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Wöchentliche iuſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 185
Donnerstag, den 5. Juli 1928.
191. Jahrgang
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Konkurs oder gerichtiſcher Beſtreibung fäll ſeder
Nabat weg. Banſtonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und No
banf.
Ausſprache über die Regierungserklärung.
leingel
Regierung?
Die Ausſichten des Kabinetis.
Die Umgruppierung innerhalb der Regierung hat auch einen
ſeshſel in der Führung der Parteien bedingt. Bei den Sozial= antrag ſeiner Fraktion gegen die neue Regierung.
inwkraten iſt Dr. Breitſcheid Fraktionsvorſitzender geworden.
td erſetzt ihn vorläufig durch Dr. Parlitius. Die Demokraten
ben Herrn Dr. Haas mit der Führung der Fraktion beauftragt,
ſt. Scholz repräſentiert. Daß Herr Dr. Leicht für die Bayern
eſt. 30 NDdieſer Pflicht mit großer Vorſicht und Zurückhaltung.
Prak=
t iſt aus der ganzen Ausſprache nichts herausgekommen als
äten m I wegs hinter der Regierung ſtehen, ein Billigungs=
JKrasen d um einbringen, das einer ſtarken Mehrheit ſicher iſt. Der
Is zum Herbſt geſichert iſt.
Der Aufmarſch der Parteien:
Sozialdemofraten und Regierung.
* Berlin, 4. Juli. (Eig. Bericht.)
Im Reichstag begann heute die große politiſche Ausſprache
der die Regierungserklärung. Zunächſt nahm Dr. Breit=
Augen und meinte, daß es wenig an der Sache ändere, wenn
feruf
uft 199, / A lbllition habe. Praktiſch ſei auch die jetzige Regierung an die
tend, lftkktionen gebunden. Für die Sozialdemokratie beruhe das
eutrauen in die Regierung auf dem Vertrauen, das ſie zu den
zaliſtiſchen Miniſtern habe. Die Sozialdemokratie wiſſe wohl,
Ii der Sozialismus nicht mit einem Koalitionskabinett
verwirk=
liwe Blanko=Vollmacht für dieſe Regierung, im Gegenteil, ſie Praxis auswirkten. Insbeſondere vermiſſe die Wirtſchaftspartei
tſtehen. Zur Außenpolitik übergehend, betonte der Redner Steuern.
Un Willen zum Feſthalten an der Verſtändigungspolitik und
In. Italien ſcharf ab. Unter lebhaftem Beifall verlangte er die
Näumung der beſetzten Gebiete, deren Ausbleiben eine Benach=
Ilegung für die Verſtändigungspolitik bedeute. Man müſſe
bſe Regierung hätten, alles tun würden, um den Frieden zu
ſn: gegen die Deutſchnationalen.
Regierung.
Inklich zu verbreiten, um zu zeigen, wie ein ſozialdemokratiſcher, neuen Regierung und deren Maßnahmen ſich ergeben.
ſarzler programmatiſch zwar über Landwirtſchaft und
Mittel=
luns der kapitaliſtiſchen in eine ſozialiſtiſche Republik aber ſchwei= Verſprechungen für die Landwirtſchaft angehe.
en könne. Das Mißtrauen gegen die neue Regierung ſei durch
dſe Regierungserklärung noch mehr verſtärkt worden. Der Red= gen mittag 12 Uhr vertagt.
Uti kündigte entſchloſſene Gegnerſchaft an, wenn ſich die
Regie=
ſh=inlande einlaſſen ſollte. Ferner forderte er ſcharfe Zurück= das Vertrauen des Reichstages.”
em Milt ſeſſung der polniſchen Verſuche, in die Näumung der
Rhein=
inve hineinzureden. In der Regierungserklärung vermiſſe er
ſichen worden, um ſo entſchiedener ſeien die Deutſchnationc= ſowie eines nationalſozialiſtiſchen Vertrauensantvages
gekenn=
tigegenzutreten.
Das Zentrum behält ſich ſeine
Stellung=
nahme im Einzelnen vor.
Dr. Perlitius (Ztr.) gab für ſeine Fraktion eine
formu=
ſerte Erklärung ab, in der zunächſt der jetzige politiſche Zuſtand
* eine zeitweilige Notlöſung bezeichnet wird. Im Hinblick
meuuf ſehe das Zentrum heute von einer abſchließenden
politi=
hemi Stellungnahme ab. Die Zukunft müſſe erweiſen, was die
ſieierung von der Fülle ihrer formulierten Aufgaben zu
ver=
ſücklichen vermöge. Verſchiedene Fragen innerpolitiſcher,
wirt=
haftlicher und geiſtig=kultureller Natur ſehe das Zentrum
ſchär=
als ſie in der Erklärung der Regierung zum Ausdruck
ge=
men ſeien. Beſonders im der Schulfrage werde die
Zen=
umnsfraktion keiner Löfung zuſtimmen, die nicht der in der Ver=
faſſung gewährleiſteten Gewiſſensfreiheit und dem Elternrechte
Kin Billigungspotum für die entſpreche. Die Erklärung wendet ſich weiter gegen eine Erleich= Krankheit des Marſchalls Pilſudſti war lange verheimlicht. Als
behalten.
n. Zentrum hat Herrn v. Guérard an das Kabinett abgegeben AbwartendeHaliungderDeutſchenVolkspartei etwas derben Art die Gründe für ſeinen Rücktritt angegeben.
ſtd, auch die Kommuniſten warten mit einem neuen Fraktions= den Tributverpflichtungen Deutſchlands, daß ſich eine Einheits= niſche Parlament als auch über einige ſeiner Miniſterkollegen,
ph er — Herrn Ewert aus Thüringen — auf. Bei den Deutſch= front der nationalen Wirtſchaftsverteidigung bilden könne, an „Der polniſche Seim, den ich einen Seim der Proſtituierten
ſtwnalen iſt Graf Weſtarp Fraktionsredner geblieben. Die der ſich eben ſowohl die Deutſchnationalen wie die Deutſche nenne, hat die Verfaſſung abſichtlich ſo gemacht, um dem popu=
TAnAte. 2htutſche Volkspartei wird, wie ſtets bei offiziellen Anläſſen, durch Vollspartei beteiligen könnten. Der Redner betonte beſonders, lärſten Manne in Polen die größten Gemeinheiten zu bereiten,
ſticht, iſt ſelbſtverſtändlich. Sie alle haben die Aufgabe, zu der rungen des Reiches und Preußens Voraus= konnte.‟ Das ſieht nicht gerade danach aus, als ob der Marſchall
uer 94. lärung des Kabinetts Stellung zu nehmen und unterziehen ſetzung für jedewirklicheinnere Reform ſei. Dann nur über die Wahl eines Sozialdemokraten zum Seimmarſchall
fennie Als eine: die Regierung weiß, daß ſie auf ein Vertrauensvotum durch Zuſammenlegung des Arbeits= und Landwirtſchaftsminle loſes Werkzeug in der Hand eines Diktators und nur nach außen
Aſh- mehr zu rechnen hat; dagegen wollen die fünf Parteien, die ſteriums mit dem Wirtſchaftsminiſterium, des Juſtizminiſte, als Ableitungskanal für die Verantwortlichkeit anzuſehen iſt. An
riums mit dem Innenminiſterium und des Poſt= mit dem
Ver=
kehrsminiſterium. In der Regierungserklärung begrüßte der
dor nerstag iſt noch der Fortſetzung der Ausſprache vorbehalten. Redner die Zuſage der Regierung, daß der bisherige Kurs der
Ikniggeblieben iſt aber nicht ſehr viel. Die meiſten Fraktionen Außenpolitik fortgeſetzt werden ſoll, die in den letzten fünf Jah= derniſſe zu bereiten. Es iſt auffallend, daß gerade Pilſudſki die=
Ubzlen daher guf einen zweiten Nedner verzichten, ſo daß — wenn ren in den Händen Dr. Streſemanns liege. Auch Dr. Scholz ver= ſen Grund für ſeinen Nücktit angibt. Denn wahrlich während
langte die ſchleunige Räumung des Rheinlandes. Im Gegenſatz ſeiner zwejährigen Miniſterpäſidentſchaft hat ſich Pilſudſki
herz=
it Ueberraſchungen eintreten — der Beſtand des Kabinetts zu Dr. Breitſcheid war der Redner der Anſicht, daß die Regie= lich wenig um die polniſche Volksvertretung gekümmert. Er
behalten.
Die Demokraten für die Regierung.
Der nächſte Redner, Dr. Kaas (Dem.), bezeichnete die Kritik
UUhs id (Soz.) das Wort. Der Redner warf zunächſt einen Rück= der Deutſchen Volkspartei und des Zentrums als nicht berechtigt.
it auf die der Regierungsbildung vorangegangenen Verhand= Die Regierung ſei eine Koalitionsregierung wie jede andere. Die
s jetzige Kabinett nicht ausgeſprochen die Form der Großen rung durchaus einverſtanden und erfreut über den Willen der
Regierung, auf dem Wege zum Einheitsſtaate weiter zu arbeiten.
blikaniſchen, demokratiſchen und ſozialen Wünſchen der Partei
gerecht werde.
h. werden könne. Das ſozialiſtiſche Ziel bleibe für die Sozial= tion werde ſich der neuen Regierung gegenüber abwartend ver= ſagen wollen. Man hat aber bisher nicht viel davon gehört, daß
mokratie das gleiche, ob ſie in der Oppoſition ſtehe oder der Re= halten, bis Klarheit darüber herrſche, in welchem Einne die Pilſudſis bisherige Miniſter etwas anderes geweſen ſind als
erung angehöre. Die ſozialdemokratiſchen Miniſter hätten auch theoretiſch gehaltenen Erklärungen der Regierung ſich in der ſeine Handlanger.
ür den dauernd unter der Kontrolle der Fraktion und der Par= beſtimmte Zuſagen über die Herabſetzung der Real= und ſonſtigen lich gar keine Umbildung iſt, läßt die eigentlichen Zwecke
Pil=
hrte einen Kurswechſel zwecks ſtärkerer Anlehnung an Ungarn Die Bayeriſche Volkspartei hält es wie das als Kultusminiſter Switelſki getreten iſt. Switelſki gehört zu
Zentrum.
Abg. Leicht (Bayer. Vpt.) gab namens, ſeiner Fraktion bereits hinter den Kuliſſen einen großen Einfluß auf die
Innen=
biſſen, daß die Sozialdemokraten, die einen ſtarken Einfluß auf eine Erklärung ab, in der betont wird, daß die Regierung den politik. In Polen wird es als ein politiſches Ereignis von beſon=
Fraktionen keine Koalitionsbindungen auf das Regierungspro= derer Bedeutung angeſehen, daß Switelſki die Kuliſſe verlaſſen
Ngoren. Um ſo wichtiger ſei der Anſpruch auf die ſofortige gramm auferlegen könne. Wenn ſchon eine Koalitionsregierung hat und öffentlich auftritt. Es wird davon geſprochen, daß
Swi=
grochll 1lſänmung des Rheinlandes. Zum Schluß wandte ſich der Red= auf einem Kompromiß der verſchiedenen Parteien ihr Programm, telſki vor allem das Verhältnis zu den nationalen Minderheiten
aufbauen müſſe, ſo käme der Kompromiß=Charakter der neuen regeln ſoll, wozu er in national=polniſchem Sinne beſonders ge=
1deutſchnationales Mißtrauen gegen die neue ſehr geſpannt ſein müſſe, wie die Regierung die Schwierigkeiten Switelſki, der im 45. Jahre ſteht, iſt gewiß eine energiſche
Per=
überwinden werde, die bei der Ausführung noch größer als bei ſönlichkeit, und er hat bei den letzten polniſchen Wahlen gezeigt,
der Formulierung des Programms ſein müßten. Je nachdem, wie man ſich genehme Wahlen vorbereiten und machen kann.
Es folgte als nächſter Redner Graf Weſtarp (Ontl.), der wie die grundſätzliche Einſtellung der Bayeriſchen Volkspartei auf
9 geſtrigen Ausführungen des neuen Reichskanzlers eingehend kulturellem, ſtaats= und wirtſchaftspolitiſchem Gebiet berückſich= ſchauer Straßenbahnen Alfred Kühn, iſt politiſch bisher
iü fierte. Der Redner ſchlug vor, die Regierungserklärung tigt werde, werde auch die Haltung der Partei gegenüber der überhaudt nicht hervorgetreten. Auch er gehört aber zu den
näd reden, über internationalen Klaſſenkampf und Verwand= zu der Regierung nur Mißtrauen haben, insbeſondere was ihre die Kommerzialiſierung der Eiſenbahn im Gegenſatz zu den
An=
ſung auf neue Kompenſationen in der Frage der Räumung der Volkspartei eingegangen, das beſagt: „Die Regierung beſitzt nicht Mitglied des internationalen Komitees der Verkehrsverbände hat
Die parlamentariſche Lage nach Abſchluß des erſten Teiles
iſenders ein Bekenntnis zum Chriſtentum als der Grundlage der Ausſprache über die Regierungserklärung, die in der heu= im weſentlichen alles beim alten bleibt, wenn auch das Kabinett
t: deutſchen Kultur. Sowohl das Wort „chriſtlich” wie auch das tigen Reichstagsſitzung erfolgte, iſt durch die Einbringung eines nicht mehr unter ſeinem Namen, ſondern unter dem von Bartel
fert „national” ſeien in der Regierungserklärung ängſtlich ver= kommuniſtiſchen und eines deutſchnationalen Mißtrauensantrages führt. Bartel iſt ſo gut wie Pilſudſki ſelbſt.
In entſchloſſen, dem Verſuche der jetzigen Regierung, Sozialis= zeichnet. Angeſichts der Erklärung des Vertreters der National= genug ſind ſie aber dazu da, die Wahrheit zu verſchleiern oder
us und Liberalismus untereinander und mit dem Zentrum zu ſozialiſten, daß ſeine Partei ſelbſtverſtändlich kein Vertrauen zur ganz beſtimmten Zwecken zu dienen. Es hat den Anſchein, als
Uteinen, mit dem chriſtlich=ſozialen und nationalen Gedanken Regierung habe und durch das Verlangen eines Vertrauens= ob das jüngſte Preſſeinterview Pilſudſkis ähnliche Zwecke
ver=
votums nur die notwendige Klärung herbeiführen wollte, wird, folgte wie der jüngſt veranſtaltete Diplomatenempfang in
War=
ſich der Aelteſtenrat erſt noch mit der Zulaſſung des national= ſchau. Dieſer wirkte nur auf Uneingeweihte, jenes wird
wahr=
tag die Programmerllärung der neuen Reichsregierung billigt, bietenden Deutlichkeit über die polniſche Volksvertretung aus=
Ueber dieſen Antrag als den weitergehenden müßte zuerſt ab= geſprochen hat. Der Seim iſt bis zum Herbſt nach Hauſe geſchickt,
geſtimmt werden. Mit ſeiner Annahme wären die Vertrauens=und Pilſudſki geht auf längeren Urlaub, auch Bartel wird längere
Regierungserklärung zur Kenntnis nehme. Es wird aber in politiſchen Veränderungen nicht ereignen. Sicher iſt aber, daß
Volkspartei dem Billigungsantrag, gleichgültig wer ihn ein= Dinge benutzen wird. In den letzten Jahren iſt allerdings auch
bringt, zuſtimmen werden.
Das polniſche Regierungsrätſel.
Von
Dr. Otto Loening, Berlin.
Wie ſchon ſo oft, gibt Polen der Welt Rätſel auf. Die
terung der Eheſcheidung und ſagt zum Schluß, die Zentrums= die Oeffentlichkeit von ihr munkelte, wurde ſie erſt abgeleugnet,
fraktion nehme das Programm der neuen Regierung zur Kennt= dann als unbedeutend dargeſtellt, und ſchließlich in ihrem ganzen
nis und wolle ihr ihre Mitarbeit nicht verſagen. Die Zentrums= umfang zugegeben. Trotzdem gingen und gehen noch heute die
fraktion müſſe ſich jedoch im Einzelnen ihre Stellungnahme vok= wildeſten Gerüchte um, die durch die plötzliche, vielen unerwartet
gekommene Regierungsumbildung in Warſchau neue Nahrung
Anſchließend behandelte Ewert (Komm.) den Mißtrauens= erhielten. Der politiſche Klatſch feierte intra et estra wuros
Orgien. Jetzt hat Pilſudſki ſelber das Wort ergriffen und in der
polniſchen Preſſe in einem längeren Interview in der ihm eigenen
Aus allem, was Pilſudfki der Oeffentlichkeit bekannt zu geben für
Abg. Dr. Scholz (2.V.P.) meinte im Zuſammenhang mit gut fand, ſpricht eine ſtarke Verärgerung ſowohl über das
vol=
daß die Erhaltung der Homogenität der Regies die ein verwildertes und dummes Gehirn ſich nur ausdenken
entwickelte er einen Plan zur Herabſetzung der 12 verärgert geweſen iſt, ſondern bezeugt eine tiefe Verachtung vor
Reichsminiſterien auf 8 Miniſterien, und zwar jeder parlamentariſchen Inſtitution, falls dieſe nicht ein
willen=
ſich möchte der frühere Sozialdemokrat Pilſudſki eine
Volksver=
tretung, aber nur, wenn ſie nicht die Möglichkeit beſitzt, ihm
Hin=
rung keine Koglitionsregierung ſei. Im übrigen wolle, die regierte bisher nach der Methode: Und willſt du nicht mein Bru=
Deutſche Volkspartei die Taten der neuen Re= der ſein, ſo ſchlag ich dir den Schädel ein . . Die polniſche
Volks=
gierung abwarten und ſich das Necht der Verantwortung vor= vertretung wurde oft genug von ihm nach Hauſe geſchickt, erſt
jüngſt, wenige Tage vor der Regierungsumbildung.
Nicht viel anders verfährt Pilſudfki mit ſeinen
Miniſterkol=
legen= In der Sitzung des Kabinettsrates am 25. Juni, alſo
kurz vor der Umbildung der Regierung, ſoll Pilſudſki ſchon eine
ſcharfe Kritik an ſeinen Miniſterkollegen geübt und ihnen
vor=
geworfen haben, daß ſie ſich noch zwei Seiten hin ſicherten. Im
Demokratiſche Partei ſei mit dem Inhalt der Regierungserkla= Interview kommt zum Ausdruck, daß der Miniſterpräſident zu
überlaſtet ſei. Er habe in den zwei Jahren ſoviel erreicht, weil
ihm ſein treuer Helfer Bartel einen Teil ſeiner Arbeit abgenom=
Die Demokratiſche Partei erwarte, daß die Regierung den repu= men habe. Wenn er ſämtliche Pflichten eines Kabinettschefs
er=
füllt hätte, ſo würde er in Polen nicht, das Mindeſte erreicht
haben. So kann ein Miniſterpräſident ſprechen, der ein Diktator
Abg. Dr. Drewitz (Wirtſchaftspartei) erklärte, ſeine Frak= iſt, deſſen Miniſterkollegen, aber nicht zu allem Ja und Amen
Auch die Umbildung der polniſchen Regierung, die ja
eigent=
ſudſkis nicht klar erkennen. Bis auf zwei kehren alle
Miniſter=
kollegen wieder. Ausgeſchifft iſt der alte Dobrucki, an deſſen Stelle
den nächſten Vertrauten des Mgxſchalls, war bisheriger Leiter
des politiſchen Departements im Innenminiſterium und hatte
Regierung in ihrem Programm ſo ſtark zum Ausdruck, daß man eignet erſcheint, da ſeine minderheitfeindliche Stellung bekannt iſt.
Der zweite neue Miniſter, der bisherige Direktor der
War=
nächſten Anhängern des Marſchalls. Der bisherige Eiſenbahn=
Abg. Döbrich (Deutſcher Bauernbund) erklärte, man könne miniſter Romocki ſoll ausgeſchifft ſein, weil ſeine Anſichten über
ſchauungen der Militärkreiſe ſtehen. Kühn, der in Deutſchland
Darauf wurden die Beratungen abgebrochen und auf mor= ſtudiert hat, gilt in Fachkreiſen als überaus befähigt, auch er iſt
in gewiſſem Sinne eine ſtarke Perſönlichkeit. Als Vorſitzender
Inzwiſchen iſt ein Mißtrauensvotum der Deutſchnationalen des Verbandes der polniſchen Verkehrsunternehmungen und als
ſich Kühn einen Namen gemacht.
Pildſudſki bleibt Kriegsminiſter. Das bedeutet politiſch, daß
Beſtellte Interviews können der Wahrheit entſprechen, oft
ſozialiſtiſchen Antrages beſchäftigen. Im übrigen erwartet man ſcheinlich auch nur dieſelbe Wirkung haben. Immerhin bleibt
für morgen die Einbringung eines Antrages, wonach der Reichs= beachtenswert, daß Pilſudſki ſich mit einer kaum noch zu über=
Mißtrauensanträge erledigt. Es iſt noch nicht ſicher, ob der An= Zeit von Warſchau zur Erholung fern ſein. Inzwiſchen wird der
trag gemeinſam von den in der Regierung durch Miniſter ver= neue Kultusminiſter Switelſki als jüngſter Miniſterkollege den
tretenen Parteien oder von den Sozialdemokraten bzw. von die= Miniſterpräſidenten vertreten, von anderer Seite wird allerdings
ſen zuſammen mit den Demokraten eingebracht werden wird, auch der Miniſter der öffentlichen Arbeiten Morgezewſki als Ver=
Das Zentrum ließ in der heutigen Sitzung erklären, daß es die treter genannt. Zunächſt werden ſich demnach irgendwelche
innen=
parlamentariſchen Kreiſen enwartet, daß Zentrum und Deutſche. Switelſki die ſommerliche Nuhe zur Vorbereitung der kommenden
ohne die Volksvertretung regiert warden. Die amerikauiſche Ge=
Geite 2
ſchäftsaufſicht ließ auch Debatten über den letzten
Staatshaus=
halt kaum zu. Die Ernennung Switelſkis läßt neue Methoden
vorausſehen.
Nur eins ſteht feſt: Außenpolitiſch wird der alte Kurs nicht
verändert. Pilſudſki wird nach wie vor die Direktiven für die
internationale polniſche Politik geben. Auch unter dem neuen
Kabinett werden die Drohungen Zaleſkis gegen Litauen nicht in
die Tat umgeſetzt werden. Aber Pilſudſki als Kriegsminiſter
be=
deutet doch, daß der Marſchall auch ſeine Pläne für ein größeres
Polen nicht aufgegeben hat. Er ſtellt ſie nur, wie bisher, in den
Hintergrund und wartet ab. Heute iſt Polen trotz ſeines
Mil=
lionenheeres in Kriegszeiten noch nicht das, was Pilſudſki aus
ihm machen möchte. Die Kraft des Marſchalls iſt durch ſeine
nicht mehr abzuleugnende Krankheit beſchränkt, aber weder
er=
ſchöpft noch gebrochen. Er hofft, ſie in früherem Umfang wieder
zu erlangen und dazu dient die Umbildung in der polniſchen
Regierung, die trotzdem die Regierung Pilſudſkis bleibt.
Viel=
leicht ſogar mehr als bisher.
Der Kampf um die Amneſtie.
* Berlin, 4. Juli. (Priv.=Tel.)
Der Reichsjuſtizminiſter Koch gibt ſich ſeit einigen Tagen
red=
liche Mühe, ein Kompromiß zwiſchen den Parteien über die
Am=
neſtie zu ſchaffen. Erfolg hat er aber bisher damit nicht gehabt.
Die Gegenſätze ſind die gleichen, wie ſchon vor den Wahlen,
ob=
wohl ſogar vorübergehend eine Uebereinſtimmung zwiſchen
Kom=
muniſten und Sozialdemokraten zuſtande gekommen war. Der
kritiſche Punkt iſt nach wie vor der, daß die Sozialdemokraten
zwar bereit ſind, eine große Amneſtie nach links hin zu erlaſſen,
daß ſie aber nach rechts hin ſehr zugeknöpft ſind und vor allem
die ſogenannten „Fememörder” im Zuchthaus laſſen wollen. Sie
ſind inſoweit zu einem Zugeſtändnis bereit, als ſie den zu
Todesſtrafe oder lebenslänglichem Zuchthaus Verurteilten ihre
Strafe auf 7½ Jahre Zuchthaus umwandeln wollen. Dem ſteht
aber die Anſchauung in bürgerlichen Kreiſen gegenüber, daß,
wenn ſchon einmal amneſtiert wird, ein Schlußſtrich unter das
ganze Kapitel der inneren Revolutionswirren gezogen werden
ſoll Sie verweiſen vor allem mit Recht darauf, daß die wenigen
„Fememörder”, wenn ſie freigelaſſen ſind, eine Gefahr für den
Staat nicht bedeuten, daß dagegen infolge der Amneſtie
minde=
ſtens ein halbes Hundert Kommuniſten, die wegen Hochverrats
oder Sprengſtoffattentate in Rußland ein Aſyl gefunden haben,
nach Deutſchland zurückkehren und hier zweifellos ihre
ſtaaté=
feindliche Tätigkeit mit aller Kraft wieder aufnehmen. — Es ſoll
nun der Verſuch gemacht werden, die Deutſchnationalen zu
ge=
winnen, ſo daß vielleicht doch zum Schluß die Möglichkeit gegeben
iſt, zu einem Kompromiß zu kommen. Wären die
Deutſchnatio=
nalen dafür zu haben, dann würde eine tragfähige Mehrheit im
Reichstag vorhanden ſein, die auch einen Widerſtand aus dem
Neichsrat überwinden könnte. An ſich iſt zwar nach Auffaſſung
des Reichsjuſtizminiſteriums eine Reichsamneſtie keine
verfaſ=
ſungsändernde Handlung, weil ſie nur Ausfluß des
Strafvoll=
zuges iſt. Im Reichsrat denkt man aber anders darüber, und es
iſt zu erwarten, daß ein mit nur knapper Mehrheit
angenomme=
nes Geſetz im Reichsrat Widerſpruch finden würde und nur
dann Geſetz werden könnte, wenn eine Zweidrittelmehrheit des
Reichstages dahinterſteht. Das iſt aber ohne die
Deutſchnatio=
nalen ſchwer zu erreichen.
Die Steuerſenkungs=Aktion.
* Berlin, 4. Juli. (Prwo.=Zel.)
Auf Wunſch der Sozialdemokraten haben am Mituwoch
mach=
mittag Beſprechungen bei dem Reichsfinanzminiſter mit den
Re=
gierungsparteien ſtattgefunden, bei denen die Sozialdemokraten
erneut ihre Forderung auf ſofortige Ermäßigung der
Einkom=
mensſteuer für die unteren Gruppen bis zu 8000 RM. ſtellten.
Sie deuteten ſogar an, daß ſie es als einen unfreundlichen Akt
auffaſſen würden, wenn ihnen die anderen Parteien hier
Schwie=
rigkeiten machten. Sie fanden auch eine Unterſtützung bei dem
Staatsſekretär Popitz, der aus finanztechniſchen Gründen die
Forderung der Sozialdemokraten unterſtützte. Die übrigen
Par=
teien haben erklärt, daß ſie dann aber auch ihre Anträge
ein=
bringen würden. Es ſoll nun der Verſuch gemacht werden, ob es
möglich iſt, den ganzen Fragenkomplex noch in der kurzen zur
Verſügung ſtehenden Zeit von einer Woche, die der Reichstag
noch beiſammenbleiben will, durchzuprüfen.
Einweihung des Hans Thoma=Archivs
Das Kuratorium des Hans=Thoma=Archivs in Karlsruhe
hatte beteiligte und intereſſierte Kreiſe zur Eröffnung des Archivs
geladen. Zahlreiche Künſtler, Kunſtkenner und Freunde des
Hauſes Thoma aus Baden, Heſſen, Frankfurt umd von
weiter=
her ſüllten mit dem offiziellen Karlsruhe — das Miiſterium
durch den Miniſter Leers vertreten — den großen Saal der Hans=
Thoma=Abteilung in der Gemäldegalerie, wo der Feſtakt ſtattfand.
Der Vorſtand des Kuratoriums, Geh. Rat Schwörer, ertlärte
in ſeiner Begrüßungsrede, daß die badiſche Regierung mit
Schaf=
fung dieſer Stätte des Andenkens an Hans Thoma anſpruchslos
und ſachlich, wie es der Meiſter ſelber war, einer Pflicht der
Pietät gegen den Künſtler, ſowie ihrer Pflicht gegen die deutſche
Kunſt und gegen das deutſche Volk nachgekommen ſei.
Herr Dr. Beringer, der Organiſator und Ordner des Archivs,
legte in eindrucksvoller Feſtrede die Zwecke desſelben dar, das
dem toten Meiſter Gelegenheit geben ſolle, weiterhin zu ſeinem
Volke zu veden, das Thomas Lebens= und Schaffensgang in
Wort und Bild der Nachwelt treu überliefern wolle. Er ſprach
die Hoffnung aus, daß durch den reichen Inhalt des Archivs die
Wirkſamkeit und Perſönlichkeit dieſes großen deutſchen Mannes
im deutſchen Volke lebendig bleiben möge.
Eine erſte Führung durch das Archiv zeigte uns die
Ver=
wirklichung dieſer Gedanken. In ſeinen Bildniſſen ſehen wir
Hans Thoma durch ſein Leben gehen: zuerſt als Schulbub mit
dem erſten Ranzen — die Totenmaske zum Schluß zeigt zum
letzten Male die verklärten Züge des Meiſters. Seine jeweilige
Umgebung ſehen wir vom Geburtszimmer bis zum Sterbebett.
Seinen erſten Gönner und Mäzen lernen wir in Apotheker
Namer in St. Blaſien kennen und ſehen am Ende des Lebens
die badiſche Fürſtenfamilie den Meiſter verehren und fördern.
Wie die Mitwelt über ihn urteilte und ſchrieb, iſt faſt lückenlos
zu leſen. Hans Thomas eigene Schriften ſchüldern den Gang
ſeines Lebens, die ſchweren Jugendjahre in Bernau, Furtwangen
und Baſel, die Lehrzeit in Karlsruhe, Düſſeldorf und München,
die Niederlaſſung in Frankfurt und die Ueberſiedlung nach
Karls=
ruhe. Sie laſſen uns den Einfluß ſeiner Lehrer, Freunde und
Umgebung erkennen und geben uns die ſtarken Eindrücke wieder,
die er durch Reiſen und Kunſt empfing. Sie zeigen ihn endlich
als anerkannten Schriftſteller und Mitglied der Erſten Kammer,
als treuen Berater ſeines Volkes in glücklicher und in ſchwerſter
Zeit.
Die Vitrinen der Eingangsgalerie und des eigentlichen
Archiv=
raumes ſchildern in Abbildungen die verſchiedenen Lebensepochen
des Künſtlers, das Geburtshaus, Kindheit, Heimat und Familie,
die Lehrlingszeit als Uhrenſchildmaler, die erſten künſtleriſchen
Verſuche, die Kunſtſchulzeit,
Dennerstag, den 3. Ju. 1928.
Nummer 488
Vom Tage.
