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Franfurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 181
Sonntag, den 1. Juli 1928.
191. Jahrgang
27 mm brelie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
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breitl2ReiſchsmarkAnzeſgen von auswärts 40 Reſchepfg.
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Rellame=
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4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Streſt uſw., erliſcht
ede Zerpſchtung auf Enlug der
Amgelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konlurs oder geriſchtſcher Beſtreſbung fällt ſeder
Rabat weg. Banſonio Deuiſche Bank und
Darm=
ſädter und Natſonalbank.
* Strittige Fragen.
Senkung der Lohnſieuer?
handelt ſich dabei darum, die von den einzelnen Reſſorts
ange=
ſchnittenen Fragen durchzuarbeiten und miteinander zu
verbin=
den, ſo daß am Montag die endgültige Formulierung feſtgelegt
werden kann. Die Sozialdemokraten legen Wert darauf, daß
wenigſtens eine ihrer Hauptforderungen jetzt ſofort durchgeführt Der Wechſel im Reichsarbeitsminiſierium.
wird: die Senkung der Lohnſteuer. Der „Vorwärts”
weſentlich über den Voranſchlag hinausgehe, eine Sentung ſei
daher gerechtfertigt, und zwar bei den Einkommen bis zu
8000 RM. Herr Hilferding ſei infolgedeſſen bereit, eine ſolche
Vorlage, die wegen der Kürze der Zeit als Initiativgeſetz im
Reichstag von den Parteien eingebracht werden müßte, zu
un=
tiefer. Eine Senkung der Lohnſteuer bedeutet Einnahmeausfall
für die Länder, die infolgedeſſen im Reichsrat nicht dafür zu
haben ſein werden, weil ſonſt in den Ländern die Realſteuern
erhöht werden müßten. Wenn alſo eine Vorlage der Reichs=!
regierung an den Reichsrat ginge, dann befürchten die
Sozial=
demokraten dort einen unnötigen Aufenthalt und wollen daher
den Reichsrat vor einen vollendeten Beſchluß des Reichstages
ſtellen. Die Senkung der Lohnſteuer hat ſchon bei den
Vorver=
handlungen eine Rolle geſpielt. Sie iſt einer grundſätzlichen
Gegnerſchaft nirgends begegnet. Die Deutſche Volkspartei hat
ſich, ebenſo wie das Zentrum, durchaus bereit erklärt, an eine
Prüfung der Frage heranzugehen, allerdings mit dem Ziel, daß
die Senkung nicht nur auf die kleineren Einkommen beſchränkt
bleibt, ſondern auch auf die mittleren Steuerſtufen ausgedehnt
wird. Dem ſcheint Herr Dr. Hilferding Rechnung tragen zu
wollen. Im Reichstag wird außerdem wohl noch die
Volkspar=
rigen Steuerdurchſchnitts ſtellen. Im übrigen wird
abzuwarten ſein, welche Zahlen das Reichsernährungsminiſte= Chamberlain über Kellogg=Vertrag und
Bei=
rium geben wird. Die Finanzlage des Reiches iſt geſpannt, ſo
wenn es der neuen Regierung nicht gelingt, an anderer Stelle
Erſparniſſe zu erzielen. Aber eine derartige Energie kann man
gerade Herrn Dr. Hilferding nicht zutrauen.
Wirths Rechtfertigungsverſuch.
* Berlin, 30. Juni. (Priv.=Tel.)
dung beinahe hängen geblieben wäre, ſucht ſich gegen die
Vor=
würfe, die von links her und auch aus Zentrumskreiſen gegen
ihn erhoben werden, in einem längeren Artikel zu rechtfertigen,
auch in mehreren demokratiſchen Blättern Berlins veröffentlicht.
Wenn man ſich allerdings durch die drei langen Spalten hin= freundſchaftliche Abmachungen, da derartige Streitigleiten weder
durchgeleſen hat, iſt man davon nicht ſehr viel klüger geworden.
Es beſtätigt ſich hier wieder einmal, daß Dr. Wirth zwar ein
ge=
ſchickter Demagoge iſt, aber die Kunſt des logiſchen Denkens nur
halbes Dutzend mal, ſo daß auch heute noch die geheimnisvolle
Taktik, die das Zentrum in den erſten Tagen der Woche
getrie=
daß das Zentrum lotzal mit ihnen zuſammenarbeiten wolle,
allerdings nur um den Preis eines politiſchen Aequivalentes,
in dem das durch die Laſt der Verantwortung für viele Jahre ſtellen müßten.
etwas müde gewordene Zentrum durch eine politiſche Belebung
fraktion auf ein politiſches Miniſterium den Sozialdemokraten
der deutlichſte Beweis ſein ſollte, daß ſie die Kabinettsbildung
ohne das Zentrum machen möchten, das geht auch über unſer
Faſſungsvermögen hinaus. Ein Graf Oerindur, der das
Wun=
lediglich feſtzuſtellen, daß der Reichsparteivorſtand und ein Teil
Strang gezogen habe, allerdings, wie er hinzufügt, erſt nach
Lage des Zentrums bis zur äußerſten Grenze — der Erörterung
der Möglichkeit einer Trennung — gegangen iſt. Wir glauben
zackkurſes des Zentrums darin ſieht, daß die Gegenſätze im
glauben auch andererſeits nicht, daß dieſe Kämpfe durch die Not= möglich, daß eine Uebereinkunft über den Zeitpunkt der
Unter=
löſung, die zuletzt mit dem Eintritt v. Gusrards in das Kabinett z
gefunden wurde, beendet ſich,
Sitzung der Deutſchnationalen Volkspartei.
Am Sonntag wird das Reichskabinett zu einer redaktionellen Tagesordnung ſteht u. a. die politiſche Lage und die Regierungs= kommt, die aber, ſo wie die Dinge im deutſchen Parlamentaris=
Sitzung über die Regierungserklärung zuſammentreten. Es bildung. Am Samstag und am Montag tagen verſchiedene Fach= mus nun einmal liegen, doch nicht ohne praktiſche Bedeutung iſt.
landwirtſchaftliche Ausſchuß.
Berlin, 30. Juni.
teilt denn auch bereits mit, die Prüfung dieſer Frage im Finanz= Am 30. Juni verabſchiedete ſich Reichsarbeitsminiſter Dr. würde in ſeinem Unverſtand ſicherlich denken, daß ſich ein
Miß=
miniſterium habe ergeben, daß der Ertrag der Lohnſteuer ſehr Brauns von der Beamten=, Angeſtellten= und Arbeiterſchaft ſeis trauensvotum oder auch nur eine Stimmenthaltung nicht nur
terſtützen. Wegen der Nürze der Zeit? Der Grund liegt wohl digte aufs herzlichſte die bedeutenden Leiſtungen ſeines Vorgän= ein ſolches Kabinet eintreten zu können, ſo kann ſich ihre Vartei
Sorgen und Nöte ſtets ein offenes Ohr haben.
Zuverſicht Coolidges wegen der Kellogg=
Verſchläge.
„EP. Waſhington, 30. Juni.
im Staate Wisconſin begeben, um mit dem dort gegenwärtig
weilenden Präſidenten Coolidge die Frage des Antikriegspakts
mittelt hat, ſich untereinander einigen werden, damit der Pakt
kaniſchen Kongreß bei ſeinem Wiederzuſammentritt im
Dezem=
tei den Antrag auf Einführung des dreijäh= ber zur endgültigen Beſchlußfaſſung unterbreitet werden kann, auf der Hand; aber der neue Reichskanzler gilt ja als ein ruhiger
baß mter unſtänden mit iedem Pfennig geipart werden muß, trſt zumt internationalen Schiedsgerichtshof lngt 8 cber, dieſe erſte Alippe zu unſchifen, dann werden ſch
im Haag.
TU. London, 30. Juni.
Premierminiſter Baldwin und Chamberlain hatten am
Freitag mit Mitgliedern der engliſchen Völkerbundsliga unter
Führung Profeſſor Gilbert Murrays ſowie Ceeils eine Unter= anders liegen, wird vielleicht auch in Preußen der Boden bereitet
redung über die Haltung der Regierung in Schiedsgerichts= und
anderen Fragen. Zum Kriegsverzichtspakt Staatsſekretär Kel=
Herr Dr. Wirth, an dem das Scheitern der Regierungsbil= loggs führte Chamberlain aus, daß obgleich die Frage nicht Negierungen des Reiches und Preußens haben ſo viele
Hem=
amerikaniſchen Vertrag zum erfolgreichen Ende zu bringen. Es
den er bezeichnenderweiſe nicht nur in der „Germania”, ſondern gebe zahlreiche Streitigkeiten, die nicht auf dem Wege über das
Schiedsgericht geregelt werden könnten, ſondern nur durch Unſere innerpolitiſchen Streitereien haben lange genug die
durch beſtimmte Regeln, noch durch juriſtiſche Alauſeln feſt um=
Schiedsgerichtsklauſel, betreffend den vermanenten internatio= franzöſiſchen Verhandlungen wieder in ein neues Stadium treten
ubellemmen beberricht. Er widerſpricht ſich mindeſtens ein nalen Schedsgerichtshof im Haag durch England, erlärte werden. Man ſieht, die emſige Arbeit der Engländer im Warſchau
Chamberlain, daß die engliſche Negierung es unter den gegen= und die Bukareſter Tagung der Kleine Entente hat gezeigt, wie
wärtigen Umſtänden nicht für zweckmäßig halte, den Beitritt
ben bast, alen Auſchaueru ein Aätfel blelben mußt. Dobei bleibt mit den Vorbehalen zu bolliehen, die England zurzet noch fitr ſnd. Als die Staten der Alenen Entente Dis lete Mal zu.
ene mißloſe Sstlbtüberiſchätzung bechtensvert, undem er in nowendig halte. Mit Bezug auf die Aatiſitierung des Völtere Poachimäthal tagten, hielt man deſe Tagng in der eurobäiſchen
aler Harmloſtakeit feſtſtellt feine eigene Beteiltgung an der Nes bundächlommens, vom jachre 198 über den Transbart bo Oeffentlichleit im algemeinen, für den Schwanengeſang dieſer
gterug bäte den Sojademorgen die Gorantie geben folen. Wafſe, miſſe ſo verſchen werden, defß die wichtigſten Wafenr Statengrupbierung. Dumals waren die Numduen angfich
dur=
geſtrkt würde. Vie dann aber der Anſpruch der Zentruns Anfragen an die Rechtsberater des Foreign wendungen hinaus. der Vorſtoß Lord Nathermeres gegen den
Office wegen des Kellogg=Paktes.
der des Zentrums der Mitwelt begreiflich machen kann, iſt Herr richtet: Die Rechtsberater des Foreign Office ſind von einigen die Tſchechoſlowakei fühlten ſich durch die Aktion Lord Rother=
Wirth jedenfalls auch nicht. Von allgemeiner Bedeutung bliebe der Allierten gebeten worden, ihre Anſicht darzulegen, nicht nur meres aufs äußerſte bedroht, die in dem mit Italien verbundenen
der Fraktion eine gewiſſe Müdigkeit, ja eine gewiſſe Scheu vor und 44 des Verſailer Vertrags, ſondern auch über die Frage, war. Das Ergebnis dieſes Druckes iſt der feſte Zuſammenſchluß
der Uebernahme wichtiger Poſten in der Reichsregierung gezeigt wie der vielſeitige Kriegsverfemungsvertrag, die Lage, ſeiner der drei Staaten der Kleinen Entente in Bukareſt, nachdem es
haben, ſo daß in der Fraktion ſelbſt eine große Mehrheit für die Unterzeichner berühren würde, ſollte einer von ihnen eine Macht ſogar gelungen war, den jugoſlawiſchen Außenminiſter zu einem
Nichtbeteiligung an der Regierung zu erzielen geweſen wäre, angreifen oder von ihr angegriffen werden, die den Vertrag Entgegenkommen Italien gegenüber zu bewegen. Man war
wenn man das hätte empfehlen dürfen. Herr Wirth wehrt ſich nicht unterzeichnet hat. Folgende hypothetiſchen Fälle werden offenbar in Prag, Belgrad und Bukareſt außerordentlich
zufrie=
dann dagegen, daß er ein Opfer Stegerwalds geweſen ſei. Er von den Rechtsberatern verſchiedener Auswärtiger Aemter er= den mit dem Gelingen dieſes Werkes, ſo zufrieden, daß man noch
ſtellt feſt, daß er mit dieſem, gerade in dieſem Fall, am ſelben wogen; ein Krieg zwiſchen Sowjetrußland und Polen oder zwi= einen Schritt weiter ging und bei Herrn Seipel in Wien
ſon=
ſchen Sowjetrußland und Rumänien ſowie ein abeſſiniſcher An= dieren ließ, wie er ſich zu einem Anſchluß an die Kleine Entente
einem geiſtigen Duell, das auf die Anerkennung des Ernſtes der griff gegen den Sudau oder eine der benachbarten italieniſchen ſtelle. Damit wäre praktiſch der alte Plan einer Donau=
Konföde=
doch, daß wir im Recht waren, wenn man die Löſung des Zick= Anbetracht der Tatſache herrſcht, daß die politiſche Zweckmäßig= indem er auf die zwiſchen Wien und Berlin beſtehenden
Bezie=
eigenen Lager ſich auf die Regierungskriſe projizierten, und wir der Verhandlungen fordert. Der Berichterſtatter hält es für wieder einmal an die Exiſtenz des Deutſchen Reiches erinnerte.
Franzoſen ſelbſt als geeignet dafür erachten.
Die Woche.
Nach langem Verhandeln und mancherlei dramatiſchen
Zu=
ſpitzungen iſt das deutſche Reichskabinett ſchließlich
zuſtande=
gekommen. Nicht ein Kabinett der Großen Koalition, ſondern
ein „Kabinett der Köpfe”, wobei allerdings die Köpfe den Par=
Berlin, 30. Juni. teien entnommen ſind, welche die ſogenannte Große Koalition
Die Reichstagsfraktion der Deutſchnationalen Volkspartei hätten bilden ſollen. Eine feine Unterſcheidung, die dem
harm=
iſt für Montag vormittag zu einer Sitzung einberufen. Auf der loſen politiſchen Laien vielleicht nicht übermäßig bedeutſam
vor=
ausſchüſſe der deutſchnationalen Fraktion, ſo der Verfaſſungs= Nachdrücklich ſtellen denn auch ſchon Deutſche Volkspartei und
ausſchuß, der Ausſchuß für auswärtige Politik, der Beamtens Zentrum feſt, daß ſie als Partei ſich nicht gebunden fühlten. Man
ausſchuß, der Soziale Ausſchuß, der Kulturausſchuß und der liebäugelt mit dem Gedanken, bei der Abſtimmung über ein
Ver=
trauensvotum ſich der Stimme zu enthalten, ja womöglich gegen
ein ſolches Vertrauensvotum zu ſtimmen. Das iſt zum mindeſten
ein ſehr ſonderbarer Zuſtand, der eigentlich für jeden, der in die
Fineſſen der deutſchen Parteitaktik noch nicht ganz eingedrungen
iſt, völlig unverſtändlich bleiben muß. Denn ein ſolcher Laie
nes Miniſteriums. Staatsſekretär Dr. Geib gab dem großen gegen das Kabinett als Ganzes richtet, ſondern auch gegen ſeine
Bedauern Ausdruck, mit dem die Angehörigen des Reichsarbeits= Mitglieder, d. h. alſo auch, den eigenen Parteiführer, der im
miniſteriums den Miniſter nach achtjähriger Amtszeit ſcheiden Kabinett Sitz und Stimme hat. Weder der Eintritt eines
Mini=
ſehen, und gedachte mit warmen Worten der großen Verdienſte ſters in ein Kabinett noch ein Vertrauensvotum bedeutet eine
des Miniſters um den Ausbau der deutſchen Sozialpolitik. Er Bindung für alle Ewigkeit. Die Aktion Hermann Müllers iſt
begrüßte ferner den neuernannten Reichsarbeitsminiſter Wiſſell., nicht über ein Proviſorium bis zum Herbſt hinausgekommen.
Reichsarbeitsminiſter Wiſſell dankte für die Begrüßung und wür= Wenn nun aber Dr. Streſemann und Dr. Curtius glaubten, in
gers. Er bat die Angehörigen des Miniſteriums um Unter= entweder hinter ſie ſtellen, oder ſie kann ſie durch ein
Mißtrauens=
ſtützung bei der Erfüllung ſeiner Aufgaben. Er werde für ihre potum oder Stimmenthaltung desapouieren. Iſt das
letz=
tere wirklich die Abſicht der Reichstagsfraktion der Deutſchen
Volkspartei?. Das wäre doch wohl kaum glaublich, geſchweige
denn verſtändlich, nachdem ſich die Deutſche Volkspartei während
Die Frage des Antikriegspaktes. des Wahlkampfes mit Necht als die Partei Streſemanns
bezeich=
net hat. Aehnlich liegen die Dinge beim Zentrum, wo zunächſt
nur der Fraktionsführer, Herr v. Guérard, in das Kabinett
ein=
getreten iſt. Aber hier geben die ſchweren Differenzen innerhalb
der Partei, die durch das Auftreten des Herrn Dr. Wirth
hervor=
gerufen worden ſind, wenigſtens eine gewiſſe Erklärung.
Staatsſekretär Kellogg wird ſich demnächſt nach Superior Das neu gebildete Reichskabinett iſt als ein Proviſorium
ge=
dacht, und die Taten dieſes proviſoriſchen Kabinetts werden
dar=
über entſcheiden, ob die für den Herbſt in Ausſicht genommene
zu beſprechen. Es verlautet zuverläſſig, daß Coolidge überzeugt Stabiliſierungsaktion möglich iſt. Die Taten des neuen
Kabi=
ſei, daß die 14 Nationen, denen Kellogg ſeinen Vorſchlag über= netts, deren erſte die für den kommenden Dienstag vorgeſehene
Regierungserklärung ſein wird. Daß dieſe auf
Schwie=
noch im Laufe dieſes Sommers unterzeichnet und dem ameri= rigkeiten der innerpolitiſchen Lage ſehr viel Rückſicht wird nehmen
müſſen, wenn nicht ſofort eine Kataſtrophe eintreten ſoll, liegt
und verſtändiger Politiker, und ſo kann man vielleicht hoffen, daß
er nicht durch den Verſuch, einen ſozialdemokratiſchen Preſtige=
Erfolg zu erringen, alles Erreichte wieder in Frage ſtellt.
Ge=
hoffentlich in den langen Sommerferien die erregten Gemüter
wieder etwas beruhigen, ſo daß dann wirklich ein Kabinett der
Großen Koalition zuſtande kommt, das eine gewiſſe Stabilität
unſeres innerpolitiſchen Kurſes gewährleiſtet. In einem
Viertel=
jahr werden dann vielleicht auch in Preußen die Dinge etwas
ſein für die mit Recht von der Deutſchen Volkspartei geforderte
Regierungserweiterung. Die ſtändigen Reibungen zwiſchen den
ganz ſo einfach ſei, wie dieſes den Anſchein habe, die Abord= mungen während der letzten Jahre gebracht, daß eine
wirkungs=
nung nicht in Zweifel über ſeinen Wunſch zu ſein brauche, den volle Inangriffnahme einer durchgreifenden Verwaltungsreform,
des brennendſten Problems unſerer Innenpolitik, ohne ſie gar
nicht möglich erſcheint.
Gemüter in Aufregung verſetzt, haben lange genug die
Durch=
führung einer zielbewußten Außenpolitik in Frage geſtellt. Man
ſchrieben werden könnten. In der Frage der Unterzeichnung der rechnet — auch in Frankreich — damit, daß im Herbſt die
deutſch=
brennend die Probleme des europäiſchen Oſtens und Südoſtens
herſtellenden Länder zunächſt einen Zeitpunkt für die gemein= auf bedacht, ſich nicht in den italieniſch=jugoſlawiſchen Gegenſatz
ſame Unterzeichnung und Ratifizierung des Abkommens feſt= hineinziehen zu laſſen und dadurch die eigenen Beziehungen zu
Italien zu gefährden. Damals kam man trotz der Bemühungen
des vielgeſchäftigen Herrn Beneſch nicht über allgemeine Rede=
Frieden von Trianon, ſein Eintreten für eine weitgehende
Revi=
ſion der ungariſchen Grenzen — und nicht zuletzt die Entwicklung
m. London, 30. Juni. der Dinge in Sowjet=Rußland haben die Lage von Grund auf
Der diplomatiſche Korreſpondent des. Daily Telegraph” be= geündert. Nicht nur Numänien, ſondern auch Jugoſlawien und
über die Auswirkungen des Kollegg=Paktes auf die Artikel 42 Ungarn ſelbſtverſtändlich mit Begeiſterung aufgenommen worden
Kolonien. Der Korreſpondent weiſt auf die Ungeduld in den ration wieder in die Erſcheinung getreten. Herr Seipel aber gab
Vereinigten Staaten und in den anderen Ländern hin, die in eine Antwort, die an Deutlichkeit nichts zu wünſchen übrig ließ,
keit und die allgemeine Anſicht der Völker einen raſchen Abſchluß hungen hinwies, und damit auch die Staaten der Kleinen Entente
Die proungariſche Aktion Lord Rothermeres hat alſo Wunder
zeichnung vor dem 14. Juli erreicht wird, dem Zeitpunkt, den die gewirkt, und es iſt in dieſem Zuſammenhang vielleicht doch
be=
merkenswert, daß die Wiedergeburt der Kleinen Entente, die
Geite 2
begleitet iſt von einer Annäherung dieſer Staaten an Polen,
unſtreitig im Intereſſe der engliſchen Oſtpolitik liegt. Der Beſuch
rumäniſcher Generalſtabsoffiziere, der zunächſt von der polniſchen
Preſſe nur für einen Höflichkeitsakt erklärt wurde, war, wie man
jetzt auch in Warſchau ganz offen zugibt, doch erheblich mehr,
war vielleicht ſogar die Einleitung zu einer Neubelebung des
polniſch=rumäniſchen Militär=Bündniſſes. Es iſt zu verſtehen, daß
unter dieſen Umſtänden der Warſchauer Beſuch des neu
ernann=
ten Unterſtaatsſekretärs im Foreign Office, Sir Ronald Lindſay,
in Moskau einiges Aufſehen erregt hat. Der Beſuch hat den
Zweck verfolgt — ſo behaupten die Ruſſen —, feſtzuſtellen, wie
weit ſich England bei einer kommenden Auseinanderſetzung mit
den Ruſſen auf Polen ſtützen könne. Ein weiterer Anlaß der
Reiſe Lindſays ſei noch geweſen, feſtzuſtellen, ob die
Eingliede=
rung Polens in einen antiſowjetiſtiſchen Block Einſatz genug ſei,
um Warſchau in ſeinem Kampf gegen Litauen zu unterſtützen.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Beſorgniſſe der Moskauer
Machthaber in dieſem Fall nicht ganz aus der Luft gegriffen ſind.
Um ſo unverſtändlicher iſt es, daß von Moskau aus die
deutſch=
ruſſiſchen Beziehungen jeden Tag neuen ſchweren
Belaſtungs=
proben unterworfen werden. Wir haben dieſe Frage an gleicher
Stelle ſchon vor einigen Wochen eingehend erörtert. Die
Entwick=
lung der allerletzten Zeit beweiſt, wie bedrohlich die Lage ſich im
europäiſchen Oſten zuſpitzt. Es wird die Aufgabe unſerer
außen=
politiſchen Führung ſein, darüber zu wachen, daß ſie nicht eines
Tages von einer möglichen Entwicklung der Dinge überraſcht
wird.
M.
Die „Tägliche Rundſchau”ſtellt ihr
Erſcheinen ein.
Berlin, 30. Juni.
Die „Tägliche Rundſchau” veröffentlicht eine Mitteilung an
ihre Leſer, in der es heißt: Zu unſerem ſchmerzlichen Bedauern
müſſen wir unſeren Leſern die Mitteilung machen, daß der
Deutſche Volksdienſtverlag mit dem 30. Juni 1928 in Liquidation
tritt und die „Tägliche Rundſchau” mit dieſem Tage ihr
Er=
ſcheinen einſtweilen einſtellt. Die Inhaber des
Volksdienſtver=
lages glauben, nachdem ausſichtsreiche Verhandlungen mit einem
großen Berliner Verlag zwecks Uebernahme der „Täglichen
Rundſchau” im letzten Augenblick ſich zerſchlagen haben, den
der=
zeitigen ungünſtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen dadurch
Rech=
nung tragen zu müſſen, daß ſie von einer Weiterführung der
Zeitung vorerſt Abſtand nehmem. Sie ſind aber feſt entſchloſſen,
das Blatt binnen kurzer Friſt in neuer Zuſammenſetzung der
Geſellſchafter und unter Schaffung einer geſicherten finanziellen
Grundlage wieder aufleben zu laſſen.
Velephon Deutſchland -—Mexiko!
Berlin, 30. Juni.
Am 1. Juli wird der transozeaniſche Fernſprechverkehr, der
bisher eine Telephonverbindung Deutſchland-Nordamerika und
Deutſchland—Argentinien umfaßt, eine weitere bedeutſame
Er=
weiterung erfahren. Vom genannten Tage ab wird man von
Deutſchland aus auch mit einer großen Anzahl von Städten in
Mexiko ſprechen können. Die Herſtellung der Verbindung mit
Mexiko erfolgt wiederum via London und wird von den Aemtern
Berlin, Hamburg, Bremen, Düſſeldorf, Frankfurt a. M. und
Köln als Vermittlungsſtellen beſorgt. Ein gewöhnliches
Drei=
minutengeſpräch mit Mexiko wird 267 Mark koſten. Als
Sprech=
zeit iſt die Zeit von 11½ bis 3 Uhr M.E.Z. vorgeſehen. Die
Höchſtdauer des Geſprächs beträgt 12 Minuten.
Zum Abſchluß der Konferenz der Kleinen
Entente.
EP. Wien, 30. Juni.
Die hieſige rumäniſche Geſandtſchaft gibt einem hieſigen
Blatte folgende Darſtellung über die Schlußſitzung der Konferenz
der Kleinen Entente: Die drei Außenminiſter der Kleinen
En=
tente ſind, nachdem ſie alle Fragen der internationalen Politik,
die die Länder intereſſieren, zur folgenden Feſtſtellung gelangt:
Die gemeinſame, durch zehn Jahre hindurch fortgeſetzte Politik
hat der Sache des europäiſchen Friedens bedeutende Dienſte
er=
wieſen und verſchafft den drei Ländern große Vorteile. Zu
wiederholten Malen haben in ſchwierigen Momenten die drei
Staaten der Kleinen Entente durch ihre Mitwirkung und Beihilfe
zur Aufrechterhaltung des europäiſchen Friedens beigetragen.
Dieſe Politik geſtattet es den Staaten der Kleinen Entente,
auf=
richtige und freundſchaftliche Beziehungen zu Großbritannien,
Frankreich und Polen zu pflegen. Die Staaten der Kleinen
Entente wünſchen, die gleichen freundſchaftlichen Beziehungen
auch zu Italien fortzuſetzen. Seit der Unterzeichnung der
Ver=
träge von Locarno enttvickeln ſich die Beziehungen der Kleinen
* Jean Jacques Rouſſeau.
Zum 150. Todestage am 2. Juli.
Von Dr. Karl Nerthus.
Als Jean Jacques Rouſſeau — am 20. Juni 1712 —
ge=
boren wurde, war Voltaire bereits ein achtzehnjähriger genialer
Jüngling, durch die feinſte Pariſer Bildung hindurchgegangen
und ſchon ganz nah ſeinen erſten dichteriſchen Erfolgen.
Geſtor=
ben aber ſind beide in demſelben Jahre, ja faſt demſelben
Monat — und das iſt ſicher der Hauptgrund, daß man ſie für
Zeitgenoſſen, Repräſentanten desſeben achtzehnten Jahrhunderts
hält. Aber wenn nun auch die Geſchichte ihre Erinnerungstage
ſtets in ſo großer Nähe aufbewahrt, und in der Tat auch wieder
und wieder in gewiſſer Weiſe zuſammenfeiern wird: es liegen
doch Welten zwiſchen ihnen, und würden ihre Statuen einmal in
einem Januskopf dargeſtellt, ſo würden die Voltaireſchen
Ge=
ſichtszüge immer bloß rückwärts, in ihr „Zeitalter Ludwigs XIV.”
eben, Rouſſeaus dagegen bereits deutlich und unverkennbar ins
neunzehnte Jahrhundert blicken. Nicht zurück in macht= und
glanzvollere Zeiten, nein — „zurück zur Natur”, das iſt der Ruf,
der mit Rouſſeau ertönt, aber er iſt (wiewohl anders gefaßt)
ſchon öfter, ja immer wieder einmal durch die Jahrhunderte
er=
ſchollen, und immer wieder war ſolcher Ruf lediglich ein Signal
dafür, daß Herrſchaft und Stunde eines Geiſtes abgelaufen
taren, daß ein anderer nun aus unbewußten Tiefen der
Ge=
ſchichte ans Ruder verlange! Darum das Gefühl der Jüngeren
plötzlich, daß etwas Aelteres ſchon ſpurlos verweht und ohne
heutige Bedeutung ſein könne, während es ſich doch geſtern noch
friſch und einflußſtark erwieſen. Aber in einem Geiſt oder Eſprit
wie dem Voltaires ja: man muß ſchon ſagen, einer ganzen Geiſt=
Summe und Quinteſſenz vieler Zeitalter war nun auf einmal
deutlich, gleichſam auch mit Händen und Sinnen greifbar zur
Erſcheinung gekommen, woran man eigentlich doch krankte (
wäh=
tend man im Luxus, ſcheinbar, noch ſchwelgte): am Zuſehr und
Zuviel, am Genug und Uebergenug, an Ueberſpitzung des
Ver=
ſtandes und wehtuender Schärfe der Vernunft! Mußte da nicht
ein plötzlich auftauchendes Genie aus den Tiefen des Volkes,
ein Genfer Uhrmacherſohn, aber ſeit dem ſechzehnten
Lebens=
jahre eigentlich Landſtreicher oder Sekretär, Vagabund, Lakai
oder Liebhaber, immerhin während aller Abenteuer ſeiner
Jugend ſtrebſamſter Autodidakt und Wiſſensdurſtiger, wie
Erlöſung wirken, da er rief: Nur Gefühl und Leidenſchaft
nicht Denken, Rechnen, Verſtand! Keine Kopf= und Geiſtes= erſetzt
je Herzenslildang —: Gefühl, Empfindung iſt Alles!
Sonntag, den 1. Zuli 1928.
Vom Tage.
Der Stadtrat von Dublin verlieh den drei
Ozean=
fliegern Köhl, v. Hünefeld und Fitzmaurice die
Ehren=
bürgerwürde. Ferner wurden die Flieger zu
Ehrenbürgermei=
ſtern der Grafſchaft Dublin ernannt.
Der frühere amerikaniſche Staatsſekretär
Charles Hughes, Wilſons ſcharfer Gegner während der
Präſi=
dentſchaftswahlen von 1916, traf am Samstag in Berlin ein.
Der dänikche Verteidigungsminiſter hat
ver=
fügt, daß Hauptmann Lembourn bis auf weiteres von
ſeiner Stellung im Heere zu ſuspendieren iſt.
Im weiteren Verlauf ſeiner Anklagerede im Schachty=
Pro=
zeß beantragte Staatsanwalt Krylenko die
To=
desſtrafe auch gegen den Ingenieur Kusma wegen
aktiver Beteiligung an der Sabotage.
Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die
Sowjetregie=
rung dem Schriftſteller Maxim Gorki das in der
Krim gelegene ehemalige Schloß der Grafen
Wo=
rontzoff=Dachkow zum Geſchenk gemacht. Gorki wird
dort bis zum Herbſt Aufenthalt nehmen und dann nach Moskau
zurück=
kehren, wo ihm ein hohes Amt im Kommiſſariat für
öffentlichen Unterricht übertragen werden wird.
Seit einigen Tagen ſind im Quai dOrſay
Unterhandlun=
gen über das deutſch=franzöſiſche Grenzregime im
Gang. Den Vorſitz der beiden Delegationen führen der zweite
Wirt=
ſchaftsdirektor im Quai dOrſay, Coulondre, und auf deutſcher Seite
Baron von Grünau.
Die „Rumeur” will wiſſen, daß als Nachfolger des kürzlich
zurückgetretenen Direktors der Handelsverträge
Serruys der Direktor des Office des Biens Privés,
Alphand, in Ausſicht genommen ſei.
Am nächſten Sonntag finden in Mexiko die
Präſidenten=
wahlen ſtatt. Als ausſichtsreichſter Kandidat gilt General Obregon.
Da man befürchtet, daß Obregon Gegenſtand eines Attentates ſein
könnte, wird er gegenwärtig von einer Eskorte von 20 Geheimpoliziſten
bewacht.
Entente zu Deutſchland im Sinne einer freundſchaftlichen
Zu=
ſammenarbeit. Das Verhältnis der drei Staaten zu Oeſterreich
ſei ſtets ſehr freundſchaftlich. Die drei Staaten werden auch
weiterhin beſtrebt ſein, durch friedliche Zuſammenarbeit auf allen
Gebieten die guten Beziehungen zu pflegen.
Die deutſche Nordpol=Expedition.
Leningrad, 30. Juni.
Die Tagung der „Internationalen Studiengeſellſchaft zur
Erforſchung der Arktik mit dem Luftſchiff” befaßte ſich eingehend
mit den Vorbereitungen zu den wiſſenſchaftlichen Fahrten in das
nördliche Eismeer, die, wie der Vorſitzende der deutſchen Gruppe,
Profeſſor Wegener, mitteilte, 1929 mit dem von
Deutſch=
land zur Verfügung geſtellten Luftſchiff „LZ. 127‟
durchgeführt werden ſollen. Das Polargebiet iſt der Schlüſſel
für wichtige Vorgänge in der Atmoſphäre; die Fahrten ſollen
daher eine Klärung über die Zirkulation der Polarluft, über die
Polarfront=Theorie, über magnetiſche Erſcheinungen am Nordpol,
über die Land= und Meerverteilung in jenen Gebieten uſw.
brin=
gen. Dieſe Unterſuchungen ſind nicht nur wichtig für die
Er=
forſchung der Gezeitenerſcheinungen und für die Wetter=
Vorher=
ſage, ſondern auch für den Luftverkehr, der über das Polargebiet
geplant iſt und für den die Auffindung von Stützpunkten wichtig
wäre. Für die praktiſche Durchführung der Fahrten iſt die
Er=
richtung von Landemaſten in Leningrad und. Nome in Alaska
vorgeſehen. Zu den materiellen und finanziellen Unterſtützungen,
die Deutſchland und Rußland durch Bereitſtellung des
Luft=
ſchiffes und der Ankermaſten gegeben haben, treten Beihilfen
anderer Nationen. So hat das Carnegie=Inſtitut die Mittel für
magnetiſche Unterſuchungen zugeſagt. Firmen verſchiedener
Nationen werden für die Ausrüſtung und Verpflegung ſorgen.
Noch nicht ganz geklärt iſt die Aufbringung der Mittel für die
techniſche Anpaſſung des „LZ. 127” an die wiſſenſchaftlichen
Auf=
gaben. Die Bodenorganiſation wird die Fahrten großzügig
unter=
ſtützen. So hat Rußland bereits 12 Bodenſtationen im
Polar=
kreis bereitgeſtellt, die mit allem meteorologiſchen und Funkgerät
ausgeſtattet ſind. Die Ausrüſtung des Luftſchiffes wird aus den
modernſten magnetiſchen Apparaten, ferner Apparaten für
mete=
orologiſche und luftelektriſche Meſſungen beſtehen. Von einer
Plattform des Luftſchiffes aus ſollen Drachen= und
Regiſtrier=
ballon=Aufſtiege ſtattfinden.
Dabei wird eine Erfindung des ruſſiſchen Profeſſors
Molt=
ſchanof zur Anwendung kommen, der eine kleine Sendeſtation
erfunden hat, die mit dem Ballon aufſteigt. Durch die Angaben
dieſer Station wird man alles regiſtrieren können. Der Apparat
hat ſich bei Verſuchen bereits glänzend bewährt. Die Führung
des Kreuzers wird in den Händen von Dr. Eckener liegen. Die
Funkausrüſtung beſteht aus Lang= und Kurzwellenſendern ſowie
aus Apparaten für Eigenpeilung. Dazu kommen noch kleine
Stationen, die für Eismärſche dienen ſollen.
Es wird ewig denkwürdig und intereſſant bleiben, wie in
dem immer noch ſuchenden, tapdenden, faſt ſchon Dreißigjährigen,
der ſich endlich doch nach Paris aufmacht, natürlich um, wie ſie
alle damals: das „neue Licht” die „Aufklärung” allein zu ſuchen
und möglichſt perſönliche Fühlung zu den Kreiſen der
Enzyklopä=
diſten zu gewinnen — plötzlich das eigene Licht aufblitzt, als
Funke aufflammt und eine ſo ganz andere, gegenſätzliche Welt
erleuchtet. Denn hier beginnt wirklich in der neueren die neueſte
Geſchichte, hier ruhen die Anfänge aller auch uns noch
beſchäf=
tigenden Staats= und Sozialprobleme. Aber hören wir über
dieſen großen Moment Rouſſean ſelbſt: „Alles war noch
ver=
wirrt und unentwickelt in meiner Seele, bis ich im Jahre 1750
eine Reiſe nach Paris unternahm, um Diderot im Gefängnis zu
Vincennes zu beſuchen. Ich nahm ein Journal zum
Zeitver=
treib mit (es war der „Mereure de France”), und unterwegs
in einem Gaſthaus fiel ich auf die Preisfrage der Univerſität
Dijon, ob die Wiſſenſchaften nützlich oder ſchädlich ſeien. Da
ſtellten ſich mir auf einmal die mannigfachen Uebel des
geſell=
ſchaftlichen Lebens ſo fürchterlich und eindringlich dar, daß ich
unter meiner Empfindung erlag. Mein Herz klopfte und meine
Tränen ſtrömten. Ich warf mich unter einen Baum nieder, und
ſchrieb ſogleich einen Teil jener Abhandlung nieder, welche den
„Discours” bildet, die Betrachtung nämlich: „le rötablissement
des sciences et des arts a-til contribué a öpurer ou a
corrompre les moeurs” Alles Elend der Menſchen zog in
ſchreck=
lichen Geſtalten an meinem inneren Ange vorüber; hundert
An=
ſchläge und Entwürfe folgten — und das war mein Beruf zur
Autorſchaft Dieſe Preisſchrift aber, die doch nun erſtmals
jenes ungeheure Paradoxon wagte, mit Emphaſe eben die
Schäd=
lichkeit aller ſo geprieſenen Kultur, die nur von der einfachen
Sprache des Herzens und der unmittelbaren Natur
hinweg=
führe, zu betonen: ſie muß auch ſchon etwas ahnungsvoll in der
Zeit Schlummerndes angerührt haben, denn ſie wird einmütig
von den Richtern gekrönt. Wer heutzutage die kleine Schrift lieſt,
wundert ſich ja faſt über das außerordentliche Aufſehen, das ſie
ſogleich bei ihrem erſten Erſcheinen erregte: denn daß der Wert
des Wiſſens kein unbedingter, ja oft ein ſehr zweifelhafter, iſt
von Skeptikern aller Jahunderte immer wieder ausgeſprochen
norden. Aber wir dürfen nicht vergeſſen, daß wir Neueren
andererſeits durch die modernen Geſellſchaftskritiken und
Kul=
turangriffe eines Ibſens, eines Tolſtoj, und nicht zuletzt eines
Nietzſche hindurchgegangen ſind, und daß Rouſſeaus Weltſtellung
erſt ganz und vollends einleuchtet, wenn wir ihn als
haupt=
ſächlichen und tiefſten Vorläufer auch der Ideen all dieſer
Männer zu begreifen haben!
Rummer 181.
Auf der Suche nach Amundſen.
Die Schwierigkeiten der Rettungsaktion.
Es liegen jetzt Beſtätigungen der Meldung vor, wonach das
Flugzeug Amundſens geſehen worden iſt. Fiſcher,
die aus dem Eismeer zurückgekehrt ſind, haben zu Protokoll
ge=
geben, daß ſie das Flugzeug „Latham” am 18. Juni ſüdlich der
Bäreminſel mit Kurs auf die Südküſte von Spitzbergen geſehen
haben. Dieſe Bekundungen ſind außerordentlich wichtig, weil
man vermuten kann, wo ſich das Flugzeug ungefähr befinden
kann. Es iſt wahrſcheinlich doch ein gutes Stück weitergeflogen,
da nach Anſicht der Fiſcher die Motoren normal liefen. Allerdings
flog die Maſchine ziemlich niedrig, was wohl durch die
Witte=
rung bedingt, da Sturm und Nebel herrſchten. Man wird daher
noch einmal die Umgebung der Bäreninſel abzuſuchen haben.
Bisher iſt dort alles Suchen vergeblich geweſen. Auch die
aus=
geſchickten Kriegsſchiffe haben keine Spuren entdecken können,
ebenſo weiß der Eisbrecher „Malygin” nichts zu melden. Von
der „Italia”=Gruppe liegen neue beängſtigende Nachrichten vor.
Darnach treibt die Scholle mit einer Geſchwindigkeit von 8 Km.
täglich weiter. Lundborg befürchtet, daß die Scholle bald
aus=
einanderbrechen und die mühſam angelegte Startbahn zerſtört
wird. Das finniſche Flugzeug mit dem Piloten Sarko iſt von
Bord der „Queſt” aufgeſtiegen, um bei der Lundborg=Gruppe
zu landen, die von der Ankunft des Fliegers funkentelegraphiſch
unterrichtet wurde.
Wie der „Corriere della Sera” von Bord des ſchwediſchen
Hilfsſchiffes „Queſt” in der Hinlopenſtraße erfährt, haben am
Freitag zwei ſchwediſche Flugzeuge einen neuen Flug zur
Gruppe Viglieri=Lundborg ausgeführt. Auf der Rückfahrt
konn=
ten ſie die beiden Patrouillen ſichten, die mit Hundeſchlitten von
dem Nordkap nach den Schiffbrüchigen unterwegs ſind. Die von
Sora befehligte erſte Gruppe befindet ſich nur noch zwei bis
drei Tagemärſche von der Gruppe Viglieri=Lundborg entfernt.
Die ſchwediſchen Flieger ließen ſich tief herunter, um den
Pa=
trouillen die zu befolgende genaue Richtung anzugeben. Die
zweite Patrouille bewegt ſich in der Richtung, die die Gruppe
Malmgreen einhalten ſoll. Bisher hat ſie von dieſer Gruppe
noch keine Spur gefunden. Wenn es die Witterungsverhältniſſe
geſtatten, werden die beiden ſchwediſchen Flugzeuge heute in die
überflogene Zone zurückkehren, um der Patrouille Sora
noch=
mals als Wegweiſer zu dienen. Man freut ſich ſehr darüber,
daß die Patrouille Sora, an der auch zwei erfahrene norwegiſche
Führer teilnehmen, nicht mehr weit vom roten Zelt entfernt iſt,
ſo daß es ihr vielleicht gelingt, mit der Gruppe raſcheſtens das
Feſtland zu erreichen, damit die Schiffbrüchigen dort in Ruhe
die Rettung durch Flugzeuge abwarten können.
Wie von der „Cittä di Milano” gemeldet wird, haben
hef=
tige Weſtwinde und undurchſichtige Nebelbänke jeden
Kundſchaf=
terflug von der Virgo=Bay aus verhindert. Die Gruppe Viglieri
iſt noch ihren Meldungen weiter neun Meilen nach Oſten
abge=
trieben worden. Sie iſt jetzt etwa neun Meilen von der Inſel
Great öſtlich des Kaps Leighſmith entfernt. Die Eisverhältniſſe
des Lagers haben ſich verſchlechtert. Sobald ſich eine
Landungs=
möglichkeit in ſeiner Nähe bietet, wird mit den finniſchen
Flug=
zeug, das mit Kufen zur Landung auf dem Eis ausgerüſtet iſt,
ein neuer Landungsverſuch unternommen werden. Der nach der
Virgo=Bay unterwegs befindliche Eisbrecher „Kraſſin” hat
wegen der vielen Eisblöcke ſeine Geſchwindigkeit auf fünf
Mei=
len in der Stunde herabſetzen müſſen, und wird erſt Sonntag
nacht in der Virgo=Bay erwartet, von wo er nach kurzem
Aufent=
halt nach der Nordküſte des Nordoſtlandes weiterfahren wird.
Das Parteiprogramm der amerikaniſchen
Demokraten.
EP. New=York, 30. Juni.
Das Programm der Demokratiſchen Partei, das vom Parteikongreß
in Houſton angenomen worden iſt, äußert ſich zu der Außenpolitik wie
folgt:
Die Demokratiſche Partei verurteilt mit der größten Schärfe die
außenpolitiſchen Methoden der Regierung Coolidge oder vielmehr ihren
Mangel an Methoden. Sie wirft der Regierung Coolidge ihre
Inter=
vention in die inneren Angelegenheiten anderer Länder vor, beſonders
die Einmiſchung in Nicaragua, und den Mißerfolg der von ihr
ange=
regten Abrüſtungskonferenz. Die Demokratiſche Partei verſpricht
da=
gegen, eine aufbauende Politik befolgen zu wollen. Sie erkennt das
Prinzip der Aechtung des Krieges an. Sie wird darauf hinwirken, das
Land aus der entwürdigenden Lage zu retten, in der es ſich jetzt in
den Augen der Welt befindet, und ihm den Platz wiederzugeben, den
es früher einnahm, als es auf dem Gebiet des internationalen
Schieds=
gerichtsweſens, der Völkerverſöhnung und der Abrüſtung bahnbrechend
voranging.
Und nun war ja auch, mit dieſem Schriftchen, das ganze
Evangelium der ferneren Rouſſeaubücher erſt eingeleitet, deren
unermüdlicher Ruf „Zurück zur Natur!” ſich kritiſch gegen faſt
alle Zweige der ſchon überfeinerten Kultur gleichzeitig richtete
und ſo ungeheure Umwälzungen auf faſt allen Gebieten des
Lebens und des Wiſſens hervorrufen ſollte. Allzuverſtiegenes,
Allzukünſtlich=Entwickeltes wieder ſeinen beſſeren und reineren
Urſprüngen zu nähern, zum Urquell zurückzuführen: das
ver=
bindet deutlich die drei großen vorzüglichen Hauptwerke, deren
jedes für ſich eine neue Epoche einleitet, indem jedes auf ſeinem
Felde, ſei es das Recht der angeborenen Triebe, ſei es das Recht
der Individualität, oder — das Allgemeine betreffend — die
urſprünglich gleichen Menſchenanſprüche und
Menſchen=
beſtimmungen verkündet. Es handelt ſich da bekanntlich um den
Liebes= und Eheroman „Die neue Heloiſe” um den
Erziehungs=
roman „Emile” (meiſtens muß Rouſſeau mit ſeinen Lehren
phantaſtiſch=abenteuerliche Erzählung verbinden — auch das
er=
klärt ſeine raſche Popularität!), endlich um den mehr rein
doktrinären „Contrat social”, ſämtlich zwiſchen 1760 und 63
er=
ſchienen. Wie mit am tiefſten hierunter ein Werk nachhallen
ſollte, das — vielleicht weil der Autor da ſelbſt am meiſten
ge=
litten — die Convention auf erotiſchem Gebiete angriff, und,
nach dem tändelnden Zierſtil des Rokoko, in „Briefen” zum
erſten Male die ganz wahre, ungeſchminkte, leidenſchaftliche
Sprache des Herzens zu reden wvante: davon ſollte ja bald auch
bei uns in Deutſchlaud ein Buch wie Goethes „Werther”
be=
redteſtes Zeugnis ablegen! Aber mit wie neidiſchen Augen
ſieht jedenfalls ein Voltaire dabei das Neue, das ihm gan;
Un=
begreifliche heraufziehen, wenn er — dem Rouſſeau ſelbſt ſich
immer nur mit einer gewiſſen Ehrfurcht zu nähern wagte, über
„La nouvelle Héloise” das biſſige Urteil verlauten läßt: „Die
erſte Hälfte ſchiene ihm in einem Bordell, die zweite im
Irren=
haus geſchrieben”
Weit wichtiger und für ſpäter epochemachender aber war
natürlich noch der „Emile‟. Zur Zeit, als der „Emile”
ver=
öffentlicht wurde, war das Intereſſe an der Erziehung gering,
namentlich pflegten ſich diejenigen, welchen ſie zumeiſt hätte am
Herzen liegen ſollen, die Eltern, am wenigſten darum zu
küm=
mern. Rouſſeau hat es wirklich gut verſtanden, die graue Theorie
in die lichten Farben des Lebens zu kleiden; er legt ſeine Lehren
dem intereſſanten Erzieher Emiles in den Mund, der deſſen
Leben und Wachstum von früh an überwacht, nicht um ſtändig
Mahnungen und Befehle bei der Hand zu haben, Gebote oder
Verbote, ſondern der Richtung, die das Kind erfahrungsweiſe
ſelber nimmt, behutſam=ſchonend nachzuhelfen. Von Rouſſeaus
Erziehungsgrundſätzen, dies kann man dreiſt behaupten, ißt
Nummer 181
Seite 3
Die Genfer Tagung des
Sicher=
heitskomitees.
Ausſprache über die deutſchen Anregungen
für Präventivmaßnahmen zur Verhinderung
von Kriegen.
* Genf, 30. Juni. (Priv.=Tel.)
Das Sicherheitskomitee des Völkerbundes eröffnete heute
nachmittag die Diskuſſion über die deutſchen Anregungen für
Präventivmaßnahmen zur Verhinderung von Kriegen. Zu dieſen
Anregungen hat außer Finnland auch die ſchwediſche Delegation
Bemerkungen eingereicht, die als bemerkenswerteſter Vorſchlag
die Veranſtaltung einer unparteiiſchen Unterſuchung über
Ur=
ſprung und Gründe etwa ausgebrochener Feindſeligkeiten
ent=
halten.
Zu Beginn der Beratungen erhoben der engliſche, japaniſche
und italieniſche Vertreter Einwendungen gegen die
Ausarbei=
tung eines allgemeinen Vertrages auf Grund der deutſchen
Vor=
ſchläge, und Lord Cuſhendun befürwortete den Entwurf
zwei=
ſeitiger oder regionaler Verträge, da ſeine Regierung einem
all=
gemeinen Vertrag gegenüber eine andere Haltung einnehmen
müſſe, als gegenüber einem etwaigen Regionalvertrag.
Die Ausarbeitung eines Modell=Vertrages
kollektiver Art auf der Grundlage der deutſchen
Berichte.
Der deutſche Delegierte Dr. v. Simſon erklärte, daß ihm als
Ziel der deutſchen Vorſchläge, anfangs ein für alle Staaten
offenes allgemeines Protokoll vorgeſchwebt habe, daß er jedoch
auf dieſem Punkt nicht unbedingt beſtehen wolle. Zweiſeitige
Verträge erſchienen ihm praktiſch ohne jeden Wert. Die gleiche
Anſicht vertrete auch der Berichterſtatter Rollin=Jaquemine in
ſeinem Memorandum, wo er ausdrücklich ſage, daß die
Bedeu=
tung der künftigen Uebereinkommen von der Zahl der
teilneh=
menden Staaten weſentlich abhänge. Es erſcheine ihm daher
praktiſch, nach dem bisher verfolgten Verfahren das
Redaktions=
komitee zu beauftragen, einen Modellvertrag kollektiver Art
aus=
zuarbeiten, dem dann alle Staaten, die das wünſchten, beitreten
könnten. Mit einem ſolchen Vorgehen könne ſich England
ein=
verſtanden erklären, wie es gelegentlich der kollektiven
Schieds=
gerichts= und der kollektiven Sicherheitsverträge ſchon geſchehen
ſei. Rollin=Jaquemine ſprach ſich im Sinne von Simſon aus
und bezeichnete zweiſeitige Verträge als nicht zweckentſprechend.
Auch Regionalverträge halte er für nicht angebracht.
Das Komitee beſchloß darauf, durch das Redaktionskomitee
einen Modellvertrag kollektiver Art auf Grundlage der deutſchen
Berichte ausarbeiten zu laſſen. — In der folgenden
Diskufſion über den Inhalt des künftigen
Kolleftiv=Vertrages,
an der ſich faſt ſämtliche Mitglieder des Sicherheitskomitees
be=
teiligten, trat Paul=Boncour nochmals für die Aufſtellung eines
zweiſeitigen Modell=Vertrages ein. Jedoch bezeichnete der
Be=
richterſtatter Rollin=Jaquemine dies höchſtens als eine
inter=
eſſante Idee, die aber ohne jeden praktiſchen Wert ſein würde.
