſſante
Kapitel angefügt werden!) Man kann alle Seiten des
menſch=
lichen Lebens philoſophiſch beleuchten. Alſo auch und erſt recht
die Gaſtlichkeit und was damit zuſammenhängt.
Im Ernſt geſprochen: eine Geſchichte der Gaſtlichkeit iſt ein
höchſt würdiger Gegenſtand menſchlicher Forſchung. In den
Sit=
ten, die mit der Gaſtfreundſchaft zuſammenhängen, zeigt ſich das
Weſen der Völker. In der Art, wie Gaſtfreundſchaft geübt wird,
offenbart ſich ſogar etwas vom Weſen der Neligionen. Dem
Ob=
dachloſen keine Herberge gewährt zu haben — das rechnet
Chri=
ſtus zur Sünde an. Seid gaſtfrei ohne Murmeln! — Das war
die neuteſtamentliche Mahnung an die erſten Chriſtengemeinden.
Herbergen baute ſchon die alte Kirche. Herbergen hielten im
Mittelalter die Klöſter. Aber ich will keine Geſchichte der
Gaſt=
lichkeit ſchreiben. Fürchte nichts, lieber Leſer, der du ſolche
ge=
ſchichtlichen Gänge nur ungern mitgehſt!
Ich will auch keine Philoſophie der Gaſtlichkeit ſchreiben.
Sonſt müßte ich ein Buch verfaſſen. Denn die Gaſtlichkeit iſt tief
in des Menſchen Weſen verwurzelt; ſie hängt eng mit der
Ent=
wicklung der Kultur zuſammen; ſie hat tauſend und eine
Entfal=
tungsmöglichkeit. Wie ſollte ich ſie alle umfaſſen? Man muß ja
nicht alles ſyſtematiſch angreifen! Ich begnüge mich mit
Aphoris=
men. Ich ſchreibe nur zur Philoſophie der Gaſtlichkeit.
Gaſt ſein und Zuhauſeſein ſind Gegenſätze. Was lieben wir
mehr? In der Regel das Zuhaufeſein. Wer ein behagliches Heim
hat, in dem er ſich wohl fühlt, der hat eigentlich keine Urſache,
ſich irgendwo zum Gaſt zu machen. Es ſei denn, daß er auf Reiſen
iſt. Aber unſere Verhältniſſe ſind ſo beſchaffen, daß der Fahr=
„Gaſt” auf der Eiſenbahn, der Hotel=Gaſt in der fremden Stadt,
der Kur=Gaſt im Badeort gar kein richtiger Gaſt iſt. Er zahlt und
hat paragraphenweis zuſammengeſtellte Rechte. Das iſt, wie ich
alsbald zeigen werde, gegen das Weſen des Gaſtſeins. Warum
aber macht man ſich ohne Not, ſogar daheim am eigenen Ort,
zuweilen zum richtigen Gaſt?
Als Motive (ich könnte auch ſagen: Beweggründe; aber die
Menſchen lieben heutzutage Fremdwörter wieder ſehr) bieten ſich:
Geſelligkeitstrieb, Abwechſlungsdrang, Vergnügungsluſt,
geſell=
ſchaftliche Sitte. Sie ſind jeder für ſich ſtark genug, den Menſchen
aus ſeinem behaglichen Heim zu locken. Wie viel mehr, wenn
Vom Tage.
Die erſte Beſprechung zwiſchen Reichskanzler
Hermann Müller und Außenminiſter Briand iſt für
Mittwoch nachmittag in Ausſicht genommen. Sie wird im
Hotel de Bergues, Lem Wohnſitz Briands, ſtattfinden.
Am Dienstag abend hat in Genf eine längere Unterrebung
zwiſchen Briand und dem belgiſchen Außenminiſter
Hymans über die in der Rheinlandfrage
einzuneh=
mende Haltung ſtattgefunden. Wie in franzöſiſchen Kreiſen
er=
klärt wird, habe ſich Hymans dem Standpunkt Briands angeſchloſſen,
daß es Sache der Deutſchen ſei, Vorſchläge für die Rheinlandräumung
zu machen.
Wie wir erfahren, iſt für Ende September oder Anfang
Oktober eine neue Sitzung der Länderkonferenz in
n.
Die ſüdſlawiſche Regierung hat durch ihren
Geſchäfts=
träger in Albanien Vorſtellungen erheben laſſen, weil
König Zogu den Titel „König der Albaner” übernommen hat. Die
Nachricht von dieſen Vorſtellungen habe keinen guten Eindruck gemacht.
Nach Meldungen aus Athen, ſind augenblicklich in
Grie=
chenland 235 000 Perſonen an Tropengrippe
er=
krankt. Seit einem Monat zählt man in Athen 589 Todesfälle.
Aus Athen wird gemeldet, daß der griechiſche
Miniſter=
präſident Venizelos an Tropengrippe erkrankt iſt.
Er wurde nach einem Spital verbracht, in dem ſpeziell derartige Kranke
verpflegt werden.
Nach in Paris vorliegenden halbamtlichen Meldungen aus Sofia
ſoll das bulgariſche Kabinett ſeinen Rücktritt eingereicht
haben.
Die Verlobung des Königs Boris von Bulgarien
mit der italieniſchen Prinzeſſin Giovanna hat ſoeben
ſtattgefunden.
Der fasciſtiſche Abgeordnete Dr. Ferretti
Prä=
ſident des Olympiſchen Komitees Italiens und Sportmitarbeiter des
„Corriere della Sera”, iſt zum Preſſechef Muſſolinis
be=
rufenworden. Der bisherige Preſſechef Graf Capaſſo Torre wurde
zum Geſandten befördert.
Der engliſche Admiral Sir Hugh Evan Thomas
der in der Seeſchlacht bei Jütland eine bedeutende Rolle geſpielt hat, iſt
geſtorben.
jene Zeit ebenfalls nach den Umſätzen erhoben wurden. Ein
aus=
gedehntes „Steuermilderungsgeſetz” würde gleichzeitig zum
Aus=
gleich der Härten geſchaffen werden müſſen, wenn nicht der
Steuer=
pflichtige der Willkür der Finanzbehörden bei dem notwendigen
Ausgleich im Billigkeitsweg ausgeſetzt werden ſollte.
Im ganzen muß geſagt werden, daß die Steuergeſetzgebung
von 1925 den „relativen Ewigkeitswert”, den man ihr
zugeſchrie=
ben hat, tatſächlich beſitzt, wenn auch im einzelnen Aenderungen
erwünſcht ſcheinen. Damals iſt auch mit dem
Reichsbewertungs=
geſetz, das eine gemeinſame Bewertungsgrundlage für die Steuern
des Reiches, der Länder und Gemeinden von Vermögen,
Reichs=
vermögenſteuer, Grundvermögenſteuern, Gewerbekapitalſteuern
gebracht hat — leider iſt die Durchführung in der Praxis noch
nicht überall erfolgt —, bereits ein wertvoller Anfang mit der
Steuervereinheitlichung gemacht, eine Entwicklung, die nunmehr
mit den Steuervereinheitlichungsgeſetzen baldigſt fortgeſetzt
werden ſoll.
Frankreichs Handelsminiſter *
Maurice Bokanowſki,
der franzöſiſche Handelsminiſter, der bei dem Flugzeugunfall bei
Toul ums Leben kam.
mehrere von ihnen zuſammenwirken! Zuweilen ſoll — ſo heißt
es — bei denen, die ſich zu Gäſten machen, die Vergnügungsluſt
ganz ausſcheiden. Hinterher wenigſtens behaupten ſie, es ſei eine
Qual geweſen. Aber ſie haben vielleicht etwas anderes erwartet
gehabt? In der Regel erhofft der Gaſt außer der Abwechſlung
auch Anregung, Geſelligkeit, Freude. Die Sehnſucht danach geht
ſo weit, daß ſie ihn dazu bringt, ſein behagliches Zuhauſe
auf=
zugeben und — Gaſt zu werden.
Gaſt werden! Das muß dem modernen Menſchen ſchrecklich
ſein. Denn der moderne Menſch liebt die Freiheit (die wir in
Deutſchland als das freieſte Volk der Welt jetzt bekanntlich
haufen=
weiſe genießen); Gaſt ſein aber bedeutet — Sklave ſein! Ich habe
mich nicht verſchrieben. Sage und ſchreibe: Sklave ſein.
Für ſolche ungeheuerliche Behauptung bin ich den Beweis
ſchuldig. Er iſt nicht ſchwer. Frei iſt, wer nur das zu tun braucht,
was er ſelber will. Ganz frei iſt, wer alles tun kann, was er
will (einen ſolchen Menſchen gibt es freilich nicht). Und der Gaſt?
Er kann ganz und gar nicht tun, was er ſelber will; er muß
fort=
während tun, was der Gaſtgeber will. Er iſt abſolut unfrei. Wer
eine Einladung befolgt, macht ſich für die Zeit ſeines Gaſtſeins
zum Sklaven des Gaſtgebers.
Die Sklaverei beginnt ſchon bei der Vorbereitung. Der
Gaſt=
geber hat das Recht, den Anzug vorzuſchreiben. (Neuerdings
verzichtet er manchmal auf dieſes Recht; aber die Sitte tritt an
ſeine Stelle.) Im vorgeſchriebenen Anzug haſt du dich pünktlich
einzufinden; für manche Leute ein unerhörter Zwang zur
Pünkt=
lichkeit. Du haſt deine Kleidung dort abzulegen, wo der
dienſt=
bare Geiſt dich hinweiſt. Du mußt mit den Menſchen zuſammen
ſein, die dein Gaſtgeber ſonſt noch eingeladen hat. Du darfſt nicht
eſſen, wann du willſt, noch was du willſt; du haſt zu eſſen, was
dir gereicht wird, zu trinken, was dir geboten wird. Du bekommſt
deine Tiſchnachbarin nach Beſtimmung des Gaſtgebers. Du haſt
bei Tiſch zu ſitzen, ſo lange er es will. Du mußt nachher die
Zigarre rauchen, die er dir gibt. Du mußt ſo lange bleiben, als
die Sache dauert. Wenn es deinem Gaſtgeber gefällt, muſizieren
zu laſſen, haſt du zu ſchweigen, auch wenn du dir gar nichts aus
der Muſik machſt. Ueberdies: du mußt den ganzen Abend
liebens=
würdig ſein, auch wenn du ſchlechter Laune biſt. Du darfſt dich
nicht aufs Sofa legen, wenn du müde biſt. Du darfſt nicht gähnen.
Eigentlich darfſt, du nicht einmal ſchweigen. Deine Arbeit iſt
reden, reden, reden. Und hundert ungeſchriebene Vorſchriften
der Sitte beengen dich; ſie ſtehen gar nicht alle im Knigge. Ein
Sklave biſt du — und mußt ſo tun, als ob in dir ein edler Sklave
ſei . . . Gaſt ſein heißt Sklave ſein!
Der „Luftkrieg”
zwiſchen Reich und Sachſen.
Eine Konferenz zur Wiederherſtellung des
deutſchen Luftverkehrs.
Am Donnerstag, den 6. September, findet in Berlin eing
Konferenz zwiſchen dem Reichsverkehrsminiſterium und den Ver= Sachſens, Thüringens und Bayerns ſtatt, in der wichtigg
Luftverkehrsfragen beſprochen werden ſollen. Es handelt ſich hier= vor allem um den Konflikt zwiſchen dem Reich und
Sachſen, der dadurch ſcharfe Formen angenommen hat, daßß
die Regierung von Sachſen ſowie die Städte Leipzig, Plauen.,
Dresden und Chemnitz beſchloſſen haben, ihre Verträge mit dem
Deutſchen Lufthanſa zu kündigen und die Subventionierung des
Luftverkehrs, ſoweit er von der Deutſchen Lufthanſa beſtrittem
wird, vorläufig einzuſtellen. Zu dieſen ungewöhnlichen Maß= hat man ſich in Sachſen entſchloſſen, als von ſeiten dess
Reichsverkehrsminiſteriums die Konzeſſion" für den
fahrplan=
mäßigen Betrieb einer Strecke Leipzig (Mockau)—Berlin, um dies
die Nordbayeriſche Verkehrs=Flug=Geſellſchaft nachgeſucht hatte.;
verweigert wurde. Durch dieſe Verweigerung fühlte Sachſen, im
deſſen Gebiet der Flugplatz Mockau liegt, ſich benachteiligt, unds
auch Bayern fühlte ſich geſchädigt, weil nunmehr das für dieſe
Strecke vorgeſehene Flugzeug nicht beſtellt bzw. abgenommem
werden kann. Es würde zu weit führen, wenn man auf die
wei=
teren Hintergründe im einzelnen eingehen wollte, die dieſer
uner=
quickliche Streit hat. Einer der Hauptgründe iſt der, daß dass
Reichsverkehrsminiſterium ſeinerzeit, als es ſich darum handelte.,
für die beiden Städte Leipzig und Hälle einen gemeinſamen
Flug=
hafen zu ſchaffen, beſchloß, dieſen Flughafen in Schkeuditz zu
er=
richten. Schkeuditz hat den Vorteil, daß es ſowohl von Leipzig
wie von Halle bequem zu erreichen iſt, allerdings liegt es auf —
preußiſchem Gebiet, und das konnte Sachſen eben nicht
verſchmer=
zen. Der Flugplatz Mockau blieb beſtehen, wurde aber für dem
Luftverkehr unbedeutend. Sachſen trat nun in der Folgezeit, um
den Flugplatz Mockau beſſer auszunutzen, mit der
Nordbaye=
riſchen Verkehrs=Flug=Geſellſchaft, die einige kleinere Strecken vom
Fürth aus befliegt, in Verbindung. Man entſchloß ſich, vom
Mockau aus eine Luftverkehrs=Linie Leipzig-Berlin beſonderss
für die Zeit der Meſſe einzurichten, wozu aber das
Reichsver=
kehrsminiſterium nicht die Konzeſſion erteilte.
An dem Konflikt iſt alſo nach Lage der Dinge in erſter Linie=
Sachſen und erſt in zweiter Linie Bayern beteiligt. Bei der
nun=
ſtattfindenden Konferenz wird man ſich darüber klar werdem
müſſen, ob das Reich die Konzeſſionierung von Luftlinien, dies
von Länderregierungen im Verein mit einer von dieſen
ſubven=
tionierten Geſellſchaft betrieben werden ſollen, verweigern darff
oder nicht. Die Nordbayeriſche Verkehrs=Flug=Geſellſchaft beruft
ſich=
insbeſondere darauf, daß ſie die Strecke Leipzig—Berlin zu einemu
billigeren Tarif befliegen könne als die Deutſche Lufthanſa. Dass
iſt ein Argument, das zweifellos etwas für ſich hat, allerdingss
kann man Bedenken haben, da es ſich dann um einen
Konkurrenz=
kampf handelt, der auf Koſten der öffentlichen Hand ausgetragen
wird. Bei den beiden Unternehmen, der Deutſchen Lufthanſa
und der Nordbayeriſchen Verkehrs=Flug=Geſellſchaft, handelt es
ſich um mit ſtaatlichen Mitteln ſubventionierte Unternehmungen.
Immerhin dürfte die Frage der Tarife auf der kommenden
Kon=
ferenz eingehend geprüft werden. Man gibt ſich der Hoffnung.)
hin, daß die Konferenz die Einheit des deutſchen Luftverkehrs
wieder herſtellen wird. Daran haben beide Teile, das Reich wie.;
die Länder, das gleiche Intereſſe.
Neuwahl des Reichsbankpräſidenten?
* Berlin, 4. Sept. (Priv.=Tel.)
Das Reichsbankgeſetz hat gegenüber früher auch inſofern eine
Wenderung geſchaffen, als der Reichsbankpräſident nicht mehr
lebenslänglich ernannt wird, ſondern ſeine Amtsdauer auf vier
Jahre beſchränkt wird. Seit 1924 iſt Dr. Schacht Präſident der:
Reichsbank. Demnach müßte eine Neuwahl erforderlich ſein. Man
geht aber nun davon aus, ſeine Amtszeit erſt vom Tage der
Aushändigung ſeiner Ernennungsurkunde an zu rechnen. Das
wär nun aber der 11. April 1929, an welchem Tage alſo die
Neu=
wahl zu erfolgen hätte. In politiſchen Kreiſen wird aber
ange=
nommen, daß die Wiederwahl Dr. Schachts geſichert iſt.
Zugegeben: in ziviliſierten Ländern hat der Gaſtgeber die=
Pflicht, dem Gaſt die Sklaverei ſo angenehm zu machen, als
es=
geht. Er gibt ihm wohlſchmeckende Speiſen (mit Ausnahmen;;
denn über den Geſchmack iſt nicht zu ſtreiten); er läßt ihn nicht
verdurſten; er bietet ihm Zigarren, die etwas mehr koſten als die=
Konſumzigarre daheim (oder die Banderole zeigt
wenigſtens=
einen höheren Preis); er behandelt ihn freundlich; er weiſt ihm
einen bequemen Stuhl — wenigſtens wenn er zu den älteren!
Herrſchaften gehört. Das alles iſt ja Vorausſetzung. Denn ſonſt
würde nur noch der Abwechſlungsdrang und der
Geſelligkeitstrieb=
als Beweggründe für das Gaſtwerden übrig bleiben. Der
Ver=
gnügungstrieb würde fortfallen; und dann würde ſich die Zahll
der Gäſte vielleicht ſehr verringern.
Nun aber haben wir die Tatſache, daß viele, viele Menſchem
die Sklaverei des Gaſtſeins wieder und wieder über ſich nehmen—
Weil ſie nach Abwechſlung verlangen. Weil ſie Geſelligkeit wollen.
Weil ſie Vergnügen begehren. Die hohe, große Weisheit, die
dieſem Vorgang entſpringt, iſt klar: Freiheit, zu tun und zu
laſſen, was man will, iſt längſt nicht das höchſte Glück des
Men=
ſchen. Der Menſch opfert ſie willig, ohne jede Schwierigkeit, wenm
er dafür etwas Erhöhung ſeiner Lebensfreude eintauſchen kann—
Sollen wir ihn darob ſchelten? Nur der könnte das tun, der
jene Freiheit wirklich zu ſeiner allbeherrſchenden Göttin machte—
Der jede glättende Ordnung, jede weiſende Sitte, jede
geſellſchaft=
liche Regel, jeden bändigenden Zwang lediglich als Uebel anſähe,
die zu bekämpfen ſeien. Umgekehrt, du freiheitbegeiſterter Menſch—
Nimm auch die Stunden der Sklaverei des Gaſtſeins als Uebung
in den Formen des Menſchſeins. Und die Sklaverei wird
die=
leicht ſein.
Uebrigens kommt es auch noch darauf an, welche Art der
Lebenserhöhung der Gaſtgeber dem Gaſt bietet. Wer ſich ledige
lich um des Eſſens und Trinkens willen in die Sklaverei des
Gaſtſeins begibt, der hat keine achtungswerten Gründe für die
Aufgabe ſeiner perſönlichen Freiheit. Wer es um angeregter
Unterhaltung willen tut, hat viel beſſere Gründe. Soll man
furch=
ten, daß jene in der Mehrzahl ſind? Man klagt ja, daß die Kunſc
der Unterhaltung im Abnehmen ſei . . . Aber laſſen wir dasr
Solche Gedanken führen in ein neues Kapitel, das heute
niche=
angebrochen werden ſoll.
Wirſt du im kommenden Winter oft eines Menſchen
Sklabe=
ſein? Möge dir dann dein Gaſtgeber die Sklaverei recht leicht.
machen! Und mögeſt du ein recht fröhlicher Sklave ſein! A. 2
Nummer 247
Mittwoch, den 5. September 1928
Seite 3
Die zollrechtliche Stellung
Saargebiet für ſich in Anſpruch genommen hat. Ein Unrecht iſt
es auch, daß die Zollbeamten für ihre Amtshandlungen und die
Zollverwaltung als ſolche nur durch franzöſiſche Gerichte belangt
werden können.
Das Saarſtatut ſchreibt bekanntlich die Einbeziehung des
Saargebiets in das franzöſiſche Zollregime vor, ſo daß dieſes
Ddeutſche Land an der Saar ſeit 1925 zollpolitiſch von Deutſchland
abgetrennt iſt. Die widerſinnige zollpolitiſche Regelung, die man
fin Verſailles ausfindig gemacht hat, hatte lediglich
annexions=
wolitiſche Gründe und mußte ſich daher wirtſchaftlich kataſtrophal
ffür das Saargebiet auswirken. Es iſt erfreulich, daß ein guter
„Kenner des franzöſiſchen Zollrechtes, Dr. Fritz Eichhorn, es
unter=
mommen hat, in einem Buch, betitelt „Die zollrechtliche Stellung
ides Saargebiets auf Grund des Verſailler Vertrages”, die
Mechtslage klarzulegen, wie ſie ſich zollrechtlich für das
Saar=
gebiet ergibt. Der Verfaſſer weiſt ſchon in dem Vorwort darauf
Ein, daß die Beſtimmungen des Friedensvertrages, die die
zoll=
rrechtliche Stellung des Saargebietes regeln, vielfach eine
ver=
ragswidrige Anwendung gefunden haben, und daß die
Regie=
rrungskommiſſion entgegen ihren allgemeinen Verpflichtungen
rine ganze Reihe von Rechten zugunſten Frankreichs preisgegeben
Gat. In dem erſten Teil ſeines Buches geht der Verfaſſer davon
aus, daß gerade die ſo wichtige Zollfrage im Saarſtatut eine
Süberaus kümmerliche Regelung gefunden hat. Die grundſätzliche
„Seite dieſer Frage iſt mit einem einzigen Satz abgetan worden,
mämlich, daß das Saargebiet in das franzöſiſche Zollgebiet
ein=
ggegliedert werde. Demgegenüber kann Eichhorn darauf hinweiſen,
Saß bei erheblich bedeutungsloſeren Zollanſchlüſſen, z. B. des
An=
fſchluſſes der Tiroler Gemeinde Jungholz an Bayern, dieſe Frage
fin nicht weniger als 16 Artikeln mit umfangreichen Protokollen
geregelt wurde. Der Zollanſchluß Monacos an Frankreich iſt in
micht weniger als 27 Artikeln geregelt. Der viel bedeutſamere
Zollanſchluß des Saargebiets an Frankreich aber wurde als
mebenſächliche Angelegenheit behandelt, ohne eine klare
Rechts=
grundlage zu ſchaffen. Da Einzelbeſtimmungen für das
Saar=
gebiet nicht getroffen ſind, müßte es hier vor allem Sache der
=Vertragsauslegung ſein, dieſen ganzen Fragenkomplex zu regeln.
IIn dieſem Zuſammenhang kann der Verfaſſer auf verſchiedene
(Grundſätze des Völkerrechtes hinweiſen, die ſo ziemlich
inter=
national anerkannt worden ſind und die gerade im Saargebiet
auch in vielen anderen Fällen die allergrößte Beachtung ver=
Tdienen.
1. Es haftet jeder Vertragskontrahent nur inſoweit, als er
ſelbſt in klarer Weiſe ſich verpflichtet hat. Analogieſchlüſſe ſind
unzuläſſig.
2. Keiner der Kontrahenten darf einen Vertrag einſeitig zu
fſeinen Gunſten auslegen.
3. Eine Vertragsbeſtimmung iſt im Zweifel gegen diejenige
Partei auszulegen, von welcher die Faſſung herrührt.
Bei der Auslegung der Zollbeſtimmungen über das
Saar=
gebiet ſind die Wilſonſchen 14 Punkte zu berückſichtigen; darin iſt
fzum Ausdruck gebracht, daß ein Wechſel des Inhabers der
Staatshoheit nicht ohne Befragung der Bevölkerung ſtattfinden
idarf. Da dieſe bisher aber noch nicht erfolgte, iſt die eigentliche
Staatshoheit bei Deutſchland verblieben. Es ergibt ſich daraus,
idaß die Rechte Deutſchlands im Saargebiet nicht weiter
einge=
ſchränkt werden dürfen, als es zur Sicherſtellung der freien
Grubenausbeutung unbedingt nötig iſt, und in Zweifelsfällen iſt
fzugunſten einer Aufrechterhaltung der deutſchen Rechte zu
ent=
fſcheiden. Ferner darf der Völkerbund von der ihm übertragenen
Regierungsgewalt nicht mehr aufgeben, als nach dem
ausdrück=
llichen Wortlaut der Beſtimmungen zugunſten anderer als der
ideutſchen Intereſſen erforderlich iſt.
Eine entſprechende Nutzanwendung auf die ſaarländiſchen
Zollverhältniſſe ergibt, daß die Staatsgewalt auch auf dem
Ge=
lbiete des Zollweſens nach wie vor Deutſchland zuſteht und daß
idie Beſchränkung der Rechte Deutſchlands nur ſo weit zu gehen
lhat, wie ſich aus den Beſtimmungen zweifelsfrei ergibt oder wie
ſie zur Einordnung des Saargebiets in das franzöſiſche
Zoll=
ſyſtem unbedingt notwendig iſt.
Nach dieſen Ausführungen mehr grundſätzlicher Art bleibt
nunmehr zu unterſuchen, inwieweit Regierungskommiſſion und
franzöſiſcher Staat bei ihrer Zollpolitik im Saargebiet dieſer
Rechtslage Rechnung getragen haben. Da iſt einmal feſtzuſtellen,
daß das franzöſiſche Zollrecht im Saargebiet ohne legislatoriſchen
Akt der Regierungskommiſſion eingeführt, ja dort noch nicht
ein=
mal bekannt gemacht wurde. Es ergibt ſich daraus, daß alſo die
Regierungskommiſſion, ohne dazu berechtigt zu ſein, auf dem
Gebiete der Zollgeſetzgebung auf ihre Hoheitsrechte zugunſten
Frankreichs verzichtet hat. Das iſt vertragswidrig, da es nicht
angängig iſt, dem franzöſiſchen Staat im Saargebiet irgend ein
Geſetzgebungsrecht zuzubilligen. Genau ſo wenig iſt es auch mit
dem Saarſtatut in Einklang zu bringen, daß der franzöſiſche Staat
die Befugnis zur ſelbſtändigen Ausübung der Zollverwaltung im
Weiter hätte die Verwendung von Saarländern in der
Saar=
zollverwaltung keineswegs ausgeſchloſſen werden dürfen, da die
Zollverwaltung letzten Endes doch eine ſaarländiſche Verwaltung
ſein ſollte. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit hat ſich jedoch
Frank=
reich bis auf den heutigen Tag vorbehalten, trotzdem eine
Aus=
übung auch dieſer Gerichtsbarkeit durch nichtſaarländiſche Beamte
nicht in Frage kommen dürfte. Aus den Darlegungen Eichhorns
ergibt ſich deutlich für jeden, der zwiſchen den Zeilen leſen kann,
daß die Einbeziehung des Saargebiets in das franzöſiſche
Zoll=
ſyſtem nur politiſche Ziele verfolgt; daher auch das Beſtreben,
nachdem dieſes erſte Ziel erreicht war, die zollpolitiſche Bindung
zu einer möglichſt engen zu geſtalten, um damit politiſche
Vor=
arbeit für Frankreich zu leiſten. Gerade in der Art und Weiſe
der Behandlung der Zollfrage hat die Regierungskommiſſion
be=
wieſen, daß ſie ſich in dieſer Linie als Sachwalterin franzöſiſcher
Intereſſen betrachtet.
Der Komintern zum polniſch=litauiſchen
Konflikt.
Im Namen des Komintern veröffentlicht der polniſche
Dele=
gierte Krajewſki einen Artikel, in dem er zum polniſch=litauiſchen
Konflikt Stellung nimmt. Die Dritte Internationale meint, daß
in dem polniſch=litauiſchen Streit die Wilnafrage nicht die
Haupt=
rolle ſpiele. Es ſei zwar nicht zu leugnen, daß Profeſſor
Wolde=
maras und die litauiſche Bourgeoiſie gerne Wilna wieder
zurück=
haben möchten, aber weit wichtiger ſei es, daß Pilſudſki Kowno
in Beſitz nehmen wolle. Das bedeute aber, daß man den Krieg
gegen die Sowjetregierung vorbereite. Man könne kaum daran
zweifeln, daß Polen früher oder ſpäter von Litauen Beſitz
er=
greifen werde, wobei es ſchließlich gleichgültig ſei, ob es durch
eine militäriſche Beſetzung oder durch ein Nachgeben der
litau=
iſchen Regierung geſchähe. Der Völkerbund würde beſtimmt nicht
die litauiſchen, ſondern die polniſchen Intereſſen im Auge haben.
Auf den Plan Polens, mit Rußland Krieg zu führen, hätten
ſchon die letzten großen Manöver in Wilna hingewiefen. In der
Rede, die Pilſudſki in Wilna gehalten habe, ſei zwar von Krieg
nicht die Rede geweſen, im Gegenteil, Europa habe ſich über den
inhaltloſen Text der Marſchallsworte gewundert, aber man dürfe
ſich dadurch nicht irre führen laſſen; denn in dem Fehlen der
Politik habe gerade die politiſche Bedeutung der Rede gelegen.