Zu Ehren der Ozeanflſeger gab der deutſche
General=
konſul in Dublin, von Dehn, geſtern ein Frühſtück. An dieſem nahmen
von der iriſchen Regierung u. a. teil: Vizepäſident Blythe,
Außen=
miniſter Mae, Gilligan, Wehrminiſter Fitzgerald, der parlamentariſche
Sekretär im Handelsminiſterium, Dolan, der Oberkommanbierende
der Armee, General Hogan, und der Polizeipräſident O=Duffy. Ferner
nahm an dem Frühſtück der Vertreter des Norddeutſchen Lloyd,
Kloſe, teil.
Die Zentrumsfraktion des Reichstags beſchloß am
Diens=
tag, die Wahl ihres Fraktionsvorſtandes auf den
Herbſt zuvertagen. Bis dahin wird der bisherige
Fraktionsvor=
ſtand die Geſchäfte der Fraktion führen.
Der Neichspräſident empfing Dr. Eckener, der ihm über die
Fertigſtellug des neuen Zeppelin=Luftſchiffes L. 3. 197 und die
Pläne für die erſten Fahrten dieſes Schiffes
Vor=
trag hielt.
Reichspräſident v. Hindenburg empfin
Reichsinnen=
miniſter Sedering und den Neichsarbeitsminiſter Wiſſel.
Auf das Eingreifen der deutſchen Geſandtſchaft hat die Nanking=
Regierung jetzt den Kommandanten in Peking
ange=
wieſen, die Schritte zur Freigabe der beſchlagnahmten
deutſchen Funkſtation Plaut ſofort einzuleiten.
Der öſterreichiſche Juſtizminiſter Dr. Dinghofer
hat geſtern früh dem Bundeskanzler ſein offizielles
Rücktritts=
geſuch überreicht, das von dieſem angenommen wurde. —
Im Anſchluß an die nunmehr endgültige Demiſſion des Juſtizminiſters
Dr. Dinghofer trat geſtern die Parlamentsfraktion der
großdeut=
ſchen Partei zu einer Beratung über die Frage der
Nachfolge=
ſchaft Dinghofers zuſammen. Man einigte ſich auf den
Rechts=
anwalt Dr. Joſef Slama, der übermorgen das Amt des
Juſtiz=
miniſters übernehmen wird.
Im Schachty=Prozeß wird die Urteilsverkündung
für Donnerstag erwartet.
Im Haag wurde am Dienstag die Vollſitzung der
Welt=
konferenz der Völkerbundsvereinigungen eröffnet,
Auf einem Feſteſſen der amerikaniſchen Handelskammer in Paris
anläßlich der amerikaniſchen Unabhängigkeitsfeier hielt Poineare
eine Rede, in der er die Friedfertigkeit, Frankreichs
hervorhob.
Die franzöſiſche Preſſe hebt bei Beſprechung der Regie= fasciſtiſche Herzen erfreut. Auch nur in dem Waße, wie etwa das
rungserklärung im Reichstag den gemäßigten Ton der Regierung
her=
vor. Die Rechtspreſſe nimmt an der Forderung nach
Rheinlandräumung ohne Gegenleiſtung Anſtoß.
Briand ſprach geſtern vor dem Auswärtigen
Aus=
ſchuß des Senates über die Frage der
Rheinland=
gen Frankreichs zu Jugoſlawien und Italien. Einzelheiten wurden
nicht mitgeteilt.
Das beſſiſche Voranſchlagsjahr 1929.
Amtlich wird uns geſchrieben:
Durch heſſiſche Zeitungen iſt eine Mitteilung gegangen, daß
der heſſiſche Finanzminiſter die Behörden in einem Rundſchreiben
angewieſen hat, von der Aufſtellung von Voranſchlägen für 1929
abzuſehen.
Die von einem Blatt an die Mitteilung geknüpfte
Ver=
mutung, es ſei damit eine Beſchränkung des Budgetrechts und
eine weitgehende Ausſchaltung der Parlamentskontrolle
beabſich=
tigt, iſt völlig abwegig. Es handelt ſich um eine Maßnahme, die
durch die beſonderen Verhältniſſe dieſes Jahres bedingt iſt. Bei
der Vorlage des Geſetzentwurfes über die Erſtreckung des
Finanzgeſetzes 1928 auf 1929 und bei der Beratung der Nachträge
iſt dem Landtag Gelegenheit gegeben, ſein Kontrollrecht
unbe=
ſchränkt auszuüben.
Nach dem Inhalt des Rundſchreibens iſt die Maßnahme vor
allem dadurch bedingt, daß für die Beurteilung der finanziellen
und wirtſchaftlichen Verhältniſſe des nächſten Jahres, die die
Grundlage für die Aufftellung des Staatsvoranſchlags bilden, in
dem heutigen Stadium der Entwicklung auf den wichtigſten
Ge=
bieten der Staatsverwaltung alle Unterlagen fehlen. Im Winter
1928/29 werden vorausſichtlich neue Gewerbſteuer=, Grundſteuer=
und Gebäudeentſchuldungsſteuer=Geſetze kommen, zum 1. April
1929 iſt ein neuer Finanzausgleich zu erwarten, ſo daß die
Ein=
nahmeſeite des Voranſchlags ſich nicht überſehen läßt.
Außer=
dem können die Ausgaben im Voranſchlag auch durch die
Vor=
ſchläge der Sparkommiſſion beeinflußt werden. Ein
wahrheits=
getreues Bild, wie es der Voranſchlag bringen ſoll, läßt ſich daher
in den nächſten Monaten ſchlechterdings nicht entwerfen. Etwa
notwendige Ergänzungen für unumgängliche Ausgaben ſollen
in einem Nachtrag zuſammengefaßt werden.
Franzöſiſche Probleme.
Genfer Wirtſchaftspolitik. — Balkanpolitik. —
Amerikaniſche Präſidenienwahl.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 4. Juli.
Man legt hier der Wirtſchaftskonferenz in Genf eine gan
beſonders große Wichtigkeit bei. Dieſe Konſerenz iſt bekanntlich
mit der Ergänzung der Ergebniſſe der Wirtſchaftskonferenz von
1927 beſchäftigt. Die Ergebniſſe dieſer Konferenz, die Abſchaffung
der prohibitiven und einſchränkenden Wirtſchaftsmaßnahmen ſor
len im Verlauf der jetzigen Konferenz erſt in die Realität un
geſetzt werden können. Aber nicht nur deswegen, nicht nur au)
Gründen der reinen Wirtſchaftspolitik intereſſiert man ſich anl
dieſer Konferenz. Man iſt begierig zu erfahren, welchen Empfang
die Politik Loucheurs und Serruys von getviſſen Seiten erfahren
wird. Der Widerſtand, den Italien den Beſtrebungen der
fran=
zöſiſchen Wirtſchaftspolitik hinter den Kuliſſen entgegenzuſetzen!
pflegt, macht dieſes beſondere Intereſſe in Paris durchaus
be=
greiflich.
Auf dem Balkan ſcheint jetzt die franzöſiſche Diplomati
eifrig zu arbeiten, oder — richtiger ausgedrückt — die Ereigniſſe
der Balkanpolitik nehmen einen ſolchen Verlauf, der durchaus im
Sinne Frankreichs liegt. Die Annäherung zwiſchen Jugoſlawien
und Bulgarien, ſo unſicher und ungewiß ſie gegenwärtig noch
ſein mag, iſt geeignet dazu, die politiſche Situation am Balkay
ganz entſchieden zu beeinfluſſen. Die Bedeutung der Lage, welch/
durch eine wahre Verſöhnung zwiſchen Belgrad und Sofia
ent=
ſtehen kann, tritt im gegenwärtigen Augenblick nicht ſcharf
her=
vor, ſchon deshalb nicht, weil man in Belgrad vorſichtigerweiſe
gleichzeitig auch auf die Beſſerung des Verhältniſſes mit Italier,
hinarbeitet. Dennoch iſt es fraglich, ob dieſe Annäherung alle
neue Regime in Athen den Franzoſen gefällt. . .
Zu den auswärtigen Fragen, welche die politiſche Welt in
Frankreich am meiſten intereſſieren, gehört umbedingt die Frage
der Präſidentenwahl in den Vereinigten Staaten. Man erkenn:
räumung, Reparationsplan, interalliierte Schulden, die Beziehun= die Bedeutung der Entſcheidung, welche in Amerika gefällt wird,
in ihrer ganzen rieſigen Wichtigkeit. Die Preſſe wiegt die Chancen
der zwei Kandidaten, des Republikaners Hoover und des
De=
mokraten Al Smith ſorgfältig gegeneinander ab, und vermeider
dabei ängſtlich auch nur den Schein jeder Parteinahme oder
Vorausſage. Man gewinnt in Paris aber dennoch den
Ein=
druck, daß man von den Demokvaten ein größeres
Entgegenkom=
men gegenüber Europa erhoffen könnte als von den
Republi=
kanern, und daß man die Ausſichten der Republikaner um ein
Haar beſſer hält. .
Rücktriit des jugoſlawiſchen Kabinetts.
EP. Belgrad, 4. Juli.
Heute mittag überreichte Miniſterpräſident Wukitſchewitſch
dem König die Demiſſion des Geſamtkabinetts. Der König hat
die Demiſſion angenommen. Im Verlaufe des Nachmittags
wer=
den die Verhandlungen mit den Parteiführern zur Bildung einer
neuen Regierung aufgenommen werden. In politiſchen Kreiſen
rechnet man aber mit einer länger dauernden Regierungskriſe.
Das neue griechiſche Kabinett.
Athen, 4. Juli.
Venizelos wird heute vormittag Konduriotis folgende
Mi=
niſterliſte vorlegen: Venizelos Miniſterpräſident, Karapanos
Aus=
wärtige Angelegenheiten, Sapigianos Inneres, Marinis
Finan=
zen, Gonturas Oeffentlicher Unterricht, Petridis Juſtiz, Sofulis
Krieg, Arghyropulos Marine, Wurlumis Volkswirrſchaft,
Ema=
nuilidis Wohlfahrt, Kanavos Landwirtſchaft, Chriſtowanos
Ver=
kehr. Die neue Regierung wird um 11 Uhr den Eid leiſten. Sie
wird ſich der Kammer nicht vorſtellen. Das Auflöfungsdekret
wird am Samstag oder Montag veröffentlicht. Das neue
Ka=
binett beſteht faſt vollſtändig aus Mitgliedern der Liberalen
Par=
tei. Nur der Innenminiſter Zavitſianos und der Verkehrsminiſter
Kriſtomanos ſind Antivenizeliſten, die nur in die Regierung
ein=
getreten ſind, um die Unparteilichkeit der bevorſtehenden Wahlen
zu gewährleiſten. Der Marineminiſter Anghyropulos gehört der
Nondylis=Partei an.
Das Atelier, faſt genau in dem Zuſtand wie zu Thowas
Lebzeit, zeigt auf großen Staffeleien die letzten, unvollendeten
Arbeiten. Dazwiſchen Maltiſche mit Paletten und Pinſeln,
Ent=
würfen, Aquarellen, an den Wänden Gemälde und Studien. Die
behagliche Plauderecke iſt umgeben von den Bildern ſeiner
Freunde. Große Schränke enthalten Wbbildungen ſämtlicher
Werbe des Meiſters. Lithographieſteine, Radierplatten,
verſchie=
dene Modelle für kunſtgewerbliche Arbeiten — Fayence,
Glas=
malerei, Handwirkerei — zeigen das weite Betätigungsfeld Hans
Thomas. Eine ſchmale Wendeltreppe führt zum eigentlichen
Archivraum, deſſen Vitrinen in Abbildungen die Frankfurter
und Karlsruher Zeit zeigen, den Künſtler auf der Lebens= und
Schaffenshöhe, den Kreis bedeutender Männer, die ihm als
Freunde und Zeitgenoſſen perſönlich und beruflich nahetraten.
Große Schränke enthalten alle kritiſchen Aeußerungen über
Hans Thoma und ſein Schaffen von den 60er Jahren an bis zu
ſeinem Tode; eine Sammlung aller Kataloge ſeiner
Ausſtel=
lungen; die eigenen Schriften des Meiſters; Bücher, die er viel
zu benützen pflegte; Bücher, die ihm gewidmet ſind; eine
inter=
nationale Sammlung von Schulbüchern, die Illuſtrationen von
Hans Thoma enthalten, von denen bis zu ſeinem Tode 1862
Exemplare erſchienen waren.
Eine letzte Vitrine zeigt Orden und Ehrenzeichen, Ehrenbriefe
und =Urkunden, Ehrengaben, Ernennungen, Medaillen, Plaketten
in reicher Fülle, eine übergroße Menge von Dankesbezeugungen
von Einzelperſonen und Genoſſenſchaften, von Künſtlern,
Gelehr=
ten und Staatsmännern, aus allen Volksſchichten, von allen
Par=
teien, aus dem ganzen Reich und dem Auslande.
Vom bebränzten Sockel grüßt uns zuletzt des Künſtlers
Totenmaske, die edlen, ruhigen Züge des alten Mannes zeigend,
wie er nach letztem, ſchwerem Leiden zur ewigen Ruhe gekommen,
Und wir verlaſſen das Archiv, erſchüttert von den ſtarken
Eindvücken lebendiger Erinnerung an Hans Thoma, mit dem
Gefühl, ſeines Geiſtes Hauch verſpürt zu haben.
*J. G. Bachs „Muſikaliſches Opfer”.
Erſtaufführung zur Leipziger Bach=Feier.
Der Ruf Leipzigs als Bach=Stadt, den für die Gegenwart
Karl Straube begründet hat und in ſteter künſtleriſcher Arbeit
lebendig erhält, hatte eine rieſige Zahl von Bach=Freunden aus
dem Reiche nach der Stadt des großen Thomaskantors geführt,
die hier ein in dieſer Form bisher noch nicht aufgeführtes Werk
des Meiſters, das „Muſikaliſche Opfer”, kennen lernen
wollten, das im Rahmen einer Leipziger Bach=Feier
erſt=
malig aufgeführt wurde und das Hauptſtück dieſes feſtlichen
Tages bildete. Die Entſtehung des wunderſamen Werkes iſt be=
kannt. Bei ſeinem Beſuch bei Friedrich dem Großen hatte
Bach vom König ein Fugenthema erhalten, das er in
Pots=
dam zur Grundlage einer ſtaunenerregenden Improviſation
machte. Aber das Thema ließ den Muſiker damit noch nicht frei.
Nach Leipzig zurückgekehrt, machte er ſich daran, dieſen
könig=
lichen muſikaliſchen Gedanken, noch weiter abzuwandeln, und
kurze Zeit ſpäter ſchon wanderte ein ganzes Sammelwerk
von Fugen und Kanons, mit einer großen Trio=
Sona=e als Hauptſtück, zum König zurück. Alle Teile dieſes
Werkes hatten das königliche Thema ſelbſt oder die zu dieſem
Thema von Bach erfundenen Gegenthemen zur Grundlage. Und
mit beſonderem Geſchick hatte Bach es verſtanden, in dieſem
Kammermuſikwerk der Flöte, bekanntlich dem
Lieblingsinſtru=
ment des großen Königs, wichtige Aufgaben zuzuweiſen.
Soweit die Geſchichte des Werkes! Unſere Zeit, in der ein
gewiſſes ſpekulatives Element wieder mehr als je zur Herrſchaft
in der Tonkunſt gelangt, wendet ſich gerade dieſen großen
kontra=
punktiſchen Künſten Bachs mit beſonderer Liebe zu. Aber ich
fürchte, man geht zu weit. Um es mit einem Wort zu ſagen:
Den Beweis dafür, daß dieſes „Muſikaliſche Opfer” wirklich alé
eine für die geſchloſſene Aufführung des Ganzen
geſchaffene Einheit von ſeinem Schöpfer ſelbſt angeſehen wurde,
ſehe ich nicht für erbracht. Weniger deshalb, weil mir etwa die
von dem Bearbeiter Hans David gegebene Erklärung nicht
einleuchtete. Sie hat im Gegenteil ſehr viel für ſich, was die
Anordnung der einzelnen Teile des Werkes angeht. Aber
des=
halb, weil das klangliche Erlebnis, als das Erlebnis einer
ſinn=
fälligen Einheit, ausbleibt. Es handelt ſich hier nicht um ein
Werk wie die „Kunſt der Fuge”, ein Werk, das ſchon allein durch
die einheitliche Form zum Ganzen verbunden iſt. In dieſem
„Muſikaliſchen Opfer” ſtehen vielmehr drei Formengruppen
(Fuge, Kanon und Sonate) ziemlich ſchroff gegeneinander, trotz
aller thematiſchen Verbundenheit. Jeder einzelnen von ihnen, ja
jedem einzelnen Stück des „Muſikaliſchen Opfers” überhaupt,
kann man nur mit uneingeſchränkter Bewunderung
gegenüber=
treten; aber es fehlt jene innere geiſtige
Verbunden=
heit, die ſich ſofort auch dem unbefangenſten Hörer fühlbar
machen würde, wenn eben Bach ſelbſt dieſe Stücke als
un=
mittelbar aufeinanderfolgend empfunden hätte. Ich glaube alſo,
daß in dieſem Falle die zuſammenhängende Aufführung eher
ſchadet als nützt. Die große Steigerung bleibt aus; und damit
wird eine Ermüdung der Hörer unvermeidlich.
Es kommt dazu, daß die Inſtrumentation keineswegs
überzeugend iſt. Eine abſolut ſichere Regel für die Bach=Zeit
gibt es ja nicht; und an ſich ſind alſo alle dieſe Kombinationen,
wie ſie David hier vorgeſchlagen und wie ſie dieſe Leipziger
Auf=
führung verwendet hat, wohl möglich. Aber ich glaube, es ließen
ſich andere Kombinationen finden, die ſtilechter wären. Ganz
Nummer 185
Donnerstag, den 5. Jufi 1926
Seite 3
Abſchlaß der Genfer Sicherheitsberatungen
ud d7 4
Rench
Einigung über die deutſchen
Vorſchläge.
„Modellvertrag zur Verſtärkung der Mittel
zur Kriegsverhütung.”
* Genf, 4. Juli. (Priv.=Tel.)
Der Redaktionsausſchuß des Sicherheitskomitees hat heute
auf der Grundlage der deutſchen Anregungen der präventiven
nuungen den deutſchen Gedanken der vorbeugenden Maßnahmen
des Völkerbundsrates in Konfliktsfällen und die vorherige
Ver=
üflichtung der Staaten, auf Aufforderung des Völkerbundsrates eine entſprechende Erklärung ab, in der er die Hoffnung
aus=
itwa ausgebrochene Feindſeligkeiten einzuſtellen und die in
frem=
ges Gebiet und entmilitariſierte Zonen vormarſchierenden
Trup=
ven zurückzuziehen. Das Prinzip der Einſtimmigkeit bei den Ent=
Eheidungen des Völkerbundsrates über die anzuordnenden Maß=
„ahmen iſt aufrecht erhalten. Dem Vertragsentwurf iſt eine
ein=
führende Note beigefügt, in der erläutert wird, daß die Staaten
nrahin übereinkommen können, ſich einer Kontrolle in bezug auf
ie Durchführung der vom Völkerbundsrat angeordneten
Maß=
urahmen zu unterwerfen. Im Vertragsentwurf ſelbſt iſt die
Kon=
rrollverpflichtung nicht ausdrücklich enthalten, ſondern dem
Wölkerbundsrat lediglich das Recht einer Prüfung (Verifikation)
rugeſtanden. — In den Kreiſen der Delegationen, beſonders der
ſoeutſchen, äußert man ſich über die Behandlung der deutſchen
Worſchläge und über die gefundene Löſung befriedigt.
Der Modell=Vertrag auf der Grundlage
der deutſchen Anregungen.
Das Sicherheitskomitee des Völkerbundes hat in ſeiner
Schlußſitzung am Mittwoch nachmittag den wichtigſten Teil ſeiner
ſoritten Tagung, den „Modellvertrag zur Verſtärkung der Mittel
fzur Kriegsverhütung” angenommen, der auf Grund der deutſchen
Anregungen ausgearbeitet worden iſt. Die deutſchen Anregungen
Gaben gewiſſe Aenderungen erfahren, und der Vertrag hat fol=
Gende endgültige Form gefunden:
In Artikel 1 verpflichten ſich die Parteien für den Fall, daß
ſein Streit zwiſchen ihnen entſteht und der Völkerbundsrat damit
ſbefaßt wird, die vorläufigen Empfehlungen des Rates in bezug
auf den Gegenſtand des Streites anzunehmen und zur Ausfüh= leitet werden.
rung zu bringen. Dieſe Maßnahme ſoll dazu beſtimmt ſein, alle
SSchritte der Parteien zu verhüten, die eine nachteilige Rückwir=
Einbarung haben können.
In Artikel 2 verpflichten ſich die Parteien außerdem, ſich
maller Maßnahmen zu enthalten, die geeignet ſind, den Streit zu
werſchärfen oder weiter auszudehnen.
Artikel 3, der wichtigſte des Vertrages, hat folgende Faſſung
rhalten: „Für den Fall, daß Feindſeligkeiten irgendwelcher Art Das Sicherheitskomitee hat in ſeiner dritten Tagung damit
Wbereits ausgebrochen ſind, ohne daß nach Anſicht des Rates die
BMöglichkeiten einer friedlichen Vereinbarung erſchöpft ſind,
ver=
pflichten ſich die Parteien, den etwaigen Empfehlungen des Nates
aauf Einſtellung der Feindſeligkeiten Folge zu leiſten, wobei der
Rat insbeſondere die Zurückziehung der in das Gebiet eines
ande=
aren Staates oder in eine auf Grund internationaler Verträge
ldemilitariſierte Zone eingedrungenen Streitkräfte anordnen und die deutſchen Präventivmaßnahmen zur Kriegsverhinderung dar.
die Streitenden auffordern wird, ihre Souveränität ſowie die
tungen gegenſeitig zu achten.”
zwiſchen ihnen Feindſeligkeiten bereits ausgebrochen ſind, alle
Schritte zu unterſtützen, die der Rat zu dieſem Zweck beſchließen
ſollte, die Beobachtung und Ausführung, der von ihm gemäß
Artikel 3 empfohlenen Maßnahmen zu überwachen.
ſofern dieſe einſtimmig gefaßt ſind, wobei die Stimmen der
Ver=
gezählt werden.
beſtimmt iſt das insbeſondere bei der letzten Fuge der Fall, der blicken. Seine unbedingte Zuverläſſigkeit am Pult, ſeine
wirk=
ein klangliches Monſtrum, das man nun wirklich nicht Bach zu=
Partitur nichts zu ſuchen. Auffallend auch, wie alle von Bach
inſtrumentierten nachdenklich ſtimmen!
füllte den Gewandhausſaal und ließ es an Anerkennung für das
quartett, Günther Ramin und die Herren Oskar Fiſcher
Albert Kludt und Albin Findeiſen. — Der Aufführung
und Violine (geſpielt von Edgar Wollgandt und Günther großen Gewandhausſaal.
ſ Ramin) und die D=Dur=Partita aus dem erſten Teil der
„Klavierübung” vorausgegangen, beide Werke in klaſſiſch
gerun=
deter Interpretation.
Blieb in dieſem Vormittagskonzert Karl Straube, der
geiſtige Leiter auch dieſer Aufführung, ganz im Hintergrund, ſo
zeigte die Aufführung der II=Moll=Meſſe am Abend
wie=
der alle die glänzenden Dirigenteneigenſchaften, die Univerſalität
wieder eine Leiſtung der Chorvereinigung des
Ge=
wandhauſes, die kaum übertroffen werden kann, getragen
von dem mit voller Hingabe ſpielenden Orcheſter, deſſen
Soliſten in der Vertretung der obligaten Begleitſtimmen Bewun= ſtandhält, zum anderen aber auch durch das Stück ſelbſt. Dieſes
der Bach=Stadt Leipzig, den die zum Teil weither kommenden f
Gäſte in der Erinnerung behalten werden.
noch eine andere gewichtige Bedeutung: An dieſem Tage beging (
der erſte Konzertmeiſter des Gewandhausorcheſters, Edgar (
Wollgandt, ſein fünfundzwanzigjähriges Dienſtjubiläum.
keriſcher Arbeit, eber auch ſchönſter Erfolge, in Leibzig zurück=
Die letzten Artikel 6—11 des Vertragsentwurfes enthalten
allgemeine Beſtimmungen über Gegenſeitigkeit der
Verpflichtun=
gen, Auslegung und Ratifikation des Vertrages.
Die urſprünglichen deutſchen Vorſchläge
enthielten noch für den Fall der Kriegsgefahr den Vorſchlag
malen militäriſchen Friedensſtandes anzunehmen. Ueber dieſe nie wieder einzuführen.
Vorſchläge konnte im Komitee keine Einigung erzielt werden,
weshalb dieſer Punkt fallen gelaſſen wurde. Die deutſche Dele=
Kriegsverhinderung einen kollektiven Vertragsentwurf ausge= gation hat jedoch in der dem Vertrag beigegebenen Einführungs= noch zuläſſig ſind. Dieſe Verbote beſchränken ſich aber auf Gold,
arbeitet. Der Entwurf euthält mit einigen geringfügigen Abände= note nochmals ausdrücklich die Bedeutung dieſer Maßnahme und Silber, Münzen und Banknoten, auf hiſtoriſches und Kulturgut,
unterſtrichen. Dr. b. Simſon gab in der Verſammlung nochmals
ſprach, daß dieſer wichtige Beſtandteil der deutſchen Anregung
derung eine Feſtſtellung des militäriſchen Status quo ermögliche
und durch den neuen Modellvertrag die Abrüſtung beſchleunigt
würde, die nach Anſicht der deutſchen Regierung ein weſentliches
Moment zur Herſtellung der allgemeinen Sicherheit ſei.
Der ſchwierigſie Punkt der Behandlung der
Die hierfür gefundene Formel ſtellt ein nach mühſamen
Ver=
italieniſcher Seite wurde der Kontrollgedanke überhaupt
abge=
lehnt, und von franzöſiſcher, und beſonders von polniſcher Seite
jedoch eine möglichſte Verſtärkung der Kontrolle verlangt. Auf
den Antrag Polens wurde deshalb in die einführende Note auch
ein Hinweis auf die Bedeutung aufgenommen, die Polen einer geſehen iſt, daß ſämtliche Verbote mit der Zeit abgeſchafft
wer=
ſchnellen und weitgehenden Kontrollverpflichtung beimißt. Die
einführende Note hält die Möglichkeit zweiſeitiger Verträge nach
dung mit dem Modellvertrag für gegenſeitige Waffenhilfe offen
und betont beſonders, daß die Wirkſamkeit des Vertrages von
einer möglichſt großen Zahl der teilnehmenden Parteien abhänge.
Der Modellvertrag auf Grundlage der
deut=
ſchen Anregung wurde in einer Entſchließung der
Bun=
desberſammlung zur weiteren Entſcheidung
zugewieſen und wird in der Zwiſchenzeit durch das
Uung auf die Ausführung einer vom Rat vorzuſchlagenden Ver= griffener Staaten getroffen. Auch nach ihm ſollen die
Regierun=
gen erſt ihre Meinung äußern, bevor über ihn in der Bundes= 1928 Friſt geſetzt, etwaige Vorbehalte noch anzumelden, und eine
verſammlung im September weiter beſchloſſen wird.
Das Ergebnis der dritten Sicherheitstagung.
die im Februar=März ausgearbeiteten Entwürfe für Schieds=
Leſung unterzogen. Dieſe Enwwürfe gehen, ebenſo wie der
Vorſchläge über finanzielle Unterſtützung nunmehr der Bundes= für Schrott, Zuckerrüben. Quarzite, Kunſtholz. Häute. Felle und
verſammlung im September zu. Den Kernpunkt, der dritten
Das erreichte Ergebnis wird von den Delegationen im großen hin verboten wiſſen. Verſchiedene Vorbehalte Schwedens,
Por=
hinſichtlich der demilitariſierten Zone übernommenen Verpflich= und ganzen günſtig beurteilt, doch haben die Verhandlungen
andererſeits ergeben, daß eine Reihe weſentlicher Punkte, wie
die Kontrollfrage die Verbindung von Präventivmaßnahmen
In Artikel 4 verpflichten ſich die Parteien, für den Fall, daß mit etwaigen Sanktionen, noch offen geblieben iſt. Es iſt daher
ſammlung zunächſt wieder über das bisherige Ergebnis, der der Entſcheidungen der Konferenz ab. Hier handelt es ſich
da=
gegenwärtigen Sicherheits= und Abrüſtungsfragen ausſprechen rum nach Maßgabe der zugelaſſenen Verbote die Zahl und die
wird, zu ſehr bedeutſamen und wichtigen Auseinanderſetzungen geographiſche Verteilung derjenigen Stagten feſtzuſetzen, die
In Artikel 5, dem Schlußartikel, wird beſtimmt, daß die Par= kommt. Dabei wird nicht nur der relativ günſtige Ausgang der zum Inkraſtreten der Konvention erforderlich ſind. Es wird
teien gemäß den Empfehlungen des Rates zu handeln haben, Sicherheitsvorbereitungen, ſondern in erſter Linie das im März dabei vor allem darauf ankommen, wiebiele Vorbehalte die
treter der in die Feindſeligkeiten verwickelten Parteien nicht mit= handlungen über die eigentliche Rüſtungsverminderung eine ent= demnach zum Inkrafttreten der Konvention erforderlich ſein
ſcheidende Rolle ſpielen.
David einen wuchtigen Kontrabaß (1) beigibt. Hier entſteht liche Führerſchaſt iſt weit über Leipzig hinaus bekannt geworden, zückende Diebin, die zu einer Geſellſchaft gehört, deren Haupt der
ſchieben darf. Da ein Akordinſtrument fehlt, das allein dieſem am Pult ſtehen, wiſſen, daß ſie geborgen ſind, wenn Edgar Woll= Londoner Geſellſchaft um Perlen, Pfunde, Uhren und ſonſtige
Baß Daſeinsberechtigung geben könnte, hat dieſer ſelbſt in der gandt ſeines Amtes waltet. Neben ſeiner Tätigleit als Konzert= Wertſachen nach Kräften zu erleichtern. Cheney war einſt ein
ſelbſt inſtrumentierten Stücke hervorſtechen, während die neu quartets und des Leipziger Trios einer unſerer bekannteſten läßt ſie in der Schule eines Hochſtaolers und internatonglen
Ein mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit lauſchendes Publikum unter ſeiner Führung einen außergewöhnlichen Aufſtieg
genom=
men und ihre Kunſt auf ausgedehnten Reiſen, auch im Ausland,
in jedem Fall lehrreiche Experiment nicht fehlen. Der Beifall erwieſen. Gedenkt man noch Wollgandts wiederholten ſoliſtiſchen nachdem die „Schule” ihr ſoviel geſellſchaftlichen Schliff
beige=
galt aber zum guten Teil wohl der tonlich ungemein glänzenden Hervortretens in den Gewandhauskonzerten und ſeiner erfolg= bracht hat, daß man ſie überall in den Salons ſucht, daß Lords
und ſorgfältigen Viedergabe durch das Gewandhaus= reichen pädagogiſchen Tätigkeit im Landeskonſerwatorium, ſo er= ihr Heiratsanträge machen und Ladys um ihre Freundſchaft
(Flötel, Alfred Gleisberg, Fritz Rein, Carl Schäfer, kens, das, man darf es getroſt ausſprechen, ſeiner geſchichtlichen ihre Opſer tun ihr oft leid. Im Grund iſt ſie — als Weib —
Bedeutung für die Muſikſtadt Leipzig gewiß ſein kann. Am Ju= höchſt anſtändig geblieben, ſo daß es am Ende nicht Wunder
des „Muſikaliſchen Opfers” war die C=Moll=Sonate für Cembalo biläumstage ſelbſt ehrte man den Künſtler durch eine Feier im nimmt, daß ſie nach ihrer Entlarpung, an der nur ihre ſentimen=
* Sommerſpielzeit Bruno Harprecht. dieſes Luſtſpiel ſo gut und wird ſo gut gegeben, daß man es
Orpheum.