Auf die Frage Politis, ob der Rat bei der Anordnung der
vor=
geſehenen „einſtiveiligen Verfügungen” etwa neue Kompetenzen
erhalten ſolle oder ob es ſich lediglich um die Anwendung bereits
beſtehender Befugniſſe handle, erklärte Dr. v. Simſon, daß es
nicht die Abſicht der deutſchen Anregung ſei
dem Rat weitergehende Befugniſſe zu erteilen,
als ſie der Völkerbundspakt vorſehe. Lord
Cuſhen=
dun bezeichnete die Form der vorbeugenden „einſtweiligen
Ver=
fügungen” des Rates als zu unbeſtimmt. Er könne nur
zu=
ſtimmen, wenn dieſer Teil entweder ganz wegfiele oder genau
in allen Einzelheiten feftgelegt würde. Man müſſe ſich hüten,
die Befugniſſe des Rates,
die der Völkerbundspakt in ausreichendem Maße gebe, zu
kompli=
zieren und ihre Anwendung im Ernſtfalle zu gefährden. Dem
zweiten Teil des deutſchen Vorſchlages, auf Anordnung des
Rates im Falle von Kriegsgefahr den militäriſchen status gug
wieder herzuſtellen, könne er unter keinen Umſtänden zuſtimmen.
Dr. v. Simſon hielt dem entgegen, daß der erſte Teil über die
„einſtweiligen Verfügungen” im Wortlaut dem Locarno=Vertrag
folge und daß die Funktion des Völkerbundsmechanismus und
die Anwendung der Ratsempfehlungen durch die deutſchen
An=
regungen nur gefördert und geſtärkt werden könne, weil durch
Sonntag den 1. Juli 1928
ſie die Mitglieder ſich von vornherein zu ihrer Annahme
ver=
pflichteten. Lord Cuſhendun begründete dann ſeine Ablehnung
der vom Völkerbundsrat angeregten Wiederherſtellung des
mili=
täriſchen status guo damit, daß für den Angreifer, der ſich an
die Entſcheidung des Rates nicht halte, ein Vorteil und für den
Angegriffenen, der die Beſtimmungen ehrlich ausführe, ein
Nach=
teil geſchaffen werde. Paul=Boncour hält es für erforderlich, daß
zwiſchen den deutſchen Anregungen und den Verträgen über
gegenſeitige Waffenhilfe eine Beziehung hergeſtellt wird.
Beſon=
ders ſchwierig werde ſich immer die Feſtſtellung des militäriſchen
Friedensſtandes geſtalten, da es ſich dabei nicht um militäriſche,
ſondern auch um induſtrielle Vorbereitungen handle. Bei dem
heutigen Stand der Dinge könne man aber eigentlich von keinem
Lande mit Beſtimmtheit ſagen, wie ſein militäriſcher status auo
ſei. In ſeinem Schlußwort entgegnete v. Simſon, daß es ſich
bei der
Wiederherſtellung des status guo
in erſter Linie um eine bedeutſame politiſche Maßnahme handle,
die nicht nur vom rein militäriſchen Standpunkt aus zu
beur=
teilen ſei. Der militäriſche status quo werde ſich bei
Herbei=
führung einer Rüſtungsverminderung, wie es die Aufgabe des
Völkerbundes ſei, durchaus kontrollieren laſſen, und er hoffe,
daß dieſe Maßnahme für die Durchführung der
Rüſtungsvermin=
derung einen neuen Anſtoß gebe. Das Sicherheitskomitee
be=
ſchloß ſodann, die Diskuſſion am Montag nachmittag 4 Uhr
fort=
zuſetzen.
Die Radikalen und die Rheinland=Räumung
EP. Paris, 30. Juni.
„Deutſchland muß die rationelle Organiſation der militäriſchen
Völkerbundsinveſtigation zulaſſen, um in der Sicherheitsfrage
gegenüber Frankreich entlaſtet zu ſein,” ſo ſchreibt die
gegen=
wärtig als Wochenblatt erſcheinende radikale „Voix” in einem
Artikel, in dem die von Deutſchland für die Rheinlandräumung
zu fordernden Gegenleiſtungen geprüft werden. Das Blatt ſtellt
feſt, daß das rheiniſche Pfand der berühmten Balzac’ſchen
Eſels=
haut gleiche und täglich mehr zuſammenſchrumpfe. Deutſchland
verrate immer weniger Neigung, die geforderten Kompenſationen
zuzugeſtehen. Das hindere jedoch nicht, daß derjenige
Außen=
miniſter, dem die Deutſchen die vorzeitige Befreiung der
Rhein=
lande verdanken würden, ein großer Miniſter ſein werde. Das
hindere ferner nicht, daß Deutſchland demnächſt die vollen
Dawes=
plan=Annuitäten zu zahlen habe und deswegen an einer
end=
gültigen Regelung der Reparationen intereſſiert ſei. Die
Be=
ſatzung ſei niemals als eine Garantie der dem Reich
vorgeſchrie=
benen Grenzen aufgefaßt worden; juriſtiſch ſei es alſo nicht
zu=
läſſig, die Räumung von dem Zuſtandekommen eines „Oſt=
Locarno” abhängig zu machen, wie dies namentlich Henri de
Jouvenel verlange. Andererſeits findet die „Voix”, daß die im
Art. 429 des Verſailler Vertrages vorgeſehenen Garantien gegen
einen nicht provozierten Angriff Deutſchlands nicht exiſtieren. Die
Völkerbundsinveſtigation ſei, wie dies der Fall der in Ungarn
entdeckten italieniſchen Maſchinengewehre bewieſen habe,
durch=
aus unzulänglich. Dieſe Frage müſſe alſo geregelt werden. Die
Theſe, auf Grund eines franzöſiſch=deutſchen Abkommens im
Rheinland internationale und ſtändige Ueberwachungselemente
einzurichten, ſei wertlos geworden, und ſelbſt ihr
Hauptverteidi=
ger, Paul=Boncour, habe ſie aufgegeben. Das liege teils daran,
daß infolge der verlorenen Zeit das rheiniſche Pfand an
Tauſch=
wert verloren habe, dann aber auch daran, daß das Problem
der Militärkontrollen ſich erweitert habe, da das Rheinland nicht
mehr der Hauptgefahrenpunkt für den Frieden ſei. Darum ſei
es beſſer, ein wirkſames und für ganz Europa geltendes
inter=
nationales Kontrollfyſtem aufzurichten, das ſich auch auf das
Rheinland erſtrecken und Deutſchland die Beläſtigung einer
ſtän=
digen Ueberwachung ſowie die Demütigung eines ausſchließlich
gegen es gerichteten Mißtrauens erſparen würde. Damit würde
die Sicherheitsfrage als Funktion der Rheinlandfrage
ausge=
räumt, und die einzigen vor der Zurückziehung der alliierten
Truppen aus dem Rheinland noch zu regelnden Probleme blieben
das der Reparationen und das der Saar.
Die Plaidoyers der Verteidiger im Schachih=
Prozeß.
Die Plädoyers der Verteidiger für die deutſchen Angeklagten
im Schachty=Prozeß werden für morgen erwartet. Die
Plä=
dohers der Verteidiger für, die ruiſiſchen Angeklagten
befür=
worten mildernde Umſtände. Sie heben den verhältnismäßig
geringen Umfang der Sabotagearbeit hervor und weiſen auf die
ſchwachen Charaktere der Perſonen hin, die ſich verführen ließen.
Sie betonen ſchließlich, daß alle Angeklagten auch viel
erſolg=
reiche und nützliche Arbeit für den Staat geleiſtet hätten, ſo daß
ſie bei milderer Beſtrafung in Zukunft noch tüchtige Kräfte für
die Sowjetinduſtrie darſtellen könnten.
* Poincaré und die Kammer.
Von unſerem B=Korreſpondenten.
Paris, 30. Juni.
Die Folgen der Stabiliſierung beſchäftigen noch immer auf
das lebhafteſte die franzöſiſche Oeffentlichkeit. Man befürchtet,
daß die Preiſe bis zu den ſogenannten Weltmarktpreiſen ſteigen
werden. Von offizieller Seite tut man alles, um dieſe
pſycholo=
giſche Hauſſe zu vermeiden, um ſo mehr, da ein großer Teil der
Volkstümlichkeit der Regierung von der Preisbewegung in der
nächſten Zeit abhängt.
In der Kammer ſcheint die Lage für die Regierung
ziem=
lich günſtig zu ſein. Das Vertrauensvotum bei der Vertagung
der Debatte über die Elſäſſer Deputierten war ſehr ſtark.
Den=
noch iſt es ungewiß, ob die Haltung Poincarés in dieſer Sache
rein innenpolitiſch geſehen, wenn man von der elſäſſiſchen Frage
abſieht, richtig war.
Die Haltung der Radikalen iſt für die Regierung ziemlich
günſtig, günſtiger als die Peſſimiſten erwartet haben. Aber die
Radikalen beſtehen darauf, gewiſſe Grundſätze ihres Programms
zu betonen. Es iſt aber jedenfalls eine große Sache, daß die
Radikale Partei für die Unterſtützung der Regierung Stellung
genommen hat. Das engagiert natürlich nicht alle ihre
Mitglie=
der, die Parteidiſziplin iſt ja bei den Radikalen ſehr locker, aber
die prinzipielle Bedeutung dieſes Parteibeſchluſſes iſt ſehr groß.
Die zwei ſchwierigſten Punkte für die Radikalen ſind die
Elſäſſer Frage — die Partei hält nämlich ſtarr an der Laizität
feſt — und die der Beamtenrechte. Beſonders in der letzten
Frage iſt die Haltung der Partei nur durch eine dogmatiſche
Auslegung des Prinzips der Menſchenrechte und durch einige
Wahlparolen bedingt.
In der Außenpolitik wendet man die Augen nach Berlin.
Nachdem die Kriſe in Deutſchland beendigt iſt, glaubt man, daß
die deutſch=franzöſiſche Annäherung wieder in ein aktiveres
Sta=
dium gelangen wird.
Sehr lebhaft beſchäftigt man ſich auch in den politiſchen
Kreiſen mit den Wirtſchaftsverhandlungen in Genf. Bei allen
Warnungen vor dem üblichen „übertriebenen” Optimismus und
bei allen Hinweiſen auf die Schwierigkeiten iſt ein ſtarker
Opti=
mismus aus den Erklärungen der offiziöſen Mitteilungen
her=
auszufühlen.
Die geſtrige Vertrauensabſtimmung für das Kabinett
Poin=
caré charakteriſiert der radikale „Quotidien” wie folgt: Die
Ra=
dikalen hielten den Augenblick nicht für gekommen, die
Erb=
ſchaft zu übernehmen. Da Poincaré drohte, ſich zurückzuziehen,
wenn ſie ihm nicht folgten, ergaben ſie ſich. Sie machten ihn
jedoch in aller Loyalität darauf aufmerkſam, daß ſie ſich nicht
ſeinen Anſichten anſchließen, vor allem in der Frage der
Beam=
ten und in der elſäſſiſchen Frage. Sie vertagten die Debatte
ein=
fach, weil ein Konflikt zur jetzigen Stunde dem Wohle des
Lan=
des ſchädlich geweſen wäre. Wenn es keine Kriſe gibt, ſo
des=
halb, weil die Radikale Partei ſie nicht gewollt hat. Da die
Kammer nächſte Woche in die Ferien gehen wird, bedeutet das
einen Waffenſtillſtand von drei Monaten.
Die Kolmarer Geſchworenen für die
Frei=
kaſſung von Ricklin und Roſſé.
Die Geſchworenen des Kolmarer Autonomiſtenprozeſſes haben
an Poincaré folgendes Telegramm geſandt: „Die
Geſchwo=
renen von Kolmar möchten dem Miniſterpräſidenten
erklä=
ren, daß ſie ſich nicht als desavouiert betrachten,
wenn die Verurteilten im Hinblick auf eine Beruhigung
der Gemüter freigelaſſen würden.‟ Dieſes Telegramm
hat Bezug auf die Erklärung Poincares in der Kammer, daß er
den Geſchworenen nicht die Beleidigung zufügen werde, ſie zu
desavouieren, indem er der Freilaſſung Ricklins und Roſſés
zuſtimme.
Das deutſch=franzöfiſche Studienkomitee.
Das deutſch=franzöſiſche Studienkomitee wird, ſeine nächſte
Vollſitzung vom 4. bis 6. Juli in Baden=Baden abhalten. Die
Sitzung wird mit einer Gedenkfeier für den Anfang März bei
einem Autounfall ums Leben gekommenen Gründer und erſten
Präſidenten, Emile Mayriſch=Luxemburg, ſowie für die in den
letzten Wochen verſtorbenen Mitglieder, Felix Deutſch, Edgar
Schlubach und Dal Piaz, eingeleitet werden. Im weiteren
Ver=
lauf wird Reichsminiſter a. D. Dr. Hermes einen Vortrag über
die Lage der Landwirtſchaft in Europa mit beſonderer
Berück=
ſichtigung der Verhältniſſe in Deutſchland und Frankreich halten.
Graf Wladimir d’Ormeſſon wird über das Problem der
inter=
mationalen Information, ſeine Bedeutung; und ſeine
Löſungs=
nöglichkeiten ſprechen.
irgendwie noch die geſamte heutige Pädagogik beeinflußt — aber
auch hier freilich dieſer ſeltſame Widerſpruch zwiſchen Leben
und Lehre zuletzt, der dem Verfaſſer das Attribut einer ganzen
Perſönlichkeit ſchließlich rauben muß: die eigenen Kinder hat er
ins Findelhaus gegeben, an fremden Kindern, ſo ſcheint es, hat
er gutzumachen verſucht, was er an jenen verbrochen . . ."
Und endlich noch ſtehen im „Contrat social” alle jene
Ge=
danken, die — wie nicht weniger bekannt — zu einer genau ſo
tiefgreifenden Umwandlung aller ſtaatlichen Verhältniſſe geführt
haben, wie der „Emile” letzten Endes zur gründlichen Reform
des Privat= und Familienlebens bis auf unſere Zeit den Anſtoß
gegeben. Es genügt ja, hier auf Rouſſeau, den Republikaner,
den Verherrlicher eines „ſouveränen Volkswillens”, der „reinen
Demokratie” hinzuweiſen, den — wie ja kaum jemals beſtritten
wird — hauptſächlichſten Vorläufer und Auslöſer der großen
franzöſiſchen Revolution. Und daß noch immer aus ihm alle
fanatiſchen Förderer und Verfechter des republikaniſchen Staates
ihre begeiſterten Eingebungen, auch ihre Schlagworte von der
Liberté, Egalité, Fraternité, zu holen pflegen . . . Und doch
müſſen wir ſagen, daß es, ſo im Bauſch und Bogen, durchaus
ungerecht wäre, Rruſſeau einfach auch für all die blutigen Greuel
cerantwortlich zu machen, unter welchen dann die elf Jahre nach
ſeinem Tode ausbrechende Revolution ſeine politiſchen Ideen.
angeblich zu ,verwirklichen” ſuchte. In der Leidenſchaft wird
überhaupt nicht verwirklicht, — am wenigſten eine Idee oder
Erkenntnis. Und wie „klar” ſich jede Revolution ſelbſt über ihre
eigenen Gedanken und Ziele iſt, das zeigt ſie zum Beiſpiel
ſinn=
bildlich ſchon dadurch, daß ſie neben die Büſte Rouſſeaus ſogleich
auch immer — die Büſte Voltaires ins Pantheon ſetzt (wie
tat=
ſächlich 1789 geſchehen): zweier Männer, die nichts, aber auch
garnichts miteinander gemeint haben, die ſich im Leben nur
ge=
haßt und von Gedanken genau die entgegengeſetzten für wahr
ge=
halten
Das eigentliche Weſen Rouſſeaus hat mit aller Politit (ganz
im Gegenſatz zu Voltaires, das immer auch Welthändel ſuchte)
nicht das geringſte zu ſchaffen. Er hat es ſelbſt immer von neuem
betont, daß eine Demokratie nur möglich ſei, „in einem kleinen
Staate, bei einem Volke von einfachen, unverdorbenen Sitten,
unter ſchlichten Menſchen, die ſich vorzugsweiſe mit dem
Land=
bau beſchäftigen.‟ Er dachte alſo immer und überall an ſein
Vaterland, die Schweiz: und der Romantiker, der
Naturſchwär=
mer, der er zeitlebens war und blieſ, liebte hauptſächlich die
Einſamkeit und Muſe, Botanik und Muſik Und ſtarb, obivohl
als Ketzer von unduldſamen Prieſiern auch diel verfolgt, doch
friedlich auf einem Landſitz, den ihm Freunde zu ruhigem Aſyl
angewieſen hatten.
* Siammbalter im Hauſe Hindenburg.
inf. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag hat Frau
Major v. Hindenburg, die Schwiegertochter des Reichspräſidenten,
ihrem Mann den erſten männlichen Nachkommen geſchenkt. Mit
dieſem freudigen Ereignis, das das ganze deutſche Volk
zuſam=
men mit ſeinem Führer in Krieg und Frieden feiert, hat ſich auch
für die Zukunft der Name Hindenburg erhalten. Bis heute war
ja Major v. Hindenburg, der einzige Sohn des greiſen
Reichs=
präſidenten und Generalfeldmarſchalls, ohne männliche
Nachkom=
men. So ſchien es, daß der Name, der in Deutſchland ſicherlich
ſeit einem Jahrzehnt der populärſte von allen iſt, ausſterben
würde, gerade zu der Zeit, wo er ſo hochberühmt wurde. Die
Familie des Reichspräſidenten iſt bekanntlich eine der älteſten in
ganz Deutſchland. Im Harz liegen in der Nähe des Gipfels des
Kapellenberges, der ſich zwiſchen St. Johann und dem kleinen
Dörfchen Hindenburg erhebt, die letzten Ueberreſte einer einſt
ge=
waltigen Burg, die die ganze Gegend beherrſchte. Hier war der
Stammſitz derer v. Hindenburg. Niemand weiß, wie lange dieſes
Geſchlecht dort ſaß und woher es gekommen war, ehe es in der
dortigen Gegend Fuß faßte. Sicher aber darf man annehmen,
daß die Hindenburgs ſchon im Mittelalter Herren der Burg
waren, die ihnen für alle Zeit den Namen geben ſollte. Später
haben die Nachkommen der alten Burgherren dann dieſe Gegend
verlaſſen und ſeit der Mitte des 18. Jahrhunderts liegen die
Stammgüter der Familie v. Hindenburg in Weſtpreußen. Es ſind
die beiden Güter „Linbſee” und „Neudeck” im Kreiſe Roſenberg,
und gerade dieſes letztere Gut iſt dadurch mehr bekannt
gewor=
den, daß das dankbare deutſche Volk ſeinem Führer dort ein
Schloß errichtet hat. Dieſe beiden Güter wurden den Hindenburgs
auf höchſt eigentümliche Weiſe übertragen. In einer der letzten
Schlachten des zweiten ſchleſiſchen Krieges ritt der Oberſt Otto
Friedrich v. Hindenburg, der ſchon früher den Orden „Pour le
Mérite” erhalten hatte, neben Friedrich dem Großen. Da wurde
ihm durch einen Kanonenſchuß ein Bein weggeriſſen, und zum
Dank für ſeine Verdienſte ſchenkte ihm der große König dieſe
bei=
den Güter. Dieſer gleiche Mann, der Urgroßvater unſeres
Reichs=
präſidenten, vereinigte auch ſeinen Namen mit dem derer
v. Beneckendorf. Paul v. Hindenburg führt ja, wie allgemein
be=
kannt ſein dürfte, offiziell den Namen v. Hindenburg und
v. Beneckendorf. Die Hindenburgs und die Beneckendorfs waren
ſeit langer Zeit durch eine Reihe von Heiraten verwandt und
berſchwägert. Im Jahre 1789 erlangte nun Oberſt Otto Friedrich
v. Hindenburg von König Friedrich Wilhelm II. die Erlaubnis,
beide Namen zugleich führen zu dürfen und auch die Wappen bei=
der Familien zu vereinigen. Denn die Beneckendorfs ſind eine
ebenſo alte Adelsfamilie, wie die Hindenburgs. Ihr Stammſchloß
liegt in der Nähe von Salzwedel in der Altmark, und ſie ſollen
es ſchon ſeit dem Jahre 1130 innegehabt haben. Die erſte
doku=
mentariſche Erwähnung derer v. Beneckendorf geſchieht in einer
heute noch vorhandenen Urkunde, die aus dem Jahre 1280
ſtammt. Intereſſant iſt auch der Name dieſes Geſchlechts:
Ben=
ecke bedeutet ſoviel wie Gerichtseiche und weiſt darauf hin, daß
dieſes Geſchlecht ſchon frühe im Beſitz des adeligen Richteramtes
war. Ihr Wappenſchild, das auf blauem Hintergrunde einen
ſchwarzen Büffelkopf mit goldenem Ring durch die Naſe und über
dem Wappen einen gekrönten Helm mit zerſpaltener Helmdecke
zeigt, iſt ein Beweis dafür, daß dies Geſchlecht ſich auch ſchon
in früheſter Zeit im Kriege hervorgetan hat. Einer der
Benecken=
dorfs hat zum Beiſpiel in viel ſpäterer Zeit, als er einer der
leitenden Führer der ſächſiſchen Garde du Corps war, durch ſein
entſcheidendes Eingreifen die Niederlage Friedrichs das Großen
bei Kolin herbeigeführt, die damals dem geſamten Kriegsverlauf
eine völlig andere Wendung gab. Ein anderes Mitglied dieſer
Familie war etwa zur gleichen Zeit Leibadjutant am Zarenhofe
und Vertrauter des Zaren Alexander I. Auch hervorragende
Wiſſenſchaftler gehören zu der Ahnenreihe unſeres
Reichspräſi=
denten. Vom Jahre 1771 an lehrte faſt vier Jahrzehnte lang an
der Leipziger Univerſität der Mathematiker Karl Friedrich v.
Hin=
denburg, der einer der berühmteſten Wiſſenſchaftler ſeiner Zeit
war. Bekannt iſt ſein Zuſammentreffen mit Heinrich v. Kleiſt,
mit dem ihn eine herzliche Freundſchaft verband. Alle
unmittel=
baren Ahnen unſeres Reichspräſidenten waren Offiziere, daneben
widmeten ſie ſich aber vor allem der Bewirtſchaftung ihrer
weſt=
preußiſchen Güter. Auch ſämtliche Brüder Paul v. Hindenburgs
traten mit Ausnahme eines einzigen in den Militärdienſt, aber
nur ihm allein war es vergönnt, durch einzigartige Leiſtungen
ſich und ſeinem Hauſe Unſterblichkeit zu erwerben. Um ſo
bedauer=
licher wäre es geweſen, wenn in abſehbarer Zeit der Name
Hin=
denburg ausgeſtorben wäre. Der Reichspräſident hat nur dieſen
einen Sohn, und wenn er auch ſchon durch ſeine Töchter
Enkel=
kinder hat, ſo fehlte ihm doch bis heute der Stammhalter. Seine
älteſte Tochter iſt verheiratet mit dem früheren Landrat v.
Brock=
huſen, die jüngere mit dem früheren Rittmeiſter v. Pentz zu
Gremmelin. Sein Sohn Oskar iſt, ſeitdem Hindenburg
Reichs=
präſident geworden iſt, ſein perſönlicher Adjutant und bekleidet
den militäriſchen Rang eines Majors. Von ihm allein alſo war
der Stammhalter des Hauſes zu erwarten, über den ſich nun,
zuſammen mit dem Reichspräſidenten, das ganze deutſche Volk
reut.
Uhre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Emma Eidenmüller
Hans Eberle
Juni 1928
Lichtenbergstr. 77
Dornheimerweg 28
(*17348)
Berta Fehn
Eduard Hegland
Verlobte
Darmſtadi, den 4. Juli 1928.
(*30z
Ludwigshöhftr. 13½,
TalS
für Herren u. Damen
werden gereinigt u.n.
neueſten Mod.
umge=
preßt jetzt 2 ℳ (10173a
Frankfurter Hutlager
Eche Grafen=Bismarckſtr.
Ludwig Jung-Diefenbach
Gretel Jung-Diefenbach
geb. Ullert
Vermählte
Darmstadt, 1. Juli 1928.
Grüner Weg 36
Seitersweg 10
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 1. Juli, 2½ Uhr nachmittags,
in der Stadtkapelle.
(*17292
Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern nacht verſchied ſanft nach ſchwerem
Teiden mein geliebter Mann, unſer beſter
Vater
Profeſſor
Albert Hartmann
im 61. Lebensjahr.
Marie Hartmann
geb. Dieffenbach.
Darmſtadt, den 29. Juni 1928.
Heinrichſtraße 140.
(im74
Die Beerdigung ſindet Montag, den 2. Juli,
nach=
mittags 5½ Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abſehen zu wollen.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach langem ſchwerem, mit Geduld ertragenem
Leiden entſchlief heute, nach einem arbeitsreichen
Leben, unſere treuſorgende, herzensgute Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwä=
gerin und Tante
Frau
Uinfadelhe Seineg Bwr.
geb. Trautmann
im 62. Lebensjahr.
Dies zeigen, zugleich namens aller Verwandten,
tiefbetrübt an:
Die Kinder.
Darmſtadt, den 30. Juni 1928.
Georgenſtr. 1½
Die Trauerfeier findet am 2. Juli, 2½ Uhr
nach=
mittags, in der Kapelle des Waldfriedhofs
ſtatt.
(10903
Statt Karten.
Allen Freunden und Bekannten, die mir bei meinem
herben Verluſt ſo warme Teilnahme und dem lieben
Ent=
ſchlafenen die letzte (hre erwieſen haben und mir während
ſeinem ſchweren Leiden mit Rat und Tat liebevoll zur
Seite ſtanden, ſowie für die reichen Blumen= und
Kranz=
ſpenden ſage ich auf dieſem Wege meinen herzlichſten Dank,
Beſonders danke ich Herrn Pfarrer Beringer für ſeine
troſtreichen Worte, ebenſo Herrn Landgerichtsdirektor
Heß für ſeinen warmen Nachruf, ſo auch dem Herrn
Kollegen, welcher bei ſeinem Zuſammenbruch die erſie
Hilfe geleiſtet hat, den ev. Schweſtern der
Martins=
gemeinde und den beiden Diakonen für ihre
liebe=
volle Pfiege während der Krankheit.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fran Johannette Eberle.
Darmſiadt, den 30. Juni 1928.
17386
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
und für die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden,
den Verwandten, Bekannten und Nachbarn, Herrn
Dr. Aſcher, Eberſtadt für die ſtets erwieſenen Dienſte
und Hilfe, der Krankenſchweſter für ihre treue Pflege,
beſonders Herrn Pfarrer Hoffmann für ſeine
troſt=
reichen Worte am Grabe unſerer unvergeßlichen Toten
Katharina Plößer, geb. Walther
unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Plößer I.
Nieder=Beerbach, den 30. Juni 1928.
(10837
Am 28. Juni iſt meine innigſtgeliebte Frau, unſere gute,
bis in den Tod getreue Mutter
Frau Blanka Horſt
geb. Meyer
im 53. Lebensjahr nach ſchwerem Krankenlager heimgegangen.
In tiefſtem Schmerz:
Auguff Horſt
und Kinder Dorothea, Karl=Auguff.
Darmſtadt, den 30. Juni 1928.
Frankfurterſtr. 62,
Wir haben die liebe Entſchlafene heute in aller Stille zur Ruhe
beſtattet und bitten herzlich, von Kranzſpenden und
Beileidsbezeu=
gungen abſehen zu wollen.
(*17182
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe wohltuender Teilnahme
bei dem Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen
ſprechen wir unſeren aufrichtigen Dank aus.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Johanna Fretz
geb. Koch.
Darmſiadi, den 1. Juſi 1928.
Friedrichſtraße 14.
(1798
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden
unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Sakob Pfeiſer
ſagen wir Allen unſeren innigſten
Dank. Beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Lautenſchläger für ſeine
tröſtenden Worte.
Die trauernd
Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 30. Juni 1928. (17331
Die mir zahlreich zugegangenen
Glück=
wünſche zur ſilbernen Hochzeit und
Ver=
lobung meines Sohnes veranlaſſen mich
mitzuteilen, daß ich mit dem Jubilar
gleichen Namens in der Landgraf=
Georg=Straße nicht identiſch bin.
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Nummer 181
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 1. Juli.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt.
Im Jahre 1927/28 wurde dem Mieter zum erſten Male die
Mög=
lichkeit gegeben, ſelbſt einige Vorſtellungen zu wählen. Dieſer Gedanke
war, wie die Antworten auf die Rundfrage des Landestheaters ergaben,
allen Mietern ſympathiſch; ein Teil der Mieter machte allerdings
ge=
wiſſe Einſchränkungen, die das Anſtehenmüſſen an der Kaſſe betrafen,
die Zuteilung eines anderen ſtatt des gewohnten Mietplatzes, und die
Gefahr, daß die gewählte Vorſtellung auch noch im Abonnement
zuge=
teilt würde. Dazu entſtanden bei der Zuteilung der Vorſtellungen lange
Pauſen, da in den 40 Spielwochen der Mieter nur zu 29 Vorſtellungen
aufgerufen wurde, während er die übrigen vier wählte. Die
Miet=
bedingungen für die nächſte Spielzeit berückſichtigen die Erfahrungen
dieſes Jahres. Die Zahl der Vorſtellungen aller Hauptmieten iſt um
4 Vorſtellungen auf 28 bzw. 30 Vorſtellungen ohne Preisſteigerung
er=
höht worden; dadurch ſollen Pauſen von mehr als 14 Tagen vermieden
werden. Zu all dieſen Vorſtellungen einer Miete wird der Mieter
auf=
gerufen. Er kann jedoch nach Wahl auf einige dieſer Vorſtellungen
ver=
zichten und dafür Vorſtellungen der gleichen Kunſtgattung an anderen
Abenden ausſuchen. Dieſe Neuerung iſt beſonders wichtig für ſolche
Theaterbeſucher, die erſt im Oktober von der Ferienreiſe zurückkehren
oder bereits Ende April Darmſtadt wieder verlaſſen wollen; auch für
ſolche, die durch berufliche oder geſellſchaftliche Verpflichtungen verhindert
ſind, die eine oder andere Vorſtellung zu beſuchen. Ganz beſonders
an=
genehm iſt die Einrichtung für Alleinſtehende, die bisher im Falle einer
Erkrankung oder einer anderen Verhinderung ihre Karte nicht
verwen=
den konnten, und die deshalb mit dem Gedauken umgingen, die Miete
aufzugeben. Es iſt wohl überhaupt damit zu rechnen, daß infolge dieſer
Einrichtung Mieter, die ihr Abonnement aufgegeben hatten, weil das
ſtarve Syſtem ihnen unangenehm war, wieder zurückkommen. Es wird
noch darauf hingewieſen, daß faſt alle Vorſtellungen für den Tauſch
frei=
gegeben ſind und nur ganz wenige Ausnahmen vorbehalten werden
ſollen.
— Neue Vorteile für die Mieter des Landestheaters. Zu Beginn
ber kommenden Spielzeit erhält jeder Mieter des Landestheaters ein
Heft mit fünf übertragbaren Gutſcheinen, die ihm
für zwei Vorſtellungen der Oper und des Schauſpiels ſowie für eine
Vorſtellung der Operette eine Preisermäßigung von 10
Pro=
zent verſchaffen. Auf dieſe Art kann der Mieter die ohnehin
be=
reits erhöhte Zahl, ſeiner Vorſtellungen noch vergrößern, ohne den
vollen Tagespreis zahlen zu müſſen. — Wer den bisher innegehabten
Platz auch in der künftigen Spielzeit zu behalten wünſcht, ſei daran
erinnert, daß der letzte Termin, bis zu dem dieſer Platz für ihn
reſer=
viert bleibt, den 15. Juli iſt.
— Ernannt wurden: Am 20. Jumi: der Notar Dr. Karl Braden
mit dem Amtsſitz in Bingen zum Notar mit dem Amtsſitz in Mainz,
als Nachfolger des in den Ruheſtand verſetzten Notars Juſtizrat Dr.
Johann Reinhavdt; der Rachtsanwalt Wilhelm Weber in Bingen zum
Notar mit dem Amtsſitz in Bingen, als Nachfolger des nach Mainz
ver=
ſetzten Notars Dr. Karl Braden, beide mit Wirkung vom 1. Juli 1928;
am 24. Mai: der Schmlamtsanwärter Ludwig Weber aus Darmſtadt
zum Lehrer an der Volksſchule zu Biſchofsheim, Kreis Groß=Gerau;
am 25. Mai: der Schulamtsanwärter Rudolf Sommerlad aus
Wetzlar zum Lehrer an der Volksſchule zu Ilbenſtadt, Kreis Friedberg;
am 30. Mai: der Schulamtsanwärter Philipp Henß aus Zornheim,
Kreis Mainz, zum Lehrer an der Volksſchule zu Hamm, Kreis Worms;
am 1. Jum: der Schulamtsanwärter Paul Kumpa aus Alzey zum
Lehrer an der Volksſchule zu Fürfeld, Kreis Alzey; am 23. Juni: der
Lehrer Fritz Lindner zu Groß=Umſtadt, Kreis Dieburg, zum Rektor
an der Volksſchule daſelbſt, ſämtlich mit Wirkung vom Tage des
Dienſt=
antritts ab.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 24. Juni: die Lehrerin
im einſtweiligen Ruheſtand Alwine Engelhard zu Offenbach a. M.
auf ihr Nachſuchen vom 1. Juli 1928 ab. Vom 1. Dezember 1927 ab
tritt der Vermeſſungsrat im einſtweiligen Ruheſtand Ferdinand
Schop=
bach zu Friedberg, und vom 1. Auguſt 1928 ab der Vermeſſungsrat
im einſtweiligen Ruheſtand Adolf Heim zu Gießen auf Grund des
8 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom
2. Juli/19. Dezember 1925 in Verbindung mit Artikel 2 des Geſetzes
über die Einſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen und zur
Aende=
rung des Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925 in den
dauernden Ruheſtand.
— Sekretariat des Miniſteriums der Finanzen, Abteilung für Forſt=
und Kameralverwaltung. Die Stelle des Amtsvorſtandes des
Forſt=
amts Birkenau kommt am 1. Auguſt Ifd. J. zur Erledigung. Schluß
des Meldetermins: 15. Juli 1928.
— Evangeliſch=kirchliche Nachricht. Durch die Kirchenregierung wurde
dem Pfa=raſſiſtenten Dr. Adolf Wendel zu Darmſtadt die
evange=
liſchs Pfarrſtelle zu Ober=Breidenbach, Dekanat Alsfeld, übertragen
L.U. Von der Landesuniverſität Gießen. Dem Dr. Alfred
Storch wurde die venia legendi bei der Mediziniſchen Fakultät
für das Fach der Pſychiatrie und Nervenkrankheiten, dem Dr.
Ernſt Zeh wurde die venia legendi bei der Philoſophiſchen
Fakultät, 1. Abteilung, für das Fach der mittleren und neueren
Kunſtgeſchichte erteilt.
n. Profeſſor Albert Hartmann †. In der Nacht zum Freitag
ver=
ſchied zu Frankfurt a. M., wo er ſich einer Operation unterzogen, der
Profeſſor für Zeichnen und Malen an der Techniſchen Hochſchule, an
der er über 25 Jahre lehrte, und hervorragende Landſchaftsmaler
Albert Hartmann. Wir kommen noch darauf zurück.
— Epangeliſche Markusgemeinde. Ein feſtlich=großer Tag von
be=
ſonderer Bedeutung vereinigt am heutigen Sonntag die Mitglieder
un=
ſerer Gemeinde und ihre Familien im Vormittagsgottesdienſt der
Stadt=
kirche wie auch am Abend um 8 Uhr im Gemeindehauſe, Kiesſtraße, wo
Gäſte gern willkommen ſind. Es iſt das Gedenken an dem Tag, an dem
vor dreißig Jahren (genau war es der 6. Juli 1898)), unſer Herr
Stadt=
pfarrer Wilhelm Vogel ſein verantwortungsvolles Amt innerhalb
der großen Darmſtädter Stadtgemeinde an unſerer Markusgemeinde
antrat. Ein volles Menſchenalter lang, wie man zu ſagen pflegt,
wal=
tet mm Herr Pfarrer Vogel in der heute über 6000 Seelen zählenden
Gemeinde dieſes Amtes und hat drei Jahrzehnte hindurch in guten und
ſchweren Zeitem zum Wohle und Segen vieler Tauſende bei uns ſeinen
ſeelſorgeriſchen Aufgaben aller Art, ſeiner erfolgreichen Lehre
obge=
legen. Wer hätte nicht Pfarrer Vogels glänzenden Kanzelreden, ſeiner
hervorragenden Auslegung der Heiligen Schrift des neuen wie des altem
Teſtamentes wit Andacht und Stärkung ſeines chriſtlichen Glaubens
ge=
lauſcht? Iſt es doch wie ein Stück echt lutheriſcher Beredſamkeit, die
uns immer wieder voll Ueberzeugungskraft, innerlicher Wärme und
chriſt=
licher Nächſtenliebe in Pfr. Vogels Predigten entgegentritt. In
Er=
innerung ſo manchen Sonnvags=Gottesdienſtes der dann ſtets gefüllten
und überfüllten Stadtkirche in all den vergangenem Jahren glich die
wahrhafte fromme Rede dieſer Feierſtunde in ihren einzelnen Sätzen
einem reinen Demant, deſſen feingeſchliffene Flächen ihr Licht nach allen
Seiten ausſtrahlen. Wenn wir heute, dieſes Lichtes uns freuend, mit
guten Wünſchen für weitere ſegensreiche Jahre unſeres verehrten
Jubi=
lars gedenben, ſo erinnern wir noch wit beſonderer Freude der vielen
Jahrgänge von Pfarrer Vogels Konfirmanden, denen er in heißem
Be=
mühen aus Gottes ewigem Wort Halt und Stütze und Hilfe auf ihren
Lebensweg in ſeiner Lebensarbeit mitgab. Wenn wir uns, wie man es
in alten Stadtkirchen zuweilen findet, das Bild unſeres heutigen
Jubi=
lars in der Reihe ſeiner Zeitgenoſſen und Vorgänger etwa im hohen
Chor unſerer Darmſtädter Stadtkirche denken, ſo empfinden wir vor
ſolchem Bilde das, was uns Pfarrer Vogel mit Glaubenseifer, mit
chriſt=
lichem Mut und Ueberzeugungskraft des Glaubens an unſeren Heiland
und Erlöſer, mit innigem ſozialem Empfinden gepredigt, als eigene
Aufgabe des Lebens in ſeiner Gemeinde: Gott von Herzen gemeinſam
zu dienen, Glauben zu halten, den Nächſten zu lieben, den Armen und
Bedrängten unerſchrochen und uneigennützig zu helfen. Die tatkräftige,
frohe Erfüllung dieſer Aufgabe umſchließt wohl dem beſten Dank an den
heute Gefeierten, der im Kreiſe der bedeutenden Geiſtlichkeit unſerer
Stadtkirche und Stadt von der Bevölkerung weithin geſchätzt wird.
Möchte die Markusgemeinde in allen ihren Gliedern den von Herrn
Pfarrer Vogel aufgezeigten Zielen im geiſtigen Leben des Feiertags wie
im täglichen Leben der Alltagsarbeit allezeit nachleben. Das walte Gott.
Sonntag, den 1. Juli 1928
* Der Begrüßungs=Abend der Freiwilligen
Sanitäts=Haupt=Kolonne vom Roten Kreuz.
Den Auftakt zu den Feſwveranſtaltungen anläßlich des 40jährigen
Jubiläums der Freiw. Sanitätshauptkolonne vom Roten Kreuz bildete
geſtern abend der Begrüßungsabend in der Turnhalle am Woogsplatz.
Die Turnhalle war prächtig geſchmückt mit friſchem Grün,
Tannen=
girlanden, Fahnen des Roten Kreuzes, der Stadt Darmſtadt und des
Landes, ein goldenes „40” leuchtete auf der Bühne. Zahlreiche
Sani=
täter mit ihren Angehörigen hatten ſich bereits geſtern abend
eingefun=
den, ſo daß die große Turnhalle ſtark beſetzt war. Dem muſikaliſchen
Teil des Abends hatte das Stodtorcheſter unter perſönlicher Leitung des
Kapellmeiſters W. Schlupp übernommen, das mit dem Vortrag der
Ouvertüre zur Oper „Titus” von Mozart eine echte Feſtſtimmung ſchuf.
Fräulein Klara Rolshauſen ſprach einen ſehr ſinnigen Vorſpruch,
verfaßt von Herrn Heinz Enders, der die ſegensreiche Tätigkeit des
Roten Kreuzes würdigte. In ſeiner herßlichen Begrüßungsanſprache
be=
willkommnete Herr Hauptmann a. D. Lorheißen ganz beſonders die
zahlreichen Ehrengäſte, ſowie die Mitglieder der Freiw.
Sanitätskolon=
nen, und unterſtrich ſodann die Bedeutung des Tages. Noch viel
Ar=
beit ſei zu leiſten, man bedürfe der Hilfe Aller, um das hohe ideale
Ziel zu erreichen, das ſich die Freiw. Sanitätshauptkolonne geſetzt habe.
Lebhafter Beifall folgte dieſer Anſprache. — Dann wickelte ſich Schlag
auf Schlag das vorzüglich zuſammengeſtellte Programm in bunter
Folge ab. Herr Heinrich Schmidt (Bariton) erfreute die Beſucher
mit hervorragenden Geſangsvorträgen, Herr Oskar Kleinberg bot
ausgezeichnete Violinvorträge. Fräulein Tilly Amelung ſang
mi=
ihrer vorzüglich geſchulten Sopranſrimme mehrere Lieder, u. a. „Kennſt
du das Land” und „Der Spielmann‟ Die feinſinnige Begleitung am
Flügel hatte Herr Siegfried May übernommen, der auch die Kapelle
während der Tänze dirigierte. Den Darbietungen wurde
langandauern=
der, lebhafter Beifall gezollt. Die verſchiedenen Tanzdarbietungen
wur=
den wegen ihrer natürlichen Friſche und ihres jugendlichen
Tempera=
ments mit Begeiſterung aufgenommen. Die S=hilerinnen der Gymnaſtik=
Schule der Städt. Akademie für Tonkunſt machten dieſer ſowohl wie
auch Fräulein Aenne Reiß, die die Leitung der Tänze übernommen
und dieſe einſtudiert hatte, alle Ehre. Beſonders gefielen die
entzücken=
den, graziöſen Darbietungen vom Liesl Müller. Ilſelore Wöbke,
Herta Plaut, Käthe Koch, Rita Hönigsberg, Ilſe
Neu=
mann und Beate Thümmel, ſowie der Matroſentanz und
Ra=
detzky=Marſch=Tanz der 6 Schülerinnen der Schule. Große Heiterkeit
erregte das wundervolle humoriſtiſche Singſpiel „Wer trägt die Pfann”
weg”, bei dem die Darſteller Herr Heinrich Schmidt als Schuſter,
Herr Wilhelm Eichel als junger Herr und Fräulein Tilly
Ame=
lung aus Frau Knickebein ganz hervorragende ſchauſpieleriſche
Ta=
lente entwickelten. So nahm der Begrüßungsabend dank der
vorzüg=
lichen Zuſammenſtellung der Feſtfolge und der umſichtigen Vorarbeiten
des Ausſchuſſes einen durchaus harmoniſchen Verlauf.
Es ſei noch darauf hingewieſen, daß heute vormittag 11 Uhr ein
Feſtakt in der Helia, nachmittags 3 Uhr ein Zug der Kolonnen zum
Flugplatz, anſchließend dort Sanitätsübung und abends ein Bunter
Abend und Tanz in der Woogsturnhalle ſtattfinden. Der Beſuch der
Sanitätsübung iſt frei.
Ueberall Anerkennung!
Die Reise- und Ferienzeit eignet sich besonders zur Vornahme
größerer Reparaluren an Flügeln, Pianos u. Harmoniums
Gediegenste Ausführung durch die Reparaturwerkstätte
des Pianoforte- und Harmoniumlagers
LI, H. Alfämermann, DarmStau,, aralenSlk. 2,, nächst Rheinstr.
Fachmännische Beratung bereitwilligst und unverbindlich. (10531a
— Maſſenkonzert in der Feſthalle. Die Pflege der alten
Militär=
muſik iſt eines der hohen Ziele, die ſich der Reichsbund ehemaliger
Militärmuſiker geſteckt hat. Die hieſige Ortsgruppe ſteht in dieſen
Be=
ſtrebungen mit an erſter Stelle unter ihren deutſchen Brudervereinen
und ihre Veranſtaltungen finden in allen hieſigen Bevölkerungsſchichten
lebhaften Anklang. So dürfte auch das zweite am Freitag, den 6. Juli,
abends 8 Uhr, in der ſtädtiſchen Feſthalle ſtattfindende große
Vereins=
konzert ſeine beſondere Anziehungskraft ausüben. Es iſt als
volkks=
tüimliche Unterhaltung gedacht, das allen Kreiſen Gelegenheit zu einigen
Stunden angenehmer Unterhaltung bieren foll. Unter Mitwirkung
ihrer Wormſer Kollegen werden die Angehörigen der hieſigen
Orts=
gruppe in einer Geſamtſtärke von 100 Mitgliedern unter Leitung des
Heeresmuſikinmizientea Herin Prof. Hackenberger=Berlin, Lehrer
an der Muſikhochſchule, eine Reihe Muſikſtücke bewährter Meiſter zum
Vortrag bringen. Auch die Militärmärſche werden nicht fehlen. Der
Vorverkauf hat ſchon mächtig eingeſetzt, da der Eintrittspreis von 50
Pfg. jedermann Gelegenheit bietet, ſich einen beſonderen Genuß zu
ver=
ſchaffen. (Siehe Anzeige.)
— Mozart=Verein. Dem Berliner Mozart=
Jugend=
chor, der am 3. Juli in der Turnhalle am Woogsplatz mit 130 Kindern
ein Konzert gibt, geht ein guter Ruf voraus. Auch in Darmſtadt war
die Kritik einmütig in ihrem Lob, als die Großſtadtkinder vor drei
Jah=
ren im Saalbau hier zum erſten Male ſangen. Der ganze Chor iſt bei
Mitgliedern und Freunden des Vereins zu Gaſt. Die niedrigen
Ein=
trittspreiſe 50 Pf. bis 1,50 Mk.) geben jedem die Möglichkeit, ſich dieſes
Eigenartige Konzert der Jugend anzuhören. Karten bei O. Titze,
Eli=
ſabethenſtraße 4.
— „Du wirſt mich heiraten!” das derzeitige glänzende
Repertoire=
ſtück der Harprecht=Sommer=Bühne, bleibt nur noch heute Sonntag
und morgen Montag auf dem Spielplan. Als letztes Stück im
Abonnement iſt „Mrs. Cheneys Ende!” von Fredrick Lonsdale in
Vor=
bereitung. Die Sommerſpielzeit währt nur noch kurze Zeit und wird
nicht verlängert. Der Sonntagskartenverkauf iſt im Verkehrsbüro von
9 bis 12 Uhr und an der Kaſſe des Orpheums ab 3 Uhr nachmittags.
(Siehe heutige Anzeige.)
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die
Geſamtausſtel=
lung der Piperdrucke iſt heute von 11—1 Uhr zum letzten
Male geöffnet und wird dann geſchloſſen. — Im Juli und Auguſt
folgen zwei Ausſtellungen auswärtiger Maler. Näheres wird noch
bekanntgegeben.
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Nächſter Vortragsabend am Donnerstag, abends 8.30 Uhr, im
Eintracht=Saal (Eliſabethenſtraße 12). Es ſpricht Herr Phil. Weber
über „Darmſtädter Originale, wunderliche Käuze und komiſche
Geſtal=
ten”, mit Vorführung von Lichtbildern.
— Hegezeit für Enten. Auf Grund des Art. 29 des Jagdſtrafgeſetzes
vom 19. Juli 1858 wird in Abwechſelung von der Beſtimmnung in § 2
Ziffer 7. der Verordnung, die Ausführung des Jagdſtrafgeſetzes,
ins=
beſondere die Anordnungen wegen der Hegezeit betreffend, vom 29. Apeil
1914 beſtimmt, daß für das laufende Jagdjahr die Hegezeit für Enten
bereits mit dem 14. Juli 1928 endet.
Seite 3
*Sommernachtsfeſi am Woog.
Das vom Amt für Leibesübungen Darmſtadt geſtern abend
veranſtaltete Sommernachtsfeſt am Woog hatte unzählige
Tau=
ſende von Beſuchern angelockt. Sämtliche vorhandenen Sitz=
und Stehplätze, ſowie die für nichtzählende Beſucher
freigege=
benen Woogsdämme waren von ungezählten Menſchenmengen
dicht beſetzt. Es wurden die verſchiedenartigſten
Waſſerſport=
zweige in Sondergruppen und Sondervorführungen gezeigt,
Verbeanſprachen gehalten und die Zwiſchenpauſen mit
humori=
ſtiſchen Darbietungen ausgefüllt. Den Schluß bildete ein
rieſi=
ges Feuerwerk, das ſtarken Anklang fand. Das Feſt dauerte bis
nach Mitternacht. Wir kommen darauf zurück.
Ueber die reichsgeſetzliche Unfall=Verſicherung
von Kraftfahrzeug=, Geſpann= und Reittier=
Haltungen
ſchreibt uns das Städtiſche Verſicherungsamt:
Im eigenſten Intereſſe aller Beteiligten wird darauf hingewieſen,
daß nicht nur die gewerbsmäßigen, d. h. lohnfuhrmäßigen, ſondern auch
alle nicht gewerbsmäßig betriebenen Fahrzeug= und Reittier=Haltungen
(hierher gehören auch pridgte Rennſtälle und Traberſtälle) der
reichs=
geſetzlichen Unfallverſicherung unterliegen, ſofern hierbei Arbeitnehmer,
wie Kraftwagenführer, Wagenreiniger, Kutſcher, Pferdepfleger,
Trai=
ner, Jockeys, Stalleute oder ſonſtige Hilfsperſonen, wenn auch nur
ge=
legentlich oder zeitweiſe, beſchäftigt werden. Verſicherungspflichtig ſind
ferner, was beſonders zu beachten iſt, kaufmänniſche Angeſtellte, die
ihnen zur Verfügung geſtellte Kraftfahrzeuge ſelbſt fahren oder
inſtand=
halten. Hierunter fallen Direktoren, Geſchäftsführer, Prokuriſten und
andere leitende Perſönlichleiten kaufmänniſcher oder gewerblicher
Unter=
nehmungen, Reiſende, Vertreter und Büroperſonal jeglicher Art.
Nicht gewerbsmäßig gehalten im Sinne des Geſetzes werden alle
Kraftfahrzeuge (auch Motorräder, ſofern ſie von verſicherungspflichtigen
Perſonen ſelbſt gefahren oder inſtandgehalten werden), Kutſchgeſpanne
und Reittiere, die zu privaten, ſportlichen, geſchäftlichen, beruflichen oder
wiſſenſchaftlichen Zwecken Verwendung finden. Die Halter ſolcher
Fahr=
zeuge oder Pferde haben bei Vermeidung von Ordnungsſtrafen bis zu
1000 RM. ihre Haltungen binnen einer Woche nach Inbetriebnahme
der Fahrzeuge uſw. bei der zuſtändigen Genoſſenſchaft für die
Reichs=
unfallverſicherung der Fahrzeug= und Reittier=Haltungen (
Berufs=
genoſſenſchaft Nr. 68, Berlin SW. 11, Kleinbeerenſtraße 25, durch
Ver=
mittelung des hieſigen Städtiſchen Verſicherungsamts, Landgraf=Philipp=
Anlage Nr. 11, woſelbſt auch die dazu erforderlichen Formulare zu
haben ſind, anzumelden.
In Zweifelsfällen können ſich die Fahrzeug=uſw.=Halter auch direkt
an die Berufsgenoſſenſchaft mit der Bitte um Auskunft werden.
Kurz=
adreſſe: Berufsgenoſſenſchaft Nr. 68, Berlin SW. 11,
Kleinbeeren=
ſtraße 25.
Die allgemein üblichen Haftpflicht=, Unfall=, Kasko=uſw.=
Verſicherun=
gen bei privaten Verſicherungsgeſellſchaften befreien in keinem Falle von
der Reichsunfallverſieherung.
Brieftaubenſport.
Flug Linz!
Der Brieftaubenklub 0380 (alter Verein) ſchreibt uns:
Am Freitag, den 22. Juni, ſandte die Reiſevereinigung „Südmain”=
Sprendlingen gemeinſam mit der Frankfurter und Höchſter R.V.
