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Armſtädtt
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Frankfurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufjätze und eigenen Nachrichten mur mit Quelſſenangabe „Darmſt. Tagbl.” geftattet.
Nummer 234 Donnerstag, den 23. Auguſt 1928. 191. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Relt
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Falle höherer
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zſw., erliſt
wie Krieg, Aufruhr, Streil
Gewalt.
Anzelgen=
ſede Vert
chiung auf Er
ufträge und Leiſtung bon
Schadenerſatz.
A
Konkurs oder geriſchticher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm
ſtädter und Nationalbank.
heichsregierung und Rheinland=Räumung
Streſemanns Bericht.
MAülige Einmütigkeit des Kabinetts über die
34handlung der aktuellen außenpolitiſchen
Fragen.
Berlin, 22. Auguſt.
Das Reichskabinett iſt heute vormittag um 11 Uhr zu der
whündigten Sitzung zuſammengetreten, um vor allem die
ögan zu beſprechen, die mit der bevorſtehenden Reiſe Dr.
einemanns nach Paris und der Genfer Völkerbundstagung
zſum menhängen. Reichsminiſter Streſemann nahm heute zum
eimal an einer Sitzung des neuen Kabinetts teil. Ueber die
ſeunig wird folgender amtlicher Bericht ausgegeben: In der
ſtigren, unter Vorſitz des Reichskanzlers abgehaltenen Kabi=
Uſmsfätzung gaben Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann
u Staatsſekretär v. Schubert einen Ueberblick über
b ſaußenpolitiſche Lage und über die Probleme,
ſhün der bevorſtehenden Völkerbundstagung zur
Er=
iſärmng ftehen. An die erwähnten Darlegungen ſchloß ſich eine
ſe gehende Ausſprache, welche die völlige
Ein=
yſatſägkeit des Kabinetts über die Behandlung
Uſt ſaktuellen außenpolitiſchen Fragen ergab. Die
teren Verhandlungen des Kabinetts galten der
Kriſen=
ſtorge. Das Kabinett beſchloß, von einer Zwiſchenlöſung
nſtehen und die Verlängerung
derUnterſtützungs=
luſer auf 39 Wochen, die der Reichstag vor ſeinem
Aus=
ensergehen gewünſcht hatte, mit Wirkung vom 17. September
Abf.n in Kraft zu ſetzen.
* Die Kabinettsſitzung über die Außenpolitik iſt ſeit längerer
nm Ausland wie im Inland wit ſtarker Spannung erwartet
Uman, zweifellos zu Unrecht, weil irgend welche Ueberraſchun=
AAuon ihr nicht zu erwarten waren. Der amtliche Bericht ſtellt
0 mnauch lediglich feſt, daß der Außenminiſter und ſein
Staats=
ſittzir einen Ueberblick über die augenblickliche außenpolitiſche
ergegeben haben und über die Probleme, die in der
bevor=
ſtycen Tagung des Völkerbundes zur Erörterung ſtehen. Es
ſi ſih daran eine eingehende Ausſprache geknüpft haben. Allzu
eeieend kann ſie freilich nicht geweſen ſein, was ſchon aus der
Uſiter: Dauer der Kabinettsſitzung ſich ergibt. Dr. Streſemann
tate ja auch nicht viel mehr tun, als über die Grundzüge ſei=
ASolitik berichten, über die im Kabinett Einmütigkeit beſteht.
ſenid welche Richtlinien kamen nicht in Frage, weil etwas
Ab=
ſſeisendes in den nächſten Wochen kaum geſchehen wird. Der
üh=Saußenminiſter hat lediglich die Vollmacht erhalten, im
hmren ſeines vorgetragenen Programms die Verhandlungen
füchren, wobei der diplomatiſche Sprachgebrauch nun wieder
fcen Verhandlungen und Unterhaltungen einen vorſichtigen
kerf ſchied macht. Die Reiſe nach Paris iſt gedacht nur zur
bergeichnung des Kellogg=Paktes, gehört alſo nicht ſo ſehr in
kromplex der deutſch=franzöſiſchen Beziehungen, wie der
aſtch=amerikaniſchen. Was darüber hinausgeht, ſind nur
Be=
ſichutngen mit Staatsſekretär Kellogg und Herrn Poincaré, die
mnlich auch in der Richtung gehen, einige Grundprobleme zu
tei,, während die eigentlichen Verhandlungen günſtigſtenfalls
wemf mit Herrn Briand beginnen. Auch ſie allerdings
außer=
bwoes Rahmens der Tagung des Völkerbundes. Ob das
Gre=
m. der Locarnomächte das wieder will oder ob der engliſche
Atnster ſich draußen hält, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hält
du=utſche Politik daran feſt, daß die Räumung des
be=
ſtien Gebietes eine logiſche Folge der
Lo=
uroverträge ſein muß, und ſie wird ſich auch von ihrem
entopunkt nicht abbbringen laſſen, daß politiſche
Kon=
ſäonen dafür nicht verlangt werden können.
ba s anderes wäre es, wenn nach der Formel von Thoiry er=
Die Möglichkeiten erwogen würden, durch eine
Mobiliſie=
a der deutſchen Kriegsentſchädigung die Beſatzungsfriſten zu
kan, wobei aber immer feſtgehalten werden muß, daß uns die
unnung etwas Einheitliches iſt, daß Teillöſungen für uns
le: Bedeutung haben, und daß deshalb Herr Poincaré ſich
wvenn er glaubt, daß er für eine frühere Räumung der
zinen Zone irgend welche Gegenleiſtungen von uns zu
er=
ttan hätte. Die demokratiſche Preſſe hat vor Wochen bei der
Bwechung der Genfer Möglichkeiten einen ſtarken Optimismus
oemn Tag gelegt. Sie iſt davon immer mehr zurückgekommen
gerade, wenn man die allgemeine
Konſtella=
n, wie ſie ſich aus der engliſch=franzöſiſchen
4mäherung ergeben hat, in Rechnung ſtellt, wird
In gut daran tun, weder von Paris noch von
ulf viel zu erwarten.
Keine weiteren Zugeſtändniſſe!
Berlin, 22. Auguſt.
Mu den in der letzten Zeit in der franzöſiſchen und
eng=
lar Preſſe aufgetauchten neuerlichen ungeheuerlichen
Forde=
zomn für eine vorzeitige Rheinlandräumung bemerkt die
mi naheſteht: „Wir halten dieſe Meldungen für erfunden,
man an allen maßgebenden Stellen genau weiß, daß ſich in
Ehx, die bereit wäre, auf einer derartigen Baſis auch nur zu
kutieren — nicht fünf Minuten!”
Das franzöſiſch=britiſche
Flotten=Uebereinkommen.
Engliſche Abſchwächungsverſuche. — England
ſichert Frankreichs militäriſche Vorherrſchaft.
London, 22. Auguſt.
Wie Reuter erfährt, werden die in einigen Kreiſen
verbrei=
teten Andeutungen, daß das britiſch=franzöſiſche
Flottenüberein=
kommen irgendeine dunkle Bedeutung habe, in gut unterrichteten
Kreiſen ſcharf zurüchgewieſen. Es wird erklärt, daß das
Ueber=
einkommen einen Schritt nach vowwärts bedeute, und daß es ſich
nicht um ein Abkommen zwiſchen Frankreich und
Großbritan=
nien allein handle, ſondern daß dieſes Uebereinkommen nur in
Kraft treten kann, wenn die anderen Mächte, die der See=
Abrü=
ſtungs=Konvention angehören, ebenfalls beiträten. Der
Wort=
laut des Uebereinkommens iſt den anderen in Betracht
kommen=
den Mächten mitgeteilt worden, und die Vereinigten Staaten
haben Aufklärung über einige Punkte erbeten, über die nunmehr
ſeitens der britiſchen Regierung eine Antwort gegeben worden
iſt. Zu den Klagen darüber, daß das Abkommen nicht
veröffent=
licht wird, wird witgeteilt, daß von einer Veröffentlichung
Ab=
ſtand genommen worden ſei, um eine gewiſſe Elaſtizität zu
ge=
währleiſten, die nicht möglich geweſen wäre, ſo bald die
Be=
ſtimmungen bekannt gegeben worden wären.
Mit Bezug auf die Meldungen aus Amerika, wonach die
amerikaniſche Regierung das engliſch=
franzö=
ſiſche Flottenkompromiß mit Unbehagen
aufge=
nommen habe, weil ſie es als gegen Amerika gerichtet betrachte,
erklärt man im Quai d Orſay, daß dieſe Befürchtungen,
ſofern ſie überhcupt je geäußert wurden, was bezweifelt werden
müſſe, grundlos ſeien. Irgendein feſtes Abkommen ſei zwiſchen
England und Frankreich überhaupt nicht unterzeichnet worden.
Die beiden Länder hätten ſich lediglich dahin geeinigt, auf
wel=
cher Grundlage den anderen Seemächten das
Flottenabrüſtungs=
abkommen unterbreitet werden könnte. Die Vorſchläge ſeien
tat=
ſächlich auch allen anderen Seemächten unterbreitet worden. Das
franzöſiſch=engliſche Kompromiß ſei bisher nicht veröffentlicht
worden, weil man zunächſt die Aeußerungen der verſchiedenen
Mächte abwarten wollte. Auch der amerikaniſchen Regierung
ſei das Kompromiß zur Kenntnis gebracht worden. Sollten aber
die Vorſchläge von den anderen Mächten nicht angenommen
wer=
den, ſo würden auch England und Frankreich ſich nicht als
ge=
bunden erachten, denn ſie müßten es gewiſſermaßen als einen
Selbſtmord auf dem Gebiete der Seerüſtungen anſehen, wenn
ſie ſich einſeitig Beſchränkungen auferlegten, während die anderen
Mächte unentwegt weiter rüſteten.
*Die offiziöſen Erklärungen, die man ſowohl in London,
wie auch in Paris über das engliſch=franzöſiſche Marin= in dieſen Tagen herausgegeben hat und wodurch
man offenſichtlich den Zweck verfolgte, die Bedeutung dieſer
Ab=
machungen abzuſchwächen, haben nicht vermocht, die Erörterung
dieſer zweifellos hochpolitiſchen Ereigniſſe ingendwie
einzu=
dämmen. Wie der ſehr gut unterrichtete politiſche Korreſpondent
des „Mancheſter Guardian” erfährt, iſt der Preis für das
Zuſtandekommen des Kompromiſſes ein
über=
einkommen beider Länder über ihre
Land=
ſtreitkräfte. Dabei habe ſich England dem von
Frankreich vertretenen Standpunkt gefügt.
Bisher hatte England ſtets den Standpunkt vertreten,
daß man bei der Feſtſtellung der
Landſtreit=
kräfte einer Macht nicht nur die aktiven,
ſon=
dern auch die ausgebildeten Leute, die Reſerve
berückſichtigen müſſe. Frankreich hatte immer
wieder gegen dieſe engliſche Theſe angekämpft.
Die britiſche Regierung hat nun ihren
Stand=
punkt in der Landabrüſtungsfrage, mit dem ſie ſich den
an=
deren Vertretern in der Abrüſtungskommiſſion gegenüber in der
Minderheit ſah, aufgegeben, um in der
Flottenauf=
rüſtungsfrage Fortſchritte erzielen zu können.
Die Abſicht der britiſchen Regierung ſei — ſo wird dem
Korre=
ſpondenten in offiziellen Kreiſen erklärt — die geweſen, ,die Räder
des nur ſchwer vorwärts rollenden Wagens der
Abrüſtungs=
kommiſſion, zu ſchmieren”. In Wirklichkeit hat aber England
durch dieſe Konzeſſionen den Fortgang der Abrüſtungsarbeiten
nur erſchwert.
Angriffe der engliſchen Preſſe auf das Foreign
Oſſe.
EP. London, 22. Auguſt.
Die engliſche Preſſe ſetzt ihre Angriffe auf das Foreign
Office wegen der Geheimhaltung des engliſch=franzöſiſchen
Ma=
rineabkommens fort. „Evening Standard” ſagt, daß die
halb=
amtliche franzöſiſche Veröffentlichung die
Ver=
mutungen nicht zerſtreut hätte, wonach das
eng=
liſch=franzöſiſche Abkommen für beide Teile
bindend bleiben ſolle, auch wenn die anderen
Mächte es ablehnen ſollten, oder aber einen Plan für
Zuſammevarbeit zur See enthalte. Die Preſſe ſei mit einer
halboffiziellen Erklärung noch nicht beehrt worden. Es ſei höchſte
Zeit, daß das Foreign Office den Ernſt der Lage begreife, denn
die Ungewißheit erzeuge nur Argwohn und
Be=
nivnalliberale, Korreſpondenz”, die bekanntlich Dr. Streſe= unruhigung, die man gerade in den Beziehungen zu Amerika
vermeiden müſſe. — Die amtlichen Stellen verſichern wiederum,
daß ſich an das Marineabkommen keine geheimen Klauſeln oder
Vorbehalte irgendwelcher Art knüpften. Das Abkommen in der
uiſt chland keine wie immer zuſammengeſetzte Regierung finden Form, wie es den verſchiedenen intereſſierten Regierungen
zu=
geſtellt worden ſei, ſchließe alles ein, worüber man ſich
verſtän=
digt habe.
Die wirtſchaftliche und politiſche Seite
der Harriman=Trangaktion
in Oberſchleſien.
w Induſtrielle Konzentrationsbewegungen, die heute ſogar
an den politiſchen Grenzen nicht mehr Halt machen, haben mehr
als einmal bewieſen, daß private Geſchäftstransaktionen die
Intereſſen der allgemeinen Wirtſchaft, zugleich aber auch politiſche
Zuſammenhänge und Belange berühren können. Zu derartigen
Vorgängen, die, weil ſie das nationalpolitiſche deutſche Intereſſe
unmittelbar betreffen, die größte Aufmerkſamkeit in der deutſchen
Oeffentlichkeit zu beanſpruchen haben, gehört die Harriman=
Angelegenheit in Oberſchleſien, die in dem Augenblick ein
Privat=
geſchäft der beteiligten Gruppen zu ſein aufhört, wo ſich aus ihm
der Verluſt des noch verbliebenen deutſchen Montanbeſitzes in
Polniſch=Oberſchleſien ergeben ſollte. Denn viel wichtiger als die
reine Finanztransaktion, die ſich hier vollzieht, würden die
wirt=
ſchaftlichen und politiſchen Folgen des Geſchäfts ſein, ſowohl
hin=
ſichtlich der im deutſchen Intereſſe liegenden Erhaltung des
bodenſtändigen deutſchen Volkstums im Oſten, als auch in
An=
betracht der Ausſicht, daß ſich dieſe Transaktion zu einer weit
größeren, auch auf deutſch=oberſchleſiſches Gebiet ausdehnenden
entwickeln könnte.
Die Beurteilung der ſich anbahnenden Finanztransaktion
Harrimans und der über ſie bisher vorliegenden Nachrichten
macht eine Schilderung der eigentümlichen Rechtsverhältniſſe in
Oſt=Oberſchleſien notwendig, die ihre rechtliche Grundlage in dem
Schickfalsſpruch des Völkerbundsrates von Genf haben. Durch
dieſen wurde Oberſchleſien unter Polen und Deutſchland
auf=
geteilt, und es fiel der größere Teil der hochentwickelten
ober=
ſchleſiſchen Montaninduſtrie an den neuen polniſchen Staat. Die
deutſchen Geſellſchaften haben ſich in Polniſch=Oberſchleſien ſehr
ſchnell in polniſche Aktiengeſellſchaften umgegründet. Gleichzeitig
mit dieſer Entwickelung iſt eine Verſchiebung der
Beſitzverhält=
niſſe eingetreten, die ſich aus der ſtarken Beteiligung ausländiſchen
Kapitals ergeben hat. Dabei handelt es ſich vor allem um
tſche=
chiſches, ſchweizeriſches, engliſches, franzöſiſches und amerikaniſches
Kapital, auch der polniſche Staat beteiligte ſich ſelbſt aus
nahe=
liegenden Gründen. Die noch von deutſchem Kapital und deutſcher
Arbeit geleiteten Montanwerke in Polniſch=Oberſchleſien ſind die
Bismarckhütte und die Kattowitzer Bergbau A.=G., deren
Majo=
rität ſich im Beſitz der den Vereinigten Stahlwerken
naheſtehen=
den Charlottenhütte befindet. Dieſe Werke bilden noch heute den
Kern der oberſchleſiſchen Montaninduſtrie, und es iſt kein
Wun=
der, daß der amerikaniſche Induſtrielle Harriman, der ſich bereits
die ehemals deutſchen Gieſche=Werke mit einer Beteiligung von
51 Prozent angegliedert hat, an dieſen rieſigen Betrieben
Inter=
eſſe nimmt.
Die deutſche Gruppe hat es bisher abgelehnt, zu den
Vor=
gängen in Oberſchleſien irgendwie Stellung zu nehmen. Sie hat
wohl unſeres Erachtens, entgegen allen gegen ſie in der
Oeffent=
lichkeit wegen ihres Stillſchweigens gerichteten Angriffen, das
Zweckmäßige getan. Denn vorläufig ſchweben überhaupt erſt
Ver=
handlungen zwiſchen Harriman und der polniſchen Regierung,
an denen die deutſche Gruppe bisher nicht teilgenommen hat. Bei
den Verhandlungen Harrimans mit der polniſchen Regierung
dreht es ſich um die Beſeitigung eines Paragraphen des
deutſch=
polniſchen Genfer Abkommens, der der polniſchen Regierung das
Recht gibt, die Unternehmungen bis zum Jahre 1937 zu
liqui=
dieren, mit anderen Worten, der polniſche Staat hat das Recht,
die Werke in eigene, nationale Regie zu überführen, und es iſt
bisher nicht gelungen, dieſe, jeden Kapitalintereſſenten bedrohende
Beſtimmung zu beſeitigen. Das Beſtehen dieſes
Liquidations=
rechtes hat bisher die deutſche Gruppe daran gehindert, an ſich
notwendige Kapitalinveſtitionen, nicht nur zum Nutzen der
Ratio=
naliſierung und der Modernifierung der Werke, ſondern auch im
national=politiſchen Intereſſe vorzunehmen, da ſolche
Inveſti=
tionen natürlich nur einen Sinn haben, wenn die Stabilität der
Beſitzverhältniſſe poſitiv gewährleiſtet iſt. Ohne Frage müſſen
die Werke ausgebaut werden, da ſich bei ihnen grundſätzliche
Abfatzſchwierigkeiten ergeben haben, die nicht zuletzt auch mit dem
Fernbleiben des polniſchen Eiſenhüttenſyndikats von der
Inter=
nationalen Rohſtahlgemeinſchaft und dem Internationalen
Schienen= und Röhrenkartell zuſammenhängen. Es iſt alſo die
Frage von Bedeutung, ob bei den Werken eine zwingende
wirt=
ſchaftliche Notlage vorliegt, die ſie ſanierungsbedürftig macht, und
ob bei einem Vorliegen die beabſichtigte Transaktion mit ihrer
wirtſchaftlichen und politiſchen Tragweite berechtigt iſt. Dieſe
Frage war ſeinerzeit bei den Gieſche=Werken unbedingt zu
be=
jahen, denn die große Kapitalknappheit dieſer Zinkbetriebe ließ
gerade die Gefahr der Liquidation durch den polniſchen Staat
entſtehen, die durch die amerikaniſche Beteiligung vermieden
wer=
den konnte.
Somit ergibt ſich zwiſchen den Intereſſen der Werke, für die
die Kapitalbeſchaffung eine nicht zu umgehende Notwendigkeit
und Vorausſetzung weiterer Rentabilität iſt, und dem deutſchen
Oberſchleſien=Problem, deſſen Löſung mit den Werken eng
ver=
bunden iſt, ein tragiſcher Widerſpruch, den zu beſeitigen um der
Zukunft der Werke und Oberſchleſiens willen eine der wichtigſten,
aber auch ſchwierigſten Aufgaben iſt. An ſich können die deutſchen
Intereſſenten einer Beteiligung Harrimans prinzipiell nicht
ab=
lehnend gegenüberſtehen, wenn es den Bemühungen Harrimans
gelingt, die Liquidationsfreiheit der deutſchen Aktiengeſellſchaften
herzuſtellen. Es fragt ſich nur, welche Beteiligung Harriman für
ſeine Bemühungen und für die Hergabe einer Inveſtitionsanleihe
im Betrage von 10 bis 12 Millionen Dollars verlangt, bzw. ob
nach Hergabe dieſer Beteiligung der deutſche Kapitaleinfluß noch
ſo hoch iſt, daß auch in Zukunft die Brücke zu dieſen Werken
be=
ſtehen bleibt. Ein Verzicht der deutſchen Gruppe auf ihre
Be=
teiligung als Preis für die Weiterentwicklung der Werke kann
ſelbſtverſtändlich nicht in Frage kommen, da ſeine Folgen für die
Stellung der Deutſchen in Oberſchleſien von ausſchlaggebender
Bedeutung ſind, und jegliche Verhandlungen über auch nur einen
teilweiſen Verzicht, deſſen Möglichkeit nach den horbiegenden
Seite 2
Nachrichten vorhanden iſt, müſſen ernſthaft nach dieſer Seite
geprüft werden, bevor endgültige Entſcheidungen gefällt werden.
Die Vorgänge in Oberſchleſien verdienen auch angeſichts der
bevorſtehenden Wiederaufnahme der deutſch=polniſchen
Handels=
vertragsverhandlungen beſondere Beachtung, da dieſe an einer
Regelung der Liquidationsfrage und der Frage der deutſchen
Niederlaſſungsrechte in Polen, nicht vorbeigehen können. Das
Liquidationsrecht der polniſchen Regierung hätte zweifellos ſchon
längſt im Rahmen eines deutſch=polniſchen Handelsvertrages ſeine
Erledigung gefunden, und man hätte auf dieſe Weiſe von
vorn=
herein die Gefahren vermeiden können, die dem deutſchen Intereſſe
aus der Harriman=Transaktion entftehen können. Wenn man
auch Grund hat, mit Rückſicht auf die geſchilderten
Zuſammen=
hänge anzunehmen, daß der Abſchluß der Verhandlungen mit
Harriman nicht ein ſo ungünſtiges national=politiſches Ergebnis
für die deutſche Sache haben dürfte, wie es gemeinhin infolge
der widerſprechenden und unklaren Nachrichten über die
Harri=
man=Transaktion angenommen wird, bei der ſich zunächſt nur der
finanzielle Rahmen einigermaßen abzeichnet, ſo kann man doch
nur wünſchen, daß es auf der Grundlage eines deutſch=polniſchen
Wirtſchaftsabkommens gelingen möge, eine amerikaniſche
Inter=
vention zugunſten der deutſchen Kapitalinveſtition zu vermeiden
und damit für die Entwicklung der oberſchleſiſchen Werke eine
Löſung zu finden, die nicht nur dem Intereſſe der Werke ſelbft,
ſondern auch der deutſchen Sache dienlich iſt. Auf dieſe Weiſe
würde man der Entwicklung der Gieſche=Werke aus dem Wege
gehen, deren Erfahrungen trotz der 51prozentigen amerikaniſchen
Beteiligung gezeigt haben, daß ſich das übrige deutſche Kapital
und damit das Deutſchtum in der Verwaltung bzw. in der
Arbeitnehmerſchaft nicht haben halten können.
Auf jeden Fall muß eine Uebereilung der Verhandlungen
mit Harriman, wenn ſie mit der deutſchen Gruppe aufgenommen
werden, vermieden werden, und man kann nur hoffen, daß das
polniſche Handelsminiſterium, das aus wirtſchaftlichen Gründen
dem Abſchluß der Verhandlungen mit Harriman günſtig
gegen=
überſteht und im Intereſſe der Poloniſierung die amerikaniſche
Kapitalinveſtitution der deutſchen vorziehen würde, ſich nicht im
Hinblick auf die deutſch=polniſchen Wirtſchaftsverhandlungen den
außenpolitiſchen Bedenken, die mit den Konſequenzen des
Liqui=
dationsverzichts begründet werden, verſchließt. Dieſe
außenpoli=
tiſchen Bedenken müſſen nach Lage der Dinge vorliegen, zumal,
da es Polen im Intereſſe der Konſolidierung ſeiner
wirtſchaft=
lichen Verhältniſſe, die in erſter Linie von dem Abſchluß eines
deutſch=polniſchen Handelsvertrages abhängig iſt, auf eine
Be=
reinigung der wirtſchaftlichen Beziehungen zu Deutſchland
an=
kommt. Es liegt auf der Hand, daß gerade das Liquidationsrecht
des polniſchen Staates ein weſentliches, nicht zu unterſchätzendes
polniſches Aushandlungsobjekt für die
Handelsvertragsverhand=
lungen bildet.
*Die Kriſenfürſorge.
Verlängerung der Unterſtützungsdauer von
26 auf 39 Wochen.
Das Reichskabinett beſchloß am Mittwoch einſtimmig, die
Un=
terſtützungsdauer für die Kriſenfürſorge von
26 aaf 39 Wochen zu verlängern und dieſe
Neurege=
lung am 17. September in Kraft zu ſetzen. Grundſätzlich war
darüber ſchon in der Sitzung vom 14. Auguſt entſchieden
wor=
den, damals freilich noch mit dem Zuſatz, wie es ſo ſchön im
Amtsdeutſch heißt, daß die Frage nach dem Zeitpunkt „noch im
Kabinett anhängig ſei‟ Deshalb wäre es vielleicht beſſer
ge=
weſen, wenn das Reichskabinett ſeinen Beſchluß noch um
acht Dage verſchoben hätte. Ob die Geſamtheit der
Volkswirtſchaft davon einen Vorteil hat,
dar=
über gehen die Meinungen auseinander. Die großen
Organiſa=
tionen der Wirtſchaft haben ſehr lebhafte Bedenken geltend
ge=
macht und werden wohl auch weiterhin damit operieren, daß
eine derartige Belaſtung nicht tragbar wäre. Die
Sozialdemo=
kraten pechnen zwar wit ſehr kleinen Zahlen und behaupten,
daß die Verlängerung der Kriſenfürſorge um ein weiteres
Vier=
teljahr etwa 9 bis 10 Millionen mehr ausmachen werde. Von
der Wirtſchaft her werden aber ganz andere Zahlen genannt, die
eben die Monate nicht als normal anſehen, wo im
Saiſon=
gewerbe mit Hochdruck gearbeitet wird, daß vielmehr die
Geſamt=
belaſtung erſt im Winter, bei ſteigender Arbeitsloſigkeit, in die
Erſcheinung treten werde. Von hier werden daher Zahlen
ge=
nannt, die auf eine Belaſtung von jährlich 50 Millionen
hin=
auslaufen, wobei vom Reich vier Fünftel und von den
Gemein=
den ein Fünftel zu tragen iſt. Dabei ſoll das Loch im Etat doch
erſt geſtopft werden, zumal da es ſich doch erſt um den Anfang
handelt. Das Reichskabinett plant eine neue
Senkung der Lohnſteuer bei der wieder die Gefahr
beſteht, daß erhebliche Beträge ausfallen,
wäh=
rend der einzelne Steuerzahler eine fühlbare
*Die Stellung
der deutſchen Auslandslehrer.
Von Direktorin Dr. Matz, M. d. R.
Die bevorſtehende 2. Tagung der deutſchen
Aus=
landslehrer in Darmſtadt lenkt die Blicke auf die
wich=
tige Deutſchtumsarbeit, die der Pflege der deutſchen Lehrer und
Lehrerinnen im Ausland anvertraut iſt. Es iſt außerordentlick
zu begrüßen, daß der um die Förderung der deutſchen
Aus=
landslehrer hochverdiente Staatsrat Block in Darmſtadt,
dem zuſammen mit Dr. Gaſter (früher Direktor in
Antwer=
pen) und dem Lehrer und Abteilungsleiter im V. d. A. Walter
Weber auch die Gründung des Weltverbandes der
deutſchen Lehrer zu danken iſt, auf dieſer Tagung
deut=
ſchen Lehrern und Lehrerinnen aus Schulen aus allen Teilen
der Welt einen Austauſch ihrer Erfahrungen ermöglicht.
Vor=
geſehen iſt auch ein Vortrag des Miniſters Boelitz, früher
Direktor in Barcelona, über ſeinen Beſuch der deutſchen
Schu=
len in Südamerika.
Die Bedeutung der Arbeit des deutſchen Auslandslehrers
erhellt am beſten aus der Zahl der Deutſchen, die außerhalb der
Reichsgrenzen leben. Bei uns herrſcht nicht überall eine
rich=
tige Vorſtellung davon, daß neben den 70 Millionen Deutſchen
innerhalb der Reichsgrenze in Danzig und Oeſterreich noch 35
Millionen Deutſche außerhalb dieſer Grenzen wohnen, an deren
Erhaltung Deutſchland gleichermaßen ein ideelles und
materi=
elles Intereſſe hat. Der deutſche Kaufmann, der deutſche
Sied=
ler tragen nicht nur deutſche Ware, ſondern auch deutſches
An=
ſehen in die Welt hinaus. Das deutſche Haus und die deutſche
Familie draußen ſind Wahrzeichen deutſchen Volkstums.
Eine der wichtigſten Stützen dieſes Auslandsdeutſchtums
iſt die deutſche Schule. Die Lage der deutſchen Schulen in
Ausland hat ſich in vielen Fällen in den letzten Jahren
unbe=
friedigend geſtaltet. In manchen Ländern bar die ſtärkere
Aus=
prägung des Nationalſtaates ſich beſonders gegen die Deutſchen
gewendet, und damit in erſter Linie gegen die deutſche Schule,
die mit Recht als die Trägerin deutſcher Kultur und die
Ueber=
lieferin und Bewahrerin deutſchen Volkstums angeſehen wird.
Faſt in allen Ländern haben die deutſchen Auslandsſchulen mit
ſtarken wirtſchaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Schulen
ſind durchweg Privatſchulen, oft getragen vom Schulverein. Die
ſchulpolitiſche und finanzielle Lage der Schule iſt ſtark abhängig
bon der Einſtellung der Behörden des fremden Landes, die durch
geſetzliche Maßnahmen oder behördliche Verfügungen das Leben
Donnerstag, den 23 Auguſt 1928
Nummer 234
Vom Tage.
Nach eingezogenen Erkundigungen befindet ſich der
Zwei=
zrückener Polizeioberkommiſſar Bauer immer noch in
Haft. Die deutſche Verteidigung hat in Anbetracht des
unverſtänd=
lich langen Hinauszögerns der Haftentlaſſung neuerdings Schritte beim
unternommen.
Der deutſchnationale Reichstagsabgeordnete
v. Lindeiner=Wildau hat das Angebot des
Reichs=
außenminiſters, als parlamentariſcher Begleiter wieder die
deutſche Delegation nach Genf zu begleiten,
abge=
lehnt mit der Begründung, daß er als Fraktionsvorſitzender der
Deutſchnationalen unabkönmlich ſei, weil gerade während der Genfer
Tagung das Parteigericht in Sachen Lambach zuſammentritt.
Die Interallierte Rheinlandkommiſſion hat
be=
ſchloſſen, das von ihr am 31. Mai 1926 ausgeſprochene
Dauer=
verbot des „Völkiſchen Beobachter” aufzuheben.
Sie hat ferner das von ihr ausgeſprochene Verbot des
Bild=
ſtreifens „Huſarenfieber” aufgehoben.
Die Broſchüre „Der Prozeß und die Erſchießung von
Albert Leo Schlageter” vom Verlag „Neue Brücke” in
Düſſel=
dorf iſt im beſetzten Gebiet verboten. Der Verkauf und die
Verteilung dieſer Broſchüre werden mit empfindlichen Strafen belegt.
Die thüringiſche Regierung iſt in ihrer Geſamtheit
urückgetreten und hat dom Präſidenten des Landtags, davon
Kenntnis gegeben.
Seit Dienstag tagt in Königsberg der
Krankenkaſſen=
kongreß 1928. Dem Geſchäftsberiht zufolge gehören 69
Krankenkaſſen mit über drei Millionen Mitgliedern dem
Geſamt=
verband deutſcher Krankenkaſſen an.
Eine unter die Fenſter des Lütticher italieniſchen Konſulats gelegte
Bombe explodierte während der Nacht. Da die Bewohner des Hauſes
abweſend waren, ſind nur Sachſchäden entſtanden. Nach einer der Tat
verdächtigen Perſon wird eifrig gefahndet.
DerbelgiſcheAußenminiſter Hymans wird am
Sams=
tag nach Paris abreiſen, wo er im Namen Belgiens am
Mon=
tag den Kelloggpakt unterzeichnen wird. Am 28. Auguſt
kehrt er nach Brüſſel zurück und reiſt am 1. September nach Genf ab.
Das 22. franzöfiſche Armeekorps wird vom 2. bis
September große Manöver im Elſaß ausführen, vor allem
in den Gegenden der Gemeinden Saarburg, Zabern und Buchsweiler.
Aus Athen wird gemeldet, daß die griechiſche Delegation
in der bevorſtehenden Völkerbunds=Sefſion; aus
Politis, Carapanos und Dendramis zuſammengeſetzt ſein wird.
Der bulgariſche Kriegsminiſter Volkoff iſt im
Zu=
ſammenhang mit dem engliſch=franzöſiſchen Schritt in Sofia
zurück=
getreten.
Von den mexikaniſchen Behörden ſind 12
Perſo=
ten wegen einer Verſchwörung gegen den
Präſiden=
ten Calles verhaftet worden.
Erleichterung nicht ſpürt. Außerdem wird behauptet,
daß die Sozialdemokraten daran ſind, nach dem vor vierzehn
Tagen gefaßten Kabinettsbeſchluß über die Erhöhung der
Ver=
ſicherungsgrenze in der Angeſtelltenverſicherung, dieſen Beſchluß
wieder umzuſtoßen, oder inſoweit zu erweitern, daß die
Höchſt=
grenze überhaupt fällt, ſo daß alſo künftighin alle Angeſtellten
bis hinauf zum Generaldirektor der Angeſtelltenverſicherung
un=
terliegen würden. Das wäre eine Verbeugung vor den Maſſen,
die auch vom Standpunkt des billigen Riſikos aus nicht zu
recht=
fertigen iſt. Wir glauben deshalb auch nicht, daß das Kabinett
dieſe Forderung ernſthaft diskutieren wird.
Anfechiung der beiſiſchen Landtagswahl.
Späte Einſicht.
Pandervelde für ſofortige Rheinland=
Räumung.
Paris, 22. Auguſt.
Der „Soir” hat bei führenden Politikern Englands, Belgiemu
und Frankreichs eine Umfrage über die Locarno=Politik, dom
Kellogg=Pakt und die Ausſichten der bevorſtehenden
Völkerbundo=
tagung veranſtaltet und gibt nun Aeußerungen
Vanderveldoo=
wieder, die ſich beſonders eingehend mit der Frage der
Rheitz=
landräumung befaſſen. Was kann man, ſo führt
Vandervelm=
aus, Dr. Streſemann entgegnen, wenn er morgen fragt: „Worao)
wartet ihr, um uns nach zehnjähriger Beſetzung das Recht wiede
zugeben, uns auf unſerem geſamten Staatsgebiet frei zu m.
wegen?‟ Es wäre unmöglich, zu erwidern: „Ihr ſollt weiterhch,
ein Staat ſein, der ſich nicht im Sinne des Art. 1 des Völlel
bundspaktes frei regiert.‟ Die Aufrechterhaltung den
Beſetzungiſt vom Standpunkt der Sicherheitw:n
von demjenigen der Reparationen vollkommen
haltlos geworden und iſt andererſeits für alle, nioſe
zuletzt für uns Belgier, eine Belaſtung. Die bare Garant
der deutſchen Zahlungen iſt, wie bei allen anderen Ländern, di
Tatſache, daß jede Großmacht Kredit braucht und deshalb fi
genötigt ſieht, ihre Verpflichtungen innezuhalten. Die Rheirſ
landbeſetzung iſt weder rechtlich noch tatſächlit
zu rechtfertigen. Sie dient nur dazu, bei uns
Belgien die Verſtärkung der Rüſtungen zu rechſ,
fertigen. Sie bildet ein Hindernis für den
Frieden und eine ſtändige Urſache für
Reibur=
gen und Konflikte.
*
* Der ehemalige belgiſche Außenminiſter Vanderbelde !M
ſich jetzt für die ſofortige Räumung des Rheinlandes ausgeſprn
chen. Seine Begründung iſt vernünftig und ſtichhaltig. W9
könne man Streſemann noch antworten, wenn er nach der Untele
zeichnung des Kellogg=Paktes die Räumung fordere, die auch in
Intereſſe der Beſatzungsmächte wünſchenswert ſei? Die Rär
mungſei die logiſche Folge der Locarnoverträg
weil das Sicherheitspfand, als das ſie dienen ſoll, in Locarn
durch andere Pfänder erſetzt worden ſei. — Das alles iſt ſen
hübſch — nur ſchade, daß Herr Vandervelde erſt jetzt davon ſpricht
Er iſt Jahre hindurch belgiſcher. Außenminiſter geweſen, hazm
alſo durchaus die Möglichkeit, dieſe Anſchauung in der belgiſchc
Politik zum Ausdruck zu bringen. Davon hat er aber keinm
Gebrauch gemacht. Erſt jetzt, wo er mit keiner amtlichen Veraw
wortung mehr belaſtet iſt und auch keine Wahrſcheinlichkeit 9e
ſteht, daß die belgiſchen Sozialiſten in abſehbarer Zeit in 81
Regierung zurückkehren, entdeckt er den berechtigten Anſprun
Deutſchlands auf Rheinlandräumung. Damit
uns aber nicht gedient, und gerade aus dem Vergleich deſſeſt
was Herr Vandervelde heute ſagt, früher aber nicht getan hoß
ergibt ſich doch der Verdacht, daß er nur agitatoriſche Wirkungen
beabſichtigt.
