Einzelnummer 10 Pfennige
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2maligem Erſcheinen vom 1. Junl
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Franfurt a. M. 1394.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt=
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 179
Freitag, den 29. Juni 1928.
191. Jahrgang
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breitl2Reiſchsmark Anzelgen von auswärte 40 Reſchspfg.
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ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerſchtlicher Beſtreibung fänf jeder
Nabatt weg. Banſtonio Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
A
Ar Mear Mlablädniente
ſiry Tompromiß zwiſchen Zentrum und Sozialdemokraten. — Ein Proviſorium bis zum Herbſt. — Das Zentrum fühlt
ſchnicht gebunden. —Abwartende Haltung der Deuſchen Volsportei.
inlenken des Zentrums.
Vor der Regierungserklärung.
Binſerem Parlamentarismus der unbegrenzten
Möglich=
mIa eigentlich kein Ding mehr unmöglich, aber auch der
enſte Zeitungsleſer wird vermutlich mit einiger
Ver=
davon Kenntnis nehmen, daß das Kabinett
am Donnerstag abend doch gebildet
r iſt, nachdem am Mittwoch abend noch der präſump=
Skanzler Müller=Franken ſich ſo feſtgefahren hatte, daß
S anderes übrig blieb, als dem Reichspräſidenten feinen
urückzugeben. Wie das gekommen iſt?
Schuld für die letzte Kriſe lag
ausſchließ=
m Zentrum. Der eigentliche Träger war dabei Herr
Ih, der vor wenigen Tagen noch zu ehrlicher Mitarbeit
3/Broßen Koalition aufgefordert hat, aber ſeine Taktik
rlegte, daß die Große Koalition ſcheiterte, bis zuletzt die
mr Koalition als Phönic aus der Aſche ſtieg, in der er
erragenden Einfluß glaubte ausüben zu können. Aus
eren Ecke ſeiner Fraktion allerdings kamen Strömungen,
n Wirth aus der Regierung überhaupt
hinausmanöp=
nd, weil die Fraktion das nicht offen zugeben wollte,
vn der Seite her eine Politik befürwortet, die tatſächlich
irth aus der Koalition ausſchaltete, mit ihm gleichzeitig
Zentrum, das auf dieſe Weiſe in einen Zickzackkurs
hin=
der jedem Verſuch einer logiſchen Erklärung ſpottet.
2 trum hatte am Mittwoch abend erreicht, daß die Gegen=
1Der eigenen Fraktion faſt in einen offenen Kampf aus=
Da iſt der neue Reichsfinanzminiſter Dr. Hilferding
ein=
en, hat ſich hinter Herrn Dr. Wirth geſteckt, und mit ihm
u hat er dem Zentrum die Folgen ſeiner verfehlten
akty ch einmal recht eindringlich vor Augen gehalten mit dem
2, daß wenigſtens der Fraktionsvorſtand des Zentrums
Schokolsd re
Ian — ſo plötzlich, daß Herr Müller am Donnerstag
mor=
n. 1 er zum Reichspräſidenten ging, nicht von dem Scheitern,
koladen ſunds, faſt ſchon von dem Gelingen ſeiner Miſſion berichten
mnm Allerdings hat das Zentrum dafür einen Preis
ge=
hlürß es anſtatt mit drei Miniſtern, nur mit
und Schohlzt iny, Miniſter, nämlich mit Hernn v. Guérard,
m 1ren Kabinett ſitzt, der offiziell als
Verbindungs=
fan =trachtet wird, daß dafür aber das Zentrum die
inen
u= e erhalten hat, daß im Herbſt, wenn die
je ker ſich beruhigt haben, eine erweiterte
schungs=Bulße 1etung ihm in Ausſicht geſtellt wurde. Auf
ſeſeil rundlage iſt dann der Friede unterzeichnet worden. Herr
ſülc Hat ſich bereit erklärt, die Miniſterien des Verkehrs, der
ſein und lAEſe. Gebiete, der Arbeit und der Juſtiz nur proviſoriſch zu
ſez, ſo daß ſie im Herbſt dem Zentrum erneut zur Auswahl
ngg en werden können. Das Zentrum wird ſich dann drei
n und das vierte an die Sozialdemokraten abgeben.
Seint Stellung iſt aber zur Regierung nicht beſſer, als ſie bei
neb! Ei Miniſtern wäre, da ſie ohne Fraktionsbindung
irbed , die Fraktion alſo bei jeder Gelegenheit volle Hand=
„ ung) =iheit beſitzt. Die Stellung der einzelnen Fraktionen zum
Nakl E iſt durch das ganze Hin und Her ganz verſchoben wor=
Kauz0 denw oll verantwortlich für die politiſche Richtung iſt eigentlich
4194hurl, ſozialdemokratiſche Fraktion, die mit dem Kanzler, dem
Mird: der Finanzen, des Innern und der Arbeit den politiſchen
Ann u darſtellt; etwas näher heran rücken die
Demokra=
ſerl emit Herrn Dietrich das Landwirtſchaftsminiſterium und
mitzt errn Koch=Weſer die Juſtiz übernommen haben.
Dal che Volkspartei und Zentrum, ſind ohne
„0 Büllang und werden ihre Haltung wohl von der
Regierungs=
erkälrg und den Taten des Kabinetts abhängig machen, nur
mitz r. Unterſchied, daß das Zentrum durch die Brille einer ſehr
ſtard Verärgerung ſieht.
Shalb bleibt das Kabinett doch eine Verlegen=
=Töſung, die nur zuſtandekam auf der elegiſchen Weis=
715 früheren Reichskanzlers Dr. Luther, daß irgendwie doch
tſchland regiert werden müſſe, und aus der Erkenntnis,
— Irrungen der letzten Wochen unmöglich auch nur um
ortgeſetzt werden konnten, ohne den Reichstag vor ſeinen
m um jeden Kredit zu bringen. Trotzdem, nachdem die
plange gedauert hat, wäre es auf einen Tag vielleicht auch
niei rigekommen.
—s neue Kabinett wird am Freitag vom Reichspräſidenten
Tt werden und dann drei Tage zur Verfügung haben, um
Tegierungserklärung auszuarbeiten, die es am kommenden
2 ag dem Reichstag vorlegen will. Die Erklärung ſelbſt kann
jad allgemein gehalten ſein. Sie wird um die drei Punkte,
di: der Kriſe eine Hauptrolle ſpielten, herumgehen müſſen,
we xicht neue Schwierigkeiten entſtehen ſollen. Es iſt heute
Ericher, daß die Deutſche Volkspartei ſich bei der
Abſtim=
über das Vertrauensvotum der Stimme enthalten wird.
miders wird das Zentrum ſich auch nicht verhalten, ſo daß
ehrheit recht knapp ausfallen wird — falls nicht die
Demokraten das Bedürfnis haben, auch hier ihren Sieg
erſtreichen und Maßnahmen anzukündigen, die die Deutſche
Tartei zur Verweigerung des Vertrauens zwingen. Dazu
in erſter Linie die kritiſche Frage des
Verfaſſungsfeier=
den die Sozialdemokraten ertrotzen möchten, obwohl die
e Reparaturbedürftigkeit der Verfaſſung
rvährend der letzten Wochen erneut
her=
eſtellt hat. Dazu gehört auch die Amneſtie, die von
Reichskanzler
Hermann Müller=Franken
(Sozialdemokratiſche Partei),
Reichsmin. d. Auswärtig.
Dr. Guſtav Streſemann
(Deutſche Volkspartei)
Reichspoſtminiſter
Dr. Georg Schätzel
(Bayeriſche Volkspartei)
Preuß. Miniſter a. D.
Karl Severing (Soz.)
Reichsinnenminiſter
Reichsminiſter a. D.
Erich Koch=Weſer (Dem.)
Reichsjuſtizminiſter
Abg. von Guérard
(Zentrum)
Reichsverkehrsminiſter
der Sozialdemokratie nur einſeitig gegeben werden ſoll, während
die Volkspartei mit Recht den Standpunkt vertritt, daß, wenn
einmal amneſtiert wird, dann auch ein Schlußſtrich unter die
ganze Vergangenheit gezogen werden muß.
Konflikts=
möglichkeiten ſind außerdem noch genügend
vor=
handen, und es iſt daher ſchon verſtändlich, wenn der immer
etwas boshafte Parlamentswitz die Löſung dieſer Kriſe nach
der techniſchen Seite zu aktualiſieren ſucht, indem er das neue
Kabinett als „Raketen=Kabinett” bezeichnet, weil es
bei der geringſten Fehlzündung in die Luft gehen kann. Alle
Wahrſcheinlichkeit ſpricht dafür, daß es ſchlecht und recht über
den Sommer hält, daß bis dahin das Zentrum ſich den Fall
überlegen und mit drei Miniſtern in das Kabinett einrücken
wird, während aber gleichzeitig der volksparteilichen Forderung
Rechnung getragen und in Preußen umgebaut wird.
Koch=Weſer und Wiſſel.
Eine kurze Charakteriſtik des Lebenslaufs der neuen Männer
haben wir bereits vor einigen Tagen gegeben. Nachzuholen ſind
nur noch die zuletzt ernannten Miniſter Koch=Weſer und
Wiſſel. Der proviſoriſche Juſtizminiſter Koch=Weſer ſteht im
53 Lebensjahr. Er hat die übliche Juriſtenlaufbahn abſolviert,
wurde 1909 Stadtdirektor in Bremerhaven und 1913
Oberbür=
germeiſter von Kaſſel. In die Parlamentslaufbahn iſt er früh
eingetreten. Er war ſchon ſeit 1901 Mitglied des
Oldenbur=
giſchen Landtages, ſpäter in der Bremiſchen Bürgerſchaft tätig
und als Oberbürgermeiſter Mitglied des Herrenhauſes. 1919 ließ
er ſich in die Nationalverſammlung wählen und übernahm im
gleichen Jahre noch das Reichsinnenminiſterium, das er bis
1921 verwaltet hat. Seitdem iſt er als Rechtsanwalt in Berlin
tätig, gleichzeitig Führer der Demokratiſchen Partei. Sein Name
Reichswirtſchaftsminiſter
Dr. Julius Curtius
(Deutſche Volkspartei)
Reichswehrminiſter
Dr. Otto Groener
Miniſter a. D.
Dr. R. Hilferding (Soz.)
Reichsfinanzminiſter
Abg. Dietrich=Baden (Dem.)
Reichsminiſter f. Ernährung
und Landwirtſchaft
wurde eigentlich bei allen Kabinettskriſen genannt. Bekannt iſt
noch, daß er, bevor die Regierung zwiſchen Zentrum und
Deutſchnationalen zuſtande kam, mit der Bildung der Regierung
durch den Reichspräſidenten beauftragt wurde, was ihm aber
nicht gelingen konnte.
Auch der Reichsarbeitsminiſter Wiſſel iſt ſchon
Miniſter geweſen. Er iſt 59 Jahre alt, von Hauſe aus
Maſchinen=
bauer, aber ſchon ſeit 1900 in der Gewerkſchaftsbewegung tätig.
In der Revolution wurde er, als die Unabhängigen aus dem
Rat der Volksbeauftragten ausſchieden, Volksbeauftragter bis
zum Februar 1919 und im Anſchluß daran
Reichswirtſchafts=
miniſter, bliebedas aber nur ein halbes Jahr. Seither iſt er
Sekretär und Vorſtandsmitglied des Allgemeinen Deutſcher
Gewerkſchaftsbundes und außerdem ſeit 1924 Schlichter für
Großberlin. In den Reichstag wurde er kurz vor der
Revolu=
tion 1918 gewählt.
Ernennung und Beſtätigung der Miniſier
durch den Reichspräſidenten.
Berlin, 28. Juni. (Amtlich.)
Der Herr Reichspräſident hat den Reichskanzler a. D.,
Reichsminiſter a. D. und Abgeordneten Hermann Müller=
Franken zum Reichskanzler ernannt.
Auf Vorſchlag des neuernannten Reichskanzlers hat der Herr
Reichspräſident die bisherigen Reichsminiſter
Dr. Streſemann (Auswärtiges),
Dr. Curtius (Wirtſchaft),
Groener (Reichswehr),
Schätzel (Reichspoft)
in ihren Aemtern beſtätigt, und ferner den preußiſchen
Staatsminiſter a. D. Abg. Severing zum
Reichs=
miniſter des Innern,
den Neichsminiſter a. D. Abg. Dr. Hilferding zum
Reichsfinanzminiſter,
den Reichsminiſter a. D. Abg. Wiſſel zum
Reichs=
arbeitsminiſter,
den badiſchen Miniſter a. D. Dietrich=Baden zum
Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft,
den Reichsminiſter a. D. Koch=Weſer zum
Reichs=
juſtizminiſter
und den Geheimen und Oberregierungsrat Abg. von
Gugrard zum Reichsverkehrsmniſter
ernannt. Reichsminiſter a. D v. Guérard iſt gleichzeitig mit der
Wahrnehmung der Geſchäfte des Reichsminiſters für die beſetzten
Gebiete beauftragt worden.
Seit
*
leſe.
Das Zentrum fühlt ſich ſehr ſchwver gekränkt, weil in der
amtlichen Mitteilung, die Hermann Müller über ſeine
Unter=
redung mit dem Reichspräſidenten herausgegeben hat, der Satz
enthalten iſt, daß der Reichspräſident es ablehnen müſſe, ſich von
einer Fraktion in Ausübung ſeiner verfaſſungsmäßigen Rechte
hineinreden zu laſſen. In einer parteiamtlichen Ertlärung
ver=
wahrt ſich das Zentrum dagegen und behauptet, daß es niemals
an einen ſolchen Eingriff gedacht habe. Dem Zentrum ſei der
Vizekanzlerpoſten von Herrn Müller angeboten worden und nur
darüber habe es verhandelt. Dieſe Ausrede iſt etwas
fadenſchei=
nig, weil das Zentrum die ganze Entwicklung um mehrere Tage
verſchiebt. Das Angebot iſt richtig, lag aber ſchon in voriger Woche
vor. Inzwiſchen hat das Zentrum zweimal das Angebot abgelehnt,
und daraufhin erſt hat ſich Herr Müller darauf feſtgelegt, daß in
ſei=
nem Kabinett ein Vizekanzler nicht amtieren ſolle. Er wird
auch gehört haben, daß den Miniſtern der Deutſchen Volkspartei
ein Vizekanzler Dr. Wirth untragbar war. Das Zentrum hat
den Spieß umgedreht und hat behauptet, der
Reichsaußenmini=
ſter habe von Bühlershof aus beim Büro des Reichspraſidenten
einen Einſpruch gegen Dr. Wirth als Vizekanzler angemeldet.
Das iſt unrichtig. Soweit wir wiſſen, liegen die Dinge ſo, daß
Dr. Streſemann vom Büro des Reichspräſidenten aus über den
Stand der Dinge unterrichtet worden iſt und in dieſem
Tele=
phongeſpräch auch gefragt wurde, wie er über ein
Vizekanzler=
amt denke. Er hat ſich bei der Gelegenheit dahin ausgeſprochen,
daß er die Schaffung einer ſolchen Stelle für überflüſſig halte.
Wie man daraus eine offizielle Einmiſchung machen kann, iſt
uns rätſelhaft. Das Zentrum aber hat hauptſächlich ſelbſt dafür
geſorgt, daß die Neigung zur Schaffung dieſes Amtes bei Herrn
Müller ſchwankte. Herr Dr. Wirth hat den Verſuch gemacht,
darauf hinzuwirken, daß der gegenwärtige, dem Zentrum
an=
gehörende Staatsſekretär der Reichskanzlei, Dr. Pünder, im
Amte bleibe, weil er auf dieſe Weiſe eine unmittelbare
Einwir=
kung auch auf die Reichskanzlei haben wollte. Gerade dadurch
iſt Herr Müller hellhörig geworden und hat rechtzeitig begriffen,
daß er ſich hier der Gefahr einer Nebenregierung ausſetze,
wes=
halb er — von ſeinem Standpunkt aus mit Recht — darauf
ver=
zichtete, ſich einen Vizekanzler auf die Naſe ſetzen zu laſſen, der
von vornherein die Abſicht hatte, in die Geſchäfte des
Reichs=
kanzlers hineinzufunken. Im übrigen wäre auch zu ſagen, daß
die Einmiſchung des Zentrums ſich nicht lediglich auf dieſes Amt
beſchränkte, daß das Zentrum vielmehr durch die Preſſionen, die
es auf Herrn Müller ausübte, allerdings ohne Erfolg, den
Ver=
ſuch gemacht hat, dem Reichspräſidenten bei der Ernennung der
Miniſter beſtimmte Vorſchriften zu machen, was ganz zweifellos
im Widerſpruch der Verfaſſung ſteht.
Einberufung des Reichstages zum 3. Juli.
Berlin, 28. Juni.
Der Aelteſtenrat des Reichstages hielt am Donnerstag
vor=
mittag eine Sitzung ab, in der beſchloſſen wurde, die nächſte
Reichstagsſitzung für Dienstag, den 3. Juli, 3 Uhr nachmittags,
einzuberufen, mit der Tagesordnung: „
Entgegen=
nahme einer Erklärung der Reichsregierung”.
Nach der vom Reichskanzler vorgetragenen Regierungserklärung
wird die Sitzung auf Mittwoch vertagt werden.
Die Vorſitzenden der Reichstagsausſchüſſe.
Die Vorſitzenden der großen Ausſchüſſe des Reichstages ſind
jetzt von den zuſtändigen Fraktionen beſtimmt worden. Danach
wird Vorſitzender des Auswärtigen Ausſchuſſes der Abgeordnete
Dr. Breitſcheidt (Soz.), Vorſitzender des Hauptausſchuſſes
Ab=
geordneter Heymann (Soz.) und Vorſitzender des
Volkswirt=
ſchaftlichen Ausſchuſſes Simon=Franken (Soz.). Den Vorſitz des
Steuerausſchuſſes wird der Abgeordnete Oberfohren (Dntl.)
übernehmen. Desgleichen wird der Vorſitz des
Handelspoliti=
ſchen Ausſchuſſes und des Geſchäftsordnungsausſchuſſes durch
deutſchnationale Abgeordnete beſetzt werden, die in der nächſten
Sitzung der deutſchnationalen Fraktion beſtimmt werden. Den
Vorſitz des Rechtsausſchuſſes übernimmt Abgeordneter Dr. Kahl
(Dt. Vpt.). Der Vorſitzende des Bildungsausſchuſſes wird von
den Sozialdemokraten geſtellt werden.
Das Genfer Sicherheitskomitee
ſetzte am Donnerstag im Redaktionsausſchuß die Beratung der
Modellverträge fort. Von verſchiedenen Seiten, beſonders von
Polen und der Türkei, wurden formaljuriſtiſche
Verbeſſerungs=
vorſchläge zu den Verträgen gemacht, die jedoch an dem
Grund=
charakter der Modelle nichts verändern. Die Beratungen
wer=
den auch heute nachmittag noch im Redaktionsausſchuß
fortge=
ſetzt werden, und die nächſte öffentliche Sitzung dürfte erſt für
Freitag vormittag zu erwarten ſein.
Freitag, den 29 Juni 1928
Vom Tage.
Bundeskanzler Seipel hat geſtern an
Juſtizmini=
ſter Dinghofer telegraphiert, daß er die erbetene Zuſtimmung
zur Demiſſion nicht ohne vorherige Rückſprache
geben wolle.
Am 12. Juli, dem Jahrestage der Hinrichtung des Irredentiſten
Ceſare Battiſti, wird in Bozen in Gegenwart des Königs das
„Siegesdenkmal” eingeweiht.
Die Pariſer Verhandlungen über Tanger ſind
nahezu beendet. Nur einige Einzelheiten bleiben noch zu regeln.
Die Unterzeichnung des Vertrages durch die Vertreter der vier
inter=
eſſierten Mächte wird nächſtens erfolgen.
Geſtern ſtarb in Paris der Diviſionsgeneral
Four=
nier im Alter von 74 Jahren. Er war zu Beginn des Krieges
Kom=
mandant der Feſtung Maubeuge. Fournier mußte bekanntlich ſchon
nach 3 Wochen kapitulieren. Er wurde dann nach Deutſchland in
Ge=
fangenſchaft überführt.
Der belgiſche Miniſterrat hat den letzten
Pakt=
vorſchlag Kelloggs genehmigt. Außenminiſter Hymans
erklärte, daß der Entwurf zwar in verſchiedenen Punkten hätte
ver=
beſſert werden können, daß er aber in der gegenwärtigen Forn ohne
Zweifel ein wichtiges Friedensinſtrument darſtelle.
Der engliſche Flieger Courtney iſt geſtern abend in Horta
auf den Azoren eingetroffen, hat alſo die erſten 900 Meilen ſeines
Ozeanfluges glatt bewältigt.
Nach Meldungen aus Waſhington wird von offizieller Seite der
bevorſtehende Rücktritt Staatsſekretär Hoovers
von dem Poſten des Handelsminiſters angekündigt.
10 Jahre Perſailler Diktat!
Aus Anlaß der 10jährigen Wiederkehr des Tages der
Unter=
zeichnung des Verſailler Diktats erläßt der Arbeitsausſchuß
deutſcher Verbände folgenden Aufruf:
Zum 28. Juni 1928.
Deutſche, denkt daran!
Wieder jährt ſich der Tag, an dem vor 9 Jahren das deutſche
Volk, der Wehr und Waffen durch ein von ſeinen Gegnern im
Vorfriedensvertrag vom 5. November 1918 ſeierlich gegebenes,
dann aber ſchmählich gebrochenes Wort beraubt, in Verſailles
jenes Diktat unterzeichnete, das ihm und der Welt nicht den
er=
ſehnten Frieden, wohl aber eine Fortſetzung des Krieges mit
anderen Mitteln brachte. Auch den bitteren Kelch dieſes
Nach=
krieges hat das deutſche Volk bis zur Neige leeren müſſen. Nur
ſein unerſchütterlicher, zu größten Opfern bereiter Friedenswille
konnte der europäiſchen Politik den Weg weiſen, der über
Lon=
don, Locarno nach Genf führte. Gewiß! Der Dawesplan hat
eine Wiederholung jener mörderiſchen Reparationspolitik
bei=
nahe unmöglich gemacht; Locarno ſichert auch die deutſche
Weſt=
grenze gegen die franzöſiſchen Machtgelüſte; die Aufnahme
Deutſchlands in den Völkerbund hat ihm wieder eine gewiſſe
Stellung unter den übrigen Nationen verſchafft. Weit ſind wir
aber noch von der Erfüllung der Hoffnungen und Erwartungen
entfernt, zu denen dieſe Opfer berechtigen, und die zu
verwirk=
lichen der von unſeren Gegnern ſo oft betonte Friedens’ille,
Verſprechungen und vertragliche Beſtimmungen verpflichten. Auf
dem deutſchen Volke und ſeiner Wirtſchaft laſtet noch der Druck
ungezählter Reparationsmilliarden. Große Teile deutſchen Bodens
Millionen deutſcher Staatsbürger am Rhein, Saar und in der
Pfalz befinden ſich noch unter Fremdherrſchaft. Der
militäri=
ſchen Ohnmacht des Reiches ſtehen gewaltige mit modernſten
Kriegswafſen ausgerüſtete Heere gegenüber, der deutſchen
Ab=
rüſtung und Unſicherheit geſteigerte Ruſtungen und vielfach
garantierte Sicherheiten. Der Oſten Deutſihlands leidet unter
unmiöglichen Grenzziehungen. In den abgetretenen Gebieten
wehren ſich deutſche Stämme gegen die Unterdrückung ihres
Volkstums, ihrer Sprache und Kultur. Name und Ehre des
deutſchen Volkes ſind immer noch mit dem Makel der Schuld am
Kriege, und der kolonialen Schuld behaftet.
Das deutſche Volk iſt nach wie vor zur Herbeiſührung eines
tpahren und gerechten Friedens entſchloſſen, zur Verſtändigung
mit ſeinen ehemaligen Kriegsgegnern bereit. Frieden und
Ver=
ſtändigung können aber nur auf der Grundlage völligen
gegen=
ſeitigen Vertrauens, reſtloſer Gleichſtellung und
Gleichberech=
tigung verwirklicht werden. Dieſem Ziele fiehen aber noch obige
Hinderniſſe, der ihnen noch zugrunde liegende Verſailler
Kriegs=
geiſt und Kriegshaß entgegen. Ihnen gelte daher weiter unſer
gemeinſamer Kampf: Mit den Waffen des Rechts, mit den
Mitteln der Wahrheit.
Deutſche, denkt daran!
Arbeitsausſchuß Deutſcher Verbände
gez.: Dr. Schnee, M. d. R.,
gez.: Draeger.
Präſident
Geſchäftsführendes
Vorſtands=
mitglied.
Die elſäſſiſche Fr
vor der franzöſiſchen Ke
Die Interpellatlon Walter auf Fr
der autonomiſtiſchen Abgeordneten
EP. Paris
In der Kammer gelangte ſofort nach
Gröffnun=
der Antrag Walter auf Freilaſſung der beiden gut
Abgeordneten Ricklin und Roſſé erneut zur
Wiederum beantragte Juſtizminiſter Barthou im m
gierung die Vertagung der Diskuſſion, da der
keine Entſcheidung gefällt habe, und ſtellte dazu die
frage. Der Kommuniſt Berthon bezeichnete di
der Regierung in einer derartigen Debatte für
teidrig, worauf Kammerpräſident Bouiſſon feſtſtel
Vertagungsantrag der Regierung durchaus den
ſchen Regeln entſpreche. Der Abg. Walter begrü
Antrag in einer längeren Rede, deren Inhalt ſich m
ren Erklärungen in dieſer Angelegenheit deckt
Poincaré, den „Befreier des Franken” eindringli
„Befreier des Elſaß” zu werden und den Konflikt
Elſaß und dem franzöſiſchen Mutterlande beizuleg
noch die elſäſſiſchen Abgeordneten Meck und Dahlet.
Sinne geſprochen hatten, lehnte das Haus die
Antrages Walter mit 420 gegen 150 Stimmen ab.
Eine Kundgebung für Ricklin und
Nach der Abſtimmung über den Antrag Walter
Wandelgängen der Kammer eine von mehreren elf
geordneten unterzeichnete Erklärung verbreitet, d.
Wortlaut hat: „Die unterzeichneten elſäſſiſch=lothri
geordneten bedauern ſehr das Votum, durch das
die ſofortige Freilaſſung ihrer beiden Kollegen Rickli
abgelehnt hat. Sie machen die Regierung für dieſe
verantwortlich, die, ſtatt zur Befriedung beizutragen.
die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung der wie
Provinzen gegen die Regierung und die Kam
bringen und die franzöſiſche Idee in dieſen
ernſtlich zu gefährden. Sie lehnen jede Ve
für die Folgen ab, die ſich naturnotwendig daraus
den.” Unterzeichnet iſt die Erklärung von den 9
Michel Walter, Brogly, Dahlet, Weydmann, Br
Labach, Peter und Meck.
Der drohende Konflikt zwiſchen Pe
und der Radikalen Kammergru
ſcheint in der Weiſe beigelegt worden zu ſein, daß d
heute faſt einſtimmig beſchloſſen, für die von Poinca
mene Tagesordnung zu ſtimmen. Dieſes Vertrauens
von der Radikalen Linken eingebracht werden und
Kammer billigt die Erklärung der Regierung, vert
daß ſie ihr Programm in republikaniſcher Eintracht
wird, lehnt jeden Zuſatzantrag ab und geht zur Te
über.‟ Dieſe Tagesordnung kommt alſo den Radike
entgegen, als ſie den auf der Linken unbeliebten Beg
nale Union” durch „Republikaniſche Eintracht” erſet
Das Wirtſchaftskomitee des Völter Eü I znſe Ausſage B
Jie e
Be
hat zu den beiden Problemen der europäiſchen Kol
der Welt=Zuckerkriſe beſchloſſen, durch ſeine Mitgliet
Heimatländern eine vorbereitende Enquéte zu vernf
Ergebnis dieſer Vor=Enquéte werde, dem Komite
nächſten Sitzung unterbreitet werden, und in der
wird das Völkerbundsſekretariat und das Interne
beitsamt die bis jetzt ſchon geſammelten wiſſenſcha
ſtatiſtiſchen Erhebungen über die Kohlenkriſe fortſetz
vollſtändigen. Für die Zuckerkriſe ſeien von den S
tionsländern Kuba und Java eingehende Angaben v
den. Ueber den Stand und die Entwickelung der
wirtſchaftlich=politiſchen Lage unterbreitete das H
Völkerbundsrat einen prinzipiellen Bericht, desgl
über die Vereinheitlichung der Zollnomenklatur un
Frage der beterinären Ein= und Ausfuhrbeſtimmt
Projekt der Kommiſſion für geiſtige Zuſammenarb
richtung eines internationalen bergmänniſchen Inſt
vom Wirtſchaftskomitee vom wiſſenſchaftlichen Stan!
als wünſchenswert, wirtſchaftlich jedoch nicht als
bezeichnet. Die Tagung des Komitees hat mit der
der Preſſe durch den Präſidenten Serruys heute
Abſchluß gefunden.
Deite
—
Ei=
urvurnt
Fert
Ie piat
*Profeſſor Johannes Lippmann.
Zur Ausſtellung des Siebzigjährigen
in der Kunſthalle am Rheintor.
Johannes Lippmann zählt nicht zu den Künſtlern, die erſt
Beachtung finden, wenn Hand und Geiſt müde werden, wenn
irgend ein äußerer Anlaß gegeben iſt, ſich ſeiner zu erinnern. Seit
vielen Jahrzehnten iſt Johannes Lippmann Gaſt in allen
bedeu=
tenden Ausſtellungen, beſonders in Heſſen, ſeiner Heimat, und
ſtets finden ſeine Bilder bei den Beſuchern und in der Kritik
Beachtung und Anerkennung.
Johannes Lippmann iſt aber einer der wenigen, die ſich ſelbſt
und ihrer Kunſt treu geblieben ſind. Seine ſtarke und in der
Kunſt gefeſtigte Perſönlichkeit war zu Konzeſſionen nicht bereit,
als äußere Eindrücke und Geſchehniſſe auch die Kunſt zu
revo=
lutionieren ſuchten, als man daran ging, alles zu zerſchlagen,
was bisher gut und ſchön war, um einen neuen Stil zu prägen,
alles andere als veraltet abzutun. Die in ſich ſo gefeſtigte Kunſt
Johannes Lippmanns, ſeine bodenſtändige, tief in der Heimat
und ihren natürlichen Schönheiten wurzelnde Perſönlichkeit
konnte allen modernen Anſtürmen die Stirn bieten. Allerdings
ſchloß das nicht aus, daß dieſer Künſtler im tiefſten Herzen und
in ſeinem Schaffen jung blieb und friſch und freudig, was bei
allem Ernſt ſeiner Arbeiten immer wieder in dem farbenfrohen
Kolorit zum Ausdruck kam.
Wenn heute, da Johannes Lippmann das 70. Lebensjahr
hinter ſich gelaſſen, berufene und dankbare Kreiſe Gelegenheit
nehmen, ihn durch beſondere Ausſtellungen zu ehren, ſo iſt das
eine Dankespflicht, die nicht nur dieſe Kreiſe dem Künſtler
gegen=
über zu erfüllen haben, ſondern die alle verpflichtet fühlen ſollte,
die die Segnungen der Kunſt in irgend einer Form genießen, die
ihre hohe und heilige Miſſion kennen, alle, die ſich die Freude
im Schönen durch den mehr als grauen, ſorgenvollen Alltag nicht
rauben ließen.
Johannes Lippmann hat ſoviel gegeben und gibt noch ſoviel
und ſo Vielen!
Dabei iſt ſeine Kunſt in tiefſtem Grunde beſcheiden und
un=
aufdringlich. Hierin aber gerade liegt ihre Stärke. Sie atmet
Erdgeruch, Heimatduft. Schollenſchwere läßt ſie tief in der
Hei=
mat wurzeln, läßt Johannes Lippmann zum Heimatkünſtler im
beſten Sinne des Wortes werden. Allerdings iſt Heimatkünſtler
in dieſem Sinne nicht eng begrenzt aufzufaſſen. Wollte man die
Bezeichnung Heimatkünſtler ſo verſtehen, daß das, was Johannes
Lippmann eibt, engem Geſichtskreis entſtammt, wäre das eine
ſtarke Verkennung. Bei dieſem Künſtler iſt Heimatkunſt nur ſo
zu verſtehen, daß er das, was ihn zur Entfaltung ſeiner in beſtem
Sinne „großen” Kunſt befähigt, aus der Tiefe ernſter Liebe zur
Heimat und zu ihren natürlichen Schönheiten ſchöpft. Wie aber
ſeine Kunſt das Geſehene, tiefinnerſt Erlebte in ſeinen Werken
offenbart, das iſt nicht an Zeit und Ort gebunden. So ſtark ſeine
Liebe zur Natur der Heimat iſt, ſo tief ſeine Kunſt in ihr wurzelt,
ſo wenig ſind ſeine Bilder, mögen es Typen oder Landſchaften
ſein, Abklatſch der Natur. Jedes Bild, das Johannes Lippmanns
Palette und Pinſel entſtammt, iſt ein Erleben und ſchildert ein
Erlebnis ſo tief und reif, daß ſeine Bilder bei aller Primitivität
des Vorwurfs immer wieder wie Lebensoffenbarung in der Kunſt
wirken.