1900 Tauben nach Linz in Oberöſterreich. Hieran war auch der älteſte
Darmſtädter Brieftaubenklub mit einer anſehnlichen Zahl Tauben
be=
teiligt. Die Entfernung betrug 450 Kilometer. Auflaßtag: Sonntag,
den 24. Juni. Um 7.40 Uhr aufgelaſſen, erreichten die erſten Tauben
um 3.55 Uhr die Heimat. Die Tauben folgten, jedenfalls durch
Gewit=
terſtörungen auf der Hauptſtrecke, ſehr minimal nach, ſo daß am Abend
zirka 50—60 Prozent die Heimat erreicht hatten. Am Montag folgte
der Reſt aber gut nach, ſo daß es faſt keine Verluſte gab. Immerhin
waren die annähernd 400 Preiſe am Sonntag abend vergriffen.
Den 1. Vereinspreis errang Herr E. Achen, Rheinſtr. 41, den 2.
Herr K. Schwebel, Barkhausſtr. 35, den 3. Herr Ketterle,
Liebfrauen=
ſtraße 60, den 4. Herr Ehmig, Lindenhofſtraße 13.
Vereinslokal Böttingers Brauerei, Ludwigsplatz. Vereinsabend
jeden Donnerstag von 8.30 Uhr ab. Intereſſenten wenden ſich ſtets
nur an den Brieftaubenklub 0380, Darmſtadt. 1. Vorſitzender
Karl Schwebel, Barkhausſtr. 35, 2. Vorſitzender Herr E. Achen,
Rhein=
ſtraße 41.
Jagd= und Fiſchereikalender für den Monat
Juli.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Jagdklub, E. V., Darmſtadt.
Edel= und Damwild tragen nun wieder ihren fertigen Kopfſchmuck
und beginnen gegen Ende des Monats mit dem Fegen.
In Heſſen iſt für beide Wildarten keine Schonzeit. Wer trotzdem
auf .htfertig gefegten Hirſch ſchießt, gehört nicht zu den
anſtän=
digen Jigern.
Das Rehwild iſt außerordentlich heimlich und ſteht meiſt im
Ge=
treide. In der zweiten Hälfte des Juli beginnt die Brunſt, und damit
wird es wieder lebendig im Wald, indeſſen emfiehlt es ſich, den
Ab=
ſchuß guter Böcke in der Blattzeitz nicht zu früh. vorzunehmen, damit
vorher Gelegenheit zum Vererben namentlich der beſten Böcke
vor=
handen iſt.
Die Haſen bringen einen weiteren Satz. Die Jagd auf Wildenten
beginnt mit dem 16. Juli. Der Weidgerechte Jäger wird dabei mit
großer Vorſicht zu Werke gehen und wird diesmal zuerſt auf die alte
Ente ſchießen, namentlich wenn er an ihrem Benehmen merkt, daß ſie ein
Schof führt, denn die Jungenten ſind oft ſehr verſchieden in der
Ent=
wicklung, und die im Wachstum zurückgebliebenen bedürfen vor allen
Dingen der Führung durch die Mutterente.
Wildtauben können jetzt geſchoſſen werden, nachdem die Jungen
ſelbſtändig geworden ſind.
Die Schnepfe hat noch Schonzeit, ebenſo Faſanen, Rebhühner, Haſen
und die Waldhühner.
Das Haar=Raubwild führt jetzt ſeine Jungen auf Raub. Ihm iſt
deshalb beſondere Aufmerkſamkeit zu ſchenken, ebenſo wie den jetzt
flüggen Raubvögeln, Krähen, Elſtern und ſtreunenden Hunden und
Katzen.
Aeſihe, Forelle und Bachſaibling werden jetzt mit Nutzen gefangen.
Karpfen, Barſch, Barbe, Zander und Aal gehen leicht an die Angel,
ebenſo der Hecht.
— Nürnbergfahrt der heſſiſchen Volkshochſchulen. Die heſſiſchen
Volkshochſchulen unternahmen vom 16. bis 18. Juni eine Fahrt nach
Nürnberg zur Dürer=Gedächtnisausſtellung. Es war der erſte Verſuch,
Men=
ſchen, die ſich nicht kannten, zu einer gemeinſamen Fahrt zuſammenzufaſſen.
Der Verſuch iſt aufs beſte geglückt. Es zeigte ſich, daß gerade das von
der Sache her beſtimmte Zuſammenſein, die Abſicht, Nürnberg und die
Dürer=Gedächtnisausſtellung zu ſehen, auch für das geſellige
Zuſam=
menſein beſte Vorbedingung war. Die Führung bemühte ſich, aus der
alten Stadt und der Ausſtellung „Dürer” und „Deutſche Kunſt der
Gegenwart” das Weſentliche herauszunehmen und dieſes Wenige
wirk=
lich erleben zu laſſen. Es iſt bei ſolchen Fahrten unwichtig, zu viele
Namen und Zahlen zu hören, die man doch wieder vergißt. Wichtiger
dagegen iſt das Sehen. Der Sonntag führte die Teilnehmer zunächſt
auf die Burg, um einen Ueberblick über die ganze Stadt zu gewinnen,
dann durch die alten Straßen und Plätze, in die Kirchen St. Lorenz
und St. Sebald und in eine Reihe von alten Höfen. Der Abend
ver=
einigte die meiſten Teilnehmer in den Hans Sachs=Spielen, die recht
gut in die Umgebung daßten. Der Montag war den beiden
Ausſtel=
lungen gewidmet. Die berzliche Fröhlichkeit der Heimfahrt zeigte, daß
alle Teilnehmer von der Fahrt befriedigt waren und ſicher wieder an
ſolchen Volkshochſchulfakrten ſich gern beteiligen werden.
Straßenſperre, Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird
die Beckerſtraße ziiſchen Schwanen= und Eckhardtſtraße vom 28.
Juni bis auf weiteres für den Auto=, Fuhrwerks= und
Radfahrver=
kehr geſperrt.
(IV.485
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Seite 6
Sonntag den 1 Juli 1928
Nummer 181
„Auf dem Wege zur Arbeisſchule”.
„Heſſen voran”.
Wir erhalten folgende Zuſchrift:
Unter obiger Ueberſchrift bringt ein hieſiges Blatt in ſeiner Nr. 145
vom 23. Juni d. J. einen Bericht über die in der verfloſſenen Woche
gezeigte Ausſtellung von Schülerzeichnungen heſſiſcher und
auswärti=
ger Volksſchulen. Ohne auf die der Geſamttendenz dieſes Blattes
ge=
widmeten Beigaben einzugehen, erſcheint es uns doch zweckmäßig, dem
ſachlichen Kern unſere Aufmerkſamkeit zuzuwenden.
Dem Verfaſſer dieſes Berichts ſchwebt als Ziel vor die
Anglie=
derung des Zeichenunterrichts an den
Werkunter=
richt und die Unterſtellung unter die Oberaufſicht
des Herrn Schulrat Denzer. Gleich von vornherein möchten
wir dazu bemerken, wir gönnen dem genannten Herrn jede
Erweite=
rung ſeines Arbeits= und Machtbereichs, die nicht mit unſerer ernſten,
verantwortungsvollen Arbeit in Berührung kommt: ſollten wir aber
unliebſcmer Beeinfluſſung ausgeſetzt werden, ſo müßten wir ſchärfſten
Widerſtand entgegenſetzen.
Die Volksſchule hatte ihr gerütteltes Maß von Arbeit und Zielen,
ſchon bevor der Werkunterricht erfunden war. Und ſie hatte für
wei=
tere Belaſtung ſchlechterdings keinen Naum mehr. Ja ſie war ſich
klar darüber, daß ihren mit 14 Jahren entlaſſenen Zöglingen eine
beſſere Beherrſchung der Mutterſprache und des bürgerlichen und
ge=
ſchäftlichen Rechnens dringend nottat und daß alle nur irgend
verfüig=
bare Zeit dieſem Ziele eewidmet werden mußte. Trotzdem wurde ſie
auf Drängen des Herrn Lehrers Denzer noch mit dem Werkunterricht
belaſtet. Wir ſtehen mit der Auffaſſung nicht allein, daß ein ſachlicher
Grund dafür nicht vorlag. Oder gibt es überhaupt einen Menſchen,
der ernſtlich glaubt, daß es für die Entfaltung der auf handwerklichem
Gebiet liegenden Fähigkeiten des jungen Menſchen nach dem 14.
Le=
bensjahre zu ſpät ſei?. Dabei ſind wir feſt überzeugt, daß ſie in dem
reichen Fluß eines handwerklichen Geſchäfts unter der Führung eines
den ganzen Betrieb völlig beherrſchenden Meiſters in wenigen Tagen
allein durch Zuſehen mehr lernen als in den Monaten und Jahren
unter den kümmerlichen Verhältniſſen des Werkunterrichts einer
Volks=
ſchule. Was ſo man da mit ihnen anfangen? Man kann doch nicht für
jedes Handwerk eine beſondere Art von Werkſtatt einrichten. Welchen
Sinn kann es aber haben, wenn man einen künftigen Schneider oder
Friſeur in eine nun einmal vorhandene Schloſſer= oder
Schreinerwerk=
ſtatt hineinpreßt. Das kann doch nur zu törichten Stümpereren und
Entgleiſungen führen. Die an größeren Plätzen beſtehenden
Hand=
werkerſchulen können doch wohl durch bewährte Handwerksmeiſter den
Bedürfniſſen des heranwachſenden Lehrlings beſſer gerecht werden, als
der Maſſenbetrieb der Volksſchule unter der Hand eines zum
Hand=
werksmeiſter nun einmal praktiſch nicht vorgebildeten Lehrers.
Aus=
nahmen ſeien zugegeben. Die Verſchiebung um etwa ein Jahr fällt
da=
bei doch nicht ins Gewicht. Oder glaubt man, daß man durch die
Schulwerkſtatt die Unterlagen für die Abkürzung der Lehrzeit ſchaffen
könnte?. Wir ſind überzeugt, wer in der dreijährigen Lehrzeit nichts
Vernünftiges lernt, dem iſt überhaupt nicht zu helfen, den rettet auch
der Werkunterricht der Volksſchule nicht. Der Werkunterricht der
Volksſchule erſcheint hiernach als völlig entbehrlich und zwecklos.
Das Gefühl ſeiter Unzulänglichkeit dürſte wohl auch der geiſtige
Vater des Vorſchmelzungsgedankens mit dem Zeichenunterricht geweſen
ſein. Was ſoll aber dieſe witernatürliche Gemeinſchaft?. Beide haben
doch kaum etwas miteinander zu tun. Soll denn der Zeichenunterricht
zum Lebensretter eines Halbertrunkenen werden?
Dem Verfaſſer des genannten Berichts ſcheint Herr Schulrat
Den=
zer als das Ideal eines Reformators zu erſcheinen. Er bringt bereits
Andeutungen über die Richtlinien dieſer Reform. In erſter Linie ſoll
da die läſtige „Lehrplanszwangsjacke” ausgezogen werden, damit jeder
Lehrer ſich frei bewegen könne. Man denke ſich nun einen Augenblick
die Ungeheuerlichkeit des Wirrwarrs aus, der entſtehen müßte, wenn
den Hunderttauſenden von Lehrern, die zwiſchen Baſel und
Königs=
berg tätig ſind, ſeitens ihrer vorgeſetzten Stelle eröffnet würde, einen
Lehrplan gibt es nicht mehr, nun richtet euch ein, wie ihr wollt. Gegen
die Beſeitigung wiſſenſchaftlich und praktiſch unbrauchbarer Lehrpläne
iſt gewiß nichts einzuwenden, aber es kann ſich dabei doch nur um die
Erſetzung durch taugliche handeln. Die Lehrerſchaft wird Mittel und
Wege zu finden wiſſen, die ſie vor einem ſolchen Strudel bewahrt.
Ausgeſprochen ſoll hier noch werden, obwohl das ſelbſtverſtändlich
ſein ſollte, daß ein Reformator nur ein ausgereifter, das Fach nach
allen Seiten hin beherrſchender Fachmann ſein kann. Von ihm muß
erwartet werden, daß er ein ordnungsmäßiges Kunſt= und
kunſtpäda=
gogiſches Studium durchlaufen, den Nachweis ſeiner Leiſtungsfähigkeit
in einer ſtaatlichen Prüfung erbracht und praktiſche Erfahrung im
Dienſt erworben hat. Außerdem ſollte er die perſönliche Befähigung
zum Führer, kurz diejenigen Eigenſchaften beſitzen, die ihm in den
Augen der Fachleute das nötige Maß von Anſehen geben. Trifft das
nicht zu, ſo bleibt er bloß Gehaltsempfänger und der Staat bezahlt
ſeinen Gehalt ohne Gegenleiſtung.
C.
— Vom alten Friedhofe. Wir machen unſere Leſer auf die heutige
Bekanntmachung des Oberbürgemmeiſters betr. das Einebnen von
Reihengräbern der in der Zeit vom 1. Januar 1997 bis 22. Mai 1908
beerdigten erwachſenen Perſonen, aufmerkſam.
D Gemeinde=, Kreis= und Provinzialſteuern für 1928 — grüner
Steuerbeſcheid. Das erſte Ziel vorſtehend bezeichneter Steuern
iſt bei Meidung der Beitreibung bis zum 10. Juli, 1928 an die
Stadtkaſſe Grafenſtraße 28, zu zahlen.
— Schulgeldmahnung. Das Schulgeld der hieſigen höheren
Schu=
len ſowie der Städtiſchen Maſchinenbau= Gewerbe=, Handels= und
Haushaltungsſchulen für die Monate April bis Juni 1928 iſt bei
Meidung der Beitreibung bis zum 10. Juli an die Stadtkaſſe,
Gra=
fenſtraße 28, zu zahlen.
Aus den Parteien.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Auf
allgemeinen Wunſch ſoll am Samstag, dem 7. Juli, nachmittags 2 Uhr,
eine Autofahrt nach Lichtenberg unternommen werden. Wer Freude
an dieſem netten Plan findet, der tut gut daran, ſich bereits dieſen
Montag, den 2. Juli, auf der Geſchäftsſtelle in die aufgelegte Liſte
ein=
zuzeichnen. Die Ausführung der Fahrt hängt von einer beſtimmten
Teilnehmerzahl ab. Alles Nähere erfährt man auf der Geſchäftsſtelle,
Nheinſtraße 22, Fernſprecher 1304.
Soelande iu Senuige der 1 2unf uece.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum abends 20 Uhr, Sommerbühne
Harprecht: „Du wirſt mich heiraten‟. — Konzerte: Schloßkaffee,
Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen,
Kolpingshaus, Stadt Nürnberg, Chauſſeehaus. Karlshof, Hotel Prinz
Heinrich, Rummelbräu, Reichshof. — Ludwigshöhe, nachm.
16 Uhr: Großes Konzert — Kinovorſtellungen: Helia,
Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
*Verwaltungsgerichtshof.
p.* 1. Vocentſcheidung gegen den ſtädtiſchen Verwaltungsſekretär
Götter in Mainz.
Der Verwaltungsſekretär Götter iſt im Jugendamt Mainz tätig.
Gegen ihn hat ein gewiſſer Mock in Mainz Privakklage wegen
Beleidi=
gung ſeiner Ehefrau erhoben, weil Götter die Aeußerung getan hat,
die Ehefrau M., die Stiefmutter eines vom Jugendamt Mainz
betreu=
ten Mündels, ſei vorbeſtraft. Die Aeußerung geſchah aus dienſtlichen
Gründen, weil Götte= einen Verkehr des Mündels mit der Stiefmutter
angeſichts der vielen Vorſtrafen der letzteren in einem Einzelfalle nicht
zulaſſen wollte. Tas Amtsgericht Mainz hat das Hauptverfahren wegen
Beleidigung eröffnet, mußte aber vom Verteidiger des Sekretärs Götter
auf Artikel 77 des Heſſiſchen Ausführungsgeſetzes zum B. G.B
hinge=
wieſen werden.
Der Vertreter des Staatsintereſſes betont, daß ſich Götter eine
ueberſchreitung ſeiner Amtsbefugniſſe nicht
ſchul=
dig gemacht habe. In dieſem Sinne erkennt auch der Gerichtshof.
2. Kreisamtliche Beanſtandung des Beſchluſſes des Gemeinderats
Groß=Zimmern wegen Kommunaliſierung des Beerdigungsweſens.
Berichterſtatter iſt in dieſer Angelegenheit von grundſätzlicher
Bedeu=
tung Profeſſor Gmelin=Gießen. Die Sache hat den Kreisausſchuß
Die=
burg und den Provinzialausſchuß der Provinz Starkenburg bereits
be=
ſchäftigt. Dieſer letztere hat ebenſo wie der Kreisausſchuß die
kreis=
amtliche Beanſtandung für unbegründet erklärt, und zwar aus
ſach=
lichen Gründen, neil die Gemeinde befugt erſcheine, das
Beerdigungs=
weſen von ſich aus zu regeln. Der Kreisdirektor des Kreiſes Dieburg
hat Rebiſion eingelegt und er begründet ſie damit, die Groß=Zimmerner
Regelung bedürfe einer miniſteriell zu genehmigenden Ortsſatzung. —
Erſchienen iſt nur Bürgermeiſter Brücher von Groß=Zimmern. Der
Ver=
treter des Staatsintereſſes betont, daß in Frage ſtehe, ob die Lieferung
von Sarg und Grabkreuz burch Gemeinderatsbeſchluß oder nur durch
Ortsſatzung geregelt werden könne. Hier ſcheine aber eine weitergehende
Regelung platzgreifen zu ſollen, ſo koſtenloſe Stellung des
Leichen=
wagens oder Ueberlaſſung von Erbbegräbnisplätzen. Wenn ein
Rechts=
anſpruch auf dieſe Leiſtungen gewährt werden ſolle, ſo könne nur der
Weg der Ortsſatzung genählt werden. Das Miniſterium des Innern
müſſe eine Klärung der ganzen Frage wünſchen. Es wird beantragt,
der Reviſion des Kreisdirektors ſtattzugeben und das
Provinzialaus=
ſchußurteil aufzuheben. Der Bürgermeiſter betont, ein Zwang werde
auf die Hinterbliebenen in keiner Weiſe ausgeübt; eine Uniformierung
des Beerdigungsweſens ſei nicht beabſichtigt. Das Urteil
ver=
wirft die Reviſion.
Weiterprognoſe für Juli.
Ausgegeben vom Deutſchen Zentralbureau für aſtronom. Wetterkunde,
Direkter A. M. Grimm, Goslar.
Eig angenehmer Sommermonat mit wechſelnden
Witterungserſchei=
nungen und vielen warmen Tagen. Die Temperatur hält ſich meiſtens
über das Mittel und wird nur durch die ſtärkeren Niederſchläge
weſent=
lich heruntergedrückt (ſiehe Kurven). Die Niederſchläge halten ſich,
was ihre Häufigkeit und Stärke betrifft, an das normale Maß. Die
Bewölkung iſt etwas reichlicher. Dieſer Monat zeitigt mehrere
Erd=
ſtöße und ein größeres Beben.
1.— 5.: Die meiſte Zeit Regen, beſonders am Anfang und am Ende.
Auch Gewitter und Stürme.
6.—19.: Beginnt mit Sturm und Regen, verläuft aber die folgende
Zeit hauptſächlich trocken mit ſteigender Temperatur.
11.—16.: Trockenperiode mit leichteren und ſtärkeren Winden,
wechſeln=
der Bewölkung, hoher Temperatur und lokalen Gewittern.
16.—20.: Beginnt und verläuft die erſten Tage ſchön mit zu Hitze
an=
ſteigender Temperatur, wonach Gewitter und Regengüſſe mit
ſtarker Abkühlung folgen.
21.—25.: In der erſten Hälfte windig und warm, vorwiegend trocken,
in der zweiten Hälfte Regen und Abkühlung.
26—31.: Veränderliches Wetter mit Wind, Regen, Stucm, häufigere
Gewitter.
Uebermäßige Körperfülle imSommer
iſt beſonders läſtig. Nehmen Sie morgens nüchtern und abends vor
dem Schlafengehen 2 Toluba=Kerne, die unſ ädliche, dabei
wirk=
ſame Stoffe enthalten. Sie erhalten die echten Toluba=gerne
(V 3693
(30 Gramm in den Apotheken.
Lokale Veranſtaltungen.
— Wiener Kronenbräu=Keller. Die Einladung zum
letzten Freitagskonzert (Ein bunter Abend) hatte gewviukt und das
Publikum kam in Scharen. Gleich zu Beginn des Konzerts war man
enthuſiasmiert, wozu das herrliche Wetter und der wirklich hübſche
Gar=
ten — in erſter Linie natürlich die freudeaſpendende Muſik —
bei=
trugen. Der jubelnde Dank der Zuhörer ſteigerte ſich mit jeder
Vor=
tragsnummer, und es ſteht feſt, daß es Matthias Weber meiſterhaft
ver=
ſteht, mit dem Publikum — etwa 2000 Beſucher — in Fühlung zu ſein.
Auch verſteht es Herr Weber Programme zu bringen, welche in den
Rahmen ſolcher Konzerte paſſen, um auch bei povulärer Muſik die
Fähigkeiten ſeines Orcheſters beweiſen zu können. Das Orcheſter folgte
willig und aufmerkſam den Intentionen ſeines Leiters, und macht ſich
das harmoniſche Verhältnis zwiſchen Orcheſter und Leiter gerade hier
ſehr angenehm bemerkbar. Das äußerſt zahlreiche Publikum ſpendete
daher auch nicht endenwollenden Applaus nach jedem Stück und
Matthias Weber quittierte mit „Einlage auf Einlage‟. Dieſes Konzert
war mal wieder ein Greignis für Darmſtadt.
— Orangeriegarten. Heute abend 8 Uhr veranſtaltet das
Stadtoncheſter im Drangeriegarten ein volkstümliches Konzert, welches
den Beſuchern eimige recht unterhaltende und genußreiche Stunden
verſpricht.
— Promenade=Konzert. Vielen Anvegungen folgend,
findet das Promenade=Konzert am Sonntag, dem 1. Juli, vormittags
11 Uhr, wieder im Herrngarten ſtatt. Der nördliche Teil des
Herrn=
gartens iſt für den Durchgangsverkehr geſperrt, jedoch der Weg
Tor=Schloßgartenplatz-Landestheater dem Durchgangsverkehr
freigege=
ben, ſo daß die Paſſanten ohne große Umwege ihre Ziele erreichen
können. Muſikfolge: Kaiſer=Friedrich=Marſch von Friedemann;
Quver=
türe zur Oper „Die Felſenmühle” von Reiſiger; Geſchichten aus dem
Wiener Wald von Strauß; Große Fantaſie aus, Mikado” von
Sulli=
van: Die türkiſche Schaarwache von Michaelis; Volkslieder=Potponpri
von Rhode; El Capitain, Marſch von Souſa.
—Herrngarten=Café. Sonntag, den 1. Juli, finden im
Herrngarten=Café nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr Künſtier=
Kon=
zerte ſtatt. Dem regen Beſuch, welche ſich dieſe Konzerte erfreuen,
Rech=
nung tragend, werden dieſelben in größerer Beſetzung ausgeführt.
—Hanauer Hof. Heute abend 8 Uhr findet im Hanauer Hof
Künſtlerkonzert ſtatt. Beginn 8 Uhr. Bei ungünſtiger Witterung findet
dasſelbe im Saal ſtatt.
Aus Heſſen.
J. Griesheim, 30. Juni. Herr Bahnſchaffner und Wagenführer
Trumpler hier kann am 1. Juli d. Js. auf eine 25jährige
Tätig=
keit bei der „Heag” zurückblicken. Herr Trumpler iſt ein pflichttreuer,
gewiſſenhafter Beamter, der ſich bei ſeinen Kollegen und allen
Fahr=
gäſten der größten Beliebiheit erfreut. — Gegen zwei Schwindler, die
ſich unter falſchem Namen das Zutrauen zweier hieſige= Mädchen zu
erwerben wußten und ſich mit ihnen verlobten, iſt von der
Staatsan=
waltſchaft die Anklage wegen Betrugs und Unterſchlagung erhoben
worden. — In einer der letzten Nächte wurde auf dem neuen
Lager=
platz der Firma L. Wolff Söhne am Bahnhof ein dort ſtehender
Wa=
gen vollſtändig auseinandergenommen und die Räder in eine tiefe
Grube geworfen. Von den Verübern dieſes Bubenſtreichs fehlt jede
Spur. In der Nacht zum Dienstag ſtürzte die Lagerhalle dieſer Firma
auf dem alten Lagerplatz zuſammen. Ob der Einſturz der Halle auf
äußere Einwirkungen zurückzuführen und mit dem Bubenſtreich in
Ver=
bindung zu bringen iſt oder durch den ſtarken Sturm in der Nacht
verurſacht wurde, konnte nicht feſtgeſtellt werden.
4a. Eberſtadt, 9. Juni. Kreisſchulrat Storck in
Eber=
ſtadt. Der neue Kreisſchulrat des Kreiſes Darmſtadt, Storck, ſtellte
ſich dieſer Tage dem hieſigen Lehrerkollegium vor. —
Verkehrs=
ſchilder. An mehreren Haupt= und Nebenſtraßen des Ortes ſind in
der letzten Zeit größere, weithin ſichtbare Verbehrsſchilder aufgeſtellt
worden, was im Intereſſe des Verkehrs und der Verkehrsſicherheit
imnerhalb des Ortes nur ſehr begrüßt werden kann. —
Vereinsaus=
flug. Die Turngeſellſchaft E. V. unternimmt am 15. Juli einen
Vereinsausflug mit Muſik nach Münſter bei Dieburg. An dem an
die=
ſem Tag dort ſtattfindenden Turnfeſt beteiligen ſich auch mehrere aktive
Mitglieder des genannten Vereins.
4a. Eberſtadt, 2. Juni. Die Kriegerkameradſchaft „Germania”
Darmſtadt unternahm am Sonntag einen Ausflug mit dem Ziele
Eber=
ſtadt. Man kehrte im Gaſthaus „Zum Mühltal” zu geſelliger
Unter=
haltung ein. — Zuſammenſchluß der Mieter. Gegenwärtig
ſind Beſtrebungen im Gange, einen Mieterſchutzverein ins Leben zu
rufen. Eine Mieterverſammlung, in der Darmſtädter Stadwerordnete
ſprachen, hat bereits ſtattgefunden. — Auszeichnung. Der Schüler
der Städtiſchen Handelsſchule in Darmſtadt, Georg Heim aus
Eber=
ſtadt, wurde in Anerkennung ſeiner Leiſtungen mit einer Gabe aus der
Löſchſtiftung ausgezeichnet. — Geburtstagsfeier. Außer den
50jährigen planen auch die 30jährigen eine gemeinſame
Geburtstags=
feier abzuhalten. Eine Vorbeſprechung über die bevorſtehende Feier hat
in dieſen Tagem bereits im Gaſthaus „Zum Gambrinus” ſtattgefunden.
— Guter Umſatz. Zu der Vermögensbilanz der
Landwirtſchaft=
lichen Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft Eberſtadt iſt noch nachzutragen,
daß der geſamte Warenumſatz im abgelaufenen Geſchäftsjahr 4941,5 Ztr.
betragen hat.
G. Ober=Ramſtadt, 30. Jumi.
Säuglingsberatungs=
ſtunde. Kommenden Montag, den 2. Juli, nachmittags von 2—3 Uhr
ſindet im unteren Rathausſaal wieder eine Säuglingsberatungsſtunde
ſtatt. — Turnverein (Deutſche Turnerſchaft) 1877. Ein
außerordentlicher Erfolg ſowohl in turneriſcher als auch in
unterhal=
tender Hinſicht war dem Turnverein bei ſeiner im Saalbau „Eliſſenbad”
abgehaltenen Vor= und Werbeſchau zum 5djährigen Jubiläumsfeſt
be=
ſchieden. Bei dichtbefetztem Saale zeigten zunächſt die
Jugendabttilun=
gen ihr durch intenſive Ausbildung erworbenes Können in Freübungen,
Pferdſpringen und Spielen. Freibungen und ein in reizenden Koſtümen
ausgeführter Tanz von 4 Turnerinnen ſchloß ſich hieran an. Die
Sport=
abteilung führte gymnaſtiſche Uebungen, und die 1. Turnerriege, die in
ſtattlicher Zahl auſtrat, Uebungen am Pferd, Barren und Reck aus, die
in einem zu ſagen, Höchſtleiſtungen auf turneviſchem Gebiet darſtellten.
Sie ernteten alle lebhaften Beifall. Für dieſe außerordentlichen
Leiſtun=
gen der aktiven Abteilungen ſei den rührigen Turnwarten, insbeſondere
auch Turner Kuhn, herzlichſt gedankt. Daß ſich unſere Turner und
Turnerinnen neben ernſteſten kurneriſchen Aufgaben aber auch auf einen
gemütlichen Teil verſtehen, zeigten ſie wieder in einem einzigartig
aus=
geführten Grotesktanz und einem humoriſtiſchen Reckturnen, das alle
Anweſenden hinſichtlich ihrer Lachmuskeln auf eine ſtarke Probe ſtellte.
Die Turnerſingmannſchaft ergänzte das Programm durch mehrere
Lie=
dervorträge. So nahm dieſer Abend einen Verlauf, der dem Verein
ſelbſt und allen Beteiligten zur Ehre gereicht. — Bei den am Sonntag,
den 24. Juni, hier ſtattgefundenen Leiſtungsprüfungen des Main=Rhein=
Gaues der D.T. im Schwimmen könnte vom Turnverein Ober=
Ramſtadt, Turner Kaiſer je den 1. Sieg im 100 Meter Seiten= und im
100 Meter Hühſchwimmen erringen, Turner Geiß die 9. Stelle im
100 Meter Bruſtſchwimmen und Turner Heinrich Wedel den 3. Platz
im 100 Meter Rückenſchwimmen in der Unterſtufe belegen. Wir
be=
glückwünſchen die junge Schwimmabteilung zu dieſen Erfolgen aufs beſte.
(k) Noßdorf, M. Juni. Steuerausſchlagſätze. Die vom
Gemeinderat beſchloſſenen vorläufigen Umlagen und vorläufige
Sonder=
gebäudeſteuer für das Rechnungsjahr 1988 ſind miniſteriell genehmigt
worden. Bis zur Zuſtellung der Steuerbeſcheide können einſtweilen
Zahlungen auf die vorjährigen Beſcheide an die Gemeindekaſſe erfolgen.
— Ruhebänke. Die Bürgermeiſterei weiſt in einer öffentlichen
Be=
kanntmachung nachdrücklichſt darauf hin, daß das Beſchädigen,
Be=
ſchreiben und Beſchmutzen der im Gemeindewald aufgeſtellten
Ruhe=
bänke verboten iſt. Zuwiderhandelnde werden vom Forſtſchutzverſonal
unnachſichtig wegen Sachbeſchädigung zur Anzeige gebracht werden. Man
hofft, daß Uebertretungen, wie ſie ſeither leider feſtgeſtellt werden
muß=
ten, zukünftig unterbleiben, damit die Ruhebänke, deren Aufſtellung
all=
gemein begrüßt wird, auch ihren Zweck erfüllen. — Schnakenplage.
Es iſt beobachtet worden, daß in dieſem Jahr die Brutſtellen der
Schnaken eine beſonders ſtarke Vermehruns von Larven auſweiſen, ſo
daß in etwa 10 Tagen der Beginn der Schnakenplage zu erwarten iſt.
Es dürfte ſich deshalb empfehlen, das Uebergießen der Brutſtellen mit
Saprol uſw. in dieſem Jahr beſonders ſorgfältig vorzunehmen.
0. Dieburg, 29. Juni. Polizeiverordnung. Nach einer
Polizeiberordnung für den Kreis Dieburg iſt, wie amtlich mitgeteilt
wird, das Tragen offener Senſen beim Radfahren über öffentliche
Straßen und Plätze underſagt. — Bürgermeiſter Wick
wieder=
gewählt. Ohne Wahlhandlung gilt Bürgermeiſter Wick als
wieder=
gewählt, da bis zu der geſtellten Friſt zur Einreichung von
Wahlvor=
ſchlägen kein Gegenkandidat aufgeſtellt worden war. Nur der
Wahlvor=
ſchlag der Zentrumspartei mit Wick war eingegangen. Bürgermeiſter
Wick ſteht ſeit ſechs Jahnen an der Spitze Dieburgs, das ſeiner
Initia=
tive viele Errungenſchaften zu verdanken hat. — Die
Schützen=
geſellſchaft hält im kommenden Mongt ein größeres Preisſchießen
ab, das acht Tage lang dauern ſoll. Es beginnt bereits am kommenden
Sonntag.
n. Reichelsheim, R. Juni. Die Ausſtellung für
Geſund=
heitspflege und ſoziale Fürſorge iſt vom 4. bis 9. Juli
jedermann zugänglich. Am Dienstag, den 3. Juli, findet vor geladenen
Gäſten die Eröffnung ſtatt unter Mitwirkung der „Sängervereinigung
Eintracht”. Jeden Abend findet ein Vortrag ſtatt, umrahmt von
tur=
neriſchen Darbietungen der beiden Turmpereine und der Schulkinder. —
Die Pflaſterarbeiten in der Bismarckſtraße beginnen am 3. Juli. Die
hieſige Bürgermeiſterei gibt bekonnt, daß die Straße vom 3. bis 10. Juli
geſterrt iſt.
1. Werden Wagenstehen sieht, trittinteressiertnäher.
2. Werinnfahren sieht, blicktihm beittundernd nach.
3. Werim Wagensitzt, empfindet Behagen.
4. Werihnselbstlenkt, istbegeistert.
5. Werihn besitzt, iststolzdarauf.
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schlels (well geringes Eigengenticht). Geringe Steuer (monat
etwa Mk. 19—). Die stablle Bauart und die Gualtät von Mlatert
und Augführung genken die Heparaturpesen auf das Mindestn
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und die Insassen gelbst auf langer Fahrt frel von Anstrengung.
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IBIn 5228
Rummer 181
Sonntag den 1. Juſi 1928
Geite 7
Voriragsfolge für den Landwirtſchaftsfunk
für Juli 1928.
Im Landwirtſchaftsfunk der Deutſchen Wolle, die über den Sender
Königswuſterhauſen (Welle 1250) regelmäßig, und zwar am Montag
und Donnerstag jeder Woche in der Zeit von 6.55 Uhr (18.55) bis
7.20 Uhr (19.20) belehrende Vorträge mit praktiſchen Anregungen für
den Landwirt ſendet, die in ganz Deutſchland ſchon mit einfachen
Appa=
raten gehört werden können, ſind für den Monat Juli folgende
Vor=
träge vorgeſehen:
2. Juli: Dr. Feuerſänger, Landw.=Kam. der Provinz
Branden=
burg, Berlin: Fortſchritte der deutſchem Rinder= und
Schweine=
zucht a. f. Wanderausſtellung der Diſch. Landw.=Gef.
5. Juli: Prof. Dr. Ehrenberg, Breslau: Gründüngung.
9. Juli: Min.=Rat Dr. Kürſchner, R.=Ern.=Min., Berlin: Die
Re=
gelung des Viehabſatzes im Notprogramm.
12. Juli: Dr. Rabe, Landesökonomierat, Dir. d. L.K. für die Provinz
Sachſen: Die Rationaliſierung des deutſchen
Genoſſenſchafts=
weſens.
16. Juli: Prof. Dr. Kaßner, Charlottenburg: Die Bedeutung der
Wetterbeobachtungen für dem Pflanzenbau.
19. Juli: Schurig, Rittergutsbeſitzer, Zeeſtow bei Wuſtermark:
Prak=
tiſche Erntemethoden.
23. Juli: Min.=at Dr. Kahl, Reichsforſtwirtſchaftsrat, Berlin: Die
Bedeutung von Handelsverträgen für die deutſche Forſt= und
Holzwirtſchaft.
26. Juli: Prof. Dr. Fiſcher, Geh. Reg.=Rat, Berlin=Dahlem:
Ma=
ſchinenbetrieb im der Getreideernte.
80. Juli: Dr. Schindler, Diſch. Landw.=Rat, Berlin:
Weltagrar=
konfuktur.
Vortragsfolge des „Hausfrauenfunks” für den Monat Juli.
(Stunde der Hausfrau und Mutter.) Montags 15 bis 15.30 Uhr.
2. Juli: Fr. Käthe Jacob, Leipzig: Der ventable Eierhof.
9. Juli: Frl. M. Jörling, Berlin=Steglitz: Die Erdbeere, ihre
Kul=
tur und volkswirtſchaftliche Bedeutung.
16. Juli: Frl. M. Jörling, Steglitz: Die Vermehrung der Stauden
und ihre Verwendung in Stauden= und Steingärten.
23. Juli: Frl. C. Koch, Berlin=Wilmersdorf: Wie kann durch
Wirt=
ſchaftsberatung die ländliche Hauswirtſchaft gefördert werden.
30. Juli: Frl. C. Koch, Berlin=Wilmersdorf: Landhausfrau und
Wirt=
ſchaftsberatung.
Vom großen Beerfelder Pferdemarkt.
Wer zur Zeit eine Wanderung vom Mümling= zum Neckartal
unternimmt, dem muß wohl ohne weiteres die fieberhafte Tätigkeit,
welche in dem regſamen, arbeitsfrohen Amtsſtädtchen Beerfelden
herrſcht, auffallen. Dort rüſtet man ſich zur Abhaltung des im 28.
Jahre ſeines Beſtehens dieſes Jahr am 8., 9. und 10. Juli
wieder=
kehrenden „Großen Beerfelder Pferde=, Fohlen= und
Zuchtvieh=Marktes mit Prämiierung”, verbunden mit
landwirtſchaftlicher Maſchinen=Ausſtellung ſowie großem Volksfeſt.
Dieſe, auch aus unſerem Leſerkreis alljährlich überaus ſtark beſuchte
größte landwirtſchaf liche Veranſtaltung des Odenwaldes dürfte in
die=
ſem Jahre eine ganz beſondere Note erhalten, wird doch damit
gleich=
zeitig die 600=Jahrfeier der Stadt Beerfelden verbunden. Den Auftakt
dazu dürfte der am Samstag, den 7. Juli, abends ſtattfindende Große
Feſtkommers in Verbindung mit einem Prachtfeuerwerk
geben, weichem dann am Sonntag, den 8. Juli, das weitbekannte
„Beerfelder Reit= und Fahrturnier” mit einem
ausge=
wählten Programm folgen wird. Gerade dieſe Veranſtaltung erfreut
ſich ſowohl bei Landwirten als wie bei Sportlern einer ſtets ſteigenden
Beliebtheit. Den großen Tag bringt dann der Montag, 9. Juli, mit
dem eigentlichen Pferde=, Fohlen= und Zuchtviehmarkt” mit
Prämi=
ierung, welcher ſchon ſeit Jahren der alljährlich wiederkehrende
allge=
meine Treffpunkt der Herren Landwirte, „Der Große
Odenwäl=
der Bauern=Tag”, geworden iſt. Am Dienstag, 10. Juli, gelangt
dann die bekannte und beliebte Beerfelder Pferdemarkt=
Lot=
terie mit einem erſtklaſſig ausgeſtatteten Gewinnplan zur
Ausſpie=
lung. Die Loſe die er Lottekie, deren Generalvertrieb wiederum in den
Sänden des ſtaatlichen Lotterie=Einnehmers Willenbücher in Beerfelden
liegt, ſind im Generalkebit völlig geräumt, und kann die rechtzeitige
Eindeckung mit Loſen in den bekannten Wiederverkaufsſtellen nur
drin=
gend empfohlen werden.
N. Reichelsheim, 29. Juni. Für die Schulen von Reichelsheim und
Umgebung finden mehrere Führungen durch die Ausſtellung für
Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge ſtatt unter
Leitung von Herrn Avemarie, und zwar am Donnerstag, den 5. 7.,
von 7—9 Uhr für die Klaſſen 1a, Ib, 1e der hieſigen
Fortbildungs=
ſchule 9—11 Uhr für die Klaſſen 1, 2 und 3 der Volksſchule und von
1—3 Uhr für die Schulen von Groß= und Klein=Gumpen, Unteroſtern,
Oberoſtern, Erzbach und Rohrbach. Freitag, den 6. 7., von 6—8 Uhr
vormittags, die beiden Klaſſen der hieſigen Mädchenfortbildungsſchule,
von 8—10 Uhr für die Klaſſen 14 und 1e der Knabenfortbildungsſchule,
und von 10—12 Uhr für die Schulen von Ober=Kainsbach, Höllerbach,
Gerſprenz, Kirch= und Pfaffenbeerfurth und Bockenrod.
0. Groß=Bieberau, 98. Jmi. Das vom OberGerſprenzgau
veran=
ſtaltete Kleinkaliberſchießen nahm einen ſchönen Verlauf.
Be=
reits um 7 Uhr früh begann das Riugen um die Meiſterſchaft, die
ſchließlich mit 152 Ringen Herrn H. Feick in Werſau zufiel. Auch das
Preisſchießen, das ſich bis in die Nachmittagsſtunden ausdehnte zeigte
ſehr gute Reſultate, ein Beweis, daß der Schießſport im vorderen
Odenwald eine gute Pflege und immer mehr Anhänger findet. Die beſten
Preisträger waren in A=Klaſſe: L. Wolf, Brensbach; B=Klaſſe: M.
Seitel, Groß=Bieberau; C=Klaſſe: H. Feick, Werſau. Beim Preisſchießen
erhielten 35 Ringe: Beigeordneter Daab=Gr.=Bieberau, Treuſch=Fr.=
Crumbach und L. Katzenmeier=Fr.=Crumbach. Am Nachmittag bewegte
ſich ein hübſcher Feſtzug durch die mit Fahnen geſchmückten Ortsſtraßen
nach dem Feſiplatze. Außer den 13 Gauvereinen hatten ſich auch die
Ortsvereine daran beteiligt. Nachdem Gaueiſter Katzenmeier=Fr.=
Crumbach in warmen Worten die zahlreichen Gäſte begrüßzte, und der
Geſangverein Eintracht ſeine Sängergrüße in Liedern erſchallen ließ,
ſprach Herr Schellhaas, hier, über die Bedeutung des Schießſportes,
ins=
beſondere als Erziehungsmittel für die Jugend, die nur allzu gern als
Zuſchauer und nicht mehr aktid tätig ſein will. Nach der Preisverteilung
dauerte bas feſtliche Treiben noch bis in die Nacht hinein. Auch der
Schützenball vereinigte eine große Zahl von Gäſten.
T. Michelſtadt, 29. Juni. Sängerbeſuch. Der Geſangverein
„Liederkranz” wird am kommenden Sonntag, 1. Juli, Sangesbrüder
vom Rhein empfangen, und zwar den „Liederkranz” aus Worms a. Rh.,
der unſerem lieben Odenwaldſtädtchen einen Beſuch abſtatten wird.
Herr Inſpektor Werner, der Vorſitzende des „Liederkranz” Michelſtadt
während ſeiner hieſigen Dienſtzeit und nunmehr Ehrenvorſitzender,
wirkt als aktiver Sänger im „Liederkranz” Worms mit und dürfte auch
der Veranlaſſer dieſes Odenwaldbeſuches ſein. In einer Stärke von
etwa 110 Sängern wird uns der genannte Verein am
Sonntagnachmit=
tag im „Schmerkers Garten” Geſangsvorträge bieten, die mit
Muſik=
darbietungen und ſonſtigen humoriſtiſchen Vorträgen abwechſeln
wer=
den. Eine Schwimmabteilung des Liederkranzes Worms wird im
Sta=
dion ein Wettſchwimmen veranſtalten, das gewertet wird. Die
Preis=
verteilung findet ebenfalls am Nachmittag im „Schmerkers Barten:
ſtatt. — Vom Odenwaldklub. Die achte Wanderung der
Orts=
gruppe Michelſtadt des Odenwaldklubs am Samstag, den 30. Juni,
führt zur Sonnwendfeier nach Kirch=Brombach bei Zell i. Odw. Zur
Hinfahrt wird der Zug 19.44 Uhr benutzt, und zur Rückfahrt iſt
Ge=
legenheit mit dem Poſtkraftwagen gegeben. Die Feuerrede wird Herr
Profeſſor Dr. Köſer=Darmſtadt halten. — Raſenſport. Auf das
am Samstag nachmittag im Stadion der Stadt Michelſtadt zum
Aus=
trag kommende Fußball=Wettſpiel zwiſchen den Mannſchaften der
Han=
delshochſchule Maunheim und der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
weiſen wir nochmals beſonders hin.
— Hirſchhorn, 30. Jui. Waſſerſtand des Neckars am
29. Juni 0,73 Meter, am 30. Juni 0,70 Meter.
Eine Frage - einfach zwar. . .
und doch bedeutungsvoll für jeden Zigarettenkenner,
auch für Sie!
Raucher und Raucherinnen, Laien und Fachleute werden, um Mitarbeit gebefenz—
Wir sagen Ihnen gleich, wie diese Mitarbeit gedacht ist und welcher Lohn dafde
winkt. Vorerst ganz kurz Einiges über Ballett und ihre Hersteller:
Ballett — so heißt unsere neue 6-Pfennig-Zigarette./ Alle Erfahrungen einesfast
100jährigenzZigarettenmacherkunst kommen ihr zugute. (Das Haus Eckstein ſst
die älteste Zigarettenfabrik Deutschlands!)
Weil wir. aus Tradition die Kultur, des guten Geschmacks pflegen, halten wir es fün
fördernd, die Geschmackseinstellung des Raucherpublikums zu erforschen.
Und nun kommen wir zum Kern der Sache!
Sie sollen sich mehr, als oberflächlich mit der neuen Ballettbeschäftigens Prüfen
Sie aufmerksam Hülle und Inhalt! Und fassen Sie dann Ihre Ansicht über die
neue Ballett,in einem kurzen überzeugenden Ausspruch zusammen, gleich ob
in Vers,oder Prosa, ganz wie es Ihnen am besten liegt.
Tere
TTateddTa
für ein Geleitwort, das alles sagt,
oder für gutgeformte charakteristische Urkeile,
und zwar 3000 M. für den zutreffendsten Ausspruch, 1000 M. für den
zweit-
besten, 500 M. für den drittbesten und hundertzehn Trostpreise von
ſe 50 M. für weitere charakteristische oder originelle Urteilsprägungen.
Die Einsehdungen sittd bis sbätestens 31. Juli 1928 an unsere Firma zu richten
und sollen auf dem Briefumschlag die Bezeichnung WWettbewerbs tragen.
Vom Wettbewerb ausgeschlossen sind unsere sämtlichen Mitarbeiter sowie
die Mitglieder des Schiedsgerichts.
Uber die Bewertung der Antworten und die Preisverteilung entscheidet unter
Ausschluß des Rechtsweges das von uns eingesetzte Schiedsgericht, dessen
Beschluß sich sämtliche Teilnehmer im voraus unter Verzicht auf jeglichen
Rechtsanspruch unterwerfen.
Schiedsrichter sind die Herren=
Dr. Herbert Eulenberg, Käiserswetth
Prof. Dr. Wilh. Kreis, Dresden
Ernst Mühlensiepen, Düsseldorf
Heinz Strix, Berlin
und ein Mitglied unserer Geschäftsleitung.
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird Ende August 1928 vers
öffentlicht.,
A. M. ECKSTEIN & SOHNE•DRESDEN-A. 27
Deutschlands älteste selbständige Zigarettenfabrik • Gegründet 1842,2000 Arbeiter u. Angestellte
I.Dr. 2806
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Nummer 181
Sonntag, den 1. Zuli 1928
Heſſcher Straßenbericht
für die Woche vom 1. bis 7. Juli 1928.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heffen.
Darmſtadt—Mainz (zwiſchen Darmſtadt und Groß=Gerau, Km. 7,2
bis 90) vom B. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Griesheim
—Wolfskehlen.
Darmſtadt—Dieburg-Babenhauſen—Aſchaffenburg (zwiſchen
Die=
burg und Altheim, Klm. 16,4—20,6) vom 28. Juni bis 26. Juli
ge=
ſperrt. Umleitung: Münſter.
Offenbach—Seligenſtadt (zw. Froſchhauſen und Seligenſtadt, Klm.
15,8—17,6) vom 25. Juni bis 14. Juli geſperrt. Umleitung: Mühlheim
a. M.—Dietesheim—Groß=Steinheim—Hainſtadt.
Ernſt=Ludwig=Brücke über den Rhein bei Worms vom B5. 6. bis
7. 7. halbſeitig geſperrt. Der Verkehr wird nach der einen oder anderen
Richtung abwechſelnd durch Poſten mit roten Flaggen geſperrt.
Darmſtadt — Roßderf— Gundernhauſen — Dieburg (Ortsdurchfahrt
Roßdorf, Klm. 8,9—9,6) vom 28. Juni bis 8. Auguſt geſperrt.
Um=
leitung: Einſiedel-Dieburg oder Roßdorf-Tannenbaum—
Gundern=
hauſen.
Bensheim—Gadernheim-Lindenfels (vom Baſſermannweg in
Bens=
heim ſis Wilmshauſen, Klm. 23,89—26,50) vom 2. bis 18. Juli geſperrt.
Umleitung: Heppenheim—Fürth i. Odw. oder Auerbach-Balkhauſen—
Beedenkirchen.
Mainz—Bingen (Ortsdurchfahrt Finthen) vom 31. Mai bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Gonſenheim.
Mainz—Worms, von der Abzweigung nach Alsheim bis zur
Ab=
zweigung nach Mettenheim, vom 29. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Alsheim-Mettenheim.
Gießen—Marburg (zwiſchen Lollar und Sichertshauſen) vom 12. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Odenhauſen—Frohnhauſen—
Bellnhauſen.
Frankfurt a. M.—Gießen iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1.I liſchen Kloppenheim und Vilbel, Klm. 47,053—48.300 vom 11. 4.
bis auf weiteres. Umleitung: Für den Durchgangsverkehr: Bad=
Homburg—Friedberg. für den übrigen Verkehr: Ober=Erlenbach.
2 Zwiſchen Kloppenheim und Okarben, bis zum Petterweiler
Ab=
zweig. Umleitung, für den Durchgangsverkehr: Bad=Homburg—
Friedberg. Für den übrigen Verkehr: Selzer Brunnen-Bahnhof
Groß=Karben.
Gießen—Grünberg—Alsfeld (zw. Gießen und Reiskirchen, Km. 5
bis 7), vom 16. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Nidda-Büdingen (zwiſchen Nidda und Ranſtadt, Km. 43,0—4,6)
vom 14. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Wallernhauſen,
Bo=
denhauſen I und Bellmuth.
Alsfeld—Hersfeld (zw. Alsfeld und Eifa) vom 26. Juni bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Elbenrod rder Brauerſchwend—Rainrod.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Bauſchheim—Ginsheim, Km. 20,6—22,9, vom 13. 6. bis 5. 7.
ge=
ſperrt. Umleitung: Bauſchheim—Straße Darmſtadt—Mginz und
Gins=
heim-Biſchofsheim.
Genſingen-Kreuznach (Km. 8,2—13,2) vom 23. 4. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Genſingen, Nahebrücke, Langenlonsheim bzw.
Boſenheim, Hackenheim.
Ortsdurchfahrt Dromersheim vom 14. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung für den Verkehr Aſpisheim—Dromersheim-Büdesheim über
Horrweiler—Genſingen.
Ober=Ingelheim—Groß=Winternheim Km. 32,6—30,4 vom 14. 5. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Gau=Algesheim-Appenheim-
Nie=
der=Hilbersheim—Bubenheim—Schwabenheim.
Rheinſtraße in Nierſtein bis zur Malzfabrik (Abzweigung nach
Schwabsburg, Eis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bleichſtraße,
Langgaſſe.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. im Zuge der Straßen Rodbeim—
Köppern und Nodheim—Holzhauſen vom 19. Januar bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ober=Erlenbach reſp. Kloppenheim-Petterweil oder
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach.
Ortsdurchfahrt Großen=Buſeck (Zeilgaſſe) vom 16. Februar bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung über die Kaiſerſtraße in Großen=Buſeck.
Gonterskirchen-Laubach-—Schotten (Ortsdurchfahrt Einartshauſen)
vom 1. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Laubach oder Ulfa=
Eichelsdorf.
Ortsdurchfahrt Holzhauſen v. d. H. in der Richtung Friedrichsdorf
und Rodheim v. d. H. vom 22. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Ober=Erlenbach.
Ober=Roßbach-Nieder=Noßbach einſchl. Ortsdunchfahrt Nieder=
Noß=
bach vom 29. 3. bis auf weiteres geſperri. Umleitung: Nieder=
Wöll=
ſtadt—Rodheim v. d. H.
Borſtadt—Grund=Schwalheim vom 14. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Echzell-Biſſes oder Steinheim—Unter=Widdersheim.
Wohnbach—Wölfersheim vom 30. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Borſtadt.
Ober=Florſtadt—Staden vom 21. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Stammheim.