Pilſudſki habe kein Wort über Litauen geſprochen, aber ſeine
Zuhörer hätten ihn verſtanden und hätten begeiſtert gerufen:
„Aufl. Wir wollen nach Kowno!” Pilſudſki habe auch
einge=
ſehen, daß er durch ſein Schweigen England die Möglichkeit
er=
leichtere, einen Druck auf Litauen auszuüben. Ferner würde es
Pilſudſki jetzt leichter ſein, wenn der Augenblick gekommen,
plötz=
lich den erwarteten Ueberfall auf Litauen auszuführen. Der
Marſchall brauche ſich keineswegs zu beeilen; denn der Ueberfall
auf Litauen müſſe Hand in Hand mit dem Angriff gegen die
Sowjetregierung gehen. Dazu gehörten aber noch gewiſſe
Vor=
bereitungen, doch ſeien die weſtlichen Imperialiſten nicht bereit,
den Feldzug gegen Moskau zu beginnen. So ſei z. B.
Deutſch=
land noch nicht von den Weſtmächten gewonnen. Aber es würde
nicht lange dauern, bis auch die deutſche Regierung bereit ſein
würde, ſich den weſtlichen Mächten einzufügen. Dann würde der
Krieg gegen Rußland beginnen.
Italien und Zogu I.
EP. Rom, 4. September.
Zogu I. empfing nach ſeiner Ausrufung als erſten
auslän=
diſchen Vertreter den italieniſchen Geſandten Zola, der dem neuen
Monarchen die Anerkennung des Königsreichs Albanien ſeitens
Italien beſtätigte und ſich von ſeiner Regierung beauftragt
er=
klärte, mit der Regierung Seiner Majeſtät, des Königs der
Albaner, ſofort in offizielle Beziehungen zu treten. Zogu I. dankte
dem Geſandten für die Unterſtützung, die Italien und der Duce
ihm, dem König, und ſeiner Nation gewährte. Der beide
Nationen verbindende Bündnisvertrag werde nicht nur für die
vorgeſehene Friſt, ſondern für ewig dauern. — Zogu I. richtete
ſofort nach ſeiner Proklamation zwei Freundſchaftsbotſchaften an
den italieniſchen König und an Muſſolini, in denen er beſonders
letzterem für Italiens ſofortige Anerkennung ſeines neuen
König=
reiches dankt. Muſſolini telegraphierte, daß er in der
monarchi=
ſchen Staatsform der verbündeten Nation die Gewähr für das
ſichere Fortdauern der gegenwärtigen tiefen Freundſchaft erkenne.
Italien werde dem neuen König und deſſen Regierung ſeine
ganze Unterſtützung zuteil werden laſſen.
*Oeutſchland als Prellbock.
Die Verbindung zwiſchen Rheinland=
Räu=
mung, Dawesplan=Reviſion und Schulden=
Regelung. — Die franzöſiſche Taktik.
Die Franzoſen arbeiten außerordentlich geſchickt. Sie ſehen,
daß ſie mit ihren neuen Abmachungen mit England in den
Ver=
einigten Staaten ſehr ſtark an Boden verloren haben, während
dafür jenſeits des großen Teiches das Verſtändnis für die Lage
Deutſchlands erheblich gewachſen iſt. Sie fürchten alſo eine
engere Verbindung zwiſchen Deutſchland und Amerika und ſuchen
nun hier rechtzeitig einen Riegel vorzuſchieben. Die Verbindung
zwiſchen Rheinlandräumung, Reviſion des Dawesplanes und
interalliierter Schuldenregelung, wie ſie dieſe anſtreben, iſt
ver=
ſtändlich. Die Art aber, wie ſie das publiziſtiſch anpacken, iſt
hauptſächlich darauf eingeſtellt, Deutſchland als Sündenbock
da=
zwiſchenzuſchalten und die Verärgerung in Waſhington auf uns
abzuladen. Daher wird von Paris aus auf allen möglichen
Umwegen ſchon ſeit Tagen gearbeitet, daß Deutſchland ſich
bereit erklären werde, nicht nur als Anwalt in der
Revi=
ſion des Dawesplanes aufzutreten, ſondern auch
füreine Herabſetzung der franzöſiſchen
Kriegs=
ſchulden durch Waſhington ſich ſtark zu machen.
Da=
von iſt natürlich gar kein Geſpräch. Zunächſt iſt die
Frage überhaupt nicht aktuell. Sie wird erörterungsfähig ſein,
wenn ſich der große Szenenwechſel mit der Präſidentenwahl in
den Vereinigten Staaten vollzogen hat. Inzwiſchen kann es ſich
nur darum handeln, zwiſchen Deutſchland und ſeinen
Gläubiger=
ländern die Baſis für eine finanzielle Regelung zu treffen, deren
Durchführung ſelbſtverſtändlich von der Aufnahmefähigkeit des
amerikaniſchen Kapitalmarktes ſpäter abhängen würde.
Deutſch=
land wird aber unter keinen Umſtänden daran denken, für
Frank=
reich drüben einen Bittgang anzutreten. Das wollen wir ruhig
den Franzoſen ſelbſt überlaſſen, denn gerade, daß ſie gezwungen
ſind, ihre Schulden an Amerika zu zahlen und dafür Geld von
uns brauchen, iſt einer der ſtärkſten Trümpfe, die wir bei den
Verhandlungen mit Frankreich in der Hand haben.
Chamberlain „in der Wüſie‟.
Der engliſche Außenminiſter Chamberlain hat, bevor er den
Staub Europas von ſeinen Füßen ſchüttelte, noch einmal das
Be=
dürfnis gehabt, der Welt verſichern zu laſſen, wie krank er
eigent=
lich iſt. Wir wollen ihm das gerne glauben, wobei offen bleiben
kann, wieweit ſeine Krankheit politiſchen Urſprungs iſt. Es iſt
wohl kaum ein Zufall, wenn gerade in dieſem Augenblick
be=
hauptet wird, Chamberlain würde auf ſeinen Poſten nicht mehr
zurückkehren, ſeine ganze Reiſe habe eigentlich nur den Zweck,
ſeinen Rücktritt einzuleiten. Merkwürdig genug iſt es um ihn
beſtellt. Beſondere Achtung vor ſeinen diplomatiſchen Fähigkeiten
hat man in England niemals gehabt. Er iſt wegen ſeiner
Miß=
erfolge auch wiederholt ſcharf angegriffen worden und hat ſich
tatſächlich ſeit Jahr und Tag doch nur deswegen im Amte
ge=
halten, weil er den Nimbus eines Vaters der Locarnopolitik um
ſich zu verbreiten wußte. Ausgeſchloſſen iſt es keineswegs, daß
das engliſche Kabinett ihn jetzt, wo die Vorbereitungen für die
Neuwahl allmählich getroffen werden müſſen, in die Wüſte ſchickt
und durch einen energiſcheren Kopf erſetzt. Sollte das geſchehen,
dann würde die amtliche deutſche Politik ſein Scheiden natürlich
bedauern und ihm einen warmen Nachruf widmen, ſchon aus dem
Locarnogeiſt heraus. Die deutſche Oeffentlichkeit aber hätte kaum
einen Grund, ihm eine Träne nachzuweinen, höchſtens, ſoweit
man ſeinen Nachfolger betrachtet, vom Standpunkt des geringeren
Uebels aus. Das wäre er allerdings gegenüber Lord Cuſhendun.
Aber das iſt wohl auch das einzige, was vom deutſchen
Stand=
punkt aus für ihn ſpricht.
Der parlamentariſche Korreſpondent des „Evening
Stan=
dard” meldet, daß es abſolut ſicher ſei, daß Sir Auſten
Chamber=
lain ſeine Amtstätigkeit während der gegenwärtigen
Panlaments=
periode nicht wieder aufnehmen könne. Nach ſeiner Rückkehr
von der Erholungsreiſe ſoll ſich Chamberlain zum mindeſten bis
zur nächſten Parlamentswahl, alſo bis Anfang Juni 1929, von
jeder Amtstätigkeit fernhalten. In gewiſſen Kreiſen wird erklärt,
daß ein vollſtändiger Rücktritt Chamberlains wenig überraſchen
kann. — Der Korreſpondent der „New York World” hat ebenfalls
in dieſem Sinne Informationen an ſeine Zeitung gegeben, denen
er hinzufügt, daß ſein Nachfolger, und zwar nicht Lord
Cuſhen=
dun, bereits auserſehen ſei. — Offizielle Kreiſe behaupten, von
dem Rücktritt Chamberlains noch nichts zu wiſſen. Man hält es
auch für angebracht, ſelbſt wenn Chamberlain ſein
Rücktritts=
geſuch einreicht, mit einer offiziellen Erklärung zurückzuhalten.
Aus der Geſchichte der Untergrundbahn.
C. K. Das furchtbare Unglück, das ſich jetzt auf der New
Yorker Untergrundbahn ereignet hat, darf auf einen beſonders
unglücklichen Zufall zurückgeführt werden, der augenſcheinlich in
der Nachläſſigkeit eines Weichenſtellers ſeinen Grund hat. Gegen
ein ſolches Verſagen des Menſchen iſt nun einmal keine
menſch=
liche Einrichtung gefeit; im ganzen aber darf man ſagen, daß die
modernen Untergrundbahnen zu den ſicherſten
Beförderungsmit=
teln gehören und daß beſonders der großartige Betrieb in New
York zu den muſtergültigſten der Welt gehört. Nachdem die
Technik ſo weit gediehen war, daß ſie große Tunnelbauten
aus=
führen konnte, lag es ja nahe, auch die Bahnen in dem
zuneh=
menden Verkehr der Großſtadt unter die Erde abzuleiten. Das
erſte Bedürfnis ſtellte ſich natürlich für London heraus, das
ſchon vor hundert Jahren den Charakter einer „Weltſtadt” beſaß
und wo der „ungeheure Verkehr” über die Themſebrücke als eine
Art Weltwunder angeſtaunt wurde. Schon damals ums Jahr
1830 iſt in London der Verſuch unternommen worden, eine
Eiſen=
bahn unter der Erde anzulegen, die unter dem Paddington=Kanal
hinlief und faſt fünf Kilometer lang war. Der koſtſpielige Bau
galt als ein Wunder der damaligen Technik, aber dem Publikum
war es unheimlich, ſich ſo „unter Tag zu begraben”, und ſo teilte
dieſe erſte Untergrundbahn das Schickſal vieler Vorläufer
wich=
liger Erfindungen: ſie mußte nach kurzer Zeit der Benutzung zu
Lagerräumen verwendet werden. Der Ruhm des Tunnels unter
der Themſe, der ja auch von Fontaine gefeiert wurde, brachte
dann den Ingenieur Fowler auf den Gedanken, ein unterirdiſches
Bahnnetz für London zu ſchaffen. Dieſe erſte Untergrundbahn,
die 1863 auf der Strecke zwiſchen Paddington und Farrington
ekoffnet wurde, gefiel den Londonern beſſer, da ſie nun bereits
das Fahren in Tunnels gewohnt waren. Die Bahn ſchlängelte
ſich mit ihren zwei Schienengleiſen in Kurven unter den runden
Gewölben der Tunnel hin. Wo nicht an einzelnen Stellen das
Tageslicht geiſterhaft hereinſchien, mußte man ſich mit Gaslicht
begnügen. Die zeitgenöſſiſchen Schilderungen heben beſonders
Nerbor, daß die Bahn von 6 Uhr morgens bis Mitternacht
ver=
lehrte und daß alle zwanzig Minuten ein Zug ging. In größeren
Sieſen hat man dann in London jene unterirdiſchen Röhren=
49nen angelegt, die wohl die ſeltſamſten Erſcheinungen der
Verkehrskunſt ſind. Man hat dieſe „Tubes” „Menſchenrohrpoſt”
Beſlannt, weil es wirklich in dieſen engen Röhren ſo iſt, als ob
De Wagen durch eine Leitung hindurchgeſaugt würden. Da die
Sondoner Untergrundbahn ſehr tief angelegt iſt, ſo vermitteln
verſach Fahrſtühle den Zugang. Die Sicherheit wird durch die
Flonders günſtigen Bodenverhältniſſe der Stadt gewährleiſtet.
New York, die zweite der
mo=
dernen Rieſenſtädte, die zum
unter=
irdiſchen Verkehr überging, hat
dann die Londoner Anlage noch
weit übertroffen; hier fahren die
Untergrundbahnen unter den
gro=
ßen Flußläufen hindurch, und unter
der eigentlichen Untergrundbahn
liegen wieder noch in tieferen
Stock=
werken die Schnellzugsgleiſe von
Fernbahnen. Hier iſt die Sehnſucht
der europäiſchen
Schnellbahnfahr=
gäſte, raſch vorwärts zu kommen,
wirklich befriedigt, denn es gibt
be=
ſondere Schienenwege, auf denen
die Züge nicht alle paar Minuten
ſtillhalten, ſondern in raſendem
Tempo weite Strecken zurücklegen.
Freilich muß ſich dann auch eine
Kataſtrophe, wie ſie jetzt
ſtattgefun=
den hat, beſonders furchtbar
aus=
wirken. — In Paris wurde die
erſte Untergrundbahn bei der
Welt=
ausſtellung im Jahre 1900 eröffnet.
Seitdem iſt ein ſehr verzweigtes
unterirdiſches Verkehrsnetz
ausge=
baut worden, aber die erſte Anlage
litt unter Mängeln, und ſo kam es
denn bald nach der Eröffnung zu
einem ſchweren Unglück auf
dem „Méro” wie der Pariſer
ſeine Untergrundbahn nennt. Bei
faſt keinem der Untergrund=
Bahn=
höfe ſind die Treppen, die zur
Straße führen, ſo angelegt, daß unter allen Umſtänden Licht
von draußen einfällt, und als nun ein Zug auf dem Bahnhof
Nation in Brand geriet und die Beleuchtung — wie das in
ſolchen Fällen oft vorkommt — gerade in dieſem Augenblick
erloſch, liefen die Fahrgäſte in ihrer Angſt ſcharenweiſe nach dem
toten Endwinkel des Bahnſteigs, anſtatt in entgegengeſetzter
Rich=
tung zum Ausgang, und viele fanden hier den Erſtickungstod.
Die Vorbilder der Londoner und New Yorker „Untergrund”
ließen gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch in Berlin den
Gedanken entſtehen, eine unterirdiſche Schnellbahn anzulegen.
Aber es waren noch viele Schwierigkeiten zu überwinden, bis
1902 der erſte elektriſche Untergrundbahnzug fuhr; es war
be=
kanntlich eine Verbindung von Hochbahn und unterirdiſcher Bahn,
Im Kataſtrophentunnel. — Das erſte Unglücksbild.
deren berühmteſter Teil das Gleisdreieck war. Aber ſo ſehr
dieſe Kreuzung vom techniſchen Standpunkt aus bewundert
wurde, ſo geriet ſie doch in Verruf, als ſich im Herbſt 1908 dort
eine entſetzliche Kataſtrophe ereignete. Ein Zug, der
vom Potsdamer Platz nach dem Oſten fuhr, rannte einem
an=
dern in die Flanke, der gleichzeitig von Weſten her nach Oſten
ſtrebte. Der Fahrer des aus der Stadt kommenden Zuges hatte
das Haltſignal überſehen, und die Folge war, daß der von ihm
gelenkte Zug einen Wagen des anderen von dem hohen
Bahn=
körper hinunterwarf. Viele Opfer waren zu beklagen, und ſo
wurde denn das Gleisdreieck aufgelöſt und durch ein Gleiskreuz
erſetzt, durch das nun der Berliner Hoch= und Untergrundbahn
die denkbar größte Betriebsſicherheit gewährleiſtet iſt.
Am 3. September verschied im 68. Lebensjahr
der ordentliche Professor der Elektrotechnik
Geheimer Hofrat.
40 Jahre hat er an unserer Hochschule gewirkt. An dem
Ausbau des Elektrotechnischen Instituts hat er in
hervor-
ragendem Maße mitgearbeitet. Die Einrichtung der
Hoch-
frequenzabteilung ist sein Werk, In außerordentlich
selbst-
loser Weise lebte er ausschließlich seinem Beruf. Den
Stu-
dierenden war er ein treuer Berater und Förderer, seinen
Kollegen und Mitarbeitern ein lieber Freund deren Vertrauen
er im höchsten Maße besaß und die ihn zu wiederholtem
Male zum Abteilungsvorstand beriefen.
Die Technische Hochschule erleidet durch sein Hinscheiden
einen schweren und schmerzlichen Verlust Sie wird sein
Andenken für alle Zeiten in hohen Ehren halten.
Darmstadt, den 4. September 1928.
Der Rektor der Technischen Hochschule:
14138
Nummer 242
Mittwoch den 5 September 1928
Seite 4
Familiennachrichten
Die Geburt einer Tochter
Urſula Franziska
erlauben ſich anzuzeigen
Karl Guttmann und Fran
Katharina, geb. Ertl.
Darmſiadt, den 4. Sept. 1928.
Eſchollbrückerſtr. 20II.
(14154
Die glückliche Geburt einer
Tochter
Gertrud
zeigen an
Georg Grohe und Frau
Mathilde, geh. Schmitz.
Darmstadt, 3. Sept. 1928. 23052
Die Geburt eines Sohnes
zeigen an
Dr. Karl Pickert
lsbeth Pickert, geb. Bender.
Charlottenburg-Westend
Mecklenburgallee 22a
z. Zt. Berlin W 15
Schapersanatorium, Schaperstraße 18
am 3. September 1928.
Ratte
Für die uns anläßlich
unſerer Vermählung ſehr
zahlreich erwieſenen
Aufmerk=
ſamkeiten danken herzlichſi
Chriſtian Wolf u. Frau
Anng, geb. Benz.
Darmſitadt, 3. Sept. 1928.
Stiftsſtraße 35.
( 23036
Für die vielen Ehrungen
und Glückwünſche anläßlich
der Vermählung unſerer
Tochter Annh ſprechen wir
unſeren herzl. Dank aus.
Adam Benz u. Frau
Bauſpenglerei
und Inſiallationsgeſchäft
23037) Stiftsſtraße 35.
Friedrich Höppel hier,
Morneweg=
ſtraße 37, feiert heute mit ſeiner
Ehe=
frau das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
Glückauf zur Goldenen! 23008
Für die zahlreichen Glückwünſche,
Blumenſpenden und Geſchenke
anläß=
lich meines 25jährigen Jubiläums
ſage ich auf dieſem Wege meinen
herz=
ichſten Dank.
W. Wüſtenberg
Kammermuſiter
28010)
Kranichſteinerſtr. 59½/,,
Todes=Anzeige.
Am 3. September 1928 verſchied nach
ſchwerem Leiden unſer lieber, treuſorgender
Bruder und Onkel
D. Natt Lnh
Profeſſor
an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt.
Von der Reiſe:
zurück
Haut= und
Harnkranke=
heiten
Frankfurterſtr. 16½,
(*22768gmg
„R. Dr.
hat ſeine Tätigkeitt
wied. aufgenommen.,
(*23002mt)
Zurück
Zahnarzt
Dr. zchlapp
Eliſabethenſtraße 2
Tel. 1506. ( 23046mgs
Die trauernden Hinterbliebenen:
Lilli Wirtz
Charlotte Wirtz
Wilhelmine Mayer, geb. Schuchard
Rudolf Schuchard
Alice Göppert, geb. Schuchard.
Darmſiadt, Berlin, München,
(*23092
Marburg”
Von 1 Mark an wer=t
den Stühle geflochten.)
Klöss,
Heidelberger-
ſtraße 47 (1415B
Die Beerdigung ſindet Freitag, den T. September,
vor=
mittags 11 Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl. Teilnahme,
ſowie für die zahlreichen Kranz= und
Blumen=
ſpenden bei dem Heimgange unſerer lieben
Entſchlafenen ſagen innigen Dank
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Adam Wolf.
Darmſtadt, den 4. September 1928. (23084
Fledrich Schaeter 8 Bodenhuia Mr. 7
Dr. phil. Margret Bücking
Heilpädagogim
dipl. Individualpsychologin
seelische Behandlung nervöser Leiden, Behandlung
schverersieh-
w1si83ibarer Kinder (Stottern, Bettnässen, Lernhemmungen, Trots,
Verwahrlosung)
(141020
Sprechstunden: 45—½6, nachm
Friedrich Schaeler, Ludwigsplatz 7. Telephon 45 und 46. /Riegerplats 12,1.
reinigt mühelos Parkett und Linoleum
per Liter Mk. 1.25
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme ſowie für die zahlreichen
Kranz= und Blumenſpenden bei dem
Heimgang unſerer lieben Entſchlafenen
Fräulein
Sophie Düringer
ſagen wir hiermit unſeren innigſten
Dank. Insbeſondere danken wir Herrn
Pfarrer Köhler für ſeine troſtreichen
Worte und der Gemeindeſchweſter
Sophie für ihre liebevolle Pflege.
Aaf"
Frau Sophie Düringer Bwe.
Georg Merz
Lina Merz, geb. Düringer.
Se Iaststelti
Ster
Masskotalon
welcher Art sie auch sein mögen,
geschieht durch unsere Spezialisten
mit Hilfe des abgebildeten
Fußab-
druckapparates (Pedograph). Erst nach
genauer Pußuntersuchung, die
voll=
kommen kostenfrei und unverbind-
Heute früh 5½ Uhr entſchlief
nach langem, mit großer Geduld
ertragenem Leiden, mein lieber
Mann, unſer herzensguter Vater,
Bruder, Schwager und Onkel
lich ist, wird der betreffende
Heilbe-
helf dem Puße individuell angepaße
S.-RatDr. Heil
Frauenarzt, Wilhelminenſtraße 22
Verrelst- dus
von Samstag, 8. September bis 1. Oktober
Vertretung: Herr Dr. Hüfftell, Kaſtmpſtr. 2
Dr. Koepke
iſt bis Ende September verreiſt,
Vertretung
haben übernommen die Herren:
Dr. Andres, Rheinſtraße 33
Dr. Rahn, Dieburgerſtraße 6
Dr. Schmldt, Heinrichſtraße 38.
Aſt
Heder Karo Hreneate
für Herren und Damen
beginnt Anfang Okfober
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und chemische Praxis
staatlich konzessioniert (116763
Prof. Dr. W. Vaubel
Darmstadt, Heinrichstraße 98
Karl Kirchmeher
Hausmeiſter i. R.
im vollendeten 54. Lebensjahr.
In tiefem Schmerz:
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarete Kirchmehzer
geb. Schenk und Kinder.
Groß=Umſtadt, 4. Sept. 1928.
Leschon s
Fuß-Mfege4rtikel
Die Beerdigung findet
Donners=
tag, den 6. September 1928,
nach=
mittags 1½ Uhr ſatt. 223059
Kinderwagen, wenig
gebr., bilt. zu verk
Anzuſ. 2-4
Schloßgar=
tenſtr 23, II (*230/1
Hi
Geige zu verk
jebfrauenſtraße 93,
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male Muskeltätigkeit wieder
Toe Flex
Ballens und verhindert
Hn-
schwellung des Fusses.
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der Ballenbildung.
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Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 5. September.
Dombaumeiſier Heinrich von Schmidt,
der Erbouer der Zohannesfiche, .
Geheimrat Freihere Heinrich von Schmidt, der Hochſchullehrer und
Aom=Baumeiſter, iſt in München nach ſchwerer Krankheit im Alter
n 78 Jahren geſtorben. Als Sohn des Profeſſors und
Dombau=
ikters Oberbaurat Freiherrn von Schmidt geboren, war er nach
Be=
a. des Polytechnikums Bauführer in Frankfurt a. M., ſeit 1883
außer=
t ntlicher Profeſſor für Mittelalterbaukunſt an der Techniſchen
Hoch=
ule in Müuchen. Von 1913—1915 bskleidete er das Amt eines
Nek=
r.— Freiherr von Schnidt iſt der Erbauer der Münchener
Meximi=
uskirche, der Marienbi=che in Kaiſerslautern, der
Johannes=
che in Darmſtadt und verſchiedener anderer Bauten.
Zwiſchen der deutſchen und der italieniſchen Regierung iſt die
Sebung des Sichtvermerkzwanges für die beiderſeitigen
aatsangehörigen mit Wirkung vom 15. September 1928 vereinbart
„Den. Bei dieſer Gelegenheit wird zur Behebung von Zweifeln, die
Berichten der Grenzühergangsſtellen viglfach noch bei dem
reiſen=
n Publikurr zu beſtehen ſcheinen, erneut darauf hingewieſen, daß die
Babung des Sichtvermerkzwvanges in keinem Falle auch die
Beſeiti=
a des Paßzwanges bedeutet. Die Mitführung eines Reiſepaſſes iſt
Auslandsreiſen unerläßlich. Reiſende ohne Päſſe müſſen nach den
leenden Vorſchriſten an der Grenze zurückgewieſen werden.
— Ortsgewerbeverein und Handweikervereinigung Darmſtadt (
Ver=
jmaltungsnusſchuß). Unſere am 9. 1 1d. 10. September ſtattfindende
he infahrt von Bingen über Königswinter (Drachenfels) und Bonn
gar Köln findet erfrenlicherweiſe ſehr großen Anklang. Sehr zu
be=
uWen iſt es, daß ſich auch viele Mitglieder unſerer benachbarten
Orts=
u erbevereine zu der Fahrt angemeldet haben. Wir bitten dringend
imum, daß alle, die ſich noch an der Geſellſchaftsfahrt beteiligen wollen,
4 nunmehr ungeſäumt in unſerer Geſchäftsſtelle,
Wilhalminen=
rtße 211, Fermeuf 4338, anmelden, da ſie ſonſt nicht mehr mit
Be=
u mtheit darauf rechnen können, das Hotelquartier, das von uns
be=
ut wiud, zu beſonders verbilligtem Preis zu erhalten. Uebernachtet
zd vom 9. zum 10. September in Nolandseck.
— Heſſiſches Landestheater. Am Sonntag, dem 9. September,
vor=
uttags 11½ Uhr. findet im Großen Haus ein
Eröffnungs=
ſtkonzert ſtatt, bei dem das Landestheaterorcheſter unter
Lei=
u g von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm die Eurhanthe=Quvertüre
en Weber und die 3. Sinfonie (Eroica) von Beethoven zum Vortrag
rmgt. Die Mieter der Sinfoniekonzerte des Laudestheaters haben
der Kartenausgabe für dieſes Konzert ein Vorkaufsrecht: der Platz,
ei, ſie in den Sinfoniekonzerten gemietet haben, wird ihnen am erſten
ſroverkaufstag, morgen Donnerstag, von 9½—13½ Uhr.
egen Vorzeigung der Mietkarte und Zahlung des Kaſſenpreiſes (50 Pf.
i. 3 Mark, Sperrſid 2 Mark) zur Verfügung gehalten. Die nicht
ab=
etolten Karten werden am Freitag im allgemeinen Vorverkauf
ab=
e eben. Mieter, die von dieſer Vergünſtigung Gebrauch machen
zMen, können ihre Mietkarte bereits am Donnerstag vormittag an der
zuuptkaſſe in Empfang nehmen und ſich an der Tageskaſſe die
Eintritts=
atte für Sonntag aushändigen laſſen.
Heute wird die Ausgabe der Mietkarten, die geſtern für die Mieter
e: Anfangsbuchſtaben A—F begonnen hat, für die Anfangsbuchſtaben
3—L fortgeſetzt. Die Mieter den Anfangsbuchſtaben M—N erhalten
ſne Mietkarten morgen Donnerstag, die der Anfangsbuchſtaben S—3
i rmorgen Freitag, an der Hauptfaſſe in der Zeit von 8—14½ Uhr.
ſiwanmeldungen werden innerhalb derſelben Kaſſenſtunden entgegen=
(nommen.
— Kunſtgeſchichtliche Geſellſchaft. In der Sitzung am 7. September,
rr 6 Uhr, im Gewerbemuſeum, gelangen Lichtbilder nach dem
ſsppich von Bayeux zur Vorführung. Der Teppich iſt eine
Siickerei aus der Zeit um 1070 und erzählt in einem Streifen von etwa
0. Meter Länge die Geſchichte der Eroberung Englands durch die
Nor=
nrnnen. Als hiſtoriſche und kulturgeſchichtliche Urtunde erſten Ranges
zürtet er ein bielſeitiges Intereſſe. Gäſte (Herren) können eingeführt
wrden.
— Städt. Akademie für Tonkunſt. Herr Müller=Söllner,
Bifangsmeiſter an der Städt. Akademie für Tonkunſt, tritt mit dem
/Oktober auf ſeinen Wunſch aus dem Lehrerkollegium der Anſtalt aus
ur ſich nur noch dem Prinatunterricht zu widmen. In den ſechs Jahren
ener Tätigkeit an der Akademie hat er es verſtanden, ſich das
Ver=
r.uen einer großen Zahl von Schülern zu erwerben. Schon vor ſeinem
Emtritt in die Akademie war ſein Name als Geſangspädagoge weithin
bkannt, zumal er auch auf muſikaliſch=ſchriftſtelleriſchem Gebiet ſich
all=
guneine Anerkennung erworben hat. Die Städt. Akademie ſieht den
gſſchätzten Meiſter nur ungern ſcheiden und ihre beſten Wünſche be=
Aleiten ihn auf ſeiner weiteren Künſtlerlaufbahn. Als ſeine Nachfolgerin
ſt. Frau Emma Holl als Geſangsmeiſterin in das Lehrerkollegium
argetreten, die dann neben Profeſſor Carl Beines Fräulein
Mathilde Weber und Fräulein Perron in den Geſangsklaſſen tätig
ſen wird.