Premiere: „Mrs. Cheney’s Ende‟.
des muſikaliſchen Empfindens dieſes ſeltenen Mannes. Es war dale — recht gut, wenn auch etwas derb, von Julius Berſtl gewandtheit und Ueberlegenheit, Gauner und Philoſoph (
wenig=
ins Deutſche überſetzt — gehört zu den beſten Darbietungen des ſtens Lebensphiloſoph) in einer Perſon; darf dieſe Rolle zu
bisherigen Harprecht=Gaftſviels. Einmal wegen der ganz aus= ſeinen beſten zählen. Ebenſo Elly Burgmer, die der Mrs.
derung zu wecken wußten. Wenn die Geſangsſoliſten dieſe Höhen= Luſtſpiel iſt ſehr bühnenwirkſam, ſo geſtaltet, daß eigentlich jeder und routiniert, dabei mit einer entzückenden Liebenswürdigkeit
linie nicht durchweg einzuhalten vermochten, ſo blieb das Niveau Akt eine Löſung für ſich bringt, bis dann im letzten Bild eine, und ſo ſcharmant, daß auch der Zuſchauer dieſer Gaunerin nicht
der Aufführung doch auch von ihnen durchweg gewahrt. Oskar wenn auch nicht gerade überraſchende, aber doch ſehr feſſelnd ge= böſe ſein kann und die ſchließliche Heirat mit dem Lord durchaus
Laßners blitzſaubere und wundervoll phraſierende Vertretung ſchilderte Geſamtlöſung des Problems gegeben wird. Eine Art verſteht und billigt. Hildegard Warſitz gibt als Lady Joan
der Baßpartie iſt hier an erſter Stelle zu nennen, nächſt ihm die kriminaliſtiſchen Senſationsſtückes, in dem aber weniger Wert auf. Houghton eine neue Nuance ihres künſtleriſchen Könnens. Ger=
Altiſti Emmy Neiendorff, der Sopran von Margarete, die Senſation gelegt wird als auf den Dialog und die Charakte= trud Quinque, Maryela Baumann und Frieda Eichels=
Peiſeler=Schmutzler und der Tenor Anton, Koh= riſierung der in die Handlung tretenden Perſonen. Die engliſche heim vervolſtändigen ſehr gewandt das Quartett der Ladys,
manns. Günther Ramin am Flügel und Mar Feſt an der Geſellſchaft, wenigſtens die Schicht, die Lonsdale hier treffen will, deren Charaktere den obenerwähnten Teil der Londoner Geſell=
Orgel bewährten ſich wie ſtets. Es war wieder ein großer Tag kommt nicht ſehr gut dabei weg, verlogen, arrogant, innerlich ſchaft widerſpiegeln. Die Gaunergeſellſchaft wird durch Eduard
Für das Leipziger Muſitleben hatte, dieſer Bach=Sonntag erheblicher Teil. Uind zwar der Teil, der ziemlich weſentlich in die Kuhlmann, Willy Favart und Franz Victor Varena
würdigkeit und Ueberlegenheit, ſie werden direkt und indirekt einen natürlichen Humor, den er mit eindringlichem Ernſt zu
Der Künſtler, der an dieſem Tage mit dem Profeſſortitel aus= gegeben. Indirekt ſehr intereſſant durch den Kammerdiener Char= paaren weiß. Seine Negie ſorgte für flottes Zuſammenſpiel. Die
gezeichnet wurde, kann auf ein Vierteljahrhundert reichſter künſt= les, der eigentlich keiner iſt, der ihn aber faſzinierend darſtellt. Bühnenbilder gaben wie immer der Handlung einen ſehr an=
Eine Bombenrolle für Bruno Harprecht.
Wiriſchafts= Konferenz in Genf.
Um die Abſchaffung der Ein= und
Ausfuhr=
verbote.
EP. Genf, 4. Juli.
Geſtern trat in Genf die zweite diplomatiſche Konferenz zur
Abſchaffung der Ein= und Ausfuhrverbote zuſammen. Die erſte
Konferenz, die im November vergangenen Jahres ſtattfand, hat
den Entwurf einer internationalen Konvention ausgearbeitet,
durch die ſich alle teilnehmenden Staaten verpflichten, binnen
einer vertragsmäßigen Verpflichtung der Parteien, Empfehlungen ſechs Monaten nach Inkraftreten der Konvention ſämtliche
Ein=
des Nates auf Aufrechterhaltung oder Wiederherſtellung des nor= und Ausfuhrverbote abzuſchaffen und derartige Handelsverbote
Der Konventionsentwurf enthält beſtimmte allgemeine
Aus=
nahmen, in denen Ein= oder Ausfuhrverbote auch in Zukunft
ihre enge Verbindung mit dem geſamten Abrüſtungsproblem auf Maßnahmen, die im Intereſſe der öffentlichen Sicherheit, der
Landesverteidigung, aus moraliſchen und humanitären
Grün=
den und mit dem Zwecke angeordnet werden, um Tiere und
Pflanzen gegen die Einſchleppung ſchädlicher Krankheiten zu
doch noch verwirklicht werden könne, wenn die Rüſtungsvermin= ſchützen. Dabei verbiete die Konvention aber auch gleichzeitig,
daß dieſe allgemeinen Ausnahmen dazu mißbraucht werden, um
auf verwaltungstechniſchem, ſanitärem oder tariflichem Umweg
Beſchränkungsbeſtimmungen zu ſchaffen, die praktiſch als
Ein=
oder Ausfuhrverbote wirken.
Da die Verhandlungen im November ergaben, daß
einſt=
weilen das Endziel noch nicht zu erreichen iſt, das die Konferenz
in der vollkommenen Wiederherſtellung des freien Handels
er=
deutſchen Anregung war, die Kontrollfrage, blickt, und daß nicht nur ein allgemeiner Abbau der
Kampfzoll=
tarife, ſondern auch die völlige Beſeitigung der Ein= und
Aus=
fuhrverbote mit einem Schlage nicht herbeizuführen iſt, läßt die
handlungen gefundenes Kompromiß dar. Von engliſcher und Konvention außerdem noch die Möglichkeit zu, daß einzelne
Staaten gewiſſe Produkte nach wie vor von Ein= oder Ausfuhr
ausſchließen. Die Vorbehalte, die ausführlich begründet und
ein=
zeln angemeldet werden, tragen zum Teil vorübergehenden, zum
Teil aber auch dauernden Charakter, obwohl prinzipiell
vor=
den ſollen.
Als ſogenannte „dauernde Vorbehalte” ſind von Nordamerika
dem Muſter des vorliegenden Modellvertrags und eine Verbils= Heliumgas, von Italien das Ausfuhrverbot für Getreide und
Ciſenmineralien und von Rumänien das Ausfuhrverbot für
Rohöl angemeldet und in die Konvention aufgenommen worden.
Die Aufgabe der Juli=Konferenz
wird es nun ſein, die übrigen zeitweiligen
Vorbe=
halte auf ihre wirtſchaftliche Begründung zu
Generalſekretariat den Regierungen zur Stellungnahme zuge= unterſuchen und über ihre Zulaſſung oder Ablehnung zu
entſcheiden. um die zeiwweiligen Verbote hat ſchon im Novem=
Die gleiche Entſcheidung wurde hinſichtlich des finniſchen ber ein heftiger Kampf getobt. Einige der damals angemeldeten
Vorſchlages über finanzielle Unterſtützung bedrohter und auge= Vorbehalte wurden von der Konferenz abgelehnt. Da man ſich
nicht einigen konnte, wurde den Staaten bis zum 2. Februar
zweite — die Juli=Konferenz — mit ihrer Durchprüfung betraut.
Zeitweilige Vorbehalte für die Einfuhr und
Aus=
fuhr ſind in der Zwiſchenzeit angemeldet worden von
Deutſch=
land für Kohle, Koks, Torf, Briketts, Braunkohle, Schrott und
Metallabfälle; von Oeſterreich Belgien, Frankreich, Luxemburg,
Ungarn und Italien für die Ausfuhr von Schrott, von England
gerichts= und Vergleichsverträge ſowie die Verträge für gegen= für die Farbeinfuhr, von Japan für Farben und Reis von
Ru=
ſeitige militäriſche Hilfeleiſtung und Nichtangriff einer zweiten mänien für Maſchinen und Schrott. Die meiſten Vorbehalte
werden von der Tſchechoflowakei gemacht, und zwar Einfuhrver=
Modellvertrag über die deutſchen Anregungen und die finniſchen bote für Automobile, Vieh, Wein, Zündhölzer, Ausfuhrverbote:
Hopfen und Ein= und Ausfuhrverbote für Kohle, Koks, Torf,
Tagung des Sicherheitskomites ſtellt der Modellentwurf über Braunkohle und Briketts. Polen will die Einfuhr von Getreide,
Mehl und Farbſtoffen und die Ausfuhr von Roh=Erdöl
weiter=
tugals, Norwegens, Eſtlands und Bulgariens betreffen meiſt
Schrottausfuhr oder ſind wirtſchaftlich von untergeordneter
Be=
deutung.
Von der Löſung dieſer Aufgabe, welche Vorbehalte
zugelaſ=
zu erwarten, daß es im September, wo ſich die Völkerbundsver= ſen werden können oder nicht, hängt weſentlich der zweite Teil
zutage getretene unbefriedigende Ergebnis der bisherigen Ver= europäiſchen Länder machen und welche europäiſchen Staaten
werden.
Gmmmmmmmmmm mmm
Die Dirigenten, die im Leipziger Gewandhaus und in der Oper „Kammerdiener” iſt und deren Aufgabe iſt, die hiek zetroffene
meiſter iſt Wollgandt als Führer des Leipziger Gewandhaus= kleines Ladenmädchen. Ihr Drang nach geſellſchaftlicher Eleganz
Kammermuſikſpieler geworden. Auch dieſe Vereinigungen haben Hoteldiebes — der äußerſt ſympathiſch gezeichnet iſt — zu einer
Führerrolle in der Zunft der internationalen Diebe aufſteigen,
gibt ſich das imponierende Geſamtbild eines kulturellen Wir= buhlen. Sie kann aber die Sentimentalität nicht los werden, und
Dr. Adolf Aber, tale Einſtellung ſchuld war, auch als Diebin von einem Lord
geheiratet wird.
Das kann geſagt werden ohne Pointe zu töten. Uebrigens iſt
auch, wenn der Inhalt bekannt iſt, ſehen kann und ſeine helle
Freude daran hat.
Die Aufführung iſt, wie bereits geſagt, eine der beſten, die
Dieſes Luſtſpiel (3 Akte, 4 Bilder) von Frederick Lons= Harprecht bisher herausbrachte. Von einer faſzinierenden
Welt=
gezeichneten Aufführung, eine Spitzenleiſtung, die ſchärfſter Kritik Cheney. Sie ſpielt dieſe Rolle außerordentlich bühnengewandt
faul, bigott. Sicher iſt nicht die ganze engliſche Geſellſchaft ſo, Göbel, Hans Overweg und Anni Born ergänzt, während
ebenſo ſicher aber — wie das auch anderswo ſein mag — ein die männlichen Hauptrollen nach Bruno Harprecht bei Karl
Erſcheinung tritt. Es ſind faſt Shawſche Zeichnungen einzelner beſtens aufgehoben ſind. Beſonders Willy Favarts Spiel war
Charaktere. In einem reizvollen Gemiſch von Biſſigkeit, Liebens= wie immer ungemein ſympathiſch. Dieſer Künſtler verfügt über
ſprechenden Rahmen.
Seite 4
Donnerstag, den 5. Jn 1928
Nebel über Spitzbergen.
Unbeſtätigte Meldungen über Amundſen.
* Oslo, 4. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Nebelbildung über Spitzbergen hält an. Das iſt an ſich
keine verwunderliche Erſcheinung, da um dieſe Jahreszeit ſtets
ſchlechtes Wetter einzutreten pflegt. Für die Hilfsexpedition iſt
es jedoch recht hinderlich. Wieder ſind verſchiedene Flieger
geſtar=
tet, haben aber ſehr bald wieder landen müſſen. Demnächſt wird
noch der Sportflieger Udet zu ihnen ſtoßen, der auch mit ſeiner
kleinen Maſchine die Nobile=Leute ſuchen will. Er hofft, daß es
gelingt, auf der Scholle zu landen. Von der Gruppe Lundborg
ſelbſt liegen noch keine neueren Nachrichten vor. Man weiß nur,
daß ſich die Scholle etwa 30 Meilen von der Foyn=Inſel entfernt
befindet und daß ſie ſich immer noch fortbewegt. Dem Eisbrecher
„Kraſſin” iſt es dagegen in den letzten 24 Stunden nicht
ge=
lungen, weſentlich vorwärts zu kommen. Er ſteht jetzt einer
ſtar=
ken Eisbarriere gegenüber, die ihn vermutlich zwingen wird,
einen anderen Weg einzuſchlagen, wodurch natürlich wieder ein
großer Zeitverluſt eintreten würde. Auch vom Eisbrecher „
Maly=
gin” liegen keine neuen Nachrichten vor. Bisher ſind die
Funk=
ſprüche vollkommen unbeſtätigt geblieben, die von der Rettung
Amundſens bzw. der Auffindung ſeiner Leiche berichtet haben.
Es werden aber alle Anſtrengungen gemacht, um mit den
Schif=
fen, von denen die Mitteilungen gekommen ſind, in Verbindung
zu treten. Der ruſſiſche Flieger, der mit drei Begleitern
unter=
wegs war, wird jetzt auch aufgegeben, womit ſich die Zahl der
Vermißten auf 20 erhöht.
Udet an den Rettungsmaßnahmen für die „Italia”=Mannſchaft
und für Amundſen beſondere Freude ausgelöſt. Gerade von der
Beteiligung Udets verſpricht man ſich beſondere Erfolge um
des=
willen, weil die kleinen Flamingo=Sportmaſchinen Udets in dem
Rufe ſtehen, auf Grund ihrer außerordentlichen Wendigkeit und
ihrer geringen Rqumbeanſpruchung beim Landen, für das
Ret=
tungsunternehmen eine hervorragende Eignung zu beſitzen. Udet
ſelbſt hat erklärt, daß, ſofern ſeine leichten Ftugzeuge mit Kufen
verſehen würden, er in der Lage ſei, auf dem geringſten Raume
eine Landung auf dem Eiſe vorzunehmen und die in höchſter Not
Befindlichen einzeln nacheinander in Sicherheit zu bringen.
Auch in Italien, wo man ſich zuerſt mexkwürdig paſſiv
gegen=
über allen Hilfsangeboten von ausländiſcher Seite verhielt, iſt
das Anerbieten Udets freudigſt begrüßt worden, und die
Reichs=
regierung hat dem deutſchen Flieger in jeder Hinſicht ihre
Unter=
ſtützung bei ſeinem Rettungsunternehmen zugeſagt. Freilich
wird mit Rückſicht auf die Fahrtdauer nach Spitzbergen mit dem
Einſatz der Udetſchen Expedition erſt in etwa zehn Tagen
gerech=
net werden können.
Die deutſche Rettungsaktion.
In der norwegiſchen Hauptſtadt Oslo hat die Meldung von
der Beteiligung des hervorragenden deutſchen Fliegers Ernſt
Der Flieger Babuſchkin zurückgekehrt.
w. Moskau, 4. Juli
Der Flieger Babuſchkin iſt heute zu dem Eisbrecher „
Maly=
gin” der ſich ſüdlich der Hoffnungsinſel befand, zurückgekehrt. Er
berichtet, daß er fünf Tage lang einen
ununterbroche=
nen Kampf gegen Wind und Eis zu beſtehen hatte
und gezwungen war, etwa 100 Klm. nördlich der Hoffnungsinſel
eine Notlandung auf dem offenen Ozean
vorzu=
nehmen. Flugzeug und Mannſchaft haben die Strapazen gut und
ohne Schaden überſtanden. Der Eisbrecher „Malygin” trifft
Vorbereitungen, von der Hoffnungsinſel aus in ſüdöſtlicher
Rich=
tung vorzuſtoßen.
Neue Sal verſtändigenurteile über Nobile,
Kopenhagen, 4. Julk.
Aus Kreiſen der ſkandinapiſchen Polarſachverſtändigen kon
men immer weitere einmütige Urteile an die Oeffentlichkeit, du
die Expedition Nobiles als ein waghalſiges und ſchlecht vu
bereitetes Unternehmen verurteilen. Dieſe Aeußerungen ſind au
dem Grunde angebracht, da, wie Peter Freuchen kürzlich mitteille
Nobile vor dem Start der Expedition von Polarfahrern gewarn
worden iſt. Die letzten Stimmen, die vorliegen, ſind die des bel
kannten und bewährten norwegiſchen Polarforſchers Kapiti
Otto Sverdrup, des däniſchen Kommandeurkapitäns Godfrel
Hanſen, der ſich durch zahlloſe Grönlandfahrten und Forſchuncs
expeditionen in die Eisgebiete einen Namen gemacht hat, ſori
des norwegiſchen Luftfahrtſachverſtändigen Hauptmann Meiſter
lin, des Chefs der norwegiſchen Luftſtrecken. Otto Sverdrup fan
ſeine Meinung über die Expedition in folgende Worte
zuſaun=
men: „Nobiles Flug hatte nicht die geringſte Berechtigung. E)
war eine leichtſinnige Vergeudung von Menſchenleben. Wer
man etwas aus der wiſſenſchaftlichen Erforſchung der Gebien
die die „Italia” erforſchen ſollte, herausholen wollte, ſo mußie
man mit einer gewiſſen Kenntnis dieſer Gegenden und ihrn
ſpeziellen Verhältniſſe ausgerüſtet ſein. Nobile war es nicht. Er
hatte nur einen ganz oberflächlichen Eindruck von den Pola
gebieten, die er auf einem einzigen Flug über das Gelände ge
holt hatte. Und auf dieſer Grundlage hat man keine
Berecht=
gung, als arktiſcher Forſcher aufzutreten. Es wäre ſchon
ve=
werflich geweſen, wenn Nobile als einzelner auf Polarforſchurng
ausgezogen wäre. Es iſt aber faſt verbrecheriſch, wenn er anden
mit ſich zieht, und es iſt unverantwortlich und unendlich traurig
wenn ſein Leichtſinn das Leben anderer guter Männer koſten
oll. Man ahnt in Wirklichkeit nicht, was Nobile an Ausrüſtung
mitgenommen hat und was er zurückgelaſſen hat, als er den
Flug antrat. Wo hat man eine Liſte über die Ladung der „
Ito=
lia” geſehen auf ihrem letzten Flug? Das iſt Nobiles Geheimnis.
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1778.
Nummer 185
Donnerstag, den 5. Jul 1928
Seite 3
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 5. Juli.
Brandgefahr=Warnung.
Wir nehmen Veranlaſſung, im Hinblick auf die infolge der
Trochen=
hfit beſtehende erhöhte Brandgefahr für die Wälder die Waldbeſucher,
uud darunter beſonders die Raucher und Touriſten, immer wieder
nach=
drücklichſt auf die Beſtimmungen des Artikels 36 des Forſtſtrafgeſetzes
hunzuweiſen. Es iſt nach dieſem verboten, mit unverwahrtem Feuer
oner Licht, alſo brennenden Zigarren, Zigaretten, Pfeifen ohne Deckel,
dam Wald zu betreten, im Walde brennende wie auch glimmende
Gegen=
ſünde wegzuwerfen oder unvorſichtig zu handhaben und im Walde oder
i gefährlicher Nähe desſelben Feuer anzuzünden. Insbeſondere iſt vor
Aim Abkochen der Touriſten im Walde zu warnen. Ebenſo iſt das
Ab=
kennen von Waldflächen oder Grundſtücken, welche an Waldungen
geenzen, ohne Erlaubnis der Forſtpolizeibehörde verboten. Wer einen
ASaldbrand wahrnimmt, ſoll, wenn die ſofortige Unterdrückung des
Arandes nicht gelingt, ſo ſchnell als möglich den Ortsvorſteher oder die
Trrtspolizeibehörde der nächſten Gemeinde benachrichtigen. Hierbei ſei
grich erwähnt, daß jeder auf Aufforderung der Forſt= und
Ortspolizei=
camten zur Hilfeleiſtung bei den Löſcharbeiten verpflichtet iſt, ſofern
e der Hilfeleiſtung ohne erheblichem eigenen Nachteil Folge zu leiſten
termag.
Neuerwerbungen der Stadtbücherei.
Hoffmann, Karl: Oelpolitik. 1927. 4Cz; Briand, Ariſtide:
§ rankreich und Deutſchland. 1928. 9B; Barth Paul: Die
Philo=
ſSphie der Geſchichte als Soziologie. 1. Teil. Grundlegung und kritiſche
Meberſicht. 1922. 5Fs; Barth Paul: Die Geſchichte der Erziehung
im ſoziologiſcher und geiſtesgeſchichtlicher Beleuchtung. 12 Pa; Krieck,
(Ernſt: Bildungsſyſteme der Kulturvölker. 1Pa; Monteſſori,
Maria: Selbſttätige Erziehung im frühen Kindesalter. Mit
Abbildun=
gen 1928. 15 Pa; Was ſoll unſer Junge werden? Ein
Weg=
weiſer zu hundert Berufen. Herausgegeben von Erich Janke. Mit
(Xf Abbildungen. 1928. 1Pb: Der arbeitende Menſch in der
erzählenden Literatur. Ein Leſebuch. 60 Fs; Pralle,
Seinrich: Allerhand volkstümliche Webarbeiten. Mit Abbildungen.
25 Eo; Pralle, Heinrich: Weben über Brettchen. Mit Abbildungen.
SEo; Bürkner, Richard: Dürer. Mit 15 Abbildungen. 70 Kg:
Dürermappe. Herausgegeben vom Dürerbund. 70 Kg;
Euro=
äiſches Kunſtgewerbe. Berichte über die Ausſtellung „
Euro=
wäiſches Kunſtgewerbe 1927” zu Leipzig. Mit 112 Tafeln. 1928. 20 Ka;
Schuſter, Franz: Ein eingerichtetes Siedlungshaus. 20 Ka;
Heß=
er, Karl: Heſſiſcher Sagenkranz. Sagen aus Kurheſſen. 1928. 50 H;
Baedeker, Karl: Heſſen=Naſſau. Oberheſſen. Der Rhein von Mainz
ſeis Koblenz. Handbuch für Reiſende. Mit zahlreichen Karten. 1922.
90Cz; Baedeker, Karl: Die deutſche Oſtſeeküſte. Handbuch für
Reiſende. Mit zahlreichen Karten. 1922. 80 Cz; Baedeker, Karl:
Mordbayern. Franken. Bayeriſcher Wald. Handbuch für Reiſende. Mit
pahlreichen Karten. 1912. 10 Cz; Baedeker, Karl: Tirol,
Vorarl=
werg. Etſchland. Weſtliches Salzburg und Kärnten. Handbuch für
Reiſende. Mit zahlreichen Karten. 1926. 90 Cz.
— Hohes Alter. Am 5. Juli begeht Fräulein Eva Eckhard,
Wrivatin, Karlſtraße 35, in voller geiſtiger und körperlicher Friſche
Ihren 80. Geburtstag.
— Schluß der Sommerſpielzeit Bruno Harprecht. Das Gaſtſpiel
Rurt Veſpermann und Lia Eibenſchütz kann im Rahmen der
Sommer=
pielzeit wegen dringender Verpflichtungen zu Filmaufnahmen nicht
inbſolviert werden; es wird im Laufe der Herbſtmonate erfolgen. —
Da fernerhin die Mehrzahl der Mitglieder der Sommerbühne bereits
miächſte Woche im Hamburger Schauſpielhaus bei den dort beginnenden
Wroben anweſend ſein müſſen, bildet das derzeitige erfolgreiche
Krimi=
mal=Luſtſpiel „Mrs. Cheneys Endel” den Abſchluß der Sommer=
Spielzeit. „Mrs. Cheneys Ende!” bleibt nur noch bis Sonntag, den
18. Juli, auf dem Spielplan. (Siehe Anzeige.)
— Die Turngemeinde 1846 macht nochmals auf die heute 20 Uhr
B0 Min. im großen Feſtſaal am Woogsplatz ſtattfindende Werbe=
Seranſtaltung, für das Deutſche Turnfeſt in Köln aufmerkſam
Uind bittet um pünktliches Erſcheinen. Die von Herrn Kammervirtuoſen
Rümmel ausgewählten, vom geſamten Harmonie=Orcheſter
vorge=
ragenen Muſikſtücke, die Chöre der Singmannſchaft und vor
allem die Vorführungen der Turnabteilungen verſprechen
einen glänzenden Verlauf. In jedem ſoll das Intereſſe für die große
Seutſche Turnſache geweckt werden, deshalb findet die Veranſtaltung bei
Freiem Eintritt ſtatt.
— Der Vortrag im Heag=Haus, welcher am Freitag, den 6. Juli,
bends 8 Uhr, von Herrn Dipl.=Ing. Zink über „Elektriſche Heißwaſſer=
Fpeicher” gehalten wird, behandelt die Neueinrichtung, welche die Heag
Für ihre Konſumenten geſchaffen hat. In jedem Haushalt, im vielem
BBerufen und beſonders auch in der Landwirtſchaft wird täglich und
i5tündlich heißes Waſſer gebraucht. Ohne jede Bedienung oder
War=
tung liefert der elektriſche Heißwaſſerſpeicher Heißwaſſer im ausreichen=
Der Menge. Die Verwendung dieſer Speicher iſt beſonders vorteilhaft,
vo wie hier bei der Heag nachts billiger Strom zur Verfügung ſteht,
wmm das heiße Waſſer zu bereiten. Neben aller Sauberkeit des Betrie=
Ees iſt dieſe Art der Warmwaſſerbereitung durch ihre Ungefährlichkeit
und Bequemlichkeit billiger als jede andere. Es wird noch auf die
heu=
ige Anzeige hingewieſen.
— Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft E. V., Darmſtadt. Am
ASonntag, den 8. Juli, findet die ſiebente Wanderung ſtatt.
Slbfahrt von Darmſtadt=Oſtbahnhof vorm. 6.13 Uhr bis Ober=Ramſtadt.
SVon da führt der Weg nach Nieder=Modau, Webern, Lützelbach, Neun=
Eircher Höhe, Modauquelle, Brandau, Ernſthofen. Anſchließend Omni=
Wusfahrt bis Ober=Ramſtadt (Fahrpreis 70 Pfg.). Sonntagskarte nach
Bber=Ramſtadt (Fahrpreis 40 Pfg.) Ruckſackverpflegung, ebenſo auch
Welegenheit zum Mittageſſen in Neunkirchen — „Gaſthaus zum grünen
Waum”. Marſchzeit zirka fünf Stunden. Gäſte ſtets willkommen.
Führer: H. Schröbel und P. Heiligenthal.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Von Zell i. Odw. über
Wielbrunn nach Miltenberg geht am nächſten Sonntag die achte
Wanderung, die landſchaftlich Hervorragendes bietet, die infolge
Ser ausgeſuchten Wege nicht beſchwerlich iſt. Ausreichende Waldraſten
ſind vorgeſehen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Offenhaltung der Metzgerläden! Wir verweiſen auf die dies=
Eezügliche Bekanntmachung des Polizeiamtes, wonach in der Zeit vom
II. April bis 30. September die Offenhaltung von morgens
6. 30 Uhr an geſtattet iſt.
— Taubſtummengottesdienſt. Sonntag, den 8. Juli, nachmittags
22.30 Uhr, findet in Darmſtadt im Gemeindehaus Kiesſtraße 17
Taub=
ſtummengottesdienſt ſtatt. Wegen Fahrtausweis wende man ſich an
Pfarrer Heß, Hügelſtraße 6.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzialausfchufſes der
Pro=
vinz Starkenburg am Samstag, den 7. Juli, vormittags 9 Uhr:
1. Antrag der Stadt Darmſtadt auf Enteignung des Anweſens Hohler
Weg 11 zur bauplanmäßigen Anlage des Hohlen Wegs. 2. Berufung
des Apothekers Donat zu Goddelau gegen die Entſcheidung des
Kreisausſchuſſes Groß=Gerau vom 16. Februar 1923 wegen Anfechtung
der Beigeordnetenwahl in Goddelau. 3. Berufung des Polizeiamts
Darmſtadt gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes Darmſtadt vom 7. 11.
1927 betreffend Beſchwerde des Chauffeurs Karl Kappel zu
Darm=
ſtadt gegen einen Beſcheid des Polizeiamts wegen Nichtkonzeſſionierung
einer Kleindroſchke und Entziehung einer Platzkarte. 4. Klage des Gg.
Krichbaum Eberſtadt, gegen den Beſcheid des Kreisamts
Darm=
ſtadt vom 30. März 1928 wegen Nichterteilung eines
Wandergewerbe=
ſcheins.
Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird der
Speſſart=
ring zwiſchen Dieburger Straße und Kranichſteiner Straße vom 5. ds.
Mts. bis auf weiteres für den Auto=, Fuhrwerks= und Radfahrverkehr
geſperrt. Ebenſo der Rhönring.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notlzen ſind aueſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Oberwaldhaus. Heute abend 8 Uhr findet das vierte
Donnerstag=Konzert des Stadtorcheſters unter Leitung ſeines
Kapell=
meiſters Willi Schlupp im Oberwaldhaus ſtatt.
— Reichsbund der Zivildienſtberechtigten, Verein
Darmſtadt. Montag, den 9. Juli, 8.30 Uhr abends,
Monatsver=
ſammlung im Vereinslokal „Stadt Coburg”, Waldſtraße 2.
— Wiener=Kronenbräu=Keller. Morgen Freitag, den
6. Juti, abends 8 Uhr, konzertiert das Stadt=Orcheſter unter Leitung
ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp wieder im Wiener=Kronenbräu=Keller.
Wie beliebt dieſe Konzerte ſind, zeigte das Konzert am Dienstag, den
3. Juli. Trotzdem der Wettergott ein grimmiges Geſicht zeigte und
Donner und Blitz die abziehenden Gewitter begleiteten, hatten ſich
zahlreiche Konzertbeſucher eingefunden und bezeugten durch ihren
Bei=
all dem rührigen Leiter des Stadtorcheſters, daß er es verſteht, die
Eichtigen Saiten anzuſchlagen.