Schon 1907 ſchrieb Geheimrat Henri Thode: „Was mir
für die Begabung beſonders charakteriſtiſch erſcheint, iſt die
Sicher=
heit und Geſchloſſenheit, mit der er ſeine Geſtalten und
Kompo=
ſitionen geſtaltet. Die Milderung und Auflöſung des hierin
ge=
gebenen Strengen durch weitgehende Weichheit ſeiner Licht= und
Farbenerſcheinungen ſcheint ſein Ausdruck einer das Milde
ſuchen=
den und findenden Natur zu ſein.”
Und Profeſſor Hülſen, der bekanntlich lange Jahre an der
Darmſtädter Hochſchule Kunſtgeſchichte las, ſchreibt 1914: „Vor
allem wirkt es geradezu befreiend, daß man endlich einmal
wie=
der ſolch tief empfundener, echt deutſcher Malerei begegnet, die
den eben bei uns ſo ſehr überſchätzten Modegötzen . . . keinen
Tribut zollt. Lippmann iſt ein Künſtler, der vor keiner
Schwie=
rigkeit zurückſcheut, der die ſubtilſte Naturſtimmung auf die
Lein=
wand bringen kann. Immer tritt er ſelbſt beſcheiden hinter dem
Stück Natur und Leben zurück, das er mit wahrer Andacht vor
den Beſchauer ſtellt.”
Schon oft war Johannes Lippmann gelegentlich von
Aus=
ſtellungen Gegenſtand warmer Anerkennung auch an dieſer Stelle.
Immer wieder konnten wir preiſen die Geſchloſſenheit ſeines
künſtleriſchen Ausdrucks, die fabelhafte Beherrſchung der
tech=
niſchen Mittel, die bei aller Einfachheit des Dargeſtellten ſo
her=
vorragende Raumgeſtaltung und die in der Bildwirkung ſo
treff=
ſicher gewählten Ausſchnitte. Dieſe eindrucksvolle Bildgeſtaltung
kehrt in den Bildern Johannes Lippmanns immer wieder, mag
es ſich um ſeine Bauerntysen oder um Landſchaften handeln. Er
ſucht und malt nie Schönheit, er verſchmäht es, ſeine Bauern im
Sonntagsſtaat zu malen, und Stilleben, Genrebilder zu ſchaffen,
die immer irgendwie geſtellt oder erfunden ſind. Er kennt die
Schönheit der Arbeit, den wundervollen Rhythmus das
arbei=
tenden Körpers und Tieres, gleich wie ihm die Herbheit der
heimatlichen Landſchaft zu allen Jahreszeiten Schönheit
offen=
bart, aber er kliſchiert ſie nicht. Johannes Lippmann lebt mit
ſeinen Bauern der Heimat, er kennt ſie, kennt ihre Schwächen
und Stärken. Und er weiß ſie ſo gut zu beobachte
aber keine Modelle. Was er in ſeinen Bildern gibt,
und lange verarbeitet, iſt zunächſt geiſtig in ihm
erſcheint dann erſt als reifes Kunſtwerk.
Man muß, will man das wirklich erfaſſen, ſich in je
ſeiner Bilder vertiefen, muß die Bilder, die ſo leich
ehrlich zu dem Beſchauer ſprechen, geiſtig und ſeeliſch
ſuchen und findet dann leicht den Konnex zu dem 9
ſie ſchuf.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Lebei
— Victor Auburtin †. Der Schriftſte
Auburtin iſt in Partenkirchen im 58. Lebensjahre 8el
— Ein neues Obenwälder Volksſtück: „Bdle
Strubbes un die Beſemgräit” betitelt ſich das
Heimatſtück, das Georg Löffler, der bekannte Verſck)
erfolgreicher Odenwälder Volksſtücke, demnächſt im Oi
ſcheinen läßt. Eine Dorfkomödie aus den 60er Jahren, 9I
zwei äußerſt prächtig gelungene, urwüchſige Charakterfigl
Strubbes und die Gräit, und außerdem noch den ganzer
Dorfregierung mit ſeinem Drum und Dran aufmarſchiere
ſich in äußerſt draſtiſchen, ſpannenden und humorvollen S
Ap. Anton Tſchechoff: Der unnütze Menſch *
Schauſpiel in vier Akten. Für die moderne Bühne ein.
mit einem Nachwort verſehen von René Fülöp=Miller.
u. Co., München. In Leinen geb. 5 Mk.) Das Schauſpiel iſt
werk Tſchechoffs (1860—1904), das aus ſeinem Nachlaß
iſt und um deſſen Aufführung er ſich lange vergeblich bel
ſchildert ruſſiſche Typen aus der Mitte des 19. Jahrhun.
ter des Adels und des Beſitzes, charasterloſe und gewin”,
Trunke ergebene Männer und mannstolle Frauen, die
telligenzler” Platonoff, einem verbummelten Studenie‟,
in einer Provinzſtadt, an ten Hals werfen und dem 2
haltloſen, die Welt und ſich ſelbſt verachtenden Menſchie
grunde richten. Er wird ſchließlich von einer Frau, Mie
Ehe gebrochen hat und die er verläßt, erſchoſſen. De=
Charakter des Stückes iſt ſeine Frau, die ſich aus Berö‟
ſeine Untreue vergiftet. Das Stück ſoll von mehielr”
Aufführung angenommen worden ſein. Wenn man ſich.”"
punkt des Herausgebers ſtellt, daß der Verfaſſer in Mele
hoffnungsloſe Verſumpfen ter ruſſiſchen Geſellſchaft, die *
revolutionären Rußlands, ſeine geſellſchaftlichen und *
Zuſtände geſchildert hat, die mit Notwendigkeit zu de.
lution haben führen müſſen, ſo kann man dem Stüc.
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Dieſe Vorgä
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gelaſſen wurde,
Kommunismus ſich
blanes hilet.
[ ← ][ ][ → ]Freitag, den 29. Juni 1928
Seite 3
Inmer 179
anchn
Ndem Ende des Schachth=Prozeſſes
Kol muniſiiſche Verhandlungs=Methoden. —
Relfprechung oder Propaganda für den
Bolſchewismus?
* Kownv, 28. Juni. (Priv.=Tel.)
Schachty=Prozeß, der nunmehr ſeit über einem Monat
and :4, geht ſeinem Ende entgegen. Die öffentlichen
Verneh=
mum der Angeklagten ſind abgeſchloſſen, es folgt vor dem
Be=
gin— s Plaidoyers lediglich noch das Verhör einiger
Angeklag=
ten, 1. Ausſagen beſonders delikater Natur machen ſollen. Es
hany ſich hier nämlich darum, ob und in welchem Maße die
FäQ Der Verſchwörung, wie in der Anklageſchrift behauptet
wor; war, nach der polniſchen Geſandtſchaft und nach dem
frar/ ſchen Konſulat gehen. Hier ſpielen für die Sowjetunion
Fral, von außerordentlicher außenpolitiſcher Bedeutung eine
her= agende Rolle, deshalb hat das Gericht beſchloſſen, die
Oeflichkeit für dieſen Teil des Verfahrens auszuſchließen.
Vorgänge von weitaus größter Bedeutung nicht nur für
den Sgang des Prozeſſes, ſondern auch für die Frage, ob die
der Litſchen zur Laſt gelegten Anſchuldigungen gerechtfertigt
erſch en, haben ſich in den Verhandlungstagen der letzten zwei
Wo abgeſpielt. S hon die Vernehmung Badſtiebers, der ein
teilg es Geſtändnis ſeiner Schuld abgelegt haben ſoll, das
ſpäc aber widerrufen worden war, hat verſchiedene Momente
erg, die erneut ein Schlaglicht auf die Methoden geworfen
hab twelche in dieſem Prozeß von der Verhandlungsführung
im ein mit dem Staatsanwalt angewendet werden.
Bad=
ſtier/ Hat ſich als eine ſehr merkwürdige Figur erwieſen. Er
bem; ſich ſehr eigenartig, fügte ſich völlig dem Willen des
Stolrnwalts, belaſtete auf deſſen Geheiß hin alle und jeden
ung ſtätigte dadurch den Eindruck, der ſchon früher über ihn
beſt)en hat, nämlich, daß er faſt gänzlich unter den Einfluß
der Tagebehörden gelangt war. Indeſſen iſt es auch Badſtieber
bzw n hinter ihm ſtehenden Anklagebeamten weder gelungen, einfach im Kino an ein Mädchen herangemacht und dieſes
beauſ=
ein Ofreie Beweiſe für die Beſchuldigungen zu liefern, noch
aucy erhaupt eine Klärung der Lage herbeizuführen.
m Höhepunkt der Verhandlungen überhaupt bildete die
Ve=s rnung der deutſchen Ingenieure Otto und Meyer.
Gegen=
übe/ en Ausſagen dieſer Angeklagten, die ſich durch ihre Klar= Fragen an die richtige Stelle, nämlich zur Spionageabwehr,
hein Szeichneten, mußte ſich ſelbſt der Generalſtaatsanwalt in brachte, wo dann alles weitere veranlaßt wurde.
dies enſive begeben. Es iſt zu beachten, daß Otto und Meyer
zu 1. Hauptangeklagten der kommuniſtiſchen Behörde gehören,
omitee de4 9
an ven die Verwerflichkeit des angeblich im Donez=Gebiet
be=
ganz en Verbrechens mit beſonderer Schärfe und Deutlichkeit
erna ri werden ſollte. Um es aber von vornherein zu ſagen:
Des rklagebehörde iſt es in Wahrheit nicht gelungen, auch nur
den; hein eines Beweiſes gegen die Deutſchen zu erbringen. Im
Ges eil hat der Staatsanwalt Krylenko, der bisher ſyſtematiſch
unm Ibewußt die Angeklagten zu umgarnen ſuchte, bei der
Ver=
neky ig der Deutſchen ſelbſt die Nerven verloren und iſt
wieder=
holg illig aus der Faſſung geraten. Dies war inſofern
ver=
ſtä h, als die Ausſagen der deutſchen Ingenieure in der Tat
da=w iize künſtlich zurecht gezimmerte Anklagegebäude Krylenkos
zur Sanken brachten. Beſonders dramatiſch geſtaltete ſich die
Ge3 berſtellung Meyers mit dem Kronzeugen der Anklage,
ders riſſen Baſchkin. Als Baſchkin ſeine Anſchuldigungen gegen
dien utſchen wiederholte, wie er ſie in der Vorunterſuchung
be=
rein emacht hatte, drückt: Meyer ſeine Verwunderung über eine
des ge Ausſage Baſchkins aus, da dieſer ſtets gegenüber den
D2 yen freundlich geweſen ſei und ſich als ein gewiſſerhafter
Fez ann bewährt habe. Hier bricht Baſchkin vollſtändig
zu=
ſary m. Auf die Frage des Staatsanwalts, wie er, Meyer, ſich
einy artiges Verhalten Baſchkins erklären könne, erwidert der
DS: de, er könne nur annehmen, daß Baſchkin zu ſeinen
Aus=
ſas! von irgend jemand verleitet worden ſein mußte. — Die
Rok on des Staatsanwalts auf dieſe Meinungsäußerung des
ders en Angeklagten iſt ſehr verwunderlich: Krylenko ſpringt
in y ſter Erregung auf, ſchreit Meyer an und verläßt den Saal,
wöu rd der Vorſitzende die Verhandlung unterbricht. — Ein
ähs er Vorfall hat ſich übrigens auch in der geſtrigen Sitzung
erey 2t; als ein ruſſiſcher Angeklagter, offenſichtlich unter irgend
ein Einfluß, ein teilweiſes Geſtändnis ablegt, wird er von
einy erregten Schrei ſeiner auf der Publikum=Tribüne ſitzenden
Frz anterbrochen: „Was tuſt du? Du ſprichſt die Unwahrheit!“
reſe Vorgänge kennzeichnen treffend die Methoden, die im
So3 ty=Prozeß angewendet werden. Nimmt man hinzu, daß
die desſtattlichen Verſicherungen der deutſchen Firmen einfach
zuy r Akten gelegt wurden und Seebold, dem anfangs die
Er=
öffi=g eines Anklageverfahrens gegen ihn in Ausſicht geſtellt
wio, der aber ſpäter, als er ſich freiwillig meldete, gar nicht
zu=
gei n wurde, ſo ergibt ſich ein rundes Bild deſſen, was der
K.3 runismus ſich von dieſem Prozeß erhofft hat.
Iſt trotz des offenſichtlichen Zuſammenbruches der Anklage
die Gefahr für die Deutſchen beſeitigt? Nach europäiſchen
Be=
griffen könnte ein Anklagevertreter bei dieſem Stand der Dinge
ſeine Beſchuldigungen ſchlechterdings nicht mehr aufrecht erhalten.
Aber weil es ſich um ein Schauſpiel handelt, weil dieſer Prozeß
von vornherein inſzeniert worden war, um den Kommunismus
über ſeine Feinde triumphieren zu laſſen, muß die Lage nach wie
vor ernſt erſcheinen. Wenn Prozeßleitung und Anklagebehörde
ſich Mühe gegeben hätten, nach den Grundſätzen von Recht und
Gerechtigkeit zu verfahren, dann könnte dem Ausgang des
Pro=
zeſſes mit Ruhe entgegengeſehen werden. Ob hier aber Recht
geſprochen, dieſes nicht vielmehr in kommuniſtiſche Propaganda
ausgemünzt wird, wird erſt das Urteil erweiſen müſſen.
Lembourn nach Berlin transportiert.
Berlin, 28. Juni.
Zu der Verhaftung des däniſchen Oberſtleutnants Lembourn
erfahren wir weiter: Lembourn war Leiter des 2. Bataillons
der däniſchen Diviſion in Tondern und außerdem Inſtrukteur der
ſogenannten jütländiſchen Wehr, die verſucht haben ſoll, ihren
Nachrichtendienſt auch über die deutſche Grenze hinaus
auszu=
dehnen. Die jütländiſche Wehr iſt eine illegale Organiſation, die
in Nordſchleswig Felddienſtübungen unter Leitung aktiver
däni=
ſcher Offiziere abhält. Im Grenzgebiet iſt man davon überzeugt,
daß von dieſer Wehr ein ausgedehntes Spionage=Netz unterhalten
wird.
Lembourn iſt heute früh nach Berlin übergeführt und in das
Unterſuchungsgefängnis Moabit eingeliefert worden, wohin auch
inzwiſchen ſeine in Berlin verhafteten Helfershelfer transportiert
worden ſind, Lembourn ſoll im Laufe des heutigen Tages vom
Unterſuchungsrichter vernommen und den übrigen Verhafteten
gegenübergeſtellt werden. Lembourns Vorgehen in Berlin läßt
übrigens nach den bisherigen Feſtſtellungen nicht auf viel
Rou=
tine in der Spionagetätigkeit ſchließen, denn der Offizier hat ſich
tragt, für ihn Auskunft über gewiſſe militäriſche Fragen
einzu=
ziehen. Das Mädchen ging noch naiver vor als ihr Auftraggeber
und begab ſich kurzerhand zu einer hohen Reichswehrbehörde, wo
man die Auskunftheiſchende ſchon nach ihren erſten eindeutigen
Norwegiſche Verärgerung.
* Oslo, 28. Juni. (Prib.=Tel.)
Aus Spitzbergen liegen neue Nachrichten über Fortſchritte
der Rettungsarbeiten nicht vor. Am weiteſten vorgeſtoßen iſt
ein Hundegeſpann, das bis zur Faernly=Inſel gekommen iſt,
infolge des Treibeiſes aber nicht weiter kann. Man glaubt
da=
her, daß es jetzt möglich ſein wird, mit Eisbrechern
vorzu=
dringen, weil ſich größere Riſſe und breite Waſſerflächen zeigen.
Das Wetter iſt auch wieder beſſer gewonden, ſo daß die Flieger
ihre Suche aufnehmen können. Im Mittelpunkt des Intereſſes
ſteht nach wie vor Nobile, über den ſich eine allgemeine
Ver=
ärgerung breitzumachen beginnt. Namentlich in Nowwegen iſt
man gar nicht gut auf ihn zu ſprechen, beſonders nachdem ein
Berichterſtatter aus Kingsbay gemeldet hat, daß die
Erklä=
rungen, er hätte den Abtransport des Verwundeten Cicioni und
der anderen Leute verlangt, nicht der Wahrheit entſprechen.
Nobile ſelbſt ſoll gebeten haben, ihn zuerſt abzutvansportieren.
Er verſucht zwar, den ungünſtigen Eindruck zu zerſtreuen, doch
ſcheint er bisher damit keinen Erfolg gehabt zu haben.
Jeden=
falls wird heftige Kritik an der ganzen Aktion geübt, die nach
Anſicht aller ſchlecht vorbereitet und mit undauglichen Mitteln
durchgeführt wurde. Die Verſtiwmung der Norweger iſt ſehr
verſtändlich, da ſie bisher von den Italienern gewiß nicht ſehr
freundlich behandelt worden ſind und nun auch noch Amundſen
verloren haben. Bezeichnend iſt auch, daß auf das beſtimmteſte
behauptet wird, Nobile ſei gar nicht krank. Man will vor allem
geſehen haben, daß er ohne jede Hilfe vom Flugzeug ausſtieg
und ſich auf das Schiff in ſeine Kafütte begab, während es doch
anfänglich hieß, er ſei von einem ſchweren Nervenfieber
befal=
len und hätte in die Kaüütte gebracht werden müſſen. Daß das
nicht ſtimmt, geht daraus hervor, daß im gleichen Augenblick,
da man von ſeinem Krankſein ſpricht, ein Berliner Blatt in der
Lage iſt, einen Artikel Nobiles zu veröffentlichen, in dem er
ſeine Rettung ſchildert. Die Italiener werden, wenn ſie in dieſer
Art weiterfahren, in Spitzbergen bald überhaupt keinen Freund
mehr haben und zweifellos auch eines Tages feſtſtellen müſſen,
daß man es aufgibt, ſie zu unterſtützen. Auch den Norwegern
ſchwindet die Luſt, ſich für die Italiener zu opfern; ſie
konzen=
trieren daher ihre Aufmerkſamkeit auf die Rettungsaktionen für
Amundſen, zu deſſen Rettung bereits eine erhebliche Summe
ge=
ſpendet worden iſt.
Iſt England für eine Reviſion
der Friedensverträge?
Das Ergebnis einer Rundfrage.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 27. Junf.
Die Frage, ob die Mehrzahl der öffentlichen Meinung
Eng=
lands die Unhaltbarkeit der den Weltkrieg abſchließenden
Frie=
densverträge eingeſehen hat, läßt ſich natürlich durchaus bejahend
beantworten. Aber die Engländer ſind ein realpolitiſch denkendes
Volk; ſie betrachten dieſes Problem daher weniger gefühlsmäßig,
als vom Standpunkt der praktiſchen Verwirklichungsmöglichkeiten.
Und über dieſen Punkt gehen die Anſichten nicht weſentlich
aus=
einander. Angeregt durch die bekannte Aktion Lord Rothermeres
für eine Wiedergutmachung des Ungarn durch den Vertrag von
Trianon angetanen Unrechts, nahm ich im Laufe der letzten
Wochen Gelegenheit, eine Reihe von im politiſchen Leben
Eng=
lands ſtehender Perſönlichkeiten über dieſe Angelegenheit und
über die Frage der Reviſion der Friedensverträge im allgemeinen
zu ſprechen und gebe in Folgendem das Ergebnis dieſer
Rund=
frage wieder.
J. L. Garvin, Herausgeber des „Obſerver”.
„Der Obſerver hat ſeit jeher, ſeit 1919, gleich nach Kriegsende,
die Bewegung gegen die in den Friedensverträgen enthaltenen
Elemente der Unweisheit und Ungerechtigkeit kräftig unterſtützt
und gefördert. Was Ungarn im beſonderen anbelangt, ſo möchte
ich hervorheben, daß ich ein uneingeſchränkter Bewunderer des
magyariſchen Volkes bin und die tiefſte Sympathie für die
Pro=
teſte hege, die Ungarn gegen die unnütze Abtrennung großer Teile
des ungariſchen Volkes vom Mutterlande erhebt. Gleichzeitig
aber bin ich überzeugt, daß dieſe und die anderen ungariſchen
Nachkriegsprobleme im Intereſſe Ungarns ſelbſt eine ſorgfältige,
nachdenkliche und geduldige Behandlung benötigen. Daher bin
ich ferner auch der Anſicht, daß eine ſeparate und zu frühe
Revi=
ſion der Friedensverträge ausſchließlich zugunſten Ungarns
in=
opportun, wenn nicht ſogar undurchführbar wäre. Mit dem
Frieden Europas wirklich vereinbar und für ihn nützlich halte
ich nur eine ſolche Regelung der ungariſchen Frage, die zu einer
Zeit und unter Umſtänden unternommen würde, wenn Europa
reif für eine Reviſion aller den Weltkrieg abſchließenden
Friedens=
verträge ſein wird. Daß dieſer Tag kommen und nicht allzu lange
auf ſich warten laſſen wird, deſſen kann ſelbſt unſere Generation
vollkommen gewiß ſein . . ."
Prof. Gilbert Murray, Vorſitzender der engliſchen
Völker=
bunds=Union.
„Es beſtehen bei uns in England keine zwei Meinungen
dar=
über, daß die ſogenannten Friedensverträge fehlerhaft, ja
un=
haltbar ſind und daß im beſonderen Ungarn durch den Vertrag
von Trianon ſchweres Unrecht zugefügt worden iſt. Doch über die
Taktik, welche zur Befriedung Europas einzuſchlagen iſt, können
natürlich verſchiedene Anſichten beſtehen. Ich glaube, daß, wenn
Ungarn die Agitation für Reviſion des Friedensvertrages von
Trianon nicht zu betont und laut betreiben und die Dinge eher
ihre natürliche Entwicklung gehen laſſen würde — es für Ungarn
ſelbſt viel beſſer wäre. Das Bewußtſein von der
Unvollkommen=
heit der Friedensverträge dringt mit jedem Jahr immer mehr
und mehr in der Welt durch. Das iſt ein Prozeß, der von ſelbſt
weiter geht. Dieſe Entwicklung iſt gleichbedeutend mit der
Be=
friedung Europas. Eine heftige und temperamentvoll geführte
Agitation für irgend eine nationale Sache ruft dagegen immer
Gegenmeinungen und Gegenkämpfer auf den Plan, die Gemüter
erregen ſich, die Anſichten verſteifen ſich, und ſchließlich weiß man
es kaum, womit der Fall enden wird. Laſſet uns zuerſt eine
friedlichere Atmoſphäre in Europa abwarten. Dann kommt die
Wiedergutmachung des Unrechts der Diktatfriedensverträge als
Selbſtverſtändlichkeit und als eine notwendige und praktiſche
Maßnahme, der wahrſcheinlich alle beteiligten Parteien freiwillig
zuſtimmen werden ...
Dr. Harold Williams, Chefredakteur der „Times”.
„Ich gehöre nicht zu denen, die einen plötzlichen Wechſel in
der territorialen Stellung Ungarns vorausſehen. Das tun wenig
Engländer. In der gegenwärtigen Phaſe der europäiſchen
Ent=
wicklung iſt für die verfloſſenen Methoden der Durchführung des
Nationalitätenprinzips kein Raum gegeben. Dieſes Prinzip iſt
gewiß wichtig, ſeine mächtige Triebkraft kann nicht ignoriert
wer=
den. Es wäre töricht, dieſe Idee nicht zu hegen und zu fördern.
Aber die Bedingungen ſeiner Entwicklung wechſeln mit den
wech=
ſelnden Zeiten, und es iſt klar, daß unter den gegenwärtigen
Umſtänden das nationale Moment am beſten durch internationale
Zuſammenarbeit aufrecht erhalten und fruchtbar gemacht werden
kann. Ich meine, daß die Bewegung für internationale Zu=
Gorkis Heimkehr.
L. Moskau, Mitte Juni 1928.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Taxim Gorki, der Ehrenproletarier des Soſjetſtaates, iſt
jei rrach fünfjähriger Abweſenheit aus Sowjetrußland nach
H zurückgekehrt, — man weiß nicht, ob nur zu einem Beſuch
oo ob für immer. Er ſelbſt weiß es nicht und erwidert auf alle
Wnſeiner Bewunderer, ob er denn nun ſein Schaffen nicht
ve Sorrento nach Rußland verlegen wolle, er wiſſe es nicht
g9 r. Er werde vielleicht im Herbſt wieder nach Sorrento
z:6 kehren — „meiner Geſundheit wegen” — und vielleicht
iri rühjahr nächſten Jahres wieder nach Rußland kommen.
S iker meinen, daß ſeine Begeiſterung für die
Errungenſchaf=
tit es Proletarierſtaates, für die er immer wieder nur Tränen
d2 Dankes zu vergießen weiß, doch nicht ganz ſo aufrichtig ſei,
m T dies auf allen Empfängen ausſpricht, die zu ſeinen Ehren
E. ſtaltet werden. Er iſt nun ſchon wochenlang in Leningrad
ur Moskau, und noch immer haben die Empfänge und die
O bezeugungen für ihn nicht aufgehört.
Zorki, aus den tiefſten Tiefen des ruſſiſchen Volkes ſtam=
„r, iſt, wie erinnerlich, vor fünf Jahren, als Lenin noch lebte
ur geſund war, ins Ausland gegangen, weil er ſich mit den
2 oden Lenins nicht einverſtanden erklären konnte. Und in
E Tat: wie kann ein mitfühlendes Menſchenherz jahrelang
O ſen, wie es in jenen Jahren des Kriegskommunismus
„ckſal” war, daß Hinrichtungen über Hinrichtungen nicht nur
4. Klaſſengegnern, ſondern auch von Klaſſenfreunden, von Ar=
Eſen und Bauern, Blutſtröme über das Land goſſen. Derſelbe
2/ Starier Eorki, der die Leiden und Wehen der Wolgaſchlepper
T/gt hat, mußte, als ſich ſein Ideal der Menſchheitsbefreiung
füllen ſchien, die Wellen der Wolga rotgefärbt dahinwälzen
. „Die Geſchichte endet ſich nicht durch Blutſtröme” hat er
al, noch lange vor dem Weltkrieg und vor der
bolſche=
ſchen Revolution prophetiſch geſprochen. Nun, da die
Ge=
te wirklich nicht durch Blutſtröme geendet wurde, zerriß es
erz und er kehrte Lenin, ſeinem beſten Freunde, verzweifelt
Rtücken und floh, wie nach Rettung vor ſich ſelbſt ſuchend,
Sorrento, nach dem Süden, wo er ſchon früher lange Jahre
Erhaltung ſeiner Geſundheit gelebt hatte.
Jetzt plötzlich glaubt er, — und das iſt das Merkwürdige,
an ſeine literariſchen Freunde beſonders im nicht=
bolſche=
ſchen Lager Anſloß nehmen —, jetzt plötzlich alſo glaubt er,
Sowjetſtaat die Erfüllung ſeiner menſ=henbefreienden Träume
rkennen. Geſchworene Eegner des Bolſchewismus verdäch=
— ihn der Zweideutigkeit, oder gar der Sucht nach Ehrung
und Beifall. Wer Gorkis Ruhm und ihn als Menſch ſelbſt aus
ſeinen Werken kennt, ſagt ſich, daß das an Verleumdung grenzt.
Denn Gorki bedarf des Ruhmes nicht mehr, allein ſein
litera=
riſches Genie und allein ſein Aufſtieg aus den Spelunken der
fin=
ſteren Wolgaſtädte in die lichten Höhen des Heiligenſcheines der
proletariſchen Märthrer ſind Beweiſe genug dafür, daß es dem
gereiften, kranken, dahinſiechenden Manne nicht um die Stillung
eines Ehrgeizes zu tun ſein kann. Es iſt das
unüberwind=
liche Heimatsgefühl, der Drang aus der weſtlichen
Zivi=
liſation, ſelbſt aus dem ſchönen ſüdlichen Sorrento, in die weiten,
ruſſiſchen Ebenen, in die Birkenhaine Zentralrußlands, in die
Steppen des wirklichen Reiches der unbegrenzten Möglichkeiten.
Es iſt, kurz geſagt, das Heimweh, das jeden Ruſſen plagt, ſo
ſehr und ſo ſtark er im Weſten, mit dem Weſten verwachſen
ſein mag, und das ſelbſt diejenigen bei lebendiger Seele frißt,
die kein ruſſiſches Blut in ſich tragen, die aber durch Geburt und
Schickſal mit Rußland verbunden ſind. Gorki iſt nach dem
Sowjetrecht kein Emigrant wie es alle die übrigen politiſchen
Emigranten Rußlands ſind. Er iſt auch nicht ein Bolſchewiſt
im Sinne der Parteizugehörigkeit, und er umgeht gefliſſentlich
jegliche Mahnung an ſein Einordnungsgefühl, weil er ſich über
den Parteien ſtehend weiß Gerade deshalb iſt ſein jetziger Beſuch
in Rußland mehr als eine Formſache, mehr als eine Geſte der
Zuneigung zum Bolſchewismus, mehr als ein Abrücken von
der=
biſſenem Emigrantentum. Es iſt das in ſeiner Einfachheit
er=
habene überwältigende Heimweh des Ruſſen nach der
Unendlich=
keit ſeiner Heimat, die eben auch deshalb ſo unendlich ſchön iſt,
weil ſie ſo kindlich unvollkommen iſt, und daher jedem
göttlich=
menſchlichen Verlangen nach der Erlöſung vom Uebel des
menſch=
lichen Daſeins den größten Spielraum läßt. Nein, man vergeſſe
nicht, daß jeder Ruſſe, ob links, ob rechts, ob Lenin oder Gorki,
ob Bolſchewiſt oder Zariſt, unerſchütterlich und inbrünſtig
glaubt, daß nur er und nur ſeine Heimat dazu berufen ſind,
der Welt die Erlöſung von ſich ſelbſt, die Ablöſung des Guten
zum Himmliſchen zu erringen.
Ein Märtyrerglaube, erhaben, aber zum Unglück Nußlands
ſelbſt, — hoffnungslos. Vielleicht, daß Gorki aus ſolchen
Ge=
fühlen heraus noch nicht weiß, ob er im Staat ſeiner Träume
weiter ſchaffen wird oder in Sorrento, deſſen Klima ſein
Schaffen für Rußland eher ermöglicht, als die ſchönſten Geſtade
der ruſſiſchen Krim oder des Kaukaſus.
*Kaſimir Edſchmids neuer Sportroman.
Der große deutſche Roman ringt um ſeine Form, ringt um ſeinen
Gehalt. Es iſt dem deutſchen Schriftſteller nicht ſo leicht gemacht wie
dem Franzoſen. Der Franzoſe Maurice Decobra hat von ſeinen Ro=
manen und Erzählungen jetzt zweiundeinehalbe Million Bände
ver=
kauft. Zeitgemäßer Stoff, leichte Auffaſſung, ſpannende Form ſichern
ihm den Erfolg. Der Deutſche ſtellt an den künſtleriſchen Wert größere
Anforderungen und findet ohne die Vertiefung in ſittliche Fragen und
ſittliche Kämpfe keine Befriedigung.
Die Verbindung des mondänſten Lebens der Gegenwart mit
bren=
nenden Fragen der Zeit iſt Kaſimir Edſchmid in ſeinem neuen
Roman „Sport um Gagaly” in außergewöhnlichem Maße
ge=
lungen.
Sport und Erotik ſind die aktuellſten Fragen der Zeit: Sport und
Erotik geben dem Rcman Edſchmids die beherrſchende Note.
Kaſimir Edſchmid iſt der weltmänniſche Reiſende der Zeit. Als
nach dem Kriege Spanien von den Deutſchen neu entdeckt wurde, und
eine Flut von Spanien=Büchern aus deutſchen Preſſen ſtrömte, gab
ſeine Sammlung „Basken, Stiere, Araber” den ſuggeſtiven Eindruck
von Spanien und dem Rhythmus ſeines Lebens. In keinem neueren
Werke ſchlägt der Puls des heutigen Europas lebendiger als in
Ed=
ſchmids „Großem Reiſehandbuch”.
Den jüngſten Ausdruck findet die heutige Zeit im Sport. Auf den
großen Sportplätzen Curopas, in St. Meritz wie in Auteuil, auf dem
Feldberg wie auf der Rennſtraße von Monza iſt Edſchmid zu Hauſe.
Doch er bleibt nicht an den Aeußerlichkeiten des Sportes haften, ſondern
ſucht aus ihm das Weſen der Gegenwart, die Seele des ſportgeſtählten
Menſchen zu erkennen.
Edſchmid war vor geraumer Zeit während eines Sommers bei
ungariſchen Magnaten zu Gaſt. Aus der Luft dieſer ſeltenen Naſſe,
in der ſich ariſtokratiſchſtes Herrentum mit modernſter Einſtellung
ver=
bindet, wächſt die Handlung des neuen Romans heraus. Nach einem
Eingang, der die ſportliche Leidenſchaft des Dichters faſt in Ueberfülle
ſich ausſtrömen läßt, verdichten ſich die menſchlichen Geſtalten zu
plaſti=
ſcher Klarheit. Zwiſchen Herrenritten, Tennisturnieren und
Auto=
rennen entwickelt ſich eine menſchliche Handlung von höchſter
Span=
nung. Menſchen, deren Körper und deren Geiſt der Sport geſtählt hat,
ſtoßen in ſtärkſter Leidenſchaft zuſammen.
