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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 165
Freitag, den 15. Juni 1928.
191. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
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auffräge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerſchtliſcher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Müllers Mißerfolg.
de zen lehnt die Große Koalition ab. —
Ver=
ſiimmungen im Reichstag.
xt einmal 48 Stunden hat Herr Hermann Müller
ge=
ac, um bei ſeinen Verſuchen zur Kabinettsbildung ſich das
„rſtch al gründlich feſtzufahren. Dabei hat er eigentlich bisher
wie nichts getan. Einer ſeiner boshaft veranlagten
Fres)” erzählte am Mittwoch im Reichstage, Müller ſäße im
ar/ zimmer und warte darauf, daß ihn einer beſuche — es
äm— er niemand. Tatſächlich
die Hauptſache ſeiner
ſens), und damit hat er nicht
Erfolg gehabt.
erinnerlich, hatte die
Volkspartei ſich darauf
Seſt3t, daß gleichzeitig die
rry Koalition in Reich und
KPrez: kommen müſſe. Dieſen
Sſa; hatte Herr Müller zur
ſer9 s genommen, hat ihn
5 auch ſeinem Partei=
9 Braun weitergegeben.
ße=” baun hat aber ſehr kühl
„ubbe) it, wobei er
ſtaatsrecht=
ſichh denken in den
Vorder=
grurt chob und erklärte, es ſei
für! Miniſterpräſidenten von
AMPr”: einfach nicht tragbar,
daol ; vom Reiche aus irgend
wad Zorſchriften gemacht wer=
„deid ten. Aehnlich haben ſich
auteu je preußiſchen Partei=
Müc) geäußert, ſo daß
eigent=
ſichl n am Donnerstag mittag
diest rhandlungen auf dem
tot y0 ankt angekommen waren.
Danl der Unterhändler der
De=3 in Volkspartei Dr. Scholz
einal ffen und hat die An=
—egg gegeben, unter dem
Hin=
wei3 rauf, daß er hier ſchon
S dasl ndat ſeiner Partei
über=
ſchn), ob ihm nicht die preu= Der bisherige Reichskanzler Dr. Marx
ſeines Kabinetts.
Koid n irgendwelche feſte
Zu=
ſagA eben könnten über die
umd ltung der preußiſchen Regierungsverhältniſſe Mitte
dritten Vizepräſidentenplatz gerückt, während das Zentrum mit
Dr. Eſſer und die Deutſche Volkspartei mit Herrn von Kardorf
einen Stuhl heraufrückten. An ſich gewiß eine Belangloſigkeit,
aber kennzeichnend doch für die mangelnde Verbindung zwiſchen
den Parteien, die ſich auch in Verſtimmungen in kleinerem Kreis
zeigt. Es verdient zur Kenntnis genommen zu werden, daß der
Vorſitzende der Landtagsfraktion der
Deut=
ſchen Volkspartei, Herr von Campa, ſeinen
Poſten niedergelegt hat, weil ſeine Fraktion ihn nicht
in die Kommiſſion gewählt hat, die gebildet war, um
bereit=
zuſtehen für Beſprechungen über die Einführung der Großen
Koalition in Preußen. Auch zwiſchen Zentrum und Demokraten,
Ais4 en Arbeit „Warten‟ Zwei Reichskanzler verlaſſen das Palais des Reichspräſidenten.
Der neue Reichskanzler Müller=Franken
ſiſéfol Parteien der Weimarer nach Ueberreichung der Demiſſion nach der offiziellen Beauftragung zur Regierungs..
Fu-y n Preußen liegen nämlich die Dinge ſo, daß Herr Braun
14.7 allgemeine Ankündigung über die Umbildung der
Regie=
runl geben hat, und daß er bereit iſt, im Herbſt mit der
Deut=
ſches/ olkspartei zu verhandeln. Inzwiſchen ſind die
Miß=
erard anträge gegen das Kabinett und gegen den
Kultus=
wirM, am Donnerstag abgelehnt worden, und der
Land=
arlt ſich bis zum 10. Juli vertagt. Er wird nur
buſe enkommen, um das Präſidium endgültig zu wählen, alſo
nung: einige Tage, und dann bis zum Herbſt Ferien
ein=
ue ſche? Der 10. Juſi wäre alſo techniſch der nächſte Zeitpunkt,
am eheſten über den Umbau der Preußenregierung
ge=
ſpruu, werden könnte.
Führer der Reichstagsparteien haben Herrn Scholz in
Auss geſtellt, daß ſie ihm auf dieſe Frage am Donnerstag
es antworten würden, ſind aber nicht mehr ſo weit
ge=
konm weil inzwiſchen die preußiſchen Abgeord=
9eA ſchon Hals über Kopf Berlin verlaſſen
9arm tnd auch der preußiſche Miniſterpräſident Braun,
wenig=
ſer einige Tage, weggereiſt iſt, um ſeine Frau ins Bad zu
buir?. Es ſcheint aber, als wenn die preußiſchen
Par=
leri es grundſätzlich ablehnen, der Deutſchen
Lal partei das leiſeſte Zugeſtändnis zu
NaNr. Die Volkspartei ſelbſt hat am Donnerstag
nael rag ſich erneut auf ihre Erklärung feſtge= des Hauſes ſehen werde. Hier gab es auf ſeiten der Kommuniſten eimige
e daß für ſie nur eine gleichzeitige Umbil= Unruhe.
(A in Reich und Preußen in Frage kommen könne.
Vod ſem Beſchluß hat Herr Scholz den übrigen Partei= die Deutſchnationalen den bisherigen Vizsbräſidenten Graef vor,
wäh=
nichk ibrig, als am Freitgg vormittag zum Reichspräſidenten für Graef, 187 für Eſſer, 48 für Thälmann und 11 für Frick. Der Reſt
zu n, um ihm von ſeinem Mißerfolg Kenntnis zu geben, der Stimmen war zerſplittert. Da keiner der Kandidaten die abſolute
Bisl t aber wird Herr Müller einen anderen Weg wählen, Mehrheit erreichte, wunde eine Stichwahl zwiſchen Eſſer und Gmaef vor=
DAI der Deutſchen Volkspartei den Vorſchlag macht, zunächſt gewählt.
e eitfrage Preußen auszuſchalten und in eine Diskuſſion
Bei der Wahl des zweiten Vizepräſidenten ſchlugen die
Deutſh=
bed e ſachlichen Fragen einzutreten, die von der Volkspartei, nationalen wieder den Abg. Graef vor, während die ſozialdemokratiſche
un-Y m Zentrum angeſchnitten worden ſind, alſo gewiſſer= Fraktion den Abg. Kardorff (D.B.P.) in Vorſchlag brachte. Die Wahl
Mar ein Regierungsprogramm aufzuſtellen, vorbehaltlich ergab 203 Stimmen für Kardorff, 142 für Graef, 47 für Thälmann und
11 für Frick. 33 Zettel waren unbeſchrieben und daher ungültig. Da
achträglichen Einigung über die Preußenfrage.
405 gültige Stimmen abgegeben worden waren, erklärte Reichstagspräſi=
1t, wie am Donnerstag das Präſidium
engewählt wurde, wo die Parteien der Weimarer
ſc en gegen die Deutſchnationalen, Sozialdemokraten gegen
ſa rniſten, kurzweg alles durcheinander ſtimmte, bis zuletzt
L Iſidium herauskam, das wenigſtens in ſeiner Reihenfolge
Berückſichtigung der Stärke der einzelnen Fraktionen
Nio” „u tun hat, muß doch zu denken geben.
Deutſchnationalen haben ſehr ungeſchickt taktiert und ſich
annehmlichkeit ausgeſetzt, daß ſie ihren Bewerber viermal
a Eimmung ſtellen mußten, wonach er ſchließlich zum dritten
2Eſidenten gewählt wurde. Er iſt alſo vom erſten auf den
wie zwiſchen Demokraten und Sozialdemokraten kann man
Ver=
ſtimmungen beobachten: kurz, es läuft alles ſo durcheinander,
daß die zurückhaltende Taktik Hermann Müllers ſich vorläufig
zweifellos micht bewährt.
Die Wahl des Reichstagspräſidiums.
* Berlin, 14. Juni. (Eig. Bericht.)
Der neue Deutſche Reichstag wählte heute ſeinen Präſidenten. Die
Wahl mußte, da die Nationalſozialiſten ſich einer Wahl durch Zuruf
widerſetzten, durch Zettelwahl vorgenommen werden. Nach der wie
ge=
wöhnlich etwas langwierigen Wahlhandlung verkündete der
Alterspräſi=
dent Bock folgendes Ergebnis: Abgegeben wurden 446 Stimmen, davon
entfielen auf den Abg. Loebe 318, auf den Abg. Thälmann 46
und auf den Abg. Frick 11 Stimmen, die reſtlichen Zettel waren
unbeſchrieben.
Der Abg. Loebe iſt damit zum Reichstagspräſidenten
wieder=
gewählt. Die unbeſchriebenen Zettel entfallen auf die
Deutſchnationa=
len, die ſich der Stimme enthielten. Abg. Loebe nahm die Wahl an und
löſte unter größtem Beifall des Hauſes den Alterspräſidenten Bock auf
dem Präſidentenſtuhl ſofort ab. Dann hielt Reichstagspräſident Loebe
eine kurze Anſprache, in der er ſeinen ehrlichen Willen zur Fortführung
ſeines verantwortlichen Amtes betonte und mit beſonderem Nachdruck
darauf hinwies, daß er ſeine Hauptaufgabe in der Wahrung der Würde
Bei der nun folgenden Wahl des erſten Vizepräſidenten ſchlugen
rend die Sozialdemokraten mit der Begründung, daß die
Deutſchnatio=
uRl und Herrn Müller Kenntnis gegeben. Damit wäre nalen bei der Wahl Loebes ſich dunch Abgabe weißer Zettel der Stimme
itlich ſchon der ganze Traum der Großen enthalten hätten, Graef ablehnten und den Abg. Eſſer (Ztr.) zum erſten
KSl tion ausgeträumt und es bliebe Herrn Müller / Vizepräfidenten vorſchlugen. Die Zettelwahl ergab 448 Stimmen: 191
genommen. Eſſer wurde mit 248 Stimmen zum erſten Vizepräſidenten
dent Loebe unter allgemeiner Heiterkeit und Beifall der Mehrheit des
Hauſes, der Abg. Kardorff habe mit 208 Stimmen genau die für ſeine
Wahl notwendige Mehrheit erreicht. Damit war Abg. Kardorff zum
zweiten Vizepräſidenten gewählt.
Für den Poſten des dritten Vizepräſidenten ſchlug Abg. Dr.
Scholz (D.V.P.) wiederum den Abg. Graef vor, die Demokraten
und Sozialdemokraten jedoch die Abg. Frau Dr. Bäumer (D.). Da der
erſte Wahlgang keine Klarheit brachte, mußte wieder eine Stichwahl
vergenommen werden. In dieſer wurde Abg. Graef mit 205
Stim=
men gegen 167, die auf Frau Dr. Bäumer fielen, bei 56
Stimmenthal=
tungen zum dritten Vizepräſidenten gewählt. Da Graef nicht im Saale
war, konnte nicht feſtgeſtellt werden, ob er die Wahl annimmt. Dann
wurde die Wahl der beiden Schriftführer vorgenommen. Das Ergebnis
wird erſt nach der Sitzung feſtgeſtellt. Hierauf vertagte ſich das Haus
auf Freitag nachmittag 3 Uhr.
* Jubiläums=Perſpektiven.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, Mitte Juni.
Der Völkerbund hat eine Art Jubiläum gefeiert und ſomit
ergibt ſich alſo die günſtige Gelegenheit zu allen möglichen
Be=
trachtungen. Daran fehlt es hier in Paris nicht, und zwar auch
an ſcharfſinnigen Betrachtungen nicht, die faſt immer zu
verſchie=
denen Reſultaten kommen. Niemand aber will aus dieſen
Be=
trachtungen die praktiſchen Konſequenzen ziehen, und niemand
ſchlägt etwa eine präziſe Reform der Außenpolitik in dieſer oder
jener Richtung vor. Mit der Zuſammenkunft Briand—
Chamber=
lain in Paris iſt man hier offiziell in beſonderem Maße
zufrie=
den, was nicht ausſchloß, daß man die Genfer Ereigniſſe mit
einer gewiſſen Unruhe verfolgte, die um ſo ſtärker war, als Briand
diesmal ja nicht nach Genf gehen konnte. Im übrigen iſt man
in den hieſigen politiſchen Kreiſen mit dem Aufſchub ſehr
zufrie=
den, den die Behandlung der großen europäiſchen Probleme durch
das Fernbleiben Briands und Streſemanns unzweifelhaft
er=
fahren hat, denn man hält dieſen Aufſchub für die
franzöſiſche Politik für günſtig. Man iſt überzeugt,
daß auch, wenn ein Zuſammentreffen der beiden Außenminiſter
jetzt möglich geweſen wäre, trotzdem eine gewiſſe dilatoriſche
Be=
handlung der Dinge notwendig geworden wäre. Man legt das
Hauptgewicht auf die September=Tagung des Völkerbundes, weil
man eingeſtandenermaßen zunächſt die Entwicklung der deutſchen
Innenpolitik abwarten will. Der Ruck nach links in Deutſchland
hat für Frankreich kaum eine beſondere Bedeutung neben der
Befürchtung, daß die Streſemannſche Richtung für die deutſche
Außenpolitik unter Umſtänden nicht mehr ausſchlaggebend ſein
könnte. Im übrigen muß daran erinnert werden, daß Briand
durch ſeine Krankheit lange Zeit von den Regierungsgeſchäften
ferngehalten worden iſt und daß die leidige Kriegsächtungsaffäre
inzwiſchen den Einfluß Poincares nicht unweſentlich erhöht hat.
Ganz im Sinne Poincarés iſt es gelungen, der
Kriegsächtungs=
frage ihre Stacheln zu nehmen, und zwar mit ſo viel Erfolg, daß
die Kriegsächtung immer mehr an Bedeutung verliert, je mehr
ſich das endgültige Kompromiß am Horizont abzeichnet.
Der Antikriegspakt ſoll denn auch diesmal in Genf weit
weniger Sorgen verurſacht haben, als man hier urſprünglich
be=
fürchtete, und das gute Einvernehmen zwiſchen Boncour und
Chamberlain hat freudige Ueberraſchung ausgelöſt. Man iſt
ent=
zückt von dem engliſchen Außenminiſter, gegen den man ſonſt
erhebliches Mißtrauen hegt, ſowohl über ſeine Haltung in Genf
als auch über die engliſche Antwortnote an Kellogg. Trotzdem
aber iſt ja die 50. Tagung in Genf keineswegs, ſo ruhig und
reibungslos verlaufen, wie man hie und da gehofft hat. Das
Fehlen der zwei markanteſten Köpfe iſt doch außerordentlich
fühl=
bar geweſen, und ſo ſchmeckte dieſe Jubiläumstagung ſehr viel
mehr nach Genf wie nach Locarno. Für die Einſtellung
Frank=
reichs war diesmal Paul Boncour beſtimmend, einer von den
Drejen, deren Namen eine außenpolitiſche Richtung bedeuten.
Poincaré, Briand, Boncour, dieſe drei Richtungen ſollen
aller=
dings, wie man hier ſtets mit Emphaſe betont, völlig identiſch
ſein. Und tatſächlich ſchließen ſie ſich ja auch für den Augenblick
nicht gegenſeitig aus, inſofern, als es keinen Zuſammenſtoß gibt,
aber es hängt doch nur von dem guten Willen des Beobachters
ab, ob er dieſe drei Richtungen als einander ergänzend auffaßt.
Chamberlain hat ſeine Freundſchaft für Frankreich wieder
einmal unter Beweis geſtellt, und das war für Frankreich
inſo=
fern nicht unangenehm, als ja die Tagung trotz gewiſſer Erfolge
Boncours oft recht peinliche Momente hatte. Die Berichte von
Blocklands waren für Frankreich durchaus unbefriedigend, und
ſie zwangen Paul Boncour zu einer ſcharfen Stellungnahme, die
man am Quai d’Orſay lieber vermieden hätte. Und die litauiſche
Frage hat ſehr wenig dazu beigetragen, um bei der 50. Tagung
das Preſtige des Völkerbundes zu heben. Eine außerordentliche
Verſtimmung hat die Haltung Scialojas ausgelöſt. Das iſt
be=
ſonders unangenehm, da ja die franzöſiſche Politik alles
ver=
meiden möchte, was zu einer Spannung zwiſchen Paris und Rom
führen könnte und da ſie ja tatſächlich eben um einer Entſpannung
willen ernſte Opfer gebracht hat. Man will Ruhe am Mittelmeer,
um die Poſition Frankreichs dort wirklich ausbauen zu können,
und dieſer Ausbau wiederum iſt notwendig, weil man von der
neuen Regierung eine große Aktivität in der Kolonialpolitik in
erſter Linie in Nordafrika und Marokko erwartet. Es muß in
dieſem Zuſammenhang auch erwähnt werden, daß man
gegen=
wärtig kein Mittel unterläßt, um die Offentlichkeit für den
Kolo=
nialgedanken zu gewinnen und daß eine auf eine Annäherung an
England abzielende Politik immer mehr an Boden gewinnt. Es
muß dies im Zuſammenhang mit dem Verhältnis zu Italien
betont werden, da in Genf wieder einmal die Freundſchaft
zwi=
ſchen Frankreich und den Mächten der Kleinen Entente mit einer
Intenſität betont worden iſt, wie ſeit langem nicht mehr. Man
braucht das wohl nicht tragiſch zu nehmen, denn im Verlauf der
langwierigen Verhandlungen über die Mittelmeerpolitik hat ſich
doch ſehr klar herausgeſtellt, daß dieſe für Frankreich ſehr viel
bedeutſamer iſt, als gewiſſe peinliche und heikle Probleme am
Balkan und im öſtlichen Mitteleuropa. Das wird man in Prag
bald wieder zu ſpüren bekommen, denn es gibt in Paris nicht
nur Paul Boncour, ſondern es gibt auch noch einen Briand und
Poincaré.
Inzwiſchen hat man ſich auch in Paris davon überzeugt, daß
der Stil der ruſſiſchen Außenpolitik jede Zuſammenarbeit mit
den Sowjets ausſchließt, und das iſt deswegen von beſonderer
Bedeutung, als damit ein Stein des Anſtoßes für die
franzöſiſch=
engliſche Freundſchaft beſeitigt iſt. Daß gerade Poincaré jetzt eine
ſo ausgeſprochen engliſche Richtung einſchlagen muß, iſt
aller=
dings eine Ironie des Schickſals. Die Zeit der außenpolitiſchen
Stagnation ſcheint vorüber, und auch für Frankreich werden
binnen kurzem die außenpolitiſchen Fragen im Vordergrund der
Erörterung ſtehen. Dann wird auch Briand aus ſeiner Reſerve
heraustreten, ſobald — ſo behauptet man in Paris — die deutſche
Innenpolitik zur Ruhe gekommen iſt.
Geite 2
Die Interpellationen Walters und
Uhrhs vor der franzöſiſchen Kammer.
Um die Freilaſſung der autonomiſtiſchen und
kommuniſtiſchen Abgeordneten. — Die
Re=
gierung droht mit der Vertrauensfrage. —
Walter gibt nach. — Uhrys Interpellation
mit 342 gegen 167 Stimmen vertagt.
EP. Paris, 14. Juni.
Kammerpräſident Bouiſſon teilte zu Beginn der heutigen
Nachmittagsſitzung der Kammer mit, daß ihm zwei
Inter=
pellationen zugegangen ſeien, eine von dem elſäſſiſchen
Ab=
geordneten Walter, der die ſofortige Freilaſſung
der Abgeordneten Ricklin und Roſſe, und eine vom
Sozialiſten Uhry, der die Freilaſſung auch der
kommuniſtiſchen Abgeordneten fordere. Wie man
ſieht, haben ſich die geſtrigen Gerüchte von einer Einigung
zwi=
ſchen der Regierung und den elſäſſiſchen Abgeordneten über die
Nichtaufrollung des ganzen Fragenkomplexes nicht beſtätigt.
Juſtizminiſter Barthou erklärte darauf ſofort, daß die
Regie=
rung beantrage, die Diskuſſion der
Interpella=
tion Walter zu vertagen; die Regierung ſtelle
die Vorfrage verbunden mit der
Vertrauens=
frage. Die Sitzung vom letzten Donnerstag habe bewieſen,
daß es gefährlich wäre, eine ſolche Debatte zu eröffnen. Die
Regierung wolle und könne nichts tun, was als Desavouierung
der Geſchworenen von Kolmar ausgelegt werden könne.
Außer=
dem ſei gegen das Urteil Berufung eingelegt worden. Die
Regie=
rung könne in den ordentlichen Gerichtsgang nicht eingreifen.
Der Kommuniſt Berthon erklärte darauf, die Regierung habe
kein Recht zu der von ihr bezeichneten Stellungnahme, denn die
Kammer ſei in Fragen dieſer Art ſouverän.
Walter wandte ſich gegen die Vertagung
ſeiner Interpellation.
Wenn die Kammer die Vorfrage ablehne und die ſofortige
Freilaſſung von Ricklin und Roſſe anordne, dann werde ſie gute
Arbeit geleiſtet haben, indem ſie zur Beruhigung der Gemüter
in Elſaß=Lothringen beigetragen haben werde. Das elſäſſiſche
Volk ſei durchaus nicht autonomiſtiſch. Die Wähler Ricklins und
Roſſes hätten lediglich den Wunſch kundtun wollen, daß das
Regime der Strenge und der Sanktionen im Elſaß nun einmal
ein Ende nehme. Der Beweis, daß Ricklin und Roſſe Verräter
ſeien und vom Auslande Geld erhalten hätten, ſei nicht erbracht
worden. Im Elſaß glaube niemand an ihre Schuld. Der
Kol=
marer Prozeß ſei ein wahrer Skandal geweſen. (Entrüſtete
Zu=
rufe von verſchiedenen Bänken.) Man möge Ricklin und Roſſe
zunächſt einmal Gelegenheit geben, vor der Kammer zu erſcheinen,
um ſich zu äußern. Er könne die beſtimmte Erklärung abgeben,
daß beide mit Nachdruck erklären würden, ſie wünſchten
keines=
wegs die Lostrennung Elſaß=Lothringens von Frankreich.
Der Sozialiſt Crumbach erklärte, daß ſeine
Partei die Freilaſſung nicht nur der
autonomi=
ſtiſchen, ſondern auch der kommuniſtiſchen
Abge=
ordneten fordere, und zwar, weil nach ihrer Anſicht die
Reſultate der Wahl geachtet werden müßten.
Der frühere Wiederaufbauminiſter Reibel erſuchte Walter
eindringlich, ſeinen Antrag zurückzuziehen.
Walter beriet darauf ſehr lebhaft mit ſeinen
elſäſſiſchen Kollegen. Brogly erſuchte Walter
um Zurückziehung, worauf dieſer wieder die
Tribüne beſtieg, um zuerklären, er habe
beſchloſſen, ſeinen Antrag bis zur Palidierung
der Wahl von Ricklin und Roſſe zurückzuziehen.
Poincars rief dazwiſchen: „Das heißt alſo nur bis morgen. Das
iſt ein ſchlechter Scherz!”
Die Sitzung wurde darauf vorübergehend aufgehoben. Auf
der Rechten herrſchte ſtarke Unzufriedenheit. Mehrere
Abgeord=
nete begaben ſich zu Poincaré und machten ihm heftige
Vor=
würfe, die allgemein erwartete beruhigende Geſte nicht unter= bisheriger Unterſtaatsſekretär im Mimiſterium für auswärtige
nommen zu haben.
Uhry zu entſcheiden habe. — Juſtizminiſter Barthou erklärte,
daß die Regierung auch in dieſem Falle die Vor= der als beſonderer Kenner deutſcher Wirtſchaft gilt, iſt um ſo
frage verbunden mit der Vertrauensfrage
ſicht geſtellt habe, worauf Barthou ſehr beſtimmt erklärte, daß lionen Mark, davon ſind 410 Millionen Einfuhrwerte nach und
die Regierung keinerlei Verpflichtungen irgendwelcher Art über=
Freitag, den 15. Juni 1928
Vom Tage.
Wie aus Dietramszell berichtet wird, trifft der
Reichspräſi=
dent v. Hindenburg am 17. Auguſt zu einem mehrwöchigen
Erholungsaufenthalt auf dem Gute der Frau von S hilhner in
Die=
tramszell (Oberbahern) ein, wo der Reichspräſident bereits zum vierten
Male einen Teil ſeines Urlaubs verbringen wird.
Der Geſamtvorſtand des Deutſchen
Städtebund=
des tagt am 19. und 20. d. M. in Berlin. Zur Beratung
ſtehen unter anderen wichtige Fragen der Gemeinde=Selbſtverwaltung,
der aktuellen Probleme der Umgemeindung und der Landkreis=Reform
ſowie die für die kleineren und mittleren Städte beſonders brennende
Frage der Unterhaltung der Volks=, Mittel= und Hochſchulen.
Der preußiſche Landtag hat ſich am Donnerstag auf Diens= kommen. Die größte Schwierigkeit bereitet die St
tag, den 10. Juli, vertagt.
Der anhaltiſche Landtag wählte den bisherigen die Erhöhung einiger Einfuhrzölle für landwirtſchaft
ſozialdemokratiſchen Miniſterpräſidenten Deiſt mit dukte vorgeſchlagen werden ſoll. Vorausſichtlich wird Sie
17 von 33 abgegebenen Stimmen zum Miniſterpräſidenten, fohlen werden, das Alkoholverbot beizubehalten. Auße F
Der bisherige Staatsminiſter Dr. Weber (D.) wurde ebenfalls wieder
zum Miniſter gewählt. Die bisherige Negierung umfaßte drei Miniſter. Coolidges gutheißen wird, d. h. nichtsvo
Wie aus Belgrad gemeldet wird, hat der italieniſche
Ge=
ſandte in Belgrad, General Bedrero, im Belgrader Außen= will. Die Expedition in Nicaragug ſoll gebilligt wer
miniſterium eine neue Proteſtnote der italieniſchen
Re=
gierung wegen der antifasciſtiſchen
Ausſchreitun=
gen in Jugoſlawien überreicht.
Für die auf den 26. Juni feſtgeſetzte Verhandlung gegen gebungen mit dem Rufe: „Wir wollen nichts von Hoove
Bela Khun und Genoſſen werden in Wien vom
Gerichtspräſi=
dium umfaſſende Vorkehrungen gegen jede Art einer Störung der
Ver=
handlungen getroffen.
Frau Emmeline Pankhurſt, die berühmte Suffragette
und Mutter der bekannten Kämpferinnen für Frauenrechte, Chriſtabel
und Eſtelle Pankhurſt iſt in London verſchieden.
Der Polarflieger Wilkins wurde vom engliſchen
König in Audienz empfangen, die etwa eine Stunde dauerte.
Der König verlieh dem Flieger den Adelstitel.
Die amerikaniſche Regierung hat die Entſendung weiterer
Marinetruppen nach Nicaragua beſchloſſen.
Aus Buenos Aires wird gemeldet, daß der argentiniſche
Kongreß offiziell Irvigoyen zum Präſidenten der
Republik proklamiert hat. Die Amtsdauer des neuen
Präſi=
denten läuft von 1928 bis 1935.
nommen habe und auch nicht gewillt ſei, ſich irgendwie binden
zu laſſen. Die verurteilten autonomiſtiſchen Abgeordneten hätten
das Recht, den ordentlichen Gerichtsweg weiterhin zu verfolgen;
die Regierung werde aber in keiner Weiſe in den Gang der Juſtiz
eingreifen. Faure erklärte, daß ſeine Partei nicht befriedigt ſei.
Sie fordere die Freilaſſung nicht nur der Autonomiſten, ſondern
auch der Kommuniſten. Darauf wurde zur Abſtimmung
ge=
ſchritten. (Die Radikale Gruppe hatte am Vormittag bezüglich
der Interpellation Walter Stimmabgabe beſchloſſen.)
Die Kammer hat mit 342 gegen 167 Stimmen die Vertagung
der Interpellation Uhry beſchloſſen.
Argentiniens neuer Botſchafter in Berlin.
Dr. Erneſto Reſtelli,
Angelegenheiten in Buenos=Aires, wurde zum erſten Botſchafter
Nach Wiederaufnahme der Sitzung teilte Kammerpräſident Argentiniens in Berlin ernannt. Früher vertrat ein Geſandter,
Bouiſſon mit, daß die Kammer über die Interpellation Exzellenz Federico M. Quintana, die Intereſſen dieſes Staates
in der Reichshauptſtadt. Dieſe Neubeſetzung durch Dr. Reſtelli,
wichtiger, als Deutſchland ein ſehr großes Abſatz= und
Arbeits=
ſtelle. — Der ſozialiſtiſche Abgeordnete Paul Faure möchte gebiet in Argentinien findet. Es ſteht an dritter Stelle der
wiſſen, ob die Regierung den Elſäſſern Zugeſtändniſſe in Aus= Hauptverkehrskänder mit einem jährlichen Umſatz von 800 Mil=
390 Millionen Mark Ausfuhrwerte von Argentinien.
*Poet und Schauſpieler.
Zu Conrad Ekhofs 150. Todestag am 16. Juni.
Drei Geſpräche von Johannes Günther.
Die Göttinger Studentenſchaft iſt in Aufregung. Eine
Schau=
ſpielergeſellſchaft iſt am Wort. Was ſpielt ſie? Das große
moderne Stück „Miß Sara Sampſon” des Herrn Gotthold
Ephraim Leſſing. Der Abend der Aufführung geſtaltete ſich zu
einem Triumph für die Komödianten. Die Studenten rücken auf
die Bühne, ſie bringen dreimal Hochrufe aus auf die zarte, ſo
wunderſam ſchmachtend ſterbende kleine Sara, Hochrufe auf den
Darſteller des Mellefont, auf Conrad Ekhof. Die Schauſpielerin
nach Hauſe zu geleiten iſt für die Studenten eine Freude, eine
Ehre, eine Pflicht. Den großen Schauſpieler Conrad Ekhof läßt
man lieber allein gehen. Er hat etwas Dämoniſches an ſich. Bei
der kleinen Sara wußte man doch, wodurch ſie beſtach! Durch
ihre großen, irren, bangen Augen! Durch ihre zierliche, ängſtliche
Geſtalt, die ſich ſo gar nicht in der ſchlimmen Welt zurechtfinden
konnte! Durch ihre zitternde Stimme! Durch ihre ſchmalen
Hände, mit denen ſie in der Todesangſt die Bettdecke zupfte. Aber
dieſem Conrad Ekhof war nicht beizukommen. Als er da hinter
den Kuliſſen ſtand, ſah er überhaupt unanſehnlich aus, klein,
mückrig, grau, teilnahmslos. Ein Student hatte geſagt, Ekhof ſei
wie eine Libelle. Wenn ſie in der Sonne ſpielt, wenn ſie ihre
Reigen ſchwirrt, dann glitzert und glänzt, ſie in allen Farben.
Unterſuchſt du aber ihren Zauber, nimmſt, du ſie gar in die
Hände, um genau zu erkennen, wo nun die einzelnen herrlichen
Farben ſitzen, dann iſt ſie ſchwarz und häßlich. Dieſer Student
war Friedrich Wilhelm Gotter geweſen. Ein vornehmer, ſtiller
Junge mit einem blaſſen, eigentlich unſchönen Geſicht. An dem
Triumphzug der Schauſpielerin hatte er ſich nicht beteiligt, war
einſam ſeine Straße gegangen. So hatte es der Zufall gefügt,
daß er mit dem großen Ekhof zuſammentraf. Er wollte
weg=
ſehen, er wollte ſchnell vorbeiſtreifen, aber etwas bannte ihn, zog
ihn magnetiſch zu ſich. Er mußte aufblicken, ſah in Ekhofs Augen,
hielt zugleich darauf Ekhofs Hand, hörte Ekhofs Stimme ihm
eine gute Nacht wünſchen. „Aber als Student kennt man wohl
keine Nacht?” fragte die Stimme und ſcherzte mit unerwarteter
Friſche. „Der Schlaf gehört dem Philiſter, nicht?” Und ſie ſitzen
zuſammen beim Wein. Zwei Stunden und mehr. Gotter ſtellt
törichte Fragen. Ekhof lächelt gütig. Gotter fühlt ſich bedrückt
bis zuletzt. Jeder Satz, den der andere ausſpricht, klingt ihm
zweideutig. Er könnte dieſen Mann lieben, und doch müßte er
ihn meiden. Er ſpürt von ſeinem Geiſte einen Hauch; dieſer
Hauch könte auch giftig ſein! „Der Schauſpieler iſt der echte
Künſt=
ler”, denkt er ſich. „So wirr und wild, ſo chaotiſch und
ungeſchaf=
fen wie er, iſt keiner!” Schließlich geht Ekhof davon, oder
viel=
mehr er hebt ſich weg. Gotter ſitzt noch lange allein, ihn treibt
es auch zu dieſer Kunſt. Und als der Morgen da iſt und der
Uhr=
zeiger den artigen Studenten ins Kolleg ruft, da ſteht der Plan
in ihm fertig da, einen Theaterverein zu gründen, nicht bloß zur
Erholung und gar nicht zur läppiſchen Geſellſchaft, ſondern um
am eigenen Leibe die ſchwierigſte und anziehendſte der Künſte zu
erproben. — Wenn Gotter ſich auch Vorwürfe macht, daß er
albern und dumm dem großen Schauſpieler gegenüber geweſen
iſt, ſo hat Ekhof ihn doch nicht vergeſſen.
Fünf Jahre ſpäter ſpielt Ekhofs Geſellſchaft in Wetzlar, dem
biederzopfigen Städtchen des Reichskammergerichts. Er hört von
einem jungen Legationsſekretär namens Gotter, der ſich auch als
Dichter einen Namen gemacht habe. Er verfaſſe hin und her in
gelehrten und galanten Zeit chriften zierliche Lyrismen und
Epiſteln, er umgehe die klingenden Albernheiten der
Anakreon=
tiker und folge ſtets, wenn auch in zarten Worten, der Mahnung
Jean Jacques Rouſſeaus „Zurück zur Natur!‟ Diesmal iſt es
Ekhof, der ſich aus der Geſellſchaft der ehrſamen Honoratioren,
die ihn feiert, möglichſt bald wegſtiehlt und die Wohnung des
jungen Poeten aufſucht. Er erkennt ihn gleich. Gotter iſt
natür=
lich auch in der Komödie geweſen, hat vom Parterre zur Bühne
hin Wiederſehen gefeiert. Die Begrüßung iſt lebhafter als
da=
mals, iſt auf ſeiten Gotters ſchon etwas bewußt geſpielt, ſchon
in der Ueberzeugung, etwas zu „gelten”. Aber er hat die
liebens=
würdige Zurückgezogenheit, die ihn damals adelte, noch nicht ganz
aufgegeben. Ekhof kann in ſeiner Umgebung ausruhen, und
Got=
ter wird auch, je länger er bei ihm iſt, um ſo beſinnlicher. Er
ſtudiert in ſeinem Geſicht, nicht mit der ſchematiſierenden
Neu=
gier, wie der Profeſſor Lavater ſeine Phyſiognomik treibt,
ſon=
dern immer noch mit dem Erkenntnisdrang, dem er als Künſtler,
als junger Künſtler folgt. Er hat manches aus dem Leben Ekhofs
gehört. Vorſichtig bittet er den Meiſter, ihm dies und jenes zu
beſtätigen, und er beſucht auf den Wegen der Erinnerung mit
ihm die Höhenpunkte ſeines Lebens. „Höhenpunkte?” fragt Ekhof,
Der republikaniſche Kones
in Kanſas Cittz.
Das Programm der Republikaniſchen
EP. New York, 1
Im republikaniſchen Kongreß von Kanſas City if
ſchließungskommiſſion trotz mehrſtündiger Beratungen
keiner Einigung über das Parteiprogro
Partei zur Landwirtſchaft. Es wurde lediglich beſcht
feſt, daß die Partei die bisherige Außer
amerikaniſchen Beitritt zum Völkerbung
ſo der Antikriegspakt. — Geſtern trafen 2000 Farme
Umgebung in Kanſas City ein. Sie veranſtalteten St.
E
und drangen ins Verſammlungslokal ein. Auf der Str.
ein Lied mit dem Kehrreim: „2000 Farmer wollen
Hoover wiſſen.” Senator Moſes erklärte in einer Re
die Niederlage der Demokraten bei den Präſidenten)
November vorausſage. Die Demokraten würden geſch
den, weil ſie für den Völkerbund einträten und auß
Freihandel förderten. Handelsſekretär Hoover hat
Meldung aus Waſhington erklärt, daß, wenn er heute, m
tag, zum Kandidaten der republikaniſchen Partei
erna=
er ſofort als Miniſter zurücktreten und die Präſid
kampagne eröffnen werde.
Der mutmaßliche Kandidat der Demokraten, der C
des Staates New York, Smith, hat erklärt, daß die Tm
mit einem Gegner wie Hoover leicht fertig würden.
Die Entſchließungskommiſſion des Republikanif
greſſes in Kanſas City hat dem Kongreß heute das
mulierte Parteiprogramm unterbreitet, das wie folgt ir
gefaßt werden kann:
1. Die Partei iſt gegen jede Annullier;
Kriegsſchulden.
2. Sie iſt gegen den Beitritt der Vere xien
Staaten zum Völkerbund, dagegen für Teilnahme a —.9
ratungen der techniſchen Komiſſionen.
3. Sie fordert Aufrechterhaltung der E. an
derungsbeſchränkungen.
4. Sie fordert die Aufrechterhaltung der 2a)
marine im Umfange der Waſhingtoner Verträge.
5. Sie unterſtützt den Kelloggſchen
ächtungsplan.
6. Sie fordert die Fortſetzung der Exp) im
nach Niearagua, bis die dortige Regierung ſel d
Lage ſein wird, Leben und Eigentum der Amerikaner z te
7. Die Partei fordert die Aufrechterhaltu dei
Schutzzollgeſetzgebung.
