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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiiche iluftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 194
Samstag, den 14. Juli 1928.
191. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
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Konkurs oder gerichtiſcher Beſtreibung fälli ſeder
Rabatt weg. Banklonto Deuiſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Annahrie der Amneſtievorlage in Reichstag
* Reichstagsferien.
Die kurze Sommertagung des Reichstages iſt beendet. Viele
Abgeordnete mögen ſich bereits zum Freitag mittag ihre
Zug=
plätze haben reſervieren laſſen in der ſtillen Hoffnung, daß die
letzte Reichstagsſitzung kurz und ſchmerzlos vorübergehen werde,
zumal ſich über die Amneſtievorlage die Parteien bereits
einig waren. Aber wieder einmal kam es anders. Zunächſt
glaubten die verſchiedenen Spezialreferenten der einzelnen
Par=
teien, zu den verſchiedenſten Punkten der Tagesordnung
ein=
gehend Stellung nehmen zu müſſen. So entſpannen ſich
lang=
aimige Debatten über ein Geſetz, das die ausländiſchen Arbeiter
den einheimiſchen gleichſtellt, eine weitere Debatte über einen
volksparteilichen Antrag, der die Einſetzung eines Ausſchuſſes zur
Abwicklung des landwirtſchaftlichen Notprogramms fordert.
Schließlich rief noch eine Vorlage, die ſich mit den
Gerichtsvoll=
ziehergebühren befaßt, einige Unentwegte an das Rednerpult mit
dem Ergebnis, daß man bei den Abſtimmungen immer einer
Meinung war. Ganz ſchlimm wurde es, als vom Zentrum ein
Ausſchuß zur Liquidierung der Arbeiten der
Unterſuchungsaus=
ſchüſſe über die Kriegsurſachen gefordert wurde. Graf Reventlow
wurde bei dieſer Gelegenheit vom Reichstagspräſidenten Loebe
zweimal zur Ordnung gerufen mit der Ermahnung, daß ihm bei
weiteren Entgleiſungen das Wort entzogen werden würde.
Reventlow hatte aber in ein Weſpenneſt geſtochen. Ein Redner nach
dem andern machte nun gegen ihn Front. So kam man denn erſt
in den Nachmittagsſtunden an das Thema des Tages, die
Amneſtie=
vorlage, heran. Da die Länder trotz der Einigung der Parteien
Schwierigkeiten machten und einige eiferſüchtig über ihre
Juſtiz=
hoheit wachen, machte Reichstagspräſident Loebe darauf
aufmerk=
ſam, daß eine qualifizierte Mehrheit für die Vorlage notwendig
ſei. Die Glocken gellten durch das Haus, und der Sitzungsſaal
füllte ſich raſch. Reichsjuſtizminiſter Koch nahm zuerſt das Wort.
„Ihm folgte der Abg. Everling, der noch einmal eine endgültige
Amneſtie verlangte, aber hinzufügte, daß ſeine Fraktion der
Kompromißvorlage zuſtimmen werde. Soweit war alles glatt
gegangen, und man gab ſich bereits der Hoffnung hin, ſich in ein
ſpaar Minuten gegenſeitig gutes Ferienwetter wünſchen zu
Können, — doch die Kommuniſten hatten noch nicht geſprochen,
ſatten vielmehr vom Morgen bis zum Nachmittag einen Artikel
Ddes „Vorwärts” nicht verwinden können, in dem ihnen
ausein=
dandergeſetzt wurde, daß alle anderen, nur nicht die Kommuniſten
dals revolutionäre Partei eine Amneſtie fordern dürften. Herr
DDittmann, der Verfaſſer des Artikels, ſtellte feſt, daß die
Kom=
muniſten mit ihrer revolutionären Tradition gebrochen und ihre
Würgerlichen Todfeinde um Amneſtie angefleht hätten. Darüber
geriet der Abg. Jeſchke in Harniſch. Seine Nede war eine einzige
SSchimpfkanonade auf die Sozialdemokraten. Was nicht ausblei=
Iben konnte, trat ein: Man befand ſich binnen kurzem in heftigen
LLärmſzenen. Viel hätte nicht gefehlt, und Sozialdemokraten und
Kommuniſten wären mit den Fäuſten aufeinander losgegangen.
DDas dicke Ende kam dann nach. Herr Dittmann meldete ſich
ſo=
ffort zur Geſchäftsordnung und verlangte Unterbrechung der
NSitzung, damit ſeine Partei Gelegenheit habe, zu den Anwürfen
Der Kommuniſten Stellung zu nehmen und zu überlegen, ob ſie
moch weiter für die Amneſtie eintreten ſolle. Von einem Augen=
Wlick zum anderen hatten die Kommuniſten die ganze
Begnadi=
ggungsaktion in Frage geſtellt. Sie tobten erneut los, aber das
Baus ſchloß ſich in ſeiner Mehrheit der Unterbrechung um eine
ſhalbe Stunde an. Als der halben Stunde wurde aber über
einein=
chalb Stunde, bis die Sozialdemokraten wieder zurückkehrten und
wurch den Abg. Dittmann mitteilen ließen, daß man die Zurück=
Biehung der Unterſchrift unter die Amneſtievorlage in Erwägung
ggezogen habe, aber dann zu der Feſtſtellung gekommen ſei, daß
wie Schmähungen des Abg. Jeſchke ihre nachdrückliche Wider=
Aegung in der Tatſache fänden, daß die Kommuniſten für den
AAmneſtieantrag ſtimmen. Noch einmal gingen darauf die Wogen
wer Erregung hoch, als der Nationalſozialiſt Frick ſprach, der ohne
einen Ordnungsruf nicht wegkam. Auch der Kommuniſt Stöcker
Wblieb nicht ohne Zwiſchenruf. Schließlich aber war das Haus
ſſo weit, um an die Abſtimmungen herangehen zu können. Alle
AAbänderungsanträge wurden abgelehnt, die Vorlage dagegen
mnit faſt allen Stimmen angenommen, ſo daß die qualifizierte
Mehrheit erreicht iſt, die Länder alſo gezwungen ſind, ſich der
AAmneſtie anzuſchließen. Damit war die Tagesordnung erſchöpft,
uund das Haus konnte ſeine Sommerferien antreten, aus denen
es erſt im Herbſt zurückkehren wird.
Sitzungsbericht.
* Berlin, 13. Juli (Eig. Bericht.)
De= Reichstag hielt heute ſeine letzte Sitzung vor den Sommerferien
ab. Zunächſt wurde eine Reihe kleinerer Vorlagen nach mehr oder
wveniger langer Debatte erledigt. So wurde eine Novelle, durch welche
Sie Friſt zur Regelung der Verhältniſſe der Warteſtandsbeamten bis
zum 31. Januar 1929 verlängert werden ſoll, angenommen. Ebenſo das
auternationale Abkommen über die Gleichberechtigung einheimiſcher und
ausländiſcher Arbeitnehmer bei der Unfallentſchädigung. Eine Vorlage
Zur Unfallverſicherung, wonach in die Verſicherung einbezogen werden
ſoll: die Feuerwehrleute, das Perſonal der Krankenhäuſer und Pflege=
Enſtalten, der naturwiſſenſ haftlichen und techniſchen Laboratorien, der
SSchauſpiel= und Lichtſpielbetriebe, wurde der Ausſchußberatung über=
Svieſen. Angenommen wurde ferner ein Antrag der Deutſchen Volkspartei
auf Einſetzung eines Ausſchuſſes zur weiteren Durchführung des
land=
irtſchaftlichen Notprogramm3, und ein gemeinſamer Antrag des
Zen=
rums und der Baheriſchen Volkspartei, in dem eine Nachprüfung der
Slicktliwien für die Vergebung von Reichsmitteln zur Förderung des
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens verlangt und weiter gefordert
wird, daß Reichsmittel bis zum Abſchluß dieſer Prüfung nicht mehr
Segeben werden ſollen.
Im weiteren Verlaufe der heutigen Neichstagsſitzung wurde ferner
ein Antrag des Zentrums auf Einſetzung eines Ausſchuſſes zur Been=
Bigung der Arbeiten des früheren Unterſuchungsausſchuſſes
ange=
mommen. Weiter wurde der Geſetz=Entwurf über die Erſtattung von
Rechtsanwaltsgebühren in Armen=Sachen, und eine Novelle zur Ge=
Mihrenordnung für die Gerichtsvollzieher angenommen. Schließlich
wurde ein Entwurf zum Steuermilderungs=Geſetz, der eine Verlängerung
bis zum 30. September 192) vorſieht, in erſter Leſung angenommen
Das Haus konnte dann in
die zweite Leſung der Amneſtie=Vorlage
eintreten. Reichsjuſtizminiſter Koch begründete die Vorlage
mit einer kurzen Rede, in der er beſonderen Nachdruck auf den
verfaſ=
ſungsändernden Charakter des Geſetzes legte, womit die Ausdehnung der
Reichsamneſtie auf die Länder gerechtfertigt werde. Der Miniſter warnte
davor, ſich etwa der Hoffnung hinzugeben, als ob an verſchiedenen
Zeit=
punkten mit neuen Amneſtien zu rechnen ſei und ſchloß mit der
Feſtſtel=
lung, daß die politiſche Beruhigung ſoweit gediehen und das
Staats=
gefüge ſoweit gefeſtigt ſei, daß man neue Auflehnungen gegen die
Nepu=
blik nicht mehr zu befürchten habe.
In der dann folgenden Ausſprache kam es zu einer überraſchenden
Senſation. Nachdem der Abg. Everling (Dntl.) dem Geſetzentwurf
zugeſtimmt hatte, nahm der Abg. Jeſchke (Komm.) den Platz auf der
Rednertribüne ein und richtete außerordentlich heftige Angriffe gegen
die Sozialdemokratie.
Infolgedeſſen eilte, nachdem Jeſchke die Rednertribüne verlaſſen
hatte, der Abg. Dittmann (Soz.) an das Redneppult, um ungefähr
folgendes zu erklären: Die Sozialdemokratie habe unter den ſchwerſten
Bedenken den vorliegenden Geſetzentwurf unterſchrieben. Sie habe auch
mit Beſchimpfungen durch die Kommuniſten gerechnet, nicht aber damit,
daß dieſe Beſchimpfungen einen derartigen Grad annehmen würden. Die
ſozialdemokratiſche Fraktion wolle es ſich überlegen, ob ſie ihre
Unter=
ſchrift nicht noch zurückziehen ſolle. Sie bitte daher um Unterbrechung
der Sitzung um eine halbe Stunde.
Unter großer Ueberraſchung des Hauſes wurde ſchließlich der
ſozial=
demokratiſche Antvag auf
Unterbrechung der Sitzung gegen die Stimmen
der Oppoſition
angenommen. Die Unterbrechung der Sitzung zog ſich über 1½ Stunden
hin. Nach Wiedereröffnung der Beratungen gab Abg. Dittmann (Soz.)
namens der Sozialdemokraten wieder eine Erklärung ab des Inhalts,
daß ſich die Sozialdemokratie nach reiflicher Ueberlegung doch entſchloſſen
habe, ihre Zuſtimmung zu der Amneſtie=Vorlage aufrecht zu erhalten.
Der Sozialdemokratie ſei es darum zu tun, die wegen politiſcher Delikte
in Haft befindlichen Arbeiter zu befreien. Sie betrachte die
Amneſtievor=
lage nicht als eine Parteiſache und ſei der Anſicht, daß die ſchweren
An=
griffe der Kommuniſten ihre treffende Widerlegung in der Tatſache
fänden, daß die Kommuniſten ſelbſt für die Vorlage ſtimmten.
Bei der nun folgenden Rede des Abg. Frick (Nat.=Soz.)
wurde es wiederum im Hauſe ſehr unruhig. Als der Redner von der
ſchwarz=rot=gelben Fahne ſprach, wurde er durch Entrüſtungsrufe der
Linken am Weiterſprechen verhindert.
Abg. Wegmann (Ztr.) ſtellte feſt, daß ſeine Fraktion die
ſchwer=
ſten Bedenken habe gegen die ſich immer wiederholenden Amneſtien,
daß ſie aber dieſe Amneſtie nicht hindern wolle. Der Redner ließ
keinen Zweifel darüber, daß das neue Geſetz das letzte derartige ſein
müſſe.
Schließlich begründete Abg. Pfleger (B.V.P.) die ablehnende
Haltung der Bayeriſchen Volkspartei, die hauptſächlich deshalb erfolge,
weil die Baheriſche Volkspartei in dieſem Geſetz einen ſchweren
Ein=
griff in die Rechte der Länder ſehe.
Bei der Abſtimmung wurde die Vorlage in einfacher Abſtimmung
gegen die Stimmen der Bayeriſchen Volkspartei und der Deutſch=
Han=
noveraner angenommen, ebenſo nach unweſentlicher Debatte in dritter
Leſung und in der Schlußabſtimmung. Präſident Loebe ſtellte feſt,
daß die für ein verfaſſungsänderndes Geſetz erforderliche Mehrheit
er=
reicht ſei.
Mit großer Mehrheit wurde angenommen eine
Ausſchußent=
ſchließung, in der den Ländern die Begnadigung von Notſtandsdelikten
empfohlen wird, und eine Entſchließung der Deutſchnationalen, in der
weitergehende Strafmilderungen für die ſogenannten Fememörder
ver=
langt wird.
Präſident Loebe widmete dann noch kurz dem Abg. Herold
(Ztr.) zu ſeinem bevorſtehenden 80. Geburtstag warm empfundene
Glückwunſch=Worte und ließ ſich die Ermächtigung geben, den Zeitpunkt
der nächſten Sitzung zu beſtimmen. Er ſchloß mit dem Wunſche, daß
die Abgeordneten in den Ferien gute Erholung finden möchten.
Das Urteil im Kolmarer
Spionage=Prozeß.
Baumann und Kohler freigeſprochen.
EP. Paris, 13. Juli.
Die Kolmarer Appellationskammer hat heute
früh das Urteil des Straßburger Gerichts im
Spionageprozeß Baumann-Kohler, durch das die beiden
Ange=
klagten mit je 8 Monaten Gefängnis und 500 Franken Geldſtrafe
belegt worden waren, aufgehoben und die
Angeklag=
ten freigeſprochen. In der Begründung wird erklärt,
daß ein Verdacht gegen die Angeklagten gerechtfertigt ſei, weil ſie
in dauernden Beziehungen zu Ley ſtanden, weil ſie häufige
Reiſen nach Deutſchland unternahmen, weil Bauwann ſtändig
heftige und ungerechte Angriffe gegen Frankreich gerichtet habe
und weil die Erklärungen Kohlers über ſeine Korreſpondenz mit
Ley unbefriedigend ſeien. Angeſichts der
ſchwanken=
den Ausſagen gewiſſer Zeugen, ſei jedoch ein
unumſtößlicher Beweis für eine Tatſache, die
Spionage dargeſtellt haben würde, nicht
er=
bracht worden.
Die Begnadigungen anläßlich des
fran=
zöſiſchen Nationalfeiertages.
EP. Paris, 13. Juli.
Anläßlich des Nationalfeſtes hat der Präſident der Republik
auf den Vorſchlag des Kriegsmimiſteriums 640 von den
Kriegs=
gerichten verurteilte Militärperſonen Strafermäßigungen oder Auch die Meinung, daß das Fehlen der vollen ſtaatsbürgerlichen
Straferlaß gewährt. Die Fälle von 175 weiteren Verurteilten
unterliegen noch der Prüfung.
Landarbeiter und Landwirtſchaft.
Von
Arthur Zmarzly, Breslau.
Der Landarbeiter nimmt in der modernen Arbeiterbewegung
eine Sonderſtellung ein. Trotz aller Bemühungen, beſonders von
freigewerkſchaftlicher Seite, ihn, wie den Arbeitnehmer in der
Induſtrie, in großen Formationen zu organiſieren, iſt es nicht
gelungen, den Landarbeiter auch geiſtig in eine
Gewerkſchafts=
ſchablone zu preſſen, die wohl den gleichmäßigen Lebens= und
Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in der Groß= und
Klein=
induſtrie entſprechen mag, aber nicht den der Arbeitnehmer in
der Landwirtſchaft. Zwiſchen dem Landarbeiter und dem
Indu=
ſtriearbeiter beſtehen große Unterſchiede, die man zuſammenfaſſen
kann in ſolche geſchichtlicher, materieller und ſozialer Natur. Es
liegt im Charakter der landwirtſchaftlichen Tätigkeit, daß ſich
dieſe Unterſchiede vielleicht niemals, ſicherlich aber nicht in der
nächſten Zukunft, und auch nicht nach gewerkſchaftlichem Schema
werden ausgleichen laſſen.
Gerade in der heutigen Zeit, wo die Bedeutung der
Land=
arbeiterfrage für das geſamte Wirtſchaftsleben allmählich auch
weiteren Kreiſen bewußt wird, erſcheint es notwendig, dieſe
Unterſchiede klar zu ſehen, damit die Löſungsverſuche nicht an
falſchen Stellen angeſetzt werden. Man kann nach dieſer
Rich=
tung hin mancherlei Bedenken hegen, denn die ſchnelle induſtrielle
Entwicklung in Deutſchland engte den Lebensraum der
Urproduk=
tion ein, und die Nation zeigte bisher wenig Intereſſe für die
Lebensfragen der Landwirtſchaft und damit auch für die
Land=
arbeiter.
Es liegt in der geſchichtlichen Entwicklung der Landwirtſchaft
begründet, daß ihre Arbeitsverfaſſungen, nicht die induſtrielle
Einförmigkeit, ſondern die verſchiedenartigſten Abſtufungen
auf=
weiſen, nicht nur in den einzelnen Landſchaften, ſondern ſelbſt in
engeren Bezirken, ja ſogar auf ein und demſelben Gut. Wir haben
Gegenden und Gutswirtſchaften, wo Landarbeiter faſt ganz auf
Barlohn geſtellt ſind, neben anderen Arbeitnehmern, die wie
kleine Bauern auf Parzellen des Gutslandes leben und als
Ent=
gelt auf dem Gute Arbeit leiſten. Im Weſten Deutſchlands läßt
ſich ein ſcharfer Trennungsſtrich zwiſchen Landarbeiter und
Klein=
bauern kaum ziehen. Auf der unterſten Stufe ſteht der
Land=
arbeiter, der über ein Stück Kartoffelacker, Garten und Wieſe
verfügt, im übrigen aber auf Deputat und Barlohn angewieſen
iſt. Die Heuerleute in den nordhannoverſchen Kreiſen kann man
ſchon als richtige Bauern anſprechen, da ſie 3—4, auch 5—6 Hektar
vom Großgut gepachtetes Land bewirtſchaften und dafür zur
Leiſtung beſtimmter Arbeitstage im Jahre verpflichtet ſind. Sie
beſitzen mehrere Stücke Vieh und erhalten in der Zeit der Saat
und Ernte von der Gutsverwaltung Spannarbeitshilfe, während
ſie ſelbſt ihre Handarbeitskraft dem Gute zur Verfügung zu
ſtellen haben, wenn ſie benötigt wird. Auch in Oſtdeutſchland,
wo ſich der Großgrundbeſitz ſtärker erhalten hat, gibt es
Arbeit=
nehmer, die Gutsland bewirtſchaften und damit die Zwiſchenſtufe
zwiſchen dem reinen Landarbeiter — der nicht mit dem fremden
Saiſonarbeiter zu verwechſeln iſt — und dem kleinen
Eigenwirt=
ſchaftler bildet.
Der Landarbeiter bezieht ſeine Einkünfte alſo aus zwei
Quellen: dem Geldlohn und den aus der Gutswirtſchaft des
Arbeitgebers ſtammenden Naturalien. Dieſe beſtehen aus
Woh=
nung, Garten, Acker, Getreide, Kartoffeln, Milch, Stroh, Wieſe
oder Weide für ſein Vieh. Die Naturalien ſcheiden den
land=
wirtſchaftlichen Arbeitnehmer von dem Induſtriearbeiter in
viel=
facher Weiſe. Sie verknüpfen ſeine Exiſtenz tief mit der
Arbeits=
ſtätte, ſie machen ihn trotz Freizügigkeit ſeßhaft. Seine eigene
kleine Wirtſchaft ſtellt das Abbild der großen dar, ſie iſt in den
Kreislauf der großen Wirtſchaft einbezogen, und ſelbſt dort, wo
der deutſche Landarbeiter allein auf Barlohn angewieſen iſt, iſt
er mit dem Leben der Ackerſcholle eng verknüpft und der
bäuer=
lichen Seele verwandt. Das trennt den Landarbeiter von dem
Proletarier der Städte; ſeine Nöte und Bedürfniſſe ſind von
ganz anderer Art.
Die neue Zeit hat in die Seele des Landarbeiters Zwieſpalt
hineingetragen. Bei der objektiven Betrachtung der Lage des
Landarbeiters, die dem Problem der Landflucht näher rückt, ſoll
die Tatſache nicht vergeſſen werden, daß die Behandlung der
landwirtſchaſtlichen Arbeitnehmer nicht immer den Forderungen
entſpricht, die der Induſtriearbeiter an ſeinen Arbeitgeber ſtellt.
Wenn es auch richtig iſt, daß kraſſe Sonderfälle aus politiſchen
Gründen gern verallgemeinert werden, ſo darf man doch an den
Feſtſtellungen einiger Landwirtſchaftskammern nach dieſer
Rich=
tung hin nicht vorübergehen. Es liegt im Intereſſe der
Land=
wirtſchaft, wenn ſie auch hierin mit der neuen Zeit mitgeht. In
der Bruſt des Landarbeiters wohnen heute zwei Seelen: die
bäuerliche, die ihre Nahrung aus der naturverbundenen Arbeit
empfängt, und die — ſagen wir — Stadtſeele, die zum
Induſtrie=
arbeiter, zur gewerkſchaftlichen Macht hinneigt. Die ſtärkere wird
immer die bäuerliche Seele des Arbeitsmannes bleiben, die von
dem Wunſche bewegt wird, in die Berufsgemeinſchaft der Bauern
aufzuſteigen. Dieſes Wollen ſchließt nicht die Tätigkeit auf
grö=
ßeren Gütern aus, aber es umfaßt den Beſitz einer eigenen
Scholle, auch wenn ſie noch ſo klein ſein ſollte. Darin liegt eine
bewußte Abkehr von proletariſchen Gedanken.
Wie iſt nun die Landflucht mit dieſer Sehnſucht des
Land=
arbeiters zu erklären, und widerſpricht nicht eins dem anderen?
Oberflächlich geſehen, ſcheint hier tatſächlich ein Widerſpruch
vor=
zuliegen. Stößt man aber auch auf den Grund des Problems
vor, ſo findet man eine Reihe wirtſchaftspolitiſcher Verſäumniſſe,
die einen großen Teil Schuld an der Abwanderung in die Städte
tragen. Die Landflucht iſt nur eine Seite der Landarbeiterfrage,
eine Folge der in der Landwirtſchaft herrſchenden Not.
Es iſt widerſinnig, zu glauben, daß die landwirtſchaftlichen
Unternehmer, ſeien es Bauern oder Großgrundbeſitzer, allein
ſchuldig ſein ſollen, daß dieſes wichtige Urgewerbe in ſeinem
Be=
ſtande bedroht wird durch die Unmöglichkeit, ſich mit den
bis=
herigen Mitteln die Arbeitskräfte auf dem Lande zu erhalten.
Gleichberechtigung der Landarbeiter die Abwanderung in der
Kriegsvorzeit begünſtigte, überzeugt nicht, denn die Entvölkerung
Seite 2
Samstag, den 14. Jul4928
des flachen Landes ſetzte ſich nach der Revolution in noch
ſchnel=
lerem Tempo fort, obwohl die Bahn für die gewerkſchaftliche
Bewegung frei geworden war. Die Regierung ſetzte
Siedlungs=
geſetze durch, Lohntarife wurden geſchaffen und
Schlichtungs=
ſtellen eingeſetzt, und trotzdeſſen ſtieg die Landflucht weiter. Auch
die Wohnverhältniſſe auf dem Lande, die zweifellos teilweiſe
ſchlecht ſind, wurden zur Erklärung der Abwanderung
heran=
gezogen. Aber liegen denn die Wohnverhältniſſe in den
Groß=
ſtädten viel beſſer, und kommen nicht gerade die Landarbeiter,
die hier das Arbeitsloſenheer vermehren helfen, aus dem Regen
unter die Traufe? Was den Landarbeiter in die Stadt lockt, iſt
das Phantom, hier wirtſchaftlich ſchneller vorwärts zu kommen,
und die Ausſicht, die ſoziale Fürſorge mehr in Anſpruch nehmen
zu können, als dies vorläufig auf dem Lande der Fall iſt. Es
kann keine Rede davon ſein, daß man den alteingeſeſſenen
Indu=
ſtriearbeitern im Falle der aus wirtſchaftlichen Gründen
hervor=
gerufenen Arbeitsloſigkeit die Unterſtützung aus der
Arbeits=
loſenverſicherung nicht gönnt, aber die ſoziale Fürſorge verliert
den Sinn, „Fürſorge” zu ſein, wenn ſie Anreiz bietet, ſie
unge=
rechtfertigt auszunützen.
Die Landflucht iſt eine Folge der wirtſchaftlichen Lage der
Landarbeiter, die eng mit der allgemeinen Not der deutſchen
Landwirtſchaft zuſammenhängt. In den letzten vier ſchweren
Verluſtjahren konnte ſie den Arbeitern nicht die Tarife geben
die notwendig geweſen wären. Die allgemein anerkannte Not
verhinderte auch, daß die Lohnverhältniſſe weſentlich verbeſſert
werden — konnten. Den Landarbeitern können die
Gewerk=
ſchaften nicht helfen. Der ſoziale Aufſtieg iſt nur möglich in
einer geſunden, tragfähigen Landwirtſchaft. Die Anſiedlung von
Landarbeitern iſt gut, aber was ſoll ſie helfen, wenn nicht die
allgemeine Not der Landwirtſchaft behoben wird? Iſt es denn
in notleidenden Induſtrien anders? Auch hier bleiben die
ſozia=
len Verhältniſſe der Arbeitnehmer hinter den in günſtiger
arbei=
tenden Induſtrien Beſchäftigten zurück.
Die erſte Vorausſetzung für die Hebung der ſozialen Lage
der landwirtſchaftlichen Arbeitnehmer iſt die Wiederherſtellung
der Rentabilität der Landwirtſchaft. Das iſt heute die Aufgabe
der ſtaatlichen Wirtſchaftspolitik, ſonſt entvölkert ſich das flache
Land weiter. Die Anſammlung der Menſchenmaſſen in den
Städten mit ihren Heeren von Arbeitsloſen ſchreitet fort und
legt fruchtbare Arbeitsgebiete der nationalen Wirtſchaft brach.
Das Wilna=Problem.
Scharfe Anklage Polens gegen Litauen beim
Völkerbund.
EP. Genf, 13. Juli.
Zuſammen mit dem polniſch=litauiſchen
Noten=
wechſel veröffentlicht heute das Generalſekretariat des
Völker=
bundes ein Begleitſchreiben des ſtändigen
polni=
ſchen Vertreters beim Völkerbund, Sokal, in
dem die Gründe Polens für die Ablehnung des
von Litauen vorgeſchlagenen
Nichtangriffs=
paktes auseinandergeſetzt werden. Der Sokal=Brief ſtellt eine
ſcharfe Anklage gegen Litauen vor dem
Völker=
bundsrat dar und iſt zuſammen mit den Texten der Noten
den Mitgliedern des Völkepbundsrates zur Kenntnis gebracht
worden.
In dieſem Brief ſtellt die polniſche Regierung feſt, daß der
litauiſche Vorſchlag verſucht, die Integrität des polniſchen
Staats=
gebietes in Frage zu ſtellen. Er ſtelle außerdem die Entſcheidung
des Völkerbundes und der Botſchafterkonferenz in Zweifel und
bedeute gleichzeitig die Ablehnung des Abſchluſſes eines
Nicht=
angriffs= und Schiedsgerichtsvertrages zwiſchen Polen und
Li=
tauen. Der Vorſchlag verlange von Polen den Verzicht auf den
militäriſchen Schutz eines Teiles ſeiner Grenzen und bedeute
da=
durch eine Schwächung der Sicherheit des polniſchen Staates. Der
litauiſche Paktvorſchlag mache außerdem die Wiederaufnahme
direkter Eiſenbahn=, Poſt= und Telegraphenverbindungen zwiſchen
den beiden Ländern unmöglich, verhindere den Kontakt der
Be=
völlkerung eines bedeutenden polniſchen Gebietsteiles mit Litauen
und verlange zuguterletzt, ohne Rückſicht auf ſpätere
Reklama=
tionen vom polniſchen Staat die Zahlung einer
Entſchädigungs=
ſumme an Litauen. Ein derartiger Vorſchlag könne keine
Grund=
lage zu einer Regelung der Beziehungen zwiſchen den beiden
Staaten bilden, wie ſie vom Völkerbundsrat am 10. Dezember
1927 empfohlen worden ſei, und aus dieſem Grunde ſehe ſich die
polniſche Regierung der Unmöglichleit gegenüber, auf die
litaui=
ſchen Vorſchläge einzugehen. Obwohl die litauiſche Regierung
die Abſicht verfolge, die zwiſchen den beiden Nachbarländern
be=
ſtehende, unüberſteigbare Barriere aufrecht zu erhalten, werde die
polniſche Regierung alle Mittel verſuchen, um mit Litauen zu
einer Einigung zu gelangen. Sie habe zu dieſem Zweck der
litauiſchen Regierung vorgeſchlagen, die im März begonnenen
direkten Verhandlungen weiter fortzuſetzen.
Vom Tage.
Der Reichsrat wird ſich mit der vom Reichstag
angenom=
menen Vorlage zur Senkung der Lohnſteuer in ſeiner
Voll=
ſitzung am Donnerstag, den 19. Juli, beſchäftigen.
Der Pour=le=Mérite=Flieger Major a. D. Leo Leonhardy,
der Mitbegründer und erſte Leiter der Deutſchen Luftfahrt G. m. b. H.,
iſt nach ſchwerem Leiden im Alter von 48 Jahren geſtorben.
Der franzöſiſche Unterrichtsminiſter Herriot
be=
abſichtigt, der „Preſſa” am 1. Auguſt einen Beſuch
ab=
zuſtatten.
Die Antwort der franzöſiſchen Regierung auf
den Kellogg’ ſchen Pakt=Vorſchlag zur Aechtung des
Krie=
ges wird am Samstag dem amerikaniſchen Botſchafter in Paris
überreicht und am Montag veröffentlicht werden.
Im „Journal officiel” wird die Ernennung des
Ober=
ſtaatsanwalts im Kolmarer Autonomiſtenprozeß,
Fachot, zum Offizier der Ehrenlegion und zum Richter des
Kaſſa=
tionshofes in Paris veröffentlicht.
Offiziell wird die Unterzeichnung des
Tangerabkom=
mens, deſſen Einzelheiten gegenwärtig feſtgelegt würden, für den
15. oder 16. Juli angekündigt. Die Unterzeichnung werde
durch die Botſchafter der intereſſierten Mächte erfolgen.
Außenminiſter Briand empfing den franzöſiſchen
Botſchafter in Rom, de Beaumarchais, der auf ſeinen
Poſten zurückkehren wird, um die im Gang befindlichen
Un=
terhandlungen mit Muſſolini wieder
aufzuneh=
men.
Die ſpaniſche Botſchaft in London gibt bekannt, ſie habe
von der ſpaniſchen Regierung ein Telegramm erhalten, worin alle
Be=
richte über angebliche Unruhen in Spanien kategoriſch
dementiert werden.
Wie aus Waſhington gemeldet wird, hofft man m
amt=
lichen Kreiſen, daß der Kriegsverzichtpakt Anfang
Auguſt unterzeichnet werden kann.
Wie die Agentur Indo Pacific aus Tokio meldet, erklärt das
Finanzkomitee der nationaliſtiſchen Negierung,
für die Schulden der früheren Pekinger Regierung
nicht haftbar zu ſein.
Aus Tokio wird gemeldet, daß das japaniſche
Kriegs=
miniſterium einen neuen Luftverteidigungsplan
anfgeſtellt habe. Die Neubauten ſollen binnen fünf Jahren
er=
folgen. Die Koſten betragen insgeſamt 60 Millionen Mark.
Nach Meldungen aus Moskau hat der Oberſte Befehlshaber
der Waſſerſtreitkräfte der Sowjetunion der Beſatzung des
Eis=
brechers „Kraſſin” den Dank der Regierung für ihre Rettung der
„Italia”=Mannſchaft ausgeſprochen. Prof. Samulowitſch
wurde der Orden der Roten Fahne für
wiſſen=
ſchaftliche Erfolge verliehen.
Der griechiſche Ex=Diktgtor in Freiheit geſetzt.
General Thevdor Pangalos,
der im Jahre 1926 geſtürzte und ſeither in Unterſuchungshaft
gehaltene frühere Staatspräſident von Griechenland, wurde von
der neuen Regierung Venizelos aus der Haft endlaſſen. Pangalos
iſt 48 Jahre alt, war bereits vor neun Jahren Generalſtabsche
der griechiſchen Armee in Kleinaſien, hat ſich dann an mehreren
Umſturzverſuchen beteiligt und war vom März 1925 bis Auguſt
1926 Präſident der Republik.
*Zwei neue Opern
von Felix Weingartner.
Im Heidelberger Stadttheater unter Eugen Kellers Leitun
wurden kürzlich zwei kleine Opern von Felix Weingartner neu
herausgebracht, von denen die eine Uraufführung war. „Di
Dorfſchule”, ein Einakter mit tragiſchem Stoff, und „Mei
ſter Andrea” eine komiſche Oper mit Dialog in zwei Akten.
Gut gegeneinandergeſtellt, zeigen ſie von allen ſeinen beſten Sei
ten die Eigenart des vielſeitigen Komponiſten, der auch die
Text=
bücher im Anſchluß an ein altjapaniſches Drama bzw. an das
Geibelſche Luſtſpiel geſchickt geſtaltet hat.
Das Bedürfnis nach kurzen Werken liegt im Zug der Zei=
Kurzopern werden Zukunft haben. Das Gebiet iſt bereits häufie
behandelt worden, ohne den rechten Stil finden zu können. Der
Anlauf machten „Cavalleria” und „Bajazzi”. Es folgten in Ita
lien Puccini mit ſeinem letzten Werk der drei Einakter, von denen
wir „Gianni Schicchi” kürzlich hörten, Malipiero mit ſeinen dre
Goldoniſchen Komödien, der Tſcheche Szymanowſki mit „Hagith”
in Deutſchland vor allem Richard Strauß mit „Salome”, Rud
Stephans „Die erſten Menſchen” d’Alberts „Abreiſe” und
„Flauto ſolo”, Leo Blechs „Verſiegelt”. Und nun die Neuen
Buſonis „Arlechino”, Strawinſkis „Geſchichte vom Soldaten”
Schönbergs „Erwartung” und „Die glückliche Hand”
Doch das waren alle nur Verſuche, die das Weſen der Kur
oper in heutigem Sinne, ohne ſchweres Problem, noch nicht er
füllten. Formſchaffend tritt zuerſt Hindemith auf den Plan m
den drei Einaktern: „Sancta Suſanna” „Mörder, Hoffnung de
Frauen”, „Das Nuſch=Nuſchi” ohne jedoch den großen Erfolg z
haben. Es kommt Kurt Weill mit ſeinem erfolgreichen „Prota
goniſten” und „Rohal Palace”, das lau aufgenommen wird, wäl
rend ſein jüngſter Einakter: „Der Zar läßt ſich photographieren
einſchlägt. Toch folgt mit der „Prinzeſſin auf der Erbſe”, Kren
mit den in Wiesbaden kürzlich uraufgeführten drei Einakter
„Der Diktator” „Das geheime Königreich”, „Schwergewicht ode
die Ehre der Nation”.