— Hiſtoriſcher Verein. Der nächſte Ausflug findet gelegentlich der
Argung des Verbandes der Heſſiſchen Geſchichts= und Altertumsvereine
am 8. und 9. September zu Offenbach ſtatt. Aus der reichhaltigen
dugesordnung iſt hervorzuheben: Samstag, 8. September 6 Uhr: Licht=
Ildervortrag von Profeſſor Brockmann über Alt=Offenbach im
Iſen=
burger Schloß; 8 Uhr: zwangloſes Zuſammenſein im Parkhotel.
Sonn=
tg, 9. September, 11 Uhr: Beſichtigung des Offenbacher
Heimat=
muſeums für Numismatiker Beſichtigung, der Münzſammlung Karl
9 athan Maher (beſonders orientaliſche Silberlinge), 1 Uhr:
Mittag=
eſſen Parkhotel (Gedeck 2,20 Mk.), 3 Uhr: Beſichtigung des
Leder=
muſeums (Führung Profeſſor Eberhardt), 4 Uhr: Beſichtigung des
Orvillſchen Maingartens (Führung Oberſtudiendirektor Dr. Müller).
ſür die Mitglieder, die die Samstagsveranſtaltungen beſuchen wollen,
rnpfiehlt ſich der beſchleunigte Zug ab Darmſtadt 16,91: für Sonntag
wrmittag der Zug 9,11 Uhr ab Darmſtadt Hauptbahnhof; in beiden
Fällen von Frankfurt aus nach Offenbach mit Linie 16 bis Offenbach
Markt. Mitglieder, die am Mittageſſen teilnehmen wollen oder für die
Tacht von Samstag auf Sonntag Freiquartier wünſchen, wollen ſich bis
Mitwoch, 12 Uhr, im Staatsarchiv melden.
— Odenwaldklub. Die Wonne eines ſelten ſchönen Herbſttages zu
enießen in einem von uns leider zu wenig aufgeſuchten Landſtrich, war
as Glück, das die Ortsaruppe ihren Wanderern am Sonntag bot. Die
WZanderung führte von Station Gaimühle in gemächlichem Anſtieg nach
Waldkatzenbach, aus dem Frieden des Waldes in das Getimmel
der Erholungſuchenden, denen die friſche Höhenluſt das verlorene Not
wieder auf die Wangen malen foll. Wundervolle Blicke in das Gewoge
Ger waldgekeönten Verze lohnten die Mühe des Steigens zur Höhe des
Inächtigen Katzenbuckels. Der bequeme Abſtieg leitete ſchließlich
Sie Schar in die Romintik der Wolfsſchlucht, in den gebändigten
Kampf von Feld, Baum und Waſſer, und brachte die Wanderer zu der
wouchtigen Wehr, die ſich über Zwingenberg erheb. Die Einkehr in
Dem alten lieſlichen Städtchen beim „Anker” gab frohe Stunden des
Quſammenſeins. Hier begrüßte Prof, Dr. Köſer die 150 Wander=
Befährten und dankte den Meiſterführern Ewald und Bauer für
ähre treffliche Leiſtung. Die Geſangsabteilung unter Weides
Loi=
ttung verſchönt=, wie immer, den Wandertag.
— Die Barmer Erſatzkaffe iſt bekanntlich mit ihren mehr als 360 000
Stammverſicherten und insgeſamt über ½ Million Mitgliedern die
größte Krankenkaſſe der Angeſtellten. Sie gibt jetzt eine eigene
Monats=
ſchrift „Dio Barmer Erſatzkaſſe” heraus, die in der ſtattlichen Auflage
von 375 000 erſcheint. Die Zeitſchrift iſt gefällig. Sie bringt neben den
für die Mitglieder der Kaſſe notwendigen Mitteilungen, Abhandlungen
über Fragen der Sozialpolitik und der Wirtſchaft, über Hygiene,
Ge=
ſundheitspflege, Sport, Familie und gute Unterhaltungsliteratur.
Mittwoch, den 5. September 1928
Wichtig für verſorgungsberechtigte
Aiiegsseſthabigie and Iieroitevene.
Erfatz der baren Auslagen und Entſchädigung
für engangenen Arbeitsverdienſtſ
bei Vorladungen.
Vom Verſorgungsamt Darmſtadt wird uns mitgeteilt:
Nach den maßgebenden Verwaltungsbeſtimmungen erhalten Beſchädigte
und Hinterbliebene aus Anlaß einer Vorladung durch das
Verſorgungs=
amt oder die Orthopädiſche Verſorgungsſtelle auf Verlangen, in
angemeſſenem Umfange Erſatz der baren Auslagen und Entſchädigung
für entgangenen Arbeitsverdienſt.
An baren Auslagen kommen in Frage: Fahrkoſten und die Koſten
für Verpflegung und Unterkunft. Vergütet werden im allgemeinen die
Fahrkoſten der 3. Wagenklaſſe; iſt die 4. Wagenklaſſe benutzt worden,
ſo dürfen nur die Fahrauslagen für dieſe Klaſſe erſetzt werden.
Ober=
ſchenkelamputierte und Krückenträger können die 2. Wagenklaſſe
be=
nutzen. Für die Inanſpruchnahme gemieteter Fuhrwerke können Koſten
nur erſtattet werden, wenn die Notwendigkeit der Benutzung
ärztlicher=
ſeits beſcheinigt wird. Bei unentgeltlicher Benutzung von
Verkehrs=
mitteln und bei Benutzung eigener Fuhrwerke oder Fahrräder kann der
jeweilige Eiſenbahnfahrpreis für die 4. Wagenklaſſe unter
Zugrunde=
legung der kürzeſten Landſtrecke gezahlt werden.
Auslagen an Verpflegung und Unterkunft werden in den
Gren=
zen des für die Tagegeldſtufe I. der Reichsbeamten bei Dienſtreiſen
von gleicher Dauer jeweils feſtgeſetzten Tagegeldes: (7 RM. in
beſon=
ders teueren Orten und 4,50 RM. in anderen Orten) und
Uebernach=
tungsgeld (4,50 RM. in beſonders teueren Orten und 3,50 RM. in
anderen Orten) erſtattet. Wenn jedoch bei eintägigen Reiſen von mehr
als 12ſtündiger Dauer und bei längeren als eintägigen Reiſen höhere
Ausgaben entſtanden ſind und als notwendig und angemeſſen
aner=
kannt werden, ſo gelten für die Koſtenerſtattung die Sätze der
Tage=
geldſtufe II: (bei beſonders teueren Orten 9 RM. und 6 RM., bei
an=
deren Orten 7 RM. und 4,50 RM.) als Höchſtgrenze. Bei
Beodachtun=
gen und Unterſuchungen in Unterſuchungsſtellen und Kliniken wird
während der Dauer der Aufnahme freie Verpflegung verabreicht; auch
iſt dort in der Regel Gelegenheit zum Uebernachten. Darüber enthält
das Vorladeſchreiben das Nötige.
Eine Belegung der baren Auslagen iſt nicht erforderlich. Es
ge=
nügt für den Nachweis der Art und Höhe eine Erläuterung und
pflicht=
gemäße Verſicherung, wie ſie auf dem Vorladungsſchreiben vorgedruckt
iſt. Immerhin iſt die Beibringung der Fahrkarten zweckmäßig. Bei
Benutzung gemieteter Fuhrwerke muß eine quittierte Rechnung des
Fuhrwerksbeſitzers beigebracht werden, aus der die Höhe der gezahlten
Entſchädigung, deren Ortsüblichkeit von dem zuſtändigen
Gemeindevor=
ſtand beſcheinigt ſein muß, hervorgeht. Falls die Mitnahme eines
Be=
gleiters notwendig erſcheint, iſt ein diesbezüglicher Antrag vor
An=
tritt der Reiſe beim Verſorgungsamt zu ſtellen.
Der entgangene Arbeitsverdienſt wird in vollem Umfange erſetzt,
wenn er das übliche Maß nicht überſchreitet. Hierzu iſt es notwendig,
daß der Arbeitgeber die tägliche Arbeitszeit und den Stundenlohn
be=
ſcheinigt. Feſtbeſoldete und Angehörige freier Berufe — hierzu
ge=
hören insbeſondere auch Landwirte — werden in der Regel einen
er=
ſtattungsfähigen Ausfall an Arbeitsverdienſt nicht haben; wird jedoch
z. B. von Kleinhandwerkern, Heimarbeitern uſw. ein tatſächlicher
Aus=
fall an Arbeitsverdienſt überzeugend dargeten, ſo kann Erſatz
bean=
ſprucht werden. Ausfall an Erwerbsloſenunterſtützung wird einem
ſolchen an Arbeitsverdienſt gleich geachtet.
Zum Zwecke der Anforderung der vorſtehend erläuterten Koſten iſt
das Vorladungsſchreiben eingehend auszufüllen und zu unterſchreiben.
Die etwaige Vorlage falſcher Belege zur Erlangung höheren Erſatzes
erfüllt den Tatbeſtand des Betruges oder des Betrugsverſuchs.
Auf beſonderen Antrag kann vor Antritt der Reiſe vom
Verſor=
gungsamt ein Reiſekoſtenvorſchuß gezahlt werden.
Bei Heilbehandlung durch die Krankenkaſſe werden die Reiſekoſten
nach den für die Krankenkaſſe geltenden Vorſchriften erſetzt. Der Erſatz
iſt in dieſem Falle bei der Krankenkaſſe zu beantragen.
V12612
Zur
ae
Gesund-
haltung!
IN
Friedrich Schaefer, Darmſtadt, Ludwigspl. 7, Tel. 45
— Kriegerverein Darmſtadt. Am Samstag, dem 8. d. M.,
abends 8½ Uhr, im Vereinslokal, Büirgerhof. Eliſabethenſtraße.
Monats=
terſammlung. Anläßlich derſelben wird Herr Kamerad, Studienrat
Profeſſor Wenzel einen Vortrag „Die Grundlagen der
fran=
zöſiſchen Politik. Eine Mahnung” halten. Das Thema iſt
beſonders inter=ſſant, zumal es von neuen geographiſchen
Geſichts=
tunkten aus berrachtet wird. Die Kameraden des Vereins wollen es
daher als eine Ehrenpflicht anſehen, an dieſer Verſammlung
teilzu=
nehmen, ſowoh, wvegen der Wichtigkeit des Vortrags als auch im
Ver=
ehrung des Redners.
— Petrusgemeinde, Männer=Vereinigung. Nächſten
Don=
nerstag, den 6. September, abends 8.30 Uhr, findet die
Monatsverſamm=
lung ſtatt, in welcher nach der Sommerpauſe verſchiedene wichtige
Mit=
teilungen gemacht werden ſollen. Außerdem findet ein Vortrag des
Herrn Pfarrers Berger, des erſten Vorſitzenden des Epangeliſchen
Bundes, Ortsgruppe Darmſtadt, ſtatt über das Thema: „Der
Evange=
liſche Bund ein Bund aller Evangeliſchen.‟ Das Thema ſchließt eine
Forderung in ſich ein. Wer möchte nicht aus berufenem Munde ihre
Begründung hören?. Es ſeien deshalb nicht allein die Mitglieder der
Männer=Vereinigung, ſondern alle Gemeindeglieder zu dieſer wichtigen
Veranſtaltung herzlich und dringend eingeladen.
— Orpheum. Die hochintereſſanten, ungemein anmutigen
Tanz=
darbietungen des BallettEnſembles Celly de Rheidt finden bei
ſteigen=
dem Beſuch allabendlich vielen Beifall. Leider iſt eine Verlängerung
des Gaſtſpiels nüht möglich; dasſelbe geht beſtimmt am Freitag zu
Ende. — Anſchließend hieran wird die Serie intereſſanter Gaſtſpiele
im Orpheum fortgeſetzt, und zwar gaſtiert ab Samstag ein glänzendes
Verliner Enſemble mit einem der neueſten modernen Operettenſchlager.
Siehe Anzeige.)
— Schloß=Café. Auf die Konzertveranſtaltungen ſei hierdurch
be=
ſonders hingewieſen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Seite 5
Neue Electrola=Platten.
Daß die Freunde automatiſch vermittelter Haus= und Tanzmuſik
trotz Radio ſtändig wuchſen, iſt zweifellos zurückzuführen auf die hohe
Vollendung, die die Fabrikation des Schallplatten und Apparate im
In= und Ausland erreicht hat. Tatſächüch ſind die neueſten
Schall=
platten, auf gutem Apparat mit der ſorgfältig ausgewählten Nadel
ge=
ſpielt heute ſo vollendet, daß ein weitever Schritt auſwärts kaum
denk=
bar iſt. Vorausſetzung dabei iſt — und das möcſten wir allen
Freun=
den der Sprechmaſchine empfehlen —, daß man möglichſt, und
nament=
lich bei großen Orcheſterplatten, aber auch bei Soloinſtrumenten und
Soloſtimmen, den Apparat in einem Nebenzimmer aufſtellt. Dann
ſchwindet auch die letzte, noch merkbare Störung, das Nadelgeräuſch,
und der Hörer hat wirklich den Eindruck, Raumton zu hören, dem nichts
Flaches, Mechaniſches mehr anhaftet, der durchaus original wirkt.
Vielleicht können die Plattenfabriken, in der Auswahl der
Neu=
erſcheinungen inſofern erzieheriſck, wirken, als ſie uns mit den immer
noch ubbig ſprießenden Niggermuſik=Platten verſchonen, oder doch nur
die wirklich künſtleriſchen — es gibt eine ganze Reihe ſolcher —
heraus=
bringen. Electrola legt eine Reih= von Neuerſcheinungen vor aus allen
Gebieten der Muſik= und Sangeskunſt, die hüchſtes Lob verdienen. Das
Orchgſter der Berliner Staatsoper unter Leo Blech ſpielt mit
wunder=
doller Tonfülle die Ouvertüre zu Verdis „Die Macht des Schickſals”,
und das Symphonieorcheſter Philadelphia (!), ganz entzückend Joh.
Strauß” „Gſchichten aus dem Wiener Wald” und „An der ſchönen
blauen Donau”. Von Inſtrumental=Spoziglaufnahmen liegt uns eine
ſehr reizvolle Platte vor, von Arno Seifert auf Concertina geſpielt:
eine Polka „Fröhliche Stunden” und ein prächtiger „Altbaheriſcher
Schuh=
plattler=Walzer”. Aus der Fülle komplizierteſter Muſikplatten ragt
dieſe primitive Muſik wie eine Daſe heraus. Die Fahrikation ſollte ſich
gerade dieſer Inſtrumente, dazu vielleicht noch Zither, Bandonion.
Gi=
tarre uſv. mehr annehmen. — Eliſabeth dan Endert ſingt zu Marek
Webers Orcheſterbegleitung Ballgeflüſter” und „Sag mir nur einmal
ja” Max Lornez ſingt „Winterſtürme”, Anny Helm „Du biſt der
Lenz”, beides uus der „Walkire”, und Hermann Schey in wundervollem
Sariton „Mozarts Ständchen” und Champagnerlied” aus Don Juan.
Das ſind Geſangsplatten, die höchſte Kunſt geben. Marek Weber und ſein
Oncheſter mit Chor und Sologeſing bringt ein entzückendes Potpourri
aus „Dreimäderlhaus” mit den ſchönſten Schubertliedern. Eine reine
Kunzertplatte (E HI 116) bringt ein hubſches Potpoupri aus der „
Puppen=
fic‟. Die neueſt Kabarettnummer, bringt u. a. der derzeit beſte
Kabarettſänger Auſtin Egen: „Ich küſſe Ihre Hand, Madame” und
Was weißt denn du?‟ Eine wundervolle Platte. Daneben ſind neu
berausgekommen eine Reihe von Tanzplatten Slow=Fox und Fos=
Trott.
— Das große Konzert des Reichsbundes ehem. Militärmuſiker am
Mittwoch in der Feſthalle — das letzte dieſes Jahres — findet,
nach dem Kartenverkauf zu ſchließen, wieder lebhaften Anklang. Die
Spielfolge bringt außer den zugkräftigen Märſchen Werke von Greilich,
Großmann, Kremſer, Pfitzinger, Pollack, Roſſini, R. Wagner=Seidel
und auch andere anmutige Weiſen und dürfte allen Beſuchern Rechnung
getragen werden. Da die Karten an der Abendkaſſe 75 Pfg. koſten,
empfiehlt es ſich, den Vorverkauf an den bekannten Stellen zu benützen,
auch iſt es ratſam, die Sitzplätze vor Beginn des Konzerts
einzuneh=
men. Nach Konzertſchluß werden Straßenbahnwagen nach allen
Nich=
tungen bereitſtehen.
Fp. Große Strafkammer. Durch Urteil des Bezirksſchöffengerichts
vom 22 Februar 1928 wurde gegen ein junges Mädchen, das ein
hoch=
ſtapleriſches Leben geführt hat, wegen Betrugs im Nückfall, Betrugs
und Urkundenfälſchung auf die hohe Strafe von 3 Jahren Gefängnis
und 50 Mark Geldſtrafe erkannt, 7 Monate der erlittenen
Unter=
ſuchungshaft und die erkannte Geldſtrafe wurden für verbüßt erklärt,
im übrigen erſolgte Freiſprechung. Das amtliche ärztliche Gutachten
erklärte die Angeklagte für eine Pſychopathin, auf die indes 8 51
StG. B. Anwendung nicht leide. Wir haben gelegentlich der erſten
Ver=
handlung ausführlich über die dielen Anklagepunkte berichtet und
nehmen darauf Bezug. Staatsanwalt und Angeklagte haben Berufung
derfolgt. Dieſes Rechtsmittel gilt als von ſeſten der Angeklagten, die
ſich ſchuldig fühlt, unbeſchränkt eingelegt. Im Verhandlungstermin vonr
17. April d. J. wurde der Antran geſtellt, die Angeklagte in einer
Irrenanſtalt beobachten zu laſſen. Dieſe Bewbachtung fand im Landgraf=
Philippshoſpital ſtatt. Auf Antrag wird die Oeffentlichkeit
ausge=
ſchloſſen, jedoch der Preſſe die Anweſenheit geſtattet. Der Verteidiger
ergcbtet dafür, daß mindeſtens ein ſogen. Grenzfall vorliege; man müſſe
zvohl zu einem non liguet kommen. Aus Not heraus habe die Angeklagte
nicht gehandelt. Ihr Strafregiſter weiſe kein Eigentumsdelikt auf. Die
Frage der Verantwortlichkeir nach 8 51. möge vom Gericht nochmals
ſorgfältig geprüft werden. Zur Frage der Strafzumeſſung müſſe der
Strafzweck ſehr wohl beobachtet werden. Eine Zjährige
Gefängnis=
ſtrafe könne jedenfalls nicht beſſernd wirken. Zu prüfen bleibe, ob die
erkannte Strafe angemeſſen erſcheine. Der Slaatsanwalt legt das
Hauptgewicht auf die vielen Straftaten und die Vorſtrafen, alle
Be=
gutschtungen bejahten die ſtrafrechtliche Verautwortlichkeit. Das
Straf=
maß müſſe die große Mind=rwertigkeit berückſichtigen. Eine längere
Haft müſſe die Angeklagte zur Selbſtbeſinnung bringen. Auch die
menſchliche Geſellſchaft ſei vor derartigen Elementen ſicherzuſtellen, die
in der Wahl ihrer Mittel ſo ſkrupellos ſeien. Es möge bei der Strafe
der erſten Inſtanz belaſſen werden. Anheimgeſtellt werde die
Anrech=
nung der weiter erlittenen Unterſuchungshaft. Das Urteil ſetzt die
Strafe auf 2 Jahre 4 Monate Gefängnis herab und rechnet 12 Monate
der Unterſuchungshaft an. Die ſtaatsanwaltliche Verufung wird
ver=
worfen.
Warnung vor einem Betrügerdaar mit alten
Zwanzigmark=
ſcheinen. Ein Mann und eine Frau, die in Wirtſchaften die Gäſte
durch Züherſpielen und Geſang unterhielten, befanden ſich am 31. Auguſt
1228, abends, als Gäſte in einer Wirtſchaft in der Kranichſteiner
Straße. Die Frau frug einn Gaſt, ob er ihr nicht 20 NM. wechſeln
kinne, was bejaht wurde. Sie bekam auch von dem Gaſt 20 RM. in
Slber, wofür ſie dem Gaſt eine aus dem Jahre 1914 ſtammende
Reichs=
banknote über 20 Mark gab. Der Gaſt ſteckte die Banknote im guten
Glauben, einen echten Zwanziamarkſchein zu haben, in die Taſche, und
merkte erſt ſpätor beim Einkauf von Waren den Betrug. Das
Betrüger=
paar, das ſofort nach dem Wechſeln des Geldes die betreffende
Wirt=
ſchaft verließ, wird dieſen Trick auch in anderen Orten anwenden. Der
Mann iſt etwa 10—4) Jahre alt, von großer, kräftiger Geſtalt, hat
knochiges Geſicht, ſchwarzen, kurzen Schnurrbart, dunkle Haare, und war
mit bräunlichem Anzug bekleidet. Eine Kopfbedeckung trug er nicht.
Die Frau iſt etwa 25—30 Jahre alt, klein, hat breites, verlebtes Geſicht,
blonde Haare GBubikopf), trug ſchwarzes, älteres Jackettkleid, ſchwarze
Florſtrümife und ſchiefgetretene hohe Stiefel. In emer hieſigen
Logier=
wirtſchaft wohnten beide als Cheleute Anton Fiſchl (genannt Toni),
geboren am 23. November 1282 zu München, und Margarete Sachs,
geb. am 14. Nobember 1902 zu Bamberg. Beide haben am 1.
Septem=
ber 1928, früh morgens, Darmſtadt mit der Eiſenbahn, vermutlich in
der Nichtung Frankfurt a. M., verlaſſen.
Diebſtahl. In der Nacht vom 3. auf 4. September 1928 wurden
aus einem Neubau am alten Bahnhof Farben, Pinſel, Lacke uſwp. im
Werte von 75 NM. von bis jetzt unbekannten Tätern geſtohlen.
Feſtnahmen. Feſtgenommen wurden der Arbeiter Ludwig Weber
aus Pirmaſens auf Erſuchen des Amtsgerichts dortſelbſt zur
Strafver=
büßung und der Typograth Gugen Bauer aus Baſel wegen fortgeſetzten
Betrugs auf Erſuhen der Staatsanwaltſchaft Konſtanz.
Verwißt wird ſeit 2 September 1928 das Lehrmädchen Hilda
Nupp. geboren am 24. Sebtember 1910 zu Heidelberg. Die Rupp wollte
von Heidelberg aus eine Verwandte in Seeheim beſuchen, iſt aber dort
nicht angekommen. Sie iſt 1,50—1,55 Meter groß, mittelſtark, hat
läng=
liches Geſicht, gewelltes Haar, aufgeſteckte Flechten, blaue Augen, gutes
Gebiß, trug karriortes Kleid, beigen Mantel, ſchwuarzen Hut, ſchuarze
Spangenſchuhe und helle Strümpfe.
Briefkaſten.
G. in B. Unter Darlegung der Verhältniſſe ſollte die Witwe
wegen Erlaſſes der Steuer beim Landeskirchenamt hier nachſuchen.
Der berühmte, soeben aus Asien zurückgekehrte Tibetforscher Dr. Wilhelm Filchner schreibt uns wie folgt: Von Srinagar aus, dem Endpunkt meiner 2½ Jahre
währenden innerasiatischen Espedition, darf ich Ihnen mitteilen, daß ich mit dem von Ihnen hergestellten Chlorodont wiederum sehr günstige Erfahrungen machte.
Meine Zähne sind gesund geblieben und haben immer noch blendend weiße Farbe. Die erfrischende Wirkung wurde von mir
besonders in heißen Zonen angenehm empfunden. Ich werde das genannte Mittel auch fernerhin in Gebrauch behalten und empfehle es besonders Forschungsreisenden
angelegentlich zum Gebrauch. Srinagar, den 16. April 1928. Dr. Wilhelm Filchner. — (Originalbrief bei unserem Tlotar hinterlegt) — Uberzeugen Sie sich zuerst durch Kauf
einer Tube zu 60 Pf., große Tube 1 Mk. Chlorodont-Zahnbürsten 1.25 Mk., für Kinder 70 Pf. Chlorodont-Mundwasser Flasche 1.25 Mk. Zu haben in allen Chlorodont-
Verkaufsstellen. Man verlange nur echt Chlorodont und weise jeden Ersatz dafür zurück.
TV.11861
Haftbarkeit des Staates für den Unfall eines
Schülers bei den Reichsjugendwettkämpfen.
Benutzt die Angeſtellten=Verſicherung
(Nachdruck verboten.)
1s. Nach Beendigung von Wettſpielen anläßlich der
Reichsjugend=
wettkämpfe hatten die Schüler ihre Kleidungsſtücke auf einem
abgezäun=
ten Teil der Weide abgelegt, auf der die Wettkämpfe ſtattgefunden
hat=
ten. Von dort aus ſprang ein Schüler — während die Lehrer die
Er=
gebniſſe errechneten — über den Zaun auf den Spielplatz und geriet
mit den nackten Füßen in einen Nagel, der aus einer dort liegenden
Latte hervorragte. Der Junge verletzte ſich beträchtlich. Den Unfall
verſchwieg er den Lehrern. Nachdem ſich eine von üblen Folgen
be=
gleitete Blutvergiftung einſtellte, verlangte der Schüler Erſatz des durch
die Unfallfolgen entſtandenen Schadens.
Im Gegenſatz zum Landgericht Stade erklärte das
Oberlandes=
gericht Celle den gegen den Preußiſchen Staat erhobenen
Anſpruch des Klägers für berechtigt. Der vom Preußiſchen Staat
im Intereſſe der Lehrerſchaft eingelegten Reviſion wurde am 3. Juni
1928 mit folgenden reichsgerichtlichen
Entſcheidungs=
gründen vom dritten Zivilſenat des Reichsgerichts der Erfolg
verſagt: Zu Recht hat das Oberlandesgericht eine Fahrläſſigkeit ker die
Aufſicht führenden Lehrer darin erblickt, daß ſie verabſäumten, die
ihnen obliegende Pflicht zu erfüllen, ſich zu vergewiſſern, ob derjenige
Teil der Wieſe, mit deren Betreten durch die Schüler zu rechnen war,
von gefährlichen, insbeſondere Fußverletzungen verurſachenden
Gegen=
ſtänden befreit war. Dieſe Pflicht war um ſo zwingender, els die
Schüler möglichſt barfuß kommen ſollten. Ueberdies mußten die Lehrer
bei der kindlichen Eigenart damit rechnen, daß die Schüler
wahrſchein=
lich den Zaun überſpringen würden. Daß die Schüler mit der
Ab=
ſuchung des Platzes beauftragt waren, kann den Lehrern nicht als
aus=
reichende Sorgfaltsleiſtung angerechnet werden. Der Preußiſche Staat
war unter Anwendung des § 839 BGB. in Verbindung mit §§ 1, 4a
des preußiſchen Geſetzes über die Haftung des Staates und anderer
Verbände für Amtspflichtverletzungen von einem Beamten bei
Aus=
übung der dieſen anvertrauten öffentlichen Gewalt für haftbar
zu erklären. Im vorliegenden Falle handelt es ſich um die Ausübung
einer öffentlichen Gewalt im Rahmen der ſtaatlichen Fürſorge anläßlich
der Reichsjugendwettkämpfe. Die Heranziehung der Jugend und der
Lehrerſchaft dient der ſtaatlich geförderten Ertüchtignng der Jugend,
und ſomit beſtehen keinerlei rechtliche Bedenken, in dieſem Falle eine
Ausübung öffentlicher Gewalt durch die Lehrer anzunehmen. Unter
dieſer Rechtsvorausſetzung obliegt den Lehrenn gegen die beteiligten
Schüler eine amtliche Sorgfaltspflicht, deren ſchurdhafte Verletzung den
Preußiſchen Staat als haftende Behörde erſatzpflichtig macht (Aus
den „Reichsgerichtsbriefen”. Herausgeber: K. Mißlack, Leipzig S. 3.)
Tichiig!
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (einſchl.
Deutſch=Auſtral=, Kosmos= und Hugo Stinnes=Linien). Ohne
Verbind=
lichkeit, Aenderungen vorbehalten. Nach New=York, Halifax:
D. Weſtphalia ab Hamburg am 5. 9., D. Deutſchland ab Hamburg am
6. 9., ab Cuxhaven am 7. 9., D. Reliance ab Hamburg am 10. 9., ab
Cuxhaven am 11. 9., D. Cleveland ab Hamburg am 12. 9., ab Cuxhaven
am 13. 9., D. Reſolute ab Hamburg am 17. 9., ab Cuxhaven am 18. 9.
Hamburg=Kanada: D. Parana am 6. 9., D. Feodoſia am 13. 9.,
D. Hada County am 20. 9. Nach Philadelphia, Baltimore,
Norfolk: D. Harburg am 7. 9. D. Iſerlohn am 21. 9., M. S.
