Einzelnummer 15 Pfennige
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ſchic
muc)
lich 2maligem Erſcheinen vom 1. Jun
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Franffurt a. M. 1301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 167
Sonntag, den 17. Juni 1928.
191. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Fi
inanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Reilamezelle (92 mm
breit)2 Reichsmark Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zeile 3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 4.20 Markl.
im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auffräge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Aſprechungen über die Regierungsbildung
Das Communigug über die interfraktionellen
AAusſprache über das Programm
Beſprechungen.
der neuen Regierung.
Berlin, 16. Juni.
derundigung über die Außenpolitik. — Aus=
Sindergehende Auffaſſungen über die
innere Politik.
2 Samstag vormittag hat nun Herr Müller=Franken es
dli= 1 reicht, daß er da anfangen konnte, wo er eigentlich am
fen— ſchon hätte beginnen müſſen: Bei der ſachlichen
s3 ache über das Programm der neuen
egyung. Die Preußenfrage iſt vorläufig
zurück=
t. Man überläßt es den Preußen, ob ſie ſich zunächſt
ter; einigen können. Die
— ung der
Volks=
jr. nach gleichzeitiger
Um=
ſtarz / der Regierungen in
ſeich id Preußen bleibt
t erhalten. Sie
ſird a; erſt wieder akut
wer=
ſen, In im Reich die Dinge
ediehen ſind, daß eine
ölli=5 inigkeit über die
künf=
ige erung und ihr
Regie=
ſung gramm erzielt worden
beit ſind wir aber noch
lich- 4
isſprache am Sams=
W tag
mittag geſtaltete ſich
g ſiemu ompliziert, ſchon durch
den s der Teilnehmer. Die
Eoxz nokraten waren mit 6,
euNgs
rum mit 4, die Deutſche
olkl tei mit 5, die
Demo=
ate it 3 und die Bayern Präſident Paul Löbe, 1. Pizepräſident
Nitgliedern erſchienen.
der als Redakteur ſeine
treten war die
Wirt=
hafrf tei, die grundſätzlich
re Bereitwilligkeit zum
ſtrhn die Regierung erklärt
Jahre ſpäter
ſozialdemo=
hat auch am Freitag
deny rrn Müller eine Reihe
erungen aus dem
Ge=
ſiete 4 Mittelſtandspolitik zu=
Die Woche.
geordneten Hermann Müller=Franken die Verhandlungen über die litauiſche Frage nicht aus der Welt ſchaffen können.
Ver=
die Bildung der Reichsregierung mit Vertretern der
Sozialdemo=
kratiſchen Partei, der Zentrumspartei, der Deutſchen Volkspartei,
innenpolitiſche Fragen. Die Beſprechung wurde nicht zu Ende
geführt, da in Einzelfragen zunächſt den Fraktionen Bericht
ge=
der Ausſprache ſtatt.
Das Reichstags=Präſidium.
istag nachmittag
zu=
ächſi” mal geſondert mit ihr
ſerhol n wollte. Gerade aus
urg:A ſen Kreiſen wird
ent=
heissh s Gewicht darauf
ge=
egt,
die Wirtſchaftspartei
2 ition beitritt. Sie ſelbſt
ber int ſich dieſem Wunſch
a und für künftige Gelegenheiten in Reſerve halten zu
Dolle! Der ganze Fragenkomplex, der am Samstag morgen zur
derau, ſtand, wurde zunächſt einmal drei Stunden lang
durch=
eſenl a. Er umfaßte eigentlich das geſamte Gebiet unſerer
ße/ ind Innenpolitik. In der Außenpolitik iſt dabei
erhög smäßig leicht eine Verſtändigung zu erzielen. Hier
ritzle Formulierung des künftigen Regierungsprogrammes
ſeinesl Aufenthalt verurſachen. Das Feſthalten an der
NcIkopolitik iſt eine Selbſtverſtändlichkeit, ebenſo ſelbſt=
Erſten ch wie das Feſthalten an der ſchleunigen Rheinland=
Faumu, und der alsbaldigen Feſtſetzung der endgültigen deut=
3. Bizepräſident
2. Vizepräſident
Walther Graef
Siegfried v. Kardorff
Thomas Eſſer,
(Thüringen),
politiſche Laufbahn be= geboren 1870 in Schle= gehört ſein 1920 als
Ab=
geordneter der deutſchen
gann, 1905 Stadtverord= ſien erlernte das Drucker= Volkspartei dem Reichs= geb. 1873 in Eiſenach,
neter in Breslau, 10 handwerk, warde Teil= tag in. Er ſtudierte wurde er 1891 Student
kratiſcher Landtagsabge= haber eines Druckerei= Rechts= u. Staatswiſſen= der Nechte, 1894
Refe=
ſchaft, wurde 1895
Refe=
ordneter für Shleſien, triebes, 1900 Leiter rendar, 1901 Regierungs= rendar, nach vier Jahren
1919—20 Vizepräſident einer Gewerbe= aſſeſſor, 1908 Landrat Gerichtsaſſeſſor. Graef
Ser ber die Herm. Müller deutſchen Nationalver= Vorſtandes der Hand= ordneter, war 1918
Mit=
ſammlung und bereits
1920 Präſident des
Reichs=
mit dieſem Amte betraut
worden.
der verfaſſungsgebenden banr, Mitglied des des Kreiſes Liſſa. 1909
werkskammer in Köln begründer der
Deutſch=
tages wurde, iſt jetzt 53= dann 1921 Mit= nationalen Volkspartei,
jährig zum dritten Male glied der Zen= aus der er 190
aus=
trumsfraktion
im Reichstag.
bis 1918 preuß.
Abge=
trat, um ſich zur
Deut=
ſchen Volkspartei zu
be=
kennen.
war ſeit 1900
Amtsrich=
ter und ſeit 1994
Ober=
richter, wurde 1907
Mit=
glied des Reichstags bis
1912 und ſeit 1920
Mit=
glied der
Deutſchnatio=
nalen Volkspartei.
aldemokraten wünſchen den 1. Auguſt als Verfaſſun
Deutſche Volkspartei hat dem widerſprochen und
ge=
wer aß ſchon aus geſchichtlichen Gründen der 18. Januar
De recht verdient. Die Sozialdemokraten kommen weiter
W I Anträgen auf Verſchmelzung der Alters= und
Inva=
idenu icherung, auf Herabſetzung der Altersgrenze bei der
WeAmverſicherung. Die Bayern wollen etwaigen unitariſchen
Oeſt=Angen der künftigen Reichsregierung einen Riegel
vor=
er‟ Die Deutſche Volkspartei will Sicherungen wegen
ſozia=
e Seitenſprünge der Reichswehr gegenüber. Das Zentrum
Nar) üir die Regierungserklärung einen Satz, der ſich
wohl=
woll 9 mit dem Schulgeſetz befaßt.
teht ſich alſo genug Schwarz und Weiß gegenüber, wo
8 4 zleich nur in einer undefinierbaren Miſchmaſchfarbe
ge=
e werden kann, ſo etwa, daß die Reichsreform nur mit
E Zorſicht und ohne jede Ueberſtürzung behandelt werden
Dr! Das iſt ein allgemeiner Satz, dem jeder zuſtimmen kann.
diedenen Einzelfragen ſind dabei bereits Formulierungen
„eA worden, ſo in der Wahlreform und der Schulfrage. Bei
ue1 Punkten hat man ſich damit begnügt, zunächſt einmal
klätzlichen Meinungen herauszuſchälen. Vermutlich wird
iE iler ſich auch da bemühen, Formulierungen zu finden,
and wehtun. Für den Notfall iſt auch die Einſetzung
2 erfraktionellen Unterausſchuſſes vorgeſehen. Am Mon=
Drmittag ſollen die Beſprechungen fortge=
Berden. Späteſtens am Dienstag nachmittag will man
L 2 Shnis den Fraktionen zur Zuſtimmung oder Ablehnung
” Jänzung unterbreiten, und die Optimiſten rechnen ſchon
amit, daß es um die Mitte der nächſten Woche möglich
Ste, das Kabinett auf die Beine zu ſtellen. Es fragt ſich
abe-
90 alle Fraktionen das Spiel der Verkleiſterung
IA
SAwierigkeiten mitmachen, und es fragt ſich, ob
S 3 dieſer Methoden irgendwo der Widerſpruch aufplatzt,
Die Verbundenheit von Oſt undWeſt.
Rheinländer=Tagung in Danzig. — Erneute
Forderung nach Freigabe der Rheinlande.
Danzig, 16. Juni.
Die 7. Tagung des Reichsverbands der Rheinländer wurde
heute mit einer Anſprache des 1. Vorſitzenden, Dr. Kaufmann,
eröffnet, in der er die Forderung einer intenſiven
Grenzland=
pflege als Fundament einer deutſchen Realpolitik aufſtellte. Nach
Erledigung interner geſchäftlicher Angelegenheiten gelangte nach
einer längeren Ausſprache eine Entſchließung zur Annahme, die
erneut die Freigabe der Rheinlande nach nunmehr zehnjähriger
Beſetzung fordert. Der Reichsverband ſträubt ſich gegen jeden
Verſuch, die ſchon längſt fällige Frage der Befreiung der
Rhein=
lande noch weiter zu verſchleppen, oder mit vertragswidrigen
Bindungen zu belaſten. Von der Reichsregierung wird erwartet,
daß ſie jeden derartigen Verſuch energiſch, zurückweiſen wird.
Eine weitere Entſchließung wendet ſich gegen den in letzter Zeit
aufgetauchten franzöſiſchen Plan, wonach nach Rückkehr des
Saargebietes an Deutſchland die Kohlengruben weiter in
fran=
zöſiſchem Beſitz verbleiben ſollen.
Dem Verbande iſt anläßlich ſeiner Tagung eine überaus
große Zahl von Begrüßungstelegrammen aus allen Teilen des
beſetzten Gebietes, einſchließlich des Saargebietes, zugegangen.
Senatspräſident Dr. Sahm gab der beſonderen Freude Ausdruck,
die Danzig empfinde, die Gäſte aus dem Rheinland hier
begrü=
ßen zu können. Die Verbundenheit von Oſt und Weſt komme
durch die Tagung von Danzig beſonders zum Ausdruck. Wie
die Brüder vom Rhein in ihrem Wahrzeichen eine Schwurhand
zur „Treue dem Rhein” führten, ſo trage Danzig den Schwur
im Herzen: „Treu der deutſchen Seele‟. Danzig habe durch die
Jahrhunderte hindurch ſtets enge Beziehungen zum Rhein
ge=
habt und bedeutende Familien führten den Urſprung ihres
Ge=
ſchlechtes auf das Rheinland zurück.
Im Namen des Reichsverbandes der Rheinländer dankte
Präſident Dr. Kaufmann, der an die Schickſalsverbundenheit des
Rheins und des Weichſellandes erinnerte. Man könne
feſtſtel=
len, daß es zum größten Teil rheiniſchen Kräften zu danken ſei,
daß hier an der Weichſel dem deutſchen Volke neues Heimatland
mit ſeinen kühnen Grenzbewohnern gegeben worden ſei und ſo
ein feſtes Bollwerk des Deutſchtums, aber auch eine Brücke nach
dem Oſten geſchaffen wurde. Präſident Kaufmann ſchloß mit
den Worten, daß niemals das Reich untergehen könne, wenn
Oſt und Weſt in Treue zuſammenſtehen.
Am 9. Juni iſt die 50. Tagung des Völkerbundsrates zu
Ende gegangen, und wenn man während der vorhergehenden
Tagungen hie und da ſo etwas wie einen neuen Geiſt verſpüren
konnte, mußte man bei dieſer Jubiläumstagung wieder einmal
jene Einſtellung vermerken, wie ſie die Gründungszeiten
auf=
wieſen. Immerhin, die Verhältniſſe haben ſich ſeitdem
geändert, und ſo verfangen die Methoden brutaler Gewalt nicht
Am heutigen Vormittag wurden unter dem Vorſitz des Ab= mehr recht. Auch ſtärkſter Druck der weſtlichen Großmächte hat
ſtändlich, daß der engliſche Außenminiſter ſtellenweiſe faſt die
Nerven zu verlieren ſchien. Mitten im ſogenannten Frieden iſt
einſt ein polniſcher General mit polniſchen Truppen in die alte
der Demokratiſchen Partei und der Bayeriſchen Volkspartei wei= litauiſche Hauptſtadt Wilna eingedrungen. Auf eigene Fauſt
an=
ter geführt. Gegenſtand der Verhandlungen waren außen= und geblich wurde dieſe „friedliche” Eroberung getätigt. Nachdem ſich
dann aber herausgeſtellt hatte, daß Litauen nicht in der Lage
war, der Gewalt mit Gewalt zu begegnen, und nachdem ferner
die Großmächte zu verſtehen gegeben hatten, daß ſie ganz gewiß
geben werden ſoll. Am kommenden Montag findet die Fortſetzung nicht gegen ihre polniſchen Freunde vorgehen würden, wurde
Wilna dem neu gebackenen polniſchen Staat kurzerhand
einver=
leibt. Kann man es den Litauern verdenken, daß ſie ſich bis heute
ſtandhaft gewehrt haben, dieſe durch einen Akt brutalſter Gewalt
herbeigeführte Entſcheidung irgendwie anzuerkennen? Gewiß
nicht, und in den europäiſchen Kabinetten hatte man ſich faſt
damit abgefunden, daß zu den vielen Streitfragen, welche die
Friedensverträge des Jahres 1919 ungelöſt gelaſſen hatten, ein
weiterer hinzugekommen war. Man tröſtete ſich offenbar damit,
daß ſich ſchon irgendwann einmal eine günſtige Gelegenheit für
die Bereinigung auch dieſer Frage ergeben werde. In dieſer
Hoff=
nung aber ſah man ſich getäuſcht. Im Gegenteil: Während man
früher in London und Paris die Wilna=Frage mit kühler=Ruhe
betrachtete, änderte ſich die Situation ſehr weſentlich in dem
Augenblick, als die Entwicklung des engliſch=ruſſiſchen
Verhält=
niſſes das engliſche Intereſſe an den Fragen des europäiſchen
Oſtens außerordentlich ſteigerte. Jetzt waren die Zeiten vorüber,
in denen Lloyd George als engliſcher Premierminiſter den Polen
in aller Oeffentlichkeit allerhand Liebenswürdigkeiten ſagte. Jetzt
arbeitete die engliſche Diplomatie fieberhaft daran, den polniſchen
Staat als Vorpoſten gegen die Sowjets zu werben. Die engliſche
Diplomatie — und das engliſche Pfund! Für dieſes
Liebes=
wverben war auch Herr Pilſudſki empfänglich. Immer enger
knüpften ſich die Beziehungen zwiſchen London und Warſchau.
Aber das allein genügte den klugen Leuten in der Downing=
Street nicht. Man kannte ſchließlich die polniſchen Freunde doch
gut genug, um ihre Widerſtandskraft gegen die rote Armee im
Ernſtfall richtig einzuſchätzen, und ſo war man bemüht, die
anti=
ruſſiſche Front durch einen Bund der baltiſchen Staaten unter
polniſcher Führung zu verſtärken. Ein ganz ähnlicher Gedanke
alſo wie der, welcher die franzöſiſchen Staatsmänner bei den
Pariſer Verhandlungen des Jahres 1919 beherrſchte. Die
Bar=
rigre zwiſchen Rußland und Deutſchland, nur daß jetzt die
Front=
richtung eine andere war. Ein Bund der baltiſchen Staaten unter
polniſcher Führung, die Polen waren dazu bereit und auch die
baltiſchen Staaten — mit Ausnahme Litauens. Keine
Annähe=
rung an Polen ohne Rückgabe Wilnas, ſo klang die Antwort aus
Kowno zurück. Aber ſo leicht gab Chamberlain ſein Ziel nicht
auf. An der polniſch=litauiſchen Grenze ſammelten ſich polniſche
Banden, man munkelte von einem neuen Handſtreich nach der
bewährten Wilnaer Methode, und als nunmehr die ſich bedroht
fühlende litauiſche Regierung den Völkerbund anrief, ergab ſich
für die Engländer der erwünſchte Anlaß zum Eingreifen. Und
dieſes Eingreifen geſchah ſelbſtverſtändlich nicht in der Weiſe,
daß man ſich etwa gegen den polniſchen Friedensſtörer gewandt
hätte, oder womöglich gar von den Polen die Rückgabe Wilnas
verlangt hätte, ſondern man „vermittelte”; vermittelte, indem
man zunächſt auf die Kownoer Regierung einen Druck auszuüben
verſuchte, daß ſie den Wilnaer Raub ſanktionieren ſollte. Dabei
ſtieß man nun allerdings doch auf heftigſten Widerſtand, und
nachdem Herr Woldemaras die Mitglieder des Völkerbundsrates
offenbar davon überzeugt hatte, daß ſich keine litauiſche Regierung
auch nur einen Tag halten können würde, die es wagen ſollte,
dem Raube Wilnas zuzuſtimmen, mußte man ſich ſchließlich
da=
mit begnügen, Verhandlungen zwiſchen den beiden Parteien zu
erzwingen. Die erſte Attacke Chamberlains war abgeſchlagen.
Aber die engliſche Politik iſt zäh, wenn es ſich für ſie um
weſent=
liche Dinge handelt, und der Beſchluß vom Dezember 1927 gab
dem Völkerbundsrat die Möglichkeit, den Fortgang der
erzwun=
genen Verhandlungen zu kontrollieren, um ſo mehr, als man ja
wußte, daß ſie bereits in ihren Anfängen ſtecken geblieben waren.
Und ſo ergaben ſich die unerquicklichen Verſuche der
Jubiläums=
tagung, die Litauer gegen jedes Recht zum Nachgeben zu „
be=
wegen”. Auch diesmal natürlich ohne greifbaren Erfolg. Wie
lange aber wird es dauern, bis man in Kowno mürbe
ge=
worden iſt?
Mit aller Deutlichkeit hat ſich in Genf wieder einmal gezeigt,
welche Fülle von Konfliktsmöglichkeiten die Fragen des
euro=
päiſchen Oſtens bieten, und auch die Wilhelmſtraße wird ihnen
erhöhte Aufmerkſamkeit widmen müſſen. Schon allein deswegen,
weil ja durch die Londoner Politik in Polen ein ſtarker Druck
auf uns ausgeübt wird. Maßgebende engliſche Publiziſten
ſpre=
chen im Zuſammenhang mit einer möglichen Reviſion des Dawes=
Planes von einer Reviſion der Grenzziehungen im Oſten, die für
uns in keiner Weiſe annehmbar ſein würde. Der Gegenſatz zu
Rußland iſt die treibende Kraft bei den Engländern. Haben für
uns unter dieſen Umſtänden die Verträge von Rapallo und
Ber=
lin noch den Wert, den wir ihnen urſprünglich beigelegt haben?
Die Vorgänge bei dem Moskauer Prozeß zeigen mit aller nur
wünſchenswerten Deutlichkeit, daß die Sowjetregierung
keines=
wegs davor zurückſchreckt, uns gegebenenfalls auf das ſchärfſte
zu brüskieren. Wir haben — ſo wie die Dinge bisher lagen mit
Recht — auf dem Standpunkt geſtanden, daß für uns weder eine
„Oſt=” noch eine „Weſt=Orientierung” in Frage kommen könne.
Die Aufgabe unſerer außenpolitiſchen Führung aber wird es ſein,
darüber zu wachen, daß wir uns nicht eines Tages zwiſchen zwei
Stühle ſetzen.
Die deutſche Oeffentlichkeit hat ſich in letzter Zeit recht wenig
um die Fragen der Außenpolitik gekümmert. Begreiflicherweiſe,
Seite 2
Sonntag, den 17. Juni 1928
da das Hauptintereſſe ſich zunächſt auf die Reichstagswahlen und
dann in den letzten Tagen auf die Regierungsbildung
konzen=
trierte. Gerade für die Einhaltung eines ſtetigen außenpolitiſchen
Kurſes iſt ja auch eine Regierung mit möglichſt breiter
parla=
mentariſcher Baſis erforderlich. Um ſo bedauerlicher iſt es, daß
die Verhandlungen über die Bildung einer Regierung der
Großen Koalition nicht recht vorangekommen ſind, wenigſtens
nicht in dem Tempo, das im Hinblick auf die
Staatsnotwendig=
keiten erwünſcht wäre. Dabei iſt es faſt amüſant, zu ſehen, wvie
die verſchiedenen Parteien bemüht ſind, einander den „ſchwarzen
Peter” zuzuſchieben. Die Deutſche Volkspartei hat gleichzeitige
Umbildung der preußiſchen Regierung zur Bedingung gemacht,
und Herr Braun erklärt entrüſtet, daß die preußiſche Regierung
ſich nicht von den Reichstagsfraktionen beeinfluſſen laſſen könne.
Das iſt ſchon richtig, aber das hat ja wohl auch niemand
ver=
langt. Verlangt worden iſt doch lediglich, daß die preußiſchen
Regierungsparteien, alſo Sozialdemokraten, Zentrum
und Demokraten, ihre Bereitſchaft erklären ſollten zu einer
Ver=
breiterung der preußiſchen Regierungskoalition. Dieſe Parteien
aber ſind doch wohl die gleichen in Preußen wie im Reich, und
zwiſchen Herrn Müller=Franken und ſeinen Parteifreunden im
preußiſchen Landtag beſtehen doch wohl Beziehungen, die eine
freundſchaftliche Ausſprache ermöglichen! Wenn Herr Braun mit
Emphaſe auf die Selbſtändigkeit der Länder und ihrer
Regie=
rungen hinweiſt, ſo kann man daraus bei der gegebenen
Sach=
lage eigentlich nur folgern, daß man in Preußen zu einer
Er=
weiterung der Regierungsbaſis ſehr wenig Luſt hat, und es iſt
zum mindeſten verſtändlich, wenn die Deutſche Volkspartei dieſen
Schluß daraus zieht. Tatſache aber iſt, daß die ſtändigen
Reibe=
reien zwiſchen der Reichsregierung und der Regierung des
größ=
ten der deutſchen Länder während der letzten Jahre eine
durch=
greifende Behandlung der brennenden innerpolitiſchen Probleme
illuſoriſch gemacht haben. Kann man es der Deutſchen
Volks=
partei ernſtlich verdenken, wenn ſie ſich nur an einer
Reichsregie=
rung beteiligen will, deren Arbeitsmöglichkeiten wirklich
gewähr=
leiſtet ſind? Seit Tagen wird nun ſchon verhandelt, aber taktiſche
Plänkeleien werden jedenfalls die Entſcheidung nicht bringen.
M.
* Unzufriedene in Frankreich.
Die enttäuſchte Rechte. — Die unzufriedene
Linke. — Das unzufriedene Elſaß.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 16. Juni.
Die Tagung der Kammer ſcheint der Rechten nur
Enttäu=
ſchungen zu bringen. Sie wurde trotz ihres Wahlſieges bei der
Wahl des Kammerpräſidenten zurückgedrängt, und jetzt ſoll ſie
auch bei der Zuſammenſetzung der Kommiſſionen eine
Enttäu=
ſchung erleben. Es beſteht ſehr wenig Hoffnung für ſie, daß man
von dem unbeliebten Präſidenten der Finanzkommiſſion, Malvy,
loskommt. Man hat zwar verſucht, Malvy als einen Feind der
Stabiliſierung darzuſtellen, aber es gelang nicht.
Wenn die
Chancen Malvys für die Präſidentſchaft der Finanzkommiſſion
ziemlich gut ſtehen, ſo ſcheint, die Wahl Paul=Boncours zum
Präſidenten der Kommiſſion für auswärtige Angelegenheiten
ge=
radezu geſichert.
Eine arge Enttäuſchung wäre für die franzöſiſche Rechte die
Beſetzung des Gouverneurpoſten von Indochina. Vor den
Wah=
len war er durch den Sozialiſten Varenne beſetzt. Jetzt, da ſein
Mandat ſchon lange abgelaufen iſt, ſollte die Reihe an eine
rechtsſtehende politiſche Perfönlichkeit kommen. Statt deſſen
ſoll Poincars die Ernennung eines dortigen Beamten
unter=
ſtützen. Wenn in der Tat jewand aus dem indochineſiſchen
Be=
amtenkorps den Gouverneurpoſten erhielte, ſo wäre das ein
har=
ter Schlag für die Rechte. Denn die Bedeutung dieſes
Gouver=
neurpoſtens in der franzöſiſchen Politik iſt ſehr groß. Poincaré
ſcheint aber jedenfalls den Beamten vor den Politikern den
Vor=
tritt zu geben. Das war auch der Fall bei der Beſetzung des
Gouverneurpoſtens von Algier, den auch ein lokaler Beamter
er=
hielt. Zu bemerkem iſt dabei, daß es in Frankreich Politiker vom
Range gibt, die der Meinung ſind, daß die Beſetzung der
wich=
tigſten kolonialem Gouverneurpoſten durch lokale Beamten an
Stelle von Politikern ein prinzipieller Fehler ſei, welcher ſich
ſchwer rächen werde. Doch die Begründung dieſer ſcheinbar
paradoxen Auffaſſung führt zu weit ..."
Die Rechte fordert immer lebhafter, daß Poincaré ſich für die
Bildung einer ſicheren Mehrheit entſcheide. Sie verſteht darunter,
daß Poincaré zwiſchem den Uniowiſten und den Kartelliſten
wählen ſoll. Er macht aber nicht die geringſte Miene dazu.
Viel=
mehr ſoll die jeweilige Mehrheit von Fall zu Fall gefunden wer= Reichsverweſer von Ungarn, feiert am 18. Juni ſeinen 60.
Ge=
den, was ein „Schweben über den Parteien” ermöglicht.
der Haltung Poincarés in der Elſäſſer Frage. Es löſte bei den übernahm bei Kriegsbeginn ein Geſchwaderkommando in der
Radikalen eine wahre Konſternation aus, daß Poincaré den Adria, wurde an Bord des großen Kreuzers „Novara” im See=
Abbé Haegy empfangen hat. Man behauptet, daß er zuviel nach= gefecht verwundet, ſchlug 1917 die Matroſenrevolte in Dalmatien
gibt, was mach dem Kolmarer Prozeß beſonders ſchlecht wirken nieder und wurde 1918 vom Kaiſer Karl zum Vizeadmiral und
ſoll. Die Perſon des Staatsſekretärs Oberkirch, der jetzt die El= Oberkommandanten der K. u. K. Kriegsflotte ernannt. Nach dem
ſäſſer Angelegenheiten in Ordnung bringen ſoll, iſt der Linken Zuſammenbruch der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie ging er
beſonders antipathiſch. Aber auch rechts iſt man mit der Politik nach Ungarn, hat dort 1919 die gegenrevolutionäre Armee orga=
Poincarés im Elſaß unzufrieden. Fügt man noch hinzu, daß man niſiert, übernahm nach dem Siege der Gegenrevolution im Herbſt
vor allem auch im Elſaß unzufrieden iſt, ſo ſcheint das Bild 1919 den Oberbefehl über die Nationalarmee und wurde 1920
vollkommen zu ſein.
*Flugzeug oder Luftſchiff.
Vom Tage.
Der Dampfer „Columbus” auf dem die „Bremen”=
Flieger nach Europa zurückreiſen, iſt geſtern nachmittag 15 Uhr in
Plymouth und geſtern abend 22 Uhr in Cherbourg angekommen. Die
Flieger werden an Bord ven dem Attaché Dr. Schumburg als
Ver=
treter der deutſchen Botſchaft begrüßt.
Das in den Beſitz des Herrn v. Hünefeld übergegangene
Junkers=
flugzeug „Europa” iſt in Bremen auf dem Flugplatz
gelan=
det, um die „Bremen”=Flieger am Mittwoch, den 20. Juni, von
Bremen nach Berlin zu befördern.
Anläßlich des Geburtstages des Königs von Behandlung der Autonomiſten im Gefängnis, dem wir
Schweden hat der Reichspräſident dieſem ein Glück= entnehmen: Den Verhafteten wurde und wird im o
wunſchtelegramm überſandt. Das Auswärtige Amt hat
durch Abgabe von Karten bei dem ſchwediſchen Geſandten gratuliert.
Wie verlautet, hat der deutſche Generalkonſul beim
Film=Zenſorenamt von Bengalen gegen die Vorführung Einbrechern und Mördern gönnt man täglich eine Stund
des Miß=Cavell=Films Einſpruch erhoben.
In Marſeille iſt geſtern aus Algier ein deutſcher
Fremden=
legionär namens Heinrich Fußangel eingetroffen, der an ren Hof zur Wanderung. Begründet wurde dieſe ge
die Aachener Polizei ausgeliefert werden ſoll.
Fuß=
angel hatte in Aachen einen Raubmord begangen und
ſich nachher in die Fremdenlegion anwerben laſſen.
Der Kongreß der republikaniſchen Partei in
Kanſas City hat als Kandidaten für die Vizepräſident= dem anderen ein Wort reden. Am ſchlimmſten
ſchaft den Senator Curtis ernannt.
Nummer =
Wr
A
Eine deutſche Abſage.
* Verlin, 16. Juni. (Priv.=Tel.)
Zu Beginn der kommenden Woche tritt in Verſailles die Eſſen hin und entfernte ſich ſtumm. Alle die Bitten d
Internationale parlamentariſche Handelskon= terten, nur ein Wort mit ihr zu ſprechen, ihr zu ſager
ferenz zuſammen, auf der faſt alle Parlamente der Welt
ver=
treten ſind. Nur Deutſchland nimmt diesmal nicht teil, obwohl dieſer Folter ging es einen Monat lang. Sie durſte
es auf den letzten Konferenzen 1926 in London und 1927 in Rio
de Janeiro ſich beteiligt hatte. Auch für diesmal war ſeine
Mit=
wirkung zugeſagt. Inzwiſchen iſt aber ein ſchönes Manöver
ge=
macht worden, das die deutſchen Abgeordneten geradezu von der
Konferenz ausſchließt: der Tagungsort iſt von Paris
nach Verſailles verlegt worden, ausgerechnet die dann von den Geſchworenen einſtimm
in das Verſailler Schloß, das nun einmal für
jeden Deutſchen mit untragbaren
Erinnerun=
gen verknüpft iſt. Infolgedeſſen hat der
Reichstagspräſi=
dent Loebe der Leitung der Handelskonferenz mitgeteilt, daß
dies=
mal Vertreter des Deutſchen Reichstages nicht erſcheinen. Er hat
das offiziell damit begründet, daß wir mitten in
Regierungs=
verhandlungen ſtünden und die für die Handelskonferenz in
Be=
tracht kommenden. Abgeordneten in Berlin dringend nötig ſeien.
Wir möchten annehmen, daß dieſer Wink in Paris verſtanden
wird und daß künftig derartige Manöver nicht wiederholt werden.
60. Geburtstag des Reichsverweſers
von Ungarn.
Von Horſt Freiherr Treuſch von Buttlar Brandenfels,
Karitänleutnant a. D.
Selten haben Flugzeug und Luftſchiff, die beiden jüngſten
Verkehrsmittel unſerer Zeit, in ihren Sonderleiſtungen ſo ſtark
das Intereſſe der ganzen ziviliſierten Welt geweckt, wie in den
letzten Tagen und Wochen. Die deutſchen Ozeanflieger mit ihrem
iriſchen Kameraden, denen es nach zahlreichen mißglückten
Ver=
ſuchen des vergangenen Jahres gelang, zum erſten Male den
Atlantiſchen Ozean, der die alte von der neuen Welt trennt bzw.
ſie verbindet, in der ſchwierigen Oſt=Weſt=Richtung mit einem
Flugzeug zu überqueren, ſind auf dem Wege zu ihrer deutſchen
Heimat, und ihr perſönlicher Mut wie die von ihnen geleiſtete
Pionierarbeit iſt und wird noch anerkannt und gefeiert.
Zur ſelben Zeit erwartet man mit Spannung die Nachricht,
ob es gelungen iſt, den italieniſchen General Nobile mit ſeiner
Beſatzung in der Eiswüſte des Polarmeeres zu finden, um ihm
und ſeinen Leuten Hilfe und Rettung zu bringen.
Ganz von ſelbſt drängt ſich die Frage auf, zumal vor kurzer
Zeit ein Flug über den Nordpol mit einem Flugzeug von
Kings=
bay aus gelungen iſt, ob man eine ſolche Unternehmung
über=
haupt mit einem Luftſchiff machen ſollte.
Beide, Flugzeug und Luftſchiff, ſind in ihrer innerſten
Weſensart ſo grundverſchieden, ſie haben eigentlich nur das
Ele=
ment, in dem ſie ſich fortbewegen, und ihre Antriebskraft, den
Motor, gemeinſam, daß auch die Art ihrer nutzbringenden und
zweckmäßigen Verwendung ganz verſchiedene Wege vorſchreibt.
Das Flugzeug, an Geſchwindigkeit dem Luftſchiff überlegen,
braucht einen großen Teil ſeiner in ihm ſteckenden Motorkraft,
um ſich in das Element zu erheben und in ihm zu halten, in das
es gehört. Auch die Ausrüſtung mit mehreren Motoren macht
das Kräfteverhältnis wohl günſtiger, wird es aber nie ſo günſtig
geſtalten, wie es beim Luftſchiff von vorneherein gegeben iſt. Das
Luftſchiff wird durch Abgabe oder Aufnahme von Ballaſt ſo
ſchwer gemecht, wie das es umgebende Medium, die Luft, zur
Nikolaus von Horthy,
burtstag. Er war 1886—1918 Offizier der öſterreichiſchen Kriegs=
Die Linke ihrerſeits iſt auch unzufrieden. Und zwar wegen marine, wurde 1910 Flügeladjutant des Kaiſers Franz Joſef,
zum Reichsverweſer gewählt.
Zeit ſeines Aufſtieges iſt, und benutzt dann die ganze ihm zur
Verfügung ſtehende Kraft ſeiner Maſchinen lediglich zur
Fort=
bewegung. Infolgedeſſen braucht das Luftſchiff alſo auch nicht
beim Ausfall eines oder gar aller Motoren niederzugehen,
ſon=
dern es bleibt, wie der Freiballon, in der Luft ſchweben.
Nun iſt letzten Endes der Hauptzweck beider Erfindungen,
von etwaiger Kriegsverwendung abgeſehen, der, in erſter Linie
dem Verkehr zu dienen. Daher kommt es darauf an, in kürzeſter
Zeit möglichſt viel Nutzlaſt von einem Ort nach dem anderen zu
bringen.
Alle Flugzeuge, die weite Rekordſtrecken, wie den Atlantik
oder den Stillen Ozean überquert haben, waren nicht in der
Lage, nennenswerte=Gewichte an Nutzlaſt mit ſich zu führen,
denn ihr Aktionsradius bzw. ihre Tragfähigkeit war ſo gering,
daß ſie gerade ausreichte, den nötigen Betriebsſtoff und die
Be=
ſatzung mitzuführen. Das wird ſich auch in abſehbarer Zeit nicht
ändern. Eine kleine Verbeſſerung dürfte ſich dann erreichen
laſſen, wenn es gelingt, einen brauchbaren Dieſelmotor zu
kon=
ſtruieren, deſſen Gewicht pro PS das der Benzinmotore nicht
überſteigt. Auf dieſe Art würde die Betriebsſicherheit der
Ma=
ſchine geſteigert und gleichzeitig das Gewicht des mitzuführenden
Brennſtoffes weſentlich verringert werden. Aber auch dann noch
iſt nicht um die Tatſache herumzukommen, daß das Flugzeug bei
Ausſetzen ſeines Motors auf die Erde heruntergehen muß. Bei
mehrmotorigen Flugzeugen tritt beim Ausfall eines Motors eine
derartige Mehrbelaſtung der anderen ein, daß man Betriebsſtoff
abgeben muß und infolgedeſſen den Aktionsradius verringert.
Nun iſt das über Land nicht ſchlimm, das Flugzeug macht eine
Notlandung, die in den allermeiſten Fällen ohne Schaden für
Maſchine und Ladung vor ſich gehen wird; unangenehmer iſt es
ſchon über See, auch wenn es ſich um ein Seeflugzeug handelt,
da es kein Flugzeug gibt und in abſehbarer Zeit auch nicht geben
wird, das der Gewalt der See bei ſtärkerem Seegang auf offenem
Meer gewachſen iſt. Mit Landmaſchinen gar lebenswichtige Dinge,
womöglich Menſchen, über See zu transportieren, wäre ein
ſträf=
licher Leichtſinn. Wenn ſchon Segler und Dampfer, aus Stahl deſtens acht bis zehn Menſchen, erfahrene Forſchek.
und Eiſen erbaut, ganz erhebliche Seeſchäden erleiden, ſo wird / I
Die Pehandlung der elſäſſiſch
Autonomiſten im Gefängnis.
Das Martyrium der Agnes Faßhau
EP. Straßburg, 16
Der „Elſäſſer” veröffentlicht einen längeren Artikel
eine Behandlung zuteil, die bei weitem nicht dem entſhr
geſetzlich bzw. allgemein üblich iſt. Die erſten Verhafte
den ſchlimmer als die gemeinſten Verbrecher behandelt
halt im Gefängnishof, die Autonomiſten aber ließ man
halbe Stunde aus der kalten, düſteren Zelle heraus in d
drückliche Beſtimmungen des Geſetzes verſtoßende Einſe
mit der angeblich beſtehenden Notwendigkeit, die Ge
ſtreng voneinander zu trennen. Keiner durſte oder ko
Behandlungder Frau Agnes Faßhauer, e
im Gefängnis auf einem Flur untergebracht, deſſen
Zellen leer ſtanden, ſo daß ſie kaum einen menſchlichen
nahm. Der Staatsanwalt hatte der mit der Aufſicht
Wärterin ſtrengſtens verboten, auch nur ein Wort m
ſprechen. Die Wärterin kam in die Zelle, ſtellte wor
ſie verhaftet ſei, warum ſie ſo behandelt werde, wie lar
Martyrium weitergehen ſollte, blieben unbeantwo
in keinen Gottesdienſt. Man hoffte offenbar, durch
würdige Folter die Verhaftete moraliſch völlig zu zerri
ihr das Geſtändnis abzupreſſen über die drei bis vier
die ſie aus der Schweiz nach dem Elſaß hereingebracht h
So behandelte man eine völlig ſchuldlofſ
geſprochen wurde. Rechtsanwalt Berthon konnt
ſeinem erſten Beſuch im Mülhauſer Gefängnis ſeiner C
nicht erwehren bei der Feſtſtellung des Regimes, dem
nomiſten unterworfen waren. Sofort unternahm er bei
miniſter Schritte, daß den Gefangenen das ihnen zuſtehe
tiſche Regime gewährt werde, was am 10. Februar aue
Aber es war wieder einmal eine Maßnahme, die mehr
Papier ſtand. Die Gefangenen bekamen eine etwas
be=
das war alles. Sie mußten weiterhin mit ihren An
hinter einem doppelten Gitter ſprechen, wie Schwerverbr
durften weder Hoſenträger, noch Schuhriemen, noch M
Gabel haben, ſo daß ſie genötigt waren, das Fleiſch
Händen zu eſſen. Selbſt noch im Gerichtsſaale weigert
Generalſtaatsanwalt, unter einem mehr als nichtigen
den Angeklagten das Beiſammenſein im Gefängnis zu
Erſt nach der Ueberführung ins Kolmarer Gefängnis
Behandlung bedeutend beſſer und menſchlicher. Wie iſ
Behandlung der Herren Dr. Ricklin, Roſſe, Faßhauer u
ſeit ihrer Verurteilung? Leider iſt ihnen immer noch
volle politiſche Regime zuteil geworden. Immer noch b
Gefangenen iſoliert, immer noch können ſie ihre An
nur unter der Aufſicht eines Wärters empfangen. E.
Skandal, daß man politiſche Gefang
Elſaß ſchlechter behandelt als im Inner
es im Elſaß ein anderes politiſches Regime als im
Oder iſt das etwa der Anfang des „Regionalismus”?
Oſibund=Tagung in Duisburg.
Duisburg, 16.
Die Tagung des Deutſchen Oſtbundes wurde he
den Bundesvorſitzenden, Geheimen Oberregierungsrat
eröffnet. In ſeinem Referat betonte er u. a., die Hau
des Oſtbundes ſei der Kampf um die deutſche Kultur
und um eine Rückkehr in die alte Heimat. Der Friede
habe auf die Dauer unhaltbare Zuſtände für den Oſte
fen. Der Deutſche Oſtbund erſtrebe ſeine Ziele mit
Mitteln, er ſei nicht militäriſch organiſiert und hoffe
Erfolg ſeiner Bemühungen, die Wiedervereinigung der
tenen öſtlichen Gebiete mit dem übrigen Deutſchland zu
Danach ſprach Poſens letzter deutſcher Oberbürgerme
heimrat Dr. Wilms, über „Der deutſche Oſten und der
Dr. Böhlefahr=Berlin hielt einen Vortrag über da=
„Was der Oſten dem Weſten gegeben und zu geben I
einen der ſicherſten Wege zur Löſung aller Lebensfr 7)
Oſtens und des Weſtens habe man neben der unbedin lat0
wendigkeit der Wiederherſtellung der Rentabilität der 9
ſchaft die Siedlung in ihren verſchiedenen Formen a
(625
Bundesdirektor Ginſchel=Berlin behandelte in ſeinem
die Entſchädigung der Verdrängten und Liquidationsge
Chd
und ihre Einreihung in das deutſche Wirtſchaftsleben.
Soß
neuen Reichstag und die neue Reichsregierung müſſe
derung geſtellt werden, als eine der erſten und wichtig
gaben ſich mit dem Entſchädigungsproblem zu beſchäfti
Rahmen der Oſtbundtagung fand im Rathauſe außer I‟
Sitzung des Siedlungsausſchuſſes ſtatt.
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das aus ſehr viel leichterem Metall gebaute Flugzeug !
ten der See erſt recht nicht trotzen können; vor allen Dir
iſt ein Start bei bewegter See und Dünung ganz ausg ſeie
46
Aus den geſchilderten Geſichtspunkten heraus iſt de
keitsgebiet des Flugzeuges zunächſt über Land zu ſucher
Zin
Entfernungen von Hauptſtadt zu Hauptſtadt, z. B. vo
nach Madrid, in einem Tage zu überbrücken, wird ſein
aufgabe ſein. Den Zubringerdienſt zu den großen i ſSoee
nalen Strecken würden kleinere wirtſchaftliche
Flugze=
nehmen können.
