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Einzelnummer 10 Pfennige
entlich 2maligem Erſcheinen vom 1. Junl
funl 2.48 Reichsmark und 22 Pfennig
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Franfurt a. M. 1304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 162
Dienstag, den 12. Juni 1928.
191. Jahrgang
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Finanz=Anzelgen 40 Reſchspfg. Reilamezelle (94 mm
breil Reicemar Anzelgen don auewäris 40 Reiſcheeſh.
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Rellame=
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(4 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Strell uſw., erliſcht
jede Verpſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlus oder gerſchicher Beſteſdung ſänt ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deuiſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nailonalbank.
9
eAbwicklung des Oawesslanes
.er Gilberts Zwiſchenbericht: Deutſchland hat ſeine finanziellen
Verpflich=
clat en pünktlich erfullt. — Betrachtungen über die Zukunft des Dawesplanes,
Windgültige Feſtſetzung der deutſchen Reparationsſchuld und die Transferfrage.
die volle Rebarationsleiſtung aufzubringen, abgelegt, vorausgeſetzt, daß es ſchon bei den erſten Mitteilungen über die Donez= Verſchwö=
Ebettüderſchatzt dte Leiſtungs= ſit eine weiſe Finanzpolitik einſchlage, und daß das Reich ſein
Aufſichts=
racht nicht benutze, um dieſe Fähigkeit in Frage zu ſtellen. Die
Tenden=
zen übermäßiger Ausgabe= und Anleihegebaren in der öffentlichen Finanz= legenheit betraf, daß hier vielmehr faſt zwangsläufig ein Punkt
wirtſchaft beſtünden zwar noch fort. Ermutigend ſei aber die Haltung
Hgfen des deutſchen Bolkes. der Neſchsregierung in der leiten Zeit, die eine beſtimmte Führerſchaſt
auf dem Gebiete der öffentlichen Anleihewirtſchaft eingenommen und
An) optimiſtiſche Erwartungen des Repa= die Notwendigkot erkannt habe, die Grenzen, die durch Währungs=,
Kredit= und Reparationspolitik geſetzt ſeien innezuhalten. Die
Aus=
es 1sagenten. — Der Eindruck in Berlin gaben des Neichshaushaltsetats ſtiegen jedoch noch immer; das Gleich=
EP. Paris, 11. Juni.
Generalzahlungsagent Parker Gilbert hat der
Repara=
ſio= nmiſſion einen Bericht über die Abwicklung des
Dawes=
ſbs iens der erſten neun Monate des vierten Jahres vom
ember 1927 bis 31. Mai 1928, zugehen laſſen. Der Bericht
ſecl ſt, daß Deutſchland ſeine finanziellen Ver= Vor einem Jahre habe ſich die Produktion ſtark auf Inlandskonſum
tungen pünktlich erfüllt habe, und enthält
wei=
ſera Betrachtungen über die Zurunft des
Da=
v bkommens, die endgültige Feſtſetzung der deutſchen
ſte tionsſchuld und die Transferfrage.
Der Reparationsagent Parker Gilbert hat für die erſten
kongte des vierten Reparationsjahres einen
Zwiſchen=
t erſtatret, der gerade nach den Erörterungen, die ſich an
emorandum im Herbſt vorigen Jahres knüpften, ſtarkes
ſe verdient. Herr Parker Gilbert hat ſich für dieſen
Be=
rrül n beſtimmtes Schema zurechtgelegt, das er auch diesmal
ün = alten hat. Dadurch, daß ſeine einzelnen Referenten die
eind en Gebiete behandeln, ſind in ſeinem Bericht auch diesmal
Mü holungen und Ueberſchneidungen nicht ausgeblieben. Der
Beö, hat den ſtattlichen Uimfang von 126 Seiten. Was uns
bis) vorliegt, iſt lediglich ein Auszug, es könnte alſo ſein, daß
ſbi in der Wortlaut des Berichtes noch gewiſſe Korrekturen
de= ten Eindruckes erforderlich macht. Voran ſtellt diesmal
Hes) filbert den Satz, daß Deutſchland ſeine
Zahlun=
gelegelmäßig und pünktlich geleiſtet habe. Er
thr) daran die optimiſtiſche Erwartung, daß
Deutſch=
larz iſtande ſein wird, vom 5. Jahre ab die dann einſetzenden
Stt1 rdleiſtungen aufzubringen, die ſich durch den
Wohlſtands=
ink) och über die 2,5 Milliarden=Grenze hinaus erhöhen. Eines
ſtisl verlangt er: weiſe Finanzpolitik der
Reichs=
tesrung, der er die Anerkennung ausſpricht, daß ſie in der
14 Zeit auf dem Gebiete der öffentlichen Anleihen wirklich
Itay cke des Innenmarktes für uns noch zu knapp
iſt-3 n ſo widerſpruchsvoller berührt es, wenn er gleichzeitig mit der Tariffrage und den Finanzproblemen der Reichsbahn, wobei er
(nOlausgleich zwiſchen Reich und Ländern
gefun=
erde. Dabei zeigt ſich überraſchenderweiſe, daß er auch
ch die ſtagtliche Struktur des Deutſchen Reiches verkennt.
t ganz offenbar auf Seiten des Reiches und möchte die
rüche der Länder zurückſchrauben. Große
als infolge der hohen Verzinſung. Wie ſchon im vorigen
kommt Herr Gilbert zu dem Ergebnis, der
Dawes=
ſei nicht Selbſtzweck, das Hauptproblem
in der Feſtſetzung der endgültigen deut=
Reparationsſchuld. Es liege im Intereſſe aller
gten, durch ein gemeinſames Uebereinkommen zu einer
Atlichkeit nur anſchließen kann. Wir können nur wünſchen,
B den Finanzkreiſen, die wahrſcheinlich für die politiſche
idung ausſchlaggebend ſein werden, ſich mit dieſer ſeiner
ng durchſetzt. Allerdings wird es Aufgabe der
kommen=
eichsregierung ſein, Herrn Gilbert davon zu überzeugen,
die Leiſtungsfähigkeit des deutſchen
Vol=
och überſchätzt, und daß deshalb eine endgültige
etzung der deutſchen Kriegsentſchädigung
m Rahmen der uns noch verbliebenen
Mit=
ird halten müſſen.
Aus Gilberts Bericht.
r Generglagent für Reparationszahlungen und die Kommiſſare
9 -euhäinder beröffentlichten geſtern ihre Berichte. Der Bericht des
lagenten für Reparationszahlungen iſt ein Zwiſchenbericht, der
2 ken neut Monate des vierten Nebarationsjahres, 1. September
2 31. Mai 19B8, umfaßr. Der engliſche Tert umfaßt 136 Seiten.
utſche Ueberſetzung wird vielleicht in einer Woche zu erwarten
Der Bericht iſt in der üblichen Weiſe geliedert. Er beſteht aus
Enleitung, acht Kapiteln und den Schlußfolgerungen. In der
ung ſtelt der Generglagent feſt, daß die Uebertragungen von
Ferungen und Debiſen mit dem wachſenden Aufkommen der
Neba=
ahlungen Schritt gehalten hätten. Deutſchland habe ſeine
Zah=
rgelnäßig und dünktlich geleiſtet. Die beſonderen Sicherheiten
ans hätten ſich in einer Weiſe entw ckelt, daß zunehmende
An=
durhanden ſeien, daß ſie auch die Standarbzallungen, die Deutſch=
Din finſten Jahre ab zu leiſten habe, gewährleiſten würden. Das
richt nur für die Haushaltszahlungen, ſondern auch für die In=
Eiſenbahnzahlungen. Der Generglagent weiſt darauf hin,
nöglich ſuar, den Vertailungsfchlüſſel für die Induſtriezaglungen
t herabzuſetzen. Die Reichsbahngeſellſchaft habe, obwvohl
Fnänzlage gegenbrärtig durch neue Laſten erſchvert worden ſei,
Die böherigen Erfolge weitgehendes Zeuanis für hre Tätigkeit,
gewicht des Haushalts hiuge daher hauptſächlich davon ab, ob die
Ein=
nahmen aufrecht erhalten blieben oder ſich erhöhten.
Die Wittſchaft habe in letzter Vergangenheit
ſiarke Belebung gezeigt.
eingeſtellt. In den vergangenen Monaten ſei dieſe Einſtellung weniger
ſcharf herborgetreten und die deutſche Ausfuhr höher geſtiegen, als zu
irgendeiner Zeit des Planes. Allerdivas ſeien viele Anzeichen
vor=
handen, daß die Konjunktur ihren Höhepunkt erreicht habe. Die
Ver=
brauchspreiſe und Produktionskoſten ſeien geſtiegen. Zu den
Gehalts=
erhöhungen in den öffentlichen Verwaltungen ſeien Lohnſteigerungen
der Wirtſchaft hinzugekommen. Zweifelhaft ſei, wie weit dieſe durch
Lohnerhöhungen eingetretene Preisſteigerung geeignet ſei, den
Inlands=
markt einzuengen. Höhere Ausfuhrpreiſe würden aber die
Ausfuhr=
möglichkeiten beeinträchtigen und den bisherigen Fortſchritt wieder
zu=
nichte machen. Die zunehmende Geſchäftstätigkeit und höhere Preiſe
ſetzten umfangreiche Kreditaufnahmen voraus.
Der Kredit ſei immer noch knapp.
Dieſe Knappheit ſei auf die hartnäckigen Nachfragen der öffentlichen
Körperſchaften zutückzuführen. Aus dem Hauptteil des Berichts, der
in acht Kapitel eingeteilt iſt, iſt an Einzelheiten hervorzuheben die
noch=
mals ausgeſprochene Beſtätigung, daß Deutſchland die
Reparationszah=
lungen lohal und pünktlich geleiſtet hat. Das Herrannahmen der fünften
Annuität gebe dem Generglagenten Veranlaſſung, daran zu erinnern,
daß die ſogenannte Standard=Annuität von 2,5 Milliarden zwei
Aen=
derungen unterworfen ſei. Einmal ſeien Zahlungen auf Grund des
Wohlſtandsindex vorgeſehen, ferner könne die Veränderung der
Kauf=
kraft des Goldes, wenn ſie größer ſei als 10 Prozent, zu einer
Aen=
derung der Annuität führen. Bei Beſprechung der
Tätigkeit der Transfer=K nitees
wird auf die Zunahme der Uebertragungen in fremden Deviſen
hinge=
en A h vorgegangen ſei. Trotzdem macht ihm das Kredit= wieſen. Transferiert wurden in den erſten neun Monaten der vierten
dul em ernſte Sorge. Er erkennt an, daß die Kapi= Annuität 1,25 Milliarden Goldmark. Sehr ausführlich beſchäftigt ſich
der Generalagent, geſtützt auf den Bericht des Eiſenbahnkommiſſars
die) ichsbahn zur Inanſpruchnahme des inne= u. g. feſtſtellt, daß die Geſellſchaft, ſoweit ſie ihre Ausgaben für
Neu=
e arktes geradezu auffordert. Der letzte Reichs= anlagen und Neugeſtaltung von Betriebsmitteln nicht aus
Betriebsüber=
ſchüſſen finanzieren könne, ſich den Möglichkeiten der Kabitalbeſchaffung
MA lt befände ſich in einer geſünderen Verfaſſung als in deu anpaſſen müſſe, wozu die Ausgabe von Vorzugsaktien auf dem Inlands= ſamen Feldzug gegen die Sowjet=Union vorbereiten, haben wir
Val ren. Der Neparationsagent verlangt aber, daß der Fi= markt der gegebene Weg ſei. Einen breiten Naum nimmt naturgemäß
die Betrachtung der
Haushaltsgebarung von Reich, Ländern
und Gemeinden,
macht ihm die Lage der Landwirtſchaft. Das Problem die, wie der Generalagent meint, durch die ſteigenden Steuereinnahmen,
ſchwer zu behandeln ſein, weniger infolge der Verſchul= die auf das hohe Nibeau wirtſchaftlicher Beſchäftigung zurückzuführen
ſeien, erleichtert worden ſind. In großem Umfang ſeien allerdings die
zunehmenden Einnahmen durch neue Ausgaben abſorbiert worden, und
immer noch ſeien die laufenden Ausgaben größer als die laufenden
Ein=
die öffentlichen Finanzen Deutſchlands inzwiſchen ergriffen hat wobei kaja Schiſn”, daß die Ausſagen der Angeklagten „den Schatten
auch die Länderminiſterkonferenz vom Januar d. J. u. a. gewürdigt
ültigen Löſung, und zwar ſobald wie möglich zu wird. Trotz der ſo dokumentierten Führerſchaft des Reiches auf dem
An. Das iſt eine Forderung, der ſich die geſamte deutſche Gebiet der öffentlichen Finanzgebarung, die einen bedeutſamen Fortſchritt
darſtelle, bleibe aber noch viel zu tun. Der Reichshaushalt ſei jetzt
Miſdch e en ee enlicht Weenſete
beliefen, und alſo noch ein offenes Problem für die Reichsfinanzen
dar=
ſtellten.
Aber dieſer Haushalt ſei dadurch bemerkenswert, daß der
Kriegs=
laſtenetat in den allgemeinen Etat eingeſchaltet ſei, daß die Praxis,
außerordentliche Ausgaben durch Anleihen zu decken, aufgegeben ſei.
was nach Anſicht des Generglagenten ein beſonders förderlicher Ent=
Steigerung der Ausgaben viel geringer als in den vorhergehenden
Jahren, wodurch der aushalt das Ausſehen verhältnismäßiger
Spar=
ſtaltung des Haushalts 1929/30 nach ſeiner Anſicht ſich ergebenden
Schwierigkeiten, die, wie er ausführt, durch eine Zunahme der
wirt=
ſchaftlichen Geſchäftstätigkeit und der Steuerkraft weſentlich gemildert
werden könnten. Beſonders unterſtrichen wird
die Bedeutung des Finanzausgleichs.
Zögern die endgültige Regelung dieſes Problems in Angriff
genom=
men wird. Bei der Beſprechung der Haushaltsſchwvierigkeiten der
Län=
der wird als hauptſächlichſte Urſache die Erhöhung der Gehälter und
Penſionen erwähnt. Schließlich wird feſtgeſtellt, daß in den ſechs
Mo=
naren bis zum 31. März 1928 die Schuld des Reiches weiter
zurückge=
ſchen Kredit= und Währungsverhältniſſen, wobei zunächſt erklärt wird,
daß die deutſche Konjunktur einſchließlich der Kreditwirtſchaft ſich
gegen=
wärtig in einem Stadium befinde, wo ihre Ausdehnung ziemlich
abge=
ſchloſſen ſei. Wenn die deutſche Wirtſchaft für ihre umfangreiche Pro= höchſtens auf Beſchimpfung von Staatseinrichtungen klagen.
duktion im Inland oder Ausland einen Markt finden wolle, ſo könne
ſie es ſich nicht geſtatten, die Preiſe weiter anſteigen zu laſſen.
(Fortſetzung auf Seite 2, dritte Spalte.)
Der Moskauer „Berſchwörungs=
Prozeß und die deutſch rrufſiſchen
Peziehungen.
Von
E. Mukden.
Wenn mancher in Deutſchland (und in Weſteuropa überhaupt)
rung” fühlte, daß dieſe keineswvegs nur eine innerruſſiſche
Ange=
erreicht war, wo das Sowjetſyſtem durch die Hineinbeziehung auch
des Auslandes in das grauſige Netz ſeiner Straffuſtiz und
Ver=
waltung ſich der Außenwelt in ſeiner ganzen ungeſchmückten
Wirklichkeit enthüllen mußte, — ſo hat ſich dieſes Vorgefühl durch
die in dem Moskauer Prozeß fortwährend zutage tretenden
Er=
ſcheinungen nun vollends zur Gewißheit verdichtet. Eine innere
Logik — wir betonen es — liegt dieſem ganzen Prozeß zugrunde.
Gerade die gewollte Iſolierung vom Ausland, gerade der Wunſch,
ſo eigene Wirtſchaftswege zu gehen, hat ſchließlich jene
Entwick=
lung gezeitigt, an deren Ende heute dieſe ſo eigenartige „
Berüh=
rung der Sowjets mit der Außenwelt” ſteht. Die Luft im eigenen
Hauſe, das man ſo ſorgfältig von der Außenwelt abſchloß, iſt ſo
dick geworden im Laufe der Jahre, daß man ſchließlich doch ein
Ventil nach außen hin braucht; aber was für ſchlechte Luft kommt
nun durch dieſes Ventil!
In auſchaulicher Weiſe ſchildert der ſtets ausgezeichnet
infor=
mierte Moskauer Geheimkorreſpondent des oppoſitionellen
„Sozialiſtiſchen Boten” neuerdings die politiſchen Hintergründe
dieſes Prozeſſes. Im März dieſes Jahres war die Poſition
Stalins ſo erſchüttert, daß man ſeinen Rücktritt für
wahr=
ſcheinlich hielt. In der Tat: die Unzufriedenheit der
Bauern=
ſchaft, die Lebensmittelknappheit in den Städten, die
Verſchlech=
terung der internationalen Beziehungen — all das wurde in
den kommuniſtiſchen Kreiſen konſequenterweiſe dem derzeitigen
Führer des Sowjetſtaates, nämlich Stalin, zur Laſt gelegt. Am
Vorabend der Plenarſitzung des Zentralkomitees der Partei im
April war es bereits klar, daß ein Zuſammenſtoß zwiſchen den
Anhängern Stalins und denen Nykows unvermeidlich war. Wenn
ſich Stalin auf die Partibürokratie (den ſogenannten „
Partei=
apparat”) ſtützte, ſo hatte Nykow die kommuniſtiſchen Wirtſchaftler
und das große Heer der Spezialiſten auf ſeiner Seite, die er
gegen die Schikanen der G. P. 1. und der Parteizellen in Schutz
zu uehmen pflegte. Faſt in allen Parteiverſammlungen fand ein
erbitterter Kampf zwiſchen dieſen beiden Gruppen ſtatt, in dem
ſich der große, den heutigen Zuſtand des Räteſtaates
kennzeich=
nende Zwieſpalt zwiſchen kommuniſtiſcher Politik und
wirtſchaft=
lichen Notwendigkeiten widerſpiegelt. Man rechnete bereits, wie
geſagt, mit der Möglichkeit des Rücktritts Stalins. Aber der
Schachty=Fall rettete ihn. Von dem geſamten Parteiapparat und
der Parteipreſſe wurde dieſer Fall zu einer gefährlichen „
Ver=
ſchwörung gegen den Sowjetſtagt ſelbſt”, gegen die höchſten
Prinzipien der Sowjetpolitik ausgebeutet und aufgebauſcht. Nun
konnte Stalin im Politbüro Rykow und deſſen Anhänger der
beſonderen Nachziebigkeit gegen die Spezialiſten beſchuldigen.
Und im Plenum des Zentralkomitees erklärte er: „In dem
Augenblick, da die imperialiſtiſchen Feinde ſich zu einem
gemein=
uns zu unſerer Schande über alle Maßen vertrauensvoll
er=
wieſen und den Agenten des Auslandes in unſerem Lande die
Arbeit erleichtert!”
Der Eindruck von der „Verſchwörung” war ſo groß, daß
Rykow ſelbſt ſich zu einem Rückzug gezwungen ſah. In dem
Moskauer Sowjet hielt er eine Rede, in der er allen Schuldigen,
darunter auch den Deutſchen, zuit Erſchießung drohte. Aus dem
offiziellen Bericht ſind dieſe Worte geſtrichen worden.
Auf dieſem politiſchen Hintergrunde hebt ſich die
problema=
tiſche rechtliche Natur des Moskauer Prozeſſes erſt recht ab. Was
nahmen. Der Generalagent hebt in zuſtimmendem Sinne die Initiative könnte dieſe Fragwürdigkeit beſſer illuſtrieren, als das Geſtändnis
hervor, die das Reich im Sinne einer größeren Verantwortlichkeit für eines ernſten Sowjetblattes ſelbſt, nämlich der „
Ekonomitſches=
des Zweifels auf den ſchädigenden Charakter der einzelnen
Ar=
beiten werfen?” Und wie lauten doch die Ausſagen mancher
Hauptbelaſtungszeugen ſelbſt über die Schädigung, dieſe
Sabo=
tagetätigkeit, die im Mittelpunkt des ganzen Prozeſſes ſteht?
„Meine Schuld”, bekennt einer der Hauptbelaſtungszeugen, der
für die Deckung außerordentlicher Ausgaben ſich noch auf 689 Millionen Ingenieur Vereſowiki, „beſteht darin, daß ich die unzuläſſigen
Zerſtörungen mit angeſehen und ſie nicht an zuſtändiger Stelle
zur Anzeige brachte.” Man beachte den Ausdruck „unzuläſſige
Zerſtörungen”, der ſich doch weſentlich von einer abſichtlichen
Schädigung, wie ſie der Staatsanwalt den Angeklagten zur Laſt
legt, unterſcheidet. Immer mehr verwickelt ſich dann auch der
ſchluß in der Reichsfinanzgebarung geweſen iſt —, und ſchließlich ſei die ganze Prozeß zu der techniſchen Frage, was eine böswillige oder
nicht böswillige bzw. nachläſſige Zerſtörung iſt. Welche
Maß=
nahmen ſind, vom techniſchen Standpunkt aus, der hier
logiſcher=
ſamkeit gewinne. Der Reparationsagent beſpricht dann die für die Ge= und rechtlicherweiſe allein entſcheidend iſt, ſchädigend und welcher
nicht?. Welche Verwirrung hier herrſcht, zeigt wiederum das
Geſtändnis eines anderen ruſſiſchen Belaſtungszeugen,
Naſchi=
wotſchnikow: „Die Schädigung lenkte auf ſich wohl meine
Auf=
merkſamkeit, aber ich hatte keinen Grund, ſie für eine Schädigung
zu halten!“ Dieſe Ausſage iſt geradezu klaſſiſch. Krylenko aber,
der Vertreter des „bedrohten” Sowjetſtaates, weigert ſich hart=
Der Generalagen; erkläri es für wünſchenswert, daß ohne weiteres näckig, dem Antrag der Verteidigung auf Ladung techniſcher
Sach=
verſtändiger ſtattzugeben, und das Gericht ſchließt ſich ihm an.
Wie kennzeichnend iſt es doch vielmehr, daß, nachdem die ganze
Problematik der Anklage ſich wie in einem Brennpunkt in der
ſoeben zitierten Ausſage widerſpiegelt, das Gericht ſofort dazu
gangen iſt. Ein weiteres Kapitel beſchäftigt ſch eingehend mit den deut= ſchritt, das Verhältnis der Angeklagten zur Sowjetmacht zu
unterſuchen. Triumphierend wurde feſtgeſtellt, daß dieſer die
Sowjeteinrichtungen mit Schimpfworten belegte. Aber iſt es ein
Beweis der wirtſchaftlichen Sabotage? Dann könnte man doch
Wenn aber die ganze Fragwürdigkeit der Anklage ſich ſchon
in bezug auf die ruſſiſchen Angeſchuldigten enthüllt, um wie mehr
gegenüber den deutſchen, in bezug auf welche ja der Verdacht
Seite 2
der Sabotage von vornherein als ſinnlos erſcheinen mußte. Denn
welches Intereſſe ſollten ſie und die deutſchen Firmen, die ſie in
Rußland vertreten, an der Verſchlechterung der
Wirtſchaftsbezie=
hungen zu Rußland haben? Die Methoden, mit denen die An= niſchen Arbeitsminiſter Aunos, der durch den ſpaniſchen
klage die Schuld dieſer Deutſchen zu erweiſen ſucht, ſtreifen daher
denn auch ſchon das Gebiet des Unglaublichen. Der Monteur
nur den Gebrauch der von der Firma gelieferten Maſchine, ſon= haben wieder begonnen. Geſtern trafen der Vizegouverneur der Bank
dern auch die möglicherweiſe entſtehenden Schädigungen — es
wird ihnen jetzt als Anleitung zur Schädigung ausgelegt! In
anderen Maſchinen, finden ſich Teile, deren Verwendung die
ruſſiſchen Monteure ſich nicht erklären können — alſo ſind ſie zur
Schädigung beſtimmt. Deutſche Ingenieure intereſſieren ſich für
die Einzelheiten eines neuen Bauplanes (des Artemſtroj=
Elektri=
zitätswerkes), um die Möglichkeit, deutſcher Lieferungen
ſeſtzu=
ſtellen — es wird ihnen als „Wirtſchaftsſpionage” zur Laſt gelegt.
Der Monteur Badſtieber betonte, daß die deutſchen Arbeiter beſſer
leben als die ruſſiſchen und daß Rußland der Hilfe des
Aus=
landes nicht entraten könne — alſo ſei ſeine ſowjetfeindliche
Geſinnung erwieſen uſw.
Zuletzt haben maßgebende Sowjetſtellen, ſelbſt eingeſehen,
wohin ſolche Methoden führen können, und namentlich die
„Zsweſtja” blaſen jetzt zum Rückzug. Während es in der Anklage
heißt, daß deutſche Firmen mit zum ſowjetfeindlichen
Auslands=
block gehören, betonen heute die „Isweſtja”, daß nicht deutſche
Firmen, ſondern nur einzelne Deutſche angeklagt ſeien. Als
wären dieſe nicht Vertreter ihrer Firmen, die laut ihren
Inſtruk=
tionen handeln müſſen. Sind aber nur einzelne Deutſche gemeint,
was für Sinn hat es dann überhaupt, zwiſchen ihnen und den
angeklagten Ruſſen einen Unterſchied zu machen und ihr
Deutſch=
tum zu betonen?. Welche Verwirrung hier herrſcht, zeigt der
Umſtand, daß, während die „sweſtja” die eine Lesart der
An=
klage propagieren wollen, die Moskauer. Prawda” hartnäckig an
der urſprünglichen Verſion feſthält und ſogar den Vorſchlag
macht, ein beſonderes Inſtitut zur Prüfung ausländiſcher
Ma=
ſchinen zu ſchaffen. Als ſei nicht eine ſolche Prüfung die Pflicht
und Schuldigkeit der bereits beſtehenden berühmten Inſtitution
ber Außenhandelsſchaften. Erſt vor ein paar Tagen erklärte aber
das Haupt der ruſſiſchen Regierung, Kalinin, klipp und klar, daß
ſeiner Anſicht nach keinerlei Grundlagen vorhanden ſeien, deutſche
Firmen der in Frage ſtehenden kriminellen Handlungen zu
ver=
dächtigen und daß trotz des Schachty=Prozeſſes die Heranziehung ſidenten offiziell das Rücktrittsgeſuch ſeines Kabinetts
über=
deutſcher Techniker ſich nicht verringert habe.
So begrüßenswert dieſe Erklärungen zur Reinigung der
Atmoſphäre zwiſchen den beiden Staaten ſind, die ganze Anlage
des Prozeſſes konnte ihre Wirkung nicht verfehlen. Nach einer
Mitteilung der „Täglichen Rundſchau” hat eine große Anzahl der
in Rußland arbeitenden deutſchen Ingenieure und Techniker
be=
ſchloſſen, das Land zu verlaſſen. Und nach einer Mitteilung der
„Rul” hat die A. E. G. ein ihr neuerdings von der
Sowjetregie=
rung gemachtes Lieferungsangebot abgelehnt. Es iſt in der Tat
pſychologiſch undenkbar, daß dieſer Prozeß alle Beteiligten, oder
die es ſo leicht werden könnten, ganz unbeeinflußt ließe. Der
bereits, wie wir vorhin geſehen haben, wenigſtens von einem
Teil der maßgebenden Sowjetſtellen angetretene Rückzug zeigt
zwar den Willen zur Beſſerung der wieder gefährdeten
deutſch=
ruſſiſchen Beziehungen. Allein eine völlige Läuterung kann hier
erſt eintreten, wenn der vom Bolſchewismus aus der zariſtiſchen
des Verdachts und die Methoden der Geſinnungsſchnüffelet und
der Provokation zumindeſt in den auswärtigen Beziehungen,
zu=
mindeſt im Außenhandel mit jenem Staat, der, durch den Vertrag
Prozeß iſt ein Beweis für den alten Erſahrungsſatz von dem
Zuſammenhang der Außen= und Innenpolitik. Auch die
Inſti=
tution des Außenhandelsmonopols ſelbſt eihält fortwährend die Abſichten bekannt geworden iſt, iſt aus Kreiſen der Partei
ge=
ſo verhängnisvolle Vorſtellung von dem Sowjetſtaat, der allein
einer friedlichen Koalitionsfront gegenüberſteht, aufrecht; ganz
eines breit angelegten, regelrechten Außenhandels. So ſind, alles
in allem; die Hoffnungen auf wirkliche Beſſerung, nicht allzu
günſtig, ſolange nicht im Sowjetſyſtem ſelbſt ein neuer, friſcher
Geiſt zu weßen beginnt.
England zur Frage der Bahnhofserweiterung
in Rüſſlebeim.
„Merkwürdige und ungewöhnliche Dinge” ereignen ſich im
Rheimland, ſo ſchreibt der Mancheſter Guardian” in einem
Artikel, in dem er die Einmiſchung der Interallierten
Eiſenbahn=
kommiſſion in der Frage der Vergrößerung des Bahnhofs von
Rüſſelsheim ſtreng verurteilt. Weder irgendein Artikel des
Frie=
densvertrages noch ſonſtige der interallierten
Rheinlandkommiſ=
ſion zugeſtandenen Rechte geſtatteten dieſe Einmiſchung. Oder
befürchte man, daß die Bahnhofserweiterung für militäriſche
Zwecke beſtimmt ſei?. Wenn dem ſo ſei, dann würde dies eine
man könne kaum glauben, daß irgendeine der interallierten f
Regierungen ſich durch eine entſprechende Einkadung des Völker= d
bundes lächerlich machen wolle.
4Opernſchule der Städtiſchen Akademie, Offenbach, dAlbert und von vielen anderen.
Figaros Hochzeit.
Komiſche Oper von da Ponte, Muſik von W. A. Mozart, licher Weiſe alle Kräfte ſich entfalten ließ und den ehrgeizigen
Die Opernſchule trat am geſtrigen Abend zum erſten Male
mit der ſzeniſchen Aufführung eines ganzen Werkes, vor die Einſtudierung, die bei dem faſt völlig ungeſchulten Perſonal nicht
Oeffentlichkeit. Mit dieſem Unternehmen und der Wahl des groß genug gedacht, werden kann, wurde den Herren Paul
Stückes hat fie ſich eine Aufgabe geſtellt, die die höchſten An= Ottenheimer als Dirigent und Heinrich Kuhn als
Spiel=
ſprüche ſtellt. Alle Achtung vor dieſem Wagemut; aber war ſie leiter verdientermaßen gedankt durch die Beifallsſtürme eines
für ſie nicht zu hoch?
Als an dieſer Stelle ſchon vor zwei Jahren die Anregung gewertet werden müſſen —, am meiſten aber wohl durch die
Be=
zu ſzeniſchen Vorführungen gegeben wurde, war damit gemeint, geiſterung, die aus den Augen aller Mitwirkenden leuchtete im
ſzeniſchem Rahmen zu bringen, nicht aber eine volſtändige Oper, orcheſter der Akademie, ergänzt durch Mitglieder des
Inſtru=
deren Wiedergabe kaum das Ziel der Opernſchule ſein kann.
Wenn die geſtrige Löſung der Aufgabe im allgemeinen ſicher= muſikaliſche Leiter ein Inſtrument in der Hand, das die Partitur
lich achtunggebietend war, ja einzelne Leiſtungen ſich offenbar beherrſchte und ſich beſonders wieder in der Begleitung
vortreff=
über das Dilettantiſche zum Künſtleriſchen zu erheben begannen, lich bewährte. Auch das 90jährige Pianino der Firma Arnold
ſo iſt nicht zu vergeſſen, daß ein der Opernſchule entwachſener, gab die erſtaunlichſten Töne her. Die Regie hielt ſich im
weſent=
fertiger Künſtler die Hauptrolle ſang. Im übrigen jedoch konnte lichen an das im Landestheater gegebene Vorbild. Durch
Weg=
notgedrungen das Anfängerhafte, Problematiſche — ſoviele Reize, fall des Chors und Balletts waren zwei Szenen gekürzt. Die
perſönlicher Art hierin zutage treten — bei der begreiflicherweiſe Ausſtattung war unter Mitwirkung von den Herren Weil
nur unvolltommenen Wiedergabe eines Meiſterwerkes nicht
be=
friedigend wirken. Dazu kommt der unwillkürlich ſich
aufdrän=
gende Vergleich — ſo übel er angebracht iſt — mit den Muſter= ſonen, bei der ſelbſtverſtändlich relativer Maßſtab anzulegen,
aufführungen gerade, dieſer Oper am Landestheater und an andererſeits aber auch das perſönliche Moment auszuſchalten iſt,
anderen Bühnen. Auch iſt die Bewältigung eines ſo großen ſoll Kritik überhaupt einen Wert haben.
Apparates im Verhältnis zu der verfügbaren Zeit wohl ſchwer
vereinbar mit einem vielſeitig durchzuführenden Arbeitsplan, dem Rahmen ſtehenden prachtvollen Leiſtung. Die Charakter=
Nicht unbedenklich iſt ſchließlich die Gefahr der Selbſtüberſchätzung, darſtellung war gut angelegt und mit frühreifer Routine
durch=
die durch zu früh in Angriff genommene Aufgaben in den Schü= geführt. Gefanglich liegt ihm die Baßpartie etwas tief, trotzdem
lern allzu leicht großgezogen wird, und die Beſorgnis vorzeitiger kam ſein ſchönes Material voll zur Geltung. Die drei Arien ge=
Ueberſpannung des noch unreifen Materials. Gewiß rufen nur langen glänzend, in den Enſembles ſtand er feſt, und die
Rezi=
hohe Ziele alle Kräfte wach, aber ein Ueberſpringen von Stufen tative zeigten bereits große Leichtigkeit. Der temperamentvolle
in der langſam aufzubauenden Entwicklung gerade von ſtimm= Künſtler, aus der Schule Mathilde Webers hervorgegangen,
lichen Mitteln hat ſich noch immer gerächt, weil Lücken ſelten jetzt einer der erfolgreichſten Schüler von Prof. Beines, wird
mehr nachzufüllen ſind. Das alles wird vermieden bei der Wahl ſeinen Weg machen. Auch Anny Kaiſer iſt eine angehende
anſpruchsloſerer Aufgaben, die ſo gewählt ſind, daß vorhandene Künſtlerin mit guten Ausſichten. Ihre Suſanne hatte Stil=
Kräfte ihre Veranlagung und ihre Ausbildung zeigen können, gefühl, ein von Hemnzungen freies anmutiges Spiel und den
Die muſikaliſchen Komödien von Fiſcher kämen beſonders in Be= Reiz der echten Soubrette. Geſanglich liegt die Partie bekannt=
Dienstag, den 12. Juni 1926
Vom Tage.
Der Reichspräſident hat den zurzeit hier weilenden ſpa=
Geſchäftsträger eingeführt wurde, empfangen.
Die Verhandlungen zwiſchen Deutſchland und
Maier von der A. E. G. erklärte, ſeiner Inſtruktion gemäß, nicht Rumänien über die rumäniſchen Markforderungen, ſeitens der öffentlichen Körperſchaften ſei ein Opfer, das zu
von Rumänien, Kirigceseu, und der frühere Finanzminiſter Antoniesent pauſe geben, in der unzählige Möglichkeiten für die
in Berlin ein, um mit der deutſchen Regierung und der Reichsbank weſentlicher heimiſcher Bebürfniſſe geſchaffen würden. Al
erneut zu verhandeln.
Samstag vormittag hat die Beſucherzahl der Preſſa
die erſte Million erreicht. Dieſe Zahl beweiſt ihre ſtarke
An=
ziehungskraft und beſtätigt, daß es gelungen iſt, eine Ausſtellung zu
ſchaffen, die ſich ſolvohl durch ihr Gebiet, als auch durch ihre
Durch=
führung an die Allgemeinheit wendet.
Unter Führung des Staatsſekretärs im Auswärtigen Amt. Dr.
v. Schubert, traf die deutſche Delegation aus Genf
in Berlin ein.
Der Präſident der franzöſiſchen Republik,
Doumergue empfing den polniſchen Außenminiſter
Zaleſki, der ihm vom polniſchen Botſchafter Chlapowſki vorgeſtellt
wurde.
