Darmstädter Tagblatt 1928


06. Juni 1928

[  ][ ]

Einzelnummer 10 Pfennige

R
4
M

R4
Bezugspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Anzeigenpreis:
ſchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Junſ

Juni 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
gebühr, abgeholt 2.25 Reichsmarl, durch die
S en2.40 Reichsmark frei Haus. Poſibezugspreis
ohne Beſellgeld monailich 2.75 Reichsmark.
vortſſchkeſt für Aufnahme von Anzeigen an
ten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
n
einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
t den Bezſeher nicht zur Kürzung des
Freiſes. Beſiellungen und Abbeſtellungen durch
ohne Verbindlichkeit für uns. Poſiſcheckonto
Frantfurt a. M. 4301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiiche illuſkrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geitattel.
Nummer 156
Mittwoch, den 6. Juni 1928.
191. Jahrgang

27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadi 25 Reichspfg.
FinanzAnzeigen 40 Reſchspfg. Relamezelle (92 mm
breit)2 Reſchsmark Anzeigen von auswärts 40 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92mm breite Rellame=
zeſſe
3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reſchsmark
(4 Dollar 4.20 Mark). Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeſgen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konfurs oder gerichtlicher Beſtreibung fälli ſeder
Rabatt weg. Bankonio Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.

Regierungsvorlage in erſter Leſung bei Stimmenthaltung der Deutſch=
jonalen
und des Bauernbundes gegen die Stimmen der Sozialdemokraten
und Kommuniſten angenommen.

Noch immer war man mit der vermögensrechtlichen Aus=
zverſetzung
zwiſchen dem heſſiſchen Staat und dem früher
enden großherzöglichen Hauſe kaum einen Schritt weiter=
men
, und ſo war es im Intereſſe des Landes zu begrüßen,
ie heſſiſche Regierung nunmehr eine Geſetzvorlage ein=
2, welche die Angelegenheit im Einverſtändnis beider Par=
regeln
ſollte. Die derzeitige heſſiſche Regierung ſtützt ſich
ne nicht unerhebliche parlamentariſche Mehrheit, und ſo
eigentlich wohl anzunehmen geweſen, daß die ganze An=
nheit
ohne irgendwelche Weiterungen erledigt würde. Um
yr, als das Abkommen, das ſeine geſetzliche Sanktion erhal=
Ute, die Rechte des Landes in jeder Weiſe wahrt, wahren
da der Großherzog im Laufe der vorangegangenen Ver=
tngen
weitgehend entgegen gekommen war. Inzwiſchen
aber die Sozialdemokratiſche Partei offenbar Angſt vor der
n Courage bekommen, und ſchon vor der Beratung im
zausſchuß war in der ſozialiſtiſchen Preſſe zu leſen, daß die
demokratiſche Fraktion unter keinen Umſtänden für die
ungsvorlage ſtimmen werde, für die Vorlage einer Regie=
in
der zwei ſozialdemokratiſche Miniſter maßgebenden Ein=
usüben
! Und ſo wurde die Beratung im Heſſiſchen Landtag
Satyrſpiel. Die ſozialdemokratiſche Erklärung wendet ſich
mphaſe gegen die eigene Regierung, während die Deutſch=
alen
für dieſe einen Vertrauensantrag einbringen, der
ngs erſt in der nächſten Sitzung zur Abſtimmung gebracht
n kann. Deutſchnationale, Bauernbund und zwei ſozial=
ratiſche
Miniſter enthalten ſich der Stimme, und ſo wird
gierungsvorlage mit vier Stimmen gegen Sozialdemokraten
kommuniſten in erſter Leſung programmäßig angenommen.
wenn die zweite Leſung der Geſetzesvorlage aus Gründen
Beſchäftsordnung erſt am Freitag vorgenommen werden
ein immerhin erfreuliches Ergebnis. Eine Angelegenheit,
m Anſehen des heſſiſchen Staates nicht gerade förderlich
wird nunmehr aller Vorausſicht nach am Freitag endgültig
2öſung finden, eine Löſung, die dem Gerechtigkeitsgefühl
erwiegenden Mehrheit der heſſiſchen Bevölkerung Rechnung
M.
wird.
Sitzungsbericht.
* Darmſtadt, 5. Juni.
=äſident Delp eröffnet 10 Uhr 20 Min. die Sitzung.
rf die kleine Anfrage des Herrn Abgeordneten Dr. Moe=
betreffend
die Froſtſchäden in den Weinbergen erwidert der
er für Arbeit und Wirtſchaft Korell:
it der Feſtſtellung der durch den Froſt entſtandenen Schädigungen
ie zuſtändigen Landwirtſchaftsämter beauftragt worden. Der
g und die Höhe des durch den Froſt bewirkten Ernteausfalles
rſt im Herbſt feſtgeſtellt werden. Der Einnahmeausfall wird erſt
er Ernte in Erſcheinung treten. Es wird deshalb auch erſt dann
den werden können, in welchem Maße den betroffenen Winzern
Steuerermäßigung geholfen werden kann. Für viele Weinberg=
muß
jedes Jahr mit Froſtſchädigungen gerechnet werden. Die
* ſollten deshalb aus den in dieſem Jahre wieder ſo verheerend
etenen Froſtſchädigungen die Folgerung ziehen, ſolchen ſchädi=
Viterungseinflüſſen durch entſprechende Maßnahmen vorzu=
ich
Beanwortung weiterer kleinen Anfragen ſetzt das Haus die
ung der Tagesordnung bei dem volksparteilichen Antrag auf ver=
n
Wohnungsbau im Jahr 1928 fort. Der Antrag wird durch
gierungsantwort für erledigt erklärt.
18 Haus ermächtigt die Regierung, für den Wohnungsbau
n Vorjahr 15 Millionen Mark aufzunehmen.
te Regierungsvorlage, Notſtandskredite für die aus dem Oſten
benen Anſiedler heſiſcher Staatsangehörigkeit findet Annahme.
rden dafür 20 000 Mark bewilligt. Ebenfalls angenommen wird
egierungsvorlage Weiterführung des ſogenannten landſtämmigen
neninbentars.
er Antrag der Volkspartei auf Auswerfung eines größeren Be=
aus
der Sonderſteuer für den bebauten Grundbeſitz für die Zwecke
Sohnungsbaues wird durch die Regierungsanzwort für erledigt
r.
ar Beratung ſteht ſodann der volksparteiliche Antrag:
Der Landtag wolle beſchließen, die Regierung zu erſuchen, alsbald
Seietz über die Regelung der Sondergebäudeſteuer
beitgehenden Erleichterungen für die Steuer=
Atigen vorzulegen. Bis zur Verabſchiedung dieſes Geſetzes
urch Anweiſung an die Finanzämter die im Regierungsentwurf
2 Februar 1927 vorgeſehenen Erleichterungen ab 1. April 1988
aft zu ſetzen.
ba. Dr. Niepoth (OB.P.) begründet nochmals dieſen Antrag
Lunnicht, daß die Regierung auch hier ebenſo wie bei dem Steuer=
Stahlungsgeſetz für 1938 Erleichterungen zugeſtehen möge.
DB. Dr. Beſt erklärt ſeine grundſätzliche Zuſtimmung zu den Aus=
voen
des Vorredners. Er behandelt die rechtliche Lage des Haus=
S nach dem Sondergebäudeſteuer= und Gebäudentſchuldungsſteuer=
In2 die daraus ſich ergebenden Unbilligkeiten.
tſhzminiſter Kirnberger erklärt, die Regierung habe zunächſt
Secherbeſteuerreform vorgenommen; im Winter werde man
die Reform des Sondergebäudeſteuergeſetzes
angehen.
S Antrag wird gegen die Stimmen der Rechten abgelehnt.
Lis haus trit ſodann in die erſte Beratung der Regierungsvor=
Geſetz über

Auseinanderſetzung zwi
N7 Heſſen und dem vort
Fürſienhauſ
dem Widerſpruch der Sozialdemokrate
Abg. Widmann (Soz.) erſtattet den
daß ſeine Fraktion gegen die
nen werde.