Se
Dagegen iſt das Luftſchiff zur Ueberbrückung größe
und Landentfernungen von mehr als 3000 bis 4000
das gegebene Verkehrsmittel. Dem widerſpricht allerdin
der Leſer einwenden, das Scheitern der Unternehmunß
Es iſt ja von jeher eine Art Krankheit geweſen, nach de
pol zu wollen. Mir iſt der Entdccker= und Forſchergeiſt,
Männer beſeelt, wohl verſtändlich. Nachdem aber nun
verſchiedenſten Expeditionen einwandfrei feſtgeſtellt wo ſSe
wie es dort ausſieht und daß vor allem dort nichts zu 9
zu gewinnen iſt, kann ich mich für ein ſolches Unterneh.
einem ſo wertvollen und für andere Dinge ſehr viel w / /
Luftſchiff nicht verſtehen. Aber ganz abgeſehen davoh,
men
der Entwicklung einer Sache, an der ich hänge und der 1
Lebensarbeit widme, ſchuldig, daß ich ein ſolches Unte leel
nur mit den beſten und der großen Aufgabe gewachlen..
beginne. Und das iſt bei Nobiles Unternehmen zweit
der Fall. Das Schiff konnte der großen Aufgabe, die S
ſtellt hatte, aus dem einfachen Grunde gar nicht gewas
weil es viel zu klein war. Eine Erforſchung des
Nold=
doch nur dann einen Zweck für die Wiſſenſchaft, wenn S
eine Expedition von Fachleuten mit den nötigen 19t
und reichlichen Hilfsmitteln und Proviant am Pol. ”
wo ſie in aller Ruhe und in ſteter Funkverbindung mit leſe
ſten Funkſtation oder einem Hilfsſchiff die erforderlich” Ine
ſungen und Beobachtungen machen kann. Dazu 9ell
hältniſſe in der Arktis kennen, mit reichlicher und ..
üife
uch an
Gen
Diter
Dder
Mit.
4d
Dur
Len die
Stalien lehnt deutſche Hilfe ab.
die untätigen Italiener.
der reis um Nobile. — Erhebliche
An=
ren ingen der ſkandinaviſchen
Rettungs=
expeditionen.
— etzt wird bekannt, daß auch die deutſche Regierung
mit=r nach dem Bekanntwerden des Unglücks der „Italia”
Iynern angeboten hatte, den Verunglückten in jeder
ge=
ſinicky Weiſe zu helfen. In Rom iſt aber unſer Angebot
gelery worden. Man hätte es nicht einmal für nötig
gefun=
en a u ne zweite Mitteilung eine Antwort zu erteilen, wonach
utſch d trotz der Zurüchweiſung ſeiner Hilfe jederzeit bereit
ſich dem Rettungswerk zu beteiligen. Das Verhalten der
miſch Regierung entſpricht aber ganz der
ihr verfolgten Taktik. Sie ſteht
iſehes eidet, wenn ſie auf fremde
Unter=
tzun= rückgreift. Das hat denn auch zur
abt, daß von italieniſcher Seite
heu zur Rettung nicht das Geringſte
den iſt. Die Zeit ſeit dem 25. Mai
i lig nutzlos verfloſſen. Die eben
er 5e Abſendung eines größeren
Flug=
ges; s übrigens bei Vadſö eine Not=
So‟
idurt ſornehmen und abgeſchleppt
wer=
mu, bevor es überhaupt einen Zipfel
ſergen zu Geſicht bekommen hatte,
beſten Willen nicht als aus=
Nerr
erm Hilfsaktion angeſehen werden.
ſa.
itätig wie Rom iſt aber in den
=auch die in der Kingsbay liegende
ſa: Milano” geweſen, und die Ge=
A.
ſtesr italieniſchen Expedition kennt
i auch noch ſo ſchwachen Verſuch
Re
hiffes, den verunglückten
Lands=
ſem Hilfe zu kommen. Statt deſſen hat
8.
heinlich auch auf Weiſung der auf
Wge bedachten römiſchen Regierung
—nur den tatfjächlichen Inhalt der
K
nkſprüche — denen man übeigens
ſkeptiſch gegenüberſtehen nuß,
bile, um ſich nicht zu belaſten,
r Wahrheit hinter dem
ſo 2
halten dürfte — verheimlicht,
en Eindruck zu erwecken verſucht,
die „Italia”=Beſatzung mit dem
119.
Verhalten der Italiener,
ſtay andere denn erhebend. Während
hinen Vadſö feſtliegt und das italieniſche
olk 2 die Erfolge ſeiner Nachforſchungen
as warten muß, iſt die „Hobby”
iähun ſötzkz on der ſie ſeit Tagen
umklammern=
tauer losgekommen. Sie hat bisher
de inlopenſtraße, und zwar an ihrer
reitet, Stelle, zwiſchen der Domm=Bucht
Wellenberg=Bucht gelegen; aber
ätig, ſondern hat eine
Schlitten=
peEi nach der Nordoſtküſte des
Nord=
lar) in deren Nähe Nobile treibt,
ent=
gndrö ßerdem iſt auch Riiſſer Larſen
wie=
ſtiegen, aber infolge der
Nebelbil=
ſie) während der Sommermonate recht
nicht weit gekommen. Die „Hobby”
hrttz nach dem Nordkap, um wieder an
e B kreuzende „Braganza”
heranzukom=
ſen. ſich von dieſem Dampfer iſt eine
munk) littenexpedition in Marſch geſetzt
orS die unter Führung des Holländers
m en in der Nacht vom Freitag zum
ſam” nach erheblichen
Anſtren=
mi die Eisſchollen zwiſchen
Lamu und Küſte überquerte und
eun Ia. der Branntweinbucht aus
ver=
ſchel ird, die „Hobby”=Expedition zu
er=
leich d Gemeinſam ſoll dann nach dem
Eap Alith oder einer anderen Stelle im
S sorfühlen über das Schollengewirr
hier möglich. Nobile treibt in dieſer Gegend. Er war erſt öſtlich
der Foyn=Inſel, kam dann von ihr ſehr weit nach Südoſten ab.
Die Strömung iſt daraufhin aber ſehr weit nach Nordweſten
um=
gebogen, ſo daß er jetzt zwiſchen Kap Smith und der Foyn=Inſel
ſtecken dürfte. Da die „Braganza” wegen der Eisbarvieren nicht
um das Nordkap herumkommt, hat ſie auch die
Hundeſchlitten=
expedition ausgeſchickt. Aus dieſem Grunde wird jetzt der
ruſ=
ſiſche Eisbrecher „Malygin” mit dem Flieger Babuſchin an Bord
verſuchen, von Süden her nach Kap Smith vorzuſtoßen. Der
zweite ruſſiſche Eisbrecher „Kraſſin” dagegen ſoll zunächſt nach
der Kingsbay gehen. Der Kreis um Nobile zieht ſich
alſo immer enger. Wie man ſieht, iſt hier die aus eigener
Initiative der ſkandinaviſchen Regierungen und der Polarforſcher
unternommene Hilfe von gutem Erfolg gekrönt worden. Die
Strecke zwiſchen den Schiffbrüchigen und den
Rettungsexpedi=
tionen, gleichgültig ob es ſich um die „Braganza” oder die
ruſ=
ſiſchen Eisbrecher, oder den Holländer van Dogen handelt, hat
ſcher o auf dem Standpunkt, daß ihr „Die Poſitionen der „Italia”=Mannſchaft und der
Reitungs=
expeditionen.
I die ihnen gemachten Angebote X Nobiles letzter Standort. 1. Die „Citta di Milano” in Kingsbay. 2. Die „
Bra=
ſtützung durch fremde Staaten mit ganza” mit acht Alpenjägern an Bord. 3. Die „Hobby” mit Hundegeſpannen, Ope=
5Zorten ablehnen, wohl aber die rationsbaſis für: 4. und 5. Riiſer Larſen und Lützow=Holm in ihren Flugzeugen.
hocn und Braganza”=Leute ſich ab= 6. Däniſcher Ingenieur Warning, von der Barentsinſel mit Kutter und
Hunde=
ſüchel iſſen, für die ſie nicht einmal ein ſchlitten. 7. Ruſſiſcher Eisbrecher „Kraſſin”, aus Sibirien über Nowejov Serulja
Vor) Dankes übrig zu haben ſcheinen, mit dreimotorigem Flugzeug unter Pilot Cincknavſti an Bord. 8. Schwediſche
ener Maddalena mit ſeiner Ma= Expedition aus Tromſö mit drei Großflugbooten. Außerdem befindet ſich Major
Maddalena auf dem Anfluge aus Italien.
Das italieniſche Savoja=Flugboot und ſein Pilot Major Maddalena ().
Im Auftrage der italieniſchen Regierung befindet ſich das Flugboot Maddalenas
auf dem Wege nach Spitzbergen. Er beabſichtigt eine Landung bei Nobile, um die
lußst Nordoſten des Nordoſtlandes vor= Expeditionsteilnehmer aufzunehmen. Sollte dies nicht möglich ſein, ſo wird er
eſtc) werden. Iſt das Eis hier feſt dann Gummiboote, Hunde, Kleidung, Proviant, Waffen und Medizin mit Fallſchirmen
herablaſſen, um Nobile eine Rettung aus eigener Kraft zu ermöglichen.
Seite 3
ſich gewaltig verkürzt. Hätten dieſe üchtigen und hilfsbereiten
Leute allerdings auf die Maßnahmen der italieniſchen Regierung
gewartet, dann würden ſie ſicherlich, ebenſo wie die „Citta
di Milano” noch untätig in der Kingsbay ſitzen.
Jetzt wird übrigens auch verſtändlicher, warum die
Ameri=
kaner ſich dahinter verſchanzen, daß ſie wegen der Gasfüllung die
„Los Angeles” nicht zur Verfügung ſtellen. Sie hatten vor
längerer Zeit zu verſtehen gegeben, daß ſie dem Gedanken der
Entſendung des Luftſchiffes nähertreten würden, wenn die
ita=
lieniſche Regierung bei ihnen anklopfen würde. Das hat Rom
nicht getan. Dafür aber hat man in Waſhington von der
un=
freundlichen Ablehnung des deutſchen und
nor=
wegiſchen Angebots Kenntnis erhalten und in einem
Telegramm an eine Berliner Zeitung, die ſich für die
Entſen=
dung der „Los Angeles” einſetzte, dieſen Plan rundweg
abge=
lehnt. Trotzdem ſteht natürlich nach wie vor die Tatſache feſt, daß
nur durch den Zeppelinkreuzer die wirkſamſte Hilfe geleiſtet
wer=
den kann, weil er einen großen Aktionsradius beſitzt und bei
jeder Witterung über dem Eismeer kreuzen kann.
Ebenſo wie Maddalenas Apparat, mußte auch die ſchwediſche
Maſchine „Upland” eine Notlandung vornehmen. Sie befindet
ſich augenblicklich auf einem See in Lappland. Das franzöſiſche
Hilfsflugzeug ſtartete nach Bergen, um hier Amundſen
aufzu=
nehmen. Uebrigens iſt in der franzöſiſchen Preſſe behauptet
worden, daß die Deutſche Lufthanſa ein Geſuch Amundſens,
ihm ein Flugzeug zur Verfügung zu ſtellen, abgelehnt habe. Die
Dinge liegen ſo, daß Amundſen an die Lufthanſa herantrat und
anfragen ließ, welche Summe nötig wäre, um ein Großflugzeug
zu erhalten. Es iſt ihm eine entſprechende Auskunft erteilt
wor=
den. Inzwiſchen hat ſich aber herausgeſtellt, daß Amundſen von
dieſem Plane Abſtand nehmen mußte, weil ſeine amerikaniſchen
Geldgeber nicht bereit waren, die für einen Ankauf nötige Summe
auszuwerfen.
Im Polargebiet herrſcht augenblicklich eine ziemlich warme
Witterung. An vielen Stellen wird Schneetreiben beobachtet,
während vielfach tagsüber das Eis taut. Die Kälte hat etwas
nachgelaſſen.
Eine Aeußerung zum Abſiurz der „Italia”.
Ueber die vermutlichen Urſachen der Kataſtroph= der „Italia”
er=
klärt ein italieniſcher Luftſchiffahrtstechniker, nach ſeiner Anſicht hätte
die bloße Bildung einer Eiskruſte nur allmählich den Flug des
Luft=
ſchiffes benachteiligen können, ſo daß man nicht begreife, wie eine
Eis=
decke den plötzlichen Abſturz verurſachen konnte. Viel wahrſcheinlicher
ſei dagegen ein plötzliches Ausſtrömen von Gas infolge eines breiten
Riſſes der Umhüllung; er verweiſt dabei auf ähnliche Unfälle in der
italieniſchen Luftſchiffahrt. Die Eisbelaſtung hätte mit Abwerfen von
Ballaſt bekämpft werden können, während ein Riß in der Hülle ſo
un=
verhofft wirken konnte, daß der Sturz nuht mehr aufzuhalten war. Auf
dem Packeis habe der Ballon wahrſcheinlich wiederholt aufgeſchlagen, ſo
daß die Kabine zertrümmert, wurde und die erleichterte Hülle wieder
emporſchnellte. Es frage ſich jetzt nur, ob die auf den Ueberreſten
zurück=
gebliebenen Techniker und Mechaniker imſtande waren, die Ventile zu
öffnen, bevor das Luftſchiff zu weit abgetrieben wurde. In
Luftſchiff=
fahrtskreiſen glaubt man, daß die ſieben Verſchollenen verſuchen
wer=
den, zu Fuß Nordoſtland zu erreichen.
Die Hilfsaktion Amundſens.
Oslo, 16. Juni.
Die von Amundſen geplante Hilfsexpedition für Nobile ſteht hier
im Mittelpunkt des Intereſſes. Amundſen wird heute abend nach
Ber=
gen abreiſen, wo ihn das von Guilbaud geführte franzöſiſche
Waſſer=
flugzeug „Latham” erwarten ſoll. Amundſen wird von Leutnant
Died=
richſon begleite, der 1925 als einer der Piloten an dem Nordpolflug
der Amundſen=Ellsworth=Expedition teilgenommen hat. Auch
Seekapi=
tän Wiſting, der Amundſen bei faſt allen ſeinen Expeditionen, u. a. bei
der Südpolexpedition und auf der Nordpolfahrt der „Norge”, begleitet
hat, wird ſich Amundſen anſchließen. Da das franzöſiſche Flugzeug
nicht alle Mitglieder der Expedition aufnehmen kann, ſo werden zwei
der Herren die Fahrt nach Spitzbergen zu Schiff machen. Der Proviant
und die Ausrüſtungsgegenſtände, die von Nobile verlangt wurden, ſind
bereits nach Bergen geſchickt worden. Die Operationsbaſis der
Expe=
dition auf Spitzbergen wird die Adventsbay ſein, die zwiſchen 80 und
106 Kilometer füdlich von Kingsbay liegt. Es ſind alle Vorkehrungen
für den morgigen Start des Flugzeuges in Bergen getroffen. Die
Zei=
tungen weiſen darauf hin, Laß Amundſen genau heute vor 25 Jahren
an Bord des kleinen Schiffes „Goeia” die Reiſe antrat, in deren
Ver=
lauf er als erſter nördlich des amerikaniſchen Kontinents die
Nordweſt=
paſſage durchfuhr. Dieſe ſeine erſte ſelbſtändige Expedition machte
Amundſens Namen in aller Welt bekannt.
Die deutſch=litauiſchen Beſprechungen
in Kowno.
Kowno, 16. Juni.
Die unter Führung des Legationsrates v. Schack am
Don=
nerstag in Kowno eingetroffene Delegation der deutſchen
Reichs=
regierung hat hier am 14., 15. und 16. Juni mit einer von
Mini=
ſterialgeſandten Dr. Zaunius geführten Delegation der
litaui=
ſchen Regierung über eine Reihe von Fragen verhandelt, die mit
dem Abſchluß des deutſch=litauiſchen Handelsvertrages
zuſam=
menhängen. Die Verhandlungen, an denen auch der deutſche
Geſandte in Kowno, Mohrat, und der litauiſche Geſandte in
Berlin, Sidzikavſkas, teilnahmen, wurden im Geiſte
freund=
ſchaftlichen Einvernehmens geführt und haben eine weſentliche
Förderung des im Werden begriffenen Vertragswerkes ergeben.
r) auch an Schlitten und Hunden uſw., ſo daß es ein ganz
Deles Gewicht ſein dürfte, das das Schiff am Nordpol ab=
MeA und ſpäter wieder an Bord zu nehmen hätte. Ein kurzes
DAIren oder Ueberfliegen des Pols hat nicht die geringſte
ue Bedeutung für die Wiſſenſchaft, ſondern iſt lediglich
S ord oder Abenteuer zu bezeichnen.
den Berichten Nobiles, die bei der ſchlechten
Funkver=
inEt
ſehr lückenhaft und ſpärlich eingehen, iſt zu entnehmen,
NA. Schiff infolge von Ueberbelaſtung an Eis und Schnee
2I ſtark durch geſackt und, da es noch Fahrt voraus machte,
ere Führergondel beim Aufſchlag und Schleifen auf dem
e abgeriſſen iſt. Ein ganz ähnlicher Fall hat ſich im Ver=
Krieges mit dem Luftſchiff „L 36” ereignet. Das Schiff
ber von einer Fahrt zurück, geriet in unſichtiges Wetter
6 über dem Eis der Weſer zur Orientierung herunter.
zu
wurde der Boden geſichtet, es ſtieß ſtark auf das Eis
4 2ei die vordere Gondel mit den darin befindlichen Leuten,
El' drei mehr oder weniger ſchwer verletzt wurden, abriß
S ſen blieb. Das Schiff ſelbſt, durch den Verluſt der Gondel
7* und erleichtert, ging mit dem Reſt der Beſatzung hoch,
über ſeine Prallhühe und blies Gas ab, um dann wieder
n und bei Rethen an der Aller zu ſtranden. Faſt genau
lich der Unfall der „Italia” abgeſpielt. Bei Schneefall
chter Kälte klebt der Schnee ſofort auf dem Schiff, und
Tan ihn an den beſonders gefährdeten Stellen, das ſind
biliſierungsflächen am Heck, wo er ſich infolge des Sogs
2ſtſetzt, nicht ſofort wegfegt, ſo nimmt die Schneebelaſtung
3u. Dieſer Schneebelaſtung war die „Italia”, da ſie wegen
aringen Größe über zu wenig Auftrieb verfügte, nicht ge=
21..
Sute mit ſeinen Begleitern haben die F.=T.=Station aus
Drergondel ausgebaut und haben mit Batterieſender Ver=
* mit der „Citta di Milano” hergeſtellt. Wie lange ſie
Serbindung noch aufrecht erhalten können, iſt eine Frage
nigen Tagen, denn die Senderbatterie wird aufgebraucht,
* ein Aufladen iſt nicht zu denken. Außerdem werden bei
99
Die Lebensmittel zuerſt knapp werden, da ſich der mitge=
Probiant im Schiffsinneren befunden hat. Der andere
Teil der Beſatzung wird ſich daher länger am Leben halten
können, kann aber kein Lebenszeichen von ſich geben.
Die Rettung beider Beſatzungsteile iſt große Glücksſache. Es
kommt hierfür, da nichts anderes vorhanden, nur das Flugzeug
in Frage. Nun iſt es bei genaueſter Feſtlegung der Unfallſtelle
bei dem weiten Anmarſch für das Flugzeug ſehr ſchwer, ſie
über=
haupt zu finden, ſichtiges Wetter mit einer Sicht von mindeſtens
30 sm iſt Vorbedingung, und dann muß an der Unfallſtelle ein
Feuer mit ſtarker Rauchentwicklung brennen. Der ſeeliſche
Zu=
ſammenbruch iſt m. E., wenigſtens bei dem Beſatzungsteil um
Nobile, zunächſt nicht zu befürchten, da dieſer durch ſeine F.=T.=
Station immer noch Empfang haben wird, wenn er auch nicht
mehr ſenden kann, und ſo durch die Funkſprüche des Hilfsſchiffes
und anderer Stationen laufend von dem Stand der
Rettungs=
maßnahmen unterrichtet wird.
Nicht nur aus rein menſchlichen Gefühlen wäre eine Rettung
der Beſatzung zu wünſchen, auch im Intereſſe der Sache liegt ſie,
denn nur dann laſſen ſich die gewonnenen Erfahrungen praktiſch
verwerten. Das iſt auch bei den mißglückten Ozeanflügen des
vergangenen Jahres ſo bedauerlich, daß kein Menſch den
tatſäch=
lichen Grund ihres Scheiterns weiß. War es das Wetter oder
waren es Motorſtörungen, die den Verluſt der Flugzeuge zur
Folge hatten?
Im nächſten Monat ſoll das neue Luftſchiff „Graf Zeppelin”
von Friedrichshafen aus ſeine erſten Probefahrten machen. Es
iſt faſt um den Rauminhalt der „Italia” größer als ſein
Vor=
gänger, das bekannte Amerikaſchiff, die jetzige „Los Angeles”.
Nutzlaſt und Geſchwindigkeit dieſes Schiffes ſind den
Anforde=
rungen einer Polarunternehmung gewachſen, und wäre das Schiff
jetzt ſchon fahrklar, ſo hätte es ohne Zweifel die beſte und
wirk=
ſamſte Hilfe bringen können.
Jetzt hat das neue Luftſchiff aber in erſter Linie andere
Auf=
gaben zu erfüllen. Es ſoll und wird der Welt zeigen, daß es
im Stande iſt, größte Entfernungen über Land und See ſicher
zurückzulegen, und erſt wenn hierdurch das Vertrauen der Welt
zu ihm als Verkehrsmittel feſt begründet iſt, kann es zu
Studien=
zwecken auch nach dem Nordpol verwandt werden und wird auch
dieſe Aufgabe löſen.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 16. Juni.
Der Bettelſtudent.
Operette von Zell und Gense, Muſik von O. Millöcker.
Es iſt ein weiter Griff zurück, der mit der Wiederaufführung
dieſer lange hier nicht mehr geſpielten Operette getan wird.
Nahezu 50 Jahre ſind es her, daß Millöcker neben Strauß und
nach ihm ſeinen Siegeslauf begann und durch dieſes ſein
Erſt=
lingswerk mit einem Schlage über die Maßen populär wurde.
Wenn auch heute etwas verblaßt und muſikaliſch im Vergleich
zum ewig jungen Strauß nicht intereſſant genug, vermag das
flotte Werk dank ſeinem gut gefundenen Stoff und geſchickt
ge=
machten Text immer noch zu feſſeln. Beſonders da dieſer durch
neue Paradoxe und Lokalwitze kräftig aufgeſpickt war. Das
Schwammdrüber=Couplet wurde mit den aktuellen Verſen Heinrich
Kuhns zum wirkungsvollſten Schlager. Die Inſzenierung, von
A. M. Rabenalt neu beſorgt, im Verein mit Schenck von
Trapps geſchmackvollen Bühnenbildern, erwies ſich als äußerſt
brauchbar. Berthold Sander, der in den fünf Jahren ſeiner
hieſigen Tätigkeit ſchon ſo viele Operetten zum Sieg geführt,
unſer vortrefflicher Chorleiter, ſtand heute zum letzten Male hier
am Pult und war Gegenſtand warmer Huldigungen.
Die Aufführung war ausgezeichnet. In beſter Laune, gut
bei Stimme, feſch im Ausſehen und Spiel Paula Kapper und
Sitta Müller=Wiſchin als Schweſtern Laura und
Bronis=
lawa. Flott und gewandt, wenn auch heute offenbar ſtark
indis=
poniert, Guſtav Deharde als Bettelſtudent, friſch wie immer
Eugen Vogt als ſein Sekretär. Unübertrefflich Heinrich Kuhn
als Ollendorf. Ein großes Perſonal von Damen und Herren in
kleineren Rollen alle gut am Platz. Die Regie, militäriſch ſtramm
aufgezogen — eine Militärkapelle auf der Bühne — wirkte
zün=
dend. — Die außer Miete gegebene Vorſtellung war nahezu
aus=
verkauft.
V. A.
Seite 4
Sonntag, den 12. Jun 1928
Nummer
1
Saiter
In
Familiennachrichten
Unterzeichneter C. C. erfüllt hiermit
die traurige Pflicht, ſeine A. H. und ia. Cb.
von dem am 14. Juni in Köln erfolgten
Ableben ſeines lieben A. H.
Hang Schannächer
T80. 15. 7. 05.
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Der C. C. der „Franconia”
J. A.:
Rudolf Stauf (XXX)XXX
Darmſiadt, den 16. Juni 1928.
10148
Todes=Anzeige.
Unſer treuer Gott hat heute mittag 2 Uhr
meine liebe, gute Frau, unſere Tochter,
Schwieger=
tochter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Amalie Hgenzel
geb. Heil
im bl. Alter von 30 Jahren von ihrem ſchweren
und mit großer Geduld, jahrelangem, ertragenem
Leiden erlöſt und in die ewige Herrlichkeit gerufen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Theodor Haenzel.
Darmſtadt, den 15. Juni 1928.
Karlſtraße 46.
Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Juni,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten
Friedhofes an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus
ſtatt.
(*16047
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
liebe Frau, unſere gnte Mutter, Tochter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
NA
Frau Narg. Lort
geb. Heldmann
im Alter von 44 Jahren nach ſchwerem Leiden zu ſich
in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familien Peter Lortz IV.
Frau Kath. Heldmann Wwe.
Klein=Bieberan, den 16. Juni 1928.
Die Beerdigung findet Montag, den 18. Juni;
nach=
mittags 2 Uhr ſtatt.
(10187
Stadt
und
Land
Heß
Jend il ezetesten
P
Ndung!
u Tadarge
und billige
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh
6 Uhr meinen lieben, guten Mann, unſren treuſorgenden
Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater,
Bruder, Schwager und Onkel
Dnyein Kuuf
Schloſſer
nach kurzem ſchweren Leiden im Alter von 75 Jahren
zu ſich zu rufen.
Im Zamen der trauernden Hinterbliebenen
Frau Eliſabeth Rühl Wwe.
Familie Albert Rühl
Familie Wilhelm Krummel
Familie Heinrich Rühl
Familie Jakob Jochum
Familie Paul Rühl
Familie Joſef Mörth
Wilhelm Rühl.
Darmſtadt, Aeußere Ringſtr. 100, Rock Island, Stainz,
den 16. Juni 1928.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 Uhr
auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt. (16144
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ſcheiden unſeres innigſtgeliebten
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ſo zahlreich erwieſene Teilnahme,
ſowie Kranz= und Blumenſpenden,
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Joſ. Gntjahr.
Darmſtadt, den 16. Juni 1928.
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19n: N
betr.
der 9
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Atuef
Aufforderu
eher
Die Erben des am 2. Mai d. J. Tun
Herrn Wilhefm Uhrlg, Büre i!
Amtsgericht Darmſtadt II, fordern
demſelben etwas ſchulden, oder von
auf, dies alsbald bei Herrn Ries, 4
Hochſir. 17, zu melden
Crognetſt
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app. bill. z. verkauf.
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H. Ostertag, Parmst
68.
Telephod
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 1X. Juni 1926
Seite 5
A imer 167
us der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 17. Juni.
„nannt wurde am 14. Juni der Vermeſſungspraktikant Wil=
6 rich zu Alzey mit Wirkung vom 1. Juni an zum überplan=
Bermeſſungsſekretär mit der Amtsbezeichnung „
Obervermeſ=
nuoss tär”
,s dem Staatsdienſt entlafſen wurde am 12. Juni der
ordent=
feſſor in der Philoſophiſchen Fakultät der Landesuniverſität
nsbeſondere für das Fach der Archäplogie, Dr. Nichard
Del=
auf ſoin Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1928 an.
nangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch das Landeskirchenamt
wrnannt: Pfarraſſiſtent Wilhelm Köhler zu Offenbach zum
in Wenings, Dekgnat Büdingen; Pfarramtskandidat Karl
dwtgutenſchläger zu Offenbach zum Pfarrverwalter der
„„I ſen Pfarrſtelle an der Johannesgemeinde zu Offenbach,
Deka=
gt S bach.
„Fſiſches Landestheater. Heute wird im Großen Haus zum
—ale in dieſer Spielzeit Verdis „Aïda” als 12. Vorſtellung der
ſiet-1 (Bühnenvolksbund) gegeben. In der Partie der „Aida” tritt
goſczu, rker zum letzten Male vor ihrem Ausſcheiden aus dem Ver=
Landestheaters aus. Beginn der Aufführung: 19 Uhr.
z inzige Wiederholung von Millöchers Operette „Der
Bettel=
iſt für Freitag, den 22. Juni, angeſetzt worden.
E
Entwürfe der Bühnenbilder zu Shakeſpeares „Wie es Euch
(Erſtaufführung: Dienstag, den 19. Juni, 19,30 Uhr) ſtant=
Wiſhelm Reinking.
Donnerstag, den 21. Juni, findet eine einmalige Aufführung
oiels „Die Journaliſten” von Guſtav Freytag ſtatt. In
des Bolz verabſchiedet ſich Robert Klupp, der dieſe Rolle
eeinſtudierung des Werkes unter Ernſt Legal bereits mit
roßs) Frfolg geſpielt hat. Die Adelheid ſpielt zum letzten Male Käthe
er, die aus dem Verbande des Landestheaters ausſcheidet,
7 Jahre angehört hat.
— Cinakter=Abend, der infolge Erkrankungen im Perſonal am
ſmm, dem 9. Juni, abgeſagt wverden mußte, findet nunmehr am
ſenm, dem 23. Juni, 22 15 Uhr, als Nachtvorſtelluig ſtatt. Zur
Auf=
gelangen „Das Veilchen” von Molnar, „Varſeté” von Heinrich
Rad
Hatans Maske” von
5 bm 1.1 10 Seillf.
tozart=Verein. Der BerlinerMozart=Jugendchor
jeder nach Darmſtadt. Dis wird wieder ein luſtiges, friſches
mm
n geben. Noch iſt in aller Erinnerung der große Erfolg, den
ungen Sängerinnen und Sänger im Saalbau errungen haben.
farwverein wird wieder Gaſtfreundſchaft üben und die
jugend=
he— ar (130 Buben und Mädchen) bei ſeimen Mütgliedern unter=
Wer bereit iſt, einen Jungen oder Mädchen am 3. Juli zu
ſen, melde ſich bei der Geſchäftsſtelle, Eliſabethenſtraße 4. Er
ſey geber) unterſtützt ein großes ſoziales Werk, denn die Kinder
ſtadt, die ihr Vaterland kennen ſernen ſollen, erſingen ſich ihre
ſeif leber das Programm werden wir noch berichten.
Grundſteinlegung zum Denkmal des Leibgarde=Juf.=Negts.
Am 14. Jrni I. J. fand die feierliche, wenn auch im ſchlichten
Nr.
gehaltene Grundſteinlegung zum Denkmal des Leibgarde=Juf.. 115 ſtatt. Es waren auf Einladung erſchienen der geſchäfts=
Hauptausſchuß, ſowie einige Vorſitzenden der übrigen Aus=
Der Vorſitzende des Kunſtausſchuſſes, Herr Major a. D.
r=Hickler, begrüßte die Erſchienenen in einer kernigen
e und verlas hierauf die Urkunde, die nebſt dem Bildnis Sr.
zeit des Großherzogs, des letzten Chefs des Regiments, dem
Sr. Exz. des Generalfeldmarſchalls von Hindenburg, derzeiti=
9spräſident, den Regimentsgeſchichten von Beck und von Brandt,
h von v. Frankenberg. Das Leibgarde=Regiment im Weltkvieg”,
der zeichnis aller Ausſchiſſe, der Mitglieder des Bundes der
Leib=
ſowie einem Lorbeerzweig von Su. Kgl. Hoheit dem
Groß=
nd einer Urkunde über die Entſtehung des Denkmals in einer
n Kapſel Aufnahme fanden. Auf der Kapſel ruht ein mit
Lor=
ränzter Stahlhelm als ein Zeichen „Unſterblichen Heldentums”
ſon feierlichen Akt wurde die Kapſel, die Herr Inſtallateur W.
dem Bund widmete, vor aller Augen verlötet und von Herrn
Vogel in den Grundſtein verſenkt. Den Schluß der Feier
bil=
kurze, kernige Anſprache des Bundesvorſitzenden, Freiherrn
najor a. D. v. Preuſchen, die etwa lautete: „Es iſt ein
er, feierlicher Akt, den wir hier vollzogen haben, wenn er ſich
einfachen, ſchlichten Rahmen abgeſpielt hat. Wir haben in das
ſeres Denkmals alles hineingelegt, was uns als Sinnbild der
er Tapferkeit, der Vaterlandsliehe und deutſchen Mannesmutes
ad teuer iſt. — Möchte das Denkmal die Jahrhunderte
über=
and noch mit in die Zeit hineinuagen, da unſer Vaterland ſich
iSl aus ohnmächtiger Knechtſchaft erhoben hat und machwoll und
luec ebietend daſteht, wie einſt! Das walte Gott!” Tiefen
Ein=
ur iterließ dieſe ſo ſchlichte Feier bei allen Teilnehmern. Möge ſie
Vorbedeutung ſein für das bevorſtehende Feſt ſelbſt, möge die
Einwohnerſchaft alles Trennende beiſeite ſtellen und geſchloſſen
bedrutungsvollen Feier teilnehmen. Nur ſo ehren wir unſere
Toten rech= und fühlen uns zugleich in alter Anhänglichkeit
ver=
mit den Ueberlebenden des Regiments, denen wir einen herz=
Fr. Fr.
liht zillkomm bereiten wollen.
Von den neueren Erwerbungen für die Bücherei des Gewerbe=
M2 ſind für Techniker von beſonderer Bedeutung: Emperger:
h für Eiſenbetonbau. 12. Band: Dachbauten, Schalen und
Mitzll zppeln 1928; Klimſchs Jahrbuch. 1928; Flemming: Das
Leck) rk. 1927; Naupert: Textile Warenkunde, 1927; Daude:
Reis ſetz, betr. das Urheberrecht an den Werken der bildenden
Kürü und der Photographie. 1907; Oſterrieth: Lehrbuch des
geml chen Rechtsſchutzes. 1908; Lindner: Bauten der Technik,
ihrs rm und Wirkung. 1927; Magg: Dieſelmaſchinen, 1928;
Alnder: Herrengrunder Kupfergefäße. 1927; Landmann:
Kord itar zur Gewerbeordnung für das Deutſche Reich. 1938: Dick:
Diol le und ihre Entwicklungsgeſchichte. 1925; Möhler: Entwick=
Kreß:
lund s gewerblichen Rechtsſchutzes in Württemberg. 1927
as Reichsgeſetz,
DEA länderbauer; „Pariſius und Crüger:
bett) 2 Erwerbs= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften. 1928: Deneer:
And niſcher Eiſenbau in Bureau und Verkſtatt. 1928; Hirzel:
—rd Friedhof der Gegenwart. 1927; Sachs: Lehrbuch der Mal=
1927; Schubert: Die Zelluloſefabrikation. 1924; Pleſſow:
tſtrichſtoffe. 1928; Gerbereichemiſches Taſchenbuch.
91
Meher: Der praktiſche Dachdecker, 1928; Hambruch:
Ozea=
uißl Kindenſtoffe, 1926; Ullmann: Enzyklopädie der techniſchen
1. Band 1928; Wotruba=Stifter: Transformatoren.
gee
Horn: Die Schweißung des Kupfers und ſeiner Legierungen
.
Block: Probleme des Bauens. 1928.
Pom Wochenmarkt. Kleinhandels=Tagespreiſe vom 16. Juni 1928
Pfund bzw. Stück in Npf.: 1. Gemüſe: Spargeln, 1. Sorte
2. Soxte 40—50, Kohlrabi 12—15, Karotten 8—10, Spinat 20
Römiſchkohl 18—20, Wirſing 18—20, Erbſen 40—50, Bwiebeln
Knoblauch 80, Rhabarber 18—20 Tomaten 80—100, Kopfſalar 8
Salatgurken 60—80, Blumenkohl, ausl. 100—150, Rettich 5—20,
D ttich 100, Radieschen 5—6. — 2. Kartoffeln: Spättartoffeln
3. Obſt: Erdbeeren 70—90, Kirſchen 45—60, Tafeläpfel 25
bi3
Wirtſchaftsäpfel 20—25, Apfelſinen 5—15, Zitronen 5—10,
Ba=
mbuter 210—220, Landbutter
Einweihung der neuen Anlagen auf dem
Hoch=
ſchulſportplatz.
* Geſtern vormittag wurden durch eine ſchlichte Feier die Neubauten
und das Schwimmbaſſin auf dem Hochſchulſportplatz ihrer Beſtimmung
übergeben. Die geſamte Anlage bietet durch ihre landſchaftliche
Um=
rahmung ein ſelten ſchönes Bild und durch den Schutz gegen Wind und
Staub ausnahmsweiſe günſtige klimatiſche Verhältniſſe. Bei aller
Ein=
fachheit und Sparſamkeit der Ausführung ſtellt ſie eine Muſteranlage
dar, wie ſie kaum an einer andeven Hochſchule zu finden iſt. Für die
Techniſche Hochſchule und die Stadt Darmſtadt bildet ſie einen weiteren
Anziehungspunkt unter den bereits vorhandenen muſtergültigen Anlagen
der Hochſchule. Zwei Männer ſind es vor allem, die ſich um den
Aus=
bau des Hochſchulſportplatzes ein bleibendes Verdienſt erworben haben:
der Vorſitzende des Akademiſchen Ausſchuſſes für Leibesübungen,
Pro=
ſſor Dr.=Ing. Heidebroek, und der Dipl.=Turn= und Sportlehrer
Söllinger.
Der Hochſchulſpordplatz prangte in reichem Flaggenſchmuck, als gegen
10 Uhr die Studentenſchaft, der Lehrkörper der Techniſchen Hochſchule
und zahlreiche Gäſte auf den Dächern der Neubauten Aufſtellung
nah=
men. Nach einem von der Kapelle Weber unter perſönlicher Leitung
ihres vorzüglichen Dirigenten flott geſpielten Eröffnungswarſch leitete
der Nektor der Techniſchen Hochſchule,
Prof. Dr.=Ing. Kammer,
die Einweihungsfeierlichkeiten mit folgender Begrüßungsanſprache ein:
Herr Staatspräſident, meine Damen und Herren, Kommilitonen!
Die Techniſche Hochſchule hat zu einer ſchlichten Eröffnungsfeier der
neuen Sportanlagen eingeladen, die im weſentlichen eine ſportliche
Ver=
anſtaltung ſein ſoll. Dieſe Einladung hat einen erfreulichen Widerhall
gefunden. In großer Zahl ſind Gäſte, Freunde und Angehörige der
Hochſchule erſchienen. Es iſt mir eine angenehme Pflicht, die hier
Er=
ſchienenen im Namen der Hochſchule zu begrüßen. Mein erſter Gruß
gilt dem Herrn Staatspräſidenten, der mit zahlreichen Herren der
Re=
gierung, insbeſondere des Miniſteriums für Kultus und Bildungsweſen,
und der Behörden erſchienen iſt. Wir danken ihm herzlich dafür, daß
er durch ſein perſönliches Erſcheinen auch nach außen hin ſein reges
In=
tereſſe für unſere Hochſchule bekundet. Weiterhin begrüße ich den Herrn
Landtagspräſidenten Delp, ſowie den Vertreter der Stadt Darmſtadt,
Herrn Büngermeiſter Buxbaum. Es fehlen nur noch wenige Jahre, daß
unſere Techniſche Hochſchule ein Jahrhundert in den Mauern der Stadt
Darmſtadt weilt. Sie hat ſeit Generationen Freude und Leid mit der
Stadt geteilt und die Studievenden haben gerne in Darmſtadt geweilt.
Weiterhin iſt es mir eine große Freude, zahlveiche Freunde unſerer
Hochſchule begrüßen zu dürſen, vor allem eine Anzahl von Ehrendoktoren
und Ehrenſenatoren, ſowie Mitglieder der Ernſt=Ludwigs=
Hochſchulgeſell=
ſchaft. Zum Schluß begrüße ich mit beſonderer Freude Sie, meine lieben
Kommilitonen, inſonderheit jene Studierenden, die von anderen hohen
Schulen herbeigeeilt ſind, um an unſerem Feſte teilzunehmen und in
edlem Wettſtreit mit unſerer Studentenſchaft heute von ihrer ſportlichen
Tüchtigkeit Nechenſchaft abzulegen. Meine Damem und Herren, unſer
Hochſchulſportplatz, deſſen Anlage ja immer in jedem Beſchauer helle
Freude hervorruft, iſt in den ſchweren und ernſten Zeiten nach dem
Kriege angelegt und zunächſt notdürftig ausgebaut worden; damals, als
auf unſerer Hochſchule jene Männer ſtudierten, die an der Front
ge=
ſtanden hatten, und nun ſelbſt Hand anlegten und den Sportplatz ſich
herrichteten, daß er für Sportzwecke Verwendung finden konnte. Die
Bauten waren nur proviſoriſch, und bald zeigte ſich das Bedürfnis, die
Anlage zu vergrößern. Unter der zielbewußten Leitung des
Akademi=
ſchen Ausſchuſſes für Leibesübungen ſind dann die Anlagen ausgeführt
worden, die Sie hier ſehen, und ich möchte nun den verdienſtvollen
Vor=
ſitzenden dieſes Amtes, Herrn Profeſſor Dr.=Ing. Heidebroek, bitten,
über das berichten zu wollen, was unter ſeiner Leitung geplant und
ausgeführt worden iſt.
Prof Dr.=Ing. Heidebroek
ergriff ſodann das Wort und führte u. a. aus:
Herr Staatspräſident, meine Damen und Herren, der Akademiſche
Ausſchuß für Leibesübungen freut ſich, heute dieſe Neuanlagen in die
Hände der Studentenſchaft der Hochſchule und damit des heſſiſchen
Staa=
tes übergeben zu können. Der Anfang unſerer Tätigkeit hier draußen
iſt jene alte Baracke. Bis vor kurzem mußten wir mit etwa 1500
ſport=
treibenden Studierenden uns in jenem alten Gebäude zurechtfinden.
Wir freuen uns, daß es durch die Unterſtützung der Staatsregierung
und durch die gemeinſame Arbeit aller Angehörigen der
Hochſchulſtudie=
renden und des Lehrkörpers gelungen iſt, die ſchwierige Frage der
Fi=
nanzierung dieſer Bauten ſoweit zu löſen, daß die heſſiſche
Staatsregie=
rung dadurch nicht in gefahrdrohender Weiſe in Mitleidenſchaft gezogen
worden iſt.
Meine Damen und Herren, ich möchte Sie nicht mit Einzelheiten
über die Anlage hier unterhalten, wir wollen die Anlage vielmehr durch
ihre Benutzung durch ſich ſelbſt ſprechen laſſen. Auf eins nur möchte ich
hinweiſen. Die Frage der Verbindung einer Schwimmbahn mit der
Anlage hat uns ſehr viel Ueberlegung gekoſtet. Wir haben aber
ge=
glaubt, den ganzen Sportbetrieb hier konzentrieven zu ſollen, weil die
Zerſplitterung des Betriebs große Zeitverluſte verurſachen würde. Der
Schwimmſport iſt der an unſerer Hochſchule am meiſten gepflegte. Wir
haben über 1000 Studierende, die ſchwimmen können. Der Beſuch des
Bades an den wenigen warmen Tagen des Jahres hat gezeigt, welch
großem Bedürfnis die Anlage entſpricht.