Die Beratungen der Deutſchen Volk= Fu
Die Reichstagsfraktion der Deutſchen Volkspartei u
Donnerstag nach der Plenarſitzung eine Fraktionsſ
um ſich mit der politiſchen Lage zu beſchäftigen. Bei C Eu
der wichtigſten Frage, der volksparteilichen Forde u
gleichzeitiger Bildung der großen Koalition im Reid
Preußen, brach die Fraktion die Beratungen ab und b /ch
auf Freitag, um den Eingang der Antworten auf die
Parteivorſitzenden Dr. Scholz perſönlich an die 7
Sozialdemokraten, Demokraten und des Zentrums
Anfragen abzuwarten.
Eine ſozialdemokratiſche Entſchließ
zur Regierungsbildung.
Die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion hielt
nerstag abend in Anweſenheit des preußiſchen Mit Eri
denten Braun eine Sitzung ab, die mehrere Stunder Beit
Ueber den Verlauf wurde von der Fraktion folgende / i
ausgegeben:
„Die ſozialdemokratiſche: Reichstagsfraktion nahm
richt ihrer Unterhändler über die Verhandlungen mit ut
teiführern entgegen. Im Laufe der Verhandlungen
Mitteilung gemacht, daß die Fraktion der Deutſchen V lend
einmütig nach wie vor auf einer gleichzeitigen Umbil N
preußiſchen Regierung beſteht. Die ſozialdemokratiſche ſt.10
faßte einſtimmig folgenden Beſchluß: Die ſozialden wſc
Reichstagsfraktion lehnt es aus ſachlichen Gründen al
preußiſche Regierung und auf die preußiſchen Parte
Druck zur Umbildung der preußiſchen Regierung auszu
„Höhenpunkte . . . gewiß: wie ich armes Advokatenſch
glücklich als Akteur in die Schönemannſche Geſellſchaft IS
durfte, wie ich merkte, daß ich etwas verſtand, daß ich
darſtellte, wo die andern nur Larven zeigten, wie wir 1I2
zog von Mecklenburg als Hofſchauſpieler angeſtellt wu
mein Ruhm, Gott ja, mein Ruhm wuchs, auf unſeren R
Stadt zu Stadt, wie wir in Hamburg das Nationaltheg
deten und ein Leſſing vor mir ſtand, kopfſchüttelnd.. . in
... nun ja, das wären Höhenpunkte. Aber die Tiefen, die
in mich gegraben, die haben an mir geſogen, die haben
nahe zerſetzt. Wenn ich hungernd und mißachtet auf dem iec
ſtuhl ſaß und an der Feder kaute, wenn ich verlacht wur
meines hutzeligen Leibes, wenn ich jahraus jahrein auf 1.
ſtraße lebte wie ein Zigeuner, wenn ich meinen Stan
und bilden wollte und eine Schauſpielerakademie grut
aber unter Lachen zuſammenkrachte, wenn unſer Herzoß
ich nun mit meiner vermaledeiten „Berühmtheit” wiede.
Landſtraße umherkroch, wenn unter Schimpf und Sch‟
Nationaltheater zuſammenſtürzte und ſich der Leſſint
Antiquitätenkabinett zurückzog und uns ſtehen ließ, wd.
den, das ſind Tiefen, junger Herr, von denen Sie hiel
im warmen Stübchen, aufrückend in einer feſtgelegten.
laufbahn — ſich nichts träumen laſſen.” Mit einem 90
junge Dichter Gotter faſt reif und überlegen. Sie ſic
den Tiefen?” fragt er. Ekhof antwortet nichts
daraul=
ein Künſtler wären, ob Sie der Künſtler wären, wel”
vorſichtiges Geſchick Sie von Höhepunkt zu Höhepunt.
hätte?” Auch darauf ſagt Ekhof nichts. Er ſchweigt. ”
den Abend über. Sie ſind nur mit ihren Gedanken Veie
Und es iſt ſchier tragikomiſch, wie er, der Alte, als C.
ſich vom Jungen Rat holt: „Sie meinen, man mühle.
ſein dem Geſchick?”
Und nach aber fünf Jahren. Ekhof iſt in Gotha A.
herzoglichen Hoftheatertruppe. Gotter iſt daſelbſt GeNel
leirat. Das iſt viel mit ſeinen dreißig Jahren. Sie Nit
nicht vorſichtig und auf Umwegen aufzuſuchen, we.
Studenten= und Jünglingszeit, ſondern das Vele
Leben führt ſie ſelbſtverſtändlich zuſammen. Gs hil ſe
ſchlingen, und ſie müſſen ſich ſtille Stunden ſtehlen. Ne
ſagt Ekhof, „noch öfters über Ihre Worte nach, 9.
haben ſie ja nicht geſprochen, ich habe ſie Ihnen ia N.
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Freitag, den 15. Junt 1928
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obiles geheime Funkſprüche.
zeuge und Eisbrecher zur Ueberwindung
der Eisbarriere.
ihrend ſich alle Welt bemüht, Nobile und ſeinen Begleitern
u ſchicken, geht zwiſchen ihm und der „Citta di Milano”
mrverkehr hin und her, in dem chiffrierte Berichte
aus=
zt werden, die zwar auch andere Stationen auffangen, mit
fie aber nichts anfangen können. Das berührt inſofern
irdig, als die „Citta di
Milano” vom ſicheren Kingsbay aus ununterbrochen Funkſprüche
mit Nobile wechſelt, gehen von allen Seiten Flugzeuge und
Schiffe heran. Aus Italien kommt die „Savoya 55” mit dem
Flieger Maddalena. Der ſchwediſche Flieger Nielſen iſt mit dem
Junkersflugzeug „Uppland” nach Spitzbergen geſtartet. Der
Dampfer „Hobby”, der noch immer im Packeis feſtliegt, hat eine
Hundeſchlitten=Expedition ausgeſetzt, die Nobile ſuchen ſoll. Die
Ruſſen haben einen ihrer beſten Eisbrecher in Marſch geſetzt.
Das ſchwediſche Schiff „Queſt” iſt unterwegs, und ſchließlich
bringt der ſchwediſche Dampfer „Tanja” noch Flugzeuge nach
Spitzbergen. Die Amerikaner dagegen wollen ihren Zeppelin
1” noch immer vor
Kings=
egt und bis jetzt noch
en leiſeſten Verſuch zur
g. unternommen hat,
d ſich die Norweger,
ſen. Dänen, Ruſſen
ngländer fortgeſetzt
be=
mi) an die Verunglückten
tkommen, infolgedeſſen
n Recht darauf beſitzen,
ihren, was Nobile funkt
as ihm berichtet wird.
indruck verſtärkt ſich
im=
ehr, daß die Italiener
rlei geheim halten. Das
ich ſchon daraus hervor,
ſeit Tagen ſich
ununter=
mit Nobile unterhalten,
jr gut wiſſen, wie es um
ht. Es ſind aber täglich
nige kurze Mitteilungen
ſt her gegeben worden über
chickſal und ſeine jetzige
Welches Intereſſe die
Ita=
haben, chiffrierte
Funk=
mit Nobile
auszutau=
iſt nicht recht erſichtlich.
es tun, zeugt jedenfalls
daß ſie etwas
geheimzu=
haben. Vermutungen
auszuſprechen, was
ver=
verden ſoll, erſcheint
an=
der Lage der Expedi=
Inehmer und der
Bemü=
zu ihrer Rettung nicht
icht. Die Tatſache aber,
jerſt behauptet wurde,
mauuer Reſt der Mannſchaft
ch gerettet, während jetzt
ſen wird, daß dieſe Leute
len ſind und vielleicht
ſd gefunden haben, gibt
zu denken wie der andere
d, daß Nobile mit faſt
euten am 30. Mai nach
tland aufgebrochen war,
ie Verwundeten
zurück=
roch immer iſt die Frage
twortet, warum er
plötz=
ehrt gemacht hat und
die anderen drei
Beglei=
itergewandert ſind. Iſt
ihre twas zugeſtoßen, wovon
Nal weiß, was aber die
Oef=
leit nicht erfahren ſoll?
anze Verhalten Nobiles
darnach angetan, ihm
thien zu erwerben. Schon
an, auf dem Nordpol
Mann auszuſetzen, die
erſuchen ſollten, zu Fuß
te Gegenden zu erreichen,
von keinem guten Cha=
und wer Amundſen und
th hört, die vor
Jahres=
it der „Norge”, unter
der kann in dem
Ita=
lienu tur einen falſchherzigen
Diru eicht verhindern konnten. — Während alſo die „Citta di ſchlagen, die „Los Angeles” für das Rettungswerk einzuſetzen.
Die „Citta di Milano” verſucht alles Menſchenmögliche
für die Reitung Nobiles.
Kapitän Romagna Manoja, Kapitän Farina und Leutnant Striano,
die Führer der „Citta di Milgno”, organiſieren eine Rettungsexpedition nach der anderen.
Ueber der Eiswüſte.
Noro. Führung den Pol über= Probe= und Erkundungsfahrt eines der Flugzeuge der „Hobby” über Spitzbergens Treib= und
Packeiswüſte.
erblicken, dem es gleichgültig iſt, was mit ſeinen Ge= „Los Angeles” nicht zur Verfügung ſtellen, der am eheſten zu
geſchieht. Auch im vorliegenden Falle ſcheint manches dem Rettungswerk geeignet wäre. Das Berliner „Acht=
Uhr=
zu ſein, wie es die Italiener darzuſtellen belieben, die Abendblatt” hat ſich telegraphiſch an den Staatsſekretär des
ch doch ein Durchſickern der Wahrheit über verſchiedene Marinedepartements in Waſhington gewandt und ihm vorge=
ſehed
Frot
eins!
zöſiitl
nurzu
Ber!
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Gex
an
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geru
Man muß wohl dankbar ſein dem Geſchick . . . Ja, aber
ie: da hat man ein Leben daran gearbeitet, Menſchengeiſt
ichen den Geſchöpfen aus Holz und Draht, wie die fran=
Bühne ſie aufbaute. Des darf ich mich rühmen. Und
nmen junge Menſchen daher, und einer beſonders unter
aM Friedrich Ludwig Schröder. Umarmen hätte ich den
können für das, was er verſteht! Da hätte ein anderer,
ver)= in meiner Perſon ſteckte, geſagt: hilf ihm nicht, er
ver=
biel! Das habe ich nicht getan, ich habe neben ihm
aus=
manches Jahr, und wir haben uns aneinander gerieben.
Junge, an mir Altem. Warum? Ich weiß es wohl: weil
ſeit vorwärts lief, weil er nicht wahr haben wollte, daß
De ar der künſtlichen Bildung bedürfe. Nun iſt mir das Pferd
rannt und macht ohne Zügel und Bügel ſeine Kunſtſtücke,
Menge ſteht rund herum mit einem ei und ach und oh!
eht fern, er hat einen Gnadenpoſten in Gotha. Die Zeit
ihn weggegangen. Er kann nicht im entfernteſten das,
Dröder kann. Und ich komme ſelbſt dazu, mich zu fragen:
enn nun gelebt, was geleiſtet?!“ — Und der Geheime
rat mit dem Dichterſinn ſteht auf am Tiſch, nimmt von
Schreibpult ein paar Zettelchen, wählt aus und lieſt ein
auf Ekhof, deſſen letzte Zeilen als Mahnung, als Aufruf
Schauſpieler lauten:
Wißt: er ſchuf euch die Kunſt und adelte den Stand.
Okakel eures Spiels und Vorbild eurer Sitten!”
„Iel eures Spiels. Keine Erfüllung alſo, eine Weisſagung
* Weisſagung erſt. Und Gotter hält ſeine Hand auf dem
En wie auf einem Teſtament und ſagt: „Geliebter alter
muß ich als junger es euch ſagen, daß die Tür
auf=
werden muß, auf daß Tauſende hindurchgehen?”
Zurry ,
Von Deutſchlands Hoben Schulen.
Zen: Der hieſige Profeſſor Dr. Richard Delbrück hat den
den Lehrſtuhl der Archäologie an der Univerſität Boan als
er von Geheimrat Franz Winter angenommen.
T: Der ordentlicke Profeſſor für Geologie und Paläontologie
Nierungsrat Dr. phil, Dr. med. h.e. Johannes Walther, iſt
Otober 1928 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden
Händel: Muzio Scävola; Bach:
Der Streit zwiſchen Phöbus und Pan.
Ur= bzw. Erſtaufführung im Opernhaus Eſſen.
Der Eſſener Operndirektor Rudolf Schulz=Dornburg,
deſſen Eintreten für Werke zeitgenöſſiſcher Prägung gelegentlich
von dem Streben abgelöſt wird, Werken aus dem Raritätenkaſten
der deutſchen Kunſt nachzuſpüren (Mozarts „Idomeneo” am
Be=
ginn der Spielzeit und Wagners „Liebesmahl” in ihrer Mitte
waren Beweis), brachte jetzt zwei Arbeiten zur ſzeniſchen Ur= und
Erſtaufführung, die zwar nicht in der erſten Reihe des Bach= und
Händel=Zeitalters rangieren, aber dank ihrer muſikaliſchen Potenz
geeignet ſein können, im Leerlauf unſerer modernen
Opernproduk=
tion eine Lücke auszufüllen. Wer allerdings glaubt, eine
Renaiſ=
ſance für Bühnenwerke des 17. und 18. Jahrhunderts ſei
ange=
brochen, geht von falſchen Vorausſetzungen für die
Aufnahme=
fähigkeit ſolcher Kompoſitionen aus, die immer nur einen kleinen
Kreis Muſikintereſſierter, nie aber das große Publikum feſſeln
werden und dieſem nur in der Betonung des Melodiſchen
ent=
gegenkommen, mit dem gerade die Opernwerke Händels ſo reich
ausgeſtattet ſind. Selbſt eine gute Wiedergabe des Händelſchen
Opernaktes „Muzio Scävola” (geſchrieben 1721) täuſcht nicht über
das Experiment hinweg, und der Erfolg liegt hier wie in den
Händel=Aufführungen früherer Jahre meiſt in der Neuartigkeit
des Unternehmens. Immerhin muß man dem mit viel Sorgfalt
und mit nicht geringen Koſten unternommenen Verſuch das Lob
zollen, daß er in Eſſen mit Temperament und mit ſchönen
ſzeni=
ſchen und leidlich geſanglichen Mitteln — nur zu ſpät in der
Spielzeit — durchgeführt wurde. Heckroths Bühnenbilder,
Dr. Hezels gutgegliederte Regie und Schulz=Dornburgs
muſikaliſcher Schwung verhalfen der Oper, von der gemäß einem
Wettſtreit die Komponiſten Bononcini, Mattei und Händel je
einen Akt zu ſchreiben hatten, zu einem ſehr freundlichen
Achtungs=
erfolg, der neben den Hauptdarſtellern auch den Dirigenten und
die für die Szene verantwortlichen Künſtler häufig vor die
Rampe rief. —
Bachs dramma per musica „Der Streit zwiſchen Phöbus
und Pan”, an dieſem Abend ebenfalls erſtmals ſzeniſch
darge=
ſtellt, kommt eine mehr perſönliche als muſikaliſche Bedeutung zu.
Darauf iſt folgende Antwort eingegangen: Der Betriebsſtoff für
die „Los Angeles” iſt das Heliumgas. Dadurch iſt aber der
Aktionsradius der „Los Angeles” ſoweit eingeſchränkt, daß ein
Flug, wie Sie ihn vorſchlagen, unmöglich iſt. Aus dieſem Grunde
bedauert es das Marinedepartement außerordentlich, ſich nicht
an dem Rettungswerk für Nobile gemäß Ihrem Vorſchlag
be=
teiligen zu können.”
Es bleibt nun alſo nichts weiter übrig, als mit Flugzeugen
zu arbeiten und mit Schiffen zu verſuchen, die Eisbarriere zu
durchbrechen. Lützow=Holm und Riiſer, die bisher ſehr
wage=
mutig vorgegangen ſind, ſitzen noch immer auf der „Hobby” feſt,
woraus hervorgeht, daß das Wetter über Nordoſtland noch
ſchlecht iſt. Die Scholle, auf der ſich Nobile befindet, iſt bereits
ſehr weit abgetrieben, was aus den verſchiedenen
Poſitions=
meldungen hervorgeht.
Holms Erlebniſſe im Polareis.
EP. Oslo, 14. Junt.
Obwohl ſich die Eisverhältniſſe im Norden von Spitzbergen
etwas gebeſſert haben, hindert der ſtarke eiſige Wind Riſer
Larſen und Lützow Holm noch an neuen Kundſchafterflügen.
Die Witterungsausſichten laſſen eher Schnee erwarten. Lützow
Holm erzählte bei ſeiner Rückkehr vom letzten
Rekognoszierungs=
flug, bei der vom Nebel bedingten Notlandung in der Brandy=
Bucht hätten ihm die Eisbären nicht wenig zu ſchaffen gemacht.
In der Nacht drangen die Tiere bis zum Apparat vor und zer e
kratzten die Flügel. Lützow Holm mußte verſchiedene Revolve
ſchüſſe abgeben, um ſich die Tiere vom Leibe zu halten.
Mißglückter Flug eines franzöſiſchen
Bombenflugzeuggeſchwaders.
Paris „14. Juni.
Von 21 Bombenflugzeugen, die geſtern abend 9 Uhr in
Nancy zu einem Geſchwaderflug nach Le Bourget aufgeſtiegen
waren, haben heute morgen nur vier ihrr Zel erreicht. Um zwei
Uhr nachts, als ſich das Geſchwader der Umgebung von Paris
näherte, geriet es in einen Sturm. Vier Flugzeugen gelang es,
ohne Schaden den Flugplatz von Le Bourget zu erreichen. Ein
fünftes überſchlug ſich bei der Landung, doch wurden die
In=
ſaſſen nicht verletzt. Das Flugzeug wurde zertrümmert. Funf
weitere Flugzeuge mußten an verſchiedenen Stellen nördlich von
Paris Notlandungen vornehmen und wurden dabei wehr oder
weniger beſchädigt; auch einige der Inſaſſen ſcheinen
Verletzun=
gen erlitten zu haben. Eines der Flugzeuge ging bei Luzarches
nieder, nachdem es wahrſcheinlich vorher vom Blitz getroffen
worden war. Der Beobachter, ein Fliegerleutnant, wurde
ge=
tötet, dagegen konnte der Pilot im Fallſchirm abſpringen und
blieb unverletzt. Bis zur Stunde fehlen noch Nachrichten über
zehn Flugzeuge. Das Mißglücken des Geſchwaderfluges wird
auf die ungünſtigen atmoſphäriſchen Verhältniſſe im Oſten von
Paris und auf die infolge einer Störung der Stromverſorgung
ungenügende Beleuchtung des Flugplatzes Le Bourget
zurück=
geführt.
Deutſchlands koloniale Forderungen.
Berlin, 14. Juni.
Die Kolonial= und Deutſchtumsvereine,
Wirtſchaftsunter=
nehmen und Kulturverbände, die in der kolonialen
Reichsarbeits=
gemeinſchaft zuſammengeſchloſſen ſind, bereiten die Verkündung
eines allgemeinen deutſchen Kolonialprogramms vor, das die
deutſchen Kolonialforderungen vom Boden der gegenwärtigen
politiſchen und wirtſchaftlichen Tatſachen aus entwickeln und
ſo=
mit eine breitere Baſis ſchaffen ſoll, auf der ſich alle deutſchen
Parteien und Wirtſchaftskreiſe zu einer kolonialen Einheitsfront
vereinigen können. Die Verkündung dieſes allgemeinen deutſchen
Kolonialprogramms ſoll am 22. Juni im Kongreßſaal der
Inter=
nationalen Preſſeausſtellung in Köln unter Teilnahme von
Ver=
tretern der führenden Organiſationen der deutſchen Induſtrie, des
Handels, der Landwirtſchaft, der Akademikerſchaft, der
Angeſtell=
ten und Arbeiter, der Frauenverbände und der Preſſe erfolgen.
Das beſchlagnahmte deutſche Eigentum
in England.
EP. London, 14. Juni.
Auf eine Anfrage des Abgeordneten Ponſonby, ob die
eng=
liſche Regierung Schritte zur Freigabe deutſchen Eigentums
etwa in der Weiſe unternehmen werde, wie es jüngſthin durch die
Vereinigten Staaten geſchehen ſei, antwortete der
Premiermini=
ſter, daß die engliſche Regierung nicht beabſichtige, von der
bis=
herigen Handhabung abzugehen, wonach auf Empfehlung des
Blanesborough=Komitees nur in Fällen ganz beſonderer Nor
Eigentum freigegeben wird, in allen anderen Fällen jedoch davon
abzuſehen iſt.
Der Meiſter ſchrieb die kleine humorvolle Kantate einmal gegen
ſeine böſen Kritiker und den böſeſten unter ihnen: J. A. Scheibe,
und hat wohl ſicher nicht daran gedacht, daß dieſes kleine
Gelegen=
heitswerkchen berufen ſein könnte, nach zwei Jahrhunderten
ſeiner Entſtehung den deutſchen Spielplan zu zieren. Wenn mit
Laune und in flüſſiger Regie, wie das in Eſſen unter der
Spiel=
leitung des Ballettmeiſters Jens Keith der Fall war, agiert
wird, nimmt die ſehr ergötzliche Szene ſehr für ſich ein, trotzdem
man nicht gerade ſagen kann, daß Bach damit der Bühne geſchenkt
ſei. Die Sänger verhalfen dem von Schulz=Dornburg muſikaliſch
betreuten Amüſement zu unterhaltſamer Wirkung. Am Schluß
gab es recht dankbaren Beifall.
f—nn.
— Das Ende der Direktion Piscator. Am 12.
Juni hat, wie ein Berliner Blatt meldet, Erwin Piscator im
Polizeipräſidium die rechtsverbindliche Erklärung abgegeben, daß
er ſeine Theaterkonzeſſion, die bis zum 30. Juni lief, niederlegt.
Nach Entgegennahme dieſer Erklärung wurde Emil Lind eine
Notkonzeſſion erteilt. Damit iſt praktiſch und rechtlich das Ende
der Direktion Piscator eingetreten. Die unmittelbare
Veran=
laſſung zu dieſem Schritt Piscators lag darin, daß am letzten
Gagentermin die Schauſpielergagen nicht gezahlt werden konnten.
Durch die Niederlegung der Konzeſſion iſt die Kaution von 50 000
Mark frei geworden. Die Schauſpieler der Piscatorbühne haben
ſich bekanntlich zu einer Notgemeinſchaft zuſammengeſchloſſen und
werden nun unter der Direktion Emil Linds auf Teilung
weiter=
ſpielen.
* Hannibal, Waſhington und die Park Avenue. Vier, ſechs
Reihen Kraftwagen ſauſten die Park Avenue zu New York auf
und ab. Ein kleiner, ſtämmiger Italiener verſuchte
wieder=
holt, zwiſchen den Autos hindurchzuſchlüpfen. Der Verkehrspoliziſt
bemerkte es und rief ihm gutmütig zu: „Gib dir keine Mühe,
Tony, es gelingt dir doch nicht!” Als die Lichter von
Grün zu Rot wechſelten, flutete die Menge der Fußgänger über
den Fahrdamm. Und zu dem vorübergehenden Italiener ſagte
der Schutzmann: „Hannibal zog über die Alpen und
Waſhington ſetzte über den Delaware, aber in den Verkehr
der Park Avenue hätte ſich keiner von beiden gewagt.”
Seite 4
Wer wird Präſident von Ching?
Oſchiang Kai=ſchek oder Feng?
TU. Peking, 14. Juni.
Aus Nanking wird berichtet, daß der Vorſitzende der
Nan=
king=Regierung, Tſchang Tſchen=Tſchi, der Preſſe erklärte, die
Nanking=Regierung werde dem Rücktrittsgeſuch Dſchiang
Kai=
ſcheks ſtattgeben. Dſchiang Kai=ſchek werde vom 1. Juli
an von allen ſeinen Poſten zurücktreten, um das Amt des
Präſidenten der chineſiſchen Republik zu
über=
nehmen. Die Tſchili= und Kwangſi=Gruppe ſind beſtrebt,
General Feng zum Präſidenten der Republik zu berufen. Feng
habe die Zuſtimmung zu ſeiner Wahl gegeben. Die Situation
wird dadurch kompliziert, daß Feng den Oberbefehl Dſchiangs
nicht anerkennt.
Ruhe um Peking.
EP. London, 14. Juni.
Der Gouverneur der Schanſi=Provinz hat nach ſeinem
Ein=
zug in Peking den ausländiſchen Geſandten einen Beſuch
abge=
ſtattet. Seine Verſicherung, daß er alles tun werde, um Ruhe
und Ordnung aufrecht zu erhalten und das Leben und
Eigen=
tum der Ausländer zu ſchützen, hat einen guten Eindruck
ge=
macht. Das Manifeſt der Nanking=Regierung dagegen werde,
wie der „Daily Telegraph” meldet, in Geſandtſchaftskreiſen nicht
allzu ernſt genommen, daß es mehr für die Chineſen ſelber
be=
ſtimmt ſei. In chineſiſchen Kreiſen iſt, wie die „Times” meldet,
die Anſicht vertreten, daß die Ankunft des Kommandeurs der
Hupeh=Truppen, dem angeblich 100000 Mann folgen ſollen,
weniger einem Volfdßt gegen die Mandſchurei, als der
Unter=
ſtützung des Gouverneurs von Schanſi gegen etwaige Pläne des
Generals Feng mit Bezug auf Peking und Nordchina gelten ſoll.
Die Zuſtände in Peking ſind faſt wieder normal, ſo daß vom
Standrecht kaum noch Gebrauch gemacht werde. Yen Hſi=ſchan
hat Kommiſſare für auswärtige Angelegenheiten in Peking und
in Tientſin ernannt. Die Aufnahme der Telegraphen= und
Eiſenbahnverbindungen von Peling ſteht unmittelbar bevor. In
Tientſin werden Verſtärkungen der Schanſitruppen erwartet,
Freitag den 15 Jun 1928
Die „Dimes” meldet weiter, daß die Ankunft eines der
Unter=
generale Dſchiang Kai=ſchecks in Dientſin, der ſeinen Truppen
vorausgeeilt ſei, möglicherweiſe zu Konflikten mit den
Schanſi=
truppen führen könne, da er die Oberhoheit des Gouverneurs
der Schanſi=Provinz in der dortigen Gegend nicht anerkennen
wolle. Die Berichte aus Peking und Tientſin erwecken in
Lon=
don den Eindruck, daß Yen Hſi=ſchan ſich die Oberhoheit in
Peking und Nordchina geſichert hat.
Plünderungen in Tientſin.
EP. London, 14. Juni.
Britiſh United Preß meldet aus Tientſin, daß dort die
ſüd=
chineſiſchen Truppen während der ganzen letzten Nacht
geplün=
dert und gemordet hätten. Die ganze Nacht hindurch ſei
Maſchinen=
gewehr= und Infanteriefeuer zu hören geweſen. Im
Chineſen=
viertel ſeien die Straßen mit Leichen überſät. Unter der
Bevölke=
rung ſei eine Panik ausgebrochen. Viele verirrte Kugeln ſeien
ins Europäerviertel gefallen, ohne jedoch jemanden zu verletzen.
Das Elektrizitätswerk wurde von ausländiſchen Truppen beſetzt.
— „Exchange Telegraph” meldet aus Hongkong, daß ein
Armee=
korps der Tſchilitruppen zu Feng Yu=hſiang übergegangen ſei.
Die Nordtruppen ſetzten ihren Rückzug nach der Mandſchurei fort.
Die Hauptmacht der Truppen ſei in Lutai angekommen.
Die wirtſchaftliche Durchdringung Albaniens
durch Italien
EP. Tirana, 12. Juni.
Die wirtſchaftliche Durchdringung Albaniens wird von
ita=
lieniſcher Seite ſyſtematiſch und mit großem Eifer betrieben. Es
vergeht in der jüngſten Zeit kaum ein Tag, ohne das
Bekannt=
werden neuer Projekte von italieniſcher Seite oder ohne die
Gewährung von wirtſchaftlichen Konzeſſionen an italieniſche
Geſellſchaften. Zwiſchen Valona und Brindiſi iſt ein Luftdienſt
eingerichtet worden, der die Verbindung zwiſchen beiden Küſten
in vierzig Minuten ermöglicht. Auf italieniſche Anregung ſoll
die Kunſt= und Gewerbeſchule in Skutari wieder eröffnet werden.
Ferner hat eine italieniſche Geſellſchaft die Konzeſſion für die
Erſchließung eines Komplexes von 6000 Hektar zwiſchen Valona
und der Viora erhalten, der zu landwirtſchaftlichen
Siedlungs=
zwecken Verwendung finden ſoll. Eine Reihe albaniſcher
Groß=
grundbeſitzer hat bereits ähnliche Verträge mit italieniſchen
Ge=
ſellſchaften geſchloſſen. Der Straßenbau in Albanien befindet
ſich bereits ganz in den Händen italieniſcher Unternehmer.
Zaleſti beim belgiſchen Außenminig
EP. Brüſſel, 14
Der polniſche Außenminiſter Zaleſki hatte heute
eine längere Unterredung mit dem belgiſchen Au
Hymans, die ſich, wie die Blätter mitteilen, vor allem
Kelloggſchen Kriegsächtungsvorſchläge erſtreckte,
wurde ein belgiſch=polniſcher Konſularvertrag unterzei
die Verhandlungen für den Abſchluß eines polniſch
Schiedsgerichts= und Freundſchaftsvertrags eröffnet.
Neue Tanger=Verhandlungen.
EP. Paris, 1.
Das neue Tangerabkommen iſt von den beteiligte
bisher nicht unterzeichnet worden, und wenn man eir
rung des „Echo de Paris” Glauben ſchenken darf, wi
ſobald nicht unterzeichnet werden. Die Urſache
Schwierigkeiten, die möglicherweiſe zu einer nochmal
rollung des ganzen Problems führen, ſind die auße
hohen Koſten der Reform. Die Tangerverwaltung
Uebernahme der neu entſtehenden Belaſtung abgelek
die engliſche Regierung verhält ſich völlig ablehnend.
Blatt ſind neue Verhandlungen bereits wieder im (
Die Internationale Arbeitskonfer/
zur Frage der Mindeſtlöhne
EP. Genſ,
Der neue Verwaltungsrat des Internationalen
wählte zu ſeinem Präſidenten Arthur Fontaine=Frankreich uu
präſidenten das Mitglied der Arbeitgebergruppe Hodae=Tſch
und das Mitglied der Arbeitnehmergruppe Pouſton=England
Die Internationale Arbeitskonferenz hat heute mit 1
mung über den Konventionzentwurf für die Regelung der W
begonnen. Der Konventionsentwurf überläßt es dem freier
der Regierungen, ſoweit Kollektivabkommen noch nicht beſ.
geſetzlichem Wege eine Regelung der Mindeſtlöhne in der He
und den niedrig bezahlten Gewerben herbeizuführen. Ber
für den Entwurf iſt der deutſche Vertreter Dr. Feig.
Die Internationale Union der Völkerbundsligen hat I
Präſidenten der Internationalen Arbeitskonferenz und dem
nalen Arbeitsamt den Proteſtbeſchluß ihrer letzten Verſamm ſen
die Reviſion des Achtſtundenabkommens offiziell zur Kennty
und mitgeteilt, daß die Internationale Union der Völkerbuu
ihrer nächſten Verſammlung am 2. Juli m Haag über die
frage des Waſhingtoner Abkommens beraten wird.
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[ ← ][ ][ → ]ummer 453
Lus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 15. Juni.
Rubeſtandsverſetzung. Am 1. Juli 1928 tritt der
Kommunalforſt=
riedrich Feldmann 5. zu Griesheim auf Grund des 8 1 des
1: über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw.
D ember 1923 in Verbindung mit Artikel 2 des Geſetzes über die
„ung des Perſonglabbaues im Heſſen und zur Aenderung des
m Verſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925 in den Ruheſtand.
Schließung des Städt. Hallenſchwimmbades an Sonntagen. Wir
en auh an dieſer Stelle nochmals auf die Anzeige der Direktion
tiſchen Vetriebe, wonach das Städt. Hallenſchwimmbad im Hin=
5 die wärmere Witterung und die Eröffnung des Woogs an
gen mit ſofortiger Wirkung bis auf weiteres geſchloſſen wird.
Heſſiſches Landestheater. Morgen Samstag wird Millöckers
vee „Der Bettelſtudent” in der Neutnſzenierung von
Maria Rabenalt zum erſten Male in dieſer Spielzeit
gege=
s wirken mit die Damen: Kapper, Liebel, Müller=Wiſchin, Wenſe,
und die Herren: Baumgarten, Deharde, Debus, Ebert=Beher,
Jachtmann. Jürgas, Klotz, Kuhn, Möbus, Schaaf, Schambach,
Vogt, Wieſt. Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander,
wilder: Lothar Schenck von Trapp. Beginn der Vorſtellung
hr.
Sonntag, dem 17. Juni wird zum letzten Male in dieſer Spiel=
„Fl bis „Aida” mit Roſe Merker als Aida und Rudolf Balve
aiss ames gegeben. Muſitaliſche Leitung: Max Rudolf. Die
Vor=
beginnt um 19 Uhr.
letzte Aufführung von Kreneks Oper „Jonny ſpielt auf”
— Spielzeit findet am Mittwoch, dem 20. Juni, um 19,30 Uhr,
ſia Sie fällt der Miete 4 als 2. Vorſtellung zu.
Sommer=Bühne Harprecht. Das erfolgreiche Luſtſpiel „Mädels
„1te” von Guſtav Davis geht heute zum letzten Male in
— Morgen Samstag, abends 8,15 Uhr, iſt Erſtaufführung von
a, ein Junge!” der beſten Schöpfung der bekannten
kdichter Franz Arnold und Ernſt Bach. Das geſamte Perſonal
mmer=Bühne iſt in dieſem Stück beſchäftigt, ferner ſind Adolf
rn (Resie) und Eduard Göbel (vom Landestheater) gaſtweiſe
Bruno Harprecht wird in der „Guido=Thielſcher=Rolle”
ab=
d als „Chanſonette” „Bubi” und Pappenſtiel” figurieren. Der
k, der ganz auf Humor und draſtiſche Komik geſtellt iſt, dürſte
Rahmen der Sommerſpielzeit als das zugkräftigſte Stück
anzu=
ſein. Nachts 11 Uhr wird der Schwank von Hans Sturm „Das
rit dem Feuer” zum letzten Male gegeben. (S. Anz.)
Ein Promenadenkonzert veranſtaltet das Stadt=Oucheſter unter
ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp am Samstag von 12—1 Uhr
7 Theaterplatz nach folgendem Programm: „An die Golzehre‟
von Lehnhard: „Duvertüre zur Oper „Nebukadnezar”, von
Mondnacht auf der Alſter, Walzer von Fetras; Fantaſie aus der
Rigoletto” von Verdi; Fackeltanz Nr. 1 von Meyerbeer; Armee=
72 aus „Die weiße Dame‟.
Hanauer Hof. Wie aus dem Inſeratenteil erſichtlich, findet im
Har Hof am Samstag, dem 16. Juni, abends 8 Uhr, ein Konzert
dt=Orcheſters ſtatt.
Herrngarten=Café. Durch die Errichtung des Muſikpavillons im
bes irten=Café iſt ein wirklich ſchönes Sonmerkonzertlokal geſchaffen
wel, das allen Anforderungen in klanglicher Beziehung gerecht wird,
wis die Konzerte des Stadt=Orcheſters bewieſen haben. Heute
Frei=
ſtax: 15. Juni, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr, finden
Künſtler=
lor/ des Stadtorcheſters ſtatt.
Rundfunk. Es dürfte von Intereſſe ſein, daß am 17. Juni
ugse ſends 6,45—7,25 Uhr im Stuttgarter Rundfunk, Welle 379,7 m.,
eirzi nold Mendelsſohn=Stunde ſtattfindet, zu Ehren des ſehr beliebten
Dad idter Komponiſten Arnold Mendelsſohn. Ausführende des
Acl Elſe Werth (Alt) Stuttgart und Hans Brehme (Pianiſt)
Etärt.
Opernſchule der Städt. Akademie für Tonkunſt. Von den
Mit=
wa ſen bei der Aufführung von „Figaros Hochzeit”, die die
Opern=
ſch m letzten Montag im Helia=Palaſt veranſtaltet hat, haben
fol=
geu damen und Herren Engagements gefunden: Frl. Anny Kaiſer,
S eater Nordhauſen; Frl. Luiſe Müller, Landestheater
Darm=
ſty Herr Joſef Herrmann, Stadttheater Kaiſerslautern; Herr
Ee keier, Stadttheater Ulm; Herr Alfted Kochendörfer,
B iheater Karlsruhe.
Hausfrauenbund Darmſtadt. In der Küche des
Hausfrauen=
hd, fand eine ganz beſonders anregende Monatsverſammlung ſtatt,
imu das ſtädtiſche Gaswerk in Verbindung mit der Firma Röder einen
VAy über Neuerungen auf dem Gebiete der Gasverwendung halten
linü Zaswerk und Firma Röder hatten in großzügigſter Weiſe
reich=
ho; Anſchauungsmaterial zur Verfügung geſtellt. Die Vortragende,
Frön Biedermann, geigte den Anweſenden eine Reihe von Herden
uru oparaten neueſter Konſtruktion und erklärte in unterhaltender,
frfu Weiſe die begweme und billige Handhabung derſelben, womit
ſes den Zuhörerinnen lebendige Anteilnahme erweckte, und lebhaften
Arl; fand. Neben dem Braten und Kochen in mehreven neuartigen
Ha zeigte Frl. Biedermann das Steriliſieven im Bratofen ohne
Bd arat, das Dämpſen des Fiſches im Wärmeſchrank, ſowie das
Brd auf dem Roſt und das Backen in den bekannten Jenaer
Glas=
ford, die den Backprozeß von allen Seiten ſo ſchön beobachten laſſen.
Iru rgentopf kochte, briet und dämpfte eine Mahlzeit von drei
Ge=
ric) für vier Perſonen über einer einzigen Gasflamme. Auch der
Dad vof mit hohem Druck — für Schnellbetrieb faſt unſchätzbar —
liesl in kürzeſter Zeit ein Eſſen. Während verſchiedene Kuchen,
Tälr und die Mittgseſſen ohne Aufſicht gar wurden, zeigte die
Vor=
traz e große und kleine Warmwaſſerapparate, Gasbügeleiſen,
Waſch=
mac 2 Kochkiſte und eine Reihe anderer neuer Apparate, die durch
ſte* triebsbereitſchaft und ſparſames Arbeiten großes Intereſſe bei
ders hörerinnen fanden. Auf ebenſo anregende wie liebenswürdige
V2 purde ihnen in knapp zwei Stunden gezeigt, wie leicht und
ange=
ne2 ich die Hausfrau durch Verwendung von Gas die Küchenarbeit
nod kann. Die unterdeſſen tadellos hergeſtellten Kuchen und
Mahl=
z5/ amen als Koſtprobe zur Beurteilung und fanden allgemeinen
Boll, der auch der Vortragenden, vor allem aber dem ſtädtiſchen
Go” k und der Firma Röder für die höchſt dankenswerte Vorführung
imu gen Maße zuteil wurde.