General Feng hat entgegen ſeinem Abkommen mit General
Jenſiſchan die Regierungsgebäude, die Banken, die Poſt und das
Ge=
bäude des Präſidenten der Republik Peking beſetzt.
Wie aus Schanghai gemeldet wird, iſt General Tſchiangkaiſchek von ten, ſchätz: der Generalagent auf etwa 5350 Millionen Rei
ſeinem Poſten als Oberbefehlshaber der nationaliſtiſchen Armeen und
Chef des Militärrates der Süd=Truppen zurückgetreten. Er wird jeboch
ben Poſten bes Chefs bes Zentralvollzugsrates der Kuomintang
bei=
behalten.
Por dem Räcktritt des Reichskabinetts
Müllers Abſichten. — Die Perſonenfrage.
Schwierigſeiten in der Derſändigung über
die ſachlichen Fragen.
Am Dienstag vormittag um 310 Uhr wird, wie der „
Vor=
wärts” zu berichten weiß, Reichskanzler Marx dem
Reichsprä=
reichen. Eine Viertelſtunde ſpäter wird dann Herr Hermann
Müller empfangen und beauftragt werden, die neue
Reichs=
regierung zu bilden. Hermann Müller hat in den letzten Tagen
Zeit gehabt, ſich auf dieſe Möglichkeit einzuſtellen. Er hat
in=
zwiſchen auch ſchon einige Vorarbeit geletſtet, um die
kommen=
den offiziellen Arbeiten zu erleichtern. Das ſoll wohl heißen,
daß er erfolgreich bemüht war, ſeine Fraktion unter einen Hut
zu bringen und zu verhindern, daß etwa ſein radikaler Flügel
vorzeitig ausbricht. Er wird ſich alſo am Dienstag mit den
bürgerlichen Parteien in Verbindung ſetzen und von ihnen
hören, daß ſie bereit ſind, mit ihm über die Bildung einer
neuen Regierung zu verhandeln, daß aber alles dabon
ab=
hängt, welche Vorſchläge er zu machen hat.
Dar=
auf wird ihm der Wunſch ausgeſprochen werden, daß ſeine Ver=
Zeit her übernommene, von ihm ſelbſt aber noch geſteigerte Geiſt handlungen ſich nicht etwa nur auf Zentrum, Volkspartei und
Demokraten beſchränken mögen, ſondern daß er auch an die
Wirtſchaftspartei und die Bayeriſche Volkspartei herantritt,
wo=
von Rapallo, als erſter die Brücken zu den Sowjets geſchlagen bei es allerdings noch zweifelhaft iſt, ob die Wirtſchaftspartei
hat, verſchwunden ſein werden. Doch gerade der Moskauer ſich nicht doch noch grundſätzlich der Mitarbeit verſagt, Bisher
hat Herr Müller, ſoweit wir wiſſen, mit dem Zentrum und der
Vollspartei noch keinerlei Verbindung geſucht. Was über ſeine
ſickert. Die „Germania” glaubt nach den erſten Eindrücken
feſt=
ſtellen zu können, daß die Sozialdemokraten mit Vorſicht und
abgeſehen von ſeinen techniſchen Mängeln und ſeiner Hemmung Mäßigung an ihre Aufgabe herangehen. Davon wird natürlich
viel abhängen. Aber ganz ſo einfach, daß Herr Müller die
Perſonenfragen löſt und erſt dann eine
Verſtändi=
gung über die ſachlichen Fragen herbeiführen will,
wird es doch nicht gehen. Man wird auch wiſſen müſſen, mit
welchen Abſichten dieſe berſchiedenen Perſonen in das Kabinett
hineingehen. Vor allem wird zu klären ſein, ob die Sozialdemo= geſetzten Gebieten des heimiſchen Marktes Preiſe feſtzulege ke
kraten ihre Wünſche in Sachen der Reichswehr zurückgeſtellt genügend hohen Gewinnüberſchuß abwerfen, um den Abſatz k1
haben, und ob ſie, wie ſie vor den Wahlen verkündigt haben,
daran feſthalten, daß der Panzerkreuzer wieder geſtrichen wird.
Das ſind Bedingungen, auf die ſich zumal eine Vollspartei nicht
einlaſſen kann. Das Zentrum ſpielt auch mit dem Gedanken, die
Frage des Schulgeſetzes anzuſchneiden, was natürlich in dieſem
Regierungsgremium jede Verſtändigung unmöglich machen weiſt, daß der Plan zwar ſein erſtes Ziel erreicht habe
müßte. Aber Herr Müller ſcheint dieſen Schlag parieren zu
wollen, indem er den Fraßtionsvorſitzenden des Zentrums, Herrn
v. Guérard, in ſein Kabinett nimmt, und will bei Herrn Koch / Feſtſetzung der beutſchen Reparationsvertflichtungen. Im J.ff
Angelegenheit zur Inveſtigation durch den Völkerbund ſein, aber von den Demokraten das Gleiche tun, um dadurch den
Wider=
ſtand der Fraktion von vornherein auf ein Minimum
herabzu=
drücken. Vielleicht wird man am Dienstag über ſeine Abſichten rungen, zu denen die Sachverſtändigen gekommen ſeien, ſob
Näheres erfahren.
EeE HDHH
Die Aufführung ſelbſt verlief bewundernswert glatt und war
von einer geradezu feſtlichen Stimmung getragen, die in erfreut=
Willen zu künſtleriſcher Arbeit deutlich zeigte. Die Mühe der
übervollen Hauſes — die freilich auch aus perſönlichen Gründen
einzelne Enſembles, vielleicht auch ganze Akte im Koſtüm und in Bewußtſein, etwas Tüchtiges geleiſtet zu haben. In dem
Kammer=
mentalvereins und des Stadtorcheſters, hatte der virtuos führende
Pfeifer und Hermes reizvoll und zweckmäßig beſorgt.
Und nun zum ſpannendſten Teil, der Beurteilung der Per=
Joſef Herrmann erfreute als Figaro mit einer ſchon über
Gilberts Berickt.
(Fortſetzung von Seite 1, zweite Spalte.)
Sparjame Kreditinanſpruchnahtz
die Konſolidierung notwendig ſei, und würde dem Markt
Greignis auf dem Gebiete der Anleihepolitik ſei es zu bez
die Reichsregierung eine Politik der Abbremſung bzwv. G.
der Auslandsanleihen öffentlicher Körperſchaſten vorgeno
wvas einen bemerkenswerten Fortſchritt darſtelle. Der
hänge allerdings nicht von künſtlich wirkenden Verboten,
Folge, aber nicht die Urſache beſeitigen könnten, ſondern v.
gabepolitik der verſchiedenen öffentlichen Körzerſchaften ab.
feſtgeſtellt, daß die größte Zunahme in Auslandsanleihen
öffentliche und halböffentliche Unternehmungen entfiel,
beutſche Wirtſchaft bis vor turzzm nur weitig neues Auf g.
aufgenommen habe.
Die geſamte Verſchuldung an das 2
mit Einſchluß der Privalwirtſch
aber ohne die Dawesanleihe und ohne auswärtige Käufe de
kurzfuiſtige Verſchuldung, die nur geſchätzt werden könne,
nicht geuinger, jedenfalls aber wegen der möglichen Folgel
tiger. Der große Umfang der auswärtigen Verſchuldung v5.
Generalagenten zu zwei Feſtellunigen: Einmal, daß auswärt
dazu beigetragen haben, die Ausdehnung der Geſchäftstätigk u
lieren, zweitens, daß die allgemeine Bildung von Kapital fs
land größer geſbeſen ſei, als die Anleiheaufnahme, wobei
dings auf Schätzungen angewvieſen ſef.
Der Generglagent rechnet damit, daß auch weiterhin
Umfang ein Bedürfnis für Auslandskredite ſich geltend m
und, um dieſe Kredite zu erhalten, ſei es beſonders erfo ſi
das Vertrauen des ausländiſchen Anleihezeichners in vol
aufrecht erhalten bleibe. Hierin liege eine Verpflichtung f
ſchen Anleihenehmer, den Auslandsmarkt nicht zu überlaf
müffe der ausländiſche Anleihezeichner ganz naturgemäß
Maße eine klare
Feſiſtellung des endgültigen Austz ſei
der Reparationsverpflichtungen
verlangen. Falls dieſe Frage nicht balß beantwortet werd
ausländiſchſe Kreditgeber entwoder überhaupt nicht mehr
ſeine Erſpariiſſe an Deutſchland zu leihen, oder ſich für
Riſiko durch beſonders hohe Zinsſätze ſchadlos halten wolle O.
gültige Feſtſetzung der deutſchen Revarationsverpflichtung
zumindeſt aus dieſem Grund eine Angelegenheit von wad e
tiſcher Bedeutung. Es folgt eine längere Darſtellung der i ſe
Krediwverhältniſſe und eine Betrachtung der auf dem 1
Markt aufgenommenen Anleihen der Länder, Provinzen
den, wobei ſcharfe Kritik daran geübt wird, daß viele die K.
auf einer äußerſt ungünſtigen Grundlage aufgenommen wor Fe
daß die Gefahr beſtehe, daß durch eine ſo wenig vorausſcha k
zierung die allgemeinen Kreditkoſten zum Nachteil aller ande Bl
nehmer verteuert würden. Bei der Behandlung der
Landwirtſchaft führt der Reparationsagent u. g. au 6
Notlage weniger infolge der Höhe der Verſchuldung, als II
hohen Zinſen ſchwer zu behandeln ſein wird. Er ſieht ein G.
weſentlichen in der Neuorganiſation landwirtſchaftlicher 9 5
genauer Anpaſſung an die gegebenen Verhältniſſe eines In
und weiſt darauf ihn, daß die Nachkriegszeit, grundſätzlie SBl
bungen in der Landwirtſchaft der ganzen Welt mit ſich aßt
Auf dem Gebiete des Außenhan ß
ſtellt der Reparationsagent feſt, daß von den letzten A ke/
Jahres 1937 bis zur Gegenwart — eine Periode ſehr gro fA4
tionsumfanges in Deutſchland — mehr Güter ausgeführt Fei
als während ingend einer ähnlichen Periode ſeit der Stabilil fria
Generglagent meint, es läge ſehr im Intereſſe der deutſe 6
wirtſchaft, daß dieſer Ausfuhrzunahme nicht Einhalt geboter
hauntſächlichſte dagegen arbeitende Faktor ſei gegenwärtig /ftü
Steigern der Preiſe, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit 6 Fel
Induſtrie verringert würde. Der Generglagent warnt vor 2 ſh.
wie z. B. in der Kohleninduſtrie, auf den dem Wettbewer Er
bewerbsgebieten zu ermöglichen. Es handele ſich hier nur u P.
Subventionen auf Koſten des heimiſchen Verbrauchers, die 120
ſamten Inlandsmarkt, wie für den deutſchen Ausfuhrhanl aif
gegenteilige Wirkung ausüben könnten. Nach einem Ueberl Ehe
Entwicklung der deutſchen Wirtſchaft und einzelner ihrer 3 E.
der Generglagent mit einem kurzen Schlußwort, in dem er
Erfolg aber die wahre Natur des Planes nicht verſchleiern ſe
Plan ſei nicht Selbſtzweck. Das Hauptproblem liege in der krüll
Veteiligten läge es, durch ein gemeinſames Abkommen z. E.
gültigen Regelung zu gelangen, und zwar im Sinne der T.
ſtände es nur irgend geſtatten.
GHHn
am Schluß, die ſehr nett gebracht wurde. Alles ſaß
ſauber, war muſikaliſch empfunden und friſch eingeſetzt
leicht anſprechenden, klingenden Material von natürlich
Sicherlich ausſichtsreich iſt auch Geo Meyer, der
ſang, wenn auch hier die Schwelle der Schule noch
ſchritten iſt. Die Stimme hat Schönheit, ſitzt richtig
gewandt verwendet. Die beiden Arien hatten Kraſt 1
die Enſembles wurden gut geſtützt, den Rezitativen
Spiel fehlt noch Temperament und Hemmungsloſigkei
Von dieſen Drei trennt ein Abſtand die Uebrigen
Anfänger=Eigenſchaften mehr oder minder gekennzei
Ob hier die zum Teil vorhandenen Anlagen zum Opern
reichen, kann noch nicht entſchieden werden. Annelieſe 9
Gräfin beſticht durch gute Erſcheinung, Sicherheit des
und die Größe eines Materials, das jedoch wenig Wä
und in den Rezitativen noch geſchmeidiger werden muß
den verteufelt ſchweren Arien waren indes ſchon ſehr 2
wvert. Der Charakter der Gräfin liegt ihrem Tempera
gut. Ihre Anlagen werden in einer dramatiſchen Part
zur Geltung kommen. Als Cherubin ſah Herta bo?
allerliebſt aus, ſpielte mit Temperament die ihr off
liegende Partie und entzückte mit Necht durch die Fr.
raſſigen Perſönlichkeit.
Geſanglich muß freilich noch viel an Material
ſtimmlich viel gelernt und verbeſſert werden. Erng.
gab mit ihrer warmen, ſüßen Stimme ein reizendes
Nun noch die Buffopartien. Luiſe Müller packte
zelline derbekomiſch an, wirkte vielleicht etwas zu juger
ſtattete ſie mit ihrem ſchönen, fülligen Alt aus. Von
Herren zeigte Alfred Kochendörfer, als Beſit
echten Buffotenor, Arthur Seidler als Bartolo 11
hold Bender als Curzio gutes, fehlerlos angelesh.
rigl, Fritz Riepert als Antonio draſtiſchen Hundo”
Enſembles, trat überall ſtarke Muſikalität zutage.
Herta von Hagen iſt Schülerin von Mathilde
Erng Schmidt von Hanma Perron, Arthur Seidle
von Joh. Biſchoff, alle übrigen ſtudieren bei P.
Beines.
Der Heliaſaal erwies ſich mit Ausuahme ſchlechie.
und ungenügender Garderoberäume als brauchhzat.
EA
er 10
Sil
Stl
*
Diensfag, den 12. Juni 1928
Seite 3
Min Scltfn der hstatit
Beſatzung.
Gondel vom Rumpf des Luftſchiffes getrennt. — Robile mit acht Mann
Polgreis geſtrandet. — Die übrigen ſieben Mann der Beſatzung mit der
Luftſchiffhülle 30 Kilometer weiter getrieben.
Die „Italia”=Mannſchaft Riſer Larſen über die Reitungsmöglichkeiten.
auf treibenden Schollen.
Nobiles Bericht.
EP. Nom, 11. Juni.
e beim Marineamt eingelaufenen Mitteilungen des
Gene=
tobile beſagen, daß beim Unfall der „Italia” die
Gon=
om Rumpf des Luftſchiffes getrennt wurde.
Gondel befanden ſich General Nobile und acht Mann der
ung. Die übrigen ſieben Mann der Beſatzung wurden da=
—mit der Luftſchiffhülle und den drei Motorengondeln weiter
ragen. Die zweite Gruppe iſt etwa 30 Kilometer öſtlich
r erſteren entfernt, ſo daß beide die Erhebungen des
Nord=
ehen könne
„er und drei Mechanikern, ſowie dem Journaliſten Dr. Lago,
— onderkorreſpondenten des „Popolo d’Italia”. In der Um=
Eg des Luftſchiffes befanden ſich auch Lebensmittel, Waffen
leider. Unter der bei Nobile gebliebenen Gruppe befinden
—vei Verletzte mit Beinbrüchen. Ueber daß
Be=
m der zweiten Gruppe liegen nähere Einzelheiten nicht vor.
— 3 Sanitätsamt des Dampfers „Citta di Milano” hat
Gene=
mbile nähere Weiſungen und hygieniſche Ratſchläge über die
dlung der Verletzten telegraphiert. Das Eis, auf dem ſich
hiffbrüchigen befinden, treibt nach Nordweſten ab, ſo daß
SeLage nach 80 Grad 37 Min. nördl. Breite und 27 Grad
mn. öſtl. Länge verändert hat. Sie ſind ſechs Meilen von
eſel Foyn entfernt. Es werden alle Anſtrengungen gemacht,
m ten die nötige Hilfe zu bringen.
Die Identität des S.O.S.=Funkers iſt geklärt: Es iſt
E8 Radiotelegraphiſt Biagli, der auf Aufforderung, ſein
Zeichen zu geben, telegraphierte: „Italien 86 821‟. Dieſes
zi war nur wenigen Eingeweihten bekannt. Damit ſteht
n— tig feſt, daß alle Funkſprüche echt ſind. Falſch iſt dagegen
IE ichricht, daß es dem Flieger Lützow Holm gelungen ſein
—lebeiden Verletzten zu finden. Vom norwegiſchen
Kriegs=
iy rium iſt ſofort ein Dementi herausgekommen, um zu
ver=
ſrin, daß ſich hieran irgendwelche Hoffnungen knüpfen. Holm
)immer an Bord der im Treibeis eingeſchloſſenen „Hobby”.
St Beſuch von Larſen erhalten. Er hat ſich, da ſich die
y” vorübergehend in einem eisfreien Gewäſſer befand, das
ſarn ich in weitem Umkreiſe von Eisſchollen umſchloſſen war, zu
Fluge entſchloſſen und iſt in dieſer ſchmalen Rinne ge=
. Beide Flieger haben ſich nunmehr zuſammengeſetzt und
gemeinſamen Plan ausgearbeitet zur Rettung der Mann=
Sie glauben aber, daß noch mehrere Wochen vergehen
n, bis man ſie wird retten können. Dafür ſpricht auch die
he, daß ſich die Mannſchaft auf einer rieſigen Eisſcholle
Eet, die ſich inmitten einer nach Nordweſten gehenden Trift
fr etzt hat, ſo daß kaum ein Schiff an die Geſuchten heran=
Ien kann. Die Lage der „Italia”=Leute erinnert an die
der „Hanſa”=Leute, die 1870 rund ſechs Monate auf einer
e leben mußten, aber gleichzeitig nach Süden abtrieben,
wo=
dä die Scholle fortgeſetzt abbröckelte, die Schiffbrüchigen
ſchließ=
li) on einem Grönlandfahrer gerettet werden konnten. Es
ſei, ſchon richtig ſein, wenn der Radiotelegraphiſt der „Italia”
Eptet, daß ſich ein Teil der Mannſchaft auf einer zweiten
Eh olle befindet. Wie man an die Unglücklichen herankommen
iſt vorläufig noch unbekannt. Zwei weitere ſchwediſche
fer mit Flugzeugen an Bord ſind ausgefahren. Vielleicht
mnſie ebenſo wie bekannte Polarforſcher verſuchen, an eine
uu chſt günſtige Stelle der Trift heranzukommen, um ſich dann
m iben zu laſſen und durch Expeditionen vom Schiff aus an
— annſchaften Nobiles heranzukommen. Mit den Flugzeugen
I1 nicht viel auszurichten ſein, da die Schollen für eine
Lan=
zu uneben ſind. Das hat daher zu der Ueberzeugung
ge=
die Unglücklichen zunächſt weiter auszurüſten, damit ſie
* Jefahren des Polargebietes beſſer ſtandhalten können. Es
wnalſo vom Flugzeug Kleider und Lebensmittel abgeworfen
mIn. Das wird aber erſt möglich ſein, wenn man die
Ge=
ſn gefunden hat, und darüber zerbrechen ſich die Flieger
zur=
och den Kopf. Dazu wird wieder das Wetter ungünſtiger,
6 für Fernflüge vorerſt keine Möglichkeit ſein wird.
EP. Oslo, 11. Juni.
Der norwegiſche Flieger Riiſer Larſen hat vor ſeinem
Ab=
a8 von der Kingsbay erklärt, daß die Lage der „Italia” nicht werde ſo weit wie möglich nach Norden vordringen, um als Baſis
mit der Lage Amundſens und ſeiner Begleiter während
ihres 25tägigen Aufenthaltes in der Nähe des 87. Breitengrades
bei ihrer vorjährigen Expedition verglichen werden könne. Die
ſei mit ſeinen Flugzeugen im vergangenen Jahre auf einer
brei=
ten, vollkommen eisfreien Waſſerfläche niedergegangen. Ueber
die Möglichkeiten einer Rettung äußerte ſich Riiſer Larſen dahin,
Dte Oebiet nördlich von Nordoſt=Land ſei in manchen Jahren ausgeſchickt zu werden. Fliegerkommandant Maddelena ſei
auf=
mit kleinen Schiffen zugänglich, in anderen aber von Treibeis
ſo angefüllt, daß ein Vordringen mit Schiffen unmöglich ſei.
Wenn die von den Schiffbrüchigen angegebene Lage ſtimme,
wür=
den Lützow Holm und er, Larſen, mit den Flugzeugen die
„Italia” leicht finden und die Mannſchaft mit allem Nötigen
verſorgen können, jedoch hänge die Möglichkeit einer Landung
mit Flugzeugen von der Beſchaffenheit der Eisdecke ab. Die
eigentliche Hilfe werde nur durch Schlittengeſpanne gebracht
wer=
den können. Die Dampfer Hobby” und „Braganza” würden ſo
weit wie möglich an den Rand des Packeiſes vordringen und
dann mit einer Hilfsexpedition Nobile und ſeine Gefährten in
zwei bis drei Tagen erreichen können.
Karte des Nordpolargebietes.
Beſorgniſſe über das Los der „Italia”=
Beſatzung.
EP. Kingsbay, 11. Juni.
Die Hilfsſchiffe „Hobby” und „Braganza” ſuchen ſo weit wie
möglich nördlich des Nordoſt=Landes vorzudringen, um möglichſt
raſch eine Hilfsexpedition mit Schlittengeſpannen und Alpini
unter Leitung eines norwegiſchen Führers auf die Suche nach
Nobile auszuſchicken und in der Nähe des Nordkaps die Patrouille
abzuwarten, die bereits vom Luftſchiff „Italia” aus unterwegs
iſt. Nobile und die übrigen 12 Mann der Beſatzung befinden ſich
etwa 25 bis 30 Kilometer öſtlich der kleinen Inſel Foym, die vor
Auguſt in der Regel nicht mit Schiffen erreicht werden kann. Der
norwegiſche Jäger Nois, der mit der Leitung der erſten
Schlitten=
expedition für Nobile betraut wurde, glaubt, in vier Tagen die
150 Kilometer vom Nordkap bis zum Luftſchiff „Italia”
zurück=
legen zu können. Auf Grund der neueſten Funkſprüche Nobiles
über das Los ſeiner Leute ſind die Offiziere der „Citta
di Milano” ſehr peſſimiſtiſch. Es ſcheinen nicht mehr alle Leute
der „Italia” am Leben zu ſein. Außerdem iſt man ernſtlich
beſorgt über das Los der dreiköpfigen
Patrouille, die ſich nach dem Nordkap auf den Weg gemacht
hat, um Hilfe zu holen, als es unmöglich ſchien, den Funkapparat
der „Italia” wieder inſtand zu ſetzen. Es beſteht die Gefahr,
1 Burckhardt=Ausſiellung im
Kupferſtich=
kabinett des Landesmuſeums.
2ie ſeit längerem angekündigte Ausſtellung iſt jetzt eröffnet
en. Durch das Entgegenkommen des Baſeler Kupferſtich=
12tts und des Muſeums der Stadt Ulm iſt es gelungen, die
S durch die Witwe des 1924 geſtorbenen Schweizer Bild=
S zur Verfügung geſtellten Beſtände ſo zu ergänzen, daß
reiter und vollſtändiger Ueberblick über das Werk dieſes
A Geiſtes entſtand. Die Frühzeit Burckhardts repräſentieren
eriſche Einfälle von verſchiedenſtem Anlaß, die Spätzeit
ugige Skizzen und Studien für ſeine letzten Skulpturen.
das bildhaueriſche Werk ſelbſt unterrichten photographiſche
ahmen. Bei der Anordnung der Blätter iſt mit Bedacht von
Gkonologiſchen Aufreihung Abſtand genommen und das
Tgewicht auf die Weſenseinheit von Burckhardts Geſamtwerk
t worden.
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht
im Orpheum.
Erſtaufführung: „Mädels von heute‟.
„Dieſe Mädels von heute”, eigentlich handelt es ſich nur um
Dadel, aber um einen Typ, ſind von Guſtav Davis in
7. breiaktigen Luſtſpiel ſehr nett gezeichnet. Wenn man will,
Nan dieſem Luſtſpiel ſogar einen gewiſſen tragiſchen Ein=
4 ſehen. Den nämlich, wenn man dieſes Mädel von heute,
em auch ein Junge von heute tritt, ernſt nimmt — was man
„uem Luſtſpiel allerdings nicht ſoll — und den Dingen tiefer
Den Grund geht. Wenn man das tut, kommen die Mädels
Deute im Grunde genommen nicht ſehr gut dabei weg, denn
Lügend, wie ſie hier ganz richtig und treffend gezeichnet iſt,
Stten Endes arn. Und daß dieſes Mädel von heute, die
4 Dieſes hübſchen Luſtſpiels, ſchließlich Sieger bleibt, iſt
Ne Charakteriſierung als Mädel von heute, ſondern viel=
De Tatſache, daß ſie ſich unter der Schale modernſten Weib=
2 Doch den hohen Grad von weiblich=ſittlichem Feinempfinden
Schit guter, wenn auch veralteter bürgerlicher Moral ge=
*i hat. um das herauszufühlen, muß man ſich allerdings
tiefer mit dem Charakter beſchäftigen, als ihn der äußere Rahmen
des Spiels in leichter Unterhaltung vermittelt. Immerhin iſt der
Wert dieſes Luſtſpiels, auch rein literariſch genommen, ſo, daß
dieſes Eindringen ſich rechtfertigt.
Es handelt ſich um ein feines engliſches Dialogſtück. Das
Mädel von heute iſt Lilian Warmilton, ein liebes 17jähriges
Ding, das ſich ſchon, mit 14 in den Vetter und Freund ihres
Vaters verliebt hat und zielbewußt darauf hinarbeitet, den
Lebe=
mann als Gatten zu gewinnen. Sie tut das ganz als Mädchen
von heute mit dem ganzen Raffiniment eines wohl gut erzogenen,
in den Anſchauungen aber ſehr modernen Mädchens in offenem,
ehrlichem Kampf zunächſt mit den „Freundinnen” des Vetters
und Onkels, die ſie nacheinander glänzend abſerviert, und dann
mit dem Onkel, und zwar ſo reſtlos, daß alle Anzeichen für eine
glückliche Ehe, die durch keine Freundin mehr geſtört werden
dürfte, gegeben ſind. —
Das alles iſt ganz reizend, in ſehr flottem, teilweiſe
geiſt=
vollem, teilweiſe auch etwas banalem Dialog geſchildert, mit
vielen ſpaunenden Momenten durchſetzt und zu einem recht
wirk=
ſamen Luſtſpiel von beſtem Unterhaltungscharakter geſtaltet.
Allerdings ſteht und fällt dieſes Stück mit der Rolle der Lilian,
die eine Künſtlerin verlangt, die neben der notwendigen
Jugend=
lichkeit und Naivität all das verbindet, was dieſen ungleichen
Kampf ſchließlich glaubhaft erſcheinen läßt. Hildegard Warſitz
hat nach den ſchon ſehr bedeutſamen Gaben ihres erſten
Auf=
tretens in dieſer Rolle eine ganz ungewöhnliche Probe vielſeitigen
ſchauſpieleriſchen Könnens glänzend beſtanden. Sie bringt
tat=
ſächlich alles mit: entzückende jugendfriſche Schlankheit, ſcharmante
Naivität und ſchließlich die tauſend undefinierbaren, aber immer
gefühlten feinen Dinge, die eine Frau zu entfalten weiß, um
einen Mann zu gewinnen. So erſcheint ihr Spiel durchaus
natür=
lich, ſo gar nicht gekünſtelt, darum um ſo wirkſamer. Ihr Partner
war Bruno Harprecht als Sir Aubrey Warmilton, von
be=
wundernswerter Beweglichkeit, elaſtiſcher Friſche und
Spielfreu=
digkeit, die dem Lebemann ungemein ſympathiſche Züge gab, weil
das Spiel dieſes Künſtlers immer vornehm bleibt, auch in den
Situationen, in denen mancher — wir haben dafür Beiſpiele —
in Uebertreibungen fällt. Die beiden Freunde des Sir wurden
von Karl Kuhlmann und Willy Favart ebenfalls ſehr
ge=
diegen, mit dem notwendigen Temperament, mit Humor und
vornehmer Zurückhaltung gegeben, ebenſo wie die beiden
Freun=
dinnen des Sir von Maryela Baumann und Gertrud Quin=
daß ſich dieſe Leute auf dem Treibeis verirrt haben, ſo daß man
jetzt die Nachforſchungen auch auf dieſe Gruppe ausdehnen muß.
In zuſtändigen Kreiſen Italiens hegt man einige Beſorgnis
über das Los der ſieben Gefährten Nobiles, die ſich auf den
Tragbalken der Luftſchiffumhüllung und in den Motorgondeln
befanden, als die Gondel abgeriſſen und das Luftſchiff vom
Orkan weiter fortgetrieben wurde. Der Standort dieſer ſieben
Leute iſt nicht bekannt, man hofft jedoch, daß es ihnen rechtzeitig
gelang, die Luftſchiffhülle aufzureißen und das Gas ausſtrömen
zu laſſen, um landen zu können.
Larſen über die Organiſation des
Rettungs=
werkes für Nobile.
Hauptmann Riiſer Larſen berichtete, nach einer Meldung aus
Oslo, dem norwegiſchen Kriegsminiſter über die Organiſation
des Rettungswerkes für Nobile: Der Walfiſchfänger „Braganza‟
für die Hilfsexpedition der Flugzeuge zu dienen. Nobile und
ſeine Begleiter wurden aufgefordert, wenn möglich mit eigenen
Mitteln, dem Nordoſt=Land näherzukommen. Dem Kommandan=
Li8s Der poſtalia” dürſte viel ſchwieriger ſein, denn Amundſen, ten der „Citta di Milano” habe er empfohlen, den ſtärkſten
ruſſi=
ſchen Eisbrecher zu verlangen, um damit gegen die Stellung der
Schiffbrüchigen vorzudringen. Von Green Harbour werden
wei=
tere Polarhunde mit Schlitten geholt, um als Hilfsexpedition
gefordert worden, ſeinen Flug zu beſchleunigen, weil die
norwe=
giſchen Flugzeuge keine Verpflegungsmittel mitführen können, da
alle verfügbaren Räume mit Benzin ausgefüllt werden müſſen,
um für den Hin= und Herflug genügend Brennſtoff mitzuführen.
Die Hamburger Phosgen=Kaiaſtrophe
vor dem engliſchen Anterhaus.
„Nicht der geringſie Beweis erbracht, daß
Deutſchland die Vertragsverpflichtungen
ver=
letzt hat‟.
EP. London, 11. Juni.
Durch eine im Unterhaus geſtellte Anfrage des Abgeordneten
Sir William Daviſon kam das Phosgen=Unglück in Hamburg zur
Sprache. Nach einer Darſtellung der rechtlichen Lage, wie ſie ſich
aus dem Friedensvertrag von Verſailles und den Artikeln 1, 2,
3 und 8 des Kriegsgerätegeſetzes vom 6. Auguſt 1927 ergibt, ſtellte
der Vertreter des Foreign Office, Locker Lampſon, feſt, daß die
bisherige Unterſuchung auch nicht den geringſten Beweis erbracht
habe, daß die deutſche Regierung in der Durchführung der
feſt=
geſetzten Verpflichtungen verſagt habe. Die engliſche Regierung
ſei daher der Anſicht, daß von ihr aus keine Schritte ergriffen
zu werden brauchten. Die deutſche Regierung führe ſelbſt eine
Unterſuchung durch. — Eine weitere Frage des Abgeordneten
Daviſon, ob die Deutſchland für die Erzeugung zugeſtandene
Menge nicht zu groß ſei, löſte einen Proteſt des Abgeordneten
Shonwell aus, daß derartige Erwägungen gegenüber einer
Regie=
rung, mit der England freundſchaftliche Beziehungen unterhalte,
nicht gerechtfertigt ſeien. Der Sprecher mußte einſchreiten,
er=
laubte aber, Fragen zu ſtellen, die ſich auf die Verträge beziehen.
Locker Lampſon ſchloß die Debatte über dieſe Frage damit, daß
der Völkerbund unmittelbar Schritte zu einer Unterſuchung
er=
greifen würde, falls die Beſtimmungen verletzt worden ſeien. Der
Innenminiſter brachte auf eine Anfrage die mit Spannung
er=
wartete und ſchon mehrfach verſchobene Angelegenheit der
finan=
ziellen
Unte ſtützung engliſcher Kommuniſien
aus ruſſiſcher Quelle
zur Sprache. Er ſtellte zunächſt feſt, daß die bei iriſchen Banken
mehrfach gefundenen Zehn=Pfund=Noten die Bank für
ruſſi=
ſchen Handel paſſiert haben, jedoch ſeien die Transaktionen in
dieſer Bank ſehr gering geweſen. Durch die Unterſuchungen in
der Narodny=Bank, deren ruſſiſche Direktoren übrigens den
weiß=
ruſſiſchen Kreiſen angehören, ſeien zwei Arten von Transaktionen
feſtgeſtellt worden, die durch die Hände eines Angeſtellten namens
Duncan, des einzigen Kommuniſten in der Bank, gingen. Dieſer
habe bis zum Februar 1928 Dollarnoten bei anderen Banken
gegen engliſche Ein=Pfund=Noten einwechſeln laſſen, dann aber
ſeine Transaktionen durch Eröffnung eines Kontos bei der
Narodny=Bank fortgeſetzt. Insgeſamt ſeien durch ſeine Hände
von Oktober 1927 bis April 1928 14 202 Pfund gegangen, von
denen ein großer Teil innerhalb von wenigen Tages in die
Hände der kommuniſtiſchen Organiſationen Großbritanniens
ge=
langt ſei. Transaktionen zweier anderer Perſonen beliefen ſich
in der Zeit von Juli bis November 1927 auf rund 13 000 Pfund.
Außerdem, ſo erklärte der Miniſter, ſeien im Mai durch die Hände
des Wirtſchaftsattachees bei der Sowjetgeſandtſchaft mindeſtens
10 000 Pfund gegangen.
m
gué, in deren Spiel die beiden Künſtlerinnen es verſtanden,
auch im Temperament, das notwendig iſt, die Grenzen der
Vor=
nehmheit zu wahren. Ein prachtvoller Vertreter der männlichen
Jugend von heute war Franz=Victor Varena, ganz
Blaſiert=
heit, ganz über den Dingen des Lebens ſtehend und ganz
einfältig.
Intendanzrat Dr. Max Wauer hat dieſes hübſche Luſtſpiel
in Szene geſetzt. Seine Regie ſorgte für flottes Zuſammenſpiel;
die Bühnenbilder — der Künſtler iſt im Programm nicht
ver=
zeichnet — gaben dem Spiel einen vornehmen Rahmen. Das
bemerkenswert gute Publikum am Sonntag=Abend war ſehr ani=
M. St.
miert und beifallsfreudig.
— Im Verlage von Otto Reichl in Darmſtadt werden folgende
Neu=
erſcheinungen zur Ausgabe im Juni vorbereitet: Leopold
Zieg=
ler, „Magna Charta einer Schule‟. Ein großzügiger Plan
über die Aufzucht einer ausgewählten Minderheit der Jugend zu einer
Führerſchicht durch eine Führerſchule und Gefolgſchaftsſchule, die
Ge=
ſinnungsſchule, im Gegenſatz zur Berufs= und Bildungsſchule.
Hans Much, „Das Weſen der Heilkunſt‟. Die Grundlagen
einer Philoſophie der Medizin. Das erſte Buch der auf zwölf Bücher
berechneten „Philoſophie der Medizin”, der Durchbruch zur Reform der
Medizin. — Max Scheler, „Die Stellung desMenſchen
im Kosmos‟. Die Quinteſſenz der von dem kürzlich verſtorbenen
Verfaſſer geplanten, philoſophiſchen Anthropologie. — Leibnitz
ſämtliche Schriften und Briefe, herausgegeben von der
Preußiſchen Akademie der Wiſſenſchaften: Der zweite Band des „
Allge=
meinen Hiſtoriſchen und Politiſchen Briefwechſels”, herausgegeben von
Paul Ritter (der dritte der bisher erſchienenen Bände).