Darmſtadt, 22. Auguſt.
Wie wwir hören, hat die Nationalſozialiſtiſche deutſche
Arbei=
terpartei des Gaues Heſſen wiederum die Auflöfung des nach
ihrer Auffaſſung auf ungeſetzlicher Grundlage zuſtande
gekom=
menen Heſſiſchen Landtages gefordert, indem ſie das
Wiederauf=
nahmeverfahren vor dem Heſſiſchen Staatsgerichtshof beantragt
hat. Bekanntlich hat der Heſſiſche Staatsgerichtshof am
31. Januar die beantragte Auflöſung des Heſſiſchen Landtages
abgelehnt.
Die Regierungskommiſſion
und der St. Ingberter Sparkaſſen=Skandal.
Litauen lehnt Verbandlungen mit Polen aßl
Warſchauf 22. Auguſt.
In der jetzt der polniſchen Regierung überreichten litunſchem
Antwortnote lehnt der litauiſche Miniſterpräſident Woldemarn
den polniſchen Vorſchlag, am 25. Auguſt in Genf eine polniſck)
litauiſche Vollſitzung abzuhalten, ab. Die Veranuwortung für 5e
Verſchleppung der Verhandlungen habe Polen zu tragen. 90
litauiſche Delegation ſei aber bereit, die Verhandlungen wiede
aufzunehmen, ſobald es die Arbeiten des Völkerbundes in
Ge=
geſtatteten. In Genf könnte zwiſchen Woldemaras und Zalet
der Zeitpunkt für eine neue litauiſch=polniſche Konferenz vereii
bart werden.
Saarbrücken, 22. Auguſt.
Die Regierungskomiſſion trat am Mittwoch zu einer
Voll=
ſitzung zuſammen, um über die Möglichkeit und den Umfang
finanzieller Hilfsmaßnahmen zur Stutzung der Stadt St.
Ing=
bert zu beraten. Die Beratungen haben noch zu keinem
Ergeb=
nis geführt. Die öffentliche Meinung des Saangebietes vertritt
einhellig den Standpunkt, daß die Regierungskommiſſion um ſo
mehr zu einer Hilfsaktion verpflichtet ſei, als ſie ſelbſt letzten
Endes durch ihre ſeparatiſtiſche Politik der Abtrennung der
ſaar=
ländiſchen Sparkaſſe von der deutſchen Girozentrale a der
ahrelangen Nichtentdeckung ſolcher gewaltiger Schädigungen
Schuld trage. (Siehe auch „Reich und Ausland‟. D. Red.)
*
Die geſamte polniſche Preſſe greift den litauiſchen Miniſteh
präſidenten Woldemaras wegen ſeiner Antwort auf die poltb
chen Vorſchläge heftig an und wirft ihm Mangel an gutem
A=
len zur Verſtändigung vor. Die offiziöſe „Epoca” erklärt,
Argumente des litauiſchen Miniſterpräſidenten ſeien nicht ernd
zu nehmen. Polen müſſe ſich aber unter Umſtänden überleg 2.
ob es nicht bereits alle Möglichkeiten der direkten Verſtändigud
erſchöpft habe. Das Pilſudſki=Blatt „Glos Prawdy” meint, 1.
werde der Völkerbund Litauen zur Vernunft bringen müſſt
da es immer wieder von neuem der Verſtändigung auszuweicku
verſuche.
der Deutſchen Schule einſchränken und hemmen können. Die
vielgeſtalteten Verhältniſſe des fremden Landes, die
verantwor=
tungsvolle Arbeit, die dort nach jeder Richtung hin zu leiſten
iſt, erfordert die beſten und tüchtigſten Lehrerperſönlichkeiten.
Unter den obwaltenden Verhältniſſen gehört viel Idealismus
dazu, als Lehrer an eine deutſche Auslandsſchule zu gehen.
Seit Jahren iſt die Kulturabteilung des
Aus=
wärtigen Amts wie die Schulabteilung des Vereins
ür Deutſchtum im Ausland bemuht, in einem gut
ausgebauten Syſtem geeignete Lehrer und Lehrerinnen zu
ver=
mitteln. Die Beſtrebungen gehen dahin, die geſamte
Stellen=
vermittlung im Auswärtigen Amt zuſammenzufaſſen und ein
ungeordnetes Hinausgehen von Lehrern möglichſt zu vermeiden
Das Auswärtige Amt verſucht, und faſt immer mit Erfolg.
durch entſprechenden Vertrag eine Sicherung des Gehaltes zu
erieichen. Große Schwierigkeiten ergeben ſich oft in bezug auf
die Verſorgung bei Dienſtunfähigkeit und die
Hinterbliebenen=
verſorgung. Die Gehälter ſind in den letzten Jahren geſtiegen,
entſprechen aber in vielen Fällen nicht den Sätzen
gleichgeord=
neter Beamten oder Angeſtellten in fremdem Lande und faſt
immer nicht trotz ſcheinbar hoher Zahlen unter Berückſichtigung
der Lebenshaltungskoſten den deutſchen Verhältniſſen.
Noch ſchwerer als die Gehaltsfrage wiegt die
Unſicher=
heit der rechtlichen Stellung des Auslandslehrers.
Dem deutſchen Lehrer, der einen Ruf an eine deutſche
Auslands=
ſchule annimmt, darf daraus kein ideeller und materieller
Scha=
den erwachſen. Er muß ordnungsmäßig aus dem heimiſchen
Schuldienſt beurlaubt werden, ſo daß er ſpäter in ſein früheres
oder ein gleichgeordnetes Amt zurückkehren kann, wobei ihm die
im Ausland zugebrachte Dienſtzeit auf das
Beſoldungsdienſt=
alter und das Ruhegehaltsdienſtalter voll in Anrechnung zu
bringen iſt und während der Beurlaubung ſeine Reihte auf
Ruhegehalt und Hinterbliebenenverſorgung an ſeinen
Heimat=
ſtaat erhalten bleiben. Mit Nückſicht auf die große Bedeutung
der Arbeit im Ausland und auf die wertvollen Erfahrungen,
die der Lehrer bei der Ruckkehr in den Schuldienſt ſeines
Lan=
des der heimiſchen Schule zuführt, wäre es erwünſcht, daß, wie
vei Offizieren und Beamten der Marine, die im Ausland
ver=
brachten Jahre doppelt gerechnet werden. Eine beſondere
Be=
rückſichtigung und Betreung iſt für diejenigen Lehrkräfte nötig,
die früher ohne Beurlaubung ins Ausland gegangen ſind.
Mit Recht verlangt man nach einer Regelung dieſer
Ver=
hältniſſe durch das Reich, ſo auch von den großen
Lehrerorgani=
ſationen, dem Deutſchen Philologenverband und dem Deutſchen
Lehrerverein. Die deutſchen Auslandlehrer verſtehen nicht, daß
auch das neue Deutſche Reich, deſſen Verfaſſung weſentliche Züge
ſtrafferer Zuſammenfaſſung und Vereinheitlichung zeigt, nn
immer nicht zu einer entſprechenden reichsgeſetzlichen Regelr!
ſchreitet. Andererſeits liegen die Schwierigkeiten für On
reichsgeſetzliche Regelung bei den heutigen Parteiverhältnif!
auf der Hand. Die Schulhoheit liegt bei den Ländern;
Reich hat keine reichseigenen Schulen, deren Lehrer auf 80
Reihe von Jahren ins Ausland entſandt werden können. We
iſt feſtzuſtellen, daß die großen deutſchen Länder, ſo ſchon
Jahren Preußen und Heſſen", ſpäter auch Baden 1
neuerdings Bayern, ſich mit großem Verſtändnis und Entgeg
kommen dieſer Fragen angenommen haben. Schon jetzt erſ./
in den meiſten Fällen eine ordnungsmäßige Beurlaubikn
Trotzdem erſcheint es notwendig, wenn ſchon ein Reichsge?”
nicht möglich iſt, ſo doch bindende Vereinbarungen Le
deutſchen Länder auf gleichmäßige Regelung herbeizu. !
ren. Derartige Vereinbarungen über Schulfragen ſind *
onſt ſchon, z. B. in der Frage der neunjährigen Dauer
höheren Schule, durch Vermittlung des Reichsminiſteriums
Innern unter den deutſchen Ländern zuſtande gekomie=
Wiederholt hat der deutſche Reichstag dahingehende Entſck”
ßungen angenommen; auch im neuen Reichstag liegt ein
ſprechender Antrag Dr. Matz, Dr. Runkel, Bickes
Der Abſchluß einer ſolchen Vereinbarung unter den deuhn
Ländern würde den deutſchen Auslandslehrer und die 2
andslehrerin in dem Bewußtſein ſtärken, feſt mit der deun
Heimat verbunden zu ſein, die nicht nur mit hochtone.
orten, ſondern mit wirkſamen Taten ſich ihrer annimme
Wiſſen Sie das?
Allerlei Merkwürdigkeiten aus Deutſchla
RDV. In ganz Deutſchland, gibt es nur vier weie
Exemplare der Pyramidenpappel. Sie ſtehen bei Fr"
furt a. d. O., bei Braunſchweig, bei Karlsruhe
bei Freiburg i. Br.
Freiberg in Sachſen wird von einem unterirdiſchen R
werk mit Elektrizität verſorgt; die Maſchinenſäle befindenl
in der Tiefe von 300 Metern unter Tage.
*
Der größte Teich im Oberharz iſt der bekannte Oderk
er wurde vor mehr als 200 Jahren als Staubecken angelet:
damals dem Bergbau von St. Andreasberg das Waſſer ſict=
Niemand vermutet, daß dieſer Teich künſtlich angelegt worge.
Mummet 234
Donnerstag, den 23 Auguſt 1928
Por der Königswahl in Albanien
Kundgebungen für Achmed Zogu.
Vorbereitungen für die Feier.
EP. Mailand, 22. Auguſt.
DDer „Corriere della Sera” meldet aus Tirana: Eine
amt=
e. Mitteilung verſichert, daß die Eröffnung der Konſtituante,
envorgeſehen, am 25. Auguſt erfolgen wird. Die Abgeordneten
rhoen zuerſt den Präſidenten der Verſammlung wählen,
wor=
fſcher Außenminiſter Vrioni die Botſchaft des Präſidenten
ver=
ſt, die das von Achmed Zogu in den vier Jahren ſeiner
Regie=
ng vollbrachte Werk ſchildern wird. Man verſichert, daß die
nüitrituierende Verſammlung ſofort nachher durch Akklamation
rufung des Königreiches wird die Landesfahne abgeändert, indem
dem Adler inmitten des roten Feldes eine Krone aufgeſetzt wird.
* Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß der Diktator die
ihm angebotene Krone ergreifen und den Diktatorenſeſſel in einen
Königsthron verwandeln wird. Er wird dabei auf die
Unter=
ſtützung Italiens rechnen dürfen. Im Londoner Vertrag vom
April 1915, in dem ſich Italien verpflichtete, binnen Monatsfriſt
den Krieg gegen die Mittelmächte zu erklären, war ihm u. a. auch
das Protektorat über Albanien zugeſprochen worden. 1917 erklärte
denn auch Rom ſeine Schutzherrſchaft über Albanien. Auf der
Verſailler Konferenz wurde dann aber Italien von den Mächten
im Stiche gelaſſen, und unter Nitti und Giolitti ſetzte jener
außen=
politiſche Abbau ein, der heute die empfindlichſte Erinnerung des
Achmed Zogu,
iil dem 1. Febr. 1925 Präſident der
Repu=
int Albanien, ſoll nach dem Willen des
alba=
ſychen Volkes König von Albanien werden.
Achmed Zogu bei der Beſichtigung ſeiner freiwilligen
Miliztruppen.
cmned Zogu die Krone Albaniens anbieten werde. Die Kammer
iichd dann die Sitzung unterbrechen, und eine Kommiſſion wird
hi zum Präſidenten begeben, um ihm gemäß dem Protokoll die
ruene anzubieten.
Inzwiſchen wiederholen ſich in ganz Albanien die
Kund=
eibbungen für Achmed Zogu. Einige hundert Perſonen
unen ſich mit den Vertretern der Präfekten und Gemeinden an
en Spitze in Valona verſammelt und Achmed Zogu telegraphiſch
ſoncht, im Intereſſe des Wohles des Vaterlandes die Krone
an=
an ehmen. In gleichem Sinne wurden die Bevölkerung und die
ehörden in Giakova vorſtellig. In ihrer Adreſſe heißt es u. a.:
58 iſt Wunſch und Wille des Volkes, daß im Intereſſe des
Zühles des Vaterlandes die Staatsform monarchiſtiſch werde
. Achmed Zogu die königliche Tradition wieder aufnehme, die
il Skanderbeg begann.‟ Die wichtigſte Kundgebung ſpielte ſich
Tirana ab, das ganz beflaggt war. Alle Kaufläden waren
ſichloſſen, und Tauſende nahmen an der Volksverſammlung teil.
s ſprachen verſchiedene Redner, worauf das Volk die Hymne
vr. Achmed Zogu ſang. Die Adreſſe der Hauptſtadt ſchließt mit
en Worten: „Die Stimme, die Dich zur Uebernahme der Krone
nüädt, iſt die Stimme des ganzen Volkes, das ſich mit ganzer
ellle um Dich ſchart. Das albaniſche Volk ſetzt die Krone der
kunderbegs auf Dein Haupt.”
Im Parlament ſind die Vorbereitungen für die Feier in
ohlem Gange. Die Faſſade des kleinen Gebäudes iſt neu
ge=
rithen worden. Eine große Tribüne wurde für Achmed Zogn
rmchtet, der der Eröffnung beiwohnen und ſich erſt beim
Ver=
ſan der Botſchaft und der darauf folgenden Kundgebung der
alksvertreter entfernen wird. Für den hiſtoriſchen Tag bereitet
fel Bevölkerung der Hauptſtadt eine große Kundgebung vor, an
en auch die Vertreter aller Provinzen teilnehmen. Nach der Aus=
Fascismus darſtellt. In dieſem Imſtichlaſſen ſt der
Gegenſatz zwiſchen Rom und Belgrad begründe. —. banien
wurde dieſer Gegenſatz durch die beiden Führer —ned Zogu
und Fan Noli gekennzeichnet, die ſich abwechſelnd ſtürzten und
ſich abwechſelnd bald auf Südſlawien, bald auf Italien ſtützten.
Im Winter 1924 kam Achmed. Zogu mit ſüdflawiſchen
Unter=
ſtützungen ans Ruder, Fan Noli floh nach Italien, wo er
freund=
lich aufgenommen und als Reſervepferd, für den geeigneten
Augenblick in Bereitſchaft gehalten wurde. Aber Achmed Zogu
ſah bald ein, als er an die Macht kam, daß er gegen Italien nicht
lange am Ruder bleiben würde. Er war klug genug, die
ſüd=
lawiſche Hilfeleiſtung zu vergeſſen, und er warf ſich auf Gedeih
und Verderb den Italienern in die Arme. Damit war der
Grund=
ſtein zum italieniſchen Protektorat über Albanien gelegt. Es
wur=
den die beiden Verträge von Tirana abgeſchloſſen, die kaum mehr
ein Protektorat verſchleiern.
Achmed Zogu war vor zehn Jahren nicht viel mehr als ein
Dorfdeſpot in einer abgeſchloſſenen Berglandſchaft
Mittelalba=
niens. Er ſtammt aus dem alten fürſtlichen Hauſe der Sogolli,
das zum albaniſchen Uradek gehört und ſeit Jahrhunderten über
mehrere Stämme herrſchte. Er hat nur recht primitiven
Haus=
unterricht durch einen Hodja und ſpäter drei Jahre
Schulunter=
richt am Lyzeum in Konſtantinopel erhalten. Aber was ihm an
Bildung fehlte, erſetzten ihm ſein Verſtand und ſeine angeborene
ſtaatsmänniſche Begabung. Die Geſchichte Napoleons bildete das
Lieblingsſtudium des neuen Königs. Sie war die Quelle, aus
der ſein Ehrgeiz Antrieb und Vorbild ſchöpfte. Obwohl die
Zogollis urſprünglich Chriſten waren, ſo hatten ſie doch wie die
meiſten Notablen unter der Türkenherrſchaft den Glauben
ge=
wechſelt und waren Mohammedaner geworden. Mit der
konſti=
tuierenden Verſammlung von Ljuſhna im Jahre 1921 begann
Achmed Zogus Aufſtieg zur Macht. Er war der einzige, der
damals über eine ergebene Gefolgſchaft von rund 3000 Kriegern
*Orpheum.
Gaſtſpiel der Deutſchen Schauſpiel=Betriebs=A.=G.
„Die blonde Ratte.”
Man muß ſehr guter Laune ſein, ſo guter Laune, wie die
dyrrſteller ſind, oder wie ſie dieſe Laune überzeugend „ſpielen”
durr auch inan muß ſo viel Sekt trinken oder getrunken haben,
eie im Laufe des Abends abwechſelnd mit Bier und — Waſſer
uſ: der Bühne getrunken wird, oder man muß ſich eben ganz
an=
onmichslos einſtellen und ſich von der Laune der Darſteller
ein=
u9 mittreiben laſſen, um dieſe „blonde Ratte” ſo genießen zu
ömrnen, wie die große Mehrzahl, des Premisrenpublikums ſie
eßtern abend genoß: — mit ſichtbarem Behagen.
Das Libretto dieſer Operette von Pordes=Milo iſt wirklich
uſſpruchslos. Aber es ſind Pikanterien und einige längſt
be=
qninte Schlager drin, und die Muſik von Anton Profes iſt nicht
inggeſchickt zuſammenkomponiert. Man wird endlich bekannt mit
am Geburtsort des „Mayer von Himalaya”, aber auch mit dem
8 wirklich hübſchen „Zwei rote Roſen, ein zarter Kuß” und
intigen anderen Schlagern. Von der „Handlung” wollen wir
litſchts verraten, es wäre ſchade um die Pointen, deren ohnehin
liächt gerade viel vorhanden ſind.
Aber es wird unter der Regie Kurt v. Moellendorffs
ehyr flott, ſehr animiert geſpielt; hin und wieder ſogar gut
ge=
uungen. (So von Max Roſen das Lied von den zwei roten
lw ichen Namens.) — Kurt v. Moellendorff iſt auch ein ſehr flotter
Aureauvorſteher”, der ſich zum Künſtlerberuf des Artiſten
hin=
geuzogen fühlt, und er findet in Heidi Eisler eine ſehr ſchicke
md ausgelaſſene Partnerin. Dieſe Zofe bildet mit Lya
Rol=
ver und Hede Heß zuſammen ein Trio leichtlebiger Frauen
zm toller Qualität. Vivian Kenyon als Frau Dr. jur. war
ehur diſtinguiert und Dodi Baberath ein fürchterliches
Mann=
veib. Konrad Hoh gab eine halbſeidene Schmockfigur als
„MMondſtein”, Paul Hildebrand, Hans Heinz und Georg
Ohertz komplettierten das männliche Enſemble. — Das Orcheſter
leffftete unter Franz Richard Haas Gutes.
*T
Ort und Zeit: Berlin heutzutage! Armes Berlin!
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Die lateiniſche Schrift in der Türkei. Das
üürkiſche Unterrichtsminiſterium hat beſchloſſen, daß mit Beginn
des neuen Schuljahres in den erſten Klaſſen der Grundſchulen
der Unterricht ausſchließlich unter Anwendung der neuen
Schrift=
zeichen erteilt wird. Es werden in allen Wilajets Unterrichtskurſe
eröffnet werden, in denen ſich die Lehrkräfte mit der
Unterrichts=
methode des neuen Alphabets vertraut machen ſollen. Die
Staats=
druckerei bereitet Bücher für die Schulen und für die
Oeffentlich=
keit vor. Die Zeitungen drucken bereits Nachrichten und wichtige
Artikel mit den neuen Schriftzeichen. Wie die anatoliſche
Tele=
graphenagentur meldet, wird die Neuerung im Schriftweſen im
ganzen Lande mit Freude und Begeiſterung aufgenommen, und
es werden allerorts Unterrichtskurſe eingeführt. Der
Geſetzent=
wurf über die obligatoriſche Anwendung der neuen Schrift wird
der Kammer ſofort nach ihrer Eröffnung vorgelegt werden.
* B. Traben, Land des Frühlings. Büchergilde Gutenberg, Berlin.
Mexiko ſteht heute ja nicht ganz außerhalb des Intereſſes, und ſo wird
man ein Buch beſonders begrüßen, das in vielfacher Hinſicht zum Beſten
gehört, was je über dieſes Land geſchrieben worden iſt. — Je mehr
Bücher über ein fremdes Land man lieſt, deſto deutlicher ſieht man, wie
ſchwierig es iſt, gerade hier wirkliche Vorſtellungen und zuverläſſige
Be=
richte zu geben. Der Eingeſeſſene ſchildert unter anderem Geſichtspunkt,
erwähnt vieles nicht, was ihm ſelbſtverſtändlich, uns jedoch fremd iſt,
und verſteht faſt nie, uns in die andersartigen Bedingungen und
Grundlagen einzuführen. Der von außen Kommende weilt gewöhnlich
viel zu kurz im Land, verſteht manches falſch, ſieht wenig und
ver=
allgemeinert alles. Von Traven weiß man aus dem Buch nur, daß er
Deutſcher iſt und ſeit Jahren in Mexiko lebt und reiſt, nicht in Hotels
und auf den ſpärlichen Eiſenbahnſtrecken; er lebt auf einſamen
Hazien=
das und in Indianerdörfern, die Hunderte von Kilometern von der
Bahn abliegen, er reiſt mit Maultier und Pferd über Päſſe, die durch
Bergrutſche verſchüttet ſind, fährt mit dem Auto durch Urwaldſtraßen,
in denen der Wagen verſinkt. — Der Gefahr, vage oder falſche
Verallge=
meinerungen aufzuſtellen, entgeht er dadurch, daß er vom Beſonderen
und genau Durchforſchten ausgeht, von Chiapas, dem ſüdlichſten der
dreißig „Vereinigten Staaten von Mexiko”. Hier findet er ein
ver=
kleinertes Abbild tes ganzen Landes, ſeiner geographiſchen und
klima=
tiſchen Einzelheiten, ſeiner verſchiedenen Raſſen, kulturellen und
zivili=
ſatoriſchen Erſcheinungen, ſeiner ſozialen Zuſtände uſw. Auf über 400
Seiten, die durch viele Aufnahmen des Verfaſſers belebt ſind, wird ein
ungewöhnlich anſchauliches Bild dieſes an Boden= und anderen
Naturſchätzen fruchtbaren und zukunftsreichen Landes entworfen, und
uns die unbekannte Seele der Indianer, die allein in ihren reinblütigen
Vertretern drei Viertel der Bevölkerung ausmachen, nahe gebracht. —
Das Buch iſt nicht ohne einen Einſchlag von ſozialer Erregung
geſchrie=
ben; den europäiſchen ſozialiſtiſchen Theorien ſteht es, wie aller Theorie,
ſehr fern, aber es glaubt, eindeutig im Intereſſe des mexikaniſchen
Vol=
kes gegen den ausländiſchen Kapitalismus und die weltliche Herrſchaft
der Kirche im Lande Partei nehmen zu müſſen. Wir heben das
aus=
drücklich hervor, weil es nicht dieſe Seite iſt, die uns zu einem
unein=
geſchränkten Lob veranlaßt. Der Leſer mag hier ſeine eigene Anſicht
Seite 3
gebot. 25 Jahre alt, wurde er Innenminiſter, der ſchon damals
entſcheidenden Einfluß hatte. Ein Jahr ſpäter wurde er
Miniſter=
präſident. Anfänglich fehlte es nicht an Auflehnung gegen ſein
diktatoriſches Regime. Die Revolution vom Jahre 1922 ſchlug
er mit großer Härte nieder und ließ 32 Aufſtändiſche vor ſeiner
Wohnung aufhängen. Dadurch gewann er Reſpekt bei ſeinen
Gegnern und ſtärkte ſeine Macht. 1925 änderte er die Verfaſſung
und ließ ſich auf ſieben Jahre zum Oberbefehlshaber und
Präſi=
denten ernennen. Damit war alle Macht im Lande in ſeinen
Händen vereinigt und der Anſpruch des ehemaligen Fürſten von
Albanien, des Prinzen von Wied, auf den albaniſchen Thron
erloſchen. Schon als Präſident umgab er ſich mit königlichem
Pomp und liebte es, als orientaliſcher Deſpot aufzutreten.
Für den Balkan iſt die Königserklärung von großer
Bedeu=
tung. Es muß in Betracht gezogen werden, daß etwa eine
Mil=
lion Albanier außerhalb der Grenzen Albaniens im ſüdlichen
Teile Südſlawiens leben. Es iſt immer der Plan und das
Be=
ſtreben Achmed Zogus geweſen, ein großes Albanien in ſeinen
nationalen Grenzen zu ſchaffen. Er als Bewunderer Napoleons
wäre einem Feldzug nicht abgeneigt. Es würde ihm daran liegen,
die neu erworbene Krone mit einem Glorienſchein zu umgeben.
Selbſtverſtändlich hängt das nicht von ihm, ſondern von Italien
ab. Hinſichtlich der Spannung zwiſchen Belgrad und Rom kann
man nicht vorausſagen, inwieweit Muſſolini ſeinem Schützling
freie Hand gewähren wird. So bringt denn die eventuelle
Königs=
erklärung in Tirana neue Schwierigkeiten in das an ſich ſchon
verworrene Balkanſyſtem.
Der amerikaniſche
Präfident=
ſchafts=Wahlkampf.
Der Feldzug des Demokraten Smith
gegen die Republikaner.
EP. New York, 22. Auguſt.
Der demokratiſche Kandidat für die Präſidentſchaft, Smith,
hielt anläßlich ſeiner offiziellen Nominierung eine Rede in der
Hauptſtadt des Staates New York, Albany. Er griff dabei die
Politik der Republikaniſchen Partei auf allen Gebieten heftig an.
Er führte aus, daß man zur Zeit der Regierung des Präſidenten
Wilſon der demokratiſchen Verwaltung nie habe Korruption
vorwerfen können. Seitdem aber die Republikaner am Ruder
ſeien, hätten ſich die Korruptionsaffären geradezu gehäuft.
Ebenſo falſch ſei die Behauptung der Republikaner, daß ſie dem
amerikaniſchen Volk zu unerhörtem Wohlſtand verholfen hätten.
Tatſache ſei, daß gegenwärtig vier Millionen
Amerikaner arbeitslos ſeien, und daß mehrere
andere Millionen amerikaniſcher Bürger durch
die Arbeitsloſigkeit indirekt betroffen ſeien. In
bezug auf die Alkoholgeſetzgebung erklärte Smith, daß
die Angelegenheit am beſten den einzelnen Staaten überlaſſen
werde, wie dies in Kanada der Fall ſei. Der
gegenwär=
tige Zuſtand könne nicht aufrecht erhalten
werden, denn er bedeute Korruption, Schmuggel,
Demovali=
ſierung des Voldes. Schließlich verurteilte er die Intervention
der Regierung Coolidges in den Angelegenheiten Nicaraguas
und bekämpfte die zu dieſem Zweck von Coolidge aufgeſtellte
Theſe, wonach das Leben und Eigentum der amerikaniſchen
Bürger im Auslande als zu der nationalen Domäne gehörend
angeſehen werden müßte. In bezug auf den Kelloggpakt erklärte
Smith, daß er dieſen zwar gutheiße, er könne aber nicht umhin,
feſtzuſtellen, daß es der republikaniſchen Regierung nicht mehr
möglich geweſen ſei, ſeit 1921, d. h. ſeit der Flottenabrüſtungs=
Konferenz von Waſhington, auf dem Gebiete der Abrüſtung
etwas Poſitibes zu erreichen.
Das Agrar=Programm der Republikaner.
EP. New York, 22. Auguſt.
Der Kandidat der Republikaniſchen Partei, Hoover, hielt
geſtern in ſeiner Geburtsſtadt Weſt Branch im Staate Jova eine
Rede, in der er vor allem über die Agrarfrage ſprach. Er
be=
fürwortete den Ausbau der amerikaniſchen Binnenſchiffahrt, um
dadurch zu ermöglichen, die landwirtſchaftlichen Produkte mit
weniger Koſten als bisher an die Küſte zu verſchiffen. Er
ent=
wickelte hierfür ein genaues Programm, das in vier Jahren
ver=
wirklicht ſein könnte. Ferner verſprach er, die amerikaniſche
Landwirtſchaft wirkſam gegen die argentiniſche und auſtraliſche
Konkurrenz zu ſchützen. Das ſei augenblicklich nicht möglich,
weil die amerikaniſchen Frachtſätze höher ſeien, als in Kanada
und Auſtralien.
dem Buch voll entgegenſtellen, es wird gerade das außerordentlich
loh=
nend ſein, denn der Schärfe des Urteils entſpricht bei Traven ſtets die
Fülle und Klarheit vorgebrachter Tatſachen und ein ſehr geſundes
Ur=
teilsvermögen, ſo daß gerade der Gegner hier nur Gewinn haben kann,
denn Gewinn bringt ja nur der Kampf auf einer wirklich Achtung
ge=
bietenden Ebene. Im ganzen ergibt ſich auf jeder Seite des Buches,
daß Traben mehr ſieht als ein Dutzend üblicher Beobachter, daß er
ſelb=
ſtändiger denkt als die Mehrzahl der Urteilenden, daß er viel beſſer
er=
zählt und berichtet, als der Durchſchnitt vielgerühmter Schreibender und
Stilkünſtler. — Man kann Travens Buch als vorbildlich unter den
Neiſe= und Völkerbüchern bezeichnen, und er ſcheint uns intereſſant
genug, um demnächſt im Zuſammenhang ſeiner anderen Schriften
aus=
führlicher auf ihn einzugehen.
Dr. N.
Ap. Die Zauberfahrt der Englena. Roman von Maximilan
Bernd. (Verlag von Knorr u. Hirth, München.) Ein
Senſations=
roman, der durch äußerſt geſchickte Technik, Reichtum an
Spannungs=
momenten, dram itiſche Konflikte und lebendige Einzeſchilderungen den
Leſer feſſelt. Den Hauptſtoff liefert ein techniſches Probelm, die
Er=
bauung eines Schraubenſchiffes, das den Weg New=York—Hamburg in
2 Tagen zurücklegi. Erfinder dieſer Idee iſt ein Student Winneberg,
der von einem Schwindler namens Singer, der ſie als die ſeinige
aus=
gibt, darum betrogen wird, ohne daß er wegen dieſes geiſtigen
Dieb=
ſtahls belangt werden kann. Beide treffen ſich auf ihrer Fahrt nach
Amerika auf dem Schiff. Singer ſucht ſeinen gefürchteten Feind, der
ſich als Matroſe auf dem Schiff verdungen hat, unſchädlich zu machen,
und ſetzt ſeine Nachſtellungen in Amerika mit allen Mitteln fort, ohne
daß ihm jedoch ſeine dunklen Pläne gelingen. Wenneberg verdient ſich
als Arbeiter, Kellner und Zeichner ſeinen Unterhalt, während Singer
mit ſeiner Idee das größte Aufſehen erregt und als großer Erfinder in
aller Leute Munde iſt und gefeiert wird. Er gewinnt Finanzleute für
ſeine Idee, und das Schiff geht ſchließlich vom Stapel, verſagt aber.
In=
zwiſchen hat Wenneberg ſeine ihm geſtohlene Idee verbeſſert in der
Weiſe, daß ſein Schraubenſchiff die Fahrt nach Europa in 10 Stunden
zurücklegen kann. Mit Unterſtützung finanzkräftiger Leute vollendet er
ſein Werk, und als das Schiff, das auf den Namen Euglena getauft
wird, vom Stapel laufen will, ſtellt ſich heraus, daß Singer, deſſen
Intrigen gegen Wenneberg geſcheitert ſind, das Schiff heimlih
untaug=
lich gemacht hat; ein Mann kommt dabei ums Leben. Wenneberg
deckt die Machenſchaften ſeines Feindes auf, und die erregte Menge
ſtrömt zum Hauſe Sinzers und will ihn ſteinigen; er entflieht und
kommt bei ſeiner Flucht ums Leben. Sein Unternehmen iſt verkracht.
Wenneberg bleibt Sieger, ſein wiederhergeſtelltes Schif;, das in der
Stunde 600 Kil meter zurücklegt, macht die Fahrt von New=York nach
Cuxhaven in 10 Stunden. — In feſſelnden Einzelſchilderungen rollt
ſich das amerikaniſche Leben vor unſerem geiſtigen Auge auf, wobei
Börſenſpekulationen und Börſenſchwindel, Polizeikniffe,
Reporterfindig=
keiten und =Kunſtſtücke und die Bearbeitung der öffentlichen Meinung
durch eine geſchäftige Preſſe die Hauptrolle ſpielen. Auch die Erlebniſſe
des verkrahren Studenten, der ſich von einem Kellner in einer
ver=
rufenen Spelunke, wo Alkohol in Eiern verabreicht und abends
ge=
ſpielt wird, zu einer angeſehenen Stellung emporarbeitet, entrollen ein
echt amerikaniſches Sittenbild.
Seite 4
Donnerstag, den 23 Auguſt 1928
Nummer 234
Familiennachrichten
otatt Karten
Die Oerlobung ihrer Cochter Gmmy mit
Nerm Oeterinärrat Dr. Karl Trese
beehren sich ansuseigen
Brand=Direktor Karl W0inter
und Frau
Im August 1928
Darmstadt, Arbeilgerstraße 4 (13452
Todes=Anzeige.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Nach kurzem ſchweren Leiden verſchied am 18. Auguſt an
den Folgen einer Operation mein lieber Mann, unſer guter
Vater, Bruder, Schwiegerſohn und Schwager
O.
*
Hert Johann Adam Zuchs
Regierungsrat i. R.
Ihre Vermählung zeigen an
Dr. Robert Murjahn
Else Muwahn
im 62. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Anna Fuchs
Friedrich Wilhelm Fuchs.
München, Innſtraße 6, Dresden=H., Königſtſtraße 2,
im Auguſt 1928.
Die Einäſcherung fand in aller Stille ſtatt. /13436
Todes=Anzeige.
Während meiner
etwa zweiwöchigen
Nach kurzem ſchweren Leiden
verſchied heute Nacht unſere liebe
Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter und Tante
Frau
Abweſenheit
vertreten mich gütigſi y
die Herren: *21618 8
Dr. Berger,
San.=Rat Tr.
Bo=
denheimer,
S.=R. Dr. Kolb,
Dr. Berthold Stern.
geb. Steuer
im nahezu 76. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Heibert
Familie Hch. Wenzlau
Familie Gg. Seibert.
Zurück
Darmſtadt, den 22. Auguſt 1928.
Rhönring 73,
Die Beerdigung findet Freitag,
den 24. Auguſt 1928, nachmittags
4 Uhr, auf dem Waldfriedhof
(*21752
ſtatt.
von der Reiſe?
zurück. /1344307
geb. Breitwieser
Darmstadt, den 21. August 1928.
(*21731)
Stat Korten.
Bur orgfältigſten
Am 19. ds. Mts verſtarb zu München unerwartet
mein über alles geliebter, herzensguter Mann, unſer
treu=
beſorgter Vater, unſer lieber Bruder, Schwager und Onkel
Dankſagung.
Zollamtmann
Für die vielen herzlichen Beweiſe liebevoller
Teil=
nahme während der Krankheit und bei dem Ableben
unſeres lieben Sohnes
Für alle anläßlich ihrer Vermählung
zahlreich erwieſenen
Aufmerkſam=
keſten danken herzlichſt
Franz Göckel und Frau
Maria Roſalia, geb. Grünwald.
Franz Schenkelberg
Hans
Darmſtadt, 22. Auguſt 1928. (*21784
HAiriee.
Fr. Hartmann
appr. Heilgehilfe
Grafenſtr. 20 II. Iks
Telephon 1454.
im vollendeten 60. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1928.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Amalie Schenkelberg, geb. Heppenheimer
Liesbeth Schenkelberg
Karl Wilhelm Schenkelberg
Heute vormittag entſchlief ſanft nach langem,
ſchwerem Leiden unſere liebe Schweſter, Schwägerin,
Tante und Freundin
Die Beiſetzung findet Freitag, den 24. Auguſt 1928, nachm. 3 Uhr,
auf dem alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße, ſtatt.