Zu Paſſari, dem italieniſchen Herrenfahrer, dem Typ des
kultivier=
teſten Sportmenſchen, entbrernen Gräfin Gagaly Madosky, die reife
Frau, und Comteſſe Piſta, das unberührte Mädchen von 17 Jahren,
in leidenſchaftlicher Liebe. Die beiden Frauen wiſſen nichts von der
Gemeinſamkeit ihrer Leidenſchaft. Auf dem Autorennen zu Monza,
das Paſſari als Favorit fährt und dem beide Frauen anwohnen,
ſtei=
gert ſich die Handlung zu fabelhafter Spannung, als Paſſari in der
letzten Runde ausbleibt und die Rennleitung ſeinen Tod meldet. Im
Augenblick der höchſten Verzweiflung erkennen die beiden Frauen ihre
gemeinſame Liebe. Dech die Nachricht der Rennleitung war irrig.
Paſſari lebt, und Edſchmid findet in der Art des Motives des Grafen
von Gleichen einen Ausgleich, den er aus der Beherrſchung des neuen
Menſchen durch höchſten Sportgeiſt herleitet; eine Löſung, die in das
erotiſche Problem der Zeit eigenartig und tief eingreift.
Es iſt ein Buch, durch das der Geiſt der neuen Zeit in ſeiner
aktu=
ellſten und zugleich in einer vertieften Form weht. Ein Buch, das
Szenen von höckſter Spannung und ſtärkſter menſchlicher Erſchütterung
bringt, — in einem Rahmen, der uns alle bewegt und treibt! Z.
Die gelbe
Flit-Packung
mit dem schwarzen Band
Seite 4
Freitag, den 29 Zuni 1928
ſammenarbeit, in der auch England eine aktive Rolle ſpielt, einen
geſunden und lebenskräftigen Nationalismus überall in Europa
ermutigen wird, und daß dann auch Ungarn die kräftigende
Wir=
kung dieſer Bewegung empfinden wird. Die britiſchen
Sympa=
thien für Ungarn ſind jedem Zweifel entrückt. Sie haben ſich
beſonders klar erwieſen in der Unterſtützung der wirtſchaftlichen
Rekonſtruktion Ungarns, die dank der Weisheit der ungariſchen
Regierung und des ungariſchen Volkes bereits ſo glückliche
Reſul=
tate gezeitigt, die Grundlage für die ſchrittweiſe und praktiſche
Löſung des breiteren Problems des ungariſchen nationalen
Lebens geſchaffen und ſo außerordentlich viel zur Befriedung
Mitteleuropas beigetragen hat. Dieſes ſind, meiner Anſicht nach,
die Methoden und die Wege, die zu einer Wiedergutmachung des
durch die Friedensverträge geſchaffenen Unrechts führen werden.”
Lord Parmoor, Oberhausmitglied der Labour=Party.
„Ich bin natürlich der Anſicht, daß eine große Anzahl der in
den ſogenannten Friedensverträgen enthaltenen Beſtimmungen
durchaus nicht als endgültig zu betrachten iſt. Ungarns
Ver=
langen nach einer Reviſion des Vertrages von Trianon iſt mehr
als verſtändlich. Theoretiſch genommen, liegen hierfür ſchon heute
Möglichkeiten vor. Bekanntlich iſt im Pakt des Völkerbundes, im
berühmten Paragraphen 19, die Möglichkeit der Reviſion ſolcher
internationalen Verträge vorgeſehen, deren Durchführbarkeit ſich
weiterhin als unmöglich erweiſen ſollte. Eines guten Tages
wird von dieſer Beſtimmung Gebrauch gemacht werden müſſen.
Der Weg hierzu führt über zwei wichtige Etappen — Abrüſtung
und Arbitrage. Vor allem die ſtärkere Entwicklung und
reich=
lichere Anwendung des Prinzips der Schiedsgerichtsbarkeit und
die Anerkennung dieſes Prinzips als einer obligatoriſchen
inter=
nationalen Anſtandsregel durch ſämtliche Staaten der Welt iſt
eine Vorausbedingung, die mir unerläßlich erſcheint. Wenn dieſer
Tag gekommen ſein wird, der Tag, da Abrüſtung und allgemeine
Numme
Schiedsgerichtsbarkeit greifbare Tatſachen ſein werden und ein
wirklicher Friede in Europa herrſchen wird — dann glaube ich,
wird auch die ungariſche Frage in einer Weiſe geregelt ſein, die
den legitimen Forderungen des ungariſchen Volkes Rechnung
trägt, und werden ſämtliche Verträge, welche den Weltkrieg in
einer ſo unheilvollen Weiſe abſchloſſen, zum alten Eiſen geworfen
werden können .. ."
Lord Sydenham, konſervatives Mitglied des Oberhauſes.
„Der ärgſte der durch die Friedensſchlüſſe begangenen Fehler
war die vollſtändige Auflöſung des alten öſterreichiſch=ungariſchen
Reiches, das damals, d. h. zur Zeit, als die Raſſe großer
Staats=
männer noch nicht ausgeſtorben war, eine große wirtſchaftliche,
Einheit in Europa bildete. Es waren wohl Reformen notwendig
und auch durchführbar, doch eine große europäiſche Inſtitution
plötzlich zu vernichten, war ein gefährliches Unternehmen, wie
geſchaffen, um neue Komplikationen und Störungen zu
verur=
ſachen. Auf den Trümmern des alten Reiches wurde in großer
Haſt eine Anzahl neuer Staaten errichtet, — angeblich auf
Grund=
lage des berühmten Selbſtbeſtimmungsrechtes, das aber in
Wirk=
lichkeit offenkundig verletzt wurde. Dieſe neuen Staaten, die aus
der Landkarte ohne jedwede Rückſicht auf die geographiſche,
ethiſchen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe einfach
herausgeſchnit=
ten wurden, bemühen ſich nun unter großen Schwierigkeiten, ihre
politiſche Stabilität zu ſichern. Sie leben ſchon jetzt unter
inner=
politiſchen und Raſſenkämpfen, wie auch unter wirtſchaftlichen
Unfähigkeiten, die in manchen Fällen nie überbrückt werden
können; ſie tragen in dieſer Weiſe zu der europäiſchen Unruhe
bei und wälzen dem ohnedies unbeſtändigen Frieden neue
Ge=
fahren in den Weg. Es werden manche Grenzberichtigungen
un=
umgänglich notwendig ſein, die ihrerſeits leider wieder zu neuen
akuten Reibungen zwiſchen den einzelnen Staaten führen dürften.
Jedenfalls bin ich der Anſicht, daß die gegenwärtigen Verhält=
niſſe ſich nicht dauernd werden halten können. D.
auch auf die übrigen Mächte, die im Kriege die
mußten. Ihre Zeit wird kommen. In der Zwiſe
es für Deutſchland, Ungarn und die anderen B.
vitalſter Wichtigkeit, der Welt Beiſpiele nationgler
geben und die ſtets wiederkehrenden politiſchen a
Entwicklung und die Beſtändigkeit der neu geſchaffen
dauernd gefährden, zu vermeiden. Die beſiegten 9
beweiſen, daß ſie, trotz ihres ſchweren Unglücks, gute
Regierungen beſitzen, wobei ſie nicht unterlaſſen 5
großen und in weiten Kreiſen als gerechtfertigt aner
ſchwerden ſtets der Weltöffentlichkeit vor Augen zu b.
beiden Mittel werden, wie ich ernſtlich hoffe, den
baldigen Reviſion der ſogenannten Friedensverträ
Die Kownoer Ver handlur
Die in der heutigen erſten Sitzung der lit
niſchen Konferenz der litauiſchen Delegation
polniſche Entſchädigungsforderung beläuft ſich auf
Dollar und gründet ſich auf Schäden, die durch den
Schützenverband verurſacht und ſolche, die nach dem
Streit entſtanden ſeien. Zu dem litauiſchen Siche
erklärte Holowko, daß es nur auf der Konferenz in g
bei Anweſenheit der Außenminiſter behandelt wer
Wenn dieſe Anſicht aufrecht erhalten wird, ſo iſt wor
baldigen Wiedergbreiſe der polniſchen Delegation
zu rechnen. Das litauiſche Projekt zur Eröffnung
erwähnt das Wilnagebiet überhaupt nicht. Eine Erö
Verkehrs käme nur zwiſchen Polen und Litauen in
rend die Verkehrsverhältniſſe mit dem Wilnag
blieben.
Meine Eltern Daniel Numrich und
Frau Eliſabeth, geb. Pfeiffer, feiern
am 30. Juni 1928 das Feſt ihrer
Silbernen Hochzeit.
Emma Metz
Guſitav Numrich
grüßen als Verlobte.
Weiher I. Odw.
Darmſtadt
30. Juni 1928.
Landgraf=Georgſiraße 64.
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Karlſtraße 14. (2048a
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Die glückliche Geburt eines
kräftigen Jungen zeigen
hoch=
erfreut an
Rudolf Schaaf und Frau
Luiſe, geb. Brenner.
Darmſtadt, 27. Juni 1928
Ernſt=Ludwigſtr. 20
z. Zt. Alicehoſpital. (10709
Dankſagung.
Für die bielen Beweiſe herzlichſter
Teilnahme bei dem Hinſcheiden
unſe=
res lieben Entſchlafenen ſagen wir
Allen unſeren herzlichſten Dank.
Be=
ſonders danken wir Herrn Pfarrer
Grein für die troſtreichen Worte am
Grabe, der Krankenſchweſter für die
liebevolle Pflege, dem Geſangverein
Liederzweig für den erhebenden
Grab=
geſang, den Schulkameraden, ſowie
den Beamten und Arbeitern auf
Kranichſtein für ihre
Kranznieder=
legungen, ferner allen denen, die ihm
während ſeiner langen Krankheit
ſo=
viel Gutes getan haben.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Magdalene Weber Wwe.
nebſt Kindern. 1o694
Statt beſonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben Mann, unſeren guten Vater,
Sohn, Bruder, Schwiegerſohn und Schwager
Did Tonnt
Pfarrer zu Worfelden
heute nachmittag /44 Uhr von ſchwerem Leiden
zu erlöſen.
(10744
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Bonin, geb. Zinn, u. 2 Kinder
Profeſſor Lic. theol. Daniel Bonin u.
Frau Antonie, geb. Bindewald.
Worfelden, Mainz, Beerfelden, Pfungſtadt,
den 28. Juni 1928.
Die Beiſetzung findet Samstag nachmittag
4 Uhr auf dem Waldfriedhof in Darmſtadt ſtatt,
die Ausſegnung um 2 Uhr in Worfelden.
VERNTCHTET. Fliegen, Stechmücken, M
Ameisen, Wanzen, Küchenschaben samt 5
Fllt ist in allen einschlägigen Geschäften erhältlich.
Todes=Anzeige.
Am 27. Juni verſchied infolge Herzſchlags meine
lieke Frau, die treue Mutter unſerer Kinder
Frau Dora Götz, geb. Ili.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Wilh. Götz, Dreher
Roſa und Helene Götz.
Darmſtadt, Bad Wildungen, den 28. Juni 1928,
Die Beerdigung finder Somstag vormittag 11 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
(17049
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u dem Amtsgericht (
Johannes Wod
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Juni d. J. ab.
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Freitag den 29. Juni 1928
Seite 3
Nun er 179
A1s der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 29. Juni.
Das1 ubiläum der Freiwilligen
Sanitäts=
zupt=Kolonne vom Roten Kreuz.
Im —)men der Veranſtaltungen aus Anlaß des 40jährigen
Ju=
umss Freiwilligen Sanitälshaupttolonne vom Roten Kreuz
drmſtoi dird dieſe am Sonntag, dem 1. Juli, um 3 Uhr
chm ags, auf dem Flugplatz eine öffentliche
Sanitätsübung
Halter) den Abordnungen der auswärtigen Sanitätskolonnen vom
ten 2.f= ſowie auch der ſich hierfür intereſſierenden Bevölkerung
„mſte in Bild von der Tätigkeit der Freiw. Sanitätshauptkolonne
n N— Kreuz im Falle eines größeren Unglücks geben ſoll.
Der Sung liegt folgender Gedanke zugrunde: Bei einer
Flug=
utver Itung auf dem Flugdlatz Darmſtadt iſt ein Flugzeug in
and en und brennend in die dichtgedrangte Zuſchauermenge
ab=
ürzt- ehr als 20 Zuſchauer, ſowie der Flugzeugführer und ſeine
gleit—cd teils leichter, teils „hwerer verletzt worden. Die
Mit=
der Heiden an dieſem Tage den Dienſt als Sanitätswache auf
a Flx)iB verſehenden Züge der Freiw. Sanitätshauptkolonne vom
ten 2—/F Darmſtadt leiſten die erſte Hilfe unter gleichzeitiger
Alar=
rung Sanitätswache vom Roten Kreuz, ſowie der übrigen zwei
e d— ruptkolonne und der 3 Züge der Zweigkolonne Merck.
Die ung beginnt damit, daß der 1. und 2. Zug der
Sanitäts=
ivtkog s — wie es bei größeren Flugveranſtaltungen üblich iſt —
de — uigplatz Sanitätspoſten aufſtellen und eine Sanitätswache
richt- 1 Hierbei wird das Verbandszelt der Freiw.
Sanitätshaupt=
onne g ſchlagen. Nah Eintritt des Unglücks (angezeigt durch
en e” und Rauchentwickelung) eilen auf ein Alarmzeichen der
Ziaplal nie die Sanitätsmannſ haften herbei und beginnen mit dem
gtraw er der Verletzten von der Ungluicksſtelle und dem Anlegen
Noc ände. Die auf den Anruf „Maſſenunglück Flugplatz” bei
Sa Swache vom Roten Kreuz und der Unfallſtelle Merck
alar=
nach und nach mit den Sanitätswagen und anderen
Fahr=
rten
reffenden weiteren Mitglieder der Freiſv.
Sanitätshaupt=
die Zweigkolonne Merck legen die noch erforderlichen
Not=
r und bewirken die Ueberfuhrung der Verletzten nach den
das Einladen in dieſelben, und übernehmen die Transport=
An der Flughalle findet alsdann eine Kritik durch den In=
Sanitätskolonnen der Provinz Starkenburg ſtatt. Von der
e bei dem Abſturz eines brennenden Flugzeuges
ſtattfinden=
rung der Fenerwehr wird abgeſehen, weil dadurch das Bild
chen Sanitätsübung beeinträ=htigt würde. Nach Beendigung
treten die verſammelten Sanitätskolonnen den Rückmarſch
ot mit Muſik an. Für Zuſchauer wird der Weg am
Licht=
iftbaiu igegeben. Der Zugang von der Nieder=Ramſtädter Straße
s m—n ber Gen Atzwinkelweg erfolgen, um Unglücksfälle durch die
zu vermeiden.
Der geſchloſſene Zug der Kolonnen
latz geht durch folgende Straßen: Merckhlatz (Aufſtellung),
Noßdörfer Straße, Wieuersſtraße, Nieder=Ramſtädter
ohtwieſenweg, Flugplatz. Der Ruckuarſch durch die Stadt
Ty die Nieder=Ramſtädter Straße, Heinrichſtraße, Hochſtraße,
Schulſtraße, Ernſt=Ludwigs=Straße, Ernſt=Ludwigs=Platz (an
Schurab vorbei), Paradeplatz, wo ſich der Zug auflöſr.
tatritiskarten ſind eine halbe Stunde vor jeder Veranſtaltung
ders ſſe zu erhalten. Alles Nähere üiber das Jubiläum iſt aus
Anzeige erſichtlich
anut wurden: Am 2. Juni: die Schulqutsanwärterin Elſe
Worms zur Lehrerin an der Volksſchule zu Gimbsheim,
aus, mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ab; am
er Polizeiverwaltungsoberaſſiſtent Hermann Schmitt aus
zum Prlizeimeiſter; der Polizeioberaſſiſtent Heinrich Ja=
Friedberg zum Polizeiverwaltungsſekretär, beide mit Wir=
1. April 1928.
rannt wurden: An/ 11. Juni 1928: der Kanzliſt bei dem
* Alsfeld Friedrich Becker zum Kanzleiaſſiſtenten mit Wir=
1. Mai d. J. abz am 13. Jumi 1928: die Juſtizpraktikanten
Hold bei dem Amtsgericht Höchſt zum Oberjuſtizſekretär bei
gericht Höchſt, Fritz Benſel bei dem Amtsgericht Gießen
Taſtizſekretär bei einem noch zu beſtimmenden Gericht, Heinrich
er bei dem Amtsgericht Friebſberg zum Oberjuſtizſekretär bei
nitsgericht Mainz zum Oberjuſtizſekretär bei dem Amtsgerücht
Wilhelm Dietz bei dem Juſtizuiniſterium zum Oberjuſtiz=
Ek einem noch zu beſtimmenden Gericht, Heinz Rudolf Denn
de rntsgericht Gießen zum Oberjuſtizſekretär bei dem Amtsgericht
z2 hannes Wodicka bei dem Amtsgericht Alzcy, zum
Ober=
rr bei dem Amtsgericht Alzey, ſämtlich mit Wirkung vom
J. ab.
—— 2 dem Schuldienſt entlaſſen wurden: Am 16. Juni: die Leh=
— Petry an der Volksſchule zu Nauheim, Kreis Groß=
Dietzenbach, Kreis
—Wirkung vom 30. Juni 1928 ab.
den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 19. Juni: der Lehrer an
Sule zu Mainz Joh. Eg. Burger auf ſein Nachſuchen vom
zulG Z ab. Auf Grund des 81 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staat + uiten vom 2. Juli 1923/19. Dezember 1923, in der Faſſung des
ſetzerm 8. Oktöber 1925 (Reg.=Bl. S. 249) treten am 1. Juli 1828
n ders Geſtand: der Lehrer an der Volksſchule zu Biebelnheim, Kreis
—3 -u, Friedrich Ulrich: der Rektor an der Volksſchule zu
Lorſche eis Bensheim, Johannes Gebhardt; der Lehrer Franz
ölI) ce an der Volksſhule zu Vürſtadt, Kreis Vensheim; die
93 Der Friedrich Reinheimer an der Schillerſchule (Lyzeum
s nſchule) in Friedberg, und Gottfried Wilhelm Müller an
nanſtalt und Frauenſchule in MMainz.
— tor Dr. Julius Hofmann †. Dieſer Tage ſtarb in Baltimore
S.23 ver Paſtor Dr. Julius Hofmann, ein Sohn unſerer heſſiſchen
Heiman =it einem Menſchenalter der Seelſorger der dortigen
evange=
iſchern ousgemeinde. An den Beiſetzungsfeierlichkeiten nahm faſt
die gez Gemeinde, nahezu 500 Seelen, teil, und der „Baltimore
Cor=
ſpord -” widmete dem Entſchlafenen ſpaltenlange Nachrufe, ein
Lob=
jed o’ —s ſegensreiche Wirken des Verſtorbenen für das Deutſchtum
im AV 7d. Paſtor Dr. Julius Hofmann, der Ende Mai die Augen
ſchloß, wurde am 4. April 1865 in Friedberg (Oberheſſen)
Der Vater, ein Fechtmeiſter im ehemaligen Großherzoglich
Infanterie=Regiment „Kaiſer Wilhelm”, ließ ſeinem Sohne
zeichnete Erziehung zuteil werden. Im Jahre 1871 beſuchte
Hofmann die Pfarrſchule zu Wiſſen, dann die Realſchule in
ad nach dem Beſuch der Stadtſchule zu Bochum das Gymna=
Hießen. 1885 bezog er als Student der Theologie die dortige
E. Nach beſtandenem Examen, wandte er ſich nach Baſel,
dort im Sommerſemeſte= und ging nach Friedberg auf das
Seminar. Er machte dann einen Kurſus im „Rauhen Hauſe‟
—g und im „Diakonifſenheim in Altona durch. 1889 erging an
ruf, an der Zionsgemeinde in Baltimore als Hilfsprediger zu
virkel eſhen er annahm. In dieſer Eigenſchaft organiſierte er den
Tein, den Kirchenmuſikverein zur Pflege klaſſiſcher Muſik und
griry 2 ein Gemeindeblatt neben einer Sonntags=Bibliothek. Im
Jahrr/ )0 machte der junge Prediger eine Reiſe nach der alten
Hei=
nat 1 verehelichte ſich in der Schweiz mir Frl. Adele Chalin. Nach
ine2 ckkehr wurde er als Inſtrukteur im germaniſchen Deparlement
3 Hopkins Univerſität neben ſeiner Amtstätigkeit angeſtellt.
Im 1rar 1825 wurde ihm die Gemeindefeelſorge übertragen. Sein
ſegerr: Ges Wirken in der Zionsgemeinde, wos er für das
Deutſch=
tum 2 ket hat, wird den Deutſch=Amerikanern Baltimores Livergeſſen
bleulxs Ehre ſeinem Andenken!
Geinfahrt. Auf das Inſerat in der heutigen Nummer, betr.
Aensu g in der Abfahrtzeit zur Rheinfahrt am 1. Juli, weiſen wir
beſorch. hin.
Gegen die Kriegsſchaldiäge.
Die Darmſtädter Studentenſchaft veranſtaltete geſtern abend im
Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters eine öffentliche
Kund=
gebung gegen die Kriegsſchuldlüge.
Vor 14 Jahren fielen in Serajewo, die verhängnisvollen Schüſſe.
Neun Jahre ſind es her, daß das wehrloſe deutſche Volk zur
Unter=
zeichnung des Verſailler Diktats gezwungen wurde. Die akademiſche
Jugend will, ſo führte der Vertreter des Ausſchuſſes der Darmſtädter
Studentenſchaft aus, die Bedeutung dieſer Tage dem Volke immer
wie=
der in die Erinnerung zurückrufen, ihre Bedeutung vor Augen führen
und gleichzeitig das Gelöbnis ablegen, nicht eher zu ruhen, bis die
Lüge von der deutſchen Kriegsfchuld, und mit ihr das Friedensdiktat
von Verſailles, verſchwunden ſind.
Sodann ergriff das Wort
Prof. Dr. Martin Spahn,
der u. a. ausführte: War ſind ein Volk der Arbeit. Es iſt ſch.ver, ein
ſolches Volk dazu zu bringen, daß es in ſeiner Arbeit innehält, den
Sinn wegwendet von ſeiner Tätigkeit, um ſich zu ſammeln und, wenn
auch nur für Minuten, innezuhalten, um die Gedanken einem anderen
Ziel, einer gemeinſamen Sache zuzuwenden. Daraus erklärt ſich wohl,
daß der 28. Juni 1919, unter ſo furchtbarer ſeeliſcher Erregung er auch
erlebt wurde, ſich nicht tiefer eingeprägt hat in unſer Daſein, daß er
für die große Maſſe unſeres Volkes Jahr um Jahr vorübergeht, faſt
unbemerkt. Es kommt dazu, daß unſer Volk ſo ſchwer dazu zu
be=
wegen iſt, über innere Gegenſätze ſich hinwegzuſetzen und ſich zu
ge=
meinſamer Kundgebung zu vereinen. Darum muß bei uns, wenn eine
Flamme gehütet, ein Feuer im Brennen gehalten werden muß, ſo
etwas geſchaffen werden, wie es im alten Rom der Tempel der Veſta
war. Die Deutſche Studentenſchaft hat die Aufgabe übernommen, die
Erinnerung zu hüten an den 28. Juni 1919 und dieſe Erinnerung zu
verbinden mit einem immer neuen Antrieb zur Reinigung unſerer
Volksſeele von ungerechter Anklage, von einem falſchen
Schuldbewußt=
ſein. Es gilt die Erinnerung zu wahren und aus der Erinnerung
regelmäßig auch eine Mahnung für uns zu machen. Der Vortragende
ſchilderte ſodann die ſeeliſche Erregung in der Nationalverſammlung
vor der Entſcheidung über die Unterzeichnung des Friedensdiktates und
die bange Erwartung des feindlichen Auslandes, das im Falle der
Nichtunterzeichnung zu Konzeſfionen bereit geweſen ſei. Aus der
Un=
terſchrift entwickelte ſich in unſerem Volke ein bis in die letzten Tiefen
der Volksſeele reichender Kampf der gegenſätzlichen Anſchauungen und
Mcinungen. Zwei Anklagen traten damals nebeneinander, die
An=
klage der Deutſchen gegen Deutſche, daß man die Möglichkeit des
Frie=
dens im Jahre 1917 ausgeſchlagen habe, und die Kriegsſchuldlüge, die
Anklage der Feinde, daß wir gewiſſenlos, aus imperialiſtiſcher
Geſin=
nung und Eroberungsgelüſten, den Krieg entzündet hätten. Es war zu
fürchten, daß unſer Volksgeiſt unter dem Druck dieſer doppelten
An=
klage völlig zermürbt und endgültig zerſtört würde. Die innere
Zer=
riſſenheit, die dadurch hervorgerufen wurde, hat uns die Jahre nach
dem Krieg ſo ſchwer gemacht.
In den verfloſſenen Jahren hat einerſeits die Wiſſenſchaft und
an=
dererſeits die parlamentariſche Unterſuchung ihr Möglichſtes getan, um
Licht in das Dunkel zu bringen. Der Unterſuchungsausſchuß des
Reichstages, der im Sommer 1919 noch von der Nationalverſammlung
ins Leben gerufen wurde, ſollte urſprünglich eine Art von
Staats=
gerichtshof werden, um die Staatsmänner, Generäle und Politiker des
alten Negimes vor ſich zu fordern und ſie zu verurteilen. Mit Mühe
und Not gelang es damals der Beſonnenheit alter Parlamentarier,
daß auf den Staatsgerichtshof verzichtet wurde, und daß nur eine
vor=
bereitende Unterſuchung geführt werden ſollte, von deren Ergebnis man
es abhängig machte, ob die Verhörten dor einen Staatsgerichtshof
ge=
ſtellt werden ſollten. Zwei der Unterausſchüfſe ſind im weſentlichen
zu dem Ergebnis gekommen, daß die Behauptung, daß 1917 der Friede hätte
geſchloſſen werden können, nicht gerechtfertigt war. Es lag kein
ernſthaftes, glaubwürdiges Angebot des Gegncrs vor. Nicht einmal
eine ſchuldhafte Unterlaſſung hat man den Männern des alten
Regi=
mes nachweiſen können. Von dieſem Schuldbewußtſein ſind wir ſeeliſch
entlaſtet. Und das gleiche gilt auch von der Scuild am Kriege. Wir
ſind auch frei geworden von dem Druck, den Schuldkomplex vom Juli
1914 zurückzuſchieben in die Zeit um die Jahrhundertwende. So oft
wir verſuchen, gegen die Kriegsſchuldlüge anzurennen, ſo oft ſchleudert
man uns die Weltmeinung entgegen. Wir dürfen uns dieſem
angeb=
lichen Richterſpruch nicht unterwerfen. Wir dürfen nicht ruhen, bis man
uns in unſerem geſamten Volkstum anerkennt und uns wieder die
Ach=
tung entgegenbringt, die wir ein Recht haben, von der ganzen Welt zu
verlangen. Dieſer Kampf gegen die Weltmeinung, gegen das Plebiszit
der Menſchheit, muß von uns durchgeführt werden. Wir haben den
Krieg nicht gewollt. Wir haben ihn nicht verurſacht. Wir haben
ge=
kämpft in dem Bewußtſein, für eine gerechte Sache zu kämpfen, in der
Verteidigung zu ſtehen, unſeren Boden zu behaupten, unſer Volk zu
ſchichen. Alle Parteien, von der äußerſten Rechten bis zur äußerſten
Linken, ſind heute darin einmütig, daß die Behauptung von
Deutſch=
lands S huld am Kriege eine Lüge iſt. Die Feinde haben uns der
Schuld geziehen. Sie glaubten daraufhin, mit uns keinen Frieden
machen zu müſſen, ſondern als Richter uns gegenübertreten zu dürfen.
Der Richterſpruch erging ſo, daß wir als Volk an unſerem Leib aufs
ſchrecklichſte verſtümelt wurden, und daß wir als Volk auf lange Jahre
mit dem ſchwerſten Frondienſt und den ſchverſten Zahlungen belaſtet
wurden. Wenn es uns auch reöchlich ſchwer fiel, die Tatſachen
hinzu=
nehmen, ſo haben wir uns doch angepaßt. Das bedeutet aber niht, daß
wir uns dauernd in dieſe Lage finden müſſen, daß wir nicht wieder
zu Anfehen, zur Geltung, zur Freiheit kommen müßten. Unſer Volk
iſt das Volk der Arbeit. Darauf beruht vielleicht ſeine politiſche
Schwäche. Aber die Geſchichte hat auch dargetan, daß es ſeine Stärke
iſt. Es hat ſich aus dieſer Arbeitſamkeit immer wieder die
wirtſchaft=
lichen Mittel und die ſittliche Zucht erarbeitet. Durch Jahrtauſende
hindurch hat ſich das immer wiederholt, dieſes Vorwärtsſchreiten,
die=
ſes Rückſchlagerleiden, dieſes eine Weile Stilleſtehen, um ſich zu
ſam=
meln, und dann die unverdroſſene Wiederaufnahme der Arbeit zum
Fortſchritt. Dazu kommt eine tiefe Religioſität, die unſerem Volke den
Weg vorzeichnet und ihm ſein Ziel ſetzt.
Es iſt eine Sache der innerſten Weſenserhaltung unſeres Volkes,
daß der Kampf gegen die Kriegsſchuldlüge nicht zur Ruhe kommt. Und
wer könnte dieſe Flamme beſſer hüten als unſere akademiſche Jugend.
Mit einer Mahnung, die Erinnerung an den 28. Juni 1919
wachzuhal=
ten, ſchloß der Vortragende. Er erntete reichen Beifall.
Den Abſchluß der Kundgebung bildere die Verleſung folgender
Entſchließung der Deutſchen Studentenſchaft:
Am 28. Juni 1914 fielen in Serajewo die erſten
verhängnis=
vollen Schüſſe des Weltkrieges. Fünf Jahre ſpäter, wiederum
am 28. Juni, wurde das wehrlos gemachte deutſche Volk zum
Bekenntnis ſeiner Schuld am Kriege und zur Unterzeichnung des
Verſailler Diktats gezwungen.
Längſt hat die deutſche und ausländiſche Forſchung die
Be=
hauptung vom deutſchen Kriegswillen und deutſcher Schuld als
Lüge entlarvt, aber noch immer muß ſie die Begründung liefern
für die Durchführung des Verſailler Diktats, für die
Zerſtücke=
lung und Unterdrückung Deutſchlands.
Darum erhebt die Deutſche Studentenſchaft alljährlich am
28. Juni einmütig mit dem ganzen deutſchen Volke ihre Stimme
gegen das erpreßte Schuldbekenntnis. Die Deutſche
Studenten=
ſchaft wird dieſen Ruf nicht verklingen laſſen, bis die deutſche
Ehre durch die Befreiung vom Verſailler Diktat und ſeinem
Artikel 231 wieder hergeſtellt iſt.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Neue Vorteile für
die Mieter des Landestheaters. Die Zahl der Vorſtellun=
nur noch 4.45 Mark in den Hauplmieten A bis D, und 4,15 Mk. in den
Hauptmieten E und L; ein Platz im zweiten Rang nur noch 2,15 Mark
(2 Mark), ſtatt wie bisher 2,50 Mk. Die neuen Mietbedingungen ſind
erſchienen und in der illyſtrierten Werbeſchrift des Lansestheaters
ent=
halten, deren Zuſendung man bei der Mietabteilung verlangen wolle.
Den bisherigen Mietern werden ihre Mietplätze noch bis zum 15. Juli
freigehalten.
Ueberall Anerkennung!
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Fräderer Henarauren au Fidgeig, Piagas 1. Heragalungs
Gediegenste Ausführung durch die Reparaturwerkstätte
des Pianoforte- und Harmoniumlagers
LI. H. Lfmiermann, dar mStadt, ar dienSik. 21, nächst Rheinsr.
itwilligst und unverbindlich. (10531a
Fachmännische Beratung
— Inbiläum. Auf eine 25jährige Tätigkeit als kaufmänniſcher
An=
geſtellter blickt am 1. Juli d. Js. Herr Hermann Penk, Wenckſtr. 37,
im Hauſe E. Merck zurück.
— Sommer=Bühne Harprecht. Louis Verneuils bekanntes
Luſt=
ſpiel in 4 Akten „Duwirſt mich heiraten!” in der
hervorragen=
den Beſetzung des Harprecht=Enſembles bleibt nur noch wenige Tage,
bis einſchließlich Montag, auf dem Spielplan. (Siehe Auzeige.)
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die Geſamtausſtellung der
Piper=Drucke, über die die hieſige Preſſe ſchon ausführliche
Be=
ſprechungen gebracht hat, hat einen über Erwarten ſtarken Beſuch
auf=
zuweiſen. Die Ausſtellung kann leider nicht, wie beabſichtigt war
ver=
längert werden; ſie bleibt am Samstag geſchloſſen und iſt am
Sonn=
tag, 1. Juli, von 11—1 Uhr zum letztenmal geöffnet.
— Volkshochſchule. Beſichtigung der Zigarrenfabrik
A. Freund A.G., Pfungſtadt, am Mittwoch, den 4. Juli 1928. Abfahrt:
Autoomnibus ab Schloß, 14,35 Uhr nachmittags, Pfungſtadt an 15,05
Uhr. Fahrpreis 60 Pf. Meldungen in unſerer Geſchäftsſtelle,
Mathil=
benplatz 17, erbeten.