Friedberg—Oſſenheim (zwiſchen Abzweigung nach Bruchenbrücken
und Oſſenheim) bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bruchenbrücken—
Aſſenheim.
Södel—Melbach vom 25. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Echzell reſp. Oppershofen.
Ruppertenrod—Ulrichſtein (Ohmſtraße) vom 26. 6. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Stumpertenrod-Unter=Seibertenrod oder Groß=
Eichen—Bobenhaufen 2.
Gießen-Krofdorf vom 28. Juni bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Abendſtern—Krofdorf.
Bichtige Anſchlußſtraßen.
Darmſtadt—Heidelberg bei Doſſenheim i. Bad. geſperrt vom 14. 6.
bis 21. 7. Umleitung: Seckenheim—Ilvesheim—Großſachſen.
Mainzer—Ober=Saulheimer Straße in Nieder=Saulheim vom 28. 6.
bis 25. 7. geſperrt. Umleitung: Ober=Saulheim.
b. Erbach i. Odw., B. Juni. Generalverfammlung der
Odenwald=Kraftwagen=Verkehrs A.=G. Geſtern
nachmit=
tag fand im hieſigen Nathausſaale die dritte ordentliche G.=V. der Otva
ſtatt. Das Aktienkapital von 50 000 RM. war mit 34 600 RM. vertreten.
Der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Se. Erl. Erbgraf Alexander zu
Er=
bach=Erbach, eröffnete mit herzlichen Begrüßungsworten um 1.30 Uhr die
Verſammlung. Der Geſchäftsbericht, die Bilanz nebſt Gewinn= und
Ver=
luſtrechnung wurden ohne Debatte einſtimmig genehmigt. Der
Ge=
ſchäftsbericht ſchildert den Fahrtenbetrieb im letzten Jahre, und wir
ent=
nehmen daraus, daß bis zum Auguſt 1927 das Ergebnis günſtiger war
als im Jahre 1926, erſt mit dem Einſatz des ſchlechten Hepbſtwetters
konnte der Rundfahrtenbetrieb nur mit aller Anſtrengung des
Vorſtan=
des noch einigermaßen aufrecht erhalten werden. Der Bericht des
Vor=
ſtandes weiſt mit Recht davauf hin, daß auch, wie im letzten Jahr, Staat
und Gemeinden mit allen Mitteln das Unternehmen ſtützen müſſen, denn
hier wurde im Jahre 1924/25 in Erbach eine Tat vollbracht, die ſchon
ſeit Jahrzehnden das Kampfobjekt aller der Kreiſe war, die ſich für eine
beſſere Querverbindung in dem verkehrsmittelarmen Gebiet eingeſetzt
hatzen. Aber auch die beteiligten Kreisverwaltungen müſſen mit dazu
beitragen helfen, daß die Verbindungen auch für die Zukunft erhalten
bleiben. Dem Vorſtand und dem Aufſichtsrat wurde durch die G.=V.
einſtimmig Entlaſtung erteilt. Von den ausſcheidenden Mitgliedern des
Aufſichtsrats wurden einſtimmig wiedergewählt Se. Grl. Erbgvaf zu
Erbach=Erbach, die Herven Forſtmeiſter Dierſch=Erbach, Bürgermeiſter
Zeiß=Fürth und Bürgermeiſter Röth=Gammelbach. Am Schluſſe der
G.V. wurden noch einzelne Fragen, die von ſeiten der Aktionäre
auf=
gerollt wurden, durch die Geſchäftsführung klargeſtellt und erledigt.
In=
ſonderheit bildet die Straßenſperre, wie ſie zurzeit beſonders auf der
Linie Erbach-Heppenheim auftritt, eine große Gefahr für das
Weiter=
beſtehen der Geſelſchaft. Die G.=V. war einſtimmig der Auffaſſung,
daß hier etwag unternommen werden muß, denn der finanzielle Verluſt
kann auf die Dauer nicht ertragen werden. Nach längerer Debatte
wurde daraufhin dem Vorſtand der Auftrag erteilt, bei den
maßgeben=
den Stellen darauf hinzuwirben, daß in zukünftigen Fällen bei Sperren,
beſonders aber da, wo die Umfahrt beſonders ſchwierig und
gefahr=
drohend iſt, eine Möglichkeit geſchaffen wird, daß die Kursfahrten
fahr=
planmäßig ausgeführt werden können. Die Einrichtung eines
Pendel=
verkehrs in dieſen Fällen hat neben dem geldlichen Verluſt noch den
einen großen Nachteil, daß die notwendigen Anſchlüſſe nirgends mehr
erreicht werden können und die Reiſenden das Vertrauen zu der
Geſell=
ſchaft verlienen. Das müßte von den maßgebenden Stellen unbedingt
eingeſehen werden und es müßte, wie wir geſtern in der Verſammlung
hören konnten, wie in andeven Teilen Deutſchlands ſtets die Möglichkeit
der direkten Durchfahrt geſchaffen wird, auch bei uns in Heſſen dafür
geſorgt werden, daß derartige lebensnotwendige Verkehrsbetriebe auf
Wochen, ja Monate hinaus, und gerade in der Hauptverkehrszeit, in
ihrem Betrieb nicht geſtört werden. Gegen 3 uhr konnte die G.=V. mit
dem Wunſche auf weiteres gedeihliches Zuſammenarbeiten aller
beteilig=
ten Kreiſe von dem Vorſitzenden geſchloſſen werden.
— Lindenfels, 30. Juni. Wer am Samstag in Lindenfels weilte,
konnte dort einen ſchönen Abend verbringen. Eine Spielſchar,
Schul=
kinder aus Hornbach bei Birkenau, führte auf der Burg mehrere kleine
Theaterſtückehen auf. Da bot das erſte einen Einblick in das
Handwerks=
burſchenleben, von einem Hornbacher Handwerker ſelbſt verfaßt. Gar
manche Wahrheit klang daraus entgegen. Das folgende derbdrollige
Nüpelſpiel, nach Art der Hans=Sachs=Spiele, war ſo recht ein Stück für
urwüchſige Dorfbuben. Zum Schluß zeigte ein mit viel Verſtändnis und
Anmut aufgeführter Blumenreigen allerliebſte Bilder. Zwiſchendurch
erklangen die ſchönen Weiſen der Mannheimer Wandervögel. Wenn auch
die Aufführung keine Veranſtaltung der Kurverwaltung war, ſo geigte
doch die zahlreiche Zuhörerſchaft großes Intereſſe an den Darbietungen.
Den Kindern und ihrem Lehrer, Herrn Becker, gebührt volle
Anerken=
nung und Dank für die ſchönen Stunden. Möchten doch die Kleinen
auch an anderen Orten ihre Kunſt zeigen. Der Reingewinn ſoll dem
Vernehmen nach zu einer großen Ferienwanderung verwandt werden.
A. Kolmbach, 29. Juni. Poſtomnibusunfall Vorgeſtern
abend erlitt der Poſtomnibus Lindenfels-Fürth, der zurzeit infolge
Straßemreparaturen dunch das Schlierbachtal umgeleitet wird, auf der
Rückfahrt von Fürth über Schlierbach-Glattbach hier einen Unfall.
Wo die Straße Glattbach-Kolmbach auf die Lindenfelſer Straße
ein=
biegt, iſt eine ſcharfe Kuwe, die von größeren Autos nur ſchwer zu
nehmen iſt. Da es vorgeſtem abend etwas geregnet hatte, war es in
der Kurve dazu noch glatt, ſo daß der Omnibus ins Rutſchen kam und
rüchwärts in das dortige Wieſentälchen hinabfuhr, wobei aber wie durch
ein Wunder michts paſſierte. Ein anderer Omnibus brachte ſofort Hilfe.
Im Ort wurden 4 Pferde requiriert. Sie wurden vorgeſpannt, der
Motor angelaſſen und ſtarke Männer halfen ſchieben. Mit vereinten
Kräften brachte man den Wagen wieder auf die Straße.
4. Schlierbach, 26. Juni. Das 30jährige Stiftungsfeſt
des Männergeſangvereins „Sängerluſt” nahm, begünſtigt durch das
ſchönſte Feſtwetter, einen über Erwarten ſchönen Verlauf. Eingeleitet
wurde es durch einen Fackelzug am Samstag und anſchließender
Er=
öffnungsfeier, die allerdings durch leichten Gewittervegen geſtört wurde.
Aber am Sonntagmorgen lachte wieder die Sonne, und ſo trafen dann
gegen Mittag die Gaſtvereine und viele ſonſtigen Gäſte aus nah und
fern ein. Um 3 Uhr bewegte ſich dann ein mächtiger Feſtzug durch die
feſtlich geſchmückten Ortsſtraßen, voran Radfahrer mit ſchmucken Rädern
und dann die Dorfjugend, klein und groß. Im Feſtzug marſchierten 21
Vereine, und 1500—1600 Erwachſene füllten den Feſtplatz. Unter
Lei=
tung ſeines Dirigenten, Herrn Lehrer Heß, ſang der Verein den
Sänger=
gruß und als Begrüßungschor „Gott grüße dich” von Jul. Sturm
(Franz Abt.). In ſeiner Begrüßungsanſprache führte Herr Präſident
Keil die Geſchichte des Vereins, ſeinen Zweck und ſein Ziel vor Augen:
fern von allem Parteihader und perſönlichem Gezänk nur das deutſche
Lied pflegen zu wollen, und daß er in dieſem Sinne alle, ob Arbeiter
oder Bauer, ob Handwerker oder Beamter, willkommen heiße. Herr
Büngermeiſter Appel brachte die beſten Wünſche der Gemeinde und
auf den feſtgebenden Verein und alle Feſtgäſte ein Hoch aus. Im
Nämen der Feſtjungfrauen überreichte Fräulein Gärtner eine ſchöne
Ghrenſchleife, geſtickt von der Firma Schlegel=Darmſtadt. Herr Pfarrer
Hartmann betonte in ſeiner Feſtrede den tiefen Wert des Liedes in
Freude und Leid und die hohe Aufgabe der Geſangvereine, und brachte
ein Hoch auf das deutſche Lied aus. Dann ſangen die Gaſtvereine
ihre Chöre.
Aa. Worfelden, 29. Juni. Pfarrer Bonin geſtorben.
Nach längerem Leiden iſt unſer im beſten Mannesalter ſtehender
Orts=
pfarrer, Otto Bonin, geſtorben. Pfarrer Bonin konnte ſchon ſeit Wochen
ſein Amt nicht mehr ausüben, da er ſchwer erkrankt war. Bereits an
Oſtern war er ſo ſchwer krank, daß er nicht die Konfirmation der
Kon=
firmanden und Konſirmandinnen vornehmen konnte. Der Dienſt wurde
in der letzten Zeit größtenteils von einem Groß=Gerauer Geiſtlichen
ver=
ſehen. Pfarrer Bonin war vorher in Eberſtadt als Pfarraſſiſtent tätig
und kam als Nachfolger des jetzt in Trebur amtierenden Pfarrers
Wal=
ther nach hier. Pfarrer Bonin hat hier u. a. einen evangeliſchen
Frauenverein ins Leben geruſen und tyat eifrig für einen
Kirchenneu=
bau ein.
Ay. Bensheim (Bergſtraße), 30. Juni. Verwendung im
Staatsdienſt. Nach kürzlich beſtandener juriſtiſcher Staatsprüfung
wurde Dr. jur. Wilh. Kilian aus Bensheim unter Ernennung zum
Regierungsaſſeſſor, nunmehr am Oberverſicherungsamt zu Darmſtadt
erſtmalig im Staatsdienſt angeſtellt. — Notlandung eines
Flug=
zeugs. In den Winkelbachwieſen, nordweſtlich vom Bahnhof
Auer=
bach mußte vorgeſtern nachmittag das Daimler=Sportflugzeug D 1022
wegen eines Motorſchadens niedergehen. Die Notlandung vollzog ſich
ohne Schwierigkeiten, dagegen iſt dem Piloten, ein Flugſchüler, vom
Flugplatz Böblingen bei Stuttgart nach Behebung des
Motor=
defektes das Wiederſtauten mißglückt. Ein in der Startſtrecke liegender
Waſſergraben wurde dem Apparat verhängnisvoll, neben dem Bruich des
Propellers und des Fahrgeſtells wurde die eine ſeitliche Tragfläche von
einem Schleuſenkopf abgeriſſen. Der unverletzt gebliebene junge Pilot
mußte alsdann den Weiterflug aufgeben. Der Apparat wurde ſpäter
von Darmſtädter Fliegern demontiert und von einem
Polizeilaſtkraft=
wagen nach Darmſtadt abtrausportiert. — Aus der Bensheimer
Geſchäftswelt. In den Geſchäftsräumen eines früheren
Molkerei=
produktengeſchäftes in der Unterſtadt hat jetzt das Darmſtädter Butter=
und Käſegeſchäft Friedr. Ewald eine Verkaufsfiliale errichtet.
* Heppenheim, 30. Juni. Unſere Stadt wird am 2. Juli 1928 vom
Berliner Mozart=Chor beſucht, der ſich mit ſeinen etwa 190
jugendlichen Sängern auf einer größeren Konzertreiſe befindet. Da der
Chor in Dienſt der Jugendpflege ſteht, uneigennützig wirkt und rein
ideelle Ziele verfolgt, andererſeits mit ſeinen Darbietungen auf dem
Gebiet des Kunſtgeſanges einer der erſten Jugendchöre Deutſchlands
darſtellt, hat ſich die Stadtverwaltung, nach dem Vorbild vieler
Stadt=
gemeinden, in deren Mauern der Chor bisher ſchon weilte, entſhloſſen,
dem Chor für ein Konzert die Wege zu ebnen. — „Ein großes
künſt=
leriſches Ereignis, wie es deren jetzt wenige gibt”, ſchreiben die
Ham=
burger Nachrichten über ein Konzert des Chors m Hamburg, „... der
übrigens gemäßigte Freund des Chorgeſanges mußte wie
ſelbſtverſtänd=
lich zu der Ueberzeugung geführt werden, daß es einen vollkommeneren
Kollektivklangkörper als einen Kinderchor nie geben wird.”
Bm. Bürſtadt, 30. Juni. Sonntag und Montag, 1. und 2. Juli,
feiert der hieſige Männergeſangverein „Liederkranz” ſein 80 Beſtehen. Wohl iſt man hierorts an ſchöne
Vereins=
feſte gewöhnt, doch wird wahrſcheinlich dieſes Feſt in beſonderem Maße
gefeiert werden, und auch auf geſanglichem Gebiete beſondere
Leiſtun=
gen zu erwarten ſein. Hoffentlich meint es auch der Wettergott gut,
damit das Feſt einen ungeſtörten Verlauf nimmt.
D. Biebesheim, 30. Juni. Leichenländung. Der heute vor
acht Tagen hier im Rhein ertrunkene 19 Jahre alte Autolackierer Karl
Lich iſt geſtern bei Oeſtrich=Winkel im Rhein geländet worden. Der
junge Mann ſoll auf dem hieſigen Friedhof beigeſetzt werden. —
Eben=
falls geländet wurde geſtern mittag in der Eicher Gegend der am
letz=
ten Sonntag in Groß=Rohrheim beim Baden ertrunkene Lehrling Karl
Kraft.
Zehn Jahre Gießener Hochſchulgeſeliſchaft.
Gießen. Am nächſten Samstag begeht die Gießener
Hochſchul=
geſellſchaft (Geſellſchaft von Freunden und Förderern der Univerſität
Gießen) mit einem Feſtakt in der Aula der Umiverſität die Feier ihres
zehnjährigen Beſtehens. Die Gießener Hochſchulgeſellſchaft wurde am
21. Februar 1918 von Männern der Wirtſchaft in Gießen und Umgegend
und mir Unterſtützung von Gelehrten der Heſſiſchen Landesunwerſität
Gießen gegründet. Sie konnte ſich von Anfang an bis auf den heutigen
Tag ſtärbſter Sympathien ſeitens der Heſſiſchen Regierung und des
Heſſiſchen Landtags, der heſſiſchen Wirtſchaft und zahlreicher, auf die
Förderungen der Wiſſenſchaften bedachter Bürger in Stadt und Land
erfreuen. Im Laufe des erſten Jahrzehntes ihres Beſtehens war es ihr
möglich, dank der Beiträge ihrer Mitglieder und durch Stiftungen
hoch=
geſinnter Männer und Frauen, der Univerſität Gießen bedeutende
Zu=
wendungen zu machen. Unter anderem wurden von ihr werwvolle
Bih=
liotheken erworben und den Univerſitätsinſtituten in Gießen zugeeignet,
wiſſenſchaftliche Apparate der verſchiedenſten Art wurden für die
Gießener Kliniken und andere Univerſitätsinſtitute von ihr beſchafft,
oder auf ihre Anxegung von Stiftern gegeben. Für die Beſchaffung
aus=
ländiſcher Literakur ſtellte ſie Mittel zur Verfügung, Ausgrabungen
wil=
tiger vorgeſchichtlicher Fundſtätten finanzierte ſie, der Druck
wiſſenſchaft=
licher Werke wurde von ihr ermöglicht, ja ſogar ein neuer Lehrſtuhl an
der Univerſität Gießen konnte durch ihre Hilfe errichtet werden. Neben
ihrer materiellen und ideellen Förderung der Heſſiſchen
Landesuniverſi=
tät gelang es ihr, durch Vortragsreiſen von Gießener Gelehrten, die
der Hochſchulgeſelſchaft angehören, zahlreichen Städten im ganzen
Heſſenlande wertvolle geiſtige Bereicherung zu bieten und damit auch
das geiſtige Verbundenſein der Univerſität Gießen mit dem gangen
Heſſenlande auszubauen und zu vertiefen. Eine Anzahl Ortsgruppen
bzw. Bezirksgruppen in den verſchiedenſten Teilen Heſſens wurden durch
ihre Tätigkeit begründet und arbeiten mit ihr gemeinſam an dem Werke
der Förderung und Stützung der Heſſiſchen Landesuniverſität durch
Beſchaffung von Mitteln, die der Staat in ſeiner Finanzuot bisher nicht
zur Verfügung ſtellen konnte. Die bevorſtehende Jubiläumsfeier wird
ſich zu einem erneuten Bekenntnis der geiſtigen Kräfte des Heſſenlandes
für die Heſſiſche Landesuniverſität geſtalten.
g. Gernsheim, 27. Juni. Sportwerbetag. Von herrlichſtem
Wetter begleitet war der diesjährige Sportwerbetag in Gernsheims
Mauern. An dem ſportlichen Ereignis waren beteiligt der Turnverein
Geunsheim, Fußballklub Konkordia 1910, Deutſche Jugendkraft und
Ar=
beiterkraftſportverein. Um 11 Uhr vormittags fand die Cinweihung des
von der Gemeinde dem Arbeiterkraftſportverein in Pacht überlaſſenen
Platzes auf der Tuchbleiche ſtatt. Den Akt der Einweihung vollzog der
Vorſitzend= des letztgenannten Vereins, Herr Kranenführer Jakob Heeß.
Den Auftakt zum Beginn des eigentlichen Werbetages bildete der große
Staffettenlauf „Quer durch Gernsheim”. Als Sieger ging auch
dieſes=
mal der Turnverein Gernsheim hervor, der nun den von der Gemeinde
Gernsheim geſtifteten Wanderpokal endgültig als ſein eigen nennen
kann. Der Staffettenlauf zeigte einen Kampf zwiſchen dem Turnverein
und dem Fußbalklub Konkordia, aber ein unglückliches Ereignis (
Rad=
fahrer) verſperrte dem Fußballklub den Weg zur Erringung der
Sieges=
dalme. Unter Vorantritt der Kapelle Kiſſel beizegte ſich um 2 Uhr ein
Feſtzug durch die reichlich geſchmückten Straßen unſeres Städtchens mit
dem Endziel Tuchbleiche. Nach einer kurzen Begrüßungsanſprache durch
den Vorſitzenden des Arbeiterkraftſportvereins, der ſür dieſes Jahr die
Initiative in Händen hatte, die in ein kräftiges Hoch auf die deutſche
Jugend und den deu ſcen Sport austlang, nahmen die Fuß= und
Hand=
balltvoerbeſpiele ihren Anfang. Im großen und ganzen wuuden ſchöne
Leiſtungen geboten. Im Fußballkampf ſtanden ſich gegenüber
Arbeiter=
kraftſportverein Gernsheim gegen Arbeiterkraftſportverein Lampertheim
und Fußkallklub Konkordia 1910 Gerusheim gegen Fußballverei
Ale=
mannia Worms. Sieger in beiden Spielen waren die auswärtigen Gäſte.
An dieſer Stelle ſei offen geſagt, daß es unverſtändlich iſt, daß der
Fuß=
ballkluß Konkordia einen ſo ſchweren Gegner wie Alemannia=Worms zu
einem Werbeſpiel verpflichten konnte. Im Handballſpiel dagegen zeigte
ſich Deutſche Jugendkraft Gernsheim gegen Deutſche Jugendkraft
Mann=
heim und Turnverein Gernsheim gegen Turpverein Goddelau als
über=
legene Spieler. Den Abſchluß des Werbetages bildete die
Veranſtal=
tung im Feſthaus Bopp am Abend, bei deren Gelegenheit Herr
Bürger=
meiſter Hoffmann dem endgültigen Sieger, Turnverein Gernsheim den
Wanderpokal überreichte. Ein gemütliches Zuſammenſein mit Tanz
beſchloß die diesjährige, im Intereſſe des Gernsheimer Sportes gelegene
Werbung.
— Gernsheim, 30. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
29. Juni 1.22 Meter, am 30. Juni 1,17 Meter.
* Eich, 98. Juni. In ſchlichter, aber würdiger Weiſe feierte
Sams=
tag und Sonntag der hieſige Turnverein unter dem Ehrenvorſitz des
Herrn Bürgermeiſters Menger ſein 40jähriges
Gründungs=
feſt. Der am Samstag im Freien abgehaltene Feſtkommers verſetzte
die zahlreich erſchienenen Teilnehmer in die beſte Feſtſtimmung, und es
wurde von jedem bedauert, daß der um 10½ Uhr eintretende
Gewitter=
regen nicht ermöglichte, das wohlgelungene Programm zu Ende zu
führen. Bei ſchönſtem Wetter dagegen bewegte ſich der ſtattliche
Feſt=
zug, an dem ſich 16 Vereine mit 4 Muſikkapellen beteiligt hatten, durch
die ſchön geſchmücktem Ortsſtraßen nach dem Feſtwäldchen. Dem im
Welt=
krieg gefallenen Kameraden wurde auf dem Ehrenfriedhof wie auch
wäh=
rend des Umzuges würdig gedacht. Reichen Beifall ernteten von der
1000köpfigen Feſtmenge auf dem Feſtplatz die tumeriſchem und
geſang=
lichen Darbietungen ſowie die Feſtredner mit ihren ſachlichen, aber um
ſo markigeren Anſprachen. Deutſche Männer ſprachen zu den Turnern
wie zu allen Zuhörern echt deutſche Worte, der Vergangenheit ehrend,
wenn auch mit Wehmut gedenkend, für Gegenwart und Zukunſt
mah=
nend, mit mutigem Vorwärtsſchauen auffordernd. Den Abſchluß der
Feier bildete abends ein gutbeſuchter Ball in den erwelterten und neu
hergerichteten Räumen des „Gaſthauſes zur Krone‟. — Die
Wieder=
eröffnung der Kleinkinderſchule in dem früher
Mahlerweini=
ſchen Anweſen, deſſen Umbau etwa 6000 Mk. koſtete, dürfte am 1. Juli
beginnen. — Die auf dem Gernsheimer Hafengelände von den Herren
Fritz Streuber, hier, früher Mitinhaber der Senf= und Eſſigfabrik 9.
Streuber Söhne, Eich, u. J. Hamann, Biebesheim, errichtete
Zement=
ſchwemmſteinfabrik wird kommenden Mongt die erſten
Zementſchwemm=
ſteine fabrizieren. — Die Zahl der Eywerbsloſen in hieſiger Gemeinde
iſt von 78 auf 0 geſunken.
Ac. Worms, 30. Juni. Familientragödie. Der frühere
nat=ſozialiſtiſche Stadtverordnete Edelmann wurde geſtern früh mit
ſeiner Frau und den zwei jüngſten Kindern tot in ſeiner Wohnung
aufgefunden, wo ſie durch Leuchtgas Selbſtmord begangen hatten. Die
Kriminalpolizei wurde durch einen Bekannten, der einen Abſchiedsbrief
erhielt, auf die Tat aufmerkſam, doch hatten die
Wiederbelebungsver=
ſuche nach gewaltſamer Oeffnung der Wohnung keinen Erfolg mehr.
Der älteſte, 12jährige Sohn des Ehepaares ſchlief zufällig an dieſem
Abend bei ſeiner Großmutter und entging dadurch dem Tode.
Edel=
mann, der früher Aufſeher bei der Lederfabrik Doerr u. Reinhart war,
ſoll vor kurzem wegen einer Widerſetzlichkeit gegen einen Vorgeſetzten
ſeiner Stellung als Aufſeher enthoben und in das Arbeitsverhältnis
eines Arbeiters zurückverſetzt worden ſein. Er bedankte ſich damals noch
dafür, daß man ihn mit Rückſicht auf ſeine Familie nicht entlaſſen hat.
Am Tage vor der Unglückstat hat er dann, nach vorherigen
Streitig=
keiten an ſeiner Arbeitsſtelle, plötzlich aufgeregt bei der Firma
gekün=
digt. Am kommenden Montag ſollte er wegen ſeines
Geſundheitszuſtan=
des von der Krankenkaſſe in einen längeren Erholungsurlaub geſchickt
werden. Man nimmt an, daß er die Tat in unzurechnungsfähigem
Zuſtande infolge ſeiner vollkommen zerrütteten Nerven verübt hat.
He. Worms, 30. Juni. Vorgeſtern nachmittag gegen 5 Uhr iſt infolge
Selbſtentzündung in den Rheiniſchen Trockenwerken Nonnenhof in einem
Nebengebäude ein Brand ausgebrochen, der durch die Feuerwehr in
2½ſtündiger Tätigkeit gelöſcht werden konnte. Der Dachſtuhl des Hauſes
iſt vollſtändig abgebrannt, und der Schaden ſoll beträchtlich ſein.
GEGR. 1833
Das erfrischendste Getränk im Sommer bleibt
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HietTr Tdierdeiau
Georg Scherer & Co, G. m. b. H., Bingen a. Rh. 3, Keltereibetrieh Langen bei Frankfurt a. M.
19428
[ ← ][ ][ → ]Nummer 181
Sonntag, den 1 Zuli 1928
Seite 9
Die neuen
1. Verkehrsregelungsſchilder.
Ende des Jahres 1927 wurde zwiſchen dem
Reichsverkehrsminiſte=
rium und den Ländern ein Abkommen über die Einführung einheitlicher
Verkehrsregelungszeichen getroffen. Dies Abkommen erlangte für
Heſſen Gültigkeit durch das Ausſchreiben des Miniſteriums des Innern
vom 20. Dezember 1997 (Nr. 31 118). Es hat diejenige Gruppe von
Verkehrszeichen zum Gegenſtand, die ſich auf die Bekanntgabe von
Wegeſperrungen, Geſchwindigkeits= und ſonſtigen
Verkehrsbeſchränkun=
gen beziehen.
Auf Grund des Abkommens ſind alle Verkehrsregelungsſchilder alter
Art (insbeſondere die gelben Verbotstafeln mit ſchwarzen Punkten und
die blauſchwarzen Geſchwindigkeitsſchilder) beſchleunigt zu entfernen und
durch die vereinbarten Muſter zu erſetzen, da es im Intereſſe der
Ver=
kehrsſicherheit und in Anbetracht des ſtändig wachſenden
Durchnangsver=
kehrs unbedingt zu vermeiden iſt, verſchiedene Arten von
Verkehrs=
regelungszeichen nebeneinander beſiehen zu laſſen.
Im übrigen können Schilder für Wegeſperrungen und
Geſchwindig=
keitsbeſchränkungen nur aufgeſtellt werden, wenn ſie durch eine nach
Maßgabe des 830 der Kraftfahrzeugverkehrsordnung erlaſſene
Polizei=
verordnung begründet ſind. Umgekehrt muß aber auch jedes in einer
Polizeiverordnung ausgeſprochene Verkehrsverbot durch eines der
auf=
geführten Schilder bekannt gegeben werden.
Die neuen Schilder haben weißen Grund, der Rand iſt ſignalrot,
Schrift und Zeichen ſind ſchwarz. Reklameanbringung iſt nicht mehr
zuläſſig. Die Pfoſten für die Schilder müſſen rotweiß geſtreift ſein.
Im einzelnen ſind folgende Verkehrsregelungsſchilder zu
unter=
ſcheiden:
a) Sperrſchilder für dauernde Sperrungen:
Bild 1.
Bild 2.
Bild 3.
Bild 4,
Bild 5.
Bild 6.
Bild 6a.
b) Sperrſchilder für Sperrungen an Sonn= und Feiertagen
von 8—20 Uhr):
Wuß
Mrenn
Bild 8.
Bild 10.
Bild 11.
c) Geſchwindigkeitsſchilder für Höchſtgeſchwindigkeiten:
Bild 12.
25.
Bild 13.
i dich Een Se d ie e ehehe anch
weiter Geltung:
a) Für alle Kraftfahrzeuge wit über 5,5 To. Geſamtgewicht, die vor
dem 1. Juli 1928 zugelaſſen und noch mit gewöhnlicher
Voll=
gummibereifung bzw. mit nicht elaſtiſcher Bereifung verſehen
ſind;
b) für den Fall, daß infolge beſonderer örtlicher Verhältniſſe die
Höchſtgeſchwindigkeit durch Ortspolizeibehörde oder Kreisamt über
die Beſtimmungen der Verordnung hinaus eingeſchränkt iſt.
d) Geſchwindigkeitsſchilder für langſames Fahren vor Schulen und
Krankenhäuſern:
Bild 15.
e) Richtungsſchilder (insbeſondere an Straßenkreuzungen aufgeſtellt zum
Zwecke, den Verkehr in beſtimmter Richtung zu leiten):
Bild 18.
1) Kennzeichnung von Einbahnſtraßen:
Eindehnsfaſle
Bild 20.
g) Sonſtige Schilder:
Bild 19.
Bild 21.
Verkehrsſtraße 1. Ordnung
Bild 22.
Verkehrsſtraße 2 Ordnung.
Die Unterſcheidung von Verkehrsſtraßen 1. und 2. Ordnung hat
ihre Urſache vornehmlich darin, daß alle Fahrzeuge, die auf einer
Ver=
kehrsſtraße 1. Ordnung verkehren, gegenüber den aus Verkehrsſtraßen
2. Ordnung kommenden Fahrzeugen das Vorfahrtsrecht haben.
Ver=
kehrsſtraßen 1. Ordnung ſind insbeſondere alle Straßen, die dem
Durch=
gangsverkehr dienen. Die Beſtimmung und Kennzeichnung von
Ver=
kehrsſtraßen 1. Ordnung, die in Frankfurt a. M. beiſpielsweiſe ſchon
durchgeführt iſt, iſt auch in heſſiſchen Städten vorgeſehen.
Bild 24.
Bild 23.
Auf dieſen Schildern kann auch die Entfernung angegeben ſein,
innerhalb deren ein Parken von Kraftfahrzeugen erlaubt bzw.
ver=
boten iſt.
Bild 25.
Bild 26.
2. Die internationalen Warnungstafeln.
Maßgebend für die heute geltenden, international eingeführten
Warnungstafeln iſt die Reichsverordnung vom 8. Juli 1927. Zu dieſer
Verordnung iſt am 2. Dezember 1927 eine Ausführungsverordnung
des heſſiſchen Miniſteriums des Innern ergangen (Nr. 3332).
Gefährliche Stellen an Wegeſtrecken für den Durchgangsverkehr ſind
dunch Warnungstafeln zu bezeichnen. Die Warnungstafeln ſind nach
Möglichkeit auf der rechten Straßenſeite etwa 150—250 Meter vor der
gefährlichen Stelle anzubringen. Werden die Warnungstafeln in einer
erheblich geringeren Entfernung als 130 Meter vor der gefährlichen
Stelle aufgeſtellt, ſo muß dieſe Entfernung als ſchwarze Zahl auf einer
rechteckigen weißen Tafel unterhalb der dreieckigen Warnungstafel
an=
gegeben werden.
Die durch die Verordnung über Warnungstafeln vom 25. April 1925
eingeführten kreisrunden Tafeln Glauer Grund, weiße Zeichen) können
noch bis 31. Dezember 1980 ſtehen bleiben, ſollen aber tunlichſt dunch
die neuen Tafeln erſetzt werden.
Sogleich indeſſen ſind die vor Eiſenbahnübergängen ſtehenden
War=
nungstafeln alter Art zu entfernen. Dieſe ſind mit einem Gatterzeihen
verſehen, das ſeinerzeit für alle Bahnübergänge Gewachte und
unbe=
wachte) vorgeſchvieben war. Heute iſt das Gatterzeichen das Zeichen
für einen bewachten Bahnübergang. Das alte Zeichen könnte daher zu
dem Irrtum verleiten, daß man es mit einem bewachten Bahnubergang
zu tun habe, während in Wirklichkeit es ſich um einen unbewachten
Bahnübergang handelt. An allen unbewachten Bahnübergängen müſſen
nunmehr die Warnungstafeln mit der Lokomotive angebracht werden.
Straßenbahnübergänge werden durch die Warnungstafel: „
Gefähr=
liche Stelle anderer Art” gekennzeichnet. Die Auswahl der
gefähr=
lichen, durch Warnungstafeln zu bezeichnenden Stellen treffen die
Provinzialdirektionen nach Anhörung von Vertretern der
Automobil=
vereine und der Berufskraftfahrervereinigung.
Da eine zu zahlreiche Beſchilderung der Straßen die
Aufmerkſam=
keit der Fahrer abſtumpft, ſollen Warnungstafeln nur an tatſächlich
beſonders gefährlichen Stellen errichtet werden.
Zu den Warnungstafeln ſind weiße Tafeln zu verwenden mit
ſignalrotem Rande. Die Tafeln müſſen die Form eines gleichſeitigen
Dreiecks haben, das mit der Grundlinie wagerecht, mit her Spitze nach
oben gerichtet aufzuſtellen iſt. Die Seitenlänge des gleichſoitigen
Drei=
ecks beträgt 105 Zentimeter, die Breite des roten Nandes 12 Zentimeter.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile braucht die Seitenlänge des Dreiecks
nur 70 Zentimeter, die Breite des Nandes nur 8 Zentimeter zu
be=
tragen. Die Pfähle müſſen rot=weiß geſtreift ſein. Geſchäftliche
An=
preiſungen dürfen mit den Warnungstafeln nicht mehr verbunden
werden.
Folgende Tafeln ſind durch die Verordnung vom 8. Juli 1927
ein=
geführt:
Bild 27: Querrinne.
Bild 28: Kurve.
Bild 29: Kreuzung.
Bild 30: Bewachter
Eiſenbahnübergang
81: Unbewachter
Eiſenbahnübergang
32: Gefährliche Stelle
anderer Art
3. Wegweiſer und Oristafeln.
Am 20. Dezember 1927 erging ein weiteres Ausſchreiben des
Mini=
ſteriums des Innern, über Wegweiſer= und Ortstafeln (r. 47988).
Danach haben die Beſtrebungen nach einer Vereinheitlichung der
Weg=
weiſer= und Ortstafeln zu einer Klärung geführt. Faſt ſämtliche
Län=
der (insbeſondere Preußen und Bayern) haben ſich zur Einführung der
im Siedelungsverband Ruhrkohlenbezirk zuerſt angewandten Muſter
entſchloſſen (ſiehe unten). Auch Heſſen hat ſeine Zuſtimmung zu dieſen
Muſtern ausgeſprochen.
Die gegenwärtig vorhandenen Wegweiſer= und Ortstafeln follen
nach und nach durch die neuen Muſter erſetzt werden, und zwar ſollen
in erſter Linie die Hauptverkehrsſtraßen mit den neuen Tafeln
aus=
geſtattet werden.
Zweierlei Wegetafeln ſind zu unterſcheiden:
1. Wegetafeln, die außerhalb der Ortſchaften auf der freien
Strecke, vor allem an Straßenkreuzungen, die nächſten Zielpunkte
der Straße angeben. Sie müſſen ſo aufgeſtellt werden, daß ſie aus
jeder Richtung gut lesbar ſind. Zu dieſem Zwecke müſſen ſie unter
Umſtänden doppelt beſchriftet ſein.
2. Wegetafeln, die innerhalb geſchloſſener Ortsteile aufgeſtellt
werden und die die Aufgabe haben, den Durchgangsverkehr auf
dem verkehrstechniſch günſtigſten, glatteſten Wege durch die Städte
und Ortſchaften hindurchzuleiten.
Ortstafeln ſind an allen Provinzialſtraßen an der Grenze der
Orts=
durchfahrt aufzuſtellen. Auf der Vorderſeite der Tafeln iſt der Name
des Ortes und der Kreis anzugeben. Auf der Rückſette (d. h. auf der
dem Ortsinnern zugekehrten Seite) iſt der nächſte größere Ort und die
Entfernung dahin anzugeben.
Die Muſter des Siedelungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, die nun
auch in Heſſen eingeführt werden, ſind gelb, haben ſchwarzen Rand und
ſchwarze Beſchriftung. Die Schriſt iſt lateinſch. Das heſſiſche
Mini=
ſterialausſchreiben hält es jedoch für erwünſcht, daß für Heſſen deutſche
Typen verwand: werden.
Die Muſter des Siedelungsverbandes Ruhrkohlenbezirk ſind:
a) Wegweiſer:
Sbe Reekinghausen
H 12hm Bild 33. Bild 34.
Dorsten
über Kotop
MMin
Bild 35.
b) Ortstafeln:
Enger
Kreis Herford
Reg-Bor. Minden
Bild 36: Vorderſeite,
Rückſeite.
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Nummer 181
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gräbern auf dem Friedhof an
der ſieder=Kamſtadterſtraße.
Die Reihengräber in der Abteil. III,
Buchſtabe D, in welcher in der Zeit vom
1. Januar 1907 bis 22. Mai 1908
Be=
erdigungen von Erwachſenen ſtattfanden,
ſollen eingeebnet und zu Wahlgräbern
aufgeteilt werden.
Gemäß § 19 der Friedhofsordnung
können dieſe Gräber gegen, eine Gebühr
von 20 RMk. auf weitere 20 Jahre
er=
halten bleiben. Bedingung iſt dabei,
daß die Gräber ordnungsmäßig
unter=
halten werden.
Anträge auf Erhaltung von Gräbern
ſind bis ſpäteſtens 15. Auguſt ds.
Is. bei dem Friedhofsamt, Marktplatz 8
(Rathaus) zu ſtellen. Bis zu dieſem
Zeitpunkt ſind auch etwaige Anträge
über anderweite Verwendung der
Grab=
zeichen der nicht angekauften Gräber, zu
ſtellen. Andernfalls gehen ſie in das
Eigentum der Stadt über. (st10888
Darmſtadt, den 1. Juli 1928.
Der Oberbürgermeiſter.
Schulgeld=Mahnung.
Das Schulgeld der hieſigen höheren
Schulen ſowie der ſtädtiſchen
Maſchinen=
bau=, Gewerbe=, Handels= und
Haushal=
tungsſchulen" für die Monate April,
Mai und Juni 1928 iſt bei Meidung
der Beitreibung bis zum 10. Juli
1928 hierher zu zahlen. (st10866
Darmſtadt, den 30. Juni 1928.
Stadtkaſſe Darmſtadt.
Gemeinde=, Kreis= und
Pro=
vinzialſteuer für 1928.
Das 1. Ziel vorſtehend bezeichneter
Steuern iſt bei Meidung der Beitreibung
bis zum 10. Juli 1928 an die
unter=
zeichnete Kaſſe zu zahlen. (st10865
Darmſtadt, den 25. Junk 1928.
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nungstermin, den 17. Juli 1928,
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anzubieten. Angebotsformulare können
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Goddelau, den 29. Juni 1928.
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bei Goddelau.
Nummer 181
Sonntag, den 1. Juli 1928
Seite 13
Main=Rheingau O. T.
und 44. Deutſches Turnfeſt in Köln, Zuli 4928
Starke Beteiligung des Gaues.
Darmſiädter Turner, Schwimmer und
Schwimmerinnen verteidigen Meſetitelund
neue O. T. Beſileiſtungen.
Bis zu dem großen 14. Deutſchen Turnfeſt ſind nur noch wenige
Wochen. Es wird eine gewaltige Kundgebung werden, wie ſie wohl
kaum eine andere Veranſtaltung der Leibesübung bisher jeweils er= Turnerinnen: Paula Aßmuth, Wilhelmine Schublegel und Marie
Aß=
rechte. Maſſen von Turnern und Turnerinnen werden Ende Juli zur muth, nach Köln entſenden kann. Turngemeinde Darmſtadt ſtellt ihre
Feſtſtadt Köln ſtrömen und das gewaltige Turnfeſt zu einer
gemein=
deutſchen Angelegenheit machen. Nicht zuletzt aber dürfte die turne= ein Arheilgen die Turnerin Käthe Benz, die in der Ausſcheidung mit
riſche Arbeit während der Feſttage Zeugnis ablegen von der Größe
und Bedeutung der deutſchen Turnſache, von ihren hohen
volkserziehe=
riſchen Werten, von der Vielſeitigkeit des Begriffs „Durnen” und
ſei=
ner neuzeitlichen Geſtaltung und ſchließlich von dem ſtarken
Gemein=
ſchaftsgeiſt, den die turneriſche Arbeit und das gleich= Zielſtreben weckt
und zur Auswirkung bringt. Wer ein ſolches Feſt mitmacht, der wird
meiſt bei dem reibungsloſen Ablauf der Veranſtaltungen,
Vorführun=
gen und Wettkämpfe gar nicht gewahr, welche ungeheure
Vorbereitungs=
arbeit nötig war, um ein derartiges Nieſenfeſt zu gutem Gelingen zu
bringen. Doch dürften die Vorbereitungsarbeiten in Köln ſelbſt immer
nur einen kleinen Bruchteil der geſamten turneriſchen Arbeit darſtellen, Teilnahme an den Schwimm=Wetikämpfen.
die in ganz Deutſchland und weit über die Reichsgrenzen hinaus das
Kölner Turnfeſt gezeitigt hat. Wenn nicht in jedem der D.T.
ange=
ſchloſſenen Vereine, ſo doch in jedem der etwa 500 Gaue der 18 Turn= arbeit der Allgemeinheit vor Augen führen ſoll, muß darauf bedacht
kreiſe wurde aufs eifrigſte ſeit Monaten für das Deutſche Turnfeſt
ge=
arbeitet. Da galt es, die Wettkämpfer vorzubereiten, da waren die Turnerſcharen in Köln einziehen, haben innerhalb vier Tagen ungefähr
Maſſenvorführungen und Muſterriegen zu üben, die Ausſcheidungs= 600 Turner und Turnerinnen die Strecke des Rheins von Baſel bis
kämpfe innerhalb der Kreiſe mußten durchgeführt werden; es wurde
notwendig, für die Kreis= und Gauvorführungen den notwendigen
Gleichklang der Arbeit zu erarbeiten, den Hin= und Abtransport nach
und von Köln zu regeln, Werbeturnen und Werbeabende zu
veran=
lungen in den kleinſten Verein, und alles ſtrebt zum gemeinſamen Ziel.
zum gleichen erhebenden Höhepunkt der turneriſchen Arbeit, alles iſt
beſchwingt und beſeelt vom Hochgedanken des Deutſchen Turnfeſtes in allein die Freude am Schwimmen, der Gedanke, mit dabei geweſen zu
Köln. Wohlgerüſtet darf und kann der Main=Rheingau unter den
Hunderten der kommenden Heerſchau der D.T. in der „heiligen
Dom=
ſtadt am Rhein” entgegenſehen. Sind es doch eine große Anzahl Wett= an der Strecke Worms—Mainz, die Montag, den 23. Juli
durchſchwom=
kämpfer auf faſt allen Gebieten der Leibesübungen aus dem Gaugebiet,
welche dort in Konkurrenz treten, und nicht zuletzt ſind unter dieſen
Namen zu finden, die einen guten Klang in der D. T. haben, und viele
ihrer haben des öfteren ſchon in der großen Turngemeinde, gleich wie
kranz gerungen. Nach Beendigung aller Ausſcheidungskämpfe ſtehen
nunmehr die Wettkämpfer, deren Beteiligungszahl für Köln nur eine nerſchwimmerſchaft, an der Spitze marſchiert, ſodaß mit Recht behauptet
beſchränkte iſt, feſt. Die Verteilung der 8000 Teilnehmer an dem
tur=
neriſchen Zwölf= und Zehnkampf aus dem ganzen Reiche und Ausland
erfolgte wiederum auf die 18 Turnkreiſe der D.T., und iſt dem
Mit=
telrheinkreiſe geſtattet, der 28 Gaue umfaßt, unter ihnen der Main= woran Jüngling (Tgde. Darmſtadt) beteiligt iſt. Derſelbe iſt auch für
Neingau, 177 Wetturner nach Köln zu entſenden. Von dem Main=
Nheingau 63. Gau des Mittelrheinkreiſes) nehmen am
Zwölfkampf
verſchiedene Turner teil, deren turneriſche Leiſtungen mehrmals bereits ſungen), der vorjährige dritte Sieger in den D.T.=Meiſterſchaften,
auf Kreis= und Gauturnfeſten uſw. erheblich in den Vordergrund
ge=
rückt waren. Unter ihnen ſind neben dem vielfach bewährten Fiedler
(Tade Darmſtadt), Seligmann=Groß=Gerau, Gernandt=Walldorf, Schel= ſchwimmen findet man den noch jugendlichen Kunz CTgl. Darmſtadt)
ler=Nüſſelsheim die Sieger auf dem Ausſcheidungsturnon des 9. Kreiſes am Start—— Zum 100 Meter Rückenſchwimmen, zu welchem 16
Mel=
zu nennen. Beachtlich iſt noch Karn Cade, Darmſtadt), dem es auf dungen vorliegen, ſtellt die Turngeſelſchaft Darmſtadt den
Meiſtertitel=
dem Gauturnfeſt in Büttelbern (Juni 1928) gelang, ſich vor Scheller Verteidiger 7. Lohrer, der im verfloſſenen Jahre bei den
Meiſterſchaf=
ſind zu nennen: Schieferdecker (Tade. Darmſtadt), Brücher=Arheilgen, hältnismäßig gute Beſetzung hat das 100 Meter Hühſchwimmen mit 31
Blumenſchein und Schwinn (Tgde. Darmſtadt). — Im
Zehnkampf.
ſind unter 74 Bewerbern aus dem Mittelrheinkreis die Vertreter des Meter Bruſtſtaffel, die dreimal die Turngeſellſchaft Darmſtadt an ſich
Main=Rheingaues in Köln der vierte Kreisfeſtſieger Darmſtadt 1go7, bringen konnte, ſieht man die Turngemeinde Beſſungen unter 17
teil=
zweifacher erſter und 198 Gauehrenſieger W. Benz=Rüſſelsheim; deſſen nehmenden Mannſchaften als Neuling am Start, für den die Sieges=
Leiſtungen am nächſten ſtehend ſind die Turner Selig =Rüſſelsheim, ausſichten nicht gering ſein dürſten, zumal die BeſſungerDarmſtädter
Hofmann (Tgde. Darmſtadt) und Kuhn=Ober=Ramſtadt.
Uebung auch in vorgerückten Jahren den Körper ſtark und leiſtungs= der im vorigen Jahre gelegentlich der D. T.Meiſterſchaften eine
Beſt=
fähig erhält, iſt die überaus rege Anteilnahme der älteren Turner bei
den Wettkämpfen in Köln. Obwohl der Wettkampfbetrieb im Alters= Ausſcheidungen 1938 von der Darmſtädter Turngeſellſchaft entreißen
turnen nur von nebengeordneter Bedeutung iſt, geht die Zahl der laſſen mußte. Eine ſchwache Beſetzung hat allerdings die 48100 Meter
Kampffreudigkeit ſelbſt mit der zunehmenden Zahl ihrer Lebensjahre
bewahrt haben, in die Tauſende. Es iſt daher kein Wunder, daß die lichſte Gegner für die Darmſtädter die Offenbacher Mannſchaft als
Altersturner, eiien ſehr beträchtlichen Teil der 8000 beim Deutſchen
Turnfeſt in Köln tätigen Wehrkämpfer ſtellen. So beläuft ſich die und Stuttgart. Zum Mehrkampf der Aelteren ſind aus den 18 Turn=
Zahl der zum
Alters=Neunkampf
gemeldeten Turner auf rund 900, trotz der hohen dabei geſtellten An= Streckentauchen, an dem 34 Turnerſchwimmer teilnehmen, eine
beſon=
farderungen, obwohl nur die bei den Ausſcheidungen der einzelnen dere Stellung einnehmen, L. Penk CTgd. Darmſtabt) beſtreitet das
Kreiſe ſich als befähigt erwieſenen Anwärter zugelaſſen wurden. Für
die beiden Altersklaſſen: 38—45 Jahre und ſolche über 45 Jahre, ſind zu welchem 10 bzw. 12 Meldungen vorliegen. — Das
aus dem neunren Kreiſe 68 Altersturner zum Wettkampf zugelaſſen
ſo daß auf je einen Gau im Durchſchnitt zwei Bewerber entfallen. Auch
dieſe Zahl iſt im Main=Rheingau durch das Ausſcheidungsturnen
er=
der zweiten Altersklaſſe es der erfolgreiche Deutſche Turnfeſt=, Kreis= rinnen vertedigt Lotte Hoffmann (Tade. Darmſtadt) im 200 Meter
die Turngemeinde Darmſtadt und Turnverein Rüſſelsheim mit 18 bzw. Aßmuth und Lucie König (Tade. Darmſtadt). Für das 100 Meter
20 Teilnehmern. Das Durchſchnittsalter dieſer Teilnehmer beläuft ſich Seiteſchwimmen hat Hedwig Horſt (Tad. Darmſtadt) ihre Meldung
ſtadt 45 Jahre überſteigt. — Eine ſehr, ſtarke Beteiligung iſt im
Fünfkampf (Volksturnen) der Männer
(bis 38 Jahre alt) zu verzeichnen. Dem Mittelrheinkreis ſind insgeſamt wie 4850 Meter Freiſtilſtaffel ſtellt die Tgd. Darmſtadt unter ſechs
Roden, Engel=Worfelden, Winter=Groß=Gerau, Sexter=Rüſſelsheim und der reichen Schwimmarbeit bildet ein
Göbel=Ober=Ramſtadt eine vorzügliche Vertretung. — Zum
Fünfkampf der Aelteren (1. Klaſſe)
ſind aus dem Mittelrheinkreis 19 Turner berechtigt zur Teilnahme. Die Turner und 3000 Meter für Turnerinnen. Aus dem Gau ſind beteiligt:
Erreichung von 75 Punkten in den Ausſcheidungskämpfen war maß= a) Turner; Heck. Gg. Schäfer, Karl Schäfer (Tgd, Beſſungen), Dörner,
gebend, um in Käln mit antreten zu können. Nicht weniger als 32 Lohrer, Weiß Tgſ.) und Penk (Tgd. Darmſtadt); b) Turnerinnen:
Turner erreichten die feſtgeſetzte Punktzahl, ſo daß auf Antrag der Gerhardt und Dintelmann (Tgd, Darmſtadt),
Kreisleitung bei der D.T. die Teilnebmerzahl aus dem Mittelrheinkreis
erhöht werden ſoll. Vorerſt wird Sturm=Groß=Gerau die Gaufarben
in Köln vertreten. Sollte dem Antrag der Kreisleitung ſtattgegeben
werden, entfällt auf den Main=Rheingau ein zweiter Vertreter in
Hoff=
zweiten Altersklaſſe
vor. Aus dem Kreis ſind hier insgeſamt 28 Alters=urner zugelaſſen,
und ſind es aus dem Main=Rheingau: Behringer=Beſſungen, Guthmann
Tgſ. Darmſtadt) und Remſpecher (Tv. Dieburg), die 90 und mehr
Punkte im Ausſcheidungsturnen erzielten. Doch dürfte auch hier mit
eine glänzende Beteiligung, die etwa den ſiebenten Teil der Geſamt= als alleiniger Vertreter in Köln an den Start gehep.
ſeilnehmer des ganzen Kreiſes bedeuten würde.
Darmſtädter Sportkalender.
Handball.
17.00 Uhr: Sportverein 98 — Rot=Weiß (Stadion).
Fußball.