(13446
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
für die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden und
Beteiligung bei ſeinem Begräbnis, ſagen wir Allen
tiefgefühlten Dank. Beſonders danken wir dem
Eliſa=
bethenſtift für die aufopfernde und herzlich liebevolle
Pflege. Auch danken wir tiefgerührt für die
ehren=
vollen Kranzniederlegungen am Grabe, ſeitens des
„Marinevereins”, des „Schützenklubs Windmühle‟,
ſeinen Herren Dienſtvorgeſetzten und den Herren
Be=
amten und Arbeitern der Bm. 55 in Darmſtadt.
Die aufrichtige Teilnahme an unſerem Verluſte
iſt uns ein Troſt in unſerem Schmerz.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
N.
Marte (Engeis
Peter Schambach
Reichsb.=Oberſekretär.
im 64. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Helene Engels
Eduard Engels und Frau Anita,
geb. Kley
Alex Schmidt und Frau Johanne,
geb. Engels
Anna Schlafhorſt, geb. Engels
Mathilde Hommer, geb. Engels
Guſtava Engels, geb. von Veith
Lili Keil.
Darmſtadt, Buenos=Aires, Köln, Hamburg, München,
den 20. Auguſt 1928.
(13434
Der neue
Haus e
klemmt niemals den Selbſtbinder
Kragen
D. R. P. a.
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od. Herr, Alter 35.50
Jahre), bekannt zu
werd., zwecks
Wan=
derungen Samstag
Nachm. evtl.
Sonn=
tags. Zuſchr. erb. unt.
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Darmſtadt, den 19. Auguſt 1928.
Helfmannſtraße 48.
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Frau Marie-Anne Kohlheyer
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Graphologin (Schriktsachverstäntigl
Die Beiſetzung findet in Darmſtadt am Freitag,
den 24. Auguſt, vormittags 11 Uhr, von der
Kapelle des alten Friedhofes aus ſtatt.
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Die Beerdigung findet Freiſag, den 24. Auguſt 1928, nachm. /.3 Uhr
von der Kapelle des alten Friedhofes aus ſtatt. (13449
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mnmer 234
ſus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 23. Auguſt.
QAmſiadt Mittelpunkt der deutſchen
meieoro=
logiſchen Forſchungen!
mrer dem Vorſitz des Miniſters des Innern Leuſchner
falm) geſtern nachmittag Beſprechungen ſtatt unter Teilnahme
deimemtſchen Verſuchsanſtalt für Luftfahrt in Berlin, der
Tech=
ni in/ Hochſchule, beſonders der Vertreter der beiden Lehrſtühle
führutstfahrt, und von Vertretern der zuſtändigen Miniſterien,
deſe Keſultat eine für Darmſtadt hochbedeutſame Entſcheidung
wimiEs handelt ſich darum, den beiden an der
Tſoiſchen Hochſchule Darmſtadt beſtehenden
Lſfeſkühlen für Luftfahrt das Inſtitut für
Hſſiemflugforſchung anzugliedern. Die
Forſchun=
geleleS Inſtituts umfaſſen meteorologiſche, mediziniſche und
mſuto=chniſche Fragen. Die Deutſche Verſuchsanſtalt für
Luft=
faſih woll dazu ihren 9500 Kubikmeter großen Freiballon zur
Vſſgung ſtellen. Dieſer Ballon, der größte
Freibal=
lyoder Welt, war bekanntlich bisher in Friedrichshafen
ſtdbrtsert.
ie Beſprechungen ſind ſo weit gediehen, daß mit Sicherheit
dilſetzke Einigung über noch ſchwebende Fragen erzielt werden
düſie, ſo daß es ſich eigentlich nur noch um die genaue
Feſt=
leſexgl von Einzelheiten und die Ratifizierung der Verträge
han=
ddklWdie für Darmſtadt in Frage kommenden Stellen haben die
eytbarlichen Mittel bereitgeſtellt. Die D. V. L. hat ſich zu
diſſen Schritt bewegen laſſen durch die bekannte ausgezeichnete
Dkäkiit, die die beiden Lehrſtühle für Luftfahrt an der
Tech=
niſin., Hochſchule Darmſtadt bisher entfaltet haben. Darmſtadt
tyndadurch in den Mittelpunkt der Forſchungsarbeiten, die
füſioie Entfaltung der Luftfahrt von allergrößter Bedeutung
2 X
ſii
Zhung des Weltbundes deutſcher
Auslands=
lehrer und slehrerinnen.
der heute beginnenden Tagung dieſes Verbandes (vgl. unſeren
Aſryz in geſtriger Nummer) iſt neh folgendes nachzutragen: Obgleich,
diſuogung in dieſem Jahre noch keinen amtlichen Charakter hat,
er=
beſie doch in maßgebenden Kreiſen großes Indereſſe. Als ehemalige
Mſmbslehrer werden außer den bereits genannten Herren
Mimi=
frigr.: D. Dr. Boelitz, Miniſterialdirektor Jahnke, Geheimrat
SEnädt erſcheinen: der frühere Leiter der Schulabteilung des
Aus=
wRigyn Amtes und jetzige Miniſterialrat im preußiſchen
Handels=
mmtrimm Dr. Südhof, ſowie Direktor Dr. Boehme, der
jarr Worſtand der Schulabteilung des Auswärtigen Amtes. Beide
Höen waren lange Jahre im Ausland tätig, erſterer in Konſtantinopel
Umcukareſt, letzterer in Mexiko. Beſonders erfreulich iſt es auch,
diwdrr ſogen. „Gutachterausſchuß”, die beratende Körperſchaft für
ALad dsſchulfragen bei dem Reichsminiſterium des Innern und dem
Aus=
wagen Amt, faſt vollzählig in Darmſtadt anweſend ſein wird,
näm=
um t den Herren Miniſterialräten Löffler=Stuttgart,
Menke=
ülert=Dresden, Schellberg=Berlin, Oberſtudiendirektor
Yaſter=Berlin, Staatsrat Block=Darmſtadt. Nur zwei Mit=
„l des Gutachterausſchuſſes ſind an ihrem Erſcheinen dienſtlich ver=
Ehr. Auch die neben anderen Volksvertretern um das
Auslands=
ſüſiwve ſen ſehr verdiente Reichstagsabgeordnete Frau Dr. Matz wird
amer Beratungen teilnehmen, die unter der Leitung des Vorſtandes
AE=leltbunde3, der Herren Staatsrat Block, Direktor Dr. Gaſter
e98eber, ſtehen werden. — Es ſteht zu hoffen, daß auch die
5Qinſtädter Lehrerſchaft jeder Art durch rege Beteiligung
uein Feſtabend des Samstag (8 Uhr abends im Konkordiaſaal) ihr
Griſiſe an der Tagung bekunden wird.
— Ernannt wurde: Am 16. Auguſt: der Oberſtudienrat an der
Trualſchule und dem Progymnaſium zu Alzey Dr. Hans
Hin=
z=31 zum Oberſtudiendirektor an dem Gymnaſium in Offenbach, mit
2Aung vom 1. Soptember ab.
—Verſetzung in den Ruheſtand. Auf Grund des § 1 des Geſetzes
1ä brie Altersgrenze der Staatsheamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezem=
MM3 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (Reg.=Bl.
C E4/0 tritt der Oberaſſiſten: beim Miniſterium für Arbeit und
Wirt=
ſtz leldam Klöß zu Darmſtadt in den Ruheſtand, mit Wirkung vom
Ik epember 1988.
— Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Zur Wiederbeſetzung
ſtei= ausgeſchrieben: die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Breunges=
n. Dekanat Schotten (Beſetzung gemäß § 4b des Kirchengeſetzes
9 96. Februar 1925), die evangeliſche Pfarrſtelle, zu Roöheim
Göorloff, Dekanat Nidda. Den Freiherren Löw von und zu Stein=
;Stadener Linie) ſteht das Präſentationsrecht zu. — Zur Wieder=
Bumg iſt ausgeſchrieben die Stelle eines Neligionslehrers an der
Eralſchule und dem Progymmaſium zu Alzey. Meldungen an
werrn Miniſter für Kultus und Bildungsweſen.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheater3
Zmutadt. Direktor: Adalbert Steffter. Heute Donnerstag und
wem Freitag ſind die zwei letzten Abendvorſtellungen der Operette
EBarewitſch” von Franz Lehär. Samstag abend wird infolge der
gei Nachfrage nochmals die erfolgreiche Operette „Die goldne
Mei=
in” von Edmund Eysler gegeben. Sonntag finden zwei
Vorſtellun=
gſtatt; nachmittags 3 Uhr wird als Familien= und
Fremdenvorſtel=
woie Operette „Der Zarewitſ4” aufgeführt, und abends 8 Uhr iſt
Aerste Aufführung ber Operette „Die gold’ne Meiſterin”, womit die
Aärprige Sommerſpielzeit ihr Ende erreicht hat.
— Die Wanderabteilung der Turngemeinde Darmſtadt 1846 führt
andüchſſten Sonntag, dem 26. Auguſt, ihre vierte Wanderung durch
Endt hiermit alle Mitglieder der Gemeinde zur Teilnahme herzlichſt
e UUm 6,30 Uhr iſt Zuſammenkunft am Hauptbahnhof, von wo aus
tiie Bahn bis nach Heidelberg bringt. Der Weg führt alsdann
Bſtdes Neckars den Philoſophenweg entland nach der
Bismarcks=
ſte. Kloſter Neuſtift, Ziegelhauſen. Hier ſetzen wir über den Neckar
Schlierbach und marſchieren weiter nach dem Königſtuhl, nach der
Ttemnkur, dem Heidelberger Shloß, Heidelberg. Es kann
Ruckſack=
bigegung mitgenommen werden, doch iſt auch Mittagstiſch zu 1,50
Elu in Schlierbach zu haben. Für Jugendliche Einzeichnungsliſte beim
tämeiſter (Fahrpreis für die Jugend 2,10 Mark).
—: Männerquartett „Eintracht‟ Darmſtadt. Bezüglich unſeres Hin=
Ta: vom 17. d. M., betr. Preiswertungsſingen, iſt noch nachzutragen,
bei den Chören Schwierigkeit micht gewertet wird. Nach den bereits
gelaufenen Meldungen zu ſchließen, verſpricht die Veranſtaltung
tmut zu werden. Näheres folgt.
Donnerstag den 23. Auguſt 1928
Seite 5
Aus der Geſchichte
der „Darmſtädter Ratsherrnbrüderſchaft”
Nach längerer Pauſe hatte ſich die Vereinigung der „Darmſtädter
Ratsherrnbrüderſchaft wieder einmal nach alter Sitte zu einem ſogen.
„Quartal” (Generalverſammlung) zuſammengefunden. Die Tagung fand
am 21. Auguſt im Fürſtenſaal ſtatt und wurde in der üblichen alten
Weiſe gefeiert. Der Oberälteſte, Herr Schreinermeiſter Thomae,
er=
klärte, nachdem die alte Lade, wie es früher Brauch war, geöffnet war,
die Verſammlung für eröffnet, gab einen Bericht über die abgelaufene
Zeit, und unter Handſchlag und Verpflichtung durch den Oberälteſten
fand in feierlicher Weiſe die Aufnahme einer Reihe Brüder ſtatt. Herr
Schreinermeiſter Beſt erſtattete die Rechnungsablage, die für die
Brüderſchaft, welche in der Kriegs= und insbeſondere in der
Nachkriegs=
zeit ein trübes Bild bot, nunmehr aber wieder in das Stadium der
Beſſerung eintritt. Anſchließend gab Herr Stadtamtmann Happel
einen Protokollbericht, der an die Zeit des Jahres 1926 anſchloß.
Nach=
dem der Vorſtand durch Zuwahl zweier Brüder ergänzt worden war,
ſchloß der geſchäftliche Teil, und nach alter Sitte fand man ſich dann
im erweiterten Familienkreis zu dem ſogen. Brüdermahl zuſammen,
wobei traditionsgemäß jedem Bruder mit Familie eine Flaſche Wein
und eine Brezel gereicht werden konnten. Dieſes gemütliche
Zuſammen=
ſein, um das ſich insbeſondere die Herren Dr. Michel und
Schreiner=
meiſter Beſt verdient gemacht hatten, und wobei Herr Fritz
Kug=
ler in der altbekannten künſtleriſchen Weiſe ſeine Lieder ſang, begleitet
von Herrn Harry Beiſel am Klavier, ebenſo Frl Bonarius
mit allerlei muſikaliſchen Genüſſen diente, Herr Robert Schneider
aus ſeinem unerſchöpflichen Schatze Altes und Neues bot, Herr Jak.
Kraft und Aug. Happel mit guten Violinvorträgen erfreuten und
Herr Gutkäſe für den heiteren Teil ſorgte, hielt die Teilnehmer, die
als eine große Vereinsfamilie ſich eingefunden hatten, lange zuſammen.
Herr Philipp Weber gab in großen Zugen einen Abriß aus
der Geſchichte der Brüderſchaft, die als älteſte Korporation auf eine
bedeutungsvolle Vergangenheit zurückblicken darf. Der Redner führte
unter anderem aus: „Es war in der Zeit des großen Sterbens, in den
Peſtzeiten, als der Totenkarren Nacht um Nacht am Frankenſteiner Hof
vorbeicumpelte und der „alte Kirchhof” kaum noch die Toten zu faſſen
vermochte. Als der Peſtengel mit dem Senſenmann von Haus zu Haus
ging und es ſelbſt dem Totengrüber anfing zu grauſen, und er die
Toten nicht mehr zu beerdigen vermochte, da verbanden ſich 13 beherzte
Bürger aus unſerer Stadt und ſchloſſen einen Bund miteinander, um
ihre Toten in würdiger Weiſe zu beſtatten.
Das erſte Protokoll aus dem Gründungsjahr der
Ratsherrnbrüder=
ſcheft vom 15 Auzuſt 1625 trägt die Ueberſchrift: „Herrſcher über Tod
und Leben, Mach einmal mein Ende gut, Lehre mich den Geiſt
aufgeben. Mit recht wohlgefaßtem Mut, Helf, daß ich ein ehrlich,
Grob, Neben frommen Chriſten hab, Und auch endlich in der
Erden, Ninmermeh: zu Schanden werde!” Weiter fährt das
Proto=
koll forr: „Was ſich Anno 1625 den 15. Auguſti zwiſchen uns Bürgern
und Nachbarn hat zugetragen in Sterbens Laufes der Peſt, deswegen
keiner balt mehr mit dem andern zum Begräbnis hat gehen wöllen,
da=
durch die Obrigkeit, Chriſtlich und Weltlich, auf dem Rathaus allhier
beſchloſſen hat, daß ſich die Bürger und Nahbarn zuſammen halten
ſollen, und ein Verbündnis machen, wo Eins oder das Andere unſer
Hergott heimführen würde, daß doch einer mit dem andern zum
Be=
gräbnis ginge und er ehrlich zur Erde beſtattet würde. Daraufhin ſich
denn dahin bewiht haben, ſolche Brüderſchaft in das Werk zuzurichten
wie folgt:
Erſtlich: Heinrich Coſtnitz, Seidenſticker, 2. Johann Schenck,
Gold=
ſchmied, 3. Caſpur Dichmann, Eiſenkrämer 4. Chriſtoph Gerlach,
Fär=
ber, 5. Jakob Opfermann, Buchbinder, 6. Valentin Georg, Goldſchmied,
7. Joh. Fritz Leinhos, Buchdrucker, 8. Andreas Mayer, Bierbrauer,
2. Nicolaus Wüſt, Würth zum Engel, 10. Hermann Staudt, Würth
zum Schwanen, 11. Georg Mootz, Färber, 12. Melchior Brehm, Woll=
Krämer, 13. Philipp Stölzer, Würz=Krämer.
Bei dieſen obgemeldeten Perſonen iſt das erſte Verbündnis gemacht
und aufgerichtet worden, und haben miteinander 2 Grabtücher machen
laſſen, davon 2 mit weißen Creuzen vor alte Perſonen und ſonſten noch
2 vor Kinder ſammt einem verſchloſſenen Kaſten, darin die Tücher ſollen
gelegt werden, ſammt einem Regiſter, derohalben die ganze Compagnie
ebgedachten Heinrich Cöſtritzen und Johann Schenck Ueber dieſes
Ver=
bündnis und Brüderſchaft zu zweien Oberſten erwehlt, dieweil ſie beide
den Anfang gemacht haben, daß ſie über dieſe nachfolgenden Punkte
gute Pflicht und fleißig achtnehmen ſollten, dann mit ſolchem
gutmei=
nenden chriſtlichen Wort, treulich und beſtändig gehalten werden ſoll,
Und die Ungehorſamen nach lauth den Punkten ernſtlich zu ſtrafen und
keinen verſchonen. Nach dem nun aber aus unſerer Brüderſchaft nach
Gottes Willen etliche mit dem Tod abgegangen ſind, haben alſo wiederum
ſich nachfolgende Perſonen zu derſelben Stätt begeben: nehmlich:
14. Wilhelm Hannewaldt, Würtzkrämer, 15. Ch. Schorlemmer,
Lein=
wand=Krämer, 16. Valentin Stiebler, Tuchkrämer, 17. Zacharias
Cha=
menz, Buchbinder, 18. Joh. Klein, Schnur=Krämer, 19. Heinrich
Bruch=
hauſen, Leinwandkrämer, 2). Arnold Höhl, Bierbrauer.‟ Dieſe richteten
miteinander ein Statut auf, das aus 23 Punkten beſtand, das ſich jeder
unterſchriftlich treulich zu halten verpflihtete. Das Protokollbuch von
1625 iſt mit einer ſeltenen Treue und Gewiſſenhaftigkeit geführt und die
Cinzelheiten genau feſtgehalten, wie ſie kein Chroniſt beſſer zu
verzeich=
nen imſtande iſt. Es ſchließt mit dem Jahre 1725, (und als letzte
— Leibgardiſten=Erinnerungen. Herr Juwelier L. Schmidt,
ſelbſt ehemaliger Leibgardiſt, hat aus Anlaß der Wiederſehensfeier in
einem ſeiner Erker in der Wilhelminenſtraße eine Reihe von
Erinne=
rungen an das Leibgarderegiment ausg=ſtellt. Photographien mehr
oder weniger bekannter Perſönlichkeiten des Regiments, Gruppenbilder
aus Manövern uſw., durchweg in geſchmackvollen Silberrahmen.
Bei Unfall und Krankertransporken=
Verleihen von Krankenbedarfsartikeln
ist ſelefonruf Janitäts-Wache Rotes Kreuz.
Telefon: 4oo Darrnskadt.
Sterbefälle ſind eingetragen: Joh. Philipp Ditmar, Bierbrauer,
Hein=
rich Balthaſer, Wagner, Rathsverwandter, Pankratius Strieſinger,
Bürgermeiſter, Joh. Jakob Lindenlaub, Rathsverwandter, und
Seba=
ſtian Voltz, Schreiner.
Am 15. Auguſt 172 wurde die Ordwung der
Rathsherrnbrüder=
ſchaft erneuert und das verliehene fürſtliche Privileg lautet: „Nachdem
wir gnädigſt erlaubt und wohl geſchehen laſſen können, daß auf
näch=
ſten zukünftigen Mittwochen, als dem 15ten dieſes zum Gedächrnis der
an ſelbigem Tage vor 100 Jahren, bey damaligen Beſchwerlichen und
ſtarken Sterbens=Läufften aufgevichteten allhieſigen ſogenannten Raths=
Herrnbrüderſchaft und umb dem großen Gott davor zu danken, in der
ordentlichen Bet Stund, aus den allsdan zu Verleſſenden beyden
biblichen Capiteln Ebr. am 11. und 17. und Gal. 1 u. 2 die geiſtliche
Brüderſchaft des Herrn Chriſti, mit den Gläubigen und dieſer unter
ſi4 ſelbſt zum Grund aller andern Societäten und Brüderſchaften jedoch
bloß nach Art der ordentlichen Betſtunde und ohne Geſtattung anderer
Cermonien und Solenitäten kürzlich vorgeſtellt werde, S haben unſere
Geiſtlichen hiernach zu achten.
Siegel. Darmſtadt, den 13. Auguſt 172.
ges. Ernſt Ludwig.”
Das 100jährige Jubiläum wurde in beſonders feierlicher Weiſe
be=
gangen. Aelteſte waren zur Zeit: Philipp Scriba, Rathsverwandter,
Philipp Daniel Steinins, Rathsoerwandter, Philipp Peter Wüutz,
Rathsverwandter, Bartholomäus Reisner, Seckler, Joh. Heinrich
Keller, Balbierer, Heinr. Joh. Würtemberger, Kaufmann. Das
Proto=
koll führte Joh. Jakob Stieſſer, Seiler. Kaſtenmeiſter war Valthaſer
Sparſchneider, Buchbinder.
Das Jubiläum wurde mit einem Kirchgang gefeiert. Die
Brüder=
ſchaft verſammelte ſich vormitags ½7 Uhr im Anker und ging
prozeſſions=
weiſe in die Stadtkirche, wo Herr Oberpfarrer Olf eine Predigt über
Joſua 22, 2—6, hielt; geſungen wurde zum Eingang: „Nun lob' meine
Seel' den Herrn”, und zum Schluß: „Nun danket alle Gott”, die 11=Uhr=
Glocke wurde geläutet und der Turmmann hat vom Stadtkirchtum
ge=
blaſen. Es heißt dann weiter, daß ſich ein Eſſe daran anſchloß, wo
alles friedlich dabei zugegangen iſt. Oberälteſter war damals Johann
Juſtus Netz, Rathsverwandter. Das Jahr 1825 verſcmmelte die
Brüder=
ſchaft wiederum zu einem Jubiläum, es war das 20jährige. Dieſes
wurde unter der Leitung des damaligen Oberälteſten, Bürgermeiſter
Hofmann, im Rathausſaal bei einem Feſtmahl abgehalten; letzteres
be=
ſtand aus: 1. Blumenkohl und Rotkraut mit Cottlet, Sehinken
Ochſen=
zungen und Paſtetchen, 2. Hecht in Sauce, Paſteten mit Wildprett,
3. Junge Hahnen mit Ragvut, Auflauf in Weinſauce, 4. Wilder
Schweinskopf, Aal in Gelee, 5. Gänſe, Enten, Haſen, Spanſau, 6.
Voll=
ſtändig ausgeſuchtes Deſſert, und der ordinäre Wein, der dazu
getrun=
ken wurde und von jedem Bruder aus ſeinem Sack bezahlt wurde,
koſtete die Mags 1 Gulden. Wir erſehen hieraus, daß unſere
Alt=
vorderen Feſte zu feiern verſtanden. Es heißt in dem Protokoll: „Es
wurden Toaſte ausgebracht, wobei jedesmal Pauken und Trompeten
er=
ſchallten, um 11 Uhr wurden die Tiſche weggeräumt und zu Tanzen
angefangen, welches bis ½5 Uhr morgens gewährt hat. Womit dieſes
Erinnerungsfeſt, ohne daß die mindeſte Mißhelligkeit vorgefallen iſt,
froh und vergnügt endete.”
Von weiteren Ereigniſſen iſt zu vermelden, daß 1853 ein neuer
Leichenwagen angeſchafft werden lonnte und daß das Vermögen der
Brüderſchaft um 1848 2943 fl. 45 kr. betrug. Nach Bürgermeiſter
Hof=
manns Tod folgte als Oberälteſter Gemeinderat Böttinger. Am
17. Auguſt 1875 wurde das 250jährige Jubiläum in glansvoller Weiſe
im Darmſtädter Hof gefeiert. Das Protokoll ſchließt mit dem Eintrag:
„So wolle Gott der Allmächtige, der Beſchützer aller derer, die auf
Erden wallen auch ferer unſer Schutz und Schirmherr ſein, das ſei
unſer Flehen. Amen.
Weitere Oberälteſte waren dann Gemeiderat Berntheiſel,
Kanzlei=
rat Kraft, Schreinermeiſter Martin Müller, dem dann der derzeitige
Oberälteſte, Herr Schreinermeiſter Thomae, folgte. Das 300jährige
Ju=
biläum, das in die Nachkriegszeit fiel, wurde übergangen, und das
Protokoll aus dieſen Tagen lautet: „Mögen dem Vaterlande ſchwere
Heimſuchungen wie in den letzten 60 Jahven erſpart ſein und das neue
Protokollbuch nur freudige Ereigniſſe zu verzeichnen haben. Das walte
Gott! Unterzeichnet: Keutzer.” Somit iſt die Rathsherrnbrüderſchaft
in das 4. Jahrhundert ihres Beſtehens eingetreten und hat als älteſte
Korporanon in unſerer Stadt eine reiche, wechſelvolle Geſchichte. Dieſe
Geſchichte zeigt, wie Männer in unſerer Stadt in den tiefſten Notzeiten
ihre Geſ chicke ſelbſt in die Hand nahmen, wie das ſoziale Gewiſſen
ge=
ſchärft war und wie der Gemeinſinn ſie zuſammenverband. Herr
Weber ſchloß ſeine Ausführungen mit den Worten: „Wahren wir
das anvertraute Vätererbe als ſoziales Einigungsgut und als eine edle
Hinterlaſſenſchaft, geben wir ihm das Gepräge, das für unſere Zeit
paßt, damit ſetzen wir uns ſelbſt das ſchönſte Denkmal und geben
kom=
menden Geſchlechtern ein gutes Beiſpiel von geſchichtlicher Treue. Möge
die Ratsherrnbrüderſchaft im kommenden 4. Jahrhundert neu aufblühen,
zum Beſten unſerer Stadt, zum Beſten unſerer Bürger, und als
Denk=
mal einen Markſtein der ſozialen und brüderlichen Tat für kommende
Geſchlechter bilden!“
— Main=Rheingau D.T. Alljährlich im Herbſt wandern die
Ange=
hörigen des Main=Rheingaues zu ihrem Gefallenen=Ehrenmal
auf dem Frankenſtein, um der Gefallenen und Toten zu gedenken. In
dieſem Jahre iſt mit der Herbſtgauwanderung noch eine Feier
zum Gedächtnis an den 150. Geburtstag von Friedrich Ludwig Jahn
verbunden. Um 11 Uhr des 2. September ſollen die Gauvereine auf
ſelbſtgewählten Wegen im Schloßhof eingetroffen ſein. 11.30 Uhr Zug
der Gauvereine mit Fahnen und Wimpeln nach dem Ehrenmal.
An=
ſchließend Totengedenkfeier, gemeinſame Lieder, Jahnfeier ſowie Maſſen=
und Einzelchöre der Turnerſingmannſchaften. Die Anſprachen zum
Ge=
dächtnis der Toten und bei der Jahnfeier hält der erſte Gauvertreter
Turnbruder Roth. Die Leitung der Maſſenchöre liegt in den Händen
des Chormeiſters des Turnvereins Pfungſtadt, Herrn Vetter. — Nach
Beendigung der Jahnfeier: Turnſpiele und volkstümliche Wettkämpfe
für jung und alt, Neckſpiele, Einzelchöre der Turnerſingmannſchaften,
Volkstänze. Neben den Angehörigen des Main=Rhein=Gaues ſind alle
Freunde der Beſtrebungen der Deutſchen Turnerſchaft herzlichſt
einge=
laden, die Veranſtaltung des Main=Rhein=Gaues am 2. September auf
dem Frankenſtein zu beſuchen.
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875, Wanderabteilung. Am
Sonn=
tag, dem 26. Auguſt, findet die wäckſſte Wanderung der Wanderabteilung
ſtatt. Diesmal führt der Weg nicht in die Bergſtraße und auch nicht
in den Odenwald, ſondern in ein Gebiet, das von den Wanderern der
Turngeſellſchaft Darmſtadt noch nicht beſucht wurde, in das
Nahe=
tal. Die Wanderug führt von Bad Kreuznach nach Bad Münſter
am Stein; hier werden die Kuranlagen beſichtigt, die alten Burgen
werden beſtiegen und die ſonſtigen Sehenswürdigkeiten den Wanderern
gezeigt. Wir können allen Wanderfreunden eine Beteiligung an
dies=
ſer ſchönen Wanderfahrt nur empfehlen, denn das Nahetal und gerade
die Umgebung von Bab Münſter am Stein bietet viele
Naturſchön=
heiten. Die Abfahrt erfolgt bereits um 5,23 Uhr ab Hauptbahnhof mit
Sonntagskarte, nach Bad Kreuznach. Ankunft in Bad Kreuznach
7.43 Uhr.
In den ersten 10 Jahren
sollte jede Mutter ihr Kind nur mit der reinen. milden
A „KINDER
MNAVEA SEIEE
waschen und baden. Das
Kind wird es ihr einst
danken, weil ihm dadurch
später manche Sorge um die
Erhaltung seines guten
V
Mte gns
Teintserspart bleibt. Nivea=
D Einderzeiſe is1 überſetel
P
und nach ärztlicher Vor=
4
schriſt besonders für die
empfindliche Haur der
Kin=
der hergestellt.-Preis 70Pf.
A
Sonnengebräunt
wirdlhr Körper, wenn Sie ihn vorLuſt= und Sonnenbädern, vor Fahrten und Wanderungen mit
N
VLrA ULAA
einreiben. Nivea=Creme verstärkt die bräunende Wirkung
der Sonnenstrahlen und vermindert die Gefahr schmerzhaften
Sonnenbrandes; sie allein enthält das hautpflegende Eucerit.
Aber trocken muß Ihr Körper sein; Sie dürfen ihn niemals
naß den Sonnenstrahlen aussetzen.
Doscn M 0,20 bis 1.20 / Tuben aus reinem Zinn M 0,60 u. 1.00
28. Deutſcher Handwerks= und
Gewerbekammertag.
Geſchloſſene Mitgliederverſammlung am 22. Auguſt
im Zivilkaſino in Köln.
RH. Die Verhandlungen des Deutſchen Handwerks= und
Gewerbe=
bammertages begannen am 22. Auguſt im Zivilkaſino in Köln unter
dem Vorſitz von Präſident Plate=Hannover, Ehrenmeiſter des
deut=
ſchen Handwerks, mit einer geſchloſſenen Mitgliedewverſammlung. An
den Verhandlungen nahm auch Miiſterialdirektor Dr. Reichandt,
Reichs=
kommiſſar für das Handwerk und Kleingewerbe, teil. Sämtliche
deut=
ſchen Handwerks= und Gewerbebammern waren verreten.
Der umfangreiche Geſchäftsbericht, der von der Geſchäftsſtelle des
Kammertages den Meitgliedskörperſchaften bereits vouher ſchriftlich
zu=
gegangen war, wurde genehmigt, ebenſo dei Vorlage der Jahresrechnung
1927/28 und der Bericht des Rechnungsausſchuſſes. Den Nachtragsetat
für 1928/2 und dem Haushaltsplan für 1929/30 wurde Zuſtimmung
erteilt.
Präſident Welter=Köln referierte über die Errichtung des
In=
ſtituts für Handwerkswirtſchaft. In ſeinen Ausführungen ging Redner
davon aus, daß die Entwicklung der Technik, der wirtſchaftlichen und
ſozialen Verhältniſſe nach dem Kriege eine planmäßige Umgeſtaltung
der Arbeitsmethoden im Handwerk erforderlich machte und ebenſo eine
Umſtellung auf die neuen wirtſchaftlichen Vorbedingungen für das
hand=
werkliche Schaffen hervorrief. Dieſe Beſtrebungen führten zur Grün
dung der drei Inſtitute des Deutſchen Handwerks= und
Gewerbekammer=
tages: des Forſchungsinſtituts für rationelle Betriebsführung im
Hand=
werk E. V., Karlsruhe, der Arbeitsgemeinſchaft für Deutſche
Handwerks=
kultur E. V., Hannover, und des Wirtſchaftswiſſenſchaftlichen Inſtituts
für Handwerkerpolitik E. V. in Hannover. Die wachſende Bedeutung
der Aufgabengebiete der drei Inſtitute ließ die Zuſammenlegung und
Verſchmelzung als ratſam erſcheinen. Auf Grund eines Beſchluſſes vom
22. Oktober 1977 wurde grundſätzlich der Errichtung eines Inſtituts für
Handwerkswirtſchaft mit dem Sitz in Berlin zugeſtimmt. Die neue
An=
ſtalt ſoll die Tätigkeit der bisherigen Inſtitute auf erweiterter
Grund=
lage und mit einheitlicher Zielſetzung fortführen. Nach dem vorgelegten
Satzungen wird das Inſtitut für Handwerkswirtſchaft als eine
rechts=
ähige Stiftung errichtet mit dem Zweck, durch wiſſenſchaftliche
För=
derung und praktiſche Tätigkeit das geſamte Handwerk zu pflegen und
zu fördern und für die Erhaltung und Weiterbildung des
handwerk=
lichen Schaffens zu wirben.
Die Mitgliederverſammlung gab ihre Zuſtimmung für die weitere
Mitarbeit des Deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertages.
— Petrusgemeinde. Unſere Gemeinde erlebt jetzt im wahren Sinne
des Wortes „Wochen der Jugend”. Schon ſeit längerer Zeit ſteht die
Jugend im Blickpunkt der Betrachtung. So auch am letzten Sonntag,
an dem die Pfarrer im Hauptgottesdienſt ihre neuen Gonfirmanden und
deren Eltern begrüßten und gleich ein herzliches Band ſchloſſen mit
denen, die ihnen für die nächſte Zeit beſonders anvertraut ſind. Der
Girchenchor ließ es ſich nicht nehmen, durch zwei Geſänge den
Segens=
wunſch der Gemeinde herzlich zum Ausdruck zu bringen. Den
Höhe=
punkt und Abſchluß der „Wochen der Jugend” bildet der
Jugend=
ſonntag, den wir am nächſten Sonntag begehen. Er hat im
Her=
zen der Gemeinde ja ſchon einen feſten Platz. Einige freuen ſich
beſon=
ders auf das muntere Treiben, das am Samstag um 3 Uhr auf der
Spielwieſe am Böllenfalltor in Turnen und Sport anheben ſoll und
dann am Sonntag nach ½2 Uhr auf dem Herrgottsberg durch Singen
und Spiel noch berei herr wird. Zu beiden Veranſtaltungen iſt
jeder=
mann herzlich eingeladen. Andere erwarten Beſonderes von dem
Jugendgottesdienſt am Sonntag, der — aus dem Geiſt der Jugend
heraus geboren — von dem Landesjugendpfarrer Lic, von der Au
gehalten wird. Das Jugendabendmahl am Samstag abend ½9 Uhr
hat immer eine beſondere Anziehungskraft gehabt, weil es der Jugend
für ſich (nicht nur den Mitgliedern unſerer Jugendbünde) geſchenkt war.
Auch diesmal wollen wir die Jugend dazu erwarten. Mit beſonderer
Spannung ſieht man in der Gemeinde dem Feſtſpiel der Jugend
ent=
gegen, das am Sonntag abend ½9 Uhr im Gemeindehaus gezeigt
wer=
den ſoll. E8 iſt dazu ausgewählt das Legendenſpiel von Otto Bruder
„Chriſtofferus”. Es iſt ganz ins Leben der Gegenwart
hinein=
geſtellt. Wir ſehen den jungen Menſchen leben mit den Stärkſten
ſei=
ter Zeit, wie er an ihnen alle irre wird, weil ſie kraft= und haltlos
ſind, und wie er zu eiem anderen Herrn findet, der wert iſt, daß man
ihm ein ganzes Leben weiht. Wer noch irgendwie ringt um die
Geſtal=
tung ſeines Lebens, wer von dem innerſten Erleben der Jugend
ge=
faßt ſein möhte, der gehört an dieſem Abend zu uns. — Leider iſt
die Zahl der Plätze beſchränkt und es mußten numeverte Karten
aus=
gegeben werden, die bei der Buchhandlung Bender, Kirchendiener Kropt
und den Mitgliedern unſerev Jugendbünde zum Preiſe von 50 Pf. zu
haben ſind.
Elektriſches Kochen gehört zur modernen Hausfrau! Das zeigte
wieder recht deuulüh der Vortrag im Heaghaus, welchen Frau Dr. Jacob
am vergangenen Donnerstag hielt. Der vielſeitige Beruf der
Haus=
frau verlangt die Hilfe der Techmik, wenn ſie neben dem Beruf als
Hausfrau ſich auch noch ihren Familie widmen will. Frau Dr. Jacob
zeigte in anſchaulicher Weiſe, welche Vereinfachungen die Elektrizität im
praktiſchen Haushalt bringen kann. Die Hauptarbeit jeder Hausfrau iſt
das Kochen, die Zubereitung von Kaffee, Mittag= und Abendeſſen.
