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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 237
Sonntag, den 26. Auguſt 1928.
191. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
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Konkurs oder gerſchtlicher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Mulig in Poradend ver Mnergeſhnung.
KStreſemanns Pariſer Reiſe.
Die Pariſer Preſſe zur bevorſtehenden Ankunft
Streſemanns.
Berlin, 25. Auguſt.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann reiſt heute, Samstag,
hend nach Paris ab. Die genaue Zeit der Abfahrt wird von
untändiger Stelle nicht bekanntgegeben. Wie ſchon früher
gemel=
ei reiſt Dr. Streſemann nur in kleiner Begleitung, um der nur
m. ihn perſönlich gerichteten Einladung Rechnung zu tragen. Das
Bi folge Streſemanns beſchränkt ſich auf ſeinen Privatſekretär
komſul Bernhard und den vortragenden Rat im Auswärtigen
Amt, v. Riedlhammer, ſowie vermutlich noch einen jüngeren
uraché und ſchließlich auf den behandelnden Arzt Dr. Zondeck.
Arre wir weiter erfahren, hat der Miniſter ſeine urſprüngliche
Ab=
ſatt, nach den Pariſer Unterzeichnungsfeierlichkeiten wieder nach
Barlin zurückzukehren und hier noch eine Weile ſeine
Amtsge=
chääfte zu führen und an den Vorbereitungsarbeiten für Genf
et=zunehmen, wieder aufgegeben. Nach den neueſten Dispoſitionen
d ſich Dr. Streſemann vielmehr von Paris direkt nach Baden=
Bl=den und dort für einige Zeit in das Sanatorium „Bühler
diü he” begeben, wo er ſich bekanntlich kurz nach ſeiner Erkrankung
in ige Monate aufgehalten hat.
Unter dem Titel „Die Reiſe Dr. Streſemanns” ſchreibt der
Iemps” in ſeinem heutigen Leitartikel, dieſer Reiſe komme große
B4 deutung zu. Zum erſten Male ſeit 1871 ſei ein deutſcher
Außen=
nmiſter wieder in einer offiziellen Miſſion nach Paris gekommen.
Dar „Temps” gibt dann endlich zu, daß Begegnungen
toiſchen Briand, Poincaré und Dr. Streſemann
veergeſehen ſind. Es ſei wahrſcheinlich, daß bei dieſer
Slelegenheit über Fragen allgemeiner Politik geſprochen werde. Es
varde ſich aber um rein private Konverſationen handeln und nicht
inx offizielle Unterhandlungen. Beſonders was die
Räu=
nuungsfrage anbelange, könne darüber nicht unterhandelt
varden, ſolange nicht unter den Alliierten darüber vollkommene
Emigkeit herrſche. Es ſei ja begreiflich, daß Streſemann unter
len Druck der deutſchen öffentlichen Meiung auf
Unterhandlun=
ſenn drängen werde; das könne aber nicht ändern, daß die
Räu=
nungsfrage noch mit anderen politiſchen Fragen
tatrennbar verknüpft ſei. Nicht einmal in Genf werde
181 möglich ſein, in der Räumungsfrage zu einer Entſcheidung zu
ſormmen, da ſowohl Chamberlain als Streſemann, d. h. die
Su aatsmänner, die zuſammen mit Briand bisher Träger der
An=
iüherungspolitik waren, nicht anweſend ſein werden. Man möge
ſig darüber nicht der Illuſion hingeben, daß in den nächſten
Awchen irgendetwas Senſationelles in der Frage der Räumung
dis Rheinlandes ſich ereignen könne. Der „Intranſigeant”
ver=
fritt den gleichen ablehnenden Standpunkt und drückt ihn in
einem Punkte noch klarer aus, in dem er ſchreibt, daß die
Räu=
mung nur im Zuſammenhang mit der Frage der
ſiye viſion des Dawesabkommens und der
Kriegs=
ſGhuldenabkommen behandelt werden könne. —
Aenn dieſes Blatt aber von der Reviſion des Dawesabkommens
ſhricht, ſo meint es darunter erfahrungsgemäß die vorzeitige Ab=
(öl ung der Reparationsſchuld.
Die Pariſer Geſpräche.
* Berlin, 25. Aug. (Priv.=Tel.)
Am Sonntag will der Reichsaußenminiſter in Paris
unmit=
tülbar nach der Ankunſt mit Herrn Briand ſprechen und dann
am Montag die Unterhaltung mit Herrn Poincaré weiterführen,
die wohl für die Weiterentwicklung in Europa von
ausſchlag=
gübender Bedeutung ſein kann. Das Reichskabinett hält daran
fſt, daß es unter allen Umſtänden jetzt die Rheinlandräumung
zur Sprache bringen will. Es hat auch durch die deutſchen
Bot=
ſtvafter noch einmal darauf aufmerkſam machen laſſen, von
wel=
cher Bedeutung dieſe Frage für uns iſt. Vorläufig bleibt
aller=
dmgs geplant, daß die eigentliche Unterhaltung in Genf erfolgen
ſoll. Indeſſen wäre es immerhin denkbar, daß ſchon in Paris
das entſcheidende Wort fällt, das eine weitere Unterhaltung
über=
ſtäjſſig macht. Nach Meldungen in franzöſiſchen Zeitungen ſcheint
e, ſo zu ſein, daß Herr Briand nicht ungern die Initiative und
Areiterführung Herrn Poincaré überlaſſen hat, und daß Herr
Roincars der deutſchen Regierung mit einem großen Programm
hen Forderungen kommen wird. Wir halten demgegenüber
da=
man feſt, daß unſer Anſpruch auf Räumung des Rheinlandes
nach dem Verſailler und Locarno=Vertrag moraliſch und rechtlich
herankert iſt, und daß wir daraus kein Handelsgeſchäft machen
tiuennen, wenn wir auch bereit ſind, im Zuſammenhang mit der
eindgültigen Bereinigung unſerer Reparationsſchuld über die
ARobiliſierung unſerer Kriegsentſchädigung mit uns reden zu
Iſſen. Sollte ſich Herr Poincaré Dr. Streſemann gegenüber
be=
meits am Montag feſtlegen, daß die negative franzöſiſche Antwort
ſeiſſtſteht, dann wird vermutlich der Reichskanzler überhaupt nicht
nach Genf fahren. Dann wird aber das Kabinett vor der Frage
ſtehen, welche Folgerungen es aus dieſer grundſätzlichen Ableh=
Nung der Franzoſen zu ziehen gedenkt.
Botſchafter v. Hoeſch begibt ſich morgen vormittag in Be=
9reitung des Botſchaftsrates Dr. Dumont nach Jeumont an der
ſm anzöſiſch=belgiſchen Grenze, um dort Reichsaußenminiſter Dr.
Sitreſemann zu begrüßen. Er wird mit ihm die Reiſe in einem
em Nordexpreß angehängten Salonwagen nach Paris fortſetzen.
it ür morgen nachmittag iſt ein offizieller Beſuch Dr. Streſemanns
hei Außenminiſter Briand vorgeſehen, der unmittelbar darauf
un der deutſchen Botſchaft erwidert werden wird. An dem am
Abend ſtattfindenden, vom Staatsſekretär Kellogg gegebenen
eeſſen wird Dr. Streſemann nicht teilnehmen, jedoch der deutſche
AKotſchafter v. Hoeſch. Am Montag vormittag ſtattet Dr.
Streſe=
mamn Miniſterhräſiſdent Voincars einen Beſuch ab.
Eine Erklärung Kelloggs über den
Kriegs=
ächtungspakt.
EP. Paris, 25. Auguſt.
Kellogg hat Stephane Lauzanne vom „Matin”, der mit ihm
von Le Havre nach Paris gereiſt iſt, eine Erklärung abgegeben,
worin er u. a. ſagte, daß der Zweck des Kelloggpaktes
vor allem darin beſtehen werde, den Krieg
ſchwie=
riger zu geſtalten. Er wende dieſen Ausdruck abſichtlich
an, weil er eine Hoffnung in ſich ſchließe, die wan nicht als
un=
realiſierbar bezeichnen dürfe. Maw dürfe nicht mehr verſprechen,
als man halten könne. Er habe die aufrichtige Ueberzeugung,
daß durch die Unterzeichnung des Paktes ſämtliche moraliſchen
Kräfte geſammelt werden, die in der Welt, gegen den Krieg
kämpfen, und daß man dieſen Kräften mehr Zuſammenhang und
mehr Durchſchlagskraft verleihe. Auf die Entgegnung von
Lau=
zanne, daß die Abweſenheit Spaniens ihm bedauerlich erſcheine,
antwortete Kellogg, daß er dieſe Abweſenheit ebenfalls bedauere,
auch die einiger amerikaniſcher Länder, die eng mit Spanien
ver=
wandt ſeien. Es handle ſich aber hier um praktiſche
Notwendig=
keiten, die darauf drängen, die Zahl der Erſtunterzeichner zu
be=
ſchränken. Man hätte ſich ins Uferloſe verloren, wenn man
gleichzeitig mit 54 verſchiedenen Ländern über den Pakt
verhan=
delt hätte. Als das Beſte ſei ihm erſchienen, zunächſt den
Pakt nur von denjenigen Ländern
unterzeich=
nen zu laſſen, zwiſchen denen eine völlige
Eini=
gung zuſtande gekommen war und nachher die anderen
Länder zu erſuchen, ſich dem Pakt ſpäterhin auch anzuſchließen.
Er hoffe von ganzem Herzen, daß keines der Länder ſich dieſem
Wunſch verſchließen werde. Die Freude an ſeinem Werk wäre
nicht vollkommen, wenn auch nur ein einziges ziviliſiertes Land
ſich weigern ſollte, dem Pakt beizutreten.
Die Journaliſten bei Kellogg.
EP. Paris, 25. Auguſt.
Kellogg hat heute vormittag 11 Uhr die Journaliſten
empfan=
gen, denen er aber nur eine wenig ſagende Erklärung abgab.
Dieſe lautete wie folgt: „Ich bin glücklich, die Bekanntſchaft der
franzöſiſchen und der in Paris anſäſſigen ausländiſchen
Jour=
naliſten zu machen. Meiner früheren Erklärung über den Pakt
habe ich nichts hinzuzufügen. Ich habe Sie aber gleichwöhl zu
mir gebeten, um Ihnen die Freude mitzuteilen, die ich bei der
Ankunft in Frankreich empfunden habe, und Ihnen ebenſo davon
Kenntnis zu geben, welchen Eindruck auf mich die herzliche
Gaſt=
freundſchaft gemacht hat, die mir zuteil geworden iſt. Am meiſten
hat mich das Telegramm gefreut, das ich noch vor Ankunft in
Frankreich an Bord des „Isle de Frange” empfangen habe. Ich
habe für Briand die größte Freundſchaft, und ich lege mir
Rech=
nung davon ab, daß eine wohlwollende Freundſchaft mir geſtattet
hat, den Pakt zu einem guten Ende zu führen.” Kellogg hat
einem Journaliſten auf ſeine Frage, ob er der Ratifizierung des
Paktes durch den amerikaniſchen Staat gewiß ſei, geſagt: „Das
iſt eine Angelegenheit, die ausſchließlich den Senat angeht.”
Kellogg teilte auf eine Anfrage eines Journaliſten mit, daß
er am Sonntag nachmittag eine Unterredung mit Poincaré haben
werde. Um 11,20 Uhr erſchien Herriot in der amerikaniſchen
Bot=
ſchaft und hatte eine kurze Unterredung mit Kellogg in engliſcher
Sprache. Um ½1 Uhr begab ſich Kellogg in Begleitung des
ame=
rikaniſchen Botſchafters Herrick nach dem Triumphbogen, wo er
einen Kranz aus Roſen und Lilien auf dem Grabe des
Unbe=
kannten Soldaten niederlegte. Beim Beſuch Kelloggs am Grabe
des Unbekannten Soldaten iſt es aufgefallen, daß Kellogg auf der
Granitplatte, die das Grab bedeckt, niederkniete und anſcheinend
mit großer Inbrunſt ein Gebet verrichtete. Nachher kehrte er
nach der amerikaniſchen Botſchaft zurück, wo er das Mittageſſen
einnahm. — Heute nachmittag wird ſich Kellogg nach St. Cloud
begeben, wo er den Nachmittag mit Golfſpielen verbringen wird.
Beneſch und Hymans in Paris.
EP. Paris, 25. Auguſt.
Der tſchechoſlowakiſche Außenminiſter Dr. Beneſch iſt heute
nachmittag 2 Uhr 35 in Paris angekommen, d. h. 40 Minuten
ſpäter, als offiziell vorgeſehen war. Er wurde am Bahnhof vom
Protokollchef des Quai d’Orſay, vom tſchechoſlowakiſchen
Ge=
ſandten und mehreren Mitgliedern der tſchechoſlowakiſchen
Kolo=
nie in Paris begrüßt.
Der belgiſche Außenminiſter Hymans iſt mit ſeiner Gemahlin
um 17,19 Uhr auf dem Nordbahnhof angekommen und von dem
belgiſchen Geſchäftsträger, dem Protokollchef des Quai d’Orſay
und den Mitgliedern der belgiſchen Kolonie empfangen worden.
Mit dem Zug um 18,25 Uhr erreichten der auſtraliſche Delegierte
Mac Lackland und der neuſeeländiſche Delegierte Paris.
Wie wir erfahren, wird das Syſtem der verfrühten und
ver=
ſpäteten Ankunft der Delegierten auch im Falle von Dr.
Streſe=
mann Anwendung finden.
Die deutſche Oelegation für Genf.
Berlin, 25. Auguſt.
Auf der am Donnerstag, den 30. Auguſt, beginnenden 51.
Ratstagung wird Deutſchland durch Staatsſekretär v. Schubert
vertreten werden. Die Delegation zur Bundesverſammlung, die
am 3. September beginnt, wird Berlin am 1. September
ver=
laſſen. Wie bekannt, übernimmt die Führung der Delegation
der Reichskanzler Müller, der von Staatsſekretär Pünder
be=
gleitet ſein wird. Der Delegation gehören außerdem an:
Staats=
ſekretär v. Schubert, Miniſterialdirektor Gaus, ferner die
Abge=
ordneten Dr. Breitſcheid, Prälat Kaß und Freiherr v.
Rhein=
baben ſowie Graf Bernſtorff. Die Delegation begleiten als
Sachverſtändige u. a.: Staatsſekretär z. D. von Simſon, der
Deutſchland im Sicherheitskomitee vertreten hat, ſowie die Abg.
Frau Lang=Braumann und Reichspreſſechef Zechlin.
Bulgarien am Scheidewege.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
W. E. B. Sofia, Ende Auguſt 1928.
Die Tätigkeit der Revolutionären Mazedoniſchen
Orga=
niſation hat der bulgariſchen Regierung oft ſchon ſchwere Sorgen
bereitet, denn es iſt ein offenes Geheimnis, daß die Leiter dieſer
Organiſation ſich in Bulgarien aufhalten und von bulgariſchem
Boden aus die Attentate und Kriegszüge in bzw. nach
Jugo=
ſlawien vorbereiten. Auf ſerbiſche und griechiſche Einwirkungen
hin haben die Großmächte bereits einige Male in Sofia in
freund=
ſchaftlicher Weiſe gebeten, die Regierung möge die nötigen
Maß=
nahmen ergreifen, um die Organiſationsleitung zur Ruhe zu
veranlaſſen. Bulgarien hat auch eine ganz außergewöhnliche
Maß=
nahme zu dieſem Zweck ergriffen und in den mazedoniſchen
Be=
zirken von Petritſch und Küſtendil den
Belagerungszu=
ſtand erklärt. Viel geändert wurde damit nicht. Nach wie vor
hielt die Bevölkerung dieſer Bezirke treu zu ihren Führern, zahlte
die Steuern an die Organiſation und unterwarf ſich deren
Ge=
richtsbarkeit. Bulgariſch=Mazedonien iſt heute mehr denn je in
den Händen der Organiſation, genauer deren Michailoff=Flügel.
Iwan Michailoff, der Urheber des Protogeroff=Mordes, hält
die Grenzen dieſes Gebietes, in dem ſeine Macht begründet iſt,
ſtreng bewacht. Als z. B. eine Abteilung von Protogeroff=Leuten
den Verſuch machte, in den Landkreis von Nevrokop einzudringen,
wurde ſie im Laufe eines Nachtgefechtes mit blutigen Verluſten
zurückgeſchlagen, und wenn nicht ſchließlich bulgariſches Militär
eingegriffen hätte, wären die Folgen dieſes Zuſammenſtoßes
ernſthaft genug geweſen.
Die peinliche Lage der bulgariſchen Regierung hat dadurch
eine Verſchärfung erhalten, daß der Bruderkampf innerhalb der
Organiſation ſich offen auf bulgariſchem Boden abſpielt. Aus
Gründen der Selbſterhaltung hat es aber die Regierung bisher
ängſtlich vermieden, irgendwie mit den Mazedoniern anzubinden.
Ihre erzwungene „Toleranz” ging ſo weit, daß die phyſiſchen
Mörder Protogeroffs, drei Mordſpezialiſten der Organiſation,
nach ihrer letzten Tat ſich frei und ungehindert in
Sofia bewegen konnten. Noch vor wenigen Tagen führten
ſie einen Ueberfall gegen die in ihrem Stammlokal verſammelten
Protogeroff=Freunde aus, wurden dabei überwältigt und der
Polizei übergeben. Der eine der Uebeltäter iſt ſchon vor einigen
Jahren durch bulgariſche Gerichte wegen Ermordung des
Mini=
ſters Petkoff zum Tode verurteilt worden. Es war den
bulga=
riſchen Behörden natürlich nicht angenehm, den Verurteilten
wie=
der in die Hände zu bekommen. Tatſächlich haben die
Maze=
donier auch ſchon der Polizei durch einen unſchädlichen
Bombenwurf in den Hof der Präfektur zu verſtehen
gegeben, daß ſie den Verhafteten laufen laſſen ſoll — was nun
ſchließlich auch geſchehen iſt.
Immerhin — man hätte ſich mit all dieſen unerfreulichen
Erſcheinungen abgefunden, zumal die Mazedonier ihre blutigen
Dispute unter ſich abzumachen pflegen. Da erfolgte der
uner=
wartete Schritt der Geſandten Englands und
Frankreichs auf dem Sofioter
Außenminiſte=
rium. In unzweideutiger Form verlangte man die Verhaftung
der Führer der mazedoniſchen Bewegung, die namentlich
bezeich=
net wurden, die Auflöſung der Revolutionären Organiſation, der
mazedoniſchen Bruderſchaften und überhaupt aller mazedoniſchen
kulturellen Verbände, in denen die etwa eine halbe Million ſtarke
mazedoniſche Emigration in Bulgarien zuſammengefaßt iſt.
Dar=
über hinaus wurde der Wunſch ausgedrückt, Bulgarien möge den
Grenzdienſt an der jugoſlawiſchen Grenze in
engſter Zuſammenarbeit mit den jugoſlawiſchen Truppen
durch=
führen, dergeſtalt, daß z. B. jugoſlawiſche Truppen das Recht
haben ſollen, bei Verfolgung einer Komitadſchibande auch auf
bulgariſches Gebiet überzutreten.
Damit aber Bulgarien nicht wieder wie früher die
Forde=
rungen einfach zur Kenntnis nehme und ſie als das behandelt,
was ſie ſind, nämlich als unangebrachte
Einmiſchun=
gen in die inneren Verhältniſſe des Landes,
drohten England und Frankreich auch gleich Sanktionen für
den Fall der Nichterfüllung ihrer Forderungen an. Man wird
nun Bulgarien da packen, wo es am ſchwächſten iſt: bei ſeinen
Finanzen. Der engliſche Geſandte Sperling hat bereits
angekündigt, daß es durchaus in der Macht Englands liege, durch
einen Einſpruch beim Genfer Finanzkomitee die geplante
Aus=
landsanleihe zu verhindern; Frankreichs Vertreter ſchloß ſich
dieſer Drohung an, allerdings in einer etwas zarteren Form.
Das Kabinett Liaptſcheff, das ohnedies mit der
Oppo=
ſition in der Regierung in einem Kampf um Sein oder Nichtſein
ſteht, befindet ſich in der denkbar ungünſtigſten Lage. Wenn es
früher gelungen iſt, ſolche Demarchen auf ein Nebengleis
abzu=
ſchieben, ſo kann dies heute als ausgeſchloſſen gelten. Bulgarien
wird ſich entſcheiden müſſen, ob es dem Ausland zu Liebe mit
ſeinen mazedoniſchen Brüdern brechen oder ob es, aus Furcht
vor inneren Unruhen, wagen darf, die geſtellten Forderungen zu
„überhören”
Die Folgen dieſer Demarche ſind aber auch in anderer
Hin=
ſicht von außerordentlicher Tragweite, nicht allein für Bulgarien,
ſondern auch für die interbalkaniſche Politik. Es ſei nur daran
erinnert, daß beide Forderungen — die der Verhaftung der
maze=
doniſchen Führer und die des gemeinſamen bulgariſch=
jugoſlawi=
ſchen Grenzſchutzes — ſchon einmal durchgeführt wurden, und
zwar durch Alexander Stamboliiſky, der mit
Jugo=
ſlawien 1922 die berühmte Konvention von Niſch ſchloß,
um zuſammen mit Jugoſlawien der mazedoniſchen
Freiheits=
bewegung den Garaus zu machen. Stamboliiſky mußte dafür
ſeinen Kopf hergeben, und es waren in erſter Linie die
Mazedonier, die 1923 die Agrarregierung beſeitigten.
Niemand zweifelt daran, daß die Mazedonier auch heute
keinen Augenblick zögern werden, mit der Regierung Liaptſcheff
ebenſo zu verfahren, wie mit den Agrariern, wenn man es
unternehmen würde, ihnen auf den Leib zu rücken. Die
Regie=
rung hat auch keine Mittel zur Verfügung, um eine
Gewalt=
aktion, und nur um eine ſolche könnte es ſich handeln, gegen
die Mazedonier durchzuführen. Die Polizei, die in erſter
Linie in Frage käme, ſetzt ſich zu ihrem größten Teil
Seite 2
Sonntag, den 26. Auguſt 1928
aus Mazedoniern zuſammen, und dann bleibt nur noch
die Armee, die man doch wahrhaftig England und Frankreich
zuliebe nicht in einen Bürgerkrieg verwickeln wird. Die paar
mazedoniſchen Publiziſten und Rechtsanwälte, die in Sofia ſitzen,
zu verhaften, wäre nur halbe Arbeit: um die Macht der
Maze=
donier zu brechen, muß der ganze Diſtrikt Petritſch
und Küſtendil mit ſeinen 2000 Meter hohen
Gebirgen „geſäubert” werden, und das bedeutet
regelrechten Krieg, der wahrſcheinlich erheblich teuerer
kommen würde als die Stabiliſierungsanleihe.
Um ihren guten Willen zu zeigen, hat die Regierung eine
Generalkontrolle der in Sofia lebenden Mazedonier
an=
geordnet, und zwar unter dem Vorwand, die Leute, die
uner=
laubt Waffen tragen, zu faſſen und zu beſtrafen. Bisher ſind
neun Verhaftungen erfolgt, und weitere Internierungen in
ent=
legenen Provinzorten ſind zu erwarten. Mehr kann Liaptſcheff
nicht tun.
Wahrſcheinlich rechnet man auch gar nicht damit, daß
Liapt=
ſcheff etwas unternehmen wird, und hofft auf den kommenden
Innenminiſter Zankoff, der zwar ſein Miniſterpräſidium vom
9. Juni 1923 den Mazedoniern verdankt, der aber heute von
ſeinen ehemaligen Kampfgenoſſen nichts mehr wiſſen will. Hier
iſt die Stelle, wo auch die große Balkanpolitik
Frank=
reichs und, in beſchränktem Umfange, England in die
De=
marche hineinſpielt. Man weiß, daß Italien auf Liaptſcheff,
den Mazedonier, ſtets große Hoffnungen geſetzt hat und auch
heute noch die Bemühungen nicht aufgegeben hat, über den
Mini=
ſterpräſidenten zu einem Abkommen mit Bulgarien zu gelangen.
Dagegen arbeitet natürlich Frankreich, das ſich in der letzten Zeit
die Unterſtützung Zankoffs ſichern konnte. Zankoff iſt ein
über=
zeugter Anhänger der Annäherung an Südſlawien, eine Idee,
die den Auffaſſungen des Miniſterpräſidenten ganz
entgegen=
geſetzt iſt. Solange Zankoff nicht in der Regierung ſitzt, wird es
ihm nur ſchwer möglich ſein, ſeine Pläne Sofia-Belgrad zu
verwirklichen. Sobald aber einmal die ſchon bis zum Ueberdruß
durchgeſprochene Frage der Kabinettsumbildung geklärt iſt und
Zankoffs Leute oder er ſelbſt im Kabinett ſitzen, wird er es nicht
verſäumen, den Ausgleich mit Belgrad zu ſuchen, und
er kann dabei auf Frankreichs beſondere Unterſtützung rechnen,
dem die bisherige Iſolierung ſeines ſüdſlawiſchen
Bundesgenoſ=
ſen nicht behagt. Um mit Belgrad Fühlung nehmen zu können,
muß Zankoff aber zunächſt mit den Mazedoniern aufräumen.
Ein gefährliches Unterfangen, das der betreffenden Regierung
und dem ganzen Land teuer zu ſtehen kommen kann. Und leider
hat es den Anſchein, als ob Bulgarien diesmal der Entſcheidung
für oder gegen Mazedonien nicht ausweichen können wird:
ſchlimmer aber iſt die Befürchtung der Freunde Liaptſcheffs, die
offen erklären, daß die Demarche eben in der Abſicht inſzeniert
wurde, um Liaptſcheff zu ſcharfem Vorgehen gegen die
Maze=
donier zu veranlaſſen und ihn dadurch zu Fall zubringen.
Die Erweiterung
der Angeſtellten=Verſicherung.
40 Millionen Mehreinnahmen aus der
Er=
höhung der Verſicherungsgrenze von 6000
auf 8400 Mark.
Bur Vorgeſchichte der Erweiterung der
Angeſtelltenberſiche=
rungsgrenze von 6000 auf 8400 RM. wird jetzt ſolgendes
be=
kannt: Schon im alten Reichstag ſind von demokratiſcher und
ſozialdemokratiſcher Seite Anträge auf Erhöhung der
Angeſtell=
tenberſicherungsgrenze auf 8400 RM., bzw. 9600 RM. vorgelegt
worden, die jedoch infolge der Auflöſung des Reichstages keine
Erledigung mehr finden konnten. Inzwiſchen hatten ſich
ſämt=
liche Verbände der Angeſtellten, auch die Vereinigung der
lei=
tenden Angeſtellten, mit einer Erhöhung der
Verſicherungs=
grenze beſchäftigt und waren einmütig zu der Auffaſſung
ge=
komen, daß die Grenze bis auf 12000 RM. erhöht werden
müſſe. Maßgebend dafür war vornehmlich die Tatſache, daß
ungefähr 8 Prozent der Verſicherungspflichtigen im nächſten
Jahre die 6000=RM.=Grenze überſchritten hätten. Auch das
Direktorium der Anſtalt hat ſich mit der Erhöhung der
Ver=
ſicherungsgrenze befaßt und den Satz von 8400 RM.
vorge=
ſchlagen. Die im Direktonium ſitzenden Angeſtelltenvertreter
befürworteten nochmals 12000 RM. Daraufhin hat ſich dann
der Reichsarbeitsminiſter entſchloſſen, in Uebereinſtimmung mit
dem Kabinett auf dem Verordnungswege die
Verſicherungs=
grenze bis 8400 RM. auszudehnen. Man verſpricht ſich durch
dieſe Erhöhung eine jährliche Mehreinnahme von 40 Millionen
Reichsmark.
Vom Tage.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann iſt geſtern abend
22,11 Uhr mit dem Nordexpreß vom Bahnhof Friedrichſtraße nach
Paris abgereiſt.
Entgegen anderslautenden Meldungen wird Dr. Streſemann
von Paris nicht nach Berlin zurückkehren, ſondern erſt nach
Baden=Baden fahren.
Der Vürgermeiſter von St. Ingbert, Dr. Kempf, hat
bei der Regierungskommiſſion die Eänlertung eines
Diſzi=
plinarverfahrens gegen ſich beantragt.
In Auſervillgratten wurden von einer öſterreichiſchen
Gendarmeriepatrouille zwei italieniſche
Marine=
ſoldaten, die die Oſttiroler Grenze übe=ſchritten hatten,
feſt=
genommen. Sie gaben an, über die Grenze gekommen zu ſein, um
ſich Rauchwaren zu kaufen.
Wie in wirtſchaftspolitiſchen Kreiſen Budapeſts mit Beſtimmtheit
verlautet, beabſichtigt die ungariſche Regierung,
ſämtliche auf Grund der Meiſtbegünſtigung abgeſchloſſenen
Tarif=
verträge einer Reviſion zu unterziehen um ſich zu
bemühen, mit allen Staaten, mit denen ein bedeutender Warenverkehr
beſteht, Verträge abzuſchließen.
Ein Miniſterrat in Belgrad hat ſich mit dem
Vor=
gehen der Kroatenführer bei der
Interparlamenta=
riſchen Union in Berlin befaßt.
Venizelos hat in einem Interview in Athen u. a. die
Ge=
rüchte dementiert daß er beabſichtige i Griechenland
eine Diktatur nach fasciſtrſchem Muſter zu errichten.
Er werde im Gegenteil immer die Souveränität des griechiſchen Volkes
achten.
In England wurde von mehreren Schiffahrts= und
Textilgeſell=
ſchaften ein Syndikat mit über 300) Millionen Mark Kapital gebildet,
das ſich an dem Wiederaufbgu der verwüſteten
chine=
ſiſchen Provinzen beteiligen ſoll.
Kellogg wurd= vom Stadtrat von Dublin zum
Ehrenbürger ernannt.
Die Regierung von Indien hat, energiſche
Maß=
nahmen gegen die ſih ausdehnende Gefahr des
Kommunis=
mus angekündigt.
Der mexikaniſche Senator Caſſaurane hat eine Erklärung
ab=
gegeben, wonach Präſident Calles nach dem Dezember
nicht mehr im Amt bleiben werde. Der Senator ſelbſt tritt
von ſeiem Poſten als Miniſter für Erziehung zurück.
Die Angeſtelltenverſicherung kauft
Schatz=
wechſel.
* Berlin, 25. Aug. (Priv.=Tel.)
Das Reichsfinanzminiſterium will für mehrere Hundert
Mil=
lionen Reichswark Schatzwechſel ausgeben, deren finanzielles
Er=
trägnis in erſter Linie zur Ausbalancierung des
Reichshaushal=
tes des kommenden Jahres benutzt werden ſoll. Zwiſchen dem
Miniſterium und einer Reihe von Verſicherungscanſtalten iſt
wegen der Aufnahme dieſer Schatzwechſel verhandelt worden.
Bisher zeigtem aber die Verſicherungströger nur geringe
Nei=
gung, das Geldbedürfnis des Reiches zu befriedigen. Der
ſozial=
demokratiſche Finanzminiſter Hilferding ſcheint ſich nun aber
hilfeſuchend am ſeinen Parteifreund Wiſſel gewandt zu haben
und auch bei dem Arbeitsminiſter Unterſtützung gefunden zu
haben. Jedenfalls wird jetzt bekannt, daß das Direktorium der
Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte vom
Reichsarbeits=
mimiſter die Genehmigung erhalten hat, Schatzanweiſungem bis
zur Höhe von 50 Millionen mit einer Verzinſung von 8½
Pro=
zent aufzunehmen. Wenn man ſich erinnert, daß die
Verſiche=
rungsanſtalt mit der überraſchenden Heraufſetzung der
Verſiche=
rungsgrenze auf 8400 RM. ſoebem erſt mit einer Mehreinnahme
von 40 Millionen rechmen kann, dann wird Uar, warum die
Ver=
ſicherungsgrenze eine ſo erhebliche Erhöhung erfahren hat. Es
kam dem Arbeitsmimiſter offenſichtlich nicht darauf an, die
finan=
ziellen Leiſtungen der Angeſtelltenverſicherung zu erhöhen,
ſon=
dern Geldmittel flüſſig zu wachen, die wiederum in Form von
Schatzwechſeln dem Reichsfinanzminiſter zur Verfügung geſtellt
werden ſollen. Wir glauben nicht, daß die Mitglieder der
Reichs=
verſicherungsanſtalt mit dieſem reichlich merkwürdigen Verfahren
einverſtanden ſind, zumal ſie ſelbſt aus eigener Erfahrung wiſſen,
daß die Anſtalt mit den Leiſtungen für die Verſicherten ſehr
ſpar=
ſam umgeht, weil ſie angeblich nicht über die nötigen Geldmittel
verfügt. Um ſo notwendiger wäre es unter dieſen Umſtänden,
die neu herzufließenden Mittel den Verſichertem zugute kommen
zu laſſen. Statt deſſen wandern dieſe Summen jetzt wieder über
das Reich in die Kaſſen der Länder und Gemeinden. Wie man
hört, tragen ſich die Sozialdemokraten mit der Abſicht, die
Ver=
ſicherungsgrenze für Angeſtellte überhaupt aufzuheben, ſo daß
ſich dann über dieſe Verſicherungsanſtalt ein neuer Goldſtrom
in die Kaſſe des Finanzminiſters ergießen würde.
*Die Orden von Afghaniſtan.
Von Dr. Stefan Kekule von Stradonitz.
Seine Majeſtät Aman=Ullah=Chan, König von Afghaniſtan,
hat anläßlich ſeiner Anweſenheit in Deutſchland mit freigebiger
Hand hauptſächlich, wie es nur natürlich iſt, in der
Reichshaupt=
ſtadt, aber auch an anderen Orten, die er beſuchte,
Ordensaus=
zeichnungen in reicher Fülle ausgeteilt.
Zwar beſtimmt Artikel 109 der Verfaſſung des Deutſchen
Reiches vom 11. Auguſt 1919, daß „kein Deutſcher von einer
aus=
ländiſchen Regierung . . . . . Orden annehmen” darf, allein
ſchon bisher hatten die Notwendigkeiten der ſogenannten „
inter=
nationalen Höſlichkeit” dazu geführt, dieſes Verfaſſungsverbot
ganz wörtlich auszulegen. Mit anderen Worten: es wird zunächſt
„annehmen” in dem rechtlichen Sinne von „annehmen, um als
Orden zu tragen” verſtanden, ſo daß alſo ein Annehmen der
Ordensabzeichen und der dazugehörigen Bänder als Andenken
nicht verboten iſt. Ferner iſt das Merkmal der Verleihung durch
„auswärtige Regierung” weſentlich, ſo daß alſo vom Papſte
ver=
liehene „Orden” angenommen und auch getragen werden dürfen,
da der Papſt keine „auswärtige Regierung” iſt. Und endlich
dürfte ſich die tatſächliche Uebung auch dahin entſcheiden (wenn
ſie ſich nicht bereits dahin entſchieden hat), daß es ſtreng auf den
Begriff „Orden” ankommt, ſo daß alſo das von der „auswärtigen
Regierung” Oeſterreich verliehene „Ehrenzeichen für Verdienſte
um die Republik Oeſterreich” ebenfalls angenommen und getragen
werden dürfte.
Was König Aman=Ullah von Afghaniſtan verliehen hat, ſind
nun richtige „von einer ausländiſchen Regierung” verliehene
„Orden‟. Deshalb haben einige der damit ausgezeichneten
deut=
ſchen Würdenträger ſie auch ablehnen zu müſſen geglaubt,
weit=
aus die meiſten ſie aber als Andenken angenommen.
Ueber alle dieſe am 28. Januar 1924 durch eine umfaſſende
Verordnung geſtifteten afghaniſchen Orden enthalten nun die
deutſchen und europäiſchen Nachſchagewerke noch ſo gut wie nichts.
Für manchen Leſer dürfte deshalb näheres doch wiſſenwert ſein.
Da iſt zunächſt, als höchſter, der Sonnen=(Almerr=)Orden. Er
beſteht aus zwei Abteilungen, dem höchſten Sonnen=Orden
(Almerr=e=Ala) und dem hohen Sonnen=Orden (Almerr=e=Ali).
Jede Abteilung hat nur eine Klaſſe. Der Almerr=e=Ala hat vier
Abzeichen: einen Ordensſtern, der an der rechten Seite der
Kopf=
bedeckung getragen wird; eine Ordenskette, um den Hals zu
tragen; eine taubengraue Ordensſchärpe mit Anhänger (der aber
auch um den Hals getragen werden kann) und einen
Ehren=
mantel. Dieſer Orden iſt ausſchließlich für fremde Herrſcher und
Staatspräſidenten beſtimmt. Der Almerr=e=Ali hat ebenfalls vier
Abzeichen: einen weißen Federbuſch, der an der Kopfbedeckung
befeſtigt wird; einen Bruſtſtern für die linke Seite; eine
bläulich=
rote Ordensſchärpe mit Anhänger (der aber auch um den Hals
getragen wird) und ebenfalls einen Ehrenmantel.
Der zweithöchſte Orden iſt der Sardar=Orden. (Sardar iſt
ein Titel, der ungefähr ſo viel wie Befehlshaber, Feldherr,
Füh=
rer, Herzog bedeutet). Er iſt ebenſo in zwei Abteilungen zu je
einer Klaſſe gegliedert. Der Sardar=e=Ala hat drei Abzeichen:
einen roten Federbuſch für die Kopfbedeckung; einen Bruſtſtern
für die linke Seite; eine bläuligrote Ordensſchärpe mit einem
taubengrauen Mittelſtreifen, daran Anhänger. Der Sardar=e=Ali
hat zwei Abzeichen: einen Bruſtſtern für die linke Seite und eine
bläulichrote Ordensſchärpe mit zwei taubengrauen Mittelſtreifen,
daran Anhänger. Mit dem Orden iſt das Recht zur Führung des
Titel „Sardar” verbunden.
Ein dritter in Afghaniſtan ſehr angeſehener Orden des
Königreichs iſt der Unabhängigkeits=(Iſtiglal=)Orden. Er iſt nur
für militäriſches Verdienſt beſtimmt und für Kriegsverdienſt (mit
Schwertern verziert) und einer ſolchen für Friedensdienſt der
Offiziere, jede Abteilung zu je vier Klaſſen. Die Abzeichen dieſer
vier Klaſſen ſind folgendermaßen abgeſtuft: Ordensſchärpe mit
Anhänger und Bruſtſtern (1. Klaſſe), Halsband mit Anhänger
und Bruſtſtern (2. Klaſſe), Halsband mit Anhänger (3. Klaſſe),
Bruſtſtern (4. Klaſſe). Das Band iſt grün mit bläulichrotem
Mit=
telſtreifen.
Der vierte Orden des Königreichs iſt der Sternen=(Uſtur=)
Orden. Er hat ebenfalls vier Klaſſen, die ebenſo abgeſtuft ſind
wie die vier Klaſſen jeder Abteilung des Iſtiglal=Ordens und
auch in je entſprechender Weiſe getragen werden. Bas Band iſt
bläulichrot.
Der fünfte Orden iſt der Orden der Treue (Waſah). Er hat
drei Klaſſen, die Bandfarbe iſt rot.
Eine Ordensbildung beſonderer Art iſt der Groß=Chan=Orden
(„Loy”=Chan), der eine Art „Pour le Mérite” für
Friedensver=
dienſt iſt, deshalb auch aus nur einer Klaſſe: einem Bruſtſtern
für die rechte Seite beſteht. Er kann als Ehrengedächtnis auf den
älteſten Sohn des erſten Inhabers übertragen werden. Dieſelbe
Eigenart wohnt dem Ingferklints=Orden (Schudja=at) inne, der
für Tapferkeit und Opfermut von Offizieren und Mannſchaften
im Kriege beſtimmt iſt und ebenfalls aus nur einer Klaſſe (
Bruſt=
ſtern für die linke Seite) beſteht.
Endlich gibt es noch eine ganze Reihe von Ehrenzeichen,
ſo=
genannten Ta alig, die an kurzen Bändern auf der linken
Bruſt=
ſeite getragen werden, zum Beiſpiel für Eifer im Kriege, für
Rettung aus Gefahr, „für beſonderes Verdienſt” und „für
Ver=
dienſt” im Staatsdienfte, für erfolgreiche Beſtrebungen von
Offi=
zieren oder Mannſchaften, für Zuverläſſigkeit uſw.
Rummer 237
Warum wird die
Abrüſtungs=
kommiſſion nicht einberufen?
Ein ruſſiſches Schreiben an Loudon.
Moskau, 25. Auguft.
Die ruſſiſche Delegation zur Vorbereitenden Abrüſtungssom
miſſion hat an den Vorſitzenden dieſes Ausſchuſſes, an den Vien
derländer Loudon, ein vom 20. Auguſt datiertes Schreiben, dain
von Litwinoff unterzeichnet iſt, gehen laſſen, im dem daran em
innert wird, daß die ſowjetruſſiſche Delegation auf der fünſter=
Tagung der Vorbereitenden Konmniſſion für die Abrüſtungskom
ferenz, nachdem der ruſſiſche Vorſchlag einer allgemeinen unfu
vollſtändigen Abrüſtung abgelehnt worden war, den Entwur
eines Abkommens über die teilweiſe Abrüſtng unterbreitet hoboy
Der Ausſchuß habe, ohne eine Begründung zu geben, mit Stim
menmehrheit beſchloſſen, die Prüfung dieſes Entwurfes bis zun
nächſten Tagung des Ausſchuſſes zu verſchieben, und zwar,
tro=
des ruſſiſchen Einſpruches, ohne eimen beſtimmten Termin fürh
dieſe Tagung feſtzuſetzen. Seitdem ſeien fünf Monate verflon)
ſen, ohne daß man etwas über die Einberufung einer neue:
Tagung der Kommiſſion gehört habe, obwohl ſeinerzeit Eim
müitigkeit darüber beſtand, daß die Kommiſſion vor der demnäch=u
zuſammentretenden Völkerbundsverſammlung zu einer Tagunn
zuſammengerufen werden ſolle. Als Grund für den vorzeitiges
Abbruch der letzten Tagung des Abrüſtungsausſchuſſes ſeien
ſei=
nerzeit die Unſtimmigkeiten zwiſchen zwei Mächten in der AB
rüſtungsfrage angegeben worden, denen man Gelegenheit zu
Ausſprache geben müſſe. Der engliſche Miniſter des Aeußerem
Chamberlain, der Vertreter einer dieſer Mächte, habe vor kurzerm
offiziell erklärt, daß eine Einigung über die Streitfragen erzielu
ſei. Damit ſei ein Grund für die Vertagung der Arbeiten deu
Abrüſtungskonſerenz aus der Welt geſchafft. Bei der letztes
Tagung des Abrüſtungsausſchuſſes habe ferner zweifellos de
größte Teil der Delegationen unter dem Eindruck de
Kelloggſchen Paktvorſchlages geſtanden, den man
ſogar dem ruſſiſchen Vorſchlag einer allgemeinen und völligen
Abrüſtung als weit zweckmäßigeres und wirkſames Mittel zuu
Sicherung des Friedens entgegengehalten habe. Es ſei nicht Sachy
des Schreibens, zu unterſuchen, inwieweit der Kellogg=Pakt ic
ſeiner gegenwärtigen Form und mit den beigefügten Vorbehalu
ten tatſächlich als eine Garantie für den allgemeinen Friedes
gelten könne. Auf alle Fälle hätten die Urheber des Paktes ſelb0
erklärt, daß zwiſchen dem Pakt und der Abrüftung und demzus
folge auch zwiſchen dem Pakt und der Sicherheitsfrage keinerle!
innerer Zuſammenhang beſtehe. Das beſtätige, daß auch mit
der Unterzeichnung des Paktes das Problemde
Abrüſtung keineswegs gelöſt ſei. Die ſowjetruſſiſchd
Delegation erlaube ſich daher, geſtützt auf den formellen
Beſchluf=
der letzten Tagung des Abrüſtungsausſchuſſes, an den Präſidem
ten des Abrüſtungsausſchuſſes die Frage zu richten, welche Ump
ſtände es unmöglich gemacht haben, in Uebereinſtimmung mit dem
auf der letzten Tagung getroffenen Beſchluß die vorbereitendsl
Abrüſtungskommiſſion vor der Tagung der
Völkerbundsverſamme=
lung zuſammenzuberufen, welche Hinderniſſe nunmehr noch einern
raſchen Einberufung im Wege ſtehen, ſowie ſchließlich, für welchenA
Zeitpunkt die Einberufung der Kommiſſion geplant ſei. Diü
ſowjetruſſiſche Delegation, die im Ausſchuß ſelbſt mehr als eim
mal Zweifel geäußert habe, ob die Methode des Ausſchuſſes ge)
eignet ſei, poſitive Arbeit zu zeitigen, halte ſich zu der Erkundin
gung berechtigt, welche Ausſichten ſich in der Zukunft für eimn
etwaige produktive Arbeit der Kommiſſion bieten, da ſie din
Sowjetregierung und die öffentliche Meinung Sowjetrußlancd
darüber unterrichten müſſe. Die Sowjetdelegation erlaube ſich
da ihre Frage an den Präſidenten des Ausſchuſſes die geſamn
öffentliche Meinung der Welt und ſämtliche Völker intereſſier
eine baldige Antwort auf ihr Schreiben zu erwarten, von den
eine Abſchrift auch dem Generalſekretär des Völkerbundes zugb
leitet worden ſei.