VEin saten nor kainen Mag?
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Seifenhaus am Schillerplatz, Fernruf 2073.
Täglich unverbindliche Vorführung.
(10731
— Liederzweig Darmſtadt. Der Liederzweig hat am uächſten
Sams=
tag Familienabend auf dem Heiligen Kreuz und geſtattet ſich, ſeine
ver=
ehrten Mitglieder und Freunde heute ſchon darauf aufmerkſam zu
machen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Goldmünzen — geſetzliche Zahlungsmittel. Es wird darauf
hin=
gewieſen, daß die auf Mark lautenden Goldmünzen auch jeßzt noch
geſetzliche Zahlungsmittel ſind und von jedermann in Zahlung
genom=
men werden müſſen mit der Maßgabe, daß eine Mark Nennwert gleich
einer Reichsmark gilt. — Bei der Reichsbank werden die
vorbezeich=
neten Goldmünzen gegen andere Zahlungsmittel auf Verlangen
um=
getauſcht.
— Schweſternfeſt des Alice=Frauenvereins. Das Schweſternfeſt des
Alice=Frauenvereins, bei dem au ſolche Schveſtern, die längere Jahre
ihre Dienſte in Treue und Gewifſenhaftigkeit dem Ve=ein gewidmer
haben, Auszeichnungen verliehen werden, fand am 24. Juni d. J. im
S hveſternhaus des Alice=Hoſpitals, dem Eleonorenhaus, ſtatt. Nach
einem Choralgeſang der Schweſtern ſprach der Hauptgeſchäftsführer,
Mi=
niſteria?direktor Dr. Kratz, den Schveſtern den Dank des Vereins für
ihre aufopfernde Tätigkeit im Dienſte der leidenden Menſchheit aus
und verlas ſodann die Namen der auszuzeichnenden Schweſtern, denen
durch die Hand der Vorſitzenden, Ihrer Königlichen Hoheit der
Groß=
heizogin Eleonore, die Auszeichnungen überreicht wurden. Im
An=
ſchluß hieran blieben die Mitglieder des Hauptvorſtandes mit den
Schweſtern, den Vorſtänden der Krankenpflegeſtationen, den im Alice=
Hoſpital tätigen Aerzten und anderen Gäſten bei einer Erfriſchung
zu=
ſammen. Frau Rechtsanwalt Dingeldey, begleitet von Frau Profeſſor
Kleinen, erfreute die Anweſenden durch Violinvorträge, Fräulein Grete
Witzel durch geſangliche Darbietungen. Die Hofſchauſpielerin i. R. Ethel
feſſelte die Zuhörer durch mehrere mit bekannter Meiſterſchaft
vorge=
tragene Gedichte, darunter zwei von Robert Schneider eigens zu dieſem
Zweck zur Verfügung geſtellte, noch nicht veröffentlichte Werke.
W. Das Digkoniffenhaus Elifabethenſtift hat von jeher die geiſtliche
Muſik gepflegt. Außer den rhythmiſch geſungenen Chorälen in den
Gottesdienſten und dem Pſalmengeſang wurde mancher mehrſtimmige
Chor eingeübt und vorgetragen zur Ehre Gottes und zur Freude von
Geſunden und Kranken. Gerade letztere ſind zumeiſt dankbar für Muſik.
Neulich hatte das Städtiſche Orcheſter, dirigiert von Herrm Kapellmeiſter
Schlupp, die Freundlichkeit, im Stiftsgarten zu ſpielen; am 17. Juni
erfreute uns Herr Hofrat Ottenheimer mit vier ſeiner Schüler
und Schülerinnen mit einem feinen Konzert.” Kommenden Sonntag, den
1. Juli, wird der in Oberheſſen rühmlichſt bekannte Langgönſer
Poſaunenchor vormittags im Stiftsgarten und in der Stiftskirche
blaſſen und mit dem Chor der Eliſabethenſchule nachmittags 4 Uhr in
der Stadtkirche eine kirchenmuſikaliſche Feier veranſtalten. Der Eintritt
iſt frei; beim Ausgang iſt Gelegenheit zu einem Opfer für den dringend
nötigen Krankenhausneubau des Stifts.
— Nächſte Dampfer=Abfahrten der Hamburg—Amerika=Linie. Nach
New York, Halifax: „Thuringia” ab Hamburg am 4. 7. direkt,
„Cleveland” ab Hamburg am 4. 7., ab Kuxhaven am 5. 7., „Hamburg”
ab Hamburg am 12. 7., ab Kuxhaven am 13. 7., „Albert Ballin” ab
Hamburg am 19. 7., ab Kuxhaven am 20. 7., „Weſtphalia” ab
Ham=
burg am 25. 7., „New York” ab Hamburg am 26. 7., ab Kuxhaven am
27. 7., „Deutſchland” ab Hamburg am 2. 8., ab Kuxhaven am 3. 8.,
„Clevel ind” ab Hamburg am 8. 8., ab Kuxhaven am 9. 8. — Nach
Kanada: „Hada County” am 28. 6., „Bochum” am 5. 7., „Brant
County” am 19. 7. — Nach Philadelphia, Baltimore
Weſtindien, Weſtküſte Zentralamerika: „Rugia” am
30. 6., „Ingrid Horn” am 7. 7., „Eupatoria” am 14. 7., „Adalia” am
21. 7., „Teutonia” am 28. 7., „Mimi Horn” am 4. 8. — Nach Porto
Nach Mexiko: „Albingia” am 7. 7., „Nordſchleswig” am 18, 7..
„Rio Bravo” am 31. 7., „Grunewald” am 11. 8., „Nordfriesland” am
22. 8. — Nach der Oſtküſte Südamerika: „Oliva” am 4. 7.,
„Sachſenwald” am 7. 7., „Holm” am 11. 7., „Legie” am 21. 7. — Nach
der Weſtküſte Südamerika: „Berengar” am 30. 6., „Negada”,
am 14. 7., „Planet” am 28. 7. — Nach Niederländiſch=Indien:
„Naumburg” am 4. 7., ein Dampfer am 18. 7., Hannover am 1. 8.
Nach Auſtralien: „Neckar” am 30. 6., „Magdeburg” am 11. 7., je ein
Dampfer am 18. 7. und 1. 8. Nach Südafrika: „Lüneburg” am 21. 7.,
„Amaſis” am 18. 8. — Nach Oſtaſien: „Hadenſtein” am 30. 6.,
„Scheer” am 7. 7., „Rheinland” am 14. 7., „Carl Legien” am 20. 7
„Havelland” am 28. 7. — Hamburg—Rhein=Linie: wöchentlich
ein Dampfer. Hamburg—London=Linie: dreimal wöchentlich.
Mitgeteilt durch die Vertretung der Hamburg—Amerika=Linie,
Bank=
geſchäft Friedrich Zaun, Darmſtadt, Luiſenplatz 1. Telephon 1308
und 1309.
Seite 6.
Freitag, den 29 Juni 1928
Bruchheilung.
— Die Heſſiſche amtliche Preſſeſtelle ſchreibt: Es gibt viele Arten
von Brüchen. Die meiſten ſind Folgen einer angeborenen Schwäche
der Muskeln und Bänder. Eine ſchablonenhafte Behandlung oder
Be=
ſeitigung iſt unmöglich. Nur eine gewiſſenhafte ärztliche Beratung
unter genauer Berückſichtigung der Begleitumſtände kann eine
Beſeiti=
gung oder wenigſtens eine tragbare Milderung der Beſchwerden
be=
wirken. Ob Bruchband oder Operation oder ein anderes als wertvoll
anerkanntes Verfahren in Betracht kommt, muß der Arzt entſcheiden.
Es handelt ſich nicht um ſofortige Behebung gefahrdrohender
Erſchei=
nungen. Man hat Zeit und Gelegenheit, nicht einen, ſondern zwei und
mehr Aerzte zu hören. Merkwürdig! Wertvolle Gegenſtände und
Waren kauft man nicht beim Hauſierer; aber das wertvolle Gut, die
Geſundheit, vertraut man gedankenlos Wanderärzten und dergleichen
an. Für alle iſt es eine Warnung zur Vorſicht, was die
Polizeipreſſeſtelle Hamburg veröffentlicht:
Gegen das in Hamburg von dem Arzt Dr. Hermann L. Meher
Mitte 1926 unter der Firmenbezeichnung
„Hermes”, ärztliches Inſtitut für orthopädiſche Bruchbehandlung,
G. m. b. H., Hamburg, Eſplanade 6.
gegründete Unternehmen ſind aus überaus zahlreichen Ortſchaften
Deutſchlands Anzeigen von vorwiegend den ärmeren Klaſſen
angehören=
den Bruchleidenden erſtattet worden, nach welchen ſchwerſte Vorwürfe
und Anklagen erhoben werden. Die von amtlichen Stellen
veranlaß=
ten Ermittelungen haben zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen
den Arzt Dr. H. L. Meher und andere mit dem Unternehmen
ver=
bundene Aerzte geführt. Die Vorunterſuchung wegen fortgeſetzten
Be=
trugs, Wuchers und unlauteren Wettbewerbs iſt vom Landgericht
Ham=
burg eröffnet.
Es liegt im Allgemeinintereſſe und insbeſondere aller mit
Bruch=
leiden behafteten Kranken, daß reſtloſe Klarheit darüber herbeigeführt
wird, inwieweit die gegen das Hermes=Inſtitut erhobenen Vorwürfe
berechtigt ſind. Die Ermittelung aller ſich durch das Hermes=Inſtitut
geſchädigt fühlenden Perſonen iſt dringend erforderlich.
Nach dem Anzeigenmaterial und der beſchlagnahmten umfangreichen
Korreſpondenz, welche das Hermes=Inſtitut ſowohl mit den Patienten
als aber auch mit ihren Reiſevertrauensärzten und umgekehrt führte,
fühlt ſich ein erheblicher Teil der Patienten durch das Hermes=Inſtitut
ſchwer geſchädigt. Es wird behauptet, daß durch vom Hermes=Inſtitut
erlaſſene Zeitungsannoncen (Bruchheilung ohne Operation, ohne
Be=
rufsſtörung uſw.) der Glaube erweckt werde, daß Bruchheilung
garan=
tiert werde, weiter, daß teilweiſe tatſächlich mündlich und auch
ſchrift=
lich Garantie der Heilung zugeſichert war. Schädigung wird auch darin
erblickt, daß nach den Annoncen angenommen werden mußte, es handle
ſich um eine beſondere Art der Behandlung, wodurch die Patienten
ſchriftliche Zahlungsverpflichtungen, die in keinem Verhältnis zu den
Leiſtungen ſtehen ſollen, eingingen, zu deren Erfüllung ſie nach den
Anzeigen in ſchärfſter, rückſichtsloſeſter Form gezwungen werden.
Zahl=
reiche Anzeigen bewegen ſich auf der Linie, daß behauptet wird, es
handle ſich lediglich um das Anmeſſen und Liefern von Bruchbändern,
die in vielen Fällen nicht paßten und ernſte körperliche Schädigungen,
auch ſchwerſte Berufsſtörungen herbeiführten. Es liegen weiter
An=
zeigen vor, in denen behauptet wird, daß Kranke durch Vorſpiegelung
falſcher Tatſachen, u. a. dadurch, daß ihnen gegenüber Erſatzpflicht der
Krankenkaſſen behauptet wurde, zur Eingehung vor Verpflichtungen
verleitet wurden. Schließlich wird der ſchwere Vorwurf erhoben, daß
von einer ordnungsmäßigen ärztlichen Behandlung oder
Nachbehand=
lung durch die Vertrauensärzte des Inſtituts keine Rede ſein kann,
und daß infolge eingetretener ſchwerer körperlicher Schäden die
In=
anſpruchnahne ortsanſäſſiger Aerzte, ja in einigen Fällen ſogar
Kran=
kenhausbehandlung erforderlich wurde.
Bemerkt wird, daß ähnliche Anzeigen gegen ein gleichfalls in
Ham=
burg exiſtierendes Inſtitut „Hanſa” erſtattet ſind.
Die Kriminalpolizei Hamburg fordert alle Perſonen, die ſich durch
die genannten Inſtitute geſchädigt fühlen, auf, unbedingt Anzeigen
zu erſtatten. Solche können direkt an die Kriminalpolizei Hamburg
oder an den Unterſuchungsrichter 6 beim Landgericht in Hamburg, aber
auch bei den Polizei= und Gerichtsorganen der Wohnorte der Kunden
angebracht werden.
— Weiterbeſtehen der Kriſenunterſtützung. In der Oeffentlichkeit
wird verſchiedentlich angenommen, daß die Kriſenunterſtützung für
Arbeitslofe am 1. Juli 1328 außer Kraft tritt. Dieſe Auffaſſung iſt,
wie von zuſtändiger Stelle mitgeteilt wird, irrig. Nach dem
maßgeben=
den Erlaß des Reichsarbeitsminiſters vom B. März 1928 bleibt die
Kriſenunterſtützung in dem Umfange, in dem ſie bisher eingeführt iſt, bis
auf weiteres beſtehen. Außer Kraft treten nur die
Uebergangsvorſchrif=
ten, die nach dem Geſetz über Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenver=
ſicherung für diejenigen Perſonen gelten, die beim Inkrafttreten dieſes
Geſetzes bereits Erwerbsloſen= oder Kriſenunterſtützung bezogen haben.
p. Steuervorauszahlungsgeſetz für 1928. Intereſſenten ſeien
dar=
auf hingewieſen, daß Anträge im Sinne der Artikel 2, 6, 7. 9, 9a und
9b der Sondergebäudeſteuerverordnungen vom 10. März bzw. 11. Okt.
1926 auch für das Rechnungsjahr 1928 zugelaſſen ſind. Sie ſind aber
im Rechtsmittelverfahren, d. h. innerhalb der einmonatigen von
Zu=
ſtellung des Steuerbeſcheids an laufenden Friſt geltend zu machen.
Die in Nr. 141 vom 21. Mai d. Js. in dem Aufſatz über
Sonder=
gebäudeſteuer erwähnten Anträge auf Erlaß der Steuer fallen
nicht unter dieſe Friſt.
Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentliche
Sitzung am Samstag, den 30. Juni, vorm. 9 Uhr: Vorentſcheidung
gegen den ſtädtiſchen Verwaltungsſekretär Götter in Mainz; 10 Uhr:
Kreisamtliche Beanſtardung des Beſchluſſes des Gemeinderats Groß=
Zimmern wegen Kommunaliſierung des Beerdigungsweſens.
Tp. Bezirksſchöffengericht. 1. Adam Neff von Viernheim ſteht
unter der Anklage, daſelbſt in der Nacht vom 30 91. April 1938 durch BOT8 Mit dem FaBschweiß.
Einbruch und Einſteigen aus einem einer Mannheimer Firma
gehöri=
gen Filialen etwa 50 Mark bares Geld und Lebensmittel= und AehseloderHandschweiß
andere Waren entwendet zu haben. Bei der vorgenommenen
Haus=
ſuchung wurde das Diebesgut vorgefunden. Er erklärt, er habe ins
Ausland gehen wollen, aber die zu dieſem Zweck nötigen Papiere nicht
erhalten können. Das Urteil erkennt auf 2 Jahre Gefängnis.
— 2. Ein Kaufmann, der ſeit 1927 in Biſchofsheim ein
Fahrzeug=
geſchäft betr eb, iſt wegen Betrugs angeklagt. Vorher betrieb er als
G.m.b.H. in Offenbac eine liquidierte Lederwarenfabrik. Die
Biſchofs=
heimer Volksbank gab ihm den nötigen Kredit. Mit einem
intereſſier=
ten Gläubiger ſchloß der Angeklagte einen gerichtlichen Vergleich, der
einem ernannten Liquidator ganz beſtimmte Richtlinien gab. Er will Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
hierin nur eine ſogen, ſtille Liquidation, eine Art Moratorium, unter
Aufſicht des beſtellten Liquidators verſtanden haben. Kleinere Beträge,
die eingingen, wurden vom Angeklagten zur Schuldenabdeckung
ver=
wandt, wie er angibt, mit Zuſtimmung des beſtellten Liquidatocs. Im
übrigen möchte er eine etwa begangene ſtrafbare Handlung mit einer
ſeit dem Feldzug beſtehenden Malaria tropiea entſchuldigen. Der Be= Theater.
trug wird darin gefunden, daß der Angeklagte, nachdem die Kaſſierer
von der Liquidation verſtärdigt, zur Zahlung nur an den Liquidator
verwieſen worden waren, trotzdem Gelder noch unter falſcher
Vorſpie=
gelung einkaſſiert habe. Das Urteil ſpricht frei. Die
Dar=
ſtellung, die vom Angeklagten bereinnahmten Gelder ſeien zur
Dek=
kung von Geſchäftsſchulden verwendet worden, iſt in der Verhandlung
nicht widerlegt worden. Die Abſicht ſich oder einem Dritten einen — Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min
rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verſchaffen, mußte verneint
werden. Nach außen kin war Angeklagter verfügungsberechtigt ge= 7 Uhr 30 Minuten.
blieben
*p. Amtsgericht I. Wegen Sachbeſchädigung haben ſich zwei
Stu=
denten zu verantworten. An dem Hauſe Grafenſtraße 16 haben ſie s uhr. — Nachm. 5 Uhr. — Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min,
eine eingehängte Plakattafel weggenommen und auf die Straße
ge=
worfen. Da die Angeklagten angeben, hierwegen auch Strafbefehl
wegen groben Unfugs erhalten zu haben, muß die Sache ausgeſetzt
werden.
* Zum Kriegsſchädenſchlußgeſetze.
v. Aus einer am 7. Juni 1928 erlaſſenen Verordnung erſcheint das
Nachſtehende bemerkenswert: Der Anſpruch auf die Schlußentſchädigung
iſt übertragbar und vererblich; er iſt inſoweit unpfändbar, als der Heinrich Weber, Wagnermeiſter i. N., zur letzten Ruho.
Zahlungsbetrag 1000 Mark nicht überſteigt. Abtretungen, Verpfändun= große Anzahl Leidtragender, ſeine Schulkameraden
un=
gen und Pfändungen, die gegen dieſe Vorſchrift der Unpfändbarkeit verein „Liederzweig”, deſſen langjähriges Vorſtands= uwö
verſtoßen, ſind vom Reichsentſchädigungsamt nicht zu berückſichtigen, der Verſtwrbene war, gaben ihm das letzte Geleite und
Soweit Ungewißheit darüber beſteht, ob der Entſchädigungsanſpruch an ſeinem Grabe nieder. — Beim Jubelfeſte des
Arbe=
auf einen Dritten übertragen oder mit dem Rechte eines Dritten be= Vereins Urberach verunglückte der hieſige Turner
laſtet iſt, iſt der Zahlungsbetrag, der, ſofern der Grundbetrag, weil ſe, daß er in das Krankenhaus verbracht werden mu
20 000 Mark nicht überſteigend, bar gezahlt wird, unter Verzicht auf trägt der junge Mann keinen dauernden Schaden dahor
das Recht der Nücknahme zu hinterlegen. Wird der Zahlungsbetrag wachſel. Gaſtwirt Ernſt Jung wird ab Juli die Go
in das Schuldbuch des Reichs eingetragen, ſo iſt die Reichsſchuldenver= „Ludſvigsbuche” in Kranichſtein übernehmen, während
waltung um Eintragung eines Beſchränkungsvermerks zugunſten des „Zum Schwanen”, hier, von Gmil Schäfer weitergefü
Dritten zu erſuchen. Verfügungen über ins Reichsſchuldbuch eingetra= Geſangverein „Sängerluſt” beteiligt ſich am ko
gene Forderungen ſind, ſoweit nicht das Recht eines Dritten oder eine an dem Geſangswettſtreit zu Heidesheim a. Nh.
Verfügungsbeſchränkung des Gläubigers ins Schuldbuch eingetragen iſt,
ohne Nückſicht auf die Höhe der Forderung zuläſſig. Teilüberrragun= heim für das Rechnungsjahr 1928 liegt in der Zeit
gen ſind nur in durch 50 teilbaren Reichsmarkbeträgen zuläſſig. Der bis einſchließlich 1. Juli d8. Js. auf der Bürgermeiſten
öffentliche Glaube der Schuldbucheintragungen bedingt, daß, wenn eine pffen. Aus dem Voraſchlag ſind folgende Zahlen hon
eingetragene Forderung im Schuldbuch auf einen anderen Gläubiger
übertragen wird, dieſer die Forderung auch erwirbt, ſoweit ſie dem bis= betrag mit 130 000 Mk. wird durch eine Umlage gede
her eingetragenen Gläubiger nicht zuſtand. Rechte Dritter an der der Gemeinde beträgt 2 152 410,93 Mk. und bringt einn
Forderung ſowie Verfügungsbeſchränkungen des bisherigen Gläubigers trag von 132387,08 Mk.; die Schulden der Gemeinde be
ſind dem neuen Gläubiger, gegenüber nur wirkſam, ſoweit ſie im
Schuld=
buch eingetragen ſind.
Für die Tilgung der Schuldbuchforderungen iſt ein Til= Kalbhenn iſt als Pfarrverwalter nach Maulbach j. 53
gungsplan maßgebend. Die den Grundbetrag von 20 000 Mark über= an ſeine Stelle tritt Herr Pfarraſſtent Bremmer,
ſteigenden Schuldbuchforderungen werden in den Jahren von 1930 (bis leute Philipp Baſſeyauer 4. und Peter Kreuter 7.
ſpäteſtens jeweils 31. März) bis 1948 getilgt. Begonnen wird mit der Anlaß ihrer Goldenen Ehefubiläen die Glückwünſche
Tilgung der kleinſten Grundbeträge. Die Zahlung der Kinſen, die zu regierung durch den Herrn Miniſter des Inner z
6 Prozent vom 1. April 1929 ab in halbjährlich poſtnumerando zahl= die in beiden Fällen noch mit einer Chrengabe von
baren, jeweils am 15. April und 15. Oktober fälligen Raten erfolgt,
geſchieht ebenſo wie die der Tilgungsbeträge der eingetragenen
Forde=
rungen ſpäteſtens am Fälligkeitstage. Die eingetragene Forderung worden ſind. Die Bürgermeiſterei, weiſt deshab in
lautet auf Reichsmark. Für jede geſchuldete Neichsmark iſt in geſetz= machung darauf hin, daß landwirtſchäftliche Sonntagsnbe
lichen Zahlungsmitteln der Preis von 1ſo Kilogramm Feingold zu
zahlen.
Vollmachten für das Schlußentſchädigungsverfahren ſind in
beglau=
bigter Form und, ſofern ſie zur Geldempfangnahme ermächtigen, unter
Beifügung einer beglaubigten Abſchrift einzureichen. Lautet die
Voll=
macht auf einen bei einem deutſchen Gericht zugelaſſenen Nechtsanwalt,
ſo bedarf es der Beglaubigung der Unterſchrift des Vollmachtgebers
nicht. Eine einzureichende Abſchrift der Vollmacht kann der Rechts= Abſatzgenoſſenſchaft des Obſt= und Gartenbauvereins
anwalt ſelbſt beglaubigen.
Treffen Wertpapierſchäden mit Sachſchäden zuſammen, ſo werden feger 2. und Georg Lang verantwortlich zeichnen, veröf
beide Arten von Schäden getrennt entſchädigt.
Anmeldungen von Banken für Wertpapiere, die im
Innenverhält=
niſſe zum Vermögen eines Dritten gehören, bedürfen zu ihrer
Wirk=
ſamkeit einer genauen Bezeichnung der Kunden und der geltend
gemach=
ten Nechte nach Art und Höhe; für jeden Kunden iſt eine beſondere
Anmeldung einzureichen.
Iſt für Wertpapierſchäden eine Nachentſchädigung wegen
Gering=
fügigkeit verſagt worden (8 15 Abſ. 2 der Nachentſchädigungsrichtlinien),
ſo iſt für die Berechnung der Schlußentſchädigung der Friedenswert
der Wertpapiere maßgebend.
Zuſtellungen an die Entſchädigungsberechtigten können auch durch
eingeſchriebenen Brief erfolgen. Haben dieſelben Wohnſitz oder
dauern=
den Aufenthalt nicht im Deutſchen Reiche, ſo kann das
Reichsentſchädi=
gungsamt die Benennung eines Zuſtellungsbevollmächtigten verlangen,
ſofern nicht bereits eine im Reiche wohnhafte Perſon zum Vertreter
beſtellt wurde.
Lofgle Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Nolizen ſind onsſchlietlich ais Hinweiſe auf Anzelgen m beiracen. Verein hat im Krieg 35 Mitglieder durch den Heldentod
in keinem Falle irgendwie elt Beſbrechung oder Kritk.
— Bund Königin Luiſe. Die Kameradinnen werden ge= aus Pfungſtadt, halten. Sportwerbewoche, der
beten, Freitag, den 29. Juni, abends 8 Uhr, im Fürſtenſaal zu dem verein Pfungſtadt hat beſchloſſen, in der Zeit vom 2. bis
Vortrag des Herrn, Oberſtleutnants v. Hagen über „Leuthen und
Friedrich der Große” recht zahlreich erſcheinen zu wollen. Auch An= Handballſpiel, Leichtathletik) abzuhalten. Von auswärige
gehörige und Freunde des Bundes ſind herzlich eingeladen.
—Verein ehem. 117er Darmſtadt. An die 5.
Wieder=
ſehensfeier am Sonntag, 1. Juli, in Jugenheim a. d. B. werden unſere B5jährigen Jubiläumsfeſt des Naſenſportvereins „Germani
Mitglieder nochmals erinnert. Um zahlreiche Beteiligung wird im
kameradſchaftlichen Intereſſe gebeten.
— Train=Vereinigung 18. Das für Samstag, den 30.
Juni, geplante große Militärkonzert im Orangeriegarten zugunſten des verſtändlich mehrere wichtige Raſenſpiele aller Art. Am e
Denkmalsfonds, ausgeführt von der Kapelle der 5. Fahrabteilung
Lud=
wigsburg, kann leider nicht ſtattfinden, weil laut Mitteilung des
Wehr=
kreiskommandos 5 der Kapelle die Erlaubnis zum Spielen in Uniform
ſeitens des Reichswehrminiſteriums nicht erlaubt wurde.
— Verein ehemaliger Angehöriger des Großh. den. Zur Verſteigerung gelangten ungefähr 60 Loſe. 3
Artilleriekorps. Die Vereinigung ehemal. „Lützower” hat uns zufriedenſtellend.
zu ihrem erſten Stiftungsfeſt eingeladen. Sonntag, 1. Juli,
nachmit=
tags 4 Uhr, bei Sitte (gelber Saal). Wir bitten um zahlreichen Beſuch, von hier ſollte duuh einen Gendarmeriehauptwachtmeiſt
—Kameradſchaftl. Verband der Kriegsbeſch. und Arbeitsſtelle verhaftet werden. Nachdem die Veuhaſtung
Kriegsteilnehmer, Darmſtadt. Am heutigen Freitag,
den 29. Juni, abends 8 Uhr, im Mathildenhöhſaal (Dieburger Straße) beſonnene Genbarmeriehauptwackhtmeſter mit Schießen du
Monatsberſammlung. Auf der Tagesordnung iſt auh der Punkt legte, aufgab.
„Sommerausflug” vorgeſehen.
— Herrngarten=Café. Heute finden zwei Konzerte ſtatzt. ßung der Kirchenregierung wurde die zweite lutheriſche
Nachmittags 4 Uhr Künſtlerkonzert und abends 8 Uhr großes Konzert Groß=Umſtadt dem Pfarrer Paul Becker zu Schwanheit .
des Stadtorcheſters unter Leitung des Kavellmeiſters W. Schlupp.
ohne geſundheitliche Schädigung durch ein=bis zweimal ge Einreibung mit
9643a
AANONA
bei garantierter Heilwirkung
Preis der Originalflaſche 4.50
Alleinverkauf für
Darmſtadt
Wittg Hermes
Landestheaterfriſeur
Luiſenſtr. 8
Tageskalender für Freitag, den 29. Juni 1928.
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum, abends 20.15 Uhr,
Sommer=
bühne Harprecht: „Du wirſt mich heiraten”. — Konzerte:
Schloß=
kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim. —
Wie=
ner Kronenbräukeller, abends 20 Uhr: Großes Konzert.
— Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße)
Freitag, den 29. Juni: Vorabend ottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 30. Juni: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt für die Wochentage: Morgens 7 Uhr. — Abends
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 30. Juni: Vorabend 7 Uhr 45 Min. — Morgens
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. — Abends 8 Uhr,
Donnerstag, den 5. Juli: Schiw’oOſſor Betammus, Abends
8 Uh. 15 Min. — Schluß 9 Uhr 30 Min.
Aus Heſſen.
4n. Arheilgen, B. Juni. Sterbefall.
Fſtery
J. Griesheim, 28. Juni. Der Voranſchlag der
geſamten Einnahmen und Ausgaben betragen 534 576
Mk., dieſe erfordern einen jährlichen Zinſendienſt
und eine jährliche Tilgung von 10 128,39 Mk. —
waren. — Das hieſige Feldſchutzperſonal hat feſtgeſtellt.
tagsarbeiten auf dem Felde in der letzten Zeit wieder
halb des militäriſchen Abſperrungsgebiets geſtattet ſind un
ſchutzperſonal Weiſung erhalten hat, gegem alle dieſen
Strafanzeige zu erſtatten, die in anderen Gemarkungste
tagen bei der Arbeit betroffen werden.
4a. Eberſtadt, 27. Juni. Bilanz der Lande
lichen Genoſſenſchaft. Die Landwirtſchaftliche
ſichtsrat Ludwig Eckhardt und für deren Vorſtand (
ihre Vermögensbilanz über das abgelaufene Geſchäftsig
Neingewinn beträgt 386,15 RM., davon wurden 100 RM
fonds, 200 RM. der Betriebsrücklage und die reſtlich=
Rückſtellungskonto überwieſen. Aktiva und Paſſiva ſchlief
RM. ab. Das Geſchäftsguthaben der Genoſſen beträgt 2
Aa. Pfungſtadt, B8. Juni. Geſchäftsjubiläum
faktur=, Weiß= und Modewarengeſchäft J. Heß, Pfar
dieſſen Tagen auf ein 25jähriges Geſchäftsbeſtehen zurückb
Herrenurhr, iſt zur Nachtzeit einem hieſigen Eint
Hof geworfen worden. Es handelt ſich um eine Nick=
Polizeiverwaltung zu erhalten iſt. Man nimmt an, daß
wo geſtohlen worden iſt. So wurden z. B. kürzlich in
ziegelei Uhrendiebſtähle aufgedeckt. Es konnte jedoch feſtt
daß die gefundene Uhr aus jenen Diebſtählen nicht herri
Jubiläum der „Germanig‟. Am Tage des B
läums (1. Juli) des Raſenſportvereins „Germanig” fint
auf dem Sportplatz des Vereins, der bereits ein Chrenm
Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg gefallenen Sportl
Gedächtnisrede wird ein alter Sportfreund, Pfarrer Wi
Sportwerbewoche mit größeren ſportlichen Veranſtaltun
den beſonders Sportler aus Dietzenbach bei Offenbach ern
Aa. Pfungſtadt, 27. Jumi. Sportvereinsjubi
das am kommenden Samstag und Sonntag abgehalten
bringt man, beſonders in den Kreiſen der ſportfreudigen
ßes Interſſe entgegen. Im Mittelpunkt der Veranſtaltung t
findet nach einem Fackelzug ein Feſtkommers ſtatt.
Aa. Eſchollbrücken, 27. Juni. Heugrasverſteig
Heugras der Gemeindewieſen iſt zu Beginn der Woche v
k. Noßdorf, 28. Juni. Fluchtverſuch. Ein 19jä1
machte er einen Fluchtverſuch, den er jeboch in dem Auge
Le. Groß=Umſtadt, B. Juni. Kirhliches. Dr 4:
Pfarrer Becker iſt geboren zu Darmſtadt. Seine erſte Ver
er nach beendigtem Stubium als Pfarraſſiſtent in Gieße
Jahre 1923 iſt er Pfarrer in Schwanheim. Mit der E
Pfarrers Becker wird die zweite lutheriſche Pfarrſtelle, die
verwaiſt war und nur vorübergehend von Verwaltern be
nunmehr wieder engültig beſetzt. Damit iſt ein langgel
der beteiligten Kirchengemeinden in Erfüllung geganger
ſchen dem neuen Geiſtlichen eine geſegnete Wirkſamkeit
meinden Semd und Nacbach. — Die Landwirtſchaf *
zugs= und Abſatzgenofſenſchaft Groß=Umſtadt
Samstag, den 30. Juni, abends 8½ Uhr, bei Herrn Eg.
ordentliche Generalverſammlung ab. Infolge des Ablau
periode ſcheiden die Vorſtandsmitglieber Herr Prof. Dr. B
im Auffichtsrat die Herren Ludwig Ednann und Heinr”
Die Ausſcheidenden ſind wieder wählbar. Der Bilanz e!
folgendes: 1. Geſchäftsguthaben bei Genoſſenſchaften 4
Mobiliareinrichtung 1 Mk., 3. Warenbeſtände 6121 Mk.,
bei Genoſſen B 464 Mk., 5. Notſtandskredite 8168 Mk., 6.
