Einzelnummer 18 Pfennige
Bezugspreis:
Bei wöchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Juſi
bſes 31. Jull, 2.48 Reſchsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr. abgeholt 2.25 Reichsmark, durch die
Agenturen 2.40 Reiſchsmark frei Haus. Poſibezugspreis
ir* Jull ohne Veſtellgeld monailſch 2.25 Reſchdmark.
Verantwortlichkeit für Aufnahme von Anzeigen an
beſimmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
erſcheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Beugsheſt. Beſelungen und Wbeſelungen dunch
Fernrui ohne Verbindlichkeſt für uns. Poſtſchegtonio
Franfüurt a. M. 4304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentiiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffſätze und eigenen Nachrichten nur mit Queſſenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 195
Sonntag, den 15. Juli 1928.
191. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſfadt 25 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Relamezelle (092 mm
breitl2 ReichsmarkAnzeigen von auswärte 40 Reſchspfg.
FinanzeAlnzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zeſe 300 Meſchemarl. Alle preiſe in Reſchemart
ſt1 Dollaer — 4.20 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Streik uſw. erliſcht
ede Verpſichtung auf Erfllung der
Anzeſgen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtiſcher Belſtreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Die franzöſiſche Antwort an Kellogg.
*Kelloggs
Frankreichs Vorbehalte.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 14. Juli.
In Paris hofft man augenblicklich, daß der Kriegsächtungs= ſcheinlich nicht überleben dürfte.
pakt Anfang Auguſt unterzeichnet werden kann. Und zwar ſoll
er nicht in Paris, ſondern in Waſhington unterzeichnet England und die Frage der Kriegsächtung.
werden. Kellogg hat nicht die geringſte Luſt, ſich zur
Unterzeich=
nung des Paktes ins Ausland zu begeben.
In Paris zeigt man ſich mit dem Erreichten ziemlich
zufrie=
den. Man betont zwar offiziös, daß es beſſer geweſen wäre,
ewenn die franzöſiſchen Reſerven in dem Vertrage ſelbſt, und
auch ſo, wie die Dinge ſtehen, beſteht für Frankreich die
Mög=
llichkeit, den Pakt zu unterzeichnen. Denn Kellogg iſt den
Fran=
izoſen ziemlich weit entgegengekommen und die Auffaſſung der
„Juriſten ſoll durchaus für die Annahme lauten. Letzten Endes einen Paragraphen enthalten, der von der Aenderung der
Prä=
rhängt aber noch ſehr viel davon ab, in welcher Form man den ambel Notiz nimmt.
Antikriegspakt akzeptiert. Wenn auch kein Zweifel mehr beſteht,
idaß alle Antworten auf die amerikaniſche Note vom B. Juni
ggünſtig lauten werden, ſo beſteht doch die Möglichteit für die
geinzelnen Regierungen in ihren Anworten ihre Reſerven
auszudrücken. Deshalb werden die Antwortnoten der übrigen
Mächte womöglich nicht ſo einfach und klar ausfallen, wie die
Deutſche Antwortnote.
In Paris iſt man beſonders auf die engliſche Anwort
ge=
ſpannt. Es iſt kein Geheimnis, daß in der letzten Zeit gerade
Bwiſchen London und Waſhington der lebhafteſte
Gedankenaus=
ſtauſch ſtattgefunden hat. Es ſtellt ſich jetzt heraus, daß
Kel=
ſkoggs „Flucht in die Oeffentlichkeit” — als er ſich
rämlich entſchloß, ſtatt mit Frankreich allein zu verhandeln, ſich
auch mit den anderen vier Mächten in Verbindung zu ſetzen —
zu einem unrichtig gewählten Zeitpunkt erfolgte. Die
franzö=
ſiſche Diplomatie verſtand es damals geſchickt, dieſen taktiſchen
FFehler Amerikas auszunützen. „Qui na pas son Monroe?”
ſchrieb der „Temps” in dieſen Tagen. In der Tat hat ſich
her=
musgeſtellt, daß alle Mächte — mit Ausnahme Deutſchlands —
Ehre ſpeziellen Monroedoktrinen und — bildlich geſagt — ihre
kleinen Kriege in Niegragua” haben. Die Aufrollung der
Kriegsächtungsfrage hat der Welt den zweifelhaften Dienſt
er=
wieſen, alle dieſe Probleme in den Vordergrund zu ſchieben.
Uhr größter Fehler iſt, daß ſie eine unglückliche Miſchung
Eranzöſiſcher und angelſächſiſcher Denkweiſe
bearſtellt. Einerſeits das juriſtiſch=logiſche franzöſiſche Denken,
rpelches es liebt, mit theoretiſcher Starrheit für alle möglichen
Fälle vorzuſorgen und die Zukunft ſtarr zu organiſieren,
ander=
ſeits das empiriſtiſche Vorgehen der Angloſachſen, die ſich nur
mm die Praxis kümmern, die Möglichkeiten der Zukunft offen
aſſen und die heiklen Fragen in einen wohltätigen engliſchen
Mebel hüllen. Ueber die beiden Methoden kann man denken, wie
glücklichſte. Dennoch iſt die Kriegsächtung zu begrüßen, denn ſie amten, in prächtiger Aufmachung das Großkreuz der
Ehren=
ringt mehr gutes als ſchlechtes.
Die franzöſiſche Antwortnote
auf den Kellogg’ſchen Paktvorſchlag
zur Aechtung des Krieges iſt heute dem amerikaniſchen
Bot=
ſthafter Herrick übergeben worden, der ſie ſofort an ſeine
Regie=
tag gleichzeitig in Paris und Waſhington veröffentlicht werden
Die franzöſiſche Regierung erklärt ſich bereit, vorzubereiten. An erſter Stelle der Tagesordnung ſtand die
dien Kriegsächtungspakt in der gegenwärtig
Senntnis von der Begleitnote Kelloggs und präziſiert
greifer in Frage kommen, unberührt bleiben.
ſchränkende Auslegung des Staatsſekretärs
S taatsdepartement die Antwort der franzöſiſchen Regierung
zberreichen werde. — Unter der Ueberſchrift:
„Die Taktik des Quai d’Orfan”
ſSreibt heute der „Evening Standard”, je mehr man über die
Lmktik des Quai d’Siſay gegenüber dem amerikaniſchen
Anti=
läegspaktvorſchlag nachdenke, deſto mehr müſſe man anerkennen.
duß ſie außerordentlich geſchickt ſei. Es werde immer klarer, daß
der kürzliche Beſuch Berthelots in London ein voller Erfolg
z weſen ſei, denn es ſei ihm gelungen, die Unterſtützung
des Foreign Office für die franzöſiſche
Aus=
legung des amerikaniſchen Paktes zu erlangen, eine
Auslegung, die, wie man bei der Veröffentlichung der
ſtanzöſiſchen Note ſehen werde, den Vertrag ganz neu=
Ialiſiere, während Frankreich es abgelehnt
habe, etwas mit dem zu tun zu haben, was Sir
nBtucht in die Oeffennichien,Chamberlain auf den Vorbehalten beſtehen
die der amerikaniſche Antikriegspakt wahr=
EP. London, 14. Juli.
nicht nur in der Interpretation Aufnahme gfunden hätten, aber teilt und nach Eintreffen ihrer Antwort der amerikaniſchen
Re=
gierung zugeſtellt und veröffentlicht werden. Hinſichtlich der
franzöſiſchen Anwort meldet der Pariſer Korreſpondent des
reicher franzöſiſcher Diplomatenſchub.
Die Wochenſchrift „Aux Excoutes” will wiſſen, daß die Reiſe
den Botſchafterpoſten in London zu übernehmen. Der
gegen=
den ſollte. Als Nachfolger Berthelots im Qugi dOrfay komme voreilige Schlüſſe zieht.
der frühere Kabinettschef Briands, der jetzige Unterdirektor für
politiche Angelegenheiten, Leger, in Frage.
Der franzöſiſche Nationalfeiertag.
ofenhitze durch Bälle auf Straßen und öffentlichen Plätzen zu
Truppenſchau vor dem Triumphbogen begangen. Der Präſident
der Republik, die Mitglieder der Regierung, die Präſidenten der
beiden Kammern, das Diplomatiſche Korps, darunter auch der
deutſche Botſchafter v. Hoeſch, die Spitzen der Behörden, ſowie
zahlreiche politiſche Perſönlichkeiten und hohe Militärs, wohnten
ihr bei. Unter den anweſenden ausländiſchen Offizieren fiel vor
allem der ehemalige polniſche Oberkommandierende, General
Haller, und ein ungariſcher Militärattachs in glänzender
uni=
form auf. Präſident Doumerque verlieh mehreren höheren
Offi=
man will, aber zweifelsohne iſt ihre Syntheſe diesmal nicht die zieren, darunter einem 72jährigen marokkaniſchen hohen Be= rium. Daß der Dawes=Plan auf die Dauer undurchführbar und
legion. — Auffallenderweiſe iſt bisher über die für den
National=
feiertag angekündigte Begnadigung der elſäſſiſchen Autonomiſten
nichts bekannt gegeben worden.
Sozialiſien.
Der Nationalrat der Sozialiſtiſchen Partei iſt heute
vormit=
nung nach Waſhington weiterleitete. Die Note wird am Mon= tag zu einer außerordentlichen Tagung zuſammengetreten mit
dem Zweck, den Internationalen Sozialiſtenkongreß in Brüſſel
orgeſchlagenen Form zu unterzeichnen, nimmt kuſſion ergab, daß die Mehrzahl der Redner ſich gegen die Ratio= weiß man ſelbſtverſtändlich auch am Quai d’Orſay ſehr gut. Man
d ann, daß nach ihrer Anſicht die Verpflich= des Allgemeinen Arbeiterverbandes, Dumoulin, der beim Inter= offiziell anſchneiden wird und ſucht aus den verſchiedenſten
twungen aus dem Völkerdundspakt, vor allem nationalen Arbeitsamt tätig iſt, u. a.: „Gs darf nicht dahin kom= Gründen zunächſt einmal Zeit zu gewinnen. Daß der franzöſiſche
men, daß man unter dem Vorwand der Rationaliſierung die Miniſterpräſident das deutſch=franzöſiſche Verhältnis doch
weſent=
ſwweit etwaige Maßnahmen gegen einen An= arbeitende Klaſſe durch die Verſchärfung der Arbeitsbedingungen lich anders beurteilt als ſein Außenminiſter, wird nun einmal
S ie franzöſiſche Regierung könne alſo die ein= der kapitaliſtiſchen Induſtriellen vor allem dahin gehen, eine können, und daß auch der franzöſiſche Generalſtab die Beſetzung
9 ellogg, wie dieſer ſie in ſeiner Begleitnote entwickelt habe, ihrem gegenwärtigen Stand oder gar ihrer Erhöhung zu errei= Seite fangen nun aber auch in Frankreich die Volksteile an, ſich
n icht annehmen. — Andererſeits wird aus Waſhington ge= chen.‟ Der elſäſſiſche Sozialiſt Grumbach erklärte, daß die Ratio= zu regen, die, des ewigen Säbelraſſelns müde, in einer
deutſch=
mreldet, daß der franzöſiſche Geſchäftsträger dort heute dem naliſierung kommen werde, und daß es ſich darum für jeden franzöſiſchen Verſtändigung eine Gewähr für den europäiſchen
bringen würde. Ein Delegierter ſagte über die Lage der fran= können, daß für jeden Verſtändigungsverſuch die Rheinland=
Haftentlaſſung in der Spionage=Affäre
Lembourn.
Berlin, 14. Juli.
Rick, ein mündlicher Haftprüfungstermin beim Unterſuchungs= für die Rheinlandräumung führen. Man empfindet dieſe Stim=
Verteidigers auf Haftentlaſſung der beiden Angeklagten ſtatt, unangenehmer, als man natürlich auch dort ſehr genau weiß, daß
Die Woche.
Man mag über Berlin, die deutſche Reichshauptſtadt, denken,
wie man will, bei 37 Grad im Schatten, wenn der aufgeweichte
Auſten Chamberlain die engliſche Monroe= Aſphalt lieblich duftet, iſt es dort nicht ſchön, und da das die
Doktrin nenne. Die ſehr offenherzigen Auslegungen der Vertreter des deutſchen Volkes offenbar peinlich empfunden, iſt
franzöſiſchen Preſſe zeigten, daß man in Paris hoffe, daß die Sommertagung des Reichstages beinahe programmäßig zu
Ende gegangen. Nicht ohne dramatiſche Zuſpitzungen und
Lärm=
ſzenen. Das ſcheint nun einmal dazu zu gehören. Aber ſonſt iſt
werde und daß Kellogg ſie ablehnen werde, was eine alles programmäßig verlaufen. Man hat ſich über die Amneſtie
Heitere Kontroverſe zwiſchen Großbritannien geeinigt, hat dem Nationalfeiertag mit der Verweiſung an den
undden Vereinigten Staaten zur Folge haben werde, Rechtsausſchuß zunächſt einmal ein Begräbnis 1. Klaſſe bereitet
und, last not legst: der Gehalt oder Lohn empfangende deutſche
Steuerzahler wird in Zukunft 1 Mk. Steuer im Monat weniger
zu bezahlen haben. Man hat, je nachdem wie man der neuen
Reichsregierung gegenüberſteht, auf Grund der Ergebniſſe dieſer
kurzen Sommertagung dem Kabinett Müller das Horoſkop
ge=
ſtellt. Die einen glauben ſchon hoffnungsloſen Zerfall feſtſtellen
Amtlich wird mitgeteilt, daß der Entwurf für die engliſche zu können, die anderen begeiſtern ſich — etwas gewaltſam — an
Antwort auf die letzte Note Kelloggs im großen und ganzen den Begebenheiten dieſer letzten zehn Tage. Aber ſowohl für
fertiggeſtellt, jedoch noch nicht vom Kabmnett gutgeheißen worden, den einen wie für den anderen Standpunkt fehlt eigentlich die
ſei. Der Entwurf ſoll den Regierungen der Dominions mitge= Begründung. Man kann eigentlich kaum ſagen, daß die
Ausein=
anderſetzungen auch zwiſchen den Regierungsparteien bei den
verſchiedenen Gelegenheiten gerade beſonders erhebend geweſen
wären, aber es iſt auch zum mindeſten etwas voreilig, wenn man
„Daily Velegraph”, daß die Note kurz ſein wird. Sie werde aus dieſen Auseinanderſetzungen nun ſchon den Schluß ziehen
will, daß die eben gebildete und noch nicht einmal endgültige
Regierungskoalition bereits wieder am Auseinanderfallen ſei.
Wohl jeder, der vor oder nach dem 20. Mai die Große Koalition
Berthelots Londoner Miſſion. — Umfang= befürwortet hat, war ſich bewußt, daß die Praxis ſich nicht ſo
ganz einfach geſtalten würde, wenn man ſo verſchieden geartete
Parteien vor den Reichswagen ſpannte. Die erſten tatſächlichen
EP. Paris, 14. Juli. Schwierigkeiten bieten alſo ganz gewiß keinen Anlaß, die Flinte
ins Korn zu werfen. Trotzdem aber wird man ſich natürlich
des Generalſekrerärs im Außenminiſterium, Berthelot, nach Lon= immer der beſtehenden Schwierigkeiten bewußt bleiben müſſen,
don u. a. die Vorbereitung eines umfangreichen Diplomaten= und e8 iſt ſicher, daß die Zukunft an das diplomatiſche Geſchick
ſchubs bezweckte. Berthelot habe ſchon ſeit langem den Wunſch, des neuten Reichskanzlers roch mange hohe Anforderung ſtellen
wird. Aber das wußte man ja wie geſagt ſchon vorher und
wärtige Botſchafter de Fleuriau werde nach Berlin gehen und verfehlt iſt es jedenfalls, wenn man aus dem Verlauf dieſer
dort de Margerie erſetzen, der ſchon ſeit langem abberufen wer= kurzen Sommertagung nach der einen oder anderen Seite hin
Man ſollte die Bedeutung unſerer innerpolitiſchen
Streitig=
keiten nicht überſchätzen, ſondern man ſollte lieber ſtets daran
denken, daß faſt alles das, was wir z. Zt. als beſonders drückend
empfinden, Rückwirkung unſerer außenpolitiſchen Gebundenheiten
iſt. Es klingt für uns, die wir faſt ausnahmslos unter einer faſt
EP. Paris, 14. Juli. untragbaren Steuerlaſt ächzen, gewiß ſehr ſchön, wenn in Volks=
Der Nationalfeiertag, den die Bevölkerung ſchon geſtern verſammlungen oder ſogar im deutſchen Reichstag von
Steuer=
abend trotz einer über der Hauptſtadt lagernden wahren Back= ſenkung geſprochen wird. Es klingt ſogar wunderſchön. Aber
wir wollen doch nicht vergeſſen, daß von einer wirklichen
Er=
feiern begann, wurde offiziell durch die alljährlich erfolgende leichterung unſerer Steuerlaſt ja gar nicht die Rede ſein kann,
ſolange die Zahlungen auf Grund des Dawes=Planes der
deut=
ſchen Wirtſchaft ſtändig das Mark aus den Knochen ſaugen, und
das unerhörteſte iſt, daß auch heute, über neun Jahre nach dem
offiziellen Kriegsende, noch immer nicht feſtſteht, wie hoch
eigent=
lich die Kriegsentſchädigung iſt, die man von uns verlangt. Der
Dawes=Plan war gewiß ein gewaltiger Fortſchritt gegenüber
der Zeit, da Poincars wegen zu wenig gelieferter
Telegraphen=
ſtangen ſeine Bataillone ins Ruhrgebiet einmarſchieren ließ.
Ge=
wiß ein Fortſchritt, aber doch wiederum auch nur ein
Proviſo=
auch für unſere Gläubiger recht bedenklich iſt, hat man allmählich
wohl überall eingeſehen. Selbſt in Paris. Aber hier ſträubt man
ſich vorläufig noch mit Händen und Füßen dagegen, dieſe
Un=
durchführbarkeit einzugeſtehen. Man glaubt eben mit den
unge=
heuerlichen Forderungen des Dawes=Planes einen ſehr weſent=
Tagung des Nationalrates der franzöſiſchen lichen Trumpf in der Hand zu haben, mit dem man noch gute
Geſchäfte zu machen hofft, und die Situation wird dadurch noch
verwickelter, daß man am Qugi dOrſay die Frage der
Kriegs=
entſchädigungen ſtändig mit der Rheinlandfrage verkuppelt.
Das geſchieht aber natürlich keineswegs nur ſo von ungefähr.
Daß die Frage der Rheinlandräumung nunmehr reif iſt,
nach=
dem durch die inzwiſchen abgeſchloſſenen Verträge alle die Vor=
Frage der Wirtſchaftspolitik, die auch einer der Hauptgegenſtände wände für die militäriſche Beſetzung des Rheinlandes entfallen
der Tagesordnung von Brüſſel ſein wird. Die eingehende Dis= ſind, mit denen man ſie im Verſailler Vertrag begründet hatte,
naliſierung ausſprach. So erklärte der ehemalige Generalſekretär fürchtet, daß die deutſche Regierung dieſe Frage in Kürze auch
erdrückt. Es darf nicht vergeſſen werden, daß die Bemühungen trotz aller gegenteiligen Verſicherungen nicht abgeleugnet werden
Verringerung der Geſtehungskoſten durch eine Verringerung des des deutſchen Rheinlandes, insbeſondere die von Mainz, am
Perſonals unter gleichzeitiger Erhaltung, der Produktion auf liebſten verewigen möchte, ſteht ebenfalls feſt. Auf der anderen
Proletarier darum handele, die Gefahren zu vermeiden, die ſie Frieden ſehen, und die ſich der Erkenntnis, nicht verſchließen
zöſiſchen Induſtrie, ſie ſtagniere, während die Landwirtſchaft ſich räumung erſte Vorausſetzung iſt. Mit allen gegen eine Stimme
im Rückgang befinde. Es ſei eine Steigerung der Produktion hat der Verwaltungsrat des ſozialiſtiſchen Bezirksverbands Cote
durch eine Erneuerung der Produktionsmethoden notwendig. dOr beſchloſſen, den Nationalrat aufzufordern, dem ſozialiſtiſchen
Abgeordneten Paul Boncour ſein Mandat als franzöſiſcher
Völkerbundsdelegierter zu entziehen, falls die franzöſiſche
Regie=
rung die unverzügliche Räumung des Rheinlandes verweigern
würde. Herr Boneour war bisher eine der ſtärkſten Stützen der
Poincaréſchen Rheinlandpolitik, und es iſt immerhin bemerkens=
In der Spionage=Affäre des däniſchen Hauptmanns Lem= wert, wenn jetzt ſeine eigenen Wähler in dieſer Form gegen ihn
bourn fand heute auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Niemann, vorgehen. Bemerkenswert iſt es auch, wenn Politiker, wie
dem von Amts wegen geſtellten Verteidiger für die Mitange= Guſtave Herve, dem man doch ganz gewiß keine.
Deutſchfreund=
ſchuldigten, die Stenotypiſtin Stägemann und den Kaufmann lichkeit” nachſagen kann, nunmehr eine recht heſtige Kampagne
richter ſtatt. Der Unterſuchungsrichter gab dem Antrag des men aus dem eigenen Land in dem Kreis um Poincaré um ſo
legte ihnen aber die Verpflichtung auf, ſich zweimal wöchentlich man ſowohl in London als auch in Waſhington endlich einmal
beim Bezirksamt zu melden. Der Hauptangeſchuldigte in der weiterkommen möchte. Natürlich nicht aus irgendwelcher „Deutſch=
Spionageaffäre, Hauptmann Lembourn, bleibt weiter in Haft. freundlichkeit”, ſondern weil man auch dort ſehr deutlich erkennt,
Seite 2
Sonntag, den 43. Zuli 1928
Nummer 195
daß die Fortdauer der beſtehenden unmöglichen Verhältniſſe eine
ſtändige Gefahrenquelle für den europäiſchen Frieden bedeutet.
Es iſt unter dieſen Umſtänden taktiſch nicht ungeſchickt, wenn
man von Frankreich aus immer wieder verſucht, Zuſammenhänge
zwiſchen der Frage der Rheinlandräumung und der Reviſion des
Dawes=Planes zu konſtruieren, denn die Reviſion des Dawes=
Planes kann weder gegen den Willen der erſten Finanzmacht
der Erde noch auch ohne ihre aktive Mithilfe erfolgen,
und man rechnet wohl nicht mit Unrecht darauf, daß die
gegen=
wärtige Regierung der Vereinigten Staaten vor den
Präſident=
ſchaftswahlen im November zu keinerlei entſcheidenden Schritten
in dieſer Beziehung zu haben ſein wird. Da aber der neu
ge=
wählte Präſident erſt im nächſten Frühjahr ſein Amt antritt,
wäre damit zunächſt einmal wieder ein Jahr gewonnen und —
ſo rechnet offenbar Poincaré — ein pſychologiſcher Moment
ver=
paßt. Dieſer Zeitgewinn wäre der franzöſiſchen Politik auch
ſchon deswegen nicht unangenehm, weil die Verhandlungen über
den Kellogg=Pakt das franzöſiſch=amerikaniſche Verhältnis
ohne=
hin z. Zt. einigermaßen belaſten. Man hat in Paris ſehr wenig
Luſt, ſeine „Vorbehalte” aufzugeben, und iſt deswegen von New
York aus ſchon ſehr unliebſam daran erinnert worden, daß das
Mellon-Bérenger=Abkommen noch immer nicht ratifiziert und
daß infolgedeſſen der Kaufpreis für die an die Franzoſen ſ. Zt.
verkauften amerikaniſchen Heeresbeſtände, demnächſt fällig iſt.
Man wird ſich vermutlich über all dieſe Dinge ſehr ausgiebig
unterhalten, wenn der amerikaniſche Schatzſekretär Mellon und
Mr. Strong dieſer Tage in Paris eintreffen. Aber auch zu
Unter=
haltungen über den Dawes=Plan wird Gelegenheit gegeben ſein,
da der Reparationsagent Parker Gilbert vorausſichtlich nicht
ver=
ſäumen wird, ſeine amerikaniſchen Landsleute in Paris zu
be=
grüßen.
Die Richtlinien der deutſchen Politik dürften unter dieſen
Umſtänden ohne weiteres gegeben ſein, und die Unterredung, die
der deutſche Botſchafter mit dem franzöſiſchen Miniſterpräſidenten
dieſer Tage hatte, unmittelbar nachdem die deutſche Regierung
den Kellogg=Pakt ohne Vorbehalte angenommen hatte,
dürfte Gelegenheit gegeben haben, den deutſchen Standpunkt
un=
mißverſtändlich zum Ausdruck zu bringen. Wir wollen den
Frie=
den und haben das durch die Tat bewieſen. Auch die Franzoſen
werden ihren viel gerühmten Friedenswillen nunmehr endlich
M.
ebenfalls durch die Tat beweiſen müſſen.
Die 6. Amneſtie.
* Berlin, 14. Juli. (Priv.=Tel.)
Nachdem nun auch der Reichsrat der vom Reichstag
be=
ſchloſſenen Amneſtie zueſtimmt hat, werden ſchon in den
näch=
ſten Tagen die Begnadigungen einſetzen. Preußen hat bereits
den Anfang gemacht. Dieſe Amneſtie iſt die ſechſte ſeit der
Revo=
lution. Die erſte wurde am 12. November 1918, alſo
unmittel=
bar nach der Revolution durch die Volksbeauftragten erlaſſen.
Sie ſollte im weſentlichen militäriſche und politiſche Vergehen
aufräumen; ſchwere Verbrechen wurden auch damals ſchon
aus=
genommen. Nach der Liquidierung des Kapp=Putſches war
ebenfalls eine Amneſtie fällig, die am 4. Auguſt 1920 erteilt
wurde. Darauf ſetzten kommuniſtiſche Aufſtände ein, die die
Gerichte in Bewegung brachten. Aber auch hier verſuchte man
mit Hilfe der Amneſtie vom 21. Juli 1922 reinen Tiſch zu
machen. Es bleibt ſodann die Amneſtie vom 17. Auguſt 1925 zu
erwähnen, die ſich auf Vergehen aus dem Jahre 1923 bezog. Aus
Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräſidenten von
Hinden=
burg wurden am 2. Oktober 1927 zahlreiche Begnadigungen
durchgeführt. Doch konnte ſich die Hindenburg=Amneſtie nicht
voll auswirken, da die Länder ſtarke Hemmungen einlegten.
Un=
ter den insgeſamt 16 493 Gnadenerweiſen befanden ſich nur
653 Begnadigungen, die ſich auf politiſche Straftaten erſtreckten.
Seit der letzten Amneſtie wurden 69 Prozeſſe mit politiſchem
Hintergrund geführt, die mit der Verurteilung von 117
Per=
ſonen endigten, und zwar wurden Freiheitsſtrafen in Höhe von
15 Jahren Zuchthaus, 163 Jahren Zuchthaus und 120 Jahren
Gefängnis verhängt. Gegenüber den Zahlen der Vorjahre ergibt
ſich unzweifelhaft die abſteigende Linie der politiſchen Vergehen,
wenn auch zu berückſichtigen iſt, daß ſich zahlreiche Kommuniſten
der gerichtlichen Beſtrafung durch die Flucht nach Rußland
ent=
zogen haben.
Verhandlungen über die Uebernahme der
Juſiizverwaltung von Mecklenburg=Schwerin.
Wie wir hören, hat ſich das Reichskabinett in ſeiner geſtrigen
Sitzung im Zuſammenhang mit der Erörterung der Verfaſſungs=
und Verwaltungsreform auch mit dem Antrag von Mecklenburg=
Schwerin auf Uebernahme ſeiner Landesjuſtizverwaltung auf
das Reich befaßt. Die Reichsregierung hat auf Antrag des
Reichs=
miniſters für Juſtiz beſchloſſen, die entſprechenden
Verhandlun=
gen auf der Grundlage der Ergebniſſe der Länderkonferenz
als=
bald aufzunehmen.
Vom Tage.
Die Rücktrittsabſichten des öſterreichiſchen
Bun=
deskanzlers Seipel werden dementiert.
Die deutſchen Miniſter in der Tſchechoſlowakei
haben mit dem Rücktritt gedroht.
An der polniſch=litauiſchen Grenze wurden geſtern vier Litauer
unter Spionageverdacht verhaftet. Die Verhafteten, die
geheime Papiere bei ſich gehabt haben ſollen, wurden nach Wilna
gebracht.
Nach Meldungen aus Spitzbergen beſtätigt ſich die
Auffin=
dung der Ballongruppe. Geborgen wird die Gruppe jedoch
erſt, nachdem der Eisbrecher „Kraſſin” ſeine Kohlenvorräte in
Advents=
bay ergänzt haben wird. Die norwegiſche Preſſe richtet neue Angriffe
gegen Nobile. Sie verlangt gerichtliche Klärung der Vorgänge.
Der jugoſlawiſche Geſandte in London, Duritſch,
wurde nach Belgrad berufen. Duritſch ſoll das
Außen=
miniſterium und eventuell auch das Finanzminiſterium übernehmen.
Die Nachwahl in Halifax iſt zugunſten der
Arbei=
terpartei ausgefallen, deren Kandidat Longbottom mit 17 536
Stimmen gewählt wurde. Die Liberalen erhielten 12 585 Stimmen,
während auf den konſervativen Kandidaten 10 804 Stimmen fielen.
Kellogg teilt offiziell mit, daß Chile und Peru ſeinen
Vorſchlag angenommen haben, die ſeit 17 Jahren
abgebroche=
nen diplomatiſchen Beziehungen wieder aufzunehmen.
Reichskabinett und Reichsreform.
Berlin, 14. Jubi.
Das Reichskabinett beſchäftigte ſich geſtern in eingehender
Ausſprache mit der Verfaſſungs= und Verwaltungsreform auf
der Grundlage der Beſchlüſſe der Länderkonferenz. Es beſtimmte
dann den Reichsminiſter des Innern als diejenige Stelle, die
zur Herbeiführung von Vereinbarungen über das Aufgehen
kleinerer Länder in Nachbarländern, ſowie für Auflöſung von
Enklaven und Exklaven in enger Fühlungnahme mit den
Län=
dern anregend, vermittelnd und auf Anruf der Beteiligten als
Schiedsinſtanz zuſtändig ſein ſoll. Da die Berichte der vom
Ver=
faſſungsreformausſchuß der Länderkonferenz beſtellten
Bericht=
erſtatter bereits vorliegen, bzw. demnächſt eingehen werden, hat
die Reichsregierung die Einberufung dieſes Autsſchuſſes für
etwa Ende September dieſes Jahres in Ausſicht genommen. Die
Beratungen des Kabinetts erſtreckten ſich ſodann auf eizelne
damit zuſammenhängende Fragen, und auch hier kam das
Ka=
binett zu der einmütigen Auffaſſung von der Notwendigkeit der
Förderung der Reichsreform.
50 Jahre alt.
Reichsminiſter a. D.
Reichsfinanzminiſter a. D. Dr. Andreas Hermes,
Mitglied des Reichstags, begeht am 16. Juli das Feſt ſeines
50. Geburtstages. Er war 1905 bis 1911 in der Verwaltung der
Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft tätig, wirkte 1911 bis 1914
als Abteilungsdirektor am Internationalen Landwirtſchafts=
Inſtitut in Rom, wurde nach dem Umſturz Direktor im
Reichs=
wirtſchaftsminiſtermm, 1920 Reichsminiſter für Ernährung und
Landwirtſchaft und 1922 Reichsfinanzminiſter. Er trat 1923 mit
dem Kabinett Cuno zurück.
Die Zuſammenkunft der
chine=
ſiſchen Generäle.
Reorganiſation der chineſiſchen Armee.
EP. London, 14. Juli.
Die vier führenden chineſiſchen Genevale, die in Peking eine
Zuſammenkunft hatten, haben die Herabſetzung der Armeeſtärke
von rund zwei Millionen Mann auf 500000 Mann beſchloſſen.
Sie befinden ſich mit dieſem Beſchluß im Uebereinſtimmung mit
den Entſcheidungen der Wirtſchaftskonferenz der Bankiers in
Schanghai und denjengien der Finanzkonferenz in Nanking.
Die beſten Teile der Armee ſollen bei den Fahnen verbleiben.
Ferner ſoll eine natiovale Gendarmerie in Starbe von 200 000
Mann geſchaffen werden. Endlich ſind beſondere Beſchlüſſe
ge=
faßt worden, die entlaſſenen Soldaten in Arbeitergruppen
einzu=
teilen, um ſie dem Zivilleben zuzufüren. — Um die beſchloſſenen
Maßwahmen durchzuführen, wird eine beſondere Kommiſſion
er=
nannt. Dieſe beſteht aus den Generälen Feng Yu=hſiang, Li
Tſung=yen, Dſchiang Kai=ſchek und Yen Shi=ſchang ſowie vier
Zivilkommiſſaren. Der Titel Generaliſſimus wird abgeſchafft.
Die Generäle, die einen höheren Rang haben als
Korpskomman=
dant, werden eingeladen, auf Koſten der Regierung China zu
verbaſſen. — Der Finanzminiſter der Nankingregierung, Soong,
ſowie der Oberbefehlshaber von Kanton werden in Peking
er=
wartet. Erſterer wird den Generälen die Beſchlüſſe der
Finanz=
konferenz von Nanking vortragen. — Die Nankingregierung hat
bisher den Generalinſpektor der Zölle, den Engländer Edwards,
noch nicht anerkannt.
China fordert die ſofortige Reviſion
aller Verträge.
Nach zuverläſſigen Nachrichten aus Schanghai wird der
nationaliſtiſche Außenminiſter den Vertretern von 24 Ländern
eine Note überreichen, in der die ſofortige Reviſion aller
Ver=
träge mit China ohne Rückſicht darauf, ob ſie bereits abgelaufen
ſind oder nicht, gefordert wird.
Wie aus Schanghai gemeldet wird, hat das chineſiſche
Außen=
miniſterium in Nanking den Text einer Note veröffentlicht, die
am Mittwoch dem franzöſiſchen Geſandten überreicht worden iſt
und in der die nationaliſtiſche Regierung drei mit den
franzö=
ſiſchen Beſitzungen in Oſtaſien abgeſchloſſene Handelsverträge
kündigt. Die chineſiſche Regierung ſchlägt die Aufnahme von
Verhandlungen zum Abſchluß neuer Verträge auf der
Grund=
lage der Gleichberechtigung unter Wahrung der Souveränität
beider Länder vor.
Gegen den Chriſien Dr. Wang.
Die Schanghaier Gruppe der Nationaliftiſchen Partei hat
einen Vorſtoß gegen den nationaliſtiſchen Außenminiſter Dr.
Wang gemacht, der ein Chriſt iſt und früher Sekretär bei der
Vereinigung chriſtlicher junger Männer war. Sie proteſtiert
ge=
gen die erfolgte Anſtellung von Chriſten in der Umgebung des
Außenminiſters und fordert, daß Chriſten keinerlei
Regierungs=
poſten innehaben ſollen. Die chriſtliche Kirche ſtütze ſich auf
internationale und weniger auf Raſſenprinzipien; auch ſei die
Verwendung von Chriſten an den früheren diplomatiſchen
Fehl=
ſchlägen ſchuld.
Der Unruheherd Arabien.
EP. London, 14., Juli.
Die militäriſche Tätigkeit in Arabien ſcheint wieder
aufzu=
leben. Im Yemen belagern die aufſtändiſchen Stämme der
Zaranig die Stadt Hodeida. Britiſche Flugzeuge haben über
Hodeida Botſchafter abgeworfen, in denen ſie drohen, die
Küſten=
ſtädte zu bombardieren, falls der Iman Yahya nicht ſofort die
Bezirke innerhalb des engliſchen Protektorats räumt, die er
bis=
her entgegen dem Willen der Engländer beſetzt hält. Von der
Nordweſtgruppe Arabiens werden Anſammlungen der Wahabis
gemeldet, die eine drohende Haltung gegenüber den Beni Akhr
Stämmen in Transjordanien einnehmen. Die dortigen
könig=
lichen Luftſtreitkräfte haben die erforderlichen
Vorſichtsmaßnah=
men getroffen. — Der Außenminiſter des Hedſchasſtaates,
Abdul=
lah Damluji, wird ſich in den nächſten Tagen nach Haifa begeben,
um dort mit Vertretern Paläſtinas und Syriens über noch
aus=
ſtehende Fragen zu verhandeln. Sie erſtrecken ſich in erſter Linie
auf die Hedſchas=Eiſenbahn. Die Wahabiten beanſpruchen einen
größeren Teil an dem rollenden Material dieſer Bahn, bei deſſen
Verteilung die engliſche und franzöſiſche Regierung ihre
Man=
datsgebiete erheblich bevorzugt haben. — Der Zeitpunkt der
Wiederaufnahme der Verhandlungen zwiſchen England und dem
König Ibn Saud ſteht noch nicht endgültig feſt, wenngleich man
ſie auch für Ende Auguſt erwartet.
* Und in Zukunft?”
Von H. K. E. Krüger, Darmſtadt.
Die Tragödie im Polarmeer nähert ſich ihrem Ende. Noch
mag ein faſt unwahrſcheinlicher Zufall die Rettung der letzten
Über=
lebenden bringen. Vielleicht müſſen ſie auch an Mangel, Näſſe und
moraliſcher Depreſſion langſam zugrunde gehen. Früher waren
ſolche Tragödien mit dem Mantel des Schweigens verhüllt, der
die Ehrfurcht wahrte, heute ſitzt ſozuſagen die ganze Welt am
Radio als Zuſchauer. Menſchenleben ſind geopfert worden,
enorme Mittel mußten aufgebracht werden, bei dem Verſuch zu
helfen.
Trotzdem wird faſt zu gleicher Zeit eine neue derartige
Flug=
expedition angekündigt. Die „Aeroarctic” beabſichtigt, im nächſten
Jahre zwei ganz ähnliche Flüge über die Arktis auszuführen.
Dazu ſoll der Volksſpende=Zeppelin gebraucht — oder ſoll man
ſagen mißbraucht? — werden. Das Reichsverkehrsminiſterium
hat dieſe Bedingung an die Hergabe der zum Bau noch
fehlen=
den Mittel geknüpft. Mir ſcheint, das Miniſterium war nicht ganz
im Bilde, als es auf dieſen Wunſch der „Aeroarctic” einging.
Die Aeroarctic hat von jeher erklärt, nur das Großluftſchiff
ſei für ſolche Unternehmungen geeignet. Die eigentlichen Macher
haben in der Hoffnung, mit dieſer Propaganda ein neues Schütte=
Lanz=Luftſchiff bauen zu können, den jetzt fertigen Zeppelin als
zu klein erklärt. Sie haben die Verwendung von Flugzeugen
aus=
drücklich als ungeeignet abgelehnt. Und heute? Die Aeroarctic
hat ihren Namen geändert, ſo daß auch die Flugzeuge mit
ein=
bezogen ſind, ſie hat den verworfenen Zeppelin als
Expeditions=
ſchiff akzeptiert, ſie hat auch den Plänen Nobiles die breite
Oef=
fentlichkeit geſchaffen, indem ſie ihn aufforderte, über ſeine Pläne
von ihrem Podium aus Vorträge zu halten. Sie hat ihr Mitglied
Nobile ſogar jetzt zum Ehrenmitglied gemacht. Wo iſt da die
konſequente Linie?
Dabei erklärt ſie noch heute, daß das Großluftſchiff das
ge=
eignetſte Mittel für ihre Pläne ſei. Wo liegt der Beweis dafür
vor? Die jetzt als Schönwetterſchiff ſo verachtete „Italia” hat
die gewaltige Strecke von Mailand bis nach Spitzbergen über
3 Breitengrade zurückgelegt, zum größten Teil unter recht widri=
D Wir geben den Ausführungen des Verfaſſers, der ja bekanntlich
ſelbſt praktiſcher Grönlandforſcher iſt, gern Raum. Mit der
Veröffent=
lichung des intereſſanten Aufſatzes wollen wir jedoch uns nicht reſtlos
mit dem Verfaſſer identifizieren, weil die darin aufgerollten Fragen
im weſentlichen der Fachwelt zur kritiſchen Beurteilung unterliegen.
Die Redaktion.
gen Verhältniſſen. Sie hat an ſtürmiſchen Tagen die Fahrt bis
nach Franz=Joſef= und Nikolaus II.=Land durchgeführt, ſie hat
den Nordpol erreicht, und erſt auf der Rückfahrt, dicht beim
Hafen, hat ſie ihr Schickſal ereilt. Das ſind Leiſtungen, wie ſie
ſie auch der Zeppelin bisher nicht übertroffen hat. Dagegen hat
der Zeppelin bisher noch keine Gelegenheit gehabt, ſeine
Lei=
ſtungsfähigkeit im arktiſchen Gebiet zu beweiſen. Es iſt alſo nichts
weiter als eine Behauptung, wenn man ſagt, er wird es leiſten.
Schon in der Luft kann eine Ueberbeanſpruchung zur
Vernich=
tung führen. Der Schiffbruch der „Shenandoah” hat das gezeigt.
Die größte Gefahr aber tritt erſt ein, wenn eine Landung
erfol=
gen ſoll. Dabei iſt nach oft geäußerten Anſichten der Zeppelin
empfindlicher als die halbſtarren Syſteme, wie es die „Italia”
war. Die große Gefahr bei der Landung iſt das Durchſacken. Das
will beſagen, daß das Luftſchiff für die ſtatiſche Landung nicht
ge=
nügend ausbalanciert iſt und daher ſo hart aufſetzt, daß es zu
Bruch geht. Dieſe Gefahr iſt nur mit einiger Sicherheit zu
ver=
meiden, wenn Bodentemperatur und Bodenwind genau bekannt
ſind. Das aber iſt in der Arktis unmöglich. Dazu kommt dann
noch das Fehlen einer ausgebildeten Hilfsmannſchaft. Selbſt in
ziviliſierten Gegenden iſt dieſer Verſuch, ohne eine ſolche
Mann=
ſchaft auszukommen, noch nicht gemacht worden. Man will dieſe
Verſuche lieber in unwittlichen Gegenden machen. „Das
Polar=
gebiet ſcheint mir dafür nicht der geeignete Platz zu ſein”, ſagte
Nanſen.
Doch mit der Landung iſt noch nicht alles getan. Das
Luft=
ſchiff muß, um Abteilungen mit der nötigen Ausrüſtung
auszu=
ſetzen, längere Zeit verankert am Boden liegen. Wie ſoll das
be=
werkſtelligt werden? In ſeinem Vortrag bei der Tagung der
Aeroarctic in Leningrad ſagt Dr. Bleiſtein ganz offen, darüber
wiſſe man noch gar nichts. Kaum acht Monate vor Antritt der
Fahrt!!
Außerdem werden die Anforderungen an den Zeppelin
grö=
ßer ſein als die an die „Italia‟. Die „Italia” hatte
verhältnis=
mäßig nahe dem Gebiet ihrer Flüge in Kingsbay eine Baſis mit
einer Halle. Der Zeppelin wird ſeine Baſis gute 12 Breitengrade
weiter ſüdlich an der Murmanküſte haben und auch dort nur
einen Ankermaſt vorfinden. Warum wird überhaupt gerade die
Murmanküſte gewählt? Sie iſt öde, nur mit einer eingleiſigen
Bahn zu erreichen, hat kaum größere Orte. Und doch liegt kaum
300 Kilometer weiter im Weſten und ſogar etwas nördlicher der
Varangerfjord, mit der Bahn zu erreichen, ebenſo zweimal
wöchentlich mit dem Schiff, hunderte von geſchulten Handwerkern
und Mechanikern ſind in den Gruben beſchäftigt, und
umfang=
reiche Werkſtätten ſtehen zur Verfügung. Warum alſo dieſe
offenſichtlich ſchlechte Wahl8
Und die Gefahren, die ſpeziell die Arktis für das Luftſchiff
bietet, ſind für den Zeppelin nicht weniger vorhanden wie für
die unglückſelige „Italia‟. Die Vereiſung der Hülle wird ebenſo
eintreten, die größere Tragkraft wird durch die größere
Ober=
fläche aufgewogen. Eine unerwartete Berührung mit dem Boden
wird noch viel leichter vernichtend wirken bei dem ſtarren Syſtem.
Wir wiſſen, ein Birnbaum kann das Unheil verurſachen. Und hat
man aus dem Unglück der „Italia” nichts gelernt? Es wäre
wohl möglich geweſen, den größten Teil der Mannſchaft raſch zu
retten, wenn ein weiteres Luftſchiff bereitgeſtanden hätte. Ja,
wenn das Unglück, was ja auch der Fall hätte ſein können, in der
Nähe des Pols geſchehen wäre, ſo wäre ein ſtarkes Luftſchiff die
einzige magere Chance geweſen, an Rettung zu denken. Hat die
Aeroarctic das erwogen? Und wenn, welche Schritte hat ſie
er=
griffen, um ein Reſerveſchiff fahrtbereit zu ſtellen? Schiffe
wer=
den vorhanden ſein. Hat man mit England oder Amerika
Ab=
machungen getroffen, daß ein Luftſchiff als Reſerve geſichert iſt?
Sollte dies nicht der Fall ſein, ſo hieße das, nachdem Amerika die
„Los Angeles” ſelbſt für Rettungszwecke verweigerte, ſträflich
leichtſinnig handeln, ganz abgeſehen von den enormen Mehrkoſten,
die von überſtürzten, weil unvorbereiteten Rettungsexpeditionen
verurſacht werden.
Alle dieſe Erwägungen habe ich bereits vor faſt Jahresfriſt
angeſtellt, die Ereigniſſe haben meine Anſchauung durchaus
ge=
rechtfertigt. Außerdem wies ich damals auch darauf hin, daß die
Unkoſten für das Unternehmen mit 2 Millionen, wie es die
Aero=
arctic angab, ſicher zu niedrig gegriffen ſeien. Heute erklark
Nanſen, daß 10 Millionen dazu nötig ſeien. Dazu kommen dann
die Baukoſten für das Luftſchiff, ſo daß man mit 16 Millionen
rechnen darf. Woher dieſe Differenz? Wollte man die wahren
Koſten nicht nennen oder hat man ſich in ſolchem Ausmaße
ber=
kalkuliert? Und wieviel von dieſer Summe ſollen wir Deutſchen
beitragen? Das Unternehmen nennt ſich international, doch
ſcheint Deutſchland dafür recht ſehr die Taſchen öffnen zu müſſen.
Sind wir wenigſtens als Entgelt ſicher, daß Deutſchland auch
durch eine große Anzahl von Teilnehmern vertreten ſein würde?
Solche enormen Summen und ſolche Gefahrenmomente
konn=
ten eine Entſchuldigung oder ſogar Berechtigung haben: den
mog=
lichen Nutzen. Die Aeroarctic iſt nach ihrer Erklärung eine rein
wiſſenſchaftliche Geſellſchaft. Alſo muß der Nutzen für die Wiſe
ſenſchaft nachgewieſen werden, um dieſe Forderungen zu
rechl=
fertigen.
Wie ſteht es nun damit? Immer wieder wird vor allem der
Rutzen ſür die Meteorologie, für die Wettervorherſage in Europa
uind Amerika angeführt. Auf der Tagung in Leningrad gab man
dafür Beiſpiele an. Aber man vergaß ganz, daß dieſe Reſulis
Die Pauon'orappe noc micht gerenter.
Ihre Rettung bevorſtehend.
„Kraſſin” muß erſt Kohlen aufnehmen.
Aus den zahlreichen Telegrammen vom Eisbrecher „Kraſſin”,
von der „Citta di Milano” und der Telegraphen=Agentur der
Sowjetunion geht allmählich ſicher nur das eine hervor, daß es
noch nicht gelungen iſt, die Ballon=Gruppe zu
retten. Aber etwas iſt doch erreicht worden: man hat
näm=
lich tatſächlich den gegenwärtigen Standort der äußerſt bedrohten
Gruppe gefunden, ohne aber zunächſt zu wiſſen, wieviel
Per=
ſonen ſich dort befinden. Nach wie vor erhalten ſich die Gerüchte,
daß ſich an dieſer Stelle auch Amundſen mit
ſeinen Begleitern befinden ſoll. Das klingt zu ſchön,
um wahr zu ſein. Im Augenblick, da die ganze Welt bereits
mutlos zu werden begann und an der Rettung der
Ueberleben=
den der Kataſtrophe des 24. Mai zu zweifeln begann, ſetzte die
glückliche Rettungsaktion des ruſſiſchen Eisbrechers „Kraſſin”, des
beſten Eisbrechers der Welt, ein. Sie könnte keinen ſchöneren
Abſchluß finden, als durch die Rettung des verſchollenen greiſen
Polarforſchers Amundſen, an dem das norwegiſche Volk mit
ſeltener Hingabe hängt. Vorläufig aber iſt es noch nicht ſo weit.