15.00 Uhr: Sp.=Vg. — Alemannia Bensheim (Windmühle).
15.30 Uhr: F.=C. Union — Kickers Aſchaffenburg (Rennbahn).
bekannten Größen: K. Welter und Roſel Güll, während der
Turnver=
der höchſten Punktzahl der Gaubeteiligten als Siegerin hervorgehen
konnte, in den Wettkampf ſchicken kann. — Im
Vierkampf
ſind die Turnerinnen Aenne Pahl (Tgde. Beſſungen) und Lina Treuſch
(Eis=, T.s u. Spb.) mit zu den Beſten der 39 Auserwählten des Kreiſes
zu rechnen und als würdige Vertreterinnen des Gaues in dieſem
Wett=
kampf anzuſprechen.
Ein Deutſches Turnfeſt, das Sein und Werden einer großen
Volks=
ſein, auch das Schwimmen als Volksſache zu zeigen. Noch ehe die
Köln (520 Klm.) in einem Staffelſchwimmen durchſchwommen. Damit
aber nicht nur die am Rhein gelegenen Turnvereine dieſe Freude am
Waſſerturnen bekunden können, nehmen auch alle diejenigen Vereine,
die an Nebenflüſſen gelegen ſind, an dieſem großen Ereignis teil und
ſtalten u. b. a. So wirft das Deutſche Turnfeſt ſeine letzten Ausſtrah= durchſchwimmen Neckar, Main, Lahn, Saar und Moſel. Dadurch ſteigt
die Zahl der zu ſchwimmenden Turner und Kilogeter auf über 2000.
Hier winkt kein Lohn für einen Sieg, ſondern hier iſt es einzig und
ſein, der Führer und Teilnehmer beſeelt. Mit einer bedeutenden
An=
zahl Schwimmer und Schwimmerinnen wird ſich der Main=Rheingau
men wird, beteiligen.
Die zweite Arbeit gilt dem Können! 34 Einzel=, Mehr= und
Mann=
ſchaftskämpfe führen nahezu 700 Turner und Turnerinnen in die
Schwimmbahn des Kölner Stadions. Die größte Beteiligung kann
ſie in Köln verſammelt ſein wird, um den ſchlichten deutſchen Eichen= hier der Mittelrheinkreis verzeichnen, in welchem wiederum der Main=
Rheingau, mit ganz hervorragender Beteiligung der Darmſtädter
Tur=
werden kann: „Darmſtadt gehört mit zu den
Vorrang=
ſtädten des Turnerſchwimmens!“
Nicht weniger als 53 Meldungen für das Hauptſpringen liegen vor,
das Turmſpringen, zu dem 14 Meldungen aus dem ganzen Reiche
ab=
gegeben wurden, vorgemerkt.
49 Beteiligte zeichnet das 100 Meter Bruſtſchwimmen für Turner
auf, an dem der diesjährige erſte Kreisſieger Franz Heck (Tade. Beſ=
Jachtmann (Tgſ. 1875 Darmſtadt), ſowie die Beſſunger Gg. und Karl
Schäfer teilnehmen. — Unter 15 Teilnehmern am 100 Meter
Seite=
ſetzen zu können und dadurch eine Formperbeſſerung aufwies. Weiter ten mit 1:19.3 Min, eine neue D. T.=Beſtleiſtung aufſtellte. — Eine
ver=
abgegebenen Meldungen erfahren, unter denen ſich Dörner und Weiß
— beide Turngeſellſchaft Darmſtadt — befinden. Außerdem beſtreitet
Weiß (Tgſ. Darmſtadt) dis 400 Meter bel. Schwimmen. In der 48100
Beſſer Tade. Darmſtadt), Ohl=Babenhauſen, Eppenſteiner=Rüſſelsheim, auf dem Kreisſchwimmfeſt 1928 eine neue 2. T. Beſtleiſtung mit 5:591
Minute aufſtellten. 12 Vereine, unter ihnen die Turngeſellſchaft
Darm=
ſtadt, haben ſich zur Teilnahme an der 4X100 Meter Lagenſtaffel vor=
Ein ſprechender Beweis dafür, in welchem Maße ſtete turneriſche merken laſſen. Der Hauptgegner wird hier im Tv. Offenbach erſtehen,
zeit von 5:24 Min, erreichte, ſich aber den Titel Kreismeiſter in den
früheren Wetkämpfer der D.T., die ſich ihre Turnfertigkeit und ihre Freiſtilſtaffel mit vier Meldungen erfahren, zu der ſich ebenfalls die
Turngeſ. Darmſtadt zum Start meldete. Auch hier dürfte der gefähr=
Meiſtertitelberteidiger ſein. Ueber gute Kräfte verfügt auch Osnabrück
kreiſen 27 Meldungen eingelaufen und ſtellt hier Turngemeinde
Darm=
ſtadt in Franz Hedtler einen nicht ausſichtsloſen Bewerber. Derſelbe
wird auch unter 40 Mitbewerbern im Springen ſowie im 40 Merer=
100 Meter Bruſt= und 100 Meter bel. Schwimmen in der Altersklaſſe,
Schwimmen der Turnerinnen
reicht worden, und haben ſich die Teilnahmeberechtigung erworben: hat ebenfalls eine ſehr gut Beſetzung zu verzeichnen und im Gau die
Hch. Widmeher (Tſch. Griesheim) in der erſten Altersklaſſe, während in Turngemeinde Darmſtadt den Hauptanteil. Unter ſechs Teilnehme=
und Gauſſeger Ph. Schneider Toſ. Darmſtadt) iſt die un den deutſchen Lagenſchwimmen den Titel Meiſterin der D.T. Die Meldungen im
Sieg ringen werden. Zahlreich ſind die Muſtervorführungen von 100 Meter Bruſtſchwimmen mit 54 Teilnehmerinnen ſind als beſonders
Altersriegen gemeldet. Aus dem Main=Rheingau nehmen daran teil günſtige zu nennen und ſieht in den Reihen der Kämpferinnen Els.
bei dem Tb. Rüſſelsheim auf 47 Jahre, während es bei der Tad. Darm= abgegeben. Die zweitſtärkſte Konkurrenz — 100 Meter
Nückenſchwim=
men mit 19 Teilnehmerinnen — hat die Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt
mit Marie Menges keſetzt, während die 100 Meter Hüh El. Gerhardt
CTgd. Darmſtadt) mit zuſammen acht Bewerberinnen ſchwimmen und
den Titel „Meiſterin” verteidigen wird. Bur 4850 Meter Lagen=, ſo=
162 Teilnehmer geſtattet. Hier beſitzt der Main=Rheingau in Jakob= bzw. vier gemeldeten Vereinen je eine Mannſchaft und verteidigt in
Rüſſelsheim, Meier=Walldorf, Wirthmüller=Arheilgen, Trumm=Nieder= der erſteren die neue D.T.=Beſtleiſtung von 3:10,5 Min. Den Schluß a
7
Stromſchwimmen
im Rhein — das erſte der Deutſchen Turnerſchaft —, 5000 Meter für
f
Fechten.
mann CTgde, Beſſungen). — Die gleichen Verhältniſſe liegen in der es nur zwei Fechterinnen, die in Köln die Klingen kreuzen dürfen. Die 9
beiden Vertreterinnen, Erna Weber und Toni Schnepper, gehören der
Fechtabteilung der Turngemeinde Darmſtadt an.
Volfstümliche Meiſierſchaften.
der Teilnahme von SchwinnNieder=Berkach und Dautenheimer=Büttele ſcheidungen dem Main=Rheingau den Nang abgelaufen, denn nur eine hören. Eckſtein, Deutſchlands älteſte Zigarettenfabrik, übernimmt die
born, welche die feſtgeſetzte Punktzahl 75 im Ausſcheidungsturnen über= Kreismeiſterſchaft fiel durch Koch (Akadem, Turnverein Alema. . Führung mit einer neuen Sechs=Pfennig=Zigarette Ballett. Noch nie
ſchritten haben, zu rechnen ſein. Es wäre dies für den Main=Rheingau Darmſtadt) im 400 Meter=Leuf an den Gau, und wird der Akademiker, war die geſchmacklicho Vollendung des Erzeugniſſes ſelbſt und ſeiner
B=Klaſſe 160 Teilnehmer zugelaſſen werden, ſodaß die Geſamtteilnehmer
und Teilnehmerinnen 256 betragen. Zwei Vereine aus dem Main=
Rheingau werden ſich beteiligen. In erſter Linie iſt die Turngemeinde
Darmſtadt an dieſem erſten Turnier ſtark vertreten und beteiligt ſich
wie folgt: Männer=Einzelſpiel A=Klaſſe: Sennewaldt und Schildt (Tgd.
Darmſtadt), B=Kl.: Bert (Tgd. Darmſtadt); Frauen=Einzelſpiel A=Kl.:
Frl. Adam (Tgd. Darmſtadt), B=Kl.: Frl. Kliffmüller (Tgd. Darmſtadt)
und Frau Uhlenberg (Tv. Bensheim); Gem.=Deppelſpiel 4=Kl.:
Senne=
waldt—Adam (Tad. Darmſtadt), B=Kl.: Bert=Kliffmüller (Tad.
Darmſtadt).
Kampf= und Schiedsrichter.
Welche Rieſenzahlen von Teilnehmern an den einzelnen
Wettkämp=
fen zu erwarten ſind, beweiſt nichts beſſer als die Tatſache, daß allein
zur Bewertung der Uebungen nicht weniger als 1400 Kampfrichter aus.
allen Teilen des Reiches herangezogen werden müſſen. Dieſe richtig
einzuteilen, damit ſie zweckentſprechend zur Verfügung ſtehen, auch für
Erſatz zu ſorgen, iſt eine gewaltige Organiſationsaufgabe, von deren
Umfang und Schwierigkeiten ſich nur wenige einen Begriff machen
können. Der Main=Rheingau ſtellt eine Anzahl Kampfrichtr und
Riegenordner uſw., die dem Gauvorſtand und Gauturnausſchuß
ange=
hören, und zwar: Hofferberth, Biſchoff, Matthes= Darmſtadt. Bauer=
Rüſſelsheim, Klenk=Bensheim, Lehr=Pfungſtadt, Schneider=Eberſtadt,
Schmidt=Seeheim, Löffler=Roßdorf und Schneider=Langen. C. Pn.
Süddeutſche Schwimm=
Meiſierſchaften.
Die Ergebniſſe des Samstags.
1. Senior=Freiſtilſchwimmen — 200 Meter: 1 Berges=Jung=
Deutſchland Darmſtadt, 2:29 Min.; 2. Ball=SV. Göppingen,
2:36 Min.; 3. H. Gruetzner=Moenus Offenbach, 2:42 Min. — Berges
nendet bei 100 Meter mit 1 Meter Vorſprung. Bei 180 Meter geht er
dem Göppinger in einem unwiderſtehlichen Endſpurt auf und davon
und gewinnt, wie er will.
Bruſtſchwimmen 200 Meter für Vereine ohne Winterbad: 1.
Dorf=
müller=VfB. Marburg, 3:10,6 Min.; 2. H. Hofſtetter=Ansbach, 3:11,8
Min. Harter Kampf auf der ganzen Strecke.
100 Meter Damen=Rückenſchwimmen: 1. M. Lindemann=Offenbach
96, 1:37 Min.; 2. Lohrer=SV. Cannſtatt, 1:38,6 Min. — Ein Sieg der.
Rückenerawlſchwimmerin gegen die Gleichſchlagsſchwimmerin.
2. Senfor=Bruſtſchwimmen — 200 Meter: 1. V. Frank=Erſter
Frank=
furter SC., 3:05,2 Min.; 2. Koppen=SV. Ulm, 3:06,2 Min. — Nach
ſcharfem Kampf über die ganze Strecke durch zäheren Endſpurt und
beſſeren Anſchlag in ausgezeichneter Zeit gewonnen.
1. Damen=Freiſtilſchwimmen — 100 Meter: 1. G. Mörſchel=
Jung=Deutſchland Darmſtadt, 1:262. Min.; 2. Böhm=
Bahern 07 Nürnberg, 1:30,3 Min.
100 Meter Junior=Rückenſchwimmen: 1. H. Schulz=Bahern. 07
Nürnberg, 1:20,6 Min.; 2. K. Schaum=SV. Gießen, 1:26,4 Min.;
3. Weigel=Moenus Offenbach, 1:27 Min.
200 Meter Junior=Bruſtſchwimmen: 1. L. Schwarz= 1. Frankfurter
SC., 3:10 Min. 2. Heinzmann=Nikar Heidelberg, 3:20 Min.: 3. A.
Rothmann=Gießen, 3:204 Min.
1. Damen=Lagenſtaffel 3 mal 100 Meter: 1. DSV. München, 4:50,8
Min.; 2. Bahern 07 Nürnberg.
Zwiſchenrunde um die Deutſche Waſſerballmeiſterſchaft.
Hellas Magdeburg ſiegt.
Im Zwiſchenrundenſpiel um die Deutſche Waſſerballmeiſterſchaft
ſchlug am Samstag in Magdeburg Hellas den SV. 96 mit 4:2 (
Halb=
zeit 2:1) Toren.
Süddeutſche Leichtathletik=
Meiſterſchaften.
Die Entſcheidungen des erſten Tages.
110 Meter Hürden: 1. Welſcher=Eintracht Frankfurt g. M., 15,3
Sek. 2. Koßbiel=Saar 05 Saarbrücken, 17.1 Sek. — Meier=Stuttgart
als Zweiter angekommen, aber diſtanziert. Dr. Wichmann und
Stein=
hardt nicht am Start.
800 Meter: 1. Jenuwein=München 1860, 2:01,6 Min.: 2.
Eſchen=
röder=Eintracht Frankfurt, 2:02,7 Min.; 3. Ziegler=Saar 05
Saar=
brücken 2:08 Min.
5000 Meter: 1. Helber I=VfB. Stuttgart, 15:44,6 Min.; 2. Bertſch=
Stuttgarter Kickers, 15:484 Min.; 3. Kettner=Stuttgarter Kickers,
15:49,3 Min.
4 mal 400 Meter=Staffel: 1. I. FC. Nürnberg, 3:289 Min.; 2.
Ein=
tracht Frankfurt, 3:34 Min.; 3. Stuttgarter Kickers, 3:35,6 Min.
Hochſprung: 1. Bonneler=Regensburg, 184 Meter: 2. Böwig=
Mün=
chen 1860, 1,83 Meter; 3. Haag=TG. Göppingen, 1,77 Meter; 4.
Schivarz=
fiſcher=München, 1,76 Meter.
Diskuswerfen: beſtarmig: 1. Schauffele=VfB. Stuttgart, 44,70 Meter;
2. Steinbrenner=Eintracht Frankfurt, 42,66 Meter; 3. Wenniger=
Stutt=
garter Kickers, 39,70 Meter. — Beidarmig: 1. Schauffele, 73,25 Meter:
2. Steinbrenner, 66,82 Meter: 3. Wenniger, 65.15 Meter.
In den Vorläufen zur 4 mal 100 Meter=Staffel ſiegten die
Eintracht 1. Mannſchaft in 43,5 und die 2. Mannſchaft der Eintracht
in 44 Sek. Für die Entſcheidung qualifizierten ſich ferner noch
Stutt=
garter Kickers, Saar 05 Saarbrücken und TFC. Ludwigshafen. Phönis
Karlsruhe und TG. Mannheim ſchieden aus.
VIII. Baden=Badener Automobil=Zurnier.
Geſchicklichkeitsprüfung und Blumenkorſo am Samstag
Am Samstag brachte die Fortſetzung des Baden=Badener
Auto=
mobilturniers bei anhaltend ſommerlichem Wetter und ſtarkem
An=
drang des internationalen Publikums zunächſt im Kurgarten die ſtark
beſetzte und mit ſchwierigen Aufgaben ausgeſtattete
Geſchicklichkeitsprü=
fung. Die Ergebniſſe können erſt am Sonntag bekannt gegeben
wer=
den, jedoch dürfte der junge Bernett=Berlin auf Opel den Vogel
ab=
geſchoſſen haben. Recht witzig und humervoll fuhr Kappler=Gernsbach,
jedoch fand er ſich mit ſeinem ungewohnten Dixiwagen nicht ganz
zu=
recht. Carrgeiola und Walb auf Mercedes=Benz fuhren eine gute
Zeit, mußten aber Strafpunkte einſtecken. Wenzel=Moſſau und Kappler
zeigten ſich dann noch in einer heiteren Szene mit einem „
Naketen=
wagen” mit ſtark Rauch entwickelndem Ofenrohr und Piſtolenſchüſſen.
— Bei dem am Nachmittag auf der Lichenthaler Allee ausgetragenen
Blumenkorſo, den man zum erſtenmale nach dem Krieg wieder ſah,
gab es eine harte Konkurrenz. Vier erſte Preiſe gab es, und zwar an
Herzogin von Anhalt auf Mereedes=Benz (Preis der Stadt Baden=
Baden), Frau R. Haniel=Baden auf Mercedes=Benz, Freifrau von
Bar=
nekow=Baden auf Packard, Frau C. Winter=Berlin auf Cardillae und
außerdem an ein Schimmelgeſpann der Frau Schiele=Baden. Drei
zweite Preiſe fielen an Graf Areo=Berlin (Cardillae), Dir. Petz=Leipzig
(Horch) und Frau Schmitz=Anhalt (Pferdegeſpann). Dritte Preiſe
er=
zielten Frl. Groß=Baden Baden auf Opel und Frl. Winter=Berlin auf
Cardillge — Man ſah prachtvolle Dekorationen.
Geſchäftliches.
Das Inſtitut Hans Schlöſſer, Schwanenſtraße 30,
eröff=
net neue Kurſe in einfacher, doppelter und amerikaniſcher
Buch=
führung, einſchl. Bilanz= und Wechſellehre. Das Honorar iſt
außer=
ordentlich miedrig und beträgt nur 20 Mark. Intereſſenten werden um
Hier iſt der Gau mit weniger Vertretung geſegnet, und zwar ſind rechtzeitige Anmeldung gebeten. Laufend neue Kurſe in Kurzſchrift,
Maſchinenſchreiben und Schönſchreiben. (Siehe Anzeigen.)
Die Weitkämpfe der Turnerinnen.
Am Siebenkampf
der Turnerinnen iſt der neunte Kreis mit insgeſamt 108 Bewerberinnen
beteiligt, und hat der Main=Rheingau auf den Ausſcheidungsturnen
für ſich die Durchſchnittszahl ebenfalls überholt. Am beſten aus dem
Cau hat hier die Turngeſellſchaft Darmſtadt abgeſchnitten, die drei
Tennisturnier.
Da in vielen Vereinen der Deutſchen Turnerſchaft das Tennisſpiel
betrieben wird, ſo iſt beim 14. Deutſchen Turnfeſt in Köln erſtmalig
auch ein Tennisturnier ausgeſchrieben worden. Es umfaßt ein
Einzel=
ſpiel für Turner, ein Einzelſpiel für Turnerinnen, ein Doppelſpiel für
Turner und ein gemiſchtes Doppelſpiel. Die Austragung erfolgt in
zwei Leiſtungsklaſſen; insgeſamt dürfen in der 4=Klaſſe 96, in der
Ein 10000=Mark=Wettbewerb, an dem ſich jeder
betei=
ligen kann — das iſt keine alltägliche Sache. Es handelt ſich um eine
Frage der Geſchmackskultur Und wer hätte nicht Meinung und Urteil
über das, was ihm gefällte Und zwar gerade, wenn es die kleinen
Auch hier haben andere Gaue des Mittelrheinkreiſes bei den Aus= Dinge betrifft, die zum gewohnten Beſtande des täglichen Lebens ge=
Ausſtattung derart zu einer Einheit verſchmolzen, wie es bei dieſer
BZigarette geglückt iſt. Deshalb iſt auch die Firma Eckſtein beſonders
begienig, die Anſicht der Raucher zu hören, wie ihnen denn die neue
Ballett gefalle. Für die beſten Antworten, über deren Qualität und
Nang ein Schiedsgericht führender Männer des deutſchen Geiſtes= und
Wirtſchaftslebens entſcheidet, ſind hohe Preiſe im Geſamtbetrage von
10 000 Mark ausgeſetzt.
Einem Teil unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpekt
über die Mietpreiſe des Landestheaters bei, worauf wir
unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen.
Viogs
Nummer 181
Sonntag, den 1. Zuli
Som ſaebrälſchen Kreoäliemnärtl.
Die Entwicklung am Weizenmarkt geſtaltete ſich unregelmäßig.
Vorübergehend kam es zu einer Preiserhöhung, die wieder mit
ver=
minderten Ertragserwartungen in den Vereinigten Staaten begründet
wurde, aber nicht ſtandhielt, weil ein etwaiger Ausfall durch eine um
ſo größere Ernte in Kanada wettgemacht werden dürfte. Zudem
lau=
teten auch die Nachrichten aus den europäiſchen Ländern über die
kom=
mende Ernte günſtig. Es wurde auch bereits neuer Weizen aus dem
Rheinland zur Lieferung im Auguſt mit 27,25 RM. eif (fracht= und
verſicherungsfrei) Mannheim=Ludwigshafen angeboten. Im allgemeinen
rechnet man ober doch damit, daß ſich die Ernte bei uns nicht zu einer
Frühernte geſtalten wird, weil das lange Zeit andauernde kühle Wetter
zwar das Wachstum gefördert, aber die ſonſtige Entwicklung verzögert
hat. Inländiſcher Weizen alter Ernte war nur wenig am Markt und
ſtellte ſich auf 27,50—28,00 RM. die 100 Kilo waggonfrei Mannheim.
Im Cifgeſchäft koſteten die 100 Kilo in hfl. (hfl. — holländ. Gulden
gleich 1,68,50 RM.): Baruſſo (78 Kilo) Juli=Abladung 13,35, Manitoba
III, Atlantik, Juli=Abladung, 13,62½, Manitoba IV, Atlantik,
ſchwim=
mend, 12,80, Juli 12,95, Auguſt 13, Manitoba V, Pazifik, Juli 12,5,
Kanſas II 13,70—14,10, eif Seehafen —; Roggen neuer Ernte wurde
aus dem Rheinland zu 25,25 RM. je Doppelzentner frei Waggon
Mannheim angeboten; alter Inlandsroggen ſtellte ſich auf 28—29 RM.,
war jedoch nur wenig angeboten. Angebot in Auslandsroggen fehlte.
Die ſüddeutſchen Mühlen waren mit ihren Forderungen für
Weizen=
mehl Spezial Null bis auf 36,50 RM. die 100 Kilo heruntergegangen,
auf welcher Preisgrundlage ſich größere Abſchlüſſe vollzogen. Die
vor=
übergehende Weizenpreisbefeſtigung veranlaßte ſie zu einer
Wiederhin=
aufſetzung um 0,25 RM. Das Geſchäft liegt jedoch völlig ſtill. Auch
in Roggenmehl ſind wenig Umſätze zu verzeichnen. 60proz.
Roggen=
mehl blieb mit 40,75 RM., 70proz. Ausmahlung zu 39,25 RM.,
ſofor=
tiger Lieferung, angeboten. Angebote von Roggenmehl aus der neuen
Ernte zur Lieferung in den Monaten Auguſt—Dezember lauteten auf
34—34,75 RM. Chile=Gerſte, Chevalier, wurde loko Antwerpen,
über=
geladen, je nach Beſchaffenheit zu 260—270 Schill Plata=Futtergerſte
(63 Kilo) zu 202 Schill., eif Antwerpen, loſe geſackt, die 1000 Kilo
an=
geboten. Hafer hatte mäßiges Geſchäft bei unveränderten Preiſen.
Mais war gut behauptet: Nachfrage zeigt ſich für nahe und verfügbare
Ware, die wenig angebrten iſt. In Mannheim verfügbare Poſten
ſtell=
ten ſich auf 24,50 RM. gegen Bezugsſchein, für rheinſchwimmende Ware
wurden 11,90 hfl. die 100 Kilo waggonfrei Mannheim verlangt. Am
Futtermittelmarkt erfolgten anſehnliche Umſätze in Kleie zu 13,75 RM.
Der Wochenverlauf berachte eine Befeſtigung auf 14,25 RM. Für
Nach=
mehle beſtand kleine Nachfrage für prompte Lieferung zu 20 RM. die 100
Kilo. Je nach Befchaffenheit wurden auch bis zu 23 RM. gefordert.
Futtermehl koſtete 17 RM., Maisſchrot prompte Lieferung 25,25 RM.,
Auguſt—Dezember=Lieferung 23,25 RM.; Biertreber mit Sack 17,75—
18,25 RM. (Vorwoche 18—18,50 RM.).
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. Juni.
Die Wochenſchlußbörſe hatte wie gewöhnlich unter Auftragsmangel
zu leiden. Lediglich einige Spezialwerte wurden in den Vordergrund
geſchoben, die zunächſt Kursgewinne bis zu 3 Prozent erzielen konnten.
Im übrigen lag jedoch die Börſe zu Beginn nicht einheitlich feſt. Für
den Chemiemarkt regte die Gründung der internationalen Geſellſchaft
für Chemiſche Unternehmungen an. Daneben lagen Montanwerte ſehr
feſt, wo die geſtrige Sitzung des Reichskohlenverbandes und des großen
Ausſchuſſes des Reichskohlenrats ſtimulierte. Von Montanwerten
be=
ſonders Gelſenkirchen bevorzugt und bald nach Beginn 2½ Prozent
höher. Auch Mannesmann konnten 2, Oberbedarf 3½ Prozent (ſpäter
nachmals 2), Glöckner ½, Rheinbraun 1½ Prozent gewinnen. Auch
die Farbenaktien lagen ziemlich lebhaft und ¼ Prozent höher, waren
aber ſpäter leicht gedrückt. Deutſche Erdöl ſehr gut behauptet. Von
Banken Metallbank im Verlaufe ſehr feſt. Die übrigen Bankwerte
nicht ganz einheitlich. Von Elektroaktien ſtanden wieder Siemenswerte
im Vordergrund, wobei Siemens zu ihrem geſtrigen Gewinn nochmals
2½, Schuckert 1½ Prozent anzogen. Auch Gesfürel und Bergmann je
1½ Prozent höher. Schwächer ſetzen ein Licht u. Kraft um 1½, A. E.G.
um 1 Prozent. Von Zellſtoffaktien beſtand für Aſchaffenburger
Zell=
ſtoff ſehr große Nachfrage. Sie waren zum Schluß bis auf 232
ge=
ſteigert. Der variable Markt ſowie Anleihen lagen ſehr ſtill und
un=
weſentlich verändert. Börſenverlauf: Der Börſenverlauf beſchränkte
ſich auf die genannten Spezialmärkte, wo teilweiſe weitere
Kursſteige=
rungen zu verzeichnen waren. Der Farbenmarkt gab jedoch bis 273
Prozent nach. Am Geldmarkt iſt Tagesgeld ſehr angeſpannt und
8 Prozent. Am Deviſenmarkt nannte man: London-Paris 124,15,
—New=York 4,87,67½, Pfunde—Mark 20,4075, Dollar—Mark 4,1845.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. Juni.
Wie immer an den Samstagen, ſetzte auch heute die Berliner Börſe
infolge des früheren Beginns in ſehr ruhiger, nicht ganz einheitlicher,
aber überwiegend feſter Tendenz ein. Bevorzugt wurden wieder
Spezial=
werte, und zwar beſtand hierfür Intereſſe aus Belgien und der Schweiz.
Auch die Depoſitenkundſchaft der Banken beteiligte ſich etwas am
Ge=
ſchäft, wogegen ſich die Spekulation ziemlich ſtark zurückhielt. Ungüinſtig
kommentiert wurden die Ausführungen, die in der Hauptverſammlung
der Hibernia=Geſellſchaft über die Ausſichten des Bergbaues gemacht
wurden, und verſtimmend wirkte die im Zuſammenhang mit dem
heu=
tigen Halbjahresultimo eingetretene Verſteifung des Geldmarktes. Für
Tagesgeld bzw. Geld über den Ultimo wurden 8½—10½ Prozent, zum
Teil ſogar darüber hinaus bezahlt. Monatsgeld rein nominell 3—9
Prozent, Warenwechſel mit Großbankgiro 7 Prozent und darüber. Am
internationalen Deviſenmarkt hat ſich die Mark gegen den Dollar mit
4,1844 etwas gebeſſert, dagegen lag das Pfund mit 4,8762 gegem New
York etwas ſchwächer. Paris lag mit 124,15, Madrid mit 29,53 und
Kopenhagen mit 18,19½ etwas höher. Der heimiſche Rentenmarkt war
vollkommen umſatzlos, an Auslandsrenten beſtand Nachfrage nach 5
pro=
zentigen Mexikanern. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe blieb die
Hal=
tung freundlich.
Im weiteren Verlaufe der Börſe blieb die Haltung für
Spezial=
werte feſt, während die übrigen Werte teilweiſe behauptet, teilweiſe
etwas ſchwächer lagen. Im Vordergrund der Aufwärtsbewegung
ſtan=
den Berger Tiefbau mit einem Gewinn von 10 Prozent, denen ſich
Ober=
bedarf mit einev Steigerung von 7 Prozent anſchloſſen. Höher lagen
Spritwerte, Schultheiß plus 4, Oſtwerke plus 2, Montanwerte
Gelſen=
kirchen plus 21 Harpener plus 1½ und Elektrooverte plus 2, Elektr.
Licht und Kraft plus 2½, Polyphon plus 2½. Schwächer lagen
Glanz=
ſtoff minus 5. Leonhard Tietz konnten ihren Anfangsgewinn um
wei=
tere 2 Prozent verbeſſern, mußten ſich dann aben einen Rückgang um
3 Prozent gefallen laſſen.
Bis zum Schluß der Börſe konnten ſich, von ganz geringen
Aus=
nahmen abgeſehen, die höchſten Kurſe infolge des Rückganges des
Ge=
ſchäftes nicht behaupten, ſo daß faſt auf der ganzen Linie Rückgänge
eintraten. Nur Montanwerte konnten ſich überwiegend behaupten und
teilweiſe weiter befeſtigen. Die Nachbörſe war vollkommen
geſchäfts=
ſos; gegen 2,30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe: Danatbank 2:0,
Berliner Handesanteile 275,5, Diskonto 165,25, Hapag 166½, Nordd.
Lloyd 157,75, A. E.G. 182,25, Siemens 369,5, Schuckert 212. Deutſche
Erdöl 143, J. G. Farben 272, Oſtwerke 325, Schultheiß 361,75, Lconh.
Tietz 286, Glanzſtoff 693, Bemberg 629, Zellſtoff Waldhof 315,
Weſter=
egeln 273,5, Salzdetfurth 463, Kali Aſchersleben 269,5, Köln=Neueſſen
138, Gelſenkirchen 143,25, Phönix 96,75, Oberbedarf 107, Feldmuhle
281,75, Norod. Wolle 230, Altbeſitz I und II 51,5, dto. III 54.
29.6 30. 6.
29. 6. 130 6.
A. E. G
179.625/182.25 Hirſch Kupfer ..... . 143.— 1144.875
Augsb.=Nürnb. Maſch /104.— 1105.— Höſch Eiſen ......."
138.5 (139.755
Baſalt . . . ."
76.6251 77.— Hohenlohe Werke ... / 87.5 87.5
Bergmann. .
203.— 1208.75 Kahla Porzellan .. . . / 164.25 1166.87
Berl. Karlsruhe Ind.: 72.— 70.25 Kali Aſchersleben .. . 1 266.5 (258.25
Berl. Hand.=Geſ.
272.5 1275.5
Salzdefurth. . . . 465.— 1463.—
Braunkohl.=Briketts/ 186.— 1188.75
„ Weſterregeln .. . / 272.— 1273.875
Bremer Wolle..
243.— (246.— Lindes Eismaſch. .
175.— 1175.—
Danatbank. .
Deutſche Bank..
Diskontogeſ.
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung".
J. G. Farben..
Gelſenk. Berg.
G. f, elektr. Untern.
Han. Maſch.=Egeſt. .
Hanſa Dampfſch. . .
Hapag .."
Harpner. . . . . . . . .."
Hemoor Zement. .
Oeviſenmarkt.
Helſingfors
Wien .."
Prag ......
Budapeſt . ..
Sofia ...."
Holland ..
Lslo ......"
Kopenhagen
Stockholm . . .
London .....
Buenos Aires
New=York ...
Belgien ...."
29. 8.
Geld/Brief
10.519/10.539
58.90
2.39
72.91
3.019
168.49
H111.9=
112.0:
112.20
20.39,
1.778
4.1810
58.39
59.02
12.41
73.05
3.025
68.83
112.14
112.25
112 42
20.433
1.782
4.1890
58.51
30. 6.
Geld /Brief
10.51710.53
58.90 59.02
12.393/1 2.4131
72.851 72 9
3.019 3.025
68.48/ 168.8.
111.st1j2. 13
112.06 112.281
12.12112.37
20.387 20.427
1.777 1.78
4.18054 18851
58.39 58.51
Italien.
Paris ..
Schweiz.
Spanien..
Danzig".
Japan. . .
Rio de Janeiro
Fugoſlavien.
Portugal ..
Athen ......."
Konſtantinopel
Kanada. . . . . ."
Uruguay. . . . .
Geld
22.00
16.41
80.61
68.89
81.52
1.943
0.428
7.36
18.83
5.425
2.132
4.169
4.25
Brie
22.04
16.45
80.77
69.0:
81.68
1.941
0.500
7.375
18.87
5.435
2.136
4.17
4.264
48.75
141.—
163. —
124.—
528. —
103.5
137.5
154.75
697.—
98.125
58.75
150.—
165.—
70.—
30. 8.
Geld / Brief
22.005 22.045
6.42
80.59
68.89
81.5.
1.943
1.499
7.360
18.83
5.405
2. 132
4. 169
16.46
80.75
69 03
81.68
1.947
0.501
7.374
8.87
5.415
2.136
4.177
4.266/ 4.274
Frankfurter Gas=Geſellſchaft A.G., Frankfurt a. M. Die G.V.
ge=
nehmigte den bekannten Abſchluß. Vertreten waren ſieben Aktionäre
mit 24 632850 RM. und 492477 Stimmen (zirka 98 Prozent, u. a.
Magiſtrat Stadt Frankfurt a. M. 188 117 und R.W.E. 200 024
Stim=
men). Es gelangt eine Dividende von 6 Prozent auf 20 Mill. RM.
für das ganze Jahr und auf 5 Mill. RM. für das halbe Jahr zur
Ver=
teilung. Die Dividende iſt nach dem Berichr auf 6 Prozent zurückgeſetzt
worden, da die erworbenen Kohlenfelder noch nicht erſchloſſen ſind und
die Zinſen für den Kaufpreisanteil das Gewinnergebnis der Geſellſchaft
belaſten. Neu in den A.R. wurden Ernſt Kahn, Frankfurt a. M., und
Direktor Julius Jakob, Danatbank Frankfurt a. M., gewählt. Zur
Wahl der übrigen A. R.=Mitglieder muß demnächſt eine neue G.V.
ein=
berufen werden, da erſt das Wiederzuſammentreten der
Stadtverord=
netenverſammlung abgewartet werden muß und auch von der R.W.E.
ein Vorſchlag noch nicht vorliegt. Oberbürgermeiſter Dr. Landmann
als Vorſitzender der Geſellſchaft führte anläßlich der Genehmigung ber
aufgenommenen 3=Millionen=Dollaranleihe (61 Prozent wit
Aus=
zahlungskurs von 94 Prozent) aus, daß dieſelbe für Erweiterung des
Gaswerkes Oſt und ſür den Kohlenfelderankauf beſtimmt ſei.
Die wirtſchaftliche Lage des Handwerks
im Monat Juni.
Ueber die wirtſchaftliche Lage des Handwerks im Monat Juni
be=
richtet die Geſchäftsſtelle des Deutſchen Handwerks= und
Gewerbekam=
mertages: „Die Berichte über die Wirtſchaftslage des Handwerks im
Monat Juni 1928 zeigen durchweg, daß ein gewiſſer Stillſtand in der
günſtigen Entwicklung der Beſchäftigung eingetreten iſt. Zumeiſt
be=
richten die Handwerkskammern, daß gegenüber dem Vormonat wenig
Veränderungen eingetreten ſind. Nur vereinzelt wird noch eine
Beſſe=
rung gegenüber dem Vormonat aufgezeigt. Bei der Beurteilung der
Geſamtlage muß man ſich vor Augen halten, daß der Monat Juni
eigentlich der Monat iſt, in dem die für die Sommerſaiſon in Frage
kommenden Handwerkszweige erfahrungsgemäß ihren Höhepunkt
er=
reicht haben ſollten. Wenn ſich keine Verlagerungen eingeſtellt haben
ſo iſt im Vergleich mit dem Vorjahr ein Zurückbleiben feſtzuſtellen.
Dies beſonders im Hinblick auf das Bangewerbe, das keineswegs den
Aufſchwung genommen hat, den man von ihm erhoffte, und das in der
Beſchäftigung, im Geſamtdurchſchnitt des Reiches geſehen, nicht den
Grad des Vorjahres erreichte. Dieſe Feſiſtellung erklärt auch für eine
Reihe ſonſtiger Handwerkszweige die wenig befriedigende Geftaltung
ihres Geſchäftsganges. Auf die Beſchäftigung im Bekleid ungsgewerbe
hat anſcheinend durchweg die ungünſtige Witterung hemmend
einge=
wirkt. In den Orten, die beſonders auf Fremdenverkehr angewieſen
ſind, iſt ebenfalls die ſchlechte Witterung Urſache eines minderen
Ge=
ſchäftsganges.
Die Verhältniſſe auf dem Geld= und Kreditmarkt haben keine
Ver=
änderung erfahren. Der Zahlungseingang von größeren Lieferungen
iſt im Handwerk nach wie vor ſchleppend.
Lohnerhöhungen ſind im Berichtsmonat weniger zu verzeichnen,
nur hier und dort ſind noch einige bezirkliche Verhandlungen zu Ende
geführt.
Die Lage des handwerkerlichen Arbeitsmarktes iſt nach Berichten
einzelner Landesarbeitsämter nicht ſonderlich günſtig und beſtätigt
da=
mit die vorhin aufgezeigte Entwicklung des Handwerks ſelbſt.
In den Rohſtoffpreiſen ſind teilweiſe Erhöhungen zu verzeichnen.
Wietſchaftliche Rundſchau.
Reichsrichtzahl, für die Lebenshaltungskoſten im Juni 1928. Die
Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Wohnung,
Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf) beläuft ſich
nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamtes für den
Durch=
ſchnitt des Monats Juni auf 151,4, gegenüber 150,6 im Vormonat. Sie
iſt ſonach um 0,5 v. H. geſtiegen.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 27. Juni. Die auf den
Stichtag des 27. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſti=
ſchen Reichsamtes hat gegenüber der Vorwoche keine Veränderung
er=
fahren. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe um
0,5 v. H. auf 134,6 (135,3) zurückgegangen, während die Indexziffer für
Kolonialwaren um 0,3 v. H. auf 138,4 (138,0) angezogen hat. Die
Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren iſt um 0,4 v. H.
auf 135,5 (134,9), diejenige für induſtrielle Fertigwaren um 0,1 v. H.
auf 159,3 (159,2) geſtiegen.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 17. bis 23. Juni im Ruhrgebiet in ſechs
Arbeitstagen 2 150 142 Tonnen Kohle gefördert, gegen 2 057 445 Tonnen
in der vorhergehenden Woche, bei ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die
Kokserzeugung ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in
den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 535 286 Tonnen,
gegen 508 745 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die
Preßkohlen=
herſtellung auf 61 709 Tonnen, gegen 68 061 Tonnen in ſechs
Arbeits=
tagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom
17. bis 23. Juni 358 357 Tonnen, gegen 342 908 Tonnen in der
vorher=
gehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 76 469 To.
(72678), die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 10 285 (11 344)
Tonnen. Wegen Abſatzmangels wurden in der Berichtswoche 88 251
(arbeitstäglich 14 709) Feierſchichten eingelegt, gegen 169 486 (B8 248)
in der Vorwoche.
Schwarzſchild=Ochs (A.=G., Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft (
Sei=
denhaus) verteilt für 1927 5 (0) Prozent Dividende auf 2,4 Millionen
Reichsmark Aktienkapital.
Frankfurter Maſchinenbau A. G., vorm. Pokorny u. Wittekind. Die
Geſellſchaft erhielt vor einigen Tagen trotz erheblicher Konkurrenz in=
und ausländiſcher Firmen einen größeren Auslandsauftrag auf Spezial=
Hochdruckkompreſſoren. Der Auftragseingang iſt im allgemeinen gut,
für das Inland zeigt er gegenüber dem Jahre 1927 eine Steigerung
von nahezu 30 Prozent, wozu in erſter Linie der ſteigende Abſatz der
der Geſellſchaft patentierten fahrbaren Motorkompreſſoren für
Straßen=
bau uſw. beiträgt. Der Beſchäftigungsgrad der Werkſtätten iſt
zu=
friedenſtellend; er hält ſich hinſichtlich der Arbeiterſtunden etwa auf der
Höhe des Vorjahres und überſteigt den des Vorkriegsjahres 1913. Der
Auftragsbeſtand bietet für einige Monate gute Beſchäftigung, ſo daß
auch für das zweite Geſchäftshalbjahr eine günſtige Entwickelung zu
erwarten iſt.
Metallwerke Knodt A.=G., Frankfurt a. M. Die G.=V. genehmigte
6 (0) Prozent Dividende. Aus dem A.=R. ſcheiden aus: Kaufmann Leo
Meher, Berlin, und Ingenieur Eugen Wender, Frankfurt a. M., der
in den Vorſtand der Geſellſchaft übertritt. Neuwahlen wurden
nicht=
vorgenommen. Ueber das laufende Geſchäftsjahr wurde berichtet, daß
ei weiter anhaltender Konjunktur mit einem wieder zufriedenſtellenden
Ergebnis gerechnet werden könne.
zr. Brantfarter Karvorriche denr o0. Dan PLes0.
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche. Reichs
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ...."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + *
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
jungsſch. (Neub.
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe ..
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
60 Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7% Dresden v. 26
2 Frkf. a. M. v. 26
2 Heidelb. v. 26
7% Ludwahf. v. 26
7% Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8½ Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und
Schuld=
verſchreibungen
72 Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
7%
„ Lig.=
Pfandbriefe.
B% Frkf. Hhp. Bk.
½ „Lia=Bfl
87.25
Ar
85.5
18.2
Nl.
93.25
84
82.5
93.5
95
93
87
95.5
9
O Frkf. Pfbrfbank
4½% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
4½½ Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
% Heſſ. Landesbk
0 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
7%„
8% Landeskr. Kaſſ
8% Mein. Hhp. Bk.
½ Naſſ. Landesbk.
% Pfälz. Hyp. Bk.
„Lig.
Pfandbriefe ..
8% Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred.. . . . .
4½% Preuß. Ctr.,
Lig. Pfandbr.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
8% Rhein. Hyp.=Bk
z.
„Lig.
4½
Pfandbriefe..
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit.
72ſo
4½% „ „L.=Pf.
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..."
4½%
„Lig.=
Pfdbr. . . . . . . ."
8% Württ. Hyp.=B
Di. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Auslof. Ser III
95.75
86
84
55
95.25
90.5
89
9311,
100
100
94.5
91.5
97.5
87.5
94.75
97
95
83.5
Nr
47.75
85
92.5
94.5
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyv.=Bk. K.
Obl. Ser. 1 u.
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S.1-16
„ Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=P
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26
80 Klöckn=Werke
Berlin v. 26...
100 Kom. Elektr.=
Mark. ......
7% Mainkrw v. 26
7.% Mitteld.
Stahl=
werke von 27...
8% Neckarſulm v. 26
8% Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26.. . .
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II Auf Sachwertel
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl. . .....
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenauleihe .1
18.35
13.25
5%0 Preuß.
Kali=
wertan eihe ..."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. ."
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe . .
5% Südd. Feſtw. ..
14.25
AI.
14.3
94
86.5
90.25
90
87.5
24:1.
6.5
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914 ..........
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½% Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
1¾% Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.)
5%
äuß. „
4½
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
4½% Frrig.=
Anl. (abg.)
5%
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke).
4½% Rum. Gold
von 1913.
4½ Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
49 Türk. Admin..
1. Bagd.
2. Bagd.)
Zollanl.
4½% ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.=St.
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
4½ dito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron. (abg.) ...
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4½ Kopens v 01
9.65
8.65
42
41.5
1.9
11.5
27
25.8
1.7
4½ Liſſab. v. 1886/ 14.1
4% Stockh. v. 1880/
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891 ..... 11
4½ Eliſabethbahn)
von 1883 ... ...
4% Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. . . 10/,
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ......"
2"/.o%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) . . . . 15.25
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 .......! 5.75
3% Raab=Odenbg.
v. 1883 .. . . . . . . / 26.75
4% Rudolfb. i. S.,
4%
i. G.
4½% Anatolier I.
TV. 1. Bank=Aßtien
Allg. Dt. Creditanſt. /139.75
Badiſche Bank. . . . / 160.25
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein/147
Bayr. Hyp.= und
Wechſelbank.
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypoth.=Bk. 1195
Comm. u. Privatb. /188.75
Darmſt. u. Nt.=Bk. /279
Deutſche Bant .. . /166.5
Eff.=u.
Wechſel=
bank
120.5
Vereinsbank .. /102
Diskont.=Geſellſch. /163.5
Dresdener Bank .. 166
Frankf. Bk.
1111.5
Hyp.=Bk. 1150
Pfdbr.=Bk. 155
Gotha Grundkr. B./139
Mein. Hyp.=Bankl1.36.5
Metallbank. . .
Mitteld. Creottbt. 1205.25
Nürnb. Vereinsbk. /160
Oſt. Creditanſtalt. . 35
Pfälz. Hyp.=Bank/160.25
Pr. Bod.=Creditbl. /138
„ Hyp.-Akt.=Bk. /140
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbank/128
Hyp.=Bankl
Südd. Bod.=Cr. Bk.
„ Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ..
7% Dt. Reichsbhn=
Vorzge.
Hapag ....
Nordd. Llohd. . . . .
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin. . .
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleher)
6% AEG. Vorzug
5%
AEG. Stamm..
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin".
Baſt Nürnberg.
Beck & Henkel".
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen
Bürſtenför Erlang.
Cementwerte
Heidelberg".
Karlſtadt .. . . ..
Lothr. (Karlsr.)
Chem. Werke Albert.
Brockhues
Fabrik Milch
Daimler=Benz.
Dt Atl.=Telegr...
Eiſenh. Berlin
Erdöl".
...!
Gold= u. Silb.=Anſtal
Linolvverk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen
Dürrwerke Rating.
141
15.75
183
165
94
165.75
157.25
126
42
114.25
182.25
27.6
230
51
61.5
162
142.5
175
143
206
359
139
59
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraf
Elektr. Liefer.=Ge
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
J. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter
Frkft. Gas".
Hof
Maſch. Pe
Pokorny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk/143
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen ..
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Franrf
Haid & Neu
Hammerſen (O3n.
Hanfw. Füſſen
Hanſa=Bloyd Brem
Harpener Bergb
Hartm. * Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei.
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174.75
82
65
203
224
59
111
40
272
132.5
150
05
26921,
100
133‟,
180.5
133
41
140
194
194
26.5
81.75
110
8)
150
94.5
93
83.1
467
273
342
Karſtadt, R. . . .
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91
280
149
118.75
111.5
200
149
64
90.5
108
108.5
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53
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44.5
97.25
158.5
206
93
149.5
156
192
224
142
312.25
272.5
181.75
Nummer 181
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 30. Juni. Die heutige
Produkten=
börſe war nicht ſehr zahlreich beſucht. Die Auslandsofferten für
Brot=
getreide waren nur unweſentlich verändert. Das ſich bereits geſtern
nachmittag zeigende Intereſſe für Auslandsbrotgetreide hielt auch heute
vormittag noch an, ſo daß einige Abſchlüſſe in Auslandsweizen zu
ver=
zeichnen waren. Vom Inlande waren die Forderungen der Eigner
etwas ermäßigt, das Geſchäft blieb in engſten Grenzen. Roggen aus
alter Ernte in Kahnware weiter gefragt, das Angebot iſt klein. Für
neuen Roggen ſind angeſichts des günſtigen Wetters die Eigner
ver=
kaufswilliger. Am Lieferungsmarkte für Weizen waren die
Herbſt=
ſichten gehalten, Juliweizen wurde, da man reichliche Andienungen
er=
wartet, um 1½ Mark im Preiſe ermäßigt. Der Roggenlieferungsmarkt
lag auf der ganzen Linie ſchwächer, die Preisrückgänge betrugen für
alle Termine 1½ Mark. Von Mehlen ſcheint Roggenmehl in billigeren
Marken einiger Nachfrage zu begegnen, dagegen liegt Weizenmehl
weiter ruhig. Hafer bleibt in guten Qualitäten gefragt, die
For=
derungen lauten unverändert.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. vom 30. Juni waren
zugeführt 389 Schweine Verkauft wurden 300 Stück. Milchſchweine
wurden verkauft das Stück von 8 bis 13 Mark, Läufer das Stück von
13 bis 45 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 30. Jum. (Priv.=Tel.)
Baumwolle. Am Baumwollmarkt herrſchte heute auf Grund der
feſteren Liverpooler Kabelmeldungen ſowie infolge eines baiſſegünſtigen
privaten Saatenernteſtandsberichts recht feſte Tendenz. Hinzu kam, daß
Klagen über durch den Baumwollkapſelkäfer verurſachte Schäden
vor=
lagen und im weſtlichen Teil des Anbaugebietes Niederſchläge zu
ver=
zeichnen geweſen waren. Im allgemeinen rechnet man mit dem
Ein=
tritt feuchter Witterung. Später kam es unter Realiſationen und
Ab=
gaben im Hinblick auf das günſtigere Wetter im Südweſten zu einer
leichten Reaktion. Gegen Schluß des Verkehrs ſetzten jedoch Deckungen
ein, ſo daß die erlittenen leichten Preisverluſte wieder eingeholt
wer=
den konnten.
Sonntag, den 1. Zuli 1928
Seite 13
* Chieago, 30. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen. Die Weizenpreiſe vermochten heute erheblich anzuziehen,
wofür neben der feſten Haltung Liverpools Berichte maßgebend waren,
daß Rußland als Käufer für ſchwimmende amerikaniſche Ware
auf=
tritt. Anregend wirkten ferner Nachrichten über ſchwere Niederſchläge
in Kanſas und Oklahoma, Meldungen, daß ſich ſeit geſtern ein
lebhaf=
tes Exportgeſchäft enwwickelt habe, ſowie endlich aus Kanſas
vorlie=
gende Klagen über Schwarzroſtſchäden.
Roggen. Auch Roggen tendierte infolge der aus dem Zentrum des
Anbaugebietes vorliegenden Regenmeldungen feſter. Für Rechnung
nordweſtlicher Firmen wurden Anſchaffungen vorgenommen. Eine
weitere Anregung lag in der gebeſſerten Exportnachfrage vor.
Hafer. Nach ſtetiger Eröffnung kam es am Hafermarkt auf Grund
des im Nordweſten herrſchenden günſtigen Erntewetters zu einer
Ab=
ſchwächung.
Fette. Die Schmalzpreiſe erlitten zunächſt Rückgänge, da man mit
einem baiſſegünſtigen Ausweis der kontraktlichen Vorräte rechnet.
Spä=
ter trat, im Einklang mit der Feſtigkeit am Schweinemarkt, eine
Er=
holung ein.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 137½, Sept. 140¾, Dez. 1447;
Mais: Juli 103½, Sept. 100½, Dez. 105; Hafer: Juli 54½,
Sept. 45½, Dez. 47½; Roggen: Juli 121½, Sept. 117½, Dez.
119½.
Schmalz: Juli 11,85, Sept. 12,20, Okt. 12,37½, Dez. 12,52½.
Fleiſch. Rippen: Juli 12,37½, Sept. 12,80, Okt. 12,90;
Speck, loko 12,75; leichte Schweine 9,40—11,00; ſchwere Schweine
9,85—11,00; Schweinezufuhren: Chicago 60 000, im Weſten
40 000.
Baumwolle: Juli 12,65, Okt. 12,27.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 30. Juni;
Getreide. Weizen: Rotwinter 180¾, Hardwinter 157¾4;
Mais, neu ank. Ernte 115½; Mehl, ſpring wheat elears 6,35
bis 6,75; Fracht: nach England 1,3—2,0 Schilling, nach dem
Kontinent 8—9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,60; Talg, extra, loſe 8¼.
Kakav: Die Börſe war heute geſchloſſen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Im Monat Juni war das Inlandsgeſchäft in Drahterzeugniſſen
weiterhin zufriedenſtellend, während der Abſatz nach dem Ausland bei
leicht anziehenden Preiſen eher noch etwas lebhafter geworden iſt.
Die in den letzten Tagen aufgetauchten Mitteilungen über einen
endgültigen Zuſammenſchluß der Hartgrießmühlen eilen den Tatſachen
voraus. Die bisherigen Verhandlungen ſind noch nicht zum Abſchluß
gelangt.