Reichs=Bäder=Adreßbuch, 4. Ausgabe. Verlag: Reichs=Bäder=
Adreß=
buch, nach amtlichen Quellen bearbeitet, G. m. b. H., Berlin S.W. 19,
Leipziger Straße 76. Ein Handbuch der deutſchen Heilbäder, Seebäder,
Luftkurorte, Sommer= und Winterfriſchen und Führer durch deutſche
Städte mit Fremdenverkehr. Wie alljährlich iſt zu Beginn der Reiſezeit
eine Neuausgabe, des bekannten Reichs=Bäder=Adreßbuches erſchienen.
Die vorliegende 4 Ausgabe des Werkes iſt wie ihre Vorgänger ein
Pro=
pagand=mittel erſten Ranges für Deutſchlands Bäder und Kurorte und
gilt bei der Vielſeitigkeit ihres Inhalts mit Recht als Lexikon des
deut=
ſchen Väiderweſens. Bei dieſer Vielſeitigkeit des Inhalts iſt das Werk
ein nie verſagender Verater für jeden Erholungs= und
Vergnügungs=
reiſenden; Tauſenden von Aerzten iſt es unentbehrlich bei Beratung der
Pctienten; jedes Reiſeburean erteil= aus dem Reichs=Bäder=Adreßbuch
Auskünfte. Durch das reiche Text= und Vildermaterial wirbt das Reichs=
Bäder=Adreßbuch für die beſonderen Vorzüge der deutſchen Bade= und
Kurorte, dien: der Pflege des Heimatgedankens und verdient deshalb
weiteſtgehende Verbreitung und Unterſtützung.
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Familiennachrichten
Vſelen herzlichen Dank für die uns
erwieſenen Aufmerkſamkeiten anläßlich
unſerer Vermählung.
Hans Galm und Frau
Sophie, geb. Metzger.
Darmſtadt, Karlsſtraße 73. (15569
Die Eheleute Otto Schell und Frau
Eliſabeth, geb. Schuchmann
Schwanenſtraße 79
begehen am 14. Juni das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
(9886
Heimgegangen iſt heute vormittag 107/. Uhr nach ſchwerem,
tapfer ertragenen Leid, mein lieber Mann, unſer guter Vater,
Bruder, Schwiegervater und Großvater
Philipp Kolß
Privatier.
In tiefer Trauer:
Katharine Kolb, geb. Dörr
Philipp Kolb und Frau
Ludwig Kolb und Frau
Karl Kolb und Frau
Willi Kolb und Braut
und 4 Enkelkinder.
Darmſtadt, den 10. Juni 1928.
(9890
Feldbergſtraße 86,
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Juni 1928, vormittags
11½ Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes aus ſtatt.
Verein ehemaliger
6ler Artilleriſten.
Wir erfüllen hiermit die traurige
Pflicht, unſere Mitglieder von dem
Ableben unſeres lieben Kameraden
Herrn
Oberpoſtſekretär
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Beiſetzung: Mittwoch, 13. Juni,
3 Uhr nachmittags, Beſſunger
Friedhof.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung. — Treffpunkt: ½3 Uhr
Friedhofsportal.
Der Vorſtand.
Nachruf.
Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Am 11. Juni entſchlief ſanft nach langem
ſchweren Leiden unſer innigſt geliebter,
hoffnungs=
voller, einziger Sohn
Paul Schlamp
stud, phys.
im 26. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
prof. Dr. Schlamp und Frau
Auguſie, geb. Schneider.
Darmſtadt, den 12. Junt 1928.
Martinsſtraße 7.
Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag
3 Uhr auf dem Friedhof an der Nied.=
Ramſtädter=
ſtraße ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
2 ſehr gute
Tailien=
jakett= Anzüge f. ält
Herrn zu verk. Herd=
15560
weg 59, I.
Wir erfüllen hiermit die
trau=
rige Pflicht, unſere Mitglieder von
dem Ableben unſeres lieben
Kame=
raden und langjährigen Mitgliedes
Jakob Bermond
in Kenntnis zu ſetzen. Wir
ver=
lieren in dem Dahingeſchiedenen
einen guten und wirklich treuen
Kameraden, deſſen Andenken wir
ſtets in Ehren halten werden.
Die Beerdigung findetam
Mitt=
woch, den 13. ds. Mts., um 3 Uhr
nachm., auf dem Beſſunger
Fried=
hof ſtatt. Um zahlreiche
Beteili=
gung wird gebeten.
Reichsbund der
Zivildienſtbe=
rechtigten, Verein Darmſtadt.
Der Vorſtand. (9893
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Anteilnahme beim
Heim=
gange unſrer lieben,
unvergeß=
lichen Entſchlafenen
Frau
Luiſe Zungmann Wwe.
geb. Axt
unſren tiefgefühlten Dank.
In tiefer Trauer:
Namens der Hinterbliebenen:
Wilty Jungmann.
Mülheim=Ruhr, 11. Juni 4928.
Georgſtraße 2a.
(*15576
gesunden
Schlaf
(9892
Die Trauerfeier für
Herrn Louis Trier
findet am Dienstag um ½1 Uhr in Frankfurt a. M.
vom Portal des iſraelitiſchen Friedhofes aus ſtatt.
Die Beiſetzung erfolgt Dienstag um ½5 Uhr auf
dem iſraelitiſchen Friedhofe in Darmſtadt.
Zodes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach langem, mit Geduld
ertragenen Leiden, mein herzensguter Gatte, mein
treuſorgender Vater
Jakob Bermond
Ober=poſiſekretär
im Alter von 56 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Hermine Bermond, geb. Baum
Helene Bermond.
Darmſtadt, am 11. Juni 1928.
Moosbergſtraße 30.
Die Beerdigung ſindet Mittwoch, den 13. Juni,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt. (*15640
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Oft kommt es vor, daß man nachts irgend
welche Schmerzen leidet, wird von
Kopf-
schmerzen geplagt, das Zahnfleisch oder ein
hohler Zahn, Hexenschuß, Wadenkrampf,
Kreuz- od. Gliederschmerzen guälen einen.
Da ist guter Rat teuer. Hilfe bringt meist
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[ ← ][ ][ → ]Wimer 162
Dienstag, den 12 Zuni 1928
Seite 5
* u8 der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 12. Juni.
rannt wurden: Am 2. Juni: der Lehrer Heinrich Diehl zu
mmattenwag, Kreis Heppenheim, zum Lehrer an der
evange=
irsſchule zu Lampertheim, Kreis Benshelm; der Lehrer Adam
Elmshauſen, Kreis Bensheim, zum Lehrer an der
evangeli=
sſchule zu Hofhein, Kreis Bensheim, beide mit Wirkung vom
Dienſtantritts.
— Geſandtſchaftsrat bei der Deutſchen Geſandtſchaft in Rio
acn 2, Herr Piſtor, erteilt am 15. d. M. an intereſſierte Firmen
Ainzer ünſte. Firmen, die an den Sprechſtunden teilnehmen wollen,
ardsr jeten, dies der Neichsnachrichtenſtelle für Außenhandel, Frank=
Naik S.: Börſe (Zimmer 43) bis zum 13, d. M. mitzuteilen, damit
ne S ilung der Beſucher auf die zur Verfügung ſtehende Zeit
ſtatt=
oera n.
iſiſches Landestheater Darmſtadt. In der heutigen, von
Ge=
alnn direktor Dr. Böhm dirigierten Aufführung der „Zauberflöte‟
rahst et ſich Margarethe Albrecht nach ſiebenjähriger Wirkſamkeit
iſtädter Pubbikum. Gleichzeitig tritt Alfred Karen zum
letz=
ay in der Partie des Saraſtro auf. Beginn der Vorſtellung
Te morgigen Vorſtellung von „Zar und Zimmermann” tritt
kler=Wiſchin zum letzten Male als Marie auf. Dieſe
f beginnt um 19,30 Uhr.
Wg üichſicht auf die bevorſtehenden Erſtaufführungen der Operette
getes ent” und des Luſtſpiels „Wie es Euch gefällt” bleibt das
ſoße 18 am Freitag, den 15. Juni, geſchloſſen.
—. Mufikantengilde Darmſtadt tritt wieder einmal in die
ſſerzu eit, und zwar am Donnerstag, den 14. Juni, abends 8 Uhr,
e7= geiſtlichen Abendmuſik in der Pauluskirche. Das Prvogramm
är.=1e Kirchenmuſik von 1200 bis zur Zeit Bachs. Josquin des
1531) iſt vertreten mit der Meſſe „Pange lingua” und der
Erey fen Motette O Jeſu, fili David. Von H. Leo Haßler (1564
Iey wird man einen vierſtimmigen Satz (Komm, heiliger Geiſt,
t) und einen fünfſtimmigen (Nun bitten wir den heiligen
n. Außerdem werden Michael Praetorius (1571—1621), Eras=
Srius (1577—1637), Johann Ekkard (1579—1637) und Johann
udem 79—1634) mit drei= bis fünfſtimmigen Sätzen vertreten ſein.
Auß bildet ein zehnſtimmiger Satz von Ludwig Weber (geb.
Orgel hat Muſik von Heinrich Scheidemann (1596—1663),
inery ibeck und Joh. Seb. Bach. — Wir verweiſen auf noch
fol=
de eilungen an dieſer Stelle und auf die Anzeigen.
— menvolksbund. Wir ſind der Kulturfilmgemeinde der
Heſſi=
n. piele für Schule und Volksbildung korporativ beigetreten.
ſeres tglieder genießen demnach in allen Helia=Theatern dieſelbe
gü.-) ung, d. h. ſie erhalten zu den Programmen, in denen
Kultur=
als volksbildend oder künſtleriſch anerkannte Filme laufen,
ß dt ächſthöheren Platz der von ihnen gelöſten Eintrittskarten. Die
ſte e gilt als Ausweis.
—nnerquartett „Eintracht” errang unter der Leitung des
mm ſikers Guſtav Adam beim Geſangswettſtreit in Mainz=
Mom=
e dritten Stadtklaſſe unter ſcharfer Konkurrenz und
außer=
ſtarker Beteiligung von elf Vereinen in diefer Klaſſe den
e— iſſenpreis. Im höchſten Ehrenſingen konnte ſich der junge
— 82 Punkten an die dritthöchſte Stelle ſchwingen. Den höch=
Spreis erhielt mit 92 Pukten Geſangverein „Eintracht”
— Städt. Berufsfeuerwehr wurde im Monat Mai 1928 zehnmal
im und zwar zu einem Mittelfeuer, einem Kleinfeuer, 3
Schorn=
nhrin, 4 Verkehrsſtörungen und Heben eines Großtieres. Der
mit— nſt erſtreckte ſich auf 133 Transporte. Die hierbei
zurück=
zrtſtrecke betrug 1332 Km. Auf der Wache, Kinchſtraße 13
e— Stadtamt und Reichsfernſprecher Nr. 600) wurde in 5 Fällen
2 geleiſtet.
derungen in den Kraftpoſtfahrplänen. In den Fahrplänen
&5 oſten im Oberpoſtdirektionsbezirk Darmſtadt ſind folgende
ſdest in eingetreten: 1. Strecke Darmſtadt Hbf.—
Ober=
amu tBrandau-Neunkirchen-Lindenfels (
Fahr=
hnbed ). Zwiſchen Darmſtadt und Ober=Ramſtadt ſind folgende
täg=
en ausgefallen: Ab Darmſtadt Hf. 13,25, an Ober=Ramſtadt
ab Ober=Ramſtadt Poſt 13,B, an Darmſtadt Hbf. 14,04.
eMainz=KoſtheimTrebur-Nauheim, Kreis
1(Fahrplanbild 30). Die werktäglichen Fahrten ab Guſtavs=
6,30, an Ginsheim 6,44, ab Ginsheim 6,45, an Guſtavsburg
bf. ind ausgefallen. 3. Strecke Babenhauſen—
Schaaf=
lir reis Dieburg (Fahrplanblld 29). Die Samstagsfahrt ab
ber, en 1420, an Schaafheim 14,40, wird vom 11. Juni ab
ver=
ert an allen Werktagen ausgeführt.
— wanderung nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Die
Ewa” erberatungsſtelle in Frankfurt a. M., Rathenauplatz 3, macht
uf; nerkſam, daß das amerikaniſche Generalkonſulat in Frankfurt
ſM.3 rſenſtraße 2—4, wieder Anträge auf den Sichtvermerk zu
Nenn Aufenthalt in den Vereinigten Staaten annimmt. Da die
h.r keiſeluſtigen größer iſt als die deutſche Quote, d. h. die
all=
helici Ginwanderung zugelaſſenen Deutſchen, ſo empfiehlt ſich eine
ig-9 meldung, denn vorausſichtlich werden ſolche nur für kurze
ſit S ommen. Ueber alle hiermit zuſammenhängende Fragen gibt
ArAndererberatungsſtelle Frankfurt a. M., Rathenauplatz 3, ſo=
DAF lich wie mündlich koſtenlos Rat und Auskunft. Sprechſtunden
tSl von 9—2, Samstags von 9—1 Uhr.
— iturnfeſt in Büttelborn. Es wird darauf hingewieſen, daß
Srg, den 17. Juni, ab 11 Uhr vormittags, ein einſtündiger
des ihr mittels Autobus ab Darmſtadt, Weißer Turm (blauer
Bmnibus), eingerichtet iſt. Im Bedarfsfalle iſt eine Halte=
Bahnübergang (Rheinllaee) eingerichtet. Es iſt ſomit eine
tiei elegenheit geſchaffen, den Foſtort Büttelborn bequem und
ſch s reichen.
— Dienstags=Konzert des Reichsbundes ehem. Militärmuſiker
9. /Orangeriegarten wird heute abend bei jeder
Witte=
nden. Schon jetzt ſind zahlreiche Karten vorverkauft. Das
Wek: Orcheſter wird auch diesmal den Beſuchern einige Stunden
mnſtle! n Genuſſes bieten.
—rngarten=Café. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, finden
Gerrngarten=Café von nachmäittags 4—7 und abends von 8
1 Künſtlerkonzerte ſtatt; dieſelben werden von einer Abteilung
Srcheſters ausgeführt. Die Programme ſind abwechſelungs=
Rich 2 et und der Eintrittspreis mäßig gehalten.
— ſchenmarkt zu Darmſtadt. Kleinhandels=
Tages=
ei ü ſom 9. Juni 1928 per Pfund bzw. Stück in Pfennig.
Drl ſe: Spargeln, 1. Sorte, 90—100, 2. Sorte 50—60,
Kohl=
i LI. Karotten (Bund) 10—15, Spinat 20—25, Römiſchkohl 18—20,
—1—25, Stangenbohnen 60—70, Erbſen 50—60, Bwiebeln 18
D 22 bblauch 80, Rhabarber 18—20, Tomaten 80—100, Kopfſalat
2— atgurken 40—100, Braunkohl, ausl. 80—120, Rettig 10—15,
Derrt 10. Radieschen 5. 2. Kartoffeln: Spätkartoffeln 6
e 2-T Obſt: Erdberen 100—120, Kirſchen 45—60, Tafeläpfel 25
N 2 Lirtſchaftsäpfel 20—25, Apfeſinen 5—15, Zitronen 5—10,
ae- 2 10-30. 4. Eßwaren: Süßrahmbutter 210—220, Land=
—200, Weichkäſe 35—40, Handkäſe 5—15, Eier, friſche, 19—15.
und Geflügel: Hühner 180—150, Tauben 90—100.
Uh= und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch, 80—120, Kalb=
Schweinefleiſch 105—130, Dörrfleiſch 140, Wurſt 60—140,
EN 0, Schmalz, ausgelaſſen 90.
Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städt. Wohl=
DrteS Jugendamt im Monat Mai 198. Vorgeſprochen haben 18
E2 davon war niemand von hier. Gs erhielten: 7 Perſonen
rc 1 nach Arbeitsſtellen oder nach dem Wohnort, 1 Perſon
Ver=
ene 8 Perſonen Bekleidungsſtücke und 1 Perſon Schuhe. Eine
Beia rßte abgewieſen werden, weil die Verhältniſſe ſo lagen, daß
JndS, zur bilfe nicht gegeben war. Wohlfahrtsſcheckhefte
E Verkehrsbüro erhältlich.
Suſammenſtoß, zwiſchen einem Radfahrer und einem
Motor=
ier ekeignete ſich geſtern abend Gcke Taunus= und Kranichſteiner
Zeide Jahrer wurden von den Rädern geſchleudert, wobeft der
Dark er blutende Stirnverletzungen erlitt. Die Klärung der
Schuld=
e12 erſt durch das einggleitete Verfahren erfolgen müſſen.
Nen Pornahme von Straßenbauarbeiten wird die Arheilger
iſchen Liebfrauenſtraße und Rhönring vom 11. d. M. bis auf
Ris
II den Auto=, Fuhrwerks= und Radfahrterkehr geſperrt.
m
Heſſiſche Maler
aus den Zeiten unſerer Großväter und Väter.
Vor einem zahlreichen Zuhörerkreis ſprach in Alt=Darmſtadt,
Ver=
ein für Ortsgeſchichte und Heimatkunde, Herr Profeſſor Adolf Beyer
über: „Heſſiſche Maler aus der Zeit unſerer Großväter und Väter”
Der Redner ging davon aus, daß unſere oftmals mit Unrecht als
lang=
weilig geſchmähte Stadt doch zu allen Zeiten die Heimat zahlreicher
tüchtiger, bedeutender Künſtler geweſen iſt und eine beachtenswerte
Stelle im deutſchen Kunſtleben einnimmt. Der Begriff „Kunſt aus der
Zeit unſerer Väter und Großväter” ſei nicht ein eng begrenzter,
ſon=
dern umfaſſe einen weiten Kreis. Bei der reichen Fülle konnte der
Red=
ner jedoch keine Arbeiten von lebenden Malern zeigen. Beginnend mit
der Zeit des Rokoko und dem Bildnismaler Joh. Chriſtian Fiedler, der
1724 als Hofmale: nach Darmſtadt kam, wurden eingehend gewürdigt.
Johann Konrad Seekatz, einer der beſten und tüchtigſten aus jener Zeit,
von deſſen Kunſt manches Stück im Landesmuſeum und Schloßmuſeum
Zeugnis gibt, und den Goethe ſo ſchätzte, daß er nach deſſen Tode an
Oeſer ſchrieb: „Meine Liebe für die Kunſt, meine Dankbarkeit gegen
den Künſtler werden Ihnen das Maß meines Schmerzes angeben”. Von
weiteren Meiſtern wurden genannt: Joh. Tobias Brachfeld, Zacharias
Sonntag, Joh. Tobias Sonntag, Spengler, vor allem G. A. Eger,
dann Friedr. Hirſchberger, J. J. Sammbauer, Chriſtian Ludwig von
Löwenſtern, Joh. Gg. Stockmar, M. Ch. E. Hagelgans, Nicolaus
Hof=
mann. Die künſtleriſche Qualität dieſer Meiſter des 18. Jahrhunderts
iſt ſehr verſchiedenartig, jedenfalls finden ſich eine Reihe ſehr
bemerkens=
werter Stücke darunter, wovon die Sammlungen in Kranichſtein im
Schloßmuſeum allerlei Schönes beſitzen. Von Bildern und Künſtlern
des 19. Jahrhunderts wurden vorgeführt und eingehend beſprochen:
Iſſel, Gläſer, Carl Beyer, Sandhaas, Scholl, Backofen, Seeger, Joſ.
Hartmann, Heinrich und Rudolf Hofmann, Köhler, Stahl, Julius
Lange, Schweich, Auguſt Becker, Schilbach. Karl Engel von der
Rabenau, geb. 1817 zu Londrrf: erſter Darſteller oberheſſiſcher Trachten.
Eine gute Würdigung fand Auguſt Lucas (1803—1363), Karl Sandhaas
(1801—1859), Joſeph Wolf (1820—1899), Auguſt Noack (1822—1905),
Adolf Schmitz (1825—1894), Karl Schlöſſer (1836—1875), Herm. Müller,
Carl Philipp Fohr, deſſen hervorragende Begabung von Georg Iſſel
ſchon frühzeitig entdeckt wurde, der von hier aus ſeinen Weg nach Rom
nachte, wo man ſeine künſtleriſche Kraft erkannte, dann in der Blüte
ſeiner Jugend aus dem regſten Schaffen herausgeriſſen wurde. Er
er=
trank beim Baden im Tiber. Ein reiches Werk hat der Jüngling
hinter=
laſſen. Aquarelle, Studien, Handzeichnungen uſw. ſind in den
Kabinet=
ten Darmſtadt, Heidelberg, Dresden und Frankfurt zerſtreut. Ein heute
gänzlich Vergeſſener wurde ans Licht gezogen, Peter Wilhelm App,
Schüler von Cornelius in Düſſeldorf; er ſteht in der vorderſten Reihe
der einheimiſchen Künſtler ſeiner Zeit. Karl Raup 1837—1918), den
ſein Weg ſpäter nach München führte, Ludwig von Löffz (1845—1910).
Und unſer unvergeßlicher Maler der Heimat, der immer wieder neue
Bilder des Odenwaldes ſchuf, Auguſt Wondra, und der ſchaffensfrohe
Heinz Heim mit ſeinen Schätzen wurden mit ihrer Kunſt gezeigt.
In einem reichen Bildermaterial verſtand es der Redner, einen
feinen Anſchauungsunterricht zu geben und die Zuhörer immer wieder
in den Bannkreis der ſchaffenden Künſtler zu ziehen. Es war ein
Gang durch die Schätze von zwei Jahrhunderten und ein Blick auf
allerlei Kunſtperioden, die ihre Blüte in unſerem Darmſtade hatten,
Einerſeits Perlen deutſcher Kunſt, andererſeits manches Ungekannte gab
es zu ſchauen.
Von beſonderer Bedeutung war es, daß es immer wieder
einhei=
miſche Meiſter waren, die in ihrem künſtleriſchen Schaffea in Lichtbilde
vorgeführt wurden und ein vertieftes Bild von ihrem Wirken gaben.
Es war eine eingehende Schilderung der bildenden Kunſt aus unſerer
engeren Heimat und vor allem aus Darmſtadt; in ſeiner Treffſicherheit
verſtand es Meiſter Adolf Beyer, die Zuhörer mitſchauen und
genießen zu laſſen, und die Blicke zu ſchärfen für Heimatkunſt aus
un=
ſerer Väterzeit.
Mit reichem Beifall wurde dem Redner gedankt, und mit Recht
konnte der Vorſitzende, Herr Philipp Weber, in ſeinen Dankesworten
ſagen, daß das, was uns die Vergangenheit an künſtleriſchem Schaffen
gebracht hat, nicht nur ein Erbe ſei, was in Sammlungen und Muſeen
ruhe, ſondern daß die Kunſt auch noch heute bei uns eine Heimat habe
und daß Darmſtadt immer wieder eine Stätte künſtleriſchen Schaffens
und eine Pflegeſtätte der Kunſt ſein und bleiben müſſe. — Nächſte
Ver=
anſtaltung am 21. Juni, Vurtrag von Herrn Juſtizinſpektor Kröh
über: „Die 400jährige Geſchichte der Privilegierten Schützengeſellſchaft
Darmſtadt (1533—1928).
Freiwillige Sanitäts=Haupt=Kolonne
vom Roten Kreuz Darmſiadt.
Nur noch drei Wochen trennen die Kolonne von ihrem 40 Stiftungsfeſt am 1. Juli 1928, und unter der Mitarbeit
aller um das Zuſtandekommen ſich bemühenden Kräfte wird es
gelingen, das Feſt würdig zu geſtalten. Die zurzeit noch im Gang
befindliche Sammlung von Geldſpenden in der Stadt dient nicht
der Feier eines rauſchenden Stiftungsfeſtes, ſondern es ſoll
an=
läßlich dieſes Feſtes eine Ehrengabe der Bewohner
Darmſtadts an ihre freiwillige, oft erprobte
Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ſein, die dazu
dient, einen zweiten Krankenkraftwagen in den Dienſt zu ſtellen
und die von der Kolonne unterhaltene Sanitätswache
auszu=
bauen. Gemeinnützige, edle Zweck verfolgt ſomit die Spende,
und keiner ſollte den mit der amtlich beglaubigten
Liſte vorſprechenden Sammler abweiſen.
Amtsverbrechen. — Ein ungetreuer
Poſiſchaffner.
is. Das Landgericht Mainz verurteilte am 16. Februar 1928 den
Poſtſchaffner Heſch auf Grund von Indizienbeweiſen, wegen
Amtsverbrechen zu einem Jahr Zuchthaus und 150 Mark
Geldſtrafe. Der Angeklagte foll m amtlicher Eigenſchaft im
Bahn=
poſtamt Mainz am 16. und 17. Juni 1937 Briefe und andere
Sendun=
gen amerikaniſcher Herkunft erbrochen und ihres Inhalts beraubt, die
Umſchläge zerriſſen und in den Abort geworfen haben, wo tatſächlich
auch Reſte von Briefen und Umſchlägen gefunden wurden. Sehr
be=
laſtend war weiterhin die Tatſache, daß bei einer Hausſuchung in der
Weſtentaſche des Angeklagten insgeſamt 24 Dollarſcheine und eine
ameri=
kaniſche Landkarte gefunden wurden, über deren Herkunft der Angeklagte
keine glaubwürdigen Angaben machen konnte. Gegen das
landgericht=
liche Urteil legte der Angeklagte Reviſion beim Reichsgericht ein.
Der 1. Strafſenat verfügte die Aufhebung des Urteils im
Straf=
ausſpruch, ſoweit der Angeklagte zu einer Geldſtrafe von 150 Mark
ver=
urteilt wurde, da die geſetzliche Mindeſtgeldſtrafe für ſein Vergehen nur
3 Mark beträgt. In dieſem Umfange wurde die Sache an die Vorinſtanz
zurückberwvieſen. Im übrigen aber wurde die Reviſion verworfen.
(1 D 3B/B. — 8. Juni 1988.)
Kunſiuotizen.
deder Werte, Künſlier oder künftleriſche Veranſſoltungen, deren im Nachſichenden Grwihne
geſchſeht, behält ſch die Redanſon ibr Urtell vos
„Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten”.
Unter dieſem Titel läufk in der „Helia” ab Dienstag ein Kultur=
Großfilm.
De Vereinigten Staaten von Amerika ſind in den letzten
Jahr=
zehnten weit in den Geſichtskreis Europas hineingerückt. Ihre
wiriſchaft=
liche Macht, ihre techniſchen Großtaten finden in Wort und Schrift, in
Gedanke und Geſpräch unſeres Kontinents lebhaften Widerhall. Darum
wird der Film dem Intereſſe woiter Kreiſe entgegenkommen. Auf 17000
Kilometer langer Reiſe durch die Vereinigten Staaten iſt der Film
eut=
ſtanden und gibt amerikaniſche Lebens= und Schaffenskraft in ihrer
gan=
zen Vielgeſtaltigkeit und Größe wieder. — In Hamburg beginnt die
Filmreiſe und führt zunächſt nach New York, Waſhington und weiter
zu den Stromſchnellen von Alabama, nach den rieſigen Salpeterlagern
von Muscle Shoals, nach dem tropiſchen Florida und über New=Orleans
nach dem Ackerbaudiſtrikt des mittleren Weſtens. Die Baumwollinduſtrie
am Miſſiſſippi und der Grand Canon, ein großer Naturſchutzpark von
eigenartiger Schönheit, ſind die nächſten Reiſeziele. In Los Angeles
er=
reicht die Fahrtroute die Pazifikküſte, an der die kaliforniſchen
Frucht=
gärten, das Oelgebiet, die Goldfelder und ſchließlich San Franzisko
be=
ſucht werden. Durch die nördlichen Staaten führt die Reiſe weit über
das Felſengebirge zum Yellowſtone Nationalpark, und von dort aus in
den mehrere Staaten umfaſſenden Agrardiſtrikt. Milwaukee Chicago,
Detroit mit den Ford=Wertſtätten, die Niagarafälle, das große Kohlen=
und Eiſengebiet des Nordweſtens ſind einige Namen, die den Rüchweg
nach New York bezeichnen. — Der Film ſpiegelt die Größe und
Aus=
nutzung der Kraftquellen Nordamerikas in plaſtiſch geſtalteten Bildern
wider und iſt in beſonderem Maße geeignet, zur Bereicherung unſerer
Kenntniſſe, über da3 „Land der unbegrenzten Möglichkeiten”
beizu=
tragen.
Lokale Veranſtaltungen.
— Orden des Sterns. Am Mittwoch, den 13. Juni, abends
8 Uhr, ſpricht im Sitzungszinmer des Bahnhofhotels Frau Iſa
Sy=
ring=Raſtatt über: „Kriſhnamurti, der große Lyriker des göttlichen
Lebens‟. Gäſte ſind herzlich willkommen.
Tageskalender für Dienstag, den 12. Juni 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende
22½ Uhr, K 18 (Bühnenvolksbund): „Die Zauberflöte‟. — Kleines
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum, abends 20.15 Uhr,
Sommer=
bühne Harprecht: „Mädels von heute‟ — Konzerte:
Schloß=
kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim.
Herrngartenkaffee, nachm. 16 und abends 20 Uhr: Konzert. —
Orangeriegarten, abends 20 Uhr: Vereinskonzert des
Reichs=
bundes ehemaliger Militärmuſiker — Kinovorſtellungen:
Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
*Bezirksſchöffengericht.
Die Unregelmäßigkeiten auf der Bürgermeiſterei Hähnlein.
p. 1. In drei Punkten wirft die Anklage dem Bürgermeiſter Seib
von Hähnlein dienſtliche Verfehlungen vor: 1. ſoll er i Dezember 1924
als Bevollmächtigter der Gemeinde über Vermögensſtücke derſelben
ab=
ſichntlich zu deren Nachteil verfügt haben, indemer
ſichunzuläſſi=
gerweiſe einen Gehaltsvorſchuß von 500 Mark aus
der Gemeindekaſſe anweiſen ließ; 2. ſoll er in den
Jah=
ren 1924—1926 Gelder, Gebühren und Bürgſcheine, die er in amtlicher
Eigenſchaft empfangen und in Gewahrſam hatte, unterſchlagen haben;
3. ſoll er 1926 eine öffentliche Urkunde verfälſcht und von derſelben zum
Zwecke einer Täuſchung Gebrauch gemacht haben, indem er in dem nach
Vorſchrift zu führenden Kontrollbuch den Eintrag Nr. 151/25 von 9 Mk.
60 Pf. in 39 Mk. 60 Pf. abänderte.
Die ſeitherigen Ermittelungen haben ergeben: Den Gehaltsvorſchuß
hat der Angeklagte, wie er und ſeine Ehefrau angeben, derart
zurück=
gezahlt, daß er im Februar 1925 20 Mark bezahlte und den Reſt in
Raten abtrug, ſo daß er im Juni 1925 fertig war. Nach Angabe zweier
Zeugen wurden die 500 Mark erſt im Juni 1925 auf einmal
zurück=
bezahlt.
Angeklagter behauptet, es ſei oft vorgekommen, daß die
Bürgſchein=
gebühren nicht bezahlt worden ſeien, auch habe er aus den ſo
eingegan=
genen Geldern Unterſtützungen an durchreiſende Handwerksburſchen
aus=
bezahlt. Den Ertrag im Kontrollbuch gefälſcht zu haben, beſtreitet er,
der Eintrag habe urſprünglich ſchon auf 39 Mk. 60 Pf. gelautet.
Als Parteiloſer iſt Seib ſ. Zt. 1922 in der Stichwahl als Bürgermeiſter
gewählt worden. Der Beigeordnete hat nach Angabe Seibs in der
Ge=
ſchäftsführung vielfach dieſem Schwierigkeiten bereitet, namentlich foll
dies bei Beratung des Voranſchlags der Fall geweſen ſein. Seib gibt
an, dunch Quertreibereien in der Gemeinde 1926 krank geworden zu
ſein. Er hat eine Reviſion der Gemeindekaſſe ſchon im Jahre 1924 beim
Kreisam beantragt, weil ihm ſelbſt Unterſchlagungen nachgeſagt
wur=
den. Die Reviſion ergab, wie Seib ausführt, ein erſchreckendes Bild
der Gemeindekaſſe; er SSeib) habe ſich, weil darauf nach
Geſchäftsauf=
gabe angewieſen, einen Gehaltsvorſchuß geben laſſen und ſpäter —
An=
fang 1925 — zurüickgezahlt. Der Kreisdirektor von Bensheim
ver=
breitet ſich über die Hähnleiner Verhältniſſe. Die erſte Beſchwerde kam
an das Kreisamt 1926, weitere folgten. Die Mehrheit des
Gemeinde=
rats war gegen den Bürgermeiſter, weil er eigenmächtig handle. Bei
der Reviſion fehlten Gelder in der Gemeindekaſſe, was dem Rechner
zur Laſt gelegt wurde; es fehlten etwa 3000 Mark, wie die
Reviſions=
feſtſtellung ergab. Das Kreisamt hat die genannten Beſchwerden
abge=
wieſen. Der Eindruck war, daß eine ſtarke Gehäſſigkeit gegen den
Bürgermeiſter beſtand. Gehaltsvorſchußzahlungen mögen überhaupt im
Jahre 1924 bei manchen Gemeinden vorgekommen ſein, wobei allerdings
richtiger verfahren worden wäre, wenn man darüber den Gemeinderat
vorher verſtändigt hätte.
Die Beweisaufnahme ergibt, daß es bei Gemeinderatsſitzungen
immer ſehr ſtürmiſch herging, ja es haben auch geheime
Gemeinderats=
ſitzungen ohne Zuziehung des Bürgermeiſters ſtattgefunden.
Der Kreisſekretär des Kreisamts, der die Rechnungsgeſchäfte eben
wahrmimmt, nochmals vorgerufen, gibt eine Aeußerung des
Gemeinde=
rats Rechel, die im Wirtshauſe getan wurde, wieder, etwa des Inhalts,
er habe den Bürgermeiſter machen helfen, er werde auch helfen, daß
derſelbe wieder herunterkomme, wenns auch eine Kuh koſte.
Ein weiterer Zeuge bezeichnet die ganzen Treibereien als einen
Racheakt gegen Seib.
Der Staatsanwalt betont, daß bezüglich vieler Beſchwerpunkte das
Verfahren eingeſtellt wurde, nur drei Punkte ſeien zur Anklage übrig
geblieben; der Bürgermeiſter habe wohl in der Gemeinde einen
ſchwe=
ren Stand. Die Aufklärung erſcheine nach ſo langer Zeit erſchwert.
Einen ſchlüſſigen Beweis hält der Staatsanwalt hinſichtlich der drei
An=
klagepunkt nicht für erbracht, er ſtellt die Emtſcheidung in das Ermeſſen
des Gerichts. Der Verteidiger erachtet, der Angeklagte ſei gerechtfertigt
aus der erhobenen Anklage hervorgegangen, gegen den Angeklagten ſei
wie gegen ein Vieh gehetzt worden. Aus dieſem Milieu heraus müſſe
die ganze Angelegenheit betrachtet werden. Bezüglich des
Gehaltsvor=
ſchuſſes habe der Bürgermeiſter wohl inkorrekt gehandelt, aber eine
ſtraf=
bare Untreue ſei ihm nicht nachzuwoiſen. Für den zweiten Punkt der
Anklage fehle eine objektive Unterlage. Eine Urkundenfälſchung
ſchließ=
lich widerlege das Sachverſtändigengutachten des Profeſſors Dr. Popp,
das einwandfrei ſei. Der Angeklagte müſſe, weil unſchuldig,
freigeſpro=
chen werden.
Das Urteil ſpricht frei.
2. Wegen Verrats militäriſcher Geheimniſſe ſteht ein kleiner
Hand=
werker aus Mainz vor Gericht, weil er Beziehungen zu Offizieren des
franzöſiſchen öffentlichen Nachrichtendienſtes angeknüpft hat. Die
Oeffent=
lichkeit wird ausgeſchloſſen. Das Urteil lautet auf 1 Jahr Gefängnis,
1 Monat Unterſuchungshaft wird angerechnet. Der vom Angeklagten
bezogene Geldbetrag von 80 Mark wird für verfallen erklärt.
Aus den Parteien.
— Deutſchnatſonaler Frauenausſchuß. Wie bereits
mitgeteilt, ſoll morgen Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, im Saale bei
Sitte unſer geſelliges Zuſammenſein ſtattfinden. Unſere Mitglieder und
Freunde ſeien hierdurch nochmals herzlichſt eingeladen und um
voll=
zähliges Erſcheinen gebeten. Gäſte willkommen. Frau Geheimrat
Paaſche wird uns einen Vortrag halten.