Wie man ſieht, hat das erſt ſeit 1919 wieder vollſtändig u.
abhängige Emirat, ſeit 1925 Königreich Afghaniſtan ein vollkorp
den durchgebildetes Syſtem von Orden und Ehrenzeichen, m..
jedes alte europäiſche Staatsweſen auch.
Als eine ganz beſondere Merkwürdigkeit verdient es nEN
bezeichnet zu werden, daß es im Königreich Afghaniſtan eine El
Orden gibt, der nur in einem einzigen Stück vorhanden iſt, decſ
der König allein trägt und der ſomit als königliches Würdes
abzeichen bezeichnet werden kann. Er heißt „Die Krone banſ
Afghaniſtan” und wird an einem golden=ſchwarz=roten Band im
den Hals getragen. Wenn dieſe Bandfarben keine ſinnbildlicn
Bedeutung für dauernd freundliche Beziehungen zwiſchen AfgR‟
niſtan, dem aufſtrebenden Staat im fernen Oſten, und Deuheel
land haben, dann gibt es keine Farbenſymbolik.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Gießen. Der erſte Gießener Ferienkurſus findet vom 1. bis D.
Oktober an der Landesuniverſität ſtatt. Der Lehrgang umfaßt etwa
Vorleſungsſtunden mit anſchließenden Lehrausflügen in die Umgebun D
ſo z. B. eine Fahrt nach Bad=Nauheim und Beſichtigung der Saalbu4)
mit Vortrag von Profeſſor Dr. Helmke über „Die Römer in Deuchſe?
land”, eine Fahrt nach Marburg und einen Lahnausflug mit dem Belte2
von Wetzlar (Beſichtigung des Domes, des Goethe= und Lottehauſe!n
und Limburg. Eine mehrtägige Reiſe an Mam, Rhein und Neckar I.
Beſichtigung der Städte Frankfurt, Mainz, Worms und Heidelberg 3
der den Abſchluß der Vevanſtaltung. — Direktor Dr. A. Ammelburn.
Vorſtandsmitglied der J. G. Farbeminduſtrie A.=G., Höchſt a. M., wume
von der veterimärmedizimiſchem Fakultät der Unwerſität die Wur—
eines Dr. med. vet. h. c. verliehen.
Bonn. Hier iſt der ſeit 1918 im Ruheſtand lebende langjährm”
Direktor der Bonner Univerſitätsklinik, Geheimrat Profeſſor —
Schultze, 80 Jahre alt geworden. — Zur Wiederbeſetzung des Lehrſtul.”
für Altes Teſtament in der theologiſchen Fakultät der hieſigen Unwrn
tät (an Stelle des Geh. Konſiſtorialrates Joh. Meinhold) iſt em ie
an den Ordinarius D. Dr. Guſtav Hölſcher in Marburg ergangen.
Berlin. Das Mitglied der ruſſiſchen Akademie für Wiſſenſchaft—
in Leningrad, Profeſſor Dr. A. Joffé, iſt von der Preußiſchem Akadem”
der Wiſſenſchaften zum korreſpondierenden Mitglied ihrer phyſikalim”
mathematiſchen Klaſſe gewählt worden.
München. Profeſſor Dr. Jakob Strieder hat die Berufung E
den Lehrſtuhl der Geſchichte an der Umiverſität Freiburg i. B. als Ziche
folger von Geheimrat Heinrich Finke abgelehnt.
Nürnberg. Hier verſchied am 17. Auguſt an einem Herzſchlage El
emerit, ordentliche Profeſſor der Kunſtgeſchichte an der Greifswalc.!
Univerſität, Dr. Max Semrau, im 70. Lebensjahre.
Königsberg. Das durch den Weggang des Profeſſors E. Klont*
mann nach Hall an der hieſigen Univerſitär erledigte Ordinariat ET
neuteſtamentlichen Theologie iſt dem Ordimarius D. Julis
Schmewir=
in Greifswald angeboten worden.
Dummer 237
Sonntag, den 26. Anguft 4928
Seſte 8
Die Merpmiamenätiſche Konſereng.
Die Kriſe des Parlamentarismus.
Gefahren=Momente: Diktatur —
Syndikalis=
mus — Gewerkſchaftsbewegung.
Berlin, 25. Auguſt.
In der heutigen Sitzung der Interparlamentariſchen Union
mrde die Ausſprache über den gegenwärtigen Stand des
par=
ta zentariſchen Syſtems fortgeſetzt. Der ehemalige franzöſiſche
ſi niſter Berthod ergriff, beifällig begrüßt, als erſter das Wort.
führte aus: Man hat in den letzten Jahren häufig mit dem
canken geſpielt, an die Stelle des
Parlamentaris=
nuis etwas anderes zu ſetzen. Frankreich bietet der
ktatur keine Chancen, denn es hat in der Vergangenheit
ſchlimme Erfahrungen mit ihr gemacht. Viel größer iſt die
ſefahr des Syndikalismus. Die Truſts ſuchen auf
em Staat Einfluß zu gewinnen und ein neues Feudalſyſtem zu
chraffen. Neben dieſe Gruppierung tritt mit demſelben
Macht=
ſneben die Gewerkſchaftsbewegung der Arbeiter.
ee iſt gar nicht mehr ſo weit von der Möglichkeit entfernt, die
itiſche Macht zu ergreifen. Ohne den Rat von wirtſchaftlichen
5rchverſtändigen wird das Parlament allerdings nicht
auskom=
nan. In Frankreich iſt ſchon eine gewiſſe Arbeitsteilung
vor=
ſanden. Die Geſetze werden vom Parlament geſchaffen, die
Aus=
ügrung wird den Gewerkſchaften überlaſſen. Die Weimarer
Ba rfaſſung hat als erſte den Ausgleich zwiſchen Parlament und
ITbeiterſchaft verſucht. Im Mittelpunkte parlamentariſcher
Nracht muß das Parlament gewiſſermaßen als das Hirn beſtehen
ileiben.
Thugutt=Polen führte u. a. aus, man ſolle eine
Ver=
nänderung der Zahl der Parteien anſtreben.
Par=
egen, die eine Regierung ſtürzten, ohne die Möglichkeit zu ſehen,
ellbſt eine Regierung zu bilden, müßten moraliſch für die Folgen
vrantwortlich gemacht werden. — Der ehemalige ägyptiſche
M iniſter Makram Ebeid beantragt, folgende Erklärung
ußzunehmen:
„Dieſe Verſammlung verurteilt jede geſetzwidrige und
ge=
wvaltſame Maßnahme zur Abſchaffung oder Suspendierung
Des parlamentariſchen Regimes. Sie erklärt, daß von dieſem
Begime nur auf Grund des frei zum Ausdruck gekommenen
Wolkswillens abgewichen werden ſollte.”
Der Redner, der lebhaften Beifall findet, ruft die Mithilfe
dar öffentlichen Meinung der Welt an.
Wirths Theſe vom Parlamentarismus.
Abg. Dr. Wirth macht darauf den Vorſchlag, die
vor=
liegenden Anträge und Anregungen an die Kommiſſion
zurück=
zu=verweiſen, die das geſamelte Material auch nach
ſoziologi=
ſopen Geſichtspunkten ordnen ſoll, und führt zur Begründung
ans: Der moderne Parlamentarismus muß eine
eiyntheſe finden zwiſchen politiſcher Führung
eines Volkes und der großen Bewegung der
modernen Arbeitnehmerſchaft, die im Staate nach
Lüächt und Luft drängt. Wer dieſer Bewegung kein Verſtändnis
eratgegenbringt, der beſchwört die Gefahr herauf, daß es zur
Dik=
ty=tur einer Klaſſe kommt. Es kann das auch gerade die Klaſſe
ſuin, der man den Aufſtieg in den Formen des parlamentariſchen
Syſtems verſperren wollte. Wir in Deutſchland wollen mit der
Yerfaſſung von Weimar den hiſtoriſchen Verſuch
wachen, das moderne Proletariat zu einem
poſi=
t.ven Inſtrument des Parlamentarismus zu
w. achen. Dazu mß wan die Theſe aufgeben, als ſeien etwa
zuur die beſitzenden Klaſſen befugt, die politiſche Führung zu
haben. Auch aus der Arbeitnehmerſchaft können Kräfte
empor=
wachſen, die zur Leitung des Staates berufen ſind. Die
Inter=
varlamentariſche Union darf nicht zu ſehr rein bürgerliche
Ein=
rchtung werdem. (Beifall.)
Baſtid=Frankreich führt aus, im einzelnen könne
mian über die Vorſchläge Dr. Wirths verſchiedener Meinung
ſtim In Frankreich ſeien etwaige Verſuche, die Wählerſchaft
ingendwie unterſchiedlich zu behandeln, unmöglich. Eine
Stände=
hertretung wäre ebenfalls unmöglich. Es müßte alle zehn bis
fünfzehn Jahre das Wahlſyſtem geändert werden, damit die
Akoutine beſeitigt werde. Das Grundrecht des
Parla=
naentes, Verbeſſerungsanträge zu
Geſetzesvor=
ſagen zu bringen, dürfe nicht angetaſtet werden.
Dr. Ohdenal=Oeſterreich hebt hervor, auch in ſeiner
heeimat ſeiem Kräfte am Werke, den Parlamentarismus zu dis=
kreditieren. Das Zweiparteien=Syſtem ſei im öſterreichiſchen
Parlament noch wicht durchgedrungen. Der Kampf zwiſchen den
Regierungsgruppen und den Gruppen der Oppoſition ſei dort
ziemlich ſcharf. In dem Volksvertretern müſſe vor allem der
Wille zum Leben vorhanden ſein, dann werde auch der
Parla=
mentarismus wieder geſunden. (Lebhafter Beifall.)
Schweizer Befremden über die Behandlung
uralter Probleme
De Rabours=Schweiz drückt ſein Befremden
darüber aus, daß hier Dinge noch als Probleme
behandelt würden, die in der Schweiz ſchon ſeit
500 Jahren zur feſten Tradition geworden
ſeien. Eine Aufhebung des parlamentariſchen
Syſtems ſei für die Schweiz ganz undenkbar. Das
Referendum, die Volksbefragung, habe ſich als ein
ausgezeich=
netes Erziehungsmittel bewährt, das die direkte Teilnahme des
Volkes an der Politik ermöglicht.
Lebhaft begrüßt, nimmt dann als erſte Rednerin in der
Debatte Frau Kosnowſko=Polen das Wort. Sie bezeichnet den
ſlawiſchen Landarbeiter als den Menſchentyp, der durch den
Parlamentarismus am beſten für tätige Teilnahme an einer
Verſtändigungspolitik zu gewinnen ſei.
Damit ſchließt die Ausſprache.
Dr. Wirth empfiehlt im Schlußwort die Zurückverweiſung
aller Anträge an die politiſche Kommiſſion. Eine Ausnahme
ſollte nur mit dem ägyptiſchen Proteſt gemacht werden.
Dieſer Proteſt ſollte zum Gegenſtand einer beſonderen
Sym=
pathiekundgebung der Konferenz für die
poli=
tiſche Freiheit gemacht werden. (Stürmiſcher Beifall im
Saal und auf den Tribünen.)
In der Abſtimmung wird der Antrag des ägyptiſchen
Dele=
gierten Makram Ebeid mit Zuſtimmung des Antragſtellers dem
Rat der Union überwieſen, der dem Plenum in der nächſten
Woche ſeine Vorſchläge unterbreiten ſoll. Das geſamte übrige
Material wird, an die politiſche Kommiſſion verwieſen. Die
Sitzung wird dann durch eine Mittagspauſe unterbrochen.
Die Ziele der Interparlamentariſchen Union.
Berlin, 25. Auguſt.
Nach der Mittagspauſe der Interparlamentariſchen Union
wurden die Satzungsänderungen ohne Ausſprache en bloe
ein=
ſtimmig angenommen. Präſident Brabetſch (Tſchechoſlowakei)
teilt einen Antrag Dr. Wirths und Dr. Schnees mit, der im
Namen der deutſchen Gruppe wünſcht, daß die Behandlung der
von der Interparlamentariſchen Union gefaßten Beſchlüſſe in den
geſetzgebenden Körperſchaften der einzelnen Länder als eine der
dringendſten Fragen in der Kommiſſion für politiſche und
organi=
ſatoriſche Fragen beraten und auf die Tagesordnung tunlichſt der
nächſten Konferenz geſtellt wird. Der Antrag wird der
Kommiſ=
ſion für politiſche und organiſatoriſche Fragen überwieſen.
Hier=
auf wird die Generaldebatte über den Bericht des
Generalſekre=
tärs fortgeſetzt.
Das ungariſche Minderheitenproblem
in Rumänien.
Der ehemalige Miniſter v. Berzeviczy (Ungarn) gibt eine
Erklärung ab, während der erregte Zurufe der rumäniſchen
Gruppe ertönen. Zum Schluß erhebt ſich lebhafter Beifall. Die
Erklärung richtet ſich gegen die Ausführungen des Führers der
rumäniſchen Abordnung, insbeſondere gegen deſſen Angaben über
die nationalen Minderheiten in Ungarn. Berzeviczy erklärte u. a.:
Die nationalen Minderheiten des augenblicklichen Ungarn, unter
denen ſich 20 000 Rumänen befinden, ſind in der Ausübung ihrer
nationalen Rechte keineswegs behindert, und es ſind aus ihren
Kreiſen auch keinerlei Beſchwerden hervorgegangen. Die
unga=
riſche Abordnung erklärt in Uebereinſtimmung mit der
unga=
riſchen Regierung dieſer Konferenz gegenüber, daß ſich Ungarn
keineswegs einer Unterſuchung dieſer angeblichen Klagen und
Beſchwerden durch den Völkerbund widerſetzen werde, obgleich
die ſehr gerechtfertigten Beſchwerden der ungariſchen
Minder=
heiten in den Nachfolgeſtaaten bisher noch nicht vom Völkerbund
zugelaſſen worden ſind. Der Redner weiſt gleichfalls energiſch
die Anſpielungen des rumäniſchen Redners zurück, die Ungarn,
das vollſtändig entwaffnet ſei, anzuklagen ſchienen, es ſtöre den
Frieden dadurch, daß es im Intereſſe einiger Großgrundbeſitzer
die OptantenAngelegenheit immer wieder neu aufrolle. Ungarn
fordere in dieſem Falle nichts weiter, als die gewiſſenhafte
An=
wendung des Friedensvertrages. 65 Prozent der im Prozeß
Stehenden ſeien kleine Grundbeſitzer.
Eine Reſolution zur Abrüſiung.
Hierauf begründete Lindhagen=Schweden folgenden
Reſo=
lutionsvorſchlag: 1. Der Kongreß möge ſich ausſprechen
für die Aufnahme der allgemeinen und
unmittel=
baren Abrüſtung in das Ideenprogramm des
Völkerbundes durch eine ſympathiſch eingeſtellte Prüfung
nicht nur des Kellogg=Paktes, ſondern auch des
Abrüſtungsvor=
ſchlages der Sowjetunion und für einen unmittelbaren
An=
ſchluß an die Abrüſtung Deutſchlands,
Oeſter=
reichs, Ungarns und Bulgariens ſeitens
ande=
rer dazu bereiter Staaten, ohne den Zeitpunkt
abzu=
warten, zu dem audere Mächte ſich hierzu bereit finden ſollen.
Der Kongreß ſolle ſich ferner für eine allgemeine Reviſion der
Völkerbundsſatzungen in dem Sinne ausſprechen, daß dieſe ihrem
ideellen Zweck beſſer entſprechen.
Der Führer der rumäniſchen Abordnung, Djubara, wandte
ſich in einer Erklärung gegen die Behauptungen des ungariſchen
Redners und führte aus, daß es heute genau ſoviele Chauviniſten
wie vor dem Kriege gebe. Graf Andraſſy hätte vor dem Kriege
die ungariſche Monarchie als die liberalſte der Welt bezeichnet,
obwohl jeder das Unterdrückungsſyſtem des Grafen Apponnyi
kenne, desſelben Mannes, der ſich heute als Vertreter der
Min=
derheitenrechte aufſpiele. Ungarn verletzte die Friedensverträge,
indem es trotz Verbots ein Heer von 850 000 Mann unterhalte.
Der Redner wiederholte zum Schluß den bereits früher gemachten
rumäniſchen, von Ungarn abgelehnten Vorſchlag für die
Schaf=
fung eines Balkan=Locarno. Damit ſchloß die Ausſppache; die
Weiterverhandlung wurde auf Montag vormittag vertagt.
Eröffnung der albaniſchen
National=
verſammlung.
EP. Tirana, 25. Aug.
Die albaniſche Nationalverſammlung wurde heute morgen
um 9 Uhr eröffnet. Der feierlichen Eröffnungsſitzung wohnten
alle Mitglieder des diplomatiſchen Korps bei. Zu ihrem
Präſi=
denten wurde Pandeli Evangejeli, früherer Senatspräſident,
ge=
wählt. Unter anhaltendem Beifall wurde die Begrüßungsbotſchaft
des Präſidenten Achmed Zogu an die Abgeordneten verleſen. Nach
ihrer Vereidigung wurde die Ernennung einer Kommiſſion für
die Prüfung der Vollmachten beſchloſſen. Darauf wurde die
Sitzung auf Montag vertagt, an welchem Tag die Kammer
Achmed Zogu zum König proklamieven wird.
Erhöhung der Reichsbahn=Tarife.
Vor dem Urteil des Reichsbahngerichtes.
* Berlin, 25. Aug. (Priv.=Tel.)
Die Mitglieder des Reichsbahngerichtes haben ihre Studien
über die Beſeitigung der finanziellem Notlage der Reichsbahm
nahezu vollendet. Anfangs der nächſtem Woche wird das
Reichs=
bahngericht bereits zu dem Tarifſtreit zwiſchen Reich und
Reichs=
bahn Stellung nehmen und ein Urteil fällen. Soweit man hört,
ſollen ſich die Mitglieder des Reichsbahngerichtes davon
über=
zeugt haben, daß es keinem anderen Ausweg als den einer
Tarif=
erhöhung gibt, wie er von der Reichsbahm gefordert worden iſt.
Das bedeutet alſo, daß ſich unſere Wirtſchaft und das reiſende
Publikum auf eine Mehrbelaſtung von 250 Millionen geſaßt
wachen müſſen. Wir würden es begrüßen, wenn die
Reichsregie=
rung in letzter Stunde Gelegenheit nehmen würde, auf die
Reichsbahm dahin einzuwirken, daß ſie auch im Falle der
Zu=
ſtimmurng des Reichsbahngerichtes zur Tariferhöhung weiterhin
bewüht iſt, in erſter Linie ihr Geldbedürfnis auf dem
Anleihe=
weg zu decken, damit die Neubelaſtung unſerer Wirtſchaft ſich
in möglichſt engen Grenzen hält. Wir ſind aber nicht optimiſtiſch
genug annehmen zu können, daß die Reichsbahn ſich bemühen
wird, eine vorſichtige Tarifpolitik zu treiben. Sie wird vielmehr
ſofort zu der ins Auge geſaßten 10prozentigen Erhöhung der
Gütertarife ſchreiten, um möglichſt raſch zu der Mehreinnahme
von 250 Millionen zu gelangen.
*Lichte Punkte und lichte Menſchen.
Von
Reinhold Braun.
Ich halte mir in den Dingen, die mich
inter=
eſſieren, lichte Punkte und lichte Menſchen feſt;
das übrige mag quirlen, wie es will und kann!
Goethe.
Der altersweiſe Meiſter ſchrieb an den Grafen Reinhard:
.Ueberhaupt muß ich mich ſehr zuſamnennehmen und mehr als
pemals alles Polemiſche an mir vorübergehen laſſen. Der Menſch
ſat wirklich viel zu tun, wenn er ſein eigenes Poſitive bis ans
Ende durchführen will!”
Dieſen Weisheitsſatz des greiſen Weimarers könnten wir
gar manches mal für unſer eigenes Leben gelten laſſen, ohne daß
wir ſchon ſo alt zu ſein brauchen, wie er es damals war.
Werden wir in unſeren Tagen nicht oft mit Polemik, mit
ſeinem ſpreuartigen Hin und Wider förmlich zugeſchüttet? Die
Werneinungsſucht unſerer Zeit ſchwemmt oft bis zur
Maßloſig=
breit ihren ganzen „Dünenſchutt” an den Strand unſeres Lebens,
waß uns zuweilem die Sicht verbaut iſt.
Gewiß, es iſt Pflicht, ſich mit allen größeren und ernſteren
BZeitzweifeln auseinanderzuſetzen, ſich auch zuweilem taktvoll in
Ddie Brandung zu werfen! Aber es iſt heute nicht ſo, daß wir
urns mit allem Zeitzweifeln und kleinlichen Kämpfen, allen
Ver=
meinungen eines ſteuerloſen Geſchlechts abgeben wollten, wir
mns daran aufreiben verbluten würden! Auch hier iſt Sichtung
Webenskunſt und Daſeinserhaltung!
Das Zweifleriſchſte der heutigen Zeit kommt uns manchmal
lvor wie eine unseheuerliche Spinne, die uns das bißchen
Da=
ſſeinsſonne mit der ganzen Gräulichkeit ihrer trügeriſchen
Emſig=
keit verſpinnen möchte. Vor dem „unruhvollen Geſpinſt Zeit”
ſehen wir uns ſelbſt nicht mehr, unſere Liebe, das wahrhaft
Wertvolle und zuletzt nicht mehr das Licht ewiger Dinge und
Unendlichkeiten.
Wir ſind nicht nur dazu auf der Welt, um uns mit ihren
Zweifeln und nichtigen Verneinungen ewig herumzuſchlagen,
unſere Tage ſind ſchon genugſam damit vollgepackt. Nein, wir
wollen dem Sinn unſeres Daſeins treu bleiben, indem wir wie
Goethe es meiſterlich ausdrückt: „unſer Poſitives bis ans Ende
durchführen!”
Wir wollen unſere kämpferiſchen und notvollen Tage zum
ſköhlich=ernſten Ausbau unſeres Menſchentums nutzen, zur
Stei=
gerung unſerer innerſten Kräfte, die ſich immer wieder in einem
ſtarken Jal auswalten ſollen.
Wir wollen die Tage nutzen, uns im innerſten Kerne immer
lichter zu geſtalten, immer mehr Sicht ins Unvergängliche zu
ge=
winnen! Alles Zweifleriſche dieſer verſtändleriſchem und
nied=
rungsſüchtigen Zeit wollen wir wohl in unſeren Daſeinskampf
einbeziehen. Aber wir wollen doch in unſeren Bezirken die
Her=
ren bleiben, an den Vorgängen wachſen . . . aber nicht verbluten,
aufſplittern, uns zermürben!
Wir müſſen uns in ſolchem Streben goethiſch=ernſt
zuſam=
mennehmen, wenn wir nicht am Ende unſerer Wallfahrt durch
lauter Scherben waten wollen!
Das Ziel unſeres Lebens muß die heiter=tätige
Durchfüh=
rung unſeres „Poſitiven” bleiben; denn dieſes einzig und allein
wird einſt den Kern unſeres ewigen Seins ausmachen.
Alle Luſt eines echten Lebens beſteht in dieſem inbrunſtvollen
Zielſtreben, das gar nicht anders kann, als ſich in der Liebe
aus=
zuwirken. Und Liebe iſt immer noch die beſte und tapferſte
Ueber=
winderin aller Erſcheinungen des Dunkels und des Zweifels
geweſen.
So wollen wir uns denn die Goetheſche Lebenskunſt nach
unſerem Können und entſprechend unſerer Lebenslage und ihren
Gegebenheiten zu eigen machen; „lichte Punkte und lichte
Men=
ſchen” auf unſerem Wege mit dem Verlangen des reinem Herzens
feſtzuhalten, uns von ihrer Lichtheit beſchenken zu laſſen, ſo viel
wir an Fülle ertragen können, uns ſpeiſen aus ihren Quellen,
uns tröſten an ihren Sternen, an ihnen ſelber weſenhaft werden.
So werden ſie uns zu wunderbaren Lebenshelfern, ohne daß ſie
es manchmal wiſſen, wie ſie ſchenken.
Es gilt, den Blick zu ſchärfen für die „lichten Punkte und
die lichten Menſchen”; denn ſie ſind oft im Unſcheinbarſten
ver=
borgen! Ihrer ſind mehr, als wir auf den erſten Blick meinen.
Aus allem Zeitgequirle tauchen ſie immer wieder auf. In allem
Gewoge wandeln ſie ſtill ihre leuchtende Bahn.
Laſſet uns treu bleiben dem „Poſitiven” in uns und um
uns; denn es iſt göttlichen Urſprungs und birgt allein das
Le=
ben, wie unſere Sehnſucht es auffaßt! Und dieſes „Poſitive‟
Bejahende allein bleibt unſere Kraft, unſer Mut, unſere
Hoff=
nung — und unſere Liebe, und es allein geht mit uns hinunter
ins Unerforſchliche, das dann kommt.
Ap Moltkes Tod. Wenn im Hauſe Moltkes muſiziert wurde,
brauchte man ihn nicht erſt zu rufen. Behutſam die Tür öffnend, kam
er herein, ſobald die erſten Töne erklungen waren, und ſetzte ſich auf
den nächſten Stuhl. Für techniſche Kunſtſtücke beſaß er keine
Empfäng=
lichkeit. Alles Virtuoſenhafte war ihm zuwider, dagegen feſſelte ihn
immer wieder ein melodiſches Adagio und cine ſchöne Kantilene. Als
freilich Moltke im Jahre 1841 im Berliner Opernhauſe Sivori, einen
Schüler Paganinis und den Erben ſeiner Geige hörte, entzückte ihn das
Spiel ſo, daß es ihn zu der Abfaſſung eines anmutigen Märchens, deſſen
Gegenſtand Paganini und ſeine Geige iſt, anvegte. Neben den Arien
der Mozartſchen Opern war ſein Lieblingslied das Beethovenſche
„In questa tomba obscura”, das er immer wieder zu hören verlangte.
Zu ſeinen ſchönſten Freuden gehörte es, wenn in Berlin Profeſſor
Foachim abends zu ihm ham, um ihm Geige vorzuſpielen. Am Abend
ſeines Todestages des 24. April 1891, war der Komponiſt Dreßler
ge=
laden worden. Der Neffe des Feldmarſchalls berichtet darüber: Ich
fragte Herrn Dreßler, welche Noten ich ihm hinlegen ſolle, worauf er
ſagte, er wolle ohne Noten ſpielen. Er begann hierauf eine eigene
Kom=
poſition vorzutragen, deren ſchwermütiger Rhythmus mich betroffen
machte. Ich wußte, daß Onkel Helmut, wenn er ſich nicht ganz wohl
fühlte, es liebte, durch heitere Melodien abgelenkt zu werden, und war
im Begriff, Herrn Dreßler zu bitten, ein anderes Muſikſtück zu wählen,
als Onkel Helmut plötzlich aufſtand und mit leiſen Schritten, um den
Spieler nicht zu ſtören, in das Nebenzimmer ging.” Als man kurze Zeit
darauf in das Zimmer trat, fand man den Feldmarſchall regungslos
auf einem Stuhle ſitzen. Wenige Minuten ſpäter hauchte er ſtill und
friedlich ſeine große Seele aus. (Aus dem Buche von Dr. Hermann
Unger, „Muſikgeſchichte in Selbſtzeugniſſen”, Verlag von R. Piper u. Co.,
München.)
„Was nicht im Baedecker ſteht”, Budapeſt. Von Geza Herczeg. (R.
Piper u. Co., Verlag München.)
Die Unvaſt des amerikaniſierten Europa konnte dieſer Märchenſtadt
in ihrem Lebensgenuß und Behagen keinen Abbruch tun. Herozeg iſt
allerdings ein Führer durch das unbebannte Budapeſt, der nicht nur die
Sachen, von denen man ſonſt nichts hören würde, ums zeigt, ſondern der
auch die Geheimniſſe dieſer paſſiowierten Stadt liebt. Die eigentümliche
Verſchmelzung von europäiſcher Kultur und aſiatiſchem Temperament
prädeſtinieven Budapeſt für ein amüſantes Buch. Mit Vergnügen und
Behagen genießt man mit Herezeg die Genüſſe der ungariſchen Küche
und der Keller. Wir lernen daraus das Budapeſter Nachtleben kennen,
erfahnen über die mationale Muſik, das Klubweſen, wo wir einkaufen
müſſen und was wir im ungariſchen Theater zu ſehen bekommen. Der
Bäderſtadt Budapeſt wird das Buch in einem ganz beſonderen Maße
gerecht. —
* Drei neue Gelbe Ullſteinbücher: Fedor von Zobeltitz: „Die
Erben von Groß=Quirlitz”, Hans Hyan: „Feuer!”, Henry
Baerlein: „Maripoſa”. In ſeinem Roman „Die Erben von Groß=
Quirlitz” fabuliert Fedor von Zobeltitz wieder mit erſtaunlicher Friſche.
Er erzählt eine Erbſchafts= und Liebesgeſchichte mit allerhand ernſten
und heiteren Verwicklungen auf einem ſchleſiſchen Gut, das dem aus
Amerika unerkannt zurückkehrenden Erben zufällt. — Hans Hyan,
der Verfaſſer einer großen Anzahl von feſſelnden Kriminalgeſchichten,
bietet in ſeinem Roman „Feuer!” die außerordentlich lebenswahre
Dar=
ſtellung einer k=;;ktreichen Ehe. Ein Menſchenkenner gibt hier ein
dramatiſch bewegtes Bild, deſſen ſtarke Spannungen in dem engen
Rah=
men einer kleinſtädtiſchen Spießerwelt um ſo erregender zur Geltung
kommt. — Eigentümlich reizvoll iſt Henry Baerleins Geſchichte
der kleinen Tänzerin „Maripoſa”, deren bodenſtändiger
Menſchenver=
ſtand und Mutterwitz ſich in all den ungewöhnlichen, köſtlich
humorvol=
len Situationen des Buches aufs beſte zu bewähren wiſſen. Das
far=
bige ſpaniſche Lokalkolorit im Wechſel mit der Welt hinter den Kuliſſen
eines großen Varietés in London als Schauplatz ſowie eine Fülle
glän=
zend geſehener Figuren machen die Erzählung zu einer ungewöhnlich
intereſſanten und erfreulichen Lektüre.
Die Verlobung ihrer Tochter
Gertrud
mit
Herrn Ferdinand Schimmel
zeigen hiermit an
Heinrich Eck und Fra
Darmstadt, Moserstraße 8.
u
Juliea Hochreiter
Georg Oegenhardt
Verlobte
Darmſtadt
Holzſtr. 10
Euskirchen
b. Köln
(*22019)
Stat Karten.
Für die anläßlich unſerer
Ver=
lobung erwieſenen
Autmerkſam=
keiten danken herzlichſt
Emmi Keßler
22099
Robert Uigenannt.
Dankſagung.
Für die bielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem Heimgange unſerer
lieben Entſchlafenen
Anna Margarete
ſowie für die zahlreſchen Kranz= und
Blumenſpenden und Beteiligung bei
dem Begräbnis ſprechen wir hiermit
unſeren herzlichſten Dank aus.
ImNamen d. trauernd. Hinterblſebenen:
Georg Breidenbach II. Bwe.
geb. Hofferberth. 18657
Groß=Zimmern. den 23. Auguſf 1928.
Dankſagung.
Für die liebevolle Teilnahme,
ſowie für die zahlreichen
Kranz=
u. Blumenſpenden bei dem
Hin=
ſcheiden meines lieben Mannes
und unſeres unvergeßlichen
Vaters ſagen wir innigen Dank.
Katharina Winter
und Kinder.
(13653
KORPULENZ-
(Fettleibigkeit) wird beseitigt durch
„Tonnola- Zehrkun”
in kurzer Zeit erhebliche Gewichtsabnahme
u. jugendliche,schlankeFigur. Garantiert
unschädlich, ärztlich emptohlen. Keine
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fettzehrend. Viele Dankschr. Seit 28 Jahren
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Hämorrhoiden
können nachweisbar, in kurzer Zeit ohne
Operation dauernd geheilt werden.
Sprechſt. in Frankfurt, Mainzerlandſtr. 133,
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Sonnabend 8—12 Uhr.
(TV.10887
Dr. med. Colemann, Arzt.
Arterlenverkalkte!
Eine der häufigſten Todesurſachen nach dem
40. Lebensjahre iſt die Adernverkalkung
Wie man dieſer gefährlichen Krankheit
vorbeugen und weiteres Fortſchreiten
(Schlaganfall) verhindern kann, ſagt eine
ſoeben erſchienene Broſchüre des Geh. Med.=
Rat Dr. med. H. Schroeder, welche jedem
auf Verlangen koſtenlos und portofrei durch
R. H. Kühn, Berlin=Kaulsdorf 70,
zuge=
ſandt wird.
TV. 13619
Spielkreis, Hochstr. 62
Eigener Raum. Es werden noch einige
Kinder angenommen. Anmeldungen
bis 4 Uhr erbeten. J. Hoffmann,
Staatl. gepr. Kindergärtnerin. *21983
V554(
Wellblechbauten
R
Gertrud Eck
Ferdinand Schimmel
Verlobte 22046
Mannheim
Darmstadt
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht,
unſere Alten Herren, Philiſter, inaktive und
aktive Burſchen von dem am 24. Auguſt zu
Darmſtadt erfolgten Ableben unſeres lieben
Bundesbruders und Verkehrsgaſtes
Herrn stud. elektr.
Herbert Rau
„Hilaritas” Stuttgart
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Ehre ſeinem Andenken!
Stuttg. Burſchenſchaft
„Hlaritas”
J. A.: Roſer (X)
Darmſt. Burſchenſchaft
„Germania‟
J. A.: Hanſiein, F.=V.
Die Einäſcherung findet in aller Stille am Montag,
den 27. Auguſi, nachmittags 3 Uhr, auf dem Wald=
(*22004
friedhof ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Am 23. Auguſt entſchlief ſanft nach kurzem
ſchweren Leiden mein inniggeliebter,
herzens=
guter Mann, unſer treuſorgender, lieber Vater
und Schwiegervater
Wilhelm Frank
Regiſtrator i. R.
In tiefer Trauer:
Toni Frank, geb. Jaide
Luiſe Carius, geb. Frank
Otto Carius.
Darmſtadt, den 26. Auguſt 1928.
Auf beſonderen Wunſch des Verſtorbenen fand die
Ein=
äſcherung in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir dankend abſehen zu
wollen.
(*22015
Nach kurzem Leiden verſchied heute nacht meine
inniggeliebte Frau, unſere treuſorgende Mutter
und Großmutter
Luiſe Hallensleben
geb. Obenauer
im faſt vollendeten 71. Lebensjahre.
Oito Hallensleben
Ilſe Dingler, geb. Hallensleben
Friedr. Hallensleben und Frau
Roſe, geb Hand nebſt 3 Enkel
Julius Dingler.
Darmſtadt, den 24. Auguſt 1928.
Martinſtraße 2½
22027
Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Auguſt,
um 11 Uhr, auf dem alten Friedhofe ſtatt.
5 Tonnen -Lastwagen
Todes=Anzeige.
Unſere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Amalie Berck
R
Dr. Eiche!
iſt verreiſi
A
Dr. Kautzſa
von der Reiſſe
zurück. *22001M
geb. Bücking
iſt am Freitag mittag 6 Uhr heimgegangen
1. Petr. 1. 3., 4., 9.
Im Namen der Familie:
Ernſt Berck und Franziska Wandel, geb. Berck.
Han
Maſſage und Hei==
Gymnaſtik
Spezialift für Sschleain
von d. Reiſezuränl
Heinrichſtraße 48,II
(*2155lig)
Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Auguſt 1928,
nach=
mittags ½/,4 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofs aus ſtatt.
*22062
Kinderl. Ehep nimm
Kind
gegen einmalig. AN
findung als Eig. au
Ang. u. D 242 Gſch 0
21835)
Statt Karten.
Für alle Beweiſe wohltuender Teilnahme
beim Heimgange unſerer lieben Mutter
Frau Clara Rothamel
geb. Senfert
ſagen wir herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 25. Auguſi 1928. ( 22084
Bis 9. September werde ich
vertreten von den Herren:
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme bei
der Beerdigung unſeres lieben Vaters, Großvaters,
Schwiegervaters, Bruders, Schwagers und Onkels
Herrn Jean Krug
iſt es uns unmöglich, jedem Einzelnen gebührend zu danken
und wählen wir daher dieſen Weg. Wir danken in
aller=
erſter Linie dem Herrn Pfarrer Weigel für die ehrende uud
erbauliche Gedächtnisrede, die ſo recht ſeinen Lebensweg
kennzeichnete, ferner dem Kriegerverein Nieder=Ramſtadt=
Waſchenbach, der in Erfüllung eines letzten Wunſches
unſeres teueren Entſchlafenen, ihm alle militäriſchen Ehren
in alt geſchulter Exaktheit erwies; beſonderen Dank auch
dem Ehrenvorſitzenden des Vereins, Herrn Block, für den
ehrenvollen Nachruf nebſt Kranzſpende. Weiter danken
wir ſeinen Berufskollegen, der Metzger=Innung des
Land=
kreiſes Darmſtadt und beſonders ihrem Sprecher, Herrn
Obermeiſter Frey aus Arheilgen. Auch Herrn Dr. Müller
und der Krankenſchweſter Bertha ſei für die umſichtige
Pfiege und Behandlung unſer aufrichtiger Dank geſagt.
Und nicht zuletzt danken, wir der geſamten hieſigen
Ein=
wohnerſchaft für die überaus zahlreichen Kranzſpenden und
der ungemein ſtarken Beteiligung am Leichenbegängnis.
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Heinrich Krug.
Nieder=Ramſiadt, den 25. Auguſt 1928.
(13669
Terteist
Dr. Hein
Es vertreten mich
die Herren: (22127
Dr. Bernet
Dr. Degen
Dr. Hammer
Dr. Leydecker
bs 2. September
Dr. Andres, Rheinstr. 33
Dr. Gallus, Bismarckstr. 23
Dr. Berger, Wilhelminenstr. 5
Dr. Stern, Ernst-Ludwigstr 19
San.-Rat Dr. Langsdorf, Hügelstr. 11
S.-R. Dr. Nebelthau, Heidelbergerst. 7
Dr. Grode, Roßdörferstr. 20
Dr. Hof, Gervinusstr. 46/,
Dr. Bönning, Erbacherstr. 8 (ab 4. 9.)
Dr. Herm. Hofmann
Lauteschlägerstraße 16
C2i862)
Von der Reiſe zurück
Dr. Rogenthal
Eschollbrückerstraße 4½
(13632)
Von der Reiſe zuticl
Sanitälsral Dr. Brünag
Facharzt für Ohren=, Naſen=,
Halskrankheiten 135004
Wiederbeginn der ärztlichen
Tätigkeit
Dr. Fritz Groog
Heinrichstrasse 27 2210
ahnarzt F. Moose
Hügelstrasse 51 (22m.
Haarausfall
behandelt (13318a
Peter-Orth, Martinstr. 78
Hanns Jochheir
Strumpfhaus „Elite‟, Wilhelminenſtr. 11
(12939a)
Bervielfältigung.
Schwanenſtr. 30, 1.
22189iego
AKAD. BILDHAUE3
SPESSARTRING-
nimmt noch einige Schcz
und Schülerinnen von 10-
Jahren auf. Sprechstunr
nur zwischen 4-5 Uhr. (*222
un
Ast3
übernimmt das Ent= und Beladen von Waggons, per
Zentner 7—8 Pf nnio, ſowie ſämiliche Fuhren und
Möbeltransporte, auch von auswärts, ſchnel und
ge=
wiſſenhaft bei äußerſt billiger Berechnung
( 22116
Georg Wesp, Darmstadt
Eſchollbrückerſtraße 33 Eſchollbrückerſtraße 33½
VERNTCHTET. Fliegen, Stechmücken, Motter.
Ameisen, Wanzen, Küchenschaben samt Bruf.
R
Ncheres ſiehe 2
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n* Ausſtellung
-Hohrs Alte
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Seine Ehe
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ds Landestheate
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andere hieſige V
Auch das Soliſt
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abends 8 Uhr a
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der Titelrolle g
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Mexteo führ
chen der Oberſel
galls „Da
von 1988.
Mummer 237
Sonntag den 26 Auguſt 1928
Seite 3
„Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 26. Auguſt.
Wichtig für Auslandsdeutſche.