Der ruſſiſche Eisbrecher iſt zunächſt einmal mit Kurs
auf die Adventsbay abgedampft, wo er Kohlen aufnehmen
muß. Dort wird bereits die „Braganza” warten, um die
Ge=
retteten zu übernehmen und nach der Kingsbay zu bringen,
wo=
hin die „Kraſſin” ihres Tiefganges wegen nicht gelangen kann.
Nach Kohlenaufnahme wird, das Rettungswerk ſofort
weiter=
gehen. Hoffentlich gelingt es der Ballon=Gruppe, ſich ſolange
noch zu erhalten. Die Geretteten befinden ſich bis
auf den verletzten Ceccioni ziemlich wohl. Sie
verlangten vor allem nach Schlaf und Nahrungsmitteln, die ihnen
aber zugeteilt werden mußten, weil nach der langen
Hunger=
periode die geſchwächten Verdauungsorgane ohne ſchwere
Schä=
digung eine größere Nahrungszufuhr nicht vertragen hätten.
Die Rettung Soras.
Durch die ſich überſtürzenden Meldungen von der Rettung
der Viglieri=Gruppe, der Malmgreen=Gruppe und der Sichtung
der Sora=Gruppe war zuerſt der Anſchein erweckt worden, daß
der „Kraſſin” auch die Gruppe Sora aufgenommen hätte. Richtig
iſt jedoch, daß der Alpini=Hauptmann Sora und der holländiſche
Führer van Dongen auf der Inſel Foyn nicht vom „Kraſſin”,
ſondern von dem finniſchen Schneekufen=Apparat gerettet
wur=
den, der von zwei ſchwediſchen Flugbooten begleitet war. Beide
ſind bereits an Bord der „Citta di Milano” in der Kingsbay.
Sora war faſt einen Monat unterwegs. Am 18. Juni hatte er
die „Braganza” beim Nordkap von Spitzbergen mit dem Auftrag
verlaſſen, Nachforſchungen nach der Gruppe Mariano längs der
Küſte des Nordoſtlandes anzuſtellen und dann über die Inſel
Die Geretteten der Viglieri=Gruppe.
Kapitän=Lt. Viglieri.
Ing. Trojani.
Prof. Behvunek.
Funk=Offizier Biagi.
Foyn bis zur Gruppe Nobile vorzuſtoßen und ihr Lebensmittel
zu bringen. Man hatte damals die Schiffbrüchigen noch nicht
mit Flugzeugen erreicht und wußte auch nicht, ob dies möglich
ſein würde. Unterwegs erkrankte der zweite Führer, der Däne
Warnig. Er mußte mit einem Hundegeſpann in einer
Jäger=
hütte des Nordoſtlandes zurückbleiben, um dann in Begleitung
einer anderen italieniſchen Patrouille nach dem Nordkap
zurück=
zukehren. Dagegen gelang es Sora und ſeinem Begleiter, trotz
aller Hinderniſſe des Packeiſes die Inſel Foyn zu erreichen. Dann
aber wurde ihr Vorwärtskommen unmöglich. In den letzten
Tagen haben ſie ſich nur noch von dem Fleiſch ihrer getöteten
Schlittenhunde erhalten.
Um die Bergung der Ballon=Gruppe.
Die geſtrige Moskauer Meldung über die Bergung der
Ballon=Gruppe durch den ruſſiſchen Eisbrecher „Kraſſin”, die ſich
inzwiſchen bereits als verfrüht herausgeſtellt hat, iſt nach einer
neuen Moskauer Meldung durch einen Fehler entſtanden, der
der Empfangsſtation in Moskau unterlief. Richtig iſt, daß die
Aleſſandrini=Gruppe geſichtet wurde und daß mit ihr Signale
ausgetauſcht werden konnten. Die raſch aufeinander folgenden
Mitteilungen und Berichte des „Kraſſin” über die Rettung der
übrigen Gruppen bewirkten, daß die Ballon=Gruppe und die
Sora=Gruppe verwechſelt wurden. Einer amtlichen Mitteilung
zufolge verſucht der Eisbrecher bereits, an die Aleſſandrini= bzw.
Ballon=Gruppe heranzukommen. Dem Kommando des
„Kraſſin” iſt nahegelegt worden, den Forſcher
Amundſen, der ſich bei dieſer Gruppe befinden
ſoll, auf alle Fälle zu retten.
Die Hilfsaktion des „Kraſſin”.
Wie es ſich jetzt herausſtellt, beruht die Moskauer Meldung
über die vermeintliche Ermittlung der Ballongruppe der
„Italia” und die Vermutng, daß ſich bei ihr auch Amundſen
und Guilbaud befinden, auf einem Mißverſtändnis, das ſich wie
folgt erklärt: General Nobile hatte dem Eisbrecher Kraſſin nach
der Rettung der Gruppe Viglieri ein Radiotelegramm geſandt,
worin er Angaben machte über die wahrſcheinliche Lage der mit
dem Luftſchiff fortgetragenen Gruppe, bei der ſich vielleicht auch
Amundſen befinden könnte. Er erſuchte daher den Eisbrecher,
nach der Luftſchiffhülle Ausſchau zu halten. Dieſer Funkſpruch
wurde von europäiſchen Stationen in der falſchen Annahme
auf=
gefangen, es handle ſich um ein Telegramm, das der „Kraſſin”
an die „Citta di Milano” weitergegeben habe.
Frankreichs Hilfeleiſtung.
Der franzöſiſche Marineminiſter Leygues hat die
Entſen=
dung von zwei kleinen Waſſerflugzeugen nach Spitzbergen
an=
geordnet, die unverzüglich mit einem
Regierungstransport=
dampfer nach der Kingsbay gebracht werden. Die Flugzeuge ſind
für den Kreuzer „Straßburg” beſtimmt, der eine
Schleudervor=
richtung zum Start von Flugzeugen an Bord hat. Auf dieſe
Art wäre es dem Kreuzer möglich, bei ſeinen Nachforſchungen
nach der Gruppe Amundſen—Guilbaud ſtändig einen Umkreis
von 500 Kilometern durch Flieger abſuchen zu laſſen.
beiße Uhsel
A
BERGEN
Borenfs.
109km
ja eben ohne ſolche Luftſchiffexpeditionen erreicht wurden, einmal
auf einer feſten Station in Grönland, weiterhin in der
Studier=
ſtube nach den Beobachtungen vieler Stationen in Europa. Den
Wert ſolcher Stationsarbeit hat noch nie jemand beſtritten. Eine
Kette von ſtändigen Stationen rund um den Pol an Punkten,
die zu Schiff leicht zu erreichen ſind, ſo wie es im internationalen
Polarjahr durchgeführt wurde, würde von enormer Bedeutung
ſein. Mit 10 Millionen könnte man 30 ſolche Stationen wohl fünf
Jahre unterhalten. Welch einzigartiges Material würde da
ge=
ſammelt werden!
Eine Spazierfahrt aber über die Arktis mit ihren
meteorolo=
giſchen Zufallswerten iſt wertlos. Das ſagt ein hervorragender
Fachmann, der Direktor des preußiſchen meteorologiſchen
Inſti=
tutes zu Berlin mit klaren Worten: „Die meteorologiſchen
Be=
obachtungen, die während ſo kurzer Luftreiſen ausgeführt
wer=
den können, haben für die Meteorologie faſt keine Bedeutung.
Die Meteorologie muß es von ſich aus auf das entſchiedenſte
ab=
lehnen, daß ihretwegen derartige Experimente in Szene geſetzt
werden. Ich weiß nicht, ob die Intereſſen anderer
Forſchungs=
zweige eine genügende Rechtfertigung abgeben würden, — für
die ſo eifrig und gern ins Treffen geführte Meteorologie iſt es
nicht der Fall.‟ Das iſt wohl klar genug.
Wie ſteht es alſo mit den anderen Forſchungsgebieten? Das
Problem, mit Hilfe beſonderer Einrichtungen ozeanographiſche
Meſſungen vom Luftſchiff aus durchzuführen, iſt noch nicht
ein=
mal im Verſuchsſtadium, ſondern nur Theorie. Die Geologie
und die Morphologie ſind ausgeſchaltet, ſolange es unmöglich
bleibt, Gruppen für längeren Aufenthalt ohne Gefährdung
aus=
zuſetzen. Alſo bliebe die Topographie. Aber auch hier ſcheinen
die Ausſichten gering, denn es hat ſich gezeigt, daß die
Beobach=
tung ſehr ſchwierig iſt. Meiſtens herrfcht recht unſichtiges Wetter.
Dazu hat die Suche nach Nobile ergeben, daß es nicht gelang,
ein Objekt, das als vorhanden und nach Umfang und Form
be=
kannt war, in einem kleinen Areal, das durch Küſtenlinien und
Inſelreihen gut umſchrieben iſt, bei gut ſichtigem Wetter
aufzu=
finden. Was ſoll man alſo von Aufnahmen halten, die zu einer
Zeit, wenn die Schneebedeckung mit ihrem die Konturen
verhül=
lenden Einfluß noch ſehr ſtark iſt, gemacht werden in einem
Ge=
biet etwa, wo nur flache Inſeln liegen? Und ſelbſt wenn es
ge=
länge, dieſe Verteilung von Land und Waſſer reſtlos zu klären,
was wäre damit gewonnen, daß man weiß, daß noch einige kleine
Inſeln dort oben im Eismeer liegen? Iſt das den Einſatz, dieſen
Einſatz wert?
Unter dem Eindruck der erſchütternden Ereigniſſe im
Polar=
meer hat die Preſſe gefühlsmäßig ſton öfters gefordert: Schluß
mit den Polflügen! Dieſe Zeilen ſollen zeigen, daß auch eine
kühle Erwägung der Tatſachen und Möglichkeiten zu demſelben
Reſultat führt: Schluß mit den Polarflügen!
* Johann Strauß=Feſikonzert
in der Feſthalle.
Die Feſthalle ausverkauft, Darmſtadt feiert den Walzer=König.
Zum zweiten Male innerhalb wenig Tagen iſt die
Rieſen=
feſthalle Darmſtadts zu einem Konzert ausverkauft. Und das bei
einer Temperatur, die den Aufenthalt im Freien ſchon zur Qual
macht. Darmſtadts Publikum aber hat ſeine Muſikleidenſchaft
entdeckt. Schon von 7 Uhr ab beginnt die Rieſenhalle ſich zu
füllen, und wer „pünktlich” kam, fand nur ſchwer noch einen
Sitz=
platz. Was wäre, wenn uns Bürgermeiſter Buxbaum die
Feſt=
halle nicht beſchert hätte? —
Johann Strauß, der letzte Wiener Walzer=König, wird bei
ſeinem Erſcheinen auf dem Podium ſtürmiſch begrüßt. Rank und
ſchlank, ein liebenswürdiges Lächeln im ſcharfgeſchnittenen
Charaktergeſicht, dankt er für die Ovationen, läßt ſchnell noch
durch Vorhangverſchiebungen „Akuſtik verbeſſern”, dann betritt
er ſein Dirigentenpult. Vornehm, elegant ſeine Bewegungen,
tänzelnd manchmal, im Dirigieren. Er leitet ſein Orcheſter völlig
frei. Temperamentvoll, aber mit feinem Verſtändnis.
Gefühls=
mäßig das gebend, was die Muſik ſeines Programms
einſchmei=
chelnd, „zu Herzen gehend” zu geben hat. Mit gleicher
gefühls=
mäßigen, auf durch Routine zur höchſten Potenz erhobenen
Muſi=
kalität beruhenden Sicherheit leitet er die Künſtler ſeines
Orcheſters.
Eins darf nicht verſchwiegen werden: Für die Feinheiten
der „ſchmeichelnden” Muſik iſt die Feſthalle weniger geeignet, als
für die reicher mit Blech beſetzte Militärmuſik. Es ging manches
verloren. Das erzog aber das Publikum zu muſterhaftem Ver= trotz Reſtaurationsbedienung.
Johann Strauß kennt ſein Publikum. Er ſtellt ſein Tournee=
Programm darnach ein. Populär, aber in keiner Nuance den
Rahmen des Künſtleriſchen verlaſſend: Suppé, Millöcker, Franz
Schubert, Johann und Joſeph Strauß, Komzak, Ziehrer und
Eduard Strauß. In ihren bekannteſten, aber auch beſten To==
ſchöpfungen kommen ſie zu Wort. Bezeichnend für die
Darm=
ſtädter Konzertbeſucher, daß das entzückende, perlend=feine
„Moment musical” von Franz Schubert am ſtärkſten bejubelt
wurde. Oder iſt es, weil Schubert in dieſer Zeit uns beſonders
im Blute liegt?
Zu den „G’ſchichten aus dem Wiener Wald” erſcheint Johann
Strauß mit ſeiner Geige, was wiederum von den Tauſenden mit
dankendem Jubel begrüßt wird. So iſt Strauß als Dirigent
populär geworden. So iſt er. Aeſthetiſcher Genuß für Auge
und Ohr! Keine Virtuoſengeſte, keine Poſe iſt das. Nur
ſen=
ſibles Muſikfühlen, =erleben, Temperament. Und reißt die
fünf=
einhalb Tauſend zu Begeiſterung empor! — Faſzinierend dann
die Zugabe, ſein Jockey=Galopp. — „Fledermaus” und aus „
Früh=
lingsluft” das entzückende Walzerlied, Komzaks Wiener
Volks=
muſik folgte „An der ſchönen blauen Donau‟. Der dritte Johann
wieder mit der Geige Herzen und Sinne in Bann ſchlagend. Im
Dirigieren hin und wieder eine Geſte von (Walzer=)königlicher
Größe, wie auch im eigenen Spiel. —
„Zigeunerbaron”, „Wiener Bürger”, der „Piccikato”=Polka
und „Bahn frei”, nebſt vielen Zugaben, in denen, abgeſehen vom
Deutſchmeiſter=Marſch, der Meiſter als Komponiſt ſelbſt zu Worte
kam, beſchloſſen den Abend, der ein Vorgeſchmack für die Wiener
Tage, ein Feſtabend war in jeder Beziehung, trotzdem es
Herren der Schöpfung gab, die in Hemdärmeln und —
Hoſen=
trägern ſaßen, ſoweit ſie nicht die Weſte anbehielten. Das ſollte
man ſelbſt bei großer Hitze im Feſtkonzert nicht tun. — **
* Sommerſpielzeit des Heſſ. Landestheaters.
„Die Faſchingsfee”,
Operette in drei Akten von Dr. A. M. Willner und Rudolf
Oeſterreicher,
ging geſtern abend vor vollbeſetztem Hauſe als
Eröffnungsvor=
ſtellung der Operetten=Sommerſpielzeit im Kleinen Hauſe des
Heſſiſchen Landestheaters in Szene. Die ſehr temperamentvoll
geſpielte Operette, die von Direktor Adalbert Steffter in Szene
geſetzt iſt und zu der Emmerich Kalman eine ſehr ſchwierige Muſik
komponiert hatte, fand dank der vorzüglichen Darſtellung aller
Künſtler bei dem dankbaren Publikum lebhaften Beifall. Wir
werden auf die Aufführung, die heute und die nächſten Tage im
Kleinen Haus um 8 Uhr wiederholt wird, noch zurückkommen,
Die Karte des Expeditionsgebiets.
Auf unſerer Karte ſind die Stellen, wo die Malmgreen=Gruppe (X) und die Viglieri=Gruppe
(XX) dem weißen Tod ſechs Wochen lang entgegenſahen, beſonders gekennzeichnet. Der Punkt
vor dem Kap Platen, wo der kühne ruſſiſche Pilot Tſchuchnowſki nach der Entdeckung der
Melmgreen=Gruppe notlanden mußte, iſt mit einem Stern bezeichnet.
Der Eisbrecher „Kraſſin”,
deſſen Kapitän das Rettungswerk geglückt iſt.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute verſchied nach ſchwerer Krankheit
mein lieber, guter Mann, unſer treubeſorgter
Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder,
Schwager und Onkel
Während meiner Abwesenheit
werden mich gütigst vertreten
die Herren:
Dr. Hein
Dr. Bernet
Dr. Kautsch
Dr. Hauser (ab 23. 7.)
Allen ihren Freunden u. Bekannten
zur Kenntnis, daß
Frau
Chriſtiane Wendel Wwe.
ſanft verſchieden iſt.
Die Beerdigung findet am Montag,
den 16. Juli, vormittags 11 Uhr, auf
dem alten Friedhof ſtatt.
Darmſtadt, den 12. Juli 1928.
*18511
Wvogitr. 1.
Br. Begen
Aaguft Biefenrauf
WV 11615
Dankſagung.
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer
be=
roffenen Verl ſte unſerer
innigſtge=
liebten, unvergeßlichen Tochter
Eliſe Spengler
iſt es uns unmöglich, jedem Einzelnen
gebührend zu danken und wählen wir
daher dieſen Weg.
Wir danken in erſter Linie dem
Herrn Pfarrer Weigel für die
ergrei=
fei de Grabrede, ferner ihren
Schul=
kameraden des Herrn Lehrer Ott für
den erhebenden Grabgeſang, den
Wid=
mungen einiger Schütlerinnen und
der Kranzſpende, ſowie dem Herrn
Lehrer Ott perſönlich für den warmen
Nachruf. Des weiteren danken wir
der Schülerriege der deutſchen
Turner=
ſchaft für die letzte Ehrung nebſt
Kranz=
ſpende, ferner der geſamten hieſigen
Einwohnerſchaft für die überaus
zahl=
reichen Kranz= und Blumenſpenden
und der ungemein ſtarken Beteiligung
am Leichenbegängnis.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Spengler nebſt Frau
und Kinder. aus74
Nieder=Ramſtadt, den 13. Juli 1928.
Dankſagung.
Für alle Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei der Krankheit und
dem Heimgang unſrer lieben
Entſchlafenen, beſonders den
Gemeindeſchweſtern für ihre
treue Pflege, dankt herzlichſt im
Namen aller Hinterbliebenen
Familie Rinner.
11573)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
auf=
richtiger Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
ſagen wir allen unſeren tiefgefühlten
Dank. Beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Berger für ſeine troſtreichen
Worte,ſowie denGemeindeſchweſtern
für ihre aufopfernde Pflege. Ferner
danken wir dem Geſangverein
„Liederkranz” für ſeine liebe Ehrung
und Kranzniederlegung. ( 18531
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Georg pfeifer und Kinder
nebſt Braut Auguſte Schäfer
Miniſterialrat i. R.
im 73. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Eliſabeth Diefenbach, geb. Weber
Hermann Diefenbach, Forſimeiſter
Irmgard Kornmeſſer Wwe., geb. Diefenbach
Lisbeth Diefenbach
Alice Diefenbach, geb. Zürner
und 3 Enkelkinder.
Darmſiadt, Kirtorf (Oberheſſen),
den 13. Juli 1928.
(*18485
Oſe Beerdigung findet auf beſonderen Wunſch des
Heimgegangenen in aller Stille ſiatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir dankend abzuſehen.
Frauenarzt
Dr. Hüffell
verreiſt
bis Mitte Auguſt.
Vertreter:
Sanitätsrat Dr. Heil,
Wi helminenſtr. 22,
Dr. S hreiner,
Bismarckſt, 39. 11596
verfeist
Dr. Schifferdecker
Zahnarzt. /18493
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere
liebe, unvergeßliche Mutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Frau
Matie Rau Swe.
im 78. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Georg Rau, Darmſtadt
Familie Jean Herwig, Darmſtadt
Familie Karl Rau, Neu=Iſenburg.
Darmſtadt, den 13. Juli 1928.
Waldſtraße 5.
Die Beerdigung findet Montag, den 16. Juli 1928,
nachmittags 3 Uhr, auf dem hieſigen Waldfriedhof
ſtatt.
11583
Bis 12. Auguſt werde
ich vertreten durch
die Herren:
San.=R. Dr. Barthel
„ Kautzſch
Dr. Leydhecker
San.=. Dr. Orth
Dr. Schneider
San.=R. Dr. Sior
„ Bidal
Dr. Sohiffer
(*18452
Dr. O. Oil
Zimmerſtr. 3½,
unterbricht ſeine
zahn=
ärztliche Tät gkeit bis
zum 6. VIII. (18519
duneln
9ir
gut erhalten (B11514
400 Mk,
Marken=Piano, wie
neu, 750 Mk.
Ricolaus Berg
Heidelbergerſtr. 88.
Zündapp=
Motorrad
tadellos erhalten, ſeh
preiswert (11495a
Donges & Wiest.
1 evtl. 2 Schulein
wird angenehmeri
Ferienaufenthalt in
der Nähe Darmſtadt
gebot. ProTag 2.50.4
Ang u. W 184 an die
Geſchäftsſt. (*18560
F0TOHKUS
OKENFORST
gegenüber
der Sparkasse.
Kinder
finden noch Auf
nahme in d. Ferien
auf das Obſtgu
Hickler, Eberſtadt
b. Darmſt. Telephon
Darmſtadt 3713.
(115760
Aelt. b. Herr findet
gem. Heim u. g.
Ver=
pfey. b. beſſ. Wit e.
Angeb u. W 157 an
die Geſchſt. (*18492
interrichtg
Buchfährung
unter Leitung eines
Dipl.=Kaufm. ſ*18504
Kurzschrift
Masch. Schreiben
Schönschreihen
Hans Schlösser
Schwanenſtr. 30, I
trink‟ Embeha-
Tee, bestimmt
vergelt dann
alles Weh!1 Pak.
14 Tage
aus-
reich., RM. 3.50.
H00 Auerkenn.
Niederlagen in Darmstadt
In den Apotheken.
General-Depot „Esweo‟
vragengroßnandlung, Feldbergstr. 36.
350—600 ccm
Ph. Huch, Alexanderſtr. 6
Darmſtadt ( 18436sg) Telephon 4116
Bekanntmachung.
Durch den ungewöhnlich hohen
Waſſer=
verbrauch in den heißen Tagen mußte
die Maſchinenleiſtung des ſtädtiſchen
Hauptpumpwerks bedeutend erhöht
wer=
den, wodurch eine größere
Waſſerge=
ſchwindigkeit in den beiden Druckſträngen
hervorgerufen wurde, die in einigen
Stadtbezirken eine vorübergehende
Trü=
bung des Leitungswaſſers nach ſich zog
und techniſch nicht zu vermeiden war.
Fürſorge=u. Beratungsſtelle
für Luugenkranke.
In der Zeit vom 16. Juli bis einſchließl.
14. Auguſt d. J. finden ärztliche
Unter=
ſuchungen nicht ſtatt. Der Geſchäftsbetrieb
im übrigen in den bekannten
Sprech=
ſtunden, dauert fort. St11559
Am Dienstag, den 17. ds. Mts.,
vormittags 11 Uhr, verſteigere ich in
Waldmichelbach i. O., 1 Perſonenauto,
6/20 PS. Vierſitzer (Falkon),
zwangé=
weiſe gegen Barzahlung.
Zuſammen=
zunft am Ortsgericht.
(11579
Horn
Gerichtsvollzieher in Fürth i. Odw.
Raſch hilft
bei Brandwunden,
Verletzungen,
Bein=
ſchäd., Hämorrhoid,
Flechten das heilende,
desinfizierende
„Sprä in”. Es ſoll
ſtets im Hauſe ſein.
3000 Dankbriefe. 100
Gr. Pack 2.—. Drog.
Bechenhaub, Schulſtraße.
(11566a
af2
O
Wenn die Milch sauer wird,
Butter und Fett zerlaufen,
Speisereste vorzeitig verderben,
Getränke nicht trisch bleiben,
dann
ist es höchste Zeit, einen
Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht,
ſeine Ib. A. H., A. H., A. M. A. M., ia. B. ia. B.
von dem plötzlichen Ableben ihres lieben,
aus=
wärtigen Mitgliedes, des
Herrn Ingenieur
Aiftev Lere
aus Freinsheim (Pfalz)
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
In tiefer Trauer:
Die Freie Verbindung „Suevia=
Schöne volle Körperform durch Steiners
Orlental. Kraft-Pillen
in kurzer Zeit erhebliche Gewichtszunahme
und blähendes Aussehen (für Damen pracht
volle Büste). Garant. unschädlich, ärztl.
empfohlen. Viele Dankschreiben. 28 J
weltbekamt. Preisgekrönt mitgold. Medaille
und Ehreddiplom. Preis p. Pack. (100 Stück
2.75 Mk. Depot für Darmstadt:
Medizinaldrogerie Friedrich Beckenhaub,
Ecke Schul- und Kirchstraße.
IV 68
„Mg S, Na S. rd li. 1. Sen-
Panama- und Florentiner=Hüte
werden gereinigt und faſſoniert, für
fach=
männiſche Ausführung wird garant. / 18484
S. Hiſfel. Grafenſtraße 39.
Lederkoffen
in Rie enauswahl bekannt erſtkl. Qualitäten
zu billigſten Ausnahmepreiſen (11553
Koffer-Arnold
nur Grafenſtr. 23, nächſt Rheinſtraße
J. A.: Hans Reineche X
Spöhrersche Höhere Handelsschule Galm
württ. Schwarzwald, Privatschule mit Schdler- u. Töchterheim-
Handels- Real- u. Ausländerabteilung bietet alle Vorzuge einet
mustergültig geleiteten Internats Aufnahme ab 10. Jahr. (1V.3976
Hüte
für Herren u. Damen
A
werden gereinigt n.n.
neueſten Mod.
umge=
preßt jetzt 2.ℳ (11196a
LRE
Frankfurter Hutlager
Eche Grafen=Bismarckſtr.
Eiserne Tore
Auto-Gelegenheitskauf
Benz-Landaulet
6ſitz, maſchinell, erſtkl.
Karoſſerie, neu lackiert, als
Droſchke, oder umgebaut als
Lieferwag n preiswert
abzugeben.
Rinner & Co., Rheinſtraße 30
Telephon 2826.
(*18559
A. 6 J. Monnard
Spedition.
Abteilung Verpachung.
Wir verpacken jegliche Möbel u. Por
zellan und verſenden ſie „och dem In
u. Ausland unt, billigſt. Berecnung, (11098a
EiSSelkAtNK
Magerkelt
nzuschaffen.
Die Auswahl zu niedrigsten Preisen (von
Mk. 74.— an) finden Sie in bekannt bester
Austührung bei
PHLIPP SCHAAF
20 Ernst-Ludwigstraße 20
Fachgeschäft für gediegenen Hausrat.
(11611
„Sie” geht an die See, „Er” nach Tirol,
Und sie füstert zu sich: „Lebewohl”
Veberzeugt, daß „LcbewohlFs nur tauge,
Wenn beim Wandern schmerzt das Hühnerange.
* Gemeint ist natürlich das berahmte, von vielen Aerzten
empfohlene Hühneraugen -Lebewohl mit druckmilderndem
Filzring für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheiben für die
Eußsohle. Blechdose (8 Pflaster) 75 Pfg. Lebewohl-Fußbad
gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder
50 Pf., erhältlich in Apotüeken und Drogerien. Sicher zu haben del!
Drog G. Hübner Karlstr. 56, L. Petri Nfl. Inh. W. Preußer,
Roßdörferstr. 5, Chr. Schwinn, Inh. W. Reich Drog.,
Rhein-
str. 8, Schwanen-Drog. O. Walter, Gardistenstr. 17.
Nummer 193
Sonntag den 15. Juli 1928
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 15. Juli.
Sommergedanken.
Von Reinhold Braun.
Flirrende Sengeluft ſteht über den Feldern. Hart wie Stahl
wölbt ſich die Sonnenkuppel. An einem weiten Hange, wo die
Mähmaſchine nicht ſchaffen kann, ſirren Senſen und blitzen im
Schwunge, braune Menſchenkörper, ſtark, ſchön, ſehnig, ſtehen wie
zu Spiel und Reigen gegen das Weißblau des Himmels.
Bild=
gewordenes Lied.
O das Wirken im freien Feld! Teil der Natur, ihr Diener
und Schaffer, jede Handlung dem ewigen Werden und Vergehen
eingeordnet. Notwendigkeit macht ſelbſt das Unſcheinbarſte zu
einer Sinnhandlung. Erquickendes Bild mitten im Zweckwuſt
der Tage.
Urſtand des Schaffens.
Fern brauſt die Babelwelt . . .
Das Kornfeld iſt dem Menſchen von jeher Sinnbild und ſtille
Predigt geweſen.
Ein Wort des „neuen Wandersmannes” fällt mir ein:
„Die Aehre lebt nur ſich
und ihrem Samen —
ſo lebe du auch — dich
und keinem Namen."
Am Ende jeder Reife ſteht das Einfache. An ein paar alte
Menſchen muß ich denken. Sie ſind gereift wie die Aehren, ohne
Aufhebens von ſich, froh des beſcheidenen Platzes, auf den Gott
ſie ſtellte, anderen gönnten ſie jedes und alles ohne Neid; ihre
Luſt war das Wachſen, und ſie nahmen Regen, Sturm und Sonne,
jedes zu ſeiner Zeit; ſie wuchſen, um immer beſſer dem Ganzen
zu dienen. Keinem Titel lebten ſie, oder noch anders geſagt: ſie
lebten keinen Titel, keinen Namen. Sie lebten ſich ſelbſt, ihr Ich,
ungeſchminkt und menſchlich ſchön. Wo ſie ſich gaben, da gaben
ſie ſich natürlich; ſie ummauerten ſich nicht. Sie waren die Aehren
im Felde. Jeder, der ihnen begegnete, wußte, woran er war. Erde
und Himmel waren ſie in gleichem Maße verbundn. Und hierin
liegt das Geheimnis ihrer Kraft und ihrer Treue. Noch im
Ster=
ben werden ſie dienen.
Mit dem Freunde ſchritt ich durch die geſegneten Felder ſeines
Beſitzes. Mit kundiger Hand prüfte er die Aehren, ob ſie reif zum
Schnitte ſeien. Ich wußte, daß er darin ſorgfältig war. Es war
ſchön, mit dem klugen und erfahrenen Freunde ſeine Scholle zu
beſchreiten, beſonders im ſinkenden Lichte der Sonne. Da war es
mir immer, wenn ich in ſeine ſchlichte, kernhafte Seele ſchaute, als
ſähe ich eine weite, klare Sommerabendlandſchaft . .
Er ſprach nicht viel. Aber das Wenige, das er ſagte, ſtand
immer da wie die Garbenbünde ſeiner Felder, reif, geſund, groß.
— An die vielen muß ich denken, die vor der Reife ernten.
Schrei=
ten wir nicht durch manches Leben wie durch vorzeitig gemähtes
Feld. Iſt nicht ſoviel Unſegen unter den Menſchen, Enttäuſchung,
Verzweiflung, Mißerfolg, Krankheit in mancherlei Geſtalt durch
die Flut des Ungereiften? Blick nur rundum: daß wir doch
lern=
ten, du und ich, die Reife abzuwarten in dem, das wir denken,
fühlen, tun!
Nur was reif iſt wird Kraft und Freude geben. Nur das
Reife wird zum Segen für uns und kommendes Geſchlecht.
Jeder gute Säemann ſät nur die reifen Körner aus, denn
nur was reif iſt, hat Beſtand für neue Frucht.
Freund, ich ſehe dich immer noch, wie du mit mir durchs
Kornfeld ſchritteſt und die Aehren prüfteſt. Du biſt nicht mehr,
doch lebt mir noch dein Bild ..."
— Die Heidenreich von Siebold’ſche Stiftung zur Unterſtützung
hilfsbedürftiger Wöchnerinnen aller Konfeſſionen in Darmſtadt hielt am
13. Ifd. Mts. in Anweſenheit einer Anzahl Aditglieder des
Damenvor=
ſtandes und des Verwaltungsrates ihre 68. Hauptverſammlung im
Rat=
haus ab. Nach Begrüßungsworten der Vorſitzenden des
Damenvor=
ſtandes, Frau Dr. Büchner, evſtattete der Vorſitzende des
Verwaltungs=
rats, Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, den Jahresbericht. Hierbei
Acher, deren beſonders Berdink. S. ſt, daß de Stſtug Wioder
eine größere Anzahl Mitglieder gewonnen hat, die ſich zur Zahlung
eines ſtändigen Jahresbeitrages bereit erklärt haben. Die Geſamtſumme
der Jahresbeiträge betrug 4 164— Mk. und die der Einzelzuwendungen
zuſammen 1255 Mk. Den hochherzigen Spendern ſprach der Vorſitzende
den herzlichſten Dank der Stiftung aus. Ebenſo Herrn Rechnungsrat
Hags für die von ihm übernommene Rechnungsprüfung. Nach dem
Vermögensnachweis befand ſich die Stiftung im Beſitz eines Kapitals von
99 153.— Mk. dem heute ein aufgewerteter Betrag von 12466 Mk.
gegenüber ſteht. Der laufende Kaſſevorrat am Ende des Jahres
be=
trägt 2 538,88 Mk. Unterſtützt wurden 217 Wöchnerinnen gegen 157 im
Vorjahre mit einer Geſamtausgabe von 5089,10 Mk. gegen 3 95,96
Mk. im Jahre vorher. Die Unterſtützungen i Einzelfall haben ſich im
ſeithevigen Rahmen bewegt, wobei beſonderer Wert auf Stellung von
Haushilfen in hierfür geeigneten Fällen gelegt wurde. Zum Schluß
ſprach der Vorſitzende noch den Wunſch und die Hoffnung aus, daß ſich
auch weiterhin mildtätige Stifter und zahlreiche Geber von Beiträgen
zur Förderung der edlen und menſchenfreundlichen Ziele der Stiftung
finden möchten.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſ. Landestheaters
Darmſtadt. Leitung Direktor Adalbert Steffter. Heute Sonntag
abends 8 Uhr, gelangt die Operette „Die Faſchingsfee” von
Feier im Finanzamt. Am 14. Ifd. Mts. fand in dem
Finanzamts=
gebäude Lindenhofſtraße 15 eine ſchlichte und erhebende Feier ſtatt. Die
Beamten und Angeſtellten dieſer Behörde gratulierten ihrem Chef,
Herrn Geh. Rat Stroh zu ſeinem 65. Geburtstage. Der Sprecher
ge=
dachte der Liebe und Verehrung, die die Beamten und Angeſtellten
ihrem Chef ſtets entgegengebracht hatten und ſprach in Worten der
Trauer und Wehmut über das demnächſte Ausſcheiden dieſes
verdienſt=
vollen Beamten. Die Sänger des Finanzamts ſangen 2 ſehr ſchöne und
gehaltreiche Chöre, eine Deputation des Steuerausſchuſſes überbrachte
die Glückwünſche dieſer Körperſchaft. Die Beamten und Angeſtellten
des Finanzamts hatten dem Jubilar einen Ruheſeſſel geſtiftet. Herr
Geh. Rat Stroh war ergriffen und gerührt über dieſe Ovation und
dunkte in herzlichen Worten.
Steuer= und Wirtſchafiskalender
für die Zeit vom 15. bis 31. Juli 1928.
Aufbewahren!
Ausſchneiden!
15. (16.) Juli: Ablauf der Schonfriſt für die am 10. Juli 1928 fällig
geweſene Umſatzſteuer=Vorauuszahlung.
15. (16.) Juli: Zweite Rate der Aufbringungszinſen für 1928.
(Näheres im Steuerkalender für die erſte Julihälfte im
Tagblatt vom 30. Juni.)
15. (16.) Juli: Letzter Tag, an dem die Vermögenserklärung
dem Finanzamt zuſchlagsfrei eingereicht werden kann.
20. Juli: Abführung der Lohnſteuer, für die in der Zeit vom 1.
bis 15. Juli 1928 erfolgten Lehnzahlungen im
Markenver=
fahren und im Ueberweiſungsverfahren; im letzteren jedoch
nur dann, wenn die in der erſten Hälfte des Kalendermonats
einbehaltenen Lohnſteuerbeträge für ſämtliche in einem
Be=
triebe beſchäftigten Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM.
überſteigen. (Keine Schonfriſt.)
25. Juli; Zweites (gemeindliches) Ziel der vorläufigen Gemeinde=
Kreis= und Provinzialumlagen einſchließlich der
vorläufigen Sondergebäudeſteuer für das
Rech=
nungsjahr 1228 laut Steuerbeſcheid (grüner Zettel).
Schon=
friſt bis 5. (6.) Auguſt 1928.
81. Juli: Kriegsſchädenſchlußgeſetz, Ablauf verſchiedener
wichtiger Termine, vgl. insbeſondere die 88 18,3 und 20 des
Geſetzes. (Gewährung von Beihilfen.)
H. W. Wohmann.
Späte Sommer — heiße Sommer.
Welcher Zuſammenhang beſieht zwiſchen Frühjahr und Sommer? — Beſiimmt der
voran=
gehende Winter die Sommertemperatur? — Hitzewellen und Dauerhitze.
Von Carl Anders.
inf. Die hochſommerliche Temperatur, die plötzlich in den letzten
Tagen überall in Deutſchland aufgetreten iſt, legt wiederum die Frage
nahe, welcher Zuſammenhang zwiſchen der Sommertemperatur und der
Witterung zu anderen Jahreszeiten beſteht. Es iſt ein allgemein
ver=
breiteter Volksglaube, daß auf ein kühles Frühjahr ein heißer Sommer
folgen müſſe und auch das Gegenteil wird zumeiſt angenommen. Solcher
Volksglaube wird begründet mit der Vorſtellung, daß ſozuſagen jährlich
eine gewiſſe Menge von Feuchtigkeit zur Verfügung ſtehe, die
irgend=
wann niedergehen müſſe. Derartige Laienanſichten laſſen ſich natürlich
wiſſenſchaftlich nicht halten. Aber die Meteorologie verſucht ihrerſeits
an Hand von ſtatiſtiſchen Aufzeichnungen den Beziehungen zwiſchen den
einzelnen Jahreszeiten in den verſchiedenen Jahren auf die Spur zu
kowmen. Dabei kommt die Meteorologie zu ſehr intereſſanten
Feſt=
ſtellungen. Im allgemeinen hat man die Erfahrung gemacht, daß
über=
große Hitze in den Frühjahrsmonaten, alſo vornehmlich im Mai und
Juni, einen wenig günſtigen Sommer vorausſagt. So lag z. B. in den
vier aufeinanderfolgenden Jahren von 1907 bis 1910 jeweils der
Höhe=
punkt der Jahrestemperatur in dieſen beiden Monaten. Im Jahre
1207 wurde das Jahresmaximum von 31,2 Grad bereits am 12. Mai
erreicht, während das ſpäteſte Eintreten dieſes Jahresmaximums im
Laufe der vier aufeinanderfolgenden Jahre 1908 am 17. Juni mit 33,/4
Grad war. Dieſe ſämtlichen Sommer wurden dann in der eigentlichen
Hochſommerzeit trübe, regneriſch und kühl. Nun kann aber auch aus
dieſer Feſtellung keine allgemeine Regel gemacht werden. Im Jahre
1911 z. B. lagen auch die Frühjahrstemperaturen ziemlich hoch, und vor
allen Dingen war die Niederſchlagsmenge im zweiten Vierteljahr 1911
äußerſt gering. Trotzdem brachte dieſes Jahr den heißeſten Sommer,
den Mitteleuropa überhaupt im Laufe der letzten Jahrzehnte erlebt
hat. Man könnte ſagen, daß hier nicht Temperaturen über 30 Grad
bereits im eigentlichen Frühjahr erreicht wurden und daß alſo doch die
Negel ſtimmte, daß derartige Hockſommertemperaturen im zweiten
Kolendervierteljahr ungünſtig= Vorzeichen für die Wettergeſtaltung im
eigentlichen Hochſommer ſind. Anch das Jahr 1912, das einen ſehr
warmen Sommer brachte, wenn er auch dunchaus nicht an die
über=
mäßige Hitze von 1911 heranreichte, war im Frühjahr kühl und
nieder=
ſchlagsreich. So ſcheint alſo ſo viel feſtzuſtehen, daß übermäßige Hitze
im Frühjahr ſozuſagen den eigentlichen Sommer vorwegnimmt,
da=
gegen Trockenhei” eher Vorbote hoher Hochſommertemperaturen iſt.
Ueber kühle und naſſe Frühjahre higegen läßt ſich vorläufig noch nichts
5. Nationale Jugend=Wettkämpfe des
Sport=
vereins Darmſiadt 1898.
Der Sportverein Darmſtadt 1898 veranſtaltet am heutigen
Tage auf ſeinem Platze am Böllenfalltor ein leichtathletiſches
Sportfeſt, bei dem ausſchließlich Jugendliche an den
Start gehen. Dieſe Veranſtaltung hat ſchon in früheren Jahren
in ganz Deutſchland ſehr großen Anklang und die Anerkennung
weiteſter Sportkreiſe gefunden. Ueber 300 Meldungen ſind
dies=
mal ſogar abgegeben worden. München, Stuttgart, Karlsruhe,
Fürth, Mannheim, Wiesbaden, Frankfurt a. M., Würzburg uſw.
ſind mit ihren beſten Jugendkräften vertreten. Die Wettkämpfe
finden vormittags ab 10 Uhr (Vorkämpfe) und nachmittags ab
3 Uhr (Entſcheidungskämrfe) ſtatt. Gerade um die von den
Sportvereinen geleiſtete Jugendarbeit weiteſten Kreiſen zu
demon=
ſtrieren, iſt der Eintrittspreis ſehr niedrig gehalten.
Jugend=
liche und Schüler haben vollſtändig freien
Ein=
tritt. Die Veranſtaltung dürfte in jeder
Bezie=
hung einen Maſſenbeſuch verdienen.
Tierfreunde und Tierhalter
vergeßt nicht
bei der Tropenhitze Pferden, Ketten-
Hunden, Singvögeln und sonstigem
Geflügel etc. das nößige Frische
Trinkwasser zu reichen!
— Waiſenſchutz=Sommerfeſt. Wir erinnern nochmals an das heute,
Sonntag, ſtattfindende Sommerfeſt mit Tanz in ſäntl. Räumen des
Rummelbräu. Der Eintrittspreis iſt in dieſem Jahre ermäßigt. Unſere
Tombola (Lospreis 10 Pfg.), darunter 5 Fäßchen Weißwein, wird
manchem Beſucher Freude bringen. Auch kommen die kleinen Kinder
zu ihrem Recht. Für die großen Kinder wird ab 8 Uhr eine
Jazzkavelle zum Tanz aufſpielen. Die Mitgliedskarten müſſen an der
Kaſſe vorgezeigt werden.
— Das Gaſtſpiel der „Schwarzen Revue” beginnt, wie bereits
er=
wähnt, konmmenden Dienstag, 17. Juli, und währt nur einige
Tage. — Karten ſind ab morgen, Montag, im Verkehrsbüro
und bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14, erhältlich. (Siehe heutige
Anzeige.)
— Deutſche Jugendherbergen, Gau Südheffen. Im Schaufenſter
der Buchhandlung Heinrich Schroth, Rheinſtraße 15,
haben wir die Urkunde der Ernennung uſeres Ehrenſtifters,
Herrn Großkaufmann Dr. Erich Winterhelt Miltenberg,
ausgeſtellt. Herr Dr. Winterhelt ſtiftete u. a. 2000 Mark für eine neue
Jugendherberge in Miltenberg. Da das Diplom ſo recht das Weſen
der Jugendbewegung charakteriſiert, dürfte es wohl allgemeiner
Beach=
tung empfohlen werden.
Besucht
BorKättK
das Heilbad in der deutschen Wordsee
Ruhige billige Erholung während der Nachsaison.
Prospekt durch die Badedirektion. (V.7793
— 90. Geburtstag. Heute begeht Frau Eliſabeth Haun Wwe.,
Grüner Weg Nr. 19, in voller körperlicher und geiſtiger Friſche ihren
90. Geburtstag.
Straßenſperre. Durch Polizeiverordnung vom 30. Juni 1928
iſt die Aeußere Ringſtraße in Darmſtadt zwiſchen Dieburger
Straße und Hohler Weg für den geſamten
Durchgangs=
verkehr mit Fahrzeugen aller Art geſperrt.
Beſtimmtes ausſagen, und wir haben es in den letzten Jahren erlebt,
daß nahezu abwechſlungsweiſe auf derartige Frühjahrstemperaturen
bald ſchöne, bald verregnete Hochſommer folgten. Eine andere, weit
verbreitete Volksmeinung geht dahin, daß man aus dem
vorangegange=
nen Winter die vorausſichtliche Geſtaltung des Sommers entnehmen
könnte und umgekehrt aus dem Sommer das Wetter im Winter. Aber
auch dieſe Annahme läßt ſich, wie die Feſtſtellungen der Meteorologie
ergeben haben, nicht vollkommen belegen. Im allgemeinen hat
Pro=
feſſor Hellmann auf Grund von Material aus nahezu 200 Jahren
feſt=
geſtellt, daß auf einen ſehr milden Winter ein warmer Sommer zu
fol=
gen pflegt, auf einen mäßig milden und mäßig kalten Winter ein kühler
Sommer und auf einen ſehr kalten Winter ein, ſehr kühler Sommer.
Aut einen mäßig warmen Sommer hingegen folgte in der beobachteten
Zeit ein mäßig milder Winter und auf einen ſehr warmen Sommer
ein kalter Winter. Aber alle dieſe Feſtſtellungen haben nur
Durch=
ſchnittswert und kommen keineswegs einer abſolut ſicheren Vorausſage
gleich. Sonſt wäre es ja möglich, einen Jahrestemperaturturnus
an=
zugeben, in dem ſich regneriſche, kühle und heiße Sommer und milde,
normale und ſtrenge Winter auſeinander folgen. Das iſt bisher nicht
möglich geweſen und dürfte wohl auch zunächſt noch außerhalb des
Be=
reichs menſchlicher Feſtſtellungen liegen. Der hauptſächlichſte Grund für
dieſes Ve=ſagen iſt, daß alle Temperaturen auf verſchiedenem Wege
ein=
treten können. Der Temperaturwechſel iſt nicht nur bedingt dunch
Be=
wölkung und Sonnenſcheindauer, ſondern vor allem durch die
Verände=
rung der Luſtzufuhr, alſo der Winde, die wiederum, je nach dem
Luf=
druckwechſel, ſich verändern. Die Lagerungen der höchſten und
niedrig=
ſten Luftdruckgebiete wechſeln nun ſehr raſch, und deswegen iſt es ſehr
ſelten, daß eine Temperatur, gleich, ob übermäßige Hitze oder
über=
mäßige Kälte, ſehr lange andauert. Für Deutſchland kommen
ausge=
ſprochene Hitzperioden nur dann in Frage, wenn die
Luftdruckvertei=
lung derart iſt, daß auf längere Zeit hinaus Oſtwinde die waſſerarme
Luft aus Rußland und Sſibirien uns zuführen. Hohe
Wärmetempera=
turen aber, die unter dem Einfluß anderer Winde bei uns entſtehen,
pflegen hingegen nicht ſo lange vorzuhalten, und dann löſt gewöhnlich
ein Gewitter mit nachfolgender Abkühlung die kurzandauernde
Hitze=
welle ab. In dieſem Jahre dauert das ausgeſprochene Sommerwetter
noch nicht lange gemug an, als daß man über ſeinen Charakter
Beſtimm=
teres ausſagen könnte; wir dürfen aber nach allem hoffen, daß wir
nun=
mehr nach einem verregneten Frühjahr durch ſchönes Hochſommerwetter
durch längere Zeit entſchädigt werden.
* Provinzialausſchuß.
p. 1. Klage des Bezirksfürſorgeverbandes
Wein=
heim=Stadt gegen den Bezirksfürſorgeverband Bensheim
wegen Erſtattung der bisher entſtandenen Koſten und Anerkennung der
weiteren Unterhaltspflicht für das uneheliche Kind Rudolf Philipp
Reinhard.
Es iſt Streit um die Hilfsbedürftigkeit, namentli.h in der
Rich=
tung, ob die Kindesmutter in der Lage iſt, des Kindes Unterhalt zu
beſtreiten; es kommen auch die Einkommensverhältniſſe des Vaters der
Kindsmutter in Betracht; letztere gibt den verdienten Wochenlohn an
den Vater ab; er reicht wohl nicht, um auch das Kind noch zu
unter=
halten. — Das Urteil entſpricht dem Klageantrage.
2. Klage der J. F. Forg Eheleute zu Offenbach,
Humboldtſtraße 72, gegen den Oberbürgermeiſter der Stadt
Offenbach wegen Anforderung von Kanalbeiträgen. — Die Sache
fällt aus.
3. Antrag der Gemeinde Groß=Zimmern auf
Ent=
eignung von Gelände des Auguſt Pullmann I. und der
Bern=
hard Göckel Witwe in Groß=Zimmern für Straßenzwecke. Es handelt
ſich um eine Verbindungsſtraße zwiſchen Waldſtraße und Weberweg.