Havelland am 5. 10. Nach der Weſtküſte Nord=Amerika:
M. S. San Francisco am 25. 9., M.S. Seattle am 6. 10. Nach
Weſt=
indien Weſtküſte Zentral=Amerika: D. Denderah am 8.
9., M. S. Phoenicia am 15. 9., D. Rugia am 22. 9., M. S. Ingrid Horn
am 29. 9., M.S. Orinoco am 6. 10. Nach Porto Rico. San
Domingo, Haiti, Santiago de Cuba und Jamaica:
M S. Minna Horn am 18. 9., D. Eupatoria am 2. 10. Nach Cuba:
D. Cuba am 25. 9., D. Antiochia am 25. 10. Nach Mexiko: D.
Seſoſtris am 15. 9., D. Amaſſia am 27. 9., M. S. Rio Bravo am 9. 10.
Nach der Oſtküſte Südamerika: D. Emden am 12. 9., D. Baden
am 19. 9., ein Dampfer am 26. 9., D. Aragonia am 15. 9., D. Iſerlohn
am 29. 9., D. Altmark am 13. 10. Nach der Weſtküſte Südamerika:
M. S. Phoenicia am 15. 9., M. S. Palatia am 13. 10. Nach Oſtaſien:
M. S. Ruhr am 15. 9., D. Sachſen am 29. 9., M. S. Duisburg am 13. 10.,
D. Oldenburg am 27. 10., M.S. Odenwald am 8. 9., D. Ludendorff
am 22. 9. M.S. Vogtland am 6. 10., M.S. Rhein am 2. 11. Nach
Auſtralien: D. Eſſen am 12. 9., D. Gera am 22. 9. Nach
Nie=
derländiſch=Indien: D. Halle am 26. 9., M.S. Münſterland
am 18. 9. ab Rotterdam, D. Amaſies am 13. 9. Hamburg=Rhein=
Linie; wöchentlich ein Dampfer. Hamburg=London=Linie:
3 Abfahrten wöchentlich. Mitgeteilt durch die hieſige Vertretung,
Bank=
geſchäft Friedrich Zaun, Luiſenplatz 1, Telephon 1308 und 1309.
Die Erhöhung der Verſicherungsgrenze bei der
An=
geſtellten=Verſicherung hat die allgemeine Aufmerkſamkeit
wiederum auf dieſen Sozialverſicherungszweig hingelenkt,
ſo daß die nachſtehenden Ausführungen über eine beſſere
und geſchicktere Ausnützung der durch die Angeſtellten=
Verſicherung gebotenen Möglichkeiten auf erhöhte
Auf=
merkſamkeit rechnen dürfen. Die Schriftleitung.
Die Angeſtellten=Verſicherung iſt bei weitem nicht ſo volkstümlich, wie
ſie es angeſichts ihrer tatſächlichen Leiſtungen und der darüber
hinaus=
gehenden weiteren Leiſtungsmöglichkeiten zu ſein verdiente. Der innere
Grund dafür iſt der jeder Pflichtverſicherung eigentümliche Umſtand, daß
der Verſicherte in keiner Weiſe über die bisher entrichteten Beiträge
verfügen kann, während bei einer Privatverſicherung ſtets eine
Um=
wandlungs= oder Rückkaufsmöglichkeit beſteht, durch die der Verſicherte
ſchon vor Eintritt des eigentlichen Verſicherungsfalles ſich bei
außer=
ordentlichem Geldbedarf einige Mittel verſchaffen kann. Der äußere
Grund ber iſt der, daß die ſchließlich gebotenen Leiſtungen ſehr
un=
überſichtlich zu ſein und ſich einer Vorausbeſtimmung ganz zu
ent=
ziehen ſcheinen.
Der erſte, innere Grund iſt natürlich nicht zu beſeitigen; der zweite
äußere Grund iſt aber nur ein Scheingrund, der im weſentlichen durch
die nicht allen Verſicherten geläufige Ausdrucksweiſe des
Verſicherungs=
geſetzes entſtanden iſt. Er verſchwindet von ſelbſt, wenn man von dem
ausgeht, was man durch die Verſicherung zu erreichen wünſcht, und
da=
nach dann die erforderliche Beitragslaſt berechnet. Darüber ſollte die
Angeſtelltenverſicherungsanſtalt von ſich aus beſſere und eingehendere
Aufklärung verbreiten. Hier ſoll nur an ein paar Beiſpielen gezeigt
werden, daß der Verſicherte einen ziemlich weitreichenden und ſtarken
Einfluß auf die Höhe der ihm ſpäter zuſtehenden Rente hat.
Angenommen, ein junger Menſch wurde mit rund 20 Jahren
an=
geſtelltenverſicherungspflichtig. (In den meiſten Fällen wird er es
zwar ſchon früher, hier ſei aber der glatten Rechnung wegen das
zwanzigſte Jchr als Eintrittsalter gewählt.) Er hat dann bis zum
normalen Eintritt des Rentenbezugs genau 45 Verſicherungsjahre vor
ſich. Seine ſchließliche Rente ſoll wenigſtens 1200 Reichsmark jährlich
betragen. Dieſe Rente ſetzt ſich zuſammen aus dem Grundbetrag von
480 Mark und den durch Beitragsentrichtung erlangten
Steigerungs=
beträgen von insgeſamt 720 Mark. Der Steigerungsſatz iſt 15 v. H.
jedes für den Verſicherten entrichteten Beitrags. Es müſſen daher für
ihn in den 45 Jahren insgeſamt (720 : 15)X100 — 4800 Mark Beiträge
geleiſtet worden ſein, durchſchnittlich alſo jährlich 106,67 Mk. Danach
hätte ſomit der Verſicherte die von ihm zu leiſtenden Beiträge zu
be=
rechnen. Er müßte durchſchnittlich monatlich 8,90 Mk. aufbringen.
Nun wird er in jungen Jahren nur in geringeren Gehaltsſtufen ſein,
etwa zwiſchen 100 und 200 Mk. monatlich verdienen; dann iſt der
tat=
ſächlich für ihn zu leiſtende Beitrag in Gehaltsklaſſe C nur 8 Mark,
wovon er 4 RM. und ſein Arbeitgeber auch 4 RM. zahlt. Aber mit
wachſendem Gehalt überſteigt der Beitrag ſehr bald den
rechnungs=
mäßigen Durchſchnitt, ſo daß die Ueberſchüſſe der ſpäteren
Beitrags=
zahlung ſehr bald den anfänglichen Fehlbetrag im rechneriſchen
Durch=
ſchnitt ausgeglichen haben. Bei nur einigermaßen regelmäßiger
ſpä=
terer Beitragsentrichtung nach Gehaltsklaſſe D mit 12 RM. monatlich
erſcheint alſo die ſpätere Rente von 1200 RM. durchaus gewährleiſtet.
Es iſt nur nötig, daß der Verſicherte ſich von Zeit zu Zeit darüber
ver=
gewiſſert, inwieweit ihm, der Dauer ſeiner Mitgliedſchaft entſprechend,
Geſamtbeitragsſummen und demgemäß Steigerungsbeträge anzurechnen
ſind. Bleibt die Gefamtzahl hinter dem rechneriſchen Durchſchnitt
zu=
rück, ſo kann er durch freiwillige, nicht zu hohe und angemeſſen
ver=
teilte Zuſatzbeiträge leicht den erforderlichen Rechnungsdurchſchnitt
nach=
holen.
Geſetzt nun, es ſolle eine Rente von 2400 RM. erzielt werden, ſo
bleibt die Vorberechnungsart die gleiche. Durch Steigerungsbeträge
ſind dann noch 1920 RM. Rente aufzubringen, was einer
Geſamt=
beitragszahlung von 12800 RM. oder — bei 45 Beitragsjahren —
284,45 RM. jährlich entſpricht. Monatlich wären demnach
durchſchnitt=
lich 23,75 RM. Beiträge nachzuweiſen. Für die erſten Berufsjahre
wird das natürlich noch weniger der Fall ſein als im erſten Beiſpiel.
Aber mit eintretender Gehaltsaufbeſſerung kann es dem Verſicherten
bei planmäßigem Vorgehen ſehr wohl gelingen, durch freiwillige
Zuſatz=
beiträge ſeinen Rentenanſpruch ſeiner Abſicht entſprechend zu geſtalten.
Natürlich gelten dieſe Rechnungen nur für jetzt neu und jung in
die Verſicherung Eintretende. Aber auch Aeltere haben durch
Nachzah=
lungs= und Einkaufsberechtigung die Möglichkeit, ihre ſpätere Rente
bedeutend zu verbeſſern. Darüber erteilt die Reichsverſicherungsanſtalt
auf Anfrage jederzeit erſchöpfende Auskunft.
Man ſieht jedenfalls: Durch Aufſtellung eines beſtimmten Beitragst
entrichtungsplanes iſt auch bei der Pflichtverſicherung die Möglichkeit
durchaus vorhanden, mit Beiträgen, die im ganzen gewiß nicht
drücken=
der wirken als bei einer Privatverſicherung, auf die ſpätere
Renteu=
geſtaltung des Verſicherten in weiten Grenzen mitbeſtimmend
einzu=
wirken.
Aus den Parteien.
—Deutſche Volkspartei. Am Samstag, dem 1. September
trat im Landtagsgebäude der Geſchäftsführende Ausſchuß des Heſſiſchen:
Landesverbandes der Deutſchen Volkspartei unter dem Vorſitz des=
Herrn Reichstagsabgeordneten Dingeldey zuſammen. Herr Reichstags.
abgeordneter Dingeldey ſtellte dem Geſhäftsführenden Ausſchuß ſein=
Landtagsmandat mit Rückſicht auf die beſondere Ueberlaſtung durch
ſeine Tätigkeit in der bevorſtehenden Seſſion des Reichstages zur Ver=n
fügung. Der Geſchäftsführende Ausſchuß bat Herrn Abgeordneten=
Dingeldeh einſtimmig, ſein Landtagsmandat doch ſo lange, als er ess
irgendwie mit den Intereſſen der Partei vereinbaren könnte,
beizube=
halten und ſelbſt den Zeitpunkt zu beſtimmen, in dem er es mit Rück= auf ſeine beſondere Ueberlaſtung durch die Tätigkeit in beiden=
Parlamenten nicht mehr mit den Intereſſen der Partei vereinbarenn
könne, das Landtagsmandat fortzuführen.
Sodann erſtattete Herr Reichstagsabgeordneter Dingeldey einen
ſehr=
eingehenden Bericht über die politiſche Lage im Reich, der eine ſehrn
lebbafte, bis in die ſpäten Nachmittagsſtunden dauernde Ausſprach=. Der Geſchäftsführende Ausſchuß konnte dabei mit großer=
Genugtung ſeine völlige und einmütige Ueboreinſtimmung mit der vonn
Herrn Reichstagsabgeordneten Dingelden vertretenen Politik
insbeſon=
dere mit der Auffaſſung feſtſtellen, daß die DV.P. im Reich dem
Verſuch machen müſſe, eine auf ein= ſichere politiſche Mehrheit geſtützte.
ſtabile Reichsregierung durch Zuſammena=beit mit der Sozialdemokratier
herzuſtellen, ſolange die Mözlichkeit beſteht, auf dieſem Wege eine
ver=
ſtändige Wirtſchafts= und Steuerpolitik, die den Lebensintereſſen dem
deutſchen Erwerhsſtände gerecht wird, auf lange Sicht hinaus
durchzu=
fiihren, beſonders aber die große Aufgabe der Staatsvereinfachung durchr!
Verfaſſungs= und Verwaltungsreform im Reich und in den Länderm
durchzuſetzen und die Streſemannſch= Anßenpolitik ihrem Ziele, der
endgültigen Löſung der Reparationsfrage, entgegenzuführen. Die vom
Herrn Reichstagsabgeordneten Dingeldey ſchon verſchiedentlich
herbei=
geführte und auch für die Bukunft in Ausſicht genommene enge Fühlung—
nahme mit dee heſſiſchen Parteiorganiſation und den Wählern
wurde=
uf das lebhafteſte begrüßt.
Am Freitag, dem 31. Auguſt, und am Samstag, dem 1. September.;
beriet die Landtagsfraktion der Deutſchen Volkspartei über die Fragem
der heſſiſchen Politik und die damit in Verbindung ſtehenden Fragem,
der Reichspolitik, die während der Sommerpauſe aktuell gewovden ſind.
Der Vorſitzende der Landtagsfraktion, Herr Reichstagsabgeordneterr
Dingelbey, erklärte, daß er mit Rückſiht auf die bevorſtehende Tagunm
des Reichstags und ſeine perſönliche Inanſpruchnahme, namentlich auchrh
dunh die Veratungen des neuen Strafgeſetzbuches, gezwungen ſei, ſichy
in ſeiner Tätigkeit im Heſſiſchen Landtag weitgehende Zurückhaltunm
aufzuerlegen. Er legte deshalb den Vorſitz der Landtagsfrakrion und
auch ſein Mandat im Finanzausſchß des Heſſiſchen Landtags nieder.
Zum Vorſitzenden der Landtagsfraktion wurde einſtimmig, nachdenm
Herr Landtagsabgeordneter Scholz eine Wahl wit Rückſicht auf
ſeins=
ganz beſondere Ueberlaſtung durch ſonſtige ehrenamtliche Tätigkeit
ab-
lehnen mußte, Herr Abgeordneter Dr. Keller gewählt. Zum
Vertreter=
der Fraktion im Finanzausſchuß wurde Herr Abgeordneter Haury undo
als deſſen Stellvertreter Herr Abgeordneter Dr. Keller beſtimmt.
Gleich=
zeitig wurde als deſſen Nachfolger in der Stellvertretung im Geſetz= Herr Abgeordneter Schott gewählt.
uheben
nſaßt und i
t wurd
dehrer Oit
geſchiedenen Sch
lungsort wurde
Nie
der 1. J. die
— Landes=Frauenausſchuß der Deutſchen
Volks=
partei. Am Donnerstag, den 6. September, nachmiltags 4 Uhr,
ſpricht im Kaffee Schulte in Offenbach a. M., Frankfurter Straße,
die Reichstagsabgeordnete und Vorſitzende des Reichs=Frauenausſchuſſess
der D.N.V.P. Frau Annagrete Lehmann über: „Unſere
Frauen=
intereſſen und Wünſche im neuen Reichstag‟. Da die Ausführungen vem
Frau Lehmann größtes Intereſſe verdienen, laden wir hiermit
Partei=
mitglieder und Parteifreunde herzlichſt zum Beſuche des Vortrags ein.
Tageskalender für Mittwoch, den 5. September 1928.
Heſſiſches Landestheater. Großes Haus: Geſchloſſen. Kleine=
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum: abends 20 Uhr: Gaſtſpiel Celle4
de Rheidt — Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hote?
Schmitz, Frankfurter Hof, Brauerei Schul. — Feſthalle: abends”
20 Uhr, Reichsbund ehem. Militärmuſiker: Drittes großes Vereinss
konzert. — Ludwigshöhe: nachm. 16 Uhr: Kur=Konzert. — Kino
vorſtellungen: Helia, PalaſtLichtſpiele, Reſidenz=Theater.
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Nummer 247
Mittwoch den S. September 1928
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
An. Arheilgen, 3. Sept. Der ſchönen Sitte, ſich nach fechzig
F-ahren wieder einmal zuſammenzufinden, hatten auch die hieſigen
188 Geborenen Folge geleiſtet. Etwa 60 Perſonen dieſes Alters trafen
ſi am Samstag abend bei Gaſtwwirt Emil Schäfer im „Weißen
Schwa=
nen‟. Ernſte und heitere Anſprachen wechſelten mit Liedern, auch
ge=
d chte man ehrend der verſtorbenen einſtigen Jugenderzieher, und im
z. uge verſtrich die Zeit in alter Kameradſchaft. Alte Einnerungen
wur=
dan aufgefriſcht und ſchließlich kam es ſogar noch zu einem flotten
Xnzchen, das die Feiernden bis zum frühen Morgen zuſammenhielt. —
der Lebensretterkurſus, der ſeit einigen Wochem am Arheilger
echwimmbade abgehalten wurde, fand am Samstag abend ſeinen
Ab=
ßrluß durch eine Prüfung. — Der Blumentag des
Arbeiterwohl=
ſichrtsausſchuſſes nahm einen ſehr guten Verlauf. Durch Verkauf von
ltrmſtlichen Blumen und Sammlung in den Häuſern konnte eine recht
g ſehnliche Summe für den wohltätigen Zweck zuſammengebracht werden.
J. Griesheim, 4. Sept. Am Mittwoch, 5. September, nachmittags
z uhr, findet auf dem Rathaus eine Säuglings= und Beratungsſtunde
ſtrtt. Am nächſten Donnerstag abend findet auf dem Rathaus eine
Ge=
neinderatsſitzung ſtatt.
Aa. Eberſtadt, 4. Sept. Vortragsabend über Obſtbau.
Arn Mittwoch, den 5. September, findet im „Bergſträßer Hof” eine
Ver=
ſtmmmlung des Obſt= und Gartenbauvereins ſtatt, in der auf Veranlaſſung
d.s Landwirtſchaftskammerausſchuſſes Herr Obſtbauinſpektor Behne=
Darmſtadt, wie auch anderorts, einen Vortrag über Obſtanbau halten
närd. — Spülung des Waſſerleitungsnetzes. Am
Mitt=
uwch und Donnerstag wird hier eine Spülung des Waſſerleitungsnetzes
vorgenommen werden. Am Mittwoch erfolgt die Spülung des
nörd=
lichen Ortsteils einſchließlich der Pfungſtädter Straße, der Ober= und
Arühltalſtraße. Am Donnerstag wird die Spülung der Waſſerleitung
9.s ſüdlichen Ortsteils vorgenommen. — Kinder an der Oſtſee.
Bekanntlich weilen gegenwärtig, ſchon drei Wochen lang, wehrere
Eber=
ſädter Kinder zur Erholung an der Oſtſee, größtenteils in Graal in
ATecklenburg. Die Kinder ſind, wie aus Briefen an die Eltern
hervor=
geht, mit ihrem Aufenthalt äußerſt zufrieden. Sie ſind im Deutſchen
Tolksheim untergebracht. Wie verlautet, werden ſie am 21. September
zurückepwartet. Außerdem ſind eben einige Eberſtädter Kinder auch an
der Nordſee, ſo in Sylt und ſogar in Helgoland, untergebracht. Auch
nen geht es, den Schreiben an die Eltern zufolge, gut.
F. Eberſtadt, 3. Sept. 13. Gautag des Gaues Darmſtadt
füir Einheitskurzſchrift. Geſtern fand hier der 13. Gautag
des Gaues Darmſtadt für Einheitskurzſchrift ſtatt. Eingeleitet wurde die
Tagung durch eine am Samstag im Gaſthaus „Zur Roſe” (Hill)
abge=
haltene Gauvertreterverſammlung. In ihr erſtattete der Gauvorſitzende,
Feinrich Büttel=Eberſtadt, den Rechenſchaftsbericht, aus dem
hervor=
z iheben iſt, daß der aus 12 Vereinen beſtehende Gau 1096 Mitglieder
zunfaßt und im abgelaufenen Geſchäftsjahr 749 Perſonen neu
unterrich=
tet wurden. Der ſeitherige Vorſtand wurde einſtimmig wiedergewählt.
Lehrer Ott=Nieder=Ramſtadt wurde als Schriftführer anſtelle des
aus=
eſchiedenen Schriftführers, neugewählt. Als nächſtjähriger
Verſamm=
lngsort wurde Nieder=Ramſtadt vorgeſehen, woſelbſt auch am 7.
Okto=
ſer d. J. die Bezirksvertreterverſammlung in Verbindung mit einem
Stenographentreffen ſtattfinden ſoll. Am gleichen Tage ſchloß ſich in
tem genannten Lokal ein Begrüßungsabend zu Ehnen der auswärtigen
Säſte an, der bei geſelliger Unterhaltung mit den Mitgliedern des
Sberſtädter Vereins einen ſchönen Verlauf nahm. Am Sonntag
vor=
mittag reihte ſich das Gauwettſchreiben in der Eleonovenſchule an, das
twn dem Wettſchreibobmann Metzger in muſtergültiger Weiſe zur
Durchführung gebracht wurde. An ihm beteiligten ſich 219
Steno=
ſeraphen. Im Saalbau „Zum Schwanen” folgte am nachmittag die
Baufeier, bei der der Vorſitzende des Eberſtädter Vereins, Heißt,
lie große Schar der Kurzſchriftjünger mit warmen Worten willkommen
ließ und dem Gautag einen guten Verlauf wünſchte. Bei angenehmer
Unterhaltung mit Tanz, wozu der Muſikverein „Edelweiß” aufſpielte,
floſſen die ſchönen Stunden raſch dahin. Um 6 Uhr konnte das Wett=
-hreibergebnis verkündet und die Preisverteilung vorgenommen werden.
ESrrungen wurden: 152 erſte Preiſe, darunter 53 Ehrenpreiſe, N zweite
Breiſe und 14 dritte Preiſe; ein Ergebnis, das als ſehr befriedigend
nu bezeichnen iſt. Hierauf wurde der Tanz fortgeſetzt, der die Teilnehmer
er Veranſtaltung bis über Mitternacht hinaus in heiterſter Stimmung
euſammenhielt. Sie ſchieden in dem Bewußtſein, in Eberſtadt eine
ſrhöne und harmoniſch verlaufene Tagung verlebt zu haben.
44. Pfungſtadt, 4. Sept. Turnerwanderung. Der hieſige
Deutſche Turnverein nahm am Sonntag zahlreich an der Schmuck=
Ge=
pächtniswanderung nach dem Frankenſtein teil. Die Pfungſtädter Turner
traten den Rüchweg über Malchen an, wo im Vorübergehen Raſt
ge=
macht wurde. — Poſaunenchorfeſt. Der evangeliſche
Poſaunen=
or feierte am letzten Samstag und Sonntag in einfacher Weiſe ſein
ſünfjähriges Beſtehen. Am Samstag abend fand ein Kommers ſtatt und
swar in Geſtalt eines Kirchenkonzertes Poſaunenchöre wechſelten mit
Orgelvorträgen und Sologeſängen ab. Der Sonntag wurde in aller
Frühe durch Choralblaſen in den Straßen eingeleitet. Nachmittags ging
es in einem kleinen Zuge durch einige Ortsſtraßen nach dem als
Feſt=
platz auserſehenen Waldgelände am Grünen Steg. Abends wurde im
Gemeindehaus Theater geſpielt. Zur Aufführung gelangte „Die
Gänſe=
unagd‟ — Die Ortsgruppe Darmſtadt des Werkführerverbandes weilte
mm Sonntag in Pfungſtadt, wo im „Hotel Strauß” Einkehr gehalten
wurde. — Obſtverſteigerung. Die Gemeinde läßt am Mittwoch,
Dden 5. September, die Zwetſchen von ungefähr 50 Bäumen an der
Vieh=
wvegchauſſee ſowie die Frühäpfel von einzelnen Bäumen auf einem Acker
fin der Köchewieſe an Ort und Stelle öffentlich verſteigern. — Hohes
Alter. Eine der älteſten Einwohnerinnen Pfungſtadts, die Witwe
„Schneider, wohnhaft Fabrikſtraße, beging zu Wochenbeginn ihren 84. Ge=
„burtstag. Außerdem feierte zu Wochenbeginn Dorothea Heim,
wohn=
ihaft Eberſtädterſtraße, ihren 82. Geburtstag.
Aa. Pfungſtadt, 4. Sept. Reichsiugendwettkämpfe. Zu
Beginn dieſer Woche wurden an den hieſigen Schulen die
Reichsjugend=
wettkämpfe ausgetragen. — Die Feuerwehr hielt am Sonntag
vormittag eine vorbereitende Probe mit Brandangriff ab. —
Geſang=
vereinsjubiläum. An der Jahreswende 1938/99 kamn der
Ge=
ſangverein „Liederkranz” auf ein 40jähriges Beſtehen zurückblicken. Das
Jubiläum ſoll jedoch erſt zu Pfingſten kommenden Jahres in größerem
Stil gefeiert werden. Die Vorbereitungen allgemeiner Art ſind bereits
im Gange. — Am Sonntag wurde im benachbarten Eich die diesjährige
Nachkirchweihe abgehalten.
G. Ober=Ramſtadt, 4. Sept. Beigeordnetenwahl. Für
die am 30. September hier ſtattfindende Wahl eines Beigeordneten
liegen die Wählerliſten von heute ab eine Woche lang während der
Dienſtſtunden auf dem Bürgermeiſtereibureau zur Einſicht der
Wahl=
berechtigten offen. Die Offenlage erfolgt am Sonntag, den 9.
Septem=
ber, von 8—19 Uhr vormittags. Die Wahlberechtigten werden gut
daran tun, ſich während der Offenlage davon zu überzeugen, ob ſie in
der Liſte aufgenommen, da ſpätere Einwendungen, insbeſondere ſolche
am Wahltage zwecklos ſind. Wahlberechtigt für dieſe Wahl iſt, wer am
Wahltage (30. September 1928) 20. Jahre alt, Reichsangehöriger iſt und
ſeit mindeſtens 6 Monaten umunterbrochen in der Gemeinde Ober=
Namſtadt wohnt. Als Stichtag des Wohnens in Ober=Ramſtadt gilt
ſomit der 30. März 1928.
G. Ober=Ramſtadt, 4. Sept. Kirchweihe. Nach dem vegneriſchen
Anfang der Vorwoche hatte man kaum mehr auf gutes Kirchweihwetter
zu hoffen gewagt und doch ſtellte es ſich auch zu unſerer diesjährigen
„Verb” noch vechtzeitig ein. Am Kirchweihſonntag war dahev der
Fremdenzuſtrom beſonders ſtark. Alle Arten Verkehrsmittel mußten
zum Transport herhalten, daneben kamen Hunderte von Gäſten aus der
nächſtene Umgebung zu Fuß. Die Enge der Darmſtädter Straße als
Hauptverkehrsſtraße nach dem Odenwald ließ es geboten erſcheinen, wie
ſeit mehreven Jahren, in den Hauptverkehrsſtunden den Auto= und
Fuhrwerksverbehr umzuleiten. So nahmen denn in den paar Stunden
Hunderte von Autos, Motorräder und ſonſtige Fahrzeuge ihren Weg
durch die Ernſt=Ludwig=, Bauſtraße und Brüchkengaſſe wieder nach der
Darmſtädter Straße. Da außer auf dem Marktplatz auch in der
vor=
deren Bauſtraße ein Karuſſell Aufſtellung genommen hatte, iſt es in der
Hauptſache der Vorſicht und Einſicht der Wagenlenker zu verdanken, daß
bei dem überaus ſtarben Verkehr Unfälle vermieden wurden. Auch die
Omnibuſſe der „Heag”, die für den Nachmittag Viertelſtundenwverkehr
eingerichtet hatte, wurden während dieſer Zeit umgeleitet. Die „
Kerwe=
borſch” ließen es ſich auch in dieſem Jahre nicht nehmen, für eine
origi=
nelle und ſtimmungsvolle Einleitung zu ſorgen, und reges Treiben
herrſchte ſchon von den erſten Nachmittagsſtunden an nicht allein auf den
Straßen und am Marktplatz, ſondern in faſt allen Lokalen des Ortes.
In nicht weniger als ſechs Sälen fand Tanzmuſik ſtatt und überall war
s gut beſetzt, ja teilweiſe überfüllt. Die Gaſthäuſer boten aus Küche
und Keller das Beſte, preiswert und reichhaltig. Auch der zweite Tag
brachte wieder viele Auswärtige, die noch einmal teilnehmen wollten an
echtem, frohem Kinchweihtreiben. Der Marktplatz, die Karuſſells uſw.
boten für die Kleinen, die Gaſtſtätten und Tanzlokale für die Großen
das Gewünſchte. Die „Dwwerremſchter Kerb” hat ihre Anziehungskraft
und ihren guten Nuf auch heuer wieder bewieſen, und wenn nun am
Dienstag, der eine oder andere ſeinen „erleichterten” Geldbeutel
be=
rachtet, dann mag er ſich damit tröſten, daß er in dieſer Beziehung
beſtimmt noch viele Freunde ha
Vorſiandsſitzung
des Heſchen Landgemeindetages.
Der Vorſtand des Heſſiſchen Landgemeindetages befaßte ſich in ſeiner
letzten im Lauterbach i. Oberh. ſtattgefundenen Sitzung u. a. auch mit
der von der Reichsfinanzverwaltung aufgeworfenen, Frage der
Ueber=
tragung der Dienſtgeſchäfte der Untererheber auf die Gemeindekaſſen.
Der Vorſtand vertrat die grundſätzliche Auffaſſung, daß die ſeit
Jahr=
völkerung des flachen Landes beibehalten werden müſſen. Falls die
Weigerung einer Gemeinde, die Untererheberſtelle auf ihre eigene Kaſſe
zu übernehmen, dazu führen könnte, die Untererheberſtelle von ſeiten
der Reichsfinanzvewwaltung aufzuheben, ſo war der Vorſtand, wenn auch
unter ſchwerem Bedenken der Meinung, daß in dieſem Falle die
Gemein=
den, unter noch aufzuſtellenden Bedingungen des Gemeindetages, der
Uebertragung der Untererhebergeſchäfte auf die Gemeindekaſſen
zuſtim=
men ſollten. — Bezüglich der Neuaufſtellung von Ortstafeln, die den am Main, Geleitsſtraße 18, zu richten.