Zum Volks=Phototag am 24. Juni 1928. Wie im vergangenen
J04, ſo ſoll auch der diesjährige Volks=Phototag am 24. Juni 1928
ſei2 inzelnen Amateur veranlaſſen, zu ſeinem Familienalbum neue
B8 ne beizutragen und, was ihm lieb und wert iſt, für die Zukunft
zu” meln. Amateure, der Tag iſt Euer! Darum heraus mit der
93 r1 Photographieren Sie den Kreis Ihrer Lieben, ſenden Sie
J3 kufnahmen an auswärtige Verwandte und Bekannte. Der Dank
a5 Ihnen gewiß. Wenn Sie die überraſchten Geſichter derer, die
4lufnahmen erhakten, ſehen würden, dann wäre jedes Bedenken
be t. Wohl wird hoffentlich der Tag eitel Sonnenſchein ſein; haben
Freitag den 15 Juni 1928
Seite 5
Ser keine Furcht vor ſchlechtem Wetter. Mit Blitzlicht und Heim=
Ial können Sie für weniges Geld ſelbſt im Zimmer die prachtvollſten
Ay men dunchführen. Das Photographieren müßte für jeden
Men=
on Kultur elenſo ſelſtverſtändlich ſoin, wie atwa das Leſen guter
denn die Photoaraphie iſt ver allem die künſtleriſche Ausdrucks=
De keit der breiten Schickt. Sie iſt die Sprache des angeborenen
2s und Geſchmacks, die zu beherrſchen ein Genuß iſt.
Hrt mit dem Bußschweiß,
ARsel-oder Handschweig
Da1 ſundheitliche Schädigunndurch ein=bis zweimal geEinreibung mit
9643a
HISTKHSNU
Preis der Originalflaſche 4.50
Bel antierter Heilwirkung
ar
Annahme der ſtädtiſchen Beſoldungsreform.
Erklärungen der Parteien zur Beſoldungevorlage. — Notwohnungen für Obdachloſe.
Sie lehnt in Rückſicht auf die unteren Beſoldungsgruppen eine
ſchema=
tiſche Uebernahme der Reichs= bzw. Landesregelung für die Stadt
Liadiberdroneten-=serſammlung. Damſicht ab. Pi der Vemtumg der Vorlage hat ſie ſch bemiht, ſo=
Auf der Tagesordnung der geſtrigen Stadtverordneten=Verſammlug
ſtand zunächſt die ſehr wichtige Frage der Neuregelung der
Beſoldungs=
verhältniſſe der ſtädtiſchen Veamten. Schon die Erledigung dieſes erſten,
ſehr wichtigen Punktes der Tagesordnung wurde mit Intereſſe
er=
wartet. Der Zuhörerraum war dicht beſetzt. Stadtverwaltung und
Stadtverordnete waren vollzählig erſchienen — man war gefaßt auf
eine ſehr lange, oder ſehr kurze Sitzung. Der Unterausſchuß hatte ſich
mit der Beſoldungsreform, wie der Berichterſtatter ausführte, ſehr
ein=
gehend befaßt, und ſo wurde ſchon vor der Sitzung eine Einigkeit der
Parteien erzielt, ſo daß kein Anlaß zu langen Dehatten gegeben war.
Lediglich in Erklärungen präziſierten die Sprecher der einzelnen
Par=
teien deren Standpunkt zur Neureg=lung der Beſoldungsverhältniſſe.
Um 5 Uhr tagten noch die einzelnen Fraktionen, ſo daß die Sitzung
erſt um 5,3 Uhr von Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet
werden konnte. Man trat ſofort in die Tagesordnung ein.
Stadtv. Friedrich (Soz.) als Berichterſtatter wvies zunächſt
darauf hin, daß die letzte Beſoldungsreform im November 1994
vor=
genommen wurde, daß wegen der inzwiſchen eingetretenen weſentlichen
Erhöhung vieler lebensnotwendiger Dnnge eine Beſoldungsneuregelung
vorgenommen werden mußte. Es wurde eine Vorlage ausgearbeitet,
die ſich an die Reichsvorlage anlehnt. In mehreren Verhandlungen
wurde vom Unterausſchuß die Vorlage genaueſtens geprüft, noch am
Dienstag hatten im Finanzausſchuß Differenzen beſtanden, man habe
aber mit Rückſicht auf die Regelung für die Landes= und Reichsbeamten
ein Kompromiß gefunden. Die Regelung der Gehälter für die
Unter=
beamten gehe über die der Reichsvorlage hinaus, weil man dieſe für
ungenügend gehalten habe. Eine Einigung z. B. über die Frage der
Einſtufung der Amtmänner konnte nicht erzielt werden, jedoch ſtelle ſich
die Mehrzahl auf den Standpunkt der Vorlage. Umſtritten ſei auch die
Auszahlung des Endgehaltes geweſen. Die Mehrheit habe ſich auf die
Gedanken der Vorlage eingeſtellt. Das Endgehalt müſſe den Beamten
in einem Lebensalter zukommen, in dem es nicht nur als Rücklage diene,
ſondern auch noch durch Umſatz der Allgemeinheit nützen könne. Der
Berichterſtatter erklärte, daß nach reiflicher Prüfung der Vorlage
ſämt=
liche Parteien der Anſicht ſeien, daß die Vorlage dem entſpreche, was
tragbar erſcheine. Hinter der Vorlage ſtände zwar noch ein großes
Fragezeichen, nämlich in betreff der Auswirkung auf den Stellenplan.
Man hoffe aber, etwa auftvetende Härten (die z. B. beſonders bei der
Ueberführung der Amtmänner auftreten könnten) beſeitigen zu können.
Er hoffe, im Intereſſe der Befriedung der Damſtädter
Beamten=
ſchaft und der Oeffentlichkeit, nicht zuletzt auch im Intereſſe der
Geſchäfts=
welt und der Arbeiterſchaft, der dieſe Erhöhung durch höheren Umſatz
letzten Endes zugute komme, der Vorlage zuzuſtimmen.
Nachdem der Punkt zur Debatte ſtand, gab zunächſt Stadtv.
Schneider (Ontl.) für ſeine Partei eine Erklärung ab, die die
Zu=
ſtimmung zur Beſoldungsordnung im allgemeinen enthielt, ſich aber
nicht mit der für Beamten vom Amtmann aufwärts in Ausſicht
genom=
menen Regslung einterſtanden erklärt, weil man hier weiter gegangen
ſei, als es nach Auffaſſung der deutſchnationalen Fraktion vertretbar
erſcheine.
Eine Erklärung der Deutſchen Volkspartei zur ſtädtiſchen
Beſoldungsvorlage.
Stadw. Altendorf gibt die Erklärung für die Deutſche
Volks=
partei ab.
Die Hauptfrage, die ſich unſere Fraktion bei der Neuregelung der
Beſoldungsverhältniſſe der Beamten vorlegte, war die, ob die ſtädtiſchen
Beamten in ſtrenger Anpaſſung an die Reichs= und
Lan=
desregelung zu beſolden ſeien oder ob wir uns Abweichungen
da=
von und wieweit geſtatten könnten.
Wir wiſſen, daß ſeit längerer Zeit Klagen darüber beſtehen, daß
die Beſoldung der Kommunalbeamten zu hoch ſei, und
daß die Städte in dieſer Beziehung die erforderliche Sparſamkeit
vermiſſen ließen. Dieſe Klagen, die nicht nur aus den Reihen der
Reichs= und Staatsbeamten, ſondern auch aus den Kreiſen der
Wirt=
ſchaft kommen, waren ſolange nicht berechtigt, als die Städte ſich ihre
Beamten aus den beſten und tüchtigſten Kräften anderer Verwaltungen
herbeiholten und ſich ſo eine Art Elite=Beamtentum heranzogen.
Seit=
dem die Städte ihre Beamten ſelbſt ausbilden und prüfen, trifft der
Grund für die Beſſerſtellung unſerer Beamten nicht mehr zu, weil jetzt
das Maß der Befähigung der ſtädtiſchen Beamten das der anderen
Ver=
waltungen nicht überſteigt.
Die Deutſche Volkspartei kann es deshalb micht billigen, daß in der
vorliegenden Beſoldungsordnug und dem Beſoldungsplan hinſichtlich
der Einſtufung, des Aufrückens und der Erreichung des
Endgehalts weit günſtigere Beſtimmungen aufgeſtellt
ſind, als dies beim Reich und beim heſſiſchen Staat der Fall iſt. Wir
ſtimmen zwar der Beſſerſtellung der unteren Beamtengruppen gerne
zu, weil dieſe von Reich und Land ſo ſchlecht geſtellt ſind, daß vielfach
die Exiſtenzſicherung nicht erreicht iſt. Wir halten aber bei den
höhe=
ren Beſoldungsgruppen das Hinausheben über die Reichs= und
Landes=
ſätze für unberechtigt und geeignet, in weiteſten Kreiſen Verſtimmung
und Unwillen hervorzurufen. Dies um ſo mehr., als bei dieſen
Gruppen der weſentliche Grundſatz unbeachtet blieb, daß die in der
Vorbildung liegenden Unterſchiede auch für die Beſoldung
aus=
ſchlaggebend ſein ſollen.
Die Deutſche Volkspartei lehnt doher die Verantwortung für
wich=
tige Teile dieſer Neuregelung ab, die um ſo mehr Bedenlen erregen
muß, als ihre finanzielle Geſamtauswirkung zurzeit
nicht zuüberſchauen iſt.
Wenn wir uns trotz aller Einwendungen im einzelnen entſchloſſen
haben, den Vorlagen im ganzen zuzuſtimmen, ſo tun wir das aus der
Erwägung, daß wir die Beamten der Stadt Darmſtadt im weſentlichen
nicht ſchlechter beſoldet wiſſen wollen, als die Beamten, der übrigen
heſſiſchen Städte, die zum Teil höher bezahlt werden, als es in dieſen
Vorlagen vorgeſehen iſt, und daß in dem demnächſt zu erlaſſenden
Stellenplan Härten noch ausgeglichen werden können.
Die Sozialdemokraten zur Neuregelung der ſtädtiſchen
Beſoldungsverhältniſſe.
Stadtv. Aßmuth (Soz.) erklärt u. a. folgendes:
Die S.P.D. erkennt an, daß eine Erhöhung der Beamtengehälter
durch die ſeit der letzten Beſoldungsregelung im Jahre 1924
eingetre=
tene beträchtliche Steigerung der Koſten für die Lebenshaltung
notwen=
dig geworden iſt. Sie ſtimmt deshalb der Vorlage im Ganzen zu,
ins=
beſondere auch, weil die gerade in den letzten Wochen erfolgte
Preis=
ſteigerung eine raſche Verabſchiedung der Vorlage dringend
wünſchens=
wert macht. Die Zuſtimmung zu der Vorlage im Ganzen ſchließt jedoch
keine Zuſtimmung zu allen Teilen der Vorlage in ſich. Von der S.P.D.
wird insbeſondere das unſoziale Verhältnis in der Bemeſſung der
tat=
ſächlichen Aufbeſſerung in den einzelnen Beſoldungsgruppen beanſtandet.
weit die Reichsrichtlinien dies nur zugelaſſen haben, die unteven
Beſol=
dungsgruppen ſoweit zu heben, daß ihnen wenigſtens einigermaßen
aus=
kömmliche Bezüge geſichert ſind. Sie hat, ſich weiter bemüht, für die
tüchtigen Beamten der unteren und mittleren Beamtengruppen
Auf=
ſtiegsmöglichkeiten zu ſchaffen, wie ſie im Reich und den Ländern
eben=
falls vorhanden ſind. Aus dieſem Grunde iſt ſie auch für die
Geſtal=
tung der Einſtufung der bisherigen Amtmänner eingetreten. Die S.P.D.
lehnt auch einſeitige Rüchſichtnahme auf die Vorbildung allein ab. In
erſter Linie iſt für ſie die Tüchtigkeit des Beamten Maßſtab für ſeine
Einſtufung. Sie hat aus dieſem Grunde ſich auch mit der Beſtimmung
über die Erreichung des Endgehaltes einverſtanden erklärt, da nur
da=
durch gleichalterige und gleichwertige Beamten, unbekümmert um ihre
Vorbildung in erträglichem Maße gleich bezahlt werden. Die Erreichung
des Endgehaltes in einem Lebensalter, bei dem dieſe höheven Beträge
für den Beamten ſelbſt nur noch kapitalbildend wirken, iſt
volkswirt=
ſchaftlich ungeſund und muß gerade im Intereſſe der Darmſtädter
Ge=
ſchäftswelt und der Arbeiterſchaft bekämpft werden. Wenn uns alſo
auch das Geſamtergebnis nicht voll befriedigen kann, ſo glauben wir doch,
daß durch die Vorlage die Beamtenſchaft eine angemeſſene Verbeſſerung
ihrer Lage erhält, daß hierdurch die Kaufkraft weſſentlich geſtärkt wird
und damit die Allgemeinheit auch Nutzen aus der Neuregelung der
ſtädtiſchen Beſoldungsvorlage zieht.
Die Demokraten zur Beſoldungsreform.
Folgende Erklärung der Demokratiſchen Partei gibt Stadtv.
Go=
ſenheimer ab:
Die demokratiſche Stadtverordnetenfraktion ſtimmt der Vorlage, ſo
wie ſie nach längeren, eingehenden Beratungen im Unterausſchuß zue
ſtande kam, zu.
Wir verhehlen nicht, daß us dieſe Zuſtimmung nicht überall leiche
wird, weil in manchen Fällen berechtigte Wünſche der Beamtenſchaft
zuächſt unberüchſichtigt bleiben mußten. Wir wiſſen, daß die Beamten
der uteren Beſoldungsgruppen auch durch dieſe Beſoldungsordnung
vielfach noch nicht das bekommen, was man als Exiſtenzminimum
be=
zeichnet. Es erfüllt uns deshalb aus ſozialen Gründen mit beſonderer
Freude, daß es wenigſtens möglich geweſen iſt, einzelne Härten zu
beſei=
tigen oder abzuſchwächen. Wenn nicht mehr getan werden konnte, ſo nur
deshalb, weil auch die Beſoldung der ſtädtiſchen Beamten beurteilt und
entſchieden werden muß im Rahmen der Notwendigkeiten unſerer
geſam=
ten Bevölkerung. Auch in den mittlenen und ebenſo in den oberen
Gruppen mußten aus dieſen Gründen berechtigte Wünſche zunächſt
zu=
rückgeſtellt werden.
Wir müſſen dieſe Haltung einnehmen, weil wir die geſamte
Vor=
lage nicht verzögern oder gar gefährden wollen, und insbeſondere um
die ſtädtiſche Beamtenſchaft ſo raſch wie möglich in den vollen Genuß
der Beſoldungneuregelung kommen zu laſſen.
Wir hoffen, daß in dem einen oder anderen Falle ſich herausſtellende
Härten bei der Aufſtellung des Stellenplans, für deſſen baldige
Verab=
ſchiedung wir eintreten werden, beſeitigt werden können.
Stadtv. Geißner (Ztr.) ſtimmt namens ſeiner Partei der
Vor=
lage zu, da eine dningende Notwendigkeit für dieſe Reform beſtehe, deren
Einführung unaufſchiebbar ſei. Leider hätten doch noch eine Menge
von Wünſchen der Beamten dabei nicht berückſichtigt werden können.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing ſprach dem Ausſchuß, den
Stadt=
verordneten und dem Berichterſtatter namens der Verwaltung dem
Dank für die eingehende Bearbeitung dieſer wichtigen Frage aus. Da
keine weiteren Wortmeldungen vorlagen, wurde im ganzen über die
Vor=
lage abgeſtimmt, die gegen 3 Stimmen (2 Stadtverordnete der Soz.
Partei und gegen die Stimme des Bürgermeiſters Ritzel) angenommen
wurde.
Als Begründung ſeiner ablehnenden Haltung gab Bürgermeiſter
Ritzert folgende Erklärung ab: Ich erkläre, daß ich mich zu meinem
Bedauern genötigt ſehe, gegen die Geſamtvorlage zu ſtimmen. Da
Ein=
zelabſtimmung leider nicht gewünſcht wurde und ich infolgedeſſen nicht
in der Lage war, gegen die für mich ganz unannehmbare Regelung der
Beſoldungsverhältniſſe der Amtmänner und insbeſondere die ſachlich
ganz unbegründete Hervorhebung des einen Schlachthoftierarztes meinen
Einſpruch einzulegen. Die Verantwortung für dieſe Regelung müſſen
die übernehmen, die ſie gegen den Willen der Verwaltung getroffen
haben. Im übrigen wurde die Tagesordnung debattelos erledigt. Fir
die Unterbringung Obdachloſer
iſt die Errichtung von Notwohnungen dringend erforderlich.
In der neuen Trainkaſerne in der Eſchollbrücker Straße kann von
der Reichsbahndirektion Mainz ein Gebäudeteil zur Verfügung geſtellt
werden, der ſich für die Einrichtung von 18 Wohnungen eignet. Der
Koſtenaufwand beträgt 39 90 RM., die aus Anlehensmitteln der
Woh=
nungsbaukaſſe entnommen werden ſollen. Die Baudeputation
befür=
worket die Ausführung, die genehmigt wird.
Die Erhebung von Gebühren für Straßenreinigung, Müllabfuhr und
Kanalbenutzung wird, wie vorgeſchlagen, genehmigt.
Um dem ſtets fühlbarer werdenden
Mangel an öffentlichen Bedürfnisanſtalten
abzuhelfen, beabſichtigt die Stadt, eine Reihe unterirdiſcher
Bedürfnis=
anſtalten für beiderlei Geſchlechter an geeigneten Stellen zu errichten,
und zwar eine größere am Marktplatz im Koſtenauſwand von 40 000
Reichsmark, die übrigen dagegen im kleinerem Umfange im
Koſtenauf=
wand von je 12000 RM. Es ſollen alljährlich 2 Anſtalten errichtet
wer=
den, die erſten beiden, darunter auch die am Marktplatz, auf beſonderen
Wunſch der Baudeputation noch in dieſem Jahre. Dieſer Negelung
wurde zugeſtimmt und der für das laufende Jahr erforderliche Kredit
von 52 000 RM. aus Anlehenszitteln zur Verfügung geſtellt.
Bürgermeiſter Delp ſchlägt einige Perſonalveränderungen vor,
mit denen ſich die Stadtverordneten=Verſammlung einverſtanden erklärt.
Bürgermeiſter Buxbaum gibt eine Eingabe der Bewohner der
Schleiermacherſtraße auf Verbreiterung dieſer Straße bekannt, die aber
zurzeit wegen der entſtehenden Koſten von 70 000 Mk. nicht
vorgenom=
men werden könne.
Stadtv. Finger wünſht wegen des geſteigerten Verkehrs den
7½=Minutenverkehr der elektriſchen Bahnlinien.
Stadtv. Weſp fordert die Teerung des Rhön= und Speſſartringes
wegen der Staubbildung durch den ſtarken Automobilverkehr, und das
Aufſtellen von Binken mit Lehnen an der Woogsanlage.
Bürgermeiſte: Buxbaum gab darauf bekannt, daß ein Teil der
erwähnten Straßen noch in dieſem Jahre Kleinpflaſter erhalten werde,
der Reſtteil nach Beendigung der vorzunehmenden Bauarbeiten. Eine
Verbeſſerung der Woogsanlagen und das Aufſtellen von Bänken mit
Lehnen werde veranlaßt.
Nach Erledigung der Tagesordnung ſchloß Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing die öffentliche Sitzung.
verkauffür
Darmſtadt Willy Hermes Luiſenſtr.
Landestheaterfriſeur
— Billiger Sonntag im Frankfurter Zov. Am Sonntag, den 17.
Juni d. J., iſt der Zoologiſche Garten und das Aquarium während des
ganzen Tages zu halben Eintrittspreiſen zugänglich. Nachmittags und
abends finden Konzerte uter Leitung des Kapellmeiſters Limpert ſtatt.
Reit= und Fahrbetrieb im Wäldchen.
E Verwaltungsgerichtshof (Zeughausſtraße 2). Deffentliche
Sitzung am Samstag, 16. Juni, vurmittags 9 Uhr: Geſuch der
Frau Klara Chriſtmann in Darmſtadt um Erlaubnis zum Betrieb
einer Schankwirtſchaft im Hauſe Magdalenenſtraße 3.
— Konzert. Auf das heute Freitag, den 15. d. M., abends 8 Uhr,
in der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindende Konzert des Don=Koſaken=
Chrrs ſei hiermit nochmals hingswieſen. Karten bei Konzert=Arnold,
Wilhelminenſtraße 9 (Tel. 2560), und an der Abendkaſſe.
Bp. Der Deutſche Verein für Vermeſſungsweſen wird ſeine 32.
Mit=
gliederverſammlung um die Zeit des 1. Auguſt 1929 in Darmſtadt
ab=
halten. Es handelt ſich bei dieſer Tagung um eine bedeutungsvolle
Ver=
anſtaltung.
(I. St.3914
Meinen Suppen, Soßen und Gemüſegerichten
nendanke ich meinen Ruf als tüchtige Köchin?
Wissen Sie, woher das kommt, liebe Leserin?
Weil ich’s vie vergesse, jedem Liter kochender Suppe 30-40 g trächtigen oder Klümpchen zu verursachen. Auch bei mei=
und jedem liter köchender Soße 15-30 g kalt angerührtes Mon- nen Gemüsegerichten lobt man die unverdeckte Zartheit des
damin beizufägen. Es ist einfach erstaunlich, wie wundervoll Geschmacks, seitdem ich zum Sämigmachen einen Teelöffel
dieses ergiebige Mondamin meine Suppen und Soßen bindet, voll Mondamin nehme. Darum: Als Bindemittel nur
ohne ihren Eisengeschmack und ihr Aussehen zu beein- Mondamin!
Eine von den Millionen,
deben Mondamin gibt es jetzt auch Puddingpulver
de auf Mondamin schuuöpen.
w echtem Mondamin zu 10, 15 und 25 Pfennig.
Seite 6
Freitag, den 15. Juni 1928
Nummer
*Steuer= und Wirtſchaftskalender
für die Zeit vom 15. bis 30. Juni 1928.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
15. Juni: Die zweite Rate der Aufbringungszinſem iſt erſt
am 16. Juli 1928 zu zahlen, der zu zahlende Betrag
iſt um 20 Prozent ermäßigt. Die Unternehmer haben daher
als zweiten Teilbetrag für 1928 den in Abſchmitt III C, 25
des Aufbringungsbeſcheides vorgeſehenen Betrag oder,
ſo=
fern eine Rechtsmittelentſcheidung oder ein
Berichtigungs=
beſcheid ergangen iſt, den darin ander)veit feſtgeſetzten
Be=
rrag, vermindert um ein Fünftel, an die Finanzkaſſe zu
Zahlen. Vergl. den Erlaß des Reichsfinanzmiuiſters TV/1 —
5150 vom 2. Juni 1928, die Erhebung des zweiten
Teil=
betrages der Jahresleiſtungen nach dem Aufbringungsgeſetz
für 1928 betreffend.
20. Juni: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 1.
bis 15. Juni erfolgten Lohnzahlungen im Markenverfahren
und im Ueberweiſungsverfahren; im letzteren jedoch nur
dann, wenn die in der erſten Hälfte des Kalendermonats
ein=
behaltenen Lohnſtenerbeträge für ſämtliche in einem Betrieb
beſchäftigten Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM.
über=
ſteigen. (Keine S honfriſt.)
Vorauszahlungsbeſcheid über Landesſteuern für das Nechnungsjahr 1928.
In Darmſtadt ſind die Beſcheide fetzt den Steuerpflichtigen
zuge=
ſtellt worden, die am 25. Adril 1923 fällig geiveſene erſte Rate iſt
nun=
mehr alsbald zu entrichten.
Vorauszahlungsbeſcheid über Gemeindeſtenern für das
Rechnungsjahr 192-.
In Darmſtadt iſt damit zu rechnen, daß die Beſcheide den
Steuer=
pflichtigen im Laufe der nächſten Woche zugeſtellt werden. Nach Erhalt
des Steuerzettels iſt die urſprünglich am 25. Mai 1928 fällig geweſene
erſte Rate alsbald zu zahlen.
25. Juni: Zweite Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) laut
Anforderungs=
zeitel für die Grundſteuer Gewerbeſtener und
Sondergebändeſteuer für das Rechnungsjahr 1928.
(Schonfriſt bis 5. Juli 1928.)
Vermögenserklärung für 1928.
Die Friſt für die Abgabe der Vermögenserklärung 1928 iſt auf die
Zeit vom 15. bis 30. Juni 1928 feſtgeſetzt worden. Die öffentliche
Aufforderung für die Abgabe der Vermögenserklärung, mit der diesmal
die Aufforderung für die Abgabe der Gewerbſteuererklärung verbunden
iſt, ſoll ſeitens der Finanzämter am 16. Juni in der Tagespreſſe
er=
ſcheinen.
Hinſichtlich der Gewerbſteuererklärung iſt noch zu bemerken, daß nur
derjenige Steuerpflichiige eine Erklärung abzugeben braucht, dem ein
Vordruck vom Finanzamt zugeht. Die Zuſendung des Vordrucks durch
das Finanzamt gilt als Aufforderung zur Abgabe der Erklärung. Die
Er=
klärung iſt innerhalb 4 Wochen nach Zuſendung des Vordrucks
bei dem Finanzamt einzurei hen.
H. W. Wohmann.
Hefſiſche Kommungle Gasfernvet ſorgung.
Am Mitt och fand die erſte Aufſichtsratsſitzung der
Heſſiſchen Kommunalen Gasfernverſorgung (Hekoga) in Darmſtadt
ſtatt. Als Vorſitzender des Aufſichtsrats wurde Herr Geheimerat Dr.
Uſinger Provinzialdirektor in Mainz, und als ſein Stellvertreter
Herr Beigcordneter Dr. Hamm=Gießen gewählt. Als Vorſtand
wur=
den dem Beſchluß der Gründungsverſammlung zufolge die Herren
Staatsa: Dr. Reitz, Miniſterium des Junern in Darmſtadt,
Bürger=
meiſter Dr. Ritzext=Darmſtadt, Beigeordneter Hiemenz=Mainz
und P=ooinzialrat Wolf=Gießen beſtellt.
Es fand eine eingehende Ausſprache über die ſeitherigen Arbeiten
des Vorſtandes ſtatt, mit dem Ergebnis, daß der Aufſichtsrat deſſen
Maß=
nahmen und Schritte einmütig billigte. Der Aufſichtsrat erſuchte hierbei
den Vorſtand, die ſchwebenden Verhandlungen wegen Sicherſtellung der
kei der Hekogi benötigten Gasmengen beſchleunigt zum Abſchluß zu
bringen. Des weiteren beſchloß der Aufſichtsrat, da nunmehr auch die
Arbeiten der Gasverſorgung innerhalb des Verſorgungsgebiets der
Heloga nachdrücklich gefördert werden ſollen.
Bei den Verhandlungen fand die Bedeutung der ſeinerzeit
voll=
zögenen Grundung, ihre Ausſtrahlung in die benachbarten Gebiete
wiederholte Beſtätigung. Die Heſſiſche Gasfernberſorgung iſt auf dem
Marſche und wird den Erwartungen, die ſich an ihre Gründung
knüpfen, in vollem Maße gerecht werden.
Fragen der Eiektrizitätzwirtſchaft.
Unter dem Vorſitz der Herren heſſiſchen Miniſter des Innern und
der Finanzen fand am Dienstag vormittag im Miniſterium des Innern
in Darmſtadt eine Verhandlung mit Vertretern des preußiſchen Herrn
Miniſters für Handel und Gewerbe, der Aktiengeſellſchaft für deutſche
Elektrizitätswirtſchaft und der Preußiſchen Elektrizitäts=
Aktiengeſell=
ſchaft (Preag) über Fragen der Elektrizitätswirtſchaft ſtatt. Es wurden
hierbei die verſchiedenen Fragen, wie ſie durch die Abſichten der
Aktien=
gefellſchaft für deutſche Elektrizitätswirtſchaft gegebenenfalls auch für
Heſſen und in einer engeren Fühlungnahme der oberheſſiſchen
Strom=
verſorgung mit der Preag vorliegen, beſprochen und weitgehende
Ueber=
einſtimmung feſtgeſtellt. Es wurde vereinbart, daß in dieſen Fragen
die Führung aufrecht erhalten bleiben ſoll.
Im Anſchluß hieran fand auch die Frage der Gasfernverſorgung,
insbeſondere die etwaige Beteiligung der Saar an der Gaslieferung,
für das Wirtſchaftsgebiet der Hekoga Behandlung. Auch dieſe
Ve=
ſprechung ging auf die ſchwebenden Fragen eingehend ein und hat die
Löſung der für die heſſiſchen Wirtſchaftskreiſe ſo außerordentlich
wich=
tigen Aufgabe der Gasfernverſorgung weiter geklärt und gefördert.
Tageskalender für Freitag, den 15. Juni 1928.
Heſſ. Landestheater Großes Haus: Keine Vorſtellung.
Kleines Haus: Geſchloſſen. — Orpheum, abends 20.15 Uhr,
Som=
merbühne Harprecht: „Mädels von heute‟ — Konzerte:
Schloß=
kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim.
Herrngartenkaffee, 16 Uhr und 20 Uhr: Konzert. —
Wiener Kronenbräukeller, abends 8 Uhr:
Volkstüm=
liches Konzert. — Don=Koſaken=Chor, abends 8 Uhr, in der
Turnhalle am Woogsplatz. — Kinovorſtellungen: Helia,
Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße)
Freitag, den 15. Jun:: Vorabend ottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Saustag, den 16. Juni: „Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min,
—— Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min
Gottesdienſt für die Wochentage: Morgens 7 Uhr, — Abends
7 Uhr 30 Minuten.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 16. Juni: Vorabend 7 Uhr 45 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 5 Uhr. — Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. — Abends 8 Uhr,
Montag, den 18., und Dienstag, den 19. Juni: Rauſch
Chau=
deſch Tammus.
Aus Heſſen.
An. Arheilgen, 14. Juni. Nachdem die Fahrbahn der ſogenannten
Reitbahn fertiggeſtellt iſt, wurde durch Schilder kenntlich gemacht, daß
der hieſige Ort in der Richtung nach Darmſtadt durch die Reitbahn, in
der Richtung nach Frankfurt durch die Darmſtädter Straße zu befahren
iſt. Hauptſache für alle Fuhrwerke, Kraftwagen uſw. iſt aber immer,
daß rechts gefahren wird. — Der hieſige Wieſenvorſtand ſetzte das Mähen
des Heugraſes von der Aumüühle bis Leibchesmühle ab 18. ds. Mts., bis
zur Gerau=Brücke ab 19. und bis zum Parke ab 20. ds. Mts. feſt.
J. Griesheim, 14. Juni. Bei dem derzeitigen Umbau unſerer Kirche
fand man beim Abbruch des Altars das Grab des Pfarrers Fabritius
nebſt ſeinem Sohne. Die beiden Gerippe lagen in einem gemeinſamen
Grab, auf dem eine große Sandſteinplatte lag. Es handelt ſich hier um
den 1576 geſtorbenen Pfarrer Adolf Fabritius nebſt deſſen Sohn
Chri=
ſtoph. Der mittlere Teil der Sandſteinplatte enthält einen lateiniſchen
Spruch, der noch zu entziffern iſt. Das Grab lag an der alten früheren
öſtlichen Mauer der Kirche und war nach Erweiterung der Kirche ſo
unter den Altar der Kirche gekommen. Die beiden Skelette wurden an
derſelben Stelle wieder beigeſetzt. — Der Geſangverein „Sängerbund”
ervang bei dem am verfloſſenen Sonntag in Mainz=Mombach
ſtattgefun=
denen Geſangswettſtreit in der 2. Stadtklaſſe bei ſtarker Konkurrenz
den 3. Preis.
F. Eberſtadt, 13. Juni. Turnverein 1876 e. V. An dem
47. Gauturnfeſt, das anr 16. und 17. Juni in Büttelhorn ſtattfindet,
nimmt auch der hieſige Turnverein 1876 e. V. teil. Er ſtellt zum
Enzel=
weitkampf 16 Turner, darunter 6 für das Altersturnen, außerdem die
vorgeſchriebene Zahl Kampfrichter und einen Verechner. Während
Wett=
turner und Kampfrichter ſich bereits Samstag nachmittag nach dem
Feſtort begeben müſſen, fährt der übrige Teil des Vereins mit Muſik
am Sonntag vormittag dorthin. Der Büttelborner Turnverein feiert
am Gauturnfeſte das Jub läum ſeines 40jährigen Beſtehens. —
Gene=
ralverſammlung. Am Samstag fand im Saale „Zur
Eiſen=
bahn” (Gruß) die diesjährige Generalverſammlung der hieſigen
Land=
wiutſchaftlichen Bezugs= und Abſatz=Genoſſenſchaft ſtatt. Den
Geſchäfts=
bericht erſtattete der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Ludwig Eckhardt, den
Rechenſchaftsbericht der Genoſſenſchaftsrechner Georg Lang. Die
Mit=
gliederzahl betrug am Ende des abgelaufenen Geſchäftsjahres 148.
Vor=
ſtand und Aufſichtsrat wurden einſtimmig wiedergewählt.
Aa. Hahn, 14. Juni. Gemeinſame Geburtstagsfeier.
Die 50jährigen von Hahn hielten dieſer Tage eine gemeinſame
Geburts=
tagsfeier ab. In Verbindung damit fand ein geſchloſſener Kirchgang
ſtatt. Auch wurde eine kleine Gedenkſtunde am Gefallenendenkmal
ab=
gehalten.
Aa. Pfungſtadt, 13. Juni. Eine neue Autobuslinie
Darmſtadt—Pfungſtadt. Der Gemeinderat von Pfungſtadt hat
das Geſuch der Chauffeure Steinmetz und Schaaf um Erteilung der
Ge=
nehmigung zur Errichtung einer privaten Autobuslinie Darmſtadt—
Eberſtadt—Pfungſtadt genehmigt. Gleichzeitig hat der Gemeinderat die
Proteſtgründe, die von dem „Autobetrieb Bergſtraße” geltend gemacht
worden waren, als nicht ſo ſtichhaltig anerbannt, daß ſchwerwiegende
Gründe zur Ablehnung einer zweiten Autobuslinie vorhanden wären.
Allgemein kam fedoch zum Ausdruck, daß ſelbſt eine doppelte
Autobus=
verbindung an und für ſich nicht die beſte Löſung des Verkehrsproblems
zwiſchen Pfungſtadt und Darmſtadt ſei. Hier könne nur eine
Straßen=
bahn in Frage kommen.
— Seeheim, 14. Juni. Der hier neu eröffnete Obſt= und
Ge=
müſemarkt, welcher zur vollſten Zufriedenheit der Händler und
Er=
zeuger mit allen Obſt= und Gemüſeſorten beſchickt wird, insbeſondere
Spargeln, Kirſchen, Edrbeeren und Johannisbeeren, erfreut ſich einer
guten Entwicklung, wo den auswärtigen Händlern beſonders günſtige
Aufkaufs= und Abtvansportmöglichkeit gegeben iſt. Es wäre deshalb zu
wünſchen, daß unſerem Markte, dem täglich friſches, gut ſortiertes Obſt
zugeführt wird, ein guter Beſuch von Händlern abgeſtattet wird.
G. Ober=Ramſtadt, 13. Juni. Im hieſigen Schwimmbad
wer=
den am Sonntag, den 17. d. M., ab halb 3 Uhr, zum erſten Male
Waſ=
ſerballſpiele und zwar durch die Schwimmabteilungen der
Freien Turngemeinden Arheilgen und Pfungſtadt, ausgetragen. Das
Spiel wird und ſoll auch den hieſigen Schwimmern Freude an dieſem
edlen Sport bringen, weshalb zahlreicher Beſuch erwarket wird.
— Spachbrücken, 14. Juni. Am Sonntag, den 10. Juni, beteiligte
ſich die hieſige „Sängerluſt” an dem Geſangswettſtreit in Mainz=
Mom=
bach. Bei äußerſt ſtarker Konkurrenz errang der Verein in der 3.
Land=
klafſe, Abteilung A den 2. Klaſſenpreis ſowie den 3. Ehrenpreis.
Außer=
dem bewies der Verein ſein Können darin, daß er im Höchſten
Ehren=
ſingen mit 88 Punkten den „Höchſten Ehrensreis” errang. Der Verein,
der unter der ſicheren Stabführung des allſeits beliebten Chormeiſters
Herrn Wilhelm Etzold=Darmſtadt ſteht, kann mit Stolz und ehrlicher
Freude auf dieſen Erfolg blichen.
Groß=Zimmern, 14. Juni. Im Saale zum Löwenbräu fand die
fünfte ordentliche Generalverſammlung der
Volks=
bank Groß=Zimmern, Aktien=Geſellſchaft, in Gegenwart des
Herrn Notars Lüft zu Dieburg und von 60 Aktionären ſtatt. Die
Gene=
ralverſammlung wurde von dem ſtellvertretenden Vorſitzenden des
Auf=
ſichtsrats, Herrn Rektor Cronenbold, eröffnet und geleitet, der nach
üiblicher Begrüßung dem Direktor, Bürgermeiſter Brücher dus Wort
zum Vortrag des Geſchäftsberichts für 1927 erteilte. Aus dem
Geſchäſts=
bericht iſt zu erwähnen, daß die Spareinlagen um über 70 000 Mark
auf 255 070 Mark geſtiegen ſind, ſo daß der Spareinlageſtand unter
Einrechnung der aufgewerteten Spareinlagen mit 87 152 Mark den
Be=
trag von 342 223 Mark erreicht hat. Auch die Guthaben der
Konto=
korrentkunden ſind von 80 978 Mark im Jahre 1926 auf 116 141 Mark
im Berichtsjahre angewachſen. Andererſeits ergab ſich durch den
rege=
ren Geſchäftsverkehr eine Erhöhung der Kontokorrentſchuldner um rd.