Die Geländebeſitzer bitten, das Bedürfnis zu prüfen und im Falle der
Bejahung die Straße in voller Breite führen zu laſſen; im übrigen
beſteht Streit über den Enteignungspreis. Die Gemeinde erwirbt
Straßengelände zu 50 Pfg. und 1 Mk. pro Quadratmeter. Der Satz
von 3 Mark, der gefordert uird, wird vom Bürgermeiſter als durchaus
willkürlich bezeichnet. Vom Fiskus hat die Gemeinde Straßengelände
zu 1 Mk. pro Quadratmeter erworben: die Protokollierung ſteht
un=
mittelbar bevor. Die Lokalkommiſſion hat Enteignungspreiſe von 2 Mk.
und 1.40 Mk. für angemeſſen befunden. — Das Urteil ſpricht
die Enteignung aus; der Enteignungspreis wird auf 1 Mk.
25 Pfg. pro Quadratmeter feſtgeſetzt.
4. Klage des Gg. Joſef Blank zu Darmſtadt gegen den
Be=
ſcheid des Kreisamtes Darmſtadt vom 2. Februar 1928 wegen
Nicht=
erteilung eines Wandergewerbeſcheins. Die Verſagung erfolgte mit
Rückſicht auf erlittene Vorſtrafen. Blank war früher als Friſeur tätig.
Der Wandergewerbeſchein wird erteilt.
Konflikt zwiſchen Berufskrankenkaſſen
und Aerzten.
— Wie uns mitgeteilt wird, iſt durch Vermittelung der Berliner
Aerzteſchaft das beſtehende Vertragsverhältnis zwiſchen dem Verband
kaufmänniſcher Berufskrankenkaſſen und dem Verband der Aerzte
Deutſchlands (Hartmannbund) um einen Monat bis zum 1. Auguſt
ver=
längert worden. Leider haben ſich die damit verbundenen Hoffnungen
auf Abſchluß eines wenicſtens vorläufigen neuen Vertrags nicht
er=
füllt. Die Vertreter der Aerzte haben in den dieſer Tage
ſtattgefun=
denen Verhandlungen keinerlei, Vorſchläge für den Vertragsinhalt
gemacht, obwohl die Vertreter der Berufskrankenkaſſen ihre
ausdrück=
liche Bereitſchaft erklärten, berechtigten Bedenken gegen den alren
Ver=
tragsinhalt hinſichtlich der Honorarbegrenzung Rechnung zu tragen.
Der Verband kaufmänniſcher Berufskrankenkaſſen hat nunmehr das
durch den ſeitherigen Vertrag geſchaffene Schiedsgericht zur
Entſchei=
dung über die Verlängerung des Vertrags angerufen, das noch vor
Ablauf des Monats Juli zuſammentritt.
Lokale Veranſialtungen.
Die bierunter erſcheinenden Notlzen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwſe als Beſprechung oder Kritiſk.
— „Alt=Darmſtadt”, Vereinigung für Ortsgeſchichte und
Heimatkunde. Nächſter Vereinsabend Donnerstag, abends 8.30 Uhr,
Eintrachtſaal (Eliſabethenſtraße 12). Es ſpricht Herr Wilh. Kaminsky
über „Erinnerungsſtätten in der Umgebung von Darmſtadt”.
Anſchlie=
ßend Gemütliches Zuſammenſein im Eintracht=Garten.
— Gartenkonzert mit Tanz. Im Hotel Prinz Heinrich
findet heute, Sonntag abend, großes Gartenkonzert mit Tanz, auf neu
angelegtem Tanzboden im Garten, ſtatt.
— Promenaden=Konzert. Heute, Sonntag, den 15. Juli,
konzertiert das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W.
Schlupp im Herrngarten (Perkola) nach folgendem Programm:
Finn=
ländiſcher Reitermarſch, Overtüre z. Op. Mignon, v. Thomas; Walters
Preislied a. d. Op. Die Meiſterſinger, v. Wagner; Dur und Moll
Pot=
pourri von Schreiner; RadetzkiMMarſch, v. Strauß.
— Ludwigshöhe. Heute, Sonntag, den 15. Juli, nachm. 4
Uhr, konzertiert das Stadt=Orcheſter in großer Beſetzung unter Leitung
des Kapellmeiſters Willi Schlupp nach einem unterhaltenden Programm
auf der Ludwigshöhe.
— Herrngarten=Café. Heute finden wieder nachm. 4 Uhr
und abends 8 Uhr Künſtlerkonzerte ſtatt.
— Orangeriegarten. Es wird an dieſer Stelle nochmals auf
Las heute abend 8 Uhr im Orangeriegarten ſtattfindende 10. populäre
Konzert des Stadt=Orcheſters hingewieſen.
Tageskalender für Sonntag, den 15. Juli 1928.
Heſſ Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, abends 20 Uhr Sommerſpielzeit: „Die Faſchingsfee‟ —
Orpheum: Geſchloſſen. — Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen,
Bis=
marckeck. Chauſſeehaus, Neues Schießhaus, Zum Rhönring, Hotel
Prinz Heinrich, Reichshof. — Heſſ Fechtverein
Waiſen=
ſchutz, nachm. 16 Uhr, im Rummelbräu: Sommerfeſt mit Tanz. —
Wiener Kronenbräukeller, nachm. 16 Uhr: Großes
Volksfeſt. — Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele,
Reſidenz=Theater
Aus Heſſen.
J. Griesheim, 14. Juli. Gemeinderatsbericht. Verſchiedene
Arbeiten und Lieferungew werden vergeben. Die auf der Nordſeite des
Friedhofswegs unmittelbar vor der Friedhofsanlage ſtehenden Bäume
follen gefällt werden, um die feſtgeſetzte Straßenbreite zu erzielen.
Be=
züglich der Verlegung der Waſſerleitung auf dem neuen Friedhof wurde
beſchloſſen, die Leitung von dem in der Friedhofswärterwohnung
vor=
handenen Anſchluß abzunehmen und auf dem weſtlichen Weg
entlang=
zuführen bis zu dem in der Oſtweſtrichtung führenden Mittelweg. An
dieſer Kreuzung ſoll eine Zapfſtelle errichtet werden. Auf dem
ſüd=
lichen Weg, ſoll eine Leitung vor der Leichenhalle entlang über den
Hauptmittelweg geführt werden und ſoll in dieſen beiden Quartieren
je eine Zapfſtelle zur Errichtung komen. Der Sezierraum in der
Leichenhalle ſoll ebenfalls Waſſeranſchluß erhalten. Das jetzt noch freie! — Neunkirchen, 14. Juli. Freilicht=Theater. Wie uns
Quartier des neuen Friedhofs wird neu eingeteilt. Die Kindergräber
kommen an die Nordſeite dieſes Quartiers zu liegen. — Die Anſchaffung
einer Waſſermeſſer=Prüfſtation wurde beſchloſſen und die Anlieferung
derſelben den Luxſchen Induſtriewerken A.=G. in Ludwigshafen a. Rh.
übertragen. Im übrigen wurden die Beſchlüſſe der
Waſſerleitungskom=
miſſion vom 9. Juli d. J. genehmigt. Auf Erſuchen des evang.
Kirchen=
vorſtandes ſoll die Waſſerleitung auch auf den alten Friedhof verlegt
werden. Der Anſchluß der Kirche iſt als Privatanſchluß zu behandeln.
— Die Renovierung des Gemeindehauſes Nathenauſtraße 102, wurde
zurückgeſtellt. Falls für die Renovierung noch Mittel verfügbar
wer=
den, ſoll die Inſtandſetzung im nächſten Frühjahr erfolgen. — Unter
Aufhebung des Beſchluſſes vom 29. März d. I. wurde beſchloſſen, das
unterm 13. Mai 1903 bei der Heſſ. Landeskreditkaſſe aufgenommene
Dar=
lehen in ſeiner Reſtſumme von 2137,11 Mk. mit dem Betrag von 400
Mauk ſofort in bar abzulöſen. Der Wilhelm Buſch=Spende in
Han=
nover wurde ein einmaliger Beitrag von 10 Mk. aus der Gemeindekaſſe
bewilligt. — Dem Verein blinder Akademiker Deutſchlands in Marburg
wunde ein einmaliger Beitrag von 10 Mk. aus der Gemeindekaſſe
be=
willigt. — Dm Georg Wedel, hier, wurde die Gemeindehundeſteuer für
1928 enlaſſen, nachdem Erlaß der Staatsſteuer bereits eingetreten iſt.
J. Griesheim, 14. Juli. Vom 16. bis 21. Juli ds. Js. finden auf
dem hieſigen Truppenübungsplatz täglich vormittags von 5 bis 12 Uhr
Scharfſchießübungen ſtatt.
F. Eberſtadt, 12. Juli. Verſchönerungs= und
Verkehrs=
verein. Geſtern abend fand im Gaſthaus „Zum Darmſtädter Hof”
(Laun) die diesjährige Haupwverſammlung des Verſchönerungs= und
Verkehrsvereins ſtatt. Der Vorſitzende des Vereins, Philipp Eyſenbach,
erſtattete den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen war, daß die Zahl
der Mitglieder von 85 auf 112 geſtiegen iſt und im abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahre intenſiv gearbeitet wurde. Alte Anlagen wurden wieder in
beſſeren Zuſtand verſetzt, ſo beſonders die ſogenannte Kronesruhe im
Mühltal, Nuhebänke und die Schutzhütte unterhalb des Frankenſteins
erneuert und eine Anlage zum Andenken an den frühenen verdienſtvollen
Vovſitzenden des Vereins, Philipp Bauer, die Philippsruhe auf dem
Niedberg, neu geſchaffen. Letztere wird demnächſt der Oeffentlichkeit
pffiziell übergeben werden. Die Förderung von Heimatſinn und
Heimat=
liebe fand Niederſchlag in dem von dem Verein kürzlich herausgegebenen,
ſehr intereſſanten Schriftchen: „Eberſtadt vor 200 Jahren”. Nechner
Karl Ihrig erſtattete den Kaſſenbericht. Die Rechnung wurde von den
Rechnungsprüfein in der Verſammlung geprüft und war nicht zu
be=
anſtanden, ſo daß dem Rechner Entlaſtung erteilt werden konnte. Der
alte Vorſtand wurde einſtimmig wiedergewählt. Als zweiter
Vorſitzen=
der wurde Bürgermeiſter Dr. Uecker neugewählt. Der vom Vorſtand
vorgelegte Entwurf einer Vereinsſatzung fand, abgeſehen von einigen
redaktionellen Abänderungen, einſtimmig Annahme. Aus dem Kreiſe
de. Anweſenden wurde angeregt, daß ſich der Verein, neben ſeiner
eigent=
lichen Aufgabe, die darin beſteht, den Verkehr zu fördern und die
Vor=
züge und Reize, die Gberſtadt dank ſeiner natürlichen Lage genießt, zu
erhalten und zu vermehren, noch mehr wie ſeither mit der Hebung der
Schätze der Heimat, vornehmlich ihrer Geſchichte, befaſſen möge. Man
dachte dabei an belehrende Vorträge hierüber ſowie an geologiſche und
familiengeſchichtliche Exkurſionen, die im Winter veranſtaltet werden
ſollen. Die Anregungen wurden allgemein begrüßt und der Vorſitzende
verſprach, ihnen gur gegebenen Zeit näher zu treten. Der Vorſchlag des
Fabrikamtem Fritz Bickelhaupt, ein kürzlich verſtorbenes, um die
Ver=
ſchönerung unſeres Ortes ſehr verdienſtvolles Mitglied durch die
Schaf=
fung eines geeigneten, nach ihm zu benennenden Platzes zu ehren, fand
Zuſtimmung. Dem Vorſchlage ſoll ebenfalls bei erſter Gelegenheit
nähergstreten werden.
Aa. Eberſtadt, 12. Juli. Für eine neue Halteſtelle. Eine
große Anzahl Abonnenten der elektriſchen Straßenbahn hat an den
Ge=
meinderat das Geſuch gerichtet, bei der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktiengeſell=
ſchaft wegen Errichtung einer Halteſtelle an der Luiſenſtraße in
der Richtung nach Darmſtadt vorſtellig werden zu wollen. Zur
Be=
gründung des Geſuchs wird ausgeführt, daß die genannte Halteſtelle
be=
reits bei Eröffnung der elektriſchen Vorortbahn im Jahre 1914
beſtan=
den hat und während des Krieges aufgehoben wurde. Die Aufhebung
der Halteſtelle ſei, ſo heißt es in der Eingabe, eine große
Ungerechtfer=
tigkeit gegenüber den Anwohnern des Nordviertels. Die Auonnenten
und Fahrgäſte, die an der äußerſten Echke wohnten, müßten der
Straßen=
bahn etwa 10 bis 15 Minuten entgegenlaufen, während in dem ſüdlichen
Ortsteil nicht weniger als drei Einſteigeſtellen vorhanden ſeien. Auch
anderwärts, ſo bemängeln die Geſuchſteller, werde an Halteſtellen nicht
geſpart Geiſpielsweiſe in Arheilgen), den Bewohnern des Nordviertels
von Eberſtadt dagegen verſage man dieſe Amnehmlichkeit.
mitgeteilt wird, iſt es Herrn, Bürgermeiſter Mayer gelungen, das
Volksth=ater Darmſtadt, Dir. E. Werle, zu einer Freilicht=Aufführung
(Lorle Schwarzwaldmädel) unter der herrlichen Linde von Neunkirchen
zu gewinnen. Es wird überall in unſerer Gegend begrüßt werden,
namentlich da man auch gute Autoverbindung hat. Dem Darmſtädter
Volkstheater geht ein guter Ruf voraus. Hoffentlich können wir am
Sonntag, 15. Juli, abends um ½9 Uhr, viele Einwohner ſowie auch
alle unſere verehrten Kurgäſte begrüßen.
* Fränkiſch=Crumbach, 12 Juli. Das 44. Gauturnfeſt des
Gaues Odenwald iſt vorüber. Seit Menſchengedenken iſt in Fränkiſch=
Crumba.h ein ſolches Feſt nicht gefeiert worden. In allen Anſprachen
wies man auf das günſtige Wetter hin und wünſchte dem Feſt einen
weiteren glücklichen Verlauf. Und ſo iſt es denn auch gekommen. Die
Vorbereitungen waren glänzend getroffen, ſo daß ſchon der erſte Feſttag
zum wahren Volkstag wurde. Sonntag mouven hatte ſich das Wetter
ſo geklärt, daß an Regen nicht mehr gedacht wurde, und ſo konnten
die Jünger Jahns in freier friſcher Natur ihre Muskeln ſtraffen und
ihr Können zeigen. Das Turnen dauerte bis in die Mittagsſtunden.
Dank der rührigen Tätigkeit des Berechnungsausſchuſſes konnte die
Preisverteilung um 6 Uhr vorgenommen werden. Man war über die
errungenen Preiſe und über den Verlauf des Feſtes allgemein zufrieden.
r. Babenhauſen, 14. Juli. Am Freitag vormittag vevanſtaltete die
Schule eine Albrecht Dürerfeier, bei der Herr Studienrat Weiß
an Hand reichen Bildermaterials dem Kindem ein anſchauliches
Lebens=
bild des größten deutſchen Malers entwarf. Dem Rahwen der ſchlichten
Feier bildeten Volkslieder, Gedichtvorträge der einzelnen Klaſſen und
ein Sprechchor. — Bei dem heißen Wetter rückt die Kornernte
immer näher. Die nur wenig in unſerer Gewarkung angebaute Gerſte
wird gzurzeit geſchnitten oder ſchon zur Scheune gefahren. — Vergangene
Woche wurde unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle einer mſerer
älteſten Mitbürger, Herr Fendt, Schwiegervater unſeves Herrn
Bür=
germeiſters, zu Grabe getragen. Der Verſtorbene ſtand im 90.
Lebens=
jahre, war Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr und ihr
langjäh=
riger Kommandant.
L. Michelſtadt, 13. Juli. Vom Stadion. Die Tarſache, daß
das wundervoll gelegene Bergſtadion der Stadt Michelſtadt an
Wochen=
tagen einen nach Hunderten und an Sonntagen einen nach Tauſenden
zählenden Beſuch aufzuweiſen hat, beweiſt, welch dringendem Bedürfnis
die Stadt Michelſtadt durch die Errichtung desſelben entſprochen hat.
Es dürfte intereſſieven, die Beſucherzahl der drei letzten Sonntage kennen
zu lernen, die am Sonntag, den 24. Juni rund 1100, am Sonntag, den
1. Juli rund 1500 und am letzten Sonntag über 2000 Perſonen betrug.
Dieſe Zahlen legen ein beredtes Zeugwis für die Beliebtheit des
Sta=
dions ab. — Wiſſenſchaftlicher Kurſus. Wie in den
Vor=
jahren, ſo findt auch in dieſem Jahre, und zwar am 7. und 8. Auguſt,
wieder ein unter Leitung des Herrn Dekan Berwbeck und Schulrat
Gerbig ſtehender wiſſenſchaftlicher Kurſus ſtatt, und zwar im Gaſthaus
„Zum Anker” in Stockheim. Die zur Behandlung kommenden Themen
ſind: „Religion und Kunſt”, „Germanenglaube”, „Philoſophiſche
Reli=
gion und Chriſtus=Religion im ihrer Bedeutung für Gotteserkenntnis
und religiöſe Unterweiſung”, „Das Problem der Offenbarung”, „Typen
abendländiſchen Mönchtums”. Ueber dieſe Fragen ſprechen: Geheimrat
Dr. Bauer=Heidelberg, Prof. Dr. Matthes=Darmſtadt, Prof. Dr.
Wink=
ler=Heidelberg und Dr. Wagenmann=Heidelberg. Am Dienstag, den
7. Auguſt, nachmittags 1.30 Uhr, beginnt der Kurſus und ſind
Anmel=
dungen an Herrn Oberpfarrer Herber=Michelſtadt zu richten, der auch
weitere Auskünſte erteilt.
— Hirſchhorn, 14. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
13. Juli 0,59 Meter, am 14. Juli 0,57 Meter.
b. Grbach i. O., 14. Juli. Hohes Alter. Der ſtädtiſche Förſter
i. R., Valentin Schäfer in Erbach, begeht am kommenden Montag, den
16. ds. Mts., in körperlicher und geiſtiger Friſche ſeinen 80. Geburtstag,
Der Jubilar ſtand über 50 Jahre in den Dienſten der Stadt Erbach,
derem Waldungen ſeiner Obhut anvertraut waren. Ein hohes Maß
von Pflichttreue und Entgegenkommen gegem Jeden ſicherten ihm Achtung
und Freundſchaft ſeiner Vorgeſetzten und Kollegen und diefenige ſeiner
Mitbürger. Schäfer nahm an dem Feldzug 1870/71 teil. — Vom
Ver=
kehrsverein. Eine Mitgliederverſammlung fand geſtern abend im
Gaſthaus „Zum Ochſen” ſtatt. Mit beſonderem Befremden ſtellte man
feſt, daß von den 25 in Erbach exiſtierenden Gaſtwirten nur ein einziger
erſchienen war. Es wäre in der Folge doch ſehr wünſchenswert, wenn
die Kreiſe, die in erſter Linie an einer Hebung des Geſamtniveaus und
an dem Fremdenverkehr indereſſiert ſind, dieſes Intereſſe auch durch den
Beſuch der vom Vorſtand angeſetztem Verſammlungen kund gäben. Im
Mittelpunkt der Bergtungen ſtand die vom Vorſtand angeregte
Schloß=
beleuchtung, die, falls bis dahin die Finanzierung des Projektes gelingt,
im Monat Auguſt durchgeführt werden ſoll. Der Vorſitzende gibt die
in Vorbereitung befindlichen Herbſtveranſtaltungen bekannt, die
ein=
ſtimmige Biligung der Verſammlung fanden. Es kommt ein Schreiben
der Ortsgruppe Erbach des Odenwaldklubs an den Hauptausſchuß des
O.W. K. zur Verleſung, in der beſſere Bahnverbindungen verlongt
wer=
den Die Verſammlung beſchließt einſtimmia die Beſtrebungen des
O.W. K. nach dieſer Richtung mit allen zu Gebote ſtehenden Mitteln
zu fördern. Einige aus der Mitte der Vevſammlung kommende
An=
regungen werden nach eingehender Ausſprache dem Vorſtand zur
Wei=
tergabe an die Reichsbahndirektion Mainz zugeleitet. Für den nach
Darmſtadt verzogenen Kammerrat C. L. Külp wird bis zur kommenden
Generalver ſammlung Herr W. Heim in den Vorſtand gewählt. —
Hausverkauf. Wie wir hören, ging das Anweſen des Metzgers
Louis Daum im der Hauptſtraße in den Beſitz des Metzgermeiſters
Georg Glenz, Hauptſtraße, über. Der Haufpreis beträgt 15 000 RM. —
Platzkonzert. Die Kapelle der Freiw. Feuerwehr Michelſtadt
ver=
anſtaltet am morgigen Vormittag von 11—12 Uhr auf dem Marktplatz
hier ein Platzkonzert. — Gemeinderatsſitzung. Am Montag,
dem 16. Juli d. J., nachmittags 6 Uhr, findet eine öffentliche
Gemeinde=
ratsſitzung mit ſehr intereſſanter und reichhaltiger Tagesordnung ſtatt.
m. Beerfelden, 13. Juli. Ausſtellung der Nähſchule.
Zwei Ausſtellungen beherbergte die hieſige Gewerbeſchule während des
Marktes: in dem einen Saal waren die Gewinngegenſtände für die
Pferdemarktverloſung, in dem anderen bot die Nähſchule einen Teik
der im Jahreslauf entſtandenen Erzeugniſſe der öffentlichen Kritik dar.
Machen wir einen Rundgang durch letztere Darbietung: gleich am
Ein=
gang iſt ein Tiſch mit Bettwäſche, alles aufs peinlichſte gearbeitet, egal
und fein geſtickt, weiß wie Schnee, die verſchiedenſten Stickereien ſind
angewandt. Gleichſam als Dekoration hängen vorn am Tiſch aus Seide
geſtickte bunte Tiſchdeckchen herunter. Beſondere Aufmerkſamkeit erregte
das ſich Anſchließende: Stoffmalereien als feine duftige Blumen und
als Verzierungen an Kleidern die man für plaſtiſche Gold= und
Silber=
ſtickereien halten könnte; ferner als Flächenverzierung auf Decken uſw.
Dieſe Malereien wirken höchſt beſtechend und bieten gar mannigfache
Verwendungsmöglichkeiten. Sehr gut wirken die Plaſtick=Stickereien,
die wunderbaren Decken in dieſer Art; gleiches läßt ſich von den
Knüpf=
arbeiten und geſtrickten Decken ſagen. Zu Tee= und Kaffeewärmern
geſellten, ſich poſſige Eierwärmerchen, die ſtilvoll zu anderen ſich
grup=
pierten. Vorhänge und Decken zeigten hübſche Verzierungen durch
Tülldurchzug. Eine Saalwand war ganz den Kleidern gewidmet, ſie
waren mannigfaltig in Farbe und Form, in Verzierung und Schnitt,
immer kleidſam und gefällig. Daneben hingen und lagen geſtrickte
Jacken, Schlummerrollen, Sofakiſſen, Sachen in Schlingenhäkelei, und
gar reizende Decken und Wandbehänge in Gobelinſtickerei. In der
Mitte bot ein Tiſch eine ganze Garnitur Damenwäſche; auch
Herren=
wäſche war reichhaltig vorhanden. — Auf den Tiſchen ſtanden ſchöne
Blumen verſchiedener Art aus Wolle und Seide; im Saale verteilt
hingen an der Decke Lampenſchirme, verſchiedenfarbig und =geſtaltig.
Rundum die Wände zierten geſtickte Bilder in Schwarz=Weiß. Dieſe
Ausſtellung zeigt, daß ſolches nur geleiſtet werden kann, wo eine
tech=
niſch vollſtändig durchgebildete Lehrerin mit Luſt und Liebe arbeitet
mit willigen und fleißigen Schülerinnen — und dies iſt hier der Fall.
Fräulein Koch arbeitet nun ſchon mehrere Jahre an der hieſigen
Nähſchule, und immer bekemmt man denſelben günſtigen Eindruck von
ihrer Tätigkeit.
H. Von der Bergſtraße, 13. Juli. Obſtgroßmarkt. Beim
vorgeſtrigen Weinheimer Obſtmarkt waren wieder 100 Zentner
Johan=
nisbeeren angefahren, Preis 19 Pfg., Stachelbeeren 13—17 Pfg.,
Him=
beeren 50—55 Pfg., Kirſchen 40—45 Pfg., Birnen 25—30 Pfg. Markt
geräumt: Nachfrage rege. Auch Heidelbeeren kommen jetzt in größerer
Menge auf den Markt, bezahl werden pro Pfund 50—60 Pfg.
DAMENSALON
BUBROFE-FELEOE
SCHMEIDEN — ONDULIEREN
WASSERWELLEN
BEDIEMUNG AUSSERDEMHAUSE
WIRD NOCH ANGENOMMEN
A. SPUCK s533
PANKRATUSSTRASSE
NäCHST DER HOCHSCHUIE
1 Citroen=Kaſtenlieferw. 6/25 PS. wen. gef.
1 Aga=Limouſine 6/20 PS. 2500 Mk.
1Brennabor=Kaſtenlieferw. 6/18P8. 300M.
1 Citroen=2=Sitzer 4//4 P8. 1200 Mk.
1 Peugevt=2=Sitzer, offen, 3/10 PS. 570 Mk.
1Wanderer=3=Sitzer, off. 5/15 PS. 1250 Mk.
1 Ovel=Pritſchenwagen 14/34 PS. 1200 Mk.
Andi=Kaſtenlieferwag. 14/34 p8 1800Mk.
1 Horex=Motor=Dreirad mit Kaſtenaufbau
1000 Mk.
Die ſämtlichen Wagen ſind maſchinell in
einwandfreiem Zuſtande, zum Teil
gene=
ralüberholt ſowie neu lackiert.
Jacoh Hemmerich
Darmstadt, Rundeturmstraße 16
Fernruf 2634 und 2636
Höft!
E Preiſe bedeutend ermäßigt!
Sämtliches Zubehör
zur
Selbſtanfertigung
von
Lampenſchirmen
Geſtelle 35 cm Durchmeſſer von 0.75 an
40
0.80
50
1.00 „
60
1.40 „
(a Japonſeide in 18 Farben 4 Mk. 4.80, dazu
paſſ. Seidenfr., Schnüre, Rüſche,Quaſt. uſw.
Fernerfertige Lampenſchirme in gr Auswahlbill.
„Fapana”, Lampenſchirmbedarf
Beſſungerſtraße 9, Linie 3,
A. Metz Hermannſtraße. 7957a
Hausbesitzer!
Dachdecker=, Maurer=, Zimmerer=,
Schreiner= und Glaſer=Arbeiten
werden unter fachmänniſcher Leitg.
ſolide und billigſt hergeſtellt
Bauhütte Darmstadt
Bismarckſtraße 19
Telephon 371. (11587
gutes
Kernleder
rarbeitet wird.
Herren- Damen-
Sohlen u. Fleck
Schuhmacherei
Heinrich Hübner
nur
Rheinſtr. 47 Gr. Ochſengaſſe 22
und
Heinheimerſtraße 48 (10995a
Auf= u. Umfärben von Schuhen in allen
Farben. Mod. Schuhfärbe=Einrichtung
Emll Ehrenrelch, Heidelbergerstraße 25
Weitere Tankstellen in Darmstadt:
Donges & Wlest, Elisabethenstraße 25½
Jak, Schellhaas, Karlstraße 50
Chr. Möser, Wendelstadtstraße 45½
e
Mineralwäſſer
aller gebräuchlichen Quellen
B. V.-Zapfstellen in der näheren Umgebung:
Arheilgen:
Auerbach:
Babenhausen:
Bensheim:
Thom. Brücher, Darmstädterstr. 31
Chr. Heling, Heidelbergerstr. 4
Hauck & Dietz
Jos. Deppert II ,
Rodenstein-
straße 60 (ab 19. Juli)
Bickenbach:
Ph. Konrad Bernet,
Darmstädter-
straße 8
Dieburg:
Gernsheim:
Griesheim:
Jos. Spieß, Altstadt 23
Gg. Nungesser & Co.
A. E. Rapp, Rheinstr. 3
Ph. Engel X., Pfungstädterstr. 3
Groß-Gerau:
Groß-Umstadt:
Höchst:
Wilh. Kappel. Mainzerstr. 6
Gust. Zöller, Kaiserstr. 53
König:
Ober-Ramstadt:
Pfungstadt:
Reichenbach:
Reichelsheim:
Reinheim:
Seeheim:
Leonh. Schnellbächer II.,
Haupt-
straße 3
Alb. Fleckenstein, Bahnhofstr. 63
Gg. Vogel, Darmstädterstr. 30
Ed. Fischbach, Rheinstr. 5
Jak. Jährling IV., Hauptstr. 57
Gg. Röder III., Landwirt
Wilh. Nelius, Hindenburgstr. 11
Kurt Horn, Bergstr. 28
Bilin — Brückenau — Dürkheim
Ems — Fachingen — Friedrichshall
Gießhübl — Homburg — Karlsbad
Kiſſingen — Lamſcheid — Lauchſtädt
Levieo=Marienbad- Mergentheim
Mondorf—Neuenahr —Ober=
Salz=
brunn — Ofen (Apenta u. Hunyadi
Janos) — Salzſchlirf — Vichy
Weilbach=Wiesbaden-Wildungen
u. a.
155a
Kaiſer Friedrich=Quelle Offenbach a. M.
„„Liter=Patentflaſche 40 H, ohne Glas
Eliſabethen=Quelle, Bilbel
/, Liter=Patentflaſche 20 H, ohne Glas
KOHLENUMION G. H. B. H., FRANKFURT A. M.
Verkaufsstelle in Darmstadt
Groß-Tankanlage im Hauptgüterbahnhof — Fernsprecher: Darmstadt 3935
11555
Martin Jahn, Darmſtadt
Pallaswieſenſtr. 30
Telephon 305
Prima
Maſch. Ringofenſteine
liefert jed. Quantum. frei Waggon?
Empfangsſtat, u frei Bauſtelle prompt
und billigſt. (10145a
Baumaterialiengroßhandlung
Joseph Freitag, Darmstadt
(Telefon 2427) Fabrikate der Mainzer!
und Rödelheimer Ziegeleien.
Rechnu
Pindegr Gbrhe
jätetz lut ibe
zu 1970
Hl=
der Verſammlm)
ſimmige Wiederd
mit Ausnahme d
An ſcaher Stelle
brufen. Herr
dermſtadt, referie
Die Lundwit
bezeichneten Tagen
ihrem Muſter= un
Groß=Umſtadt i.
Gonſenheim b. M
Juli, derjenige in
fich ſchriftlich, bis
m Darmſtadt,
hoben. Intereſſe
lingewieſen.
W. Heppenhei
Anweſen des Ri
käufſich an den
Bergebung
beizungsmater
ſonſige ſtädtiſche
miſſionswege be
Ruhrkehlen=Fet
Ruhrmußkohlen
zut=Eformbrilket
Angebote ſund mi
mer 6, ainzureich
Maurermeiſter 6
zeit als Hausmei
bührender Weiſe
Ballonpflanzenſch
den nächſten Tag
197 konnten 16
wartet in den
— Gernshei
1. Juf 065 M
WSN. Rüf
Opel in Rü
Guſtav” auf de
den Vertretem
herzlichite enfa
großen Zug do
betonte in ſeine=
Plakette für gro
Leiſtung, ſonde
ſion”. Wir R5
Lemen mi 0
zu dem Geda
Nummer 195
Sonntag, den 15. Jmi 41928
Geite 2
Landesverband Heſſ. Schmiede=Innungen,
Sitz Darmſtadt.
Stuttgart.
In Oppenheim a. Rh. tagten die heſſiſchen Schmiedemeiſter. Es
wwar eine ſtattliche Zahl, etwa 400 Perſonen, die dort aus allen Gauen
des Heſſenlandes zuſammen kamen, um ernse Probleme ihres Standes
zu beraten und zu löſen. Die Stadt Opxenheim hat die Gäſte auf das
feſtlichſte empfangen. Neichen Fahnenſchmuck hatten die Hauptſtraßen
augelegt. Vertreter der ſtaatlichen und kommunalen Behörden entboten
durch prominente Perſönlichkeiten die herzlichſten und wohlempfundenen
Willlommensgrüße und legten durch ihr dankbar begrüßtes Erſcheinen
Beugnis davon ab, wie man in dieſen amtlichen Stellen mehr und mehr
Hem ſchwer um ſeine Exiſtenz ringenden ſelbſtändigen Handwerkerſtand
wohlverdientes Intereſſe entgegenbringt. War doch dieſer ſelbſtändige
Sandwerkerſtand aller Berufszweige von jeher eine ſtarke, tragfähige
Säule unſeres ſtaatserhaltenden guten Mittelſtandes, und ſchwer laſtet
auf ihm die Nachwirkungen eines verlorenen Krieges mit ſeinen
In=
flationserſcheinungen.
Von den Vertretern ſeien an dieſer Stelle einige beſonders
hervor=
gehoben. Regierungsrat Stieh, Vertreter des Kreisamtes
Oppen=
hefm Bürgermeiſter Dr. Rhumbler=Oppenheim, der mit großem
In=
rereſſe der gamzen Tagung beiwohnte, die Herren Ehrenobermeiſter
Schmuck, Syndikus Dr. Lindemann und Dr. Kaiſer als
Ver=
reter der Handwerkskammer und deren Nebenſtellen. Geh.
Landes=
gewerberat Emich=Kaiſerslautern, Bürgermeiſter und Obermeiſter
Kaab=Schwabsburg als Vorſitzender der Schmiede=Innung
Oppen=
heim und eine größere Anzahl Vertreter von befreundeten Verbänden.
Der Landesverbandsvorſitzende, Herr Ernſt Mohrmann=Darmſtadt
begrüßte zunächſt alle Erſchienenen, beſonders die bereits oben
erwähn=
teu Ehrengäſte, dankte für zahlreiches Erſcheinen und erſtattete hierauf
den Hauptbericht übe= das abgelaufene Geſchäftsjahr, der von der
Sarptverſammlung diskuſſionslos genehmigt wurde.
Den Rechnungsbericht erſtattete Herr Kollege K. Wittich, Nd.=
Ge=
ründen (Oberheſſen), gab die hauptſächlichſten Zahlen bekannt,
be=
richtete kurz über den Voranſchlag für 1938/29, welcher eine Umlage
ven 12200 RM. vorſieht. Dem Vorſtand und Rechner wurde ſeitens
Her Verſammlun, Entlaſtung erteilt. Die Vorſtandswahl ergab
ein=
ſimmige Wiederwahl des geſchäftsführenden und Geſamt=Vorſtandes,
mit Ausnahme des Kollegen Baitz=Offenbach a. M., welcher zurücktrat.
ein ſoſner Stelle wurde Schmiedemeiſter Bürner junior=Darmſtadt
Herufen. Herr Dr. Lindemann, Syndikus der Handwerkskammer
Darmſtadt, referierte eingehend über die zwingende Notwendigkeit der
Organiſation im ſelbſtändigen Handwerkerſtand und wies beſonders auf
die Führerkurſe hin, die die Darmſtädter Handwerkskammer abzuhalten
beabſichtigt, in ihnen ſollen junge, begabte Handwerker zu Obermeiſtern
und Führes des Handwerks fyſtematiſch ausgebildet werden. Kollege
Laut=Darmſtadt referierte über das neue Hufbeſchlag=Prüfungsweſen,
wies beſonders auf die Eintags=Prüifungen hin, zu der unter gewiſſen
Vorausſetzungen bereits ſelbſtändige Schmiedemeiſter, die die
Hufbe=
ſchlagprüfung noch nicht abgelegt haben, zugelaſſen werden können.
Lehrſchmieden für Meiſter=Prüflinge befinden ſich gegenwärtig für
Heſſen nur in Gießen. Es iſt aber bereits an den Landtga
heran=
getreten worden, weitere Lehrſchmieden in Darmſtadt und Mainz
zu errichten. Die diesbezüglichen Bemühungen waren aber ſeither noch
ohne Erfolg. Kollege Stilger=Dittesheim referierte über die Frage
der Reparatur von Landmaſchinen. Die Aufnahme neuer Arbeitsgebiete
b=i dem heutigen Rückgang von Pferden und Wagen ſei für das
Schmiedehandwerk zur zwingenden Notwendigkeit geworden. Bereits
am 16. Juli finde in Darmſtadt im Ernſt=Ludwigshauſe, Künſtler=
Kolo=
nie, Alexandraweg, ein diesbezüglicher Kurſus ſtatt, deſſen Beſuch nur
Lringend empfohlen werden könnte. Es gälte eben hier, dem
Schmiede=
handwerk ein neues Aubeitsgeſiet zu erſchließen.
Die große Gewerbeausſtellung, die 1930 in Mainz oder Darmſtadt
ſtottfinden ſoll, ſoll auch von dem Schmiedehandwerk nach beſter Kraft
beſchickt werden. Die gedachte Erhöhung der Beiträge zur
Verbands=
kaſſe, die mit 20 Pfg. vorgeſehen war, ſollte als Rücklage für einen
Aus=
ſtellungsfonds dienen. Sie wurde jedoch von dem Geſamt=Vorſtand
ab=
gejehnt. Nach dem Referate des Herrn Geh. Landesgewerberat Emich=
Kaiſerslautern ſind heute 61 000 Betriebe der
Schmiedeberufsgenoſſen=
ſchaft angeſchloſſen, doch ſeien auch noch viele ſog. Schwarzbetriebe
vor=
harden, deren reſtloſe Erfaſſung und Zuführung zur
Berufsgenoſſen=
ſcaft im Intereſſe des Ganzen läge. Auch die Beitragsleiſtungen
müß=
ten pünktlicher erfolgen. Im Jahre 1927 mußten von der
Berufsge=
noſſenſchaft 40 Prozent der Beiträge zwangsweiſe beigetrieben werden.
Als Ort der nächſten Tagung des Landesverbandes heſſ. Schmiede=
In=
nungen wurde für 1920 Friedberg=Heſſen erwählt. Nach Schluß
der Tagung vereinigten, ſich die Teilnehmer zum gemeinſchaftlichen
Mittageſſen auf der ſchön gelegenen Landskrone. Ein guter Tropfen
Rheinwein trug weſentlich zur Erhöhung der guten Stimmung bei,
ins=
beſondere auch unternommene Autobusrundfahrten durchs umliegende
Weinbaugebiet, wodurch manchmal der Abſchied außerordentlich
ſchwer fiel.
Gemüſe=, Gortier= und Verpackungs=Kurſe.
Die Landwirtſchaftskammer für Heſſen veranſtaltet an den unten=
Sezeichneten Tagen ſolche im Sortieren und Verpacken von Gemüſe in
ihrem Muſter= und Verſuchsgut für Obſt=, Gemüſe= und Weinbau in
Groß=Umſtadt i. Odw. und in ihrem Lehrbetrieb für Gemüſebau in
Gonſenheim b Mainz. Der Kurſus in Groß=Umſtadt findet am 24.
Juli, derjenige in Gonſenheim am 23. Juli ſtatt. Teilnehmer wollen
ſich ſchriftlich, bis ſpäteſtens 19. Juli, bei der Landwirtſchaftskammer
En Darmſtadt, Rheinſtraße 62, melden. Gebühren werden nicht er=
Hoben. Intereſſenten werden hierdurch auf dieſe belehrenden Kurſe
Singewieſen.
W. Heppenheim a. d. B., 13. Juli. Beſitzwechſel. Das große
Anweſen des Rittmeiſters a. D. Baſſermann auf dem Maiberg ſoll
Täuflich an den hieſigen Fabrikanten Widmer übergegangen ſein.
Vergebung von Kohlenlieferungen. Der Bedarf an
Seizungsmaterial, für das ſtädt. Elektrizitätswerk, die Schulen und
onſtige ſtädtiſche Anſtalten im Rechnungsjahr 1928 ſollen auf dem
Sub=
rmiſſionswege vergeben werden. Es kommen in Frage: 3500 Zentner
Muhrkohlen=Fettnuß 4, 3500 Zentner Ruhrkohlen Magernuß 4, 750 Ztr.
Muhrnußkohlen 3, 2850 Zentner Brechkoks (40/60), 400 Zentner
Anthra=
sit=Eiformbriketts und 200 Zentner Mitteldeutſche Braunkohlenvriketts.
Angebote ſind mit Zechenangabe bis zum 17 „Juli im Rathaus,
Zim=
mer 6, einzureichen. — 25jähriges Dienſtjubiläum. Her=
Maurermeiſter Georg Hinkel feiert am 13. Juli ſeine 25jähr.
Dienſt=
seit als Hausmeiſter des katholiſchen Vereinshauſes. Er wurde in
ge=
bührender Weiſe geehrt. — Prämiierung. Der reiche Fenſter= und
Balkonpflanzenſchmuck zur Verſchönerung des Straßenbildes wird in
Sen nächſten Tagen ſeitens der Stadtverwaltung prämiert. Im Jahre
.927 konnten 16 Preiſe zuerkannt werden. Die Stadwverwaltung
er=
wartet in den nächſten Tagen von Intereſſenten Benachrichtigung.
— Gernsheim, 14. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
43. Juli 0,66 Meter, am 14. Juli 0,61 Meter.
WSN. Rüfſelsheim, 14. Juli. Der „Eiſerne Guſtav” bei
Opel in Rüſſelsheim. Geſtern mittag 12 Uhr traf der „Eiſerne
Suſtav” auf der Opelbahn bei Rüſſelsheim ein. Er wurde dort von
den Vertretern der Firwa Opel und den Spitzen der Behörden aufs
ſperzlichſte empfangen und unter Vorantmtt der Opelkapelle und einem
grroßen Zug von Automobilen nach Rüſſelsheim geleitet. Fritz v. Opel
getonte in ſeiner Anſprache bei der Ueberreichung der Goldenen Opel=
Plakette für große Fahrleiſtungen nicht nur des Alten große ſportliche
Beiſtung, ſondern er bezeichnete die Fahrt auch als eine „politiſche
Miſ=
ſion‟. Wir Rheinländer, ſo ſagte er, die wir am ſchwerſten unter den
Machkriegswirren und der Fremdherrſchaſt zu leiden hatten, wir be=
Eennen uns auch heute angeſichts der Leiſtungen des „Eiſernen Guſtav”
feu dem Gedanken der friedlichen Annäherung der Völker Europas, alſo
ſrum paneuropäſchen Jdeal, das uns dazu geeignet erſcheint, die geſunde
Entwicklung der europäiſchen Wirtſchaft und den dauernden europäiſchen
Völkerfrieden zu garantieven. Zehntarſende bildeten Spalier, als
wäh=
rend der Werkspauſe der „Eiſerne Guſtav” ſeinen Einzug in
Rüſſels=
heim hielt und er nach einem Frühſtück ſich zum Gang durch die
Opel=
werke rüſtete. Der „Eiſerne Guſtawv” überzeugte ſich dabei, daß ein
einpferdiger Haferwotor” nicht mehr zeitgemäß ſei, und erwarb von
den Opelwerken zum Ausbau ſeines Wamſeer Fuhrunternehmens einen
Opelwagen. Am Nachmittag fuhr der „Eiſerne Guſtov” mit ſeinem
Pferd „Grasmücke” weiter nach Mainz, wo er von den ſtädtiſchen
Be=
hörden begrüßt wurde, und ſich die Motorrennen anfehen wird. Der
tapfere Alte iſt von Fritz v. Opel zu einer Fahrt im dem
imternatio=
nalen Siegerboot Opel II eingeladen worden.
Aletng
Afehae
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 15. Juli. 8: Morgenfeier, veranſtaltet von der zweiten
Methodiſten=Gemeinde. Anſprache: Prediger K. Kunde. Mitw.:
Frau Nicker (Sopran), F. Lechla (Bariton). 0 11: Prof. Dr. phil.
et med. Stern, Gießen: Schont des Kindes Eigenart, Geſundheit und
Empfindlichkeit! O 12: Literariſch=muſikaliſche Mittagsſtunde. Ausf.:
Fritta Brod GRezitat.) von Doorn Cello). o 13:
Zehnminuten=
dienſt der Landwirtſchaftskammer. 14: Hamburg:
Funkheinzel=
mann=Singſtunde. o 15: Nürburgring (Köln): Rennen um den
Großen Preis von Deutſchland für Sportwagen. o 16: Jugendſtunde.
Jutta Pagendorf=Bahlſen: Vogelmärchen. 0 17: Konzert. Funkorch.
18: O. Stückrath: Volkslieder der Heimat. Lieder geſungen von
Lotto Cohn. 19: Dr. Kurt Priemel: Führung durch den Zoo:
Reptilienhaus. o 19.45: Einf. in die nachf. Opernaufführungen.
o 20: Baden=Baden: Uraufführung von Kammeropern. „Saul.”
In einem Akt. Nach dem Drama von A. Lernet=Holenia. Muſik
von Herm. Reutter. — „Tuba Mirum.‟ Eine heitere Angelegenheit
von E. Falkner. Muſik von G. Kneip. Muſikal. Leitung: Ernſt
Mehlich. — „In zehn Minuten.” Kammeroper in einem Akt von
W. Cronoſtay. Ort der Handlung: Ein Kolonialgebiet in Afrika.
Zeit=Gegenwart. — „Der Held.” Kammeroper in drei Bildern von
Aler Moſſolow. Ort der Handlung: Eine kleine deutſche Stadt.
Muſikal. Leitung: Alfons Dreſſel. o Anſchl.: Sportnachrichten.
O Darauf: Berlin: Tanzmuſik.
Sonntag, 15. Juli. 11.15: Evangel. Morgenfeier. Anſprächt
und Leitung: Lie. Waldenmaier. Mitw.: Singchor des
Jugend=
vereins (Leit.: Reallehrer Koſer), Manfr. Schütz (Harmonium)=
2 Anſchl.: Schloßplatz Stuttgart: Promenadekonzert. O Anſchl.t
Schallplatten. 0 14: Berlin: Funkheinzelmanns Singſtunde. O 14431
Thüringer Stunde. Improviſation von K. Drehmam. Mitw./
Maria Waldner Hildegard v. Zedtwitz, K. Drehmann, Herm=
Drehmamn, E. Stockinger, Mandolinen= und Gitarrenveremn
Stutt=
gart. o 16: Deutſche Leichtathletik=Meiſterſchaften. Kugelſtoßen,
100. und 400-m=Lauf. 16.15: Marktplatz in Reutlingen: Religiöſe
Lieder anläßlich des Bezirks=Kirchengeſangsfeſtes in Reutlingen,
16.45: Schallplatten. O 17: Düſſeldorf: Deutſche Leichtathletik,
Meiſterſchaften. 400=m=Hürden=, 200= und 1500=m=Lauf. o 17.307
Schallplatten. O 18.15: Dr. Elwenſpoek: Der Schauſpieler ais
ſchöpferiſcher Künſtler. O 18.45: Freiburg: E. Scheurmann lieſt aus
ſeinem Buch „Als Landſtreicher durch Amerika. 20: Baden=Badens
Uraufführung von vier Kammeropern. „Saul.” In einem Akt.
Nach dem Drama von A. Lerner=Holenia. Muſik von Herm. Reutter,
— „Tuba Mirum.‟ Eine heitere Angelegenheit von E. Falknert
Muſik von G. Kneip. Muſikal, Leit.: E. Mehlich. — „In zehn
Minuten.” Kammero in einem Akt. Text und Muſik von W.
Cronoſtay. Ort der Handlung: Eim Kolonialgebiet in Afrika. Zeitz
Gegenwart. — „Der Held”. Kammeroper in drei Bildern, von
Alex Moſſolow. Ort der Handlung: Eine kleine deutſche Stadt,
Muſikal. Leit.: Alfons Dreſſel. o Anſchl.: Funkbrettl. Leitung:
C. Struve. 0 Anſchl: Nachrichten. O Dann: Stuttgart: Am Platzel,
Eine heitere Münchner Schallplatten=Improviſation von C. Struve,
Mitw.: Käte Mann, Eſſe Reimann, Janaz Röſt, Fred „Höger,
C. Struve, Ferdl Weiß und Enſemble.
Berlin.
Sonntag, 15. Juli. 6.30: Frühkonzert ausgef, von dem Berliter
Fanfaren=Bläſerkorps. Leitung: Martin Middeldorp. Während der
Pauſe: Gymnaſtik. 9: Morgenfeier. Mitw.: E. Wilhelmy (Rezit.),
Männerchor der Baptiſtengemeinde Charlottenburg (Leitung: Raſchke),
Margarethe Böhme=Heidenreich (Sopran). Anſprache des Predigers
Dr. Luckey, Charlottenburg. O. Anſchl.: Glockengeläut des Doms.
O 11.30: Platz=Muſik. Leitung: J. Einödshofer. Einödshofer:
Schön=Hamburg, ſei gegrüßt! — Herold: Ouv. „Zampa‟. — Joh.