Gemeinden durch ein Rundſchreiben des heſſiſchen Innenminiſters
ange=
raten wurde, vertrat der Vorſtand die Auffaſſung, daß den kleinem und
leiſtungsſchwachen Gemeinden die Anſchaffungskoſten von der Provinz
erſetzt werden ſollen. — Der Vorſtand forderte ſodann eine Erhöhung
der Wanderlagerſteuer under größerer Beteiligung der Gemeinden, weil bürger Kaufmann und Stadtverordneter Heinrich Fleck ſein 70.
Lebens=
durch das auf dem Lande immer mehr überhand nehmende
Wanderlager=
weſem die einheimiſche Steuerkraft beträchtlich geſchwächt werde. —
Wei=
ter wird der Landgemeindetag Schritte unternehmen, um die
außerge=
wöhnlich hoch erſcheinenden Gebühren der Oberrechnungskammer für die
Viſitation, von Gemeindekaſſen und Prüfung von Gemeinderechnungen
herabgeſetzt zu wiſſen. — Anſchließend behandelte der Vorſtand noch eine
Reihe weiterer Fragen, die aber für die Oeffentlichkeit im Augenblick
weniger intereſſant ſind.
f. Roßdorf, 4. Sept. Dienſtjubiläum. Am Samstag feierte
Herr Karl Friedrich Emig ſein Bjähriges Dienſtjubiläum als
Faſel=
wärter bei der Gemeinde Roßdorf. Der Jubilar erfreut ſich größter Handinhand=Arbeitens ſtaatlicher und gemeindlicher Inſtanzen war e3
Beliebtheit und iſt ein Mann von ſeltenem Pflichtbewußtſein. Die
überaus große Fülle der Gratulationen von allen Seiten legten hierfür
das beſte Zeugnis ab. Von behördlicher Seite wurde dem Jubilar durch
die Landwirtſchaftskammer eine Anerkennungsurkunde ſowie die bron= Jugend die Schönheiten unſerer Bergſtraße kennen und lieben gelernt
zene Medaille für Bjährige Dienſtleiſtung überſandt, ferner ließ die
Gemeindevertretung durch Herrn Bürgermeiſter Lorenz die herzlichſten
Glückwünſche ausſprechen. Mit einem Begleitſchreiben, in dem zum
Ausdruck gebracht iſt, daß der Jubilar ſeinen Dienſt ſtets mit Treue,
Gewiſſenhaftigkeit und einer beſonderen Pünktlichkeit verwaltet hat, was
vom Bürgermeiſter nochmals in ehnenden Worten hervorgehoben wurde,
erhielt Herr Emig als Anerbennung von der Gemeinde ein Geldgeſchenk.
Zu dieſer Ehrung hatte ſich auch die Ortsgruppe der Gemeindebeamten
in Roßdorf verſammelt und brachte durch ihnen Vorſitzenden ebenfauls Aheinland findet. — Vom Amtsgericht Bensheim. Ein
herzliche Glückwünſche dar. Unter ehrenden Worten ließ die Ortsgruppe
einen ſchönen Seſſel überreichen. Auch der Bauernverein übermittelte
feine Glüchwünſche mit einem Geldgeſchenk. Am Abend wurde der
Jubilar noch durch ein Ständchen von den Geſangvereinen „Liederkranz” als geſchäftsleitender Juſtizinſpektor an das Amtsgericht Lampert=
und „Liederzweig” geehrt.
* Roßorf, 4. Sept. „Brandſtifter Europas” heißt der
deutſche Großfilm, der vom 8. September ab. um Union=Theater zur
Vorführung gelangt. Dieſer Film hat aller Orten, wo er bisher
vor=
geführt worden iſt, die Gemüter ſtark bewegt und großen Beifall
ge=
funden. Die ihm von Preſſe und Publikum dargebrachte
Aufmerbſam=
keit rechtfertigt ſich aus der ihm innenohnenden Bedeutung. Geſchaffen
auf Grund von kürzlich erſt aufgefundenen Geheim=Dokumenten eines
ruſſiſchen Diplomaten aus der Zarenzeſt iſt dieſes Werk der deutſchen
Lichtbilbkunſt von größtem Wert für den Kampf gegen die
Kriegs=
ſchuldlüge.
r. Babenhaufen, 4. Sept. Scheunenbrand. Welch ein Segen
für unſer Städtchen die erſt neugeſchaffene Waſſerleitung iſt, zeigte ſich
ſo recht bei dem am Montag nachmittag ausgebrochenen Brande, dem
zwei Scheunen zum Opfer fielen. Bei dem äußerſt niedrigen
Waſſer=
ſtand der in der Nähe der Brandſtätte fließenden Lache wäre eine wirk= mer Tennisklub. Dee Bensheimer Teunisklub nahm
Gelegen=
ſame Bekämpfung des Feuers ohne Waſſerleitung unmöglich geweſen.
Gegen 5 Uhr war in einem Holzſchuppem neben der Scheune, die dem
unaufgeklärte Art Fener ausgebrochen. Im Nu griffen die Flammen Bensheim=Darmſtadt zum 1. Vorſitzenden, Bankdirektor, Ell., zum
han über, in denen große Vorräte an Heu und Stroh ſich befanden.
Nachbarn bemerktem zuerſt die hoch auflodernden Flammen und retteten.
da die Beſitzer draußen auf dem Felde wanen, zuerſt das Vieh, worauf
ſie vorſichtshalber auch das Mobiliar aus den dabeiſtehenden
Wohn=
häuſern ſchafften. Dank des rechtzeitigen energiſchen Eingreifens der
Feuerwehr und einer Abteilung der zur Hilfe herbeieilenden
Bereit=
ſchaftspolizei konnte das Feuer auf ſeinen Herd beſchränkt und die
Wohnhäuſer gerettet werden. — Abſchwimmen des
Turn=
vereins 1891. Im engen Rahmen veranſtaltete der Turnverein
1891 am Sonntag nachmittag in der Badeanſtalt an der Konfurter
Mühle ſein diesjähriges Abſchwimmen. Von einer öffentlichen
Ein=
ladung hatte der Turnverein abgeſehen. Vermutlich aus
Vorſichtsgrün=
den, da, wie bekonnt, die Schwimmbadanlage teilwveiſe einen recht
bau=
fälligen Charakter trägt. Bei wur 16 Grad Waſſewwärme nahmen alle
Wettkämpfe unter der Leitung des bewährten Schwimmwarts L.
Blüm=
ler einen flotten, an Spannung reichen Verlauf.
— Lengfeld i. Odenw., 4. Sept. Ein herrlicher Spätſommerſonntag
iſts gotveſen, an dem der Umſtadt=Babenhäuſer Zweigverein der
Guſtav=Adolf=Stiftung in unſerer Gemeinde ſein Jahresfeſt
beging. Die beflaggten Straßen, die ſchön geſchmückte Kinche und eine
große, im Gotteshauſe verſammelte Gemeinde deuteten auf das
In=
tereſſe, das die Arbeit des Guſtav=Adolf=Vereines trotz ſo vieler anders
gerichteten Strömungen unſerer Zeit heute noch in weiten Kreiſen des
evangeliſchen Volkes findet. Predigt (Studienrat Dr. Zummermann=
Darmſtadt), Beg=üßungen (derſelbe und Dckan Reichert) und
Jahres=
bericht (Pfarrer Hartman=Broß=Umſtadt) wieſen beſonders hin auf die
äußerliche und ſeeliſche Not der von Heimat und Geſinnungsgenoſſen ſangswettſtreit beteiligte ſich auch der hieſige Männergeſangverein „
Sän=
getrennten Auslandsdeutſchen. Die Zahl der evangeliſchen
Auslands=
beutſchen geht heute in die vielen Millionen. Der Guſtav=Adolf=Verein
hat ſchon manche Hilfe bringen können. Er hofft, daß ihm in alter
Treue, ja in wachſender Liebe die Arme geſtärkt und die Hände gefüllt
werden, damit er in Zukunſt noch mehr helfen kann. Vorträge unſeres
Poſaunenchores und unſeres Kirchenchores verſchönten, die erhebende
Feierſtunde.
— Hirſchhorn, 4. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
3. September 0,49 Meter, am 4. September 0,60 Meter.
Bz. Löhrbach, 3. Sept. Schrecklicher Unglücksfall. Ein
junger verheirateter Mann von hier wollte geſtern mit dem Fuhrwerk
eines hieſigen Landwirts, bei dem er längere Zeit als Anecht tätig war,
Grummet einfahren, wobei die Pferde durchgingen und der Fuhrmann
tödlich verunglückte. Wie wir von gut unterrichteter Stelle erfahren, gefaßten Beſchlüſſe und deren Auswirkungen, wobei die Anweſenden
wurde der junge Mann eine große Strecke geſchleift und im Geſicht
und am Körper entſetzlich zugerichtet, was den Tod zur Folge katte. Delegierte für die nächſte Generalverſammlung in Worms wurde Zahl=
Dieſer Vorfall mag wieder einmal zur Warnung dienen, mit Pferden
vorſichtig umzugehen.
H. Birkenau, 4. Sept. Dienſteinweiſung. Am Samstag
mittag wurde unſer neugewählter Bürgermeiſter, Herr Adam Jakob 6., ſprochen. Die Verſammlung war leider ſehr ſchlecht beſucht..
durch das Kreisamt Heppenheim unter den üblichen Formalitäten in
ſeinen Dienſt eingewieſen. Bekanntlich wurde Herr Jakob am 1. Juli
mit einer Stimmenmehrheit von B5 Stimmen gegen ſeinen Gegenkan= 3. September 0,38 Meter, am 4. September 031 Meter.
didaten, den ſeitherigen Bürgermeiſter, Herrn Brehm, zum
Ortsober=
haupte gewählt. Am Nachmittag wurde vor der Wohmung des
Neuge=
wählten ein mächtiger „Maien” aufgeſtellt, und am Abend bewegte ſich
ein impoſanter Fackel= und Lampionszug, mit der Feuerwehrkapelle an
der Spitze, durch die Ortsſtraßen nach der Wohnung des Bürgermeiſters.
wo ihm aus beredtem Munde die Glückwünſche der Wähler
entgegen=
gebracht wurden, und man zugleich der Erwartung Ausdruck verlieh,
daß das neue Ortsoberhaupt das Vertrauen, das ſeine Wähler in ihn
fetzen, wohl zu würdigen und zu rechtfertigen wiſſen werde. Herr Jakob
dankte in bewegten Worten für die freundliche Ovation und verſprach,
ſeine ganze Kraft in den Dienſt der Gemeinde zu ſtellen und in ſeiner
Amtstätigkeit nur Recht und Unparteilichkeit walten zu laſſen. Den
Schluß der Veranſtaltung bildete geſellige Unterhaltung in verſchiedenen
Wirtſchaften.
Bl. Erlenbach b. Fürth, 4. Sept. Vorführung des Onkel=
Tom=Films. Der Lichtſpielverein Weſchnitztal=Ueberwald lud
am Samstag abend die Einwohnerſchaft von Erlenbach und den
um=
liegenden Orten zum Beſuche bei der Vorführung des Großfilms „Onkel
Toms Hütte” ein. Ueber 13 Akte lang hielt das gewaltige Werk Groß
und Klein in Atem.
W. Heppenheim a. b. B., 3. Sept. Traubenreife. In ſonnig
gelegenen Weinbergen findet man in der Gemarkung Heppenheim die
erſten reifen Trauben, ſo daß in aller Kürze der Weinbergſchluß
ein=
treten wird.
75 Jahre Studienanſialt Offenbach a. M.
Die hieſige Studienanſtalt (frühere Höhere Mädchenſchule) ſieht in
dieſem Jahre auf ihr 75jähriges Beſtehen zurück. Aus dieſem Anlaß
finden in der letzten Septemberwoche (25. bis 93. September) einige
Feſtveranſtaltungen ſtatt, und zwar am 25. September, 11,15 Uhr, eine
gkademiſche Feier in der Aula der Studienanſtalt, am 25. und 27, ein
Bunter Abend, am 26. abends eine Aufführung von Kotzebues „
Klein=
ſtädtern” und am 28, ein kleiner Ausflug mit gemütlichem
Beiſammen=
zehnten in Heſſen beſtehenden Untererheberſtellen im Intereſſe der Be= ſein. Zu dieſen Veranſtaltungen ſind alle Freunde der Anſtalt, alle
ehemaligen Schülerinnen, ſowie die Eltern eingeladen. Zu dem Bunten
Abend und der Theateraufführung, die beide in der Turnhalle der
Turngeſellſchaft ſtattfinden, wird Eintritt erhoben. Eine Anzeige in
den Zeitungen wird demnächſt die weiteren Einzelheiten bekannt geben.
Für auswärtige ehemalige Schülerinnen wird nach Möglichkeit
unent=
geltliche private Unterkunft beſorgt. Anfragen in dieſer Hinſicht ſind
an den hierfür gebildeten Wohnungsausſchuß, Studienanſtalt Offenba=b
O führt ab, es wirkt sehr
milde, versuch es, und2.
Eie Du bist im Bilde
Ap. Bensheim (Bergſtr.), 4. Sept. Stadtv. Fleck 70 Jahre
alt. In beneidenswert jugendlicher Friſche konnte geſtern unſer
Mit=
jahr vollenden. Aus dieſem Anlaß nahm Bürgermeiſter Dr.
Anger=
meier, in Begleitung des 1. Beigeordneten Krenkel, Gelegenheit,
perſön=
lich Herrn Fleck herzliche Glückwünſche auszuſprechen. Sind es doch ſchon
bald 28 Jahre her, daß Herr Fleck, dank des Vertrauens ſeiner Wähler,
zuerſt noch als Gemeinderat und, nach Uebergang zur Städteordnung
(19083), als Mitglied des Kollegiums unſerer Stadtväter ununterbrochen
zum Wohle unſerer Stadt tätig iſt. — Einrichtung einer
Ju=
gendherberge im Fürſtenlager. Der idylliſche Staatspark
Fürſtenlager bei Auerbach wird in Kürze einem Anziehungspunkt mehr
für ſich haben; wir meinen die neue Jugendherberge, an deren
Fertig=
ſtellung derzeit mit Eifer gearbeitet wird. Dank eines verſtändnisvollen
ſo möglich, der wandernden Jugend an der Bergſtraße ein neues Heim
zu ſchaffen. Derartige Herbergen ſind übrigens werbende Anlagen im
Sinne einer wohlverſtandenen Fremdenverkehrspolitik. Denn wer in der
hat, wird auch im ſpäteren Lebensalter das Wiederkommen nicht
ver=
geſſen. — Sächſiſcher Fremdenbeſuch. Am Montag vormittag
erlebte unſer Bensheimer Ritterplatz das Bild eines außergewöhnlichen
Fremdenverkehrs. Waren doch gegen 11 Uhr aus der Richtung von
Darmſtadt her zwölf große Motoromnibuſſe angekommen, deren
Fahr=
gäſte am „Deutſchen Hauſe”, eine längere Erfriſchungspauſe machten.
Es handelte ſich dabei um eine ſächſiſche Reiſegeſellſchaft aus der Gegend
von Leipzig, die ſich auf einer Reiſe durch Süddeutſchland und das
einſchneidender Beamtenwechſel wird zu Mitte dieſer
Monats am Amtsgericht Bensheim wirkſam. So wurde Juſtizinſpektor
Groll, der ſelbſtändig das Grundbuchamt an dieſem Gericht verſah,
heim, und Juſtizinſpektor Sering als Bureauvorſreher an daz
Amtsgericht Ortenberg in Oberh. verſetzt. Beide Beamten erfreuten
ſich bei ihren richterlichen Vorgeſetzten beſonderer Wertſchätzung. —
Die neue Schließfachanlage im Bensheimer
Poſt=
amt. Die neue, im Schaltervopraum des Bensheimer Poſtamts
be=
findliche Schließfachanlage iſt nunmehr fertiggeſtellt. Da die bisher
vurhandene Anzahl von Schließgefachen nicht mehr genügte, ſah ſich die
Poſtverwaltung genötigt, die vorhandens Anlage dunch Umban
erheb=
lich zu vergrüßern. St hen doch nunmehr nahezu 300 Schließgefache zur
Verfügung. In den Reihen der Bensheimer Geſchäftswelt erfreut ſich
übrigens dieſe Eenrichtung einer ſtets größer werdenden Beliebtheit.
Die Poſt ihrerſeits wird dadurch in ihrem Briefzuſtelldienſt ganz
er=
beblich entlaſtet und vermag außerdem noch aus der
Schließfachvermie=
tung einen Gewinn zu erzielen. Das wachſende Bedürfnis, ein
Schließ=
fach zu beſitzen, darf übrigens als ein Gradmeſſer des Fortſchritts des
Bensheimer Geſchiftslebens betrachtet werden. — Vom
Benshei=
heit, durch Eintragung in das Vereinsregiſter des Bensheimer
Amts=
gerichts die Rechtsfähtgkeit zu erwerben. Auf Grund der neu geſchaffe=
Landwirt J. Perſchbacher in der Wilhelmsſtraße gehört, auf bis jetzt uen Satzung wurden, die Herren Regierungsaſſeſſor Dr.
Eckſtein=
auf die beiden Scheunen des Perſchbacher und ſeines Nachbars A. Blick= 9. Vorſitzenden und Vankier Fiebig zum Schatzmeiſten des Vereins
gewählt.
8. Lampertheim, 4. Sept. Autounfakl. Ein ſchwerer
Autozu=
ſammenſtoß, bei dem die Inſaſſen wie durch ein Wunder ohne ernſtliche
Verletzungen oder gar mit dem Verluſt des Lebens davonkamen,
ereig=
nete ſich vorgeſtern wieder an der Einmündung der Straße
Lampert=
heim—Worms, in die Straße Bürſtadt—Worms. Die Stelle iſt äußerſt
unüberſichtlich, und erſt vor einigen Wochen verlor hier ein
Motorrad=
fahrer durch Zuſammenſtoß mit einem Auto das Leben. Auf der Straße
von hier kam ein lleinerer Mathiswagen aus Mannheim, während von
Worms ein größerer Disi aus Frankenthal anfuhr. Infolge der
Un=
überſichtlichkeit durch ein auf der Ecke ſtehendes Wirtshaus mit großem
Garten hatten die beiden Fahrzeuge anſcheinend einander nicht bemerkt,
ſo daß der größere Wagen den kleinenen, als dieſer einbiegen wollte, in
der Seite evwiſchte, gegen einem Baum am Straßenrand drückte und
volſtändig demolierte. Auch evſterer iſt ſtark beſchädigt. Trotzdem
kamen der Beſitzer des kleineren Wagens und ſeine Frau ohne
ernſt=
lichere Verletzungen dovon. Der ſozuſagen in die Wege getretene Baum
war das Glück für die Inſaſſen beider Fahrzeuge, ſonſt wäre ſicherlich
das kleine umgeworfen worden und das größere hätte ſich dadurch
über=
ſchlagen, was unter allen Umſtänden zum Verluſt von Menſchenleben
hätte führen müſſen. An der gefährlichen Stelle ſind nach allen
Rich=
tungen Warnungstafeln angebracht, dieſe ſcheinen aber immer noch nicht
genügend beachtet zu werden. Wer an dem Zuſammenſtoß ſchuld iſt,
konnte zunächſt nicht einwandfrei feſtgeſtellt werden. —
Geſangs=
wettſtreit. An dem vorgeſtern in Frankfurt ſtattgefundenen
Ge=
gerroſe” und konnte von dort mit dem zweiten Preis heimkehren. —
Hundefport. Bei der vorgeſtrigen Prüfung für Polizei= und
Schutzhunde in Mannheim=Sandhofen errang Herr H. Ludwia Rupp
von hier mit ſeinem Deutſchen Schäferhund Claus vom Altrhein mit
der Notze „Sehr gut” den dritten Preis.
Bm. Hofheim (Ried), 3. Sept. Verſammlung. Der
Einheits=
verband der Eiſenbahner Deutſchlands, Ortsgruppe Worms, Zahlſtelle
Hofheim, hielt im „Löwen” eine Verſammlung ab. Herr
Ortsgruppen=
leiter Nuß aus Worms berichtet über den letzten Verbandstag und
brachten ſeine Ausführungen verſchiedene wichtige Ergebniſſe und
Be=
ſchlüſſe der Verbandsleitung, darunter auch eine Beitragserhöhung ab
1. Oktober ds. Js. Zahlſtellenleiter und Mitglied des
Krankenkaſſenaus=
ſchuſſes, Seibert=Hofheim berichtete über die im Krankenkaſſenausſchuß
wichtige Zahlen uſwp. aus dem Krankenkaſſenweſen hören konnten. Als
ſtellenleiter Seibert und Betriebsratsobmann Schütz gewählt. Auch
wurde Erſterer wieder einſtimmig als Leiter der Zahlſtelle Hofheim
gewählt. Im Punkt Verſchiodenes wurden noch Dienſtpläne uſw. be=
— Gernsheim, 4. Sept. Wafſerſtand des Rheins am
T. Nauheim (Kreis Groß=Gerau), 3. Sept. Die hier unter dem
Namen Vereinsbank e. G. m. b. H. gegründete Genoſſenſchaft hat
nun=
mehr bereits ihre Tätigkeit aufgenommen. Als Zweck und Aufgabe ſetzt
ſich dieſelbe, eine Erleichterung in der Geldanlage und Förderung des
Sparſinns durch Sparkarteneinrichtung herbeizuführen ſowie Beſchaffung
von Darlehen und Erledigung aller bankmäßigen Geſchäfte. Zum
Direk=
tor der Genoſſeuſchaft wurde Herr Derz und zum Rechner Herr Kraher
beſtimmt. (Die erſte Meldung in Nr. 240 war irptümlich aus
Nau=
heim in Oberheſſen datiert.)
Rheinheſſen.
U. Frei=Weinheim, 4. Sebt. Der herrliche Nachſommerſonntag
brachte wieder Hochbetrieb in unſerem Rheinörtchen. Viele auswärtige
Gäſte waren auch zu zwei Veranſtaltungen hieſiger Vereine gekommen.
Der Ruderverein Ingelheim—Frei=Weinheim hielt unter Beteiligung
mehrere auswärtiger Brudervereine ſein Abrudern ab. Zugleich hatte
der Krieger=Verein Frei=Weinheim Einladung zu ſeinem 55jahrigen
Stiftungsfeſt erlaſſen. Nach der Kirchenparade und der Ehrung der
ge=
fallenen und der verſtorbenen Mitglieder des Vereins auf dem Friedhof
fand am Nachmittag eine Feier im Saale von Peter Klee ſtatt. Die
Feſtrede hatte Herr Lehrer i. R. Derheimer übernommen. Die
Glück=
nünſche der Kriegerkameraöſchaf: Haſſia überbrachte als Mitglied des
Präſidiums Hemr Bürgermeiſter Kappeſſer=Bubenheim.
U. Nieder=Ingelheim, 4. Sept. Ein 12jähriges Mädchen aus Ober=
Ingelheim fuhr in der Bingerſtraße zu einer Zeit, als auf dieſer ein
ſtarker Autoberkehr war, direkt in ein Auto hinein. Der Chauffeur
ſtorpte ſofort, doch hatte das Kind bereits das Bewußtſein verloren.
Die Inſaſſen des aus Luxemburg ſtammenden Autos nahmen ſich des
ohne ihre Mitſchuld verunglickten Mädchens in jeder Weiſe an.
Seite 8
Reich und Ausland.
Sämtliche Straßenſammlungen
in Berlin verboten.
Im Einvernehmen mit dem preußiſchen
Staats=
kommiſſar für die Regelung der Wohlfahrtspflege hat
der Berliner Polizeipräſident ab 15. September
1928 ſämtliche Sammlungen von Geldſpenden zu
vaterländiſchen, gemeinnützigen oder mildtätigen
Zwecken (Wohlfahrtszwecken) auf Straßen und
Plätzen ſowie an ſonſtigen öffentlichen Orten Groß=
Berlins unterſagt. Wie dazu verlautet, iſt dieſes
Verbot vor allem darauf zurückzuführen, daß ſolche
Sammlungen in letzter Zeit derart überhand
genom=
men haben, daß ſie zu einer Beläſtigung des
Publi=
kums geworden ſind, und insbeſondere bei den
zahl=
reichen Ausländern einen peinlichen Eindruck
hervor=
gerufen haben.
Ein deutſcher Langſtreckenflug.
Berlin. Der 22jährige Jungflieger Freiherr
b. König=Warthauſer iſt geſtern mit ſeinem
Leicht=
flugzeug in Teheran gelandet. Er hat die 5100 Km.
lange Strecke von Berlin nach Teheran in ſieben
Flugtagen zurückgelegt. Der Empfang des Piloten,
der ſich mit ſeinem Langſtreckenflug um den
Hinden=
burg=Pokal bewirbt, war ſehr freundlich. Er wurde
vom deutſchen Geſandten Graf Schulenburg
perſön=
lich begrüßt und den perſiſchen Behördenvertretern
vorgeſtellt.
Wahnſinnsanfall eines Unterprimaners.
Berlin. In der ſtädtiſchen Oberrealſchule in
der Paſteurſtraße erlitt ein 16jähriger Unterprimaner
einen plötzlichen Anfall von Verfolgungswahn und
bedrohte mit einem Revolver Mitſchüler und Lehrer.
Kaum ertönte das Klingelzeichen zur großen Pauſe,
als der Unterprimaner von ſeinem Sitz aufſprang,
einen Revolver zog und mit hocherhobener Waffe
aus dem Klaſſenzimmer auf den Gang hinausſtürzte.
Dort drohte er, jeden niederzuſchießen, der ihm nicht
den Weg freigebe. Er eilte, immer den Revolver
vor ſich haltend, bis zur Toilette, ſtellte ſich an den
Eingang und rief: Platz da! Alle Aufforderungen
des Lehrers und des Direktors, die Waffe aus der
Hand zu legen, waren vergeblich. So mußte
ſchließ=
lich das Ueberfallkommando alarmiert werden. Den
Beamten gelang es, den Knaben zu überwältigen,
ehe er einen Schuß abgeben konnte.
Schweres Unglück auf der Zeche „Guſtav”.
Aſchaffenburg. Auf der zwiſchen Kahl und
Groß=Krotzenburg gelegenen Kohlengrube der
Ge=
werſchaft „Guſtav”, ereignete ſich ein ſchwerer
Un=
glücksfall. Während drei Arbeiter mit
Oberleitungs=
arbeiten beſchäftigt waren, und zu dieſem Zweck auf
einem Werkzeugwagen ſtanden, fuhr eine Lokomotive
gegen den Wagen. Bei dem Anprall fielen die
Arbeiter zu Boden. Ein 40jähriger Arbeiter aus
Michelbach ſtürzte vor die Räder der Lokomotive und
wurde getötet. Einem weiteren Arbeiter wurde das
linke Bein überfahren, ſodaß er ins Krankenhaus
gebracht werden mußte. Der dritte Arbeiter blieb
unverletzt. Der Getötete iſt Vater von ſieben Kindern.
Fünf Todesopfer des Typhus in Bonn.
Köln. Die Typhuserkrankungen in der
Provin=
zial=Heil= und Pflegeanſtalt in Bonn haben eine
Zunahme erfahren. Ueber 100 Typhusverdächtige ſind
in der Infektionsabteilung untergebracht. 12 Fälle
von Typhus ſind einwandfrei feſtgeſtellt. Fünf davon
ſind tödlich verlaufen. Die Erkrankungen, die ſchon
Mitte Auguſt auftraten, konnten in der
bakterio=
logiſchen Unterſuchung als Typhus zunächſt nicht
er=
kannt werden, vielmehr behandelte man zuerſt auf
Grippeerkrankung.
Den Bodenſee von Konſtanz nach Bregenz in
22 Stunden durchſchwommen.
Konſtanz. Der öſterreichiſche Soldat Bernath
aus Wien machte vor einigen Tagen den Verſuch,
den Bodenſee nach Bregenz zu durchſchwimmen. Der
erſte Verſuch mißlang. Sonntag abend ſieben Uhr
ſtartete er zum zweiten Male und Montag
nach=
mittag fünf Uhr kam er glücklich nach 22 Stunden in
Konſtanz ans Ziel. Er hat die Leiſtungen der
Kanal=
ſchwimmer um ein erhebliches übertroffen.
Lautſprecher auf dem Bahnhof.
Eine zeitgemäße Neuerung der Reichsbahn.
Die Lautſprecher=Anlage am Deckengewölbe des
Berliner Bahnhofs Zoologiſcher Garten.
Vier Lautſprecher übermitteln auf dem Fernbahnſteig
des Berliner Bahnhofs „Zoo” dem Reiſepublikum die
Mitteilungen, die früher von Beamten ausgerufen
oder mittels tragbarer Tafeln bekanntgegeben
wur=
den. Selbſt bei ſtärkſtem Verkehrslärm ſind die
Aus=
künfte, die ein Beamter des Stellwerks über die
bevorſtehende Ankunft der Züge und die Anordnung
der einzelnen Wagenklaſſen durch den Lautſprecher
gibt, gut zu hören.