Die Beſchäftigung in der Remſcheider Induſtrie iſt zurzeit ſehr
uneinheitlich. Eine Reihe von Fabrikanten ſind mit dem vorhandenen
Auftragsbeſtand noch leidlich zufrieden, während andere wieder ſehr
über den Rückgang der Konjunktur klagen.
Das ſeit dem Jahre 1805 beſtehende altangeſehene Modehaus Aug.
Greve in Osnabrück kann laut „Konfektionär” ſeinen Verpflichtungem
nicht voll nachkommen und iſt wegen Sanierungsverhandlungen an
ſeine Gläubiger herangetreten.
Der Abſatz der weſtoberſchleſiſchen Zinkblechinduſtrie, der im Mai
ſtark zurüchgegangen war, hat ſich im Juni nicht gehoben, ſondern blieb
ungefahr auf der Höhe des Vormonats. Auch eine Ermäßigung der
Zinkblechpreiſe um etwa 1½ Prozent, die um die Mitte des Monats
eintrat, konnte den Abſatz nicht beleben. Nach dem Ausland wurden
im Juni keine Zinkbleche abgeſetzt.
Der Ertrag der öffentlichen Abgaben in Oeſterreich weiſt für den
Monat April eine neuerliche, nicht unbeträchtliche Steigerung auf. Die
Einnahmen beliefen ſich auf 94,1 Mill. Schilling, gegen 91,7 Mill.
Schilling im März. Dagegen iſt der Ertrag aus den Monopolen von
35,4 Mill. Schilling im Marz auf 33,8 Mill. Schilling im April
zurück=
gegangen.
Die ungariſchen Kohlenbergwerke produzierten im Monat April
d. J. 488160 Tonnen Kohlen, was im Vergleich zu dem
vorange=
gangenen Monat einen Rückfall von über 100 000 Tonnen bedeutet. Die
Produktion im Mai bewegte ſich auf dem gleichen Niveau. Im
Ver=
gleich zu der vorjährigen Kohlenförderung war die Produktion in den
beiden letzten Monaten, trotz des ſaiſonmäßigen Rückgangs, günſtig.
In den letzten Tagen gelangten die Handelsvertragsverhandlungen
zwiſchen der Tſchechoſlowakei und Polen zum Abſchluß, die im
allge=
meinen als befriedigend angeſehen werden.
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Die Dividende für das Geſchäftsjahr 1927/28 wurde durch Beſchluß der heutigen Generalverſammlung
auf 8% feſtgeſetzt und wird bezahlt gegen Einlieferung des Gewinnanteilſcheins Nr. 9 für das
Geſchäfts=
jahr 1927/=8 mit Mk. 24.—, unter Abzug von 10% Kapitalertragsſteuer bei unſerer Geſellſchaftskaſſe in
Darmſtadt, bei der Darmſtädter= und Nationalbank Kom. Geſ. a. Aktien, Darmſtadt, oder deren
Zweig=
niederlaſſun en; ferner bei den Bankgeſchäften J. L. Finck, Frankfurt a. M., J. Ph. Keßler, Frankfurt a. M.
Dem Vorſchlag des Aufſichtsrats entſprechend wurde beſchloſſen, die Worte „der Reichsbank oder”
(10850
in §28 Abſatz b der Satzungen zu ſtreichen.
Darmſtadt, den 29. Juni 1928.
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Nur wenige Automobilisten fahren Rennen. Diese wenigen missen heute das berühmte Renn-Motalin benutzen,
sonst haben sie keine Siegesaussichten.
Für Lastkraftwagen und den täglichen Verkehr ist RenneMlotalin natürlich zu teuer. Außerdem eignet sich Renn=
Motalin auch durchaus nicht für das Verkehrsfahrzeug.
Dieselben Leute jedoch, welche das Renn-Motalin für Rennkraftfahrzeuge erdachten, haben für Verkehrskraftfahrzeuge
das Motalin (Benzin + Benzol-+Eisencarbonyl) erfunden. Motalin ist der erprobte kompressionsfeste
Gebrauchs=
kraftstoff, an dem jeder Automobilist die gleiche Freude hat, die dem Rennfahrer sein Rennmotalinsieg bringt.
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Eisen=
carbonyl), — sowie unvermischtes Benzin.
Besitzer niedrig verdichtender Motoren (z. B. Fordwagen), bei denen der Motor nicht merklich zum Klopfen neigt,
tanken vorteilhaft halb Motalin und halb Benzin.
V.s031
[ ← ][ ][ → ] Prozeß Wichmann.
Frankfurt a. M. Die Beweisaufnahme des
geſtrigen Tages drehte ſich um die Feſtſtellung,
inwie=
weit die Familie des Angeklagten auf ihre
Unter=
ſtützungsgeſuche Erfolg oder Nichterfolg hatte.
Pfarrer Rohrbach von der Friedensgemeinde wurde
am Totenſonntag zur Familie Sommer gerufen und
gab deren Tochter und der zufällig anweſenden Frau
Wichmann, die einen guten Eindruck auf den
Zeu=
gen machte, das Abendmahl; Frau Wichmann hatte
darum gebeten. Er las dabei Lukas 15, 16. Vers,
aus dem Kapitel von dem verlorenen Sohn, und
war erſchüttert, als er nach der Tat ſein Buch
auf=
ſchlug, um nach dem unterlegten Text zu ſehen.
„Nun kennen Sie ja die Friedensgemeinde und
wiſ=
ſen, wo Sie hingehen!” ſagte er der Frau, der er
unter allen Umſtänden geholfen hätte, wenn ſie hätte
unterſtützt ſein wollen. Frau Wichmann ſei eine
zarte, ſtille Perſon geweſen. Wichmann behauptet,
an den Zeugen einen Brief geſchrieben zu haben;
der Zeuge hat einen ſolchen nicht erhalten. Bei dem
Zeugen Diakon Kleefer vom Wohlfahrtsdienſt der
Inneren Miſſion erſchien am 16. Dezember Frau
Wichmann und ſchilderte ihre Notlage. Sie bekam
5 Mark und Wäſche und wurde gebeten, am nächſten
Tage ihren Mann zu ſchicken. Aber Wichmann kam
erſt am 7. oder 28. Dezember, als keine
Dienſtſtun=
den waren. Er gab an, er ſei ſchon öfter beim
Wohlfahrtsamt geweſen, und wurde auf den nächſten
Tag beſtellt. Der Zeuge erkundigte ſich telephoniſch
bei der zuſtändigen Kreisſtelle 7 des Wohlfahrtsamts,
und es wurde ihm erwidert, daß Wichmann dort
vollkommen unbekannt ſei. Der Zeuge nahm an,
daß Wichmann ihn belogen habe und verwies ihn
an jene Kreisſtelle. Der Verteidigung kommt es ſehr
auf die Feſtſtellung an, mit wem das
Telephonge=
ſpräch geführt wurde, und das folgende
Zeugenver=
hör erſtreckt ſich längere Zeit ausſchließlich auf dieſes
Thema, ohne daß ſich ein Poſitivum ergäbe. Als die
Kreisſtellenbeamten vernommen werden, bemüht ſich
das Gericht, die Geſamorganiſation des
Wohlfahrts=
amtes feſtzuſtellen und einen Ueberblick über die
Abfertigung des Publikums und die
Dienſtvorſchrif=
ten zu gewinnen. Oberſtadtſekretär Ries, der
Lei=
ter der Abteilung 3 der Kreisſtelle 7 war, bekundet,
daß Frau Wichmann am 25. Februar um Auskunft
wegen ihrer Wohnungsſache bat; ſie befürchtete
ob=
dachlos zu werden. Er bedeutete ihr, daß ſie da nicht
an der richtigen Stelle ſei und verwies ſie an die
Wohnungsfürſorge bei der Zentrale des
Wohlfahrts=
amtes bzw. an das Obdachloſenunterkunftsheim in
der Scheidtwaldſtraße. Das letztere aufzuſuchen,
lehnte die Frau ab. Ein Unterſtützungsgeſuch machte
ſie nicht, und ſie gab auch nicht an, daß ſie ein
ſolches Geſuch ſchon gemacht habe. Zeuge
Stadt=
ſekretär Bode weiß, daß er mit Wichmann
verhan=
delt hat, aber was ihm Wichmann ſagte, deſſen
könne er ſich nicht mehr erinnern. Die Ausſage
läßt die Möglichkeit der Richtigkeit der
Behaup=
tungen des Angeklagten offen, und aus Worten des
Vorſitzenden läßt ſich entnehmen, daß einige
An=
gaben Wichmanns ſicher zutreffend erſcheinen. Zur
Nachprüfung werden weitere Zeugen telephoniſch
ge=
laden, und es tritt eine kurze Pauſe ein.
Große Roſen=Ausſtellung in Mannheim.
Mannheim. In der Zeit vom 13. bis
15. Juli findet unter dem Protektorat des
Ober=
bürgermeiſters Dr. Heimerich eine große
Schnitt=
rofenſchau ſtatt. Es werden etwa 15 000 Roſen, von
den älteſten Sorten bis zu den noch nicht im
Han=
del befindlichen Roſen, gezeigt werden.
Schwere Bluttat.
Köln. Zu einer ſchweren Bluttat kam es in
Köln anläßlich einer Namenstagfeier. Der Schloſſer
Paul Ehlert, der etwas angetrunken war, gepiet
mit ſeiner Frau in Streit und warf ſie zur Tür
hinaus. Die junge Frau rief ihre ein Stochwerk
tie=
fer wohnenden Eltern zu Hilfe. Dieſe eilten mit
ihrem älteſten Sohn auf die Hilferufe in das zweite
Stockwerk, als plötzlich Ehlert die Tür ſeiner
Woh=
mung aufſtieß und etwa ſechs Schüſſe abgab, durch
die er den Schwiegervater tötete, den Sohn durch
einen Lungenſchuß lebensgefährlich verletzte und die
Schwiegermutter durch einen Beinſchuß leicht
ver=
letzte. Der Täter entlief zunächſt, kehrte dann aber
wieder um und wurde feſtgenommen.
Heinrich Heines Geburtshaus
als Erinnerungsſtätte.
Das Geburtshaus Heinrich Heines in Düſſeldorf,
in dem er am 13. Dezember 1797 geboren wurde,
in der Bolker=Straße 53, ſoll jetzt zur
Erinnerungs=
ſtätt: an den Dichter umgewandelt werden. Die
Wohnung der Eltern Heines, die ſich in einem
An=
bau befindet, iſt geräumt worden. In ihr ſoll das
Mobiliar aus der Jugendzeit Heines (um 1800)
auf=
geſtellt werden,
Rieſen=Oelbrand im Hamburger Hafen.
Die Brandſtätte.
Wenn das Waſſer aus den Schläuchen der
Feuer=
wehr einfach in der Luft verdampft, wenn die Hitze
des Brandes ſo groß iſt, daß eiſerne Pfeiler
ſchmelzen, dann muß das ſchon ein Brand ſein, der,
ſtärker und umfaſſender in ſeiner Gewalt als ſonſt,
Gott ſei Dank recht ſelten iſt. Ein derartiger Brand
brach am Aittwoch abend im Hamburger Hafen aus,
da wo am Reiherſtieg und am Stillhorner Damm
die Firma Albrecht u. Cie, ihre rieſigen Lager hat.
Hier liegen in unendlich vielen Reihen Wineralöle
aller Art in Fäſſern zu Tauſenden. Dieſer Platz
geriet aus Urſachen, die bisher noch nicht bekannt
ſind und vielleicht auch kaum noch ſich aufklären
laſſen werden, in Brand. Obwohl die Feuerwehr
der Stadt Hamburg unverzüglich der Hafenwehr zu
Hilfe kam, gelang es wicht, das Feuer zu erſticken.
Immer neue Oelfäſſer explodierten durch die Hitze
und gaben durch das ausfließende Oel der
Feuers=
brunſt neue Nahrung. Dazu herrſchte ein ſtarker
Weſtwind, der die feurige Lohe höher und höher
zum Himmel wachſen ließ. Unermüdlich arbeiteten
Eine Konzerthalle für 90 000 Menſchen.
Die Wiener Sängerhalle, die größte Halle der Welt,
wurde für das 10. deutſche Sängerbundfeſt (19. bis 23. Juli) errichtet. Der dreiſchiffige Holzbau
von 110 Meter Breite, 182 Meter Länge und 25 Meter Höhe hat eine Empore für 35 000 Sänger
und Sitzplätze für über 50 000 Zuhörer. Der Rieſenbau war nötig, da man mit 150 000
reichs=
deutſchen, deutſch=öſterreichiſchen und auslandsdeutſchen Teilnehmern rechnen muß.
Merkwürdige Naturkataſtrophe.
Eine Stadt von einem Wald überſchwemmt.
die Wehren, gaben aus zahlreichen Schläuchen
Waſ=
ſer, aber ein Erfolg war ihrer aufopferungsvollen
Arbeit nicht beſchieden. Weil man die Unmöglichkeit,
die ungewöhnliche Feuersbrunſt zu löſchen, bald
ein=
ſah, wurde die Arbeit auf den Schutz der
umbiegen=
den ſehr zahlreichen Fabriken konzentriert, in deren
Räumen ſich zum Teil weitere Oellager befinden.
Eine Reihe von Schleppern verſuchte von der
Waſ=
ſerſeite aus, die in den Hafenkanälen liegenden
Kähne und Schiffe zu retten. Gegen 2 Uhr morgens
ließ der Weſtſturm nach, es wurde faſt windſtill. Und
jetzt endlich war die Arbeit der vereinigten
Feuer=
wehren von Erfolg gekrönt. Dennoch iſt die Fabrik
der Firma Albrecht mit ihren rieſigen
Warenvor=
räten faſt völlig vernichtet worden, der dadurch
ent=
ſtandene Schaden geht in die Millionen. Das Feuer
ſcheint im Auffüllraum entſtanden zu ſein und hat
dann ſofort die, merbwürdigerweiſe aus Holz
er=
bauten, Lagerhallen in einer Länge von ſechzig
Metern ergriffen.
Vom „Alten Haus” in Aßmannshauſen.
Am vergangenen Donnerstag wurde das am
Dreikönigsplatz gelegene „Alte Haus”, Weinlokal des
Herrn Fritz Wittmann, nachdem ſeine
Inneneinrich=
tung vollſtändig fertiggeſtellt, durch eine Feier
end=
gültig eröffnet. Das aus dem Jahre 1578 ſtammende
altehrwürdige Bauwerk bildet durch ſeine maleriſche
Architektur ſchon von jeher einen Anziehungspunkt
für alle Kenner und Kunſtfreunde. Durch die
Ein=
richtung einer geſchmackvollen, dem Stil der
Ent=
ſtehungszeit angepaßten Innenarchitektur, die von
Münchener Werkſtätten vorzüglich ausgeführt wurde,
iſt das Haus auch in ſeinem Innern einem weiten
Publikum zugänglich gemacht worden. Sei es nun
in dem großen, holzvertäfelten Weinlokal oder in
dem altertümlich anmutenden, überwölbten „
Rats=
keller”, und ſchließlich in dem gemütlichen, kleinen
Bierſtübchen der „Dorfſchmiede”: ſtets wird ſich der
Gaſt heimiſch fühlen und immer wieder gern in dieſe
anheimelnden Räume zurückkehren. Wie wir
er=
fahren, ſoll demnächſt ein Glockenſpiel in das
Türmchen des „Alten Hauſes” eingebaut werden,
das nach jeder vollen Stunde ſpielen und zirka
15 Volks= und Rheinlieder vortragen wird. Dazu
werden Figuren rheiniſcher Winzer in luftiger Höhe
ihren Tanz aufführen.
Schweres Autvunglück.
Wismar. Ein ſchweres Autounglück ereignete
ſich in der Nacht zum Samstag, um 2 Uhr, auf der
Chauſſee von Boltenhagen nach Wismar, in der
Nähe von Hohenbirchen. Ein Fabrikant aus
Wis=
mar, der mit einer ihm befreundeten Lehrerfamilie
im Wagen ſaß, geriet auf den Fußweg der Chauſſee,
wodurch der Wagen ins Schleudern kam und
um=
ſchlug. Der Lehrer wurde getötet und ſeine beiden
Kinder ſchwer verletzt.
Ein Dachdecker in die Starkſtromleitung geraten.
Betzdorf. Ein ſchwerer Unglücksfall ereignete
ſich im benachbarten Alsdorf, wo ein
Dachdecker=
geſelle auf einem Fabrikdach mit Teerarbeiten
be=
ſchäftigt war. Auf bisher unaufgeklärte Weiſe kam
der junge Mann zu Fall und rutſchte über die
be=
reits geteerte Dachfläche nach der Dachrinne zu. Von
da überſchlug er ſich und ſtürzte in die Drähte einer
Starkſtromleitung, die dicht an der Fabrik
vorbei=
führen. Sofort ſchlugen lange Stichflammen hervor,
die den Mann am ganzen Körper ſchwer
verbrann=
ten. Von der Leitung fiel er ſodann noch etliche
Meter tief auf die Straße. Der ſofort hinzugerufene
Arzt überführte den Verletzten ins Betzdorfer
Kran=
kenhaus, wo mit ſeinem Ableben gerechnet wird.
Der Verunglückte war jung verheiratet und erſt ſeit
kurzem hier beſchäftigt.
Charlotte Ander verunglückt.
Wien. Die Berliner Schauſpielerin Charlotte
Ander, die gegenwärtig in Wien weilt, wurde am
Freitag nachmittag, als ſie mit ihrem Impreſario
Arthur Hirſch die Mariahilferſtraße überqueren
wollte, von einem Auto überfahren Sie blieb ſchwer
verletzt liegen. Die Rettungsgeſellſchaft ſtellte eine
ſchwere Gehirnerſchütterung und eine Quetſchung an
der rechten Schläfengegend feſt. Möglicherweiſe liegt
auch ein Bruch des Schädelgrundes vor. Ihr
Be=
gleiter wurde leicht verletzt.
Schwere Unwetter in Italien.
Kom. Die Umgebung von Padug iſt von
einem ſchweren Unwetter heimgeſucht worden.
Mehrere Perſonen erlitten Verletzungen. Auch über
Oderzo (Venezien) ging ein ſchweres Gewitter mit
Hagelſchlag und Wolkenbruch wieder. Durch
Blitz=
ſchlag wurde ein Mann getötet, ein Mädchen ſchwer
verletzt.
Der Frauenmörder von Marſeille verhaftet.
Der Frauenmörder von Marſeille iſt, wie die
Morgenblätter aus Paris melden, in Algier am
Freitag nachmittag verhaftet worden. Der
Frauen=
mörder, der ſich Jerome Prat nannte, und in
Wirk=
lichkeit Pierre Roy heißt, war am Vormittag in
Algier gelandet.
Hundert Tote bei den Ueberſchwemmungen
in Japan.
Nach ergänzenden Meldungen ans Oſaka über
das Ausmaß der Ueberſchwemmungskataſtrophe in
den weſtlichen Teilen Japans, beſonders bei Kyuſhu,
ſind bisher 1500 Häuſer in einem Gebiet von etwa
3000 Morgen Ackerland unter Waſſer geſetzt.
4000 Mann Regierungstruppen ſind für die
Hilfs=
arbeiten herangezogen worden, die beſonders darin
beſtehen, die Uferbänke bei Kmamoto ſowie die
Ver=
bindung zwiſchen Fukuoka und Sago auszubeſſern.
Die Zahl der Toten beträgt nach den bisherigen
Meldungen hundert. Der Schaden wird einſtweilen
auf etwa 20 Millionen Mark geſchätzt.
Etappenflug über den Atlantik.
Ein ſehr eigenartiger Unfall traf die kleine lettiſche Stadt Bauske an der Aa. Hochwaſſer riß
45 000 gefällte Baumſtämme und ungeheure Maſſen von Grubenholz aus den umliegenden
Wäl=
dern und ſchleppte ſie in die Stadt hinein. An den Brücken ſtauten ſich die Holzbalken in rieſigen
Mengen und haben bereits den größten Teil der Brücken eingedrückt und viele Häuſer zum
Ein=
ſtürzen gebracht. Unſer Bild zeigt die letzte Brücke, die jeden Augenblick zu zertrummern droht.
Kapitän Courtney
iſt nach ſeinem erſten, mißglückten Start aufs neuc
zum Oſt—Weſt=Flug über den Atlantiſchen Ozean
geſtartet und hat nach einer Zwiſchenlandung auf
der Azoreninſel Faial den erſten Teil des
ſchwie=
rigen Fluges abſolviert.
Seite 18
Sonntag, den 1. Juli 41928
Nummer 181
Tagung des Reichsbundes der
Zivildienſi=
berechtigten.
In Breslau fand der 31. Bundestag des Reichsbundes der
Zivil=
dienſtberechtigten ſtatt. Das Ergebnis der Beratungen und
Willens=
kundgebung fand in nachfolgender Entſchließung Ausdruck:
Der Bundestag des Reichsbundes der Zivildienſtberechtigten E. V.,
die Spitzenorganiſation der Verſorgungsanwärter, ſtellt erneut feſt, daß
die Zivilverſorgung nicht von allen Anſtellungsbehörden ſo durchgeführt
wird, wie es für die Erhaltung einer zuverläſſigen Wehrmacht und der
Schutzpolizeien der Länder erforderlich iſt.
Der Bundestag 1928 hält daher folgende Maßnahmen für dringend
erforderlich, um die Durchführung einer geregelten Zivilverſorgung zu
ſichern:
1. Die Anſtellungsgrundſätze (Grundſätze für die Anſtellung der
In=
haber eines Verſorgungsſcheines) müſſen Geſetzeskraft erhalten. Den
Verſorgungsanwärdern muß ein Anſpruch auf Anſtellung als
Be=
amter im öffentlichen Dienſt nach Maßgabe der nachgewieſenen
Fähigkeiten zugeſtanden werden.
2. Die Beſtimmungen in den §§ 40 ff. des Reichsbeſoldungsgeſetzes
1927 ſind zu beſeitigen, da ſie die Durchführung der Zwilverſorgung
erſchweren.
3. Freie oder freiwerdende Beamtenſtellen ſind im Intereſſe der
Zivil=
verſorgung und aus Gründen der Sparſamkeit (Einſparung der
Uebergangsgebührniſſe durch Reich und Länder) bis auf weiteres
über den in den Anſtellungsgrundſätzen vorgeſehenem
Stellenvorbe=
halt hinaus mit geeigneten Verſorgungsanwärtern zu beſetzen.
4. Alle Anſtellungsbehörden ſind zu verpflichten, die Abſchlußprüfun=
Vormerkung für den Beamtendienſt anzuerkennen.
5. Die Dienſtzeit der Verſorungsanwärter in der Wehrmacht, den
Schutzpolizei der Länder und im Reichswaſſerſchutz iſt
Staats=
dienſtzeit; demnach muß dieſe Dienſtzeit bei der Anſtellung,
Beſol=
dung und Beförderung uſw. der Beamten und Angeſtellten
einheit=
lich bewertet werden. Die zurzeit darüber beſtehenden geſetzlichen
Anrechnungsvorſchriften ſind zu verbeſſern.
6. Zur Beſeitigung der beſtehenden Härten ſind die verſorgungsrecht=
und Schutzpolizeien nach folgenden Grundſätzem umzugeſtalten:
a) nach 10jähriger Dienftzeit beſteht beim Ausſcheiden infolge
Dienſt=
unfähigkeit ein Anſpruch auf Ruhegehalte und
Hinterbliebenen=
verſorgung nach den Grundſätzen wie für Offiziere und Beamte;
b)vom Tage des Ausſcheidens aus dem Militär= oder
Schutzpolizei=
dienſt nach 12jähriger Dienſtzeit bis zur Anſtellung im
Beamten=
dienſt beſteht Anſpruch auf Wartegeld und
Hinterbliebenenver=
ſorgung:
lichen Dienſt die Geſamtbezüge mindeſtens im dem Umfange des
zuletzt bezogenen Militär= oder Polizeidienſteinkommens zu
ge=
währen;
()die auf Grund älterer Verſorgungsgeſſetze beſtehenden Anſprüche
auf Rentenverſorgung und Zulagen müſſen als wohlerworbene
Rechte wieder aufleben.
7. Der Bundestag, fordert außerdem im Uebereinſtimmung mit den
Spitzenverbänden der Beamtenſchaft:
a)Abſchaffung des Djätgriats;
b)Vereinigung der Aſſiſtenden und Sekretäre zu einer
Beſoldungs=
gruppe — ſolange dies nicht durchgeführt, iſt die Schaffung
aus=
reichender Beförderungsmöglichkeiten für die Gruppem der
Sekre=
täre und Aſſiſtenten ſowie für die Beamten des unteren und
Kanzleidienſtes notwendig —;
c)Zulaſſung aller Beamten zur Sonderprüfung, ſoweit ſie nach den
früheven Laufbahnbeſtimmungen für den Aſſiſtentendienſt a. O.
vorgemerkt und vorgeprüft waren oder die Aufſtiegsmöglichkeit
dafür hatten;
d)Verbeſſerung der Einſtufung der ſondergeprüften Oberſekretäre
oder Erhöhung des Endgehalts der Beſoldungsgruppe 44;
e)Beſeitigung der in den neuen Beſoldungsgeſetzen vorhandenen
Härten und Benachteiligungen für die Beamten;
I)baldige Anſtellung der übevalterten Djätare und
außewplanmäßi=
gen Beamten bei allen Verwaltungen;
g)vermehrte Anrechnung der Dienſtzeit als Hilfsarbeiter oder Helfer
auf das Beſoldungsdienſtalter:
b)Beſeitigung der Nachteile ud Härten, die den Worte= und
Ruhe=
ſtandsbeamten durch die neuen Beſoldungsgeſetze entſtanden ſind;
1)jeglicher Beamtenabbau hat zu uterbleiben, die Erhaltung des
Berufsbeamtentums auf öffentlich=rechtlicher Grundlage muß auch
in Zukunft gewährleiſtet ſein.
Die deutſche Preſſe beim Benzol=Verband
in Bochum.
Der Benzol=Verband als die maßgebende Organiſation der deutſchen
Benzolerzeugung hatte die Vertreter der Fach= und Tagespreſſe aus dem
ganzen Reich nach Bochum eingeladen, um die berufenen Vertreter der
öffentlichen Meinung wiſſenſchaftlich und techniſch mit all dem Fragen
bekannt zu machen, die in bezug auf die Betriebsſtoffrage für die
Allge=
meinheit der Automobiliſten von Wichtigkeit und Bedeurung ſind. Der
Einladung des Benzol=Verbandes wawen etwa 50 Preſſevertreter gefolgt.
Die intereſſant und anregend verlaufene Veranſtaltung wurde durch
Herrn Direktor Kurrer im Verwaltungsgebäude des Benzol=
Verban=
des eröffnet und durch einen Vortrag des Chefchemikers Dr. Weller
eingeleitet. Herr Dr.=Ing. Enoch, als Leiter der wiſſenſchaftlich=
tech=
niſchen Abteilung des Bemzol=Verbandes, erömterte dann in einem
zwei=
ten Vortrag all die techniſchen Zuſammenhänge, die in bezug auf das
Verhalten der Kraftſtoffe im Motor für den Automobiliſten wichtig und
lehrreich ſind.
In der anſchließenden Diskuſſion ergriff eine Reihe der erſchienenem
Preſſevertreter das Wort. Das große Intereſſe, das die Preſſevertreter
der Veranſtaltung entgegengebracht haben, war aus zahlreichen Anfragen
der Teilnehmer zu erkennen. Eingehende praktiſche Verſuche im
chemi=
ſchen Laboratorium und wichtige Experimente vervollſtändigten das
lehrreiche Bild.
Am folgenden Tage unternahmen die Herven Zechenbeſichtigungen
und Grubenfahrten, wobei die Gewinnung und Verkokung der
Stein=
kohle gezeigt wurde. Es folgten eine Beſichtigung der Bergſchule und
des Bergbaumuſeums ſowie der Kruppſchen Anlagen in Eſſen.
Der Deutſche Werkbund
hält ſeine diesjährige Tagung vom 6. bis 7. Juli in München ab. In
der öffentlichen Hauptverſammlung, die am 6. Juli, vormittags, in der
Reſidens ſtattfindet, wird der bekannte Künſtler und Kunſtgelehrte Emil
Preetorius über das „Problem der Qualität” ſprechen, der
Heidel=
berger Soziologe Alfred Weber über „Kulturausdruck und Technik”.
Zu dieſem Thema werden auch Wilhelm Pinder ud Theodor
Fiſcher das Wort ergreifen. Am Nachmittag des gleichen Tages
wer=
den die Probleme des Zeichenunterrichtes und der Entwicklung der
ge=
ſtaltenden Kräfte in der Jugend behandelt. Als Hauptredner ſind E.
Heckmann, Schloß Ettersburg bei Weimar, und E. Kdrnmann,
der Leiter des Guſtaf Britſch=Inſtituts=Starnberg gewonnen. Eine
Son=
derausſtellung wird reiches Anſchauungsmaterial zu dieſen Fragen
bie=
ten, das ſich aus den Ergebniſſen des neuen Zeichenunterrichts und
Werkunterrichts zuſammenſetzt. Außerdem wird ein Teil des „
Inter=
nationalen Archivs für Kinderzeichnungen”, das von Hartlaub vor
kur=
zem in Mannheim begründet wurde, zum erſtenmal einer breiteren
Oeffentlichkeit gezeigt werden. Eine Rundfahrt in Kraſtwagen durch die
Voralpen über Mittenwald, Partenkirchen und Oberammergau wird die
Tagung am 7. Juli beſchließen.
Gemeinſame Tagung der deutſchen und
öſter=
reichiſchen Vereinigungen der
Eleftrizitäts=
werke.
Die deutſche und die öſterreichiſche Vereinigung der
Elektrizitäts=
werke kamen zu einer gemeinſchaftlichem Tagung zuſammen. Die
Ver=
anſtaltung wurde in Anweſenheit des öſterreichiſchen Bundespräſidenten
gen der Heeresfach= und Polizeiberufsſchulen als Erſatz der Vorprüs Dr. Hainiſch, der Miniſter Schürff (Handel und Verkehr), Kienböck
fung und als Nachweis der erforderlichen Allgemeinbildung zwecks (Finangen), Thaler (Land= und Forſtwirtſchaft), des Vertreters des
Wiener Bürgermeiſters, Herm Vizebürgermeiſter Emmerling, des
deut=
ſchen Geſandtſchaftsrats Woermann in Vertretung des deutſchen
Ge=
ſandten Grafen Lerchenfeld, zahlreichem Vertretern ſtaatlicher, ſtädtiſcher
Behörden, der deutſchen und öſterreichiſchen Induſtrie, Technik und
Wiſ=
ſenſchaft, eröffnet. Der öſterreichiſche Verbandsvorſitzende. Direktor
Karel, begrüßte nach der Eröffnung dunch den Vorſitzenden der deutſchen
Vereinigung, Generaldirektor Lange, die deutſchen und öſterreichiſchen
Vertreter der Elektrizitätswerke und hieß namentlich den
Bundespräſi=
lichen Beſtimmungen für ausgeſchiedene Angehörige der Wehrmacht denten Dr. Hainiſch, die Vertreter der Induſtrie, des Handels und
Ge=
werbes, und der Kaufmannſchaft aus beiden Ländern willkommen.
Der Vorſitzende der deutſchen Vereinigung gab dam ſeiner
beſon=
devem Freude darüber Ausdruck, dem öſterreichiſchem Bundespräſidenten
begrüßen zu können, der durch ſein Erſcheinen dokumentiere, daß er die
Beſtrebungen der Elektrizitätswirtſchaft würdige und anerkenne.
Von lebhaftem Jubel begrüßt, betvat der öſterreichiſche
Bundes=
präſident Dr. Hainiſch das Rednerpult, um ſeinerſeits auf die immer
enger werdende Verbindung zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland
hin=
e)den Verſorgungsanwärtern ſind nach der Anſtellung im öffent= zuweiſen, die in dieſer Tagung ſichtbar zum Ausdruck gelange. Namens
der öſterreichiſchen Bundesregierung begrüßte „Herr Handelsminiſter
Schürff die Verſammlung. Dann ſprach im Naem der Stadt Wien
Vizebürgermeiſter Emmerling herzliche Begrüßungsworte, die mit
Bei=
fall aufgenommen wurden, ferner für den verhindertem deutſchen
Ge=
ſandten Geſandtſchaftsrat Woermann, der zugleich im Namen der
deut=
ſchen Reichsregierung, des preußiſchen und bayeriſchem Handelsminiſters
und der deutſchen Reichsbahngeſellſchaft den Verſammlungsteilnehmern
herzliche Wünſche entbot. Profeſſor Dr. Matſchoß brachte die Grüße
der deutſchem techniſchen Hochſchulem und der techniſch=wiſſenſchaftlichen
Verbände.‟ Direktor Seifert ſprach für den Verband deutſcher
Elektri=
zitätswerke Nordböhmens. Dann erklärte Generaldirektor Lange die
36. Hauptverſammlumg für eröffnet und die Geſchäftsführer nahmen das
Wort zu den Jahresberichten.
Wetterbericht.
Gießen, 30. Juni.
Die Randſtörungen des nördlichen Tiefs werden in unſerem Gebiet
noch zeitweiſe zu Bewölkung führen, und die ozeaniſche Luftzufuhr läßt
es gelegentlich zu Gewitterſtörungen, verbunden mit geringem
Tempe=
raturrückgang, kommen.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 1. Juli 1928.
Außer einzelnen Gewitterſtörungen wolkiges bis heiteres Wetter,
keine ſtärkere Temperaturänderung, weſtliche Winde.
Witterungsausſichten für Montag, den 2. Juli 1928.
Zeitweiſe bewölkt, auch vielfach aufheiternd, geringer
Temperatur=
rückgang, durchweg trocken.
Hefſiſche Wetterdienſtſtelle.
in d. Wind: DRe
ſchlag
in mm decke
in em Gießen: wolkig 18 NW. Aachen: wolkig 15 WSW. Hamburg: wolkig 17 SSW, Berlin: heiter 21 München: heiter 20 SW. Königsberg: wolkig 18 SW, gef. Breslau: heiter 21 S. Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen 7 Feldberg: wolkig 17 (Taunus)
Waſſerkuppe: wolkig 16 SSW, Feldberg: wolkig 12 SW. (Schwarzw.)
Zugſpitze: heiter WSW. 130 Kahler Aſten: heiter 16 sSW. D Fichtelberg: heiter 14 NSN. Schneekoppe: heiter sSN.
Haupiſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranwortich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Aueland und Heſche Nachrſchten: Mar Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuble; Druc
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſſadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich t Übernommen.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
Rundfunk=Programme.
Srauffurt.
Sonntag, 1. Juli. 8: Kaſſel: Morgenfeier, veranſtaltet von
der Evangeliſchen Adventsgemeinde, Kaſſel. Mitw.: Emmy Krauſe
(Sopran), Schwenn (Violine), Kirchenchor unter Leit. von Rektor
We ßurod. Anſprache: Geh. Konſiſtorialrat Dr. Trepte. o 11:
Strafanſtaltsoberlehrer Kleiſt: Die Erziehung verwahrloſter Kinder
im Jugendgefängnis. O 12: Kaſſel: Mittagskonzert. Mitw.: Emi
Bodart (Tenor). o 13: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer
Wiesbaden. 9. 15: Kaſperltante Lieſel Simon vom Münchener
Kaſperltheater: „Dornröschen‟ 16: Heidelberg: Kundgebung
des Bundes der Deutſchen Saarvereine. Begrüßungsanſprache des
Vorſitzenden, Senatspräſ. Andres=Franffurt a. M. —
Willkommens=
gruß des Oberbürgerm. Prof. Dr. Walz. — Saarſängergruß.
Stadt=
ſchulrat Bongard, Saarbrücken. — Feſtrede des Reichsmin. a. D.
Bell. — Chöre des Saarſängerbundes mit 1000 bis 1200 Sängern.
O 18: Dr. Neundörfer: Wie wohnen? Gedanken zu einer
Wander=
ausſtellung neuzeitlichen Hausrats. o 19: Orgelkonzert. Callaerts:
Toccata. — Wareing: Kloſtergeſang. — Elgar: Veſperklänge. —
Boſſi: Idylle. — Jongen: Paſtorale. — Guilmant: Marche. —
Simmermacher: Morgens. Lied des Hirten, aus Stimmungen.
Ciaconna D=moll. Ausf.: Organiſt Simmermacher. O 20.30: Bunter
Abend. Mitw.: Otto Reutter, Carl Günter vom Neuen Theater.
Funkorch. — Anſchl.: Tanzmuſik von Berlin.
Stuttgart.
Sonntag, 1. Juli. 11.15: Freiburg: Katholiſche Morgenfeier.
Mitw.; Monſignore Dr. Gröber, H. Mack (Sopran), der Domchor,
Leit.: Geiſtl, Rat Schweitzer, Domkapellmeiſter — Anſchl.: Vom
Schloßplatz Stuttgart: Promenadekonzert. — Anſchl:
Schallplatten=
konzert. 14: Funkheinzelmann. 15: Prof. Dr. Verweyen:
Form und Jugend. O 15.30: J. Eberle: Charlie Chaplin. o 16:
Heidelberg: Kundgebung des Bundes der Deutſchen Saarvereine
anläßlich der diesjährigen Tagung in Heidelberg.
Begrüßungs=
anſprache des Senatspräſidenten Andres, Frankfurt a. M.
Will=
kommengruß durch den Oberbürgerm. Prof, Dr. Walz.
Saarſänger=
gruß, Stadtſchulrat Bongert, Saarbrücken. Feſtrede des
Reichs=
tagsabgeordneten Prälat Kaas. Chöre des Saarſängerbundes mit
etwa 1200 Sängern. o 17: Funkorch. Geſangseinl.
Männer=
quartett Durlach. 9 19: Mannheim: Irma v. Drygalski lieſt aus
ihrem Buch: Im Schatten des heiligen Berges. O 20 15: Bunter
Abend. Leit.: Struve. Mitw.: Erna Faßbinder, Hilde Binder,
Käte Mann, Thea Struve=Jöhnſſen, Ernſt Arnold=Wien, Brandt,
Donath, Hanus, Höger, Struve, Funkorch. Keler=Bela:
Luſtſpiel=
ouvertüre. — Rote Roſen, Boſton. — Der lila Handſchuh‟
Ein=
akter von Julian Landau. — Strauß: Geſchichten aus dem Wiener
Wald. — „Die Ausſprache‟ Einakter von Julian Landau. —
Arnold: Maria. — Benatzky: Auftrittslied des Herzogs aus Apachen.
— Blume: Es braucht ja nicht gerade Frühling zu ſein. — Arnold:
Vorträge eigener Lieder. — Berlin: Das Lied der Liebe — Krome:
Das war in Heidelberg in lauer Sommernacht. — Arnold: Da
draußen in der Wachau. — Bursky: Sonja, deine Lippen ſind
wie Roſen. — Brandt: Heiterer Vortrag. — Ager: Mir geht
es gut. — Engel=Berger: Dös is a Wein. — Arnold: Wenn ich
nur wüßt, ob du mich wirklich liebſt. — Kollo: Der letzte Kuß. —
May: Ich hab einmal am Neckarſtrand ein Mädelchen geküßt,
— Siameſiſche Wachtparade. — Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Sonntag, 1. Juli. 6.30: Frühkonzert der Kapelle Gebr. Steiner.
9: Morgenfeier. Neuer Himmel neue Erde. Drwenski (Orgel),
Schulzke (Rezit.), Margret Abler (Sopran). Anſprache des Pfarrers
Witzig Berlin=Neukölln. — Anſchl.: Glockengeläut des Doms.
0 11.30: Platzmuſik des Berliner Philh. Blasorch. Leit.: Kapellm.
Männeke. Weber: Ouv Euryanthe. — Wagner: Szene aus
Walküre. — Dvorak: Slawiſche Tänze. — Delibes: Ballettmuſik
aus Coppelia. — Leoncavallo: Fant. Bajazo. — Blon: Frauenliebe
und Leben. — Männeke: Ozeanflieger, Marſch. O 14:
Funkheinzel=
manns Singſtunde. o 14.30: Kurzſchrift O 15: Mitteilungen und
praktiſche Winke für den Landwirt. o 15.25: Geh. Reg.=Rat Prof.
Dr. Appel: Knollenkrankheiten der Kartoffel. o 16: Große deutſche
Saarkundgebung für das abgetrennte Saar= und Pfalzgebiet. Uebertr.
aus Heidelberg. Mitw.: Saar=Sängerbund, Leit.: Bundeschormeiſter
Schrimpf Saarbrücken; Heidelberger Sängerverband, Leit.: Muſikdir,
Weidt. Deutſcher Sängergruß. — Marſchner: Und hörſt du das
mächtige Klingen. — Striegler: Weihelied. — Begrußungsanſprache
Senatspräſid. Andres, Frankfurt a. M. — Callivoda: Das deutſche
Lied. — Willkommengruß des Bürgerm. Janoske. — Volksgebet.
— Stadtſchulrat Bongard=Saarbrücken; Vaterland, Saar=
Deutſch=
land ruft dich! — Feſtanſprache des Reichsmin. a. D. Dr. Bell:
Ganz Deutſchland hört! — Trunk: Flamme empor. — Anſchl.:
Tee=Muſik der Kapelle Geza Komor, o 19: Stunde des Journaliſten.
Schriftſteller Buchhorn, M. d. L.: Wir vom Bau. o 19.30:
Dr. Hirſch: Der Berlier Kongreß. Bismarcks Weltpolitik. 13. Juni
bis 13. Jult 1878. O 20: Dr. Wolff: Die Reiſe im den Weltraum.
20.30: „Auf dem Hausboot” (Allwo zu erlauſchen iſt, wie trauliche
Zwieſprache und Geſang beim Mondenſchimmer wechſeln, wie auf
ſchwankenden Planken Sommerferienfreuden genoſſen werden, wie das
Kabarett der „Unwahrſcheinlichen” tingelt, wie Walzer und Jimmy
ſich bekämpfen, wie unter bunt erleuchteten Papierkugeln Heiterkeit
und Frohſinn bei geſtirntem Firmament erblühen). Mitw.: Trude
Heſterberg, Paul Morgan, Walter Jankuhn u. a. m. Berliner
Funkorch. — Leit.; Alfred Braun. — Anſchl.: Tagesnachrichten.
0 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
Stettin. 9: Morgenfeier. Heilige Sehnſucht. Mitw.: Hedwig
Gronow (Sopran). Am Flügel: Erna Gronow. Bols=Stern Rezit.),
Anſprache des Paſtors Stein, Dir. der Kückenmühler Anſtalten
zu Stettin.
Deutſche Welle. Sonntag, 1. Juli. 6.30: Berlin: Frühkonzert
der Kapelle Gebr. Steiner. 6 9: Morgenfeier mit Anſprache des
Pfarrers Witzig, Berlin=Neukölln. — Anſchl.: Uebertragung des
Glockengeläuts des Doms. 0 11.30: Platzmuſik ausgeführt von dem
Berliner Philharmoniſchen Blas=Orcheſter. 14: Funkheinzelmanns
Singſtunde. O 15: Jens Lützen: Winke für Liebhaberphotographen.
15: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt. O 15.25:
Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Appel: Knollenkrankheiten der Kartoffel.
16: Heidelberg: Große deutſche Saarkundgebung für das
abge=
trennte Saar= und Pfalzgebiet. — Anſchl.: Kapelle Geza Komor.
18.30: Dr. Schirokauer und Graef: Deutſcher Dichterſommer:
Worms, Wetzlar, Heidelberg, Ahr, Lahn (Immermann. Hölderlin).
19: P. Ernſt: Aus eigenen Werken. Einf.: Direktor Dr. Wachler.
0 20.30: „Auf dem Hausboot”. Mitw.: Trude Heſterberg, P.
Morgan, W. Jankuhn, Funkorch. Leit.: A. Braun. O 22:
Preſſe=
nachrichten. 22.30: Tanzmuſik der Kapelle Gerhard, Hoffmann.
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Von E. von Binder.
Sie Belt in 10e Jahren.
Silhonetten der Sukunft.
Wenn das ſo weiter geht, dann können wir was
er=
leben — in hundert Jahren! Seitgenoſſen, die jetzt ſchon mit
den Nerven zu tun haben, ſollten ſich hüten, etwä wieder auf
die Welt zu kommen. Der Menſch in hundert Jahren muß
Nerven wie Bahnbarrieren haben, wie Stricke, die man
zum Cauziehen auf der Olympiade verwenden, oder an denen
man Klimmzüge machen könnte.
Gott, was ſind denn eigentlich hundert Jahre, wenn man
auf die Jahrmillionen des Univerſums zurückſchaut? Ein
Katzenſprung nur, nicht mehr, eine Handvoll nur noch, ein
Atemzug der Ewigkeit, ein Cropfen im Meer, wenn man
es ganz genau ſagen will. Und doch! Was iſt das für ein
grandioſer Katzenſprung von 1828 bis 19281 Was liegt alles
in dieſer Handvoll! Welch ein buntes Durcheinander
un=
geahnter Entwicklungen, von der Poſtkutſche angefangen
über Dampfmaſchinen bis zu Ozeanluftſchiffen, bis zu
knie=
freien Nöcken und Bubiköpfen, bis zu — o, wie ſtolz
er=
heben ſie ſich aus dieſer Handvoll — bis zu den
Nieſen=
ſendern von Königswuſterhauſen!
Heute ſagen wir geheimnisvoll, leicht gruſelig: aber erſt
in hundert Jahren!!! Doch unſere Phantaſie iſt nicht
phan=
taſtiſch genug, um dieſe Entwicklung in ihrer grenzenloſen
Ausdehnung erfaſſen zu können. Die Sukunft wird noch
phantaſtiſcher ſein, als wir ſie in unſeren Viſionen ſehen.
Denken wir nur an die Sukunftsviſionen unſerer Großväter!
Keiner war phantaſiebegabt genug, um die Entwicklung
an=
nähernd vorausſehen zu können. Illuſionen von einſt,
Mär=
chen, Wunderträume ſind heute Selbſtverſtändlichkeiten,
All=
täglichkeiten, Banalitäten. Hat die Wirklichkeit den kühn=
Großvatertraum nicht noch übertroffen? Unſere
Karikatu=
riſten gefallen ſich heute darin, das Naumſchiffproblem zu
gloſſieren, ſie entwerfen kühne Sukunftsbilder von
Mond=
reiſen und Landungen auf dem Mars,der Venus, und doch ſind
ſie alle nicht kühn genug, es ſind Stümper, ganz jämmerliche
Stümper, dieſe Herren Propheten und Karikaturiſten. Sie
haben ja gar keine Phantaſie. Sie werden ſich mit ihren
ſogenannten Sukunftsbildern dereinſt furchtbar lächerlich
machen. Die Entwicklung wird ihre unbeholfene, an Krücken
hinkende, bleichſüchtige Phantaſie glattweg an die Wand
drücken. Wie Schreibverſuche von Säuglingen werden ſich
ihre „Sukunftsbilder” neben der Wirklichkeit ausnehmen.
Sehen wir uns doch einmal die Karikaturen des
vergange=
nen Jahrhunderts an. Wir lachen heute darüber. Und der
Seichner dachte damals wunder, wie phantaſtiſch, wie
lächer-
lich, wie unglaublich echt karikaturiſtiſch ſeine Seichnungen
ſeien. Vor mir liegt die Seichnung eines Wiener Malers
aus dem Jahre 1842, ein ſatiriſches Craumbild. „
Dampf=
wagen und Dampfpferde im Jahre 1924 im Prater zu
Wien.”
Gottogott! Hat der Mann Phantaſie gehabt! Es iſt
zum verzweifeln! Man kriegt das heulende Elend, wenn man
eine ſolche Seichnung ſieht. Iſt das Sukunft? Iſt das die
Viſion eines Malers? Schrecklich! Auf dieſem damals
an=
geſtaunten, „unglaublich” befundenen Bilde ſieht man alſo
die Sukunft: da fahren im Prater ein paar mit Dampf
be=
triebene Spazierwagen, der Schornſtein raucht, einige Damen
in unvorteilhaften Toiletten thronen auf den Sitzen. Dieſe
mit Dampf betriebenen Wagen ſind alſo das Wunder dieſes
Bildes. Weiter iſt nichts da! Das nennt ſich
Sukunfts=
traum! Findet man auf dem Bilde etwa Fahrzeuge, die
wenigſtens eine kleine Aehnlichkeit mit einem Mercedes
auf=
weiſen? Man kann ſich die Augen ausſchauen nach einem
Flugzeug auf dem blauen Himmel des Bildes. An den
Ver=
kehrsſchupo hat die Phantaſie des Seichners auch nicht im
Craum gedacht. Und das nennt ſich Craumbild von 19241
Aehnlich wird es unſeren heutigen Karikaturiſten
er=
gehen. Heute noch irgendwie von einer gewiſſen Phantaſie
belebt, ſind ihre Seichnungen morgen ſchon recht alltäglich und
übermorgen gar lächerlich, wie etwa ein ausgewachſener
Frack.
Nein, die Entwicklung iſt phantaſtiſcher als die
menſch-
liche Phantaſie. Heute iſt unſer höchſter Craum der einer
Mondfahrt. Die Welt wird den Atem anhalten, wenn die
erſte Nakete in den Weltenraum abgefeuert werden wird.
Gott, und in hundert Jahren? Da kräht kein Hahn mehr
danach. Es wird ebenſowenig etwas Welterſchütterndes
mehr ſein, als wenn Sie jetzt eine Fahrkarte für die
Unter-
grundbahn, die Schwebebahn löſen. Als handle es ſich um
die allergewöhnlichſte Sache der Welt, werden Sie am
Schalter eine Fahrkarte: „Bitte: Sentralbahnhof Mond”
löſen. Und am Sonntag, zum Wochenendausflug, verlangen
Sie dann „Swomal vierter Venus Nückfahrt!”
Wenn die Entwicklung ſich nicht irgendwie totlaufen, in
einer Sackgaſſe verrennen will, dann muß ſie ſich fremde
Planeten erſchließen. Unſere Erde gleicht jetzt ſchon einem
Bienenkorb, und es iſt ein Wunder, daß der Schupo an den
Straßenecken immer noch Ordnung zu halten vermag. In
hundert Jahren wäre das ganz und gar unmöglich. In
hundert Jahren hat jeder Menſch nicht etwa nur ſein Auto,
ach, wie wenig Phantaſie haben Sie doch, nein, dann hat
jeder ſein Flugzeug auf dem Nücken, ſeine Antenne am
Strohhut, ſein Mikrophon unter der Naſe, und in der
Weſtentaſche für den Sall eines Falles die Gasmaske!
Stellen Sie ſich dieſen Verkehr vor: multiplizieren Sie
jedes Auto von heute, jedes Flugzeug, jedes
Nadioempfangs=
gerät mit Sehntauſend, mit Hunderttauſend, mit noch viel
mehr — und dann haben Sie den Verkehr, der Sukunft.
Stellen Sie ſich auch vor, daß der Verkehr ſich nicht nur
zwiſchen unſeren fünf Erdteilen abſpielen wird, ſondern daß
Im Hochſommer zum Winkerſport auf den Mond.
auch der Mond und die übrigen Planeten
Nadioverbindun=
gen, Naumſchiffahrtslinien und Bildübertragungsdienſte mit
uns haben werden. In den Straßen der Metropolis
be=
gegnen ſich vom Monde Stammende, Lappländer, Südpolen,
Marsmenſchen, ſolche vom großen Bären, vom Orion und
aus New York.
Es gehört keine Phantaſie dazu, um ſich den Verkehr
der Sukunft unterirdiſch vorzuſtellen. Nahe liegt auch die
Vermutung, daß man die bisher noch unbenutzten Flächen
der Dächer dem Verkehr zur Entlaſtung dienſtbar machen
wird. Auch auf den Dächern wird es Straßen geben,
wer=
den Verkehrstürme errichtet, Flugzeugſtationen, Cankſtellen
und Milchhäuschen.
Wenn man heute Kugelhäuſer propagiert, beweiſt man,
daß man für die Bedürfniſſe des modernen Verkehrs kein
Verſtändnis hat. Oder daß man nicht weitſichtig genug iſt.
Kugelhäuſer ſollen praktiſcher ſein, ſagt man. Kugelhauſer
ſollen die Häuſer der Sukunft ſein, ſagt man. Unſinn!
Drei=
mal Unſinn! Dieſe Neunmalklugen der Kugelhäuſer
über=
ſehen ganz und gar eine Forderung des Häuſerbaues, daß
nämlich auch die Dächer dereinſt zur Bewältigung des
Ver=
kehrs werden dienen müſſen. Darum wird in der Stadt
der Sukunft kein einziges Kugelhaus Platz finden. Höchſtens
mal auf der Leipziger Meſſe zum Angucken..."