Nach dem äußeren Erfolg von „Jonny”, der dieſelbe
Lin=
halt, ſcheint dieſe nach der Operette und Revue orientierte Kurz
Dper an Bedeutung für ein heutiges Publikum zu gewinnen.
E=
iſ aber abwegig, zu ſchließen, daß ſie die mehraktige, muſikdrame
tiſch begründete Oper zu verdrängen im Stande wäre. Dagege
ſtricht der Erfolg von Straußens „Aegyptiſche Helena”, der b.
gewiſſer Seite zu verkleinern verſucht wird. Nur ſind die Gren
zen zwiſchen beiden nunmehr ſchärfer gezogen. Zum erſtenma
nach langer Unterbrechung — Mozart etwa — wird die Oper
wieder ſtofflich und geiſtig in die Gegenwart geſtellt und nimmt
unmittelbare Fühlung mit ihrem Publikum.
Die beiden Weingartnerſchen Opern freilich haben mit dieſer
Bewegung nichts zu tun. Sie ſind noch feſt mit einer heute
ver=
gangenen Anſchaungswelt verhaftet, ſind weder Kurzopern noch
überhaupt Kinder unſerer Zeit. Ihre Vorzüge liegen auf
ande=
rem Gebiet. Sie ſind Zeugen einer außerordentlich feinen,
vor=
nehmen Geſinnung, einer auf beſter Ueberlieferung fußenden
Meiſterſchaft in der Kunſt des Vokal= und Enſemble=Satzes.
Sau=
ber gearbeitete, klangvoll=liebenswürdige Stücke, leicht
aufführ=
bar, mit ſehr dankbaren Rollen. Es ſteckt viel Kultur in ihnen,
die zu erhalten würdige, notwendige Aufgabe iſt. Denn es kann
nicht nur große Meiſter geben. Der bahnbrechenden Wirkung in
die Höhe muß die ausmünzende Wirkung in die Breite zur Seite
ſtehen. Die Heidelberger erfolgreiche Aufführung unter perſönlicher
Leitung des warm gefeierten Komponiſten war flott und bei
gutem Stimmaterial von muſikaliſcher Qualität. Elfriede Pfeil,
M. Ruf=Kaulmann, Liane Müllegger und Erich Frohwein, Max
Oßwald, Erwin Riba in den Hauptrollen höchſt anerkennenswert.
Die Inſzenierung von W. Kaerner mit Bühnenbildern von Rob.
Vogel und Koſtümen von Käte Lühning hatte, wie dies bei
Eugen Keller ſelbſtverſtändlich iſt, beſtes Format.
v. H.
Offenes Singen.
Von Fritz Jöde,
Profeſſor an der Akademie für Kirchen= und Schulmuſik.
Hervorgegangen aus einem zehnjährigen Singen mit der
Jugend, ſollen dieſe Zeilen Anregung an alle ſein: Pflegt das
offene Singen! Vergeßt nicht, daß es ein Volkslied gibt, das für
das ganze Volk da iſt, nicht aber für Chorvereinigungen.
Was iſt denn offenes Singen, fragt mancher. Es iſt
jene Art gemeinſamen Singens, welche als die urſprüngliche
unter den Menſchen wieder anerkannt und gepſlegt werden muß.
Heute iſt ſie ſehr wenig beliebt, wo man eigentlich nur das
ge=
ſchloſſene Eingen kennt, jenes Singen, das in Chören vor ſich
geht und das eine techniſch vollkommene Ausführung des
Chor=
werkes zum Ziele hat. Sein Hauptkennzeichen gegenüber dem
offenen Singen iſt, daß es mit Arbeit, mit Uebung verbunden iſt,
daß Menſchen, die ſich zu ſeiner Pflege zuſammentun, andere,
die nicht über die erforderlichen handwerklichen Vorausſetzungen
verfügen, ausſchließen. Dieſe gebundene Chorform, gegen die
heute im Grunde nichts anderes, dieſes aber mit äußerſtem Nach=
Nummer 194
Einigungsverſuche in China.
Der Diktator der Mandſchurei verhandelt
mit der Nanking=Regierung.
EP. London, 13. Juli.
Wie aus Schanghai gemeldet wird, hat der Direktor der
Mandſchurei, Tſchang Fü=liang, vier Delegierte nach Peking
ent=
ſandt, um mit der nationaliſtiſchen Regierung über ein
Abkom=
men auf folgender Grundlage zu verhandeln: 1. In den drei
mandſchuriſchen Provinzen wird ein politiſches Büro der
natio=
naliſtiſchen Regierung eingerichtet, deſſen Vorſitz Marſchall
Tſchang Fü=liang ſelbſt übernimmt. 2. Die ſüdchineſiſchen
Trup=
pen verzichten auf den Einmarſch in die Mandſchurei. 3. Die
Heeresſtärken werden vermindert.
Man weiſt darauf hin, daß in dieſem Vorſchlag die
Flaggen=
frage nicht erwähnt wird, was darauf ſchließen läßt, daß Tſchang
Fü=liang der Mandſchurei eine gewiſſe Autonomie wahren möchte.
Die Nankinger Finanz=Konferenz.
Die nationale Finanzkonferenz in Nanking hat im allgemeinen
die Vorſchläge der wirtſchaftlichen Konferenz der Bankiers
gut=
geheißen, die in Schanghai ſtattgefunden hatte. Uebereinſtimmung
beſtand darin, daß die Zollautonomie bis zum Ende des Jahres
durchgeführrt werden müſſe. Die Inlandszölle, die ſogenannten
Linins, werden allmählich abgeſchafft. Um die dadurch
entſtehen=
den Ausfälle wettzumachen, wird die ſchrittweiſe Einführung von
Einkommenſteuer und Erbſchaftsſteuer empfohlen. Der
Zinſen=
dienſt auf die fundierten äußeren und inneren Anleihen ſoll wis
bisher aufrecht erhalten werden. Hinſichtlich der nichtfundierten
Anleihen wurde eine beſondere Unterſuchung beſchloſſen, die ſiſ
auf den von den Bankiers vorgezeichneten Linien bewegen ſoll,
Dieſe hat die Aufnahme einer neuen Anleihe empfohlen, die die
bisherigen in ſich aufnehmen ſoll.
Einen breiten Raum nahm in den Verhandlungen die
finan=
zielle Lage der einzelnen Provinzen ein, die auf einer gewiſſen
Selbſtändigkeit beſtanden. Das Finanzminiſterium iſt beauftragt
worden, die einzelnen Befugniſſe gegeneinander abzugrenzen.
Wie erinnerlich, hat ſich die Bankierkonferenz eingehend mit
den Maßnahmen zur Demobiliſierung der Truppen befaßt, und
auch die Finanzkonferenz erörterte dieſes Problem. Gleichzeitig
hat der militäriſche Ausſchuß, der wohl befürchtete, daß ihm die
Finanziers zuvorkommen würden, ſelbſt einen Plan zur
Ent=
laſſung von Truppen ausgearbeitet und nunmehr Richtlinien
herausgegeben, wie die überſchüſſigen Truppen unter der Leitung
eines beſonders für dieſen Zweck eingeſetzten Komitees, das
ledig=
lich aus Beamten und Offizieren beſteht, in andere Berufe
über=
führt werden ſoll.
Die Reviſion der chineſiſchen Verträge.
Es verlautet von zuverläſſiger Seite, daß das Auswärtige
Amt Noten an die Vertreter von 24 Ländern ausgehändigt habe,
in der die ſofortige Reviſion aller Verträge mit der chineſiſchen
Regierung, ſowohl der abgelaufenen wie auch nicht abgelaufenen,
vorſchlägt. Die japaniſche Regierung ſoll durch die Ungewißheit
der Lage beſonders beunruhigt ſein, da die nationaliſtiſche
Re=
gierung es vielleicht ablehnen wird, ſüch an die von Marſchall
Dſchangtſolin gewährten Friſtverlängerungen gebunden zu
er=
achten.
Die Nanking=Regierung verlangt
Zurüdk=
ziehung der Kriegsſchifſe der Großmächte.
Nach einer Preſſemeldung bereitet die Nanking=Regierung
Noten vor, die im gleichen Wortlaut an Großbritannien, die
Ver=
einigten Staaten, Japan, Frankreich und Italien gerichtet
wer=
den ſollen. In den Noten wird die Nanking=Regierung die
Zu=
rückziehung der Kriegsſchiffe vom Yangtſe fordern, da nach
Been=
digung der militäriſchen Operationen im Innern Chinas die
An=
weſenheit der Kriegsſchiffe zum Schutze des Lebens der
Auslän=
der nicht mehr erforderlich ſei.
Türtiſch=bulgariſcher Schiedsgerichts=
und Nichtangriffspatt.
EP. Sofia, 13. Juli.
Im Außenausſchuß der Sobranje machte Außenminiſter
Burow die Mitteilung, daß die türkiſche Regierung durch ihren
Geſandten in Sofia der bulgariſchen Regierung den Abſchluß
eines Nichtangriffs= und Schiedsgerichtsvertrages vorgeſchlagen
habe. Die bulgariſche Regierung hat dieſen Vorſchlag
ange=
nommen. Auch der Außenausſchuß ſprach ſich einſtimmig für den
Abſchluß eines ſolchen Vertrages aus.
druck, einzuwenden iſt, als daß ſie die ausſchließliche Form
ge=
meinſamen Eingens geworden iſt, hat in unſerer Zeit ſo an
Bedeutung gewonnen, daß das urſprüngliche offene Singen von
vielen Vertretern der geſchloſſenen Singübung nur aus dem
Grunde nicht geſchätzt wird, weil ſie die Mühe der Arbeit, die
nicht ſelten den ausſchließlichen Stolz der Choriſten ausmacht,
dort nicht wiederfinden. Das Uebergewicht dieſer geſchloſſenen
Art, zu ſingen, iſt heute ſo groß, daß es ſelbſt in der Schule faſt
ausſchließlich gepflegt und auch da unabhängig und gegen den
Willen ſeiner Verwalter Selbſtzweck wird, und daß ſich heute erſt
ganz langſam der Gedanke ausbreitet, jene erſte urſprünglich
offene Art gemeinſamen Singens ſei als einzig möglicher
Lebens=
boden für jede weitere Uebung unentbehrlich.
Wer heute „im Chor” ſingen will, ſieht ſich meiſtens in die
Zwangslage verſetzt, in eine Chorvereinigung einzutreten.
Ver=
fügt er aber nicht über die handwerklichen Vorausſetzungen dazu,
ſo muß er eben auf Cherſingen verzichten, es ſei denn, daß der
Kreis ſeiner Freunde innerlich ſo aufgebaut iſt, daß das
Zu=
ſammenſein unmittelbar zum Lied ſtrebt, ohne daß ein
beſon=
derer Anruf erfolgt. Dieſe Möglichkeit iſt aber, ganz beſonders
für den Städter, bis auf ganz vereinzelte Ausnahmefälle nicht
mehr vorhanden. Offenes Singen, das ganz einfach Menſchen
in ſchlichteſtem Tun durch unſer Volkslied zuſammenfaßt, gibt es
eigentlich heute nur noch im Kindesalter vor der Schulzeit, wo
Kreisſpiele aller Geſtalt ſeine Kernform ſind, ferner im
Lebens=
alter zwiſchen Fünfzehn und Zwanzig, wo durch die
Freund=
ſchaftsbildungen bei noch nicht aufgetretener Bindung und
Feſſe=
lung an die Aufgaben und Ziele des Lebenskampfes die
Gemein=
ſamkeit vielleicht am ſtärkſten nach ihm ruft, und ſchließlich über
die Jugendbünde hinaus in dem ſchon lange im Untergang
be=
findlichen Handwerksburſchentum und im Soldatenſtande. Sonſt
taucht es für den Stadtbewohner, wo doch die Berufe nach und
nach ſingluſtig geworden ſind, höchſtens bei Konfirmationen und
Hochzeiten, alſo bei Familienfeſten auf. Und wie ſehr ſich da die
Fähigkeiten zu dieſer Singform verkümmert zeigen, weiß ja jeder
der unter der da ſich zeigenden Haltloſigkeit unſerer Zeit gelitten,
hat, zur Genüge.
Hier iſt unſerem Volke etwas verloren gegangen,
was der größten und ſorgſamſten Pflege wert ware.
Und es iſt ſicher anzunehmen, daß, wenn das offene Singen mehl
gepflegt worden wäre, die gebundene Chorübung nicht eine ſ9
grenzenloſe Veräußerlichung erfahren hätte, wie es doch heute
überall zugegebenermaßen der Fall iſt. Es hätten die
Chor=
vereinigungen ganz gewiß nicht jenes fortgeſetzte Verlangen nag
immer neuen Vorführungen, das nicht ſelten jede Uebungsſtunde.
Nummer 194
Samstag, den 14. Juli 1928
Geite 3
Was wird aus dem
Kriegs=
ächtungspakt?
Frankreich hält nach wie vor ſeine
Einwen=
dungen aufrecht.
* Berlin, 13. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung hat bereits ihre Antwort auf den
Kelloggſchen Vorſchlag zur Aechtung des Krieges der
amerika=
niſchen Botſchaft übergeben, und in den nächſten Tagen werden
wohl auch die Antworten Frankreichs und Englands fertig
wer=
den. Die deutſche Antwort ſtimmt auch dem zweiten Kellogg=
Vorſchlag durchaus zu, ebenſo wie die deutſche Regierung auch
ſchon dem erſten Vorſchlag Kelloggs ihre Zuſtimmung gegeben
hat. Die Haltung Frankreichs iſt in großen Zügen auch bereits
bekannt; denn Frankreich hält nach wie vor ſeine Einwendungen
aufrecht, die es bereits dem erſten Paktentwurf gegenüber
vor=
gebracht hat. Bei Frankreich handelt es ſich in der Hauptſache
um die militäriſchen Bündnisverträge mit ſeinen Vaſallenſtaaten,
vor allem mit Polen und der Tſchechoſlowakei, die beſtimmen,
daß dieſe Staaten ſich gegenſeitig im Falle eines Angriffes durch
eine andere Macht militäriſche Hilfe leiſten. Frankreich ſieht
auch durch den Kellogg=Pakt verſchiedene Beſtimmungen des
Ver=
ſailler Vertrages bedroht, vor allem gewiſſe
Sanktionsmöglich=
keiten. Die Haltung Englands dem Kellogg=Pakt gegenüber iſt
noch unklar, jedoch hat in den letzten Wochen eine
franzöſiſch=
engliſche Annäherung ſtattgefunden, und England ſcheint der
franzöſiſchen Anſicht zuzuneigen, wenn das in der Antwort an
die Vereinigten Staaten wohl auch nicht deutlich zum Ausdrudk
kommen wird. Frankreich und England ſtehen jedenfalls auf dem
Standpunkt, daß es ratſam ſei, die juriſtiſche Tragweite des
Kellogg=Pakts noch einmal durch eine Sachverſtändigenkonferenz
prüfen zu laſſen, um nochmals die Frage erörtern zu laſſen,
in=
wieweit der Kellogg=Pakt die Sonderverträge zwiſchen den
ein=
zelnen Staaten berührt. Daß dabei die Beſtimmungen des
Ver=
ſailler Vertrages und ihre Berührung durch den Kellogg=Pakt
im Vordergrund der Unterſuchungen ſtehen ſollen, erſcheint nach
vielen franzöſiſchen Aeußerungen ſelbſtverſtändlich. Wenn
Frank=
reich und England nun in ihren Antwortnoten neue Vorbehalte
gegen den Pakt vorbringen, ſo ſcheint Kellogg nicht irgendwelche
Kompromiſſe eingehen zu wollen. Entweder wird der Kellogg=
Pakt von England und Frankreich angenommen, oder er wird
von Kellogg ganz fallen gelaſſen werden. Im Falle des
Schei=
terns des Kellogg=Paktes werden gewiſſe Rückwirkungen in
Ame=
rika nicht ausbleiben, denn Amerika ſieht das Kellogg=Angebot
als den letzten Verſtändigungsverſuch mit Europa an.
Eindruck der deutſchen Note in Amerika.
Yew York, 13. Juli.
Die deutſche Note in der Angelegenheit der Kriegsverfemung,
die das Staatsdepartement mittlerweile veröffentlicht hat, wurde
hier allgemein mit großer Genugtuung aufgenommen. Da der
franzöſiſche Botſchafter Claudel nach einer Konferenz mit Kellogg
erklärte, die franzöſiſche Annahmenote werde vorausſichtlich am
Samstag überreicht werden, hofft man in den Vereinigten
Staa=
ten auf baldige Unterzeichnung.
Auch England macht noch Vorbehalte.
EP. London, 13. Juli.
Nachdem Deutſchland, die amerikaniſchen Vorſchläge ohne
jeden Vorbehalt angenommen und ſeine Bereitwilligkeit erklärt
hat, den Pakt in ſeiner jetzigen Form zu unterzeichnen, iſt in
London die Frage in den Vordergrund gerückt, ob und in welcher
Form Chamberlain etwaige Vorbehalte in ſeine Antwort
hinein=
arbeiten wird. Die Verhandlungen zwiſchen Dr. v. Gauß, Sir
Cecil Hurſt und Fromageot, die in Berlin ſtattfanden, haben nach
engliſcher Auffaſſung ergeben, daß die Anſichten zwiſchen den
ein=
zelnen Mächten ſoweit auseinandergingen, daß an eine
einheit=
liche Stellungnahme nicht zu denken war. Die engliſche
Regie=
rung werde, ſo ſchreibt der diplomatiſche Korreſpondent des
„Daily Telegraph”, wenn man den in Umlauf befindlichen
Ge=
rüchten einigermaßen Gkauben beimeſſen könne, eine Reihe von
Punkten anführen, die man an ſich nicht als Vorbehalte
bezeich=
nen könne, ſondern die mehr Annahmen oder Auslegungen ſeien,
die Großbritanniens eigene beſondere, ſchon von früher her
be=
ſtehende internationale Rechte oder Verpflichtungen berühren.
Man müſſe aber abwarten, ob das Kabinett dieſe im Foreign
Office vertretenen Auffaſſungen in vollem Umfange unterſtützen
werde. Denn es ſei bekannt, daß einige der Miniſter
einſchließ=
lich des Miniſters für die Dominions eine völlige
Uebereinſtim=
mung mit den Dominions in den Vordergrund ſtellen wollten,
und daß ſie in der engliſchen Antwort nicht über den Standpunkt
der engliſchen Dominions hinausgehen wollten, mit Ausnahme
des Falles des Locarno=Paktes, der, wie erinnerlich, von den
Dominions nicht unterzeichnet wurde.
Eine amtliche engliſche Erklärung über die
Zuſammenkunft der Rechtsſachverſtändigen
in Berlin.
EP. London, 13. Juli.
Amtlich wird die Zuſammenkunft der Rechtsſachverſtändigen
in Berlin beſtätigt. Gelegentlich des Zuſammenſeins in Genf
hatten ſich Hurſt und Fromageot über den Kellogg=Pakt und
deſſen juriſtiſche Rückwirkung auf den Verſailler Vertrag, das
Völkerbundsſtatut und den Locarno=Pakt ausgeſprochen und
da=
bei dem Wunſch Ausdruck gegeben, dieſe Erörterungen mit Gauß
fortzuſetzen. Gegenüber den Mitteilungen in der engliſchen Preſſe
— gemeint iſt damit die Veröffentlichung im „Daily Telegraph”
von heute vormittag — wird amtlich mitgeteilt, bei der
Zu=
ſammenkunft habe man gefunden, daß vollſtändige
Uebereinſtim=
mung zwiſchen den Sachverſtändigen hinſichtlich der Auslegung
beſtehe, die den Mitteilungen des amerikaniſchen Staatsſekretärs
beizumeſſen ſind. Dieſe amtliche Bemerkung bezieht ſich
anſchei=
nend darauf, daß die Sachverſtändigen darin
über=
einſtimmen, daß die beſtehenden Verträge im
Lichte der Kelloggſchen Vorſchläge juriſtiſch
unterſucht werden ſollen. Die amtlichen engliſchen
Stellen lehnen es ab, weitere Kommentare zu der amerikaniſchen
Veröffentlichung zu geben. Sie betonen aber, daß nach
eng=
liſcher Auffaſſung die Zuſammenkunft einem
nützlichen Zwecke gedient hat inſofern, als ſie
der deutſchen Regierung die Abſendung der
Antwortnote ermöglichte, was fernerhin die
franzö=
ſiſche Regierung in die Lage verſetzte, ihre Antwort bald
abzu=
ſenden, und die Abfaſſung der engliſchen Antwort gefördert habe.
— Die engliſche Preſſe verlangt weiterhin von Chamberlain die
baldige Abſendung der engliſchen Antwort. Die Zeitung „Nation”
verlangt eine klare Stellungnahme der engliſchen Diplomatie zu
der franzöſiſchen Auffaſſung über die Rheinlandräumung,
ins=
beſondere hinſichtlich der Worte „feindſeliger Akt”, die Frankreich
ſehr weitgehende Möglichkeiten geben.
Der neue öſterreichiſche Juſtizminiſter.
Abgeordneter Dr. Slama
wurde zum Nachfolger des von ſeinem Poſten zurückgetretenen
öſterreichiſchen Juſtizminiſters Dr. Dinghofer ernannt. Miniſter
Slawa war bisher Rechtsanwalt und hat in der großdeutſchen
Partei ſchon ſeit Jahren eine führende parlamentariſche Rolle
geſpielt.
v. Hoeſch bei Poincaré.
Offiziöſe Beſprechungen über den Dawesplan
und allgemeine Kriegsſchulden=Regelung. —
Unverſöhnlicher Standpunkt der Franzoſen.
EP. Paris, 13. Juli.
Der „Excelſior” hält es für wahrſcheinlich, daß ſich die
geſt=
rige Beſprechung zwiſchen Miniſterpräſident
Poincaré und dem deutſchen Botſchafter von
Hoeſch, über die wir bereits kurz berichtet haben, auf die
Entwicklung des Dawesplanes bezogen habe. Im
Laufe der nächſten Woche werde der Generalzahlungsagent
Par=
ker Gilbert in Paris eintreffen. Außerdem erwarte man die
An=
kunft des Gouverneurs der Federal Reſerve Bank, Benjamin
Strong, und des Schatzamtsſekretärs Mellon, die beide ſicherlich,
wie alljährlich, auch dieſes Mal Poincaré beſuchen würden.
Par=
ker Gilbert werde der Reparationskommiſſion über ſeine
Ge=
ſchäftsführung im letzten Halbjahr Bericht erſtatten und aller
Wahrſcheinlichkeit nach wieder mit Poincaré, Briand und den
Politikern und Finanzleuten Fühlung nehmen, die ſich mit den
direkt oder indirekt mit dem Dawesplan zuſammenhängenden
Problemen zu befaſſen hätten. Es ſei damit zu rechnen, daß
Deutſchland in aller Kürze auf der Eröffnung von
Verhand=
lungen über die Räumung der Rheinlande und die Reviſion des
Dawesplanes beſtehen werde. Sowohl aus perſönlichen
Erwä=
gungen heraus, als auch im allgemeinen Intereſſe wünſche
Par=
ker Gilbert dringend, daß die an den Reparationen intereſſierten
Mächte ſo bald als möglich zu einer allgemeinen Regelung der
Kriegsſchulden ſchritten. Das Blatt weiſt weiter darauf hin, daß
bei allen mit der Beſetzung des Rheinlandes verbundenen Fragen
die Vereinigten Staaten eine ausſchlaggebende
Rolle zu ſpielen haben werden. Die amerikaniſchen
Präſidentenwahlen fänden jedoch erſt im November ſtatt, und
der neue Präſident übernehme erſt ſechs Monate nach den
Wah=
len ſein Amt. Somit werde man nicht vor März
näch=
ſten Jahres die Einſtellung des offiziellen
Amerika kennen lernen. Da die Bezahlung der von
Frankreich aufgekauften amerikaniſchen Heeresbeſtände im Auguſt
1929 fällig werde, müſſe die franzöſiſche Regierung ſich entweder
damit abfinden, die 400 Millionen Dollar dieſer Handelsſchuld
zu bezahlen oder das Abkommen Mellon-Bérenger zu
rati=
fizieren, ſo daß dieſe Zahlungen in die franzöſiſche Geſamtſchuld
eingeſchloſſen würden. Es ſei damit zu rechnen, daß der
fran=
zöſiſche Miniſterpräſident vom Parlament die Ratifizierung des
Waſhingtoner Schuldenabkommens nur dann fordern werde,
wenn er vorher die Zuſicherung der amerikaniſchen Regierung
erhalte, daß dieſe Genugtuung für den amerikaniſchen Senat
lediglich ein Auftakt zu der Geſamtregelung der Kriegspaſſiven
nach vorheriger Verſtändigung aller an den Reparationen
inter=
eſſierten Mächte darſtellen ſoll.
Der „Gaulois” deutet den Beſuch hervorragender
Perſönlich=
keiten der amerikaniſchen und deutſchen Finanzwelt gleichfalls
dahin, daß offiziöſe Beſprechungen über den Dawesplan und
eine allgemeine Regelung der Kriegsſchulden im Gange ſeien.
Das Blatt bezeichnet als die Einſtellung der franzöſiſchen
öffent=
lichen Meinung: Keine Räumung der Rheinlande ohne
vor=
herige Regelung der Reparationen; keine Reviſion des
Dawes=
planes ohne allgemeine Kriegsſchuldenregelung; keine
Ratifizie=
rung der Schuldenabkommen von Waſhington und London ohne
die vorherige Zuſicherung, daß alle miteinander
zuſammenhängen=
den politiſchen, wirtſchaftlichen und finanziellen Fragen auch
tat=
ſächlich miteinander verbunden bleiben.
Politiſches Aitentat in Belgrad.
EP. Belgrad, 13. Juli.
Gegen den „Sektionschef im Innenminiſterium und Leiter
der Staatspolizei, Laſitſch, wurde heute mittag ein
Revolver=
attentat verübt. Um 2½ Uhr trat ein Unbekannter in das
Ar=
beitszimmer des Sektionschefs ein. Er gab vor, ein Geſuch
über=
reichen zu wollen. Gleichzeitig mit dem Geſuch zog er einen
Re=
volver aus der Taſche und gab mehrere Schüiſſe auf den
Sektions=
chef ab. Laſitſch ſtürzte, am Kopf getroffen, zu Boden. Den
letz=
ten Schuß richtete der Attentäter gegen ſich ſelbſt und verletzte
ſich tödlich. Er liegt zurzeit in Agonie. — Sektionschef Laſitſch
wurde in ſchwerverletztem Zuſtand in das Staatliche
Kranken=
haus übergeführt, wo der Leibarzt des Königs, Dr. Coén, an
ihm eine Operation vornahm. Von dem Attentäter iſt
gegen=
wärtig nur ſoviel bekannt, daß er aus Stip in Südſerbien ſtammt
und allem Anſchein nach im Dienſte der Mazedoniſchen
Organi=
ſation ſteht. Das Attentat rief in Belgrad große Aufregung
hervor.
ſelbſt zur Form einer ſolchen Vorführung gewungen hat, wenn
hier in lebendigem offenen Singen ein Gegengewicht vorhanden
geweſen wäre. Dann hätte wirkliche, unverfälſchte und nicht
durch alle möglichen Hemmungen von außen umgebogene
Sing=
freudigkeit den Blick des Tuns viel mehr nach innen anſtatt nach
außen richten gelernt.
Wie groß aber doch in unſerem Volke letzten Endes der
Wunſch nach ganz einfachem ſchlichten gemeinſamen Geſang ohne
alle handwerklichen Vorausſetzungen und Ziele iſt, erfährt jeder,
der einem Menſchenkreiſe eine offene Singſtunde ſchenkt und ihm
dabei die ſo vielfach durch unſer heutiges Leben verſchüttete
ele=
mentarſte Singluſt wecken hilft.
Die Kraft des Gemüts nicht verſinken zu laſſen in all unſerem
Vorhaben des Alltags, iſt die tiefere Aufgabe ſolch offenen
Chor=
ſingens. Und ein Volk und eine Zeit, die nur die an ſich edle,
techniſch gebundene Chorübung kennen, aber nicht mehr nach
dem jedem möglichen und als urſprünglichen Durſt vorhandenen
offenen Singen ſtreben, haben dieſe Kräfte des Gemüts ſo weit
in ſich vergraben, daß ein Unheil daraus erwachſen könnte. Darum
mein Aufruf: Pflegt das offene Singen, wo es nur
möglich iſt! Vergeßt nicht, daß Mütter und Väter wie
Kin=
der auch da, wo ſie unfähig und durch die Verhältniſſe zu
ge=
bundener Chorform behindert ſind, einen triebhaften geſunden
Durſt nach dem Liede haben. Wie geſagt: Vergeßt nicht, daß es
ein Volkslied gibt, das nicht für Chorvereinigungen, ſondern
für das Volk ſelbſt da iſt und das mit ſeinem Verſchwinden
unſerem Volke den lebensnotwendigen Atem des Gemütes
unter=
binden würde. Wir haben es in der Hand, unſer Schickſal zu
bauen, nicht ſo ſehr aus techniſch=muſikaliſchen Fertigkeiten, die
natürlich auch erfüllt ſein wollen und ſollen, ſondern vielmehr
aus Kräften unſeres Menſchentums.
— Paul Pretzſch, der Vorſtand des Bahreuther Bundes der
deut=
ſchen Jugend äußert ſich in der Bundeszeitſchrift über Profeſſor Dr.
Arthur Prüfer: „Triſtan und Jſolde”, Verlag C. Gießel,
Bay=
reuth, wie folgt: Das Buch des unermüdlich für Richard Wagner und
*Bayreuth mit der Feder und dem Wort eintretenden Gelehrten „Das
Werk von Bayreuth” erſcheint neuerdings ſtatt in einer geſchloſſenen
Neuauflage in Einzelſchriften, deren jüngſte „Triſtan und Jſolde”,
ſo=
eben — gerade rechtzeitig zum Beginn der Feſtſpiele —
herausgekom=
men iſt. Die Schrift behandelt in knapper Formung und kurzen
Kapi=
teln dank der glänzenden Stoffbeherrſchung des Verfaſſers alles
Wiſ=
ſenswerte aus dem Gebiete der Sage, der Entſtehung des Werkes, aus
ſeiner Beziehung zur Philoſophie und zur Lebensgeſchichte Wagners
und behandelt in den Schlußabſchnitten auch die muſikaliſche Seite des
unſterblichen Meiſterwerks unter Einbeziehung der jüngſten literariſchen
and muſikwiſſenſchaftlichen Erſcheinungen.
Die Goldene Leibniz=Medaille
an Profeſſor Güterbock.
Prof. Dr. Brunv Güterbock
wurde für ſeine hervorragenden Arbeiten als Schriftführer der
Deutſchen Orientgeſellſchaft von der Berliner Akademie der
Wiſſenſchaften mit der Goldenen Leibniz=Medaille ausgezeichnet.
Der 70jährige Gelehrte hat ſich beſonders um die
Veröffentlichun=
gen über die deutſchen wiſſenſchaftlichen Ausgrabungen im Orient
verdient gemacht.
Der Jugendpreis Deutſcher Erzähler 1928.
Der Wettbewerb um den Jugendpreis Deutſcher
Erzähler 1928, der dem Verbande Deutſcher Erzähler von der
Deutſchen Buch=Gemeinſchaft G.m.b.H., Berlin, alljährlich in Höhe von
10 000 RM. geſtiftet wird und im Einvernehmen mit dem Preußiſchen
Kultusminiſteruim zur Verteilung gelangt, wird für zas
Rechnungs=
jahr 1928 ausgeſchrieben. Alle deutſchen Autoren, d7 zur Zeit der
Einreichung des Manuſkriptes das 40 Lebensjahr nicht erreicht haben,
werden zur Beteiligung aufgefordert. Zugelaſſen ſind nur Romane,
die in deutſcher Mutterſprache abgefaßt und bisher nicht zur
Veröffent=
lichung gelangt ſind. Der Preis von 10 000 RM. wird unter allen
Umſtänden und ungeteilt vergeben. Das von dem Preisrichterkollegium
mit dem Preiſe ausgezeichnete Werk wird von der Deutſchen Buch=
Gemeinſchaft G.m.b.H., Berlin, in einer garantierten Erſtauflage von
10 000 Exemplaren veröffentlicht, wofür das Honorar zugleich mit dem
Preiſe ſofort zahlbar iſt. Das Preisrichterkollegium ſetzt ſich zuſammen
aus den Herren Hanns Martin Elſter, Georg Engel, Oskar Loerke,
Julius Peterſen, Jakob Schaffner, Hermann Stehr, Wilhelm Waetzoldt.
Die Manuſkripte ſind anonym, mit einem Kennwork verſehen, in vier
Schreibmaſchinenexemplaren bis zum 31. Dezember 1928 an das Bureau
des Verbandes Deutſcher Erzähler, Berlin W. 62, Lutherſtraße 10,
ein=
zuſenden. Gleichzeitig ſind Name, Anſchrift und Lebensalter des
Ver=
faſſers am Tage der Einſendung in einem geſchloſſenen Umſchlag mit
dem Vermerk „Jugendpreis” und unter Angabe des Kennwortes dem
Notar Dr. Wenzel Goldbaum, Berlin W. 66, Wilhelmſtraße 52,
mitzuteilen. Die Preiserteilung erfolgt am 15. April 1929. Alle
wei=
teren Bedingungen ſind rechtzeitig vom Bureau des Verbandes
Deut=
ſcher Erzähler einzuforkern. Der Preis für das Jahr 1927 entfiel an
Walter Meckauer für ſeinen Roman „Die Bücher des Kaiſers Wutai”.
— Franz Kafka: „Der Prozeß” (Verlag „Die Schmiede‟, Berlin
W. 35.) Es gibt nichts Phantaſtiſcheres als dieſen Roman. Einem
Bankbeamten wird eines Tages angekündigt, daß er verhaftet und daß
ein Strafprozeß gegen ihn angeſtrengt ſei. Im übrigen könne er ſeinen
Geſchäften nachgehen und tun und laſſen, was er wolle. Dieſer
Straf=
prozeß hat keinerlei beſtimmte Geſtalt; auch die Richter ſind gänzlich
unbekannt; es iſt einfach das Abſtraktum „Strafprozeß” und das
Ab=
ſtraktum „Richter” Aber es gibt plötzlich allerhand Perſonen, die
einem vielleicht helfen könnten. Man braucht ſich ſchließlich gar nicht
um den Prozeß zu kümmern, dann gibt es ihn eben nicht. Aber unſer
Bankbeamter fühlt ſich unſchuldig und will ihn durchführen, wenn auch
vielleicht mit Protektion und Korruption. Er irrt: denn eines Tages
wird ihm das Todesurteil verkündet und ſofort exequiert. Er iſt alſo
doch wohl ſchuldig. Aber nach welchen Geſetzen? Das Buch iſt ebenſo
ſpannend wie jede wahrhaft große Epik von Stendhal, von Doſtojewski.
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Große Tänzerinnen begegnen von jeher dem lebhafteſten Intereſſe
weiter Kreiſe. Dies trifft in beſonderem Maße bei Valeska Gert zu,
weil ſie unter den bekannten und berühmten deutſchen Tänzerinnen
wohl den merkwurdigſten Frauentypus verkörpert. Eine Perſon, die
vollkommen aus Extremen zuſammengeſetzt iſt, die ſich nur zwiſchen den
äußerſten Polen bewegen kann, ſonſt fährt ſie augenblicklich aus der Haut.