Nummer 247
Mittwoch den 5. September 1928
Grundſteinlegung zum Studienbau
ves Beulſchen Mufeuing.
Teilnahme Hindenburgs an den Feierlichkeiten.
München. Der Reichspräſident hat ſich geſtern
früh anläßlich der Grundſteinlegung zum
Studien=
bau des Deutſchen Muſeums von ſeinem
Sommer=
urlaubsaufenthalt in Dietramszell mittels
Kraft=
wagen nach München begeben, wo er gegen 10 Uhr
vormittags beim Palais des Miniſterpräſidenten
ein=
traf. Reichspräſident v. Hindenburug wurde im
Miniſterpräſidenten=Palais von Miniſterpräſident
Dr. Held und ſeiner Gemahlin herzlich begrüßt. Die
beiden Kinder des Miniſterpräſidenten überreichten
dem Herrn Reichspräſidenten einen Blumenſtrauß.
Unter Hochrufen der vor dem Palais zahlreich
har=
renden und die Straße dicht umſäumenden
Menſchen=
menge wurde ſodann die Fahrt zum Deutſchen
Muſeum angetreten. Die privaten und öffentlichen
Gebäude trugen reichen Flaggenſchmuck.
Um 10 Uhr wurde die feierliche Grundſteinlegung
zum Studienbau des Deutſchen Muſeums vollzogen.
Der Reichspräſident wurde bei ſeiner Ankunft vor
der Halle jubelnd begrüßt. Nach einem einleitenden
Fanfarenmarſch begann der Feſtakt mit dem Einzug
der Zünfte, die die Grundſteinkaſſetten geleiteten.
Das Niederländiſche Dankgebet leitete die Feſtreden
ein. Als erſter Redner ſprach der Präſident des
Vorſtandsrats des Deutſchen Muſeums, Dr. v.
Siemens, der u. a. an die Grundſteinlegung des
Muſeums vor 22 Jahren erinnerte, bei der es
ge=
golten habe, den Grundſtein zu legen für einen Bau,
der in ſeinen Mauern Denkſteine aus den Anfängen
des Zeitalters aufnehmen ſollte, in dem wir leben,
um ſie kommenden Generationen zu erhalten. Der
neue Bau ſoll die hiſtoriſche Entwicklung feſthalten
und dadurch unveränderliche geiſtige Werte vor dem
dauernden Verluſt bewahren, gleichzeitig aber
auch dazu dienen, allen Kreiſen die Möglichkeit zu
bieten, aus dem Beiſpiel des in harter Arbeit
Ge=
ſchaffenen Kräfte zu gewinnen zu einem ſchöpferiſchen
Tun zu Nutz und Frommen und zur Ehre des
ge=
liebten deutſchen Vaterlandes. — Nachmittags hatten
die Reichsregierung und die bayeriſche Regierung an
die Ehrengäſte der Grundſteinlegung zum
Studien=
bau des Deutſchen Muſeums Einladungen zu einem
Feſtbankett im Maximilaneum ergehen laſſen.
Wäh=
ren des Feſtbanketts nahm Reichspräſident v.
Hinden=
burg das Wort zu einer Anſprache, in der er u. a.
ausführte:
„Es iſt mir eine beſondere Freude, ſo viele
be=
deutende Männer der deutſchen Wiſſenſchaft, ſo
zahl=
reiche Führer der deutſchen Wirtſchaft zuſammen mit
den Vertretern der Reichs= und bayeriſchen
Landes=
regierung als gemeinſame Gäſte des Reichs und des
Landes Bayern hier begrüßen zu dürfen und mit
dieſen Grüßen zugleich den Dank zu verbinden für
die große, tatkräftige Hilfe, die Sie alle dem neucn
Unternehmen, deſſen Grundſtein wir heute legten,
geleiſtet haben. In ganz beſonderem Maße aber
gilt auch heute wieder unſer Dank dem Manne, der
in zäher Lebensarbeit, mit genialem Blick und in nie
erlahmendem Eifer das große Werk des Deutſchen
Muſeums geſchaffen hat und verwaltet, Oskar von
Miller.
Daß das Deutſche Muſeum und nun auch dieſe
neue Studien= und Forſchungsſtätte in Bayern und
in der ſchönen Stadt München ſeinen Sitz erhielt, iſt
kein Zufall, ſondern wohlbegründct. Bahern und
München ſind nicht nur vorbildlich auf dem Gebiete
der Kunſt, ſondern auch von jeher mit beſonderem
Erfolg auf vielen Gebieten der Wiſſenſchaft tätig.
Mögen von hier aus reiche Ströme fruchtbringenden
Schaffens ausgehen und möge dieſe Stätte auch über
die unmittelbaren wiſſenſchaftlichen und techniſchen
Zwecke hinaus eine einigende Wirkung auslöſen für
das ganze deutſche Volk!”
Miniſterpräſident Dr. Held ſprach ſodann den
Feſtgäſten namens der Staatsregierung einen
herz=
lichen Willkommensgruß aus, insbeſondere dem
ver=
ehrungswürdigen Herrn Reichspräſidenten. Durch ihn
bekunde, ſo erklärte Dr. Held, die ganze deutſche
Nation ihr freundliches Intereſſe an dem großen
weltumfaſſenden Werk, zu dem heute zur endlichen
Vollendung des Deutſchen Muſeums der Grundſtein
gelegt worden ſei. Mit Worten herzlichen Dankes
gedachte der Miniſterpräſident aller derer, die den
feierlichen Akt der Grundſteinlegung ermöglichten.
„Einheit und Einigkeit des deutſchen Volkes im
Willen zur glückhaften Tat, das ſei die Parole.‟ Dem
Herrn Reichspräſidenten, als dem Repräſentanten
des deutſchen Volkes und der durch ihn gegebenen
Verkörperung des deutſchen Tatwillens, weihte der
Miniſterpräſident ſein Glas.
Reichsbankpräſident Dr. Schacht führte in ſeiner
Anſprache u. a. aus: Daß an den geiſtigen
Groß=
taten unſer deutſches Volk im internationalen
Wett=
ſtreit einen führenden Anteil nimmt, erfüllt uns mit
dem feſten Glauben an die weitere gedeihliche
Zu=
kunft unſeres deutſchen Vaterlandes. Wir müſſen
und dürfen die Hoffnung ausſprechen, daß es auch
möglich ſein wird, das in Angriff genommene Werk
materiell ohne Stocken zur Durchführung zu bringen;
denn wir wiſſen, daß die beträchtlichen Mittel, die
zu einem ſolchen Ausbau notwendig ſind, den höchſten
Zins im volkswirtſchaftlichen Sinne tragen werden,
den man nur je von einer Kapitalsanlage erwarten
darf.
Darauf ergriff Miniſter Severing das Wort zu
einer Anſprache, in der er u. a. ausführte: Der
Sammlungsbau drängt nach einer zweckmäßigen
Er=
gänzung durch Bibliothek, Planſammlung und
Vor=
tragsſäle. Das werden vor allem diejenigen
ver=
ſtehen, die das Geſamtwerk immer mehr allen
Volks=
kreiſen, insbeſondere den minderbemittelten Schichten
unſeres Volkes erſchließen wollen. Unſere Jugend
und unſere Arbeiter wetteifern in dem Beſtreben,
mitzuarbeiten an der kulturellen Hebung unſeres
Volkes. Helfen wir ihnen, indem wir ihnen die
Ge=
biete der Wiſſenſchaft und Technik erſchließen. Das
iſt edelſter Dienſt am Volke. Reich und Länder und
Gemeinden, Unternehmer und Arbeiter, zum Schutze
dieſes Friedenswerkes ſtehen ſie zuſammen. — Der
bayeriſche Kultusminiſter Dr. Goldenberger teilte
u. a. mit, daß für die Bücherſammlungen bereits
wertvolle Bücherſpenden von über 10 000 Bänden,
teils wertvolle Zuſagen der Mehrzahl der deutſchen
Verleger vorlägen. Auch haben Herr und Frau
Krupp v. Bohlen und Halbach ein Kapital zur
Ver=
fügung geſtellt, aus deſſen Zinſen alljährlich
wert=
volle Lehrbücher an eine größere Zahl von
Studie=
renden und Arbeiter verſchenkt werden können. Der
Miniſter ſprach allen, die um das neue
Studien=
gebäude und deſſen Ausſtattung ſich bemüht und
Verdienſte erworben haben, Dank und Anerkennung
aus und gab ſodann bekannt, daß in dieſem Jahr
der Muſeumsring in Gold an 20 und in Silber mit
Goldplatte an 17 beſonders verdiente Perſönlichkeiten
von der bayeriſchen Staatsregierung verliehen
werden könne, und zwar in Gold u. a. an
Reichs=
präſidenten v. Hindenburg als Repräſentant des
deutſchen Volkes, Reichstagspräſident Löbe,
Reichs=
miniſter Schätzel, Reichsminiſter a. D. Dr. Köhler,
den Chef der Marineleitung, Admiral Zenker,
Reichs=
bankpräſidenten Dr. Schacht, Generaldirektor Dr.=
Ing. Vögler=Dortmund, Frau Berta Krupp von
Bohlen und Halbach, ſowie Frau Geheimrat
Duis=
berg=Leverkuſen. Dr. Goldenberger beglückwünſchte
die mit dem Muſeumsring Beliehenen herzlich zu
dieſem Ehrenzeichen und ſprach zum Schluß noch den
Wunſch aus, daß, wie über der Ausführung des
Sammlungsbaues auch über jener des Studien= und
Bibliothekbaues glückliche Sterne walten mögen. —
Nunmehr führte Reichspräſident v. Hindenburg mit
folgenden Worten die erſten Hammerſchläge auf den
Stein: „Deutſcher Arbeit, deutſchem Aufſtieg und
deutſcher Zukunft diene dieſer Bau! Alles Streben
und Schaffen, das hier geleiſtet wird, möge geleitet
ſein von dem Gedanken: Alles fürs Vaterland!”
Es folgten der bayeriſche Miniſterpräſident Dr.
Held, Reichsminiſter des Innern Severing,
Kultus=
miniſter Goldenberger, und als letzter Oskar von
Miller. — Mit der Nationalhymne endete die
über=
wältigende Feier. Der Reichspräſident war bei ſeiner
Abfahrt Gegenſtand begeiſteter Huldigungen.
Gegen 17 Uhr begab ſich der Reichspräſident im
Kraftwagen, begleitet von Miniſterpräſident Dr.
Held, vom Feſtbankett nach dem Hauſe des
Miniſter=
präſidenten zurück, bei der Abfahrt von den
zahl=
reichen Zuſchauern wieder lebhaft begrüßt. Die
Reihe der heutigen Feſtlichkeiten anläßlich der
Grundſteinlegung des Studienbaues beſchließt, wie
bereits angekündigt, eine Feſtveranſtaltung im
Prinzregententheater, in deren Mittelpunkt eine
Feſt=
rede des Generaldirektors Dr. Vögler und das
Feſt=
ſpiel von Mas Halbe ſtehen. Nach dem Feſtakt wird
ſich der Reichspräſident zum Hauptbahnhof begeben.
Die Rückreiſe nach Berlin iſt für 23 Uhr mit dem
fahrplanmäßigen D=Zuge feſtgeſetzt.
Das Geheimnis der Edge=Inſel.
* Berlin, 4. Sept. (Priv.=Tel.)
Mitten im Eismeer liegt die einſame Inſel Edge,
von der man im Grunde genommen trotz aller
Polarforſchungen nicht mehr als den Namen weiß.
Walfiſchfänger haben von ihr die Kunde gebracht,
daß ſie dort Feuer= und Rauchzeichen bemerkten, die
nur von Menſchenhand angelegt ſein können.
Wal=
fiſchfänger könnten es nicht ſein, da dieſe um dieſe
Zeit ſchon längſt Kurs gegen Süden genommen
hätten, ebenſowenig Eingeborene, die niemals die
Inſel betreten. Wer alſo befindet ſich auf der Inſelp
Nun, Kombinieren fällt nicht ſchwer. Die
Ballon=
gruppe Nobiles iſt immer noch nicht gerettet und
ebenſo ſteht es mit Amundſen, der mit ſeinen
Be=
gleitern zur Rettung der Italia=Mannſchaft
aus=
gezogen iſt. Da die Beobachtungen von zwei weiteren
Fiſcherbooten beſtätigt werden, will man trotz der
Auffindung eines Schwimmers der „Latham”, des
Flugzeuges Amundſens, an das Vorhandenſein des
Polarforſchers glauben. Gewiß, der erfahrene
For=
ſcher hat ſchon einmal ein Jahr lang ſich mit den
Naturgewalten herumgeſchlagen, um dann als längſt
Totgeglaubter eine fröhliche Auferſtehung zu feiern.
Mag ſein, daß er der Bewohner der geheimnisvollen
Inſel iſt. Jedenfalls wird man in Kürze
ver=
ſuchen, der oder des Inſelbewohners habhaft zu
werden.
Anſchlag auf einen D=Zug.
Königsberg. Wie die Preſſeſtelle der
Reichs=
bahndirektion mitteilt, wurden am Montag abend
auf der Strecke Inſterburg—Hatheninken drei Haufen
Steine auf die Schienen gelegt. Zu jedem Haufen
gehörten vier bis fünf Steine in der Größe einer
Männerfauſt. Der D=Zug, der die Strecke kurz nach
8½ Uhr paſſierte, überfuhr die Steine, ohne Schaden
zu nehmen. Für die Ermittlung des Täters hat die
Neichsbahndirektion Königsberg eine Belohnung von
300 Mark ausgeſetzt.
Ein gefährlicher Grubenbrand.
Wattenſcheid. Im unterirdiſchen Betrieb
der Schachtanlage Zentrum I bis III wütet ſeit
mehreren Wochen ein gefährlicher Grubenbrand. Bei
den Abdämmungsarbeiten — der Brandherd ſoll
wetterdicht abgeſchloſſen werden, indem man alle
Wetterwege mit Lehm unter Zuſatz von Waſſer
ver=
ſetzt — ſind bisher ſchon zwölf bis fünfzehn
Per=
ſonen an Gasvergiftung erkrankt. Infolge der
Ge=
fährlichkeit des Brandes konnten am Montag ſowohl
die Morgen= als auch die Mittagsſchicht der Reviere
1 und 9 nicht einfahren. Die Abdämmungsarbeiten
werden jedoch mit aller Energie fortgeſetzt, damit
weitere Feierſchichten vermieden werden.
Tragiſches Schickſal eines ehemaligen ruſſiſchen
Generals.
* New York. Eine erſchütternde Tragödie
wurde vor kurzem vor einem New Yorker Gericht
verhandelt. Angeklagt war ein Mann namens
Hed=
berg. Er hatte in einem Wäſchegeſchäft zwei Hemden
geſtohlen. Bei der Vernehmung kam folgendes
zu=
tage: Der geſtändige Angeklagte iſt ein ehemaliger
verdienter ruſſiſcher General, nebenbei Doktor der
Philoſophie an der Pariſer Sorbonne. Er war
zu=
erſt Bergingenieur, machte den ruſſiſch=japaniſchen
Krieg mit, in dem er ſich beſonders auszeichnete und
manche Dekoration empfing, und war im Weltkrieg
der Oberkommandierende der Automobilſtreitkräfte
Rußlands. Die Revolution warf auch dieſe Exiſtenz
aus allen Angeln. Hedberg bekennt ſelbſt, daß er
auf ſeinem Leidensweg in zahlloſen Gefängniſſen
ge=
ſeſſen habe, bis es ihm gelang, mit ſeiner Familie
unter den abenteuerlichſten Umſtänden und den
grau=
ſamſten Strapazen aus Südrußland über Finnland
nach Amerika zu entkommen. Hier verſuchte er, ſich
eine neue Exiſtenz zu gründen — aber vergeblich.
Nach ſeiner Schilderung hat er mehr denn zwei
Monate hindurch mit ſeiner Familie gehungert, bis
er endlich keinen Ausweg mehr wußte und in dem
Geſchäft die zwei Hemden ſtahl, um von ihrem Erlös
den Seinen wenigſtens für einige Tage trockenes
Brot zu ſchaffen. „Zweiundzwanzig meiner nächſten
Verwandten,” ſo lauteten ſeine eigenen Worte, „habe
ich während der Revolution mit eigenen Augen
ſterben ſehen. Nun bin ich auch am Ende. Wieder
ſteht mir Gefängnis bevor — diesmal wegen einen
entehrenden Tat. Ich kann nicht mehr. . ."
Das elektriſche Handtuch.
Der elektriſche Händetrockner
dürfte die unhygieniſchen Handtücher aus den
Waſch=
räumen der Gaſtwirtſchaften und dergleichen bald
verdrängen. Auf einen Hebeldruck ſtrömt der Apparat=
Heißluft aus und trocknet im Augenblick die friſch
gewaſchenen Hände. Die Gefahr der
Krankheitsüber=
tragung durch Handtücher wird nach allgemeiner
Einführung des elektriſchen Trockners reſtlos beſeitigt.
Großflugtag in Berlin.
Die Udet=Flamingo=Staffel
hat auf dem letzten Großflugtag in Berlin=Tempelhof bewundernswerte Kunſtflüge — wahrhaft
halsbrecheriſche Kunſtſtücke — ausgeführt, während unten Fanfaren erklangen.
lmmmer 247
Mittwoch, den 5. September 1928
Geite 9
Die Reparationsfrage.
Die zukünftige Entwicklung.
Heidelberg, 4. September.
Ten zweiten Tag der Vortragsfolge gelegentlich der
Preſſe=
in des Arbeitsausſchuſſes deutſcher Verbände eröffnete
an=
ndes durch ſeine Kur verhinderten Reichsfinanzminiſters a. D.
vhold Prof. Dr. Friedrich Raab=Tharandt bei Dresden, der
pen gegenwärtigen Stand und die zukünf=
Entwicklung der Reparationsfrage ſprach.
Beurteilung der Reviſionsfrage, die der Redner in den
ewunkt ſeiner Betrachtungen ſtellte, zeigte er zunächſt, daß
der bisherigen reibungsloſen Erfüllung des Dawesplanes
e ne weitere Erfüllbarkeit in keiner Weiſe geſchloſſen werden
Sowohl die Aufbringung wie auch die Uebertragung der
rachten Reparationsleiſtungen ſei ohne ſchwere
Erſchütte=
gen der deutſchen Wirtſchaft und ohne Gefährdung unſerer
erang nur infolge der Gewährung ſo umfangreicher
Auslands=
ſte möglich geweſen, daß dadurch die Spanne zwiſchen Kapital=
und innerer Kapitalbildung wenigſtens zu etwa drei
Vier=
geusgeglichen wurde und die Zahlungsbilanz eine, wenn auch
gte, Aktivität aufzuweiſen vermochte. Der Redner hielt
Ausſichten für eine baldige Reviſion des Dawesplanes
für ſehr günſtig und begründete dieſe Anſicht ſowohl
Sinweiſe auf die ausländiſche öffentliche Meinung und ihre
ſimgnahme zum Dawesplan und ſeine Reviſion, wie auch
inzelnen, von den Reparationsgläubigern getroffenen
Maß=
ſn n, die mit der Uebertragung der Reparationsleiſtungen zu=
1 für ſie verbunden geweſenen Gefahren nach Möglichkeit
b umindern. Prof. Raab begründete alsdann ſeine
Ueber=
nig, daß auf lange Sicht die Reviſionsausſichten günſtig
Sor allem, weil mit der Zeit die Vereinigten Staaten bzw.
yrierikaniſchen Privatgläubiger Deutſchlands zu der
Ueber=
ig kommen würden, daß es im dringenden Intereſſe ihrer
mitſchland inveſtierten Kapitalien läge, die
Reparationsver=
üingen Deutſchlands nach Art und Höhe ſoweit herabzumin=
Daß dadurch Deutſchland in ſeiner Fähigkeit der Verzinſung
Tilgung der ihm gewährten Kredite nicht gehemmt würde,
ei Fortdauer des gegenwärtigen Zahlungsplanes in
abſeh=
ſſar Zeit unvermeidlich eintreten müſſe. Zum Schluß zeigte
Pf. Raab, zum Teil mit ausführlichen Zahlen und anderen
Sfeheiten, auf welche Ziele eine Reviſionspolitik beſonders ge=
Urſtet, ſein müſſe: vor allem nicht nur auf die Aufrechterhaltung
Transferklauſel im bisherigen Umfange, ſondern auf ihre
Fetächtige Durchführung im Gegenſatz zu den verſchiedenen,
ge noch ungefährlichen Ausnahmen; ferner
ſe Feſtſetzung einer Geſamtſumme und damit
zuſammen=
ingend eines feſten Endtermins für die geſamten
Reparationszahlungen.
üid eſem Zuſammenhange zeigte der Redner beſonders
nach=
nklrch, daß Verhandlungen über dieſe Fragen gefährlich ſeien,
ſorn, nicht mindeſtens gleichzeitig die gerechte Bewertung der
mIinkrafttreten des Dawesplanes erfüllten Leiſtungen und eine
„ranmene Beſeitigung oder mindeſtens weſentliche
Umgeſtal=
kurides Wohlſtandsindexes geſichert ſei, der zum erſten Male
mjahre 1929 in Kraft treten ſolle und einen prozentualen
Zu=
ug, zu den jeweiligen Jahreszahlungen bringe. Dabei ſei dieſer
ſählſtandsindex, deſſen folgerichtige Anwendung letzten Endes
ſäiG eſamtſumme der Reparationsverpflichtungen weit über 132
Aiurden zu erhöhen geeignet ſei, nicht einmal ein Index
wirk=
an Wohlſtandes, ſondern von den ſechs Faktoren dieſes In=
dexes ſind drei Zeichen des Niederganges, die anderen drei aber
nur von problematiſcher Bedeutung. Das Zugeſtändnis einer
ganzen oder teilweiſen
Mobiliſierung unſerer Reparationsverpflichtungen
dürfe nur in folgerichtigem Zuſammenhang mit der Anerkennung
der vorgenannten Forderungen und unter Berückſichtigung des
Transferprinzips gemacht werden. Der Vortrag klang in einer
Mahnung zur Beſonnenheit und Zurückhaltung für die nächſte
Zeit, zugleich aber der Zuverſicht auf eine endgültige günſtige
Löſung der Reparationsfrage aus, wofern alle für unſere
Repara=
tionspolitik verantwortlichen Stellen, insbeſondere auch die
öffent=
liche Meinung, mit größter Beſonnenheit und Sachkunde
vor=
gehen und im übrigen unſere Finanz= und Wirtſchaftspolitik
we=
der unſeren Gegnern willkommene Handhabe zu Vorwürfen gegen
Deutſchland böte, noch uns zu überſtürzten Reviſionswünſchen
zwinge. Eine Preisgabe des Transferprinzips als Preis für eine
vorzeitige Rheinlandräumung müſſe aber abgelehnt werden.
Kriegsſchuldfrage, franzöſiſche
Sicherheits=
politik und Rheinland=Räumung.
Am Nachmitag ſprach Geheimrat Dr. v. Dryander, M. d. R.,
über „Kriegsſchuldfrage, franzöſiſche Sicherheitspolitik und
Rheinlandräumung”. „Die deutſche Weſtgrenze wird durch keine
natürlichen Merkmale beſtimmt. Aber es iſt, als ob vor tauſend
Jahren die Söhne Ludwigs des Frommen mit ganz klarer
Grenzführung zwei nach Sproche, Kultur, Sitte
grundverſchie=
dene Völker hätten trennen wollen. Der Drang Frankreichs nach
dem Rhein als „natürlicher Grenze” iſt nach dem Ausdruck des
Diplomaten Charles Bénoiſt von je geſchichtlicher Leitgedanke der
franzöſiſchen Außenpolitik geweſen. Er iſt beſtimmend geworden
für Deutſchlands und Europgs Geſchick. Die großen
franzöſi=
ſchen Sozialiſten Louis Blanc, Proudhon u. a. fanden für ihn
die Formel der bedrohten franzöſiſchen Sicherheit. Aus den
Ak=
ten Jswolſkis wiſſen wir, wie Poincaré dieſen Zielen gedient
hat. Es war nur Fortſetzung der Vorkriegspolitik, wenn ſich
Frankreich 1917 hinter Englands Rücken von Rußland die
Lö=
ſung des linken Rheinufers vom Reiche zuſagen ließ. Aehnlich
ſchrieb Briand 1916 dem Botſchafter Cambon, Deutſchland
„dürfe nicht mit dem Fuß über dem Rhein ſtehen”
Dieſe Gedanlengänge hämmerte eine zielbewußte
Kriegspropa=
ganda in jedes franzöſiſche Herz: „Wir ſind das friedlichſte Volk
der Welt, Deutſchland hat uns dreimal in hundert Jahren
un=
provoziert und barbariſch überfallen” Und nun kam von heute
auf morgen der märchenhafte Sieg. „Der Gedanke der Revanche
hat uns ſelbſt doch 50 Jahre beherrſcht; ſollte es bei den
Deut=
ſchen anders ſein?‟ Daher der millionenfache Schrei nach
Sicher=
heit: „Solange wir den Rhein haben, unſere natürliche Grenze,
ſind wir geſchützt!” In ungeheurer Machtpoſition, von den neuen
Vaſallenſtaaten gefolgt, entſchloſſen, alle Machtmöglichkeiten
reſt=
los durchzuſetzen, trat Frankreich an den Verhandlungstiſch. Die
Wilſonpunkte waren gleichgültig. Die „deutſchen Völker (1) auf
den rechten Rhein zurückzudrängen, war die zentrale Forderung.
Die öffentliche Meinung zu gewinnen, erfand man der
Kriegs=
propaganda gemäß die ſittliche Alleinſchuld Deutſchlands am
Krieg. Der geſtändige Verbrecher Deutſchland wird beſtraft; dies
die Konſtruktion des nach ſtrafrechtlichen Geſichtspunkten
auf=
gebauten Diktats! Die Verhandlungen mit den Verbündeten
waren ein ungeheures Ringen. Mit ſchäumendem Ingrimm
ver=
zichtete man auf die Annexion. Die Beſatzung zur Vorſtufe der
Annexion zu machen, war nunmehr das politiſche Ziel. Die
Vertragsbeſtimmungen wurden bewußt kautſchukartig abgefaßt.
Die Geſichtspunkte der Sicherheit und Wiedergutmachung
wur=
den ſo verflochten, daß je nach Wahl einer oder der andere zur
Verfügung ſtand. Ihnen ſteht das Recht des Artikels 431
gegen=
über. Im Wilſondokument von 1919, noch beſtimmter in einem
Artikel von Lloyd George vom 25. Juni 1927 iſt er klar
inter=
pretiert.
Die Räumung ſoll erfolgen, ſobald Deutſchland „wirkliche
Garantien für ſeine feſte Abſicht gegeben habe, ſeine
Ver=
pflichtungen zu erfüllen”
Dr. v. Dryander ſchilderte an Hand des Buches von
Gene=
ral Mordacg, die von Frankreich veranlaßten
Separatiſten=
putſche, die Sanktionen, die Verſuche, Deutſchland in einzelne
Siaaten auseinanderzuſprengen, die wahrhaft großartige
Ab=
wehr der Rheinländer, den Ruhrkampf als Wendepunkt der
franzöſiſchen Politik. Daß 1923 die aus der Erziehung des
Bis=
marckſchen Reiches erwashſene innere Einheit erhalten blieb, wird
die Geſchichte als ein Zeichen innerer Kraft würdigen.
Viel=
leicht, daß die Geſchichtsſorſchung überhaupt Deutſchlands
Ohn=
macht und unerhörte Kraſtauſtrengung als primäre Erſcheinung
des erſten Nachkriegsjahrzehnts allen unſeren Kämpfen und
Entſcheidungen voranſtellen wird.
Das Dawes=Abkommen iſtvö lig unerträglich.
Macht= und ſicherheitspolitiſch betrachtet, hat es die
Repara=
tionsfrage aus der Sphäre willkürlicher Schikane und politiſcher
Preſſion in die wirtſchaftlicher Auscinanderſetzung übergeführt.
Unſer Recht auf Räumung der erſten Zone blieb trotz London
auch engliſcherſeits unerfüllt. „Nicht umſonſt unterliegt die
Siraße nach Aegypten und Indien der franzöſiſchen
Zugriffs=
möglichkeit.‟ Dr. v. Dryander behandelte hierauf das „
unge=
heure Opfer” von Locarno, das Ausbleiben der Rückwirkungen,
den „trotz allem völligen Mangel un materieller
Gleichberech=
tigung”. In der entmilitariſierten Zone ſeien 15,3 Millionen
Deutſche, faſt ein Viertel der Geſamtbevölkerung, dem
franzö=
ſiſch=belgiſchen Angriff preisgegeben. Eines der
höchſtſtehen=
den Kulturgebiete der Welt unterſtehe ſeit zehn Jahren einer
fremden Militärdiktatur, die jedem Kulturempfinden ins
Ge=
ſicht ſchlage. Ihre Maßnahmen erinnern an 1810. Heute wird
man ſagen müſſen, daß
Früchte unſerer dreijährigen Zugehörigkeit zum
Völker=
bund für das Rheinland nicht ſichtbar geworden
ſind. „Die wundervollen Meden des Miniſters Briand bei der
Paraphierung in Locarno und bei unſerem Eintritt in Genf
ſind uns rheinlandpolitiſche Wirkungen ebenſo ſchuldig
geblie=
ben, wie das von ihm vecanlaßie, durch ſeine Mitzeichnung
ge=
deckte Communigué von Thoirn”. Weil das deutſche Volk die
Verſtändigung mit Frankreich erſtrebt, haben wir allen Anlaß,
mit größter Schärfe vor dem Forum der Weltöffentlichkeit
aus=
zuſprechen, daß die fortdquernde Beſatzung jede
Verſtändigungs=
utmoſphäre zerſtört.