— Dienstag, den 12. Juni, 8½ Uhr, im Fürſtenſaal, Grafenſtraße,
Mitgliederverſammlung des Demokratiſchen Ortsvereins:
Nedner Wenck über das Ergebnis der Reichstagswahl und
Stadtver=
ordnete: Goſenheimer über demokratiſche Gemeindepolitik.
Tahg.
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Dienstag, den 12. Juni 1923
Numme
34. Pollverſammlung der Seſſiſchen Handwerkskammer.
Der hefſiſche Wirtſchaftsminiſter und das Handwerk. — Die Lebensfragen des deutſchen Handwerks. — Der ).
des heſſiſchen Handwerkskammerhauſes in Darmſtadt beſchloſſen.
Geſtern tagte im Rathaus die 34. Vollverſammlung der Heſſiſchen
Handwerkskammer, zu der die Mitglieder faſt vollzählig erſchienen waren.
An den Verhandlungen nahmen prominente behördlſche Vertreter teil.
G3 waren u. g. erſchienen für das Miniſterium für Arbeit und
Wirt=
ſchaft Miniſter Korell und Herr Miniſterialrat Hechler, für das
Finanzminiſterium Miniſterialvat Wagner, für die Heſſiſche
Hand=
werkerzentvalgenoſſenſchaft Direktor Paech, ſowie die
Landtagsabgeord=
neten Haury, Lautenbacher u. a. Die Vollverſammlung
eröff=
nete der Vorſitzende, Herr Nohl, mit warmen Begrüßungsworten,
wo=
bei er insbeſondere den Miniſter für Arbeſt und Wrtſchaft und die
üb=
rigen Ehrenteilnehmer an der Verſammlung begrüßte. Er wies darauf
hin, daß im letzten Jahre außerordentlich viel geleiſtet wurde, und daß
man mit dem Ergebnis der geleiſteten Arbeit zufriedem ſein könne. Die
Heſſiſcha Handwerkslammer ſtehe an der Spitze aller deutſchen
Hand=
werlökammern. Bereitz in der letzten (Freitags=/Sitzung des Handwerks,
in der interne Fragen behandelt wurden, habe man alle wichtigen
Be=
lange des Handwerks in Anweſenheit des Miniſters Korell behandelt.
Auch die vielen Handwerkskammer=Nebenſtellen hätten ſich ſeither gut
bewährt, es ſeien weitere Anfragen wegem Einrichtung ſolcher Stellen im
Nechavgebiet und dem hintenen Odenwald erfolgt, die man nach
Möglich=
keit auch berüghſichtigen wolle. Leider ſei das Bauhandwerk durch die
Abdroſſelungspolitik im Wohnungsbau erheblich in Mückſtand gekommen.
— Man müſſe ſich ſcharf gegen die Vorwürfe wenden, daß die
Hand=
werkölammmer nicht alles verſuche, um auf die Steuerverhältniſſe einen
günſtigen GinAluß auszuütben. Man habe im Steuerausſchuß verſucht,
alle nur möglichen Milderungen zu erreichen, ebenſo ſeien im Prüfungs=
und Verdingungsweſen geeignete Schritte unternommen worden. In
ſeinen weiteren Ausführungen ſtreifte der Vorſitzende u. a. noch die
ver=
floſſenen Wahlen. In der Schulfrage hätte zwar noch keine
Verſtändi=
gung ſtattgefunden, doch hoffe man, zu einem zufriedenſtellenden
Ergeb=
nis zu gelangen. — Der Verſtorbenen wurde gedacht und die übliche
Chrung erwieſſen. Der Vorſitzende gab eine Anzahl Anträge bekannt
und wünſchte der Vollverſammlung guten Verlauf.
Miniſter Korell führte u. a. folgendes aus: Wie Sie aus
den Zeitungen erſehen können, bin ich in der Negierung, die am
14. Februar d. J. gebildet wurde, als Miniſter für Arbeit und
Wirt=
ſchaft in den letzten Wochen ſtändig genannt geweſen bei den
gewerb=
lichen Vereinigungen der verſchiedenſten Art. Es iſt das Beſtreben der
Megierung, in engſte Fühlung mit den Berufzvertretungen zu kommen.
Ich weiß wohl, daß ein Miniſter im Lande bei den verſtändigen
Leuten wohl als ein Bwiſchending zwiſchen Teufel und Engel angeſehen
wird — Wir hoffen, daß ſie in einigen Tagen auch den Miniſtern
des Nabinetts das Zeugnis ausſtellen, daß wir alles für Sie getan
haben, was möglich iſt, und zwar nicht wie neue Geſen, die gut kehren.
Ich darf die Handwerkskammer als Miniſter für Arbeit und
Wirt=
ſchaft begrüßen. Die Handwerkskammer iſt der Ausdruck des
Selbſt=
bewußtſeins des Handwerls, es in ſeinem inneren Denken ſelbſt
ver=
treten zu können. Dieſer Gedanke verleiht der Sitzung einer
ſelbſtän=
digen Berufsvertretung einen beſonderen Wert; ein moderner Stagt
muß darauf den größten Wert legen, muß wünſchen, daß die einzelnen
Stände in der berufsſtändiſchen Vertretung ſich ſelbſt vertreten. Wenn
das heſſiſche Handwerk Qualitätserzeugniſſe herſtellen ſoll muß die
Ausbildung eine handwerksmäßige ſein. Beim Handwerker hat die
Ausbildung zu erfolgen, und nicht in Kunſtgowerbeſchulen. In dieſes
Kapitel gehört auch die Ausbildung der Schneiderinnen. — Ich habe
jetzt die Möglichkeit, einigen ein Stipendlum zu geben. Bei der
Ge=
werbeſchule in Schotten habe ich eins zugeſagt, natürlich muß in jedem
Falle, wo mir ein Vorſchlag gemacht wird, die betreffende Organiſation
einen geeigneten Herren vorſchlagen. Ich wünſche alſo, daß die
ge=
werblichen Organiſationen ſolche Vorſchläge machen, und dieſe werden
nur im Einverſtändnis mit der Handwerkskammer Darmſtadt
geneh=
migt. Im übrigen iſt es für das Handwverk eine Lebensfrage, daß es
auch Arbeit gibt. Ich habe als Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft
leider gar keine Aufträge zu vergeben. Gerne einſetzen will ich mich
für den Vorſchlag, der von dem Vertreter des Schuhmacherhandwerks
gemacht iſt. Das Schuhmacherhandwenk muß zeigen, daß es
Qualitäts=
apbeit liefert, und ich will mich ebenſo für Lieferung von
Uniform=
ſtücken bei der Schupo für das Schneiderhandwerk einſetzen. — Auch die
Auszahlung der Gaukoſtenzuſchüſſe läuft durch mein Miniſtertum. Wenn
der Handwerker Arbeit liefert, will er auch Geld haben.
Ich habe eine neue Hilfskraft im Miniſterium beantragt, weil
täg=
lich 700 Baugeſuche einliefen und wir die Arbeit nicht bewältigen
konnten. Wir müſſen dieſe Baupläne berechnen und uns überzeugen,
daß alles richtig iſt. Wir machen das ſo raſch, wie nur möglich, und
dann kommt hinzu, daß die Kontrolle oſt eine überaus ſchwierige (ſt,
da die Sache zu kompliziert. Oft liegt es aber auch an den
Handwer=
kern. Wie ich das aus eigener Erfahrung weiß, habe ich nicht
ein=
mal, ſondern oft dreimal die Aufforderung an die Handwerker gerichtet,
ſofort nach Beendigung der Arbeit ihre Rechnung zu ſtellen. — Damit
ſchließe ich meine Ausführungen, begrüße Sie und wünſche Ihrer
Tagung den beſten Erfolg.
führenden Direktor, Herr Schüttler, enſtatteten Jahresbericht
ver=
handelt. Der Bericht, der gedruckt vorlag, befaßt ſich mit allen die
Handwerkskammer betreffenden Fragen. Er gibt zunächſt einen kurzen
Uebevblick über die wirtſchaftliche Lage, wobei ausgeführt
wurde, daß das Verwaltungsjahr 1937 im allgemeinen eine nicht
un=
weſentliche Geſchäſtsbelebung brachte, die bis etwa Dezember 1927
an=
hielt. Faſt in allen Handwerkszweigen, insbeſondere ſoweit ſie der
Bau=
wirtſchaft oder der Verſorgung der Bevölkerung mit unentbehrlichen
Gegenſtänden des täglichen Bedarfs dienten, war gute Beſchäftigung
feſt=
zuſtellen. Wenig beſchäftigt, ja ſozuſagen notleidend ſind dagegen immer
noch die dem Luxusverbrauch dienenden, die ſog, ſchmütckenden und
künſt=
leriſchen Handwerkszweige. Ungünſtig wirkte auch die Vereinfachung im
Wohnungsbau, in der Möbelausſtattung uſw., die eine Reihe von
Hand=
werközweigen, z. B. Holzbildhauer, Dreher und dengleichen faſt lahmlegt.
Ein ſchwverer Schlag wurde der Wirtſchaft verſetzt, als man plötzlich
die Auslandsanleihen abdroſſelte und damit alle Pläne insbeſondere des
Baugewerbes, das an ſich bis Herbſt 1927 gut beſchäftigt war, zerſtörte.
Geſteigerte Bautätigkeit bringt nicht nur Beſchäftigung den unmittelbar
bei dem Bauen tätigen Perſonen, ſie belebt in ihnen Ausſtrahlungen die
geſamte Wirtſchaft, bringt Arbeit und Verdienſt in weiteſte Kreiſe. Die
Verzinſung des aufgewendeten Napitals wird gewährleiſtet durch das
Aufblühen der Wirtſchaft. Es iſt ja auch nicht ſo, daß die Wohnhäuſer
mit reinem Auslandskapital erſtellt werden ſollen. Vielmehr dienten der
Finanzierung vor allem die aus der Hauszinsſteuer aufgebrachten Mittel
ſowie eigenes Dapital des Bauliebhabers, während nur eine beſtimmte einfacher, klarer Steuergeſetze mit Steuerſätzen, die der
Summe für den Einzelbau innerhalb der Gemeinden aus der von dieſen
aufgenommenen Auslandsanleihe gedeckt werden ſoll. In dem Bericht
wird weiter u. a. ausgeführt: Die Sondergebäubeſteuer wird leider nicht
in voller Höhe ihrem ureigenen Zweck zugeführt. Eigenes Kapital iſt zu
gering vorhanden, wagt ſich auch infolge der Zwangsbewirtſchaftung der mer und die Stellumgnahme zu Geſetzentwürfen iſt in dem vorliegenden
Wohnungen nicht auf den Baumarkt. Hypothekenbanken und Sparkaſſen
müſſen infolge der allgemeinen Gelderknappung Zurüchaltung üben.
Bleibt als Endfonderung weitergehende Freigabe von
Sonderſteuermit=
teln und die Einfuhr ausländiſchen Kapitals auch zu Bwechen des
Woh=
nungsbaues. Die Handwerkskammer hat denm auch zu dieſer Frage in
dem bekannten Handwerkerprogpamm Stellung genommen und ihre
For=
derungen erhoben. Weiter war ſich auf dem Gebiete der Bauwirtſchaft
mit dem
Vergebungsweſen
auseinander zu ſetzen. Wie der Vertreter der ſtaatlichen Bauverwaltung
in der letzten Vollverſammlung erklärte, hat der heſſiſche Staat die
Reichsverdingungsordnung angenommen, ſeine Behörden
zu deren Begchtung angawieſen, und auch den Bauverwpaltungen der
ſon=
ſtigen öffentlichen Körperſchaften die Ginfihrung empfohlen. Ein Reihe
von Landgemeinden lehnen aber die Einführung ab. Dauernde glagen
treten immer wieder wegen Verüchſichtigung der Mindeſtfordernden auf.
Hier erſchwert das Handwerk ſelbſt die Stellungnahme, da vielfach
ord=
nungsmäßige Aalkulation fehlt und planlos die Preiſe abgegeben
wer=
den; die vergebenden Stellen müßten aber auch ſelbſt mit beſtrebt ſein,
auskömnnliche Preiſe für die zu vergebendem Arbeiten anzulegen. Der
Bericht befaßt ſich dann mit der Lieferungszuführung an das
Be=
kleidungsgewerbe und den Reichslieferungen.
Ginen breiten Nahmen in dem Arbeitsgebiet der Kammer nahm
auch im abgelauſenen Verwaltungsjahr wieder
die Kreditwirtſchaft
ein. Es galt, das im Vorjahr mit Genehmigung der Vollverſammlung
aufgenommene Baudarlehen in Höhe von 2,5 Millionen Mark
ordnungs=
mäßig zu verwalten. Allmonatlich ſanden Sitzungen der beſtellten
Kredit=
kommiſſion ſtatt, die die eingelaufenen Geſuche zu beraten und darüber
zu entſcheiden hatte. Waren bei Beginn des Verwaltungsjahres die
An=
forderungen nur äußerſt gering, ſo ſteigerten ſie ſich mit der Zunahme
der Geldverknappug und führten dazu, daß bereits im Januar d. J.
die Gelder nahezu reſtlos verteilt wanen. Leider mußte eine große Zahl
Kreditanträge dann abgelehnt werden. Auch iſt es ausgeſchloſſen, weitere
Hapitalien ſeitens der Kammer aufzunehmen. Immerhin ſind von den
aufgenommenen Geldern 2 Millionen Mark in das Handwerk gefloſſen,
die eine lebhafte Bautätigkeit in zahlreichen Städten und Gemeinden
hervorrieſen, aber auch vielen Betrieben Möglichkeit zu Erweiterungs=
und Ergänzungsbauten boten. Von dem aufgenommenen Kapital erhielt
die Volksbank Darmſtadt 500 000 Mark vertraglich zur eigenen
Verwal=
tung, da ſie es war, die das geſamte Miſiko dieſer Finanzaktion auf ſich
genommen hatte. G8 beſteht aber Ausſicht, noch einen beſtimmten Teil
frei zu machen, um dringende Forderungen befriedigen zu können.
Kredite für Nohſtoffverſorgung ſtehen dagegen weiterhin zur Verfügung.
Allerdings waven auch hier vielfach eingehende Verhandlungem
erforder=
lich, um dieſe Aktion in Fluß zu halten. Die Darlehen ſind ſelbſtredend
höher verzinslich wie die vorbeſprochenen Baugelder, ſtehem aber
immer=
hin noch merklich unter dem ſonſt üblichem bankmäßigen Zinsfuß. Auch
dieſe Gelder ſtehem unter Verwaltung einer beſonderem Kreditkommiſſion
und werden die dort genehmigten Geſuche von der heſſ.
Handwerkerzen=
tralgenoſſenſchaft, Abt. Landesgewerbebank, geſchäftlich behandelt. Der
ſehr umſaſſende Bericht behandelt woiter die Fragen der Rhein=
Nuhr=
hilfe 1925, der neuen Nhein=Ruhrhilfe, der Fonds für Arbeit und
Wirt=
ſchaft im beſetzten Gebiet, der Bekämpfung der Regiebetriebe, der
Be=
kämpfung der Schwarzarbeit. Auf dieſem Gebiet wanen eine Neihe von
Verhandlungen teils mit, teils ohne Erfolg mit dem Finanzämtern und
arbeitgebenden Firmen zu führen. Die wirtſchaftlichen Kriſen, wie aber
auch die ſtarlem Matzionaliſierungsmaßnahmem der Induſtrie machen ſich
für das Handwverk dunchaus ungünſtig durch ſtarke Zunahme der
Schwarz=
arbeit bemerkbar. Auch dieſe Frage läßt ſich nur im Wege der
Geſetz=
gebung regeln, und gehen die Beſtrebungen dahin, gemeinſam mit dem
Reichsverband des deutſchen Handwerks Sicherungen bei Erledigung des
Arbeitsſchutzgeſetzes zu erreichen.
Ein weiteres Arbeitsgebiet hat die Handwerskammer ſeit den letzten
beiden Jahren aufgenommen, indem ſie mehr und mehr ihre
Aufmerk=
ſamkeit der
Weiterbildung des Nachwuchſes im Handwerk
widmete. Die Aufhebung der Zentralſtelle für die Gewerbe machte eine
Ueberführung deren Arbeitsgebiete, ſoweit dies aus eigener Kraft des
Handwerks möglich, an die Handwerkskammer nötig. — So ſind denn
auch für eine Neihe von Handwerkszweigem beſondere Fortbildungskurſe
eingerichtet worden, die, von der Kammer getragen, gegen beſcheidene
Unterrichtsgebühr den Jungmeiſtern und Geſellen zur Verfügung
ſtan=
den, in den ermieteten Unterrichtsräumen im Ernſt=Ludwigshaus
abge=
halten werden. Auch in einigen anderen Städten wurden Kurſe
veran=
ſtaltet, auf die in dem Bericht nähen eingegangen wird.
Geplant iſt neuerdings die
Einrichtung von Führer= und Obermeiſterkurſen.
Es hat ſich das Bedürfnis herausgeſtellt, zur Belebumg der Organiſation
beſondere Kurſe für Ohermeiſter abzuhalten, in denen eingehende
Beleh=
rung über Innungsrecht, aber auch über den geſamten Aufgabenkreis
der Innungsleitung erteilt werden ſoll. — Weiter iſt es erfonderlich, dem
Handwerk neuen Führernachwuſchs zuzuführen. Dem ſollen beſondere
Nurſe dienen, in denen die Grundlagen der Volkz= und
Handwverkswirt=
ſchaft, der Staats= und Bürgerkunde, des Gewerberechts, des
Arbeits=
rechts, der ſozialen Verſicherungseinrichtungen, des Innungsweſens, der
handwverklichen Organiſation und alle mit Heranbildung geſchulter
Füh=
rer im Handwerk notwendigen Kenntniſſe vermittelt werden ſollen. Die
Verhandlungen hierüber ſtehen vor ihrem Abſchluß.
Mit zu den wirtſchaftlichen Aufgaben der Kammer gehörte auch im
abgelaufenen Jahre
die Behandlung der Steuerfragen.
Es beißt danu in dem Bericht: Der Handwerksbetrieb iſt zweifellos eine werde ein früherer Arbeitsbeginn in den Bäckereibetrieb ſi
Zu Punkt 2 der Tagesordnung wurde über dem von dem geſchäfts= der ſteuerlich ungünſtigſten Unternehmungsformen. Jedenfalls vermag der
Handwerker der vollen Wucht der Steuerlaſten nicht einen Schritt breit ohne zu viel verſprechen zu wollen, dafür eintreten, daß d
auszuweichem. Die Geſamtbelgſtung der Betriebe iſt allen
Verſprechun=
gen zuwider nicht gemildert worden. Die geringe Erleichterung bei
ein=
zelnen Neichsſteuern, die den Auftakt bilden, ſollte zu einem planmäßigen
Steuerabbau, wurde mehr als wettgemacht durch Erhöhungen anderer
Steuern und Abgaben, namentlich der Gemeinden. Die erhoffte
Ver=
ringerung des Steuerbedarfs durch die Nationaliſierung der öffentlichen
Verwaltungen vermittels einer durchgreifenden, Erſparniſſe bringenden
Verwaltungsreform hat bis jetzt ebenfalls poſitive Ergebniſſe nicht
ge=
zeitigt. Indeſſen machen die ſteuerlichen Aderläſſe eine geſunde
Auf=
wärtsentwicklung der Betriebe, insbeſondere des Handwerksbetriebs,
un=
möglich, feſſeln den unternehmungsgeiſt und führen im Verein mit
au=
deren verderblichen Folgewirkungen der anhaltenden Depreſſion im
Mit=
tel= und Kleinbetrieb zu einem unheilvollen Peſſimismus.
Die unerträglichen Laſten und Pflichten, die den Handwerker in der
Negel ſowohl als Gewerbetreibenden, als auch Arbeitgeber und
Haus=
beſitzer treffen, machten eine dauernde, peinliche Ueberwachung und
gut=
gechtliche Mitwirkung auf dem Gebiet der Steuergeſetzgebung, Steuer= Gewerb=ſchulrat Dr. Bünnings=Gießen, hinwies.
verwaltung und Steuerrechtſpnechung nötig, verlangten darüber hinaus
eine umfangreiche Aufklärungsarbeit über die komplizierte
Geſetzes=
materie und die vielſeitigen Pflichtem des gewerblichen Steuerzahlers
und erforderten letzten Endes Gewährung von Schutz und Beiſtand in
überaus zahlreichen Einzelfällen. Dieſe Tätigkeit wurde in engſter
Zu=
ſammenarbeit mit dem Steuerausſchuß des Handwverks= und
Gewerbe=
verbandes dunchgeführt. Das Ziel der Beſtrebungen iſt die Schaffung
Leiſtungsfähigkeit und den Verhältniſſen des Handwverks, angepaßt ſind.
— Der Bericht befaßt ſich weiter mit Fragen der Steuergeſetzgebung
und mit Organiſationsfragen. Die Gemeinſchaftsarbeit mit den andeven ler den Vorſitz. Die Wahl des 1. Vorſitzenden, der ſeit
berufsſtändiſchen Vertretungen ſowvie die Verſvaltungsaufgaben der Kam=
Jahresbericht eingehend erörtert. — Ueber das
Lehrlingsweſen
wird ausgeführt: Das infolge der Tätigkeit der Nebenſtellen neu
ein=
geführte Negiſtrierverfahnen der Lehrlingsmeldungen hat ſich gut
be=
ſpährt und brachte der Hauptſtelle eine weſentliche Entlaſtung. Auch die
Einführung einer Einſchreibgebühr für verzögerte Anmeldumg,
entſpre=
chend dem Beſchluß der Vollberſammlung, wirkt ſich, was ihr Bweck war,
als gutes Evziehungsmittel aus. Selbſtredend entſtand eine Fülle von
Neklamationen, die in der Regel abgelehnt, und denen nur in ganz
be=
ſonders begründeten Fällen ſtattgegeben wurde. Der Lehrmeiſter muß
ſich den geſetzlichen Verpflichtungen unterziehen, wenn Ordnung in dieſen
Dingen geſchaffen werden ſoll. Dieſe Frage, wie auch die im
Lehrver=
trag vorgeſehene Forderung auf Angabe der Anleitungsberechtigung
wird öfters als ungehörige, überflüſſige Beläſtigung empfunden. Hierzu
darf geſagt werden, daß die Verwaltung der Kammer erſt vom Hand=
werk ſelbſt zu dieſen Kontvollmaßnahmem gezwungen wurde
mit hofft, die nur allzu zahlreich vorkommenden Verſtöß
Es kann hierin in keiner Weiſe eine Beläſtigung erblickt we
die alten Meiſter ſollten, dem Bweck erkennend, ohne weite
ſehenen Anmerkungen ausfüllen.
In ein neues Stadium iſt dieſe Frage der tariflichen
des Lehrlingsweſens getretem dadurch, daß die S
der Bauhauptgewerbe einen Tariſvertrag abſchloſſen, der
verbindlich erklärt, auch die Lehrlinge im Maurer= ur
gewerbe umfaßt. Die Einſprüche des Reichsverbands
Hondwerks blieben trotz der ſehr ſcharfen Auseinanderſetz
ſtändigen Ausſchuß unberückſichtigt.
Wie alljährlich haben auch in dieſem Jahre bei allen m
ſellenprüfungsausſchüſſen der Innungen und Ortsgewer
ſellenbrüfungen ſtattgefunden. Im abgelaufenen Jahre
der Meiſtenprüfung insgeſamt 769 Prüflinge der Prüfumg
teilen; Provinz Starkenburg 344, Provinz Oberheſſen
Rheinheſſen 164.
Die Umlageerhebung bedingt auch im abgelaufenen 2
hebliche Arbeitsbelaſtung, da die Hebliſten von der Kam
die zahlreichen Neklamationen erledigt werden müſſen.
wir auch diesmal wieder berechtigten Klagen entgegenge
haben in einer großen Zahl von Fällen Ermäßigungen un ſS
treten laſſen.
Mit anderen Wirtſchaftsorganiſationen ſowie mit der
ſtellen wird engſte Geſchäftsbewbindung und verſtändnisbol vömu
arbeit angeſtrebt. Dem neuen Herrn Arbeits= und Wirt
Norell wird in jeder Weiſe Vertrauen entgegengebracht, Hol
reits in verſchiedenen perſönlichem Verhandlungen die Wün ge
werks vorgetnagen und wichtige Fragen beſprochen werden
Aufſichtsbehörde wie insbeſondere auch dem Herrn Staats fiſſ
nunmehr ſchon lange Jahre dieſes Amt ausübt, wird h ger ?
abgeſtattet. — Die
Tätigkeit der Kammer=Nebenſtellen
entwickelt, ſich in durchaus zufriedenſtellender Weiſe. Käm
Dienſtſtellen ſind neben den Vorſitzenden überaus, dur
ihren Aufgaben gewachſene Perſönlichkeiten tätig, die in 2
und mit dem nötigen Verſtändnis ihre Aemter verwalte.
fügten Berichte gaben ein anſchauliches Bild über die G
Stellen und die im Jahre 1927 geleiſtete Arbeit. Dam
Jahresbericht.
In der nun anſchließenden Debatte wurde zu einiger
Jahresberichts Stellung genommen. Erörtert wird die
der Sprechtage, Ehrenmeiſter Schmuck übt Kritik an der Td. Ne0ſ4
manchmal an der nötigem Mitarbeit fehlen laſſe. Ander Slſſn
redner nahmen Stellung zur Schwarzarbeit, zum Lehrli
Reichsverdingungsordnung uſp. und ſtellen verſchiedene An em aM 1u
Negierung.
Min=Nat Wagner nimmt zu verſchiedenen Ausle
lung, erklärt u. a., daß z. B. die Auswirkung der Verdin
im Jumi des vorigen Jahres eingeführt wurde und beſo
alte Verträge laufen, die Auswirkung noch nicht nachhalte
Es ſoll eine Umfrage ſtattfinden, wie weit die Reichsverdin
eingeführt ſei. Ueber Beſchwerden, die Vergebung von Ar
Bauverwaltung betreffend, werde man genaue Prüfunge
allerdings ſei zu verlangen, daß ſichere Unterlagen geliefer
beitsbergebumg nur an Handwerksmeiſter könne nach d
Beſtimmungen nicht zugeſichert werden.
Der Vorſitzende dankt für die Auslaſſungen und möe
Negierungsvertreter zu demnächſt ſtattſindenden interne
des Handwerks einladen.
Direktor Schüttler dankt für die günſtige 2
Ber ſchts, der zu Beanſtandungen und Klagen keinen Anlaß
Kurz kam er auf die Führerkurſe zu ſprechen, die von
länden erledigt würden, ferner auf die Kreditwirtſchaft.
Miniſter Korell ergreift nochmals das Wort und EEit
daß Bauzuſchüſſe natürlich nur vergeben werden, könne geil 0
notwendige Kapital als vorhauden nachgewieſen werde, al
z. B. noch ausſtehende Arbeitsleiſtung, nicht als Kapt= rrn 0
ſprechen. Es ſei das dringende Veſtreben, das Baugen
heln, und dazu gehöre unbedingt eine ſichere finanzie Estailt icmh
Gegen Schwarzarbeiten wolle er mit aller Schärfe vorgeh en ſa
ſich aber der Tatſache nicht verſchließen, daß ganz erhebk, Echict
keiten beſtänden. Er hoffe, daß die Verdingungsordnung
Lande eingeführt werde. Das Verhältnis zwiſchen Beamt
werk ſei feſtgelegt. Daß keine Uebergriffe vorkommen, w er ſM
überwachen. Wegen des gewünſchten ſpäteren Ladenſchl: Feill
nötigen Schritte bereits eingeleitet. Ganz beſonders hal
bereits mit den Belangen der Bäckerinnung beſchäftig Wledu
erlaubt. Alle Belange des Handwerks werde er eingehen in M
Forderungen des Handwerks nach Möglichkeit erfüllt werl
Den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführun
ſchen Wirtſchaftsminiſters, der wegen beruflicher Verpfl 2
Tagung nicht weiter beiwohnen konnte, folgte eine lebhaf
in der von einigen Nednern darauf hingewieſen wurde,
here Ausgabe von friſchen Brötchen wegen der Folgen, 1 I.
bunden ſeien, vielleicht gar nicht erwunſcht ſei.
Zu Punkt 3 der Tagesordnung wurde der von der
rungs= und Betriebsberatungsſtelle der Handwverlskamme Sie
Tätigkeitsbericht (ſ. beim gedruckten Verwaltungsbericht) 1 Jd
genannte Stelle hatte im Vorſaal und im Sitzungsſaal e
Ausſtellung von ſtatiſtiſchem Material über die beruflich
ſetzung des heſſiſchen Handwerks, die Stärke der einzelne.
zweige in den drei Provinzen, des handwerllichen Organt
und über ihre Tätigkeit in Angelenenheiten der
Betriels=
tionsmittelberatung veranſtaltet, vorauf der Leſter der
Zu Punkt 4 der Tagesordnung erſtattete der Beauftra S.
mer, Herr Neſſel= Offenbach, einen Vericht über ſeine 2 0l
keit der Lehrlingsverhältniſſe und verwies auf die Ausſtell! Su 0
material, das zum beſſeren Verſtändnis der Lage auf dieſe
den Vorzimmern ausgeſtellt ſei.
Die Ueberſicht über die Cinnahmen und Ausgaben des
wurde von Heurn Direktor Schüttler vorgetragen und
ſammlung nach kunzer Ausſprache für gut befunden. Nack
des Nechnungsbrüfungsausſchuſſes wurde Entlaſtung erteil.
Während der Neuwahl des Vorſitzenden übernahn A.—
Amt inne hat, ergab die einſtimmige Wiederwahl des ſeit
ſitzenden, Herrn Nohl. Die ausſcheidenden Vorſtandsmit?
und Berger wurden wiedergewählt, für das berſtorbene
glled Leonhard wurde Herr Neß=Friedberg gewählt, auße
die Herren SchwarzDarmſtadt und SchöntaaMainz ge
der Nezpahl der Mitglieder für den Rechnungsprüftungs”
Berufungsausſchuß und den Lehrlingsausſchuß kommt der
Voranſchlag für 1928
zur Beratung, der einen Umſchlagsbedarf a) der Haupce.
144 000 Mk., b) der Nebenſtellen von 100 000 Mk., 0) der 2
76 (00 Mk. aufweiſt und nach eingehender Debatte angen”
Der Grundbetrag von 600 und 098 Mark vro 10 Mk.
halten. Der Vorſitzende ſchlägt vor, dem Fonds füt d
eines Handwerkskammerhauſes 45000 Mark.
zuzuführen=
tont, daß beſonders manche Städte ihrer Beitragsbficht n
nackkommen, und angefragt, wie weit der Betrag der Stat
zahlt ſei. Min=Nat Hechler erklärt, daß es keine Hond9e 2
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[ ← ][ ][ → ]
ſe zur vünktlichen Einhaltung ihrer Zahlungsberpfläichtumgen zu
gen, hierauf müßten die Stadwerordneten dringen. — Das Ne=
* der Ausſprache ergab die Beibehaltung der ſeitherigen Umlage
die ueberweiſung von 45000 Mark an den Baufonds der Hand,
3kammer.
Shndikus Dr. Lindemann trug die geplante Abänderung der
terprüfungsordnung vor, die die Ungültigkeitserklärung einer
Prü=
vorſieht, falls ſich nach abgelegter Prüfung herausſtellt, daß der
Ting mit unerlaubten Mitteln das Beſtehen ſeiner Prüfung erreicht
Dem Vorſchlag wurde zugeſtimmt.
Nach der Neubeſtellung der Geſellenprüfungsausſchüſſe erſtattete
etor Paeſch Bericht über die Heſſiſche
Handwerkerzentralgenoſſen=
die im vergangenen Jahre wieder mit gutem Erfolg gearbeitet
Die notwendigen Rücklagen konnten gebildet werden. Beſonders
maſchinenabteilung habe günſtig gearbeitet. Anträge auf
Ruhr=
te in beſchränktem Maße, etwa bis 100 000 Mark, könnten wieder
rſichtigt werden. Aber das heſſiſche Handwerk mit ſeinen 36 000
zwerksmeiſtern müßte die Handwerkerzentralgenoſſenſchaft unbedingt
mehr unterſtützen durch Nehmen von Anteilen und durch jederzei=
Vertreten der Intereſſen der Anſtalt. Schwierigkeiten beſtänden
mtlich in der Rohſtoffabteilung. Mit Freude ſei die Abſicht zu be=
. Fachkurſe über das Genoſſenſchaftsweſen abhalten zu laſſen.
der Bitte um recht engen Zuſammenſchluß in der Organiſation
z der Herr Referent ſeine Ausführungen.
Inter Punkt „Verſchiedenes” ſtellt Ehrenmeiſter Schmuck den
ag, daß die nächſte Plenarſitzung noch in dieſem
Fe in Worms ſtattfinden ſolle. Dem Antrag wurde zugeſtimmt.
er Vorſitzende gibt darauf einen Vorſchlag des Oberbürgermeiſters
nt; der dahin geht, daß der Handwerkskammer auf dem
Exerzier=
an der Rheinallee ein Bauplatz umſonſt zur Verfügung geſtellt
e, wenn
das Haus für die Handwerkskammer
930 erbaut wird. Die Vollverfammlung beſchließt nach eingehender
tung, in der, wie auch bei den vorhergehenden Diskuſſionen, u. a.
tagsabgeordneter Lautenbacher und Herr Steinmetz wiederholt das
ergreifen, dieſem ſehr günſtigen Vorſchlag zuzuſtimmen. Man
bei dieſer Erſtellung von der Erwägung aus, daß die alten
Büro=
ge nicht mehr ausreichen, daß der frühere Exerzierplatz eine ſehr
ige Lage für das Handwerkskammerhaus ſei, und daß, da
anzu=
en iſt, daß auch in dieſem Teil. der Rheinſtraße ſpäter, ein
Ge=
sverkehr zu erwarten ſei, bereits Läden in das Haus eingebaut
en könnten, ſo daß, abgeſehen von dem günſtigen Angebot des frei
Verfügung geſtellten Bauplatzes, das Haus nicht allzu teuer ſein
e. — Ein weiterer Vorſchlag geht dahin, einen Garantiefonds
100 000 Mark für die Landesgewerbeausſtellung, an der das
Hand=
vorausſichtlich teilnehmen werde, zu genehmigen. Man beſchließt,
nem Garantiefonds grundſätzlich ſeine Zuſtimmung zu geben, wenn
Ausſtellung tatſächlich beſchloſſen iſt, „ber die Höhe dieſes Fonds
erſt in der nächſten Plenarſitzung zu entſcheiden. Nach Erledigung
er kleiner Anträge ſchließt der Vorſitzende mit Dankesworten die
Follverſammlung.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
ſſe Veröffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion kelnerlei
Ver=
inſender verantwortilich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurläckgeſandt, die Ablebnung nicht begründet werden.
Burde nicht ſeinerzeit ein polizeiliches Verbot erlaſſen bezüglich des
unheimlichen Geknatter des Maſchinengewehres gleichenden ohren= worden iſt.
benden Lärmes der Motorradfahrer? — Wenn ja — dann wird
öbliche Polizeibehörde hiermit dringend erſucht, dieſe ganz in
Ver=
iheit geratene Schutzmaßregel zugunſten des nicht motorradelnden
ikums — die zugleich eine ernſthafte Verwarnung gegen das für
näßige Renntempo ſein müßte, hauptſächlich an den zur beſtimm=
Tageszeit beſonders gefährdeten Straßenkreuzungen, an welchen
chtsbeamte zudem fehlen — in gebührende Erinnerung zu bringen.
Auch ſollte eine ſtrenge Verordnung erlaſſen werden, dahingehend,
Reparaturen, einerlei welcher Art, auf der Straße vorzunehmen —
ſondere dort unbedingt verboten ſind, wo eine Werkſtatt zur
Ver=
ag ſteht.
Man braucht kein Gegner von Auto und Motorrad zu ſein, aber
rnn von der zuſtehenden Behörde verlangt werden, daß ſie, wie
auch in dieſer Sache für die nötige Rückſichtnahme auf einen
en Teil der Einwohnerſchaft ſorgt.
Briefkaſien.
ſeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Rechtsverbindlichkelt.
teure deshalb an. 2. Der Kaufpreis für einen derartigen in der
ationszeit geſchloſſenen, vom Käufer noch nicht erfüllten Vertrag
ach allgemeinen Rechtsgrundſätzen aufzuwerten. Sie werden gut
n tun, einen Anwalt zu Rate zu ziehen, da hier beſonders die
chaftlichen Verhältniſſe beider Teile zu berückſichtigen ſind.
H. 3. 1. Sie müſſen die genauem Verwandtſchaftsverhältniſſe und
Zeitpunkte des Todes der Verwandten (Vater, Schweſter) angeben.
wird ja wohl auch Erbſchaftsſteuer gezahlt worden ſein, ſo daß die
zandtſchaftsverhältniſſe aus dem Steuerbeſcheid hervorgehen dürften.
r dieſer Allgemeinheit iſt die Frage nicht zu beantworten.
3. H. 58. 1. Die Frageſtellung iſt unklar. Iſt ein Raum an zwei
onen vermietet, ſo ſteht ihnen ausſchließlich das Recht zu,
ahlung für Wochen bis zur Summe von wöchentlich 45
Reichs=
der Pfändung nicht uterworfen. Damit erledigt ſich die weiter
Ute Frage.
Aus Heſſen.
Noiprogramm per Kaſſe.
Von landwirtſchaftlicher Seite ſchreibt man uns: „Jetzt, wo es
darauf ankommt, die von Reichstag und Reichsrat längſt bewilligten
Geldmittel flüſſig zu machen und der Landwirtſchaft und damit auch der
übrigen Wirtſchaft das Geld ſchnellſtens zuzuführen, muß es ermöglicht
werden, die übliche Langſamkeit des bürokratiſchen Apparates zu
be=
ſchleunigen. Die beteiligten Stellen ſollten ſich den Sinn des Wortes
„Notprogramia” mehr vor Augen halten. Es handelt ſich um „Not”,
um Not, der Hilfe gebracht werden ſoll, und zwar möglichſt ſchnell.
Unter ſolchen Umſtänden muß es möglich ſein, die bewilligten
Geldmit=
tel ſchnell unter die Leute zu bringen, für die ſie beſtimmt ſind.”
Man wird dieſen Ausführungen nur beiſtimmen können. Das
Notprogramm verliert ſeinen Sinn, wenn die Flüſſigmachung der
Wern.
Gelder vermeidbar verzögert wird.
An. Arheilgen, 9. Juni. Gemeinderatsbericht. In der
letzten Gemeinderatsſitzung wurde bezüglich Gemeindeſteuern beſchloſſen,
nach den Weiſungen des Staates zu verfahren und bei Erläſſen und
Stundungen in der gleichen Weiſe zu verfahren. — Zum Punkte
Orts=
bauplan, hier Aenderung der Fluchtlinie beiderſeits der Provinzialſtraße
zwiſchen Hammelstrift und Weinbergſtraße, wurde der vorgelegte Plan
nach Aenderung einiger Anſtände genehmigt — Der Antrag auf
An=
kauf des Grundſtücks der Bernhard Appel Wwe, in der Guten
Garten=
ſtraße wurde an die Finanzkommiſſion verwieſen. — Zum Geländetauſch
zwiſchen Gemeinde und Michael Appel ſoll eine Beſichtigung durch die
Tiefbaukommiſſion ſtattfinden. — Zur Verbreiterung der Reitbahn und
dem Geſuch des Emil Schäfer um Ankauf des erforderlichen
Hofreiten=
teils wurde Vertagung beſchloſſen. — Zum Geſuch des Wendel Kropp
wegen Verlängerung des Kanals in der Weinbergſtraße wurde die
Uebernahme eines Teils der Koſten gutgeheißen. — Ein Beſchluß zum
Geſuch des Arthur Zeidler wegen Verlängerung der Waſſerleitung in
der Etteſterſtraße wurde bis zur Vorlage eines Koſtenvoranſchlags
zurückgeſtellt. — Das Geſuch der Sportvereinigung 04 um planmäßige
Herrichtung des Lindweges nach dem Arheilger Mühlchen wurde, da
die Beanſtandungen behoben ſind, für erledigt erklärt. — Vom Ankauf
von Eiſenbahnperſonenwagen zu Wohnzwecken ſoll wegen der zu hohen
Koſten abgeſehen werden. — Die Vergebung des Anſchlagens von
Pla=
katen an den aufgeſtellten Säulen ſoll durch die Verwaltung erledigt
werden. — Der vorgelegte Waldwirtſchaftsplan für 1928 fand
Ge=
nehmigung. — Der Ankauf einer Waldparzelle in der Täubcheshöhle
wurde zum Angebotspreiſe genehmigt — Das Baugeſuch des Adolf
Ebert zu Auerbach a. d. Bgſtr. wurde in der Abänderung gutgeheißen.
— Von der beabſichtigten Wiederbelegung des alten Friedhofs wurde
Kenntnis genommen und wurde die Errichtung eines Urnenhains
da=
ſelbſt an den Gemeindebauſachverſtändigen verwieſen. — Die
Ueber=
nahme einer Bürgſchaft für Zwiſchenkredit wurde genehmigt. — Die
vom Kreisamt Groß=Gerau vorgelegte Polizeiverordnung über
Rege=
lung des Durchgangsverkehrs in der Darmſtädterſtraße und Reitbahn
fand Genehmigung. — Anſchließend fand geheime Sitzung ſtatt. — Der
hieſige Turnverein von 1876 beteiligt ſich geſchloſſen an dem am
kom=
menden Sonntag in Büttelborn ſtattfindenden Gauturnfeſt des Main=
Rhein=Gaues der Deutſchen Turnerſchaft — Sein 50jähriges
Dienſt=
jubiläum bei der Winter’ſchen Druckerei in Darmſtadt kann am 12. Juni
der Maſchinenmeiſter Georg Andres von hier begehen. An Geſchenken
und Ehrungen von ſeiten der Firma und der Mitarbeiter wird es dem
Jubilar ſicherlich nicht fehlen — Der Endwurf der
Fluchtlinienände=
rung beiderſeits der Provinzialſtraße zwiſchen Hammelstriſt und der
Weinbergſtraße liegt gemäß Artikel 5 der allgemeinen Bauordnung auf
die Dauer von 14 Tagen während der Dienſtſtunden auf der hieſigen
Bürgermeiſterei offen und können Einwendungen daſelbſt innerhalb
dieſer Zeit gemacht werden. — Nächſten Sonntag unternimmt der
hieſige Obſt= und Gartenbauverein unter Führung des Herrn Inſpektors
Behne einen Ausflug nach der Bergſtraße. Auch Freunde und Gönner
können ſich hieran beteiligen.
o. Erzhauſen, 10. Juni. Die Bahnſtraße (Provinzialſtraße) wurde
vor zwei Jahren friſch eingedeckt, gewalzt und vollſtändig gut hergeſtellt.
Durch den ſich immer mehr ſteigenden Auto= und Laſtwagenverkehr nach
und von Erzhauſen iſt bei trockener Witterung der Deckſand in
Staub=
wolken aufgewirbelt und die Anwohner der Bahnſtraße, faſt lquter
neue Häuſer, ſind nicht ſo entzückt dovon, obwohl ſich dieſelben immer
an die Bahnſtraße geſehnt haben. Zu ihrer Beruhigung kann aber
ge=
ſagt werden, daß, wie uns von zuverläſſiger Quelle mitgeteilt wird,
dieſelbe noch im Laufe dieſes Jahres mit einem Teerüberguß verſehen
werden ſoll. — Die anfangs Juni hier ſtattgefundene Schweinezählung
ergab 85 Stück unter 8 Wochen, 552 Stück bis zu einem Jahr, 20 Stück
über ein Jahr, zuſammen 757 Stück.
Die Jahrestagung der Kriegerkameradſchaft Haſſia
am 10. Juni 1928 in Wimpfen a. N.
Der Verbandstag der Kriegerkameradſchaft Haſſia fand am 9. und
10. Juni in Wimpfen ſtatt. Zahlreiche Ghrengäſte aus den übrigen
deut=
ſchen Landesverbänden waren der Einladung gefolgt, ebenſo wanen alle
eingeladenen Behörden erſchienen. Am Samstag, dem 9., fand im
Kur=
hotel Mathildenbad der Begrüßungsabend ſtatt. Der Herr
Bürger=
meiſter von Wimpfen gab ſeiner großen Freude Ausdruck, daß der größte
rtung; für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange Verband Heſſens ſeine Jahrestagung gerade nach Wimpfem verlegt habe,
demn hierdurch werde doch wieder einmal der Welt gezeigt, daß Wimpfen
eine Stadt Heſſens ſei, wenn auch in amtlichem und halbamtlichen
Be=
richten Wimpfen an die Bergſtraße oder ſogar an den Main verlegt
Nach einer Ehrung der gefallenen Bameraden an den
Kriegerdenk=
mälern der Stadt begann die Haupwverſammlung am Sonntag, den
10. Juni, um 9 Uhr vormittags, im großen Saale des Kurhotels. Unter
den Ehrengäſten ſeien erwähnt: Herr Kreisdivektor Pfeiffer aus Heppen=
Stadtinnere unnötige, die Sicherheit der Paſſanten gefährdende heim, Herr Generalleumant Reuter, 2. Präſident des Deutſchen
Reichs=
kviegerbundes Kyffhäuſer, und 1. Präſident des Bayeriſchen
Kriegerbun=
des, die Vertreter der preußiſchen, ſächſiſchen und württembergiſchen
Landesverbände, die Herven General Thierry und Oberſtleutnant Franck=
Lindheim als Vertveter der ſüdweſtdeutſchen und heſſiſchen
Kleinkaliber=
ſchützenverbände, u. a. Im Namen der Regierung überbrachte der Herr
Direktor Pfeiffer die Grüße des Herm Miniſters des Innern und
die beſten Wünſche zu dem erfolgreichen Verlauf der Tagung. Im
Namen der Ehrengäſte dankte Exzellenz Reuter dem Präſidenten der
Haſſia für die freundlichen Worte der Begrüßung.
Da das Geſamtpräſidium bei der Sitzung am Samstag die ſehr
reichhaltige Tagesordnung eingehend dunchgearbeitet hatte, war es dem
die Verſammlung leitenden 2. Präſidenten, Herrn Medizinalrat Dr.
Vogt, möglich, die vielen zur Beſprechung ſtehenden Punkte in
ver=
hältnismäßig kurzer Zeit zu erledigen. Gleich zu Beginn wurde über
die wichtigſte Frage geſprochen, die Wahl des 1. Präſidenten. Auf
Vorſchlag des Präſidiums beſchloß die Verſammlung, die Wahl bis zum
A. 8. nach E. 1. Fragen Sie doch bei einem der hieſigen Lotterie= Herbſt zmrückzuſtellen. Es wurde betont, daß die
verant=
wortlichen Führer des Verbandes dem in der
Tages=
preſſe von unberufener Seite veröffentlichten
Ar=
tikel über die Präſidentenfrage vollkommen
fern=
ſtehen, inſonderheit der dabei namentlich genannte Kamerad.
Medi=
zinalrat Dr. Vogt gedachte in Worten der Anerkennung des bisherigen
1. Präſidenten, des Herrn Generals Frhrn. v. Preuſchen, deſſen Ausſcheiden
aus dem Amte von allen Kameraden auf das aufrichtigſte bedauert wird.
Aus dem Geſchäftsbericht, den der 3. Präſident, Oberregierungsrat
Lindenſtruth, erſtattete, erſah man, daß der Verband im Laufe
des Bereichtsjahres wieder zugenommen hat und heute über 52 000
Mit=
glieder nennen kann. Beſonders zu begrüßen iſt das Wiederaufleben
der Vereinstätigkeit im beſetzten Gebiet. Die obligatoriſche, geleſene
Verbandszeitung, „Der Heſſiſche Kamerad”, bildet ein Bindeglied für
Raum in vertragsmäßiger Weiſe zu benutzen. Der hiergegen be= die alten heſſiſchen Soldaten im ganzen Lande. Den Kriegsbeſchädigten
re Eingriff erſcheint unberechtigt. Die nötige Korrektur kann nur und Hinterbliebenen gibt er Aufſchluß über alle geſetzlichen
Beſtimmun=
ordentliche Gericht ſchaffen. 2. Der Arbeits= und Dienſtlohn iſt bei gen und ermöglicht ſo den Obmännern in den Bezirken und Vereinen,
die Kameraden richtig beraten zu können. Aus dem Kaſſen= und
Ver=
mögensbericht war erſichtlich, daß das alte Vermögen des Verbandes,
das ausſchließlich für Wohlfahrtszwecke beſtimmt war, heute trotz der ſo=
genannten Aufwertung noch keinen greifbaren Wert darſtellt. Das ſeit
Jahrzehntem durchgeführte Vortragsweſen wurde als unentbehrlich
be=
zeichnet, denn es gibt dem kleinen Vereinen auf dem Lande Gelegenheit,
den Mitgliedern und Bewohnern des Ortes Vorträge über verſchiedene
Gebiete des Wiſſens meiſt mit reichhaltigem Lichtbildern vorzuführen.
Einſtimmig wurde beſchloſſen, daß der Verband die hierzu nötigen
Mit=
tel aufbringen müſſe wie bisher auch. Der Refevent des Sammelweſens
betonte, daß im Berichtsjahr erfreulicherweiſe aus der Sammlung
ſchein=
bar wertloſer Gegenſtände wie Korben, Staniole und dergleichen doch
recht nennenswerte Beträge erzielt worden ſeien, die der
Unterſtützungs=
kaſſe des Verbandes zugute kommen. An Unterſtützungen konnten im
Laufe des letzten Jahres an bedürſtige Mitglieder und deren
Hinter=
bliebene aus der Verbandskaſſe etwa 18 000 RM. direkt ausgezahlt
wer=
den, dazu noch etwa 17 000 RM. Bonifihationen an die Vereine, die
die=
ſen Betrag ebenfalls zu Unterſtützungen verwandt haben.
Sodann refevierte Herr Lehrer Ihrig über das Gebiet der
Für=
ſorgetätigkeit für die Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebenen. 14000
Kameraden, Witwen und Waiſen werden von unſerem Verbande
be=
treut. Aus dieſer Zahl iſt erſichtlich, daß die Kriegerkameradſchaft Haſſia
neben ihrer andeven großen ſozialen Betätigung auch noch die größte
Organiſation für Kriegsbeſchädigte in Heſſen iſt. Einſtimmig wurde
be=
ſchloſſen, daß um Ausbau, dieſer Organiſation jedes Mitglied des
Ver=
bandes einen jährlichen Sonderbeitrag zahlen ſoll.
Der Jugendpflege und dem Kleinhaliberſchießſport muß beſonderer
Wert beigelegt werden, weil es die Pflicht der alten Soldaten iſt, der
kommenden Generation den Geiſt zu erhalten, der Deutſchland einſt groß
und ſtark gemacht hat. Der Verband arbeitet hier eng zuſamm mit
dem Südweſtdeutſchen und dem Heſſiſchen Verband für Kleink,
liber=
ſchießen.
Der Verbandstag 1929 wird in Worms abgehalten werden. Der
Bezirksvorſteher von Bensheim, Herr Rechnungsrat Zeunges, erinnerte
an das ſchwere Unwetter, durch das unſere Hameraden an der
Berg=
ſtraße ſchwer gelitten haben. Er befürwortet eine Sammlung für die
Geſchädigten. Herr Medizinalrat Dr. Vogt ſchloß die Verſammlung
mit den Worten, daß alle in der Hafſia geleiſtete Arbeit nur Arbeit am
Deutſchen Vaterlande ſei. Stets ſei es die Aufgabe des Verbandes
ge=
weſen, die wahre Kameradſchaft durch Taten zu zeigen, indem alle alten
Kameraden zuſammenhalten, wenn es gilt, Not zu lindern. Er ſchloß
mit einem Hoch auf Deutſchland, das von allen Anweſenden begeiſtert
aufgenommen wurde.
Die Verſammlung in Wimpfen hat wieder einwal gezeigt, daß die
Verbände alter Soldaten unbeirrt von der Politik der Gegenwart heute
genau in dem Sinne weiterarbeiten wie ſchon vor Jahrzehnten, und es
als ihre vornehmſte Pflicht betrachten, vaterländiſche Arbeit zu leiſten
durch Unterſtützung und Hilfe aller derjenigen, die in Not geraten ſind.
Die Kriegerkameradſchaft Haſſia vereinigt in ihren Reihen Angehörige
aller politiſchen Parteien. Keinem iſt es verwehrt, als Privatmann
ſeiner politiſchen Ueberzeugung Ausdruck zu geben. Der Verband als
ſolcher iſt politiſch völlig neutral und zeigt heute wie einſt, daß es
mög=
lich iſt, daß ſich Leute der verſchiedenſten politiſchen Anſchauungen zu
nutzbringender Arbeit vereinigen können, wem ihnen des Vaterlandes
Wohl höher ſteht als die eigenen Intereſſen.
Ttids Tttdat
102
Die Zigarette, die sich ihre Beliebtheit ducch
die Cunlität verdient hat.
OMizielle Statistiken zeigen, daß heute sechsmal soviel Grei=
Ung-Sigaretten geraucht werden als vor zuei Jahren.
Greiling=Sigareiten verdrängen eine Sorte nach der anderen.
Wenn alle Zigaretten so gut wären wie die Greiling=Zigaretten, würden Sie nichts
meits hören jider Behandlung des Jabaks mit elektrischen WDellen und über sonstige
natentierte Verlahren. Nichts kann die sorglältige Ausuahl der Jabake ersetzen.
Seite 8
Dienstag, den 12. Juni 1928
Nummer=
Geſangswettſtreit in Semd.
Aa. Semd, 11. Juni.
Am Samstag, Sonntag und Montag hielt der Männergeſangverein
„Sängerluſt” Semd, der urſprünglich aus zwei Vereinen hervorgegangen
iſt, die Feier ſeines 60jähvigen Beſtehens ab. Das eigentliche
Vereins=
jübiläum wurde am Samstag nachmittag mit einem Kirchgang und einer
Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal eingeleitet. Abends fand ein
Lampionzug ſtatt, dem ſich der Feſtkommers auf dem Feſtplatz, der an der
Straße nach Dieburg liegt, anſchloß. Mit dem Jubelfeſt war ein
grö=
ßerer Geſangswettſtreit verbuden. Dieſſer, zu dem vier
auswärtige Kritiker aus Köhn, Heidelberg, Mainz und
Offen=
bach, hinzugezogen worden waren, beſtand aus einem
Klaſſen=
ſingen und einem Ehrenſingen. Ein beſonderes
Ehren=
ſingen fand zwar nicht ſtatt, doch fiel in jeder Klaſſe der Ehrenpreis
demienigen Verein zu, der im aufgegebenen Chor die höchſte Punktzahl
erreichte. An das Klaſſenſingen ſchloß ſich das Höchſte Ehrenſingen an.
Den Dirigentenpreis erhielt derjenige Dirigent, der beim Klaſſenſingen
und Höchſten Ehrenſingen die höchſte Punktenzahl erreichte. Die Vereine
waren eingeteilt in zwei Stadtklaſſen, zwei Landklaſſen und eine Klaſſe
nichtpreisgekrönter Vereine. Als Preiſe ſtanden ſowohl Geldpreiſe als
auch Wertgegenſtände und Diplome zur Verfügung. Das Wettſingen
wickelte ſich ohne beſondere Störungen ab. Das Preisergebnis ſah
fol=
gendermaßen aus:
1. Stadtklaſſe: Männerquartett Biebrich=Wiesbaden im Klaſſenſingen
1. Preis mit 176 Punkten, im Ehrenpreisſingew 81 Punkte, im Höchſten
Ehrenſingen 1. Preis mit 167 Punkten und den Dirigentenpreis mit
329 Punktem. — „Männerchor‟ Dudenhofem im Klaſſenſingen 3. Preis
mit 172 Punkten, 81 Punkte im Ehrenpreisſingen, 164 Punkte im Höchſten
Ehrenſingen und 325 Punkte beim Dirigentenpreis. — „
Sängervereini=
gung” Ober=Nodenbach 2. Preis mit 175 Punkten im Klaſſenſingen, den
1. Preis mit 81 Punkten im Ghrenpreisſingen, im Höchſten Ehrenſingen
165 Punkte und beim Dirigentenpreis 325 Punkte.
2. Stadtklaſſe: „Sängerbund Germania” Eppelsheim den 1. Preis mit
166 Punkten im Klaſſenſingen, im Ehrenpreisſingen 77 Punkte, den 1.
Preis mit 162 Punkten im Höchſten Ehrenſingen und den
Dirigenten=
preis mit 317 Punkten. — „Männerquartett Harmonie‟ Eberſtadt im
Klaſſenſingen mit 165 Punkten dem 2. Preis, den 1. Preis mit 78
Punk=
tem im Ehrenpreisſingen, im Höchſten Ehrenſingew 159 Punkte und beim
Dirigentenpreis 315½ Punkte. — „Klub Fröhlichkeit‟ Darmſtadt im
Klaſſenſingen mit 164 Punkten den 3. Preis, im Ehrenpreisſingen 76
Punkte, im Höchſten Ehrenſingen 155 Punkte und beim Dirigentenpreis
309 Punkte.
1. Landklafſe: Geſangverein „Eintvacht” Babenhauſen im
Klaſſen=
ſingen den 1. Preis mit 174 Punkten, im Ehrenpreisſingem mit 82
Punk=
ten den 1. Preis, im Höchſtem Ehrenſingem 325 Punkte und im
Dirigen=
tenpreis 325 Punkte. — „Germania” Klein=Welzheim im Klaſſenſingen
den 2. Preis mit 172 Punkten, im Ehvenpreisſingen 80 Punkte, im
Le. Groß=Umſtadt, 11. Juni. Unfall. Herr Joh. Gerhard
von hier fuhr mit dem Rade nach Groß=Zimmern. In Klein=Zimmern,
gerade an der Stelle, wo die Hauptſtraße außerordentlich ſteil abfällt,
verſagte die Bremſe. Das Nad raſte die Straße hinunter und der
Fah=
rer kam ſo unglücklich zu Fall, daß er das Naſenbein brach und eine
nicht unerheblich= Stirnwunde davontrug. — Aus dem
Ge=
meinderat. Da die Angebote für die Abbrucharbeiten im Faſelhof
und in der Rodenſteiner Gaſſe zu niedrig waren, wurde eine Kommiſſion
ernannt, die nochmals mit den Bewerbern verhandeln ſoll. Sollte eine
Einigung nicht erzielt werden, ſo beabſichtigt die Gemeinde, die
Abbruch=
arbeiten im Taglohn vornehmen zu laſſen. Für die neue Abortanlage
in der Oberreal= und Höheren Landwirtſchaftsſchule iſt die Verlegung
von 30 Meter Zementrohr und die Errichtung eines Reviſionsſchachtes
erforderlich geworden. Die Arbeiten werden dem Hans Walter zu
ſeinem Angebot von 119 Mark übertragen. Für die Abhaltung des
Jugend=Sonnwendfeſt im Jahre 1928 bewilligt der Gemeinderat 60 Mk.
für die Muſik. Auch ſollen 800 Programme gedruckt werden. — Herr
Mathias Mohr aus Frankfurt a. M. beabſichtigt, in ſeinem Jagdbezirk
eine bewohnte Jagdhütte zu errichten. Die Baukommiſſion wird
be=
auftragt, wegen des Verkaufs des erforderlichen Gelände auf dem
Hamrich mit dem Antragſteller zu verhandeln. — Dem
Odenwaldver=
kehrsbund wird der Betrag von 120 Mark zu Werbezwecken bewilligt.
Desgleichen erhält der Verkehrsverein Groß=Umſtadt zur Herſtellung
einer illuſtrierten Werbeſchrift den Betrag von 100 Mark und ein
Dar=
lehen in derſelben Höhe und zu dem gleichen Zwecke. — Das Geſuch der
deutſchen Jugendherberge‟, Ortsgr. Gr=Umſtadt, um einen Beitrag wird
auf eine ſpätere Sitzung zurückgeſtellt. — Anton Wolf dahier erhält
die Erlaubnis zur Erbauung eines Wohnhauſes in der Mühlſtraße. —
In der darauffolgenden nichtöffentlichen Sitzung kamen
Steuererlaß=
geſuche und Unterſtützungsſachen zur Verhandlung. — Aus dem Ge=
— Schaafheim, 11. Juni. Der in hieſiger Gegend gutbekannte
Männergeſangverein „Liederkranz” beteiligt ſich an dem am 17. Juni
d. J. in Zellhauſen ſtattfindenden Geſangwettſtreit unter ſeinem
tüch=
rigen Chordirigenten Herrn Oppermann, Klein=Auheim, i der 3
Stadt=
klaſſe bei ſehr ſtarker Konkurrenz. Der Verein beabſichtigt ferner, Mitte
Juli nächſten Jahres ſein 50jähriges Jubiläumsfeſt, verbunden mit
gro=
ßem nationalen Geſangwettſtreit zu feiern und ſind deshalb Intereſſenten
jetzt ſchon darauf aufmerkſam gemacht.
— Hering, 11. Juni. Herr Miſſionar Richter, der bei dem
Miſſions=
feſt des C. Dekanats am Sonntag, den 17. Juni, hier ſprechen wird,
wwar vor dem Weltkrieg 11 Jahre lang unter Kannibalen der Jork=
Halbinſel im Nordoſten Auſtraliens tätig; er legte 1904 eine neue
Miſ=
ſionsſtation an in der Wildnis unter Leuten, die zu 90 Prozent noch
keinen Weißen geſehen hatten; von ſeinen dortigen Erlebniſſen wird er
berichten. Das Miſſionsfeſt beginnt nachmittags um 2 Uhr. Bei gutem
Wetter findet es am Wegweiſer unterhalb Herings am Waldesrand
ſtatt, wo für genügend Sitzgelegenheit geſorgt wird, bei ungünſtiger
Witterung in der nahen Kirche.
b. Grbach i. O., 8. Juni. Einweihung des Sport= und
Erholungsparkes. Der Erbacher Sport= und Erholungspark,
der nach ſeiner Fertigſtellung wohl das größte und beſtgelegenſte
Sport=
gelände des Odenwaldes und der näheren Umgebung darſtellt, wird am
B., 24. un 25. d. M. feierlich geweiht und ſeiner Beſtimmung
über=
geben. Ein Sportprogramm erſten Ranges wird dem Publikum die
vielſeitige Vevwendungsmöglichkeit der Anlage eindringlich vor Augen
führen. Spielfelder Laufbahn, Sprungbahnen, Pferderennbahn,
Schieß=
ſtand, die mit allen erforderlichen Geräten der modernen
Sport=
bewegung ausgeſtattet ſind, werden von morgens bis abends
Maſſen=
betrieb aufweiſen. Die gewaltige Größe der Anlage (es handelt ſich
um rund 80 000 Quadratmeter Gelände) ſichern eine reibungsloſe
Ab=
wicklung aller ſportlichen Veranſtaltungen. Ungefähr 2500 Sitzplätze in
terraſſenförmiger Anordnung geſtatten eine bequeme Ueberſicht über
Spielfelder und Laufbahn. Bei ungünſtiger Witterung bieten die große
Feſthalle und die geräumige, 90 Meter lange Sporthalle Gelegenheit
zur Untevbringung unſerer verehrten Gäſte. Aus dem Programm ſeien
einige beſonders große Sachen bereits verraten. Der Samstagabend ſieht
die Feſtteilnehmer zur großen Eröffnungsfeier auf dem Platze vor der
Feſthalle, auf dem große Tribünen errichtet werden, beiſammen. Hierzu
geben wir das nähere Programnt noch bekannt. Von den
Veranſtal=
tungen des Hqupttages (Sonntag, den 24. Juni) ſeien das große
Hand=
balltreffen des Polizeiſportvereins Raſtatt — Heidelberg (Deutſcher
Höchſten Ehrenſingem den 1. Preis mit 165 Punkten und den
Dirigen=
tenpreis mit 327 Punkten.
2. Landklaſſe: „Eintracht” Meſſel im Klaſſenſingen mit 147 Punkten
den 3. Preis, im Ehrenpreisſingen 73 Punkte, im Höchſten Ehrenſingen
153 Punkte und beim Dirigentenpreis 300 Punkte. — „Eintracht”
Schaaf=
heim im Klaſſenſingen mit 139 Punkten den 4. Preis, im
Ehrenpreis=
ſingem 68 Punkte, im Höchſten Ehrenſingen 144 Punkte, beim
Dirigen=
tenpreis 283 Punkte. — „Sängerquartett” Seligenſtadt im Klaſſenſingen
mit 161 Punkten den 1. Preis, im Ehrenpreisſingen mit 80 Punkten den
1. Preis, im Höchſtem Ehrenſingen mit 57 Punkten den 1. Preis und
noch mit 318 Punkten den Dirigentenpreis. — „Liederhalle‟ Darmſtadt
im Klaſſenſingen mit 154 Punkten den 2. Preis, im Ehrenpreisſingen
78 Punkte, im Höchſtem Ehrenſingen 147 Punkte und beim
Dirigenten=
preis 301 Punkte.
Klafſe nichtpreisgekrönter Vereine: „Humoria” Offenbach=Bürgel
im Klaſſenſingen mit 168 Punkten den 1. Preis, im Ehrenpreisſingen
mit 84 Punkten den 1. Preis, im Höchſtem Ehrenſingen mit 161 Punkten
den 1. Preis und den Dirigentenpreis mit 329 Punkten. Außerdem
er=
rangen: „Eintracht” Nichem beim Klaſſenſingew mit 158 Punkten den 5.
Preis, im Ehrenſingem 78 Punkte. — Geſellſchafts= und Geſangsabteilung
„Komet‟ Darmſtadt mit 161 Punkten im Klaſſenſingen den 4. Preis,
im Ehrenpreisſingen 80 Punkte, im Höchſten Ehrewſingem 160 Punkte und
beim Dirigentenpreis 325 Punkte. — Kochſches Doppelquartett Offenbach
im Klaſſenſingem mit 165 Punkten den 3. Preis, im Ehrenpreisſingen
82 Punkte und „Sängerluſt” Groß=Umſtadt im Klaſſenſingen mit 166
Punkten den 2. Preis, im Ehrenpreisſingen 82 Punkte, im Höchſten
Ehrenſingem 160 Punkte und beim Dirigentenpreis 326 Punkte.
Am Feſtſonntag bewegte ſich ein ſtattlicher Feſtzug mit annähernd
40 Zugnummern durch die reich geſchmückten Straßen von Semd. Die
Feſtmuſik wurde von der Kapelle Breitwieſer=Roßdorf geſtellt, die einen
ſehr gut diſziplinierten Eindruck machte und auch mit Fanfarenmärſchen
aufwarten konnte. Der Feſtzug wurde durch ſtatttliche Ehrenreiter
er=
öffnet. Im Feſtzug war auch der Orts=, Kirchen= und Schulvorſtand
vertreten. Hervorzuheben iſt, daß als Gründer des Vereins die Sänger
Heinrich Storck 5., Geoug Schneider und Georg Georg 12. gefeiert
wer=
den konnven. Ehrendirigenten des Jubelvereins ſind Georg Menges,
Michael Menges und Lehrer Bräunig. Die Namen der 40jährigen
Jubilare ſind: Johannes Menges, Heinrich Himmelheber 1., Leonhard
Heil, Adam Mauß 4., Adam Storck 1. und Ludwig Gidmann; Bjährige
Jubilare ſind: Adam Georg 8., J. A. Seibert, Michael Löffler, Ludwig
Müller, Adam Lämmermann 5., Michgel Rhein und Johannes Zacheiß.
Die für den Feſtnachmittag vorgeſehenen Feſtveranſtaltungem waren durch
das ſchlechte Wetter ungünſtig beeinflußt. Semd hatte am Sonntag
gro=
ßem Verkehr. Die Autobuslinie zwiſchem Dieburg und Groß=Umſtadt
verkehrte in verſtärkter Wagenfolge. Am Feſtmontag fand das Feſt
durch eine mehr örtliche Feier ſeinen Abſchluß.
Meiſter im Handballſpiel der D. T.) gegen eine Auswahlmannſchaft des
Gaues Frankfurt der D. T. und das Fußballſpiel zwiſchen dem
Arbei=
terſportverein Frankfurt „Weſtend” (Süddeutſcher Meiſter) gegen den
A. F. F.C Böckingen (Württemberg) jetzt ſchon erwähnt. Auch die Pferde=
(Flach= und Hürden=) Rennen werden gebührendem Intereſſe begegnen
und viele Beſucher hierherbringen. Der Nadfahrerverein 1900, bzw.
der Gau 70 im Bund Deutſcher Radfahrer hat ſich den Tag zur
Aus=
tragung des großen 100=Kilometer=Rennens um den Wanderpreis Seiner
Erlaucht des Grafen zu Erbach erkoren. Der Arbeiter=Radfahrerbund
„Friſch auf” veranſtaltet ein Mannſchafts=Radrennen. Leichtathletiſche
Wettkämpfe werden von den hieſigen Turnvereinen und bekannten
aus=
wärtigen Sportgrößen beſtritten. Das Gauſchießen des Südweſtdeutſchen
Sportverbandes für Kleinkaliberſchießen ſoll ebenfalls an dem Tage
ſtatt=
finden. — Aus dem Vorgeſagten, das nur einem Auszug aus dem
Pro=
gramm wiedergibt, kann man einen Ueberblick über die Größe der
Ver=
anſtaltung gewinnen.
— Jugenheim (Bergſtr.), 11. Juni. Wiederſehensfeier
ehem. 117er und der aus dem blauen Regiment hervorgegangenen
For=
mationen in Jugenheim a. d. Bergſtr. Zu der Wiederſehensfeier am
1. Juli 1928 iſt es Ehrenpflicht eines jeden U17ers, welcher einſt im
Frieden den blauen Rock und im Kriege das ſchlichte feldgraue Kleid mit
Ehren und Stolz getragen hat, ſich mit ſeinen alten Kameraden wieder
einmal zu treffen. Alle ehemaligen 117er ſind daher mit ihren
Ange=
hörigen hierzu herzlichſt eingeladen. Kein ehemaliger Kamerad, der den
Wahlſpruch „Blau iſt die Farbe der Treue, blau iſt die Farbe des
Leib=
regiments” in ſeinem Herzen bewahrt hat, darf bei dieſer
Wiederſehens=
feier fehlen. — Auch wir wollen und müſſen unſere Ehrenpflicht
er=
füllen, ein Denkmal zur Erinnerung an die Kameraden zu errichten, die
im Weltkriege beim blauen Regiment und ſeinen Kriegsformationen ihr
Leben dahingegeben haben für ihr Vaterland. Wenbt daher für unſeren
Denkmalsfonds, kauft Bauſteine fürs Denkmal! Da ſich die
Wieder=
ſehensfeier in erſter Linie mit der Errichtung eines Ehrenmals für die
gefallenen Kameraden beſchäftigen will, iſt es unumgängliche
Kameraden=
pflicht, am Wiederſehenstage in Jugenheim teilzunehmen. Politik und
Religion ſcheiden aus, nur der Pflege der alten echten Kameradſchaft
ſoll dieſer Tag gewidmet ſein. Nähere Auskunft erteilt A. Müller,
Darmſtadt, Weinbergſtraße 52.
W. Heppenheim a. d. B., 10. Jnni. Generalverſammlung
der Volksbank. Letzte Woche fand die erſte ordentliche
General=
verſammlung der Volksbank e. G. m. b. H. Heppenheim ſtatt. Die
Ge=
noſſenſchaft iſt im September vorigen Jahres gegründet worden und
hat ſich, wie aus dem Bericht zu entnehmen iſt, verhältnismäßig gut
entwickolt. Herr Dr. Strub=Darmſtadt hielt einen ſehr lehrreichen und
intereſſanten Vortrag über „Genoſſenſchaftliches Kreditweſen”, in dem
er die volks= und privatwirtſchaftliche Zweckmäßigkeit und
Notwendig=
keit der Zugehörigkeit zu einer Genoſſenſchaft mit beſchränkter
Haft=
pflicht beſonders hervorhob. Nach der Bilanz zu urteilen, beſteht in
dem noch jungen Inſtitut ſchon ein recht reger Verkehr. Das bei dieſer
Genoſſenſchaft eingeführte Sparkarten=Syſtem wurde mit gutem Erfolg
betrieben. — Schubertfeier. Anläßlich der Wiederkehr des 100.