Strauß: Wiener Blut, Walzer. — Einödshofer: Fata Morgana,
Romanze. — Roſenkranz; Fant. „Oberon‟. — Einödshofer: Der
Flieger=Sieger=Triumph=Marſch. — Fall: Potp. aus „Die
Dollar=
prinzeſſin”. — Kraußz: „Wir wollen tun, als ob wir Freunde
wären”. Tango aus „Eie Frau von Format” — Meyer=Eigen:
Reichspräſident Hindenburg=Marſch. 0 14: Funkheinzelmanns
Sing=
ſtunde. 15: Kurzſchrift o 15.30: Mitteilungen und praktiſche
Winke für den Landwirt. 6 15.55: Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Appel:
Getreidekrankheiten. o 16.30: Rennbahn Berlin=Grunewald: St.=
Simon=Rennen, das Hauptereignis der Internationalen Berlimes
Rennwoche. Strecke: 2200 Meter. Ehrenpreis und 50 500 Mark.
Sprecher: Chefredakteur Lüdecke. o Anſchl.: Unterhaltungsmuſik.
Orcheſter Max Roth. o 19: Stunde des Journaliſten. Fritz Slangs
Satire und Journaliſtik. 19.30: G. Hochſtetter: „Was
ver=
langen wir für 10 Pfennige? o 20: Kammermuſik Baden=Baden
1928. Kammerovern. „Saul.” In einem Akt. Nach dem Drama
von A. Lernet Holenia. Muſik von Herm. Reutter. Uraufführung.
Iies Diſe. De 2. d Dd Sanirnf in de Bchan fuf.
Alex. Moſſolow. Urauffühurng. Ort der Handlung: Eine kleime
deutſche Stadt. Danach: Unterhaltungsmuſik. Kapelle Heinz=
Lagoſch. O Anſchl.: Nachrichten. 22.30: Tanz=Muſik. Kapelle
Gerhard Hoffmann. O 23.30: Tanz=Muſik. Kapelle Sam Wooding.
Stettin. 9: Morgenfeier. Bläſerchor des Junamännervereins
von St. Peter=Paul, Bertel Taubert (Sopran), Paſtor Langkutſch
(Anſprache). O 13.50: Uebertr, der Stettiner Ruder=Regatta.
Deutſche Welle. Sonntag, 15. Juli. 6.30: Berli: Frühkonzerk.
Berliner Fanfaren=Bläſerkorps. — Während der Pauſe: Gymnaſtik
9: Morgenfeier. Anſprache: Dr. Luckey, Charlottenburg. —
Glockengeläut des Doms. O 11.30: Platzmuſik. Dirig.: Einödshofer,
O 14: Funkheinzelmanns Singſtunde. o 15: Jens Lützen: Fürz
Liebhaberphotographen. Wie ſind die verſchiedenen Motwe zu
behandeln. O 15.30: Mitteilungen und prattiſche Winke für den
Landwirt. O 15.55: Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Appel: Getreide
krankheiten. o 16.30: Rennbahn Berlin=Grunewald: St. Simon=
Rennen, das Hauptereignis der Internationalen Berlier Rennwochet
Strecke 2200 Meter. Sprecher: Chefredakteur Lüdecke. O Anſchl.;
Unterhaltungsmuſik. Max=Roth=Orch. O 18.30: Dr. Schirokauer mit
B. K. Graef: Deutſcher Dichter=Sommer: Südtirol (Ludwig Steub).
19: Dr. Kern: Ernſt Moritz Arndt. o 20: Baden=Badens
Deutſche Kammermuſik Baden=Baden 1928. 3. Abend:
Kammer=
opern. Hermann Reutter: „Saul”. — Guſtav Kneip: „Tuba
mirum”. — Walter Gronoſtay: „In 10 Minuten” — Aler
Moſſolow: „Der Held‟ O Anſchl.: Kapelle Heinz Lagoſch. O
Da=
nach: Preſſenachrichten. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veranwortlich für Polliſt und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feuiſleien, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Strceſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. 8. Queiſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; füe
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentell: Willp Kuhle: Druc
und Verlag: L. C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übememmen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
HITTTAT waI
TTaaan
LLaannie
Ihr Herren
als Beherrscher der lechnik!
Luch iSt es geuungen.,
ſerserne Brucken über 0
gewaltge Ofrone zu.
schlagen, die Elemerte
Pubee
Aauenn,
Kaag
Annde
eurch dierstbar zumachen.
In der Vertererung der Heinen Oige
tur das tägliche Leber Liegt eneswar
weniger augentallige, aber darum nicht.
geringer Zu. wertende Tunst, die Zu.
Schoner Jolendung gereift i8t m. der
neuen Cggrefte
IMOrMTar rinn
Laettettaattettttaeatteettertebeetttttettberrettaes
Uie
Wic
Pom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Die Vereinigten Staaten befinden ſich mit ihrer Weizenernte in
einigen Gebieten bereits beim Einbringen; in Deutſchland ſteht die
Ernte bisher ſehr gut. Das Ergebnis hängt von dem Einbringen ab.
Die ſüddeutſchen Märkte blieben für Inlands= und Auslandsweizen in
dieſer Woche weiter nachgebend. Rheiniſcher Weizen neuer Ernte wurde
cif Mannheim mit 26,80—27 RM. die 100 Kilo angeboten. Alter
In=
landweizen ging von 27,50—28 RM. auf 27—27,50 RM. zurück.
Plata=
weizen erſchien gegenüber anderen Herkünften zu teuer und wurde
nicht gehandelt. Forderungen in hfl. (1 holländiſcher Gulden gleich
1,68,95 RM.): Baruſſo, 79 Kilo, 13,75, Roſa Fé 13,60, Kanſas II 13,75,
Manitoba II 13,70, III 13,20, TV 12,55. — Das inländiſche
Roggen=
geſchäft blieb klein, da ſich nur aus Mitteldeutſchland einige Nachfrage
zeigte; neuer Roggen mit unverändert 26 RM. angeboten. In
Erwar=
tung einer guten Brotgetreideernte und dadurch bedingter billigerer
Mehlpreiſe war der Mehlmarkt bei vollſtändiger Zurückhaltung weiter
abgeſchwächt. Die Mühlen forderten für ſüddeutſches Weizenmehl
Spezial Null gegenüber vorwöchentlichen 37,00—37,25 RM. jetzt 36,25
bis 36,50 RM., gaben jedoch auch zu 36 RM. ab. Mehl aus Roggen
neuer Ernte, 65prozentige Ausmahlung, auf Anfang September=
Liefe=
rung, zu 34,50 RM. angeboten. Der Gerſtenmarkt lag unverändert,
und auch am Hafermarkt haben die Käufe der ruſſiſchen Randſtaaten
an deutſchen Ausfuhrplätzen eine leichte Abſchwächung um 0,50 RM.
gegenüber der Vorwoche nicht verhindert. Mais infolge geringer
An=
künfte und kleiner greifbarer Beſtände von 24,25 auf 24,50—24,75 RM.
die 100 Kilo mit Sack frei Bahnwagen Mannheim erhöht. Futtermittel
weniger als bisher gefragt. In Trockenſchnitzeln ſind die Fabriken
ausverkauft und auch der Zwiſchenhandel verfügt über keine Beſtände
mehr. Biertreber und Malzkeime matt. Von Mühlenartikeln koſteten
die 100 Kilo, je nach Qualität und Lieferzeit: Nachmehl 21—22,
Futter=
mehl 16,50—17, Weizenkleie, prom., 13,50; auf Lieferung waren die
Mühlen nicht am Markte; Maisſchrot, prom., 25,75, September—
De=
zember=Lieferung 23,50 RM. Am Rauhfuttermarkt war neues Heu
in dieſer Woche erſtmals gehandelt. Verlangt wurden für die 100
Kilo neues Wieſenheu 6,60—7,50, neues Luzernekleeheu 8,80—9,60 RM.
Wormſer Produktenbericht vom 13. Juli. An der heutigen
Pro=
duktenbörſe waren Weizen, Roggen, Gerſte=Ausſtich nicht angeboten,
Futtergerſte ohne Angebot. Bei ruhiger Tendenz notierten: Hafer
28—29, Weizenmehl Baſis Null 36,75, Roggenmehl 60proz. 40—40,50,
Weizenfuttermehl 17—22, Roggenfuttermehl und Nachmehl 19—24,50,
Roggenkleie 16,25, grobe Weizenſchalen 14,25, feine Weizenkleie 13,75,
getrocknete Biertreber 18, Malzkeime 18, Maisſchrot 27, Roggenſchnitzel
ohne Angebot, Heu 6,75—9, Stroh 3—5,75, Neue Kartoffel 9—10,50.
Berliner Produktenbericht vom 14. Juli. Beim Wochenſchluß war
die Produktenbörſe zur Eröffnung wiederum nur ſchwach beſucht, ſo daß
von einer Seite angeregt wird, den Produktenmarkt Samstags
aus=
fallen zu laſſen. Angeſichts des ſehr gürſtigen Wetters und ſchwächerer
Auslandsmeldungen zeigte ſich keine Unternehmungsluſt. Offerten für
Auslandsbrotgetreide ermäßigt, Inlandsangebot für Weizen
unver=
ändert. Für Roggen aus alter Ernte ſind die Eigner weiter
verkaufs=
luſtig und zu Preiskonzeſſionen bereit. Das Mehlgeſchäft iſt luſtlos
und nachgiebig. Das Geſchäft in neuer Wintergerſte iſt ſehr ſchwach,
da die Eigner weiter auf Preiſe hinzielen. Hafermarkt: Am
Liefe=
rungsmarkt kamen bei der allgemeinen Geſchäftsunluſt die erſten
Notie=
rungen verſpätet zuſtande, zumal nur wenig intereſſierte Firmen
erſchie=
nen waren. Juliweizen auf Realiſationen hin ſchwächer. Die zu heute
angedienten 30 Tonnen Weizen wurden als kontraktlich befunden.
Be=
ſonders war Roggen im Preis gedrückt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 11. Juli 1928. Die auf
den Stichtag des 11. Juli berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſti=
ſchen Reichsamts iſt mit 141,5 gegenüber der Vorwoche (141,4) nahezu
unverändert. Von den Hauptgruppen ſtellten ſich die Indexziffern für
Agrarſtoffe auf 136,0 (135,8), für Kolonialwaren auf 138,2 (138,0) und
für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren auf 135,4 (135,3). Die
Index=
ziffer für induſtrielle Fertigwaren weiſt mit 159,6 gegenüber der
Vor=
woche keine Veränderung auf.
Spareinlagen pro Kopf der Bevölkerung Ende Mai 1928. Die
Spareinlagen pro Kopf der Bevölkerung betragen nach dem Stand vom
31. Mai 1928 im Reich 91,40 RM., in Preußen 93,86 RM. und in den
Ländern 87,53 RM. Es ergibt ſich folgende Reihenfolge der Länder:
1. Bremen (271,94), 2. Schaumburg=Lippe (233,94), 3. Hamburg (216,66),
4. Lippe=Detmold (200,36), 5. Waldeck (127,33), 6. Baden (118,30), 7.
Württemberg (104,73), 8. Anhalt (103,76), 9. Heſſen (98,35), 10.
Preu=
ßen (93,86), 11. Thüringen (77,20), 12. Sachſen (74,32), 13. Oldenburg
(63,48), 14. Bayern (59,02), 15. Mecklenburg=Schwerin (43,84), 16. Lübeck
(43,41), 17. Braunſchweig (38,63), 18. Mecklenburg=Strelitz (26,85) und
folgende Reihenfolge der Provinzen: 1. Rheinprovinz (128,00), 2.
Han=
nover (126,69), 3. Weſtfalen (119,59), 4. Brandenburg (94,07), 5.
Pom=
uern (93,27), 6. Hohenzollern (90,03), 7. Schleswig=Holſtein (89,52),
8. Provinz Sachſen (85,18), 9. Heſſen=Naſſau (73,74), 10. Niederſchleſien
(69,41), 11. Oſtmark (48,09), 12. Oberſchleſien (46,86). In Berlin
ent=
fallen auf den Kopf der Bevölkerung 60,45 RM.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 1. bis 7. Juli im Ruhrgebiet in 6
Arbeits=
tagen 2 161979 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 036 629 Tonnen in
der vorhergehenden Woche bei 5½g Arbeitstagen. Die Kokserzeugung
ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien
wird auch Sonntags gearbeitet) auf 535 675 Tonnen gegen 557 092
Ton=
nen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 63 371
Tonnen gegen 56 424 Tonnen in 52/ Arbeitstagen. Die arbeitstägliche
Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 1. bis 7. Juli 360 33) Tonnen
gegen 378 908 Tennen in der vorhergehenden Woche, die tägliche
Koks=
erzeugung ſtellte ſich auf 76 525 Tonnen (79 585 Tonnen), die
arbeits=
tägliche Preßkohlenherſtellung auf 10 562 Tonnen (10 479 Tonnen).
Wegen Abſatzmangel wurden in der Berichtswoche 36 758 (arbeitstäglich
6126) Feierſchichten eingelegt gegen 55 269 (10 283) in der Vorwoche.
Aus dem Stinnes=Konzern. Die Fürſtenhof=Carlton=Hotel A.=G.
Frankfurt a. M. ſchließt bei 133 900 RM. Einnahmen und 116 600 RM.
Generalunkoſten nach 15 000 RM. Abſchreibungen mit einem minimalen
Reingewinn von 2170 RM. — Bei der Hotel=Naſſau=A.=G. (Naſſauer
Hof, Wiesbaden) erhöhte ſich dagegen der Verluſt von 318 400 RM.
auf 354 800 RM.
Steigende deutſche Naturallieferungen an Frankreich. Das
franzö=
ſiſche Fimanzmimiſterium teilt im einer Veröffentlichung mit, daß die
immev größere Benutzung dev deutſchem Naturalleiſtungen durch die
franzöſiſche Induſtrie und den Handel es ermögliche, für das fünfte
Da=
wesjahr die Ausführung umfaſſender Arbeitsprogramme ins Auge zu
faſſen. Die einzigen Arbeiten, die für die vierte Annuität zu Zahlunger
Anlaß gaben, betrafen die autonomem Häfen oder die
Eiſenbahngeſell=
ſchaften. Dieſe Zahlungen ſtellen nur einen verhältwismäßig geringen
Teil der beabſichtigten Ausgaben dar. Unter dieſen Umſtänden erklärt
das Fmanzminiſterum, werde die fünfte und erſte normale Annuität
leicht verwendet werden können. Die Bedeutung des auf dieſe Weiſe
vorgenommenen Transfers habe weder der franzöſiſchen Regierung noch
dem Stande der deurſchen Mark geſchadet. Zum Schluſſe wird erklärt,
daß das Finanzminiſterium augenblicklich zuſammem mit mehreren
Han=
delskammern und Berufsverbänden Formeln für die Zuſammenarbeit
zwiſchen franzöſiſchen und deutſchen Induſtriellen ausarbeiten, die die
Ausführung des Dawesplanes under für beide Teile zufriedenſtellenden
Bedingungen ſichern werden.
Die deutſch=engliſchen Stickſtoffverhandlungen. Die Evening
Stan=
dart meldet bekanntlich ſoeben, daß die Verhandlungen zwiſchen
Im=
perial=Chemical, Lid. und J. G. Farbeninduſtrie wegen einer
Ver=
einbarung über Kunſtdünger wieder aufgenommen worden ſeien, was
als Wiederaufnahme der im Vorjahre zwiſchen der J. G.
Farben=
induſtrie und dem engliſchen Chemietruſt kommentiert wird. Nach den
Informationen des L.P.D. betrifft dieſe Londoner Meldung durchaus
keinerlei neue Verhandlungen, da ja ſchon vor einigen Wochen
bekannt=
lich zwiſchen dem deutſchen Stickſtoffſyndikat mit Einbeziehung der
Kali=Induſtrie und England Kunſtdüngerverhandlungen aufgenommen
wurden. Tatſächlich führt nicht die J. G. Farbeninduſtrie, ſondern nur
das Deutſche Stickſtoffſyndikat Verhandlungen beziiglich des
Stickſtoff=
gebietes. Die im Vorjahre abgebrochenen Farbenverhandlungen der
J. O. Farbeninduſtrie mit dem engliſche Cbemietruſt werden von den
erwähnten Kunſtdüngerverhandlungen nicht berührt.
Deutſche Wirtſchaftskennlinien.
(Monatsmittelwerte.)
Die Aufwärtsbewegung der geſamten Preislage in den letzten
Mo=
naten wird deutlich unterſtrichen durch das ſprunghafte Anſteigen der
Preiſe für die Grundſtoffe Kohle und Eiſen. Auch andere für die
In=
duſtrie beſonders wichtige Rohſtoffe, wie z. B. Kupfer und Baumwolle,
zeigen eine ſeit Mongten anhaltende Preisſteigerung, die ſich bei der
Baumwolle vermutlich im laufenden Monat noch weiter auswirken wird.
Lediglich die Getreidepreiſe zeigen, der Jahreszeit entſprechend, eine
rückläufige Bewegung, ohne aber den geſamtem Preisdurchſchmitt auch
nur in der Landwirtſchaft, geſchweige denn im ganzem Warenverkehr
maßgebend zu beeinfluſſem.
Der Lebenshaltungsindex iſt weiter angeſtiegen; der Barkoſtenindex
iſt nach der leichtem Abſenkung im Frühjahr wieder angeſtiegen und hält
ſich auf dieſer Höhe.
Die Aktienkennzahlen, die zum Mai ſtark angeſtiegen waren, haben
ihren Stand im Juni nicht weſentlich verändert.
Beträchtlich zurückgegangen iſt die Ruhrkohlenförderung, ſie hat im
Monatsergebnis des Juni den umgünſtigen Stand vom Frühſommer
1827 noch unterſchritten.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New=York, 14. Juli. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Da die Wetterwarte für das öſtliche Baumwollgebiet
während des Sonntags ſchönes Wetter in Ausſicht geſtellt hat und
Liverpool niedrigere Notierungen gefandt hatte, begann der
Baum=
wollmarkt unter Glattſtellungen mit niedrigeren Preiſen. Klagen über
das Auftreten des Baumwollkapſelkäfers und der heute zur
Veröffent=
lichung gekommene Bericht des Zenſurbüros über den Verbrauch,
be=
ſonders die Ziffer über die Vorräte in den Spinnereien, hatten im
weiteren Verlaufe Deckungen und Käufe des Handels zur Folge.
* Chicago, 14. Juli. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die Stimmung am Weizenmarkte kennzeichnete ſich
an=
fangs als ſchwach, da neuer Weizen in Europa unter Preisrückgängen
ſtark angeboten wird und die in Europa herrſchende Witterung der
Reife recht zuſtatten kommt. Auch die größeren Abladungen an den
ſüdweſtlichen Stapelplätzen verſtimmten. Die Nachrichten über das
Auftreten des ſchwarzen Roſtes in Minneſota führten ſpäter zu einer
Erholung.
Mais: Am Maismarkte fanden lebhafte Glattſtellungen im
Zu=
ſammenhang mit der für die zentral= und ſüdweſtlichen Staaten
an=
gekündigten aufklärenden Witterung ſtatt. Die größeren Platzzufuhren
verfehlten gleichfalls ihre Wirkung nicht. Die Preiſe wieſen daher
ſchließlich ziemlich erhöhte Rückgänge auf.
Roggen: Die Beſſerung in Europa und die ſtärkeren kontraktlichen
Ablieferungen per Juli drückten auf die Roggenpreiſe, die ſich aber
ſchließlich infolge von Nachfrage der öſtlichen Häuſer etwas erholen
konnten.
Hafer: Die beſſeren Erntebedingungen von Norddakota und
gün=
ſtige Wettervorausſagen kamen in einer Abſchwächung der Haferpreiſe
zum Ausdrick, die, durch die matte Verfaſſung des Maismarktes
be=
dingt, ſpäter noch weiter nachgaben. Im Einklang mit dem ſtarken
Anziehen der Preiſe für Rippen am Fettwarenmarkte konnten ſich die
Haferpreiſe ſchließlich erholen.
Fettwaren: Rippen konnten heute erheblich im Preiſe anziehen.
Der Julitermin zog aus Käufen der Kommiſſionshäufer Nutzen,
wäh=
rend die anderen Sichten für ausländiſche Rechnung gefragt waren.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 14. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 129½, Sept. 1323, Dez. 136½;
Mais: Juli 105½, Sept. 97½, Dez. 82: Hafer: Juli 49, Sept.
41½, Dez. 43½: Roggen: Juli 112½, Sept. 109¾, Dez. 111½.
Schmalz: Juli 12,10, Sept. 12,35, Okt. 12,30, Dez. 12,57½.
Fleiſch. Rippen: Juli 13,85, Sept. 13,98, Okt. 13,90; Speck,
loko 13,87½; leichte Schweine 10,25—11,40, ſchwere Schweine
10,35—11,40: Schweinezufuhren: Chicago 4000, im Weſten
35 000.
Baumwolle: Juli 21,52.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 14. Juli:
Getreide. Weizen: Rotwinter 168½, Hartwinter 148½1
Mais, neu ank. Ernte 118: Mehl, ſpring wheat clears 6,35 bis
6,75: Fracht: nach England 1,3—20; nach dem Kontinent 8
bis 9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,8; Talg, extra, loſe 8½
Kakao. Die Kakaobörſe war heute geſchloſſen.
Viehmärkte.
Auf bem Schtein=murkt in Weinheim a. b. B. am Samstag, den
d3. Mts. waten 328 Schveine zugeführt. Verkauft wurden 261 Stück.
Milchſchweine wurden verkauft von 9—16 Mk., Läufer von 16—36 Mk.
Die Lage der Eiſen= und Stahlwaren=
Mouſie MMnonat Sann.
Die Lage der Eiſen= und Stahlwave induſtrie im Monat Juni 1928
weiſt gegenüber den Vormonaten eine weitere
Verſchlechte=
rung auf. Nicht nur wird über den immer ſchleppender werdenden
Geldeingang geklagt, ſondern auch über ein weiteres Nachlaſſen der
Be=
ſchäftigung in manchen Zweigen der Induſtrie. Die märkiſch=weſtfäliſche
Eiſenfertigwaueninduſtrie berichtet, daß in ihren Kreiſen die
Beſchäf=
tigung im Berichtsmonat uneinheitlich geweſen iſt. Im Exportgeſchäft,
vornehmlich nach Ueberſee, iſt ebenfalls eine Verſchlechterung der Lagg
eingetreten. Der geringe Auftragseingang hat eine Verſchärfung der
Konkurvenzverhältniſſe auf dem Markt hervorgerufen, da einerſeits das
Beſtreben vorherrſcht, von den zur Vergebung gelangenden Aufträgen
möglichſt viel, auch zu billigen Preiſen hereinzubekommen, andererſeits
aber auch ſolche Werke, die vorläufig von ihren eigentlichen
Auftrag=
gebern große Aufträge nicht zu erwarten haben, ihre
Produktionsein=
richtung, ſoweit es eben geht, auf ſtärker nachgefragte Artikel umſtellen,
Derartige Wirkungen ſind insbeſondere dunch den verminderten
Auf=
tragseingang in Eiſenbahnbedarfsgegenſtänden eingetreten. Es iſt ganz
klar, daß hierdurch die an und für ſich ſchon angeſpannte Lage eine
Ver=
ſchärfung erfahren hat, die noch weiter um ſich greifen wird, wenn nicht
in Kürze eine Aenderung in der Auftragsvergebungspolitik der größeren
Beſchaffungsſtellen eintritt. Zum weitaus größten Teil iſt es der
Eiſen=
fertigwareninduſtrie nicht möglich geweſen, die in der letzten Zeit
ein=
getretenen Preiserhöhungen für die verſchiedenſten Rohmaterialien und
die erhöhten Löhne in ihre Preiſe entſprechend miteinzuberechnen. Auch
die Herdinduſtrie meldet ein Nachlaſſen der Beſchäftigung über die ſonſt
zu dieſer Zeit zu erwartenden jahreszeitlichen Schwankungen hinaus.
Die Gevelsberger Baubeſchlaginduſtrie berichtet über ein weiteres
Zu=
nehmen der Abſatzkriſe. Nur mit Mühe und Nor ſind Aufträge
herein=
zubekommen. In der Remſcheider Werkzeuginduſtrie war die
Beſchäf=
tigung im Berichtsmonat weiterhin uneinheitlich, im allgemeinen ſtark
rückläufig. In der Schraubeninduſtrie des Cronenberger Bezirks iſt
ebenfalls der Beſchäftigungsgrad infolge geringerer Auſtragseingänge
weiterhin zurückgegangen. Das gleiche läßt ſich von der Schloß= und
Beſchlaginduſtrie in Velbert und Radevormwald witteilen. Die
So=
linger Induſtrie meldet eine Fortſetzung des bereits im Vormonat
mit=
geteilten Nachlaſſens der Beſchäftigung. In der Schneidwareninduſtrie
kann zwar im allgemeinen in den Sommermonaten immer eine gewiſſe
Abſatzſtockung feſtgeſtellt werden. In dieſem Jahr jedoch iſt die
allge=
meine geſchäftliche Lage ungünſtiger als im Vorjahr. Die Beſchäftigung
in der Haarſchneidewaſchinen=Induſtrie iſt weiter zurückgegangen.
Wäh=
rend im Vormonat in der Fahrradteil=Induſtrie die Beſchäftigung
ver=
einzelt noch zufriedenſtellend war, iſt im Berichtsmonat ein allgemeines
ſtarkes Nachlaſſen feſtzuſtellen. Die Lage in der Taſchen= und
Koffer=
bügel=Induſtrie iſt nach wie vor unbefriedigend. In dem Schmalkalder
Bezirk wird gleichfalls von alben Seiten über einen Rückgang in der
Beſchäftigung geklagt. Beſonders war dies in der Fahrradartikelbranche
der Fall, die bis dahin gut zu tun hatte. Die Werkzeugfabriken
ar=
beiteten bisher in der Mehrzahl noch voll, doch wird auch hier
ſchwä=
cherer Auftragseingang gemeldet. Die Hausinduſtrie iſt in der gleichen
Lage wie die größeren Werke. Aehnlich liegen die Verhältniſſe in der
Eiſenmöbelinduſtrie.
Effektenſtiimmungsbiid aus dem Freiverkehr
der Frankfurter und Berliner Börſe.
Wie bekannt, ſind an den Samstagen im Juli und Auguſt die
Börſenräume für jeglichen Effektenhandel geſchloſſen. Auch die
Maller=
firmen haben unter ſich die Vereinbarung getroffen, keine Geſchäfte zu
tätigen. Durch Umfrage bei einigen Bankhäuſern erfahren wir, daß die
Befeſtigung, die die geſtrige Frankfurter Abendbörſe und Nachbörſe
infolge des feſten Börſenſchluſſes in New=York zeigte, weitere
Fortſchritte zu machen ſcheint. Aus Frankfurt a. M. wurden heute
morgen die Farben mit 29,5—260 und Siemens mit 360 geſprochen,
was eine Kursbeſſerung von etwa 5 Prrzent gegenüber den geſtrigen
Berliner Schlußkurſen dieſer beiden Papiere bedeutet. Die feſtere
Ver=
anlagung der New=Yorker Börſe iſt auf die Entſpannung des dortigen
Geldmarktes zurückzuführen. Bezüglich des Berliner Geldmarktes hegt
man, obwohl am Montag Zahltag iſt, keine Befürchtungen, daß
Ent=
laſtungsverkäufe bereits ſtattgefunden haben dürften. In hieſigen
Bankkreiſet rechnet man jedenfalls, wenn keine Ueberraſchung aus
New=York kommt, mit einem freundlichen Börſenbeginn in der
näch=
ſten Woche, wobei allerdings der Ordermangel ſich weiter bemerkbar
machen wird. Der Dollar hat ſich in Reaktion auf ſeine letzttägige
Steigerung wieder abgeſchnächt. Er gab gegen die Mark auf 4,1995
nach.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Leipziger Herbſtmeſſe 1928 beginnt am 26. Auguſt und dauert
bis zum 1. bzw. 4. September. Unter den Ausſtellern befinden ſich
ausländiſche Firmen aus mehr als 20 Ländern. Die Tachniſche Meſſe
wird im Zeichen der Bautechnik ſtehen. Bei der großen Nachfrage nach
Plätzen hat ſich der Bau einer großen Halle (etva 9000 qm) notwendig
gemacht. Ihrer Beſtimnung wird die Hall= im Frühjahr 1929
über=
geben werden.
In dem Proſpekt zur Einführung von 110 Millionen RM. 8proz.
Stadtanleihe vom Jahre 1928 an der Leibziger Börſe wird u. a.
mit=
geteilt: Das Reinvermögen der Stadt Leipzig beträgt rund 250 Mill.
RM. Die Einwohnerzahl wurde im Jahre 1928 mit 690 000 feſtgeſtellt.
Das mutmaßliche Steueraufkommen beträgt 53 166 000 RM., davon iſt
ein Teil, 25 675 000 RM. Reichsſteuern; an Gemeindeſteuern ſollen laut
Voranſchlag 27 491 000 RM. eingehen.
Die Intereſſengemeinſchaft Deutſcher Jute=Induſtrieller läßt mit
Wirkung vom 13. Juli der Preiserhöhung vom 11. ds. Mts. um
2 RM. je 100 Kg., eine weitere Preiserhöhung der Fabrikpreiſe um
wieder 2 RM. je 100 Kg. folgen.
Die Brüſſeler Eiſenbörſe war infolge der Beilegung des
Ant=
werpener Hafenſtreiks gebeſſert und die Karſe zogen bis zu 1 sh pro
Tonne fob Antwerben an.
Wie wir erfahrern, beabſichtigen die belgiſchen Hüttenwerke im
Anſchluß an die tſchechiſchen ebenfalls eine Förderung auf Erhöhung
ihrer Quote beim Internationalen Rohſtahlkartell zu ſtellen.
Wie die Kopenhagener Preſſe mitteilt, haben die großen
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaften in Dänemark den Beſchluß gefaßt, ſich nicht
an der Frankfurter Herbſtmeſſe zu beteiligen. Die Genoſſenſchaften
ſtünden auf dem Standpunkt, daß die Zahl der internationalen
Aus=
ſtellungen und Meſſen zu ſtark angewachſen ſei
Das polniſche Eiſenſyndikat, das in der alten Form am 30. Juni
abgelaufen toar, arbeitet ſeit dem 1. Juli bereits auf der Baſis der
neuen Verträge, durch die das Sundikat bis zum 30. Juli 1931
ber=
längert wird. Die endgültige Unterzeichnung der Verträge, die Ende
Juni erfolgen ſollte, ſteht jedoch noch aus.
Wie aus Moskau gemeldet wird, wurden auf der letzten Vollſitzung
des Zentralvollzugsausſchuſſes u. a. die Frage der Getreideerfanung
erörtert. Hierbei wurde beſchloſſen, um die Bauern zur Herausgabe
ihrer Getreidevorräte zu bewegen, die ſtaatlichen Getreideeinkaufspreiſe
zu erhöhen. Ferner ſollen die Privatwirrſchaften in demſelben Maße
wie die landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften und Staatsdomänen
unker=
ſüitzt werden.
Die Jugoſlawiſche Escompte=Bank, die ſich als Folge der Fuſion
der Kroatiſchen Escompte=Bank und der Kroatiſch=Sloweniſchen
Land=
wirtſchaftlichen Kreditbank kürzlich konſtituierte, wird ſich demnächſt mik
der Bank von Bosnien in Scrajowo und der Kommerzial= und Agrar=
Bank in Belgrad fuſionieren. Das Kapital des neuen Bankinſtituls
wird 175 Mill. Dinar, der Refervefonds 50 Mill. Dinar betragen.
Aus Cimberley (Südafrika) wird gemeldet, daß die Firma Roſele
ſtrauch u. Corff bereits mit der Errichtung ihrer Diamantenſchleifere‟
auf einem Gelände von etwa 100 Morgen und in der Vorſtadt WBeſteie
gelegen, begonnen haben. Man glaubt, daß die neue Fabrik in die=
Monaten fertiggeſtellt ſein wird.
In der polniſchen Petroleuminduſtrie iſt ein großer Zuſammene
ſchluß durchgeführt worden. Die vier Geſellſchaften Premier, Karpurhe
Fanto und Nafta, die über eine große Anzahl von Petroleumſchachken,
Naffinerier und ſonſtigen Unternehmungen der Erdölinduſtrie in Gall
zien verfügen, haben ſich unter Führung von Premier zu einem
Roue=
zern zuſammengeſchmolzen, um ihre Betriebe zu rationaliſieren.
Nummer 195
Sonntag, den 15. Juli 1928
Der zweite Tag derdeutſchen Schwimm=Meiſterſchaften
Wieder Hervorragende Leiſiungen. — Berges Zweiter in 200 Meier Freiſtil. — Frl. Mühe
ſchwimmt Weltrekord.
Von unſerem zu den Meiſterſchaften entſandten Sonderberichterſtatter.
* Berlin, 14. Juli. (Eig. Ber.)
Wichtige Entſcheidungen hatten am zweiten Tage der Deutſchen Deulſche Zeichiaihleintsmeiſterſchaften
SchwimmMeiſterſchaften im Grunewald=Stadion eine große
Zuſchauer=
menge angelockt, die ihr Kommem nicht zu bereuen brauchten. Große
Sämpfe, wit den Beſten des Reiches am Start, ſtanden auf dem Pro= Die erſten Entſcheidungen bei den Herren.
g=ramm. Geſtern ſchon und heute ſollte es ſich zeigen, daß die Rüſtungen
des Schwimmverbandes in die richtigen Bahnen geleitet waven. Man
kann wohl mit Befriedigung das Ergebnis der langem Vorbereitungen
ümnehmen, denn es gab in allen Rennen ausgezeichneten Sport. Und
wwar wanen es nicht nur einzelne, die glänzende Leiſtungen vollbrachten,
ſoondern meiſtens eine ganze Anzahl guter Kräfte. In den
Freiſtil=
wenmen hatte man allerdings noch etwas beſſeve Ergebniſſe erwartet.
Aber man muß zugeben, daß die Gluthitze, die wiederum über dem
Stadion lag, nicht für jeden zuträglich war.
Schon morgens gab es in den verſchiedenem Vorläufen harte Kämpfe
reit manchen Ueberraſchungen. Mit großem Intereſſe ſah man daher
aUgemein den Entſcheidungen des Nachmittags entgegen. Die
hochge=
wannten Epwartungen wurden denn auch nicht enttäuſcht. Es gab bei
—llen Rennen wundervolle Felder und ſehr knappe Entſcheidungen. Gleich
er erſte Hampf, die Damenbruſtſtaffel 3X200 Meter, brachte die nötige
Stimmung ins Haus, als die Weltrekordlerin Frl. Mühe=Hildesheim
ſer glänzendem Schwimmen ihren Verein auf den zweiten Platz brachte
wnd mit 3:10 eimem neuen Weltrekord aufſtellte. Leider kann dieſe
un=
laubliche Leiſtung als Staffel=Teilzeit keine Anevbenmung finden. Auch
ie Schlußſchwimmerin des ſiegreichen Damenſchwimmklubs Magdeburg,
Frl. Schrader, blieb mit 3:15 noch unter dem offiziellen Weltrekord.
Mit der Hervenfreiſtilmeiſterſchaft über 200 Meter folgte wieder ein
Sauptrennen. Aus gahlreichen Vorläufen hatten ſich 8 Herren für den
Endlauf qualifiziert, der umter ungeheurer Spannung des Publikums
or ſich ging. Dieſes Renmem hatte für die Teilnehmer wohl die
größte Bedeutung, galt es doch, die vier Mann und zwei Erſatzleute
ſir die 4X100Meter=Schaffel in Amſterdam feſtzuſtellen. In den
Vor=
hämpfen wurden ſchon ſo bekamnte Leute wie Neitzel=Magdeburg, Eck=
Kein=Leipzig, Handſchuhmacher=Dortmud und andere kaltgeſtellt. Hein=
Fich, der erklärte Favorit, konnte ſich hier am Berges revanchieren und
wem Dammſtädter, deſſen gutes Schwimmen allgemein Aufſehen erregte,
ganz knapp auf den zweiten Platz verweiſen. Die als ausgezeichnete
R00 Meter=Schwimmen bekannten Schubert=Breslau, Heitmann und
Rademacher IIMagdeburg konnten Berges glatt in Schach halten.
Sätte er auf einem beſſeven Startplatz geſtanden, ſo häte ihm auch der
ſweite große Wurf gelingen kömen. Der nächſte Kampf, die
Bruſt=
meiſterſchaft über 200 Meter, wurde zu einem weiteren Ereignis. Kaum
watte ſich die Begeiſterung gelegt, als ſchon die Rademacher, Budig,
Vietas, Haupt und andere mit einem wunderbauen Start ins Waſſer
gingen, um in einem Großkampf ihr Könmen unter Beweis zu ſtellen.
Erſt bei 180 Meter gelang es dem Weltrekordmann E. Rademacher,
beinen hartäckigen Gegner Budig abzuſchütteln, um mit 2:52 einen
meuen Weltrekord für das freie Waſſer aufzuſtellen. Budfg wurde mit
B:55,6 überlegen Zweiter, während Sietas=Hamburg den Göppinger
Fauſt auf den 4. Platz verweiſem konnte. In einer 4X100=Meter=Frei=
Mtifſtaffel für Vereine ohne Winterbad ſiegte Elbe=Schönebeck in guter
Dunchſchnittszeit mit einigen Metern Vorſprung. Nun tnaten die beſten
Rüchenſchwimmer um die 100=Meter=Meiſterſchaft an. Hier hatte
Küp=
wers=Vierſen keine große Mühe, um in 1:13,6 glatt zu gewinen.
Ueber=
aſchend kam hier der Nürmberger Schulz auf den 2. Platz und in totem
Mennen auf den 3. Platz SchumburgMagdeburg und Ohlwein=Eſſen.
Ausgezeichnete Leiſtungen ſah man dann bei den Springern. Nach har=
Eem Kampf landete hier der Europameiſter Riebſchläger=Zeitz mit einem
geringen Punktvorſprung vor Mundt=Halberſtadt. Sehr gurt ſprang auch
Der Kölner Plumanns, der den früheren Meiſter Wieſel=Leipzia und
Den beſten Turner Wisbar auf die weiteren Plätze verdrängte. Etwas
—nttäuſcht ſah man ſich von den Kämpfen der Damen in der 100=Meter=
Meiſterſchaft. Frl. Erkens gewamn mur mit Handſchlag vor Frl.
Leh=
rmann=Dresden, während die junge Leitzigerin Frl. Wuder
über=
aſchend Frl. Rehbom und Frl. Schönemann, die ſchlecht vom Start
Eamen, ſchlagen konnte. Frl. Mörſchek=Darmſtadt hatde einen
chlechten Tag und konnte ſich für die Entſcheidung nicht qualifizieren.
Der Schlußkampf in der 4X20=Meter=Staffel brachte noch einmal Auf=
Fegung in das Publikum. Hie Hellas, hie 96 hieß die Parole. Die
Seſſeren Einzelleiſtungen der 96er brachten ihnen gegenüber den
gleich=
rnäßig gut ſchwimmenden Hellenem einen kmappen Sieg. Sehr enttäuſchte
PPoſeidon=Leipzig, das ikerlegen geſchlagen nur auf den 3. Platz kam.
Die Ergebniſſe:
200 Meter Freiſtil: 1. Herbert Heinrich=Leipzia 2:27 Min.: 2. Frie=
Del Berges=Darmſtadt 2:R7,8; 3. Schubert=Breslau 2:28; 4. Heitmann=
EMagdeburg.
200 Meter Bruſt: 1. Erich Rademacher=Magdeburg 2:52: 2. Ernſt
Wudig=Köln 2:55,8; 3. Sietas=Hamburg 2:59,2; 4. Fauſt=Göppingen
B:003.
100 Meter Rücken: 1. Küppers=Vierſen 1:13,6: 2. Schulz=Nürnberg
H:163; 3. Schumberg=Magdebung und Ohlwein=Eſſem 1:16,8.
Kunſtſpringen: 1. Riebſchläger=Zeitz 176,58 Punkte; 2. Mumndt=Hal=
Werſtadt 173,7 Punkte; 3. Plumaus=Köln 164,58 Punkte; 4. Wieſel=Leip=
Big 160,16 Punkte.
Mehrkampf: 1. Foerſt=Breslau, Platzziffer 4; 2. Piehlſticker=Düſſel=
Dorf, Platzziffer 7: 3. Rohde=Delmenhorſt, Platzziffer 8.
4X200=Meter=Freiſtilſtaffel: 1. Magdeburg 96 10:06,2: 2. Hellas
EMagdeburg 10:10,8; 3. Poſeidon Leipzig 10:B,2; 4. Berlin 89; 5.
EMagdeburg 96, 2. Mannſchaft.
4X100=Meter=Lagenſtaffel, für Vereine ohne Winterbab: 1. Elbe
SSchönbeck 4:59,1: 2. Lübecker S.V. 5:03,7: 3. S.V. 05 Delmenhorſt.
Damen 100=Meter=Freiſtil: 1. Remi Erkens=Oberhauſem 1:16,7; 2.
Wotte Lehmamn=Dresden 1:17: 3. Wunder=Leipzig 1:21,4.
8X200=Meter=Bruſt: 1. Magdeburger Domen S.V. 10:14,2; 2. Hil=
Desheimer S.V. 99 10:18,5; 3. Nige Charlottenburg 10:33,4.
Deutſche Hochſchulmeiſterſchaften 1928 im Schwimmen.
Die Deutſchem Hochſchulmeiſterſchaften im Schwimmen finden am
Samstag, den 21., und Sonntag, den 22. Juli, in dem neuerbauten
SSchwimmbad der Techniſchen Hochſchuule (Hochſchulſportplatz) ſtatt. Das
Meldeergebmis iſt ein ganz vorzügliches. Eine Reihe von bekannten
SHochſchulmeiſtern werden am Start erſcheinen. Darmſtadt, welches von
fieher als eine Hochburg des Schwimmens galt, wird für dieſe ſportlich
Wedeutungsvolle Angelegenheit ſicherlich das wotwendige Intereſſe auf=
Wringen. Nähere Angaben werden an dieſer Stelle veröffentlicht.
Turnen.
SSchauturnen der Akademiſchen Turnverbindung „Alemannia” anläßlich
ihres 34. Stiftungsfeſtes.
Auf eine Einladung der A. T. V. „Alemanmia” an ihre benachbarten
Wundeskopporationen und die Tun= und Sportwverbände Darmſtadts
Fanden am geſtrigen Nachmittag auf dem Hochſchulſportplatz verſchiedene
Staffelkämpfe im Rahmen eines Schauturnens ſtatt. Vor zahlreich
er=
ſchienenen Alten Herren, Gäſten und Freunden der Verbindung wurden
gute und ſpannened Kämpfe gezeigt, der Ergebniſſe trotz der Hitze ſehr
anſprechend waren und im einzelnen folgendes Bild ergaben:
4X100=Meter=Staffel: 1. A.T.V. Alemannia 46 Sek.; 2.
Sport=
werein 98 46/4 Sek. Die Zeit des Siegers bedeutet eine neue Beſt=
Ueiſtung an der Techn. Hochſchule Darmſtadt.
4X400=Meter= Staffel: 1. A.T.V. Alemannia 3:41,6; 2. A.S. C.
Darm=
ſtadt 3:42,2; 3. Sportverein 98 — Bruſtbreite zurück. Die gaſtgebende
Verbindung hat durch ihren Schlußmann Koch (Kreismeiſter der D. T.)
Swei Plätze auf und konnte damit den Sieg an ſich bringen. Der
füh=
wende Sporwerein 98 wurde noch im Ziel vom A.S.C. Darmſtadt auf
Den 3. Platz verwieſen.
4X50=Meter=Lagenſtaffel (offen für Bundeskorpovationen): 1. A. T.V.
Whibellinia Darmſtadt 2:55 Min.; 2. A.T.V. Alemannia 3:05,2 Min.
4X800=Meter=Staffel: 1. Sportwverein 98. 8:48 Min.; 2. A.S.C.
Darmſtadt 9:09 Min. Sportverein Darmſtadt konnte überlegen
gewin=
men. Zu bedauern war nur, daß ſowohl A.S.C. Darmſtadt wie auch
Die ſüddeutſchen A. T. B.=Korporationen durch die gleichzeitig ſtattfinden=
Den Hochſchulmeiſterſchaften in ihren Mannſchaſten ſehr geſchwächt waren.
Aus dem weitenen Uebungsbetrieb erweckte vor allem die
Gymnaſtik=
riege Begeiſterung, die als Muſterriege für das Turnfeſt in Köln von
Dipl.=Turn= und Sportlehrer Ulrich eingeübt war. Zum Schluſſe
zeig=
ſten ſämtliche 35 Aktive die Freiübungen, die der Akademiſche
Turer=
bund in Köln als Kreisübung vorzuführem gedenkt. In der Schlußrede
wwies der Turnwart Kindler auf ſein Beſtreben hin, durch
Zuſammen=
gehen von Turn= und Sportverbänden bei ſolchen Gelegenheiten
iden Zielen und Idealem Jahns näherzukommen: durch Leibesübungen
Arbeit und Aufbau leiſten für Volk und Vatzerlad.
Düfſeldorf, 14. Juli.
Auch bei den Herren, die ihre Titelkämpfe am Samstag bei großer
Hitze und annehmbarem Beſuch im Düſſeldorfer Rheinſtadion
aufnah=
men, ließ die Abwicklung ſehr zu wünſchen übrig. Umſo mehr konnten
die Leiſtungen befriedigen. Ganz erſtklaſſig war das Ergebnis im
Diskuswurf. Paulus holte ſich den Titel mit 47,35 Meter, Hoffmeiſter
beſetzte mit 46,22 Meter den zweiten Platz, Hänchen mit 44,99 Meter
den dritten Platz. Im beidarmigen Diskuswurf konnte der Turner
Lipman mit 79,22 Meter Meiſter werden. Im Hammerwerfen blieb
Wenniger=Stuttgart mit 43,77 Meter vor dem letztjährigen Meiſter
Mang=Düſſeldorf in Front. Cohn verlor im 5000=Meter=Lauf ſeinen
Titel an den Hamburger Boltze, der in 15:09 Min. ganz erſchöpft ins
Ziel fiel. Einen neuen deutſchen Rekord gab es im Stabhochſprung,
den der Turner Müller=Cannſtatt mit 3,82 Meter gewann (alter Rekord
Frick=Hannover 3,80 Meter). Lammers, Houben, Corts, Geerling,
Körnig ſiegten in den 100=Meter=Vorläufen; Lammers, Schlöske,
Houben, Körnig. Wege in den 200=Meter=Vorläufen. In den 400=
Meter=Läufen erreichte Büchner die ſehr gute Zeit von 48,5 Sek. Sehr
ſtark verbeſſert zeigte ſich Dr. Peltzer im 800=Meter=Lauf. Dr.
Wich=
mann=Frankfurt hatte wegen Todesfalls auf die Teilnahme an den
Meiſterſchaftskämpfen verzichten müſſen.
Entſcheidungen.
5000 Meter. 1. Boltze=Hamburg, 15:09 Min.; 2. Kohn=Berlin,
15:09,8 Min.; 3. Klinzing=Berlin, 15:21,2 Min. — Der Titelverteidiger
Kohn führte bis 300 Meter vor dem Ziel, wurde dann aber von Boltze
überſpurtet. Boltze errang einen Vorſprung von 50 Metern, war aber
dann vollkummen erſchöpft, taumelte ins Ziel und wäre dort faſt noch
von Kohn abgefangen worden.
Diskuswerfen — beſtarmig. 1. Paulus=Wetzlar, 47,35 Meter; 2.
Hoffmeiſter=Münſter, 46,22 Meter; 3. Hähnchen=Berlin, 44,49 Meter.
Diskuswerfen — beidarmig. 1. Lignau=Dortmund, 79,32 Meter;
2. Hähnchen=Berlin, 79,16 Meter; 3. Seraidaris=Dresden, 77,97 Meter.
Hammerwerfen. 1. Wenniger=Stuttgart, 43,74 Meter: 2. Mang=
Regensburg, 42,70 Meter; 3. Knieſe=Berlin, 37,04 Meter.
Stabhochſprung. 1. Müller=Cannſtatt, 3,82 Meter (neuer R=kord);
2. Wegener=Halle, 3,62 Meter; 3. Beuſch=Braunſchweig, 3,62 Meter.
Vorkämpfe.
100 Meter. 1. Vorlauf: 1. Lammers=Oldenburg, 10,8 Sek.: 2.
Jo=
nath=Dortmund, 10,8 Sek. 2. Vorlauf: 1. Houben=Bochum, 10,8 Sek.;
2. Eldracher=Frankfurt, 10,9 Sek. 3. Vorlauf: 1. Corts=Berlin, 10,8
Sek.; 2. Dreibholz=Eſſen, 11 Sek. 4. Vorlauf: 1. Geerling=Frankfurt
(trotz Verletzung), 11 Sek.; 2. Schlößke=Berlin, 11,1 Sek. 5. Vorlauf:
1. Körnig=Charlottenburg, 11 Sek.: 2. Salz=Eintracht Frkft., 11.1 Sek.
200 Meter. 1. Vorlauf: 1. Lammers, 22,2 Sek.; 2. Schlößke, 22,4
Sek.; 3. Houben. 2. Vorlauf: 1. Körnig, 22,2 Sek.; 2. Schüller,
Hand=
breite; 3. Wege=Leipzig.