7719 Mk. Als Paſſiva erſcheinen: 1. Reſervefonds 904
triebsrücklage 1565 Mk., 3. Geſchäftsguthaben der Genoſſ /4
4. Bankſchulden 4890 Mk., 5. Notſtandskredite 12B5 Mk.,
der Warenlieferanten 1064 Mk. 7. Rückſtändige Verwaltu
Mark, 8. Wechſel 22000 Mk. Es verbleibt ein Reingewinn
Vorgeſchlagen werden 10 Prozent Ziaſen für die Geſct
Prozent Warendividende und 10 Prozent Einlage in
rücklage.
r. Babenhaufen, 26. Juni. Der Schrebergart
ſeit einigen Jahren dahier gegründet, veranſtaltete um
mittag unter Hinzuziehung der Bewertungsrichter Vi
und Müller von hier ſeine diesjährige Gartenbeſichti
Sauberkeit und Geſamteindruck der etwa 50 Gärten faſſe
anlage im ſogen. „Feldchen” wurden bewertet. Das G
war äußerſt befriedigend. Das Stück Boden, das der Sta
gärtnern zur Verfügung ſtellte, iſt von den Pächtern in ( (.al
genommen worden. Daß die Bewertungsrichter der
die Note „Sehr gut” ausſtellten, gereicht nicht nur 10=
Schrebergartenverein zur Ehre, ſondern auch der Stadt ſ”
auf eine ſolche, nach ſegensreicher Arbeit geſchaffene Muſt
kann.
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Freitag, den 29. Zuni 1928
Seite 7
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2. Ruf nach Verwaltungsreform in Heſſen. — Ungünſige Rückwirkungen aus der
Erz=
beier’ſchen Sieuerreform für die Gemeinden. — Schaffung freier Schiedsgerichte. —
For=
derung nach Lockerung bezw. Beſeitigung der Wohnungszwangswirtſchaft.
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Begrüßungs=Abend.
ftern fand in den Mauern der Kreisſtadt Groß=Gerau der dies=
Heſſiſche Landgemeindetag ſtatt. Aus dieſem Anlaß hatte die
erwaltung Groß=Gerau am Vortage einen Empfangsabend im
„Zur goldenen Krone” veranſtaltet. Bei dieſer Gelegenheit
fan=
aus allen Teilen des Freiſtaates Heſſen Vertreter der dem
Land=
ges betag angeſchloſſenen Gemeinden ein. Der Bürgermeiſter der
Kr1 adt, Dr. Lüdecke, bewillkommnete die erſchienenen Gäſte aufs
he)yſte, bedauerte aber, daß ſich nicht mehr Kollegen zu dem
Emp=
vend eingefunden hatten. Die Landgemeinden würden, wie er
we ausführte, noch nicht den richtigen Zuſammenhalt zeigen und
w=r ihre Intereſſen noch nicht mit dem erforderlichen Eifer
ver=
tre. Er hoffe aber, daß hald der Tag koummen werde, wo man die
9— rdigkeit einer ſtarken Landgemeindeorganiſation einſehen würde.
Es1 erfreulich, daß auch verſchiedene Gemeinderäte anweſend ſeien.
G5Berau vermöge zwar nicht vieles, aber von Herzen Kommendes zu
bis. Der Bürgermeiſter begrüßte dann den inzwiſchen eingetroffenen
K—1irektor des Kreiſes Groß=Gerau, Dr. Merck. Hierauf begrüßte
no s des Vorſtandes und des verhinderten Vorſitzenden des Heiſiſchen
La1 =meindetages Bürgermeiſter Dr. Völſing=Alsfeld die
an=
we en Vertreter des heſſiſchen Landgemeindetages. Er ſei ſehr
er=
fr Ɨber den Empfang, den die Stadt Groß=Gerau den Vertretern
be te, und dankte hierfür herzlich. Aus dem nicht allzu ſtarken
B. des heutigen Begrüßungsabeuds dürfe kein Schluß auf eine
Intereſſeloſigkeit gezogen werden, vielmehr ſeien es die be=
Ihen Reiſeverhältniſſe, die es namentlich den Vertretern aus
OS =ſſen unmöglich gemacht hätten, am Empfangsabend teilzunehmen.
Nrrdig ſei, daß der Landgemeindetag auf ſeiner diesjährigen
Veu=
tw agung von neuem den ſtarken Exiſtenzwillen der Landgemeinden
gez iHer den rorgeſetzten Behörden bekunde. Das große Intereſſe,
des — Heſſiſche Landg=meindetag in den letzten Jahren erfahren habe,
reulich im Hinblick auf die Entwickelung des Verbandes. Es
he ich immer wieder gezeigt, daß man ſich, ſtets von neuem regen
mu, um nicht bei allen möglichen Gelegenheiten an die Wand gedrückt
rrden. Der Redner leerte darauf ſein Glas auf das Wohl der
Groß=Gerau. Der Empfangsabend, bei dem noch verſchiedene
Bungsreden gehalten wurden, war von muſikaliſchen Darbietungen
deſangsvorträgen umrahmt.
Der 8. Vertretertag in der Turnhalle
zu Groß=Gerau
reſtern vormittag ſtatt. Die Turnhalle war prächtig mit friſchem
mit dem heſſiſchen Staatswappen und den Reichs= und
Landes=
z geſchmückt. Im Gegenſatz zu dem Vortag hatte ſich eine ſehr
Anzahl von Bürgermeiſtern und Gemeinderäten, ſowie
Vertre=
tez er Behörden zu der Tagung eingefunden. Die Begrüßungs=
=che hielt der 1. Vorſitzende, Bürgermeiſter Alexander=
Gon=
m. Er hieß die Ehrengäſte, ſeine Kollegen und die Vertreter der
arden herzlich willkommen und führte dann u. a. aus: Zunächſt
* es mich, der Stadt Groß=Gerau herzlichen Dank zu ſagen für die
liche Aufnahme, die wir hier gefunden haben. Ich ſpreche Herrn
Tidecke meinen verbindlichſten Dank für die freundliche Aufnahme
Von Behörden ſind heute bei unſerer Tagung vertreten: das
Mi=
unm des Innern dunch Herrn Oberregierungsrat Schwamb. Der
Miniſter bedauert in einem Schreiben, daß er leider an der
Ta=
micht teilnehmen kann. Wir hätten es gerne geſehen, wenn der
Miniſter des Innern anweſend geweſen wäre, und daß er
perſön=
r den Fragen, die erörtert werden, Stellung genommen hätte. Ich
Der beſtimmten Hoffnung Ausdruck, daß wir bei der nächſten
rg auf die perſönliche Anweſenheit des Herrn Mimiſters rechnen
r. Der Herr Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft iſt
bedauerlicher=
werhindert, an der Tagung teilzunehmen, und wünſcht beſten Er=
Sie wiſſen alle, daß ſich der Abbau der Kriſenfürſorge in den
Monaten zu Ungunſten der Gemeinden ausgewirkt hat, und wir
er Mittel und Wege finden, daß wir daraus herauskommen. Wie
er Geſchäftsſtelle der Landestagung mitgeteilt wird, hat ſich der
ker für unſere Forderung nachdrücklich eingefetzt. Der Vorſitzende
Ste weiter die Vertreter des Deutſchen Landgemeindetags, Herrn
Sſtat Schellen, des Preußiſchen Weſtverbandes, Herrn Dr. Schmoll,
es Badiſchen Verbandes, Herrn Bürgermeiſter Menges=Gernsbach,
Kreisdirektor Merck, fowie die Vertreter der Arbeitsämter in
r, der Gewerkſchaft der heſſiſchen Gemeindebeamten, der Naſſauiſchen
Sverſicherungsbank in Wiesbaden, der Kommunalen Landesbank,
alle übrigen Ehrengäſte. Zum Schluſſe führte er aus: Ich kann
genug betonen, daß wir heute den Vertretertag des Heſſiſchen
xemeindetages haben. Es kommt immer vor, daß der Vertretertag
andgemeindetages mit der Hauptverſammlung des
Landesverban=
ſſiſcher Bürgermeiſter zuſammengeworfen wird. Heute werden die
eſſen der Gemeinden vertreten, währenb auf der Tagung des
Bür=
iſterverbandes lediglich die Intereſſen der Bürgermeiſter
beſpro=
werden.
nſchließend dankte Herr Oberregierungsrat Schwamb als
Ver=
der Regierung zunächſt dem Vorſitzenden für die liebenswürdigen
der Begrüßung, und überbrachte die Grüße des Herrn
Innen=
ers, der leider verhindert ſei, ſelbſt an der Tagung teilzunehmen.
Linſchte der Tagung einen guten und erfolgreichen Verlauf. In ſei=
Inſprache kam er dann auf die öffentliche Verwaltung zu ſprechen.
Vorgänge des Jahres 1918 hätten in Deutſchland viel geändert.
Verfaſſungen, die im Laufe des Jahres 1919 im Reich und den
—rn angenommen worden ſeien, hätten die neuen Tatſachen, die
da=
reſchaffen worden ſind, ſtaatsrechtlich feſtgelegt. Es ſei in den
ver=
nen Jahren verſucht worden, den Geiſt dieſer Verfaſſung
herein=
gen in die innere Einrichtung unſeres Hauſes. Manches ſei in die=
Feziehung geſchehen, noch vieles bleibe zu tun. In den letzten
Jah=
ei der Ruf nach Verwaltungsreform immer lauter geſvorden. Der
Miniſter habe bei der Beratung des Staatshaushaltsplanes darauf
wieſen, daß das Hauptaugenmerk darauf gerichtet ſei, die neue Ge=
meindeverfaſſung der Städte= und Landgemeinden dem Landtag
vorzu=
legen. Es werde dies vorausſichtlich im Laufe der Wintertagung
ge=
ſchehen. Die Vorarbeiten, die ja ſchon recht lange im Gange ſeien, ſeien
auch zu einem geliſſen Abſchluß gekommen. Soviel dürfe jedenfalls
ge=
ſagt werden, daß die Neform eines berückſichtigen werde, nämlich daß
die Grundlage jeder Verwaltung immer die untere
Zelle — die Gemeinde — bleiben muß, und daß es nicht
ſo ſein dürfe, das Recht der Verwaltung der „unteren Zelle zu
be=
ſchränken, ſondern die Selbſtverwaltung zu befeſtigen und auszubauen.
Das werde nur erreicht werden können, wenn das Miniſterium bei
ſei=
nen Arbeiten eine rege Mitarbeit aus den Kreiſen der Praktiker
er=
fahren wird.
Min.=Rat Schellen übermittelte die Grüße des Deutſchen
Land=
gemeindetags.
Staatsrat a. D. Dr. Schmoll, geſchäftsführendes
Vorſtandsmit=
glied des Preußen Landgemeindetags Weſt, wünſchte der Tagung vollen
Grfolg. Er betonte, daß die Saargemeinden der Stunde der
Vereini=
gung harren, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Vereinigung
bald kommen möge.
Bürgermeiſter Menges übermittelte die Wünſche des Verbandes
der badiſchen Landgemeinden und dankte für die Einladung.
Der Tagung wünſchte ferner noch vollen Erfolg Kreisdirektor Dr.
Merck, Oberbürgermeiſter Dr. Kranzin=Offenbach.
Bürgermeiſter Dr. Lüdecke bewillkommmete die Tagungsteilnehmer
im Namen der Kreisſtadt Groß=Gerau und dankte für die freundlichen
Worte des Vorſitzenden. Ev gab der Hoffnung Ausdruck, daß ſich alle
Beſucher der Tagung in Groß=Gerau wohl fühlen möchten und daß die
Tagung den gewünſchten guten und erſprießlichen Verlauf nehmen möge.
Hierauf erſtattete der Vorſitzende, Herr Bürgermeiſter
Alexan=
der, ſeinen Geſchäftsbericht, aus dem man mit Befriedigung entnehmen
kann, daß die Zahl der Mitgliedsgemeinden ſich im abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahre uu 13 vermehrt hat; ſie iſt von 902 im vorigen Jahre auf
915 geſtiegen, die Seelenzahl aller im Verbande vereinigten Gemeinden
beträgt gegenüber 869 165 im Vorjahre heute 887 608. Bei einer
Geſamt=
einwohnerzahl der Landgemeinbden Heſſens noch der letzten
Volks=
zählung von 922 762 (die Einwohnerzahl der Städte beträgt 424 527)
werden alſo von dem Heſſiſchen Landgemeindetag 96,2 Prozent der
Be=
völkerung der Landgemeinden vertreten. Leider gibt es immer noch
un=
zugängliche und unverbeſſerliche Gemeinden, die in uwerſtändlicher,
eigenbrötleriſcher Abſicht beiſeite ſtehen, ſo u. a. in den Kreiſen Erbach,
Groß=Gerau, Heppenheim, Alsfeld, Friedberg, Lauterbach, Schotten,
Alzeh, Oppenheim, Worms. Weitev verwies Bürgermeiſter Alexander
auf die Rechtsauskunftsſtelle, die ſich im abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahre einer gegen das Vorjahr weſentlich vermehrten
Inanſpruch=
nahme erfreute. Es wurden rund 200 ſchriftliche Rechtsauskünfte
er=
teilt und Gutachten erſtattet. Sie bezogen ſich auf alle Fragen, die eine
Geweindeverwaltung bewegen können, u. a. auf das Gebiet der
Aufwer=
tung, auf das Füvſorgeweſen, die Arbeitsloſenfürſorge, das
Straßen=
weſen, Beamtenfragen, das Gemeindewahlgeſetz uſw. Er richtete von
neuem die Mahnung an die Mitgliedsgemeinden, in Streitfällen, in die
ja die Gemeinden heute leider ſo oft verwickelt werden, nicht immer
erſt das Gutachten des Landgemeindetags einzuholen, wenn gar kein
anderer Weg mehr gegangen werden kann, ſondern ſofort oder
wenig=
ſtens dann noch, wenn für die Gemeinde noch ein günſtiger Vergleich
möglich iſt. Die Möglichkeit ber Anrufung der Rechtsauskunftsſtelle
ent=
bindet natürlich die Gemeinden nicht, ihre ſtreitigen Angelegenheiten
auch ihren vorgeſetzten Dienſtſtellen und gegebenenfalls den zuſtändigen
Verwaltungsgerichten zur Entſcheidung vorzulegen. In einer Reihe von
Vorſtandsſitzungen wurden in den Hauptſyche die im
Vorder=
grunde des Intereſſes ſtehenden Probleme kommunalpolitiſcher und
wirt=
ſchaftlicher Art behandelt, wie bie Verwaltungsreform, und im
Zuſam=
menhang damit der Entwurf des neuen Gemeindebeamtengeſetzes, die
Aufvertunn der Schuldſcheindarlehen der Gemeinden, die Umlagen zur
Heſſiſchen Verſicherungsanſtalt für gemeindliche Beamte, der Abſchluß
eines Haftpflichtverſicherungsvertrages, das Straßenweſen in Heſſen,
bzw. das Geſetz hierüber, der Entwurf eines
Steuervereinheitlichungs=
gefetzes, die Koſten der höheren Schulen in Heſſen, bie Koſten der
Nah=
rungsmittelkontrolle, die Bierſteuer, die Lockerung der
Wohnungs=
zwangswirtſchaft, die Arbeitsloſenfürſorge, das neue Kirchenſteuergeſetz,
die Beſoldungsreform, die Haftpflicht der Gemeindebehörden bei
Ertei=
lung von Auskünften, alles Arbeitsgebiete, die man nur wit ihrem
Namen zu nennen braucht, um das Maß der von dem Vorſtand
geleiſte=
ten Arbeit ermeſſen zu können, gauz abgeſehen von der großen Zahl
hier nicht erwähnter anderer Fragen und geſchäftlicher Angelegenheiten.
In den Vorſtandsſitzungen des Deutſchen Landgemeindetags
kamen das Steuervereinheitlichungsgeſetz, die Arbeitsloſenfürſorge, der
Finanzausgleich, die Aufwertung der Gemeindeanleihen, der Entwurf
eines Nentnerverſorgungsgeſetzes, die Verwaltungsreform, die
Förde=
rung des Wohnungsbaues, die Kreditverſorgung der Landgemeinden,
die Reichskreisordnung, die Eingemeindungsbeſtrebungen der
Groß=
ſtädte, Gasfernverſorgung, Reichsfinanzſtatiſtik u. a. m. zur Sprache.
Der Vorſitzende erwähnte dann noch, wie überaus ſchwierig es für die
Landgemeinden ſei, ſich gegenüber den Reichsbehörden die Geltung zu
verſchaffen, die ihnen als Machtfaktor, als Intereſſenvertretung der
Hälfte aller Einwohner Deutſchlands eigentlich zukommen ſollte. Die
Landgemeinden ſeien leider zu lange untätig geweſen, bis ſie durch die
Not der Zeit aufgerüttelt wurden, ſich zuſammenzuſchließen. Es werde
noch vieler Mühe und Arbeit bedürfen, bis ſie ſieh die Stellung und
Geltung verſchafft haben werden, wie ſie der ihnen gegenüber ſo
mäch=
tige Deutſche Städtetag dank ſeines langen Beſtehens und ſeiner
jahr=
zehntelangen, zielbewußten Arbeit heute einnimmt. Der Vorſitzende
behandelte dann weiter rein interne Angelegenheiten, wie die
Geſchäfts=
führung des Heſiſchen Landgemeindetages und die Geſchäftsführung
des Deutſchen Landgemeindetages, und ging dann auf einige
Haupt=
aufgaben des Verbandes Heſſiſcher Landgemeinden näher ein. So
nannte er die fur die Gemeinden von ſo weittaagender Bedeutung ſich
leider nur ſehr langſam entwickelnde
Verwaltungsreform
an erſter Stelle. Wieviel hat man nun ſchon in Heſſen geredet und
ge=
ſchrieben von der komnenden Verwaltungsreform, wie ſie ſein ſoll, und
was für neuzeitliche Errungenſchaften alle in ihr verankert werden
ſollen. Von wirklichen, erfolgverheißenden Vorſchlägen hat man aber
bisher nur ſehr wenig geſehen. Auch im Berichtsjahre iſt die
Verwal=
tungsreform nicht weſentlich vorangekommen. Die Arbeiten des Unter
ausſchuſſes für Verwaltungsreform ſtocken nun faſt ein Jahr. Es liegen
eine Reihe dringender Probleme zur Regelung vor, die von dem
Aus=
ſchuß begonnene Beratung des Entwurfs einer einheitlichen
Gemeinde=
ordnung muß endlich fertiggeſtellt werden, die Neuregelung des
hefſi=
ſchen Gemeindebeamtenrechts iſt wahrhaftig dringend genug, um
end=
lich verabſchiedet werden zu können, zahlreiche andere Fragen bedürfen
der Löſung. Die Vertreter der heſſiſchen Landgemeinden ſind gerne
be=
reit, poſitib mitzuarbeiten, der Heſſiſche Landgemeindetag ſelbſt hat den
dringenden Wunſch, die Verwaltungsreform in Heſſen nun endlich und
ſo raſch als möglich abgeſchloſſen zu ſehen. Er erwartet von ihr eine
Befruchtung der Tätigkeit der heſſiſchen Gemeinden, eine Würdigung
der kommunalen Selbſtändigkeit und eine Vereinfachung und
Verbilli=
gung der Verwaltung und des Inſtanzenzugs.
Die Finanzwirtſchaft der Gemeinden
iſt durch die Erzbergerſche Steuerreform ſeſt dem Jahre 1920
außer=
ordentlichen Beſchränkungen unterworfen. Während früher das Reich
ſich mit Zöllen und Abgaben begnügte, ſind jetzt die Einkommensſteuer
und Vermögensſteuer, die früher die Länder und Gemeinden ausſchöpfen
konnten, Steuern des Reichs. Die Gemeinden ſind auf die
Stenerüber=
weiſungen angewieſen, die auf Grund feſtgelegter Verteilungsſchlüffel
den Ländern zugehen und von dieſen wieder an die Gemeinden
weiter=
gegeben werden (1). Während ſeither die Gemeinden über die Höhe
der ihnen zuſtehenden Anteile vollſtändig im Dunkeln rappten, ſind ſie
jetzt wenigſtens auf Grund der Schlüſſelzahlen, die nunmehr miniſteriell
bekannt (18, 24) gegeben werden, in der Lage, ſowohl ihren Anteil bei
den einzelnen Ausſhüttungen, als auch den Anteil errechnen zu
kön=
nen, den ſie von der Einkommenſteuer, Körperſchaftsſteuer und
Umſatz=
ſteuer aus der Kommunalmaſſe für ein Rechnungsjahr insgeſamt
vor=
ausſichtlich zu erwarten haben. Die Anhänger des Zuſchlagsrechts
wer=
den daher im Hinblick auf das ſtete Nachlaſſen der Steuerkraft weiter
Kreiſe und der hierdurch notwendig werdenden Erleichterungen in der
Einkoyrmenſteuergeſetzgebung ſich zu der Anſicht durchringen müſſen, daß
da, wo nichts zu verſieuern iſt, auch keine Zuſchläge
erhoben werden können.
Auch der Entwurf eines Steuervereinheitlichungsgeſetzes bringt das von
den Gemeinden geforderte freie Verfügungsrecht, wenigſtens über die
Realſteuern, nicht, denn dieſe Steuern, das ſind die Grund= und
Ge=
werbeſteuer, bleiben nach wie vor Landesſteuern, und das Land beſtimut,
in welcher Weiſe dieſe Steuern auch für Rechnung der Gemeinden
er=
hoben werden können. Nach wie vor werden alſo die Gemeinden in
ſteuerlicher Abhängigkeit von Reich und Ländern bleiben. Wir müſſen
daher fordern, daß in dem neuen abſchließenden Finanzausgleich
ein=
deutig ausgeſprochen wird, was die Gemeinden in Erfüllung der ihnen
vom Reich übertragenen neuen Aufgaben zu erwarten haben, denn bei
aller Sparfomkeit in der gemeindlichen Finanzwirtſchaft iſt es zurzeit
nicht möglich, mit den vom Reich und Land bewilligten
Steuerüßerwei=
ſungen auskommen zu können.
Die Gemeinden ſind an der Grenze ihrer
Leiſtungs=
fähigkeit angelangt;
eine Heraufſetzung der Realſteuern wird von den Wiutſchaftsverbänden
als für die geſamte Wirtſchaft untragbar bezeichet. Unter dieſen
Um=
ſtänden iſt es aber auch zunächſt ganz ausgeſchloſſen, daß die Gemeinden
die im Finanzausgleich von 1927 vorgeſehene und von der Wirtſchaft
ge=
wünſchte Senkung der Grund=, Gebäude= und Gewerbeſteuer vornehmen.
— Weiter befaßte ſich Bürgermeiſter Alexander mit der
Haftpflicht=
verſicherung der Gemeinden, die den Mitgliedern bei einer
wäßigen Prämie einen Verſicherungsſchutz gewährt. Hierauf ging der
Vorſitzende zur
Neuregelung der Gemeinde=Beamtenbeſoldung
über und bemerkt hierzu, daß es überaus ſchwer geweſen war, nach der
Aufhebung der 1922er Richtlinien durch den Landtag einen Weg zu
finden, um auch in den Gemeinden in gerechter Weiſe für beide Teile,
Anſtellungskörperſchaft und Beamten, die Neuregelung der Beſoldungen
durchzuführen, nachdem die reichs= und ſtaatliche Regelung erfolgt war.
Nachdem ſich herausgeſtellt hatte, daß un eine Wiederherausgabe von
Richtlinien oder an etwas Aehnliches nicht zu denken war, ſah ſich der
Heſſiſche Landgemeindetag zu ſelbſtändigem Handeln genötigt, wie es
übrigens die heſſiſchen Städte ſchon immer getan haben. Nach langen
Verhandlungen mit der Gewerkſchaft heſſiſcher Gemeindebeamten kam
dann eine Vereinbarung zuſtande, die wuhl den beiderſeitigen
Anſprü=
chen und Forderungen gerecht werden wird.
Der neue Herr Miniſter des Innern ſcheint auch die Notwendigkeit
der einheitlichen Durchführung der Gemeindebeamtenbeſoldung erkannt
zu haben, denn er hat der Gewerkſchaft leſſiſcher Gemeindebeamten die
mündliche Zuſicherung gegeben, den oben erwähnten, auf freier
Ver=
einbarung beruhenden Beſoldunugsplan den Kreisämtern mit der
Weiſung zugehen zu laſſen, ihn bei ihren weiteren Amtshandlungen auf
dem Gebiete des Beſoldungsweſens als Grundlage dienen zu laſſen.
Eine ſolche Regelung wäre ein recht verheißungsvoller Vorläufer der
nächſten Aufgabe zwiſchen Gemeinden und Beamtenſchaft, die ſich die
Schaffung freier Schiedsgerichte zum Ziele geſetzt haben, wie ſie in
unſeren Nachbarländern mit gutem Erfolge ſchon ſeit Jahren arbeiten.
Doch dieſe Frage iſt noch im Stadium der Entwicklung. — Hinſichtlich
der längſt überflüſſig gewordenen
Wohnungszwangswirtſchaft
vertritt der Vorſtand den Standpunkt, daß dieſer letzte Reſt von
Zwangswirtſchaft ſobald als möglich zu beſeitigen iſt und in den
Ge=
meinden des flachen Landes heute ſchon beſeitigt werden kann, ja ſchon
ſeit mindeſtens 1 Jahre hätte aufgehoben ſein können. In den
größe=
ren Induſtrie= und Arbeitergemeinden, Land adtchen und
Vororts=
gemeinden jedoch wird ſich eine gänzliche Aufhebung ohne gewiſſe
Siche=
rungen wohl heute noch nicht durchführen laſſen. Mit der Ablehnung
aller Anträge, die doch ſchließlich alle auf das gleiche Ziel hinausliefen,
kann der Entwicklung der Verhältniſſe auf dem Wohnungsmarkte nicht
entgegengewirkt werden. Vielmehr wird der Ruf nach Beſeitigung
T 14
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Seite 8
Freitag, den 29. Juni 1928
dieſes letzten Reſtes von Zwangswirtſchaft namentlich ſeitens der
Land=
gemeinden, wo ſie längſt überflüſſig geworden ſind, umſo lauter und
nachhaltiger hervortreten und auch hervortreten müſſen. Wenn man
be=
rückſichtigt, daß dieſe Vorſchriften angeſichts des Fehlens jeder
Beſchlag=
nahmemöglichkeit ihre Daſeinsberechtigung ſchon längſt eingebüßt
haben, ſollte man zu der Einſicht gelangen, daß hier eine Aerderung
durchaus am Patze iſt. Der Vorſtand des Heſſiſhea
Landgemeinde=
verbandes wird zu gegebener Zeit, vielleicht in Bälde ſchon, einen neuen
Vorſtoß in dieſer Sache unternehmen.
Zum Schluß ſeiner Darlegungen machte der Vorſitzende noch einige
Bemerkungen zur
Arbeitsloſenfürſorge.
Schon ſeit Eclaß des Geſetzes über Arbeitsvermittlung und
Arbeits=
loſenfürſorge ſind die Bemühungen der Geſchäftsſtelle darauf gerichtet
geweſen, eine angemeſſene Entſchädigung für die Arbeitsleiſtung in der
Arbeitsloſenfürſorge zu erlangen. Die Gemeinden müſſen unter allen
Umſtänden verlangen, und dieſe Forderung dürfte heute von neuem
zu erheben ſein, daß ihnen für die Bewältigung dieſer eitweiſe,
namentlich in den größeren und Induſtriegemeinden, recht beträchtlichen
Arbeitsleiſtungen, die doch wahrlich in den Aufgabenkreis des Reiches
gehören, eine Entſchädigung in einer ſolchen Höhe gewährt wird, daß
ſie die für die Erledigung der Erwerbsloſenarbeiten eingeſtellten
Hilfs=
kräfte auch tatſächlich bezahlen können und nicht noch Geld zulegen
müſſen. Des Weiteren haben die Gemeinden Verwahrung eingelegt
gegen die Anordnung des Herrn Reichsarbeitsminiſters vom 23. März
Iid. J3, in welcher er ab 15. April 1998 Kriſenunterſtützung
grund=
ſätzlich nur in verſchiedenen Berufen zuläßt, und gerade die
Berufs=
gruppe 23 ausſchließt, die bei der heutigen Wirtſchaftskriſe nur ſehr
ſchwer Beſchäftigung findet, es ſind dies die ſogenannten Außen= und
Gelegenheitsarbeite:. Wie ſich dieſe Anordnung bereits ausgewirkt hat,
das haben ja die größeren Gemeinden bereits zur Genüge erfahren.
Schließlich hat ſich der Vorſtand des Heſſiſchen
Landgemeindever=
bandes auch bemüht, in den Verwaltungsausſchüſſen bei den
Arbeits=
ämtern vertreten zu ſein. Leider waren dieſe Bemühungen nur in
wenigen Arbeitsamtsbezirken von Erfolg begleitet, da ja die Kreiſe und
Städte den Standpunkt vertreten, daß in erſter Linie die
Errichtunugs=
gemeinden, zu denen aber die Gemeinden nicht gehören, ihren
Ver=
treter in die Verwaltungsausſchüſſe zu entſenden hätten.
Es folgte dann ein Vortrag des Referenten beim
Landesarbeits=
amt Frankfurt a. M. Dr. Schenk über „Arbeitsloſenfürſorge‟.
Die Verſammlung genehmigte hierauf die Rechnungsablage von
1927 und den Voranſchlag von 1998.
Bei der dann folgenden Ausſprache erregte die Mitteilung
Auf=
ſehen, daß die Stadt Offenbach gezwungen ſei, ab Montag 1400 bisher
von der Kriſenfürſorge unterſtützte Perſonen in die Wohlfahrtspflege
zu übernehmen, was dann Bürgermeiſter Ritzel (Michelſtadt)
Ver=
anlaſſung gab, die Entwicklung des Steuerweſens auf dem Lande zu
ſkizzieren, wo die finanziellen Zuſtände oft kataſtrophal ſeien. Er
be=
tonte, die Aufwendungen für Wohlfahrtsunterſtützungen
ſeien vielerorts größer, als die Einnahmen an Realſteuern, mit
Steuer=
erhöhungen ſeien die Ausgaben auf ſozialem Gebiet nicht zu beſtreiten.
Auf Vorſchlag des Redners wurde eine Entſchließung angenommen, in
der proteſtiert wird gegen die Aufrechterhaltung der jetzigen
Geſetz=
gebung, die die Laſten der Unterhaltung der Erwerbsloſen den
Ge=
meinden auferlegt. Der Heſſiſche Landgemeindetag erklärt ſich
außer=
ſtande dieſe Laſten weiter zu tragen, und fordert ſofurtige Entlaſtung
der Gemeinden. — In der Debatte wurden dann weiter verſchiedene
Klagen über die neue Abarenzung der Landesarbeitsämter laut und
Abhilfe gefordert. Anrahme fand ferner eine Entſchließunng über die
Koſten des Straßenbaues. Es wurde verlangt, die Autoſteuern auf
den Betriebsſtoff umzulegen und die Eingänge hieraus reſtlos dem
Straßenbau zuzuführen.
Als nächſtjähriger Tagungsort kommt Ober= oder Nieder=Ingelheim
in Frage. Die Entſche dung hierüber wird vom Vorſtand noch
ge=
traffen.
Starkenburger Poſaunenchorverbandss
verbunden mit der Feſer des 20jährigen Beſiehens des Poſaunenchors zu Arbeilge
Der Arheilger Poſaunenchor wurde im Jahre 1858 von einigen
Gliedern der Gemeinde gegründet, um durch ihr Muſizieven der
Ge=
meinde zu dienen. Er iſt der zweitälteſte Poſaunenchor in Heſſen und
der älteſte der Vereine in Arheilgen. Er hatte zu ſeinem Jubelfeſte die
Starkenburger Poſaunenchöre eingeladen, die ſeit einigen Jahren zu
einem Verband ſich zuſammengeſchloſſen haben. Zwanzig Chöre hatten
ſich zum Feſt eingefunden und marſchierten am Samstag gegen abend
von den Bahnhöfen ins Dorf in ihre Quartiere, die reichlich zur
Ver=
fügung geſtellt worden waren.
Um 9 Uhr bewegte ſich ein ſtattlicher Fackelzug durch die Straßen
des Orts, der ſich durch reichen Fahnenſchmuck zum Emnpfang der Gäſte
geſchmückt hatte. Es ging hinaus auf den Sportplatz des
Jünglings=
vereins, wo bald ein mächtiges Johannisfeuer aufflammte, ein
wunder=
voller Anblick, die rieſige Feuerlohe, um ſie herum die Fackelträger und
eine unüberſehhare Menſchenmenge. Die Feuerrede hielt das frühere
Mitglied des Poſaunenchores, Landesjugendpfarrer Lie, von der Au, in
wuchtigen Worten den Sinn des Feuers uns deutend. Unter Begleitung
der Geſamtchöre ertönte von vielen mitgeſungen als Abſchluß des
Abends der mächtige Choral: „Nun danket alle Gott”.
— Reichelsheim, 28. Juni. Auf nach Reichelsheim i. Odw.
zum Gauſängerfeſt und Wertungsſingen des Gerſprenzgaues, vor allem
am Samstag abend, den 30. d8. Mts., zum Feſtkommers mit großzügig
angelegter Schloßwald= und Schwimmbadbeleuchtung, ſowie
Geſangsvor=
trägen und Schauturnen der beiden Turnvereine mit ihren
Damen=
riegen. Sonntag früh 9 Uhr beginnend Wertungsſingen einer größeren
Anzahl Vereine im Saale zur Eiſenbahn, dann von ½11—12 Uhr
Platz=
konzert, ausgeführt von der gut verſtärkten Kapelle Bund, und
Maſſen=
chor ſämtlicher Vereine auf dem Marktplatz. 1½ Uhr Aufſtellung der
Vereine zum Feſtzug und Durchmanſch der Ortsſtraßen nach dem
jdhl=
liſch, ſchattig gelegenen Feſtplatz am Schloßwalde und Schwimmbad.