Todestages des großen Muſikmeiſters Franz Schubert am 19. November
dieſes Jahres wird auch in unſerer Stadt eine Gedenkfeier veranſtaltet.
Der Männergeſangverein 1843 und der Orcheſterverein Heppenheim
haben ſich entſchloſſen, am Sonntag (17. Juni), abends, im Hotel „
Hal=
ber Mond” eine Schubertfeier abzuhalten. Gleichzeitig ſoll damit eine
Abſchlußfeier für die am 16. und 17. Juni dahier ſtattfindende Tagung
des Landſturmbataillons Heppenheim verbunden werden. Der Feier
wird ſich Tanz anſchließen. — Arbeitsvergebung. Für den
Neubau der Zentralwaſchanſtalt bei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt
zu Heppenheim wird die Herſtellung und Lieferung von Möbelſtücken
in öffentlichem Wettbewerb vergeben. Angebote ſind mit
entſprechen=
der Aufſchrift verſehen bis zum 16. Juni an das Hochbauamt Bensheim
cinzureichen.
— Gernsheim, 11. Jui. Waſſerſtand des Rheins am
10. Juni 0,94 Meter, am 11. Juni 109 Meter.
By. Nauheim, 7. Juni. Der Nauheimer Großwarkt gewinnt
fort=
geſetzt an Bedeutung. Er iſt über ſeine eigentliche Beſtimmung, den
Vertrieb der in Nauheim angepflanzten Spargeln, weit hinausgewachſen.
Der Saal der Gaſtwirtſchaft am Bahnhof konnte ſchon lange den
Er=
forderniſſen nicht mehr gerecht werden, und ſo wurde in dieſem Jahre
der Markt in einer großen Holle in der Nähe des
Bahnhof=
gebracht. Mit Kiſten und Körben kommen die Erzeuger und ; Fu
der Marktleitung ihre Ware. Aus der Umgebung erfolgt di
mit eigenen Laſtwagen. Wenn auch verſpätet, darf man
ge=
von einer Spargel=Hochſaiſon ſprechen. Die Anfuhr beträgt
bis 100 Zentner pro Tag. Wenn ſchon die Erzeuger Wert a
tät legen, die Marktleitung iſt noch ſchärfer hinterher. Sorti
überprüfen die nach Sorten aufgelieferte Ware nach 1., 2. und
lität. Auch findet man die Anfuhr unſortiert für Konſer
Die Preisbildung wirkt ſich bei dieſer Sonderbehandlung zug=
Erzeuger aus. So wurden beiſpielsweiſe geſtern erlöſt: 1.
2. Sorte 72, 3. Sorte 37 Rpf. Es handelt ſich dabei aber u
ſprochen durchfortierte Ware. Der Verkauf erfolgt durch Ver
nach holländiſchem Muſter, d. h. es wird ein Höchſtpreis gen
abwärts geboten, bis der erſte Zuſchlag erfolgt. Einer derart
ſteigerung beizuwohnen, iſt außerordentlich intereſſant. Au
Märkten (z. B. Heddesheim) hat man bereits Verſteigerungsu
Einführung einer ſolchen wird in abſehbarer Zeit auch bier
gefaßt. Neben den Spargeln erfolgt gegenwärtig auch die A=
Kirſchen, Erdbeeren, und geſtern kamen auch die erſten Ste
zum Einkochen an. Für Kirſchen wurden bisher 60—70 V
Während am vergangenen Samstag der Erdbeerpreis noch
betrug, ſtellte er ſich geſtern auf 1—1,50 Mk. Die Anfuhr vor
und Erdbeeren iſt noch gering. Jedenfalls darf feſtgeſtellt we
der Markt ſtets größer wird, und die Zeit wird nicht allzu
wo ſich die Geſchäftsleitung zur Erbauung einer eigenen
entſchließen muß.
a. Seligenſtadt, 9. Juni. Unſer altes Städtchen, ſeit Jah=
und Menſchengedenken friedlich am Main, öſtlich des Rode
nördlich des Bachgaues gelegen, ſollte dieſer Tage plötzlich im „=
Odenwald liegen. Und das kam ſo: ein Frankfurter Blatt.
Leſer allwöchentlich fragt, ob ſie die Heimat kennen würde 10
am 1. 6 die hieſige Einhards=Baſilika mit der Unterſchr
U9
welchem Ort im öſtlichen Odenwald wurde dieſes g
nommen?” Es gingen B76 Andworten ein darunter 1716 (run
falſche. Offenbar konnten ſich die 1716 Einſender nicht dazu
unſer Seligenſtadt in den „öſtlichen” Odenwald zu verlegen.
haben aber auch die 1160 anderen daneben geraten, denn v
ſilika ſteht immer noch nicht im „öſtlichen” Odenwald. Aus
ſchichtchen kann man aber lernen, daß manche Leute in d.
wirklich ſchlecht bewandert ſind.
Ah. Bingen a. Rh., 11. Juni. 3. Bundestag des Deſche
Bauſchulbundes in Bingen a. Rh. In den Tage „m
b’s 12. Juni tagt in Bingen der Deutſche Bauſchulb
Freitag fand ein Begrüßungsabend ſtatt. In de Söen
der Bauſchule findet während der Tagung eine Ausſtellung de Füle
arbeiten ſtatt, die ein überzeugendes Bild von der Leiſtungsfä „Eu
Schule bietet. — Am 9. Juni fand eine Vertreterverſammlun/ tt. de
einen ſtarken Beſuch aufzuweiſen hatte. Im Auftrage des 9 -nini,
ſters für Handel und Gewerbe war Oberſtudiendirektor Preuf rköln
vertreten. In einen: großzügig angelegten Referat ſprach 4 Swroe
nannte über die Reform der Lehrpläne. Es wurde folgende fchlie
ßung gefaßt und zur Weitergabe an das Miniſterium dem T Sauch
ſchuß überwieſen: „Betr. Reformder Lehrpläne. (
Dreu=
ßiſchen, ſtaatlichen höheren Baugewerkſchulen ſind Fachſchulen, Bau
meiſter und techniſche Kräfte für den Privatbaudienſt, ſowie xiiſch=
Beamte für den Reichs=, Staats= und Gemeindedienſt heranbill „weit
die Ausbildung in der Schule erfolgen kann.” Architekt Elling ſtroven
gab in ſeinem Vortrag Richtlinien über die Bezeichnung „B. Hier”
Es wurde feſtgelegt, daß das Bauſchulabſchlußexamen zur Fü gdr
Bezeichnung Baumeiſter” berechtigt. Die Beſtimmungen üb
laſſung zur Prüfung wurden wie folgt feſtgeſetzt: 1. Eine Etiſche
Tätigkeit von 3 Jahren vor Ablegung der Bauſchulabſchlu fFun
2. Die Bauſchulabſchlußprüfung als erſter (theoretiſcher) Teil 7 Bae
meiſterprüfung. 3. eine mindeſtens 4jährige berufliche Tätigk. Zu
rüicklegung des 26. Lebensjahres. 5. Ablegung des 2. Teils de ſaumei
98
ſterprüfung. Die Verleihung des Titels „Baumeiſter” geſchieht Fr auf
Antrag des Prüfungsausſchuſſes durch den zuſtändigen Miniſt — Die
Organiſation des Bundes hat ſich im Reiche ſo gefeſtigt, daß ſi rnehr
alle Abſolventen der Baugewerkſihulen umfaßt. Der Kaſſen E für
1927 enthält an Einnahmen: 12 429 Mk. und Ausgaben: 8794 9
Voranſchlag für 1926 balanciert mit 12500 Mk. und wird /
Von=
nahme unweſentlicher Aenderungen einſtimmig angenommen.
Profeſſor Klöpfer aufgeſtellten Richtlinien über das Hochſchulſt. fr. hmn
Bauſchulabſolventen werden, da ſie bereits vom Bundesaus
gehend beſprochen worden ſind, angenommen. Als Tagungso
4. Deutſchen Bauſchultag im Jahre 1929 wurde gegen den A
Eſſen Görlitz beſtimmt.
U. Ober=Ingelheim, 11. Juni. Das Hochbauamt Mainz k Jeie
Bebauungsplan für den Gemarkungsteil Dörrwieſe, deſſen S ariſt
mit denen der Nachbargemeinde Nieder=Ingelheim in Verbindy Eehel
vorgelegt. Der Gemeinderat ſtimmte dem Plane zu. Jedr Funß,
um dem Baugelände genügende Tiefe zu geben, des Wegfall / zM
vorgeſehenen Querſtraßen beſchloſſen. Alle Straßen ſollen e Sreit
von 10 Metern erhalten. Nach Niederlegung der alten Hö
Stiegelgaſſe und Altengaſſe, will die Gemeinnützige Bauger / Fchſ
das Gelünde wieder bebauen. Um eine beſſere Faſſadengeſtalt. tue
reichen, hat ſie den Antrag geſtellt, an dieſer Stelle die vorgeſe T250
linie um 90 Zentimeter überſchreiten zu dürfen. Der Ge ſdern
ſtimmte dem Antrage jedoch nicht zu. Man will duvch Einhe E
vorgeſchriebenen Baufluchtlinſie an dieſer verkehrsreichen und
möglichſt viel Raum ſchaffen. Zu der Sitzung war auch Herr
kaſſendirektor Kaefer erſchienen, da über die Aufwertung der Falaſ”
leihen eine Einigung zwiſchen der Kaſſe und der Gemeinde n T3
werden konnte. Nach den Ausführungen des Direktors beſchle
meinderat, die Aufwertung im Vergleichswege vorzunehmen / D i.
nächſter Sitzung über die Höhe des Aufwertungshetrages zu k Zhe
— Für den geplanten Neubau eines Finanzamtsgebäudes ſtel
meinde dem Reiche einen Bauplatz unentgeltlich zur Verfüg;
Gemeinde behält ſich jedoch das Recht vor, bei der Auswahl d.
mitzubeſtimmen. — Die Erneuerung der Akkumulatorenbatterie ?
trizitätstrerk wurde der Akkumulatorenfabrik A. G. Frankfurt
den Preis von 9609 Mk. übertragen.
h. Leihgeſtern bei Gießen, 11. Juni. Das erſte gro ei
ſiſche Trachtenfeſt der Nachkriegszeit fand geſtern it
dung mit einem Geſangswettſtreit und dem 65jährigen Jube
Geſangvereins „Liederkranz” bei einer Beteiligung von 54 C pel
einen mit 3000 Sängern ſtatt. Tauſende von weiteren Gäſt ——u
fluteten das feſtlich geſchmückte Dorf, um ſich den Trachtenfe
die einzigartige Trachtenausſtellung, welche in zwei Schulſäl Tuie
gebracht war, anzuſehen. Den einen Saal füllten die verſe ſweſt
Trachten des Hüttenberges, altes Hausgerät, eine Bauernſtube /. Hſc
Küche mit den Einrichtungen aus Urgroßvaters Zeit. Im eie
Saal wurde von einem Weber und drei Frauen in Hüttenberg—
die Flachsbearbeitung von Leinſamen bis zum fertigen Leine Ei
viel bewundert wurden die dabei gebrauchten Geräte. Von
Verkäufeß
Lack. Bettſt m. Hprungr.
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Belt=
ſtelle zu verk.
Land=
wehrſtr. 60, part., r.
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Schillerſtraße 10.
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Geſchäftzäſt: (*15578
Macht man ſich das Waſchen kicht!
Mit Henko nur wird eingeweicht!
Weichen Sie die Wäſche am Abend vor dem
Waſch=
tag in kalter: Henko=Lauge ein. Henko lockert=über
Nacht allen Schmutz.
Aiüt
waren Beſucher gekommen, um ſich dieſe Schau anzuſehen.
ſen befand ſich auch der ehemalige Großherzog Eenſt Ludwi
H.
bekanntlich ein großer Freund der heſſiſchen Volkstracht iſt.
ſtellung iſt ein Werk des Hüttenberger Mundartdichters Georg
hier. Dieſer wurde wegen ſeiner Verdienſte um die Ausgeſtal
Feſtes neben verdienten Sängern vom feſtgebenden Verein zul
mitglied ernannt. Das Protektorat über das Feſt hatte P.
direktor Graef übernommen. Am Geſangswettſtreit nahmen I
ſen 33 Vereine mit über 1600 Sängern teil.
Für Lieb 2
Sa on(Noko
geſchn., beſte
Vitrine, Tru
u. Tiſch, für
oder Diele
Wandverte
dil. eich., 2
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R 238 Geſcht —
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e/spart Ihnen
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das Uorwaschen!
rechtſtr. 2
and, ſt
faſt neur 34
erf agen
(v,1056 Ge chäftsſt.
NEiſenbahnkataſtrophebei Siegelsdorf
um nach Toten, die noch unter den Wagen liegen
15Soten des Zuges. könnten, zu ſuchen, deber
ſend die drei Unbekannten?
Nürnberg, 11. Juni.
Leichenhalle auf dem Fürther Friedhof
„tt 19 Tote. Die elf tötlich Verunglückten
dbahnen gebettet. Acht in den Kranken=
—ſtorbene liegen in Särgen, auf deren
Kreide die Namen der Toten geſchrieben
zxei bis jetzt unbekannten toten Frauen
n. mit einiger Sicherheit feſtgeſtellt zu
eine iſt die Frau des tödlich verunglückten
sinſpektors Kaiſer aus München (nicht
die zweite iſt wahrſcheinlich die Frau des
nen Ingenieurs Provarcy aus Ungarn
te Tote iſt eine aus München ſtammende
r Jahren ſtehende Telephoniſtin, deren
nicht ermittelt werden konnte.
B./ der Heizer des
Unglücks=
zuges erzählt.
9— Nürnberger Krankenhaus liegende Heizer
he— ückten D=Zuges Fleſchhut erzählte einem
der „B 8.” folgendes: Ich befand mich
Heizerſtand, als wir die Station
Sie=
irchfuhren. Kurz nachdem der Zug die
hinter ſich hatte, bemerkte ich, daß die
ſchwankte. Das war etwa in der Höhe
kes. Ich hatte den Eindruck, daß damals
okomotive aus den Schienen geſprungen
Schwanken wurde plötzlich ſo bedrohlich,
hrer mit aller Wucht die Bremſen zog.
in einer Sekunde das ganze Unglück
ge=
glaube, daß die Maſchine durch die
Ent=
vorderen Teil des Fahrgeſtells verloren
dieſem Grunde überſchlagen habe. Das
habe er nicht verloren. Dem Umſtand,
twiſchen der Lokomotive und dem Tender
e er wahrſcheinlich ſein Leben zu
ver=
m.in Kollege ſcheine vor dem Abſturz aus
9al tive herausgeſchleudert worden zu ſein
ſe n von ihr zerdrückt worden. Fleſchhut
nm trauf hin, daß er zum dritten Male auf
O otive gefahren ſei, die verunglückt iſt.
Int aſſagier des D=Zuges 47
über das Unglück.
Vad em Beugen des Unglücks, der der
Eröff=
ſ.)r unſtausſtellung in Nürnberg beiwohnte
mm n Unglücksſchnellzug nach Hauſe fahren
te. dem „B. T.” mitgeteilt: Ich befand
m der vorderen drei Wagen. Kurz nach
Siegelsdorf bemerkte man im Wagen
55 en, das ſich immer mehr und mehr ver=
R.3, erfolgte ein mächtiger Stoß, ein Krachen
ſit tres Schreien, und das Unglück war da.
dä Augenblick erloſchen ſämtliche Lichter.
mm der erſte Schrecken vorbei und die Leute
ſ8 Uch gekommen, da kam dieſer furchtbare
2f, der von der unter dem Wagen
liegen=
wie W ne aufquoll. Unaufhörlich hallte der
in räh f: „Dampf abſtellen, um Gottes willen
Ded abſtellen, ſonſt gehen wir zugrunde. Der
wiy nſer Verderben!” Nur dem Umſtand iſt
zrA ben, daß ich in dem Augenblick des
Un=
eitengang des Wagens ſtand, ſonſt hätte
m r Dampf verbrüht. Die meiſten der
Paſ=
m rrest hen verbrüht.
4 Ite bei dem Siegelsdorfer
Eiſenbahn=Unglück.
Gesl acht ſtarb der als ſchwerverletzt gemeldete
m dmrn hrer Johann Schloder aus Aſchaffenburg.
3o0 r Toten erhöht ſich ſomit auf 2. Ueber
Bic ingstermin der im Fürther Leichenhaus
peboc t Toten iſt noch nichts beſtimmt worden.
2I der Leichen wird in ihre Heimat ab=
M Isprd t werden.
„MWid Reichsbahndirektion München mitteilt,
Nee Zahl der Toten bei dem Eiſenbahnunglück
Nry cg auf 24 erhöht. In der Zwiſchenzeit
a9en der Rangierer Schloder aus Aſchaf=
Dur d die Schloſſerehefrau Anna Frotten=
Unterſuchung über das Unglück wird
nder Unglügsſtätte.
/ Ord direktor Dorpmüller hat unmittelbar nach
S amn, das ihm über die Eiſenbahnkata=
Ne/ Siegelsdorf zugegangen war, einige ſei=
* häll en Beamten nach Nürnberg geſchickt, die
LA d Stelle eine Unterſuchung vornehmen
ch die Urſache der furchtbaren Kataſtrophe
Muſktl. Das wird natürlich ſehr ſchwer ſein,
SaA iwve und Wagen reſtlos zertrümmert ſind.
in einem wirren Durcheinander, ein
Wnſe e wisr Mi Kiee Wenendiei duee
Na über der Lokomotive, die, umgeſtürzt,
N Nal chlot nach Nürnberg zeigt, wo der Zug
Sepckl n iſt. Kurz: an der Unglücksſtätte ſiehr
hon anderes, als zerſplittertes Holz, zer=
Den A d. zerknitterte Eiſenſtangen, aufgeriſſene
Due2) rümmer über Trümmer, aufgewühltes
FuAnd zerbeulte Schienen. Ununterbrochen
T äumungsmannſchaften an der Arbeit, die
Nork” des Schnellzuges vom Bahndamm zu
Mit Aesten, Pickeln und Sauerſtoffge=
Mit
3 gearbeitet werden, um das Chaos zu
beſeit 4
Dazwiſchen ſind noch Sanitäter am Werk,
Schweres Autvunglück.
N (heinland). Bei der
Zuverläſſigkeits=
üirener Automobil= und Motorradklubs
durc Eifel ereignete ſich in der Nähe von Hilles=
Den Bitich ein ſchweres Unglück. Ein Wagen,
D n Preſevertreter Platz genommen hatte,
whe x Ueberholen eines Motorrades ins
Rut=
ſche
führ gegen einen Baum. Zwei Inſaſſen,
den 9 Er Vertreter der „Dürener Zeitung”, wur=
*; ein weiterer Mitfahrer und der Be=
Wagens wurden ſchwer verletzt.
die Urſache des Unfalls
ſchwirren an der Stätte des Unglücks die
verſchie=
denſten Gerüchte. Es wird zwar von einem Attentar
geſprochen, doch erſcheint hier größte Vorſicht am
Platze. Auffallend iſt hier allerdings, daß die
Brief=
taſche des Maſchinenführers Imhof ein Kilometer
weit von der Unfallſtelle gefunden worden iſt. Das
könnte auf einen Anſchlag nach dem Leiferder
Vor=
bild ſchließen laſſen. Jedoch muß erſt die eingeleitete
Unterſuchung ergeben, ob es ſich tatſächlich um die
Brieftaſche Imhofs handelt und ob etwa Geld fehlt.
Eine größere Wahrſcheinlichkeit hat dagegen die
Vermutung, daß der Zug endweder aus den Schienen
geſprungen, oder daß unglücklicherweiſe irgendein
plötzlich auftretender Materialfehler die Urſache
ge=
worden iſt. Für ein Entgleiſen ſpricht die Kurve,
die mit einer 80=Kilometer=Geſchwindigkeit
durch=
fahren worden iſt. Es handelt ſich aber um ein
vor=
ſchriftsmäßiges Tempo, und die Kurve wird
tagtäg=
lich mit dieſer Schnelligkeit befahren, wobei bisher
nie etwas paſſiert iſt. Für einen
Materialfehler
ſpricht dagegen jetzt ſchon mancherlei, ſo, daß die
vorderen Räder der Maſchine fehlen. Sie ſtanden
auf dem Gleiſe, während die Lokomotibe in hohem
Bogen, zuſammen mit dem Tender, ſich überſchlagen
hat und den Bahndamm hinunterſtürzte. Das
ſchließt man auch aus den Ausſagen des nur leichter
verletzten Heizers des Unglückszuges. Er wollte
ge=
rade Kohlen ſchaufeln, als die Lokomotive plötzlich
zu ſchwanken anfing. Das Schwanken wurde immer
ſtärker. Der Lokomotivführer ſchaute ihn entſetzt
an, zog raſch die Bremſen. Doch im gleichen
Augen=
blick bäumte ſich ſchon die Lokomotive hoch auf. Der
Heizer weiß nur noch, daß er ſich durch raſches
Ab=
ſpringen retten konnte. Er glaubt nicht an ein
Attentat. Das erſte ſchwache, dann immer heftigere
Schwanken der Lokomotive deutet nach ſeiner Anſicht
darauf hin, daß der Zug entgleiſt iſt. Durch die
Entgleiſung waren eben die vorderen Räder aus den
Schienen geſprungen und liefen auf der Erde,
nach=
dem ſie ſich von der Lokomotive losgeriſſen hatten.
Darauf ſei wohl auch das Ueberſchlagen der
Lokomo=
tive zurückzuführen. Für die Annahme, daß etwas
an der Lokomotive war, ſpricht auch die Ausſace
eines Heizers einer nahen Ziegelei. Der Mann ſagt
aus, daß er in der Nachr zum Sonntag gerade
auf=
geſtanden war, um den Keſſel ſeiner Ziegelei
an=
zuheizen. Er habe gehört, wie der Zug die Station
Siegelsdorf verlaſſen habe. Schon bei der Ausfahrt
hätte es eigentümlich geknattert. Das Geräuſch ſei
plötzlich zu Ende geweſen. Er habe ſich darauf
hin=
ausgelehnt und habe die umgeſtürzte Lokomot ve
ge=
ſehen, worauf er dann ſofort zu Hilfe geeilt ſei.
Der Stellwerksbeamte ſelbſt kann keinerlei Ausſagen
machen, die für die Aufklärung von Bedeutung ſein
könnten. Er hat lediglich darauf geachtet, daß die
Signale richtig gezogen waren. Erſt in
dem Augenblick, da er vom Fenſter zurücktreten
wollte, habe er ein furchtbares Krachen gehört. Nach
ſeiner Mitteilung war die Strecke frei von
Hinderniſſen. Auch nach den Feſtſtellungen
des Nürnberger Eiſenbahndirektors hat die
Unter=
ſuchung bisher keinen Anhaltspunkt dafür ergeben,
daß an den Schienen und Laſchen etwas in
Unord=
nung war. Ueber
die Unglücksnacht
ſelbſt liegen eine ganze Reihe von
Augenzengen=
berichten vor, die nur ſchwach das zu ſchildern
ver=
mögen, was ſich in der Unglücksnacht ereignet hat.
Einer der Erſten an der Unglücksſtelle war der
Heizer der naheliegenden Ziegelei Rupp, der,
nach=
dem er ſofort einige Arbeitskameraden geweckt hatte,
zum Eiſenbahndamm geeilt war. Hier ſtiegen gerade
die erſten Reiſenden aus den noch heilen Wagen.
Eine Krankenſchweſter rief ihm zu, er ſolle
Ver=
bandszeug und Oel holen, worauf er ſofort
zurück=
hetzte und alles Erreichbare zuſammenraffte. Er und
ſeine Kameraden hatten dann ſofort mit dem
Ver=
binden zu tun. Ein Arbeiter kletterte auf einen
Wagen, um Verwundeten herauszuhelfen, ſtieß
je=
doch auf lauter Tote, die in einem Knäul wirr
durcheinander lagen. Eine Frau hatte ſich ſelbſt trotz
Verletzungen befreit und wankte auf dem Damm den
Arbeitern entgegen, bei denen ſie bewußtlos
zuſam=
menſank. Ein Reiſender, der gerettet worden iſt,
hatte das Unglück, in dem auf die Lokomotie
ge=
ſtürzten Wagen ſich zu befinden. Auch er weiß von
einem immer ſtärker werdenden Schwanken des
Wagens zu berichten, bis dann plötzlich das Unglück
geſchah. Er erlitt nur leichtere Verletzungen, da er
gerade in dem Seitengang des Wagens ſtand,
wäh=
rend in den Wagen der überhitzte Dampf der
Loko=
motive ſtrömte. Die Infaſſen des Wagens ſchrien:
„Stellt doch um Gottes willen den Dampf ab, ſonſt
gehen wir zugrunde!‟ Die meiſten Toten befanden
ſich in dem Wagen, der direkt auf die Lokomotive
geſtürzt war. Sämtliche Inſaſſen ſind durch den
Dampf der Lokomotive bei lebendigem Leibe
ver=
brüht worden. Bei den Rettungsarbeiten mußten
zahlreiche Paſſagiere mit Schweißapparaten aus den
Wagen herausgeſchnitten werden. Eine Dame mußte
mehrmals narkotiſiert werden, da die
Rettungsarbei=
ten ſo lange dauerten. Viele der Verletzten mußten
ſtundenlang unter den Trümmern ausharren, mit
Beinen, Kopf oder Armen eingeklemmt, gequetſcht,
zwiſchen Toten und Sterbenden. Einen ebenſo
er=
ſchütternden Anblick bot der durch ſein Abſpringen
gerettete Heizer des Zuges, der vor der Unglücksſtelle
auf der Erde ſaß und immerzu rief: „Schweigt, ich
will nichts mehr wiſſen, laßt mich in Ruhe‟.
Der millionſte Beſucher der „Preſſa”.
göln. Auf der „Preſſa” wurde am Sonntag
der millionſte Beſucher von den behördlichen Stellen
feierlich empfangen.
Tödlicher Fallſchirmabſprung.
Flensburg. Bei einer Flugveranſtaltung auf
dem Flugplatz Schaeferhaus ereignete ſich ein
töd=
licher Unglücksfall. Als der Flugſchüler Knies einen
Fallſchirmabſprung aus 400 Meter Höhe vollführen
wollte, entfaltete ſich aus noch nicht geklärten
Grün=
den der Fallſchirm nicht und Knies ſtürzte tödlich gb.
Die neue Oderbrücke bei Schwedt.
Die guirlandengeſchmückte Oderbrücke bei Schwedt nach der Einweihung.
Die jetzt fertiggeſtellte Oderbrücke bildet einen neuen Verbindungsweg nach Oſtpreußen und der
Oſtmark. Sie überſpannt den Strom durch drei Eiſenbetonbogen von 40, 44 und 50 Metern lichter
Weite bei einer nutzbaren Fahrbreite von 7,2 Metern und fügt ſich harmoniſch in das reizvolle
Landſchaftsbild. — Im Hintergrund die alte Behelfsbrücke.
Generalverſammlung des
Evan=
geliſchen Bundes in Danzig.
EPH. Zum erſten Male in ſeiner über
vierzig=
jährigen Geſchichte tagte der Evangeliſche Bund
außerhalb der Grenzen des Reiches. Er iſt in der
Freien Stadt Danzig zu einer Generalverſammlung
vom 8. bis 11. Juni eingekehrt. Der Heſſiſche
Haupt=
verein iſt mit 7 Vertretern erſchienen, darunter
Landeskirchenrat Dr. Waitz und Pfarrer Berck aus
Darmſtadt. Auch zwei Vertreter des Arbeiterſtandes
ſind aus Darmſtadt und Gießen nach Danzig
ge=
kommen. Das Gefühl der Schichſalsverbundenheit
iſt bei den Vertretern aus dem Weſten und
Süd=
weſten des Reiches beſonders groß! Dieſelben Nöte
hüben und drüben! Und wie dankbar freut ſich das
deutſche Danzig ſeiner deutſchen Gäſte! Um ſo
mehr, weil man nur auf polniſcher Bahn und durch
polniſche Zoll= und Paßreviſion hingelangen kann.
Aber über alle künſtliche Schranken hinweg grüßt
der Bruder den Bruder! Der Senat ſelbſt
veran=
ſtaltete in dem Artushof, dem einzigartigen
Feſt=
ſaal der Stadt, einen Empfangsabend und läßt durch
den Mund ſeines Präſidenten Dr. Sahm grüßen.
Keine der gewohnten Schemareden, ſondern ein
furchtloſes Bekenntnis zu Evangelium und
Deutſch=
tum, den beiden Kernpunkten des Evangeliſchen
Bundes. Ein Wort klingt uns wie Anklage und
Mahnung noch lange im Ohre nach: Die Verfaſſung
der Freien Stadt Danzig kennt — im Gegenſatz zum
Deutſchen Reich — keine Trennung von Staat und
Kirche. Denn ein Volk, das ſo im Kampfe ſteht,
be=
darf der Zuſammenarbeit aller Kräfte. Geheimrat
Scholz=Berlin, der Präſident des Bundes, andwortete
mit dem Hinweis auf den Rütliſchwur: Wir wollen
ſein ein einzig Volk von Brüdem, in keiner Not uns
trennen und Gefahr! Unter ſtürmiſcher Begeiſterung
endete er: „Wir wollen trauen auf den höchſten Gott,
und uns nicht fürchten vor der Macht der Menſchen.”
Die gewaltige, backſteingebaute Marienkirche in
Danzig, mit ihrem machtvollen, ſtumpfen Turm, iſt
mit ihrem ungeheuren Raume die fünftgrößte Kirche
der Welt. Nicht nur eines der eindrucksvollſten
Bau=
werke deutſcher Kunſt vergangener Jahrhunderte
ſteht ſie, auch Symbol der Gegenwart als Bekenntmis
zu deutſcher Art. Sie ſteht als Sinnbild über der
Tagung des Evangeliſchen Bundes. Mehrere
Tau=
ſend Andächtige füllten ſie am Freitagabend, um
dem Marienkirchenchor zu lauſchen, als er die
Phan=
taſie=Fuge in G=Moll für Orgel von Joh. Seb. Bach
und die Motette „Wacht auf ruft uns die Stimme‟
von Johann Friedrich Bach, dem Sohne, vortrug
und die Anſprache des Generalſuperintendenten
D. Dr. Kahlweit zu hören. Zum Begrüßungsabend
m Friedrich=Wilhelm=Schützenhaus waren wieder
1500 Menſchen erſchienen, darunter der
Senatspräſi=
dent Dr. Sahm, der deutſche Generalkonful Dr.
Freiherr v. Thermann u. a. Pfarrer Haun=Bonn
ſprach mit hinreißender Begeiſterung über „
Deutſch=
evangeliſch vom Rhein bis zur Weichſel”. Unter den
Klängen der Kapelle der Schutzpolizei erklang als
einmütiges Bekenntnis „Untrennbar für immer” das
Lutherlied. Den Samstag füllten größtenteils die
geſchäftlichen Angelegenheiten aus. Prof. D.
Zſchar=
nack übevbrachte als Vertreter der Univerſität
Königsberg dem Direktor des Evangeliſchen Bundes,
Studiendirektor Fahrenhorſt, die wiſſenſchaftliche
An=
erkennung durch Verleihung der Doktorwürde. In
der Generalverſammlung hielt der Präſident, Geh.
Konſ.=Rat Prof. D. Scholz die Programmrede über
das Thema: „Der Evangeliſche Bund im Kampf der
Geiſter”.
Ein Familiendrama in Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M. In ihrer Wohnung
Zeißelſtraße 20 wurden am Samstag vormittag um
8 Uhr die Eheleute Louis und Amalie Straſzewſki
durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Eine
unheil=
bare Krankheit des Mannes dürfte wohl der Grund
zu der Tat ſein.
Großes Schadenfeuer.
Drei Häuſer eingeäſchert.
Kaſſel. Das benachbarte Städtchen
Greben=
ſtein war am Sonntag nachmittag Schauplatz eines
Großfeuers. In der Bahnhofſtraße ſtanden plötzlich
zwei nebeneinanderliegende Häuſer eines
Schreiner=
meiſters in Flammen. Ein Haus, das mit großen
Holzvorräten ſowie Heu und Stroh gefüllt war,
brannte binnen kurzem vollſtändig nieder. Die
Be=
wohner konnten nur das Allernodwendigſte retten.
Das zweite Haus wurde ebenfalls zerſtört. Das
Mobiliar iſt durch Beſchädigungen unbrauchbar
ge=
worden. Der ſtarke Wind trieb die Flammen auf
ein drittes Gebäude, das ebenfalls völlig vernichtet
wurde. Acht Familien ſind obdachlos geworden.
Schwerer Hagelſchlag in der Umgebung
Münchens.
München. In der Umgebung Münchens, vor
allem im Jſartal in der Gegend von Deiſenhofen,
ſowie bis in die Gegend des Starnberger Sees und
des Würmtales richtete am Sonntag nachmittag
ſtar=
ker Hagelſchlag großen Schaden an. Die Schloſſen
fielen in der Größe von Hühnereiern. Viele
Aus=
flügler erlitten blutende Kopf= und Handverletzungen.
Tauſende von Fenſterſcheiben ſind zertrümmert
wor=
den. Viele Dächer wurden durchſchlagen. In den
Gemüſegärten richtete das Unwetter beſonders große
Verwüſtungen an. Auf weite Strecken ſind die Bäume
entlaubt worden.
Skandalaffäre in München.
München. Wie ſeinerzeit gemeldet, hatte die
Münchener Polizei eine hieſige Beamtengattin
ver=
haftet, die unter dem Verſprechen hoher
Gewinn=
beteiligung an auswärtigen Unternehmungen eine
Reihe von Perſonen nahezu 100 000 Mark
abge=
ſchwindelt hat. Bekanntlich hielt ſich die
Beamten=
gattin drei Rennpferde, ein eigenes Automobil und
führte ein großes Leben. Nunmehr hat die
Unter=
ſuchung eine überraſchende Wendung genommen,
in=
dem das Verfahren auch auf den Ehemann, den
Kri=
minalkommiſſar Ludwig Schnell, ausgedehnt wurde,
der bereits bei der Verhaftung ſeiner Frau ſeines
Dienſtes enthoben worden war und dann ſelbſt um
Verſetzung in den Ruheſtand nachgeſucht hatte.
Autvunglück.
Laupheim (Württemberg). Am Samstag
abend fuhr ein mit 12 Perſonen beſetztes Auto in
der Nähe von Waltershofen infolge Verſagens der
Steuerung gegen einen Baum. Der Wagen wurde
zertrümmert. Alle Inſaſſen wurden verletzt,
Schwerer Dorfbrand bei Nowgorod.
Kowno. Aus Nowgorod wird gemeldet, daß
in dem Dorfe Antonowka ein Brand ausgebrochen
iſt, der mehr als 100 Häuſer einäſcherte. Der
Scha=
den iſt bis jetzt noch nicht feſtgeſtellt worden.
Hun=
derte Familien ſind obdachlos geworden. Die
Sowfet=
regierung hat 50 000 Rubel für die Unterſtützung der
geſchädigten Bauern zur Verfügung geſtellt.
Zyklon über den Flugplatz Bollingfield, Amerika
Wie aus Waſhington gemeldet wird, herrſchte
über dem Bollingfield=Flugplatz ein zyklonartiger
Regenſturm, wodurch ein Flugzeugſchuppen
zuſam=
menſtürzte und 16 Perſonen leicht verletzt wurden.
Sechs Maſchinen der amerikaniſchen Luftſtreitkräfte
im Werte von je 25000 Dollar wurden vollſtändig
zertrümmert und ſechs andere ſchwer beſchädigt.
120 Chineſen ertrunken.
London. Nach Meldungen aus Hongkong ſind
bei dem Untergang des Flußdampfers „Koſchau”,
der ſich auf dem Wege von Hongkong nach Wuchow
befand, 120 Chineſen ertrunken. Das Schiff lief auf
eine Sandbank und ſank ſofort. Etwa 320 Perſonen
konnten gerettet werden.
25 Jahre Jaſtitut für
Krebs=
forſchung.