Auf Grund des Kriegsſchädenſchlußgeſetzes vom 30. März 1928
be=
awen jetzt die Barauszahlungen an die Auslandsdeutſchem,
Verdräng=
giund Vertriebenen; es werden auch die Eintragungem ins
Reichs=
nEdbuch vorgenommen. Bei der Rieſenzahl der vorliegenden Ent=
Bigungsanträge wird deren Erledigung mehrere Jahre in Anſpruch
unen, ganz beſonders in Anbetracht der ſchon oft öffentlich als zu
nirſam gerügten Arbeitsweiſe des Reichsentſchädigungsamtes. Die in
n Kreiſen der Geſchädigten darüber laudwerdenden Klagen erhalten
. dadurch eine Verſchärfung, daß ſelbſt die Empfänger der roten
—Auszahlungsſcheine wochenlang wuf Auszahlung des Geldes warten
Re.
* Für alle Geſchädigten wird es deshalb von Intereſſe ſein zu
er=
hoen, daß der Intereſſenſchutzverband der
Reichsentſchädigungsgläubi=
in Berlin W 30, Hohenſtaufenſtr. 2, faſt unbeſchränkte Mittel zur
Fügung geſtellt erhalten hat, mit denen er die ſofortige Bareinlöſung
—v vom R.E.A. ausgeſtellten Scheine vornehmen kann.
Die gleiche Organiſation warnt übrigens alle Auslandsdeutſchen
Verdrängtem, die eingetragenen Schuldbuchforderungen mit hohen
euſten zu verkaufen. Es iſt jederzeit eine hohe Beleihung ſolcher
eEhsſchuldbuchforderungen ohne Verluſt zu erreichen, worüber die
ge=
inmte Organiſation jedem Inteveſſenten koſtenloſe Auskunft erteilt.
* Eine Entſchließung der deutſchen
Auslandslehrer.
Auf der Tagung der deutſchen Auslandslehrer, die aus allen
Teilen der Welt zahlreich zu dreitägigen, harmoniſch verlaufenden
Beratungen in Darmſtadt zuſammenkamen, wurde folgende
Ent=
ſchließung einſtimmig angenommen:
Die in großer Zahl aus allen Teilen Europas, aus Mittel=
und Südamerika, Oſtaſien und Südafrika in Darmſtadt am 23.
bis 25. Auguſt 1928 zuſammengekommenen deutſchen
Auslands=
lehrer richten angeſichts der Notlage der deutſchen
Auslands=
ſchulen an den deutſchen Reichstag und die Parlamente der
deut=
ſchen Länder die dringende Bitte, den deutſchen Auslandsſchulen
noch ſtärkere Fürſorge als bisher zuteil werden zu laſſen. Die
gegen früher geſteigerte Fürſorge der Heimat für die deutſchen
Auslandsſchulen entſpricht noch immer bei weitem nicht der
Be=
deutung dieſer Schulen für die ideellen, kulturellen und
wirt=
ſchaftlichen Belange des deutſchen Volkes.
Staatsrat Block=Darmſtadt, Vorſitzender,
Lehrer Weber=Berlin, Schriftführer,
Studiendirektor Dr. Gaſter=Berlin
im Verbande deutſcher Auslandslehrer.
nir altungs=Ausſchuß). Wi= erinnern an die Anmeldungen zur
Teil=
nn me an der Rheinfahrt vom 9. und 10. Septzmber d. J. nach Köln.
öceres ſiehe Anzeige in der Freitagnummer dieſes Blattes. Eine ſo
jurſtige und wohlfeile Gelegenheit, zum Siebengebivge und nach Köln
n. Ausſtellung zu gelangen, wird nicht mehr vorhanden ſein.
—Hohes Alter. Am Montag, den N7. Auguſt, begeht Herr Johs.
zueſenächer, wohnhaft Dornheimerweg 63, ſeinen 89. Geburtstag. Geiſtig
ſer noch ſehr rüſtig, leider iſt er ſchon mehrere Jahre gänzlich erblin=
Seine Ehefrau begeht demächſt auch in voller Friſche ihren 89.
ſeigurtstag. Die diamatene Hochzeit wurde ſchon im vorigem Jahre
efieiert.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Sinfoniekonzerte.
Rahmen der unter Leitung von Herrn Generalmnſikdirektor Dr.
zihm ſtattfindenden 8 Montags=Sinfonie=Konzerte im Großen Haus
ei Landestheaters gelangt auch Beethovens 9. Sinfonie zur
Auffüh=
ung. Bei dieſem Konzert wird der Darmſtädter Muſikverein und
noere hieſige Vereine ſowie der Wormſer Städtiſche Chor mitwirken.
loch das Soliſtenquartett wird mit erſten Kräften beſetzt ſein.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Lnrmſtadt. Leitung: Direktor Adalbert Steffter. Heute Sonntag
hends 8 Uhr als letzte Vorſtellung die mit großem Beifall
aufgenom=
nnne Operette „Die gold’ne Meiſterin” zur Aufführung gelangt. In
e: Titelrolle gaſtiert Ida Bauer vom Stadttheater Regensburg.
— Alt=Darmſtabt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunbe.
ſchchſte Zuſamemkunft, Donnerstag, abends 8½ Uhr, Eintvachtſaal,
Ef-ſabethenſtraße 12. Gemütliches Zuſammenſein bei Mundart und
5rRimat.
— Tahlorixbuchführung. Auf den Anfang September
ſhattfinden=
en Buchführungskurs wird hingewieſen. (Näheres ſiehe Anzeige).
— Chriſtlicher Verein Junger Männer, Darmſtadt e. V. Wir
vkiſen dar uf hin, daß kommenden Montag, abends 8½ Uhr, im
Ver=
favsheim (Infanterie=Haſerme) wieder Familienbibelſtunde ſtattfindet, in
r Herr Pfarrer Köhler, ſprechen wird. Gäſte ſind willkommen.
— Orpheum. Der Kartenverkauf für die heutige
Sonntagsvor=
ſilllung der Operetten=Novität „Die blonde Ratte” iſt von 11 bis
AAis-4
PPPLLN
Lüorrer
O1—2
12-2
endsch 1h0. Hufgznſt
zUIoxnbrIKAnTRSTEI
PREISEN
O
A
17Uhr im Zeitungskiosk, Ernſt=Ludwigsplatz, und ab 3 Uhr ununter=
6n ochen an der Kaſſe des Orpheums. „Die blende Ratte” bleibt
nu=
nach wewige Tage auf dem Spielplan. (Siehe Anzeige.)
— Der unſterbliche „Dattrich”. „In der deutſchen Schule zu
Mextco führten bei einer Schulfeier am 25. 6. 28 Knaben und
Mäd=
cn der Oberſekundg einige wohlgelungene Szenen aus E. E.
Nieber=
gialls „Dattrich” vor.” So berichtet das Programm der Schule
vmn 1928. In der Schule ſind eine Reihe „Heſſen=Darmſtädter”
ver=
titen, ſo daß die Wiedergabe der einzelnen Szenen, als gur bezeichnet
wrden konnte. Es iſt erfreulich, daß ſich die Liebe zur Heimat auch
üer dem Meer auf dieſe Weiſe kundtut, und daß man auch in der
ererne die Mundart pflegt und ihre Dichter zu Ehren kommen läßt.
— Deutſche Jugendherbergen, Gau Sübhefſen. Am Sonntag, dem
2.. September, findet die Grundſteinlegung der neuen
Zugendherberge Zwingenberg (Bergſtraße), Eigenheim des
Cmues Südheſſen, deren Baukapitak (65 000 Mark) von den deutſchen
Gewerkſchaften geſtiftet wurde, ſtatt. Am gleichen Tage wollen wir
zwveſ neue Jugendherbergen” im Fürſtenlager bei
Auerbach einweihen. Der Tag muß eine Kundgebung von
grrößtem Ausmaße für die wandernde Jugend werden. Da in
deſem Jahre eine weitere größere Veranſtaltung nicht mehr ſtattfindet,
mird ſehr gebeten, den 23. September frei zu halten und in den
ein=
zelnen Gruppen heute ſchon dafür zu werben. Kommt alle aus nah
und fern! Näheres geht den Bünden noch zu.
Arbeitsloſenunterſtützung für Friedensblinde. Um über die Frage
drr Arbeitsloſenunterſtützung für „Friedensblinde” Klarheit zu ſchaffen,
hat der Verband der deutſchen Blindenanſtalten und Fürſorgevereine
ane Aeußerung des Reichsarbeitsminiſters ervirkt. Danach hat ein
A=lider auf Grund des A. A. V. G. vom 16. Juli 1927 8 69, Z. 1, 2 und
9S 87, 88, Abf. 1, ſoweit er in einer kranken= oder
angeſtelltenverſiche=
mungspflichtigen Beſchäftigung geſtanden und die Anwartſchaftszeit
ſſowie die ſonſtigen Vorausſetzungen erfüllt hat, Anſpruch auf
Arbeits=
lioſenunterſtützung nach den beſonderen Beſtimmungen des 8 88, Abſ. 3.
Die Aeußerung des Reichsarbeitsminiſters geht dahin, daß die Frage,
ubb ein Blinder als arbeitsfähig im Sinne des 8 87 nach 8 88 Abſ. 4
azuſehen iſt, in vielen Fällen zu bejahen ſein wird.
CWegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird der Voglerweg
viſchen Weberweg und Dieburgerſtraße bis auf weiteres für den Auto=,
Euhvwerks= und Radfahrverkehr geſperrt.
Vom Wochenmarkt. Kleinhandels=Tagespreiſe vom 25. Auguſt
N28 für ein Pfund bzw. Stück in Reichspf.: 1. Gemüſe: Kohlrabi
—8, gelbe Rüben 12—15, rote Rüben 15, Spinat 30—40, Römiſchkohl
E5, Rotkraut 25, Weißkraut 15—20, Wirſing 20—25, Stangenbohnen 40
ſis B, Buſchbohnen 30—35, Wach, bohnen 40—45, Erbſen 50—60,
Zwie=
beln 15, Knoblauch 80, Nhabarber 18—20 Tomaten 25—40,
Endivien=
nalat 15—20, Gärtner=Kopfſalat 18—2), Salatgurken 20—50,
Einmach=
grurken 2½—4½ Blumenkohl 40—120, Rettich 12—15, Meerrettich 150,
Madieschen (Vund) 7. — 2. Kartoffeln: Frühkartoffeln: 8. —
12. Obſt: Pfirſiche 50—6), Brombeeren 40—50 Preißelbeeren 60,
Mira=
ellen 45—55, Reineclauden 30—35, Tafeläpfel 25—35, Wirtſchaftsäpfel
180—25, Falläpfel 6—12, Tafelbirnen 25—35, Wirtſchaftsbirnen 10—15,
BZwetſchen 30, Trauben 60, Zitronen 10—20 Bananen 55—65. —
44. Eßwaren: Süßrahmbutter 230—240, Landbutter 190—220, Weich=
Säſe 35—45, Handkäſe 5—16, Eier, friſche 14—16. — 5. Wild und
Seflügel: Hühner 130—170, Tauben 70—90. — 6. Fleiſch= und
Wurſtwaren: Nindfleiſch, friſch 80—120, Kalbbfleiſch 110, Hammel=
(fleiſch 80, Schweinefleiſch 128—150, Dörrfleiſch 150, Wurſt 70—140,
WWurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 110.
— Steuerberechnungstafel. Ab 1. Oktober 1928 treten die neuen
GBeſtimmungen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn in Kraft. Die
Virma Herbert Joſt, Frankfurt a. M., Vauweg 8, hat eine neue
SStenterberechnungstabelle herausgegeben, die die ab 1 Oktober 1928
maß=
mebenden Beſtimnungen enthält. Die überſichtliche Anordnung der
ver=
ſſchiedenen Veſrimmungen und Steuerſätze iſt für die Berechnung der
4Lohnſteuer eine große Hilfe und wird ſicherlich von allen Lohnbüros
Tnur begrüßt werden. Wir können den Bezug dieſer Tabellen (pro Stück
11,20 RM.) nur empfehlen.
Lokale Veranſtaltungen.
Dle hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falſe irgendwie als Beſprechung oder Kritſt.
— „Orangeriehaus”, Sonntag, den 26. Anguſt, abends
8 Uhr, großes volkstümliches Konzert bei freiem Eintritt. (Siehe
heutige Anzeige.)
— Tanzabend. Im Hotel Prinz Heinrich findet heute,
Sonn=
tag abend, Konzert mit Tanz ſtatk.
13654
Landesverſammlung des Evangeliſchen
Bundes.
Die diesjährige Landesverſammlung des Heſſiſchem Hauptvereins des
Evangeliſchem Bundes findet am 8.—10. September im Oppenheim ſtatt.
Sie ſteht under dem Thema: „Evangeliſches Chriſtentum und deutſches
Volkstum”. In der großen evangeliſchen Volksverſammlung, in der
ehrwütridgen Katharinenkirche wird am Sonntag nachmittag der
Bundes=
direktor D. Fahrenhorſt, Berlin, über dieſes Thema ſprechen.
Feſt=
gottesdienſte findem in Oppenheim und in der näherem Umgebung ſtatt.
Die Begrüßungsverſammlung am Sonmtag abend iſt auf der
Lands=
krowe. Als Auftakt zur Landesverſammlung ſpricht Samstag, den 8.
September, abends, Pfarrer Berger, Darmſtadt, über: „Neue Zeit —
neu Gebot” für den Evangeliſchen Bund. Der geſchäftlichen Mitglieder=
und Abgeordnetenverſammlung am Montag, den 10. September, geht
die erſte Sitzung des neu ins Leben getretenen Evangeliſchen
Beamten=
ausſchuſſes voraus. Dieſer Ausſchuß, dem ſich bereits zahlreiche
evange=
liſche Beamte aller Grade angeſchloſſew haben, bezwecht die Vertretung
der Intereſſen der evangeliſchen Beamtem im öffentlichem Leben. In der
Mitgliederverſammlung ſpricht Dr. Kremers, Bonn, über: „Zur Frage
einer deutzſch=proteſtantiſchem Politik”
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ab 6,44, Frankfurt an 16,16, über Hannover—Bremen und zurück, die
im Fahrplan nur bis 31. Auguſt 1928 vorgeſehen ſind, verkehren bis
ein=
ſchließlich 6. Oktober d. J. weiter.
Die Tagung der Chevaliers
de la palk in Sau Soft.
(Von unſerm Sonderberichterſtatter.)
w.s. Bad Boll, etwas abſeits von der großen Eiſenbahnſtrecke
Stutt=
gart—Ulm gelegen, und von Göppingen in einer knappen Stunde mit
der Kleinbahni erreichbar, war ſchon im 16. Jahrhundert durch ſeine
Schwefelwaſſerquellen als beſonders heilkräftig gerühmt. Um die Mitte
des vorigen Jahrhunderts bis in unſere Zeit hinein wirkten dort zwei
Männer, die weit in der Welt bekannt waren: die beiden Blumhardts.
Strenggläubige Chriſten in der Art des ja überhaupt Württemberg
eigenen Proteſtantismus, heilten ſie durch Gebet Leiden allec Art,
vor=
nehmlich nervöſe. Ihre Wirkſamkeit hat jenem Ort eine eigenartige
Atmoſphäre verliehen, die heute — nach ihrem Tode iſt Bad Boll von
der Brüdergemeinde übernommen — ſorgſam weiter gepflegt wird. Wie
kaum ein Ort iſt es geeignet, Kongreſſe bei ſich zu beherbergen, die
bewußt=chriſtliches Gepräge tragen. In der klaren Erkenntnis dieſer
Tatſache hatte der Leiter des beutſchen Zweiges der Chevaliers de la paix
(Kreuzritter) die diesjährige internationale Tagung nach Bad Boll
ver=
legt. Die Bewegung der Chevaliers de la paix hat ihren Anfang im
Irrationalen, ihr Entſtehen verdankt ſie einem Erlebnis an ſich nicht
ungewöhnlicher Art, das aber dann von dem Betroffenen ausge,ſchöpft”
wurde. Es iſt darum wert, kurz erzählt zu werden: Hauptmann Etienne
Bach iſt bei der Ruhrbeſatzungsarmee. Er hat dienſtlich (wie das
da=
mals ja wohl ſelbſtverſtändlich war) Schwierigkeiten mit dem
Bürger=
meiſtern von Datteln, die zu ernſten Streitigkeiten führen. Da trifft
er ſich mit ihm beim Abendmahl — zufällig? Er nimmt dieſen Zufall
als Weiſung von höherer Hand und ſchafft nun eine internationale
religiöſe Bewegung, die ihre vierte Tagung in Bad Boll abhielt.
Es mögen bei anderen Tagungen Programme von Bedeutung,
ge=
haltene Reden und Diskuſſionen wichtig ſein. Hier kam es weniger auf
das an, was geſagt wurde, als wie es geſagt wurde. Ihren
Sat=
zungen gemäß halten ſich die Kreuzwtter von aller Politik fern. Das
ſtärkt ſie in ihrer Einigkeit, ſchränkt aber ohne weiteres ihren
Wirkungs=
kreis beträchtlich ein. Während die vorjährige Tagung in
Südfrank=
reich ſich nur mit dem religiöſen Unterbau der Bewegung beſchäftigte
(und deshalb in allen Teilen harmoniſch verlief), verſuchte man diesmal
auch zwar nicht die Löſung politiſcher und ſozialer Fragen, wohl aber
ſtellte man zur Diskuſſion, wie ſich der Kreuzritter dem öffentlichen
Leben gegenüber zu verhalten habe. Und da ergab ſich ganz klar, daß
der Wirkungskreis ſubjektiv beſtimmt und ſo recht klein iſt, daß aber
innerhalb des Kreiſes Erſprießliches geleiſtet werden kann. Eine
ppli=
tiſche Bedeutung pazifiſtiſcher Art kommt der Kreuzritterbewegung nicht
zu. Sie iſt ſubjektiv, und zwar bewußt individualiſtiſch. Sie iſt auf
Erleben aufgebaut, auf „conversion” (Bekehrung), wie der Franzoſe
ſagt. Sie kann ſo für die einzelne Perſönlichkeit wertvoll ſein, ſie kann
auch die perſönlichen Beziehungen zwiſchen Angehörigen der
verſchie=
denen Völker geſtalten helfen. Immer aber wird wegen des
perſönlich=
intimen Charakters der Wirkungskreis beſchränkt bleiben. Wenn man
ſich darüber noch nicht ſo ganz klar geworden iſt in Bad Boll, ſo
er=
klärt ſich das aus der jugendlichen Aktivität des Führers Etienne Bach,
deſſen wirklich hinreißendes Temperament und redneriſche Begabung
der Tagung trotz allem, was ſonſt geſprochen wurde, den Stempel
auf=
drückte. Es hat wenig Wert, von einer Tagung des Erlebens Sachliches
zu berichten und dazu Stellung zu nehmen. Die Grundfrage wurde
zwar von niemandem geſtellt, ſie ſchwang aber ſchon heimlich mit, gab
den Reſonanzboden, die Frage nämlich: iſt eine Bewegung, die ja wohl
irgendwann einmal in irgend einem Sinne zu den Fragen des täglichen
Lebens Stellung nehmen muß, will anders ſie ihre Stoßkraft, ihre
„activity” nicht einbüßen, iſt ſie einzig und allein auf ein ſo perſönliches
Erlebnis wie das des Capitaine Bach aufzubauen? Kann ſie mit
Hoff=
nung in die Zukunft blicken? Die Exiſtenzfrage alſo. Sie wurde in Bad
Boll nicht geſtellk. Eine andere Tagung wird ſie zu ſtellen haben. Und
dann ihre Löſung verſuchen müſſen.
Einweihung der Rüſſelsheim=Flörsheimer
Brücke.
Bei der am Sonntag, den 25. Auguſt 1928, nachmittags 3 Uhr,
be=
ginnenden Einweihungsfeier der neuen, bei Rüſſelsheim—Flörsheim
erbauten Mainbrücke wird mit einem ſtarken Menſchenandrang zu
recmen ſein. Zur Vermeidung von Störungen und im Intereſſe einer
geregelten Abwicklung des Verkehrs iſt es erſorderlich, daß jedermann
den Anordmngen des Aufſi htsperſonals Folge leiſtet. Die Brücke ſelbſt
iſt bis zur Beendigung des Feſtakts für den öffentlichen Verkehr geſperrt
und kann auch am Vormittage des Feſttages von Fußgängern, Wagen
oder ſonſtigen Fahrzeugen nicht benutzt werden. Die zur Brücke
füh=
renden Rampen dürfen nur von den Vereinen von Rüſſelsheim und
Flürsheim nach näherer Beſtimmung der örtlichen Gemeindebehörden
tor und während des Feſtaktes betreten werden. Der Feſtakt wird ſich
zum größten Teil auf dem Rüſſelsheimer Ufer abſpielen. Dort wird
der Verlauf des Feſtaktes dem Publikum in weitem Umfange durch
Lautſprecher übermittelt werden. Für das am Abend des Feſttages
ſtattfindende Feuerwerk empfiehlt es ſich nicht, ſich auf der Brücke
auf=
zuſtellen, da ein Teil des Feuerwerks von dort aus nicht beobachtet
werden lann. Am zweckmäßigſten wird das Feuerwerk von einem
Standort unterhalb der Rüſſelsheimer Brücke auf der Rüſſelsheimer
Seite beobachtet. Der Zutriit zu dem dort angelegten Feſtplatz iſt für
jedermann frei. Auch iſt für die Aufſtellung von Fahrzeugen in der
Nähe des Feſtplatzes Vorſorge getroffen.
Eingemeindungen in Heſſen.
Der Zwang zur Sparſamkei= und Rationaliſierung in der
Ge=
meindeverwaltung, die Anforderungen der Wirtſchaft nach baureifem
Gclände für induſtrielle Zwecke, das Streben nach Ausbau der
Villen=
kolonien und ſchließlich die Entwicklung des geſamten Verkehrsweſens
haben die Frage der Eingemeindungen auch in Heſſen verſchiedentlich
akut werden laſſen. Namentlich in den größeren Städten — ſo Mainz,
Offenbach, Worm3 uſw. — hat man ſich mit den hier zu löſenden
Problemen befaßt, die zum Teil wenigſtens zur Zufriedenheit der
bei=
den Nachbargemeinden geregelt wurden. In den letzten Tagen wurde
verſchiedentlich die Behauptung aufgeſtellt, daß das Innenminiſterium
beabſichtige, mit einem im Herbſt dem Landtag zugehenden
Geſetzent=
wurf die noch ſchwebenden Eingemeindungsabſichten voran zu treiben.
Auf Grund unſerer Kenntnis der Dige können wir folgendes
feſt=
ſtellen: Die Vereinigung von Landgemeinden oder Stadtgemeinden
mit Landgemeinden iſt durch die Landgemeindeordnung Heſſens vom
8 Juli 1911 bzw. durch die Städteordnung vom gleichen Tage geregelt.
Dieſes Geſetz beſtimmt, daß eine Stadtgemeinde nur mit Genehmigung
der Staatsregierung gebildet, umgeändert oder aufgelöſt werden kann.
Die Angliederung von Gemeinden kann unter Zuſtimmung der
beider=
ſcitigen Gemeindevertretungen nach Anhörung des Kreistages von der
Staatsregierung genehmigt werden. Verweigert aber eine beteiligte
Vertretung ihre Zuſtimmung, dann kann die Genehmigung nur durch
ein beſonderes Geſetz ausgeſprochen werden. Bisher iſt meiſt eine
Eini=
gung zwiſchen den beteiligten Gemeinden auf gütlichem Wege zuſtande
gekommen, ſodaß ei beſonderes Geſetz, das ſelbſtverſtändlich dem
Land=
tag zur Annahme unterbreitet werden mußte, nicht erforderlich war.
Die Gerüchte, die von einem neuen Geſetzentwurf ſprechen, ſind alſo
falſch. Richtig iſt allerdings, daß dem Mniſterium ein Fall vorliegt,
in dem eine große Stadt dringend Induſtriegelände benötigt, das ſie
aber nicht beſitzt. Eine Nachbargemeinde, die derartiges Gelände in
größerom Umfange hat, weigert ſich jedoch, dem Verlangen der Stadt
entgegenzubommen. Hier wird alſo zunächſt verſucht werden, im Wege
der freiwilligen Vereinbarung zwiſchen beiden Parteien die
Streit=
runkte zu beſeitigen. Gelingt das nicht, dann müßte allerdings über die
Gemeindeaufſichtsbehörde eingegriffen und am Ende ein beſonderes
Ge=
ſetz dem Landtag vorgelegt werden, das die Eingemeindung ausſpricht.
Wehrſcheinlich wird aber auch in dieſem Falle die äußerſte Konſequenz
nicht eintreten.
Die neue Tanzmode. Der Allgemeine Deutſche Tanzlehrer=Verband
hat in Bad Kiſſingen getagt und zu der Frage Stellung genommen
was man in dieſem Winter tanzen ſoll und muß. Zu dieſem Zwecke
wurden alle ausländiſchen Tänze daraufhin geprüft, inwieweit ſie der
deutſchen Eigenart gerecht werden. Am 22. Auguſt fand dann im
Kur=
haus die große Tanzſchau ſtatt, mit dem Ergebnis, daß folgende Tänze
anerkannt wurden: Charleſton=Quickſtep, Slowſox, Tango, Yale=Blues
und Engliſh Valſe, in verfeinerter, ruhiger Schrittart; ganz neu iſt der
ſehr beifällig aufgenommene Tile=trot. Abgelehnt wurden Sugarſtep.
Twiſt und Baltimore. Nunmehr dürfte ſich alſo, niemand mehr im
Zweifel befinden, in welcher Form er die nötigen Tanzkilometer in den
kommenden Monaten zurücklegen muß.
Aus den Parteien.
— Rheinfahrt der Deutſchen Volkspartei. Für
die am 2. September ſtattfindende Rheinfahrt der Deutſchen Volkspartei
macht ſich in ganz Heſſen lebhafteſtes Intereſſe bemerkbar. Aus
zahl=
reichen Ortsgruppen der drei Provinzen ſind bereits Anmeldungen
ein=
gegangen; trotzden beſteht keine Gefahr, daß der Dampfer überfülltz
wird, da erſt nach endgültiger Meldung der Teilnehmerzahl der Dampfer
beſtimmt wird. Die Landesgeſchäftsſtelle hat daher das größte Intereſſe
daran, daß die Teilnehmerkarten nicht erſt in den letzten Tagen gelöſt
werden. Die Fahrt findet bei jedem Wetter ſtatt. Es iſt Vorſorge
getroffen, daß auch bei ſchleihtem Wetter, das aber nicht zu erwarten
iſt, alle Teilnehmer unterkommen. Da der Fahrpreis mit 3, 50
Mark eine beinahe 150prozentige Verbilligung
gegenüber dem normalen Fahrpreis bedeutet, ſollte ſich kein
Partei=
freund dieſe günſtige Gelegenheit zu einer Rheinfahrt entgehen laſſen
(Jugendliche von 6—16 Jahren, ſowie die Mitglieder der
volkspartei=
lichen Jugendgruppen zahlen nur 1,75 Mark). Erneut wird darauf
aufmerkſam gemaht, daß auch Nichtmitglieder zum
glei=
chen Preis mitfahren können. Die Darmſtädter Teilnehmer
fahren am Sonntag vormittag 8.05 Uhr in Darmſtadt ab;
Sonntags=
fahrkarte iſt von jedem Teilnehmer ſelbſt zu löſen; wir ſteigen bereits
in Mainz=Süd aus, von wo auch abends 8,16 Uhr die Rückfahrt
er=
folgt. Um 9,07 Uhr iſt bereits alles wieder in Darmſtadt. — Die
Kar=
ten ſind auf der Geſchäftsſtelle der D.V.P., Rheinſtraße 22, Fernſprecher
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[ ← ][ ][ → ]Darmſtadt Zentrum der Welthöhenforſchung
Vor einigen Tagen konnten wir berichten,
daß der größte Freiballon der Welt, „Bartſch
von Sigsfeld” von der Deutſchen
Verſuchs=
anſtalt für Luftfahrt (D. V. L.), in Darmſtadt
ſtationiert würde, mit dem ausgeſprochenen
Zweck, Höhenaufſtiege zu unternehmen, und
zwar in Höhen von 7000 Metern aufwärts.
Die Erforſchung der Höhen bis 12000 Meter
iſt für die Entwicklung der Luftfahrt von
ganz außerordentlicher Bedeutung, weil
ge=
rade in dieſer Stratusſchicht die
atmoſphä=
riſchen Störungen auf ein Minimum ſinken
und ſomit erheblich geſteigerte
Geſchwindig=
keiten möglich erſcheinen. Etwas, worüber
man noch keine genügende Klarheit hat, iſt
die Frage: Wie arbeiten in dieſen und noch
größeren Höhen unſere Flugmotoren? Wie
iſt die Wirkung auf den Menſchen? In den
bis jetzt erforſchten Höhen machen ſich
Be=
ſchwerden nicht geltend, d. h. wie bei den
Höhen von 6000 Metern, wie ſie ja jeden
Morgen auf dem Darmſtädter Flugplatz
er=
reicht werden. Darüber hinaus benötigt die
Maſchine beſondere Höhenvergaſer,
Spezial=
motoren uſw. Um nun feſtſtellen zu können,
wie unſere derzeitigen Motoren im
Dauer=
betrieb in der ſtark verdünnten Luft arbeiten,
müſſen Höhenaufſtiege des Ballons
unter=
nommen werden, der in ſeiner Gondel auch
ſolche Motoren mitnimmt.
Profeſſor Hoff, der Leiter der D.V. L.,
formulierte die Aufgabe des Ballons
unge=
fähr dahin, daß atmoſphäriſche, mediziniſche
und motortechniſche Verſuche in Höhen bis
zu 12000 Metern gemacht würden.
Es iſt für Darmſtadt eine Anerkennung
ſeiner Bemühungen um die Luftfahrt, wenn
es mit der Höhenforſchung betraut wurde.
Die wiſſenſchaftliche Auswertung dieſer
Auf=
ſtiege iſt von allergrößter Wichtigkeit und
Bedeutung für die Luftfahrt überhaupt.
Die mediziniſchen Verſuche erſtrecken ſich
auf die Feſtſtellung, wie der menſchliche
Or=
ganismus in den Höhen über 7000 Meter
arbeitet. Die ganze Ballonbeſatzung iſt
ſelbſt=
verſtändlich mit Sauerſtoffapparaten
ausge=
rüſtet und muß ſich ihrer zur künſtlichen
Atmung bedienen. Sie hat ſich vor dem
Aufſtieg einer Probe in der
Unterdruckkam=
mer zu unterziehen, wobei feſtgeſtellt wird,
ob der Betreffende ſich überhaupt für
Höhen=
aufſtiege eignet. Es werden alſo alle nur
erdenklichen Maßnahmen getroffen, um
wirk=
lich geſunde und widerſtandsfähige Leute
hinaufſchicken zu können.
Der größte Freiballon der Welt: „Bartſch von Sigsfeld”.
Daneben ein Freiballon normaler Größe.
Wir geben nun einige Daten des Ballons bekannt: Die
Ballonhülle, die aus zwei diagonal übereinanderliegenden
Baum=
wollſchichten mit dazwiſchen geſtrichener Gummiſchicht beſteht, hat
einen Inhalt von rund 10 000 Kubikmetern. Der Durchmeſſer iſt
26 Meter, die Höhe des fertigen Ballons beträgt 42 Meter. Das
Gewicht der Ballonhülle beträgt 840 Kilogramm. Das Netzwerk,
welches nach neuen Geſichtspunkten geflochten wurde, hat ein
Ge=
wicht von 720 Kilogramm, der Korb wiegt 170 Kilogramm, bei
Ausmaßen von 2,3 auf 1,8 Meter, das Schleppſeil wiegt 100
Kilo=
gramm. Der Ballon iſt ferner ausgerüſtet mit einer Funkanlage,
Fallſchirm, elektriſchen Einrichtungen uſw. Zuſammen hat alles
neben anderen Ausrüſtungsgegenſtänden ein Gewicht von 2180
Kilogramm. Die einzelnen techniſchen Einzelheiten hier gunz
führen, würde zu weit führen, trotzdem gerade ſie dieſe Höhs,
aufſtiege mit größter Sicherheit garantieren und beweiſen, 70
man an dem ſchon ſeit Jahrzehnten angeblich vollendeten Baw,
immer noch wichtige Verbeſſerungen anbringen konnte.
Dank der Initiative des heſſiſchen Innenminiſters und uni
zuletzt dank der unermüdlichen Tätigkeit einzelner Privatverſoru
hat Heſſen bzw. Darmſtadt dieſe für die Weiterentwicklung
Luftfahrt ſo notwendige Einrichtung bekommen. Die Darmſtäch
Hochſchule mit den beiden Lehrſtühlen für Luftfahrt (Prof. Ew=,
hardt) und Meteorologie (Prof. Georgii) hat durch dieſen
Ball=
eine große Bereicherung ihrer Aufgaben erfahren. Auch die m
ziniſche Fakultät der Landesuniverſität Gießen wird ſich
Ballons zu Unterſuchungen bedienen.
Darmſtadt hat gewiß einen guten Namen in der geſanwel
Luftfahrt. Aber nichts ſpricht ſo für die Wertſchätzung, die warn
unſerer Stadt auf dieſem Gebiet entgegenbringt, als die
Tatſan=
daß ſämtliche maßgebenden Stellen ſich einmütig für Darmſtt
ausſprachen und die Angebote ſehr vieler anderer Bewerber.
beachtet ließen. Die D.V.L. wird ihre Forſchungen in engne
Gemeinſchaft mit den betreffenden Stellen der Techniſchen Huch
ſchule Darmſtadt unternehmen. Die Forſchungen beider Inſtitt
werden gemeinſam ausgewertet. Die Techniſche Hochſchule un
damit die Stadt Darmſtadt werden durch dieſe Einrichtung Mitt.
punkt der Höhenforſchung überhaupt. Es iſt ſelbſtverſtändmt
daß ſich dadurch auf die Bedeutung der Techniſchen Hochſchal
und auf die Bedeutung Darmſtadts überhaupt ſehr günſtige Are
wirkungen ergeben.
Der erſte hieſige Aufſtieg des Ungetüms, für deſſen Untn
bringung alle Vorſorge getroffen iſt, wird bereits in den nächſſ
Wochen erfolgen.
Erhöhung der
Verſicherungspflichtgrenze=
in der Angeſtelltenverſicherung.
Durch Verordnung des Rcichsarbeitsminiſters vom 10. Auguſt 1.9
iſt die Verſicherungspflichtarenze mit Wirkung vom 1. Septe
ber 1928 von jährlich 6000 RM. auf jährlich 8400 RM. erhöht wordey
Es gilt vom 1. September 1928 an die bisherige Gehaltsklaſſe=
(Beitrag 20 RM.) bei einem monatlichen Arbeitsverdienſt von mu
als 400 RM. bis zu 500 RM., die Gehaltsklaſſe G (Beitrag 25 NS2.
bei einem Arbeitsverdienſt von mehr als 500 RM. bis zu 600 NSc
die Gehaltsklaſſe H (Beitrag 30 RM.) bei einem Arbeitsverdienſt Au
mehr als 600 RM. Jeder Pflichtverſicherte kann jederzeit zu ei —
höheren als der ſeinem Einkommen entſprehenden Gehaltsllaſſe Wil
träge zahlen. Pflicht= und freiwillig Verſicherte können ſich auch in ia
Beitragsllaſſen 1 mit einem Monatsbeitrage von 40 MM. und K —n
einem Monatsbeitrage von 50 RM. freiwillig höher verſichern.
Tageskalender für Sonntag, den 26. Auguſt 1928.
Heſſiſches Landestheater. Großes Haus: Geſchloſſen.
Kleines Haus: Sommerſpielzeit, nachm. 15 Uhr: „Der Zarewitfſc-,
abends 20 Uhr: „Die goldene Meiſterin”. — Orpheum: abems
20 Uhr: Gaſtſpiel des Berliner Metropoltheaters: „Die blonde Matzu.
— Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schm.,
Kaffee Haſſia, Waldſchlößchen, Darmſtädter Hof, Frankfurter Ki
Rummelbräu, Neues Schießhaus, Hotel Prinz Karl, „Zum Kaplau,
Reichskrone, Neckartor, Perkeo, Hotel Prinz Heinrich, Brauerei Sch.,
Reichshof, Reſtauration Eintracht, Darmſtädter Hof. — Oranger==
Garten: nachm. 16 Uhr: Gau=Feſt des Heſſ. Sängerbundes; aber?
20 Uhr: Volkstümliches Konzert. — Konkordiaſaal: nacht.
16 Uhr: Stiftungsfeſt des Gärtner=Vereins „Feronia”. — Wien =
Kronenbräukeller: nachm. 16 Uhr: Großes Volksfeſt.
Ludwigshöhe: nachm. 16 Uhr: Konzert. — Orangeri!
haus: abends 20 Uhr: Volkstümliches Konzert. — Kinovo,
ſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
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[ ← ][ ][ → ]Nrummer 237
Sonntag, den 26. Auguft 1928
Seite 7
Aus Heſſen.
Roßdorf, 25. Aug. Säuglings=Beratungsſtunde.
Donnerstag, den 30. d3. Mts., nachm. von 3—4 Uhr, findet die
ſiee Säugling3=Beratungsſtunde in der Kleinkinderſchule in
An=
ell heit des Herrn Dr. meil. Heck ſtatt. — Kirchweihfeſt. Das
ſae Kirchweihfeſt wird am 30. September und 1. Oktober gefeiert.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 25. Aug. Gemeinderatsbericht. Ein=
? Punkt der Tagesordnung bildete die Neuanſchaffung eines Motors
as Gemeinde=Elektrizitätswerk. Im Laufe der Jahre hat der
bmeverbrauch in hieſiger Gemeinde devart zugenommen, daß die
vor=
brnen Motore und die inzwiſchen nutzbar gemachten Waſſerkräfte
rmehr ausreichen, um den begehrten Strom zu erzeugen. Die
Ge=
mhe war daher, wen ſie das Elektrizitätswerk erhalten wollte,
ge=
e.—, noch vor Eintritt der Winterlichtperiode eine weſentliche
Erwei=
uu der Motovenanlage vorzunehmen. Nach längeren
Verhand=
grm kam man zu dem Entſchluß, die bisherige Motoramlage in
vol=
mfange beizubehalten und dazu noch einem 100 PSMotor anzu=
Fien. Mit dieſer Kräfteſtärke iſt das Werk nicht nur allen
Anfor=
ay=gen gewachſen, ſondern es verbleibt auch noch eine beträchtliche
ſeuve. Nachdem dieſer Beſchluß feſtſtand, galt es, einen geeigneten
ſter zu beſtimmen. Die Wahl fiel für den Gemeinderat
außerordent=
hwer, machdem ſich angeſehene Firmen um die Lieferung des Mo=
Bewarben. Auf Vorſchlag der Kommiſſion, die ſich Maſchinen der
ſäuiedenſten Syſteme vorher angeſehen hatte und die auch die Anſicht
as uparteiiſchen Sachverſtändigen hörte, wurde nun in der geſtrigen
ſtung beſchloſſen, das Syſtem Köln=Deutz auszuwählen. Die Lieferung
Slektriſchen Teils (Dynamo, der mit der Antriebswaſchine direkt
abpelt wird) wurde der Fa. Bergmann=Elektrizitätsgeſ. übertragen.
E. Ober=Ramſtadt, 25. Aug. Kirchweihe in Ober=
Ram=
t. Am Sonntaa, den 2. und Montag, den 3. September, wird
erdie Kiuchweihe gefeiert. Man rechnet, wie in früheren Jahren, auch
ne wieder mit einem ſehr ſtarken Beſuch von ausnärts und trifft
ſiüüir jetzt ſchon, wenigſtens in Geſchäftskreiſen, alle Vorbereitungen,
mötig ſind, um den Gäſten die Kirchweihtage auch in dieſem Jahre
angenehm wie möglich zu geſtalten. Wenn die „Owwe=Remſchter
aß.” ſchon ſeit Jahren von Auswärtigen gern beſucht wird, findet dies
arſter Linie ſeinen Grund in den ſchönen und gemütlichen
Lokali=
ein am Platze, die in den letzten Jahren durch zwei große
Saalneu=
ungen noch vermehrt wurden. Speiſen und Getränke werden in allen
ſiſſtätten einwandfrei, in reicher Auswahl und zu ſoliden Preiſen
racht und an Stimmung fehlt es nirgends. Die Beſuchsmöglichkeit
r Darmſtädter, Nieder=Ramſtädter und Traiſaer Bewohner iſt in
zſum Jahre durch die „Heag‟=Omnibuslinie Böllenfalltor—Ober=
Ram=
d. noch bedeutend verbeſſert. Wem aber daran gelegen, den Weg
eher zu Fuß zurückzulegen, dem ſtehen hierfür, nach allen Seiten
zäe und ausſichtsreiche Spazierwege durch die umfangreichen,
herr=
m Wälder, die teilteiſe ſehr nahe an den Ort, heranreichen, zur
erfügung. Sehr verlohnend iſt auch, dem im Vorjahre angelegten,
jien und ſowohl in ſportlicher als auch in techniſcher Hinſicht
über=
uwt, vollendeten Schwimmbad der hieſigen Schwimmbadgeſellſchaft
ſiarend der Kirchweihtage einen Beſuch abzuſtatten. Es liegt in
un=
ſihrelbarer Nähe der Helgertsmihle, woſelbſt die Heag=
Omnibusverbin=
nug eine Bedarfshalteſtelle (Schwimmbad) eingerichtet hat.
.0- Groß=Bieberau, 25. Aug. Schon ſeit 14 Tagen nehmen unſere
elder ein herbſtliches Gepräge an. Das Gold der Aehren iſt geſchwun=
und das Grau der gepflügten Aecker nimmt zu. Mit Ausnahme
wenigen Hagelſchauern war unſere Gegend von ſchweren
Natur=
ſochen verſchont. In den faſt überfüllten Scheuern ſind die beiden
uſt ſchmaſchinen feſt im Gang. Der Ertrag befriedigt ſehr. Schon
be=
mit man mit dem Grummetmähen. Eine große Aucke im
Bauern=
as shalt bildet die äußerſt geringe Obſternte, die ſich ſchon recht ſehr
uc in Verbraucherkreiſen geltend gemacht hat, denn die Nachfrage nach
ſeiefeln iſt ſehr ſtark. — Was in unſerer Heimat eigentlich wenig be=
As et und geſchätzt wird, das ſind unſere herrlichen Wälder, die ſich von
das Fiſchbachtal umſäumenden Höhen und Kuppen bis an die
jäoder der Talmulden hinabſenken, meiſt reine Buchenwälder in allen
e ensaltern, dann wieder Nadel= und Miſchwaldungen. Vor einigen
Lo chen hatten etwa 40 Forſtleute aus den Aemtern Meſſel, Langen,
rmichſtein, Darmſtadt, Jugenheim u. a. dam hieſigen Bezirk einen
fa uch abgeſtattet. Förſter Hachler aus Niedernhauſen hatte die
Füh=
wmag übernommen. Alle bewunderten den guten Stand der gepflegten
böldungen und Kultmen und ſpendeten dem ausgezeichneten Führer
enonders Dank, der ihm umſomehr gebührte, als er am Schluſſe der
ſonderung ſein gaſtliches Haus öffnete und die Herren freundlichſt
eteirtete. — Die Kurdörfer Lichtenberg, Lützelbach, Neunkirchen und
korod waren in den Sommermonaten ſehr ſtark beſuchk, ſo daß mänche
iſpätete Anmeldung nicht mehr Berückſichtigung fand. Beſondere
An=
eung hatte das Schwimmbad Lichtenberg, das muſtergültig eingerich=
und gut geleitet wird. Auch wirft es bereits eine gute Rente ab,
Anſporn für andere Gemeinden, dem zu folgen. — Auch das Haus
ei Naturfreunde am Fuße des Rimdidim war das Ziel großer
Wan=
ſcharen.