* Von der Berufsberatung in Darmſtadt.
Am. Das Arbeitsamt Darmſtadt, deſſen Abteilung II
ſich mit der Berufsberatung befaßt, hatte auf Mittwoch nachmittag
In=
tereſſenten in die Räume der Berufsberatung, Bismarckſtraße 70,
ein=
geladen, um den Gang der Beratung und die Feſtſtellung der
Berufs=
eignung an Hand praktiſcher Verſuchen kennen zu lernen. Der
Vor=
trag am Mittwoch fand vor Vertretern der Fürſorge, der Jugend=
und der Wohlfahrtspflege und der Preſſe ſtatt; am 11. Juli ſoll eine
gleiche Veranſtaltung vor Vertretern der Schulen, am 18. Juli vor
Vertretern der Aerzteſchaft ſtattfinden. Dieſe Veranſtaltungen haben
den ſehr begrüßenswerten Zweck, mit den Vertretern von Kirche und
Schule, Behörden und Organiſationen die nötige Fühlung
aufzuneh=
men und zu behalten. Nach einleitenden Begrüßungsvorten des
Direk=
tors des Arbeitsamtes, Herrn Jöckel, der darauf hinwies, daß in
kurzer Zeit die Arbeitsämter aus der kommunalen Verwaltung
her=
ausgelöſt und in die Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſicherung eingegliedert werden ſollen, ſprach zunächſt
Herr G. Schorlemmer, der Leite: der Berufsberatung, in kurzen
Zügen über die Aufgaben und das Weſen der Berufsveratung an
Hand von Beiſpielen aus der Praxis. Die Abteilung Berufsberatung
ſetze ſich zuſammen aus: Berufsberatung, Eignungsprüfung,
Lehr=
ſtellenvermittlung und Arbeitsvermittlung für Jugendliche. Es iſt
hier=
bei vor allem zu bedenken, daß die Berufsberatung nur unparteiiſch
beraten ſoll, ohne die Eltern von ihrer Verantwortung zu befreien,
ohne auch die Vermittlung von Lehrſtellen in den Vordergrund zu
ſtellen. Wie die Arbeit der Berufsberatung zugenommen
hat, mögen einige Zahlen nachweiſen:
Nach Herrn Schorlemmer ſprach der Berufsberater Herr G.
Weh=
precht feſſelnd über den Aufbau der Berufsberatung und die Art der
Beratung ſelbſt. Mit dem Berufswunſch des Kindes iſt zu rechnen,
mit Zufälligkeiten und Illuſionen auch der Eltern. Unter den
gezeig=
ten Lichtbildern wurde eines vorgeführt, das den ſehr vielgeſtaltigen
Aufbau des Darmſtädter Schulweſens vor Augen führte. Beſonders
ausführlich wurde der Fragebogen behandelt, der von dem
ratſuchen=
den Schulentlaſſenen ſelbſt auszufüllen und von Klaſſenführer und
Schularzt zu ergänzen iſt. Zu erwähnen iſt noch, daß jetzt der erſte
Kriegsjahrgang zur Schulentlaſſung gekommen und hierbei ein
Aus=
fall von 20 Prozent (rund 500 ſtatt früher 600 Jungen) gegenüber
früheren Jahren feſtzuſtellen iſt. — Ueber die Pſychotechniſche
Eignungsprüfung, dieſes an ſich heute noch vielfach
angezwei=
felten, aber mit Recht von der Berufsberatung in Darmſtadt ſeit
eini=
gen Jahren benützten Hilfsmittels, ſprach inſtruktiv Herr Boch mit
ein=
gehenden Erläuterungen und Demonſtrationen. Es werden bis zu 85
bis 90 Prozent Sicherheit in bezug auf die Richtigkeit des Urteils bei
dieſen Prüfungen jetzt erreicht.
Die Veranſtaltung, die von zahlreichen Perſönlichkeiten aus den
Kreiſen der eingeladenen Intereſſenten beſucht war, ſollte als Auftakt
für die weiteren ähnlichen Vorträge und Veranſtaltungen dienen.
Die=
ſen Zweck hat ſie vollauf erfüllt und ein reichhaltiges Bild von der
umfangreichen Arbeit der Berufsberatung gegeben, die nicht nur im
Intereſſe der Kinder und Eltern, ſondern vor allen Dingen auch im
Intereſſe der Wirtſchaft jede Förderung und Unterſtützung verdient.
ohne Darmſfädter Jahrplanbuch. Erhältlich zum Preiſe von
60 Pfennig in allen Buchhandlungen,
Bahnhofsbuchhand=
lungen, Kiosken, Verkehrsbüro, Ageniuren des Darmſtädter
Tagblattes und in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtr. 23. (9986dfs
Von den Heſſenfiiegern.
Die Heſſenflieger, deren ſportliche Flugveranſtaltungen
ſtets dem allerweiteſten Intereſſe begegneten, planen abermals eine
Ueberraſchung für ihr großes Publikum: Zum 5. Auguſt planen ſie
auf ihrem Platz, der nicht nur verſchönt, ſondern auch in rielem
prak=
tiſchſter geſtaltet worden iſt, eine
große Flug= und Ballon=Veranſtaltung!
Insgeſamt ſollen acht Flugzeuge und zwei Ballons mitwirken.
Man geht noch weiter: Es ſoll — ſofern die behördliche Genehmigung
dazu erteilt wird — zum erſten Male der Aufſtieg eines
Rake=
tenflugzeuges (eines natürlich unbemannten Modells!)
unter=
nommen werden, was viele Intereſſierte locken wird!
Die Heſſenflieger, deren Lotterie ſoeben wieder beweiſt, welch
regſtem Intereſſe ſie in allen Kreiſen der Bevölkerung begegnet,
ver=
dienen immer wieder die Unterſtützung, die ihnen Darmſtadt und das
Land zuteil werden läßt. Der Ziehungstag der Lotterie iſt bekanntlich
am 6. Juli, nachmittags 2 Uhr.
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Die Reiſe nach Wien.
Die Generaldirektion der Oeſterreichiſchen Bundesbahnen teilt mit:
Die Einreiſe der Sänger zum 10. Deutſchen Sängerbundesfeſte in
Wien erfolgt in ungefähr vier Tagen, vom 17. bis 20. Juli, wobei
rund 150 Sonderzüge ſtrahlenförmig über die Weſtbah., Franz=
Joſefs=
bahn, Nordweſtbahn, Nordbahn und Oſtbahn nach Wien gefahren
wer=
den. Der überwiegende Teil (rund 80 Prozent) dieſer Sonderzüige
wird aus Wagen der Deutſchen Reichsbahn beſtehen, die in
geſchloſſe=
nen Zügen für dieſe Sonderzüge zur Verfügung geſtellt werden. Der
knappe Zeitabſtand, der zwiſchen dem Deutſchen Sängerbundesfeſte in
Wien und dem Deutſchen Turnfeſte in Köln beſteht, zwingt nun die
Deutſche Reichsbahn, einen Teil der voerwähnten, aus deutſchen Wagen
beſtehenden Sonderzüge ſogleich nach ihrer Entladung in Wien
zurück=
zuziehen, ſo daß ſie für die Rückbeförderung der Sänger von Wien
nicht mehr zur Verfügung ſtehen werden.
Da ſohin die Oeſterreichiſchen Bundesbahnen für die Ausreiſe der
Sänger mit eigenen und für dieſen Zweck beſonders angemieteten
Wagen vorſorgen müſſen, iſt es einleuchtend, daß nicht ſämtliche
Feſt=
gäſte unmitelbar nach Schluß des Sängerfeſtes gleichzeitig die
Heim=
reiſe antreten können.
Um nun jenen Sängern, die aus beruflichen oder anderen
Grün=
den unmittelbar nach Abſchluß des Sängerfeſtes am Montag, den 23.
Juli Ifd. Js., die Heimreiſe anzutreten wünſchen, die Abfahrmöglichkeit
ſicherzuſtellen, ſind eigene Rückfahrſonderzüge in Ausſicht genommen,
die durch die einzelnen Sängerbünde beſtellt werden. Wie nun eine
Umfrage ergeben hat, ſind bei dieſen Rückfahrſonderzügen noch eine
große Anzahl von Plätzen frei, weil viele Sänger ſich hinſichtlich der
Rückreiſe nicht binden wollen und der Meinung ſind, auch ohne dieſe
Sicherſtellung die Heimreiſe knapp nach Schluß des Sängerfeſtes mit
den gewöhnlichen fahrplanmäßigen Zügen zur gewünſchten Stunde
an=
treten zu können.
Demgegenüber muß hervorgehoben werden, daß unmittelbar nach
Schluß des Sängerfeſtes außer den Sängern auch viele Oeſterreicher,
die aus den Bundesländern zum Sängerfeſte nach Wien kommen, die
Rückreiſe von Wien antreten werden und überdies viele Wiener
beab=
ſichtigen, erſt nach Ablauf des Sängerfeſtes in die Sommerfriſche
ab=
zureiſen.
Es iſt daher unvermeidlich, daß auch die Rückreiſe der
Feſtteil=
nehmer auf mehrere Tage verteilt wird, um den Abtransport mit den
zur Verfügung ſtehenden Mitteln bewältigen zu können.
Jenen Feſtteilnehmern, die mit der Heimreiſe aus beſtimmten
Gründen unmöglich warten können, wird daher im eigenen Intereſſe
dringend empfohlen, ſich ſchon jetzt die Plätze für die Rückfahrt
in den Sonderzügen zu ſichern, zumal der Kartenverkauf
für dieſe Züge am 12. Juli endet.
Ueber Penſionen und Kriegsverſorgung
der Offiziere der alten Armee und ihrer
Hinterbliebenen.
Vom Deutſchen Offizier=Bund wird uns geſchrieben!
In den gegenwärtigen ſchlechten Zeiten werden vielfach die
Pen=
ſionäre von der großen Maſſe anderer Staatsbürger beneidet. Gewiß,
ſie haben ein beſtimmtes Einkommen, aber durch das Einpreſſen der
Offiziere in das Beamtenbeſoldungsgeſetz iſt ſo ziemlich alles Alte über
den Haufen geworfen worden. Das Beamtenbeſoldungsgeſetz paßte
nicht für die Offiziere. Man hat dies ja auch erkannt und har für die
Reichswehr jetzt eine beſondere Beſoldungsordnung wieder geſchaffen.
Sicherlich hätte man es für die Offiziere der alten Armee auch getan,
man ſcheute aber die Rieſenarbeit des Umrechnens, und man hätte
ein=
zelnen Kategorien, welche durch die Beſoldungsordnung 1920 begünſtigt
worden waren, weniger geben müſſen, den Nichtbegünſtigten aber
mehr. Einen ſchweren Fehler wieder gut zu machen, iſt das Knacken
einer harten Nuß. Nun gibt es natürlich
Unzufrieden=
heit, wenn einzelne Kategorien noch nicht einmal das
bekommen, was ihnen das Penſionsgeſetz 06
zu=
kommen läßt, denn ſie haben trotz der Beſoldungs= und
Pen=
ſionserhöhungen dies noch nicht erreicht. So ſind z. B. die Offiziere
der Gruppe X* um 12 bzw. 189 Mk. im Jahr geſchädigt. Majors und
Regi=
mentskommandeure, Gruppe XIP2, um 1194 Mk. im Jahre, gegenüber
Penſionsgeſetz 06.
Die Bundesleitung des D.O.B. wird alles daranſetzen, daß dieſe
Mängel ausgeglichen werden, zumal der Kaufwert der Mark geſunken
iſt. Zu der fehlenden Summe müßten ſo viel Prozent hinzugefügt
werden, wie die anderen Gehälter erhöht ſind, um davon leben zu
können.
Wenn wir aber an die Mängel der Verſorgung denken, wollen
wir an diejenigen erinnern welche das meiſte für den
Staat gegeben oder getan haben und lange nicht das bekommen, was
ihnen laut Penſionsgeſetz 06 zuſteht und verſprochen worden war. Das
ſind die Kriegshinterbliebenen und Kriegsbeſchädigten. Für dieſe
muß man am meiſten eintreten. Es iſt eine Dankespflicht den Toten
oder Verſtümmelten gegenüber.
So bekommt eine Majorswitwe ſtatt 1500 Mk. Kriagswitwengeld
nur 420 Mk., eine Hauptmannswitwe des Beurlaubtenſtandes
recht=
mäßig, wenn ihr Mann z. B. Rechtsanwalt war, nur das, was einer
Frau eines Musketiers zuſtand. Bloß auf Bettelgeſuche hin kann ſie
etwas mehr bekommen. Weiterhin:
Es erhält ein Offizier, der z. B. ein Bein verloren hat, ſtatt 75
nur 37,50 Mk. uſw. Er iſt in ſeinem Beruf behindert, kann keinen
Sport mehr treiben und muß auf viele Freuden dieſer Erde verzichten.
Die Kriegszulage — Verwundetenzulage — für viele ein geringes
Aequivalent für einen dauernd ſiechen oder beſchädigten Körper, iſt
ſeinerzeit einfach geſtrichen worden. Dies ſind Verfaſſungsbrüche.
Ganz beſonders übel dran ſind die früheren z. D.= und a. D.=
Offiziere, welche noch in einer Etatsſtelle des Heeres oder im Kriege
wieder verwendet wurden. Meiſt alte Herren. Dieſen werden dieſe
langen Jahre auf das Beſoldungsdienſtalter nicht angerechnet. Durch
den Kampfzuſchlag wird lediglich den Frontkämpfern unter mühſamer
Zuſammenrechnung der im Kampfe verbrachten Zeit (Verwundeten=
Zeit nicht) eine teilweiſe Anrechnung zugebilligt. Früher, vor 1914,
konnten die Offiziere in Kommandeurſtellen die Höchſtpenſion ihrer
Stelle erreichen. Jetzt nicht, da genannte Jahre, wie geſagt, auf das
Beſoldungsdienſtalter nicht in Anrechnung kommen. Bei früheren
Be=
zirksoffizieren war dieſes Unrecht bereits im Penſionsgeſetz 06
vorhan=
den: aber bei Beſoldungsänderungen müſſen grobe
Fehler beſeitigt werden. Der D.O.B. tritt für Abſtellung
dieſer groben Mängel mit größter Energie ein. Deſſen Verſorgungs=
Abteilung ſowie die Hinterbliebenen=Abteilung in Berlin arbeiten mit
größter und zäheſter Mannhaftigkeit. Außerordentlich viel haben ſie
erreicht. Viel bleibt ihnen zu tun übrig. Die Widerſtände, die ſie
fin=
den, ſind nicht gering. Aber die Abſtellung obige= Punkte werden
die nächſten Ziele des D.O.B. ſein und wird er auch erreichen. Kr.
Tageskalender für Donnerstag, den 5. Juli 1928.
Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines Haus:
Geſchloſſen. — Orpheum, abends 8½ Uhr, Sommerbühne
Harp=
recht: „Mrs. Cheneys Ende‟. — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen.
Kinovorſtellungen; Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenztheater.
Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt.
Die Notwendigkeit, die vielfach bei Schlachtungen, insbeſondere auf
dem Lande, zutage tretenden Tierquälereien zu beſeitigen oder doch
wenigſtens erheblich zu vermindern, wird in der letzten Zeit von allen
Kreiſen der Bevölkerung anerkannt. Nachdem ſich die deutſchen
Tier=
ſchutzvereine, insbeſondere auch der Reichsverband, mit dieſer Frage
ſeither ſchon eingehend befaßt hat, ſcheint die endgültige Regelung
die=
ſer Frage nunmehr in greifbare Nähe gerückt zu ſein. Das Ledicſche
Verfahren, die Tiere vor der Operation auf elektriſchem Wege in die
Narkoſe zu verſetzen, hat ſich inzwiſchen Herr Oberingenieur
Wein=
berger=München zu eigen gemacht und eine Vorrichtung konſteniert, die
bewirkt, mittelſt Elektrizität die Schlachttiere zu vollſtändiger
Betäu=
bung zu bringen. Am 3. Juli d. Js. hat in Frankfurt a. M. im
Schlachthof im Beiſein von geladenen Gäſten, insbeſondere auch von
Vertretern der veterinär=mediziniſchen Fakultät der Landesuniverſität
Gießen und des Phyſiologen Profeſſor Dr. Bethe von der Univerſität
Frankfurt, ſowie auch unſeres Vorſtandsmitgliedes Oberrechnungsrat
Kratz Herr Oberingenieur Weinberger bei der Vorführung
durch Einſchaltung von 150—250 Volt Wechſelſpannung gezeigt, wie
die in die Schweinefalle gelangten Schweine in den Narkoſezuſtand
verſetzt und ſchmerzlos, ohne den geringſten Widerſtand und ohne
Feſſelung, getötet werden kennten. Die Narkoſe wirkte allerdings nur
5—7 Minuten, und das Tier war nach dieſer Zeit imſtande,
aufzu=
ſtehen und Umſchau zu halten.
Bei Großvieh (Bullen und Rindern) iſt zur Herbeiführung einer
Narkoſe das Verfahren etwas umſtändlicher und, wie der Vortragende
ausführte, zurzeit weniger zu Maſſenſchlachtungen geeignet. Die
ſchwe=
ren Tiere ſanken nach der Stromeinſchaltung blitzartig und regungslos
zu Boden, worauf die Abſchlachtung allerdings ſofort vorgenommen
wurde. An einem Tier wurde feſtgeſtellt, daß ſchon unter Benutzung
einer Radiobatterie die Narkoſe herbeigeführt werden konnte.
Um dieſe Betäubung, die anſcheinend keinerlei Verletzung edler
Teile der Schlachttiere zur Folge hatte, auch für die Löſung der
Schächtfrage verwendbar zu machen, wird Oberingenieur Weinberger
mit dem in der Schächtfrage ſehr tätigen Phyſiologen Dr. Lieben in
Prag den Meinungsaustauſch fertſetzen, und es ſteht zu erwarten, daß
nach den noch anzuſtellenden weiteren Verſuchen die Anhänger des
iſrgelitiſchen Bekenntniſſes in abſehbarer Zeit ſich davon überzeugen,
daß dieſe Art der Betäubung auch bei den Tieren, die geſchächtet
wer=
den ſollen, angewendet werden kann, ohne gegen die Grundſätze des
jüdiſchen Glaubens zu verſtoßen.
p. Wegen fahrläſſiger Körperverletzung haben ſich ein
Schreiner=
meiſter und ſein Geſelle in Biebesheim zu verantworten. Dem Erſterem
wird zur Laſt gelegt, daß er bis zum 23. April 1928 zugelaſſen habe,
daß ein ſonſt zum Schießen auf die Scheibe oder auf Ratten benutztes
Flobertgewehr nicht ſorgſam verſchloſſen in der Werkſtatt
herumgeſtan=
den habe. Der Geſelle hat am genannten Tage den verhängnisvollen
Schuß aus dem Flobert, mit dem er unbedacht hantierte, getan,
infolge=
deſſen ein Schreiner von Biebesheim das Sehvermögen auf dem rechten
Auge verlor. Als Sachverſtändige ſind Augenarzt Dr. Voſſius und
Waffenhändler Hübner zur Stelle. Aus der Beweisaufnahme geht
hervor, daß die Schreiner, die in der Werkſtatt arbeiteten, Geld
zu=
ſammenlegten, um Munition zu kaufen. Der verletzte Geſelle muß in
gebückter Stellung geweſen ſein, als der verhängnisvolle Schuß das
Auge und überhaupt des Geſicht und den Körper traf. Das Schrot ſteckt
noch in der Augenhöhle; ob das Auge gänzlich verloven iſt, läßt ſich heute
mit Beſtimmtheit noch nicht ſagen. Der Staatsanwalt führt eingehend
aus, daß beide Angeklagte fahrläſſig gehandelt haben; der Gefelle
habe das Flobert in Bruſthöhe in der Hand gehabt, als ſich der Schuß
entladen habe. Der Meiſter habe das Flobert nicht genügend in einem
Schrank verwahrt und geduldet, daß es Jugendlichen zugänglich war;
er habe auch zudem gewußt, daß ſein Sohn mit dem Flobert ſchoß. Es
wird gebeten, auf eine entſprechend bemeſſene Geldſtrafe — 200 Mark
gegen den Meiſter, 100 Mark gegen den Geſellen — zu erkennen. Der
Verteidiger des Erſteren betont, daß dieſen Angeklagten kein
Verſchul=
den nach Lage der Sache treffe; er ſei an der ganzen Affäre unbeteiligt
geweſen. Ein Betriebsunfall im engeren Sinne liege ja gar nicht vor.
Der Angeklagte habe das Gewehr in ſeinem Schreibzimmer hinter einem
Schranke ſtehen gehabt, dazu habe er ein Recht gehabt; es fehle feder
Kauſalzuſammenhang zwiſchen ſeinem Verhalten und dem eingetretenen
Erfolg. Der Verteidiger bemängelt ſchließlich, daß eink
ordmungsmäßi=
ger Strafantrag geſtellt ſe
Der Verletzte erläutert, daß ſein Strafantrag ſich gegen ſämtliche
mildige r
It verweiſt darauf, daß
an d
3 St.G. B. die Unteile
Strafantuags außer Frage
guf 200 Mark, gegen den
Geſellen auf 100 Mark Geldſtrafe.
Seite 6
Donnerstag, den 5. Jnl: 1923
Nummer 163
Aus Heſſen.
Starkenburg.
5. Erzhauſen, 2. Juli. Nachdem vorige Woche durch den
Denk=
mal=Ausſchuß im Orte ein Rundgang vorgenommen worden war zur
Abſtimmung über den Standort des zu errichtenden Ehrenmals für
die Gefallenen im Weltkriege, ergab die Abſtimmung eine Mehrheit
für den Standort an der Kirche. Für die Freigabe des Platzes wird
die obere Kirchenbehörde in Anſpruch genommen werden müſſen. Es
iſt zu hoffen, daß keine Schwierigkeiten entſtehen. Die geplante
Er=
weiterung des Friedhofes wird durch die Ortsbehörde jetzt noch
zurück=
geſtellt werden. Hierbei dürfte ein ſchon oft und ſtill gehegter Wunſch
in der Oeffentlichkeit laut werden: Friedhofsbeſuchern, worunter ſich
auch ältere Leute befinden, iſt keine Gelegenheit geboten, ſich eine kleine
Ruhepauſe zu gönnen, weil keine Sitzgelegenheit vorhanden iſt. Wir
haben im Ortsvorſtand eine Friedhofskommiſſion, an welche hiermit
das Erſuchen geſtellt wird, dafür einzutreten, daß einige Bänke auf
dem Friedhof errichtet werden.
— Arheilgen, 2. Juli. Das bekannte und beliebte Gaſthaus
„Zumweißen Schwanen” in Arheilgen wird heute Montag, den
2. Juli, von Herrn Emil Schäfer übernommen werden. Herr Schäfer
hat das Anweſen von den Erben des früheren Beſitzers Georg
Erz=
gräber 3. käuflich erworben, um als Schwiegerſohn des Herrn
Erz=
gräbers das Gaſthaus dem Familienbetz zu erhalten. Herr Schäfer,
der durch ſeine jahrelange Tätigkeit als Führer der Sportvereinigung
Arheilgen bekannt und beliebt iſt, wird ſich bemühen, die nahezu 100 Tradition, auf die die Familie Erzaräber in dieſem Gaſthaus
zurückblicken kann, zu erhalten. Es iſt beabſichtigt, nicht nur den großen
Saal, ſondern auch ſämtliche andere Räume zu renovieren. (Vergl.
geſtrige Anzeige.)
* Griesheim, 2. Juli. Im Mittelpunkt der bieſigen Obſt= und
Ge=
müſebau treibenden Bevölkerung ſteht die ſeit Frühjah: d. Js.
neu=
gegründete Obſt= und Gemüſeverwertungs=
Genoſſen=
ſchaft. Mit der Zahl von 35 Mitgliedern hat ſie ſeit zirka 3 Wochen
ihre Tätigkeit in der neuerſtellten Markthalle am Oſthafen in
Frank=
furt begonnen. Die Genoſſenſchaft ſoll den wirtſchaftlich hohen Zweck
erfüllen, ſich mit Hilfe der im Frühjahr erſtandenen
Glashauskul=
ren auf eins feſte Grundlage zu ſtellen, der Auslandskonkurrenz
unbe=
dingt entgegen zuarbeiten. Die Produkte wurden nach ausländiſchem
Muſter meiſt im Großhandel in Form von Sortierung, Verpackung
und Qualität zum Abſatz gebracht. Man iſt der Anſicht, durch die
ver=
einte genoſſenſchaftliche Kraft den größten Teil hieſiger Erzeugniſſe auf
dieſe Weiſe zum Abſatz zu bringen, da die Unkoſten für den
Einzelver=
käufer zirka 200 Prozent köher ſind als die bei der Genoſſenſchaft.
Neben dieſen Beſtrebungen ſteht als Hilfsmaßnahme die erzieheriſche
und lehrreiche Arbeit der Okſt= und Gartenbauvereine in der Art von
Aufklärungsvorträgen über die Einführung der Planwirtſchaft bevor.
Die Griesheimer Genoſſenſchaft iſt im beſten Ausbau begriffen und
beabſichtigt, in aller Kürze in den umliegenden Ortſchaften Bweigſtellen
zu errichten.
4a. Pfungſtadt, 3. Juli. Kirchgang. Die 60jährigen hielten am
Sonntag vormittag einen gemeinſamen Kinchgang. Pfarrer Strack ſprach
im Anſchluß an Matthäus 5, 13 über den Lebensberuf. Die Chorſchule
verſchönte die Feier durch Lieder. — Holzverſteigerung. Am
Samstag vormittag wurden an der Kinhenmühle von der Gemeinde
einige Loſe Brennholz verſteigert. — Vorträge im
Ortsge=
werbeverein. Der Ortsgewerbevereim und die
Handwerkerver=
einigung Pfungſtadt veranſtalteten dieſer Tage zwei Vortragsabende.
Diplomhandelslehrer Dr. Delp ſprach in dem erſten Vortrag über das
neue Gewerbeſteuergeſetz und ſeine Auswirkung auf Handwerk und
Ge=
werbe. In Ergänzung des erſten Vortrages fand zu Beginn dieſer
ſtatt.
Ak. Nieder=Namſtadt, 4. Juli. Das heute früh über unſere Gegend
gezogene Gewitter brachte endlich den lang erſehnten Regen. Dieſer
ging in ergiebigem Maße nieder ud brachte den Fluren und Feldern
weiter keinen Schaden. Andererſeits tat der Blitz aber ſein möglichſtes.
An verſchiedenen Stellen des Ortes hat er eingeſchlagen, unter anderem Diese parkumierte Greme, die gebrauchskertig aus der Tube kommt,
in ein Haus in der Stiftsſtraße, wo der Schornſtein ſchwer beſchädigt
wurde. Außerdem ſchlug der Blitz im die verſchiedenen Leitungen, ſo
ſirene geſtört ſind. Glücklichewweiſe waven es nur ſogenamte kalte
Schläge, ſo daß ein Brand verhindent wurde.
G. Ober=Ramſtadt, 3. Juli. Vom Standesamt. Im Monat
Juni wurden beim hieſigen Standesamt 6 Geburten, 8 Eheſchließungen
dervierteljahr (1. April bis 30. Juni) betrugen zuſammen 24 Geburten, Fertretung für Deutschland: 4. Bornstein & Co., Berlin W6s.
22 Eheſchließungen und 12 Sterbefälle. — Von dem am letzten
Sonn=
tag in Crumſtadt ſtattgefundenen Gau=Frauenturnen des
Main=Rhein=Gaues D.T. konnten auch 4 Turnerinnen des Turnyereins dem Hofe des Gaſthauſes „Zum Adler” abgeholt und bereits um 12 Uhr
in der Oberſtufe (Fünfkampf a) Turnerin Gretel Schanz den 14. Sieg
mit 82 Punkten, Anna Rodenhäuſer den 17. Sieg mit 79 Punkten, Tſchirch). Unterheſſen erfolgte die Kritik der Vertungslieder. Eine
Unterſtufe erhielt Anna Kehr mit 88 Punkten den 12. Sieg. Unſeren bald durch den Gauvorſtand zugeſtellt. — Nachmittags 143 Uhr
durch=
wackeren Turnerinnen gratulieren wir zu dieſen Ecfolgen herzlichſt.
Roßdorf, 4. Juli. Der Geſangverein „Sängerluſt” beteiligte Feſtſchmuck prangenden Straßen und brachte eine ungeheure
Menſchen=
ſich am letzten Sonntag, ten 1. Juli, unter Leitung ſeines langjäh= menge auf den Feſtplatz. Nach dem von dem feſtgebenden Verein
vor=
rigen Dirigenten. Herrn Rektor i. R. Heß, am Geſangswettſtreit des getragenen Chor „Die Himmel rühmen des Gwigen Ghre” begrüßte der
klaſſe den 1. Preis. Dem bewährten Dirigentea wurde außerdem für mehl=Groß=Bieberau überbrachte die Grüße des Gauvorſtandes, Herr
gung ab. Schon beim erſten Sonnenſtrahl müſſen ſich die Mädchen= ein zwei hübſche Fahnenſchleifen überreicht. Sodann ergriff Herr
Pfar=
vereine aus dem tiefen Odenwald aufgemacht haben, denn ſchon lang= rer Klingelhöffer das Wort zur Feſtrede. Er wies beſonders darauf
vor Beginn des Feſtgottesdienſtes waren die Straßen von dem frohen hin, wie der Deutſche in allen Lebenslagen von der Wiege bis zum Grabe
Geſana wimpeltragender Scharen erfüllt, bis zum fahnengeſchmückten mit ſeinem deutſchen Lied aufs innigſte verwachſen iſt. Dann wechſelten
Turm die Glocken zur ſtillen Sammlung riefen. Die mit Virkengrün Geſangsvorträge der auswärtigen Vereine, die wirklich alle ihr Beſtes
reich geſchmückte Stadtkirche war bald überfüllt mit jungen Mädchen, gaben. Am Abend folgten Feſtübälle in zwei überfüllten Sälen. — Der
die dunch Chor= und Wechſelgeſänge zur ſchönen Ausgeſtaltung des heutige Tag brachte die allgemein übliche Nachfeier. Zuſammenfaſſend
Gottesdienſtes beitrugen. Die Feſtpredigt hielt der Landesjugendpfarrer kann geſagt werden, daß das Feſt infolge des herrlichen Wetters einen
Lie. von der Au.. Nach der Morgenfeier fanden etwa 400 Gäſte freund= glänzenden Veplauf nahm. Den Vereinen des Gerſprenztales aber, die
liche Aufnahme am Mittagstiſch der von Jugendfreunden gaſtlich ge= bis fetzt dem Heſſtſchen Sängerbund noch nicht angehöven, rufen wir
öffneten Häuſer. Einen beſonders erfreulichen Anblick bot am Nach= zu: Tretet ein im unſeren Gau und ſchließet die Reihen, denn nur durch
geſchmachvoll gekleideten Mädchen, der ſie unter Vorantritt eines Po= wir dem geſteckten Ziele näher kommen!