Geheimrat Prof. Dr. Ferdinand Blumenthal,
Leiter des Berliner Inſtituts für Krebsforſchung,
hielt anläßlich des 25jährigen Beſtehens dieſer
For=
ſchungsſtätte einen großangelegten Vortrag über die
Entwicklung des Krebsproblems. Ab 1. April 1929
wird das Inſtitut in die Regie des Staates
über=
nommen werden.
Seite 10
Dienstag den 12. Juni 1928
Nume
Sport, Spiel und Turnen.
Radfahren.
Bahn=Rennen in Darmſtadt.
Der Sonntag des 17. Juni ſcheint ſich zu einem Glanztage
radſport=
lichen Ereigniſſes innerhalb Darmſtadts Mauern zu entwickeln. An geſtrigen Sonntag in Neu=Iſenburg, um den abgeſchloſſenen
dieſem Tage, nachmittags um 3 Uhr, finden nämlich ſeit 14 Jahren
wieder die erſten Bahnrennen in Darmſtadt ſtatt. Wie ſchon zutragen. Als B=Meiſter im Gau kann die Mannſchaft des
vor einiger Zeit an dieſer Stelle mitgeteilt wurde, iſt durch
Entgegen=
kommen des Vereins für Leibesübungen Rot=Weiß 22, mit dieſem
Ver=
ein ein Abkommen getroffen worden, wonach auf deſſen Aſchenbahn
Nad=
größere Städte beſitzen ſchon jahrelang Aſchenbahnen, die ſeither mit weſen. Die Poliziſten ſind zurzeit in ſehr guter Form und
durch=
größtem Erfolge für die ſtartenden Fahrer befahren wurden. Veranſtal= diſzipliniert. Sie können noch Großes leiſten und brauchen
kei=
ter der Rennen am 17. Juni iſt der Velozipedklub 1899 e. V. Darmſtadt. nen Gegner der oberen Klaſſen zu fürchten.
Schon der Name des Vereins bürgt dafür, daß nur erſtklaſſiger Sport zu
gen hervorgeht. Es gelangen folgende Rennen zum Austrag: Erſtfah= mit ihm zufrieden ſein.
ven, Hauptfahren, Vorgabefahren, ein Vereinsrennen für die Mitglieder
bes VCD. und ein 30 Kilometer=Mannſchaftsrennen nach Art der 6=
Tage=Rennen. Das letztere dürfte wohl den Clou des Tages bilden.
Haben doch nicht weniger wie acht Mannſchaften zu dieſem Rennen ihre
Meldung abgegeben. Unter ihnen befinden ſich ſehr bekannte Namen
wie: Hammer=Siemantel, Frankfurt a. M., welche erſt am vergangenen
Sonntag in ganz überlegener Manier das Mannſchaftsrennen auf der
Stadionbahn in Frankfurt a. M. gewinnen konnten. Ferner Müller,
Fechenheim, und Gleime=Frankfurt. Erſterer iſt bekannt als mehrfacher Mannſchaften. Da Mainz im Fliegengewicht keinen Gegner
Meiſterfahrer und früherer Partner von Hugo Walkenhorſt, Darmſtadt.
Letzterer (Gleime) ſiegte am vergangenen Sonntag ebenfalls auf der
Stadionbahn, Frankfurt a. M., im Erſtfahren. Rudolph=Kapp=Frank= unterſchätzt und kann mit dieſem Reſultat noch zufrieden ſein.
furt a. M., beides Sieger in vielen Rennen, ſowie Stiefvater=Reuſchling=
Frankfurt a. M., und Schäfer=Langen mit Gläſer=Mainz als Partner.
Geſpannt darf man ſein auf das Abſchneiden der Darmſtädter Fahrer,
ganz beſonders aber auf das Zuſammentreffen des ſich zurzeit in
Hoch=
form befindlichen Darmſtädter Fahrers Hans Franke, vom VCD., mit
ſeinem ewigen Widerſacher Rudolph, Frankfurt a. M. Beides
Fah=
rer von Klaſſe! Franke konnte allein in letzter Zeit drei überlegene
Siege landen, und zwar am 27. 4. in „Rund um Frankfurt a. M.”, am
4. 5. in „Rund um den Neroberg” und am vergangenen Sonntag in
„Mannheim—Frankfurt-—Mannheim”. Es iſt daher allen Darmſtädter
Sportbegeiſterten Gelegenheit geboten, Hans Franke in ſeiner jetzigen
Form fahren und bewundern zu können. Sein Partner für das
Mann=
ſchaftsrennen, ſowie überhaupt die Mannſchaften aus den Darmſtädter
Fahrern, ſind noch nicht endgültig zuſammengeſtellt, da der Meldeſchluß
erſt am 10. Juni abläuft. Wir werden an dieſer Stelle hierüber weiter
berichten. Die Eintrittspreiſe zu dieſer Veranſtaltung ſind derart
nied=
rig gehalten, daß ſich jedermann Gelegenheit bietet, ſich die äußerſt
inter=
eſſanten und ſpannenden Kämpfe anzuſehen. Näheres ſiehe Plakate und
die noch folgenden Inſerate.
Der Velvciped=Club Darmſtadt e. V. brachte am
vergange=
nen Sonntag das Karl=Schmitt=Gedächtnisfahren auf
der 77 Kilometer langen Strecke, welche vom Start Böllenfalltor über
Ober=Ramſtadt, Gadernheim, Lindenfels, Reinheim zum Ziel
Böllen=
falltor führte, zum Austrag. Das Rennen bildete den zweiten Lauf
der Clubmeiſterſchaft. Von 9 gemeldeten Fahrern konnte der Starter
um 6 Uhr moegens 8 auf die Reiſe ſchicken. Das Rennen verlief trotz
der vielen Kurven dieſer Strecke bei Lindenfels ohne Stürze, und die
gefahrenen Zeiten ſind als äußerſt gut zu betrachten. Auch an
Ueber=
raſchungen fehlte es nicht. Georg Diemer konnte im Endſpurt mit
Hans Franke das Rennen zu ſeinen Gunſten entſ heiden.
Reſultate: 1. Georg Diemer, 2 Std. 25 Min. 20 Sek.; 2. Hans 3 Minuten.
Franke, 2,25,21; 3. Franz Bukowſki, 2,26,15; 4. Viktor Renſchler, 2,26,16;
5. Ludwig Ganß, 2,30,35; 6. Berni Hoffmann, 2,36,22; 7. Robert
Korn=
meher, 2,48,02; 8. Karl Pfirſching, wegen Defekte aufgegeben.
Schwimmen.
Main=Rhein=Gau — D.T.
Die für den Sonntag nach Stockſtadt a. Rh. angeſetzte
Gauſchwimm=
fahrt der Schwimmerinnen und Schwvimmer des Main=Rhein=Gaues
wurde ſtark durch die Witterung beeinträchtigt. Die Veranſtaltung
ſollte einmal dazu dienen, die Turngemeinde Stockſtadt als Beſitzerin
des Rheinbades Stockſtadt in ihren Beſtrebungen zur Verbreitung des
Schwimmens zu unterſtützen, als aber auch die Gauſchwimmſchar durch
verſchiedenartige Wanderungen oder Fahrten zu einem friſch=fröhlichen
Treffen am Altrhein zuſammenzubringen und ſich dort in einem bunt
zuſammengeſetzten Vereinsmehrkampf in volkstümlichſter Weiſe
körper=
lich betätigen zu laſſen. Der Verſuch darf als gelungen bezeichnet
werden, trotz des faſt ununterbrochenen Negens am Nachmittag. Dieſe
Fahrt wird ſicherlich ſpäter ihre Wiederholung finden.
Der Gauſchwimmfahrt voraus ging am Abend vorher ein
Sommer=
nachtfeſt der Turngemeinde Stockſtadt, das ebenfalls recht gut verlief.
Eine ganze Anzahl Vereine des Gaues hatte ſich an dieſer erſten
Gauſchwimmfahrt beteiligt. Die ſtärkſte Teilnehmerzahl wieſen ſeitens
der Stadtvereine die Schwimm=Abteilungen der Turngemeinde 1846,
ſeitens der Landvereine die Turngemeinde Stockſtadt auf, wofür beiden
eine Anerkennung zuteil wurde. Nachmittags 2,30 Uhr war nach einer
Anſprache des Vorſitzenden von Stockſtadt und des Gauſchwimmwarts
der Start zum allgemeinen Aufſchwimmen über 1000 Meter, an dem
rund 100 Teilnehmer jeden Alters ſich beteiligten. Danach folgte der
für 4 Altersklaſſen ausgeſchriebene Vereinsmehrkampf, der folgende
Ausübungsarten umfaßte: Laufen, Steinſtoßen, Weitſprung, Bruſt=
und Hühſchwimmen ſowie Kürſprünge, und von je 6 Teilnehmern
be=
ſtritten werden mußte. Trotz des Regens ließen es ſich Teilnehmer und
Zuſchauer nicht verdrießen und hielten bis zum guten Ende durch.
Bei den Stadtvereinen erreichte in allen 4 Altersklaſſen die
Turn=
gemeinde 1846 die meiſte Punktzahl. Bei den Landvereinen in der
Klaſſe der Turner: Turnverein Arheilgen; bei den Turnerinnen:
Turn=
verein Pfungſtadt; bei der Turnerinnen= und Turnerjugend ebenfalls
der Turnverein Pfungſtadt.
In der vormittags in Stockſtadt ſtattgefundenen Sitzung der
Ob=
leute und beteiligten Vereine für die Rheinſtaffel Baſel—Köln, Strecke
Worms—Mainz, fand eine Neueinteilung der einzelnen Teilſtrecken und
Ausſprache hierüber ſtatt. Endgültige Entſcheidungen wurden
hier=
über noch nicht getroffen. Zu gegebener Zeit wird in, der hieſigen
Preſſe ſowohl die Einteilung der Strecke Worms—Mainz, als auch der
Geſamtſtrecke, die Teilnehmer und ſonſtiges hierzu veröffentlicht.
Kraftſport.
Polizeiſportverein-Kraftſportverein Neu=Iſenburg 9:11.
Die Ringermannſchaft des Polizeiſportvereins weilte, am
Freundſchaftskampf mit der dortigen Oberligamannſchaft aus=
Polizeiſportvereins mit dem erzielten Reſultat ſehr zufrieden
ſein. Hätte unſer Bantamgewichtler, der techniſch beſſer war,
ſich nicht verpaßt und hätte Schrauder im Leichtgewicht mitgerun=
Rennen abgehalten werden ſollen. Nicht nur Darmſtadt, ſondern weit gen, wäre das Reſultat für die Poliziſten ein weit beſſeres ge=
Die Aufnahme bei dem Kraftſportverein Neu=Iſenburg war
erwarten iſt, was aus den bis jetzt ſehr zahlreich eingelaufenen Meldun= eine gute. Der Schiedsrichter entſchied ſachlich und man konnte
Die 9 Punkte errang Polizeiſportverein in 15 Minuten,
wvährend die Gegenſeite für ihre 11 Punkte 35 Minuten
brauchte.
Athl. Sp. Vgg. Mainz 1888 4 Punkte. — Kraftſportverein
Darmſtadt 1910 8 Punkte.
Mit dieſem Reſultat endete der am Samstag ausgetragene
Mannſchaftskampf im Ringen zwiſchen den obengenannten
ſtellte, verzichtete Darmſtadt auf die Wertung des Kampfes.
M., welches ohne Schun und Kaſper antrat, hatte die D. wohl
Kaſper hatte an dieſem Abend, in Koblenz betr. der
Amſter=
damer Olympiade noch einen Kampf auszutragen und konnte
nicht von der Partie ſein, während Schunk infolge einer
Ver=
letzung dem Kampfe fernbleiben mußte. Bei den „10ern” fehlte
Schwarz. Hätten beide Mannſchaften ſich in kompletter
Auf=
ſtellung gegenübergeſtanden, wäre wohl mit einem knapperen
Reſultat zu rechnen geweſen, doch mußte man den „10ern” nach
dem Kampfverlauf ein kleines Plus geben. Die ausgetragenen
skämpfe waren ſpannend und intereſſant und dürften jeden
Be=
ſucher zufriedengeſtellt haben. Auch dieſer Kampf hat wiederum
bewieſen, daß die Kampfkraft der Mannſchaft des K.Sp.V. 1910
eine ſehr gute iſt, und ſie kann mit Ruhe den kommenden
Liga=
kämpfen entgegenſehen. Die einzelnen Kämpfe verliefen
fol=
gendermaßen:
Bantamgewicht: Petermann (M.) gegen Borowſki (D.).
Die=
ſer Kampf, welcher über die ganze Zeit ging, zeigte
hervor=
ragende techniſche Momente, wobei der Darmſtädter der
An=
greifer und auch der Ueberlegene war. B. ſiegte in 20 Minuten
hoch nach Punkten.
Federgewicht: Nehren (M.)—Sigriſt (D.). Hier ſtanden ſich
zwei ebenbürtige Gegner gegenüber, die ſich einen harten
Kampf lieferten, der ebenfalls über die ganze Zeit ging. Der
Mainzer war der Glücklichere, indem es ihm in der
Zuſatz=
runde gelang, einen Punkt zu machen, mit welchem er nach 20
Minuten Sieger wurde.
Leichtgewicht: Zahnweh (M.)—Truber (D.). Truber hatte
beute wieder ſeinen großen Tag und ſiegte mit prächtig
aus=
geführtem Untergriff von der Seite bereits in einer Minute.
Mittelgewicht: Regensburg (M.)—Keitel (D.). Der
Darm=
ſtädter war ſtets überlegen und ſiegte, wie er wollte. Zeit:
Halbſchwergewicht: Kiefer (M.)—Veith (D.). Der
Darn=
ſtädter griff forſch an und brachte den Mainzer zu Boden, wobei
ſich bei Kiefer eine alte Beinverletzung bemerkbar machte, ſo daß
er den Kampf aufgab und Veith den Sieg überließ. Zeit:
1 Minute.
Schwergewicht: Eichblatt (M.)—Göbel (D.). Die
Darm=
ſtädter nahmen an, daß Eichblatt im Halbſchwergewicht ſtünde,
und nahmen eine Umſtellung vor. Göbel leiſtete dem
Europa=
meiſter ſo viel wie möglich Widerſtand, mußte ſich jedoch nach
2 Minuten als beſiegt bekennen.
Mainz 2 Siege in 22 Minuten, 4 Punkte.
Darmſtadt 4 Siege in 25 Minuten, 8 Punkte.
Außerdem fand noch der Rückkampf der Jugendmannſchaſt
K. Sp.V. „Deutſche Eiche” Roßdorf—K,Sp.V. Darmſtadt 1910
ſtatt. Die „10er”=Mannſchaft, beſtehend aus den Jugendlichen
Perini, Schnauber, Diener, Mavei, Göbel, Bock, ſiegte mit dem
Reſultat 8:4. Der Nachwuchs zeigte auch hier wieder prächtige Aachen:
Leiſtungen und berechtigt zu den beſten Hoffnungen. Bei ſämt= Hamburg:
lichen Kämpfen fungierte Herr Gauſportwart Schrauder (
Poli=
zeiſportverein Darmſtadt) als Unparteiiſcher und entledigte ſich München:
ſeiner Aufgabe in einwandfreier Weiſe.
Fußball.
Turn= und Sportverein Meſſel e. V.
Am vergangenen Sonntag war ein mäßiger Spielbetrieb. Nur die
1. Jugend weilte in Wixhauſen und gewann gegen dieſelbe von „Union”
3:1 (0:1). Kurz der Spielverlauf: Meſſel hat Anſtoß und findet ſich Feldberg:
nicht recht zuſammen. Wishauſen, mit dem Wind im Nücken, drückte (Schwarzw.)
ſchwer und kann auch ein Tor erzielen. Gleich nach Beginn der zweiten
Halbzeit gelingt Meſſel durch den Halbrechten der Ausgleich und durch Kahler Aſten:
den Linksaußen die Führung. Wixhauſen ſtrengt ſich jetzt mächtig an,
kommt aber nicht durch die Hintermannſchaft. Kurz vor Schluß kommt E
Meſſel noch zum dritten Treffer.
Geſchäftliches.
Der Kalkmangel unſerer Nahrung iſt die Urſache
vieler Schwächezuſtände. Wiſſenſchaftlich erprobt als zuverläſſiges Mittel
zur Anreicherung der täglichen Nahrung mit Kalk iſt Kalzan, hergeſtellt
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Funkorch. Richard Strauß: Serenade in Es=dur.
mit Klavierbegleitung. Aus Till Eulenſpiegels uſ
Improviſation. Drei Lieder mit Orcheſterbegleit.
Roſenkavalier. Mitw.: Thea Böhm=Linhard (Sopra
Aus dem Roman Maler Nolten von Mörike. 0 18: 2.
Zum 100. Todestag des Herzogs Karl. Auguſt von
14. Juni (von Kaſſel). 18.30: Dr. Spiro:
6 19: Dora Kellner: Das Kind im praktiſchen 2,
ziehungsproblem. 0 19.30: Engliſche Literaiurprobe
Oberſtudienrat Olbrich: Engliſcher Sprachunterricht. gi
Kaſſel; Klavierkonzert von 1. Danmert. O 2118=
Jacobſen: Zwei Novellen. Vortrag.: N. Schiller vor
— Anſchl.: Chormuſik.
Stuttgart.
Dienstag. 12. Juni. 15 45: Die Körperbildur
16.15: Konzert. Einl: Mariha Schuler. o.
Blos: Eliſe Bürger. 8 18.45: Funktechnik für Alle.
Steinhäuſer: Geſchichte und Volkstum im deutſch=dä
kampf. 6 19.45: Nachrichten ſüdd. Funkvereine.
Tage (Beramaunsdichtung) Rezit.: Paul Kania. 9
fahrt. — Wohlgemuth: Schrämhunde kreiſchen. Schla
— Zech: Das Grubenpferd. — Kania: Brand in d
Kloſe: Die Roſe. — Engelke: Lied der Kohlenhä=
Ausfahrt. O 20.45: Aus Opern. Ausf: Philharm. 4
Gerda Hanſ, Simberg. — Anſchl.: Geſichter der Gro
Ophüls.
Berlin.
Deutſche Welle. Dienstag, 12. Juni. 12: Franzö
Praktiſches Rechnen. O 14: Kindertheater: Hänſel
6 15: Margarete Weinberg: Hausfrau und Hauswit
deutſchen Vergangenheit. 0. 16: Staatsmi. a. D.
Schulweſen Südamerikas. 8 16.30: Dr. Gertrud H
der Romantik. 6 17: Konzert aus Leipzig 0 18:
Bühnenkunſt im Wandel der Zeiten. Altfranzöſiſ
und ſeine Auswirkung in Deutſchland. Szene aus „D
Kranke.” 0 18.30: Franzöſiſch für Anf. 6 18.55:
Deutſchlands Eintritt in die Weltpolitik zur 50jährio
des Berliner Kongreſſes 1878. 8 20: Uebertr. aus der
Konzert des Berliner Lehrer=Geſangvereins.
Dierstag, 12. Juni. 12.30: Mitteilungen und
für den Landwirt. 6 15.39: Forſchungsreiſender
Afrikaniſche Zwergvölker. 6 16: Dr. Blumenthal ſe
lichkeit als Dichtung. 6 16.30: Stunde mit Bü
Dr. Jollos: Junge ſchweizeriſche Dichtung. 17.30:
Leit.: Konzertm. v. Szpanowſki. 6 19: Dr. Mare
Merk= und Sehenswürdigkeiten in Deutſchland. oE=
Grabowsky: Die großen Mächte in ihren weltv Gen
weltwirtſchaftl. Beziehungen. Frankreich. O 20: Ueb
Philharmonie. Konzert des Berliner, Lehrer=Geſangt g
Prof. Rüdel. W. v. Baußnern: Einſamkeit. Hy
Leben. — Wiesner: Traum an der Siegfriedquelle. Eem
Hagen, ein Nachtſtück; Wahlſpruch: Deutſchland, a frnü
Moldenhauer: Abend, Nacht und Morgen, eviſche Ka
Edda für großen, unb=gleiteten Männerchor. Vier
volkstümliche Geſänge für Männerchor.
Wetterbericht.
Gießen,
Die Störung über der Nordſee flacht ſich langſam
nach Skandinavien hin weiter. Infolgedeſſen geht in
unſere Wetterlage langſam dem Ende zu, wenn ſich au ſr
Witterungscharakter noch unveränderlich geſtaltet und ge Elc
Schauer auftreten. Unter dem Einfluß des hohen Drud E=
Weſten her ausbreitet, nird ſich alsbald die Wetterle g
geſtalten und durch die Sornenſtrahlung wärmer.
Ausſichten für Dienstag, den 12. Juni. Nach verände
Wetter mit vereinzelten Regenſchauern ruhiger,
wärmer.
Ausſichten für Mittwoch, den 13. Juni. Heiter bis 1g
Erwärmung, durchweg trocken.
in G‟ Wind: Nie
ſch
in Gießen: bedeckt 14 SV. wolkig 11 WSW. Regen 14 WNW. Berlin: Regen 16 Regen 13 W. Königsberg: Nebel 15 NNO. Breslau: Regen 16 NW. Witterungsverhältniſſe der deutſchen Beroſta krii Feldberg:
(Taunus) Nebel 10 WNW. Waſſerkuppe: NSN. Zugſpitze: NW. Fichtelberg: Regen WIWs Schneekoppe: N.
Sauptſchriftlettunig. Nudoll Maupe
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Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. C19
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vil
eied
Der Ausweis der Reichsbank.
Ausweis der Reichsbank vom 7. Juni zeigt einen Rückgang der
Kapitalanlage in Wechſeln und Schecks, Lombards und Effei=
259,7 Mill. auf 2353,7 Mill. RM. Im einzelnen haben die
an Wechſeln und Schecks um 231,3 Mill. auf 2238,1 Mill.
ie Lombardbeſtände um 21,4 Mill. auf 21,6 Mill. RM. abge=
Die Anlage in Effekten blieb mit 94,0 Mill. RM. weiterhin
dert. An Reichsbanknoten um 268,9 Mill. auf 4218,0 Mill. RM.,
e an Nentenbankſcheinen um 23,4 Mill auf 562,8 Mill RM.
„f.. Dementſprechend ſtiegen die Beſtände der Reichsbank an
ſankſcheinen auf 47,2 Mill. RM. Die fremden Gelder zeigen
7 Mill, eine Abnahme um 48,9 Mill. RM. Die Beſtände an
nd deckungsfähigen Deviſen zuſammen ſind mit 2307,7 Mill,
m einzelnen die Goldbeſtände mit 2040,8 Mill RM., die
Be=
ru Geckungsfähigen Deviſen mit 266,9 Mill. RM. ausgewieſen.
Fkung der Noten durch Gold allein ſtieg von 45,5 Prozent am
er Vorwoche auf 48,4 Prozent, die Deckung durch Gold und
fähige Debiſen von 51,6 Prozent auf 54,7 Prozent,
e Dollaranleihe der Frankfurter
Gas=
geſellſchaft vor dem Abſchluß.
Frankfurter Gasgeſellſchaft will bekanntlich eine 3 Mill.
Döllar=
aufnehmen. Zu dem vermittelnden Bankenkonſortium gehören
elbrück, Schickler u. Co., Berlin, auch die Darmſtädter und
Na=
ak, und auf amerikaniſcher Seite die Firma Brown Brothers
ſom Neiv York. Die Anleihe wird hypothekariſch ſichergeſtellt wer=
Teil der aus dieſen neuen Geldern hereinkommenden Mittel
Ft. Gen.=Anz. zur weiteren Finanzierung der Kohlenfelder
vor=
ſein, während ein anderer namhafter Betrag vor allem für den
Ausbau des Hauptgaswerkes Oſt in Frage kommt. Dagegen
Gaswerk Weſt im Laufe des ſtächſten Jahres vollkommen
ſtill=
ud anderen Zwechen zugeführt werden. Außerdem ſollen ans
(eiheerlös noch kleinere Transaktionen der Gasgeſellfchaft
finan=
rden.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Kampf um den Medio. Die Intereſſengemeinſchaft der
Ber=
idatbankiers (Gruppe A der B.B.W.) beruft nunmehr die an=
te außerordentliche Mitgliederverſammlung auf Donnerstag,
18. Mts., ein. Auf der Tagesorbnung ſteht als 1. Punkt: Ab=
des Medio, als zweiter: Sonſtiges. In dieſer Verſammlung
je endgültige Entſcheidung über die Abſchaffung des Medio
je der Vorſtand der Intereſſengemeinſchaft den Mitgliebern
n hat.
enförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
in der Zeit vom 27. Mai bis 2. Juni im Ruhrgebiet in fünf
rgen 1 777 340 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 163 010 Tonnen
irhergehenden Woche bei ſechs Arbeitstagen. Die Kokserzeiigung
z in den 7 Tagen der Berichtswoche auf 535 778 Tonnen gegen
Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung
6 Tonnen gegen 58 540 Tonnen in 6 Arbeitstagen. Die arbeits=
Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 27. Mai bis 2. Juni
onzen gegen 360 502 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die
Kokserzeugung ſtellte ſich auf 76 540 Tonnen (76 338 Tonnen),
tStägliche Preßkohlenherſtellung auf 10 773 Tonnen (9757 Ton=
Zegen Abſatzmangels wurden in der Berichtswvoche 79 658 (
ar=
ſch 15 932) Feierſchichten eingelegt gegen 117 151 (19 525) in der
jeniſch=deutſches Filmproduktionsabkommen. Zwiſchen dem
In=
acionale Luce Rem und der Univerſum=Film=A.=G. Berlin iſt
itwirkung der italieniſchen Regierung, insbeſondere des
Wirt=
niſters Belluzzo ein Vertrag abgeſchloſſen worden, der den
9 und die Ausbildung von techniſchen und künſtleriſchen
Kräf=
die jährliche Herſtellung einer Anzahl italientſcher Großfilme,
ni.
Ffurter Boden=A.=G. Die Generalverſammlung genehmigte die
rung der am 16. Oktober 1926 beſchloſſenen
Kaditalzuſammen=
on 600 000 auf 300 000 RM., und zwar erhalten die Aktionüre
e Aktien zu 150 RM. 3 neue zu 100 RM. Die
Generalver=
g genehmigte die Abſchlüſſe für die Jahre 1926 und 1927. Nach
tcht erſtreckte ſich die Tätigkeit der Verwaltung im weſentlichen
Bearbeitung von Aufwertungsanſprüchen und auf die
Durch=
verſchiedener Prtzeſſe. Für das Jahr 1926 ergibt ſich ein
on 55 626 RM., der hauptſächlich auf hohe Gerichts= und
An=
n zurückgeführt wird, die eine Ansgabe von 28 663 RM. ver=
Im Jahre 1926 konnten Aufwertungsforderungen in Höhe
B RM. realiſiert werden. Im Jahre 1927 ſteigerte ſich die
e aus durchgeführten Aufwertungsprozeſſen auf 75 480 RM.
und Anwaltskoſten beanſpruchten in dieſem Jahre 21 685 RM.
itigung des Verluſtes wurde beſchloſſen, einige kleine Reſerven
ſt und von der Verluſtreſerve rund 25 000 RM. in Anſpruch
n, ſo daß ein kleiner Ueberſchuß von 2200 RM. verbleiht, der
en wird. In der Bilanz für 1927 erſcheinen 1084 680 RM.
ien (wie 1926), 60 398 (5100) RM. Aktivhypotheken, 1 727 783
) RM. Debitoren, andererſeits 2 460 663 (2 287 003) RM.
n und 50 000 (201 830) RM. Paſſivhypotheken.
richt für 1927 nahm der
ngen von Hochſpennungs= und Anſchlußanlagen waren gut
k, auh der Vertrieb von elektriſchen Gebrauchsgegenſtänden
Von den Beteiligungen haben die Elektrobaugeſellſchaft in
ad die Rheiniſche Hoch= und Tiefbau A.=G. in Mannheim gut
Unte: der Ungunſt der Verhältniſſe hatte die Rheiniſche
erei und Maſchinenfabrik A.=G., Mannheim, zu leiden. In
wurde eine Fabrik für die Herſtellung transportabler Akfu=
* eingerichtet, deren Produkte, Berga” ſteigenden Abſatz fin=
S neue Jahr hat ſich bisher zufriedenſtellend angelaſſen. Die
erhöhten ſich von 506 601 RM. auf 518 883 RM. Unkoſten
1106 616 (1063 128) RM. Abſchreibungen beanſpruchten
413 708) RM. einſchließlich 163 413 (162 915) RM. Vortrag,
ein Reingewinn von 1 403 609 (1 379 613) RM., aus dem, wie
eineldet, wieder 6 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien
rozent auf die Stammaktien verteilt werden. 187 409 RM.
vorgetragen. In der Bilanz erſcheinen (alles in Millionen
Triebsunternehmungen 5,403 (5,293), Beteiligungen und Wert=
2082 (11,910) und 6,239 Wertxapiere, Grundſtücke und Ge=
136 (1,580), Einrichtungen und Fahrzeuge 0,456 (0,280), Fabri=
Trichtungen (Berga) 0,360, Waren und halbfertige Bauaus=
+ 3338 (2,479), Außenſtände und Anzahlungen (darunter
in die Tochtergeſellſchaften) 9,866 (3,694), Bankguthaben 0,889
Indererſeits Schuldverſchreibungen 1062 (1,273), Hypotheken
Erwerb von Liegenſchaften in Mannheim und München auf
12) erhöht, Schulden und Anzahlungen 9,587 (6,578), darunter
lautden. Neu iſt ein Poſten langfriſtiger Darlehen mit 3,381
Ehe die von befreundeter Seite zu günſtigen Bedingungen auf
Zeit gegeben wurde.
Die Stabiliſierung des franzöſiſchen Franken. Die
Stabili=
le2 franzöſiſchen Franken, die noch vor dem 14. Juli erfolgen
Sikd an dem gegenwärtigen Geldumlauf tatſächlich nichts
Durch ein beſonderes Geſetz ſoll bei der Stabiliſierung feſt=
Jen, daß die im Umlauf befindlichen franzöſiſchen Geldſcheine
Tohen der Bank von Frankreich gegen Gold umgetauſcht wer=
S. Bobei ein Franken des heutigen Papiergeldes 20 Centimes
wechen dürfte rder ein Pfund Sterling 125 Papierfranken.
4egeine ſollen torerſt nicht ausgegeben werden. Die zurzeit
ü befindlichen Geldſcheine werden auch weiter im Gebrauch
Metallnotierungen.
Dietallnotierungen an der Londoner Börſe vom 11. Juni
ſtell=
ur Kupfer: (Tendenz: feſt), Standard per Kaſſe 64/½—64½.
Jiate 64/ue—64½, Settl. Preis 64½, Elektrolyt 69—69½, beſt
2——B84, ſtrong ſheets 94, Elektrowirebars 69½; für Zinn:
Au i9) Standard per Kaſſe 222½—33½4, drei Monate 2203
Setl. Preis 222½, Banka (inoff.) 226½ Straits (inoff.
Slei: CTendenz: ſtetig) ausländ promtt 21½, eitf.
L L Sctl. Preis 218) für Zink: (Tendenz: ſtetig) ge=
Arompt. B½, entf. Sichten 25%) Settl. Preis B7e
Franffurter Efieitenbörſe.
Frahkfurt a. M., 11. Juni.
Nachdem an der Vorbörſe die Tendenz ziemlich undurchſichtig und
unſicher war, konnte ſich zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine
allge=
meine Erholung durchſetzen, die hauptjächlich durch die weiter leichte
Geldmarktlage, trotz des bevorſtehenden Medios und die nach dem
Ultimo eingetretene Entſpannung des Reichsbankinſtituts,
zurückzufüh=
ten iſt. Auch üibten die Bankbeſchlüſſe der Brüſſeler Börſe, daß das
Reportgeld im alten Umfange belaſſen wird, einen güinſtigen Einfluß
aus. Auf der anderen Seite mahnte die ſchwache New=Yorker Börſe
vom Samstag, und der Umſtand, daß von einer Beteiligung der
Bank=
kundſchaft und des Auslandes am Börſengeſchäft nicht viel zu bemerken
war, zur Zurückhaltung, ſo daß das Geſchäft im allgemeinen ziemlich
klein blieb. Kur Spezialwerte waren ſtärker bevorzugt, und hierin
kennte ſih zeitweiſe recht lebhaftes Geſchäft entwickeln, bei
Kursbeſſe=
rungen gegenüber den Schlußkurſen vom Samstag bis zu 3 Prozent.
An der Spitze der bevorzugten Werte ſtanden am Elektromaekt Licht
u. Kraft mit plus 4½ Prozent und Schuckert mit plus 3 Prozent. Von
Zellſtoffiverten waren Zellſtoff Waldhof mit plus 7 Prozent lebhafter
begehrt. Auch Aſchaffenburger konnten daraufhin 2½ Prozent
gewin=
nen. Am Monta imarkt blieb das Geſchäft klein, jedoch überwogen auch
hier die Kurserholungen. Nur Rheinſtahl und Mannesmann waren
angeboten und vernachläſſigt. Am Chemiemarkt konnte ſich in J. G.
Farben nur zögernd einiges Geſchäft entwickeln, bei knapp behauptetem
Kurs. Gebeſſert waren am Bankenmarkt Barmer Bank mit plus 2
Prozent. Dem Bauunternehmungsmarkte wandte ſich etwas lebhafteres
Intereſſe zu, ha uptſächlich Cement Heidelberg mit plus 2½ Prozent
und Wayß u. Frehtag mit plus 2½ Prozent hatten teilweiſe größere
Umſätze. Im Verlaufe machte ſich ſtärkere Nachfrage nach Kali
Salz=
detfurth mit einem Gewinn von 11 Prozent bemerkbar. Am
Renten=
markt beſtand für Ablöſung ohne Option regere Nachfrage. Auch
Aus=
länder waren etwas gefragt und gebeſſert.
Im weiteren Verlaufe konnten ſich zumeiſt Kursbeſſerungen bis zu
4 Prozent durchſetzen. Die Spekulation nahm verſchiedentlich
Deckun=
gen vor, und die Tendenz wurde unter Bevorzugung von Siemens mit
erneut plus 4½ Prozent feſt. Tägliches Geld blieb zum Satz von
5 Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen
Dollar 4,1849, gegen Lendon 20,434. London=Kabel 4,8820, Paris
124,13, Madrid 29,34, Mailand 92,75, Holland 12,09
An der Abendbörſe konnte ſich die Tendenz wüter etwas beſſern,
ohute daß jedoch das Geſchäft lebhafter geworden wäre. Die Spekulation
nahm ſbeiter einige Deckungen vor; auch von außen her ſollen kleinere
Orders vorgelegen haben. Lebhafter gefragt waren die Kaliwerte, von
denen Salzdetfurth 3½ Prozent und Weſteregeln 3 Prozent gegen den
Berliner Schluß anzogen. J. G. Farben blieben mit plus 13/ Prozent
ziemlich rege verlangt. Intereſſe machte ſich ferner für Schiffahrtswerte
bemerkbnu, die je 1½ Prozent gewannen. Beachtet waren außerdem
einige Elektrowerte und Rhein’ſche Braunkohle. Auf den Rentenmärkken
war das Geſchäft ſtill. Im Verlaufe wurde die Haltung allgemein ſehr
rühig. Abl.=Schuld 19,70, Baumer Bank 149,5, Commerzbank 194,
Deutſche Bauk 170,5, Dresdeter Bank 169,75, Metallbank 152, Buderus
89, Gelſenkiichen 141,75, Aſchersleben 223,5, Weſteregeln 226.
Mannes=
mann 143,25, Mansfeld 122½=, Phönix 99, Rheiniſche Braunkohlen 308,
Rheinſtahl 169, Stahlverein 100, Aölerwerke 101,5, A. E.G. 186,5,
Berg=
mann 211, Daimle: 115,5, Deutſche Erdöl 144,75, Scheideanſtalt 213,5,
Vicht u. Kraft 235, Gesfürel 288, Holzmann 154,5, Karſtadt 249,
Rütgers=
werks 96,5, Shuckert 212,75, Siemens 363,75, Wayß u. Freytag 152,5,
Zellſtoff Afchaffenburg 257, Walößof 311, Hapag 168, Nordd. Lloyd 160.
Berxliner Effeftenbörfe.
Berlin, 11. Juni.