Welch’ große Zeiterſparnis hat man bei Benutzung des elektriſchen
Her=
des, wo jegliche Vorarbeiten wegfallen — eine Schalterdrehung, und ſchon
kann das Kochen beginnen. Wie zweckmäßig und ſauber iſt das Backen
im elektriſchen Backofen oder das Braten in der Bratröhre! Wie ſchnell
und einfach iſt die Zubereitung des Frühſtücks oder des Abendbrots mit
Hilfe der elektriſchen Kaffee= oder Teemaſchine, der Brotröſters und
der Bratpfanne! Wie praktiſch und billig iſt die ſtändige Bereithaltung
von heißem Waſſer im elektriſchen Heißwaſſerſpeicher! Jetzt in den
heißen Sommertagen macht die Aufbewahrung der Lebensmittel
Schwie=
rigkeiten, falls man nicht den elektriſchen Kühlſchrank beſitzt, der Speiſen
vor jodem Verderb bewahrt, in dem man auch Gemß=Eis= und
Kdt=
ſpeiſen herſtellen kann. Das elektriſche Kochen kennt keinen Ruß und
Rauch, Wärme wird nicht nutzlos verſchwendet und die Hitze in der
Küche im Sommer nicht noch größer. Gerade deshalb auch ſchätzt die
Hausfrau die elektriſchen Apparate ſo ſehr und erfreuen ſich dieſe immer
größerer Beliebtheit. — Frau Dr. Jacob von der Werbeabteilung der
Heag wird am Freitag, dem 31. Auguſt, abends 8 Uhr, wieder über rdie
Anwendung der Eleltrizität im Haushalt ſprechen und dabei die
Appa=
ratze, Herde, Brat= und Backofen einzeln im Betrieb vorführem und
er=
läutern. Es wird ſchon heute hierauf aufmerkſam gemacht.
— Rheinexpreßdampfer bis zum 9 September. — Schnellfahrten
bis Oktober. Die Köln=Düſſeldorfer Dampfſchiffahrt wird den täglich
verkehrenden Expreßdampfer von Köln nach Mainz und von Mainz
nach Köln bis einſchließlich 9. September verkehren laſſen. Bis zu
die=
ſem Tage wird auch die dritte tägliche Schnellfahrt, die urſprünglich
nur für die Monate Juli und Auguſt vorgeſehen war (14,/45 ab Mainz
nach Köln und 7 45 ab Koblenz nach Mainz), durchgeführt. Der
wei=
tere Fahrplan wird, ſolange es die Witkerung irgend geſtattet,
auf=
reiht erhalten. So ſollen auch die täglichen Schnellfahrten 3 Uhr ab
Köln nach Maiuz und 10,30 Uhr ab Mainz nach Köln in dieſem Jahre
bis in den Oktober hinein durchgeführt werden.
— Erleichterter Uebergang vom Luftverkehr auf die Reichsbahn. Am
1. September d. Js. tritt ein Abkommen zwiſchen der Deutſchen
Reichs=
bahngeſellſchaft und der Lufthanſa in Kraft, das in dieſen Tagen im
Reichsverkehrsminiſterium feſtgeſtellt worden iſt und das zunächſt
ver=
ſuchsweiſe bis zum 30. Oktober 1929 Gültigkeit haben ſoll. Wie bekannt,
hat die Reichsbahn mit der Lufthanſc ſchon vor einiger Zeit ein
Ab=
kommen über die Beförderung von Luftfrachtgütern getroffen. Während
es bisher für den Fluggaſt, der aus irgend einem Grunde, z. B.
Not=
landung, die Reiſe im Flugzeug unterbrechen mußte, immer eine
miß=
liche Sache war, auf der Reichsbahn zuerſt aus eigener Taſche die
Wei=
terfahrt zu bezahlen und dann die entſtandenen Koſten von der
Luft=
hanſa zurückzuerhalten. Dieſer Uebelſtand wird durch das ſogenannte
„Fleiper=Abkommen” beſeitigt. Wenn ein Luftreiſender die Fahrt im
Flugzeug unterbrechen muß oder nicht antreten kann, ſo kann er auf
dem nächſten Bahnhof der Reichsbahn die Reiſe bis zu dem auf dem
Flugſchein angegebenen Reiſeziel fortſetzen. Der Flugſchein wird von
der Kaſſe der Reichsbahnſtation übernommen und dem Reiſenden dafür
eine Fahrkarte erſter Klaſſe ausgehändigt. Der Umtauſch erfolgt ohne
Koſten und Umſtände für den Reiſenden. Auch die Gepäckbeförderung
wird von der Bahn übernommen. Das Abkommen erſtreckt ſich auch
auf Reiſen nach dem Ausland.
p. Viehſeuchengeſetz. Das Reichsgeſetz vom 26. Juni 1909 hat eine
bemerkenswerte Erweiterung erfahren: die Bienen ſind
ein=
gefügt worden. Die Bekämpfung der Bienenſeuchen kann
ab=
weichend von den Vorſchriften des genannten Geſetzes
landesrecht=
lich geregelt werden. Dieſes neue Geſetz iſt am 31. Juli d. Js. in
Kraft getreten.
— Zuſammenſtoß. Ecke Alexanderſtraße und Schloßgraben ſtieß ein
Perſonenauto mit einer Radfahrerin zuſammen. Die Radlerin iſt
glücklicherweiſe gut davongekommen, da ſie mit dem Kopf nach vorne
rechts abgebogen iſt. Das Fahrrad wurde zertrümmert.
Fünfzig Jahre Bund der Hotel=, Reſtaurant=
und Café=Angeſiellten
(Verwaltungsſitz Leipzig) UG.
Dieſe der chriſtlich=nationalen Gewerkſchaftsbewegung angehörende
Organiſation, die größte Berufsgewerkſchaft der gelernten
Gaſthaus=
angeſtellten, kann im Herbſt dieſes Jahres auf ein 50jähriges Beſtehen
zurückblicken. Aus kleinen Anfängen heraus hat ſich der Bund zu einer
achtunggebietenden Organiſation dieſes Berufs entwickelt. So betrugen
die Einnahmen im Jahre 1927 weit über eine Million Mark. Die
Ortsgruppen, faſt 250 an der Zahl, werden von 38 berufsamtlich geleite
ten Geſchäftsſtellen betreut. Auf die Geſtaltung der wirtſchaftlichen und
ſozialen Verhältniſſe der Gaſthausangeſtellten hat der Bund einen
ſtar=
ken Einfluß ausgeübt. Er iſt an 121 Tarifverträgen beteiligt, die eine
Regelung der Arbeits= und Lohnverhältniſſe für die gaſtwirtſchaftlichen
Angeſtellten vorſehen. Auch der Bildungsarbeit und der Pflege des
Berufsgedankens widmete ſich die Organiſation in hervoragendem Maße.
In den letzten Jahren wurden für Bildungszwecke rund 170 000 Mark
verausgabt. An Unterſtützungen wurden im gleichen Zeitraum 1 120000
Mark an die Mitglieder zur Auszahlung gebracht. In Leipzig, Berlin
und Hamburg beſitzt die Organiſation eigene Verwaltungsgebäude. Au
der im Herbſt in Düſſeldorf ſtattfindenden Generalverſammlung wird
das 50jährige Beſtehen des Bundes feſtlich begangen werden. Neben
der Erörterung ſozialer, wirtſchaftlicher und beruflicher Angelegenheiten
wird ſich die Generalverſammlung weiter mit der Einführung einer
Altersunterſtützung befaſſen. Für dieſe geplante Einrichtung iſt von
den Mitgliedern bereits ein Grundſtock von faſt 450 000 Mk. aufgebracht
worden.
— Heimatkunſt der Oſtalpen in Lied und Tanz. Zu einem
Stei=
rerabend hatte der Verein Deutſcher Studenten
Darm=
ſtadt zu Montag abend eingeladen. Dem erſchienenen Publikum wurde
von der Volkskunſtgrutpe des Vereins Deutſcher Studenten Wien ein
genußreicher Abend beſchert, der wohl ſo recht geeignet war, mit der
Urwüchſigkeit und der Heimatliebe, überhaupt mit dem ganzen Weſen
unſerer Volksgenoſſen in Kärnten und im Steirerland, vertraut zu
machen. Nach einem ſinnigen Vorſpruch des Leiters der Gruppe, Herrn
Ing. Kurt Hlinak wechſelten in bunter Reihenfolge Lied und Tanz.
Irgend einen Programmpunkt beſonders herauszugreifen, hieße der
Wirkung des Ganzen Abbruch tun. Umrahmt wurden die Vorführungen
durch Rezitationen von Peter Roſegger und anderen mundartlichen
Dichtern, die allgemein gefielen. Hoffentlich iſt bei den Anweſenden
etwas von all dem Schönen haften geblieben, das unſere deutſchen
Schweſtern und Brüder uns gezeigt haben. Der Reinertrag war für die
bedrängten deutſchen Schulen an der jugoſlawiſchen Grenze beſtimmt
Man hätte erwarten dürfen, daß der Veranſtaltung ein etwas größeres
Intereſſe entgegengebracht worden wäre.
— Der Kampf gegen den Lärm der Motorräder. Auf Veranlaſſung
des Berliner Polizeipräſidenten wurden am Dienstag abend an ſechs
verſchiedenen Stellen Berlins an den Hauptausfallſtraßen die
Kraft=
fahrer daraufhin konkvolliert, ob ihre Maſchinen Lärm verurſachten.
Die mit knallender Maſchine ankommenden Fahrer wurden angehalten.
Den Polizeibeamten beigegebene Sachverſtändige entſchieden, ob ein
Rad beſchlagnahmt werden ſollte oder weiterfahren durfte. Eine große
Anzahl Rüder wurde den Fahrern abgenomwmen und wird auf dem
Kraftverkehrsamt unterſucht. Der erſten Kontrolle werden in den
näch=
ſten Tagen weitere Prüfungen folgen. Man kann dieſe Einrichtung
nur begrüßen. Sie wäre auch für Darmſtadt und anliegende Orte
dringend wünſchenswert. Vielleicht bedarf es nur dieſes Hiweiſes,
um auch ähnliches von Darmſtadt melden zu können.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
ir die Peröffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaifion keinerlei Ver
eſetzes in vollem Umfange
antwortung; für ſi.
und des § 21 Abſ. 2 des P
vortſt
Einſendungen, die nicht
endet werden, können nicht
der Einſender ver
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
An die Direktion der Heag, Darmſtadt,
wird die höfliche Anfrage gerichtet, ob es ſich nicht ermöglichen läßt
die Autos Nieder=Ramſtadt—Ober=Ramſtadt nicht ab Böllenfalltor,
ſon=
dern ab Landskronſtraße—Ecke Heidelberger Straße fahren zu laſſen.
Mithin liefen die Auvos über die Landskconſtraße, Goetheſtraße,
Böllen=
falltor nach Nioder=Ramſtadt—Ober=Ransſtadt und zurück ebenſo.
Da=
mit wäre vielen Ausflüglern des Stadtteils Beſſungen, namentlich
Sonntags, Gelegenheit gegeben, ſchnellſtens nach und ab Böllenfalltor
zu kommen, was jetzt bekanntlich nur auf großen Umwegen durch die
Stadt mit großen Koſten möglich iſt. Es wäre zu überlegen, ob nicht
als Ausgangspunkt dieſer Autos der Südbahnhof gewählt werden
könnte.
Viele Bewohner des Stadtteils Beſſungen.
„R
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquſttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
Drogiſt. Von einem Abendunterricht iſt uns nichts bekannt. Die
Drogiſtenfachſchule befindet ſich Karlſtraße 94.
J. B., Darmſtadt. Stiefkinder ſind den ehelichen Kindern
gleich=
geſtellt, wenn ſie vor Eintritt der Invalidität von dem
Rentenempfän=
ger unentgeltlich unterhalten worden ſind.
Ort:
Wetter:
Temp.
in C.
Wind:
Gießen:
Aachen:
Hamburg:
Berlin:
München:
Königsberg:
Breslau:
wolkig
Regen
Regen
heiter
heiter
Regen
heiter
Nieder=
Schnee=
ſchlag
decke
in mm in em
G.
SSW.
W
WSW,
WSW.
O
W.
12,8
12
Feldberg:
Taunus
Waſſerkuppe
Feldberg:
(Schwarzw.)
Zugſpitze:
Kahler Aſten:
Fichtelberg:
Schneekoppe=
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Nebel
Nebel
Nebel
Nebel
Nebel
Nebel
heiter
V.
SW
NW
HSF.
W
0,3
2,0
Tageskalender für Donnerstag, den 23. Auguft 19283
Heſſ. Landestheater Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, abends 20 Uhr, Sommerſpielzeit: „Der Zarewitſch
Orpheum, abds. 20 Uhr, Gaſtſpiel des Berliner Metropoltheaters:
„Die blond- Ratte‟
Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee
Rhein=
gold, Hotel Schmitz, Kaffee Haſſia, Waldſchlößchen. —
Kinovor=
ſteklungen: Helia, Palgſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Geſchäftliches.
Eine große Erleichterung der täglichen
Putz=
arbeit findet die Hausfrau in Vim, dem hervorragenden Putz= und
Scheuermittel der Sunlicht=Geſellſchaft. Vim reinigt raſch und gründlich
alles, was in Haus und Küche häufiger ſorgfältiger Reinigung bedarf
Die handliche Vim=Streudoſe ermöglicht einen ſparſamen ausgiebigen
Verbrauch. Dieſe Vorzüge machen Vim jeder praktiſchen Hausfrau
unentbehrlich.
Wetterbericht.
Gießen, 22. Auguſt.
Ozeaniſche Luftmaſſene die bei der Oſtwärtsbewegung des nördlichen
Tiefs Deutſchland überfluteten, führtem allenthalben zu unbeſtändigem
Wetter. Wechſelnde Bewölkung, begleitet von Regenſchauemn, tratem auf
und weitere Abkühlung ſetzte ein. Vom Atlantiſchem Ozean rückt eine
neue Störung heran, die uns eine abermalige Wetterverſchlechterung
bringen wird. Unter Zurückdvehem der Winde mach Südweſtem werden
wärmere Luftmaſſen erneut ſtärkere Bewölkung mit ſich führen und
uns ſpäter wieder Niederſchläge bringen.
Ausſichten für Donnerstag, den 23. Auguſt: Wieder
Bewölkungs=
zunahme, etwas wärmer, ſpäter Niederſchläge, ſüdweſtliche Winde.
Ausſichten für Freitag, den 24. Auguſt: Wechſelnd wolkig,
Tempera=
turen ſchwankend, Regenſchauer, um Weſt drehende Winde.
74
Aus Heſſen.
Kartoffelkrebs.
Im vergangenen Jahre iſt der Kurtoffelkrebs in 10 Gemeinden
Kreiſe Darmſtadt, Groß=Gerau, Dieburg und Heppenheim und im dieſiet
Jahre im Kreis Gießen aufgefunden worden; es iſt zu vermuten 4
auch noch an ſonſtigen Orten unentdeckte Krebsherde vorhanden inde
Da der Kartoffelkrebs ſo ſtark auftreten kann, daß eine Emnte üb4l
aupt nicht mehr in Betracht kommt, muß alles aufgeboten werd=t.
kranke Felder und Pflanzſtücke ſo bald wie irgend möglich zu erkenmm
um der Weitewverbreitung vorbeugen zu können und die Kartofni
pflanzer vor Schaden zu ſchützen. Gs liegt deshalb im eigenſten
tereſſe der letzteren, daß ſie ſelbſt weitgehendſt beim Auffinden der S.
chenſtellen mitwirken.
Der Kartoffelkvebs iſt daran erkenntlich, daß man an den Rnolo
Wucherungen von verſchiedener Größe und Form findet, deren Obch,
fläche warzig, blumenkohlartig und ſpäter oft zerklüftet iſt, ſo daß
zuweilen an manche Sorten von Badeſchwämmen erinnenr. Manchmo.
erſcheinen ſie nur wie kleine Warzen, oft ſind es große Auswüchſe, nin
ſelten endlich iſt von der eigentlichen Knolle nichts mehr zu erkenzm=
und an ihrer Stelle finden ſich ſchwammartige Mißbildungen, di
dunch den Ort ihres Vorkommens erkennen laſſen, daß ſie urſprüng
aus jungen Kartoffeln entſtanden ſind. Anfänglich ſind alle dieſe M.
bildungen hellbraun und feſt, ſpäter werden ſie dunkelbraun und
ſchwom=
braun und zerfallen allmählich, indem ſie bei trochenem Wetter .
ſchrumpfen und gerkrümmeln, bei naßem verfaulen.
Da die Krankheit alle jungen Gewebe ergreifen kann, ſo findet mi
Krebswucherungen außer an den Knollen auch an anderen Teiſen
Pflanze. Meiſtens werden die Knollen, die Wurzelzweige und die zim
irdiſchen Stengelteile ergrifſen. Wenn die jungen Triebe aber läng
Zeit brauchen, um aus dem Boden herauszukommen, oder wenn längu=
Zeit feuchtes Wetter herrſcht, bilden ſich auch an den Blattknoſpen
oberirdiſchen Stengel Geſchwülſte, an denem man nicht ſelten noch
bennen kann, daß ſie aus Blattanlagen hervorgegangen ſind. Die obn
irdiſchen Pflanzenteile ſind ebenſo wie die am Licht liegenden Knomu
auswüchſe grün, oft mit einem weißlichen oder rötlichen Ton.
Beim Auffinden ſolcher Erſcheinungen iſt ſofort das zuſtändd=
Landwirtſchaftsamt zu bewachrichtigen, welches die zu ergreifenden MA.
nahmen veranlaſſen wird.
Trotz des Vorhandenſeins des Kartoffelkrebſes iſt es möglich, wu
weiterhin Kartoffeln anzubauen, da wir bis heute bereits 70 krebsfis
Kartoffelſorten in Deutſchland beſitzen und vorausſichtlich noch weitt
Sortem in nächſter Zeit dazu kommem werden. Es iſt aber erforderſn
daß in krebsverſeuchten Gegenden nur krebsfeſte Sorten angebaut me
den. Ueber die für die jeweiligen Zwecke geeigneten Sorten ſowie jü
Bezugsquellen wird das Landwirtſchaftsamt ebenfalls Auskunft gehltz
J. Griesheim, 22. Aug. Am Sonntag nachmitrag iſt an der Ari
zung der Neuen Darmſtädterſtraße und Nathenauſtraße ein hieſiſ
Motorradfahrer mit einem Motorradſahver aus Weſthofen zuſammm
geſtoßen. Das Motorrad des letzteren wurde ſchwer beſchädigt, auch tn.
er ſchwerere Verletzungen davon, als der hieſige Motorradfahrer, dei=
Nad ebenfalls nur leicht beſchädigt wurde. Wen die Schuld an d
Zuſammenſtoß trifft, werden die polizeilichen Erwittelungen erg
Am Samstag früh 4 Uhr verſchied nach kurzem ſchweren Krankenle
der erſte Turnwart der Freien Turnerſchaft e. V., Herr Jakob Beſt
im Mannheimer Krankenhaus. Trotz ſeiner Jugend, Beſt war 23
alt, hat ihm die Freie Turnerſchaft den Aufſtieg ihrer Turnabteilul
und die Einführung einer neuen durchgreifendem Lehrmethode zu m
danken. Unermüdlich ſchaffte er für den Verein und ſtellte alle pei
lichem Worteile hintan. Noch vor kurzer Zeit mahm er an einem 4.1
ſus in Leipzig teil. Schon freute er ſich auf ſeine Arbeit zum näicht
jährigen Bezirksfeſt, das in Griesheim ſtattfindet, eine Arbeit, die
enorme für die techniſche Leitung ſein wird. Herr Beſt hätte dieſe Arc
zweifellos glänzend gelöſt. Der Tod des jungen Mames reißt d
Verein eine große Lücke.
Aa. Pfungſtadt, 21. Aug. Der Zollamtsneubau iſtin
letzten Zeit ſo weit vorgeſchritten, daß die Gemeinde dieſer Jage 1
Arbeitem für den Innenausbau (Glaſer=, Weißbinder=, Tapezier=, 6ch
ſer=, Gas= und Lichtarbeiten uſw.) vergeben konnte. — NeueFlae
bauten. Bekanntlich errichtet die Gemeinde Pfungſtadt zur 9
rung der Wohnungsnot neue Flachbauten. Wie dazu ergänzn hra
lautet, werden die Bauten in der gleichen Weiſe wie die beritz R
ſtehenden ausgeführt werden. Die Bauten ſollen jedoch ander Gre
mauern und zum Ausgleich dafür einen Außenverputz erhalten.
Neinigung der Gräben. Die Reinigung der Graben in drG
markung Pfungſtadt geht in dieſen Tagen ihrem Ende entgegen.
der letzten Gemeinderatsſitzung wurde dazu alsbaldige Regelung der ers
gültig Berechnung gefordert. Die Sache wird bereits vom Kuſt*
baucmt bearbeitet. — Die Einwohner der Zieglerſtraße haben m !
Gemeinderat ein Geſuch gerichtet, in dem ſie um Anſchluß ihrer Häup.”
an das Kanalnetz bitten. — Landſturm=Wiederſehensfei n=
Ende September ſoll hier eine Wiederſehensfeier für das zu Beginn ..
Krieges in Pfungſtadt formierte Landſturmbataillon abgehalten n
Als Tag ſind der 23. oder der 30. September in Ausſicht genommen.?”
Aa. Pfungſtadt, 21. Aug. Landwirtſchaftliche Genoſ
ſchaft. Die Landwirtſchaftliche Bezug= und Abſatzgen
Pfungſtadt gählte am Schluß des abgelaufenen Geſchäftsjahres 2 P
glieder. Im abgelaufenen Geſchäftsjahr ſtellte ſich der Warenbezug
rund 12 670 Zentner, der Geſamtumſatz auf 150 000 RMM. Reſervefal
und Betriebsumlage betragen 5000 RM. Im abgelaufenen Jahre wie
ein Reingewinn von 1742 RM. erzielt. In der dieſer Tage im „Nhut
ſchen Hof” (Koch) abgehaltenen Geveralverſammlung der Genoſſen)!.
wurde dem Vorſtand Entlaſtung erteilt. Die Aufſichtsratsmitglr!
Jakob Jäger 9. und Richard Kunz wurden wiedergewählt, desglen
das Vorſtandsmitglied Jakob Heil. — Anſtelle des zurückgetreten
ſichtsratsmitgliedes Ludwig Wenz 5. wurde ſein Sohn in den A.
rat gewählt. Die Generalverſammlung nahm einen guten Verlau
Kirchweihe. Die diesjährige Pfungſtädter Kirchweihe findet in
9. und 10. September ſtatt. Die Plätze für den Marktbetrieb wur
bereits dieſer Tage auf der Bürgermeiſterei öffentlich meiſtbietend
ſteigert.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 22. Aug. Obſt= und Gartenbi
verein. Der Kreisverband Darmſtadt veranſtaltet am kommen
Sonntag einen Familienausflug zur Beſichtigung der Staudengarr n.
und Baumſchulen der Firma Gooß u. Koenemann in Niederwalluen!
Rhein. Abfahrt vorm. 8.06 in Darmſtadt (Hauptbahnhof). Von
Yu=
aus kann das Ziel per Schiff oder auch per Bahn erreicht werd
nachdem ſich die Witterung geſtaltet. Auf alle Fälle iſt in Niedemm
Treffpunkt um 10.20 Uhr an der dortigen Dampferhalteſtelle,
vomh-
aus gemeinſam zur Beſichtigung gegangen wird. Vom hieſigen Pel
beteiligen ſich eine Anzahl Perſonen. Nachmeldungen können nochl
dem Vorſitzenden erfolgen. — In den nächſten Tagen wird bei den
gliedern eine Beſtell=Liſte über Torfmull und Obſtbäume zirkull=
Der Bedarf an dieſen Artikeln kann hierbei angemeldet werden.
ſichtlich der Obſtbäume ſei darauf hingewieſen, daß an Aepfel= und 2
orten möglichſt nur die in der Beſtell=Liſte aufgeführten ausgend
werden ſollen, da dieſe diefenigen ſind, die auch bei dem aulgemn
Umpfropfen in Frage kamen. — Heſſ. Sängerbund, Gau 42
ſtadt=Land. Am Sonntag, den 16. September I. Js., nachmittags 2
beginnend, findet in Eberſtadt, Gaſthaus „Zur Roſe” (Beſ. Hiu.
diesjährige Gautagung ſtatt. Die Tagesordnung umfaßt wne
Punkte, insbeſondere Anträge zum Bundesſängertag in Gießen.!
Wahl des Feſtortes und des Zeitpunktes zum nächſtjährigen Gale
tungsſingen. Anträge der Vereine, auch ſolche über Bewerbunn!.
das Gauwertungsſingen müſſen bis ſpäteſtens den 8. September
an den Gauvorſitzenden, Herrn Bürgermeiſtereiſekretär Steyernäſk=
Nieder=Ramſtadt, eingereicht werden.
m. Beerfelden, 22. Aug. Erfolgreiche Sportler.
nicht ſehr lange iſt es her, da wurde hier ein Radfahrerverein
det, der aber im Laufe eines Jahres einen ſehr erfreulichen Auſſch
nahm. Derſelbe beteiligte ſich am Sonntag an dem Bundesradſe
feſt des Main=Speſſartbundes in Röllfeld in Bayern, und len
ſtarker Konkurvenz war es ihm möglich,e mit drei Preiſen
zurun=
ren: den Weitpreis erhielt er für das Zurücklegen der we‟
Strecke zu Rad; der 2. Korſopreis wurde ihm zuteil für gul
ſtelluneg und ſicheres Fahren im Feſtzug; für gute Leiſtung im. "
fahren gab’s den 2. Reigenpreis. Man kann ſich darüber II.
daß trotz Auto und Motorrad, trotz Autoſtaub und anderer Si
bedrängnis es noch Radfahrer gibt, die begeiſtert an ihrem Spor
halten und denſelben geradeſo intenſiv pflegen wie zu der Zeik."
Beförderungsmittel noch die Verkehrswege beherrſchte.
Willſt Du
Dich geſteigerten Wohlbefindens erfreuen, ſo mußt Du täglich 30
Körper=puder verwenden. Der Körper wird erfriſcht und bleibt ſe
läftigem Schweiß und Hautausdünſtungen.
ſaummer 234
Donnerstag, den 23. Auguſt 1928
Seite 7
de Heag kauft das Elektrizitätswerk
Erbach i. Odw.
Erbach i. O., 22. Auguſt. Das ſtädtiſche Elektrizitätswerk
CFü, geht durch Kauf an die Heag über. Die beim ſtädtiſchen
EErfzitätswerk ſeit einiger Zeit im Gang befindlichen
Reorgani=
f ſeilsvorbereitungen haben nun einen, wenn auch ungeahnten,
ſ ſehlen Abſchluß gefunden. Das vor nunmehr 25 Jahren
er=
bhe! Werk, das ſeinerzeit für Zwecke der Stadt Erbach und
i ie ſEinwohnerſchaft ſozuſagen aus „Selbſthilfe” errichtet wurde,
ifſümehr nach glücklicher Erledigung der langen Verkaufs=
Gmau dlungen in den Beſitz der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=
Geldchaft übergegangen. Der Kaufpreis beträgt 300 000.— RM.
Taheurkundung der Rechtsveränderung findet, wie wir
erfah=
rinheute in Darmſtadt ſtatt. Die Stadtverwaltung bzw. der
Gbemderat hat ſelbſtverſtändlich bei dem Verkauf Vorbehalte
gydot, die, wie wir hören, zum größten Teil von den Vertretern
dücſeag akzeptiert wurden. So werden z. B. bei der erforder=
1ſhiverdenden Umſtellung des Erbacher Werkes, das bekanntlich
Gotftrom erzeugt, ſämtliche auszuwechſelnden Motoren,
Appa=
vn Buleitungen und Anſchlüſſe ausſchließlich durch die Heag
Uwauf deren Koſten getätigt. Außerdem werden, was beſon=
A5enrfreulich iſt, die ſämtlichen zurzeit bei dem Werk
beſchäftig=
t/hPerſonen durch die Heag übernommen. Wegen der Weiter=
Hhöt tigung wurden ſeitens der Heag weitgehendſte Zugeſtänd=
Umg=egeben. Die geſamte Straßenbeleuchtungsanlage bleibt im
98z= der Stadt Erbach. Man kann, ſoweit wir informiert ſind,
ymeiner Verbilligung des Stromes rechnen, da die größeren
S Eyterzeugungsbetriebe wohl in der nächſten Zeit gezwungen
ſe werden, Verbilligungen, beſonders des Kraftſtromes,
ein=
tan zu laſſen. Wäre das Werk im ſtädtiſchen Beſitz geblieben,
ſtät=te man, wie jetzt bekannt wird, in allernächſter Zeit mit
rn /Erhöhung der derzeitigen Strompreiſe rechnen müſſen, da
9 ümr Erneuerung der Anlagen erforderlichen Mittel durch das
Akl hätten aufgebracht werden müſſen, was, da die Reſerven
uu ücklagen, der Inflation zum Opfer gefallen ſind, eine
ſei rrige Sache geweſen wäre. Der Stadt wurde ein weiterer
Atdäl dadurch, daß ſie nach einem beſtimmten Modus an dem
1as in dem in Frage kommenden Verſorgungsgebiet
inter=
eiril bleibt. Außerdem wird das Baubüro der Heag von
Groß=
ut8 dt nach Erbach verlegt, was ohne Zweifel für uns in
ſteuer=
ſir! Hinſicht ein großes Plus ſein wird. — Zu entſcheiden, ob
5Yerkauf für die Stadt ein Glück oder das Gegenteil bedeutet,
hen wir der Zukunft überlaſſen, doch der Hoffnung, daß ſich
7 5MKaßnahme als eine ſolche zum Segen unſerer
Einwohner=
ſſet und der Verwaltung erweiſen möge, ſei auch an dieſer
ſell Ausdruck gegeben.
Die offizielle Beſtätigung.
Wäe wir heute erfahren, geht das Elektrizitätswerk Erbach i. O.
ndrem geſamten Leitungsnetz mit Wirkung vom 1. Oktober d. J.
* iurem Kaufpreis von 300 000.— M. in den Beſitz der Heſſiſchen
Enwahn=A.=G. Darmſtadt über.
9 — Kolmbach, 21. Aug. Brand. Im Keller eines hieſigen
An=
enss, in dem auch ein Backofen eingebaut war, brach ein Brand
Der von der allein ſich zu Hauſe befindenden Ehefrau zuerſt gar
utigeerkt wurde. Nachbarsleute bemerkten plötzlich die aus dem
te, hervordringenden Rauchſchwaden und eilten zu Hilfe. Große
Yüt=bündel im Keller ſtanden in Flammen, und das Deckengebälke
hrirte auch bereits. Schnell wurde die Feuerwehr alarmiert, die das
Schulabbau. Mit Wiederbeginn des
Schul=
ſei meiſterte.
enrichts nach den Ernteferien wird leider die zweite hieſige
Lehrer=
ſedabgebaut und der Schulbetrieb wieder einklaſſig.
Bensheim (Bergſtr.), 22. Aug. Ein Wiederfehenstag
Zensheimer Gymnaſium. Unter den an der Bergſtraße
menden höheren Lehranſtalten gibt es keine, die auf eine ſo lange
ghrwvürdige Geſchichte zurückblichen kann, wie genade das Bensheimer
Encaſium. Bald ſind es 250 Jahre her, ſeitdem die Anſtalt durch die
in ere Gunſt des Kurfürſten von Mainz, des Stadtherrn von
ehe=
dals „Lateinſchule” begründet wurde. Die engen Bande, wie ſie
Schulzeit zwiſchen Schilern, Schule und Schulſtadt geknüpft hat,
nes aufzufriſchen und aufs neue zu befeſtigen, dies iſt Zweck und Ziel
Ernde dieſer Woche (Samstag, 25. und Sonntag, 26. Auguſt)
ſtatt=
fend den Wiederſehenstages aller früheren Schüler der Anſtalt. Ein
flrhe Feſtfolge, wie ſie von einem eigens gebildeten Feſtausſchuß
Sonfen wurde, ſoll dazu dienen, alle früheren Bensheiwer
Gymna=
ſer— die ihr ſpäterer Lebensberuf in die Welt hinaus verſtreut hat,
der einmal in der Stadt ihrer Gymnaſialzeit zu gemeinſamer Feier
ze einen. Die Tagung ſoll übrigens nicht bloß die früheren Maturi=
=Abiturienten, ſondern möglichſt alle ehemaligen Schüler der Anſtalt
zmmenfaſſen. Der offizielle Teil der Veranſtaltung ſieht bereits am
mattag, 25. Auguſt, abends 8 Uhr, im „Deutſchen Haus” eine Be=
Hungsfeier vor. Die heutigen Schüler werden die früheren durch
mi Fackelzug ehren. Am Sonntag, 26. Auguſt, nimmt die Feſtfolge um
5 Uhr mit einer Totengedenkfeier im Schulhof der Anſtalt ihren
aurg; ihr folgt ein Feſtakt im „Deutſchen Haus‟. Den Beſchluß
G1 ein Feſtkommers.
.. Heppenheim n. d. B., 21. Aug. Heſſiſche Wanderaus=
Ui ung für Geſundheit und ſoziale Fürſorge vom
4.uguſt bis einſchließlich 26. Auguſt. Das Programm
die „Heſſiſche Wanderausſtellung für Geſundheit und ſoziale
Für=
in der ſtädtiſchen Turnhalle dahier iſt wie folgt. Am Mittwoch,
12.— iſt die Ausſtellung von 3 Uhr ab geöffnet. Abends 8 Uhr
Vor=
des Herrn Medizinalrat Dr. med. Heid: „Der Wert der
öffent=
en Geſundheitspflege”, Anſchließend Geſangsvorträge durch den
ſuznergeſangverein „Sängerbund”. Am Donnerstag, den 23. Auguſt,
dü=Ausſtellung ebenfalls von 3 Uhr an geöffnet, abends 8 Uhr große
nicſebung, insbeſondere für die Jugend. Der Orcheſterverein
Heppen=
m wird an Muſikſtücken „Titus”, Ouvertüre von Mozart, Larghetto
der zweiten Symphonie von Beethoven; „Großmüttenchen” von
ta2; „Heil Europa”, Marſch von Blon, vortvagen. Das „
Sänger=
ungett” wird zwei Lieder vortragen. Sodann Vortrag des Herrn
9=Rat Dr. med. Werner: „Im Kampf gegen die Volksſeuchen”.
ſitrag, den 24. Auguſt, vormittags und nachmittags geſchloſſene
zung. Die Ausſtellung iſt ab 6 Uhr nachmittags geöffnet.
Liedervor=
gei des Geſangvereins „Frohſinn”. Abends 8 Uhr Sondervortrag für
imen und Mädchen. Schweſter Margarete Schmidt=Darmſtadt ſpricht
rſtdas Thema: „Das wertvollſte Gut der Familie und des Staates”.
ei! Muſikſtücke, vorgetragen vom 1. Heppenheimer Mandolinenklub,
ſinßen ſich dem Vortrag an. Samstag, den 25. Auguſt, iſt die
Aus=
lurig ab 3 Uhr allgemein geöffnet. Abends 8 Uhr: Vortrag des Lei=
Der Ausſtellung, des Herrn L. Avemarie, über das Thema: „Eine
älrrliche Krankheit, ihre Heilung und Verhitung”, Sonntag, den
E uguſt, iſt die Ausſtellung von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends
fimet. Sämtliche Vorträge ſind im Ausſtellungsraum. Der Eintritt
Aelusſtellung und zu den Vorträgen iſt frei.
—— Hirſchhorn, 22. Aug. Waſſerſtand des Neckars am
MAuguſt 0,50 Meter, am 22. Auguſt 0,54 Meter.
—— Gernsheim, 22. Aug. Waſſerſtand des Rheins am
IAuguſt 0.20 Meter, am 22. Auguſt 0,94 Meter.
Sozialpolitiſche und volkswirtſchaftliche Betrachtungen
über die elektriſche Energie=Bewirtſchaftung bei
ſtädti=
ſchen und privaten Anternehmungen.
Von A. Käppele, Betriebsleiter.
In letzter Zeit haben wir wiederholt Gelegenheit gehabt, in
ver=
ſchiedenen Tageszeitungen zu leſen, wie der Großerzeugung und
Groß=
verteilung elektriſcher Energie das Wort geredet wird. Dieſe durchaus
beachtlichen Ausführungen geben mir Veranlaſſung, einige Betrachtungen
in ſozialpolitiſcher ſowohl als auch volkswirtſchaftlicher Beziehung zu
machen, zumal die Elektrifizierung aller Gebietsteile in erſter Linie durch
das Eingreifen privaten Unternehmungsgeiſtes in ein Stadim getreten
iſt, was den weniger leiſtungsfähigen Betrieben in noch öffenttlicher Hand
zu denken Veranlaſſung geben ſollte.
Alle Sozialiſierungsbeſtrebungen haben es nicht aufzuhalten
ver=
mocht, daß in der Nachkriegszeit die meiſten kommunalen Werke von
namhafter Bedeutung eine Wandlung durchmachten, die geeignet war,
ihnen einen erhöhten Wirtſchaftswillen einzuflößen, indem man ſie aus
dem kommunalen Rahmen herausſchälte. Man ſtellte ſie mit Hilfe
pri=
vaten Kapitals um in gemiſcht wirtſchaftliche Betriebe. Damit waren
ſie vor allen Dingen den vielen hemmenden Einflüſſen entzogen, die
ge=
eignet waren, ihre Rentabilität fraglich zu machen, zum mindeſten jedoch
ſtark zu beeinträchtigen. Es gibt zwar auch eine Reihe ſtaatlicher und
kommunaler Werke, die nach privatwirtſchaftlichen Grundſätzen in Form
von Aktiengeſellſchaften, alſo unter Wegfall jeglicher bureaukratiſcher
Hemmungen, geleitet werden, welche infolge ihrer obrigkeitlichen
Macht=
befugniſſe eine Stellung einnehmen, gegen welche ſelbſt die
Monopol=
ſtellung privater Werke verblaßt.