Abg. Dr. Beſt (V. R.P.) führt zu dieſer Regierungsvorlage u. a.
aus: Heſſen hat im Gegenſatz zu anderen Ländern ſchon bei Erlaß der
Verfaſſung im Jahre 1920 eine Sonderung des großherzoglichen Ver=
mögens
vorgenommen. Zwei Drittel Anteile des großherzoglichen
Hauſes an den Staatsdomänen ſind wohlbegründetes Eigentum. Wenn
dieſes Eigentum, das dem großherzöglichen Haus durch die Verfaſſung
gewährleiſtet wird, an den Staat übergeht, iſt es ſelbſtverſtändlich, daß
milieneigentums in Höhe von 200 bis 300 Millionen Mark iſt die in
20 Jahresraten zu zahlende Entſchädigung von 8 Millionen Mark und
eine Million für rückſtändige Zinſen ſehr gering. Sie ſtellt nur eine
Aufwertung von 4 bis 5 Prozent dar. Redner kommt dann auf die
Stellung der einzelnen Parteien zu ſprechen. Er findet es unverſtänd=
ihrer
Miniſter, mit deren Zuſtimmung doch das Geſetz eingebracht
worden ſei, dieſem Geſetz nicht zuſtimmen wollten. Es ſei
zwar verſtändlich, daß die Deutſchnationale Partei ſich der Stimme ent=
halten
wolle, ob es aber verſtändig ſei, ſei eine andere Frage. Taktiſche
Erwägungen dürften bei einem ernſten Geſetzgeber nicht Platz greifen.
Seine Partei ſtimme der Vorlage zu.
Abg. Galm (Kom.) richtet heftige Angriffe gegen die Sozialdemo=
kraten
, ſo daß es wiederholt zu perſönlichen Auseinanderſetzungen zwi=
ſchen
ihm und ſozialdemokratiſchen Abgeordneten kommt. Er vertritt im
übrigen den kommuniſtiſchen Antrag, die für die Abfindung geforderten
Mittel für den Wohnungsbau zu verwenden.
Abg. Böhm (Dnatl.) erklärt, ſeine Partei habe ſchon immer das
Eigentumsrecht des großherzoglichen Hauſes an allen Vermögensgegen=
ſtänden
anerkannt und ſein Recht vertreten. Mit Rüchſicht aber auf die
Tatſache, daß die Sozialdemokratiſche Partei verſuche, ſich ihrer Ver=
nationale
Partei genötigt, ſich bei der Abſtimmung der
Stimme zu enthalten.
Finanzminiſter Kirnberger macht darauf aufmerkſam, daß man
bei der Behandlung der ganzen Frage beachten müſſe, ob man die
Entſcheidung über die Rechtsgültigkeit der Vereinbarung von 1919
und die Aufwertung den ordentlichen Gerichten über=
laſſen
oder durch einen Vergleich regeln wolle, wie ſie
die Regierungsvorlage vorſehe. Nach reiflichſter Ueberlegung habe ſich
das Geſamtminiſterium dazu entſchloſſen, der Volks=
vertretung
den Weg des Vergleichs vorzuſchlagen.
Es ſei ſehr ungewiß, wie ein Prozeß ausgehen werde, namentlich in
Hinſicht auf die Spruchpraxis der Gerichte in den Prozeſſen über die
Vermögensauseinanderſetzung mit ehemaligen Fürſtenhäufern, wobei
Aufwertungsziffern von 75, 80, 85, 100 und noch mehr Prozent
feſtgeſetzt worden ſeien. Die Regierung ſei ſich der großen Forderungen
Prozeß vorzuziehen.
Abg. Scholz gibt darauf für die Deutſche Volkspartei
folgende Erklärung ab: Die Fraktion der Deutſchen Volkspartei hält
unſeres Rechtslebens, daß dem ehemaligen großherzoglichen Hauſe eine
billige Entſchädigung für die Uebereignung des früheren großherzöglichen
vorliegenden Geſetzentwurfe zuſtimmen. Wir mißbilligen jedoch entſchie=
den
, daß die ſtärkſte Regierungspartei zwar durch die Unterſchriften
ihrer Miniſter dieſe Geſetzesvorlage mit eingebracht hat, nun aber
wegen der Ausſicht auf ſachlich unbegründete Stimmungen ihrer An=
und zwar auf allen Seiten
Dr. b. Helmolt erklärt, daß der Bauernbund ſich der
Stimme enthalten werde.
ſchluſſe des Landtags vom 5. Mai 1919 über die Abfindung des ehem.
feſthalte. In dem nach Anſicht ſeiner Fraktion pflichtgemäß von der
Staatsregierung vorgelegten Uebereinkommensvorſchlag, der als Ganzes
angenommen werden müßte, ſehe die ſozialdemokratiſche Fraktion eine
durch nichts gerechtfertigte Bevorzugung des damals regkerenden Hauſes
flationsgeſchädigten. An ihrer Haltung müßte die ſozialdemokratiſche
Fraktion auch dann feſthalten, wenn die immer mehr in kapitaliſtiichem
Sinne ſich entwickelnde Spruchpraxis der Aufwertungsgerichte die Gefahr in
ſich bergen ſollte, daß bei eirem gerichtlichen Austrag des Auseinander=
ſetzungsſtreites
mit dem früheren Großherzog die dem heſſiſchen Volk
der würde, wie durch den heutigen Vertragsentwurf. Die ſozial=
demokratiſche
Fraktion lehne die Vorlage ab.
Abg. Heinſtadt gibt für das Zentrum eine Erklärung ab, in
der es u. a. heißt: In Heſſen ſei die Abfindung des ehemaligen Groß=
herzogs
immer noch ungelöſt. Die neue Regierungsvorlage will dem
Schwebezuſtand ein Ende machen, weil ſonſt mit der Wiederaufnahme
des Prozeſſes des ehmaligen Großherzogs gegen den Volksſtaat Heſſen
zu rechnen ſei. Ein Prozeß werde für den heſſiſchen Staat höhere Auf=
wendungen
erfordern, als die beabſichtigte Vereinbarung. Die
Zentrumsfraktion erblicke in der Vorlage der Regierung eine gerechte
und vor dem Land durchaus vertretbare Regelung der Abfindungsfrage.
der Vorlage zuzuſtimmen.
namentliche Abſtimmung ſteht nicht zur Debatte, da er keine 10 Unter=
bei
Stimmenthaltung des Landbundes und der Deutſchnationalen an= daß dieſe krummen Wege, die man aufſuchte, fehl gehen.
genommen. Für die Regierungsvorlage ſtimmten Zentrum, Demokraten,
Deutſche Volkspartei und Aufwertungspartei. Gegen die Vorlage
Sozialdenokraten und Kommuniſten.
Die zweite Leſung wird infolge des Widerſpruchs der Sozial=
demokraten
nicht vorgenommen und auf Freitag verſchoben.
trauensantrag wird ebenfalls am Freitag abgeſtimmt
werden.
Die Erhöhung der Aufwandsentſchädigung wird
gegen die Kommuniſten angenommen.
abgelehnt.
Bedienſtete wird durch die Reg.=Antwort für erledigt erklärt.
Präſ. Delp ſchließt um 2 Uhr, nachdem er noch einen Mißtrauens=
antrag
der Kommuniſten verleſen hat, die Sitzung. Das Haus vertagt
falls am Freitag vormittag zuſammentreten.