Nach London, Locarno und Genf haben wir gemäß
Artikel 431 ein Recht auf Räumung.
Preiſe zu bezahlen, lehnen wir ab. Der Wert des Pfandes
windert ſich täglich. Wenn’s not tut, harrt das beſetzte Gebiet bis
zum Friſtablauf aus. Keine Regierung in
Deutſch=
land kann ein Oſtlocarno im entfernteſten
wagen. Die Räumungsfrage iſt uns nur ein Ausſchnitt aus
der großen Forderung der Reviſion von Verſailles.
Wir alle haben dem Kelloggpakt zugeſtimmt. Eine friedliche
Ent=
wicklung Europas ſetzt Beſeitigung der Kriegsurſachen voraus.
Die Reviſion des „blutgeborenen”, „weder gerechten noch
dauern=
den” den Geiſt des Krieges atwenden” Vertrages von
Verſail=
les, wie „Oſſervatore Romano” ihn dieſer Tage nannte, iſt das
Tor dazu. Wir fordern ſachliche Prüfung der
Kriegs=
ſchuldfrage durch eine unparteiiſche Inſtanz. Die
aus=
einanderſtrebenden Geiſter unſeres Volkes in den großen
Schickſalsfragen der Nation über alle Gegenſätze der Parteien,
Konfeſſionen und Landſchaften hinweg zu gemeinſamer Abwehr.
zuſammenzufaſſen, iſt das große Ziel, demgegenüber nach dem
ſchönen Wort Treitſchkes das Kleinliche nicht einmal wagen darf,
das Haupt zu erheben.
Allen Vorträgen folgte auch heute eine rege Ausſprache.
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Opotl. Spiel und Tarnen.
Süddeutſche Waſſerballmeiſterſchaft.
Fußball.
Kreisliga — Güdheſſen.
Die erſten Verbandsſpiele des Kreiſes Südheſſen nachmen am letzten
Sonntag bei herrlichem Fußballwetter durchſchnittlich einen ſehr guten
Verlauf. Das Intereſſe war ein ſehr reges und es kam zu keinerlei
Störungen, was auch vor allem auf das gute Amtieren ſämtlicher
Schiedsrichter zurückzuführen war. Hoffen wir, daß auch der weitere
Verlauf der Dinge ſich in dieſer jederzeit ſportlichen und gerechten Bahn
weiterbewegt. Die Tabelle zeigt folgendes Bild:
Spiel gew. unentſch. verloren Punkte.
Olympia Lorſch
Olympia. Worms
F.V. Biblis
Normannia Pfiffligheim
Starkenb. Heppenheim
Olympia Lampertheim
Pfeddersheim
Hochheim
Horchheim
V. f. L. Lampertheim
V. f. R. Bürſtadt
Die V. f. L.=Leute aus Lampertheim haben ihre Feuertaufe würdig
beſtanden und ihr erſtes Spiel in der Kreisliga mit vielem Eifer und
nicht ſchlechtem Können beſtritten. Daß es zu einem Unentſchieden oder
gar zu einem Sieg nicht langen konnte, iſt nur darauf zurückzuführen,
daß die Olympiawannſchaft aus Worms viel zu viel Spielerfahrung
mitbrachte. Das gab bei dieſem Spiel den Ausſchlag und brachte den
Wormſern durch einen 2:0=Sieg die erſten Punkte. Glatt und, wie
vor=
ausgeſagt, gewann der Meiſter aus Lorſch gegen Pfeddersheim. Nicht
weniger als 6 Tore ſchoß der diesmal ſehr gut aufgelegte Sturm und
überzeugte auch ſonſt in jeder Hinſicht. Der übrige Teil der Mannſchaft
war ebenfalls recht gut. In Heppenheim wird dieſes Jahr wohl ein
ſcharfer Wind während der Verbandsſpiele wehen, ein Gradmeſſer dürfte
das Spiel am Sonntag gegen Olympia Lampertheim ſein. Zwei Tore
wurden von beiden Parteien erzielt, doch zu einem Sieg langte es den
Lampertheimer Gäſten nicht, obwohl ſie ſich die größte Mühe gaben. In
Pfiffligheim konnte der Neuling aus Horchheim nicht ſonderlich
über=
zeugen und mußte eine 5:1=Niedevlage einſtechen. In der Vorrunde
wird für die Horchheimer nicht viel zu holen ſein, ſie müſſen ſich erſt
ein=
gewöhnen. Der Sieg der Bibliſer ſtand ſchon im voraus feſt, doch iſt es
keine allzu große Kunſt, dem Spv. Hochheim auf eigenem Platze zwei
Punkte abzuknöpfen. Der 3:0=Sieg darf den Riedleuten keineswegs in
den Kopf ſteigen, dann werden bei der derzeitigen guten Form der
Mannſchaft weitere Siege nicht ausbleiben.
F.C. Union 1913.
Die Privatſpielſaiſon hat ihr Ende erreicht, indem Union am
ver=
gangenen Sonntag nach Fulda fuhr. Fulda, ein alter Bezirksligaverein,
iſt kein zu unterſchätzender Gegner. Union hatte die Reiſe ziemlich
er=
ſatzgeſchwächt angetreten und mußte ſich mit 2:7 Toren beugen.
Berück=
ſichtigt man die Mannſchaftsaufſtellung und den erſtklaſſigen Gegner, ſo
iſt dies immer noch ein ſehr anſprechendes Ergebnis. Die Liga=Reſerve
ſpielte gegen Jugenheim und gewann 7:0. Die 1. Jugend war ſpielfrei,
da Höchſt nicht antrat, während die 2. Jugend gegen V. f. R. Bürſtadt
2. Jugend 1:2 unterlag. Bürſtadt war hier körperlich bei weitem
über=
legen. 1. Schüler gegen 1. Schüler V. f. R. Bürſtadt 2:1.
Kommenden Sonntag beginnen nunmehr auch in uſerem Kreiſe
die Verbandsſpiele. Union hat keine ſchwerere Aufgabe, als gleich gegen
einen Ortsrivalen (Pol. Sp.V.) anzutreten. Union hat in den
letztjäh=
rigen Verbandsſpielen bewieſen, welche Kraft in ihr ſteckt. Außerdem
zeigten die Privatſpiele, daß die Spielſtärke nicht nachgelaſſen hat, ſo daß
man auch hier gute Leiſtungen zu erwarten hat. Mannſchaftsaufſtellung
wird noch bekanntgegeben.
Germania 08 Pfungſtadt—Eintracht Frankfurt Reſ. 4:2 (1:1).
Germania 03 Pfungſtadt hatte zu einer letzten Generalprobe vor
den Verbandsſpielen die bekannte Reſervemannſchaft der Eintracht
Frankfurt verpflichtet. Die Gäſte lieferten in techniſcher und taktiſcher
Beziehung ein ganz hevvorvagendes Spiel, lediglich die Durchſchlagskraft
des Sturmes ließ zu wünſchen übrig. Germania Pfungſtadt hatte
wie=
der Marquard zur Stelle, womit die Läuferreihe entſchieden an
Spiel=
ſtärke gewann. Verteidigung und Torhüter arbeiteten wie immer
zu=
verläſſig und ſicher. In der Läuferreihe verdient ſich Crößmann noch
ein beſonderes Lob. Der durch Erſatz geſchwächte Sturm konnte
natur=
gemäß nicht die gewohnten Leiſtungen zeigen. Pfungſtadt geht durch
Nickel in Führung. Noch vor Halbzeit gleichen die Gäſte durch den
her=
vorragenden Halbrechten aus. Als derſelbe Spieler nach dem Wechſel
durch ein ſchönes Tor den Führungstreffer erzielt, ſieht es ganz nach
einer Niederlage Pfungſtadts aus. Doch die erfolgreiche ſteile Spielweiſe
des Pfungſtädter Sturms bringt den Einheimiſchen noch 3 Treffer und
den damit verdientem Sieg. Schiedsrichter Klinger=Groß=Gerau leitete
anſprechend.
Ein ſuspenſierter Schiedsrichter.
Der Verbands=Spielausſchuß des Süddeutſchen Fußball= und
Leicht=
athletibverbandes hat dem Nürnberger Schiedsrichter Sehlmacher
bis zum Abſchluß eines ordentlichen Verfahrens ſuspenſiert, weil S. es
unterlaſſen hat, eine Meldung über die Vorkommniſſe beim Spiel
Wormatia Worms— SV. Wiesbaden zu erſtatten.
Außer=
dem ſpielt bei der Suspenſierung auch die Hinausſtellung des Spielers
Beſt, die angeblich ohne jeden erſichtlichen Grund erfolgt ſein ſoll, eine
Rolle.
In Buenos Aires kam der Revanchekampf zwiſchen den beiden
Fina=
liſten des olympiſchen Fußball=Turniers zum Austrag. Diesmal konnte
Argentinien den vor einer rieſigen Zuſchauermenge ausgetragenen
Kampf gewinnen, Uruguay wurde 1:0 geſchlagen.
Pferdeſport.
Rennen zu Grunewald am Dienstag.
1. Tatterfall=Hürdenrennen. 3000 Mark, 2800 Meter: 1. G.
Ehren=
felds Nil (Kränzlein), 2. Horeb, 3. Prüngs. Ferner: Rottländer,
Le=
gende, Goldtraut, Göler von Lorch, Goldamſel, Flaminia, Spekulation,
Maskerade, Alerta, Pumpernickel. Tot.: 165, Pl. 49, 30, 20:10. 1—34 Lg.
2. Rennen: 1. Fürſt F. zu Solms=Bacuths Fünf=Uhr (Lt. v. Götz),
2. Husdent, 3. Diamant. Ferner: Graphit, Famos. Tot.: 16, Pl. 11,
11:10. 3—5. Lo.
3. Märkiſcher Ausgleich. 5200 Mark, 1600 Meter: 1. E. G. Butzkes
Dianthus (O. Schmidt), 2. Altenberg, 3. Domfalke. Ferner: Vardar,
Poſtmeiſter, Anton. Tot.: 48, Pl. 19, 19:10. Hals—Z4 Lg.
4. Grunewald=Hürdenrennen. Ehrenpreis und 7000 Mark, 3500
Meter: 1. P. de Nully Browns Marizza (Moritz), 2. Lanz, 3.
Mer=
kur 2. Ferner: Lord Val, Fürſtenbrauch, Szentes, Brigant, Grand
Monſſeux. Tot.: 58, Pl. 18, 13, 14:10. 2—3 Lg.
5. Wilamowitz=Rennen. 10 400 Mark, 2400 Meter: 1. Geſtüt
Myd=
linghovens Freiweg 2. (Haynes), 2. Farielli. Tot.: 15:10. 4 Lg.
6. Amazonen=Preis. Jagdrennen. Ehrenpreis und 6000 Mark.
5000 Meter: 1. v Bachmayers u. Zimmermanns Phyllis (Lt. v. Götz),
2. Pimoulouche, 3. Brandmeiſter. Ferner: Nordſee, Herzog, Elfchen.
Tot.: 29, Pl. 15, 19:10. 2—4 Lg.
7. Priorter=Jagdrennen. 3700 Mark, 3000 Meter: 1. Frau E.
Kornblums Arber (Randow), 2. Gilde, 3. Paliſander. Ferner:
San=
ſonci, Filigran, Wellgunde, Königskron=, Cascara, Raps. Tot.: 102,
Pl. 21, 23, 14:10. F/.—2½ Lg.
Die ſiegreiche Mannſchaft des Darmſtädter S. C. Jung=Deutſchland
Ein Moment aus dem Spiel.
Turnen.
Herbſtwaldläufe des 21. Gaues (Odenwald) D. T.
Von prächtigem Herbſtwetter begünſtigt, fand am Sonntag die
Schmuck=Gedächtniswanderung des Odenwaldgaues nach dem
ſagenum=
wobenen Rodenſtein ſtatt. Dicht weſtlich der Ruine wickelten ſich
nach=
mittags auf vorzüglich geeigneten Waldwegen die Herbſtwaldläufe des
Gaues ab, die folgendes Ergebnis hatten:
A=Klaſſe: Turner, 6000 Meter: 1. Kiehl=Hetzbach; 2. Schwöbel=
Beer=
felden; 3. H. Rebſcher=Kirchbrombach; 4. Scholl=Fränkiſch=Crumbach. —
Jugendturner, Jahrgänge 1910 und 1911, 2000 Meter: 1. Zorbach=
Kirch=
brombach; 2. Vierheller=Großbieberau; 3. Hotz=Kirchbrombach; Keil=
Frän=
kiſch=Crumbach; Katzenberger=Reinheim und Schwarze=Beerfelden; 4.
Kraft=Kirchbrombach. 1. Mannſchaftsſieg: Tv. Kirchbrombach.
Jugend=
turner, Jahrgänge 1912 und 1913, 2000 Meter: 1. Scholl=Fränkiſch=
Crum=
bach; 2. Meißner=Michelſtadt; 3. Fr. Arzt=Michelſtadt; 4. A. Ihrig=
Unter=Moſſau; 5. Neff=Unter=Moſſau; 6. Sattler=Unter=Moſſau und 7.
H. Dieter=Erbach. 1. Mannſchaftsſieg: Tv. Unter=Moſſau.
Turnerin=
nen, offen, 1000 Meter: 1. Lotte Reddmann=Reinheim; 2. Marie Frieß=
Erbach; 3. Gretchen Zörgiebel=Frankiſch=Crumbach.
Hollands Leichtathletik=Meiſter.
Die in Enſchede ausgetragenen holländiſchen Leichtathletik=
Meiſter=
ſchaften brachten faſt ausnahmslos nur recht mäßige Ergebniſſe. Ueber
dem Durchſchnitt ſtanden eigentlich nur zwei Leiſtungen: der Weitſprung
von Fräulein Breijer=Leyden mit 5,325 Meter und der Hammerwurf
von Kammerbeek=Amſterdam mit 45,76 Meter.
Georg Lammers=Oldenburg, der Dritte aus dem Olympiſchen 100
Meter=Lauf, lief bei einem Turnerſportfeſt in Wald die 100 Meter in
10,4 Sek.
Wetterbericht.
Gießen, 4. September.
Durch den weiteren Einfluß des kontinentalen Hochdruckgebietes
werden die Randſtörungen des Islandtiefs unſere Wetterlage kaum
be=
rühren. Sie dürften nur im nördlichen Deutſchland und im
Küſten=
gebiet zu Bewölkung und vereinzelten Niederſchlägen führen.
Vorherfage für Mittwoch, den 5. September: Noch meiſt heiteres
und trockenes Wetter, nachts kühl und tagsüber weitere Erwärmung.
Ausſichten für Donnerstag, den 6. September: Teils heiter, teils
wolkig, weitere Erwärmung, aufkommende Nieberſchlagsneigung.
Ort:
Wetter:
Temp.
in Ge
Wind:
Gießen:
Aachen:
Hamburg:
Berlin:
München:
Königsberg:
Breslau:
Witter
Feldberg:
Taunus
Waſſerkuppe
Feldberg:
(Schwarzw.)
Zugſpitze:
Kahler Aſten:
Fichtelberg:
Nieder=
Schnee=
ſchlag decke
in mm in cm
— 8 —
heiter
8 wolkig 3
NO.
SW.
WSW.
SSW.,
Windſtill
SW.
Windſtill
gef.
Windſtill
SSW.
ONO,
Alpen, hat ſich gegenüber dem Vorjahre wiederum um 14 v. 6
ſteigert. Man zählte bis zum 18 Auguſt rund 76 300 Kurgäſte gee=
65 500 am gleichen Tage des Vorjahres. Die monatelang anhaltem
ſchönen Hochſommertage dieſes Jahres haben auch den Verkehrsmitz
des Berchtesgadener Landes vielfach Rekordziffern gebracht; mit
Königsſeeſchiffahrt z. B. wurden an einem Tage im Juli 5000 Verfon
befördert. An einem der letzten Julitage ſind durch das Poſts,
Berchtesgaden nicht weniger als 12000 Anſichtskarten vom Königsſees;
fördert worden. Denn nur ein kleiner Teil aller Beſucher des gön
ſees benutzt die Motor= oder Ruderboote der Schiffahrt, da deren 9'
beſchränkt bleibt, um den Charakter des Sees als
Naturſchutzgebiet=
wahren. Die Hochfrequenz des heurigen Sommers hat aber auch erm
unter Beweis geſtellt, wie dringend notwendig die Erweiterung
Berchtesgadener Bahnhofs geworden iſt, der dem rieſigen Fremdenſt *u
in keiner Weiſe mehr gewachſen iſt. Schon ſeit langem ſind die
Berck=
gadener Bahnhofsverhältniſſe Gegenſtand ernſteſter Sorge der Ress
bahndirektion München und es iſt dem ſchönen Lande und den ess
ſuchenden Fremden, die man einſchließlich der Tagesbeſucher in die
Jahre auf 300 000 ſchätzen darf, nur zu wünſchen, daß nunmehr guchk
Reichsbahnhauptverwaltung den Bedürfniſſen dieſes wichtigſten Fr.
denverkehrszentrums Oberbayern durch Erweiterung der Bahns;
anlagen Rechnung trägt.
*31. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotteri
23. Tag, 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fiee,
2 Gewinne zu je 50 000 Mark auf Nr. 73 019; 4 Gewinne zu je 10//
Mark auf Nr. 187 523 225 046; 6 Gewinne zu je 5000 Mark auf
119 302 341 235 354 842; 2 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 4679
14 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr. 96 145 129 414 193 546 2-7
300 056 350 894 354 754; 22 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr. 338 258
32 985 78 213 78 590 94 766 R 962 98 673 112 978 235 190 370 586; femm
68 Gewinne zu je 500 Mark und 184 Gewinge zu je 300 Mark. —
der Nachmittags=Ziehung fielen: 4 Gewinne zu je 5000 ga9
auf Nr. 58 067 99 219; 4 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 534
88 343; 14 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr. 53 823 83 497 97 857 9a9
144 383 304 240 358 245; 18 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr 530
76 652 100 287 100 287 115 133 181 706 188 292 233 068 265 709 3320A
ferner 96 Gewinne zu je 500 Mark und 220 Gewinne zu je 300 Marn.
noch zu beſtit
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000, 2 Gennn
zu je 300 000 Mark, 2 Gewinne zu je 100 000 Mark. 2
Gewinne=
mehr zu über
50 000 Mark, 4 Gewinne zu je 25 000 Mark, 18 Gewinne zu je 1Mc
Mark, 28 Gewinne zu je 5000 Mark, 104 Gewinne zu je 3000 My
Reichsban
170 Gewinne zu je 2000 Mark, 376 Gewinne zu je 1000 Mark, 9220
winne zu je 500 Mark und 2586 Gewinne zu je 300 Mark.
dem Auswei
M
Rundfunk=Programme.
nbardbe
eich=
Frankfurt.
mit 9
Mittwoch, 5. Sept. 12.15: Franzöſiſcher Vortrag. O 15.0ſt
Rektor Wehrhan: Meiſterlied. — Geſellenfreud und andere Geſchichan
aus der Zunftzeit. O 15.40: Bücherſtunde. O 16.35: Konzert
Funkorch.: Neue Tanzmuſik. O 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteil In
gen. O 18.30: Pfarrer Taesler: Der Sufismus, Babismus m)
Bakaismus. O 19: Stenographiſcher Fortbildungskurſus. O 19.:,
Frankfurter Opernhaus: Samſon und Dalila. Große Oper in De
Akten. Text von Ferd. Lemaire. Muſik von Camille Saint=Saesz
Perſ.: Magda Spiegel; Samſon: J. Gläſer; Oberprieſter
Dagon: J. Stern; Abilemech, Satrap von Gaza: E. Weill;
alter Hebräer: H. Erl; Kriegsbote der Philiſter ; Philiſter, Muſiiu
Leitung: Kapellm. Nettſtraeter.
Stuttgart.
Mittwoch, 5. Sept. 12.30: Schallplatten. O 15: Kinderſtur
Tante Gretle, Onkel Ott, Funkorcheſter. O 16: Briefmarkenkunde 1
die Jugend. O 16.15: Funkorcheſter. Einlagen: Herm. Conzelma
O 18: Landwirtſchaftsnachrichten. O 18.15: E. Franzſeph: Aus
Geſchichte des Tabaks in Württemberg. O 18.4b: Th. Pfizer: 2ie
heutige Werkſtudent. O 19.15: Engliſcher Sprachunterricht. o
Till Lauſebums. Ein romantiſches Luſtſpiel in drei Aufzügen p
Walter von Molo. Perſ.: Till Lauſebums; der Bürgermeiſt:
Lilli, deſſen Tochter; der Steueramtsdirektor: Georg, deſſen San
der Küſter; der Pfarrer; der Doktor; der Photograph; die Er 1.
Oberlehrer; der Generalſekretär; deſſen junge Frau; der Kaufmaun
ein Schutzmann; zwei Feuerwehrleute; der Ochſenwirt; ein Va/; r der
bund. Funkorch. O Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Mittwoch, 5. September. 16: Anna Kappſtein: Briefkuklu/
O 16.30: Studiendirettor E. Niepel: Der Blinde und ſeine A
O 17: Haus der Funkinduſtrie: Unterhaltungsmuſik. Oscheſter
Kermbach. O 19: Oberapothefer G. Scheider: Gedanken und
trachtungen bei einem Gange durch die Apotheke vergangener Jo0// Xnun Asbach u.
hunderte. O 19.30: Dr. Th. Tichauer: Der Rechtsanwalt und H7 1hüuesheim und
Partei. (Der Verkehr des Anwalts mit ſeiner Partei.) 0 20: S5u ABeiterführung
der Funkinduſtrie. Opern=Abend. Mitw.: Lilly Hafgren=Dinmmlt / wurde die
(Sopran), Trude Conrad (Alt), Rob. Hutt (Tenor), C. Brons=”
(Bariton). Berliner Funkchor und =Orcheſter. Wagner: Ouver!
und Hallenarie, aus „Tannhäuſer” — Marſchner: Ouvertüre 7.
Arie „An jenem Tag”, aus „Hans Heiling” — Mascagni: Ime
mezzo und Trinklied aus „Cavalleria ruſticana”. — Wagner: 2o
ſpiei und Brautchor aus „Lohengrin”; Ritt der Walküren 7
„Die Walküre‟. — Bizet: Torerolied aus „Carmen” — Vad
Kerkerſzene aus „Der Troubadour” — Verdi: Als Tänzeri e
ſchienſt du mir, aus „Rigoletto” — Gounod: Walzer aus „Dn
garethe‟ — Meyerbeer: Marſch aus „Der Prophet‟ o An
Tagesnachrichten. O 22.30: Nacht=Muſik. Dr. Becce’s Symphor,
Iſi Karma=Baldſzun (Sopran), H. Steiner (Flügel).
Deutſche Welle. Mittwoch, 5. September. 10.15: Berlin: 70
richten. O 12: Prof. Dr. Adam und Rektor Lorentz: Sport n
Geſundheit. O 12.30: Mitt. des Reichsſtädtebundes. O 12.40: Ri.
des Verb. der Preuß. Landgemeinden. o 14.15: Kinderthene
Brüderchen und Schweſterchen. Von O. Wollmann. O 15: Studie-
Dr. Georges: Kulturfragen. o 15.35: Wetter und Börſe. O
Aus dem Preußiſchen Kultusminiſterium. o 16.30: Dr. Niko
Feinberg: Leo Tolſtoi zum 100. Geburtstag: „Der Lehrer” o
Hamburg: Volksfeſt=Muſik. o 18: Fr. Nolte: Die Bedeutung
Hotelgewerbes. O 18.30: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene. o 187
Min.=Rat Dr. Flatow: Techn. Lehrgang: Arbeitsrecht. o 192
Major a. D. Schmidt: Unſere Reichswehr. Ihre Aufgaben und 1
Gliederung. O 20: Berlin: Haus der Funkinduſtrie: Opernab=:
Dirig.: Seidler=Winkler. Mitw.: Lilly Hafgren=Dinkeler (Sopn:
Trude Conrad (Alt), Robert Hutt (Tenor), C. Bronsgeeſt (Baritk;
Berliner Funkorcheſter und =chor. O Anſchl.: Preſſenachrick
O 22.30: Nachtmuſik. Mitw.: Iſi Karma=Baldzun (Sopran) und
Becces Sinfoniker.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleten, Ne?
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhr‟
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Ber!
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willv Kuhle
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich / übernemire
oder Kür
ſußion der Asbach
N. Die Asbach u.
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m. Die Asb
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Mitiwoch, den 5. September
ationaliſierung im Pankgewerbe.
Der Poſikartenſcheck wird abgeſchafft.
Der 2. Vollſitzung des Fachausſchuſſes für Bankweſen beim A. W. V.,
z Die bereits in der Abendausgabe vom 29. Auguſt 1928 berichtet
d., lag u. a. ein vom Centralverband des Deutſchen Bank= und
gkeergewerbes und vom Deutſchen Sparkaſſen= und Giroverbano
ge=
miſcm geſtellter Antrag vor, im Intereſſe einer verbeſſerten
tech=
verr Abwicklung des Scheckverkehrs die Beſeitigung des
Poſtkarten=
ik zu beſchließen. Wie in dem Antrag ausgeführt wurde,
durch=
tz: der Poſtkartenſcheck die Beſtrebungen zur Einführung des Ein=
=Shecks und birgt bei der üblichen offenen Verſendung große
Ge=
ſter des Mißbrauchs und der Verfälſchung, welche auch dadurch nicht
gt werden, daß die Poſtkartenſchecks teilweiſe als Orderſchecks
nirtellt werden.
Die Beratung des Antrags ergab Einſtimmigkeit für die Abſchaf=
Des Poſtkartenſchecks. Es wurde folgender Beſchluß gefaßt: „Der
ſe 1sſchuß für Bankweſen beim A.W.V., in dem die Reichsbank, die
zuriſche Staatsbank, die Bayeriſche Staatsbank, die öffentlich=
recht=
ſtin, Banken, die Reichs=Kredit=Geſellſchaft A.=G., die Deutſche
Ver=
ſis Kredit=Bank A.=G., die Preußiſche Zentralgenoſſenſchaftskaſſe, die
ſhrpoſt, der Centralverband des Deutſchen Bank= und
Bankiergewer=
der Deutſche Sparkaſſen= und Giroverband und die
Genoſſenſchafts=
närnde vertreten ſind, hält die Poſtkarten=Schecks für den Verkehr für
ſhrus ungeeignet und wird ſich für deren alsbaldige Beſeitigung
rirücklich einſetzen.
Die im Fachausſchuß vertretenen Verbände der öffentlich=
recht=
en Banken, des privaten Bankgewerbes, der Sparkaſſen und
Giro=
gralen und der Genoſſenſchaften verpflichten ſich, dahin zu wirken,
re Mitglieder unverzüglich jede Propaganda für den
Poſtkarten=
ſck einſtellen. Die beteiligten Bankkreiſe nehmen in Ausſicht, von
an, noch zu beſtimmenden Zeitpunkt ab für Poſtkartenſchecks kein
JaTo mehr zu übernehmen.”
Reichsbankausweis vom 31. Auguſi.
TTach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Auguſt hat ſich die
ge=
ſtt., Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards und
Ehen um 737,8 Mill. auf 2831,1 Mill. RM. erhöht. Der Beſtand an
ühreln und Schecks für ſich allein ſtieg um 631,6 Mill. auf 2603,3 Mill.
N., der Lombardbeſtand um 101,7 Mill. auf 128,8 Mill. RM., der
ſtemd an Reichsſchatzwechſeln auf 4,5 Mill. RM. Die Anlage in
ei en blieb mit 93,8 Mill. RM. weiterhin unverändert.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 755,2
A1. RM. neu in den Verkehr abgefloſſen; im einzelnen hat ſich der
Alemuf an Reichsbanknoten um 703,4 Mill. RM. auf 4673,0 Mill. RM.
der an Rentenbankſcheinen um 51,8 Mill. RM. auf 570,1 Mill. RM.
göltt. Demzufolge hat ſich der Beſtand der Reichsbank an
Renten=
nk heinen auf 8,6 Mill. RM. vermindert. Die fremden Gelder
ſex eine Abnahme um 67,4 Mill. auf 564,6 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen zuſammen ſind
2443,0 Mill. RM., im einzelnen die Goldbeſtände mit 2248,1 Mill.