60 000 Mark auf 461 978 Mark. An Kr=ditwechſeln hatte die Bank wie
im Vorjahre 75 387 Mk. aufgenommen, denen aber Bank= und
Kaſſegut=
haben im Geſamtbetrage von 24 400 Mk. gegenüberſtanden. Die eigenen
Betriebsmittel der Bank, beſtehend aus einbezahltem Aktienkapital,
Ne=
ſervefonds und Betriebsrücklage betrugen 59 681 Mk. In Ausführung
eines Beſchluſſes der vorjährigen Generalverſammlung wurden die alten
Goldmarkgeſchäftsguthaben der früheren Genoſſenſchaft im Einzelbetrag
von 600 Mark auf 20 Prozent ihres Goldmarkwertes aufgewertet und
dieſe Aufwertung durch Hingabe von je 120 Mk. Aktien der Bank
voll=
zogen. Die Aktien ſind bereits für 1927 dividendenberechtigt. Durch
Bildung eines Spezialreſervefonds, dem auch aus dem diesjährigen
Reingewinn 1000 Mark zugewieſen wurden, ſoll eine weitere
Aufwer=
tungsreſerve angeſammelt werden. Der Geſamtkaſſenumſatz betrug in
1927: 16 823 845 Mark. Der Reingewinn beläuft ſich nach Rückſtellungen
und Abſchreibungen auf 8090 Mk., woraus nach Zuweiſung an
Reſerve=
fonds und Betriebsrücklage und Zuwendung an die beiden hieſigen
Schweſternſtationen mit je 100 Mark eine Dividende von 10 Prozent
wie im Vorjahre zur Verteilung gelangt. Die beiden ausſcheidenden
Aufſichtsratsmitglieder: Rekter Cronenbold und Kaufmann Johann Gg.
Fröhlich, wurden durch Zuruf wieder= und der aus dem Vorſtand
aus=
ſcheidende Lehrer Daub auf Antrag des Vorſtandes und Aufſichtsrats in
Anerkennung ſeiner Verdienſte um die Bank in den Aufſichtsrat
neu=
gewählt.
O. Eppertshauſen bei Dieburg, 14. Juni. Großfeuer. Der
Ziegeleibetrieb der Firma O. D. Blaſcheck wurde von einem
ver=
heerenden Schadenfeuer heimgeſucht. Insbeſondere fielen der Dachſtuhl
des Maſchinenhauſes, die Trockenhalle und angrenzende Räume den
Flammen zum Opfer. Die Feuerwehr Eppertshauſen hatte viele Mühe,
des Feuers, das in größeren Holz= und Kohlenvorräten reichliche
Nah=
rung fand, Herr zu werden. Dazu kam, daß die Fabrik eine gute
Viertelſtunde vom Orte entfernt liegt und die Waſſerverhältniſſe nicht
günſtig waren. Der angerichtete Sachſchaden iſt beträchtlich.
— Hirſchhorn, 14. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
13. Juni 0,94 Meter, am 14. Juni 0,86 Meter.
Der Vorſtoß in den Weitenraum
Max Valier über die Idee ſeines Raketen=Flugzeugs
Lpd. Frankfurt. Von einer Geländebeſichtigung bei
kommend, wo demnächſt der Weltrekordverſuch des auf
Schie=
den Raketenwagens ſtattfinden ſoll, traf der bekannte Er
geiſtige Schöpfer des Raketenwagens, Max Valier, au
abend in Frankfurt ein. Valier ſprach im Saalbau über
„Vom Raketenflugzeug zum Weltraumſchiff”.
An Hand einer großen Anzahl von Lichtbildern zeigte
Entwickelung des Raketenflugzeuggedankens, der ſchon im Mit
Menſchheit beſchäftigt hat. Während ſeiner Tätigkeit im
öſterreichiſcher Flieger hat ſich Valier bereits bemüht, die St
des Flugzeuges durch Raketenantrieb zu vergrößern. Geldn
andere Umſtände hinderten ihn, das Problem weiter zu erfo
Jahre 1919 ſind dann Amerikaner mit dem Plan des Rakete
die Oeffentlichkeit getreten, wit dem ſich heute Erfinder in
Kulturländern befaſſen. Anfangs arbeitete Valier mit
Prof=
zuſammen; doch überall ſtießen ſie auf Ablehnung ihrer
Erknntnis gekommen, daß eine Naketenfahrt nach den Pfe
erſt praktiſch nicht durchführbar iſt und man zunächſt alfo
daran denken könne, ein Naumſchiff zu konſtruieren, um mi
dem Mond zu fahren, vertritt Valier die Anſicht, daß ein s
an die Grenzen des Weltraumes mit den heutigen Triebkräft
kete durchaus im Bereich der Möglichkeit liege. Mit der
Verwirklichung ſeiner Ideen konnte Valier beginnen, nachdem
Fabrikanten Fritz von Opel einen intereſſierten Förderer und
nieur Sander (Weſermünde) den Erbauer einer geeigneten
funden hatte. Am 12. März d. J. wurde in Rüſſelsheim
gewöhnlichen Chaſſis und Holzpritſche die erſte und bald
zweite Probefahrt eines Raketenautos von Ingenieur Volkl
nominen. Man benutzte damals ein Raketen=Aggregat von 1
die mit 600 Atmoſphären Druck gepreßt waren, wobei eine
keit von 100 Km. in der Stunde erreicht wurde. Nach dieſe
kam die bekannte Fahrt Fritz von Opels auf der Avus.
Aggregat war jetzt auf 24 Einheiten geſteigert und die V
auf 120 Kg. bemeſſen worden. Die Schwierigkeit des ganzen
liegt in der geeigneten Bauart des Wagen3 und der Möglich
bei der großen Geſchwindigkeit am Boden zu halten. Das s
teren Forſchungsarbeit ſei, von den Pulverraketen loszuko
an deren Stelle eine flüſſige Raketenkraft zu ſetzen. Dann
Ziel erreicht werden, in 50 000 Meter Höhe eine Geſchwin
10000 Km. in der Stunde zu entwickeln.
Sämerden, ſich faſt verdoppelte, während er in anderen Art
zurückgegangen iſt. Auch das Abſatzgeſchäft wurde im lei
etwas betrieben. Von dem Reingewinn wurden jedem Mitg!
pro Geſchäftsanteil gutgeſchrieben. Der Reſt wurde hälftig de
fonds und der Betrieb3rücklage überwieſen. Der Präſiden
ſichtsrates erſtattete Bericht über die letzte geſetzliche Verwo
ſion. Die Bilanz wurde genehmigt und dem Vorſtand und
Entlaſtung erteilt. Der aus dem Vorſtand ausgeſchiedene
wieſer 3. wurde wiedergewählt, ebenſo die ausgeſchiedenen A
mitglieder Heinrich Gärtner 20. und Ludwg Arnold. Die
wurde ven 150 RM. auf 200 RM. erhöht. Nach längerer
üiber den Kauf eines Bauplatzes zur Erſtellung einer Lagerk
ſchriftlich abgeſtimmt. Die überwiegende Mehrheit war für 1 u
des Bauplatzes Bohland, wal er mitten im Orte außerordent
liegt, obwohl er etwas teuer iſt. Ein Vertreter des Verba furd
über die Förderung des Abſatzgeſchäftes. Im letzten Ja
dieſe Tätigkeit durch die Krankheit des Rechners nicht ſo
pflegt werden. Er wies nachdrücklichſt darauf hin, daß
Linie an den Mitgliedern Uegt, wenn der genoſſenſchaftliche
Produkte betrieben werden ſoll. Die Mitglieder haben der
lichkeit durch die Genoſſenſchaft bisher immer noch zu weni
ſamkeit geſchenkt. Er ermahnte nachdrücklichſt, auf dieſem G
zuſammen zu halten als ſeither. Gegen 1 Uhr ſchloß der Vo
liberaus lebhaft verlaufene Verſammlung. Hoffentlich wird
halle in unſerem Orte recht bald erſtellt, daß die Mitgl
ſegensreiche Einrichtung zu ihrem Vorteil ausnutzen können
Babenhauſen, 13. Juni. Am Sonntag nachmittag
fand die ordentliche Generalverſammlung der Spar= und Da
e. G. m. b. H. Babenhauſen im großen Saale des Gaſtha
Lölven” ſtatt. Der Präſident des Aufſichtsrates, Herr Kaufn
berg, eröffnete die Verſammlung und begrüßte die Erſchier
Rechner der Genoſſenſchaft, Herr Lehrer Katz, erſtattete eine
lichen Geſchäftsbericht, der mit dieler Mühe fein ausgear
Die Bilanz, die eine ſehr gute Endwcklung der Genoſſenſc
wurde vorgelegt und genehmigt, nachdem Herr Direktor B.
verſchiedene wichtige Erläuterungen gegeben hatte. Die e
Geſchäftsanteile für 1927 wurden mit 12 Prozent verzinſt,
einbezahlten Geſchäftsanteile für 1926, nachdem im letzten I
die Kriſe, die die Genoſſenſchaft durchzumachen hatte, eine
nicht ausgeworfen werden konnte. Der Reſt wurde hälftig de
fonds und der Betriebsrücklage zugewieſen. Dem Vorſtand
ſichtsrat wurde wegen ſeiner Geſchäftsführung im Jahre 1927
erteilt. Das turnusmäßig ausſcheidende Vorſtandsmitgliel
Karl Bender, und die beiden Aufſichtsratsmitglieder Louis
Philipp Brenger wurden einſtimmig wiedergewählt. Die
grenze wurde auf 10000 RM. und die Paſſivkreditgrenze
RM. feſtgeſetzt. Der vorgelegte Mietvertrag wegen dem Geſ
wurde genehmigt. Von dem Bericht über die letzte geſetzlich.
tungsreviſion, den Direktor Bender verlas, wurde Kenntnis
Alle dieſe Punkre erledigten ſich ohne Schwierigkeit und zeigt
das einmütige Handeln in der Genoſſenſchaft. Anſchließend
Vertreter des Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftl. Geno
einen intereſſanten Vortrag. Er wies darauf hin, daß die S
lien aus dem algenen Kreiſe in größeren Mengen hereinkomm
denn dieſe Kapitalien ſind für die ſchwachen Mitglieder der
teſte und billigſte Kredit, weil dadurch die Genoſſenſchaften 11
vom Geldmarkt eine eigene Zinspolitik treiben können. Be
freulich ſei die Tatſache, daß ſich die Spareinlagen ſeit Anfang
res bis auf den heutigen Tag mehr als verdoppelt haben. E
dafür, daß das Vertrauen zur Genoſſenſchaft wieder voll und
rückgekehrt iſt und die Kriſis im letzten als überwunden beir”
den kann. Auch die Einlagen in laufender Rechnung haben !
ter Zeit bedeutend vermehrt. Der Redner wies darauf Mal
Grundſatz „Alle für einen und einer für alle” mehr und me
tung erhalten müſſe. Mit dem Wunſche, daß die Genoſſenic.
eine ſolche Entwicklung nehme zum Segen und Vorteil ihrer 2
beſchloß der Redner, ſeine Ausführungen, die mit lebhaftem 2
genommen wurden. Zur Hebung der Stimmung hatte die
ſchaft koſtenlos Bier verabreicht und konnte die Verſammt
harmoniſchen Verlauf nehmen. Der Vorſitzende dankte dem i"
dem Vorſtand, beſonders Herrn D’rektor Bender und Lehle*
ihre uneigennützige Arbeit im Dienſte der Genoſſenſchaf.
gegen 6 Uhr die Verſammlung.
— Kirch=Brombach, 14. Juni. In den Lichtſpielen lauft Di
17. d8. Mts. „Der Wanderer”, der die Sünderin, Untergaig.
lon und Hinweiſe der Entſtehung eines Großfilms zeigt.
„echt ſtattlicher Zahl waren die Jungbauern hoch zu Roß in
ich geſchmückten Wixhauſen erſchienen, und unter Vorantritt
F bewegte ſich der Zug geſchloſſen nach dem alten Sportplatz,
lich um 2 Uhr das Turnier begann.
es vorweg zu ſagen, nach dem Urteil des Preisgerichts wurde
7d ſehr Anerkennenswertes geleiſtet, was von einem großen
Reitabteilungen und von vielem Verſtändnis der Reitlehrer
Keitſport zeugte. Auch die erſt ſehr jungen Reitergruppen
Ar=
jesheim zeigten gute
ſtehen außerordentlich vervolkommnet hat. Den zweiten Preis
ſeriss e feſtgebende Ortsgruppe Wixhauſen, den 3. Preis die
Jung=
ſandr) =Reitergruppe Nauheim (Kreis Groß=Gerau), während ſich in
reis bei gleichen Leiſtungen die Ortsgruppen Griesheim und
Urhed : teilen mußten.
ſen Wettkampf ſchloß ſich das Schaufahren für
Acker=
zweiſpännig, an, bei dem folgendes Reſultat erzielt
hurss zhil. Reitz=Gräfenhauſen 1. Preis, Joh. Volz=Wixhauſen 2. Pr.,
ihardt=Weiterſtadt 3. Pr., Bürgermeiſter Meinhardt=Weiterſtadt
Schaufahren im Kutſchwagen, einſpännig,
r Konkurrenten vor und wurden hierfür nachſtehende Preiſe
W. Brücher=Arheilgen 1. Preis, Wilh. Wulff=Büttelborn
%- Poppe=Gräfenhauſen 3. Preis, H. Heß Vl.=Weiterſtadt 4. Pr.,
ßenzä roß=Gerau 5. Preis.
w war die Beteiligung am Hindernisſpringen. Dieſe
ſonsunz wurde getrennt für Pferde leichteren (Oldenburger) und
ſwes: Schlages (Belgier) durchgeführt. Auch hier zeigte ſich,
wel=
her. r fleißig geübt hatte, obwohl auch mancher unter den Mucken
eines ruls zu leiden hatte und ihm dadurch der erhoffte Siegespreis
mtg-7. Das Schiedsgericht entſchied in dieſer Konkurrenz folgende
ſrei= eilung: Belgierraſſe (13. Teilnehmer): 1. Preis Hch.
nüE- V.=Lengfeld, 0 Fehler, Stil 1: 2. Preis Georg Dietz=Wixhauſen,
F— Stil 2: 3. Preis Gg. Jourdan=Wixhauſen, 0 Fehler, Stil 3;
Hg. Woſp V.=Wixhauſen, 0 Fehler, Stil 4; 5. Preis Hch.
Darm=
roß=Ge 1, 0 Fehler, Stil 5; 6. Preis Gg. Geher=Nauheim,
Stil 6
Preis Gg. Nau TV.=Büttelborn, 4 Fehler, Stil 3;
Phil. Fr.) V.=Wixhauſen, 4 Fehler, Stil 4. — Oldenburger=
mmer 165
Freitag den 15 Juni 1923
zdwirtſchaftliches Reit=und Fahrturnier des Jungland=
„Iedes Heſſen=Starkenburg, Kreisgruppe Darmſtadt
in Wixhauſen am 10. Juni 1928.
Teilnehmer): 1. Preis Hch. Eidenmüller=Lengfeld, 3 Fehler,
Preis Ad. Graf=Weiterſtadt, 3 Fehler, Stil 4; 3. Preis W.
telborn, 4 Fehler, Stil 1; 4. Preis W. Wulf=Büttelborn,
Stil 2; 5. Preis Hch. Müller IV.=Lengfeld, 13 Fehler, Stil 1;
Hch. Becker III.=Griesheim, 20 Fehler, Stil 3.
iſchen war das Wetter immer ſchlechter geworden, doch wurde
er die Durchführung des Turniers beſchloſſen und die
kom=
euſtadt i. O. mit Burg Breuberg, 12. Juni. Die Eröffnung
ſchen Wanderausſtellung für Geſundheitspflege und ſoziale
fand am 7. Juni im Gaſthauſe „Zum Breuberger Hof”, ſtatt.
egermeiſter Koch begrüßte ut herzlichen Worten die zahlreich
cen Gäſte, insbeſondere dankte er Herrn Präſident Neumann
für Erſcheinen. Danach ergriff der Präſident der
Landesverſiche=
rune alt das Wort zu längeren Ausführungen über Zweck und
Zielx. Heſſiſchen Hygiene=Wanderausſtellung. Seine mit großem
„ſitllk! Ernſt vorgetragene Rede über die Hauptfeinde der menſchlichen
heſ-) it, die am Marke des deutſchen Volkes nagen, machte auf alle
Zulku tiefen Eindruck. Zur Verſchönerung des Abends trug der
Mäc =ſangverein Neuſtadt zwei ſtimmungsvolle Chöre vor. Danach
wury ie allgemeine Beſi tigung der Ausſtellung vorgenommen. Der
nack) ag, 8. Juni, war für die Schulen des Breuberger Bezirks
be=
ſtinan Insgeſamt beſuchten 487 Kinder die Ausſtellung. Der Leiter,
Herr3 2marie=Darmſtadt, gab zunächſt einige vorbereitende
Erläute=
rmay ber die einzelnen Abteilungen der Ausſtellung. Nachmittags
Uar ene Führung für die Kranken der Lungenheilſtätte bei
anz . Am Samstag war die Ausſtellung von 3—10 Uhr geöffnet.
Derz. Ausſtellungstag, 10. Juni, führte von 11 Uhr ab viele
aus=
wärrm Häſte zu den aufklärenden Abteilungen. Am Abend fand eine
lleinn Alußfeier ſtatt. Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtand der
Vor=
trag y Leiters über „Geſundheit — das wertvollſte Gut”. Mit großer
Aufx) amkeit und ſteigendem Intereſſe folgte die über 300 Köpfe
zähl: 7 Menge der freien, ſchönen und volkstümlichen Rede Avemaries.
Muff; träge der Kapelle Weiß=Knöll und Ledervorträge der hieſigen
Geſar) reine halfen den Abend verſchönern. Am Schlufſe übermittelte
der r im Auftrage der L.=V.=Anſtalt der Gemeindeverwaltung und
allenn eiligten, die in bereitwilliger Weiſe das große Werk der
Auf=
lläruy nterſtützten, herzlichen Dauk. Nicht minder fand Bürgermeiſter
ſochch liche Worte für alle h eſigen mitwirkenden Kräfte.
E eerfelden, 13. Juni. Freiwillige Feuerwehr. Einen
denttt) gen Abend für die Mitglieder der hieſigen Freiw. Feuerwehr
war, am Samstag. Schon vor 8 Uhr hatten Signale die
Mann=
ſchaf4” zählig am Spritzenhaus verſammelt, und nach Erſcheinen von
herrm gierungsrat Dr. Schwan=Erbach und Herrn
Kreisfeuerwehr=
imbesl Meyer=Erbach gings zu ernſter Arbeit an eine Probe, die
wie=
derurn gte, daß die Wehr in ihren Leiſtungen zurzeit auf der Höhe iſt.
Des ” die Einleitung zu einem feſtlichen Akt, der ſich nun bei Herrn
dr. r („Zum Hirſch”) abſpielte. Hier begrüßte der
Oberbrand=
meiſteö r Wehr, Herr Bürgermeiſter Löb, die Anweſenden,
insbeſon=
dere Herren von Erbach als Vertveter des Kreisamts — Herrn Ne=
Veran at Schlvan und Kreisfeuerwehrinſpektor; ſeine beſondere
Freu” aßerte Redner darüber, daß Herr Dr. Schwan auch ſeine Frau
Hemm mitgebracht hatte, er bemitzte dieſen Umſtand, den erſt vor
kurzei ermählten ſeine und der Wehr herzliche Glückwünſche
auszu=
wreck. Herr Reg.=Nat Schwan dankte für die Glückwünſche, begrüßte
de 2 raden von der Feuerwehr und gab ſeiner beſonderen Freude
Nru=30 Lusdruck, daß er wieder bei der Beerfelder Wehr weilen dürfe,
zu d.4 immer gern komme. Nun wolle er auf den Hauptpunkt des
Seiſa” nſeins kommen; es gelte nämlich, einen Kameraden zu ehren,
und eluſtrag des Miniſteriums des Innern überreichte er Herrn
für 2jährige treue Dienſtleiſtung eine Ehrenurkunde und die
Derc) nedaille. In ſeinen weiteven Ausführungen ſtellte Redner mit
denu) ng feſt, daß in der hieſigen Wehr nicht wenige ſind, die 25, ja
+ och mehr Jahre derſelben angehören. Dieſen Veteranen der
Beh ”* das begeiſtert aufgenommene Hoch. Der Ppäſident der Wehr,
derr” Lenz, leitete nun in entſprechenden Worten dazu ein, der Wehr
Ehrenmitglieder zuzuführen, und betonte, daß die
Seh d Zuteilung dieſer Ghrung ſtets zurückhaltend geweſen ſei, daß
nm erkorenen Ehrenmitglieder, jedes in ſeinem Teil, es voll
Zabe, der Wehr in dieſer Eigenſchaft angegliedert zu werden,
murkunden wurden überreicht den Herren Reg.=Nat Schwan,
REi7 rwehrinſpektor Meher, Bürgermeiſter Löb und
Gendarmerie=
el ter Köhler. Herr Dr. Schwan habe ſich der Wehr ſtets als
erater und ſorgender Förderer erwieſen, Herr Büirgermeiſter
ſtets ein williges Ohr und eine offene Hand für die
Notwen=
der Wehr gezeigt, gerade ihm gebühre das Verdienſt, dafür
n zu ſein, daß die Wehr ihre heutige Leiſtungsfähigkeit
er=
onnte; Herr Kreisfeuerwehrinſpektor Meher ſtehe ſchon jahr=
menden Konkurrenzen, wie das Trabreiten der Pferde Oldenburger=
Raſſe und Trabreiten der Pferde Belgier=Raſſe, ſowie anſchließend das
Galoppreiten durchgeführt.
Auch hier waren zahlreiche Konkurrenten erſchienen, insbeſondere
beim Galoppreiten der Oldenburger=Raſſe, das ſich über die Strecke von
1000 Meter erſtreckte, nahm bei der großen Anzahl der Konkurrenten
einen ſpannenden Verlauf. Bei letzterem Rennen kamen infolge der
Ungunſt der Witterung und des inzwiſchen ſtark aufgeweichten Weges,
ſowie auch der nicht einfachen Rennſtrecke, die in einem ziemlich ſpitzen
Bogen lief, einige der Pferde ehne ihren Reiter ans Ziel.
Erfreulicher=
weiſe iſt es aber ohne jeden erheblichen Unfall abgegangen.
Das Preisgericht entſchied in dieſen drei Konkurrenzen wie folgt:
Trabreiten für Oldenburger: W. Wulf=Büttelborn
1. Preis, Appel=Arheilgen 2. Preis, Hch. Hoppe=Gräfenhauſen 3. Pr.,
Adam Bonn=Trebur, 4. Preis, H. Eidenmüller=Lengfeld 5. Preis,
Wilh. Brücher=Arheilgen 6. Preis.
Trabreiten für Belgier: Gg. Nau IV.=Büttelborn 1. Pr.,
Hch. Darmſtädter=Groß=Gerau 2. Preis, P. Jourdan=Wighauſen 3. Pr.,
Freh=Wixhauſen 4. Preis, Gg. Friedmann=Büttelborn 5. Preis, K.
Barth=Trebur 6. Preis.
Galoppreiten für Oldenburger: Ad. Hamm V.=
Wei=
terſtadt 1. Preis, Hch. Meinhardt VII.=Weiterſtadt 2. Preis, H.
Eiden=
müller=Lengfeld 3. Preis, Peter Gerhardt=Griesheim 4. Preis, Bonn=
Trebur 5. Preis, Hch. Poppe=Gräfenhauſen 6. Preis.
Da ſich das Wetter erheblich verſchlechtert hatte, mußte die letzte
Konkurrenz, das Gewandtheitsreiten, ausfallen.
Geſchäftsführer Weber begrüßte im Auftrage des
Kreisvorſitzen=
den des Junglandbundes die Erſchienenen und dankte insbeſondere allen
Mitwirkenden der feſtgebenden Ortsgruppen, den Reitergruppen und
den Reitern, den Reitlehrern und ganz beſonders den Herren
Preis=
richtern, Herren Obe=landſtallmeiſter Schörke, Rittmeiſter Löſch und
Lantwirt Bundſchuh=Lengfeld. Anſchließend nahm Herr
Oberlandſtall=
meiſter Schörke das Wort, der insbeſondere noch nals die am
Nach=
mittag gezeigten Leiſtungen der Ortsgruppen des Junglandbundes
würdigte und allen Reitern ſeine Freide und Anerkennung für das
Gebotene ausſprach, und gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck gab, noch
recht oft bei den Reiterturnieren des Junglandbundes als Schiedsrichter
tätig ſein zu dürfen.
Die Preisverteilung nahmen dann der Kreisvorſitzende des
Jung=
landbundes, Herr Knöbel=Arheilgen, gemeinſam mit dem
Vorſitzen=
den der Junglandbundortsgruppe Wixhauſen, Herrn Georg
Jour=
dan, vor. Neben den Diplomen gelangten eine große Anzahl
wert=
voller Ehrenpreiſe zur Verteilung, und ein großer Teil der Reiter
konnte befriedigt mit einer ſchönen Erinnerungsgabe unter dem Arm
Wixhauſen verlaſſen.
zehntelang in Beziehung zur hieſigen Wehr und habe ſich als
wohlwol=
lender Vorgeſetzter gezeigt, Herr Köhler verſtehe es ſeit ſeinem Hierſein,
in der ſchönſten Weiſe als Polizeiorgan Hand in Hand mit der Wehr
zu arbeiten zum Wohl des Ganzen. Namens der ſo Geehrten daukte
Ein rechtes Sonnenkind
frisch und fröhlich, die Freude
der Mutter — so kann man
es haben! Kräftig und gesund
wachsen die Kleinen heran mit
zunächſt Herr Reg.=Rat Schwan, und auch die übrigen Herren gelobten,
der Wehr das gleiche Intereſſe auch in Zukunft zu erhalten. Unter den
Klängen der anweſenden Feuerwehrkapelle und munteren Geſängen der
Wehrleute entſchwanden die Stunden nur allzu raſch; ſie werden allen
Beteiligten in angenehmſter Erinnerung bleiben.
HI. Von der Bergſtraße, 14. Juni. Tödlicher Unfall. Im
Doſſenheimer Porphyrwerk löſten ſich beim Laden eines Schuſſes einige
Steine und Geröll und traßen den dabei beſchäftigten Schießmeiſter
Georg Kettner ſo uglücklich, daß er ſofort tot war. Er hinterläßt Frau
und drei kleine Kinder.
Geite 7
Mitglieder=Verſammlung des Verbandes der
hefſiſchen Kreiſe und Provinzen in Gießen.
Am 4. Juni 1928 fand in Gießen unter dem Vorſitz des
Provin=
zialdirektors Graef=Gießen die diesjährige Mitgliederverſammlung
des Verbandes der heſſiſchen Kreiſe und Provinzen ſtatt. Der
Mitglie=
derverſammlung wohnten Vertreter der Heſſ. Staatsregierung ſowie
des Heſſiſchen Städte= und Gemeindetages bei. Die Tagesordnung
ries außer der Erledigung von geſchäftlichen Angelegenheiten des
Ver=
bandes zwei ſehr vertvolle Vorträge auf. Der Präſident des Deutſchen
Landkreistags, Baron von Stempel, ließ ſich in einſtündigen
Aus=
führungen über aktuelle kommnnalpolitiſche Fragen aus, die das
In=
tereſſe der Anweſenden in hösſtem Maße in Anſpruch nahmen. Hieran
ſchloß ſich in der Univerſitäts=Hautklinik ein Vortrag des Herrn Prof.
Dr. Jeſronek an, der an reichlichem Material die Verwüſtunges,
die die Tuberkuloſe am menſchlichen Körper anzurichten imſtande iſt,
nachwies und die Maßnahmen zur Bekämpfung und Heilung mit
glän=
zender Beredtſamkeit behandelte. Ein Gang durch die neue Hautklinik
und das Lupusheim beſchloß die anregend verlaufene
Mitgliederver=
ſammlung. Ein gemeinſames Mittageſſen auf dem Flugplatz hielt die
Mitglieder in reger Ausſprache noch zuſammen.
Bb. Bensheim, 14. Juni. Am Sonntag tagte hier im Deutſchen
Haus die Mittelrheiniſche Philiſtervereinigung, zu der ſich zahlreichſt die
Mitglieder derſelben eingefunden hatten. Nach einer Beſprechung am
Vormittag, dann folgendem gemeinſchaftlichen Mittageſſen und
Spazier=
gängen vergnügte man ſich bei Muſik, Tanz und Unterhaltung bis in
die Stunden nach Mitternacht.
— Heppenheim a. d. B., 12. Juni. Nachdem erſt vor einigen Tagen
die erfreuliche Nachricht von der Einrichtung des ununterbrochenen
Fern=
ſprechdienſtes beim hieſigen Poſtamt bekannt gegeben wurde, ſteht eine
weitere Betriebsverbeſſerung bevor. Dem in unſerer Stadt allgemein
erkennbaren Beſtreben auf Verſchönerung und Moderniſierung des
Stadtbildes trägt die Deutſche Reichspoſt inſofern Rechnung, als ſie
die nicht mehr zeitgemäßen, Poſtkarren”, mit denen ſeither die Pakete
innerhalb der Stadt durch Briefträger ausgefahren wurden, aus den
Straßen Heppenheims rerſchwinden läßt. Es wird hier, gleich wie in den
Nachbarſtädten Bensheim, Weinheim und größeren Städten, die
Paket=
zuſtellung nunmehr mit beſorderen Wagen durch Pferdezugkraft
ausge=
führt werden. Auch eine Verbeſſerung und Renovierung des
Zu=
gangsraumes zu den Schaltern wird zur Zeit vorgenommen; dieſer
wird dadurch ein geſchmackvolleres Ausſehen erhalten und mit der von
der Stadt beabſichtigten Verſchönerung des „Schillerplatzes” vor dem
Poſtgebäude in Einklang kommen. — Die Deutſche Reichspoſtverwaltung
hat gut getan, dem Rate ihres rührigen Oberpoſtmeiſters Glenz ein
williges Ohr zu leihen, der, eingehend auf die Verkehrsbedürfniſſe und
Notwendigkeiten, die erforderlichen Vorſchläge ſeiner Behörde gemacht
haben wird. Der Dank der Bevölkerung gebührt den Beteiligten in
gleichem Maße. Bitte, weiter ſo!
— Gernsheim, 14. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
13. Juni 1,40 Meter, am 14. Juni 1776 Meter.
z. Groß=Gerau, 14. Juni. Gruppenwaſſerwerk. Die
Ar=
beiten für die Geſamtanlage zum Gruppenwaſſerwerk und der Bau des
Ortsrohrnetzes ſollen bereits Anfang Juli in Angriff genommen werden.
Durch die Genehmigung einer Auslands=Anleihe können die Arbeiten
ſo raſch zur Durchführung gelangen.
z. Trebur, 14. Juni. Der Gemeinderat genehmigte jetzt den
von der Oberpoſtdirektion verlangten Zuſchuß für die Kraftpoſtlinie.
4d. Nierſtein, 14. Juni. Heuwurm. Da das Erſcheinen des
Heuwurms im Laufe, dieſer Woche zu erwarten iſt, dürfte deſſen
Be=
kämpfung gleichzeitig mit der erſten Kupferung der Weinberge
vorge=
nommen werden.
Ad. Dienheim 11. Juni. Ein Kriegsveteran von 1866,
1870/71, Johann Walz, konnte bei verhältnismäßig guter Geſundheit
ſeinen 83. Geburtstag feiern.
— Mommenheim Rheinheſſen), 14. Juni. Das Konzert, das der
hieſige evangeliſche Kirchenchor veranſtaltete, brachte nicht nur einen
unanfechtbaren Beweis für die ernſte und erfolgreiche Arbeit dieſes
Vereins, ſondern darüber hinaus auch einen muſikaliſchen Kunſtgenuß
hohen Ranges für die zahlreichen Angehörigen der evangeliſchen
Ge=
meinde ſowie für die hieſigen Freunde edler Vokal= und
Inſtrumental=
muſik aus andern Bekeuntniſſen. Neben den eigenen tüchtigen
Leiſtun=
gen des Vereins ſelbſt und den Darbietungen des Alzeher
Poſau=
uenchors war es in erſter Linie das kunſtvollendete Orgel= und
Geigenſpiel der Herren Auguſt Niebergall und Adolf Frey
aus Darmſtadt, das dem Konzert das Gepräge einer Meiſterleiſtung
vrrlieh. Wir ſagen den Lefern des „Darmſt. Tgbl.” nichts Neues, wenn
wir dem Organiſten von der Darmſtädter Johanneskirche hohes Lob
ſpenden. Nicht minder erhebend wie die Niebergallſchen Darbietungen
aus J. Seb. Bachs unſterblichen Schöpfungen war das ſeelenvolle
Geigenſpiel, ſeines Kunſtgenoſſen Frey, und das Zuſammenſpiel der
beiden Künſtler bot den Bewohnern unſeres Dorfes die überaus ſeltene
Gelegenheit zum Genuß edelſter und vornehmſter Inſtrumental=Muſik.
— Bad=Nauheim, 14. Juni. Tanzturnier in Bad=
Nau=
heim. In dieſem Jahre findet das alljährliche internationale
Tanz=
turnier am 16. Juni, abends, im Kurhaus ſtatt. Es wird zweifellos
wieder, wie in den Vorjahren, den Höhepunkt der geſellſchaftlichen
Ver=
anſtaltungen bilden. Bisher gingen die Nennungen beſonders ſtark ein,
ſo daß dieſes Turnier, welches unter Leitung des Reichsverbands zur
Pflege des Geſellſchaftstanzes ſteht, die vorhergehenden weit übertreffen
wird. Die bedeutendſten Amateurpoare Europas, darunter Weltmeiſter
Heath aus London, das deutſche Meiſterpaar Nanſen=Unger=Kuhn, dann
Firhill=Dannenberg, die Schweizer und franzöſiſchen Meiſterpaare und
viele andere werden um den Sieg in der Sonderklaſſe tanzen,
Sauliedertagdes GauesBergſtraßein Seſſ. Sängerbund
zu Auer bach am 10. Juni 1928.
Schon der erſte Blick auf die Feſtfolge verriet, daß der Verlauf
dieſes Tages vom Vorſtand wohldurchdacht war. Es ſollte nicht ein
Feſt mit viel Geſchrei und Geräuſch ſein, ſondern ein Tag inneren
Er=
lebens für die Sänger des Gaues. Einfach und würdig, das iſt
zweifel=
los die Note, die allen Einzelteilen dieſes Tages aufgeprägt worden
war und — daß wir es ſchon jetzt ſagen — auch zielbewußt durchgeführt
wurde. So fand als Erſres eine ſchlichte Begrüßungsfeier am Bahnhof
ſtatt: Sängergruß des feſtgebenden Vereins, herzliche
Begrüßungs=
worte durch den Ortsvorſtand, Herrn Bürgermeiſter Blickensdörffer,
eine kurze, weihevolle Anſprache durch den Ortsgeiſtlichen, Herrn
Pfar=
rer Eßlinger, die ſämtliche Sänger aller Bekenntniſſe erbaute,
Choral=
blaſen: „Großer Gott, wir loben dich!‟ Ein kurzer Willkommengruß
durch den Gauvorſitzenden, Herrn Lehrer Beltz=Seeheim, der
ausdrück=
lich darauf hinwies, daß uns heute kein Wettſtreit zuſammenführe,
ſon=
dern ein freundſchaftlicher Austauſch unſerer ſchönſten Lieder, endlich,
unter der jugendfriſchen Leitung des ſtellv. Gauchormeiſters, Herrn
Lehrer Leonhardt=Auerbach, von der Geſamtheit in freudiger
Begeiſte=
rung der deutſche Sängergruß. Das war der erhebende Auftakt des
Tages, der dem deutſchen Liede und dem deutſchen Volke in gleicher
Weiſe galt. — Kurz nach 9 Uhr begann in zwei Sälen (Turnhalle und
Hotel Weigold) das Wertungsſingen, das in beſonderer Weiſe dem
Liederfürſten Frz. Schubert gewidmet war. Sein „Lindenbaum” wur
der allen Vereinen aufgegebene Pflichtcher, außerdem hatten von den
14 Vereinen 6 Chöre dieſes Meiſters gewählt. Die beiden
Geſangs=
richter, die Herren Muſikdirektor Doebert=Bensheim und Kantor
Samper=Darmſtadt, walteten mit Liebe, aber auch mit dankenswerter
Strenge ihres Amtes, was die ſpätere Beſprechung zwiſchen ihnen und
den Chorleitern und Vereinsobmännern bewies. Beide Herren betonten
immer wieder”, daß im Gau ernſt und mit gutem Erfolg an der Ver=
vollkommnung der geſanglichen Leiſtungen gearbeitet werde. — Um
2 Uhr fand dann im Shulhofe die öffentliche Kundgehung, ſtatt, die
all=
gemein als Höhepunkt des ganzen Tages bezeichnet wurde. Der
ver=
dienſtvolle Gauchormeiſter, Herr Muſikdirektor Doebort, leitete die
Ge=
ſamtchöre und verſtand es, die wohl 400 Sänger nur ſo mit ſick,
fortzu=
reißen und zu einer wunderbar geſchloſſenen Klangmaſſe
zuſammenzu=
faſſen. Nach dem begeiſterten Sängergruß leitete „Der Lindenbaum”
dieſe Feier ſtimmungsvoll ein „Die Morgendämmerung” (Sonett)
bil=
dete den erhebenden Abſchluß, der von der zahlreichen Zuhörerſchaft
mit geradezu ſpontanem Beifall aufgenommen wurde. Beide Chöre
umrahmten die Feſtrede des Gauvorſitzenden, Herrn Lehrer Beltz: „Frz.