Meine Damen und Herren, für uns als Techniſche Hochſchule ſoll
dieſe Anlage zugleich etwas Vorbildliches ſein. Die jungen
Studieren=
den, die ſpäter als Betriebsleiter, als Direktoven und Induſtrielle in die
Induſtrie gehen, ſollen an dieſem Beiſpiel lernen, wie man ſolche
An=
lagen vorbildlich ſchaffen kann. Der Gedanke der Einführung des
Spor=
tes und der leichtathletiſchen Uebungen, der Körperpflege in der
In=
duſtrie iſt auf dem Marſche. Und wemn Sie heute in die großen
In=
duſtriezentren kommen, ſehen Sie mehr und mehr, daß überall ſolche
Anlagen entſtehen, in denen der Ingenieur mit ſeinen Arbeitern und
Angeſtellten Sport treibt. Der Zweck der Anlage liegt vielleicht noch
mehr auf dieſer pädagogiſchen Seite als auf der eigentlichen
Sportkampf=
betätigung. Aber die Jugend muß kämpfen, Sie muß etwas haben, wo
ſie ihre Kraft austoben kann. Und wir hoffen, durch den Betrieb auf
ſämtlichen Spielplätzen zu zeigen, wie vielſeitig und reichhaltig unſere
Spovtbetätigung hier iſt. Darüber hinaus wirkt die Anlage durch ihren
landſchaftlichen Nahmen. So iſt die Anlage über den eigentlichen
Zweck des Sportes hinaus ein ganz weſentlicher Faktor für die
Ge=
ſunderhaltung unſerer heranwachſenden Jugend.
So übergeben wir Ihnen die Anlagen zu treuen Händen. Wir
hoffen, daß die Studentenſchaft zu würdigen weiß, welches Geſchenk ihr
in dieſer Anlage zuteil wird, an der ſie ia ſelbſt zum großen Teil
mit=
gearbeitet hat. Möge ein fröhliches, ein geſundes und tüchtiges
Ge=
ſchlecht hier ſich entwickeln nebew der wiſſenſchaftlichen Arbeit unſerer
Hochſchule. Möge Ihnen die Benutzung zeigen, daß wir richtig
gehan=
delt haben, als wir Ihnen dieſe weitreichenden Pläne unterbreitet haben.
So glaube ich im Sinne Eurer Magnifizenz ſprechem zu dürfen, wenn
ich nunmehr die Anlage im Namen des Akademiſchen Ausſchuſſes für
. Id und Geflügel; bühner 130—150. Tauben 90—10. —
iſch= und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 80—120, Kalb=
120, Schweinefleiſch 105—130, Dörrfleiſch 140. Wurſt 60—140,
24t 50, Schmalz, ausgelaſſen 90.
Die Techniſche Nothilfe im Hochwafferdienſt. Am Dienstag, dem
19. Juni, abends 8½ Uhr, veranſtaltet die Techniſche Nothilfe,
Ortsgruppe Darmſtadt, in der Techniſchen Hochſchule, Hörſaal 234 eine
Werbeverſommlung. Herr Regierungsbaumeiſter Hilädorf ſpricht
über obiges Thema bei Vorführung einer großen Anzahl aktueller Bilder
aus Hochwaſſerkataſtrophen. Der Eintritt iſt frei!
Leibesübungen in Ihre Hände und damit in die Hände der beſſiſchen
Regierung lege zum Wohle unſerer heranwachſenden Jugend, zum
Wohle unſerer engeren Heimat und unſeres ganzen Volkes.
Die Uebernahme der Anlagen.
Mit folgendem Ausfüihrungem übernahm ſodann der Rektor der
Tech=
niſchen Hochſchule die Anlagen:
Im Namen der Techniſchen Hochſchule übernehme ich hiermit die
Neubauten in die Obhut der Hochſchule und gebe das Verſprechen ab,
daß es ſtets unſere Sorge ſein wird, dieſem wundervollen Sportplatz mit
allen ſeinen Anlagen zu hegen und zu pflegen, und wenn es nötig iſt,
weiter auszubauen, ſo daß er ſeinen vornehmſten Zweck erfüllen möge,
beizutragen zur Ertüchtigung unſever gkademiſchen Jugend, der
Hoff=
nung unſeres Volkes.
Und nun obliegt mir noch eine ſchöne Pflicht, Dank zu ſagen allem
denen, die dazu beigetragen haben, daß die Hochſchule dieſe Bauten
er=
halten hat. In erſter Linie danke ich dem Miniſterium für Kultus
und Bildungsweſen, für ſeine Fürſorge und wohlwollende Mithilfe.
Weiterhin danke ich der Stadt Darmſtadt für ihre wertvolle
Unter=
ſtützung, vor allem durch Hergabe einer großen Geldbeihilfe. Beſonderer
Dank gebührt dem Akademiſchen Ausſchuß für Leibesübungen, und hier
darf ich zunächſt dem jetzigen Vorſitzenden dieſes Amtes, Herrn Prof.
Dr.=Ing. Heidebroek, herzlich im Namen der Hochſchule danken. Er hat
mit großer Umſicht und Erfahrung ſeit Jahren die Leitung und hat im
kurzer Zeit, trotz großer Schwierigkeiten, die umfangreichen Arbeiten zu
einem glücklichen Ende geführt. Die Hochſchule wird ſich ſtets dankbar
deſſen erinnern, was er während der Jahre ſeines Vorſitzes für ſie
ge=
leiſtet hat. Weiterhin danke ich herzlich unſerem geſchätzten Hochſchul=
Turn= und Sportlehver Söllinger, der ja ſtets begeiſtert für den
Aus=
bau des Sportplatzes an unſerer Hochſchule eingetreten iſt. Er iſt ſeitz
Jahren die treibende Kraft, daß unſer Sportplatz ſich ſo prächtig
ent=
wickelt hat. Seinem rührigen Eifer und ſeiner großen Erfahrung in
allen Sportangelegenheiten verdanben wir es mit, daß wir jetzt eine
hochmoderne Anlage erhalten haben, die alle Erfahrungen der Neuzeit
berückſichtigt. Weiterhin danke ich im Namen der Hoclſchule allen dem
Männern, die bei der Ausführung mitgewirkt haben, ſowie den Firmen,
die den Bau ausgeführt und geleitet haben.
Im Anſchluß hieran möchte ich die Auszeichnung von zwei Herren
bekanntgeben, die ſich um die Hochſchule und beſonders um den Ausbau
des Sportplatzes Veudienſte erworben haben. Jch gebe hiermit folgende
Ehrungen der Hochſchule
bekannt:
„Unter dem Rektorate ihres ordentlichen Profeſſors Dr.=Ing.
Kammer erteilt die Techniſche Hochſchule durch Beſchluß von Rektor und
Großem Senat den Herven Baurat Heinrich Schöberl, Direktor der
Rheiniſchen Elektrizitäts=Aktiengeſellſchaft in Mannheim, und
General=
konſul Karl Mayer, im Darmſtadt in Anerkennung ihrer großen
Ver=
dienſte um die Techniſche Hochſchule Darmſtadt die Würde eines
„Ehrenſenators”. Indem ich die beiden Herren bitte, aus meiner
Hand die Ehrenurkunde und das äußere Zeichen ihrer neuen Würde
ent=
gegenzunehmen, iſt es mir eine große Freude, ſie in die eiritas academicn
aufzunehmen. Im Namen der Hochſchule ſpreche ich Ihnen die
herzlich=
ſten Glückwünſche aus. Und nunmehr erbitte ich mir von Ihnen, Herr
Staatspräſident, die Erlaubnis, um Ihnen, liebe Kommilitonen, den
Sportplatz zur Benutzung zu übergeben, daß ſie dieſen prächtigen
Nah=
mem mit friſch pulſierendem Leben ausfüllen. Ich ſchließe mit dem
Wunſche, daß dieſe Anlage allezeit dazu beitragen möge, daß unſere
akademiſche Jugend geſund und friſch an Körper und Geiſt bleibem
möge, damit ſie ſich allezeit ihrer vornehmſten Aufgabe widmen kann,
mitzuarbeiten an den Aufgaben zum Wohle unſeres deutſchen
Vater=
landes.
Der Vertreter der Studentenſchaft
kam ſodann zu Worte. Er führte u. a. aus:
Herr Staatspräſident, Ew. Magnifizenz, ſehr verehrte Damen und
Herren, liebe Kommilitonen! Die Darmſtädter Studentenſchaft befaßte
ſich ſchon ſeit längerer Zeit mit der Frage, wie man den unerträglichem
Zuſtänden auf dem Hochſchulſportplatz abhelfen könnte. Dank der
freundlichen Unterſtützung unſerer Dozentenſchaft iſt es uns gelungen,
recht bald poſitive Vorſchläge und Pläne auszuarbeiten, die dazu
führ=
ten, daß wir hoffen konnten, in kurzer Zeit wirklich einen Sportplatz zu
beſitzen, der den notwendigſten Bedürfniſſen von über 2000 Studierenden
entſprach. Die Darmſtädter Studentenſchaft hat ſomit auch ihr Teil zu
der Anlage beigetragen. Mit großer Spannung erwartete man
allge=
mein die Inbetriebſetzung dieſer Neuanlagen. Heute iſt ein Feiertag
ſowohl für die Hochſchule als auch für uns Kommilitonen, die endlich
eine Anlage beſitzen, die wert iſt, ideal genannt zu werden. Bauliche
Schönheit, vereinigt mit großer Zweckmäßigkeit, ſind das Ergebnis
die=
ſer Arbeit. Die Darmſtädter Studentenſchaft fühlt ſich verpflichtet, all
denen ihren herzlichen Dank auszuſprechen, die mitgeholfen haben,
die=
ſes Werk zu ſchaffen. Im Namen und im Auftrage des Ausſchuſſes
der Darmſtädter Studentenſchaft iſt es mir eine hohe Chre, den
Freun=
den und Gönnern unſerer Techniſchen Hochſchule, und vor allen Dingen
den öffentlichen Behörden, den heuzlichſten Dank unſerer Darmſtädter
Kommilitonen auszuſprechen für all das, was ſie Gutes an dieſem Werk
getan haben. Die Darmſtädter Studentenſchaft legt gern das Gelöbnis
ab und erklärt ſich bereit, all denen, die finauziell dieſes Werk
unter=
ſtützt haben, zu beweiſen, daß die Bauten tatſächlich einem Bedürfnis
entſprechen. Die Darmſtädter Studentenſchaft wird ſich durch regſte
Benutzung der Aulagen ihrer wuirdig zeigen.
Die aktiven Teilnehmer an den ſportlichen Vorführungen
verſam=
melten ſich ſodann im Wald bei den Tenwisplätzen, und auf ein
Sirenen=
zeichen eilten ſie dem Hauptkampffeld zu, um dort gymnaſtiſche
Uebun=
gen zu zeigen. Danach entwickelte ſich ein reger Uebungsbetrieb im
zahlreichen G=bieten der Leibesübungen auf ſämtlichen Spielplätzen,
während deſſen die Kapelle Weber konzertierte. Auch dom
Wettkampf=
gedanken wurde gehuldigt. Während auf dem Hauptkampffeld die
Hand=
ballmannſchaft der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt einen leichten 7:2=
(3:2)=Sieg über die Univerſität Frankfurt erfocht, konnte auf dem
Uebungsfeld die Fußballmaunſchaft die Techniſche Hochſchule Karlsruhe
mit 4:0 (9:0) bezwingen.
Gleichzeitig trug die Waſſerballmannſchaft ein Spiel gegen die
Uni=
verſität Heidelberg aus und konnte dies mit 2:0 ſiegreich geſtalten,
wäh=
rend die Fauſtballmannſchaft gegen die Univerſität Gießen 44:64
unter=
lag. Bei allen Wettkämpfen konnte alſo die Techniſche Hochſchule
Darnſſtadt, mit Ausnahme vom Fauſtball, als Sieger hervorgehen.
Jedenfalls dürfte es der Darmſtädter Studentenſchaſt durch den
Uebungs=
betrieb und durch die wit großer Hingebung ausgetragenen Wettſpiele
reſtlos gelungen ſein, die zahlreich erſchienenen Gäſte davon zu
über=
zeugen, daß ſie gewillt iſt, ſich dieſer neugeſchaffenen vorbiloluchen
An=
lage würdig zu erweiſen, und daß der Ausbau des Hochſchulſporrplatzes
notwendig war.
Am Abend fand in der Otto=Berndt=Halle eine geſellige
Zuſammen=
kunft von Lehrkörper, Studentenſchaft und Gäſten ſtatt.
— Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Nächſter Vereinsabend Donnerstag abend 8½ Uhr Eintrachtſaal, Eliſa
bethenſtraße Nr. 12. Vortrag von Herrn Juſtizinſpektor Kröh über;
„Die 400jährige Geſchichte der Privilegierten Schützengeſellſchaft in
Darmſtadt” (1538—1928). Gäſte ſind durch Mitglieder einzuführen.
GEGR. 1833
Das erfrischendste Gekränk im Sommer bleibt
Georg Scherer & G0. G. m. b. H., Bingen a. Rh. 3, Keltereibetrieb Langen bei Frankfurt a. M.
19428
[ ← ][ ][ → ]Seitz 6
Sonntag den 17 Juni 1928
Numme
164
17
* Sommerſpielzeit Bruno Harprecht
Orpheum.
Erſtaufführung: „Hurra, ein Junge‟.
Franz Arnold und Ernſt Bach haben da eine wirklich tolle Sache
fabriziert in dieſen Schwank, der geſtern unter der Regie von Adolf
Jordan mit Bruno Harprecht in der Hauptrolle in Szene
ging. Eine ganz tolle Sache ſogar, wie für unſere „großen” Komiker
geſchaffen. Pallenberg und Tilſcher haben dieſe fabelhafte
Komiker=
rolle in Berlin und anderswo kreiert, und Bruno Harprecht iſt als
dritter im Bunde fabelhaft komiſch. Ganz in ſeinem Element, ſowohl
als Paſewalker Varietekomiker und Imitator, wie als
Romanſchrift=
ſtellerin, als Riefenbaby und als böſer Bub im Matroſenanzug auf
dem Baby=Ball.
Und eine verwickelte Sache iſt dies auch. So verwickelt, daß wir
darauf verzichten müſſen, die ſchließlichen Verwandſchaftsverhältniſſe
zu löſen, was auch für die Beſucher, die den Schwank noch nicht kennen,
von Vorteil iſt, denn es würde die Pointe in dieſer tollen Komik töten
und dadurch den Genuß ſchmälern.
Freilich, eine literariſche Angelegenheit iſt dieſer Schwank nicht,
aber wer einmal herzlich lachen will über witzige und komiſche
Ein=
fälle und erſchütte nd heiter=tragikomiſche Situationen, der ſoll ſich
dieſen Schwank anſehen, deſſen Aufführung ſich Harprecht mit der
ganzen Noutine und dem ganzen Humor widmet, über den dieſer
un=
verwüſtlich heitere Künſtler verfügt, der ſich immer wieder ſelbſt über=
Was Harprecht in dieſem Schwank mimt, iſt bereits aufgezählt.
Sein Enſemble iſt glärzend mit ihm eingeſpielt, und ſeine gute Laune
reißt alle mit. Vor allem Willy Favart, ſeinen ebenfalls „komiſchen”
Partner, der ſehr ſympatiſch ſpielt und vor allem ſehr friſchen und
natürlichen Humor entwickelt. Eduard Göbel war als Geheimrat
Nathuſius in der Maske wirklich ein „Schimpanſenhäuptling”
und
Karl Kuhlmann als ſchüchterner Profeſſor in tauſend Nöten
mit=
leiderregend. Daß der Künſtler ſich in ſeiner ſchwierigen Aufgabe von
Uebertreibungen fernhielt, zeugt von Takt und gutem Erfaſſen ſeiner
Aufgabe. Seine reizende kleine Frau wurde durch Hildegard Warſitz
ebenſo ausgezeichnet verkörpert, wie die feſche Schriftſtellerin Helga
Lüders von Elly Burgmer. Frieda Eichelsheim gab die
Ge=
heimrätin ſehr gut) und Gertrud Quingus als Anna war eine echte
Berliner Nange.
Es gab viel Beifall, auch bei offene= Szene, viele Hervorrufe und
viel Blumen.
28. Perbandstag
2es Bundes deutſcher Zollbeamten.
2. Tag.
Der Nachmittag des erſten und faſt der ganze zweite Tag waren
ausgefüllt mit Ausſchußſitzungen, die ſich mit den vorliegenden 334
An=
trägen zu befaſſen hatten.
Bevor die Ausſchüſſe i die Beratung der Anträge traten, wurde
beſchloſſen, den erſten Bundesvorſitzenden in der Vollverſammlung zu
wählen. Vorgeſchlagen wurde zur Wiederwahl der bisherige 1.
Bundes=
vorſitzende Troppenhagen. Die Wahl fiel durch einſtinrmigen Beſchluß
auf Troppenhagen, der mit nicht endenwollendem Beifall beim
Wieder=
erſcheinen im Saal begrüßt wurde.
Im Laufe des geſtrigen Vormittags erſchien der
Reichstagsabgeord=
nete Torgler (K.P. D.), der während des gemeinſamen Mittageſſens vor
den verſammelten Delegierten ſeine Einſtellung zum Berufsbeamtentum
im allgemeinen und zu den Forderungen der Zollbeamten im beſonderen 28. 6. — Nach Philadelphia, Baltimore, Norfolk:
bekannt gab. Veranlaßt werde er — wie er ſagte — zu dieſen
Erklä=
rungen durch eine im „Beamtenbund” veröffentlichte Darſtellung ſeiner
angeblichen Aeußerungen bei der Tagung eines Poſtbeamtenderbandes land am 7. 7. — Nach Weſtindien, Weſtküſte
Zentralameri=
in Berlin. Dieſe Darſtellung ſei unrichtig. Seine Partei treten für
die Erhaltung des Berufsb=amtentums bei den Beamten der unteren
und mittleren Gruppen ein, dahingehend, daß den Beamten ihre
Un=
kündbarkeit und das Recht auf Verſovgung erhalten bleibe. Es ſei „Marie Horn” am 26. 6., „Kreta” am 10. 7. — Nach Kuba: „Danzig”
widerſinnig, wenn eine Partei, die, wie die ſeinige, für die Arbeiter und
Angeſtellten Sicherung des Arbeitsvertrages und Verſorgung im Falle
der Arbeitsunfähigkeit verlange, dieſe Rechte einer Grupe, die ſie
be=
reits beſitze, wegnehmen wolle. Wie er für das Berufsbeamtentum
ein=
trete, ſo werde er nach wie vor die Intereſfen der Zollbeamten
beſon=
ders die der Grenzaufſichtsbeamten und der Zollafſiſtenten im Innern,
vertreten, und ſtehe auch im neuen Reichstag dem 1. Bundesvorſitzenden
gern weiter zur Verfügung. Seine Partei werde in nächſter Zeit dem
neuen Reichstag eine Reihe Anträge, die die Beamten angehen,
ein=
bringen. Daran werde man ihre Beſtrebungen am beſten erkennen
können.
Inzwiſchen war noch ein Schreiben des Reichstagsabgeordneten
Schmidt=Stettin (D.N.V.) eingegangen, der anfänglich ſein Erſcheinen
zugeſagt hatte. Er entſchuldigte ſich mit dringenden Geſchäften, wünſchte
der Tagung boſten Erfolg und ſtellte ſich für die Jutereſſen der
Zoll=
beamten auch für die Zukunft zur Verfügung.
Die Tagung wird heute fortgeſetzt.
* Provinzialausſchuß.
p. 1. Berufung des Ludwig Bühler zu Neu=Iſenburg gegen die „Berengar” am 30. 6. — Nach der Oſtküſte Südamerikas:
Befreiung von der Mullabfuhr.
nähe liegt, nicht ordnungsmäßig verſcharrt werden könne, imsbeſondere
ſei der Grund der Grube nicht geplättet. Auch die Waldesnähe (Frank= Nach Südamerika: „Karnak” am 23. 6., „Lüneburg” am 21. 7.,
furter Stadtwald) laſſe beſorgen, daß ſich Ungeziefer anſammle und nach „Amaſis” am 18. 8. — Nach Oſtaſien: „Heidelberg” am 19. 6., „
Ha=
dem Walde ziehe. Der Amtsarzr hat hinſichtlich der Müllgrube Beden= venſtein” am 30. 6., „Scheer” am 7. 7., „Rheinland” am 9. 7., „Carl
ken nicht gehabt. Der Geſuchſteller betreibt ein Lebenswittelgeſchäft. Legien” am 20. 7. — Hamburg—Rhein=Linie: Wöchentlich ein
Die Berufung wird als unzuläſſig verworfen.
2. Geſuch des Peter Kliger zu Heppenheim um Erteilung der Er= fahrten. — Mitgeteilt durch die hieſige Vertretung: Bankgeſchäft Friedr.
laubnis zum Betriebe einer Weinwirtſchaft mit Kaffee in ſeinem Hauſe Zaun, Darmſtadt, Luiſenplatz 1. Telephon 1308 und 1309.
Hambachertal.
Kaffee=Erlaubnis iſt einſtweilen erteilt. Klinger betont, er wolle
eine altdeutſche Weinſtube errichten, deren Bedürfnis der Stadtvorſtand
verneint; heuvorgehoben wird auch die Schwierigkeit der Kontrolle wegen Die dienunter erſcheinenden Rotizen ſind anzſchiletlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu belrachten
der abgelegenen Oertlichkeit. Der Geſuchſteller läßt noch anführen, daß
der Stadtvorſtand das Bedürfnis für eine neue Wirtſchaft in der
Fürther Straße bejaht habe. Der Betrieb eines Cafés allein ventiere
nicht. Die Konzeſſion wird erteilt,
*Verwaltungsgerichtshof.
p. Geſuch der Frau Klara Chriſtmann in Darmſtadt um Erlaubnis
zum Betriebe einer Schankwirtſchaft im Hauſe Magdalenenſtraße 3.
Die Geſuchſtellerin hat gegen das ein Bedürfnis verneinende
Ur=
teil des Provinzialausſchuſſes Verufung eingelegt. Seit langer Zeit
(24 Jahre) wurde im Hauſe Wiutſchaft betrieben, his ſie in der J1
fla=
tionszeit im Oktober 1924 einging, da die Bierverhältniſſe ſich
verſchlech=
tert hatten. Eine Reihe von Zeugen beſtätigt, daß die Wirtſchaft in
normalen Zeiten gut ging und einen jährlichen Umſatz von 300
Hekto=
litern Bier hatte. Der Vertreter der Geſuchſtellerin weiſt darauf hin,
daß es ſich um eine ſehr belebte Gegend handele, die Wirtſchaft habe
ihre Lebensberechtigung und ſich der Konkurrenz gewachſen gezeigt. Der
Vertreter des Staatsintereſſes hat in den Akten den Antrag niede
gelegt, die Berufung zu verwerfen, da ein Nachiveis für ein Bedürfnis
nicht geführt ſei.
Das Urteil verwirft die Berufung.
Einwanderungsdiſum. Wie wir erfahren, tritt am Montag, dem
18. Juni, nachmittags 4 Uhr, bei allen amerikaniſchen Konſulaten in
Deutſchland wiederum eine Sperre in der Annahme von
Regiſtrierungs=
anträgen auf Erhalt eines amerikaniſchen Einwanderungsviſums ein,
nachdem dieſe Sperre erſt am 4. Juni 1928 aufgehoben worden war.
Nach dieſem Termin können diejenigen Perſonen, die die Abſicht haben,
nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika auszuwandern, ihre
Anträge auf Erhalt eines Einwandererſichtvermerks bei den
Vertretun=
gen der Hamburg=Amnerika=Linie einreſchen.
— Ein jugendlicher Unhold. In der letzten Zeit wurden hier
ver=
ſchiedentlich an Kindern unzüchtige Handlungen und
Sittlichkeitsverbre=
chen verübt. Am Montag abend hat nun der Vater eines der
beläſtig=
ten Mädchen den Täter ermittelt und der Polizei übergeben. Es
han=
delt ſich um einen 16jährigen Schuhmacherlehrling, der ſich ſeiner
Feſt=
nahme widerſetzte und den Vater des Kindes mit einem
Schuſter=
meſſer bedrohte. Er wird ſich vor dem Jugendgericht zu
ver=
antworten haben.
Aggse
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aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Inr Vorteil.
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören
J. Longes & Wiest, Elisabethenstraße 25½
Ein Reichsjugendtag
der weiblichen Angeſiellten
In der Zeit vom 14. bis 16. Juli 1928 trifft ſich die weibliche
Kaufmannsjugend in der ſchönen alten Dürerſtadt Nürnberg zu ihrem
4. Reichsjugendtag. Aus Oſt und Weſt, aus Nord und Süd und den
abgetrennten Gebieten werden die Jugendlichen zu ihrer großen
Reichs=
tagung zuſammentommen.
Der Samstag vereinigt alle Teilnehmerinnen zum Begrüßungsabend
im Neuen Stadttheater am Sterntor. Die „Feſtwieſe” aus den „
Meiſter=
ſingern” von Richard Wagner wird alle feſſeln und ſie ſo recht in die
alten Zeiten verſetzen. Der evangeliſche Gottesdienſt in der St.
Lorenz=
kirche und die Hl. Meſſe in der Klarakirche werden die rechte Weihe für
den Sonntag geben. In der Feſtverſammlung wird die
Reichsjugend=
führerin des Verbandes der weiblichen Handels= und Bureauangeſtellten
E. V. Fräulein Anna Schulze über „Erbe und Verpflichtung der
V. W. A.=Jugend” ſprechen. Nach einem gemeinſamen Mittageſſen trifft
ſich alles zu einem Feſte auf der Wieſe im Luitpoldhain. Eine offene
Singſtunde, Feſtſpiel und Volkstanz ſollen die Gruppen untereinander
näherbringen. Der Fackelzug um den Dutzendteich und eine Abendfeier
werden den Sonntag beſchließen. Der Montagmorgen wird mit einer
Morgenfeier auf der Burg begonnen. Um 9 Uhr treffen ſich dann die
jugendlichen Teilnehmrinnen beim beruflichen Wettbewerb, um ihre
Kräfte in Stenographie, Rechnen, Aufſatz, Buchführung, in Engliſch,
Franzöſiſch und Spaniſch zu meſſen, und ſich mit Fragen aus der
kauf=
männiſchen Praxis zu beſchäftigen. Gleichzeitig werden Führungen durch
die Stadt unternommen, um allen die Schönheiten der alten Stadt zu
zeigen. In den Ausſprachekreiſen am Nachmittag treffen ſich alle
die=
jenigen, die ſich über verſchiedene Fragen aus dem beruflichen und
per=
ſönlichen Leben ausſprechen wollen. Sophie Vogel=Stuttgart
be=
handelt in ihrem Vortrag das Thema „Jugend und Familie‟. Dem
folgt der Ausklang und die Preisverteilung. Die Verbandsvorſitzende,
Fräulein Katharina Müller, wird in einer zuſammenfaſſenden
Schluß=
anſprache den Reichsjugendtag beſchließen.
Nach Beendigung des Reichsjugendtages geht ein großer Teil der
Jugendlichen auf frohe Fahrt in die Berge, in das Bayeriſche Allgäu, in
das ſchöne Rhein= und Neckartal, um die reſtlichen Urlaubstage im
Kreiſe Gleichgeſinnter zu verbringen.
K.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg—Amerika=Linie. Nach
New York, Halifax: „New York” ab Hamburg am 21. 6., ab
Cux=
haven am 22. 6., „Deutſchland” ab Hamburg am 28. 6., ab Cuxhaven
am 29. 6., „Thuringia” ab Hamburg am 4. 7. direkt, „Cleveland” ab
Hamburg am 4. 7., ab Cuxhaven am 5. 7., „Hamburg” ab Hamburg
am 12. 7., ab Cuxhaven am 13. 7., „Albert Ballin” ab Hamburg am
19. 7., ab Cuxhaven am 20. 7., „Weſtphalia” ab Hamburg am 25. 7.
direkt. — Nach Kanada: „Hagen” am 21. 6., „Hada County” am
„Feodoſia” am 29. 6., „Harburg” am 13. 7., „Iſerlohn” am 27. 7. —
Nach der Weſtküſte Nordamerikas: „San Francisco” am 23. 6., „
Port=
kas: „Minden” am 23. 6., „Rugia” am 30. 6., „Ingrid Horn” am 7. 7.,
Eupatoria” am 14. 7., „Adalia” am 21. 7. — Nach Portorico,
San Domingo, Haiti, Santiago de Cuba und Jamaica:
am 26. 6., „Mexiko” am 25. 7., „Georgia” am 25. 8., „Danzig” am 25. 9.
— Nach Mexiko: „io Panuco” am 26. 6., „Albiigia” am 7. 7.,
„Nordſchleswig” am 18. 7., „Rio Bravo” am 31. 7. — Nach der Weſt=
Hiue schöne Küchen-Biarichlang
schlichte, zueckmäßige Form und vollendete
Raumausnützung, zeigen wir in unserem
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küſte Südamerikas: „Kellerwald” am 20. 6., „Oliva” am 27. 6.,
Entſcheidung des Kreisausſchuſſes Offenbach vom 8. Februar 1928 wegen „Sebara” am 20. 6., „Antiochia” am 23. 6., „Baden” am 27. 6., „
Sachſen=
wald” am 7. 7. — Nach Niederländiſch=Indien: „Eurh=
Der Kreisausſchuß hat das Geſuch des Bühler abgelehnt, da nach medon” am 20. 6., „Naumburg” am 4. 7., ein Dampfer am 18. 7., „
Han=
der Ortsſatzung von 1927 der Müll auf dem Grundſtück, das in Waldes= nover” am 1. 8. — Nach Auſtralien: „Antolyeus” am 19. 6.,
„Neckar” am 30. 6., „Magdeburg” am 11. 7., ein Dampfer am 18. 7. —
Dampfer. Hamburg-London=Linie: Wöchentlich drei Abs
Lokale Veranſialtungen.
in keinem Falle irgendwie ale Beſprechung oder Kritk.
— Platanenhain. Am Sonntag, dem 17. Juni, vormittags
11 Uhr, konzertiert das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines
Kapell=
meiſters W. Schlupp im Platanenhain nach folgendem Programm: „Aite
Kameraden”, Marſch von Teike; Duvertüre z. Op. „Die Italiener in
Algier” von Roſſini; „Wein, Weib und Geſang”, Walzer von Strauß;
Finale aus Ariele, die Tochter der Luft, von Bach; Aus der
Jugend=
zeit, Paraphraſe von Friedemann; Potpourri über Deutſche Lieder von
Rhode; Schlußmarſch.
— Gartenkonzert mit Tanz. Im Hotel Prinz Heinrich
findet heute Sonntag abend Gartenkonzert mit Tanz, bei ſchlechtem
Wetter in den Lokalitäten, ſtatt. Der Beſuch wird beſtens empfohlen.
Aus den Parteien.
— Deutfchnationale Volkspartei, Ortsgruppe
Darmſtadt. Am Freitag, den 22. Juni, abends 8 Uhr, fpricht im
„Fürſtenſaal”, Grafenſtraße 20, der Geſchäftsführer des Alldeutſchen
Verbandes, D: Graf Brockdorff, über „Der neue Reichstag und ſeine
Regierung‟. Der Alldeutſche Verband hat die Mitglieder der
Orts=
gruppe zu dieſem Vortrag eingeladen. Unſere Mitglieder werden
da=
her erſucht, ſich mit ihren Angehörigen möglichſt zahlreich an dem Abend
im „Fürſtenſaal” einzufinken.
Aus Heſſen.
o. Erzhauſen, 14. Juni. Am Sonntag fand im Saale o.
wigshalle” eine Bürgerverſammlung ſtatt. Bürgermeiſter
Loro=
eingangs eine Anſprache an die Verſammlung, in der er beutzn
jeder Einwohner zur Ausführung des Ehrenmals beitragen i.
gern ſein Scherflein gebe. Aus Dankbarkeit ſei es Pflicht eing
unſere Gefallenen zu ehren. Es wurde dann die Ausſprache
Platzfrage gehört. Hier gingen die Meinungen ſehr auseinmnd
dem Gemeinderat ſind zwei Plätze in Ausſicht geſtellt, an do.
rechts und auf dem Friedhof. In akſehbarer Zeit iſt die Erm
des Friedhofes unumgänglich notwendig, was auch hierbei in
gezogen werden muß für den Fall, daß das Denkmal auf den Fries
men ſoll. Zur Ausführung des Ehrenmals ſoll ein Denhwafs
gebildet werden, und zwar aus den Vereinen und Korporgtior
dem Gemeinderak ſollen drei Mitglieder im Ausſchuiß vert,
Am nächſten Montag, 18. Juni, findet eine weitere Verſammlm
9 Uhr in der Ludwigshalle ſtatt, wobei auch der Denkmalsaus
Tageskalender für Sonntag, den 17. Juni 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr Eade
22½ Uhr, H 12: „Aida‟. — Kleines Haus: Geſchloſſen.
Orpheum, nachm. 16 Uhr: „Finden Sie, daß Conſtanze ſich richtig
verhält”. — Abends 8 Uhr: „Hurra, ein Junge‟. — Konzerte:
Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim,
Waldſchlößchen. Darmſtädter Hof, Reichskrone, Reſt Waldkolonie,
Neues Schießhaus, Zur Kanone, Rummelbräu, Hotel Prinz Heinrich,
Kolpinghaus, Reichshof. — Wiener=Kronenbräu=Keller,
nachm. 4 Uhr: Gartenkonzert. — Ludwigshöhe nachm. 16 Uhr:
Konzert. — Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele,
Reſidenztheater.
bildet werden ſoll.
E. Wixhaufen, 15. Juni. Oeffentliche Gemeind
ſitzung. Die hieſigen Gezeindebeamten erſuchten in einem
um Gewährung derſelben Vorſchüſſe, wie ſie auch an die Staat
ab 1. Oktober 1927 gezahlt werden. Der Gemeinderat beiſch
gemäß und ſetzte folgende Sätze feſt: Für Gruppe 1—5 20 g
Ledige) und 25 Mark für Verheiratete, Gruppe 6—8 2 bzw.
Gruppe 9—11 40 bzw. 50 Mark. — Verſchiedene Vorrangseinrä
und Löſchungen von Hypotheken für etliche Bauintereſſenten
genehmigt. — Ferner wurde beſchloſſen, die Gemeindeſteuern
Jahren 1925, 1926 und 1927, welche als vorläufige galten in e
umzuwandeln. — Die Herſtellung des Aufganges zur Kirche
vorgelegten Plänen wurde genehmigt, weil der Aufgang ſch
ſehr ſchlechten Zuſtande befindet. — Es wird beſchloſſen, bei der
ſparkaſſe Langen ein Darlehen in Höhe von 1700 Mark auf
zur Deckung des Reſtbetrags für die Straßenpflaſterung. Da
fung einer Badegelegenheit im Sommer ſehr dienlich und
genden Bedürfnis geworden iſt, wurde ein Gemeinderat beauf
Beſitzern von Wi ſen an der Bornwieſe Rückſprache zu nehm
Schaffung einer Freibadegelegenheit. Die Teilnahne der For
ſchülerinnen aus Erzhauſen an deu hieſigen Kochunterricht wu
eine jährliche Gebühr von 7 Mark pro Schülerin genehmiſt.
J. Griesheim, 14. Juni. Die hieſige Gemüſe=Verwertung
ſchaft, die zurzeit 34 Mitglieder zählt, hat vergangene Woche
Verkäufevin ihren Einzug in die Frankfurter Großmarkthalle
Sie hat in der Halle einem 45 Qugdratmeter großen Stan
ſchließenden Büroräumen gemietet, in dem ſie jeden Tag ihre
feilbietet oder Beſtellungen entgegennimmt. Die Genoſſenſcho
dem Marktverlauf der erſten Tage ſehr befriedigt, ſie hat ihr
niſſe ſchon in den erſten Marktſtunden zu ſehr günſtigen Pre
ſetzt und vielverſprechende Verbindungen angeknüpft, ſo daß ei
an Abſatz für ihre Produkte wohl kaum zu befürchten iſt, an
letzten Tage war ſie aus Mangel an Ware ſogar gar nicht in
die ihr gewordenen Aufträge vollſtändig auszuführen. Un
müſegärtnern, die der Genoſſenſchaft noch fernſtehen, ſollte
Fingerzeig ſein, ſich baldigſt anzuſchließen, um aller der Vo
haftig zu werden, welche ihnen der gemeinſame Abſatz ihrer (
bietet. — Wie man hört, iſt das früher Konrad Rothſche
anweſen im Wirtſchaftsviertel des Truppenübungsplatzes käufl
Beſitz eines hieſigen Geſchäftsmannes übergegangen, der da
Geflügelfarm zu errichten gedenkt.
Aa. Gberſtadt, 15. Juni. Verpflichtet. Die Polizei
meiſter Ullrich und Kellner von der Schutzpolizei ſind
leute der Gemeinde Gberſtadt vom Kreisamt Darmſtadt eidl
tet worden. — Feuerwehrübung. Am Sonntag vorr
Juni) wird hier eine Uebung der Freiw. Feuerwehr ſtattfin
4a. Eberſtadt, 16. Juni. Todesfall. Eine der ält
wohnerinnen Eberſtadts, Frau Kathariug Jährling, geborer
iſt im Alter von 76 Jahren geſtorben.
Aa. Pfungſtadt, 14. Juni. Sportfeſte. Der im Jaht
gründete Naſenſportverein „Germania” hält Ende Juni ſein
Stiftungsfeſt ab. Ferner beabſichtigt der Radfahrerverein 1
Juli ſein 30jähriges Stiftungsfeſt abzuhalten. Da derartig
der Hauptſache wegen der ſportlichen Darbietungen auf
Sp=
gehalten werden müſſen, die aber negen der Staubentwicklun
ſtiger damit veibundener Nachteile für größere Feſte nicht al
angefehen werden können, wird auch für Pfungſtadt über kurz
die Frage der Errichtung eines größeren Feſt= und
Sportpla=
reif werden. — Ufermauern an der Modau. An 1
ſollen zwiſchen den beiden Brücken längs der Bedeanſtalt grö
mauern errichtet werden. Die Arbeiten ſind bereits von der
vergeben worden. — Der Gemeind=rar hat in dieſen Tager
wandlung der vorläufigen Steuern für Gemeinde, Kreis un
für die Jahre 1925, 1926 und 1927 zu endgültigen Steuern
—Waldwirtſchaftsplan. Nach dem neuen Waldwirt
für das Rechnungsjahr 1929, der vom Forſtamt Eberſtadt
worden iſt, iſt ein Hiebſatz von 5470 Feſtmeter vorgeſehen. Vr
tungsſeite ſind keine Bedenken hiergegen geltend gemacht u
Züchtererfolge. Auf dem dieſer Tage abgehaltenen
markt in Groß=Rohrheim konnten die hieſigen Viehbeſitzer,
ausgeſtellt hatten, äußerſt günſtig abſchneiden. Sämtliche 15 vo
Ee
zuchtverein Pfungſtadt ausgeſtellten Tiere konnten prämiet
Die Stadt Pfungſtadt ſelbſt erzielte dabei in der Klaſſe „Alt k
1y=Preiz. Auch aus Hahn waren viele Tiere ausgeſtellt. —
S
tit
D.
uß
Uen
UiRn.
Ey )
ſierungsarbeiten. Der Gemeinderat hat dieſer Tak
Kanaliſierung der Bauquartiere ſüdlich und nördlich der 2i
notwendigen Arbeiten vergeben.
Ucte
4a. Pfungſtadt, 16. Juni. Nächtlicher unfug. In !
Ain
letzten Nächte iſt das umgebaute Haus Nungeſſer in der C
ſtraße, das außen neu angelegt worden iſt, durch grelle Farb ſene 1uhsM
unſchönt worden. Polizeilicherſeits iſt man bemüht, die
a
ſchnell wie möglich feſtzuſtellen. — Wieſenöffnung. 2 leſ
*
in der Gewarkung Pfungſtadt ſind nach einer amtlichen Mi
Ae
Bürgermeiſterei vom Montag, den 18. Juni ab, wieder geöff
* Traiſa, 14. Juni. 65 jähriges Vereinsiubil7/0‟
Arb.=Geſangvereins Eintracht. Der im Anſch
Arbeiterbildungsvereinsbewegung der 1860er Jahre begründ !2
Arbeiter=Geſang=Verein Eintracht konnte am 9. und 10. Jun
jährige Gründungsfeier begehen. Eingeleitet wurden die Fei
durch ein in allen Teilen fein durchgeführtes Konzert unter
faſt der ganzen Ortsbevölkerung im großen Scheerer=Saal,
ohne Bewirtung. Frl. Kindinger eröffnete mit einem von d./
Riſchar
mitglied Heydt verfaßten, wirkungsvoll geſprochenen Vorſberu faepl 1.10
fort die rechte Stimmung brachte. Und dann ſetzten die
Di=
des aktiven Sängerchores ein, die im Verlauf des Abends von
naci
zu Nummer immer geſteigerten Beweis von der Leiſtu
Sänger erbrachten. Kurz geſagt, es waren Glanzleiſtu
merkte den Sängern wie dem unermüdlichen Dirigenten, Herr
furth=Darmſtadt, die Liebe an, mit der geſungen wurde. Da3
ſangskultur. Die vollendete Wiedergabe der Lieder z.