L. Michelſtadt, 25. Aug. Kurthegter. Am Sonntag, den 26.
lunguſt, abends 8½ Uhr, wird durch die Gruppe des Kurtheaters die
d)Ferette „Hoheit tanzt Walzer” aufgeführt. In Vorbereitung befindet
ch. die Oper „Der Waffenſchmied” von Lortzing, deſſem Vorführung im
Blrldtheater im Stadion vorgeſehen iſt. — Wohlfahrtstage.
durch die Arb.=Wohlfahrt wird am 1. und 2. September ein
Blumen=
mo Sammeltag venanſtaltet, und wird um rege Unterſtützung durch
Bevölkerung gebeten. Möge jedes ſein Scherflein zur Linderung
Not unter den Aermſten nach ſeiner Möglichkeit beiſteuern. —
Biamnaſtikkurfe. Die Schule für Körperkultuv aus Wiesbaden,
wir bei dem durch die Stadwverwaltung im Stadion kürzlich
veran=
fa tetzen „Venezianiſchen Abend” kennen lernten und ihre Darbietungen
ellerchte ein Seied berst Wugbe Seichcaeunſe ei.
Gru 1, Kreis 5 des DSV. liegen über 140 Meldungen vor, wodurch
)ie Gewähr für ausgezeichnete und den Beſucher intereſſierende
Lei=
tugen gegeben iſt.
Ag. Lindenfels, 25. Aug. Seinen 91jährigen
Geburts=
ti=g. feierte in aller Stille Herr J. A. Schmitt im benachbarten
Nurth. Als Urgroßvater maht er noch ſeine gewohnten Ausgänge und
gſubt, den „100.” ebenfalls noch feiern zu können. Mit ſelten gutem
G=dächtnis erzählt er von der Geſchichte unſerer Burg und den
Verhält=
uüſen vor faſt hundert Jahren, wo Lindenfels noch eine arme Gemeinde
mar. Wir entbieten unſerem alten Jünger Gutenbergs unſeren
herz=
liEſten Glüchwunſch! — Die erſte Flugpoſt in Lindenfels.
G=ſtiern nachmittag warf ein Poſtflieger die erſte Flugpoſt ab. Der
Ennpfänge=, Frau vom Baur, bonnte in unmittelbarer Nähe ihres
An=
msſens die wichtige Poſt in Empfang nehmen. Zwei Stunden ſpäter
eiſſchien erneut ein Flieger und warf für ſeine Braut, welche zur Zeit
in. der „Penſion Katzenmeier” zur Kur weilt, auf dem freien Platz in
unmittelbarer Nähe der Penſion eine Geldſendung ab. Einige
Mi=
uuten ſpäter hatte die glückliche Braut erneut „Draht”, für weiteren
Kurraufenthalt. — Kurbetrieb. Obwohl der Anfang des
dies=
ührigen Kurbetriebs infolge der naßkalten Witterung empfindlich
zülitten hatte, wurde der Verluſt dunch die anhaltend gute Witterung
langſt wieder nachgeholt. Der letzte Wechſel iſt bereits wieder dunch neue
Cöäſte nachgeholt und haben z. Z. alle Hotels und Penſionen beſetzt.
4aas geſtrige Kurkonzert auf der Burg war infolge der warmen
Witte=
rung ſehr gut beſucht und kann der Kurverwaltung nur Dank
ausge=
ſt rochen werden, daß das Konzertprogramm regelmäßig durchgeführt
und die Beleuchtung auf der Burg den Zeitverhältniſſen entſprechend
emgerichtet worden iſt. Wenn Kurverwaltung und Gemeindeverwaltung
huand in Hand arbeiten, wird nach Bad=Nauheim unſer Lindenfels an
zweiter Stelle kommen. Landſchaftlich betrachtet, iſt die „Perle des
Adenwaldes” kaum zu übertreffen, und Sache des Staates wäre es,
her neben Bad=Nauheim gleichfalls helfend einzugreifen und die hieſige
gurverwaltung zu unterſtützen. Wenn wir nur erſt einmal unſere
Alektriſche Bahn hätten. Warten wir alſo noch geduldig einige Wochen,
2 s unſere Herren Abgeordneten aus den Sommerfriſchen, dem Seebad
MSer ſonſtwvo zurückgekehrt ſind. Der Landtag war in Lindenfels; die
c=erren haben ſich überzeugt, daß hier etwas geſchehen müſſe. Und wir
ſund voller Optimismus und ſagen: „Die Bahn von Bensheim-
Linden=
ſt 1s wird gebaut!”
A. Aus dem Schlierbachtal, 25. Ang. Grummeternte.
Nach=
dem nunmehr die Getreideernte ſoweit beendet iſt — der Hafer kam
dieſer Tage noch unter Dach —, kann die Grummeternte beginnen, die
aber nur ein mageres Ergebnis verſpricht, da die Trockenheit der
letz=
uen Wechen den Wuchs des Ohmet, wie man hierzulande das Grummet
wennt, behinderte. — Das Fallobſt wird jetzt bereits von den
öändlern mit 3 Mark pro Zentner aufgekauft. Leider gibt es aber
nicht viel Kernobſt, ſo daß es wohl dieſes Jahr ſehr teuer wird.
Da=
wegen gibt es eine ſehr gute Steinobſternte.
4. Schlierbach, 25. Aug Hohes Alter. In dieſen Tagen
eierten zwei der älteſten Mitglieder unſeres Kinchfpieles ihren
Geburts=
uug: „Herr Johunnes Vollrath in Schannenbach, 85 Jahre, und
ſSerr Förſter in Ruhe Geora Neinhard hier, 82 Jahre, alle beide
uend Atveteranen von 1866 und 1870/71 und trotz ihres Alters noch ſehr
üüſtig. Anläßlich ihres Geburtstages, wurden ſie von nah und fern
Rieglüchwünſcht.
Stellungnahme der heſſiſchen Steuer=Antererheber zur
Frage des Steuereinzuges durch die Gemeinden.
WSN. Frankfurt a. M., 25. Auguſt.
Der Reichsverband der Büroangeſtellten und Beamten hatte heute
nach Frankfurt zu einer Verſammlung der Steueruntererheber des
Lan=
des Heſſen geladen, zu der außerordentlich viele Erheber erſchienen
waven. Außerdem nahmen an der Tagung teil Vertreter des
Landes=
finanzamtes, der heſſiſchen Regierung, der heſſiſchem Landtagsparteien
des Zentrums, der Demokraten, der Deutſchen Volkspartei und des
Baernbundes.
Vorſitzender Breitwieſer eröffnete die Tagung mit einem
Dankeswort für das zahlreiche Erſcheinen der Erheber, ſowie beſonders
der Vertreter der Regierung und der Landtagsparteien. Darauf ſtellte
er in kurzen Worten die Forderungen der Untererheber auf und wies
beſonders die Angriffe zurück, daß eine geordnete Kaſſenverwaltung
durch die Untererheber nicht möglich ſei. Es ſeien wohl neun Fälle mit
einer Veruntreuung von insgeſamt 12000 Mark vorgekommen, aber
dieſer Betrag ſei bis auf etwa 1000 Mark wieder herbeigeſchafft worden.
Die Untererheber verurteilten ganz energiſch derartige Vorkommniſſe,
die auch im Verhältmis zu anderen Verutreuungen, in den
Landes=
finanzämtern ganz geringfügig ſeien und teilweiſe auch durch die ſoziale
Not der untererheber zu erklären ſeien. Zum Schluß betonte er, daß
die Erhaltung der Untererhebſtellen für das platte Land von großer
Bedeutung und Wichtigkeit ſei, und richtete an die Landtagsparteien und
die heſſiſche Regierung den Appell, die Untererheber bei ihren
berechtig=
ten Forderungem im Reichsfinanzminiſterium zu unterſtützen.
Darauf ergriff Geſchäftsführer H. Bouillon das Wort und
ſchil=
derte in längeven Ausführungen die einzelnen Etappen des Gampfes der
Untererheber gegen das Reichsfinanzminiſterium ſeit der Uebernehmung
der Finanzhoheit dunch das Reich. Er ging dann eingehend auf die
Denkſchrift an den Reichsfinanzminiſter vom Dezember vorigen Jahres
ein, die bis heute noch nicht beantwortet worden ſei. Es wird darin
der Abſchluß eines Kollektivvertrages gefordert, der eine einheitliche und
endgültige Regelung der Dienſtverhältniſſe der Untererheber
herbei=
führen ſoll ſowie Richtlinien für das Vergütungsſyſtom, für die
Feſt=
ſetzung eines allgemeinen Prozentſatzes für allgemeine Arbeiten, für die
Geſchäftskoſtenentſchädigung und für die Einſtellung von Hilfskräften
aufgeſtellt. Außerdem fordert die Denkſchrift die Aufnahme der
Unter=
erheber in dem Reichsangeſtelltentarif. Dev Redner betonte, daß die
Uebernahme der Arbeiten der Untererheber durch die Gemeinden zu
einer großen Vewwirrung führen würde, da dann der Untererheber gar
keine Möglichkeit mehr beſitze, dem Steuerpflichtigen jeweils den noch
zu zahlenden Betwag anzugeben, wodurch die Rüchſtände und auch
Här=
den bei der Einziehung erhöht würden. Die Kaſſe ſei bei den
Unter=
erhebern genau ſo ſicher wie bei den Finanzkaſſen. Jeder Untererheber
ſetze ſeinen Ehrgeiz darin, ſeine Aufgabe voll und ganz zu erfüllen.
Zum Schluß ſtellte er die Fonderung auf, daß mündliche Verhandlungen
mit dem Reichsfinanzminiſterium endlich herbeigeführt würden, damit
die berechtigtem Forderungen der Undererheber auch mündlich dargelegt
werden könnten. Wenn das Landesfinonzamt in Darmſtadt mit ſeiner
Verordnung vom 21. Juni dem Verſuch mache, den Gemeinden eine
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 26. Auguſt bis 1. September 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt—Roßdorf-Dieburg (Ortsdurchfahrt Roßdorf, Km. 8,6
bis 8,9) vom 13. 8. bis 8. 9. geſperrt. Umleitung: Bahnhofs= und
Schwa=
menſtvaße bzw. Holzgaſſe.
Darmſtadt—Dieburg—Michelſtadt—Hetzbach (Ortsdunchfahrt Höchſt)
vom N. 8. bis 17. 9. geſperrt. Umleitung: Wilhelminen= und
Schwanen=
ſtwaße.
Weinheim—Viernheim—Mannheim 7Landesgrenze Rm. 3,915 bis
Abzweigung nach Muckenſturm Km 6.177) vom 20. bis 30.8. geſperrt.
Umleitung: Muchenſturm.
— Mainz—Worms (zw. Abzweigung nach Oſthofen und dem
nörd=
lichen Eingang von Worms) vom 13. Aug. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Oſthofen—Herrnsheim.
Gießen—Alsfeld (zwiſchen Ruppertenrod und Ermenrod) vom 28. 7.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung; Großfelda—Stumpertenrod—
Unter=Seibertenrod bzw. Klein=Felda-Zeilbach-Ober=Ohmen.
Schytten—Nitda (Ortsdurchfahrt Schotten) vom 9. Aug. bis auf
weiteres geſpernt. Umleitung: Wingershauſen—Gichelſachſen.
Frankfurt a. M.—Geder-Leurterbach (zwiſchen Gvebenhoin und
Crginſteld) vom R. 8. bis 1. 9. geſperrt. Umleitung: Grbenhain-Nieder=
Moos.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Ginsheim-Biſchofsheim (Ortsdurchfahrt Ginsheim, nördlich) vom
13. 8. bis 2. 9. geſperrt. Umleitung: Bauſchheim.
Wöllſtein—Siefersheim—Wonsheim vom 13. Aug. bis 1. Sept.
ge=
ſperrt. Umleitung: Eckelsheim oder Neu=Bamberg.
Bechtheim—Rheinſtvaße bei Bahnübergang 26 bis Kveuzung
Metten=
heim—Oſthofen am 31. 8. von 7—16 Uhr geſperrt.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. im Zuge der Straßen Rodheim—
Köppern und Rodheim—Holzhauſen vom 19. Januar bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ober=Erlenbach reſp. Kloppenheim-Petterweil oder
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach.
Laubach-Gonterskirchen—Schotten (Ortsdurchfahrt Einartshauſen)
vom 1. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Laubach oder Ulfg=
Eichelsdorf.
Ober=Roßbach-Nieder=Noßbach einſchl. Ortsdurchfahrt Nieder=
Roß=
bach vom 29. 3. bis auf weiteres geſperri. Umleitung: Nieder=
Wöll=
ſtadt—Rodheim v. d. H.
Friedberg—Oſſenheim (zwiſchen Abzweigung nach Bruchenbrüchen
und Oſſenheim) vom 5. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Bru=
chenbrücken—Aſſenheim.
Södel—Melbach vom 25. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Echzell reſp. Oppershofen.
Ortsdunrchfahrt Nieder=Olm (Pfarrgaſſe) am 2., 3. und 4. 9. geſperrt.
Umleitung: Waſſergaſſe und Wall= und Bahnhofſtraße.
Nieder=Wöllſtadt—Aſſenheim ab Chauſſeehaus vom 5. 7. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Bruchenbrücken.
Nidda—Salzhauſen (zwiſchen Abzweigung nach Glaubzahl — Km.
36,0) vom 4. 7. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Geiß=Nidda.
Melbach-Dorheim vom 13. 7. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Echzell—Reichelsheim—Oſſenheim—Fauerbach.
Gießen—Steinbach (Km. 5,2—7,5) vom 13. 8. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Garbenteich-Annerod.
Petterweil—Straße Ober=Erlenbach-Kloppenheim vom 6. Auguſt
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Straßenkreuz der Straße
Okar=
ben—Kloppenheim am Selzer Brunnen.
Vilbel—Nieder=Erlenbach vom 13. 8. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Bonames—Harheim reſp. Kloppenheim—Ober=Erlenbach.
Hochweiſel—Münſter (Ortsdurchfahrt Münſter) vom 2. 8. bis auf
weiteves geſperrt. Umleitung: Fauerbach v. d. H.
Lißberg—Schwichartshauſen (Ortsausgang Lißberg) am N. und
28. 8. geſperrt. Umleitung: Eckartsborn.
Nieder=Wölſtadt—Heldenbergen (am Ilbenſtädterkreuz) vom . bis
29. 8. geſperrt. Umleitung: Groß=Karben.
j. Rimbach i. O., 25. Aug. Eine hier wohnhafte Frau hatte ſich mit
ihrem dreijährigen Kinde zu Beſuch nach Sommerhof bei Oberlaudenbach
begaben. Dort fiel das Kind, als es kurze Zeit unbeaufſichtigt war,
in einen mit heißem Waſſer gefüllten Ständer. Mit ſchweren
Ver=
brühungen wurde das arme Weſen in das ſtädtiſche Krankenhaus
ein=
geliefert, wo es ſeinen Verletzungen erlegen iſt.
j. Aus dem Odenwalde, 25. Aug. Trotz der ſchon ziemlich
vorge=
ſchrittenen Jahreszeit gibt es in dieſem Jahre verhältnismäßig nur
wenig Pilze, was auf die Trockenheit des Sommers zurückzufihren iſt.
Auf den Kuhweideplätzen trifft man den Wieſenchampignon im ziemlichen
Mengen an. Für den Pfifferling und Steinpilz, die beiden
Haupt=
ſpeiſepilze, wird erſt im September das Hauptwachstum eintreten,
vorausgeſetzt, daß bis dahin noch Niederſchläge erfolgen. Sogar die
rrdinären Vutterſchwämm=, die ſonſt um dieſe Zeit in ungeheuren
Mengen wachſen, ſind diesmal ziemlicl, rar. Die Brombeeren ſind noch
ziemlich zurück und werden erſt im September zur Vollreife kommen.
— Hirſchhorn, 25. Aug. Waſſerſtand des Neckars am
24. Auauſt 0,58 Meter, am B5. Auguſt 0,58 Meter.
neue Verpflichtung durch Erhebung der Steuern aufzuhalſen, ſo würden
ſich auch ſchon die Gemeinden gegen eine neue Belaſtung wehren.
Nach dieſer mit großem Beifall aufgenommenen Rede ergriff der
Vertreter des Landesfinanzamtes Darmſtadt das Wort und gab eine
Erklärung, daß auf Wunſch des Reichsrechnungshofes bei den einzelnen
Gemeinden eine Umfrage veranſtaltet worden ſei, ob die Gemeinden
geeignet und in der Lage ſeien, die Steuererhebung ſelbſt durchzuführen.
Das Landesſinanzamt ſei erſucht worden, dazu Stellung zu nehmen.
Der Vertreter der heſſiſchen Regierung erklärte daß ſich an der
Stellung der Regierung nichts geändert habe und dieſelbe auch
weiter=
hin für die Beibehaltung der Steuerunvererhebſtellen eintreien werde.
Der heſſiſche Landtagsabgeordnete der Zentrumspartei, Heinſtadt,
gab namens ſeiner Fraktion die Erklärung ab, daß ſich dieſelbe mit aller
Kraft für die Steueruntererheber einſetzen werde. Das bewährte Syſtem
ſei ein gutes und iſt auf die Bedürfniſſe der Bevölkerung des platten
Landes eingeſtellt.
Für die Deutſche Volkspartei ſprach der Abgeordnete Niepoth, der
betonte, daß ſich ſeine Partei bereits im Landtag für die Erhaltug
der Untererhebſtellen eingeſetzt habe und dies auch weiterhin tun werde.
Abg. Leuchtgens vom Bauernbund ſtellte feſt, daß die
Landbevöl=
kerung ſelbſt mit dem bisherigen Syſtem vollkommen einberſtanden ſei
und keinerlei Aenderung, die nur Verwirrung ſchaffen werde, wünſche.
Da man ja auch ſonſt immer die Wünſche der Großſtädte berückſichtige,
müſſe man auch einmal die Wümſche des plattem Landes erfüllen, die
ſo oft zurückſtehen müßten.
Gberle von den Demokraten ſchloß ſich ſeinen Vorrednern an und
verſicherte, daß es das Intereſſe des flochen Landes fordere, die
Unter=
erhebſtellen beizubehalten.
Bezirksleiter Süßer verlas ein Schreibem des Reichs= und
Land=
tagsabgeordneten Dr. Dingeldeh, in dem dieſer mitteilte, daß er ſich
beim Reichsfimanzmimiſterium für die Angelegenheit verwenden werde.
Gr ſtehe auf dem Standpunkt, daß durch die Auſhebung der
Steuer=
untererhebſtellen keine Verbilligung beim Eintreiben der Steuern
ent=
ſtehen werde.
Darauf wurde einſtimig von der Verſammlung folgende
Ent=
ſchließung angenommen:
„Die in Frankfurt a. M. verſammelten Steueruntererheber
prote=
ſtieren gegen die neueſtem Maßmahmen des Rechnungshofes des Deutſchen
Reiches, die dazu führen, die bereits jahrelama im Dienſt befindlichen
Untererheber brotlos zu machen und ſie ihrer Exiſſtenz zu berauben.
Der Verlauf der Tagung hat bewieſen, daß ſowohl die heſſiſche
Regierung als guich die vertretenen Abgeordnetem der heſſiſchen
Land=
tagsparteien mit uns der Ueberzeugung ſind, daß die Untererhebſtellen
nach wie vor erhalten bleiben müſſen, da ihre Grhaltung im eigenſten
Intereſſe des heſſiſchen Stgates als auch der heſſiſchen Bevölkerung liegt.
Die Untererheber beauftragen die Verbandsleitung, mit allem
Kräf=
ten dahin zu wirken, daß ihre in der Denkſchrift vom Dezember 1927
niedergelegten Forderungen mit alless Nachdruck vertreten und
durch=
geführt werden.”
— Jugenheim, 24. Aug. Die dure
rung früherer Gaſtſpiele
hier noch in beſter Erinnerung ſtehende Heſſiſche Opevettenbühne
Darm=
ſtadt ſtellte letzten Sonntag ihre Leiſtungsfähigkeit erneut unter Beweis,
Dev tolle Berlimer Schwank „Schwindelmeier u. Co.” hatte unter der
Leitug Hans Ausfelders ſeine Vorarsſagen weit übertroffen, und das
bis auf den letztem Platz beſetzte Haus im andauernder Heiterkeit
ge=
halten. Der Schlager hatte in den Hervem Hans Ausfelder, Bruno
Birnbaum, den Damen Herta Dirolf, Elſe Federlin, eine gute
Rollen=
beſetzung gefunden.
Bm. Hofheim (Ried), 25. Aug. Oeffentliche
Gemeinde=
ratsſitzung. Vergebung von Koks= und Brikettslieferung für die
Schulen. Von 3 Bewerbern erhält Händler Braun die Kokslieferung,
10 Tonnen, pro Tonne 56 RM. Die Brikettslieferung erhielt Händleu
Philizp Eberts, 10 Tonnen, pro Tonne 28 RM. Mit der
Bürgſchafts=
üibernahme für ein Baudarlehen von 2900 RM. iſt der Gemeinderat
einverſtanden. Der Voranſchlag für Pfſaſterarbeiten am Durchlaß in
der Lindenſtraße wurde genehmigt. Die Gemeinde erhält von der
Straßenbrücke Worms billige Pflaſterſteine und ſollen damit gleichzeitig
die ſchlechten Stellen in der Linden=, Backhaus= und Bahnhofſtraße
aus=
gebeſſert werden. Drei Angebote einer neuen Viehwage wurden
be=
raten, doch ſollen vor einev Auftragserteilung die Wage in Nordheim
ung Groß=Rohrheim beſichtigt werden. Die Aufſtellung der nenen
Viehwage erfolgt wahrſcheinlich auf dem Frohndhof. Mit der
Beſchäf=
tigung von zwei Erwerbsloſen in der Gemeinde iſt der Gemeinderat
einverſtanden. — Der Bürgermeiſter gibt die neue prozentuale
Anteils=
berechnung des LangengrabenVerbendes bekannt, wonach die Gemeinde
in der Beitragsleiſtung erhöht wurde. Dieſe Sache ſoll erſt nächſte
Wcche dunchb=raten werden. Gemeinderat Keim beantragt, daß das
ſtändige Befahren des Rathausplatzes durch Abſperrung mit Steinen
verhindert werden ſoll. Gemeinderat Seibert beantragt, daß die bereits
genehmigten Straßenlampen für die Nordheimer=. Elifabethenſtraße
und Bahnhof nun auch angebracht werden ſollen. Der Bürgermeiſter
ſagt zu, dieſe Angelegenhaiten baldigſt zu regeln.
— Gernsheim, 25. Aug. Waſſerſtand des Rheins am
24. Auguſt 0,22 Meter, am 25. Auguſt 0,20 Meter.
*31. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
15. Tag 5. Klafſe, 24. Aug. In der heutigen Vormittags=
Ziehung fielen: 4 Gewinne zu je 5000 Mk. auf die Nrn. 104234 372550,
20 Gewinne zu je 3000 Mk. auf die Nru. 7479 43208 75348 88516 190620
224794 233516 241616 303793 336309, 16 Gewinne zu je 2000 Mk. auf
die Nrn. 3046 89085 176360 182552 236869 297908 315358 333757, 30
Ge=
winne zu je 1000 Mk. auf die Nrn. 589 11196 42461 78560 115308 157085
177055 181897 20895 221668 252875 25 N90 23109 296504 335424, ferner
wurden gezogen 74 Gewinne zu je 500 Mk. und 159 Gewinne zu je
300 Mark — In der Nachmittags=Ziehung fielen: 2 Gewinne
zu je 25 000 Mk. auf Nr. 179878, 4 Gewinne zu je 5000 Mk. auf die
Nrn. 164017 273184, 6 Gewinne zu je 3000 Mk. auf die Nrn. 282
20323 96155, 18 Gewinne zu je 2000 Mk. auf die Nrn. 39048 78541
102691 154474 155350 201608 263034 300274 317861, 24 Gewinne zu je
1000 Mk. auf di= Nrn. 1540 43718 96202 111677 126700 130681 196043
224884 B60R7 N5758 331266 350716, ferner wurden gezogen 80 Gewinne
zu je 500 Mark und 198 Gewinne zu je 30) Mark. — Im
Gewinn=
rade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mk., 2 Gewinne zu je 300 000
Mark, 2 Gewinne zu je 100 000 Mk., 4 Gewinne zu je 75 000 Mark,
4 Gewinne zu je 50 000 Mk., 6 Gewinne zu je 25 000 Mk., 36 Gewinne
zu je 10 000 Mk., 66 Gewinne zu je 500) Mk., 212 Gewinne zu je 3000
Mark, 352 Gewinne zu je 2000 Mark, 790 Gewinne zu je 1000 Mark,
2168 Gewinne zu je 500 Mark und 6602 Gewinne zu je 300 Mark.
(Ohne Gewähr.)
Geſchäftliches.
Arterfenverkalkung iſt eine Krankheit, die nach ärztlichen
Feſtſtellun=
gen in den letzten Jahren ſehr ſtarke Ausbreitung gefunden hat. Der
ſchleichende und bösartige Charakter dieſer Krankheit macht ſie zu einer
gefürchteten. Es iſt daher begrüßenswert, daß Herr Geheimer
Medizi=
nalvat Dr. med. Schroeder in allgemeinverſtändlicher Weiſe die
Adern=
verkalkung in einer Broſchüre beſpricht und gleichzeitig auf ein Mittel
hinweiſt, das aus edlen Pflanzen und Blutſalzen beſteht und ſich in der
Praxis hervorragend bewährt hat. Dieſe Broſchüre erhalten
Inter=
eſſenten auf Verlangen umſonſt und portofrei vom Verſand R. H. Kühn,
Berlin/Kaulsdorf 70. Wir verweiſen auf das Inſerat in der heutigen
Nummer unſeres Blattes.
Sonderausſtellung von Naſſt=Wagen. Vom 1. Auguſt 1998 ab hat die
Hanko=Induſtrie= und Handelsgeſellſchaft, G. m. b. H., in Koblenz a.Rh.,
Rheinzollſtraße 6—8, den Generalimport der Naſh=Wagen für
Deutſchland übernommen und zeigt in einer Sonderausſtellung in ihren
Räumen in Koblenz, Rheinſtraße 6—8, die neuen Modelle. Auf die
neuen Modelle ſelbſt, die in ihrer neuen Ausführung monatelang die
Senſation der New Yorker bildete, werden wir in den nächſten
Tagen zurückkommen. Die Hanko G. m. b. H., Koblenz a. Rh., die auch
das Generaldepot der Packard=Wagen für Deutſchland hat,
engagierte für die Zentralwerbeleitung — für Naſh=Packard — den
bekannten Werbefachmann. Herrn Ernſt Jaſter, Berlin, deſſen
bis=
herige außerordentlich erfolgreiche Werbung für Naſh weit über die
Gvenzen Deutſchlands Aufmerkſamkeit ernegt hat.
werden prompt u. lilligſt ausgeführt,
gleichzeitig empfehle ich meine
auto=
matiſche, diebesſichere patent
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verſchlüſſe, J. H. Reuter, Inh. Karl
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Die Einrichtung einer
Beheizungs= und Badeanlage
in der Volksſchule am Damaſchkepla
ſoll vergeben werden. Die
Vergebungs=
unterlagen liegen auf Zimmer 30 der
unterzeichneten Direktion,
Frankfurter=
ſtraße 100, zur Einſicht offen. Angebote
ſind bis Donnerstag, den 30. Auguſt,
vormittags 10 Uhr, hierher einzu=
(st13644
reichen.
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe
urbeitsvergebung.
Für die
Waſſerverſorgungsan=
lage der Stadt Gernsheim a. Rh.
ſollen nachſtehende Arbeiten in einem
Los vergeben werden:
1. Herſtellung von rd. 16000 m
Rohr=
gräben,
2. Liefern und Verlegen der
guß=
eiſernen Rohre von 80 mm bis
175 mm I. W. ſowie der
Hauszu=
leitungen.
Eröffnung der Angebote Mittwoch,
den 19. September 1928,
vormit=
tags 10 Uhr, beim Kulturbauamt
Darmſtadt, Bleichſtr. 1.
Angebotsvordrucke ſind, zum Preiſe
von 3 RM. bei der unterzeichneten
Be=
hörde erhältlich, woſelbſt auch die
Plan=
unterlagen und die in Frage kommenden
Vorſchriften und Beſtimmungen zur
Ein=
ſichtnahme offen liegen.
Freie Auswahl unter den Bieterr
(13649
bleibt vorbehalten.
Darmſtadt, den 24. Aug. 1928.
Heſſiſches Kulturbauamt.
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung 4: Am 21. Auguſt 1928
hinſicht=
lich der Firma: Kunſtblumen=
In=
duſtrie, Darmſtadt: Die Firma iſt
er=
loſchen. Hinſichtlich der Firma: Hans
Baur, Darmſtadt: Die Firma iſt
er=
loſchen. Hinſichtlich der Firma: Wil= bis nach dem Spülen
helm Deuſter, Darmſtadt: Die Pro= geſucht Vorzuſtellen
kura des Kaufmanns Wilhelm Deuſter
in Darmſtadt iſt erloſchen. Friedrich ſtädterſtr. 89, I (22090
Brunner Ehefrau Franziska Georgine,
geb. Deuſter, iſt zur Prokuriſtin beſtellt.
Ein Kommanditiſt iſt ausgeſchieden, an
ſeiner Stelle iſt ein anderer
Komman=
ditiſt eingetreten. Hinſichtlich der Firma:
Auguſt Wechs, Darmſtadt: Geſchäft
ſamt Firma iſt auf den jetzigen Inhaber,
Kaufmann Auguſt Wecks in Darmſtadt,
übergegangen.
(13607
Darmſtadt, den 24. Aug. 1928.
Amtsgericht I.
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11—12 Uhr. (13680
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für Gras und Getreide, 1 Schleifſtein,
1 Tragrolle, 1 neuer eiſerner Pflug,
1 neue Milch=Zentrifuge, 1 Heuwender,
1 Reitſattel.
Zuſammenkunft beim Rathaus in
Dieburg.
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Teil=
m an der Schlußrunde, aus der er als Sieger hewvorgehen dürfte,
chert. Der ſtärkſte Gegner auf ſeinem Siegeszug war Kleinlogel,
ſch mit dem dritten Preis begnügen muß. Es war ei ſehr ſchönes
ei. das Claß und Kleinlogel zeigten. Den Ausſchlag in dieſem
ſts hat wohl die aggreſſivere Spielweife des Siegers, die in
haar=
au plageierten Bällen und in häufigerem Netzſpiel ihren Ausdruck
gegeben. Man muß ſagen, daß der Beſſere gewann, wenn auch
großer Unterſchied in der Spielſtärke der beiden jugendlichen
Spie=
nicht zu beobachten war. — Auf der anderen Hälfte der
Konkur=
hat ſich Werner in einem ſehr zähen Kampf gegen den die
un=
nuchſten Bälle erlaufenden Steffan (14:12, 8:6) bis zur
Vorſchluß=
ies durchgeſetzt und wird heute worgen mit Holzamer dieſelbe
be=
ſiten. Der Sieger aus dieſer Begegnung kämpft heute nachmittag
u Claß um den Titel der Klubmeiſterſchaft.
Frl. Seuffert bleibt nach ihrer ehrenvollen Niederlage gegen Frl.
ſcher (6:4, 7:5) der dritte Preis im offenen Dameneinzel. Frl.
ſrenhauer ſtellte eine Ueberraſchung nach der anderen auf, indem
ömr. Ulenberg und ſelbſt Frl. Noellner das Nachſehen gab und damit
für die Endrunde um den Damentitel quglifizierte. In taktiſch
higem Spiel gab ſie ihren beiden genannten Gegnerinnen, die mit
frappanten Sicherheit nicht fernig werden konnten, das Nachſehen.
Endſpiel gegen Frl. Fiſcher findet im Laufe des Morgens ſtatt.
Tlaß/Eſche haben ſich im offenen Herrendoppel bis zur
Schluß=
nge durchgeſpielt und werden aller Vorausſicht mach gegen Werner!
unalogel, die mit ihren Spielen noch zurück ſind, um den Titel im
ſia Konkurrenz am Nachmittaa kämpfen. Als weiteve Preisträger
6 Alko*/Teichmann und Dr. Merck/Pattenhauſen zu nenen.
Im Herreneinzel in der P=Klaſſe ſteht, wie zu erwarten war,
Peter=
tin der Schlußrunde. Er hat vorher b. Loew und dann Straßburger
allich glatt geſchlagen. Der Ueberlegene aus der Begegnung Dr.
ſo ßner—Müller wird gegen ihn um den erſten Preis antreten.
SDas Herrendoppel mit Vorgabe iſt noch rocht weit zurück, und auch
ſt den Spielen im Gemiſchten Doppel mit Vergabe iſt man noch
4: weit gekommen. Hier ſtehen Frl. Michel /Beeck, Frl.
Schmutter=
nier Mangold, Fr. Bichner Brücher, Fr. Dr. Merck Pattenhauſen und
Fiſcher/Werner vor der Vorſchlußrunde.
7Fr. Ulenberg/Beeck werden, vermutlich noch heute morgen, im
offe=
mi Mired gegen den Sieger aus dem Treffen Frl. Bittel Feichmann—
Noellner/Eſche ſich zur Schlußrunde durchzuſpielen ſuchen. Die
pgele auf der anderen Seite der Konkurrenz ſind noch nicht weit
ge=
egen. Es iſt ſchwer zu ſagen, ob Frl. Seuffertſcleinlogel, Frl.
ſſther/Werner oder Frl. Kleinſchmidt/Claß ſich durchkämpfen werden.
kan rechnet damit, daß das Endſpiel heute nachmittag zur Austragung
mmt.
Der geſtrige Bericht über das Damendoppel mit Vorgabe war den
rifigniſſen vorausgeeilt. Frl. Pfotenhauer/Frl. v. Loew mußten noch
.. Fiſcher/Frl. Kleinſchmidt entgegentreten, haben aber inzwiſchen
ei. Hilfe der ihnen gewährten Vorgahe ſich den Weg zur Endrunde
eſlmet.
Die Preisverteilung findel heute abend in der Traube im Rahmen
mes Balles, bei dem von Klubmitgliedern eingeführte Gäſte
will=
dumen ſind, ſtatt.
m Internationales Schachturnier in Bad
Kſſngen.
Bogoljubow war zu Anfang des Turniers etwas vom Glück
begün=
ſitt, ſpielte aber dann ſo ausgezeichnet, daß ihm trotz ſeiner
Nieder=
zue gegen Capablanea der 1. Preis nicht mehr zu nehmen war.
Wie=
e, einmal hat er verſucht, gegen Capablanca in einer Remisſtellung
u. Gewinn zu ſpielen und iſt an dem ſicheren Automatenſtil des
Cu=
ſaners geſcheitert. Bogoliubow beabſichtigt, ſofort nach dieſem Sieg
eur Weltmeiſter Dr. Aljechin zum Wettkampf zu fordern, und glaubt,
zuch bald eine ſinanzielle Baſis für einen ſolchen Kampf um die
Welt=
mäſterſchaft ſchaffen zu können. Capablanga, der zweite Preisträger.
a. enttäuſcht. Er hat in allen Partien auf Fehler der Gegner gewartet
uc mußte ſich in 6 Partien mit remis begnugen. Seine diplomatiſchen
lu fträge ſcheinen ihn mehr zu intereſſieren, als wie ein günſtiges
Ab=
chrieiden im Turnier. Der Amateurweltmeiſter Dr. Euwe mußte ſich
ma dem 3. und 4. Preis begnügen. Er iſt in der vorletzten Runde
m dem Engländer Yates geſcheitert. Nimzowitſch war gegen Ende des
Furniers nach ſeinen Niederlagen gegen Marſhall und Rubinſtein
elbſt für ſeine Freunde unerträglich. Gegen Capablanca hatte er keine
lere Gewmnſtellung, brachte ſih aber dunch einen ſchlechten
Abgabe=
zun um die Früchte ſeines Spiels. Marſhall hat gut geſpielt, wies
aler keine ſo gleichmäßige Form auf, wie bei ſeinem letzten Auftreten
m Eurova. Rubinſtain hat einige theoretiſch wertvolle Partien
ge=
ſtiFert. Reti kennte ſich gegen Schluß von ſeinem ſchlechten Start noch
eiwuas erholen. Tartakower hat in den Eröffnungen experimentiert,
ſo mußte er 2 Niederlagen wegen der Budapeſter Verteidigung des
Zamengambits hinnehmen. Er iſt ein geiſtreicher Spieler. Er wäre
ſiwer höher gekonmen, wenn Fortung ihn berünſtigt hätte. Spielmann
hat zwar eine alles überragende Leiſtung vollbracht, indem er
Capa=
klanca ſchlug, mahte aber gegen Schluß einen übermüideten und
depri=
mierten Eindruck. Yates hat unglücklich gekämpft, aber durchweg aute
Aartien geliefert. Wie zu erwarten war, belegten die deutſchen
Alt=
en oßmeiſter Dr. Tarraſch und Mieſes die letzten Plätze. Beide haben
emen klangvollen Namen, aber ihre Glanzzeit iſt längſt vorbei.
Die Qualität der Partien beſſerte ſich gegen Schluß des Turniers,
unch die theoretiſche Ausbzute war groß.
Von 12 Teilnehmern des Bad Kiſſinger Turniers treffen ſich 8 in
emem Doppelrundenturnier in Berlin, das zwiſchen dem 10. und 12.
ARtober beginnt. Es ſind dies: Capablanca, Marſhall, Nimzowitſch,
Beti, Rubinſtein, Spielmann, Dr. Tarraſch und Dr. Tartakower.
Aurnierleiter iſt Mieſes. Vom ſportlichen Standpunkt aus iſt zu
be=
imuem, daß im Verliner Turnier ſowohl Bogoljubow, der Sieger von
Biad Kiſſingen, wie Sämiſch, der Sieger von Dortmund, und Dr. Euwe,
ter Amateurweltmeiſter, fehlen.
Handball.
Pol.=Sportverein Darmſtadt=Babenhauſen-
Sporverein gs.
Zu dem heute nachmittag um 15 Uhr auf dem
Polizeiſportvereins=
platze ſteigenden Handballſpiele zwiſchen den beiden obengenannten
Ver=
einen iſt der Zugrng von 3 Stellen: Von der Nordſeite über den
Exer=
zierplatz, von der Oſtſeite Holzhofallee zwiſchen Traindepot und 2ter
Dragonerkaſerne, ſowie durch die Dragonerkaſerne ſelbſt. Gleichzeitig
teilt der Polizeiſportverein mit, daß wahrſcheinlich am kommenden
Mittwoch abend die bekannte Meiſtermannſchaft des Berlimer Pol. Sporte
vereins hier mit der Mannſchaft des Pol. Sp.V. Darmſtadt ein Handball=
ſpiel austragen wird.
Fußball.
Verein für Raſenſpiele e. V.
Durch das frühe Einſetzen der Verbandsſpiele in den Nachbarkreiſen
fallen zwei Spielabſchlüſſe für die Ligamannſchaft des V.fR. aus.
Wenn es auch auf der einen Seite kein Vorteil für die Mannſchaft iſt,
ſo muß man auf der anderen Seite wieder feſtſtellen, daß es in
Au=
betracht der kommenden ſchweren Verbandsſpiele den Spielern nichts
ſchadet, wenn ſie mit ausgeruhtem Körper den Anfang der
dies=
jährigen Saiſon evwarten. Nur eins wäre den Spielern der
Liga=
mannſchaft zu empfehlen: das Training in dieſer Zait nicht zu
unter=
laſſen.
Die Liggerſatzmannſchaft iſt ebenfalls am Sonntag ſpielfrei,
wäh=
rend die 3. Mannſchaft jedenfalls vorm. 9,30 Uhr auf dem Finanzamt
der 2. Mannſchaft der Eintracht gegenübertritt.
Jugendabteilung.
1. Jdg. V.f.R.—1. Jgd. Spielvgg. Arheilgen (dort).
1. Jod. V.fR—1. Jad. Sportb. Weiterſtadt Gdort).
1. Schüler V.f.N.—1. Schiler Sportv. Münſter (11 Uhr, hier).
F.C. Union 1913 e. V.
Am heutigen Sonntag, den 26. d. M., begeben ſich die Liga= und
Liggerſatzmannſchaft des Vereins nach Heppenheim an der Beroſtraße
zu dem dordigen F.C. Starkenburgia, um die fälligen
Geſellſchafts=
rückſpiele auszutragen. Die Mannſchaften fahren wünktlich 1234 Uhr
mit Auto zu dem Freundſchaftsgeguer vom Vereinsheim,
Ludwigshöh=
ſtraße 35, ab.
Im Vorſpiel gewann die Ligamannſchaft verdient mit 4:2 Toren,
während die Liggerſatzmannſchaft 5:3 Toren verlor. Für die
Liga=
mannſchaft iſt der Gang außerordentlich ſchwievig, denn der beſten
Stützen, wie Mühlbach, Darmſtädter und Friedrich, iſt die Mannſchaft
beraubt. Auch der unermüdliche Noller iſt immer noch krank. Es iſt
fraglich, ob er bis zum Beginn der Verbandsſpiele wieder ſpielfähig iſt.
Die ſo notgedrungen von dem Sportausſchuß zuſammengeſtellte
Mann=
ſchaft wird alles aus ſich herausgeben müſſen, ſofern ſie ehrenvoll den
Kampf beſtehen will. Immerhin ſollten die eingeſtellten Erſatzleute
den Poſten voll ausfüllen, denn vom rein ſpieleriſchen und techniſchen
Standpunkte aus geſehen, beſitzen ſie dazu die Kraſt und das Können.
Der Ausgang des Spiels iſt ziemlich offen und von beſonderem
Inter=
eſſe, ſo daß das Heppenheimer Publikum ſchon einen techniſch ſchönen,
fairen Kampf zu ſehen bekommt.
Die Liggerſatzmannſchaft dürſte wohl genau wie im Vorſpiel kaum
den Gegner ſchlagen. Sie muß ſich deshalb nur dafür einſetzen, daß
auch die Leiſtungen befriedigen und ein einigermaßen anſtändiges
Reſul=
tat auſtommt. Angeſichts der beachtlichen Reſultate in den letzten
Wochen müßte es ihr eigentlich ein Leichtes ſein, den Sieg an ſich zu
bringen. Hoffen wir deshalb das Beſte!
Geſche.