Sie kann auf der Bühne bas Zarteſte tanzen, das Höflichſte und
Zier=
lichſte, ſie kann aber auch das Kräftigſte tanzen — wir erinnern nur an
die Canaille — das Gemeinſte und das Niederträchtigſte. Sie iſt und
bleibt einzig. Phantaſtik, Komik, Groteske, Karikatur, beißende Fronie,
lächelnder Humor, und das alles durch nichts als Bewegung und Mimik.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 194
Samstag, den 14. Jult 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmffadi, 14. Juli.
— Ernannt wurden: Am 15. Juni: der Schulamtsanwärter Artur
Schwickert aus Klein=Steinheim, Kreis Offenbach, zum Lehrer an
der Volksſchule zu Nieder=Mörlen, Kreis Friedberg, mit Wirkung vom
Tage des Dienſtantritts; am 20. Juni: der Amtsgerichtsrat bei dem
Amtsgericht in Gießen Guſtav Knauß unter Belaſſung in der Stelle
eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht in Gießen zum
Landgerichts=
rat bei dem Landgericht der Provinz Oberheſſen; am 21. Juni: der
Schulamtsanwärter Ernſt Ludwig Hörr aus Hauſen, Kreis Gießen,
zum Lehrer an der Volksſchule zu Gießen, mit Wirkung vom Tage des
Dienſtantritts; am 23. Juni: der Schulamtsanwärter Arthur Mahn
aus Wendelsheim, Kreis Alzey, zum Lehrer an der Volksſchule zu
Michelau, Kreis Büdingen; die Schulamtsanwärterin Kätha Plößer
aus Darmſtadt zur Lehrerin an de Volksſchule zu Dudenhofen, Kreis
Offenbach a. M.; am 26. Juni: der Schulamtswärter Johannes
Reuter aus Vieber, Kreis Offenbach a. M., zum Lehrer an der
Volksſchule daſelbſt; der Lehrer an der Volksſchule zu Alzey Wilhelm
Daum zum Rektor an dieſer Schule; die Schulamtsantwärterin Marie
Dörr aus Offenbach zur Lehrerin an der Volksſchule zu Schotten; die
Schulamtsanwärterin Elſe Kieſelſtein aus Offenbach a. M. zur
Lehrerin an der Volksſchule zu Bieber, Krois Offenbach a. M.;
ſämtlich mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts; am 26. Juni: der
Kanzleigehilfe bei dem Landgevicht Darmſtadt Philipp Seior zum
Kanzliſten, mit Wirkung vom 1. Juli 1928; am 26. Juni: der
Ge=
richtsvollzieher bei dem Amtsgericht Hirſchhorn Richard Loth zum
Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Laubach, mit Wirkung vom
1. Auguſt ds. Js. ab; der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Nidda
Wilhelm Reuter zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht
Hirſch=
horn, mit Wirkung vom 1. Auguſt ds. Js. ab; am 30. Juni: der
Lehrer Franz Deml zu Gießen, mit Wirkung vom Tage des
Dienſt=
antritts, zum hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrer an der
Fortbil=
dungsſchule daſelbſt; am 4. Juli: der Lehrer Richard Ulrich zu
Schotten zum Rektor an der Volksſchule daſelbſt, mit Wirkung des
Dienſtantritts; am 10. Juli: der Lehrer Heinrich Holzapfel zu
Rudingshain, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksſchule zu Ober=
Wegfurth, Kreis Lauterbach, mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: Am 30. Juni: der
Studien=
rat Dr. Ludwig Hartmann an dem Gymnaſium und der
Oberreal=
ſchule zu Dieburg vom 1. Juli 1928 ab; am 6. Juli: der
Arbeits=
inſpektor bei der Zellenſtrafanſtalt Butzbach Otto Georg auf
Nach=
ſuchen mit Wirkung vom 1. November 1928 ab. — Auf Grund des 8 1
des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Inli 1923
bzw. 19. Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925
(Reg.=Bl. S. 249) treten am 1. Auguſt 1928 in den Ruheſtand der
Rek=
tor Heinvich Fenchel an der Volksſchule zu Nieder=Florſtadt, Kreis
Friedberg, der Lehrer Chriſtian Knell an der Volksſchule zu
Darm=
ſradt, der Lehrer im einſtwveiligen Nuheſtand Heinrich Müller zu
Darmſtadt in den dauernden Ruheſtand.
— Erledigt ſind: Eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
an der Volksſchule in Geinsheim Kreis Groß=Gerau:
Dienſt=
wehnung iſt vorhanden und vorausſichtlich ſpäteſtens bis 1. November
1928 beziehbar. Eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der
Volksſchule in Worfelden, Kreis Groß=Gerau; Dienſtwohnung iſt
vorhanden und ſofort beziehbar.
Rektor und Senat der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt haben
auf einſtimmigen Antrag der Abteilung für Bauingenieurweſen Herrn
Regierungsbaumeiſter Dipl.=Ing. Fritz Polenſky in Köln=
Bayen=
thal in Anerkennung ſeiner hervorragenden Leiſtungen als ſelbſtändiger
und perſönlich verantwortlicher Unternehmer für ſchwierige
Tiefbau=
arbeiten aller Art mit Hilfe neuzeitlicher Großgeräte die Würde eines
Doktor=Ingenieurs Ehrenhalber verliehen.
— Uraufführungen in der Oper. Die kommende Spielzeit bringt
zwei intereſſante Uraufführungen der Oper: Gays berühmte „
Bettler=
oper” (The beggars opera”), eine Art Operette aus dem 17.
Jahr=
hundert, und das Werk eines unſerer neueſten Komponiſten: Die
ſchwarze Kammer”, eine heitere Oper von Ernſt Roters. — Frau
Elſe Varena, vom Landestheater Braunſchweig, wurde nach
er=
folgreichem Gaſtſpiel als hochdramatiſche Sängerin an das
Landes=
theater engagiert.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Darmſtadt (Leitung: Direktor Adalbert Steffter). Auf die heute
Samstag, abends 8 Uhr, ſtattfindende Eröffnungsvorſtellung „Die
Faſchingsfee” von Emmerich Kalman ſei hiermit nochmals
hin=
gewieſen, und iſt dies gleichzeitig die erſte Abonnementsvorſtellung für
die Samstagsmieter. Morgen Sonntag und täglich abends 8 Uhr wird
ebenfalls „Die Faſchingsfee” aufgeführt. (Montag: 1.
Abonnements=
vorſtellung für die Montagsmieter.) Die Kaſſe iſt täglich geöffnet
vor=
mittags von 9.30—13.30 Uhr, ebenſo iſt Vorverkauf im Verkehrsbureau.
Die Preiſe der Plätze betragen 1—4 Mk. Anmeldungen auf
Abonne=
ments werden noch entgegengenommen.
— Zum Johann Strauß=Feſtkonzert am 14. Juli, 20 Uhr, in der
Feſthalle. Samtliche Konzerte, die Johann Strauß wit dem Wiener
Konzertorcheſter in den letzten Wochen in der Schweiz gab, waren
voll=
ſtändig ausverkauft. In überfüllten Sälen gab es wahre Beifallsſtürme.
Am 11. Juni wurde er zu einem großen Feſtkonzert der engliſchen
Ariſtokratie, bei dem auch das engliſche Königspoar anweſend war, nach
London gerufen. Mit allerhöchſten Ehren bedacht, kehrte er von dort
zurück, ſeine größte Freude aber war, er hat bei dieſem Konzert die
Früchte ſeiner wiederholten Gaſtſpielreiſen in England und damit ſeinen
Herzenswunſch erfüllt geſehen — der Walzer kommt wieder zu Ehren,
— Jubiläums=Ausſtellung Johannes Lippmann. Der beſonders
gute Beſuch der Ausſtellung am vergangenen Sonntag beweiſt, daß die
ausnahmslos guten Beſprechungen der Ausſtellung beim Publikum
beſtes Verſtändnis fanden. Es kann deshalb allen, die die Ausſtellung
noch nicht ſahen, empfohlen werden, ſich durch Beſuch der ſchönen
Aus=
ſtellung von ihrem Wert zu überzeugen. Davon, daß die Arbeiten
Profeſſor Johannes Lippmann allgemein Beifall finden, zeugt auch,
daß inzwiſchen noch weiter die Bilder „Fiſchbachtal”, „Sommerlandſchaft
Odenwalddorf”, „Holzmacher beim Mittageſſen” und „Garten mit
Rotkraut” Käufer gefunden haben. So ſteht zu hoffen, daß, abgeſehen
von dem großen künſtleriſchen Erfolg, die Ausſtellung für den
Jubi=
lar auch ein gutes wirtſchaftliches Ergebnis zeitigt.
Säuglingsheim. Um der großen Nachfrage nach Unterbringung
von Säuglingen entgegenzukommen, eröffnet das Eleonorenheim
(Säuglingsheim) in ſeinen Räumen Heinheimerſtraße 21 mit
dem heutigen Tage eine Krippe, in der Säuglinge und Kleinkinder
bis zum Alter von 2 Jahren tagsüber Aufnahme finden.
Gleich=
zeitig ſoll auch jungen Müttern Gelegenheit gegeben werden, ſich gegen
Entgelt in kürzerer Zeit Kenntniſſe in der Säuglingspflege anzueignen.
Auskunft wirö erteilt und Anmeldungen entgegengenommen bei der
Oberin des Eleonorenheims, Heinheimerſtraße 21.
— Vorſicht beim Genuß von Gurken. Neben vielen anderen Früchten
bereichert der Sommer unſeren Tiſch auch mit den feinſäuerlichen, für
die heißen Tage äußerſt ſchmackhaften Gurken. Bei ihrem Genuß wird
auch heute noch trotz aller Warnungen geſundheitlich noch ſehr viel
geſündigt, indem unmittelbar darauf Waſſer getrunken wird. Es ſtellen
ſich bald darauf ähnlich wie bei Kirſchen erhebliche, nicht ungefährliche
Bauchſchmerzen ein, die die ſchlimmſten Folgen nach ſich ziehen können.
Beſonders Kinder ſollten in dieſer Hinſicht nachdrücklichſt gemahnt
wer=
den. Nach dem Genuß von Gurken ſoll genau ſo wie bei Kirſchen
mindeſtens 2—3 Stunden gewartet werden, bevor man Waſſer trinkt.
Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird der
Olbrich=
weg zwiſchen Lukas= und Schollweg vom 13. Juli bis auf weiteres
für den Auto=, Fuhrwerks= und Radfahrverkehr geſperrt.
Einigungsamt in Sachen des unlauteren
Weitbewerbs.
Wie anderweitig, ſo iſt nummehr auich für dem Bezirk der
Indu=
ſtrie= und Handelskammer Darmſtadt wit Wirkung vom
15. Juli 1928 an ein Einigungsamt gebildet worden, das berufen
iſt, im Angelegenheiten des unlauteren Wettbewerbs einem Ausgleich
zwiſchen den widerſtreitenden Indereſſen innerhalb der Wirtſchaftskreiſe
herbeizuführen. Das Einigungsamt, deſſem Satzung von der Induſtrie=
und Handelskammer Darmſtadt bezogen werden kann, iſt mit einem
Rechtskundigen, der die Fähigkeit zum Richteramt beſitzt, als
Vorſitzen=
den und zwei Sachverſtändigen als Beiſitzern beſetzt. Der Vorſitzende
und ſein Vertreter werden nach der Satzung von der Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt jeweils für die Dauer eines Jahres beſtimmt.
Die Beſtellung der Beiſitzer erfolgt durch den Vorſitzenden auf Grund von
Liſten, welche die Kammer für die Dauer eines Jahres aufſtellt.
Die Einleitung eines Verfahrens bei dem Einigungsamt kann
bean=
tvagen, wer gemäß § 13 des Geſetzes gegem den unlauteren Wettbewerb
berechtigt iſt, Klage auf Unterlaſſung zu erheben. Der Antrag iſt bei
dem Einigungsamt in dreifaher Ausfertigung ſchriftlich einzureichen.
Im Antrag iſt anzugeben, welche Anſprüche erhoben, und auf welche
Tatſachen ſie geſtützt werden. Gleichzeitig ſollen Beweismittel bezeichnet
und auf die Sache bezügliche Urkunden in Urſchrift oder Abſchrift
vor=
gelegt werden.
Der Hauptzweck des Einigungsverfahrens beſteht darin, daß mit
größter Beſchleunigung eine möglichſt beidem Streitteilen Rechnung
tra=
gende Löſung gefunden wird. In erſter Reihe wird das Einigungsamt,
wie ja bereits ſein Name beſagt, eine gütliche Vereinbarung der
Par=
teien herbeizuführen haben. Sollte dieſe Eiwigung nicht zu erzielen
ſein, ſo wäre allerdings eine Entſcheidung zu treffen.
Vorausſetzung der Tätigkeit des Einigungsamts iſt, daß beide
Par=
teien ſich auf ſeine Zuſtändigkeit unter Ausſchluß des ordentlichen
Rechtswegs einigen. Dem Antragsgegner iſt daher mit der Abſchrift
des Antrages ein Abdruck der Satzung des Einigungscmtes mitzuteilen
mit der Aufforderung, eine Erklärug dahin abzugeben, daß er ſich der
Zuſtändigkeit des Einigungsamtes unterwirft.
Nach dem in anderen Städten und Gegendem mit Eimigungsämtern
der gedachten Arr gemachten Erfahrungen kann angenommen werden,
daß auch die Tätigkeit des Einägungsamtes für den Bezirk der Induſtrie=
und Handelskammer Darmſtadt von ſegensreicher Wirkung ſein wird.
Schon die Tatſache, daß in vorkommendem Fällen die Möglichkeit eines
Ausgleiches beſteht, ohne daß der Weg einer vieleicht zeitraubenden und
koſtſpieligen gerichtlichen Klage beſchritten zu werden braucht, wird zur
Befriedung des Wirtſchaftslebens in unausbleiblichen Fällen von
Mei=
nungsverſchiedenheiten beitragen. Alle näheren Auskünfte werden von
der Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt (Rheinſtr. 14, Fernruf
369), bei der die Geſchäfte des Eiwigungsamtes geführt werden, und
unter deren Anſchrift Schreiben an das Einigungsamt zu richten ſind,
federzeit gern erheilt.
Liaden Sununt!
So, in Eberstadt kleben die Plakate auch? Tätsächlich
ist’s aber so, die „Grünen Preise” in Stegmüller’s
Saison-Ausverkauf muß man kennen. lch war auch
über-
rascht davon. Alsodann morgen um5 Uhr im Schloßgraben.
(11489
Onin Suitz!
HK. Vermögensſteuererklärungen für 1928. Die
Vermögensſteuer=
erklärung kann, worauf die Imduſtrie= und Handelskammer
Darmſtadt nochmals hinweiſt, bis zum 15. ds. Mts. abgegeben
wer=
den, ohne daß ein Zuſchlag wegem verſpäteter Abgabe erhoben wird.
Eine Verlängerung dieſer Friſt hat das Reichsfinanzminiſterium leider
nicht zugeſtanden, obwohl die Bekanntmachung der Landesfinanzämter
über Bewertung der zwangswirtſchaftlichen Grundſtücke nicht ergangem
iſt. Auch nach der Abgabe der Vermögensſteuererklärug beſteht indeſſen
noch die Möglichkeit, für einzelne Grundſtücke eine von der allgemeinen
abweichende Bewertung zu beantragen, falls die in Kürze zu erwartende
Bekanntwachung der Landesfinanzämter die Möglichkeit für eine
abwei=
chende Bewertung vorſieht. Etwaige Anträge auf Verlängerung der
Abgabefriſt wären von den Steueypflichtigem bis zum 15. ds. Mts. bei
dem zuſtändigen Finanzamt einzureichen.
— Waiſenſchutz — Sommerfeſt! Wie aus dem Anzeigenteil
erſicht=
lich, findet unſer diesjähriges Sommerfeſt am Sonntag, 15. Juli,
in ſämtlichen Räumen des Rummelbräu ſtatt. Wir ſind in
die=
ſem Jahre gezwungen, infolge des Umbaues des Saalbaues dieſes Feſt
im Rummelbräu abzuhalten. Wir können aber heute ſchon verraten,
daß es unſeren früheren Sommerfeſten nichts nachſtehen wird. Von
nechmittags 4—11 Uhr findet Gartenkonzert ſtatt. Der Tanz beginnt
abends 8 Uhr. Eine reichhaltige Tombola (10 Pfg. das Los), ſowie
Preisſchießen werden wie immer auch nicht fehlen. Wir hoffen von
unſeren Mitgliedern und Freunden, daß ſie uns auch dieſes Jahr
unter=
ſtützen werden.
— Das Gaſtſpiel der Neger=Revue unter Leitung des in New York
außerordentlich populären Neger=Kapellmeiſters Sam Wooding,
be=
ginnt bereits nächſten Dienstag, 17. Juli, im Orpheum und
währt nur wenige Tage. — Ebenſo wie das vorjährige Gaſtſpiel der
Neger=Rerue „Black People, zeichnet ſich auch das kommende Gaſtſpiel der
Schwarzen Revue” durch ſeine glänzende Muſik= und fabelhafte
Tanz=
kunſt aus. Eine 14 Mann ſtarke Neger=Jazz=Band wird
auck, diesmal wieder durch ihren originellen queckſilbrigen Rhythmus das
Ohr der Zuhörer im Bann= halten. — Eine Reihe erſtklaſſiger ſchwarzer
Gefangs= und Tanz=Soliſten aus allen Teilen der U.S.A., ſowie die
„Black=Girls”, die ſelbſtverſtändlich nicht fehlen dürfen, verſprechen
nährend ihres kurzen hieſigen Gaſtſpiels ein paar Stunden vergnügſter
Unterhaltung. Weitere Mitteilungen folgen.
—Luſtiges Kinderfeſt. Samstag, nachmittags 3 Uhr, im
Orangerie=
garten, Konzert des Stadtorcheſters. Vorverkauf der Karten im
Ver=
kehrsbureau. Erwachſene 50 Pfg., Kinder 30 Pfg.
— Ortbſcher Männerchor. Mit dem 1. Juli ds. Js. übernahm
Chordirigent und Konzertſänger Karl Diether (Offenbach), die
Leitung des aktiven Chors. Her Diethe=, ein äußerſt tüchtiger und
begabter Chordirigent, gibt die Gewähr, die bisherigen Leiſtungen des
Vereins auf dem Gebiete des Männergeſangs auf der gleichen Höhe zu
halten.
— Einen Familienſpaziergang zur Darmquelle und Diebsbrunnen
unternimmt die Freireligiöſe Gemeinde Darmſtadt am Sonntag
nach=
mittag ab 2.30 Uhr, vom Woogsdamm.
— Heidelberger Feſtſpiele 1928. Den Vorverkauf für die in der
Zeit vom 21. Juli bis 15. Auguf: ſtattfindenden Heidelberger Feſtſpiele
hat die Büicherſtuhe A. Bodenheimer übernommen. (Näheres ſ. Anzeige.)
— Von der „Debewag‟, Darmſtädter Bewachunsgeſellſchaft G.m.b.H.,
ſind im verfloſſenen Halbjahr außer dem regelmäßigen Zu= und
Nach=
ſchließen der Grundſtücke, 786 offene Türen geſchloſſen, 476 offene Türen
vorgefunden, die nicht geſchloſſen werden konnten, 209 Lichter
aus=
gelöſcht, ein Feuer gelöſcht, 26 offene Geſchäftslokale, 13 defekte Türen
vorgefunden, 23 zerſchlagen= Fenſter und Rolläden gemeldet. 1
Ein=
brecher verjagt, 9 defekte Zäune, 45 offene Fenſter und Nolläden
feſt=
geſtellt, 36 ſteckengebliebene Schlüſſel abgeliefert und 7 abgebrochene
Türgriffe vorgefunden.
Eine bemerkenswerte Leiſiung
in der Forſtſchädlingsbekämpfung
iſt neuerdings wieder durch den Merck=Junkers Arſenbeflug erzielt worden.
Noch am 9. Juli, abends, war die Junkers=Spezial=
Verſtäubungs=
uiaſchine vom Ozeantyp — mit dem jetzt wieder der neue Weltdauer=
Flugrekord von 65 Stunden und 26 Minuten erzielt wurde — in
Neu=
ſtrelitz tätig, und beendete dort die Nonnenbekämpfung in den Staats=
und angrenzenden Privatforſten. Am 10. Juli früh ſtartete die Maſchine
zur kurzen Ueberholung nach Deſſau und ſchon am folgenden Taga
ſchwebte das gleiche Flugzeug in den frühen Abendſtunden über dem
Heidelberger Stadtwald, um die erſten Beflüge gegen die Raupe der
Kiefernblattweſpe durchzuführen. In letzter Stunde hatte hier das
Städt. Forſtamt, um den Heidelberger Stadtwald vor der Vernichtung
zu ſchützen, den Einſatz der Bekämpfungsaktion durch Flugzeug für eins
Fläche von 600—700 Hektar anfordern müſſen, und ſchlagkräftig nach
dem für den Merck=Junkers=Arſenbeflug ſihon früher geprägten Wort
von der „Feuerwehr des Waldes” waren Flugzeug und
Bekämpfungs=
mittel mit flugtechniſchem und chemiſch=biologiſchem Perſonal pünktlich
zur Stelle.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Miltenberg, die Perle des
Mains, wie es ſich mit Recht nennt, war am Sonntag das Ziel der
8. Wanderung. Von Zell i. O. aus ging es über Vielbrunn, die
Laus=
eiche und Rüdenau, ganz abſeits der vielbegangenen Wege. Der
präch=
tige Hochwalb, der ſofort die Wanderer aufnahm, wehrte einem
Uebeu=
maß von Sonnenſtrahlen, ſpendete Kühlung und machte, da er bis zum
Schluß der Wanderung anhielt, das Wandern zu einem Genuß.
Man=
cher Baumhieb auf den Höhenwegen, hie und da auch ein Berggipfel,
geſtattete einen Ausblick auf die nah und fern liegenden Berge, die wie
aus einer Spielzeugſchachtel aufgebautem Dörfer, die reizenden Täler
und die gut ſtehenden Felder. Lachende, leuchtende Sonne vergoldete die
Heimat, Sonne zog in Herz und Gemüt der Wanderer, Sonne brachtem
die Wanderer mit nach Hauſe als Zehrung für die folgenden Tage. Wo
Raſt gehalten wurde, ließ die Geſangsabteilung unter Weides
Dirigen=
tenſtab ihre Lieder erklingen. Ganz beſonders ſchön waren die beiden
bei der Raſt an der Lauseiche geſungenen Lieder. Weit uund breit Stille
an einem herrlichem Plätzchen. Ein Ruhepunkt, ein wohliges Genießen
im haſtenden, tveibenden, auſpeitſchenden Leben. Feierſtunden in der
herrlichen Natur. Wie in Vielbrunn bei Gaſtwirt Hofmann die
Früh=
ſtücksraſt, war auch die Schlußraſt in der Roſe in Miltemberg
lobens=
wert. Schon oft kehrte die Ortsgruppe bei Beiden ein, und immer ſehen
ſie den frohen Wandersmann gern und bewirten ihn herzlich. War
auch der Aufenthalt in Miltenberg kurz, ſo waren es ſchöne Stunden,
die zuſammen mit dem erſchienenem Miltenberger Klubfreunden erlebt
wurden. Freundlich und herzlich war der Willkomm, den der dortige
Vorſitzende, Herr Götzinger, bot. Gleicher Art war der Dank, den Herr
Profeſſor Dr. Köſer den Miltenbergern ſagte, und die Damenrede, die
Herr Oberreallehrer Weide hielt. Ungern verließ wan Miltenbergs
gaſtliche Stätte. Aber ſo iſt es ja immer. Wen es am ſchönſten iſt,
ſchlägt die Tvennungsſtunde. Die beiden Führer der prächtigen
Wan=
derung hatten alles gut vorbereiter, die ſchönſtem Wege ausgeſucht, und
ſie haben herzlichen Dank verdient. Ihrem Lohn für alles fanden ſie
bereits unterwegs, indem ſie immer wieder hören konnten, wie ſchön war
die Wanderung!
— Fleiſchpakete nach der Schweiz. Die ſchweizeriſche
Poſtverwal=
tung teilt mit, daß viele Poſtpakete mit Fleiſch oder Fleiſchwaren aus
Deutſchland in die Schweiz gelangen, ohne daß die erforderlichen
Fleiſchbeſchauzeugniſſe beigefügt ſind oder ohne daß der Empfänger ſich
im voraus die nötige Einfuhrbewilligung vom ſchweizeriſchen
Veteri=
närdienſt beſchafft hat. Derartige Sendungen werden von den
ſchwei=
zeriſchen Zollſtellen zurückgewieſen und gehen an den Aufgabeort
zu=
rück. Für die notwendigen Fleiſchbeſchauzeugniſſe geben die
ſchweize=
riſchen Zollämter auf Anforderung Formblätter koſtenlos ab, die von
den deutſchen Fleiſchbeſchaudienſtſtellen entſprechend beſcheinigt werden
müſſen. Niemand ſollte ein Poſtpaket mit Fleiſch uſw. zu
Handels=
zwecken nach der Schweiz abſenden, ehe er ſich nicht vergewiſſert hat,
daß der Empfänger im Beſitz der Einfuhrbewilligung iſt. Ohne
Ein=
fuhrbewilligung kes Veterinärdienſtes, aber mit dem oben erwähnten
Fleiſchbeſchauzeugnis auf dem vorgeſehenen Formblatt dürfen lediglich
eingeführt werden: Fleiſchkonſerven in luftdicht verſchloſſenen
Behäl=
tern jeder Art; Fleiſch und Fleiſchwaren bis zum Gewicht von höchſtens
2 Kilogramm, die nicht zum Handel beſtimmt ſin., ſondern von
Pri=
vaten an Private gerichtet ſind. Ohne jede Förmlichkeit dürfen
ein=
geführt werden: Geflügel jeder Art und tote Fiſche. Die Poſtanſtalten
ſind angewieſen worden, auf die Beifügung der Fleiſchbeſchauzeugniſſe
bei der Annahme von Paketen nach der Schweiz beſonders zu achten
und beim Fehlen der Zeugniſſe die Pakete zurückzuweiſen.
Betrüger. Am 23. Juni 1928, gegen 22 Uhr, befand ſich ein
un=
bekannter junger Mann mit rötlichblondem Haar im Café Bilz in
Amorbah. Er erzählte, daß er mit noch zwei Herren im Auto von
Darmſtadt nach Amorbach gekommen ſei und die beiden Herren mit dem
N. S.U.=Wagen weitergefahren wären, um dieſen in die N. S.U.=Werke
zu verbringen. Die Rückfahrt mit der Bahn nach Darmſtadt ſei ihm
wegen eines paſſenden Anſchluſſes nicht mehr möglich. Der junge Mann
erzählte weiter, daß er der Sohn eines Wirtes ſei, in der Wirtſchaft
befände ſich ein elektriſches Klavier, und am nächſten Tage hätten ſie
30 Gäſte zu bewirten. Auf dieſes Geſpräch hin veranlaßte der
unbe=
kannte junge Mann, der mit Vornamen vermutlich „Auguſt” heißt,
einen Autobeſitzer, ihn nach Darmſtadt zu fahren. In Darmſtadt
ange=
kommen, zeigte der Unbekannte dem Autofahrer den Weg und ließ
unterhalb der Fabrik Merck vor der Wirtſchaft „Zur Hammelstrift”
helten. Hier verſchwand er unter Angabe, das Geld für die Autofahrt
holen zu wollen. Nach ſtundenlangem Warten ſah der Geſchädigte ein,
deß er einem Betrüger in die Hände gefallen war.
Unfall. Geſtern abend ſprang beim Baden im Freibad am
großen Woog ein Weißbinderlehrling von hier in das Waſſer und ſtieß
dabei mit dem Kopf auf einen im Waſſer liegenden Zementblock. Dadurch
teug er eine kla efnde Wunde am Kopfe davon, ſo daß er mit dem
K=ankenauto in das Stadtkrankenhaus verbrach: werden mußte. Der
Zementblock iſt ohne Zweifei von Unbefugten in den Woog geworfen
trorden.
Unbekannter Sittlichkeitsverbrecher. Am 21. Juni 1928 folgte
cin unbekannter Sittlichkeitsverbrecher einem ſchulpflichtigen Mädchen
in das Haus der Eltern und beläſtigte es in unſittlicher Weiſe. Beim
Ueberraſchen durch einen Hausbewohner ergriff der Täter auf einem
Fahrrad, das er vor dem Haus ſtehen hatte, durch die Sandbergſtraße
nach dem Wald zu die Flucht. Der Unbekannte wird wie folgt
beſchrie=
ben: Etwva 30 Jahre alt, mittelgroß, ſchmales Geſicht, kleinen, dunklen
Echnurrbart. Trug blauen Anzug mit weißen Streifen und eine blaue
Sciffermütze mit Abzeichen.
Perſonen, die Angaben über den unbekannten Betrüger und
unbe=
annten Sittl=hkeitsoerbrecher machen können, werden gebeten, dies der
Kriminalpolizei mitzuteilen.
— Kletternde Stachelſchweine im Frankfurter Zoo. Seit einiger
Zeit ſind im Haus für kleine Säugetiere wieder die kletternden
Stachel=
ſchweine it zwei typiſchen Vertretern zu ſehen. Während die
allge=
meiner bekannten großen afrikaniſchen und ſüdaſiatiſche
Stachel=
ſchweine, wie ſie ebenfalls im Garten leben, ausgeſprochene
Boden=
bewohner ſind, gibt es in Nordamerika eine Gattung, das
Baum=
ſtachelſchwein oder den Urſon, der zwar bedeutend kleiner
als ſeine altweltlichen Berwandten iſt, dafür aber gut zu klettern
ver=
mag. Noch weit mehr als bei dieſem iſt die Anpaſſung an das
Baum=
leben bei einem kürzlich im Zoo neu angekommenen ſüdamerikaniſchen
Greifſtachler ausgeprägt, der ſogar einen regelrechten
Greif=
ſchwanz, alſo gewiſſermaßen die „fünfte Hand” eines typiſchen
Baum=
tieres, beſitzt.
Dy
B
nan. Mik vm nesinn kuulna Imilnn uu maang aciee
9 d
0
oder wenn die Kopfhaut juckt und Schuppenbildung eintritt,
ist es höchste Zeit, an eine zuverlässige Haarkur zu denken.
Wählen Sie aber nur ein ernstes, vertrauenswürdiges Haarpflegemittel:
Haarwd
K
Das auälende Jucken verschwindet sofort. — Schuppenbidung,
Haarausfall, Spalten und Brechen der Haare werden vernütet,
der Haarwuchs wird kräftig angeregt. — — Das Haar wird
voll, glänzend, duftig und geschmeidig. — — Vorzeitiges Er.
grauen wird bei dauerndem Gebrauch vermieden!
Begeisterte Anerkennung von Arzten und Laien. — — Seit 40 Jahren bewährt.
Preis: RM. 220ud 2.75, — L. Lſter 6.-/ Td Liter.10.50.
Seite 6
Samstag, den 14. Juli 1928
Rumer 194
Der Lotterieſkandal in der Preußiſch=
Süd=
deutſchen Klaſſenlotterie vor dem Reichsgericht.
1s. Der 2. Strafſenat des Reichsgerichts verhandelte am 9. Juli
in der Reviſionsinſtanz gegen den Lotterieoberinſpektor Rud. Böhm
und den Lotterieoberſekretär Schleinſtein. Es handelt ſich um die
unglaublichen Durchſtechereien, die ſich anläßlich der 28. Ziehung der
5. Klaſſe der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie ereignet haben.
Beide Angeklagten haben es verſtanden, trotz ſchärfſter Kontrolle auf
untergeſchobene falſche Loſe Gewinnröllchen mit hohen Summen zu
ziehen. Das Landgericht I Berlin erkannte wegen Betrugs,
Amts=
unterſchlagung, Beſeitigung von Urkunden und intellektueller
Urkun=
denfälſchung gegen Böhm auf 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus
und 1000 Mk. Geldſtrafe und gegen Schleinſtein auf 1 Jahr
1 Monat Zuchthaus und 500 Mk. Geldſtrafe. Die vom
Reichsgeriht bis zum 12. Juli ausgeſetzte Verkündung der
Entſchei=
dung lautet auf Verwerfung der Reviſion der Angeklagten.
Zur Begründung iſt unter anderem ausgeführt: Die von den
Ange=
klagten aus einem Gitterſchränkchen entwendeten Nummernröllchen
be=
ſaßen Urkundeneigenſchaft, wenngleich ſie nur aus einfachem, mit
Zah=
len bedrucktem Papier beſtanden. Die Beamteneigenſchaft der
Ange=
klagten iſt ohne Nechtsirrtum bejaht. Durch die Höhe der Strafe
wer=
den die Angeklagten nicht beſchwert. Schleinſtein wurde zur
geſetz=
lichen Mindeſtſtrafe verurteilt; auch die Strafe für Böhm, als den
Hauptmacher, iſt außerordentlich gering bemeſſen. (Aus den „
Reichs=
gerichtsbriefen”. Herausgeber K. Mißlack, Leipzig S. 3.)
Xp. Große Strafkammer. In eine Strafſache wegen
Steuerhinter=
ziehung iſt ein Kaufmann verwickelt, bei welcher es ſich um die
Aus=
legung des bisher vielumſtrittenen Paragraphen 7 des
Umſatzſteuer=
geſetzes handelt, der die Beförderung der Ware zum Gegenſtand hat.
Erſt im Dezember 1927 hat der Reichsfinanzhof in München eine die
ſeitherige Verwirrung auf dieſem Rechtsgebiete beſeitigende
Entſchei=
dung erlaſſen, nach welcher in allen Fällen, in denen der Schwerpunkt
auf der Beförderung der Ware liegt, Freiheit von der Umſatzſteuer
ein=
zutreten hat. Die Vorinſtanz hat am 10. Juni 1927 wegen
Steuer=
hinterziehung nach 8 359 der Reichsabgabenordnung auf eine Geldſtrafe
von 2500 Mark erkannt. Gegen dieſes Urteil haben Angeklagter und
die Staatsanwaltſchaft — letztere vorſorglich — Berufung eingelegt.
„Das nebenklägeriſche Finanzamt iſt in dieſer Inſtanz nicht vertreten.
Der Verteidiger fußt auf der angezogenen Entſcheidung des
Reichs=
finanzhofs; höchſtens könne eine Uebertretung in Frage kommen, weil
die Setererklärung nicht formularmäßig richtig abgegeben wurde.
Auch der Staatsanwalt betont, daß nur eine Ordnungsſtrafe jetzt noch
in Frage kommen könne. — Das Urteil erkennt auf eine
Ord=
nungsſtrafe von 200 Mark. Die Berufung der
Staatsanwalt=
ſchaft wird verworfen.
*p. Bezirksſchöffengericht. 1. Ein am 24. März 1928 in der
Karl=
ſtraße hier erfolgter Zuſammenſtoß zwiſchen Fahrrad und Motorrad
bringt den Beſitzer 1es letzteren, einen Studenten, wegen fahrläſſiger
Körperverletzung vor Gericht. Er gibt zu, raſch gefahren zu ſein,
be=
ſonders in dem oberen Teil der Straße. Die Verletzungen des
Nad=
fahrers waren nicht ſehr erheblich. Ein Augenzeuge bekundet,
Ange=
klagter ſei nicht zu raſch gefahren; er mißt ihm an dem Unfall keine
Schuld bei. Gegenteilig iſt die Ausſage eines anderen Zeugen. Die
Sache wird ausgeſetzt. — 2. Den eigenen Vater um 138 Mark beſtohlen
hat ein junger Hilfsarbeiter in Gräfenhauſen. In Darmſtadt wurde
das Geld in ſchlechter Geſellſchaft vertan. Schwerer Diebſtahl und
Rückfall liegt vor. Der Sachverſtändige ſtellt leichten Schwachſinn bei
dem Angeklagten feſt; es handelt ſich um eine Triebhandlung, wie ſie
bei Schwachſinnigen vorkommt. Der Angeklagte iſt voll geſtändig, zeigt
auch anſcheinend Reue. Urteil: 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung
der ſeit 19. Mai erlittenen Unterſuchungshaft. — 3. Ein
Steinbruch=
beſitzer in Gadernheim ſoll Sprengſtoffe an einen anderen ohne
poli=
zeiliche Erlaubnis käuflich abgegeben haben. Die Sprengungen
ge=
ſchahen im Intereſſe eines Siedlungsverbandes. Angeklagter will die Waſſerpreis um 6 Pfg. pro Kubikmeter, d. h. von 22 auf 28 Pfg. zu
beantragt die Freiſprechung, auf die das Gericht auch erkennt.