ſaunenchors zu der prächtig gelegenen Berghöhe „Hairuh” führte. Der
hundervolle Naturpark, der ſich dort bietet, wuar leider im vorigen Jahre
durch Kiesgraben ſehr emſtellt worden. In der Erkenntnis, daß die Ein für unſere kleine Gemeinde gewaltiges Werk geht ſeiner Vol=
Erhaltung von Naturſchönheiten auch dem Wirtſchaftsleben eines Ortes endung entgegen. Im anmutigen Wieſentälchen, fernab von Staub
die beſten Vorteile bringt, hat die Stadtverwaltung die aufgegrabene und Getöſe der Landſtraße, fand ſich ein ſtiller Winkel, der unſerer
weithin bekannten Schönheit fehlte. Wie der ganze Tag unuter tem zur Anlage eines Sportplatzes ausſuchte, der hat nicht nur Sinn für
Leitwort „Freude” ſtand, ſo ſtellte jede Gruppe, die zu Geſang und Naturſchönheit, ſondern auch tiefes Verſtändnis für Zweck und Auf=
Reigen Spiel und Vortrag in den Kreis der Bergeshöhe trat, ein gabe des Sports. Während nach drei Seiten prächtige Waldhänge eine
Stück Freude dar: Freude an der Natur, am Wandern, am Lied, am paſſende Umgebung bilden, grüßen nach der vierten Seite vertraut und
ſchaft. Freude am Sonntag und an Gottes Wort. Anſprachen hielten; bacher Kapelle. Wenn in den Pauſen ſportlicher Tätigkeit das Auge
der Ortsgeiſtliche, Pfarrer Hartmann, Dekan Reichert als Vertreter der des Sportlers ſolch liebliche Bilder aufſuchen darf, bedeutet dies zu=
Kirchenbehörde, Landesjugendpfarrer Lie, von der Au, der zugleich gleich ſeeliſche Erholung und Erfriſchung. Dies iſt der beſondere Wert
Grüße von dem Vertreter des Miniſteriums für Kultus und Bildungs= eines ſchöngelegenen Sportplatzes. — Seit Monaten iſt eine größere
beſen überbrachte, und Fräylein Gckert, die Leiterin des Heſſiſchen Ver= Arbeiterſchar emſig damit beſchäftigt, den ſumpfigen Wieſengrund durch
bandes der evangeliſchen weiblichen Jugend. Als ſich die ganze Schar Drainage und Bewegung gewaltiger Erdmaſſen ſeinem Bweck nutzbar
zum Ausklang noch einmal in der Kirche verſawmelle und die ſinkende zu machen. Die fortſchrittlich eingeſtellte Gemeindevertretung unter
Sonne den dämmernden Raum mit dem feinen Gold ihrer Strahlen
durchwob, durfte man den Eindruck mitnehmen, daß in dieſer Jugend Führung ihres tatkräftigen, weitblickenden Bürgermeiſters hat es
ver=
eine ſtarke, tiefgegründete Freude lebt, in der ſie einen uwerlierbaren ſtanden, die Bürgerſchaft von der Notwendigkeit der Anlage zu
über=
goldenen Reichtum beſitzt.
— Fränkiſch=Crumbach, 3. Juli. Odenwaldgau=Turnfeſt. Anſprüchen gerecht zu werden. Man weiß hier in Sandbach: Sport iſt
Wie ſchon bekannt, findet am nächſten Sonntag, den 8. Juli, das 44. heute nicht mehr in erſter Linie Vergnügen, er iſt unſerer Jugend
Geuturnfeſt des Odenwaldgaues in Fränkiſch=Crumbach ſtatt. Die Be= Lebensbedürfnis! Daß die Arbeiten obendrein als Notſtandsarbeiten
teiligung der Turnerinnen und Turner iſt ſehr groß gegenüber anderen ausgeführt wurden, ſei nebenbei erwähnt. Die Gemeinde Sandbach,
Jahren. Was das Turneriſche anbetrifft, dürfen wir darauf aufmerk= welche jüngſt erſt ein in jeder Hinſicht muſtergültiges Schulhaus
er=
ſam machen, daß zum erſten Male Mittelſtufe geturnt wird. Schon ſtehen ließ, zeigt heuer wieder, daß ſie ſich die Sorge für die Jugend
am Samstag abend wird von verſchiedenen Turnabteilungen des Oden= in vorblldlicher Weiſe angelegen ſein läßt. Es gibt für Gemeinde und
Damenriege des hieſigen Turnvereins ein bengaliſhes Keulenſchwingen kunft gehört. Am 15. Juli ſollen die neuen Sportanlagen in feſtlicher
vor. In liebenswürdiger Weiſe ſind von ſeiten der Ortzeinwohner ge= Weihe ihrer Beſtimmung übergeben werden. Nach dem Feſtzug und 2
nügend Privatquartiere für die am Samstag abend eintreffenden Tur= den Weiheakt wird der Jugend reichlich Gelegenheit zu ſportlichen
Wettkämpfe der Turner, um 8½ Uhr die der Turnerinnen. In der Laß uns ſehen, was du kannſt!. Miß die Kräfte in ehrlichem Wett=
Mittagspauſe findet im freiherrl, von Henningſchen Park ein Platz= kampf, zerſchlage alte Vorurteile, die weite Kreiſe heute noch gegen den
von einer „Rappen=Abteilung” hiſtoriſcher Neiter eingeleitet wird, ſehen wird auch ihre Zweckmäßigkeit begreifen. Aus nah und fern werden
wir auch diesmal wieder verſchiedene Feſtwagen in prachtvoller Aus= viele kommen, um ein Werk zu bewundern, das eine kleine
Obenwald=
führung. Die Lage des Feſtplatzes wird allen Anforderungen genügen, gemeinde opferfreudig zuſtande gebracht het. Unſere neuen Sport=
Durch Aufſtellung einer Feſthalle, ungefähr 400 Perſonen faſſend, wird anlagen wollen nicht verglichen werden mit dieſem oder jenem
ſtädti=
allen Feſtgäſten ein gemütlicher Aufenthalt geboten. Allen Freuaden ſchen Stadion, und dennoch ſind wir ſtolz darauf, weil wir im Nahmen
und Gönnem aus nah und fern rufen wir zu am nächſten Sonntag: unſerer Leiſtungsfähigkeit das Aeußerſte gewagt haben zum Wohl und
Auf nach Fränkiſch=Crumbach!
n. Reichelsheim, 2. Juli. Ganſängerfeſt
desGerſprenz=
ganes mit Vertungsſingen. Eingeleitet wurde das Feſt am
Samstag abend durch einen Fackelzug ſämtlicher Ortsvereine durch den
Feſtplatz. Daſelbſt erfolgten verſchiedene Geſangsvorträge des
feſtgeben=
den Vereins. Anſprachen und turnerſche Darbietungen der Turnvereine,
wovon die Reigen und Tänze der Damenriege des Deutſchen
Turnver=
eins beſonders gut gefielen. Den Abſchluß bildete die Beleuchtung des
Schwimmbades und des Schloßwaldes. — Am nächſten Morgen wurden
die am Wertungsſingen teilnehmenden Vereine mit Muſik am
Bahn=
hof abgeholt und nach ihren Lokalen geleitet. Von den 15 Gauvereinen
konnten leider nur 12 am Wertungsſingen teilnehmen. Das Kritikeramt
lag in den Händen des Herrn Gau=Chormeiſters Naumann=Alzeh, der
als Vertreter des durch Krankheit verhinderten Herrn Muſikdtrektors
Röttger=Alzey erſchſenen war. Die einzelnen Vereine waren nach ihrer
Größe in zwei Klaſſen eingeteilt (1. Klaſſe über 30 Sänger, 2. Klaſſe
unter 30 Sängern). Für jede Klaſſe war bei der letzten
Dirigenten=
verſammlung ein Pflichtchor beſtimmt worden, und zwar für die
1. Klaſſe „Die Nacht” von Franz Schubert, für die 2. Klaſſe „Mädel
hab acht” von R. Longs. Außer dieſen Pflichtchören hatte jeder Verein
noch einen freien Chor gewählt. Die Auswahl der Chöre bewies, wie
der Herr Kritiker bei der nachfolgenden Beſprechung beſonders
hervor=
hob, daß auch bei uns hier im Odenwald die Geſangskultur auf hoher
Stufe ſteht. Der Saal war bereits ſehr gut beſetzt, als kurz nach 9 Uhr
das Wertungsſingen eröffnet werden konnte. Die Vereine ſangen in
folgender Reihenfolge: 1. Klaſſe: Sängervereinigung Eintracht
Neichels=
heim (Dirigent Lehrer Greim), Eintracht Groß=Bieberau (Dirigent
Lehrer Röder, nicht anweſend!), Eintracht Fränkiſch=Crumbach (Dirigent
Lehrer Merz), Sängerluſt Ober=Klingen (Dirigent Lehrer Betz);
2. Klaſſe: Eintrackt Nieder=Klingen (Dirigent Wilms), Emntracht
Rohr=
bach (Dirigent Lehrer Namge), Geſangverein Ueberau (Dirigent Lehrer
Büchler), Geſangverein Wembach=Hahn (Dirigent Lehrer Roß),
Geſang=
terein Werſau (Dirigent Lehrer Steinbach), Geſanaberein Bllings
(Dirigent Lehrer Daum), Männerchor, Brensbach (Dſirigent Lehrer
Steinbach), Sängerluſt Brandau (Dirigemt Lehrer Weher). Um 11
Uh=
wurden ſämtliche Vereine mit Muſik zur Probe der Maſſenchöre nach
Unwetter=Kataſtrophen.
Orkan über Berlin.
Berlin, 4. Juſ.
Nach zahlreichen Vormittags=Gewittern wurde heute nachmitts
Berlin von einem Orkan heimgeſucht. Während die eigentliche Inne!
ſtadt von dem Sturm verhältnismäßig wenig betroffen wurde,
wurde=
die äußeren Bezirke, aber auch das Tiergartenviertel, ſtark in M5t
leidenſchaft gezogen. Der Baumſchaden iſt ſehr groß. Mehrere Pe,
ſonen wurden ſchwer verletzt.
Beſonders ſtark wütete der Sturm auf dem Tempelhofer Fell
Die Flugzeughalle auf der Oſtſeite wurde völlig zerſtört m
in zwei Teile geriſſen. Auch mehrere Flugzeuge wurden ſchwer b
ſchädigt. In 200 Fällen wurde die Feuerwehr alarmiert.
Auch in Potsdam hat der Orkan ſtark gewütet. Bei eine=
Schützenfeſt entſtand ein wüſtes Durcheinander. Karuſſells ſtürzten m
und die Plane der Buden flogen in die Luft.
Schweres Hagelwetter an Moſel und Saar.
Schwere Hagelwetter und Gewitter haben geſtern abend und hem
an der Moſel und Saar großen Schaden angerichtet. Die
Hagelkörn=
fielen in Tauben= und Hühnereigröße. Die Ernte iſt ſtrichweiſe vo
ſtändig vernichtet. In Trier und anderen Orten wurden
Hunder=
von Fenſterſcheiben zertrümmert. Ganze Straßen waren überſchwemmn.
In den Weinbergen an der Moſel, Saar und Ruwer ſind Schäden b.)
zu 50 Prozent zu verzeichnen.
Gewitter über Paris.
Ueber Paris ging in der vergangenen Nacht ein furchtbares G=, begleitet von unaufhörlichen Blitzen, ſintflutartigen Regenfälle,
und nußgroßen Hagelkörnern nieder. Durch den Hagelſchlag wurde
zahlreiche Fenſterſcheiben zertrümmert.
Woche ein weiterer Vortrag ſtatt, in dem Ginzelheiten der Buchführungs= der Lielpunkt wird jedoch stets ihr Dekolleté sein. Um vollended
arbeit behandelt wurden. Die Vorträge fanden in der Handwerkerſchule schön zu sein, ist es erkorderlieh, daß eine Dame eine weiße und zarte
Haut hat, ohne aberüussige Härchen und Haarllaum aut den Armen, ſich der ſchöne Breuch der Sonnenwendfeier erhalten möge. Ein
Tän=
dem Nacken, dem Gesieht und auch aut den Beinen, die dureh die chen hielt bei froher Stimmung die Feiernden noch lange zuſammen
feinen Strlmpfe hindurohs himmern.
Jede glegante Dame weiß das. Sie weiß auch, daß es zur
Ent-
kernung der aberdllssigen Härehen nur das munderrolle T4KF eibt.
und hinterläßt eine zarte Haut onne dunklen Schimmer Die Haare
daß Telephon, elektriſche Lichtleitung und die Leitung der Feueralarm= Verschwinden bis zur Wurzel, das Nachmachsen wird schwächer und Rennen, die anläßlich des diesjährigen „Eulbacher Marktes” hier w!
unterbleibt häutig vollkommen. TAKT bedeutet einen ko ossalen alljährlich abgehalten werden. Aus den Reihen der Anweſenden wurde!
Fortschritt gesenüber dem Rasiermesser das kratzt und schwarze
Fleeken hinterläßt, und gegenüber den alten Depilatorien, die
kom-
plitziert anzumenden eind und schlecht rischen.
TAKF ist erhältlich in allen einschlagigen Geschäften Preis M. 2.50
und 3 Sterbefälle beurkunket. Die Beurkundungen im zweiten Kalen= pro Tube. Jeder Tube ist ein Garantieschein beigekugt. General= anſtaltungen ſowohl Teilnehmer als auch Publikum reſtlos zufrieden
Ober=Ramſtadt wieder preisgekrönt nach Hauſe kehren. Es errangen konnten dieſelben auf dem Marktplatz geſungen werden („Ich habe den
Frühling geſehen” von Silcher und „Die linden Lüfte ſind erwacht” von
Anna Schmidt den 21. Sieg mit 75 Punkten. Im Fünfkampf a der ausführliche ſchriftliche Kritik wird ſämtlichen beteiligten Vereinen
als=
aog ein impoſanter Feſtzug mit mehreren Feſtwagen die im herrlichſten
Geſangvereins „Eintracht” in Babenhauſen und errang in der 2. Land= 1. Vorſitzende, Herr Weißbindermeiſter Scholl, die Feſtoäſte, Herr
Haber=
beſte Geſamtleiſtung mit 316 Punkten der Dirigentenpreis zuerkannt. Noth=Darmſtadt ſpuach für den Vorſtand des Heſſiſchen Sängerbundes,
Le. Groß=Umſtadt, 2. Juli. Der Odenwald=Kreisverband im Evan= Herr Bürgermeiſter Heiſt eutbot den Willkommensgruß der Gemeinde
geliſchen Verband der weiblichen Jugend hielt geſtern hier ſeine Ta= Reichelsheim. Durch die Ehrendamen wurden dem feſtgebenden
Ver=
mittag der große bunte Zug der einſach, aber in ihren Stilgewändern freundſchaftliche Zuſammenarbeit, nur dunch fachmänniſche Kritik können
— Sandbach i. Odw. 2. Juli. Die neuen Sportanlagen.
Plattform des Berges wieder einebnen laſſen, ſo daß dem idealen Jugend Stätte der körperlichen Ertüchtigung und Erholung werden
Jugendſeſtplatz diesmal nur noch der frühere Grastespich an ſeiner ſoll. Ein großzügig angelegtes Sportfeld. Wer dieſes Fleckchen Erde
Reigen, an Heimat und Vaterland, an Arbeit und Beruf, an Gemein= mahnend zugleich die altehrwürdige Breuburg und die ſchmucke
Sand=
zeugen, und ſcheute keine Koſten, den Zeitverhältniſſen und anderen
waldgaues Erſtaunliches geleiſtet. Neben großem Feuerwerk führt die Staat keine edlere Aufgabe, als die Ertüchtigung derer, denen die
Zu=
ner zur Verfügung geſtellt. Sonntag morgen um 6 Uhr beginnen die Darbietungen geboten ſein, Wohlan, Jugend, rüſte dich zum Kampf!
konzert, ausgeführt von der Feſtkapelle, ſtatt. Ja dem Feſtzug, der Sport hegen!. Wer die Schönheiten der Leibesübungen empfindet,
Nutzen unſerer Jugend.
C.s"
Wieder ſchwerer Tornado=Schaden in Amerika.
New York. Wie aus Minneapolis gemeldet wird, wütete a—
Montag ein Tornado in den Nordweſtſtaaten, dem fünf Perſonen zun
Opfer fielen. Der angerichtete Gebäude= und Flurſchaden wird au
eine Million Dollar geſchätzt.
P. König, 3. Juli. Die Sonnenwendfeier der Mümiln=
Ortsgruppen des Odenwaldklubs war wieder ein voller Erfolg. Di
Ortsgruppe Kirchbrombach hat die Vecanſtaltung in ausgezeichnete
Weiſe durchgeführt. Um 9 Uhr abends ſetzte ſich ein langer Zug na
der Feuerſtelle in Bewegung. Nach der Begrüßung durch Herrn Delta
fand der Männergeſangverein Kirchbrombach das rechte Lied zur Eiw
ſtimmung. Der Turnverein ließ hierauf ein herrliches Fakelſchwinge!
folgen. Die Fackelreſte zündeten den Holzſtoß an. Bei lodernde
Flamme ergriff Herr Dr. Köſer=Darmſtadt das Wort zur Feuerrede
Auf erkämpftem Heimatboden ſtehen wir, aus ihm erwachſen die ittli.g
wertvollen Kräfte. Zerſtöre du Flamme alles Gerede von
Völkerfri=
den, ſolange noch deutſcher Boden beſetzt iſt! Wirke du Flamme
rein=
gend! Werft hinein in ſie allen Haß und Egoismus, allen Bweiſpa!
und allen Zank, damit wir wieder eine innerlich gefeſtigte Nation wev
den zum Heile unſeres deutſchen Vaterlandes. Entblößten Hauptel
ſang man das Deutſchlandlied. Die Jugend trat nun zum
Feuerreige=
an, der großartig wirkte. Nach dem gemeinſamen Lied „Stimmt an m.
hellem, hohem Klang” zog man in den ſchönen Saal des „Engel” zu
Nachfeier. Herr Adrian mit ſeiner Turnerinnenſchar zeigte Reige
und einen Walzer, die begeiſtert aufgenommen wurden. Die Sängen
Eine gut angesogene hübsche Frau ist die Zielscheibe aller Blicke; vereinigung wartete mit einem eindrucksvollen Lied auf. Herr Rekto
Schäfer=König, ter Gauvorſitzende, gab ſeiner Freude über die woh
gelungene Veranſtaltung Ausdruck und ſprach die Hoffnung aus, da
b. Grbach i. O. 3. Juri. Odenwälder Reiterverei=
Die diesjährige ordentliche Generalverſammlung des Lbenwälder Reiten
vereins fond geſtern abend im Rathausſaal hier ſtatt. Die Verſamm
lung war gut beſucht. Bürgermeiſter Dengler, der erſte Vorſitzende del
entkernt in 5 Minuten — ganz gleich wo — alle überflüssigen Haare Vereins, gab zunächſt einen Bericht über die Veranſtaltungen des abg
laufenen Vereinsjahres. Den Hauptberatungsgegenſtand ſtellten d
dem Vorſtand und der Sportkommiſſion, die heute abend zur Aufſtellum
des endgültigen Rennprogramms hier tagen, wertvolle Anregungen g.
geben. Der Vorſtand gab im Namen des Vereins die Verſicherung a.
daß die Remleitung alles baramſetzen werde, bei den diesjährigen
Ve=
ſtellen. Auf die Ausſchreibumgen kommen wir nach endgültiger Feſſ
legung derſelben nochmals zurück. — Die Generalverſammlung vertre
die Auffaſſung, daß nach der Fertigſtellung unſerer Rennhahn, die d5
erſte in Heſſen darſtellt, auch noch zu andenen Zeitpunkten Veranſtaltur,
gen pferdeſportlicher Art ausgeſchrieben werden müſſen. Nach dieſe
Nichtung ſollen nach dem Remen weitere Pläne ins Auge gefaßt wer
den. Der Bürgermeiſter gibt noch davon Mitteilung, daß die Stadtwen
waltung die Bahn nunmehr auch den ländlichen Reitervereinen z.
Tvainingszwechen freigeſtellt habe. Für den aus dem Vorſtand ausge
ſchiedenen Schatzmeiſter, Rechwungsrat Fehr, ſoll erſt nach dem Rennen
eine Erſatzwahl vorgenommen werden. Die Geſchäfte werden bis au
weiteres durch einen Angeſtellten der Stabtkaſſe Erbach verſehen.
Hirſchhorn, 4. Juli. Waſferſtand des Neckars am
3. Juli: 0,73 Meter; am 4. Juli: 0,69 Meter.
A. Bon der Bergſtraße, 4. Juli. Spargel für Dr. Streſe
mann. Bürgermeiſter Götz in Schwetzingen ſandte Herrn Dr. Streſe
mann zu ſeinem 50. Geburtstage ein herzliches Glückwunſchſchreiben
mit einer Schwetzinger Ehrengabe, einem Gebinde Sbargel. Der
überraſcht Beſchenkte dankte in herzlichen Worten für dieſe Aufmerk.
ſamkeit.
S. Lampertheim, 4. Juli. Meſſerſtecherei. Mehrere jung=
Burſchen gerieten nachts im Falterweg miteinander in Streit wobe
das Meſſer eine Rolle ſpielte. Mit einigen gegenſeitigen Kopfver
letzungen ging die Sache noch glimpflich ab. Während Meſſerſtechereien
früher hier läufig vorkamen und Lampertheim auch dadurch noch viel
fach gefürchtet wird, ſind ſolche ſeit langen Jahren nicht mehr vorge
kommen. Nun ſcheint die Jugend die Tradition hochhalten zu wollen
Hoffentlich bekommt ſie gleich die Poſſen gründlich aus dem Kopf
ge=
trieben. — Hausſtreit. Zwiſchen einem Wirt als Hausbeſitzer
und einem Mieter einerſeits und einem Mieter andererſeits beſtander
ſchon längere Zeit Streitigkeiten, die ſich nun in Tätlichkeiten umſetzten.
Mit Prügeln, Heugabeln und anderen Inſtrumenten wurde der
allin=
ſtehende Mieter kräftig bearbeitet, ſo daß er mit ſchweren Kopf= unb
Rückenverletzungen im Krankenhaus Aufnahme finden mußte.
D. Bürſtadt, 4. Juli. Heute nacht ging hier ein ſchweres Gewitter
nieder, wobei der Blitz in die Scheune eines hieſigen Landwirts
ein=
ſchlug. Trotz des heftigen Negens bramnte die Scheumne im Nu
lichter=
loh und die ſchnellſtens herbeieilende Feuerwehr konnte das Feuer
lebig=
lich auf ſeinen Herd beſchränken. Erſt dieſer Toge hatte der Landwirt
ſeine geſamte Heuernte eingefahren, ſo daß das Feuer reichlich Nahrung
fand. Wähnend der Negen an und für ſich recht erquickend wirkte,
brachte er aber auch an verſchiedenen Stellen Schaden, zumal es zeitweiſe
wie mit Kübeln vom Himmel goß.
Bm. Hofheim (Ried), 4. Juli. In den dauernden Ruheſtand
ver=
ſetzt wurde ab 1. Juli der im Bahnhof Worms bedienſtete und hier
wohnhafte Nangiermeiſter Johann Krug. Seitens der
Reichsbahndinel=
tion wurde dem Begmten ein Dankſchreiben für langjährige treue Dienſte
zugeſtellt.
Gernsheim, 4. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
3. Juli: 1,01 Meter; am 4. Juli: 1,01 Meter.
Rheinheſſen.
Bodenheim a. Rh., 3. Juli. Beim Pferdeverkauf
ver=
unglückt. Als ein Mainzer Weinhändler in Boßenheim ein Pferd
kaufen vollte, ſchlug das Tier aus und tuaf den Mann ſo unglücklich
am Kopf, daß er einen ſchweren Schädelbruch erlitt. Nach Anlegung
eines Notverbandes durch einen Arzt wurde er durch ein Auto ins
Kran=
kenhaus gebracht. Man zweifelt am Aufkommen des Verletzten.
. Alein=Winternheim, 3. Juli. Bei der am Sonntag ſtattgefundenen
Bürgermeiſterſtichwahl erhielt der ſeitherige Bürgermeiſter
Michael Gckert 168 Stimmen und der Gegenkandidat Nieolaus Schreibes
217 Stimmen. Schreiber iſt ſomit zum Bürgermeſter gswählt.
Oberbeſſen.
h. Gießen, 4. Juli. Durch den Tritt eines Pferdes
tödlich verunglückt iſt im nahen Abendſtern ein junger Burſche=
Er wollie ein eingeſpanntes Pferd ſtreſcheln, plötzlich trat das Ties
aus und traf den jungen Mann gegen den Unterleib. In bewußtloſem
Zuſtande wurde er nach Gießen gebracht, wo er in der Klinik kurg
darauf ſtarb. — Von einem Motorradfahrerüberfahren
wurde im nahen Hörnsheim ein dreijähriger Knabe. Das Kind erlitt
ſchwere Verlrtzungen.
Nummer 185
Donnerstag, den 5 Jufl 1926
Seite 7
zur Aufſtell
193
Kür cckl
Taterprreim /
Vorſtad u
uch dem 1—
ſe werden b2
hen.
Neckar)
Opott, Spiel und Tarnen.
Schwimmen.
Turnen.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875.
Main=Rheingau O. T.
Am Sonntag, den 8. Juli, findet in Gernsheim das Gau=Strom=
Jugendwetturnen — Deutſches Turnfeſt in Köln — Bezirks=
Sport= und Schwimmfeſt.
Der Monat Juli iſt innerhalb des Main=Rhein=Gaues mit reicher
u—narbeit, im Zeichen der Wettkämpfe aber auch durch Lehrtätigkeit,
ab=gefüllt. Am kommenden Sonntag, den 8. Juli, vereinigt ſich die
ariſchwimmerſchaft in Gernsheim zum 4. Gau=Stromſchwimmen, das
ue vorzügliche Beteiligung zu verzeichnen hat. Der Gau=
Volksturn=
a: Schönwald hat für den gleichen Tag eine Prüfung zum Turn= und
zwrtabzeichen in Rüſſelsheim angeſetzt. Für die Jugend des vierten
ſuenbezirks iſt der 8. Juli ein Freudentag — der Tag des
Jugendwett=
tmens — in Ober=Ramſtadt. Die Fortſetzung des
Schiedsrichterlehr=
w.g8 für das Handballſpiel erfolgt am Sonntag, den 15. Juli, in
Beſ=
ragen, im Turnhauſe der Tgde. 1865. Das Jugendwetturnen des
drit=
m. Turnbezirks in Jugenheim und dasjenige des fünften Turnbezirks
=EAuerbach finden gleichzeitig am 15. Juli ſtatt. Der erſte Turnbezirk
mtet an demſellen Tage mit einem Bezirks=Sport= und Schwimmfeſt
u., zu welchem Sprendlingen als Wettkampfort evkoren wurde. Am
Nontag, den 23. Juli, beteiligen ſich 180 Schwimmer ud
Schwimmerin=
eis an der großen Rheinſtaffel Baſel-Köln. Für Sonntag, den 22.
i, iſt eine Spielleitertagung vorgeſehen und zum Tagungsort
Beſ=
w gen beſtimmt. Am Mittwoch, den 25. Juli, erfolgt die Sonderfahrt
e. Gaues zum 14. Deutſchen Turnfeſt in Köln. Der nächſte
Gauwett=
grapf iſt wiederum der Schwimmerſchaft des Gaues vorbehalten und iſt
ſiss das am 5. Auguſt in Stockſtadt ſtattſindende Gauſchwimmfeſt.
G. Pm.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. — Jugendturnen.
Am Sonntag, den 8. Juli, findet in Ober=Namſtadt das
Bezirks=
fogendturnen, verbuden mit der 50jährigen Jubelfeier des deutſchen
Ey rnvereins ſtatt. Die Jugendabteilungen der Turngeſellſchaft
Darm=
tadt 1875 nehmen daran mit insgeſamt 73 Wettkämpfern teil. In den
ſei den Schülerklaſſen turnen 25 Knaben, bei den Schülerinnen=Klaſſen
teiSmen 44 Mädchen am Wettkampf teil. Im Jugendturnen für
Zög=
in ge ſind 5 Teilnehmer gemeldet. Im Volksturnen für Jugendliche
ſarten 7 Teilnehmer. Die Abfahrt der Wettkämpfer erfolgt 6,14 Uhr
I Oſt=Bahnhof. — Den Eltern der Jugendlichen empfehlen wir den
Br-ſuch dieſes Turnfeſtes.
Aus der Darmſtädter Turnerſchaft.
Siegerinnen der Darmſtädter Turnvereine bei dem Gau=
Frauenwett=
ſturnen des Main=Rhein=Gaus in Crumſtadt am 1. Juli in der
Unterſtufe:
Ruth Creter, Tgde. Beſſungen, im Achtkampf 1. Sieg mit 152
Punk=
eir; im Fünftampf a (Geräte) 1. Sieg mit 94 Punkten; im Fünfkampf b
Yolksturnen) 6. Sieg mit 96 Punkten; Gretel Niebel, Tgde. Darm=
4*dt: 4. mit 148; 7. mit 88; 2. mit 102; Eliſabeth Bertſch, Tgde.: 5.
ntr 147; 5. mit 90; 8. mit 93; Luiſe Niebel, Tgde.: 6. mit 146; 6. mit
8— 6. mit 96; Lieſel Goldbrunner, Tgſ.: 7. mit 145: 2. mit 93; 85;
larg. Bopp, Tgde. Beſſungen: 9. mit 144; 5. mit 90: 90; Thea Frank,
Exf. 10. mit 142: 12. mit 88; 10. mit 91; Karola Schembs, Tgde.: 11.
mt 141; 5. mit 90; 89; Sophie Schönwolf, Tgſ.: 11. mit 141; 14. mit
8; 7. mit 94; Franz. Schmidt, Tgde. 11. mit 141: 10. mit 8: 88;
Eretel Trautmann, Tgde. 11. mit 141; 12. mit 83; 5. mit 97: Gretel
Fſſcher, Tgde. Beſſungen: 11. mit 141; 9. mit 86; 88; Anna Hofferberth,
Tgde.: 12. mit 139: 10. mit 85; 85; Ruth Knörzer, Tgde.: 15. mit 136;
9: mit 86; 85; Paula Steiger, Tgde.: 15. mit 136: 10. mit 85; —: Elſe
Kartmann, Tgſ.: 16. mit 135; —; 85: Maja Beſier, Tgde.: 20. mit 131;
1— mit 80; —; Hedwig Rett, Tgſ.: 20. mit 131; 15. mit 80; —; Emmi
Teuchert, Taſ.: 2. mit 131: 13. mit 82; 70; Kätha Lautenſchläger,
Tode.: A1. mit 130; —; —; Kätha Werkmann, Tgde.: 22. mit 129; 16.
nat 79: —: Elſe Hoffmann, Tgde.: B. mit 128: —: —: Leni Hotz,
Tgſ.: 24. mit 127: 14. mit 81: —: Elſe Schmidt 2., Tgſ.: 2. mit 126;
1. mit 85; 72: Elli Reeg, Tgſ.: 25. mit 126; —; —; Philippine Reeg,
Taſ.: 25. mit 126; 16. mit 79: —; Paula Breitenmooſer, Tgſ.: 26. mit
155; 9. mit 86: 71: Erna Schuſter, Tgſ.: 30. mit 121: 21. mit 72: —;
ASarg. Marquard, Tgſ.: 30. mit 121: —: 73: Marga Rieg, Tgde.: 30.
nät 121: 18. mit 75; 69; Helene Kunz, Tgſ.: 31. mit 120; 22. mit 71:
7.; Bretel Deuchert, Tgſ.: 32. mit 119: 18. mit 75; 70; Hanni
Land=
ztttel, Tgſ.: 33. mit 118: 20. mit 73; 74: Eliſabeth Knodt, Tade.: 33.
wiit 118; —; 73: Marta Pfeffer, Tgſ.: 33. mit 118: —; 69; Karola
Stee=
geer, Tgſ.: 33. mit 118: —; 74; Marie Schwärzel, Tgſ.: 34. mit 117;
1:. mit 76; 74; Phil. Brechenſer, Tgde.: 36. mit 115: 10. mit 85: —;
Ermmi Wagner, Tgde.: 37. mit 114: —; 67; Henny Heeger, Tgſ.: 40.
wnit 112: —: —: Kätha Schmidt, Tgſ.: 41. mit 111: 15. mit 80: —
Ggathe Schacht, Tgſ.: 42. mit 110; 18. mit 75; 66: Elſe Schmidt, Tgſ.:
48. mit 108: —; 75; Gertrude Schmidt, Tgſ.: 46. mit 104; —: —: B.