Schubert, der Schöpfer des deutſchen Liedes‟. Er verglich den Meiſter
mit dem Prinzen, der das Dornröschen aus ſeinem jahrhundertelangen
Schlafe geweckt, indem er die deutſche Volksſeele ins Lied brachte. Der
Redner zeichnete in lebendigem Vortrag Schubert als den Prinzen in
bitterer Armut und dennoch von hohem Adel, indem er die Stimmung
der Mutter=Lieder anſchaulich wiedergab. Er hielt ſich frei von
über=
ſchwenglichen Redensarten und verſtand es, die Sänger mit großer
Wärme innerlich zu packen, was die aufmerkſame Stille der zahlreichen
Zuhörer bezeugte. — Ein kurzer Feſtzug in geradezu muſtergültiger
Ordnung brachte die Sänger ins Hotel Weigold, wo ſofort der
anſchei=
nend ſtändige, wenn auch nicht gerade erbetene Feſtgaſt der Bergſträßer
ſich einſtellte: ein ſtrömender Regen. So zerſtreuten ſich leider die
Feſt=
gäſte, und die 60. Jubelfeier des Männerquartetts Sängerluſt konnte
nur in kleinen: Rahmen in dem Saale des Hotels ſtattfinden. Möge
der an ſich ſo ſchöne und harmoniſch= Verlauf des 1. Gauliedertages
dazu dienen, die Gau=Vereine immer feſter zuſammenzuſchließen und das
Ziel unſerer deutſchen Sängerſache im Gau immer mehr zu fördern:
für Heimat, für Sangeskunſt, für Viterland!
den ersten 10 Jafzren
jede Mutter ihr Kind nur mit der reinen. milden
AINDER
TATLPA SEIFE
waschen und baden. Das
Kind wird es ihr einst
danken, weil ihm dadurch
später manche Sorge um die
Erhaltung seines guten
Teintserspartbleibt. Nivea=
Kinderseife ist überfettet
und nach ärztlicher
Vor=
schrist besonders für die
empfndliche Haut der
Kin=
der hergestellt.-Preis 70Pf.
Sonnengebräund
wird Ihr Körper, wenn Sie ihn vorLuft= und Sonnenbädern, vor Fahrten und Wanderungen mit
einreiben. Aber trocken muß Ihr Körper sein; Sie dürfen
ihn niemals naß den Sonnenstrahlen aussctzen.
Nur Nivea=Creme enthält Eucerit; sie verstärkt die
bräunende Wirkung der Sonnenstrahlen. Gleichzeitig beugt
sie schmerzhaftem Sonnenbrand vor.
Dosen M 0.20 bis 1,20 / Tuben aus reinem Zinn M 0,60 u. 1.00
Seite 8
Freitag, den 15 Juni 1928
Numm
Familiennachrichten
Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen:
Sara Rothſchild
Paul Morgenſtern
Hörſtein
Reinheim
17. Juni 1928.
15794
Für die vielen
Aufmerksam-
keiten anläßlich unserer
Ver-
mählung sagen herzlichen
Dank.
Emil Diel und Frau
Minne, geb. Mahr.
Undenheim, 14. Juni 1928. (10035
Statt Karten.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach kurzem ſchweren
Leiden mein herzensguter Mann, unſer
treu=
ſorgender Vater, Schwiegervater, Großvater,
Urgroßvater, Schwager und Onkel
Peter Kartſcher
Straßenwart i. R.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Marg. Kartſcher, geb. Göttmann
Eliſabeth Kartſcher
Familie Karl Schwinn
Familie Joſeph Herkert.
Darmſiadt, den 14. Juni 1928.
Tannenſtraße 15.
Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 2 Uhr
(10040
auf dem Waldfriedhof ſitatt.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
nahme an dem Heimgange unſeres lieben Entſchlafe
ſowie für die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden ſo
wir auf dieſem Wege hiermit Allen unſeren herzlick=
Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebe
Frau Flora Stöckle
und Sohn Erich Stöckle.
Darmſtadt, den 14. Juni 1928.
Neckarſtraße 16.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Todes=Anzeige.
Heute morgen entſchlief nach langem, mit
großer Geduld ertragenem Leiden mein
herzens=
guter, treubeſorgter Vater, unſer lieber
Schwie=
gerſohn, Schwager, Bruder und Onkel
Herr Vermeſſungsrat
Adam Koch
im Alter von 36 Jahren.
Im Namen der tieftrauernd. Hinterbliebenen:
Friedrich Koch.
Zwingenberg, den 14. Juni 1928.
Die Einſegnung findet ſtalt: Samstag, den 16. Juni
1928, nachmittags 2½ Uhr, im Trauerhaus,
Zwingen=
berg, Heidelbergerſtraße 32 und daran anſchließend um
3½ Uhr die Beerdigung auf dem Friedhof zu Auerbach.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
(*15906
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem Hinfcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlten Dank.
Be=
ſonders danken wir Herrn Pfarrer Grein, für die
troſtreichen Worte am Grabe, Herrn Ober=Ingenieur
Ries für das ehrende Gedenken im Namen der Firma
E. Merck, ſowie den Beamten und Arbeitern für die
zahlreichen Blumenſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Frau Eliſe Holler, geb. Seibel
nebſt Kindern.
Arheilgen, den 14. Juni 1928.
(*15897
Kolonie 26.
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Für die Beweiſe aufrichtiger Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſerer lieben Entſchlafenen
danken herzlich.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Hamm II.
Weiterſiadt, den 14. Juni 1928.
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Frantfu
5 B:
[ ← ][ ][ → ]mmer 165
Freitag, den 18. Juni 1928
Seite
mit Knicker, Breeches- oder langer Hlose, in den
neuesten Farben, englisch gemustert . . .
96.—, 85.—, 76.—, 65.—, 58.—, 48.—, 38.—, 28.—,
Sacco-Anzude
und zweireihig, in hochaparten Ausmusterungen
und Farben . . . .
110.—, 95.—, 86.—, 76.—, 65—, 58.—, 48.—, 88.—,
aus Gabardine, engl. gemusterten Fantasiestolfen,
Loden und gummierten Stoffen in reichster Auswahl
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[ ← ][ ][ → ]mer 165
Freitag den 15. Juni 1928
Seite 11
War
ſe-1
S
e—
ech und Ausland
Flugzeugunglück bei Frankfurt a. M.=
Niederrad.
rfurt a. M. Geſtern vormittag, kurz
ſtürzte ein Verkehrsflugzeug der Strecke
Baſel in der Nähe des Frankfurter Vor=
„rad ab. Die drei Paſſagiere wurden
ziem=
verletzt. Es handelt ſich um ein Ehepaar.
aus Goslar und um einen Muſikdirektor
Hagen i. W. Die drei Schwerverletzten
er Frankfurter Rettungswache, die ſofort
agen zur Stelle war, nach dem Städtiſchen
rs geſchafft worden. Die Verletzungen
be=
er Hauptſache aus ſchweren Gehirnerſchüt=
Kippenbrüchen und anderen inneren Ver=
Der Pilot iſt auch ſchwer, aber nicht
lich verletzt. Bei dem Niedergehen auf
bei Niederrad wurden auch drei dort
ſpie=
gen von dem Flugzeug mehr oder minder
etzt. Ein Gärtnerlehrling namens Stock
Gehirnerſchütterung. Die Urſache des
jt noch nicht einwandfrei feſt; anſcheinend
agzeug in einen Wirbelſturm geraten.
mal aus ſchwerer Zeit der deutſchen
Jugend.
orch a. Rh. Die Grundſteinlegung zur
gendherberge, die etwa zehn Minuten die
auf auf einem vorſpringenden Bergkegel
und zu der die Gewerkſchaften 45 000 Mk.
aben, wurde in Verbindung mit der
dies=
agung des Gaues Main—Rhein-Lahn—
Verbandes deutſcher Jugendherbergen im
heinſtädtchen Lorch jetzt vorgenommen.
ebgeordneter Graßmann, der Vertreter der
ften, hielt die Weiherede, wobei er
be=
die Herberge als ein Denkmal aus ſchwerer
eutſchen Jugend von den Gewerkſchaften
Ihc orden ſei. Aus den geſchäftlichen
Bera=
erwähnenswert vor allem, daß neben der
ng der Lorcher Herberge in dieſem Jahre
u der Herbergen in Braubach und Camp
olgt. In der Stadt Rüdesheim, die im
ppunkt des rheiniſchen Wandererverkehrs
eine Groß=Jugendherberge zur Errichtung
ir die bereits ein Zuſchuß des
Landes=
s in Wiesbaden in Höhe von 50000 RM.
ung ſteht. Weitere Herbergen ſind für die
ihre in Büdingen und Hachenburg und der
s Herbergsnetzes in der Rhön vorgeſehen.
2lſchaffenburger Schloßbeleuchtung
damit verbundene Volksfeſt vom 16. bis
ſind das große Feſt des Speſſarts. Am
den 17. Juni, findet abends das pompöſe
an der Johannisburg am Main ſtatt.
ide von Feuerwerkskörpern werden über
tvollen Renaiſſanceſchloß zur Entladung
nd die ganze Schloßpartie mit dem an=
* Pompejanum in märchenhafter
Beleuch=
n. Auf der Feſtwieſe fenſeits des Mains
in Volksfeſt aufgetan, mit all dem Drum
eines echten bayeriſchen Oktoberfeſtes.
Rie=
mit der oberbayeriſchen Königskapelle,
Abier der Aſchaffenburger Brauereien und
gnügungsſtätten ſorgen für die richtige
Aſchaffenburg iſt mittels Sonder= und
äßigen Zügen mit Sonntagskarten leicht
da faſt ſtündlich Züge nach allen
Rich=
hen.
kaab fliegt in Bad Kreuznach.
. Juni wird in Bad=Kreuznach ein
Groß=
eranſtaltet, an dem Antonius Raab, der
weit über Deutſchlands Grenzen
bekann=
ſeugwerke Raab=Katzenſtein, fliegen wird.
de in letzter Zeit durch ſeinen Vertrag, den
n Opelwerken getätigt hat, viel genannt.
S Erſter die Verſuche mit dem Raketen=
11sführen, und iſt doch die ganze Flugwelt
rſuche koloſſal geſpannt.
Der Sagturm.
Der Hagturm
dem eigentlichen „Preſſaturm” wohl das
Le Bauwerk; der Ausſtellung. Wuchtig,
Io einprägſam erhebt ſich dieſes Symbol
er Baukunſt in einer Höhe von 42 Metern.
Ner Bremens und ſeiner einzigartigen
Bött=
ſird es nicht ſchwer fallen, die Schöpfer
Degandaturmes zu erraten. Der geiſtige
iſt Generalkonſul Dr. h. c. Ludwig Roſe=
Indent der Kaffee=Hag=Geſellſchaften, der in
* Elgenartigen Künſtlevnatur Prof. Bern=
Vrs, Worpswede, dem Bauformer, einen
ZEſoen Verwirklicher ſeiner Ideen ergänzend
zur Seite hat.
(roffnung der größten Schleuſe Europas bei Hannover.
Spitzenleiſtung deutſcher Bautechnik.
Die Rieſenſchleuſe in Anderten bei Hannover
wird am 20. Juni eröffnet werden. Sie iſt die größte Schleuſe Europas und der ganzen Welt,
mit Ausnahme des Panama=Kanals. Durch die Eröffnung dieſer Gipfelleiſtung deutſcher
Waſſer=
baukunſt wird die Neubauſtrecke des Mittellandkanals Hannover—Misburg—Peine—Hildesheim
dem Betriebe übergeben. Bei den Feierlichkeiten wird Reichspräſident von Hindenburg
an=
weſend ſein.
Die Diamantenkönigin als Ozeanfliegerin.
Die „Columbia” fliegt wieder nach Europa.
Die „Columbia”, das bekannte Flugzeug Chamberlains und Levins,
mit der amerikaniſchen Fliegerin Miß Mabel Boll (im Kreis).
Eingefangene Ausbrecher.
Kaſſel. Die am Mittwoch vergangener Woche
aus der Strafanſtalt in Ziegenhain ausgebrochenen
Zuchthäusler ſind durch den Oberlandjäger Pfeiler=
Ziegenhain zwiſchen Ziegenhain und Marſchfeld
wie=
der dingfeſt gemacht worden. Es handelt ſich um
Schwerverbrecher, die bereits eine mehrjährige
Zucht=
hausſtrafe zu verbüßen hatten.
In der Sandgrube verſchüttet.
Gelſenkirchen. Am Dienstag nachmittag
hatten ſich in der Schievenſtraße in Buer=Erle
ſpie=
lende Kinder eine Art Unterſtand gebaut. Plötzlich
ſtürzte die obere Schicht em und begrub zwei
ſpie=
lende Kinder. Während ſich ein Knabe befreien
konnte, wurde der fünf Jahre alte Heinz Skrotzki
völlig verſchüttet und erſtickte.
Eiſenbahnunfall.
Dresden. Geſtern vormittag iſt auf dem
Bahnhof Moſel ein auf falſchem Gleis
ankommen=
der Güterzug einem Arbeitszug in die Flanke
ge=
fahren. Bei dem Unfall wurden zwei Bedienſtete
des Arbeitszuges getötet und zwei andere verletzt.
Beide Hauptgleiſe ſind geſperrt, doch wird der
Zug=
verkehr durch Umleitung über Merane und Gößnitz
aufrecht erhalten.
Templiner See im Flugzeug angekommen.
Berlin. Mit dem planmäßigen Groß=
Flug=
zeug der Deutſchen Lufthanſa trafen am 13. Juni
auf dem Zentral=Flughafen Tempelhof, von London
kommend, fünf engliſche Teilnehmer an der großen
Motorboot=Regatta auf dem Templiner See ein. Zu
ährer Begrüßung hatten ſich zahlreiche Mitglieder
des Motor=Yacht=Verbandes und der deutſchen
Sport=
preſſe eingefunden. Auch Miß Hampſon, eine
ame=
rikaniſche Teilnehmerin an den Motorbootrennen,
war zur Begrüßung anweſend. Major Segrave, der
bekannte Rekord=Automobiliſt, hat den Flug nicht
mitmachen können, da ſein Rennboot noch nicht
fer=
tiggeſtellt iſt. Als Fracht brachte das Hanſa=Flugzeug
fünf Außenbordmotore mit, die in den Rennen der
Boote mit Außenbordmotoren Verwendung finden
werden.
Auf der Flucht erſchoſſen.
Danzig. Wie die Blätter melden, ergriffen
drei Strafgefangene des hieſigen Strafgefängniſſes,
die bei Wegearbeiten außerhalb des Gefängniſſes
be=
ſchäftigt waren, plötzlich die Flucht. Der Aufſeher
fah ſich gezwungen, von ſeiner Waffe Gebrauch zu
machen. Er gab zunächſt drei Warnungsſchüſſe ab;
als dieſe nicht beachtet wurden, ſtreckte er mit einem
vierten Schuß einen Gefangenen namens Herbſt
nie=
der. Die beiden anderen Gefangenen konnten
ergrif=
fen werden.
Ein amtliches Communiqué über die Urſache
der Entgleiſung des D 47.
Nürnberg. Die Reichsbahndirektion
veröf=
fentlicht ein Communiqué, in welchem gegenüber den
vielen Mutmaßungen betont wird, daß die bisherigen
mehrtägigen Unterſuchungen, die von einer ganzen
Reihe der kompetenteſten Sachverſtändigen auf dem
Gebiet des Oberbau= und Lokomotivweſens
vorge=
nommen worden ſind, eine beſtimmte Urſache der
Entgleiſung des D 47 bei Siegelsdorf immer noch
nicht haben finden laſſen. Bis heute, ſo heißt es in
der amtlichen Mitteilung, ſteht nur feſt, daß die
führende Achſe des Drehgeſtells der Lokomotie
zu=
erſt entgleiſt iſt, und zwar gegen das Geſetz der
Flieh=
kraft, nach der inneren Seite der Kurve, ferner, daß
betriebsdienſtliche Verfehlungen nicht vorliegen, und
daß Fehler an den Sicherungseinrichtungen und der
Gleislage oder mangelnde Feſtigkeit des
Bahnunder=
grundes die Entgleiſung nicht veranlaßt haben
können. Die zwiſchen den zwei Giſenbahnſchranken
wahrgenommenen Sprünge und Riſſe ſind ohne jeden
Zweifel nicht als Urſache, ſondern als Folge der
Endgleiſung anzuſprechen, die hauptſächlich dadurch
entſtanden ſind, daß ſich das wuchtige Drehgeſtell der
Lokomotive in das Erdreich einbohrte. Die von
mehreren Reiſenden nach ihren Mitteilungen an die
Preſſe an dem Tage vor der Entgleiſung
beobach=
teten Schwankungen und Stöße können, wenn ſie ſich
wirklich auf die kritiſche Stelle beziehen ſollten und
nicht örtliche Beobachtungsfehler vorliegen, nicht
durch Fehler des Gleiſes verurſacht ſein, ſondern
müſſen als Erſcheinungen angeſehen werden, die
beim Durchfahren von Strecken mit 500 bis 600
Meter Halbmeſſer mit 80 bis 90 Kilometer
Stunden=
geſchwindigkeit häufig auftreten, in keiner Weiſe
be=
triebsgefährlich ſind und in der Regel durch die
Ver=
ſchiedenheit in der Abfederung der Wagen und in
der Einwirkung des Alters oder der Laufzeit der
eiſernen Wagen ihre natürliche Erklärung finden.
Die Unterſuchung wird fortgeſetzt und dürfte im
Laufe der Aufräumungsarbeiten noch weitere
Auf=
klärung bringen.
Großfeuer auf dem Eichsfeld.
Reinholterode bei Heiligenſtadt (
Eichs=
feld). Geſtern morgen gegen 9½ Uhr entſtand aus
bisher unbekannter Urſache auf dem Gehöft des
Landwirtes Hackethal ein Feuer, das ſich infolge des
herrſchenden ſtarken Weſtſturmes weiter ausdehnte
und auf angrenzende vier Gehöfte überſprang.
Sämtliche fünf Gehöfte ſind völlig niedergebrannt.
Das Vieh konnte mit Mühe gerettet werden. Da
der Sturm anhält, kann noch nicht geſagt werden, ob
die Feuerwehren den Brand in der Gewalt haben
oder ob eine weitere Ausdehnung erfolgen wird.
*Omar Effendi.
Vom polniſchen Grafen zum türkiſchen
Seifen=
händler und Philoſophen.
Moskau. Ein ruſſiſcher Journaliſt, der eine
längere Reiſe durch die Türkei unternommen hatte,
berichtete u. a. von einem ſeltſamen
Zuſammen=
treffen in Konſtantinopel. In der kleinen
Seiten=
gaſſe eines Vorortes der einſtigen türkiſchen
Haupt=
ſtadt habe ihn der vielfache und auffällige Duft eines
Seifenladens angezogen. Vertieft in die
Herrlich=
keiten, die dort im Schaufenſter auslagen, ſei er
plötzlich von einem alten, zahnloſen Türken im
rein=
ſten Ruſſiſch angeſprochen worden. Omar Effendi,
der Beſitzer des Ladens, lud ihn freundlich ein,
näherzutreten und ihm aus ſeiner — Heimat zu
er=
zählen. Noch ehe der Journaliſt ſeine Ueberraſchung
überwunden hatte, berichtete ihm Omar, früher
Graf Potocky, geheißen zu haben und einer
alten polniſchen Advokatenfamilie zu entſtammen.
Petersburg ſei ſeine Garniſon geweſen, in der er
als reicher, junger Gardeoffizier eine ſorgloſe,
gol=
dene Zeit verlebt hatte. Vor nunmehr 50 Jahren
kämpfte er bei Plewna gegen die Türken, und dort,
auf einem einſamen Patrouillenritt, hörte er eines
Tages, wie man ſich hinter türkiſchen Schanzen in
polniſcher Sprache unterhielt. Alle Vorſicht
vergeſ=
ſend, ritt er näher und ſtellte in der feindlichen
Grabenbeſatzung polniſche Emigranten feſt, die auf
türkiſcher Seite den Feldzug gegen den ruſſiſchen
Be=
drücker mitmachten. Das Geſpräch mit den
Lands=
leuten koſtete ihn zwar ſeine Freiheit, aber binnen
weniger Tage hatte ihn die fanatiſche
Vaterlands=
liebe, die unter den auf türkiſcher Seite kämpfenden
Polen herrſchte, ſo ergriffen, daß er Petersburg und
alles, was ihn dort noch feſſelte, ſein Regiment, ſeine
Kameraden und ſeine Offizierspflicht vergaß und ſich
gleichfalls den Türken anſchloß. In der Schlacht bei
Plewna wurde er ſchwer verwundet; nach
Kriegs=
ende blieb er in der Türkei, trat zum Jslam über
und nahm ſich mehrere Frauen. Da ſeine Güter in
Ruſſiſch=Polen natürlich konfisziert wurden, mußte
er ſich nach einem neuen Erwerb umſehen und
durch die Schönſte ſeiner Frauen, eine Araberin,
an=
geregt — gründete er ſich ein kleines Seifengeſchäft.
In dieſem neuen Berufe hat er es nunmehr ſo weit
gebracht, daß er als der alte Omar Effendi für den
gründlichſten Kenner der komplizierten
Seifenherſtel=
lung in ganz Konſtantinopel gilt. Auf die erſtaunten
Fragen des ruſſiſchen Journaliſten erzählte er von
der großen Kunſt, die in der orientaliſchen
Seifen=
fabrikation liege, deren Geheimniſſe von Prieſtern
uralter Sekten bewahrt und durch Generationen
hin=
durch weiter gehütet würden. Er erzählte von der
geheimnisvollen Bedeutung dieſes Aromas, von
Noſen, Jasmin und Veilchen, von der Mutter aller
Düfte, dem Ambra, und vom köſtlichen Weihrauch.
„Du ſiehſt, Freund,” ſo ſchloß der Alte ſeinen
Be=
richt, „Graf Potocky iſt nicht nur ein Omar Effendi,
ſondern auch ein Weiſer und ein Philoſoph
ge=
worden!“
Von Banditen überfallen.
Gneſen. Auf einem einſamen Weg am Rande
der Stadt wurde ein junges Mädchen von vier
Ban=
diten überfallen, ins Korn geſchleppt und
vergewal=
tigt. Die Täter konnten verhaftet werden.
Bauunglück in Prag.
Prag. Mittwoch nachmittag ſtürzten in der
Revolutionsſtraße auf einem Neubau die
Grund=
ſtützen in einer Breite von ſechs Metern ein. Dabei
wurden mehrere Arbeiter verſchüttet, von denen zwei
nur noch als Leichen geborgen werden konnten.
Ein vollbeſetzter Autobus in Flammen.
Kaliſch. Bei Kaliſch flog der Benzinbehälter
eines mit 24 Perſonen beſetzten Autobuſſes in die
Luft. Der Wagen ſtand ſofort in Flammen. Faſt
alle Fahrgäſte erlitten ſchwere Brandwunden. Nur
der Beſonnenheit des Schaffners, der den Wagen
ſofort zum Stehen brachte, iſt es zu danken, daß die
Inſaſſen des Autos nicht verbrannten.
Vergebliche Startverſuche des Flugzeuges
„Friendſhip”.
St. Johns (Neufundland). Nach
fünfzehn=
maligem vergeblichen Verſuch, mit dem Flugzeug
„Friendſhip” zum Ozeanflug aufzuſteigen,
beabſich=
tigten Frl. Earhart und der Flieger Stultz nunmehr
ihren Benzinvorrat zu vermindern und auf dem
Wege über die Azoren nach Europa zu fliegen,
an=
ſtatt den direkten Kurs nach Southampton
einzu=
ſchlagen.
Die „San Franzisko‟
in San Franzisko.
Der neue Hapagdampfer in ſeiner Patenſtadt.
Empfang der „San Franzisko” in Amerika.
Nach ihrer Jungfernreiſe lief das neuerbaute Hapag=
Motorſchiff, eines der größten und ſchönſten der
deut=
ſchen Handelsflotte, in San Franzisko ein, wo es von
den Behörden, der Handelskammer und der
Geſchäfts=
welt ſtürmiſch empfangen wurde. Unſer Bild zeigt
die Begrüßung des Kapitäns Walther und ſeiner
Offiziere durch den Oberbürgermeiſter der Stadt und
den deutſchen Generalkonſul Dr. K. Ziegler (ganz
links).
Seite 12
Freitag, den 13 Juni 1928
Numme
Heſchichten aus aller Welt.
Vier Schauſpieler wollen zwei Rollen ſpielen.
Paris. Die Beſucher eines Kabaretts auf dem Montmartre
er=
lebten neulich die „Aufführung” einer ſonderbaren Komödie, wie ſie in
der Theatergeſchichte noch kaum vorhanden war. Für die beiden
Haupt=
vollen eines Einakters verpflichtete die Direktion zwei Schauſpieler
unter der Bedingung, daß ſie, falls ihr Auftreten nicht den erhofften
Er=
folg zeitigen ſollte, nach dem fünfundzwanzigſten Abend von anderen
Kollegen abgelöſt würden Vorſictshalber engagierte man gleich das
Erſatzpaar mit und ließ es die Rollen lernen. Am Vormittag des
Ter=
mintages erſchien nun das Reſervepaar bei dem Direktor und meldete
ſein Auftreten an. Der tüchtige Geſchäftsmann ging der Entſcheidung
aus dem Wege und bat die Leutchen, ſich ſelbſt mit ihren Kollegen zu
einigen. Das war nun natürlich ein Ding der Unmöglichkeit: das
Pärchen Nr. 1 war felſenſeſt davon überzeugt, die Aufgabe glänzend
gelöſt zu haben und dachte nicht daran, das Auftreten einzuſtellen. Die
Abendvorſtellung nahm ihren Anfang. Auf der Bühne ſtand das
Stu=
benkätzchen und leitete das Stück mit einem Monolog ein. Da fiel das
ſogenannte „Stichwort” und von rechts trat das Ehepaar Nr. 1 — auf.
Im ſelben Augenblick trat dasſelbe Ehepaar, verkörpert vom Pärchen
Nr. 2 von links auf. Beide Pärchen begannen mit demſelben Dialog.
Das Publikum glaubte, daß dies zum Stück gehöre, und wartete
ge=
ſpannt auf die „Entwicklung‟. Dieſe ließ denn auch nicht allzu lange
auf ſich warten; die Aktoren fielen bald aus ihrer Rolle und begannen
einander zu beſchimpfen. Da erſt hielt der Direktor ſeine Zeit für
ge=
kommen und ließ den Vorhang herunter. Hinter dem Vorhang wurde
aber die „Vorſtellung” weiter geſpielt, und zwar etwas handgreiflich.
Endlich rettete das Stubenmädchen die Situation, indem es die Polizei
holte. Am nächſten Tage ſtand der Vorfall in den Zeitungen und ſeither
iſt das kleine Theater allabendlich ausverkauft. Obwohl der tüchtige
Direktor, der einen ausgeſprochenen Sinn für originelle Reklame zu
haben ſcheint, längſt die einzig mögliche Löſung gefunden hatte: die
beiden Pärchen ſpielten abwechſelnd.
Das unterbrochene Teſtament.
(k) London. Der Tod macht nicht nur gleich, ſondern zerſtört
die ſchönſten, oft aber auch die ſchändlichſten Pläne. Dies mußte,
aller=
dings reichlich ſpät. Mr. Heratius Imman erkennen, ein ſteinreicher
eng=
liſcher Großkaufmann, der vor vielen Jahren Weib und Kind verjagte
und dieſe dem Elend preisgab. Horatius fühlte nun dieſer Tage ſein
Ende nahen und berief Notar und Anwalt, um ſein Teſtament
aufzu=
fetzen. Die Amtsperſonen erſchienen, nahmen neben dem Bett des
reichen Inman Platz und harrten ſeiner Befehle. Sie wußten
aller=
dings im Voraus, welchen Inhalt der letzte Wille des „Familienvaters”
haben ſollte. Horatius wollte nicht etwa wieder gut machen, weit
ge=
fehlt, ſein Vermögen ſollte vielmehr der Propaganda für die Freilaſſung
eingeſperrter Sing= und Ziervögel dienen. Und auch dieſes geſchah
keineswegs aus Gründen beſonderer Liebe zu den Tieren — Inman
hatte Vögel nie leiden mögen — ſondern nur aus einem noch immer
nicht geſtillten Haßgefühl gegen ſeine Familie, der er auch nicht einen
Penny gönnte. Und Horatius begann, die Rechtsvertreter ſchrieben:
„Hiermit vermache ich mein geſamtes Vermögen . . ." Als aber der
ehrenwerte Horattus Inman dieſe Worte geſprochen hatte, ſtieg ihm
ein würgendes Gefühl in die Kehle, vergebens verſuchte er, fortzufahren.
Die Luft blieb ihm weg, und wenige Augenblicke ſpäter war ſeine
ſchwarze Seele entflohen. Man nimmt an, daß ſie ſich bereits in Satans
Krallen befindet. Das Gericht kannte aber das unterbrochene Teſtament
nicht an, und ſo hinterläßt Horatius Inman lachende Erben.
Ein Spielzeug für 52000 Dollars.
Pflichten der Ehefrau.
v. Budapeſt. Eva hat im Nachkriegs=Ungarn zweifellos einen
ſchweren Stand. Man erinnert ſich ſicherlich auch des Aufſehens, das
ſeinerzeit ervegt wurde, als nach einer Gemeindeverordnung in Budapeſt
eines Tages die Poliziſten auf den öffentlichen Straßen und Plätzen
aus den Uniformtaſchen ein Zentimetermaß hervorholten und die
Rock=
länge der flanierenden, nach der Mode „kurzgeſchünrzten‟ Damen zu
meſſen begannen; nach dieſer Vorſchrift mußte der Rockſaum
minde=
ſtens zwei Zentimeter unterhalb des Knies liegen! Und nun wird in
demſelben Ungarn, deſſen Hauptſtadt früher in der männlichen
Lebe=
welt Europas gewiſſermaßen einen „haut.goüt” genoß, ein neues
bürgerliches Geſetzbuch vorbereitet, das dem ſchönen Geſchlecht
allerhand Ueberraſchungen zu bereiten verſpricht. So hat z. B. nach
Inkrafttreten dieſes weuen Geſetzbuches der Mann in allen
Geſindeange=
legenheiten das letzte Wort. Er darf alſo beſtimmen, welche von den
Bewerberinnen als neues Dienſtmädchen angenommen werden ſoll —
eine Aufgabe, der er ſich, wie man die Mänwer kennt, ſicher gerne
wid=
men wird. Und wenn die Gnädige die dreiſt gewordene Kammerzofe
an die Luft ſetzen will bann ſie es nicht ohne die Zuſtimmung des
teuren Ehegatten. Welche intereſſanten Konflikte für den Luſtſpieldichter
werden ſich aus dieſem einzigen Geſetzesparagraphen ergeben! Dagegen
aber hat der Herr des Hauſes nach dieſem Geſetz gefälligſt den Schnabel
zu halten, ſobald es ſich um Beſtimmungen und Entſcheidungen handelt,
die mit dem Budger des Haushalts — was diesmal kein Pleonasmus
iſt! — zu tun haben. Und das beſchwört nur noch intereſſantere
Kom=
plikationen herauf. Denn dadurch iſt es z. B. der Frau anheimgeſtellt,
der von ihrem Gatten bevorzugten Bewerberin um den Poſten des
dienſtbaren Geiſtes nur die Hälfte des veranſchlagten Lohnes anzubieten,
was in den meiſten Fällen die geſetzliche Macht des Mannes wieder
annulliert! Welcher Rattenkönig von Ehekonflikten, Prozeſſen,
Strei=
tigkeiten und juriſtiſchen Tüfteleien wird wieder dieſer Beſtimmung ſein
Daſein verdanken! Aber die einſchmweidendſte Beſtimmung des neuen
unga=
riſchen Eherechts fordert, daß die Frau dem Manne bei der Ausübung
ſeines Berufes in jeder Weiſe practiſch behilflich iſt zu dem
Zwecke, daß ſie ebenſo wie an den Ausgaben der ehelichen Gemeinſchaft
an deren Einnahmen Anteil hat! Welches Mädchen wird fürderhin in
Ungarn etwa einen Schornſteinfeger heiraten wollen?
a. New York. „Für das Kind und für die Frau”,
man weiß, eines der vielen in Amerika gebrauchten Schlagt
Summe einen gewiſſen Erſatz für die fehlende bodenſtän
philoſophie der Neuen Welt darſtellt. Daß die Frau in de
kaniſchen Union oft bis zur ans Groteske ſtreifenden u
und auch vielfach unverdient vor dem Manne bevorrechte
ebenfalls als bekannt vorausgeſetzt werden, ebenſo wie die
von chemiſch=phyſikaliſch=pſyehoanalytiſch=mebiziniſchen
Verſu=
verbeſſerte Pflege des Kindes. Nen hingegen dürfte es
Unſummen amerikaniſche Nabobs für ihre Sprößlinge hi
imſtande ſind, und zwar noch auf höchſt unſinnige Weiſe
Beiſpiel bieten die ſoeben erſchienen „Erinnerungen”
Spielwarenhändlers George Les. Das teuerſte Spie
zählt er, das er herſtellte, war ein Schiff en miniature,
ſo groß, daß der Spielende als Steuermann dari Plat
koſtete die hübſche Summe von 10 000 Dollars. Als jedock
des betreffenden Knaben das Rieſenſpielzeug ſah, erklärt
wertlos, wenn ihr Junge nicht auch Gelegenheit hätte, d
Waſſer zu fahren. In aller Oeffentlichkeit hätte das aber
ſehen erregt, und ſo wurde für 24 000 Dollars im Park de
ſchloſſes ein künſtlicher See geſchaffen. Als endlich alles
und das Schiff regelrecht vom Stapel lief, fing der kleine
zu weinen an und beſchwerte ſich über has „friedliche (
auf dem es nicht einmal die kleinſten Stürme gäbe. Alſ=
Maſchinerie für 18000 Dollars eingebaut, die künſtlick
zeugte. — Aber inzwiſchen hatte der Millionärsſprößling f
längſt jedes Intereſſe verloren. Seine Sehnſucht war
Automobil mit zwei Hunden, von denen der eine bei der
nach rechts, der andere nah links ſehen müßte. Und
52 000 Dollars (gleich 208 000 Reichsmark) zum Fe
geworfen.
Das Grammophon als Wolfsfalle.
in nicht geringe Schwierigkeiten. Die Farmer, die ihr ohn
ſchaffen machen, forderten kategoriſch Maßnahmen gegen
zunehmende Wolfsplage in einigen Gegenden des Domi
zu Weihnachten überreichte eine Bauerndelegation in Mo
gar eine Art Ultimatum, in dem bei Nichtachtung der Far
gen mit Einſtellung der Schafzucht gedroht wurde. Di
war, wie geſagt, ratlos. Jetzt hat ſich aber plötzlich ein
den in der Not, und zwar ein — Zahntechniker. Er
Grammophonplatte hergeſtellt, die das Wolfsgebell
ähnlich, ſozuſagen dreidimenſional, wiedergab. Zur
Vo=
nes Verſuchs erbat und bekam er eine Maſchinengewehrabt
diſcher Jäger. Der Apparat wurde in einer von der W.
ſchwerſten heimgeſuchten Gegend aufgeſtellt. — Der Erfolg
ſchlagend‟. Nach den erſten künſtlich erzeugten kläffenden T.
ein Rudel der gefräßigen Räuber in Stärke von 50 bis 6
betreffende M. G.=Führer kommandierte „Feuer” und 47 2
am Platze. Das kanadiſche Dominiumsparlament wird
liche Anſchaffungsſumme für die neuartigen „Wolfsfallen”
willigen — und unſer Zahntechniker wird ſich wohl balt
ſetzen können.
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„ G. m. b.
DARMSTADTER TAGBLAT — HESSISCHE NEUESTE NACHRCHTEN
15. Juni 1928
gas Deutsche Museum.
Von
Reg. Baurat Krause, Darmstadt.
hdem erſtmalig am 5. Mai 1903 der Schöpfer des Deut=
Zuſeums von Meiſterwerken der Naturwiſſenſchaft und
Erz. Oskar von Miller in einem kleinen Kreis ſeinen
argetragen hatte, fand am 28. Juni des gleichen Jahres
jcitwirkung des Vereins deutſcher Ingenieure im Saale
vemie für Wiſſenſchaften in München die offizielle
Grün=
s Deutſchen Muſeums ſtatt. In dieſen Wochen ſind
5 Jahre ſeit der Gründung des Muſeums verſtrichen.
h dieſer Erinnerung wurde auch der letzte größere Teil der
mnmlungen der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Es
s die Teile, die das Bauweſen und die Elektrotechnik um=
mn Gang durch das Deutſche Muſeum, und ganz
beſon=
rch die neueröffneten Teile, wird immer wieder die Frage
ängt, was mehr zu bewundern iſt, die Werke, die zur
jeſtellt ſind oder das Werk ſelbſt. Mit einer von deutſcher
t unzertrennlichen Sorgfalt ſind nicht nur die
Ausſtel=
genſtände ausgewählt und behandelt, auch die
Aufſtel=
m1b Zuſammenfaſſung iſt mit ſo viel Ueberlegung und
ntnis bearbeitet, daß immer wieder der Sinn auf das
lbſt hingewendet wird. Vielfach ſind es ganz neue Aus=
3methoden, die feſſeln. Neben der Auswahl und der
Auf=
ſey. muß es bewundert werden, wie mit kleinen Hinweiſen
—ucher durch die Räume zwangsläufig geführt wird. Der
4= iſche Aufbau und die Führung laſſen die
Ueberſichtlich=
ſwit der erdrückenden Größe des Muſeums und der
Un=
mder zur Schau geſtellten Gegenſtände nicht verloren gehen.
Bild 1: Alte Töpferwerkstätte.
dem neu eröffneten Teil iſt manches noch lückenhaft und
g. Einzelne Räune, wie z. B. das Badeweſen oder der
tonbau, ſind noch durch große Vorhänge dem Beſchauer
n. Aber gerade die Unfertigkeit bietet auch wieder einen
inn man doch dadurch beobachten, wie das Muſeum
lang=
fgebaut wurde. Vielfach ſind an den Wänden zunächſt
Kohleſtrichen und roh gefertigten Plakaten die Stellen
itet, wo ſpäter Bilder oder Zeichnungen aufgehängt
wer=
len. An Stellen, wo ſpäter Modelle aufgeſtellt werden,
n rohes Gerüſt, mit Sackleinen überſpannt. An Stelle
Dioramas ſind heute nur einige ausgeſchnittene
Papp=
t ſehen, auf denen in rohen Strichen der Gegenſtand
en iſt. Statt eines Portales aus Werkſtein ſind zunächſt
Formen behelfsmäßig mit einfachſten Mitteln angedeutet.
rſichtlich, daß das Muſeum nicht eine Aneinanderreihung
Sſtellungsobjekten iſt, ſondern daß ein planvoller Aufbau
mmen wird, der ſicherlich ſehr viel Verhandlungen und
rforderlich macht, um die Gegenſtände, Modelle oder
Bil=
pekommen, die für eine Entwicklung richtunggebend waren
Zwegen hier notwendig ſind.
e ſehr der Schöpfer des Muſeums einen Widerhall in der
N Induſtrie gefunden hat, zeigt ſich darin, daß überall
tenverbände unſerer Induſtrie nicht nur beratend,
ſon=
ich unterſtützend zur Seite geſtanden haben. Abgeſehen
iftungen aus öffentlichen Mitteln und von ſtaatlichen
en haben die deutſchen Induſtrieverbände und
Einzel=
hier beſonders aus Bayern und ſeiner Hauptſtadt
Mün=
iſtungen durch Lieferung von Ausſtellungsgegenſtänden
umaterialien gemacht.