Re., die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen mit 194,9 Mill. RM.
ag wieſen. Die Deckung der Noten durch Gold allein betrug 48,1
hzent gegen 56,5 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und
dungsfähige Deviſen 52,3 Prozent gegen 61,8 Prozent in der Vor=
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Millionen Schuldverſchreibungen der Kommunalen Landesbank
Amſtadt. Das heſſiſche Geſamtminiſterium hat der Kommunalen
Ftesbank in Darmſtadt die Genehmigung zur Ausgabe von 8
pro=
i en Inhaberſchuldverſchreibungen erteilt. Die
Schuldverſchreibun=
ienen zur Beſchaffung von Mitteln für kommunale Bedürfniſſe.
Alnleihe wird ab 1. April 1929 mit jährlich 1 Prozent unter
Berüch=
ſtücrung der erſparken Zinſen mit gleichbleibenden Jahresleiſtungen
alt. Die Bank kann die Anleihe ab 1. Juli 1933 mit vierteljähr=
Et. Küindigung ganz oder teilweiſe auf den nächſtfolgenden Zinstermin
11 und 1. 7.) kündigen. Die Einlöſung erfolgt im Falle der
Aus=
ſirg oder Kündigung zum Nennwert. Die Befriedigung der
In=
tar der Schuldverſchreibungen wird vom Staate nicht gewährleiſtet.
Fuſion der Asbach u. Co., Rüdesheim, und der Macholl A. G., Mün=
. Die Asbach u. Co. G. m. b. H., Rüdesheim, wird die
Weinbren=
tei vormals Gebrüder Macholl A.G., München, von welcher ſie bereits
1D16 die Majorität beſitzt, nunmehr auf dem Fuſionswege ganz
über=
zmen. Die Asbach u. Co., Rüdesheim, wird ihr Unternehmen in die
fen— einer Aktiengeſellſchaft mit 5,8 Mill. NM. Kapital umwandeln
dldas Geſchäftsvermögen der Macholl A.G., München, als Ganzes
e Ausſchluß der Liquidation in ſich aufnehmen. Sitz und Leitung
neuen Asbach u. Co. A G. wird nach Wiesbaden verlegt, und
üdesheim und München werden Zweigniederlaſſungen errichtet.
r Weiterführung der Veziehungen der Macholl A. G. zu ihrer
Kund=
aft wurde die Firma Weinbrennerei, vorm. Gebr. Macholl G. m. b. H.,
linchen, bereits gegründet. Zu betonen iſt, daß auch die neue
Aktien=
ſell ſchaft Asbach u. Co. eine Familiengründung bleibt und eine
Bör=
emführung der Ak=ien nicht in Frage kommt.
Die Gründung der Berliner Verkehrs=A. G. beſchloſſen. Die
Depu=
ſiuni für das Verkehrsweſen der Stadt Berlin hat die Gründung einer
brlehrs=A. G. mit einem Kapital von 400 Mill. RM. beſchloſſen.
urch die Zuſammenfaſſung der brei Verkehrsgeſellſhaften, Verliner
refßenbahn=Betriebs=G. m. b. H., der Hoch= und
Untergrundbahn=
ſülſchaft und der Allgemeinen Berliner Omnibus=A.G., wird eine
rie Unterlage für die ſicherlich zu erwartenden Kreditbedürfniſſe des
eräner Verkehrs geſchaffen. Die drei Verkehrsgeſellſchaften treten in
mfidation. Die privaten Aktionäre der Hoch= und Untergrundbahn
dider Aboag ſollen durch ſtädtiſche Obligationen abgefunden werden.
e Moſren der Umgeſtaltung werden insgeſamt auf 2,3 Mill. RM.
ver=
ſſhlagt. Die Steuererleichterungen dürften ſich dagegen, auf das
ihr gerechnet, allein auf 5 Mill. RM. belaufen.
Der Häute=, Felle= und Ledergroßhandel im Auguſt. Im Auguſt
uhnefen die deutſchen Häuteauktionen wieder etwas ſchwächer;
di=
riſſe gingen etwa 5 Prozent zurlick. Das Wildhäutegeſchäft war ruhig,
m: irgendwelche Preisveränderung. Die Lebhaſtigkeit im
Leder=
ſchäft hat wieder nachgelaſſen, da die lederverarbeitenden Induſtrien
iſher noch ungenügend beſ häftigt ſind und wit den Beſtellungen
ſrackhalten. Die Preiſe der Gerbſtoffe ſind unverändert.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 4. September ſtellten ſich für je
Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
urerdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz)
M RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metall=
an envorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für
ornpte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhütten=
Aminium, 98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190
A-,, desgl. in Walz= oder Drahtbarren, 99proz. 194 RM.; Reinnickel,
Elbis 99proz. 350 RM.; Antimon Regulus 83—84; Feinſilber (1 Kg.
7in0 79—80,50 RM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
September ſtellten ſich für Kupfer; Januar bis April 126,00
2,50), Mai 126,25 (126,25), Juni 126,25 (126,50), Juli 126,25 (126,25),
ruſt 126,25 (126,50), September 125,75 (126,75), Oktober bis Dezember
Zu0 (126,50), Tendenz: befeſtigt. — Für Blei: Januar bis Auguſt
400 (44,25), September 44,00 (44,50), Oktober bis Dezember 44,00
425) Tendenz: ſtetig.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 4. September. Der Frankfurter
Sduktenmarkt verkehrte in ſtiller Haltung. Da keine Anregungen
tagen, übten die Händler weiter große Zurückhaltung und das Ge=
Aft bewegte ſich ſomit im engſten Rahmen. Die Grundſtimmung tann
Ech als freundlich bezeichnet werden, da das Angebot in Inlands=
Dre erheblich nachgelaſſen hat. Preisveränderungen traten kaum ein,
N Seizen geringerer Sorte war etwas ſtärker angeboten und eine
lrinigkeit ſchwächer. Am Futtermittelmarkt war Roggenkleie ver=
Nachläſigt bei rückläufiger Preisbewegung. Es notierten: Weizen
DFe— 23, 75, Roggen 22.75, Sommergerſte 25.50—26, Hafer 21.75—22,
Scms für Futterzwecke 20,75—21, Weizenmehl 33.50—33, 75, Roggen=
Deur 31.50—32, Weizenkleie 13.30—13,40 und Roggenkleie 1425.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 4. September.
Stimmung uneinheitlich. Die Börſe blieb in ihrer Grundſtimmung
zwar feſt, doch bonnte ſich kaum ein lebhaftes Geſchäft entwickeln.
Vor=
börslich beſtand großes Intereſſe für Siemens u. Halske auf das
Vor=
liegen einer großen Auftragsorder. A.E.G. gleichfalls bei lebhaften
Umſätzen feſt. Die übrigen Märkte blieben ohne Sonderbewegung. Auch
die günſtigen Wirtſchaftsmeldungen und Marktlageberichte blieben
ein=
druckslos. Man verweiſt andererſeits auf die ſtarke Anſpannung des
Reichsbankausweiſes und auf die verlangſamte Erleichterung am
Geld=
markte. Das Publikum iſt nur mit kleinſten Aufträgen an der Börſe
vertreten. Während Siemens 2½, Schuckert 1, A. E.G. 1½ Prozent
gewannen, lagen Gesfürel kaum verändert, Felten 1 Prozent und
Chade 4 RM. niedriger. Die Farbenaktie ſetzte 88 Prozent ſchwvächer
ein. Montanwerte bröckelten gleichfalls ½—½ Prozent ab. Kaliaktien
ohne weſentliche Veränderung. S hiffahrtswerte trotz günſtigen
Nach=
richten rückläufig, Hapag 1½, Nordd. Lloyd 78 Prozent ſchwvächer.
Reichsbankanteile zwar lebhaft, doch kaum verändert. Am Rentenmarkt
waren Anatolier auf die unſicheren Aufwertungsausſichten nur knapp
gehalten und bis 18½ Prozent abgeſchwächt. Auch die übrigen Renten
eher etwas leichter. Schröderrumänen 33½ Prozent, Goldrunänen
24½, zweite Anatolier 20½, dvitte Anatolier 19½, Goldruſſen 3,3,
O2er Ruſſen 3,85. Der Börſenverlauf blieb ruhig und unterlag
leich=
ten Schwankungen, brachte aber keine nennenZwerten Veränderungen.
Geld etwas leichter, 7½ Prozent, Monatsgeld 7½—8½ Prozent. Im
Warenwechſel beſteh: noch keine Erleichterung. Der Satz bleibt 7½
Prozent, Privatdiskont 628 Prozent. Der Deviſenmarkt liegt wieder
ruhig und ohne Veränderung.
An der Abendböuſe waren verſchiedeme Spezialitäten ſtärker
be=
achtet, ſo Neichtsbankanteile auf das Vorliegen von Auslandsaufträgen.
Auch Handelsgeſellſchaft waren geſucht, da die Börſe trotz der
Verwal=
tungsdementis mit der bereits erfolgten Ankündigung der
Freigabe=
zahlung rechnet. Daneben wurden Farben ſtark bevorzugt. Siemens
trotz der erfolgten Wiederbeteiligung an der Londoner Siemens=
Geſell=
ſchaft etwas b=feſtigt. Ausländiſche Renten waren etwas vernachläſſigt.
Im weiteren Verlaufe zogen Farben bei anhaltend größeren Umſätzen
bis 270 an. Auch Siemens und A.E.G. etwas befeſtigt. Die
Nach=
börſe war gut behauptet.
Berlin, 4. September.
Im Gegenſatz zum vorbörslichen Verkehr, der eine eher ſchwächere
Tendenz zeigte, eröffnete die Börſe in gut behaupteter Haltung. Der
Reichsbankausweis, der zunächſt infolge der ſtarken Anſpannung in
ge=
wiſſem Grade verſtinmte, wurde ruhiger beurteilt, da man ſchon in
den nächſten Tagen wit einer Erleichterung des hieſigen Geldmarktes
rechnet und auch im Hinblick der weiteren Entwickelung des
internatio=
nalen Geldmarktes günſtig geſtimt iſt. Eine weitere Stütze der
Ten=
denz war die Meldung von einer Erhöhung der belgiſchen Eiſenpreiſe
und der günſtige Produktionsbericht des Stahlwerksverbandes für den
vergangenen Monat. Einen kräftigen Impuls gab die Nachricht, daß
die Siemenswerke im Auslande aus eigenen Mitteln größere Werke
erworben hätten und damit der erſte Schritt zur Annäherung der
inter=
nationalen Elektroinduſtrie gekan ſei. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe
wurde das Geſchäft, abgeſehen vom Elektromarkt und Reichsbankaktien,
in denen die rege Umſatztätigkeit anhielt, allgemein ruhiger, doch hielt
die feſte Tendenz an. Gegen Schluß des offiziellen Verkehrs trat,
aus=
gehend vom Elektro= und Farbenmarkt, wo die Umſatztätigkeit an
Leb=
haftigkeit noch zugenommen hatte, allgemein wieder eine Befeſtigung
ein. Rege gefragt waren in erſter Linie A.E.G. und Siemens, ſowie
Farbeninduſtrie auf anhaltende Intereſſennahme von ſchweizeriſcher
Seite. Auch Bankakdien wurden mehr beachtet.
3. 9.
3. 9.
4. 9.
Viehmärkte.
A. E. G........
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt ........."
Bergmann. . . . . .
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ..
Braunkohl.= Briketts
Bremer Wolle.
Danatbank. . . . .
Deutſche Bank..
Diskontogeſ.
Dresdner Bank..
Deutſche Maſchinen.
Deutſche Erdöl ....
Deutſche Petroleum.
Tynamit Nobel..
Elektr. Lieferung .
J. G. Farben. ..
Gelſenk. Berg. ...
G. f. elektr. Untern. . .
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch. .
Hapag ..
Harpner. .... . ..."
Hemoor Zement. . . .
Kelſingfors
Wien ......
Prag .......
Budapeſt ... .
Sofia .......
Kollond .....
Lslo ........
Kopenhagen
Stockholm ...
London .. ..."
Buenos Aires
Neu=York ..
Belgien ...
Sachſenwerke ... . . 108.375 185.— 184 75 122.— 11 268. — 268.— Siemens Glas .... 147.— 1285 128.75 Ver. Glanzſtoff..... 598.5 s 272.5 273.— Ver. Stahlwerke. . . 97.— Volkſtedter Porzellan
Wanderer Werke. . 66.6 198.5 198.25 137.875 165.— 163.25 Wiſſner Metall. 162.— 156.75 154.75 1 Wittener Gußſtahl .. 1 58.— 257.— 261.—
139.75
78 —
138.—
272.—
459.5
280.25
35
66.5
57.—
Oeviſenmarkt.
3. 9. 4.. 9. Geld Brief Geld Brief 1o.55 1o.571 10.5521 0.572 159.067 59.187 59.07 59.19 12.421 12.441 12.424 1 73.07 73.21 73.07 73 21 3.032/ 3.036 3.027 3.033 168.03 168.3 168.02 168.36 111.81 112.03 I.silt 112.03 Iunsn 12.091 111.86 112.08 1r2.7tta 39 112.17 12.39 20.336 20.378 20.341 1.7641 1.769 1.764 14.1910 4.1980 a. 1920 158.27 58.39 58.27 Italien
Paris.
2.444 /Schweiz
Spanien.
Danzig ......."
Japan. . . .. . . .
Rio de Janeiro".
Jugoflavien...
Portugal ....."
2/20.382 ſAthen .........
1.768 Konſtantinopel
2000 Kanada. . . ..
58.39 Hürugugy.. .
Mainzer Viebhof=Marktbericht vom 4. September. Der heutige
Viehmarkt brachte eine geringere Zufuhr wie auf dem Vormarkt. Das
Geſchäft war auf dem Großvieh= und Kälbermarkt ſehr rege. — Der
Großviehmarkt war um 142 Stück weniger beſchickt. Bei unveränderten
Preiſen wurde der Markt geräumt. — Auf dem Kälbermarkt wurden
64 Stück weniger angetrieben. Die Preiſe erhöhten ſich um 2 Mk. Der
Markt wurde ſchnell geräumt. — Der Schweinemarkt brachte 9 Stück
weniger wie in der Vorwoche. Der Verkauf entwickelte ſich ſehr
lang=
ſam, und war das Geſchäft äußerſt ſchlecht. Die Preiſe gaben 2 Mk.
nach und verblieb ein großer Ueberſtand. Angetrieben waren 30 Ochſen,
7 Bullen, 557 Kühe und Färſen, 275 Kälber und 1289 Schweine. Im
einzelnen wurden pro 100 Pfund Lebendgewicht folgende Preiſe erzielt:
Ochſen 46—52, 38—40, Bullen 30—40, Kühe 42—46, 36—42, 30—36,
20—28 Färſen 48—60, Kälber 64—72, 52—60, Schweine 74—78, 77 bis
79 und 78—80 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chieago, 4. Sept. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt verlief in durchweg ſchwacher Haltung auf die
Exportofferten, größere Zunahme der ſichtbaren Vorräte und beſſere
Wetterberichte. Ebenſo verſtimmten die privaten Schätzungen einer
vorausſichtlichen Frühjahrsweizenernte von 316 Mill. Buſhels und einer
Winterweizenernte von 587 Mill. Buſhels.
Mais: Auch Mais nahm einen überwiegend ſchwachen Verlauf.
Beſonders gedrückt war die Septemberſicht auf erhebliche Liquidationen,
Neben der günſtigen Wetterlage verſtimmte die private Schätzung der
Ernte mit 3067 Mill. Buſhels, die zudem in den Zentralſtaaten noch
10 Tage früher wie im Vorjahre beendet ſein wird.
Roggen: Die Preiſe gingen cuch hier zurück auf erhöhte
Ernte=
ſchätzung, günſtige Wetterberichte und Abgaben iſtlicher Firmen.
Hafer ſchloß ſich der Schwäche der vorgenannten Märkte
eben=
falls an.
* New=York, 4. Sept. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Regenfälle und feſtere ausländiſche Kabel ließen die
Preiſe anfangs anziehen, geſtützt durch die Käufe der Kommiſſionäre.
Im weiteren Verlaufe gingen die Preisgewinne wieder verloren auf
Abgaben ſüdlicher Kreiſe. Dagegen nahm der Handel Käufe vor.
Kaffee: Anfangs ſchritt die Spekulation zu Deckungskäufen und die
Kommiſſionäre ſchritten, auch für europäiſche Rechnung, zu Käufen.
Später kam es zu einem Preisrückgang, da die braſilianiſchen Berichte
verſtimmten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 4. Sept.:
Getreide. Weizen: Sept. 110, Dez. 115, März 119½: Mais:
Sept. 92½, Dez. 75½, März 76½; Hafer: Sept. 38½, Dez. 40½,
März 43: Roggen: Sept. 95½, Dez. 95¾, März 9734.
Schmalz: Sept. 12,45, Okt.. 12,65, Dez. 12,82½, Jan. 29: 13,10.
Fleiſch. Rippen: Sept. 14,25, Dez. 13,67½; Speck, loko 14,62½;
leichte Schweine 11,50—13,25: ſchwere Schweine 11,70—12,75;
Schweinezufuhren: Chicago 27 000, im Weſten 70 000.
Baumpolle: Oktober 18,30.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 4. Sept.3
Getreide. Weizen: Rovwinter 153, Hartwinter 125½ Mais,
neu angek. Ernte 87½: Mehl, ſpr. wheat clears 5,75—6,15. Fracht:
nach England 1,3—2 Schilling, nach dem Kontinent 10—13 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,20; Talg, extra, loſe 828.
Kakav: Tendenz: ſtramm; Umſatz in Lots: 144; Loko: 11½;
September 11,00, Oktober 11,18, November 11,30, Dezember 11,52,
Januar und Februar 29: 11,53, März 29: 11,57, April 29: 11,65,
Mai 29: 11,75.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In Frankfurt wurde die Jahrestagung des Verbandes deutſcher
Schuhwarengroßinduſtrieller abgehalten. Ueber die Rationaliſierung
des Großhandels ſprachen Dr. Engel vom Verband der Deutſchen
Groß= und Ueberſeehandelskammern und Kommerzienrat
Braunſchwei=
ger=Würzburg. Die nächſte Tagung findet in Würzburg ſtatt.
Die Seidenwarengroßfirma Gebr. Paſſavant in Frankfurt a. M.
ſucht ſich, nach der „Deutſchen Konfektion”, im Wege des Moratoriums
mit ihren Gläubigern zu einigen. Die Aktiven werden liquidiert und
der Erlös, zu dem die Familie Paſſavant nötigenfalls Zuſchüſſe leiſten
will, wird an die Gläubiger, denen kein Verluſt entſtehen dürfte,
ver=
teilt. Man hofft, noch dieſen Monat eine erſte Rate von 20 Prozent
zahlen zu können.
Die Verlagsanſtalt und Buchdruckerei Dr. Kirſch, Aſchaffenburg, in
deren Verlag „Der Beobachter vom Main” (Zentrumsblatt) erſcheint,
wurde in eine Aktiengeſellſchaft mit 50 000 RM. Kapital umgewandelt.
Die Geſellſchaft bleibt Familiengründung.
Die Kammgarnſpinnerei Kaiſerslautern, die zum Intereſſenkreis
der Norddeutſchen Wollkämmerei und Kammgarnſpinnerei gehört,
be=
ruft auf den 19. ds. Mts. eine außerordentliche Generalverſammlung
ein, der die Umwandlung der auf 120 RM. lautenden Stammaktien in
durch 100 teilbare Beträge und gleichzeitig die Erhöhung des
Aktien=
kapitals um 10 000 RM. zur Aufrundung auf 4 Mill. RM. vorgeſchlagen
wird.
Die Hamburg=Amerika=Linie hat bei der Deutſchen Werft ein
Frachtmotorſchiff vom Typ der Leverkuſen” (ca. 7300
Bruttoregiſter=
tonnen) in Auftrag gegeben. Von der Deutſchen Dampfſchiffahrts=
Geſellſchaft Hanſa in Bremen ſind zwei je 2000 Brutloregiſtertonnen
große Schiffe bei der A.=G. „Weſer” in Bau gegeben worden.
2
onaloant, Kommänengefeefchäfe!
Frankfurter Kursbericht vom 4. September 1928.
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ......
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.:
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
8 % Bad.=Bad. v. 26
6%Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7% Frkf. a. M.v. 26
8½Mainz v. 26.
8 %Mannh. v. 26
82Nürnberg v. 26
8%6 Berl. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp. Bk.
Pfbr.
8% Heſſ. Landesot.
8½ Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
100
6So
8% Mein. Hyp. Bk.
80 Pfälz. Hyp. Bk.
8% Preuß. Ctr.=
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84
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93
88.8
93
88
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97.5
97.5
89
88
83.5
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97.5
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139
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160
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82
145
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265
184.5
*22
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Mittwoch den 5 Geptember 1928
Nummer 247
Die drau zwiſchen dwei Beiten.
23)
Roman von Ludwig von Wohl.
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1927.
„Sehen Sie mal — — ich will ſchon mal annehmen, daß die
Sache, die Sie mir da erzählen — — vom verwechſelten Hotel
und ſo weiter — — buchſtäblich wahr iſt —
Ted Moran wollte auffahren, aber die Hände des Anwalts
hielten ihn feſt.
So unglaublich ſie auch klingt. Ein Scheidungsgrund
bleibt die Sache trotzdem. Und wenn Sie auf den Rat eines
alten Mannes hören wollen, der es gut mit Ihnen meint und
dieſes geſegnete Land kennt — genauer, wie ihm lieb iſt — dann
packen Sie zuſammen, was Sie an Dollars auftreiben können, und
verſchwinden Sie!”
„Was fällt Ihnen ein, Mr. Burroughs — wohin ſoll ich denn
gehen?”
Der Anwalt ſchlug mit der geballten Fauſt auf den Tiſch.
„Nach Feuerland!” ſchrie er zornig. „Zu den Samojeden oder
nach Kuckucksland — aber weg von hier!“
Ted Moran ſchüttelte den Kopf.
„Ich habe hier mein Geſchäft”, fagte er ruhig. „Ich bleibe
hier. Samojeden und Feuerländer kaufen keine Autos, Mr.
Burroughs.”
„Sie verſtehen alſo noch immer nicht?” ſagte er wild. „In
vierzehn Tagen haben wir eine Beſchlagnahme zu erwarten —
vielleicht früher, wenn ſie rausſchnüffeln, daß Fluchtgefahr
vor=
liegt. Sie pfänden Ihnen den Stuhl unter dem Leibe weg —
und Patrick Morgan ſitzt da mit ſeinen vierzehn Millionen=
Akzep=
ten! Ein Flugzeug, Moran, ein Flugzeug! Das iſt das ſchnellſte
und darum das beſte.”
Aber Ted Moran hatte einen harten Schädel.
„Dazu iſt es immer noch Zeit”, meinte er eigenſinnig. „Ich
will ſehen, ob es noch ein Recht gibt im alten Lande. Wenn ich
heute eine runde Summe loseiſe und mich davon mache, heißt es
überall, Ted Moran hat ſich ſchuldig gefühlt und iſt bei Nacht
und Nebel verduftet wie ein Pferdedieb! Paßt mir nicht, Mr.
Burroughs. Iſt es wirklich einmal ſo weit, — Leutnant Haſtings
von den dritten Fliegern draußen im Fort Wayne beſorgt mir
inen Apparat, wenn ich ihn brauche. Vorläufig bleibe ich,
außer=
dem —
„Na?‟
„Außerdem — — iſt da noch etwas —
„Und das iſt?”
Ted Moran zog eine unbehagliche Grimaſſe und drehte die
Daumen umeinander.
„Na?‟
„Sehen Sie mal, Burroughs —
„Na, was denn nun?!“
„Hol” der Teufel!” platzte Moran los. „Ich kann mir nicht
helfen — die kleine Prinzeß tut mir leid — — ich hab’ ihr
ſchließ=
lich die ganze dumme Geſchichte eingebrockt — — und da hat man
doch ein gewiſſes Verantwortungsgefühl —”
„Lieber Teddy, was geht Sie die edle Prinzeſſin an!”
„Sehr viel”, erklärte Ted Moran heftig. „Für meine
Dumme=
jungengeſchichte verliert ſie ihren guten Ruf und — und alles.”
Seneca J. Burroughs ſchwieg und beobachtete.
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„Wenn man wenigſtens wüßte, wo ſie ſteckt”, fuhr Ted Moran
fort. „Sie iſt ſang= und klanglos verſchwunden — und ich
Rauh=
bein hab ihr kaum Good bye geſagt! Dabei hat ſie keinen Cent
mehr — das weiß ich, obwohl ſie’s natürlich nicht ſo direkt
ge=
ſagt hat.”
„Sie wiſſen nicht, wo ſie ſteckt?” fuhr Burroughs auf. „
Neh=
men Sie mir’s nicht übel, lieber Junge, aber das iſt geradezu —
geradezu hahnebüchen. Wenn ſie vor Gericht —”
Der Boy trat ein und legte eine Zeitung auf den breiten,
aktenüberſchwemmten Anwaltsſchreibtiſch.
Er hatte ein pfiffiges Sommerſproſſengeſicht.
Mechaniſch nahm Seneca J. Burroughs die Zeitung vor.
Und dann gab er ſie wortlos an Ted Moran weiter.
Aber ſeine braunen, runzligen Hände zitterten leicht dabei.
Zollhoch: der Automobilfabrikant Ted C. Moran amüſiert
ſich in Aegypten!
Darunter: der große Geſellſchaftsſkandal der Saiſon im
Kommen! Mrs. Moran beantragt Scheidung! Ihr Anwalt
for=
dert vierundſechzig Millionen! Tancred C. Morans Geliebte: die
Prinzeſſin Thraun! Eine Abenteuerin großen Stils?
Ein Artikel mit zwanzig Ueberſchriften.
Ted Moran ließ das Blatt fallen und trat wortlos ans
Fenſter.
„Es iſt nur ein Senſationsblatt”, ſagte Seneca J. Burroughs
und verſuchte, ſeiner Stimme einen tröſtlichen Klang zu geben.
„Hoffentlich ſind die ernſten Zeitungen vernünftiger.”
Aber Ted Moran antwortete nicht.
Die ganze Welt ſtank nach Druckerſchwärze — nach
Drucker=
dreck. Die Atmoſphäre war von dieſen Ausdünſtungen befleckt.
Er hatte gewußt, daß man in der Preſſe gegen ihn zu Felder
ziehen würde. Aber es trug ſich ſchwerer, als man gedacht hatte
Und dabei war es nur der Anfang!
Er preßte die Lippen zuſammen.
Wenn die anderen Zeitungen auch nur halbwegs in dieſem
Höllengeſang einſtimmten, nahm in acht Tagen kein Menſch mehro
einen Wagen von ihm. Die Pennſylvania Motor Co. konnte zun
machen. Oder aber Everett, ſein Kompagnon, erzwang ſeinen
Austritt — rückte von ihm ab. Das war ſogar das Wahrſcheinn
lichere.
Einen Augenblick dachte er flüchtig an Leutnant Haſtings uns
ſeine Flugzeuge.
Aber dann biß er die Zähne aufeinander.
Die arme Prinzeß!
Man mußte ihr helfen.
Man hatte kein Recht, ſie in dem Dreck umkommen zu laſſer=,
der nun über ihm und ſeinem ehrlichen Namen zuſammenſchlun
Ted Moran hatte Waſſer in den Augen.
Die Straße verſchwamm.
Alles war grau.
IK.
„Sie iſt ein Scheuſal”, flüſterte Topſy Abrahams und
rollu=
heftig mit den ſchwarzen Augen.
„Nicht drum kümmern, Miſſes — Scheuſale muß es auu / Ause/e‟
geben —
chen
Giſela lächelte unwillkürlich.
„Du biſt ein gutes Mädel, Topſy.*
Die kleine Negerin kniff ein Auge zu und ſchielte Giſela m
einer unwiderſtehlich komiſchen Grimaſſe an.
„Scheuſale beſonderen Zweck”, erklärte ſie geheimnisvoll.
wiſſen, daß —
„Mach lieber, daß du wegkommſt, ſchwarzes Ferkel”, ſacn
eine ältere Arbeiterin mit derbein, grobknochigem Geſicht. „S5
muß gleich wieder hier ſein!“
Topſy ſah ſich erſchrocken um und lief dann mit einer Ma0g.
voll Belegen leichtfüßig aus dem Saal.
Giſela blickte ihr ſehnſüchtig nach.
Topſy war das Laufmädel.
Sie brachte die Belenzettel, zum Unterſchreiben von An
Gillmoore, dem Prokuriſten, zu Miß Milly Markus und ur
gekehrt. Das war immer die Bewegung, Veränderung.
Und Mr. Gillmoore war zwar reichlich biſſig und ſpuoce
unangenehm beim Sprechen, aber er war nicht Milly Markr3,
und das wog alle Fehler der Welt auf.
Giſela überlegte verwundert.
Was konnte ſie dafür, daß ſie wie common peonle dacr
und fühlte, — daß ſie doch nichts anderes war — wenn ſie fſt
auch für ettras anderes hielt.
(Fortſetzung folgt.)
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamt!
Darmſtadt und den Bekanntmachungen de.
Polizeiamts Darmſtadt.
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Seite 13
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