Ueberraſchungen bei den Samstagsſpielen. — F. S. V. Frankfurt
unter=
liegt gegen Rot=Weiß 0:1.
Eine nicht geringe Ueberraſchung erlebten am Samstag nachmittag
7000 Zuſchauer in Bornheim. Auf eigenem Gelände wurde der
mai=
niſche Altmeiſter F.S.V. Frankfurt von Rot=Weiß Frankfurt, der in
den letzten Monaten nur ſehr mäßige Leiſtungen gezeigt hätte, 1:0
ge=
ſchlagen. Zwar war der Fußballſportverein faſt während des ganzen
Spielverlaufs drückend überlegen, zwar zeigte er die bei weitem
reifere Spielkultur, aber ſeine Stürmer konnten den ganz
ausgezeich=
net arbeitenden Torhüter Kreß im Rot=Weiß=Tor nicht überwinden.
Kreß hielt einfach verblüffend. Außerdem hatten allerdings die
F.S.V.=Stürmer auch viel Schußpech. Schließlich wurde auch noch der
Mittelläufer Egly vom F.SV. in der erſten Halbzeit ſo ſtark verletzt,
daß er in der zweiten Halbzeit nur als Statiſt mitwirken konnte, was
ſich natürlich in der ganzen Mannſchaftsarbeit ſehr ſtark bemerkbar
machte. Beim glücklichen Gewinner des Spiels ſah man nur in der
Hintermannſchaft ausreichende Leiſtungen. — Freiländer=Mannheim als
Schiedsrichter befriedigte.
D. S.V. München ſchlägt Wacker München 2:1.
4000 Zuſchauer kamen zu dieſem Treffen, Hunderte kehrten aber
an den Kaſſen wieder um, da ihnen die vom F.C. Wacker geforderten
Eintrittspreiſe zu hoch erſchienen. Das Spiel ſelbſt erfüllte die
Er=
wartungen nicht, beide Mannſchaften zeigten nur mittelmäßige
Leiſtun=
gen. D.S.V. verdiente ſich den Sieg, wenn auch ein Unentſchieden den
Leiſtungen und dem Spielverlauf eher entſprochen hätte. Wacker machte
den Fehler, ſtatt Robegner Lindner Rechtsaußen ſpielen zu laſſen,
Lindner verſagte aber vollkommen. Mittelſtürmer und linker Flügel
waren körperlich zu ſchwach, um ſich gegen die ſolide Hintermannſchaft
des D. S.V. durchſetzen zu können. Die Läuferreihe von Wacker mußte
ſich zuviel hinten aufhalten, da die Verteidigung zeitweiſe ſehr unſicher
war. Sehr gut arbeitete Ertl im Tor. Der weitaus beſte Mann auf
dem Platze aber war der Mittelläufer Huiras. D.SV. ſpielte taktiſch
ſehr gut, er verlegte ſich ganz auf Einzelaktionen, die immer ſehr
ge=
fährlich wurden. Die beſten Leute waren der Torhüter Schwarzfiſcher,
die Verteidiger und die Läufer. Nechtsaußen Mühlbauer ſchoß in der
30. Minute für D. S.V. das Führungstor. Nach einem groben Fehler
der Wacker=Verteidigung konnte Heckmaier in der 19. Minute der
zwei=
ten Halbzeit auf 2:0 erhöhen. Erſt drei Minuten vor Schluß kam
Wacker durch einen Flachſchuß von Brandl zum Ehrentor. Maul=
Nürn=
berg war als Schiedsrichter mittelmäßig.
Rundfunk=programme.
Frankfurt.
Sonntag, 26. Auguſt. 8: Morgenfeier, veranſtaltet vom
Wart=
burgverein, Frankfurt. O 11: Rektor Wehrhan: Stadt= und
Land=
kmnd. 2. 11.30: Zoologiſcher Garten: Konzert des Volkschors
„Union”, Offenbach a. M. Leitung: Chormeiſter G. Caeſar. Am
Klavier: W. Bender, O 18: Landwirtſchaftskammer Wiesdaden:
Die Herbſtdüngung zu Roggen. — Das Ernten des Obſtes. — Bie
Gewmnung von Saatkartoffeln im eigenen Betrieb. 2 16: Hamburg:
Funkheinzelmannſingſtunde. o 17: Konzert des Funkorcheſters.
6 18.30: Stunde des Verbandes für Volkshildung. 0 20.30: Konzert
des Funkorch. Muſikal. Leitung: Kapellm. Merten. Mitw.: Eliſabeth
Friedrich (Sopran), Kammerſänger John Gläſer (Tenor). o
An=
ſchl.: Berlin: Tanzmuſik. Kappelle Hoffmann.
Stuttgart.
Sonntag, 25. Auguſt. 11.15: Freiburg: Katholiſche
Morgen=
feier. Mitw.: Prälat Mſgr. Dr. Gröber, Lo Templer (Vivline),
Heinz Munker Klavier), Theo Kellner CCellol. o 12: Schloßplatz
Stutgart: Promenadekonzert Anſchl.: Schallplatten. o 14:
Berlin: Funkheinzelmannſingſtunde. O 15: Stuttgart: Ouvertüren
und Arien, Leitung: E. Stockinger, Mitw.: Maria Fiechtl, Maria
Thereſia Deimann, Ellen Beck. Herm. Lingor von Wiſtinghauſen,
Funkorch. o 17.30: Gaſ piel Dr. Otto Frederich. Virtuoſe auf der
ſingenden Säge. O 18.15: Dr. Luther: Das Spiel. 2 19: Aus
dem Feſtſpielhaus in Salzbrrg (Mozartfeſtſpieleſ: Zauberflöte,
Dirigent: Fr. Schalk. Perſ.: Tamino: J. Kalenberg: Pamina,
Maria Raibl; Saraſtro: Rich. Mayr; Königin der Nacht: Maria
Gerhart; Papageno: H. Duhan: Papagena: Margarete Kreußz
Monoſtatos: H. Breuer; erſter Sprecher: Fr. Markhoff. Damen,
Knaben, Geharniſchte. o Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Sonntag, 26. Auguſt. 6.30: Frühkonzert des Potsdamer
Ton=
künſtler=Orch. Leitung: H. Ailbout, o 8.55: Stundenglockenſpiel
der Potsdamer Garniſonkirche. o 9: Morgenfeier. Anſpraches
Superintendent Brüſſau, Könnern bei Halle. Mitw.: E. Wilhelmy
(Rezitat.), M. Schulz=Fürſtenberg Cello), Conr. Sanchez=Jeniſch
Rezitat., Gertrud Freinnuth (Alt). o Anſchl.: Glockengeläut des
Doms. O 11.30: Unterhaltungskonzert. Orcheſter Max Roth. o 14:
Funkheinzelmanns Singſtunde „Finderinaa‟. Ein Liederſvielmärchen
von Hans Bodenſtedt. O 15: Kurzſchrift. o 15.30: Mitteilungen
und praktiſche Winke für den Landwirt, 15.55: Saatzuchtdir=
Dr. Laube: Welche Beſtellungsmaßnahmen vermindern die Gefahr
ungenügender Roggenerträge? 0 16.25: Geh. Reg.=Rat und Mim=
Rat Löhr: Die internationale Konferenz über Aufhebung der Ein=
und Ausfuhrverbote im Gent vom Standpunkt der Landwirtſchaft
aus. O 17: Teemuſit. Kapelle Geza Komor. 8 19: E. Koebſell=
Theater und die deutſchen Revolutionen, o 19.30: Dr. Poritzky=
Paneuropa in der Weltliteratur. (Motive des Aberglaubens.) 0 20
Dr. Staedler: Die See als Verkehrsweg. o 20.30: Funkorch.:
Vor= und Zwiſchenſpiele zu modernen Operetten. Diria.: Eugen
Donath. Doſtal: Urſchula (Die Unſchuld vom Lande). — Reinhardt=
Das ſüße Mädel. — Nedbal: Die Winzerbraut. — Lehar: Die ideale
Gattin. — Weinberger: Die romantiſche Frau. — Fall: Die
ge=
ſchiedene Frau. — Kraußz: Eine Frau von Format. — Lehar: Die
luſtige Witwe. — Gilbert: Die Frau im Hermelin. — Kalmans
Gräfin Mariza. — Kollo: Die tolle Komteſſe. — Kalman: Die
Herzogin von Chicago. — Lincke: Prinzeß Roſine. — Straus:
Die Königin. — Granichſtaedten: Auf Befehl der Kaiſerin. —
Winterberg: Der Günſtling der Zarin. o Anſchl.:
Tagesnach=
richten. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
Deutſche Welle. Sonntag, 26. Auguſt. 6.30: Frühkonzert des
Potsdamer Tonkünſtler=Orch. o 8.55: Uebertr. des
Stunden=
glockenſpiels der Potsdamer Garniſonkirche. 0 9: Morgenfeier.
An=
ſprache: Superintendent Brüſſau, Könnern. o Anſchl.: Glockenſpiel
des Berliner Doms. o 11.30: Unterhaltungskonzert. Orcheſter Max
Roth. o 14: Funkheinzelmanns Singſtunde. S 15.30: Mitteilungen
und praktiſche Winke für den Landwirt. 15.55: Saatzuchtdirektor
Dr. Laube: Welche Beſtellungsmaßnahmen vermindern die Gefahr
ungenügender Roggenerträge? 16.25: Geh. Reg.=Rat und Min=
Rat Löhr: Die internationale Konferenz über Aufhebung der Ein=
und Ausfuhrverbote in Genf vom Standpunkte der Landwirtſchaft
aus. O 17: Teemuſik. Kapelle Geza Komor. 2 18.30: Studienrat
Friebel: Meine Rundfunkſtudienreiſe durch England. o 19:
Mar=
garete Wallmann: Körpererziehung als Lebensgrundlage. 0 20.30:
Vor= und Zwiſchenſpiele zu modernen Operetten. Berliner Funkorch.
Dirigent: E. Donath. o Anſchl.: Preſſenachrichten. O 22.30:
Tanz=
muſit. Kapelle Hoffmann.
Wetterbericht.
Gießen, 25. Anguſt.
Die neue ozeaniſche Störung hat ſich oſtwärts bis nach
Südſkandi=
uatien ausgebreitet. Ihre Nandſtörungen brachten bereits Niederſchläge
und ſtellenweiſe Gewitter. Da an der Südſeite des Fallgebietes
ezeaniſche Luftmaſſen vordringen, ſo geſtaltet ſich zunächſt die
Wetter=
lage unbeſtändig. Wechſelude Bewölkung mit zeitweiſem Aufklaren und
Negenſchauern, die teilweiſe von Bewitterſtörungen begleitet werden,
ſind morgen zu erwarien. Die Tomperaturen gehen ſchon wieder etnas
zurück.
Ausſichten für Sonntag, den 26. Augaſt: Wechſelnd wolkig mit
Auf=
heiterumng, allmählich etwas kuhler, vereinzelt Regenſchauer, teilweiſe
gewitterhafter Art.
Ausſichten für Montag, den 27. Auguſt: Teils wolkig, teils
auf=
heiternd, meiſt twcken.
Hauptſchriftlettung: Rudolf Mauve
Veranwortich für pollit und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleion. Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmann:
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willv Kuhle: Oruc
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Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
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Kiſſingen — Lamſcheid — Lauchſtädt
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Mondorf—Neuenahr —Ober=
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Miniſterium e
kusſekretär
ferum hat di
94 Landes e
aeit berbrei
Auß des
Gerum
entzün
Mummet 237
Reich und Ausland.
ſim Kinderheim durch Blitzſchlag
eingeäſchert.
Weſterland (Sylt), 25. Aug.
Eei einem heute in den frühen Morgenſtunden
drgeganenen ſchweren Gewitter ſchlug der Blitz
ſde s Kinderheim in Bad Keitum ein und zündete.
50 Kinder des Heimes konnten glücklicherweiſe
zn auch mit knapper Not, gerettet werden. Das
Grutde, das der Stadt Mülheim a. d. Ruhr gehörte,
inrite völlig nieder, da die Motorſpritze verſagte.
—bgebrannte Haus hatte einen Wert von 120000
i= und war erſt im vorigen Jahre erbaut worden.
Zum Brand des Keitumer Kinderheims wird
er=
jzund gemeldet: Das Feuer kam durch einen
Blitz=
ſr” heute früh um 5,30 Uhr zum Ausbruch und
fd ſofort in dem Strohdach des Gebäudes reiche
ſhrung. An den Löſcharbeiten beteiligten ſich alle
trfilligen Wehren der Inſel. Sie konnten aber nur
—älteren Teil des Gebäudes teilweiſe retten.
in dem neu angebauten Flügel, in dem ſich die
(1—r befanden, iſt der Dachſtuhl niedergebrannt. Die
gei en Räume waren durch die feſte Betondecke vor
* Ausdehnung des Brandes geſchützt. Das Inventar
Aebäudes konnte zum größten Teil geborgen
een. Sollte es ſich als notwendig erweiſen, auch
dier: Teil des Gebäudes niederzureißen, ſo dürfte ſich
Schaden auf 70 bis 80 000 Mark belaufen. Das
tr. war bei einer rheiniſchen Geſellſchaft verſichert.
geleine Höllenmaſchinen im Pflanzenreich.
B erlin. In Südeuropa und Aſien kommt ein
fyhartiges Gewächs mit weißen oder roſaroten
1u. benblütchen vor, das man eine Höllenmaſchine
Pflanzenreiche nennen könnte. Wenn man ſich
u Strauche mit einer brennenden Zigarette nähert,
z—ndet er ſich und ſteht in Flammen gehüllt. Er=
Feckt beobachtet man das ſeltſame Schauſpiel und
ſvevwundert, nach dem Brand den Strauch wieder
iig unverſehrt zu finden. Nur ein ſcharfer
Ge=
ih erinnert noch an das erlebte Feuerwerk. Dieſe
eli dierende Pflanze hat in ihren Blüten ein
te iſches Gift, das die Eigenſchaft beſitzt, unter
in Einfluß der Wärme brennbare Gaſe
auszu=
r.llen. An heißen Tagen iſt der Strauch in eine
zistbare Gaswolke gehüllt, und nicht ſelten kommt
ei Gewittern zur Selbſtentladung. Für den
leiſfſchen iſt dieſe kleine Höllenmaſchine im
Pflanzen=
ich, nicht ungefährlich. Das Einatmen der Gaſe hat
lbllkeit, oft ſogar Bewußtloſigkeit zur Folge.
Der Erfolg der „Filchner=Spende‟.
18erlin. Ueber den bisherigen Erfolg der
ſihhner=Spende” teilt das Nachrichtenamt der Stadt
eri in mit: Die auf Anvegung des Berliner
Ober=
rzermeiſters ins Leben gerufene Sammlung
zu=
maren des Aſienforſchers Dr. Wilhelm Filchner hat
Urllen Kreiſen lebhaftes Intereſſe gefunden. Es
d. bereits rund 140 000 Reichsmark eingegangen.
Reichspräſident hat ſich mit 10 000 Reichsmark
d! der preußiſche Miniſter für Wiſſenſchaft, Kunſt
d Volksbildung mit 5000 Reichsmark beteiligt.
Schadenfeuer.
Aeuenburg (Schweiz). In der Nacht von
drmerstag auf Freitag, um 1 Uhr, brach in dem
ſſemwerk und Maſchinengeſchäft Schürch Feuer aus.
’sldas Dach des Gebäudes in Flammen ſtand,
ge=
t ein benachbartes katholiſches Töchterpenſionat
erFalls in Brand, ein drittes anſtoßendes Gebäude
8 won dem Geſchäftsinhaber Schürch bewohnt wird,
troe auch vom Feuer erfaßt. Erſt um 4 Uhr
urgens konnte die Feuerwehr einigermaßen des
ſunrs Herr werden. Der Schaden iſt bedeutend, aber
i Verſicherung gedeckt. Bei den Rettungsarbeiten
icen zwei Feuerwehrleute Brandwunden.
Fieber=Epidemie in Griechenland.
ondon. Die Epidemie von Denque=Fieber
hur ſich in Griechenland weiter aus. Tauſende von
rwnen ſind von der Epidemie betroffen.
Infolge=
ſſei hat Venizelos ein beſonderes
Geſundheits=
iniſterium eingerichtet, an deſſen Spitze ein
Unter=
ſasſekretär geſtellt werden ſoll. Das neue
Mini=
einm hat die Aufgabe, alle ſanitären Dienſtzweige
s Wandes einheitlich zuſammenzufaſſen und auch die
verbreitete Malaria zu bekämpfen. Der Be=
U3ß des Miniſterpräſidenten iſt mit großer
Zufrie=
nlgeit von der öffentlichen Meinung aufgenommen
drioen.
Serum gegen
Blinddarm=
enizündung entdeckt?
Prof. Dr. Katzenſtein
Au ein Serum gegen die bisher nur operativ
be=
oelte Blinddarmentzündung entdeckt haben. Zu
eicher Zeit kommt die Nachricht, daß auch in Paris
Füllgreiche Verſuche mit dem Einſpritzen eines
ſasren Serums gegen Blinddarmentzündung
ge=
ſgecht werden. Es wäre erfreulich, wenn man der
icheſchen und häufig auftretenden Krankheit Herr
un de. Die im Wurmfortſatz des Blinddarms
ent=
ende Entzündung iſt deshalb lebensgefährlich, weil
E ſich bildende Geſchwür leicht den Wurmfortſatz
ghbricht und eine tödliche Bauchfellentzündung
erzeugt.
Sonntag, den 26 Auguſf 1928
Sönigreich Albanien.
Die Hauptſtraße der Hauptſtadt Tirana
macht einen recht ländlichen Eindruck. Kein Wunder, da die Hauptſtadt nur 10 000 Einwohner hat.
Das Reſidenzſchloß des Staatsoberhauptes in Schiroka wird bald königliches Schloß heißen.
Albanien ſoll nach dem Wunſche ſeines bisherigen Präſidenten Achmed Zogu, der den Namen
eines Königs Skanderbeg III. führen will, Königreich werden. Das Land hat 27 500
Quadrat=
kilometer Fläche= 804 000 Einwohner und jährlich etwa 25 Millionen Mark Staatseinnahmen.
Der Wert der Einfuhr betrug 1926 etwa 20 Millionen Mark, wohingegen die Ausfuhr nur
9 Millionen Mark erreicht hat. Das wichtigſte Handelsland für Albanien iſt Italien.
So fängt man Auto=Banditen!
Eiſennagelſtreifen reißen die Gummireifen auf.
Die engliſche Polizei macht mit einem neuen Mittel zur Verhaftung von Autoräubern Verſuche.
Nach einem Vorſignal, das zum Halten (Stop!) auffordert, wird ein mit ſpitzen Eiſennägeln
beſpickter Streifen über die Straße geſchoben. Sollte der Bandit dem Signal nicht gehorchen, ſo
werden die Reifen ſeines Wagens zerſtört.
Von Mädchenhändlern entführt.
Warſchau. Auf der Fahrt zwiſchen Warſchau
und Kattowitz iſt, wie erſt jetzt bekannt wird, in der
Nacht vom Sonntag auf Montag im Schnellzug dem
Berliner Kaufmann Hermann Krün ſeine 18jährige
Tochter von Mädchenhändlern entführt worden, ohne
daß bisher die geringſte Spur von den Tätern
ent=
deckt werden konnte. Der Kaufmann, der gegen 11
Uhr abends in Warſchau den Kattowitzer Schnellzug
beſtiegen hatte, befand ſich mit ſeiner Tochter allein
in einem zweiter Klaſſe=Abteil. In Petrikau ſtiegen
alsdann zwei elegant gekleidete Fremde ein, die bald
in ein Geſpräch mit den beiden Reiſenden kamen.
Die beiden Fremden baten, rauchen zu dürfen, was
ihnen auch geſtattet wurde. Kurz darauf verfiel der
Kaufmann in tiefen Schlaf, aus dem er erſt bei der
Ankunft in Kattowitz aufwachte, wo er zu ſeinem
Schrecken feſtſtellen mußte, daß ſeine Tochter
zuſam=
men mit den beiden Fremden verſchwunden war.
Das Gepäck war noch im Abteil vorhanden. Die
ſofort aufgenommenen Nachforſchungen der Polizei
blieben völlig ergebnislos.
Ein brennender Dampfer verſucht die Küſte zu
erreichen.
London. Wie die Zeitungen melden, iſt auf
dem britiſchen Dampfer „Port Napier” (8491 To.),
deſſen Ladung hauptſächlich aus Streichhölzern und
Petroleum beſteht, ein Brand an der
Steuerbord=
ſeite ausgebrochen. Das Schiff, das ſich
augenblick=
lich in den Gewäſſern von Samoa befindet, verſucht,
mit Volldampf die Küſte zu erreichen, mit der es
ſich ſtets in radiotelegraphiſcher Verbindung hält. Der
letzte von ihm aufgefangene Funkſpruch beſagt, daß
es noch 75 Meilen vom Land entfernt iſt.
Ein franzöſiſcher Amerikaflug geſcheitert.
Le Bourget. Das Flugzeug „Frankreich” iſt
geſtern früh 6,09 Uhr zu dem geplanten Fluge nach
New York aufgeſtiegen, aber um 6,21 Uhr wieder
hierher zurückgekehrt. — Der Start des Flugzeuges
„La France”, den die Flieger Coldouret, Mailly=Nesle
und Mailloux in der vergangenen Nacht vorbereitet
hatten, ging, wie bereits gemeldet, um 6,09 Uhr
vor ſich und geſtaltete ſich außerordentlich ſchwierig.
Das Flugzeug ſchwankte ſtark und verlor, kaum
1000 Meter vom Startpunkt entfernt, das am
Schwanz befindliche Rad. Gleichzeitig bemerkte man,
daß aus einem der Tanks das Benzin auslief. Das
Flugzcug ſtieß dann an eine Telephonleitung, wobei
die Motorhaube eingedrückt wurde. Mit knapper
Not gelang es dem Piloten, einer Starkſtromleitung
auszuweichen und um 6,21 Uhr wieder auf dem
Flugplatz zu landen. Coldouret will ſeinen Verſuch
wiederholen, doch will er dabei einen anderen Motor
benutzen.
Diebe zerſtören ein wertvolles Kirchenfenſter.
Paris. Wie das Journal aus Tours meldet,
ſind in der Nacht zum 23. Auguſt Diebe in den Dom
von Tours eingeſtiegen, um die Opferſtöcke zu
be=
rauben. Sie haben dadurch einen unerſetzlichen
Schaden angerichtet, daß ſie einen Teil eines aus dem
15. Jahrhundert ſtammenden Kirchenfenſters
zer=
trümmerten.
Ila=Flieger Martens in London gelandet.
London. Der Segelflieger Arthur Martens,
der ſich mit dem Ila=Flugzeug auf einem Werbeflug
durch die europäiſchen Hauptſtädte befindet, um für
den Beſuch der Internationalen Luftfahrtausſtellung
in Berlin zu werben, iſt in London glücklich gelandet.
Geite 11
Untergrundbahnkataſtrophe
in Neſv Hork.
15 Reiſende tot. — Mehr als 100
verletzt. — Panik im Tunnel.
EP. New York, 25. Aug.
Bei der Station Times=Square, im Herzen
des Geſchäfts= und Theaterviertels, iſt geſtern
ein Zug der Untergrundbahn entgleiſt. Obwohl
der Umfang der Kataſtrophe noch nicht genau
feſtſteht, heißt es, daß 20 Reiſende getötet und
50 verletzt worden ſind. Die Wagen waren
ſtark überfüllt. — Nach dem New York Herald
beträgt die Zahl der Toten 15 und die der
Verletzten Hundertfünfzig.
Zu der Entgleiſung wird noch berichtet: Der aus
neun Wagen beſtehende Zug war voll beſetzt von
Büroangeſtellten, die nach Hauſe fuhren. Fünf Wagen
des Zuges waren bereits durch die Weiche
hindurch=
gefahren, als dieſe ſich umſtellte. Der ſechſte und der
ſiebente Wagen wurden gegen die Tunnelwand
ge=
drückt und zertrümmert. Die zwei letzten Wagen.
wurden ſtark beſchädigt. Es entſtand eine
furcht=
bare Panik. Die Menge ſuchte ſich in
wilder Flucht zu retten, und in ihre
Schreie miſchten ſich die Wehklagen der Verletzten
und Sterbenden. Sofort wurden Polizeireſerven,
Krankenwagen und Feuerwehr alarmiert, die
ſchnell=
ſtens zur Unglücksſtätte eilten. Der elektriſche Strom
wurde abgeſtellt, wodurch der geſamte
Untergrund=
bahnverkehr im Weſten New Yorks lahmgelegt wurde.
Während die unter dem Klirren der Eiſenteile und
der berſtenden Fenſterſcheiben um ihr Leben
kämpfende Menſchenmaſſe ſich aus dem dunklen
Tunnel und aus dem ſüdlich der Station
feſtgefah=
renen Zug zu befreien ſuchte, während die Feuerwehr
mit Sauerſtoffgebläſe die Wände der Wagen
auf=
ſchnitt, nahmen ſich die Aerzte der aus den
Wagen=
öffnungen hervorgezogenen Opfer an, die meiſt
kom=
plizierte Brüche und innere Verletzungen erlitten
hatten. Inzwiſchen war eine Notbeleuchtung
her=
geſtellt worden, ſo daß das Unglücksbild einigermaßen
klar wurde. Es ergab ſich, daß infolge der
anſchei=
nend gebrochenen Weiche der neunte Wagen gegen die
Betonwand angeprallt war und in zwei Hälften
zer=
ſchnitten wurde, ſo daß die letzte Hälfte des neunten
Wagens auf das andere Geleiſe geworfen wurde.
Ein Zuſammenſtoß mit knapper
Not vermieden.
Da die Untergrundbahnzüge zur Zeit des
Un=
glücks in ganz geringen Abſtänden verkehrten, kam
der dem entgleiſten nachfolgende Zug erſt in kaum
zwei Metern Abſtand von dem entgleiſten Zug zum
Stillſtand, ſo daß ein Zuſammenſtoß mit knapper Not
vermieden wurde. Die anfangs nach der ſtarken,
weithin vernehmbaren Exploſion gehegte Befürchtung,
daß Feuer ausgebrochen ſei, eine Befürchtung, die
noch ſtärker wurde, als in die von Menſchen erfüllte
Station Times Square Rauch und Staub eindrang,
bewahrheitete ſich glücklicherweiſe nicht. Es dauerte
etwa eine Stunde, bis die Aerzte ihre aufreibende
Tätigkeit in dem Gewirr von zerriſſenen Drähten
und Wagentrümmern beendet hatten, Schreien und
Stöhnen verſtummte und die Toten und Verwundeten
ans Tageslicht gebracht worden waren. Viele Tote
ſind ſo entſtellt, daß ihre Perſonalien noch nicht
feſt=
geſtellt werden konnten. Exſt acht Stunden nach dem
Unglück war die Strecke für den Verkehr wieder frei
geworden.
Ungebeuere Verkehrsſtockungen
auf allen größeren Stationen.
Auf der Station Times Square der
Untergrund=
bahn, wo ſchon an gewöhnlichen Tagen unmögliche
Zuſtände herrſchen, da ſich dort drei Linien kreuzen,
entſtand, als das Unglück geſchah, ein wahres Chaos.
Obwohl kaum eine Viertelſtunde, nachdem donnerndes
Krachen weithin vernehmbar das Unheil verkündet
hatte, ſämtliche Polizeireſevven Manhattans, die
Feuerwehr und andere Hilfsmannſchaften ſowie alle
verfügbaren Krankenwagen zur Stelle waren, gelang
es der Polizei nur mit größter Mühe, die aus allen
Straßen andrängenden Menſchenmaſſen
zurückzuhal=
ten. Viele Perſonen ſtiegen auf die Dächer der
Omnibuſſe und anderer Fahrzeuge, ſo daß dieſe
in=
folge der Ueberfüllung auf die ringsherum flutende
Menge umzuſtürzen drohten. Die Menge mußte von
der Polizei gewaltſam herabgetrieben werden, aber
die Schreie, die aus der Tiefe hervordrangen,
ſtachel=
ten die nach Zehntauſenden zählende Menge in ihrer
Neugier an, immer wieder ungeſtüm vorzudrängen.
Inzwiſchen machten ſich die Rettungsmannſchaften
daran, in dem herrſchenden Chaos Ordnung zu
ſchaffen. Da das Unglück zur Zeit des höchſten
Verkehrs des ganzen Tages, wenn zwiſchen 17 und
18 Uhr Hunderttauſende vom Nordende New Yorks
nach Brooklyn und umgekehrt fahren, geſchah, machten
ſich die Folgen in wenigen Minuten über die ganze.
Stadt bemerkbar. Auf allen größerern Stationen.
entſtanden ungeheure Verkehrsſtockungen, und die
Polizei hatte größte Mühe, die vorwärts= und
rück=
wärtsflutenden Maſſen nach anderen
Verkehrsmög=
lichkeiten hinzuleiten und eine Panik zu verhindern.
Der Eindruck von dem ſchweren Unglück iſt in der
Stadt ſo gewaltig, daß ſelbſt die Pariſer Nachrichten
über das Eintreffen Kelloggs und die Wahlnachrichten
in den Morgenblättern hinter den Schilderungen von
dem Unglück zurücktreten.
Sieben „blinde” Paſſagiere tödlich verunglückt.
Baltimore. Auf dem Dämpfer „Streel
Inventor”, der aus Südamerika hier eingetroffen
war, wurde eine Räucherung mit
Desinfektions=
mitteln vorgenommen, da der Dampfer auf ſeiner
Reiſe mehrere Häfen angelaufen hatte, wo
Gelb=
fieber herrſcht. Nach der Desinfektion fand man in
verſchiedenen Teilen des Kielraums ſieben Leichen
und neun Perſonen auf, die ſchon halb erſtickt waren
und deren Zuſtand äußerſt beſorgniserregend war.
Es handelt ſich bei dieſen 16 Perſonen um blinde
Paſſagiere, die ſich heimlich an Bord des Schiffes
eingeſchlichen und im Kielraum verſteckt hatten, um
ſich auf dieſe Weiſe unerlaubt Eingang über die
Grenze der Vereinigten Staaten zu verſchaffen.
Nummer 232
DarmſtädterCagblatte
Sonntag, den 26. Auguft
cheſſNeueſte Nachrichten
Tſchechoſlowakiſcher
Die moderniſierte Berliner Börſe.
Wirtſchaftsbrief.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, 20. Auguſt.
Die Wirtſchaft der Tſchechoſlowakei war in
den letzten Monaien einſchneidenden
Schwankun=
gen nicht unterworfen, wenn auch in einzelnen
Induſtriezweigen durch Lohnkonflikte das
Ge=
ſchäft weſentlich gehemmt worden iſt, wie
bei=
ſpielsweiſe im Baugewerbe, in welchem die
Ar=
beiterſchaft in einem 16wöchigen (erſt in dieſen
Tagen zuſammengebrochenen) Streik die
Zuerken=
nung höherer Löhne gerade zu einem Zeitpunkte
gefordert hat, da die Baubewegung im geſamten
Gebiet des Staates einzuſetzen begonnen hatte.
Auf dieſe Weiſe ſind auch die mit der
Bauindu=
ſtrie zuſammenhängenden Produktionszweige in
Mitleidenſchaft gezogen worden, ohne daß ſich
indeſſen die Situation dieſer Induſtrien abfolut
ungünſtig geſtaltet hätte. Eine Ueberſicht über
die gegenwärtige Beſchäftigung der einzelnen
Produktionszweige ergibt das folgende Bild:
In der Metall= und Maſchinen=
In=
duſtrie ſind die Betriebe voll beſchäftigt, die
Leiſtung übertrifft zumeiſt ſogar die
Vorkriegs=
höhe. Auslandsaufträge liegen reichlich vor, und
auch der Inlandsbedarf iſt zufriedenſtellend. In
der Metallinduſtrie iſt mit den Arbeitern ein
neuer Rahmenvertrag abgeſchloſſen worden, der
die Arbeitszeit, die Frage der Ueberſtunden (die bis
8 Uhr abends mit einem 25proz., nach 8 Uhr abends
mit einem 50proz. Zuſchlag zum Stundentarif
zu entlohnen ſind) regelt, ferner die Frage der
Sonn= und Feiertagsarbeit, der Urlaube uſw.
Die Verhandlungen über die Forderung der
Metallarbeiterſchaft nach einer Lohnaufbeſſerung
um 15 Prozent ſind noch nicht abgeſchloſſen, doch
iſt eine Einigung auf der Baſis beiderſeitigen
Entgegenkommens wahrſcheinlich.
Der Brauinduſtrie ſind, die heißen Sommertage zuſtatten
Der neueſte Fortſchritt
hat den elektro=pptiſchen Kursanzeiger mit Leuchtſchrift gebracht.
Die nlte Zeit
kannte nur die Schiefertafel und die Kreideſchrift.
Auf einer weithin ſichtbaren Glasſcheibe leuchten die friſcheſten Kursnotierungen im Berliner Börſenſaale auf. Mit dem
Jahr=
hunderte alten Brauch, die Kurſe mit Kreide auf Schiefertafel zu notieren, hat die Berliner Börſe gebrochen.
gekommen, ſodaß ſie mit Ueberſtunden arbeiten mußten, um dem
geſtei=
gerten Konſum Rechnung tragen zu können. Allerdings ſind die
Ein=
bußen während der kühlen Monate Mai und Juni ſo beträchtlich
ge=
weſen, daß die Ueberſchüſſe aus dem hohen Ausſtoß im Juli und Auguſt
teilweiſe zu Verlu ſtdeckungen verwendet werden müſſen.
Die Automobilinduſtrie iſt voll beſchäftigt; ſie kann den
zahlreich vorliegenden Beſtellungen nicht ſchnell genug Genüge leiſten.
ſo daß die Einfuhr ausländiſcher Wagen immer noch ſehr beträchtlich
zu nennen iſt.
Eine gute Beſchäftigung verzeichnet desgleichen die
Teppich=
induſtrie, die nicht nur mit ausreichenden Inlandsaufträgen
ver=
ſehen iſt; ſteigende Exportorders, insbeſondere aus England, haben die
Notwendigkeit einer Erhöhung der bisherigen Produktion ergeben.
Neben dem engliſchen Markt, der hauptſächlich für beſſere Qualitäten
aus Baumwolle und Halbſeide in Frage kommt, iſt die Schweiz als
Ab=
nehmerin vieler Halbſeidewaren hervorragend an dem Export
tſchecho=
ſlowakiſcher Teppichfabrikate beteiligt; Juteteppiche werden nach Ungarn,
dem Balkan und ſeit kurzem auch nach Großbritannien ausgeführt.
Bemerkenswert erſcheint, daß Deutſchland und die Nordſtaaten für die
tſchechoſlewakiſchen Teppiche nur geringes Intereſſe zeigen, ſo daß der
Export nach dieſen Länbern eine ſinkende Tendenz aufweiſt. Für die
Winterſaiſon hat Südſlawien große Beſtellungen in Jute und
Hanf=
ware aufgegeben.
Ebenfalls gut beſchäftigt iſt die Wäſcheinduſtrie, die teilweiſe
mit Ueberſtunden arbeitet, da der Export, namentlich nach den
Nord=
ſtaaten, dem Balkan, aber auch in die Ueberſeegebiete, an Lebhaftigkeit
zunimmt. Auf dem Inlandsmarkt ſelbſt iſt das Geſchäft flauer
gewor=
den. Nach Ungarn, Oeſterreich und Polen erfuhr der Export teils durch
die hohen Zollſätze und teils infolge der wenig ſicheren
Kreditverhält=
niſſe eine Erſchwerung, doch werden die hierdurch bedingten Ausfälle
durch den ſteigenden Abſatz in den Nord= und Weſtſtaaten auf Koſten
der franzöſiſchen Konkurrenz wieder wettgemacht.
In Oſtböhmen hat das Anſteigen der Flachspreiſe auf dem
Welt=
markt Ende Juni zur Einſtellung des Betriebes von mehr als zwei
Dritteln der geſemten Leineninduſtrie geführt. Die betroffenen
Unternehmer haben ſich an die Prager Regierung um Hilfe gewendet,
indem ſie darauf hinweiſen, daß die Steigerung der Flachspreiſe eine
Folge der Flachsverteuerung in Sowjetrußland war, weshalb ſie von
der Regierung als Gegenmaßnahme ein Ausfuhrverbot von Maſchinen
nach Rußland fordern, um auf dieſe Weiſe die Sowjetregierung zur
Herabſetzung der Preiſe zu zwingen. Da zudem die Exportausſichten
infolge des Fehlens amerikaniſcher Beſtellungen ſchlecht ſind — auch der
Export nach Deutſchland iſt gewaltig zurückgegangen —, wird ſich
wahr=
ſcheinlich ſchon in naher Zeit die Notwendigkeit einer weiteren
Herab=
ſetzung der Arbeiterzahl ergeben.
In einer ebenſo wenig günſtigen Situation befindet ſich die
Baum=
wollinduſtrie, von welcher insbeſondere die Produktion von
Halbfabrikaten ſtark reduziert werden mußte. Die zweite Schicht iſt bei
einer ganzen Anzahl von Betriebenn überhaupt aufgehoben worden,
und ein bedeutender Teil der Innduſtrie hat die Arbeit auf zwei bis
drei Tage in der Woche einſchränken müſſen. Wenn vorderhand auch
nur eine einzige Firma den Betrieb vollſtändig eingeſtellt hat, ſo iſt es
doch im Zuſammenhang mit der notwendig gewordenen Produktions=
Reduzierung zur Entlaſſung zahlreicher Arbeiter gekommen, ſo daß die
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Beſchäftigungsloſigkeit im oſtböhmiſchen Textilgebiete neuerdings erheb= ſetzen wird. Mit dem flauen Geſchäftsgang in der Schuh= und
Leder=
branche gehen die Preisabſchläge auf den letzten Häuteauktionen Hand
lich geſteigert erſcheint.
In der Zuckerwareninduſtrie hat die Arbeiterſchaft eine
Erhöhung der bisherigen Löhne um 15 Prozeut gefordert; da die
Unter=
nehmer erklärten, eine mehr als Zprozentige Aufbeſſerung nicht
zuge=
ſtehen zu können, ſind die Verhandlungen geſcheitert, und ein Teil der
Arbeiterſchaft iſt in den Ausſtand getreten. — Auch in der Glas= und
Kunſtblumeninduſtrie iſt es zu Teilausſtänden gekommen, die
ebenfalls auf Lohndifferenzen zurückzuführen ſind.
Die Schuhinduſtrie iſt nach wie vor gut beſchäftigt;
aller=
pings nimmt an der günſtigen Konjunktur das Kleingewerbe nicht teil,
das immer mehr dem Verfall preisgegeben erſcheint. Die Fabriken, die
25000 Arbeiter beſchäftigen, arbeiten zumeiſt für den Export, der ſo
rapid geſtiegen iſt, daß die Tſchechoſlowakei unter den europäiſchen
Schuhexportſtaaten in ſehr kurzer Zeit die erſte Stelle einnehmen wird.
(Nach Deutſchland exportiert die Tſchechoſlowakei monatlich Schuhwaren
im Werte von 20 Millionen Kronen; an zweiter Stelle ſteht England).
Im Kohlenbergbau iſt die Beſchäftigung der Arbeiter
in=
ſolge des geringen Sommerbedarfs zurückgegangen. Die Situation
er=
fährt eine Verſchlechterung inſofern, als die Arbeiterſchaft des Oſtrauer
Gebietes mit Rückſicht auf die ſtändig ſteigenden Lebensmittelpreiſe eine
Lohnerhöhung um 15 Prozent fordert.
In der Emailinduſtrie iſt ein bedeutender Rückgang des
Ab=
ſatzes durch das Sinken des Exports zu verzeichnen; der Umſatz auf dem
Inlandsmarkt weiſt eine leichte Steigerung auf, doch vermag dieſe die
Exportausfälle nicht auszugleichen.
Auch in der Bugholzmöbelinduſtrie, die einen guten
Inlandsabſatz aufweiſt, iſt die Exportkonjunktur weſentlich abgeflaut, ſo
daß die Produktion derzeit nur 70 Prozent beträgt.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vym 25. Auguſt. Die geſtrige feſte
Ten=
denz im Berliner Getreidegeſchäft machte ſchon am Nachmittag wieder
einem Abgleiten der Preiſe Platz. Als nun auch Amerika flaue
Markt=
depoſchen kabelte, mußte auch hier das Niveau erheblich nachgeben, ſo
daß die geſtrigen Gewinne wieder verloren gingen. Die dringenden
Feldarbeiten im Inlande laſſen größere Zufuhren nicht herankommen:
es beſteht aber Nachfrage für Weizen wie auch für Roggen, namentlich
nach der Küſte. Im Zeitgeſchäft ſtellten ſich die Preiſe bei nur geringen
Umſätzen für beide Getreidearten 2—3 Mark miedrigen. Gerſte und
Hafer haben mäßiges Angebot und beſteht nur in guten Qualitäten
Nachfrage; das Mehlgeſchäft bleibt unverändert ruhig.
Unter dem Einfluß der faſt von allen Ländern ſehr günſtig
lauten=
den Ernte= und Saatenſtandsberichte verkehrte der Getreidemarkt die
ganz Woche hindunh in ſehr ruhiger Haltung. Die vorübergehende
Preisſteigerung wurde bald wieder durch Preisrückgänge abgelöſt und
wir ſtehen heute bezüglich Weizen beinahe wieder auf dem tieſſten
Preisſtand. Die Aufnahmefähigkeit an den europäiſchen Märlten war
ſehr klein. So verlief auch die heutige Mannheimer Börſe wiederum
faſt vollkommen geſchäftslos. Für in Mannheim disponiblen
Inlands=
weizen verlangte man 24.50—24,75, und für Auslandsweizen 26—28,75
waggonfrei Mannheim. Roggen hatte ebenfalls ſehr ruhigen Markt
und für Inlandsroggen bewegten ſich die Forderungen zwiſchen 23,50
bis 23,75 RM. In Hafer iſt das Geſchäft ſehr ſchleppend. Neuer
In=
landshafer iſt zu 22—22,75 NM. franko Mannheim käuflich. Gerſte hat
wohl in den letzten acht Tagen am ſtärkſten im Preiſe eingebüßt. Man
konnte heute badiſche und württembergiſche Gerſte zu 26,25—97,25 RM.
franko Mannheim kaufen. Für pfälziſche Ausſtichqualitäten wurden
27—28,50 RM. gefordert. Futtergerſte blieb zu 22,25—33 RM.
erhält=
lich. Im Maismarkt hat der Lokopreis entſprechend den überſeeiſchen
Offerten einen ſtarken Preisrückgang erlitten und in Mannheim
dispo=
nihler La=Plata=Mais, der am letzten Montag noch mit 23 RM. notiert
wurde, war heute zu 22 RM. bis 21,50 RM. Brutto für Natto,
ein=
ſchließlich Säcken, käuflich.