Ein Nachwort zu Kolmar.
Von
Prof. Dr. W. Kapp, Freiburg.
Das Spiel iſt aus. Mit höchſter Spannung hat man dem
Beginn entgegengeſehen. War doch ein Monſtreprozeß erſter Ord=
nung
angekündigt, der Schädlichkeiten enthüllen ſollte, vor
denen das Elſaß erſchauern wird. So Poincaré in ſeiner Straß=
burger
Bankettrede vom 12. Februar. Die Verbrechen, die man
den Angeklagten zur Laſt legte, ſind Umtriebe, Machinationen, die
die Sicherheit des Staates gefährden ſollten, ein Komplott, das
die Losreißung des Elſaß von Frankreich zum Ziel hat. Was ſie
als Autonomismus ausgeben, ſoll Separatismus ſein, und Sepa=
ratismus
iſt Hochverrat.
Mehr als drei Wochen währte das hochnotpeinliche Verfah=
ren
. Man war geſpannt, was für Beweismaterial für das ſtaats=
gefährliche
Komplott beigebracht würde. Aber zum allgemeinen
eine Vergütung dafür gewährt wird. Und bei dem Wert dieſes Fa= Erſtaunen war von dem Komplott kaum noch die Rede, um ſo
mehr aber drehte ſich alles um die von der Anklagebehörde ver=
tretene
Theſe, daß die 17 Angeklagten, die man fünf Monate in
ſtrenger Unterſuchungshaft hielt, im Verdacht ſtehen, ſchlechte
Franzoſen zu ſein, die des wahren Patriotismus ermangeln. Sie
lich, daß die Sozialdemokraten entgegen der Haltung hätten es früher ſtets mit Deutſchland gehalten, und ihr Herz
wäre auch heute noch deutſch und nicht franzöſiſch. Es ſei ihnen
alſo auch zuzutrauen, daß ſie mit Deutſchland in Verbindung
ſtehen und mit deutſchen Geldmitteln eine franzoſenfeindliche
Propaganda im Lande betreiben könnten. Um den Nachweis
ſchlechten Franzoſentums, offener und verſchwiegener Deutſch=
geſinnung
, um die Gewiſſenforſchung, ob ſie deutſch oder franzö=
ſiſch
fühlen, ging es in der Hauptſache in der ganzen Prozeß=
aktion
. Stelle es ſich heraus, daß dieſe aus der Maſſe der unzu=
friedenen
Elſäſſer Herausgegriffenen, an denen man ein Exempel
zu ſtatuieren entſchloſſen war, eine deutſche ſtatt eine franzöſiſche
Mentalität haben, dann ſind ſie auch verdächtig, daß ſie im Solde
Deutſchlands ſtehen, und dann ſind ſie als Hochverräter zu be=
handeln
, zu beſtrafen, wenn auch noch ſo milde nach der ſchließlich
pflichtung als Regierungspartei zu entziehen, ſehe ſich die Deutſch= erfolgten gnädig wohlwollenden Zuſicherung des Generalſtaats=
anwalts
.
Einer ſolch ungeheuerlichen Gerichtsbarkeit gegenüber konn=
ten
die Angeklagten nur ihre franzöſiſch=ſtaatsbürgerliche Loyali=
tät
bekunden und ein geſinnungsmäßiges Hinſtreben zum Reich
beſtreiten. Was ſie wollten, ſei nur Verteidigung ihrer Heimat=
rechte
und Behauptung des Eigencharakters ihres Volkes wider
die franzöſiſchen Aſſimilierungsmethoden.
Was die einzelnen Verteidiger in ihren zum Teil ganz glän=
zenden
Reden, dann eine Reihe von Zeugen aus den Kreiſen des
elſäſſiſchen öffentlichen Lebens zur Bekräftigung der Ausfagen
der Angeklagten vorbrachten, war ſo klar und und einleuchtend,
daß nicht bloß das aus allen Winkeln und Ecken zuſammen=
geraffte
Belaſtungsmaterial von Klatſch und Kombinationen aus
bewußt, aber ſie ſei der Auffaſſung, der Vergleichsweg ſei einem der Polizei= und Spitzelwerkſtätte kläglich dagegen abfiel, ſondern
vor allem auch die große ſtaatsanwältliche Anklagerede, die alles
zermalmen ſollte, nichts weniger als überwältigend wirkte, ſon=
es
für eine ſelbſtverſtändliche Konſequenz der geſetzlichen Grundlagen dern ins Leere ſtieß, auch nach dem Urteil der ausländiſchen Be=
richterſtatter
. Es ſchien alſo mehr und mehr unabweislich, daß
eine allgemeine Freiſprechung den Monſtreprozeß beendigte. Am
Familieneigentums auf den Staat gewährt wird. Sie wird deshalb dem Ende gar mit: Vive la France! Aber was geſchah? Es erfolgte
und mußte erfolgen der Freiſpruch angeſichts des kläglichen Reſul=
tates
der Beweisaufnahme für das Beſtehen eines Komplotts,
aber der Freiſpruch bezog ſich bloß auf die Männer zweiter und
hänger ſcheinbar die Verantwortung für das Geſetz ablehnen will. Es dritter Garnitur. Die der erſten Garnitur: Fashauer, den Grün=
wäre
richtiger geweſen, die Sache über taktiſche Rüchſichten zu ſtellen, der der Autonomiſtenzeitung Volksſtimme‟, Schall, den Träger
der heimatlichen Oppoſitionsblätter Zukunft und Schliffſtaan,
Roſſé, den populären Führer in der Lehrer= und Beamtenvereini=
Abg. Kaul (Soz.) erklärt u. a., daß ſeine Partei an dem Be= gung, dieſen ſtark gefügten elſäſſiſchen Block, und Ricklin, das
Symbol des alten Elſaß=Lothringens, den früheren Landtags=
Großherzogs als auch für ihn und ſeine Rechtsnachfolger verbindlich, präſidenten, die ſprach das Gericht ſchuldig, und damit war blitz=
artig
die ganze großangelegte Aktion beleuchtet.
Die ganze Kampagne wider den Autonomismus ſollte wie
ſchmetternder Claironklang ins Land wirken: In Staub mit
Brabant gegenüber den anderen und insbeſondere den kleinen In= allen Feinden Frankreichs. Und dieſe Autonomiſten, die ſich gegen
das unbedingte Aufgehen dieſes Stückes germaniſcher Erde in
das Franzoſentum wehren, ſind Feinde Frankreichs. Wer aber
ein Feind Frankreichs iſt, den zerbrechen wir! Unter dem Ein=
druck
dieſes unbeugſamen Willens ſoll es dem elſäſſiſchen Volk
zugemutete Alimentation des Hauſes Brabant noch höher und drücken= vergehen, daß es je wieder Köpfe ſtellt für derartige Heimat=
bewegungen
, die Frankreich nun einmal gegen ſich gerichtet fühlt.
Darum hielt man ſich jetzt an dieſe Köpfe. Sie ſollen nie wieder
nachwachſen. Das Schickſal dieſer Männer wird alle guten
Elſäſſer ſchrecken. Das war der Wille der Regierenden von An=
fang
an. Dieſer Wille wurde an das Gericht weitergegeben, und
das Gericht machte ſich zum willfährigen Vollſtrecker des Willens
der Staatsraifon. So kam es zu dieſem politiſchen Prozeß, in
dem die Juſtiz indirekt ausführen ſollte, was die Politik auf direk=
tem
Wege nicht fertig zu bringen glaubte. Daher aber auch die
ungeheuere Empörung im Volk, weil das Colmarer Schauſpiel
Abg. Reiber (Dem) erklärt, es gebe nach dem Ausgang des einen gar zu deutlichen Anſchauungsunterricht darüber bietet, daß
Volksentſcheids über die Fürſtenabfindung keine andere Möglichkeit, als man eine lebendige Volksbewegung durch Juſtizkomödien und
Die Einzelberatung wird nicht gewünſcht. Der komm. Antrag auf Polizei, Staatsanwalt und Gefängnis totmachen will. Die ele=
mentare
Erregung, die durch das elſäſſiſche Volk geht, wird in=
ſchriften
findet. Die Regierungsvorlage wird mit 29 gegen 25 Stimmen zwiſchen die verantwortlichen Regierungen darüber belehrt haben,
Man kann von außen kaum verſtehen, wie die politiſche Weis=
heit
des franzöſiſchen Staates zu ſolch verzweifelten Mitteln
gegenüber dem Elſaß greifen konnte. Daß der bon sens, auf den
die Franzoſen ſich ſo viel zugute tun, ſie nicht vor ſolchem Fehl=
Ueber den von der Deutſchnat. Partei eingebrachten Ver= griff bewahrte, kann wohl verwundern. Aber daran hat das
Elſaß ſelber viel Schuld. Frankreich iſt vom Elſaß her getäuſcht
über Stimmung und Geſinnung des Volkes, und nicht erſt ſeit
geſtern, ſondern leider in verhängnisvoller Weiſe ſchon in der
Der komm. Antrag betr. Notlage der kleinbäuerlichen Betriebe wird Vorkriegszeit. Frankreich ſieht ſeitdem das Land nur mit der
Brille, die ihm die franzöſiſierte Bourgeviſie aufgeſetzt hat. Das
Der Antrag der DVP. auf größere Baudarlehen an Beamte und vermögliche Elſäſſertum aus Handel und Induſtrie, das der gan=
zen
Lebenstradition der franzöſiſchen Bourgeoiſie verhaftet iſt,
zumal wenn es noch antiklerikal iſt, iſt für Frankreich das Normal=
ſich
auf Freitag, vorm. 10 Uhr. Der Geſetzgebungsausſchuß wird eben= Elſäſſertum, an dem es alle mißt. Wer dieſer Norm nicht ent=
ſpricht
, in dieſes Bild der fabricants und comunerciants nicht

[ ][  ][ ]