2i
Eie
ſtändchen” von Orlando di Laſſo, und bei dem „Lindenb
bert kann knum übertroffen werden. Die Vortragsweiſe bra” ſereſ,
noch „Hymne an die Muſik” von Lachner, „Märzluft” von
„An einem Bächlein” von Warbreit, des „Unterländers beim
WASr
5
den „Abſchied” von Scherchen; dann von Moldenhauer de
Tanz” und „Das Schwabenlieſel‟. Einzelne Chöre mußten
werden. Dirigent und Sänger dürfen mit vollem, berechtig
auf ihre Leiſtungen zurückblicken, die minutenlangen Beifal der
ten Zuhörer auslöſte. Mit einem kurzen Rückblick auf die Ber
und Ehrung verdienter Mitglieder durch den erſten Vorſitze
H. Fiſcher, ſchloß der Konzertabend. Ausgezeichnet wur
lebende 8ljährige Gründer Maurermeiſter Wendel Leißler, ſü=
Mitgliedſchaft Heinrich Ganß. Ph. Maſer Schuhmachermeiſter
und für ſeine 32jährige aktive Vereinstätigkeit Friedrich 7i0
Sonntag vormittag fanden auf dem Friedhof für die beſtor
an beiden Kriegerdenkmälern für die 1886, 1870/f1 und in
A
gefallenen Vereinsmitglieder erhebende Gedächtnisfeiern
ſtatt=
eich
mittag bewegte ſich unter Teilnahme, ſämtlicher Ort ud
auswärtiger Vereine ein ungewöhnlicher großer Feſtzug Muice
Eit
geſchmückten Stpaßen nach dem Feſtplatz im geräumigen Sche
mußte durch den einſetzenden Regen das vorgeſehene
Prog=
liche Einſchränkungen erfahren. Im Namen der Traſer 2
reichte Frl. A. Bock eine wunderſchöne Fahnenſchleiſe m” die
log. Die Feſtrede des Ehrenmitglieds Herr Hehdt, die 0n
Ait,
beim 50. Jubelfeſt gehaltene anknüpfte, wurde bedauerlich
lich eingeſchränkti, fie galt dem Gedmin: Lied ud Sche
und Volk‟. Des Wetters wegen gogen viele Vereine im de der 44
Lokale zurück, wo ſich ein gemütliches Sängertreiben hei Le.
entwickelte. — Am Montag abend wurde für die tanzſro
Gelegenheit zum Frohſein auf dem Feſtblatz gegeben. — 2
ch iederzeit bereitwilig und auſchſernd
die ſich 65 Jahre hindure
Gelegenheiten der Algemeinheit zur Verfigung geſtellt hot d.
ein treuer Hüter und Pfleger des echten deutſchen Liehs L.
daf mit ſtalz in die Vergangenheit und auch in du Bichch. 2
Ia ner 167
„=Ramſtadt, 14. Juni. Turnverein D. T. Ober=
C.
t. Um die Leiſtungen der einzelnen Turnabteilungen zum
Ubite, eſt einer breiten Deffentlichkeit vor Augen zu führen, findet
ein San g, den B. Jui 98. J8, im Sanbau „Eliſenhad” eine
ſoge=
elnfs rſchau” ſtit. Der Abend wird, wie, ſchon geſagt, im
weſent=
turneriſche Auführungen ausgefüllt, daneben geben
Vor=
ichen
Furnerſingmannſchaft und andere Darbietungen demſelben
räge
ber am en Charakter eines Familienabends. Beginn 8.30 Uhr. Der
i3 wird ſo niedrig gehalten, daß er jedermann den Beſuch
FintriE!
Eewöal.. Die Turner haben es übernommen, hierzu Karten ſchon jetzt
berd en und werden zu dieſen. Zweck in den erſten Tagen eine
intſpre ſe Umfrage halten.
. Fdorf, 15. Juni. Bubenſtreiche. Junge Burſchen
Oaugern uch Ueberklettern in die Schießſtände der Schützengeſellſchaft
Weidry sheil”, richteten Schaden an den Anlagen an und
entwen=
dſten du rfgehängten Aiſtkäſten der Meiſen ſamt Jungen. Den Tätern
mann f. der Spur und werden ſie ihre wohlverdiente Strafe
er=
zalten.
oß=Umſtadt, 14. Juni. Aus dem Gemeinderat: In
Ve
er S lichen Gemeinderatsſitzung wurden endgültig die zwecks
Er=
beiterru der Oberreal= und Höheren Landwirtſchaftsſchule
erforder=
c gecht enen Abbruchsaubeiten vergeben. Es erhält Wilhelm
Metz=
p II— Wenigſtnehmender Los 1 für 300 Mark (Abbruch des alten
enſelſt a, mit einem Teil der alten Stadtmauer. Zwei weitere
An=
auf betrugen 700 und 800 Mk. Los 2 (Scheuer im Faſelhof)
ebote
ſthernim. Heinrich Amendt für 220 Mk. Zwei weitere Forderungen
trugs 10 und 400 Mk. Los 3 (Stallung und Scheune der
Keller=
iben Sitel erhält Wilhelm Metzger II für 90 Mk. (1000 und 1200
darbe, 3. 4 (Storckſche Scheune) übernimmt Hans Walter und Gg.
dam „el für den Betrag von 50 Mk. Bemerkt wird, daß die Fun=
41s zu 70 Zentimeter unter der Erde abgebrochen werden
müſ=
imen
Abbruchsmaterial iſt Eigentum des Uebernehmers und iſt in
Rac
irzeſt s riſt wegzuſchaffen. — Der hieſige Geſangverein
Sän=
n zeteiligte ſich an dem Preiswettgeſang in Semd und erhielt
erla
nen Sreis.
enhauſen, 14. Juni. Miniſterbeſuch. Die hieſige
Be=
ſchen olizei erhielr am letzten Freitag, vormittags 10 Uhr, den
uch Herrn Miniſters des Innern Leuſchner=Darmſtadt. In
leitung befanden ſich die Herren Min.=Rat Dr. Siegert,
tzorzor Hemmerde=Dieburg, Pol.=Direktor Dittmar=
Affensd a. M., Pol.=Rat Maſchmeier und Pol.=Oberſt
Carge=
elbrück. Der Herr Miniſter richtete an die Offiziere und
ſiol-
er Polizei, die im Kaſernenhof Auftellung genommen hatten,
am ache, in der er hervorhob, ein Freund und Gönner der
Poli=
ſchaft zu ſein, und dazu aufforderte, treu zum Staate, zur
und ihren Symbolen zu halten. Die Bereitſchaftspolizei
dann verſchiedene wohlgelungene polizeiliche Uebungen vor,
(Onungsdienſt betrafen und die Geſchicklichkeit und
Gewandt=
dir gen, in der Handhabung von Polizeigriffen und im Turnen
igten Unſchließend bsſichtigte der Herr Miniſter, eingehend alle
Kaſerne und hatte vor ſeinem Weggehen noch eine längere
uns
mit den Vertretern des Beamtenausſchuſſes. In Begleitung
Kreisdirektors Hemmerde begab ſich der Herr Miniſter
anm.; Bürgermeiſterei Babenhauſen, wo ſie von den Herren Bür=
Rühl und Beigeordneten Hauff empfangen wurden. Nach
ern fenthalt fuhr der Herr Miniſter nach Offenbach weiter.
ſchſt i. Odw., 16. Juni. Die Heſſiſche
Wanderaus=
für Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge wurde heute
hend. / Saale des Gaſthauſes. „Zur Burg Breuberg” eröffnet und
da=
inwohnerſchaft von Höchſt und Umgegend zugänglich gemacht.
en der Ausſtellung finden folgende Sonderveranſtaltungen
Stag, abends 8 Uhr, Eröffnung der Ausſtellung mit Vortrag
Präſidenten Dr. H. Neumann über das Thema „Im Kampfe
Iksgeſundheit”; Sonntag, abends 8 Uhr. Vortrag des Leiters
ung. Herrn L. Abemarie, über „Geſundheit und
Lebens=
wie Darbietungen der Turn= und Geſangvereine von Höchſt;
ens abends 8 Uhr, Vortrag des Herrn Chefarzt Dr. Banz über
a „Eine gefährliche Krankheit‟. Die Ausſtellung iſt in der
Wi
16. bis einſchließlich 19. Juni, täglich vom 15—2 Uhr, und
m S ag, den 17. Juni, von 11 Uhr bis 22 Uhr, geöffnet. Der
ßintru ir Ausſtellung und den Vorträgen iſt frei und ein Beſuch im
enſie
o Intereſſe zu empfehlen. — Sport und Spiel. Die erſte
Marzu t des Sportvereins 1920 Höchſt empfängt am Sonntag, den
die Ligamannſchaft der Spielvereinigung Eberbach zum
Freus ftsſpiel. Die zweite Mannſchaft des hieſigen Sportvereins
g=Jugendelf der Spielvereinigung Gberbach zu Gaſt. — Die
zialſtraße Höckſt.—Sandbach ſoll, nachdem ſie im ver=
Jahr neu hergerichtet wurde, nun mit einer Kalt=Aſphaltdecke
wverden, wie dies auch bei Teilen anderer Provinzialſtraßen
eſchehen iſt. Ein anſehnlicher Arbeiterſtab mit einem größeten
6 hat die Arbeiten heute aufgenommen.
ichelſtadt, 14. Juni. Ehrungen. Staatspräſident a 8
ch hat ſeinen Dank für die Benennung einer der älteſten St
elſtadts nach ſeinem Namen ſchriftlich dem Gemeinderat der
Bgeſprochen. Die ſeit 100 Jahren beſtehende Tuchfabrik Phil.
ſudtst zt G. m. b. H. Michelſtadt hat für die ihr ſeitens der Stadt
druck gebrachten Glückwünſche ebenfalls dem Gemeinderat und
verwaltung ihren Dank bezeugt. —
VomVermeſſungs=
er Staat hat im vorigen Jahre in Anerkennung der großen
des hieſigen Vermeſſungsamtes ein, neues Gebäude für das
ſetzn nasamt projektiert. Die Stadt ſtellte den erforderlichen
Bau=
latz2 Verfügung, der erſt nach mühevollen Verhandlungen an der
Eu en Stelle geſichert werden konnte. Ueberraſchenderweiſe annul=
Staat ſeine Bauabſicht, angeblich wegen der ungünſtigen
Geld=
berh d ſe. Da hiervon die Raumnot des Vermeſſungsamtes nicht
be=
ſeitie! rd, hat ſich der Bürgermeiſter gegen dieſe Abſicht der
Regie=
ungl ſchieden verwahrt. Es ſteht zu erwarten, daß das Projekt
gegen r großen Dringlichkeit nunmehr wieder aufgegriffen wird,
zu=
al 1 der Finanzausſchuß des Landtags gelegentlich des Beſuchs des
taig Michelſtadt von den unmöglichen Verhältniſſen, unter denen
teſſungsamt leidet, überzeugen konnte. — DieGasverſor=
Ni.
es Mümlingtales. Die Vorarbeiten zur
Gasverſor=
gun=
Mümlingtales ſcrreiten gut voran. Das Bedurfnis nach
Ein=
hrrf von Gas in den Gemeinden des Kreiſes Erbach iſt imn dauern=
igen begriffen. Die Südneſtdeutſche Gas=Akt.=Geſ. arbeitet
zuſs) Wiſſens zur Zeit Projekte fur die Verſorgung einzelner Ge=
Meir” aus. Tatſächlich iſt eine moderne vorwärtsſtrebende Gemeinde
heut! ht mehr ohne Gas zu denken. Insbeſondere kann ſich kein ver=
M: Fremdenderkehr entwickeln, wenn ihm nicht die Vorteile der
GSl chaſt zur Verfügung ſtehen. Die Stadt Michelſtadt, die
be=
lanr!, ihr Werk am 1. April ds. Js. an die Südweſtdeutſche Gas=
Ait.
übergehen ließ, hat nnumehr mit der Gasberſorgung
über=
auzu hts mehr zu tun, nachdem ihr noch der Reſtkaufbetrag für den
deB
ig des Gaswerkes in Höhe von 160 000 Reichsmark ausgezahlt
vit=
Sirſchhorn, 16. Juni. Wafſerſtand des Neckars am
B.
082 Meter, am 16. Juni 0,78 Meter.
Zernsheim, 16. Juni. Wafſerſtand des Rheins am
185 Meter, am 16. Juni 1,77 Meter.
Sonntag, den 17 Juni 1928
Aanf em Mien urnch Aun.
der letzten Tage hat die bereits begonnene beuernte unterbrochen, und
das Heu, das bereits gemäht war, iſt ſtark verregnet. Dennoch kam es
den Landwirten nicht ungelegen Es war richtiges „Setzwetter” zum
Setzen der Dickrübenpflanzen. Man erſparte ſich dadurch das
Waſſer=
tragen und Begießen der Dickrübenpflänzchen, die bei dem Regen ſo
anwachſen.
HI. Birkenau, 16. Juni. Unſelige Motorräder. Schon
wieder iſt ein ſchwerer Motorradunfall von hier zu melden, der leicht
ſchlimme Folgen hätte nehmen können. Ein junger Burſche von hier
machte auf dem Brückenackerweg Probefahrten mit ſeinem alten,
aus=
rangierten Motorrad. Auf dem Heimwveg, kurz vor der
Weſchnitz=
brücke, verſagte die Steuerung, und das Rad ſauſte die ſteile Böſchung
hinunter, über eine Mauer in die Weſchnitz, wobei eine
Schutzvorrich=
tung abgeriſſen wurde. Der Radler hatte zum Glück noch die
Geiſtes=
gegenwart, rechtzeitig abzuſpringen, ſonſt hätte es einen Todesſturz
geben können. Mit großer Mühe wurde das unbrauchbar gewordene
Rad aus dem Waſſer gebracht und abgeſthleppt.
i. Hornbach (bei Birkenau) i. O., 14. Juni. Die hieſige
Jugend=
bühne veranſtaltete am Samstag abend im „Schwarzen Adler”=Saale in
Weinheim eine Aufführung des Odenuälder Volksſtückes in drei Akten
„Voggel ſlieg‟. Der Verfaſſer iſt ein junger Hornbacher namens P.
Zodf. Die kleine, muntere Schar führte unter bewährter Regie das
Stück mit ſolchvn erguickendem Humor auf, daß ein großer
Heiterkeits=
erfolg erzielt wurde. Anßerdem wurde noch der „Blumenzauber” und
das Schelmenſtück „Der Bauer und ſein Knecht” aufgeführt. Das gut
beſuckte Haus ſpendete der begabten jungen Schar der beruhmten
Muſterſchule Hornbachs lebhaften und wohlverdienten Beifall. Dieſer
ſchöne Erfolg wird für Lehrer und Schiler ein Anſporn ſein, die
Horn=
bacher Jugendbühne beizubehalten und weiter auszubauen.
4a. Bickenbach, 15. Juni. Säuglingsfürſorge. Dieſer Tage
iſt von Bensheim aus hier eine neue Beratungsſtelle für Mutter= und
Säuglingsfürſorge eröffnet worden.
— Bickenbach, 14. Juni. Der Gautag des Gaues Darmſtadt
Ga=
belsbergerſcher Stenographen, dem auch der hieſige Stenographeuverein
angehört, wurde dem Stenographenverein Gabelsberger „Verein für
Einheitskurzſchrift” in Eberſtadt übertragen. Dieſe Tagung, mit
der das übliche Wettſchreiben verbunden iſt, findet aur 1. und 2.
Septem=
ber ds. Js. ſtatt. Da der Verſammlungsort gerade für die Mitglieder
des hieſigen Vereins äußerſt günſtig gelegen iſt, iſt es Pflicht aller
Kunſt=
genoſſinnen und Kunſtgenoſſen, ſich für das Wetſchnaiben zu rüſten.
Gleichzeitig ſei an dieſer Stelle auf die am kommenden Mittwoch, den
20. Juni, im Vereinslokal „Zur Roſe” (Pieler) ſtattſindende
Mitglieder=
verſammlung hingewieſen.
Ar. Bensheim (Bergſtr.) 14. Juni. Ein begrüßenswerter
Entſchluß, der Bensheimer Künſtlerſchaft. In den
Kreiſen der Bensheimer Künſtlerſchaft iſt ein ſchöner und
begrüßens=
werter Gedanke herangereift. Man will nämlich eine Neihe beſonders
origineller Charakterköpfe aus dem Bensheimer Bauern=
und Handwerkerſtand in Oel porträtieren, um ſo — in einer
Zeit, in der alles Urwüchſige und Eigenperſönliche mehr und mehr
gänz=
licher Nivellierung zu unterliegen droht, eine kleine Galerie von
Berg=
ſträßer und Odenwälder Originaltyper für alle Zeit im Billde
feſtzuhal=
ten. Die ſo gewonnenen Bilder könnten in ſpäteren Tagen einmal
einen ſchätzenswerten Beſitz unſeres Bensheimer Heimatmuſeums bilden.
Auf alle Fälle iſt der in dem obigen Entſchluß zum Ausdruck gekommene
Wille der Bensheimer Künſtlerſchaft ihre Kunſt in den Dienſt der
Pflege der Heimatkultur zu ſtellen, zu begrüßen. — Ein Kino=
Neu=
bau in Bensheim. Bekanntlich wurde vor einiger Zeit das
frühere Fritzmann’ſche Anweſen in der Rodenſteinſtraße von dem
Be=
ſitzer des Bensheimer Lichtſpielhauſes in der Neckarſtraße,
Weilmün=
ſter, käuflich erworben, um zu einer „Kulturfilmbühne”
um=
gebaut zu verden.
H. Aus dem Kreiſe Heppenheim, 14. Juni. Lichtſpiel. Unſer
wackerer Lichtſpielverein „Weſchnitztal=Ueberwald” bringt in der Zeit
bis 23. Juni wieder einen ſchon rühmlichſt bekanntem Film zur
Auffüh=
rung, nämlich den Marinefilm „Unſere Emden”; hinzu kommt ein
kleines Beiprogramm. Erlebniſſe der Fliege Majanka‟. Der Film wird
in 24 Gemeinden zur Aufführung kommen, in den größeren Gemeinden
werden 2, 3 und auch 4 Vorſtellungen gegeben werden. Hoffentlich
er=
freut ſich auch dieſer herrliche Film wie die früheren eines guten Beſuchs.
Vm. Bürſtadt, 16. Juni. Jagdverpachtung. Geger die vor
ungefähr drei Wochen ſtattgefundene Verpachtung des Jagdbogens 2
zwiſchen Lorſcher und Lampertheimer Straße wurde aus verſchiedenen
Gründen Einſpruch erhoben und der Bogen nochmals verſteigert.
Zu
dem Preiſe von 685 M. ging die Jagd an zwei Liebhaber aus Worms
über. — Zurzeit wird hier die Mainſtcaße kanaliſiert. Mit der
Klein=
pflaſterung werden auch Sinkkäſten eingebaut werden, und wird dann
auch das läſtige Goſſenwaſſer verſchwinden. — Der Autoverkehr auf der
neuangelegten Verkehrsſtraße nach Bensheim hat nun wieder bedeutend
zugenommen und iſt die Straße durch ihre Verbreiterung nun zu einer
modernen Verkehrsſtraße geworden. —
Zuſatzrentenempjän=
ger. Alle Zuſatzrentenempfänger werden erſucht, ſich bis ſpäteſtens
18. d. M. auf der Bürgermeiſterei in der Zeit von 3—5 Uhr zur
Be=
antwortung der von der Bezirksfürſorgeſtelle zugeſandten Fragebogen
zu melden. Bei Nichterſcheinen und Einhaltung des Termins zur
Be=
antwortung der Fragebogen wird die Zuſatzrente von ſeiten des
Heſſi=
ſchen Kreisamts, Bezirksfürſorgeſtelle Bensheim, eingeſtellt.
Bm. Hofheim Ried), 14. Juni. Dirigentenwechſel. Durch
verſchiedene Umſtände veranlaßt, hat der tüchtige Divigent des hieſigen
Arbeiter=Geſangvereins „Sängerbund”, Herr Lehrer Schmitt,
Heppen=
heim a. d. B., den Verein leider verlaſſen. Herr Schmitt hatte dem
Verein in der kurzen Zeit ſeiner Tätigkeit eine ſehr gute
Stimmen=
ſchulung angedeihen laſſen, die in den Veranſtaltungen immer zur
Gel=
tung kam und zum Erfolg verhalf. Der Verein beklagt dieſen Verluſt
ſehr. — Auch der Fußballnerein war wieder in Tätigkeit und
hatte die 1. und 2. Mannſchaft des 1. FC. Olympia Alzey zu Gaſt. Die
hieſige 2. Elf war nur mit 9Mann angetreten, verlor trotzdem aber nur
knapp 2:3. Die erſte Elf, in der man wieder den alten Kämpen A.
Keil ſah, konnte das Spiel, das unter dem Regen ſehr zu leiden hatte,
mit 3:1 Tonen für ſich entſcheiden.
Bm. Hofheim (Ried), 14. Juni. Aus den Vereinen.
Wäh=
rend vor 8 Tagen der hieſige Arbeitergeſangverein Sängerbund”
(Leitung: Lehrer Schmitt) unter zirka 30 Vereinen vom Kritikſingen in
Birkenau mit der beſten Kritik des Tages heimziehen konnte, errang ſich
heute der hieſige Männergeſangverein (Leitung: „Lehrer Deckert) in
Maunheim=Sandhofen in der Klaſſe 4 mit 57 Punkten den 2. Preis.
D Biblis, 15. Juni. Verſchiedenes. An dem 60jährigen
Juhiläum des Geſangvereins „Sängerluſt” in Auerbach nahm auch der
hieſige Geſangverein „Frohſinn” mit gutem Erfolg teil. Den Sängern
wurde im Auftrage des Ganes zur Beurkundung ein Chrenbrief
über=
reicht. Die Rückkehr des Vereins am Sonntag abend geſtaltete ſich zu
einem jubelnden Empfang am Bahnhofe, und mit klingendem Spiel
gings durch die Ortsſtraßen ins Vereinslokal. — Einen ſchönen Erfolg
konnte am letzten Sonntag auch der hieſige Nadfahrerverein „Vorwärts”
buchen. Nicht weniger als drei erſte Preiſe konnten die Radler von dem
Radfahrerfeſte in Bürſtadt mit nah Hauſe bringen. Die vorzügliche
Neigenmannſchaft, die durch intenſivſtes Training ſich von Stufe zu
Stufe emporarbeitet, errang im Jugendreigen, Saalmaſch, den erſten
Seite 7
Perſt n Anfe G eberfal den eiſten Preis ud weiter nach den erſtet.
Preis im 6. Schulreigen auf Saalmaſchinen. — An der Wattenheimer
Chauſſee ereignete ſich infolge des regennaſſen Bodens ein Unfall, der
den Verhältniſſen entſprechend noch recht glimpflich abging. Ein Auto
überholte einen Radfahrer, den 18jährigen Joh. Hille von hier, geriet
dabei ins Schleudern und drückte den Radler über die Böſchung im den
Straßengraben, vo er in den Brenneſſeln landete. Er kam mit dem
Schrecken und zahlreichen von den Brenneſſeln verurſachten Blaſen
davon. — Zur Zeit wird hier das Gras auf Wieſen, Dämmen und
Deichen verſteigert und werden dabei recht annehmbare Preiſe erzielt.
g. Gernsheim a. Rh., 15. Juni. Gründung des
Verkehrs=
vereins. Auf Anregung hin hat der Vorſtand des
Ortsgewerbever=
eins auf Montagabend im Saalbau Darmſtädter Hof zu einer
Grün=
dungsverſammlung eingeladen. Der Vorſitzende des Gewerbevereins,
Herr Schmiedmeiſter Valemti Egry, eröffnete die Verſammlung und
hieß die Anweſenden, insbeſondere Herrn Bürgermeiſter Hoffmann und
Beigeordneten Bopp, als Vertreter der Gemeindeverwaltung, herzlich
willkommen. Herr Eary wies in ſeinen einleitenden Worten auf den
Zweck der Zuſammenkunft hin, nämlich auf die Gründung des
Ver=
kehrsvereins, die ſchon lange geblant ſei, aber niemals zu einem
boſiti=
ven Ergebnis führte. Herr Bürgermeiſter Hoffmann, als Vertreter der
Gemeindeverwaltung, brachte zum Ausdruck, daß großes Intereſſe für
die Gründung des Verkehrsvereins beſtehe und daß es ein notwendiges
Bedürfnis ſei, dieſes Verkehrsinſtitut zu ſchaffen. An der finanziellen
Unterſtützung der Gemeinde fehle es durchaus nicht. Er wies weiter
darauf hin, daß der zu gründende Verein ſchwere Aufgaben zu löſen
habe und daß nur Männer an die Spitze der Leitung geſtellt werden
dürfen, die vollen Ernſtes und voller Liebe zur Sache an die Arbeit
herantreten. Der Verkehrsverein muß auf bewegungsfähige Grundlage
geſtellt und lebensfihig ſein. Insbeſondere gina der Appell des
Bürger=
meiſters an die hieſige Geſchäftswelt. Bezüglich der Perſon des erſten
Vorſitzenden betonte Herr Bürgermeiſter Hoffmann ausdrücklich, daß
dies ein Mann ſein muß, der klarſchauenden Blickes die Mittel und
Wege ebnet, der die Verhältniſſe Gernsheims genau kennt. An der
weiteven Ausſprache beteiligten ſich eine Anzahl Herren, die ſämtlich
von der Notwendigkeit eines Verkehrsvereins überzeugt waren.
Ein=
ſtimmig wurde die Gründung beſchloſſen. Hierauf
wurde unter lebhaften Bravorufen Herr Lockowitz einſtimmig zum erſten
Vorſitzenden beſtimmt. Herr Lockowitz nahm die Wahl an und verſprach
im Intereſſe des neuem Vereins und zum Wohle der Allgemeinheit alles
zu tun was in ſeinen Kräften ſtehe. Der zweite Vorſitzende ſoll von
dem Vorſtand beſtimmt werden. Dieſer Vorſchlag fand Annahme. Zu
Vorſtandsmitgliedern wählte die Verſammlung die Herren Bürgermeiſter
Hoffmann, Amtsgerichtsrat Dr. Krichbaum, Reichsbahninſpektor Kliſche.
Kaufmann, Philipp Medieus, Schloſſermeiſter Hermann Maul und
Glaſermeiſter Friedrich Brand. Der neugewählte Vorſtand wird aller
Vorausſicht nach eine Erweiterung erfahren müſſen, zumal man in der
Eile des Geſchäfts manche Intereſſengruppe überſah. Es wäre auch
nütz=
lich und der guten Sache dienlicher, wenn aus Kreiſen der Arbeiter= und
Landwirtſchaft eine Vertretung im Verkehrsverein vorhanden wäre.
Trotzdem, Gernsheim darf ſich nunmehr freuen, in ſeinen Mauern einen
Verkehrsverein zu haben. Wemn alle an dem einen und großen Ziel
unter Weglaſſung von Sonderintereſſen, nämlich an der Hebung des
Verkehrs in Gernsheim mitarbeiten, dann wird es dem Verkehrsverein
nicht ſchwer fallen, ſeinen zu löſenden Problemen gerecht zu werden.
Eine Selbſtverſtändlichkeit iſt auch, daß der bereits beſtehende
Verſchöne=
rungsverein Hand in Hand nunmehr mit dem neugegründeten
Ver=
kehrsberein aubeitet.
— Stockſtadt a. Rh., 14. Juni. Das Sommernachtfeſt der
Turn=
gemeinde anläßlich der Gauſchwimmerwanderung des Main=Rheingaus
der Deutſchen Turnerſchaft erfreute ſich eines ſehr zahlreichen Beſuches.
Das Publikum hatte auf dem in unmittelbarer Nähe des Rheimbades
gelegenen illuminiertem Feſtplatz und auf dem diesſeitigen Rheinufer
Platz genommen. Der Ehrenvorſitzende der Lurngemeinde, Fritz Fuchs,
begrüßte die Feſtverſammlung. „Hierauf übermittelte Gauvertreter Roth
die beſten Wünſche der Gauleitung für den Verlauf der Vevanſtaltung
und betonte in einer kurzen aber kernigen Anſprache die Notwendigkeit
des Schwimmſports nebem den in der Deutſchen Turnerſchaft gepflegten
Leibesübungen. Turnerin Weicker brachte einem Prolog mit guter
Aus=
ſprache zu Gehör. Es wechſelten nun Muſikſtücke der Kapelle Einigkeit
Stockſtadt und Geſangsvorträge der Geſanavereine Frohſinn,
Sänger=
bund und Männergeſangverein mit turneriſchen Vorführungen aller
Art=
in bunter Reihenſolge. Leider zeigte es ſich, daß die auf der vor dem
Frhr. Hehlſchem Jagdſchloß gelegenen Wieſe aufgeführten, mit vieler
Mühe und Arbeit gut eingeübten Reigen, Tänze und Frejübungen nicht
ſo zur Geltung kamen, wie es wünſchenswert geweſen wäre, und daher
auch nicht dem verdienten Lohn ernteten, der ihnen gebührte, da dieſer
Platz zu weit von den Zuſchauern entfernt liegt. Um ſo beſſer wirkten
an dieſer Stelle die Pyramiden, die ſich wegen des wuderbar ſchönen
Hintergrundes außerordentlich gut ausnahmen und allgemeinen Beifall
fanden. Die aktive Unterſtützung der Turngemeinde e. V. Stockſtadt
durch die Turnerſchaft Griesheim b. D. muß anerkannt werden.
Be=
ſonders hervorgehoben zu werden verdient auch die Bootsauffahrt des
Kanuklubs Griesheim, die zu einem Glanzpunkt des Programms wurde.
Viele andere Paddler und Bootsheſitzer mit ihren feſtlich geſchmückten
Booten verſchönten das Bild der Altrheinlandſchaft. Den Abſchluß der
Veranſtaltung bildete ein Feuerwerk, ausgeführt von der Feuerwerkerei
Wallenſtein=Darmſtadt.
4e Worms, 15. Juni. Wormſer Nibelungwoche. Die
Fortſetzung brachte am Montag eine Aufführung des „Siegfried” durch
das Heſſ. Landestheater vor leider nicht ganz ausverkauftem Hauſe mit
dem Mannheimer Heldentenor Loeltgen in der Titelrolle. Die nächſten
Tage waren den mehr lokalen Sportkämpfen gewidmet, ein Kinderfeſt
am Mittwoch war gut beſucht, auch die Ausſtellung der alten Urbunden
fand ſtarken Zuſtrom, beſonders von außerhalb. Die letzten Tage der
Woche werden ein bedeutendes Anwachſen der Beſucherzahl bringen, wie
bereits aus den Zimmeubeſtellungen erſichtlich iſt, zumal der
Odenwald=
kluh mit ſeiner Hauptverſammlung mehrere Tauſend Beſucher hier
ver=
einigen wird.
f. Gau=Biſchofsheim, 15. Juni. Am Ortsausgang nach der Straße
nach Mainz zu iſt mittem auf der Straße eine ſtark fließende Quelle
ent=
ſtanden. Bereits früher waren deren drei an der Stel
ſe. Man nimmt
als Urſache das durch den Regen ſtark vermehrte Bergwaſſer an, das
hier zutage tritt.
h. Gießen, 15. Juni Auf der Burg Gleiberg veranſtaltet nächſten
Sonntag der Gleibergverein ſein diesjähriges Sommerfeſt, das
zu=
gleich eine Werbebevanſtaltung für den Verein ſein ſoll. — Der
Gieße=
ner Verkehrsverein blickt auf ſein Bjähriges Beſtehen zurück.
Er wurde am 3. März 1903 ins Leben gerufen. Nach dem Kriege
be=
gann er 19B wieder ſeine Tätigkeit. Seit 1926 ſteht Stadwerordneter
Schwieder an der Spitze des Vereins. Die Stadtverwaltung iſt in dem
Vorſtand durch Beigeordneten Dr. Hamm vertreten.
h. Aus der Wetterau, 15. Juni. Der älteſte Einwohner der
Wet=
terau, Kaſpar Sulzbach aus Oppershofen, vollendet in dieſen Tagen
ſein 94. Lebensjahr. Der Mann iſt verhältnismäßig rüſtig und
ver=
richtet noch leichte Arbeiten. —
Der ſogenannte „Wilde Turngau
Wetterau” begeht am nächſten Sonntag in Oberkleen ſein 30.
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M
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SC, punkte
VerdenWagenstehen sieht, trittinteressiertnäher.
Der 6/30-P8-NSU-Sechszylinder ist ein Wagen,
dessen Fahreigenschaften und Stil in einer Form
zusammentreten, die dem Besitzer über de sachlichen
und wirtschaftlichen Vorteile hinaus den Genuss
der stets angenehmen Fahrt bereitet. Eigentümer
dessen zu sein, was alle bewundern, erfüllt mit Stolz!
Ver ihn fahren sieht, blickt ihm beitundernd nach.
Ver im Wagen sitzt, empfindet Behagen.
Ver ihn selbstlenkt, ist begeistert.
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Sonntag, den 17. Juni 1928
Wir beginnen heute um 3 Uhr mit der
Emelka-Woche; es folgt der
Werkfilm der Trumpf-Schokoladen-Fabrik
Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Almenrausch und Edelweiß
Residenz-Theater am weidlen Turm R
ver Helnel auu den Past Heiel
Berliner Tagblatt: Eln neuariiger Russenfilm.
„Hier iſt ein reguläres Liebespaar, das ſchön, ehrlich, ſympathiſch iſt. Das Tſchechow
ein großartiger Paradeſpieler pſychologiſcher Kabinettſtücke iſt und das ſein Chargenvolk
erſchütternd wirkt, iſt uns ein Troſt für unſere eigene Armut.
Das iſt eine ſo gut getane Arbeit.
Dazu läuft: Ihre zweite Ehe
(Der Skandal eines Millionärs)
(TV. 10161
Anfang 3 Uhr.
Für Jugendliche verboien.
Die 2. Vorſtellung beg
um ½.6 Uhr
Die letzte Vorſiellun
um 8½ Uhr
BA
Palast Lichtspiele, Grafenstraße
1A
DienuBerit
Das Liebesſpiel zwiſchen Spree und Oonau in 6 Akten iſt von
geſamten Berliner Preſſe einſtimmig als glänzend kritiſiert. — Fr.
Sie jemand, der ihn ſchon geſehen hat —
ſe
Im Beiprogramm: Der Rekord, ein Film von Autos, Geld und Liebe
und die Beulig-Wochenschau.
Anfang 3 Uhr.
Für Jugendliche verl
Sinett
aiſfte.
7
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Städtisches Saalhau-Restaurant
Inh. / FRITZ NIEMANN
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neue Kart. oder: Rehbraten sc. ereme, gem. Salat,
neue Kartoffel, Erdbeer-Eis.
Mk. 1.60 Spargel-Suppe, Schinken in Burgunder
mit Spagetti, Erdbeer-Eis.
Mk. 1.30 Spargel-Suppe,Ged.Ochsenhüfte gem. Salat
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Heute Sonntag von 4 bis 11 Uhr abends
Großes Konzert
Eintritt frei
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(10184)
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Sommer-Bühne Harprecht im Orpheum
Heute Sonntag 2 Vorstellungen
Nachmittags 4 Uhr Volks-Vorstellung:
Einden Sie, daß Lonstange Sich richäg verhält?
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Volkstümliche Preise 0.80 bis
Abends 8 Uhr: Zum I. Male wiederholt!
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Heute nachmittag 3 Uhr
Große
Rad-Rennen
auf dem Sportplatz Rot-Weiß, Rhein-Allee
Konzert: Stadtorchester
Veranstalter:
(10150
Velociped-Club 1899 e. V., Darmstadt.
Luuoigshone
Telephon 591
Heute nachmittag 4 Uhr
Großes Konzert
Stadtorcheſter
10151
Leitung: Kapellmeiſter Willy Schlupp.
Eintritt 50 5 Behnerkarten haben Gültig,
keit. Für Nichtkonzertbeſucher Nebengarten.
Bei ung nſtiger Witterung Saalkonzert.
Platanenhain
Sonntag, den 17 Juni, vorm. 11 Uhr
Promenaden-
Konzert
Stadt-Orchester (St.10186
Leitung; Kapellmeister W. Schlupp.
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Stadt-Orchester
Leitung Kapellmeister W. Schlupp
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Heute Sonntag abend
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Rhadamés, Feldherr . . Rudol ſEe
Ramphis, Oberprieſter. Theo ſun
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Um
Moar
zur 7
erf
ſtreiu
A.
Zwangsverſteigerung.
s nachſtehend bezeichnete Grundſtücke, das zur Zeit der
rng des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
Scheib, geb. Grüner, Ehefrau des Friedrich Scheib,
„dt. im Grundbuch eingetragen war, ſoll
istag, den 26. Juni 1928, nachm. 31, Uhr,
„8 unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
rt werden.
Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1928 in
tndbuch eingetragen worden.
oweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rmerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
fpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
ft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
naſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
nd den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
enigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
t haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
8 die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
ns herbeizuführen, widrigenfalls, für das Recht der
rungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
tritt.
(5873a
mſtadt, den 24. März 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
ru ich für Darmſtadt, Bezirk I, Band XXII, Blatt 1097
Betrag der
—lur Nr. Kulturart u. Gewann Am Schätzung
T 471 Hofreite Nr. 2 Große
Kaplaneigaſſe
79 6000 RM.
Sonntag, den 12. Juni 1928
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Waldſtraße 30.
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Rutz Inte 1
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Jaur
Beiie ſehr
derl
ſao=
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Dies
F. Lrder 2
bet—1
„deE
ſini.
e.Bagl
wir.3
19-4
paio
Haufe.
573
Miet, fer?
men
Pi=
Vol
A
Jane
tädter Aetoſtmeſſe 1928.
die vom 23. September bis
2. ORtober ds. Js. dauernde
eſſe ſind Angebote für Plätze zur
ng von Fahrgeſchäften aller
chau=, Schieß= und
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buden ſowie für
Waffel=
eien und Zuchkerbuden auf
xplatz und am Hallenbad
teſtens 3. Juli ds. Js. an die
hnete Stelle (unter Beiſchluß von
o) ſchriftlich einzureichen.
Ge=
ezeichnung des
Geſchäftsunter=
der Art und der Größenmaße
ei erforderlich. Die Angebote
af einen beſtimmten, in Reichs=
1sgedrückten Betrag zu lauten.
gnügungsſteuer wird in Form
ſchalſteuer erhoben, der
Steuer=
rrechnet ſich aus einem Vielfachen
elpreiſes. — Von der Zulaſſung
Sgeſchloſſen: Wahrſagerei und
ungen, die den guten Sitten
zu=
rfen, oder auf Hypnoſe,
Tele=
der Suggeſtion beruhen; ferner
iele,Verloſungsbuden, freiſtehende
hotographen, Horoſkopenverkäu=
Blutprüfer ſowie Schlaghämmer
ußvorrichtungen und
Drehorgel=
plätze zur Aufſtellung von
ufs= und Zuckerſtänden in
Zerkäufsbudenmeſſe ſowie
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g, den 3. September ds. Js.,
tags 10 Uhr, in der Turnhalle
gsplatz öffentlich meiſtbietend
Barzahlung verſteigert.
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ius, Rheinſtr. 16/18 (Zimmer 26)
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Wieſen” öffentlich verſteigert.
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mor und Spiegel, 6 Nachtſchränke,
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Seite 10
Eonntag den 17. Juni 1928
Reich und Austand.
Ein ſchrecklicher Unglücksfall.
Gedern. Beim Heumachen auf einer Wieſe
des Hofes Zwiefalten ſcheuten plötzlich die Pferde
eines Leiterwagens vor der Mähmaſchine und gingen
durch. Dabei verſuchte der hochbetagte Knecht
Kaſpar Hofmann die Tiere aufzuhalten. Er geriet
aber unter die Mähmaſchine, deren ſcharfe Meſſer
ihm die Beine in furchtbarer Weiſe zurichteten. Der
Bedauernswerte wurde in das Krankenhaus nach
Gedern gebracht, wo ihm ein Bein unterhalb des
Knies amputiert wurde, jedoch iſt er ſpäter im Laufe
des Tages ſeinen ſchweren Verletzungen erlegen.
Zuſammenſtoß zwiſchen Auto und Fuhrwerk.
Hannover. Freitag vormittag ſtieß der
ſechs=
ſitzige Kraftwagen der Firma Lange u. Hagemeier
aus Minden zwiſchen Stadthagen und Bad
Nenn=
dorf mit einem Fuhrwerk zuſammen. Der Chauffeur
und der Prokuriſt der Firma, ſowie der
Fuhrwerks=
beſitzer wurden auf der Stelle getötet. Hagemeier
wurde in ſchwerverletztem Zuſtand nach Stadthagen
gebracht. Die beiden Pferde des Fuhrwerks wurden
ebenfalls getötet.
Ein Opfer der Rennbahn?
Berlin. Auf der Straußberger Vorortſtrecke
iſt zwiſchen den Gleiſen die verſtümmelte Leiche eines
40 bis 45 Jahre alten Mannes gefunden worden.
Die Perſonalien des Toten, der keinerlei Papiere
bei ſich trug, konnten bisher noch nicht ermittelt
werden. In ſeinen Taſchen wurden mehrere
Wett=
dickets vom letzten Karlshorſter Rennen gefunden.
Offenbar hat der Lebensmüde ſeine ganze Barſchaft
verſpielt und ſich aus Verzweiflung vor einen Zug
geworfen.
Der Grubenbrand der Gewerkſchaft Frielendorf.
Berlin. Die Verwaltung der Gewerkſchaft
Frielendorf (Bezirk Kaſſel) teilt mit: Der, wie dies
bei Grubenbränden gewöhnlich der Fall iſt, ſehr
ge=
fährlich ausſehende Brand im Tagebau iſt in ſeinen
Auswirkungen nicht erheblich. Der Schaden dürfte
nur wenige tauſend Mark betragen und iſt durch
Verſicherung gedeckt, abgeſehen von der anſtehenden
Kohle, die man nicht verſichert. Das Feuer iſt
ge=
löſcht und der Betrieb nicht unterbrochen.
Das Negerlein im Alkoholrauſch.
* Berlin. Der in Dualla in Kamerun
ge=
borene Neger Mpeſſa, der ſeit 1913 in Berlin lebt
und den Beruf eines Stimmungsſängers und
Kapell=
meiſters in Lokalen ausübt, mußte dieſer Tage ein
Gaſtſpiel vor dem Amtsgericht Mitte geben, weil er
angeklagt war, ſich des Hausfriedensbruches auf der
Straßenbahn, der Mißhandlung und
Körperver=
letzung, ſowie der Nötigung von
Straßenbahnbeam=
ten und des Widerſtandes gegen die Staatsgewalt
ſchuldig gemacht zu haben. Gegen Mpeſſa war wegen
der Vorgänge ein amtsrichterlicher Strafbefehl über
vier Wochen Gefängnis erlaſſen worden. Hiergegen
hatte Mpeſſa durch ſeinen Rechtsanwalt Widerſpruch
erhoben, und zwar machte er den Eimwand ſinnloſer
Trunkenheit. Er habe ſich geweigert, mitzutrinken,
weil er den Alkohol nicht vertragen konnte, aber die
Stammgäſte des Lokals, in dem er ſeit drei
Mona=
ten als „Stimmungsfänger” wirkte hätten immer
wieder gedrängt, er ſolle nicht das Vergnügen ſtören
und mitmachen. So habe er ein Glas nach dem
an=
deren getrunken. Das fing um 7 Uhr an und dauerte
bis 1 Uhr nachts. Dann wiſſe er nur noch, daß er
auf die Straßenbahn geſtiegen ſei. Wie es zum
Krach auf der Straßenbahn gekommen ſei und
ſpä=
ter auf der Polizeiwache, daran fehle ihm jede
Be=
ſinnung. Nach den Zeugenausſagen iſt Mpeſſa
ange=
tvunken aufgeſtiegen, fiel während der Fahrt
mehr=
fach auf den Fahrer, der dadurch ſtark behindert
wurde. Als der Schaffner ihn aufforderte, ſich in
den Wagen zu ſetzen, andwortete er ihm mit einem
Fauſtſchlag ins Geſicht. Es blieb nichts anderes
übrig, als die Polizei herbeizurufen. Mit den
Schu=
pobeamten eröffnete der Neger, ein rieſengroßer
Mann, der ſämtliche Zeugen um mehr als
Kopfes=
länge überragt, ſofort einen regelrechten Boxkampf.