ABalter, Tade. Beſſungen: 16. mit 79; —; Hemi Henkel, Tgde.
Breſſungen: 19. mit 132; 11. mit 84: —; Loni Fertig, Tgde. Beſſungen:
——; 7. mit 88; —; Elſe Reinhardt, Tgde. Beſſungen: —; 8. mit 87: —;
Anna Haake, Tgde. Beſſungen: —: 13. mit 82: —; Gretel Wolf, Tgde.
BSeſſungen: 19. mit 132: 18. mit 75: —; A. Schmidt, Tgde. Beſſungen:
—; 23. mit 70; 90; Dina Schäfer, Tgde.: —: —: 66; Elli Kehmzow,
Pgde. Beſſungen: —: 10. mit 85: —.
Elf Weltrekorbe der mittleren Strecken hält die amerikaniſche
Meiſterſchwimmerin Martha Norelius, nachdem ſie zuletzt noch 400
Meter Freiſtil in 5:49,6 Min. ſchwamm.
Schwimmen des Main=Rhein=Gaues ſtatt. Die Schwimmabteilung der
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 hat zu dieſem Schwimm=Wettkampf in
den nachſtehenden Klaſſen folgende Teilnehmer gemeldet:
Turnerklaſſe, 7500 Meter: Weiß, Lohrer; Turnerklaſſe, 5000 Meter:
Dörner: Anfängerklaſſe, 3000 Meter: Aßmuth, Lautenſchläger, Fick,
Vierheller, Kunz, E. Schäfer, K. Schäfer, Hartmann, Seibert und
Mitſchdörfer; Jugendklaſſe, 3000 Meter: Langjahr, Weber, Filler,
Jakob, Kümmerlein und Bawmann. Als Rettungsſchwimmer beteiligen
ſich 8 Turner der Tgſ. 1875.
Süddeutſchlands Vertretung in Berlin.
Zu den Deutſchen SchwimmMeiſterſchaften vom 13. bis 15. Juli
in Berlin haben insgeſamt 8 Vereine Meldungen abgegeben; hinzu
kommt noch die Deutſche Turnerſchaft. Nachſtehend geben wir einen
Ueberblick über die ſüddeutſche Beteiligung bei den
Meiſterſchafts=
kämpfen: 4 mal 100 Meter=Lagen: Bayern 07. Nürnberg; 100 Meter
Damen=Rücken: Zerfaß=DSV. Mümhen, Nehmeyer=Bayern 07.
Nürn=
berg; Damen=Kunſtſpringen: Verheul, Kapp, Paape (alle D.T.); 400
Meter Freiſtil: Berges=Jungd. Darmſtadt; 100 Meter Seite: Watrin=
Mainzer SV. 01; 4 mal 200 Meter Bruſt: SV. Göppingen; 3 mal 100
Meter Damen=Lagen: Bayern 07. Nürnberg, Damen SV. München;
200 Meter Freiſtil: Berges; 200 Meter Bruſt: Schwarz=Göppingen,
Fauſt=Göppingen, Weiß=Nurnberg; 100 Meter Rücken: Schulz Nürnberg;
Kunſtſprigen: Riedl=München 99; 100 Meter Damen=Freiſtil: Böhm=
Nürnberg, Mörſchel=Darmſtadt; Turmſpringen f. Damen: Fenk=VfvS.
München, Verheul, Kapp (D.T.); Herren=Turmſpringen: Dr. Schraml=
München 99; 200 Meter Damen=Bruſt: Gammel=DSV. München,
Schell=
haas=Rot=Weiß=Darmſtadt.
Kegeln.
Bezirksſportwoche in Aſchaffenburg.
Das Programm hierfür hat inſofern eine Aenderung erfahren,
als die Weihe des Banners nicht am Ende der Sportwoche,
ſondern am Sonntag, 8. Juli, vormittags 9.30 Uhr, ſich abwickelt. —
Die Beteiligung der Darmſtädter Kegelbrüder iſt nach den zahlreich
eingegangenen Meldungen erfreulicherweiſe groß.
Um den ſüddeutſchen Handball=Pokal. Das dritte
Wiederholungs=
ſpiel der Zwiſchenrunde um den ſüddeurſchen Handball=Pokal zwiſchen
ASV. München und VfR. Mannheim iſt für den kommenden Sonntag
nach dem Frankfurter Stadion angeſetzt worden und wird vor dem
Fußballkampf FSV. Frankfurt—München 1860 ausgetragen werden.
Der Damen=Tennis=Länderkampf Deutſchland—USA. iſt jetzt
end=
gültig ganz abgeſagt worden.
Ein Tennis=Länderkampf Deutſchland-Auſtralien findet in der Zeit
vom 20. bis 22. Juli auf den Rot=Weiß=Plätzen in Grunewald ſtatt.
Ehmer/Kroſchel gewannen ein Dreiſtunden=Mannſchaftsrennen auf
der Rütt=Arena vor den Paaren Tietz/Kroll, Frankenſtein/Buſchenhagen,
Bragard/Goebel und Miethe/Knappe.
Motherwell, die ſchottiſche Berufsſpielerelf, wurde von einer
Stadt=
mannſchaft von Rio de Janairo 5:0 (1) geſchlagen.
Karl Sahm, der Deutſche Weltergewichtsmeiſter wird gleichfalls in
den nächſten Tagen nach Amerika fahren. Unterſchriebene
Kampfver=
träge liegen bereits vor.
Der D. T.=Spintermeiſter Lammers iſt wieder geſund; er erzielte bei
einem Lauf in Vegeſack ſchon wieder die ſchöne Zeit von 10,8 Sek. für
100 Meter.
Weſtdeutſchlands Frauen=Meiſterſchaften kommen am 8 Juli im
Düſſeldorfer Rheinſtadion zur Duukführung.
Deutſche Amatenrboxer ſiegten in Dublin in einem Länderkampf
gegen Irland mit 4:2 Punkten.
Geſchäftliches.
s große Glückstage. Nächſte Woche, garantiert 13. und 14. Juſi 1928,
findet die Ziehung der großen Dombau=Geldlotterie
zugun=
ſten der Mainzer und Wormſer Dome ſtatt. Dieſe Lotterie zeichnet ſich
beſonders durch die große Anzahl von Gewinnen aus. 6051 Geldgewinne
mit 100 000 Mark kommen zur Verloſung. Höchſtgewinne 50 000 Mark
und 40 000 Mark. Loſe zu 3 Mark. Porto und Liſte 40 Pfg. mehr, find
in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsſtellen zu haben.
Der Schimmel iſt der Feind Ihres Eingemachten, deshalb verſäumen
Sie nicht, zur Haltbarmachung von Obſt, Warmelade, Gelee,
Frucht=
ſäften Gurken uſw. Dr. Oetker’s Einmachhilfe zu vewwenden. Die
ge=
bräuchlichſten Einmache=Rezepte ſind in allen Geſchäften, die Dr. Deuker’s
Fabrikate führen, koſtenlos zu haben. Wenn zufällig vergriffen,
ſchrei=
ben Sie eine Poſtkarte an die bekannte Firma Dr. Auguſt Oetker,
Biele=
feld, die Ihwen dann die Einmache=Rezepte gebührenfrei zuſenden wird.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 5. Juli. 13.39: Kaſel, Mittagskonzert. Soliſt=
Engler (Violine). O 15.30: Lehrer Hering: Tinte und Feder.
O 16.30: Funkorch. Neue Tanzmuſik. o 17.45: Aus den Novellen
von Gogol. O 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteilungen. O 18.30:
Kaſſel: Mathilde Meißel: Die Stunde der Frau. O 18.45: Kaſſel:
G. Naß: Die pſychologiſche Eignungsprüfung im Dienſte der
Berufsberatung. O 19.15: A. Wenig: In ereſſantes aus dem
Bienenſtaat. O 20.15: „Der Probekuß”. Operette von Millöcker.
— Anſchl.: Kaſſel: Spätkonzert. Auf der Wanderſchaft. Ausf.:
Duis (Lieder zur Laute), Hausorch. Leit.: Kapellm. Bodart.
Stuttgart.
Donnerstag, 5. Inli. 12.30: Für den Landwirt. 15.30:
Prof. Goerke: Redende Steine. O 16: Oberſtudienrat Dr. Borchardt:
Zeitgewinn und Zeitverluſt auf Reiſen. O 16.30: Doz. Dr. Breyne:
Flämiſche Literatur der Neuzeit. o 17: Inſtrumental=Konzert.
Giſela Springer (Flügel), Seeligmann (Violine). O 18 45: Franzöſiſch.
0 19.10: Dr.=Ing. Sinner: Rio de Janeiro, die Weltſtadt in den
Tropen. O 19.40: Ob.=Reg.=Rat Heinrichs: Die Hamburger Phosgen=
Kataſtrophe und ihre Lehren. O 20.10: Sendeſpiel. „Das ſüße
Mädel”, Operette i drei Teilen von Landesberg und Stein. Muſik
von Reinhardt. Leit.: Hainiſch. Dir.: Roth. Perſ.: Baldum Graf
Liebenburg; Graf Hans Liebenburg; Lola Winter; Florian Lieblich,
Maler; Proſper Plewny, Sekretär des Grafen Liebenburg; Fritzi;
Maler, Modelle, Diener des Grafen Hans, Feſtgäſte uſw. 1. Teil:
Bei Graf Hans in Wien. 2. und 3. Teil: Auf dem Gute des Graien
m Oberöſterreich. — Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Tanzmuſik
der Kapelle Kermbach.
Berlin.
Donnerstag, 5. Julf. 12.30: Schallplattenkonzert. O 15.45:
Plauderei über Blumenpflege. O 16.15: Funkorch. Ein..: Hilde
Keefer=Bluthardt. O 18.15: Freiburg: Prof. Steiger: Miß Gilpins
internationale Ferienſchule in Freiburg i. Br. o 18.45: Stuttgart:
Aerztevortrag: Schiller als Arzt. O 19.15: C. Hager lieſt aus
eig. Werken. O. 20.15: Frankfurt a. M.: „Der Probekuß”,
Operette von Millöcker. — Anſchl.: Nachrichten.
Deutſche Welle. Donnerstag, 5. Juli. 15: Die
Erholungs=
fürſorge im Reichsverband deutſcher Hausfrauenvereine. o 15.35:
Wetter und Börſe. o 16: Dr. Klopfer: Erziehungsberatung.
O 16.30: Dr. Fechter:Die deutſche Dichtung der Gegenwart. 17:
Berlin: Konzert. Giſela Springer (Flügel), Seligmann (Violine).
18: Reimeſch: Das 800jährige Graz, die Hauptſtadt der grünen
Steiermark. O 18.30: Spaniſch für Fortgeſchr. O 18.55: Prof. Dr.
Ehrenberg: Gründüngung. O 19.20: Dipl.=Hdl. Dr. Wieg: Stellung
und Aufgabe des Reiſenden in Volks= und Privatwirtſcha t. O 20.10:
Berlin: „Das ſüße Mädel”. Operette in drei Teilen von Reinhardt.
— Anſchl.: Preſſenachr. S 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Kermbach.
Wetterbericht.
Im Anſchluß an die verbreitete Gewittertätigkeit ſind die
Tem=
veraturen bereits wieder zurückgegangen. Von Südweſten her hat
Baro=
meteranſtieg eingeſetzt, der zur Beruhigung der Wetterlage führen wird,
wenn auch zunächſt noch vereinzelte Schauer auſtreten. Gleichzeitig
deutet der im Nordweſten eingeſetzte Luftdruckfall auf das Herannahen
einer neuen Depreſſion hin, unter deren Einfluß wieder Erwärmung
einſetzen und die wahrſcheinlich einen Witterungsumſchlag bringen wird.
Ausſichten für Donnerstag, den 5. Juli: Wechſelnde Bewölkung mit
Aufheitewung, Demperaturen zunächſt wenig verändert, leichte
Regen=
ſchauer.
Ausſichten für Freitag, den 6. Juli: Wieder wärmer, teils wolkig, teils
aufheiternd, meiſt trocken.
in C‟ Wind: ee
ſchlag
in mm Ge
decke
in cm Gießen: Regen 15 13,2— Aachen: Gewitter 14 Nun. 22 Hamburg: wolkig NNO, 13 Berlin: wolkig SO, München: wolkig WSW. Königsberg: wolkig NW. Breslau: heiter 22 ſtill
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg: bedeckt 13 WSW. 13 (Taunus)Waſſerkuppe: Regen 14 SSW. 18 Feldberg: (Schwarzw.)
Zugſpitze: wolkig 8 Kahler Aſten: Regen 11 Sw. 5 Fichtelberg: bedeckt 12 SSW. Schneekoppe: bedeckt 12 SSW,
Hauptſchriftleitung. Rudoi/ Maup=
Verantwortlich für Polltſk und Wirtſchaft: Rudeif Maupe; für Feutlleten, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. cugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herdert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuhle: Druck
und Verlag: E. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſktripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
GNNNBBAODER
SlLEM-MoehleK, erzählt weiter:
Kaum war ich aus melner Betäubung erwacht, als eine große Schlange auf mich
zukam, der ich aber mit Allahs Hilfe den Kopf zerschmetterte. Dann sah ich,
daß das Felsental voll von Edelsteinen war, die die Schlange bewacht hatte. lch
sammelte, soviel ich Konnte, in meine Taschen. Als ich den Abhang der Schlucht
hinaufkletterte, traf ich freundliche Menschen, die mich aufnahmen und in ihr
Dorf führten. Dort fand ich wundervolle Tabakkulturen, und mit dem Erlös
der Bdelsteine kaufte ich die gesamte Tabakernte, die heute ein
Hauptbestand-
teil meiner geliebten Cigarette ist. Wiederum hat mich Allah wunderbar
ge-
schützt und geleitet.
Laßt uns die Sorgen vergessen, liebe Freunde, und erfreut euch an dem Duft der
Hüterin allen Friedens, der Trösterin aller Leiden,der uns von Allah geschenkten
(ortsetzung folgt)
irdischen Seligkeit, der süß-milden
ClGARETTE
OlAEAA
AUSLESE
Aften erh=
Heute in Deutschland in
I.Bln.8893
[ ← ][ ][ → ]Nummer 188
Seite 8
Donnerstag
den S Jul:
1928
Broße Kavallerie=Truppenübung bei Magdeburg.
Der Elbübergang des 17. Reiterregiments.
General Heye,
Chef der Heeresleitung, im Geſpräch mit General
Freiherr Kreß von Kreſſenſtein, dem
Oberbefehls=
haber der Reichswehrgruppe 2 (Kaſſel) und
Be=
fehlshaber im Wehrkreis V (Stuttgart).
Das Ueberſetzen von Heeresgepäck auf Gummibooten
durch Pioniere in Badeanzügen, eine Szene aus dem Elbübergang des 17.
Reiter=
regiments in Frohſe bei Schönebeck unweit Magdeburgs. Im Hintergrund wird
das Pferdematerial durch den Fluß geritten.
Reich und Ausland
Mordprozeß Wichmann.
Der Strafantrag.
Frankfurt a. M. Im Mordprozeß Wichmann
beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten
wegen Tötung auf Verlangen in einem Falle und
wegen Totſchlags in drei Fällen, unter Zubilligung
mildernder Umſtände eine Geſamt=Gefängnisſtrafe
von neun Jahren. Die Unterſuchungshaft ſoll
ange=
rechnet werden
Gegen 2 Uhr zog ſich das Gericht zur Beratung
zurück. Nach vierſtündiger Beratung vevkündete das
Gericht um ¼6 Uhr folgendes
Urteil:
Der Angeklagte wird des Totſchlags ſchuldig
ge=
ſprochen in zwei Fällen und der Tötung auf
Ver=
langen in einem Fall und zu 8 Jahren Gefängnis
verurteilt. Von der Anklage auf Totſchlag im dritten
Falle wind der Angeklagte freigeſprochen. Der
An=
geklagte trägt die Koſten, ſoweit ſeine Verurteilung
erfolgte, im übrigen trägt die Koſten die Staatskaſſe.
Die Unterſuchungshaft wird angerechnet.
Leichenfund.
Eberbach. Bei Hainbrunn wurde die Leiche
eines Mannes gefunden, der offenbar durch
Er=
ſchießen ſeinem Leben ein Ende gemacht hat. Die
Tat muß ſchon vor Monaten geſchehen ſein, da die
Leiche faſt verweſt iſt. Nähere Aufzeichnungen über
die Perſon des Toten fehlen vollſtändig, da außer
einem Taſchenſpiegel von einem Warenhaus, nichts
gefunden wurde, was über die Herkunft Aufſchluß
geben könnte.
D=Zug=Entgleiſung in Ulm.
UIm. Dienstag nachmittag 3 Uhr 20 iſt der
D=Zug 59 nach München bei der Einfahrt in die
Station Ulm mit Lokomotive und Tender, dem
nach=
folgenden Poſtwagen und einer Achſe des erſten
Perſonenwagens entgleiſt. Ein Poſtbeamter hat eine
Nervenerſchütterung erlitten, zwei Reiſende wurden
leicht verletzt. Die Urſache der Entgleiſung iſt noch
nicht ermittelt. Eine Ueberſchreitung der
Fahrge=
ſchwindigkeit liegt nach den getroffenen
Feſtſtellun=
gen nicht vor. Der Präſident der
Reichseiſenbahn=
direktion Dr. Sigel hat ſich mit den zuſtändigen
Be=
amten der Direktion ſofort an die Unfallſtelle
be=
geben. Der Zug konnte mit einſtündiger
Ver=
ſpätung die Fahrt fortſetzen.
Der Deſſauer Rekordverſuch abgebrochen.
Berlin. Der Langſtreckenflug von Riſticz und
Zimmermann, welcher am Montag früh auf der
Strecke Deſſau-Leipzig begonnen worden war, wurde
am Dienstag gegen 21 Uhr abgebrochen, da infolge
Undichtigkeit eines =Auspuffrohres der Weiterflug
zwar an und für ſich möglich geweſen, aber die
Ge=
ſamtdauer des Fluges vorausſichtlich doch hevabgeſetzt
worden wäre. Es war deshalb von der Beſatzung
richtig, zu landen, um den Fehler zu beſeitigen. Die
Landung erfolgte trotz des noch ſehr hohen
Flug=
gewichts der Maſchine auf dem Flugplatz der
Jun=
kerswerke in völlig glatter Weiſe.
Hedwig Wangel von einem Erpreſſer bedroht.
Berlin. Am Montag wurde die bekannte
Schau=
ſpieleri und Philanthropin Hedwig Wangel in ihrer
Wohnung von einem Erpreſſer bedroht. Schon vor
einiger Zeit ſchrieb ein 29 Jahre alter Kaufmann,
der im Erzgebirge lebt, an Frau Wangel und bat
um Vermittlung für eine neue Stellung. Da ſich
zur=
zeit nichts Paſſendes fand, ſo mußte er vorläufig
ver=
tröſtet werden. Der Ton ſeiner Briefe wurde aber
drohender und ſchließlich ſtellte er Frau Wangel ein
Ultimatum, daß er ſie, wenn ſie ihm nicht bis zu
einem beſtimmten Tage eine Geldunterſtützung oder
Arbeit verſchaffe, erſchießen werde. Montag
nach=
mittag erſchien er bei Frau Wangel, die durch den Ton
der Drohbriefe erſchreckt um Entſendung eines
Poli=
zeibeamten gebeten hatte. Der Krimiwalbeamte nahm
den Kaufmann, der im Empfangszimmer wartete,
feſt. Auf der Wache fand man bei ihm eine Piſtole
und fünf ſcharfe Patronen.
Beim Rettungswerk verunglückt.
Bei dem Verſuch, ihr Kind zu retten, das beim
Baden in ein Waſſerloch gefallen war, iſt die 38jähr.
Frau Macken in Kiel ebenfalls ertrunken.
Schweres Straßenbahnunglück in Berlin.
9 Schwer= und 12 Leichtverletzte.
Ein folgenſchweres Straßenbahnunglück ereignete ſich in Berlin. Der Anhänger eines Wagens
ſprang aus den Schienen, ſchleuderte gegen die Bordſchwelle, riß einen Leitungsmaſt nieder und
kippte ſchließlich um. Feuerwehr und Rettungsamt mußten die Verletzten aus dem Wagen holen
und die Schwerletzten in Krankenhäuſer überführen. (Originalzeichnung, an der Unglücksſtelle
gezeichnet von Fritz Oehlſchlägel.)
Heinrich Büſſing 85 Jahre!
Herr Geheimrat Dr. Ing. h. c. Heinrich Büſſing,
der Seworchef der deutſchen Laſtwageninduſtrie,
be=
ging in völliger geiſtiger und körperlicher Friſche in
Braunſchweig ſeinen 85jährigen Geburtstag. Unter
den zahlreichen Glüchwünſchen befanden ſich die
fol=
genden Telegramme des Reichspräſidenten und des
früheren Herzogs zu Braunſchweig: In dankbarer
Anerkennung Ihrer großen Verdienſte um die
deutſche Technik ſende ich Ihnen zum 85jährigen
Geburtstage meine herzlichſten Glückwünſche. v.
Hin=
denburg, Reichspräſident. — Dem 85jährigen die
herzlichſten und aufrichtigſten Glückwünſche. Ernſt
Auguſt.
Todesurteil gegen Kiebach.
Berlin. Am Dienstag wurde der Präparator
Horſt Kiebach, der, wie erinnerlich, im Winter in
einem Stadtbahnzug ein junges Mädchen mit einer
Eiſenſchiene getötet hatte, um ſie zu berauben, zum
Tode und zum Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte
auf Lebenszeit verarteilt. In der Begründung des
Urteils wird ausgeführt, daß der Täter den Mord
mit größter Kaltblütigkeit geplant habe. Von einer
Tat im Affekt könne keine Rede ſein. Das Gericht
habe es aber für ſeine Pflicht gehalten, auch zu
prüfen, ob Anlaß vorhanden ſei für ein ſpäter
einzu=
leitendes Gnadenverfahren. Das Gericht ſtellte feſt,
daß es, wenn es bei der Urteilsfällung einen
wei=
teren Strafrahmen gehabt hätte, wie ihn die
ge=
plante Reform vorſieht, das Familienmilieu des
Angeklagten ſowie ſeinen abſtumpfenden Beruf als
Präparator und ſeine beſonders geartete Pſyche
be=
rückſichtigt und von der Todesſtrafe abgeſehen hätte.
Das Schwurgericht habe es für ſeine Pflicht
ge=
halten, dies zum Ausdruck zu bringen.
Frankreich ſiegt im Gordon=
Waldbrände auf Sachalin.
Moskau. Auf Sachalin wüten ſeit einigen
Tagen Waldbrände, die ſich bedrohlich ausbreiten
und auf das Kohlen= und Naphtarevier überzugreifen
drohen.
Vulkanausbruch auf den Philippinen.
NewYork. Wie von den Philippinen gemeldet
wird, iſt die Stadt Libog von den Lavamaſſen des
bei der Stadt liegenden Vulkans beinahe ganz
ver=
ſchüttet worden. Die Stadt konnte noch rechtzeitig
von den Bewohnern verlaſſen werden.
Bennett=Fliegen.
Ballon „Münſter VIII” verunglückt.
Die Hoffnungen auf einen deutſchen Sieg im
Gordon=Bennett=Wettfliegen für Freiballons haben
ſich nicht erfüllt. Der deutſche Ballon „Münſter VIII‟
mit Eimermacher kam in einen Sturm und wurde
bei der Landung bei Lynchbourg (Virgimia)
beſchä=
digt, ſcheidet alſo aus. Sieger wurde der Franzoſe
Georges Blanchet mit „Blanchard” bei Zurücklegung
von 764 Klm. Den zweiten Platz belegt der
amevi=
kaniſche Armeeballon „Army” mit 740 Klm. Auf den
dritten Platz dürfte wohl der deutſche Ballon „
Bar=
men” (Kaulen=Bavmen) mit 707 Klm. kommen. Die
weitere Placierung iſt folgende: 4. „Lafayette”=
Frank=
reich 676 Klm.; 5. Denmark=Dänemark 644 Klm.;
6. „U. S.A.=Buſineß=Club” 628 Klm.; 7. Avgentina=
Argentinien 595 Klm.; 8. „Detroit”=Ameriba 533
Klm.; 9. Wallonie=Belgien 500 Klm.; 10
Branden=
burg=Deutſchland (Bertram) 485 Klm.; 11. Helvetia=
Schweiz 343 Klm. Da beſtimmungsgemäß die nächſte
Austragung im Lande des Siegers ſtattzufinden hat,
wird der nächſtjährige Wettbewerb, in
Frankreich ausgetragen werden.
Gefahrvolle Landung des deutſchen Ballons
„Münſter”.
Lynchburg (Virginia). Der deutſche Ballon
„Münſter” landete am Sonntag nacht 11 Uhr etwa
35 Kilometer von hier in einer Beumkrone auf der
Höhe eines öſtlichen Ausläufers des Blue ridge=
Ge=
birges. Der Ballonführer Eimermacher fiel, als er
den Ballonkorb verließ, von der Höhe des Baumes
zur Erde und verſtauchte ſich dabei einen Knöchel und
rlitt Abſchürfungen an Arm und Schultem. Der
Mitfahrer Zeech ließ ſich an einem Seile zur Erde
und kam wohlbehalten hinunter. Die beiden
Deut=
ſchen trafen am Dienstag hier ein. Die von dem
Ballon „Münſter” zurückgelegte Flugdiſtanz beträgt
etwa 415 engliſche Meilen. Die beiden Ballonführer
erklärten, daß der Ballon während eines heftigen
Sturmes bis auf eine Höhe von 5000 Metern
hinauf=
getrieben, ſpäter durch den Wind nach unten gezerrt
und gegen die Erde geſchleudert wurde. Sie hätten
ſonſt, wie ſie ſagten, bis Montag weiterfliegen
können.
Die „Bremen”=Fliege
in Dublin.
Nicht enden wollender Jubel.
EP. Dublin, 4. Jufi
Von allen Empfängen, die die deutſchen
Oze=
flieger Köhl, v. Hünefeld und Fitzmaurice ſeit ih
Uebeufliegung des Ozeans erlebten, hat ſie nach im
eigenen Ausſage keiner ſo tief bewegt wie
derjem=
in Dublin. Auf dem Flugplatz Baldonnel, von
aus ſie den weltgeſchichtlichen Flug undernahm
hatte ſich eine unzählige Menge verſammelt. S
Präſident des iriſchen Volksſtaates, Cosgrave, Hu
mit dem deutſchen Generalkonſul und den Mi.
gliedern der iriſchen Regierung und des Parlame
ſowie den Spitzen der Geſellſchaft zur Begrüßung
ſchienen. Die Flieger landeten in Baldonnel —n
18 Uhr 40, begleitet von einer Eskorte iriſcher Flru
zeuge. Die Menge umringte die „Europa” m.
brach immer wieder in laute
Begeiſterungsxu=
aus. Dann ſprach Präſident Cosgrave herzliche S.
grüßungsworte an die Flieger, denen er die Haa/
drückte. Auch der deutſche Generalkonſul und
Miniſter richteten herzliche Worte an die
Bezwing=
des Ozeans. Man fühlte, daß hier der Grund
einer praktiſchen Zuſammenarbeit zwiſchen zwei
Vi=
kern gelegt wurde. Von dieſer Stimmung war aru
ganz Dublin beherrſcht.
Nach den Begrüßungsanſprachen begaben ſich :h
Flieger im Automobil nach Dublin, begleitet wr
einer berittenen Ehrengarde. In der Stadt
ſtau=
ſich auf den Straßen die Menge, die in nicht endo,
wollende Jubelrufe ausbrach. Schließlich formiern
ſich der vorgeſehene Feſtzug, der die Flieger und 7.
begeiſterte Volksmenge durch die hauptſächlichſt,
Straßen der Stadt führte. Um 9 Uhr abends lö5,
ſich dann der Feſtzug auf.
Auf dem Bankett der Stadt Dublin am Dienstt,
abend wurden
Hicen
Mak, alſo die
Quns
hutige A.
mbed
Ro
begh
Lage der
daß die Kurzarbeit in f.
hat. Man dan ſich a
urteilng der Gei
Bahl der unterſtüt
aber was nützt dieſe
durch die Saiſoreinf
die „Bremen”=Flieger zu Ehren
bürgern der Stadt ernannt
und ihnen die Ehrenurkundee feierlich überreich
Zahlreiche Reden, u. a. die von verſchiedenen Par.)
mentariern, des Kommiſſars der Stadt Dublin, S
natoren und der Flieger begleiteten den Akt. T.
Reden aus iriſchem Munde hatten faſt ſämtlich K.
neuerworbene Freiheit und Autonomie Irlands zuu
Ausgangspunkt und offenbarten den ſtarken Will.
der Iren, auf allen nur möglichen Gebieten Q.
natürlichen Kraftquellen des Landes zu entwickes.
Beſonders intereſſant war die Rede des Welh,
miniſters Fitzgerald, der klarer als bisher d
Ziele Irlands ſkizzierte, ſich die erwo
bene Stellung als Ausgangs= ur
Landungspunkt für den transatlan
tiſchen Flugverkehr nicht entreißen z
laſſen, ſondern ſie weiter auszubauen. Die
Te=
denzen gehen dahin, die iriſchen Luftſtreitkräfte z
Teilnahme am internationalen Lufwerkehr
herans=
ziehen, ſowie die natürliche geographiſche Lage
S=
lands vorteilhaft auszunutzen. Das Intereſſe kc. ſich beſonders auf Galway. Durch deſſ
Ausbau als Schiffs= und Flughafen würde der Vc
kehr über den Atlantik erheblich vevkürzt. Beſonder;
Beifall bei der Zuhörerſchaft fand die Bemerkum,
daß im Intereſſe dieſer Pläne die zurze
Deutſchland auferlegten Einſchrän
kungen im Flugzeugbaufallen müßte
Der Abend charakteriſierte ſich durch die Wärm
der inneren herzlichen Anteilnahme der Iren, di
von den deutſchen Fliegern freudig empfunder
wurde. Der deutſche Generalkonſul beſchloß der.