Seite 2

paßt, mit dem weiß das bourgeoiſe, beſonders antiklerikale Frank=
reich
nichts anzufangen. Das gehört nach ihrer Meinung nicht in
das Elſaß. Dieſe Meinung reicht weit in die wiſſenſchaftlich ge=
bildete
Welt Frankreichs hinein.
Zu deutſcher Zeit hat man im Elſaß wohl auch gern unter
dem Volk, in dem franzöſiſchen Sprach= und Lebensſtil der Ober=
klaſſe
das Normale, das vorbildlich Elſäſſiſche geſehen, aber heute
iſt das anders. Heute weiß man, daß dieſe Elite am Elſäſſer=
tum
vorüberzureden im Begriff iſt, und ſich von ihrem Volke
ſcheidet. Als die ſchlimmſten Feinde des elſäſſiſchen Volkstums
erkennt man jetzt dieſe Elemente, der franzöſiſchen Bourgeoiſie,
ſamt den revenants, die aus dem Innern Frankreichs wieder=
gekehrten
Elſäſſer, die dort zu Vollblutfranzoſen geworden ſind
und jetzt dem bodenſtändigen Elſäſſertum im Kampf um die Hei=
matrechte
bei jeder Gelegenheit in den Rücken fallen. Durch dieſe
Bourgeois=Elſäſſer, aus denen auch die Geſchworenen ſtammen,
die das Schuldig geſprochen, iſt in das politiſche Frankreich das
Gift des Mißtrauens gekommen gegen die Elſäſſer. Alles An=
klammern
der Elſäſſer und Deutſch=Lothringer an ihre deutſche
Art ſoll und muß jetzt Beweis ſein für das Hinüberſtreben zum
Rhein. Früher war man von dem hundertprozentigen Franzoſen=
tum
der Elſäſſer doch ſo überzeugt, und jetzt wittert man überall
die bochiſtiſchen Bazillen.
So peitſchten die Franzoſen mit Gewalt die Elſäſſer gegen
ſich auf, die doch im Grunde nichts anderes begehen, als jetzt im
Schoße des franzöſiſchen Staates zu leben, wenn man ſie nur
ruhig ihres Volkstums, ihrer Sprache leben ließe. Wollen die
Franzoſen Ruhe im Land bekommen, ſo werden ſie aufhören
müſſen, das Volk nur von oben, von der ihrem eigenen Fleiſch
fremd gewordenen Elite der Bourgeoiſie her anzuſehen. Sie
müſſen lernen, das von unten her, vom kleinbürgerlichen, bäue=
riſchen
, proletariſchem Volkselement zu verſtehen und zu erkennen,
daß dieſes Elſäſſertum, wenn es ſich ſelbſt behaupten und wert=
volle
Stücke ſeines früheren politiſchen Seins wahren will, noch
lange nichts Staatsgefährliches und Hochverräteriſches im Schild
führt. Jedenfalls könnte Frankreich durch dieſen unſeligen Pro= aus ihren Kreiſen verlautet, wird ihr Parteivorſtand darauf abkommen,
zeß ſich dahin belehren laſſen, daß man das elſaß=lothringiſche der Fraktion die Entſcheidung über die weitere Politik zu überlaſſen,
Volk nicht mehr durch die Marſeillaiſe in die Höhe bringt. Es
will nicht mehr durch dieſe Klänge des nationaliſtiſchen Militaris=
mus
in Bewegung und Marſch geſetzt werden. Wo es ſolche Zu=
mutung
verſpürt, da ſetzt es dann als ſeine Weiſe: Straßburg,
v Straßburg entgegen. Wenn Frankreich ſich durch dieſen deut=
ſchen
Heimwehton des Volksliedes rühren laſſen könnte, daß es
Vertrauen faßte zum Elſaß, auch wenn, oder gerade weil es als
franzöſiſches doch deutſcher Art bleiben will, dann, aber auch nur
dann könnte alles gut werden. Ob die franzöſiſche öffentliche Mei=
nung
nicht ſchließlich ihre Regierung zu ſolcher Einſicht zwingt?
Das wäre der Anfang zur Geſundung. Leider ſieht man kaum rung beſtätigen laſſen möchte, ehe im Reiche die Verhandlungen be=
Anzeichen, daß Frankreich das Elſaß mit richtigen Augen betrach=
ten
lernt.
Die Eiſenbahntariferhöhung
abgelehnt.
Die Reichsregierung hat nun doch zu dem Antrag der Reichsöahn=
geſellſchaft
auf Tariferhöhung endgültig Stellung genommen und hat ſozialdemokratiſchen Fraktionsvorſitzenden Müller=Franken mit der Bil=
mit
einem Nein geantwortet, das allerdings zeitlich bedingt iſt und
die Möglichkeit offen läßt, falls die finanzielle Lage der Reichsbahn ſich
verſchlechtern ſollte. Wir möchten annehmen, daß dieſer Zuſatz gewählt
iſt, um die Reichsbahn zu veranlaſſen, von ihrem Recht auf Anrufung
des Schiedsgerichtes abzuſehen. Ob allerdings mit Erfolg, das bleibt
abzuwarten. Wir halten den Beſchluß des Reihskabinettes für politiſch,
wirtſchaftlich und finanziell wohlbegründet. Die Reichsregierung hätte
ja die Möglichkeit gehabt, die Entſcheidung um ein oder zwei Wochen
hinauszuſchieben und dem kommenden Kabinett zu überlaſſen. Daß zuſammenzufaſſen, ſind ſchon alt. Sie ſind nach dem Kriege wieder auf=
ſie
dieſen Weg nicht beſchritten hat, ſpricht für ihr ſtarkes Verantwort=
lichkeitsgefühl
, das auch in dem ſcheidenden Kabinett noch vorhanden
iſt. Rein ſachlich wird von der Reichsregierung anerkannt, daß, die lichem Rahmen eine geiſtige Annäherung herbeizuführen auch mit den
Finanzlage der Reichsbahn angeſpannt iſt. Das Liberalen, die inzwiſchen zur Wirtſchaftspartei übergegangen ſind. Gro=
Reichsverkehrsminiſterium ebenſo wie das Reichswirtſchaftsminiſterium
ſehen Möglichkeiten gegeben, um dieſer Anſpannung durch andere
Mittel als eine Tariferhöhung zu begegnen. Was die Reichsbahn will,
läuft ſchließlich auf eime Steigerung ihrer Einnahmen um monatlich
20 Millionen Mark hinaus, die doch auf dem Kreditwege zu beſchaffen
ſein müßten. Das Reichskabinett erklärt ſich bereit, daran mitzuarbeiten,
So iſt nicht nur die Erhöhung der Gütertarife gefallen, ſondern auch
wollen auf der Grundlage, daß ſie auf die Erhöhung der Perſonentarife
überhaupt verzichtete und ſich bei den Gütertarifen mit der Hälfte ihrer
Forderung begnügte. Auch das iſt ihr abgelehnt worden, weil zumal
der Reichswirtſchaftsminiſter auf die Folgen einer, wenn auch noch ſo
kleinen Gütertariferhöhung, für die Allgemeinheit hinwies, die zu einer
vielfachen Rüchwirkung kommne werde, während im Augenblick das
gänze Beſtreben darauf gerichtet ſein müſſe, die Folgen der Kohlen=
und Eiſenpreiserhöhung zu dämpfen. Die Tendenz des Kabinettes
ging alſo dahin, daß die Reichsbahn abwarten ſoll, wie ſich in den pautei und der Demokratiſchen Partei zu unternehmen.
kommenden Monaten ihre Einnahmen geſtalten und zu verſuchen, ob
nicht vielleicht die Mittel frei werden, die aus der Erhöhung der Tarife
gewonnen werden ſollten, daß gleichzeitig die Kreditunterlagen geprüft kraten in den Parlamenten ohnehin dazu führen, daß die Parteien enger
und daß, wemn alle dieſe Mittel verſagen, an eine neue Prüfung der
Tarfferhöhungsanträge herangegangen werden kann.

Mittwoch, den 6. Jmi. 1948

Rummer 1

Vom Tage.

Auf Grund der Artikel 23 und 27 der Reichsverfaſſung wird der
neue Reihstag berufen, am Mittwoch den 13. Juni,
nachmittags 3. Uhr, zuſammenzutreten. Unterſchrift:
Loebe, Präſident des Reichstages der dritten Wahlperiode.
Diefranzöſiſche Kammer hat den früheren Kammer=
präſidenten
, den Sozialiſten Bouiſſon, mit 327 gegen
244 Stimmen für Franklin=Bouillon wiedergewählt.
Wie der italieniſche Geſandte in Belgrad, Bodrero, Marinkowitſch
mitteilte, betrachtet Muſſolini die jüngſte Antwort auf die italieniſche
Proteſtnote als befriedigend. Der ſüdſlawiſch=italieniſche
Konflikt gilt damit als beigelegt.
Die auſtraliſche Regierung hat in einer Note an den
amerikaniſchen Geſchäftsträger in London die Einladung zur
Teilnahme an den Verhandlungen über den Kellogg=
Pakt angenommen.
Nach einer Meldung aus Peking hat der Generalſtabschef Tchiang
Kaiſcheks von der Nanking=Regierung Vollmacht erhalten, um in Peking
mit der Mukdenregierung über den Abſchluß des Friedens zu unter=
hanbeln

Die Parteien tagen. Die Sozialdemokraten
kaben das Wort.
* Berlin, 5. Juni. (Prih.=Tel.)
Die Termine für den Zuſammentritt des Parlamentes liegen jetzt
feſt: Der Reichstagspräſident hat ſeine Getreuen zum 13. Juni ein=
geladen
abergläubig ſcheint er doch nicht zu ſein und die kom=
mende
Woche wird zunächſt einmal der Klärung der politiſchen Möglich=
keiten
gewidmet ſein. Der alte Fraktionsvorſtand der Deutſchen Volks=
partei
hat am Dienstag nachmittag geſeſſen. Am Mittwoch tritt der
Parteivorſtand der Volkspartei zuſammen. Für den Mittwoch Nach=
mittag
wird auf eine Vorentſcheidung der Sozialdemokraten gewartet.
Auch die Sozialdemokraten ſind offenbar Hug geworden. Nach dem, was
vielleicht indem er einige Vorbedingungen ſtellt, die ebenſogut für die
Kommuniſten, wie für die Große Koglition gelten können und viel=
leicht
ſogar über das Vorſpiel einer Weimarer Koalition führen follen.
Anſchließend finden die Demokraten jetzt auch ein Haar in dieſer Suppe,
denn ſie rücken öffentlich von dieſem zahlenmäßig konſtruierten Gebilde
ab, weil die Mehrheit ſo ſchwach und durch die Heranziehung der
Bauernpartei auch innerlich nicht genügend zuſammenhängend ſei. Es
wäre aber immerhin denkbar, daß auch in Preußen die Demokraten und
das Zentrum kalte Füße bekommen, weil ſie durch die Verſchiebung der
Fraktionsſtärke tatſächlich nicht viel anderes ſind als das Feigenblatt
einer ſozialdemokratiſchen Regierung. Trotz der eifrigen Bemühungen
des preußiſchen Miniſterpräſidenten Braun, der die preußiſche Regie=
ginnen
, wird aber doch der preußiſche Schatten ſehr ſtark auf das Reich
fallen. Mag das auch zunächſt noch nicht ſo ſichtbar werden. Der weitere
Verlauf wird vermutlich der ſein, daß Herr Loebe oder der ſozialdemo=
kratiſche
Führer Müller=Franken dem Reichspräſidenten über das Er=
gebnis
von Köln Bericht erſtatten wird, daß der Reichspräſident dann
Ende der Woche auch die übrigen Parteiführer oder Fraktionsvorſitzenden
empfangen wird, um ihre Auffaſſungen zu hören. Am nächſten Dienstag
wird dann das Kabinett dem Reichspräſidenten den Rückrmitt überreichen,
Man rechnet allgemein damit, daß daraufhin Herr v. Hindenburg, da
Herr Braun aus ſeiner preußiſchen Hochburg nicht heraus will, den
dung einer Regierung betrauen wird, wobei vorderhand allerdings noch
offen iſt, welche Richtlinien ihm mit auf den Weg gegeben werden.
Kriſe in der Liberalen Vereinigung.
* Berlin, 5. Juni. (Priv.=Tel.)
Die Verſuche, die berſchiedenen Gruppen des deutſchen Liberalismus
genommen worden und haben vor einigen Jahren zur Gründung der
Liberalen Vereinigung geführt, die das Ziel verfolgt, in überpartei=
ßen
Erfolg hat die Liberale Vereinigung nicht gehabt ſie iſt nach außen
hin ohne ſtarken Widerhall geblieben. Vielleicht weil ſie an einer Ueber=
alterung
ihrer Führer litt. Darüber iſt es jetzt zu einer Kriſe gekom=
men
. Man ſpricht davon, daß der bisherige Vorſitzende Fiſchbeck von
den Demokraten und Herr v. Richter von der Deutſchen Volkspartei
zurücktreten wollen, um einem jüngeren aktionsluſtigeren Gremium Platz
zu machen. In der letzten Vorſtandsſitzung ſind neben dem Senior der
die der Perſonentarife. Die Reichsbahn ſchien zuletzt akkordieren zu Deutſchen Volkspartei, Prof. Kahl, die beiden Parteivorſitzenden Koch=
Weſer und Dr. Streſemann als Ehrenvorſitzende in den Vorſtand ge=
wählt
worden. In der darüber herausgegebenen Mitteilung heißt es
geheimnisvoll, daß der Vorſtand beſchloß, die Vephandlungen weiterzu=
führen
und in den letzten Tagen des Juni eine allgemeine Tagung der
Mitglieder der Liberalen Vereinigung und weiterer intereſſierter Kreiſe
einzuberufen. Das würde darauf hindeuten, daß in der Vereinigung
eine Gruppe iſt die den Zeitpunkt jetzt ſchon für gekommen hält, um
einen Vorſtoßzur Verſchmelzung der Deutſchen Volks=
Wir glauben nicht, daß die Dinge ſchon ſoweit gediehen ſind. Der Zwang
der Tatſachen wird gegenüber dem übermächtigen Druck der Sozialdemo=
aneinanderrücken
und dann gemeinſam ihre liberale Grundanſchauung
ſtärker herausarbeiten, als das nun der Fall iſt.