Und der Menſch der Sukunft? Der Menſch nach
hun=
dert Jahren? Wie wird er leben? Wie eſſen, arbeiten, ſich
kleiden, ſein Wochenende verleben, tanzen? Er wird gut
eben, ohne Sweifel. Arbeiten wird er überhaupt nicht, der
Menſch von übermorgen. Er wird nur Funktionen haben,
wie etwa der Kontrollbeamte an einem großen elektriſchen
Schalter. Der Menſch der Sukunft iſt eine ſinnreich
kon=
ſtruierte Maſchine. An ſeinem Bett wird eine ſeltſame
Apparatur angebracht ſein, die man als eine ideale
Kom=
bination von Nadio, Kino, Fernſehen und rhythmiſcher
Gymnaſtik anſprechen könnte. Die einzige Arbeit des
Menſchen der Sukunft wird darin beſtehen, darauf zu achten,
daß er richtig einſchaltet, ſonſt wird alles von ſelbſt gehen.
Das Cagewerk eines modernen Menſchen wird etwa ſo
aus=
ſehen: Morgens wecken ihn die Glocken von Weſtminſter Hall,
Nadioübertragung, dann richtet ſich der Erwachte im Bett auf,
drückt auf einen Knopf an der Apparatur und rollt mit ſeinem
Bett in die Badeſtube.
Wenn er ſich elektriſch raſiert hat, ſetzt er ſich an den
Früh=
ſtückstiſch und genießt zu ſeinem Morgenkaffee den Haarduft,
die Glockenſtimme, den Lippenſtift der Frau von geſtern abend,
denn er hat ſich ihre Anſchlußnummer geben laſſen und die
Bildübertragung eingeſchaltet. Er ſieht ſie in ſüßem Schlafe
roſig lächeln und weiß nicht, daß gleichzeitig eine andere Frau
irgendwo in Philadelphia oder Honolulu ſeine Gegenwart
bild=
übertragen hat . . ."
Dann arbeitet der Menſch. Das heißt, er drückt auf einen
Knopf und erblickt an einer Cafel die letzten Börſenkurſe.
Dann geht er vor ſein Mikrophon und gibt ſeinem
Börſenver=
treter auf eigener Welle die nötigen Aufträge.
Mittags iſt er außerhalb, wohin ihn ſein Flugzeug trägt.
Wenn er ſeine Havanna raucht, läßt er ſich telephoniſch mit
ſeiner Frau verbinden und fragt, was ſie für den Abend vorhabe.
Fahren wir auf die Venus in den Sauberberg? fragt er dann
liebevoll. Oder Creffpunkt Orion? Oder Mokka Six in der
Friedrichſtraße? — — in der Milchſtraße, meint er natürlich, er
hat ſich nur verſprochen .."
Und wie es dann weiter wird, das weiß man nicht. Dazu
iſt man nicht phantaſiebegabt genug. Das wird erſt die Sukunft
zeigen. Die Sukunft, die unſere kühnſten Cräume überbieten
wird. Auch wir werden einſt Großväter ſein, und die
Entwick-
lung wird uns glattweg an die Wand drücken.
Und wenn Charles Lindbergh, der Gefeierte, dermaleinſt aus
dem Jenſeits zurückkehren ſollte in die Gegenwart, die heute
noch Sukunft iſt, wenn er ſich dann alſo im Bewußtſein ſeiner
Größe auf den Marktplatz ſtellen würde, die Arme ausbreitend,
nach dem Motto: „Kommet her zu mir alle . . . Ich bin
Lind=
bergh! Wollt ihr Autogramme. Wollt ihr eine Locke meines
Haares? Einen Kuß, einen Händedruck?” — — ach, ſchmählich,
ſchmählich! —: die Menge würde fragen: „Wer iſt denn das,
Lind-
bergh? Was will er? Iſt das jenes Baby, das damals den
Spaziergang über den Ceich unternommenn hat?‟ Die Menge
würde den Helden nicht verſtehen, ſie würde ihn auslachen, der
kleinſte Säugling würde ihn auslachen, das iſt ganz klar, denn
jetzt läßt ſich jedes Kind für 20 Pfennige in einer Nakete über
den Ozean ſchießen, um der Mutter zu ſagen, daß zu Hauſe die
Milch gleich überkocht, der Mutter, die mal auf einen Sprung
nach Amerika geflogen iſt, um dort Peterſilie für die Suppe
einzukaufen .. .
Doch — wer ſpricht da von Milch, von Peterſilie?
Wer=
den ſie, das heißt, unſere geläufigen Nahrungsmittel, die das
Pflanzen= und Cierreich uns liefert, in hundert Jahren die
gleiche gewichtige Stellung im menſchlichen Leben einnehmen?
Schon jetzt hat der berühmte Chemiker Bergius ein Verfahren
entdeckt, mit dem man Holz genießbar machen kann. Nun iſt
zwar Holz auch noch ein organiſcher Stoff, aber der nächſte
Schritt wird eben die Genießbarmachunng unorganiſcher Stoffe
bringen. Die moderne Ernährungswiſſenſchaft ſieht ſchon in allem
gleichviel, ob es ſich um ein Wiener Schnitzel oder eine Banane
handelt. Man wird zweifellos in gar nicht ſo langer Seit alle
für die Ernährung wichtigen Stoffe künſtlich herſtellen. Die
daß die chemiſche Großinduſtrie der Pflanze in Sukunft dieſe
Pflanze entnimmt die Nährſtoffe dm Boden und der Luft, die
verarbeitet ſie zu genießbaren Subſtanzen. Wer zweifelt daran,
Arbeit abnehmen wird? Der menſchliche Geiſt wird der Natur dung, wenig oder gar keine Kopfbedeckung zu allen Jahreszeiten!
auch dieſes Laboratoriumsgeheimnis abjagen, die Pflanze und
das Cier entbehrlich machen. Und dann geht die weitere
Ent=
wicklung doch dahin, daß dieſe künſtlichen Nährſtoffe immer
bil=
liger erzeugt werden, dann ſinken die Koſten des Lebens, dann
wird die Jagd nach dem täglichen Brot abgeblaſen —
Was dann kommt — — das entzieht ſich wohl unſerer
Vorſtellung wie das Leben auf jenen Welten, die Milliarden
Lichrjahre von uns trennen .."
Nouſſeau als Erzieher.
Sum 150. Codestage am 2. Jnli.
Von Dr. Fritz Flechtner.
Wer zur Erinnerung an den 150. Codestag des großen
Phi=
loſophen ſein berühmteſtes Werk „Emil oder Ueber die
Er=
ziehung” zur Hand nimmt, wird mit wachſendem Erſtaunen ſehen,
welche Fülle Nouſſeauſcher Gedanken ſich mit den modernen
Er=
ziehungsideen berührt, teilweiſe ſogar völlig mit ihnen
überein-
ſtimmt. Nouſſeaus „Emil” hat ſeinerzeit revolutionierend
ge-
weſens geworden, an ihm iſt keiner der großen Pädagogen der
Das Spiel mit dem Code.
Von Hermann Middendorp.
„Darüber ſoll man nicht ſpotten”, ſagte unſer Gaſtherr ernſt.
Das wunderte uns alle; denn wir lebten zu jener Seit, ein
kleiner Kreis von vier, fünf Freunden, in einer Periode leicht
blaſierter Freigeiſterei, in der wir über alles und jedermann
ſpotteten.
Wir ſaßen im Garten von Nené de Maete, des Junggeſellen,
der ſich von den meiſten Junggeſellen darin unterſchied, daß er
ſich wenig in Cafés aufhielt und dafür um ſo mehr Wert darauf
legte, ſeine Freunde in ſeinem Hauſe an der Kreizersgracht um
ſich zu haben. Der ſchöne Sommerabend hatte uns in den Garten
gelockt. Das Licht einer Ciſchlampe glitt mit ſchwachem Schein
über die Gläſer, in denen dunkler Wein glühte. Einer von uns
hatte im Laufe der leicht fließenden, richtungloſen und ziemlich
gleichgültigen Geſpräche eine Bemerkung über den Cod gemacht,
einen ſkeptiſchen Scherz, nonchalant ausgeſprochen und kaum mit
einem Lächeln von uns beantwortet. Da kam de Maete mit
keinem ernſten „Darüber ſoll man nicht ſpotten”.
Wir erwarteten eine nähere Erklärung von ihm, und die gab
er auch.
„Ich weiß ebenſowenig wie ihr, was der Cod iſt,” ſagte er,
„aber ich habe manchmal das Gefühl, als ob er eine für ſich
be=
ſtehende Macht über uns iſt, etwas wie das Schickſal bei den
Griechen, die darin eine Gewalt ſahen, gegen die ſelbſt die
Götter nichts ausrichten konnten. Etwa vor einem Jahre habe
ich in Paris etwas erlebt, das mich in dieſem Gefühl beſtärkt
hat. Ich verkehrte damals mit einem jungen Maler, André
Vergnaud, einem Jüngling, der durchaus unbegabt war, der
aber, wie ſo viele junge Künſtler, darunter litt, daß ſeine An=
ſpäteren Seit vorübergegangen. Darum verdient das Werk
gerade heute, wo wir mitten in einer Umwälzung des geſamten
Erziehungsweſens ſtehen, von allen geleſen zu werden, die mit
den ſchwierigen pädagogiſchen Problemen ſich ernſthaft
be=
ſchäftigen.
„Alles iſt gut, wie es aus den Händen des Urhebers der
Dinge hervorgeht; alles entartet unter den Händen des
Men=
ſchen.‟ Die logiſche Folgerung aus dieſen Anfangsworten des
„Emil” ſcheint zu ſein, daß man ſich bei der Erziehung ganz
peſſiv verhalten, alles der Natur überlaſſen ſollte. Zweifellos
wäre dies richtig, wenn ein Kind, losgelöſt von der Menſchheit,
allein ſich entwickeln könnte. Jeder Menſch aber wächſt in ſeiner
Umwelt auf, die ihren Einfluß auf ihn geltend macht. Eine
plan=
volle Erziehung iſt deshalb unbedingt erforderlich, doch muß dieſe
ſich nach den Geſetzen der Natur richten.
Oberſter Grundſatz der Erziehung muß ſein: Gewährung
möglichſter Freiheit. Vom Cage der Geburt an ſoll das Kind
ohne Swang aufwachſen. Nicht in Windeln und Wickelbetten
eingeſchnürt ſoll es ſeine Glieder frei ſtrecken können. Kann es
ſich erſt fortbewegen, dann bringe man es auf eine Wieſe, wo es
ungeſtört herumkriechen kann. Fort mit Gängelbändern,
Geh=
wägelchen und dergleichen! Man ſuche auch nicht ihm das Gehen,
das Sprechen beizubringen; beides kommt ganz von ſelbſt. Auch
ſpäter darf das Kind nicht gezwungen werden, zu gehen oder
ſtillzuſitzen, zu eſſen, zu ſchlafen, wenn es nicht will. Nach
Her=
zensluſt ſoll das Kind laufen, ſpringen, ſchreien dürfen. Man
ſorge ſich auch nicht, wenn es in ſeiner Freiheit durch Unbe=
Genießbaren nur die Kohlenhydrate, die Vitamine, die Kalorien, holfenheit ſich oft Schmerzen zufügt, denn „Schmerz ertragen iſt
das erſte, was das Kind lernen muß”.
Das Wichtigſte, was in den erſten elf Jahren dem Erzieher
obliegt, iſt die körperliche Ertüchtigung. Größte Neinlichkeit,
tägliche Bäder, beſtändige Uebungen des Körpers, um ihn
ge=
ſund und kräftig zu machen, denn dies iſt die Vorausſetzung für
die ſpätere Ausbildung des Verſtandes. Keine beengende Klei=
Auch im Eſſen keinen Swang; der natürliche Crieb findet in Art
und Menge das Nichtige. Gewürztes und Gegorenes widerſteht
dem natürlichen Menſchen, Obſt, Backwerk, Milch, reines
Waſſer ſagt ihm zu.
Für die geiſtige Ausbildung muß als Leitſatz gelten: Nicht
die Entwicklung beſchleunigen, ſondern ſie zurückhalten. Man
zwinge das Kind nicht zu lernen; nur dem wirklichen geiſtigen
Hunger, der Wißbegierde, darf Nahrung gereicht werden. Die
Bücher nennt Uouſſeau Werkzeuge des größten Elends der
Kin=
der, das Leſen die Geiſel der Kindheit. Sein Emil ſoll im
12. Jahre kaum wiſſen, was ein Buch iſt.
Während die erſte Kindheit nichts ſein ſoll als Spiel und
fröhlicher Seitvertreib, beginnt mit dem 12. Lebensjahre die Seit
des Lernens. Aber auch für ſie gilt, daß alles aus Luſt und
Liebe, nicht aus Gehorſam und Pflicht getan werden muß; denn
dieſe beiden Worte kennt Nouſſeaus Erziehungskatachismus nicht.
Er verwirft auch Strafe und Belohnung im gebräuchlichem Sinne.
Berechtigt erſcheint ihm nur diejenige Strafe, die ſich aus einer
unrichtigen Handlung von ſelbſt ergibt. So z. B. wenn ein Kind
ſich langweilen muß, weil es mutwillig ſeine Spielſachen
zer=
brochen hat. Auch die Belohnung ſoll nicht als ein Preis für
wirkt, er iſt grundlegend für die Fortſchritte des Unterrichts= Fleiß und Pflichterfüllung ſein, ſondern nur eine natürliche Folge
des Wohlverhaltens. Die Prügelſtrafe verabſcheut Nouſſeau,
Infmmffaf
Ke
erkennung in weiteren Kreiſen ausblieb. Er hatte nicht die
Geduld, auf den Erfolg zu warten, der wahrſcheinlich mit der
Seit auf die übliche Weiſe gekommen wäre, und er verfügte
auch nicht über das Quantum Weisheit, das man in ſolchem
Falle nötig hat, um ſich mit den Verhältniſſen abfinden zu
kön=
nen. So wurde er verbittert und zuniſch, er arbeitete beinahe
nicht mehr, verlor ſich in unfruchtbares Cheoretiſieren und
äußerte ſich mit ungerechter Mißachtung über die Arbeit ſeiner
Kollegen, die mehr Erfolg hatten als er. Jeder kennt unter den
Künſtlern ſolche Cypen in ſeiner Umgebung.
Ich war Vergnauds einziger Vertrauter, und obwohl ſein
Väſonieren mir oft wenig gefiel, härte ich ihn doch immer
ge=
duldig an, nicht nur, weil ich wirklich Freundſchaft für ihn fühlte,
ſondern auch, weil ich hoffte, durch Ausſprache ſeine aus den
Fugen geratene Perſönlichkeit wieder ins Gleichgewicht bringen
zu können. Das glückte mir jedoch nicht.
Eines Abends kam er aufgeregt zu mir.
„Jetzt habe ich ſie alle in der Caſche!” rief er.
„Was meinſt du?” fragte ich verwundert.
Er rückte mit einer ſonderbaren Mitteilung heraus. Er
habe einem Kunſthändler, bei dem er zahlloſe Male vergeblich
verſucht hatte, ein Bild zu angemeſſenem Preiſe loszuwerden,
mit großem Ernſt erklärt, daß er keine drei Monate mehr leben
würde. Der Doktor habe angeblich ein Herzleiden bei ihm
kon=
ſtatiert und ihm höchſtens noch dieſe kurze Seit gegeben. Ein
paar bekannte Perſönlichkeiten aus der Kunſtwelt waren bei der
Mitteilung zufällig zugegen geweſen, ſie hätten ſich ſofort
inter-
eſſiert nach ſeinen Arbeiten erkundigt, und Ponſard, der
Kunſt=
händler, hätte die beiden Bilder, die er bei ſich hatte, ſofort
dabehalten.
„Dieſer Plan muß Erfolg haben!” rief er begeiſtert aus.
„Und du mußt mir dabei helfen!”
„Wie kann ich das?‟
„Indem du überall die Mitteilung verk
aß ich inner=
denn Schläge ſind entwürdigend nicht mr für den, der ſie
empfängt, ſondern auch für den, der ſie austeilt. Einen einzigen
Sall führt er an, wo ihm die Prügelſtrafe gerecht erſcheint, wenn
nämlich „ein Kind es wagen ſollte, ernſtlich jemand zu ſchlagen,
und wäre es ſein Diener, ja wäre es der Henker”. Dann ſoll
man ſorgen, „daß ihm ſeine Schläge mit Wucher und in einer
Weiſe zurückgegeben werden, daß ihm die Luſt vergeht, es jemals
wieder zu verſuchen”
Der erſte Unterricht muß auf ſinnliche Gegenſtände, auf
Cat=
ſachen, auf Erfahrungen beſchränkt ſein. Nichts darf dem Kinde
vorgeführt werden, was es nicht zu verſtehen im Stande iſt.
An=
ſchauung, ſelbſtändige Arbeit, praktiſche Betätigung muß für die
geiſtige Ausbildung das Leitmotiv ſein. Darum bekommt Emil
jetzt ſein erſtes Buch zu leſen, das lange Seit ſeine ganze
Biblio=
thek ausmachen wird: Nobinſon Cruſoe. In dieſer Seit erhält
der Knabe auch Einblick in die ſozialen Verhältniſſe und erlernt
ein Handwerk.
Das vierte Buch ſchildert Emils Entwicklung vom
fünf=
zehnten Lebensjahre bis zur Verheiratung. Eingehend behandelt
Nouſſeau das Problem der ſeruellen Aufklärung; als Leitmotiv
ſtellt er auf, daß nichts dem Zufall und Fremden überlaſſen
wer=
den darf, ſondern daß der Erzieher ſelbſt die Aufklärung
vor=
nehmen muß, ſobald die Seit dafür gekommen iſt. Die Neligion
Ronſſean beim Botaniſieren.
(Nach einer Seichnung)
halb dreier Monate ſterben werde. Daran liegt mir im Moment
alles. Denke nur: einer von den Leuten, die ſich bei Ponſard
getroffen haben, kommt morgen ſchon in mein Atelier!”
„Aber wenn es nun ſpäter herauskommt, daß nichts davon
wahr iſt!“
„Das ſchadet nichts. Dann lebe ich eben noch. Sie können
ihr Urteil dann doch nicht wieder zurücknehmen.”
Der ganze Sall kam mir wie eine harmloſe Myſtifikation
vor, und ich ſah obendrein einen gewiſſen Humor darin. Kurz,
ich beſchloß, Vergnaud dabei zu helfen, und ich konnte das um
ſo leichter tun, als ich damals viel in künſtleriſch intereſſierten
Kreiſen verkehrte. Das Experiment glückte über alles Erwarten.
In wenigen Wochen hatte Vergnaud eine tragiſch=muſtiſche
At=
moſphäre um ſich verbreitet, die Betrachter und Käufer für ſeine
Arbeiten anlockte. Der Kunſthandel animierte, in ſehr kurzer
Zeit würde es aus ſein mit dem neuentdeckten Genie ... Die
Preſſe nahm lebhaften Anteil an dem Fall. Schon vor der
großen Ausſtellung, die mein Freund jetzt vorbereiten konnte,
wurde viel über ſein Werk geſchrieben, und auch ohne das man
direkt auf den nahen Cod des Künſtlers anſpielte, war die
Kritik allgemein der Anſicht, daß in ſeinem Werke etwas
Muſti=
ſches läge, etwas, das über die Grenzen von Naum und Seit
hinausginge ...
Vergnaud arbeitete in dieſer Seit mit fieberhafter Spannung.
Er ſchuf Werke verſchiedener Art und Qualität, aber ohne
Sweifel das beſte, was er jemals gemacht hat. Wir waren beide
glücklich.
Da geſchah plötzlich das Grauenhafte. Am Abend, bevor
ſeine Ausſtellung eröffnet werden ſollte. Eine Kataſtrophe auf
der Untergrundbahn. Eine Anzahl leicht Verletzter und ein
Coter. Der eine war Vergnaud! Es waren genau drei Monate,
nachdem er mir ſeinen Plan erzählt hatte. Seine Nechnung war
beglichen.
Natürlich, das kann Sufall ſein. Alles kann Sufall ſein.
Sll dem Kinde und dem Jüngling nicht aufgewungen werden,
auch nicht durch gütliche Ueberredung, frei und rein ſoll ſie aus
leinem Innerſten hervorwächſen. Die Einführung Emils in die
Seſellſchaft und das damit verbundene Suchen nach einer
paſſen=
den Gefährtin bilden Abſchluß.
Schon aus dieſen kurzen Darlegungen der Erziehungsgrund=
Kitze Nouſſeaus ergibt ſich klar, daß das noch zu ſeinen Lebzeiten
eprägte Schlaswort, er habe die Nückkehr zur Natur, d. h. zum
Maturſtande gepredigt, völlig falſch iſt. Emil ſoll durchaus kein
neiner Naturmenſch werden; er ſoll zwar nach den Geſetzen der
Matur, aber ſo erzogen werden, daß er in die Kulturwelt
ein=
rreten und einen Platz in der Geſellſchaft, von der er doch ein
eil iſt, ausfüllen kann.
Der Erfolg des „Emil” war ein ungeheurer, aber nicht
min=
er gewaltig waren die Angriffe und Schmähungen, die gegen
En gerichtet wurden. Im Mai 1762, d. h. im Alter von
-0 Jahren, hatte Nouſſeau das Werk veröffentlicht, deſſen An=
Fänge 20 Jahre zurücklagen; bereits im Juni des gleichen Jahres
wurde das Buch in Paris und in ſeiner Vaterſtadt Genf
ver=
rannt. Aus Frankreich und ſeinem Heimatlande vertrieben, floh
Mouſſeau nach dem preußiſchen Ländchen Neuchatel, wo ihm
Sriedrich der Große eine Freiſtatt geboten hatte.
Gewiß findet ſich in dem Werk nicht nur viel Angreifbares,
ſondern auch viel Widerſpruchsvolles, aber iſt dies zu
verwun=
wern, da doch ſein Verfaſſer wie nur wenige Menſchen ein Cha=
Takter voll der ungeheuerlichſten Widerſprüche war? Klingt es
nicht geradezu abſurd, daß der Mann, der einen ſo gewiſſen=
Haften Erziehungsplan aufſtellte, ſeine eigenen 5 Kinder dem
Sindelhauſe überantwortet und ſich nie wieder um ſie gekümmert
Hat? Crotzdem er 7 Gründe dafür aufgezählt hat, iſt eine
ein=
euchtende und ſein Verhalten rechtfertigende Erklärung doch
micht gegeben worden.
Alte romiſche Sitten.
Von Dr. N. Laßwitz.
Der Nuhm und die Cüchtigkeit Italiens unter der Herrſchaft
Des Fascio iſt ſo groß und ſo ſelbſtſicher, daß natürlich die
Be=
wobachtungen eines Barbaren nichts bedeuten. Sie ſind auch nur
lein paar Beobachtungen, zwiſchen den Stunden aufgeleſen, und
Me
nur aus der ungebildeten und unziviliſierten Sinnesart dieſes
Nordmenſchen verſtändlich. Sie ſind obendrein wirklich harmlos,
haben nur den Sweck zu erzählen und bedeuten tatlächlich nichts
für die Werteinſchätzung des Volkes an ſich. Der Italiener iſt,
ſoweit er nicht durch die Propaganda des FSascismus vollkommen
außer Kontakt mit der Wirklichkeit gebracht wurde, ein netter
und umgänglicher Menſch. Man kann kaum mit einer andern
„Nation ſo bequem und gemütlich zuſammenleben, als mit dem
Nömer im guten Sinne. Der Südländer iſt ein guter Kamerad,
ſolange er nicht von der Straße oder einer Partei aufgehetzt iſt.
Man kann von ihm nicht mehr verlangen als Klima und
mehr=
tauſendjährige Geſchichte mit ihren Wechſelfällen hergeben, aber
man kann mit ihm gut leben und auskommen, ſolange er als
Einzelmenſch natürlich iſt. Die Maſſe des heutigen fasciſtiſchen
Italienertums dagegen iſt übelſter Militarismus und
Vereins=
meierei, ein merkwürdiges Ueberbleibſel vergangener nordiſcher
Ueberzüchtung. Die alten römiſchen Sitten, von denen hier
er=
zählt werden ſoll, ſind ländlich=ſittlich. Nicht Ueberhebung wagt
ſie zu ſchildern, nicht „Feiner=ſein”, ſondern die Linſe des
Photo=
graphen, der lächelt ohne zu werten.
Das Siſchmeſſer.
Früher kannte man in Italien das Fiſchmeſſer ſo gut wie
nicht. Wer vor dem Kriege bereits in Nom heimiſch war, wird
in der Oeffentlichkeit der römiſchen Neſtaurants wohl kaum
dieſem Inſtrument nordiſcher Verfeinerung begegnet ſein. Aber
der Siegeszug der modernen Cafelkultur iſt allmählich auch nach
Nom vorgedrungen. Su den Ciſchtüchern in kleinen Oſterien, zu
den Servietten — beinahe ſauberen — in den beſcheidenen
Neſtaurants iſt das Fiſchbeſteck in denjenigen Gaſtſtätten getreten,
die ſich ſchon in den ſchönen Vorkriegszeiten bis zum Ciſchtuch
und zur Serviette heraufgearbeitet hatten. Nun gibt es in
ver=
ſchiedenen „beſſeren” Neſtaurants von Nom das Fiſchmeſſer und
manchmal auch die Siſchgabel. Aber die Hauptſache iſt das
Siſch=
meſſer.
Was iſt ein Fiſchmeſſer? Ein Fiſchmeſſer iſt, wenn man fein
iſt und den Siſch nicht mits Meſſer eſſen will. Dann läßt man
das eiſerne oder ſtählerne Meſſer (das Bratenmeſſer) liegen und
nimmt das ſtumpfere Siſchmeſſer und ſteckt es in den Mund. Ganz
feine Leute führen dabei nicht die Breitſeite des Siſchmeſſers in
die eigens dazu angebrachte Oeffnung des Antlitzes, ſondern die
geſchwungene Spitze, dieſe Spitze, die nicht verletzen kann. Ein
Siſchmeſſer iſt alſo nach römiſcher Auffaſſung ein flach
ausge=
walzter Löffel mit einer unverſtändlich ausgebuchteten Nundſpitze.
(Bitte ſehr: Nundſpitze gibt es! Haben Sie ein Caſchenmeſſer?
Wollen Sie nach Italien reiſen, obgleich es hier teurer und
un=
gemütlicher als wo anders iſt? Wenn Sie wollen, dann ſehen
Sie ſich Ihr Caſchenmeſſer an. Alle Meſſer, welcher Art ſie auch
ſeien, werden zur Waffe im Sinne des italieniſchen Geſetzes, wenn
man ſie bei ſich am Körper herumträgt, und das Meſſer eine
Klinge hat, die mit einer Spitze verſehen und länger als vier
Sentimeter iſt. Das ſind die „großen Klingen” faſt aller
Caſchen=
meſſer. Der kluge Italienfahrer läßt ſich deshalb die Spitze
ſeines Caſchenmeſſers rund abſchleifen. Dann hat er eine
Nund=
ſpitze und keine Angſt vor der Unterſuchung durch einen
neu=
gierigen Gendarmen.)
Die Entdeckung des Siſchmeſſers mit ſeiner Nundſpitze hat
nun für Nom erfreuliche Folgen gezeitigt. Die Gabel iſt nicht
mehr nötig, wenn man Siſch eſſen will. Das Fiſchmeſſer läßt ſich
gefahrloſer als eine ſpitze Gabel fiſchbeladen in den Mund
ein=
führen. Aber auch wenn man keinen Siſch ißt, und zufällig das
Siſchmeſſer auf dem Ciſch liegt, iſt es ein willkommener Gaſt.
Denn auch Gemüſe, beſonders die jungen Erbſen, können
hervor=
ragend mit dem Siſchmeſſer behandelt werden. Bloß die langen
Spaghetti wollen nicht. Sie rutſchen ſogar vom Fiſchmeſſer. Aber
das will an ſich nichts bedeuten. Sie rutſchen auch dem ungeübten
Nordländer von der Gabel. Nur ernſte Studien und volle
Hin=
gebung an die Wonne der „Spaghetti alla Matriciana” vermögen
den Neuling nach und nach in das Geheimnis des Spaghettieſſens
einzuweihen. Der Unkundige betropft ſich mit der „Salſa al
Pomodoro”, während ihm die Spaghetti von der Gabel
ent=
fliehen. Und um dieſer römiſchen Spaghetti und der ſchweren
Kunſt ihrer mündlichen Bewältigung willen ſei über den
römi=
ſchen Mißbrauch des Siſchmeſſers der Mantel eines
verſöhn=
lichen Frascati gedeckt. Proſit! Was tut das Fiſchmeſſer, wenn
die „Criglia” aus Oſtia nur friſch und der Frascati von den
albaner Bergen „amabile” iſt.
Früchte.
„Frutta”, Früchte, ſind ein integrierender Beſtandteil jeder
italieniſchen Mahlzeit. Wenn man ſeine Mineſtra oder Paſta
aſciutta, ſeine Gemüſe-Neisſuppe oder ſeine Maccaroni gegeſſen,
ſeinen Fleiſchgang verzehrt hat, dann fragt der Kellner ſicher
„Frutta e formaggio”? Früchte und Käſe. Der Italiener wird
nach Möglichkeit ſeine Mahlzeit mit Früchten beſchließen. Dabei
ſpielt natürlich die Apfelſine während eines großen Ceils des
Jahres die Hauptrolle. Daneben der Apfel, der immer ſüß iſt
und bei weitem nicht ſo aromatiſch wie der deutſche oder
ſüd=
tiroler Apfel, und die meiſt ſaftige und gute Birne. Frutta ſecca,
alſo Mandeln, Seigen in getrocknetem Zuſtand, Nüſſe,
Crauben=
roſinen ſpielen eine geringere Nolle, dafür wird die Herbſtzeit, in
der die Orangen trocken ſind (die neue Apfelſinenernte iſt für den
Volksgebrauch nicht vor Dezember zu erwarten) von der friſchen
Seige und der Weintraube in ſchönſter Fülle und relativer
Preis=
würdigkeit ausgefüllt. Erdbeeren im Frühling ſind nur im
be=
ſchränkten Maße allgemeine Fruchtnahrung, da ſie ziemlich teuer
ſind, und nur die Kirſchen ſind für ganz kurze Seit auf jeder
Cafel zu finden. Beerenobſt iſt faſt unbekannt. Nur die
Him=
beere wird reichlicher angeboten.
Wie aber ißt der Nömer ſeine Apfelſinen oder Aepfel?
Su=
nächſt ſucht man auf der Schüſſel, die der Kellner auf den Ciſch
ſtellt, ſich ſeine Frucht recht genau aus. Man befühlt die Orange,
eine nach der andern, ob ſie nicht zu hart oder zu weich iſt, und
dann wiegt man die Früchte noch einzeln vergleichend in der Hand.
Nur die ſchwere Srucht iſt gut, auch wenn ſie kleiner iſt als der
Nachbar. Denn bei einer prachtvollen, recht großen Orange, die
relativ leicht iſt, kauft man nur die dicke Schale auf Koſten des
ſaftigen Sleiſches ein. Der Kenner wählt nicht ſchön oder dick,
ſondern ſchwer und reif. Dann aber beginnt man, wenn man ein
feiner Vömer iſt, nicht etwa die gewählte Frucht einfach zu
ſchälen. Der dumme Barbar macht ein paar Schnitte in die
Schale und löſt dann ihre Streifen. Manche Künſtlerinnen unter
den Nordländern verſtehen in beſonderen Formen die Frucht ihrer
Hülle zu entkleiden und bringen reizende Gebilde zuſtande, ehe ſie
an den ſaftigen Kern ſich heranwagen. Der Nömer aber wird
die Apfelſine mit dem Meſſer, dem Stahlmeſſer, wie einen Apfel
ſchälen, ſchneiden und dann die geſchnittenen halb verbluteten
Stücke auf die Gabel ſpießen.
Allerdings gibt es auch hierbei römiſche Künſtler, beſonders
einige Kellner in gewiſſen Neſtaurants, die mit einer fabelhaften
Geſchicklichkeit die Schale der Orange mit geſchärfter
Meſſer=
klinge ſo genau von der Srucht abzutrennen vermögen, daß das
Fleiſch nirgends verletzt wird. Dann teilen ſie die geſchälte
Apfelſine derart genau an den Wachstumsflächen der Segmente,
an denen die einzelnen Ceile der Orange aneinander gewachſen
ſind, daß das gelbe ſaftige Fleiſch herausgeſchält wird und nur
der Spelt zwiſchen den einzelnen Scheiben der Apfelſine abfällt.
Aber die einfache Methode, die Schale der Apfelſine abzulöſen
und dann die Frucht aufzubrechen und die einzelnen Abteilungen
mir nichts dir nichts zu eſſen, das überläßt man dem unfeinen
Volke und den Barbaren.
Man ißt Früchte fein. Man nimmt nicht etwa Nüſſe oder
Mandarinen mit der Hand einfach von dem Servierteller,
ſon=
dern man bedient ſich dazu des Löffels. Man ſchält auch ja nicht
ſeinen Apfel, indem man ihn auf gewöhnliche Weiſe in die
Hand nimmt. Sondern man ſpießt ihn auf die Gabel und ſchält
ihn dann mit viel Verluſt. Daß bei dem gänzlichen Mangel an
Obſtmeſſern in Nom jeder Apfelgenuß durch Stahlmeſſer beim
Schälen ſowieſo beeinträchtigt wird, iſt eine andere Sache, die
aber mit der Feinheit nichts zu tun hat. Als es in Italien noch
Bananen gab, nämlich vor über Jahresfriſt, ehe das Dekret
Muſſolinis die Einfuhr und den Verkauf der „nicht nationalen”
Srucht verbot, iſt es auch keinem Nömer eingefallen, einfach die
dicke Schale der Banane ganz oder zur Hälfte mit der Hand
ab=
zuziehen. Man ſchnitt mit dem Meſſer einen Längsſchnitt in die
Wir wiſſen es nicht. Aber ich habe ſeit dem Augenblick niemals
den Gedanken loswerden können, daß ich an ſeinem Code
mit=
ſchuldig bin.”
De Maete ſchwieg. Wir ſchwiegen alle. Ein kühler Wind
erhob ſich und bewegte rauſchend das Laub, hoch über unſeren
Köpfen.
Die Rivalen.
Von Henri Borel.
Chwang Csz' und Hui Csz' waren zwei Philoſophen, die über
die wichtigſten Dinge von Leben und Cod in Wort und Schrift
den heftigſten Streit miteinander führten. Ihre Neden und
Gegenreden klangen wie Schwertſchläge, ihre Stiche und
Seiten=
hiebe flogen auf einander wie vergiftete Pfeile, ihre Argumente
bäumten ſich gegeneinander auf wie kämpfende Hengſte. Wenn
der eine das Wort hatte, fühlten die Suhörer mit voller
Ge=
wißheit, daß der Gott der Weisheit hinter ihm ſtand, und daß
der andere ein Idiot, ein Geck und ein liſtiger Betrüger war;
nahm der andere hiernach das Wort, ſo ſtand der Gott der
Weisheit jetzt hinter ihm, und der erſte war ein Dummkopf, ein
(Poſeur, ein geriebener Schwindler. In den Schriften, die lie
gegeneinander in die gelehrte Welt ſandten, und die ſie der
höch=
ſten Akademie, der Han Lin, vorlegten, erhoben ſich beide zu den
äußerſten Grenzen der Abſtraktion, ſie ſtritten über Cexte aus
den älteſten, heiligſten Büchern, bis dieſe voll von Widerſprüchen
zu ſein und eine unbegrenzte Sahl von Auslegungen zuzulaſſen
ſchienen, aber ſtets ſchien die Erklärung desjenigen, den man las,
in dem Moment die beſte zu ſein. So hatten ſie beide recht und
unrecht, ſo taten ſie beide recht und unrecht, ſo waren ſie beide
die erhabenſten Philoſophen, die größten Gelehrten, die feinſten
Schriftkenner, und zugleich die armſeligſten Stümper, die ver=
ächtlichſten Betrüger, die ſtumpfſinnigſten Ignoranten. Niemals
bis dahin hatten zwei Gegner einander ſo tödliche, wenn auch
immer elegant ſtiliſierte Beleidigungen an den Kopf geworfen,
niemals hatten zwei Codfeinde einander ſo unbarmherzig
ver=
dächtigt, geſchmäht und verhöhnt. Wenn ſie auf dem öffentlichen
Wege aneinander vorbeigingen, funkelten ihre Augen einander
entgegen wie giftige Dolche, und das verächtliche Lächeln um
ihren feſt zugekniffenen Mund war wie Fauſtſchläge. So waren
ſie im ganzen Neiche bekannt geworden als Symbole
unverſöhn=
lichen Haſſes und tödlicher Feindſchaft, und jeder, der ſie kannte,
fühlte, daß an einem gewiſſen, von den Sternen beſtimmten Cage
der Schreibpinſel ihren langnageligen Händen entfallen würde,
um dem mordenden Dolch Platz zu machen. Wenn ſie in der
kaiſerlichen Akademie einander begegneten und in hitziger
De=
batte gegenüberſtanden, wurden bewaffnete Wächter hinter ſie
geſtellt, um ein mögliches Handgemenge zu verhindern. Niemals
hatte man im Neiche der Mitte eine ſolche Feindſchaft gekannt,
ſelbſt nicht in den Seiten der heftigſten Unruhen, aber niemals
auch hatte die Philoſophie ſo glänzende Neden gekannt, die wie
ein prachtvolles Seuerwerk von Geiſt und Gedarken ein
Seit=
alter des Intellektes zierten. Das menſchliche Denken wurde
durch ihre funkenſprühenden Debatten erleuchtet. Es war die
Lehre von der Nelativität der Begriffe — denn jeder geniale
Begriff des einen wurde ſofort wieder durch den anderen mit
einer tödlichen Gegentheſe entkräftet — die von den beiden
Widerſachern ſo wunderbar demonſtriert wurde, daß nur noch
das allerhöchſte Denken, das kein Denken mehr iſt, ſondern
Gottesglaube, übrig blieb. Suſammen bewieſen ſie die Ohnmacht
des Verſtandes.
Plötzlich verbreitet ſich die Kunde, daß einer der Codfeinde,
Hui Csz', an einem Schlaganfall geſtorben war. Seine Freunde
behaupteten, daß die letzte Schrift ſeines Nivalen, voll tödlichen
Giftes, ihn ſo erregt hätte, daß er daran geſtorben wäre.
Als ſich bei Hui Csz' Begräbnis der Crauerzug in Be=
wegung ſetzte, ſah man plötzlich ſeinen Gegner, Chwang Csz',
leichenblaß, in der Crauerkleidung erſten Grades (was auf die
allerinnigſte Verwandtſchaft weiſt) heranſchreiten. Erſt dachten
die Samilienmitglieder ärgerlich, daß er gekommen wäre, um
ſeinen Gegner noch im Code zu verſpotten, aber ſein
tiefbe=
trübtes, ehrfurchtsvolles Antlitz ſprach deutlich von größtem
Herzenskummer und Ceilnahme. Und als der Sarg in die Grube
geſenkt wurde, ſah man Chwang Csz' mit dem Haupt zur Erde
niederknien und hörte man ſein leidenſchaftliches Wehklagen...
Nachdem die Begräbnis=Seremonie beendet war, kam einer
der Blutsverwandten auf ihn zu und fragte ihn verwundert nach
den Gründen ſeines Schmerzes.
Und Chwang Csz' antwortete:
„Ich trauere, weil mein Bruder geſtorben iſt. Er war mein
Nebenbuhler, aber auch mein Bruder in der Weisheit. Kennſt
du nicht die Geſchichte von Aing? Aing war ein Mann, der auf
ſeiner Naſe ein Fleckchen Schmutz hatte, ſo dünn, wie der
Flügel einer Fliege. Er rief Meiſter Shih, damit er es entferne.
Meiſter Shih, der die Axt hantieren konnte wie kein anderer
im Reiche, ſchwang ſauſend ſein haarſcharfes Beil, und ſiehel
das Sleckchen Schmutz war vollkommen verſchwunden, aber Aings
Naſe war unverletzt. Der Fürſt des Reiches Soeng, der hiervon
hörte, tat ein Fleckchen Schmutz auf ſeine Naſe und erſuchte
Meiſter Shih, es auf dieſelbe Weiſe zu entfernen. Meiſter Shih
jrdoch ſprach: Bei Aing habe ich dies wohl gekonnt, denn er
ſah mein Beil ſauſend heranſchwingen, ohne auch nur eine
Se=
kunde mit den Augen zu zwinkern, aber bei euch kann ich es
nicht wagen.”
„Der Mann, an dem ich das Beil meines Verſtandes üben
konnte”, ſchloß Chwang Csz', iſt tot, und er war der einzige
im Reiche. Von heute ab habe ich niemanden mehr, an dem ich
mich üben kann, niemanden, um meinen Schreibpinſel und meinen
Verſtand zu erproben. Begreifſt du ſetzt meinen Schmerz? *
(Berechtigte Überſetzung aus dem Holländiſchen von Willy Blochert)
Banane, löſte das Fleiſch mit der Meſſermaſchme beraus und
ſchnitt dann mit dem Stahlmeſſer die Banane in kleine Stücke,
die man mit der Gabel — oder dem Meſſer aß. Dafür nahm
man ſelbſtverſtändlich ſeine Hühnerknochen in die Hand, um ſie
laut und mit Genuß abzulutſchen.
Denn zum Genuß gehört das „laut”. Wenn ein Nömer auch
noch ſo ſchick ſeine Banane ſchälte, wenn er auch ſonſt noch ſo
elegant ſein möchte, die Hälfte aller Leute auch in den feinſten
Neſtaurants hält es für angemeſſen, ihre Sufriedenheit mit
Speiſ” und Crank durch deutlich hörbare Seichen kundzugeben.
Wer genießt, der ſchmatzt, wem’s ſchmeckt, der ſchlürft. Mag der
NNachbar hören, wie man ißt. Warum kommt er nach Nom,
wenn er keinen Lärm vertragen kann.
Wohin reiſen Sie in dieſem
Sommer?
Von Otto Sättler.
Eine neugierige Frage, nicht wahr? Aber man kann ſie ſich
gefallen laſſen, denn man hat die Möglichkeit, ein wenig
aufzu=
trumpfen, ohne daß man dafür zu zahlen hat. Und wer machte
nicht gern ein wenig mehr aus ſich, als er i und an ſich trägt!
Ja, wenn man ein Millionär iſt oder ſonſt eine Größe, beſtaunt,
vergöttert, hat man das nicht nötig. Denken Sie. Gemach. Es
gibt wohl keinen Menſchen, der nicht die Achillesferſe der
Selbſt=
gefälligkeit ſein eigen nennt. Beweis?
Da hat es eine Seitung für nötig befunden, an bekannte
Per=
ſönlichkeiten die obige Frage zu ſtellen. Und nun hören und
ſtaunen Sie, was an Antworten heraus kam.
Ein bekannter Schriftſteller ſagt, er ſei bereits in
Marien=
bad, wo er mit dem Crinkbecher in der Hand dem Modedämon
der Linie huldigt. Dann will er nach Mödling bei Wien und
ſchließlich noch auf einige Wochen nach Bled am Welwesweder
See. Ein anderer iſt nicht ſo glücklich dran, denn er ſchreibt,
er möchte nach Stockholm und Venedig, nach Salzburg und
ſonſt=
wohin, aber er müſſe daheim ſitzen und das tun, was ein Dichter
heute tun muß, wenn er leben will: Schreiben, ſchreiben! Ein
berühmter Komponiſt ſchreibt, er ſei wieder in Oſchl und vollende
die Partitur eines Singſpiels. Wieder eine andere Größe hat
folgende Pläne: Vierzehn Cage Abbazia, um tüchtig zu ſchwim=
auch die Antwort, die Selbſtbeſpiegelung und die Selbſtgefälligkeit
die daraus ſpricht. Der eine hebt ſein Landgut heraus, der
an=
dere prahlt mit ſeiner Beliebtheit, der dritte ſpielt ſich als
Geſundheitsapoſtel auf, und wieder ein anderer hebt ſeine geiſtige
Entrücktheit hervor. Einer liebäugelt mit ſeinen Einnahmen, auch
wenn er ſagt, daß er wenig verdient, der andre mit der geiſtigen
Sammlung, die ihm geſtattet, unſterbliche Werke zu ſchaffen.
Mit einem Wort: Der peinliche Erdenreſt kommt durch.
Ueber=
all. Auch dort, wo man darüber hinweg ſein könnte. Aber nein,
man kommt wohl nie ganz darüber fort.
Im Grunde iſt es auch nicht weiter ſchlimm: Sie ſollen ruhig
zeigen, wer ſie ſind. Worüber ich mich ärgern könnte, iſt, daß
an mich noch keine ſolche Anfrage erging. Und ich gäbe gewiß
die klügſte, die ſchlagendſte, die erlöſende Antwort. Nur mein
Schneider hat mich gefragt. Aber gerade ihm gegenüber mußte
ich lügen. Denn wenn er wüßte, welche Pläne ich habe, nähme
er mich feſt am Aermel und ſagte: Lieber Freund, zahle erſt
ein=
mal die ſchon längſt fälligen Nechnungen. So wird alſo die Welt
nicht erfahren, welchen Unfug ich in dieſem Sommer anſtelle und
welche Gegend ich unſicher mache. Schade. Und ich hätte es ihr
ſo gern geſagt, und der Gewinn für ſie wäre auch rieſengroß.
Denn was ſind die bekannten Perſönlichkeiten ſchon? Fremde
Menſchen. Aber ich? Wie nahe ſtehe ich mir und wie bedeutſam
ſtehe ich vor mir!
Ach ja. Es ſind doch recht kleine Geſchöpfe, die Menſchen!
Das aktuelle Afrika.
Von Jolef Viera.
Afrika, das Ueber=Amerika.
Es iſt die gewiß intereſſante Catſache zu verzeichnen, daß im
der Verkehrsentwicklung Wild=Afrikas vielfach vom
Laſten-
träger, der noch vor zehn Jahren alles, aber auch alles, auf
ſeinem Wollſchädel durchs Land trug, bis zum Kraftwagen und
Flugzeug, die Epoche des Pferdetransportes und der Eiſenbahn
einfach überſprungen wurde. Und ſo gibt es afrikaniſche Völker—
ſtämme, die im Leben noch kein Pferd und keine Eiſenbahn
ge-
ſehen haben, denen jedoch Auto und Slugzeug alltägliche
Dinge ſind.
Bei einem Generalmeeting in Südafrika parkten im
ver=
gangenen Jahr 50 000 Autos auf einem Fleck. — Die Vereinig=.
ten Staaten von Nordamerika errechneten für 1927 auf 5,15
Köpfe der Bevölkerung ein Kraftfahrzeug. Im Bezirk
Eliſa=
bethville im Belgiſchen Kongo, alſo dort, wo nach unſerer
Kino=
romantik geradezu noch Urzuſtände herrſchen ſollten, trifft
be=
reits auf 2,88 Perſonen der weißen Bevölkerung ein
Kraft=
fahrzeug — und im Bezirk Windhuk in Südweſtafrika hat nach
der neueſten amtlichen Zählung annähernd jeder weiße Mann
ſein eigenes Benzinvehikel.
Das Wochenend= und Slitterwochen=Flugzeng.
Verſchrieb ſich da ein Pflanzer aus Salusburg in Südafrika
einen „Moth=Aeroplan”, der jetzt große Mode iſt, weil eine
Engländerin — Lady Bailey — als erſte Dame der Welt mit
ſolch einem Moth=Aeroplan von London nach Kapſtadt geflogen
iſt. Dieſer Pflanzer nun ließ ſich einen Aeroplan in einzelne
Ceile zerlegt per Bahn kommen, und ſobald der unternehmungs=.
luſtige Mann das Flugzeug, etwa nach dem Syſtem „Wie baue
ich mir einen Nadioapparat?” zuſammengeſetzt und das Fliegen
auf eigene Fauſt erlernt hat, will er mit ſeiner
Wochenend=
maſchine Samstag=Sonntag regelmäßig nach dem vierhundert
Kilometer entfernten Baira fliegen, um ſich dort großſtädtiſch zu
vergnügen. —
Leutnant Benthley und Frau verbrachten, wie uns eben
ge=
meldet wird, den Honigmond ihrer jungen Ehe auf einem der
jetzt ſo beliebten Kap=Kairo=Sportflüge im eigenen Flugzeug.
Alles ging gut, und das Pärchen landete dieſer Cage in vorläufig
noch ungetrübter Ehe in Heliopolis bei Kairo.
Philoſophiſche Anekdoten.
Als der Herzog von Duras einſt den Philoſophen Descartes
gut eſſen ſah, ſagte er ſpöttelnd zu ihm: „Ja, genießen denn die
Philoſophen auch ſolche Leckerbiſſen?”
„Warum denn nicht?” antwortete Descartes. „Glauben Sie
etwa, die Natur habe die guten Sachen nur für die Dummköpfe
hervorgebracht?”
men; drei Wochen Igls bei Innsbruck, um tüchtig zu marſchieren
— und drei Cage Iſchl, um zu zeigen, daß ich auf der Welt bin.
Und noch ein anderer meint: Ich werde meinen Sommer in einem
Kloſter in Cibet verbringen. Im Geiſte natürlich. Wo der
Kör=
per weilt, iſt ziemlich wurſt. Sum Schluß noch eine Antwort: Ich
verbringe den Sommer in völliger Nuhe; ich werde mich hüten,
zu ſagen, wo.
Es iſt ganz lehrreich, die Antworten zu vergleichen. Nicht
nur, daß jeder Neiſeplan für den Menſchen kennzeichnend iſt,
Wilhelm Buſch wurde einſt gefragt, worin denn die
wahre Philoſophie beſtände. Er erwiderte: „Wer beſcheiden iſt,
ſich eine heitere Gelaſſenheit bewahrt und bei anderen auch
andere gute Art gewähren läßt, der ſcheint mir ein Philoſoph
zu ſein.”
Goethe erzählte von einem Studenten, der ſich jahrelang
eifrig philoſophiſcher Studien befliſſen habe, ohne damit Erfolg
gehabt zu haben. Was denn aus dem Manne geworden ſei,
wurde gefragt.
„Er iſt durch den Mißerfolg zum Philoſophen geworden”,
war Goethes lächelnde Antwort.
Schach
Rätſel
Nummer 265.
Endſpielſtudie 28.
Johann Berger in Graz.
(International Cheß Magazine 1838.)
b d
Wie Hitze Roſen hervorbringt.
In dem Worte Hitze iſt ein Buchſtabe zu verändern, ſodann ſind
die Buchſtaben umzuſtellen, ſo daß ein ländlicher Beruf entſteht; die
übrigen, auf die gleiche Art aus dem jeweils ſich ergebenden Worte
zu bildenden neuen drei Wörter bedeuten einen Zweihufer, einen
Männernamen und ein Element, welch letzteres auf die gleiche Art zu
Roſen wird. Wie heißen die vier Zwiſchenwörter? Carl Deubel.
HTE
Man
*
dem ſoget
mme dher
anns noch
nis, die we
m wo ſich domit de A
end Sit
Zeigenoſſe in Wort un
Bum s alſo nach die
MIime mer m Owwerhe
1I Pan awwer geſetzte
IMFr” rede un vun
WAödeee un ſo, die wo
kaan Hutzelſiel wert
1geſetzte Menner bei
Echlagwort „Filiſter”
Me/ Somt nar, daß ſe a
il kenne — dann ſo ehrlie
Wiihr hechſt eichene S.
din demit Fi
un Banner Bimmbe
mer en Spießer i8, wei
modärnſte Läwen
was uff Oradition
mer, drotz alle mi
wahrt hot
Vorſtehendes Wort ſoll durch Umlegung von ſechs Hölzchen in eine
mechaniſche Vorrichtung verwandelt werden.
Carl Deubel.
Ein Mißverſtändnis.
„Haben Sie den Brief aus Sehnſucht geſchrieben?”
„Nein, 2 9 4 — 5 6 3 8 7 1 3 4 10 11 5.*
Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 Feldfrucht, 5 6 7. Männername,
8 9 10 11. Gewebe.
Entzifferungs=Aufgabe.
14 4 16 10 4 18 8 4 15 4 10 — 3 2 1 17 18 — 16 7 1 5 —
3 1 12 6 11 4 10 — 13 9 5 5 4 10.
Die Auflöſung nennt ein Zitat aus Goethes „Götz”
Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 Hundeart, 5 6 7 8 9 10 11
Bühnen=
werk, 12 13 14 Stadt an der Donau, 15 16 17 18 ſchädlicher Stoff.
Carl Deubel.
ROSEN
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 26:
Silbenrätſel „Frag mich was!”