Sild 2: Blick in die Ausstellung Bauwesen.
II Teil D Bauweſen betreten wir durch den Leſeraum und
Dertrieb. In den erſten Räumen werden die Baumateria=
215 Glas, keramiſche Erzeugniſſe, Stein uſw. behandelt
2 beiſbielsweiſe gezeigt, wie das Holz der verſchiedenen
in Quer= und Längsſchnitt zur Faſer ausſieht, und zwar
* neuartigen Dünnſchnitten, die im Baum ſelbſt zu ſehen
2A der Keramik iſt der Entwicklungsgang einzelner
Er=
e beiſpielsweiſe einer Taſſe oder einer Kanne, durge=
Dm Raum nebenan iſt eine vollſtändige Töpferwerkſtatt
„ür (bergl. Bild). Ein Anblick, der beſonders dem
Be=
inlerer Gegend nicht fremd iſt. Wie eine Butzenſcheibe
Dder beſſer geſagt, entſtand, iſt Vielen unbekannt. Wie
lsmoſaik, das zur monumentalen Ausgeſtaltung von
Scimen heute wieder vielfach in Gebrauch iſt, kann man
ehen, wie den Werdegang eines Glasfenſters und deſſen
e Entwicklung an Beiſpielen aus vielen Jahrhunderten.
MIMKLUNG pER
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aas FürMeund-arsnikt unie
So wie unten in den Räumen der chemiſchen Induſtrie eine
Ehrenhalle aus beſonderen Stiftungen aufgebaut iſt, ſo hat ſich
auch die elektrotechniſche Induſtrie einen Ehrenraum geſchaffen.
Allerdings wirkt dieſer Raum nicht durch die beſonders
prunk=
volle Ausgeſtaltung oder durch die Farbenpracht der Erzeugniſſe
wie in der Farbchemie, ſondern gerade die Schlichtheit der
aus=
geſtellten Gegenſtände ergreifen den Beſucher; ſind es doch die
erſten Kinder der Elektrotechnik, die hier auf Marmorſockeln
ruhen. In der Mitte des Aufbaues ruht auf einem Samtpolſter
einsunſcheinbares kleines Maſchinchen mit wenigen
Drahtwin=
dungen und Meſſingteilchen; auf einer einfach ſchwarz lackierten
Holzplatte iſt es befeſtigt und ſelbſt ſchwarz geſtrichen. Und doch
bedeutet dieſes unſcheinbare Werk eine Weltenwende: Es iſt die
erſte elektrodynamiſche Maſchine, die Siemens im Jahre 1866
gebaut hat. Um dieſe gruppiert ſind Maſchinen von Gramme
1874, Haſelwander 1887. Ebenfalls in dem Ehrenraum
aufge=
ſtellt ſind die Unipolar=Maſchine von Siemens und Kirchhoff
1881, Pacinotti 1860, Gramme 1872, Hefner=Alteneck 1873 und
andere. Büſten von Werner von Siemens und von Ediſon
zieren den Ehrenraum der Elektrotechnik. Einige weitere
elek=
triſche Maſchinen, die hiſtoriſche Vedeutung haben, ſind ins
Vebenraum aufgeſtellt, ſo eine Maſchine von Thomſon=Houſton,
Gramme 1876, Ganz u. Co. 1821, Hefner=Altencck 1878, Ediſon
7881 (vgl. Bild). Neben dieſen Maſchinen iſt die Entwicklung
der Stromerzeuger mit Einzelteilen zur Schau geſtellt. In den
felgenden Räumen der Elektrotechnik werden die
Transforma=
toren, die Akkumulatoren und die Meßinſtrumente in ihrer
Ent=
wicklung gezeigt. Bei den erſten Apparaten, die zur
Aufzeich=
nung der abgegebenen Strommenge benutzt werden ſollten, fällt
wieder einmal, wie auch an anderer Stelle, im Deutſchen
Mu=
ſeum auf, wie die jungen Erfinder ihre erſten Verſuche mit
ge=
ringen Mitteln anſtellen mußten und im primitiven Aufbau
ihrer Apparate meiſt ſelbſt Handwerker, Erfinder und Wiſſen=
D. NEW OORK veR LMBURE-AMERKA UNIE 1OB.
Nach den einzelnen Bauelementen wird die Entwicklung des
Wohnnugsbaus in der Weiſe dargetan, daß zunächſt die
Urſpoh=
nungen, Höhle, Hütte, Zelt und Pfahlbau zu ſehen ſind, ſpäter
dann der Block= und Fachwerkbau, der Ziegelbau und der
Stein=
bau. Meiſterwerke aus den letzterwähnten Bauarten ſind treffend
ausgewählt. Beim Ziegelbau iſt ein Modell der Münchner
Frauenkirche aufgeſtellt, beim Steinbau ein Schnitt durch den
Kölner Dom, ein Modell des Grabmals Theodorichs in
Ra=
venna, und endlich iſt der Zugang zu dieſem Raum eine
Nach=
bildung des Löwentors zu Mykene, des älteſten europäiſchen
Verſuches, ein Gewölbe zu bilden. In der Zuſammenfaſſung der
Einzelwohnungen, dem Städtebau, kann nur mit Plänen und
Modellen gearbeitet werden. Eine geſchickte Auswahl iſt
ge=
troffen, die auch die neueſte Entwicklung — Praunheimer
Sied=
lung Frankfurt — berückſichtigt.
Ueber falſche und richtige Beleuchtung iſt in Ausſtellungen
der letzten Jahre ſchon Vieles gezeigt worden. Aber ſo
eindring=
lich und wirkungsvoll wie hier ſind uns Ausftellungsſtücke noch
nicht begegnet. Das Deutſche Muſeum hat, was es in anderen
Teilen (Phyſik, Mechanik, Chemie uſw.) wohl erſtmalig
ein=
führte, nämlich die Bedienung der Apparate durch den Beſchauer
auch hierher übertragen, ſodaß in einem Schaukaſten durch die
Bedienung mehrerer Lichtſchalter die verſchiedenartigſten
Be=
leuchtungseffekte und Lichtwirkungen beobachtet werden können.
Die nächſten beiden Räume, die wir bei unſerem Rundgang
durchwandern, bringen eine Auswahl von Lampen aller Zeiten
und Völker, vom Kienſpan und Nachtlicht bis zur gasgefüllten
elektriſchen Glühlampe; auch das Feuerzeug iſt hier
unterge=
bracht. In dem nächſten ſchmalen Raum, der die
Straßenbeleuch=
tung zeigt, hallt unſer Tritt auf hartem Pflaſter wieder.
Zurück=
denkend werden wir uns klar, daß auch die Ausgeſtaltung von
Fußboden und Decke in den Sammlungen möglichſt dem
Raum=
inhalt angepaßt ſind. Im Blockbau ſind wir auf Holzpflaſter,
im Glasraum auf gläſernem Bodenbelag gegangen, die Decke
war dort ein großes Glasmoſaik.
Der Beleuchtung ſchließt ſich die Heizung an. Die
Feuer=
ſtätte eines Pfahlbaus und des Holzknechtes in ſeiner Hütte, in
Naturgröße dargeſtellt, beginnt eine Entwicklungsreihe, die über
Kohlenherde ſchließlich zum elektriſchen und gasgeheizten
Groß=
herd einerſeits führt und auf der anderen Seite über die römiſche
Luftheizung, Kamin Zentralheizung zum erſten Fernheizwerk in
Deutſchland, der großen Anlage in Dresden, hinlenkt. Neben
der künſtlichen Erwärmung hat die künftliche Abkühlung eine
kleine Gedenkſtätte geſunden. Von den Erſtlingen der
Handeis=
maſchine, des Syſtems Carré 1867 und der erſten
Kohleſäure=
maſchine von Windhauſen 1885, ſteht der moderne elektriſch
be=
triebene Kühlſchrank. Hier iſt ebenſo wie ſonſt im Maſchinenbau
tvenig oder gar nicht mit Modellen und Abbildungen, ſondern
mit dem Gegenſtand ſelbſt dem Beſucher gezeigt, was im
Bau=
tueſen vielfach nur mit Modellen möglich iſt.
Die Waſſerverſorgung kann auch wieder nur mit Modellen
arbeiten, aber auch hier iſt die Anſchaulichkeit nach Möglichkeit
gefteigert, indem in dieſen Modellen das klare Naß tatſächlich
ſprudelt. Eine Sammlung von alten Rohrſtücken aus der
Rö=
merzeit, teils aus Ton, teils aus Blei, aus dem Mittelalter aus
Holz und aus der neueren Zeit aus Eiſen, verdient beſonderes
Intereſſe. Auch hier wieder ſtaunt der Fachmann, wie geſchickt
beiſpielsweiſe ein Filterbrunnen oder eine Quellfaſſung (ſiehe
Bild) im Schnittmodell dargeſtellt ſind, um ſo auch dem
Ferner=
ſtehenden Verſtändnis für techniſche Einrichtungen zu
ermög=
lichen. Modelle von Ziſternen verſchiedener Völker und von
Waſſerbehältern leiten über zu den Fördermaſchinen und der
Veredlung des Waſſers durch Filter, ſowie einer Sammlung
der verſchiedenartigſten Waſſermeſſer.
Ein kleiner Raum umfaßt die Abwaſſerreinigung. Nur
dadurch, daß man hier wie überall eine ſtrenge Auswahl traf,
konnte das geſamte Abwaſſerreinigungsweſen von der Cloaca
Maxima des alten Roms bis zur Kläranlage mit aktiviertem
Schlamm des modernen Europas dargeſtellt werden.
Die nächſten Räune umfaſſen die Gastechnik. Dargeſtellt iſt
die erſte Anlage, die Murdoch in England 1798 mit einer
ſenk=
rechten Retorte einrichtete, und anſchließend die Entwicklung der
liegenden, der ſchrägen und wiederum der ſenkrechten Retorte
bis zum Großkammerofen. Die Reinigungsanlagen des Gaſes,
die Anlagen zur Beförderung und Aufbewahrung ſind in
Mo=
dellen gezeigt. Bei den Eaſometern iſt auch der M.A.N.=
Schei=
ben=Glasbehälter in einem beweglichen Schnittmodell vertreten
und findet dadurch beſonderes Intereſſe. Der Laie hat ſich ſicher
ſchon Gedanken darüber gemacht, wie die ſogenannte Gasuhr,
die ihm ſo viel Ausgaben bringt, innerlich ausſieht. Hier im
Teutſchen Muſeum bekommt er eine ganze Anzahl der
verſchie=
denſten Gasmeſſer ſo vorgeführt, daß er auch die innere
Wir=
kungsweiſe kennen lernen kann.
Bild 3: Modell zur Darstellung einer neuzeitlichen Ouelltassung.
ſchaftler zugleich ſein mußten. Gerade in dem Umſtand, daß
die Sammlungen vielfach die Originalapparate unſerer
bedeu=
tendſten Forſcher enthalten, liegt ihre Einzigartigkeit.
Ein Raum, in dem an verſchiedenen Dioramen die
Entwick=
lung der Kraftwerke von der erſten Zentrale Ediſons in New
York 1881 bis zum Großkraftwerk” Klingenberg in
Rummels=
burg bei Berlin dem Beſchauer vorgeführt wird, enthält
außer=
dem noch Modelle über Umſchaltſtationen, Freileitung,
Jſolato=
ren und Kabeln. In der Wand iſt ein großes Diorama
einge=
baut, das Bayern=Werk darſtellend.
Der Beſchauer, der im zweiten Obergeſchoß die neu
eröff=
neten Teile durchwandert, wird auch in den ſchon ſeit 1925
zu=
gänglichen Räumen Zugänge finden, die zeigen, daß die
Verwal=
tung bemüht iſt, die Sammlungen auf den neueſten Stand der
Technik fortſchreitend zu ergänzen. In der Abteilung Chemie
ſind die durchſichtigen Metallfolien zu ſehen, die nach der
Me=
thode von Carl Müller in der phyſikaliſch=techniſchen
Reichs=
anſtalt hergeſtellt wurden. Neben dem aufgeſchnittenen erſten
deutſchen Unterſeeboot U 1 ſteht der neue Tiefſeetaucher von
Neufeldt und Kuhnke in Kiel. Bei den Waſſerkraftmaſchinen iſt
eine Banki=Turbine und eine Kaplan=Turbine (betriebsfähige
Bild 4: Edison-Z-Dynamo 1881.
Modelle) aufgeſtellt. In der Sammlung von Wagen iſt eine
neue Tacho=Schnellwage, nie ſie heute in vielen Ladengeſchäften
bereits in Benutzung iſt, zu ſehen. Auch das Ultraphon fehlt
nicht.
Und doch iſt der Aufbau des Deutſchen Muſeums noch nicht
fertig. Die Sammlungen ſind zwar in dem Neubau
unterge=
bracht, aber die Bücherei und die Planſammlung, ein nicht un=
Freitag, 15. Juni 1928.
Technik der Gegenwan
weſentlicher Beſtandteil, hat noch ein wenig würdiges
Unter=
kommen in alten Kaſernenbauten. Gegenüber dem Haupteingang
erhebt ſich ein großer Bauzaun, hinter dem gerade jetzt alte
Gebäulichkeiten niedergelegt werden, um dem Neubau des
Vücherſpeichers nach den Plänen des Architekten German
Beſtel=
meher Platz zu machen. Dieſer Neubau erfordert noch große
Mittel, die hoffentlich ebenſo freudig wie für den erſten Teil
vom deutſchen Volk und ſeiner Induſtrie aufgebracht werden,
der Vergangenheit zur Ehr, der Jugend zur Lehr.
Elektrisches Fernsehen
im Rundfunk.
Von
Dr. A. Gradenwitz, Berlin.
Nach den letzten Erfolgen der Fernphotographie (
Bildtele=
graphie) machte auch das eigentliche Fernſehen ſchnelle
Fort=
ſchritte. Davon, daß das Problem im Prinzip gelöſt iſt, und zwar
nicht nur theoretiſch, ſondern in durchaus praktiſch realiſierbarer
Form, hat ſich der Schreiber dieſer Zeilen bei ſeinem kürzlichen
Beſuch im Bairdſchen Laboratorium überzeugen können.
Neuer=
dings hat dann die größte amerikaniſche Elektrizitätsgeſellſchaft,
die General Electric Company, das Fernſehverfahren
ihres Forſchungsingenieurs Dr. E. F. W. Alexanderſon in einer
Form demonſtriert, die ſeine unmittelbare Verwendbareit für
Rundfunkzwecke erweiſt.
Bei dieſen Verſuchen ſah man nicht an einer
Empfangs=
ſtelle, ſondern überall dort, wo Empfangsapparate aufgeſtellt
waren, ein deutliches Bild des Anſagers der Sendeſtation; man
konnte ihn nicht nur gut erkennen, ſondern auch alle ſeine
Bewe=
gungen verfolgen, konnte beobachten, wie er ſeine Brille gbnahm,
eine Zigarette anzündete uſw. Ja, es war ſogar möglich, den
Rauch der Zigarette und die von dem Anſager geblaſenen
Rauch=
ringe deutlich zu verfolgen.
Nach den vor dem eigentlichen Programm gegebenen
tech=
niſchen Erläuterungen beſteht die Apparatr aus der Lichtquelle,
der Abſuchvorriſttung und der Gleichlaufanordnung — ganz
ähn=
lich wie bei den anderen Verfahren für Bildtelegraphie oder
eigentliches Fernſehen. Der Fernſehgeber entſendet in den Aether
Stromimpulſe, die den einzelnen Bildtönungen der
urſprüng=
lichen Szene entſprechen und die ſich über die Wellenausſendug
des Rundfunhſenders lagern.
Sowohl an der Sende= wie an der Empfangsſtation
befin=
den ſich rotierende Kreisſcheiben von 60 Zentimeter Durchmeſſer,
die mit ihren je 48 ſpiralförmig angeordneten Ausſparungen
bzw. zum Abſuchen und zur Wiedergabe der urſprümglichen
Szene dienen.
Durch die 48 Ausſparungen der Abſuchvorrichtung geht der
Lichtſtrahl einer konſtant leuchtenden Lampe hindurch und fällt
nacheinander auf die einzelnen Punkte des bewegten Objekts.
Von den jeweilig getroffenen Bildpunkten wird der Strahl
zu=
rückgeworfen, fällt auf Pchotozellen, welche die Lichtſchwankungen
in Stromimpulſe umwandeln, und dieſe gehen nach der Antenne
des Kurzwellenſenders (37,8 Meter Wellenlänge).
Am anderen Ende — oder vielmehr an jeder einzelnen
Emp=
fangsſtation, deren Zahl wie beim gewöhnlichen Rundfunk
unbe=
grenzt iſt) — fallen nacheinander Lichtſtrahlen von abgeſtufter
Intenſität, die den einzelnen Bildpunkten entſprechen, durch die
ſpiralförmig angeordneten kleinen Oeffnungen, und zwar wird
bei jeder ganzen Umdrehung das Objekt, bzw. die Szene, einmal
aus einzelnen Bildpunkten zuſammengeſetzt.
Um dieſes Reſultat zu erzielen, wird an jeder einzelnen
Empfangsſtelle eine Lampe mit Neongas=Füllung verwandt; die
Schaltung iſt die gleiche wie bei einer modernen
Lautſprecher=
anordnung, nur daß an die Stelle des Lautſprechers dieſe
Neon=
lampe tritt. Sie nimmt die empfangenen und entſprechend
ver=
ſtärkten Stromimpulſe auf und erfährt je nach deren wechſelnder
Stärke Veränderungen ihrer Lichtſtärke.
Die zum Antrieb der rotierenden Scheiben benutzten Motoren
ſind von normaler Bauart; ihre Umdrehungszahl beträgt 18 in
der Sekunde, was nur wenig ſchneller iſt als die Geſchwindigkeit,
mit der ein Film durch eine Kinematographenkamera
hindurch=
geht. Schon ein bloßer Blick auf die Abſuchſcheibe des
Emp=
fängers zeigt beim Durchgang der Lampenſtrahlung durch die
kleinen Oeffnungen das Bild, wie es durch elektriſche Wellen
übertragen wird. Durch geeignete Vergrößerungen bringt man
es von einem Ouadrat von 4,1 Zentimeter Seitenlänge auf
dop=
peltes Format, ſo daß in der Oeffnung vor dem Empfängerkaſten
ein Quadrat von 8,2 Zentimetern erſcheint.
Durch bloßen Druck auf einen Schaluknopf ſorgt der
aufſichts=
habende Beamte daſür, daß das Bild ſtändig im Geſichtsfeld
bleibt. Der Gleichlauf zwiſchen den rotierenden Scheiben von
Sender und Empfänger wird durch Fernbetätigung bewirckt. In
Anbetracht der charakteriſtiſchen Faube von Neongas iſt auch das
an der Empfangsſtation erſcheinende Bild roſa gefärbt.
Dr. Alexandevſon hat für ſeine Fernſehanordnung auch eine
neuartige Antenne konſtruiert, die augenblicklich für Muſik und
Sprache ausprobiert wird. Sie iſt ſchachbrettartig angeordnet, und
zwar ſind die Seiten der einzelnen Quadrate Drähte, die ihrer
Länge nach je einer halben Wellenlänge entſprechen. Alle dieſe
Antennendrähte, ſchwingen miteinander in Phaſe und brauchen Tiefbaubehörden aufgeſtellten Modelle mit dem
Waſſerverſorgungs=
keine Abſtimmung und auch keine ſonſtige Einſtellung.
Für weitere Forſchungen wird in San Franzisko ein Sender ſind ausſtellungstechniſch beachtungswert.
errichtet, der die Wellenübertragung auf große Entfernung
unter=
ſuchen helfen ſoll, und da das Auge bei der Feſtſtellung und pflege und der Kleidung gewidmet iſt, hätten wir gewünſcht,
Prüfung von Tatſachen dem Ohr außerordentlich überlegen iſt, daß man in der wirtſchaftlichen Haushaltführung den
Küchen=
kann man auf dieſem Wege ganz hervorragend gute Ergebniſſe zettel, das ewige Schmerzenskind der Hausfrau, mit etwas mehr
erwarten.
auf dem Markt ſein.
Heim und Technik
München 1928.
Von
Dipl.-Ing. Zwener, Köln.
Die diesjährige Ausſtellung in den Münchener Ausſtellungs= dieſem Rahmen faſt zur reinen Induſtrieausſtellung. Mit
Ge=
hallen an der Thereſienwieſe behandelt, wie ſchon ihr Titel ſagt,
die Beziehungen, die zwiſchen der Technik und dem Hausweſen / Erzeugniſſe, die der Hausfrau die Arbeit erleichtern helfen, dem
ihr die neueſten Errungenſchaften der Technik für die Verwendung vorzuführen. Die Nebenräume dieſer Halle umfaſſen die
Körper=
im Haushalt zur Erleichterung und Verkürzung der Haushal= und Geſundheitspflege im Haushalt. Das Stadtamt für
Leibes=
tungsarbeiten näher bringen. Sie will weiter auf die Bedeutung / übungen hat hier ſehr beachtliche Anleitungen für Heimgymnaſtik
und die rationelle Verwendung und Auswertung von Roh= gegeben, die nicht allgemeiner Natur gehalten ſind, ſondern die
ſtoffen und Nahrungsmitteln aufmerkſam machen. Bei dem Auf= beſonders beachten, daß das Kind andere Gymnaſtik treiben muß
bau der Ausſtellung heben namhafte Führer aus Wiſſenſchaft
und Technik mitgewirkt. Wir nennen beſonders Fräulein Dr. die Frau.
Erna Meyer, die durch ihr Werk über die rationelle Führung des
Haushaltes in weiteren Kreiſen beſonders bekannt geworden iſt, die Küche zuſammengetragen iſt, macht beſonders der Kochſchrank,
ſationen, voran der Reichsverband Deutſcher Hausfrauenvereine, einen bleibenden Eindruck, da er tatſächlich auf knappeſten Raum
in München tagen. Auch der katholiſche Frauentag und der inter= in einen Schrank zuſammengedrängt, alles enthält, was für einen
nationale Frauentag werden in dieſem Jahr in München ab= Kleinhaushalt notwendig iſt. Aehnlich iſt die Egri=Küche aufge=
gehalten.
Der Beſucher der Ausſtellung wird ſchon von weitem durch
wehende Fahnen auf ſein Ziel hingelenkt. Man hat in München
durch erzielt, daß man auß e
eine beſonders günſtige 2
den Reichsfarben große einfarbige Tücher in wohlabgeſtimmten
Farben als Fahnen verwandte, keine gemuſterten Fahnen.
Wir wollen nicht in den Fehler üblicher Ausſtellungsberichte
berfallen und eine Aufzählung des Inhaltes aller 8 Hallen geben, i
ſondern aus der Fülle des Gebotenen einige Dinge herausgreifen,
deren Eigenartigkeit eine beſondere Erwähnung fordert. In der
Halle I haben die ſtädtiſchen Elektrizitätswerke in München eine
Reihe hauswirtſchaftlicher elektriſcher Geräte aufgebaut, die
auto=
matiſch von Zeit zu Zeit in Betrieb geſetzt werden. Gleichzeitig
zeigt ein großes Wattmeter den Stromverbrauch dieſes Gerätes
an. Auf einem Transparent leuchtet zugleich eine Schrift auf,
die den Namen des Gerätes nochmals beſonders hervorhebt.
Durch dieſe Einrichtung wird dem Beſucher augenfällig der
Stromverbrauch aller Hausgeräte vom Zigarrenanzünder bis
zum elektriſchen Wärmeofen vor Augen geführt.
Die ſtändige Zunahme der Rundfunkteilnehmer macht es
immer ſchwieriger beſonders bei dichter Bebauung in Häuſerblocks
die Antennen unterzubringen. Die Oberpoſtdirektion München
hat in Modellen Gemeinſchaftsluftleiteranlagen vorgeführt, die
dieſe Schwierigkeit beheben ſollen. Daß ſie in dem gleichen Raum
durch Einbau von Hausbriefkäſten Propaganda für derartige
An=
lagen zu Gunſten ihrer Briefträger macht, ſei ihr zu beſonderem
Lob angerechnet.
In der gleichen Halle ſind 21 Muſterwohnungen nach
moder=
nen Grundſätzen aufgeſtellt. An dieſen Wohnungen iſt zweierlei
beachtlich. Einmal hat man jeder der Wohnungen ein Programm
zugrunde gelegt und hat hierbei auch ſolche Verhältniſſe
berück=
ſichtigt, die bis jetzt wenig Beachtung fanden. So iſt beiſpiels=
Ausstellung Heim und Technik München 1928;
Teilansicht der Halle I.
weiſe die Wohnung eines Gelehrten oder die Wohnung für eine
berufstätige Frau mit einem durchſchnittlichen Einkommen von
150—200 Mark in Form eines kleinen ganz für ſich abgeſchloſſenen
Wohnelements als Stockwerkswohnung in größerem Wohnblock
vorhanden. Andere Wohnungen ſind für eine landwirtſchaftliche
Familie, eine Kleinwohnung für Ehepaare mit ein bis zwei
Kin=
dern oder ähnliche Verhältniſſe gedacht. Zum anderen hat man,
um das Verſtändnis für die Bedeutung des Grundriſſes zu heben,
die Wohnungen ohne Decken ausgeführt und zwei hochgelegene
Gänge wie Emporen an den Wohnungen entlang geführt, ſodaß
die Ausſtellungsbeſucher von oben in die Wohnungen einblicken
können.
In der zweiten Halle werden die Kochanlagen, Kalt= und
Warmwaſſerverſorgung, die Abwaſſerbeſeitigungen und die
Kälte=
technik im Hauſe behandelt. Beſonders die von den Münchener
Der Ausstellungsturm, das Wahrzeichen der Ausstellung
Heim und Technik München 1928.
hausanſchluß und der Abwaſſerbeſeitigung aus Einzelhausweſen
In der dritten Halle, die der Ernährung, der Geſundheits=
Liebe und Eindringlichkeit behandelt hätte. Bei eingehender Be=
Empfangsapparate für Rundfunkfernſehen dürften in Bälde, arbeitung laſſen ſich ſicherlich Mittel und Wege finden, der
Haus=
frau dieſe ihr läſtigſte Arbeit zu erleichtern.
Einige Muſter von Ausgeſtaltungen der Zimmer in dieſer
Halle weiſen darauf hin, wie eine Lehrlingsſtube, eine
Geſellen=
ſtube, eine Studentenbude, ein Mädchenzimmer mit einfachſten
Mitteln traulich und einladend ausgeſtaltet werden können.
Sicherlich iſt auf dieſem Gebiet noch viel dankbare Arbeit zu
leiſten, zur Förderung der Jugend und Ausgeſtaltung der
Häus=
lichkeit.
Die Halle IV. die Waſchen und Reinigen behandelt, wird in
ſchick hat die Ausſtellungsleitung die Induſtrie veranlaßt, ihre
beſtehen. Sie will in erſter Linie ſich an die Hausfrau wenden und / Beſucher nicht nur als toten Gegenſtand, ſondern auch im Betrieb
als der Erwachſene, der Mann andere Uebungen machen ſoll als
Aus dem vielen Ausſtellungsmaterial, was in Halle V für
Anläßlich der Ausſtellung werden über 50 Hausfrauenorgani= „Hexer” genannt, den Fräulein Dr. Erna Meyer entworfen hat,
baut, die für 3 bis 6 Perſonen gedacht iſt.
Einige Wochenendhäuſer fehlen natürlich nicht.
Der wertvolle Gedanke — jede Ausſtellung muß heute auf
einen Gedanken aufgebaut ſein — der Verbreitung techniſcher
Hilfsmittel im Haushalt, ſollte der Ausſtellung einen möglichſt
zahlreichen Beſuch beſonders aus Hausfrauenkreiſen zuführen,
damit die Frau dort lernt der Herrſcher und nicht der Sklave
ihrer Arbeit zu werden.
KURZE MITTEILUN
* Die Brennkrafttechniſche Geſellſchaft „veranſtaltet ge
dem Sächſiſchen Dampfkeſſelüberwachungsverein am 3. und
im Städtiſchen Planetarium auf der Ausſtellung „Die ter
in Dresden eine Brennſtoff=, Kraft= und Wärmetagung
wirtſchaft. Am erſten Verhandlungstage werden Vorträg
und deutſche Kohle, gemeindliche Brennſtoffwirtſchaft und
des Kraftwagenverkehrs auf Stadtwirtſchaft und Stadt 85
Der zweite Tage bringt Vorträge über Kohlenſtaubfeu
heizung, Höchſtdruckdampf und Ferngasverſorgung. Für
ſind namhafte Techniker und Wiſſenſchaftler gewonnen.
Nachmittage der Verhandlungstage ſind jeweils der Aus/ —
met. Entſprechend ihrer großen Bedeutung für die 9
wäre der Tagung eine rege Beteiligung zu wünſchen.
* Die Rakete als das modernſte Antriebsmittel begegr
den Opelſchen Verſuchen auf der Avusbahn in weiteſten
beſonderen Intereſſe. Es mag dahingeſtellt bleiben, ob
in größerem Umfange dieſes Antriebsnittel verwenden
der Luft wird vorausſichtlich ein größeres Betätigungsf
ſeit jeher in der Pyrotechnik und als Rettungsrakete in
m
Das Aprilheft der Zeitſchrift „Wiſſen und Fortſchritt:
Verlag Berlin SW. 48) bringt einen Aufſatz von Dr.
Wien, der ſich mit dem Raketen=Fahrzeug beſonders zur C.
Weltalls beſchäftigt. Dieſes Heft dürfte gerade jetzt
weg=
ſatzes beſonderes Intereſſe verdienen. Neben dieſer Abha
die Zeitſchrift eine Reihe ſehr intereſſanter, allgemeinverſt”
ſätze über techniſche und naturwiſſenſchaftliche Themen. E
Beiſpiel die Pläne beſprochen, wonach man den Salzgehe
Meeres ausnutzen will, die Kunſtflüge Fieſelers, die Herl
licher Edelſteine, Hauswirtſchaft, Lichtreklame und vieles
einzigartig= Zeitſchrift ſei unſeren Leſern beſtens empfoh
* Stahlhäuſer. Im Schiffbau iſt das Holz vollſtänu
und Eiſen verdrängt werden. Nunmehr verſucht der St f.c
im Bauweſen eine weitere Verbreitung zu erobern. 2 neu
„Ferrobahn” gelieferten Stahlhäuſer haben eine Wandkon 7.
zunächſt aus einer außenliegenden 3 Millimeter ſtarken fe.
beſteht. Auf dieſe Stahlplatte werden Holzrahmen aus n in
ſtarken Hölzern quadratiſchen Querſchnitts aufgeſchraubt ni
Holzleiſten werden dann 3,5 Zentimeter ſtarke Tektondielen ſey,
ſo daß eine Luftſchicht von 8 Zentimeter Stärke zwiſche
Platten eingeſchloſſen iſt. Auf die Tektonplatte endlich wi negen
mörtelputzſchicht von 1,5 Zentimeter Stärke aufgetragen. C =runt
133 Millimeter ſtarke Wandkonſtruktion hat nach den Erl ſien in
Verſuchen im Münchener Forſchungsheim für Wärmeſch4
Wärmedurchläſſigkeit wie eine Vollziegelwand von 50,5 Zen
Die Stahlhäuſer werden nach verſchiedenen Normen gelief O
geſchickt konſtruierten Grundriſſe dieſer Häuſer laſſen es bei 1 Bo
Preis vergeſſen, daß der Bauherr nicht ſeinen Wünſchen im
laſſen kann, ſondern daß er ſich an Normen halten muß s
nungsnot hat es uns ja gelehrt, Sonderwünſche zugunſter
ligten Normen zurückzuſtellen. Hervorgehoben werden mu
ordentlich kurze Bauzeit; ein Haus kann in einem W
werden.
* Ein Fernheizwerk, das mit natürlicher Wärme bei —0
beabſichtigt die Stadt Reykjawik auf Island einzurichten. —N
der Stadt ſind heiße Quellen vorhanden, die zur Heizun milſch
und privater Gebäude benutzt werden ſollen. Mittels e S A
langen iſolierten Leitung ſoll das heiße Waſſer der Sta gSeſül
werden.
* Eine Verbindung zwifchen Rügen und dem Feſtland mvn
langem geplant. Der vorgeſehene Damm ſoll zwiſchen S. fradm
Rügen errichtet werden. Er wird eine zweigleiſige Eiſenbe r)0
Verkehrsſtraße tragen. Die Koſten ſind auf 18½ Millione F.
anſchlagt. Der geplante Damm erinnert an die Ausfühüru : 2m
mes vom Feſtland nach der Inſel Sylt, der etwa vor gahf
Betrieb genommen wurde.
* Die Patentanmeldungen haben im vergangenen Jahre —
zugenommen. Gegen 64 400 Anmeldungen im Jahre 1926 ſi
1927 66 500 Anmeldungen erfolgt, was einer Zunahme vo ſ5m
entſpricht. Das Reichspatentamt konnte 15 200 Patente er
ſeinem Beſtehen, d. h. ſeit 1868, ſind 1,4 Mill. Patentanme En0
gereicht und 455 00 Patente erteilt worden. Etwa vier del n
Patentanmeldungen des vergangenen Jahres ſtammten aus E
Das Jahr 1891 brachte das Geſetz über den Muſterſchutz.
1,3 Mill. Eintragungen gemacht worden, davon 41 100 im
63 700 Gebrauchsmuſter wurden im gleichen Jahre angeme im
zeichen wurden 17000 eingetragen. Von 29 600 Anmeldung
ſind ſeit Beſtehen des Geſetzes über die Anmeldung von 2
379 000 Eintragungen von 667 000 Anmeldungen gemacht
* Einbruchſichere Banktreſortüren, vervollkommnet dur
wendung von Kupfer. Die enormen Fortſchritte der autoger
und Schneidetechnik haben auch dem Einbrecher die Möglich ſe
ſchneller die ſtählernen Panzertüren zu durchſchmelzen. E
wendung von Kupfer, das bekanntlich eine ſehr hohe Leit/ /5
Wärme beſitzt, macht die Verwendung des autogenen Schne Lu
faſt unmöglich. Wenn in einer modernen Treſortüre von 5C fäuſl
Stärke ein Kupferblatt von 30 Zentimeter Dicke enthalten — M
ein Einbrecher etwa 6 Stunden ununterbrochen angeſtren E
um mit einem Sauerſtoffacetylenbrenner die Türe durch
Wenn es ſchließlich auch möglich ſein könnte, ſo lange zu arl
doch das Gewicht von 5 handelsüblichen Flaſchen Sauerſtof
Flaſche Acetylen mit etwa 400 Kilo ſo groß, daß praktiſch
rung ohne großes Aufſehen unmöglich iſt. Den Schmelzbr
der ſchwere Junge im Handköfferchen haben, aber 6 Stahlf
8 Zentnern Gewicht ſind doch für die Weſtentaſche etwas zu
NEUE BÜSHER UND ZEITKCHR TEN
Thiem: Der gewebeloſe gußeiſerne Rohrbrunnen. Thiem
filterbrunnen für Waſſerwerke; mit drei Abbildungen. Geb
Alfred Kröner Verlag, Leipzig.
Das vierte Heft der Thiemſchen hydrologiſchen Samml. ſee
delt den Ringfilterbrunnen, kei dem der Filter Zwiſchenräu 20
in denen das Grundwaſſer gezwungen wird, ſich nach a 2
bewegen und hierbei die etwa mitgenommenen Sandkörnchen 1 9oe
Dieſe Spezialkonſtruktion Thiems verdient wegen ihrer gro
ſ=
mäßigkeit beſonders auch in unſerer Gegend weite Verbreitu m
gußeiſerne Körper weniger wie andere Materialien — von d ſ”
Kupfer abgeſehen — der Kohlenſäure eine hohe Widerſtat
entgegenſetzt.
* Das Weltreich der Technik von Artur Fürſt. 4. Band.
26 Tafeln, 963 Abbildungen. Verlag Ullſtein, Berlin.
Mit dem vierten Vand liegt der Abſchluß des groß
Werkes vor uns. Leider hat der Schöpfer, Artur Fürſt, ſelb
ſchluß nicht mehr vollenden können, da ihn ein frühzeitiger 2
Das letzte noch fehlende Kapitel hat ſein Freund Hans D.
arbeitet. Nachdem in Band 1 der Verkehr im Aether und im
Band 2 und 3 der Land=, Waſſer= und Luftverkeh. behau wd
bringt der 4. Band die Technik der Laſtenförderung, die Kraf. D
und mehrere Kapitel über den elektriſchen Starkſtrom. Auf 1
heiten, die dieſer große Rahmen umfaßt, verbietet der Raume
Es muß aber doch geſagt werden, daß die vortreffliche Aus
der unendlichen Stoffmenge die Einzelgebiete ſo erſchöpfend eſ
das Werk zu einem geratezu vorbildlichen Führer durch den
tigen Stand der Technik wird. Nächſt dem großen Wert, den
reihe als belehrendes Mittel zur Verbreitung techniſcher All
dung hat, ſind derartige enzyklopädiſche Werke von Bedeutunt
kommende Geſchlechter, da ſie einen Zeitabſchnitt feſtlegen 1
einmal leicht darüber unterrichten, auf welchem Stand die 2
einem gewiſſen Zeitabſchnitt war. Das immer mehr notwet
dende Spezialiſtentum gerade in der Technik iſt eine bedauer!
erſcheinung, die leider zur Notwendigkeit wird. Das vorliege
gibt auch dem Spezialiſten die Möglichkeit, ohne Aufwendung
Zeit, die ja auch heute leider ſo knapp geworden iſt, ſich .!
fernerliegenden Gebieten eine gründliche Kenntnis zu verſchafe
große Wert für viele Kreiſe ſichert dem letzten Werk Arfur F. 6
ſeiner Bedeutung entſprechende Verbreitung. Im Verhältn”s a
Gebotenen muß bei der vortrefflichen Ausſtattung der Preis
ſehr geringer bezeichnet werden.