Lokale Veranſtaltungen.
„Die hlerunter erſcheinenden Notlzen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu betrachten.
is keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritl.
findende Monatsverſammlung werden die Kameraden nochmals
aus=
drücklich aufmerkſam gemacht.
— Schuls Felfenkeller. Heute abend 8 Uhr findet wieder
ein Gartenkonzert in Schuls Felſenkeller ſtatt. Dasſelbe wird von einem
Künſtler=Enſemble des Stadt.Orcheſters ausgeführt.
einer guten Beſetzung des Stadtorcheſters ausgeführt und findet bei
un=
günſtiger Wittewug im Saale ſtatt.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nſcht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlſchkelt.
G., hier. Keinen Mieterſchutz genießen Neubauten oder durch
Um=
vder Einbauten neu geſchaffene Räume, wenn ſie nach dem 1. Juli 1918
bezugsfertig geworden ſind oder künftig bezugsfertig werden. Damit
beantwortet ſich auch die zweite Frage. Im übrigen iſt Verhandlung Sätze betrugen 17, 36, 48, 76 und 35,06 Pfg. Gemeinderat Dächert
er=
mit dem Wohnungsamt zu empfehlen.
Abonnent hier. Sehen Sie in Regenhardts Geſchäftskalender nach.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion keinerte!
Der=
der Einſender verantwortich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden. Uönnen nicht
zurückgeſandt. die Ablehnung nicht begrülndet werden.
Angeſichts der ſich häufenden Einbruchsdiebſtähle empfiehlt es ſich,
unter allen Umſtänden abzuſchließen. Hausbeſitzer und
Mietervertre=
tungen ſollten in hier zuſammenlaufenden Intereſſen
auf Aufnahme dieſer Verpflichtung in die Hausordnung
dringen.
*.
Maatee Me
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, abends 20 Uhr Sommerſpielzeit: „Die Faſchingsfee‟.
Orpheum: Geſchloſſen — Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen,
Bis=
marckeck. — Schuls Felſenkeller, obends 8 Uhr:
Garten=
konzert. — Feſthalle, abends 20 Uhr: Strauß=Konzert. —
Orangeriegarten, nachm. 16 Uhr: Kinderfeſt mit
Garten=
konzert. — Kinovorſtellungen: Helig, Palaſt=Lichtſpiele,
Reſidenz=Theater.
Aus Heſſen.
Orten, ſo beabſichtigt die Heag, auch am hieſigen Platze am 23. ds. Mts.
im „Löwen” einen Filmortrag. Der elektriſche Haushalt” zu veran
ſtalten. Nedner iſt Herr Albert Heß von der Werbeabteilung, der über
die Vorzüge der neueſten eleltriſchen Maſchinen und Geräte ſprechen, bis 90) vom 25. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Griesheim
dieſelben praktiſch vorführen und erläurern wird. Ein Probekochen, —Wolfskehlen.
=Braten und =Backen wird gezeigt und Koſtproben werden verabreicht
werden. Ganz beſonders ſei auf eine Neueinrichtung, den elektriſchen
Heißwaſſerſpeicher, hingewieſen, der ſicherlich in Kürze in vielen Haus= ſperrt. Umleitung: Münſter.
haltungen eingeführt werden dürſte. Der Vortrag iſt eintrittsfrei und
ſein, da in dieſen Tagen das Jubelfeſt des Arbeiter=Turn= und
Sport=
vereins gefeiert wivd, das bekanntlich am 21., 22. und 23. ds. Mts.
ſtattfindet. — Dieſen Sonntag feiert der Geſangverein „Sänger= Roßdorf, Klm. 8,9—9,6) vom 28. Juni bis 8. Auguſt geſperrt.
Um=
luſt” im Gaſthauſe „Zum weißen Schwanen” ſein Sommerfeſt. Muſik= leitung: „Einſiedel-Dieburg oder Roßdorf-Tannenbaum—Gundern=
und Geſangsvorträge, bengaliſche Beleuchtung des Gartens,
Kinder=
beluſtigung und eine reichhaltige Tombola, ſowie abends oin flotter
Ball werden das Programm beſtreiten. Hoffen wir, daß herrliches
Sommerwetter der Veranſtaltung beſchieden iſt. — Zu Ehren eines
verdienſtvollen Mitgliedes, des Herrn Ludwig Gimbel, das 50 Jahre
dem hieſigen Turnverein angehört, veranſtaltete der Veerin oinen
wurden dem Jubilare zuteil, u. a. wurde ihm der Gau=Ehrenbrief
über=
reicht, während eine weitere Auszeichnung durch den Kreis noch in
Aus=
ſicht ſteht. — Heute wurde hier die Reinigung des Ruthſen= und
Silzbaches vergeben.
J. Griesheim, 13. Juli. Die Obſt= und Gemüſe=Verwertungs=
Ge=
noſſenſhaft e. G. m. b. H. hier hält am Sonntag, den 15. Juli ds. J3., leitung: Abenheim oder Bechtheim.
nachmittags 4 Uhr, im Saale „Zum Darmſtädter Hof” hier eine außer=
Bericht über die ſeitherige Tätigkeit, 2. Neuregelung der
Abſatzmöglich=
keiten. — Der hieſige Radfahrer=Verein „Conus” e. V. beteiligt ſich am
koymenden Sonntag am Bundesfeſt in Biſchofsheim. Der Verein
fährt im Schmuckkorſo Klaſſe 4. — Herr Gendarmeriewachmeiſter Röth
wurde als Kreis=Kommiſſar nach Oppenheim verſetzt und als ſein
Nach=
hierher verſetzt worden. — Herr Heinrich Eckert hier hat einem ſchon
getragen, daß er in ſeinem Hauſe Rathenauſtraße 21 ein der Neuzeit
entſprechendes Volksbad errichtet hat. Das Bad wird am 13. Juli in
Betvieb geſetzt. Die Badezeit iſt täglich von 9 Uhr vormittags bis
10 Uhr abends und Sonntags, von 7 bis 12 Uhr vormittags. — Am
Somstag, 14. Juli, abends 3 Uhr, findet im Gaſthaus „Zur Ritterburg”
*
hier ein Frei=Konzert des Philharmoniſchen Orcheſters ſtatt.
Tierfreunde und Tierhalter
vergellt nicht
bei der Tropenhitze Pferden, Ketten-
Hunden, Singvögeln und sonstigem
Geflügel etc. das nöfige frische
Trinkwasser zu reichen!
F. Eberſtadt, 13. Juli. Gemeinderatsſitzung. Auf der
Tagesordnung der geſtern ſtattgefundenen Gemeinderatsſitzung ſtand als
erſter Punkt die Neufeſtſetzung des Waſſevpreiſes. Der Finanzausſchuß
hatte beſchloſſen, zur Deckung des voranſchlagsmäßigen Defnits den
Verwendung des Sprengſtoffes überwacht haben. Der Staatsanwalt erhöhen. Der Bürgermeiſter weiſt bei dieſer Gelegenheit darauf hin,
daß die Waſſerdruchverhältniſſe imn der Provizial=Pflegeanſtalt
unge=
nügend ſeien und nach ihm gewordener Mitteilung dunch das trockene
Wetter der letzten Tage weiter nachgelaſſen hätten, ſo daß die Gemeinde
nicht umhin könne, die jetzt noch aus 80 Millimeter=Rohren beſtehende
Leitung vom Hauſe Simon bis zur Anſtalt in 150 Millimeter Nohre
umzuverlegen. Da der Voranſchlag für das Waſſerwerk aber bereits
Kriegerkameradſchaft Germania”. Auf die heute verabſchiedet iſt, und darin Mittel für die Ausführug der Amberlegung
abend um 8 Uhr im Vereinslokal „Gunder” Schloßgartenplatz ſtatt= der Leitung nicht vorgeſehen ſind, wird trotz Anerkennung der
Dring=
lichkeit die Umberlegung erſt im nächſten Jahre ins Auge gefaßt
wer=
den können. Nach einer längeren Ausſprache, bei der der Bürgermeiſter
ſowohl als auch einzelne Mitglieder des Plewums die finanzielle Seite
des Waſſerwerksbetriebs hervorgehoben und dafür eintreten, daß mit
deſſen Sanierung alsbald begonnen wird, wird der Erhöhung des
— Hanauer Hof. Heute Samstag, den 14. Juli, abends 8 Uhr, Waſſerpreiſes in der vom Finanzausſchuß beſchloſſenen Höhe mit 14
findet im Hanauer Hof ein Gartenkonzept ſtatt. Dasſelbe wird von gegen 6 Stimmen zugeſtimmt. Anſchließend teilt der Bürgermeiſter mit,
daß ſich der endgültig feſtgeſtellte Fehlbetrag des Gemeindebudgets
bro 1928 auf 161 663 Mk. beläuft. Zur Deckung dieſes Fehlbetrages
ſchlägt die Verwaltung dem Plemu vor, die Ausſchlagsſätze für die
Gemeindeumlagen wie folgt feſtzuſetzen: 36 Pfg. je 100 Kubikmeter
Steuerwert für Gebäude und Bauplätze; 66 Pfg. je 100 Mark
Steuer=
wert für land= und forſtwirtſchaftlichen Grundbeſitz; 80 Pfg. je 100
Mark Steuerwert des gewerblichen Anlage= und Betriebskapitals: 95
Pfg. auf 1 Mk. ſtaatlichem Gewerbeertragsſteuer=Soll 1926 und 35,06
Pfg. auf 1 Mark ſtaatlichen Sondergebäudeſteuer=Soll. Die vorjährigen
klärt namens ſeiner Fraktion, daß er die Ausſchlagsſätze in der
vorge=
ſchlagenen Höhe als für die Pflichtigen untragbar bezeichwen müſſe und
ihnen nicht zuſtimmen könne. Eine Einigung konnte trotz einer ſich
an=
nähernd zwei Stunden hinziehenden. Debatte nicht erzielt werden.
Schließlich wurde auf Antrag des Bürgermeiſters beſchloſſen, die
Be=
ſchlußfaſſung auszuſetzen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben,
an=
antwontung; für ſie bleſbt auf Grund des 9 24 Wbſ. 2 det Preſſegeſehet in vollem Umfang dere Vorſchläge zu machen. Der Birgermeiſter erklärte, daß er im Falle
der Ablehnung ſeiner Vorſchläge die Verantwortung für die
eintreten=
den Folgen ablehnen müſſe und ſich gegen die Aufnahme von Anleihen
an den Sonntagnachmittagen die Zugänge zu den Häuſern zur teilweiſen Deckung des Fehlbetrags wehren würde. Das Geſuch des
Theodor Volkmam um Erteilug der Erlaubnis zum Betriebe einer
Kaffeewirtſchaft in dem von ihm erſtelltem Neubau in der Neuen
Darm=
ſtädterſtraße 25 wird einſtimmig befürwortet, da das Bedürfnis
aner=
kannt wird und die Konzeſſion für das miedergelegte alte Gebäude
be=
reits erteilt war. Das Baugeſuch des Poſtaſſiſtenten Geißner=Darmſtadt
für einen Wohnungsneubau in der Villenkolonie wird genehmigt. Als
Mitglied des Schulvorſtandes wird Gemeinderat Heinrich Dieter anſtelle
des durch Tod ausgeſchiedenen Gemeinderats Göttmann einſtimmig
ge=
wählt. Eine im Entwurf vorgelegte Polizeiverordwug, die den Verkehr
von Kraftfahrzeugen in der Jahnſtraße zwiſchen Gabelsberger= und
Pfugſtädterſtraße und zwiſchem Mühltal und der Zufuhrſtraße zur
Wieſenmühle verbietet, wird angenommen. Der Karuſſellplatz für das
Kirchweihfeſt wird der Firma Schneider=Biſchofsheim zum eingelegten
Preiſe von 190 Mark zugeſchlagen. In geheimer Sitzung wird die vom
Finanzausſchuß beſchloſſene Beſoldungsneuregelung für die
Gemeinde=
beamen bei drei Stimmenthaltungen angenommen.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 15. bis 21. Juli 1928.
4n. Arheilgen 13. Juli. Heagvortrag. Wie in anderen (Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Elub.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heffen.
Darmſtadt—Mainz (zwiſchen Darmſtedt und Groß=Gerau Km. 7,2
Darmſtadt—Dieburg-Babenhauſen—Aſchaffenburg (zwiſchen
Die=
burg und Altheim, Klm. 16,4—20,6) vom 28. Juni bis 26. Juli ge=
Offenbach—Seligenſtadt (zwiſchen Seligenſtadt und Stockſtadt, Klm.
jedermann zu empfehlen. Der Tag dürfte jedoch unglücklich gewählt 19,5—20,8) vom 9.—21. 7. geſperrt. Umleitung: Zellhauſen oder
Main=
flingen.
Darmſtadt — Roßderf — Gundernhauſen — Dieburg (Ortsdurchfahrt
hauſen.
Bensheim—Gadernheim-Lindenfels (vom Baſſermannweg in
Benz=
heim ſis Wilmshauſen, Klm. 23,89—26,50) vom 2. bis 18. Juli geſperrt.
Umleitung: Heppenheim—Fürth i. Odw. oder Auerbach—Balkhauſen—
Beedenkirchen.
Frankfurt a. M.—Groß=Gerau-Bürſtadt—Mannheim (zwiſchen
Familienabend, der ſich des beſten Beſuches erfreute. Reiche Ehrungen Goddelau und Stockſtadt, Km. 11,4—12,8, vom 9. bis 20. 7. geſperrt.
Umleitung über Hoſpital Hofheim.
Reinheim-Lindenfels (zwiſchen Groß=Bieberau und Brensbach,
Klm. 19,2—24,0) vom 12. 7. bis 18. 8. geſperrt. Umleitung: Reinheim—
Nieder=Klingen—Hummetroth—Brensbach.
Oſthofen—Weſthofen vom 11. 7. bis auf weiteres geſperrt. Um=
Gießen—Marburg (zwiſchen Lollar und Sichertshauſen) vom 12. 3.
ordentliche Generalverſammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Odenhauſen—Frohnhauſen—
Bellnhauſen.
Frankfurt a. M.—Gießen iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Zwiſchen Kloppenheim und Vilbel, Klm. 47,053—48.300 vom 11.4.
bis auf weiteres. Umleitung: Für den Durchgangsverkehr: Bad=
Homburg—Friedberg. für den übrigen Verkehr: Ober=Erlenbach.
folger iſt Herr Gendarmeriemeiſter Steinmann von Ober=Ramſtadt 2. Zwiſchen Kloppenheim und Okarben, bis zum Petterweiler
Ab=
zweig. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Bad=Homburg—
längſt gehegten Wunſche der hieſigen Einwohnerſchaft dadurch Rechnung Friedberg. Für den übrigen Verkehr: Selzer Brunnen-Bahnhof
Groß=Karben.
Gießen—Grünberg—Alsfeld iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. zwiſchen Gießen und Reißkirchen, Km. 5—7, vom 16. 4. bis auf
wei=
teres;
2. zwiſchen Romrod und Alsfeld vom 28. 6. bis auf weiteres.
Umlei=
tung: Leuſel—Angenrod—Romrod.
Nidda-Büdingen (zwiſchen Nidda und Ranſtadt, Km. 43,0—45,6)
vom 14. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Wallernhauſen,
Bo=
denhauſen I und Bellmuth.
Alsfeld—Hersfeld (zw. Alsfeld und Eifa) vom 26. Juni bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Elbenrod rder Brauerſchwend—Rainrod.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Baufchheim—Straße Darmſtadt—Mainz, Km. 23,16—24,81, vom 5.
bis 20. 7. geſperrt. Umleitung: Ginsheim-Biſchofsheim oder Aſtheim
—Straße Darmſtadt—Mainz.
Höchſt i. O.—Obernburg (Ortsdurchfahrt Hainſtadt) vom 9. bis
28. 7. geſperrt. Umleitung:Lützel=Wiebelsbach—Seckmauern-Wörth am
Main.
Genſingen-Kreuznach (Km. 8,2—13,2) vom 23. 4. bis auf weiteres
geſperrt. Umleiumg: Gepſingen, Nahebrüche, Langenlonsheim bzw.
Boſenheim, Hackenheim.
Mainzer=, Ober=Saulheimerſtraße in Nieder=Saulheim vom 28. 6.
bis 25, 7. geſperrt. Umleitung: Ober=Saulheim.
Mölsheim-Landesgrenze (Zell) wegen Einweihung des
Zellertal=
denkmals am 15. 7. geſperrt.
Monsheim-Landesgrenze vom 9. 7. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Wachenheim bzw. Hohen=Sülzen.
Ortsdurchfahrt Siefersheim vom 4. 7. bis 4. 8. geſperrt.
Umlei=
tung: Eckelsheim.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. im Zuge der Straßen Rodheim—
Köppern und Rodheim—Holzhauſen vom 19. Januar bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ober=Erlenbach reſp. Kloppenheim-Petterweil oder
Ober=Noßbach-Nieder=Roßbach.
Gonterskirchen—Laubach—Schotten (Ortsdurchfahrt Einartshauſen)
vom 1. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Laubach oder Ulfg=
Eichelsdorf.
Ortsdurchfahrt Holzhauſen v. d. H. in der Richtung Friedrichsdorf
und Nodheim v. d. H. vom 22. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Ober=Erlenbach.
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach einſchl Ortsdunchfahrt Nieder=
Noß=
bach vom 29. 3. bis auf weiteres geſperri. Umleitung: Nieder=
Wöll=
ſtadt—Rodheim v. d. H.
Ober=Florſtadt—Staden vom 21. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Stammheim.
Friedberg—Oſſenheim (tzwiſchen Abzweigung nach Bruchenbrüchken
und Oſſenheim) vom 5. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Bru=
chenbrücken—Aſſenheim.
Södel—Melbach vom 2. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Echzell reſp. Oppershofen.
Ruppertenrod—Ulrichſtein (Ohmſtraße) vom B. 6. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Stumpertenrod—Unter=Seibertenrod oder Groß=
Eichen—Bobenhauſen 2.
Gießen—Krofdorf vom 28. Juni bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Abendſtern-Krofderf.
Nieder=Wöllſtadt—Aſſenheim ab Chauſſeehaus vom 5. 7. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Bruchenbrücken.
Nidda—Salzhauſen (zwiſchen Abzweigung nach Glaubzahl — Km.
36,0) vom 4. 7. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Geiß=Nidda.
Nieder=Mörlen— Ziegenberg vom 9. 7. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Nieder=Weiſel—Oſtheim—Fauerbach-Langenhain.
Faurbach v. d. H.—Bodenrod (Ortsdurchfahrt Münſter) vom 12. 7.
bis auf weiteres geſperrt.
Eichelsdorf—Eichelſachſen vom 14. 7. in der Ortsdurchfahrt
Eichels=
dorf bis auf weiteres geſperrt. Umleitung über benachbarte
Orts=
ſtraßen.
Wichtige Anſchlußſtraßen.
Darmſtadt—Heidelberg bei Doſſenheim i. Bad. geſperrt vom 14. 6.
bis 21. 7. Umleitung: Seckenheim—Ilvesheim—Großſachſen.
O. Erzhauſen, 12. Juli. Laut Mitteilung iſt Bürgermeiſter Lorenz
durch die heſſiſche Regierung zum Mitglied des Verwaltungsausſchuſſes
beim Arbeitsamt ernannt worden. — Die Arbeiten zum Ehrenmal
für die Gefallenen im Weltkriere nehmen einen erfreulichen Fortgang,
auch ſind ſchon namhafte Beträge gezeichnet worden. — Die
Korn=
ernte ſteht vor der Tür, es iſt Ausſicht auf einen guten Ertrag
vor=
handen. Die Heuernte iſt hier befriedigend ausgefallen.
11431
[ ← ][ ][ → ]Die Tage dei Lundontſcaft iin Junn.
Die Kapitalnot der Landwirtſchaft hält unvermindert an. Wenn
auch durch das Anziehen der Schweinepreiſe ſcheinbar eine kleine
Beſſe=
rung eintrat, ſo konnte dieſe von der Landwirtſchaft doch nicht
aus=
genutzt werden, da die lang anhaltende ſchlechte Konjunktur die
Schweinebeſtände zu ſehr verringert hatte. So blieb die Höhe der
Steuerrückſtände im allgemeinen unverändert. Trotz gewiſſer
Erleich=
terungen nahm der Steuerdruck nicht ab, ſondern erhöhte ſich teilweiſe
noch durch erhebliche Zuſchläge zu den Kommunalabgaben. Die
Zwangs=
verſteigerungen nahmen zu. Der eigentliche Grundſtücksverkehr ruhte
jedoch faſt vollſtändig, da dem reichlichen Angebot faſt keine
entſpre=
chende Nachfrage gegenüberſtand. Mit der Umſchuldungsaktion iſt
be=
gonnen worden. Bei Fortſchreiten der kurzfriſtigen Verſchuldung wird
aber das Bedürfnis nach beſchleunigter Durchführung der Umſchuldung
und nach einer Vermehrung der für die Umſchuldung bereitgeſtellten
Mittel laut. In Bayern herrſcht in der Landwirtſchaft über die
Aus=
ſichtsloſigkeit der Umſchuldung infolge der beſonders gelagerten
Ver=
hältniſſe ſtarke Erregung.
Die Geſamtentwicklung der Feldf rüchte bleibt hinter dem
normalen Stand infolge der kalten und ungünſtigen Witterung
erheb=
lich zurück. Bei den einzelnen Früchten wird der Stand im Reich ſehr
verſchieden, jedoch meiſt nicht beſſer als befriedigend, beurteilt. Während
im Oſten die Sommerung zum Teil beſſer, zum Teil ſchlechter als die
Winterung ſteht, wird in Süddeutſchland die Winterung, beſonders
der Winterweizen, als befriedigend angeſprochen; die Sommerung
hin=
gegen hat infolge der naſſen Witterung ſtark unter Unkraut zu leiden.
Auch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten, wie die Rüben= und
Frit=
fliege und Flugbrand, Dörrfleckenkrankheit, Streifenkrankheit und Roſt,
ſtellten ſich als Folge der ſchlechten Witterung ein. Nicht günſtig iſt
der Stand der Rüben, auch der der Kartoffeln läßt vielfach zu
wün=
ſchen übrig. Aeußerſt ungünſtig beeinflußte die Witterung die
Grün=
landflächen. Erſt gegen Mitte des Monats konnte auf den
Wie=
ſen mit dem erſten Schnitt begonnen werden. Die Erträge ſowohl der
Wieſen und Weiden als auch des Feldfutterbaues ſind faſt allgemein
ſehr mangelhaft. Die Preisgeſtaltung für die landwirtſchaftlichen
Er=
zeugniſſe blieb mit Ausnahme der Schweinepreiſe meiſt unverändert
unbefriedigend. Im Süden litten die Abſatzverhältniſſe bei reichlichem
Angebot trotz der vorgeſchrittenen Zeit unter der Zurückhaltung des
Handels.
Unausgeglichen ſind die Verhältniſſe in der Pferdezucht.
Einer teilweiſen Belebung des Pferdemarktes in manchen Gegenden
ſteht die nach wie vor flaue Lage anderer Pferdemärkte gegenüber. Die
Zahl der den Hengſten zugeführten Stuten bleibt teilweiſe hinter der
des Vorjahres zurück. Die Rindviehhaltung leidet
außerordent=
lich unter den ſchlechten Futterverhältniſſen. Wo trotz mangels an
Grünfutter eine Steigerung der Milcherzeugniſſe eintrat, gaben die
Milchpreiſe nach, da infolge des kühlen Wetters die Nachfrage nach
Milch nicht ſtieg. Dementſprechend fielen auch die Butterpreiſe. In
der Schweinehaltung war der belebende Einfluß der ſteigenden
Schweinepreiſe zu ſpüren. Der höhere Preis für die Schlachtſchweine
hatte ſteigende Nachfrage nach Ferkeln und damit ſteigende Preiſe im
Gefolge. Die Geflügelzucht findet erhöhtes Intereſſe, das ſich
in der Gründung von Eierverwertungsgenoſſenſchaften, der
Vermeh=
rung der Beſtände und der Einrichtung von modernen Ställen äußert.
Umfangreiche Seuchen ſind nicht zu verzeichnen. Die Maul= und
Klauenſeuche, die Leberegelſeuche und ſeuchenhaftes Verkalben tritt nur
ſtellenweiſe auf.
Die Forſtkulturen wuchſen infolge der feuchten Witterung
im allgemeinen gut an, litten jedoch durch Spätfröſte. Stellenweiſe
tritt der Kiefernſpanner und die Nonne auf. Der Holzmarkt iſt ruhig.
Die Entwicklung des Feldgemüſe= und Gartenbaues
iſt ebenfalls infolge der ungünſtigen Witterung ſtark im Rückſtand. Die
Obſternte iſt nach anfänglich guter Blüte durch Nachtfröſte, kühle
Wit=
terung und Schädlinge zum Teil erheblich beeinträchtigt worden. Die
warme Witterung der letzten zwei Wochen in den
Weinbaugebie=
ten kam den Weinbergen, ſoweit die Reben nicht vom Froſt vernichtet
waren, ſehr zuſtatten.
Das Wachſen der Karpfen wie überhaupt die Entwicklung der
Fiſche litt unter der kühlen Witterung, da die Fiſche nur zögernd
Futter annahmen.
Betriebsmittel wurden reichlich angeboten, jedoch herrſchte
bei der Anſchaffung größte Zurückhaltung infolge Kreditmangels. Die
landwirtſchaftlichen Ziegeleien waren bei guten Preiſen und ſtarker
Nachfrage gut beſchäftigt.
Immer ſchwieriger geſtalten ſich für die Landwirtſchaft im ganzen
Reich die Arbeiterverhältniſſe. Die Abwanderung in die Induſtrie
nimmt weiter zu. Beſonderer Mangel herrſcht an ledigen männlichen
und weiblichen Arbeitskräften.
Aa. Eberſtadt, 13. Juli. Monatsverſammlungen. Die
nächſte Monassverſammlung des Turnvereins 1876 Eberſtadt findet am
Samstag, den 21. Juli, ſtatt. — Der Verein für Raſenſpiele Eberſtadt
hält am Samstag abend (12. Juli) in der „Harmonie”, eine
außer=
rrdentliche Mitgliederverſammlung ab. — Der Turnverein 1876 begibt
ſich am kommenden Sonntag mit ungefähr 50 Schülern, Schülerinnen
und Jugendlichen nach Jugeuheim zu dem dortigen Bezirksweiturnen
des 3. Bezirks des Main=Rheingaues. — Turnerſiege. Bei den
am letzten Sonntag mit dem Bezirksfeſt in Bürſtadt verbundenen
Wett=
kämpfen konnte die Freie Turnerſchaft Eberſtadt 34 Preiſe erringen. —
Bei dem am Sonntag in Gernsheim abgehaltenen Gauſtvomſchwimmen
des Main=Rheingaues wurden zwei Schinmer des Turnvereins 1876
Eberſtadt mit Preiſen ausgezeichnet. — Beförderung. Schaffner
Johann Back iſt zum Aufſichtsbeamten bei der „Heag” befördert
worden.
Aa. Pfungſtadt, 13. Juli. Erntebeginn. In der hieſigen
Gemarkung iſt mit dem Einbringen der Wintergerſte begonnen worden.
Wenn das ſchöne Wetter anhält, kann mit einer baldigen Einbringung
dr geſamten Ernte gerechnet werden. — Räumung der Modau.
Die Bürgermeiſterei Pfungſtadt gibt bekannt, daß der Bachauswurf
innerhalb des Ortes ohne gegenſeitige Vergütung abgefahren werden
kann. — Altdsteran J. Büttel 1. iſt unter großer Beteiligung zu
Grabe getragen worden. Der Militär= und Kriegerverein gab ſeinem
langjährigen Mitglied in der üblichen Weiſe das letzte Geleite. Am
Grabe ſprach Pfarrer Zinn.
G. Ober=Ramſtadt, 12. Juli. Die Bezüge der Klein= und
Sozial=
ventner für Juli werden, da der 15. auf einen Sonnrag fällt, ſchon am
Samstag, den 14. Juli, vormittags von 8 bis 12 Uhr, bei der
Gemeinde=
kaſſe ausbezahlt. — Die nächſte Säuglingsberatungsſtunde findet
Mon=
tag, den 16. Juli, nachmittags von 2 bis 3 Uhr, im unteren Rathaus= ſtatt.
Le. Groß=Umſtadt, 13. Juli. unfall durch Motorrad.
Vergeſtern nachmittag gegen & Uhr lief das 4jähr. Söhnchen des Herrn
Siegler einem Motorradfahrer in der Höchſterſtraße aus
Unachtſam=
keit in die Maſchine. Obwohl der geiſtesgegenwärtige Fahrer den
Mo=
ter ſogleich zum Stehen brachte, wurde das Kind doch niedergeworfen
und erlitt ſihwere Verletzungen am Kopf, Rücken und den Beinen. Der
Lenker des Rades, der vollſtändig ſchuldlos iſt, nahm ſich ſogleich des
Kleinen an und erklärte, die Koſten der ärztlichen Behandlung tragen
zu wollen. Dieſer Vorfall iſt eine wiederholte Warnung an die Eltern,
ibre Kinder nicht ohne Aufſicht auf verkehrsreichen Straßen
umher=
laufen zu laſſen.
r. Babenhauſen, 11. Juli. Aus dem Gemeinderat. Unter
dem Vorſitz des Herrn Bürgermeiſters Rühl beſchäftigte ſich der
Ge=
meinderat in ſeiner öffentlichen Sitzung am Dienstag abend mit der
Beratung des Waldwirtſchaftsplanes für 1929. Er wird in der
vorge=
ſchlagenen Form genehmigt. Vorgoſehen iſt eine Geſamtfällung von
7367 Feſtmetern Holz. Da die hieſige Landwirtſchaft auf Waldſtreu
an=
gewieſen iſt, ſo beabſichtigt die Bürgermeiſterei, im Gemeindewald etwa
300 Haufen Streu machen zu laſſen und zur öffentlichen Verſteigerung
zu bringen. Ein darauf Bezug nehmendes Schreiben ſoll ans Forſtamt
gerichtet werden. Der Erweiterung des Ortsbauplanes links der
Die=
burger Straße wird engültig zugeſtimmt. Zum Gemeindevertreter bei
der heſſiſchen Sparkaſſe Seligenſtadt wird erneur Gemeinderat Mahla,
zu ſeinem Stellvertreter Gemeinderat Franke beſtimmt. Gemäß Vor=
ſchlag des Kreisamts ſollen drei Rauchſchutzwasken für die Feuerwehr
beſchafft werden. Einem Geſuche des Herm Dentiſtem Dingeldein von
hier, betr. Schulzahnpflege, ſoll erſt endgültig nähergetreten werden,
wenn verſchiedene weſentliche Punkte in Verhandlungen mit dem
Kreis=
geſundheitsamt geklärt ſind. Der Grundidee des Vorſchlags ſteht der
Gemeinderat ſympathiſch gegenüber. Der Arbeiterwohlfahrt im Kreiſe
Dieburg wird unter Berückſichtigung des guten Zweckes, dem ſie dient,
50 Mark zugewieſen. Der Uebernahme von Kinderkurkoſten für eine
Solbadekur wird zugeſtimmt; die Inſtallationsarbeiten zur Legung der
Waſſerleitung in dem Gemeindehäuſern werden vergeben. Herr A.
Peter bittet um Erlaubnis zur Betriebsübernahme der Gaſtwirtſchaft
„Zum Löwen”. Unter Bejahung der Bedürfnisfrage wird das Geſuch
genehmigt. Die Aufhebung der Polizeiverordnung betr.
Fahrgeſchwin=
digkeit auf der Aſchaffenburger Landſtraße, von der Kaſerne zur Stadt,
wird beſchloſſen, doch ſoll beim Kreisamt eine Polizeiverordnung für die
Regelung der Ortsdurchfahrt beantragt werden. Der Zuſchlag für
Liefe=
rung von Kohlen an die hieſigen Schulen wird der Firwa Seewald
er=
teilt. Kenntnis genommen wird von dem An= und Verkauff eines
Faſelochſens, ebenſo von der nachträglich vom Kreisamt eingetroffenen
Meldung eines Bewerbers zur Stadtaſſiſtentenſtelle. Der Gemeinderat
beharrt bei ſeinem Beſchluſſe vom 5. Juni d. J. Ein von dem Beſitzer
des Elektrizitätswerkes an den Gemeinderat gerichtetes Schreiben
be=
ſchäftigt ſich mit der Waſſerverſorgung, mit der auntomatiſchem Ein= und
Ausſchaltung, mit der Feſtſetzung des Strompreiſes und der Pumpzeiten
ſowie der Fernmeldeleitung. In Verhandlungem der
Waſſerleitungs=
kommiſſion mit dem Kulturbauamt ſollen verſchiedene wichtige Fragen
geklärt werden. Anſtelle des zurückgetretenen Hern Gemeinderats
Kloos wird Gemeinderat Hrch. Mohr 1. in die
Waſſerleitugskommiſ=
ſion gewählt. Zum Schluſſe der Sitzung werden Baudarlehensgeſuche
erledigt, zwei Bürgſchaften für ſtaatliche Baudarlehew von der Gemeinde
übernommen, außerdem wird unter Aufhebung des Beſchluſſes vom
5. Juni d. J., der Uebernahme der Geſamtkoſten für die erſte Uniform
der Gemeindepolizeibeamten zugeſtimmt.
e. Kleeſtadt, 12. Juli. Vor einigen Wochen wurde hier eine
Fuß=
ballabteilung ins Leben gerufen, die die Nachfolge des ſeit
eini=
gen Jahren ſchlafenden Fußballklubs antreten will. Die Abteilung hat
nun ſchon einige Spiele gegen benachbarte Vereine ausgetragen, die
faſt alle für den hieſigen Verein verloren gingen. Am letzten Sonntag
hatte ſich die hieſige Mannſchaft einen Gegner in einer Mannſchaft des
Fußbalberehns Hergerkhauſen ansgeſucht. Das Wettſpiel, das die
Gäſtemannſchaft 4:1 gewann, verriet, daß die hieſige junge
Mann=
ſchaft beſſeres Training bedarf, um vorwärts zu kommen. Einzelne
Spieler ſind gut veranlagt und ſie dürften es durch fleiß ges Ueben
ſchon bald zu guten Leiſtungen bringen. Uebung macht den Meiſter!
— Höchſt i. Odw.), 11. Juli. Nächſten Sonntag, 15. d. M.,
nach=
mittags 1.30 Uhr findet wieder Taubſtummengottesdienſt
im evangeliſchen Gemeindehaus hier ſtatt. Wegen Fahrtausweis wende
man ſich an hieſiges Pfarramt.
— Birkert, 13. Jubi. Dieſer Tage gegen 4 Uhr nachmittags brach
nach einem ſchweren Gewitter in der Scheune und den angrenzenden
Futergebäuden des Landwirts Peter Straub ein großer Brand aus.