— Hirſchhorn, 28. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
N. Juni 079 Meter, am V. Juni 0,75 Meter.
Mit friſcher Marſchmuſik ging es in die Quartiere. Am frühen
Morgen wurden die Einwohner durch Choräle begrüßt, die an zwölf
verſchiedenen Plätzen erklangen. Nach einer kurzen Morgenwache, die
auf den Ton dankbarer Freude abgeſtimmt war, fand unter Leitung des
Dirigenten des Arheilger Poſaunenchors, E. Breitrück=Darmſtadt, eine
Probe für die verſchiedenen Maſſenchöre ſtatt. Um 10 Uhr ſammelte ſich
vor der Kirche die Gemeinde zu einem Gottesdienſt, der fehr ſtark
be=
ſucht war. Die Liturgie hielt der Ortsgeiſtliche, Pfarrer Grein, die
Feſtpredigt Pfarrer Sehrt aus Oberklingen, der ſchon lange mit der
Poſaunenchorſache eng verbunden iſt. Auf einem freien Platz fand dann
ein Platzkonzert ſtatt, wo neben Maſſenchöven die fünf ſtärkſten Chöre
ſich hören ließen. Nachmittags 2 Uhr bewegte ſich ein ſtattlicher Feſtzug
durch die Ortsſtraßen. Die Chöre wanen zu Gruppen zuſammengefaßt,
ſo daß in jeder Gruppe immer ein Chor Marſchmuſik machte und ſo
immer 4 Chöre gleichzeitig ſpielten, ohne ſich zu ſtören, da zwiſchen den
Gruppen verſchiedene Arheilger und auswärtige Jugendvereine,
Kirchen=
vorſtand und Kirchengeſangverein im Zug mitmarſchierten. Es war
er=
freulich, wie flott die Märſche von den Chönen geſpielt wurden. Daß
neben den Chorälen und geiſtlicher Muſik auch das Vollsließ
den Chören gepflegt wird, zeigte die Nachfeier, die nun am 9
auf dem Turnplatz ſich an den Feſtzug anſchloß und einen 7.
ſuch aufwies. Nach einem mächtigen Maſſenchor von über
und nach herzlichen Begrüßungsworten ſang der Kirchen=
Himmel rühmen” mit Poſaunenbegleitung. Dann hatte jede,
Volkslied vorzutragen, die zumeiſt ein ſtarkes Können der Chön=
Zwiſchen den Liedern ſprachen Bürgermeiſter Jung, der im Ro
Gemeinde grüßte, Prälat D. Dr. Diehl, der zu aller Freude
war, und von der großen Bedeutung der Chöre und der eh.
Jugend für die Zukunft unſerer Kirche ſprach; Dekon
grüßte im Namen des Dekgnats, und zündende Schlußt,
Pfaruer Knab=Guſtavsburg, der Vorſitzende des Verbande=
Poſaunenchöre, dem jetzt über 50 Chöre bereits angeſchloſſen in
Der Abend vereinigte nach der Heimfahrt der Chöre de
ein mit ſeinen Freunden aus der Gemeinde zu einer Feſtfeiep
überfüllten Saal unſeres großen Gemeindehauſes. Dieſer Ab.
für unſeren Ort ein muſikaliſches Ereignis. Nicht nur waven 2
kaliſchen Leiſtungen des Poſaunenchors und des
Kirchengeſon=
ausgezeichnet; dem Chor war es gelungen, für dieſen Abend au
nete Soliſten zu gewinnen. Was war es für eine Freude, die
volle Stimme von Frl. Aßmuth=Darmſtadt zu hören, wie meiſte
herrſchte ſeine Violine Herr Kleinberg=Darmſtadt, der mter
die techniſch ſo ſchwere G=Moll=Sonate von Tartimni ſpielte,.
Dirigent des Poſaunenchors ließ ſich als Cellofoliſt hören. B
intereſſierte die Arheilger Einwohnerſchaft das Klavierſpiel mſe
heimiſchen Muſikers Karl Geiß, der die ſchwierigen
Begleitug=
nommen hatte und Beethovens Bs=Moll=Sonate mit beachtems
vielverſprechendem Können vortrug. Der Vorſitzende des a
Petri, gab die Ernennung des Buchdruckereibeſitzers 6. Antk
Ehrenmitglied bekannt, deſſen Vater einſt den Chor gegründet u.
zehntelang geleitet hatte, während er ſelber ſpäter die Leitm
nahm. Landesjugendpfarrer Lie, von der Au dankte im Nam
früheren Mitglieder und überreichte eine Gabe. So war dieſe
ein feiner Abſchluß des wohlgelungenen Feſtes. Möge der Poſau
auch in den kommenden Zeiten ſeine Aufgabe im Sinne der
treiben, die nichts anderes wollten, als Gott die Ehre geben 1
Gemeinde mit ihrer Kunſt dienen.
T. Michelſtadt, R. Juni. Maſſenbeſuch im Stadion der
Stadt Michelſtadt. Der letzte Sonntag brachte uns einen überaus
herrlichen Sommertag, wie er ſchon lange erfehnt wurde. Nach den
kalten Regentagen der letzten Wochen war das Bedürfnis nach warmen
Sommertagen ein beſonders großes geworden. Dieſe Feſtſtellung
konn=
ten wir bei dem Beſuche des Stadions machen, das an dieſem Tage
eine in dieſem Jahre noch nicht regiſtrierte Beſucherzahl aufzuweiſen
hatte. Rund 1100 Perſonen hatten bis zum Nachmittag die Kaſſe
paſſiert, eine Zahl, deren Bedentung wir erſt dann richtig zu beurteilen
vermögen, wenn wir berückſichtigen, daß am gleichen Tage in dem
be=
nachbarten Erbach die Einweihungsfeierlichkeiten des Sport= und
Er=
holungsparks der Stadt Erbach ſtattfanden. Beſonders das Stadion=
Schwimmbad war ein vielbeſuchter Ort, in dem ſich Hunderte ſowohl im
Abteil für Schuimmer, als auch in dem für Nichtſchwimmer tummelten
und an dem kühlen Naß erfriſchten. Selbſt in dem Waſſergärtchen für
die Kleinſten unter den Kleinen war es außerordentlich lebendig. Für
den ſtillen Beobachter bot ſich ein überaus buntes und
abwechſlungs=
reiches Bild. Ter Beſuch von fremden Gäſten war, auch an dieſem
Tage ſehr ſtark, dürften doch an dem Cingang zum Stadion
ſchätzungs=
weiſe 40—50 Automobile geſtanden haben. Alle ſind des Lobes voll
über die hier von einer ſo kleinen Gemeinde geleiſtete Arbeir im
Dienſte des Vollswohls und der Volksgeſundheit, die ſich vielen
Groß=
ſtädten würdig anreihen, anderen aber auch wieder als Vorbild dienen
Lürfte.
HI. Aus dem Weſchnitztal, 26. Juni. Teerung der Straßen.
In letzter Zeit wurde die Strecke der Provinzialſtraße Mörlenbach—
Reiſen-Birkenau bis zum Eingange des Dorfes Birkenau geteert,
ebenſo die Strecke vom Bahnübergang unterhalb Birkenaus bis zur
badiſchen Grenze, was mit allgemeiner Freude begrüßt wird. Nur iſt
man darüber ungehalten, daß die Straße innerhalb des Dorfes
Bir=
kenau nicht auch geteert wurde, da gerade hier der Staub für die
An=
wohner bei dem ungeheuren Autoverkehr am läſtigſten iſt. Wie aber
verlautet, ſoll dieſe Strecke mit Kleinpflaſter berſehen werden.
dies nicht durch Großpflaſter ſchon geſchehen iſt. Hoffenlich mir
wahr!.
— Gernsheim, B. Juni. Waſſerſtand des Rhei=
N. Juni 1,37 Meter, am 28. Juni 1,B Meter.
Ae. Worms, R. Juni. 60 Jahre Lutherdenkmal.
dem am vorigen Sonntag der Kirchenchor und Frauenberem 1
meinde Gelnhauſen in Worms zu Beſuch geweilt, hatte, kam a
ſonntag ſelbſt die Gemeinde Groß=Steinheim hierher. Nach de
gottesdienſten in der Dreifaltigkeitskirche, wo Herr Prälat D. Dr.
Darmſtadt predigte, und in der Lutherkirche, wo Pfarrer Eckhe
Feſtpredigt hielt, zogen die Teilnehmer unter Vorantrit der Vo
chöre zu dem Denkmal. Vor der dicht gedrängten Menge ergrif
D. Dr. Cornelius Frhr. von Heyl das Wort zu der Feſtrede,
er Luther nicht nur als Reformator, ſondern auch als der große
in allen Lebensfragen der Nation feierte. Nach dem gemeinſ
ſungenen Liede: „Eine feſte Burg iſt unſer Gott” war die F
Ende. — 60. Jubiläum der „Liedertafel” Worms=9
heim. In dreitägigem Feſte unter ſtarker Beteiligung wurde
Feſt mit einem Geſangswetiſtreit gefeiert. Im Laufe des Begrü
ahends mit Konzert ergriff der Protektor Frhr. Ludwig von be
Wort zu längeren Ausführungen über die deutſche Sangesſache,
deren Anklang fand der von dem Wormſer Komponiſten 5. S
dem Verein gewidmete Feſtchor „Einge Dein Lied”, der mehrſah !
holt werden mußte. Am Feſtſonntag fand ein Zug ſtatt, a de
wettſingenden Vereine aber nicht teilnehmen konnten, darm ſchl.
ein Konzert auf dem Feſtplatz, wo auch am Montag ein Volsfe
Feuerwerk folgte — Tagung. Am kommenden Sonntag ſüde
der Bezirksverbandstag des Bundes Deutſcher Reichsſtezerbemien
zirksverband Heſſen, ſtatt. Die Verſammlung, zu der eine auſe
don Teilnehmern angemeldet iſt, beginnt mittags 3 Uhr in den
Apoſteln”.
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Freitag, den 29 Juni 1928
Ɨts im Laufe des vergangenen Sommers hat ein
(Fauf dem Gebiete der Krebserkrankungen, der prakt.
Arz — Goldſiein aus Berlin=Steglitz, die
aufſehenerre=
gen: Litteilung gemacht, er habe aufgrund langjähriger
ſfats zer Berechnungen aus den Jahren 1886—1905 die
rig gemacht, daß die Bevölkerung der Kreiſe Daun
mau (Eifel) in auffallender Weiſe von
Krebserkran=
erſchont geblieben. Es kommen auf 10000 Lebende
jähr-f urchſchnittlich 1,5 — 1,8% Erkrankungen, während
and Seblete, beſonders die Großſtädte, viel höhere
Krebs=
rgsziffern bis zu 11,9%, aufbeiſen. Aber auch in
Sandkreiſen nähert ſich die Erkrankungsziffer
bedenk=
der Großſtädte, und aufgrund dieſer (rfahrengen
Boldſiein ſeine Forſchungen fortgeſetzt und iſt nach
eine Den Unterſuchungen zu der Ueberzeugung gekommen,
Hrund für dieſe Verſchiedenheit der Krebsſierblichkeit
rſchſedenen Beſchaffenheit des Waſſers bedingt iſt.
erſten praktiſchen Verſuche über die (inwirkungen
des / erwaſſers beiKrebserkrankungen ſkellte Dr. Goldſtein
Fenhauſe zu Berlin=Schöneberg in der Abteilung
eſſor Kauſch bei drei hochtradig krebskranken
Per=
von denen die erſte eine Frau von 74 Jahren mit
Brim bs, die zweite, eine füngere mit inoperablem Krebs,
Oritte ein Mann mit Krebs an der Speiſeröhre war.
Erkrankung war ſchon ſoweit vorgeſchritten, daß ihm
rner vorigen Jahres bereits die Nahrung künſilich
Fwerden mußte, um ihn vor dem Hungertode zu
m. Im zweiten Falle handelt es ſich ebentalls um
gradige Erkrankung, wo nach erfolgter Heilung das
Mr/waſſer nicht mehr getrunken wurde. Nach kurzer Zeit
Fellw ch die Erkrankungen wieder ein, um nach
Wieder=
e der Kur wieder zu verſchwinden. Dieſer letztere
F ganz beſonders, daß das Sauerwaſſer der Eifel
ilenden Einfluß auf Krebserkrankungen hat und es
wär; wünſchen, daß ſich die angeſtellten Verſuche weiter
enirt ten zum Segen der leidenden Menſchheit.
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Freitag, den 29. Juni 1928
Sport, Spiel und Zurnen.
Handball.
Motorſport.
Fverein Darmſtadt 1898 — Rot=Weiß
Ernes Merck=Erinnerungspreis.
Darmſtadt.
Herr Wilhelm Merck, Darmſtadt, hat, um das Andenken an ſeine
Geite 11
Leiß=S
piel,
„ad ſtri
wie
rippen
7
uten
rn kommenden Sonntag endet die diesjährige Spielzeit; an
Sonntagen des Monats Juli dürfen wegen der Spielſperre
Empfe zum Austrag gelangen. Das letzte Spiel führt den
1898 gegen den Liganeuling V. f. L. Rot=Weiß Darmſtadt.
iel, das vor einigen Wochen anläßlich der Platzeinweihung
N eiß zur Durchführung gelangte, haben die 98er bekanntlich
e ren; die Witterungsverhältniſſe ließen allerdings die
Rot=
damals nicht zur Entfaltung kommen, da gerade bei den
malis/ Platzverhältniſſen die größere Routine der 98er verſtärkt zur
eltum e. So werden die Ortsrivalen der 98er ſicherlich im
Rück=
iel ze wollen, daß der Unterſchied der Spielſtärke nicht ſo groß iſt,
Reſultat des Vorſpiels zum Ausdruck bringt. Wir erwar=
Spiel als Abſchluß der Saiſon einen harmoniſchen Verlauf
mem —d. Das Spiel findet auf dem Platze am Böllenfalltor um
rittags ſtatt.
uirnerſchaft Griesheim — Turngemeinde Beſſungen.
etzten Spiel vor der Spielſperre empfängt am kommenden
S bend 7 Uhr die erſte Handballmannſchaft der Griesheimer
die gleiche der Turngemeinde Beſſungen. Das Vorſpiel in
endete mit einem glücklichen 5:4=Siege der Beſſunger. Ob
rI die Beſſunger die Oberhand behalten werden, ſteht noch in
ir die Zwiebelſtädter haben in der letzten Zeit wieder ſehr
rke gewonnen, was ihre letzten Siege gegen gute
Mannſchaf=
n. Die Griesheimer haben ſich endlich wieder ihrer alten
peſonnen und eine gute Mannſchaft auf die Beine geburacht.
chaft tritt vorausſichtlich in folgender Aufſtellung an:
Landau
Müller
W. Flick
Schrickel
Reifenrath
Körner
P. Bitſch
Schupp
Funk
Wicht.
findet auf dem Griesheimer Schießplatz, abends 7 Uhr, ſtatt.
ein Weinheim — Techniſche Hochſchule Darmſtadt 9:5 (4:2).
Ar! Juni 1928 ſtanden ſich auf dem idylliſch gelegenen Sportplatz
s Try eins Weinheim die obigen Mannſchaften zum
Freundſchafts=
nel Sliber. Die Darmſtädter traten mit Erſatz für Fiedler, Koch,
tothers ver, Spiegel und Werner an; bei Weinheim war für den
ver=
tzten rechten ein Jugendſpieler eingeſprungen, der ſich gur in den
ahme — Mannſchaft einfügte. Trotz der hohen Niederlage war das
in ſehr forſchem Tempo durchgeführt wurde, jederzeit offen
rud. Die Akademiker hatten ſehr unter der Kürze des Platzes,
— der Ungleichförmigkeit der Grasnarbe zu leiden, die ein
rit dem Ball faſt unmöglich machte. — Der Sieg der
Ein=
tvar durchaus verdient. Die Mannſchaft hat ihre Stärke in
nken, dem es immer wieder gelang, den Verteidigere zu
täu=
der faſt alle Tore für ſeinen Verein ſchoß. Irion im Tor
glich, und hat an der Niederlage keine Schuld. Leider ſtürzte
Mitte der Halbzeit ſo unglücklich, daß er für etwa gehn Mi=
Feld verlaſſen mußte und auch nachher nicht mehr auf ſeine
ormas eiſtung kam.
Spiele am 1. Juli 1928.
Taſſe: Sp.V. Darmſtadt 98—V. f. L. Rot=Weiß Darmſtadt,
A=Klaſſe: T. u. Sp.V. Langen I—Sp.V. Darmſtadt 98 II. —
T. u. Sp.V. Langen II—Sp.V. Darmſtadt 98 III. — B=Klaſſe:
Beim I—Pol.Vp.V. Worms I, 14.30 Uhr. — B=Klaſſe: Spogg.
TI—V. f. L. Rot=Weiß Darmſtadt II (Samstag) 18.30 Uhr. —
* Spvgg. Arheilgen I—V. f. L. Rot=Weiß. Darmſtadt II
19.30 Uhr. — Jgd.=Klaſſe: V. f. L. Rot=Weiß Darmſtadt I—
Worms I, 10 Uhr. — Jgd.=Klaſſe: Sp.V. Darmſtadt 98 I—
annheim I, 15.30 Uhr.—— Jgd.=Klaſſe: T. u. St.V. Langen I
armſtadt 98 III. — Jad.=Klaſſe: Sp.Kl. Viktoria Griesheim—
mſtadt 98 IV. — Schüler=Klaſſe: Sp.V. Darmſtadt 98 I—
Babenhauſen I, 14.30 Uhr. — Schüler=Klaſſe: V. f. L.
Rot=
mſtadt I—Pol. Sp.V. Darmſtadt I, 11 Uhr.
92
de—
S lichtet
rhais Jerbasi
Jurner
FFeeſetzt4
Gälttzeſtde‟
ir di4
TN.WLüdoſtü5
am Lanziy
Schoke
Zeiſterſchaften der Landesverbände. Am 30. Juni und 1. Juli
den ſieben Landesverbänden der Deutſchen Sportbehörde die
Eik=Verbandsmeiſterſchaften ausgetragen. An den meiſten
reiſterſchaften beteiligen ſich erfreulicherweiſe auch die beſten
rd Turnerinnen der D. T. Als Austragsorte wurden
feſt=
ir die ſüddeutſchen Meiſterſchaften Frankenthal/Pfalz, für die
en Krefeld, für die brandenburgiſchen Berlin (SCC.=Platz),
tteldeutſchen Dresden, für die norddeutſchen Bremen, für die
chen Brieg und für die Baltenverbands=Meiſterſchaften
Taden=Badener Automobilturnier begann am Donnerstag mit
Tennen, in dem v. Wentzel=Moſſau auf Mercedes=Benz mit
Denkilometern die beſte Zeit herausfuhr.
ws Olympia=Mannſchaft ſpielte am Mittwoch in Stuttgart
Stadtmannſchaft 2:2 und enttäuſchte recht angenehm.
verſtorbene Gattin, Frau Ernes Merck, im Automobilſport zu ehren,
einen Ernes Merck=Erinnerungspreis geſtiftet, der zum erſtenmal im
Großen Preis von Deutſchland für Sportwagen ausgefahren werden
ſoll. Der Preis iſt für den deutſchen Fahrer auf dem ſchnellſtem deutſchen
Wagen in dieſem Rennen beſtimmt. Der Automobilklub von Deutſchland
hat dieſen Preis, einen wertvollen Pokal, angenommen und wird
ihn innerhalb ſeines Rennens ausfahren laſſen. Der Pokal iſt zurzeit
im Schaufenſter der Firma Ludwig Schmidt, Juwelier,
Wilhelminen=
ſtraße, ausgeſtellt.
Schwimmen.
Deutſche Akademiſche Schwimmeiſierſchaften.
Wie wir ſoeben erfahren, finden am 21. und 22. Juli in
Darm=
ſtadt, die diesjährigen Deutſchen Akademiſchen Schwimm=
Meiſterſchaf=
ten bei guter Beſetzung ſtatt.
Aus deutſchen Bädern.
Höhen=Kurort Königſtein (Taunus). Die
Beſuchs=
ziffer des beliebten Kurordes Königſtein hat ſich inzwiſchen auf 3601
erhöht. Die vielen bei der Kurverwaltung eingehenden
Wohnungs=
anfragen laſſen darauf ſchließen, daß der Kurbeſuch in dieſem Jahre
gegenüber dem Vorjahre eine erhebliche Steigerung erfährt. Die
Kur=
verwaltung läßt nichts unverſucht, um durch gute
Unterhaltungsmöglich=
keiten und abwechſlungsreich geſtaltete Vergnügungen den Wünſchen der
Kurgäſte entgegenzukommen, um auf dieſe Art die heilwirkenden
Vor=
züge eines ausgezeichneten Höhenklimas durch geſellige Veranſtaltungen
in angenehmer Weiſe zu ergänzen. In dem reichhaltigen
Veranſtaltungs=
programm findet man in dieſem Jahre wieder die ſeit einigen Jahren
eingerichteten „Taunus=Rundfahrten” in die an hiſtoriſch
bedeutungs=
vollen Stätten und Bauwerken reiche Umgebung Königſteins, eine dem
Kurgaſt Gelegenheit bietende Einrichtung, die landſchaftlichen
Schön=
heiten und Sehenswürdigkeiten des Taunus in angenehmer Fahrt kennen
zu lernen.
Der Seedienſt Oſtpreußen, die Schnelſchifflinie
Swine=
münde-Zoppot-Pillau-Memel, iſt ſeit Pfingſten ununterbrochen in
vollem Gange. Er wird während der ganzen Hauptreiſezeit viermal
wöchentlich (ab Swinemünde Samstag, Sonntag, Mittwoch und
Don=
nerstag, 19.00 Uhr) mit den neuen Mororſchnellſchiffen „Hanſeſtadt
Danzig” und „Preußen” betrieben. Bis 30. Juni gilt noch der „
Jugend=
pflegetarif” für wandernde Jugendſcharen von 20 Köpfen aufwärts, mit
der ungewöhnlich ſtarken Ermäßigung um 75 Prozent, ſo daß danach
z. B. die Strecke Swinemünde-Pillau nur 4.— RM. koſtet. Aber auch
ſonſt ſind die Tarife durch Rückfahrt= und Geſellſchaftsreiſekarten
(25 oder 50 Prozent) ſo geſtaltet, daß ſie mehr als je die Aufmerkſamkeit
auf den ſchönen deutſchen Oſten als Reiſeziel lenken. Eine wichtige
Neuerung ſind die billigen „Ferienſonderkarten”, die an die zahlreichen
nach Swinemünde laufenden Ferienſonderzüge den Anſchluß bis nach
Danzig, Oſtpreußen und Memel bringen. Durchgehende
Gepäckabfer=
tigung nach allen oſtpreußiſchen Stationen erlaubt den müheloſen Genuß
der ſchönen Seereiſe.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 29. Juni. 13: Schallplatten. 15.30:Frankfurt: Rektor
Hürten: Kloſter Eberbach=Eltville. — Kaſſel: Mittelſchullehrer
Hansli: Allendorf und Bad Sooden. 0 16.30: Hausfrauen=
Nachmit=
tag. Emma Löwe: Goethe als Haushalter (Aus dem Briefwechſel
von Goethe und Chriſtine Vulpius). O 17.45: Aus den Briefen der
Frau Rat Goethe. o 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteilungen.
6 18.30: Stunde des Südweſtdeutſchen Radio=Clubs. 18.45:
Unwerſitätslektor Roedemeyer: Malaiiſche Märchen. O 19.15:
Fort=
ſchritte in Wiſenſchaft und Technik. Die chriſtlich=jüdiſche Miſchehe.
— Kannibalen der Steinzeit. — Höhere Ernten durch Dachpappe.
O 20.05: Film=Wochenſchau. O 20.15: Robert=Koppel=Abend.
Waldau: Ich weiß ein kleines Städtchen. — Stolz: Franz Schubert
in dich iſt die Welt verliebt. — Benatzky: Was ſagt mein Mädel
dazu. — Alban: Lieber Leierkaſtenmann. — Kiſtenmacher:
Trink=
lied. — Erwin: Die ſchönſten Augen hat meine Frau. — Stranſky:
Am Rhein; Komm mit mir an die See. — Lewis u. Lombardo:
kieine Miß habe ich heut Nacht nach Haus gebracht. — Youmans:
Dein ſüßer Mund iſt ein Mund zum Küſſen. — Roland: Liebe und
Trompetenblaſen. — Profes: Warum haſt du mich nicht mehr lieb.
— Allan: Grüß Gott, was machen Sie. — Meiſel: Jlona. —
Milton: Ich weiß Beſcheid, ich bin m Bilde. — Ralton: Meim
Kind, für dich hab ich dies Lied gemacht. — Gensler: Ich ſahr
mit Dorothee. — Gilbert: Gehſt du mit nach Honolulu. — Anſchl.:
Bilder aus dem fernen Oſten. Mitw.: Auguſt Bader (Bariton),
Manfred Marlo (Sprecher), Funkorch. (Leitung: Kapellm. Bodart.
— Darauf: Spätkonzert. Leitung: Kapellm. Bodart.
Stuttgart.
Freitag, 29. Juni. 12.15: Landwirtſchaftsfunk. o 12.30:
Schallplatten. O 16.15: Funkorch. Einlagen: Käte Rüd. o 18:
Landwirtſchaftsnachrichten. O 18.15: Dr. Karl Grunſky: An den
Quellen den Symphonie. O 18.45: Funktechnik für alle. e 19.15:
Eſperanto. O 19.45: Die Hauptveranſtaltungen der kommenden
Woche (in Eſperanto). O 20.15: Frankfurt: Sturm über dem
Pacific. Ein Funkſpiel von Oscar Möhrig. Stimmen der
Menſchen: Viccy, Grit, Robby, Bill, Kommandant, 1. Offizier,
Stimmen der Sender: Die Stationen: San Francisco, Vancouder,
Nagaſaki. Die Schiffe: Berengharia, Pac St. Co, S. M.
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— Anſchl.: Stuttgart: Militärkonzert. — Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Freilag, 29. Juni. 15.30: Dr. Gertrud Haupt: Die moderne
Frau (Berufsfrau). O 16: Schachſtunde. E. Nebermann: Schach=
Hiſtorien und =Anekdoten. O 16.30: Dr. Erhardt, Dresden: Kurioſa
aus der Opernwelt. O 17: Kurmuſik aus dem Oſtſeebad Ahlbeck.
Kapellm.: Obermuſikm. a. D. Goeriſch, Berlin. O 18.40: Italieniſch.
19: Redakteur H. Volber: Das Löcknitz=Tal. O 19.25:
Per=
ſonenverzeichnis zur Uebertr. 0 19.30: Aus der Staatsoper (Unter
den Linden): „Otello”, Oper in vier Akten von Guiſeppe Verdi.
Perſ.: Otello, Mohr, Befehlshaber der venezianiſchen Flotte; Jago,
Fähnrich; Caſſio, Hauptmann: Rodrigo, ein alter Venizianer;
Lodo=
vico, Geſandter der Republik Venedig; Montano, der Vorgänger
Otellos in der Stadthalterei von Cypern; ein Herold: Desdemona,
Otellos Gemahlin; Emilia, Jagos Gattin; Soldaten und Seeleute
der Republik Venedig, Edeldamen und venezianiſche Nobili, Cyprioten
beiderlei Geſchlechts, griechiſche, dalmatiniſche und albaneſiſche Krieger,
Volk uw. Ort der Handlung: Eine Hafenſtadt der Inſel Cypern.
Zeit: Ende des 15. Jahrhunderts. — Anſchl.: Tagesnachrichten.
Stettin. 19: Univerſität und Volk. Prof. Dr. Schönfeld: Die
Bedeutung der Rechtsgeſchichte für Recht und Kultur der Gegenwart.
Deutſche Welſe. Freitag, 29. Juni. 12: Dir. Eipper: Wie
der Berliner Zoo ſeinen Gorilla bekam. 14.30: Kinderlieder,
S 15.35: Wetter und Börſe. O 16: Berufsberatung. Th. Thomas:
Der Beruf des Dachdeckers. & 16.30: F. Stiemer: Das junge
Deutſchland. 17: Leipzig: Beliebte italieniſche Muſik. o 18:
Wiſſenſchaftl. Vortrag für Aerzte. O 18.30: Engliſch für Fortgeſchr.
0 18.55: Min.=Rat Prof. Woldt: Techn. Lehrgang. Betriebslehre,
O 19.25: Berlin: Einf. zu der nachfolg. Uebertragung. O 19.30:
Aus der Staatsoper: „Otello”, Oper von Verdi. — Anſchl.=
Preſſenachr. 22.45: Tanzmuſik aus Leipzig. Zeuner=Freudenberg.
Wetterbericht.
Der hohe Druck im Südweſten, deſſen Kerngebiet ſich geſtern bis
an die Weſtküſte Frankreichs erſtreckte, hat ſich oſwwärts ausgebreitet
und erreicht in unſerem Gebiet einen Stand von 770 Millimeter. Unter
ſeinem Einfluß hat die Wetterlage bereits eine Beruhigung erfahren
und Bewölkungsabnahme eingeſetzt. Eine neue Tiefdruckſtörung, die
vom Atlantiſchen Ozean heranrückt und bereits im Raume von Irland
ſtärkeren Barometerfall verurſacht, dürfte in unſerem Gebiet unter
Süd=
weſtluftzufuhr zu Erwärmung und ſpäter zu Bewölkung führen.
Witterungsausſichten für Freitag, den 29. Juni 1928.
Wolkiges, auch aufheiterndes Wetter, wärmer, durchweg trocken,
weſtliche bis ſüdweſtliche Winde.
Witterungsausſichten für Samstag, den 30. Juni 1928.
Wolkiges Wetter und weiterer Temperaturanſtieg.
in C‟ Wind: Nieder=
ſchlag
in mm Schnee=
decke
in em Gießen: wolkig 12 SW. 4,0 Aachen: heiter 12 SSW. Hamburg: wolkig 13 W= Berlin: wolkig 14 WSV. München: heiter 12 W. Königsberg: wolkig 13 Breslau: wolkig 13 W. Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergftationen: Feldberg:
(Taunus) heiter 8 SWl. Waſſerkuppe: wolkig WSW. Feldberg:
(Schwarzw.) Nebel NNW. Zugſpitze: Kahler Aſten: Nebel WSW. Fichtelberg: bedeckt WSW. Schneekoppe: wolkig
Hauptſchriftleitung: Rudolt Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentel: Willy Kuble; Drug
und Verlag: C. C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtadt
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Nummer 129
Freitag, den
Die Stickſioffpreiſe für das neue Düngejahr.
Das Stickſtoff=Syndikat gibt für das am 1. Juli beginnende
Dünge=
jahr 1928/29 ſeine Preiſe bekannt. Sie ſind, wie bisher, nach Monaten
gramm Reinſtickſtoff im ganzer Wagenladuagen für 1 Rio= Schwefelſauren Ammoniak
Leunaſalpeter BASR
Harnſtoff BASR
Kaliammonſalpeter BASF Kalkſtickſtoff „Sa zſäuren= Ammoniak Kalkammoniak
DAVV 0.85 RM.