An ſich beſteht durch die Einführung der gemiſcht wirtſchaftlichen
Unternehmungsformen und dem Verlangen nach Sozialiſierung der
Be=
triebe kein Widerſpruch, ſofern man unter Sozialiſierung die
Abände=
rung der Beziehungen zwiſchen Unternehmen einerſeits, der
Allgemein=
heit ſowie den Angeſtellten und Arbeitern andererſeits (und zwar zum
Vorteile der letzteren) verſteht. Mit anderen Worten, es können auch
gemiſcht wirtſchaftliche Betriebe ſozialiſiert ſein.
Mit der Umwandlung der bisher rein kommunalen Werke in
ſozia=
liſierte gemiſcht wirtſchaftliche Betriebe iſt den Arbeitnehmern vielleicht
noch mehr gedient als mit der Aufrechterhaltung der bisherigen
öffent=
lichen bureaukratiſchen Verwaltungen, die den Betrieben einen mehr
mumitzipal=kapitaliſtiſchen als ſozialiſtiſchen Charakter gab. Dem
Ver=
faſſer ſelbſt iſt eine ganze Anzahl Elektrizitätswerke privaten Charakters
mit denſelben ſozialen Einrichtungen, wie ſolche für den Stagt oder
die Kommunen maßgebend ſind, belonmt. Nachdem nun eine ganze
Reihe bekannter Elektrizitätéwerke aus dem Verband der
kommunali=
ſierten Betriebe ausgeſchieden war, konnte man in der Folgezeit deren
Emwicklung beobachten und feſtſtellen, daß ſelbſt Werke mit vorher
gün=
ſtüigen Ergebniſſen zu noch weit beſſeren Reſultaten kamen, ſo daß man
von einer Ueberlegenheit des einen Syſtems über das ondere ſprechen
kann. Die Urſache liegt in dem vorhandenen verantwortlichen Kapital
und dem veränderten Verwaltungsſtſtem. Der Verfaſſer erinnert ſich
noch des Falles Königsberg. Die Stadt war ſeinerzeit finanziell ſehr
ſtark belaſtet. Das Elektrizitätswerk erbrachte zwar noch eine
ausrei=
chende Rente, war aber bezüglich ſeiner techniſchen Einrichtungen
voll=
ſtändig beraltet. Die kluge Stadtverwaltung hat ſich damals faſt
ein=
ſtimmig entſchloſſen, ihre Werke an die Allgemeine Elektrizitätsgeſellſchaft
zu verpachten, da ihr hierin ein finanzieller Vorteil zufloß, der, ſolange
die Betriebe in eigener Regie blieben, niemals zu erreichen geweſen
wäre. Derſelbe Fall bezieht ſich auch auf das Würzburger
Elektrizitäts=
werk im Jahre 1914 und in der Folgezeit auf eine Reihe anderer Werke.
Erſt neuerdings hört man von der Uebergabe der ſtädt. Elektrizitätswerke
die Stadt Trier an das Rheiniſch=Weſtfäliſche Elektrizitätswerk ſowie der
Uebergahe des ſtädtiſchen Elektrizitätsverkes Erbach i. Odw. an die
Heſſiſche Eiſenbahn A.=G. Darmſtadt. Dengler ſagt in einem
Verwal=
tungsblatt des Heſſiſchen Kommunaldienſies: „Es iſt etwas ideales, die
ſtädtiſchen Betriebe auf der Höhe ihrer Leiſtungsfähigkeit zu erhalten,
und, was von größter Wichtigkeit iſt, ſie den heutigen Anſprüchen
eut=
ſprechend zu entwickeln‟. Dieſes Ideal dürfte indeſſen nur mit Hilfe
großer finanzieller Opfer erreichbar ſein, die zu bringen, vielfach den
Gemeinden wegen ihrer Verſchuldung gar nicht möglich iſt. Werke, deren
Einrichtungen unzulänglich geworden ſind, ſind in ihrem Fortbeſtand
äußerſt bebroht und laufen der Gefahr, ihre Selbſtändigkeit aufgeben
g. Gernsheim, 21. Aug. Herr Ludwig Maier aus Deidesheim hat
das altbekannte Goſthaus „Zum Darmſtädter Hof” übernommen.
Herr Kaufmann Lorenz Poſt, dahier, erwarb zum Preiſe von 12 500
RM. bar das Anweſen der Dr. Ehrmann=Erben. — Zurzeit werden ſechs
Mitglieder der hieſigen Freiwilligen Sanitätskolonne zum Schwimmer=
Rettungsdienſt ausgebildet. — Bei den am letzten Sonntag hierorts
ſtattgefundenen Fußballpokalwettkämpfen gingen als Pokalſieger hervor
der Verein für Leibesübungen Lampertheim, Fußballklub Oſthofia
Oſt=
hofen, Fußballklub Heſſen Oppenheim und Fußballklub Olympia
Biebes=
heim. — Während den ſehr intereſſanten Wettkämpfen war der Beſuch
ſeitens des ſportliebenden Publikums ein ſehr lebhafter. — Zurzeit wird
der Kirchturm der hieſigen katholiſchen Kirche einer ſehr dringenden
Dachreparatur unterzogen. — Am letzten Samstag fand in der Aula der
hieſigen Realſchule, da der 11. Auguſt in die Ferien fiel, die
Verfaſſungs=
feier ſtatt. Die Feſtrede hielt Herr Studienaſſeſſor Dr. Jäger, deſſen
Ausführungen auf den Gedanken „Der Schüler und die Verfaſſung”
ab=
geſtimmt waren. Der Verlauf der Veranſtaltung war ein ſchöner. Einige
Schüler trugen ein ſtimmungsvolles Muſikſtück, Chöre und Gedichte
vaterländiſchen Inhalts vor. Zum Schluſſe wurde das Deutſchlandlied
unter großer Begeiſterung geſungen. — Eine Wallfahrt nach dem
lieb=
lich gelegenen Wallfahrtsort Maria Einſiedel unternahm am
vergange=
nen Sonntag der katholiſche Kirchenchor „Fidelitas” Mannheim. Die
Teilnehmer unternahmen mittelſt eines Motorbootes eine Rheinreiſe
nach unſerem ſchönen Rheinſtädtchen. Am Vormittag wirkte der
vorge=
nannte Chor während des feierlichen Hochamtes mit. — Aller
Voraus=
ſicht nach werden die Waſſerleitungsarbeiten in nächſter Zeit ihren
An=
fang nehmen, nachdem alle erforderlichen Vorarbeiten,
verwaltungsſeiti=
ger und juriſtiſcher Art, ihre Erledigung gefunden haben dürften.
Kom=
menden Sonntag und Montag findet das diesjährigee von Auswärtigen
gern beſuchte Kirchweihfeſt ſtatt.
z. Mörfelden, 22. Aug. Gemeinderatsſitzung mit
ge=
ballten Fäuſten. Eine kurze, aber ſtürmiſche Gemeinderatsſitzung
fand vorgeſtern ſtatt. Schon in der Verberatung des Voranſchlages
kam es zu ſtarken Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen der
ſozialdemokra=
tiſchen und der kommuniſtiſchen Gemeinderatskraktion. Die erregte
Debatte erreichte ihren Höhepunkt damit, als ein kommuniſtiſches
Ge=
meinderatsmitglied gegen den Bürgermeiſter die Fauſt ballte und die
Aktenmappe gegen ihn warf. Eine ordentliche Erregung machte ſich beim
Plenum und beim Publikum bemerkbar. Die ſozialdemokratiſche
Frak=
tion verließ hierauf den Saal.
z. Mörfelden, 21. Aug. Ein jung verheirateter Mann, der bei einer
Straßenbaukolonne aus Dietzenbach beſchäftigt war, geriet unter den
aus Brlldogg, Spreng= und Wohnwagen beſtehenden Wagenzug,
wo=
bei der Tod auf der Stelle eintrat.
a. Offenbach, 22. Aug. Aufforderung zum
Mandats=
verzicht. Stadtverordneter Grundel von der
Stadtverordneten=
fraktion „Vereinigte Bürgerliſte” wurde kürzlich von dem Vorſtand des
hieſigen Haus= und Grundbeſitzervereins aufgefordert, das Amt eines
zu müſſen. Das Ideal in der elektriſchen Energiebewirtſchaftung liegt
einzig und allein in der Großerzeugung, denn nur durch ſie iſt allen
Intereſſen weiter Volkskreiſe gedient, indem ſie den verarmten
Bevöl=
kerungsſchichten billig Licht gibt, indem ſie dem Handwerker billigen
Kraftſtrom gibt, um ſeine Produktionskoſten verringern zu können. Die
Geſamtunkoſten bei der Erzeugung ſowie die mögliche Vereinfachung
des Verwaltungsapparates bringen an ſich ſchon eine weſentliche
Ver=
billigung der Leiſtungseinheit, bezogen auf das inſtallierte Kilowatt, ſo
daß man mit einer weit geringeren Verzinſung und Amortiſation des
Anlagekgpitals zu rechnen hat. Die meiſten kleineren Werke erhalten
ſich in erſter Linie durch Strompreiſe, die in der heutigen Zeit kaum
noch eine Rechtfertigung finden können.
Hohe Strompreiſe, ſogenannte Monopoltarife, ſind aber unſerem
geſamten Wirtſchaftsleben ſchädlich und entſprechen keineswegs den
ge=
hegten Erwartungen bezüglich ihrer finanziellen Ergiebigkeit. Wollen
die kleineren Werke ſich mit einem geringeren Umſatz begnügen, dann
ſind ſie gezwungen, die Preiſe hoch zu halten, denn eine Ausdehnung
des Umſatzes iſt gleichbedeutend mit Vergrößerung der Betriebs= und
Stromfortleitungsanlagen, was wiederum ohne Kapitalinveſtition
un=
möglich iſt.
Das Strombedürfnis iſt aber heute allenthalben vorhanden, und
dieſem Verlangen iſt unter allen Umſtänden Rechnung zu tragen, wenn
man nicht vom volkswirtſchaftlichen Standpunkt aus einen Rückſchritt in
den Einzelanlagen gegenüber der zentraliſierten Energieerzeugung
er=
blicken ſoll. Wer ſeine Rettung aus finanziellen Nöten in der
Er=
höhung der Tarife ſucht, dürfte in ſeinen Erwartungen, größere
Ueber=
ſchüſſe zu erzielen, getäuſcht werden, denn jede von ſeiten des Lieferers
getroffene Maßnahme in der einen Richtung löſt eine Gegenmaßnahme
der Abnehmerkreiſe aus, denn wir haben noch immer mit nicht zu
unter=
ſchätzenden Konkurrenten, wie z. B. Petroleum, Spiritus, Benzin, Rohöl
uſw., zu rechnen, ein Umſtand, der dazu führt, bei gewiſſen
Abnehmer=
gruppen auch manchmal unter den Geſtehungskoſten elektriſche Arbeit
verkaufen zu müſſen. Hieraus erhellt, daß die Elektrizitätswerke auch
keineswegs die Monopolſtellung einnehmen, die man ihnen oft nachſagt.
Eine intereſſante, unleugbare Tatſache, die vermerkt werden muß, beſteht
noch darin, daß die privatwirtſchaftlichen Betriebe trotz der verſchiedenen
ſteuerlichen Belaſtungen geringere Strompreiſe haben, als Werke der
öffentlichen Hand, die den Vorteil der Steuerfreiheit genießen, gewiß
ein Beweis, daß ſie die Selbſtkoſten nur durch hohe Strompreiſe dechen
müſſen.
Wie ſteht es nun mit der Betriebsſicherheit der Ueberlandwerke?
Wer in der Praxis ſteht, weiß, daß die Fortſchritte auf dem Gebiete des
Leitungsbaues außerordentlich dazu beigetragen haben, die
Störungs=
vorfälle, wenn auch noch nicht ganz zu beſeitigen, ſo doch auf ein
Min=
deſtmaß zu beſchränken. Eine erhöhte Gewähr für die einwandfreie
Belieferung mit Strom bietet die ſtarke Kupplung der Werke und Netze
unter ſich; ein Sicherheitsfaktor, der in der Oeffentlichkeit zu wenig
be=
kannt iſt, was aber dazu beiträgt, daß in beſonderen Fällen die
Be=
triebsſicherheit der Kleinerzeugung beſonders hervorgehoben wird. Es
bedarf aber gar keiner Frage, daß ſich die Betriebsſicherheit bei den
Ueberlandwerken in den nächſten Jahren ſo weit ſteigern wird, daß man
von Stromausfällen nicht mehr reden kann.
Welcher kluge Kommunalpolitiker will achtlos an der immer mehr
gewinnenden Ausdehnung der Großkraftwerke mit ihren modernen
Er=
zeugungsſtätten vorbeigehen? Wir ſtehen mitten in der Entwicklung
gewaltiger Probleme, insbeſondere durch die Erſchließung neuer
Energiequellen, Probleme, die durch Kleingeiſt nicht aufzuhalten ſind
und deren Verwirklichung dem Volksganzen zugute kommt. Wenn
heute eine Stadt oder eine Gemeinde ohne zwingende Notwendigkeit,
lediglich aus Lokalpatriotismus, ein Elektrizitätswerk baut, obwohl ſie
in der Lage wäre, die Bewirtſchaftung ihres Gebietes durch den
An=
ſchluß an eine große Ueberlandzentrale übernehmen zu laſſen, ſo
er=
blickt der Verfaſſer hierin nichts anderes als eine den Intereſſen der
Allgemeinheit zuwiderlaufende Politik und eine Vergeudung von
Volks=
vermögen, denn unter der Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens
kön=
nen die Verbraucher nicht leiden.
Stadtverordneten niederzulegen, da er als Mitglied des
Hausbeſitzer=
vereins der Erhöhung der ſtädtiſchen Grundſteuer zugeſtimmt habe.
Stadtv. Grundel lehnte das Anſinnen mit der Begründung ab, daß der
Haus= und Grundbeſitzerverein zu gegebener Zeit keine Schritte
unter=
nommen hätte, die dazu hätten führen können, die Erhöhung der
Grundſteuer zu vereiteln.
* Guntersblum, 21. Aug. Aus Eiferſucht überfielen hier am
Samstag abend mehrere Burſchen den 24jährigen Dienſtknecht Karl
Schickert und mißhandelten denſelben erheblich. Außer anderen
Verletzungen erhielt der Gefallene einen gefährlichen Meſſerſtich in
den Hals. Der Verletzte wurde durch das Oppenheimer Sanitätsauto
nach Mainz ins Krankenhaus gebracht. Die Täter kamen zur Anzeige.
Ad. Oppenheim, 21. Aug. Ein Weinmuſeum in
Rhein=
heſſen. Nachdem ſchon lange der Gedanke gehegt wird, in Rheinheſſen
ein Weiamuſeum zu gründen, tritt man mit dem Plan allmählich in
die Oeffentlichkeit und erwägt vor allem, ob auch Rheinheſſen hierzu
genügendes Material beſitzt, und ob die beſtehenden allgemeinen Muſeen
bereit ſind, ihren diesbezüglichen Beſtand ganz oder teilweiſe dem neuen
Unternehmen zum Opfer zu bringen. Hinſichtlich des Ortes, an dem
das Muſeum zu errichten iſt, dachte man zuerſt wegen ſeiner
geſchicht=
lichen Vergangenheit, ſeiner vorbildlich geleiteten Lehranſtalt für Wein=
und Obſtbau, ſeines hervorragenden Weines ſowie ſeiner Lage an der
Peripherie und Hauptverkehrsſtraße des größten weinbautreibenden
Kreiſes an das maleriſch gelegene Oppenheim. In neuerer Zeit kommt
auch die Weinſtadt Mainz in Betracht, weil ſie eher über die zur
Er=
richtung eines Weinmuſeums erforderlichen Räumlichkeiten verfügt. Wie
verlautet, haben ſich die Städte Alzey und Bingen ſowie der durch ſeine
Qualitätsweine bekannte Weinort Nierſtein um das Muſeum beworben.
WSN. Bingen, 21. Aug. Ein ſonderbarer Vorfall. Als
ſich am Sonntag das Schiff „Fürſt Bismarck” auf der Heimreiſe nach
Mannheim befand, wurden die 300 Paſſagiere dieſes Ausflugsſchiffes in
große Aufregung verſetzt. Ein 16jähriges Mädchen hatte ſich im Abort
der Oberkleider entledigt und ſprang über Bord. Ein junger Mann
ſprang ihm nach, um es zu retten, was auch mit Hilfe eines von dem
Dampfer „Beethoven” ausgeſetzten Bootes gelang. Das Mädchen gab
an, nicht etwa die Abſicht gehabt zu haben, Selbſtmord zu begehen,
ſon=
dern es wollte einmal ſehen, wie das iſt, wenn man von einem fahrenden
Dampfer ins Waſſer ſpringt.
—Friebberg, 21. Aug. Berichtigung. Die in Nr. 227 dieſer
Zeitung gebrachte Notiz betr. Unterſchlagungen im Kreisamt
Fried=
berg entſpricht nicht den Tatſachen. Für die Unterſchlagungen kommt
nur ein Gehilfe in Frage, der ſeine Verfehlungen ſelbſt gemeldet hat.
Von dieſem wird noch ein weiterer Gehilfe, beſchuldigt, ihm Beträge
entwendet zu haben. Beide wurden in Haft genommen. Andere
Be=
amte ſind an den Vorgängen nicht beteiligt und daher auch nicht
ent=
laſſen worden.
Tg
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für den Haarwuchs. Arztlich empfohlen gegen
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R.
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Bch. d 1L.Dso
Seite 8
Donnerstag, den 23. Auguff 1928
Nummer 234
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Geite 10
Donnerstag den 23. Auguſf 1928
Nummer 234
Im Boot von Hamburg nach Amerika.
Der Start in Hamburg.
Zwei ehemalige Angeſtellte der Hapag haben in einem alten Boot die Fahrt nach Amerika
angetreten. Das Boot fährt ohne Segel. Die Fortbewegung geſchieht durch ein Tretrad, das eine
Schraube dreht. Das Boot hat einen Aluminium=Deckaufbau als Schutz gegen das Seewaſſer.
Die beiden Sportsleute hoffen in 40 Tagen in Amerika zu ſein.
Höchſter Nationalfeiertag in Ungarn.
Die Hand des Heiligen Stephan im Feſtzug.
Der 20. Auguſt, der Namenstag des 1038 verſtorbenen erſten „heiligen” Königs von Ungarn, gilt
in Ungarn als höchſter Nationalfeiertag. Die in einem koſtbaren Schrein aufbewahrte Hand des
Heiligen Stephan wird im feierlichen Umzug herumgetragen. Die Spitzen der Behörden, die
Magnaten und die Abgeordneten befinden ſich im Gefolge der Reliquie.
Paris gibt deutſche Auskunft.
Das neue Fremdenverkehrsbüro am Pariſer Oſtbahnhof.
Die in Paris ankommenden Deutſchen erhalten im neuerrichteten Fremdenverkehrsbüro am Pariſer
Oſtbahnhof unentgeltliche deutſchſprachige Azskunft. Ein weithin ſichtbares Schild macht den
deutſchen Reiſenden auf das Büro aufmerkſam, wo ihm die nötige Auskunft erteilt wird.
Reich und Austand.
Das Frankfurter
Wohnungsbau=
programm. — 4000 Wohnungen
jährlich.
Eine Prüfung der Geſtaltung der
Wohnungs=
verhältniſſe in Frankfurt a. M. hat ergeben, daß
das bisherige Tempo der Wohnungsbautätigkeit der
Stadt Frankfurt nicht ausreicht, um die
Wohnungs=
not in abſehbarer Zeit zu beſeitigen. Insbeſondere
hat ſich ergeben, daß in den nächſten Jahren
vor=
zugsweiſe Kleinwohnungen gebaut werden müſſen,
da 72 Prozent der geforderten Wohnungen Zwei=
Zimmerwohnungen und 2 Prozent Drei=
Zimmer=
wohnungen ſind. Es ſoll deshalb im Rahmen der
gegebenen Finanzierungsmöglichkeiten nichts
unver=
ſucht bleiben, um eine nennenswerte Verſtärkung des
Wohnungsbaues vorzunehmen und die Zahl der in
den nächſten Jahren zu errichtenden Wohnungen
auf zunächſt 4000 Wohnungen pro Jahr zu ſteigern.
Um eine ordnungsmäßige Bauvorbereitung bezüglich
der Planung, Beſchaffung des notwendigen
Bau=
landes und Aufſchließung durchführen zu können, iſt
es erforderlich, den Wohnungsbau für einen längeren
Zeitabſchnitt, etwa auf vier Jahre zu regeln. Dabei
ſollen von den jährlich zu errichtenden 4000
Woh=
nungen mindeſtens 2000 bis 2500 Wohnungen aus
Kleinwohnungen und zu Mietſätzen errichtet werden,
die auch den minderbemittelten Schichten der
Bevöl=
kerung den Bezug ermöglichen. Es wird
dement=
ſprechend vom Magiſtrat bei der Stadtverordneten=
Verſammlung beantragt, ein vierjähriges
Woh=
nungsbauprogramm von jährlich 4000 Wohnungen
durchzuführen.
Schwerer Motorradunfall.
Aſchaffenburg. In der Nacht wurden in
der Darmſtädter Straße der 21jährige
Elektromon=
teur Julian Hock und die ledige Chriſtine Schramm,
beide mit ſchweren Kopfverletzungen, bewußtlos
auf=
gefunden. In der Nähe lag eine abgebrochene
Tele=
graphenſtange und ein völlig demoliertes Motorrad,
Die Schwerverletzten wurden in das Aſchaffenburger
Krankenhaus gebracht, wo bei beiden eine ſchwere
Gehirnerſchütterung feſtgeſtellt wurde.
Ein Laſtauto 25 Meter tief abgeſtürzt.
Bayreuth. In der Nacht zum Mittwoch
ſtürzte auf der Fahrt von Warmen=Steinach ein
Laſt=
auto der Bayreuther Großfirma Schütz u. Co. von
einem längs der Bahnlinie Bayreuth—Warmen=
Steinach führenden Weg die 25 Meter hohe Böſchung
hinab. Der Wagen überſchlug ſich mehreremal und
blieb zertrümmert auf den Gleiſen liegen. Wie durch
ein Wunder ſind die vier Inſaſſen des Kraftwagens
nur leicht verletzt worden und befinden ſich auf dem
Wege der Beſſerung.
Ehrliche Wanderburſchen.
Oberlahnſtein. Zwei fremde
Wanderbur=
ſchen fanden hier eine Geldbörſe mit 100 Mark
In=
halt, die ein durchfahrender Frankfurter Student
verloren hatte. Sie gaben den Fund auf der Polizei
ab, wo der erfreute Student den Geldbetrag wieder
in Empfang nehmen konnte. Die beiden ehrlichen
Finder erhielten eine gute Belohnung.
Von einem Rehbock ſchwer verletzt.
Hundsbach (Weſterwald). Auf einem Gang
durchs Feld mit ſeiner Mutter bemerkte ein junger
Burſche von hier einen Rehbock, der im Haferfeld
Nahrung ſuchte. Als die beiden ihn verſcheuchen
wollten, ſprang der Bock auf den Burſchen los und
warf ihn zu Boden. Dann ſprang er ihm mit den
Vorderfüßen auf die Bruſt und verſetzte ihm mit der
Spitze des Gehörns noch einen Stich zwiſchen die
Rippen, ſo daß die Lunge verletzt wurde. Erſt dann
gelang es der Frau, den Bock zu verſcheuchen. Die
Verletzungen des Burſchen ſind ernſter Natur.
Der Waldbrand bei Wernigerode.
Wernigerode. Das bereits geſtern
gemel=
dete Feuer im Walde zwiſchen Pleſſenburg und
Wer=
nigerode, bei den Wolfsklippen, hat etwa 75 000
Quadratmeter vernichtet. Der Brand kam dadurch
auf, daß glühende Aſchenreſte von verbrannton
Hecken bei der Trockenheit und dem aufkommenden
Wind wieder aufflammten. Es gelang, den Brand
unter großen Anſtrengungen und unter Zuhilfenahme
des automobilen Löſchzuges der Stadt Wernigerode
zu löſchen und den angrenzenden Hochwald vor
Ver=
nichtung zu bewahren.
Marktfeſiſpiele in Wernigerode.
Der Marktplatz zu Wernigerode während der
Feſtſpiele.
Vor dem 400 Jahre alten zierlichen Rathaus der
bunten Harzſtadt Wernigerode wurden gelungene
Feſtſpiele veranſtaltet. Beſonders denkwürdig war die
Aufführung von Goethes „Egmont” mit dem
ſiebzig=
jährigen Dr. Ludwig Wüllner in der Titeltolle.
Schweres Brandunglück.
Moosbach (Oberpfalz). In der Scheune des
Drechſlermeiſters Gall brach aus bisher unbekannter
Urſache Feuer aus, das ſich mit raſender Schnelligkeit
über das ganze Anweſen verbreitete. Die 16jährige
Tochter des Gall erſtickte im Rauch und konnte nur
als Leiche geborgen werden. Ein etwa dreijähriges
Kind des Gall erlitt ſchwere Brandwunden. Frau
Gall zog ſich beim Abſpringen aus dem oberen
Fenſter ſchwere Verletzungen zu. Das
Nachbar=
anweſen des Schuhmachermeiſters Schötz wurde
eben=
falls von den Flammen erfaßt und vollſtändig
ein=
geäſchert.
Ein Stinnes=Geſchäftsführer verhaftet.
Berlin. Der in der Kriegsanleiheaffäre
Ver=
haftete iſt der Geſchäftsführer einer
Tochtergeſell=
ſchaft des Stinnes=Konzerns, der Eiſen= und Stahl=
Ueberſee=Geſellſchaft, die ihre Büroräume im gleichen
Gebäude wie das Mutterhaus hat. Die Büros dieſer
Geſellſchaft ſind anſcheinend ſchon ſeit einigen Tagen
geſchloſſen. Am Sonntag erſchien der Berliner
Kriminalkommiſſar Raſſow in Hamburg und legte
den Haftbefehl des Unterſuchungsrichters vor. Der
Beſchuldigte fuhr freiwillig nach Berlin mit und
wurde als Unterſuchungsgefangener nach Moabit
ge=
bracht.
Veruntreuungen eines Brauereivertreters.
Berlin. Umfangreichen Unterſchlagungen iſt
man in einer hieſigen großen Brauerei auf die Spur
gekommen. Seit einiger Zeit fiel ein Vertreter der
Brauerei, Erich Kuhl, durch verdächtige Ausgaben
auf. Nachdem ſich der Verdacht gegen ihn immer mehr
verſtärkte, wurde unvermutet eine Reviſion
vorge=
nommen. Dabei ergab ſich, daß Kuhl Kunden= und
Kaſſenbelege gefälſcht hatte. Im Laufe der letzten
Monate war es ihm gelungen, auf dieſe Weiſe
26 000 Mark an ſich zu bringen. Die Kriminalpolizei
nahm in vorgeſtern feſt. Nach anfänglichem Leugnen
bequemte ſich Kuhl zu einem Geſtändnis. Er wurde
dem Unterſuchungsrichter vorgeführt.
Erfinder=Elend.
Amſterdam. Der holländiſche Erfinder des
unſinkbaren Rettungsbootes Schuttevaer hat ſeine
Probefahrt nach Amerika im Frühling aus Mangel
an Kapital in Plymouth beenden müſſen. Das Schiff
wurde von der Mannſchaft als Pfand für den
ver=
ſprochenen Lohn beſchlagnahmt und ſollte in
Eng=
land verkauft werden. Nur durch Intervention der
holländiſchen Regierung gelang es, den Verkauf um
14 Tage hinauszuſchieben. In dieſer Friſt bemüht
ſich der Erfinder, durch den Verkauf von Bildern des
Bootes die nötigen Mittel zuſammenzubringen. Die
Patente hat der Erfinder der Allgemeinheit geſchenkt.
Zahlungsſchwierigkeiten
der Stadt St. Ingbert.
Sieben Millionen Mark verloren
St. Ingbert. Die Berluſte, die der Staſtiö
St. Ingbert durch den Sparkaſſenſkandal erwachſen n
ſtellen ſich als ſo außerordentlich ſchwerwiegend heruo
aus, daß man nunmehr geradezu von einer kotg,o
ſtrophalen Lage des ſaar=pfälziſchen Städtchensn
ſprechen muß. Wie Bürgermeiſter Dr. Kempf imi
einer am Dienstag mit der Preſſe ſtattgefundenm=
Beſprechung mitteilte, ſind die Verſuche, durch einem
kapitalkräftige Finanzgruppe die Hauptſchuldner zuu
ſanieren, geſcheikert, da die beliehenen Firmen inſ
heruntergewirtſchaftet ſind, daß einfach nichts mehrn
zu ſanieren iſt. Teilweiſe wurde das Geld von dieſems
Firmen ſelbſt wieder weiterverliehen. Die von dene
St. Ingberter Sparkaſſe leichtſinnigerweiſe vere
liehenen Gelder belaufen ſich auf über ſechs Millionem
Mark, von denen mindeſtens 50 Prozent als völlig)
verloren gelten, während der Reſt ebenfalls in gb.”
ſehbarer Zeit nicht flüſſig gemacht werden kann.
Wio=
erſt jetzt feſtgeſtellt wurde, hat der Leiter der Kaſſeſ
Finanzrat Pircher, der u. a. ſeinem Bruder mit einewe
Million Mark Krediten unter die Arme griff, ſchomm
die Bilanz für 1925 gefälſcht. Die Stadt St. Ingzt
bert, deren Verluſte mindeſtens das Fünffache ihresu
Jahresetats ausmachen, iſt zahlungsunfähig geworz
den. Allein die Zinſen und Amortiſationen würdeng
wenn die Stadt eine langfriſtige Anleihe zur Deckunen
der Kredite aufnähme, denſelben Betrag wie die geu
ſamten ſtädtiſchen Umlagen, alſo eine Verdoppelunen
des Steuerumlageſatzes auf 360 Prozent, erfordernm
Dieſe ſteuerliche Belaſtung, der die kleine Kommunac
unmöglich gewachſen wäre, würde notwendigerweiſon
eine Abwanderung aus St. Ingbert zur Folge habenn
das ohnedies bereits unter einem ſtändigen Bevölfeu
rungsrückgang zu leiden hat. — Die Stadt hofft, daße
die Regierungskommiſſion und vielleicht auch dud
Deutſche Girozentrale, ihr durch einen Kredit helfen.
werden. Gegen den ungetreuen Leiter der Sparkaſſei
Finanzrat Pircher, iſt bei der Staatsanwaltſchoi
Anzeige erſtattet; er konnte jedoch wegen Krankhe
bisher noch nicht inhaftiert werden.
Flettner=Rotorſchiff nach Amerika verkauft,
Berlin. Das Flettner=Rotorſchiff „Badenm
Baden”, die ehemalige „Buckau”, iſt nunmehr endgülä
tig, nachdem ſich frühere Verhandlungen einmal zerro
ſchlagen hatten, nach Amerika verkauft worden. Dasu
Schiff wird von der Geſellſchaft Cape Navigatiens=
Corporation übernommen, allerdings unter der Beos
dingung, daß die Rotoren ausgeſchraubt werden.
Ernteſchäden durch Regenfälle.
London. Anhaltende ſtarke Regenfälle habeng
in Oſt=Cumberland und North=Weſtmoreland großeß
Schäden verurſacht. In Penrith regnete es 24 Stun=n
den lang ununterbrochen. In Melmerby wurde durche
einen Hochwaſſer führenden Fluß eine Brücke foreit,
geriſſen und andere Brücken ſchwer beſchädigt. Died
Hauptſtraße von Newcaſtle nach dem Seediſtriſt M
mußte für den Verkehr geſperrt werden. Der Tile1
phonverkehr in Appleby wurde eingeſtellt. Ag
her=
ſchiedenen Gebieten Cheſhire werden aßebliche 4
Ernteſchäden gemeldet.
Die Suche nach der Aleſſandri=Gruppe.
Rom. Der Walfiſchfänger „Braganza” hat aufut
der Suche nach der Ballongruppe der „Italial imt
Weſten des Nordoſtlandes von Spitzbergen dieſers
Tage ohne Schwierigkeiten bis zu der Stelle vor,ß
dringen können, wo ſich das Rote Zelt der Nobilan
Gruppe auf dem Packeis befand. Hierauf fuhr 0i0
„Braganza” weiter bis zu 80 Grad 29 Min, nörcn
licher Breite und 31 Grad 21 Min. öſtlicher Längg
h. ungefähr 25 Kilometer nordöſtlich der Irſei
Great, wo das Gillesland in Sicht kam. Dieſes wirin
ebenſo wie die Inſel und das Packeis, von den milk
geführten Flugzeugen aus abgeſucht werden, da
ma=
die Ballongruppe in dieſer Gegend vermutet. 900
leichte Vordringen des Dampfers zeigt, in wie große
Maße ſich das Packeis in den letzten Tagen verände,”
und gelockert hat. Das ganze Gebiet, wo Nobile uun
ſeine Begleiter die Ballongruppe vermuten, wird
leicht abgeſucht werden können. In Italien beſté:
immer noch die Hoffnung, daß die Schiffbrüchigen
auf einer der nahen Inſeln gerettet haben, wo ſie f.
längere Zeit Nahrung finden können.
Auf der Suche nach den vermißten ſchwediſchc
Fliegern.
Waſhington. Das Staatsdepartement 19
die kanadiſche und die däniſche Regierung erſucht,
amerikaniſchen Regierung ihre Unterſtützung fur
Auffindung der vermißten Flieger Haſſel und Le
mer zu leihen. Der amerikaniſche Dampfer „Mariau
iſt ſchon geſtern der Küſte von Labrador entlang n90.
wärts gefahren. Die däniſche Regierung hat geche
wortet, daß ſie den Dampfer „Goddhad”, der
augenblicklich an der Küſte Grönlands befinder,
auftragt habe, ſich an den Nachforſchungen zu V0
ligen. Die amerikaniſche Regierung hat außerd:”
Weiſung gegeben, daß die Funkſtationen die Semte
tätigkeit täglich während einiger Stunden einſtels!
ſollen, damit die Signale der vermißten Flle*
beſſer gehört werden könnten. Schließlich wird i."
geteilt, daß ein weiteres Schiff nach dem Kap Gy0ſ
ley abgefahren iſt. Die Regierung von Neufundt 1
hat dem Dampfer „Preſidench” Weiſung gegebeln”
den Nachforſchungen mitzuwirken.
S.O.S.=Rufe Dyotts.
Riode Janeiro. Nach einer hier vorlies
den Meldung hat die Funkſtation an der Grenze
Para dringende Hilferufe von der Hilfsexpedln
aufgefangen, die unter Führung von Commal=
Dyott Nachforſchungen nach dem britiſchen Forl”
Fawcett angeſtellt hatte. Dyott teilt mit, daß er
Indianern umzingelt ſei. Die drahtloſen Sidk”
kommen von ungefähr derſelben Stelle, an der 2.
Fawcett mit ſeinen Begleitern von Indianern 27
ſchlagen wurde.
Fünf Perſonen durch Starkſtrom getötem
Phönix (Arizona). Durch Sturm wurde
der Nacht zum Mittwoch eine elektriſche Ho9)0
nungsleitung heruntergriſſen. Drei Perſonell
von der Leitung getroffen wurden, warei Abl I
Stelle tot. Zwei weitere Perſonen, die zur *
eilten, wurden ebenfalls getötet
Nummer 8
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
23. August 1928
Kennzeichnung
der Wegübergänge.
Von
Reg.-Baum. a. D. Spamer, Darmstadt.
Krreuzungsſtellen von Straßen mit Bahnen können
aus=
elnoet werden als Planübergänge (Uebergang in Gleishöhe)
SStraßenunterführungen und endlich als
Straßenüberfüh=
wan. Bei Nebenbahnen und ſonſtigen Bahnen
untergeord=
r! Verkehrsbedeutung werden zur Erſparung an Bau= und
böchungskoſten zumeiſt Planübergänge angeſtrebt, die nach
Fſichrift der Eiſenbahnbau= und Betriebsordnung nicht
ab=
wwankt zu werden brauchen. Aber auch bei Hauptbahnen,
ſerl bei ſtark belaſteten zweigleigen, findet man heute noch
ſpiach Planübergänge, aus früherer Zeit der Eiſenbahnen
ſaumend, als Straßen= und Bahnverkehr noch weitaus
ge=
ter war. Als Sicherheitsmaßnahme für Straßen= und
Bahn=
venr ſind für ſolche Kreuzungsſtellen ihre Kennzeichnung,
Ab=
ſaürkung und Bewachung durch Wärter durch die B.O.
vor=
ahiieben. Infolge des ſehr ſtark angewachſenen und bedeutend
ſtellleren Verkehrs ſind aber Planübergänge zum mindeſten
bwdark belaſteten Hauptbahnen und Hauptſtraßen heute
Ge=
frngunkte erſten Ranges; die angeführten Beſtimmungen der
B., insbeſondere bezüglich der Abſchrankung und Bewachung,
ſ, da heute Abſchrankungen als Sicherheitsmaßnahmen un=
Bild 1. Gesamtansicht einer Warnsignalanlage.
fhmam, als überaltert zu betrachten. Eine Verordnung des
EhSverkehrsminiſters vom 8. Juli 1927 ſchafft in der Frage
1Lennzeichnung etwas Beſſerung. Sie beſtimmt
näm=
waß abgeſchrankte und unabgeſchrankte Wegübergänge durch
weutliche, in Form und Größe bindend vorgeſchriebene neue
fraungstaſeln zu kennzeichnen ſind, die nicht wie früher von
ſSiſenbahnverwaltung, ſondern von der Lan=
13Sauverwaltung im Benehmen mit jener und
Sach=
ktarndigen des Kraftfahrweſens aufgeſtellt und unterhalten
tyen. Hier hat man alſo der Straßenbauverwaltung die
nööführung einer Sicherungsaufgabe, die im weſentlichen
tch das Anwachſen des Straßenverkehrs entſtanden iſt, mit
G. übertragen.
Die Schranken an Ueberwegen bieten bei den heutigen Ver=
Eawerhältniſſen durchaus keine Sicherheiten für Straßen= und
hu. verkehr, im Gegenteil, ſie täuſchen eine Sicherheit vor, die
dil vorhanden iſt. Will man alſo die an Straßen= und
Bahn=
unungen in Schienenhöhe vorhandenen Gefahrpunkte in
wirk=
wirkſamer Weiſe ſichern, ſo müßten dieſe Punkte allmählich.