Abend mit den Worten, daß ſich die freundſchaftliche-
Beziehungen zwiſchen den Nationen weiter en
wickeln, und daß ſich der Gedankenaustauſch und d
Handelsbeziehungen fruchtbar geſtalten mögen.
wf dem Lande wäl
andererſeits „Beſſerung
Flug Rom—Südamerika.
EP. Rom. Nach einer Mitteilung des
Luf-
ſchiffahrtsminiſteriums ſind Fliegerkommandant Fen
rarin und Fliegermajor del Prete Dienstag aben!
kurz vor 8 Uhr mit dem Flugzeug „Savoya” vor2
römiſchen Flugfeld Monte Celio nach Südamerika ge
ſtartet. Es handelt ſich um den gleichen Apparatt
mit dem die Flieger vor einigen Wochen den Dauer
weltrekord aufſtellten; jetzt wollen ſie verſuchen, den
Diſtanzrekord, zu ſchlagen. Dem Start wohnten
zahlreiche Perſönlichkeiten bei, darunter der Generall
ſtabschef der Luftſchiffahrt, General Armani, di
Botſchafter Argentiniens und Braſiliens mit ihren
Luftſchiffahrtsattachés, Generäle der Luftſchiffahr-
und zahlreiche Fliegeroffiziere. Der Start ging au
der eigens zu dieſem Zweck angelegten ſchiefen Ebena
des Flugfeldes glatt vonſtatten.
Der Erbauer des Flugzeugs „Savoya”,
Inge=
nieur Marchetti, mit dem die Flieger Fervarin unS
del Prete von Rom aus ihren Flug nach
Süd=
amerika angetreten haben, hat erklärt, das
wahr=
ſcheinlſche Ziel des Fluges ſei Rig
Janeiro. Im Falle des Gelingens des Fluges
werde mit einer Entfernung von 8000
Kilo=
metern die längſte Ozeanüberquerung Tatſache—
Die Flugdauer ſei auf 50 Stunden
be=
rechnet. Das Flugzeug hat 3500 Kilogvamm
Ben=
zin und 150 Kilogramm Oel, ferner Lebensmittel für=
10 Tage an Bord. Die Funkanlage des
Flugzeuges-
wird von del Prete bedient. Der Flug geht über
Algier und Gibraltar längs der afrikaniſchen Küſte.
zum Kap Blanco, von wo der Ozean in der
Rich=
tung nach Porto Natal überquert werden ſoll.
Hier=
auf ſoll ſoweit als möglich an der ſüdamerikaniſchen
Küſte in der Richtung nach Süden weitergeflogen
werden.
Schon im Monat Ma
auf dem deutſchen Mar
ragsbeſtand, der dar
auch tatſächl
ſtarke Einder
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ſten wird.
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Steuern uſc.
Mit Mühe
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Sedben Ba, Beitekt
audblanteren, ſo
Debrbelaftu
Zeit, den Ko
Sechs Kinder bei der Exploſion einer
Hand=
granate tödlich verunglückt.
Kattowitz. In Tarnowitz ereignete ſich am
Dienstag nachmittag ein ſchweres Unglück. Hinder
fanden beim Spielen eine Handgranate, die
explo=
dierte. Sechs Kinder im Alter von drei bis zehn
Jahren wurden ſofort getötet, vier Kinder ſchwer
verletzt. An dem Aufkommen der Schwerverletzten
wird gezweifelt. Die polizeilichen Ermittlungen ſind
ſofort aufgenommen worden.
Die polniſche Preſſe benutzt dieſen bedauerlichen
Unfall zu einer neuerlichen Hetze gegen die
Deuk=
chen, indem ſie behauptet, daß die Handgranate in
einem Hauſe gefunden worden ſei, in dem in der
Abſtimmungszeit ein deutſches
Abſtimmungskommiſ=
ſariat eingerichtet war. Die Behauptung entbehrt
jedoch jeder Grundlage.
Mummer 185
Tg
Adddun
Donnerstag, den 5. Juli
Börſe und Wirtſchaftslage
im Juni.
DDie Lage an der Börſe hat ſich gegenüber den Vormonaten kaum
rändert. Wenn auch die geſunde, freundliche Grundtendenz nicht zu
reiten iſt, kann doch auch heute noch nicht von einer ausgeſprochen
ſim Haltung der Börſe geſprochen verden. Mannigfaltige Anläſſe,
immer wieder ſchwebende Lohndifferenzen, Ueberraſchungen bei
Verhandlungen über die Regierungsbildung, im vorhergehenden
arnat die drohende Tariferhöhung der Reichsbahn und das plötzliche
deben des führenden Mannes der AE.G. gaben der Baiſſepartei
esgenheit, Vorſtöße zu unternehmen, die in den meiſten Fällen
er=
ſiereich waren und beſonders im Mai Kursrückgänge von 10—20 Pro=
— im Juni aber durchſchnittlich von 3—5 Proz. verurſachten.
Unter=
ſict wurden dieſe Vorſtöße durch die gerade in den letzten Monaten
uenfällig gewordene internationale Verflechtung bedeutender
Börſen=
äse. Denn eine rückläufige Tendenzmeldung der Pariſer, Brüſſeler,
Tdoner oder New=Yorker Börſe hatte jeweils ſofort auch eine ſolche
Tdenz der Verliner und Frankfurter Börſe zur Folge. Gerade in
in letzten Junitagen war an den deutſchen Börſen zweifellos ein Zug
när oben, die Hemmungen von außen aber, ſo die Verſtimmung über
e angeſpannte Lage der internationalen Geldmärkte, und beſonders
feſte Tagesgeld in New=York, waren ſtark genug, die ſchon lange
„Sachtete ſchwache Börſenlage beizubehalten.
Wenn es auch in gewiſſem Sinn erfreulich iſt, daß ein
Ineinander=
illen ausländiſcher Intereſſen in die deutſchen und umgekehrt
ſtatt=
ſn et, was vielleicht als Anzeichen allgemeiner Weltbefriedung bewer=
It werden kann, ergibt ſich doch daraus die Notwendigkeit, daß eine
nmirtige Abhängigkeit für die Spekulation ſehr genau zu beachten iſt,
i. mit anderen Worten das Börſengeſchäft heute erheblich
komplizier=
a geworden iſt, als es geſtern war. Ueberraſchungen ſind daher nicht
Unin durch unvorhergeſehene Ereigniſſe im Inland, ſondern auch
noch ſolche im Ausland — d. h. an den ausländiſchen Börſen — mög=
Immerhin kann heute noch ohne große Gefahr behauptet
wer=
ei— daß Kurseinbrüche, ſogenannte „ſchwarze Tage”, auf Grugd der
nochaus geſunden Börſenlage nicht zu erwarten ſind. Die Spekulation
hm, ſowohl der Berufskreiſe als auch privater Perſonen, verhält ſich
Rückſicht auf die angeführten Erſcheinungen auch Kursſteigerungen
esenüber ſehr vorſichtig, ſie wird auch gut daran tun, dieſe Vorſicht in
urunft beizubehalten.
Aehnlich der vorwiegend rückläufigen Bewegung des
Börſengeſchäf=
s iſt auch die allgemeine Wirtſchaftslage. War vor wenigen
Mona=
ſen, noch eine unverkennbare Aufwärtsentwicklung feſtzuſtellen, ſo
ſtag=
iwte dieſe vollſtändig infolge mannigfaltiger ungünſtiger Momente
z. Ende vorigen Jahres. In den Monaten März und April kamen
auen die ſchweren Lohndifferenzen, deren nachhaltige Wirkung auf die
Uremeine Wirtſchaftslage an dieſer Stelle ſchon wiederholt
unter=
rahen wurde, hinzu. Die Lohnmehrbelaſtung, die ea. 25 Milliarden
Nrrk, alſo die Summe der Ende dieſes Jahres zu zahlenden normalen
dwveslaſt, ausmacht, beginnt ſich bereits auszuwirken. Ob dieſe
nach=
atige Auswirkung durch geſchickte Produktionsſteigerung und damit
nöedingt zu verbindenden erhöhten Auslandsabſatz in den kommenden
Nenaten ausgeglichen werden kann, iſt heute noch mehr als
zweifel=
aut. Tatſächlich kommt die rückläufige Tendenz in der
Konjunktur=
ewegung, die nicht abzuleugnen iſt, jetzt ſchon immee mehr in der
ſage der Produktionsmittelinduſtrien zum Ausdruck, und zwar darin,
gi: die Kurzarbeit in faſt allen Induſtriezweigen erheblich zugenommen
a.— Man darf ſich alſo nicht täuſchen laſſen durch oberflächliche Be=
„eilung der Geſamtlage des Arbeitsmarktes. Ziffernmäßig iſt die
Kechl der unterſtützten Erwerbsloſen um ein geringes zurückgegangen,
krr was nützt dieſer Rückgang, wenn die tatſächliche Arbeitsmarktlage
urch die Saiſoreinflüſſe (z. B. Mehrbeſchäftigung von Arbeitskräften
zu: dem Lande während der Erntezeit) überdeckt wird, und wenn
noererſeits „Beſſerung” durch Kurzarbeit illuſoriſch gemacht iſt. —
Suoon im Monat Mai zeigte ſich mangelnde Kaufluſt in allen Zweigen
u* dem deutſchen Markt, damit geht Hand in Hand der kleine
Auf=
urggsbeſtand, der daraus reſultiert, daß vor der zu erwartenden und
Ɨh tatſächlich erfolgten Verteuerung aller Produkte zu alten Preiſen
teke Eindeckungen vorgenommen wurden. Jetzt iſt die Situation ſo,
oß größere Aufträge dahin gegeben werden, wo der Preis am
billig=
ſtanr wird. Nach den Berichten der Induſtrie= und Handelskammern iſt
Konjunkturrückgang noch keineswegs zum Stillſtand gekommen. Im
AAhlenabſatz, in der Großeiſen= und Maſchineninduſtrie, auf dem
Soemikalien= und Textilmarkt, überall iſt eine Verſchlechterung der
Lage gegenüber dem Vormonat feſtzuſtellen, und ſelbſt das Handwerk,
eſſen Entwicklung noch Anfang des Jahres befriedigend war, zeigt
imin einen Stilſtand.
Auch am Baumarkt iſt die Lage keineswegs roſig. Wenn die Zahl
e fertiggeſtellten Wohngebäude und Wohnungen auch geſtiegen iſt, ſo
ſaidelt es ſich hauptſächlich um ſolche Bauten, die bereits im Vorjahre
jegonnen wurden, während die Zahl der neu begonnenen oder
beſtell=
er Bauten verhältnismäßig gering iſt. So war, wie die amtlichen
AA hlen des Statiſtiſchen Reichsamtes beſagen, die Zahl der 5689 zum
Gru genehmigten Wohngebäude und Wohnungen gegenüber 20 031
in=
ryge der ſchwierigen Finanzfrage im erſten Vierteljahr 1928 um 11
zww. 16 v. H. kleiner als in den Monaten Oktober bis Dezember 1927.
2ar Baukoſtenindex blieb zwar gegenüber dem Mai unverändert, aber
di. Finanzierung, die größtenteils durch Leihkapital erfolgen muß, iſt
ur für eine beſchränkte Zahl Bauluſtige tragbar. Die inländiſche
74 pitalbildung iſt noch keineswegs ſo fortgeſchritten, daß aus ihr allein
zus Konjunkturlage auf irgend einem Gebiet verbeſſert werden kann;
di- Zinsſätze des Kapitalmarktes haben immer noch ein hohes Niveau
md die Zufuhr ausländiſcher Gelder kann in ihren Folgeerſcheinungen
duen Zinslaſten und der Rückzahlungsnotwendigkeit) auf die Dauer
ucht zur Erleichterung der allgemeinen Marktlage beitragen.
Die Verſchlechterung der wirtſchaftlichen Lage auf den
Markt=
gSieten iſt unverkennbar. Mit einer weiteren Verſchärfung des
aus=
ändiſchen Wettbewerbes iſt zu rechnen und die zukünftige
Geſchäfts=
gertaltung erſcheint keineswegs in roſigem Lichte, wenn es nicht gelingt,
dis eingetretene Geſchäftsſtille zu beleben. Keineswegs ſind neue Laſten
üss die deutſche Induſtrie und den Handel tragbar; neue Schulden,
Sreuern uſw. müßten zum mindeſten zu einer ſchweren Kriſe führen.
Mit Mühe wurde das Geſpenſt der geplanten Tariferhöhung der
Reichsbahn abgewehrt. Wenn auch anerkannt wird, daß die
Reichs=
behn, die nach dem Dawesabkommen vorerſt 600 Millionen Mark
ab=
z Führen hat, beſtrebt ſein muß, ihren Etat durch Mehreinnahmen
aus=
zBalancieren, ſo muß doch unterſtrichen werden, daß 250 Millionen
Mehrbelaſtung für die Induſtrie nicht tragbar ſind. Es iſt an der
3u it, den Konjunkturrückgang zum Stillſtand zu bringen. Wenn heute
dess reibungsloſe Weiterlaufen, der Induſtriemaſchine nur durch das
Vertrauen des Auslandes, inſonderheit Amerikas, in das deutſche Volk,
2. h. mit anderen Worten durch immer neue Kreditgewährungen
mög=
ſich iſt, ſo dürfen die Konſequenzen einer möglichen Ueberſchuldung an
238 Ausland doch nicht überſehen werden. Es kann zu keinmm guten
Ende führen, wenn allmonatlich neue Millionenanleihen (im Mai
An=
lI hen im Nominalbetrage von faſt 500 Mill. RM., in der erſten Hälfte
ds Juni in Amerika etwa 54 Millionen) aufgenommen werden. Nur
in eigener, geſunder Kapitalbildung, in ſyſtematiſchem Aufbar und der
Konkurrenzfähigkeit der Induſtrie und im Beſtreben, die deutſche
Han=
dllsbilanz weiter zu beſſern, alſo den Abſatzmarkt im Auslande zu
vargrößern, liegt die Möglichkeit einer weiteren Geſundung der
deut=
ſ ven Wirtſchaft und die Möglichkeit, dem Konjunkturrückgang zu
Dr. 0.
ſteuern.
Produkienberichte.
Frankfurter Probuktenbericht vom 4. Juli. Der Getreidemarkt lag
ruhig, die Preiſe blieben unverändert. Es notierten je 1000 Kilo:
A-eizen T 26,50—27,75, Roggen 28,50, Hafer inländ. 27,75—28,25, Mais
fur Futterzwecke 24,25, Weizenmehl 36,50—37,25, Noggenmehl 38—39,
Breizenkleie 13,50, Roggenkleie 16,25.
Berliner Produktenbericht vom 4. Juli. Die Haltung der
Ber=
linner Produktenbörſe war für Weizen heute wieder ſchwach. Die ruſſi=
Sen Käufe haben ſich nicht fortgeſetzt und Liverpool hat deshalb die
begonnene Juli=Hauſſe wieder aufgegeben. Die Plata= und Manitoba=
(F=Forderungen waren ebenfalls nachgiebig. Im Lieferungshandel gab
Srulilieferung 3 Mk. auf Realiſationen nach. Herbſtſichten mit 261
bsw. 262,5 eine Mark bzw. 25 Pfg. ſchwächer. Die heute vorliegenden
Die Andienungsicheine wurden für kontraktlich erklärt. Noggen hat nur
Swierigen Abſatz an Kleinmühlen der Provinz. Im Zeithandel ſtellte
ſch laufender Monat auf geſtrigen Schluß, ſpätere Sicht 0,75 Mark
SSwächer. Hafer und Gerſte in ruhigem Verkehr. Mehle unverändert,
Der Reichsbank=Ausweis.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. Juni hat ſich die geſamte
Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten
um 726,4 Mill. auf R10,4 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die
Beſtände an Wechſeln und Schecks um 613,3 Mill. auf 2477,2 Mill. RM.,
diejenigen an Lombards um 111,1 Mill. auf 138,3 Mill. RM.
zuge=
nommen. Die Effektenbeſtände ſind mit 94,0 Mill. RM. weiterhin
un=
verändert geblieben. An Reichsbanknoten ſind 767,5 Mill. RM. neu in
den Verkehr abgefloſſen, ſo daß ſich ihr Umlauf auf 4674,2 Mill. WöMN.
ſtellt. Der Umlauf an Rentenbankſcheien nahm um 37,1 Mill. NM.
auf 578,3 Mill. RMM. zu; die Beſtände der Reichsbank an ſolchen
Scheinen haben ſich demgemäß auf 21,3 Mill. RM. verringert. Sonach
waren am 30. 6. an Reichsbanknoten und Rentenbanbſcheinen zuſammen
5252,5 Mill. RM. im Verkehr, der geſamte Zahlungsmittelumlauf
er=
reichte an dieſem Tage die Höhe von etwa 6320 Mill. RM. Die fremden
Gelder nahmen um 12,5 Mill. auf 5B,2 Mill. RM. zu. Die Beſtände
an Gold und deckungsfähüigen Debiſen zuſamen ſind mit 2333,8 Mill.
RM. im einzelnen die Goldbeſtände mit 288,8 Mill. RM., die
Be=
ſtände an deckungsfähigen Deviſen mit 250,0 Mill. RM. ausgewieſen.
Die Deckung der Noten durch Gold allein ſtellte ſich auf 44,6 Prozent
gegen 52,8 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und
deckungs=
fähige Deviſen auf 49,9 Prozent gegen 59,1 Prozent.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 4. Juli.
Die Börſenverfaſſung war zuverſichtlicher. Angeſichts der ſtark
er=
mäßigten New Yorker Geldſätze und des feſten New Yorker
Börſen=
kurſes erwartet man eine freundlichere Stimmung an den europäiſchen
Börſenplätzen und war ſelbſt etwas zu Rückdeckungen geneigt. Auch
ſtimmte der Halbjahrsbericht der Reichskredit A.G. freundlicher.
Wei=
tere Nachrichten aus der Wirtſchaft boten kaum Anregung. Die ſtarke
Anſpannung der Reichsban: zum Halbjahrswechſel war erwartet, wenn
auch nicht in dieſem Ausmaße. Geringe Orders aus dem Publikum
begünſtigten die leichte Erhalung. Im Vordergrunde ſtanden
Aſchaf=
fenburger Zellſtoffaktien, die in Rückdeckung des beſtehenden Dekuverts
8,25 Prozent anzogen. Waldhof 2,5 Prozent höher, daneben Kaliwerte
ſtärker beachtet, Weſteregeln 6,5, Salzdetfurth 3 Prozent feſter. Die
Farbenaktie zog 1, Riebeck 1,5, Rheinſtahl 0,5, Erdöl 2,25 Prozent an.
Am Elektromarkte lagen Chade unverändert, dagegen Siemens um 3,
Schuckert 1,75, Geſ. für El. 1 Prozent höher. A.E.G. nur knapp
be=
hauptet. Schiffahrtswerte 0,5—1 Proz., Banken bis 1 Proz. feſter.
Von Montanaktien gewannen Rheinbraun 2,5, Buderus 1,75,
Gelſen=
kirchen 1, Phönix 5). Prozent zurück. Oberſchleſiſche Werte liegen ſtill.
Von Einheitsaktien Deutſche Linoleum bis 38 Prozent geſteigert. Man
vermißt die Termineinführung am Frankfurter Platze. Motoraktien
zogen leicht an. Anleihen vollkommen geſchäftslos. Am Geldmarkte
macht ſich eine leichte Entſpannung bemerkbar. Tagesgeld etwa 7,75
Prozent, Monatsgeld 71. bis 7,5 Prozent. Warenwechſel ſind vom
Auslande geſucht bis 67! Prozent. Privatdiskont wieder 6,75 Prozent.
Am Deviſenmarkt Lonton-Paris 124,21, —Mailand 92,73, —Madrid
29,51, —Holland 12,09½, —Zürich 25,29, —New York 4,8750. Pfunde—
Mark 20,/4134, Dollar—Mark 4,1880.
Die Abendbörſe war wiederum ſo gut wie geſchäftslos. Die
wenigen notierten Werte waren durchweg gut behauptet. A.G. für
Verkehrsweſen gewannen nochmals 1 Prozent, Kali Weſteregeln 3
Pro=
zent. Anleihen ebenfalls ſehr ſtill. Die Börſe blieb bis zum Schluß
zwar gut gehalten, jedoch faſt ohne Umſätze. Im einzelnen nannte
man: Kommerzbank 188,25, Danat 276,5, Metallbank 146,25,
Gelſenkir=
chen 1,40, Weſteregeln 274,5, Hapag 165,5, Adlerwerke 111, Licht u.
Kraft 225,5, Farben 270,5, Gef. für El. 263, Zellſtoff Waldhof 318,75,
Abenddeviſen: Im Abenddeviſenverkehr traten Veränderungen von
Belang nicht ein. London-Paris 124,21, —Mailand 92,75, —Holland
12,09½, —New York 4,8745, —Zürich 25,291). Pfunde—Mark 20,/41,25,
Dollar-Mark 4,18,77,5.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 4. Juli.
Diejenigen, die die plötzliche Geldanſpannung in New York nur
für eine vorübergehende Erſcheinung angeſehen haben, ſollten recht
behalten. Schon geſtern ermäßigte ſich drüben der Satz von 10 Prozent Reinnickel, 98—99 Prozent 350 RM., Andimon Regulus 85—90 ReM.,
auf 5 Prozent, was eine kräftige Erholung der Effektenbörſe zur Folge
hatte. Daraufhin war man ſchon im heutigen Vormittagsverkehr
lich vorgegeben und ſchritt heute zu Deckungen. Eventuell noch
her=
auskommende Ware wurde glatt aufgenommen. Bei Spezialwerten 125,50 (126), September, Oktober, November 125,75 (126), Dezember
machte ſich bereits wieder Materialknappheit bemerkbar. Vom
Aus=
lande wurden Kleinigkeiten gekauft, was ebenfalls zu einer günſtigeren
Beurteilung der Börſenlage beitrug. Merkwürdigerweiſe wurde
über die Regierungserklärung und über die für heute zu erwartende
keit iſt. Auch der heute erſchienene Reichsbankausweis machte zunächſt
wenig Eindruck. Er war als Halbjahresausweis an und für ſich
kräf=
tig angeſpannt erwartet worden, hatte aber mit einer Zunahme der
Kapitalsanlage um 616 Millionen für Wechſel und um 111 Millionen
für Lombarden und der Notenzunahme um 767 Millionen bei einer
Abnahme der Deckung um 8—9 Prozent doch noch dieſe Erwartungen
übertroffen. Die erſten Kurſe waren um 1—5 Prozent erhöht. Deutſch=
Linoleum eröffneten 9 Prozent höher, Feldmühle plus 7,5 Prozent,
Polyphon plus 13,75 Prozent. Bei letzteren ſcheinen die engliſchen
Käufe wieder einzuſetzen, denn im weiteren Verlaufe konnten ſie um
weitere 7 Prozent anziehen. Sonſt war die Tendenz nach den erſten
Kurſen nicht einheitlich und meiſt etwas ſchwächer, da anſcheinend jetzt
erſt die Zahlen des Reichsbankausweiſes kritiſcher beurteilt wurden.
In Spezialitäten wie Deutſch=Linoleum, Polyphon, Sarotti,
Feld=
mühle, Berger uſw. blieb das Geſchäft ziemlich lebhaft, und hiervon
ausgehend konnte ſich ſpäter allgemein wieder eine Erholung
durch=
ſetzen. Anleihen freundlich, Ausländer ſtill und eher ſchwächer.
Pfand=
briefmarkt wenig verändert. Liquidationspfandbriefe und Anteile
un=
einheitlich, aber doch überwiegend freundlicher. Deviſen eher angeboten.
Pfund und Spanien etwas befeſtigt. Der Geldmarkt iſt wieder
leich=
ter. Tagesgeld 7,5—8,75 Prozent. Monatsgeld 8—9 Prozent,
Waren=
wechſel zirka 7 Prozent und darunter. Bis zum Schluß der Börſe
traten noch einige Srezialbewegungen ein.
A. C. G
Augsb.=Rürnb. Maſch
Baſalt ....
Hergmann.
Berl. Karlsruhe Ind / 67.—
Berl. Hand.=Geſ.:
Braunkohl. Briketts
Bremer Wolle.
Danatbank.
Deutſche Bank.
Diskontogeſ.
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl ...."
Deutſche Betroleum
Oynamit Nobel...
Elektr. Lieferung .. /1715
J. 6. Farben....
Gelſenk. Berg. . ... /139.75
G.f, elektr. Untern.
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch.
Hapag ........"
Harpner. ........
Hemoor Zement.
Söſch Eiſen
dohenlohe Werke..
Kahla Porzellan.
67.75 gali Aſchersleben
Salzbefurth.,
Weſterregeln
Zindes Eis
166.75 ldingel Schuh
Rreſeinn
14.3
865
162.,5
259.5
453.—
265.25
174.25
238.5
43.75
138.—
162.5
158.—
121.—
516.5
199.75
136,5
154.—
674.—
96.—
63.—
148.—
180.—
4. 7
1a6.—
136.5
85.25
158.25
1262.5
455.—
289.—
180.—
49.25
13725
162,875
155.25
120.25
542.125
105.25
136.5
154.—
892.—
53.25
63.75
148.—
161.—
Deviſenmarkt.
Selſingfors ..!
Wien
Prag
Budapeſt . .
Soſig.
Holland .....
Cslo ........
Kopenhagen.
Stockholm ...
London
Buenos Airet
Nen=York ..
Belgien ....."
7.
Gelb Ortef
1o.S27io. 547
15s.27 59,09
2.40112.421
72.931 73 07
2.027 3.033
eß 68169.00
1719412,18
112,0912.30
1 12.241 12.46
20.33020.430
1.775 1.778
4.18454 1925
158.42 158.54
Geid
10.527
56.96
12.39812,41
1e8.60
112.08
1223
20.39
177
Driel
710.547
69.o8
72.89 73,031
3.019 3.02*
85.33
111.941 12,18
12.22
12 4
00.,43
1770
4.18354. 191
38.39 58.51
Italien..
Paris..
Schweiz ...
Spanien.
Danzig:
Japan.. ....
Nio de Janeiro
Fugoflavien ...
Bortugal ....."
Uthen ......."
Konſtantinopel
Kanada.
Uruguav.. .
Gel
21.89
16.42
80,655
66.511
s1.58
1.3431
o.499
7.372
18.331
5.425/ 5.435
2.135
4.1721
4.266
. 7.
Brie
22,05
5loo. 815/
69 05/ 69.0
Bi.741
1.941
0.501
7.389
9.27
2.189
4.180
4:274
4. 7.
Gelbs Brie!
kei. 3o5/e2.025
18.48 I1s.4 15/168.435
ſ80.,62 60.78
81.55
1.943
0.4a5
7.363
15.33
5.415
2.138
4.1771
1.266
69.21
21.71
1.347
0.500
7.371
18.87
5.4a5
2.142
4.179
4274
Wirtſchaftliche Rundſchau.
* Vom Holzmarkt, ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Lage hat
ſich inſofern verſchoben, als die Abſatzverhältniſſe ungünſtiger
gewor=
den ſind und auch für verſchiedene Sortimente die bisherigen Preiſe
abbröckelten. Insbeſondere iſt eine Preisermäßigung für Tiſchlerhölzer
eingetreten, weil die meiſten Betriebe nur den allernotwendigſten
Be=
darf von Fall zu Fall decken und von größeren Einkäufen zur
Ein=
lagerung abſehen. Dazu kommt, daß ſich im Rheinland und in
Weſt=
falen täglich die Angebote oſt= und norddeutſcher Sägewerke in
polni=
ſcher Stammkiefer, die ſie direkt durch Vertreter anbieten laſſen,
meh=
ren. Dadurch wird vielfach dem anſäſſigen Platzholzhandel der Boden
abgegraben und eine Verwertung der im Frühjahr auf den Werken
eingekauften Schnitthölzer unmöglich gemacht. Die genannten Werke
bieten oft genug unmittelhar die Waren zu den Preiſen an, zu denen
ſie Abſchlüſſe mit den weſtdeutſchen Händlern von Januar bis März
tätigten. Das Geſchäft iſt dadurch unbefriedigend, häufig noch
verluſt=
tragend geworden. In keinem Falle wird es möglich ſein, 1928
be=
friedigende Ergebniſſe zu erzielen. Allem Anſchein nach iſt das
An=
gebot weit größer als der Bedarf, und es dürfte ſich in dieſen
Ver=
hältniſſen kaum eine Veränderung ergeben können, weil die
Entwick=
lung des Baumarktes doch nicht ſo geworden iſt, wie man ſie erwartete.
Die Bautätigkeit hat in dieſem Jahre zu ſpät eingeſetzt. In einigen
Teilen Deutſchlands ſind in letzter Zeit auch einige Inſolvenzen
ein=
getreten, die einen gewiſſen Eindruck hervorriefen. An einem
Zuſam=
menbruch in Königsberg (Oſtpreußen) waren auch rheinländiſche
Fir=
men beteiligt, die beim Schnittholzeinkauf Vorſchüſſe gezahlt hatten.
Inſolvent wurde ferner eine mittlere Leipziger Holzhandlung, die
frü=
her ihren Sitz in Plauen hatte. Einige ſchwache Unternehmer die
im Holzhandel ſchon ſeit langem ſkeptiſch beurteilt wurden, ſind
da=
durch ausgeſchieden, was zweifellos zur Geſundung des Geſchäfts
bei=
tragen wird.
Neues Verfahren der J. G. Farben=Induſtrie. Wie verlautet, hat die
J. G. Farben=Induſtrie eine Reihe neuer Kunſtſeiden=Fabrikations=
Ver=
fahren im In= und Auslande zum Patent angemeldet. Es ſoll ſich
hier=
bei um aufſehenerregende Fortſchrite in der Kunſtſeiden=Induſtrie
han=
deln, durch die die Erzeugung hochwertiger Kunſtſeide ermöglicht wird,
welche die Naturſeide an Feſtigkeit und Unzerreißbarkeit bedeutend
über=
treffen ſoll. Die J. G. Fauben=Induſtrie beabſichtigt weiter, die
Er=
zeugung von Kunſtſeide im nächſten Jahre erheblich zu ſteigern und ihre
Anlagen entſprechend zu erweitern.
Werner u. Merz, A.=G., Mainz. Bei 833 650 (644 692) RM.
Ab=
ſchreibungen ergibt ſich ein Reingewinn von 584 452 (580 760) RM.,
woraus wieder 12 Prozent Dividende auf 4 Mill. RMM. Akkienkapital
verteilt werden. In der Bilanz erſcheinen (in Mill. RM.) 1059
(1099) Kreditoren, andererſeits 2,107 (1,564) Debitoren, 0,577 (0,622)
Kaſſe und Bankguthoben und 2,107 (1,632) Waren.