Die Beamten konnten ihn erſt mit Hilfe ihrer
Gum=
miknüppel „beruhigen” und in eine Autodroſchke
ſchaffen; unterwegs zerſchlug er noch eine Scheibe.
Auf der Polizeiwache waren ſechs Beamte
notwen=
dig, um den Tobenden zu bändigen und in die Zelle
zu ſperren. Der Angeklagte verſicherte gegenüber
dieſen Bekundungen, daß der Alkohol ihm allein den
Streich geſpielt habe. Er habe ſich bisher immer
friedlich aufgeführt und wiſſe genau, daß man den
Beamten gehorchen müſſe. Amtsgerichtsrat v. Noel
erkannte auf 200 Mark Geldſtrafe.
Der Garten des Dichters Gleim
als Volkspark.
Nummer
Der Park des Dichters Joh. Wilh. Ludwig Gleim
in Halberſtadt, in dem der 84jährige Kanonikus und
Domſekretär 1803 beigeſetzt wurde. Die
Garten=
anlagen ſind wiederhergeſtellt und der Oeffentlichkeit
zugänglich gemacht worden.
Das Oranienſchloß in Diez.
Das Schickſal des alten Oranierſchloſſes, das glänzende und trübe Zeiten geſehen hat und zuletzt
43 Jahre als Strafanſtalt diente, iſt nach langen Verhandlungen entſchieden. In dankbarer
An=
erkennung der Fürſorge um die deutſchen Kinder in den ſchweren Kriegs= und Inflationsjahren
hat der preußiſche Staat das Schloß dem holländiſchen Roten Kreuz als Geſchenk angeboten.
Nunmehr iſt die telegraphiſche Nachricht von der Annahme dieſes Geſchenkes eingetroffen. Es ſoll
dort ein großzügiges Heim für holländiſche Kinder eingerichtet werden.
Beginn des Schubert=Jahres in Wien.
Eröffnung der Feſtwochen durch den Bundespräſidenten Hainiſch.
Zurzeit ſteht Wien im Zeichen der Feſtwochen des Schubert=Jahres. Mit großen Feſtlichkeiten
wurde die Feier auf dem Platze vor dem Wiener Rathaus eröffnet. Nach einer kurzen Anſprache
des Bundespräſidenten wurden verſchiedene Muſikwerke Schuberts zur Aufführung gebracht.
Rede und Konzert ſind durch Radio auch den deutſchen, Rundfunkhörern übermittelt worden.
Jubiläumsfeier des Bundes deutſcher Architekten
Am 21. Juni 1928 begeht der Bund deutſcher
Architekten in Frankfurt a. M., der Stadt ſeiner
Gründung, das Feſt des 25jährigen Beſtehens. Ins
Leben gerufen zur engeren Vertretung der
Berufs=
intereſſen freiſchaffender Architekten hat ſich der Bund
im Laufe der Zeit zu einer machtvollen Organiſation
entwickelt, deren Vorſtand führende Baukünſtler aller
Richtungen angehören. Im Mittelpunkt der
offiziel=
len Veranſtaltungen ſteht eine Jubiläums=
Gedenk=
ſitzung, die um 12 Uhr im Städelſchen Kunſtinſtitut
ſtattfindet. Gleichzeitig wird für die Dauer von zwei
Wochen eine Ausſtellung des Bundes deutſcher
Architekten im Werkbundhauſe zu Frankfurt a. M.
eröffnet, die in einem Querſchnitt von dem Stande
des baukünſtleriſchen Schaffens im heutigen
Deutſch=
land Zeugnis ablegt.
Schwere Bluttat in Soeſt.
Soeſt. In der vergangenen Nacht erſchlug der
Hilfslademeiſter Heß ſeine Ehefrau mit einem Beil.
Die 15jährige Tochter konnte die Bluttat nicht
ver=
hindern, da der Vater ſie ebenfalls mit dem Tod
be=
drohte. Dann brachte Heß ſich ſelbſt 16
Schnittwun=
den an der Kehle bei. Der Täter geſtand, die Tat
aus Eiferſucht begangen zu haben.
Großfeuer in Augsburg.
Augsburg. Im Sägewerk der
Holzbearbei=
tungs=A.=G. Karl Walter brach abends aus bisher
unbekannter Urſache Großfeuer aus, das ſich ſehr
raſch verbreitete und in burzer Zeit das Sägewerk
und die angrenzenden, mit großen Holzvorräten
ge=
füllten Schuppen vernichtete. Der Schaden iſt ſehr
groß. Sämtliche Feuerwehren der Stadt arbeiteten
an der Bekämpfung des Brandes, und bis 1 Uhr
nachts gelang es, die Gefahr einer Weiterverbreitung
zu beſeitigen.
Major Maddalenas Flug durch Motorſchaden
unterbrochen.
Vadſö. Das von Major Maddalena geführte
italieniſche Waſſerflugzeug, das Vadſö bereits paſſiert
hatte, hat über dem Varanger=Fjord Motorſchaden
erlitten und mußte nach Vadſö zurückgeſchleppt
werden.
Sturm über Graz.
Graz. Freitag nachmittag ging über Graz ein
mit einem furchtbaren Hagelſchlag verbundenes
Un=
wetter nieder. Der orkanartige Sturm, der das
Un=
wetter begleitete, brachte in einer Grazer Vorſtadt
einen Schuppen zum Einſturz, in dem acht Perſonen
vor dem Hagel Schutz geſucht hatten. Alle wurden
von dem einſtürzenden Gebäude verſchüttet. Zwei
von ihnen konnten nur als Leichen geborgen
wer=
den, die übrigen ſechs wurden ſchwer verletzt in ein
Krankenhaus gebracht.
Grubenbrand in einer Kohlenzeche.
Düren. Auf der Gewerkſchaft Düren entſtand
am Donnerstag nachmittag in der Grube „Alfred‟
ein großer Braunkohlenbrand. Rieſige Rauchwolken
zogen, vom Weſtwind gepeitſcht, über die ganze
Ge=
gend. Zeitweiſe war die Stadt Düren in dichte
Rauchmaſſen gehüllt. Das Löſchen des Brandes war
außerordentlich ſchwierig und erforderte beträchtliche
Zeit.
Die täglichen Flugzeugunfälle.
Paris. Wie Havas aus Brüſſel meldet, ſtürzte
ein belgiſches Militärflugzeug über dem Flugplatz
von Tirlemont aus 50 Meter Höhe ab. Von den
beiden Inſaſſen wurde der Sergeant getötet, der
Leutnant ſchwer verletzt.
Notlandung eines deutſchen Flugzeuges
auf dem franzöſiſchen Rheinufer.
Paris. Nach einer Meldung des „Petit
Pa=
riſien” aus Mülhauſen mußte das deutſche Flugzeug
D 864, das Freitag früh in Deutzſchland aufgeſtiegen
war, wegen Motorſchadens auf dem franzöſiſchen
Rheinufer im Elſaß landen. Nach Beſeitigung des
Schadens und der Erfüllung der notwendigen
For=
malitäten wird es ſeinen Flughafen wieder erreichen
können.
Schlägereien ganzer Dörfer in Portugal.
Paris. Die „Chicago Tribune” meldet aus
Liſſabon, daß in den Dörfern Terras, Barroſo und
Toroa (Nordportugal) die Einwohner wegen lokaler
Streitigkeiten aneinander geraten ſind und drei
Stunden mit Feuerwaffen und landwirtſchaftlichen
Geräten gegeneinander kämpften. Zwei Perſonen
wurden getötet und zahlreiche andere verwundet.
„Für Damen iſt hier keinv.
Peinlicher Zwiſchenfall auf einem guſtr
Regierungsbankett.
s Adelaide (Auſtralien),
Bekmupf=
der fünfte Erdteil nicht gerade unter einen
fluß an Frauen, und man weiß auch, daß
dort einer noch viel größeren Bevorzugung
Männern erfreuen, als in den Vereinigten
von Amerika. Um ſo erſtaunlicher iſt folgen
fall, der ſich vor burzem in Adelaide ereig
der noch einige politiſche Folgerungen
ziehen dürfte. Der Gouverneur, Sir
Hore Ruthven gab in Adelaide ein Banlett
er ſämtliche führenden Politiker und höh
amten einlud. Unter den Gäſten befand ſick
Vizebürgermeiſterin von Adelaide, namer
Als dieſe den Bankettſaal betrat, fiel ihr
Kühle auf, mit der ſie der Gouverneur emt
groß war jedoch ihr Erſtaunen, als wenig
blicke ſpäter ein dienſthabender Hauptman
trat und ſie alſo anredete: „Gnädige 7
laſſen Sie bitte ſofort dieſen Raum. Für
hier kein Platz!‟ Die „Vizebürgermeiſterit
heftig und konnte in der erſten Verwirr,
einige Worte ſtammeln. „Ja, ja,” bekräf
Hauptmann ſeine Aufforderung, „dieſer 9
Herrn Gouverneurs gilt nur männlichen
Nachdem ſich Frau Goog etwas geſammelt
klärte ſie ſo laut, daß es alle hören
„Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß ich
bürgermeiſterin dieſer Stadt bin. Ich kam
Dame hierher, ſondern als Vertreterin
meinde.” Mit dieſen Worten konnte Frau
doch den Hauptmann nicht beruhigen, noc
aber ihre Zeugen. Geſtützt auf ſeinen Bef
ihr höflich den Arm und führte ſie zum
Dieſer Vorfall erregte natürlich Senſation
Bürgermeiſter begab ſich, als er die Zuſan
erfuhr, ſofort zum Gouverneur. Dieſer
Achſeln und erklärte: „Bedauere ſehr, abe
Einladungskarten ſtand ausdrücklich: „
Herren!” — „Aber meine Stellvertreter
ebenfalls eine Einladung bekommen!” warf
germeiſter ein. — „Dieſe Einladung hätte
dann Geltung gehabt, wenn auf dem Plat
bürgermeiſters ein Herr geſeſſen hätte. St
Von dem Zwiſchenfall iſt ſofort der z
Stelle in London Bericht erſtattet wurder
wohl dort, wie auch bei der Zentralree
Camberra, der Hauptſtadt Auſtraliens, wir
mit der Angelegenheit näher beſchäftigen.
Eiſenbahnunfall auf der Strecke P
Florenz.
Rom. Wie die Blätter berichten, 1ö
der Nacht zum Samstag mehrere Eiſen
von einem Güterzug auf der Strecke Piſtoje
rollten damn auf dem abfallenden Gelä
und fuhren dabei auf einen in einer Stat
den Schnellzug auf. Ein Güterwagen zer
dere wurden beſchädigt. Von den Rei
Schnellzuges wurden mehrere verletzt.
bahnſtrecke konnte nach einer Stunde wie
macht werden.
Zwei Arbeiter durch Starkſtrom g
Rom. Bei Bozen wurden zwei Telep
durch die Hochſpannung getötet.
Sieben polniſche Streckenarbeiter üb
Warſchau. Freitag vormittag ful
Eiſenbahnſtrecke Bendzin—Dombrowa ein
browa kommender Güterzug in eine aus
beſtehende Arbeiterkolonne hinein. See
wurden auf der Stelle getötet, während ei
ſo ſchwere Verletzungen davontrug, daß e
nach wenigen Stunden ſtarb. Die Kolonne
um einem von Bendzin kommenden Güt
zuweichen, auf das Nebengleis geſtellt, a
dieſem Augenblick der Gegenzug von
heranbrauſte.
Dammbruch und überſchwemmung in
New Port (Arkanſas). Der White
etwa 16 Kilometer ſüdlich von New Yf.
Damm durchbrochen und weite Fläc
ſchwemmt. Vier Städte ſind durch die
droht. Die Bevölkerung ſucht ſich in Si
bringen.
Der letzte ungariſche Frei
kämpfer von 1848
A
Joſef Lebo, der 106jährige Honvedke
letzter Zeuge großer Zeiten, iſt in Bubapeſt Sat
Der Tote, der die ungariſchen Freiheitzick, Luts
als einfacher Soldat mitmachte, wurde. L Nrmd
koſten feierlich aufgebahrt und mit grbe ſte
begraben. An der Bahre defilierten de. ſao
ſämtlicher ungariſcher Regimenter und gih le Tect
ehrten den Verſtorbenen durch Kraſzpieh.
mimer 167
Sonnteg den 17. Juni 1928
Geite 11
S
ſch
dachrt
zufü.u.
kaftt Walgatn.
Von Lili von Baumgarten.
Nachdruck verboten.
cy amen Vorbereitungen für ein glänzendes Feſt, das er in
einen Ealaſte zu geben gedachte. Um jene Anſtalten keine
ſnten hung erleiden zu laſſen, war er gezwungen — da
Ham=
betem üjckehr und jegliche Nachricht von ihm auf ſich warten
hieße z.— ſeine Zuflucht zu verſchiedenen Geldverleihern zu
neh=
men, „as Unbehagen, das ihm die Unterzeichnung der
Schuld=
ſcheiry die harte Bedingungen enthielten, verurſachte,
ver=
ſchwo jedoch wie leichtes Gewölk vor der lichten Sonne beim
irſter, jundlichen Lächeln, das ihm grade an jenem Tage von
der sunderten zuteil wurde. Ein halb zerſtreutes Lächeln
wars;: Lächeln, wie’s der Zufall ſchenkt oder flüchtige Laune,
ihn g., erfüllte es mit den kühnſten Hoffnungen und er nahm
ſich ea nichts zu ſparen, womit er ſeiner Meinung nach die
Zu=
ſeigz, der geliebten Prinzeſſin zu gewinnen einige
Aus=
e.
co nahte die Sommernacht heran, die Krafft Waldgabe mit
dem „nz ſeines Feſtes in ſtrahlenden Tag zu verwandeln ge=
Haſtiges Treiben erfüllte ſeinen Palaſt; Teppiche wurden
geleg zuirlanden gehängt, Lampen gefüllt. Kerzen aufgeſteckt,
Fiſch deckt, Stoffe geſpannt und koſtbare Pflanzen in alle
Ge=
mächt erteilt.
cde als ſich Krafft Waldgabe zum Ankleiden zurückzog,
begeA. ein fremder Jüngling vor ihn geführt zu werden.
Zu=
erſt Ate er ihn nicht zulaſſen, aber als er erfuhr, der
Ankömm=
ſing, ein Enkel des greiſen Iakob, befahl er eilig, ihn herauf=
9 blonder Achtzehnjähriger mit ernſten Augen ſtand ihm
ngegew r. „Alſo, Herr, ſpricht der Großvater durch meinen
Nurm: Euch. Oed und unfruchtbar lag Eure Heimat, war
un=
heimm r Moorgrund, Fieber herrſchte und Armut, bis daß mit
zeinen uuen Nachtregen Fülle des Segens ſich über das Land
er=
noß. Wald uns Geſundheit brachte und Wohlſtand. Heilig
war um der Wald Euern in Gott ruhenden Eltern, die Euch
nach i den Namen gaben, Herr, und heilig war und iſt uns.
—ſetreuen Untertanen, die grünende Herrlichkeit bis auf
igen Tag. Es fand auch der Hampeter niemanden unter
ihm geholfen hätte, ſein Verbrechen am Walde auszu=
„Bandel” unterbrach Krafft Waldgabe den Sprecher
wutknir=
ſchend, der aber fuhr ruhig fort: „Niemanden fand der Hampeter,
deshalb mußte er hingehen und Knechte von auswärts dingen.
Mit denen zog er voll Uebermuts aus zu frevelm Beginnen. Es
geſchah aber, daß der erſte Baum, der gefället ward, — eine
rau=
ſchende Buche wars — niederſtürzend den Hampeter
zerſchmet=
terte, alſo daß er bis zur Unkenntlichkeit entſtellt tot liegen blieb,
dieweil die verſtörten Fremden entflohn.”
„Bande!” brüllte Krafft Waldgabe noch wilder als zuvor.
„Ihr ſelber werdet ihn erſchlagen haben, meinen armen
Ham=
peter. Aber Ihr ſollts mir büßen! .. Bringſt du das Geld?”
„Nein”, antwortete der Jüngling, „ich komme, um Eure
Ge=
rechtigkeit für meinen lieben Vater anzurufen, der unſchuldig
in Eurem Kerker ſchmachtet. Für all die langen Jahre, Herr.
die der greiſe Jakob Euern in Gott ruhenden Eltern und Euch
zur Zufriedenheit diente‟
I.Mch. 5396
9f
lps rleckenlasgel
brennt nickt- hirtetläßt keine Rändeh.
5O985
„Iſt das der verdiente Lohn”, ſtieß Krafft Waldgabe ſinnlos
vor Zorn hervor und ſchlug den Wehrloſen mit blanker Waffe
nieder, alſo daß dieſer blutüberſtrömt zuſammenbrach und ſeinen
Geiſt aufgab, noch ehe auf des Gebieters lautes Rufen Philipp
das Gemach betrat.
„Nun reiteſt du, mein letzter Getreuer, und zwar befaſſeſt du
dich nicht ſelber mit dem verfluchten Wald, ſondern du verkaufſt
das geſamte Holz — ich ſtelle dir Vollmacht aus — in der Stadt
an den hohen Rat unter der Bedingungen, daß es alſobald
ge=
fället werde. Den Verwegenen will ichs zeigen, die es wagen,
den Wald über mich, ihren Herrn, zu ſtellen. .. . Laß den
Bur=
ſchen da fortſchaffen” — er ſtieß mit dem Fuß nach dem Toten,
nund ſchick mir den Giulio mit den Kleidern.”
Klatſchend ſchlug ein ſchwerer Körper in die dunklen
Ge=
wäſſer des Kanals, der an Krafft Waldgabes Palaſt
vorüber=
führte, und faſt gleichzeitig ſetzte rauſchende Muſik ein. Die erſten
Gäſte erſchienen, und kurz darnach durchwogte eine auserwählte
Schar lachend und plaudernd die weiten Empfangsräume.
Das Mahl wollte kein Ende nehmen. Prunkgericht auf
Prundgericht ward aufgetragen, eine Köſtlichkeit übertraf die an=
dere. Geblendet ward das Auge vom Glanz all des Silbers
und Goldes, all des funkelnden Kryſtalls, das verſchwenderiſch
die langen Tafeln bedeckte. Umnebelt wurden die Sinne von der
ſchweren Blume der edlen Weine, die ſich mit dem betäubenden
Duft einer Fülle der herrlichſten Blüten miſchte. Als das
Zucker=
werk gereicht ward, zerriß das goldne Netz an der Decke, und ein
Regen roter Roſen rieſelte auf die entzückten Gäſte nieder, Krafft
Waldgabe gegenüber ſaß die fremde Prinzeſſin in ſtarrer
grün=
goldner Seide; ſchöner war ſie als jemals zuvor, aber bleich,
und wie von wehmütigem Ernſte umlagert. Ihre Blicke ſchienen
weite Fernen zu ſuchen.
.. Zierliche Figuren beſchreibend, ſchritten die Paare dahin.
An einer Säule des Saales lehnte Krafft Waldgabe, nachdem er
Gaſtgebers Pflicht gegen die Landesherrin genügt hatte, und ſah
zu ſeiner Prinzeſſin hinüber, die niemals am Tanze
teilzuneh=
men pflegte und auch heute bei einigen älteren Frauen ſaß. Da
auf einmal gewahrte er, daß ſie einen Pagen heranwinkte und
ihm einige Worte zuflüſterte. Gleich darauf näherte ſich der
Knabe ihm und überbrachte ihm die Bitte der Herrin, ſie zum
Reigen zu führen.
Glückſtrahlend trat Krafft Waldgabe auf die Prinzeſſin zu
und neigte ſich tief vor ihr, dieweil ſie ſich langſam erhob. Ein
Feuerſtrom durchfuhr ihn, als ſie ihre Linke in ſeine Rechte legte,
niemals hatte er die Berührung einer Hand ſo ſchickſalhaft
emp=
funden. Sie ſprach kein Wort mit ihm während des Tanzes. Ein
ſtummes Beſitzergreifen wars, aber eines auf Leben und Tod.
Ihm war, als brennten die Lichter dunkler, als klinge die Muſik
matter und verſchwommener, als habe es ſich wie ein grauer
Schleier über die Maſſe der übrigen Gäſte gelegt. Nur ſie allein
war noch Wirklichkeit.
Der Reigen war zu Ende, da ſprach ſie: „Ich möchte gehn.
Wollt Ihr mich nach Hauſe geleiten, Ritter?” Krafft Waldgabe
dachte nicht und fragte nicht, ſo groß war der Jubel in ihm, daß
er die Hond, die er ſoeben zögernd mit ſchmerzlichem
Be=
dauern losließ, wieder ergreifen durſte. Wie ein Sieger führte
er ſie aus dem Saal.
Die Fackelträger, die er herbeiwinkte, wies ſie zurück. „Der
Mond ſcheint ja, und der Weg iſt nicht weit.” Zweie gingen auf
einſamer Gaſſe dahin, aber nur Eines Schritte hallten durch die
Nacht. Krafft Waldgabe ſtutzte, wollte etwas ſagen, da aber hob
ſie ihr Antlitz dem Monde entgegen, der hinter einem Dache
her=
vortrat, und über dieſem Anblick vergaß er, was er ſagen wollte.
(Fortſetzung folgt.)
Maraan, Mantaa din mitt Dorsliending Hai
„Maaua=Aallstaan kau sat!
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beſol ahmere, in
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Seite 13
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Leichtathletik.
er
Eng=
Meiß
ſt
b=
ſeAen
ſon
eufier-
Die Bezirksmeiſterſchaften in Frankfurt a. M.
Engelhard 2. in beachtlicher Form.
H 2., dem es in ganz überzeugender Manier gelang, ſeinen
vigen. Single (Eintracht Frankfurt a. M.) war nicht angetre=
(ngelhard ſiegte in ſchönem Stil unangefochten. Der Sieg
elhard wurde von den Zuſchauern mit lebhaftem Beifall ge= nehmen konnte.
Waſſerball.
ſeutz
gdeutſchland (Jugend) —
Rot=Weiß (Jugend) 3:1.
ſungdeutſchland (Reſerven) — Rot=Weiß I. 4:2.
— ſer verbandsſeitig feſtgeſetzte Schiedsrichter ausblieb, wurden
e als Privatſpiele ausgetragen, ſo daß ſie demnächſt
noch=
ſals= zum Austrag kommen. Dies war gut ſo. Die Rot=Weißen
bus/ on Glück ſagen, daß ſie nochmals Gelegenheit haben, die geſt= verfahren eingeleitet worden ſei. Das Münchener Finanzamt habe dann
ſger=y ſultate zu revidieren, denn nach dem Spiel gegen den
Frank=
ahm cheinend das Treffen nicht ernſt. Durch Unachtſamkeit eimiger
ſtiesh on Rot=Weiß kam Jungdeutſchland bereits in der erſten
Halb=
er Torerfolgen, die für den Tormann unhaltbar waren. Jung=
„d ſpielte taktiſch ſehr geſchickt, und es ſah ſchon ganz nach
ver ushohen Sieg aus. Wenn ſich die Not=Weiß=Mannſchaft nicht
eiten Halbzeit eines Beſſeren beſonnen hätte, ſo wäre ſie auch
—rſtrophalen Niederlage nicht entgangen. Sie fand ſich jedoch
beprimierenden erſten Halbzeit überraſchend ſchnell und kam
— tmann und Merz zu zwei Torerfolgen. Zum Ausgleich langte
Snehr, da Jungdeutſchland ſeinen Vorſprung hartnächig ver=
Auld
Mit dem Schlußpfiff war das dritte Tor fällig. Die Rot=
Send mußte ohne ihre zwei beſten Spieler Fromann und
ſeich antreten. Der eingeſtellte Erſatz war körperlich noch zu
vo Jung=Deutſchland gewann denn auch dieſes Spiel verdient.
kalten Witterung waren verhältnismäßig viel Zuſchauter
Jung=Dentſchland gegen Schwimmverein Frankfurt.
Dienstag, abends 8 Uhr.
2en
kommenden Dienstag, abends 8 Uhr, trägt der Darmſtädter
ch— klub Jung=Deutſchland gegen den Schwimnwerein Frankfurt
Verbandsſpiel aus. Die Frankfurter, die im Vorſpiel 5:0
wurden, werden wohl große Anſtrengungen machen hier
*
abzuſchneiben. Es iſt jedoch anzunehmen, daß Jung=
Deutſch=
s Spiel gewinnen wird und dadurch ungeſchlagen wieder
Gau=
ir 19B8 wird. Ein Beſuch des Kampfes kann nur empfohlen
Jung=Deutſchland ſchlägt Heſſen Worms 6:0.
Einladung von Heſſen Worms leiſtete am Donnerstag
Jung=
ſeuw ad mit einer kombinierten Mannſchaft Folge. Die Mannſchaft
den Wormſern glatt überlegen und gewann 6:0. In einem
s1:=Schwimmen beſtätigte Berges von neuem ſeine gute Form.
Peie Ief
N
Tennis.
Ffurter internationales Tennisturnier.
Frankfurter Tennisturnier litt am Samstag unter dem
Regen=
s Vormittags, das die Austragung einer Reihe von Spielen
machte und auf den Nachmittag verwies. Im Dameneinzel
eau Friedleben 6:3, 6:4 über Frau Stroink und 6:0, 6:1 über
izel=Frankfurt, und ihre Schweſter, Frau Richter=Weihermann,
über die Stuttgarterin Frau Krug in die Vorſchlußrunde, Frl.
atte vorher einen Achtungserfolg erringen können, als ſie Frl.
Mergentheim 6:4, 2:6, 6:3 aus dem Wege räumte. Frl. Weihe=
und Frl. Buß=Bremen rückten durch leichte Siege ebenfalls
den Herren gewann der Oeſterreicher Graf Ludi Salm in
ereſſanten Kampf 7:5 5:7, 6:3 über den in München lebenden
Likhailoff, der ein ſehr ruhiges, beſonnenes Grundlinienſpiel
und dem Wiener durch ſchöne Paſſierſchläge hart zu ſchaffen
Der Philippine Aragon zeigte ein ſehr luſtloſes Spiel gegen
er=Wiesbaden, den er erſt 6:4, 4:6, 6:2 bezwang. Sein
Lands=
gaho ſchieb durch eine überraſchend glatte 2:6, 0:6=Niederlage
7 Frankfurter Goſewich aus. Lorenz=Berlin hatte Mühe, ehe
nann=Frankfurt 7:5, 7:5 das Nachſehen gab, während der Han=
* Lane glatt 6:1, 6:1 über Seyfeld=Wien erfolgreich war.
endoppel kamen Dr. Buß/Ofan?, Dr. Fuchs/Goſewich und
Lo=
uzer zu leichten Siegen, im Gemiſchten Doppel kamen Frau
jane über, Frl. Hammer/Dr. Munk, Frl. Weihe/Dr. Fuchs
u Schmidt/MMikhailoff und Ehepaar Stephanus über Frl.
Le=
hardt zu leichten Siegen.
Fußball.
V. f. R.— Germania Ober=Roden.
erch, daß Germania Ober=Roden in nicht ganz ſportlicher Weiſe
elbeginn nachmittags 5 Uhr ablehnt muß das
Kreismeiſter=
el auf der Rennbahn bereits um 4 Uhr beginnen.
R. S.V. Germania 03 Pfungſtadt—Sp. V. Schwetzingen.
igen, hervorgegangen aus den beiden Stammer=
V und 98, von denen letzterer der hekanntere iſt, hat durch
reinigung erheblich an Spielſtärke gewonnen. Das techniſche
der Gäſte iſt groß, ſo daß ein Erfolo Pfungſtadts zweifelhaft
Schon in den Jahren 1904/05 haben die obigen Gegner die
gekreuzt und ſich auch ſpäter in den Aufſtiegskämpfen in die
gegenübergeſtanden. So ſoll dieſes Spiel die
Freundſchafts=
diſchen beiden Vereinen erneuer.
Zum Münchener Berufsſpieler=Skandal.
„Wacker” erklärt . . . .
Die erſten, auch uns zugegangenen Meldungen über den
Berufs=
ſpielerſkandal bei „Wacker”=München waren derart ſchwerwiegend, daß
beu 1. Jag Ner desſächtigen Berirkäneiſterſchaften ensſandte, wir uns zu einer Veröffentlichung olne vorherige genaue Nachprifung
tverein 198 Darmſtadt für den 5000=Meter=Lauf nicht entſchließen konnten. Wir berückſichtigten, daß bei einer voreiligen
Berichterſtattung für den Fußballſport im allgemeinen ein ungeheurer
el in der ausgezeichneten Zeit von 15 Mim. 56 Sek. erfolgreich Schaden entſtehen würde. Tatfächlich ergibt ſich nun bei einer ruhigen
Prüfung der ganzen Sachlage, daß die Dinge bei weitem nicht ſo arg
liegen, als man nach den erſten, leider in einem großen Teil der
deut=
ſchen Preſſe zum Schaden des Sports reröffentlichten Berichten an=
Zur Sache ſelbſt geht uns aus München die folgende neue Meldung
zu: „Der Vorſtand des F. C. „Wacker”=München nahm am Mittwoch=
Abend zu der Berufsſpieleraffäre innerhalb ſeines Vereins in einer
Vorſtandsſitzung Stellung. Nach dieſer Sitzung wurde eine offizielle
Erklärung herausgegeben, in der es u. a. heißt, daß von der ganzen
Senſationsmeldung nur ſoviel richtig ſei, daß auf Veranlaſſung von
mißliebig gewordenen, dem Verein heute fernſtehenden
Vorſtandsmit=
gliedern — anſcheinend aus perſönlicher Verärgerung — beim
Mün=
chener Finanzamt gegen den F.C. „Wacker” ein Steuer=
Nacherhebungs=
einen vorläufigen Steuerbeſcheid, nicht etwa einen Strafbeſcheid,
er=
irte chwimmverein hatte man beſſere Leiſtungen erwartet. Man laſſen, gegen den der Verein bereits Einſpruch erhoben habe. Der
F.C. „Wacker” werde ſelbſtverſtändlich ſeine Rechte zu wahren und
ſeine Handlungsweiſe zu rechtfertigen wiſſen. Unwahr ſei die
Behaup=
tung, wonach bereits feſtgeſtellt worden ſei, daß der F.C. „Wacker”
lau=
fend und ſtändig Gehaltszahlungen an Spieler vorgenommen und eine
doppelte Buchführung gehabt habe. Dem Süddeutſchen Verband und
den Freunden des Klubs könne aber ſchon jetzt erklärt werden, daß dem
F. C. „Wacker” nichts nachzuweiſen ſei, womit er gegen das im
Septem=
ber 1927 zwiſchen dem Süddeutſchen Verband, den Vereinen und dem
Deutſchen Fußballbund getroffene Abkommen (Amateurſchutzvertrag)
verſtoßen habe. In den Reihen des F. C. „Wacker” befinde ſich kein mit
Gehältern bezahlter Berufsſpieler. Der Verein ſei jederzeit in der
Lage, die erforderlichen Unterlagen in dieſer Frage den berufenen
Stel=
len zur Verfügung zu balten.”
Man wird nach dieſer Erklärung gut tun, erſt einmal die gewiß zu
erwartende Unterſuchung der Angelegenheit durch die
Verbandsbehör=
den abzuwarten. Allerdings muß gefordert werden, daß dieſe
Unter=
ſuchung bald und gewiſſenhaft vorgenommen und daß das
Unter=
ſuchungsergebnis der Oeffentlichkeit bekanntgegeben wird. Das iſt eine
Forderung, die nicht nur im Intereſſe des angegriffenen Vereins,
ſon=
dern auch in dem des geſamten deutſchen Fußballſports liegt.
2S. Feldbergfeſt 1928 am 23. und 24. Juni.
Reichsoffen für alle Vereine der O. T.
Zum 75. Male ergeht heuer der Ruf zur Teilnahme am
alther=
gebrachten Feldbergfeſt. Dieſes Mal ſollten ſich die Mittelrheiner
be=
ſonders zahlreich einfinden, denn es gilt, eine Jubelfeier zu begehen.
Anno 1844, als ſich die Turner kaum einer freien Entfaltung erfreuen
konnten, fand das Feſt zum erſtenmal ſtatt. Turneriſche Wettkämpfe
waren kaum bekannt, und ſolche auf Bergfeſten gab es bis dahin
über=
haupt nicht. Den mittelrheiniſchen Turnern war es vorbehalten, dazu
erſtmals aufzurufen. Starke Teilnahme und herrlicher Verlauf waren
die Veranlaſſung zum alljährlichen Treffen auf dem Taunusrieſen zum
friedlichen Wettſtreit, und um den Hochzielen der Deutſchen
Turner=
ſchaft laut Ausdruck zu geben. Alles für Volkstum, für Heimat, für
Vaterland.
Darob ſollte hohe Befriedigung alle Mittelrheiner erfüllen, aber
auch den Willen zur Tat reifen laſſen, allezeit in Treue zum
Feldberg=
feſt zu ſtehen. Zahlreiche Teilnahme und unverdroſſene Mitarbeit
tragen zur beſtmöglichſten Förderung bei. Das Feldbergfeſt ſollte
all=
jährlich ein allgemeiner Wandertag der Mittelrheiner ſein; alles
an=
dere muß zurückſtehen. Ihr Jungen und Alten! kommt in hellen
Scharen. Haltet es mit Eueren Altvorderen. Setzt
Vereinswanderun=
gen an, marſchiert geſchloſſen. Ihv Jungtruppen, bringt Wimpel und
Frohſinn mit! Allerwärts müſſen zahlreiche Turnerſcharen ſichtbar
ſein, die Taunuswälder ſollen erfüllt ſein von fröhlichen Turner= und
Wanderliedern bei Klampfen= und Fiedelklang. Alle Welt muß wiſſen:
„Es iſt Feldbergfeſt‟. Der 24. Juni ſoll ein großer Turnertag werden.
Alt und jung ſoll dabei ſein, keiner ſtehe zurück. Ein herzliches
Will=
kommen iſt allen ſicher. Der Ordnungsgang iſt wie folgt feſtgeſetzt:
„Samstag, den 23. Juni, nachmittags 4 Uhr: Sitzung des
Feld=
bergfeſtausſchuſſes und der Obmänner im Turnerheim.
5,30 Uhr nachmittags: Beginn der Wettkämpfe um den Völſungen=
Wanderpreis. Geturnt werden die Uebungen: 100 Meter=Lauf,
Weithochſprung und Schleuderball=Weitwurf, während zu der
Mannſchafts= Freiübung erſt am Sonntag=Nachmittag nach dem
Vierkampf anzutreten iſt, um welche Zeit, wird am Turnerheim
angeſchlagen.
Abends bei Eintritt der Dunkelheit am Brunhildefelſen Weiheſpiel
der Spielſchar des Main=Taunus=Gaues, und anſchließend
Fackel=
reigen der Nödelheimer Turngemeinde und Sonnwendfeier mit
Anſprachen. — Später Zuſammenſein in den drei Gaſthäuſern,
wobei eine Muſikkapelle mitwirkt.
Sonntag, den 24. Juni, vormittags 7 Uhr: Kampfrichterſitzung mäßig warm. Jedoch dürſten die Regenfchauer weiter abnehmen.
im Turnerheim;
8.00 Uhr Feldgottesdienſt beider Konfeſſionen;
8.45 Uhr Antreten zu den allgemeinen Freiübungen hinter den
auf=
geſtellten Riegenſchildern. Anſchließend Wettkämpfe, Vierkampf;
nach Beendigung derſelben, etwa
1.30 Uhr: Mannſchaftskämpfe, beſtehend aus: Staffellauf um den
Jahnſchild und der Turnerinnen um den Brunhildeſchild, Schluß= heiterndes Wetter.
kampf um das Völſungenhorn; Tauziehen. — Etwa
5.00 Uhr Siegerverkündigung; zwiſchendurch Wieſenbetrieb der
Tur=
nerjugend des 9. Kreiſes (Mittelrhein) der D.T. Das Nähere
darüber wird der Jugendausſchuß des 9. Kreiſes bekanntgeben.
Die Wettkämpfe ſind reichsoffen für alle Vereine der Deutſchen
Tur=
nerſchaft und in der Kreisturnzeitung für den 9. Kreis (Mittelrhein)
Nr. 17 vom 24. April auf Seite 209 abgedruckt; ſie können auch im
Sonderdruck bezogen werden. Die Sieger erhalten mit Rückſicht auf
das 75. Jubiläumsfeſt eine beſonders ausgeſtattete Urkunde und einen
beſonderen Kranz mit großer Schleife und Aufdruck.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 17. Juni. 8: Morgenfeier. 0 10.30: Mittelſchullehrer
Mohnike: Gute und ſchlechte Gewohnheiten. O 11:
Feſthallen=
gelände: Anläßl. der Ballonverfolgung des Motorfahrervereins
Frankfurt (ADAC): Platzkonzert. Schilderung des Startes und
Anſprachen der Ballonfahrer. O 14: Vom Zoologiſchen Garten=
Eröffnung des Verbandskongreſſes des Einheitsverbandes der
Eiſen=
bahner Deutſchlands. o 15: München: Fußballwettſpiel Wacker=
München gegen Fußballſportverein Frankfurt=M. Sprecher: Dr.
Laven. o 17: Hanna Lüngen: Die Sage vom Hirſchgulden (Hauff).
o 18: L. Sternberg: Entwicklung und dichteriſche Sendung der
rheiniſchen La dſchaft. O 19: Sportnachrichten. O 19.30:
Stadt=
halle Hannove. Erſtes deutſches Arbeiterſänger=Bundesfeſt: „Miſſa
ſolemnis” von Beethoven. Dir.; Prof. Schattſchneider. Soliſten:
Lotte Leonard (Sopran), Louiſe Debonte (Alt). Anton Kohmamn
(Tenor), Prof. Fiſcher (Baß). Chor: Volksakademie=Mannheim.
Orcheſter: Philharm. Orch. Berlin. — Anſchl.: Konzert des Funkorch.
— Hierauf: Berliner Tanzmuſik.
Stuttgart.
Sonntag, 17. Juni. 11.15: Evang. Morgenfeier. Mitw.: Kirchen=
—Anſchl.:
chor Degerloch. Leit.: Ruck. Lic. Waldenmaier (Anſpr.).
Schloßplatz Stuttgart: Promenadekonzert. Anſchl.:
Schallplatten=
konzert. o 14: Hamburg: Funkheinzelmanns Singſtunde. 0 15:
München: Konzert des Oberndorfer Schüler=Mundharmonikaorch,
O 15.30: Unterhaltungskonzert. Leit.: Struve. Mitw.: Sofie Würth=
Imbert, Gerda Hanſi, Margarete Wetter, H. Lingor, Funkorch.
Flügel: Haagen. o 18.15: Freiburg: Um die Seele der Frau,
Rezit.: Anita Simon. 0 18.45: Arnold=Mendelsſohn=Stunde. Ausf=
Elſe Werth (Alt), H. Brehme (Klavier). 0 19.25: Stadthalle
Hannover: „Erſtes Deutſches Arbeiterſänger=Bundesfeſt: „Miſſa
Sonntag, 17. Juni. 6.30: Früihkonſert der Kapelle Gebr.
Steiner. 0
Morgenfeier. Kindlein, liebet euch untereinander!
Margarethe Roll (Sopran), Dr. Böhme (Orgel), Elſe
Hammer=
ſchmidt (Rezit.). Gerda Reichert (Violine), Anſprache des Pfarrers
ſolemnis” von Beethoven. Mitw.: Philharm. Orch, Berlin. Dir.:
Prof. Schattſchneider Lotte Leonard (Sopran), A. Debonte (Alt),
Kohmann (Tenor), Prof. A. Fiſcher (Baß). Chöre: Volksakademie
Mannheim. —
Anſchl.: Nachrichten. — Anſchl.: Tanzmuſik der
Kapelle Wende.
Berlin.
Dr. Ewald, Berlin. 0 11.30: Vormittagsunterhaltung. Vereinigte
Finke’ſche Mandolinenchöre. Dirigent: Finke. Mitw.: Marie Flocke=
Hagemann (Sopran). Wappenſchmitt (Flügel). 0 13.05: Kurzſchrift.
13.30: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt,
0 14: Reg.=Nat Dr. Snell: Welche Kartoffelſorten ſoli man
anbauen? 6 14.30; Geh. Reg.=Rat Miniſterialrat Löhr: Die
Mai=Tagung des beratenden Wirtſchaftskomitees des Völkerbundes
in Genf und die deutſche Landwirtſchaft. 0 15.05: Große Berliner
Regatta. Uebertr aus Grünau. Am Mikrophon: Maak. o 17:
Blas=Orch.=Konzert. Dir.: Einödshofer. — Einödshofer: Die
Sport=Mädels. — Balfe: Ouv. Die Zigeunerin. —
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Frühlingsſtimmen. — Mascagni: Fant. Cavalleria ruſticana. —
Einödshofer: Der Flieger=Sieger — Lincke: Ouv. Im Reich des
Indra. — Einödshofer: Am Meeresgrund. — Keler=Bela: Ung.
Luſtſpiel=Ouv.
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Potp. o 18.50: Dr. Hahn: Reportage über den Reporter.
6 19.25: Uebertr, des 1. Deutſchen Arbeiter=Sängerbundesfeſtes
aus der Stadthalle Hannover. „Miſſa ſolemnis” von Beethoven.
Mifd. Donlece if Eiduide Belant.
Stettin. 9: Morgenfeier. Die offene Tür. Arndtchor, Leit.
Bock. Ehrbar (Tenor), Paſtor Langkutſch (Bibelrezit.). Anſprache
des Paſtors Handtmann.
Deutſche Welle. Sonnntag, 17. Juni. 6.30: Berlin: Früh=
Konzert. Kapelle Gebr. Steiner. o 9: Morgenfeier, Anſpr. Pfarrer
Dr. Ewald=Berlin. — Anſchl.: Glokengeläut des Doms. 0 11.30:
Vormittagsunterhaltung. Mitw.: Marie Flocke=Hagemann (Sopran)
und die Vereinigten Finkeſchen Mendolinenchöre. Dir.: Finke.