Bild 2. Warnsignal, rechts der Straße stehend.
inmäßig in ſchienenfreie Straßenüberführungen und =
Unter=
himungen verwandelt werden; dabei ſeien die entſtehenden
er=
blödchen Koſten, die von Bahn= und Straßenverwaltung
ge=
inf ſam zu tragen wären, nicht verkannt; es würde aber durch
ſe: Aufwendung eine erhebliche Steigerung des
Sicherheits=
ides im Verkehr erzielt, wofür man ja an vielen anderen
allen auch recht erhebliche Koſten aufwendet. Die B.O. aber
ln: ſtatt der Abſchrankungsparagraphen bindende
Beſtimmun=
nüüber die Anlage von ſchienenfreien Straßenkreuzungen
ter Berückſichtigung von Verkehrsgröße und
Verkehrsbedeu=
von Straße und Bahnen enthalten.
Bei normalſpurigen und ſchmalſpurigen Neben= und
Ceſ inbahnen bilden Planübergänge ſelbſt bei Hauptbah=
Doch ſchmal nur iſt die Bahn zum Rennen.
Der Wagen rollt, die Achſen brennen.
Der Held dringt kühn voran, der Schwächling
Lrirmamaim
bleibt zurück,
Der Stolze fällt mit lächerlichem Falle,
Der Kluge überholt ſie alle.
Schiller (4759—1805)
9 A
8 K 3
nen keine ſehr erhebliche Gefahrquelle, wenn nur eine für
Lokmotiv= und ortsunkundige Kraftwagenführer, imsbeſondere
bei Dunkelheit, deutliche Kennzeichnung dieſer Stellen
erfolgt. Bei einer von der Allgemeinen Elektroinduſtrie (H.
Winkler) Dortmund, konſtruierten Warnſignalanlage geſchieht
dies folgendermaßen: Die erſte Achſe des Zuges betätigt etwa
200 Meter beiderſeits der Straßenkreuzung angebrachte
Schie=
venkontakte S (vgl. Bild 1); ein hierdurch erregtes
Spezial=
relais ſetzt für die Dauer des Durchfahrens der Warnſtrecke die
elektriſchen Warnſignale in Tätigkeit, die ſein können:
1. zwiſchen zwei Maſten beiderſeits über der Straße
auf=
gehängte, in beliebiger Farbe und Aufſchrift leuchtende
Transparente;
2. pendelnde Scheiben mit rotem Licht und Aufſchrift
ſeit=
lich oder über der Straße (vgl. Bild 2 und 3);
3. drehbare Signale mit rotem Licht oder Transparent, im
Ruheſtand, horizontal, im Warnzuſtand vertikal,
auf=
wärtsſtehend.
Alle Signale zu 1. und 3. können auch mit den eingangs
erwähnten amtlichen Warnungstafeln verbunden werden. Jede
Fahrrichtung erhält beſondere Apparate, desgleichen jede
Rich=
tung je einen Ein= und Ausſchaltkontakt. Bei unüberſichtlichen
Wegübergängen werden außerdem noch Vorſignale (rotes
Blinl=
licht) um etwa den doppelten Kraftwagenbremsweg vom Ueber=
Bild 3. Warnsignal, über der Straße hängend.
gang entfernt aufgeſtellt. Akuſtiſche Zuſatzſignale (Glocken,
Kupen, Sirenen) können in jedem Falle mit einer Hörweite von
500—1000 Meter die Wirkſamkeit der Warnſignale erhöhen.
Damit auch das Fahrperſonal des Zuges in jedem Falle
weiß, ob die Signale der Straße in Tätigkeit ſind, leuchten,
trenn die Anlage arbeitet, dem Zuge entgegen, grüne
Kontroll=
lampen auf.
Zum Betrieb der Anlagen kann der Fahrleitungsſtrom
mit 600 Volt Spannung oder mit Vorſchaltwiderſtand bei
höherer Spannung — bei elektriſchen Bahnen, dienen; bei
Dampfbahnen iſt eine beſondere Stromquelle erforderlich.
Alle Schaltwerke werden zum Schutz gegen
Witterungsein=
füüſſe leicht zugänglich in gußeiſernen Gehäuſen untergebracht,
tvenn keine bahneigenen Gebäude in der Nähe des Ueberwegs
hierfür zur Verfügung ſtehen. Die Warnlampen ſelbſt ſind
mit Blendhauben verſehen, um ein= Streuung des Lichts zu
dermeiden.
Oesteigerte
Geschwindigkeiten.
Von
Dr. Hellmut Thomasius.
Während das Opelſche Raketen=Auto eine ganz neue Idee in
die Wirklichkeit umſetzt, die Idee, durch den Rückſtoß in Raketen
explodierender Gemenge den Wagen vorwärts zu treiben, ſuchen
andere Konſtrukteure ihr Heil in der Verbeſſerung des
Exploſions=
motors. Dieſe Verbeſſerung läßt ſich in mannigfacher Weiſe
durchführen. Auf einen einfachen Grundgedanken geht der neue
Motor zurück, der in den Wagen eingebaut iſt, mit dem es dem
Amerikaner Day Keech gelungen iſt, eine Geſchwindigkeit von 334
Kilometern in der Stunde zu erreichen. Das Problem, deſſen
Löſung in Frage ſteht, iſt ja ſchließlich weiter nichts, als eine
Multiplikation der Geſchwindigkeit. Will ich die ſechsfache
Ge=
ſchwindigkeit erzielen, ſo muß ich eben auch die Antriebsenergie
entſprechend multiplizieren. Man iſt jetzt beim Sechszylinder=
und Achtzylinder=Motor angelangt. Fährt der Kraftwagen
gegen=
wärtig im allgemeinen mit ſechs Zylindern, ſo nimmt man für
den der nächſten Zukunft eben ſechsmal ſoviele. Der neue Wagen
arbeitet daher folgerichtig mit der Rekordzahl von 36 Zylindern.
Die Bezeichnung „Triplex”, die ihm ſein Erbauer J. M. White
gegeben hat, iſt alſo, wenigſtens in bezug auf die Zylinderzahl,
nicht ganz zutreffend. Dagegen ſtimmt ſie für die
Stundenkilo=
meter. Daß mit Verſechsfachung der Zylinder und der
An=
triebskraft nur eine Verdreifachung der gegenwärtigen
durch=
ſchnittlichen Höchſtgeſchwindigkeit erreicht wurde, ſtellt eigentlich
nicht Ueberraſchendes dar. Es iſt ja bekannt, daß mit zunehmender
Geſchwindigkeit auch der Widerſtand der Luft wächſt. Zuletzt wird
ein Punkt erreicht, wo ſich dieſer Luftwiderſtand derart ſtark
gel=
tend macht, daß eine Vervielfachung der Kraft nötig iſt, um ihn
zu brechen. Ein Teil der aufgewendeten Energie dient von einer
beſtimmten Geſchwindigkeit an nicht mehr zur Erhöhung dieſer
Geſchwindigkeit, ſondern ausſchließlich zur Ueberwindung des
Luftwiderſtandes. Freilich hat White ſeinem Auto eine Form
gegeben, die nach den bisherigen Erfahrungen und auf Grund
be=
ſonderer Studien über den Luftwiderſtand gewählt wurde. Das
Auto ſpitzt ſich nach vorne keilförmig zu. Es zeigt oben und
an den Seiten Flächen, an denen die Luft gut abſtrömen kann.
Aber trotzdem ging für die Durchſchneidung der Luft viel Kraft
verloren, ballt ſie ſich doch vor dem daherſtürmenden Auto umſo
feſter zuſammen, je höher deſſen Geſchwindigkeit iſt. Eine
Be=
ſonderheit des Wagens beſteht darin, daß er in ſeinem hinterſten
Teil eine eigene Umkehrvorrichtung beſitzt. Der Motor arbeitet
mit ungefähr 1500 Pferdeſtärken.
Weſentlich anders als der „Triplex”=Wagen ſieht ein anderes
Auto aus, das durch ſeine außerordentliche Geſchwindigkeit Auf=
ſehen erregte. Iſt beim „Triplex” alles, insbeſondere aber das
lange Vorderteil im Intereſſe der Ueberwindung des
Luftwider=
ſtandes keilförmig geſtaltet, ſo iſt beim „Blauen Vogel”, dem
„Bluebird” des Amerikaners Campell alles gerundet. Der Wagen
bekommt dadurch eine ganz merkwürdige Geſtalt. Die Kühlerhaube
gleicht dem Viertel einer Eierſchale. Hinten aber erinnert
über=
haupt nichts mehr an die übliche Form eines Kraftwagens. Hier
iſt, um dem Auto eine möglichſt große Stabilität zu verleihen,
ein hohes, ſchmales, dreieckiges Blechſtück eine Art von Blechſegel
aufgeſetzt. Die Radachſe iſt ſehr lang, der Wagen alſo ziemlich breit.
Ueber der hinteren Radachſe ſtehen die Kühler. Das Ganze bietet
einen äußerſt merkwürdigen und fremdartigen Anblick dar.. Der
Motor arbeitet mit etwa 900 Pferdeſtärken und mit 3300
Um=
drehungen in der Minute. Er iſt im Verhältnis zu ſeiner Leiftung
ziemlich klein und ſtellt ein Meiſterwerk in bezug auf ſeine
Kon=
ſtruktion dar. Er iſt mit zwölf Zylindern ausgeſtattet. Was
aber das Wichtigſte iſt: im Verhältnis zu ſeiner Leiſtung iſt ſein
Gewicht ein nur ſehr geringes. Für jede entwickelte Pferdekraft
nur 43 Kilogramm. Die Leiſtungen dieſes Wagens ſtehen hinter
denen des „Triplex” nur wenig zurück. Es wurden damit 830
Kilometer in der Stunde erzielt. Sein Erbauer behauptet jedoch,
daß er auf einer geeigneten Bahn, vor allem auf einer Bahn, die
ausſchließlich aus Beton beſteht, ſicherlich auf 500 Kilometer
kommen würde.
Der Gedanke, daß unſere heutigen Geſchwindigkeiten zu
gering ſind, daß man ſie multiplizieren muß, beſchränkt ſich
natür=
lich nicht auf den Kraftwagen allein. Er gewinnt nach allen
Rich=
tungen hin Verbreitung. Wir ſtoßen auf den mannigfachſten
Gé=
bieten auf ihn. Darum darf es uns auch nicht wunder nehmen,
wenn wir unter ſeinem Einfluß jetzt von Problemen und
Ver=
ſuchen hören, die auf eine Beſchleunigung bei der Ueberquerung
der Weltmeere abzielen. Auch hier gibt es vorerſt kein Endé.
Eine Idee jagt die andere. Eine Schiffahrtsgeſellſchaft hat Pläne
für Schiffe ausgearbeitet, die bei einer Geſchwindigkeit von 31
Knoten in vier Tagen über den Atlantiſchen Ozean fahren ſollen.
Während der Rüſtungen für den Bau dieſer Schiffe wird aber
dieſer Rekord durch einen neuen Plan übertroffen, der von dem
franzöſiſchen Ingenieur Adrien Remy herrührt. Nach mehrfachen
Verſuchen mit einem Boot beſonderer Bauart will Remy
nun=
mehr mit einem neuen Boot, bei dem die gemachten Erfahrungen
verwertet wurden, in 60 Stunden über den Atlantiſchen Ozean
fahren. Dieſes Boot unterſcheidet ſich von den üblichen
Ozean=
fahrzeugen dadurch, daß es ein Gleitboot iſt. Der eigentliche
Bootskörper tritt gegen die beiden großen Schwimmkörper
voll=
kommen zurück, die an ſeinen beiden Seiten angeordnet ſind.
Ihre untere Seite iſt ſchwach gewölbt, ſo daß das Ganze nicht
in das Waſſer eintaucht, ſondern auf ſeiner Oberfläche liegt. In
dieſen Schwimmern ſind die Kabinen für die Fahrgäſte
angeord=
net. Hier befinden ſich auch die Vorratsbehälter für Benzin.
Der Motor, der mit etwa 650 Pferdeſtärken arbeiten wird, iſt im
mittleren Teil im eigentlichen Bootkörper, eingebaut. Auch dieſer
Bootskörper iſt unten flach und taucht nicht oder nur ganz wenig
in das Waſſer ein. Das Ganze iſt vollkommen geſchloſſen und in
ſeiner Geſamtheit dachförmig geſtaltet, ſodaß niederſtürzende
Wogen abgleiten und das eigenartige Schiff nicht tief ins Waſſer.
drücken können. In der Mitte des Bootskörpers erhebt ſich ein
kleines, gleichfalls allſeitig geſchloſſenes, mit Fenſtern verſehenes
Steuerhaus. Der Gedanke, in 60 Stunden, alſo in 2½Tagen,
von Europa nach Amerika gelangen zu können, hat viel
Beſtechen=
des für ſich. Vielleicht wird er ſchon früher zur Wirklichkeit, als
man denkt.
Auto- Schleuderschutz.
Von
Ing. E. W. Schneider, Berlin.
Unter beſtimmten Vorausſetzungen ſchleudert jeder Wagen,
auch wenn er mit den bisher bekannten modernſten
Errungen=
ſchaften der Fahrzeugtechnik ausgerüſtet iſt. Nicht nur der Wagen
mit Differentialausgleich, ſondern auch der differentialloſe
Wagen zeigt die gleichen unangnehmen Eigenſchaften.
Schleu=
dert der letztere nur bei übermäßig ſchnellem Fahren in der
Kurve, ſo zeigt ſich beim Wagen mit Differential dieſe
Eigen=
ſchaft in vielen Fällen. Es iſt deshalb angebracht, hier die
Ur=
jachen, die zum Schleudern führen können, und die
Konſtruk=
tionseigenheit etwas näher zu betrachten.
Es dürfte bekannt ſein, daß ein mit Differentialausgleich
ausgerüſteter Wagen es zuläßt, daß ſich ein Rad der
An=
triebsräder ſchneller drehen kann als das andere, und zwar wird
dieſe Erſcheinung bedingt durch den verſchiedenen Widerſtand,
der ſich dem einzelnen Rad entgegenſetzt. Belaſtet man z. B. ein
Rad mit 5 Kilogramm Druck und läßt auf dem anderen 10 Kilo
einwirken, ſo wird ſich nach dem aufgeſtellten Satz das nur halb
belaſtete Rad ſchneller drehen. Dieſer Umſtand kann eintreten,
wenn man auf gerader Chauſſee mit einem Rad auf dem
Som=
merweg, mit dem anderen auf feſter Straße fährt, oder mit einem
Rad auf naſſer, mit dem anderen auf trockener Straßenfeite. Ein
Rad wird jetzt, auf trockenem Boden, oder in dem loſen Sand
einen größeren Widerſtand finden; nehmen wir an 10 Kilogramm
Belaſtung, während das andere nur mit 5 Kiloaramm belaſtet
iſt. Haben wir beim Fahren auch nicht mit der Belaſtung,
ſon=
dern mit der Adhäſion zu rechnen, ſo iſt das von uns gewählte
Beiſpiel jedoch verſtändlicher. Dreht ſich aber während einer
Fahrt in gerader Richtung ein Antriebsrad ſchneller als das
andere, ſo wird der Wagen ſchleudern.
Höchſte Sicherheit im Kraftwagenbau iſt ſeit Jahren das
Ziel aller gewiſſenhaften Konſtrukteure. Man hat alles mögliche
und noch mehr unmögliche verſucht, um dem Wagen das größte
Uebel zu nehmen. Schleuderſchutzvorrichtungen wurden gebaut,
die wohl halfen, niemals aber ganz abſtellen. Auch iſt der
Ein=
bau und die Anſchaffung meiſt mit ſehr hohen Koſten verbunden.
Weiter hat man verſucht, ſelbſtſperrende Differentiale zu bauen;
auch hier zeigte ſich die völlige Ohnmacht gegen die Tücke des
Objekts. Brachte man die Sperrung in Anwendung, ſo ging
gewöhnlich das ganze Differential in Trümmer, beſonders, wenn
man derartiges beim Laſtkraftwagen verſuchte.
„Erſte Sicherheit” blieb trotzdem das Leitmotiv und muß
es bleiben, da der Kraftwagen höchſte Wirtſchaftsaufgaben zu
erfüllen hat. Eine neue, weit über das gewöhnliche Maß
hin=
aus beachtenswerte deutſche Erfindung verſpricht reſtloſe Löſung
des Problems „Schleuderſchutz”. Bis vor wenigen Wochen ruhte
ein dichter Schleier auf allen Verſuchen. Man überraſchte einen
kleinen Kreis von Sachverſtändigen und Prominenten
Behörden=
vertretern mit einer vollſtändig fertigen Sache. Vorführungen
auf präpariertem, ölgetränktem Aſphalt, für den
Kraftwagen=
führer der „lauernde Tod”, zeigten derart verblüffende
Ergeb=
niſſe der Fahrſicherheit, daß auch die Beſſerwiſſer nicht nörgeln
konnten bzw. nicht gleich kritiſierende Worte fanden. Nur ein
Verſuch möge hier feſtgehalten ſein, da er im Anfangsſtadium
bei den Zuſchauern gelindes Grauen erregte. Eine ſechsſitzige
Innenſteuerlimouſine wurde mit höchſter Geſchwindigkeit in
ſcharfer Wellenlinie über den prä arierten Boden geführt. E nz
Donnerstag, 23. August 1928.
plötzlich wurde ausgekuppelt gebremſt. Trotz ſchlüpfrigem Aſphalt
war der Bremsweg kürzer als unter normalen Verhältniſſen
auf trockenem Pflaſter — außerdem ging der Wagen auch nicht
einen Zentimeter aus der Spur. Weiterer Beweiſe bedarf es
nicht!
Die Wirkung im Perſonenwagen iſt die gleiche wie im
Laſt=
kraftwagen, nur der Einbau unterſcheidet ſich voneinander. Sitzt
im Perſonenwagen die Vorrichtung unmittelbar unter der
Dif=
ferentialglocke, direkt unter den Federn, ſo wird dieſe im
Laſt=
wagen im Chaſſisrahmen befeſtigt; in beiden Fällen wird ein
Querträger verwandt. Im Bild 1 iſt die Vorrichtung ſchematiſch
Bild 1. Schleuderschutzvorrichtung in Seiten- und Rückansicht.
dargeſtellt. An dieſen Träger wird genau in der Mitte drehbar / Betriebsſicherheit und Wirtſchaftlichkeit betont werden. Mit
ein Hebel (3) gelagert, der an ſeinem Ende eine Rolle (5) trägt, der Leiſtungsſteigerung um 12 bis 15 Prozent durch die Er=
Ein beſonderes Geſtänge (2), welches den beweglichen Hebel mit höhung des Verdichtungsgrades von 5,0 auf 7,0 iſt aber eine
einer Preßluft= oder Vakuumpumpe (1) in Verbindung bringt, Steigerung der höchſten Verbrennungsdrücke von etwa 30 Atm.
ermöglicht eine Auf= und Abwärtsbewegung des Hebels. Ein= auf etwa 48 Atm., d. i. um 60 Prozent verbunden! Da ein
geſchaltet wird die Pumpe entweder durch ein beſonderes Fuß= großer Teil des Triebwerkes aus Feſtigkeitsgründen nach den
pedal vom Führerſitz aus, oder durch das Kuppelungspedal. Es Höchſtdrücken bemeſſen werden muß, iſt die Folge, daß ein
wird daher beim Auskuppeln ſtets die Rolle auf den Erdboden / hochverdichtender Motor bei gleicher Lebensdauer ein
gepreßt werden.
Die Rolle (5) beſteht aus mehreren aneinandergefügten in PS) hat als ein niedrig verdichtender. Das extreme Beiſpiel
Scheiben aus Leder oder Eiſenfilz, die ſo angeordnet ſind, daß dafür iſt der Dieſelmotor, der einen ſehr hohen
Verdichtungs=
ſie nicht verſchmutzen können. Vorgeſehen iſt ferner ein Räumer, grad hat, daher großen Wärmewirkungsgrad, aber auch
gro=
der den Boden vor der Rolle ſäubert — in der Zeichnung nicht fes Leiſtungsgewicht aufweiſt. Die niedrigſten Betriebskoſten
dargeſtellt.
Recht einfach iſt die Funktion. Bewegt ſich der Wagen auf (Einſpritzung) gegebenen Verwendungsmöglichkeit billiger
ſchlüpfriger Straße und gerät dieſer durch irgend einen Umſtand / Brennſtoffe bei hohem Verdichtungsgrad.
ins Schleudern, ſo hat der Fahrer nur nötig, ein Fußpedal her=
—k
(77
11
Bild 2. Limousine mit eingebautem Schleuderschutz.
unterzutreten. Muß ganz plötzlich gebremſt werden, ſo kuppelt
man gewöhnlich aus. Wie ſchon erwähnt, beſteht zwiſchen dem
Pumpenzylinder und dem Kuppelungspedal eine Verbindung.
Die Rolle wird heruntergelaſſen, ohne daß man in Fällen der
Gefahr einen beſonderen Hebel zu bedienen braucht. Der
Anpreſ=
ſungsdruck ſoll 60—200 Kilogramm betragen und läßt ſich
regu=
lieren. Mit der Vorrichtung läßt ſich jeder im Betrieb
befind=
liche Wagen ohne große Koſten ausſtatten. Eine Limouſine mit
der in Arbeitsſtellung befindlichen Schleuderſchutzvorrichtung
ſtellt Bild 2 dar.
Wichtig iſt die Neuerung für den Verkehr mit
Wirtſchafts=
fahrzeugen. Es laſſen ſich ohne Schleudergefahr Laſtwagen mit
drei und vier Anhängern verſehen. Iſt noch eine
Bremsvor=
richtung (vielleicht mit Luftdruckbremſe) vorhanden, ſo kann der
Laſtenzug ohne Begleitmann gefahren werden. Im übrigen
kann ein Begleitmann den Anhänger nur bremſen, vor dem
Schleudern kann er ihn nicht bewahren.
Eine beſondere Gefahrenquelle bilden die Aſphaltſtraßen
der Städte. Es wäre moraliſche Pflicht, öffentliche Fahrzeuge
zuverläſſig auszurüſten.
Benzol oder Benzin.
Von
Ing. Schmidt, Hamburg.
Im Laufe der Entwicklung iſt das Kraftfahrzeug vom
Sport= und Luxusfahrzeug zum Gebrauchsfahrzeug geworden.
das auch bei wenig guter Behandlung ſeitens des Fahrers
ſeine Dienſte treu und unermüdlich erfüllen ſoll. Die
Forderun=
gen, die an einen Gebrauchswagen in erſter Linie geſtellt
wer=
den, ſind: Zuverläſſigkeit und niedrige Betriebskoſten bei guter
Leiſtung. Das Kraftfahrzeug muß auch in den Händen von
Ungeübten und Laien betriebsſicher ſein und ſoll ein Minimum
an Reparaturen erfordern.
Zur Züchtung von Gebrauchsfahrzeugen erfolgte auch die
faſt allgemeine Umſtellung von Rennprüfungen auf Gebrauchs=
und Wirtſchaftlichkeits=Prüfungen, in der in Deutſchland der
A. D. A.C. führend vorangegangen iſt.
Die größte Störungsmöglichkeit wird, beim Kraftfahrzeug
neben der Bereifung immer der Motor oder eines ſeiner
Or=
gane geben, als Folge der großen Beanſpruchungen, die ihnen
auferlegt ſind. Bei einem ſtets ſtartbereiten und zuverläſſigen
Rraftfahrzeug iſt die Beanſpruchung der Motorteile in
niedrig=
ſten Grenzen zu halten.
Mit dieſer Forderung eng verknüpft iſt die Frage des
Ver=
dichtungsgrades. Es iſt bekannt und durch eine Reihe von
Ver=
ſuchen erwieſen, daß durch die Erhöhung des
Verdichtungsgra=
des eine Verbeſſerung der Ausnutzung der Brennſtoffwärme.
d i. des Wirkungsgrades des Arbeitsprozeſſes im
Verbren=
nungsmotor erreicht werden kann. Durch die Erhöhung des
Verdichtungsgrades eines Vergaſermotors von 5,0 auf 6,0 wird
man eine Steigerung des Wirkungsgrades um etwa 8 Prozent.
durch Erhöhung von 6,0 auf 7,0 eine Steigerung um weitere
4 bis 5 Prozent erreichen können, wenn man auch den Vergaſer
Technik der Gegenwart
des Motors und andere Betriebsbedingungen (Kühlung, Zün=
Lung) den wegen des höheren Verdichtungsgrades zur
Verwen=
tung kommenden anderen Brennſtoffen (Benzol,
Spiritus=
miſchungen) anpaßt.
Dieſe Steigerung des Wirkungsgrades kann entweder zu
einer Erhöhung der Leiſtung oder Verringerung des
Brenn=
ſtoff=Wärmeverbrauchs ausgenutzt werden. Die
Leiſtungs=
ſteigerung entſpricht jedoch nicht den oben erwähnten
Prozent=
zahlen, ſondern iſt weſentlich geringer, weil mit Zunahme des
Verdichtungsgrades die inneren Verluſte bedeutend größer
werden.
Die erzielbare Erſparnis an
Brennſtoff=
wärme entſpricht nun keinesfalls einer
Er=
ſparnis an Brennſtoffkoſten, denn die
ſoge=
nannten „klopffeſten” Brennſtoffe, die in
Mo=
toren mit ſehr hohem Verdichtungsgrad ver=
A
wendet werden müſſen, ſind weſentlich teurer
als Benzin. Die Wärmeeinheit des
l
Benzols koſtet etwa um 20 bis 25 Prozent
mehr als die Wärmeeinheit guten Benzins.
I
AAS
Höherer Verdichtungsgrad hat in
beſon=
deren Fällen unzweifelhaft ſeine
Berechti=
gung, z. B. bei Rennmotoren, wo ohne
Rück=
ſicht auf Schonung und Lebensdauer aus
dem durch die Klaſſeneinteilung
vorgeſchrie=
benen Hubvolumen des Motors die größtmög=
IM4
liche Leiſtungsausbeute erzielt werden ſoll.
Für Gebrauchswagen beſteht ein
der=
artiger Anreiz in dieſem Maße nicht,
ſon=
dern in erſter Linie muß die Forderung auf
größeres Leiſtungsgewicht (Gewicht in Kg. je Leiſtungseinheit
des Dieſelmotors beruhen aber auf der durch das Verfahren
Ueberaus gefährlich iſt es, durch nachträgliche
Er=
höhung des Verdichtungsgrades wegen einer geringen
Lei=
ſtungsſteigerung eine Erhöhung der Triebwerksbeanſpruchungen
in dem oben geſchilderten Maße hervorzurufen.
Der durch die Erhöhung des Verdichtungsgrades
notwen=
dige Uebergang zu dem in der Wärmeeinheit um etwa
25 Prozent teureren Benzol bringt alſo trotz eines beſſeren
Wir=
kungsgrades der Verarbeitung im Motor von etwa 12 Prozent
letzten Endes doch um 15 Prozent größere Ausgaben an
Brenn=
ſtoff neben den nicht unerheblichen Koſten für den Umbau des
Motors (Kauf eines neuen Zylinderdeckels, Einbau höherer
Kolben) und der Erhöhung des Reparaturenkontos wegen der
Ueberbeanſpruchung des Motors.
Beſonderer Art iſt das Brennſtoffproblem im Flugbetrieb.
Die Erreichung großer Aktionsradien ſtellt hier an den
Motorenbrennſtoff folgende Anforderung:
Geringes Energiegewicht, d. h. geringes Gewicht der
Wärmeeinheit. Großer Wirkungsgrad, mit dem die
Wärme des Brennſtoffes im Motor verarbeitet werden
kann.
Die erſte Forderung wird am beſten von Leichtbenzin mit
vorwiegend geſättigten Kohlenwaſſerſtoffen als Beſtandteilen
erfüllt, welches einen unteren Heizwert bis etwa 10800 Cal./Kg.
gegenüber Benzol mit 9600 Cal./Kg. und Alkohol mit 6400
Cal./Kg. aufweiſt.
Unglücklicherweiſe iſt bei einem ſolchen Benzin mit dem
erwähnten hohen Heizwert der Wirkungsgrad der Verarbeitung
im Verbrennungsmotor infolge der geringeren Klopffeſtigkeit
beſchränkt. Das Auftreten von Detonationswellen im Zylinder
zwingt, den Verdichtungsgrad des Motors unter einem
be=
ſtimmten Wert zu halten und begrenzt ſomit den
Wirkungs=
grad der Verarbeitung. Der höchſte Verdichtungsgrad für ein
leichtes Benzin liegt bei Motoren mit kompaktem
Verbren=
nungsraum bei etwa 5,0, der erzielbare effektive Wirkungsgrad
beträgt etwa 28 Prozent.
Benzol, welches gegenüber Benzin den Vorteil hat, einen
größeren Verdichtungsgrad im Verbrennungsmotor zu
vertra=
gen, geſtattet alſo einen größeren Wirkungsgrad des
Arbeits=
prozeſſes. Praktiſch ausführbar iſt im allgemeinen ein
Verdich=
tungsgrad bis etwa 7,0, bei welchem ein effektiver
Wirkungs=
grad von etwa 32 Prozent erreichbar iſt. Die Steigerung des
Verdichtungsgrades von 5 auf 7 bringt demnach eine
Steige=
rung des Wirkungsgrades des Arbeitsprozeſſes um 12 bis 15
Prozent.
Da jedoch Benzol gegenüber Leichtbenzin einen um etwa
12 Prozent geringeren Heizwert beſitzt, äußert ſich der beſſere
Wirkungsgrad der Verarbeitung der Brennſtoffwärme nicht in
einem Minderverbrauch an Breunſtoffgewicht, ſondern er wird
durch den geringeren Energiegehalt des Benzols gerade etwa
aufgehoben. Gelegentlich genannte Zahlen über eine Erſparnis
an Brennſtoffgewicht von 10 bis 15 Prozent entſprechen daher
nicht den Tatſachen. Es handelt ſich um die Erſparnis von 10
bis 15 Prozent an Wärmeinheiten beim Verarbeiten des
energieärmeren Benzols.
Aus dem vorſtehend Angeführten geht hervor, wie der
Brennſtoff beſchaffen ſein muß, der die beſte Eignung für den
Flugbetrieb aufweiſt. Es iſt dies ein möglichſt leichtes
Ben=
zin mit künſtlich geſteigerter Klopffeſtigkeit. Das Problem,
die Klopffeſtigkeit künſtlich zu ſteigern, ohne an dem großen
Vorzug des im Verhältnis zu den Wärmeeinheiten viel
geringe=
ren Gewichtes etwas zu ändern, an dem viel gearbeitet iſt und
wird, kann heute ſchon als gelöſt angeſehen werden.
Derartig hoch=klopffeſt gemachtes Benzin geſtattet, ſeine
1C 800 Cal./Kg. mit mindeſtens dem gleichen Wirkungsgrad im
Flugmotor zu verarbeiten, wie jetzt das Benzol mit 9600 bis
3700 Cal./Kg., daher erhöht das gleich große mitgenommene
Brennſtoff=Gewicht von dieſem Benzin den Aktionsradius
des Flugzeuges gegenüber Benzol um den Betrag ſeiner
Ueber=
legenheit an Energieinhalt je Kilogramm, d. i. um etwa 10 bis
15 Prozent.
Wenn ſchon im Flugbetrieb die Richtung der Entwicklung
auf die Verwendung von Benzin und nicht Benzol hinweiſt,
ſo iſt dies im Automobil=Bctrieb in noch bedeutend größerem
Maße der Fall. Hier ſind im allgemeinen die Brennſtoffkoſten
kein Faktor, der vernachläſſigt werden kann. Sie werden heute,
wo faſt an jeder Straßenecke Gelegenheit zur Auffüllung der
Prennſtoffvorräte gegeben iſt, in den allermeiſten Fällen
weſent=
lich ſchwerer ins Gewicht fallen als der bei einer um 20 Prozent
ſchwereren Tankfüllung Benzol um 10 Prozent vergrößerte
Aktionsradius
(Anmerkung der Redaktion: Die Benzine ſind, je nach ihrer
Provenienz, zu verſchieden, als daß das hier Skizzierte über die
wirtſchaftliche Seite des Venzinbetriebes verallgemeinert
wer=
den könnte.)
Nummer 8
KURZE MIT
TEILUNAEM
* 53. Deutſcher Architekten= unb Ingenieurtag Ludwigshafen j9eoc
Vom 19.—22. September d. Js. findet in Ludwigshafen die diesfährion
Abgeordneten= und Wanderverſammlung des V.D.A.J. ſtatt. Du
Tagung wird am Donnerstag durch eine Sitzung des
Verbandsvorſten=
des, der ſich am Nachmittag die Abgeordnetenverſammlung anſchließts
eröffnet; am Abend vorher findet lediglich ein Begrüßungsabend ſtatzz
Am Freitag werden anläßlich der Wanderverſammlung über Vermalr
tungsreformen, Richtung und Ziele der Architektur, Ausbildung deg
Nachwuchſe3 und Hochſchulreform von hervorragenden Mitgliedern deg
Verbandes Berichte erſtattet, an die ſich ausführliche Ausſprachen an
gliedern ſollen. Der Samstag iſt Beſichtigungen in Mannheim
der näheren Umgebung gewidmet. Die ganze Tagung iſt eingerahmm
von geſelligen Veranſtaltungen, die insbeſondere auch für Unterhaltunzn
der Damen ſorgen werden.
* Der Kohlenſtaubmotor. Mit der allgemeinen Entwicklung, d55
darauf ausgeht, die Kohlen, unſere ſchwarzen Diamanten, immer
wirt=
ſchaftlicher auszunutzen, vermehren ſich die verſchiedenen Richtungenn
in denen gearbeitet wird, um dieſes Ziel zu erreichen. Nach jahre
langen Bemühungen iſt man endlich einem Ziel näher gekommen, d.
ſchon Rudolf Dieſel, der Erfinder des Dieſel=Motors, im Jahre 19
angeſtrebt hatte. Es iſt möglich geworden, Kohlenſtaub dirskt zu zunſ
den und ihn zum direkten Antriebsmittel einer Wärmekraftmaſchind
zu verwenden. Seit 1911 arbeitet Dipl.=Ing. R. Pgblikowski an dieſeng
Problem. Nach fünfjähriger Bemühung gelang es ihm erſtmalig 1910f
Kohlenſtaub in einem Verſuchsmotor zu entzünden. Der von ihm aue
baute Motor hat alle Anſtrengungen der Verſuche überſtanden und z.
heute noch in der Lage, mit nicht mehr als 200 Wärmeeinheiten für di0
Pferdekraftſtunde zu arbeiten. In einer Schleuſenkammer wird die füß
den Krafthub erforderliche Menge Kohlenſtaub abgeteilt. Daun winſn
der Kohlenſtaub nach dem Arbeitszylinder geblaſen, was entweder mim
tels hochverdichtete: Einblaſeluft oder einer Teilzündung im Schleuſenitz
raum geſhieht. Die Entzündung ergibt den Krafthub, bei dem deßt
Kohlenſtaub ſehr vollſtändig verbrennt. Mit dem Auspuff wird er foi
vollſtändig ausgeblaſen. Die naturgemäß hohen Schwierigkeiten dec
Schmierung des Kolbens können heute als überwunden gelten.
Unter Beachtung des Umſtandes, daß die Wärmeeinheit etwa vie
mal teurer in Form von Treibölen als in Form feſter Kohle iſt, kam
mit einer erheblichen Verbilligung bei der Erzeugung der Triebkram
gerechnet werden, wenn der Kohlenſtaubmotor bei weiterem Ausbau
ſich bewährt.