Juli 0.78 RM. 0.78 RM. 0.83 RM. 0.86
Au uſt 0.80 0.79 „ 0.84 September 0.87 0 81 0.80 „ 0 85 Oktober 0.88 0 81 0.81 „ 0.86 November 0.89 0 83 0.82 0 87 Dezember 0.91 0 85 0.84 0.89 Januar 0.94
Februar bis 0.85 0.87 0.92 „ 0.95
Juni 088 0.88 0.93 „
Im Natronſalpeter koſtet das Kilogramm Reinſtickſtoff bis auf
weiteres 1,23 RM. Im Kalkſalpeter 1,13 RM. Von Nitrophoska
J. G. I koſten die 100 Kilogramm bis auf weiteres 26 RM., von
Nitro=
phoska J. G. II 24,50 RM., von Nitrophoska J. G. IIT 26 RM. Die
Packungszuſchläge ſind unverändert, jedoch verſteht ſich zukunftig der
Preis für die Kalkſalpeter einſchließlich neuem 100=Kilogramm=
Spezial=
ſack. Für zwei Drittel des Rechnungsbetrages können, wie bisher,
Drei=
monatswechſel gegeben werden. Für den ein Drittel des
Rechnungs=
betrages überſteigenden Teil der Barzahlung wird ein Nachlaß von
3 Prozent gewährt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 28. Juni.
Die feſte Haltung im heutigem Vormittagsverkehr, die durch den
feſten Verlauf der geſtrigen New Yorker Börſe und des Nachlaſſens,
wenn auch nur in geringem Umfange, der Arbeitsloſigkeit im Reiche
hevvorgerufen wurde, konnte ſich zu Beginn des offiziellen Verkehrs
nicht fortſetzen. Da immer noch keine Entſpannung in der
innerpoli=
tiſchen Lage feſtzuſtellen iſt, übte die Spekulation größere Zurückhaltung
und ſchritt verſchiedentlich zu Abgaben. Das herauskommende Material
wurde nur zögernd aufgenommen, ſo daß die Kursgeſtaltung nicht
ein=
heitlich wurde. Im Grundton der Börſe war jedoch eine gewiſſe
Wider=
ſtandsfähigkeit nicht zu verbennen. Das Geſchäft war ſehr klein und
be=
ſchränkte ſich nur auf die ſchon geſtern bevorzugten Werte. So machte
ſich, nach der Vernachläſſigung an der geſtrigen Abendbörſe, wieder
ſtär=
keres Intereſſe für die Kaliwerte geltend. Aſchersleben konnten bei
ziemlich regem Geſchäft 2½4 Prozent anziehen. Weſteregeln gewannen
1 Prozent. Auch Zellſtoff Aſchaffenburg war bevorzugt und 2½
Pro=
gent gebeſſert. Waldhof waren nur gut behauptet. Am Bankenmarkt
waren Reichsbank mit plus 5 Prozent lebhaft gehandelt. Metallbank
zogen 1½ Prozent und Danatbank ½ Prozent an. Dresdener Bank
waren vernachläſſigt und 1 Prozent ſchwächer. Von Schiffahrtswerten
waren Nordd. Lloyd 1 Prozent niedriger, während Hapag ſich gut
be=
haupten konnten. Rheinſtahl waren 1 Prozent ſchwächer, während ſonſt
am Montanmarkt die Kurserholungen bis 1 Prozent überwogen. Am
Farbenmarkt waren J. G. Farben mit minus 1½ Progent
vernach=
läſſigt. Einiges Intereſſe beſtand noch am Elektromarkt für Siemens
mit plus 1½ und Elektriſche Lieferung mit plus 34 Prozent. A. E. G.
waren angeboten und ¼ Prozent niedriger. Am Rentenmarkt war das
Geſchäft ſtill. Deutſche Anleihen und Ausländer blieben behauptet.
Im Verlaufe wurde das Geſchäft ſehr klein und die Tendenz neigte
weiter etwas nach unten. Für die führenden Werte waren zumeiſt
Kurs=
abſchwächungen bis zu 1 Prozent feſtzuſtellen. Nur Siemens waren
etwas gefragt und erneut 1 Prozent gebeſſert. Obwohl Geld ziemlich
flüfſig blieb, wurde der Satz infolge des bevorſtehenden Zahltages auf
7 Prozent erhöht. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar
4,1847, gegen London 20,408. London=Kabel 4,87718, Paris mit 124,05
war wieder ſchwächer. Madrid 29,50, Mailand 92,74, Holland 12,10½4.
Das Geſchäft an der Abendbörſe ſtagnierte vollkommen. Anregungen
lagen nicht vor. Man hält wegen des Halbjahreswechſel ſtärker zurück.
Die Preiserhöhung für Benzin blieb auf dem Farbenmarkt vollkommen
wirkungslos. Geſucht waren zu 170 Prozent Rhenania auf die
Ver=
mutung hin, daß ſie 1:1 in Neuſtaßfurt=Aktien umgetauſcht werden.
An=
leihen geſchäftslos. Auch im weiteren Verlauf blieb das Geſchäft ſtill
und unverändert. Die Nachbörſe blieb geſchäftslos. Siemens 361. Im
einzelnen nannte man: Commerzbank 191,5, Danatbank 280,
Gelſen=
kirchen 140, Aſchersleben 267, Rheinbraun 305, Rheinſtahl 159,5, Nordd.
Ooyd 158,75, Adlerwerke 112,75, AEG. 180, Farben 22,75, Gef. f. El.
265,5, Siemens 361, Zellſtoff Aſchaffenburg 218. — Abenddeviſen:
Lon=
don-Paris 194,06, —Mailand 92,75. —New York 4.87,60, —Madrid
29,50, —Zürich 25,2958, —Holland 12.10,60, Pfunde—Mark 20,40,
Dol=
lar-Mark 4,1845.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, B8. Juni.
In Rückwirkung auf die geſtrigen feſteren Auslandsbörſen ſetzte die
heutige Berliner Börſe in freundlicher und größtenteils feſterer
Hal=
tung ein. Daß nun doch die Bildung der Regierung zuſtande gekommen
iſt, übte einen günſtigen Einfluß aus. In Börſenkreiſen ſpricht man
davon, daß die Kohlenpreiserhöhung vorausſichtlich am 30. d. M
be=
ſchloſſen werden dürfte, was aber anfangs nur für Mitteldeutſchland
und Oſtelbien gelten werde. Der Geldmarkt zeigte kaum eine
Verän=
derung, obwohl der Satz für Tagesgeld 6 bis 8 Prozent geſtiegen iſt,
was aber auf den morgigen Zahltag zurückzuführen iſt. Man nimmt
an, daß dieſer ohne Schwierigkeiten übevwunden werden kann. Geld
über dem Ultimo ſtellt ſich auf 8—9½, Monatsgeld auf 7½—8½,
Bankgirierte Warenwechſel zirka 7 Prozent. Das Geſchäft war infolge
von Rheinlandaufträgen etwas lebhafter als an den Vortagen,
be=
ſchränkte ſich aber im großen und ganzen wieder auf Spezialwerte. Am
internationalen Deviſenmarkt lag Stockholm mit 18,17½, Mailand mit
92,72, Amſterdam mit 12,10½ gegen London feſter. Paris dagegen mit
124,07 und Zürich mit 25,2958 etwas ſchwächer. Gegen den Dollar
no=
tierte die Mark 4,1844, London-Kabel 4,8764. Der Rentenmarkt blieb
vollkommen vernachläſſigt.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe blieb die Haltung im allgemeinen
freundlich.
Im weiteren Verlauf der Börſe kam das Geſchäft wieder
voll=
kommen zum Erliegen. Nur einige Spezialwerte konnten ſich weiter
verbeſſern; ſo gewannen Hirſch=Kupfer 4½ Proz., Nordd. Wolle 2,
Erdöl 2¾, Kali Aſchersleben 5, Weſteregeln 4, Siemens 238 und Chade
8 RM. Der Montanmarkt, der anfangs vernachläſſigt war, lag ſpäter
etwas freundlicher. Banken= und Schiffahrtswerte unverändert. Im
all=
gemeinen trat ein leichter Kursrüchgang ein. Loewe gaben von ihrem
Anfangsgewinn wieder 1½ Prozent her.
Die Erhöhung des Privatdiskonts um ½ Prozent für beide
Sich=
ten, der ſchwächere Verlauf der Pariſer und Brüſſeler Börſen und die
verhältnismäßig gedrückte Lage der Kunſtſeidenwerte in Amſterdam
verurſachte einen weiteren Rückgang der Kurſe, ſo daß die Börſe in
ſchwacher Haltung ſchloß, wobei teilweiſe die Anfangskurſe
unterſchrit=
ten wurden. Auch an der Nachbörſe traten zum Teil weitere
Kursver=
luſte ein. Gegen 2.30 Uhr hörte man u a. folgende Kurſe: A. E. G
180,75, Siemens 363, Geſ. f. El. 265,75, J=G. Farben N2,75, Deutſche
Erdöl 142, Karſtadt 245,75, Leonh Tietz 293,50, Weſteregeln 272,
Salz=
detfurth 463. Kali Aſchersleben 268, Glanzſtoff 697, Bemberg 630,
Feld=
mühle 273, Polyphon 532,75, Hapag 166,25 Novdd Lloyd 158,75,
Zell=
ſtoff Waldhof 311,5, Danatbank 279,5, Altbeſitz, Reihe 1 und 2 51,5
dito 3: 54, Neubeſitz 18,37.
A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſch
Baſalt.
Bergmann. .
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ..
Braunkohl. Brikett
Bremer Wolle..
Danatbank. .
Deutſche Bank. . .
Diskontogeſ. .. . . . . ."
Dresdner Bank..
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl".
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ...
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J. G. Farben..
Gelſenk. Berg.
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159.—
263.75 67 Wiſſner Metall. 164.— 162.—
71.— 60.5
262.— Wittener Gußſtahl. 71.—
Deviſenmarkt.
Helſingfors ..
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Prag ....
Budapeſt ..
Sofia ...."
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Lslo ........"
Kopenhagen
Stockholm ..."
London.
Buenos Aire
Nem=York
Belgien .....!
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168.34
1r2.11
20.382
1.777
4.1795
58.365
6.
Geld/Brief
10.541
18.98:
H12.388/12.40/
72 86/ 73.00
3.025
168.68
Hür1.85/112.0
Hurt.ssttt2.17
112 3:
0.422
1781
4.1875
18.485
28. 6.
Geld /Brief
10.517 10.53
58.86 58.98
12.386 12.40
72.30/ 73 04
3.022/ 3.02
168.34, 168.6
111.85/112.07
111.96 112.181
112.12112.341
20.378 20.4 18
1.777/ 1.78
4.1790 4 1870
158.37 158.49
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Schweiz.
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Danzig".
Japan. .
Rio de Janeiro
Fugoſlavien.
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Athen ....."
Konſtantinopel
Kanada. . . . . . .
Uruguah. . . . . .
Mannheimer Produktenbericht vom 28. Juni. Tendenz ruhig,
Preiſe mäßig abgeſchwächt. Man verlangte für die 100 Kilo ohne Sack
waggonfrei Mannheim: Weizen inl. 27,5—28, ausl. 28,5—30,5, Roggen
inl. 29, Hafer inl. 27,75—28,5, ausl. 27,5—28,75, Braugerſte ausl. 31
bis 35, Futtergerſte 24—25, Mais mit Sack 24,5—24,75, ſüdd.
Weizen=
mehl (Spezial 0) 36,25—37, ſüdd. Roggenmehl 38—40, Weizenkleie 14,25.
Frankfurter Produktenbörſe vom 28. Juni. Die Getreidebörſe
ver=
geichnet bei unverändert ruhigem Geſchäftsgang Preisrückgänge für
Weizen= und Roggenmehl von je 25 Pfg. Es notierten für je 100 Kg.:
Weizen T 26,75, Roggen 28,50, Hafer inländ. N,75—28,75, Mais für
Futterzwecke 24—94,25, Weizenmehl 36,50—37, Roggenmehl 38—39,
Weizenkleie 13,85, Roggenkleie 16.25—16,50.
Wirtſchaftliche Rundſchau
Liquidationskurſe der Berliner Börſe per Ultimo 9
Vergleich der Liquidationskurſe per Ultimo Juni mit d2
Juni zeigt, wie außerordentlich gering die Umſatztätigkei
14 Tagen war. Infolge des Desintereſſements des Vuh
Zurückhaltung der Spekulation ſowie in Rückwirkung
wiegend ſchwachen Verlauf der hauptſächlichſten
intern=
ſenplätze gab das Kursniveau, da jegliche Anregung
vo=
auf allen Märkten leicht nach. Die Rückgänge wären
weſen, ſbenn nicht die poſitionstechniſche Lage der Ber
und für ſich günſtig geweſen wäre. Die größte Abſche
Glanzſtoff mit einem Verluſt von 37 Prozent. Im a
die Verluſte kaum über 5 Prozent hinzus. Eine Au
lediglich Kaliaktien, von denen ſich Salzdetfurth. We
Aſchersleben um je 30 Prozent erhöhten. Die Sond
Oberkoks=Aktien brachte eine Steigerung um 11.4 R
Im einzelnen betragen: Allg. Deutſche Credit 140 (letzter
Kurs 141, Barmer Bankv. 146 (150), Berl. Handels
Comm. u. Privat 190 (192), Darmſt. u. Nat. 276 (280
166 (169), Disconto=Geſ. 164 (166), Dresdner Bank 16
Credit 206 (210), A.=G. f. Verkehrsw. 180 (196), Deut
94 (94), Hamburg=Amerika 164 (167), Hamburger
Hamburg Süd 207 (209), Nordd. Lloyd 157 (158), Au.
177 (184), Bergmann 204 (211), Bl. M. Schwartzk. 125
(89), Charl. Waſſer 128 (131), Comp. Hiſp. 590 (616
144 (152), Daimler Benz 112 (114), Dt. Cont. Gas 215
135 (143), Dt. Maſchinen 58 (59), Dynamit Nobel 129 (13
ferg. 223 (232), Eſſ. Steink. 127 (130), Farbenind, 27,
u. Guill. 132 (131), Gelſenkirchen 140 (139), Geſ. für
nehmungen 263 (284), Goldſchmidt 99 (100), Hamb. Ele
Harpener 161 (164), Hoeſch 138 (143), Holzmann 150
(259), Kali Aſchersleben 255 (225), Karſtadt 240 (243)
(135), Köln=Neueſſen 136 (140), Loewe 240 (248), Ma=
(143), Mansfeld 116 (120), Metallbank 145 (152), Natic
(87), Oberſchl. Eisbdf. 103 (103), Oberſchl. Koks 109
120 (124), Oſtwerke 313 (320), Phönix 97 (97), Polhol
Rhein. Braunk. 297 (304), Rhein. Elektr. 156 (170
(167), Riebeck Montan 156 (160), Rütgerswerke 98 (95)
455 (425), Schleſ. Elektr. B. 249 (256), Schuckert 202 (90
350 (360), Siemens 351 (358), Tietz 302 (317), Transrg
Ver. Glanzſtoff 683 (720), Ver. Stahlwerke 98 (100), V
(225), Zellſtoff Waldhof 301 (311), Otavi 53 (53). — Divis
ſeit der letzten Liquidation: Dt. Erdöl 6,3 Prozent ſam 20
463.— Nobel 5,4 Prozent (am 15. 6.), Oberſchl. Koks 5,4 Proze
Orenſtein 4,5 Prozent (am 21. 6.), Rhein. Elektr. 8,1
21. 6.) Bezugsrechtsabſchläge ſeit der letzten Liquidatir
Verkehrsiveſen 11,37 Prrzent (am 19. 6.), Geſ. für ele
mungen 12,625 Prozent (am 19. 6.).
Faber u. Schleicher A.=G., Offenbach a. M. Die Ge
lung, in der 5 Aktionäre mit 4694 Stammaktien ein Akt
992000 RM. vertraten, genehmigte den vorgelegten Abſ
Dezember 1927 und die vorgeſchlagene Gewinnverteilung,
RM. Reingewinn gelangen danach 8 Prozent (i. V. 6
dende zur Verteilung. Die ſatzungsgemäß ausſcheidend
des Aufſichtsrats, wurden wieder und Herr Julius Somn
a. M., neu in den Aufſichtsrat gewählt. Der Geſchäftsga
den Jahre ſei weiter befriedigend.
Metallwerke Knodt A.=G., Frankfurt a. M. Die zum
gehörende Geſellſchaft ſchließt 1927 mit einem Bruttogen
(0,37) Mill. RM. Nach 49 500 (51 600) RM. Abſchreibungen
Mill. RM. Unkoſten verbleibt ein Reingewinn von 39000
voraus 6 Prozent Dividende auf 500 000 RM. A.=K. vorg
den. Nach dem Bericht brachte die Belebung der deutſch
auch der Geſellſchaft Vorteile, insbeſondere habe die Bade
durch die Baukonjunktur günſtig beeinflußt, ihre Umſätze
höhen können. Die Reichsbahn habe wieder nur gerin
teilt. Rationaliſierungsmaßnahmen, die in erhöhtem Naße
wurden, konnten ſich noch nicht entſprechend auswirken.
geſchäft iſt ſehr erſchwert, und auch die Verkaufspreiſe m
gedrückt. In das neue Geſchäftsjahr iſt die Geſellſchaf
Auftragsbeſtand eingetreten. Der Verlauf ſei bis jetzt be
daß man mit einem zufriedenſtellenden Ergebnis rechnen d
Bilanz erſcheinen Kreditoren mit 0,51 (0,26) Mill. RM.
Debitorem mit 0,34 (0,21) Mill. ReM., Warenbeſtände 0/4
RM., Betriebsanlagen mit 0,15 (0,15) Mill. RM.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 28. Juni ſtellt
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamb
oder Rotterdam ( Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Ele
notiz) 139,50 RM. — Norierungen der Kommiſſion des
tallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in
für prompte Lieferung und Bezahlung): Originalhütt
98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99proz. 194.— M.
90= bis 99proz. 350.— RM., Antimon Regulus 87—92 R2
(1 Kilogramm fein) 82.00—83.50 RM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metalltermit
28. Juni ſtellten ſich für Kupfer: Januar bis März
April 12634 (127), Mai 127 (127½), Juni 124½ (126),
n ur
9
1. Reichs=,
der= und
Schutz=
bietsanleihen
Diſche.
Reichs=
mleihe von 192‟
Baden
Frei=
gtat von 1927.
Bay. Freiſtaat
n1927
Sachſen
Frei=
aat von 1927.
Thüringer
Frei=
gat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleih
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
2, Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 2
2 Dresden v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
7% Heidelb. v. 2
7% Ludwahf v. 26
7% Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 2
8% Nürnberg v. 2e
8% Pforzh. v. 26
3½ Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und
Schuld=
verſchreibungen
7 2 Bad. Gold.
Kom. Anleihev. 26
2 Berl. Hyp.=Bk
7%
4½%, „ Lig.=
Pfandbriefe.
8% Frkf. Hyp. Bk.
7½2- „Lig.=B
87.25
78
80.4
80
84.5
51.3
18.3
93
93
en
82.5
93.5
94
92‟1,
86
98
91
77.75
97.5
91
7
75.25
180 Frkf. Pfbrfbank.
412% Gotha Gr=
Cred. Lig.=Pfbr
4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
8% Heſſ. Landesbk.
%o Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
8% Landeskr. Kaſ
8% Mein. Hhp.Bk.
8% Naſſ. Landesbk.
8% Pfälz. Hyp. Bk
„ Lig
Pfandbriefe ..
8% Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred...
½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .
8% Rhein. Hyp.=B
„Lig
Pfandbriefe
80 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit
„L.=Pf.!
Südd. Bod.=
Tred.=Bank
41
„Lig.=
Pfdbr.
8% Württ. Hyp.=B
Di. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausloſ. Ser, II
97.5
86
84.
78.5
Rue
90.5
89
94.5
100
100
96
91
98
92
100
89
96
92
75.75
93.75
78
97
91.5
97.75
89.5
76.4
97.75
Ree
98.5
91.5
76
93.5
51
68
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyv.=Bk. K.,
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S 1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk. Vor
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſt. u.
Herku=
les=Brau. v. 26
8% Klöckn=Werke
Berlin v 26.
10% Kom Elektr.=
.
Mark.
70 Mainkrw v. 26
7% Mitteld
Stahl=
werke von 27.
80 Neckarſulm v. 26
82 Salzmann & Co.
Kaſſel v 26.
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Optp 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5½Badenw. Kohl.
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe. .
10
5.1
7n5
2.54
14.25
13.5
4.8
96.5
94
15% Preuß.
Kali=
wertan eihe ..."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. ..
5% Sächſ. Roggen
wertanleihe . .
5% Südd. Feſtw.
89
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914.
...
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v 1914 ...
½% Bosn. v. 02
Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
% Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.
4½ Liſſab. b. 1886
6.75 4% Stockh. v. 1880
äuß. „
Goldan=
42
leihe (abg.)
inn. (abg.)
4½% Irrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke).
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
1o2.1 /4½6 Rum. Golb
von 1913
40 Schweiz. Bds.=
90.25 Bahnen v. 1912
4½ Türk. Admin.,
1. Bagd.
45
2. Bagd.
4%o
Zollanl.
%6
4½% ungarn von
89
1913 CC. C.=St.)
87.5 4½% dito von
1914 (C. C.,St.)
14% dito Goldr.
(C. C.-St.)
dito von
24.5 1910 E.C.-St.)
4% dito Kron. (abg.) ..
6.5 2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
10
4½ Kopenh. v. 01
9.65
8.65
2.23
42.5
41.5
1.9
17.5
47
19.25
28
117/,
Afe
59.5
R
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dur=Bodenb.
von 1891 .....
4% Eliſabethbahn
von 1883
4% Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. ..
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ...."
2‟/.,% Oſt. Südb.
(Lombard.) . . ."
4% Oſt. Staatsb.v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883
420 Rudolfb. i. *
i. G
½% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aßtien
Allg. Dt. Creditanſt. 1140
Badiſche Bank. . . . 1160
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein/147
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank. . . . /167
Berl. Handelsgeſ..
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u Privatb./190
Darmſt. u. Nt.=Bk. /279.5
Deutſche Bank
Eff.=u.
Wechſel=
bank
Vereinsbank 1102
Diskont.=Geſellſch. 1164
Dresdener Bank 166.75
110
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk. 1150
Pfdbr.=Bk. 155‟
Gotha Grundkr. B./139
Mein. Hyp.=Bank/137
Metallbank.
Mitteld. Crebitbt. 1205.25
Nürnb. Vereinsbt. /160
Oſt. Creditanſtalt 35
Pfälz. Hyp.=Bankl160
Pr. Bod.=Creditbk. /137.75
Hhp.=Akt.=Bk. /140
Reichsbank=Ant. 1282
Rhein. Creditbank /123
Hyp.=Bank 190
2.8
10I.
10-1,
5.75
23.5
3.75
17/.
195
167.5
119.5
146.5
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ..
Wiener Bankverein
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ. /165
7% Dr. Reichsbhn=
Vorzge.
Hapag
Nordd. Lloyzd
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin..
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleher)/113.2!
6% AEG. Vorzug
AEG. Stamm
Brd. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Beck &. Henkei
Bergm. El. Verkel208
Brem.=Beſigh.=Ol 60
BrownBoverickCie 162.5
Brüning & Sohn. /139
Buderus Eiſen
Rürſtenfor Erlang. 34.25
Cementwerte
1142
Heidelberg
Karlſtadt
Lothr. (Karlsr.)
Chem. WerkeAlbert./ 89
Brockhues . / 99
Fabrik Milch
Daimler=Benz 1112
Dt Atl.=Telegr.. .
Eiſenh. Berlin!
Erdöl
Gold= u. Silb.-Anſtalt 209
Linolwerk. Berl. /337
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen . 1139
Dürrwerke Rating. 58
141
15.5
184.5
184
94.2:
68
159
126
42
33.
1185.75
75
175
1141
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraf
Elektr. Liefer.=Geſ
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke. 65
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen/ 53.25
Ertling. Spinnere
Faber, Foh., Bleiſt./ 55
Faber & S hleicher/117.5
Fahr, Gebr. Pirm.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum./ 92
Feinmech. (Fetter)/ 83
Frift. Gas
..
Hof
Maſch. Pe
Bokorny & Witter. 77
Beiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk/14)
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen . /253
Goldſchmidt Th. 9)5
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger. /179.5
Hafenmähle Frantf
Haid & Neu
Hammerſen (O3n.
Hanfw. Füſſen 139
Hanſa=Lloyd Brem.
Harpener Vergbau
Hartm. & Braun
Henginger. Kempf,
Stern Brauerei. 1199
Heſſen=Naſſau Gasl
Hehligenſtaedt
hilpert Armaturfb.
Hindrich3=Aufferm. /110
Hirſch Kupfer
Hohtief Eſſen
Holzmann. Phil. 1155.25
Holzvert.=Fnouſtriel 94,
Iſſe Bergb. Stamm
Genüſſe 114:
Inag
Funghans Stamm./ 83
Kali Aſchersleben 1253
Sailzdetfurth. /452
„Weſteregeln..
Kammgarnſpinn. 1241
228
174
82.,75
202
224
39.75
272.2*
150
1104.5
36
133
43
194
26.2.
81
1 33
8),
271
Karſtadt, R.
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl. . . .
Klöcknerwerke".
Knorr, Heilbronn".
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer ECo.
Lech, Augsburg".
Lingel, Schuhw.
Löhnberger. Mühle
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metall
Muinkr.=W. Höchſt/;
Mainz. Akt.=Br...
Mannesm Röhren
Minsfelo Bergb.
Marz=Werie.
...
Metallgeſ. Frankft. 11
Miag, Mühlenbaul
Moenus Stamm
Motorenfabr. Deutz
Oberurſel
Munch. Lichtſpielk.)
Neckar). Fahrzeug.
eckarw. Eßl.
Nicolay. Hofbr 1140
Oberbedart
Oſterr. AlpineMon.
Otavi Minen
Deters Union Frrf./1
Pfälz. Näh. Kayſer)
Pyilipps A.=G.
Pyönir Bergbau".
Porzellan Weſſel".
Keiniger Gebb. E
S hall
R3. Braunkohlen. 13
Elettr Sramm
Stahl werke 1
Rhenania, Kunh
Riebeck Montan
Rütgerswerke 1109
SazwerkHei bronn /200
S hneider & Hanau/ 49
Shnellpr. Frankty 75
Shöfferhof=Bind. 1350
S hramm Lackfbr. 124,5
S hriftg. Stempel, 1113
S huckert Elektr. . . 1209
142
14
Rra
A
Schuhfbr. 4
Weſſel
Schuhfabr.
Schultz Grür
Schwarz Ste
Seilindſtr. A
Siem. Glasi;
Siemens &
Südd Imme
Zucke
Strohſtoff. 2
Tellus Berg
Thür. Lief.:G
Tucher, Brau
Unterfr. ars
tr.=Verſ.
Beithwerie
Ver f. Chem
deutſch.*
Faßfabr.
Gummif
Berlin=F
Königs=
„Laurahüt
Pinſelfak
Stahlwei
Ultramau
Zellſt.,
Vgtländ Ma
Voigt & Ha
Voltohm Se
Wanß & Frei
Wegelin Ruß
Werger Brai!
Zeliſt. Aſcha f1
Memel
Waldho
Zuckeri. Rheir
4. Berſichern
Allianz u. S
Verſicherun
Frift. Allg Ve
Frantong Rü
Mitv
Mannh. Verſi
Darmſtädte :B
Bahnbedarf
dem
[ ← ][ ][ → ]N9 mer 129
aguſt 128 (1284), September 12614 (126½), Oktober und
196½4 (126¾), Dezember 126½ (126¾). Lendenz: befeſtigt.
ei: Januar bis März 42½ (42½), April 42½ (4234), Mai
Juni 41½4 (42), Juli 41½ (41½), Auguſt 41½ (41¾), Sept.
Oftober 4134 (41½) November und Dezember 42 (42½).
Hefeſtigt. — Für Zink: Januar bis Mai 50 (50½), Juni
. Juli 50½ (50½), Auguſt 50½ (51), September 50 (51),
(51), November 50¼ (50), Dezember 50 (50½) Tendenz:
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Stallnotierungen an der Londoner Börſe vom 28. Juni ſtell=
Kupfer: (Tendenz: ſtetig) Standard per Kaſſe 634/1e bis
Monate 63½ bis 63½, Settl. Preis 63½, Elektrolyt 68½—69,
5. 66—67½, Elektrowirebars 69; für Zinn: (Tendenz:
Zig) Standard per Kaſſe 213½—214, drei Monate 210½ bis
I. Preis 214, Banka (inoff.) 217, Straits (inoff.) 215¾; für
Tendenz: ſtetig) ausländ, prompt 20¾, entf. Sichten 29:7//6.
rs 20¾; für Zink: (Tendenz: feſt) gewöhnl. prompt
tf. Sichten 257 us, Settl. Preis 255; Queckſilber (inoff.)
framerz 157.
Piehmärkte.
kädter Viehmarkt vom 28. Juni. Aufgetrieben waren: 111
Schafe, 13 Ochſen. Die Preiſe ſtellten ſich für Kälber a) 71
65—70, 6) 58—64, für Schafe 38—42 Pfg. pro Pfund. Markt=
Hleppend.
A beimer Viehmerkt vom 28. Juni. Zum heutigen
Kleinvieh=
jarkt en aufgetrieben und wurden die 50 Kilo Lebendgewicht je
ach 2=/ gehandelt: 115 Kälber 56—75, 3 Schafe 46—50, 134 Schweine
Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 12—16, über 4 Wochen
aifer 24—32. Marktverlauf: Ruhig, bei Kälbern und
Schwei=
en 2 ſtand.
7 furter Viehmarkt vom 28. Juni. Der Auftrieb des heutigen
Lebers Etes beſtand aus 73 Rindern, ferner aus 1017 Kälbern, 103
1rd 335 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb des Neben=
5d
on voriger Woche waren heute 120 Kälber und 325 Schweine
uifgetrieben, während 10 Schafe mehr zum Verkauf ſtanden.
auf: Kälber und Schafe bei ſehr ruhigem Handel ausverkauft.
iſchleppend, geräumt. Bezahlt wurden pro Zentner Lebend=
Kälber b) 72—77, c) 65—71, d) 54—64,; Schafe a) 50—51
44 Schweine a) 64—68, b) 66—70, d) 68—72, e) 65—70.
Ver=
liche—it den Notierungen des letzten Hauptmarktes waren Kälber
is z— ver Mark billiger, während Schweine 1 Mark teurer wurden.
cleiſ ’ Bmarkt: Ochſenfleiſch I 90—100, II 80—90, Bullenfleiſch 85—90,
Luhf1 I 65—75, II 50—65, III 30—50, Kalbfleiſch II 90—100, T 100
is 1X Schweinefleiſch I 90—95, Gefrierfleiſch: Rindfleiſch,
Vordervier=
el, ᛋ i 54, verzollt 65, Hinterviertel 64 und verzollt 75.
Freitag, den 29. Juni 1928
Seite 13
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 28. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die ungünſtigen Regenfälle in den mittleren und
ſüdweſt=
lichen Anbaugebieten bewirkten auch heute rege Kaufluſt. Auch die
lreniger günſtig lautenden Felderſtandsberichte wirkten in der gleichen
Richtung.
Mais: Auch am Maismarkt gab die ungünſtige Wetterlage den
Ausſchlag für die Preisbewegung. Die Termine ſchließen daher
erheb=
lich höher.
Roggen: Die mangelnde Exportnichfrage drückte auf die Preiſe,
die auch durch Abgaben nordweſtlicher Häuſer in Mitleidenſchaft
ge=
zogen wurden.
Hafer lag anfangs auf die Wetterberichte des Ackerbaubüros
ſchwä=
cher, doch vermochte ſich gegen Schluß eine Erholung durchz uſetzen auf
Deckungskäufe.
* New=York, 28. Juni. (Priv.=Tel.)
Kaffee: In nahen Terminen fanden infolge der geſunkenen Coſt=
Frachten Liquidationen ſtatt, während entferntere Sichten auf
Deckun=
gen behauptet waren.
Zucker: In Julitermin beſtand zunächſt Abgabeneigung, während
die übrigen von Käufen der Kommiſſionäre profitierten. Schließlich
wurden allgemein Gewinnſicherungen vorgenommen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 28. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 1365 Sept. 139½, Dez. 142½: Mais:
Juli 105½, Sept. 100¾, Dez. 85½; Hafer: Juli 54½, Sept.
45¾, Dez. 47½: Roggen: Juli 119, Sept. 116½, Dez. 117¾.
Schmalz: Juli 12.02½, Sept. 12,37½, Okt. 12,55, Dez. 12,65.
Fleiſch. Rippen: Juli 12,50, Sept. 12,70, Okt. 12,80, Dez. —;
Speck, loko 12,75; leichte Schweine 9,10—10,75, ſchwere Schweine
9,75—10,75; Schweinezufuhren: Chicago 30000, im Weſten
70 000.
Baumwolle: Juli 22,70, Oktober 22,25—26,00.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 2. Juni:
Getreide. Weizen: Rotwinter 179½, Hartwinter 154½;
Mais, neu ank. Ernte 11758; Mehl, ſpring wheat clears 6,3 bis
G,75; Fracht: nach England 1,3—2,0 Schilling, nach dem
Kon=
tinent 8—9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,75; Talg, extra, loſe 8½.
Kakav. Tendenz: ſeſt; Umſatz in Lots: 88: Loko: 141
Juli 13,89, Auguſt 14,08, September 14,30, Oktober 14,40, Nov.
14,14, Dezember 13,70; Januar und Februar 1929: 13,57,
März 1929: 13,51.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Vereinigung der Elektrizitätswerke e. V., Berlin, hält dieſer
Tage ihre Hauptverſammlung in Wien ab. Die Verhandlungen
er=
ſtrecken ſich auf mehrere Tage.
Von der Reichsbank wird darauf hingewieſen, daß die auf Grund
früheren Geſetzes ausgeprägten, auf Mark lautenden Goldmünzen
ge=
mäß §§ 4 und 5 des Münzgeſetzes vom 30. Auguſt 1924 auch jetzt noch
geſetzliche Zahlungsmittel ſind und von jedermann in Zahlung
genom=
men werden müſſen mit der Maßgabe, daß 1 Mark Nennwert gleich
einer Reichsmark gilt. — Bei der Reichsbank werden die vorbezeichneten
Goldmünzen gegen andere Zahlungsmittel auf Verlangen umgetauſcht.
Mit Wirkung vom 28. Juni wurden die Preiſe für ſämtliche
Be=
triebsſtoffe, wie Motalin, Benzol, Benzin oder Benzol und Benzin
ge=
miſcht einheitlich um 2 RM. je 100 Liter der Marktlage der
Rohſtoff=
preiſe entſprechend erhöht.
In der franzöſiſchen Celluloſe=Induſtrie ſteht ein Zuſammenſchluß
mehrerer Werke bevor, und zwar wird die Compagnie du Celluloid
demnächſt die Geſellſchaften „LOyonnithe” und „Petitcollin” aufnehmen.