400 Meter. 1. Vorlauf: 1. Schmidt, 49,3 Sek.; 2. Gertz, 49,6 Sek.
2. Vorlauf: 1. Stortz, 49 Sek.; 2. Schaurig=Kaſſel, 50 Sek. 3. Vorlauf:
1. Büchner, 48,5 Sek.; 2. Krebs, 49,3 Eek.
110 Meter Hürden. Für den Zwiſchenlauf qualifizierten ſich Köſter,
Welſcher, Steinhardt, Wienecke, Troßbach und Geſcheſchnitz.
800 Meter. 1. Vorlauf: 1. Müller, 1:56,8 Min.; 2. Dr. Peltzer,
1:57,2 Min.; 3. Wichmann. 2. Vorlauf: 1. Engelhardt, 1:56,7 Min.:
2. Dr. Merkel, 1:56,8 Min.; 3. Tarnobrocko. 3. Vorlauf: 1. Wollmer=
Kaſſel, 1:55,8 Min.; 2. Gütting=Leipzig, 1:56,6 Min.
Die Wettkämpfe der Frauen.
Charlottenburg, 14. Juli.
Am erſten Tag der Deutſchem Leichtathletik=Frauenmeiſterſchaften
fanden ſich auuf dem Platz des S. C. Charlotzenburg nun ſehr wenige
Zu=
ſchauer ein. „Leider ließ auch die Organiſation ſehr zu wünſchen übrig.
Der intereſſanteſte Wettbewerb war der Probelauf der Olympia 4X100=
Meter=Staffel. Die 4=Staffel, die mit Keller=München, Schmidt=Bremen,
Holtmann=Hamburg, Junkers=Kaſſel lief im erſten Lauf gegen die B=
Staffel Haarhaus, Lugem, Voß, Gelins die fabelhafte Zeit von 48,8 Sek.
hevaus, blieb alſo um mehr als eine Sekunde unter dem Weltrekord.
Die Leiſtung kann aber als Weltvekord nicht anerkannt werden, da nur
mit zwei Uhren gemeſſen wurde. Beim zweiten Lauf wurde von der
4=Staffel eine noch beſſere Zeit erzielt. Diesmal mußte ſie aber wegen
Ueberſchreiten der Sichtwarke diſtanziert werden. Die B=Staffel ſiegte
in 49,9 Sek. Die erſten Entſcheidungen bmachten dunchweg ſehr gute
Er=
gebniſſe. Im Verlauf zur 800=Meter=Meiſterſchaft erzielte die Turnerin
Frl. Dollinger=Langenzenm mit 2:B5,1 Min. die beſte Zeit.
Entſcheidungen.
Speerwerfen. 1. Lautemann=Charlottenburg, 37,32 Meter; 2.
Flei=
ſcher=Eintracht Frankfurt, 36,075 Meter; 3. Haarques=Lübeck (
Titel=
verteidiger), 35,815 Meter.
Hochſprung. 1. Notte=Grafenberg bei Düſſeldorf, 1,52 Meter;
2. Bonnetsmüller=München (Titelverteidigerin), 150 Meter; 3.
Brau=
müller=Berlin und Mathieu=Hamburg, je 1,47 Meter.
Schlagball=Weitwerfen. 1. Groth=Lehr 67,95 Meter; 2. Laumann=
Nordhauſen, 65,08 Meter; 3. Willrath=Berlin, 63,37 Meter.
Vorläufe.
800 Meter. 1. Vorlauf: 1. Dollinger=Langenzenn in 2:25,1 Min.
vor Wewer=Lennep, Martin=Eintracht Frankfurt und Spangenberg=
Apolda. Alle tier liefen eine beſſere Zeit als die Gewinnerin des
zweiten Vorlaufes, die Weltrekordinhaberin Frau Radtke=
Bat=
ſchauer, die 2:32,4 Min. benötigte.
Radfahren.
Mathias Engel Deutſcher Fliegermeiſter.
Knapper Sieg Engels vor Oſzmella.
Auf der ſehr ſchön gelegenen Kölner Stadionbahn in Müngersdorf
kam am Freitag abend die Deutſche Flieger=Meiſterſchaft über 1000
Meter für Berufsfahrer zur Entſcheidung. Der Beſuch der
Veranſtal=
tung war ſehr gut, er wäre bei weniger ſchwülem Wetter wohl noch
beſſer geweſen. Der Verlauf der Rennen war programmäßig. Fricke,
Engel, Oſzmella, Ehmer, Knappe und Frankenſtein gewannen ihre
Vor=
läufe. Im fünften Vorlauf ging Graue vor Knappe und Steffes als
Sieger durchs Ziel, der Berliner mußte aber diſtanziert werden, da er
„innen durchgegangen” war. Im erſten Zwiſchenlauf wurde dann der
Titelverteidiger Fricke knapp ton Engel und Frankenſtein geſchlagen.
Den zweiten Zwiſchenlauf gewann Oſzmella vor Knappe und Steffes.
Schamberg und Steffes hatten ſich in Hofnfungsläufen für die
Zwiſchen=
läufe gualifiziert, ſcheiterten aber hier. In die Entſcheidung, die in
ſechs Zweierläufen nach Punkwertung ausgetragen wurden, kamen
ſchließlich Engel, Oſzmella, Frankenſtein und Knappe. Engel und
Oſzmella gewannen ihre Läufe ſicher und ſtießen erſt im letzten Lauf
aufeinander. Es gab einen herrlichen Kampf. Oſzmella führte und
hatte in der Gegengeraden 3 Lüngen Vorſprung gewonnen. Engel ſtieß
aber dann im Endſpurt vor, war 30 Meter vor dem Ziel mit Oſzmella
auf eine Höhe gekommen und rang ſeinen Landsmann ſchließlich noch
um eine halbe Länge nieder. Der Sieg Engels wurde mit rieſigem
Beifall aufgenommen. Bundesvorſitzender Mooshagen überreichte dem
Sieger das Meiſterſchaftstrikot, aus den Händen des Kölner
Ober=
bürgermeiſters Adenauer empfing Engel Schärpe und Medaille. Dann
fuhr der Sieger unter endloſem Jubel der Maſſe, die das
Deutſchland=
lied anſtimmte eine Ehrenrunde. Der neue Deutſche Flieger=Meiſter
ſteht im 23. Lebensjahr. Erſt 1924 wandte er ſich dem Nadſport zu,
um dann ſchnell von Erfolg zur Erfolg zu ſteigen. Seine ſchönſten
Erfolge als Herrenfahrer erſtritt er mit den Siegern in den Großen
Preiſen von Paris und Kopenhagen. Im Vorjahre konnte der junge
Rheinländer dann ſogar Weltmeiſterſchaftsehren holen.
Deutſche Flieger=Meiſterſchaft der Berufsfahrer — 1000 Meter:
1. Vorlauf: 1. Fricke=Hannover, 2. Kirbach =Leipzig, 3. Köhl=Berlin.
2. Vorlauf: 1. Engel=Köln, 2. Schrage=Berlin, 3. Kießlich=Breslau.
3. Vorlauf: 1. Ofzmella=Köln, 2. Wette=Berlin, 3. Gottfried.
Hannover.
4. Vorjauf: 1. Ehmer=Berlin, 2. F. Schamberg=Krefeld, 3. Schorn=
Köln.
5. Borlanf: 1. Knappe=Breslau, 2. Steffes=Köln, 3. Krüger=Berlin.
Geite 9
D Schamberg und Steſſe gualiſizteren ſich für di4
1. Zwiſchenlauf: 1. Engel, 2. Frankenſtein ½ Länge, 3. Fricke,
2. Zwiſchenlauf: 1. Oſzmella, 2. Knappe Handbreite, 3. Steffes,
kenſtein 1 Länge. — 4. Lauf: 1. Oſzmella, 2. Knappe ¼ Länge. —
5. Lauf: 1. Knappe, 2. Frankenſtein Handbreite. — 6. Lauf: 1. Engel,
Bwiſchenläufe.
4. Schamberg.
4. Ehmer.
Entſcheidung: 1. Lauf: 1. Oſzmella, 2. Frankenſtein ¼ Länge. —
2. Lauf: 1 Engel, 2. Knappe ¼ Länge. — 8. Lauf: 1. Engel, 2. Fran=
2. Oſzmella ½ Länge.
Endergebnis: Deutſcher Meiſter: Engel=Köln auf Opelrad 6 Punkte,
2. Oſzmella 5 Punkte, 3. Kaappe 4 Punkte, 4. Frankenſtein 3 Pukte.
Hauptfahren für die in den Zwiſchenläufen Unterlegenen: 1. F.
Schamberg, 2. Fricke ½ Länge, 3. Steffes, 4. Ehmer.
Punktefahren für die in den Vorläufen Ausgeſchiedenen: 1. Rirbach
24 Punkte, 2. Hürtgen 20 Punkte, 3. Krüger 19 Pmkte, 4. Wette 18
Pukte.
2. Punktefahren für die in den Vorläufen Ausgeſchiedenen: 1.
Viktor Nauſch 19 Punkte, 2. Lorenz 16 Punkte, 3. Kroſchel 14 Punkte,
4. Kießlich 12 P.
Fußball.
* Fußball im Kreis Starkenburg.
Schluß der Aufſtiegsſpiele. — Die Lage in der Kreisliga.
Am letzten Sonntag iſt in Lorſch eine für die geſamte
Starken=
burger Kreisliga bedeutſame Entſcheidung gefallen: der 1. FC.
Langen, Meiſter des Kreiſes Starkenburg, hat ſich durch ein unend
ſchiedenes 1:1=Spiel gegen den Meiſter von Südheſſen, SC. Olympig
Lorſch, den Aufſtieg in die Bezirksliga der Gruppe Heſſen
erkämpft. Die Tatſache iſt inſofern bedeutſam, als ſich dadurch auch das
Geſchick oines weiteren Vereins, des Polizei=Sporwereins Darmſtadt,
günſtiger geſtaltet hat. Die Polizei, die ſonſt in die A=Klaſſe hätte
ab=
ſteigen müſſen, iſt durch das Aufrücken Langens in die Bezirksliga der
Starkenburger Kreisliga erhalten geblieben. Worüber man ſich im
Intereſſe des ſtrebſamen Vereins nur freuen kann. Einziger
Abſteigen=
der iſt der Sportklub Viktoria Griesheim.
Nach Beendigung der Auſſtiegskämpfe wird ein kurzer Rückblick auf
dieſelben intereſſieren. Teilnahmeberechtigt waren in der Gruppe Heſſen
die Vereine 1. FC. Langen Starkenburg), Olympia Lorſch (Südheſſen)
und SV. 09 Flörsheim a. M. (Rhein=Mainkrkeis). Dieſe drei
Kreis=
meiſter erzielten folgende Ergebniſſe gegeneinander:
SV. 09 Flörsheim— 1. FC. 03 Langen 2:0
Olympia Lorſch—SV. 09 Flörsheim 1:1
1. FC. 08 Langen—Olympia Lorſch 3:1
1. FC. 03 Langen—SV. 09 Flörsheim 3:1
SV. 09 Flörsheim—Olympia Lorſch 1:1
Olympia Lorſch—1. FC. 03 Langen 1:1.
Leßzteres Treffen wurde zweimal ausgetragen, da ein borhergehendes
Spiel etwa eine Viertelſtunde vor Schluß beim Stande von 2:1 für
Langen wegen Unwetters abgebrochen wurde. Langen hat ſich alſo mit
5 Punkten vor Flörsheim (4 Punkte) und Lorſch (3 Punkte) den
Auf=
ſtieg geſichert. Im allgemeinen waren ſich alle drei Bewerber ziemlich
ebenbürtig. Langen hat jedoch nicht ganz die Erwartungen erfüllen
können, die man in die Mannſchaft ſetzte, ſie iſt zweifellos gegenüber
den Verbandsſpielen zurückgegangen und wird in der Bezirksliga mit
dieſen Leiſtungen einen ſchweren Stand haben.
Die Lage in der Kreisliga hat ſich aber auch durch ein anderes
Er=
eignis endgültig geklärt. Die Berufung des SC. Viktoria Griesheim
gegen den T. u. SV. Mörfelden iſt vom Verbandsgericht des SFV. in
letzter Inſtanz verworfen worden; das fragliche (von Mörfelden
ver=
lorene!) Spiel bleibt für Mörfelden gewonnen, da der Fehler (
itwir=
kung eines geſperrten Spielers) auf ſeiten Griesheims lag. Zwar hätte
ein Erfolg Griesheims letzteres auch nicht vom Tabellenende weggebradſt,
aber dafür wäre Mörfelden an die drittletzte Stelle der Tabelle
ge=
kommen. So bleibt unverdient der günſtige Tabellenſtand Mörfeldens
beſtehen. Da nun auch das ſeinerzeitige letzte Nachtragsſpiel Union
Wixhauſen—Sporwerein Münſter ziemlich unverdient von Münſter
ge=
wonnen wurde, ſehen wir jetzt nach Erledigung aller Spiele und „Fäll”
folgenden
Schluß=Tabellenſtand in der Kreisliga:
Die kommende Verbandsſpielſaiſon
ſieht nunmehr nach dem Abgang Langens zur Bezirksliga und dem
Abſtieg Griesheim zur A=Klaſſe 12 Vereine beiſammen. Ergänzt wird
der reſtliche Stamm von neun Vereinen durch den aus der Bezirksliga
abſteigenden Sportverein 98 Darmſtadt und die beiden der
A=Klaſſe VfR. Darmſtadt (Gau Bergſtraße) und Germania 08
Oberroden (Gau Dreieich). Die Spiele dieſer letzten beiden Vereine
um den Titel eines Kreismeiſters der A=Klaſſe ſahen hierbei die
Ober=
rodener erfolgreich. Das erſte Spiel brachte einen ſenſationellen 8:1=
Sieg des Dreieichgaumeiſters und das Rückſpiel in Darmſtadt nur ein
Unentſchieden. Man darf alſo nach dieſem die Oberrodener höher
ein=
ſchätzen als ihren Darmſtädter Aufſtiegskollegen.
Zum Schluß noch die neue Beſetzung der
Starken=
burger Kreisliga. Ihr gehören im kommenden Jahr folgende
Vereine an: 1. Sportverein 98 Darmſtadt, 2. Union Darmſtadt, 3.
Poli=
zei=SV. Darmſtadt, 4. VfR. Darmſtadt, 5. Germania 03 Pfungſtadt, 6.
Union Wixhauſen, 7. FV. Sprendlingen, 8. T. u. SV Mörfelden, 9.
Viktoria Walldorf, 10. Viktoria Urberach, 11. Sportverein Münſter, 12.
Germanin Oberroden. — Wie ſich das neue Verbandsſpieljahr geſtalten
wird, iſt noch völlig ungewiß, aber ſicher iſt, daß es im Zeichen
ſpannen=
der Kämpfe ſtehen wird. Vor allem die große lokale Konkurrenz in
Darmſtadt mit Pfungſtadt—Wixhauſen dürfte viel zur Velebung
bei=
tragen. Es wird an dieſer Stelle zur gegebenen Zeit wieder darüber
zu berichten ſein.
Spielvereinigung 1921 Darmſtadt.
Nach einem Ruheſonntag herrſcht wieder voller Spielbetrieb bei der
Spielvereinigung. Der Sportausſchuß hat für kommenden Sonntag die
weitaus im beſten Rufe ſtehende erſte Mannſchaft von F.T. Offenbach
nach hier verpflichtet. Eine Mannſchaft, welche in der Kreisklaſſe eine
führende Stelle einnimmt, und dewen Spieler bereits bei Länderſpielem
ihr Können unter Beweis ſtellten. Des öfteren mußte Darmſtadt bei
Freundſchaftstreffen den Raſenplatz als Beſiegter verlaſſen. Aber
dies=
mal iſt man auf den Ausgang des Spieles ſehr geſpannt, konnten doch
die 2ler bei ihren letzten Spielen ſehr ſchmeichelhafte Reſultate
aufſtel=
len. Alles in allem ſteht ein ſchönes Treffen bevor und empfehlen wir
jedem Sportanhänger ſich dieſes Spiel, das nachmittags 4 Uhr auf der
Windmühle, Ecke Gräfenhauſerweg und Pallaswieſenſtvaße, ſtattfindet,
anzuſehen. — Die zweite Mannſchaft fährt nach Meſſel, um dort ihr
Retourſpiel auszutragen. Hoffentlich gelingt es ihr, den Sieg mit nach
Hauſe zu nehwen. — Die Jugend ſpielt gegen Seeheim. Das
Reſul=
tat iſt noch abzuwarten. Im voraus möchten wir nicht tippen.
Wetterbericht.
Gießen, 14. Juli.
Kühlere Luftmaſſen, die über Deutſchland ſüdwärts vordringen,
haben bereits im nördlichen Deutſchland zu einem Temperaturrückgang
von zirka 3 bis 5 Grad geführt. Auch bei uns werden ſie
vorüber=
gehend etwas zurückgehen. Da gleichzeitig wieder Luftdruckanſtieg damit
verbunden iſt, ſo dauert die Schönwetterlage noch fort, wobei die
Tem=
veraturen abermals anſteigen werden. Im Laufe der kommenden
Woche dürfte jedoch mit einem Zerfallen des hohen Druckes zu rechnen
ſein, der es zu Gewitterſtörungen kommen laſſen wird.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 15. Juli 1928.
Heiteres, warmes und trockenes Wetter.
Witterungsausſichten für Montag, den 16. Juli 1928.
Fortdauer des herrſchenden Witterungscharalters, aufkommends
lokale Gewitterſtörungen.
Heſſiſche WetterdienAkelle
Seite 10
Sonntag, den 15. Juli 1928
Nummer 195
NAN
Proben:
HIDAILAIe Oe Tenolkte *
unseres „Saison-Ausverkaufs”” und kommen Sie in den nächsten Tagen zu uns!
Sie finden glelch günstige Kaufgelegenheiten zurzeit nirgends. Unsere „Grünen
Preise” sind das Ergebnis rücksichtsloser Preisreduzierungen. Sle blldeten in der
abgelaufenen Woche fortgesetzt die Ursache ungläubigen Staunens!
Proben:
Zteilige Herren-Anzüge
gute Verarbeitung . . . . . . . Mark AN00
SommerWasch-Anzüge
Mark Ause
Gummi-Mäntel
Nar. 9,75
10‟ Rabatt auf alle nicht reduzierten Preise!
DAS HAUS FüR GUrE UND
BILLIGE FERTIGKLEIDUNG
ScHLOSSGRABEN N2. 13 A
DIREKT HINTERM SCHLOSS
Flanell-Hosen
reiche Auswahl .
Mark
Ubergangs-Mäntel
besonders stark zurdckgesetzt . Mark Sst00
Sommer-Kleidung für Herren und
Knaben, riesig billig!
Dal3
10% Rabatt auf alle nicht reduzierten Preise!
(11599
R
Männlich
Schulentl. Junge
ehrlich u. fleißig, per
ſof. für dauernd geſ.
Vorzuſt ab 10 Uhr
vorm. Martinſtr. 2,pt.
dt.
(*18543)
Vertreter
Erſtklaſſige Firma d.
Feuerlöſchweſens
ſucht für ihre
Appa=
rate geeignete
Ver=
treter für die Kreiſe
Darmſtadt, Dieburg,
Erbach, Heppenheim,
Bensheim. Ang. u.
W 155 Geſchſt *18489
Tüchtige Vertreter
für Verkauf von
Marken-
Fabrikat
an Landwirte direkt vom
Werk geſucht.
Hohe
Provision
Anfragen unter V 171
ſchriftlich an die Geſchſt.
dieſer Zeitung. (11184a
Günſtige Zahlungsbedingungen.
R
mehrere Bezirke.
Generalvertreter
gegen hohe Prorision und Speser
für den Verkauf ſeiner glänzend
begutach=
teten Spezialmarke (kein Saiſonartikel) an
Behörden, Hotels, Reſtaurants, Arzte ete.
Die Provislon wird sofort
beiEin-
gang d. Aufträge voll ausgezahlt
Befähigten Herren iſt damit Gelegenheit
geboten, ſich ohne Kapital eine gute
Dauer=
exiſtenz zu gründen. Angebote unter E. D.
4773 a. d Geſchäftsſtelle d. Bl. (l.K6.11565
Aktiengesellschaft
ſucht zum Beſuch der Privatkundſchaft
seriösen
mit guter Verhandlungs echnik. Ausführl,
Lebenslauf erbeten u. W 170 Geſchäftsſt.
Serlöſe Großfirma ſucht an jed.
Ort einige Perſönlichkeiten, die ſich
nach genauer Inſtruktion eigene
Pertriebsſtellen
für ſenſat., zugkräft.
Gebrauchs=
artikel—Maſſen=Verkaufsſchlager—
einrichten können. Objekt bietet
beſond. Chancen u. entſpr. Kraft,
höchſte Erfolgsmöglichkeit, da in
viel. Branchen geſucht u. trotz
Geld=
mangels direkt ſpielend verkauft.
Reines Kaſſageſchäft. Umſatz wird
nachgewieſen. Branchekenntn. nicht
erforderl., desh. auch f.
Nichtfach=
mann od. Neuetablierung (eeign.
Kein Agentengeſuch oder unbek.
Neuheit. Eilangeb, geſchäftsgew.
Perſönlichk. m. etw. eig.
Betriebs=
mitt. (100 bis 500 ℳ) an
Schließ=
fach 3, Breslau I. (II. Dr. 11561
Zeinkru
(ebtl. Fräulein), aus guter Familie, mit
mindeſtens Sekundareife, geſucht.
Ord=
nungsliebende, gebildete junge Leute denen
an einer gründlichen Ausbildung gelegen
iſt und die die erforderliche Liebe zum
Buch mitbringen, wollen ſich unter Vo
lage von Zeugniſſen vorſtellen.
Heinrich Schroth
vorm. Karl Buchner, Hofbuchhandlg
Rheinstraße 15.
Lernt Schaufenſter
dekorieren u. Plakatmalen
Dekorations=Fachſchule
Koln Jachenerſtr. 64. Proſvekte gratis.
(T K6 11563
Ein ſelteues Angebot, denn
hoch=
rentabel und doch ſtreng reell!
Wir errichten für eine grundlegende,
neue, durchſchl gende, ſenſationelle
Sache
Generalvertretungen
Durch dieweitgehendeUnterſtützung
einer umſpannenden Organiſation
kann immerhin mit einem
Einkom=
men von 15—20000 ℳ ſchon im
erſten Jahr gerechn. werden. Wir
leg. nur Wert auf vertrauenswürd.
u. gewiſſenhafte Bewerb. mit einem
für das Geſchäft unbedingt erforderl.
Barvermögen von 5—10000 ℳ.
Angebote unt W 216 an Guſtav
Schlochauer, Berlin W8. IV.11560
RM. 500.—
Jungeleg Hraulein
aus guter Familie, in Anfangsſtellung
geſucht. Gute Handſchrift, Kenntniſſe
in Stenographie und
Maſchinen=
ſchreiben, ſowie gefl. Benehmen ſind
Vorausſetzung. — Bei Bewerbung
bitte ich Zeugniſſe und Schriftprobel
vorzulegen.
(11593
Heinrich Schroth
vorm. Karl Buchner
Hofbuchhandlung
Rheinſtraße 15
Ehr
Grüner Weg 4, part.
Kraftfahrer, 21 J.,
fl. Mädchen mit Führerſchein 3b.
per ſofort geſ. 18522 ſowie geleint Auto=
Männlich
Kaufmann
1. 1.
dern
Zugf
11569a)
monatlich und mehr
verdienen Sie durch
Uebernahme unſerer
Vertreig, keine
Vor=
kenntniſſe, kein
Ka=
pital nötig. Auch
nebenberuflich. Tägl.
Verdienſtauszahlung.
Arthur Ebeling,
Berlin SO. 36,
Schließfach 55.
(1V.11588)
Redegewandte
Herren u. Damen f.
den Verkauf eines in
jedem Haushalt
ge=
brauchten,
leichtver=
känflichen Artikels
ge=
ſucht. Offerten unter
„gnten Verdienſt”,
an Ala=Haaſenſtein &
Vogler, Mannheim
(II. Mhm1. 1591)
Peifel Frandf.
ſprech. Ausl. Deutſch.
mit erſtkl. Ref.
über=
nimmt Ueberſetz, jed.
Art, techn., literar.
od. kaufm., auch
ſtun=
denweiſe Korreſp. bei
beſch. Anſpr. Ang. u.
W149 Geſchſt. / 18488
Schmiedgeſelle
geſucht.
Arheilger=
ſtraße 35. (18406sg
Weiblich
Friſeuſe
ſofort geſucht bei
hohem Lohn. Offert.
a. Frau Anna Lücker,
Heinheimerſtraße 76.
(18530)
1 Friſeurgehilfin für
Damen= und Herren=
Bedienung geſucht.
Ang. u. W 123 Gſchſt.
E1e397)
Tüchtige
Büglerin
für Herrenſtärkwäſche
bei höchſtem Lohn
ge=
ſucht Wäſcherei
Ackermann,
Arheilgerſt. 82.( 18524
Tüchtiges, zuverläſſ.
Alleinmädchen
für ſofort geſ. Näh.
in d. Gſch 18289e=
Tüchtiges
Alleinmädchen
oder Aushilfe mit
nur guten Zeugniſſ.
per ſofort geſucht.
Hügelſtr. 8, II.
18542)
Alleinmädchen
nicht unter 18 Jahren
mit nur guten
Zeug=
niſſen perſof. geſucht.
Waſchen und bügeln
nicht erforderl.
Vor=
zuſtell. zw. 2 u. 4 Uhr
Heinrichſtr 183, I.
*1841089
Balsokrlas terHauf
Bis zum 21. Juli
gewähre ich auf die reiche Auswahl
meiner Spezialabteilung:
Teppiche, Möbelstoffe, Gardinen
AAOAET
mit Ausnahme
einiger Markenartike
TOLLR TNTAILA
DARMSTADT
25 Wilhelminenstraße
Mechaniker, ſucht
als=
bald Beſchäftig.
An=
geb. n. W186 an d
O
25
11609
Die 2 liebenswürdigsten
Verkäuferinnen
Die umsichtigsteKassiererin
von Darmstadt
Wo sind sie? Meldet Euch!
Es kommen nur Damen in Frage,
die liebenswürdige Umgangsformen
und offene, heitere Natur haben. Das
Außere müßte sorgsam gepflegt —
aber unauffällig sein.
Die Stellungen werden alle gut
bezahlt, weil wir unsere Angestellten
als Mitarbeiter betrachten. Im
üb-
rigen bietet sich den Bewerberinnen
Gelegenheit sich im neuzeitlichen
Kundendienst und in der modernen
Fußpflege (Orthopädie) aus- und
weiterzubilden. Vorstellung von
8—9 Uhr vormittags und 7 —7½ Uhr
abends.
(11586
Speier SSchuhwarenhaus
Inhaber Paul Wildau
Darmstadt Ludwigstraße 16
leck
Wir ſuchen zu alsbaldigem Eintritt
eine tüchtige, branchekundige
Berräuferin
für die Abteilung Haushalt. Damen,
die die Branche durchaus beherrſchen,
wollen Angebote abgeben bei
Geſchw. Knopf
Pflegerin oder ältere
Frau alsbald geſucht,
die den Haushalt für
2 Perſonen mit
über=
nimmt. Ang.m.
Ge=
ha tSang. u. W 163
an die Gſchſt. (*18500
Fleiß.
faub. Mädchen
z. 1. Auguſt evtl. früh.
geſucht. Vorzuſt. mit
Zeugn. Hügelſtr. 73,
2 St links / 18551
Chauffeur, 29 J., Führer=
Leneas Warait
ber, ſ.ſof. Stell. Ang. 1.
W 182 Geſchſt. 18556
Gha
in ungek. Stellg. ſ.
Dauerſtellg. b. Herr=”
ſchaft, 29 J., ledig,
el geſ., kräft., Führerſch.
n= aller Kl., ſol., um=
u. ſichtig, Fahrer, m. all.
= Rep. vertr., übern.
ſt. auch Hausmeiſterſt.,
beſte Refer. Angeb.
mit Gehaltsang. unt.
W 160 an die Ge=
ſchäftsſtelle. 18494 Erfahrener
Grettromonteur=
Lucbagenff.
ſucht Stellung. Ang.
u. W 88 Gſchſt. / 18322 Weiblich Suche für meine
1Sjährige Tochter, die
höh. Schule, ſowie i
Haush.=Schule be=h
ſucht hat, im Kochen,
Nähenu feinenHand=
arbeiten bewand. iſt,
paſſ. Wirkungskreis a
als Haus= V
tochter
in beſſ. Hauſe b. voll. /2
Fam.=Anſchl. Angeb.
unter W 168 an die
Geſchäftsſtelle (11572 Frl., 24 J., die ſchon 2
in beſſ. Hauſe tätig,
im Kochen bewand., /9
ſucht Stelle aisStütze,
mögl. wo Zweitmädch. / 2
vorhanden, zum 1. 13
Auguſt oder ſpäter.
Angebote unt. W 165In
an die Gſchſt. (*18506 of g
Wohnungstauſch) /te v
3Zim.=Wohng. /8
gegen eine
2 Zim.=Wohng.
zu tauſchen geſucht Einf. möbl. Zim.
Angeb. unter W 128 an berufst. ält. Herrn
Geſchäftsſt. 18414sg od. Dame ſ. z. verm Wer tauſcht 3 Zim= Näh. Geſchſt (18517
Wohnung gegen ge=/
räumige 2 Zimmer=Im
Wohnung? Angeb. u. mi
W 156 Geſchſt. ( 1849113 7 Zimmer (In vorn. Wohnlage
L.
Darmſtadts ſchöne,
ſofort beziehbare
7 Zimm.=Wohn. /au
mit groß. Balkon u. ſta
reichl. Zubehör preis= of
A.
wert zu vermieten.
Intereſſenten wollen an die Gſchſt. 18381
ſich unter W 114 an
die Geſchäftsſtelle
wenden. (*11470a 2 Zimmer 2 Zim.=Wohnung Pi.
m. Zubeh., beſchlag=
nahmefr., b. Darmſt.
zu verm. Bedingung
ca. 1500 ℳ Miete im
W 177 Gſchſt. 18535 Möbl. Zimmerg Neue Niederſtr. 13. /500
20c
Hth.,pt., möbl. Zim=
mer zu vm. ( 18503 /Ar Ernſt=Ludwigſtr. 15,
2. Stock, möbl. Zimm.
mit Penſion. *18488
2-3 Himmer-Mohnung
mit Küche, teilw. möbl., beſchlagnahmefr.,
Mäiſce, eiſchehenſf i
erfahrener Kraftfahrer
Schuhmacherei Faltermann, Mühlstr. 2
Orepsohlen billigst! ostosl Bestes Kernled
Alterer,
Kl. 1, 2, 3b, zuverläſſig, nüchtern, länger
Fahr= u. Werkſtattpraxis, gel. Schloſſer,
ſucht alsbald Stellung. Perſönl. Vorſtellg.,
erwünſcht, nimmt anch ſonſt
Vertrauens=
poſten an. a Zeugniſſe. Angebote unter
W 101 an d. Geſchäftsſtell
(18339
zwei große Büroräume
1. Juli zu verm. Separater Eingang,
veres Laden.
(9445a
erſter Büro=Geſchäftslage
Büro
Run Aich Feäst der Hngf
Gefl. Anfragen unter U 155 an
ftsſtelle dieſes Blattes. (10582a
LASLNN
im Zentrum mit Einrichtung, einem
großen Fenſter, bei billiger Miete
abzugeben. Angebote u. W 172 an
die Geſchäftsſtelle ds. Bl. (18523
nöbl, elektr. 2.,
Garten, per
g. z. vermieten
Zuſchriften u.
aue.
e18501)
vm.
(11348a
We 19.
rmieten. Anzuſeh.
—10 u. ½2—4 Uhr.
(18494)
Geſchäft
NiS
ſein Haus
evtl. mit Geſchäft od.
ſonſt. Anweſen hieh
od Umgeb ? Nur
n=
gebote direkt vomBe‟
ſitzer unter V 28 an
den Verlag (I.11564
Haus=u. Grundbeſitz
Frankfurt a. M , Zeil 51,
Protſielle
Ladengeſchäft mit
Werkſtatt, ſehr gut
gehend, m. alt. treuer
Kundſchaft, iſt zu
ver=
kaufen. Käufer wird
eingearbeitet. Zur
Uebernahme ſind2:00
Mk. erforderl. Angeb.
unt. W 181 Geſchſt.
18552
Gr. Anzahl Khaki=,
Campbell= und Ind.
Laufenten, w. a.
Leghorn=Kücken, 4-7
Wochen alt, zu veik.
Jachtmann,
Gutenbergſtraße 35,
(*18536)
Kleintier=Zuchtplatz,
Kranichſteinerſtr.,
umſtändeh. mit oder
ohneleb. Invent.,beſt.
a. Hühnern, Tauben
und Kaninchen, auch
einz., günſtig abzug.
Näheres
Pankratius=
ſtr. 35, III. (*18516
Riemtädien Tuun
nächt der Annaſtr. (Saalbauſtr.), Miete
pro Jahr 7500 ℳ, Anzahlg. 15 000 ℳ, billig
zu verkaufen. Näh. durch den Beauftragt.
„e
Voraus. Angeb. unt. Im Induſtrie=Viertel Frankſurts gutgeh=
Wirtschaft
Selpstkäufer
cht
HAUS
n guter Lage. Beziehbarkeit vorerſt nicht
nötig. Anz. ℳ 10—-15000. Angebote unter
(e18558
W 183 an die Geſchäftsſtelle.
70
UN SMak
Nummer 195
Sonntag, den 15. Juli 1928
Geite 14
Kataſtrophen=Sommer 1928.
Reich und Ausland.
Schwerer Zug=Zuſammenſtoß.
Reichenberg. Ein folgenſchwerer
Zugzuſam=
r—nſtoß ereignete ſich am Freitag früh im
Reichen=
diger Hauptbahnhof. Ein Güterzug fuhr auf einen
hirltenden Laſtzug mit derartiger Gewalt auf, daß
13. Wagen völlig zertrümmert wurden. Da die Wagen
mt Gütern aller Art voll beladen waren, iſt ein
Mil=
ſienenſchaden entſtanden.
Zeehn Perſonen bei einem Autounglück in Köln
verletzt.
Exploſion der Pulver=
Trocken=Räume in der
HaßlocherPulverfabrik
Bis jetzt 4 Tote, 8 Schwer= und
16 Leichiverletzte.
der im weiteren Umkreis befindlichen Gebäude
wur=
den durch den gewaltigen Luftdruck zertrümmert.
Die Feuerwehren der Umgegend ſind ſofort an die
Unfallſtelle geeilt, um die unter den Trümmern
be=
grabenen Arbeiter zu bergen und das ausgebrochene
Feuer einzudämmen. Bis jetzt ſind vier Tote,
acht Schwer= und 16 Leichtverletzte
ge=
borgen worden. Die Verletzten ſind in das Wert=
Köln. Am Freitag ſtieß an der Kreuzung der
FFälpicher= und Roon=Straße ein aus Efferen
kommen=
drr Autobus mit einer aus der Roon=Straße
kommen=
di Kraftdroſchke zuſammen. Der Zuſammenſtoß war
ſo heftig, daß nicht nur ſämtliche Scheiben des
Auto=
z. ſſes, ſondern auch das rechte Hinterrad völlig
zer=
immert wurden. Die Kraftdroſchke iſt wenig
beſchä=
dst worden. Der Autobus war von Landleuten aus
g feren beſetzt, die Gemüſe und Obſt nach Köln auf
dmr Markt bringen wollten. Von den Inſaſſen des
Eagens trug der Autoeigentümer die ſchwerſten
Ver=
exungen davon. Er wurde mit den übrigen neun im
Amtobus durch herumfliegende Glasſplitter mehr oder
naniger ſchwer Verletzten nach dem Auguſtahoſpital
glbracht. Der Lenker der Autodroſchke wurde der
Polizei vorgeführt.
Schwerer Straßenbahnzuſammenſtoß.
Hamburg. Am Freitag nachmittag ereignete
ich in Lokſtedt ein ſchwerer
Straßenbahnzuſammen=
ß, bei dem zahlreiche Perſonen verletzt wurden,
ſemunter drei ſchwer. Das Unglück ereignete ſich an
einter ſehr unüberſichtlichen Stelle.
Der Enkel des Turnvaters Jahn zu Beſuch
in Deutſchland.
Oberſtein a. d. Nahe. Hier traf eine Gruppe
drattſch=amerikaniſcher Turner mit dem in Amerika
ſeSenden Enkel des Turnvaters Jahn, Friedrich
Lud=
vyg Jahn, ein. Jahn wurde unter dem Jubel der
Bt=völkerung durch die feſtlich geſchmückte Stadt nach
derm Rathaus geleitet, wo ein Empfang durch die
k:ſdtiſchen Behörden ſtatfand.
Berhaftung des Mörders der beiden Lehrerinnen
im Schwarzwald?
Stockach (Engen). Hier trafen ſich am
Don=
t—stag zwei Wanderburſchen namens Rumpel und
Miſel, beide in den zwanziger Jahren und von
Be=
uF Metzger. Sie wanderten zuſammen weiter und
ikernachteten auf einem Weizenacker zwiſchen
Eigel=
ingen und Münzingen bei Stockach. Vor dem
Ein=
alafen erzählte Meiſel dem Rumpel, er ſei der
NSrder der beiden Lehrerinnen von der
Weißtann=
ölhe und gab ihm eine genaue Schilderung des
Her=
ganges der Tat. Am Freitag früh um 5 Uhr machte
Kumpel ſich auf den Weg nach Stockach, wohin Meiſel
wahkommen wollte. Meiſel erſchien jedoch nicht.
Hier=
u: erſtattete Rumpel Anzeige bei der Polizei. Es
ge ang der Gendarmerie auch alsbald, Meiſel
feſtzu=
reSmen. Bei der Vernehmung im Amtsgericht
Saockach beſtritt Meiſel zwar nicht die gemachte
Aus=
anre, ſuchte ſie aber als einen Scherz hinzuſtellen.
wurde gegen ihn Haftbefehl erlaſſen. Auffallend
ſt. daß Meiſel ſeit dem 31. Mai keinen Stempel in
eimem Wanderbuch hat. Ob es ſich nun bei ihm
v—klich um den Täter handelt, wird die genauere
Interſuchung feſtſtellen müſſen.
Ein Wilddieb von einem Förſter erſchoſſen.
Halberſtadt. Im Huywald, in der Nähe des
darfes Röderhoh, wurde geſtern früh der als
Wild=
ſib bekannte Arbeiter Kubuak aus Eilenſtädt von
ſem Pritatförſter Dröſe nach heftigem Kampf in der
Katwehr erſchoſſen. Auch der Bruder des Kubuak iſt
m. Jahre 1917, bei dem Verſuch, einen Landjäger zu
Stwlchen, von dem Landjäger in der Notwehr
er=
choſſen worden.
Zwei Bergleute verſchüttet.
Goslar. In dem zu den Unterharzer
Berg=
n= Hüttenwerken gehörigen Bergwerk Rammelsberg
we vorgeſtern abend zwei Bergleute durch
herabfal=
endes Geſtein verſchüttet worden. Der eine konnte
ur als Leiche geborgen werden, der andere ſtarb eine
himnde ſpäter im Krankenhaus. Beide ſtammen aus
Zueslau.
Schweres Verkehrs=Unglück
im Südharz.
EEin Autobus in eine Lokomotive gerannt.
Nordhauſen. Nach von der
Bahnverwal=
ung der Südharzbahn in Braunlage gewordenen
Eiſteilungen, ſoll das Verkehrsunglück bei
Walken=
e), ein fünftes Todesopfer gefordert haben. Von
en. Verletzten iſt inzwiſchen der größte Teil wieder
uil ſſen worden. Die Unterſuchung des Unglücksfalles
trh= durch die Braunſchweiger Staatsanwaltſchaft
ffüchrt.
* Haßloch, 14. Juli. (Eig. Drahtber.)
In der 11. Vormittagsſtunde des heutigen
Samstag ſtieg über den Haslocher Bergen eine
Rauchſäule auf, die wieder einmal ein
Un=
glück in der Haßlocher
Pulver=
fabrik ankündigte. Es ſind gerade zwei
Jahre her, ſeit die Pulverfabrik Haßloch durch
eine Exploſion vollkommen vernichtet wurde.
Aus bisher unbekannter Urſache brach heute
vormittag im Abfüllraum eine Exploſion
aus, die einen Brand im alten Teil der
Fabrik zur Folge hatte. An Verletzten
ſind bisher etwa acht zu beklagen.
Ob auch Perſonen getötet wurden, läßt ſich bis
zur Stunde noch nicht feſtſtellen.
Schwer=
verletzt wurde der Pfarrer von Schollbrunn,
der nach Bekanntwerden des Unglücks gleich
zur Unglücksſtätte eilte. Zur Stunde ſteht die
Fabrik noch in hellen Flammen.
Ergänzend wird uns hierzu gemeldet: Aus
bis=
her noch nicht feſtgeſtellter Urfache explodierten die
zur Fabrik gehörigen Trockenräume, in denen das
Pulver zum Trocknen aufbewahrt wird. Eine große
Anzahl von Fabrikgebäuden ſowie das
Maſchinen=
haus wurden zum Teil zerſtört. Die Fenſterſcheiben
Automobilunglück an der Furka=Straße.
Baſel. Am Freitag ſtießen an der Furka=
Straße zwei Kraftwagen zuſammen. Der eine, der
mit fünf Perſonen beſetzt war, ſtürzte in die
hoch=
gehende Reuß. Vier Inſaſſen konnten geborgen und
in Andermatt ins Krankenhaus gebracht werden,
während eine im 40. Lebensjahr ſtehende Frau Bloch
aus Brünn in der Tſchechoſlowakei von den Fluten
fortgeriſſen wurde. Ihre Leiche konnte bisher nicht
geborgen werden.
heimer Krankenhaus eingeliefert worden. Zur Zeit
des Unglücks betrug die Belegſchaft etwa 130 Mann
und man befürchtet, daß noch weitere Opfer des
Exploſionsunglücks unter den Trümmern liegen.
Eine franzöſiſche Pulverfabrik
in die Luft geflogen.
Paris. Ein ſchweres Exploſionsunglück
ereig=
nete ſich am Freitag abend in der Staatl.
Pulver=
fabrik Bergerage bei Bordeaux. Die Bevölkerung
wurde durch einen dumpfen Knall in Schrecken
ver=
ſetzt, dem unmittelbar darauf eine mehrere hundert
Meter hohe Stichflamme folgte. Der größte Teil der
Pulverfabrik flog in die Luft. Die in der Nähe
be=
findlichen Häuſer wurden eine Beute der Flammen.
Eine große Anzahl der Wohnungen mußte geräumt
werden. Das Unglück iſt auf die Entzündung von
Pulver durch die große Hitze, die in den letzten
bei=
den Tagen auf 40 Grad ſtieg, zurückzuführen.
Zahl=
reiche Anwohner der Pulverfabrik erlitten
Ver=
letzungen, hauptſächlich an Armen und Beinen. Etwa
50 Perſonen, darunter mehr als die Hälfte Kinder,
mußten in die Krankenhäuſer gebracht werden. Im
Augenblick der Exploſion befanden ſich nur zwei
Ar=
beiter in dem betreffenden Lager, die ſchwer
ver=
brannt wurden. Etwa 13 Perſonen wurden ernſthaft
verletzt. Das Feuer griff auch auf die Gasfabrik
über, konnte aber hier raſch gelöſcht werden. Zwei
andere Fabriken wurden durch die Feuerwehren
ge=
rettet. Der Schaden beläuft ſich auf mehrere
Mil=
lionen Franken.
50 Kinder beim Einſturz eines Hauſes
ver=
unglückt.
Greenville (Alabama). Das zweite
Stock=
werk einer außer Betrieb befindlichen
Baumwollreini=
gungsanſtalt, die gegenwärtig als Unterkunftshaus
für Aufſeher benutzt wird, ſtürzte plötzlich aus noch
ungeklärter Urſache ein. Ctwa 50 Kinder, die ſich auf
einem Ausflug befanden, ſtürzten in das erſte
Stock=
werk hinab und wurden ſämtlich verletzt, darunter
zehn ſchwer.
Die größte Beton=Halle der Welt.
Die neue Großmarkthalle in Frankfurt a. M.
iſt nicht nur die modernſte ihrer Art, ſondern ſtellt auch die größte Betonhalle der Welt dar.
Der kürzlich vollendete Bau bereichert das Stadtbild von Frankfurt um eine neue Note.
700=Jahrfeier der Stadt Xanten.
Blick auf das Clevertor in Xanten.
Das niederrheiniſche Landſtädtchen Xanten — nach dem Nibelungenliede der Geburtsort
Sieg=
frieds — begeht am 29. Juli ſein 700jähriges Stadtjubiläum. Doch ſchon vor ſeiner Erhebung zur
Stadt hat Xanten mehrfach hiſtoriſche Bedeutung gehabt. Zurzeit zählt das am Rhein prachtvoll
gelegene Städtchen etwa 5000 Einwohner.
Grubenunglück
in Holland.
8 Tote, 5 Vermißte. — 302
Ar=
beiter in bewußtloſem Zuſiand
gerettet.
Heerlen (Limburger Bergwerksbezirk), 14. Juli.
Auf der Prinz=Hendrik=Grube hat ſich heute
nacht ein ſchweres Bergwerksunglück ereignet. Bis
jetzt konnten acht Tote an die Oberfläche gebracht
werden. Wahrſcheinlich haben noch fünf andere
Bergarbeiter, die bisher noch nicht aufgefunden
wer=
den konnten, ebenfalls den Tod gefunden. Da
fer=
ner von den im St. Joſefs=Krankenhaus in
Heer=
lem aufgenommenen Bergarbeitern einer ſo ſchwere
Verletzungen aufweiſt, daß an ſeinem Aufkommen
gezweifelt wird, dürfte die Zahl der Todesopfer
ver=
mutlich 14 betragen. Unter den Getöteten befindet
ſich auch ein Mitglied der Rettungsmannſchaft, das
nach Bergung eines Kameraden den Heldentod in
der Grube fand. Die angeſtellte Unterſuchung hat
ergeben, daß die Kataſtrophe geſtern nachmittag um
2 Uhr eintrat. In dem Bergwerk muß ſich
Gruben=
gas gebildet haben, das plötzlich zu einer Exploſion
führte. Dieſe entſtand in einem Schacht, der 537
Meter unter der Oberfläche liegt, und erfolgte
ge=
rade zur Zeit des Schichtwechſels. Ungefähr 302
Ar=
beiter konnten von der ſofort in den Schacht
hinab=
geſtiegenen Rettungsbrigade allmählich in
bewußt=
loſem Zuſtande an die Oberfläche gebracht werden,
wo die meiſten von ihnen nach einiger Zeit wieder
ins Leben gerufen wurden. Nach Bekanntwerden
des Unglücks wurde die Prinz=Hendrik=Grube von
der Gemeinde= und Militärpolizei in weitem
Um=
kreis abgeſperrt.
Zwei Todesopfer der Hitze in Berlin.
Die Hitze hat im Laufe des geſtrigen Tages in
Berlin zwei Todesopfer gefordert. In der
Seydel=
ſtraße brach plötzlich der Buchdrucker Engelhardt
zu=
ſammen. Ein hinzugerufener Arzt konnte nur noch
den Tod infolge Hitzſchlages feſtſtellen. Weiter erlitt
der Reiſende Julius Cohn einen tödlichen Hitzſchlag.
Bluttat eines entwichenen Gefangenen.
Berlin. In der Nacht zum Samstag wurde
an der Peripherie von Berlin, in der Kolonie
Eggers=
dorf bei Strausberg, ein ſchweres Verbrechen
ver=
übt. Ein Strafgefangener, der aus dem Zuchthauſe
Gollnow ausgebrochen war, drang, mit einem
ſchweren Beil bewaffnet, in ein Lebensmittelgeſchäft
ein und überfiel die Beſitzerin und der 19jährigen
Sohn, die beide ſchliefen. Er verletzte die Frau
lebensgefährlich, verwundete auch den Sohn, mit dem
er in ein Handgemenge geriet, erheblich und ergriff
dann die Flucht. Er wurde von einem Oberlandjäger
ergriffen und ins Amtsgericht übergeführt.
Brand in den Rahmawerken.