Das Franken=Probſem.
Stabiliſierung oder Aufwertung des Frau
Gegenſätze bis in die Regierung.
EP. Paris, 5.
Die am Sonntag vom Miniſter der öffentlichen
Tardieu in Belfort gehaltene Rede, in der er in ka. ſ
hüllten Wendungen die baldige Stabiliſierun=
kündigte
, hat allgemeines Aufſehen erregt, um ſo m
der Miniſter geſtern abend erklären ließ, die an ſeine 9
knüdften Preſſekommentare ſeien tendenziös. Er habe
Prophezeiungen über das bevorſtehende Werk der Regier
äußert. In gut unterrichteten politiſchen Kreiſen wird ?
gang ſo ausgelegt, daß Tardieu, der für die St
ſierung iſt, dem Finanzminiſter Poincaré in gen
Sinne die Hände habe binden und gleich
der Spekulation Abbruch tun wollen. Seit
Tagen hat ſich überhaupt der Kampf um das Pro
Stabiliſierung oder Aufwertung, das ber
gunſten der Stabiliſierung entſchieden ſchien, wieder außer
lich belebt. Die Preſſe hat ſich der Frage erneut bei
unterſucht eifrig das Für und Wider und ſpielt das gar
blem ſtark auf das politiſche Gebiet hinüber. Die G
ſätze reichen bis in die Regierung hinein.
dent Doumergue würde, ſo wird verſichert, eine S
rung während ſeiner Amtszeit ſehr ungern ſehen. Er ſeis
zeugter Anhänger einer völligen Aufweß
des Franken. Poincaré hegt zwar im Innern a. ., tritt aber aus finanztechniſche
allgemein wirtſchaftlichen Gründen 5
Stabiliſierung ein. Ein unerbittlicher Gegner de
liſierung innerhalb der Regierung iſt Louis Marin, d Er
wiederholt erklärte, daß er eher ſeine Demiſſion als ſe
ſtimmung dazu geben werde. Unterrichtsminiſter Herr me
etwa die Mitte zwiſchen Poincaré und Marin. Alle übrig ſab
nettsmitglieder ſind für die Stabiliſierung.
Eine ähnliche Spaltung herrſcht auch im Vorſtand d6 Frankreich. Während der Gouverneur der Bank,
dem die Deviſenangebote aus dem Ausland über den
wachſen drohen, Poincaré ſchon wiederholt mit Rücktritt
haben ſoll, falls nicht in abſehbarer Zeit ſtabiliſiert w
unter den Leitern der Bank Edouard de Rothſchild für E
loſe Aufwertung, während de Wendel als lauwarm angeH
wird, aber gleichfalls zur Aufwertung neigen ſoll. Sei t
läuft im Zuſammenhang mit einer übrigens von den
blättern als beabſichtigte Warnung gegen die e
lation ausgelegten leichten Verſchlechterung des Franl
hartnäckig das Gerücht um, Moreau habe demiſſioniert, ko0
weder beim Miniſterpräſidium noch von Moreau eine Be Ku
oder ein Dementi dieſes Gerüchtes zu erhalten.
Poincaré gegen Tardieu. Das Fing=

miniſierium dementiert.

Im franzöſiſchen Miniſterrat entſpann ſich eine lebhe R
kuſſion wegen der Rede Tardieus in Belfort vom letzte er
tag, worin dieſer bekanntlich für die ſofortige Stabiliſier ſei
trat. Poincaré vertrat den Standpunkt, daß lediglich der Frite
miniſter zu dieſer Frage öffentlich Stellung nehmen 1
Das Finanzminiſterium veröffentlicht ein Communigus Ku
dementiert wird, daß der Gouverneur der Bank von Fxe
beabſichtigt habe, ſeine Demiſſion einzureichen, weil er Suiſl
Finanzminiſter in der Frage der Stabiliſierung oder Au ſt
nicht einig gehe. Moreau ſei immer mit Poincaré vol kei
einig geweſen. Da man weiß, daß Moreau ein ganz Ehit
dener Anhänger der ſofortigem Stabiliſierung iſt, ſo wilg
dieſem Dementi ſomit hervorgehen, daß auch Poincare
Stabiliſierung eintritt. Im Senat brachte Senator
Juterpellationsgeſuch über die gegenwärtige Spekulation g
an der Pariſer Börfe ein. Er wünſchte außerdem Ar
über die Bilanz der Bank von Frankreich, die er als Ufr
bezeichnete. Die Finanzkommiſſion ſolle den Gouveri
Bank von Frankreich anhören. Hery befürchtet ein tſe
Ende. Nach zuverläſſigen Finanzzeitungen habe die B
Fraukreich für 30 Milliarden Frauken. Deviſen in bar
15 Milliarden Franken Deviſen auf Termin gekauft, di
Bilanz nicht aufgeführt ſeien. Das ſeien höchſt rätſelha
tiken, die zu ſehr unangenehmen Ueberraſchungen führen
Poincaré ſtellte dieſe Behauptungen mit großem Zorn
rede. Er könne nicht geſtatten, daß auf der Tribüne des Fi
die Aufrichtigkeit der Bilanzen der Bank von Frankrei
zweifelt würden. Es ſei eine große Unvorſichtigkeit, ſold ENe
liche Behauptungen aufzuſtellen, deren ſich die Spekule
mächtigen könute.