Der däniſche Außenhandel ergab im Monat Mai einen kleinen
Einfuhrüberſchuß von 16000 Kr. Insgeſamt ſtellte ſich die Einfuhr
auf 139,86 Mill. Kr., die Ausfuhr auf 139,844 Mill. Kr. Im Vorjahre
betrug die Einfuhrziffer im Mai 143,5 Mill. Kr., die Ausfuhrziffer
142,19 Mill. Kr., der Einfuhrüberſchuß alſo 862000 Kr. In den erſten
5 Monaten Januar bis Mai überſtieg die Einfuhr den Export um
ins=
geſamt 57,61 Mill. Kr. bei einer Geſamteinfuhrziffer von 719,52 Mill.
Kr. und einer Ausfuhrziffer von 661,92 Mill. Kr.
Der Ausweis der ſchwediſchen Reichsbank zeigt in der am 23. ds.
Mts. abgelaufenen Woche Metalle mit 230 728 999 Kr., Inlandswechſel
mit 282 387 484 Kr., Auslandswechſel mit 13 201293 Kr., Noten mit
475 864 997 Kr. und Depoſiten mit 186 448 282 Kr.
Die Möglichkeiten einer Annahme des lettiſchen Monopolvertrages
mit dem ſchwediſchen Zündholzſyndikat im Parlament haben ſich
der=
artig verſchlechtert, daß mit einer Aenderung des Vertrages gerechnet
werden muß. In Wirtſchaftskreiſen iſt man mit der langen Dauer
des Vertrages unzufrieden, da nach der vorläufigen Abmachung
Lett=
land auf 30 Jahre gebunden wäre.
Zum Präſidenten des Internationalen Landwirtſchaftlichen
Inſti=
tuts in Rom iſt Profeſſor de Michelis auf weitere drei Jahre
einſtim=
mig gewählt worden. An der Wahl beteiligte ſich mit 50 anderen
Staaten auch Deutſchland.
Das Schatzamt der mexikaniſchen Regierung hat die Nationale
Bankenkonvention z:: einer Zuſammenkunft auf den 1. Juli nach
Mexiko=Stadt eingeladen. Wie gemeldet wird, ſtehen einige Ankräge
auf Erweiterung des allgemeinen Bankengeſetzes auf der Tagesordnung,
die eine Verbreiterung der Aktionsſphäre der Banken zum Gegenſtand
haben.
r beginnen um 3½, 534 und 8½/. Uhr mit der
Aoche. Dann folgt
SSHBEIAp der Stadtfilm und danach:
Dlerlädte
SauZ
Großfilm in 8 Akten
Residenz-Theater am weißen Turm
heute Wiederholung des größten
EDDIE-POLO-FILMS aller Zeiten:
Mit Büihso und Tasse
Senſationsſilm in 6 Teilen. — In dieſer Woche 1. und 2. Teil (12 Akie)
und dazu: „Drunter und Brüber‟‟, Luſiſpiel in 2 Akten.
Palast-Lichtspiele, Grafenstraße
Ab heuie ein Doppelprogramm, das ſich anzuſehen lehnt:
Mengchen Im Haß
(Der Schrei einer Mutier) 7 Akte und
Bep Mann aus dem Hoike
Ein Bild aus dem Leben in 5 Akien.
(TV. 10705
Ke
unge
zwer-Bühve Haxprecht
noch wenige Tage!
Wirst mich beiralen
„Spiel von Louis Verneuil
Een: Verk.-Büro u. de Waal.
(10739
instraße 14.
K
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Samstag, den 30. Juni, im
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der Freiwilligen Sanitäts=Hauptkolonne
vom Roten Kreuz.
Feſifolge:
Feſt=Konzert, Samstag, 30. Juni, 191/, Uhr, in der
Turn=
halle (Woogsplatz).
Feſtakt, Sonntag, 1. Juli, 11 Uhr, in der „Heliai.
Zug der Kolonnen durch die Stadt zur großen Jubiläums=
Kolonnenübung 45 Uhr auf dem Flugplatz.
Bunter Abend, anſchließend Tanz, 20 Uhr, in der
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halle (Woogsplatz).
Eintrittspreiſe ſe Veranſtaliung 30 Pfg. / Es iſt ratſam ſich die
Feſt=
ſchriff zu beſchaffen, da in dieſer die Feſtfolge genau enthalten iſf. / Ferner
wird ein frühzeitiges Beſorgen der Eintrittskarten empfohlen, da wegen
ſtarker Voranmeldungen nur eine beſchränkte Anzahl zur Verfügung ſteht.
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Freitag, den 29. Juni (Beter und Pau))
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Haupt=
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[ ← ][ ][ → ]Freitag den 29. Juni 1928
Geite 15
P imer 179
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chende Zeitungsautonzaten.
Der ſprechende Zeitungsautomat.
7 Bte techniſche Neuheit in Berlin. Er erſetzt
völl V en Zeitungshändler, gibt nicht nur die
ge=
wümi Zeitung, ſondern ruft ſie wie der Verkäufer
aus.s f den Apparat iſt ein Lautſprecher montiert,
der ; Stimme eines automatiſchen Grammophons
wiedergibt.
„P5 Uan=Turm” auf der Leipziger Herbſt=
Meſſe 1928.
deutſche Porzellaninduſtrie, die mit ihren
Erzaiſſen an der Spitze der Welt=Porzellan=
Inds; en ſteht, will dem Porzellan in Deutſchland
einer weitere Verbreitung verſchaffen, als bisher.
„Po3 an in jedes Haus!” iſt die Deviſe einer
Pro=
pagg, die über das ganze Land gehen ſoll. Die
Leitzy— Meſſe, auf der die Porzellaninduſtrie in
—erſtes riie mit ihrer Händlerkundſchaft in Fühlung
ſtrittt das wirkſamſte Mittel, dieſe Ideen zu
pro=
pagg und als Wahrzeichen der gemeinſchaftlichen
We= x für Porzellan errichtet die Porzellan=Pro=
Berlin einen Turm, der in außerordentlich
pag
ories er Weiſe ausgebildet ſein wird und ſicherlich
einen yenswürdigkeit der Leipziger Meſſe bildet.
Zon einem Rehbock ſchwer verletzt.
Wernigerode griff auf der Chauſſee
ein ver Rehbock einen Radfahrer an und warf ihn
vonm ade. Das wütende Tier verletzte den am
Bok Tiegenden ſchwer an der Schläfe, der in
hoff=
num em Zuſtand ins Kreiskrankenhaus gebracht
wurn. Den Rehbock fand man ſchwer verletzt im
Was1 ruf. Die Trümmer des Fahrrades trug er im
Schweres Unwetter im Saargebiet.
arbrücken. In der Umgebung von
Saar=
burc rigen ſchwere Gewitter mit heftigem
Dauer=
regis keder, die ſchwere Schäden anrichteten.
Tau=
benu roße Hagelkörner vernichteten an
verſchie=
den Stellen vollſtändig die Ernte.
Großfeuer in Hamburg.
mburg. Geſtern abend erfolgte in einem
der meralölwerken Albrecht u. Co. gehörigen, am
Reis ieg gelegenen Schuppen, vermutlich durch
Fur Lug, die Exploſion eines Oeltanks, die den
Auv —h eines Großfeuers zur Folge hatte. Durch
den rſchenden Sturm dehnte ſich das Feuer auf
wei= in der Nähe befindliche Schuppen, die
gleich=
falkl el enthielten, aus. Die Feuerwehr gab aus
B 4 en Waſſer, und es gelang den
aufopfern=
der mühungen der Mannſchaften, das
Hauptge=
bärz ind den großen Maſchinenraum zu retten,
ung allem die Gefahr von den in der Nähe
be=
finw en gleichartigen Betrieben abzuwenden. Wäre
diei cht geglückt, ſo wäre vermutlich der ganze
He1zirk Grasbrook ein Raub der Flammen
ge=
wir)
Deutſchland ſpart.
Einlogen u. lengfristige Anlagen beiden deufschen
Sparkassen, Stand Ende 924—1927
Ri
Uff
neuf / Wert- WKommunat Nicht kengf.
kandw. / sonst. 1papiere lderlehen engelegfe
Grundstücke
tangfristige Anlagen
Seereinlegen
2 Sparkonten bei den deutſchen Sparkaſſen.
23 klanzſtatiſtik der öffentlichen Sparkaſſen ver=
4:½ rlicht die zunehmende Spartätigkeit der
deut=
ſo) Bevölkerung ſeit 1924. Die langfriſtigen
An=
ſal der Hypotheken ſind von 1926 bis 1927 um
S T100 Millionen Mark geſtiegen, der Mehrwert
D. rien beträgt 220 Millionen Mark, die Kommu=
—lehen brachten es von 370 auf 600 Millionen
Selbſt die täglichen Gelder ſind in ihrem
Beſamtbetrag etwas erhöht worden.
Kinderwagen=Garage eines Berliner Krankenhauſes.
Verſchließbare Gitterverſchläge für Kinderwagen
ſtellt eine Berliner Krankenkaſſe den Müttern zur Verfügung, die ihre kleinen Kinder zur
Be=
handlung bringen, um die Wagen vor Diebſtahl zu ſchützen. Unter Aufſicht eines zuverläſſigen
Angeſtellten bildet dieſe Einrichtung eine nachahmenswerte Neuerung, die bereits viel Anklang
gefunden hat.
Mordprozeß Wichmann.
Vierter Tag.
Frankfurt a. M. Der Angeklagte hatte
be=
kanntlich behauptet, daß er von den Höchſter
Farb=
werken als Belohnung für die Einrichtung einer
Güterabfertigungsſtelle innerhalb des Werkes
Mo=
biliar und Teppiche zur Einrichtung ſeiner
Dienſt=
wohnung angeboten bekommen, das Angebot aber
aus=
geſchlagen habe, nachdem er darüber mit einem
Vor=
geſetzten ſprach. Ferner wollte der Angeklagte
Fracht=
hinterziehungen in etwaiger Höhe von einer Million
Mark bei den Farbwerken aufgedeckt haben, was zu
einem Prozeß führte. Aus dieſem habe die
Reichs=
bahn dann 500 000 Mark erhalten. Die heute zunächſt
vernommenen Zeugen wurden zu dieſem
Beweis=
thema gehört, und der Vorſitzende ließ dabei der
Verteidigung weiteſten Spielraum in der Befragung
der Zeugen, die dann nun auch bis in die Details
über Jahre zurückliegende Vorgänge befragt wurden,
wobei man ſogar ſoweit ging, daß man von einem
Zeugen die Angabe eines Menus aus dem Jahre
1925 wünſchte. Es ſpielte nämlich die Frage eine
Rolle, ob der Angeklagte auch beſonders zu
Früh=
ſtücken herangezogen wurde, wobei man ihm dann die
Annahme von Geſchenken nahegelegt hätte. Daß
Wichmann einmal an einem Frühſtück gelegentlich
irgend einer offiziellen Beſichtigung teilnahm, iſt
er=
wieſen, aber keiner der Zeugen aus Höchſt weiß
etwas von Angeboten, die dem Angeklagten gemacht
wurden. Ein Reviſionsbeamter erklärt, daß W. von
den Farbwerben nie ein Darlehen erhalten habe, und
er hält es ſogar für ausgeſchloſſen, daß über die
Nichtrückgabe eines Darlehens nicht geſprochen wurde.
Daß W. den Verſuch, ein Darlehen zu erhalten, bei
den Farbwerken unternahm, ergab die Ausſage des
Direktors Sch. Es ſei das nicht nach, ſondern vor
der Aufdeckung der von W. in Höchſt begangenen
Amtsunterſchlagung geweſen. Damals habe W.
ge=
ſagt, es ſei ein buchmäßiges Defizit in der Kaſſe und
es handle ſich um einen wohl raſch behobenen
Rech=
nungsfehler. W. erbat ſich einen Scheck, den er in die
Bahnkaſſe legen wollte, aber der Zeuge lehnte dies
ab. Dem Zeugen iſt nichts davon bekannt, daß W.
Vergünſtigungen ſeitens der Farbwerke erhielt. Auch
die langdauernde Vernehmung des Leiters des
Ver=
kehrsbüros der Farbwerke führte zu keiner
Beſtä=
tigung der Behauptungen des Angeklagten. Die
Aus=
ſagen dieſes und der nächſten Zeugen beanſpruchten
in pſychologiſcher Hinſicht mehr Intereſſe als in
tat=
ſächlicher. Ein Oberregierungsrat aus Karlsruhe,
der früher Vorgeſetzter Wichmanns war, iſt dafür
benannt, daß er vom Angeklagten einmal befragt
wurde, ob er Vergünſtigungen, die ihm die
Farb=
werke anboten, annehmen dürfe. Dem Zeugen iſt ein
ſolches Geſpräch nicht erinnerlich. In der
Fracht=
affäre ſtellte der Vorſitzende aus Gerichtsakten feſt,
daß die Kundin der Farbwerke unter Vorbehalt
Frachtnachforderungen bezahlte, und daß ihre Klage
in allen Inſtanzen abgewieſen wurde, ſo daß alſo die
Fracht bezahlt werden mußte. Es handelt ſich um
zirka 30 000 Mark, und es war das nach Meinung
des Angeklagten nur eine Teilforderung der Bahn.
Der Vorſitzende betont die Gutgläubigkeit der
Farb=
werke in der Tarifierung, der Angeklagte behauptet,
zur Ermittlung hier beigetragen zu haben und der
Verteidigung genügt die Feſtſtellung, daß eine ſolche
Tarifſtreitfrage mit der Reichsbahn beſtand. Es
er=
folgt dann die Vernehmung der aus der
Verſiche=
rungsbranche geladenen Zeugen, für die Wichmann
tätig war.
Hungersnot in Oftgalizien.
Warſchau. Im Kreiſe Mosciſk, in Oſtgalizien,
iſt unter der bäuerlichen Bevölkerung eine
Hungers=
not ausgebrochen, die ſolche Formen angenommen
hat, daß ſich auch Hungerfieber zu verbreiten
be=
ginnt. „Expreß Poranny” fordert energiſche
Maß=
nahmen der polniſchen Regierung.
Eiſenbahnunglück.
London. In der Nähe von Darlington ſtieß
ein Ausflüglerzug mit einem Eilgüterzug zuſammen,
wobei ſechs Perſonen getötet und 30 verletzt wurden.
Glücklicherweiſe fuhren die Züge im Augenblick des
Zuſammenſtoßes langſam, ſonſt hätte die Kataſtrophe
noch mehr Opfer gefordert. Die beiden vorderſten
Wagen der Züge wurden teleſkopartig
ineinander=
geſchoben; die Lokomotive des Güterzugs ſtürzte um.
Brand im hiſtoriſchen Schloß von Collonges=
Mont d’Or.
Paris. Das hiſtoriſche Schloß von Collonges=
Mont d’Or, das im Renaiſſance=Stil erbaut iſt,
wurde durch Feuer teilweiſe zerſtört. Es wurden für
drei Millionen Franken alte Teppiche vernichtet. Der
Schaden an den Gebäuden wird auf eine halbe
Mil=
ſon Franken geſchätzt.
Dampferunglück am Berliner Oſthafen.
Berlin. An der „Oberen Schleuſe” am
Stich=
kanal gegenüber dem Oſthafen, ereignete ſich ein
ſchweres Dampferunglück. Beim Durchſchleuſen
hava=
rierte ein Laſtkahn mit dem Vergnügungsdampfer
„Eintracht”, der mit Schulkindern, deren Eltern
ſo=
wie mehreren Lehrern beſetzt war. Das Steuerruder
des Laſtkahns ſtürzte auf das Sonnendeck des
Damp=
fers, das unter der Laſt zuſammenbrach. Neun
Frauen und Kinder wurden dabei verletzt.
Das Unwetter in Schleſien.
Breslau. Ueber die Unwetter in Schleſien
berichten die „Breslauer Neueſten Nachrichten” noch,
daß die ſchweren Gewitter, die über die Stadt und
Teile des Kreiſes Brieg dahinzogen, erheblichen
Scha=
den angerichtet haben. Die Getreidefelder wurden
verwüſtet. Bei Brieg ſchlug der Blitz in eine Gruppe
von landwirtſchaftlichen Arbeitern ein. Ein Arbeiter
wurde auf der Stelle getötet, die anderen in der
Nähe befindlichen Perſonen wurden zu Boden
ge=
worfen. Bei dem über Zindel (Kreis Breslau)
nie=
dergegangenen Gewitter wurde ein 18 Jahre alter
Arbeiter auf den Rieſelfeldern von Blitz getroffen
und getötet. In einer Breite von drei Kilometern
zog auch über den Kreis Oels ein ſchweres
Hagel=
wetter. Hagelkörner in der Größe von Taubeneiern
ſauſten hernieder. Starke Stämme wurden wie
Streichhölzer geknickt. An der Schmarſer Kunſtſtraße
wurden 30 Bäume entwurzelt.
Der Blaubart von Marſeille.
Paris. Die Spalten der franzöſiſchen Preſſe
ſind von Berichten über die Verbrechen des neuen
Blaubart von Marſeille angefüllt. Es ſcheint
feſtzu=
ſtehen, daß er mindeſtens ſechs Frauen ums Leben
brachte, die auf ſeine Heiratsanzeigen hin mit ihm in
Verbindung traten. Eine der Frauen, die mit ihm
in Briefwechſel ſtand, iſt nur durch den Zufall und
nur durch ihren Aberglauben vor dem ſchrecklichen
Ende der anderen bewahrt geblieben. Es handelte
ſich um eine Pariſerin, die mit dem angeblichen
Gaillaxd in einem Pariſer Reſtaurant eine
Zuſam=
menkunft hatte. Der „Heiratsluſtige” legte ihr nahe,
20000 Franken flüſſig zu machen, damit ſie eine
kleine Villa und ein Auto kaufen könnten und
ver=
ſprach ihr, ſie nach Tunis zu führen, wo er Geſchäfte
habe. Auf ſeinen Vorſchlag eingehend, befragte ſie
eine Kartenlegerin, die ihr von einer Reiſe über das
Meer abriet, da ſonſt ei Unglück auf ſie warte.
Ehrung eines indiſchen Nationalhelden.
Mit großem orientaliſchen Pomp wurde in Poona
(Indien) die Rieſenreiterſtatue des Nationalhelden
Shivazi eingeweiht. Rund hunderttauſend Menſchen
nahmen an den Feierlichkeiten teil. Shivaji wurde
vor 254 Jahren zum erſten König des Maratha=
Reiches gekrönt und wird als der größte
National=
held der Maratha=Raſſe gefeiert. Die Statue ſelbſt
iſt das größte Gußſtück in Indien. Der Grundſtein
zum Denkmal dieſes Fürſten, der der „Richard
Löwenherz Indiens” genannt wird, wurde von ſieben
Jahren vom Prinzen von Wales gelegt. Außer für
die Zwecke des Denkmals wurden im ganzen 60000
Pfund Sterling geſammelt, die auch zur Gründung
eines neuen Forſchungsinſtituts verwandt werden.
Mit dem Pfeil, dem Bogen...
* NewYork. Man kehrt in Amerika zu Pfeil
und Bogen zurück und wird allmählich der
Errungen=
ſchaften der neuzeitlichen Technik müde und flüchtet
ſich wieder in die bemooſte Vorzeit, ins Primitive.
Vor kurzem noch war es großer Sport, das
Groß=
wild in Afrika mit Scheinwerfer und
Maſchinen=
gewehr vom Flugzeug aus zu jagen. Nun geht man
in den ſeeligen Jagdgründen von Main, Texas und
Florida nach Indianerart auf die Pirſch und bringt
nicht nur Kaninchen, ſondern auch Rehe, Bären und
Alligatoren zur Strecke, ja einige Bogenſchützen
haben bewieſen, daß man auch Bären und Löwen
mit dem Pfeil erlegen kann. Das Bogenſchießen iſt
wie eine Seuche über Nacht aufgekommen, und die
Bilderbeilagen der Zeitungen laſſen erkennen, wie
ſehr dieſer Sport um ſich gegriffen hat. Sogar die
holde Weiblichkeit übt ſich im Bogenſpannen, nachdem
ſie es in den letzten Jahren im Büchſenſchießen
er=
heblich weit gebracht hatte. Zunächſt war der Bogen
etwas Neues und hatte ſchon aus dieſem Grund einen
ſtarken Reiz. Dann entdeckte man, daß er eine
ge=
ſunde Körperbewegung und Muskelbetätigung zur
Folge hat, und weiterhin erkannten die Flappers
aller Jahrgänge, daß man ſich mit dem Bogen ſehr
vorteilhaft photographieren laſſen kann. Schließlich
wurde herausgefunden, daß der Bogenſport ſehr
ver=
gnüglicher iſt. Der Bogen ruft aus dem Zimmer ins
Freie, in Luft und Sonne und in Geſellſchaft, die
ſofort die Möglichkeit des Wettbewerbes bietet, und
das iſt ſchließlich in Amerika von Wichtigkeit
Ein Denkmal für die
„Columbia”= Flieger in Cottbus.
Grundſteinlegung durch die „Bremen”=Flieger.
Hauptmann Köhls erſter Hammerſchlag
bei der feierlichen Grundſteinlegung eines Denkmals
für die „Columbia”=Flieger Chamberlin und Levine.
Er würdigte in ſchlichter Rede das kühne
Unter=
nehmen, das in Cottbus ſein vorzeitiges Ende finden
ſollte.
Brand am Lidv.
Mailand. Die öffentliche Badeanſtalt des
Lido von Venedig iſt Mittwoch abend niedergebrannt.
Als der Strand noch ſtark belebt war, brach in der
Damenabteilung plötzlich Feuer aus, das ſich raſch
über die ganze Badeanſtalt verbreitete, obwohl ſofort
Lärm geſchlagen und mit den Löſcharbeiten begonnen
wurde. Die Anſtalt war unmittelbar am Meer
ge=
legen und vollſtändig aus Holz gebaut. Die
Bade=
gäſte eilten nach ihren Zellen, um Kleider und
Wert=
ſachen zu retten. Das Perſonal bemühte ſich
vergeb=
lich, den Brand einzudämmen. Das Gebäude beſtand
aus drei Abteilungen mit Reſtaurant und breiten
Terraſſen. An dem Hauptbau waren zahlreiche
Kauf=
läden untergebracht, wo Modeartikel und Andenken
feilgeboten wurden. Zu beiden Seiten ſchloſſen ſich
Hunderte von Badekabinen an. Obwohl das Perſonal
der Kaufläden ſofort verſuchte, die Waren
auszu=
räumen, wurden große Vorräte ein Raub der
Flammen. Alle Löſchverſuche waren vergeblich, da
der Wind das Feuer blitzſchnell über den ganzen
Gebäudekomplex verbreitete. Erſtickende Rauchwolken
umgaben zudem Terraſſe und Reſtaurant. Die
Wert=
ſachen, die von den Badegäſten deponiert waren,
konnten in Sicherheit gebracht werden. Die Terraſſe
iſt vollſtändig eingeäſchert. Es entſtand auch eine
Dampfkeſſelexploſion; ferner explodierten einige
Gasbehälter. Die Feuerwehren des Lido und von
Venedig konnten das Uebergreifen des Feuers auf
die übrigen Badeanlagen des Hotels nur durch
Nie=
derreißen einer Anzahl Kabinen verhindern. An den
Löſcharbeiten beteiligten ſich auch Truppen. Als
Ur=
ſache des Brandes wird Kurzſchluß in der
Damen=
abteilung vermutet. Der Sachſchaden iſt ſehr groß,
weil in den Kaufläden faſt alle Warenvorräte
ver=
brannt ſind. Er wird auf mehrere Millionen
ge=
ſchätzt. Die Badeanſtalt ſoll raſchmöglichſt wieder
auf=
gebaut werden.
Ueberſchwemmung in Weſtjapan.
London. Wie die Blätter aus Tokio melden,
iſt durch ſintflutartigen Regen, der 48 Stunden
an=
dauerte, in Weſtjapan bedeutender Schaden
verur=
ſacht worden. In Omuda ſind 10 Häuſer eingeſtürzt
und 28 Perſonen getötet worden. Die meiſten Flüſſe
ſind über die Ufer getreten. Mehrere
Eiſenbahn=
linien ſind unterbrochen, mehrere Brücken
wegge=
ſchwemmt. An verſchiedenen Orten haben ſich
Erd=
rutſche ereignet.
Filchners Reiſeweg durch Tibet.
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Iithe
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Kukunorg
Rarf A
„Lhaso
B
E N:
— Eilchners Reiseweg
Karte mit der Route der Filchner=Expedition.
In Kuldſcha, nahe der ruſſiſchen Grenze, begann das
Unternehmen. Unter dankenswerter Unterſtützung
durch die Sowjet=Regierung, den Dalai=Lama und
die engliſchen und chineſiſchen Behörden konnte der
äußerſt gefahrvolle und mühſelige Weg durch die
Wüſte Gobi und das Hochland von Tibet fortgeſetzt
werden. Unter den größten Opfern und
Entbeh=
rungen erreichte Filchner nach 2½jährigem
Leidens=
weg die erſte engliſche Bahnſtation Pawal=Pindi,
von wo aus er ſeine Heimreiſe antrat. Für die
Aus=
rüſtung und Durchführung ſeiner über viele tauſend
Kilometer führende. Expedition ſtanden dem kühnen
Forſcher nur 4000 Mark zur Verfügung, die ſchon
nach dem erſten Halbjahr aufgebraucht waren.
Seite 16
Freitag, den 29. Juni 1928
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der 129
Freitag, den 29. Juni 1928
Seite 12
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Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.
Ers T ein hervorragender Landwirt geweſen, der zugleich
eim er erſten unter den ſchleſiſchen Großgrundbeſitzern den
a Verbindung von Landwirtſchaft und Induſtrie begriſ=
Mumy rch Anlage von Ziegeleien und Fabriken das Rhaden=
FsTenvermögen um ein Vielſaches vermehrt hatte.
Hoingſte Blütezeit war dann unter ſeinem Sohne Leo
ehrere der die von ſeinem Vater begonnene Reſtaurierung
mi Kunſtverſtändnis durchgeführt und ſich in dem alten
unw chloß eine Sommerreſidenz geſchaffen hatte, die
Neu=
ersy den Ruf eines der ſchönſten Landſitze des deutſchen
uns getragen hatte.
Ay ine Anregung war in dem benachbarten Städtchen glei=
F nis ein Eiſenmoorbad gegründet worden, das eine von
ſr. Jahr ſteigende Beſucherzahl um ſeine heilkräftigen
elle 2rſanmelte.
as rintagsgeläut der kleinen Güldenſeer Dorfkirche ſchwang
ker!& in der klaren Sommerluft, als Klaus am anderen
zrgy ſeinem erſten Beſuch in Neudietersdorf aufbrach.
D Wald und Wieſen ging ſein Weg, die wie ein
immer=
ne— Bpich zu dem Geſtade eines Sees herabfloſſen.
Ho rnd da grüßte aus dunklen Laubverſtecken ein Leuchten
Sen und Brücken und weißem, weinumſponnenem
ued: k.
Un eine verwilderte Weißdornhecke ſah man auf einen
en ierhof; ein Kind in einem feuerroten Röckchen fütterte
m /ebenſchwarm.
T lenkte der Parkweg auf eine breite Fahrſtraße über.
Euralte Lindenallee öffnete ſich, in deren flimmernder
uirm rig die zarten Lichtbander der Sonne ſchräg
herein=
ſern
1 plötzlich wuchs der ragende Bau des Schloſſes mit ſei=
Oſ=n und Zinnen zum Himmel empor, und die üppige
ſchh ner hundertjährigen Efeugehänge wallte wie ein
könig=
er yritel um den trotzigen Leib des mächtigen Burgfrieds.
rieſige Sandſteinlöwen bewachten die Auffahrt des
P.0S.
Von hier aus ſah man weit hinaus in die Sonnenhelle von
Park und See, der ſich in lachender Frühſommerſchönheit bis in
die blaue Unendlichkeit des Horizonts hineinzudehnen ſchien. —
Klaus kam über den ſonnenheißen Vorplatz und wandte ſich
dann zum Schloßhof hinüber.
Eine breite Terraſſe erhob ſich unter dem Wappenrelief des
Mittelportals.
Weiße Korbmöbel ſahen über den rotflamenden
Geranien=
baum des ſteinernen Geländers, und das Zeltdach eines bunten
Gartenſchirms ſtand wie ein luſtiger Farbenfleck gegen das
ehr=
würdige Grau des alten Gemäuers.
Durch die weit offenen Portaltüren ging der Blick in eine
mächtige Halle mit Pfeilern und Niſchen.
Ein würdevoller Diener in einfacher dunkler Livree hütete
den Eingang und erkundigte ſich mit feierlicher Gemeſſenheit
nach dem Begehr des Fremden.
Klaus wurde in den Empfangsſaal des erſten Stockes
hin=
aufgeführt.
Der Diener verſchwand in einem anſtoßenden Zimmer und
kom im nächſten Augenblick mit dem Beſcheid zurück, daß die
Frau Baromn den Herrn Doktor bitten laſſe —
„Seien Sie mir herzlich willkommen in Neudietersdorf!”
Ein ſchmaler, ſonnendurchfluteter Raum hatte ſich vor Klaus
aufgetan.
Hellgrüne Seidentapeten mit ſchlankſtämmigen Bäumchen
be=
kleideten die Wände.
Zierliche Rokokomöbel in Weiß und Gold kauerten wie
aller=
lei ſeltſames Getier auf dem dicken Brüſſeler Teppich, der das
Geräuſch der Schritte unhörbar dämpfte.
Ein hohes Niſchenfenſter ſah in die Weite des Parkes hinaus,
all die ſommerliche Schönheit ſeiner Nähe und Ferne in den
Ausſchnitt ſeines wundervollen Bildes ſpannend.
„Ich habe die Ehre, mich bei der Frau Baronin zum Antritt
meines Dienſtes zu melden!“
Klaus hatte ſich tief über die ihm dargebotene ſchmuckloſe
Frauenhad geneigt.
Dann richtete er ſich langſam wieder auf, und zwei
Augen=
paare ruhten ſekundenlang prüfend ineinander.
Mit einer einladenden Bewegung wies die Baromim auf
einen Seſſel.
„Bitte, nehmen Sie Platz, Herr Doktor.”
Sie ſtand jetzt ganz in der hellen Beleuchtung des Fenſters.
Das volle Licht der Sonne ſtreifte über den ſtolzen
Carmen=
kopf mit den wundervollen dunklen Augen, aus denen zuweilen
ein heißer Goldglanz aufſchimmerte.
Ein ganz feiner Puderhauch lag über den zart gerundeten
Wangen.
„Ich freue mich ſehr, Sie ſchon heute begrüßen zu können”
nahm ſie jetzt wieder das Wort. „Denn ich bin Ihres Beiſtands
gerade in der nächſten Zeit ſehr bedürftig. Meine Nichte Lore
hatte mich übrigens geſtern abend bereits auf Ihren Beſuch
vor=
bereitet.”
„Ich bin im Gaſthof von Güldenſee abgeſtiegen und traf das
gnädige Fräulein dort om Walde. Die Ungezwungenheit des
ländlichen Verkehrs verwittelte dann unſere Beranntſchaft.”
„Ja, wir leben jetzt ganz ländlich, einfach und einſam” war
die Antwort. „Aber ich hoffe, daß Sie ſich trotzdem bei uns
wohlfühlen werden. Neudietersdorf hat ja große landſchaftliche
Reize, und an Regentagen ſteht Ihnen die ſehr umfangreiche
Bücherei meines verſtorbenen Gatten zur Verfügung. Ich ſelbſt
werde Sie immer nur für einige Morgenſtunden in Anſpruch
nehmen.”
Die Baronin war bei den letzten Worten zu ihrem
Schreib=
tiſch getreten und öffnete eine Aktenmappe.
„Hier iſt übrigens Ihr Bewerbungsſchreiben und Ihr
Lebenslauf”, ſagte ſie. „Wenn es Ihnen recht iſt, lege ich dieſe
beiden Dokumente wieder in Ihre Hände zurück.”
Mit einem erleichterten Aufatmen nahm Klaus die Papiers
in Empfang.
Gott ſei Dank, damit gewann er wieder feſteren Boden unter
ſich; trotz all ſeiner weltmänniſchen Sicherheit hatte er ſich dieſem
ruhigen Vertrauen gegenüber faſt beſchämt gefühlt.
„Ihre Hmpttätigkeit”, fuhr die Baronin fort, „wird darin
beſtehen, mir bei der Ordnung des Nachlaſſes meines Gatten zur
Hand zu gehen. Sein plötzlicher Tod hat auf einmal die ganze
Laſt der Verwaltung ſeines ſehr umfangreichen Beſitzes auf
meine Schultern gelegt. Bisher hat mich ja der Generaldirektor
meiner Fabriken nach Kräften beraten. Doch die Zeit dieſes
Herin iſt an ſich ſchon ſehr in Anſpruch genommen, und dann
möchte ich die oberſte Leitung der Geſchäfte gern ſelbſt in der
Hand behalten.”
„Ich werde mich bemühen, Ihnen in jeder Weiſe zu
Dien=
ſten zu ſein.”
Die Baronin erhob ſich.
„Der alte Marten, der Sie herauf geführt hat, wird Ihnen
auch Ihre künftige Wohnung anweiſen. Um zwei Uhr darf ich
Sie dann wohl zu Tiſch bitten. Wir ſpeiſen im kleinſten Kreiſe.”
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