In ganz kurzer Zeit ſtanden die genannten Gebäulichkeiten lichterloh
in Flammen. Raſch griff die hieſige Pflichtfeuerwehr in lobenswerter
Weiſe, unterſtützt von der ganzen Einwohnerſchaft, unter der
zielbewuß=
ten Leitung des Herrn Bürgermeiſters König ein. Erſt mit dem
außer=
ordentlich ſchnellen Erſcheinen der Wehr von Kirch=Brombach konnte der
Brand bekämpft werden. Auch die kleinere Pflichtfeuerwehr von Nieder=
Kinzig kam auf raſcheſte Weiſe hilfsbereit heran und hielt tapfer bis
zum Abglimmen des Feuers aus. Seit 1832 war dies wieder der erſte
große Brand in dem kleinen Gebirgsdorfe.
Sandbach (Odenwald), 12. Juli. Die Sportplatzeinweihung in
Sandbach muß mit Rückſicht auf die örtlichen ſchwierigen Erdverhältniſſe,
indem ſich noch an dem ſüdlichen Teil des Sportplatzes größere
Granit=
felſen zeigen, zurückgeſtellt werden, da die Arbeitem bis zu dem bereits
bekanntgegebenen Tag — 15. Juli 1928 — nicht beendet ſein können,
Da man vor der Einweihung ſämtliche Arbeiten vollendet haben möchte,
dürfte die Einweihung des Sandbacher Sportplatzes vor Ende Auguſt
nicht ſtattfinden können. — Zur Geburtstagsfeier der 50
jäh=
rigen, hielten Letztere anfangs der vergangenen Woche im Gaſthaus
„Zur Sonne” eine Sitzung ab, um die Vorbereitung für die
bevor=
ſtehende gemeinſame Geburtstagsfeier zu beſprechen.
L. Michelſtadt, 12. Juli. Voranſchlag für das
Rechnungs=
jahr 1928. Ab Donnerstag, den 12. Juli, liegt der vom
Gemeinde=
rat in ſeiner letzten Sitzung vom 5. Juli beratene und genehmigte
Vor=
anſchlag der Stadt Michelſtadt für das Rechnungsjahr 1928 auf die
Dauer von einer Woche auf der Bürgermeiſterei zur Einſicht für
jeder=
mann offen. Es können Beanſtandungen ſchriftlich oder mümdlich
wäh=
rend dieſer Zeit zu Protokoll gegeben werden. — Klein= und
So=
zialrentner. Am Samstag, den 14. Juli, in der Zeit von
vormit=
tags 7½ Uhr bis 10 Uhr, findet auf der Stadtkaſſe die Auszahlung der
Rente an die Klein= und Sozialrentner und der Zuſatzrente an die
Kriegsbeſchädigten und Kriegshinterbliebenen ſtatt. Auf die pünktliche
Abholung im der oben angegebenen Zeit wird beſonders hingewieſen. —
Von der Freiw. Feuerwehr. Am Sonntag, den 15. Juli,
fin=
der nachmittags in der Zeit vom 12—2 Uhr außerhalb Michelſtadts eine
Alarmübung ſtatt, bei der die Geräte durch Laſtauto und Pferdegeſpann
transportiert werden. Mittels Signalhörner und Trommel wird die
Alarmierung erfolgen.
— Hitſchhorn, 13. Juli. Wafſerſtand des Neckars am
12. Juli 0,64 Meter, am 13. Juli 0,50 Meter.
Heppenheim, 12. Juſi. Heſſ. Landwirtſchaftsamt.
Durch miniſterielle Entſchließung wurde Landwirtſchaftsreferendar Dr.
Wilhelm Schmidt aus Zwingenberg mit Wirkung vom 5. Juli
zur Dienſtleiſtung dem Landwirtſchaftsamt Heppenheim überwieſen.
Dr. Schmidt promovierte dieſer Tage bei der philoſophiſchen Fakultät
der Landesuniverſität Gießen, mit einer Arbeit über „Schweinezucht und
Leiſtungsprüfungen in der Provinz Starkenburg”. — Das hieſige
Land=
wirtſchaftsamt veranſtaltete geſtern einen eintägigen Lehrgang für die
Vertrauensleute des Pflanzenſchutzdienſtes im Amtsbezirk. Es nahmen
daran etwa 25—30 Herren (Lehrer, ehemalige Schüler und Feldſchützen)
teil. Der Vormittag war ausgefüllt mit Vorträgen über verſchiedene
Gebiete des landw. obſt= und weinbaulichen Pflanzenſchutzes. Am
Nachmittag ſchloſſen ſich praktiſche Unterweifungen an. Millionen Werte
gehen alljährlich noch in Deutſchland durch die zahlreichen tieriſchen und
pflanzlichen Schädlinge zugrunde. Sie auf eim Mindeſtmaß
herab=
zudrücken, iſt die Aufgabe des über ganz Deutſchland verbreiteten
orga=
niſierten Reichspflanzenſchutzdienſtes.
— Gernsheim, 13. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
12. Juli 0,70 Meter, am 13. Juli 0,66 Meter.
WSN. Nidda, 12. Juli. Zwei aus unſerer Stadt gebürtige Herren,
die in Frankfurt a. M. wohnhaft ſind und dort bei einer Weltfirma
hervorragende Stellen innehaben, ſpendeten als Stiftung zu den
Koſten der Wiederherſtellung unſerer evangeliſchen Kirche, die vecht
be=
trächtlich ſind, den Betrag von 2000 Mark. Die edelmütigen
Spen=
der haben ſchon wiederholt im ſtillen und ungenannt bedrängten
Fami=
lien unſerer Stadt durch tatkrkäftige Hilfe beigeſtanden und mit ihrem
vorbildlichen ſozialen Empfinden manche Not in unſerer Stadt
gelin=
dert. Möchte dieſe vorbildliche Anhänglichkeit an die Vaterſtadt auch
anderswo rege Nacheiferung finden.
WSN. Gießen, 12. Juli. Deutſchamerikaniſcher Beſuch
in Oberheſſen. Heute mittag traf hier der Schriftſteller und
Redakteur George Seibel aus Pittsburg im Staate Pennſylvania mit
ſeiner Gattin zum Beſuch befreundeter Gießener Familiem ein. George
Seibel entſtammt einer heſſiſchen Familie aus Dudemhofen bei Darmſtadt.
Er gehört in der neuem Welt zu dem augeſehenſten führenden
Perſön=
lichkeiten der Deutſchamerikaner, für die er ſich insbeſondere in den
Kriegsjahren in verdienſtvoller Weiſe verwandt hat. Er iſt der erſte
Präſident des großen deutſchamerikaniſchew Turnerbundes von
Nord=
amerika, mit deſſen Vertretungem er als Führer das Deutſche Turnfeſt
in Köln beſuchen wird. George Seibel weilte bereits vor zwei Jahren
auf einer Rundreiſe durch Deutſchland mit ſeiner Familie im Gießen,
wo er ſich längere Zeit aufhielt und dabei in zwei bedeutſamen
Vor=
trägen in der Gießener Univerſität über Deutſchtumsfragem in Amerika
ſprach. Die beiden Gießener Turwvereine verliehen damals ihre höchſte
Auszeichnung, die Ehrennadel, an Seibel, der ſie auf dem großen
deutſch=
amerikaniſchem Turnfeſt im Louisville in Kentucky im Juni 1926 unter
dem Beifall ſeiner Bundesmitglieder getragen hat. Auch dieswal wird
der hochgeſchätzte Deutſchamerikaner etwa eine Woche in Gießen
ver=
weilen.
GNBOA!
DER SALEM-RAUCHER,
Atrutitkie,
erzählt weiter:
Glücklich lebte ich einige Zeit in meiner Vaterstadt Bagdad, bis ich ein neues starkes Schiff
belud und abermals nach fernen Meeren in See stach. Nach einiger Zeit landeten wir auf einer
einsamen Insel, wo wir zu unserem größten Entsetzen von Affenmenschen überfallen wurden.
In großen Haufen kletterten sie an Bord, und wir unterlagen der Ubermacht. Fliehend verließen
wir das Schiff und retteten uns auf die Insel, wo wir uns versteckten. Jetzt kamen Tage der
Verzweiflung, und ich bereute bitter meine Abenteuerlust; denn wieder war ich arm und
ver-
schollen in der Fremde.
Bevor ich weitererzähle, liebe Freunde, wollen wir das Geschenk Allahs genießen, um dessen
willen ich so viel Mühe und Sorge erlitt. Laßt die süßduftende Cigarette alle trüben Gedanken
(Fortsetzung folgt)
verscheuchen und raucht meine geliebte
ClGARETTE
SLLLMNA
AUSLESE
Heute in Deutschlend in allen Spezielgeschäften für
S pf.
erhäitlich
LBIn 8833
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Samstag, den 14. Jufi 1926
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Sterbefälle. Am 3. Juli: Eliſabetha Molter geb. Steitz, 41 J.,
Neckarſtraße 4. Am 5. Juli: Schülerin Elſa Gerhard, 7 J., aus
Hähn=
lein. Am 6. Juli: Georg Laßhof, 8 J., aus Reichelsheim (Kr.
Er=
bach), im Eliſabethenſtift; Eliſabeth Levi geb. Sonnenſtrahl, 51 J.,
Große Ochſengaſſe 12, geſt. im Stadtkrankenhaus. Am 9. Juli: Eliſe
Spengler, Schülerin, 12 J., aus Nieder=Ramſtadt, hier Grafenſtraße 9;
Karl Pfeifer, Spengler, 25 J., Rhönring 55. Am 10. Juli: Johann
Peter Eckel, Friedhofsarbeiter i. R., Große Bachgaſſe 21; Karl Horſt,
Geheimer Studienrat, Dr., 68 J., Inſelſtraße 24. Am 11. Juli:
Wil=
helm Oſtheimer, Hilfsarbeiter, 55 J., Groß=Zimmern, hier,
Grafen=
ſtraße 9; Marie Eliſabethe Rinner, geb. Anthes, 74 J.,
Pankratius=
ſtraße 54: Emil Schudt, Hauptſtaatskaſſedirektor, 58 J.,
Mathilden=
ſtraße 43: Leopold Welff, Privatier, 79 J., Bismarckſtraße 64. Am
12. Juli: Chriſtiane Wendel, geb. Klein, 79 J., Woogſtraße 1; Johanna
Wilhelmine Wolphine Kühn, geb. Martin, 51 J., Olyſtraße 70.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinben.
6. Sonntag nach Trinitatis (15. Juli).
In allen Kirchen Kollekte für den Landesverband evangeliſch=birchlicher
Frauenvereine in Heſſen.
Stadtkirche. Samstag, 14. Juli, abends 8.30 Uhr: Andacht. —
Sonntag, 15. Juli, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lau=
tenſchläger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. —
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Zimmermann.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Zimmermann. — Vorm.
11 Uhr: Kindergottesdienſt Pfarrer Zimmermann. — Abends 6 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Konfirmandenſaal im Schloß. Sonntag, 15. Juli, abends 8 Uhr:
Bibelbeſprechung. Gemeindediakon Bruder Pohl. — Montag, 16. Juli,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere
Abtei=
lung), Poſaunenchor. — Dienstag, 17. Juli, abends 8 Uhr:
Mädchen=
vereinigung der Schloßgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 15. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (B.D.J.). — Montag, 16. Juli,
abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung). —
Dienstag, 17. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde (jüngere Abteilung). — Mädchenvereinigung der
Refor=
mationsgemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, 18. Juli, nachm.
3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2. — Nachm. 4 Uhr:
Frauenberein der Lukasgemeinde, Guſtav,Adolf=Kreis. — Abends 8 Uhr:
Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung). —
Mädchen=
vereinigung der Reformationsgemeinde lältere Abteilung). —
Donners=
tag, 19. Juli, abends 8 Uhr: Frauenverein der Lukasgemeinde,
Not=
hilfe=Kreis. — Bibelbeſprechung: Philipperbrief. — Jugendbund der
Lukasgemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendvereinigung der
Kapla=
neigemeinde. — Mütterabend der Stadtgemeinde. — Samstag, 21. Juli,
nachm. 3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2, Sportplatz
am alten Arheilger Weg.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 18., und Samstag, 21. Juli,
nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 1.
Walderholungsſtätte am Beffunger Forſthaus. Sonntag, 15. Juli,
vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer H. ß.
Amtshandlungen an Answärtigen: Pfarrer Zimmermann.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprechſtunden
vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von 8
bis 12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher B79.
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer
Berin=
ger. — Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde Oſt,
1. Abteilung, in der Kirche. Pfarrer Beringer; für die
Martins=
gemeinde Weſt, 1. Abteilung, im Gemeindehaus. Pfarrer D. Waitz. —
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Bergér. — Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Köhler. —
Nachm. 3 Uhr: Bibelbeſprechſtunde im Martinsſtift.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Dienstag, 17. Juli, abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im Martinsſtift:
Mäd=
chenvereinigung Oſt. — Mittwoch, 18. Juli, abends 8 Uhr im
Gemeinde=
haus: Mädchenvereinigung Weſt. — Donnerstag, 19. Juli, abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; im Martinsſtift:
Mädchenvereinigung Oſt. Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag,
26. Juli, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere
Abteilung).
Johanniskirche. Samstag, abends 8 Uhr: Wochenſchlußandacht. —
Sonntag, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolowie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Befſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8.30 Uhr:
Chriſten=
lehre, 2. Abteilung. Pfarrer Weiß. — Vorm. 10 Uhr:
Haupisottes=
dienſt. Pfarrer Weiß. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Weiß.
Vexanſtaltungen: Sonntag, 15. Juli, abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Donnerstag, 19. Juli: Spaziergang des
Frauen=
vereins auf die Ludwigshöhe. Treffpunkt 3 Uhr am Anfang der
Kaſtanienallee. — Ab 16. Juli fallen auf 3 Wochen alle Veranſtaltungen
der kirchlichen Vereine wegen Einführung der Zentralheizung in das
Gemeindehaus aus.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
— Der Kindergottesdienſt hat Ferien. — Abends 8 Uhr:
Jugendver=
einigung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendbund. — Samstag, abends
8 Uhr: Turnen der Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heil.
Abend=
mahl. Pfarrer Hickel. — Evang. Sonntagsverein: Nachm. 4—7 Uhr:
Vereinsſtunden. — Donnerstag, 19. Juli, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmifſion (ühlſtraß= 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Nachm. 3.30 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. —
Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Abends 8.30 Uhr:
Kriegerdankbund. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. —
Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.30
Uhr: Gem. Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. —
Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule Beſſunger
Straße 30. — Samstag, abends 6—7 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag: Teilnahme am
Jahresfeſt in Eberſtadt. Abmarſch 1 Uhr: Vereinshaus, ½2 Uhr:
Kaſtanienallee (Landskronſtraße). Bei ungünſtiger Witterung Abfahrt
1.40 Uhr Luiſenplatz. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis. —
Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. —
Donerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links.) Sonntag, 15. Juli, vorm. 8.30 Uhr:
Pflicht=
verſammlung der tätigen Mitglieder. — Abends 8 Uhr:
Mitglieder=
verſammlung. — Montag, 16. Juli, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde der
Jugendabteilung. — Dienstag, 17. Juli, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
— Mittwoch, 18. Juli, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde (
Jungmänner=
kreis). — Donnerstag, 19. Juli, abends 8 Uhr:
Mitgliederverſamm=
lung (Jugendabteilung) und Heimabend des Jungmännerkreiſes. —
Freitag, 20. Juli, abends 8 Uhr: Turnen. — Samstag, 21. Juli, abends
3 Uhr: Poſaunenchor. — Sonntag, 22. Juli, vorm. Abfahrt zum
Landheimaufenthalt (ſiehe ſchwarzes Brett). — Jungſcharſtunden jeden
Mittwoch 4 Uhr auf dem Sportplatz und jeden Samstag 3 Uhr im
Heim.
Nummer 194
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 15. Juli, vorm. 7.30 Uhr:
Menſchenweihehandlung. Während den Sommermonaten wird die
Menſchenweihehandlung vorübergehend in einem Privathaus gefeiert.
Näheres Hügelſtraße 29,, I.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft. Eliſabethenſtraße 44. Sonntag, den
15. Juli, vormittags 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule.
Abends 8 Uhr: Predigt. — Montag: Kein Jugendverein. —
Diens=
tag: Singſtunde für gemiſchten Chor. — Mittwoch:
Frauenmiſſions=
verein. — Donnerstag: Bibelſtunde. Am Dienstagabend ſind zugleich
alle Teilnehmer an der Freizeit in Loffenau erſucht, zu einer
Beſpre=
chung da zu ſein. Zu allen Veranſtaltungen iſt jedermann herzlich
eingeladen. Prediger Sauer.
Gemeinde glänbig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 15. Juli, 10 Uhr vorm., Gottesdienſt, Prediger Wachter=
Frankfurt a. M.; 11 Uhr vorm. Sonntagsſchule; 4 Uhr nachm. Predigt,
Herr Kauſchmann; 8 Uhr abends Jugendverein. — Mittwoch, 18. Juli,
8.15 Uhr abends Bibelſtunde. Jedermann herzlichſt willkommen.
Chriſtl. Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vormittags 11½
Uhr, Sonntagsſchule; nachmittags 4½ Uhr Wortverkündigung. —
Mitt=
woch, abends 8½ Uhr, Gebetſtunde; Freitag, abends 8½ Uhr,
Wort=
betrachtung. Jeder herzlich eingeladen.
Möttlinger Freundeskreis: Montag, den 16. Juli, abends 8½ Uhr,
im „Feierabend” (Stiftſtraße 51) Bibelſtunde.
Die Heilsarmee hat in ihrem Saale, Schulzengaſſe 3, folgende
Ver=
ſammlungen: Sonntag, den 15. Juli, vorm. 10 Uhr:
Heiligungsver=
ſammlung. Abends 8.15 Uhr: Heilsverſammlung. — Mittwoch, den
18. Juli, abends 8.15 Uhr: Heilsverſammlung. — Freitag, den 20.
Juli, abends 8.15 Uhr: Heiligungsverſammlung. — Montag, den 16.
Juli, abends 8.15 Uhr, findet im Evangeliſchen Miſſionshaus ein
geiſt=
lickes Konzert der däniſchen Stabsnſik ſtatt. Eintrittskarten ſind im
Vorverkauf zu haben. Jedermann herzlich willkommen.
Auswärtige Kirchen.
Evangeliſche Gemeinde Traifa. Sonntag, vormittags 9.30 Uhr,
Hauptgottesdienſt; vorm. 10.30 Uhr Chriſtenlehre; nachmittags 12.30
Uhr Kindergottesdienſt der Kleinen; nachm. 1.30 Uhr Kindergottesdienſt
der Großen. — Dienstag: E. J. G. Mädchenabend; Mittwoch: E. J. G.
Jugendbund; Donnerstag: Aelterenkreis.
Evangel. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 9.30 Uhr,
Haupt=
gottesdienſt; vorm. 10.30 Uhr Chriſtenlehre. Abfahrt des Frauenvereins
zu dem Rheinausflug 7.13 Uhr. — Montag: Jugendvereinigung;
Dienstag: Kirchenchor. Mittwoch: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf, 6. Sonntag nach Trinitatis
(15. Juli). Vormittags ½10 Uhr Gottesdienſt. Landesjugendpfarrer
Lic. von der Au=Darmſtadt. ½11 Uhr Jugendgottesdienſt. — Montag
Frauenverein.
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 15. Juli, 8¾4 Uhr,
Chviſtenlehre der Knaben. g1/ Uhr Gottesdienſt. 11 Uhr
Kindergottes=
dienſt. — Montag 8½ Uhr Mädchenvereinigung. — Mittwoch 8½ Uhr
Kirchengeſangverein. — Donnerstag 8½ Uhr Warrburgverein.
Der Gottesdienſt in der Provinzial=Pflegeanſtalt fällt aus.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiertagen: Vorm. von 6 Uhr an Gelegenheit zur
hl. Beichte; 7 Uhr Frühmeſſe. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung
der hl. Kommunion. Generalkommunion der Marianiſchen Jungfrauen=
Kongregation; 9½ Uhr Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der
heiligen Kommunion. Nachmittags 2.30 Uhr Andacht; 3 Uhr
Verſamm=
ung der Marianiſchen Jungfrauenkongregation. 4.30 Uhr Weltliche
Verſammlung. — Werktagsmeſſe in den Ferien 7 Uhr.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. In den Ferien werktags
keine hl. Meſſe.
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Nummer 194
Samstag den 14. Juli 1928
Geite 9
Die Piglieri=Gruppe gerettet.
* „Kraſſins” Rettungswerk.
Bergung der Nobile=Gruppe.
Nach der Rettung Marianos und Zappis ſtieß der „Kraſſin”
gegen die Inſel Foyn vor. Er erreichte noch Donnerstag abend
die Gruppe Viglieri und rettete ſie. Ein kurzer Funkſpruch an
das ruſſiſche Hilfskomitee teilt mit, dem „Kraſſin” ſei es gelungen,
ſich einen Weg durch das Eis zu bahnen und die Schiffbrüchigen
zu ſichten. Eine Abteilung Matroſen wurde auf dem Packeis
gelandet und konnte zum roten Zelt gelangen und raſch mit der
geſamten Gruppe zurückkehren. Die Rettung erfolgte Donnerstag
abend um 9 Uhr.
Außer der Viglieri=Gruppe der „Italia”=Mannſchaft hat der
Eisbrecher „Kraſſin” auch das beſchädigte Flugzeug des
ſchwe=
diſchen Piloten Lundborg an Bord genommen. Lundborg hatte
bekanntlich, nachdem er Nobile in Sicherheit gebracht hatte, bei
einem zweiten Landungsverſuch Bruch gemacht. Die von dem
Eisbrecher „Kraſſin” gerettete Gruppe Viglieri beſteht aus ihrem
Kommandanten, Marineleutnant Viglieri, dem verletzten
Maſchi=
nenmeiſter Ceccivni, deſſen vor wenigen Tagen gemeldeter Tod
ſich glücklicherweiſe nicht beſtätigt, dem tſchechiſchen Profeſſor
Behounek, dem Ingenieur Trojani und dem Funker Biagi. Wie
von Bord des „Kraſſin” gemeldet wird, wurden von Bord des
Eisbrechers auf der geſtrigen Fahrt nach dem roten Zelt der
Viglieri=Gruppe an der Abſturzſtelle des Luftſchiffes „Italia”
einige Männer geſichtet, die dem Dampfer Zeichen machten. Es
wurde ihnen geantwortet, daß ſie auf dem Rückweg vom roten
Zelt an Bord genommen würden. Der Leiter der Expedition,
Profeſſor Samielowitſch, vermutet, daß es ſich um die Alpini
han=
delt, die zur Aufſuchung der Viglieri=Gruppe unterwegs waren.
— Nach einer Mitteilung des „Italin”=Hilfskomitees wird der
Eisbrecher „Kraſſin”, nachdem die Rettung Marianos und Zappis
ſowie der Viglieri=Gruppe geglückt iſt, nunmehr Nachforſchungen
nach Amundſen und der Aleſſandri=Gruppe vornehmen. Der
Eis=
brecher „Malygin” wird vorausſichtlich zurückbeordert werden.
* Das Huſarenſtückchen des ruſſiſchen Eisbrechers „Kraſſin”
wird ſeiner Beſatzung ſo raſch nicht vergeſſen werden. Nachdem
man überall in der Welt bereits die Hoffnung aufgegeben hatte,
die Leute von der Malmgreen=Gruppe und die um Viglieri auf
der Eisſcholle noch retten zu können, jagten ſich die Ereigniſſe.
Erſt die Rettung der beiden Begleiter Malmgreens, der ſelbſt
den Tod erleiden mußte, nun die Bergung der Nobile=
Gruppe. Wie mag ihnen zumute geweſen ſein, als am
Hori=
zont ſchwarze Rauchfahnen aufſtiegen, die die Anweſenheit und
das Näherkommen vor Menſchen und Rettung verſprachen!
Der ruſſiſche Eisbrecher „Kraſſin” hatte nach der Bergung
Zappis und Marianos ſofort den Kurs geändert. Obwohl er nur
noch ſehr geringe Kohlenvorräte hatte, wollte er ſich nach der
Foyn=Inſel durchſchlagen, in deren Nähe ſich die Scholle mit
dem Reſt der „Italia”=Beſatzung befinden mußte. So gelang
das, was ſchon wochenlang verſucht wurde. In dem Kampf des
Schiffes bewährte ſich erneut ſeine Panzerplatten=Ausrüſtung
beim Zerſplittern und Zertrümmern des Eiſes. Während des
Vordringens bemerkte man eine Gruppe von drei Menſchen, die
mit Flaggenſigualen um Hilfe riefen. „Wir holen euch,”
ſignali=
ſierte „Kraſſin” zurück, „auf dem Rückwege”, und mit Volldampf
in allen Keſſeln ging es vorwärts, bis man die Scholle mit dem
roten Zelt ſichtete. Als der Eisbrecher, Kraſſin” auf drei Meilen
an das Lager herangekommen war, machte er ſein Kommen durch Dem tapferen ruſſiſchen Flieger Tſchuchnowſki iſt es gelungen,
Sirenen bemerkbar, worauf die Italiener durch Rauchſignale
antworteten. Als ſich der Eisbrecher in unmittelbarer Nähe des
Lagers befand, wurde eine Fallbrücke herabgelaſſen, über die ſich
bann die ruſſiſche Hilfsexpedition auf die Scholle zu den
Ita=
lienern begab. Die Freude und Dankbarkeit der Geretteten war
unbeſchreiblich. Sie erklärten, daß ſie ihre ganze Hoffnung auf
den „Kraſſin” geſetzt hätten, daß ſie aber nicht eine ſo ſchnelle
Ankunft des Eisbrechers erwartet hätten. Der Geſundheits=
einen Beinbruch erlitten habe und deſſen Bein brandig geworden
iſt. Der Eisbrecher nahm nicht nur die Perſonen, ſondern auch
die geſamten Lagergeräte an Bord.
Die Malmgreen=Gruppe.
Prof. Malmgreen.
Kapitän Zappi.
Kapitän Mariano.
Pilot Tſchuchnowſki.
die ſogenannte Malmgreen=Gruppe der verunglückten Nordpol=
Expedition zu entdecken.
48 Tage auf der Eisſcholle.
Am 24. Mai begann die Reiſe nach dem Nordpol. Gegen den
Willen des einzigen Metorologen an Bord, des Prof.
Malm=
green, wird zum Polflug geſtartet. General Nobile duldet keinen
zuſtand der Geretteten ſei gut, mit Ausnahme von Ceccioni, der Widerſpruch. Er hat etwas „Großes” vor: er gedenkt den Erin=
nerungstag an den Eintrit Italiens in den Weltkrieg durch
Flaggen= und Kreuz=Abwurf am Pol zu feiern. Andere gedenken
des Tages der Beendigung dieſes blutigen Ringens —
geſchmack=
los ſucht der General einen Tag böſen Gedenkens heraus. Seit
dieſem 24. Mai aber kommt keine Nachricht mehr von dem
Luft=
ſchiff. Es kehrt nicht mehr zurück. Die Funkſprüche bleiben aus.
Bis ſie wieder gehört werden, geht die Schreckensnachricht durch
die Welt: das Luftſchiff iſt abgeſtürzt, die Führergondel
abge=
riſſen, Nobile mit fünf Getreuen rettet ſich auf einer Eisſcholle,
Malmgreen entfernt ſich mit zwei Begleitern. Die Deutung
wird ſchon richtig ſein, daß Malmgreens Wanderung durch die
Eiswüſte nicht ganz freiwillig war. Endlich — längſt hatte man
auf der Eisſcholle ein primitives Leben begonnen — ein Flugzeug
über den Schiffbrüchigen. Ein ſchwediſches Flugzeug kommt, um
den ſchwerverletzten Ceccioni mitzunehmen und dann das
Ret=
tungswerk fortzuſetzen. Aber General Nobile läßt ſich als Erſter
retten. Er wird in Sicherheit gebracht. Sein Retter, Lundborg,
muß den zweiten Rettungsverſuch mit einer dreizehntägigen
Ge=
fangenſchaft auf der Eisſcholle büßen. Dann erſt gelingt es einem
ſchwediſchen Flieger, Lundborg gemäß dem ausdrücklichen Befehl
der ſchwediſchen Regierung abzuholen. Dann Schweigen um die
Menſchen auf der Scholle. Selten kommt ein Funkſpruch durch
die magnetiſchen Störungen, der aber von Mal zu Mal troſtloſer
lautet, von der Verzweiflung der Fünf auf der
Scholle eine furchtbare Sprache redet. In der ganzen Welt
ſteht die Frage: wird es gelingen, die Fünf zu retten? Die
ein=
zige Hilfsmöglichkeit ſcheint nur der ruſſiſche Eisbrecher „Kraſſin”
zu ſein, obwohl auch er berichtet, wie ſchwierig die Eisverhältniſſe
für ihn ſind. Auch er wird tagelang von der Klammer des
Pack=
eiſes feſtgehalten. Dann gelingt ihm die Auffindung der zwei
Begleiter Malmgreens, die in zwei Tagen ebenfalls dem toten
Kameraden Malmgreen gefolgt wären, wenn ſie nicht im letzten
Augenblick an Bord des rettenden Schiffes gelangt wären.
„Kraſſin” ſucht weiter.
Wohl nähert ſich die Tragödie am Nordpol ihrem Ende,
aber der mſſiſche Eisbrecher mit ſeiner tapferen Mannſchaft hat
ſein Rettungswerk noch nicht abgeſchloſſen. Mit ſeinem nur
ge=
ringen Kohlenvorrat will er alles abſuchen, nachdem er einmal in
der Nähe der Unglücksſtätte iſt, um möglichſt alle Opfer der
italie=
niſchen Expedition zu finden. Zunächſt muß er die drei Menſchen
retten, die bei der Fahrt nach der Foyninſel ſeine Hilfe erbeten
hatten. Man nimmt an, daß es ſich dabei um die Gruppe des
ita=
lieniſchen Hauptmanns Sora mit ſeinen beiden Begleitern
han=
delt. Man hält es aber auch nicht für ganz ausgeſchloſſen, daß
es ſich um die letzten Ueberlebenden der Ballon=Gruppe handelt,
von der man bisher niemals etwas gehört hatte. Daß es ſich
etwa um Amundſen und ſeine beiden Begleiter handeln könnte,
wagt man kaum zu glauben. Aber auch nach ihm will der
ruſ=
ſiſche Eisbrecher weiter ſuchen. Nur langſam geht die Fahrt
vor=
wärts, aber unaufhaltſam bricht ſich das Schiff eine Rinne durch
das Eis. —
„Kraſſin” erfolgreich. — Auch die Sora=
Gruppe gerettet.
Nach den letzten Meldungen iſt es dem ruſſiſchen Eisbrecher
„Kraſſin” heute vormittag gelungen, den italieniſchen Alpini=
Hauptmann Sora und den Hundeführer Vandonger an Bord zu
nehmen. Sora hatte verſucht, die Viglieri=Leute mit
Hunde=
geſpannen zu erreichen. Weiter wird gemeldet, daß auch der
däniſche Hundeführer Warming, der bei Cap Brun zurückgelaſſen
wurde, an Bord der „Braganza” genommen worden ſei. Es
wird berichtet, es ſei nicht unmöglich, daß der „Kraſſin” direkt
nach Norwegen zurückkehre, ohne Kingsbay anzulaufen. Der an
Bord des Eisbrechers „Malygin” befindliche Flieger Babuſchkin
will ſo bald als möglich zur Rettung des notgelandeten Fliegers
Tſchuchnowfki aufſteigen.
Auch die vermißte Ballonmannſchaft gerettet?
Nach Meldungen aus Moskau, hat man auch die
Aleſſandri=
niſche Gruppe an Bord des Eisbrechers „Kraſſin” geborgen. Die
Geretteten konnten noch nicht zu näheren Mitteilungn bewegt
werden. Sie erklärten den Ruſſen, ſie ſeien
vollſtändigaus=
gehungert und verlangten vor allen Dingen um
Ruhe und Schlaf. Sobald ſie ſich von den ſchier
übermenſch=
lichen Strapazen wenigſtens einigermaßen erholt hätten, würden
ſie gerne und bereitwilligſt ihren Rettern nähere Mitteilungen
machen. Nach dieſer Meldung ſcheint alſo auch die Anbordnahme
der Aleſſandrini=Gruppe gelungen zu ſein, die ſeinerzeit mit der
Ballonhülle abgetrieben wurde. Eine Beſtätigung der Nachricht
aus anderen Quellen liegt noch nicht vor.
Samstag den 14 Juli 1928
Nummer 194
Seite 10
Reich und Ausland.
4 Tote und 16 Schwerverletzte
bei dem Verkehrs=Unglück bei
Walkenried.
Nordhauſen. Eine Anfrage bei den
Nord=
hauſer Krankenanſtalten ergibt, entgegen Gerüchten,
die von acht oder neun Toten und einer größeren
Zahl ſchwerer Verletzten ſprechen, daß von den
20 Verunglückten des Verkehrsunfalles bei
Walken=
ried drei Perſonen ſofort tot waren. Die vierte
Perſon war, wie gemeldet, auf dem Transport
ge=
ſtorben. Vier Perſonen, und zwar eine Frau und
drei Männer, ſind in der ſtädtiſchen Klinik in
Nord=
hauſen untergebracht, ſechs weitere in der
Gold=
mannſchen Privatklinik, die reſtlichen ſechs in den
Vereinigten Kliniken. Der Zuſtand ſämtlicher
Ein=
gelieferten iſt den Umſtänden nach gut. Lebensgefahr
beſteht bei keinem.
Erfurt. Die letzten Meldungen von der
Un=
fallſtelle des Zuges der Privatbahn Walkenried—
Braunlage, der, wie berichtet, einen vollbeſetzten
Perſonengroßkraftwagen an einer unüberſichtlichen
Uebergangsſtelle erfaßte, laſſen erkennen, daß die
Zahl der Toten nicht ſo groß iſt, wie man zuerſt
angenommen hatte. Drei Perſonen aus Cramme,
ſowie der Chauffeur des Autobuſſes wurden getötet.
Sämtliche anderen Inſaſſen des Kraftwagens, etwa
40 Perſonen, erlitten mehr oder minder erhebliche
Verletzungen, doch konnte die genaue Zahl der
Schwerverletzten noch nicht feſtgeſtellt werden. Der
Autobus wurde vollſtändig zertrümmert, die
Loko=
motive des Perſonenzuges ſtürzte um. Von dem
Zug=
perſonal, wurde niemand verletzt.
Eröffnung der durchgehenden Murgtalbahn.
Karlsruhe. In Anweſenheit einer großen
Zahl prominenter Gäſte aus Baden und
Württem=
berg wurde geſtern vormittag mit einem feierlichen
Akt die Teilſtrecke, Raumünzach-Kloſter Reichenbach
der Murgtalbahn eröfnet und dem öffentlichen
Be=
trieb übergeben, und damit das ſeit vielen Jahren
der Ausführung harrende Projekt der durchgehenden
Murgtalbahn von Raſtatt bis Freudenſtadt (
Würt=
temberg) verwirklicht. Die neue Bahn, die in
ſüd=
öſtlicher Richtung nunmehr den Schwarzwald in
ſeinem nördlichen Teil überquert, gehört zu ihrem
kleineren Teil zum Karlsruher, zum größeren Teil
zum Stuttgarter Reichsbahndirektionsbezirk und
er=
ſchließt eine reizende Landſchaft nunmehr dem
allge=
meinen Verkehr. Auf den einzelnen Stationen der
neuen, 15 Kilometer langen Teilſtrecke waren die
Bahnhöfe feſtlich geſchmückt. Die Bevölkerung war
zahlreich vertreten, und überall fanden Begrüßungen
durch den Bürgermeiſter; bzw. den Schultheiß ſtatt.