*Freiherr vom Stein als Straßenbauer
in der Grafſchaft Mark.
Ein Kapitel deutſcher Verkehrsgeſchichte.
Von Profeſſor Dr. phil. h. e. Karl=Berger.
Bekanntlich hat der große Reformator des preußiſchen Staa=
tes
ſeine amtliche Laufbahn im Februar 1780 als Referendar bei
dem Bergwerks= und Hüttendepartement des Generaldirektoriums
zu Berlin begonnen. Im gleichen Jahre noch unternahm er zu=
ſammen
mit ſeinem oberſten Vorgeſetzten, dem um die Pflege des
preußiſchen Bergbaues höchſtverdienten Freiherrn von Heinitz,
ſeine erſte Erkundigungsreiſe; ſie galt den weſtlichen Provinzen,
insbeſondere aber einem Unternehmen, das über den Geſchäfts=
kreis
des Bergwerksdepartements weit hinausging: der Schiff=
barmachung
der Ruhr. Sie iſt auch der Gegenſtand des erſten
amtlichen Berichts, der aus Steins Feder auf uns gekommen iſt.
So hat es das Schickſal gefügt, daß der zu Preußens Wieder=
aufrichtung
und Deutſchlands Befreiung beſtimmte Mann dort
ſeine Wirkſamkeit begann, wo er damals und ſpäter in leitenden
Stellungen durch langjährige Beobachtungen, Erfahrungen und
Arbeiten ſeine Grundanſchauungen vom Weſen des Staates und
wahrer politiſcher Freiheit und damit die Grundlagen zu ſeiner
ſtaatsmänniſchen Tätigkeit gewinnen ſollte. Im Mai 1784 kam er
als Direktor der weſtfäliſchen Bergwerke nach Wetter an der
Ruhr, aber er griff auch in die Förderung des Fabrikweſens und
der Landwirtſchaft ſeines Amtsgebietes, der zugleich induſtrie=
reichen
und korngeſegneten Grafſchaft Mark, ein. Kaum dreißig
Jahre alt, wurde der erfolgreiche Verwaltungsbeamte im Novem=
ber
1787 zum Direktor der märkiſchen Kriegs= und Domänen=
kammer
, ſpäter auch der kleviſchen Kammer ernannt. Sein erſtes
Wirken in dieſem neuen Amt galt der Hebung des Verkehrs
durch den Bau von gediegenen Landſtraßen.
Was die Anlage feſter, bei jedem Wetter befahrbarer Wege
für die damalige Menſchheit bedeutete, kann nur der ermeſſen, der
eine Vorſtellung hat von der Läſſigkeit, mit der man einſt den
Straßenbau betrieb oder vielmehr nicht betrieb. Schon mit dem
Ausgang der Römerherrſchaft war das ganze Abendland auf die=
ſem
Gebiete in einen Zuſtand der Halbbarbarei verfallen. Erſt
Karl der Große hatte die alten Straßen wieder ausbeſſern und
neue da und dort anlegen laſſen. In Deutſchland entſtanden mit
dem wachſenden Handelsverkehr auch beſtimmte Hauptſtraßen,
deren wichtigſte Knotenpunkte Nürnberg, Frankfurt a. M. und
Leipzig waren. Aber auch dieſe Handelsſtraßen und erſt recht die,
welche nur der Willkür der Fuhrleute ihre Entſtehung verdank=

ten, waren bei anhaltend ſchlechter Witterung, beſonders beim
Uebergang des Herbſtes in den Winter und des Winters in den
Frühling, meiſt geradezu unbrauchbar, eine Reiſe über dieſe un=
wesſamen
Wege ein mit tauſend lebensgefährlichen Schwierig=
keiten
verbundenes Unternehmen. Von der Schneckenlangſamkeit
nicht zu reden, die man ſich im Zeitalter des anhebenden Raketen=
autos
kaum mehr vorſtellen kann. Das Beiſpiel Frankreichs, das
im 18. Jahrhundert zuerſt mit dem Bau wirklicher Kunſtſtraßen
(Chauſſeen) voranging, fand in Deutſchland nur langſam Nach=
ahmung
. Die erſte kunſtgemäße Straße erbaute man 1753 in
Schwaben zwiſchen Nördlingen und Oettingen, auf einer Strecke
von etwa 13 Kilometern. Hannover und andere deutſche Länder
ſchloſſen ſich an. In Preußen aber blieb alles beim alten, da
Friedrich der Große Chauſſeen nicht gebaut haben wollte: er
meinte, dadurch werde im Falle eines Krieges den Feinden das
Eindringen in ſein Land nur erleichtert werden. Erſt unter dem
Nachfolger Friedrichs II. kam eine andere Auffaſſung, wie ſie be=
ſonders
von dem weitblickenden Heinitz vertreten wurde, zum
Durchbruch. Auf den Strecken MagdeburgLeipzig und Berlin
Potsdam wurden 1787 die erſten Chauſſeen des preußiſchen Staa=
tes
erbaut, und im Herbſt desſelben Jahres die Anlage von zwei
Kunſtſtraßen durch die Grafſchaft Mark beſchloſſen. Die eine führte
von Meinerzhagen über Kierſpe, Helver, Breckerfeld, Hagen,
Herdecke, Bochum nach Steele; die andere von Beyenburg
über Langerfeld, Schwelm, Gebelsberg, Nirgena, Hagen, Herdecke,
Aplerbeck nach Unna. Mit der Leitung des Baues wurde Stein
betraut.
Iu ganzen waren 22 Meilen zu bauen, eine für jene Zeit
recht anſehnliche Strecke, faſt ſo weit wie von Berlin nach Halle.
Stein ging mit dem ihm eigentümlichen Feuereifer, der Schwie=
rigkeiten
nicht kannte, ans Werk. Da es in Preußen an ſachkun=
digen
Leuten fehlte, ließ er durch Vermittelung ſeines hannove=
riſchen
Freundes Franz v. Reden zwei preußiſche Beamte im
Welfenlande im Straßenbau ausbilden. Aber nun gab es erſt
einen Kampf mit den Vorurteilen der Bevölkerung und dem Be=
harrungsvermögen
eines Teiles der Herren am grünen Tiſch, eine
Auseinanderſetzung, die ſich ein halbes Jahrhundert ſpäter beim
Bau der erſten Eiſenbahnen in ähnlicher Weiſe wiederholte. Ein
jüngerer Freund Steins, Freiherr Ludwig von Vincke, erzählt
uns, wie die Leute widerwillig von ihren Grundſtücken verkauf=
ten
, namentlich wenn dieſe von der Chauſſee durchſchnitten wur=
den
, wie ſie beſorgten, daß im Kriegsfalle die Chauſſeen Durch=
märſche
und Einquartierung bringen würden, wie ſie mit einem
Male die alten ſchlechten Wege lobten, weil ſie den Bauern durch
Vorſpann, den Handwerkern durch Ausbeſſerung des Gefährts,
den Wirten durch längeren Aufenthalt der Reiſenden Verdienſt

verſchafft hätten.

Stein wurde, ohne Gewalt anzuwenden, Herr aller E
ſtände. Nach dem geltenden Recht hätte er die anliegend
ern zu Frondienſten heranziehen können, aber er woll
mit dem unbezahlten Schweiße des Landvolkes arbeiten,
löhnte alle Leiſtungen mit barem Gelde ab. Als auch demſ
nett mit den verſprochenen Beiträgen Schwierigkeiten ma(
Stein kein Bedenken, zunächſt aus dem eigenen, nichts
als anſehnlichen Vermögen beträchtliche Summen vorzu
dann wußte er die Stände der Grafſchaft Mark zu eine
lichen Beitrage zu beſtimmen, und ſchließlich nahm er u.
ſtimmung des Miniſters v. Heinitz, aber gegen den Wil
Kabinetts, ſeine Zuflucht zu Anleihen. Dank ſolcher
rückte die Arbeit ſo rüſtig vorwärts, daß ihr unbeirrbar
bereits im Sommer 1789 mit der Fürſtin=Aebtiſſin vo
wegen Fortſetzung des Straßenbaus durch ihr Land n
Herzogtum Kleve verhandeln konnte. Im Jahre 1792, i.
der vorgeſchriebenen Friſt, war das Werk vollendet; ein 2.
Befreiung, wie Steins Biograph Mar Lehmann ſagt, d."
Menſchen wurden einander näher gerückt und aus dem
hergebrachter Vorurteile gelöſt; ein Werk aber auch der w.
lichen Hebung, wie die alsbald geſteigerte Produktio!
Exportfähigkeit des durch Stein verwalteten Gebietes
Was Stein ſonſt noch für die Befreiung von Handel und
in der Grafſchaft Mark geleiſtet hat, iſt zuſammen u.
ſeiner erſten Tat ein Vorſpiel ſeiner ſpäteren großen
tätigkeit, die dem ganzen preußiſchen Staate galt.
Schupo nicht mehr zugeknöpft. Unſer Berliner 4
ſpondent ſchreibt uns: An den Pfingſtfeiertagen konnte n
erſten Mal Schupo in der neuen Uniform, mit offenem.
kragen, blauem Hemdkragen und ſchwarzem Schlips 1/e9
zwar war die Elite der Verkehrspolizei, die Begmten.
Potsdamer Platz, mit der Neuerung ausgeſtattet. Es wa.
ſtellen, daß der Korrektheit der Begmten damit kein Abd
tan wird. Sie ſahen durchaus vorzüglich aus. Belannt.
ja auch für die Reichswehr derartiges erwogen. Der Sſ.
Schlips iſt natürlich Anlaß für Erwägungen viehſeilt
aber ſie alle laufen auf den Unterſchied zwiſchen dem alter
meiſter und dem modernen Polizeibeamten hinaus, 2i
Büttel zum Freund und Helfer apaneiert iſt. Die Gi
des Volkes zum Poliziſten hat ſich merklich gewandell.
wäre ein Wachtmeiſter, der mit den Kindern auf ..
ſcherzt, alte Frauen chebalereſk über den Fahrdamm L.
vor jedem Botenjungen, der ihn nach dem Weg frodt.
falutiert, eine Unmöglichkeit geweſen. Beim neuen Schle
nicht mehr zugeknöpft iſt, ſondern einen Schlips trägt, wie
Sterbliche, iſt das eigentlich alles ſelbſtverſtändlich.

krit
Se
Ree
im

[ ][  ][ ]

Nummer 156

Mittwoch , den 6. Jmi 4928

Seite 3

Ein Minderheiten=Tag in Genf.
es auch die Pflicht des Völkerbundes, allen Beſtrebungen Wider=
Linderheissſragen vor dem Rat ſtand entgegenzuſetzen, die darauf hinausliefen, die Minderheiten

ealbaniſche Oemarche über die Behandlung
albgniſchen Minderheiten in Griechenland.