DERSöNLICHES AU8 DER TEC
Direktor Dr. h. c. Ludwig Dürr, der Konſtrukteu, Ve.
ſchiffe, wurde kürzlich 50 Jahre alt.
Geh. Kommerzienrat Dr.=Ing. e. h. Dr. rer. 90
Deutſch, der Vorſitzende des Direktoriums der A.
C=
nach Vollendung ſeines 70. Lebensjahres tlötzlich geſtorbel.
Der Verein Deutſcher Chemiker verlieh dem Generglol.
phil.=Dr. Ing. e. h. Friedrich Bergius die LiebigDeumt"
ummer 165
Freitag, den 15 Jun: 1928
Oeite 15
Shon Shier und Tarnen.
Handball.
nm
die
P
dar
V
tern
ge
jerz
Mr1
emeinde Darmſtadt 1846 — Techn. Hochſchule Darmſtadt 9:13 (7:8).
ne ſtattliche Zuſchauermenge hatte ſich am Mittwoch abend auf
einanzamtsplatze eingefunden, um dem intereſſanten Lokaltreffen
whnen. In der erſten Halbzeit war ein ſchönes Spiel zu ſehen,
— ſpannenden Momenten. Die Hochſchüler ſowohl, als auch die
hatten gleich viel vom Spiel, das ſich in ungeheuer raſchem
abwickelte. In der zweiten Halbzeit dagegen ließen die Turner
Se etwas nach und konnten im Zuſpiel, das vorübergehend ſehr
war, nicht mehr ſo ganz gefallen. Verſchiedene Fehler in
Ver=
ma und Läuferreihe führten zu Erfolgen der Hochſchule.
Beider=
gurden einige ſichere Torgelegenheiten nicht ausgenutzt. Schon
ins Minuten Spieldquer waren 2 Tore für die Hochſchule ge=
Der Tormann der Turner war ſichtlich ſehr aufgeregt; es ſah
aus, als ob die 1846er überhaupt nicht zum Wort kommen
Aber bald hatten ſie ſich gefunden. Kurz nacheinander wurden
3,50=Meter für die Turner verhängt, die beide für Irion
unhalt=
ren. In weiteren fünf Minuten ſtellte die Hochſchule auf 4:2.
arner konnten bald darauf ein Tor aufholen, doch ſtellte ſofort
nwurf die Hochſchule den alten Torunterſchied wieder her. Nach
nr fünf Minuten zogen die Turner mit 2 Toren gleich. Ergebnis
m Abſchnitten von je zwei Minuten konnte die Hochſchule 3
wei=
ore buchen, darunter ein 16,50=Meter. Die Turner verſuchten
urrch erhöhte Tätigkeit den Ausgleich zu erzielen, waren jedoch
letzten drei Minuten nur noch zweimal erfolgreich. Mit 8:7 für
Eſchule ging es in die Pauſe.
ch Seitenwechſel ging das Spiel in unverminderter Schnelligkeit
Nach vier Minuten ſtellten die Turner auf 8:8, doch burze Zeit
fiel das 9. Tor für die Hochſchule. Innerhalb weiterer zehn
„r, in denen die Turner durch ungenaue Ballabgabe viel
verſieb=
len in regelmäßigen Abſtänden 4 Tore für die Hochſchule. Er=
13:8. Nun tauten die 1846er wieder auf, drückten zeitweiſe ſehr,
onnten weder ſie, noch der Gegner zu Torerfolgen kommen. Erſt
— dem Schlußpfiff konnten die Turner ihr 9. Tor buchen.
Waſſerball.
N
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Rot=Weiß (Jugenb) — Jungdeutſchland (Jugend).
Rot=Weiß 1. — Jungdeutſchland (Reſerven).
ute abend 7½ Uhr ſtehen ſich zunächſt die Jugendmann=
und anſchließend die aktiben Mannſchaften beider Vereine im
el der Verbandsrunbe gegenüber. Bei der Ausgeglichenheit der
haften iſt in beiden Spielen ein erbittertes Ringen um die Punkte
irten, können doch beide Spiele ſchon eine Vorentſcheidung in der
ſchaft der A=Klaſſe bringen, da anzunehmen iſt, daß die Sieger
den Spiele in den noch ausſtehenden Kämpfen gegen Hanau die
eiſterſchaft erforderlichen Punkte noch hereinbringen werden. —
gegnung der beiden Ortsrivalen wird ihre Anziehungskraft
be=
nicht verfehlen, zumal die Eintrittspreiſe ſehr niedrig gehalten
ites 24=Stunden=Rennen für Motorräder
der Opelbohn bei Rüſſelsheim am Main,
anſtaltet vom Frankfurter Motorrabklub Frankfurt a. M.,
Schillerplatz 7.
Ausſchreibung für dieſes Rennen iſt erſchienen und hält ſich in
vorigen Jahr erprobten Rahmen. Das Mennen iſt offen für
äder i Klaſſen 125, 175, 250, 350 und 500 ccm. Die
Veranſtal=
jie im vorigen Jahr großes Aufſehen erregte und ſich als
außer=
ſch wertvolle Prüfung erwieſen hat, begegnet in dieſem Jahr bei
torradfabriken ſpeziell im Ausland ſehr großem Intereſſe. Man
allem verſuchen, die im Vorjahr aufgeſtellten Weltrekorde zu
ten. — Leider kann der Veranſtalter nur 40 Maſchinen ſtarten
Dieſe Anzahl Meldungen wird in Kürze vorliegen.
les Olympiamannſchaft iſt für fünf Spiele nach Deutſchland
ver=
worden. Die Chilenen beginnen ihre Gaſtſpielreiſe am 15. Juni
em Spiel gegen die Frankfurter Stadtmannſchaft. Weitere Spiele
in Berlin, Hamburg, Leipzig und Köln ſtatt.
* Entſcheidungsſpiel um die dritte weſtdeutſche Vertreterſtelle
Schwarz=Weiß Eſſen und Schalke 04 findet am 17. Juni in
nd ſtatt.
den Frankfurter Dauerrennen am Mittwoch abend gewann
die 20 Kilometer in Rekordzeit, Snoek das Stundenrennen,
8 in Rekordzeit. 10 000 Zuſchauer.
erikas Olympigelf wurde in Poſen von einer Stadtmannſchaft
hlagen.
Außem/Hunter qualifizierten ſich bei den holländiſchen
Tennis=
chaften für das Finale des Gemiſchten Doppel.
Podbielſki=Rennen in Grunewald wurde von dem Weiler
ach (Geza Janek) vor Aurelius und Mahjong gewonnen.
Fmeiſter, der deutſche Meiſterwerfer, ſtartet in Zukunft wieder
en alten Verein, Preußen Münſter.
i Seiderer, der bekannte Internationale der Sp.Vgg. Fürth,
e Tätigkeit als aktiver Spieler der erſten Mannſchaft eingeſtellt.
nira Wien hat ſich die Meiſterſchaft der Oeſterreichiſchen Pro=
=Liga endgültig geſichert.
red Schaffer iſt von Wacker=München wieder als Trainer
enga=
orden, nachdem er bereits vorübergehend wieder Trainingsleiter
Entſcheidungsſpiel Wackers gegen F. S.V. Frankfurt war.
Schomburgk gewann beim Leipziger Tennisturnier das
Damen=
ndſpiel gegen Frau Stephanus 6:0 4:5 7:5.
tſchland hat im Rudern, Ringen, Gewichtheben und Fechten
ſeine Nennungen für die Olympiſchen Hauptſpiele abgegeben.
Fußball.
Sportvereinigung 04 Arheilgen — Sportklub 1900 Stuttgart.
Es dürfte wohl kaum bezweifelt werden, daß der Weg, den die
Ver=
einsleitung der Sportvgg. bei der Feſtlegung von Privatſpielen
ge=
gangen iſt, als lobenswert anzuſprechen iſt. Man hat die für örtliche
Verhältniſſe höchſten finanziellen Mittel nicht geſcheut und iſt von dem
Grundſatz, nur erſtklaſſige Mannſchaften nach dem „Mühlchen” zu
ver=
pflichten, nicht abgewichen. Noch ſind die Eindrücke des Spieles gegen
Fürth nicht verwiſcht, und ſchon wieder wartet die Sportvgg. mit einer
ſportlichen Delikateſſe erſter Güte auf. Diesmal ſind es Gäſte aus
Württemberg, der Sportklub 1900 Stuttgart, der am kommenden
Sonntag am „Mühlchen” gegen die Arheilger Bezirksligiſten antreten
wird. Konnten ſich die Sportklubler auch im letzten Jahr nicht ſo
durchſetzen, um bei den Meiſterſchaftsſpielen eine größere Rolle zu
ſpielen, ſo verbürgt doch die ruhmvolle Tradition dieſes Vereins
aller=
erſte Klaſſe. Schon der Reiz des Vergleichs mit baheriſcher Extraklaſſe
(Nürnberg—Fürth) dürfte ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen.
Der Sportklub Stuttgart überſandte uns folgende, zurzeit ſtärkſte
Mannſchaftsaufſtellung:
Peter*),
Deutſchle,
Bleſſing*),
Metzger*)
Müller,
Martinſcheck,
Köhl, Strauß,
Kleinheinz. Niederbacherk), Günter.
*) Repräſentadiv.
Spielbeginn: ½4 Uhr. — Vor dem Spiel tritt die 1.
Handball=
mannſchaft gegen Mainz=Kaſtel an. Auch hier darf man mit
ausge=
zeichnetem Sport rechnen.
Turn= und Sportverein Meſſel e. V.
Der Turn= und Sportverein Meſſel trägt am kommenden Sonntag
das fällige Rückſpiel gegen die Reſerve der Sportvereinigung 04
Arheil=
gen aus. Meſſel, das unter der Leitung des Herrn Strobel vom
1. FC. Nürnberg ſteht, hat eine gute Formverbeſſerung erhalten. Das
Vorſpiel in Meſſel konnte Arheilgen mit 5:4 für ſich entſcheiden, darum
darf man jetzt ſchon auf den Ausgang geſpannt ſein. Meſſel tritt in
ſeiner derzeitigen ſtärkſten Aufſtellung an:
von Berg, AId.
Laumann, L. Himmeler
Engel, Sim. Engel, Aug. Führer
Fröhner Galinski Max Lrumann, W. von Berg, Pet.
Ludwig Haymann wird verläufig nicht nach Amerika fahren. Erſt
jetzt wird bekannt, daß der neue Schwergewichtsmeiſter in der
Pfingſt=
woche einer Blutvergiftung wegen operiert werden mußte, woraus ſich
auch ſein geringes Gewicht beim Kampf gegen Diener erklärte.
31. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
2. Tag der 3. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu je 100 000 Mark auf Nr. 106 486; 4 Gewinge zu je 2000
Mark auf Nr. 128 722, 195 120; 6 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr.
193 817, 195 438, 344 207; 8 Gewinne zu je 800 Mark auf Nr. 51051,
162 181, 295 306, 335 798; ferner 30 Gewinne zu je 500 Mark und 106
Gewinne zu je 300 Mark. In der Nachmittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 83 109; 4 Gewinne zu je 2000 Mark
auf Nr. 123 986, 317 960; 4 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr. 279 675,
337 346; 8 Gewinne zu je 800 Mark auf Nr. 61 169, 64 590, 188 208,
313 777; ferner 32 Gewinne zu je 500 Mark, 98 Gewinne zu je 400 Mark
und 232 Gewinne zu je 240 Mark. — Die Ziehung der 4. Klaſſe der
31./257. Preuß.=Süddeutſchen Klaſſenlotterie findet am 10. und 11. Juli
1928 ſtatt.
Geſchäftliches.
Graf Luckner, der Weltumſegler, ſchrieb auf hoher See am
28. März 1928 an die Firma C. H. Knorr A.G., Heilbronn:
Geehrte Herren! Auf dem Wege zur Heimat drängt es mich, Ihnen
nochmals meine aufrichtigſten Dankesgrüße zukommen zu laſſen. Mehr
als 1½ Jahre ſind wir geſegelt auf fremden Meeren; bis zum heutigen
Tage aber konnte uns unſer Koch durch kräftige, herrlich mundende
Knour=Suppen erfreuen. Bei ſchlechteſtem Wetter, wenn das rollende
Boot alle höhere Kochkunſt zuſchanden werden ließ, gab es immer noch
die nie verſagende Retztung der beliebten Knorr=Präparate, und ich
hätte nur gewünſcht, Sie hätten ſich ſelbſt einmal draußen auf dem
weiten Atlantik von den freudeſtrahlenden Geſichtern meiner Beſatzung
überzeugen können, wenn nach harter, kalter Arbeit den Seeleuten die
dampfende, würzig duftende Suppe vom Teller entgegenlachte!
Für die Gräfin und mich ſelbſt gibt es überhaupt nichts ſchöneres
als die köſtlichen Gerichte der in aller Welt gerühmten Firma Knorr=
Heilbronn, und ſelbſt das Einerlei des Speiſezettels eines Segeiſchiffes
vermochte nicht, uns Ihre Präparate überdrüſſig zu machen; gab es
zweimal Knor==Suppe am Tage, deſto beſſer! . . . Ihr treu ergebener
gez. Felix Graf v. Luckner.
Dieſelben freudeſtrahlenden Geſichter können Sie täglich zu Hauſe
hervorzaubern! Knorr=Erbswurſt und die vielen anderen Suppen in
Wurſtform ſind kein Luxus auf dem Speiſezettel, ſondern ein billig und
einfach herzuſtellende, köſtlickh) ſchmeckende Mahlzeit.
Hauptſchriftiettunig. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudeif Maupe; für Feuiſſeton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmann,
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble; Drud
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantle der Rückſendung nicht Übernemmen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
O 19.15: Dr. Neumark: Die wirtſchaftt. Zuſammenſchlußbewegung.
8 19.45: Fortſchritte in Wiſſenſchaft und Technik. Die Glühlampe
als Ultraviolettquelle Hochgebirgstouren mit dem Auto im Winter.
Freitag. 15. Jun. 13: Schallplatten=Konzert. o 15.30:
Wanderungen und Ausflüge in Natur, Kunſt, Geſchichte und Sage.
Für Kinder vom 10. Jahre ab. o 16.30: Es kommt Beſuch.
Plauderei von Line Wallerſtein. Hierauf: Wochenſchau des
Haus=
frauenvereins von der Kochtante: Erd= und Johannisbeeren.
O 17.45: Marg. Wolf: Aus den Briefen der Frau Rat Goethe.
O 18.15: Vereinsnachrichten. O 18.30: Gartening. Hinze: Der
Weinbau im Hausgarten. o 18.45: K. Blüth: Kundendienſt.
Erfindertätigkeit. O 20.15: Bunter Abend. Mitw.: Dr. Harbeck
(Rezit.), Alois Resni (Geſang) u. a. — Anſchl. von Kaſſel: Konzert.
Stuttgart.
Freitag, 15. Juni. 16.15: Konzert. Ketelbay: Ouv Chal
Romano. — Dvorak: Zwei poetiſche Stücke. — Waldteufel: Walzer.
— Kreutzer: Aus Das Nachtlager in Granada. — Lehar: Aus
Der Zarewitſch. — Cortopaſſi: Ruſticanella. — Gillet: Loin du
du bal. — Friedemann: Einig und ſtark. — Einl.: Meerwarth=
Legay. o 18: Landwirtſchaftsnachr. 6 18.15: J. Langfritz:
Aus=
gewählte Abſchnitte aus dem Güterverkehrsrecht. O 18.45: Dr.
Schairer: Menſch und Tier. o 19.15: Eſperanto. O 20.15: Das
deutſche Gedicht und die deutſche Proſa der letzten 100 Jahre. Die
Abkehr vom Naturalismus. Mitw; Windgaſſen, Heß, Elwenſpoek
Elſe Rüthel, Enderling. Philh. Orch. Spitteler: Einf. Friedrich
Nietzſche und ſein Einfluß auf die Dichtung. Franzöſ. Einwirkungen.
Dehmel und ſein Kreis. — Stephan: Muſik für ſieben
Saiten=
inſtrumente. — Aus Alſo ſprach Zarathuſtra. — Schillings:
Glockenlieder. — Spitteler: Aus Prometheus und Epimetheus
— Dehmel: Die Harfe. Lied an meinen Sohn. Aus: Zwei
Menſchen. — Lieder nach Texten von Dehmel, Bierbaum, Falke.
U. a. m. — Anſchl.: Sport. — Anſchl. aus Mannheim: Konzert
des Freundſchen Frauenchors.
Berlin.
land. 0 17: Chor=Konzert des Arbeiterſängerchores Oſtoberſchleſien.
Drr.: Bundesliedermeiſter Birkner. O. 19: Einf. und
Perſonen=
verzeichnis zu der nachf Uebertr. aus der Staatsoper. o 19.30:
„Fidelio”, Oper in 2 Akten von Beethoven. Text nach Bouilly von
Sonnleitner und Treitſchke. Dir.: Kleiber.
Stetti. 16.30: Prof. Dr. Hempel: Die Dichtungen des Alten
Teſtaments.
Deutſche Welle. Freitag, 15. Juni. 12: Dir. Eipper: Wie
der Berliner Zoo ſeinen Gorilla bekam. o 14.30: Kinderlieder.
0 15: Dr. Denker und Aenne Görling: Unterhaltung eines Arztes
mit einer Patientin (Dialog): Verkehrte Anſichten über Tuberkuloſe.
O 16: Der Beruf des Betonbauarbeiters. O 16.30: F. Stiemer:
Das junge Deutſchland. o 17: Konzert aus Leipzig. o 18: Dr.
Weisbart: Der Urheberrechtskongreß in Rom. o 18.30: Engliſch
für Fortgeſchr. o 19: Einf. zur Uebertr. aus der Staatsoper.
O 19.30: Uebertr. aus der Staatsoper: „Fidelio”. Oper von
Beethoven
Wetterbericht.
Gießen, 14. Juni.
Sehr raſch hat ſich der ozeaniſche Wirbel oſtwärts bewegt. Heute
morgen lag bereits der Kern über der Nordſee und unter dem Einfluß
der Warmluft an der Vorderſeite erfolgte kräftiger Temperaturanſtieg,
und im weſtlichen und nördlichen Deutſchland bam es bereits zu
Nie=
derſchlägen und vereinzelten Gewitterſtörungen. Die in Begleitung des
Wirbels folgenden kühleren Luftmaſſen werden beim Eintreffen auf
dem Kontinent zu Gewitterſtörungen wit anſchließendem
vorübergehen=
dem Temperaturrückgang führen.
Witterungsausſichten für Freitag, den 15. Juni 1928.
Vielfach Gewitterſtörungen und Gewitterregen, vorübergehend
etwas kühler.
Witterungsausſichten für Samstag, den 16. Juni 1928.
Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, wieder wärmer und
meiſt trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
in C‟ Wind: Mie
ſchlag
in mm Schnee=
decke
in em Gießen: bedeckt 19 SW. Aachen: bedeckt 18 SW., Hamburg: Regen 14 SSO= Berlin: wolkig 16 SC, München: heiter 20 W. Königsberg: wolkig 15 SW. Breslau: wolkig 19 SO, Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen : Feldberg:
(Taunus) bedeckt 13 WSW. 0,2 Waſſerkuppe:
Feldberg:
(Schwarzw.) Regen
Nebel 13
10 SW.
WSV. gef.
0,5 Zugſpitze: heiter WV. 210 Kahler Aſten: wolkig 14 SSW. Fichtelberg: wolkig 18 SSw. Schneekoppe: wolkig SSW.
Empfehle:
riſch geſchlachtetes, junges
Maſigeftügel
wie
Hänſe, Enten, Hahnen,
uben, ſteier. Poularden u.
Capaunen
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Nummer 165
Der Saatenſiand in Deutſchland.
Die Preisberichtſtelle beim Deutſchen Landwirtſchaftsrat hat ſoeben
ihren Saatenſtandsbericht über den Stand der Winter= und
Sommer=
ſaaten am 15. Mai 1928 veröffentlicht. Im Vergleich zur gleichen Zeit
des Vorjahres läßt ſich ſagen, daß der diesjährige Saatenſtand nicht
ganz ſo günſtig liegt, was darauf zurückzuführen iſt, daß die in den
letzten Wochen wieder eingetretene Kühle und regneriſche Witterung die
Ertwicklung der Saaten aufnehalten hat. Andererſeits aber iſt zu
be=
denken, daß der Stand der Saaten in der gleichen Zeit des Vorjahres
günſtig war. Der Stand des Winterweizens hat ſich gegenüber dem
Vurmonat etwas gebeſſert, was vornehmlich für die oſ deutſchen Gebiete
zutrifft. Dagegen hat der Winterweizen in Süddeutſchland nicht ſo
günſuge Fortſchritte gemacht wie im April. Der Stand des
Winter=
roggens hat eine gewiſſe Verſchleiſterung, insbeſondere in einigen
oſt=
deutſchen Gebieten, erfahren. Dagegen hat ſein Stand in Schleswig=
Holſtein, in Baden, in Mecklenburg und Oldenburg eine Verbeſſerung
gegenüber dem Vormonat erfahren. Auch der Stand der Wintergerſte
wird etwas ſchlechter ausgewieſen als im Vormonat. Ueber den Stand
der Sommerung, der diesjährig zum erſten Male feſtgeſtellt wurde, iſt
zu ſagen, daß ihre Entwicklung befriedigend iſt. Man darf jedoch die
Bedeutung der E=hebung zu dieſem Zeitpunkt nicht überſchätzen, da
be=
kanntlich gerade der Juni für die Entwicklung von ausſchlaggebender
Bedeutung iſt.
Franffurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 14. Juni.
Vorbörslich war die Tendenz zunächſt im Anſchluß an die feſte
Abendbörſe weiter etwas feſter. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs
wurde die Haltung jedoch entgegen allen Erwartungen unſicher, da neue
Kauforders von der Bankkundſchaft und vom Auslande vollkommen
ausblieben und die Kuliſſe infolge des bevorſtehenden Zahltages
ver=
ſchiedentlich zu Abgaben ſchritt. Die feſte Haltung der New=Yorker
Börſe bot keine ſtärkere Stütze. Andererſeits mahnte der langſame
Fortgang in der Regierungsbildung zur Zurückhaltung. Gegenüber der
geſtrigen Abendbörſe waren die Kursverluſte jedoch meiſtens ſehr klein,
da die weiter lebhafte Nachfrage nach verſchiedenen Spezialwerten dem
Markt eine Stütze boten. So beſtand wieder größeres Intereſſe für die
Kaliwerte, von denen Aſchersleben 2½4 Prozent und Weſteregeln 2
Pro=
zent gewannen. Am Elektromarkt waren Bergmann mit plus 2
Pro=
zent, Elektriſche Lieferungen mit plus 1 Prozent und Gesfürel mit plus
½ Prozent etwas lebhafter gehandelt. Siemens und Licht u. Kraft
waren vernachläſſigt und etwas ſchwächer, Schuckert blieben gut
behaup=
tet. J. G. Farben lagen mit minus 214 Prozent eher angeboten,
Scheideanſtalt verloren 1 Prozent und Holzverkohlung 134 Prozent.
Von Montanwerten waren Rhein. Braunkohlen und Rheinſtahl mit je
minus 3 Prozent angeboten. Lebhafteres Geſchäft hatten wieder die
Autowerte. Adlerwerke gewannen 2½ Prozent und Daimler 2 Prozent.
Zellſtoffwerte waren angeboten und ſchwächer Banken uneinheitlich.
Am Rentenmarkt war das Geſchäft ſtill. Deutſche Anleihen lagen eher
ſchwächer, ausländiſche Renten wenig verändert.
Im weiteren Verlaufe blieben die Kurſe im allgemeinen etwa
be=
hauptet. Das Geſchäft ſchrumpfte auf ein Minimum zuſammen. In
Adlerwerken blieb das Geſchäft jedoch lebhaft bei einem erneuten
Kurs=
gewinn von 1½ Prozent. Tagesgeld war im Zuſammenhang mit dem
bevorſtehenden Zahltag etwas ſtärker verlangt zu 6 Prozent. Am
Devi=
ſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1850, gegen Pfunde 20.428.
London=Kabel 4.88½½g, Paris 124.20, Mailand 92,85, Madrid 29.37½,
Holland 12.097g.
Die Abendbörſe verlief ruhig, doch gegenüber den
Mittags=
ſchlußkurſen noch weiter befeſtigt. Lebhafter lagen Zellſtoffwerte,
Far=
ben, Kaliaktien und Siemens. Auch Schiffahrtswerte beachtet.
Mo=
torenaktien ruhiger. Adlerwerke nochmals ½ Prozent befeſtigt bei etzwa
25000 RM. Umſatz. Zunächſt gewannen Waldhof 2. Aſchaffenburger
Zellſtoff 3, Scheideanſtalt 2,75. Rheinſtahl 2,25, Farben 0.75, Nordd.
Lloyd 0,75. Der Verlauf blieb bei ziemlicher Geſchäftsruhe gut
be=
hauptet. Kali=Induſtrie A.G. 264,5. Anleihen leicht befeſtigt. Die
Nach=
börſe nannte bei weiter ſtillem eſchäft: Waldhof 314,5, Zellſtoff
Aſchaffen=
burg 210, apag 171,5, Nordd Llohd 162,5, Scheideanſtalt 214,5, Farben
*8,5. Im einzelnen nannte man: Commenzbank 196,75, Danat 382,84,
Metallbank 1525, Gelſenkinhen 140. Aſchersleben 243, Mannesmann 100 Kilogramm für Elektrolztkupfer, prompt eif Hambupg, Bremen
hof 314,5.
—Holland 12,099, —Madrid 29.38, —Zürich 25,33, —New York 48814, Oviginalhüttenaluminium, B= bis 99proz,, in Blöcken, Walz= oder
Mailand 92,82, Pfunde gegen Mark 2/427, Dollar gegen Mark 4,1855. Drahtbarren 190 RM., desgl. in Walz= oder Drahtbarren, 99groz,
1
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 14. Juni.
Die heutige Berliner Börſe eröffnete in freundlicher und über= 14. Juni ſtellten ſich für Kupfer: Januar bis März 198 138½,
wiegend feſter Haltung. Während in den Vormittagsſtunden noch an= 2
genommen wurde, daß in Rückwirkung auf den geſtrigen feſten Verlauf 2
New=York, Berlin in ausgeſprochen feſter Haltung einſetzen würde, war Tendenz; ſtetig. — Für Blei: Januar 43 (43), Februar bis Mai
der offizielle Beginn eigentlich eine Enttäuſchung. Das Kursniveau
hat ſich im allgemeinen nämlich nur um 1—2 Prozent erhöht. Abzuſehen
iſt hierbei von Sonderbewegungen, die z. B. Kaliwerte und
Kunſtſeiden=
aktien machten. Daß die feſte New=Yorker Tendenz ſich in Berlin nicht
mehr auswirkte, mag vor allem daran liegen, daß die heutige Börſe
wieder unter einem großen Ordermangel litt, und daß außerdem die in
Spekulation die erhöhten Kurſe zu Gewinneinnahmen benutzte.
Salz=
detfurth z. B., die vorbörslich bis auf 452 geſtiegen waren, gingen
wie=
der auf 448,75 zurück. Am Geldmarkt war die Situation unverändert.
Tagesgeld wieder mit 5—6½3 Prozent und für gute Adreſſen weſentlich tes iſt in der Berichtswoche vom 4. bis 9. Juni uneinhei
darunter erhältlich. Monatsgeld 7½—8½ und bankgirierte Waren= In einigen Gebieten machen ſich Anzeichen ſtärkerer Abſc
wechſel ca. 6”lg. An internationalen Deviſenmarkt war Kopenhagen, merkbar, andere berichten über einen Stillſtand des ſaiſon
mit 1820 gegen das Pfund etwas ſchwächer, Brüſſel mit 34,94 dagegen ſchwungs, wieder andere wiſſen über eine weitere leichte
eine Kleinigkeit feſter. Madrid ſtellte ſich auf 29,37, Paris auf 12420, dem Arbeitsmarkt zu berichten. Im ganzen ſcheint ſch d
während Kabel=Mark 4,1848½ und Pfunde gegen Dollar mit 4.8810
notierten. — Zu den einzelnen Märkten iſt zu berichten, daß der
Schif=
fahrtsmarkt um etwa 1—1½ Prozent höher lan. Bankaktien hatten Frauen (unterſtützte), die Mitte Mai ſchon etwas höher
ſogar Steigerungen bis zu 2½ Prozent. Im Vordergrund des heutigen
Intereſſes ſtanden Kaliwerte, von denen Salzdetfurth mit einer
Steige=
rung um 834 die Führung hatten. Weſteregeln plus 334, Kali Aſchers= noch nicht überſehen werden.
leben plus 294. Daneben waren Kunſtſeidenwerte gefeagt, von denen
Glanzſtoff um 10 und Bemberg um 6 Prozent höher lagen. Sonſt kon= tagende Internationale Schiffahrtskonferenz erörterte, di
zentrierte ſich das Geſchäft noch auf einige Spezialwerte. So gewannen Doppelbeſteuerung. Eine Entſchließung, worin die Ueber=
Polyphon 4½, Nordd. Wolle 4½, Ludwig Loewe 5½, Berger Tiefbau
4½, Feldmühle 5, Oſtwerke 33,, Stöhr Kammgarn 6½, Schultheiß 4
und Schubert u. Salzer 6½. Von den übrigen Märkten ging es
ver=
bältnismäßig lebhaft noch am Elektromarkt zu. Siemens plus 314,
Schuckert plus 3,12 Rh. El. W. plus 334, Gesfürel plus 214, Bergmann
plus 3. A.G. G. dagegen minus 14. Von Montanwerten waren Rhein.
Braunkohle, plus 4, am meiſten beachtet. Daneben Stolb. Zink plus 4.
Im übrigen betrugen die Kursbeſſerungen etwa 1—2 Prozent. Von
den ſchwächer liegenden Werten ſind Sarotti mit einem Verluſt von
3½ zu erwähnen. Riebeck und Baſalz verloren je 1 Prozent. J. G.
Farben plus 134. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe trat faſt auf allen
Märkten eine Abſchwächung ein.
A. E. 6
Böh.2
Bergmann.
Beit Hndaſfs
Braunkohl. Briketts
Bremer Wolle.
Danatbank.
Deutſche Bank.:
Diskontogeſ.
Dresdner Bank. . . .
Deutſche Maſchinen / 59.375
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum.
Dynamit Nobel..
Elektr. Lieferung ..
F. 6. Farben...
Gelſenk. Berg. .....
G.felektr. Untern. (279.5
Han Maſch.=Egeſt..
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13825 276.— Siemens Glas 155.—
1707.—
98,5 139.375 Ver. Glanzſtoff 285.— 1 1Ver. Stahlwerke. F58.— 58.— Volkſtedter Porzellan 60.5 /e13.— Wanderer Werk” M165.5 1668.5 Wiſſner Metall. 169.— 1 H162.25
k56.— * 163.— 1
264.— Wittener Gußſtahl .. 60.
1 14. 6
83.—
235.—
443.—
238.—
180.5
52.75
42.25
119.125
158.25
328.25
93,25
155.—
718.
93.75
61.5
159.5 1585
131.—
625
Deviſenmarkt.
Helſingfors..
Vien „.
Prag ...
Budapeſt :
Soſta.
Solland,
CAlo .
Kopenhagen
Stockholm.
London
Buenos Aires
Nen=Vork
Belgien,
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 14. Juni ſtellten ſich für je
144,75, Rheinbraun 312. Nordd, Llond 162, A.G.G 185, Licht u. Kraft oder Rotterdam, Notzierung der Vereinigung f. d. Dt. Glektrolyt=
233, Farben N85, Gesfürel 282,5, Schuckert 211, Siemens 363, Wald= kupfernotiz 139,75 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des
Ber=
liner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in
Abenddeviſen wenig verändert. London-Paris 124,18, Deutſchland für prompte Lieſerung und Bezahlung) ſtellten ſich für
194 RM., Reinickel (90= bis 99proz.) 350 RM., Antimon Regulus 93
bis 99 RM., Feinſilber (1 Kilogramm fein) 82,25—83,25 RM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
April und Mai 128½ (128½), Juni 197 (138), Juli 197½ (19734
Auguſt und September 127½ (128), Oktober bis Dezember 198 (128½).
43 (43½4), Juni 41½ (42), Juli 41¾ (42), Auguſt 42 (4214), September
2½4 (42½) Oktober und November 42½ (42¾), Dezember 4234 143).
Tendenz: behauptet. — Für Zink: Januar bis Mai 50½ (50½)
ſuni 50½ (51) Juli und Auguſt 50½ (503), September bis Dezember
½ (50½), Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die
in Klammern Brief.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Arbeitsmarktlage im Reich. Die Entwicklung des
bwegung in der Zahl der unterſtützten arbeitsloſen Männe
verlangſamt, weiter zu behaupten, während die Arbeit
Vorjahre, nunmehr anſcheinend in eine aufſteigende Beweg
Ob hierin lediglich eine ſaiſonmäßige Stockung zu er
Die Tagung der Internationalen Schiffahrtskonferen.
gedrückt wird, daß die dauernde Löſung des Problems n
allgemeinen internationalen Plan gefunden werden kann,
alle Regierungen, die dies bisher noch nicht getan haben.
werden, gegenſeitige Abmachungen zur Befreiung der
der Doppelbeſteuerung abzuſchließen, wurde angenommen.
Die deutſche Roheiſengewinnung im Mai 1923
1044 046 Tonnen etwa der des April. Da die Hochöfen in
nur an 30 und im Mai an 31 Tagen in Betrieb warei
durchſchnittliche arbeitstägliche Gewinnung mit 33 679
Ton=
oder um 3.7 Prozent hinter dem Vormonat zurück. Sie be
73,34 Prozent der durchſchnittlichen arbeitstäglichen Getz
Jahres 1913 im Deutſchen Reich damaligen Umfanges.
im Vormonat) Hochöfen waren 114 (107) in Betrieb und
dämpft.
Hprozentige Preußiſche Kali= und Roggenwertanleiher
am 1. Jali 1928 fälligen halbjährigen Zinſen der preuf
zentigen Kali= und Roggenwertanleihen von 1933 iſt di
Durchſchnittspreis für Kali und Roagen in der Zeit vom
31. Mai ds. J3. maßgebend. Dieſer Durchſchnittspreis beträ,
für 100 Kilo Kali und 1402 NM. für den Zentner Rol
gemäß werden eingelöſt die Zinsſcheine über den Geldwert
Kali mit 18,875 RM., 25 Kilo Kali mit 1,8875 RM., 121 5
zit 0,9475 RM., 2½ Kilo Kali mit 0,18875 RM., 125 Pfd.
17595 RM., 25 Pfd. Roggen mit 3,505 RM., 12½ Pfd.
1.7525 RM., 2½ Pfd. Roggen mit 0,3565 RM. Die Eir
Zinsſcheine erfolgt vom 2. Juli 1998 an durch die Preuß
ſchuldenkaſſe, die preußiſchen Negierungshauptkaſſen, die ſtag en
ßiſchen Kreiskaſſen, die Preußiſche Staatsbank (Seehan 9
Preußiſche Zentralgenoſſenſchaftskaſſe in Berlin, deren 3 je
Frankfurt a. M. und die Reichsbankanſtalten.
Maſchinenfabrik Moenus A.=G., Frankfurt a. M.
Din=
ſammlung genehmigte den 4prozentigen (0) Dividendenv a
1927. Wie mitgeteilt wurde, iſt der Auftragseingang im ſ
Jahre ungefähr der gleiche, wie in der entſprechenden
obwohl in der Schuhlederinduſtrie empfindliche Betriebsein !
vorgenommen und noch zu erwarten ſind.
Ablerwerke vorm. Heinrich Kleyer A.=G., Frankfurt a. ? egn
waltung teilt mit, daß irgendwelche Fuſionsverhandlungen greüln
wurden und daß auch der Gedanke einer Kapitalerhöhun St m
erörtert worden ſei. Beſchäftigung und Abſatz ſeien zurze wiet
zo5öga 7o ſtellend.
Zellſtoffabrik Waldhof, A.=G., Mannheim=Waldhof. 2
der 18354 900 RM. St.A. und 970 140 RM. BA. vertreten
nehmigte den bekannten Abſchluß. Dem Vorſtand wurde 1 Ff
erteilt, den Umtauſch der bisher über 60 RM. lautenden V.
Abſchnitten über 300 RM. vorzunehmen. Die ausſche dende.
5.414 glieder wurden wieder gewählt. Ueber das laufende Geſchäft 71
2.152 vom Vorſtand berichtet, daß weſentliche Aenderungen nicht
4.179 ſeien, die Produktion ſei zum größten Teil verkauft und
auch den Reſt roch unterzubringen. Die Preiſe ſeien nick
worden. Bezüglich des Geſchäftsganges, der Sulfit=Zellf ſs
Finnland ließe ſich noch nichts vorausſagen, da dieſe Fab
Anfang Juni in Betrieb genommen ſei. Man hoffe jedoch
Gründung die Stabiliſierung der Preiſe herbeizuführen.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 14. Juni. An der he
duktenbörſe lagen Inlandsweizen, Futtergerſte und Mais e
cher; auch Mehl gab im Preiſe eine Kleinigkeit nach. Ma
für die 100 Kg. ohne Sack waggonfrei Mannheim in Reichsm.
inl. W.75—28, ausl. 30—31,25, Noggen inl. 29, ausl. geſtri
inl. 28—29, ausl. 28,25—29,25, Braugerſte ausl. 31—35,5, in
geboten, Futtergerſte 24—25, Mais mit Sack 24,75, Südd.
Spezial Null 37,75—38,5, Südd. Noggenmehl, je nach Ausme
bis 40, Weizenkleie 14,5.