Bei dem gemeinſamen Mittageſſen ſprachen u. a. die
Präſidenten der Reichsbahndirektionen Stuttgart
und Karlsruhe, Dr. Siegel und Frhr. v. Eltz=
Rübe=
nach über die Bedeutung bzw. die Geſchichte der
nelten Linie und ihre wirtſchaftlichen Ausſichten.
Ausſtellung „Das deutſche Porzellan”
Wiesbaden.
Die Sonderſchau „Vaſe und Bluwe” im großen
Ehrenhof wurde eröffnet und zeigte in gemeinſamer
Zuſammenarbeit der Ausſtellungsleitung mit dem
Verband der Blumengeſchäftsinhaber Wiesbadens
bis zu welcher künſtleriſchen Höhe die Bindekunſt
ge=
ſtiegen iſt. Der Anſchauungsunterricht, den die
Aus=
ſtellung „Das deutſche Porzellan” allen Volkskreiſen
zu erteilen in der Lage war, wird hoffentlich in den
nächſten Monaten ſeine Früchte tragen, ſo daß
Por=
zellan nicht nur ein Modeartikel, ſondern eine neu
gewonnene, wertvolle Ergänzung des Haushaltes
bleibt. Die letzten drei Tage iſt die Ausſtellung
durchgehend von 9 bis 7 Uhr geöffnet. Wertvolle
Beſucherprämien ſtehen noch zur Verteilung bereit.
Endgültiger Schluß der Ausſtellung Sonntag abend
7 Uhr.
Der Ex=König von Bulgarien
in Berlin.
Ex=König Ferdinand von Bulgarien
iſt zu einem längeren Aufenthalt in Berlin einge
troffen. Der 68jährige ehemalige Regent, der 188
bis 1918 regiert hat und im Weltkriege ein treuer
Bundesgenoſſe der Mittelmächte war, widmet ſid
ſeit ſeiner Abdankung natuvwiſſenſchaftlichen
Stu=
dien. König Ferdinand, ein gebovener Prinz von
Sachſen=Coburg=Gotha, war in erſter Ehe mit einer
Prinzeſſin von Parma, und in zweiter Ehe mi
einer Prinzeſſin von Reuß vermählt. Sein Sohl
Boris iſt ſeit 1918 König von Bulgarien. Unſer Bi
ßeigt den Ex=König mit ſeinem Sekretär auf einen
Spaziergang Unter den Linden.
Eine Verfaſſungsplakette für den Sport.
Vorder= und Rückſeite der neuen Verfaſſungsplakette.
Mit Genehmigung des Reichspräſidenten wird in Zukunft bei größeren zur Feier des
Verfaſſungs=
tages ſtattfindenden ſportlichen Wettkämpfen eine auf den Verfaſſungstag hinweiſende Plakette
verliehen werden.
Das größte Flugboot der Welt.
Der Rumpf des größten Flugbootes wird in Berlin durch Krane aufs Schiff gebracht.
Die Rohrbach=Werke haben im Auftrag der Deutſchen Lufthanſa ein Spezial=Transozeanflugzeug
erbaut, das in ſeinen Ausmaßen, alle bisherigen Waſſerflugzeuge übertrifft. Der dreimotorige
Apparat „Rohrbach=Romar” verfügt über 2400 PS und hat bei einem Brennſtoff=
Faſſungs=
vermögen von 8000 Litern einen Aktions=Radius von 4000 Kilometern. Das gewaltige Flugboot
wurde im Berliner Weſthafen verladen und per Schiff nach Travemünde transportiert, wo es
eingeflogen wird.
Wieder ein Schieberneſt ausgehoben.
Saarbrücken. In der Schieberaffäre
Wie=
mer—Strottkamp u. Gen. wurde von der Polizei in
Scheidt ein großes geheimes Warenlager entdeckt.
Der Inhaber des Lagers, ein penſionierter
Loko=
motivführer, wurde verhaftet. Zwei große
Fünf=
tonnen=Laſtwagen mit Waren wurden von der
Poli=
zei ſichergeſtellt. Darunter befinden ſich
Wertgegen=
ſtände verſchiedenſter Art, ſo wertvolle Meßgeräte,
goldene Kelche und Monſtranzen, von denen eine
allein eien Wert von 60 000 Franken hat, ferner
antike Möbel, Radioapparate, Lederkoffer,
Jagdge=
wehre, Jagdinſtrumente uſw.
Schweres Autvunglück zwiſchen Duisburg
und Düſſeldorf.
Düſſeldorf. Ein ſchweres Autounglück hat
ſich in der Nacht zum Donnerstag auf der
Land=
ſtraße von Duisburg nach Düſſeldorf ereignet, wo
ein mit fünf Perſonen beſetzter Kraftwagen einer
Fahrſchule gegen einen Baum fuhr. Bei dem
An=
prall wurden zwei Inſaſſen des Wagens getötet und
zwei verletzt. Das Unglück ſoll dadurch hervorgerufen
worden ſein, daß ein entgegenkommender
Perſonen=
wagen plötzlich den Scheinwerfer einſchaltete,
wo=
durch der Führer geblendet wurde.
Schweres Bauunglück.
Leipzig. Beim Neubau eines Keſſelhauſes
auf der Kohlengrube der Deutſchen Erdöl=A.=G.
Regis=Breitingen ereignete ſich am Mittwoch
nach=
mittag ein ſchweres Bauunglück. Beim Hochwinden
eines mehrere Tonnen wiegenden eiſernen
Dachbin=
ders knickte der Ausleger des Krans und riß einen
Eiſenträger in die Tiefe, wodurch ein Holzgerüſt zum
Einſturz gebracht wurde. Unter den Trümmern
wur=
den zwei Bauarbeiter begraben, die ſchwere
Ver=
letzungen erlitten. Einer der Verletzten iſt in der
Nacht zum Donnerstag geſtorben.
Friſeurſtreik in Kattowitz.
Kattowitz. Seit Mittwoch nachmittag ſind
die Friſeugehilfen von Groß=Kattowitz wegen
Mei=
nungsverſchiedenheiten mit ihren Arbeitgebern über
die Regelung der Sonntagsruhe in den
General=
ſtreik getreten. Das geſtellte Aushilfsperſonal hat
ſich teilweiſe den ſtreikenden Gehilfen angeſchloſſen.
Die ſtreikenden Friſeurgehilfen haben ihrerſeits
ſo=
genannte fliegende Friſeurſtüben in Kattowitz
auf=
gemacht, woſelbſt die Bedienung der Kunden
koſten=
los erfolgen ſoll.
Rieſenbrand in Brandenburg (Havel).
Berlin. Geſtern morgen iſt, der „B. Z. a.
M.” zufolge, die Holzbearbeitungsfabrik von Auguſt
Raſchig in Brandenburg a. d. Havel mit allen
Vorräten vollſtändig niedergebrannt. Der Schaden
beträgt mehrere hunderttauſend Mauk.
Der Brand im Hamburger Hafen.
Hamburg. Den ſchwierigen Arbeiten der
Feuerwehr und einer ſachverſtändigen Privatfirma
gelang es, den Brand des Baumwollagers am
Eller=
holzdamm im Hamburger Freihafen am Donnerstag
abend, alſo nach 32ſtündiger Arbeit, auf ſeinen Herd
zu beſchränken. Ein Einſtürzen der Brandmauer
und ein Uebergreifen des Feuers auf den daneben
liegenden Schuppen iſt nicht mehr zu befürchten Auf
der eigentlichen Brandſtätte brennen die
Baumwoll=
ballen noch recht lebhaft. Den ganzen Tag hindurch
wurde am Donnerstag durch elf Rohre Waſſer
ge=
geben. Die Feuerwehr glaubt, daß ſie für die
voll=
ſtändige Beſeitigung des Feuers vier Wochen tätig
ſein muß.
Munitionsexploſion im Hafen von Antwerpen.
Brüſſel. Im Hafen von Andwerpen riß die
Kette eines Hebebaumes, mit Hilfe deſſen
Patronen=
kiſten auf ein Schiff verladen wurden. Einige Kiſten
fielen in den Lagerraum des Schiffes. Die
verur=
ſachte Exploſion verletzte neun Arbeiter ſchwer. Zur
Löſchung des entſtandenen Feuers mußte die
Feuer=
wehr herangeholt werden.
Schwerer Unfall bei einer Artillerieſchießübung.
Paris. Wie aus Blois gemeldet wird, ſind
bei einem Uebungsflug zwei Militärflugzeuge in
der Nähe von Saint Aignon in der Luft
zuſammen=
geſtoßen und abgeſtürzt. Der Pilot des einen, deſſen
Fallſchirm gbriß, wurde getötet.
Flugzeugunfälle.
Mailand. In der Nähe des Flugfeldes von
Bergamo iſt ein Militärapparat infolge eines
fal=
ſchen Manövers abgeſtürzt. Der Pilot war ſofort
tot. — Im Hafen von Spezia ſtürzte ein
Waſſer=
flugzeug mit einem Fliegerleutnant, einem
Beobach=
ter=Offizier und einem Radiotelegraphiſten ins Meer
und ging mit allen drei Mann unter.
Zuſammenſtoß zweier franzöſiſcher Flugzeuge.
Budapeſt. Auf dem Schießplatz Hajmaſer
erplodierte während einer Artillerieſchießübung eine
Granate. Dabei wurden der Generalmajor Cſoegey
getötet, ein Feldmarſchalleutnant und ein Oberſt,
ſo=
wie mehrere Offiziere verwundet.
neiro mußte die Straßenbahn zwiſchen
und Rio de Janeiro den Verkehr einſtell
infolge einer Fahrpreiserhöhung erbitter
menge die Wagen ſtürmte und das Vert
gebäude mit Steinen bewavf. 18 Straßenba
ein Kohlendepot und mehrere Gebäude wu
der Menge niedergebrannt. Die Geſellſ
von Regierungsſeite vorher gewarnt wor
ungerechte Fahypreiserhöhung vorzunehmer
Die Hitzwelle.
Ueber Frankreich.
Paris. Auch Frankreich wird augenblicklich von
einer Hitzewelle heimgeſucht, deren Ende nach den
Vorausſagen der Wetterwarten noch nicht abzuſehen
iſt. In Paris ſtieg das Thermometer am
Donners=
tag auf 30 bis 32 Grad im Schatten. In
Südfrank=
reich wurden ſogar 35 Grad gemeſſen. Die
Trocken=
heit hat in verſchiedenen Landesteilen der
Landwirt=
ſchaft großen Schaden zugefügt. Der Doubs iſt
aus=
getrocknet. Zahlreiche Induſtrie=Unternehmungen, die
durch das Waſſer dieſes Fluſſes geſpeiſt wurden,
mußten den Betrieb einſchränken. An verſchiedenen
Orten macht ſich auch Trinkwaſſermangel bemerkbar.
Am Niederrhein.
Düſſeldorf. In der niederrheiniſchen
Tief=
ebene wurden am Donnerstag 30 bis 32 Grad im
Schatten gemeſſen, während das Thermometer in der
Sonne bis zu 55 Grad Celſius anſtieg.
In Berlin.
Berlin. In Berlin herrſchten geſtern mittag
35 Grad Celſius im Schatten.
Zum Verſchwinden des Bankiers
Löwenſtein.
EP. London, 12. Juli.
Die Todesurſache des Bankiers Löwenſtein wurde
am Donnerstag von dem Leiter der engliſchen
Luft=
fahrtunfallkommiſſion, Major Cooper, nachgeprüft.
Major Cooper verſuchte, in dem Löwenſteinſchen
Flugzeug während der Fahrt die Tür zu öffnen.
Zuerſt mißlang der Verſuch. Bei dem Verſuche, ſich
gegen die Tür zu werfen, öffnete ſich dieſe um zirka
15 Zentimeter, um alsdann ſofort den Mann in die
Kabine zurückzuſchleudern. Ein offizieller Bericht
von Major Cooper iſt noch nicht herausgegeben.
Im=
merhin ſcheinen die Verſuche bereits erwieſen zu
haben, daß ein zufälliges Herausfallen aus dem
Flugzeug ſo gut wie ausgeſchloſſen zu betrachten iſt.
Kino=Einſturz in Coneo.
Turin. In Coneo iſt ein Kino eingeſtürzt.
Dabei wurden 12 Perſonen verſchüttet. Bisher
konnte nur eine Leiche geborgen werden. Die
ita=
lieniſche Königin begab ſich an die Unglücksſtelle.
Weitere Einzelheiten fehlen noch.
Wie der „Lok.=Anz.” aus Rom zum Kinoeinſturz
in Coneo ergänzend meldet, handelt es ſich um ein
im Bau befindliches Kinotheater. Eine große Zahl
Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben,
da=
von konnten erſt 15 geborgen werden. Bisher ſind
vier Menſchenleben zu beklagen".
*Die „ſelige Inſe!”
des Ehepaares Dodge.
(a) NewYork. Zwar hat ſich Meiſter Böcklin
die „Inſel der Seligen” ein klein wenig anders
vor=
geſtellt als das Bild, welches das Rieſengut des
Dodgeſchen Ehepaares bei New York zeigt, doch ſind
die Geſchmäcker ſchließlich verſchieden und
insbeſon=
dere Dollarmilliardären kann man es nicht verbieten,
auf ihre ausgefallenſte Weiſe ſelig zu werden. Der
Beſitz des Miſter Hartley Dodge und ſeiner Ehefrau
Geraldine Rockefeller=Dodge weiſt die anſehnliche
Größe von viertauſend Morgen auf und bildete
ſeinerzeit außer einer Barmitgift von 150 Millionen
Dollar das Hochzeitsgeſchenk des alten John D.
Rockefeller an ſeinen Schwiegerſohn. Der ſelbſt
ver=
dient auch gut ſeine zehn Millionen im Jahr, das
Ehepaar kann alſo ganz anſtändig „auskommen”.
Mit dem Gelde wohl, „ſonſt” aber nicht gerade
vor=
bildlich. Es handelte ſich nämlich nicht etwa um eine
Liebesheirat, ſondern von jeher nur um eine
In=
tereſſengemeinſchaft. Dementſprechend wurde da der
Deviſe „Er geht rechts, ſie geht links, das iſt
prak=
tiſch allerdings” weiteſtgehend Rechnung getragen:
die gnädige Frau hauſt in einem kleinen Schlößchen
(„nur” dreißig Räume und etwa fünfzehnköpfiges
Dienſtperſonal) am Südende des Rieſengutes,
wäh=
rend ihr Mann und Gebieter im „Weſten”, ein noch
„beſcheideneres”, Landhaus bewohnt. Von einem
geſellſchaftlichen oder gar intimen Verkehr zwiſchen
Mann und Frau kann man nicht gut ſprechen: ſie
ſehen einander meiſt nur jährlich einmal. Aus
An=
laß der großen Hundeausſtellung, die die rührige
Geraldine veranſtaltet und zu der auch ihr Mann
eingeladen wird. Die Hundeausſtellung iſt die
„große Gelegenheit”, wo ſich die Mitglieder der
„Society”, der Finanzariſtokratie der U. S.A., zu der
„Plebs”, dem „göttlichen Volke” herablaſſen: an
dieſem — aber nur an dieſem — Tage ſpielt die
Abſtammung der Ausſteller keine Rolle, nur die der
Hunde. Die Dodge=Rockefellerſche jährliche
Muſter=
ſchau der kleinen Vierbeiner iſt ein weit wichtigeres
Ereignis für die Hundeliebhaber als irgendein
Na=
tionalfeiertag im alten Europa. Lange Eiſenbahn=
und Flugzeugreiſen werden gemacht, um an der
„edlen Hundepatroneſſe” Feſtmahl teilnehmen zu
können: da können nur Inhaber von ausgezeichneten
Tieren zu einer Einladung gelangen. Das Frühſtück
koſtet etwa 10 000 Dollar und es gibt mindeſtens
zehntauſend Bürger in den Staaten, welche die
Ein=
ladung zu der Mahlzeit auf der neuzeitlichen „Inſel
der Seligen” reſtlos ſelig macht. Wie geſagt, die
Geſchmäcker ſind eben ganz verſchieden ...
(a) NewYork. Amerika hat bereits ſeit
län=
gerer Zeit den „Televox” — den Maſchinenmenſchen.
Nun beſitzt es auch einen maſchinellen Detektiv. De=
Pfarrer der hieſigen römiſch=katholiſchen Kirche zum
hlg. Joſeph, Michael Morris, beklagte ſich ſeit
län=
gerer Zeit bei der Polizei, daß die Armen=Büchſen
der Kirche von Unbekannten regelmäßig ihres
In=
halts beraubt würden, ohne daß es gelänge, der Diebe
habhaft zu werden. Da hatte der Kriminalkommiſſar
Hiſſey einen glänzenden Einfall. Er brachte an eine
der Büchſen unauffällig einen kleinen
photographi=
ſchen Apparat mit mechaniſcher Auslöſung an, der
mit einer Blitzlichteinrichtung verbunden war und
in den Abendſtunden eingeſchaltet wurde. Mit Hilfe
dieſes Apparates gelang es tatzſächlich, den Räuber
ausfindig zu machen und ihn ſeiner Tat zu
über=
führen. Man prophezeit dem Hiſſeyſchen
Maſchinen=
detektiv eine große Zukunft, aber nur in New
York. Denn in Chicago z. B. iſt heute ſchon jeder
beſſere Verbrecher maskiert.
Nummer 194
Samstag, den 14. Juli 1928
Geite 11
Die deutſchen Schwimm=Meiſterſchaften in Berlin.
Berges Deutſcher Meiſier über 400 Meter. — Glänzende Leiſiungen auf der ganzen Linie.
Neuer Damen=Rücken=Rekord von Fräulein Rehborn.
Von unſerem zu den Meiſterſchaften entſandten Sonderberichterſtatter.
Berlin, 13. Juli.
Drückende Hitze lag über dem Deutſchen Stadion in Berlin=
Grune=
wald, als der erſte Startſchuß am Freitag nachmittag 4 Uhr den
Be=
ginn der deutſchen Schwimmeiſterſchaften verkündete. Das 39.
Verbands=
feſt des Deutſchen Schwimmverbands, verbunden mit den
Ausſcheidungs=
kämpfen für die Olympiſchen Spiele in Amſterdam hatte begonnen.
Aus einem beſonderen Anlaß hatte man nach vier Jahren ſchon wieder
das Verbandsfeſt nach der Reichshauptſtadt verlegt. Der Veranſtalter
der Meiſterſchaften, der Berliner Schwimmverein von 1878, feiert in
dieſem Jahr ſein 50jähriges Beſtehen. Man hatte richtig erkannt, daß
ein ſo wichtiges Jubiläum des älteſten deutſchen Schwimmvereins keine
reine Vereinsſache, ſondern eine Angelegenheit des ganzen Deutſchen
Schwimmverbands iſt.
Dieſes Vevbandsfeſt nimmt eine Sonderſtellung ein, gilt es doch
nicht nur die Beſten des Reiches feſtzuſtellen, ſondern auch die
Teil=
nehmer für die Olympiſchen Spiele. Schon das überaus ſtarke
Melde=
ergebnis läßt die große Bedeutung des Feſtes erkennen. Es hatte ſich
ngtürlich im Stadion alles eingefunden, was irgendwie Anſpruch darauf
erhebt, ſich für die Kämpfe in Amſterdam zu qualifizieren.
Den glänzenden Auftakt der ganzen Veranſtaltung bildete die
Grundſteinlegung des Deutſchen Sportforums, die bereits mittags um
1 Uhr unter der ſtarken Teilnahme der Behörden und der
Verbands=
vereine ſtattfand. Um 4 Uhr nahmen dann die ſportlichen Kämpfe ihren
Anfang. Bereits am erſten Tag kam es in allen Rennen zu erbitterten
Kämpfen die ſehr gute Leiſtungen zeugten. Als glücklicher Gedanke
er=
wies es ſich, daß man die alte 100=Meter=Bahn des Deutſchen Stadion
in eine moderne 50=Meter=Bahn umgewandelt hatte. Wer von den nicht
allzu zahlreich erſchienenen Zuſchauern in der Hoffnung gekommen war,
Senſationen zu erleben, kam vollkommen auf ſeine Koſten.
Die größte Ueberraſchung bildete wohl der einwandfreie überlegene
Sieg des Darmſtädter Berges, Jung=Deutſchland, über den Meiſter und
Rekordmann Heinrich=Leipzig. Berges, den viele aus guten Gründen
im Winter für erledigt hielten, vollbrachte mit dieſem Sieg eine
hewvor=
ragende Leiſtung und ſchwamm mit 5:17,2 Minuten einen neuen Frei=
Waſſer=Rekord. Als er bei 200 Meter mit Heinrich gleich endete, war
das Rennen für ihn gewonnen. Inzwiſchen legte er mit knappem
Vor=
ſprung die nächſten 150 Meter zurück und machte dann einen Endſpurt,
dem Heinrich nicht mehr gewachſen war. Eine ſehr gute Leiſtung in
dieſem Rennen zeigte noch Handſchuhmacher=Dortmund, der faſt zu
Hein=
rich auflief. Damit läuft der hiſtoriſche Verbandswandeppreis, den
Hein=
rich dieſes Jahr endgültig gewonnen hätte, und der ſchon B Jahre heiß
umſtritten wird, weiter.
Einen neuen deutſchen Rekord beſcherte dem Deutſchen
Schwimm=
verband Frl. Anny Rehborn=Bochum im Damen=Rücken=Schwimmen
über 100 Meter in 1:28,6 Minuten. Sie verbeſſerte dadurch ihren eigenen
Rekord um 0,6 Sek.
In glänzender Verfaſſung kamen die Magdeburger Hellenen an den
Start. Sie gewannen in ſehr guter Zeit die 4mal 100 Meter
Lagen=
ſtaffel und die 4mal 200 Meter Bruſtſtaffel. In der Lagenſtaffel brachten
ſie ihre 2. Mannſchaft außerdem noch auf den zweiten Platz. Während
die Lagenſtaffel eine überlegene Sache für Hellas waren, hatten ſie in
der Bruſtſtaffel hart zu kämpfen. Erſt Rademacher konnte durch ſeinen
bekannten Endſpurt gegen den S.=V. Göttingen und Poſeidon=Leipzig
den Sieg ſicherſtellen.
Die Seitenmeiſterſchaft über 100 Meter fiel an den früheren Meiſter
Dahlem=Breslau in 1:12,8 Min., vor Günther=Gelſenkirchen. Eine
Ueberraſchung war auch der 3. Platz von Wattrin=Mainz.
Herren: 4mal 100 Meter Lagenſtaffel: 1. Hellas Magdeburg (E.
Rademacher, Uſchmann, Schumburg, Gebert) 4:55,8 Min. 2. Hellas
Magdeburg, 2. Mannſchaft, 5:04,6 Min. 3. Poſeidon Köln, 5:09,4 Min.
4. Bahern 07. Nürnberg.
400 Meter Freiſtilſchwimmen: 1. Berges=Darmſtadt, 5:17,2 Min.
2. Heinrich=Leipzig, 5:25,4 Min. 3. W. Handſchuhmacher=Domtmund,
3:26,3 Min.
100 Meter Seitenſchwimmen: 1. R. Dahlem=Breslau, 1:12,8 Min.
2. E. Günther=Gelſenkirchen, 1:14,4 Min. 3. G. Wattrin=Mainz, 1:16
Minuten.
4mal 200 Meter Bruſtſtaffel: 1. Hellas=Magdeburg (Joachim
Rade=
macher, Heinz Kummert, Erich Rademacher) 12:07,2 Min. 2 „Göppingen
04, 12:15,8 Min. 3. Poſeidon Leipzig.
Damen: 100 Meter Rückenſchwimmen: 1. Anny Rehborn=Bochum,
1:B8,6 Min. 2. Weſtkott=Elberfeld, 1:35,6 Min. 3. A. Wilke=Oberhauſen,
1:36,4 Min.
Kunſtſpringen: 1. SöhngenBremen. 2. Meudtner=Neukölln.
3. Borgs=Düſſeldorf
400 Meter Freiſtilſchwimmen: 1. Schönemann=Dresden, 6:16,4 Min.
2. R. Erkens=Oberhauſen, 6:26,8 Min, 3. L. Lehmann=Dresden 6:42,8
Minuten.
3mal 100 Meter Lagenſtaffel: 1. Germania 94 Berlin (
Zimmer=
mann, Teſſel, Braun), 4:35 Min. 2. Amateur S. C. Oberhauſen, 4:37,6
Min. 3. Nixe Charlottenburg 4:39,2 Minuten.
Die Damen von „Jung=Deutſchland” ſind den
Holländern überlegen.
Die Jugend gewinnt die Lagen= und Freiſtilſtaffeln.
Geſtern abend war die Jugend von Poſeidon Köln, die ſich auf
einer Wanderung durch Süddeutſchland befindet, bei Jung=Deutſchland
zu Gaſt. Gleichzeitig hatten die Damen von Jung=Deutſchland die
Da=
umen des Haagſchen Zwem en Poloelub zu einem Schwimmwettkampf
ein=
ggeladen. Das reichhaltige Programm, das aus einer Reihe Staffeln,
FEinzelkämpfen und zwei Waſſerhallſpielen ſich zuſommenſetzte, verlief,
machdem es erſt einmal in Gang kam, ohne Stockung. Aber durch das
wevſätete Anfangen kam man mit dem letzten Waſſerballſpiel in die
DDunkelheit, was hätte vermieden werden können. Damit ſetzte man
ſdas Publikum auf eine harte Probe. Außerdem dürſte es ſich immer
gempfehlen, nicht nur den Kampf anzuſagen, ſondern auch das Ergebnis
— auch die Zeiten — bekannt zu geben. Oder ſollten wir das überhört
Baben?
Trotzdem Jung=Deutſchland zweifellos im Schwimmſport eine
füh=
wende Rolle ſpielt, und das Intereſſe am Schwimmen in Darmſtadt
all=
gemein iſt, hatten ſich bedauerlicherweiſe nur wenige Hundert Zuſchauer
geingefunden.
Sportlich war die Veranſtaltung keine Spitzenleiſtung — ſollte es
auch nicht ſein — und doch ein Genuß, insbeſondere die Staffeln, die
mnerkwürdigerweiſe das Publikum anſcheinend ziemlich unberührt ließen.
Erſt beim Waſſerball taute man auf. Alle Staffeln zeigten, daß Jung=
DDeutſchlands Stärke erfreulicherweiſe im Freiſtil liegt, auch das günſtige
AAbſchneiden in den Lagenſtaffeln iſt daraus zu erklären. Dagegen
domi=
mrierte Poſeidon, das, wie erwartet, der Jugend von Jung=Deutſchland
Welegenheit gab, ſich im Hampfe zu erproben, im Bruſtſchwimmen.
Die Damen aus Holland werden gemerkt haben, welch ſportlicher
Weiſt bei uns in Deutſchland herrſcht und wie man die Gaſtfreundſchaft
Bu pflegen verſteht. Sie ſelbſt hintenließen den denkbar beſten Eindruck.
SSportlich waren ſie keine Elite — vielleicht gibts das, abgeſehen von
Sinigen Rekordſchwimmerinnen in Amſterdom, auch gar nicht in
Hol=
land —, aber ſicher guter Durchſchnitt. Mit dieſer Feſtſtellung ſoll
kei=
meswegs die Leiſtung unſerer Darmſtädter Damen herabgeſetzt ſein. Sie
Saben ſich bvav geſchlagen und ſich Reſpekt im Ausland verſchafft. Wir
Satten von den holländiſchen Damen mehr ewwartet. Unübertrefflich
ſind die Holländerinnen im Figurenlegen. Lautlos, ohne Kommando,
whne jede überflüſſige Bewegung mit außerordentlichem Verſtande für
Symmetrie entwickelt ſich eine Figur aus oder nach der andern, als wenn
Sas ganz ſelbſtverſtändlich wäre. Eine nachahwenswerte Kunſt.
Zwei Waſſerballſpiele beſchloſſen die Veranſtaltung. Zunächſt ſtan=
Sen ſich in einem Verbandswaſſerballſpiel der 4=Klaſſe die 1. Mannſchaft
won Hellas Hangr und die 2. von Jung=Deutſchland gegenüber. Der
Sieg Jung=Deutſchlands ſtand wie außer Zweifel. Es gewann über=
Uegen 4:0. Bei Halbzeit ſtand das Spiel 2:0.
Das gleiche Endergebnis hatte das Spiel zwiſchen den
Jugendmann=
ſchaften von Poſeidon Köln und Jung=Deutſchland. Das Spiel fiel in
Die Dunkelheit. Außerdem zeigte es ſo manchen Fehler, der für Spielr
won Anfängern charakteriſtiſch iſt. Man Uebte wie die Kletten, ſo daß
Das Geraufe um den Ball kein Ende fand. Nach langem Abmühen
Tonnte Darmſtadt Ende der erſten Halbzeit in Führung gehen. Die
meſtlichen drei Tove fielen in der zweiten Halbzeit in regelmäßigen
Ab=
ſſtänden.
1. Bruſtſtaffel, 10X50 Meter (Jugend): 1. Poſeidon Köln 7,9.2;
77.10 (Kontrollzeit); 2. Jung=Deutſchland 7,17.6.
2. Damen=Lagenſtaffel, 3X50 Meter: 1. Jung=Deutſchland, 1. Mann=
Bhaft, 2,13,8; 2. Holland 2,15; 3. Jung=Deutſchland, 2. Manmſchaft, 2,21.
3. Lagenſtaffel, 6X50 Meter (Jugenb): 1. Jung=Deutſchland 4,8.2:
2. Poſeidon Köln 4,16.3.
4. Figurenliegen der Damen des Haagſchen Zwem en Poloelub.
5. Damen=Freiſtilſchwimmen, 100 Meter: 1. Wallhäußer, Jung=
Deutſchland, 1,33.8; 2. Schontems, Holland, 1,42.1.
6. Bruſtſtaffel, 5X100 Meter (Jugenb): 1. Poſeidon Köln 7,46;
2. Jug=Deutſchland Darmſtadt 8,11.2.
7. Damen=Rückenſchwimmen, 50 Meter: 1. Hedi Honkes, Brielsma
(Holland) 47,2; 2. Lilo Müller, Jung=Deutſchland Darmſtadt 47,3;
3. Hilde Müller, Jung=Deutſchland Darmſtadt 47,4.
8. Damen=Freiſtilſtaffel, 450 Meter: 1. Jung=eutſchland, 1.
Mannſchaft, 2,3,8; 2. Holland 28; 3. Jung=Deutſchland, 2. Mannſchaft,
2,12.1.
9. Freiſtilſtaffel, 10X50 Meter (Jugend): 1. Jung=Deutſchland
Darmſtadt 6,4.8: 2. Poſeidon Kölm 6,8.4.
Leichtathletik.
5. Nationale Jugend=Wettkämpfe des
Sport=
vereins Darmſtadt 1898.
In Ergänzung der Meldeliſte iſt noch mitzuteilen, daß Eintracht
Frankfurt a. M. und die Sportvereinigung Arheilgen noch
nachgemel=
det haben. Nach Schluß dar Meldeliſte ſtellt ſich die
Zahlder Teilnehmer auf annähernd 300. Um zu
demon=
ſtrieren, wie ernſt es ein großer Teil unſerer ſüddeutſchen Vereine mit
der Jugendpflege nimmt, iſt darauf hinzuweiſen, das der V.f.B.
Stutt=
gart und die Kickers Stuttgart je 20 Teilnehmer entſenden. Auch
der V.f.R. Mannheim hat die gleiche Zahl gemeldet, während 1880
München mit 10 Jugendlichen die Reiſe nach Darmſtadt antritt. Daß
die Frankfurter Vereine und der Platzverein hinter dieſer
Teilnahme=
freudigkeit nicht zurückſtehen werden, iſt ſelbſtverſtändlich. Um eine
reibungsloſe Abwicklung der nachmittags um 3 Uhr beginnenden
Ent=
ſcheidungskämpfe zu erreichen, werden Vor= und Zwiſchenkämpfe am
Vormittag ab 10 Uhr durchgeführt.
Daß der worgige Sonntag ein Tag der Jugend wird, iſt
uſer aller Hoffnung. Möge die geſamte Darmſtädter
Jugend, die zu der Veranſtaltung freien Eintritt
hat, ſich auf dem Platze am Böllenfalltor einfinden,
um ihre Altersgenoſſen im ſportlichen Wettkampf zu ſehen und
Ge=
fallen zur Nacheiferung an unſerer Art ſportlicher Betätigung zu
fin=
den. An alle Aelteren ergeht nochmals die Bitte, ebenfalls durch ihre
Anweſenheit die Veranſtaltung zu unterſtützen; der Eintrittspreis iſt
derart niedrig gehalten, daß jeder, der Intereſſe für unſere Jugend
hat, kommen kann.
Fußball.
F. C. Union.
Am kommenden Sonntage, den 15. Juli 1928, erwartet die
Liga=
mannſchaft die gleiche Elf des Sportvereins Mainz=Koſtheim. Das
Spiel beginnt um 15,30 Uhr. Es wird zweifellos unterhaltend, da
Uinion an Spielſtärke nichts eingebüßt hat, wenn ſie auch im letzten
Samstagſpiel 3:1 gegen Sprendlingen verlor; denn dieſes Reſultat
wurde ſtark beeinflußt von der Hitze und dem Umſtand, daß mehrere
Spieler direkt von der Arbeit ins Spiel gingen. — Vorausgehend um
14 Uhr tritt die Liggerſatzmannſchad gegen die 1. Elf des
Fußball=
dereins Germania Auerbach auf delr Sportplatz an der Heidelberger
Srriße an.
Sportklub „Haſſia 1913‟ Dieburg.
Ebenſo wie für die Ausgeſtaltung für den Kommers am Samstag
ahend, hat ſich der Klub bemiht, auch das ſportliche Programm am 15.
Juli zu einem außergewöhnlichen Ereignis werden zu laſſen. Das
Samstag=Abendſpiel gegen Noßdorf wird ein würdiger Auftakt zu den
ſportlichen Veranſtaltungen geben. Zu dieſem Spiel wird die Haſſia=
Elf in etwas veränderter Auſſtellung antreten, ſo daß die Gewähr für
ein ausgeglichenes Spiel gegeben iſt. Der Start zum Werbelauf wird
erſt um 7 Uhr auf dem Ma ienplatz erfolgen
Das Hauptintereſſe dürfte jedoch das Jubiläumsſpiel der beiden
verſtärkten Liaa=Reſerven Mannheim=Waldhof und Fußballſporwerein
Frankfurt a. M. finden. Jedenfalls iſt für Sonntag die Gewähr für
ein Werbeſpiel gegeben, wie es bisher in Dieburg inbezug auf
Voll=
kommenheit im Fußballſpiel noch nicht gezeigt werden konnte. Ein
nicht minderes Intereſſe ſollte auch das Treffen der 1. Haſſia=Elf gegen
die Liga der Viktoria Griesheim finden. In Anbetracht der in letzter
Zeit erzielten großen Erfolg:, iſt auch hier mit einem vorzüglichen Sport
zu rechnen.
Die zweite Mannſchaft mißt ihre Kräfte mit der 1. Elf des SpV.
1913 König, die in der B=Klaſſe eine ſehr gute Rolle geſpielt hat. Bei
den vorzüglichen Kräften der 2. Mannſchaft ſollte auch dieſes Spiel
ſein Intereſſe ſinden. — Die Jugendſpiele mit der Viktoria=
Aſchaffen=
burg wurden leider vom Verband (infolge des Juli=Spielverbots)
unter=
ſagt; jedoch wird hierfür vom Verein, ſoweit möglich, entſprechende
Ainderung getroffen.
Möge die Veranſtaltung dazu dienen dem Sportgedanken neue
Anhänger zuzuführen, und die Einwohner durch einen zahlreichen
Be=
ſuch beweiſen, daß das Intereſſe für den Sport im allgemeinen
weiter=
hin im Erſtarken iſt.
Pferdeſport.