Der Völkerbundsrat hat heute einen großen Minder=

* Genf, 5. Juni. (Priv.=Tel.)
tentag. Auf der Tagesordnung der Sitzung, die um 10.30
beginnt, ſtehen außer der Demarche der albaniſchen
ierungüber die Behandlung der albaniſchen
nderheiten in Griechenland allein neun Peti=
nen
, die die Minderheiten in Deutſch= und
(niſch=Oberſchleſien betreffen. Sieben von ihnen
men vom Deutſchen Volksbund in Polniſch=Oberſchleſien und
ffen die Artikel 149 und 157 der deutſch=polniſchen Konven=
jiber
die Errichtung von Minderheitenſchulen, und zwar ſtehen
frage: Streitfälle in Biertultowy, Stara=Wies, Gieraltowice,
ewſka=Huta, Brzezinſka und Godulla ſowie Beſchwerden über
Gebrauch der deutſchen Sprache in den Regiſtern der Min=
eitenſchulen
und die Bedingung der öffentlichen Sicherheit in
riſch=Oberſchleſien. Die polniſche Minderheiten=Vereinigung
deutſchland hat ebenfalls eine Beſchwerde eingereicht. Wie er=
rlich
, hat der Rat im März auf Antrag Dr. Streſemanns
en ähnlicher Proteſte ein Gutachten des Ständigen Internatio=
n
Gerichtshofes im Haag eingeholt, das den in Frage ſtehen=
Artikeln des deutſch=polniſchen Abkommens eine für Deutſch=
im
großen und ganzen günſtige Auslegung gegeben hat,
ngehend, daß es Sache der Eltern ſei, zu beſtimmen, in welche
ilen ſie ihre Kinder ſchicken wollen, und daß eine Nachprüfung,
ſie die polniſche Regierung im vorigen Jahre vorgenommen
nicht ſtatthaft ſei, allerdings mit der Einſchränkung, daß die
aben der Eltern den tatſächlichen Sprachenverhältniſſen ent=
hen
müſſen.
Der Völkerbundsrat erledigte, bevor er ſich mit den Minder=
nfragen
befaßte, vorher noch einige andere Fragen und nahm
Kenntnis, daß durch ein Uebereinkommen mit der hollän=
en
Regierung den Mitgliedern des Ständigen Internatio=
n
Gerichtshofes im Haag diplomatiſche Vorrechte und Immu=
gewährt
worden ſind, und regelte auf Vorſchlag des japa=
en
Delegierten und unter Zuſtimmung je eines griechiſchen
türkiſchen Delegierten, die am Ratstiſch Platz genommen hat=
einen
Kompetenzſtreit über die Zuſtändigkeit der gemiſchten
mmiſſionen für den Austauſch der griechiſch=türkiſchen Bevölke=
I. Es entſpann ſich ſodann eine lange Auseinanderſetzung
die albaniſche Beſchwerde wegen der Be=
idlungder
albaniſchen Minderheiten in Grie=
iland
. Es handelt ſich hier um einen dem ungariſch= rumä=
en
Optantenſtreit analogen Fall. Der albaniſche Delegierte,
am Ratstiſch Bericht erſtattete, wies auf die ſchweren Be=
teiligungen
albaniſcher Staatsangehöriger in Griechenland
h Sequeſtrierung ihrer Beſitztümer, ungerechte Anwendung
griechiſchen Agrarreformgeſetze, Verhinderung der Optionen
hin und entwickelte in einem umfangreichen Expoſé den
riſchen und rechtlichen Standpunkt der albaniſchen Regierung,
ſich auf verſchiedene zwiſchen Griechenland, der Türkei, Eng=
und Frankreich abgeſchloſſene Verträge ſtützt.
ie griechiſche Vertreter Politis gegen die Be=
ndlung
von Minderheitsfragen vor dem Rat.
Politis, der die griechiſche Theſe vertrat, beſtritt Albanien
s Recht, auf Grund des Artikels 11 der Völkerbundspakte den
kerbund mit dieſer Minoritäten=Angelegenheit zu befaſſen.
on das ganze arrogante und provozierende Verhalten der
iniſchen Regierung in der letzten Zeit zeige, wozu dieſe
jarche dienen ſoll. Griechenland ſei zu der ſcharfen Durch=
ung
des Agrargeſetzes gezwungen geweſen, weil es im Ein=
jehmen
mit dem Völkerbund die Söhne griechiſcher Flüchtlinge
der Türkei in ſeinen Grenzen unterbringen muß. Die Alba=
ſeien
dabei nicht ſchlechter als die griechiſchen Staatsangehöri=
behandelt
worden, dürften jedoch auch kein Sonderrecht ver=
gen
. Auf die Minderheitenfrage im allgemeinen übergehend,
dert er den Rat auf, nicht zuzulaſſen, daß Min=
ſeitenfragen
dazu benutzt würden, die Beziehungen zwiſchen
Staaten zu ſtören. Die Minderheitenregelung, die der Völker=
d
getroffen habe, ſei darauf gerichtet, eine allmähliche Aſſimi=
ung
und ein allmähliches Verwachſen der fremden Bevölke=
gsteile
mit den Staatsnationen herbeizuführen. Deshalb ſei

zu einem ewigen Gegner ihrer Wohnſtaaten zu machen.
Der Artikel 11 des Völkerbundspaktes könne Minderheiten=
beſchwerden
nur in ganz kataſtrophalen Fällen zulaſſen; anderer=
ſeits
würden durch die Sanktionierung ſolcher häufigen Anrufun=
gen
gefährliche Präzedenzfälle für alle Minderheiten geſchaffen.
Der polniſche Außenminiſter Zaleſky wurde beauftragt, dem
Rat in dieſer Frage einen Bericht vorzulegen.
Wegen der Beziehungen zwiſchen dem Völkerbund und den
unter ſeiner Autorität ſtehenden Inſtituten, eine Frage, die haupt=
ſächlich
die Leitung und die Arbeitsweiſe des in Rom geſchaffe=
nen
kinematographiſchen Erziehungsinſtituts betrifft, ſetzte der
Rat ein Dreierkomitee aus Scialoja, Antoniado und Tſcheng
Loh ein. Nach der Annahme der Berichte über den Frauen= und
Kinderhandel und über die Einberufung einer Konferenz zur
Verhinderung des Handels mit obſzönen Druckſchriften ging der
Rat dann ganz kurz auf
dieBeſchwerde deroberſchleſiſchenMinderheiten
ein. Hierzu erſtattete der kolumbiſche Vertreter Urrutia einen
ſachlicher: Bericht, der die einzelnen Vorgänge bei der Einſchulung
in Biertultowy erwähnt, wo von 77 Kindern nur drei für die
Minderheitenſchule eingeſchrieben wurden, und die Entſcheidung
des Haager Schiedsgerichtshofes ſowie den polniſchen Standpunkt
dazu erläutert. Urrutia bezeichnete jedoch die Frage als derart
tiefgehend und prinzipiell entſcheidend, daß ſie einer eingehenden
Prüfung unterworfen werden müſſe. Er bat deshalb den Rat,
ihm noch zwei Ratsmitglieder zum Studium beizugeben, und
ſchlug dafür den italieniſchen Vertreter Scialoja und den hollän=
diſchen
Außenminiſter Belaerts von Blokland vor. Letzterer, deſ=
ſen
hervorragende juriſtiſchen Fähigkeiten und außerordentliches
Geſchick als Vermittler vom Nat ſchon häufig in derartigen Fra=
gen
benutzt wurden, ſträubte ſich anfangs etwas angeſichts ſeiner
Ueberlaſtung gegen die Berufung, nahm jedoch ſchließlich auch
dieſes neue Mandat an. Die Frage wird von dem neuen
Dreierkomitee geprüft und noch auf dieſer Ratstagung weiter=
beraten
werden.
Die Sitzung ſchloß um 1 Uhr. Nächſte öffentliche Sitzung
morgen vormittag 10.30 Uhr.
Italiens auswärtige Politik.
Muſſolini über die Beziehungen zu Deutſchland
EP. Rom, 5. Juni.
Muſſolinis heutige Rede im Senat ſtellt das ausführlichſte
Expoſé über die auswärtige Politik Italiens dar, das
der italieniſche Regierungschef bisher entworfen hat. Muſſolini
behandelte zuerſt nach einander die Beziehungen mit den
einzelnen Staaten, indem er mit Japan begann und dann
über Afrika und Amerika zu den Beziehungen mit den europäi=
ſchen
Staaten überging. Alsdann folgten Erklärungen
über die Abrüſtungs= und Reparationsfrage und
über den Völkerbund. Beſonders eingehend befaßte ſich
Muſſolini auch mit der Tangerfrage, die er vom juriſtiſchen und
politiſchen Geſichtspunkt aus darlegte. Die allgemeinen Be=
ziehungem
mit Frankreich erklärte der Redner als we=
ſentlich
gebeſſert. Seit dem heikelſten Moment des franzöſiſchen
Vertragsabſchluſſes mit Südſlawien und des Abſchluſſes des ita=
lieniſch
=albaniſchen Bündniſſes ſeiem große Fortſchritte in der
Klärung und der politiſchen Stabiliſierung der Beziehungen der
beiden Völker gemacht worden. Die Beziehungen mit
Deutſchland bezeichnete Muſſolini als herzlich. Es beſtehe
ein Verſöhnungs= und Schiedsgerichtsvertrag. Indeſſen müſſe
man feſtſtellen, daß die Beziehungen zwiſchen Deutſchland und
dem italieniſchen Volke unendlich beſſer ſein könnten,
wenn die natürliche Sympathie von früher
heute nicht beeinträchtigt würde durch die Tätigkeit
einiger unverſöhnlicher Kreiſe, die den widerſinnigen Anſpruch
erheben, ſich in die innerpolitiſchen Fragen des italieniſchen Staa=
tes
einzumiſchen. Wenn dieſe Wolke, wie ich aufrichtig hoffe,
verſchwindet, kann die Zuſammenarbeit auch auf wirtſchaftlichem
Gebiete zwiſchen den beiden Völkern fruchtbringende Ergebniſſe
zeitigen. Ich muß noch beifügen, daß ſich in den letzten Monaten
die Beziehungen gebeſſert haben. Die Aufnahme, die man No=
bile
nicht nur in Stolp, ſondern in ganz Deutſchland bereitet hat,
verfehlte eine ſympathiſche Rückwirkung auf die öffentliche Mei=
nung
Italiens nicht.