1. Wahrſagerei, 2. Orthographie, 3. Himalaya, 4. Ilmenau, 5.
Nol=
lendorf, 6. genau, 7. Eisbär, 8. hundertel, 9. Elba, 10. Nebenfrau,
11. Selbſtlob. — „Wohin gehen Sie auf Urlaub?”
Maic He
(Mit einer kleineren orthographiſchen Unrichtigkeit.)
1. 2. 3,
Pyramiden=Rätſel.
Weiß zieht und gewinnt.
Prüfſtellung: Beiß: Kb6 Td2 Sb5 e6 (4);
Schwarz: Ko8 D16 (2); W. gew.
Löſung der Endſpielſtudie 27.
F. Sackmann. Deutſche Schachblätter 1910. (Ka3 Sb3 c3 Ba6 d6 h5:
Ɨh8 Te3 Lf1 g1; W. gew.) 1. Bd6—d7 Te3—d3 2. 8b3—d4! (Schnittpunkt=
Beſetzung.) Td3xd4 3. a6—a7 Lf1—g2 4. Sc3—d5! (Ein neuer Schnittpunkt)
Td4xd5 5. Ba7—a8 D +, oder auf 4. . . . . Lg2Xd5 5. Bd7—d8 D-, und
Weiß gewinnt. Die Schnittpunktkombination von Rinck iſt hier echogemäß
verdop=
pelt. — Auf eine Anfrage bemerken wir: Weiß kann ohne den Bh5 nicht gewinnen,
da Schwarz verſchiedene Remisvarianten zur Verfügung hätte, z. B. D gegen T u.
T oder D und 8 gegen die 8 ſchw. Figuren.
Löſerliſte: Reutzel, A. v. S., Georg Peter, Leo Schott in
Pfaffen=Beerfurth.
Anfragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
Darmſtädter Tagblatts mit der Aufſchrift „Schach”.
Schachliteratur: Schach dem König! Anleitung für Anfänger
und Fortgeſchrittene zur leichten, ſchnellen, gründlichen Erlernung des
Schachs nach neuer, vielerprobter Methode von Franz Gutmayer.
Das feſſelnde und leicht verſtändliche Schachlehrbuch von dem bekannten
Schachſchriftſteller Gutmayer iſt bei dem Verlag von Georg Degener,
Berlin W. 8, Friedrichſtr. 160, zum Preiſe von nur 2 Mk. zu beziehen.
IE
1.
SieMHFL.
141EIEIE
Wenn der Kaufmann die 1 mit 3 macht, ſo wird er gewiß Erfolg
haben und braucht daher kein 2 anzuſtimmen.
Carl Deubel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben: a — a — ba — ber — bert — beth — cho — da
dar — de — dro — dy — e — em — eſ — eſ — eu — ew — ki — ko
ko — le — li — lin — lord — ma — me — me — mo — my — na
ne — ne — ne — ner — neu — ni — ni — nier — nor — o — pe
pe — po — ra — ral — ran — rat — re — ren — ſa — ſtei — ſu
ten — ter — ter — tin — to — um — zi — zo ſind 20 Wörter zu bilden,
deren Anfangs= und Endbuchſtaben, beide von oben nach unten geleſen,
einen Spruch ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Glektriſche Maſchine,
2. Weiblicher Vorname, 3. Berühmte Schauſpielerin, 4. Teil der Kirche,
5. Gebirge, 6. Spaniſcher Tanz, 7. Fußbodenbelag, 8. Stadt in der
Ukraine, 9. Weltſprache, 10. Rheinwein, 11. Männlicher Vorname, 12.
Versform, 13. Engliſche Anrede Adliger, 14. Kriegerin, 15. Genußgift,
16. Gebirge in Armenien, 17. König von Aegypten, 18. Ausländiſches
Laſttier, 19. Muſe, 20. Inſelgruppe im Bengaliſchen Meerbuſen.
Diagonalen=Rätſel.
9. 10.
A T
Altern.
Silbenrätſel.
1 Drachen, 2 Invalide, 3 Edam, 4 Lennep, 5 Eſperanto, 6 Reuter,
7 Capri, 8 Hagen, 9 Epos, 10 Salmiak, 11 Tegel, 12 Inka, 13 Erker,
14 Globus, 15 Adalbert, 16 Marne, 17 Onkel, 18 Spandau, 19
Tempel=
hof, 20 Eremit, 21 Roſenberg, 22 Mathilde, 23 Obſtkorb, 24 Rigi,
25 Gemüſe, 26 Egmont. Der Spruch lautet: „Die Lerche ſtieg am
Oſtermorgen empor ins klarſte Luftgebiet.
Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbucldt uckerei. Rheinſtr. 23.— Verant wortlich f. d. Redaktion: Dr. O Nette. Fernſpr. 1. 2389— 2332. Alle Neckt=
Haußmann, alle in Darmſtadt.
Dann nemlich, do wolle mer uns doch emol driwwer klar
br.n, wann dann ſchun emol die Redd devo is. Nemlich, was
ſußt dann nui eichentlich „Filiſter” un „Spießer” un ſo? —
his kann mer ſich dann dodrunner vorſtelle, bidde?
Mir ſcheint, offe rausgeſagt, daß däß äwenfalls zwaa vun
he verlogene Schlagwörter ſin, vun dene bei jeder baſſende un
onſſende Geläächenheid ausgiewich Gebrauch gemacht wärd,
daß ſich diejeniche welche, wo ſe aam an de Kobb feiern,
ich driwwer klar ſin. Was allerdings die heechſt perſeenliche
(tenart vun alle ſogenannte Schlagwörter is, die wo uns
i de letzte Johrn ſärwiert ſin worrn, wie beiſpielsmeßich:
l amendarismuß, Bircherſinn, Recht, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit,
ſtkarno, Uffwerdung, neie Sachlichkeit, Räbbräſendatzion,
Kull=
ihr unſoweiter ätzäddra pepe, un wo ſich grad die, wo ſe dauernd
t miffdringlich im Mund fiehrn, außer me blaue Dunſt ſunſt
RRichdiches drunner vorſtelle kenne.
Nemlich vun all dene Wörter hott mer frieher ſo gut wie nix
ſrißt, un mer hott aach gelebt. Un net emol ſo ſchlecht. Wenich=
Irs meines Wiſſens hott’s frieher beiſpielsmeßich bloß ſo um
e Faſtnacht erum „Filiſter” gäwwe un „Spießer”, un wann die
ſrirnacht erum war, hawwe ſich die, wo annern ſo gehaaße
trwe, vun dene, wo ſo gehaaße ſin worrn, net im geringſte
Iun erſchiede. Allerdings, heit in unſerm verdrehte Zeitalter, wo
ier ſozuſage aus de Faſtnacht gor net erauskimmt, do kennt mer
ſanwe, wann mer die paar „geſcheide” Narrn ſo heert, die ganz
ſet beſtend bloß aus lauder Filiſter un Spießer, die wo mit ihre
—ſtendigeit” dem ſogenannte Fortſchritt un der Endwiggelung
e tgäächeſtemme dhete.
Gott, wann’s noch die grie, die gritzegrie un graſegrie
ſctzenneratzion is, die wo mit dene Schlagwörter um ſich ſchmeißt,
nnvo ſich domit de A’ſchei' gäwwe will, als weer ſe ganz
beſun=
eis „fortſchrittlich” un „uffgekleert” a gehaucht, un glaabt, mit
r. Iwwergeſcheidheit Brulljes mache zu kenne, indem daß ſe
ch iwwer des „Spießertum” un die Zurickgebliwwenheit ihrer
ſergenoſſe in Wort un Schrift un in boshafter Weis luſtig macht,
ſanin’s alſo noch die „Korzärmeliche” ſin un die „Kiehlſtößiche‟
we mer in Owwerheſſe ſeecht), ſo kann mer däß noch verſteh. —
Farnn awwer geſetzte Menner bei jeder Geläächenheit vun „
Spie=
r” redde un vun „Filiſter” bloß weil mer ihre ausgefallene
di=eie un ſo, die wo in de Reechel nor en Haufe Geld koſte un
ten Hutzelſtiel wert ſin, kaan Vorſchub leiſte dhut, wann alſo
eſetzte Menner bei jeder Geläächenheit ſich hinner däß billiche
allagwort „Filiſter” un „Spießer” verſchanze, ſo beweiſe ſe aam
miit nor, daß ſe aam äwe kaan blauſiewele Grund, a gäwwe
mie — dann ſo ehrlich ſin ſe doch net, zu ſage, daß es en nor um
rlheechſt eichene Indräſſe zu dhun is.
Awwer gottſeidank, der ſogenannte „Filiſter” und „Spießer”
an de meiſte Fäll gornet ſo dumm, wie die annern ausſähe;
näJann=er Bimmbernellſen haaßt. Un in Goddes Name: wann
tes en Spießer is, weil mer ſich net blindlings dene ihre
aller=
irwärnſte Läwensbrinzibie in die Arm ſchmeißt; wann mer noch
es uff Draditzion hellt, un uff gud=bircherliche Maniern; wann
ter, drotz alle modärne „Crrungenſchafte”, ſich noch ſo was
be=
dechrt hott wie en geſunde Menſcheverſtand — alſo, wann mer in
dem Fall als „Spießern” gilt, meintswääche, ich glaab, do kann
mer ſich ſogar uff die Diddelatzion noch was druff eibilde.
Ich awwer, ich verſteh unner me Spießer un unner me
Filiſter ganz was annerſter. Ich verſteh dodrunner diejeniche
un=
ſimmbadiſche Zeitgenoſſe, die wo nor ſich kenne, un noch emol
ſich. Klaane Geiſter, mit=eme kimmerliche Horizont, die wo fräch
uff alles Althergebrachte peife, un die wo nix gälte loſſe, als wie
ihr eiche Maanung un ihr eiche Perſon. Wie geſagt, däß ſin in
meine Aage „Filiſter” un „Spießer” un ſo, aanerlaa, in welche
Geſellſchaftsſchichte un Berufsklaſſe als ſe ſitze.
Diejeniche awwer, die wo die Verricktheite un
Verſchrowen=
heite un Albernheite ihrer Zeit net blindlings mitmache, un wo
ſich des Recht der eichnen Iwwerzeichung noch bewahrt hawwe,
die ſin alles annere eher als wie Spießer un Filiſter; ſag ich.
Nu will ich domit gewiß net geſagt hawwe, daß däß, was mer
ſo in de letzte Johrn uff unſerem Stadt= un Radhaus alles
aus=
geheckt un verbroche hott, eo ibbſilon zu de Verricktheite un
Ver=
ſchrowenheite un Albernheite zehle kann. Ich meecht alſo um
goddeswille net mißverſtanne ſei, dann mei Bedrachdunge ſolle
dißmol en ganz allgemeine Karrackter drage. Iwwrichens
hawwe unſer fiehrende Menner uffm Radhaus doch aach ſchun
Eiffäll gehabt, die wo gradezu glenzend warn, wie zum Beiſpiel
— no, es fellt mer jetzt grad nix ei”. — Jedenfalls awwer
warn’s Eiffäll, die wo aach den greeßte Spießer befriedicht hawwe,
beſunners wann er ſälbſt im Stadtrat ſitzt.
Naa, mei Bedrachdunge iwwer „Spießer” un „Filiſter”
hawwe dißmol ausnahmsweis nix mit de Stadt ſälbſt zu dhu,
ſundern, wie geſagt, ſie ſin ganz allgemeiner Nadur, un
es bleibt jedem iwwerloſſe, ſich bedroffe zu fiehle odder net.
Dann nemlich net bloß bei de hoche Stadtverwaldung un
unſerm „weiſe Rat” fellt mer uff un wärd per „Spießer”
tidde=
liert, wann mer net zu allem Unſinn Ja un Amen ſeecht, — naa,
aach ſunſt kann mer ſich die Auszei hnung verdiene, mer brauch
zum Beiſpiel bloß emol ſo beilaifig zu ſage, es Theater weer eine
„moraliſche Aſtalt”, awwer kaan Tummelblatz for
iwwer=
geſchnabbte Reſchiſſeer — ſchun hott mer den Tiddel „Spießern”
am Baa. Mer brauch bloß emol zu behaubte, des Racheedeaudo
weer in Bezug uff de Schnellverkehr en Rieſefortſchritt, awwer en
Schuhbennel, der wo net grad in dem Moment platzt, wann mer
an die Bahn muß, weer aam liewer — ſchun is mer e „Filiſtern”,
Mer ſoll nor emol ere alte Schraub mit=eme kniefreie Rock ſage,
daß däß mitunner e recht erfreilich Ageläächenheit weer, awwer
net bei ihr — ſchun es mer e „Spießern”. Mer brauch nor emal
en Maler zu frage, was däß uff de Leinwand vorſtelle ſollt, e
Heerd Schoof odder en weibliche Akt, — ſchun es aaner en „
Fili=
ſter”. Mer brauch nor emol eme Archidäckt zu ſage, daß e Haus
zum Bewohne do weer un net zum Bedrachte — ſchun is mer e
„Spießern”. Mer brauch nor emol eme Schbortsmann zu ſage,
e Stadion weer zwar geſund, awwer geſunde Wohnverhältniſſe
noch geſinder — ſchun is mer en „Filiſter”. Mer brauch nor emol
zu behaubte, der Nordpol weer zwar e indräſſant Gäächend,
awwer wääche=me greeßewahnſinniche Makkaronifräſſer braicht
mer net gleich die ganz Welt in Uffruhr, zu bringe un weitere
wertvolle Menſche zu obfern — ſchun is mer en „Spießer”. —
Mer brauch nor emol zu ſage, daß die „Heldeverehrung” e
ſchee=
ner deitſcher Brauch is, awwer daß mer kaa „Sennſatzion” draus
mache ſoll — ſchun is mer e „Filiſtern”.
Korz un gut, mer leeft heidichen Dags dauernd Gefahr, als
Spießern un Filiſtern äſtimiert zu wärrn. Awwer gottlob, der
Vorworf is leicht zu drage, dann wann mer ſich diejeniche welche,
die wo ſich ſo hoch erhawe fiehle, bei Licht neher betracht, do is
es meiſtens net weit mit=en her. — Awwer ſchließlich, es muß
aach ſo Art Leit gäwwe, mitunner hott mer doch ſein Spaß an=en.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Wann ich in Obigem etwas vun
„Heldenverehrung” geſagt hab, dann bitte kaa Mißverſtendnis.
Ich waaß die Leiſtung vun unſere Ozeanfliecher zu ſchätze, dann
was die Fliecherei bedrifft, do bin ich ſozuſage e Fachmann, odder
richdicher, e Fachweib, mir kann kaaner was erzehle. Awwer mir
dhun halt bloß die drei dabfere Menner lad, die wo ſich
reklame=
halwer vun allerhand Städt un Städtcher eillade miſſe loſſe, un
kenne in ihre Gudmiedichkcit net Naa ſage. Gewiß, Menner, die
wo de Ozean iwwerwunde hawwe, die wärrn aach däß
iwwer=
winde. — Der große Aſienforſcher, der Filchner, wo dieſer Dag
zurickkumme is, der war net ſo endgäächekummend, der hott ſich
alle effentliche Embfang verbede. Jedenfalls hott ſich der geſagt,
es is genug, wann mer emol e Johr lang for dod gegolte hott,
do leßt mer ſich hinnenooch net noch dod ſchwätze. Ungefehr ſo
hott’s aach de alte Graf Zebbelin gehalte.
Und wann mer aach ſeecht: „nur der Läwende hat Recht”, ſo
ſoll mer iwwer allem doch aach ſei dode Helde net vergäſſe,
unſer Helde, die wo ſich dem Vaterland hiegäwwe hawwe, dem
Vaterland un uns — — — No, wer ſo in de letzte Zeit iwwern
Baradeblatz geſtoche is, dem wärd uffgefalle ſei, daß an de
Schloß=
mauer, hinner’me Mordsbrädderverſchlag, äbbes, vor ſich geht.
Un damit net widder e paar „Spießer” glaawe, do kemt am End
e nei’ ſtädtiſch Reſteratzion hie, ſo will ich en heit ſchun unnerm
Siechel der Verſchwiegenheit verrade, daß do de Brofeſſer Jobſt
am Werk is, un daß, waann der Brädderverſchlag fellt, uff aamol
des Denkmal daſteht for unſer gefallene Helde vum
Leibreſchi=
ment, vun unſere „Hunnerdfuffzehner”, däß wo net bloß e
ruhmreicher, ſundern aach de älſte deitſche Drubbedaal is;
odder muß ich ſage: war?! — Jedenfalls, die Eiweihung wärd
de Glanzpunkt vum Johr 1928 ſei, wann jeder Hunnerdfuffzehner
„wo treu gedient hat ſeine Zeit” bei uns zu Gaſt is. Sie wärrn
uns willkumme ſei. Dann gottſeidank, wann mer aach „Spießer”
ſin, awwer was Gaſtfreundſchaft haaßt, däß waaß jeder
altei geſäſſener Darmſtädter.
Un bei däre Geläächenheit meecht ich doch net verſäume, noch
emol uff den heidiche Ehrendag vun unſere „
Sanidätskol=
lonne” hiezuweiſe. Was zu ſage war, däß hab ich am letzte
Sunndag ſchun geſagt. Heit gilt’s alſo, daß mer net nor e bißche
e feſtlich Geſicht uffſtecke, ſundern daß mer dene ſelbſtloſe Menner
unſer Zuneigung beweiſe un härzlich Adaal nemme an dem
värrzichjähriche Geburtsdag. Un wann uns unnerwähks ſo e
Darmſtidter Schnuckesche begägend, wo uns was a= odder
ei=
ſtecke will — zeiche mer uns e bißche gäbbſchnitzich, ’s is zu
unſer aller Beſte! —
Schließlich un endlich mecht ich awwer aach em Bruno
Habrecht un ſeine Mitſchpieler danke for die vergniegliche Awende,
wo er uns im Orfeum beſcheert hott. Dann was des Lache
be=
drifft, das herzbefreiende Lache, ſo wärrn mer do in Darmſtadt
leider ſehr knabb gehalte; wann’s ſo weider geht, wärrn mer’s
noch ganz verlärne. — Awwer er hott uns aach gezeicht, der
Bruno, mit wie eiffache Middel werklich dichdiche Kinſtler
in allem — 8 is halt e Mordskerl, der göttliche Bruno. Ihm un
in allem — 8 is hat e Mordskerl, der göttliche Bruno. Ihm un
ſeim ganze Angſambel mei beſunner Hochachdung, s war en
ſel=
tener Genuß. Schad, daß es die Woch all is. Es ſoll’s drum
nie=
mand verſäume, wer s Lache needich hott. Un ich maan, däß
hette mer all .."
Der zeitgemäße Haushalt.
Laſſen Sie ſich raten: eſſen Sie Tomaten!
Der außerordentlich reiche Gehalt an den Vitaminen A, B
(n5 C, ſowie an Zitronenſäure, an Eiſen und Phosphor,
ſtem=
em die Tomaten zu einem ſehr bekömmlichen Gemüſe. Ihr
reich=
icher Genuß, namentlich in rohem Zuſtande, verbeſſert nicht nur
ie Säfte, ſondern regelt auch die Verdauung in gewünſchter
Vriſe und wirkt kräftigend auf alle Organe des Körpers,
eionders aber die Leber ein, und iſt daher allen jenen zu
emp=
uelAen, deren Beruf mit reichlich ſitzender Lebensweiſe verbunden
t. Anbei einige Rezepte für würzige, dabei wohlfeile
Tomaten=
ſer ichte:
Tomaten mit Steinpilzfülle. Reife, kernloſe
Eimnten höhlt man aus und füllt ſie mit grobgewiegten, mit
Zwie=
em in Butter gedämpften Steinpilzen, beträufelt ſie mit
Zirronenſaft und beſtreut ſie mit Salz, Pfeffer und geriebenem
SSweizerkäſe und dünſtet ſie in einem Tiegel mit Butter weich.
Nan reicht die Tomaten zu ſchaumigem Kartoffelmus.
Würziges Tomatengemüſe. ¼ Pfund
kleinwürflig=
ſeſchnittenen Speck bratet man mit einer kleingeſchnittenen
Zwie=
iel goldbraun, fügt 1—1½ Pfund kleingeſchnittene Tomaten bei
ind läßt das Ganze, mit Salz, Paprika und wenig Kümmel
über=
ireut, langſam dämpfen. Zuletzt ſchmeckt man das Gemüſe mit
Butter ab und reicht es mit Kartoffelmehl gebunden zu
Schal=
dder Salzkartoffeln.
Feine Milch=Kaltſchale. 1 Liter Milch ſetzt man
nir Vanille auf, macht ſie mit Kartoffelmehl ſämig, worauf man
ie mit 1 Ei abgezogen mit Salz und etwas friſcher Butter
ab=
chrneckt und kalt ſtellt. Mit geſüßten Eisſchneeklößchen ſervieren,
vil. mit Zwiebach oder Makronen.
Reisſpeiſe mit Spargel und Morcheln. In
ur ze Stückchen geſchnittener, in wenig Waſſer weichgekochter
Swargel wird abwechſelnd mit Reis beſtreut, mit gekochten,
fein=
erwiegten Morcheln in eine Form geſchichtet. Mit feingeriebenem
Schweizerkäſe beſtreut, 2 Eier verquirlt, darüber gegoſſen und
bis 1 Stunde im Ofen gebacken.
Reispfanne mit Kirſchen. Dick ausgequollener Reis
vind auf eine Lage Semmelſcheibchen in eine gut ausgeſtrichene
Pſanne gelegt. Auf dieſe Lage folgen ausgeſteinte Kirſchen, mit
Zucker beſtreut, wieder Reis und Kirſchen, zuletzt wieder Semmel.
Nmn gießt man 4 bis 5 verquirlte Eier darüber und bäckt die
Panne eine Stunde.
Speiſezettel.
Sonntag: Tomatenſuppe mit Erbſeneinlage.
Kalbs=
ſickaſſee. Erdbeerereme. — Montag: Peterſiliengemüſe mit
Swargel und gek. Rinderbruſt. Abſtechklöße. — Dienstag:
Brennſuppe. Kirſch=Eierkuchen. — Mittwoch: Grüne Bohnen
mit Hammelfleiſch. — Donnerstag: Tomaten mit
Steinpilz=
füklung und Kartoffelmus. — Freitag: Stachelbeerkaltſchale.
Gek. Goldbarſch mit Dillſoße. Gurkenſalat. — Samstag:
Scuerfüßes Gurkengemüſe mit Fleiſchklößchen oder Bratwurſt.
Reiſezeit.
„Reine Geſchäfte zu machen, alles iſt verreiſt!“
„Ja, ja, man kann überall rumlaufen und trifft keinen
einzigen Menſchen.”
Prompte Wirkung. „Sie haben in unſerm Blatt nach einem
Nacht=
wachmann annociert”, ſagt der Anzeigenwerber zu dem Kaufmann.
„Haben Sie Erfolg gehabt?” — „Und was für einen”, ſagte der andere
bitter. Die Anzeige hatte kaum morgens im Blatt geſtanden, als auch
ſchon abends bei mir eingebrochen wurde.”
Der Unterſchied. Das Kind ruft im Omnibus einen Fremden:
„Papa, Papa!” — Still mein Liebling”, belehrt es die Mutter. „Das iſt
nicht Papa, das iſt ein feiner Herr.”
ADAMSON UND DAS NEUE HEMD.
Aus dem Album: Adamson, Humor, Verlag Dr. Eysler A Co. A. G., Berlin SW63, Markgrafenstr. 77,
[ ← ][ ][ → ]Hübſche Kleider für den Strand.
gehaltene Sommerkleidchen in Jumper= oder Bluſenform, mi
langen oder kurzen Aermeln. Für ein leichtes Bluſenkleid z. 9
iſt weiße oder zartfarbene Baſtſeide, eventuell auch ein ſeinſe
glänzendes Leinen ſehr ſchön. Durch eine farbenfrohe Schle ie
etwas Stickerei, einen bunten Gürtel oder eine Blüte kann ei
effektvolle Belebung in ſolch ein helles Kleidchen gebracht werd.m
Unter den vielen Jumperkleidchen, die Sie ſicher beſitzen, ſo-M
auch eines ſein, das, wie das zuerſt beſproche-n
Koſtüm, Anklänge an die Seemannstracht zei=4
Unſer Jumperkleid z. B. iſt in der Art eim?
Matroſenkleides gearbeitet, allerdings ohne jc)
Uebertreibung, gewiſſermaßen ins Erwachſen
übertragen. Aber durch die Zuſammenſtell
Und nun, meine Damen, heißt es,
Vorberei=
tungen zu treffen für die Reiſe; in der kurzen
Spanne Zeit, die Sie noch trennt von den Tagen
köſtlicher Freiheit, gilt es genau zu überlegen,
ob auch die ganze Ausrüſtung für alle
Gelegen=
heiten und mit all dem vielen Drum und Dran
wirklich komplett und kleidſam iſt — denn Sie
möchten doch ſicher an der See, im Gebirge oder
auf der Kurpromenade als ganz beſonders
ele=
gante und ſchicke Frau auffallen. Wir wollen
heute einmal über das reden, was für den
Aufenthalt an der See nötig iſt. Neben der
Ausrüſtung für den Vormittag im Bade, alſo
neben einigen todſchicken Schwimmtrikots,
Luft=
bade= und Strandanzügen ſowie einigen weiten
Bademänteln und Capes, iſt zunächſt ein flottes
Koſtüm nötig. Reizend wirkt hierfür die
Zu=
ſammenſtellung von einem Pliſſeerock aus
feinem weißem Wollſtoff und einer kurzen,
flotten Jacke aus marineblauem Tuch oder
Cheviot; den maritimen Charakter des
Anzuges betonen ein paar aufgenähte
Goldtreſſen, Anker ſowie Goldknöpfe;
eine weiße Hemdbluſe und die
kleidſame Baskenmütze in Blau
oder Weiß ergänzen dieſe
Strandpromenade. Für dieſe Geleg
heiten iſt das moderne Jäckchenkleid ſt0
ſehr geeignet. Das Modell (a), das —i
Ihnen auf unſerem Bilchen zeigen,
ganz aus zartgrünem Crepe de Chn/
gearbeitet und in außergewöhnnt
feſcher Art mit feinſten Bieſen m)
ſchmalſten Pliſſeefältchen geſchmür4
— Zu allen Modellen ſind Lyxy
Schnitte erhältlich.
Für den Strand müſſen „ſie” und „er” beſonders
Strandmußen, praktiſche Kopfbedeckungen haben, die vor allem ſo
feſtſitzen, daß ſie kein Windſtoß entführen kann. Für „ſie” paßt am beſten die
beliebte Baskenmütze, die es in tauſend Farben und Schattierungen gibt,
und „er” wirkt ſehr feſch in einer richtigen Seglermütze.
Man ſucht die Sonne, freut ſich, wenn
Der Sonnenſchirm. ſcheint, und ſpannt den Schirm auf, um 14
vor ihren grellen Strahlen zu ſchützen — denn es iſt nicht ſehr modern, ſch
braun, brennen zu laſſen. Der Schirm für den Strand beſteht meiſt aus feſtw
japaniſchem Papier, das mit luſtigen Fiſchlein, Schiffen, Ankern uſw. bemalt
Die bewegte Linie.
Das haben wir Frauen uns im vergangenen
Sommer nicht träumen laſſen, daß die glatte,
ge=
rade Linie ſo bald von einer bewegten beſiegt
wer=
den würde. Und wenn auch beſonders für die ſehr,
ſehr ſchlanken Frauen die knapp anliegende Form
unendlich reizvoll ſein konnte, — wenn wir ehrlich
ſind, müſſen wir es uns doch eingeſtehen: im
Grunde genommen iſt dieſe bewegte Mode mit
ihren flatternden Bahnen und ihren loſen, ſich bei
jedem Schritt graziös hin und her bewegenden
Zipfeln doch noch reizvoller, eben weil ſie weiblicher
iſt. Grundlegend für die Formen der Kleider ſind
meiſt die Stoffe, die uns für den Sommer beſchert
wurden, dieſe ſpinnwebdünnen Gewebe wie
Geor=
gette, Seidenmuſſeline, Crepe de Chine uſw.
könn=
ten ja gar keine andere Verarbeitung zulaſſen als
eine ſtoffreiche, zipflige, flatternde. Einen
beſon=
deren Reiz bekommen dieſe graziöſen Kleider noch
durch eine unregelmäßige Stoffanordnung, etwa
ſo, daß man die Volants, gleichviel ob ſie gerade
und gereiht oder glockig geſchnitten, dem Rock nicht
gerade und gleichmäßig aufarbeitet, ſondern daß
man ſie vorn kreuzweiſe übereinandertreten läßt
und ſie in abgerundeter Linie bis zum Gürtel
hochführt. Und wer beſonders geſchickt iſt und viel
Verſtändnis für die Mode beſitzt, der wird dieſe
Linienführung des Rockes irgendwie an der Taille
wiederholen; durch einen Boleroeffekt, durch ein
Jabot uſw. kann dies leicht bewerkſtelligt werd!
Eine feſtſtehende modiſche Regel iſt, daß man diſ
Kleider durch Stoffe, Farben und
Verarbeitung=
wirken läßt und nicht durch viele abſtechende 2e
ſätze. Eine geſchickt angebrachte Paſpelierung, cl
paar Blenden, ein zierliches Krägelchen aus Spy
oder weißem Georgette und eine ſchöne Gürt
ſchnalle genügen als Garnierung vollkommen.
Als eine originelle Laune der Mode kann M
Zuſammenſtellung von zwei gemuſterten Stoffet
gelten. Natürlich dürfen niemals zwei willkürld
gewählte, buntgemuſterte Stoffe zuſammengebrah
werden, dabei würden ſicher höchſt unerfreuliy
Reſultate herauskommen. Die Grundbedingung
eine beſtimmte Uebereinſtimmugn der Muſterz
und der Farben, nur, daß einmal die Grundfa,
dunkel und die Muſterung hell, und das andin
Mal, umgekehrt, die Grundfarbe hell und .M
Muſterung dunkel iſt. Daß an dieſen Kleidern ale
Abſtechende, das die Unruhe nur erhöhen wür)
zu vermeiden iſt, verſteht ſich wohl von ſelbſt! Au
alles andere, Hut, Schuhe und Strümpfe, Taſh
uſw., ſind in der Farbe ſo diskret, ſo unauffälü
wie nur möglich zu wählen; denn ein Zuviel 1
Farben und Muſtern kann gar zu leicht den vo
nehm eleganten Geſamteindruck zerſtören.
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältli
Elegante Schuhe.
Der Schuh für das elegante
Nach=
mittags= und Abendkleid zeichnet ſich
durch beſondere Schönheit aus.
Präch=
tige Brokate oder gold= und
ſilber=
bedruckte Leder werden kompliziert mit
einfarbigem Leder verarbeitet.
Moderner Schmuck.
Heute iſt ſogar der Schmuck dem ſtändigen Wechſel
der Mode unterworfen. Und da man koſtbare
Schmuck=
ſachen aus Gold und Platin nicht fortgeſetzt
umarbei=
ten laſſen kann, bevorzugt man heute den „unechten”
Schmuc, der in den Formen ganz ſo iſt, wie es Frau
Mode vorſchreibt.
Nummer 181
Sonntag, den 1. Juli 1928
Seite 25
Oas Spiel mit dem Tode.
Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.
Vor allem in den Kämpfen um die Eroberung der Luft hatte
er Name Kurt von Rhaden mit in der vorderſten Reihe
ge=
eriden.
Seine Aufſätze über die erſten Flugverſuche der Gebrüder
üright in der Umgebung von Pau hatten einſt in der ganzen
elt Aufſehen erregt, dann hatte er nach einer längeren Tätig=
1ck in franzöſiſchen und italieniſchen Flugzeugwerften ſelbſt eine
Faigzeugfabrir gegründet und ſich nach deren Zuſammenbruch
e— den Albatroswerken in Johannisburg als Chefkonſtrukteur
ie neue Stelle zu ſchaffen gewußt.
Seit Jahrefriſt mit der Verbeſſerung eines von ihm
erfun=
erien Waſſerflugzeuges beſchäftigt, war er von ſeinem Vetter
e- einer zufalligen Begegnung in Berlin zu Probeflügen auf
en Neudietersdorfer See eingeladen worden und nach deſſen
ipem Tod auf Wunſch der Baronin, die ſich für den Luftſport
ecſönlich lebhaft intereſſierte, und auch bereits mehrere Male
)y. Luftfahrten teilgenommen hatte, noch weiter als Gaſt auf
en Schloſſe verblieben. —
Um fünf Uhr erhob ſich der Flieger, um den günſtigen
Tetterſtand noch zu einem abendlichen Flugverſuch auszunutzen.
Bald darauf zog ſich auch die Gräfin zurück, ein Kielwaſſer
ärigſt ſchon verſchollener Wohlgerüche hinter ſich laſſend.
Die Baronin ſah ihr lächelnd nach, wie ſie trotz ihrer
ge=
haltigen Beleibtheit überraſchend leichtfüßigen Schrittes in der
2ar des Speiſeſaales verſchwand.
„Sie ſtammt aus einer anderen Welt”, ſagte ſie. „Sie iſt oft
ve ein Kind und bleibt doch immer die große Dame, die
da=
ſäm noch jeden Bürgerlichen duzt. Wir beide verkehren auf
twas kühlem Fuße miteinander. Sie wiſſen ja, Frauen unter
ich — —. Wenn es Ihnen aber recht iſt, Herr Doktor, zeige ich
öpnen jetzt einmal das Schloß. Es gibt doch viel Intereſſantes
ſehen!"
Eine Flucht fürſtlicher Räume öffnete ſich vor Klaus, ſo daß
ſet, faſt verwirrt wurde von dem Auf und Ab der Treppen und
/mnäldebehangenen Galerien, in denen allerleit ſeltſame Märchen
urd Träume zu wohnen ſchienen und grimmige Kriegshelden
urs der Schwedenzeit und ſtattliche Frauen in Seide und Pelz
nät gefrorenem Lächeln von den Wänden ſchauten.
„Unſer alter Kaſtellan weiß mancherlei Menſchliches,
Allzu=
nenſchliches von dieſen hohen Herrſchaften zu berichten”, ſagte
ox Baronin. „Auch eine weiße Dame fehlt dem Schloſſe nicht.
as iſt die letzte der Damen hier, die junge Blondine in blauer
eeide mit dem ſanften Taubenlächeln. Sie lebte mit ihrem
Catten in friedloſer Ehe. Und als ſie ihm einſt ſeine Unſtetheit
und Liebloſigkeit vorhielt, verſetzte er: „Wenn vier Augen nicht
nären.‟ Er meinte damit die ſeiner Eltern; ſie aber glaubte,
eis handelte ſich um ihre eigenen Kinder, und ſo ſtach ſie dann
an Kleinen goldene Nadeln in den Kopf, bis ſie unter Qualen
ſtarben. Eine Medea des ſiebzehnten Jahrhunderts!”
Sie traten in die Bibliothek, einen mächtigen Pfeilerſaal
mit gewölbten Decken, wie ein Remter der Marienburg.
Nieſige Repoſitorien umzogen die Wände, in denen
Hun=
derte von Aktenſtücken lagen, Folianten in Schweins= und
Eſels=
haut gebunden, vergilbte Pergamente mit ungeheuren Siegeln
und bleiernen Kapſeln.
Dann wieder endloſe Bücherreihen, die das Wiſſen vor
Jahrhunderten umſpannten, mannshohe Glasſchränke, in denen
es leuchtete und funkelte von koſtbaren Vogelbälgen und
fremd=
ländiſchen Käfern und Schmetterlingen.
Der Geiſt der Geſchichte berührte ſich mit den
Schöpfungs=
wundern der Natur, die der Sammlerfleiß eines Menſchenalters
aus allen Weltteilen zuſammengetragen hatte. —
„Hier war der Arbeitsplatz meines Mannes”, ſagte die
Ba=
ronin, auf einen prachtvoll geſchnitzten, altertümlichen
Schreib=
tiſch weiſend, der ſich ſchwer und wuchtig wie ein kleiner
Feſtungsbau in einer Pfeilerniſche erhob. „An dieſem Tiſch
ver=
ging ſein Leben und nebenan in ſeinem Atelier. Er ſchwärmte
für ein Vollmenſchentum im Sinne des achtzehnten
Jahrhun=
derts. Für ein Leben im Dienſt von Kunſt und Wiſſenſchaft.
Und es war wohl ganz natürlich, daß für mich in jenem Leben
nur wenig Platz verblieb.”
Sie hatte bei den letzten Worten die Tür zum Atelier
geöff=
net, und ein Strom von Licht und Farbe flutete in die faſt
klöſterliche Strenge der Bücherwelt.
Ein tiefblauer Perſer bedeckte den Fußboden; zwiſchen den
Wandpfeilern des Architravs ſpannten ſich koſtbare Gobelins,
und aus der mattgoldenen Pracht ihrer altem Rahmen grüßten
die Werke der frühen italieniſchen Meiſter, die groß waren,
ehe die größeren kamen, Giotto und Giottino, Fra Barteolomeo
und der allgewaltige Mantegna.
In ehrfürchtigem Staunen ſtand Klaus von dem
Terrakotta=
relief einer Luca della Robbia, die Welt der Madonnen erſchloß
ſich in einem Muttergottesbilde von der lieblich naiven Art
Felippo Lippis mit einem Stieglitz auf dem Händchen des
Jeſuskindes.
„Ich bewundere den künſtleriſchen Geiſt, der dieſen Raum
geſtaltet hat!” ſagte er endlich. „Ihr Herr Gemahl hat ſich hier
ein kleines Muſeum geſchaffen!“
Die Baronin zuckte die Achſeln.
„Er war ein leidenſchaftlicher Verehrer der primitiven
Ita=
liener und opferte für jedes Bild, deſſen er habhaft werden
konnte, ein kleines Vermögen!”
Sie hatte ſich auf einer florentiniſchen Sitztruhe
niedergelaſ=
ſen, die mit ihrer Fülle buntſarbener Seidenriſſen wie ein
herbſtliches Blumenbeet leuchtete, und ſah mit einem verlorenen
Blick zu einer großen Staffelei hinüber, auf der das
halbvoll=
endete Bild einer ſüdlichen Landſchaft ſtand: Gleißender
Sonnen=
ſchein auf einem ſchattenloſen Marktplatz, und dahinter am Ende
eines holperigen Gäßchens der ewige Glanz des Meeres.
„Mein Mann kannte nur Bücher und Bilder!” fuhr ſie dann
auf einmal leidenſchaftlich fort: „Ich aber verlangte nach anderen
Dingen. Ich wollte das Leben, das wirkliche freie Leben.
Kom=
men Sie mit mir auf den Schloßturm, Herr Doktor. Da weht
eine andere Luft als in dieſem Gefängnis von Bildern!“
Mit einer haſtigen Wendung trat ſie zu einer Grablegung
Chriſti und drückte auf einen Knopf in der Wand.
Das Bild wich langſam zur Seite, und eine Tapetentür
öffnete ſich auf einen langen, büſteren Gang mit teſberſchatteten
Winkeln.
Ganz am Ende ſtieg eie Wendeltreppe zum Innern des
Turmes empor, der auch an dieſem hellen Sommertage wie von
einem grauen Nebel erfüllt war.
Und dann ſtanden ſie auf dem kleinen Altan des oberſten
Gemaches und ſahen in die lichte, weite Welt hinaus, die ſich
wie ein Gottesgarten um ſie breitete.
Tief unten blaute der See im Kranz ſeiner dunklen Wälder
mit grünen Inſeln und Halbinſeln und fern verſchwimmenden
Buchten.
Zur Linken öffnete ſich ein fruchtbares Tal, und überall
liefen die Wege wie helle Bänder zwiſchen Dörfern und Höfen
umher, die mit ihren vollen Dächern und Obſtgärten behaglich
in dem bunten Getäfel ihrer Felder und Wieſen zu ruhen
ſchienen.
Noch lag die Klarheit des Tages ſchimmernd über dem
ſchweigenden Park, doch ſchon begannen die erſten
Dämme=
rungsſchleier zu brauen bis in die ſtumme, gewaltige
Purpur=
woge hinein, mit der die ſinkende Sonne Himmel und Erde in
einem einzigen wundervollen Leuchten verſchmolz. —
Die Baronin war ganz nahe an die Brüſtung des Altans
herangetreten und behnte ſich weit über das Geländer.
Ihr ſtolzes Profil ſtand in klaren Linien gegen die
durch=
ſichtige Abendluft.
Ein Glockenton ſchwang ſehnſüchtig von einer Aeinen
Dorf=
kirche herüber.
Und dann ſchwang ſich in die leiſe verwehenden
Glocken=
ſtimmen auf einmal ein anderer Klang, ſcharf und brauſend wie
der Ruf einer neuen Zeit.
Ueber der dunklen Linie des hohen Forſtes erhob ſich der
ſchmale Leib eines Rieſenvogels und zog in einer majeſtätiſchen
Bahn wie ein Sieger über all die prangende Herrlichkeit der
Welt durch die flammende Rotglut des Abendhimmels . . .
In leidenſchaftlichem Anteil folgte die Baronin dem Zuge
des Flugzeugs, das jetzt in einer rieſigen Kurve vom Walde
zurückkam und in ſteilem Gleitflug wieder zum See hinabſtieß.
„Es gibt für mich nichts Schöneres, als ſolch einen Flug
durch einen ſtillen Sommerabend!” ſagte ſie leiſe. „Da verſinkt
alles um mich her. Da habe ich nur ein einziges, grenzenloſes
Gefühl der Freiheit, der Erdentrücktheit!“
„Sie wundern ſich vielleicht über meinen Freiheitsdrang,”
nahm ſie dann nach einer Weile wieder das Wort. „Aber ich
habe eine harte Jugend durchgemacht. In Armut und
Ent=
behrungen. Und als ich dann zu den Höhen des Lebens
empor=
geſtiegen war, hielten mich goldene Ketten. Sie ſind ein Mann,
Herr Doktor, Sie haben Ihr Schickſal in der Hand. Wir Frauen
aber empfangen unſer Los meiſt aus der Hand eines anderen!“
Klaus lächelte.
„Das Glück des Weibes iſt der Wille des Mannes, den
ſie liebt!“
Die junge Frau ſchüttelte den Kopf.
„Das mag für die Allgemeinheit gelten, aber nicht für mich!
Ich habe einen anderen Wahrſpruch, den ich einſt in einem
alt=
franzöſiſchen Wappenbuch meines Gatten fand: Gib alles, doch
ſei niemand untertan!"
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Inh. K. Heidenreich.
17357)
Zurkanone
Heidelbergerſtraße 38
Heute Sonntag, von 7 Uhr ab
KONZERT
Balzer Backes, Oberheſſ.
Bauernkomiker
(voriges Jahr im Orpheum, hier)
Erſiklaſſig, einzig in ſeiner Art daſtehend!
Dienstag, den 3. Juli aoss0
Schlachtfest
Herrngarten
Sonntag, den 1. Juli 1928
Promenaden-Konzert
Eintritt 30 Pf.
11 Uhr vorm.
A. 3ſ00
Inh. Otto Jenichen
Rheinſtr. 35
Heute abend 8 Uhr (174 6
Konzert
Herrngarten-Café
Sonntag, den 1. Juli 1928
nachm. 4 Uhr
abends 8 Uhr (St.10875
Hausher-Konterte
beſten und billigſter
bei 10776a
Karlſtr.
3. Ori0, Nr. 14.
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Rheinſtr. 39. (10737a
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Waſſerhöhe 3,86m
Luftwärme 21 C
Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 20 C.
Woogs=Polizei=Wache
Reichsbund
hemMilitärmasiker
Ortsgruppe Darmstadt.
Freltag, den 6. Jull 1928, 8 Uhr
Städtische Festhalte Rheinallee
Großes
Sonderkonzert
ausgeführt durch 100 Mitglieder der Ortsgruppe
Darmstadt und Worms unter Leitung des
Heeres-
musikinspizienten Prof 0 Hackenberger-Berlin
Eintritt 50 Pfg. im Verkehrsbüro und den
Ver-
kaufsstellen An der Abendkasse 75 Pfg
Nach Konzertschluß Straßenbahnwagev nach allen Richtungen
auch nach den Vororten.
(10836a
Café Rheingold
Sonntag, den 1 Juli, von 4½—6½ Uhr
Tanz-Tee
Ab 8 Uhr
(17385
Familien-Konzert
Leit :Die beliebte KapelleGebr. Ratzel
In der neurenovierten
Schloßbierhalle
Inhaber Gg. Hofferbert
Telephon 3459
Markt 5
Sonntag, den 1. Juli 1928
KONZERT
Schönes Kolleg (5 Perſonen noch
einige Tage frei. (17250
Sonnt ag, den 1.
Großes volkstümliches Konzert
HARTEN
ausgeführt vom Stadt-Orchester
Anfang 8 Uhr abends.
Eintritt 50 Pfg.
Zehnerkarten haben Gülilgkelt. (st.10876
ſofort zu mieten geſ.
Gefl. Ange ote uni.
U 158 Gſchſt. *17262
Wer
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reil 15. oder
Die Restauration ist den ganzen Tag geöftnet. Preiswerter Mittagstisch.
ff. Kaffee und Kuchen, Eis, Erfrischungen und Wiener Kronenbier.
16. Juli Richtg. 2
res=
den und nimmt ein
14 ähr. Mädchen mit
Anfragen erbeten an
Scho l, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 87. (17287
dnntag, abends 8 Uhr u. morg. Montag, abds. 81
Sommer-Bühne Harprecht im Orpheum
u oT Men Heftatohe
ustspiel in 4 Akten von Louls Verneull, Regie: Willl Fauart
Karten; Verk. Bür0 von 9—12 Uhr
Hotel zur Post
am Hauptbahnhof.
Menn für Sonntag, den 1. Juli 1928
Mk. 1.20
Morgenrot=Suppe, Geflügeleinlage,
Hammelkeule, zubereitet auf franz.
Art, Mare cino=Eis.
Mk. 1.50
Suppe,gepökelte Ochſenzunge, Monah=
Sauce, Peterſilien=Kartoffeln,
Mareſcino=Eis,
Mk. 1.80
Suppe, Gefüllte Tomaten, Roaſtbeef,
engl., m. jungen Gemüſen garmert.
Mareſcino=Eis,
Mk. 2.50
Suppe, Rhein= Aal blau, brauneButter=
Kartoffeln, jung. Hahn, Salat=Compott,
Mareſcino=Eis.
Vorzügliches Starkbier, hell u. dunkel,
beſtgepflegte Weine, mäßige P eiſe,
Geſellſchaftszimmer für 30 bis 40
Per=
ſonen ohne Miete, f. alle Feſtlichkeiten
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G. Schiel.
Oafé Barth
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Karten im Orpheum ab 3 Uhr
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Heidelberg :—: Brückenſtr. 35—37
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Vorzägliche Rhein=, Pfalz= und Moſelweine.
preiswerte Küche.
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Angenehmer Famillenaufenthalt, Aufmerkſame Bedlenung
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werten Herrſchaften der Barths Weinſtube ein herzliches
Lebewohl und frohes Wiederſehen in Heidelberg im
Reſtaurant Kaiſerhof. (17343
Heute abend
Konzert
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Reſtaurant Karl Glenz
Ecke Kahlert= und Wendelſtadtſtraße
Hanauer Hof
Sonntag, den 1. Juli 1928
Konzert
Anfang 8 Uhr
Eintritt frei
Bei ungünſtiger Witterung findet das
Konzert im Saale ſtati. St. 10878
Weinklause
„Zum Tropfstein‟
Ecke Kesino- u. Friedrichstraße
Angenehmer Aufenthalt!
Rheinische Bedienung (9604a
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Vorm. 8.30, 10.00 (bei Bedarf) 12.00 Uhr
Nachm. 2.15, 2.30, 3.15, 3.45 5.00, 7.00 Uhr
Rückfahrten ab Jugenheim: 6.00, 7.40, 9.45 Uhr
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(einschließlich Bahn, Dampter, Hotels u. Verpflegung)
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WHITE STARLINIE
Friedrich Horn, Darmstadt, Kirchstr. 14. U Bln.3707
Heidelbergerſtraße 89
Heute abend 8 Uhr
KONZEer
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Hotelrestaurant Kolpingshaus
Rheinſtraße 48
Sonntag, den 1. Juli 1928
Menu 4 1.20
Menu A X —.80
Bouillon mit Einl. Bouillonm.Einlage
Kalbsnierenbraten Lendenſchnitte mit
mit Kar offeln und Kart ffeln und
Wirſing=Gemüſe Wirſing=Gemüſe
Jeden Sonntag
Unterhaltungsmusik
ab 7 Uhr
Es ladet freundlichſt ein
F. Schilling, Reſtaurateur
213281)
Konditorei Kaffee Reſiaurant
Morneweg=
Am
Haupt=
bahnhef TOSL platz 3
Von 4 Uhr ab
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AONLELI
Ein billiger Sonderzug
in die Wunderwelt der Alpen
geht am Samstag, 14. Juli, von Darmſtadt
durch den hertlichen Schwarzwald zum
Rhein=
fall bei Schaffhauſen, weiter nach Zürich, Luzern
und dem ſchönſten Teil der Schweiz, dem
Vier=
waldſtätterſee. Dampferfahrt auf dem
Züricher=
ſee und ganztägige Fahrt auf dem
Vierwald=
ſtätterſee imAngeſicht der
ſchneebedecktenAlpen=
gipfel. Gang über die weitberühmte Axenſtraße
an der Gotthardbahn. Am Dienstag, 17. Juli,
erfolgt die Wiederankunft in Darmſtadt. Der
Sonderzug fährt mit
Schnellzugsgeſchwindig=
keit und beſieht aus beſonders luftigen
Durch=
gangswagen mit großen Ausſichtsplattformen
zum Aufenthalt im Freien. Durchgang durch
en ganzen Zug möglich. Jeder Fahrgaſt erhält
einen bequemen Sitzplatz. Reiſepäſſe für die
Schweiz ſind für dieſe Fahrt nicht nötig.
Nähe=
res wird durch Anzeige in unſerem Blatt noch
bekannt gemacht. Die ganze Fahrt hin und zurück
fgſtet einſchließlich der Dampferfahrten uſw.
35.— Mk. Gute Quar iere ſind billig beſorgt.
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Konzert
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Geſchäfts=Eröffnung u. Empfehlung
Der verehrl. Einwohnerſchaft, den titl. Vereinen
und Korporationen, ſowie Freunden u. Gönnern zur
gefl. Nachricht, daß ich den Betrieb des von mir
käuf=
lich erworbenen Gaſthauſes „Zum weißen Schwanen”
in Arheilgen, Ecke Dieburge ſtraße und Reit ahn, am
2. Juli Ifd. Js. unter dem ſeitherigen Namen
Gaſthaus „Zum weißen Schwanen”
Georg Erzgräber
übernehme und weiterführe.
Der Tradition des Hauſes entſprechend, das im
Jahre 182½ von der Fimilie Erzgräber begründet und
bis zu ſeinem Tode im Beſitze meines Schwiegervaters
Georg Erzgräber III. war, wird mein Grundſatz ſein:
Den verehrl. Gäſten in behaglichen Räumen in
Bezug auf Speiſe und Trank das Beſte bei mäßigen
Pre ſen zu bieten. — Die Lokalitäten, dabei ein großer
gerä miger Saal die in abſehbarer Zeit neu hergetſchtet
werden, und ein ſchattiger, ſtaubfreier Garten geben
Gewähr für jederzet angenehm n Aufe thalt.
Ich bitte um genei ten Zuſpruch
Hochachtungsvoll
Emil Schäfer
Telephon, Amt Darmſtadt, 1842.
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Uenfait, We ilch. e.
Uuücten Verhülmiſte in 2.
u rüteln verſuchen, ul. it
14 unrecht gegen einen deil
deutiches Gebiet endich
Die 8. Tagung des
Eonntag vormittag den
tnung im Bürgerausſcht
Uudef Vorträge iher de
eige des Saarge
unverſitätsprofeſſors
gün 4. Rh.,
„Die Saarfrage im
Ver
eingeleitet. Er hob hert
dernis der franzöſiſch=de
Politik, die ein friedlie
Nationen zum
Wieder=
werde bei Behandlumng
das Saargebiet
von deutſchen
71925 unter Auteiln
jährige Zugehöngkeit zu
hörigkeit, die innerhalb
Zeit durch Ludwig II
ſan und zum Scha
Der Clem
ſtellte Prof.
fache gegen
hundert 7
haben.
azutrennen,
jenen Beſti
zwar formell der
gebiet beſtel
leiten eröfne
e8 ähnlich im R
d5 m weit
reichs auf
aufgegeber
aber begre
ſeimen S
lich mach
dann müſſe
dazu habe
nung des noc
zeitige Vorna
timmung im
und Der
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