Mißglückter Renntag im Grunewald.
Wieder deutſcher Sieg im internationalen Rennen.
Es iſt betrüblich, wenn eine gute Sache wenig Verſtändnis findet.
Am Freitag fand der vorletzte internationale Renntag im Grunewald
zwar anſprechenden Publikumserfolg, aber die ſportliche Ausbeute litt
unter einer unverſtändlichen Zurückhaltung der Ställe. Allerdings
waren die Befürchtungen für die Beine der Pferde berechtigt, da die
Sonne unbarmherzig das Geläuf ausgedörrt hatte, indeſſen verſtärkte
das nur den ſportlichen Mißerfolg. Das Internationale Jagdrennen
war ganz verpfuſcht. Um die 30 000 Mark bewarben ſich vier deutſche
Pferde, ein Engländer, eine polniſche Vollblüterin und ein Tſcheche.
Der 5000=Meter=Kurs ſah ein Opfer nach dem anderen. Maeſtoſo,
Golden Street, Formoſus wurden lahm, Dola kam zu Fall, Battle
Cruifer kam überhaupt nicht zur Geltung, und ſo blieben nur noch
Phyllis und Opanke übrig, die im Ziel durch 8 Längen getrennt waren.
Phyllis gewann zum Schluß ſpielend leicht, der Engländer Golden
Street kam lahm als Dritter ein. Dola ſprang verſpätet ab, überholte
dann das Feld und führte an den Tribünen vorbei. Bei 1500 Meter
war ſie fertig und fiel hin, während Opanke vor Maeſtoſo, Phyllis,
Formoſus und Golden Street die Spitze nahm. Vor dem Gehöftwall
wurde Formoſus angehalten, gleich darauf wollte Maeſkoſo die Spitze
nehmen, brach aber lahm zur Seite. Phhllis kam nun in Front und
hatte ſchon in der Geraden einen überlegenen Vorſprung.
1. Polymelus=Rennen. Für Dreijährige, 2800 Mark. 1600 Meter.
1. M. Sklareks Ferne (H. Zehmiſch), 2. Minna, 3. Klimbim. Ferner
Opium, Eskimo, Muſa. Tot.: 112, Pl. 21, 12:10. ½—1 Länge.
2. Hampton=Rennen. Für Zweijährige, 3900 Mark. 1200 Meter.
1. J. v. Ribbentrops Maximus (E. Huquenin), 2. Palmieri, 3.
Late=
ran. Ferner Falcone. Tot.: 21, Pl. 10, 10:10. 3—4 Längen.
3. Lemberg=Rennen. 5200 Mark, 2000 Meter. 1. Hauptgeſt.
Alte=
felds Askari (E. Huquenin), 2. Princeſſe Mace, 3. Virradat. Tot.:
20:10. 2½—4 Längen.
4. Internationales Jagdrennen. Ehrenpreis und 30 000 Mark,
5000 Meter. 1. v. Bachmahr u. R. Zimmermanns Phyllis (Lt. v.
Götz), 2. Dr. F. Mercks Opanke (Herr v. Moßner), 3. Cast. R. E.
Saſſons Golden Street (J. Hogan), 4. Maeſtoſo (K. Thiel). Ferner
Battle Vruiſer, Dola, Frrmoſus. Tot.: 73, Pl. 17, 34, 20:10. 8
Län=
gen—Weile.
5. Bona Viſta=Rennen. Für Zweijährige, 2800 Mark. 1000 Meter.
1. Stall Halmas Stauffenburg (A. Sajdik), 2. Finnland, 3. Treja.
Ferner Radames, Eiſenhagel. Tot.: 23, Pl. 14, 17:10.
6. Cyllene=Rennen. 3900 Mark, 1800 Meter. 1. Graf Arnims Silo
(E. Grabſch), 2. Atlantis, 3. Himmelgeiſt. Tot.: 15:10. Weile—2 Lg.
7. Doneaſter=Rennen. 6500 Mark, 2600 Meter. 1. N. Haniels La
Margna (E. Grabſch), 2. Cromwell, 3. Jack London. Ferner Avee
Dieux, Vers le Soir, Theokrit, Caro Bube. Tot.: 39, Pl. 18, 62,
40:10. 3—4 Längen,
Herthus Proteſt abgelehnt. Der Proteſt von HerthaſBSC. gegen
die Verlegung des Zwiſchenrundenſpieles Holſtein Kiel — Hertha von
Hamburg nach Kiel iſt durch den Spielausſchuß des Deutſchen Fußball=
Bundes abgelehnt worden.
Deutſche Polizei=Handball=Meiſterſchaft. Im Zwiſchenrundenſpiel
um die Deutſche Polizei=Handball=Meiſterſchaft ſchlug in Dresden die
Mannſchaft von Sachſen die Hamburger Vertretung knapb mit 5:4
(Halbzeit 1:1) Toren.
Oeſterreichs Handball=Meiſter. Die Oeſterreichiſche Handball=Saiſon
iſt jetzt zum Abſchluß gebracht worden. Meiſter wurden bei den Herren
der Floridsdorfer AC., bei den Damen Danubia Wien. Den Pokal
ge=
wann bei den Herren der Wiener SC., bei den Damen Danubia.
Geſchäftliches.
Außerordentlich ergiebig ſind die bekannten Lux=
Seifen=
flocken. Ein Eßlöffel dovon genügt, um mehrere Paar Seidenſtrümpfe,
einen Pullover oder ein Strickkleid leicht und mühelos von Schmutz
und Schweiß zu befreien. Dieſes kleine Quantum Flocken ergibt eine
Schüſſel voll des prächtigen Schaumes, der die zarten Gewebe behutſam
und gründlich reinigt. Es iſt ratſam empfindliche Wäſche öſter zu
waſchen. Mit den milden feinen Lux=Seifenflocken der Sunlicht=
Geſelle=
ſchaft Mannheim iſt dies leicht, denn ſie machen jedes Reiben überflüſſig
und verleihen den Farben neuen Glanz.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 14. Juli. 13: Schallpiatten. O 15.30: Aus dem
deutſchen Liederkranze. Werke von Schubert. Ausf.: Elizabeth
Dyſſon (Geſang), Ch. L. Thomas (Orgel), Heinr. Gramann. O 16.30:
Funkorch.: Schubert (Wunſchkonzert). 0 17.45: Aus dem Roman
Auf zwei Planeten” von Kurd Laßwitz. o 18.15: Vereinsnachrichten,
Mitteilungen. 18.30: Der Briefkaſten. o 19: Stenograph.
Fort=
bildungskurſus. O 19.30: Palmengartendirektor Kraus: Von Kakteen,
Sukkulenten und anderen intereſſanten Pflanzen. o 2: Vom
Deutſchen Kammermuſikfeſt Baden=Baden: Konzert. Pepping:
Orgel=
ſuite. — Roters: Kantate „Reiſebriefe eines Artiſten”. — Jarnachs
Muſik für Orgel. — Hauer: Kammeroratorium „Wandlungen”. —
Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
Stuttgart.
Samstag 14. Juli. 12.30: Schallplattenkonzert. O 14:
Jugend=
ſtunde. Elſa Pfeiffer, Köſtlin, Funkorch. o 15: Unterhaltungskonzert.
Leit.: Struve. Mitw.: Margarete Wetter. Ellen Beck, Hermam
Lingor, Baudiſtel, Geſangsabteilung des Sportvereins Stuttgarter
Kickers, Funkorch. O 18: Arbeitslage in Südweſtdeutſchland 0 18.15:
Freiburg: Dr. Lebenſtein: Vorausſetzung für den Sport. o 18.453
Geiſtliche Geſänge aus dem Elſaß. Leit.: Kipp. Mitw.: Kinderchorz
Tauler: Es kommt ein Schiff. — Es ſteht ein Lind im Himmelreich=
— Lauffenberg: Ich wollt, daß ich daheme wär. — Boeddeckers
Dies iſt der Tag, für eine Singſtimme mit Orgelbegleitung. — O
Sankt Odilia. — O ihr edle Himmelsknaben. — Frauenhoßs
Verbirg nicht deine edlen Strahlen. — Gerold: Jehova. O Ab
Baden=Baden: Deutſche Kammermuſik. Pepping: Orgelſuite —
Roters: Kantate Reiſebriefe eines Artiſten. — Jarneck: Muſik für
Orgel. — Hauer: Kammeroratorium Wandlungen. — Anſchl.*
Stuttgart: Funkbrettl. Leit: Struve. Mitw.: Paula Menari,
Win Hörth, P. von der Oſten, Struve. Funkorch. Straßmams
Achtung, es wird gedreht. — Eysler: Die Welt iſt wie a Narrenhaus.
— Holländer: Foxtrot macabre. — Weinert: Berliner Karneval.
— Originalnegerſchlager. — Hauptmann: Um 12 in der Mitte der
Nacht. — Steffan: Küß mich, Tango. — Kratzky: Die Eva war
a Wienerin. — Sonja. — Originalnegerſchlager. — Nelſon:
Nigger=
girl. — Die muſikaliſche Mathilde. Aegyptiſche Ballade. — Profes:
In der Schwen und in Tirol. — Anſchl.: Nachrichten. —
Unten=
haltungs= und Tanzmuſit der Kapelle Wende.
Berlin.
Sonnabend, 14. Juli. 6: Gymnaſtik. o 16.15: Aus dem
Deutſchen Stadion, Berlin=Grunewald. Deutſche Schwimm=
Meiſter=
ſchaften EEndausſcheidungen für die Olympiſchen Spiele). Am Mi=
krophon: E. Schultze — Anſchl.: Kapelle Gebrüder Steiner. 0 19:
Direktor Dr. Apel: Aus dem Leben der großen deutſchen Philoſophen
des 19. Jahrhunderts. (Johann Friedrich Herbart.) o 19.30:
Re=
gierungsreferendar Dr. Bölling: Entwicklungstendenzen des
Völker=
bundes. o 20: Miniſterialrat Dr. Kurt Richter: Reiſebilder aus
Amerika. (Freie Bahn dem Tüchtigen.) 0 20.30: „Halbzeit 1:1.‟
Hörſpiel von Arnolt Bronnen und Alfred Braun. 2 Abend. Regie:
A. Braun. — Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Aus Operetten.
Mitw.: Konzert=Orch Kermbach, Käte König (Sopran), Geyſel
(Flügel). Strauß: Die Fledermaus. Ouv. Mein Herr Marquis.
Spiel: ich die Unſchuld vom Lande. Ich lade gern mir Gäſte ein.
— Du und du. — Zeller: „Der Vogelhändler”; Vogelhändler=
Marſch. Ich bin die Chriſter von der Poſt. Beſcheiden, mit
ver=
ſchämten Wangen. Als geblüht der Kirſchenbaum. Melodienkranz.
Deutſche Welle. Sonnabend, 14. Juli. 12: Künſtleriſche
Dar=
bietungen für die Schule: Böhmen in Lied und Wort. o 15:
B. K. Graef: Sprechtechnik. O 15.35: Wetter und Börſe. 0 16:
Kurzſchriftdiktate. o 16.30: Th. Kotzur: Wirtſchaftl.
Intereſſen=
vertretungen der Beamtenſchaft in Vergangenheit und Gegenwart.
17: Hamburg: Altpolniſche Volksromanzen mit Dudelſack. Geige
und Ziegenhorn. o 18: Min.=Rat Prof. Woldt: Der Menſch im
Betrieb. O 18.30: Spaniſch für Anfänger. O 18.55: Dr. Hüne u.
Joh. Strauß: Das komiſche Element in der Klaviermuſik. 0 19.20:
Prof. Minde=Pouet: Goethe und das zeitgenöſſiſche Kunſtſchaffen.
0O 20.30: Berlin: „Halbzeit 1:1‟, Hörſpiel von Arnolt Bronnen und
Alfred Braun. Regie: Alfred Braun. — Anſchl.: Preſſenachrichten.
S 22.30: Aus Operetten (Fledermaus und Vogelhändler). Mitw.4
Käte König (Sopran) und das Konzert=Orch. Kermbach.
Wetterbericht.
Gießen, 13. Juli.
Noch immer bleibt hoher Luftdruck beſtimmend für die
Wetter=
lage, ſo daß das hochſommerliche Wetter anhält. Die ſtarke Erwärmung
läßt zunehmend lokale Gewitterſtörungen aufkommen.
Witterungsausſichten für Samstag, den 14. Juli 1928.
Heiteres, warmes und trockenes Wetter, aufkommende lokale
Gewit=
erneigung.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 15. Juli 1928.
Wenig Aenderung der Wetterlage, aufkommende lokale
Gewitter=
ſtörungen.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
in C‟ Wind: Nieder=
ſchlag
in mm Sons
decke
in om Gießen: heiter W NO. Aachen: heiter 20 ſtill Hamburg: Nebel 22 WNW. Berlin: heiter 26 SO, München: heiter 19 ſtill Königsberg: heiter 20 WSW. Breslau:
Witterungsverhältniſſe der deutſche=
Feldberg: (Taunus Waſſerkuppe Feldberg: heiter (Schwarzw.) Zugſpitze: heiter Kahler Aſten: heiter Fichtelberg: heiter Schneekoppe: 19
24
20
7n0.
NO.
SW.,
SSO,
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maup
md Verlag: S.C. Wlitich — ſämiſch in Darmſiodt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 13. Juli.
Die heutige Börſe ſtand unter dem Druck der unerwartet ſchnell
vorgenommenen Diskonterhöhung der Federal Reſervebanken von Nem
York und Richmond. Mit Recht befürchtet man hiervon ſtarke
Rück=
wirkungen auf die europäiſche Diskontpolitik, und vor allem glaubt wan
mit einer boldigen Diskonterhöhung der Bank von England rechnen zu
können. Dann ſind die Sorgen über die Geſtaltung der internationalen
Geldmärkte weiterhin ſehr groß, und im Zuſammenhang mit dem
wie=
der ſehr ſteifen Geldmarkt in New York rechnet wan damit, daß ſich die
Abziehung kurzfriſtiger amerikaniſcher Leihgelder aus Deutſchland
fort=
ſetzen; der hohe Dollarkurs ſcheint dieſe Abſicht zu beſtätigen. Wieder
war das Angebot nicht ſehr groß, doch lagen die erſten Kurſe bei der
weiterhin ſehr geringem Aufnahmeluſt meiſt 1 bis 4 Prozent ſchwächer.
Das Geſchäft war nach wie vor ſehr ſchleppend und ſtill. Verſchiedene
Werte waren ſtärker abgeſchwächt. So lagen Rheinſtahl 6½ Prozent
niedriger auf die ungünſtigen Ausführungen in der
Generalverſamm=
lung. Ferner waren Zellſtoffwerte ſtärker angeboten. Wſchaffenburger
büißten 4½ Prozent und Waldhof 5 Prozent ein. Von den an der
geſt=
rigen Abendbörfe etwas erhöhten Kaliwerten gabem Weſteregeln 4½
Progent nach. Am Elektromarkt verloren Gesfürel 41 Prozent,
Sie=
mens 3½ Prozent, Licht und Kraft 2½ Prozent und A. E. G. 17/s
Pro=
zent. J. G. Farben eröffneten 3½ Prozent ſchwächer. Am Markte der
Autoaktien lagen Adlerwerke und Daimler etwas niedriger, N. S.U.
da=
gegen 2 Prozent feſter. Banken verloren durchſchnittlich 1—3 Prozent,
Schiffahrtswerte etwa 1½ Prozent gedrückt. Deutſche Anleihen konnten
ſich etwas erholen, ausländiſche Rentem ſtill.
Im Verlaufe bröckelten die Kurſe bei minimalen Umſätzen meiſt
weiter etwas ab. J. G. Farben und Rheinſtahl gaben erneut etwa
1 Prozent nach, Waldhof minus 2½ Prozent. Gegen Schluß wirkte ſich
der ſtark erhöhte Dollarkurs weiter aus, und die Spekulation ſchritt zu
Abgaben, ſo daß größere Kursrückgänge zu verzeichnen waren. Geld
war geſucht. Tägliches Geld 8 Prozent. Am Deviſenmarkt erhöhte ſich
der Dollarkurs weiter, angeblich aus dem ſchon oben erwähnten Grunde.
Man nannte Mark gegen Dollar 4,2023, gegen Pfunde 20,417. London=
Kabel 4,8610, Paris 124,25, Mailand 92,90, Holland 12,08/s.
Die Frankfurter Abendbörſe war im allgemeinen erholt und zu=
Gerfichtlicher geſbimmt. Beſonders der ruhigere und etwas feſtere
Be=
ginn der New Yorker Börſe gab einen ſtarken Anreiz zu Rückdeckungen.
Die Kurserholungen betrugen durchſchnittlich 1—1½ Prozent. Stärker
gewannen Kaliwerte, Weſteregeln plus 5 Prozent, Anleihen ohne
jeg=
lchen Umſatz, nur Ungarn Gold 26. Im weiteren Verlauf gewannen
die Farbenaktien insgeſamt 3,25, Siemens 31 Rheinſtahl 11
Wald=
hof 3, AEG. 1½ Prozent. Die Nachbörſe ſchloß freundlich. Im
ein=
zelnen nannte man: Commerzbank 182: Danatbank 266, Deutſche Bank
162,5, Reichsbank 269, Gelſenkirchen 135, Aſchersleben 247. Weſteregeln
251,5, Mannesmann 129, Stahlwerke 90, Hapag 162, Nordd. Lloyd 152,5,
Kleyer 111, AEG. 168,5, Bergmann 192, Licht u. Kraft 207,5, Farben
2r6,25, Gesfürel 246, Holzmann 141,75, NSU. 61,5, Rütgers 94,
Schuckert 194,5, Siemens u. Halske 357,5, Voigt u. Häffner 211, Wayß
u. Frehtag 144,5, Aſchaffenburg 223,5, Waldhof 296.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 13. Juli.
Die anhaltende Baiſſe in New=York erſtickte die Keime einer
Er=
holung, die geſtern Nachmittag eingetreten war. Außerdem kam die
Diskonterhöhung der New=Yorker Federal Reſerve Bank (auch
Rich=
mond hat bereits auf 5 Prozent erhöht) ſchneller, als erwartet, und
lenkte die Aufmerkſamkeit noch ſtärker auf die Entwicklung der
inter=
nationalen Geldmärkte. Viel Beachtung fand das erneute ſprunghafte
Anziehen des Dollars, der heute ſeit langer Zeit zum erſten Male
wie=
der die 4,20 Grenze überſchritt. Ob es ſich hierbei bereits um
Deviſen=
abzüge handelt oder um Verkäufe der Spekulation in Erwartung
der=
ſelben, iſt ſchwer zu beurteilen. Die Tendenz der Anfangskurſe war
aber lange nicht ſo ſchwach, wie man vormittags noch befürchtet hatte.
Die Banken ſchienen wieder zu intervenieren, um die Baiſſepartei
ängſt=
lich zu machen und zu Deckungen veranlaſſen zu wollen. Die wenige
Ware, die zu den erſten Notierungen herauskam, fand ziemlich ſchlanke
Aufnahme. Kleine Kursrückgänge ließen ſich jedoch nicht immer
ver=
meiden, hielten ſich aber zumeiſt in erträglichen Grenzen. Verluſte von
ca. 4 Prozent wie bei Ilſe, Rheinſtahl, Transradio, Feldmühle und
NAG gehörten zu den Ausnahmen. Lebhafter und ziemlich feſt
eröff=
neten Polyphon (plus 9¾ Prozent), Sachſenwerk (plus 3 Prozent),
Mansfelder, Gebr. Körting uſw. Auch im Verlaufe litt das Geſchäft
unter dem fehlenden Ordereingang. Bei dem Ausfall der
Samstags=
börſe wird anſcheinend jetzt der Freitagsverkehr durch die Störungen,
die das Wochenende mit ſich bringt, beeinflußt. Die Kursentwicklung
zeigte eher nach unten, und einige Spezialwerte wie Polyphon, Kali
Aſchersleben, Schleſ. B.=Gas, Feldmühle und Deutſche Linoleum mußten
ſich erneute, bis 5 Prozent betragende Abſchläge gefallen laſſen.
An=
leihen zur Schwäche neigend, die zweite Serie der deutſchen
Ablöſungs=
ſchuld einſchließlich Ausloſungsrecht gewann ſchon anfangs ½ Prozent
und konnte im Verlaufe weiter anziehen. Ausländer geſchäftslos,
Ana=
tolier eher ſchwächer, Bosnier bis ½ Prozent erhöht. Der
Pfandbrief=
markt uneinheitlich, aber bei ſehr ſtillem Geſchäft meiſt unveränderte
Kurſe, Deviſen gefragt, der Dollar iſt weiter feſt, die Mark ſchwach.
Am Geldmarkt machte die Verſteifung Frrtſchritte. Tagesgeld war mit
6¾—8½4, Monatsgeld mit 7½4—8½ Prozent geſucht, Warenwechſel ſtell=
ten ſich auf ca. 7 Prozent. Bis zum Schluß der Börſe erfolgten
beſon=
ders im Hinblick auf die zweitägige Unterbrechung umfangreiche
Glatt=
ſtellungen. Bei einzelnen Paxieren ſchritt man außerdem zu
Blanko=
abgaben. Die vorſichtige Stimmung wurde beſtärkt durch
Befürch=
tungen, daß doch umfangreiche Dollarkredite gekündigt werden könnten.
A. E. G
Augsb.=Nürnb.
Baſalt.
Bergmann
Berl. Karlsru
Berl. Hand.=G
Braunkohl. Briketts/ 178.—
249.— 248.— Lindes Eismaſch.
Bremer Wolle
/270 5 267.— 1L. Loewe & Co.
Danatbank.
52.— 52.—
164.75 164.— Lingel Schuh
Deutſche Bank.
130 25 1130.—
160.— MannesmannR
161.—
Diskontogeſ
165.— 163.625) Niederlauſitzer Kohle / 160.— 1160.—
Dresdner Bank.
154.5 152.75
Deutſche Maſchinen / 56.75 56.5 Nordd. Loyd.
1121.— 1119.—
137.5 135.— Orenſtein.
Deutſche Erdöl.
566.25 1566.—
Deutſche Petroleum L 80.— / 79.— Polyphon".
97.— 95.25
125.— 123.— Rütgerswerke ..
Dynamit Nobel.
132.5 135.5
Elektr. Lieferung .. / 168.— 165 — Sachſenwerke . . .
151.6 1151.5
259.5 1255.5 ( Siemens Glas ..
J. G. Farben
622.— 1614.—
1135.5 134.— Ver. Glanzſtoff.
Gelſenk. Berg.
94.25 1 92.—
G. f. elektr. Untern. / 252.— 248.— Ver. Stahlwerke.
Han. Maſch.=Egeſt. . / 48.5 48.5 Volkſtedter Porzellan/ 62.5 60.—
Hanſa Dampfſch. . . 1 203.5 201.25 Wanderer Werke. . . . 1 148.— 1149.5
164.5 1162.—
164.— 161 75 Wiſſner Metall. .
Hapag".
150.25 151.— Wittener Gußſtahl .. / 69.— 69.—
Harpner... . . ."
Hemoor Zement. . . .
12. 7. 1 13. 7. 12. 7. 1 13. 7. 172.6751 171.— Hirſch Kupfer ... 136.— 1133.5 104.— 102.— Höſch Eiſen ..." 132.5 128.5 77.5 75.— Hohenlohe Werke. 85.1251 85 — 198.5 194.— Kahla Porzellan. 157.— 1156 — 69.— 67.75 Kali Aſchersleben 252.5 1247.— 280.— 274.— Salzdefurth. 445.— (436.— 178.— 1 „ Weſterregeln 261.75 1259.— 189.5 185.—228.— 1229.25 262.— R
Oeviſenmarkt.
Kelſingfors ..
Wien .......
Prag ......"
Budapeſt .. ."
Sofia .......
Kolland ..
Lslo ........
Kopenhagen
Stockholm ..
London ....."
Buenos Aires
Neu=York ...
Belgien ....."
12. 7.
Geld
10.546
59.14 159.26
12.429
73.04
3.027
68.78
20.395 20.435
1.770
4.1935
58.42
Brief
10.56
12.44c
73.10
3.03:
69.12
112.05/112.27
112.09/112.31
112.29/112 51
1.774
4.201‟
58.54
Mannheimer Beamienbank, Mannheim. Da bekanntlich die beiden
Großgläubiger ihre Zuſtimmung zu dem Vergleichsvorſchlag abhängig
machten von der Einziehung der Haftſumme, mußte die
Generalver=
ſammlung der Beamtenbank dies beſchließen. Nachdem dies geſchehen
iſt, haben die beiden Banken dem Vergleich zugeſtimmt, ſo daß das
Urteil rechtskräftig wurde. Die Abwicklung vollzieht ſich nunmehr in
der vorgeſebenen Weiſe, d. h. im Wege der ſtillen Liquidation werden
die Vermögensteile verwertet.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 13. Juli ſtellten ſich für je
100 Kilo für Elektrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung f d. Dt.
Elektrolytkupfer=
notiz) 140 — RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in
Deutſch=
land für prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für
Original=
hüttenaluminium 98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder
Draht=
barren 190.00 RM., desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 194.00
RM.; Reinnickel, 90= bis 99proz. 350.— RM.; Antimon Regulus 85.00
bis 90.00 RM., Feinſilber (1 Kilogramm fein) 81.25—82.75 RM.
Die amtliche Preisfeſtſetzung im Metallterminhandel vom 13. Juli
ſtellte ſich für Kupfer: Januar 127.00 (127.50), Februar 127.50 (127.50),
März und April 127.25 (127.50), Mai 197.00 (127.25), Juni 127.25
(127.50), Juli 125.00 (125.50), Auguſt 126.00 (126.25), September 126.25
(126.75), Oktober 126.75 (126.75), November 126.75 (127.00), Dezember
127.00 (127.25), Tendenz: befeſtigt. — Für Blei: Januar 42.00
(42.25), Februar 42.00 (42.25), März 42.25 (42.25), April 42.25 (42.50),
Mai und Juni 42.50 (42.50), Juli 41.00 (41.25), Auguſt 41.25 (41.50),
September 41.50 (41.50), Oktober 41.50 (41.75), November und Dezember
41.75 (42.00). Tendenz: ſtetig. — Für Zink: Januar —, Februar
und März 49.00 (49.75), April 49.00 (49.25), Mai 49.25 (49.25), Juni
49.00 (49.25), Juli 49.50 (50.25), Auguſt 49.50 (50.00), September 49.00
(50.00), Oktober bis Dezember 49.25 (49.75). Tendenz: ſchwächer.
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 13. Juli ſtellten
ſich für Kupfer: (Tendenz: ſtetig) Standard per Kaſſe 6215/us bis
63, drei Monate 63½ bis 637/us, Settl. Preis: 63, Elektrolyt 68¾ bis
69½, beſt ſelected 65½ bis 66½, Elektrowirebars 69½; für Zinn:
(Tendenz: feſt) Standard pr Kaſſe 210½—210½, drei Monate 206¾
bis
s, Settl. Preis 210½; inoff.: Banka 21334, Straits 213½; für
Blei: (Tendenz: ſtetig) ausländ, prompt 207/s, entf. Sichten 20¾,
Settl. Preis 20½; für Zink: (Tendenz: willig) gewöhnl, prompt,
entf. Sichten und Settl. Preis 94½. — Inoffizielle
Notie=
rungen: Antimon Reg., chineſ. per 36—36½, Queckſilber 21¾ bis
21½, Wolframerz 15¾8.
Börſe und Geldmarkt.
In der hinter uns liegenden Woche ſtand die Börſe wieder im
Zei=
chen einer nahezu vollkommenem Geſchäftsunluſt. Hierzu kamen noch
einige Ereigniſſe, die alle am Börſengeſchäft Intereſſierten zur größten
Vorſicht mahnten. Nebew der Nervoſität und der Verſtimmung, die durch
dem Tod des belgiſchen Bankiers Löwenſtein hervorgerufen wurden und
die ſich auch in den erſtem Tagen der Berichtswoche erhielten, waren es
die aus der Wirtſchaft vorliegenden Meldungen, die ſich ungünſtig auf
die Börſenſtimmung auswirkten. Das Kurswiveau zeigte infolgedeſſen
einen allgemeinen Rückgang, von dem nur einige Werte, in denem
ent=
weder Intereſſenkäufe oder Anſchaffungem ſeitens des Auslandes
vor=
lagen, ausgenommen waren, wie beiſpielsweiſe Polyphon, Berliner
Handelsanteile und AG. für Verkehrsweſen. Eine beſondere
Abhängig=
geit zeigte die Börſe in der letztem Zeit wieder von den internationalen
Plätzen und von der Geſtaltung des Geldmarktes. Einem großen
Ein=
fluß übte hierbei die Haltung der New Yorker Börſe aus, die ebenfalls
ſtark unter der Einwirkung durch die Situatiow des dortigem
Geldmark=
tes ſtand. Nachdem die plötzliche Steigerung des Satzes für Tagesgeld
in New York, der vorübergehend ſogar 10 Prozent betrug, in der letzten
Woche einem ſtarkem Rückgang gewichen war, machte ſich jetzt wieder
eine ziemliche Verſteifung bemerkbar, durch die eine abermalige
Er=
höhung auf 7 Prozent eintrat. Der ſchwache Verlauf der New Yorker
Börſe, der hierdurch verurſacht wurde, verfehlte ſeine Wirkung auf die
übrigen internationalen Börſenplätze und auch auf die deurſchen nicht,
zumal auch die Erleichterung am Geldmarkt, die nach der
Ueberwin=
dung des Ultimo nur ganz langſame Fortſchritte machte, ebenfalls von
einer erneuten Verſteifung abgelöſt wurde. Dies hing in Berlin mit
den Vorbereitungen zur Medio=Liquidation, die für einige Firmen nicht
ſo leicht zu überwinden war, wie vorher angenommen wurde, da dieſe
einen verhältnismäßig ſtarkem Bedarf an Reportgeld hatten, zuſammen.
Außerdem war am Mittwoch die erſte Rate der neuem 6prozentigen
Preußenanleihe fällig. Ferner finden am 15. ds. Mts. die Zahlungen
für die Induſtriebelaſtung ſtatt. Völlig übervaſchend für die Börſe kam
die Erhöhug der Diskontrate der Federal Reſervebank von Chicago
von 4½ auf 5 Prozent, obwohl die in dem letztem Tagen ſchwache
Hal=
tung des engliſchen Pfundes gegenüber dem Dollar darauf hinwies, daß
die internationalen Geldgeber ſich auf eine Veränderung in den
Dis=
konvverhältniſſem einſtellten. Mit der Erhöhung der Chioagoer
Dis=
kontratze iſt der engliſche Bankſatz von 4½ Prozent erſtmalig
überſchrit=
tem worden, was beſonders dann zu unmittelbaren Folgemn führem
könnte, wenn auch die New Yorker Federal Reſerwebank dem Beiſpiel
Chicagos folgen ſollte. Es hat auch beinahe den Anſchein, als ob dies
nur noch eine Frage der Zeit iſt. Am Londoner Geldmarkt drückte ſich
die Situation in Amerika in einer ziemlichem Verknappung aus, die vor
allem aus der Erhöhung des Privardiskontſatzes zu erſehem iſt. Im
Verlin fürchtet man infolge der Steigerung der amerikaniſchen
Geld=
ſätze Kündigungen von Dollar=Krediten, worauf auch die weſentliche
Erhöhung des Dollars gegenüber der Mark (am Donnerstag bis 4,1965)
hinzuweiſen ſcheint. Der Reichsbankausweis, der an und für ſich eine
normale Entlaſtung zeigte, fand inſofern eine geteilte Aufnahme, als
viele in der geringen Ermäßigung des Wechſel=Portefeuilles eine
Ent=
täuſchung ſahen. Unter Berückſichtigung der internationalen
Geld=
marktlage ſcheinen die Ausſichten auf eine Senkung der Reichsbankrate,
die für den Monat Juli verſchiedentlich erwartet wurde, vollkommen
geſchwunden zu ſein, zumal der Geldmarkt in der nächſten Zeit wohl
kaum eine nennenswerte Erleichterung erfahren wird.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 13. Juli. Zum Wochenſchluß,
verkehrte der Frankfurter Produktenmaukt in befeſtigter Haltung, da
die etwas höheren Auslandsnotierungen ſtimulierend wirkten. Die
Umſätze blieben jedoch weiter klein, da die Händler nach wie vor wenig
Unternehmungsluſt zeigen. Die Preiſe erfuhren keine Veränderungen.
Weizen T 26, Roggen 28, Hafer inl. 27.75—28.25, Mais für
Futter=
zwecke 24.50—24.75, Weizenmehl 36—36.50, Roggenmehl 37 25—38.25,
Weizenkleie 13.50, Roggenkleie 15.75.
Berliner Produktenbericht vom 13. Juli. Vom Auslande höher
lautende Offerten für Brotgetreide, die auf neue Käufe von
Auslands=
weizen ſeitens der ruſſiſchen Regierung zurückgeführt werden, wurden
an der heutigen Börſe etwas beſſer beuchtet. Nachfrage beſteht jedoch
hauptſä hlich für Loco= und nahe ſchwimmende Partien. Für Umſätze
waren Beſtätigungen nech nicht zu erhalten. Die Forderungen für
Inlandsgetreide waren kaum verändert, bemerkenswert iſt, daß heute
alter Roggen vermehrt angeboten wird. In Roggen neuer Ernte iſt
das Angebot angeſichts des günſtigen Wetters ſtärker geworden, die
Umſatztätigkeit iſt lebbafter. — Hauptſächlich zeigt ſich Intereſſe für
Auguſtlieferung, die frei Berlin etwas über den Lieferungspreis für
Septemberroggen gehandelt wurde. Das Mehlgeſchäft iſt ruhig, die
etwas erhöhten Forderungen der Mühlen ſind nicht durchzuſetzen.
Hafer hat weiter kleines Geſchäft. Das Angebot von neuer
Winter=
gerſte aus Schleſien zur ſchnellſten Verladung hält an. Am
Lieferungs=
markte war Weizen unter dem Eindruck der feſten Livervooler
Mel=
dungen befeſtigt, ebenſo hatte Roggen in den Herbſtſichten einen kleinen
Gewinn zu terzeichnen. Juliroggen lag auf das verſtärkte Angebot
von prompter Ware etwas ſchwächer.
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bah. Freiſtaat
von 1927.
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleil
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Hamburg. Anl.
Aus=
loſungsſch. *
Ablöſungsanl.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6%Berlin v. 24
8% Darmſtdt. b. 26
% Dresden v. 26
% Frkf. a. M. v. 26
7%Hanau v. 26.
7½Heidelb. v. 26
8% Ludwahf. v. 26
8%Mainz v. 26
10%Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8½ Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom. Anleihe v. 26
8% Berl. Hyp.=Bk
Pfandbriefe
3%6 Frkf. Hyp. Bk.
(2
87.25
29
80
80
85.5
51.3
16.9
54.25
84.5
88
92
92.5
102.5
94
92:,
me
90.5
86
bo. Lig.P
3% Frkf. Pfbrban
4½% Gotha Gr.
Creb. Lig.=Pfbr.
4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
3½ Heſſ. Landesbk.
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d
Rheinprovinz
0 Landeskr. Kaſſ.
% Mein. Hyp.B.
4½
Lig.=Pfb.
8% Naſſ. Landesbk.
Lig.:Ob
Pfälz. Hyp. Bk.
„ Lie
Pfandbriefe
8% Preuß. Ctr.=
Bod.=Cred..
4½
Lig.=Pfandbr.
3½ Preuß. Ctr.
Stadtſchaft.
8%Rhein. Ghp.=B.
4)
„ Lig.=
Pfandbriefe
8% Rhein.=Weſtf
Bd.=Credit..
4½% „ „L.=9
% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
4½
9
Pfdbr.
Württ. Hyp.=?