6 13.30: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
O 14: Regierungsrat Dr. Snell: Welche Kartoffelſorten ſoll man
anbauen? o 14.30: Min.Rat Lähr: Die Maitagung des
be=
ratenden Wirtſchaftskomitees des Völkerbundes im Genf und die
deutſche Landwirtſchaft. 0 15.05: Gr. Berliner Regatta. Uebertr.
aus Grünau. Am Mikvophon: E. Maak. 0 17: Berlir, Blasorch.=
Konzert. Dir.: Einödshofer. 0 18.30: Dr. Schirokaner: Deutſcher
Dichterſommer. Forſter=Rheintal o 19: Oberſtudiendir. Leffſon=
Die Geſtalt des Arminius in Ueberlieferung u=d. Dichtung.
chneider. — Anſchl.: Frankfurt: Tonfilmvorführung. — Berlin=
Preſſe. 6 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
Wetterbericht.
Gießen, 16. Juni.
Ganz Deutſchland iſt von fviſchen ozeaniſchen Luftmaſſen überflutek,
die weiteren Rückgang der Temperaturen verurſachten. Da an der
Weſtſeite des nordeuropäifchen Tiefdruckgebietes eine weitere Zufuchr
kühler Luft beſteht, ſo bleſbt unter wechſelnder Gewölkung das Wetter
Witterungsausſichten für Sonntag, den 17. Junf 1928.
Teils wolkig, teils aufheiternd, ohne ſtärkere Temperaturänderung,
noch Neigung zu einzelnen leichten Niederſchlägen.
Witterungsausſichten ſür Montag, den 18. Junf 1928.
Tagsüber etwas wärmer und weiterhin teils wolkiges teils auf=
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rubolf Mauve
Verantwortlich für Polltit und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleion, Reich und
Ausland und Geſſche Nachrichten: Max Streeſe; ſür Sport: Dr. Eugen Buhimannz
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; füe
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Wllip Kußle; Druc
und Verſag: C. C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantle der Rückſendung nich t Übernommen.
Die heutige Nummer hat — Geiten.
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Nummer 167
Sonntag, den 17.3
Den faddealſchen Probaliemmarti.
Die aus allen Hauptproduktionsländern in Ueberſee ebenſo wie
aus Mitteleuropa günſtig lautenden Saatenſtandsberichte hatten zur
Folge, daß der Weizenpreis in den letzten Tagen gegenüber der
Vor=
woche um 35—50 Guldencents für die 100 Kilo zurückging. Die
For=
derungen lauteten zuletzt für die 100 Kilo in Gulden (1 Gulden gleich
1,68,35 RM.) eif (fracht= und verſicherungsfrei) Rotterdam: Manitoba
II 14,65, IIT 13,70, TV 13,05, V 12,10; für argentiniſchen Weizen,
78 Kilo Hektoliter=Gewicht, 13,50, alles in Juni—Juli=Abladung. In
inländiſchem Weizen zeigte ſich etwas mehr Angebot als in den
Vor=
wochen. Offenbar hat die Landwirtſchaft das Beſtreben, ſich vor der
Ernte ihrer Vorräte zu entledigen; gefordert wurden zuletzt frei
Müh=
lenſtation 27,50—28 RM. die 100 Kilo. Bei Roggen fehlte inländiſches
Angebot vollſtändig und auch disponiblee Auslandsroggen kam nur in
geringen Mengen zum Angebot bei etwa 30 RM. franko Mannheim.
Die Börſennotiz von 29 RM. für Inlandsroggen hatte nur nominelle
Bedeutung. Der badiſche Saatenſtandsbericht für Mai beurteilt
die Winterſaaten im allgemeinen nicht weſentlich ungünſtiger als im
Vormonat. Die Berichte über die Sommerfrüchte lauten erheblich
un=
ſicherer. Die mancherorts ſpät untergebrachten Gerſten= und
Hafer=
ſaaten ſtanden Ende Mai zum Teil noch gering, zum Teil ſind ſie ſchon
ſtark verunkrautet. Der Mehlhandel verzeichnete keine neuen
Abſchlüſſe, und der Abruf auf alte Verträge iſt wieder langſamer
ge=
worden. Der Preis für ſüddeutſches Weizenmehl Spezial Null mit
38,50 RM. wird von den Mühlen nicht eingehalten, denn ſie geben
direkt zu 38,00 RM., einige bereits zu 37,50 RM. ab. Eine
Verſteige=
rung von Weizenmehl Spezial Null, Fabrikat der Rheinmühlenwerke
Mannheim, erbrachte 37 RM. für die 100 Kilo. Süiddeutſches
Roggen=
mehl wurde, je nach Ausmahlung, mit 38,50—39,50 RM. genannt. Von
rheiniſchen Mühlen lagen Angebote für Mehl aus Roggen neuer Ernte
n 65prozentiger Ausmahlung, waggonfrei Mannheim, zu 35,50—35,75
RM. vor. Inlandsgerſte war nicht am Markte, angebotene
Aus=
landsgerſte, für die 33—35 RM. je 100 Kilo, verzollt, gefordert
wur=
den, fand keine Kaufneigung Futtergerſte abgeſchwächt. Auch ſonſt
lag Futtergerſte, wie Hafer und Mais, ruhiger. In Mannheim
berfügbarer Auslandshafer koſtete 28,25—29,25 RM., Plakamais,
m. S.,
gegen Bezugsſchein 24,50—24,75 RM. (zu Wochenbeginn 25 NM.).
Der Jahreszeit entſprechend, die fortſchreitend= Grünfütterung
bringt, blieben die Umſätze in dem Futtermittelgeſchäft klein. Eine
Preiserhöhung vermochten nur Trockenſchnitzel durchzuſetzen, die 15,50
RM. die 100 Kilo koſten, weil die Fabriken vollſtändig ausverkauft
ſind und auch der Handel nur über kleine Mengen verfügt.
Soha=
ſchrot zur prompten Lieferung ſtärker angeboten, weil die Fabriken auf
Abnahme drängen, dagegen für ſpätere Lieferung feſt. Es koſteten die
100 Kilo: Nachmehl je nach Qualität 20—24, Futtermehl 16,50—17,25,
Kleie 14,25—15,25, Maisſchrot 26, auf ſpätere Lieferung 2 RM. billiger,
Biertreber 18,25 (Vorwoche 18,50—19), Malzkeime 17—17,50,
Hafer=
ſchalenmelaſſe 14—14,25, Sohaſchrot 21—25 RM.
Von Hopfen letztjähriger Ernte ſind nur noch geringe Beſtände
vorhanden, die ſich täglich weiter vermindern, wobei für Ia Hopfen
240—270 RM., für Ausſtichqualitäten bis zu 300 RM., für
Mittel=
qualitäten 130—190 RM. und für geringe Sorten, je nach Farbe, etwa
50—100 RM. je Zentner gefordert werden. Im allgemeinen verläuft
das Geſchäft, der Jahreszeit entſprechend, recht ſchleppend. Der Stand
des neuen Hopfens wird je nach der Lage des Anbaugebietes noch ganz
verſchieden geſchildert, ſo daß ſich vor den nächſten vie bis ſechs Wochen
kein Geſamturteil gewinnen läßt.
Frankfurter Effeftenbörſe.
1 Frankfurt a. M., 16. Juni.
Zum Wochenſchluß eröffnete die heutige Börſe in ſchwicherer
Hal=
tung. Die Spekulation verhielt ſich abſvartend, da zu Beginn des
offiziellen Verkehes kaum Orders vorlagen, und die Umſätze aus dieſem
Grunde ſehr klein blieben. Der Börſe fehlte heute jede Stutze, da
anregende Momente von außenher nicht vorlagen. Der langſame
Fortgang in der Regierungsbildung und der Verlauf der geſtrigen
New=Yorker Börſe beeinflußten die Stimmung ungünſtig. Doch trat
im Verlaufe auf einige Wochenſchlußdeckungen der Spekulation eine
kleine Beſſerung ein. Die Tendenz zeigte eine gewiſſe
Widerſtands=
fähigkeit, und der Grundton wurde wieder etwas freundlicher. Das
Geſchäft ging jedoch über den Rahmen einer Samstagsbörſe nicht
hinaus und beſchränkte ſich im weſentlichen, wie ſchon an den Vortagen,
nur auf einzelne Spezialwerte, die auch zeitweiſe reiht lebhaft gehandelt
wurden. So waren beſonders Kaliwerte, nachdem ſie an der geſtrigen / Budapeſt ...
Abendbörſe eher vernachläſſigt waren, reger gefragt. Weſteregeln
konn=
ten 5 Prozent, da ſich hier Materialmangel bemerkbar machte, und
Aſchersleben 1 Prozent anziehen. Am Montanmarkt waren Rhein.
Braunkohlen mit minus 2½ Prozent ſtärker angeboten. Mannesmann
verloren 1½ Prozent. Sonſt kamen Umſätze nur noch in Buderus
zu=
ſtande, die knapp behaupten konnten. Von Elektrowerten" waren
Schuckert mit minus 3 Prrzent angeboten. A. E. G., Siemens und Licht
u. Kraft gaben je 1½ Prozent nach. Am Chemiemarkt waren J. G.
Farben mit minus 1½ Prozent und Scheideanſtalt mit minus 1
Pro=
zent vernachläſſigt. Am Automarkt erhielt ſich für Daimler Motoren
mit plus 1 Prozent ſtärkeres Intereſſe. Adlerwerke waren dagegen
angeboten und 1½4 Prozent ſchwächer. Frankfurter Maſchinen konnten
ihre Kursſteigerung der letzten Tage um 11 Prozenr weiter
fort=
ſetzen. Bevorzugt waren am Schiffahrtsmarkt Hapag, die 34 Prozent
gewinnen konnten. Zellſtoff Aſchaffenburg verloren 1½ Prozent.
Banken lagen durchweg bis 1½4 Prozent ſchwächer. Metallbank blieben
knapp behauptet. Am Rentenmarkt war das Geſchäft ſtill. Von
Aus=
ländern konnten Türken etwas anziehen.
Im weiteren Verlauf wurde die Tendenz uneinheitlich. Das
Ge=
ſchäft beſchränkte ſich nur noch auf einzelne Spezialwerte, die weiter
recht lebhaft verlangt blieben und neue Kursbeſſerungen erzielen
konn=
ten. Aſchersleben gewannen 4 Prozent und Weſteregeln 2 Prozent.
Siemens verloren dagegen 1½ Prozent. J. G. Farben und Schuckert
blieben gut beheuptet. Der Eatz für Tagesgeld blieb mit 6 Prozent
unverändert. Am Devifenmarkt nannte man Mark gegen Dollar
4.1810, gegen London 20 432. London=Kabel 4.83½, Paris 124.00,
Madrid 29.42, Mailand 92.75, Holland 12.101/8.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 16. Juni.
Die heutige Börſe krankte noch ſtärker als die ſonſtigen
Samstags=
börſen an einer kaum zu überbietenden Geſchäftsloſigkeit. Der
Aus=
fall in den Sommermonaten iſt zu berechtigt; denn ein derartiger
Be=
ginn wie heute um 11 Uhr wird nie ein richtiges Bild von der Tendenz
geben. Durch das zu ſpäte Eintreffen neuer Orders und der an und
für ſich geringen Beteiligung der Kund’chaft iſt die Spekulation auf
ſich ſelbſt angewieſen. Wie ſchon vormittags erwartet, kam zu den
er=
ſten Kurſen etwas Material heraus. Außer der geſtrigen ſchwachen
New=Yorker Börſe lagen aber beſondere Momente nicht vor. Während
die Hauptſpekulationspapiere Kursverluſte bis zu 5 Prozent zu
ver=
zeichnen hatten — Stollberger Zink hatten ſogar 5 Prozent und
Glanz=
ſtoff 7 Prozent verloren —, betrugen die Abſchwächungen im
allgemei=
nen 1—2 Prozent. Sehr gut behauptet und zum Teil feſter lagen
dagegen einige Spezialwerte. So zogen Polyphon auf den günſtig
auf=
genommenen Proſpekt für die Einführung neuer Aktien 3,5 Prozent
an; Stöhr lagen 33/ Prozent über geſtrigem Schluß und
Akkumula=
toren gewannen 3 Prozent. Für einige Metallgapiere beſtand großes
Intereſſe. Nach den erſten Kurſen wurde die Tendenz feſter;
beſon=
ders die anfangs 3—5 Prozent ſchwä heren Kaliwerte bekamen
leb=
hafteres Geſchäft und holten ihre Kursverluſte wieder ein, Weſteregeln
und Afchersleben konnten darüber hinaus ſogar noch 4—6 Prozent
an=
ziehen. Ferner ſetzten Polyphon und Stöhr ihre Steigerung fort.
Danatbank, Automobilwerte, Oberkoks und Rütgers fielen durch große
Umſatztätigkeit auf. An den übrigen Märkten war das Geſchäft nicht
ſo lebhaft, die Kursentwicklung uneinheitlich, die Grundſtimmung aber
freundlich. Eiſt zu Beginn der zweiten Börſenſtunde bröckelten die
Kurſe wieder etwas ab. Anſcheinend ging dieſe Bewegung vom
Sie=
mnensmarkte aus. Auch wollte man wiſſen, daß zu Kaſſekurſen etwas
Angebot beſtehe. Anleihen wenig verändert, Ausländer ruhig,
Pfand=
briefmaukt faſt umſatzlos. Geldmarkt unverändert. Tagesgeld 5 bis
7 Prozent, Deviſen angeboten — anſ heinend im Zuſammenhang mit
einer hereingekommenen Auslandsanleihe.
A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſch
alt .. . . . . . ...."
Rergmann. . . . . . . .
Berl. Karlsruhe Ind.
rl. Hand.=Geſ....
Braunkohl. =Briketts
Bremer Wolle. ...."
Danatbank. . . . . . . .
Deutſche Bank. . . . .
Diskontogeſ. .. . . .. .
Dresdner Bank. . . ."
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl .....
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ...."
Elektr. Lieferung ...
J. G. Farben ......"
Gelſenk. Berg. ...."
G. f. elektr. Untern. ..
Han. Maſch.=Egeſt. .
Hanſa Dampfſch. . .
Hapag .........."
Harpner... . . . . ..."
Hemoor Zement. . . 1265.—
4 182. Weſteiregeln ...
Lindes Eismaſch. . . . 250.— — 18o ) —
Aa 83 L. Loewe & Co. ....." 247. 168 168.5 ngel Schuh ......" 166.25 166 Nannesmann Röhren 412 16 7.5
16 Niederlauſitzer Kohle 161. 58.— Nordd. Loyo ......." 144.— 144.— Orenſtein. . . . . . . . .." 150.—
77. 33.— — Polyphon ........." 53. A5 13. Rütgerswerke ... . . . 97.2 74. Sachſenwerke .. . . . ." 139 274.5
39.5 a5
140.5 Siemens Glas ....." 359.75
710.— Ver. Glänzſtoff..... 279.5 278.375 Ver. Stahlweike.. 93.125 59. Volkſtedter Porzellan 61.75 215
.— 212 Banderer Werke. . .. 155. — 170.25 170.625 Biſſner Metall. . . . 172.— 163.— 163.—
269.— Wittener Gußſtahl .. 64.—
16. 6
134. —
142.5
87
154,2!
254.75
465.—
75
1244.5
14
3
63.75
D=
10.—
103.—
A
7
o=
z
9‟
50.5
155
170.—
Deviſenmarkt.
Helſingfors.
Wien ......
Prag ......."
Sofia ...."
Solland ...."
Sslo ......"
Kopenhagen.
Stockholm .. .
London ....."
Buenos Aires
New=York ..."
Belgien .....
15. 6.
Gele Brief
10.522/10.542
58.805/58,925
12.395/12.415.
72.89/ 73.0:
3.022/ 3.028
168.65/168.99
111.s7112.19
112.14112.36
12.171112.39
20.406 20.446
.7811 1.785
4.1800 4.1880
58.395/53.815
16. 6.
Geld /Brief
0.52210.542
58.815/58.935
2.389 12.409
72.89/ 73 0-
3.019/ 3.025
168. 53/188.9
11.95 112.17
112.11/112.3.
2.17112.39
20.40 20.44
1.782/ 1.786
17904 1870
8.38 58.50
Italien ......."
Paris ........"
ſchweiz .... . . ."
Spanien. . . . . .
Danzig ......."
Fapan. . . . . . . ."
Nio de Janeiro
Fugoſlavien ..."
Portugal ....."
lthen ......."
Leonſtantinopel
Kanada. . . . . . ."
Uruguay . . . . . .
„356 7.370
9.02
5.435
2.145 2.149
4.177
4. 266 4.274
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 16. Juni. Am
Weizenlieferungs=
markte erfolgte heute ein ſchaufer Preiseinbruch auf Grund von
Reali=
ſationen, die durch das Vorhandenſein der relativ großen
Inlands=
beſtände und durch die Ermäßigung der Forderungen für Auslands=
getreide ausgelöſt wurden. Insbeſondere iſt dauernd teiſwe
dringliches Angebot zweithändiger Partien von Auslandsw
Markte. Die Offerten für Inlandsweizen lauten zwar auch
kommender, aber ſind nicht in dem Maße wie Juliweizen
Die Herbſtſichten waren bei Weizen gleichfalls rückgängig.
Roggen allgemein gut behauptet lag. Weſternroggen wurde
geſtrigen Preiſen angeboten, Inlandsmaterial iſt keinesfalls
zur Hand, die Mühlen zeigen aber infolge des ſchleppende
geſchäftes auch nur wenig Kaufluſt. Im Marktverlauf konnte
weizen bald erholen. Man nannte 267 nach 266 G. Wei
Roggenmehle blieben trotz teilweiſe erfolgter Preisermäf
ie
geſchäftslos. Hafer hat recht ſchwieriges Geſchäft. In Wa
ſind zwar neuerdings einige Exportabſchlüſſe nach Polen zuſ
kommen, der hieſige Konſum bekundet aber immer noch Zurſi
und vor allem macht ſich an der Elbe und am Rhein die g
von Auslandshafer fühlbar.
Stark beſchickte Kartoffelmärkte. In der letzten Woche n
anziehenden Kartoffelpreiſen berichtet. Dieſes führte offenbar
ſtärkeren Marktbeſchickung, wodurch der Abſatz faſt etwas in
geriet. Trotzdem konnten ſich die Preiſe ziemlich gut behaupt
Kartoffeln alter Ernte konnten noch gut untergebracht werden
Befürchtungen infolge Froſtſchäden an den Frühkulturen, die
ziemlich ſtark waren, hegt. Das Geſchäft in ausländiſchen F
feln iſt lebhafter geworden. Gut gefragt waren Italiener,
gien und Holland ſind die erſten Sendungen in den nächſten
erwarten. Auch Rheiniſche Frühkartoffeln waren erſtmals
Kölner Dienstagsmarkt zu ſehen. Gut gefragt waren Futter
während ſolche für Fabrikationszweike weniger geſucht wa
einzelnen wurden gezahlt für den Zentner: im Oſten: Wei
3,65—3,85, Induſtrie 5,60—5,80 RM.; in Mitteldeutf
Weiße Sorten 3,70—3,85, Induſtric 5,80—5,90 RM.; im
Induſtrie 6,30—6,50 RM., lenge gelbfleiſchige Italiener 14—1
runde gelbfleiſchige Italiener 11—12 RM. An der Frankfu;
wurden für Induſtrie aus der Frankfurter, Wiesbadener u
ſtädter Gegend wieder 6 RM. bezahlt.
Wiriſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 13. Juni. Di
Stichtag des 13. Juni berechnete Großhandelsinderziffer de
ſchen Reichsamtes iſt gegenüber der Vorwoche um 0,3 b. H.
(141,6) zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die
für Agrarſtoffe um 0,8 v. H. auf 136,0 (137,1) nachgegeben. 2
ziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat ſich um
auf 134,9 (135,3) geſenkt. Die Indexziffer für induſtrielle F
hat dm 0,1 v. H. auf 158,9 (158,8) angezogen.
Preußiſche Zeutralſtadtſchaft, Berlin. Die bis zum 18.
zur Zeichnung aufgelegten 8prozentigen Goldpfandbriefe de
ſchen Zentralſtadtſchaft, Reihe 19, ſind, wie das Inſtitut im
teil der geſtrigen Ausgabe mitteilte, bereits vertauft worden.
den daher weitere drei Millionen dieſer Goldpfandbriefe zu
zugszeichnungskurs von 97 Prozent bei einem derzeitigen
Börſenkurs von 98 Prozent für die Zeit vom 18. Juni bis 2
zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Der Umlauf an Goldpib
der Peußiſchen Zentralſtadtſchaft beträgt zur Zeit rund 171 ſr.
Vgl. geſtrige Anzeige.)
Schramm Lack= und Farbeufabriken A.=G., Offenbach a.
Frankfürter Börſe wurden 520 000 RM. neue Stammaktien
Ein neuer Status wird nicht miterteilt, doch zu der bekann
1926/27 erläuternd bemerkt, daß unter 345 000 RM. War
RM. Rohmaterialien, der Reſt Halb= und Fertigfabrikat.
daß die 226 000 RM. Beteiligunugen dem Stammkapital
Megerke Lackfabriken und Rivalinwerke G. m. h. H. Frie
ſprachen. Von den 160 000 RM. Vorratsaktien, die bei der I
Kaditalserhöhung übrig waren, wurden 130 000 RM. zu 1
einem Großaktionär überlaſſen, alſo zum ſelben Preiſe, w
zngsrecht 3—1 angeboten war. Die reſtlichen 30 000 RM. 4
Bankenkonſortium für ſeine Bemühungen überlaſſen. In d
Generalverfammlung ſoll das 150fache Stimmreiit der 5400
ſchußaktien ermäßigt werken.
Pfalzwerke A.=G., Ludwigshafen. Der Generalverſamt
23. Juni werden wieder 8 Prozent Dividende auf 9 MNill. N
Kapital vorgeſchlagen. Der Stromabſatz betrug 97 Mill.
zwar 75,3 (56,6) Mill. Kw. der Geſellſchaft ſelbſt und rund 22
der Tochtergeſellſchaft Kraftwerk Homburg A.=G.
Deutſche Steinzeugwarenfabrik für Kanalifation und C.4
duſtrie, Friedrichsfeld. Die o. G.=V. genehmigte die Regulari
übrigen Punkte der Tagesordnung und beſchloß, eine ſofo
Dividende von 15 Prozent auf die Stamm= und Vorzugsak
ſchütten. Anſtelle des Landrates Philipp Heimann aus Kö
ſein Amt als Aufſichtsratsmitglied niedergelegt hat, wurde
Heimann, Landgerichtsrat a. D., Köln, neu in den Aufſichtsr e
Ueber den Geſchäftsgang in den abgelaufenen Monaten des
ſchäftsjahres berichtete der Vorſitzende, daß der Umſatz etwe *
geweſen ſei als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Man 1R
0
auf einen Ausgleich im Laufe der kommenden Monate,
keine wirtſchaftlichen Störungen einträten, auch im laufenden
jahr auf ein günſtiges Ergebnis gerechnet werden dürfe.
Die 24. ordentliche Generalverfammlung der Wirtſchaft
einigung deutſcher Gaswerke, Gaskoksſyndikat, Aktiengeſellid Ne
fand in Hamburg ſtatt und genehmigte einſtimmig den Geſe (2‟
2Woe
Ge.
1
UM0
P1
KM
ch½
Gtülltfarter Kürvortiht ooM 1b. 34r En
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 .....
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
87.3
78.5
99
—
R
dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleih. 51.3
ſtſche. Anl.
Ablö=
jungsſch. (Neub.)/ 19.05
Dtſche.
Schußge=
bietsanleihe . . .
2. Sta dtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
Darmſtdt. v. 26
78 Dresden v. 26
7% Frkf. a. M.v. 26
Heidelb. v. 26
½ Ludwahf. v. 26
ainz v. 26.
10% Mannh. v. 2511
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 26
8% Berl. Hhp.=Bk.
3.
Lig.=
Pfandbriefe. . . .
8% Frkf. Hyp. Bk.
.- „
Rar „Sig=Pfl.
Ai.
94
95
92.75
86.5
8% Frkf. Pfbrfbank
60)
4½% Gotha Gr.
Cred. Lig.=Pfbr.
4½½ Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr
Heſſ. Landesbk.
Ka
6
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8½ Landesbank d.
Rheinprovinz
7
% Landeskr. Kaſſ.
0 Mein. Hhp. Bk.
8% Naſſ. Landesbk.
2
Pfälz, Hyp. Bk.
4½0
Lig
Pfandbriefe.
8% Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred.. . ..
4½% Preuß. Ctr.,
Lig. Pfandbr. ..
Preuß. Ctr.=
8%
Stadtſchaft. . . .
8% Rhein. Hyp.=Bk
43%
„Lig.
Pfandbriefe...
8% Rhein.=Weſtf.=
Bb.=Credit .. . ."
„L.=Pf.
22
8% Südd. Bod.=
Tred.=Bank ..."
70.
4½0
„Lig.
Pfdbr. . ... ..
8% Württ. Hyp.=B.
95.75
84
Ree
89
93
96.75
94
95
9.
91.5
95.5
90
76
93
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser. I. /. 51.25
Dt. Komm. Sgm.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausloſ. Ser,III
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hhv.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u.
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfan dbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk
Vorkr.=Pfdbriefe
ögl. Kom.=Obl.
S .1-16
„ Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk. Vor
kr.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bobencred.
anſtalt Vorkr.=P
4. Induſtrie=
Obligationen.
3% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
ſes=Brau. v. 26
80 Klöckn=Werke
Berlin v. 26...
10½ Kom. Elektr.
Mark. . . . . . .."
7% Mainkrw v. 26
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27...
8
Neckarſulm v. 26
8½ Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26...
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
2o Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bab. Holz.
5½Badenw. Kohl. ....."
5% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
Heiſ. Volksſt.
Roggenanleihe..
14.6
02
90
22.3
6.3
59
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe .."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. .
5% Sächſ. Roggen
wertanleihe . .
5% Südd. Feſtw. .........."
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5½Bosn. L. E. B. b
1914 .........
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl, v: 1914 ...
O Bosn. v. 02
Bulg. Tab. v02
*
Griech. v. 90
4% Griech. Mon
Mex. inn. (abg.)
z
äuß.
Goldan=
42
leihe (abg.)
A
inn. (abg.
Irrig.-
4½%
Anl. (abg.
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt. Schatz
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke).
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)..
4½% Rum. Gold
von 1913 ......
42 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
49 Türk. Admin..
4
1. Bagd.
2. Bagd
4e
Zollanl.
4½% ungarn von
1913 (C. C.=St.
4½% dito von
914 (C. C.=St.)
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
4%
dito
1910 (C. C.=St.
4% dito Kron.- 1.72
rente (abg.) ...
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)/ 59.5
4X Ropenh. v. 01
26
4½ Liſſab. v. 18861
4% Stockh. v. 1880 —
3. Obligationen v.
Transportanſt.
% Dur=Bodenb.) g.u
von 1891 ...
4% Eliſabethbahn
on 1883 ... . ..
—
% Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. .
—
Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ......! —
2‟/.,% Oſt. Südb.
(Lombard.) . . .
—
4%0 Oſt. Staatsb.v.
1883
—
..
3% Raab=Odenbg
—
v. 1883 ... . . ..
4% Rudolfb. i. S./ 3.8
i.
40
—
4½% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt. 141
169
Badiſche Bank. . . .
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Barm. Bankverein/148
„ Hhp.= und
Wechſelbank . . .. —
Berl. Handelsgeſ...
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Comm. u. Privatb. /194
Darmſt. u. Nt.=Bl
Deutſche Bank.
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bank .. . . . . . . 1119
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Dresdener Bank .. /166.5
Frankf. Bk. .. ..
.. 1107
Hyp.=Bk. . . 1152
Pfdbr.=Bk. /156
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Zimer 167
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zim.
Sonn ag, den 17. Juni 1928
Geite 15
„ektor Meher=Dortmund, Erſter Bürgermeiſter Ritter=
Mann=
wektor Weſtphal=Leipzig, Direktor Zilian=Leivzig wieder und
„ Geueraldirektor Oberbaurat Heek=Deſſau und Oberbaudirek=
„*=Mannheim neu gewählt.
en 1899 898 To. geför=
„ 1777 340 To. in der vorhergehenden Woche an 5
Arbeits=
je Kokserzeugung ſtellte ſich in den 7 Tagen der Berichtswoche
26 To, gegen 535 778 To. in der vorhergehenden Woche, die
ußerſtellung auf 61 426 gegen 53 866 To. in 5 Arbeitstagen.
tstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 3. bis 9.
inm 469 gegen 355 468 To. in der vorhergehendem Woche. Die
täg=
erzeugung ſtellte ſich auf 77 755 (76 540) To., die arbeitstägliche
wherſtellung auf 11 428 (10 773) To.
Wegen Abſatzmangels
r der Berichtswoche 109 058 (arbeitstäglich 20 290) Feierſchichten
ge gegen 79 658 (15 932) in der Vorwoche,
Viehmärkte.
— Frankfurter Viehmarkt in der letzten Woche. An den beiden
„— ehmärkten in dieſer Woche ſtanden zum Verkaufe 1526 Rinder,
z. ber, 183 Schafe und 6320 Schweine. Der Auftrieb blieb alſo
Vorwoche faſt unverändert, nur Schweine zeigten einen
Rück=
nc 360 Stck. Der Abſatz war im allgemeinen ſehr befriedigend
gen ſehr rege und konnten nach vorübergehend abflauendem
ſcn, doch ausverkauft werden. Der Markt in Shweinen war
da=
etwas gedrückt. Hier hatte man an beiden Märkten Ueber=
E
verzeichnen. Rinder lagen wieder ſehs ruhig. Der Auftrieb
im war derart gering, daß ſie an beiden Märkten nicht notiert
„D. Die Preisbewegung für ſämtliche Viehgattungen war gegen=
Vorwoche ſehr ſtabil. Preisveränderungen wurden kaum
ſtg u nur Schweine zogen zuletzt um 2—3 RM. an.
dem Schweinemarkte in Weinheim a. d. B. wurden am Sams=
16. Juni, 367 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 293 Stück.
veine wurden verkauft das Stück zu 8—24 Mk., Läufer das
8—40 Mk.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Chicago, 16. Juni. (Priv.=Tel.)
en: Auch am Wochenſchluß ſetzte ſich das Nachgeben der
Wei=
en——, fort, da die ſchwache Haltung der europäiſchen Märkte ver=
und vermehrtes argentiniſches, kanadiſches und indiſches
An=
ich Europa gemeldet wird. Im Frühjahrsweizengebiet ſind
im vohltuende Regenſchauer niedergegangen. Ferner lagen Mel=
dungen vor, nach welchen die Ernte in Nebraska im Durchſchnitt beſſer
ausfallen dürfte, als man bis jetzt erwartet hatte.
Mais: Der Maismarkt eröffnete auf baiſſegünſtige Berihte aus
Lem Staate Nebraska und verſtimmte Nachrichten aus dem Staate
Süddakota, wo die Anbaufläche erheblich zugenommen haben ſoll, in
leicht abgeſchwächter Haltung, zumal auch die ſchwächeren Meldungen
von den Lokomärkten aus das Preisniveau drückten. Im Verlaufe
wurde es aber wieder feſter, da ſich einige Kauftätigkeit bemerkbar
machte.
Noggen: Der Roggenmarkt ſtand unter dem Einfluß der
baiſſe=
günſtigen Prognoſe der Wetterſarte und der ſchwächeren Verfaſſung
der europäiſchen Märkte. Die öſtlichen Firmen gingen im Verlaufe zu
Abgaben über.
Hafer: Am Hafermarkte gingen die Preiſe anfänglich auf Grund
eines baiſſegünſtigen kanadiſchen Berichtes, nach welchem die Anba
i=
fläche um 1,01 Prozent vergrößert worden iſt, etwas zurück, zumal, da
man auch im Staate Ohio mit einem größeren Ertrage rechnst. Später
wurde es aber wieder feſter, da Deckungen einſetzten und ungünſtige
Berichte aus dem Staate Illinois gemeldet wurden. Auch die feſte
Haltung Winnipegs wirkte anregend.
Am Schmalziarkte verſtimmte die Vorherſage größerer
Schweine=
zufuhren am kommenden Montag. Später erfolgte wieder eine leichte
Befeſtigung, da die Packerfirmen Käufe tätigten.
* Neſu=York, 16. Juni. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Das Geſchäft am Baumſvollmarkte war am
Wochen=
ſchluß ruhig. Die Preiſe gaben etwas nach, da ſich das Wetter
ge=
beſſert hat und über das Auftreten des Kapſelkäfers berichtet wird. Im
Verlaufe ſetzten Liauidationen ein, während ſich neue Kauftätigkeit nur
wenig entwickelte.
Kaffee: Börſe geſchloſſen.
Zucker: Börſe geſchloſſen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 16. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 136½, Sept. 138½, Okt. 14178;
Mais: Juli 102½, Sept. 99½, Okt. 86½; Hafer: Juli 53½, Sept.
46, Okt. 47½: Roggen: Juli 122, Sept. 118, Okt. 117¾.
Schmalz: Juli 11,67½, Sept. 12,02½, Okt. 12,17½, Dezemb.
12,22½.
Fleiſch. Rippen: Juli 12,30, Sept. 12,50, Olt. 12,37½; Speck,
loko 12,50; leichte Schweine 8,75—10,20, ſchwere Schweine 9,35
bis 10,20; Schweinezufuhren: Chicago 4000, im Weſten 25 000.
Baumwolle: Juli 20,34, Oktober 20,04.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 16. Juni:
Getreide. Weizen: Rotwinter 177½, Hartwinter 154½;
Mais, neu ank. Ernte 114½; Mehl, ſpring wheat clears 6,35 bis
6,75; Fracht: nach England 1,3—2,0 Schilling, nach dem
Kon=
tinent 8—9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,35; Talg, extra, loſe 8½.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Gelegentlich der „Preſſa” in Köln finden zurzeit mehrere wühtige
Zuſammenkünfte ſtatt, die ſich mit dem Problem des Ausſtellungs= und
Meſſewveſens beſchäftigen. Zunächſt tagt die Vorſtand und der Große
Ausſchuß des Deutſchen Ausſtellungs= und Meſſeamtes unter Vorſitz von
Direktor Hans Krgemer, Mitglied des Reichswirtſchaftsrats und des
Präſidiums des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie
Auf der Hamburger Tagung des Vereins deutſcher Zuckerinduſtrie
wurde eine „Vereinigung der freien deutſchen Zuckerfabriken” gegründet,
die faſt alle deutſchen Zuckerfabriken, die keinem Konzern angehören,
umfaßt und 35 Prozent der deutſchen Zuckererzeugung darſtellt.
Die die3jährige Hauptverſammlung der Vereinigung und zugleich
des Verbandes öffentlicher Feuerverſicherungsanſtalten fand in
Anweſen=
beit zahlreicher Vertreter der zentralen und lokalen Regierungs= und
Verwaltungsſtellen ſtatt. Beide Verſammlungen erledigten umfangreühe
Tagesordnungen geſchäft iher Angelegenheiten.
Der Roheiſenverband hat den Verkauf für den Monat Juli zu
un=
veränderten Preiſen und Bedingungen aufgenommen. Die nächſte
Hauptverſammlung findet wahrſcheinlih am 20. Juli ſtatt.
Die Verhandlungen zwiſchen der Schweizer Nationalbank und dem
Schwveizer Finanzdepartement über eine Münzreform und eine
Revi=
ſion des Bankgeſetzes in der Schwveiz ſind zu einem gewiſſen Abſchluß
gelangt. Es iſt durch das Finanzdepartement ein erſter Entwurf für
ein Münzgeſetz aufgeſtellt worden, nachdem ſich die Regierung vorher
mit den maßgebenden Kreiſen von Induſtrie, Handel und Banken
aus=
geſprochen hatte.
In London findet vom 26. Juni bis 12. Juli der 8. internationale
Milchwirtſchaftskongreß ſtatt.
Die Kopenhagener Bankfirma Möller u. Scholten hat ſich am
Don=
nerstag genötigt geſehen, ihren Konkurs anzumelden. Auch dieſe
Zah=
lungseinſtellung iſt indirekt eine Folge des Zuſammenbruchs der Nordiſt
Film=Comptgnie.
Der Botſchafter der Türkei in Paris und die Vertroter der
ottomani=
ſchen Anleihebeſitzer uterzeichneten geſtern den Vertrag, der die
Wieder=
aufnahme der Kupon=Zahlungen der ottomaniſchen Schuld regelt.
Wie wir erfahren, fand dieſer Tage eine wichtige Konferenz der
rumäniſchen und jugoſlawiſchen Holzproduzenten, ſowie einiger großer
Wiener Holzfirmen ſtatt, die die Errſchtung eines rumäniſch=
jugoſlawi=
ſchen Holzkartells beſſihloß.
Nach Gerüchten aus Ncw York ſollen Verhandlungen im Gange
ſein, die eine Verſchmelzung der National Bank of Commerce und der
Firſt National Bank of Nezv York zum Gegenſtand haben. Die
gemein=
ſamen Mittel wurden ſich auf 1029 306 000 Dollar und die Depoſiten
auf 734 388 000 Dollar ſtellen. Würde die Transaktion vollzogen,
würde das neue Inſtitut die drittgrößte Bank der Vereinigten Staaten
darſtellen.
Wie Havas aus New York meldet, gingen geſtern zwei Dampfer
mit einer Ladung von je 14 Millionen Dollar Gold, die für die Bank
von Frankreich beſtimmt ſind, in See.
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Haben die Zündkerzen nicht diese lebhafte rote Farbe auf der feuerbespülten Seite, dann fahren Sie entweder kein
Motalin — oder aber Ihre Vergasereinstellung ist zu fett. Ein zu fett eingestellter Vergaser bewirkt nicht nut
Kraftstoffvergeudung, sondern auch Minderleistung, Uberhitzung, Olverdünnung und übermäßige Abnutzuns
des Motors.
Sie tun also gut daran, Ihren Vergaser nachsehen und richtig einregeln zu lassen.
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carbonyl), — sowie unvermischtes Benzin.
Besitzer niedrig verdichtender Motoren (z. B. Fordwagen), bei denen der Motor nicht merklich zum Klopfen Nes"
tanken vorteilhaft halb Motalin und halb Benzin.
17. Zuni 1928
Alluſtrierte Wochenbeilage
Nummer 25
HaZnHHnnHHIHagnnnnnnnnn
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Iannnnnnnnnnnnnng
MAIS
Kann die Nakete den Motor erſetzen?
Von Dr. Heinz Berger.
Als die erſte Eiſenbahn vor nahezu hundert Jahren
chnaufend und bedächtig dahinrollend einen neuen
Ab=
chnitt in der Geſchichte des Verkehrsweſens einleitete,
chüttelten übervorſichtige Männer die weiſen Häupter vor
o viel Collkühnheit und äußerten ernſthafte Befürchtungen
ür die Geſundheit der Fahrgäſte, die ſich dieſem
neumodi=
chen Fahrzeug anvertrauen würden. Ja, ſelbſt für die
Seiſtesverfaſſung der Suſchauer, die allein von dem
unge=
vohnten Anblick der dahinſauſenden Maſchine krank
wer=
den müßten, hegten ſie Bedenken. Was würden jene
ängſt=
ichen Gemüter heute ſagen, wenn ſie ſehen könnten, wie der
D-Sug mit unwiderſtehlicher Gewalt den Schienenſtrang
intlangbrauſt, das Automobil Kilometer auf Kilometer frißt,
ind das Flugzeug ſpielend in wenigen Stunden Entfernun=
gen überbrückt, zu deren Bewältigung damals noch Wochen
jehörten?
Die Nekordſucht, die wahnwitzige Jagd hinter der
liehenden Sekunde hat die Gemächlichkeit und damit die
Romantik des Reiſens getötet. Vom ehernen Geſetz der
echniſchen Entwicklung in ſtändiger Unzufriedenheit
ge=
alten, grübeln die vom Cempofieber gepackten Menſchen
Tag und Nacht darüber nach, wie es noch ſchneller gehen
könnte. „Keine Seit, keine Seit”, ſo haſten ſie in
atem-
deraubender Flucht vor dem eigenen Ich dahin, und wer
hnen einen Weg zeigt, die Geſchwindigkeit zu beſchleunigen,
das Cempo weiter zu ſteigern, den erwarten Ehren und
clingender Lohn.
In Werkſtätten und Laboratorien ſucht man
unermüd=
ich nach Verbeſſerungen an den vorhandenen
Verkehrs=
naſchinen. Was hat man nicht bereits alles verſucht!
Deute werden neue Betriebsſtoffe entdeckt, morgen wird die
echniſche Konſtruktion vervollkommnet. Schon nähert man
ich anſcheinend der Grenze, wo weitere Verbeſſerungen
Saum noch neue Leiſtungserhöhungen verheißen. Da packt
Dagemutiger Erfindergeiſt das Problem von einer ganz an=
Deren Seite und weiſt eine Löſung vor, die der Menſchheit
O ſeltſam, ſo phantaſtiſch erſcheint, daß es ihr vor den
un=
geahnten Ausblicken, die ſich hier eröffnen, faſt den Atem
verſchlägt.
Was iſt geſchehen? Auf der Suche nach immer ſtärkeren
Kraftantrieben für Verkehrsmaſchinen iſt man auf ein ganz
neues und eigentlich doch ſo altes Prinzip verfallen, näm=
Flich das der Naketenwirkung. Ja, die gleiche Va=
Rete, die wir in unſerer Jugend verbotenerweiſe, aber eben
* Oeshalb mit um ſo größerer Genugtuung empor zum
nächt-
lichen Sommerhimmel ziſchen ließen, ſie hat das Vorbild für
lehes neue Verkehrsmittel geliefert, das — obgleich noch
Don den Fachleuten umſtritten — ſchon praktiſch beweiſen
Jonnte, welche Geſchwindigkeiten, aus ihm herauszuholen
Glnd. Die Kraft des Rückſtoßes der ausgeſchleuderten Gaſe,
Der die Seuerwerksrakete ihren Antrieb verdankt, wird jetzt
Unter Verwendung entſprechend großer und wirkungsvollerer
Säßeten der modernen Verkehrstechnik dienſtbar gemacht.
Ein ganzes Jahr lang konnte eine deutſche Automobil=
GIIma, die ſich den Ideen des Privatgelehrten und Erfinders
Bisher unerreichte Geſchwindigkeiten würde das
Naketen=
auko erzielen, wenn man es, wie vom Erfinder empohlen,
auf Schienen laufen ließe.
Max Valier zugänglich zeigte, ihre Verſuche
geheim=
halten. Das Ergebnis dieſer einjährigen Arbeit iſt das
ſo=
genannte Naketenautomobil. Statt eines Motors enthält
es eine Vorrichtung zur Exploſion von mehreren Naketen.
Die bei den bisherigen Probefahrten erzielten
Geſchwindig=
keiten ſind natürlich bei weitem nicht das Aeußerſte, was
aus Fahrzeugen ſolcher Art herauszuholen iſt. Läßt man
künftig den Wagen auf Schienen laufen, wie beabſichtgit iſt,
ſo vermindert ſich der Neibungswiderſtand und die
Schnellig=
keitsgrenze rückt noch weiter nach oben.