Funtermittel hatten infolge der ſchwachen Haltung an den
Brot=
getreidemärkten ehenfalls recht ruhigen Markt, zumal die Konſumenten
die verhältnismäßig hohen Preiſe, im Vergleich zu den Getveidepreiſen,
nicht anlegen wollen. Für feine Weizenkleie verlangt man heute 14,
für Biertreber 18,25—1875, für Weizennachmehl 20—21 RM., für
Malzkeime 17,50—18, für Erdnußkuchen 24—24,50 und für Napskuchen
19,50 RM. per 100 Kg.
Hopfen. Ueber die Marktlage in 1927er Hopfen iſt nichts neues
zu bevichten. 1928er Hopfen hat die Ernte in Tettnang und in
Wall=
dorf bereils begonnen; die bis jetzt bezahlten Preiſe ſchwanken zwiſchen
20—250 RM. Die Qualität, die bis jetzt geerntet worden iſt, ſoll,
wie wir hören, von guter Farbe und gutem Lupulingehalt ſein.
Mehl hatte ſehr ruhigen Markt und die Preiſe ſind weiter
zu=
rückgegangen. Für, ſüddeutſches Weizenmehl, Spetzial Null, fordern
unfere Mühlen 34 RM., wogegen die zweite Hand zu 33,50 RM. als
Abgeberin im Markte iſt. Süddeutſches Noggenmehl ſtellt ſich auf
32,25—33,25 RM. frei Waggon Mühle.
Tabak. Ueber die Lage der Tabakmärkte iſt nichts neues zu
be=
rickten. — Die Nahrichten über die Entwicklung der Tabake lauten
nun=
mehr, nachdem Regenfälle niedergegangen ſind, weſentlich günſtiger. In
einigen Gegenden ſoll man ſogar bereits mit der Sandgrumpenernte
begonnen haben.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Schwacher Geſchäftsgang in der Wormſer Leberinduſtrie. In der
ausgedehnten Wormſer Lederinduſtrie wird ſehr über flauen
Geſchäfts=
gang geklagt. Der Bedarf an Leder iſt ſeit Monaten ſchwach und hat
trotz des nahen Herbſtes noch keine merkliche Belebung erfahren. Man
hofft, daß bei einſetzender kühlerer Witterung ſowohl für
Bedarfsſchuh=
werk als auch für Geſellſchaftsſchuhe wieder eine ſtärkere Nachfrage ein=
in Hand.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 22. Anguſt 1928. Die auf
den Stichtag des 22. Auguſt 1928 berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamts iſt mit 141,5 gegenüber, der Vorwoche (141,7)
leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für
Agrarſtoffe um 04 b. H. auf 137,6 (138,1) nachgegeben. Die
Index=
zifſer für Kolonialwaren war mit 135,5 (135,6) nahezu unverändert.
Die Indexzifefr für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren ſtellte ſich
auf 134,0 (134,2) und diejenige für induſtrielle Fertigwaren auf
152,6 (159,5).
Majoritätswechſel bei der Zigarettenfabrik Batſchari. Wie die
„Neue Badiſche Landeszeitung” ſchreibt, ſchweben zurzeit
Verhandlun=
gen über der Verkauf eines bedeutenden Aktienpaketes der
Zigaretten=
fabrik Batſchari in Baden=Baden, das ſich in den Händen von
General=
direktor Minoux befand. Käufer iſt die Danziger Firma Borg. Durch
Einführung des Verkaufsmonopols in Danzig erhielt dieſe Firma, ein
altes Familienunternehmen, beträchtliche Summen frei, die über dem
von anderer Seite genannten Betrag von 2 Mill. RM. liegen, und die
ſie nun bei der Batſchari inveſtieren will. Eine größere Minorität des
3,5 Mill. RM. betragenden Aktienkapitals befindet ſich in den Händen
der Rheiniſchen Kreditbank in Mannheim. Der Uebernahmepreis ſteht
noch nicht feſt. Er wird aber jedenfalls über 50 Prozent liegen.
Ein=
gebracht werden in die Geſellſchaft auch alle alten Rezepte, ſo daß ein
Wechſel in der Produktion nicht ſtattfinden wird. Ueber den Uebergang
wird die Generalverſammlung, die wahrſcheinlich am kommenden
Diens=
tag ſtattfindet, definitiv entſcheiden. Für den Verkauf war u. a. wohl
maßgebend der Rückgang des Abſatzes, der aber unter der anderweitig
genannten Ziffer von 40 bis 50 Prozent liegt. Die Steuerſchuld der
Geſellſchaft betrug 1927 noch rund 10 Mill. RM., der Reingewinn
ein=
ſchließlich 12 272 RM. Vortrag 27 428 RM.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chirago, 25. Auguſt. (Pviv.=Tel.)
Weizen: Am Weizenmarkte gingen die Preiſe auf das gute Wetter
im Frühjahrsweizengebiete und die größe en Zufuhren am hieſigen
Platze während der Nacht zu Beginn des heutigen Verkehrs etwas
zurück, zumal, da auch Abgaben der ſüdweſtlichen Firmen zu beobachten
waren. Später ſchlug die Tendenz erneut um und es konnte wieder
eine leichte Befeſtigung Platz greiſen, da die Intereſſenten aus dem
Oſten des Landes neue Käufe vornahmen und die Baiſſiers ſich auf
Grund der Ankündigung von Negenſchauern durch die Wetterwarte zu
Deckungskäufen veranlaßt ſahen.
Mais: Auch der Maismarkt eröffnete mit einem leichten Rückgang
der Preiſe, doch wurde ſpäter auch hier die Stimmung feſt, da aus
der Pvovinz nur geringes Angebot in alter Ernte vorliegt und die
Lokofirmen Käufe, namentlich per September, tätigten. Weitere
An=
regung boten Berichte über das Eintreten kühlerer Temperaturen im
den Staaten Jowa, Illinois und Indiana.
Roggen: Am Noggenmarkte wirkten das ſchöne Wetter und die
ge=
ringe Nachfrage für Erportware anfänglich preisdrückend. Die öſtlichen
Firmen ſchritten verſchiedentlich zu Abgaben. Im Verlaufe wurde die
Stimmung aber wieder freundlicher, da die Spekulation auf Grund
der Ankündigung von Regenſchauern durch die Wetterwarte zu neuen
Deckungskäufen ſchvitt.
Hafer: Hafer tendierte durchweg feſt, da die Exporteure und du
nordweſtlichen Firmen im Anſchluß an die feſtere Haltung neue Kauß
tätigkeit entfulteten.
Fette: Der Fettwarenmarkt ſtand unter dem Einfluß der feſte
Lokomärkte und der ſchließlichen Aufwärtsbewegung am Maismarkte
Auch die höheren Meldungen aus Liverpool boten Anregung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 25. Aug.)
Getreide. Weizen: Sept. 110½, Dez. 115½, März 120½; Mais;
Sept. 90½, Dez. 73½, März 75%; Hafer: Sept. 37½, Dez. 43,
März 42½: Roggen: Sept. 96½, Dez. 96½, März 98½.
Schmalz: Sept. 12,45, Okt. 12,60, Dez. 12,75, Jan. 29: 12,6.
Fleiſch. Rippen: Sept. 14.20, Okt. 13.95, Dez. 13.75; Spech,
loko 14,50; leichte Schweine 11,50—12,80; ſchwere Schweine 11,7
bis 12,50; Schweinezufuhren: Chicago 3000, im Weſten 20000
Baumwolle: Oktober 18,31; Dezember 18.40.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 25. Aug.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 150½, Hartwinter 12478; Mais,
neu angek. Ernte 86½; Mehl, ſpr. wheat clears 5,80—6,35; Fracht:
nach England 1,3 bis 2 Schilling, n. d. Kontinent 10—12 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,85; Talg, extra, loſe 8:4
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 25. Auguft ſtellten ſich für je‟
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolyttupfernotzkl
140 RM.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die am 25. Anguſt fällig gewordene zweite Halbjahresrate der In=
Luſtrie=Belaſtung für das vierte Reparationsjahr in Höhe von 150 Mill.?
Goldmark iſt friſt= und ordnungsgemäß von der Bank für deutſche In=l
tuſtrieobligationen an den Generalagenten für Reparationszahlungem
für Rachmung des Treuhänders für die deutſchen Induſtmieobligationem
überwieſen worden.
Am Samstag fiel der offizielle Effektenbörſenverkehr im Berlin uncl
im Reich zum letzten Male in dieſem Sommer aus. Vom nächſtem
Samstag ab wird die Börſe wieder, wie üblich, in der Zeit von 11 bis!
1 Uhr abgehalten.
Die Firma S. Hirſch, Frankfurt a. M., eine der bedeutendſten
Ge=
treidehandlungen in Deutſchland, blickte am 25. Auguſt auf ein 75üährih
ges Beſtehen zurück. Im Jahre 1853 wurde die Firma von Simom
Hirſch in Oſthofen gegründet.
Die Saarland=Lothringiſche Elektrizivätsgeſellſchaft (S.L.E.) hau
den Bau einer Hochſpannungsdoppelleitung für 35 000 Volt Betriebss
ſtennung von der Zentrale Heinitz nah St. Wendel der Brown=Bover
A. G. übertragen.
Bis zum 2. d. M. wurden 614 587 Doppelzentner Reinkali abgeſetzl
Auf den Werken lagen Beſtellungen in Höhe von 243 000 Doppelzentner
vor. Nachdem die Syndikatsſchätzung für den Monat Auguſt in
Höhr=
von 900 000 Dophelzentnern hierdurch faſt erreicht iſt, nimmt man 11
unterrihteten Kreiſen an, daß der Auguſtabſatz vorausſichtlich 1 Millio
Doppelzentner Reinkali erreichen wird.
Im Monat Juli wurden in Belgien 2220 000 To. Kohle gege*
2 378 000 To. im Vormonat gefördert. Die Haldenbeſtände beliefen ſio
am Ende des Verichtsmonats auf 1 442000 To. gegen 1 419000 T..
im Vormonat, ſind alſo um 23 000 To. geſtieoen. Die tägliche Kohleng
forderung betrug 89 000 To. gegen 92000 To. im Vormonat. In des
belgiſchen Hütten wurden 324 (00 (Vormonat 321 000) To. Gießeres
roheiſen und 311 000 (320 000) To. Gießereirohſtahl erzeugt.
Wirtſchafts=Literatur.
Aufklärung über das Auskunftsweſen gibt ein 186 Seiten ſtanlg.,
vornehm in Leinen gebundenes Werk, verfaßt von dem Diretor d2‟
Kartells der Auskunfteien Bürgel, Carl Bücken, Aachen. Die
Werk, das den Titel „Aufklärung über das Auskunftsweſen” trägt, ſ.4b
die Gewerbetreibenden in die Vorgänge im Auskunftsweſen einweihes,
die im allgemeinen in weiteren Kreiſen nicht bekannt ſind. Die Au
ſätze des erſten Teiles, die zunächſt das Auskunftsweſen im In= u.90
Ausland im allgemeinen behandeln, ferner die Wirtſchaftslage *
Handelsauskunfteien, die Preiſe (das Abonnement) für Auskünfte, Ve
Auskunftsunternehmen, die im Wettbewerb zu den deutſchen
maße=
benden Auskunſteien ſtehen, beleuchten und außerdem einen umfaſſse!
den Abſchnitt „aus dem Wirtſchaftsleben” enthält, ſind von dem Beol
faſſer in den letzten 25 Jahren ſeiner Tätigkeit als Leiter der Ze
trale des Kartells der Auskunfteien Bürgel, G. m. b. H., in Aach=”
entſtanden und wegen ihrer Aktualität von beſonderem Wert und Se
gemeinem Intereſſe. Der zweite Teil des Buches befaßt ſich mit *
ſonders bemerkenswerten Aufſätzen der Preſſe über das Auskunftsweſee
Das Werk iſt im Verlag der Zentrale des Kartells der Auskunſter
Bürgel, G. m. b. H., Aachen, erſchienen und darf gerade wegen R
fachmänniſchen Behandlung des Stoffes durch den Verfaſſer m‟
wegen der Bedeutung der Auskunfteien namentlich für alle Gewer”
treibenden weiteſtgehender Beachtung empfohlen werden.
26. Auguſt 1928
Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 35
„Surru und Reis.
Von Dieter v. der Schulenburg.
Was für uns als Hauptvolksnahrungsmittel die
Kar=
toffel bedeutet, das iſt für das geſamte Morgenland der Reis.
Wir kennen ihn zwar alle von Mutters Speiſekammer her,
und doch wiſſen wir vielleicht nicht genug von ihm. Man
kann ſogar ruhig behaupten, wir unterſchatzen ſeine
Bedeu=
tung, ſeinen Nährwert, der unſerer guten, braven „Trüffel”
ſogar ganz bedeutend überlegen iſt, ſchon deswegen, weil er
zu den Getreidearten gehört. Reisſuppe, Milchreis,
Reis=
rand zum Frikaſſee und allenfalls Reis als ſüße Speiſe mit
Früchten zubereitet, kalt oder warm mit ſüßem Nahm oder
gar Schlagſahne, das ſind herrliche Genüſſe, gewiß, aber daß
Hokuſai. Reisſtampfer (Holzſchnitt)
damit ſeine Beſtimmung noch lange nicht erſchöpft zu ſein
braucht, daß man ihn täglich, ja wirklich Cag für Cag wie
Brot eſſen kann, wird den wenigſten einleuchten, ſofern der
Leſer den Oſten nicht kennt. Nicht wahr, ſchrecklich? „Ich
möcht’s nicht,” höre ich ihn ſagen. Nun, der italieniſche
Riſotto, den jeder Beſucher Italiens ſicherlich ſchon mit
dar=
übergeſtreutem Parmeſankäſe genoſſen hat, iſt ſchon ein
kleiner Hinweis dafür, daß aus Neis ein recht kerniges
Mittagsmahl herzuſtellen iſt, und vom Balkan an gerechnet
(z. B. ſerbiſcher Neis mit Fleiſchſtücken oder türkiſcher
Pilaff, der ſchon die ungeahnteſten Varianten aufweiſt)
ſehen wir, daß der Neis die Welt beherrſcht, je weiter wir
in den Oſten kommen. Es iſt keine Uebertreibung, wenn ich
ſage, daß in Indien, China und Japan fünfhundert Millionen
Menſchen und noch viel, viel mehr faſt ausſchließlich von ihm
leben, die Kartoffel dagegen ſo gut wie gar nicht kennen.
Schon, wenn man in Colombo oder in Penang auf den
Straits den Schritt an Land geſetzt und ſeinen erſten
indi=
ſchen Luncheon im Galle Face oder Great Eaſtern Hotel
einnimmt, wird man unter den verſchiedenen Gängen die
Bekanntſchaft von „Curry und Neis” machen. Als
geleh=
riger Globetrotter häufelt man ſich alſo eine ordentliche
Portion von Neis wie ein alter Cropenmann auf ſeinen
Celler und gießt die Curryſoße mit kleinen Sleiſchſtückchen
darüber. Dann erſcheint auf nackten, weichen Sohlen ein
zweiter kammgeſchmückter Malaie oder bezopfter Sohn des
Himmels mit allerlei Ingredienzen auf breitem Celler.
„Oh, nemmen Sie nich all dieſe kleine Schweinereien,
wer weiß, was drin is.” meinte wohlwollend mein
Gegen-
über, ein belgiſcher Capitän zu mir, dem Neuling, als ich
ratlos in das freundlich grinſende Geſicht des Boys ſtarrte,
aber ich nahm doch von all dieſen kleinen Scheußlichkeiten.
Je nun, dachte ich, man wird mich nicht gleich vergiften.
Da waren Oblaten, nach Art der jüdiſchen Matzen, die man
ſich über dem Neis in kleinen Stückchen zerbrach, da lag
wahnſinnig ſcharfer Chilly, Ingwer, getrockenete Sardellen,
aber um das gleich vorweg zu nehmen, chineſiſch eingemachte
Negenwürmer waren nicht dabei. Ich fand das alles nur
fürchterlich ſcharf und beißend wie die ganze braune
Curry=
ſauce, und die nächſten Male ſchwor ich mir, dieſen
Neis=
gang an mir vorübergehen zu laſſen. Nun, ſpäter gibt ſich
das, bald findet man denn auch heraus, daß gerade dieſes
ſtark gewürzte Gericht des Landes im Cropenland ganz
aus=
gezeichnet bekömmlich iſt, Indigeſtionen vorbeugt und vor
Bakterien ſchützt. Schon nach wenigen Wochen hatte ich
mich nicht nur völlig an Curry und Neis gewöhnt, ſondern
liebte ihn ſtürmiſch, und noch heute nach Jahren verſäume ich
nie, wenn mich der Wind in eins der wenigen Lokale, meiſt
nur in den Hanſeſtädten, verſchlägt, in denen alte Ueberſeer,
Oſtaſiaten oder Afrikaner verkehren, und in welchen man
dieſes Gericht zuzubereiten verſteht, es mir ſofort zu beſtellen.
Es gibt auch kein Gericht, das in ſo hundertfachen
Variationen gereicht und genoſſen werden kann:
Chicken=
curry, Vegetable=curry uſw. Die Sauce bleibt immer
die-
ſelbe, aber das, was man hineintut, kann ſehr verſchieden
ſein. Am beſten iſt natürlich Prawn=curry, d. h.
Krebs=
ſchwänze oder Krabben.
Mein Wolfsſpitz „Mohrchen” ſcheint übrigens über
Curry die Anſicht ſeines Herrn zu teilen und die heilende
Wirkung, beſonders des Curry auf ſeinen Magen ebenfalls
erprobt zu haben. Er ſtürzt ſich haltlos und gierig auf ſeinen
Freßnapf, wenn Curry und Reis auf dem Mittagszettel
ſteht. Wenn das keine Empfehlung iſt? Na alſol
Allerdings muß man wohl im Far Eaſt gelebt haben, um
den Natives die richtige Subereitung von Reis abgeſehen
zu haben. Hier können es nur wenige Hausfrauen. Der
Reis muß völlig locker und trocken ſein, niemals glitſchig
und naß, man muß das Waſſer, in dem man ihn anſetzt und
garkocht, immer wieder abgießen und zum Schluß
ver=
dampfen laſſen. Das mag außerordentlich ſchwer ſein und
er=
fordert jedenfalls große Sorgfalt, wie alles, was gut
ſchmecken ſoll, denn bekanntlich brennt nichts leichter an als
Reis, und dieſes Aroma wird dann gemeinhin beſtimmt nicht
geſchätzt. Aber ob in Indien, Burma oder den Straits, ob
in Java, wo die Rikstafel dem ganzen Mittagsmahl den
Namen gibt, in Kanton oder Yokohama, dort kennt jeder
die Subereitung des lockeren, feſten, blütenweißen Kornes,
jeder Kuli, dem oft nur die primitivſten Mittel und
einfach=
ſter Hausrat zur Verfügung ſteht. —
Wie ſieht nun eigentlich ſo ein Reisfeld aus? Genau
wie unſer Hafer. Er wird auch genau ſo hoch, hat faſt
die=
ſelben doldenförmig herabhängenden Aehren. Nur ſtehen
die Felder meiſt unter Waſſer, und je reichlicher die
Feuch=
tigkeit, deſto beſſer die Ernte oder Ernten, denn in den
meiſten Ländern der Cropen und Subtropen wird mindeſtens
zweimal, oft drei Mal im Jahr geerntet. Das Korn ſelbſt
indeſſen wird in ganz Indien Paddy genannt. Und nun
fol=
gen Sie mir, verehrter Leſer, einmal in eins der
Anbau=
länder ſelbſt. Beſuchen Sie mich, den einſamen „
Godown=
maſter” am oberen Nangoon Niver, ich will Sie gern führen.
Meilenweit vom Innern der Stadt liegen die Neismühlen
Nangoons, denen es ſeine große Bedeutung als Welthafen
dankt. Von der Landſeite her ſind nur die Mühlen am
Ponzaundoung Creek oder die von Kemmendine am Ende
der Stadt zu erreichen. Sumeiſt heißt es in einem „Sampan”
über den Nangoon Niver, den breiteſten Mündungsarm des
Irrawaddy, nach Kanaungto hinüberzuſetzen. Wie bei allen
Flüſſen Aſiens iſt die Strömung außerordentlich reißend. Je
nach der Flut haben kräftige, ſchwarze Arme manchen Stoß
erſt ſtromauf= oder abwärts zu führen, um den leichten,
geſchwungenen Nachen mit dem „Maſter” als Inſaſſen ans
gegenüberliegende Siel zu bringen. Breit dehnt ſich der
Mühlenſtrand hin. Sechs, acht roh gezimmerte Schuppen,
Godowns genannt, ſind um das Maſchinenhaus, um die
eigentliche Mühle gruppiert. Je bequemer dieſe von der
Waſſerſeite her zu erreichen ſind, je leichter ſie ihren Inhalt
an die Mühle ſelbſt abgeben können, um ſo einfacher wird die
Arbeit den Kulis gemacht, deſto bequemer können die ein=
Neisfeld
zelnen Boote, die mit dem Paddy aus dem Innern kommen,
ſich vor die Mühle legen, um ſo leichter wird aber endlich
auch die Aufſicht und Ueberſicht dem verantwortlichen
Euro=
päer ſein. Das iſt ein Leben und Creiben, ein Kommen und
Gehen an ſolch einem Cage der Seaſon. In Booten von
den verſchiedenſten Größen bringen die burmeſiſchen Händler
ihren Paddy herbei. Solch ein größeres Fahrzeug (Loungzat)
weiſt die ſchönſten Holzſchnitzereien auf. Einem wohlhabenden
Bauern würde es unmöglich ſein, ſeinen Paddy in einfachen
Booten anzubringen. Meiſt wohnt auch Herr Ko Po Cjaw
oder Maung Cun Cin auf ſeinem Loungzat und hat
tage=
lange Neiſen von ſeinem Heimatdorf her darauf
zurückzu=
legen. Wenn das Boot mit geblähten Segeln wieder
heim=
wärts zieht, erinnert es wohl an der alten Wikinger Schiffe.
Ein prächtiger Anblick in ſeiner ſtolzen, machtvollen
Eigenart!
Iſt man nach langem Feilſchen handelseinig geworden —
oft vergehen Stunden darüber — beginnt man den Paddy
in einem geeichten Holzgefäß zu meſſen. Aus dieſem Gefäß
wird er den Kulis in die Körbe geſchüttet, die ihn dann auf
dem Kopf vom Boot auf ſchwankender Planke das Ufer
hinauf in die Godowns tragen. Jeder Kuli bekommt beim
Verlaſſen des Schiffes ein Stäbchen in die Hand und liefert
dieſes den Leuten von der Mühle ab, die dann zählen und
danach die Anzahl der zu bezahlenden Baskets” beſtimmen.
Die erſten drei werden gewogen, um das Grundgewicht zu
beſtimmen; ſpäter wird nochmals Kontrolle geübt, indem man
eine beliebige Anzahl Körbe herausgreift. So einfach das
Syſtem erſcheint, bilden ſich doch ſtets für den Europäer
Fallen, ſo daß er faſt ſehenden Auges betrogen wird. Dem
Aſiaten gegenüber iſt er immer der „Geleimte‟. Geſchickt
wird in das Meßgefäß ein Stein hineingeſchmuggelt, oder
die Wage, und ſei ſie auch ſoeben noch genau unterſucht,
ein wenig burmeſiſch verbeſſert. Oft ſind die eigenen Leute
beſtochen, oder es findet ſich ein Meßmann, der ſo gewandt
ſchweren von leichtem Paddy, d. h. das volle vom tauben
Korn zu unterſcheiden weiß, daß das Sünglein der Waage
Hokuſai, Reisſtampfer (Sokſchnitt)
abermals burmeſiſch entſcheidet. Wer nennt ferner die
Kniffe, ſieht die geheimen Pfade, auf denen das goldene
Korn verſchwindet, iſt es doch das Brot des Landes, der
Reis, die einzige Nahrung der Schwarzen. Wer vermag
endlich bei den Hunderten von Menſchen allein das Ufer zu
überſehen. Fortgeſetzt werden dem „Godownmaſter”
Reis=
proben von ſeinen „Sircaris” (Aufſehern) gereicht, und wenn
die Mühle arbeitet, erhält er auch von dort immerwährend
Proben des gemahlenen Produkts. Man unterſcheidet dabei
Cargo, Weißreis und Mehl. Im Cargo darf etwa zwei
Drittel von Paddy vorhanden ſein, während Weißreis das
fertige Produkt darſtellt, ſo wir wir es hier von Mutters
Speiſekammer her kennen. Allerdings nicht ganz, denn auch
der nach Europa verſchiffte Weißreiß geht noch einmal in
der Heimat durch die feiner organiſierten Mühlen hindurch
und erhält dann durch Politur den begehrten Hochglanz.
Beim Betrachten der Proben aus der Mühle kommt es
häufig genug zu kleinen Auseinanderſetzungen mit dem
Ingenieur, der dem Sirmenangeſtellten unterſteht, ihn aber
ſtets an techniſchen Kenntniſſen übertrifft. Wie oft ertönt
da die Klage: „Zu viel Bruch!” Und wenn dann gar die
Lager ſich heißgelaufen oder ein Defekt der Mühle die
Arbeit lahmlegt, gibt’s Ausbrüche rechtſchaffenen Sornes.
Denn zwei Dampfer liegen im Hafen, die etwa 700 000
Baskets (7 Lakh) vertilgen wollen und jeder Cag koſtet
ſchweres Geld. Das ſind Sorgen für den „Godownmaſter”,
die ihm oft die Nachtruhe ſtören. Das Schlimmſte aber, ſein
Schrecken, iſt der Outturn, die Verhältnisrechnung der
Pro=
duktion zum gekauften Getreide. Nur zu oft fehlen einige
Hundert Baskets. Wo blieben ſie, wer ſtahl ſie, wen trifft
die Schuld? Der Godownmaſter kann ſich das im allgemeinen
wohl erklären, der Barraſahib” d. h. der Direktor in
Nangoon, ſchon recht ſelten, die Geſellſchaft in der Heimat
aber nie. Su den großen Sorgen geſellen ſich dann meiſt noch
die tauſenderlei kleinen Mühen und Leiden. Säumt eine
anſehnliche Flottille von Loungzats und Slats die Ufer der
Mühle ein, kommen endlich die Waggons der Burma=
Eiſenbahn mit ihrer lang erwarteten Laſt, dann fehlen ſicher
die Kulis. Ernſter wird endlich die Verantwortung des
Maſters, wenn die Seuchen Cholera und Peſt ihr grauſiges
Gericht halten, ein entſetzliches Sterben und namenloſes
Leiden unter den eigenen Schutzbefohlenen beginnt. Was
ſind Naſſe und Volk, was Heimat und Fremde noch, was
Sahib und Kuli?. Menſch ſteht zum Menſchen, Kreatur zur
Kreatur im Kampf gegen das Schickſal. —
Abends, wenn die Fluten des Stromes leuchten in
dunkel-
violettem Licht, wenn Shwe Dagon Paya, die große Pagode
Nangoons, in der Ferne aufzuckt im letzten Sonnenſtrahl,
oder wenn dann leis und lind die Nacht ſich ſenkt, die weiche,
ſinnenreizende Cropennacht mit ihren betäubenden
Wohl=
gerüchen, dann ſcheint die Frucht und Mahlzeit des Landes
wie ein Symbol des Lebens, ſcharf und ſüß zugleich
„Curry und Neis!”
Aannannnnnnnnnnnannaunnannnnagna
Hannnnnnnnn
Aau
[ ← ][ ][ → ] Pannenzauber.
Von Walter Julius Bloem.
Sehr ſchwer iſt es nicht, ſich in den Gaſtſitz eines Autos,
Bei=
wagens, Motorrades zu klemmen und ſich vom Freund durch die
ſchone Welt fahren zu laſſen. Wer ſelbſt das Steuer führt,
wun=
dert ſich allerdings bei gelegentlichen Fahrten, bei denen er ſelber
Gaſt iſt, über den heroiſchen und ganz weiblichen Mut, der ſich
bedingungslos auf Gedeih und Verderben dem Können eines
anderen anvertraut. Wer ſelbſt führt, dem iſt bei Mitfahrten
etwas ſchwül zumut. Gemeſſen an der eigenen Fahrkunſt iſt der
andere doch regelmäßig blaſſer Laie. Stimmt’s? Unbeſtreitbar,
daß es um Kopf und Kragen geht, wenn der Mann am Steuer
für den Bruchteil einer Sekunde verſagt. Und jeder von uns
kann zwar Dutzende von Fällen berichten, in denen
Geiſtesgegen=
wart Criumphe feiert — aber, Hand aufs Herz, ebenſo reichlich
von Fällen rätſelhaften Verſagens, die nach menſchlichem
Er=
meſſen gründlich ſchief hätten gehen müſſen.. . Stimmt’s?
Der Jemand, der ſich einem Herrenfahrer anvertraut, iſt
meiſt eine Frau — gottlob iſt die Welt ſo hübſch eingerichtet,
daß die Calente ſich freundlich ergänzen. Schnelligkeit iſt eine
bei Frauen weit verbreitete Cugend. Neulich fuhr eine
ſiebzig=
jährige, aber bezaubernd rüſtige alte Dame in meinem Kaſten —
ſie hatte noch nie in einem Beiwagen geſeſſen, ſelten in einem
Auto; und es war rührend zu ſehen, wie ſie mit ſtrahlenden
Augen hinter der Windſcheibe hockte, als der Cachometer ſachte
auf 90 Kilometer kletterte, und zu den Seiten die Welt weit
weit weniger ſachte vorüberorgelte. Schließlich gar bog ſie ſich
mit eigener Hand die Scheibe herunter und ließ ſich blinzelnd die
grauen Haare vom raſenden, herrlichen Fahrſturm zerſauſen!
Wenn das eine alte Dame fertig bringt, die fern von unſerer
wilden Sportzeit jung geweſen iſt, ſo brauchen ſich die Mädels
von heut nicht allzuviel auf ihren friſchen Mut einzubilden und
darauf, daß ſie die Schnelligkeit lieben.
Der menſchliche und kameradſchaftliche Wert einer Gaſtin
(im Gegenſatz zu Gattin) iſt überhaupt nicht daran zu ermeſſen,
wie ſie ſich benimmt, wenn alles glatt geht: wenn der Motor
beruhigend gleichmäßig brummelt, wenn gute Straßen durch
ſchöne Landſchaften flitzen, wenn das ferne Siel von Stunde zu
Stunde näher und immer näher rückt. Heut abend ſind wir in
Buxtehude! Steigt dann die Sozia nicht mit freundlicher Miene
aus dem Sitz, dann mag ſie derCeufel holen, dann iſt ſie die Fahrt
nicht wert. Gewiß gibt es einige Ausnahmen, verwöhnte
Kinder=
chen, die ſich am Schönen nicht freuen können, aber ich glaube
kaum, daß ihnen viel und dauernd Gelegenheit geboten wird, die
ſchöne Fahrt z erleben.
Ob die Gaſtin nach der Fahrt danke ſagt oder nicht, iſt
äußerſt bedeutungslos. Ihre Freude iſt unſer gültiger Dank. Ihre
fröhliche Anweſenheit, ihr vertrauender Mut, ihr Jauchzen über
die Schnelligkeit, über die Landſchaft, über unſern braven
Schlit=
ten iſt der allerſchönſte Dank. Mit einer fuhr ich, die ſtreichelte
nach der Sahrt eines kleinen, beſcheidenen, ſtrahlenden
Auguſt=
nachmittags meine Maſchine zum Dank.
Neizendes Seichen einer liebenswerten Geſinnung, die
böchſt=
wahrſcheinlich eine gute Fahrtkameradſchaft vermuten läßt. Aber
eben doch nur eine Vermutung, mehr nicht. Denn das rechto
Motorder; beweiſt ſich für Führer wie für Gaſt erſt dei der
Panne.
Bei der Panne improviſiert ſich die Seele, ſie entdüllt ſich
mit einer Deutlichkeit und Wahrheit ohnegleichen und ohne
Schonung. Bei anſtändigen Fahrern und Maſchinen iſt die glatt
verlaufende Fahrt die Regel, ſie erfordert keinen ungewohnten
AAufwand an Selbſtzucht, und eine etwas heroiſch gefärbte
Nitter=
lichkeit ſteht uns wohl an bei glatter Fahrt. Pannen aber ſind
lebendige Weſen, die nur in der Welteinſamkeit, weitab von dem
Schall menſchlicher Nede (und der nächſten Werkſtatt) in ſehr
gegenſtändliche Erſcheinung treten. Hier iſt natürlich nicht die
Nede von ſogenannten Pannen, die ein erfahrungsgemäß
weit liebenswürdigeres Weſen zeigen, auch wenn ſie ſich ebenfalls
vorzugsweiſe die Welteinſamkeit zum Schauplatz erwählen.
Pannen ſind wie die Negenſchirme oder wie die Schutzleute:
immer da, wenn man ſie auf keinen Sall braucht. Eine Kette
reißt nur, wenn man keine Veſerveteile mitgenommen hat.
RNeifendefekte ſtellen ſich gewöhnlich nur dann ein, aber dann
be=
ſtimmt, wenn das Neſerverad gerade krank zu Hauſe liegt.
Pannen ſind die Probe aufs Exempel: Fahrer und Gaſt, was
taugſt du, was kannſt du, wie ſteht es um dein Motorherz?
Nicht gerade immer ſind Pannen unverſchuldet. Ich fand am
Wege einen baſtelnden Knaben, der ſoeben dabei war, den
Motor auseinanderzubauen. Er klagte mir ſein Leid — der
Knabe, denn der Motor ſchwieg beleidigt. Sein Herr trug
näm=
lich einen mächtigen Schraubenſchlüſſel in der Hand und drohte,
das Miſtvieh zuſammenzuhauen. Es genügte ein einziger
Hand=
griff, um am Stromabnehmer den Schaden zu finden. (Das foll
kein Selbſtlob ſein, gewöhnlich hat der Laienfahrer nur dann
Kenntnis von Magneten, wenn er ſelbſt wiederholt Pech mit
dieſem geduldigen und unermüdlichen Inſtrument gehabt hat; ſo
erging es mir). Aber ich dachte mir: Biſt ein Motorfahrer,
Freundchen, wie er nicht ſein ſoll! Ein einziges Mal hat dein
braver Motor ein Wehwehchen, und gleich möchteſt du das
„Miſtvieh” zuſammenhauen. Die Panne iſt eine
Charakter=
probe ..
Motorfahrer verfügen gewöhnlich über eine beneidenswerte
Geſundheit. Das macht die Sonne, der Wind, das Wetter!
Wir haben ſehr wenig Verſtändnis für Simperlinchen männ=
lichen, weiblichen oder ſächlichen Geſchlechts. Es gibt urgeſunde
Maſchinen, die ſich ſchinden und mißhandeln laſſen; es gibt
ſchwierige und bockige Maſchinen, mit denen man umzugehen
verſtehen muß wie mit edlen Pferden, dann aber geben ſie
be=
dingungslos Höchſtleiſtung her! Pechmaſchinen gibt es, die man
am beſten, wie es üblich, iſt als „glänzenden Läufer, in
pracht=
vollem Zuſtand, neu überholt” annonciert. . . Aber wenn ein
herrlicher Eiſenkamerad, der mit uns über Sehntauſende von
Kilometern gebrauſt iſt, plötzlich ſtumm liegen bleibt und uns
nicht gleich ſagen kann, was ihm fehlt, ſo müßte der gute Fahrer
als erſtes zu ihm ſprechen: Kamerädle, du haſt ſchon lang das
Recht, mal zu bocken ..."
Aber der Führer hat doch meiſt wenigſtens eine ſchwache
Ahnung von ſeinem Motor, und ſogenannte tötliche Pannen
ſind erfreulich ſelten. Er, der Fahrer, klappt ſeine fahrbare
Neparaturwerkſtätte auseinander, er greift zu, er krempelt die
Aermel auf und geht mit Schlüſſel, Vierkant, Hange mutig dem
Pannenteufel zuleibe. Selbſt das geriſſenſte Pannenluderchen
verſteht Spaß, es peinigt uns in ſtarken Fällen ein oder zwei
Stunden, dann läuft das „Miſtvieh” wieder wie „neu überholt”,
Heil dem Greis, der ſich ſtets zu helfen weiß!
Aber ſetzt die Gaſtin! Seigt ſich unſere Seele — — die
ihrige erſt recht! Es gibt alle Schattierungen von Kameradinnen
und ſolchen, die es nicht ſind und nie ſein werden. Manchmal
ſitzt ſie im Gras und ſieht zu, wie wir den gottverdammten
Wulſt aus der Selge ſtemmen, wegen des bißchens Nagels im
Schlauch. Iſt die Gaſtin nett und lacht und macht gute Witze, ſo
mag das noch angehen. Kann auch ſein, daß die Sozia im Graſe
ſitzt und ein bildſchönes Frühſtück bereitet: ſicher eine gute
Haus=
frau, wahrſcheinlich aber keine erſtklaſſige Motorgefährtin.
Kann ſein, daß ſie vergnügt daneben ſteht, und die einzelnen
Stadien unſerer Verwandlung vom Herrenfahrer zum
Schorn=
ſteinfeger gloſſiert oder gar photographiert. Kann aber auch ſein,
daß ſie im Sitz bleibt und ein ſehr übles Geſicht zieht: Ich muß
unbedingt um ſieben zu Hauſe ſein, meine Mutter ängſtigt ſich
tot. . . Sind Sie (Biſt du) denn immer noch nicht fertig? —
Dabei denkt dieſe Sorte von „Kameradin”: wenn einer ſo eine
unzuverläſſige Maſchine hat, ſoll er keine Dame mitnehmen. —
Gnädigſte, Sie ſind keine Dame, Sie ſind ein Dämchen!
Wer hat’s nicht erlebt? Wem wurde nicht die Freude an
der ganzen Fahrt getrübt durch die gänzlich abweſende
Pannen=
freudigkeit des Gaſtes? Denn Pannen teilt der Herr aus, wie
es ihm beliebt — und ein waſſergekühlter 140 PS kann genau
ſo hilflos am Wege liegen bleiben wie ein luftgekühltes
Motor=
chen. Dann möchte man den dreipfündigen Engländer umdrehen
und nicht den treuen Motor, ſondern die elende Sozia
zuſammen=
hauen, die um ihre roſigen Nägelchen Angſt hat, wenn man um
Lebens oder Sterbens willen eine hilfreiche Hand braucht, die
das Werkzeug heranreicht, die die einfachſte und dämlichſte
Hilfe=
leiſtung ausführt, ohne daß irgendwie Schweiß oder
Gehirn=
ſchmalz dabei in Verluſt gerät. Brüder vom Motor! Es gibt
eine Nache: Seid eishöflich und nehmt dieſe Sorte von
Kame=
radin nicht mehr mit auf weite Fahrt, nicht für einen Wald von
Affen...
„O Freunde — nicht dieſe Cönel ſondern laßt uns
angeneh=
mere anſtimmen und freudvollere!” Wer hats nicht erlebt, wie
alle Wut über die Panne weggeblaſen wurde von der lächelnden
und eifrigen Hilfsbereitſchaft der wirklichen Motorgefährin!!
Da hockt ein netter Käfer neben dir im Sitz — reizend anzuſehen,
fröhlich, gepflegt, verwöhnt. Bums — Pannel (Ich hoffe, keine
ſogenannte Panne, lieber und tugendhafter Leſer . . .) Du
arbei=
teſt am Motor, am Neifen, ſchwingſt zehn Werkzeuge auf
ein=
mal, verlangſt keine Hilfe und wirſt auch ohne Hilfe fertig
wer=
den. Sieh, da ſteht das Püppchen neben dir, will unbedingt
mit=
machen, tupft dir den blanken Schweiß von der Stirn, reicht dir
das Werkzeug, kniet mit dir im Staube und bricht ſich die langen
roſigen Fingernägel ab, wenn der Wulſt ſich verdammt nochmal
nicht in die Selge ſtopfen laſſen will. Sie ſäubert die Schrauben
und Schräubchen, ölt ſie leicht, legt ſie ordentlich beiſeite — ſie
verwandelt ſich aus einer Herrin ſachte in eine Schornſteinfegerin.
Die wirſt du wieder auf fröhliche Fahrt ins Weite mitnehmen,,
deine ſüße Meiſterin — dreimal und dreißigmal. Die lernt vonn
Panne zu Panne, nächſtens kann ſie es beſſer als du! Aber wennn
du gar ratlos vor deinem Miſtvieh ſtehſt, drohend mit demn
Werkzeug fuchtelſt und unartikulierte Laute von dir gibſt, diee
jedenfalls keine Liebenswürdigkeit für den Motor bedeuten, danmn
lacht die kleine Meiſterin dich aus und rühmt ehrlich deine
ſchönſte Maſchine, rechnet dir alle Freuden vor von vergangenen.
Fahrten und von der heutigen dazu, ſie ſtellt ſich auf die Seite
deines braven Motors und verteidigt den verſtummten, ſie kan—
zelt dich herunter, wie du es verdienſt. Wenn du Schneid haſt.
Junge —
Erſt wenn man eine ſolche Kameradin auf dem Gaſtſitz hat.1
wird jede Fahrt ins Weite zum ſchönen Abenteuer. Aber danr
iſt’s allemal ſchön, einerlei, was paſſiert; ihr werdet ein gutesl
Geſicht dazu machen, ſogar wenn ihr gelegentlich eure Gebeing!
mehr oder minder ſchadhaft im Straßengraben ſammelt. Mit ſa.
einer Gaſtin kommt der Pannenzauber in Glanz und Gloria, un—
Eine Wanderung
mit Hermann Heſſe.
Von Walter Schweter.
„An einem wolkenloſen Hochſommermorgen verließ ich Preda
und wanderte ohne Eile die ſchön ſanft ſteigende Straße nach
dem Albula=Hoſpiz hinan. Der letzte Ceil des Weges iſt von
einer wuchtig ernſten Schönheit, nicht unähnlich dem St.
Gott=
hard, kahl und von ganz ſtrenger Sorm, ohne alles Kleine,
Zier=
liche, Sufällige.”
So beginnt Hermann Heſſe in meinem kleinen „Saatgut”=
Band die Schilderung ſeiner Wanderung „Ueber den Albula”.
Und weil mir der Klang dieſer Worte immer noch im Ohre lag
und mir keine Nuhe ließ, ſo tat ich es dem Freunde „
Camen=
zinds” „Knulps” und des „Steppenwolfes” nach. Ich fand den
WWeg ſo ſchön, ernſt und groß, wie ihn der Dichter gezeichnet hat,
wanderte auch am Hoſpiz vorüber, an Ponte und Madulein und
raſtete in Bevers. Dann aber hielt mich das Wort von St.
Moritz, weil jetzt alle Welt dorthin geht, zurück; aber auch die
Aluba, die ich gern noch einmal geſehen hätte. Ich kehrte um.
ſchritt aber diesmal das Beverſer Cal hinauf, ſaß lange vor der
gewaltigen Berninagruppe, deren eiſiges Gezack gerade über
einem ſchönen Negenbogen ſtand, kam nach Spinas, zur anderen
Lrmeſſette der Paßhöbe, und fuhr, jetzt dia mbeſchreiblich rein
volle Szenerie des Albulabahnweges gemächlich vom
Wagen=
fenſter aus betrachtend, nach Chuſis zurück.