Deutſche Zündholzverkaufs=A.=G. und Zündholz=Großhandels=
Gefell=
ſchaft, Frankfurt a. M. Das Zündholzſperrgeſetz und die Preispolitik
der Deutſchen Zündholz=Verkaufs=A.=G. waren Gegenſtand einer
Ver=
handlung vor der Kamner für Handelsſachen des Landgerichts
Fmnk=
furt a. M. Die in Frankfurt anſäſſige Zündholz=Großhandelsgeſellſchaft
machte geltend, daß durch das Zündholzſpeurgeſetz ein tatſächliches
Her=
tellungsmonopol für die in der Deutſchen Zündholz=Verkaufs=A.=G.
zuſammengeſchloſſenen Fabriken geſchaffen ſei und daß dieſe nur das
Monopol dazu ausnutzen, ſich auch noch das Handelsnnomopol zu
ver=
ſchaffen, deſſen Einführung der Reichstag ſeinerzeit abgelehnt habe. Auch
ſonſt wurden ſehr ſchwere Angriffe gegen das Geſchäftsgebaren der
Deutſchen Zündholz=Verkaufs A.=G. erhoben. Da alle dieſe
Behaup=
tungen beſtritten wurden, ließ ſich auf Grund der jetzt geführten
Ver=
handlungen noch kein abſchließendes Bild gewinnen.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Verlin am 4. Juli ſtellten ſich für je
100 Kg. für Elektrolyttupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotter=
dam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 189,50
RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſen=
vorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für
prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Origival
Hütten=
aluminium, 98—99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190
MMM., desgleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 194 RM.,
Feimſilber (1 Ka. fein) 81,50—82,75 RM.
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 4. Juli
weſentlich freundlicher geſtimmt. Die Spekulation hatte geſtern reich= ſtellten ſich für Kupfer: Januar 126 (126,25), Februar, März 126,25
(126,50), April, Mai 126,50 (126,50), Juni 126,50 (126,75), Juli, Auguſt
126 (126,25). Tendenz: befeſtigt. Für Blei: Februar 42 (42,50), März
42,25 (42,50), April, Mai, Juni 42,50 (42,75) Juli, Auguſt. September
41,25 (41,50), Oktober 41,75 (41,75), November 41,75 (42), Dezember 42
(42,50). Tendeng: ſtetig. Für Zink: Januar, Februar 49,75 (50,25),
politiſche Ausſprache im Reichstage wenig diskutiert, obwohl beſon= März 49,75 (50), April 49,50 (50,25), Mai, Jumi 49,75 (50,25), Juli,
ders das innerpolitiſche Programm für die Börſe von großer Wichtig= Auguſt 50 (51). September 49,75 (50), Okrober, November, Dezember
49,75 (5025). Tendenz: luſtlos. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld,
die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 4. Juli ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: ſtetig); Standard p. Kaſſe 63½—Ze, 3
Monate 632/½—½, Settl. Preis 63½, Elektrolyt 68½—69, beſt ſelected
66—67½, Elektrowirebars 69; Zinn (Tendenz; ruhig): Standard p.
Kaſſe 206½—½, 3 Monate 243—34, Settl. Preis 20634, Banka (inoßf
Not.) 210¾, Straits (inoff. Not.) 209¾; Blei (Tendenz: ſtetig): guch
länd prompt Wuo, entft. Sichten 20½, Settl. Preis 20%; Zind
(Tendenz:: ſtetig): gewöhnl. prompt 257/vo, entft. Sichten 25½, Settl,
Preis 25½; Antimon Reg. chineſ. per (inoff Not.) 36—36½;
Queck=
ſilber (mnoff. Not.) 21½; Wolframerz (inoff. Not.) 15¾.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Kaliabſatz betrug im Juni 999 489 Dz. (Vorjahr 829 198) in
den erſten zwei Monaten des Düngejahres 1928/29 1637 149 (1 259 679),
em erſten Halbjahr 1928: 8030 977 (7 194 405) Dz. Neinkali.
Für die 225 Millionen RM. Vorzugsaktien Serie V der Deutſchen
Reichsbahngeſellſchaft wurde nunmehr auch Antrag auf Zulaſſung an der
Frankfurter Börſe eingereicht.
Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Reichsamtes wurden im Juni
d8. J8. durch den „Reichsanzeiger” 702 neue Konkurſe — ohne die wegen
Maſſemngels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 293
eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entſprechenden Zahlen
für den Vormonat ſtellen ſich auf 692 bzw. 25.
In der Woche vom 17 bis 23. Juni (ſechs Arbeitstage) ſind bei der
Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft (Angaben in 1000 Stück) 901,4
Güter=
wagen geſtellt worden, gegen 92,6 in der entſprechenden Woche 1927
(ſechs Arbeitstage) und 898,2 in der Vorwoche (ſechs Arbeitstage). Für
den Arbeitstag im Durchſchnitt berechnet lauten die entſprechenden
Biffern 150,2, 150,4 und 142,7.
Die Zahl der däniſchen Arbeitsloſen iſt im Laufe der vergangenen
Woche von 39 036 auf 38 98 zurückgegangen. Gleichzeitig iſt die Zahl
der Arbeitsloſen in Kopenhagen etwas geſtiegen.
Das Bankenkonſortium für ſtaatliche Kreditoperationen in Prag hat
beſchloſſen, daß ſich die Tſchechoflowakei an der rumäniſchen
Stabili=
ſierungsanleihe von 80 Millionen Dollar mit 1 Million Dollar beteiligt.
Die tſchechoſlowakiſch=ſüdſlawiſchen Handelsvertragsverhandlungen
wurden auf Erſuchen der ſüdſlawiſchen Delegation auf unbeſtimmte Zeit
vertagt, da die Belgrader Abordnung ſich z. Zt. nicht nach Prag begeben
könne.
Die Handelsvertragsverhandlungen zwiſchen Frankreich und der
Tſchechoſlowakei ſind am Montag zum Abſchluß gekommer. Der neue
Vertrag wurde am Quai dOrſay zwiſchen den Vertretern der
franzö=
ſiſchen Regierung Briand und Vakanonski und dem tſchechiſchen
Ge=
ſandten in Paris, Oſſoſky, unterzeichnet.
Wie das engliſche Arbeitsminiſterium bekannt gibt, betrug die Zahr
der Arbeitsloſen in Großbritannien in der am 25. Juni zu Ende
ge=
gangenen Woche 1 192 600, was gegenüber der Vorwoche eine
Ver=
mehrung um 30 079 bedeutet.
Das Shipping Board ſtimmte dem Verkauf von 13
Paſſagier=
dampfern der United States Line und der American Marchand Line zu.
Die Flotte umfaßt insgeſant 20 000 To. Unter den zum Verkauf
ſtehenden Schiffen befindet ſich der 60 000 To.=Dampfer „Leviathan” (
ehe=
mals Vaterland”), der 23 000 To=Dampfer, George Waſhington”, und
der 13 000 To=Dampfer „Preſident Nooſevelt”.
Die amerikaniſchen Börſen waren am Mittwoch wegen der Feier
des Ungbhängigkeitstages geſchlofſen.
Seite 10
Männlich
Donnerstag, den 3. Jufi 1928
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Ver=
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Ge=
ſchäftsſtelle. (11040a
SüchtigeFriſeuſe
zur Aushilfe f.
Sams=
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Aadtide Daechtet.
ten Ral
Keit d8 i0l
nöbel ud dch.
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Hes e e
Eine gofe Algihl.
gchlnter ethoben ſc.
barft, und guft i 2e
und Sonne und 30
Hlond Lort Ahdens Ne.
Eie, in deren Brolieil
eucke ſich mit denen Me
Elie Knauff war ein
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6% Bay. Freiſtaat
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6% Sachſen
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ſtaat von 1927.
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +
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6% Berlin v. 24
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79 Heidelb. v. 26
7% Ludwahf. v. 26
7% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8O Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 2
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold.
Kom. Anleihev. 26
8 % Berl. Hyp.=Bk.
Lia.-
4½%y
Pfandbriefe.
8% Frkf. Hyp. Bk.
Za.-Pfl
Ri
78.95
80.5
80
51.35
17.9
1025
93.5
84.5
86.75
82.5
92.25
102.5
94
94
95
92‟.
98
91
97.5
91
80
8% Frkf. Pfbrfbank
4½% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lia.=Pfdbr.
8% Heſſ. Landesbk.
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
8% Landeskr. Kaſſ.
3% Mein. Hyp. Bk.
8% Naſſ. Landesbk.
80 Pfälz. Hyp. Bk.
4½% „ Lig.
Pfandbriefe ..
8% Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred.. .
4½% Preuß. Ctr.,
Lig. Pfandbr. .
3% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . . .
8% Rhein. Hyp.=B
„ Lig.
42%
Pfandbriefe.
80 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit...
„L.=P
485
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..."
„Lig.=
Pfdbr. ....
8% Württ. Hyp.=B.
mS
86.5
84
78.75
97.25
90.5
89
94.5
100
100
96
92
98
88.5
97
88.75
96
92
75.8
97.75
77
97
91
97.75
92
75.5
97.75
76.25
98.5
92.5
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Auslof. Ser. HI
94
51
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyv.=Bk. K.,
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S.1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26
80 Klöckn=Werke
Berlin v. 26....
10% Kom. Elektr.=
Mark. . . . . . . . . .
70 Mainkrw v. 26
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27..
80 Neckarſulm v. 26
8½ Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26....
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl. . . ...
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe. .
18.55
5.3
8.25
2.7
14.25
13.5
4.8
95.5
92
102.6
87
Ann
88.5
87.8
86.8
18.75
6.5
2.5
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe ..."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe ...."
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe . .
5% Südd. Feſtw. ........"
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914........."
5% Bosn. V.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½% Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v0?
1,6% Griech. v. 90
1¾% Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.)
5%
äuß. „
Goldan=
leihe (abg.
inn. (abg.)
4½% Irrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke).
4½% Rum. Gold
von 1913 .....
49 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
4½ Türk. Admin.
42
1. Bagd.
4½
2. Bagd
4%
Bollanl.
4½% ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C..=St.
42 dito Goldr.
(C. C.=St.)
4% dito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron. (abg.) ..."
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg:
4% Lopenb. v. 01
4½
5%
41.5
41
1.75
17
—
—
—
41.15
—
18
37
30.4
21
93.25
—
—
11.25
29
27
1.75
58.5
92
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ... . . . 10-/.
2"/.,% Oſt. Südb.
(Lombard.) .. . . / 15.25
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 .. . . ...! 6.4
3% Raab=Odenbg.
v. 1883 . . . . . . . . / 26.75
4% Rudolfb. t. S.
i. G.
4%
4½% Anatolier I
17.5
TV. 1. Banh=Aktien
Allg. Dt. Ereditanſt. /140.75
Badiſche Bank. . . . 162.5
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbanr . . . . 164.5
Berl. Handelsgeſ.. .
Gypoth.=Bk. 1195
Comm. u. Privatb. /187.75
Darmſt. u. Nt.=Bk./277
1168
Deutſche Bank
Eff.=u. Wechſel=)
bank .. . . . . . . /119
Vereinsbank . . 102
Diskont.=Geſellſch.. /162.75
Dresdener Bank .. /166.75
Frankf. Bk.
111.5
Hyp.=Br. . . 11.50
Pfdbr.=Bk. 155
Gotha. Grundkr. B./ 14.5
Mein. Hyp.=Bank/135
Metallbank. . . . . . . 145.5
Mitteld. Crebitbr. 1204
Nürnb. Vereinsbk./160
Oſt. Creditanſtalt. . 34.9
Pfälz. Hyp.=Bank/160
Pr. Bod.=Creditbk. /135
„ Hyp.-Akt.=Bf. 140
Reichsbank=Ant. . 1277.5
Rhein. Ereditbank/128
Shp.-Bankl189.5
Südd. Bob.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Berkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ.
7% Dt. Reichsbhn=
Vorzge. .... ..."
Hapag ....."
Nordb. Lloyd. . . . . 157
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ./=
3. Induſtrie
Adt, Gebr.
Accum. Berlin. . .
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleyer
6% AEG. Vorzug
5‟
AEG. Stamm. . . . /177.5
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg.
Beck & Henkel ..
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=O
BrownBoverickCie
Brüning E Sohn.
Buderus Eiſen
Bürſtenfbr. Erlang.
Cementwerte
Heidelberg .."
Karlſtadt .. . . ..
Lothr. (Karlsr.)
Chem. Werke Albert.
Brockhues..!"
Fabrik Milch
Daimler=Benz...""
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin
Erdöl.
..
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .
Dürrwerke Kating.! 59
141
15.5
194
189.5
165.5
1857,
129
42
—
112
82
74.5
175
49
205
61.5
—
130.5
141.5
173
91
00
110
140
03
376.25
33
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas ......"
Hof...."
„ Maſch. Pe
Pokorny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerkl
Geſ. f. elektr. Un
ternehmungen ..
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmähle Frankf
Haid & Neu
Hammerſen (O3n.)
Hanfw. Füſſen ..
Hanſa=Lloyd Brem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gas
Heyligenſtaedt ..
Hilpert Armaturfb.
Hindrich3=Aufferm
Hirſch Kupfer
Hochtief Eiſen
Holzmann. Phil. ..
Holzverk.=Induſtri
Iiſſe Bergb. Stamm
Genüſſe)
Fnag ... .......
Funghans Stamm
Kali Afhersleben . /235.5
„ Salzdetfurth.
„ Weſteregeln..
Kammgernſpinn. 1242
226
170.5
70.5
202
52.25
224
56
111
38
269.25
82
145
105
76
70.5
149.5
264
93
134.5
180.25
133
./ 41.5
194
190.5
25
81
110
133.25
8)
151.75
93
93
58
270
Karſtadt, R... . . . .
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl. . . .
Klöcknerwerke ..
Knorr, Heilbronn".
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer & Co.
Lech, Augsburg ...
Lingel, Schuhw.. .
Löhnberger. Mühle
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metall
M intr .=W. Höchſt/120.5
Mrinz. Akt.=Br. . /280
Mannezm. Röhren
Mansfeld. Bergb..
Mars=Berle......
Metallgeſ. Frankft. /198
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm
Motorenfabr. Deutz
Oberurſe
Mänch. Lichtſpielk
Meckarf. Fahrzeug.
Neckarw. Eßl. . . . . 141
Nicolah. Hofbr. ..
Oberbedari
Oſterr. AlpineMon
Otavi Minen".
Peters Union Frrf.
Pfälz. Näh. Kayſe
Philipps A.=G.
Pyönix Bergbau
Porzellan Weſſei ./ 28.5
Reiniger. Gebb. E
S hall........
Ry. Braunkohlen..
Elektr. Siamm / 79.5
Stahl werke
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan .. /159.75
Rütgerswerke
SalzwerkHeilbronn
S hneider & Hanau
Shrellpr. Frankth
S höfferhof=Bind.. /353
Schramm Lackfbr. 124
Schriftg. Stempel.
Shuckert Elektr. . .
237.5
102
150.25
87.5
113
18
332
127
88
115
10.5
54
63
90.25
104.5
67
139
14
111.75
60
94.5
109.25
99.7
200
48
74
118.5
207
Schuhfbr. Berneis=4
Weſſel. . .. . . .
Schuhfabr. Herz.. 28.75
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen 1175
Seilindſtr. Wolff. . 67.5
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske/366.5
Südd. Immobilien
Zucker=AG./155.25
Strohſtoff. Ver... . /279
Tellus Bergbau /120.5
Thür. Lief.Geſ.. . . 1108
Tucher, Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ. . . . . . 103.5
Veithwerke ..
Ver. f. Chem. Ind./ 85
deutſch. Olfabr. 77.
Faßfabr. Caſſell 50
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. 97
Königs= und
Laurahütte ..
Pinſelfabriken
Stahlwerke
Ultramarin . . 155
„Zellſt., Berlin/156.5
Vgtländ. Maſch. 75
Voigt & Haeffner/210
Boltohm. Seil ... 95
Wanß & Freytag. 1148.70
Wegelin, Rußfabrik/15?
Werger Brauerei. 190
Bellſt. Aſcha fenbg. /235
145.5
Memel".
Waldhof
1317
Zuckerf. Rheingau.
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung .. . 271
Frrft. Allg. Verſ.=G 185
Frankona Rück= u.
Mitv.
1224
Mannh. Verſich. 158
Darmſtädte Berte
Bahnbedarf ..
Dampfk. Rodberg.
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Gebr. Roeder ... 41
38
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 185
Donnerstag, den 3. Juli 1928
Seite 11
das Spiel mit dem Tode.
Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.
In dem großen Siebenlinder Eßzimmer war bereits die
ge=
hhrte tägliche Mittagsrunde vollzählig verſammelt, als der
Etisrat mit ſeinem Gaſt aus dem Kontor herüberkam.
Valter erhielt ſeinen Platz am oberen Ende der Tafel
zwi=
in dem Hausherrn und Fräulein Sperling angewieſen, einer
Eisen, kneifergeſchmückten Dame, deren Tätigkeitsgebiet in
fu= und Familie nicht ganz genau abgegrenzt war.
Arſprünglich nur zur Erziehung der beiden heranwachſenden
dchen berufen, hatte ſie ſich allmählich zur Würde der
ſtellver=
tenden Hausfrau aufgeſchwungen, und der Amtsrat lebte in
eer ſtändigen geheimen Angſt, daß ſie ihr ſtilles
Annexions=
e amm letzten Endes auch auf ihn ſelbſt ausdehnen und ſein
fd—iches Greiſentum eines Tages noch mit einem ſpäten Ehe=
44 bedrohen könnte.
Sie hatte ein auffallend ſonores, faſt männliches Organ, das
vih rem puppenhaft zierlichen Figürchen in einem merkwürdigen
ſyrnſatz ſtand, ſo daß Walter ein leiſes Lächeln nicht zu
unter=
nagen vermochte, als ſie ihm zu Ehren das Tiſchgebet heute mit
bonders feierlichen Kehltönen und tragiſch falſcher Betonung
geü atten zu müſſen glaubte.
Dann ſchwankte der alte Chriſtian mit der weitbauchigen
eSenterrine bedächtig herein, und während der vortreffliche
tächeimer Berg, den der Amtsrat zur Feier des Tages geſtiftet
It,, ſchnell die erſte Befangenheit löſte, gingen die ſcharf
be=
ſuchtenden Augen des jungen Künſtlers immer wieder durch die
Zite des ſchlichten Raumes mit den ruhigen Linien ſeiner
wuch=
ſter Möbel und dem verblichenen Oelgemälde einer längſt
ver=
nienen Vergangenheit.
ine große Glastür führte auf eine gedeckte Terraſſe hinaus.
fükänter erhoben ſich die grünen Kaſtanienmauern des
Guts=
iS, und ganz in der Tiefe grüßte, ein Stück ſchimmernden,
Inn enbeglänzten Blaus, der Neudietersdorfer See.
Wlnd Sonne und Jugend ſaßen mit zu Tiſch: das lichte
Gold=
on d. Lore Rhadens neben dem dunkleren Kopf ihrer Freundin
iſt in deren Bronzeteint es zuweilen leiſe aufglühte, wenn ihre
fſike ſich mit denen ihres Gegenübers kreuzten.
NElſe Knauff war ein Jahr lang in Lauſanne in Penſion
ge=
tſn, ſo ergaben ſich für ſie und Walter, der im letzten Herbſt
eichfalls mehrere Monate am Genfer See gelebt hatte,
mannig=
h= Berührungspunkte.
IIn luſtigem Wortgeplänkel ging die Unterhaltung herüber
ſid hinüber; auch Eva, die der Amtsrat als ſeinen kleinen
In=
tkror vorgeſtellt hatte, miſchte ſich dann und wann mit einem
ſtm Witzwort ein.
kaufen.
Sevorzus!
bote
Ih. Bächte
geſuch
chtwirtſchat
vdier, Namfl
Eva hatte ihren Platz ganz zu unterſt neben dem neuen
Gutsvolontär, einem helläugigen, faſt weißblonden Jüngling,
dem der viel zu enge Stehkragen tiefe Runen in den
rotgebräun=
ten Hals einſchnitt.
Als angehende Stellvertreterin des Großvaters glaubte ſie
ſich ſchon von jeher zur Miterziehung des landwirtſchaftlichen
Nachwuchſes von Siebenlinden berufen, und ſo unterhielt ſie
ihren unglücklichen Tiſchherrn denn auch heute mit den Vorzügen
des neuen Dibbelapparates zum Einſetzen der Rübenkerne, der
tags zuvor aus Berlin gekommen und von ihr bereits in allen
Teilen eingehend beſichtigt worden war.
Der Nachmittag brachte eine längere Wagenfahrt durch den
Wald, und nach dem Abendbrot geleiteten Elſe und Eva die
Freundin noch nach Neudietersdorf hinüber.
Fräulein Sperling hatte ſich gleichfalls bald zurückgezogen,
ſo kam es, daß die beiden Herren nach Tiſch ganz allein unter
dem alten Lindenrund vor dem Hauſe ſaßen,
Der Amtsrat erzählte von den ſchwierigen Verhältniſſen, unter
denen er das verwahrloſte Gut einſt von einem Onkel
übernom=
men und mit zäher Geduld und Ausdauer allmählich zu einem
Muſterbetrieb in die Höhe gewirtſchaftet habe. Er ſprach kurz
und knapp, die Freude über die Erfolge jahrzehntelanger, treuer
Arbeit klang durch ſeine ſtolz=beſcheidenen Worte.
„Meine Mädels ſollen es einmal ihrem Großvater danken,
daß ſie frei und unabhängig durchs Leben gehen können und ihre
Füße nicht unter fremder Leute Tiſch zu ſtecken brauchen, wie
jetzt die arme Lore!”
„Fräulein von Rhaden will Neudietersdorf bald verlaſſen?”
Der alte Herr nickte.
„Ich habe ihr ein Heim auf Siebenlinden angeboten, aber ſie
hat abgelehnt. Es treibt ſie fort. Sie kann ſich wohl in kein
Ver=
hältnis zu der verwitweten Baronin finden!“
„Wer iſt eigentlich dieſe berühmte Baronin von Rhaden?”
fragte Walter zurück. „Ich hörte ihren Namen heute nachmittag
ſchon mehrfach nennen!“
Der Amtsrat tat einen langen Zug aus ſeiner Pfeife.
„Das läßt ſich nicht ſo einfach in zwei Worten ſagen. Denn
die Baronin iſt zweifellos ein Ausnahmefall der Schöpfung, ein
Raſſenmenſch, wie man es in Romanen wohl ſo nennt. Ich
ge=
ſtehe, ſelbſt mir altem Manne wurde es warm ums Herz, als ſie
vor ſieben Jahren zum erſten Male als junge Frau nach
Sieben=
linden kam. Ich bändigte damals gerade einen entgleiſten kleinen
Leutnant für die Landwirtſchaft an. Der arme Kerl wurde mir
geradezu tiefſinnig über das Schönheitswunder von
Neudieters=
dorf, und er dichtete ellenlange Oden auf ihre Carmenaugen,
an=
ſtatt ſich um ſeine Spiritusabrechnungen zu bekümmern.
Und wie eſem verliebten Jüngling ging es auch der
übri=
gen Menſchheit. Nach drei Monaten lag ihr unſere ganze, ſonſt
ſo exkluſive Gegend huldigend zu Füßen. Zugleich begann damit
in Neudietersdorf ein Leben im größten Stil. Das Schloß ſtecktt
beſtändig voller Gäſte. Feſt folgte auf Feſt, dann wieder
monate=
lang Reiſen nach Paris und Rom, nach Baden=Baden und an
die Nordſee.
Bis es ſchließlich eines Tages ſo kam, wie es kommen mußte.
Der Baron konnte am Ende in dieſem übertollen Hetztempo
nicht mehr mit; der Altersunterſchied von über dreißig Jahren
begann ſich bemerkbar zu machen.
Er war müde geworden, denn er hatte ja ſelber ſchon ein
vielbewegtes Leben hinter ſich, ehe er dieſen heißblütigen,
ſieb=
zehnjährigen Wildfang ſozuſagen friſch von der Bühne weg
hei=
ratete. Kurz und gut, er fing langſam an, abzubauen, ſaß oft
tagelang in ſeiner Bibliothek und überließ ſeine junge Frau
all=
mählich mehr ſich ſelbſt und ihren Gäſten. In dieſer kritiſchen
Zeit ſtarb Lores Mutter, und er holte ſich die heimatloſe Waiſe
ins Haus. Zwiſchen den beiden entſpann ſich dann bald ein ſehr
herzliches Verhältnis. Der vereinſamte Mann ſchloß ſich nach
und nach immer enger an die Kleine an, nahm ſelbſt ihren
Unter=
richt in die Hand und wurde ihr gewiſſermaßen ein zweiter Vater.
Bis dann auf einmal mit ſeinem jähen Tode für Lore alles zu
Ende war!”
„Der Baron iſt auf der Jagd verunglückt?” warf Walter ein.
„Ganz recht! Er war abends allein auf den Anſtand
gegan=
gen und wurde am anderen Morgen mit einem ſchweren
Kopf=
ſchuß tot am Fuß einer Wildkanzel gefunden. Die Sache machte
natürlich gewaltiges Aufſehen. Auch eine Gerichtskommiſſion kam
nach Neudietersdorf heraus; denn es gingen allerlei Gerüchte um
von einem Zuſammenſtoß mit einem Wilderer, und was die
Phantaſie des Volkes ſonſt noch erdichtete. Das hat ſich aber
durch die Leichenſchau als völlig haltlos herausgeſtellt. Die Kugel
war dem Baron unter dem linken Kiefernwinkel in den Kopf
ge=
drungen und dann in der Gehirnmaſſe ſtecken geblieben. Sie
wurde bei der Obduktion gefunden und ſtammte aus dem
Jagd=
gewehr des Toten. Das Gericht kam daher zu der Ueberzeugung,
daß der Baron durch eigene Unvorſichtigkeit beim Abſtieg von der
Wildkanzel verunglückt ſein müſſe.”
„Einen Selbſtmord halten Sie für ausgeſchloſſen?”
Der alte Herr wiegte bedächtig den Kopf.
„Es ſcheint mir nach der ganzen Art der Verletzung wenig
wahrſcheinlich. Aber ich gebe zu, daß ich manchmal auch ſchon
daran gedacht habe. Ich muß nämlich bemerken, daß ich dem
Beron an jenem Unglücksabend etwa in der achten Stunde noch
im Walde begegnet bin. Ich kam mit einem Fuhrwerk von
Gül=
denſee, und er kreuzte kurz vor der Förfterei die Landſtraße. Ich
rief ihn an, aber er grüßte kaum zurück und machte auf mich
über=
haupt einen ſeltſam verſtörten Emdruck.”
(Fortſetzung folgt.)
länzend
u frieden
meine Kundſchaft
nt Dden von mir gel.
verſtilaſſigen
uieechapparaten
callplatten
muB=, Taſchen= und
A—mbandeuhren
Urzſtigſtepreiſe!
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werden bei der Verſteigerung
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Ober=Ramſtadt, den 4. Juli 1928.
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Auf Grund des 8 9 der Verordnung
über die Regelung der Arbeitszeit der
Angeſtellten während der Zeit der
wirt=
ſchaftlich. Demobilmachung vom 18. März
1919, des 8 1 der Verordnung über die
Arbeitszeit vom 14. April 1927 und nach
Anhörung des Gewerbeaufſichtsamts
wird die Offenhaltung der Metzgerläden
in der Zeit vom 1. April bis 30.
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tember eines jeden Jahres von 6.30 Uhr
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ab geſtattet.
Darmſtadt, den 3. Juli 1928.
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daſelbſt einzureichen.
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Darmſtadt, den 5. Juli 1928.
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Darmſtadt, den 5. Juli 1928.
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8. Wanderung
Endziel:
Miltenberg.
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im Klublokal (Krone).
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Ge=
ſchäftszimmer d.
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ſellſchaft zu
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Tagesordnung:
1. Geſchäfts= u
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chenſchaftsbericht,
2. Entlaſtung d.
Vor=
ſtandes,
3. Wahl des
Vor=
ſtandes,
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Darmſtadt, 5. Juli 28
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Zu der Freitag, den 13. Juli 1928, nachm.
5 Uhr, im Rathaus, Stadtverordneten=
Sitzungsſaal ſtattfindenden
Haupt Verſammlung
werden die Mitglieder und Freunde der
(11038
Stiftung hiermit eingeladen.
Darmſtadt, den 3. Juli 1928.
Für den Borſtand u. den Berwaltungsrat:
Frau Dr. Büchner. Dr. Gläſſing.
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ſchaftlicher Maſchinen und Geräte,
verbunden mit.
600jährigem Stadt=Jubiläum
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in Beerfelden i. Odw. am 8., 9. und 10. Juli 1928
(Hauptmarkttag: Montag, 9 Juli 1928.)
Pferde im Beſitze von Züchtern und Händlern ſowie Vieh aller
Raſſen werden prämiiert und ſtehen hierzu ea. Mark 5000.—
Prämiengelder zur Verfügung;, außerdem mehrere Ehrenpreiſe
des „Verbandes heſſiſcher Warmblutzüchter”.
Anerkannt beſte Verkaufs= und Kauf=Gelegenheit!
Großer Jahrmarkt mit reich ausgeſtattetem Juxplatz.
Broßzügig angelegte Ausſtellung landwirtſch Maſchin. uſw.
daher für jeden Landwirt hochintereſſant und anerkannt beſte
Gelegenheit zur Beſichtigung und zum Kauf neuer Maſchinen
modernſter Fabrikation erſter Firmen.
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am Sonntag, den 8. Juli 1928. Wertvolle Ehrenpreiſe und
Geldpreiſe für Beſitzer und Reiter kommen hierbei zur
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Die mit dem Markt verbundene
Beerfelder Pferdemarkt=Lotterie
gelangt wiederum durch den ſtaatl. Lotterie=Einnehmer
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bücher i. Fa Edelmann & Willenbücher in Beerfelden i. O. zum
Vertrieb, an welchen auch Loſebeſtellungen zu richten ſind.
Preis des Loſes: Rmk. 1. Hauptgewinne: 1 Erntewagen,
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ſpannt mit 2 Pferden, 1 Stuhlwagen, beſpannt mit Pferd, Pferde;
Fohlen, Rinder, Schweine ſowie land= und hauswirtſchaftl.
Ma=
ſchinen aller Art. (Die Lotterie iſt in ganz Heſſen genehmigt.)
Anmeldungen zur Prämiierung ſowie ſonſtige Anfragen,
be=
treffend Marktangelegenheiten, Wohnung, Stallung uſw., ſind
(1V. 10361
zu richten an
Das Pferdemarkt=Komitee der Stadt Beerfelden.
Am Vorabend des Marktes, Samstag, den 7. Juli,
findet ab abends 8 Uhr ein großer Feſtkomers
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lich der 600jährigen Wiederkehr der Stadtrechtsver
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ſiüligung aus. In der Min
nationale. Natonalſot
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drung iſt alid imponiere
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zeigten, wit es leiſten
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