Berliner Produktenbericht vom 14. Juni. Auch heute
Produktenmarkt wieder von ſchwacher Stimmung behert
ſchlechte Mehlabſatz läßt bei den Mühlen keine Kaufneigu:
men, ſelbſt Preisermäßigungen erhöhen die Unternehmung
Weizen iſt vom kanadiſchen Farmerpool zu geſtrigen Preiſen
Die argentiniſchen Ablader ſind in den Forderungen entgee
der. Aus Mitteldeutſchland lag wieder ſtärkeres Anzebot vor ſS4
weizen vor. Soweit Umſätze ſtattfanden, erfolgten ſie zu 1
niedrigeren Preiſen. Noggen iſt in Auslandsware, namentl. .9
Darmſtädter u. Rationalbank Kommanditgeſelſchaft auf Aktien. Darmſtadt. Frankfurter Kursbericht vom 14. 5u
I. 1. Reiſchs,
Länder=und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
69 Baden
Frei=
ſiaat von 1927.
63 Bah. Freiſtaat
von k9B) .
8% Sachſen Frad
ſtagt von 1927)
79 Thüringer
Frei=
ſtagt von 1927.
Diſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4 1.
Ablöſungsanleih.
Diſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe.
2. Sta dtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin b. 24
82 Darmſtbt. v. 26
73 Dresden v. 25
72 Frkf. a.M.b. 38
72 Heidelb. b. 28
7% Ludwahf. v. 26
72 Mainz b. 28.
10% Mannh. v. 25/1
8% Mannh. v. 26
8%5 Nürnberg b. 26
8% Pforzh. v. 28
82 Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold.
Kom.Anleihev. 28
8% Berl. Hyp.=Bk.
770
„ Lig.=
4½=
Pfandbriefe.
Frkf. Hyp.Bk.
* „Lia-Pl
89
78.95
80.75
30
86.75
51.3
19.1
5
102.75
93.5
93.75
86.25
87.5
76.5
98"
92
85
25
2 Frſf. Bfbrfbank
4½ % Gotha Gr.
(red, Lig.=Pfbr.
U % Hamb. Hyp.=
Bl. Lig=Pfdbr.
8%, Heſſ. Landesbk.
825 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
82o Landesbank d.I.
Rheinprovinz/1
8% Landeskr. Kaſſ.
82 Mein, Shp.Br.
2 Naſi. Landesbr.
2 Pfälz. Hyp. Br.
%. „ Lig.
Pfandbriefe. ..
8% Preuß. Ctr.,
Bob.Cred. ..!
4½% Preuß. Ctr=
Lig. Pfandbr.
18% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
8% Rhein. Hyp.=B!
4½%— „Lig
Pfandbriefe.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd. Eredit
4½%
„L.=Pf.
82 Südd. Bod.
Ered.=Bank.
„Lig.=
Pfdbr.
Al
820 Württ. Hhp.=B./ 9
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser, 1.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
FAusheß GerII
98
88.5
84
78.25
81.5
87.75
91.5
89"
94.5
100
95
95.5
92
96.5
92
100
83.5
98
92
75=
98.5
97
91.5
98.5
92
76.75
5
95.5
91.5
75.5
93,75
51.75
68
Bapiermark.
Pfandbr. und
Kommnnal=bbl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.
Hbl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Od3=Hyp.=Bk
Vorkr.=Pfdbriefe
dal. Kom.=Hbl.
S.1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Kyo.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.)
Vorkr.=Pfdbriefel
Nh. Hyp. Bi.
Bor=
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd.
Bodenereb=
anſtalt Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
18% Dt. Linoleum=
„werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u. Herku=l
les=Brau. b. 26
8% Klöchn=Werkel
Berlin v. 26..
10% Kom. Elektr.=
Mark. ..:.1
7% Mainkrw v. 26
72 Mitteld.
Stahl=
werke von 27.— 90
8% Neckarſulm v.26
8% Salzmanne Co.
Kaſſel v. 28.
72 Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
725 Ver. Stahlw.
ohne Optp. 26
II Auf Sachwertel
laut. Schuldverſchr.
62Bad.=Bad, Holz. 2
5 %Badenw. Kohl.
6% Heſſ. Braunk.. Noggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggonanleihe.
10
18.1
2.48
14.6
14.5
13.5
2l.
14.15
96.5
93
94
102.5
87:25
89,
87.5
22.75
6.3
10
15% Preuß.
Kali=
wertan eihe ...
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe . ...
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe. ..
5% Südd. Feſtw.
bank .=
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
59Bosn. 2. E. B. v.
1914.......77=
5% Bosn. 8.=Inv.=
Anl. v. 1914..
4½% Bosn. v. 02
52 Bulg. Tab. v02
1.,62 Griech. v. 90
1942 Griech. Mon.
52 Mex inn. (abg.)
525
425
5%
äuß.
Goldan=
leihe ſabg.
inn ſabg. )
4½%7 Frrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
47% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
42 Oſt. Goldrentel
CE. E.=Stücke).
4½% Rum. Gold
von 1913 .=
497 Schweiz. Bds.
Bahnen b. 1912
420 Türk. Admin.
42
1. Bagd.
2
2. Bagd.
3
Zollanl.
4½8 üngam von
1913 C.C.=St.)
4½% dito von
1914 (C.C.,St.)
42 dito Goldr.
(E.C.=St.)
42 dito von
1910 (E. E.=St.)
42o dito
Kron=
rente (abg.) ....
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.
172 Nspenk, 6. 611
9.5
8.65
43.5
zs
47
18.5
28.75
23.75
13:,
12.5
12.4
„
26.5
*
59.5
G"
14½ Liſſab, b. 1886/ 14.25
42 Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
43 Dur=Bodenb.
von 1891 .../ 11
4% Eliſabethbahnf
von 1893 .. z.! 2.25
49 Lemberg=Ezer.
ſteuerpflichtig. . . 97I,
42 Lemberg Gzer
ſteuerfrei . ....! 101,
221.,%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) .... 15.25
47 Oſt. Staatsb. b.
1883 ....." 4.25
32 Naab=Odenbg.
b. 1893 .. . / 24
42 Rudolfb. i. S.
i. 6.
4½2 Anatolier k. 18
TV. 1. Bank=Aktien!
Allg. Dt. Ereditanſt. /141
Badiſche Bank. 1169
Bk. f. Brauinduſtr. /213
Barm. Bankverein!
Banr, Hyp.= und
Wechſelbank. .
Berl.Handelsgeſ.
„ Hypoth.=Bk. /210
Comm. u. Pribatb./ 193.5
Darmſt. u. Nt.=Bk./289
Deutſche Bank . /183
Effeu. Wechſel.
.:/120.5
bank.
Vereinsbank 102.,5
Diskont.=Geſelſch. 1166.5
Dresdener Bank. 1166
107.5
Frankf. Bk.
Hyp.=Bi. 1158
Pfdbr.=Bk. 155.5
Gotha. Grundkr. B./135.25
Mein. Hyp.=Bank!
Metallbank.
151
Mitteld. Credtbk. /207
Nürnb. Vereinsbk. 160
Oſt. Creditanſtalt. 35
Pſälz. Hyp.=Bankl160
Pr. Bod.=Freditbk. 139
„ Hhp.-Akt.-Bk. 142
Reichsbank=Ant. /278.5
Rhein. Ereditbank 128.25
Spb.-Rantl36 425
Südd. Bod.Fr. Bk.)
Dise.=Geſ.
Wiener Bankverein
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A. G.f.Verkehrswi.
Alg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ. 11
72 Dt. Reichsbhn=
Vorzge.
Hapag.
Schantung=Eiſenb.
Südd, Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt, Gebr.
Aeeum. Berlin. ..
Adler & Oppenh.:
Adlerw (v. Kleher)
8% AEG. Vorzug
AEG. Stamm.. . .
B.d. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin.
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel
Bergm. El. Werkels
Brem=Beſigh=Sl.
BrownBovericcie 11
Brüning & Sohn. 1
Buderus Eiſen.
Bürſtenfor Erlang.
Cementwerte
Heidelberg ..../143
Karlſtadt ....../1
Lothr. (Karlsr.).
Cbem.WerkeAlbert.
Brockhues..11
Fabrik Milch!
Daimler=Benz 11
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin).
Erdöl . ..
1
Gold= u. Silb.=Anſtalt 210
Linolverk.Berl. /3
Dresden=Leipziger
Schnelpreſſen 1
Dürrmucke Ratina.!
1148
u83
Nordd. Lloyd. ... /459.25 F. 0. Farbenindſtr. 277
44
254
3114
81
182.5
./174
26
54
216.5
No
161.5
175
85
83
103.5
115
143
342
135.5
69
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
15.75 Gektr. Licht u. Kraftl=
Glektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wollel
Emag Glektr. Frkft.
198.5 Enzing, unionwke, 58
Sſchw. Bergwerk /293
Eßling. Maſchinen! 55
159.5 Ettling. Spinnerei
Faber, Foh. Bleiſt.
Faber & Schleicher 121
Fahr, Gebr., Pirm. 48,1
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas .
Hof..
Maſch. Pe
Pokorny & Wittek. 72
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk 138.75
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen /280.5
Goldſchmidt Th. 98‟
Gritzner Maſchinen/135
Grün & Bilfinger, 181.5
Hafenmühle Franrf/138
Haid & Neu
Hammerſen (Osn./160
Hanfw. Füſſen ..1
Hanſa=LloydBrem.!
131.75 Harpener Bergbau
Hartm. & Braun 185
Henninger Lempf.
Stern Brauerei, 180
Heſſen=Naſſau Gas)
Hegligenſtaedt
Hivert Armaturfb.) 81.
Hindrichs=Aufferm. 414
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen 83
Holzmann. Phil.
Holzvert.=Induſtriel 99
Iiſe Bergb. Stamml
Genüſſel118
Inag
Funghans Stamn.. 88
Kali Aſchersleben 234
Salzdetfurth. /450
Beſteregeln, 233
Aammogrnipinn. 49
230.25
82
224
55
80
150
/108
60
44
137
aus
135
150.5
93
Karſtadt, R. —
der. Werke Offſtein 174
Klein, Schanzl. /102
Knorr, Heilbronn „/158
Konſerpfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ. 85
Krauß & Co., Loro.
Lahmeyer ECo.
Lech Augsburg ... 114
Lingel, Schuhw..
Löhnberger Mühlel.
Löwenbr. Münch. 331
Ludwigshaf. Walz/130
Lüdenſcheid Metall 95
Mainkr.=W. Höchſtl/124.5
Mainz. Akt.=Br. /278
Mannesm. Röhren 144
Mansfeld, Bergb., 121
Mars=Werle. . .1119
Metallgeſ. Frankft. /201.5
Miag, Mühlenbau/
Moenus Stamm.
Motorenfabr. Deutz
Oberurſell 95
Münch. Lichtſpielk. /109.5
Neckarſ. Fahrzeug. / 69.75
Neckarw. Eßl.
Nieolah, Hofbr.
Oberbedarf /104.75
Oſterr. ApineMlon, 14.5
Otavi Minen.
Peters Union Frrf /115.5
Pfälz. Näh.Kahſer! 61
Philipps A.=G.
Pyönix Bergbau / 96.1
Porzellan Weſſel 24
Reiniger. Gebb. 8I.
uos
Schall
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Sramm 168
Stahlwerke.
Rhenania. Kunh.
Niebeck Montan
Rütgerswerke. / 96
SalzwertHeilbronn/au6
Schneider & Hanau/ 50
Schnellpr.Frankth: 81
Schöfferhof=Bind. 355
Schramm. Lackfbr. 123
Schriftg. Stempel. 120
Schuckest Gloktr. 539
Klöcknerwerke. 134.5 Schulz Grünla
Schuhfbr. Bern
Weſſel.
Schuhfabr. Her
Schwarz Storch
Seilindſtr. Wokf 21
Siem. Glgändu f
Siemens & Hal
Süd. Immobil
Bucker=9
Strohſtoff, Ver. S
Tellus Bergbau /S
Thür. Lief =Geſ.
Tucher, Brauere B
Unterfr. Krz=E.
tr=Verſ.
Beithwerke.
Ver. f. Chem. F.
deutſch Slfa
FaßfahrCa
Gummifahr
Berlin=Fran
Königs= un
Laurahütte
Pinſelſabrike
Stahlwerle
Ultramarin
Zelſt. Berl
Bötländ. Maſch.
Boigt & Soeſin 1.s
Voltohm. Seil
Wanß & Freyta”
Wegelin Rußfabl
Verger Brauere
Zeuiſt. Aſchaſſenb
Memel
Waldhol
Zucerſ. Rheingar
4. Berſicherunge:
Allanz u. Stut
Verſicherung
Frſt. Ag Veht=
Froniong Rüc
Mitv.
womh. Berich.
Darmſtädterwbest
Bahnbedart ..
gersh
*y
*
2
et.-1
G-
Hand, ziemlich beträchtlich im Preiſe ermäßigt, das inländiſche
it iſt zwar weiter ziemlich klein, infolge der Betriebsſtillegung
lovinzmühlen kommt aber doch mehr Material als in der letzten
r den hieſigen Markt. Lieferungspreiſe ſtellten ſich ſowohl für
als auch für Noggen niedriger. Noggen= und Weizenmehle
ruhiges Geſchäft, für letztere ſind Offerten teilweiſe wiederum
za 25 Pfg. ermäßigt. Das Angebot guter und mittlerer
Hafer=
ten iſt ziemlich klein, Forderungen der Provinz ſind aber ſchwer
fetzen. Gerſte ſtill.
pfälziſche Häuteauktion vom 14. Juni. Auf der heutigen gut
m pfälziſchen Häuteauktion in Ludwigshaſen erfuhnen die Preife
ſer der letzten Auktion für Halbfelle, einen Preisrückgang um
—5 Prozent, für alle anderen Häute um durchſchnittlich 5—8
Pro=
ngeboten und verkauft wurden zirka 4435 Kalbfelle, 1311 Ninder=
373 Ochſenhäute, 744 Farrenhäute, 859 Kuhhäute, 253 Stück
2. Klaſſe, 16 Häute franzöſiſchen Urſprungs und 42 Hammelfelle.
Viehmärkte.
„mſtädter Viehmarkt vom 14. Juni. Aufgetrieben waren 10
u15 gälber, 8 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich für Klaſſe a) 72
b)65—71, 6) 58—64, für Schafe 34—42 Pfg. pro Pfund.
Markt=
lebhaft geräumt.
Hermarkt in Gießen am 14. Juni. Auf dem heutigen
Rinder=
n Gießen waren 811 Stück Großvieh und 357 Kä ber zum
Ver=
getrieben. Der Handel war anfangs ſchleppend, lebte dann aber
uf, ſo daß der Markt bald ſein Ende fand. Man bezahlte für
Qualität 550—650 Mk. je Stück, II. Qualität 350—500 Mk.,
alität 200—250 Mk. je Stück, Rinder ein= bis zweijährig 100 bis
je Stück. Kälber 55—70 Pfg. je Pfund Lebendgewicht. Beſſere
zielten Preiſe über Notiz.
imheimer Viehmarkt vom 14. Juni. Zum heutigen Kleinviehmarkt
ugeführt und wurden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach Klaſſe
it: 216 Kälber 60—80, 499 Schweine 64—72, 557 Ferkel und
Läu=
kel bis 4 Wochen 14—18, über 4 Wochen 20—26, Läufer 28—36.
rlauf: Mit Kälbern ruhig, langſam ausverkauft; mit Schweinen
Teberſtand: mit Ferkeln und Läufern mittelmäßig.
nkfurter Viehmarkt vom 14. Juni. Der Auftrieb des heutigen
arktes beſtand aus 57 Rindern, 1033 Kälbern 110 Schafen und
weinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der
e waren 70 Kälber und 5 Shafe mehr angetrieben. Dagegen
400 Schweine weniger zum Verkauf. Bezahlt wurde pro
Zent=
endgewicht: Kälber b) 77—82, () 72—76. 4) 60—71; Schweine
6, 2) 66—68, d) 64—68, e) 60—65. Im Vergleich zu den
Notie=
vom 11. d3. Mts. blieben Schafe behauptet, während Schweine
Tk. nachgaben. Marktverlauf: Kälbermarkt rege, zum Schluß
d. ausverkauft. Geſchäft in Schweinen und Schafen gedrückt.
vegen des ſchwachen Auftriebs nicht notiert. Fleiſchgroßmarkt:
und Rindfleiſch T 95—100, II 90—95, Bullenfleiſch 80—88, Kuh=
70—80, II 50—60, III 30—50, Kalbfleiſch 1 110—120, II 95 bis
weinefleiſch 80—88, Gefrierfleiſch, Nindfleiſch Vorderviertel
zoll=
verzollt 65, Hinterviertel 81 bzw. 76.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 14. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt eröffnete in ſchwacher Haltung auf die großen
argentiniſchen Verſchiffungen. Später griff eine ausgeſprochene
Be=
feſtigung Platz auf die beſſere Exportnachfrage und ungünſtige
Wetter=
berichte aus einzelnen Anbaugebieten.
Mais: Nach ſchwächerer Eröffnung auf Liquidationen ſchlug die
Tendenz um, da nun die Lokofirmen rege Kauftätigkeit entfalteten.
Noggen tendierte überwiegend feſt auf Käufe der Spekulation.
Hafer eröffnete ebenfalls in ſchwacher Haltung auf Abgaben des
Handels. Im weiteren Verlauf konnte eine teilweiſe Erholung ſich
durchſetzen auf ungünſtige Wetterberichte aus dem Zentralweſten.
* New=York, 14. Juni. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Die anregenden ausländiſchen Kabel und die feſtere
Fondsbörſeneröffnung ſtimulierten anfangs. Später wurden aber
Liquidationen vorgenommen. Gegen Schluß erfolgten Käufe des
Han=
dels und Deckungen der Spekulation.
Kaffee: Anfangs wurden Käufe für heimiſche und europäiſche
Rech=
nung beobachtet. Auch ſpäter hielt ſich das Angebot in engen Grenzen.
Zucker: Der Markt verlief überwiegend feſt. Anfänglich drückten
Liquidationen und Abgaben für europäiſche Rechnung. Im Verlaufe
ſchritt die Spekulation zu Deckungen, die dann auf das Publikum
über=
griffen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 14. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 139½, Sept. 141, Okt. 143½: Mais:
Juli 101, Sept. 99½, Okt. 86½; Hafer: Juli 53½, Sept. 4534,
Okt. 47½; Roggen: Juli 124, Sept. und Okt. 119½.
Schmalz: Juli 11,57½, Sept. 11,92½, Okt. 1207½, Dez.
12,12½.
Fleiſch. Rippen: Juli 12,12½, Sept. 12,42½, Okt. 12,37½1
Speck, lolo 12,50; leichte Schweine 8,60—1005. ſchwere Schweine
920—10,10; Schweinezufuhren: Chieggo 25000, im Weſten
100 000.
Baumwolle: Juli 2038, Okt. 20,10.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 14. Jumi:
Getreide. Weizen: Rotwinter 177½, Hartwinter 157½;
Mais, neu ank. Ernte 113½; Mehl, ſpring wheat clears 6,35 bis
6,75; Fracht: nach England 1,3—2,0 Schilling, nach dem
Kon=
tinent 8—9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,26; Talg, extra, loſe 8½.
Kakav. Tendenz: flau: Umſatz in Lots: 2571 Loko: 144;
Juni 13,70, Juli 13,90, Auguſt 14,11, Sept. 14,32, Okt. 14,35,
Nov. 13.80, Dez. 13,541 Januar 1929 13,45, März 1929 1337.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Der Zwiſchenbericht des Kommiſſars bei der Reichsbank, S. W. T.
Bruins, gibt im weſentlichen eine hiſtoriſche Wiederholung der
Reichs=
bankpolitik und der Vorgänge am Geld= und Kapitalmarkt. Die
Pe=
riode, auf die ſich der Berüht bezieht, ſei durch eine große Stabilität
der Verhältniſſe und das Fehlen von aktuellen Problemen für die
Neichsbank gekennzeichnet.
Auf der diesjährigen Tagung des Hanſeatiſchen Einzelhandels, die
im Hauſe der Detailliſten=Kammer ſtattfand und an der außer
Vertre=
tern aus Bremen und Lübeck zum erſten Male auch ſolche der Induſtrie=
und Handelskammern Altona und Hamburg teilnahmen, beriſchtete der
Neichskomiſſar für Handwerk und Geverbe, Miniſterialdirektor Dr.
Reichardt, über nichtige Fragen des Einzelhanedls.
Seit einigen Tagen weilen einige erren in Berlin, die am Auftrage
der rumäniſchen Regierung verhandeln. Es handelt ſich um den
Vize=
gouverneur der Rumäniſchen Staatsbank und einen früheren
rumäni=
ſchen Finanzminiſter. Der Zweck des Berliner Aufenthaltes beſteht in
Verhandlungen mit der Reichsbank über deren Mitwirkung bei der
Sta=
biliſierung der rumäniſchen Währung.
Der Entwicklung des Rohkupfermarktes entſprechend, hat die
Ver=
kaufsſtelle des Kupferblechſhyandikats in Kaſſel den Grundpreis für
Kupferblehfabrikate mit Wirtung vom 14. Juni ab von 196 auf 197
Mark je 100 Kg. erhöht.
Die Verträge über die Verlängerung des polniſchen
Eiſenhütten=
ſyndikats ſind in den letzten Tagen in Kattowitz endgültig abgeſchloſſen
worden. Das Syndikat in der neuen Form, das nicht allein den
In=
landsabſatz, ſondern auch der Selbſtverbrauch der Werke und den
Ex=
port regelt, gilt demnach bis zum 30. Juni 1931.
Nach einer Meldung hat die Sowjetregierung Verhandlungen in
Perſien und Afghaniſtan über die Lieferung von größeren Poſten
ruſſi=
ſchen Zuckers aufgenommen. Den verſiſchen und afghaniſchen Firmen
ſollen beſonders günſtige Bedingungen geboten werden. Der erſte
Ab=
ſchluß ſoll im Berrage von etwa 10 Mill. Rbl. getätigt werden.
In Vaſel wurde eine Rhemreederei gegründet unter der Firma
Allgemeine Rheintransport A.G. Von dem aus neun Mitgliedern
be=
ſtehenden Verwaltungsrat ſind zwei Mitglieder franzüſiſche
Schiffs=
reder. Weitere Mitglieder ſind der Rheinſchiffahrtsdirektor in
Straß=
burg und ein belgiſcher Reeder.
Wie die „Tines” aus Athen meldet, wird infolge der Weigerung
der griechiſchen Kammer, den bisher nicht ratifizierten griechiſch=ruſſiſchen
Handelsvertrag anzunehmen, die ruſſiſche Handelsdelegation
vorausſicht=
lich Gricchenland verlaſſen müſſen. Die griechiſche Preſſe ſtimmt
die=
ſer Maßnahme einſtimmtg zu.
Im Mai 1928 hat Japan Waren im Werte von 162 Mill. Men
ex=
portiert gegenüber 197 Mill. Yen im April 1998 und 175 Mill. Yen im
Mai 1937. Die Einfuhr ſtellte ſich auf 189 Mill. Yen (212 bzw. 197
Mill. Yen). Mithin ergibt ſich ein Importüberſchuß von 27 Mill. Yen
(15 bzw. 23 Mill. Yen).
Almenrausch und Edelwelt, der deutſche Abenſpielfilm.
17000 km durch
Amertta, das Land der undegrenzten Mor nichkeiten u.5 4.
Die Herstellung der Schokolage, Werktilm der Trumpf Schokoladen Fabrik
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der Beſucher — auch jedes
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Programms eine Probetafel
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gratis
N
A
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Der Hellner vom Palast Hoiel
Prometheusfilm in 6 Akten
Lokal=Anzeiger: Der Film iſtunſtreitig ein Kunſiwerk erſten Grades. Das Publikum
nahm den Film außerordentl. beitällig auf. Er ſtellt ein jehenswert. Filmwerk dar
Vorwärts: Dieſer Film rechtfertigt das große Intereſſe, das man allgemein für die
Ruſſenfilme empfindet. Der Regiſſeur hat alles erreicht, was er gewollt hat.
Ke
Wieder ein Ooppel=Programm:
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(Der Skandal eines Millionärs)
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Wien-Boplig
Ein Liebesſpiel zwiſchen Spree und Donau mit Bruno Kaſiner,
Charlotte Ander, Anita Dorris, Wilh Diegelmann, Paul Morgan u. a.
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„BeT Rekerd
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Seite 18
Kaufft Wallaasn.
1)
Von Lili von Baumgarten.
Nachdruck verboten.
Ein tapfrer, aber armer Ritter mit Namen Heinrich ward
zum Lohn für gute Dienſte von ſeinem Landesherrn mit einem
Fleckchen Erde belohnet, nahm daraufhin ein unbegütertes
Hof=
fräulein, das er ſchon lange liebte, zum Weibe und erbaute ſich
auf einem freiſtehenden Hügel inmitten ſeines Gebietes ein
ge=
fällig Schlößlein. Dieweil er aber kein ſolcher war, der zur
rech=
ten Zeit den Mund auftun konnte, hatte er, wie ſich bald
heraus=
ſtellte, kein beſonders wertvolles Land erhalten. Zu einem Drittel
war es kaum zu bebauender, weil allzu ſteiniger Ackerboden, und
zu zwei Dritteln unheimlicher Moorgrund, über dem in ſchwülen
Sommernächten die Irrlichter tanzten. Geſund war die Gegend
auch nicht, in den zu Füßen des Burgbergs verſtreuten
Lehm=
hütten der wenigen anſäſſigen Bauern ſchlich das Fieber umher,
und wenn der Ritter damit gerechnet hatte, daß in ſeine
hoch=
gelegene Behauſung der ungebetene Gaſt den Weg nicht finden
werde, ſo ſah er ſich traurig getäuſcht: ſeine junge Frau kränkelte
und war von ſieben Tagen der Woche fünfe bettlägerig.
Da ſie nun um jene Zeit in der Hoffnung lebte, bald ein
kleines Kind zu bekommen, litt ſie doppelt unter dieſer
Gebrech=
lichkeit ihres Leibes, und die winzigen Wäſcheſtücke, die ſie in
ihren beſſern Stunden zierlich umſäumte, waren oft mit Tränen
benetzt. Sprach Herr Heinrich, wenn er des Abends am Bett
ſeiner Frau ſaß, eifrig davon, wie er ſein Söhnlein, ſo Gott ihm
eines beſchere, wolle reiten und fechten lehren, dann lag die
ſorgenvolle künftige Mutter die ganze Nacht großoffenen Auges
da und grübelte darüber nach, was für ein langer und
gefahr=
umdräuter Weg das ſei, auf dem es ſo ein neugeborenes
Würm=
lein zu ſchützen gelte, bis es einmal das Gröbſte überwunden
habe. „Lieber Gott, hilf mir,” betete ſie voll Angſt, „gib mir
Kraft”, und verzweifelte ſchier darob, daß das häßliche Geſpenſt,
das Fieber, gar nicht mehr von ihrem Lager weichen wollte. Eine
glutheiße Hand hat das Fieber und eine eiskalte; die glutheiße
legt’s auf der Menſchen Stirne, die eiskalte auf ihre Füße, und
läßt von dieſen beiden Polen aus die ſinnverwirrenden Ströme
von Hitze und Froſt gegeneinander ſchießen. Hat es das böſe
Spiel endlich ſatt, trollt es ſich ſpöttiſch lachend davon; ſein Opfer
aber bleibt alſo ſterbensmatt zurück, daß es auf ſeine eignen
Glieder ſieht als wären’s fremde. . . .
Schwerfällig kam Frau Waldtraut die ſteile, ſteinerne
Wen=
deltreppe herunter, die aus ihren Gemächern auf den Hof und
ins ſonnige Burggärtlein führte, allwo ſie ſich mit Hilfe eines
alten Dieners aus ihrem Elternhaus bemühte, Blumen und
Kräuter zu züchten, die ihr von der Heimat her lieb und vertraut
waren. Ach, auch die Pflanzen wollten hier nicht gedeihen,
ge=
langten nicht recht zur Entwicklung oder verkümmerten vor der
Zeit. Seufzend band die junge Frau da ein Trieblein feſt und
ſchnitt dort ein welkes Zweiglein ab; bald aber hielt ſie inne und
ließ ſich ſchweratmend auf ihr Mauerplätzchen niederſinken. Da
Freitag, den 15 Jun: 1926
fiel ihr plötzlich ein; der Jakob war ja heut in aller Herrgottsfrühe
im Auftrag Herrn Heinrichs zur Stadt geritten und ſollte erſt
morgen wiederkommen, es war alſo niemand da, um die Blumen
zu gießen. Wenn ſie ſich nur nicht ſo ſchwach und elend fühlte!
Einmal nach dem andern fuhr ſie mit dem Tüchlein über die
Stirn, auf der kleine, kalte Schweißtropfen perlten. Sollte ſie die
Kathrin bitten, die Ciagd? Aber die verſtand nichts vom Gießen.
würde — faßte ſie doch alles immer zu grob an — die armen
Blumen kurzer Hand unter ein paar Eimern Waſſer ertränken,
ſchlimmer hauſen denn ein Hagelwetter. Nein, das ging nicht an,
da verſuchte ſie’s doch lieber ſelbſt.
Vorſichtig erhob ſich Frau Waldtraut. Sie mußte das Waſſer
vom Brunnen am andern Ende des Hofes holen, denn das Faß,
das der alte Jakob für den Regen bereitgeſtellt hatte, war leer.
Seit Wochen herrſchte Dürre im Lande. Vier, fünfmal machte
Frau Waldtraut den beſchwerlichen Weg, ließ den Eimer in den
tiefen Brunnen hinab, wand ihn wieder empor und ſpendete
ihrem Gärtlein das kühlende Labſal. Nun nur noch die Roſen im
Mittelbeet, dann war’s für heute genug. Mit zitternden Knien
trug ſie den letzten Eimer über den Hof, mit zitternden Händen
beſprengte ſie Blüten und Blätter und ließ den Reſt des Waſſers
ſorglich zwiſchen den Stämmen der Sträucher in die Erde ſickern,
da ward es ihr ſchwarz vor den Augen und ſeufzend ſank ſie zu
Boden ... . Eine Hand ſtrich ihr hauchzart über die Wangen. Sie
ſchlug die Augen auf und richtete ſich erſchrocken empor: vor ihr
ſtand eine große wunderſam verklärte Frau in grüngoldenen
Gewanden. „Ich bin die Fee Erdſchöne”, ſagte ſie mit gütigem
Lächeln, „wohlgefällig iſt mir dein Tun, du junges Menſchenkind,
und ich möchte dir gerne eine Freude machen. Sage mir nur frei
heraus, womit ich das könnte.”
Ihre ſämtlichen Kümmerniſſe fuhren Frau Waldtraut durch
den Sinn, — die ſchwer verhehlte Enttäuſchung ihres Eheherrn
über den minderwertigen Boden, ihre Fieberanfälle, die Sorge
um das kommende Kind, die Mühſal der kränkelnden Bauern
drunten im Dorf, — und ſie ſprach: „O mächtige Fee, wir ſind hier
ſehr elend und uns allen könnte geholfen ſein, wenn die Gegend
nur etwas geſünder wäre.” Sie trat an die Mauerbrüſtung und
ſtreckte ihre ſchmale Rechte aus. „Sieh, ſoweit das Auge reicht,
iſt das Land heimtückiſches Moor, aus dem nach
Sonnenunter=
gang das Fieber aufſteigt.”
„Wald wäre dir lieber?” frug Erdſchöne.
„Wald!‟ Der Edelfrau Stimme bebte. „Ach, das wäre herrlich!
Aber ſelbſt wenn er ſich auf dieſem Grunde anpflanzen ließe, —
bis er ſo weit gediehen wäre, daß wir kurzlebigen Sterblichen uns
ſeiner erfreuen vermöchten, ſchliefe ich längſt den letzten
Schlum=
mer drunten in unſerer kühlen Kapelle.”
„Wunſchkraft hat ſchon mehr vollbracht, als ein paar
arm=
ſelige Menſchenjahre überbrückt”, gab Erdſchöne zur Antwort.
„Gedenke meiner manchmal, wenn du mit deinem Söhnlein dort
drüben im Schatten grüner Buchen ſpielſt, oder wenn ihr die
erſten roten Erdbeeren ſemmelt.”
„Dort drüben” — wiederholte Frau Waldtraut und ſah ſich
nach der Fee um, — da gewahrte ſie, daß ſie allein war. Wie im
Traume ſchritt ſie ins Haus zurück.
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auch genannt
86
„Exlepäng
(ges. gesch.). Gibt grauen Haaren die
Ju-
gendfarbe wieder „Exlepäng‟ erhielt
die Goldene Medaille 1903. Es färbt nach
und nach, also unauffällig. Kein
gewöhn-
liches Haarfärbemittel. Erlolg
garan-
tiert „Exlepäng” ist wasserhell,
schmutzt nicht und järbt nicht ab, es
fördert den Haarwuchs, wovon sich
jeder Gebraucher selbst überzeugen
kann. Vollständig unschädlich.
Kinder-
leicht zu handhaben. Tausende
Dank-
schreiben. Von Aerzten, Professoren usw.
gebraucht und empfohlen. „Exlepäng‟
ist durch seine vorzügl.
Eigenschaf-
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R
Haare u. solche, weiche die Farbe schwer
Fleßtit
annehmen, „Extra stark‟, Preis 12 M.
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Mit freudegeröteten Wangen erzählte ſie dem h
Gemahle von ihrer Begegnung; ihm aber kam der Be
wahrſcheinlich vor, daß er nichts anderes vermeinte, als
heit ſeiner lieben Frau habe ſich verſchlimmert, und
rede aus ihr. — Wie ſoll das weitergehn? dachte er
während er im lederbezognen Armſeſſel am Lager der
wachte. Die aber ſchlummerte zum erſtenmal ſeit 9.
und friedlich wie ein Kind, ſo daß es der Mann kau
konnte und ſich immer wieder über ſie beugte, um
gewiſſern, daß er ſich auch nicht täuſche.
Es war überhaupt keine Nacht wie andere Nächte.
rieſelte — die Wolken mußten ganz raſch in der Dunkel
gezogen ſein — ein ſanfter, gleichmäßiger Regen nied
Luft, die durch die Fenſter ſtrömte, trug einen wür
herein, wie man ihn zu Land nicht kannte. Wie ein I
Geheimnis von Segen und Erfüllung geiſterte es
Heinrich her, und ihm ward ſeltſam feierlich zumut.
überkam ihn Müdigkeit, er faltete die Hände und
ſitzen ein.
Am anderen Morgen war Frau Waldtrauts W
lichkeit. Wo hinterm Dorf die Felder aufhörten und
grund begann, ward die Ebene, ſoweit das Auge
reich=
rauſchenden lichtgrünen Meer. So ſah’s ſich vom Sch
an; die aufgeregten Bauern aber, die das Wunder
kamen, erzählten, das gefürchtete Moorland habe ſich
in prächtigen feſten Waldboden verwandelt, und die
Heer junger Bäumlein entſproſſen, Eichen und Bu
ſtarke Stämmchen, die ſichtbarlich wüchſen. Kaum glau
und hatte trotzdem ſeine Richtigkeit: denn noch ehe wm
ſpäter eines Morgens der Jungherr in ſeinem biF
Wieglein ſchrie, luſtwandelten Herr Heinrich und ſeit
mehr als einmal im ſtolzen Hochwald und gedachten d
ſchöne mit inniger Dankbarkeit. Ihr Söhnlein aber
ſie Krafft Waldgabe, denn ſie ſprachen: „Schwerlick
Kind am Leben geblieben, hätte nicht der Wald de
Fieber aus der Gegend verjagt. . . ".
Die Jahre kamen und gingen, und Krafft Waldge
zu einem Knaben von großer Schönheit des Leibes
mendem Weſen. Als er achtzehn Lenze zählte, hatte
glück, Vater und Mutter beinahe gleichzeitig zu verlier
erſtaunt, ein weit bedeutenderes Vermögen zu fin” a
jemals im Beſitz ſeiner Eltern vermutete, denn Herr 9
Frau Waldtraut ſuchten und fanden ihr Glück in eine
ſtillen Lebensweiſe, nachdem ſie in ihrer Jugend die EStig
lärmenden Hofglanzes zur Genüge kennen lernten.
Krafft Waldgabe ſehnte ſich in die Welt hinaus,
nichts, was ihn daran gehindert hätte, ſeinem Verlan =.
fahren. Er ſchaffte eine ſtandesgemäße Ausrüſtung
die zwei Diener an, die er ſich zum Geleit erkor, vert
und Land der Obhut des greiſen Jakob und ritt ei
Morgens, gefolgt von den beiden Mannen, den Schlo
— leichten Herzens der lockenden Ferne entgegen.
(Fortſetzung folgt.)
Sielt
m4
„Se
Ech
Rſa
Feinde des Menschen!
Der Tiger, das reißende
Raubtier, ist harmlos,
verglichen mit der
win-
zigen Stechmücke.
Aus fauligen Wassern
und Sümpien
hervor-
kommend, nehmen die
Mücken und Schnaken
die Keime gefährlicher
Krankheiten in sich auf
und übertragen sie auf
den Menschen. Darum
kommt ihrem Angriff
zuvor, schützt Euch
mit Flit.
In wenigen Minuten
tötet Flit mit absoluter
Sicherheit alle
wider-
lichen und gefährlichen
Insekten, wie Fliegen,
Mücken, Wanzen,
Flö-
he, Schaben.
Flit tötet nicht allein
dieses Ungeziefer,
son-
dern zerstört auch
dessen Eier, weil es in
die Ritzen und
unzu=
gänglichen Verstecke
dringt, in denen sich
das Ungeziefer
verbor-
gen hält.
Flit tötet Motten und
ihre Larven, ohne die
Stoffe anzugreifen oder
einen üblen Geruch zu
verbreiten.
Elit 1st unschädlich
für den Menschen und
wegen seiner 100 igen
Wirksamkeit sparsam
im Gebrauch.
Anwen-
dung mittels des Flit-
Zerstäubers.
Erhält-
lich in allen ein-
schfägigen
schäften.
Ge=
Die gelbe Packung
mit dem schwarzen
Band
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diese Eigenschaften haben Lux Seifen-
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auch Ihrer zarten, kostbaren Feinwäsche
sicheren Schutz. Lux Seifenflocken
enthalten eben nichts Scharfes und
Schädliches. Darauf kommt es an.
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