Weil ich aber auf irgend einem Wege auch zu Hermann Heſſe
ſelbſt zu kommen hoffte und es am ſchicklichſten fand, auf dem
geradeſten zu ihm zu wandern, ſo marſchierte ich am nächſten
Morgen mit ſehr leichtem Ruckſack, den auch die Gedichte des
Wanderers Heſſe mehr hoben als beſchwerten, durch die Via
mala dem Bernhardinopaſſe zu. Ueber Andeer, Splügen und St.
Bernhardino gings dann, die Hälfte des gut vierzehnſtündigen
Weges vom Brauſen und Donnern des Hinterrheins begleitet, in
den lockenden Süden hinein.
Kurz vor der Mitternachtsſtunde ſtand ich müdgelaufen, aber
doch noch friſch, daß ich das ſchlafende Poſthaus zu Meſocco
wachtrommeln konnte, in dem kleinen italieniſch=ſchweizeriſchen
Dorf und fuhr am anderen Cage über Noveredo und Bellinzona
nach Lugano. Am Seeufer faulenzte ich ein paar Stunden und
ſuchte mit den Augen ſchon das Bergneſt, wo ſich der Dichter
verbarg.
Ja und dann war ich, von klapperpantöffligen, italieniſch
ſprechenden Dörflern geführt, bei ihm.
Im gemütlichen hinterſten Winkel ſeines Heimes, in einer
Fülle von Büchern und Bildern, hieß mich Heſſe von meinem
Wanderweg erzählen und ſagte lachend, daß es ihm auf dem
Bernhardinopaſſe ähnlich ergangen ſei wie mir, der ſich den Weg
um gut vier Stunden kürzer gedacht, weil die Karte einige
Dutzend Wegkehren einfach verſchluckt hatte. Und da wir in
Sedanken bald auch in ſeiner ſchöner Schwarwaldbeimat waren,
die auch mir vertraut und lieb, ſo ward der Einſame ſchnell zin
dem uns in ſeinen Büchern liebgewordenen Menſchen.
Su Anfang war noch einen kleine Schlaffheit in ſeinem
ſchma-
len Antlitz, hervorgerufen von den Körperquälereien des der
Wettern einſt nicht leicht ausgewichenen Wanderers. Sie
ver=
ſchwand aber bem Lebhäfterwerden ſchnell ganz aus dem ſtren.:
geſchnittenen, von der Südſonne tiefbraun gebrannten hagerel
Geſicht. Auch vom Odenwald ſprachen wir, den er in jungel
Jahren gern durchwandert habe, und viel vom Hochgebirge, 90—
er ſeit zehn Jahren nicht mehr aufgeſucht. Das wollte er nun
abe=
bald nachholen.
Er ſtand dann auf und führte mich durch eine hohe Cür au
einen kleinen Vorbau des Hauſes, wo ſich ein auch in dieſern
reichen Lande überraſchend ſchönes Bild zeigte: der See 99"
Lugano mit ſeinem Bergkranz, den Wein= und Waldhänge=
und Blütenbäumen, ſeinen Kaſtanienhainen und ſeinen mächtige=
Magnolien und Palmen. Als wir dann wieder auf unſere Laud‟
wälder und meine Heimat zu ſprechen kamen und er die guc
Muſik und das Cheater Darmſtadts rühmte und ſeine für Waml
dersleute beſonders anziehende abwechſlungsreiche Bergwalde
umgebung, da ging die Cür und eine ſchöne Frau trat herein, ie
den Dichter zu einer kleinen Wanderung abzuholen.
Da wollte ich wieder gehen. Aber beide hießen mich bleibe
und noch ein halbes Stündchen mit ihnen verplaudern. Und dann
meinte Heſſe, könne ich nachher ja gut mitgehen. Er müſſe ma
an einem ſo ſchönen Cage doch den Monte Noſa zeigen, der nit.
immer ſo gut wie heute zu ſehen ſei, dazu einen ſehr ſchons
hm
D
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Kann aber
Miſtvieh
tun, das
hie=
überall in unlt
die Verbrecher
den, den „Vert
oft r.
wärts in der
Geſetzesfrevle
hält und ſich
den Arbeit he=
und frech im
algemein
verſteht ſich
größere Ste
harmloſen
kretenden
uinen
meiner Neiſte
Nierüider
Gen
wiß iſt immer das Siel, und der Ceufel weiß, ob wir noch
zute nach Buxtehude kommen. Schrumms — Pannel Und ihr
erde klemmt euch mit Wonne hinter den Motor, ſucht glühend
er Eifer den Schaden zu finden und zu flicken. —
Denn, wäre die Panne nicht, ſo fehlte über der ganzen
Twtorluſt ein köſtlicher Hauch des Ungewiſſen: Ob wir heute
bend noch nach Buxtehude kommen?
Jeder roſtige Nagel droht im Weg, jeder Baum wünſcht dir
arhdrücklich Guten Cag zu ſagen, jedes Cröpfchen Oel am
ſtromabnehmer gebietet dir ein lautloſes Halt, jedes lockere
ſpräubchen von all den Vielhundert kann dir die Fahrt
ver=
isen! Und durch dieſes Gewirr von Widerſtänden, Gefahren,
Bewiſſenheiten ſauſen wir beide ſtolz und ſeelenvergnügt, ich
nv du, ſüße Sozia.
Wie arm wäre meine Fahrt, wärſt du nicht dabei!
Kann ſein, daß wir in blendendem Endſpurt vor dem
ſchön=
en Gaſthof von Buxtehude bremſen werden. Dann plätſcher:
in warmes Badewaſſer — wir ſpeiſen 4 la carte — und du biſt
vie der eine Frau von Welt, hochmütig und unnahbar, ich dein
ſickerlichſter Beſchützer..
Kann aber auch ſein, daß du auf dem Ochſen reiten wirſt, der
n er Miſtvieh zehn Kilometer weit ins nächſte Dorf zieht.
Un=
vahrſcheinlich, aber höchſt möglich. Wer hat’s nicht erlebt?
Pannenzauber! Eine halbe Stunde nach der Ankunft
Krimin
he Streifzüge dr
Von Ernſt Enge
bei den bäuerlichen Pannengaſtgebern kommt deme lachend
ſchöne Gefährtin wieder blitzſauber ſchlicht zum Vorſchein.
Und nun iſt alles anders und ungewöhnlich. Derbe Betten
mit dicken, bleiſchweren Sederkiſſen.
Hier gibt’s Speck und Käſe, ſechs Gören mit blanken Augen
ſtehen um dich herum; die Knechte glotzen das Märchenwunder
aus der Stadt an, und die Mägde ſind neidiſch; die Bäuerin
fragt dich, ob ihr nit heiraten mögt, und erzählt dir haarklein
von der vorigen Kindstauf”.
Ich aber ſitze hemdärmelig am Ciſch, rauche wie ein Schlot
und werde mit dem Bauer in den Stall gehen; ich patſche die
braunen Kühe auf die feiſten Schenkel und erfahre genau die
Preiſe, die der Vieh= und Kornhändler zahlt.
Morgen früh plantſchen wir im Waldbach, du und ich.
Mor=
gen früh iſt unſerre Karre wieder flott, es kann weitergehen.
Kann aber auch ſein, daß wir drei Cage bleiben, bloß weil’s hier
gar zu unvermutet traumſchön iſt auf dieſem weltenfernen
Erdenfleck.
Denn der Pannenteufel ſucht ſich immer die Leute aus, die
er ſchikaniert, er iſt ein Pannenäffchen. Er iſt immer genau wie
du; ſei grob und heftig, ſo gebärdet er ſich fuchsteufelswild. Sei
klobig und langweilig, ſo iſt er zum Gähnen.
Sei munter und abenteuerfroh, dein Pannenteufel erzählt dir
die vergnügteſten Geſchichten deiner ganzen Motorlaufbahn . . ."
rch ſuddeutſche Hauptſtadte.
brecht-Berlin.
Jede Großſtadt des In= und Auslandes hat ihr
Verbrecher=
tum, das hier mal wewiger und dort mal ſtärker, aber dennoch
ün erall in unliebſamer Weiſe in Erſcheinung tritt. Während
de Verbrecher in einigen Großſtädten ſich in beſonderen
Gegen=
dan, den „Verbrechervierteln” zentraliſiert haben und ſich hier
ott rückſichtslos durchzuſetzen verſtehen, finden wir ſie
ander-
närts in der ganzen Stadt verteilt. Während ſich hier der
Geſetzesfrevler bei Cage ängſtlich in ſeinen Quartieren verborgen
hält und ſich nur nachts fcheu zu ſeiner Allgemeinheit
ſchädigen-
den Arbeit herauswagt, verſucht der Verbrecher anderswo dreiſt
und frech im Straßen= und Volksleben eine Nolle zu ſpielen.
Maß bezüglich Ausdehnung und Stärke des Verbrechertums im
allgemeinen die Größe und Bedeutung der Stadt maßgebend iſt,
verſteht ſich von ſelbſt. Aber dennoch gibt es auch Ausnahmen,
größere Städte mit einem verhältnißmäßig unbedeutenderen, alſo
harmloſen und kleinere Städte mit einem ſtärker in Erſcheinung
tuetenden Verbrechertum. So weiſen häufig kleinere Hafenſtädte
emen gefährlicheren Verbrecherverkehr auf als Großſtädte des
Winnenlandes mit der dreifachen Bevölkerungsſtärke. Auf
meiner Reiſe durch die europäiſchen Länder konnte ich häufig
h erüber intereſſante Beobachtungen machen.
Im allgemeinen darf man als feſtſtehend annehmen, daß jeder
Geewohnheitsverbrecher die Großſtadt bevorzugt. Hier ſind ſeine
Kaubzüge meiſtens lohnender als in kleineren Städten und hier,
in der Großſtadt, findet er nach der Cat auch immer eine weit
güinſtigere Gelegenheit, ſich verbergen, als in der Kleinſtadt, wo
er als Heimiſcher gut bekannt iſt, oder aber als Ortsfremder
ſchnell bekannt wird. Von deutſchen Städten weiſt nächſt Berlin
Hoamburg, das intereſſanteſte Verbrechertum auf, das ſich von
der Elbe bis weit in die Stadt hinein über den ganzen Stadtteil
Sot. Pauli erſtreckt. Von den anderen Großſtädten bieten für den
Kriminaliſten Frankfurt a. M., Köln und Hannover viel
Inter=
eſſantes. Die alten Stadtteile am Main, Rhein und an der
Aeine borgen typiſche Verbrocherzentren, die dem Publikum als
ſolche bekannt und verrufen ſind und des Nachts, häufig auch
ſelbſt tagsüber, ſtreng gemieden werden. Genau wie in Brüſſel
das Marollenviertel, in Paris das Montemartrequartier, in
Neapel die Hafenquartiere und in Konſtantinopel die ſchmutzigen
und übelriechenden Galataer Frauengaſſen.
Von München, der deutſchen Kunſtmetropole, hatte ich in
kriminaliſtiſcher Beziebung wenig gehört und ich nahm deshalb
kürzlich gern die Gelegenheit wahr, auch hier und dann im
An=
ſchluß daran in Stuttgart eingehende kriminaliſtiſche Studien zu
machen.
Spazierweg am Seehang und eine beſonnte Stelle am Waldrand,
wo ich einen ausgezeichnete Fernſicht habe und mich von der
weiten Wanderſchaft erholen könne.
Die große, einzelne beſonders ſchöne Blüten tragende
ENagnolie vor dem Hauſe wurde dann noch einmal zu Dreien
ewundert und die ſchöne Srau geneckt, weil ſie mir den bier
anmergrünen Baum als immerblühend vorgeſtellt hatte und dann
m der kleinen Wanderung alles bereit gemacht. Der
Dich=
er wollte der Freundin im Cal, wo ſie einzukehren beabſichtigten,
ium ein Abendbrot zu eſſen und ein wenig. Wein zu trinken —
mmer etwas weniger noch als man gern möchte, ſagte er
ſcher=
end — ein unterhaltſames Buch mitbringen. Er ging deshalb
mit uns in den auch wie das Arbeitszimmer voller Bücher und
Wilder ſteckenden Nebenraum, wo ich unter ſeinen ſchönen, durch
Die guten Wiedergaben in Velhagens Monatsheften und in
einem Wanderbuch” weithin bekannt gewordenen farbenfrohen
Aquarellen und den Bildniſſen ſeiner Freunde ſein eigenes fand.
Som Sohn gemalt. Hier kniete er ſich vor den größten Pack noch
Linaufgewickelter Bücher, die ſo lagen, wie ſie ſchon vor Wochen
wohl von der Poſt gekommen waren, und fing an zu kramen
und, ohne ſo bald etwas Geeignetes zu finden, gutgelaunt die
Buchtitel herunterzuleſen, wie ſie auf den braunen Papierhüllen
Gkanden. Bei einem abſonderlichen, der ihn unangenehm an die
Weuilletonſkizzen eines großen ihm widerwärtigen Blattes
er=
tinnerten, rief er, das Buch beiſeitewerfend, das werde er nicht
Einmal auswickeln, geſchweige denn leſen, oder gar beſprechen.
Wann hatte er aber ſchnell etwas Gutes entdeckt, ſteckte es in die
Nocktaſche, ſchrieb ſeiner Wirtin auf ein großes Blatt Papier,
daß er heute nicht zum Abendeſſen da ſei, und dann gingen wir
aus dem Hauſe.
Wir ſchlenderten durch dle mittagsſtillen Gaſſen zwiſchen den
bellen, beiß beſonnten Hauswänden hin, unſere Begleiterin holte
dabeim noch ihr Ueberjäckchen für den kühlen Abend, und dann
gingen wir auf einem umbuſchten Pfad in den ſchönen warmen
Junitag und über einem Seitenarm des Sees dem Dorfe zu, wo
man einzukehren vorhatte. Die ſchöne Frau ließ mich, weil ich
ja bald wieder umkehren mußte, in lieber Weiſe mit dem Dichter
zuſammen, denn der ſchmale Weg gab Oreien nebeneinander
keinen Naum. Sie ſuchte derweil Blaubeeren und Erdboeren,
dann und wann auch den Freund damit verſorgend. Der ſab
indeſſen einem Eidechschen nach, zeigte mir den Monte Noſa, der
in eiſiger Kühle über dem ſchönen Blau und Grün des Sees und
der Wälder ſtand und dann beglückt an einer ärmlichen Hütten
im Wald das eben vollendete ſchlichte Madonnenbild eines
ein=
fachen Mannes. Auf meine Frage, warum der wohl an das
alte Haus, das doch keine Betkapelle ſei, ein Madonnendild male,
rief Heſſe: „Ei, weil’s ihn halt freut! Warum ſoll einer denn
nicht malen dürfen, was ihm gefällt?”
Beim Anſchauen der gewaltigen Monte Noſa=Gruppe kamen
wir auch wieder auf meinen, dem Dichter ſo wohl bekannten
Wanderweg zurück und ſo auch wieder auf einſame Paßſtraßen,
Schneefelder und Gletſcher. Er wurde immer beiterer und nannte
ſchließlich trotz dem ſtrengen Einwand der Freundin ihre mit
glänzenden Silberfäden reich durchzogene roſige Bluſe einen Him=
WWer nach München kommt und hier das Leben auf der
Straße und vor allem in den vielen großen Bierlokalen, die für
den Münch’ner eine beſonders wichtige Lebensbedingung
dar=
ſtellen, kennen lernt, will es zunächſt nicht glauben, daß hier in
dieſer als gemütlich weltbekannten Stadt ein gefährliches
Ver=
brechertum ſein Unweſen treibt. München hat aber keine
ge=
ſchloſſenen Verbrecherviertel, wenn man auch in einigen Stadt=.
teilen das Verbrechertum häufiger zu Geſicht bekommt. Vor
allem ſind dies die Stadtteile rechts der Jſar, die Aue und die
Gieſing, wo wir in den kleinen Gaſſen einige berüchtigte
Ver=
brecherſchlupfwinkel finden können. Links der Iſar weiſt
da=
gegen eigentlich nur die Gegend des Iſartores einige
intereſſan=
tere Verbrecherquartiere auf.
Wer da glaubt, der Münch’ner wäre immer gemütlich, der
irrt, wer aber gar etwa glauben wollte, der Münch’ner
Ver=
brecher ſei beſonders gemütlich, der täuſcht ſich ganz ungemein.
Ich glaube nicht, daß der Berliner Verbrecher ſo rabiat und ſo
roh ſein kann, wie ſein Münch’ner Kollege, und daß der Beſuch
eines der berüchtigſten Berliner Gannovenkellers ſo gefährlich
iſt, wie der eines Münch’ner Verbrecherlokals. Kragenloſe
Ge=
ſtalten räkeln ſich an ſchmutzigen von Bier und Speiſereſten
klebrigen Ciſchen herum und ſprechen den vor ihnen ſtehenden
Literkrügen Münch’ner Bieres fleißig zu. Blöde döſen die
meiſten vor ſich hin, durch den ſtändigen großen Bierkonſum
geiſtig und körperlich ſchwerfällig geworden. 8—10 Liter trinkt
ſo mancher von ihnen allabendlich, und wie der Münch’ner Bür=.
ger niemals ſein Bier zu miſſen vermag, legt auch der Münch’ner,
Geſetzesverächter und all” das viele zu ſeinem Anhange gehörige
Geſindel den allergrößten Wert auf ſein Bier, und zwar ſowohl
in qualitativer als auch in quantitativer Hinſicht. Dem neugierigen
Fremden, der ſich hineingewagt hat, trinkt irgend eine der
zahl=
reichen im Lokal umherlärmenden Mädchen dreiſt ſein Bier aus
und der Gaſt tut gut daran, ſich mit ein paar netten Worten für
dieſe Gunſt noch zu bedanken, will er nicht, daß ihn ein
Fauſt=
ſchlag eines der Geſellen zu Boden ſtreckt oder ihm ein Meſſer
in den Nücken fährt. Denn rückſichtslos würden alle in dem
Lokal ſofort über den armen Gaſt herfallen, der ſich dieſe
Dreiſtigkeit des Mädchens, wenn auch noch ſo zurückhaltend,
verbitten würde. Aus brutalen, aufgedunſenen Geſichtern blin=,
zeln die Geſellen falſch zum Fremden herüber. Ich kenne die
Apachenhöhlen von Paris, Brüſſel und Budapeſt, habe am
Schwarzen Meer und am Bosporus die Verbrecherlokale
durchſtreift und auch in den Hafenquartieren Genuas, Neapels,
Crieſts und Hamburgs mit den Verbrechern zuſammengeſeſſen,
aber faſt möchte ich behaupten, daß alle dieſe Verbrechergeſellen
mir weniger gefährlich erſchienen als dieſe ſtämmigen Burſchen
der Münch’ner Verbrecherkneipen.
Weit gemütlicher ſchien es mir aber in der württembergiſchen
Landeshaupiſtadt. Hier, in Stuttgart, findet man das Ver=
beergletſcher und dann, als ſie vorgab, nicht zu wiſſen, wo Preda
liege und Ponte, Madulein und Bevers, da machte er die kleinen
Alpenorte Graubündens zu weltberühmten Stätten, ſetzte nach
Preda den Dalai=Lama und in die anderen andere
Würden=
träger und war voller Wanderfreude und knabenhaften
Froh=
ſinns, daß mir, ſo ſchön auch im Allgemeinenn diesmal meine
große Wanderfahrt geweſen iſt, als größter Gewinn doch die
Stunde bleibt, die ich zuſammen mit Hermann Heſſe, wohl dem
wahrhaftigſten und aufrichtigſten von allen Dichtern unſerer Seit,
verbracht habe.
Er erklärte uns dann (weil er ihn als ſeinen beſonderen
Quälgeiſt beſſer kenne, als wir) den Föhn als einen Bergfallwind,
der ſich auf ſeinem Stüruz ins Cal durch Druck und Neibung
erwärme, und ſprach auch noch von anderen Quälgeiſtern, doch
mit fröhlichem Geſicht. Dann war es Seit geworden zum
Ab=
ſchiednehmen, damit ich den rechten Poſtwagen noch erreiche.
Ich ſehe jetzt noch immer das tief braune hagere Antlitz,
herzlich und vertraut geworden in dieſer Stunde, ſich mir
fröh=
lich zuwenden, höre wieder ſein freundliches Wort und den
letz=
ten Gruß, als er bei einer Wegbiegung, noch einmal den großen
weißen Baſthut ſchwingend, im Grünen verſchwand.
Auf einem in der warmen Südſonne und in betörendem
Noſenduft ſteckenden Mäuerchen am Wegrand, hoch über dem
blauen Seeſpiegel und tief unter der Ciskrone des Monte Noſa,
erwarte ich den Wagen, um noch am gleichen Abend an den Fuß
des St. Gotthards zu kommen.
brechertum eigentlich nicht ſonderlich ſtark vertreten. Man darf
wohl die neueren Stadtteile als völlig frei von ihrem Verkehr
betrachten, nur in den engen Gaſſen der Altſtadt finden wir
einige Verbrecherlokale, die traulich inmitten kleiner
bürger=
licher Kneipen liegen. Spätzele, das ſchwäbiſche Nationalgericht,
mundet hier dem Verbrocher ebenſo vorzüglich wie jedem
anderen, und in den Verbrecherquartieren der Altſtadt geht es
gauz gemütlich zu. Die Creue zur Heimat iſt eine beſondere
Cugend des Schwaben, und ſo läßt ſich auch der ſchwäbiſche
Ver=
trecher nur ungern dazu verleiten, ſeinem engeren Vaterlande
den Rücken zu kehren. Und man kann deshalb in dem großen
Jerbrecherkreiſe, der ſich in dem niedrigen Kaffeekeller
zu=
ſammengefunden hat, auch nur ganz vereinzelt einen auswärtigen
Diaglekt bemerken. Das internationale Verbrechertum ſcheint
nur ganz beſcheiden vertreten zu ſein. Wie anders ſieht bei uns
in Berlin ein ſolcher Verbrecherkeller aus, in dem gewöhnlich
alle deutſchen Länder vertreten und nur wenige ochte Berliner
Jungens zu finden ſind.
Aber dem Spiel, den allereinfachſten Arten des Glücksſpiels,
wird hier, in den Stuttgarter Kaſchemmen, ſcheinbar beſonders
geru gehuldigt. Dicht umlagern Männlein und Weiblein den
Stieltiſch, an dem der Bankhalter die Einſätze, Metallgeld, oder
wenn es hoch kommt, auch einmal niedrige Geldſcheine, einzieht
und dann ſeine abgegriffenen, ſchmutzigen Karten aufwirft.
Freudig erregt ob ihres Gewinnes die einen, verbiſſen ob des
Verluſtes die anderen!. Alle haben hier beim Spiel nur den einen
Gedanken, zu ſpielen und zu gewinnen und es iſt nicht ſonderlich
ſchwer, die Gedanken der einzelnen zu erraten. Es iſt eine
be=
kaute und von Kriminaliſten auch immer wieder neu beobachtete
Catſache, daß gerade der Verbrocher beſonders gern ſein
Spiel=
chen macht und häufig ſogar zum willenloſen Sklaven ſeiner
Spielleidenſchaft wird.
In beiden Städten, ſowohl in München als auch in Stuttgart,
tritt das Verbrechertum bei weitem nicht ſo ſtark in Erſcheinung,
wie man es nach der Größe und Bedeutung der beiden Städte
annehmen müßte. So glaube ich z. B. nicht, daß Stuttgart einen
ſtärkeren Verbrecherverkehr aufzuweiſen hat als weit kleinere
Hafenſtädte Norddeutſchlands.
Allein im Flugzeug.
Von Hermann Linden.
Schließlich war mir auf meinen vielen Flügen auch einmal das
paſſiert, was — ich gebe es zu — eigentlich nur einem der übrig
gebliebenen Könige oder einem der überhand genommenen
Millionäre zuſteht — ich ſaß ſolo in einem Aeroplan, wobei ich
jedoch die kleine Catſache keineswegs überſah, daß das
Flug=
zeug durchaus nicht ſeinen ſinnloſen Slug ausführte, um mich
von einer Stadt in die andere zu befördern, es bediente einfach
ſklaviſch ſeinen Fahrplan. Die größere Catſache war jedoch die,
daß ich allein in dem Kaſten laß. Ich kam bald dahinter, daß
das durchaus kein reines Vergnügen war. Es war ein dunſtiger
Nachmittag, eigentlich Morgenwetter. Ein Nebel, der nicht dick
genug war, um den Piloten ernſthaft zu beſchweren, war jedoch
ausgedehnt genug, mir den Anblick der Landſchaft zu verwehren.
Allmählich begriff ich, was die ſo oft geläſterte menſchliche
Ge=
lellſchaft bedeutet, wonn die einem fehlt, lelbſt wenn ſie
unan=
genehm und geſchwätzig iſt. Das Auge dürſtet immerzu nach
Be=
wegung. In einem Flugzeug aber ſind die einzigen Bewegungen
dieſenigen, die von den Gäſten vollführt werden, obwohl von
einer Bowegungsmöglichkeit in den heutigen Flugzeugen — mit
der Eiſenbahn verglichen — nicht die Nede ſein kann. Was da
draußen vorbeizieht, geſchieht ſo langſam, daß man es faſt kaum
Bewegung nennen darf, in Wirklichkeit iſt die Bewegung ſo
raſend ſchnel, daß ſie ſchon wieder langlam ausſieht. Wirft man
einen Blick hinaus, ſo kann man ſämtliche Nippen des
Aluminiumflügels zählen, genau ſo, als ſtände das Flugzeug ſtill.
Manchmal ſchien es, als ginge es rückwärts. Mein Bewußtſein
wurde ſchaukelnd. Plötzlich tanzte ein weißer Faden durch die
Kabinen. Seine Herkunft war rätſelhaft. Ich ſtarrte ſeiner
be=
deutenden Erſcheinung nach, bis er langſam ins Unkontrollierbare
verſunken war. Mit ihm war die Magie der Gegenſtände
aus=
gebrochen. Der fremde Mantel dort auf dem Fauteuil war doch
eigentlich ſehr intereſſant, es ließe ſich etwas in ihn
hinein=
fabulieren. Es gab nun überhaupt ſehr viel zu ſehen hier: dort
der glänzende Nickelſchlund, aus dem man die Ohrenwatte zupfen
kann. Daß Nauchen verboten iſt, kann man in drei Sprachen
leſen. Ich verfolgte die Linien der Niemen, ihren Weg durch
die Schnallen, ihre Krümmungen. Die Simplizität der
Gegen=
ſtände erhob ſich zu einer lächerlichen Intimität. Netorten, Gläſer,
Niemen, Uhren, Schnallen, Nohre, Siffern, Griffe, Schilder,
Chermometer, alles erſchien mir nun kameradſchaftlich. Ich
ſuchte den Propeller, der natürlich nicht zu ſehen war; doch hatte
ich das merkwürdige Gefühl, daß ich, wenn ich die Augen
bei=
nahe ganz ſchloß, alſo nur ganz dünn unter dem Lid hervorſchielte,
daß ich dann den ſich irrſinnig ſchnell drehenden Schatten des
Propellers Jah. Je mehr ich den Spalt verringern konnte, ohne
ihn völlig zu ſchließen, deſto deutlicher und ſchärfer ſah ich den
Schatten. Ich trieb dieſes Spiel eine Seitlang, während dem
der unſichtbare Pilot vorne getreu leinen ſchweren Dienſt
vol=
brachte.
Inzwiſchen war die Seit der Dämmerung gekommen. Sie
lank an mir vorüber zur Erde. Mit Gewalt entriß ich mich der
frochen Vertraulichkeit dieſer toten Welt um mich herum und
ſtarrte hinaus, juſt im rechten Augenblick.
Da gab es etwas zu ſehen: Sonnenuntergang mit Gewitter.
Den Donner ſchluckte der Aeroplan natürlich ſofort auf, ich
be=
kam ihn nicht zu hören. Die Sonne bewegte lich, wurde dicker,
kam näher, entfernte ſich wieder, verſank, ſtieg auf, veränderte
lich fortwährend, erhielt ſchwammige Umriſſe, ſtrahlte plötzlich
in weißer Glut auf, erſchien wie ein bleich=brennendes Geſicht
hinter den dunklen, durchſichtigen Vorhängen des Negens;
ſchließlich wurde ſie ganz breit, verlor jede Form, verſank, ging
unter, ertranke total wie ein aufgedunſener Säufer, der unter
den Ciſch gefallen iſt. Ich holte einen Moment tief Atem und
lah durch das andere Senſter. Da glitzerte rot, grün und gelb,
wie ein türkiſcher Halbmond, in zartem Bunt ein Negenbogen.
Er lebte nicht länger als ein Lächeln. Die beſorgten Menſchen
der Erde ſchoſſen rote Signalraketen in die Luft, damit der
Pilot den der Atmoſphäre angepaßten Landungsplatz benutze.
Das Feuer der Naleten zerriß das zarte Wundergebilde der
er=
zürnten Natur. Das Gewitter hatte ſich verflüchtigt. Der
Aero=
plan ging herab. Er war fahrplanmäßig angekommen.
Unver=
geßlicher Flug.
Die Kunſt der Schlagfertigkeit.
Von Hans Natonek.
Schon in der Canzſtunde — in der Canzſtunde macht man
bereits alle ſpäteren Erfahrungen ſeines Lebens — iſt es mir
klar geworden, daß mir die richtige Antwort immer um eine
Kleinigkeit zu ſpät einfällt. Ein „Herr” meiner Altersklaſſe hatte
mich in Gegenwart einer Dame, die noch vor kurzem
Hänge=
zöpfe trug, ſchwer gekränkt. Ich weiß nicht mehr, womit, aber
beſtimmt war es ſehr kränkend. Offenbar wollte er mit ſeiner
Herausforderung auf das Mädchen Eindruck machen, und das
iſt ihm auch gelungen. Drei Stunden ſpäter, als ich ſchon zu
Hauſe war, fiel mir die richtige Antwort ein. Da wurde es mir
ſchmerzlich bewußt: Schlagfertigkeit iſt das nicht. Die Antwort
war gut, ſehr gut ſogar, ſpitz, treffend, beſchwingt wie ein Pfeil;
ſauſte und ſaß. Ich habe keine Anhnung mehr, wie ſie lautete,
aber ſie war goldig.
Was fange ich nun mit der goldigen Antwort an? Wäre ſie
mir in der Canzſtunde eingefallen — wie hätte ich vor Fräulein
Lisbeth dageſtanden! Vielleicht hätte ich die Beſanntſchaft
fort=
geſetzt, und wer weiß, was daraus geworden wäre. Man ſieht,
wie viel von einer ſchlagfertigen Antwork abhängen kann.
Nun gärte die nicht an den Man gebrachte Antwort in mir
und wurde bitter. Das iſt das Schickſal aller Erwiderungen, die
ihr Siel nicht ſofort erreichen. Ich könnte ja die Antwort
brief=
lich Herrn R., dem Lausbuben, mitteilen, und Fräulein Lisbeth
in einer beſonderen Suſchrift verſtändigen, wie ich es dem Herrn
R. heimgezahlt habe. Aber die damals fällige Erwiderung heute:
einfach ſo nackt hinſchreiben, das ging nicht. Es fehlte dies
Situation, die dem Wort erſt ſeine Würze und Schlagkraft
ver=
leiht, es fehlte der Con, der die Muſik macht, und die war nicht:
in Buchſtaben hinzuſetzen. Es war eine Antwort zu ſprechen,
aber nicht eine, die man ſchreibt. Wenn ich geſchrieben hätte,,
wäre es eine Polemik geworden. Da erkannte ich — in der=
Canzſtunde erkennt man bereits alles, was das Leben ſpäter be=r
ſtätigt —, daß aus der Unfähigkeit, ſchlagfertig zu ſein, dies
Fähigkeit der Polemik entſteht, und aus der treffenden Veplik,,
die man auf Eis legt, die latiriſche Stimmung. Herr X., der=
Lausbub, ſchlagfertig und der Situation gewachſen, iſt Bank=r
direkttor geworden, und ich, der den Augenblick erſt nach dreii
Stunden erfaßt, — was bin ich geworden...?
Schlagfertigkeit gehört zu einem beſtimmten Cypus, den man:
den guten Boxer nennen könnte. Er iſt hart im Nehmen und
hart im Geben, wie es in der Sprache des Ningens heißt. Be=r
kommt er eins aufs Naſenbein, gibt er pointiert auf den Punkt:
zurück. Das kann im geſellſchaftlichen Con, mit Grazie und
Liebeuswürdigkeit erledigt werden und iſt darum nicht
minder=
tödlich. Der reflektive Menſch iſt zu ſchwerfällig für den
augen=
blicklichen Rückſchlag: er analuliert ſeine Gefühle beim Empfang
des Schlages und die Motie des Angreifers, dann geht er nach
Hauſe und verfaßt ſeine Neplik.
Der ſchlagfertige iſt der Mann des Augenblicks und des
Erfolges. An gewiſſen empfindlichen Stellen berührt, ſondert er
ſofort und automatiſch Mutterwitz ab. Dieſes Funktionieren:
ſetzt aber eine gute Abhärtung voraus, die keine Attacke
ſchmerzlich oder gar tragiſch nehmen darf. Oberſtes Geſetz der
Schlagfertigkeit: man darf lich nichts zu nahe gehen laſſen ſonſt
verliert man die Haltung, die unerläßlich iſt für die
Creffſicher=
heit der ſchlagfertigen Neplik.
Der Schlagfertige iſt ein gefährlicher Verhandlungsgegner.
Er iſt frei vom Ballaſt der Gefühle und Neflexionen, nichts als
Schauſpieler mit dem eiſernen Willen, den Partner ſchachmatt zu
ſetzen. Er reißt ſofort die Führung an ſich und betäubt den
Gegner leicht mit ein paar überraſchenden Schlägen; der fühlt ſich
in ſeinen Schwachen durchſchaut, und das lähmt ſeine
Wider=
ſtandskraft. Es iſt ein leichter Sieg. Alle ſchlagfertigen
Men=
ſchen ſchwärmen für Boxen, Jiu=Sitſu und ſind paſſio nierte
Schachſpieler.
Es iſt durchaus möglich, ſich zu Schlagfertigkeit zu trai vieren.
Dem Craining geht Abhärtung voraus. Kalte Abreibungen früh
morgens, gut ausgeſchlafen, und ſo hinaus in die Arena. Di=
Menſchen nicht von vornherein als Feinde anſehen, aber aui
nicht als Freunde, ſondern — als Fauſtkämpfer. (Der
Meuſchen=
feind, der ſtets auf das Schlimmſte gefaßt iſt, iſt nicht
ſchlag=
fertig, ſondern übertreibt die Oefenſive bis zur Sſolierung)
Elaitizität, Spannkraft und Humor ſind unerläßlich. Alein
Crai=
ning machte gute Jortſchritte. Sch war geſpannt auf die erſte
praktiſche Probe. Die Gelegenheit kam. Ein Irgendiemauz
attacktierte mich; eine kleine Niederträchtigkeit, wie ſie alle
Cage vorkommt. Nun heraus mit deinem Flederwiſch! In die
Parade und zugeſchlagen. Die ſchlagfertige Antwort war du,
wirklich da, eine famoſe Abfertigung. Wenn ich ſie abſeuerte,
war der Kerl weggeblaſen. Warum zögerte ich, welch
unbegrei=
liche Pauſe? . . .. Ich verzichtete und behielt es für mith. Es
machte mich ſtärker, zu ſchweigen als zu reden. Es peßte nicht
zu meinem Cypus, ſchlagfertig zu ſein. Sch ging nach Hauſe 2
ſchrieb die Antwort in mein ſchwarzes Notizbuch. Urd ſagit nit
K.amlet: Da ſteht, Ihr, Oheim! Es ſsher noch viele 4a i
nem ſchwarzen Notizbuch, — eiss ganze Kollektien deg
A. ten und die ihnen gebührenden Antworten, die ich ihnen ncht
gegeben habe.
Nummer 273.
Aufgabe 400.
Heinz Flander in Darmſtadt.
Urdruck.
Wfe
prüfftellung: weiß: 4be uvo no4 17h4 5);
Schwarz: Kb8 Ba3 a4 e3 et a3 et g3 g4 (9);44
f
Prof. J. R. Neukomm in Budapeſt.
(Deutſche Schachzeitung 1927.)
Weiß: Kf4 Db5 Pe1 Uh8 h4 Bk8 (61;
Schwarz: Ke6 Le2 Sg4 h6 Bd8 d6 k7h5 (8).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 387—390.
387. J. L. Millins. 1 Preis im 3. internat. Zweizüger= Probl.=Turnier des
Grantham Fournal, 1927. (Ke8 Dd7TbSo8 La3 g8 Sb3BdZe2; Ke4 Dg4
Th5 Ld5 18 Sd1 06 BbTgT: 2t) 1. Tb5—b8! Ein vortrefflicher Zweizüger,
Halbfeſſelung verbunden mit Feſſelung von Schwarz. Feine Nebenſpiele: aber
Ein=
leitungszug und Drohung ſind nach Erkennen des drohenden DXes ziemlich
ein=
leuchtend. Preisrichter Prof. F. R. Neukomm.)
388. A. Klinke. Münchener Quelle. 1924. (Kb8 Td1 Lf2 15 Sb8 d3 Be5 46
h2: Kd5 Sg5 Bf3 f4 h3; 3f. 1. If5—g6! Sg5—e8 2. 843.—h4 4
Kd5—e5 3. Sb8—d7t: 1... . Kd5—oß 2. Lf9—d4— 3. Sd3 Xk4üF;
1. ſonſt bel. 2. Tei. Nach dem verſteckten Schlüſſelzug führen die 2
Hauptver=
teidigungen zur Verſtellung des Feldes e6.
389. V. Hanſen. Chemnitzer Tageblatt, 1926. (Kei De5 Tb4 d2 La8 Bb2
et e5 h3: Kf3 Ab7 Ba2 e3 43: 283.) 1. Ab4—b3! Bat!, 2. Pe3; der
Turm macht den erforderlichen Räumungszug von der b=Linie und unterbricht
gleich=
zeitig die Schußlinie der weißen Dame nach b3. 2.. .: L:b2R. 1. .. Ba1 8
2. Te2 ſoder 2. Th2) S:b3x. Durch das Streichen des weißen Bh2 wurde ein
neuer Dual möglich: mit w. Bh3 geht auch 2. Da4. 1. .. Bat (b) T4k
Kurz=
matt. Eine feine umwandlungsaufgabe.
390. Dr. 6. Rohr. Chemn. Tgbl., 1927. (Ka1 Dd6 Tg3 Ba2 d4 g2: Kh2
Th1 Sg1 Ba3 A7 h3 h4: 3S.4.) 1. D48—45! Big8 3. 5h5. Kiss (43
3. DeA:h3) F! S:es (:h3) K: 1.... Big2 3. Dd8 B:g3 (h3) 3. D:47
Bd5 S 1. Kig3 2. bi31 Kh3 3, D:h34k Sihstzke. Drohung 2. 7ih3 4
Sihsck. Ein prachtvolles Problem.
Löſerliſte: Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth (alle);
A. b. S. (387, 389, 390): Georg Peter in Wippenbach (387, 389), Franz
Buchty in Mainz (387, 388).
Anflöſung der Rätſel aus Nummer 34.
Buchſtaben=Röſſelſprung.
Seinem Schickſal kann niemand entgehen.
Fahrplan; Rätſel.
Die Stundenziffern bleiben unberückſichtigt, an Stelle der
Minuten=
ziffern ſind die ebenſovielten Buchſtaben des Albhabetes zu ſetzen.
Man erhält:
„nach Hauſe.
Rätſel
Rachom
ab, an, bel, che, ckel, de, du, eis, ge, ge, geln, he, i, la, mer, mund
ne, ne, neh, ops, pi, rai, rei, rich, ro, ro, ru, ſa, ſa, ſche, ſtand,
ſung, wahr.
Aus obigen Silben bilde man die Antworten auf die folgenden
Fragen, deren Anfangs= und Endbuchſtaben ſch iſt als
Anfangsbuch=
ſtabe nur ein Buchſtabe) nernen einen berühmten Overnkomponiſten
und den Titel eines ſeiner Werke.
1. Welcher Stand iſt der letzte? 2. Wie hießen mehrere Königinne”
von Spanien? 3. Wer war der Erbauer der größten äghbtiſchen
Pyramide? 4. Wen liebt der Kaufmann2. 5. Wie hieß der Ecke Weſt
gotenkönig? 6. Was erfriſcht? 7. Welche „Kunſt” hat ſehr viele An”
hänger? 8. Was tun viele gern im Sommer?, 9. Was wünſcht ſich
niemand gern2. 10. Wie hieß der berühmteſte römiſche Kaiſer? 11. Wa3
braucht der Hochtouriſt? 12. Welcher Dichter heißt mit dem Vor=
Kn Meite
namen Ferdinand?
Ein Konzert.
Bei einer Franz Schubert=Gedenkfeier lautete das Programm wie
Programm.
folgt:
1. Geiſt der Liebe.
2. Die Taubenpoſt.
3. Schäfers Klagelied.
4. Sehnſucht.
5. Wanderers Nachtlied.
6. Horch auf die Lerch im Aetherblau.
7. Nachtgeſang im Walde.
8. Forellenquintett.
9. Meine Ruh’ iſt hin.
Da ſich nach Abwicklung des Programms der Beifall nicht legen
wollte, gab die Kapelle noch eine muſikaliſche Schöpfung von Franz
Carl Deubel.
Schubert zum Beſten; welche?
Aruck u. Verlaa: 9. C. Wittichſche Hofbuchdruckersi, Wheinſtr. B.— Verantwortlich f. d. Redcktion: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1. B64.—-B92. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb.— Kliſches: F. Haußmam, alle in Drmſteht
gumnbacht
remol gut
in 1 Suiet.
ane.
No mein Dun
Lutzt Geſicht, wie ”
aller Uſchuld, bloß.
Lebd afang, daß
Aummbernell” ſe
juge mer do en b.
ich ſage Ce! —
huin doch äxbräß fi
Bemm. Un ich hal
Lnei Pund abgenu
No ich haben
fiele, un bun weite
mahem dhet mer d
zlehe Johr jinger
euut gedha, er hot
lpot ſei Weſt glat
aulſo vun dem 8.
twek; Alerding
Beſundheit ſe
twie die gewel
we
WDeit vum Age
Eölitierte”
Swann mer int4
Buneme mnet
zeum Ranze la
I Apwet ich
hubd ich emn bert
Luede berleſt het
gefehlt hett.
nyer,
em 5
Etuß deim
knckt, un die Sch.
kufbel, ſundem f
IAffigeA
Gusfrauen
Diüſer „weich”
Esſdöhe
Luiße nicht ſter
Ludeſt ind zu m
Wedon der doit
Auich
ufchend
ung von
MtbagsTabmſäka.