Die heutige Börſe eröffnete ſehr freundlich. Dazu kamen noch einige
Auslandsaufträge in Spezialſerten, ſo daß ſich das Kursniveau im
allgemeinen etwas erhöhen konnte. Die Tendenz war aber nicht ganz
einheitlich. Die an und für ſich freundliche Stimmung wurde begünſtigt
durch den letzten Reichsbankausweis, der eine Kapitalentlaſtung
dieſes Inſtitutes um über 250 Mill. RM. zeigt, ferner glaubt man, daß
die Intereſſengemeinſchaft der Berliner Privatbankiers am 25. ds. Mts.
in ihrer Mitgliederverſammlung die Aufhebung der Medio=Liquidation
beſchließen werde. Demgegenüber wirkten ſich ungünſtige Momente,
wie der ſchwache Verlauf der letzten New=Yorker Börſe und die
Stel=
lungnahme der Reichsbahn zur Ablehnung ihres
Tariferhöhungs=
antrages durch die Reichsregierung nicht aus. Die Medio=Liquidation
wird bereits als überwunden angeſehen, da Reportgeld reichlich
vor=
handen iſt. Auch der Geldmarkt blieb weiter leicht. Tagesgeld 5 bis
6½ Prozent und für erſte Firmen weſentlich darunter. Monatsgeld
7½—8½ Prozent, Warenwechſel mit Bankgiro 67½ Prozent. Am
in=
ternationalen Deviſeumarkt wurden der Dollar gegen die Mark mit
4,1850 und das Pfund gegen New=York mit 4,8818 genannt. Mailand
ſuar mit 92,75½ und Stockholm mit 18,19½/ etwas ſchwächer.
Schiffswerte waren leicht gedrückt und Bankaktien lagen
uneinheit=
lich, aber eher feſt. Bank für Brau= und Berliner Handelsanteile zogen
je um 3 Prozent an, während die Reichsbank 1 Prozent hergab. Am
Elektromarkt ſtanden Siemens mit einer Steigerung von 3 Prozent im
Vordergrund des Intereſſes. Daneben gewannen A. E.G. 1½, Elektr.
Licht 134, Gesfürel 2½ und Schuckert 2½. Von Montanwerten konnten
ſich Rheiniſche Braunkohlen um 3 Prozent, Stolberger Zink um 2
Pro=
zent verbeſſern. Dagegen verloren Mannesmann 2ls. Von chemiſchen
Werten lagen J. G. Farben um 1½ Prozent niedriger. Chemiſche
Heyden um 2½ höher. Spritwerke feſt, ebenſo Kaliaktien. Am meiſten
beachtet waren Kunſtſeidenwerte, von denen Betberg eine
Kursſteige=
rung von 14 Prozent und Vereinigte Glanzſtoff eine ſolche von 7
Pro=
zent zu verzeichnen hatten. Auch Zellſtoff Waldhof zogen um 7 Proz. an.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe hielt die freundliche Stimmung an.
Der weitere Verlauf der Börſe blieb weiterhin freundlich. Sie
wurde unterſtützt durch Gerüchte, die daben wiſſen wollten, daß der zu
erwartende Bericht des Reparationsagenten verhältnismäßig günſtig
aufgemacht ſein ſoll. Bemberg konnten ihre Erhöhung um weitere
10 Prozent fortſetzen. Im allgemeinen iſt das Kursniveau gut
be=
hauptet, teilweiſe etwas höher. Polyphon plus 3, Siemens plus 3,
Tietz plus 2½, Schleſ. B=Gas plus 21 Das Geſchäft blieb ſehr klein.
Privatdiskont 6½ Prozent für beide Sichten (unverändert).
In der letzten Stunde machte die Aufwärtsbewegung weitere
Fort=
ſchritte, ſo daß die Börſe überwiegend zu den höchſten Tageskurſen
ſchloß. Auch die Nach örſe zeigte weiter ſteigende Tendenz.
A. E. G
Augsb.=Rürnb. Maſch. /107.—
Baſalt .. . ..... .. . . / 80.5
Bergmann. . . . . . . . 1203.—
Berl. Karlsruhe Inb./ 67.125
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Briketts/177.—
Vremer Wolle.
Danatbank.
Deutſche Bank. . .. . f469.—
Diskontogeſ. . . . .
Dresdner Bank. . . . . /166.5
Deutſche Maſchinen / 54.5
Deutſche Erböl ...."
Deutſche Petroleum / 65.—
Dynamit Nobel ... /136.—
Elektr. Lieferung .. f174.25
F. G. Farben. ..... la74,25
Gelſenk. Berg. . . . 1140,25
G. f. elektr. Untern. Ka82.—
58.—
Hau. Maſch.=Egeſt
Hanſa Dampfſch. e10.25
Hapag .......... /163.25
Hemoor Zement.
9. 6. 11. 6. 9. 6 11. 6. /181.— 183.— Hirſch Kupfer. 182.25 109.— Höſch Eiſen. 145.— 144,75 80.25 Hohenlohe Werke 90.25 209.5 Kahla Porzellan . 163.— 167.— 68.— Kali Aſchersleben 218.— 218,5 ken6.— Ra-- Salzbefurth. . 403.5 413.— 177.— Weſterregeln. 216.5 219.5 f244. 5 245 — Lindes Eismaſch. 178.— 180.5 (278.75 280.— L. Loewe & Co. 243.— 248.— 69.— Lingel Schuh 55.— 53.— 165.— 165.— MannesmannRöhren 144.— 145— 167.— Niederlauſitzer Kohle 160.— 160.— 58.— Nordb. Loyd. 156.5 157.25 143.— Orenſtein. 124.— 124.75 66. — Polyphon 592.— 537.75 136.5 Mütgerswerke 95.123 96.— 176.5 Sachſenwerke .. 136.75 140. 274.75 Siemens Glas ..." 155.— 156.— 141.— Ver. Glanzſtoff... 728.— 739.— 283.5 Ver. Stahlwerke. . 100.12s 100.375 S8. Volkſtedter Porzellan 59.— 58,5 212.5 Wanderer Werke. 160 — 160.— 188.— Wiſſner Metall. 168.— 170,75 245. — 163.—1245.— Wittener Gußſtahl 67— 67.—
Deviſenmarkt.
Celſingfors
Wien ...."
Prag ...."
Budapeſt ..
Sofia ..
Colland ..!
Tslo ...
Kopenhagen
Stodholn
Londrn .
Buenos Aires
Nen=Vork ..."
Frlgien .... .458.40 58.52
Geld Brie
10.52110.541 11. 6.
Geld/Brief!
o.52 1o.*4 Italien .... 9.
22.02 6.
Geld / Brie
22.06 59.83 58.95 58.80 59.82 Paris ... 16.445 16.48 12.392 12.71 2.368/12.408) Schweiz". 80.56 80.72 72.96/ 73 10 72 92/ 73.0c Spanien.. 69,62 69 7 3.022/ 3.024 3.022/ 3.028 Danzig ... a1.55/ 21.71 168.741169.00 68.65/168.991 Japan. . .. .." 1.95: 1.95 1i2otftie. 23l 11.97/112.1 Rio de Janeiro 0.50 15 0.5035 Fit2.2o112.4 ire.7t1g.ae Jugoſlavien..." 7.35! 7.36‟ ii2.24:12.42 112.77/112 29 Portugal .." 18.3: 18.37 20.47120.457 20.705 20,441 Athen ..." 5.40: 5.41. 1.742/ 1.786 1.781/ 1.745 Konſtautinopel 2. 148 2. 15. /4-18154 129: 4.1860 4.1680 Kanaba... 4.170/ 4.178 8.375 58.495 Urugugy. 4 2811 4.259
11. 6.
Geld /Brie
2f.595 22.035
116.43 16.47
80.50 80.66
69.48
81.55
1.953
.501
69.62
81.71
1.957
0.5035
7.358/ 7.372
18.431 18.47
5.425/ 5.435
2. 1481 2.152
4.170 4.178
T281l 4.269
Produiienberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 11. Juni. Die erhöhten
Aus=
landsforderungen blieben an der heutigen Produktenbörſe ohne
Ein=
fluß. Die Verbraucher gingen nicht aus ihrer Zurückhaltung heraus.
Man verlangte für die 100 Kilogramm ohne Sack waggonfrei
Mann=
heim: Weizen inl. 29,75—30, ausl. 30—32, Roggen inl. 29, ausl. nicht
notiert, Hafer inl. 28—29, ausl. 28,25, Braugerſte ausl. 31—35,5, inl.
nicht notiert, Futtergerſte 24,5—25,5, Mais mit Sack 25, ſüdd.
Weizen=
wehl (Spezial Null) 38—38,75, ſüdd. Roggenmehl, je nach Ausmahlung
39,5—40,25, Weizenkleie 14,5—14,75.
Franffurter Produktenbericht vom 11. Juni. Die Getreidebörſe lag
zwa” wieder ruhig, doch beſtand auch zu erhöhtem Preiſe etwas
Nach=
frage nach Weizen und Roggen, die um 25 Pfg. anzogen. Futtermittel
waren eher etwas billiger. Je 100 Kilogramm: Weizen T 26,75—27,
Roggen 28,50, Hafer inſ. 28—28,50, Mais für Futterzwecke 25, dito für
andere Zwecke 23, Weizenmehl 37,50—38,25, Roggenmehl 39,50—40,
Weizenkleie 14,50—15,40, Roggenkleie 18,75—17, Erbſen 62,60, Linſen
50—95, Heu 8,50—9, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt 5—5,50,
dito gebündelt 4,25—4,50, Treber getrocknet 18,50—18,75.
Berliner Produktenbericht vom 11. Juni. Der hieſige Markt hatte
die Feſtigkeit der überſeeiſchen Samstagabendmärkte bereits zum
Wochenſchluß diskontiert; die ſchwachen Meldungen von Liverpool riefen
heute hier eine nachhaltige Verſtimmung hervor, da vor allem das
Mehlgeſchäft auch weiter keinerlei Anregung bieten kann. Die
über=
ſeeiſchen Forderungen für Weizen und Roggen waren gegenüber
Sams=
tag erhöht, die zweite Hand liegt jedoch auch zu unveränderten Preiſen
abgabewillig. Inlandsgetreide behielt ziemlich unveränderte Marktlage.
In Mitteldeutſchland befinden ſich für die vorgeſchrittene Jahreszeit
noch ziemlich umfangreiche Weizenbeſtände. Zu den ermäßigten Preiſen
kommt aber nur wenig Angebor heraus. Auch gute Waggonware wird
nur ſpärlich offeriert. Die Nachfrage der Mühlen nach Kahnware iſt
aber gleichfalls nur ſporadiſch. Waggonware wird nur in gevingen
Qualitäten angeboten, hierfür „bekunden die Provinzmühlen weiter
Aufnahmeneigtng. Weizen= und Roggenmehle haben bei unveränderten
Preiſen ſehr ſchleppendes Geſchäft. Am Lieferungsmarkt gingen bei
Weizen und Roggen die am Samstag erzielten Preisgewinne wieder
verloren. Hafer in guten und mittleren Qualitäten knapp angeboten,
Forderungen und Gebote liegen aber ziemlich weit auseinander. Gerſten
faſt umſatzlos.
Piehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 11. Juni. Zum heutigen Viehmarkt
waren aufgetrieben und wurden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach Klaſſe
gehandelt 172 Ochfen 30—61, 164 Billen 30—53, 294 Kühe 18—52, 376
Järſen 36—62, 681 Kälber 34—8, 22 Schafe 44—50, 2970 Schweine 56
bis 72, 135 Arbeitspferbe ero Stück 900—1700, 70 Schlachtpferde pro
Stück 40—120 Mark. Marktverlauf: Mit Großvieh ruhig, Ueberſtand;
Kälber lebhaft, geräumt; Schveine ruhig, Usberſtand; mit Pferden
ruhig.
Frankfurter Schlachtviehwarkt vom 11. Juni. Der Auftrieb des
heutigen Hauptmtarktes beſtand aus 1505 Rindern, darunter 375 Ochſen,
90 Bullen, 618 Kühen, 386 Färſen, ferner aus 680 Kälbern, 73 Schafen
und 5768 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb des letzten
Haupt=
marktes waren heute 56 Rinder, 271 Kälber und 40 Schafe weniger
an=
getrieben, während 40 Schweine mehr zum Verkauf ſtanden.
Markt=
verlauf: Rinder ruhig, ausverkauft. Schweine ſchleppendes Geſchäft
und Ueberſtand. Schafe wegen des geringen Antriebes nicht notiert.
Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen a I 58—62, II 53—57
bI 49—52, II 43—48, Bullen a 53—56, b 48—52, Kühe a 48—52, b 42
bis 47, c 37—41, d 25—36, Färſen a 60—62, b 55—59, c 50—54, Kälber
a —, b 77—82, 6 55—59, d 60—71, Schweine a 66—68, b 67—69, c 68
bis 71, d 68—70, e 64—66. Verglichen mit den Notierungen des
Haupt=
marktes der vergangenen Woche blieben Rinder gut behauptet.
Gegen=
über des letzten Nebenmarktes waren Kälber unverändert und S hweine
zogen bis zu 3 Mk. an. Fleiſchgroßmarkt: Ochſenfleiſch T 95—100, II 90
bis 95, Bullenfleifch 85—90, Kuhfleiſch I 65—75, II 50—65, III 30—50,
Kalbfleiſch I 110—120, IT 90—105, Hammelfleiſch 105—110,
Schweine=
fleiſch I 80—85, Gefrierfleiſch, Rindfleiſch, Vorderviertel unverzollt 48,
verzollt 62, Hinterviertel, verzrllt 75, unverzollt 75.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chieago, 11. Juni (Priv.=Tel.).
Weizen: Heute gingen die Preiſe auf die günſtigen Wetterberichte
erheblich zurück. Auch die Kabel aus Buenos Aires und Liverpool
ver=
ſtimmten. Im Verlaufe erfelgte eine zeitweiſe Erholung. Dann wurbe
die Tendenz erneut ſchwach auf Angebot.
Mais: Auch der Maismarkt eröffnete in ſchwacher Haltung. Nach
ſehr ſchwachem Marktbeginn trat eine Erholung ein auf Deckungen für
europäiſche Rechnung. In Norddakota wird die Ernte ſehr niedrig
beziffert, ſo daß einige Deckungen vorgenommen wurden. Der Schluß
war erneut ſchwach.
Hafer: Der Markt ſchloß ſich den Bewegungen der vorgenannten
Märkte an, wenn ſich auch gegen Schluß eine Erholung durchſetzen
konnte.
* New=York, 11. Juni (Priv.=Tel.).
Kaffee: Das Geſchäft war ruhig auf Abgaben heimiſcher und
euro=
päiſcher Firmen angeſichts der Schwäche Braſiliens.
Zucker: Heute kam es zu recht erheblichen Preisabſchwächungen auf
Liquidationen, die Schwäche am Lokomarkt und Poſitionslöſungen der
Hauſſiers. Auch die Nachfrage nach Raffinade war unbefriedigend.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 11. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 141½, Sept. 143½, Dez. 145½1
Mais: Juli 103½, Sept. 103½, Dez. 86½j Hafer: Juli 55½
Sept. 46½, Dez. 47½; Roggen: Juli 128, Sept. 1223, Dez.
123½.
Schmalz: Juli 11,77½, Sept. 12.10, Ort. 12,25, Dez. 12,32½.
Fleiſch. Rippen: Juli 12,20, Sept. 12,42½, Oft. 12,30; Speck,
loko 12,50; leichte Schweine 8,75—10,05, ſchwere Schweine 9,40
bis 10/05; Schweinezufuhren: Chicago 58000, im Weſten
130 000.
Baumwolle: Juli 20,36, Oktober 20,11—20,12.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 11. Juni:
Getreide. Weizen: Rotwinter 178, Hartwinter 160½: Mais,
neu ank. Ernte 116½; Mehl, ſpring wheat clears 6,50—7,00;
Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent
8—10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,40; Talg, extra, loſe 8½.
Kakao. Tendenz: flau; Uimſatz in Lots: 178: Loko: 15½1
Juni 14,28, Juli 14,45, Auguſt 14,70, Sept. 14,82, Okt. 14,73,
Nov. 14,35, Dez. 13,87; Januar 1929 13,80, März 1929 13,72.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Infolge zunehmender Abſatzſchwierigkeiten hat die Zahl der
Feier=
ſchichten im Ruhrbergbau allgemein eine ſtarke Steigerung erfahren.
Sie hat betragen: Januar 27 519 (arbeitstäglich 1080), Februar 25 364
(1015), März 21 065 (718). Nach vorläufigen Feſtſtellungen betrug die
Zahl der Feierſchichten im April 7483 (325), im Mai 304 375 (12 175).
Wie die polniſche Preſſe berichtet, ſind die Bedingungen für die
bereits abgeſchloſſene oberſchleſiſche 12=Millionen=Dollaranleihe
außer=
ordentlich ungünſtig und drückend. So behauptet ein Teil der
pol=
niſchen Preſſe, daß die Anleihe mit 89½ Prozent aufgelegt wurde,
während ſie mit 101 Prczent rückzahlbar iſt bei einer Verzinſung von
7 Prozent auf 30 Jahre.
Der Btadforder Wollmarkt erfuhr in der vergangenen
Berichts=
woche im großen und ganzen keine beſondere Veränderung. Das
Ge=
ſchäft blieb weiterhin ruhig bei unveränderten Preiſen,
Auf Verlangen der Landwirtſchafr wird die ungariſche Regierung
eine Statiſtik der Verſchuldung der ungariſchen Landwirtſchaft anlegen.
Die Schulden der ungariſchen Landwitſchaft werden ſeitens der
Ver=
einigung der Banken und Sparkaſſen mit 1400 Mill. Pengö ermittelt.
Davon beträgt die langfriſtige Verſchuldung 800 Mill., die kurzfriſtige
600 Mill. Pengö.
Die Verhandlungen zwiſchen dem bulgariſchen Finanzminiſter
Moloff und der Disconto=Geſellſchaft, die in den letzten Tagen in Genf
ſtattgefunden haben, ſind zu einem gewiſſen Abſchluß gelaggt.
Geite 12
Oienotag, den 12 Junt
1928
Ein vielſeitiges Großprogramm:
Für Jugendliche zugelaſſen und
Intereſſant für die Freunde von
Kultur= und Lehrtilm
Außerdem erhält jeder Beſucher,
auch jedes Kind, eine Probetafel
„Trumpf= Schokolade”, gratis.
Almenrausch und Edelweiß
ein deutſcher Alpenſpielfilm in 2 Aften
Die Bähelhofbäuerin . . . . . . . Friesa Lehndorff
Mendel, beider Sohn . .. . . . . Water Slezak.
Evi . . . .....
Gritta Leh
Der Ledermüller . . . Kordel ..
Charlotte Suſa
Der Kriegelhofer=Quaſi
Fritz Kampers
Der Jäger.
Franz Loskarn
Der Grenzer ...
Harrh Frank . . Faver Terofal
Die Ledermüllerin . . . . . . . . Margareihe Kupfer Der Kommandant".
Mah Heller
Staſi. Näherin.
. . . . . Fannh Terofal=Mittermahr Amerika, das Land der unbegrenzten Möglich
Eine 17000 km lange Reiſe kreuz und quer durch U. S A. und der
Werkfilm der Trumpf”. Schokoladen A.-G., Aachen-Monheim
Soelaur dieie Drerane g. Ginden. — mrr. Senebelgten L. Su a mif Aulntenelichund, der Daſäline in zu
die bekannte Platzvergünſtigung. Jugendliche zahlen halbe Preiſe.
Residenz-Theater am weißen Turm
Palast Lichtspiele, Grafenstraße
Beſuchen Sie in dieſer Woche auf alle Fälle unſeren Film
Sohn der Berge
Solche Filme ſind leider noch ſehr ſelten.
Motschrei hinter Sitten
Reichshund ehem. Mültärmusiker
Dienstag, 12. Juni. 8 Uhr, im
Orangerlegarten
Erstes grosses Vereins-Konzert
(Militärmusik)
Leitung: Georg Greilich
Die Spielfolge bringt Werke von: Rubinstein, Franz
Schubert, Mendelssohn-Bartholdy, N W. Gade, Liszt,
Tschaikowsky, J. Strauß. Kämpfer u. a.
Eintritt: 1 Mk., Vorverkauf 80 Pfg. im Verkehrsbüro
und den bekannten Stellen. Studierende 50 Pfg. Bei
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Anfang 19.00 Uhr Ende nach 22.15 Uh=
Die Zauberflöte
Große Oper in zwei Aufzügen v. Mozart
Text von Emanuel Schikaneder.
Muſikaliſche Leitung: Dr. Karl Böhm
In der Inſzenierung von Ernſt Legal
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Mitwirkende
V9864
Margarete Albrecht, Anna Jacobs, Paula
Kapper, Ellen Kiesling, Martha Liebel,
Roſe Merker, Sitta Müller=Wiſchin, Grete
Penſe, Käthe Walter, Johannes Biſchoff,
Guſtav Deharde, Karl Ebert=Beher, Oscar
Grauert, Al red Karen, Joſef Poerner,
Eugen Vogt.
Perſonen=Verzeichni;
Saraſtro
. . Alfred Karen
Tamino
Joſef Poerner
Sprecher.
JohannesBiſchoff
Erſter
Guſtav Deharde
Bweiter/ Prieſter
Oscar Gralert IF
Königin der Nacht . . . Käthe Walter
Pamina, ihre Tochter „Margar. Albrecht
Erſte. Dame in Dien= Roſe Merker.
Zweite ſten d. Königin Martha Liebel
Dritte ) der Nacht. Anna Jacobs
Erſter
S.Müller=Wiſchin
Zweiter Knabe
„Ellen Kiesling
Dritter )
Grete Penſe.
Papag no
Karl Ebert=Beher
Papagena
Paula Kapper
Monoſtatos, ein Mohr. „Eugen Vogt
Erſter Wächter an der Guſtav Deharde
Bweiter/ Feuer=u. Waſſerpf. O3ear Grauert /Rheinstrasse 14½ der
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Frankfurter Kursbericht vom 1. Jun g
I. 1. Reichs,
Länder= und
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gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
ſ Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bay. Freiſtaat!
von 1923
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.,
72 Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4 1
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schusge=
bietsanleihe
2. Sta dtanleihen
8% Bab.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
2 Dresden v. 28
72 Frrf. a.M.b. 26
77 Heibelb. v. 26
77 Ludwaht v. 28
7% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 251 4
8% Mannh. v. 28
8% Nürnberg v. 26
8%0 Pforzh. v. 26
820 Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold.
Kom.Anleihev. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½%
„ Lig.-
Pfanobriefe.
8% Frkf. Hyp.Bk.
63
2½%- „Lig.=Pl
87.25
78.25
80.75
80
87
51.3
1921.
94
93
86
86.75
102.5
93
86.9
27.5
93
96
92
89
75
18%, Frkſ. Pfbrfbank!
4½% Gotha Gr.
Cred. Lig.=Pfbr.
4 ½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
18% Heſſ. Landesbk.
72
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
82 Landesbank d.
Rheinprovinz!;
o
8% Landeskr. Kaſſ.
Baln Shat
82 Naſſ. Landesbr. 100.25
8% Pfälz. Hhp. Bk.
„. Lig.
4½
Pfandbriefe ...
18% Preuß. Ctr.
Bod.=Cred.. . . ./ 98.5
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. . .
8% Preuß. Ctr..
Stadtſchaft.
7%0,
8% Rhein. Hyp.=B!
4½%0
„ Lia
Pfandbriefe.
8%o Rhein.=Weſtf.=
Bo. Credit
4122
„ L.=Pf.
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank
41
„Lig.=
Pfdbr.
8% Württ. Hyp.=B.
Dr. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. 1.
Dt. Komm Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausloſ. Ser, II
98
87.5
84
80.5
96.25
91.5
89
94
100
100
96.5
92
98.5
88.5
89.5
R
92
74.5
75”,
97
91.5
98.5
92
77.25
76
95.75
91.5
94.5
51.75
68
Miteengne
Pfandbr. und
Kommnnal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. 4.,
Sbl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.!
Vorkr.=Pfandbr.
Heſi. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S 1-16
Kom.=Obl.
S. 17-241
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.,
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les-Brau. v. 26/ 94
8% Rlöchn=Werkel
Berlin v 26.
10% Kom. Elektr.=/.
Mark.
7% Mainkrw v. 26
720 Mitteld
Stahl=
werke von 27
8% Neckarfulm v.26
8% Salzmann & Co.
Kaſſel v 26.
7%0 Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 28
7%o Ver. Stahlw.
ohne Optv 26
II Auf Sachwertel
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw Kohl.
..
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
Heſſ. Vollsſt.
Roggenanleihe.
18.17
13.3
7.525
14.6
1475
13.5
4l.
14.1
96.5
94
1102.5
87.25
89
89.9
87.5
23
18.41
6.3
10
15% Preuß. Kalie.
wertan eihe ....
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe ...
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe ...
5% Südd. Feſtw. ...
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L.E. B. v.
1914..
......!
5% Bosn. L.=Inv.
Anl. v 1914 ...
4½% Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
134% Griech. Mon.)
5% Mex inn. (abg.)
3% äuß.
42
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
Frrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914/
(C. C.=Stücke)..
42 Oſt. Goldrente
C. C.,Stücke)..
4½% Rum. Gold
von 1915
429 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
4%0 Türk. Admin.
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl.
2%o ungarn von
1913 C. C.=St.)
4½%o dito von
1914 (C. C.-St.)
42 dito Goldr.
CC. C.=St.)
42 oito von
1910 (C. C.,St.)
4% dito Kron. (abg.)
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4½ Kopenh. v. 01
74½ Liſſab. v. 1886 13.8
420 Stockh. v. 1880
9.55
8.65
,3s
47
22
96.5
12.3
26.5
59.5
92
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dur=Bodenb.
von 1891
4% Eliſabethbahn
von 1883.
4% Lemberg=Szer.
ſteuerpflichtig..
42 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei .....
2".,%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) . . . .
4% Oſt. Staatsb.v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883........
4% Rudolfb. i. S.
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Vereinsbank 1102
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Dresdener Bank 168
Frankf. Bi.
Hyp.=Bi. 1333
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Mitteld Crebtbr. 295
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Oſt. Ereditanſtalt 354,
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Hyp.=Akt.=Bk. 141
Reichsbank=Ant. 239
Rhein Creditbank 128.75
Hyp.=Bank 194.5
11.1
2.25
10.5
10.75
23.5
141.5
169
212
167.5
1120
167.75
155
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143
15.75
197
203
159
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159
6.35
130
187
255
101
80.5
184
Mive
237.5
60
168
1142
183
85
85
144.5
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204
56
224
58
42.1
276.25
79
150
105
6o
101
136
182.8
138
45
U
180
23.5
131
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164.5
74
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67
115
333
130
126
281
145
112
203.5
65
92
142
102
15
53
6o
40
87.5
1108
170
81
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Voigt & Haeff
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Begelin Aufab
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Zellſt. Aſchaffen!
Memel
Waldhof
Zuckerf Rheinga
mmer 162
Dienstag, den 12. Juni 1928
Seite 13
WOxasstinserin.
Noman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)
suer fixierte den Halbfranzoſen mit eiſigen Blicken. Alſo
„ Carrys Vertrauter. Ein gemeiner Erpreſſer. Durch
nute er informiert ſein als durch Carry. lnd ſo ein
Ge=
eckt die ſchmutzigen Hände nach Vika aus.
Ffge, der an der Zeichenſprache Gefallen fand, ſchrieb auf
gretteupapier 1000 Dollar und klebte ſich das Papier auf
zuulſtigen Lippen. Auch das bedurfte keiner erklärenden
faknel
fähnt fer
„=
Eifte
der.
ſap.
perſönlich habe muit der Sache nichts mehr zu tun,” ſagte
r angewidert, „aber ich werde Sie morgen bei Herrn
inführen, der vermutlich für Ihre Andeutungen Intereſſe
ürfte . . ..
eu Sir,” entgegnete Briſſae, vornehmtuend, „ich bin
nan und kein Halsabſchneider. Wenn man mit mir
ver=
redet, bin ich in urgemütlicher Junge . . . aber ... hm
reblen . . . ich bin tatſächlich blauk. Ich taxiere, fümfzig
jönnten Sie vielleicht doch entbehren.”
sner blickte erſtannt auf. Der niedrige Betrag
über=
hn. Nun ſchien es ihnr doch undwahrſcheinlich, daß Carry
reſſer eingeweiht habe. Das Lügennetz begann eben zu
Irgendein Zufall mochte Briſſac den Tatbeſtand
ver=
iben. Wiesner hat nie gezweifelt, daß die Wahrheit trotz
hlaguheit Haſpergoughs an den Tag kommem mütſſe.
r ein leiſes Mißtrauen gegen Carry wollte und wollte
rſtummen.
ſchoß ihm ein Einfall durch den Kopf.
ſder habe ich ſelbſt, die Kleinigkeit nicht bei mir,” ſagte
Inhalt ſeiner Geldbörſe überzählenb, „aber entſchuldigen
n Moment, ich hole das Geld an der Kaſſe.”
eilte in dem Kaſſenvorraum.
waren, ſeit der koloſſale Betrieb herrſchte, zwei
Privat=
poſtiert. Wiesner nahm den einen beiſeite.
lgen Sie unbemerkt dem Manne, der jetzt in meinem
iſt,” beauftragte er ihn, „und konſtatieren Sie, ob er mit
Uhlſtorp in Verbindung tritt. Ich erwarte Ihren
tele=
en Vericht zu Hauſe.”
in eilte er auf ſein Zimmer und gab Briſſae das Geld.
fahl ſich ſchmunzelnd. Wiesner ließ den Ventilator
lau=
ſei die Luft durch den Atem des Erpreſſers verpeſtet,
vor das Telephon uund wartete.
Aus dieſem Apparat mußte ihm die Nachricht kommen, ob
Carry ein Schurke ſei oder nicht.
Solange er da nicht klar ſah, wvollte er nichts unternehmen
Um acht Uhr abends telephonierte der Detektiv.
„Die beobachtete Perſon traf vor etwa zehn Minuten mit
Herrn Uhlſtorp am Zentralpark, Ecke der 88. Straße, zuſanuen
und gab ihm anſcheinend Geld. Dann holte Herr Uhlſtorp aus
einem Blumengeſchäft ein Bukett und fuhr in einem Auto die
Madiſon Avenue gegen den Brogdway zu.”
Wiesner atmete auf. Carry war ein Schurke. Jetzt zu Vika.
Sie vor dieſer Schmutzwelle bewahren, die ſich gegen ſie
heran=
wälzte.
Vika war bereits in der Theatergarderobe.
Aber Wiesner gehörte ja noch zum J. Th. Smithſchen Stab.
Niemand ſtellte ſich ihm in den Weg. Der Theaterportier kannte
ihn, und wenn er ihn auich nicht gekannt hätte. Der Steuermann
war ebenſo leicht aufzuhalten wie eine abgeſchoſſene
Kanonen=
kugel.
Erſt in Vikas Ankleideraum ſtoppte er vor einem zu einem
Drittel überraſchten, zu einem Drittel entzückten und zu einem
Drittel wütenden, kurz vor einem Rätſelblick Vikas.
Sie ſaß in ihrem ledernem Fliegerkleid vor dem Spiegel.
Ein Theaterfriſeur hantierte an ihrem Bubikopf herum. Sie
ſollte nicht in der ledernen Fliegerkappe auſtreten, ſondern in
einem flotten Kopfputz, der aus dem amerikaniſehen
Sternen=
banner und der deutſchen Flagge kombiniert war. Ein
wunder=
voller Brillantſtern ſtrahlte mitten auf ihrer Stirn.
„Weu Sie einen leeren Stuhl finden, Herr Wiesner,
neh=
men Sie Platz,” ſagte ſie, „Sie ſehen, ich muß Sie warten laſſen.”
Wiesner fand zwiſchen einem Waſchtiſch und einem
Geſichts=
dampfapparat einen leeren Hocker. Ein halbes Dutzend
Glüh=
birnen erhitzten den verhältmismäßig kleinen Raum. Die mit
Toiletteeſſenzen geſchwängerte Luft legte ſich mit dumpfemn Druck
auf ſeine Seemannslungen, die Menge von Puderſchalen,
Schminkſtiften, blitzenden Flaſchen und Doſen verwirrten ſeinen
Blick.
Da Vika mit Schminke nicht umzugehen wußte, mußte ſie
der Friſeur auch ſchminken. Er ſchwärzte ihr die Augenränder
und färbte die Lider blau.
Wiesner ſah ihr Geſicht im Spiegel. Sie kam ihm fremd
vor. Das war nicht das Mädchen ſeiner Sehnſucht. Das war
ein Weib von einer faſt unwirklichen Schönheit, eim Weib, das
ſich anſchickte, ſeinen Herrſcherthron im Reſche des Scheines und
des Truges zu beſteigen.
Und er wollte ihr in den Weg treten.
Wollte ſie von der Seite eines Mannes reißen, der in der
Welt der Eleganz und des Lebensgenuſſes heimiſch war .. . in
einer Welt, die über moraliſche Bebenken lachte.
Plötzlich fühlte er ſich ſelbſt unſicher. Am Ende hatten die
ſorgloſen Genießer recht und er war ein Narr, der die Welt nicht
verſtend.
Der Gedanke, hier in dieſem Milieu Moral predigen zu
wol=
len, kann ihm mit einmal unſagbar lächerlich vor.
„Gnädiges Fräulein ſehen entzückend aus,” ſagte der
Fri=
ſeur, ſeine Requiſiten zuſammenpackend, dann wies er auf eine
rote Glühbirne und gab Erklärungen: Das rote Licht werde
drei=
mal aufleuchten, beim zuveitenmal pflegen ſich die Künſtlerinnen
auf die Bühne zu begeben, beim drittenmal ſei höchſte Zeit. ...
Dann machte er ein Kompliment und verſchwvand,
Vika trat Wiesner gegenüber.
„Gefalle ich Ihnen?” fragte ſie.
„O gewiß,” ſtotterte er verlegen. „Jch ... ich verſtehe das
vvohl nicht . aber ungeſchminkt gefallen Sie mir beſſer.”
Sie lachte. Setzte ſich auf einen Tiſch, ſchlug die Beine
über=
einander, verſchränkte die Hände um das Knie und begann
un=
befangen zu plauderm. Sie habe ſich auch wicht ſchuninken laſſen
wollen, aber der Friſeur habe erklärt, daß ſie ſonſt infolge des
Rampenlichtes ausſehen würde, als habe ſie gar keine Augen, —
dann ſeien Haſpergough und Smith gekomen und hätten ſie
himmelhoch gebeten, den Friſeur gewähren zu laſſen. . . .
„Mein Gott, ja, das Nampenlicht,” warf Wiesner ein, um
nicht ganz ſtumum dazuſitzen, „wver denkt auch an ſo was?”
„Und noch einen Hauptſpaß habe ich erlebt,” fuhr Vika
mun=
ter fort. Der Bureaudiener von Smith habe ihr Schuhe gebracht
und auf den Toilettetiſch geſtellt. Damit habe er ein entſetzliches
Vergehen begangen. Die Garderobiere ſei wie eine Furie auſ
ihn losgefahren, weil das unfehlbar Pech bringen ſoll, wenn
man Schuhe auf den Toilettetiſch ſtellt.
Wiesner verſuchte, in ihr Lachen einzuſtimmen. Aber ſein
Lachen klang ihm unfagbar blöbſinnig in den Ohren. War er
deshalb hergekonunen, um Unſinn zu ſchſvatzen? Er hatte ſich
alleg zurechtgelegt, was er ihr ſagen wollte, jetzt fand er keine
Worte. Seine Kehle war wie zugeſchnürt, und das geſchminkte
Mädchen zog die unſichtbaren Schnüre imner feſter zu. Er
atmete faſt keuchend.
Da flammte die rote Lampe das erſtemal auf.
Wiesner ſprang auf.
„Fräulein Auß,” würgte er heißer hervor, „ſch bitte Sie,
treten Sie nicht auf
„Aber was fällt Ihnen ein?” entgegnete ſie verblüfft.
„Ich bitte Sie inſtändig,” wiederholte er, „gehen Sie nicht
auf die Bühne!”
„Sie ſind ja töricht, Herr Wiesner,” entgegnete ſie mit einem
kleinen Schmollen.
(Fortſetzung folgt.)
Put
Iaeh Mall
mangel im
Kör=
ist die Ursache
er /
Schwäche-
tände, / Kalzan,
ergestellt nach /
schrift der
Uni=
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