* 25 Jahre Telefunken. Vor wenigen Wochen veröffentlichte
F. Noack in den V.D. J.=Nachrichten einen Aufſatz anläßlich der Bjährch
gen Wiederkehr des Gründungstages der „Telefunken=Geſellſchaft fiüt
drahtloſe Telegraphie m. b. H.‟. Dieſer Aufſatz enthält eine Zuſamc
menfaſſung der wichtigſten Daten aus der kurzen Geſchichte der Fu
technik. Bei der großen Verbreitung, die durch das „Radio” dieſer jungn
Zweig der Technik gefunden hat, ſind dieſe „hiſtoriſchen” Erinnerungen
von beſonderem Intereſſe.
Am 10. Mai 1897 wurde zum erſten Male auf eine Entfernum
von 5 Kilometer eine Nachricht zwiſchen Lavernock=Point und der Inſt
Flatholm von Marconie in Gegenwart von Profeſſor Slabhy übert
gen. Bereits im Oktober des gleichen Jahres konnte Profeſſor
Slab=
der mit Graf Are= zuſammen das nach ihnen genannte Syſtem „Slal
Arco” ausgebildet hatte, eine Entfernung von 31 Klm. überwindein
Im nächſten Jahre wurde von Prof. Braun in Gemeinſchaft mi
deit
Firma Siemens u. Halske das bedeutungsvolle Patent auf den geſchlau
ſenen Schwingungskreis angemeldet; Slaby=Arco erwirkten das P
58
auf die Schleifenantenne. Im Jahre 1899 wurde auf dem Feuel
„Elbe 1” die erſte offizielle Station für drahtloſe Telegraphie ein
richtet und die Verbindung mit einer Landſtation in Kuxhaben
geſtellt. Arco erreichte in dieſem Jahr Sendeweiten bis zu 48 Ain
und baute den erſten Spulen=Wellenmeſſer. 1900 wurde die erſte fahr
bare Feldſtation der Luftſchifferabteilung gebaut. Bereits 150 Alm
Entfernung konnten mit Syſtem Slaby=Arco erreicht werden. 1904 0
ſtand der Drehkoadenſator. 1903 wurde die Telefunkengeſelſchaſt
gründet und die loſe Empfangskoppelung eingeführt. 1904 brachte de
Ruſſiſch=Japaniſche Krieg und der Herero=Aufſtand die erſte Geleg
heit zur praktiſchen Erprobung der Telefunkenfeldſtationen; Ne
weiten bis zu 200 Klm. wurden erreicht. Bereits im nächſten Jchr
wurden von der Küſtenſtation in Montevideo eine Reichweite von 10
Kilometern erreicht und der Hörempfang eingeführt. Die erſte Stuon
Nauen unter Einführung des Kriſtalldetektors wurde im Jahr
gebaut. Nachdem das Jahr 1907 durch die Einführung der tö
Löſchfunken eine weſentliche Verbeſſerung bezüglich Neichweite, Besf
triebsſicherheit und Güte des Empfangs gebracht hatte, konnte in nichs
ziue m
ſten Jahre der Funkdienſt auf den deutſchen Paſſagierdampfen
geführt werden. Im gleichen Jahre wurde der erſte Mikroſſunuerzg
ſtärker gebaut, Nauen erreichte eine Reichweite von 4600 Kln. D40
Jahr 1911 brachte die erſte amerikaniſche Gegenſtation in Satllel
Durch dieſe Fortſchritte ermutigt, ſetzte alsbald der Bau von Felell
funkenanlagen in aller Welt, beſonders in den Kolonialgebieten, einu
Die erſte Hochfrequenzmaſchine, der erſte Luftſchiffſender und der
Hochfrequenzverſtärker entſtanden in dieſem Jahre. Nauen erhält ein
Maſt von 200 Meter und 80 km Leiſtungen. 1912 brachte die eiſs
Verbindung zwiſchen Nauen und Togo. Schon im folgenden
Jaht=
erhielt Nauen einen auf 260 Meter erhöhten Maſt. Lieben erhielt ſeüe
grundlegenden Röhrenpatente, Meißner das Rückkoppelungspaie
drahtloſe Ferngeſpräche mit Hilfe der Hochfrequenzmaſchine erreichtt
600 Meter Entfernung. Im Jahre 1914 konnte Nauen mit
Windhl=
auf 8000 Klm. Entfernung in Verbindung treten und während
Krieges den Telegrathenverkehr zwiſchen Deutſchland und Anerr
allein durchführen. Das Jahr 1915 brachte den erſten Röhrenſen
für Fernſprechzwecke. Nauen tritt mit Java — 11000 Klm. —
Aires und Peking — 10000 Klm. — in Verbindung. Das
Brflation 193 iſt das Geburtsjahr des deutſchen Nundſunßs. Zech
Röch
wicklung dieſes Geräts iſt noch ſo allſeitig bekannt, daß nähere A
nicht von Belang ſind. 1925 brachte durch die Karolus=Zelle e38
brauchbare Unterlage für den Bildfunkverkehr.
gend
HEUE BÜCHER UND ZEITSCHRIFTA
* Kulturtechniſche Entwürfe, Banb 3. Die Wieſenmeliorationen, El
und Bewäſſerung der Wieſen von Regierungs= und Baurat H‟0
merle. A. Ziemſen Verlag, Wittenberg.
Die Notzeit des Krieges hat uns gezwungen, die Erzeugung
der heimiſchen Scholle zu ſteigern, wo, das immer möglich iſt.
Waſſerwirtſchaft iſt die weſentliche Grundlage einer intenſiven Kulile
es iſt ſomit notnendig, auch dieſen Grundlagen eine möglichſt mnd
Verbreitung zu ſchaffen. Das vorliegende Werk iſt vermöge ſein
gemeinverſtändlichen Schreibreiſe und ſeiner klaren Abbildungen
vorragend geeignet, als Lehrbuch für angehende Kulturtechniker
wirken. Bewäſſerungen ſind zwar nicht mehr zeitgemäß, da die Belut
ſchaftung mit Maſchinen behindert wird und die künſtliche Dün
einen Erſatz bietet, aber doch nun einmal ein unſchätzbares Mitel
Vermehrung der Bodenerzeugniſſe. Daß auch auf die Unterhal
der Anlagen eingegangen iſt, ſcheint uns beſonders wertvoll, da hie
der Erfolg ſehr abhängig iſt. Muſter von Koſtenanſchlägen und Wäc
ordnungen ſind zur Vervollſtändigung des Inhalts unerläßlich gewed
Harvey Fireſtone: Mein Kampf um den Erfolg. (Verfaßt in Zal y
menarbeit mit Samuel Crowther.), 80 224 Seiten. Steiſ
5 RM., in Ganzleinen 6,50 RM. Stuttgart 1998. Poeſchel Ven=
5
Drei Dinge feſſeln an dem Buche ganz beſonders: de
die Erfahrungen und die hiſtoriſche Entwicklung. Menſche
ſind immer etwas, was feſſelt und zum Vergleich mit dem ei00
kleinen Ich anregt. Wird dieſer Vergleich bei großen Führern 0.
ſtellt, dann bringt er dem Leſer vielfältigen Gewinn. Fireſton ha
ſeinem Kampf wertvolle Grundſätze aufgeſtellt und Erfahrungen n9
ſammelt, die er hier unumwunden darlegt. Durch den Erfolg bevo”
kann ſein Beiſpiel nur zum Muſter dienen für ſolche, die im 49.
ſchaftlichen Kampf ſtehen. Fireſtones Licht verblaßt noch neben
ſeines Landsmannes Ford, ſeine kaufmänniſchen Grundſätze ſind
ebenſo wertroll wie die techniſchen Gedanken, die Ford entwickelte.
ſeinen Fabriken hat Fireſtone die Entwicklung vom Vollgummir k.
zum Luftgummireifen mitgemeacht. Von 12 Arbeitern im Jahre
hat ſich ſein Werk entwickelt zu einem amerikaniſchen Großbetrich
20 000 Angeſtellten. — Wenn wir den Amerikanismus auch nichtt.
uns übertragen dürfen, lernen können wir doch viel von drüben!
DERBöNLICHES AUS DER TEOHN
Oberregierungs= und Baurat Dr.=Ing. e. h. D. Kreh ſia.
Alter von 62 Jahren. Kreh war Leiter der Verſuchsanſtalt für 220 und Schiffbau in Berlin.
Direktor Bruno Seeliger=Stuttgart wurde von der Techſl.
Hochſchule Karlsruhe zum Dr.=Ing. e. h. ernannt.
Der Leiter der Abteilung für Kraftfahrweſen im Reichsver”
miniſterium, Miniſterialrat Friedrich Pflug, wurde von der
niſchen Hochſchule Braunſchweig zum Dr.=Ing. e. h. ernamat.
mamer 234
Donnerstag den 23. Auguſt 1928
Geite 11
Taaad aad snnnn
Turnen.
TAtsturnfeſi des Main=Rheingaues D. T.
Kkommenden Sonntag, den 26. Auguſt, in Neu=Iſenburg
ſtatt=
findſte Volksturnen wird wieder die Vielſeitgkeit der turneriſchen
etzt=Zwormen aufzeigen und den Beweis erbrngen, daß der
Uebungs=
betr, ii den Turnvereinen des Gaues ſich wieder ganz der vielſeitigen
Bee/Fitz=ſtimmung genähert hat, wie ſie Jahn einſtmals den deutſchen
Tuym ſchenkte. Turnen iſt Maſſenerziehung und
Volkserziehungs=
witſrten enſo ſehr aber auch Leiſtungsturnen, das in verſchiedenen
For=
vemn WBettkämpfen zur Geltung kommt. Der Geräteturner, der Spie
r2Springer, der Fechter, der Schwimmer, der Ringer, ſie alle
könit ſarh bis zur Höchſtleiſtung ausbilden, ſie alle finden
Kampfmög=
lich/Kin und ein weites Betätigungsfeld. Auch die Uebungen des Laufs,
Spit
und Wurfs, das ſogenannte Volksturnen — fremdtümliche
Wow=urung nennt es Leichtathletik — bildet einen wichtigen
Beſtand=
teillg! WBettkampfweſens der D. T. und wird auch innerhalb des Main=
R
Ruztes wieder eifrig gepflegt. Eine erfreuliche Tatſache iſt es, daß
eigen das Vorjahr eine ganz hervorragende Steigerung der Teil=
GzUhl zu verzeichnen iſt. Waren es doch im Vorjahre immerhin
Ettlkämpfer, ſo ſind dagegen für das bevorſtehende Volkst.
nen 346
Feil
wrer angemeldet, ſo daß in den 39 Einzelwettbewerben über 700
Moty warten werden. Es ſind ebenſo ſehr gut die Staffelläufe und
Me
ſuapfe beſetzt und daher ſehr ſpannende Kämpfe zu erwarten. Es
undwertt beinem Zweifel, daß gevade der Volksturnſport innerhalb des
M)ſunsgeinturngaues eine ſtete Aufwärtsbewegumg zu verzeichnen hat
u=
ſſanders tritt hierbei in Erſcheinung, wie das Reſervoir der
Tur=
neuſruch erſtens ergänzt wird und zweitens, wie dieſe immer wieder
neiſwäfte an die reiferen Klaſſen mitſamt der Elite abgibt. Im
wei=
terpichm feſtgeſtellt werden, daß nicht nur die Menge, ſondern auch
Abiy= eugenommen hat, das in allen Klaſſen und Stufen, in denen
diekerkkämpfe ausgetragen werden, aller Vorausſicht nach ſich zeigen
SDurch die überaus reiche Beſetzung der Wettkämpfe ſind
Voraus=
ſag wilger die mutmaßlichen Sieger ſehr ſchwer, und wäre dieſes den
hen vorausgeeilt, zumal durchweg die Kämpfer aller Stuſen ſich
Hhudiert haben, ſo daß Ueberraſchungen ſehr leicht möglich ſind.
Noſſeliburgs Turngemeinde hat ihre ſeitherige Uebungsſtätte neu
her=
ſeiſwet und mit einer 300 Meter=Aſchenlaufbahm verſehen, die, wenn
tig ſäut weich, auch einmal beſſere Laufzeiten wie ſeither erwarten läßt.
iſurchführung der Wettkämpfe ſteht unter der Leitung des
Gau=
gun nwarts W. Schönwaldt=Rüſſelsheim. Die Kämpfe beginnen
volbrurgs um 9 Uhr und werden vorausſichtlich bis 6 Uhr dauern.
Schwimmen.
elzirksſchwimmfeſt in Michelſiadt i. Odw.
ei Bezirk Darmſtadt=Starkenburg des Deutſchen
Schwimmverban=
behrt ſein diesjähriges Bezirksſchwimmfeſt am Sonntag, den 26. d8.
MAſt um Stadion zu Michelſtadt durch. Die 28 Wettkämpfe dieſer
Ver=
anftmig, welche die verſchiedenſten Gebiete des Schwimmens umfaſſen.
dilſe unsbeſondere dazu, der Jugend und den Junioren Gelegenheit
va rtlichen Wettbampf zu geben. Die von den Bezirksvereinen
ab=
dbenen 140 Meldungen beweiſen, daß ein Bedürfnis für ſolche Feſte
H-
Sehr zahlreich gemeldet hat die Schwimmabteilung des V.f. L.
OFT-eiß‟ Darmſtadt und der Schwimmklub Jung=Deutſchland Darm=
E8 wird inteveſſant werden, die Kräft=verhältniſſe dieſer Vereine
felsftellen, welche ihren ganzen Nachwuchs an den Start bringen.
Jeden=
falhſd ſolche, auf ſtreng ſportlicher Grundlage durchgeführten
Wett=
kälſe ſehr geeignet, die Mannſchaften gegenſeitig zu fördern und
an=
zukxugn. Die in dieſem Jahre erſtmalig vorgenommene Einteilung
imm und B=Klaſſen gibt die Möglichkeit, die Vereine wach dem Stand
19
ortlichen Endwicklung zu trennen. Zur A=Klaſſe haben gemel=
Schwimmverein Aſchaffenburg, Rot=Weiß Darmſtadt und Jung=
Dik
and Darmſtadt: zur B=Klaſſe: Schwimmklub Erbach und V. f. L.
ſalfhadt. Als Abſchluß des Feſtes dient ein Jugend=Waſſerballſpiel
mnl von der Stadt Michelſtadt geſtifteten Wanderpreis, welcher
zwei=
wreFReihenfolge oder dreimal ohne Reihenfolge zu gewinnen iſt. Der
We wwurde im Frühjahr dieſes Jahres zum erſtenmal von der
SEtmmabteilung des V. f. L. Rot=Weiß Darmſtadt gewonnen.
Tennis.
Klubturnier des Tennis= und Eisklubs
Darmſiadt.
2s interne Turnier des Tenmis= und Eisklubs iſt in vollem Gange.
Büti 24 Spiele kamen zur Austragung
: Herreneinzel der Klaſſe A kämpften ſich Kleinlogel und Beeck
ge Bruecher und Mangold in die zweite Runde. Bruecher war gut
amlagt und Mangold geſtaltete ſein Treffen gegen Beeck durchaus
va undem er erſt im dritten Satz 6:4 unterlag. Dr. Merck leiſtete
ADei, ſtärkſten Widerſtand und verlor, nachdem er Satzball hatte, mit
düErrgebnis 6:4, 10:8.
Zi den Damen hat ſich Frl. Fiſcher erwartungsgemäß bis zur
drit=
t/½ſuinde durchgeſetzt. Frl. Kleinſchmidt, zu wenig tvainiert, konnte
iſſhennen ernſten Widerſtand bereiten. Einen ſchönen Kampf lieferten
FFn.. Pfotenhauer und Frl. Spgeth, wobei das noch nicht routinierte
Eſſ woer letzteren deutlich Talent verriet. 7:5, 6:2.
der B=Klaſſe zeigte der Norweger Peterſen gegen Mickel ein für
EMKLonkurrenz beträchtliches Könmen. Er ſpielte ſich mit Leydecker,
ElkelI, Dr. Moeßner, Carp, Mueller und dem vielverſppechenden,
Eſien! Langenbach zur zweiten Runde durch.
2u-8 Herrendoppel ohne Vorgabe ſah die Favoriten
Werner/Klein=
m gemiſchten Doppel vermochten Fr.
A nand Claß/Eſche ſiegreich.
22 Merck/Patenhauſen ſich gegen Frl. Sartoriſv. Loew und Frl.
Sernns/Reuter durchzuſetzen und ſtehen vor dem dritten Preis.
9/4Sordrup und Hans*/Mangold ließen ihre Gegner Gebr. Dingeldey
AbI. Selzam/Hof im Herrendoppel mit Vorgabe hinter ſich, während
E ildamendoppel mit Vorgabe mit dem Siege des Paares Frl. Spgeth und
9 (Scriba über Fr. Dr. Moeßner/Frl. Baukloh eine kleine Ueber=
10cumg brachte.
Zwiſchen den Turnieren.
Gs wird allmählich etwas ſtiller im deutſchen Turnierleben. Die
ſwen Meiſterſchaften ſind vorüber, Blau=Weiß iſt beendet,
Bad=
ahrfim erledigte die Senioren=Meiſterſchaft. So wird der Betrieb
83; ruhiger. Die Bäderturniere erhalten noch ihre Krönu ig durch
Lhromburg, es fehlen auch noch die nationalen deutſchen
Meiſter=
ſtem, über deren Bedeutung ſich ſtreiten ließe. Wenn dann die
Leiſrſpiele ihren Abſchluß gefunden haben, neigt ſich die Saiſon ihrem
Aei Blau=Weiß Berlin holten ſich die Ausländer wieder die Preiſe.
Beichen, bedenklicher, als es ſcheinen möchte; denn die Tatſache, daß
de Spieler, Ausländer guter, wenn auch nicht überwältigender
ſe; immer im Vordergrund ſtehen, ſtumpft den Intereſſenten etwas
MMan bekommt unwillkürlich ein Gefühl der Tennismüdigkeit, wenn
was Intereſſe durch perſönliche Fühlung wachgehalten werden kann.
Ehſolche perſönliche Fühlung ſtellen die deutſchen Spieler her. Zwei
Zlännder in den Endſpielen ſchaffen notgedrungen eine Atmoſphäre
iremdheit, die nicht vorhanden ſein würde, wenn wenigſtens ein
tſtcher Spieler dabei wäre. Die deutſchen Meiſterſchaften in
Ham=
güſtanden ſchon im Zeichen ausländiſcher Spieler; Blau=Weiß machte
ſer Ausnahme. Das Herren=Endſpiel ging zwiſchen dem Böhmen
mel und dem Franzoſen Georges vor ſich, zwei Spielern von Klaſſe,
eni die Deutſchland ſchon eine allererſte Vertretung ſchicken mußte.
Wameneinzel ſtand neben der Deutſchen Frau Friedleben die
Eng=
drin Satterthwaite, und hier hatte man wenigſtens die
Genug=
mi, daß der Sieg im Lande blieb. Das Herrendoppel ſah wieder
ſimausländiſche Paare, die Engländer Greig/Hillyard und die Japa=
AMiki/Abe. Im Gemiſchten Doppel war wieder Frau Friedleben
em.nzige deutſche Vertreterin, wenn auch mit dem Japaner Abe als
riener. Der Endſpielgegner war die franzöſiſche Paarung Madame
Aesnerais/Georges, während in der Vorſchlußrunde auch nur noch
Frl. Kallmeyer die ausländiſche Uebermacht gemildert wurde. Daß
Lwamendoppel das Ausland durch die Damen
Satterthwaite/Nicolo=
rla; einerſeits und Le Besnerais/Mathieu andererſeits unter ſich war,
meeinahe eine Selbſtverſtändlichkeit. Das Reſumee iſt alſo: eine
ſpche Spielerin in fünf Endſpielen!
Sobald alſo die wenigen deutſchen Spieler der Extraklaſſe fehlen,
haben die ausländiſchen Teilnehmer auf deutſchen Turnieren
Ober=
waſſer. Dieſe Ausländer ſind aber auch nur gute Spieler, beſtimmt
nicht mehr. Mit Ausnahme der Auſtralier iſt die wirkliche
internatio=
nale Extraklaſſe auf deutſchen Turnieren noch nicht geweſen.
Selbſt in Bad=Nauheim trat der einzige bedeutende Ausländer, der
Schweizer Aeſchlimann, in den Vordergrund. Er ſchlug den
Mann=
heimer Dr. Buß und gelangte ins Endſpiel gegen Froitzheim. Dieſes
Endſpiel wurde nicht mehr ausgetragen, zum wenigſten aber war der
Schweizer zweiter Preisträger. Und da er zuſammen mit Froitzheim
das Herrendoppel gewann, konnte er mit ſeinem Abſchneiden ſehr
zu=
frieden ſein. Die Seniorenmeiſterſchaft der Deutſchen brachte dem
Münchener Dr. Reutter ſeinen zweiten Erfolg, nachdem er im vorigen
Jahre in München den Titel erſtmalig an ſich gebracht hatte.
Das nächſte große Turnier iſt in Bad=Homburg. Das vorjährige
Jubiläumsturnier Homburgs war ein markantes Ereignis; es war das
Turnier der deutſchen Spieler, denn trotzdem Leute wie Landry und
Bouſſus, Axel Peterſen u. a. mitwirkten, blieben die Siege im Lande,
mit Ausnahme des Herrendoppels, das den Franzoſen doch nicht zu
nehmen war. Immerhin — Homburg war 1927 ein großer deutſcher
Erfolg, ein Erfolg der Demaſius und Prenn, die hier ihre größten
Tage des Jahres hatten. Die Jubiläumsbeſetzung von 1927 werden
wir in dieſem Jahre nicht erleben, aber dennoch bleibt Bad=Homburg
das größte der Bäderturniere, das Turnier der deutſchen
Tenntstradi=
tion, die hier ihren Anfang nahm. Damit es wieder deutſche Erfolge
gibt, müſſen auch die guten deutſchen Spieler anweſend ſein. Damit iſt
ſchon eine Erklärung gegeben, warum die Ausländer in Deutſchland ſo
viel Glück haben: Deu ſchlands Spitzenſpieler fehlen in den meiſter
Fällen. Wie ſelten, daß einmal alle deutſchen Spieler von Klaſſe mit
guten Ausländern zuſammentreffen und ein Turnier von größter
ſport=
licher Bedeutung garantieren. Die Gründe der Abſagen und
Nichtmel=
dungen ſind ſehr zahlreich — Tatſache iſt, daß unſere Cracks
ent=
weder nicht immer guten Willens ſind oder daß wir zu viel Turniere
haben. Man müßte dieſem Uebel auf den Grund gehen, um eine
glück=
liche und befriedigende Löſung zu finden.
Sawall — Sieher=Weltmeiſter.
Walter Sawall,
der ſieggewohnte Berliner Meiſterfahrer, hat in Budapeſt die
Steher=Weltmeiſterſchaft der Radfahrer über 100 Kilometer in
1 Stunde 26 Min. 46,6 Sek. mit 550 Metern Vorſprung vor dem
Zweiten (Breau=Frankreich) und 660 Meter vor dem Dritten
(Ex=Weltmeiſter Linart=Belgien) überlegen gewonnen. Sawall
fuhr das Rennen ſeines Lebens. Es iſt ſeit 26 Jahren das
erſte=
mal, daß ein Deutſcher den Titel errang.
Internationales Schachturnier
in Bad Kiſſingen.
Capablanca vor einer neuen Niederlage.
In der am Mittwoch geſpielten 10. und vorletzten Runde des
In=
ternationalen Kiſſinger Großmeiſter=Turniers gab es eine Reihe von
Ueberraſchungen, die den Endſieg von Bogoljubow
wahr=
ſcheinlich machen. So verlor nach ziemlich kurzem Spielverlauf der
Holländer Dr. Euwe gegen Yates=England, der eine ſpaniſche Partie
vorzüglich behandelte, auf dem Damenflügel in Vorteil kam und ſich
durch einen ſchweren Fehler von Dr. Euwe einen Turm und damit
natürlich auch die Partie ſichern konnte. Dadurch war der Holländer
aus dem Wettbewerb um den erſten Preis ausgeſchaltet. Dagegen
ge=
wann Bogoljubow in guter Manier gegen den Deutſch=Oeſterreicher
Spielmann, der allerdings ſeinen Gegner dadurch etwis unterſtützte,
daß dieſer in ſchlechter Stellung noch eine Figur einſtellte. Das
wich=
tigſte Ereignis der Runde war jedoch, daß Niemzowitſch im Nachzug
eines unregelmäßigen Damen=Bauernſpieles gegen Capablanca in
Vor=
teil kam. Schließlich verlor Capablanca ſogar die Qualität und ſtand
bei der Mittagspauſe in einer unhaltbaren Stellung. Sollte der
Cubaner die Partie verlieren, was ſehr wahrſcheinlich iſt, ſo wäre
Bogoljubow ſelbſt im Falle einer Niederlage gegen Dr. Euwe in der
letzten Ruide nicht mehr einzuholen, da er ſchon 1½ Pkt. Vorſprung
hat. Von den übrigen Partien iſt bereits das Treffen Rubinſtein gegen
Dr. Tartakower entſchieden. Rubinſtein gewann durch vorzügliche
Be=
dr. Tarraſch ſiegte gegen Reti, dagegen
handlung des Mittelſpiels.
hängt die Partie Marſhall — Mieſes noch in ungeklärter Stellung.
Pferdeſport.
Rennen zu Karlshorſt am Mittwoch.
Stübing=Hürdenrennen. 3700 Mark, 3000 Meter: 1. Heinz Stahls
Legende (Wolff), 2. Sentis, 3. Rottländer; ferner Lobelia, Spekulation,
Eskimo, Cascara, Parlamentär, Dudelmann, Reiher, Manteca, Roſa
rugoſa. Tot.: 30, Pl. 16, 108, 15:10. 2½—4 Lg.
2. Rieſe=Erinnerungs=Jagdrennen. 3700 Mark, 4000 Meter: 1. J.
Kühns Eintracht II (Hr. Quaſt), 2. Menelaos, 3. Sturmnacht; ferner
Caeſar II, Raute. Tot.: 25, Pl. 13, 12:10. 5 Lg.—Weile.
3. Graf Holck=Erinnerungs=Jagdrennen. 3700 Mark, 3000 Meter;
G. Hackebeils Vigor (W. Hauſer), 2. Staroſte, 3. Tartar; ferner
Markolf, Ernani, Mariza grovna, Adaminus, Siegberte, Pommard,
Fafner, Paliſander, Maskerade, Trutzig, Harald. Tot.: 47, Pl. 20, 61,
35:10. 2
—¾ Lg.
4. Helden=Gedächtnisrennen (Jagdrennen). Ehrenpreis und 8500
Mark, 4000 Meter: 1. Freifrau E. v. Wertherns Malkaſten (Hr. v.
Borcke), 2. Das Lied, 3. Rößling; ferner Parſifal, Groſa, Manitou.
Tot.: 15, Pl. 15. 18:10.
5. Goldpokal=Jagdrennen. Ehrenpreis und 4500 Mark, 5000 Meter:
1. V. Poraks Werden (Bismark), 2. Schlehblüte, 3. Gerwin; ferner
Eigenſinn, Herzog, Goldener Frieden. Tot.: 58, Pl. 29, 69:10. 5ſ. bis
¼ Lg.
6. Graf Walter Königsmarck=Erinnerungs=Flachrennen. 3000 Mark,
1400 Meter: 1. J. Kühns Die Linde (Sajdik), 2. Filigran, 3. Roſen=
herzog; ferner Laß ſein, Zigeunerin, Ariane, Nouchon, Lilienfee,
Blau=
gelb, Eiland, Traminer, Cäſarea, Minnelied. Tot.: 52, Pl. 20, 20,
88:10. ½—1½ Lg.
7. Raven=Erinnerungs=Jagbrennen. 3000 Mark, 3400 Meter: 1. Dr.
E. Baers Treu und Glauben (Müſchen), 2. Laxenburg, 3. Bommerlund;
ferner Oſiris, Genius, Narrenzeit, Zauberflöte, Chriſtinchen, Florida,
Diamant, Friemersheim, Pamela, Mataja. Tot.: 61, Pl. 24, 51, 52:10.
2—1 Lg.
Rennen zu Düſſeldorf.
1. Preis vom Drachenfels. 3000 Mark, 1000 Meter: 1. Geſt.
Ebbeslohs Paroli, 2.+ Winkelried, 2.— Ainata. Ferner: Kalif,
Liebes=
zauber, Szegeda, Lauſejunge, Grafenliebe, Holcya, Mirella. Tot.: 38,
Pl. 19, 18, 104:10. 6 Lg.—Tot.
2. Preis der Loreleh. 3000 Mark, 1400 Meter: 1. W. Kandelhardts
Sturmmixe (H. Schmidt), 2. Sturmbock, 3. Prinz Eugen. Ferner:
Pſalter, Miles, Aalboro, Chivico, Heilige Johanna, Peloria, Die
Deutſche. Tot.: 42, Pl. 31, 35, 141:10. 3—2½ Lg.
3. Preis vom Rheuſer=Königſtuhl. Jagdrennen. 3000 Mark, 3000
Meter: 1. Gebr. Röslers Panzer (Pinter), 2. Sonnenkäfer, 3. Fafnirs
Bruder. Ferner: Florita, Opalka, Clauſewitz, Strug. Tot.: 50, Pl. 15,
13, 16:10. 4—3 Lg.
4. Preis vom Mäufeturm. 3000 Mark, 1600 Meter: 1. H. Wiehes
Melange (Schiwy), 2.+ Carol, 2.+ Landpommeranze. Ferner:
Impe=
rialiſt, Pipkin, Günſtling, Königstreu, Santuzza, Reveille, Loiſach,
Hätte man, Trumſcheit. Tot.: 100, Pl. 24, 26, 24:10. 2 Lg.—Tot.
5. Rheinſagen=Preis. Jagdrennen. 4500 Mark, 3700 Meter: 1. Frau
S. Höhlfelds Prinz (O. Möller), 2. Tannenberg, 3. Wingolf. Fernert
Mutterlos, Okertal, Germane, Barcarole, Larche. Tot.: 18, Pl. 14, 23,
2:10. 3—2 Lg.
6. Lohengrin=Ausgleich. 4000 Mark, 1400 Meter: 1. Geſt.
Lauven=
burgs Ohio (Printen), 2. Reichstag, 3. Raphael. Ferner: Lauſitzer,
Diadem. Tot.: 73, Pl. 21, 18:10. 5—½ Lg.
7. Preis vom Rolandsbogen. 3000 Mark, 2400 Meter: 1. Abtlg.*
1. F. Hüſchelraths ſen. Jugendliebe (Eicke), 2. Filius, 3. Culvert.
Fer=
ner: Föhn 2., Romney, Prophet, Ferina, Markſtein, Panzerplatte. Tot.t
41, Pl. 14, 14, 31:10. — 2. Abtlg.: 1. J. Schmandts Larida (Narr),
2. Idealiſt, 3. Santa Paula. Ferner: Heiduck, Eſens, Kror
prinz,
O’Straßburg, Slevogt, Gerd. Tot.: 23, Pl. 14, 17, 30:10. 3—4 Lg.
*31. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
12. Tag der 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung des
21. Auguſt fielen: 8 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr. 213 137, 232 714,
284 714, 373 830; 6 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 221 373, 346 966,
354 881; 16 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr. 59 280, 73 160, 86 840.
203 127, 203 455, 247 051, 267 408, 291 302; 26 Gewinne zu je 1000 Mark
auf Nr. 8223, 9490, 68 767, 71 590, 92356, 98 911, 108 888, 133 825, 159 215,
210 049, 244 766, 256 951, 321 096; ferner 90 Gewinne zu je 500 Mark
und 160 Gewinne zu je 300 Mark. In der Nachmittags=Ziehung
fielen: 6 Gewinne zu je 10 000 Mark auf Nr. 91992, 144 828, 348 584;
4 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr. 30 836, 352 083: 4 Gewinne zu je
3000 Mark auf Nr. 278842, 332 448: 14 Gewinne zu je 2000 Mark auf
Nr. 19 993, 82 563, 86 650, 138 134, 143 305, 184 946, 331 126: 24 Gewinne
zu je 1000 Mark auf Nr. 18 735, 36 734, 70 308, 76 178, 119 548, 125 915,
155 309, 159 961, 210 690, 239 258, 314 173, 325 590; ferner 76 Gewinne
zu je 500 Mark und 188 Gewinne zu je 300 Mark. — Im
Gewinn=
rade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mark. 2 Gewinne zu
je 300 000 Mark, 2 Gewinne zu je 100 000 Mark, 4 Gewinne zu je 75 000
Mark, 4 Gewinne zu je 50 000 Mark, 8 Gewinne zu je 25 000 Mark,
46 Gewinne zu je 10 000 Mark, 84 Gewinne zu je 5000 Mark, 260
Ge=
winne zu je 3000 Mark, 444 Gewinne zu je 2000 Mark, 942 Gewinne zu
je 1000 Mark, 2548 Gewinne zu je 500 Mark und 6740 Gewinne zu je
300 Mark.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 23. Auguſt. 13.30: Kaſſel: Funkorch. o 15
Mittelſchullehrer Hering: Der Fernſprecher. o 15.40: Aus den
Novellen von Nicolai Gogol. 16.35: Funkorch.: Neue
Tanz=
muſik. O 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteilungen. O 18.30:
Garten=
ingenieur Hinze: Schädlinge des Gemüſebaues. o 18.45: Direktor
Scheer: Zweckmäßige Bodenbearbeitung nach der Ernte bezw.
Vor=
winter ſichert den Ernteerfolg für das nächſte Jahr. o 19.10: Wirt=
V. Herm. Zurhauſen: Die Ehe als
ſchaftsmeldungen. O 19.15:
Sakrament. O 20.15: Bad Münſter am Stein: Konzert des Kur=
Orcheſters. Mitw.: Frau Schroeder=Hallersleben (Sopran), Pauk
Diener (Klavier). O Anſchl.: Aus den Werken der Journaliſti
Lariſſa Reißner. Einf. Vortrag. — Das buddhiſtiſche Heiligenbild;
Im Lande des Platins; In Junkers Laboratorium; Ullſtein; Auf
dem Minenſchiff; Tanz der afghaniſchen Bergſtämme. Ausf.: Georg
Schwarz (Vortrag), Friedr. Ettel (Vorleſung).
Stuttgart.
Donnerstag, 23. Auguſt. 12.30: Schallplatten. o 16.15,
Funkorch. Einlagen: Eugen Thyſſen. 18.15: Freiburg: Dr.
Geinitz: „Bienenzucht und Volkswirtſchaft. o 18.45: Stuttgarti
Aerztevortrag: Geſundheitsſtörungen und Kriegsdienſt, Betrachtungen
im Rahmen des Reichsverſorgungsgeſetzes. o 19.15: Schachfunk,
20.15: Stadtgarten in
eiburg: Konzert des Stadtgartenorch,
Fre
eg!
Blon: Durch Kampf zum
Beethoven: Ouv. „Fidelio”.
Grieg: Königslied aus „Sigurd Jorſalfar”. — Verdi: Tonbilder
aus der Oper „Aida”. — Waldteufel: Ich liebe dich! — Thomasn
— Köhle
: Maikäfers erſter Spaziergang.
Ouv. „Mig
Enders: Mädel, ich bin dir ſo gut. — Millöcker: Potp. aus „Der
Bettelſtudent”. — Ertl: Hoch= und Deutſchmeiſter=Marſch. o
An=
ſchl.: Aucaſſin und Nicolette. Eine Singfabel von Gerhart Herm.
Moſtar. Käte Graber als Gaſt.
Berlin.
Donnerstag, 23. Auguſt. 12.30: Für den Landwirt. o 16.30:
Kriminalkommiſſar a.
Engelbrecht: Streifzüge durch dunkle
Winkel am Mittelmeer. (Sizilien und Tripolis., o 17: Reger=
Stunde. Liſa Frank (Sopran), Th. Mackeben (Flügel), Prof.
Maurits Frank (Cello), H.
Zork (Klavier). o. 18: Das Tier m
der Dichtung. E. Gutwirth
Rezit.). O 19: Franzöſiſcher Vortrag.
19.30: H. Pander: Aus der Technik des Films. Weiteres
on
der Aufnahme. O 20.15: Einf zum nachfolgenden Sende=Spiel.
20.30: Sende=Spiele: Die Nürnberger Puppe. Komiſche Oper
einem Teil von Leuven und A. von Beauplan. Muſik von
A. Adam. Leitung: C. Bronsgeeſt. Dirig.: Seidler=Winkler. Perſ.:
Cornelius, Mechaniker und Spielwarenfabrikant; Benjamin, ſein
Sohn; Heinrich, ſein Neffe und Gehilfe; Berta. Ort der
Hand=
lung: Nürnberg, bei Corneliu
Anſchl.: Die Gefährtin.
Schau=
thur
ſpiel in einem Akt von A
Schnitzler. Regie: A. Braun.
Perſ.: Profeſſor Robert Pilgram; Der Alfred Hausmann;
Pro=
feſſor Werkmann; Profeſſor Brand; Olga Merholm; ein Diener.
Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Tanz=Muſik. Kapelle Gerh.
Hoffmann.
Deutſche Welle. Donnerstag, 23. Auguſt. 12: Dr. Berger:
Naturkundliche Zwiegeſpräche. o 12.25: Studienrat Thiel und
Studienrat Scheiffler: Kräfte der Natur im Lichte der Phyſck.