Die Kraftquellen des motorloſen Autos ſind Naketen, die
der Fahrer durch Pedalantritt in Brand ſetzt.
Aber das Naketenautomobil iſt ja nur em Anfang.
Die nächſte Aufgabe, die ſich der Erfinder Valier geſtellt
hat, beſteht in der Schaffung eines
Naketenflug=
zeuges mit einer Geſchwindigkeit von mehr als 350
Kilo=
metern in 1 Stunde. Dieſer neue Apparat, der keine
Pro=
peller beſitzt und ſich von den gewohnten Modellen dadurch
unterſcheidet, daß er ſchwanzlos iſt und eine
Schwingenaus=
dehnung von 1,50 Metern aufweiſt, kommt vor allen
Din=
gen für Höhenflüge in Frage. Der Slieger wird ſich alſo
gewiſſermaßen mit dem Apparat in die Luft ſchießen laſſen,
um ſich dann nach Erreichung der gewünſchten Höhen, falls
ihm dort ein Verweilen infolge zu tiefer Cemperaturen oder
unerträglicher Luftverhältniſſe unmöglich iſt, mittels
Fall=
ſchirmes auf die Erde niederlaſſen. Im Kopfe des Flug=
zeuges werden ſich einige ſelbſttätige Regiſtrierapparate für
die Luft= und die Höhenmeſſungen befinden, die ebenfalls
mittels eines ſich nach getaner Arbeit ſelbſttätig auslöſenden
Fallſchirms abgeworfen werden ſollen.
Es iſt natürlich für den kühnen Piloten nicht
ungefähr=
lich, ſich dem Naketenflugzeug anzuvertrauen, denn es ſteht
noch nicht feſt, ob nicht die unerhörte Geſchwindigkeit des
Apparates Störungen für den menſchlichen Organismus mit
ſich bringt, von allen anderen Gefahrenquellen ganz
abge=
ſehen. Crotzdem, und das iſt für unſere Seit bezeichnend,
laufen ſeit Wochen bei der in Frage kommenden Sirma
hunderte von Geſuchen ſeitens ſolcher Leute ein, die ſich als
Paſſagiere für dieſe Slüge zur Verfügung ſtellen wollen.
Sogar Vertreterinnen des ſchwachen Geſchlechts bieten ſich
an, ihr Leben für die neue Idee einzuſetzen.
Sollten die Verſuche mit dem Naketenflugzeug
befriedi=
gend ausfallen, ſo rückt damit die Möglichkeit des
Naum=
luftſchiffes, das die Schwerkraft der Erde
über=
winden und Landungen auf andere Planeten vornehmen ſoll,
in greifbare Nähe. Gewiß klingt es heute unglaublich, daß
es gelingen ſoll, das Geſetz der Schwerkraft, mit der uns die
Erde feſtſthält, zu durchbrechen. Und doch, ſchon der
phan=
taſievolle franzöſiſche Schriftſteller Jules Verne hat in ſeiner
„Reiſe nach dem Mond” vor vielen Jahrzehnten die
Erobe=
rung des Weltenraums vorgeahnt. Der deutſche Profeſſor
Oberth und der amerikaniſche Forſcher Goddard
haben, auf dieſen Gedankengängen fußend, in mühſeliger,
jahrelanger Arbeit theoretiſch und praktiſch die Bedingungen
zu ergründen verſucht, die eine Durchbrechung des
Schwer=
kraftfeldes, das unſere Erde wie ein Panzer umgibt,
zu=
laſſen würden. Es würde zu weit führen, an dieſer Stelle
auf die mathematiſchen Formeln einzugehen, die den
Berech=
nungen zur Grundlage dienten, und es ſoll nur erwähnt
werden, daß man übereinſtimmend die Erreichung einer
Mindeſtgeſchwindigkeit von rund 12000
Metern in der Sekunde für notwendig hält, um
dieſer furchtbaren Anziehungskraft des Erdballes entrinnen
zu können. Was das bedeutet, mag man ermeſſen, wenn
man ſich vergegenwärtigt, daß die Schallgeſchwindigkeit nur
340 Meter in der Sekunde beträgt. Profeſſor Goddard iſt
es nun bereits gelungen, mit beſonderen Pulvermiſchungen
Geſchwindigkeiten von 2250 Sekundenmetern im Prüfraum
zu erzielen. Der deutſche PProfeſſor Oberth glaubt, mit
flüſſigen Brennſtoffen, beſonders mit Knallgas, noch höhere
Leiſtungen erreichen zu können.
Wir dürfen uns alſo immerhin ſchon allmählich mit dem
Gedanken vertraut machen, daß in nicht allzu ferner Seit die
erſten praktiſchen Verſuche zur Eroberung des Weltenraums
unternommen werden. Welche Erweiterung unſere
Erkemt=
nis vom Weſen des Alls dadurch erfahren kann, ahnen wir
heute noch nicht. Sicher ſcheint nur eins zu ſein, daß die
Menſchheit ſich mit dieſem Siege über eine der gewältigſten
Naturkräfte nicht begnügen wird, denn jedes erreichte Siel
iſt immer wieder nur die Vorſtufe zu einem weiteren Kampf
gegen die Feſſeln der kosmiſchen Geſetze, von denen ſich
der ſtaubgeborene Menſch mit aller Macht befreien will.
Das Laßwitzſche Raumluftſchiff heute keine Unmöglichkeit
mehr.
[ ← ][ ][ → ]
Das erſte Flugzeug in Papua.
Von Captain Frank Hurley.
Sicher werden die wenigen einſamen Bewohner
von Greenly Ssland ſehr verwundert geweſen ſein.
als ſie plötzlich Beſuch vom Himmel bekamen.
Doch ſie wußten wenigſtens, daß es überhaupt
Flugzeuge gab. Aber ein anderer hervorragender
Flieger, Captain Frank Hurley, deſſen
abenteuer=
lich=romantiſche Fahrten im unbekannten
Neu=
guinea mit ihren einzigartigen wiſſenſchaftlichen
Ergebniſſen die Aufmerkſamkeit aller Gebildeten
verdienen, ſchildert in ſeinem Buch „Perlen und
Wilde”, wie das erſte Flugzeug in einem
unzivili=
ſierten Land aufgenommen wird und welche
ergötz=
lichen geſellſchaftlichen Fauxpas ſo ein
ungewöhn=
liches Ereignis nach ſich ziehen kann. Nun, der
Leſer wird ja im folgenden ſelbſt ſehen, demn wir
haben uns die Erlaubnis des Verlags F. A.
Brockhaus in Leipzig zum Abdruck dieſer jetzt ſehr
„aktuellen” Schilderung eingeholt.
boten worden, und als die Waſſerflugzeuge ans Land gezogen
wurden, folgten ſie uns und umringten uns, offenſichtlich von
Verwunderung und Sweifel beſeelt. Es war ein ſeltſames Bild
— die Eingeborenenkanus Seite an Seite mit der allerletzten
Erfindung des Menſchengeiſts, die Flugzeuge an der Spitze eines
Sugs, der die dürftigſte und die neueſte Art Verkehrsmittel
zeigte.
Die Probeflüge der „Seemöve” zeitigten manch drolligen
Swiſchenfall. Jeden Cag ſammelten ſich Scharen von
Einge=
borenen und ſahen zu, wie Lang und Hill die Flugzeuge
zu=
ſammenſetzten. Sie bemerkten das ſchwere Gewicht der Motoren
und ſprachen von der Unfähigkeit der „Seemöve”, mit den
Flügeln zu ſchlagen. „Coi, Coi!‟ Der weiße Mann macht „Coi,
Coil” (will uns etwas weismachen).
Die Prüfung des Motors, ſein tiefkehliges Brummen, und
der Propeller, der einen ſchimmernden Ning um ſich warf und
auf dem Waſſer unter Wirbeln von ſprühendem Giſcht
dahin=
fegte, jagten ihnen einen mächtigen Schrecken ein. Lang und Hill
ſahen in ihren Brillen und Fliegerkappen ſicher wie furchtbare
Puri=Puri=Männer aus; aber die Eingeborenen bezweifelten
doch, daß ſie derart mächtiges Puri=Puri zu machen imſtande
ſeien, daß die Maſchine in die Luft aufſteigen könnte. Eine
N
2A Srer
bunte Mengen grasbeſchürzter Weiber und kr
Männer, an den Lenden mit farbenfreudigen Lava- Eil
gürtet, ſahen zweifelnd und neugierig dem Start zu. f",
du8
ſchine bewegte ſich mit dem Winde los, drehte dann
ider ie
jagte mitten in den Wind hinein. Lang öffnete die 9.
eit i
und der Motor brummte ſeinen luſtigen Kampfruf i.
A
mel empor. Die „Seemöve” ſauſte ſtolz dahin, und H.
fröhlichem Criumph zerteilend, wie ein zierlicher „
über die Wellenkämme dahinhüpft, ehe er davonf
ſie ſich in die Lüfte. Kein Wort fiel von den Lipp Fr79 W Bodtel
ſchauer. Sie ſchienen wie gebannt von der übernati ey fie thlh
ſcheinung, bis, wie ein Wirbelſturm, der alles auf 1
niederreißt, die Maſchine unmittelbar auf ſie zuſteuer BM /00 N
WrSr
Da gab es ein Ausreißen! Schreckensrufe durch ften”
Luft, und das Gebrumm der „Seemöve” tönte über
Ar
Sie
wo alles in größter Aufregung war. Die eingebort Diys 1afiü
flohen aus den Häuſern, das Gericht mußte ſich wo der ſt.
vertagen, denn die Gefangenen, Kläger und Polizi
Hürd=
deir
ins Freie, alle außer dem geſtrengen Herrn. Nicht Kor
Wir
lobenswerter Würde folgte. Die Gefangenen ſtob mai
n gant
Gefängnis; der ſchäumende Kühltrunk wurde im S" oſol
ſo etwas was noch nie in Port Moresby zur fpoſſoalf du du8 Alt
Alle ſtanden auf den Straßen und reckten die Häl, ach in Kütich
Himmel. Der wildeſte Caumel herrſchte; Beifal ,el üu
Vo
Von Port Moresby aus war es, von wo wir die Fahrt
an=
traten, die am Murrayſee bei den entlegenen Sambioſtämmen
endete, die nie zuvor einen Weißen geſehen hatten. Unſere
Waſſerflugzeuge waren die erſten Slugmaſchinen in Port
Mo=
resby. Ihr Erſcheinen bedeutete einen dritten Abſchnitt in der
Geſchichte des alten Dorfs Hanauabada. Dreimal ſeit ſeinem
Beſtehen war es in ſeiner vorweltlichen Nuhe durch die Wunder
der Weißen aufgeſchreckt worden. Das erſtemal waren große
Schiffe gekommen, tauſendmal größer als die allergrößten
Ein=
geborenenboote — Schiffe, von rieſigen Segeln getrieben, ſo
rieſengroß wie die Segel aller Eingeborenenkanus zu einem
Stück zuſammengenäht. Das zweitemal war ein ungeheures
Schiff aus Eiſen, noch größer als die geflügelten Segelſchiffe, in
den Hafen eingelaufen, das aus hohen Schornſteinen
Nauch=
wolken und Funken ſpie. Und nun erſchien eine neue Erfindung,
die mit gleicher Leichtigkeit ſich in Luft und Waſſer bewegte —
ein Nieſenvogel, der die Seit des Flugweſens einleitete.
Die Flugzeuge kamen mit dem Dampfer und wurden vom
Deck ins Wäſſer gelaſſen. Als ſie über Bord glitten, ſtießen die
Eingeborenen langgezogene Kriegsrufe aus und ſchlugen mit
ihren Paddeln an die Seiten ihrer Einbäume, ſo daß ein
dröh=
nendes „Bum!” erſcholl. Sie waren zahlreich erſchienen; die
ganze Kriegs= und Handelsflotte von Hanauabada war aufge=
empor, Nufe der Freude und Begeiſterung. Man Tolitey
daß viele der einfältigeren Schwarzen völig die Bel ry z ſias der
loren; ſie riſſen ihre Lava=Lavas von den Hüften wint
damit wie toll zum Himmel hoch, unbekümmert um ih: forin. Von H”
liche Nacktheit. Mit feuchten Augen ſtellte ich feſt. Fno
Grasſchurz an Stelle eines Caſchentuches herhalten Bte
Captain Lang umflog die Stadt und glitt dar zrit dn iafinbetriel
Probeflug zufrieden, mit der gefälligen Anmut ein Senzu ſiu ſcreit, die
aufs Waſſer nieder. Nie ſind Slieger von einer bi Kterten Letiern und
freudigeren Menge begrüßt worden als Lang und aſ6 ſt.4n0 ach die
ſiegjubelnd zum Ankerplatz ſauſten und hielten.
icht gerad
Mit der Arbeit war es an jenem Cag aus; m ſchnal(k michel wird
ſtatt deſſen. So erfolgte der erſte Slug in Papu nter M, in finden h
Jubel, wenn auch nicht ohne Hohnwitz: als ich nach zuus han M fü Nacht iſt
entdeckte ich, daß mein „Hausboy” vom Plätten de =Seſaug
war, und das Eiſen mir mitten in meine beſten Sc agsh
ein großes Loch gebrannt hatte. Den folgenden So „gm
ſch als einen zwangsmäßigen Nuhetag im Bett verle
Spügt
erſchien der Uebertäter, er verbeugte ſich tief unte rer 0
von Entſchuldigunge and
Ne
mir reumütig den b - Sonll
tagsſchurz ſeiner Fran!
*
Lang wurde als ei wit o
*
ein Ceufel angeſehe and M
Waſſerflugzeug wurd
Gegen=
der Surcht und Ver rg.
Jegliche Arbeit in /r muſſt
auf Cage eingeſtellt ven, wei
die Eingeborenen n
zurüch=
kehren wollten, ſon dara
beſtanden, ihre Seit. Der
En=
örterung der wunder en
Mu=
ſchine und des Erfo pes
ün=
ternehmens zu verbr n.
Später beſuchten FCuldt
ind ich das Eingeborenendorf. Die Eingeborene Fkanlt
mich ſogleich wieder und wollten von nichts als d Flnd
reden. Aber keiner äußerte den Wunſch, einmal zu ſen
„Kanu bleiben in Waſſer ſicherer”, ſagten ſie, vo den M
zum andern grinſend. „Es ſehr langſam, aber wir frnn
nach und nach trotzdem.
Einige Cage darauf brachten wir die beiden Flt age
Elevala hinüber, wo wir ſie unter den Veranden
häuſer wohl verankerten. Scharen von Schwarzen rue
ihren Behauſungen, um ſie aus nächſter Nähe in Teuſche
zu nehmen. Das Flugzeug wurde mit einem Schl SasN
liebteſte Spielzeug im Dorf; und ich muß ſagen, / bei
1 m
Herſtellung ſolchen Spielzeugs die Eingeborenen
Crauerfeter in Dornburg.
Sum 100. Codestag Karl Anguſts am 14. Juni.
Von Winand Walter.
Am 15. Juni des Jahres 1828 hatte Goethe nach einer
muſi=
kaliſchen Nachmittagsgeſellſchaft vom Sohne die böſe Nachricht
erhalten, daß der Großherzog Karl Auguſt am Cage vorher, von
einer Neiſe nach Berlin heimkehrend, in Graditz bei Corgau
plötzlich verſchieden ſei. Stumm hatte er ſich in ſeine Gemächer
zurückgezogen, der Sohn hörte ihn klagen und laut mit ſich
ſprechen. Am Abend, als der getreue Eckermann ihn zu tröſten
kam, fand er ihn gefaßt, aber erſchüttert. Wenige Cage ſpäter
entzog er ſich der äußerlichen Crauer und den Seierlichkeiten der
Beiſetzung durch eine Reiſe nach Dornburg an der Saale, in
deſſen Schlößchen, das oben hart am Felsabhang liegt und ins
Cal ſchaut, er das Gleichgewicht der Seele wiederzugewinnen
gedachte.
Wie benommen war er nach der Ankunft durch die Simmer
gegangen, hatte abweſenden Blickes die farbigen
Lahnland=
ſchaften betrachtet, die da an den Wänden hingen und war
ſchließlich an das Fenſter ſeines Gemaches getreten, hatte, immer
in heimlicher Swieſprache, mit dem geliebten Verſtorbenen, ins
Cal der Saale hinabgeſchaut, die in anmutigen Windungen
mannigfach durch Buſch, Wieſe und Siedelung belebt, den hellen
Sommertag zurückſtrahlte, hatte die waldigen Hügel gegenüber,
die Ausſicht in die blaue Ferne und die Junipracht der nahen
Rebengärten wie einen Gruß des nun Ewiggetrennten
empfun=
den und nach neuer Arbeit geſucht, die blutende Seele zu heilen.
Nach einem tätigen Cage früh eingeſchlafen, weckte ihn das
ungewohnte Licht der Höhe ſchon in der Morgendämmerung, er
fühlte ſich geſtärkt und empfand Croſt.
Der faſt Achzigjährige trat ans Fenſter, um den Morgen
herannahen zu ſehen; er nahm aber den Naum nicht in der Mitte
ein, ſondern lehnte ſich mit einer rührenden Bewegung zur
Seite, als ob er einem Sweiten Platz machen wolle, der da dieſen
neuen Sommermorgen miterleben möchte.
Er empfand es mit einer verhaltenen Andacht, neben ihm
lehnte Karl Auguſt, der „liebe Herr” und Freund ſeiner Jugend,
ſeiner Mannesjahre, und ſeines olympiſchen Alters, blickte mit
ihm in dieſes morgenfrühe Cal und hörte ſeine Worte, er ließ
ſich wie in alter Seit mit dem traulichen Du anreden und
ant=
wortete auch ſo.
Oben ſtrahlten am grünlich leuchtenden Dämmerungshimmel
die drei Planeten in ſeltener Suſammenſtellung, unwahrſcheinlich
hell in ihrem Licht, und die weite Landſchaft darunter flimmerte
unwirklich und unirdiſch, wie aus Weltabgründen hinaus.
„Niemand kannte dich ſo durch und durch wie ich, ein großer
und bedeutender Menſch warſt du, ein Sufrühgeborener; ein
kleines Jahrundert länger, und wie würdeſt du an deiner hohen
Stelle unſer Deutſchland vorwärts gebracht haben. Wie
um=
faßteſt du alles, Staatsweisheit, Wiſſenſchaft und Kunſt. Wer
macht es dir nach, mit neunzehn Jahren einen ſolchen Brief zu
ſchreiben, wie du ihn dem Staatsminiſter von Fritſch ſandteſt?
Und wie umfaßteſt du die Kunſt, wie die Natur! Achtzehn Jahre
alt warſt du, als ich nach Weimar kam, aber ſchon damals
ſtandeſt du voll Blüte und Sproſſen, und man ſah, was einſt der
Baum ſein würde. Wie waren wir Freunde! Wie nahmſt du
an allem, was ich trieb, tiefſten Anteil. Mein Gartenhaus, die
Stätte meiner ſchönſten Stunden in Weimar, ſchenkteſt du mir,
wie ich dir alle äußeren Würden verdanke. Sehn Jahre war ich
älter als du, und das kam unſerer Freundſchaft zugute. Ganze
Abende ſaßen wir zuſammen bei mir in verſunkenen Geſprächen
über Kunſt und Natur und was ſonſt allerhand Gutes vorkam.
Wir ſaßen oft bis tief in die Nacht hinein, und es war nicht
ſelten, daß wir neben einander auf meinem Sofa einſchliefen.
Fünfzig Jahre haben wir es miteinander fortgetrieben, und es
war wohl kein Wunder, wenn wir es endlich zu ewas brachten!“
Neben dem Dichtergreiſe auf dem leeren Platze geriet der
Vorhang in leiſe wehende Bewegung, war es der leichte Wind
vor Sonnenaufgang, war es eine Geiſterhand, die daran rührte,
ſelbſt von Bewegung ergriffen.
„Und unſere verbundenen Schickſale, das köſtliche,
unver=
lierbare Creiben der Geniezeit damals, mit Knebel, dem Guten,
der jetzt uralt und grau iſt, mit Einſiedel, dem ſich auch ſchon
die Schatten geſellen und all den luſtigen Geſellen und unſere
Kunſt, aus dem wilden Weſen Menſchenweisheit zu formen
Und Jahre ernſter Arbeit, und die Donnerſchläge der
Fran=
zoſenzeit und das Altern und die tätige Einkehr! Du warſt ein
Menſch aus dem Ganzen, alles kam bei dir aus einer einzigen,
großen Quelle! Und wie das Ganze gut war, war auch das
Einzelne gut, du mochteſt tun und treiben, was du wollteſt. Du
warſt, wenn dein Land auch klein war, ein großer Negent. Du
hatteſt Menſchenkenntnis, edelſtes Wohlwollen und die wichtigſte
Eigenſchaft, größer zu ſein als deine Umgebung. Wenn dir über
irgend einen Fall zehn Stimmen berichteten, hörteſt du dabei die
elfte, beſte, in dir ſelbſt und entſchiedeſt danach!
Immer heller wurde es im Oſten, immer irdiſcher ſahen Cal,
Berg und Ferne aus, immer näher und menſchlicher hoben ſich
Nebenranken und Gartendüfte zum Fenſter hoch, Goethe ſah,
wie in einem Bilde, leibhaftig den Freund vor ſich, ein wenig
beleibt in einem grauen unſcheirbaren Mankel, die abgegriffene
Militärmütze ein wenig ſchief über dem geſund rötlichen
bart=
oſen Antlitz mit den ſcharfblickenden, menſchlich tiefen Augen.
Huf
Er empfand das Daſein ſeines dahingegangenen F Pes
an
Fürſten gleich einem klaren Kryſtall. Er lehnte
morgenkühlen Scheiben und ſprach leiſe, als flüſt er
Gebet, zu der leeren Stelle neben ſich gewendet, all /e6e
für den Coten:
„Und wenn mich am Cag die Serne
Blauer Berge ſehnlich zieht,
Nachts das Uebermaß der Sterne
Prächtig mir zu Häupten glüht
Alle Cag und alle Nächte
Rühm’ ich ſo des Menſchen Los:
Denkt er ewig ſich ins Nechte,
Iſt er ewig ſchön und groß.”
Das Kleinod.
Von Fritz Droop.
„Sieh vor dich auf der Straße!” ſagte die beſor
jeden Morgen zu Erich, obwohl er ſchon zwölf Jahr!
Auch heute klang ihm die Melodie des vertrauf.
wortes in den Ohren, als er das Haus verließ.
trüber Novembertag, und in der ſchmalen Gartenſt!
Erichs Eltern wohnten, ſah man um dieſe Morgen!
einigen Schülern und dem Bäckerjungen höchſten:
Reiſende, die zum nahen Bahnhof wollten.
Erichs Vater hatte eine Schuhmacherei; ſein 9.
war der reiche Bankier, an deſſen Villa Erich auf ſel
weg vorüber mußte.
An jenem Morgen alſo fiel ſein geſenkter Blick
blitzenden Gegenſtand, der vor ihm auf dem Ap9.
war eine koſtbare Krawattennadel, und da Erich 2
Schritte vor ſich einen vornehmen Herrn mit einer
merkte, lief er den beiden nach, zog ſeine rote Aluge
ob der Herr die Nadel verloren habe.
Der Herr ſah den funkelnden Brillantſtein,
Augenblick, beſann ſich dann aber ſchnell und nich”
Kopfe. Vielen Dank!‟. Er griff nach der BoIe
Knabe dankte beſchämt und eilte davon.
Als Srich mittags nach Hauſe kam, trat ſeine *
mit fragenden Augen entgegen. Der Bankier hälte."
geſchickt, um ſich nach dem Verbleib der Krawaiiklt”
cundigen, die beim Ausſchütteln der Ciſchdecke 4
gefallen ſei, wo Erich ſie gefunden haben ſollte. Die
hatte zufällig geſehen, wie der Knabe ſich vor Neit
bückt hatte und mit ſeinem Funde davongelaufel. "
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eif an den Cag legten als die Weißen. Die Flug=
„n. die das junge Volk als Spielzeug baute, waren
un=
rauber und bis ins kleinſte genau ausgeführt. Die
Pro=
unden in der Weiſe nachgebildet, daß man eine
Palm=
geſchickt zurechtbog, ſo daß ſie ſich im Wind luſtig
zum Ende unſeres Beſuchs blieben die Waſſerflugzeuge
inde überwältigendſten Staunens für die Eingeborenen.
on Booten, mit Krauſen ausgefranſter Palmen prächtig
zputzt, umkreiſten ſie. Selten ließ die Aufregung nach.
(ug verurſachte einen neuen Ausbruch des Staunens und
odes. Der Papua von der Küſte redet lieber, als daß er
ſchläft. In mancher Nacht iſt mein müder Leib
wach=
worden, weil das unbezähmbare Geplapper meiner
Kein Ende nahm, die immer wieder bis in die tiefe Nacht
u ſchwatzen anfingen. Nur die allerkleinſten Kinder
von der allgemeinen Aufregung nicht betroffen zu ſein.
unſeres letzten Flugs traf ich unvermutet eine ſehr alte
e ein ganz kleines Kind trug. Beim Anblick der
auf=
n Maſchine ſtarrte das Kind in ſtiller Verwunderung
ſer das alte Weib, von ihren Gefühlen überwältigt,
itterlich!
us der Filmfriſeur erzählt.
Bon Holzköpfen und den Originalen.
Von Hans Caſiemka.
Filmbetrieb gehört viel Lärm. Der Regiſſeur ſchreit und
ſchreit, die Atelierarbeiter machen Krach mit ihren
rfern und Requiſiten, der Aufnahmeleiter iſt ſtändig
nd auch die Frackdamen oder die Nenaiſſancekavaliere
nicht gerade über beſonderes Phlegma. Nur in einem
Zinkel wird nicht geredet, ſondern gearbeitet und die
len finden hier keinen Einlaß. Vom frühen Morgen bis
äte Nacht iſt beim Filmfriſeur Maſſenbetrieb: da wird
Der Arbeitskreis des Filmfriſeurs iſt größer und
mannig=
altiger als man ſich träumen läßt. Es kommt nämlich nicht nur
darauf an, den Scheitel zu ziehen und den Pagenkopf zu
reſtau=
rigren, die Augenbrauen zu markieren und den Schnurrbart zu
nd geſchnitten, geknetet und geleimt. Selbſt der
Inter=
arf nicht wagen, in den Mittagsſtunden, da — die Stars
ig” gemacht werden, vorzuſprechen. Erſt ſpät am Abend,
Lichter der Halle verlöſchen, wenn die Steckuhr anzeigt,
Arbeiterſcharen und Komparſenkolonnen das Glashaus
haben, iſt es möglich, dem „Geſichtsarchitekten” einen
bzuſtatten.
ſtutzen — jede Friſur muß nach den Angaben des Negiſſeurs
beſonders geſtaltet werden.
Da fällt zunächſt im Friſeuratelier ein Paneel auf, wo Holz=
Kopf neben Holzkopf aufgebaut iſt. Ovale und runde
Formen wechſeln ab.
„Was ſind denn das für Holzköpfe?” frage ich.
„Das da iſt Krauß, dahinter ſehen Sie Klöpfer, dann
kommt Veith, Jannings, Gebühr, Vallentin uſw.
uſw. antwortet man mir.
„Ja und was machen Sie damit?” frage ich weiter.
„Die Modelle ſind das Wichtigſte für meine Arbeit. Jeder
Schauſpieler muß ſeinen Kopf, wenn auch nur in Holz
nach=
gebildet, bei mir laſſen. Kann ich doch jeden Augenblick in die
Lage verſetzt werden, Perücken von dem und jenem zu entwerfen;
der Schauſpieler aber hat keine Seit, zu mir zu kommen. Was
mache ich? Ich nehme ſein Holzköpfchen vom
Brett, meſſe die Form ab und habe ein paar Stunden ſpäter die
Perücke. Gerade heute brauche ich eine Perücke für Vallentin,
hätte ich nicht das Modell, ſo könnte — da Vallentin den
gan=
zen Nachmittag Cheaterproben hat — die Silmaufnahme morgen
nicht ſtattfinden.”
An allen Ecken und Enden, hinter Spiegeln und
Friſeur=
käſten, an Ciſchen und Garderobehaken, hängen Nollenbilder
be=
kannter Schauſpieler. Am ofteſten ſieht man Werner Krauß:
Krauß als Shylok, Krauß als Fleiſchermeiſter, Krauß als
Hu=
ſarenoffizier, Krauß als Nathan und immer wieder Krauß.
„Wieſo das?
Nun legte aber der Filmfriſeur begeiſtert los:
„Krauß, das iſt ein Kerl!. Er iſt mir der liebſte Schauſpieler.
Auf jede Anregung geht er ein. Er vertraut ſeinem Friſeur. Er
weiß, daß der gute Friſeur der einzig mögliche Maskenmacher iſt.
Nie ſpielt Krauß den Beſſerwiſſer. Auch mit
Veith und Schünzel, mit Gebühr und Jannings läßt ſich arbeiten.
Aber dann gibt es Schauſpieler, mit denen einfach nicht
auszu=
kommen iſt. Wenn man ihnen den Willen läßt, tobt der
Ne=
giſſeur über ſchlechte Masken, und wenn man ihnen nicht den
Willen läßt, toben die Schauſpieler und beklagen ſich über meine
„Frechheit”. Manchmal muß dann ein Exempel ſtatuiert werden.
Ein Schauſpieler zum Beiſpiel, der in einem Film den jungen
Bismarck ſpielen ſollte, wurde wegen ſeiner ſchlechten, nach
eigenen „Ideen” angefertigten Maske abgelehnt. Mir kann man
ſich ſchon anvertrauen, ich bin ſeit Beginn der Filmerei dabei.
Mein erſter Auftraggeber war der alte Porten und Erich Kaiſer=
Cietz war mein erſtes „Opfer”. Auch Dorit Weixler, Henng
Porten und Erna Morena hatte ich unter der Schere. Ich
habe die Komparſentage von Liedtke erlebt ud ſah Schünzel
und Veith in ihren erſten Flimmertagen.”
„Und wie iſt es mit den Komparſen?”
„Da hat ſich eine eigenartige Wandlung vollzogen. Früher
waren die Komparſen darauf bedacht, möglichſt ſorgfältig friſiert
und herausgeſtellt zu werden. Jetzt haben ſie nur noch einen
Wunſch: keine Seit zu verlieren, ſchnell ſoll es gehen. Auch ein
Seichen der wirtſchaftlichen Not. In einer Stunde mache
ch. 15 Komparſen drehfertig. Die einfachſten Filme
ſind die ſogenannten Koſtümfilme. Schwieriger für uns ſind
die-
modernen Filme, da der Friſeur Charakteriſtiſches beim
Schmin=
ken hineinarbeiten muß. Die ſchwerſten Aufgaben aber ſtellen die
hiſtoriſchen Filme. So war die Schminkarbeit, die ich beim
„Weib des Pharao” zu leiſten hatte, die größte Mühſal. Mit
dreißig Friſeuren mußten damals 3000 Komparſen in Aegypter
verwandelt werden.
Aber nun habe ich genug erzählt. Die Perücken da müſſen
fertig werden.”
Gefährdete Autorität.
Ein heiteres Erziehungskapitel.
Von Paul Köllen.
Jedesmal, wenn Großmutter kam — und ſie erſchien zu jedem
Geburtstage ihres Enkelſohnes — ergaben ſich in unſerer Ehe,
ich will nicht gerade ſagen Streitigkeiten, aber doch
Meinungs=
verſchiedenheiten daraus, daß ſich ſofort eine Einheitsfront gegen
mich bildete, die meine bisherige Erziehungsmethode dem Jungen
gegenüber durch Bonbons, Chokolade und Spielſachen ſabotierte:
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erzählte den Eltern den Hergang, aber der Vater
den Kopf und erklärte es als eine Dummheit, daß
Nadel einem fremden Herrn gegeben habe, anſtatt ſie
dureau abzuliefern. Immerhin ſchien die Angelegenheit
den Schuhmacher erledigt, zumal man mit der
Ehrlich=
unbekannten Herrn rechnete. Der Bankier hatte nicht
2ige bei der Polizei erſtattet, ſondern auch ein großes
bei den Cageszeitungen veröffentlicht und auf den
elA Wert der Nadel als altes Familienerbſtücke hingewieſen.
es meldete ſich niemand. Der Bankier tobte: das
ei eine „dumme Gans”, weil es die Ciſchdecke trotz des
wieder zum Fenſter hinausgeſchüttelt habe, der Junge
rottel, weil er mit der Nadel hinter einem wildfremden
hergerannt ſei, und der Kerl, der die Nadel genom=
2, ſei ein Schuft, und damit baſta!. Aber — ja: dann
Lich ein teufliſches „Aber” gekommen. Wer ſagte dann,
Deſchichte mit dem fremden Herrn überhaupt wahr ſei?
le bezeugen, daß der Junge die Nadel wirklich
abge=
ttte? Sollte er ſie nicht bei einem Crödler verkauft
in ſein allzu ſchmales Caſchengeld aufzubeſſern? Mit
Sdanken war der Bankier an das Celephon geſprungen,
Schuldirektor anzurufen. Er teilte ihm ſeinen Argwohn
dat um die Unterſtützung des Profeſſors, der ihm die
Klaſſenlehrers in Ausſicht ſtellte.
Weißhaarige Direktor war ein weiſer Pädagoge, der
IS Evangelium von der Liebe zu den Kindern mit der
eines erprobten Mentors übte. Er ließ Erich zu ſich
LI und redete ihm mit gütigen Worten zu, konnte aber
Ochuler nur die Beſtätigung des geſchilderten Vor=
Daiten. Er hatte keinen Sweifel an der Ehrlichkeit des
Der Klaſſenlehrer war ein junger Profeſſor, der ſich
mir Pſychoanaluſe und Verbrecherpſychologie be=
Ind dem der Fall eine willkommene Gelegenheit ſchien,
2 2ndere Intelligenz als Kriminalwachtmeiſter der Päda=
Seweiſen. Er verſchloß die Cür des Konferenzzimmers
* dem Jungen klar zu machen, daß jeder Menſch in
9end Dummheiten mache, ja, daß er dieſe Dummheiten
be, eben weil ſie ein Attribut der Jugend ſeien; auch
” ſeiner Jugend, allerdings nur in ſeiner Jugend,
ten gemacht; alſo dürfe auch Erich einmal etwas ver=
Gden. Das ſei alles ja nicht ſo ſchlimm, wenn man ſeine
e9e, Erich ſolle es ihm ruhig eingeſtehen, daß er die
2nnadel zum Crödler gebracht habe, der Wert des Bril=
L Ihm ja unbekannt geweſen; und ſo käme der Bankier
den Beſitz des Stückes. Dabei hatte der Profeſſor
Sille geputzt und ihn dann durchdringend angeſchaut,
** Iym die Antwort ſuggerieren: „Ich hab’s getan.”
Aber ſein Blick ſchoß an der Seele des Knaben vorbei, und die
Wahrheit blieb ihm auch dann noch verſchloſſen, als Erich mit
Cränen in den Augen ſeine Unſchuld beteuerte.
In der nachfolgenden Deutſch=Stunde gab der Profeſſor als
Aufſatzthema „das ſiebente Gebok”, Erich fühlte, daß das
Miß=
trauen des Lehrers ihn lauernd überwachte, als er die
ver=
chiedenen Arten des Diebſtahls und der Hehlerei mit den
Schülern beſprach. Sein Herz tobte und hämmerte gegen den
Deſpotismus der Ungerechtigkeit; denn wie oft er auch den
Singer hob, um ſeine Aufmerkſamkeit zu bezeugen: das Auge
des Profeſſors traf ihn immer nur wie ein Schlag ins Geſicht,
um ſich dann um ſo freundlicher einem andern Schüler
zuzu=
wenden. Die Catſache, daß Erich immer wieder rot geworden
war, bedeutete ihm ein verräteriſches Zugeſtändnis. Auch die
Klaſſenbrüder, die von dem Vorfall natürlich gehört hatten,
be=
gannen, Erich mißtrauiſch zu betrachten. Sein ſeeliſches
Gleich=
gewicht wankte, und als der Profeſſor ihn nach der Stunde noch
einmal fragte, ob er den Makel nicht durch ein ehrliches
Ge=
ſtändnis beſeitigen wollte, war es um ſeine Haltung geſchehen.
Er ſtürzte nach Hauſe und warf ſich der Mutter ſchluchzend um
den Hals: „Was will man denn von mir? Was hab ich denn
getan?‟ Die Fieberröte lag auf ſeinen Wangen. Und eine liebe
Hand ſtrich über ſein Haar.
Da polterte der Vater herein. Der Bankier hatte gedroht,
keinen Schnürriemen mehr bei ihm zu kaufen, wenn er ſeine
Nadel nicht wieder erhalte. Das ging über das
Faſſungsver=
mögen des Alten, der zwanzig Jahre lang das Haus ſeines reichen
Gönners mit allem Schuhzeug verſorgt hatte und ſich plötzlich
ſeiner beſten Einnahmequelle beraubt ſah. Er war ein
kreuz=
braver Mann und Presbyter der Kirchengemeinde, der ſeine
Arbeit mit manchem guten Bibelſpruch begleitete und abends
noch den Hausſegen las. Aber der Geſchichte mit der Nadel
und der Anklage, die zugleich für ihn daraus erwuchs, war er
nicht gewachſen. Er, den der Herr Stadtpfarrer erſt jüngſt vor
allen Leuten ſeinen lieben Freund genannt hatte, ſollte einen
Spitzbuben aufgezogen haben? Jetzt ſtand er wie verſteinert vor
einem Jungen und biß auf die Sunge.
„Vater, du weißt doch auch, daß ich die Nadel nicht
ver=
kauft habe” — brach es aus Erichs beklemmter Bruſt hervor.
Der Alte wehrte ab: „Ich weiß es? — nein — ich weiß es
nicht; ich weiß nur, daß du mir Schande bereiteſt.‟ Die Mutter
wollte vermitteln; aber ihr Mann blieb dabei: der Junge habe
ſeinen guten Ruf vernichtet, gleichviel, ob er die Nadel
ver=
trödelt oder dem fremden Herrn gegeben habe. Er ſolle ſich ins
Bett ſcheren und beten.
Erichs Schlafzimmer lag im Bodengeſchoß. Der Mond warf
geſpenſtiſche Schatten an die Wand, und Erich zog ſich die
wollene Schlafdecke über die fiebernde Stirn. Die Nacht ſollte
hn vom Alb der beiden letzten Cage befreien; aber die
Ge=
danken folgten ihrem eigenen Geſetz und zerrten ihn durch alle
Ciefen, bis er ſchließlich in Schweiß gebadet einſchlief. Er hatte
einen Craum: Vor ihm dehnte ſich ein langer, ſteiler Weg. Da
zogen unzählige Menſchen ihre Straße, und jeder trug
ge=
ſchultert eine Laſt, bald groß, bald klein. Und viele ſeufzten
ſchwer und machten häufig halt. Am Ende des Weges ſtand
eine große Waage; ein greiſer Söllner prüfte jede Laſt und
ver=
ah dann jedes Stück mit einem Seichen. Nur Erich hatte
keinerlei Gepäck. Der Pförtner zog die Mütze und ließ den
Schüler ein. Er war in einem wunderſchönen Saal; tauſend
freundliche Hände ſtreckten ſich ihm entgegen. Da ſaß auch der
Bankier; die Nadel blitzte auf ſeiner Krawatte. Und alle ſeine
Mtiſchüler waren da, und jeder einzelne umarmte ihn — ſie
wußten ſetzt, daß er unſchuldig war. Und ſeine Augen ſtrahlten
wie zwei Sonnen; er jauchzte auf im Schlaf: „Sieh, Mutter, ſieh;
da ſitzt der Herr Bankier!”
Da knarrte die Cür, und Erich erwachte. Der Vater ſtand
hochaufgerichtet vor ſeinem Bett: „Was redeſt du da vom
Herrn Bankier? Du machſt dich wohl noch luſtig über ihn! Na
warte, wenn erſt die Polizei die Sache unterſucht, wird dir die
Spottluſt ſchon vergehen!‟ Damit warf er die Cür ins Schloß
und ließ den Jungen allein.
Erichs Herz ſtand einen Augenblick ſtill. War er nicht mehr
im Himmel? Gott, war das alles nur ein Craum geweſen? Er
griff ſich an den Kopf; es war ſcho heller Cag; gewiß, der
Vater hatte ihn geweckt — mit einer Drohung. Kam denn die
Mutter nicht mit einem Morgengruß wie ſonſt? Er lauſchte —
wußte ja nicht, daß der Vater der Mutter verboten hatte, heute
früh zu dem Jungen zu gehen. Alle böſen Geiſter rannten gegen
ihn anz aber da war kein liebender Gedanke, der ihn von ſeiner
verletzenden Qual befreite, der ihm zurief, daß er doch
un=
ſchuldig ſei und jedem frei ins Auge blicken könne. Er war am
Ende ſeiner jungen Kraft, der Ceufel grinſte ihn aus hundert
Larven an . ..
Am Fenſterriegel ſah er eine Schnur. Das war ein Wink,
der ihm Befreiung verſprach.
Als die Mutter nach einer Stunde, dem Spruch des Mannes
trotzend, in Erichs Simmer trat, war alles vorbei. Am dritten
Cag trug man ihn hinaus. Su gleicher Seit meldete ſich auf dem
Fundbureau ein Herr, der angab, die koſtbare Nadel am Cage
einer Abreiſe von einem Schüler in Empfang genommen zu
haben, um ſie leider erſt jetzt, nach ſeiner Nückkehr, abliefern
u können. Die Nachbarn erzählten, wie der Bankier den
ge=
beugten Schuhmachermeiſter beſucht und mit ihm geweint habe.
Aber der kleine Erich lag in ſeinem Grabe.
Hier aus großmütterlicher Enkeltorheit, dort aus ſener
Mutter=
liebe, die ſtets in den Einzigen wie in einen goldenen Copf ſchaut.
Selbſtverſtändlich witterte der Bengel Morgenluft, fühlte ſich
ſicher und gewann Oberwaſſer. Wollte ich eingreifen, war die
beſagte Einheitsfront gegeben.
Diesmal hatte Großmutter außer ihrem enkeltörichten Herzen
einen Berg Süſſigkeiten mitgebracht, einen Steinbaukaſten, ein
Malbuch und Buntſtifte. Sehr bald ergab ſich Anlaß zu Cadel
und Strafe, weshalb man mir übertriebene Strenge vorwarf und
dem Bengel die Backentaſchen mit Drops füllte. Ich ſprach mit
den Frauen recht ernſte Worte: Ueber Erziehungsgrundſätze und
Autorität, worüber ſich Großmutter ſo erregte, daß ſie mit einer
Stricknadel nervös in ihr Haar fuhr. Nun beſitzt Großmutter
aber als ſorglich gehütetes Geheimnis ein Coupé. Und das
ver=
hedderte ſich in der Nadel, rutſchte ſehr ſchief in die Stirn und
ruhte da wie die Locke über Wotans Auge.