Altona. Bei dem Großfeuer in den
Rahma=
werken, das in der Nacht zum Samstag zum
Aus=
bruch kam, iſt ein 80 Meter langer und 20 Meter
tiefer Holzſchuppen, der mit Kiſten und Fäſſern voll
gefüllt war, zu zwei Dritteln verbrannt. 40 Meter
von dem Brennenden Schuppen lag ein Gebäude, in
dem ſich 30 000 Liter Benzin befanden. Es war durch
die furchtbare Hitze ebenfalls ſtark gefährdet. In
höchſter Eile wurden infolgedeſſen der brennende
Schuppen und die übrigen gefährdeten Gebäude von
der Feuerwehr mit 14 Schlauchleitungen unter Waſſer
genommen. Die Hitze auf der Brandſtelle war ſo
ſtark, daß ſich die Feurwehrleute gegenſeitig mit
Waſſer aus den Schläuchen naß halten mußten. Nach
zweiſtündiger angeſtrengteſter Arbeit war die Gefahr
beſeitigt. Die Ermittlungen über die
Entſtehungs=
urſache ſind noch nicht abgeſchloſſen. Ein zweites
Großfeuer rief die Altonaer Feuerwehr nach der
Fiſchräucherei von Wilcken, wo gleichfalls großer
Schaden angerichtet wurde.
Großfeuer in einer Mietskaſerne.
Vorgeſtern nacht brach in einem Hauſe in Soltan
bei Harburg ein Großfeuer aus, das mit ſehr großer
Schnelligkeit um ſich griff. Die im Hauſe wohnenden
ſieben Arbeiterfamilien, zuſammen etwa 40 Perſonen,
konnten ſich, teilweiſe nur mit dem Hemd bekleidet,
in Sicherheit bringen. Mehrere Kinder konnten nur
dadurch gerettet werden, daß man ſie aus dem Fenſter
warf und mit Sprungtüchern auf der Straße auffing.
Die Feuerwehr beſchränkte ſich auf den Schutz der
Nachbarhäuſer, da das Mietshaus nicht mehr zu
retten war.
Neue Radioerfindung ſiellt genaue
Lage jedes fliegenden Flugzeuges
feſi.
Profeſſor Georg Cſorba,
ein ungariſcher Gelehrter, hat einen Apparat
erfun=
den, um die geograhiſche Lage eines in der Luft
be=
findlichen Flugzeuges genau zu beſtimmen. Die
Be=
dingung iſt allein, daß man die Wellenlänge zweier
bekannten Radio=Sendeſtationen kennt. Die
Beſtim=
mung erfolgt ohne Mathematik, rein mechaniſch durch
Ableſen auf Skalen in wenigen Augenblicken. Der
„Radiograph” wird ſich auf dem Gebiet der Luftfahrt
einer koloſſalen Verbreitung erfreuen, da an einem
großen Teil der vorgekommenen Flugkataſtrophen
die mangelhafte Orienterungsmöglichkeit ſchuld hatte.
Nummer 195
Seite 12
Sonntag, den 15. Juli 1928
Das Eiſenbahmunglück bei Bar ſur Aube.
Drei Perſonen bei einem Flugzeugunglück
Schweres Automobilunglück bei Andermatt.
Vier Tote bei dem
Flugzeug=
abſturz in England.
London, 14. Juli.
Bei dem Flugzeugabſturz bei Purley ſind, wie
ergänzend zu berichten iſt, von den ſechs Inſaſſen
vier, darunter zwei Frauen, getötet und zwei verletzt
worden. Unter den Getöteten befindet ſich auch ein
Vertreter der Aeronautiſchen Inſpektionsabteilung
des Britiſchen Luftfahrtminiſteriums. Bei den
übri=
gen Perſonen handelt es ſich durchweg um
Ange=
ſtellte des Croydoner Flugplatzes. Die beiden
Flug=
deugführer ſind der Kapitän Spafford und ein
Me=
chaniker. Wie nunmehr bekannt wird, fing das
Flug=
zeug nach dem Abſturz Feuer. Es herrſchte eine
derartige Hitze, daß es anfangs nicht möglich war,
näher als auf 10 Meter an die Maſchine
heranzu=
kommen. Als die beiden Verletzten aus ihrer Lage
befreit worden waren, ſtellte es ſich heraus, daß es
unmöglich war, an die in der Kabine befindlichen
Paſſagiere heranzukommen. Es blieb zunächſt nichts
anderes übrig, als abzuwarten, bis die Feuerwehr
auf dem Platz erſchien. Nach Ablöſchen des Brandes
wurden vier Leichen geborgen. Man glaubt, daß die
Verunglückten auf der Stelle getötet worden ſind.
Schweres Touriſtenunglück am Breithorn.
Zermatt. Am ſogenannten Junggrat des
Breithorns verunglückten am Freitag vier Touriſten
aus Paris, die führerlos die Beſteigung von der
Gandegghütte aus unternommen hatten. Kurz vor
dem Breitgrat bemühten ſie ſich mehrere Stunden
lang vergeblich, ohne weiter zu kommen. Bei einer
Traverſierung ſtürzte der erſte Touriſt ab und riß die
anderen drei zirka 500 bis 600 Meter mit in die Tiefe,
wobei drei in einen Großen Schrund fielen, während
der bierte auf dem Eiſe liegen blieb. Man beobachtete
vom Gorrergrat aus Butſpuren und 3 Eispickel, die
ſich in der Nähe der Verunglückten befanden. Von
Zer=
matt iſt in der Nacht zum Samstag noch eine
Ret=
tungsmannſchaft von neun Mann und von der
Rüf=
felalp eine ſolche von drei Führern nach der
Unglücks=
ſtelle abgegangen und dort bereits eingetroffen. Die
beiden Rettungsexpeditionen ſind bereits wieder im
Abſtieg begriffen, nachdem wahrſcheinlich keine
Mög=
lichkeit mehr beſtand, die Touriſten noch lebend
anzu=
treffen. Geſtern früh ging von Zermatt aus noch eine
weitere, aus elf Führern beſtehende Expedition ab.
Paris. Nach den Morgenblättern hat die
Eiſenbahnkataſtrophe bei Bar ſur Aube einen
bedeu=
tend größeren Umfang, als das Communigué der
Oſtbahngeſellſchaft durchblicken läßt, das nur von
neun oder zehn Verletzten ſprach. Die Lokomotive iſt
eine vier Meter hohe Böſchung hinuntergeſtürzt,
gefolgt von dem Tender, zwei Pachwagen und einem
Wagen 1. und 2. Klaſſe. Die folgenden Wagen
ent=
gleiſten gleichfalls und wurden beſchädigt. 18
Per=
ſonen ſind bereits in die Krankenhäuſer eingeliefert
worden, die meiſten davon mit Brandwunden, die
durch den der Lokomotive entſtrömenden Dampf
ver=
urſacht wurden. Ein zehnjähriges Kind iſt ſeinen
Verletzungen erlegen. Unter den Schwerverletzten
befinden ſich fünf Amerikaner, ein Engländer und ein
Belgier; die übrigen ſind Franzoſen. — Laut „
Jour=
nal” ſind ſpäter auch der Heizer des Zuges und ein
Reiſender im Krankenhaus geſtorben. Nach dem
Er=
gebnis der erſten Unterſuchung ſoll der Unfall auf
ein zu plötzliches Bremſen zurückzuführen ſein. Dies
wird jedoch von dem ſchwevverletzten Lokomotivführer
beſtritten, der die Schuld am Unfall vielmehr dem
ſchlechten Zuſtand des Gleiſes zuſchreibt. Die Strecke
war durch die Wagentrümmer vollſtändig geſperrt.
Raubüberfall an Bord eines franzöſiſchen
Kreuzers.
Paris. Nach einer Havasmeldung aus
Schang=
hai drangen in der Nacht zwei Matroſen an Bord
des franzöſiſchen Kreuzers „Mitchelet” in die Kabine
des Zahlmeiſters ein. Sie ſchlugen den Zahlmeiſter
mit einem Schraubenſchlüſſel nieder und verſuchten,
ihn zu erdroſſeln. Dann ſuchten ſie den Kaſſenſchrank
zu öffnen. Ein Offizier, der durch den Lärm geweckt
worden war, veranlaßte die Feſtnahme der beiden
Räuber.
Schwerer Unfall eines franzöſiſchen Militär=
Flugzeuges.
Paris. In einem Vorort von Chartres ſtürzte
ein Militärflugzeug in einen Garten. Der eine
Flügel durchſchlug das Dach einer Gartenlaube, in
der eine Familie beim Mittageſſen ſaß. Während
die Beſatzung des Fugzeuges glimpflich davonkam
(nur ein Mann wurde verletzt), wurde der in der
Laube ſitzende Mann getötet und ſeine Frau und
ſeine Tochter ſchwer verletzt.
London. Bei einem Verſuchsflug einer bleinen
Maſchine der Imperial Airway, die für den
Flug=
verkehr von London zum europäiſchen Kontinent
vor=
geſehen war, ſtürzte das Flugzeug über dem Flugplatz
bei Purery plötzlich ab. Insgeſamt ſollen ſich außer
dem Piloten fünf Perſonen, ausſchließlich
Mitglie=
der der Imperial Aivway, an Bord befunden haben.
Soweit bisher bekannt iſt, ſind drei von den Inſaſſen
getötet worden, während der Pilot ſchwer verletzt
worden ſein ſoll.
Geſtrandeter engliſcher Kreuzer.
London. Der engliſche Schlachtkreuzer „
War=
ſpite” iſt in der Nähe der Inſel Skiaplos im
Aegäi=
ſchen Meer auf einen Felſen gelaufen. Der Boden
des Kreuzers wurde erheblich beſchädigt, ſo daß
mehrere Doppelzellen voll Waſſer gelaufen ſind. Das
Schiff mußte nach Malta zur Repavatur zurückkehren.
Nach Mitteilung der engliſchen Admiralität war der
Felſen angeblich nicht auf der Seebarte verzeichnet. Er
könnte ſeinen Urſprung in den Bodenbewegungen
haben, die durch die jüngſten Erdbeben verurſacht
worden ſeien.
Brennender Dampfer.
Rom. Der engliſche Frachtdampfer „
Rawens=
point” iſt kurz nach der Ausfahrt von Caſtellammare
die Stabia mit einer Ladung Mais in Brand geraten.
Da das Feuer auf hoher See nicht gelöſcht werden
konnte, ſuchte der Dampfer den Hafen von Neapel
auf, wo die Hafenfeuerwehr nach fünfſtündigen
An=
ſtrengungen den Brand löſchen konnte. Indeſſen iſt
im Schiffsinnern großer Sachſchaden entſtanden.
Ein mexikaniſcher Flieger abgeſtürzt.
New York. Kapitän Carranza, der bekannte
mexikaniſche Flieger, der am Donnerstag abend zu
einem ununterbrochenen Flug von New York nach
Mexiko=Stadt geſtartet war, iſt bei Meuntholly (New
Jerſeh) abgeſtürzt. Seine Leiche iſt in einer
Wal=
dung neben dem vollkommen zertrümmerten Flugzeug
aufgefunden worden. Anſcheinend iſt Carranza in
einen Gewitterſturm geraten. Bei dem Fluge
Car=
vanzas handelte es ſich um einen Höflichkeitsflug in
Erwiderung des Beſuchs Lindberghs in Mexiko.
Baſel. Bei Andermatt ſtürzte ein Automobik
in die hochgehende Reuß. Während der Führer mit
dem Schrecken davonkam, wurde eine Frau Bloch aus
Brünn getötet. Die drei übrigen Inſaſſen erlitten
leichte Verletzungen. Der Unfall entſtand dadurch,
daß das Automobil von einem zweiten Kraftwagen
beim Ueberholen geſtreift wurde.
* Der abgeſchreckte Selbſtmordkandidat.
(aga) NewYork. Vernehmet, geneigte Leſer,
die teils trübſelige, teils ergötzliche Geſchichte von
Philipp Leary aus New York, der beſchloſſen hatte,
dem irdiſchen Jammertal auf immer zu entfliehen.
Der Ausweg führte ihn direkt in den von der
be=
kannten Brooklyn=Brücke überſpannten Eaſt River,
der Alt=New York von der Langen Inſel trennt,
Eine Weile ſah es ſo aus, als ſollte Philipp Learc
ſein Ziel erreichen. Aber ein Poliziſt hatte ihn es.
ſpäht, und in der an ſich durchaus berechtigten
Mei=
nung, es handle ſich um einen Ertrinkenden, wach
er Leary von benachbarten Dock aus ein Seil zu.
Leary rührte es nicht an. Das Seil verſank neben
ihm. Leary griff nicht danach. Der Poliziſt zog e)
raſch ein und ſchleuderte es zum zweitenmal dem
Ertrinkenden zu. Wiederum lehnte Leary ab. Jetzt
ging dem Schutzmann ein Licht auf, er zog ſeinen
Revolber und rief Leary zu, wenn er nicht ſofort
aus dem Waſſer herauskomme, werde er ihm eine
blaue Bohne in den Leib jagen. Und Leary, der ins
Waſſer geſprungen war, um ſich umzubringen, beeilte
ſich, der Aufforderung nachzubommen, um nicht
um=
gebracht zu werden. — Das iſt gerade lachhaft. Aber
der einſichtsvolle Menſch wird Herrn Learys
Ge=
bahren zu würdigen wiſſen. Es muß doch wohl
recht ſtörend ſein, wenn man ſich ſchon mal auf eine
gewiſſe Todesart verſteift, alle Vorbereitungen
ge=
troffen hat und auf dem beſten Wege iſt, daß dann
einer kommen und einem mit einer anderen drohen
ſollte. Und überhaupt, wie kann der Menſch gerade
jetzt ſterben wollen, wo wir eben dicht vor dem
leider nur alle vier Jahre wiederkehrenden heiteren
Erlebnis einer Präſidentenwahl ſtehen und ſämtliche
Clowns der politiſchen Arena ihr Beſtes tun, um
uns zu amüſieren? Wir empfehlen Herrn Leary,
mit der Ausführung ſeines Planes mindeſtens bis
Nobember zu warten.
Sie können Federn und
Daunen nicht nach dem
Gewicht, sondern nur nach
derFüllkraft beurteilen, Im
größten Spezialhaus
erhal-
ten Sie Qualitäten, die
allen Ansprüchen genügen
und sehr preiswert sind.
Doppelt gewaschene
Bettfedern u. Daunen
Federn:
1.85 2.10 3.—
Halbdaunen:
4.50 5.75 6.50 7.50
9.— 10.50
Daunen:
10.— 14.— 19.—
Deckbetten
mit echt farbg. Inlett, fertig gefüflt-
Federfüllung:
19.50 23.— 29.— 31.—
Halbdaunen:
35.— 41.— 45.— 50.—
Daunen:
47.— 59.— bis 81.—
Füllung im Beisein des Käufers.
Matratzen
Zteil. mit Keil, eigene Anfertigung
Seegrag:
23.— 31.— 37.— 41.—
Wolle:
29.- 38.- 44.: 48.- 59.-
Kapook:
79.- 87.- 95.- 110.- 130.-
Haarmatratzen130.-bis215.-
Kinder -Betten, Metall-
Betten, Messing-Betten,
Stepp-Decken in
unüber-
troffener Auswahl.
Spoan
Bonott Iar
Markt 11
Darmstadt
Markt 17
Gelegenheitskauf!
Original
(11552
Mädler-Schrankkoffer
ſtatt 600 Mk. für 300 Mk.
Koffer-Arnold
nur Grafenſtraße 23 nächſt R einſtraße
HOLZBOOTS
von ℳ 200.- an und hbher,
Kanadier=Kajaks, Motor= und
Segelboote, Aucrüſtung, und
Bekleidung
(5599a
Fport-Adelmann, Darmstadt.
g.h. Zin
30 Mk. zu leih. geſ.
Angebote unt. W 170
Geſchäftsſt. (*18528
Darlehen
an Beamte u. kaufm
Feſtbeſoldete zu 9%
in 12 Monatsraten
Hypothek. z. d. günſt
Bedingung, Strengſte
Diskret. Max Weber,
Vertretung,
Viktoria=
raße 45, part. (9091=
2. Hhhoiheren.
Günſtige Bedingungen bei hoher Beleihung
und ſchnellſter Erledigung.
(1744a
HANS HELDMANN, Bankvertreter,
Darmſtadt, Schießhausſtr. 52, Telepb. 4251
Ke
oder ohne
Emaille=
wanne zu kf. geſ.
An=
geb. u. W 166 Geſchſt.
(*18508)
Gebrauchtes, guterh.
imenrad
zu kaufen geſucht
Angebote u. W. 15
an die Gſchſt. (*1849
Buterhalt. Mädchenrad
zu kauf geſ. Ang. W
175 Geſchſt. (*1852
Großer Kaſtenwag.,
zweiſpännig, gegen
Laſſe zu kaufen geſ.
Angeb. erb. u. W 171
aind. Geſchſt. (*18520go
Aucſerzeits
mit Kartenkaſten zu
kaufen geſucht.
Angebote an Firme
Lippmann May
Weiterſtädterſtr. 70.
(11580a
Wir kaufen
gebrauchte
aufend
(11575a
Nad=Riſtel
Max Freund
Akt.=Geſ.
Pfungſtadt.
Gut erhalten., gebr.
Rohlenbadepfen
mit Miſchbatterie u.
Brauſe zu kaufen geſ.
Ludwig Kling
Luiſen=Straße 2
Telephon 2822 (18538
Gumietengeſicht
Suche per Anguſt
Laden
m. Lagerräume und
groß. Keller zuſamm.
oder getrennt. Ang.
u. W 146 Geſchäftsſt.
18454sg)
Zeſ. ſchöne 3-4 3=
Wohn. Nähe Rheinſt.
Geb. ſchöne 5 Zim.=
Wohng. in gut. Lage
Angebote u. W 174
an die Gſchſt. (*18525
Schöne 3 Zim.=
Woh=
nung von Krim.=
Be=
mmten alsbald zu miet,
geſucht. Hausv. kann!/ 6 echte Leder=
Nordo bevorz, Ang. u. ) Wundervolles
W 180 Gſchſt. 18547
Wer gibt jung.
Ehe=
paar (Arbeiter) aus
achtb. Eltern (in d.
Stellg.) 1 Zimmer
u. Küche, leer oder
teilw. möbl. ? Auch
in der Nähe
Darm=
ſtadts. Angeb. unt.
W84 Gſchſt. (18310fg
Suche perſof. od. ſpät.
beſchlagnahmefreie
3—4 Zimmer=
Wohnung
Bahle Miete voraus,
evtl. auch Abſtand.
Angebote u. W 178
an die Gſchſt. (11592
Möbl. Zimmer
wird von junger,
ge=
ſchäftlich tätig. Dame
für den 1. Aug. d. J.
geſucht. Evtl, käme
auch teilweiſe oder
volle Penfton in
Frage. Lage Nähe
Sandſtraße bevorz.
Angeb. mit Preis u.
W 144 an die
Ge=
ſchäftsſtelle erbeten.
(11520a)
Vorteilhaftes
Angebotl
Schlafzimm.
echt eiche, komplett,
mit weißem Marmor
und Kristallfacette
spiegel
Mark 490.—
Möbelhaus
L., Menger
Darmstadt
Bleichstr. 17. (2748a
Habe billig
ab-
zugeben=
Zinkbadewanne 30.. Gaskocherm.
Schrank
30.-
1 Gasheizofen 9.50
1 Spülapparat 4.50
1Gaspendel 3.—
Ludwis Kling
Inſtallationsgeſchäft
Bauſpenglerei/ 18538
Luiſen=Straße 2
Fahrrad
faſt neu, z. verk. 40.X
Viktoriaſtr. 72, III. r.
*18548)
Ausnahme=
Angebot!
Speilezimmer
echt eiche, mit
kauk. nußb. pol.
Türen,
Büfettm rundem
Vitrinenaufſatz,
verdeckte
Silber=
käſten, Kredenz,
Auszugtiſch,
übernomm. werden. / ſtühle. 18562
Modell!
Nur
Mk. 650.-
Möbel-Müller
larbel. 77.30 I.=
penn die
Nen
und Sie hinausfahren aufs Land, ins Gebirge
oder an die See, dann brauchen Sie sich um die
Sauberhalmg und
AuffrischmglhrerKleidngs-
suicke keine Gedanken zuu machen PPersil gibt es
Kberallz und seine-Anwendung ist fürr alle
Wäschearten im höchsten Crade einfach.
B. M. W.
neueſtes Modell,
wenig gefahren,
preiswert abzugeben.
Donges & Wiest.
(11494a)
Gebrauchte Singer=
Nähmaſchine
ſehr guterh.; z. verk.
Beckſtr. 83, pt. (*1854:
Tehr billig zu
ver=
kaufen: 1 pol. Tiſch
Kommode,3 Stühle
einige 100 Darmſtädt
Anſichtskarten, neue
Romane beſt.
Schrift=
ſteller anzuſeh.
Mon=
tag, Dieburgerſtraße
18, 2. Stock. (*18529
Elegantes, aber trotzdem gemütliches
EIAMER
nögl. ſeparat, von jungem Kaufmann geſ.
Unterſtellmöglichkeit für Motorrad
er=
wünſcht. Eilangeb, u. W 154 Gſchft. (*18483
Douglas=
Motorrad
neueres Modell, ſehr
zut erhalten. 111493a
Mathf
Zyl., 5/18 PS., mi
Vierradbremſe, zu
ünſtig. Bedingungen
zu verkaufen. ( 18541
Withelm Hock
Heidelbergerſtr. 44,
Fernſpr. 2090,
platz 3, Verk u. Annahme
von guterh. Kleidern, Mollerſtr. 8, 1. (*18514
Schuhen. Wäſche für
Frauen, Männer u.
Kind. Geöffn. Mont.,
Mittw. u. Freitag v.
10-12 u. 3—6. 8238a Hausfrauenbund. 12 blühende Oleander
mit Kübel und eine
Knoche mühle abzg. Tank=Anlage f. Ben=
zin und Benzol, ein=
wandfrei in Ordnung
günſtig zu verkaufen.
Wilhelm Hock
Heidelbergerſtr. 44
Fernſprecher 2090
*18540) Elektr.=Start u. Licht=
anlage, ſehr gut be=
reift Vorzügl. Berg=
ſteiger, wegen An=
ſchaffung eines ſtärk.
Wagens ſehr bill. zu
verk. Näh. Geſchſt.
(11464a)
Opel 4/16 Ps.
4=Sitzer Opel 7/34 Ps.
5=Sitzer
Opel 10/45 PS
7=Sitzer
Donges & Wiest. Limonſinen u. offen
teils fabrikneuwertig,
ſehr preiswert abzu=
geben. Anfr. an Poſt=
lagerkarte 184, Mainz 1. (*18532
Eiſ. Oefen
4 St., bill, zu verk.
Nd.=Ramſtädterſtr. 79
10—2 Uhr. (*18480
Woog, 14. Juli 1928.
Waſſerhöhe 3,86 m.
Luftwärme 26 C.
(Baſſerwärme vorm,
7 Uhr 24: C.
Woogs=Polizei=Wache.
Verloren
Paket
mit Rech ungen
ver=
loren, bitte abzugeb.
gegen Belohnung
Mornewegſtraße 43,
Hinterh., zwiſchen 2
und 5 Uhr. 18566g
Berloren
Freitag abend zwiſch,
9 u. 10 Uhr auf dem
WegeWendelſtadtſtr.,
Grafenſtr. eine Tula=
Uhr. Geg. gute
Be=
lohu abzugeben bei
Schüßler,
Liebfrauen=
ſtraße 66. (*18563
Kae
Zugelaufen
Airedale-Terrier.
Off. n. W 179 a. d.
Geſchäftsſt. (*18544
Aummer 29
wegung zu ſetzen, um einen Naum auszufüllen, der ein
kleines Vermögen koſtet.” In der Cat haben ſich viele ſehr
bekannte Schriftſteller dieſem einträglichen Gewerbe
zu=
gewendet.
Die Bedeutung, die die Neklame im amerikaniſchen
Ge=
ſchäftsleben gewonnen hat, ſtimmt beſonders nachdenklich,
wenn man bedenkt, wie teuer Inſerate in amerikaniſchen
Seitungen ſind; ſie müſſen demnach zu ganz
außerordent=
lichen Erfolgen führen — ſonſt würde der ſehr gut
rech=
nende amerikaniſche Geſchäftsmann eben nicht inſerieren.
In der „New York =Cimes” koſtet eine ganze Inſeratſeite
zwiſchen 12000 und 20000 Dollars. Das hindert aber
nicht, daß allein die Cheater zei Seiten mit Annoncen
belegen, und 18 Seiten ſind der Stellenvermittlung gewidmet.
Das größte Wochenblatt, die „Saturday Evening Poſt”
nimmt für eine Anzeigenſeite 6000 Dollars, ermäßigt dieſen
Preis aber bei zehnmaliger Inſertion auf „nur” 50000
Dollars. Das Blatt hat eine eigene Senſurabteilung zum
Schutz ſeiner Leſer geſchaffen, um ſie vor betrügeriſchen
Angeboten zu bewahren; dennoch müſſen die Anwärter auf
einen Inſeratenplatz oft Monate warten, ehe ihr dringender
Wunſch, viele tauſend Dollars für Inſerate anzulegen,
er=
füllt werden kann. Als vor einiger Seit eine Firma aus
beſtimmten Gründen den vorbeſtellten Naum nicht mehr
ausnützen konnte, verkaufte ſie ihn mit hohem Aufgeld an
eine andere Unternehmung und konnte auf dieſe Weiſe aus
der ihr unangenehm gewordenen Inſertionsverpflichtung
noch Gewinn ziehen. Nun ſind die Summen, die für ſolche
Inſerate gezahlt werden, ebenſo groß wie die Vermögen,
die man zum Ankauf eines Grundſtücks anwenden muß.
Wie man auf einem Grundſtück eine Villa nach den
Plänen eines möglichſt tüchtigen Architekten errichten läßt,
ſo muß auch die Bebauung” des Inſeratenraumes nach
amerikaniſcher Auffaſſung von hervorragenden Künſtlern
ausgeführt werden, die ein in Cext, Bild, Umrahmung und
Ausſtattung wie aus einem Guß geformtes Kunſtwerk
ſchaf=
fen können. Inſertionsentwürfe werden nicht mr einzeln,
ſozuſagen handwerklich, hergeſtellt, es gibt auch
Neklame=
agenturen, große Unternehmungen mit mehr als 100
An=
geſtellten, die dieſe merkwürdige Ware „nach allen Negeln
der Kunſt” im Großbetrieb fabrizieren. In dieſen
Neklame=
agenturen herrſcht ſtrenge Arbeitsteilung zwiſchen
Seich=
nern, Malern, Cextſchreibern und ſchließlich
Propaganda=
fachleuten, die die Durchführung eines beſtimmten
Ne=
klamefeldzuges als Creuhänder der den Auftrag erteilenden
Firma leiten. Aber die Neklameagenturen arbeiten nicht
nur in fremdem Auftrag, ſie machen auch für ſich ſelbſt
Propaganda — natürlich wieder durch Inſerate. Da kann
man in Anzeigen dieſer Sirmen ganze Lehrkurſe über
ſchönen, richtigen Druck in unterhaltender Form finden.
Ein Neklamefachmann z. B. veröffentlicht neben guten
Drucktypen abſchreckende Beiſpiele, ein anderer warnt
unter der Ueberſchrift „Der größte, beſte, feinſte” vor dem
Gebrauch aufdringlicher Superlative, vor ſchwulſtigen
Worten für einfache Catſachen; an anderer Stelle wird
darauf hingewieſen, daß ſchließlich jeder kleine Feſtredner
ſeine Anſprache ſorgfältig vorbereitet, und daß man
das=
ſelbe Verfahren unbedingt von einem Inſerenten verlangen
muß, der durch die Seitung zu vielen hunderttauſend
Men=
ſchen ſpricht.
Welchen Wert man in den Vereinigten Staaten
werbe=
kräftigen Schlagworten, ſogenannten „slogans”, beimißt,
beweiſt folgendes Beiſpiel: Die „National Lumber
Manu=
facturers Aſſociation” erließ zur Hebung des
Bauholz=
abſatzes ein Preisausſchreiben, deſſen Ceilnehmer ein
zug=
kräftiges Schlagwort finden ſollten. 200 000 Bewerber
ſchickten 400 000 slogans ein; 200 Einſendungen kamen
ſo-
gar telegraphiſch. Es wurden 56 Preiſe im Werte von
zu=
ſammen 15000 Dollars verteilt, und den erſten Preis von
20000 Mark gewann ein junger Mann für die vier Worte:
„Bewährt durch jahrhundertelangen Gebrauch‟. Das
Aus=
ſchreiben war in 69 Seitſchriften auf über 50 Millionen
Seiten veröffentlicht. Sweifellos wurde dadurch die
all=
gemeine Aufmerkſamkeit auf die Sirma gelenkt. Aber nicht
jeder Neklamefeldzug iſt erfolgreich, und beſonders dann
kann er ſeine Wirkung verfehlen, wenn die Eigenart eines
fremden Volkes nicht berückſichtigt wird.: So verſchwen=
Der deutſche Kaufmonn:
Das Geſchäft geht ſchlecht —
mr kein Geld mehr für Neklame
ausgeben!
ſchreibt z. B.: „Die anerkannte Kunſt, Inſerattexte zu
ver=
faſſen, hat geradezu eine neue Literaturreform geſchaffen,
n der das Neuigkeitselement des Journalismus und die
Wortſparſamkeit der Kurzgeſchichte kombiniert ſind. Die
Neklametreibenden haben gefunden, daß es ſich bezahlt
macht, die beſten Gehirne für die Textgeſtaltung in Be=
Der Onſeratenteil,
das Schlachtfeld der Konkurrenzkämpfe.
Achttägige Veklame für zwei Millionen Mark. — Der
Rieſenerfolg der Großinſerenten. — 20000 Dollars für
eine Anzeigenſeite. — Die „Profeſſoren” der Reklame=
Wiſſenſchaft.
Von Fred C. Villinger.
Nach den bisher vorliegenden Schätzungen
werden die Induſtrien der Vereinigten
Staa=
ten im Jahre 1928 für Inſerate mehr als
eine Milliarde Dollars, alſo weit über vier
Milliarden Mark, ausgeben.
Wenn das Geſchäft ſchlecht geht, der Abſatz ſtockt,
Sor=
gen in das Privatkontor des Chefs einziehen, dann
über=
legt der deutſche Kaufmann, wie er die Unkoſten verringern
kann, und regelmäßig ſchränkt er zunächſt einmal die
Ne=
klameſpeſen ein. Auch der amerikaniſche Geſchäftsmann
kennt ſchlechte Seiten, denn es iſt nicht immer
Hochkonjunk=
tur in dem gewiß ſehr reichen Amerika; aber niemals wird
der business-man jenſeits des Atlantiſchen Ozeans auf den
Gedanken verfallen, gerade ſeine geſchäftliche Propaganda
einzuſchränken, wenn ihm daran liegt, neue Verbindungen
aufzunehmen und die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ſeine
Waren zu lenken. Im „Fachzeitſchriften=Verlag” bezeichnet
Verifex, der dort auf dieſes Chema eingeht, durchaus mit
Necht die Nedensart vom „erſchöpften Werbeetat”, als
eine Phraſe, deren Plattheit im allgemeinen auf die
pro=
pagandiſtiſche Unerfahrenheit des betreffenden
Geſchäfts=
mannes zurückzuführen iſt. Er meint, der Ausländer würde
lachen, wüßte er, wie wenig manche deutſchen Unternehmer
für Neklame ausgeben. Es iſt bei allen Geſellſchaften
üb=
lich, für unvorhergeſehene dringende Ausgaben einen
Ne=
ſervefonds anzulegen; aber gerade in Mitteleuropa hat man
noch nicht eingeſehen, daß auch der Werbefonds ſolche
Ne=
ſerven unbedingt braucht. Denn ein Werbeetat iſt ebenſo
wenig eine unveränderlich feſte Größe wie Gehälter,
Reiſe=
ſpeſen oder Porto, und zweifellos muß er zuweilen
über=
ſchritten werden, um im geeigneten Augenblick höhere
Um=
ſätze zu erzielen.
Catſächlich ſteckt das europäiſche Werbeweſen noch in
den Kinderſchuhen, während man in den Vereinigten
Staa=
ten aus der Neklame längſt eine Art Wiſſenſchaft gemacht
hat. Allein in der Seit von 1920 bis 1922 ſind in
Nord=
amerika 15) Bücher erſchienen, in denen auf
wiſſenſchaft=
licher Grundlage die Vorteile der einzelnen
Verkaufs=
methoden und der kaufmänniſchen Propaganda
auseinander=
geſetzt werden, zahlreiche Univerſitäten und kaufmänniſche
Schulen hielten Kurſe über Neklame ab, und es gibt dort
überragende Neklametheoretiker und Praktiker wie
Pof=
fenberger, Strong, Durſtine, die ſich einen großen Namen
in Amerika gemacht haben. Man hat eingeſehen, daß die
wichtige Kunſt des Inſerierens nicht beliebigen Kräften
überlaſſen werden darf, und ſo iſt der gern ergriffene und
hochbezahlte Beruf des Cextſchreibers entſtanden, über den
es wiederum eine ganze Literatur gibt. J. W. Haunes
Die Jage
Das Geſchäft gebt ſchlecht
wir müſſen mehr inſerieren!
dete H. D. Perky 40000 Dollars für die Propagierung eines
aus Weizenflocken beſtehenden Frühſtücks in Frankreich, bis er
feſtſtellen mußte, daß die Franzoſen auf ſolche Genüſſe keinen
Wert legen. Durſtine ſchildert dagegen anſchaulich einen ſehr
geſchickt durchgeführten und vollkommen gelungenen
Neklame=
feldzug, der eine halbe Million Dollars, alſo über zwei
Mil=
lionen Mark, koſtete, und deſſen ſuggeſtiver Kraft ſich der
fried=
liche Bürger nur durch den Cod hätte entziehen können. Er
wurde in acht Cagen durchgeführt; in drei kleinen
Handdrucke=
reien wurde der Satz ſorgfältig geſetzt, gleichzeitig ſtellte man
nach Entwürfen erſter Künſtler Bildergalvanos her, Berge von
Matern mit den Metallplatten ſtapelten ſich in beſonderen
Ver=
ſandräumen, in denen es wie in einem Bienenhaus zuging, und
dann wurde das Propagandamaterial in Kiſten verteilt und an
mehrere hundert amerikaniſche Zeitungen verſchickt, die drei
ganzſeitige und drei halbſeitige Anzeigen veröffentlichten. In
einem anderen Fall wurde ein ähnlicher Neklamefeldzug an einem
Nachmittag beſchloſſen, der Cext ſofort mit den genaueſten
Druck=
vorſchriften telegraphiſch weitergeleitet und am nächſten Morgen
in den Seitungen von zwölf verſchiedenen Städten in ganz gleich
ausſehenden Inſeraten veröffentlicht. Für Markenartikel gilt
dei ſolchen Neklamefeldzügen nicht nur in Amerika, ſondern
überall das Scherzwort: Beim erſtenmal überſieht man das
In=
ſerat, beim zweiten bemerkt man es, ohne es zu leſen, beim
dritten lieſt man es, denkt ſich aber nichts dabei, beim vierten
ſinnt man über die Sache etwas nach, beim fünften ſpricht man
darüber mit ſeinen Freunden, beim ſechſten kommt der Gedanke,
einen Verſuch zu machen — und beim ſiebentenmal kauft man.
Glasherſtellung vervollkommnete das Ausſehen der Spiegel. Seit
dem 16. Jahrhundert liebte man den Spiegel als Schmuck der
Wohnräume, vergrößerte dieſe Spiegel, bis ſie nach der
Er=
findung des Spiegelglaſes zu Ende des 17. Jahrhunderts, vom
Spiegel.
Von Grete David.
Der Spiegel, der unentbehrlichſte Coilettengegenſtand, auch
der nichtputzſüchtigen Frau gehört — wie der Schmuck — in
ſeinen Uranfängen der prähiſtoriſchen Seit an. Das Betrachten
des eigenen Geſichtes, prüfend und mit Wohlgefallen an dem
eigenen Selbſt im Waſſerſpiegel, kehrt in vielen Märchen und
Sagen wieder. Im Altertum waren die Spiegel eine große
Koſtbarkeit. Polierte Metallſcheiben, rund, mit einem Stiel
verſehen, wurden aus edlen Metallen angefertigt, in Aegypten
aus Kupfer, bei den Nömern aus Bronze, aus Silber und aus
Gold. Homer ſpricht von goldenen Spiegeln. Manche
Legie=
rungen gaben beſonders deutliche Spiegelungen und wurden
Spiegelmetall genannt.
Genaues über Glasſpiegel erzählt erſt das 13. Jahrhundert,
doch iſt man unterrichtet, daß Spiegel aus dunklem
undurchſich=
tigem Glas mit polierter Oberfläche, auch Spiegel, deren Nück=
Fußboden bis zur Decke reichten. Dies waren die Crümeaus,
die ſich dann im 19. Jahrhundert zu jenen mit hohen
holzge=
rahmten ſpiegelgekrönten Laden= oder Kredenzſchränken
ent=
wickelten. Man wird überhaupt in altmodiſchen Wohnungen
viel mehr Spiegel finden, als in modernen, die dem großen, meiſt
dreiteiligen Spiegel ins Bade=, Ankleide= oder Schlafzimmer
verbannen, und im Wohnzimmer höchſtens einen hiſtoriſch rei=
Empireſpiegel.
ſeite mit Sinn und Blei belegt war, ſchon viel früher gemacht
wurden. Gläſerne Wandſpiegel ſind viel älter als gläſerne
Hand=
ſpiegel, die der Umrahmung bedurften. Verſchiedenſte
Legie=
rungen, Queckſilber, Silber, Platin und allerlei Cechnik der
zendem Spiegel ein Plätzchen gönnen. Venezianiſche Spiegel,
dieſe aus kleinen Flächen zuſammengeſetzten Spiegel, mit der
eigenartigen Umrahmung aus geſchliffenem oder geblaſenem
Glas, das ganze Blumenranken, Blumenkränze bildet, ſind trotz
Ein Optimiſt.
Von Werner Granville=Schmidt.
Cäſar Pingel iſt ein Optimiſt vom reinſten Waſſer. Das far
ich zuerſt vor dreißig Jahren heraus, als wir beide noch al
Vollmatroſen auf der alten „Cerpſichore” fuhren.
Einmal — wir kamen von der Weſtküſte und paſſierten g.
rade Biſhop=Nock — vertraute er mir während der Freiwach
ſeine Sukunftspläne an.
„Wenn wir nu nach Hamburg kommen,” ſagte er, „häng
ich die chriſtliche Seefahrt an den Nagel. Fällt mir doch
ni=
ein, mein Leben lang auf einem „Windjammer” in der Welt
geſchichte rumzugondeln, bloß damit ſich die Needer von meinen
ſauer verdienten Schweiß Bäuche anmäſten können. Nee, ge
fahren wird nich mehr! Sowie wir in Hamburg ausbezahl
werden, pachte ich mir in Poppenbüttel, wo meine Cante Dor
wohnt, ine kleine Kate mit Gemüſeland. Nen kleinen
Beu=
mit Salpeter hab’ ich mir all aus unſerer Ladung beiſeite
ge=
bracht — ſo als Dünger, weißt du. Dann heirate ich mir in
dralle Hamburger Deern mit in paar Erſparniſſen und verkau
Gemüſe nach der Stadt. Wenn du zum Winter Kartoffeln ein
nehmen willſt, kannſt du all jetzt bei mir beſtell’n. — Heißt, vie
leicht kauf ich mir auch lieber in Sigarrengeſchäft; den m
Sigarr’n is was zu machen. In den Laden ſetz’ ich ine jung
Witwe ohne Anhang. Das zieht Kundſchaft, mein Junge. Spä
ter beiraten wir dann und du wirſt Crauzeuge. Bei der Hochzel
kriegt ihr alle echte Importen zu rauchen; — oder rauchſt de
lieber Plattentabak? — Falls kein Sigarrengeſchäft zu habt
*, übernehm ich ine kleine Hafenwirtſchaft. Beſſerer
Seemann=
ſerkehr mit Damenbedienung. Wenn du mal ſpäter an de
Vorſetzen vorbeigehſt und ſiehſt irgendwo meinen Namen d’rar
ſtehen, guck man mal ein. Bei mir gibt es immer in ſteife
brog und in Happen zu eſſen. Meine Frau, die ich dann hab
dird ſich ſehr freu’n, dich kennen zu lernen. Von der „ſchwarzel
Fola” aus Caleta-Coloſo brauchſt du ihr aber nix zu erzähle
Wenn wir in Hamburg ankommen, kannſt du meine 2llatran
rriegen. Ich fahr ja doch nie wieder und ſchlaf im Hauſe au
Sprungfedern. Djä nächſte Neiſe, wenn ihr wieder bei Kap
Horn vor Cop und Cakel lenzt, oder bei den Braſſen bis an den
Hals im Waſſer ſchwabbert, könnt ihr mal alle an mich denken.
Dann ſitzt Cäſar Dingel vielleicht beim warmen Ofen, lieſt die
Schiffahrtsnachrichten und ſchaukelt ſeine kleine, pummelige
Frau auf den Knien. — Djä, ich will man zur Koje geh’n.
Einen Cag vor unſerer Ausreiſe von Hamburg kam Cäſar
Dingel wieder an Bord. Mit einer Sigarrenkiſte voll
Unter=
zeug und einem zugeſchwollenen Auge.
„Werner, kannſt du mir meine Matratze wieder borgen?”
forſchte er bedrückt. Und dann erzählte er folgende Geſchichte:
„Wie wir abgemuſtert hatten, lernte ich in kleines Mächen
kennen — und wie ich wieder zur Beſinnung kam, ſaß ich in ner
Arreſtzelle auf der Davidſtraßen=Wache, und der
Oberwacht=
meiſter ſagte mir, ich hätte vor ner Ladenſcheibe geſtanden und
mein eigenes Spiegelbild zum Boxkampf rausgefordert, weil es
mir nicht ausm Weg geh’n wolle. Suletzt hab’ ich geſchrien:
Was glotzt du mich an mit deiner verſoffenen Galgenvogelfiſage,
du windſchiefe Landrattel — und dann hab’ ich mit’m Suß nach
meinem Spiegelbild getreten. — So hat mir der Poliziſt das
erzählt. — Die Scheibe koſtet dreihundert Mark; aber ich hatte
all gar kein Geld mehr bei mir. — Weißt du, wenn wir jetzt
zurückkommen und ausbezahlt werden, hat das Sigeunerleben ein
Ende. Dann wird geheiratet — ein= für allemal, und bei dem
erſten Jungen ſtehſt du Pate. Vielleicht fang ich’n kleines
Seuerungsgeſchäft an. Wenn das Geſchäft erſt in’n Gang is,
nehm ich mir noch’n Hilfsmann an. Komm man zu mir, wenn du
nich mehr fahren willſt. Für inen alten Maaten hab’ ich immer
ne Brotſtelle offen.”
Als uns auf der Heimreiſe bei Elbe I ein Schlepper ins Cau
nahm, ſagte Cäſar Dingel: „Wenn wir in Hamburg
angekom=
men ſind, kannſt du meine Matratze kriegen. Sie is zwars ſchon
etwas durchgelegen; aber auf zwei Matratzen ſchläfſt du beſſer.
Ich fahr ja doch nie wieder — nee, nie wieder! — Djä, wenn
ihr nächſte Neiſe in den Stilltengürtel kommt, und die Segel
hängen wie Unterwäſche auf der Leine, und ihr pult euch vor
Langeweile in die Naſe: dann könnt ihr mal alle an mich
denken. Dann ſitz’ ich vielleicht in meinm Kohlenkontor und
ihrer Gebrechlichkeit noch vielfach erhalten. Venedig und
be=
ſonders Murano (dieſe noch jetzt bedeutende Glasfabrik auf
kleiner Inſel, nahe der Lagunenſtadt, wo jeder Beſucher, vor
ſeinen Augen angefertigt, eine kleines Andenken, meiſt einen
kleinen Nadelkopf mit ſeinen Initialen erhält) haben im
Mittel=
alter die ganze Welt mit Spiegeln verſorgt. Die erſten
Um=
rahmungen waren aus gekehlten Holzleiſten, aus reichem, oft
überladenem, prientaliſchem Schnitzwerk. Auch heute werden in
Venedig Spiegel hergeſtellt und als Andenken gerne
mitgenom-
men. Die größten Spiegelfabriſen ſind in Belgien.
Der Handſpiegel, der eigentliche Spiegel der Dame,
kehrt durch die moderne Cechnik und durch die Freude an der
Ab=
wechſlung wieder zu den klaſſiſchen Formen, Kreis, Viereck,
Opal zurück. Durch lange Jahre war nur das Oval, der
Ge=
ſichtsform angemeſſen, gebräuchlich. Im Altertum wurden
Nück=
ſeiten und Griffe der Metallſpiegel mit Ornamenten, meiſt aber
mit figuralen, allegoriſchen Darſtellungen, muthologiſch und
gen=
rehaft verziert und waren wirklich koſtbare, fürſtliche Geſchenke.
In Pompeji und Herkulanum fand man in Gräbern viele dieſer
intereſſanten Spiegel. Die ſchönſten ſind die etruskiſchen, mit
Inſchriften und Götterbildern geſchmückt. Im Mittelalter
wur=
den die metallenen und gläſernen Handſpiegel auch viereckig,
dielſeitig gemacht, und mit reichen Nahmen aus Holz, Elfenbein,
Metall, mit Neliefarbeit geſchmückt und eingefaßt. Noch heute,
beſonders in den Vorſtädten der Großſtadt, in den Straßen der
kleineren Städte, hängt neben dem Schild des Friſeurs eine
runde Meſſingſcheibe, ein überliefertes Symbol des Spiegels,
der Schönheitspflege. Sur Nenaiſſancezeit trug die Dame ihren
Spiegel an den Gürtel gehängt, ſo wie ſpäter die Uhr. Auch
Caſchenſpiegel, die heutigen Begleiter des einfachſten
Hand=
täſchchens und beinahe jeder Puderdoſe, waren als ſeltener
Luxus ſchon den vornehmen Damen des Mittelalters koſtbarer
Beſitz.
kneif mein Schreibmaſchinenfräulein in büſchen in die Backe;
und abends, wenn die Kinder zu Bett ſind, mach ich mit meiner
Frau in kleinen Reeperbahnbummel und trink” einen auf euer
Wohl.”
Einen Cag vor unſerer Ausreiſe — der dritten — von
Ham=
burg, kam Cäſar Pingel wieder an Bord. Er hatte ſeine
ſee=
mäniſche Ausrüſtung in ein Damentaſchentuch geknotet, und ſeine
Naſe ſah aus, als ob ſie durch die Mangel gedreht worden wäre.
„Werner, kannſt du mir nochmal meine Matratze pumpen?”
bettelte er ganz gebrochen. Und dann erzählte er: „Nach der
Abmuſterung lernte ich in kleines Mächen kennen und nachher
kam noch der Kerl dazu, der hatte Kokain zu verkaufen. Er
ſagte, er wäre Apotheker und hätte Pleite gemacht, und das
Kokain wär” noch der Reſt ſeines ganzen Warenbeſtandes, und
es ſei ein glänzendes Geſchäft für mich; denn er würde es mir
für ein fünftel des Wertes überlaſſen. Das Mächen nannte ihn
immer „Herr Doktor” und ſagte gut für ihn, und ich hatte ja
auch ſchon n kleinen ſitzen und gab den Neſt meiner Heuer dafür.
Nachher waren die beiden mit im Mal verſchwunden. Da bin
ich in die nächſte Apotheke gegangen und hab’ ihnen den Kram
für das Doppelte angeboten. Verdienen wollte ich doch auch.
Aber der Proviſor fing gleich an zu pöbeln. Das ſei gar kein
Kokain, ſondern Niespulver, und ob ich glaubte, eine Apotheke
ſei ein Laden für Silveſter=Scherzartikel; und außerdem mache
ich mich ſtrafbar, und er würde ſofort die Polizei rufen. Ich vo—
Schreck wie der Blitz aus dem Laden und renn mit voller Wuchl
einem Herrn vor den Bauch. Zufällig war das ein
Meiſter=
ſchaftsboxer, der abends bei Sagebiel auftreten wollte. Das
hab’ ich aber erſt nachher erfahren, als er mich aus dem
Ninn=
ſtein aufſammelte. — Dfa wenn wir nu wieder nach Hamburg
kommen und ausbezahlt werden —”
Schade, daß es in dieſem Augenblick glaſte und ich den
Nudertörn nehmen mußte; ſonſt hätte Pingel mir wieder
Su=
kunftspläne verzapft.