O 15: Zentrale der Hausfrauen=Vereine Groß=Berlin: Ausbildung
und Prüfung hauswirtſchaftl. Lehrlinge. 15.35: Wetter und
Börſe. O 16: Dr. Klopfer: Erziehungsberatung.
0 16.30: Kurt
Berlin: Reger=
Lubinſki: Als Filmoperateur in Afrika. o
Stunde. O 18: Maxim. Müller=Jabuſch: Weltpolitiſche Stunde,
O 18.30: Spaniſch für Fortgeſchrittene. O 18.55: Dir. Jany: Welche
Wege weiſt das Notprogramm der zukünftigen Kartoffelverwertung?
19.20: Dipl. Hdl. Dr. Wieg: Die Maſchine als Helferin im
Laden und Büro. o 20
Berlin: Sendeſpiele.Ad. Adam: „Die".
Nürnberger Puppe”, Komiſche Oper in einem Teil. o. Anſchl.*
A. Schnitzler: „Die Gefährtin”
Schauſpiel in einem Akt. o
An=
ten O
Preſſenachri
2.3
Tanmu i Kanelle Hoffmann.
Haupiſchriftleitung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Nudolf Mauve; für Feuiſleton, Nelch und
ten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann,
Ausland und Heſſiſche Nacht
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer:
Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentel: Willp Kuble: Druc
„Die Gegenwart”
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Barantie der Rückſendung nich/ Übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 234
DarmſtädeerCagblatt.
Der deutſche Außenhandel im Juli.
Unbefriedigendes Ergebnis. — Neue Einfuhr=
Steigerung.
Der deutſche Außenhandel zeigt im Juli 1928 im reinen
Waren=
verkehr einen Einfuhrüberſchuß von 268 gegen 215 Millionen
Reichs=
mark im Vormonat. Die Einfuhr hatte ihre im Juni wieder
aufgenom=
mene Steigerung auch im Juli beibehalten. Die Zunahme von 74,7
Millionen Reichsmark erklärt ſich jedoch überwiegend durch
Termin=
abrechnung im Niederlageverkehr. Die hierfür beſonders in Betracht
kommenden Waren, wie Kaffee, Tee, Kakao und Mineralöle haben allein
eine Einfuhrſteigerung um 70,5 Millionen Reichsmark aufzuweiſen. Bei
einer Reihe anderer Waren ſind die Erhöhungen in erheblichem
Um=
fange ſaiſonbedingt. Dieſe haben auf die Geſamtentwicklung nur
ge=
ringen Einfluß gehabt, weil ſie größtenteils durch Rückgänge
aus=
geglichen wurden. An der Steigerung der Geſamteinfuhr ſind
Lebens=
mittel und Rohſtoffe und Halbfertigwaren beteiligt. Fertigwaren
wur=
den dagegen geringfügiger eingeführt. Die Einfuhr von Gold betrug
119,1 Millionen Reichsmark, mithin gegen den Vormonat 70,6 Millionen
mehr. Das Gold ſtammte zu drei Viertel aus Rußland, der Reſt faſt
ganz aus Großbritannien. Auch die Ausfuhr iſt im Juli wieder etwas
geſtiegen. Die Zunahme von 21,2 Millionen Reichsmark hat in erheb
lichem Umfange Saiſoncharakter. Mit 18,9 Millionen RM. entfällt ſie
überwiegend auf Rohſtoffe und mit 4,2 Millionen RM. auf
Fertig=
waren, während Lebensmittel und Getränke um 2 Millionen RM.
zu=
rückgingen.
Vorarbeiten zur Verbeſſerung der
Produktions=
ſiatiſiiken.
Auf Grund einer Vereinbarung mit dem Völkerbunde hat die
In=
rernationale Handelskammer in Paris einen beſonderen Ausſchuß zur
Beſſerung der Produktions=Statiſtiken eingeſetzt, dem als deutſcher
Ver=
treter Geheimrat Kaſtel, Geſchäftsführer und Präſidialmitglied des
Reichsverbandes der deutſchen Induſtrie, Berlin, angehört. Zur Vor
bereitung der Arbeiten ſind beſondere Sachverſtändigenausſchüſſe ein
geſetzt worden, und zwar zunächſt für Kohlen= und Eiſenerze, Eiſen=
und Stahlhalbzeuge, Schiffsbau, Zellſtoff, Baumwolle und Wolle und
Seide. Für einen ſpäteren Zeitpunkt wurde die Bildung von Sachver
ſtändigenausſchüſſen auch für andere Induſtriezweige vorgeſehen. Die
Ausſchüſſe werden im Laufe des Septembers und Oktobers in der
In=
ternationalen Handelskammer in Paris zuſammentreten, um für die
Konferenz zur Verbeſſerung der Wirtſchaftsſtatiſtiken, die der
Völker=
bund für November dieſes Jahres nach Genf einberufen hat, eine
ein=
heitliche Stellungnahme der zunächſt intereſſierten Induſtrien
vorzube=
reiten. Den Vorſitzenden im Ausſchuß für Eiſen= und Stahlhalbzeuge
ſtellt die deutſche Gruppe, die hierfür Direktor Poensgen=Düſſeldorf
ge=
nannt hat
Schiedsſprüche für den rheiniſchen
Braun=
kohlenbergbau.
In der Geſamtſtreitigkeit zwiſchen dem Arbeitgeberverband im
rheiniſchen Braunkohlenrevier und dem Bergarbeiterverband fällte eine
Spruchkammer in Köln zwei Schiedsſprüche, den einen mit den Stimmen
der Arbeitgeber gegen die Stimmen der Arbeitnehmer, wonach die
bis=
herige Arbeitszeitregelung bis zum 30. September 1929 verlängert wird
und erſtmalig am 15. Auguſt 1929 mit ſechswöchiger Friſt kündbar iſt.
Nach dem zweiten Spruch, den der Schlichter allein gegen die Stimmen
der Arbeitgeber und Arbeitnehmer fällte, wird der Spitzenlohn der
ge=
lernten Handwecker von 0,89 Reichsmark auf 0,97 Reichsmark, der Lohn
der Ungelernten von 0,74 Reichsmark auf 0,84 Reichsmark erhöht. Die
übrigen Lohnſätze ſowie die Löhne für jugendliche und weibliche Arbei
ter werden entſprechend erhöht (im Durchſchnitt bedeutet das eine
Er=
höhung der Löhne um 12 Prozent).
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Jſolations A.=G., Mannheim. In der ordentlichen Generalver
ſammlung der Iſolations A.=G., Mannheim, an der, wie bekannt, die
Brown=Boveri u. Cie A.=G., Mannheim, beteiligt iſt, wurde beſchloſſen,
das Aktienkapital von 500 000 RM. auf 1 Mill. RM. zu erhöhen.
Frankfurter Strohhutfabrik A.=G., Frankfurt a. M. Die
Geſell=
ſchaft ſchließt das Geſchäftsjahr 1927/28 mit einem mäßigen Gewinn ab
wodurch der aus 1926/27 übernommene Verluſt von 60 000 RM. ſich
auf etwa 30000 RM. ermäßigt bei 200 000 RM. Aktienkapital. Der
Betrieb iſt nunmehr vollſtändig auf Mützen= und Filzhutfabrikation
umgeſtellt worden. Die Ausſichten für das laufende Geſchäftsjahr ſind
in Anbetracht der vorliegenden Auftragsbeſtände nicht ungünſtig.
Forderungen der internationalen Filminduſtrie. In der geſtrigen
Feſtſitzung des Reichsverbandes der deutſchen Lichtſpieltheaterbeſitzer in
Berlin faßte der erſte Vorſitzende, Divektor Dr. Guttmann, die Wünſche
der anweſenden Angehörigen der Filminduſtrie von 20 Nationem in einer
Kundgebung zuſammen, in der es heißt: „Die verſammelten
internatio=
malen Angehörigen der Filminduſtrie empfinden als die ſie am ſtärkſten
bedrüchende Geſetzgebung die Belaſtung mit der Luſtbarkeitsſteuer. Sit
ſind ſich ihrer kulturellen Bedeutung und ihrer Aufgabe der
Völkerver=
bindung vollkommen bewußt und werden jede Maßnahme ergreifen, um
die Herſtellung und den Vertrieb ſolcher Filme zu unterbinden, die
die=
ſem Ziele zuwiderlaufen. Sie glauben, daß gleichlaufende Intereſſen
des Films von einer internationalem Orgamiſation ſtändig bearbeitet
werden müſſen.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 22. Auguſt ſtellten ſich für je
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen ode=
Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dr. Elektrolytkupfernotiz.
140 RMM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbör
ſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für
prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für
Originalhüttenalu=
minium, 98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RMM.,
desgl. in Walz= oder Drahtbarren, 99proz. 194 RM.; Reinnickel, 90= bis
99proz. 350 RM., Antimon Regulus 86—91 RM., Feinſilber (1 Kilogr
fein) 80.50—82.00 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 22. Auguſt ſtellten ſich für
Kupfer: Januar bis Mai 125.50 (126.00), Juni 125.75 (126.25), Juli
126.00 (12.25), Auguſt bis Oktober 125.50 (126.25), November 125.77
(126.25), Dezember 125.25 (125.50). Tendenz: ruhig
— Für Blei:
Januar bis Dezember 43.50 (43.75). Tendenz: befeſti
— Für Zink;
Januar bis April 47.75 (48.00) Mai bis Juli 47.
(48.25), Auguſt
47.25 (49.50), September und Oktober 47.00 (48.00), November 47.00
(49.00), Dezember 47.50 (48.25), Tendenz: luſtlos. — Die erſten Zahlen
bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 22. Auguſt
ſtell=
ten ſich für Kupfer: (Tendenz: ſtetig) Standard per Kaſſe 62¾
bis 6V/e, drei Monate 62½/½——62½, Settl. Preis 62¾; Elektrolyt
68½—69½, beſt ſelected 65—66½, Elektrowirebars 69½; für Zinn
(Tendenz: ſtetig) Standard per Kaſſe 211½—21134, drei Monate 20
bis 208½, Settl. Preis 211—211½; inoffiz. Not.: Banka 218½, Straits
214½; für Blei: (Tendenz: feſt) ausländ, prompt und Settl. Prei=
21½, entf. Sichten 211/½e; für Zink: (Tendenz; ruhig) gewöhnl.
prompt 247/s, entf. Sichten 24½, Settl. Preis 24¾; inoffizielle
Notie=
rungen: Quechſilber 23—23½, Wolframerz 15¾8.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 22. Auguſt. Die Tendenz an der
Fronkfurter Getreidebörſe war ſchwach. Cs notierten je 100 Kg.: Wei
zen 24,10—24,25, Roggen 22,90—25, Sommergerſte 26,50, Hafer alter
Ernte 23, dto. neuer Ernte 22,25—22,75, Mais für Futterzwecke 21,75,
Weizenmehl 33,50—34, Roggenmehl 32—32,75, Weizenkleie 14,
Roggen=
kleie 15,25—15,50.
* Die 85. Südweſtdeutſche Zentral=Häuteauktion findet am
Donners=
tag, den 23. Auguſt, im Kaſino „Hof zum Gutenberg” ſtatt. Es
kom=
men 6688 Großviehhäute, 8969 Kalb= und Freſſerfelle und 352
Hammel=
felle zur Verſteigerung.
Frankfurt a. M., 22. Auguſt.
Stimmung: ruhig aber freundlicher. Die Börſe konnte die feſt
Haltung der geſtrigen Abenbörſe zunächſt behaupten und im weiteren
Verlauf fortſetzen. Anvegend wirkte der feſte Verlauf New Yorks und
der übrigen internationalen Börſen. Teilweiſe lagen auch aus dem
Wirtſchaftsleben günſtige Meldungen vor, ſo aus der Kali= und
Eiſen=
induſtrie. Immerhin bleibt das Geſchäft faſt ausſchließlich innerhalb
der Spekulation, da Aufträge vom Publikum kaum vorlagen. Lediglick
zeigte das Ausland für einige Spezialwerte, unter Bevorzugung des
Elektromarktes, Intereſſe, was der Börſe einen ſtärkeren Rückhalt gab
Banken waren im Ausmaße bis ½ Prozent uneinheitlich. Auffallen!
freundlich lag der Montanmarkt, wo Kursbeſſerungen um ½ bis 1
Pro=
zent zu verzeichnen waren. Am Elektromarkt zogen AGG. ¼, dann
raſch nochmals 1½ Prozent an. Siemens bis 373 Prozent erholt. Die
Farbenaktie lag gut behauptet, ſpäter etwas freundlicher. Auch für
Schiffahrtswerte zeigte ſich Intereſſe, Reichsbankanteile um 2, Adler
werke Kleyer 2½ Prozent höher. Am Anleihemarkt wurden Rumänen
trotz etwas ungünſtiger lautenden Nachrichten geſucht, die auf Grun
von auslaufenden Stellagen geſucht wurden. Es werden große Poſten
für rumäniſche Rechnung geſucht. Goldrumänen wieder 25 nach B,
Anatolier 17½. Geld bleibt angeboten, Tagesgeld wieder 5½, dageger
Monatsgeld bei 7¾4 nach wie vor geſucht. Am Deviſenmarkt iſt kaun
eine Veränderung. Deviſen—Reichsmark leicht befeſtigt; London—
New York 4.8527½, Pfundk—Mark 20.37½, Dollar—Mark 4.19.35.
An der Abendbörſe blieb die Stimming freundlich, wobei von den
feſten New=Yorker Anfangskurſen neue Anregungen ausgingen. Gegen
den Berliner Schluß konnten ſich meiſt neue kleine Kursbeſſerungen
durchſetzen. Das Geſchäft war zeitweiſe etwas lebhafter. Die Kuliſſe
ſchritt weiter zu Deckungen. Daneben ſollen für ausländiſche Rech
nung einige Kauforders vorgelegen haben. Im Kurſe merklich erhöht
waren Scheideanſtalt mit plus 4 Prozent bei kleinem Umſatz.
Adler=
werke zogen bei ebenfalls minimalem Geſchäft erneut 1½ Prozent an,
da ſich Materialknappheit bemerkbar machte. Lebhaft verlangt waren
vor allem Elektrowerte und Reichsbank. Am Rentenmarkt blieben
Rumänen gefragt, deutſche Anleihen faſt geſchäftslos.
Berlin, 22. Wuguſt.
Die Börſe eröffnete in freundlicher Haltung, wenn auch die
Ten=
denz nicht ganz ſo feſt war, wie im vorbörslichen Verkehr. Eine
Ge=
ſchäftsbelebung war kaum zu bemerken, doch zeigte die Spekulation
heute für einige Spezialwerte ſtärkeres Intereſſe. Das unbefriedigende
Ergebnis der Außenhandelsbilanz verſtimmte in gewiſſem Maße. An
dererſeits gab die anhaltend flüſſige Lage des hieſigen Geldmarktes eine
nicht unweſentliche Stütze; zur weiteren Beruhigung trugen neuerliche
Meldungen aus New York bei, nach denen keinerlei Kampfmaßnahmen
der Bundesreſervebanken gegen die Spekulation in der nächſten Zeit
zu erwarten ſeien. Auch günſtige Nachrichten aus der Induſtrie lagen
vor, wie die erhöhte Kohlenförderung im Bergbau und gebeſſerter
Ruhrkohlenabſatz, vermochten aber keine Geſchäftsbelebung auszulöſen
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe ließ das Geſchäft an Lebhaftigkei
nach, doch blieb die Tendenz freundlich. Das Intereſſe konzentrierte ſick
lediglich auf einige Spezialwerte, wie Siemens, Farben, Ver Stahl und
Reichsbankanteile. Bis zum Schluß des offiziellen Verbehrs hielt in
AGG=Aktien und Farben die lebhafte Nachfrage an. Auch
Reichsbank=
anteile blieben geſucht und konnten ihre Höchſtkurſe behaupten. Die
Börſe ſchloß in freundlicher Haltung. Auch nachträglich blieben die
Kurſe durchweg beheuptet.
A. E. G......
Augsb.=Nürnb. Maſch
.......
ann. . . . . . . .
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Brikett
Bremer Wolle. . . . .
Danatbank. . . . . . .
deutſche Bank. . . . .
Diskor
eſ. .. . . ..
Drest
Bank. . . .
dſeutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl ..
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung".
J. G. Farben ... .."
Gelſenk. Berg. ....
G. f. elektr. Untern. .
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch. . .
Japag .. . . . .. . . .."
Harpner. . . . . . .. .."
Hemoor Zement. . ."
172.12 22 8
176.375 Hirſch Kupfer ....." 21. 8. Höſch Eiſen ........ 131.75 235 Hohenlohe Werke .. Kahla Porzellan . . . . 1.25 Kali Aſchersleben .. 9 alzdetfurth .." Weſteregeln .. 9. Lindes Eismaſch. . .. 34.— 1L. Loewe & Co. ...." 234.5 16= Lingel Schug, zören 48.— annesmann! 345 4. 188. Liederlauſitzer Kohle 58.! 54.25 ordd. Lloyd ....." 150.62: 137 139. renſtein. . . . . . . . . . 8.— 32. Polyphon ........." 122.6 *5 Rütgerswerke .. . . ." 7.75 Se
nwerke .. . . ." 260.— Glas ..... RS 37 r. Gla
off..... 375 261. er. Stahlwerke. 49.5 Vi
edter Porzellan 93.75 anderer Werke. . . 143.5 G. 1815 Viſſner M
lI.... 160 51. 52.87 Wittener Gußſtahl .. 62.5 255.— 256.—
22. *
139.5
134.7
351.-
„OO.
485
35.!
160
Z1r
445.
O.5
65
98.75
8.
143.
59.—
62.—
Oeviſenmarkt.
Helſingſors ..
Wien ......"
Prag ......"
Budapeſt .. . ."
Sofia ......"
Solland .. ...
Lslo .... ....
Koper
Stockholm .."
London
Buenos
Neu=York ..."
Belgien ...."
Italien ........
Jaris ........
Schweiz.. . . . . .
panien. . . . . ."
anzig .. . . . ."
fapan . . . . . . ."
Rio de Jane
Zugoſlavien ..."
Portugal ....."
Athen ...
onſtantinopel
Kanada. . . . . . .
Uruguay. . . . . . .
1d Brief .935 21.975 955 j.385 6.42: j.38 74 39.7: 894 22, 83 81.3: 81 81.48 883 9. 37 3.83 425 5.425 A 2.1 2.167 2. 163/ 2. 4.19 1.193/ 4.286 4.294 4.286/ 4.294
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Chicago, 22. Aug. (Prib.=Fel!
Weizen: Die ermäßigten Liverpooler Kabel, beſſere Wetterberim
und größere Zufuhren im Südweſten bewirkten zunächſt ein Abgleiu
der Preiſe. Später vermochte ſich indes eine Befeſtigung durchzuſeiſt
auf Käufe für europäiſche und nordweſtliche Rechnung.
Mais: Der Markt tendierte zunächſt gleichfalls ſchwächer, namer
lich die Septemberſicht hatte unter Liquidationen zu leiden.
Shs=
trat aber auf Meldungen von Ernteſchäden in Teilen Miſſouris
dakotas eine kräftige Erholung ein.
Roggen: Anfangs bewirkten Abgaben wegen des ſchönen Wetu
eine Abſchwächung. Später ſchlug aber die Stimmung um auf go=
Exportabſchlüſſe für europäiſche Rechnung.
Hafer: Nach ſchwächerem Beginn konnte ſich auch hier eine
holung durchſetzen auf beſſere Exportnachfrage.
* New=York, 22. Aug. (Priv.Fel.!
Baumwolle: Die günſtigen Liverpooler Kabel bewirkten mi
weniger günſtigen Wetterberichten am Terminmarkt eine feſte Haltu=
Die erzielten Kursaufbeſſerungen gingen aber ſpäter durch Gewinnmn,
nahmen auf dem erhöhten Preisniveau wieder verloren.
Kaffee: Auf größere Liquidationen kam es zu einer allgemen
Abſchwächung, da insbeſondere auch europäiſche Häuſer zu Abgaln
ſchritten.
Zucker: Während die Septemberſicht unter Liquidationen litt, koule.
ten ſich die übrigen Termine auf europäiſche Anſchaffungen befeſtign
Erſt gegen Schluß waren einige Realiſationen zu beobachten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 22. Yul=
Getreide. Weizen: Sept. 109½, Dez. 1147, März 1190
Mais: Sept. 89½, Dez. 77½, März 75½; Hafer: Sept.
Dez. 38½, März 41½: Roggen: Sept. 94½, Dez. 35½, März
Schmalz: Sept. 12,30, Okt. 12,37½, Dez. 12,57½, Jan. 1941
12,82½
Fleiſch. Rippen: Sept. 14,27½, Okt. 13,95, Dez. 13,75: Spt
loko 14,62½; leichte Schweine 11,60—12,8; ſchwere Schwen
11,75—12,55; Schweinezufuhren: Chicago 39 000, im Weſt
67000
Baumwolle: Oktober 18,45, Dezember 18,52—18,53.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 22. Auu
Getreide. Weizen: Rodwinter 147½, Hartwinter 128
Mais, neu angek. Ernte 85½; Mehl, ſpring wheat elears 54
bis 5,85; Fracht: nach England 1,3—2,0 Schilling, nach da
Kontinent 10—12 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,00; Talg, extra, loſe 88
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 181; Lolo;
Auguſt 11,75, September 11,90, Oktober 12,15, November 1
Dezember 12,13; Januar 1929: 12,13, Februar und März 12.
April 12,20.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die aus den deutſchen Weinbaugebieten kommenden Meldung
berichten durchweg von einem guten Stand der Weinberge. Dunch
in den letzten Tagen eingetretenen Regenfälle hat die
End=
günſtige Fortſchritte gemommen. In Rheinheſſen haben beſonder
auf Amerikaner=Unterlage gepfropften Rebſtöcke einen reichen Bch
aufzuweiſen. Im Rheingau werden die Ernteausſichten als zufrieden
ſtellend bezeichnet.
In der deutſchen Herrenkonfektion iſt wegen Lohnſtreitigkeiten eh.
Streik ausgebrochen. Von dem Streik ſind in Frankfurt a. M. hishe
zwei Großbetriebe betroffen, in denen etzva 750 Arbeiter in den eir
getreten ſind.
Wie wir erfahren, iſt der Firma Meſſer & Co. G. m. b. h.m.
Frankfurt a. M. von der Firma Société Anonyme Ammonian
Synthétique et Dérivés in Bruxelles ein Auftrag für die Lieſerum
von Stickſtoff= und Waſſerſtoff=Erzeugungsanlagen, welche an N7
Staatsmynen in Limburg (Holland) geliefert werden, erteilt worde
Die Anlagen werden auf Grube Maubits bei Heerlen zur Auftellun
gebracht.
Nach den Berechnungen des Rheiniſch=Weſtfäliſchen Kohlenſyndile
beläuft ſich der Geſamtkohlenabſatz für Juli 1928 (Koks, Kohlen m
Briketts durcheinander gerechnet) auf 9 211 160 To. gegen 859943
im Vormonat oder auf arbeitstäglich 354 N5 To. (344 624 To.). A
arbeitstägliche Abſatz hat demnoch gegenüber dem Vormonat eine El”
gerung von 2,80 Prozent erfahren.
Die außerordentliche Hauptverſammlung der franzöſiſchen Aul
mobilgeſellſchaft Peugeot beſchloß eine Kapitalerhöhung von 90 auf
Millionen Franken und ermächtigte ferner den Aufſichtsrat, eine weib!e
Kapitalerhöhung auf bis zu 250 Mill. Franken vorzunehmen
Wie aus London berichtet wird, iſt die Erzeugung von Kunſtliſt.
in England auf 25 198 674 Pfund im erſten Halbjahr 1928 geſhe
gegenüber einer Produktion von 16 507 812 Pfund in den erſten 6BT
naten des Jahres 1927.
Der Inlandspreis der polwiſchen Kohle ſoll in Kürze weſeniliche
höht werden. Auf dem ſkandinaviſchen Markt iſt der polniſche Roh0
abſatz während der letzten Monate um ein Vielfaches des früheren IE
ports geſtiegen.
Die Lage der ſlowakiſchen Lederinduſtrie verſchlechterte ſich in
letzten Jahren ſtändig. Wie verlautet, ſoll demnächſt eine groſch
Aktion im Intereſſe der Lederinduſtrie eingeleitet werden. Der
delsminiſter wird mit den Ledevinduſtriellen Verhandlungen pie3e
um feſtzuſtellen, auf welcher Grundlage die Exiſtenz und Konkun e
fähigkeit der Lederinduſtrie geſichert werden kann.
sohalbane, KoutMtandirgereafcen
Frankfurter Kursbericht vom 22. Auguſt 1928
Wie e
anleihe von 19
6% Baden Fre
taat von 1927.
2 Bah. Freiſtaat
von 1927 ....
6% Sachſen Frei
ſtaat von 1927.
% Thüringer Frei
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch.
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ..
Bad.=Bad. v. 2/
Vo
6o
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Frkf. a. M. v. 26
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8% Berl. Hyp.=Bk
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80 Kom.
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8% Mein. öhp. T
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Rhein.=Weſtf.
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tel=Ablöſ.=Anl.
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% Dt. Reichsbahn
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Eßlinger Maſchiner
Ettlinger Spinnereil225
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F. G. Farbenind
Felt. & Guilleau
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Gelſenk. Bergwerk
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Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen,
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Hafenmühle Frkft.
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Harpener Bergbau
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Tucher, Brauere
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Wegelin Rußfal
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itv. . . .
Mannh. Berſich, „1165
znmer 234
Donnerstag den 23. Auguſt 1928
Geite 15
TBrau awtſchen swoei Delten.
12)
Roman von Ludwig von Wohl.
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1927.
fürte Blicke hingen an der klaren Reinheit ihres Profils.
ſie werden Ihre Jacht haben”, flüſterte er. „Wir werder
umm” Mittelmeer fahren — und in kleinen, verträumten
Häfßtanlegen. Wir werden nach Paris gehen und man wird
nuſmeß von Ihnen ſprechen. Sie werden überall hinkommen,
wuſpie hinwollen und wo es Schönheit und Pracht auf der
Woßiſcht. Denn dorthin gehören Sie, Giſela. Dazu ſind Sie
geſſtſefnn! Werden Sie meine Frau, Giſela!”
fe wandte ihm langſam das Geſicht zu:
ſ09 danke Ihnen”, ſagte ſie, „aber ich kann nicht Ihre Frau
weſen, Herr Girgis.”
ölde können nicht?”
d habe einmal geheiratet, um — — um die Welt zu ſehen.
Jchtel de nie mehr heiraten, Herr Girgis.
ſich komme zu früh”, meinte der Grieche. „Ich hätte länger
.unf ſollen.”
ſchüttelte den Kopf
Es hat keinen Zweck, zu warten.”
rſeitterung ſtieg in ihm auf.
Sye wollen vielleicht in ein Kloſter geben?” fragte er mit
mikünn unterdrücktem Hohn.
ſie, ſah vor ſich hin.
Aarum ſind Sie jeßt ſchlecht zu mir?” fragte ſie zurick
umtirſ; ihn voll an
rſſenkte den Kopf.
Gerzeihen Sie mir”, ſagte er demütig. „Aber — darf ich
froſa, was Sie jetzt zu tun gedenken?"
Inh kann Ihnen das noch nicht ſagen, Herr Girgis.”
ri muſterte ſie lange und fühlte, wie die Erbitterung
zu=
riyſen — Sie mußte ſchließlich Gründe haben, ihn abzuweiſen.
Sſſuzßte wiſſen, was ſie tat.
ſer Gedanke, ſie in den Armen eines anderen zu wiſſen,
mſtre ihn die Beſinnung verlieren.
md es mußte ja ſo etwas ſein. Kein Menſch hat eine ſolche
Eirh eit des Auftretens, wenn er nicht weiß, wovon er morgen
leiſt ſwoll.
duäne Hände zitterten. Er ſtand auf.
Verzeihen Sie alſo”, ſagte er bitter. „Ich wußte nicht, daß
imheſer Geſchwindigkeit ſchon ältere Vorrechte vorhanden ſind,
eiſeh) ſelbſtverſtändlich reſpektiere.”
öie ſah ihn groß an. Sie verſtand ihn gar nicht.
öuäne Geduld riß.
Ich weiß zwar nicht, wer der Herr war, den ich geſtern
Ahum fünf aus Ihrem Zimmer verſchwinden ſah — aber ich
nihtcse Ihnen jedenfalls alles Gute!
Ei, verbeugte ſich und wollte gehen.
Auer auch Giſela war aufgeſtanden und ihr Blick war ſo
Eſarn higer Verachtung, daß Jskander Girgis wie angewurzel
Ia.
eisie ſind kein Gentleman, Herr Girgis”, ſagte Giſela kalt
Awar ein bedauerlicher Irrtum, daß ich Sie eine
Viertel=
ſtſmel lang dafür hielt.”
ſte ging grußlos an ihm vorbei.
hurgis ſtand unbeweglich und ſtarrte vor ſich hin.
Els war unzweifelhaft ein Narr,
Syein Vater war ein ganz kleiner griechiſcher Kaufmann
glsſan — ein Halsabſchneider. Und zwölf Jahre Paris und
ſifin” nein acht Millionen Pfund löſchten das nicht aus. Er
hatte ſich für einen Mann der großen Welt gehalten und war
doch nur, was ſein Vater war. Er war kein Gentleman, hatte
die Prinzeſſin Thraun geſagt. Sie hatte recht. Er war kein
Gentleman. Wenn er gereizt war, bröckelte der Gentleman ab
und der Halsabſchneider kam zum Vorſchein. Der kleine
grie=
chiſche Kaufmann.
Er knirſchte mit den Zähnen und riß ſich unbarmherzig das
Herz auf. Freute ſich an den Schmerzen, die er empfand.
Dabei ſtand er noch immer am gleichen Fleck.
Als wage er nicht, ſich zu rühren.
„Guten Morgen, Mr. Girgis. Wie haben Sie geſchlafen?”
Er hörte es nicht. Eine Frauenſtimme lachte
„Was machen Sie denn für ein komiſches Geſicht, Mr.
Gir=
gis? Sie ſehen aus wie
Sie ſind eine Gans, Miß Voynot”, ſagte Girgis und nickte
ihr mehrmals nachdrücklich zu. „Eine Gans habe ich geſagt.”
Die Amerikanerin ſtand unbeweglich und rang nach Atem.
„Ach — Sie ſind kein Gentleman, Mr. Girgis!” rief ſie
end=
lich empört und außer Faſſung.
Girgis lächelte
„Ich weiß das, Miß Voynot. Aber ich kann Ihnen nicht
helfen. Sie ſind doch eine Gans.
Und er ging in die Halle, während die elegante
Amerikane=
rin ihm nachſah wie einem Irren.
In der Halle traf er Mr. Houſton.
„Auf ein Wort, Sir.
„Bitte, mein Herr
„Ganz unter uns — Mrs. Brouwer hat Schulden beim
Hotel, nicht wahr?”
Mr. Houſton hatte plötzlich ein ſtarres Geſicht
„Mrs. Brouwer hat keine Schulden bei uns, mein Herr.
Und wenn ſie welche hätte, würden wir es Ihnen nicht
mittei=
len dürfen.”
„Auch nicht, wenn ich mich bereit erkläre, ſie zu bezahlen?”
„Die Schulden Mrs. Bronwers, ſind bezahlt, mein Herr.”
Alſo doch, dachte er.
„Wer hat ſie bezahlt. Mr. Houſton?”
Der hagere Herr zuckte bedauernd die Achſeln und zwang
ſich ſogar zu einer Art entſchuldigendem Lächeln.
Gereizt wandte ſich Girgis ab.
„Warum wollen Sie denn das ſo unbedingt wiſſen, Sir?”
fragte ein kleiner, rothaariger und ſommerſproſſiger Herr.
Girgis ſah ihn erſtaunt an. Der Mann kam ihm bekannt
vor.
„Können Sie es mir vielleicht ſagen?” fragte er zurück.
Mickey Speedy betrachtete ihn grundlich.
Das Reſultat ſchien ihn zu befriedigen, denn er ging der
Bar zu und winkte Girgis, ihm zu folgen.
„Welches Intereſſe haben Sie alſo, das zu erfahren?” fragte
er und kniff ein Auge zu.
Jetzt war es Girgis, der ihn muſterte.
Und dann fiel ihm ein, woher er den Mann kannte.
Er hatte ihn im Salon von Madame Mauvrard geſehen
mehrmals. Und bei Murad ben S=liman, der den Spielklub in
der Hazikſtreet hatte — drüben in Schubra.
„Sie ſind Detektiv?” fragte er ſpöttiſch. „Sind Sie’s nicht?
Mickey Speedy ſchlug ein Bein über das andere.
„Vielleicht bin ich es”, meinte er ſelbſtbewußt. „Das hängt
ton den Umſtänden ab, Sir
„Das heißt natürlich von der Brieftaſche”, nickte der Grieche.
Mickey Speedy ſah ihn erfreut an.
„Sie begreifen leicht”, meinte er achtungsvoll.
Der Grieche mußte trotz allem lachen.
Er nahm einen Zehnpfundſchein aus der Brieftaſche und
legte ihn auf den Tiſch.
„Alſo — wer hat die Rechnung für Madame Brouwer
bezahlt?”
„Ich”, erklärte Mickey Speedy und machte ein ſehr
geheim=
nisvolles Geſicht.
„Sie?"
Der Irländer nickte verwundert.
„Warum nicht?"
„Und wer — — hat Sie dazu beauftragt?”
„Das weiß ich nicht
Girgis wollte die Banknote wieder an ſich nehmen, aber die
flinken Finger des Irländers hatten ſie ſchon geborgen.
„Ich habe Ihnen doch Auskunft gegeben, Sir”, lachte er ſehr
herzlich. „Was erwarten Sie denn noch alles — für zehn
Pfund?”
Girgis beugte ſich vor.
„Jetzt ſagen Sie mir alles, was Sie wiſſen”, befahl er.
Fünfzig Pfund, wenn es mich intereſſiert.”
Speedy ſah ihn an.
„Allright. Fragen Sie!”
„Wer hat Sie beauftragt, die Schulden Mrs. Brouwers zu
bezahlen?
„Eine Amerikanerin namens Mabel Talbot.”
Eine Frau, dachte Girgis beglükt.
„Welches Intereſſe hat ſie daran?”
„Schwer zu ſagen, Sir. Ich kenn’ mich ſelbſt, nicht aus,
Muß ein ziemlich verrücktes Huhn ſein, die Talbot. By Golly.
Hat mir ſchon einen Auftrag gegeben, der — hm in bißchen
tomiſch war.”
„Und das war?”
„Ich ſollte einen Mann beobachten — einen Mr. Moran
Tancred C. Moran aus Detroit — Mrs. Talbot iſt auch aus
Detroit — —und wenn ich ihn mit einer Frau erwiſchen könnte,
ſollte ich zweitauſend Dollar bekommen. Auftrag, Sir, was?”
„Und haben Sie Ihr Cield verdient?”
Mickey Speedy ließ die Ohren hängen.
„War ein Fiſch, der Mann. Solid wie in Biſchof am
Sonn=
tag. Und jetzt kommt das Schönſte. Wie ich melde, es is nir,
kriegt die Talbot die Wut, ſtampft mit den Füßchen — ſehr
nied=
liche Füßchen hat ſie, Sir — und ſchreit: Fool — dann ſchaffen
Sie doch eine Frau her, die ihn rumkriegt. Wozu werden Sie
bezahlt! — — Ham Sie ſo was ſchon mal gehört, Herr? Ich
nicht, und bin doch ſchon vierzehn Jahre in der Branche. Hab‟
dann in bißchen nachgeforſcht und ransgekriegt — — na, was
glauben Sie, was? Was glauben Sie, was Tancred C. Moran
rit!“
Speedy ſetzte ein triumphierendes Lächeln auf.
„Ihr Mann iſt es! Stellen Sie ſich vor! Sie iſt ihm
heim=
lich nach Aegypten nachgereiſt. Talbot iſt ihr Künſtlername. War
Filmſchauſpielerin früher. Mabel Talbot! Haben Sie „White
hands” geſehen? Oder die „Goldene Elfe? — da hat ſie geſpielt.
Bombenſache.”
Girgis überlegte, während dieſer langen Rede, was dieſe
Amerikanerin veranlaßt haben konnte, ſich für Mrs. Brouwer
einzuſetzen. Rätſelhaft
„Haben Sie den Vorſchlag Mrs. Talbots befolgt?” fragte
er, um etwas zu ſagen.
Speedys Triumph erloſch
„Ja ich hab’ ihm eine Frau vorgeſetzt — eine Frau — in
Eremit hätte alle Gelüvde gebrochen. Aber der Mann is in
Siſch, Sir, wie ich ſchon ſagte. Ließ ſie bei der guten Madame
Mauvrard ſitzen, als ob ſie n Fünfſchillingsmädchen wäre.
Nix zu machen, Sir. Hoffnungslos.”
Bei Madame Mauvrard, ſagen Sie?” fragte Girgis
nach=
denklich.
„Na ja — vorgeſtern nacht. Sie waren ja auch da. Müſſen
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