Sstafsltak
Allſo dieſer Dag dräff ich uff=eme Gang dorch unſer Städtche
geuide Bekannte; aan vum Schlag „Dummbach”. — No, wie’s
ſt ſo geht, wann mer inanner gut kennt un ſich ſchun e paar
lare net geſähe hott, do kimmt mer halt ins Gebabbel mitnan=
„ a‟ Wort gibt des anner, mer raddſcht un baddſcht iwwer däß
jenes, un kimmt vum Hunnerdſte ins Dauſendſte, un verzehlt
thralt, was mer gäächewärdich an däre iwwerzwärche Welt
aus=
ſetze hott, un wie mer ſich alles ſo ganz annerſter, awwer
ſen falls viel ſchenner denke dhet un ſo.
No alſo, wie ich mein gude Bekannte ſo uff mich zukumme
So hab ich ſchun vun weitem geruffe: „Ei, do guck hie, ſinn
6s odder ſinn Se’s net! — Freilich, Sie ſin’s! — Gen Dag aach,
6: Dummbach, ſinn Se aach widder hieſiſch? — Jetz, ſähe Sie
urer=e=mol gut aus! Sie hawwe ſich ſcheint’s recht nädd erholt
nd. Summerfriſch, alle Bunnehr, Sie miſſe in=ere ganz
beſun=
us nahrhaffde Gäächend gewäſe ſei. Ja freilich, wer’s hott, der
len ſich’s leiſte un brauch net jeden Fennich dreimol in de Hand
am zu drehe, ehlern ausgibt. Zimmlich dicker ſinn Se worrn,
ſüt mer maane. Wo ſinn Se dann gewäſe, wann mer froge
No, mein Dummbach macht im erſte Moment e zimmlich
ver=
byi Geſicht, wie ich’n in meiner Fraad ſo härzlich begrieß, un in
ar U’ſchuld, bloß, um em was Agenehmes zu ſage, ausgerächent
hio affang, daß er dicker worrn weer. „Fähl mich, Frailein
Gmbernell,” ſeecht=er ganz indiſchniert, „fähl mich. Awwer Sie
fge mer do en badalljemeßiche Schrecke ein. Dicker worrn weer
ſage Se? — No, jetzt mache Se mol Ihne Ihr Bett enei, ich
5i och äxbräß fimf Woche in Kallsbad gewäſe, um daß ich
ab=
ynm. Un ich hab in dene fimf Woche zum allerwenichſte gut mei
mn =und abgenumme. Un Sie ſage, ich weer dicker worrn . ."
No, ich hab=em zugeredd un hab geſagt, er dhet e bißche
färn=
ſe, uin vun weitem dhet er erheblich fillicher ausſähe, awwer vun
ſpern dhet mer doch märke, daß er ſchlenkerer worrn weer; diräckt
ſee Johr jinger um die Tallje rum. — No, un däß hott=em elend
gi redha, er hott ſein Frickadellefriedhof noch mehr ei gezoge un
itſei Weſt glatt geſtriche un is geſpreechich worrn, un hott mer
ab wun dem Kallsbad erzehlt, un wie’s do ſo fei un hochnowel
wis allerdings deier, ſehr deier; awwer däß weer mer ſeiner
Aundheit ſchuldich; un 18 weer halt doch was annerſter, als
w wie gewehnliche Summerfriſche, wo mer nor unner
ſeines=
dia en weer, wohärngääche in ſo=eme Wäldbad, do kreecht mer
Ltlvun Ageſicht zu Ageſicht zu ſähe, wo mer ſunſt nor in de
Elrſtrierte” zu ſähe kreecht. Korzum, wie mer halt ſo ſchwätzt,
hum mer in=ere hochkommfordawele Summerfriſch gewäſe is,
werne annere, wo ſich bloß im Odewald odder ſo wo de Speck
hm Ranze laafe kann, s Maul wäſſerich mache will.
elwwer ich hab gedenkt, was du kannſt, kann ich aach, un do
Aſichem verzehlt, daß mir in Darmſtadt aach zimmlich ſcheene
8d— verlebt hette, un baß es uns an Unnerhaldung abſelut net
gelllt hett. So hette mir beiſpielsmeßich, wie’s ſo haaß gewäſe
wi. e Waſſerzellebridhet gehatt, un ganz Darmſtadt weer aus
Saische gewäſe, un e Feſthallkalamidhet, wo de Johann
Senuß drinn geſpielt hett, un e nei Verkehrsordnung hette mer
akt, un die Schutzleit braichte kaa Piſtohle mehr un kaan
Gummi=
hbbel, ſundern ſie kreechte kimfdich Schmedderlingsnetze, un zur
ogenneinen Beluſtigung hette mer neie Steiern ei gefiehrt, un
Ghahnſtroße hette mer krickt, un e paar Ameriganer weern do=
Der zeitgemäße Haushalt.
Flüſſige Aufwaſchſeife in der Flaſche. Die
mei=
ſi Hausfrauen verwenden zum Aufwaſchen Soda, um das
Aſſer „weich” zu machen. Doch haben Aerzte feſtgeſtellt, daß
be ſtändige Gebrauch von Sodawaſſer, zumal wenn das
Spül=
hſſer nicht öfter durch friſches Waſſer erſetzt wird, den Magen
ureift und zu Magenſtörungen Anlaß geben kann, für deren
Etſtehung der davon Heimgeſuchte oftmals keine Erklärung fin=
9 Kapazitäten auf ärztlichem Gebiete empfehlen deshalb die
Arwendung von Seife als Zuſatz zum Aufwaſchwaſſer.
Fort=
ſtünlich geſinnte Hausfrauen verwenden denn dieſe auch, doch
ben ſie Stücken=Seife zum Selbſtauflöſen ins heiße Waſſer, und
ECifer wird dann das rechtzeitige Herausnehmen aus dem
Waſ=
ſevergeſſen, und dieſes iſt dann, wenn es ſich um ein größeres
Sick handelte, meiſt „überfett” und ſchaumig, ſo daß das Waſſer
thl ſchön glatt iſt, aber das Geſchirr beim Waſchen aus den
önden gleitet und der Gefahr des Zerbrechens ausgeſetzt iſt,
hz abgeſehen davon, daß die Seife vorzeitig verbraucht wird.
Pl ſparſamer und angenehmer im Verbrauch iſt dagegen fertige,
Aſige Seifenlöſung, wozu man Schmierſeife mit Waſſer in der
Unien Ofenröhre „ziehen” läßt und dieſe dann vollkommen
auf=
öſck in Flaſchen füllt. Dieſe Seifenlöſung fügt man nun taſſen=
Aie dem Aufwaſchwaſſer bei.
Umden Schnittmuſterbogen reſtlos ausnützen
können. Hat die Hausfrau dem Boden mehrere Schnitte
(ommen, ſo fällt er meiſt auseinander, da die Kopierrädchen
Afach zu dicht ausrädeln. Zeichnet man jedoch jeden Schnitt mit
werem Farbſtift nach und durchſteppt ihn auf untergeſtecktem
Igen mit dem weiteſten Stich der Nähmaſchine und feinſter
del ohne Faden, ſo erhält man den Bogen bis zum Entnehmen
9 Tetzten Schnittes in gutem Zuſtande, was namentlich dann
ſr wertvoll iſt, wenn die Rückſeite desſelben
Handarbeits=
klagen enthält.
Pikante Kalbsleberſchnitten zu dickem Reis
Ner Nudeln. Dazu ſchneidet man recht zarte Kalbsleber in
hd große, nicht zu dicke Scheiben, die man in heißer Pfanne mit
fla ſſener Butter nebeneinandergelegt, (zuvor in Mehl gewendet)
ſell auf beiden Seiten bei raſchem Feuer dämpft. 15 Minuten
ſitergeſchmort, werden ſie mit Salz und Pfeffer beſtäubt, auf
Dee Pratte heißgeſtellt. Den Bratenfond, in dem man eine große,
gewäſe, un die Hunnertfuffzehner hette e Dräffe hier gehatt, un
Umziech weern gewäſe, un Feierwärk mit bengaliſch Beleichdung,
un es Brot weer verſehentlich abgeſchlage, dohärngääche des
Flaaſch abſichtlich uff, un es Flaaſch weer eichentlich bloß deshalb
in die Heeh gange, weil’s Fudder uffgeſchlage hett, un es Fudder
ſei eichentlich bloß deshalb deirer worrn, weil die Läwensmiddel
iwwerhaubt a ſtandshalwer uffſchlage dhete, un die Läwensmiddel
dhete uffſchlage, weil die Feſthall zu klaa weer, un die Feſthall
weer zu klaa, weil zuviel enei wollte, un es wollte zuviel enei,
weil ’s Bier uffgeſchlage weer, un es Bier weer auffgeſchlage,
weil zuviel gedrunke dhet wärrn, un es dhet zuviel Bier
ge=
drunke wärrn, weil die Leit Angſt hette wäächem Waſſer. An
allem weer alſo eichentlich bloß es Waſſer ſchuld.
Awwer mei Dummbach hott gemaant, däß dhet er net ganz
begreife; un außerdem kennt er net verſteh, was die Leit mit=em
Waſſer hette. Er braicht es ganze Johr kaa Waſſer, indem daß er
meiſtens Wei drinke dhet. Un zwar haubtſächlich Rotwei; awwer
de Weiße meecht er aach ganz gärn. Waſſer awwer dhet er bloß
do drinke, wo’s zum gude Ton geheern dhet, in Kallsbad odder ſo.
Un im iwwriche, wann ich glaawe dhet, ich kennt=em mit meine
Darmſtädter Neiichkeide imbonniern, dann weer ich ſchief
ge=
wiggelt, däß dhetn net indräſſiern, dann um ſo Klaanigkeide kennt
er ſich net aach noch bekimmern, do ſollt merin gefellichſt mit
ver=
ſchone, dann dofor hette mer jo unſer Owwer=, Iwwer= un
Unnerborjemaaſter, un däß weer dene ihr Sach; un ſchließlich
hette mer jo noch unſern Stadtrat, der wo for die Belange” vun
de Bärjerſchaft ei zudräte hett, un wann die Feſthall zu klaa weer,
dann ſollte ſe in goddesname noch a' odder zwaa denäwe baue,
Blatz genug hett mer jo uffm Exert. Sundern ihn deht jetzt vor
allem emol indräſſiern, wie’s in de große Bolledick ausſähe
dhet, ſeecht=er, un do ſollt ich’m emol klare Wei ei’ſchenke, er hett
in dene fimf Woche, wo er ſich geſundheitshalwer in Kallsbad
hett uffhalte miſſe, kaa Zeidung mehr geläſe, und weer doher net
ganz uffm Laafende, awwer jetzt meecht er doch emol wiſſe, wie,
wann, wo, warum, weshalb, wieſo, un was däß mit dem
Panzer=
kreizerkälloggspack uff ſich hett.
„No, Herr Dummbach,” ſagt ich, „in dem was Darmſtadt
abe=
langt, ſinn Se arg weit zurickkumme in dene fimf Woche, däß
wärrn Se aus dem gemärkt hawwe, was ich Ihne verzehlt hab,
wann Se aach ſage, es dhet Ihne net indräſſiern. Awwer in
Be=
ziehung uff die große bollidiſche Froge, do ſinn ſe immer noch
uff=em Laafende, do is es noch kaa Hoor annerſter worrn wie vor
fimf Woche odder vor fimf Monat, indem daß es immer noch
der aane hellt un der anner leßt’s net geh.”
Dodruffhie is awwer mei Dummbach wild worrn un hott
geſchimbft un hott geſagt, däß weer doch kaa Aſtalt, un do mißt
mer nu’ endlich emol denooch gucke, un do mißt emol endlich was
geſchehe, ſo odder ſo, un er weer zwar e ruhicher un friedlicher
Bärjer, der wo ſei Steiern bezahle deht, un er weer jo gewiß net
for de Krieg, wann er aach ſälwer net mehr mit mißt, un
däß=
halb mißt der Panzerkreizer unnerzeichent un der Källogg=Pack
gebaut wärrn, awwer ſo kennt’s net weider geh, un mer wißt jo
gornet mehr, was mer vun dem Geſchäft halte ſoll, und der a‟
dhet ſo ſage, un der anner ſo, un dem mißt jetzt e End gemacht
wärrn, ſo odder ſo.
No un weil ich dodezu e zimmlich gleichgildich Mien gemacht
hab, is er grob worrn und hott mich aach noch geſcholle un hott
geſagt, ich dhet die Sach viel zu aſch uff die leicht Schulter nemme,
un ich hett ſchun lengſt emol e kräfdich Wörtche ſchwätze ſolle, un
wann ich net emol enerſchich dehinner gingt, dann wollt er’s
be=
ſorje, un grindlich. Un gleich heit Owend noch dhet er affange an
ſeim Stammdiſch, un eVerſammlung mißt eiberuffe wärrn in
de Feſthall, un er Reſſelutzion mißt beſchloſſe wärrn, die wo Hand
un Fuß hett, ach was, gleich e paar Hend un e paar Fieß, un
dann wollt er emol ſähe, ob’s kaan Wert hett.
No, ich hab mein Dummbach ausſchwätze loſſe, un dann hab
ich zu=em geſagt: „Herr Dummbach,” ſagt ich, „ich will Ihne
ehr=
lich mei Maanung averdraue. Gucke Se,” ſagt ich, „an die Hack
bringe mir kaan Stiel, Sie net un ich net. Däß Geſchäft miſſe mer
ſchun dene iwwerloſſe, die wo dodefor do ſin. Un mir kenne bloß
worte, was hinnenooch debei erauskimmt. Dann kumme mir dra,
un do kenne mer unſer Maanung immer noch ſage. Jedenfalls,
däß bollidiſche Geſchäft, an dem wo ſe äwe ſin, däß verleid kaum
18 Schnaufe, un mer hott immer des Gefiehl, als dhete ſe
mit=eme offene Licht uff=eme Pulwerfaß ſitze. Däßhalb is es de
beſt, mer dhut däß, was als mei Vadder ſeelich geſagt hott, wann
ich als net worte konnt, bis ich däß erfahrn hab, was ich hab
wiſſe wolle. Do hott der mir als den gude Rat gäwwe: „Wart’s
ab! Zum Schimbfe kumme mer ſchun noch!“ —
Do hott mein Freund Dummbach gemaant, däß weer alles
ſchee un gut, awwer er dhet jetzt net mehr lenger worte, er gingt
jetzt ſofort an ſein Stammdiſch un wollt dort derweile emol
mit=
em Schimbfe affange, damit er wenichſtens net zu korz kemt. —
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Widder en neie Brief. Ich loß=en
folche, ohne was dezu zu ſetze odder devo zu loſſe. Mag ſich jeder
drunner denke, was er will, ich endhalt mich jeder Aißerung . . ..
München, 6. Auguſt 1928.
Sehr geehrte gnädige Frau
hätt ich beinah geſagt. Awwer mer kenne uns ja ſchunn lang
genug, alſo — liewe Fraa Bimmbernell!
Alſo ich war emal widder fimf lange Johr vun dehaam fort,
un wie ich geſehe hab, daß ſich trotz Not un Bedrängnis vun alle
Seite iwwerall in Deitſchland was regt, hab ich mer gedenkt, die
Heiner werrn aach ſchunn aus ihrm Städtche was gemacht hawwe.
Freilich, in de große Zeitunge hab ich nie was vun Darmſtadt
geleſe. Nix vun de Darmſtädter Kunſt, un nix vun de ſcheene
Natur drumerum, bloß vun de Politik. Vun=eme neie
Staats=
präſident un vum Ausgang vun de Wahle. Halt, daß ich net lieg:
vun de Schule der Weisheit hab ich aach emol was geleſe. In de
Bahnhöf im In= un Ausland ſiehſte die ſchennfte Uffnahme vun
alle Städt un Quetſcheneſter, awwer vum Darmſtädter
Verkehrs=
verein is net e aanzige dabei. Nirgens hab ich geleſe: „Beſuchet
die Stadt der Wälder!” oder ſo.
Wie ich in unſern ſcheene Bahnhof eigefahrn bin, hab ich mer
geſagt: „de Häuſerblock vorm Bahnhof un die Allee werrn ſe ja
inzwiſche ausgebaut hawwe, dann was die Karlsruher in
ge=
nau de gleiche Lag fertig gebracht hawwe, däß werrn mei Heiner
aach noch hiebringe‟. Ja, Peifedeckel, nix war’s. Wahrſcheinlich
wirkt em Stadtrat Sch. ſelig ſein klaſſiſche Ausſpruch heit noch
nach: mer ſollt die Seit vun de Allee net bebaue, weil ſunſt die
Ausſicht uff die Bergſtroß verbaut dhet werrn. Wer weiß,
viel=
leicht ſitze heit noch ſo e paar Ehrenbürger vun Schilda im
Stadt=
rat. Wie ich nachher geſehe hab, daß aach aus em alte Palaisgarte
noch nix Geſcheites worn is, hab ich mich wenigſtens getreſt un
hab mer geſagt, ſie ſehe wenigſtens wo’s fehlt, un es werd drum
gekemft. Awwer den Prominente, der degeje war, daß die
Mauer abgeriſſe werd, den kennter= ruhig beim Deutſche Muſeum
in Münche geje Quittung abliwwern, für die Abteilung „
Vor=
geſchichtlicher Städtebau”,
Wie ich awwer nachher aach noch hab ſehe miſſe, wie aach de
Altſtadtdurchbruch noch net ausgebaut is, der ausſieht wie e
dreckig Zahnlick bei=ere ſcheene Fraa, da bin ich in de Ratskeller
geſterzt, un do erſt is mer’s beſſer worrn. An meim Diſch hott en
Kunſtprofeſſer vun auswärts geſeſſe, der hott gemaant: „die Leit
hiererum die hawwe kaa künſtleriſch Ader; un wo’s da fehlt, da
hilft die ſchenſt Erziehung nix. Gehn Se nor mol dorch die
Dör=
fer zwiſche hier un Meenz un Mannheim, wo ſe die Haiſer
un=
verbutzt ſtehe loſſe un gornet ſehe, wie ſchlecht däß ausſieht,
ob=
wohl die alte ſcheene Beiſpiele dicht denewe ſtehn,” hott er geſagt,
do werrn Se ſähe, daß däß kaan Boddem for die Kunſt is. Da
hilft kaa Künſtlerkolonie un kaan Staatszuſchuß, da fehlt’s am
Widerhall der Maſſe. Awwer was annerſt will ich Ihne ſage,”
hott er gemaant, „gehn Se mal durch die Geſchäftsſtraße
un gucke ſich emal die Läde an, wie die ſich in de letzte Johrn
gemacht hawwe. Däß is kaa Kleinſtadt mehr. Un dann den große
Autobusverkehr, der vun alle Seite ins Zentrum vun de Stadt
geleit is, mei liewer Herr, däß is vorbildlich, däß verſtehn ſe,
awwer vun de Kunſt ſolle ſe die Finger loſſe”, hott er gefagt.
Wie ich nachher dorch die Stadt gepilgert bin, do hott alles
viel freundlicher ausgeſehe un ich hab mich an meiner Heimatſtadt
widder gefreut.
Wenigſtens is=es Schloß vun de Alexanderſtroß aus kaa
Dornröschenburg mehr. Gottſeidank, daß do wenigſtens aaner de
Mut gehabt hott, die iwwerfliſſige Aſt un Beem eweckzumache.
Alſo, wann Se emol nooch Münche kumme, dann ſchreiwe
Se mir, un ich bin do.
In dieſem Sinne mit herzlichem Heimatgruß
Ihr W. D.
würflig geſchnittene Zwiebel dünſten ließ, füllt man mit einer
Taſſe Fleiſchbrühe oder heißem Waſſer auf, binde dieſe mit etwas
Kartoffel= oder Braunmehl und füge einen Eßlöffel
feingeſchnitte=
nen Schnittlauch und Peterſilie bei und ſchmecke die Soße mit
Salz, einer Meſferſpitze Currypulver, einigen Tropfen
Zitronen=
ſaft und etwas friſcher Butter pikant ab und reicht ſie zu den
Leberſchnitten.
Dreifruchtmus. Dieſes ſehr wohlſchmeckende Mus
eig=
net ſich ganz vorzüglich zum Füllen von Pfannkuchen und
Schmalzkrapfen. Man kocht dazu 3 Pfund Zucker, mit wenig
Waſſer angefeuchtet, unter Abſchäumen klar. Gibt je 1 Pfund
Johannisbeeren, Himbeeren und entkernte ſaure Kirſchen dazu,
kocht ſie 20 Minuten darin, läßt den abgegoſſenen Saft noch dick
einkochen, dann die Früchte nochmals darin aufwallen, um ſie
ab=
gekühlt in Gläſer zu füllen und, mit Rumpapier bedeckt, zu
verbinden.
Speiſezettel.
Sonntag: Feine Tomatenſuppe. Hammelkoteletts mit
grü=
nen Bohnen auf Schweizer Art. Himbeerereme. — Montag:
Dreigemüſe von Kohlrabi, Möhren und Pfifferlingen mit
Brat=
kartoffeln. — Dienstag: Gefüllte Gurke mit Peterſilien=
Kar=
töffelchen. — Mittwoch: Pikante Kalbsleberſchnitten zu dicken
Nudeln. — Donnerstag: Makkaroni mit Tomatenereme und
gekochtem Schinken und geriebenem Käſe. — Freitag:
Johan=
nisbeerkaltſchale. Gebackene Rotzunge mit Gurken=Kopfſalat.
Samstag: Arme Ritter mit geſchmorten Sauerkirſchen.
IIe
Humor
II
CK. Ausgeſperrt. Die amerikaniſchen Sonntagsblätter ſind
be=
kanntlich außerordentlich umfangreich, daher der folgende Witz: „Die
Smiths konnten nicht in ihre Wohnung rein, als ſie aus den Ferien
kamen.” — „Was war denn los, hatten ſie die Schlüſſel verloren?”
„Nein, ſie hatten vergeſſen, die Sonntagszeitung abzubeſtellen.”
C.K. Beinahe. Der junge Mann dort ſieht ſo aus wie Ihr
Bru=
der.” — „Beinahe richtig, er iſt meine Schweſter.”
C.K. Gute Empfehlung. „Ich war bisher bei Dr. Müller”, ſagte
der Chauffeur, der ſich bei dem Chirurgen vorſtellte, und ich kann woohl
ſagen, daß ich ihm im Laufe meiner Tätigkeit eine ganze Menge
Patienten verſchafft habe."
Verſchnappt. „Und als das Boot unterging,” erzählte der junge
Mann, „da mußte ich zwei Stunden lang ſchwimmen, bevor ich
auf=
gefiſcht wurde.” — „Ach, wie entzückend!” fällt ſie begeiſtert ein, „ich
ſchwimme leidenſchaftbich gern.”
C.K. Verfehltes Mittel. In einer feinem Geſellſchaft, ſo erzählt
ein engliſches Witzblatt, wird die Perlenkette der Gaſtgeberim allgemein
bewudert und geht von Hand zu Hand. Nach einigen Minuten bemerkt
die Dame zu ihrem Entſetzen, daß ſie verſchwunden ſt. Da ſie feden
Skandal vermeiden möchte, ſo ſtellte ſie eine ſilberne Schale auf die Mitte
der Tafel und verkündet, ſie werde das Licht abdrehen und der Dieb
möge die Perlen unter die Schale legen; andernfalls müſſe die Polizei
geholt werden. Zwei Minuten ſaß die Geſeallſchaft im Dunkeln. Als
das Licht wieder aufflammte, war auch die Schale fort.
Die Geheimniſſe der kommenden
Mode beginnen offenbar zu werden.
Was in den letzten Monaten die
Mode=
ſchaffenden erdachten und zur Tat
wer=
den ließen, dürfen wir jetzt bereits in
den Schaufenſtern und bei den erſten
Modevorführungen bewundern und —
kritiſieren. Letzteres wird ſicher getan
werden — iſt doch die Dame von heute
längſt modiſch und geſchmacklich ſo
ge=
ſchult, daß ihre Kritik entſcheidende
Bedeutung für die ganze Richtung der
Mode bekommen hat. Wir haben es
in den letzten Jahren ja wiederholt
erlebt, daß alle Verſuche, gewaltſam
neue Tendenzen in die Mode
hinein=
zubringen, einfach am paſſiven
Wider=
ſtand der Damenwelt ſcheiterten, die
aus irgend einem Grunde dieſes Neue
ablehnte. Die Damen wollen natürlich
ſehr gern Neues — aber es darf nicht
mehr wie früher ſprunghaft und
un=
vermittelt erſcheinen! Auch die Mode
iſt in das Gleis folgerichtiger
Entwick=
lung eingerückt und baut auf dem
Heute das Morgen überlegt auf.
Es wird alſo ganz ſelbſtverſtändlich
erſcheinen, daß auch die neuen
Abend=
kleider die Weiterführung bereits
be=
kannter Linien ausprägen. Die
ver=
wendeten Stoffe ſind ja auch die
gleichen geblieben: Chinakrepp, Taft,
Lams, Georgette= und Satinkrepp.
Auch in den Farben iſt höchſtens eine
neue Schattierung hier, ein neuer
Miſchton da zu beobachten — alle
Paſtelltöne, aber auch manche
kräfti=
gere Nuancen werden wieder getragen
werden. Und dennoch darf man nicht
glauben, das Abendkleid des vorigen
Winters wieder in unveränderter
Form erſtehen zu ſehen! Allerdings
hat man auch für die Form nur weiter
ausgebaut, was man ausgangs des
vorigen Winters anzudeuten begann:
noch immer liegt die Betonung der
Kleider auf der Geſtaltung des Rockes,
weil man eben den Begriff und Sinn
des Abendkleides am deutlichſten in den ſchwebenden,
wehen=
den Linien dieſer außerordentlich lebendig wirkenden Röcke
am beſten ausprägen kann. Niemals verläuft die Rocklinie
regelmäßig — es iſt immer irgendeine originelle Idee, die ſie
Elegantes für die Straße.
Mäntel und Koſtüme braucht man in jeder Jahreszeit, zu
allen Gelegenheiten und folglich in allen Arten, vom einfachſten
ſportlichen Genre bis zum hocheleganten garnierten Modell —
wenn es unſere Mittel erlauben! Wer mit weniger
auskommen muß wähle ſtets die goldene Mittelſtraße,
alſo etwas, das weder zu betont ſportlich noch zu
gar=
niert iſt, denn in einem Straßenanzug, der nach keiner
Richtung zu extrem iſt, der dezent und vornehm wirkt,
kann man ſich überall ſehen laſſen. Wie feſch kann
eine junge ſchlanke Frau in einem gut verarbeiteten
Rips= oder Tuchkoſtüm ausſehen; und wenn das
Koſtüm noch gekrönt wird durch ein feſches Filzhütchen
mit ganz ſchmalem, nach unten gebogenem Rand und
womöglich noch geſchmückt von einer ſchmeichelnden
Fuchsboa, dann kann ſelbſt der modiſchſt denkende
Menſch nichts an ſolchem Anzug ausſetzen. Ein
vor=
bildlich feſch geſchnittenes Koſtüm iſt auf unſerer
Ab=
bildung das Modell a, das aus marineblauem Woll=
Elegantes für den Straßenanzug.
gefällig wirken läßt. Auch im vorigen Jahre ſchon kannten wir
den Stufenrock — jetzt aber ſteigen die Anſatzlinien der Volants
nach rückwärts zu tiefer, entſprechend dem Schnitt der
Hüft=
paſſe, ſo daß der Rock hinten länger als vorn erſcheint. Das zu=
rips gearbeitet und mit ſchöner ſchwarzer Wolltreſſe beſetzt iſt. —
Für Schlanke und weniger Schlanke iſt das nächſte Modell gleich
vorteilhaft, denn die leicht glockig geſchnittene lange Jacke läßt die
Schlanken noch ſchlanker und die Stärkeren weniger ſtark
erſchei=
nen, vor allem, wenn ein ſchöner, nicht zu leichter dunkler
Woll=
ſtoff verwendet iſt. — Das nächſte Modell iſt mehr für diejenigen
Der Schal iſt uns gänzlich unentbehrlich geworden;
er iſt nicht mehr ausſchließlich ein Attribut des Koſtüms
oder des Mantels, — man trägt ihn heute auch, hübſch
drapiert, über dem Kleid, immer mit langen,
flattern=
den Enden. — Die Handſchuhe auf unſerer Skizze ſind
mit originellen, durch Einſchnitte geleiteten Blenden
geſchmückt. UInd der ſchicke Schirm, für Sonnenſchein
und Regen gleich gut geeignet, zeigt eine hübſche
braun=weiße Kombination: brauner Stock mit weißem
Griff und braune Seide mit ſchmalen weißen Streifen.
gehörige Leibchen tritt hinter dri
Originalität des Rockes dann gey
zurück: ärmellos, leicht bluſend fu
dem ſchmalen Gürtel, ganz ohne Qu
putz, läßt es alles Intereſſe auf
Rock konzentriert (A). Immerhim!
dieſe Form eigentlich nur eine Verſe4
bung ſchon bekannter Linien, wähmn
ein Rock, der vorn und rückwärts 0
felt ſicherlich ſehr neu iſt! Man
dieſen Effekt dadurch erreicht, daß run
den eigentlichen Rock nach vorn zii
lich tief in eine ſchmale Spitze ad
gehen läßt und faſt in Höhe der narm
lichen Taille einen immer breiter L.
denden Glockenvolant aufſetzt, desic
größte Breite im Rücken liegt. Dieie
Volantteil iſt aber nicht wagerecht, ſſy
dern in nach rückwärts ſich ſenkene
Linie aufgeſetzt, was eine dunzu
ſchattierte Blende noch beſonde
augenfällig macht. Damit das Lac
chenteil dadurch nicht über Gebru
verlängert erſcheint, zieht ſich üun
dieſes noch eine zweite Blende r.
geringerer Neigung um die Hüfthn
Sie bildet im Verein mit der
Seideu=
bandſchleife an der Schulter und in
gleichen Schleife am vorderen A.
rührungspunkt der beiden Blendy
den einzigen Schmuck des ganz glattn
Leibchens (B). Als Andeutung
kog=
mender neuer Tendenzen können mi
auch das Abendkleid ohne beton
Teilung der Silhouette begrüßen, A.
dem der Stoff an der Hüfte wie i
großem Bauſch, von einem Kraiy
Samtroſen gehalten, gerafft ſcheinn
In dieſem Fall kann dann der Ra
ausnahmsweiſe einmal gerade geau
beitet ſein; es genügt daß ein vorn
Hüftbauſch ausgehendes angearbeitet
tes längeres Teil mit Samtblendd
ſeine gerade Randlinie überragt (0).0
Aber der rückwärts verlängene Rockn
herrſcht doch vor und zeigt ſich bis0
weilen als eine Zuſammenſteluis NiederlageFraus
waſſerfallartiger Teile, die nach hinter
zu immer länger werden. Dieſen ſenkrechten Linien des Rockes
wirken dann am Leibchen Bieſen entgegen, die von einer Perk)
agraffe an der linken Hüfte ſtrahlenförmig ausgehen (D). — nell f. Dan
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
geeignet, die viel Auswahl in der Kleidung haben, denn einen Mano
tel, der bei aller Eleganz durch Form und Material etwas aun
dem Rahmen des Alltäglichen fällt, kann man nicht zu allen Ge)
legenheiten tragen. Als Ergänzung eines einfach geſchnittenen
Seidenkleidchens wirkt der Mantel jedoch wunderſchön und ſehl
elegant, beſonders durch den großen kleidſamen Kragen und duron
die originellen Pelzmanſchetten. Natürlich kann mar
an Stelle der geſtreiften Seide auch eine glatte ſchwarz
oder dunkelblaue wählen. — Nur für den Nachmittan
iſt der ſchicke Seidenmantel d geeignet; die ſchlichtn
Form, das ſchöne fließende Material und der reichen
ſehr kleidſame Rüſchenſchmuck geben dem Modell ſa
viel Eleganz, daß es am Vormittag oder über einern
einfachen Laufkleidchen getragen vollkommen depla!
ciert wirken würde. Um ſo effektvoller ergänzt er eiin
helles Seidenkleidchen, mit dem zuſammen er eineld
ideal ſchönen Anzug für nachmittägliche Beſuche uſah
bildet. — Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte en
A. K.
hältlich.
svollen 4
Oabei dieſe
dem Schrei
jioh. dech Set
iet ober ſehl
maebel Talle
Fefurchtet hate
Nuro verausgal
jächlich und erſt
Es iſt gewiß
in Deutſchland
paut. Aber Shd
par immerhin
Man konnte
fun —
Giſela erſta
umismus dachte
amkeitsbedürfn
beäugt und ung
Ein Spielpl
eiſe Spiele a
Vu
mit abnehm
Borchert, Fr edr
t Weingut
Reber-Ingelh
bochſtraße 4
Ehen verm.
herren id. S
herufs, Alters
Konf. d.Büro
Fmu G. Schue
Didt. Wiesb.
wrh. Keine
nitl. 1a Ref.
frau G.
Schwarz=Weiß.
Schwarz=Weiß=Kombinationen, die augenblicklih
von der Mode ſehr bevorzugt werden, ſehen immer”.
beſonders ſchön aus, gleichviel ob ſie aus Seide oderh
weichem Leder beſtehen. Aus ſchwarzem und weißeme.
Crepe de Chine iſt, ſchachbrettartig, der ſeidene Manie.”
gebildet. Aus ſchwarz=weißem Glacéleder beſtehen de.”
ſportliche Gürtel, die ſchöne Taſche und die hog
eleganten Schuhe, deren Eleganz durch die feſche, de7!
ausgeſchnittene Form und die hübſchen Stöckelabicke
noch betont wird.
Nummer 232
Sonntag, den 26. Auguff 1928
Geite 19
kann nicht davon fort, es hält einen feſt. Die Luft, der Geruch
— und heute das und morgen jenes ſein —
„— und die jungen Leute, die begeiſtert ſind”, ergänzte die
Mulattin. „Was haſt du für Blumen bekommen — und
Ein=
ladungen — und Heiratsanträge — und dabei zahlten ſie dir
bei den Famous Players keine fünihundert Dollar die Woche.”
Mabel lachte.
„Lasky würde mir heute das Dreifache geben — und froh
ſein.”
„Mr. Moran wird es nie erlauben”, meinte Myra mit
einem leiſen ironiſchen Seitenblick, der Mabels Aufregung zur
Wut ſteigerte.
„Das werden wir ſchon ſehen!” ſchrie ſie. „Ich werde ihn
unmöglich machen — ich werde Billy Webſter einladen, wenn er
zurückkommt. Er wird mich küſſen, gerade, wenn Ted eintritt.
Ich werde ihm in Winnets Reſtaurant ins Geſicht ſchlagen
und um Schutz vor ihm bitten.
„Du biſt verrückt”, unterbrach ſie die Mulattin heſtig.
Mabel ſtarrte ſie an.
„Du biſt eine dumme Gans!”
„Was fällt dir ein, Yiyra — ich —
„Halt den Mund!” funkelte die Mulattin. Sie war
auſ=
gefahren und ſtemmte die Arme in die Hüften, während ſie den
karzen dicken Hals kampfluſtig vorſtreckte.
„Haſt du denn gar kein bißchen Gehirn mehr, im Kopf?
Willſt du, daß dich das Gericht für ſchuldig erklärt? Willſt du
auf ſechzig oder ſiebenzig Millionen Dollar verzichten, ja?"
Mabel ſtand verwirrt.
„Du kannſt es dir wohl leiſten, wie?” fuhr die Mulattin
höhnend fort. „Glaubſt du im Ernſt, daß Jeſſe Lasky dich heute
für das Dreifache engagiert? „White hands” ſieht man nicht
mehr, die Elfe iſt längſt vergeſſen — du mußt dir deinen
Namen wieder machen, dear, oder du liegſt auf der Straße!
Daran denke gefälligſt!“
Mabel hatte die Fänſte geballt.
„Wie redeſt du mit mir!?” ſchrie ſie. Glaubſt du, ich laſſe
mich von dir behandeln wie ein Niggermädchen?!“
Die Mulattin reckte ſich.
„Und was biſt du denn ſonſt?” ſchnappte ſie zurück.
Außer ſich hob Mabel die Hand und ſtürzte auf ſie los,
Myra verlor den Mut. retirierte eilig bis in die äußerſte Ecke
des Zimmers hielt den Arm vor das Geſicht und brach in
einen wirren Klageſtrom aus.
(Fortſetzung folgt.)
Brau deotſchen zwei Belten.
Roman von Ludwig von Wohl.
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1927.
Die lange Eiſenbahnfahrt von New York herauf hatte ſie
ſaritlich nicht ſehr angeſtrengt — die Stunden im
Ausſichts=
igen waren herrlich geſeſen. — Detroit in Michigan — in
merika.
Man hätte ſich wohl einbilden können, daß alles, aber auch
ſeis — Italien, Schiff, Aegypten, Shepheardhotel, Sphinx und
gganze lange Reiſe bis hierher ein einziger, reichlich wirrer
ſarum geweſen war.
Slber da war Mabel Talbot oder vielmehr Mabel Moran,
ſt ihrer trockenen Selbſtverſtändlichkeit, mit ihrer
amerikani=
nm Ungeniertheit. Sie krähte morgens nach ihrem Frühſtück
ſtidieſen unglaublichen amerikaniſchen Naſentönen. Sie ſteckte
un halben Tag im Gymnaſtik=Room, focht, turnte, verbog ſich.
ſtwvaren alle dieſe nüchtern=ſhlauen Geſichter von Cherbourg
Detroit — Prediger, Zahnärzte und Geſchäftsleute ſchienen
Alle zu ſein. Oder Kinder, die ſchlakſig und frühreif
herumſtak=
t— und die der Dame gegenüber in einer eigenartigen ehr=
Stsvollen Befangenheit ſtecken blieben.
Dabei dieſe ſchlichte Natürlichkeit, mit der ſie alles taten —
ſch. dem Schreien und Geſtikulieren, aber auch nach der ſtolzen
ſürde, dem Gravitätiſchen des Orients eine doppelt
fremd=
ſtige, aber ſehr wenig traumhaft wirkende Welt.
Mabel Talbot. Es war, nicht ſo ſchlimm geworden, wie ſie
fu rchtet hatte. Sie ſchien alle ihre Taktloſigkeiten damals in
ſtiro verausgabt zu haben. War offen, herzlich, recht
ober=
ſä lich und erſtaunlich ungebildet.
Es iſt gewiß keine Seltenheit, daß eine junge Dame — auch
Deutſchland — nicht weiß, wer Tackeray oder Philipp Reis
ſti. Aber Shakeſpeare für einen lebenden Pianiſten zu halten,
ſur, immerhin etwas zu diel des Guten.
Man konnte da als Geſellſ haſterin vielleicht ein gutes Werk
Giſela erſtaunte über ſich ſelbſt. Mit welchem ruhigen
Op=
w. Bmus dachte man in dieſem Lande. Melancholie und
Ein=
mrkeitsbedürfnis waren ſerne, enropäiſche Begriffe, mißtrauiſch
ſätigt und unangenehm fremdartig.
Ein Spielplatz für große Kinder war dieſes Land. Wenn
ſe Spiele auch mitunter ernſt genug waren.
Mabel Talbot riß die Türe auf.
„Zufrieden, Prinzeß? Alles in Ordnung? Very well —
in einer Stunde eſſen wir.”
Die Tür krachte zu. Draußen hüpfte die Amerikanerin den
hallenden Gang entlang.
Was man wohl in Hohenthraun ſagen würde, wenn man
erſuhr — der Brief, in dem ſie mitteilte, daß ſie ſich von ihrem
Manne getrennt habe und bei Mrs. Talbot Geſellſchafterin
ge=
toerden ſei, mußten ſie inzwiſchen erhalten haben.
Es würde endloſe, unfruchtbare Debatten geben,
Zornaus=
brüche, Tränen — — wie dumpf war Europa — — eingeengt,
kleinlich, vorurteilsbefangen.
(7515a
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aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Inr Vorteil,
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören.
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Die breite Straße vor dem Fenſter lag in prallem
Sonnen=
ſchein. Ein rieſiger iriſcher Schutzmiann regelte mit läſſiger
Armbewegung den Verkehr hupender Automobilherden.
Er hatte ein braunes, zufriedenes Geſicht.
„Nichts?” fragte Myra enttäuſcht.
„Ich hab’ es dir doch geſchrieben”, lachte Mabel zornig.
„Was ſoll man denn machen?!“
Myra verzog ſpöttiſch den Mund.
„Natürlich nicht — aber wenn es wo etwas hätte werden
kInnen, dann war e3 in Kairo. Dear me, was für eine Stadt
tafür! Immer eine Frau ſchöner als die andere. Das hab‟
ich geſehen, obwohl ich natürlict kaum ausgegangen bin.”
„Und trotzdem?”
Mabel ſchlug ein Bein über das andere.
„Trotzdem. Es ehrt mich ſehr, es iſt ſehr nett von ihm —
aber es hilft uns nicht weiter.”
„Da du aber unbedingt dahin kommen willſt — —
„Soll ich es vielleicht aufgeben?” fuhr Mabel auf. „
Drei=
ßigmal habe ich ihn gebeten — von ihm verlangt —
„Befohlen —
„Meinetwegen auch befohlen, daß er mich wieder filmen
läßt! Nein — er will nicht. Am nächſten Tag kommt er dann
mit irgend etwas an, das mich tröſten ſoll — ein Kleidchen, ein
Mäntelchen, ein Ring für das liebe Kind. Ich bin keine Puppe!”
Myra ſchwieg und beobachtete.
„Er iſt ein good fellow”, fuhr Mabel fort. „Aber er
ver=
ſteht eine Frau nicht. Er verſteht mich nicht, Mpra. Wenn man
einmal gefilmt hat — man muß es immer wieder tun. Man
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ha., ſucht, da einſ.
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Fäßrten, möglichſt
igllliebhab. Zuſchr.
tal. m. Bild, unt.
1 Geſchſt. (*22054
Herr
ht mit Dame im
dei von 35—45 J.
Briefwechſel zu
kei zw. Gedanken=
Stu=uſch. Sp. Heirat
iht ausgeſchloſſen.
TgAbote unter E 54
ſchäftsſt. 13594
R
iml lie möchte einen
trn mit gut.
Cha=
tteis u. guter Stel=
*g. zw. Gedanken=
Ota uſch, gem. Spa=
Fgüngen uſw. kenn.
hem. Alter 24-3
SSp Heirat ncht
Ggeeſchl. Nur
ernſt=
meäinte Zuſchriften
ſeteen unter E 110
ſchnäftsſtelle. 22128
Ke
ter Poſ wünſcht
varkenaustauſch mit
kteam Mädel oder j
ſoe zwecks ſpäter.
ſimt. Angebote u
64= a. d. Geſchäfts=
( 22043
Ke
beſt. Jahr voll
Schaf=
fenskraft u. Freude,
angen. Aeuß u. tadell.
Ruf u. Charakt., ſucht
treuenLebensgefährten.
Es kommt nur in
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willig und ſelbſtlos in den Dienſt unſerer Sache geſtellt,
ſowie den Metzger= und Bäckermeiſtern, Kameraden wie
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derfeſt geſichert haben. — Mögen ſie in dem Bewußtſein,
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