Die nächſte Reiſe ging ich auch von Bord und verlor Caſar
Dingel aus den Augen. Immer, wenn ich in St. Pauli an einer
Kneipe oder einem Sigarrenladen vorbeiging, warf ich einen
Blick auf das Namensſchild — ob nicht etwa — —
Greta Garbo, die ſchönſte Frau des Films
Im Jazz=Seitalter, durchdrungen von der Girlkultur, hat es
das weibliche Geſchlecht beim Film nicht gut. Denn es iſt für
einen weiblichen Silmſtar ſchwer, ſich vor den heimlichen
Film=
ſtars im Parkett durchzuſetzen. Die Mehrzahl der Kinobeſucher
beſteht aus Frauen und Mädchen. Die meiſten Frauen und
Mädchen heutzutage fühlen ſich zur Silmlaufbahn berufen, ganz
gleich, ob eine von ihnen Millionärs= oder Beamtentochter iſt,
ganz gleich, ob Stenotypiſtin oder Verkäuferin. Denn die meiſten
Mädchen und Frauen heutzutage ſind ſchön; gewiß ſchöner als
in früheren Heiten. — Warum?
Durch Sport, Morgengymnaſtik, rationelle Schönheitspflege,
Freiheit der Lebensanſchauung und Selbſtändigkeit ſtehen heute
die Frauen und Mädchen anders da, als etwa in den
Seiten, da der gute Ibſen noch jung war.
Die Frauenſchönheit iſt heutzutage ſchöner und
öffent=
licher geworden. Sie hat keinen Familienroſt mehr
an=
geſetzt, wie in den zugeknöpften Cagen des Muckertums;
lie hat aber auch kein ſelbſtgefälliges Fett mehr wie im
Walkürenzeitalter. Haarzöpfe und mitunter auch das
„ſpinnwebfeine‟ Haarnetz fielen der Lächerlichkeit und
der Hygiene zum Opfer. Die Frau von heute iſt
be=
herrſcht, ſportgewohnt, zweckemäßig und ſchön. Sie ſpielt
Cennis, ſchwimmt durch den Aermelkanal, dirigiert ſicher
das Steuer des Nennautos und geht ohne viel Aufhebens
zur Nachtzeit allein nach Hauſe; ſie hat ihren Cag= und
Nachterem für die Haut, ihren Punktroller und ihr
Lippenrot. Das iſt ungefähr der Querſchnitt durch die
Lebensweiſe des ſchönen Mädchens aus wohlhabender
Familie; iſt ſie reizlos, ſtudiert ſie Medizin oder ſie
rezi=
tiert Verſe von Cufu bis Girduſi. Die ſchönen Mädchen
aus ärmeren Kreiſen können die Hand am Volant nicht
haben, da ſie kein Auto beſitzen. Dafür beſitzen ſie aber
Strümpfe aus Kunſtſeide; ihren Lippenſtift und
Punkt=
roller haben ſie auch. Da ſie zumeiſt lehr ſchön ſind, ſo
haben ſie die gleiche Sehnſucht nach der Leinwand des
Lebens wie ihre reicheren Genolſinnen. Sie ſind
tadel=
los gewachſen, ihr Haar iſt von der gewiſſen erregenden
Blondheit, die den Generaldirektoren pleitebewußter
Filmfabriken ſo gut gefällt. Das wiſſen ſie; deshalb
lagen ſie: „Für mich gibt es nur einen Beruf: Film!”
Und wie das Leben ſchon ſo iſt: Cauſende Mädchen, ſchön
und mit zarter Feſſel, warten vergebens. Nur wenige
von ihnen haben Glück. Dabei darf man den
Erfahrungs=
ſatz nicht vergeſſen: Dieſes Glück hat oft mit Calent
nichts zu tun.
So wandern die Eintragsſtars vor unſeren
gelang=
weilten Augen vorüber, tauchen auf und verſchwinden
wieder.
Die Wahl wird denen ſchwer gemacht, die
aus=
wählen ſollen; wer unter ſo vielen ſchönen Mädchen
wählen ſoll, wird leicht nervös und wählt falſch. Denn
unſer Seitalter wird vielleicht in die Geſchichte unter dem
Namen „Nachktriegsepoche” oder „Inflationsdynaſtien”
eingehen, wonn wir es politiſch oder wirtſchaftlich
be=
wenn wir unſerer Epoche einen künſtleriſchen Namen geben
wol=
len. Am richtigſten wäre es, von politiſchen, wirtſchaftlichen und würdig einer Welt, die im Ablauf des Filmbands wirklich eine
kulturellen Bezeichnungen ganz abzuſehen und unſere Seit ſo zu Welt bedeutet. Man holte Greta Garbo nach Deutſchland.
So=
benennen: Das Seitalter der ſchönen Frau.
In füngſter Seit hat lich beim internationalen Filmpublikum
ein Fräuentup durchgeſetzt, der die übliche Schablone über den die Negiſſeure, nichts mit dieſem ſchönen ſchwediſchen Mädchen
Haufen wirft. Ein Star, der keine Neklametrichs braucht, eim anzufangen. Man hielt ſie zuguterletzt für unbegabt.
Star, der nur durch ſich ſelbſt wirkt. Und in dieſer Wirkung
einmalig iſt. Es iſt die Schwedin Greta Garbo, zurzeit
Weltbürgerin in Hollywood. Sie iſt die jugendliche Ahnherrin
hat nichts mit der butterweichen Kitſchflmſchönheit dieſer oder
jener Kya, Eya, Nua etwas zu tun. Es iſt die Schönheit einer
Göttin und eines Genies. Und eines ſcheuen Cieres. Dieſes
frauenhafte Mädchen iſt eine Aſpaſia von Hollywood. Schade, uns: Man hätte im Filmherzen der Welt, in Hollywood eine
daß die Männer aus dem Hauſe Perikles heute Hornbrillen
tragen.
In ihrem Weſen hat ſie etwas Ueberzüchtetes; eine Kreu= Deutſchland verlaſſen hatte: Greta Garbo. Sie hat noch
zung etwa zwiſchen einem Windhund und einem Neh. Sie hat
Von Melchior Viſcher (Berlin).
etwas Faſzinierendes und Demütiges in ihrer Art, etwas
Ban=
nendes und Fliehendes in ihren Augen, etwas Herrſchendes und
Beherrſchtes in ihren Geſten. Etwas Stilles und etwas Lüſtiges
iſt um ihren Mund und etwas Wehmütiges zugleich. Das
Ge=
ſicht blendet, behext, berauſcht. In der Landſchaft dieſes Geſichtes
toben und ruhen die vier Jahreszeiten der Erde; und durch ihr
Haar weht die Leidenſchaft des Menſchen wie ein heftiger Wind.
Vor Jahren tauchte Greta Garbo zum erſtenmal in Europa
auf: In dem ſchwediſchen Film „Göſta Berling”. Da ſah man ſie
und war erregt. Sie fiel auf. Dieſes Mädchenantlitz, einmal
ge=
ſehen, blieb unvergeßlich. Die weißen Monarchen der Filmreiche,
zumeiſt aus den Morgenländern der heutigen Cſchechoſlowakei
So vergingen dreißig Jahre. Und als ich geſtern im
See=
manns=Altenheim zu Beſuch war, tritt einer der Alten aus
einem beſcheidenen Stübchen — wir ſehen uns an — ſtutzen —
zwei Ausrufe zu gleicher Seit:
„Cäſar?!”
„Werner?!”
Es geht ihm nicht beſonders; aber er bekommt von der
Neederei eine kleine Invalidenrente. Davon erübrigt er ſo viel,
daß er ein Achtellos der Staatslotterie ſpielen kann. Als wir
geſtern, ein Pfeifchen ſchmauchend, in ſeinem Stübchen auf dem
Kojenrand hockten, ſagte er augenblinzelnd: „Werner, wenn ich
mit dem Los rauskomme — — uſw. uſw.” — Wie geſagt,
Cäſar Pingel iſt ein Optimiſt vom reinſten Waſſer.
Suzus Wahl.
Von E. van Lidth de Jeude.
Suzy war ein reizendes, lebhaftes, ſehr modernes Mädchen
von dreiundzwangzig Jahren. Sie beſchäftigte lich ein bißchen
mit Literatur, aber noch mehr mit Cennis, Hockey, Golf,
Schwimmen, Segeln und Canzen. Sie hatte ferner einen
ein=
lſichtsvollen Vater, und dadurch ein ſchönes weiſitziges Auto,
mit dem ſie über die Wege raſte, manchmal allein, meiſtens jedoch
mit Fritz oder Bob. Denn Fritz oder Bob ſollte doch wohl der
Auserkorene werden. Einer von beiden ,das war ſicher. Wer
von beiden, das war allerdings ungewiß. Auch Suzu hätte
darüber nicht das geringſte lagen können.
Fritz war ein tüchtiger Kerl, guter Geſchäftsmann,
Sport=
liebhaber, Automobiliſt, angenehme Erſcheinung, flotter Cänzer,
was wollte man mehr? Bob war wohl auch ein netter,
liebens=
würdiger Junge, aber wie die Welt ſo ſagt, es ſteckte nicht viel
dahinter. Ein bißchen faul, zufrieden mit einer ruhigen
Stel=
lung und mit einer ausgeſprochenen Abneigung gegen das
Can=
zen, Bridgoſpielen und dergleichen Vergnügungen der modernen
Geſelligkeit. Nein, eigentlich war jedermann, mit Ausnahme
von Suzu, ſich darüber im klaren, daß Fritz dem Bob weit
vor=
zuziehen war.
berühmt. Die Häuſer, in denen ihre Filme laufen, ſind
ausver=
kauft, ganz gleich, ob in Berlin, New York, Amſterdam oder
Sidney. Männer, Herren und Knaben werden toll, raufen ſich
an den Vorverkaufskaſſen um Eintrittskarten. Wird es dunkel
im Suſchauerraum, ſo werden ſie ſtill, leuchtet aber das magiſche
Licht der Leinwand auf, können ſie vor Bewunderung kaum
atmen. Auch Frauen und Mädchen lieben ſie. Wenn man heute
von der Macht ſchöner Frauen in vergangenen Seiten hört, will
man nicht recht daran glauben, daß einige Frauen Länder,
Schick=
ſale und Oeſpoten in der Hand hatten. Wenn man an die
Go=
ſchichten denkt, die von der Hellas=Helena, Kleopatra, Lukretia
Borgia, Maira Stuart, Pompadour, Dubarry erzählt werden,
lächelt man. Wir lächeln, weil wir von heute ſind und
daran nicht glauben.
Plötzlich lehen wir das Geſicht der Garbo. Und wir
lächeln nicht mehr. Wir glauben es jetzt.
nennen wollen; oder als Seitalter der „Großen Degeneration”, ſtammend, rückten ihre gebuchteten Augengläſer zurecht und
fühlten inſtinktiv: Hier iſt eine Gilmbegabung großen Formats,
bald ſie hier eingetroffen war und ſich beſchäftigt ſah, wußten
die weiſen Monarchen der Filminduſtrie und ihre Großveziere,
Greta Garbo verließ eines Cages unbekannt und unbeachtet
Deutſchland. Man hörte nichts mehr von ihr.
Unterdeſſen entdeckte und beſchäftigte man einen Star nach dem
einer weiblichen Edelraſſe dieſer Seit. Die Schönheit der Garbo andern; alles rekrutierte ſich aber aus der ſehr weit verzweigten
Samilie „Mittelmaß‟. Der Vorname iſt der einzige Unterſchied,
ob ſie nun ſo oder ſo heißen.
Eines Cages drang die ſagenhafte Kunde über den Ozean zu
Darſtellerin entdecket, die bald die Welt erobern würde. Es war
jene junge Schwedin, die unbeachtet, enttäuſcht und verkannt einſt
in keinem halben Dutzend von Filmen geſpielt und iſt ſchon welt=
Suzy verteilte ihre Gunſt ehrlich zwiſchen den beiden. Wenn
ſie des Mittags in Amſterdam mit Bob geluncht hatte, ging ſie
beſtimmt am nächſten Cage mit Fritz zum Eſſen. Wenn ſie mit
Fritz einen Autoausflug nach Grebbe gemacht hatte, nahm ſie ein
paar Cage darauf Bob mit nach Handpoort. Das war nämlich
gerade der Unterſchied zwiſchen den beiden jungen Leuten: Fritz
nahm ſie mit, und Bob mußte mitgenommen werden. War es
nicht kürzlich auf einer ℳ keit paſſiert, daß ſie zu Bob
ge-
ſagt hatte: „Jetzt tanzen wir zuſammen, wir haben den ganzen
Abend noch nicht zuſammen getanzt.” Und was hatte der Bengel
geantwortet? „Auß es ſein?” hatte er entgegnet und ſich mit
Mühe aus dem Klubſeſſel gearbeitet. Suzu war wütend.
Suzy hatte Bob nachmittags vom Suge abgeholt, mit dem
er gewöhnlich von Amſterdam nach dem Gooi zurückkam, und
zuſammen waren ſie in dem Zweiſitzer über die Heide gefahren.
Der Wagen lauſte luſtig dahin, während Suzus behandſchuhte
Hände leicht auf dem Steuerrad ruhten. Bob lehnte ſich
be=
quem zurück, blickte um ſich und genoß, ohne viel zu ſprechen.
Sie waren weit draußen in der hohen Heide, als der Wagen
ein verdächtiges Geräuſch machte und ſtoppte. Suzu verſuchte
dreimal den Selbſtanlaſſer, aber der Wagen wollte nicht mehr.
Sie öffnete die Motorhaube, rückte und drehte hier und da mit
wichtiger Miene, jedoch es half nichts. „Bobby,” ſagte ſie
ver=
zweifelt, „verſtehſt du denn nicht ein bißchen davon?”
„Nicht die Bohne”, geſtand er. Und unerſchütterlich fügte
er hinzu: „Findeſt du es hier nicht herrlich? Sieh nur die
unter=
gehende Sonne ziſchen den Bäumen. Und all das braune und
gelbe Laub in der Ferne, und dort ganz hinten am Horizont die
Kirchtürme. Iſt das nicht wunderbar?”
„Ja, aber Bob,” erwiderte ſie ärgerlich, „wir können doch
hier nicht ſtehen bleiben!”
Da kaum Bob auf eine glänzende Idee. Ein Bauernknecht
kam auf ſeinem Nade vorüber, dem gab er einen Gulden, damit
er ein Brieſchen, das Suzu ſchnell geſchrieben hatte, dem
ge=
meinſamen Freunde Fritz brächte. Ungefähr drei Vierteltunden
(per Nad) von dem Orte ihres unfreiwilligen Aufenthalts wohnte
Sritz und würde natürlich ſofort zu Hilfe eilen. Er war ja ſo
tüchtig in allen Dingen
Was wird unſere Cochter?
Die Bibliothekarin.
Bei dem Beruf der Bibliothekarin muß man von
vornherein zwei Laufbahnen unterſcheiden: die ſogenannte
höhere Bibliothekarin und die, die nicht glademiſch
ge=
bildet iſt. Von der erſten Laufbahn, zu der man eine
Staatsprüfung ablegen muß, die eine lange Vorbereitung
erfordert, ſoll hier nicht geſprochen werden, weil es nur
ganz verſchwindend wenige Poſten gibt, die dem
weib=
lichen Geſchlecht vorbehalten ſind. Es wäre daher nicht
ratſam, dieſen ſehr koſtlpieligen Beruf zu ergreifen, weil
eben die Anſtellungsmöglichkeiten recht geringe ſind.
Anders iſt es mit der Bibliothekarin, die heute
viel=
fach an wiſſenſchaftlichen Bibliotheken und
Volksbiblio=
theken Beſchäftigung findet. Sur Bibliothekarin werden
nur Damen zugelaſſen, die das Lyzeum abſolviert haben
oder eine höhere Mädchenſchule beſuchten, von der ſie
das Reifezeugnis erhielten. Geiſtige Beweglichkeit und
große Beleſenheit iſt unerläßlich. Dazu peinliche
Ge=
nauigkeit und Ordnungsliebe, eine deutliche Handſchrift,
Sprachkenntniſſe in vier Sprachen, alſo deutſch,
fran=
zöſiſch, engliſch, alle drei ziemlich gut, dazu eine vierte,
von der man nur geringe Kenntniſſe zu haben braucht.
Werden die Bibliothekarinnen ſpäter an den großen
Staats= und Univerſitätsbibliotheken angeſtellt, lo iſt die
Beſchäftigung meiſtens eine ziemlich einſeitige, weil ſtets
mehrere Damen dort tätig ſind, von denen jede eine ganz
beſtimmte Beſchäftigung erhält. Da iſt. z. B. die
Katalog=
bearbeitung, die Einordnung der ausgeliehenen Bücher,
die Literatur=Zuſammenſtellung, die Erledigung des
Aus=
leihgeſchäftes und das Mahnverfahren. Vielleitiger iſt
die Beſchäftigung an den Volksbibliotheken. Hier
kommt die Bibliothekarin viel ſtärker in perſönliche
Be=
rührung mit dem Leſerpublikum. Sie muß
Menſchen=
kenntnis haben, muß aus hingeworfenen Worten ungefähr
wiſſen, was lie dieſem oder jenem vorſchlagen kann und muß vor
allen Dingen auch in bezug auf die Jugend die nötigen Hinweiſe
geben können. Weiterhin werden Bibliothekarinnen in den
Ar=
chiven von Großbanken und Induſtrie=Unternehmungen
ange=
ſtellt, außerdem haben wiſſenſchaftliche Inſtitute
Bibliothekarin=
nen, ebenſo können ſie auch in Verlangsanſtalten und
Antiquari=
aten Anſtellung finden.
Die Ausbildung iſt recht langwierig. Sunächſt muß die
Bewerberin in einer Bibliothek praktiſch tätig ſein. Es iſt
nicht zuläſſig, daß ſie dafür jede beliebige Bibliothek wählt, es
gibt nur ganz beſtimmte Inſtitute, die derartige Ausbildungen
übernehmen. Preußen beſitzt zirka 50 Bibliotheken, die
Prab=
tikantinnen annehmen dürfen. Dieſe Inſtitute ſind bei den
Uni=
verſitätsbibliotheſten zu erfragen. Ebenſo gibt der Reichsverband
deutſcher Bibliotheksbeamten in Berlin, Leſſingſtraße 42,
er=
ſchöpfende Auskunft über alle weiteren Fragen. Die zur
Aus=
bildung zugelaſſenen Bibliotheken dürfen nie mehr als zwei
Praſtikantinnen auf einmal beſchäftigen. Dadurch wird
ver=
hindert, daß eine Ueberfüllung des Bibliothekarinnen=Berufes
In dieſer Erwartung nahmen Suzy und Bob wieder in dem
widerſpenſtigen Sweiſitzer Platz und genoſſen den Abend, der
ſich langſam über die herbſtliche Heide ſenkte. Und weil Suzy
ſich vielleicht erkälten konnte, legte Bob ſeinen Arm um ſie.
In einer Stunde war Fritz da, mit ſeinem Wagen und ſeinem
Chauffeur. Der Fehler war in drei Ainuten gefunden und
ab=
geſtellt. „Ein Nöhrchen verſtopft, ſiehſt du, man braucht nur
durchzublaſen; ja ſo etwas muß man eben wiſſen.” Er tat ſehr
päterlich zu Suzu und recht von oben herab zu dem armen Bob.
„Es iſt wirklich nötig, Suzu,” ſprach Fritz weiter, „daß du
dir die elementarſten Kenntniſſe des Automobils aneigneſt. Vor
allem, wenn du beabſichtigſt, auf deinen Ausfügen einen
Be=
kannten mitzunehmen, der überhaupt nicht davon weiß. Ein
Auto iſt eine ſchöne Erfindung, aber es muß fahren.”
„Ich finde, ein ſtillſtehendes Auto iſt auch eine ſchöne
Er=
findung”, ſagte Bob. Zur Strafe mußte er mit dem Chauffeur
in deſſen Wagen zurückfahren, während Fritz lich zu Suzu in den
Sweiſitzer ſetzte.
„Suzy, darf ich dich heute abend um halb neun beſuchen?”
fragte Fritz, als er Suz noch gertde rechtzeitig vor dem Eſſen
heimgebracht hatte.
„Schön”, antwortete Suzy.
Fritz erſchien und erzählte Suzy, was für eine Freude es
ihm des Nachmittags gemacht hätte, ihr helfen zu können. Er
faßte auch ihre Hand und fragte ſie, ob ſie ihm nicht erlauben
wollte, ihr in Sukunft immer zu helfen, beim Auto und — den
anderen Dingen des Lebens. Doch Suzu entgegnete: „Liebſter
Junge, es tut mir wirklich ſehr leid, aber gerade vor einer
halben Stunde habe ich Bob mein Wort gegeben. Was das
Auto betrifft, dabei darft du mir natürlich immer helfen..." —
Ihrer allerbeſten Freundin hat Suzu erſt viel ſpäter
ge=
ſtanden, daß ſie an dieſem Abend eine Stunde, nachdem Fritz
gegangen war, um den verrückten Bob beinahe ſelbſt hätte
an=
halten müſſen. „Aber weißt du,” lagte lie, „ich hatte auf einmal
eine ſo entſetzliche Angſt davor, daß ich einen Mann bekommen
könnte, der alles beſſer wüßte als ich ſelbſt. Nein, dann ſchon
den lieben dummen Bob!”.
(Aus dem Holländiſchen übertragen von W. Blochert)
bintritt. Eine Vergütung findet während der Lehrzeit, die zwei
Gahre dauert, nicht ſtatt. Es folgt nun ein praktiſches Jahr an
einer wiſlenſchaftlichen Bibliothel und daranſchließend ein Jahr
Arbeit an einer Volksbibliothek. Erſt wenn dieſes Jahr
ab=
ſolviert iſt, darf ſich die Bebliothekarin um Zulaſſung zur
Prü=
fung bewerben. Sie erhält nach beſtandenem Examen das Oiplom.
welche durchaus jener ruhigen und vernünftigen Momente
ent=
behrten, die einer Beziehung, welcher Art ſie auch ſei, eine
ge=
wiſſe Dauer zu verſprechen geeignet ſind.
Dieſe ſchlimmen und bisweilen ganz unausſtehlichen Perioden
indeſſen ſind vorüber, wie ich mit Vergnügen bemerke, ſind ſogar
ein= für allemal vorüber, wenn mich nicht alles täuſcht, und ich
bin imſtande und hege den Wunſch, mich über dieſen neuen,
an=
genehmen und in vieler Hinſicht beruhigenden Suſtand ein wenig
auszudrücken, vielleicht nur, um mich ſeiner umſo mehr und
herz=
licher zu vergewiſſern.
Ehe ich jedoch damit beginne, fühle ich mich gedrängt, einer
allgemeinen und ganz unbedingten Dankbarkeit Naum zu geben,
die mich im tiefſten erfüllt, und es ſcheint mir nicht zuviel geſagt,
wenn ich geſtehe, daß ich ihr allein meine neue, vorurteilsloſe
und verantwortungsvolle Exiſtenz verdanke.
Nach dieſem Geſtändnis, mit dem ich mir ſozuſagen das
Ne=
ſultat meiner verabredeten Gedankengänge vorwegnehme, dürfte
es nicht ganz leicht fallen, dieſe mit einiger Nuhe, mit einiger
Geduld und Ordnung zu Ende zu führen. Immerhin werde ich es
Es iſt aber auch möglich, daß die Praktikantin, nachdem ſie
zwei Jahre lang als Hilfskraft in der anerkannten Bibliothek
tätig war, eine zwejjährige theoretiſche Ausbildung durchmacht.
Sie muß während dieſer Seit bibliothekariſche Fachkurſe nehmen,
Vorleſungen hören über deutſche Geſchichte, deutſche, engliſche
und franzöſiſche Literatur und dergleichen mehr. Eine derartige
Fachſchule iſt die „Sentrale für Volksbücherei, Sentralinſtitut für
Erziehung und Unterricht, Dr. P. Ludewig”, Berlin=Schöneberg,
Grunewaldſtraße 6/7. Eine andere die Jachſchule für
Biblio=
theksverwaltung und Cochnik in Leipzig.
Während im übrigen Deutſchland die Bibliothekarin an
wiſſenſchaftlichen und Volksbibliotheken angeſtellt werden kann
und dazu die gleiche Ausbildung benötigt, macht Sachſen eine
Ausnahme. Die Bibliothekarinnen an wiſſenſchaftlichen
Biblio=
theken erhalten eine andere Ausbildung als diejenigen Damen,
die einſtmals an Volksbibliotheken beſchäftigt werden ſollen.
Das Gehalt der Bibliothekarinnen iſt nicht ſchlecht. Sie
werden in Gruppe 4b eingereiht. An den ſtaatlichen Bibliotheken
erhalten ſie in den meiſten Fällen den Charakter als Beamtin,
ſo daß ſie einſtmals Anſpruch auf Nuhegehalt haben.
Die Ausſichten waren in den Kriegsjahren für eine
An=
ſtellung nicht grade günſtig, da die vorhandenen Stellen beſetzt
waren und neue Volksbibliotheken nicht geſchaffen wurden. Die
Lage hat ſich aber wieder gebeſſert, und da das Beſtreben, in
allen Orten Volksbibliotheken zu ſchaffen, vorherrſcht, dürfte für
die nächſten Jahre eine rege Nachfrage nach ausgebildeten
Bibliothekarinnen zu verzeichnen ſein. Die Damen haben auch
geſellſchaftlich eine vorzügliche Stellung, und beſonders junge
Mädchen, die große Literaturfreundinnen ſind, werden als
Bibliothekarinnen Befriedigung finden. Magda Crott.
Sie und ich.
Von Georg Grabenhorſt.
Es iſt wahr, es hat Perioden gegeben, beſonders in der
erſten Seit unſerer Bekanntſchaft und tieferen Verbindung,
alſo verſuchen.
Es iſt klar — und wer mich auch nur von ungefähr kennt,
wird dieſes mit bedenklichem Ernſt zugeben müſſen —, daß ich,
wie man ſo lagt, „von Haus aus” eine leidenſchaftliche, heftige
und im eigentlichſten Sinne unmittelbare Natur bin. Eine von
jenen, die nicht überlegen, ſondern die tun, und zwar ſo impulſiv
und ausſchließlich, daß jedes Cun jedesmal eine Ekſtaſe wird,
ein Nauſch, dem ſie ſich ſehnſüchtig und nur alzu leichtſinnig
hingeben. Aber auch jener Hang zum Cragiſchen, wie man ihn
nennt, jenes ſchwermütige Pathos, das dieſen Naturen eigen zu
ſein pflegt, jene ſchwerflüſſigen, traumbehangenen Gefühle, jene
äußerſte, gleichſam geſpante, lauernde Empfindſamkeit, alle dieſe
höchſt verworrenen und gefährlichen Neigungen wird man leicht
an mir haben wahrnehmen können. Und gerade dieſe wurden
es natürlich, die unſer Verhältnis auf die Probe ſtellen mußten
und zeitweiſe ſo ſehr bedrohten. Wenn ich auch heute zu meinem
Bedauern noch nicht ſagen kann, daß ich jene ſchlimmen
Nei=
gungen in mir ganz unterdrückt und überwunden habe, ſo kann
ich doch wenigſtens feſtſtellen, daß ſie unter ihrem ſegensreichen
Einfuß erträglich geworden ſind. Das ſcheint mir ſchon ein
großer Gewinn!
Unſer Verhältnis beruht auf einer ganz unſentimentalen,
nüchternen, ich möchte faſt ſagen, praktiſchen Achtung, die ich
ihr entgegenbringe. Das iſt das Weſentliche zwiſchen uns, das
Wirkſame und Fruchtbare. Das iſt auch das Einzige, das Dauer
verſpricht. Und rochtfertigtl
Daß ich außerdem manchmal, aber nur manchmal, ein wenig,
ein ganz klein wenig verliebt bin, daß ich mich auch ein wenig,
wie es üblich iſt und mit demſelben genießeriſchen Hochmut, an
ihrem Beſitz, an der bloßen äußeren Catſache ihres Beſitzes
freue, wer will mir dieſe unſchuldigen und nur natürlichen
Ver=
gnügungen wehren und verdenken, noch dazu, wo ſie ſo wenig
von Belang ſind gegenüber den fundamentalen Wirklichkeiten
unſerer praktiſchen Gemeinſchaft!
Das iſt es: unſere Gemeinſchaft iſt vollkommen und nur
praktiſch gegründet. Sie iſt in allem das Gegenteil von mir. Da
ich die Erfahrung gemacht habe, daß mir dieſe Gegenſätzlichkeit
nur zum Vorteil gereicht, habe ich mich entſchloſſen, ſie nicht nur
zu dulden, zu ertragen, mich nicht nur damit abzufinden, ſondern
bewußt ihre Eigenart zu reſpektieren und davon, um ganz offen
zu ſein, meinen Profit zu machen!
Sie iſt kühl, zurückhaltend, reſerviert bis zur Starrheit,
diſzipliniert bis zum Mechanismus, unbeugſam und unbeſtechlich.
Sie iſt ganz ohne Leidenſchaft, ſie hat nicht das geringſte
Ge=
fühl für das Cragiſche, wenn ſie pathetiſch wird, iſt ſie ſo
hin=
reißend komiſch, daß ich mich beleidigt fühle, meinen
Cräume=
reien ſitzt ſie mit unbarmherziger, eiſiger Nuhe und Ergebung
gegenüber, und wenn ich Miene mache, empfindſam zu werden,
hat ſie eine Art, mich anzblicken und meine zitternden
Finger=
ſpitzen mit ihren kühlen zu berühren, die infam iſt.
Doch iſt ſie niemals ungeduldig oder meiner allzu ſtürmiſchen
und unmittelbaren Aeußerungen und Gewohnheiten überdrüſſig.
Sie iſt ein Engel an Geduld und Ueberwindung! Sie denkt nie
an ſich ſelbſt. Sie iſt immer bereit für mich. So oft ich mit
über=
ſtrömenden oder verſiegenden, verzweifelten Gefühlen und
Stim=
mungen und Plänen zu ihr komme, immer iſt ſie ſogleich bereit,
ſie mit mir zu teilen, ſie mit mir noch einmal, und zwar ganz
ſach=
lich, gründlich und voller Verantwortung und tiefſter Bewußtheit
zu erleben, zu prüfen und zu geſtalten. Sie iſt unbeſtechlich, ſagte
ich. Sie iſt grauſam in ihrer Ehrlichkeit, ſie quält mich oft bis
aufs Blut mit ihrem Gewiſſen, mit ihrer Pedanterie, mit ihrer
ſchrechelchen Sucht nach Sauberkeit. Durchſichtigkeit und
Gründ=
lichkeit. Alles ſoll präzis wie für Leben und Sterben ſein. Nicht
die geringſte Unklarheit, Nachläſſigkeit duldet ſie. Ja,
wahr=
haftig, ſie tyranniſiert mich mit ihrer verſtandeskühlen
und unbeirrbaren kritiſchen Nobleſſe.
DDieſe Cyrannis laſſe ich mir gefallen. Nicht, weil das ein
Vergnügen iſt, ſondern weil ich ſehe, daß ſie ihre Bedeutung für
mich hat. Wie ein Sieb iſt ſie, wie ein Filter meines ganzen
Weſeus. JFür meine unmittelbare Natur iſt ſie das notwendige
Mittel geworden. In ihrer Gemeinſchäft erſt lerne ich
unter=
ſcheiden, was Schaum und was wirklich ſtarke und klare Flut,
was urein und muddig, und was rein und geſund iſt. O dieſer
ſchillernde Schaum der ſchnellen, ungewichtigen Leidenſchaften,
der pathetiſchen Ausbrüche, der falſchen Rührungen, der
dün=
nen Empfindſamkeit! O dieſe trübe Lache erpreßter
Melancho=
lien, mißverſtandener Cräume und entlarvter Vorſtellungen!
Nein, es iſt nicht zuviel geſagt, wenn ich meinte, daß ich ihr
meine neue „vorurteilsloſe und a twortungsvolle‟, Exiſtenz
veranke."
Dabei iſt ſie ſanft und ohne Vorwurf, ohne Betonung, ganz
Bereitſchaft und Hingabe, ohne Bedingung und Vorbehalt.
Sogar ohne Eiferſucht!
Meine Freundinnen — und ich habe viele — hätten, ſo ſcheint
es mir, allen Grund, ſie zu bewundern, ja, gewiſſermaßen und
nicht zuletzt ihr dankbar zu ſein. Nicht nur, weil ſie einen ſo
vorteilhaften und lobenswerten Einfluß auf mich ausübt, auch
nicht nur wegen ihrer vorbildlichen und ſeltenen Freiheit von
Eiferſucht, ſondern vielleicht auch ein wenig wegen jener
freund=
liche nund manchmal ſehr liebevollen Briefe, die ſie für mich an
meine Freundinnen ſchreibt, die ich mit ihr zuſammen ſchreibe, in
der kühlen Nuhe unſerer Gemeinſchaft. —
„Sie” iſt ja doch meine — Schreibmaſchine! —
Anek doten.
Als man Ariſtippos aus Kurene fragte, worin ſich denn
die Philoſophen von anderen Menſchen unterſchieden,
ant=
wortete Ar: „Sollten alle Geſetze aufgehoben werden, ſie allein
würden nicht anders leben als vorher auch.”
Simon, des Dionuſos Hausverwalter, zeigte dem
Ariſtip=
pos einmal die prunkvollen Gemächer und die kunſtreichen
Moſaikfußböden des Palaſtes. Ariſtippos räuſperte ſich und
ſpuckte dem Simon ins Geſicht. Dieſer war ſehr empört darüber.
Ariſtippos aber ſagte: „Wo konnte ich denn anders
hin=
ſpucken bei all dem Glanz und all der Pracht ringsherum!”
Montesquieu ſagte zur Marquiſe de Chatelet: „Sie
kürzen ſich den Schlaf ab, um Philoſophie zu ſtudieren. Sie
ſollten die Philoſophie ſtudieren, um beſſer ſchlafen zu können.”
Der Luſtſpieldichter Guſtav von Moſer erhielt eines Cages
folgendes Celegramm: „Creffe heute abend 9 Uhr ein, erwarte
mich, die Dicke.‟ Das Celegramm erregte die Eiferſucht ſeiner
Frau, der es zufällig in die Hände fiel. Um den liſtigen
Schwere=
nöter „in flagranti” zu ertappen, ging auch ſie zur feſtgeſetzten
Stunde heimlich zum Bahnhof, wo — konnte ſie das ahnen? —
der geheime Intendanzrat Diedecke aus Oeſſau dem Suge
ent=
ſtieg und auf ihren Gatten zueilte.
Franz Lehar ſpaziert mit einem Bekannten über die Wiener
Ningſtraße. Plötzlich dringen den beiden aus dem Fenſter einer
Parterrewohnung die Klänge eines Shimmus ans Ohr. Der
Bekannte wendet ſich zu Lehar und fragt: „Sagen Sie, Meiſter,
iſt dieſe reizende Melodie von Ihnen?” — „Noch nichtl”
er=
widert der Komponiſt.
Nummer 267.
Aufgabe 391.
W. Henneberger in St. Petersburg.
(Schweiz. Schachzeitung, 1905.)
Weiß zieht und ſetzt in vier Zügen matt.
Brüfſtellung: Weiß: Ke6 Td4 e4 Lf3 8g1 Ba3 b5 c3 d5 15 g4 h5 (12);
Schwarz: Kh4 Uh1 Be6 g2 g8 g5 h6 (); 44
Aufgabe 392.
Dr. L. N. de Jong.
1. Preis, Nederland, Schaakbond, 1895.)
Beiß: Kas Da3 Tg4 La4 5a5 f8 Bf2 g5 (8):
Schwarz: Khs Tal h1 Ihs Bg6 (5).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 379—382.
379. E Brunner. Baſler Nachrichten, 1926. (Ke7 Dh8 Td6 Sh6 Bd2 62 f4:
Ket Dbs Pes k7 8e1 Bb5 e4 44 47 g2 g8: 34.) Eine feine Treffpunktaufgabe!
1. Dh3—g41 droht 2. 15 + 3. D:044 oder 8 iküctz. 1. T18! (Hinlenkung
in den Treftbunkt.) 2. Dh5 943 3. b7fäcki 3. Nei 3. bihck; 2. m
14 3. Dd5NL: 2. . . . K: k4 3. D: 441: ſonſt 3. Do5-: 1. . . . T:k4 2. Dg6
* Ke5 3. De8Br.
Die ideegemäße Verführung iſt 1. Dh5 (roht 2. De5+), welche durch 8el—
r3! (falſch iſt 8d3) geklärt wird. Im Hauptſpiel gelangt die weiße D auf ſehrtückiſche
Art zur Eroberung des Treffpunktes 13, der anfangs von drei ſchwarzen Figuren
beherrſcht iſt.
380. J. C. J. Wainwright. 1. Pr. „The Wanderer”, 1886 (Kel Df3 Tb1 12
La3 8b8 Be2h2; Ka2 Th3 h8 Uh7 Be4 d4 e4 h4: 24) 1. 1a3—b41
Vier=
ſaches Weugenat, von einen weißen Bauen herbeigefthrt
381. M. Havel. Tidſkrift för Schack 1923. (Ka1 Dh8 Te2 e2; Kd3 Tg6 846
b4 Ba5 16 84: 3.X.) 1. Dh8—h71 8b5 2. D771 8a3 3. Ned 2 4. Die gleiche
Mattführung wiederholt ſich auf der entgegengeſetzten Seite: 1.... Ja k5 2. Db5
8e3 3. Ve d2tk. Auf 1.. „8h t5 folgt 2. Dh1 8e3 3. Ted2t. 1.... 15
2. D07 Kd4 3. To d24. Ein ausgezeichnetes Punktecho!
382. Dr. H. W. Bettmann. Good Companion. 1920. (Kh8 Dg1 Taß d2 Ld3
So5 Be4 e2: Ke5 Dh3 Th4 Lf8 8g7 Bd4 14 h6: 24) 1. 143—h71
Indi=
euie Nathrhuna duch ud 10.2=
Löſerliſte: Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth (alle);
A. b. S. 1279 381). Geors Peter (380, 382); Karl Pflugfelder (389).
Kätſel
Meeſce Hee
T4 A- B. 7. 5. a TTI A u u 1 B L N NI 10 R * R T vo 0 T 4 4I pſ. . 4 R B * E I 4 E R p F N 2 s 8 n U U n 4 b. 4 1 4. 4 B * I. U U 4 G GIE E 8 U U IR rIe 8 n Die Buchſtaben in vorſtehenden neun Qugdraten ſind ſo zu ordnen,
daß die wagrechten und ſenkrechten Reihen eines jeden Quadrates
gleich=
nennen etwas Zeitgenäßes.
Carl Deubel.
Druck u. Verlag: 2. C. Witich ſche Hofbuchdruckersi, Nheinſtr. B.— Verant wortlich f. d. Redcktion: Dr. 6. Nete. Fernſtr. 1.389—332. Alle Nechte vorbehalten. Nackdruck verb. — Kliſches, F. Haufmamn, alle im Dermiſtadt
Figuren=Rätſel.
4. 5. 6. 1. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14.
bahn, bel, da, e, e, eis, grim, i, i. i, le, li, li, li, mil, ne, no, o, on,
pil, recht, ri, ſe, ton, ut, va, wig, zar.
Obige Silben ſchreibe nan buchſtabenweiſe in die Felder der Zahl
11596, ſo daß die 14 wagerechten Reihen Wörter von folgender
Be=
deutung enthalten: 1. Zahl, 2. Stadt in Holland, 3. Männername,
4. Mineral, 5. Meeresgöttin, 6. Heilmittel, 7. Blume, 8. Frauenname,
9. früherer Herrſchertitel, 10. Tiername in der Fabel, 11.
Winterver=
gnügen, 12. Fluß (ſpaniſch), 13. bibliſcher Frauenname, 14.
Natur=
erſcheinung.
Die Anfangsbuchſtaben ſagen, was nicht alle Menſchen können.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 28:
Ein Stern.
1. Senſe, 2. Chile, 3. Harfe, 4. Udine, 5. Barke, 6. Eiche,
7. Nampe, 8. Taube — „Schubert”.
Eine Landpartie.
Blau, lau, Au.
Ein wäfferiges magiſches Quadrat.
S U N D
UBER
N EWA
D R A U
Ein Wunſch Tauſender!
lautende Wörter enthalten. Die Mittelbuchſtaben der neun Quadrate Dorn, Amt, Spiel, Gang. Rat, Ort, Sturm, Stand, Eis, Land,
Obſt, Stein — „Das große Los!”
Cich
eit eif
9
fndungen de
ES
Am meiſtelt.
ſGündeit der
eir Reultzltogde.
ptert 1ud Micht
8 Cage
R
wig, Hür 2ie
die Erde, vel
dem üpter a
ſocher Audf
In direktem
ſteht auch ire
Körper in ihre
Auf dem Gup
a
in demſeben
KOerhältni
Die Rähr
uesit Ofdy
Eeuesdter Köch
Den zum Verderb
Ee ielanitek
Bafcteau
Ein Waih ih.
Naons D ſi die s
Der Weiſe gelt
Rufe
Unen et
dengte
Deiy
Mer ni
Aain ue
Wi. 0 an auf andier Kandkn Arachen mide
Höchſt aktuell und nahegerückt iſt augenblicklich die Frage
der direkten Durchforſchung des Weltraumes. Man will dabei
durch wirkliche Catſache und, wenn möglich Wahrnehmungen
all das beweiſen, was man bisher nur aus Analogien ſchließen
konnte. Dabei darf aber nicht überſehen werden, daß die Schlüſſe,
die man auf der Erde machen kann, im allgemeinen von ſo
großer Wahrſcheinlichkeit ſind, daß die meiſten von ihnen kaum
eine noch gründlichere Beſtätigung brauchen. Wir können daher
mit einiger Gewißheit vorausſagen, wie es uns ergehen würde,
„wenn wir einmal mit Hilfe von Weltraketen oder anderen Er=
Findungen über unſere Erde hinauskommen und zu den anderen
„laneten reiſen würden. Wir wollen alſo ſetzt in Gedanken eine
Uolche Nundreiſe unternehmen und ſehen, welche
Merkwürdig=
kkeiten uns dabei erwarten.
Am meiſten würde uns bei dieſer Nundreiſe wohl die
Ver=
ſchiedenheit der Größe der einzelnen Planeten auffallen. Können
ir heutzutage, bei einer Stundengeſchwindigkeit von 200
Kilo=
meter und ununterbrochenem Fluge, den Aequator der Erde erſt
ön gut 8 Cagen umfliegen, ſo ſind dazu beim Merkur nur
ungefähr 3 und beim Mars nur etwas weniger als 4½ Cage
mötig. Für die Venus brauchten wir faſt dieſelbe Seit wie für
Die Erde, weil ſie dieſer an Größe nahezu gleichkommt. Auf
Dem Jupiter aber, dem größten unſerer Planeten, würde ein
Volcher Nundflug ſchon über 90 Cage dauern.
In direktem Zuſammenhang mit der Größe der Planeten
teht auch ihre Schwerkraft, d. h. die Anziehung, die ſie auf die
Rörper in ihrer Nähe ausüben. Wir wiſſen alle, daß auf der
Auf dem Jupiker würden wir das dreifache Gewicht haben.
Erde ein Körper, der nicht unterſtützt wird, nach unten fällt.
Oer Grund für dieſes Fallen iſt nun bekanntlich eine
An=
jjehungskraft, die vom Mittelpunkt der Erde aus auf alle
Körper in ihrer Nähe, alſo auch auf die an der Erdoberfläche,
wo wir uns befinden, ausgeübt wird. Dieſe Kraft iſt nun um
5 größer, je größer die Maſſe des Planeten iſt. Daher zieht
der große Planet Jupiter alle Gegenſtände, die ſich auf ihm
be=
jnden, mehr als dreimal ſo ſtark an wie unſere Erde die Dinge
af ihrer Oberfläche. Würden wir alſo in unſerer Nakete eine
Federwaage mitnehmen und uns mit dieſer auf dem Jupiter
wiegen, ſo würden wir dort alle ein dreifaches Gewicht haben.
Bei einer gewöhnlichen Gewichtswage könnten wir allerdings
teinen Unterſchied feſtſtellen, da ja auch die Ausgleichsgewichte
in demſelben Maße wie wir ſchwerer würden, und ſomit das
Berhältnis immer gleich bliebe. Das Normalgewicht eines
Der zeitgemäße Haushalt.
Die Kühlhaltung der Speiſen ohne
Eis=
ſchrank. Obwohl die vorwiegend gemäßigte, teilweiſe kühle
Temperatur dieſes Sommers im allgemeinen die Speiſen ſehr
ſelten zum Verderben bringt, ſo neigen doch beſonders
empfind=
liche Lebensmittel zum Schlechtwerden, wie Milch und Sahne,
hüäſche Fleiſch= und Wurſtwaren, Fiſchwaren, Butter, Margarine
uſw. Hat man einen Eis= oder elektriſchen Kühlſchrank zur
Ver=
fügung, ſo iſt die Frage der Friſchhaltung ſofort in
zufriedenſtel=
lemder Weiſe gelöſt. „Notwohner” dagegen, in beſchränkten
Räum=
lichkeiten, müſſen ſich meiſt ſogar ohne Speiſekammer behelfen.
Ihnen ſei verraten, daß ſie die Ofenröhren und das
Feue=
rungsloch als Kühlraum für Speiſen verwenden können.
Sauber mit Papier nach vorherigem Reinigen ausgelegt, werden
darin alle leichtverderblichen Nahrungsmittel geborgen. Milch
kamn man auch in Thermosflaſchen, ſofort nach dem
Kau=
ſer befüllt, vor dem Säuern bewahren. Butter mit der Glocke
urf einen in einer Schüſſel mit kaltem Waſſer ſtehenden
Blumen=
tapf geſtellt und mit einem größeren bedeckt, erſpart den tönernen
Buitterkühler.
Die Zeitder Kaltſchalen iſtdal An beſonders
war=
nen Sommertagen verlangt der Menſch nach mehr oder weniger
Aökühlung auch in der Nahrung und meidet alles, was die
Kör=
bertemperatur noch unnötig ſteigert. Zu dieſen gefürchteten
Rärmeſpendern gehören auch die Suppen, namentlich die
fett=
feichen, die ſchon aus dieſem Grunde von vielen Hausfrauen vom
ſommerlichen Speiſezettel verbannt werden. An ihre Stelle treten
un die verſchiedenen Fruchtkaltſchalen, die in ihrer
Mannigfaltig=
ſeit ſelbſt den verwöhnteſten Gaumen befriedigen, zumal wenn
ie verſchiedene ſüße Einlagen, wie Vanilleſchaumklößchen,
Makro=
ten, Kekſe, Milchnockerln, Biskuitts enthalten. Die Kaltſchalen
elbſt ſi: d ſehr ſchnell bereitet und der bei ihrem Süßen befürchtete
Nehrverbrauch an Zucker kann weſentlich durch Verwendung von
ſerßauf zelöſtem Süßſtoff vermieden werden. Die Bereitung der
Von Erich Brandt.
Menſchen wäre alſo auf dem Jupiter ungefähr 4 bis 5 Sentner.
Es würde ſich daher wohl kaum ein Menſch auf dieſem
Pla=
neten auf den Beinen halten können. Man ſtelle ſich vor: er
müßte die doppelte Laſt ſeines eigenen Gewichtes mit ſich
herum=
tragen und ſich damit fortbewegen. Das können beſtimmt nur
ſehr wenige Menſchen.
Der Jupiter iſt alſo nur ein Aufenthaltsort für Athleten
mit übermenſchlichen Kräften. Wir gewöhnlichen Menſchen ſind
gezwungen, uns einen anderen Planeten auszuſuchen. Am beſten
wird nun einer ſein, der kleiner iſt als unſere Erde.
Be=
trachten wir alſo einmal die Venus. Auf ihr würden wir uns
ſchon etwas leichter fühlen, denn an ihrer Oberfläche beträgt die
Schwerkraft nur etwa 2ſuo der Erdanziehung. Noch beſſer treffen
wir es aber auf dem vielbeſprochenen Mars. Dort iſt nämlich
die Anziehungskraft nur 7/s ſo groß wie an der Erdoberfläche.
Auf dem Aerkur kann man 5 Meter hoch ſpringen.
Es würden ſich alſo auf dem Mars ſelbſt unſere Dickſten
wohl=
fühlen können, denn auch ſie würden auf ihm nicht mehr als
einen Sentner wiegen. Ihre Freudenſprünge aus dieſem Anlaß
könnten wegen der geringen Anziehung mühelos eine Höhe von
2 bis 3 Metern erreichen. Die Nekorde im Hochſprung würden
ſomit auf dem Mars ſogar von ihnen erheblich überboten werden.