Hansjürgen hatte einen wachſamen Blick, feinte und gnickerte
und verſprach ſich was davon, wenn Großmutter — welch
raffi=
nierte Gedankenkombination! — mal Nad ſchlage oder
Hand=
ſtand mache. Sie lehnte das aus Genierlichkeitsgründen ab,
wo=
rauf der Lauſejunge mörderlich heulte, von mir eine getachtelt
dekam und von den Frauen diesmal ſtatt der Drops Chokolade
empfing. Selbigen Abend hatten wir zwei liebe Leute bei uns.
Die Suppe war aufgetragen, und der Junge ſollte ſich
verabſchie=
den. Er tat das ganz manierlich und nur bei der Großmutter
mit einem kühnen Griff, wie Indianer etwa ſkalpieren.
Großmutter ſah kataſtrophal aus und war einer Ohnmacht
nahe. Meine Frau erbleichte, ich wurde zornrot, die Gäſte
ſchluckten bitterernſt an einem erſtickten Lachen und der Bengel
ſuchzte: „Kuck bloß mal Großmutter! Hihihi! Hahahal”,
Frei=
lich lachte er nicht mehr lange! — Wir taten dann alle noch ſehr
freundlich miteinander, doch kam keine rechte Stimmung auf und
die Freunde verabſchiedeten ſich bald. Da hatte ich abermals eiſte
ernſthafte Ausſprache mit den Frauen: „Nun ſeht ihr ja, wohin
eure übertriebene Gutmütigkeit führt!”, und da Großmutter es
am eignen Leibe erfahren hatte, war ſie geneigt, mir recht zu
geben. So berieten wir uns lange her und hin, was zu tun ſei.
Und fanden, am beſten laſſe ſich auf Hansjürgen in
beauf=
ſichtigten Spielen einwirken. Waren Steinbaukaſten, Malbuch,
Buntſtifte nicht geradezu ideal, um Nachdenken, Ordnung,
Diſziplin und alles andere in ihm zu wecken? — Großmutter
begeiſterte ſich nahezu, daß juſt ihre Geſchenke aus dem Jungen
einen gefeſtigten, geſitteten, autoritätsgläubigen: Menſchen
machen ſollten! Und gleich anderen Morgens begannen wir mit
dieſer Erziehungsprozedur. Hansjürgen ſollte demnach zuerſt mit
der Mutter „bauen”. Aber er zog bald einen Flunſch und äußerte
ſich ſehr deſpektierlich: „Was Mutter macht, iſt alles Quatſch!”.
Nach der gebotenen Zurechtweiſung griff ich ſelbſt ein und baute
fabelhafte Sachen.
Der Bub bewunderte mich: „Papi kann noch viel mehr als
der liebe Gott!” und ich wandte mich ſieghaft zur Seite: „Seht
ihrs! Nur imponieren muß man ſolchem Bengel! Dann hat man
gleich die nötige Autorität!” Hansjürgen aber fragte hinterrücks:
„Kann der liebe Gott auch Bleiſtitfe ſpitzen?” Ich lächelte
er=
haben: „Wenn er wollte, könnte ers ſicher! Aber er hat für
Anderes zu ſorgen!‟ Da hat er ſich an mich gekuſchelt und hat
ſo nebenher gelauert: „Gelt, Papi, du kannſt ſie ſehr ſchön
ſpitzen?” Aha, denke ich, er will mir eine Falle ſtellen und ich
foll mein Anſehen verteidigen. Alſo hab ich mich in Poſitur
ge=
rückt: „Man immer her mit den Stiften!”
Das war heikel, den Bleiſtiftſpitzen kann=ich ſo wenig wie
Oki und Siletarbeiten. Ich habe aber doch ſehr leicht getan und
hab gepfiffen, und der Jürgen hat abwartend ſchiefe Augen
ge=
macht, und ich hab geſchnitzelt, daß die Späne nur ſo flogen! —
Als immer wieder eine Spitze abbricht, hab ich geſagt: „Das ſind
ja ganz ſchundige Stifte!”, worauf Großmutter aufbegehrt:
Bitte ſehr, es ſind die allerbeſten!” Alſo hab ich weiter
ge=
ſchnitzt und wieder iſt eine Spitze hingeweſen. Arg heiß iſt mir
geworden und ich hab mir mit meinem Cüchel die Stirn gewiſcht.
Der Bengel grient mich dabei hämiſch an: „Gehts nicht Papi?”
Da hab ich nur männertief und mutig gelacht.
Als ich aber bei dem neuen Verſuch mich in den Finger
ſchneide, und der Junge quietſcht jählings unmotiviert los, da bin
ich wütend geworden, daß ſo’n dummer Stift meine Autorität
untergraben ſoll, und ich hab dem Bengel eins gelangt. Da
Jürgen ſich aber ſchnell bückt, iſt eine Vaſe getroffen worden und
umgefallen, der Bub hat noch ärger gefeint und iſt unter den
Ciſch. Ich hab ihn mir aber hergeholt und geknirſcht: „Na wart
nur, du miſerabler Lümmel! Dir werd ich ſchon helfen!” — Es
iſt grad ein warmer Cag und die Hoſe unterm Nock mr mit
dem Ledergürtel gehalten geweſen. Den hab ich losmachen
wol=
len. Der Bengel hat gezappelt und im voraus Setermordio
ge=
ſchrien, und ich bin durch all das nur noch wütender geworden.
Ja, und hab ihm feſte welche hintendrauf gegeben, ſehr emſig,
und hab gar nicht mehr an die Hoſe gedacht, die plötzlich
ge=
rutſcht iſt, ſo daß der Junge unter Cränen immer wieder lacht,
und die Frauen auf einmal entſetzt rufen: „Wie kannſt du dich
denn nur ſo gehen laſſen!” und die Großmutter wimmert hinter
vorgehaltenen Händen, daß es eine Schmach und Schande iſt,
ſolchen Schwiegerſohn zu haben! Da iſt es aber ſchon zu ſpät
geweſen und ich bin verbieſtert dageſtanden, weil ich momentan
nicht weiß, was ich tun ſoll. Aber dann hab ich mich aufgerappelt
und bin aus dem Simmer raus, hab mich umgezogen und habe
noch gehört: „Paul allein iſt ſchuld an dieſen unmöglichen
Su=
ſtänden!“
Ins Wirtshaus bin ich gegangen, an den runden Stammtiſch,
wo noch viele Väter ſitzen. Und mit denen hab ich mich ſehr
eingehend über Weiberwirtſchaft, Kindererziehung und
Vater=
autorität unterhalten, und habe geſagt: „Man muß da hölliſch
vorſichtig ſein: Die kleinſte Kleinigkeit, Bleiſtiftſpitzen zum
Bei=
ſpiel, genügt, um auch den letzten Neſt väterlichen Anſehen in
Frage zu ſtellen.. ."
Da haben die andern alle mit den Köpfen genickt.
Merkwürdige Heiratsanträge.
Von Hanna Nibeaucourt.
Der moderne Menſch iſt ſkeptiſch und galubt nicht mehr an
das Märchen von dem oder der einzig Auserwählten, die oder
den uns das Schickſal zum Ehepartner beſtimmt habe. Man
glaubt allenfalls noch an einen beſtimmten Männer= oder
Frauentyp, der zu einem paſſe. Aber nur, um am Ende einen
anderen oder gar entgegengeſetzten Cyp zu heiraten. Was nützen
alle guten Vorſätze, vor dem Sturmwind der Liebe verwehen ſie
alle wie welke Blätter im Wind. Und die Liebe iſt beinahe
gleichbedeutend mit dem mächtigen Herrſcher Zufall. Man frage
nur ſich ſelbſt oder ſeine lieben Freunde, wie ſie ſich eigentlich
gefunden hätten, und man wird in den weitaus meiſten Fällen zu
hören bekommen, daß der Sufall der freundliche oder verwünſchte
Kuppler war.
Von dieſer Erkenntnis bis zu dem Entſchluß, ſelbſt ein bißchen
Vorſehung, Schickſal oder Sufall zu ſpielen, iſt dann nur ein
kleiner Schritt. Man gibt eine Heiratsanzeige auf oder geht zum
Ehevermittler, der gegen die entſprechende Gebühr die Erfüllung
unſerer Wünſche garantiert. Aber dieſe Art eines
Blanko=
angebotes, eines Heiratsantrages „An alle!” hat mit Nomantik
wenig oder gar nichts zu tun, weshalb empfindſame Gemüter von
dieſem ſonſt als nützlich erkannten Einrichtungen nichts wiſſen
wollen.
Leute, die in dieſem Falle nicht auf Romantik verzichten
möchten und andererſeits auch nichts warten wollen, bis ſich der
Sufall ihrer erbarmt oder vielleicht auch nicht, haben andere
und oft recht ſeltſame Wege zum Standesamt gefunden. So hat
ein Stockholmer Mädchen, das in einer Streichholzfabrik
be=
ſchäftigt war, in eine der für den Export beſtimmten Schachteln
die Worte geſchrieben: „Meinem zukünffigen Mann in der
wei=
ten Welt!” und Name und Adreſſe hinzugefügt. Die Schachtel
gelangte nach mehr als Jahresfriſt in den Beſitz eines
amerika=
niſchen Ingenieurs, der daraufhin einen Briefwechſel mit dem
Mädchen begann und es ſchließlich heiratete.
Auf ähnliche Weiſe iſt auch Herr Bertrand, wohlbeſtallter
Magiſtratsbeamter in Breſt, zu einer Frau gekommen. Herr
Bertrand war ein leidenſchaftlicher Naucher. Er hatte ſeine
be=
ſtimmte Sorte, die nicht gerade hervorragend war, aber den
Vorzug der Billigkeit beſaß. Als er eines Cages wieder ein
Pächchen der gewohnten Marke öffnete, fand er ſtatt des
gro=
ben Cabaks, den es ſonſt enthielt, eine fein geſchnittene,
wunder=
bar aromatiſche Sorte. Offenbar ein Irrtum der Fabrik. Herr
Bertrand ſchwelgte, der Cabak war wirklich ein Gedicht. Aber
auch das ſchönſte Gedicht hat ein Ende. Betrübt wollte ſich Herr
Bertrand die letzte Pfeife ſtopfen, als er auf dem Boden des
Päckchens einen Settel mit den Worten fand: „Daß
feien Cabak gefunden haben ſtatt des groben, das hab
zu danken. Ich heiße Marie Soundſo, bin in der 7
von Morlaix beſchäftigt und möchte raſend gerne
heir=
dieſe Sendung in die Hände eines paſſenden Neflek Sul
langt, dann ſchreiben Sie nach meiner Wohnung Rue 1.=
A
Eine Srau mit ſolchem Cabakverſtändnis war für H R.
trand natürlich unwiderſtehlich, und er hatte nichts
tun, als Fräulein Marie von ihrem Alleinſein zu erlöf R
Poetiſcher veranlagt ſind jene jungen Mädcher
Winde das wichtige Amt übertragen, ihnen einen geeie
werber zuzuführen. Sie kaufen einen oder mehrere je
Lein
bunten Kinderballons, befeſtigen daran eine Viſiter
Adreſſe und freundlichen Grüßen für den unbekannten wri
ſchicken die Ballons mit den beſten Wünſchen und Finnt
am liebſten an einem ſchönen Maimorgen auf die Ne EN.
der Finder galant iſt, wird er den Ballon höchſtperſön „rrit
bringen, und tatſächlich ſoll ſchon manche Ehe durch
der Anknüpfung zuſtande gekommen ſein.
Andere, Männlein und Weiblein hinwiederum, di
heiraten möchten, verſuchen es mit einer Art Lotte „m
ſcheinlich um das alte Vorurteil zu entkräften, das in
Spiel und Glück in der Liebe unvereinbare Gegenſätze m
hatte eine hübſche engliſche Dame einmal auf einem He
Lotterie veranſtaltet, bei der ſie ſelbſt das „große Lu/,7
Sie pries den Haupttreffer an als „eine einnehmend vi
von neunzehn Jahren, mit blauen Augen, einem ſüßen ad
beſonders ſchöner Sigur.‟ Die Lotterie hatte ſolchen
ſie dadurch nicht nur einen guten Mann, ſondern aus cch
nügend Geld bekam, um ſich in der Muſik ausbilden 3 gen.
Aehnlich ſuchte ſich ein vielumworbener Jüngline mi d
ihn verehrenden Damen gleich liebenswert erſchiene /s M
Verlegenheit zu helfen. Er ſchrieb alle ihre Namen /keiu
Settel, rollte dieſe zuſammen, legte die Nöllchen in
ſchüttelte ſie tüchtig durcheinander und zog dann einen 7u
heraus. Und die Ehe mit der auf dieſe Weiſe ermitt. FDan
iſt ein ausgeſprochener Erfolg geworden.
Andere Heiratskandidaten wieder, die zwiſchen meh
partnern zu wählen haben und ſich nicht entſcheiden ki
ſuchen es mit einer Art Wettkampf. So wurde die ſch P
ſchützin in einem amerikaniſchen Sirkus von zwei Cor
ſelben Cruppe leidenſchaftlich begehrt. Und da ſie de
gleicher Weiſe zugetan war und nicht wußte, wem ſie
geben ſollte, ließ ſie die Nivalen ein Wettrennen zu 9/M
anſtalten, und der Sieger durfte ſie dann zum Craual Khi
Eine merkwürdige Form des Sweikampfes um F
eines Millionärs wählten zwei amerikaniſche Malerir Fän
ſie mit dem Einverſtändnis des Umworbenen beide
malten. Und diejenige, die ihn nach ſeinem Urteil am ſ—n
troffen hatte, durfte zur Belohnung für ihre Cüch ſä1
Gattin des reichen Mannes werden.
Weniger romantiſch als praktiſch war die Methe / 7
Italiener erfand, um die Erſehnte ſeines Herzens ode
ſeines Magens herauszufinden. Er hatte den b
Wunſch, eine Frau ſein eigen zu nennen, die ihm ſeine Eit
ſpeiſe ganz nach ſeinem Geſchmack zu bereiten wußte
anſtaltete daher einen Kochwettbewerb, zu dem durch —
zeigen alle heiratsluſtigen Mädchen der Gegend eingela C
Und diejenige, die ihm die Makkaroni am ſchmackhe /
bereitete, erhielt ſeine Hand und zugleich den Mitg
ſtattlichen Vermögens.
Aufgabe 385.
—Ic
F. Skalik (Jof. Kerles) in Weinberge bei Prag.
(Ehrende Erwähnung d. „Aftonbladet” 1907.)
Prüfſtellung: Weiß: Kg2 Dg1 Tf4 1d4 8es ();
Schwarz: Ke4 Td8 Le7 Bb5 d5 f6 g4 (7); 34
Aufgabe 386.
Rudolf L’hermet in Schönebeck a. d. Elbe.
(1. Preis der „New=Yorker Staatszeitung”, 1894.)
Weiß: Ke8 Di2 Tc6 Lg5 Sa2 b2 Be2 e6 (8);
Schwarz: kd2 D14 Le4 8h5 (4).
Matt in zwei Zügen.
Kätſel
Silbenrätſel.
Aus den Silben: a a al an bad bä bob cha chi chi di die
do e el fa fak gal ger gie ha ha ho i i in ka ke ku la le
le le leib li luſ luſ mae man mi mi mu mun na nal ne ne
ne ni niz nor on pez ra ran re ro rur ſe ſe ſi ſka ſter ta
than ti ti tra u u uſ vi ze zi zy ſind 23 Wörter zu bilden, deren
Anfangs= und Endbuchſtaben, beide von oben nach unten geleſen, einen
Spruch ergeben. Die Wörter bedeuten: 1 Strom in Afrika, 2
Elfen=
königin, 3 Stadt in Indien, 4 fabelhaftes Seeungeheuer, 5 Philoſoph,
6 Waſſerbehälter, 7 Metall, 8 altägyptiſch geſchnittener Stein, 9
ärzt=
liche Wiſſenſchaft, 10 Inſel der großen Antillen, 11 indobritiſche
Feſtung am Ganges, 12 Handſchriftenabdruck, 13 Diener, 14 Prophet,
15 franzöſiſche Landſchaft, 16 reicher Mann, 17 Angehöriger eines
Indianerſtammes, 18 afrikaniſcher Inſektenfreſſer, 19 kleiner künſtlicher
Menſch, 20 Turngerät, 21 Gift, 22 italieniſche Provinz, 23 Roman
von Zola.
Oe
Durch Umſtellung der Buchſtaben iſt der Beruf des Herrn
Gar!
Auflöſung der Rätſel ans Nr. 24
Magiſches Quadrat.
Reue, Eins, Unke, Eſel.
Magiſches Doppelquadrat.
Druck u. Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23.
—Vergnt wortlich f. d. Redaktion; Dr. H. Nette, Fernſpr. 1,. B89—3392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſchees: F. Haußmann,
M
[ ← ][ ][ → ] F F DE PRESSA
E Summer=Märche.
(frei nach Heinrich Heine.)
Kaput I.
For korzem alſo war ich in Kölln,
Dann es wärd nu’ ſchun ſeit Woche,
In de ganze ziffeliſierte Welt
Zloß noch vun der „Preſſa” geſproche.
däß weer e Kulldurdhat erſten Rangs
5o wärd es aam verkindicht
inner uns geſagt, es wärd in Kulldur
Fetzt e bische zuviel geſindicht ...
die Kulldur is weiblich, wohl gemärkt,
Vie leicht geht ihr „Ruf” in die Binſe,
Dann je wencher vun Weiwer geſproche wärd,
Deſto beſſer, bekanntlich) ſinn=ſe.
In grad ſo leicht is bei de Kulldur
Der gude Ruf de Katze ...
der Geethe hott nie devo geſchwätzt,
Der hott kaa gebraucht — der hatt=ſe!
Heit awwer redd alles vun „Kulldur”
To ich will net driwwer ſtreide,
Fedoch, mir ſcheint, mer waaß oft kaum,
Vas däß eichentlich dhut bedeide.
Es wärd bei jeder Geläächenheid
deit was zurecht gedrexelt
in dodebei wärd oft „Kulldur”
Nit „Ziffeliſatzion” verwexelt.
eulldur jedoch un Ziffeliſatzion
Däß is en gewaldicher Schiedunner:
Femehr die letztere blieht un gedeiht,
Deſto mehr geht die anner unner.
Däß haaßt, in Bezug vun de „Preſſa” will
Ich mir do kaa Urdaal erlaawe,
Dann der Owwerowwer vun Kölln hott’s geſagt,
in do miſſe mer’s äwe glaawe.
Der Owwerowwer vun Kölln is e Mann
Der kennt ſich aus in de Praxis,
Der kennt den Fremderummel aach
in waaß, was gix und gax is.
Der Owwerowwer vun Kölln is es Mann,
Der ſorgt, daß ſtets was los is,
Dem gruſelt’s vor kaam Deffeſitt
In wann es noch ſo groß is,
Der Owwerowwer vun Kölln is e Mann,
Der glenzt wie bolliertes Meſſing,
Haaßt Adenauer, wie bekannt,
In unſerer haaßt Gla=eſſing.
Der Owwerowwer vun Kölln is es Mann,
Ohut was er will erlediche,
WBann der erſt Owwerowwer vun Darmſtadt wer
Gu=nacht, Greedche!
Au Jeſſes —
Kaput II.
Ner brauch vun Darmſtadt bis Kölln finf Stund,
Im Audo, was will däß bedeide
De Heinrich Heine hott lenger gebraucht
Vun Aachen — herrliche Zeite!
Heit fliggt die Welt an aam babei,
s geht alles wie beſeſſe,
Un was mer äwe geſähe hott,
Is in de nechſte Minud vergeſſe.
Was kimmert uns heit die Lorelei,
Die mag als ſinge un kemme,
Mir gucke vorwärts, dann es gild
Die Korve richdich zu nemme!
S Wichdichſte is: kaa Zeit verliern!
Doch ich bin der Iwwerzeichung,
Däß: Zeit gewinne, un: Zeit verliern,
Däß is bloß e obbdiſche Deiſchung.
2. Audofahrt wirkt drumm uff mich
Stets wie e ernſter Mahner:
Die Welt wärd klenner mit jedem Dag,
in unſer Härz wärd klanner!
Kaput III.
7i als ich middags kaam nooch Kölln
Ta heerte ich rauſche den Rheiffluß
in hab ſoſort pun de „Preſſa” geſpiert
Sen ganze gewaldiche Eifluß.
er Fremdezuſtrom, krick de Krenk,
ott mächdich zugenomme,
wer net gleich ſei Bett mitbringt
3 hinnenooch de Dumme.
Saſtfreundlich awwer ſin=ſe in Kölln,
Die’s ſelte mer uff de Welt hott,
Ls is en jeder willkumme heit,
Die Haubtſach is, wenn er Geld hett.
Un hott mer ſo en halwe Dag
Im Audomobbel geſeſſe,
Do is mer mied un abgeſpannt
Un mecht aach ebbes eſſe.
Mer ißt in Kölln bekanntlich gut,
Beſunners „en halwe Hahne‟,
Daß däß en Handkees mit Kimmel is
Dhut freilich niemand ahne.
So dhat aach ich in kerzer Friſt
E ſchee Lokal endecke,
Un ließ noch liewer Gewohnheit mir’s
Jetzt erſt mol orndlich ſchmecke.
E' Köllner hott mer Geſellſchaft geleiſt,
Un währendem ich geſpunne,
Erzehlt mir der, ’s hett jingſt in Kölln
Aaner=e Maus im Kulaſch gefunne.
Der Wert hett behaubt, die Konggurenz
Hett die Maus in’s Kulaſch geſchmuckelt,
Un die Köllner Zeidunge hette den Fall
Schun wäächem „Bräßdiech” verduckelt.
Doch in de Köllner Bärjerſchaft
Do weer mer ſehr erbiddert,
Weil jeder jetzt un iwwerall
E Maus im Kulaſch widdert.
Ich hab meim Köllner Freund geſagt,
Däß weer mir doch zum lache,
Mer braicht doch wääche=re klagne Maus
So kaa Gedees zu mache.
Dann bei dem große Fremde=Bedrieb
Do is däß meinerſeel klar,
Daß däß per Zufall nor e Maus,
Un net gleich e richdich Kamel war.
KaputIV.
Un als ich voll Erwarddung dann
Den große Völkerkonggräß ſah,
Do hab ich e bische endeiſcht geſagt:
So, ſo — däß is alſo die Preſſa?!".
Däß is des große Kulldur=Dokumend,
Aus alle Lender un Zeide?! —
Un widder fiel mir mein Heine ei”:
Ich weiß nicht was ſoll es bedeide . . ."
Dann offe geſtanne, ich halt die Reklam
E bische for iwwerdriwwe —
Mer ſieht jo nix als wie Babier,,
Daals bedruckt un daals beſchriwwe!
So geht mer hie, un geht mer her,
In dem große Ausſtellungsſtädtche
Mer ſieht vor lauder Beem kaan Wald
Un vor lauder Blätter kaa Blättche.
E' jeder kulldurbeleckte Menſch
Der drifft do ſehr viel Bekanndes
Un wann er ganz genau gucke dhut,
Aach manchmal was Indräſſandes.
Es wärd die Endwickelung aam gezeicht,
Der Gang der Nachrichteverbreidung
Vun de Neger=Drummel bis zur Roddatzionsmaſchin,
Vum Bänkelſänger bis zu de Zeidung.
Von de Keilſchrift uff=eme Ziegelſtaa
Bis zum Buch in heechſter Vollendung
Aach der Kunſtverlag Alexander Koch
Verdritt dort mit Stolz ſei Sendung.
Em Gudenberg ſei Druckmaſchin
Wärd dort im Bedrieb bewunnert,
E Köllner Hennesche druckt ſogar
Im Koſtiem vum 15. Johrhunnert
Mer ſieht aach e Biſte vum Gudenberg
Un wie der zu Lebzeit friſiert war,
Un daß er niemals en Bart gehatt,
Sundern immer glatt raſiert war.
E: „Handſchrifte=Sammlung” wärd gezeicht,
Die Blädder ſin kaum zu zehle,
Vun allerlaa beriehmte Leit,
Bloß mei dhut drunner fehle.
Un ſo geht fort vun Saal zu Saal
E' jeder ſeiner Wege:
Der Leie ſtaunt un der Fachmann ſtutzt,
Doch der Kenner lacht iwwerlege . . .
De meiſte awwer wärds ganz dumm
For lauder gucke un läſe,
Un däßhalb ſag ich: for mein Geſchmack,
Wer wenicher — mehr gewäſe!
Die „Maſſe Menſch” geht dra vabei
An manchem Gute un Scheene,
Sie guckt, un guckt un guckt un guckt,
Un fengt dann a zu gehne!
Un ſicherlich bei neunzich Brozent,
Do mach ich, Eich e Weddung,
Is ſchließlich der Vergniechungspark
Die allerletzte Reddung.
Dann freilich, ſo=en Rummelblatz,
Der därf aach do net fehle,
Bloß — was hott der mit „Kulldur” zu dhu? —
Däß ſoll mir mol anner erzehle ..."
Kaput V.
Als awends ich uff de Rheibrick ſtand
Wohl an der Hafenſchanze,
Da ſah ich fließer den Vater Rhein,
Im Preſſa=Beleichdungsglanze.
Un vun der Muſik da is der Schall
Laut mir in’s Ohr geklunge:
„Drink, drink, Briederlein drin!
So hott mer in aamfort geſunge.
Der Vater Rhein hott nix geſchwätzt
Mit mir, er kennt die Geſchmäcker,
Un is an manchen Vers gewehnt
Seit dene vum Nicklas Becker.
Ich aber hab mer den Dom bedracht,
Der ſich zum Himmel gereckt hott,
Un zu dem mer in de „Drauwe” hier
Uff=em Boddem die Baubleen endeckt hott.
Un, offe geſtanne, der Köllner Dom,
Däß war mei greeßtes Erlebnis,
Un vun de ganze „Preſſa” war däß
Das „kulldurällſte‟ Ergebnis.
Dann wie der Dom uff mich gewirkt
Däß leßt ſich net ermäſſe —
Doch vun de „Preſſa” hat ich bald
Des allermeiſte vergäſſe.
Kaput VI.
Mer ſecht, es weern uff de Preſſa vier=
Unvärzich Staate verſammelt
Mag ſei — mir kimmts uff aan net a,
Solang die Vernunft verrammelt.
Was nitzt mir’s, wann uff ſolche Art
Sie in „Kulldur” dhun mache,
Im iwwriche awwer, voll Haß un Neid,
Sich gäächeſeits iwwerwache?!
Was nitzt’s, wann ſe in jedem Staat
Zeidungen drucke un ſetze
Bloß um die Velker ausnahmlos
Gääche=enanner zu hetze?!
Was nitze die drei Kärche mich
Die ſogar uff de Preſſa zu ſehe
Solang in Punkto Reliſchon
Kaaner de annere will verſtehe?!
Korzum, was nitzt mich, wie geſagt,
Der ganze Velker=Kongräß a‟
Verzeiht, ich waaß mir kaa Antwort druff,
Dann — ich kumm jo ſelbſt vun de Preſſa...
Bienchen Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Ich hab in vorſtehender
Kalobb=
dichterei e bische die Kulldur geſtreift, es ließ ſich net ganz
ver=
meide. Un do fellt mer ei, aach in unſerm Landdagsgebaide war
die Woch ſo e Art Feſttagung, die wo ungefehr uuf die „Kulldur
enaus gelaafe is, indem ſich’s do um die Volksbildung un
Jugendpfleg gedreht hott. Ich muß geſteh — ’s is jo aach em
Heinrich Haſſinger, der wo in Heſſe däß Feld im
Haubt=
beruf beackert, vun alle Seite nooch Strich un Fadem beſtädicht
worrn — die Arweit is mehr wert, als alle „Ausſtellunge” un
ſcheene Sprich, die wo geläächentlich als geklobbt wärrn. Däß is
wärklich Dienſt am Volk! — Dann was is Kulldur? — Doch bloß
wann aaner in ſeim Beruf, dorch ſein Beruf, un iwwer ſeim
Beruf enaus, ſeim Läwe noch en Sinn un Inhalt gäwwe kann,
mit aam Wort:noch e Seel. — Un dodezu die Jugend erziehe,
die Jugend unbegrenzten Alters, däß is ſchun des Schweißes der
Edlen wärt. — In dieſem Sinn: Härzlichen Glickwunſch, Heinrich
Haſſinger, un weider ſo, wann aach net alle Bliedendräume
reife! . . .
Dann gottlob, die Jugend is for alles Gude un Scheene heit
noch genau ſo empfenglich wie frieher, ’s kimmt bloß druff a' wie
mer=ſer beibringt. Un die ſogenannte „Jugend von heute”, die
iwwerſpannte, verdrehte weibliche Rotznäßcher, un blaſſierte
Läwemennerſaigling, die ſich, un ihre Umwelt, zum Ekel ſin, die
hotts zu alle Zeide gäwwe; je wenicher wichdich mer ſe nimmt,
um ſo ſchneller wärrn ſe vun ihrm ungeſunde Dinkel befreit.
Drotzdem „däß Mädel vun heit”, drauß beim Bruno Habrecht,
däß hott mer doch kolloſal imboniert un ausnehmend gut gefalle;
die hatt es Härz un es Schnäwwelche uffm rechte Fleck; mit aam
Wort: e goldich Krott! —
Der zeitgemäße Haushalt.
Die Verwertung der Milch in der Küche. Wem
wäre nicht das eindrucksvolle, vom Reichsausſchuß für
Milchver=
wertung herausgegebene Plakat: „Mehr Milch!.. bekannt? Dieſe
FForderung unterſchätzen immer noch jene Hausfrauen, die da
glauben, daß der dem Säuglingsalter entwachſene Menſch auf
Milch verzichten kann. Doch iſt Milch ein ebenſo unentbehrliches
Nahrungsmittel, wie Butter, Fleiſch, Gemüſe uſw. Enthält doch
Kuhmilch nach Prof. Dr. Schwenkenbecher in 100 Gramm 3,
Eiweiß, 3,6 Fett und 4,5 Kohlehydrate, alles Stoffe, die wir zur
Ernährung notwendig brauchen. Das ſoll nun keineswegs heißen,
daß wir uns zu fleißigen Milchtrinkern entwickeln ſollen, ſondern
daß wir die Milch mehr wie bisher zum Kochen verwenden, zumal
ihre Verwertungsmöglichkeit eine ſehr vielſeitige iſt. Sehr
nahr=
haft z. B. iſt Milchgelee als Nachtiſch, zu dem man ½ Liter
kochende Milch mit etwas Zitronenſchale und Vanille auskocht,
mit 2 geriebenen bitteren Mandeln, ſowie 2 Eßlöffel ſtarker
Süß=
ſtofflöſung würzt und mit 6—8 Blatt halb roter, halb weißer
Gelatine verrührt, in einer Glasſchüſſel erſtarren läßt. Auch
Milchnockerln von Milch, Ei, Mehl, wenig Salz bereitet, in
geſüßter Milch gekocht, mit brauner Butter übergoſſen, ergeben,
mit eingemachtem Obſt gereicht, ein vorzügliches Abendbrot für
Kinder. Milchſchmarrn, wie Eierkuchen gebacken, ebenſo
vorzüglich. Sehr ſchmackhaft iſt auch ſüße Milchſuppe und
Milchflammerie auf die verſchiedenſte Weiſe mit Vanille,
bitteren Mandeln, Zitrone, Apfelſine, Rum uſw. gewürzt und mit
Süßſtoff abgeſchmeckt. Ferner ſeien noch die verſchiedenen Breie
erwähnt, die mit Milch ausgequollen werden, die Haferflocken=,
Reis=, Gries=, ſowie die mit Milch gekochten ſüßen Soßen, als
Beigabe zu Nachſpeiſen und Flammeries.
Würzige Sommerſuppen.
Feine Gurkenſuppe. 1—2 mittelgroße Gurken werden
nach dem Schälen in Stückchen geſchnitten (vorher das Kernfleiſch
entfernt) und mit 1½Liter Salzwaſſer zum Kochen aufgeſetzt.
Dann durch ein Haarſieb geſtrichen, verkocht man die Suppe mit
einer hellbraunen Mehlſchwitze und ſchmeckt ſie vor dem Anrichten
mit Salz, wenig Pfeffer und etwas feingewiegter Peterſilie ab.
Schotenſuppe mit Semmebröckchen. 1 Pfund
Schotenerbſen ſetzt man mit 1 Liter Fleiſchbrühe auf, um die
Suppe mit einer Einbrenne ſämig zu kochen. Mit Salz, wenig
Zucker abgeſchmeckt, richtet man ſie mit geröſteten
Semmel=
bröckchen an.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Schotenſuppe, Sauerbraten, Rhabarberkompott.
ontag: Pichelſteiner. Dienstag: Spargelgemüſe mit
Zalbsleber. Mittwoch: Gefüllte Zwiebeln. Donnerstag:
Gekröſe mit Roſinenſoße. Freitag: Geſpickter Seelachs.
Samstag: Gulaſch im Reiscand.
Koſtüm oder Mantel.
Immer wieder werden wir Frauen vor die Frage
geſtellt: was wirkt im Straßenbild feſcher, eleganter,
ein Mantel oder ein Koſtüm? Und immer wieder muß
hierauf geantwortet werden, daß bei der
augenblick=
lichen Mode beide, Koſtüm und Mantel, abſolut
gleich=
berechtigt ſind, daß es beide in einfacher, praktiſcher
und eleganter Aufmachung gibt. Ein flott
verarbeite=
ter Mantel aus einem feinen Wollſtoff oder aus
ſchö=
ner ſchwarzer Seide wird immer als elegantes
Klei=
dungsſtück, mit dem man ſich überall ſehen laſſen kann,
gelten, ebenſo die vielen entzückenden Koſtüme und die
ein Koſtüm erſetzenden Complets, für die, außer ganz
feinen hellen Wollſtoffen, auch allerlei Seidenarten,
vor allem Baſtſeide und Crepe de Chine, verarbeitet
werden. — Und neben dieſer eleganten
Straßenklei=
dung ſteht die einfache, etwas ſportlich gehaltene, die
wir für trübe Regentage, für Ausflüge und „
Wander=
touren unbedingt beſitzen müſſen. Für dieſe Art von
Mänteln und Koſtümen wird man ſtets einen feſteren,
ganz diskret gemuſterten Wollſtoff wählen, einen
Stoff, der möglichſt unempfindlich gegen Regen iſt
und der den unvermeidlichen ſommerlichen Staub
nicht gar zu ſichtbar werden läßt. Am ſchönſten ſind
all die vielen hellen Töne in Beige, Roſé und
Hell=
braun mit ihren wunderhübſchen feinen Muſterungen.
Sehr beliebt ſind auch die in zwei Töne mie,
Stoffe — in Beige=Braun, Schwarz=Weiß
beſonders für die feſchen ſportlichen Koſtür Fu”
verwendet werden. Wer die ſportliche Nr m
tonen will, kann den Kragen, die Manſch
ſchmalſte Paſpel, die die Nähte und Teilun Henhn
heben, aus einem weichen Wildleder in der Fhe
dunkleren Tones im Stoff arbeiten; Zun,
Lederkaöpfe wirken ſehr dekorativ. — Als 5 vu
eines ſolchen Koſtüms kommt nur eine Fadu
Crepe de Chine= oder Baſtſeidenbluſe in .. ſo t
D Rai
ee Falſile
einfach gearbeitet, mit Säumchen und em
ſchmückt. — Die ſehr eleganten ſeidenen C. ezu f hungdeh2
entweder aus Bluſe, Rock und Jacke, oder ex m
aus Kleid und kurzem Jäckchen beſtehen, „ du
Nahmen
ein ſchönes und ſchönfarbiges Material un ſtz
Wie ſutd hei
Verarbeitung wirken. Auch hierfür ſind / Beſſe leitz ſat be
teſten Garnierungen ſchmale Bieſen und d. Dieſm k dimrgt v0
Sommer wieder beſonders bevorzugten 9 ſoln k, d,. Jarris
— Die Verarbeitung der eleganten Nachn g znüe Krüonnell
tel iſt meiſt ſehr kompliziert, ſowohl in * Schnl lüdes. Seit
formen, die viele originelle und aparte Te gen wk=den
gen, ſowie in den Garnierungen; auch an — Ye 1 ſhziteſter
dellen finden wir viel Bieſen und außer
ſommerlichen Wärme zum Trotz — ſchöne xiſch
hafte Pelzkragen.
Schnitte erhältlich.
Zu allen Modellen Lm
Eine neuartige Handtaſche Das um den Hals geknüpfte Cuch
in wunderhübſcher Gobelinſtickerei zeigt unſere kleine
Skizze. Sie wirkt zum hellen Sommerkleidchen ſowie
zum eleganten Complet oder Seidenmantel beſonders
hübſch. Die Farben der Stickereien ſind ſo matt und
gedämpft, daß ſie wohl zu jedem Kleid paſſen werden.
Die Taſche bildet eine vollendet ſchöne Neuheit, die
unſeren Damen ſehr willkommen ſein wird.
aus karierter oder getupfter Seide, Taft oder Foulard
gehört zu dem Neueſten, was uns die Mode für den
Sommer gebracht hat. Es wirkt beſonders ſchick, wenn
man die gleiche Seide auch als Garnierung eines
ſchicken kleinen Hütchens verwendet, und zwar als
ganz einfach um den Kopf gelegtes Bandeau, das,
wie der Schal, ſeitlich geknotet wird.
Moderne Wäſche.
Das Kleid beſtimmt die Form der Wäſche; eine weite
Mode, die keinen Wert auf eine ſchlanke ſchmale
Sil=
houette legt, geſtattet auch eine größere Stoffülle und
weite gereihte Formen der einzelnen Wäſcheſtücke. Unſere
Mode, die wieder und wieder die Schlankheit betont, kann
nur Hemden und Höschen zulaſſen, die aus einem
Mini=
mum an Material gearbeitet ſind. Und ſelbſt das
Mate=
rial richtet ſich ſtets nach der Modeform der Kleider.
Heute darf nichts auftragen und verbreitern, ſelbſt ein
feines Leinen, der idealſte Wäſcheſtoff früherer
Gene=
rationen, würde für die tannenſchlanken Frauen von
heute eine Gefahr bedeuten. Darum haben wir uns auch
von allen dieſen ehemals geſchätzten Wäſcheſtoffen
abge=
wandt und verarbeiten nur noch das Zarteſte und
Duf=
tigſte, was es auf dieſem Gebiete gibt: Crepe de Chine,
Seidenmouſſelin und eine feinfädige Waſchſeide für die
Anſpruchsvollen, Batiſt, Opal und Voile für die
Beſchei=
deneren. Zur Verarbeitung ſind beide Arten, die ſeidene
und die baumwollene, gleich vorzüglich geeignet. Aus
beiden laſſen ſich fabelhafte Sachen arbeiten, denn der
Schick der modernen Wäſche liegt ja nicht nur in der
Qualität des Stoffes, ſondern mehr noch in der
Schnitt=
form, in der Garnierung und in der Farbe. Die Schnitte
Praktiſche Wäſcheſtücke.
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ſind einfacher und praktiſcher geworden; das frim Mühle
allem der, der die Wäſche näht, wäſcht und
pr-
größten Erfolg hat wohl die Hemdhoſe, dief Feiß. Mn wieder
zarte Gebilde, das Hemd und Beinkleid in —ndiſt N4bundlag
Weiſe kombiniert. Oft ſind dieſe Hemdhösd iw m. WiMi Stück
arbeitet, daß ſie durch einen pliſſierten Anſatz wunn Hisnh veril
den von der augenblicklichen Mode ſo veracht T-Unſge Auſche Gebie
rock erſetzen, der manchmal — bei einem durd Fumel R.00 der E.
den Kleid — doch wirklich nicht zu entbehren Su 90 V M0 Nönige
Micgeworfe
ſem Falle trägt man das ebenfalls unentbehrli dchluf
höschen unter der Hemdhoſe direkt auf dem „Di. Me veoolerur
AMr weite
Unter den verſchiedenen Garnierungsn Suielde KMſit iü geſt
ſtehen Säumchen, Hohlnähte und Spitzen an e7 Siole WAhrdorrer
Stickereien haben viel von ihrer Beliebthei Erloreh Hiu ſt uns h
höchſtens, daß den einzelnen Hohlnahtmotive —r u0 L, a der zah
da ein Blümchen eingeſtickt iſt. Unter den v den0 5.o, Neiteh
euicht dar
Spitzenarten wiederum ſind es Valenciennes t M. Uün und
feine beſtickte Tüllſpitzen, die ſich beſonderer leſt N. M- Adeutf
freuen und die den zarten Geweben oft in g Buntle 2. M dſen
zierten Linien klar eingearbeitet ſind. Ganz re ſehl R en 9
erhaup
auch die ſehr feinen Tüllſpitzen und =Einſät —9 M Ri und de
mit winzigen, mehrfarbigen Kreuzſtichmotiven Bhick.
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ſind. — Etwas ſehr Schickes für unſere elegan Sr0lde, 4, ſn d
ſind die Morgenhäubchen, meiſt wahre Gedicht S4
e Nöt
Spitze, zierlichen Blüten und ſchönem Seide Ri"
2u
geſchickte Frauenhände iſt es eine Freude, ſold 7. 50
chen ſelbſt zu arbeiten. — Zu allen Modellen 1. Ob 4N
Schnitte erhältlich.
Praktiſch und elegar
iſt auf unſerer untenſtehenden Skizze
Ein reizender Sriſierumhang gezeigt. Er iſt aus weißem,
gebunk=
tetem Mull gearbeitet und mit einer zartroſa Batiſtblende umgeben. Der Schnitt
iſt denkbar einfach und doch ſehr kleidſam und zweckentſprechend.
U0l
*
Auch ſie ſind unentbehrlich, der Hüfthalter ſowohl
wie der Büſtenhalter. Für beide müſſen, wenn ſie
fül=
ligeren Formen Halt geben ſollen, feſte Gewebe
verwen=
det werden, ein kräftiger Drell oder ein ebenfalls ſehr
haltbarer Seidendamaſt für den Hüfthalter, und
Wäſche=
tuch oder eine feſtere Batiſtart für den Büſtenhalter.
iſt der Unterrock auf unſerer kleinen Slzse. 2.!"
ſchön beſtickte Batiſtvolant gibt dem Molet
elegante Note.
Die Untertaille in ihrer feſtanſchliebend.”
beſonders bei den ſtärkeren Damen ſehr Nei
ſehr
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