Dt. Komm. Sam.
mel=Ablö.-Anl.
+ Ausl. Ser. I
„ Ser, II
79
97.25
90.5
89
94
88.5
83
100
91
96
92
97.5
87.5
101.25
89
72.5
98
92
76.5
9i.5
97
76
97.75
92
n6.7
97.75
98
92.5
94
8s
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Heſſ. Lds.=Hyp.=Bk.
Kom.=Obl. S. 1-16
„S.17-24
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
4. Induſtrie=
Obligationen.
a) mit Zinsberechn.
6%Daimler=B.v 27
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26
3½ Klöckn=Werke
Berlin v. 26.
0% Kom. Elektr.
Mark. . .. . ."
O. Mainkrw. v. 26
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27
8O Neckarſulm v. 2
8% SalzmannckCo
Kaſſel v. 26.
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
20
ohne Opt. v. 26
8% Voigt &
Häffne=
v. 26 ..
b)ohne Zinsberech.
(auf MM. umgeſt.)
Allg. Elek. Geſ. S.
Buderus Eiſen
Dtſch. Atlant. Telg
lekt. Licht u. Kraf
„ Liefergs.=Geſ
Felten & Guilleaun
Geſ. f. eleft. Untern
Nordd. Lloyd
II. Auf Sachwerte
aut. Schuldverſchr.
6% Bad.=Bad. Holz
5.23
Al.
95.5
93
94
102.5
88.5
C7.75
87
94.25
84
84.3
82.5
69
70.5
90.25
24.5
5% Badenw. Kohl. ....."
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe.
5% Preuß.
Kali=
wertanleihe . . .
5¾ Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. .
5% Sächſ. Roggen
wertanleihe .
5% Südd. Feſtw.
bank .. . . . . . ..
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5% Bosn. L. E. B.v
1914......"
5% Bosn. L.=Inv.
Anl. v. 1914.
4½‟ Bosn. v. 0:
5% Bulg. Tab. v0
1,60 Griech. v. 9
194%
„ Mon
%6 Mex. inn. (abg.
5% „ äuß.
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 19141
(C. C.=Stücke).
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913
4% Schweiz. Bds.
Bahnen v. 191
48 Türk. Admin.
49
1. Bagd
4
2. Bagd
40
Zollanl.
½ % Ungarn vor
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.=St.
4% dit Goldr
(C. C.=St
4% dito von 191
(C. C.=St.)
4% dito Kron.
rente (abg.) .. . ."
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.
4½ Kopenh. v. 01
4½ Liſſab. v. 1886
4½ Stockh. v. 1880
„ Brantfatter Karooericht vomr 12. Dan Les0.
39
38.5
1.8
17
46
28.25
20.5
93.5
8‟,
11
10.75
11
2.7
26.05
57.75
14
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891
11
4% Eliſabethbahn
von 1883
49 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. . . 10:/.
4½ Lemberg=Czer.
ſteuerfrei".
10-/.
22 „o%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) .
4%0 Oſt. Staatsb. b.
1883 ....."
5.8
3% Raab=Odenbg.
v. 1883
26
42 Rudolfb. i. *
i. G. 1.9
4½%0 Anatolier I.! —
TV. 1. Bankaktien
Allg. Dt. Creditanſt.
165
Badiſche Ban
uſtr. 195
Bk. f. B.
143
Barm.
Bahr.
und
Wechſelbank . . . . 4162
Berl. Handelsge
198
„ Hypoth.=B
Comm. u. Privatb. 132.25
Darmſt. u. Nt.=Bk. 268.5
Deutſche Bank .. . 163
Dt. Eff.= u.
Wechſel=
bank
120.5
Dt. Vereinsbank 1102.5
Diskont.=Geſellſch. 160.5
Dresdener Bank .. /163.5
Frankf. Bk.
111
150
Hyp.=Bk.
153.5
Pfdbr.=T
Gotha. Grundkr. B. /139.75
Mein. Hyp.=Bank 134
Metallbank.
139.75
Mitteld. Creditbk. 200.25
Nürnb. Vereinsbk. 160
Oſt. Creditanſtalt. 34.8
Pfälz. Hyp.=Bank 160
Pr. Bod.=Creditbk.
Hhp.=Akt.=Bk. 1.36
Reichsbank=Ant.
27"
Rhein. Creditbank 127.5
Hyp.=Bank 189
dd. Bod.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ.
jener Bankverein.
15.5
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbah=
Vorzge
Hapag
Nordd. Ll=
Schantung=Eiſenb
Südd. Eiſenb.=G
3. Induſtrie
Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Klehe
Adt, Gebr.
6% AEG. Vorzug
AEG. Stamm.. . .
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg ...
Beck &. Henke
Bergm. El
Brem.=Beſigl
BrownBoverickC
Brüning & Soh
Buderus Eiſen".
Bürſtenfbr. Erlang.
Cementwerke:
Heidelberg ....."
Karlſtadt
.
Lothr. (Karlsr.
Chem. WerkeAlbert.
Brockhues.
„ Fabrik Milch
Chade Act.. .
.!!
Daimler=Benz...
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin
Erdöl .."
Gold= u. Stib.=Anſtalt
„ Linolwerk Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen
Dürrwerke Rating.
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kra t/211
Liefer.-Geſ.
188
182
165.5
94.4
62
53
6.5
28
111
40
70,5
73
23
226.5
49
194.5
61.5
103.5
127.5
32
137
172
92
91
93
80
105
135
203.75
382.5
137
59
164.5
Elſäſſ. Bad. Wollef
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen 53
Ettling. Spinnerei
80
201
224
82.5
145
1103.5
Faber, Joh., Bleiſt. 56
Faber E Schleicher/109
Fahr, Gebr., Pirm. 38
J. G. Farbenindſtr. 255.75
Feinmech. (*
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas
vof
„ Maſc
korny & Wittek. 71
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerkl
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen . . 1249
Goldſchmidt Th. . . 95
Gritzner Maſchinen, /130
Grün & Bilfinger. 178
Hafenmühle Frkft.
Haid & Neu
Hammerſen (
Hanfw. Füſſen
Hanſa=LloydBren
Harpener Bergbau 148
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei. 190
Heyligenſtaedt.
27
Hilpert Armaturfb. 80
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ... . 133.5
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil. . . 1143
Holzverk.=Induſtr
89
Ilſe Bergb.
Inag ...
Junghans Stamm./ 83
Kali Aſchersleben. 253
„ Salzdetfurth. 440
„ Weſteregeln
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R..
Klein, Schanzl. . . 1100
Klöcknerwerke . . . . 120
Knorr, Heilbronn ./149.5
Konſervfabr. Braunl 82.5
42
137.75
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeher & Co.
Lech, Augsburg ...
Löhnberger Mühle
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br...
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werke ....."
Metallgeſ. Frankft
Miag, Mühlenbau.
Moenus Stamm
Motorenfb. Darmſt.
„ Deutz.
Oberurſe
Münch. Lichtſpielk.
Neckarſ. Fahrzeug.
Neckarw. Eßl.
Nicolay, Hofbr. ..
Oberbedarf..
Oſterr. AlpineMon
Otavi Minen.
Peters Union Frrf.
Pfälz. Näh. Kayſe
Philipps A.=G.
Phönix Bergbau
Porzellan Weſſel
Reiniger, Gebb. &
Schall.
Rh. Braunkohlen.
„ Elektr. Stamm
„ Stahlwerke ..
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke
Sachtleben A.=G.
SalzwerkHeilbronn
Schneider & Hanau
Schnellpr. Frandth.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfrb.
Schriftg. Stempel. 116.5
Schuckert Elektr.,
Schuhfbr. Berneis=
Weſſel.
....
Schwarz Storchen. 1174
G
20
119
277
130
109
193
53
60
93.75
62.5
38
13:75
49
107.5
55.25
147
41.5
129
210
198
48
74
52
124
196
65
Seilindſtr. Wolf
Siem. Glasinduſtr. 148.75
Siemens & Halske/359
Südd. Immobilien/ 91
Zucker=AG. 151.
Strohſtoff, Ver. . . 1278
Tellus Bergbau .. /121
Thür. Lief.=Geſ... . 107
Tucher, Brauerei ./167
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ. . . . . . . 104
Veithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
„ deutſch. Olfabr. / 76
Gummifabrik
Berlin=Frankf./ 95
„ Königs= und
Laurahütte. . 71.5
Pinſelfabriken
„ Stahlwerke
„ Ultramarin. . . 153
„Zellſt., Berlin/152
Vgtländ. Maſchinen
Voigt & Haeffner. 211
Voltohm, Seil ...! 92
Wayß & Frehtag . 145
Wegelin Rußfabrik 153
39.75
Werger Brauerei.
Jellſt. Aſchaffenbg.
Memel .. ..
Waldhof.
4. Verſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ..
Frkft. Allg. Verſ.=G
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . . . . . .
Mannh. Verſich.
Verſch. Werte
187
221.5
139
184.75
225
Nummer 194
Samstag, den 14. Jufi 1928
Seite 18
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Tagung des Rheiniſchen Raiffeiſenverbandes. Der Rheiniſche
Raiff=
eiſenverband hielt in Koblenz ſeine 23. Tagung ab. Am erſten
Ver=
handlungstage fanden nichtöffentliche Sitzungen ſtatt und die
Haupt=
verſammlung der Rheiniſchen An= und Verkaufsgeſellſchaft m. b. H.,
Raiffeiſenorginiſation. Verbandsdirektor Caſpers führte den
Vor=
ſitz. Aus dem von Direktor Pulvermüller erſtatteten
Geſchäfts=
bericht iſt zu entnehmen: Das abgelaufene 18. Geſchäftsjahr ſchloß
gegenüber dem Vorjahre beſſer ab. Der Warenabſatz betrug 2 682 149
Zentner in einem Werte din 13 427 365 Mark gegenüber 1926 mit
2 411 673 Zentner im Werte von 13 439 365 Mark. Das Geſamtergebnis
betrug rund 20 009 Mark mehr als im Jahre 1926. Das Stammkapital
betrug Ende 1926 rechnungsmäßig 300 000 Mark und hatte ſich bis Ende
1927 auf 540 000 Mark geſteigert. Der Jahresabſchluß wurde
einſtim=
mig angenommen. In der anſchließend abgehaltenen geſchloſſenen
Ver=
treterverſammlung ſprach zunächſt Generalſekretär Rbeinhardt
über die geſchäftlichen Angelegenheiten des Verbandes. Alsdann
er=
ſtattete Oberreviſor Brandmüller Bericht über: „Eine
Lebens=
frage bei vielen Genoſſenſchaften”, insbeſondere über Maßnahmen der
Liquidität. Das Thema „Neue Aufgaben der Genoſſenſchaft” behandelte
Oberreviſor Kleinadel in einem ausführlichen Neferat. Ueber
„Genoſſenſchaftlichen Geldverkehr” hielt Direktor Rippelbeck von
der Filiale der Deutſchen Raiffeiſenbank einen Vortrag, in welchem er
beſonders auf die Umſchuldung feſtliegender Kredite einging.
Goebel, A.=G., Darmſtads. Nach dem Bericht dieſer im Jahre 1927
mit 1 Mill. RM. Aktienkapital gegründeten Geſellſchaft war die
Be=
ſchäftigung im erſten Betriebsjahr befriedigend. Bei 171 240 MM.
Abſchreibungen ergibt ſich ein Reingewinn von 72 595 RM., woraus
6 Prozent Diridende verteilt und 6595 NMN, vorgetragen werden. In
der Bilanz erſcheinen (in Mill. RM.) 0,493 Grundſchuld, 0,737
Kredi=
toren, andererſeits 0,371 Debitoren, 0,680 Waren, 0,072 Beteiligungen,
0,386 Maſchinen und Einrichtungen und 1,11 Immobilien. Im erſten
Quartal des neuen Jahres ſei der Auftragseingang ausreichend
ge=
weſen, ſodaß für die nächſte Zeit mit genügender Beſchäftigung
gerech=
net werden könne.
Teilweiſe Einigung bei den deutſch=öſterreichiſchen
Handelsvertrags=
verhandlungen. Die vor drei Wochen in Wien begonnenen
Verhand=
lungen über einen neuen deutſch=öſterreichiſchen Handelsvertrag ſind in
erſter Leſung beendet worden. Die Erörterungen erſtreckten ſich ſowohl
auf einen neuen Vertragstext als auf das zu treffende Tarifabkommen.
Bei beiden Verhandlungsgegenſtänden konnte bereits eine Reihe von
Fragen geregelt werden. Für die noch offen gebliebenen Fragen ſind
zunächſt noch weitere Vorbereitungsarbeiten erforderlich. Man gedenkt,
die Verhandlungen im Oktober dieſes Jahres in Berlin wieder
auf=
zunehmen.
Die Vereinigten Stahlwerke A.=G. erzielten im dritten
Geſthäfts=
quartal 1927/28 (April bis Juni) einen Umſatz von 339 797 463 RM.,
davon im Inlande 216 610 977, im Auslande 123 186 486 (verl. Bahlen),
gegenüber dem zweiten Geſchäftsquartal von 360 897 725 bz. 114 934 629
RM. (endgültige Zahlen). In dieſen Zahlen iſt der Umſatz zwiſchen
den einzelnen Abteilungen und der Umſatz der zum Konzern
gehören=
den Beteiligungen nicht enthalten. Die Auftragsbeſtände der Hütten=
werke und Verfeinerungsbetriebe am 1. Juli 1928 betrugen 89,4 Prozent
des entſprechenden Auftragsbeſtandes am 30. September 1927 (am
1. April betrug der Beſtand 92,3 Prozent). Kohle 6 289 600 (zweites
Geſchäftsquartal 6 897 000), Koks 2 301 959 (2 321 001), Roheiſen 1541 871
(1 703 105), Rohſtahl 1319 150 (1842 187) Tonnen. Die Zahl der
Ar=
beiter am 30. Juni betrug 177 090 (31. März 182 701), Angeſtellte 15 530
(31. März 15 813).
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 13. Juli. (Pmv.=Tel.)
Weizen: Die Stimmung ſdar anfangs feſter auf die Meldung, daß
Rußland einen größeren Poſten ſchwimmender Ware gekauft habe. Dann
aber wurde die Stimung ſchwach auf die Schätzung des Ackerbaubüros
im Staate Kanſas, daß die diesjährige Ernte die größte bisher erzielte
darſtelle.
Mais: Zunächſt war die Haltung feſter auf kleines Angebot und
Käufe der Lokohäuſer. Dann wurde auch hier die Stimmung ſchwächer.
Roggen: Bei Eröffnung ſtimulierte die beſſere Exportnachfrage.
Später aber wurden Abgaben für öſtliche Rechnung beobachtet.
Hafer: Nach beſſerer Eröffnung ſchloß ſich die Preisbewegung der
Tendenz am Weizenmarkt an und wurde ſchwächer.
* New York, 13. Juli. (Priv.=Tal.)
Baumwolle: Die fchwächeren ausländiſchen Kabel und günſtigere
Erntenachrichten veranlaßten einen ſchwachen Marktbeginn. Nach
vor=
übergehender Erholung wurde die Tendenz erneut ſchwach.
Kaffee: Die Preiſe waren im allgemeinen niedriger auf
Glatt=
ſtellungen und einige Abgab= für enropäiſche Rechnung. Die feſteren
Ric=Kabel verurſachten ſchließlich eine Erholung.
Zucker: Europäiſche und kubaniſche hatten auf die an ſich ſchwache
Börſe einen befeſtigenden Einfluß. Gegen Schluß überwogen die
Inter=
ventionskäufe für kubaniſche Rechnung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 13. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 129¾, Sept. 132½, Dez. 136½; Mais:
Juſi 108, Sept. 99, Dez. 83½; Hafer: Juli 49, Sept. 42, Dez.
44½; Roggen: Juli 113½, Sept. 109½ Dez. 111¾4,
Schmalz: Juli 12,10, Sept. 12,35, Okt. 12,50, Dez. 12,55.
Fleiſch. Rippen: Juli 13,35, Sept. 13,60, Okt. 13,50; Speck,
loko 13,25; leichte Schweine 10,40—11,65, ſchwere Schweine 10,50
bis 11,55; Schweinezufuhren: Chicago 15 000, im Weſten 80000.
Baumwolle: Juli 21,65, Oktober 21,20—22,00.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 13. Juli:
Getreide. Weizen: Rotwinter 168½, Hartwinter 148½; Mais,
neu ank. Ernte 122½; Mehl, ſpring wheat elears 6,35—6,75;
Fracht: nach England 1,3—2,0 Schilling, nach dem Kontinent
8 bis 9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,85; Talg, extra, loſe 8½.
Kakav. Tendenz: kaum ſtetig; Umſatz in Lots: 158; Coko 13½,
Juli 1293, Auguſt 13,06, Sept. 13,32, Okt. 13,42, Nov. 13,25, Dez.
13,05; Jan. 1929: 13,00, Febr. 13,00, März 13,98.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Verband der großen franzöſiſchen Häfen ſprach ſich in ſeiner
Monatsverſammlung für die Schaffung von Freizonen in See= und
Flußhäfen aus, wie ſie in einem gegenwärtig der Kammerkommiſſion
für Handelsflotte unterbreiteten Geſetzentwurf=Candace vorgeſehen iſt.
Die britiſche Regierung hat an die ſpaniſche Regierung ein
Proteſt=
ſchreiben gerichtet, in dem ſie gegen die Beſchlagnahme der ausländiſchen
Oel=Einrichtungen ohne entſprechende Kompenſation Einſpruch erhebt.
Die ſpaniſche Regierung hatte bekanntlich beſchloſſen, ein ſtaatliches
Oelmonopol zu errichten, das am 1. Juli ds. Js. in Kraft trat. Als
Folge hiervon fanden ſich die britiſchen, amerikaniſchen und franzöſiſchen
Oelfirmen enteignet.
Am 12. Juli iſt die Warſchauer Regierungsverordnung über das
Einfuhrberbot von Weizen= und Roggenmehl erſchienen. Die
Verord=
nung tritt ſofort in Kraft und hat eine Dauer bis zum 31. Auguſt
1928 einſchließlich. Wie aus der Verordnung hervorgeht, ſind weder
einfuhrfreie Kontingente noch Uebergangsbeſtimmungen vorgeſehen.
Das ungariſche Abgeordnetenhaus wird dieſe Woche die Vorlage
über das Inveſtitionsprogramm der Regierung erledigen. Der Betrag
beläuft ſich auf 189,3 Mill. Pengö. Die Hälfte der Iweſtitionen wird
landwirtſchaftlichen Zwecken zugeführt, die weiteren Beträge dienen
den Inbeſtitionen der Poſt, der Staatsbahnen, den Straßen= und
Brückenbauten, den ſtaatlichen Eiſen= und Maſchinenwerken, der
För=
terung des Luftverkehrs uſw.
Nach Meldung aus Schanghai hat der Außenminiſter der nationalen
Regierung dem franzöſiſchen Geſandten eine amtliche Mitteilung zugehen
laſſen, wonach dem am 7. Juli abgelaufenen franzöſiſch=chineſiſchen
Han=
delsvertrag nicht erneuert werden ſoll. Die chineſiſche Note iſt von einem
Anhang begleitet, der die Regelung der Handelsbeziehungen zwiſchen
China, Anam und Indochina enthält.
Wie aus New York gemeldet wirb, iſt es zwiſchen der Standarb
Dil Compagny und der Standard Oil Creole Syndikat zu einer Fuſion
gekommen. Das Kapital wird auf 360 Millionen Mark angegeben. Der
Zweck der Fuſion iſt, eine Kontrolle über den Petroleumumſatz in
Venezuela zu erreichen.
Die amerikaniſchen Reifenfirmen haben bieſer Tage eine
Preis=
ermäßigung für ſämtliche Fabrikate, die ſich zwiſchen 4 unb 17 Prozent
bewegt, vorgenommen. Dazu erfahren wir, daß dieſe Preisermäßigung
lediglich für die Vereinigten Staaten gilt, daß aber im Gegenſatz bazu
die amerikaniſchen Firmen für Deutſchland mit Wirkung vom 9. Juli
ihre Preiſe um 5 bis 10 Prozent erhöht haben. Damit liegen die
Preiſe amerikaniſcher Reifen faſt 20 Prozent über benen der deutſchen
Gummireifen.
Die erſte Bilanz des Bankers Truſt nach der Kapitalerhöhung auf
25 Mill. Dollar, die für den 2. Juli ausgegeben wird, verzeichnet 50
Mill. Dollar Surplus, 25 Mill. Dollar nicht verteilter Gewinn, ſo daß
ſich die geſamten Kapitalmittel auf 100 Mill. Dollar ſtellen. Dieſe
Ziffer zeigt gegenüber der Bilanz vom 30. Juni 1927 eine Erhöhung
um 41,5 Mill. Dollar.
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Nummer 194
Samstag, den 14. Juli 1928
Seite 15
Das Spiel mit dem Tode.
Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.
Und ſie berichtete in großen Zügen über ihren
geheimnis=
vollen Fund auf der Abtei=Inſel.
„Ich wende mich an Sie, Herr Doktor,” ſchloß ſie ihre
Er=
zählung, „weil ich vom erſten Augenblick an zu Ihnen
Ver=
trauen gefaßt habe und beſtimmt hoffe, daß ſie mir Ihren
Bei=
ſtand nicht verſagen werden!“
Klaus neigte leiſe den Kopf; wie eine warme Welle ſtrömte
es ihm zu Herzen.
Ihr Vertrauen iſt für mich ein großes Glück, Fräulein
Lore!” ſagte er. „Sie ſollen ſich in mir nicht getäuſcht haben.
Ich will Ihnen immer ein treuer Freund ſein!“
Sie dankte ihm mit einem ſchüchtern=zärtlichen Aufleuchten
der Augen.
Er ſah das Leuchten wohl, und durch ſeine Seele zog es
tvie eine Ahnung künftigen Glückes.
„Ihr heutiger Fund läßt den Tod Ihres Herrn Onkels in
einem völlig anderen Lickhte erſcheinen”, nahm er dann wieder
das Wort. „Bisher hat man wohl allgemein und unbeſtritten
einen Jagdunfall angenonien, jetzt aber muß man ſehr
ernſt=
haft auch mit der Möglichkeit eines Verbrechens rechnen. Trug
Ihr Herr Onkel die Brieftaſche eigentlich immer bei ſich?”
„Sie verließ ihn nie; ſie war ſchon alt und abgenutzt, aber
er konnte ſich nicht von ihr trennen, weil ſie ein Erbſtück ſeines
Vaters war. Ihr Fehlen bei der Leiche war daher umſo
auf=
fälliger. Zumal der Rentmeiſter vor Gericht erklärte, daß er
Onkel Leo am Morgen ſeines Todestages noch eine größere
Barſumme ausgehändigt habe. Für eine Reiſe, wenn ich nicht
irre. Dies Geld iſt anſcheinend noch vollzählig vorhanden!“
Klaus ſah nachdenklich vor ſich hin.
Wir wollen einmal ganz methodiſch vorgehen, Fräulein
Lore, und zunächſt an der Möglichkeit eines Unfalles feſthalten,
für den ja noch immer gewichtige Umſtände ſprechen. Da wäre
es doch durchaus denkbar, daß irgendein Unbeteiligter, zum
Beiſpiel ein Waldarbeiter, den Toten in aller Frühe im Walde
entdeckt und bei einer Durchſuchung der Leiche die Taſche
ge=
funden und an ſich genommen hätte. Um ſich durch Ausgabe
größerer Scheine nicht verdächtig zu machen, könnte er ſeinen
Fund ſehr wohl in de Abtei verſteckt haben, bis über die Sache
Cras gewachſen ſein würde.”
Lore ſchüttelte den Kopf.
„Verzeihen Sie, Herr Doktor, aber das halte ich für wenig
wehrſcheinlich. Denn ein gemeiner Dieb wurde unbedingt ein
anderes, zuverläſſigeres Verſteck gewählt haben als die
ſchließ=
lich doch jedermann zugängliche Inſel. Der Mann aber, der
die Brieftaſche dort niedergelegt hat, hatte an dem Gelde
ſicher=
lich kein Intereſſe. Das iſt rein gefühlsmäßig meine
Ueber=
zeugung, wenn ich ſie vorläufig auch noch nicht näher begründen
kann!“
„Und haben Sie gegen irgend jemand einen beſtimmten
Verdacht?”
„Ich zermarterte mir darüber ſchon den ganzen Tag den
Kopf. Aber ich weiß nicht, wen ich anklagen ſoll. Onkel Leo
hatte keine perſönlichen Feinde!”
Ein Schweigen entſtand.
Zuweilen gurrte es ſchläfrig im Holz.
Nähe und Ferne hüllten ſich langſam in violetten Duft.
Alles ſchien Licht und Luft geworden, indes das Laubwerk
des Parkes allmählich zu dicken Klumpen von Finſternis
zu=
ſammenſchmolz.
Klaus hatte ſein Etui aus der Taſche genommen und
enr=
zündete ſich bedachtſam eine Zigarette.
Auf einmal war der lockende Gedanke wieder in ihm wach
geworden, der ſchon tags zuvor in ihm aufgeklungen war.
Was geht dich im Grunde dieſe Brieftaſche, dies Schloß, der
ganze Fall des Barons v. Rhaden an?
Mache ein ſchnelles Ende.
Sage dieſem vertrauten Kinde, wer du biſt, und daß du ſie
lieb haſt.
Nimm ſie ſchon morgen fort von hier, führe ſie in ein
neues Leben, hülle ſie in den warmen Mantel deiner Liebe, daß
keine Schickſalsnot ſie jemals wieder verwunden kann.
Dann aber, als er in Lores tiefernſtes, herb verſchloſſenes
Geſicht blickte, entſank ihm doch wieder der Mut zu einem ſolchen
Geſtändnis.
Wie ein düſterer Schatten ſtand auf einmal wieder die
Ge=
ſtalt des Toten zwiſchen ihnen, dem erſt ſein Recht werden
mußte, ehe das Mädchen an ſeiner Seite an ihr eigenes Glück
zu deuken wagte. —
„Fräulein Lore,” ſagte er endlich, ſich gewaltſam aus ſeinen
abſeitigen Gedankenkgängen reißend, „wir müſſen zu
irgend=
einem Entſchluſſe kommen. Und ich möchte Ihnen daher einen
Vorſchlag machen. Mein Freund Ralff intereſſiert ſich von jeher
leidenſchaftlich für kriminaliſtiſche Probleme. Er iſt ein
hervor=
ragend kluger, ſcharfſinniger Menſch, und nach meiner
Ueber=
zeugung wie kein anderer befähigt, das geheimnisvolle Dunkel
des Neudietersdorfer Dramas aufzuklären. Wäre es Ihnen
recht, wenn ich mich um ſeine Bundesgenoſſenſchaft bemühte?”
Lore nickte zuſtimmend.
„Ich ſchätze Herrn Ralff genau ſo ein wie Sie und lege die
Sache vertrauensvoll in Ihrer beider Hände. Jetzt muß ich
Sie aber bitten, mich zu entſchuldigen. Meine Zeit iſt lange
um, und ich möchte jedes unnötige Aufſehen vermeiden!“ — —
Gemeinſam gingen ſie durch eine Lindenallee zum Schloß
zurück.
Auf den Wieſen lag ſchon das erſte rote Dämmern der
Frühnacht.
Nichts regte ſich, kein Laut, eine Stimme klang.
Nur ein Vogel, aus tiefinnerſtem Schlaf heraus,, fragte
zuweilen ganz ſuß und leiſe nach dem Morgen.
Da brach au; einmal ein Aſt mit ſcharfem Knack.
Unwillkürlich ſchreckte Lore zuſammen.
In dieſem Augenblick bog eine unſichtbare Hand ein
Spiräengebüſch an einer Wegkreuzung unhörbar zur Seite.
Das ſchöne Geſicht Sibylles tauchte in der Blätterwildnis
auf.
Ein ſeltſam verzerrter Zug lag um den feinen Mund, als ſie
jetzt vorſichtig um einen Buchenſtamm ſpähte und mit einem
kangen Blick das Bild der beiden ſchlanken Geſtalten umfaßte.
Kurt von Rhaden kam aus der Orangerie und ging durch
den holländiſchen Garten nach ſeiner Werft hinüber.
Ueber dem See brauten noch die letzten Morgennebel und
dampften in ſonnendurchleuchteten Schwaden gleich purpurnen
Opferfeuern, Durchblick für Durchblick entſchleiernd.
Ein Tag voll Glanz und Glut war wieder über
Neudieters=
dorf aufgegangen, als ſei die ganze Welt nur ein einziges
Mär=
chen von Schönheit und Glück.
Kurt ſprach mit ſeinem Mechaniker, der am Eingange des
Vootsſchuppens an einem Motor herum hämmerte, und wandte
ſich dann nach kurzem Verweilen wieder dem Parke zu.
Er ſah abgeſpannt und müde aus; die innerliche Erregung.
die ihn ſchon ſeit Tagen ruhelos umhertrieb, ließ ſein
tiefge=
bräuntes Geſicht heute fahl und blaß erſcheinen.
Ein großer Trauermantel flog ihm in haarſcharfen
Zickzack=
linien gleichſam als Wegweiſer vorauf, bis er in einer der
bun=
ten Blumeninſeln der tanigen Parkwieſen ertrank.
Zuweil trat die graue Maſſe des Schloſſes ernſi und
wuch=
tig zwiſchen hohen Baumgruppen hervor.
Dann lenkte die Straße wieder zum See hinab; ein kleiner
Kanalarm tauchte plötzlich im Unterholz auf, von einer
unge=
jü gen Bohlenbrücke überſpannt.
Durch einen ſchmalen Durchſchau leuchtete der weiße Saum
des Badeſtrandes, von dem ein luftiger Gitterſieg bis zu dem
ſchmucken Badehäuschen weit ins Waſſer hinausgebaut war. —
Kurt nahm den Hut vom Kopf und bot ſeine Stirn dem
friſchen Hauch des Morgenwindes.
Eine qualvolle Nacht lag binter ihm.
Er hatte am Abend zuvor vergeblich verſucht, Sybille noch
einmal zu ſprechen, und war dann bis zum erſten Morgengrauen
plan= und ziellos im Park herumgeirrt.
Immer wieder waren ſeine Gedanken in jene Zeit
zurück=
gekehrt, da er vor kaum zwei Monaten nach Neudietersdorf
ge=
kommen war.
Er hatte anfangs lange geſchwankt, ob er der Einladung
ſeines Vetters auf ſeine ſchleſiſchen Güter entſprechen ſollte;
eine dunkle Stimme hatte ihn davor gewarnt, die Ruhe ſeines
Herzens von neuem aufs Spiel zu ſetzen.
Und dann war er doch gekommen, wie von einem
unwider=
ſiehlichen Zwang getrieben.
Und all ſein Stolz, all ſeine gewollte verächtliche
Zurückhal=
tung vor dem Weibe, das ihn einſt um ſchnöden Geldes willen
verraten hatte, ſie waren wie der Schnee vor der Märzſonne vor
einem einzigen Blick ihrer Augen in ein Nichts geſchwunden.
Ganz deutlich ſtand der wundervolle Majabend ſeiner
An=
kunft in Neudietersdorf auf einmal wieder vor ihm.
Die mondüberblaute Terraſſe des alten Schloſſes. Rote
Lam=
pen über weißen Korbſeſſeln. Und inmitten der lärmenden,
wein=
frohen Gäſteſchar das lockende Geſicht der Frau, der einſt die
hol=
deſte, berauſchendſte Zeit ſeines Lebens gehört hatte, die er mehr
denn je als die Ergänzung ſeines Selbſt empfand, nach der ſeine
reife Mannheit ſchon lange in heimlicher Sehnſucht verlangt hatte.
Und eine Reihe unvergeßlicher Frühlingsabende war jenem
erſten Abend gefolgt, Tage voll Seligkeit und Wonne, daß ſie ihm
in der Rückſchau der Erinnerungen gleichſam wie ein einziger
glücklicher Sonnentag erſchienen.
Er fühlte tiefinnerlich, daß alles, was in ſeinem Herzen ſo
lange in halber Erſtarrung geſchlummert hatte, auf einmal zu
neuem, quellendem Leben erwacht war; es ſchien ihm oft, als ob
ſein Leben erſt wieder an jenen Tag anknüpfte, da Sybille einſt
von ihm gegangen war, daß er mit ihr überhaupt erſt wieder
lebte, nie vordem gelebt hatte.
Vergebens hatte ſich ſein ritterlicher Sinn immer wieder
gegen den Verrat empört, den er an dem Vertrauen des
arg=
loſen väterlichen Freundes beging.
Wie in einem Frühlingsſturm war ihre Liebe, endlich in
einer Schickſalsnacht zuſammengebrandet, und alles, was an
Vernunft und Widerſtand in ihm geweſen war, es war
unter=
gegangen in den Flammen einer großen, alles verzehrenden,
un=
entrinnbaren Leidenſchaft. —
Jetzt ſchimmerte der See unter den ſilbergrauen
Buchenſtäm=
men faſt greifbar nahe zu ihm herüber.
Ein friſcher Waſſerduft kam durch das Unterholz.
Wie ein übermütiger Junge ſtürmte Kurt, die quälenden
Ge=
danken gewaltſam von ſich abſchüttelnd, plötzlich die Uferböſchung
hinab.
Und dann ſtand er hochaufatmend in der Morgeneinſamkeit
des ſtillen Badeſtrandes und trank mit entzückten Augen das
wun=
dervolle Landſchaftsbild, das ſich wie ein verzaubertes
Oſtſee=
märchen um ihn breitete.
Sonne, Waſſer und weißer Sand.
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beim Kulturbauamt Darmſtadt,Bleichſtr. 1.
Angebotsvordrucke ſind zum Preiſe
von 2.00 RM. bei der unterzeichneten
Behörde erhältlich, woſelbſt auch die
Planunterlagen und die in Frage
kommenden Vorſchriften u. Beſtimmungen
zur Einſichtnahme offenliegen.
Freie Auswahl unter den Bietern
bleibt vorbehalten. Zuſchlagsfriſt 2Wochen
Darmſtadt, den 10. Juli 1928.
11540)
Heſſ. Kulturbauamt.
Eisenwerk Siegen
Marlenborn b. Siegen
Postfach 29
jefert
aus
Wellblech
Lager-Schuppen
Vertr.: Gg. Friedr. Rettig, Schlosserei. Darmstadt
Telephon 3394.
1V3002
Sandbergstraße 69.
19
Suche Jagd,
größten=
teils Wald; zu
über=
nehmen, evtl. Anteil.
Gefl. Details mit
Pachtpreis unt. W39
Geſchäftsſt. 11370.
Hieite Anzelgen
(An= und Verkäufe, Stellenangebote
und Geſuche, Tiermarkt uſw. uſw.)
haben im Darmſtädter Tagblatt
gioBeN efoig.
Arbeitsvergebung.
Die Rodungsarbeiten einer 12000 qm
großen, abgeholzten Waldfläche ſollen
vergeben werden.
Angebotsunterlagen ſind von
unter=
fertigter Behörde für 1.00 RM. zu
beziehen. Einreichung der Angebote mit
der Aufſchrift „Waldrodungsarbeiten
Nauheim” ſind bis Moniag, den 30. Juli,
vormittags 10 Uhr, bei uns, Bleichſtr. 1,
einzureichen.
Pläne und Bedingungen liegen bei uns
offen. Zuſchlag vorbehalten.
Darmſtadt. den 10. Juli 1928.
Heſſ. Kulturbauamt.
1539)
Guterhalt., kombin.
Röderherd
auch für Gaſthaus
ge=
eignet zu verk. Ang
einſtr. 20, I,(11508a
Statik v. Fiſcher
I.. II. u. III. Band,
faſt neu, billig zu
ver=
kaufen.
Barkhaus=
ſtr. 29,,R II, ((218438