Noch angenehmer iſt es in dieſer Beziehung allerdings auf
dem Merkur. Da beträgt die Schwere nur 4is derjenigen, die
auf der Erde herrſcht. Sie iſt alſo noch um die Hälfte kleiner
als auf dem Mars. Ein normaler Menſch wiegt deshalb auf
der Oberfläche des Merkur nur ungefähr 30 Pfund. Es würde
ihm daher auch ein leichtes ſein, dort 5 Meter und noch höher
zu ſpringen. Würden alſo auf dem Merkur Menſchen wohnen,
dann müßten die Mauern und Säune von erſtaunlicher Höhe ſein.
Aber nicht nur dieſe Verſchiedenheiten von den auf der
Erde beſtehenden Verhältniſſen würde uns auf den anderen
Planeten überraſchen. Sehr ſonderbar würden wir ſicher auch
die andere Seitrechnung empfinden, nach der wir rechnen müßten.
Die Länge eines Cages, alſo die Seit von einem Mittag bis
zum nächſten, iſt beſtimmt durch die Notation des Planeten. Ein
Erdtag dauert ſo lange Seit, wie ſie die Erde braucht, um ſich
einmal um ihre Achſe zu drehen. Da ſich nun die Planeten, die
ſo verſchieden groß und ſo verſchieden ſchwer ſind, auch nicht in
derſelben Seit ein volles. Mal um ihre Achſe drehen, ſo iſt alſo
damit auch die Dauer ihrer Cage ganz verſchieden. Da die
Um=
laufszeit der Planeten um die Sonne aber für ſie die Dauer
eines Jahres bedeutet, und dieſe um ſo größer iſt, je weiter der
Planet von der Sonne entfernt iſt, iſt ebenſo die Dauer der
einzelnen Planetenjahre verſchieden.
Denken wir uns nun, wir wären zu einem Planeten
ge=
fahren, um eines ſeiner Jahre auf ihm zu verbringen. Hätten
Kaltſchalen iſt ſehr einfach. Die Früchte werden mit Waſſer bedeckt
und mit Zitronenſchale und Zimt, ſowie einer von der Blüte
be=
freiten Nelke zum Kochen aufgeſetzt. Dann durch ein Haarſieb
ge=
trieben und eventuell mit Waſſer verdünnt. Darauf mit wenig
Kartoffelmehl dünnſämig gebunden und geſüßt, mit Butter
ver=
feinert und dann das Ganze in einer Terrine recht kalt geſtellt.
Zu Kaltſchalen kann man ſowohl Stachelbeeren und Kirſchen, wie
Himbeeren, Johannisbeeren, ſpäter Brombeeren und Heidelbeeren
verwenden, woran ſich dann ſpäter das erſte Baumobſt anſchließt,
wie Aprikoſen, Pfirſiche, Pflaumen uſw.
Braten bekommt eine ſchöne Kruſte, wenn man
das rohe Fleiſch vor dem Einlegen in die heiße Fettpfanne in
Mehl wälzt. Dieſe Mehlkruſte verhütet außerdem das Austreten
des Fleiſchſaftes und läßt den Braten im Innern ſchön ſaftig
und dadurch auch gehaltreicher ſein.
Speiſezettel.
Sonntag: Suppe mit Eierſtich; Maſtkalbfleiſch mit
Miſch=
gemüſe; Kirſchflammerie. — Montag: Sauerſüßes
Gurken=
gemüſe mit gebratener Leber. — Dienstag: Gefüllte Tomaten
im Kartoffelrand; Kopfſalat mit Gurke. — Mittwoch:
Hefe=
plinſen mit geſchmorten Heidelbeeren. — Donnerstag:
Ge=
müſe von jungem Wirſing mit Hammelkoteletten. — Freitag:
Stachelbeerkaltſchale; gebackener Goldbarſch mit
Kräutermayon=
naiſe, Gurken=Tomatenſalat. — Samstag: Eierkuchen mit
Fleiſchfüllung; Kopf=Gurkenſalat.
Humor
Worauf’s ankommt. Heinrich Laube, der geniale Regiſſeur, war
wegen ſeiner Bärbeißigkeit gefürchtet, und häufig waren ſeine Urteile
ebenſo geiſtreich wie draſtiſch. Eines Tages erſchien ein junger Mann
vor ihm mit der Bitte, ſein ſchauſpieleriſches Talent zu prüfen. „
Be=
gabung iſt ja die Hauppaſche,” bemerkte der Jüngling dabei, „aber man
muß auch die nötige Frechheit haben, um es beim Theatre zu etwas zu
bringen.” — Laube hört ihn ruhig an und ſaßt ſein Urteil dann in die
Worte: „Sie müſſen es mit der Frechheit geachen!”
wir uns zu dieſem Swecke aber den Neptun, das iſt der äußerſte
Planet des Sonnenlyſtems, als Aufenthaltsort ausgeſucht, dann
würden wir wohl kaum lange genug leben, um unſeren Vorſatz
durchführen zu können. Das Neptunjahr iſt nämlich nahezu
165mal ſo lang wie das Erdjahr. Dabei betragen die
Neptun=
tage nur etwa 8 Stunden unſerer Seitrechnung. Wir würden
alſo mehr als 184 000 Neptuntage dort zu verbringen haben, um
ein ganzes Jahr auf dem Neptun zu verweilen. Nicht mehr ſo ſehr
lange wie auf dem ganz fernen Planeten wäre es mit der Dauer
unſeres Aufenthaltes auf dem ſupiter beſtellt. Obwohl auch
dieſer zu einem Umlauf um die Sonne noch faſt 12 Erdenjahre
benötigt, iſt dieſe Seit im Verhältnis zu der entſprechenden auf
dem Neptun noch erträglich. Weſentlich umſtellen müßten wir
uns jedoch auch dort mit unſerer Cageseinteilung. Ein
Jupiter=
tag dauert nämlich nur etwa 10 Stunden. Würden wir nun
unſere Erdengewohnheiten beibehalten wollen, dann müßten
wir alſo immer ſchlafen, wenn es auf dem Jupiter Nacht iſt.
Das iſt aber bei ihm alle 5 Stunden der Fall. Der Jupiter iſt
ſomit der gegebene Aufenthaltsort für Leute, die gern ſchlafen,
aber nicht für Langſchläfer, denn die Nacht dauert natürlich auch
nur 5 Stunden.
Begeben wir uns jetzt zum Mars, ſo treffen wir auf ihm
ſchon Seitverhältniſſe an, die von den anderen nicht mehr ſo
ſehr verſchieden ſind. Der Marstag dauert nämlich nur
unge=
fähr ½ Stunde länger als der Erdtag. Wollten wir jedoch
wie=
der ein Marsjahr auf ihm verweilen, dann würden wir immer
noch faſt 2 Erdjahre brauchen. Wir müßten alſo auch hier un=
Ubglhe
Jedermann ſein eigener Meihyſalem — auf dem Mars.
ſeren Kalender ändern, denn ein Marsjahr hat 670 Marstage.
Waren bisher die Planetenjahre immer länger als unſer
Erd=
jahr, ſo iſt dies bei den inneren Planeten, das ſind die, die
der Sonne näher ſind als die Erde, gerade umgekehrt. Auf der
Venus würde daher ein Menſch leicht ein Alter von 100 bis
120 Jahren erreichen können, denn ein Venusjahr dauert nur
225 Erdtage. Noch älter würden wir aber auf dem Merkur
werden. Da dieſer ſich ſchon in 88 Cagen einmal um die Sonne
herumbewegt, könnten wir, wenn wir auf ihm lebten, wirklich
ſo alt werden wie Methuſalem. Ein Menſch, der auf Erden
nur 90 Jahre alt werden würde, könnte dort 370 Merkurjahre
zählen, während die Kinder auf dem Merkur erſt mit 25 Jahren
ſchulpflichtig werden.
Man ſieht, allerlei Merkwürdigkeiten würden uns
über=
raſchen, wenn wir plötzlich auf einen anderen Planeten verſetzt
würden und nun dort leben müßten. Vieles Angenehme und
auch vieles weniger Angenehme (die Dicken denken ſicher mit
Graus an ihre 5 Sentner auf dem Jupiter!. Der angenehmſte
Planet von allen ſcheint aber doch der Merkur zu ſein. Dort
wiegt man mr 30 Pfund, wird 300 Jahre alt und kann 5 Meter
hoch ſpringen. Alſo auf zum Merkur!!
Je nach dem. Der Vater überraſchte ſeine Tochter in den Armen
ihres Verehrers. „Als ich meiner Frau den Hof machte,” ſogte er ſtreng,
„ſaß ich auf der einen Seite des Sofas und ſie ſaß auf der andern.” —
„Das würde ich auch tun, wenn ich Ihrer Frau den Hof machte” ,
en=
widerte der Jüngling frech
Nevolution und Schriftſteller. Als man bei Ausbruch der
franzö=
ſiſchen Nevolution den Schriftſtellern die Schuld gab, ſagte der geiſtvolle
Dichter und Mathematiker Käſtner: „Zur Entſtehung von Revolutionen
gehören Armeen. Dieſe werden aber nicht durch Federn, ſondern durch
den Magen in Bewegung geſetzt; ſo wie der Magen auch meiſtens die
Urſache von der Bewegung der Federn iſt.”
Die Sommerfriſche!
Uebergang zur neuen Linie.
Man muß ein großes Fragezeichen hinter
die neueſten Meldungen aus dem
Modezen=
trum Paris ſetzen, die uns auf eine Rückkehr
des Prinzeßkleides vorbereiten wollen! Wir
haben nun ſchon ſo lange Zeiten
regelmäßi=
ger Entwicklung auf dem Gebiete der Mode
erlebt, daß es ſchwer fällt, an eine ſo
um=
wälzende Aenderung der Tendenzen zu
glau=
ben. Denn klar und unzweideutig regiert ſeit
einigen Saiſons die Zweiteilung der
Sil=
houette. Sollte wirklich ein plötzlicher
Um=
ſchwung uns wieder zum geteilten Kleid
zu=
rückführen, ſollten vor allem die Frauen
(denn auf die kommt es doch immer als
ent=
ſcheidende, letzte Inſtanz bei ſolchen Fragen
an), ſollten ſie ſich widerſpruchslos
darein=
fügen? Schon manches wurde verſuchsweiſe
aus Freude am Wechſel von Modekünſtlern
propagiert, das ſehr raſch wieder in der
Ver=
ſenkung verſchwand, weil die Kritik der
Frauenwelt es ablehnte. Immerhin läßt ſich
das Streben nach Veränderung der
Linien=
führung der Kleider nicht ableugnen; die
Zukunft wird entſcheiden müſſen, ob wir
da=
durch wirklich eine neue Linie bekommen
werden, die allerdings an Geweſenes ſtark
angelehnt iſt, oder ob wir dieſe neuen
For=
men des Kleides nur als Variation des
The=
mas der bisherigen Mode anſehen müſſen.
Jedenfalls zeigen ſich am Sommerkleid
gewiſſe Veränderungen, die der Beachtung
wert ſind. Hatten wir bisher auf bluſige
Linie und teilende Gürtel geſchworen, ſo
ſehen wir jetzt, daß es auch anders geht.
Allerdings unter vorſichtiger Rückſichtnahme
auf die bisherigen Richtlinien. Man erſetzt
etwa den Gürtel durch die Garnitur des
Kleides mit kräftig abſtechender Einfaſſung,
indem man dieſe in breitem Abſtand um die
Hüfte legt und oben aufwärts zur Schulter
fteigen läßt, wobei durch Gruppen von
Zier=
knöpfen der Eindruck einer ſeitlich
geſchloſſe=
nen Jacke gegben wird. Die Garnitur unter=
Sommerlich=ſportliche Kleidung.
Der Sport verlangt eine ſpezielle Kleidung, die jede
Bewe=
gungsfreiheit zuläßt, nirgends beengt und doch ſchlank und gerade
den Köper umhüllt.. Die Stoffe ſind mit Sorgfalt zu wählen:
leicht ſollen ſie ſein, auf der Haut eher kühlend als wärmend
wir=
ken — und doch müſſen ſie ſoviel Schwere haben, daß ſie für die
ſchlichteſten Formen verwendbar ſind. Und was wäre hierfür
wohl beſſer geeignet als Baſtſeide? Neben der vorzüglichen
Halt=
barkeit im Tragen ſind es auch die wunderſchönen Farben, die
dieſes Material
zu einem
beſon=
ders
bevorzug=
ten
Sommer=
material gemacht
haben. Wenn die
Formen u.
Gar=
nierungen der
Sportkleider
ſchlicht ſind, ſo
darf hierbei nicht
vergeſſen
wer=
den, daß all das
Fliegende,
Flat=
ternde, womit
die Mode im
all=
gemeinen heute
die Sommerklei=
halb der natürlichen Taille aber ſpringt mit
ſtumpfer Spitze nach unten aus, um den
An=
ſatz einer ſeitlichen Faltengruppe am Rock zu
überdecken. Die Armlöcher und den runden
Ausſchnitt umrahmt dann harmoniſch die
gleiche Garnitur (B). Man iſt ſogar noch
kühner und verzichtet ganz auf jede
wage=
rechte Teilung — es ſei denn, daß die
An=
deutung bluſigen Schnitts am Kleidoberteil
als ſolche angeſehen würde. Sie tritt aber
vollkommen hinter der ſchräg von der linken
Schulter zur rechten Hüfte laufende, breit
auseinandergeſtellte Linie dreier Hohlnähte
zurück, die ſich quer über die Figur ziehen
und in einem angeſchnittenen faltigen Teil
enden, das ebenſo wie der Rockſaum die
Hohlnaht als Schmuck zeigt, die wir auch an
der Anſatzlinie der ganz kurzen Aermelchen
feſtſtellen können. Hier könnte man wirklich
ſchon von bewußter Umkehr modiſcher
Ten=
denzen ſprechen! (C). Aber dann begegnen
wir doch wieder ſo ausgeſprochen geteilten
Kleidern, daß wir wieder zweifelhaft
wer=
den! Das Leibchen eines Kleides aus
dufti=
gem Seidenvoile zeigt wiederum
Handhohl=
naht als Schmuck, die aber in ihrer
Anord=
nung oberhalb der Taille ſcharf von der
Senkrechten zur Wagerechten umbiegt. Dieſe
Teilungslinie wiederholt ſich dann nicht nur
als Einfaſſung eckiger Spitzeneinſätze, deren
ſchmalere Teile nach unten zu in Gruppen
ſchmaler Falten übergehen, ſondern wird
noch ganz auffällig betont durch die Schärpe
aus ſchottiſch gemuſtertem Seidenband, deren
Schleife mit breitem Ende an der linken
Hüfte herniederfällt (D). Zwiſchen
wage=
rechter und ſchräger Linie ſucht und findet
ein anderes Modell den Kompromiß. Das
an der Schulter durch Aunäher eingehaltene
Leibchen iſt weit übereinandergeſchlagen, ſo daß die Schlußlinie bis dicht vor die
linke Hüfte läuft, wo die Enden ſcheinbar, zur großen Schärpenſchleife
einge=
ſchlungen ſind, deren mit farbiger Stickerei geſchmückten Zipfel den leicht glockig
geſchnittenen Rock überragen. Als Gegengewicht zu dieſer Schärpenſchleife dient
eine rund geſchnittene, über und über beſtickte Taſchenpatte, während am
Leib=
hen die Stickerei ſehr originell von der Schulternaht der unten weit ausfallenden
Aermel bis zur Mitte des Oberarms wiederholt iſt (A). Angeſichts dieſer ſo
verſchiedenen Tendenzen iſt es Gebot der Vorſicht, noch nicht allzu ſicher an
modiſche Prophezeiungen zu glauben. Vielleicht kommt die neue Linie, vielleicht
bleibt die zweigeteilte Silhouette! Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
der aufs Effektvollſte
tätigung im höchſten
einmal hübſch wür=
und Teile bei den
Sport mit ſich bringt,
unauffälligen. Gar=
Effekteerzielt werden,
in Gruppen, in ein=
ſchmückt, für eine ſportliche Be=
Grade ungeeignet iſt. Auch nicht
den dieſe flatternden Bahnen
ſchnellen Bewegungen, die der
ausſehen. Aber auch mit glatten,
nierungen können wunderſchöne
mit Bieſen und Säumchen, die
fachen, geradlinigen und in kom=
plizierten Linien ausgeführt werden, mit einer ſehr diskreten
Bor=
dürenſtickerei, mit Blenden oder mit flach aufgenähten, zackig
ge=
legten Bändern. — Alles andere Sommerliche iſt, wie geſagt,
be=
wegt in der Linie und von flatternden Falten und Glocken
erwei=
tert. Der Reichtum an Stoffen und die Auswahl an
Garnierun=
gen iſt faſt unbegrenzt. Köſtliche ſeidene und baumwollene
Ge=
webe werden da vor uns ausgebreitet, ſo daß die Wahl uns oft
nicht ganz leicht gemacht wird. Am verführeriſchſten ſind die
Far=
ben, die zarten und die kräftigen, ſowie die Fülle der ſchön
erdach=
ten Muſterungen, die bordürenartig angebracht oder auch als
großflächige Muſter die ganze Stoffbreite bedecken. Ein beliebter
Schmuck einfarbiger Kleider iſt die Stickerei, die in den
verſchie=
denſten Techniken ausgeführt werden kann. Kleidern aus glatten,
ungemuſterten Stoffen geben gemuſterte, lebhaft getönte
Blenden eine entzückende Belebung. Und wer einem
Som=
merkleidchen die höchſte Eleganz verleihen will, der ergänze
es durch ein ſchlichtes, ärmelloſes Jäckchen aus gleichem
Material und mit den gleichen Garnituren ausgeſtattet.
Dieſer ſommerlichen Complets gehören wohl zu dem
Ele=
ganteſten, was uns die Mode für den Sommer 1928
ge=
bracht hat. Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
tuende, ſtilvolle Einheit und Harmonie hergeſtellt. — Aber ein
ſchönfarbiges Seidenband kann auch als Erſatz von
Seidenblen=
den überall dort angebracht werden, wo der Stoff gerade
geſchnit=
ten iſt, etwa als Abſchluß des Pliſſeeröckchens, der gerade oder
wenigſtens annähernd gerade geſchnittene Volant als Berandung
eines viereckigen oder ſehr flachen Ausſchnittes uſw.
Ausgeſpro=
chen runden Rändern und glockig geſchnittenen Teilen kann man
Band natürlich nicht aufarbeiten, da es hierfür zu wenig dehnbar
iſt. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die die Schönheit des
ſeidenen Bandes ins rechte Licht rücken: man kann es in flotte
dekorative Schleifen, Rüſchen und Roſetten arrangieren, die dem
einfachſten Jungmädchenkleid etwas Feſtliches, Geſchmücktes
geben. — Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
Sür unſere
Gibt es heute eigentlich noch eine
ſpe=
zielle Kleidung für unſere ganz jungen
Mädchen? Im großen und ganzen wohl
nicht, denn unſere Mode iſt ja mit dem
allerbeſten Erfolg bemüht, jede Frau wie
ein ganz junges Mädchen wirken zu
laſ=
ſen. Und doch wird man auf der Suche
nach einem beſonders geeigneten
Jung=
mädchenkleid oft finden, daß dies oder
jenes Kleid für das Backfiſchlein noch zu
„erwachſen” wirkt. Woran liegt das nun?
Sicher nicht an den Grundformen der
Kleider, die immer einfach ſind.. Eher an
den Stoffen, die für das heranwachſende
Mädchen einfacher, weniger koſtſpielig
ge=
nommen werden. Unſere Stoff=
Fabrikan=
ten haben für den Backfiſch reizende,
preiswerte Waſchſtoffe gebracht. Für die
Garnierungen dieſer Kleidchen gibt es
vor allem das Seidenband. Es wirkt als
Schärpe oder Gürtel ganz entzückend,
gleichviel, ob es in der Farbe des Kleides
oder abſtechend gehalten iſt, ob man es
breit oder ſchmaler wählt. Ein geſchicktes
Backfiſchlein, das Geſchmack für ſeine
Kleidung beſitzt, wird das Seidenband
der Schärpe auf dem ſchicken
Sommer=
hütchen wiederholen; durch ſolch einen
kleinen modiſchen Kniff iſt eine wohl=
zwecks Frelmachung verschliedener Lagerräume
gelangen
Mittwoch, den 18. Juli 1928
Ta.sodaeldiae
Aädarole, Stiche eté.
alter und neuerer Meister aus versch. Besitz
zum Ausgebot.
Die Bilder sind sämtlich gerahmt und
werden zum Höchstgebot versteigert.
Daher
Günstigste Gelegenheit
zu vorteilhaftem Erwerb
wirklich künstlerischen und geschmackvollen Wandschmuckes.
im großen Galeriesaal Junghofstr. 19, I.
Montag, den 16. Juli 1928: 10—1, 3—6 Uhr,
Dienstag, den 17. Juli 1928, 10—1, 3—5 Uhr.
(TV.11590
Verzeichnis 1116 kostenlos.
Nummer 195
Sonntag, den 15. Zuli 1928
Seite 19
Das Spiel mit dem Tode.
Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.
Buchengrün und blauer Himmel, wie ein zartes, loſe
ver=
ſchwebendes Seidenzelt bis zu den weißgetuſchten Schatten der
ſernen Uferwälder hinüberdämmernd. —
Kurt zog die Uhr.
Halb neun!
Ob Sybille ſchon zum Baden gekommen war?
Sein Blick ging ſuchend in die Weite des Sees, über dem
die Sonne in blaßgoldenen Blitzen zuckte, unſtet und flüchtig wie
wer Flatterflug eines Falters.
Ein winziger roter Punkt tanzte ganz in der Ferne auf den
plitzernden Wellen auf und nieder.
Sibylles Badekappe.
Sie war alſo noch draußen auf dem Waſſer und konnte ihm
wei der Rückkehr zum Ufer nicht entrinnen.
Kurt kam den Steg bis zum Ende des Badehäuschens
ent=
ang und ließ ſich hier auf einer Bank der kleinen Seitengalerie
nieder.
Es war ganz ſtill ringsum.
Die Luft hing dunſtſchwer, regungslos.
Eine Gabelweihe ſtand hoch oben an dem blauen
Flimmer=
ſeimmel und ſtieß dann plötzlich wie ein Stein zum Waſſer hinab.
Da rauſchte es auf einmal zur Seite des Badehäuschens
aut auf.
Eine anmutige weibliche Geſtalt in knappem, ſchwarzem
Badeanzug ſchwamm in raſchen Stößen zum Ufer.
Jetzt hatte Sibylle den Steg erreicht und griff mit beiden
Sänden nach dem Geländer, um ſich daran in die Höhe zu ziehen.
Noch einmal ſank ſie, an dem feuchten Holz abgleitend, in die
rrünblaue Flut hintenüber wie eine Seejungfrau, die in ihr
mütterliches Element zurückkehrt.
Dann wurde das kecke Rot der Kappe und das kühle Weiß
ſoer emportauchenden Armee in der ſchillernden Tiefe von neuem
ſächtbar.
In der nächſten Sekunde ſchwang ſich Sibylle gewandt auf
ſoen Steg hinauf und warf ſich der Länge nach auf die
ſonnen=
ſglühenden Holzplanken.
„Guten Morgen!” ſagte ſie, die Arme unter dem Kopf
ver=
ſchränkend und in wohliger Ermattung die ſchlanken Glieder
eehnend.
Ein ganz leiſes, ironiſches Lächeln ſtand um den
leichtgeöff=
meten Mund, in dem die Zähne ſchimmerten wie weiße Kerne in
iner Scharlachfrucht.
Kurt hatte ſich halb erhoben und lüftete ſeinen Strohhut.
Wie durch einen Nebel ſah er den wundervoll reifen und
doch wieder faſt kindhaft ſchmalen Körper der jungen Frau, den
die Sonne mit einem Mantel von flimmerndem Licht umhüllte.
„Ich bemühe mich ſchon ſeit zwei Tagen vergeblich, dich allein
zu ſprechen!“
Sibylle zuckte die Achſeln.
Kinderwagen
(7515a
aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Inr Vorteil,
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören,
1. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25½
„Ich weiß es, und ich finde es nicht gerade ſehr taktvoll, daß
du nach dem, was ich dir neulich erklärt habe, deine
Verfolgungs=
abſichten noch immer nicht aufgegeben haſt!”
„Du verwechſelſt die Begriffe!” war die Antwort. „Von einer
Verfolgung kann nicht die Rede ſein. Du ſuchſt dich mir zu
ent=
ziehen. Obwohl du ſo gut wie ich weißt, daß wir beide
zuſam=
mengehören.”
Eine Falte des Unmutes erſchien zwiſchen Sibylles
fein=
gezeichneten Brauen.
„Laß doch endlich die alten Geſchichten, Kurt! Ich habe dir
meine Anſicht, glaube ich, hinreichend deutlich zu verſtehen
ge=
geben. Ich bin nicht frei geworden, um ſogleich wieder eine neue
Feſſel auf mich zu nehmen!“
„Ich bedauere, mich ſo in deinem Charakter getäuſcht zu
haben!"
Sibylle ſandte einen verſchleierten Blick zum Himmel empor.
„Was heißt Charakter?” ſagte ſie dann leichthin. „Ich habe
dir gegeben, was ich dir geben konnte. Das iſt jetzt vorbei! Für
immer! Es tut mir leid, aber du ſcheinſt auch meine
Liebesfähig=
keit zu überſchätzen!“
„So ganz vielleicht doch nicht!” war die bittere Entgegnung.
„Denn ich gehe wohl in der Annahme nicht fehl, daß ich in der
Perſon deines neuen Sckretärs bereits einen glücklicheren
Nach=
folger erhalten habe."
Ein feines Rot ſtieg Sibylle in die Schläfen.
„Es liegt ſich hier ſo ſchön in der Sonne”, ſagte ſie, ſich halb
aufrichtend. „Aber wenn du geſchmacklos wirſt, muß ich dieſe an
ſich ſchon wenig erquickliche Unterhaltung beenden.”
Mit einem Sprunge war Kurt auf den Füßen und packte ſie
faſt gewaltſam an der weißen Schulter.
„Du bleibſt!” ſtieß er atemlos hervor. „Treibe mich nicht zum
Aeußerſten!“
Es lag ein ſo drohender Ausdruck in ſeinem todblaſſen
Ge=
ſicht, daß Sibylle unwillkürlich zurückzuckte.
Sie kreuzte die Arme von neuem im Nacken und ſah unter
den halbgeſchloſſenen Lidern in die grun ildnis der Geranien,
die das Geländer der Galerie und die Wände des Badehäuschens
in üppiger Ueberfülle umrankten.
Geraume Zeit herrſchte ein geſpanntes Schweigen.
Schillernde Schwebfliegen ſtanden allenthalben in der
un=
bewegten Luft.
Zuweilen ſprang ein Fiſch im See.
Langſam rundeten ſich im Waſſer große Kreiſe. —
„Wie lange denkſt du dieſe unwürdige Belagerung eigentlich
noch fortzuſetzen?” nahm Sibylle endlich wieder das Wort.
„Fühlſt du denn gar nicht, wie lächerlich du dich mit deiner
Eifer=
ſucht machſt? Was willſt du denn eigentlich von mir?” ſchloß ſie
dann, ungeduldig mit den Beinen zappelnd.
„Ich verlange von dir eine bündige Antwort, wie du unſere
künftigen Beziehungen geſtalten willſt. Ich kann von dir nicht
laſſen, Sibylle! Ich gehe zugrunde, wenn ich dich von neuem
verliere. Denke daran, was uns verbindet, wie wir aneinande;
geſchmiedet ſind durch gemeinſame Schuld.”
Wie ein Ruck ging es durch den Körper der jungen Fras=
„Das ſind Romanphraſen! Ich fühle mich nicht ſchuldig aes
dem Tode meines Mannes. Ich weiß nichts von ihm, ich will
auch nichts mehr von ihm wiſſen. Das liegt alles ſchon ſo weit
hinter mir. Um dein eigenes Gewiſſen zu entlaſten, ſuchſ du
nach einem Mitſchuldigen! Laß mich” brach ſie dann auf
ein=
mal leidenſchaftlich aus. „Zwiſchen uns iſt alles zu Ende. Ich
kann dein Geſicht nicht mehr ſehen, deine Stimme nicht mehr
hören. Was habe ich dir getan, daß du mich immer wieder mit
dieſen Geſpenſtern der Vergangenheit quälſt?”
Mit zuſammengebiſſenen Zähnen ſtarrte Kurt auf das junge
Weib.
Das Blut brauſte ihm in den Schläfen.
Sein Blick ſenkte ſich tief in die Linien des ſüßen Geſichtes
mit den dunklen Märchenaugen, die ſo viel verſprochen und ſo
wenig gehalten hatten. —
„Sibyll!” ſagte er endlich, die ſteigende Erregung mühſam
meiſternd. „Ich danke dir für deine Offenheit. Denn nun weiß
ich wenigſtens, woran ich bin: Daß du meinſt, mich fortſchieben
zu können wie einen läſtigen Bettler, weil du mich wehrlos
glaubſt. Und doch bin ich es, der dich vollkommen in der Hand
hat. Bis jetzt habe ich geſchwiegen, aber nun ſollſt du wiſſen,
daß ein Wort von mir genügt, um dir all das wieder zu nehmen,
was du für dein hälſt, was der Inbegriff deines Lebens iſt,
deinen Reichtum und deine Freiheit.”
Mit einem hochmütigen Blicke ſah ſie an ihm vorbei.
(Fortſetzung folgt.)
Taboten Histean
in Riesenauswahl
Stückware,
Teppiche u. Läuter
Gross- und
Kleinverkauf
(5453a
Jung, Zorn & Co.
vorm. Franklurter Tapetenfabrik
Schleiermacherstr. 23 (am Gericht
Aleußerſt günſtige Gelegenheit!
S20P.S.Brennabor
Sitzer, offen, mit elektr. Licht, Boſch=
Zünd=
bchtanlage, Horn, Sucher, 5 fach Ballon
be=
reift, zum Spottpreis von Mk. 1200.— bar.
Sh6P. S. Mathis
Sitzer, offen, 5 fach neu Ballon bereift,
Akektr. Licht, Anlaſſer, Horn. Maſchine vol
hommen neu überholt, Mr. 1100.—bar, verkauft
Sschäfer, Eliſabethenſtraße Nr. 46
(*1851.
Telephon 3291.
Betonmaterial
kann unentgeltlich
ab=
gefahren werden.
Schule am
Pfründnerhaus.
( 1852 goi)
Auto=Sertauf
4016 Opel=Tim., 1 Jahr gef. tadellos in
(Stand, neu bereift, 4 ſitzig, Einſatz für Koffer
(leichz. als Reiſewagen ſehr günſtig
abzuge=
hen. Garage bei Büchler, Nieder=Ram
(11616
ſäädterſtraße 56.
ältere, ge=
Welche bildete,
un=
abhängige Dame, die
ſich einſam fühlt,
würde ſich einen desgl.
Freund wünſchen?
Strengſte Diskretion
ſelbverſtändl. beiderſ.
Näh. u. W162 Gſchſt.
(18498
erbeten.
anf. 5der,
Witwer Beamter
mit 2 Kindern, ſucht
ält. Fräulein zwiſch.
40 u. 50 Jahren mit
etwas Vermög.,
wel=
ches Hausarb.
ver=
ſteht, in Briefw. zu
tret. zw. ſpät. Heirat.
Angebote u. W. 164
an die Gſchſt. (18502
Wir empfehlen
Sie weiter!
betonen fast täglich
unsere zufriedenen
Kunden. Ist das nicht
der beste Bewels für dle
Güte u. Schönhelt der
Hausrat-Möbel
Dazu sind die Zahlungs-
Bedingungen sehr
an-
genehm.
Mädchen
26 Jahre, ſchlank,
dunkelblond, wünſcht
ſich m. beſſ. Handw.
Beamter oder klein.
Geſchäftsm. bald zu
verheiraten.
Möbel u. Wäſche
vor=
handen. Auch Witw
ev. m. 1 Kind angen.
Ang. u. W 108 Gſchſt.
TAOTRAT
Gernelnnütz. Möbelversorgung
Hölgesstraße Nr. 5
Ecke Schützenstraße
1571)
Die Organifation
Lebensbund
hat Zweigſt. im
In=
u. Ausl. u. iſt d. ält.
u. gr. Vereinig. u. d
vorn. u. diskr. Wee
d. Sichfindens d. geb
Kreiſe. Tauſende v.
Anerk. Bundesſchr. u.
Proben koſtenl. geg.
30 Pf. f. Porto,
ver=
ſchl. ohne Aufdr. d
Verlag G. Bereiter,
München,
Auguſten=
ſtraße 65.CIT455
Neelle Heiraten
vermittelt Büro
Eigenheim
Darmſtadt
Neckarſtraße 16
Gartenbau. (10 22a
Kaufmann, 28 Jahr",
angen Aeußere, in
gut. Stellung wünſcht
zw bald.
Heirat
Mädchen bis zu 30
Jahr. am l. v. Lande,
kenn z. lernen. Gute
HausfrauBedingung.
Wohng. vorh.,
Ver=
ſchwiegenh. zugeſich.
Geſl. Zuſchr. unter
W134 Geſchſt. (*18431
ahrraderior. 42, im Staatz=
dGRICKE-CORONA und sonstige Ehegefährtin. Geld=
Marken erhalten Sie gegen bequeme
(11606
Teilzahlung bei
BAUMERT
Erbacherstraße Nr. 1
Generalvertretung von
MEW-IMPERIAL-Motorräder und
Schnell-Lieterwagen „STEIGBOV‟
erſtklaſſige Fabrikate, fabrikneu ab Lager
lieferbar.
10421 a
Dransmistianen
nach langjährigen Erfahrungen. Selten
günſtige Preiſel
Guſtav Brand, Ingenieur
Elektrotechnik=Maſchinenbau
Telefon 2221
Grafenſtraße 19.
Rolladenreparaturen
werden prompt u. billigſt ausgeführ
gleichzeitig empfehle ich meine
auto=
matiſche, diebesſichere patent
Rolladen=
verſchlüſſe. J. H. Reuter, Inh. Kar
Schneider Nachf. Alliseſtr. 30. 110951:
intereſſeu ausgeſchl.
Off. 12586 Alla,
Berlin W 35:
II Bln. 11562
Bramte jed Standes,
Akademik.,
Fabrikan=
ten, Geſchäftsleute
Landw. uſw. wünſch
Heiraten durch den
„Ming‟ Darmſtadt—
Wiesbaden. Büro für
Darmſtadt Frau G.
Schuchmann, Stiftſtr. 46.
Bet Anfr. Rückp. erw.
Junges Mädel
ſucht die Bekanntſch.
eines 26-29f. evang.
Herrn (Kaufm. oder
Beamt.), evil ſpät.
Einheirat ins väterl
Geſchäft. Zuſchr. mit
Bild unt. W 158 an
die Gſchſt erb. (11556
stwünsch. viele
HeiFälvermös. Dam.,
reich. Ausländerinn.
viele Einheiratungen.
Herr, a. ohn. Vermög.
Auskunft sof (IV 99
Stabrey, Berlin 113,
Stolpischestraße 48.
Junger Herr
ſucht d. Bekauntſchaft
eines netten Mädels
bis zu 30 J., Witwe
mit Kind nicht aus=
Amtsrichter geſchl., zw. ſpäterer
Heirat. Zuſchriften
dienſt, ſucht für ſein lunt. W 167 au die
behaglichesHeim liebe Geſchäftsſt. (18512
billig!“
werden
Preiſen
Autoreifen u. Schläuche
unter Garantie für
Haltbar=
keit repariert.
Wäfter dbhratdnn
Bulkaniſier=Anſtalt
Feidelbergerſtraße 65
Fernruf 3704 (1673a
Zement und Kalk
ſyndikatsfrei, tliefert billigſt 10578e
Baumate=
Kohlen c
u. Holz Friedr. Ganß rialien
Landwehrſtr. 21/23 Telephon 2327
Gasbadeöfen
SrtAauue
Keneralvertretung
Fachdss 4
PAUL FUSBAHN
Prosbekte
kostenies W Stuttyart, Sonnenborgstraate 15
Seite 20
Sonntag, den 15 Juli 1928
Nummer 195
Alkalische
Mineralguelle
Vilbel
Generalvertretung
Wegen seines hohen Gehaltes an Natron-, Kalk-, Magnesia-
und Lithionsalzen von heilwirkendem Einduß
bei Harn- und Verdauungsbeschwerden, Erkrankungen der Heinrich Ostertag
Telephon 2468
HaOSlO BBIAdET leber und Gallennese, sonie Katarrhen aller 4rt Hugelstraße 27
Zu haben in allen Stadtteilen. (11595
Diätetisches Tatelgetränk mit eigener nafürlicher Quellenkohlensäure.
Sommerſpielzeit
im Kleinen Haus
des Heſſ. Landestheaters Darmſiadt
Leitung Direktor Adalbert Steffter
Jensstions-Gastspiel
Besuchen Sie die
R
am kommenden Dienstag, den 17. Jufi 1928
(11605
abends 8,15 Uhr
25 Neger und Negerinnen 25
Heute Sonntag, abends 8 Uhr
Die Faschingsfee
Operette in 3 Akten von Emmerich Kalman
Morgen Montag und täglich
(11608
abends 8 Uhr
Die Faschingsfee
ORANGERIE-GARTEM
Sonntag, den 15. Jul
Vom Rhein bis zur Donau
Stadt-Orchester. Leitung Kapellmeister W. Schlupp.
Eintritt 50 Pfg.
Antang 8 Uhr
Zehnerkarten haben Gültigkeit. Die Restauration ist den
ganzen Tag geöftnet. Prima Mittagstisch, f. Kaffee
und Kuchen, df. Ertrischungen und Eis. Wiener Doppel-
(St 11602
kronenbrau im Ausschank.
Muiflt
Mnfnun
NORDDEUTSCHER LLOID
BREMEN
Regelmäßige direkre Abfahrten
mif Doppelschranben-Dampiern
für Reiscnde u. Auswanderer vön Bremen nach
CANADA
Néhere Auskunft über Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt
NORDDEUTSCHER LLOID BREMEN
Darmstadt: Hnton Fischer, Frankfurterstraße 12/14
Dieburg: Ernst Reh, Steinstraße 1
Groß-Umstadt J. Rapp, Obere Marktstraße 2
Heppenheim: Jacob Mainzer, Friedrichstraße 19/21
Michelstadt: Karl Bauer, Bahnhofstraße 53 (I BIn 1983
Ueee
Sonntag, den 15. Juli
Fanz-Tee
von 4½—6½ Uhr
Familien-Konzert
Reft
zb 8 Uhr
Frucht=
Pr ſſen . . . 11.75
Saftbentel . .0.95
eismaſchine 7.50
Apparate. Gläſer
Butter=Kühler
empf. i. groß. Ausw.
Ernſt Crämer
am Mark!
der Zeufäin Reſchidf.
Abfahrtsſtelle: Luiſenplatz (11568
Auskunft durch das Poſtamt 2 Hbf., Fernſpr
2793, Fahrkarten durch Mitteleuropäiſches !
Reiſebüro, Rheinſtr. 17, Fernſpr. 778.
Mittwoch, 18. Juli: Darmſtadt (13.,30),
Oberramſtadt, Reinheim, Lengfeld
Zipfen, Otzberg 34 Std), Höchſt.
Neu=
ſtadt (½ Std. Hainſtadt, Waldamorbach,
Groß=Umſtadt, Roßdorf. Darmſtadt
(20 Uhr), Fahrpreis 4,50 ℳ.
Freitag, 20. Juli: Darmſtadt (13,30), Ober=
Ramſtadt, Lützelbach, Neunkirchen
Win=
terkaſten, Lindenfels /1 Std., Bensheim,
Auerbach, Zwingenberg, Jugenheim
(34 Std.). Seeheim, Darmſtadt, (19,30
Uhr). Fahrpreis 4,20,4.
Sonntag, 22. Juli: Darmſtadt, (8 Uhr),
Erbach (½ Std.). Eberbach Hirſchhorn
(2 Std), Heidelberg (1 Std.),
Darm=
ſtadt (20,30 Uhr), Fahrpreis 7,50 .
Die Fahrten werden nur bei genügender
Beteiligung ausgeführt. Schluß des
Ver=
kaufs der Fahrſcheine an dem der Fahrt
vorhergehenden Tag um 18 Uhr.
Bad Schwalbach
TV.,6042
Ftaßl und Mootbad
Blutarmut Frauenleiden Herzkrankheiten
Wiener Kronenbräu=Reller
Telephon 4348 Dieburger Str. 97 Telephon 4348
Morgen Sonntag, ab 4 Uhr
Großes Volksfeſt
Muſik: Stadt=Orcheſter
Eintritt frei!
*18553
Hans Tod.
Siadtorcheſter
11557
Leitung: Kapellmeiſter Willy Schlupp.
Eintritt 50 3. Zehnerkarten haben
Gültig=
keit. Für NichtkonzertbeſucherNebengarten.
Bei ungünſtiger Witterung Saalkonzert
NB. Nächſten Mittwoch findet auf
allge=
meinen Wunſch ein großes Kinderfeſt
ſtatt. Nähere Anzeige folgt.
Ludwigshöhellesjaurantkeicehshaf
Rheinstrasse 25
Telephon 594 —
Heute Sonntag, abends 8 Uhr
Heute nachmittag 4 Uhr
Großes Konzerikenzert
Liederzweig
Gear. 1855
ernh
Familien=Ausflug
s nach Bad Kreuznach—Münſter a. St.
* Abfahrt: 821 Hptbh. Rückfahrt:
Ab Kreuznach. Ankunft in
Darm=
ſtadt: 21.07 Uhr. Sonntags=
Rück=
fahrkarte 3 70 .
Liſte zur Einzeichnung u. weitere
Auskunft bei K. Koch. Markt 3.
Der Vorſtand.
11551
Iotze
ist es heiß
Beshalb zun
Mordsee
18554
Fahräder
kaufen Sie am beſten
u. billigſten bei einem
Fachmann.
Ver=
trauen Sie Ihr Leben
nichtjedem beliebigen
Fahrrad an.
Kom=
men Sie bei Kauf
zu uns, wir haben
Jahrzeh telange
Er=
fahrung. 10536a
Benz & Comp.,
Grafenſtraße 20/22.
Anh.: Georg Benz.
*
Stühle
werden gut u. billig
geflochten. (11221s
Eliſabethenſtr. 19,
„Hapag‟
Mordseen
Inselkahrt
vom 22. bis 29. Juli 1928
Preis nur Mk. 164.80
von Darmstadt zu den
Inseln und zurüick. Hotels,
Verpflegung, Trinkgelder
usw. alles eingeschlossen.
Prospekte
Gl1sg5
und Anmeldungen durch
Hamburg-Amerika-Linie
Verreter:
Darmstadt, Luisenpl. 1
Fernsprech. 1308-09
18537
Konditorei Kaffee Reſtaurant
Morneweg=
Am
Haupi=
bahnhef TOSL. platz 3
(9096a
Von 8 Uhr ab
KONZERI
Herengarten=Café
Sonntag, 15. Juli
uachm. 4 Uhr (St.11601) abends 8 Uhr
Neiel uno Fallererſausnt
Waldschläächen
b. Griesheim Haltestelle der Linie 9
Sonntag, den 15. Juli, ab 4 Uhr
AOhZeTT
Herrl., schattige Terrasse Angenehmer
Ferien- und Familien-Aufenthalt.
Pension von 6.— Mk. an
Mittagessen von 1.50 Mk. an
Vorzügl. Küche. Wiener Export-Bier
Gute Weine
18546) Bes. E. Schnelder.
SMau DrMäer Hoſ
Mieder-Ramstadt
Sonntag, den 15. Juli 1928, ab 4 Uhr
GROSSER TANZ
Ia Jazz=Kapelle
Es ladet freundlichſt ein A. Knapp. (*18400
Madnnn Litn
Kurhaus Kaiserhof u. Köhlers Strand-
Hotel A.-G. Besitzer: Otto Kämpker
Die ersten Häuser, direkt am Strande,
fließ, kalt. u. warm. Wasser. Zentral-
Heizung, Fahrstuhl, jegl. Komfort.
Pension von 9 Mark an. (FV.7850
Meiner werten Kundſchaft, ſowie den Einwohnern von Darmſtadt u. Umgebung
zur geſi. Kenntnisnahme, daß ich die in meinem Anweſen Rundeturmſtr. 46
geführte Automobil=Abtelung an Herrn W. Holzinger verpachtet habe. Ich
danke für das ſeither mir entgegengebrachte Vertrauen und bitte, dieſes
Wohlwollen auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. An dem
Verkauf von Automoblen bleibe ich weiter intereſſert und ſiehe mit Rat auf
Grund meiner Erfahrungen auf dieſem Gebſet ganz unberbindlich ſederzeit
gern zur Verfügung.
Jacob Hemmerich / Darmſtadt
11612)
Rundeturmſtr. 16, Ecke Mühlſir. Telephon 2434/36
Fur BOS RM. ab KöIn
(einschließlich Bahn, Dampfer, Hotels u. Verpflegung)
können Sie eine vierwöcbige Vergnügungsreise nach
AMERIKA
u. zurück machen mit gleichzeitiger Besichtigung von
LONDON und PARIS.
WHITE STARLINIE
Friedrich Horn, Darmstadt, Kirchstr. 14. U.Bln.3707
e
Schreibarbeiten
Verviel-
fältigungen
jauber, ſchnell u. bill.
Schwanenſtr. 30, I.
(*18:05go)
Hündel
Mr. 8,u8.
ver endet unter
Nach=
nahme Fakob Stern=
Simon, Friedberg/H.
Tel 4408. (Mlg8
Schirme!
zum Reparieren und
Ueberziehen ſowie
Neuanfertigung
wer=
den angen. (10557a
Saalbauſtraße 69
Hinterhaus.
Fässer
in allen Größen.
Darm=
Gg. Heim, ſtadt,
Arheilgerſtr. 53.
Teleph. 2062. 41188
Reparaturen
an all.
Grammopho=
nen w. ſorgf, fachm.,
prompt u. bill.
aus=
geführt vom
Jach=
mann im — (R70a
Muſikhaus Bund
Schuchardſtraße 9.
c
Photo-Apparate
ſowie ſämtl.
Photo=
bedarfsartikel kaufen
Sie vorteilhaft beil
Thiele Nachf.
Darmſtadt, Bleichſtraße 9
und Alexanderſtr. 19.
Anleitung koſtenlos.
Fahrrader
kaufen Sie ſtets am
beſten und billigſten
bei 107769
Karlſtr.
B. Orio, Nr. 14.
Hotel Prinz Heinrich
Sonntag abend
ABarten Konzert mit Janzk
Neuer Tanzboden im Garten
Eintritt freil (18513/
Kf7772
Herrngarten
Sonniag, 15. Juli, 11 Uhr
Promenaden Honzert
Stadt-Orchester (St. 11600
Leitung: Kapellmeister W Schlupp.
Sporiplaiz Restaurant
am Böllenfalltor
Halteſtelle Linie 2 Teleſon 2900
che
Prima Weine und Biere,
Eis und Eisgetränke.
Ab 4 Uhr nachmittags
Konzert
Eintritt frei.
(41584
Meite gae
KONZERT
(11598
Reſtaurant Karl Glenz
Ecke Kahlert= und Wendelſtadtſtraße
Weinklause
„Zum Tropfstein‟
Ecke Kgsino- u. Friedrichstraße
Angenehmer Aukenthalt!
Rheinische Bedienung (9604a
Tochnitam Bügen am Rbein f
für Maschlnenb. Elektrot. u Eisenhochb. Beginn:
Mitte April u. Mita Oktob Frogramm kostenfrei. K.
Vech
Auton
Batterien
Alfred Luscher
Akkumulatoren-Fabrik
Dresden-Strehl
Jahresproduktion
ab. 1Million Platten u. Zellen
Langfristige Garantien
Reparaturen gewissenhatt!
Preise freibleibend
Leist, in Amp.=Std. / Preis kur 6 Vold
70
42
60
RM. 40.50
„ 54.—
64.80
Preis tar 12 Vold
RM. 81.—
108.—
129,60
KlavierArnold
Pracfteottes Markenr rand
ſchwarz poliert, wenig überſpielt, sehr billig.
Eliſabethenſtraße 28/10996a
Mef
Verkaut von Brillanten
Gold- und Silbergegenstände. 111183a
Kurtz-Wulf, Rheinstraße 22.
un die Migiora des Hordens iber Swineründe-Zopnot-Pillau-Menel
nach u. von OSTPREUSSER, DRHZIG L MEMEL mit ken Moterschnollschiffen „Hansestadlt Danzig” u. „Preussen”
FAHRRLANE. FAHRKARTENu. NAHERE AUSKUNFT durch den Norddeutschen Lloyd, Abt. Inländ. Verkehrswesen, Bremen, die Stettiner
Dampf-
schiffe-Gesellschaft J. F. Braeunlich, G. m. b. H., Stettin, deren Vertretungen sowie durch alle Reisebureaus u. Eisenbahn-Fahrkartenausgaben