Die Beziehungen zu Oeſterreich und Süd=
flawien
.
Ueber die italieniſch=ſchweizeriſchen Beziehungen ſagte Muſ=
ſolini
, mit der Schweiz beſtehe ein vollkommenes Freundſchafts=
verhältnis
. Die Beziehungen mit Oeſterreich ſeien diplomatiſch
korrekt und könnten ſich herzlich geſtalten, wenm Oeſterreich eben=
ſo
guten Willens wie Italien ſei. Hinſichtlich der Beziehun=
gen
mit Südſlawien erklärte Muſſolini, die jüngſten Zwi=
ſchenfälle
als befriedigend beigelegt und erkannte
den bewieſenen guten Willen Belgrads an. Italien warte aber
ſeit drei Jahren auf die Ratifizierung des Abkommens von Net=
tuno
. Außerdem dürfe man ſich nicht verhehlen, daß viele,
auch verantwortliche Kreiſe in Südſlawien in
einer Weiſe gegen Italien hetzten, die an Größenwahn
grenze. Sie vergäßen dabei, daß Italien eine Großmacht
ſei, mit der man beſſer Freundſchaft bewahre,
als ſie zu Feindſeligkeiten herauszufordern.
Muſſolini kündigte den baldigen Abſchluß eines Frie=
denspaktes
mit Abeſſinien an. Die Verhandlungen
für die Verſtändigung mit Frankreich würden fortgeſetzt. Der
diplomatiſche Erfolg Italiens auf der jüngſten Tangerkonferenz
werde durch das erreichte Abkommen bewieſen. Muſſolini be=
tonte
die tiefe Freundſchaft mit England, nicht nur in den amt=
lichen
Kreiſen, ſondern auch im der breiten Maſſe. Die Friedens=
verträge
hält Muſſolini nicht für unabänderlich, ſondern für Ge=
bilde
aus Menſchenhand und daher micht für vollkommen. In
etwa zehn Jahren könne in Europa eine neue Lage entſtehen.
Eine Reviſion des Dawesplanesſeiunerläßlich,
wenn die Wiedergutmachungsfrage endgültig gelöſt werden ſolle.
wodurch die Weltwirtſchaft nur gewinne. Die Abrüſtungs=
frage
ſei aufdem toten Punkt angelangt, was je=
doch
nicht ausſchließe, daß noch vor der Septembertagung der Ab=
rüſtungskonferenz
vom den Großmächten weitere Schritte in der
Abrüſtungsfrage unternommen würden. Es ſei nicht wahr, daß
die fasciſtiſche Regierung dem Völkerbund feindlich geſinnt ſei.
Die italieniſche Regierung meſſe zwar dem Völkerbund keine
Wunderkraft ſei, wie das Idealiſten tun, aber Italien ſei über=
zeugt
, daß der Völkerbund in vielen Fällen nützlich war und es
noch ſein könne. Muſſolini ſchloß mit den Worten: Viele Ver=
leumdungen
gegen die auswärtige Politik der fasciſtiſchen Regie=
rung
ſind hinfällig geworden. Obwohl niemand beſchwören
kann, daß der Krieg endgültig aus der Geſchichte verbannt iſt,
will Italien den Frieden, kann aber wicht ſeine Sicherheit, Un=
abhängigkeit
und Einheit vernachläſſigen und auf militäriſche
und moraliſche Erziehung der neuen Generation verzichten.
Das Attentat von Mukden.
Tſchang Tſo=lin ſeinen Verletzungen erlegen?
EP. London, 5. Juni.
Wie aus Tokio gemeldet wird, iſt Tſchang Tſo=lin, der
oberſte Kriegsherr der Mandſchurei, den Verletzungen er=
legen
, die er bei dem geſtrigen Attentat auf den
Zug bei ſeiner Flucht von Peking nach Mukden erlitt. Eine
weitere Beſtätigung der Nachricht liegt noch nicht vor.
Tſchauig Tſoelin war der Sohn mandſchuriſcher Bauern. Seit
ſeiner frühen Jugend hat er am Guerillakrieg von Räuberban=
den
teilgenomnen und infolge ſeines perſönlichen Mutes ſich
raſch eine führende Rolle erworben. Der ruſſiſch=japaniſche Krieg
beſchleunigte ſeinen Aufſtieg; als Führer eines mandſchuriſchen
Freikorps focht er hier auf ſeiten der Japaner gegen die Ruſſen.
Nach dem ruſſiſch=japaniſchen Krieg trat Tſchang Tſo=lin als
Gouverneur von Fengtien in der Mandſchurei in militäriſche
chineſiſche Dienſte. Im Jahre 1917 belohnte ihn Marſchall Tdan
für ſeine Unterſtützung bei der Unterdrückung des monarchiſti=
ſchen
Staatsſtreiches des Generals Tſchang Hſun durch die Er=
nennung
zum Generalgouverneur der drei Mandſchu=Provinzen.
Die nachfolgenden inneren Kämpfe in China boten Tſchang Tſo=
lin
immer mehr Gelegenheit, ſeine Macht zu feſtigen, wobei er
ſich ein wohldiſzipliniertes Heer ſchuf. Außerdem ſcheute er vor
keinen Mitteln zurück, um ſein ſtändig wachſendes Privatver=
mögen
noch weiter zu vermehren. Das Vermögen Tſchang Tſo=
lins
wird auf etwa 60 Millionen Dollar geſchätzt. Nachdem
Tſchang Tſo=lin im Jahre 1922 ein Verſuch mißglückt war, ſich
in den Beſitz von Pebing zu ſetzen, hielt er nach wechſelvollen
Kämpfen mit Feng und Wu Pei=fu, in denen oft der Verrat
eine Rolle ſpielte, im Herbſt 1924 ſeinen Einzug in Peking, das
er 1925 vorübergehend verlaſſen mußte. Die wachſenden Erfolge
der Südchineſen zwangen Tſchang Tſolin, der ſtets unter japani=
ſchem
Einfluß geſtanden hat, ſchließlich Peking endgültig aufzu=
geben
und ſich nach der Mandſchurei zurückzuziehen, wo ihn jetzt,
wenn die Nachrichten zutreffen, ſein Schickſal ereilt hat.

Die Deutſche Indien=Expedition auf den
Andamanen.
erſte Beſuch europäiſcher Gelehrter unter dem mordluſtigen
ſchwarzen Zwergvolk von Klein=Andaman.
Die Negrito=Bevölkerung auf den Andaman=Inſeln war bis
Mitte des vorigen Jahrhunderts in höchſtem Grade fremden=
dlich
. Auch noch heute iſt es nicht möglich, ſich etwa in die
de der wilden Jaravas zu begeben, und Klein=Andaman gilt
I mindeſten noch als ſehr unſicher, nachdem die letzte vor Jahr=
iten
ſtattgefundene Landung wieder einen Mordverſuch ſei=
2 der Eingeborenen zur Folge hatte. Teils durch dieſes Ver=
en
, teils durch die große Entlegenheit der kleinen Inſelkette,
45 ſich eine einzig daſtehende raſſiſche Iſolierung der Andama=
IN. Sie dauerte Jahrtauſende und iſt angeſichts der primitiven
25 der zwerghaften, einſt über große Teile Südaſiens verbrei=
I Reſtbevölkerung von größter Bedeutung für das Studium
Didungen und Wandlungen menſchlicher Raſſen.
Dsher gab es nur ſtärliches wiſſenſchaftliches Material. War
2 Ds bor kurzem das Betreten der Inſeln mit der britiſch=
ſcen
Strafſiedlung überhaupt verboten. Obwohl gehindert
iA das ſtürmiſche Wetter, des Nordoſt=Monſuns, konnte die
Sotion ſowohl unter den Groß=Andamaneſen auf Nord=,
* und Süd=Andaman arbeiten und neben raſſen= und
terundlichen Unterſuchungen die Lebensbedingungen der dor=
. Aeſtgruppen ſtudieren, als auch ſchließlich Klein=Andaman
ien. Lamit haben zum erſtenmal Forſcher, und zwar Deut=
e
, dieſe Inſel betreten
2 der erſten Landung, die bei ſtürmiſcher See und den
aEichen Korallenriffen beſonders ſchwierig war, kamen meh=
Iutend tiefſchwarzer und völlig unbekleideter Eingeborener
2 Veim Urwald gelaufen. Nur die Frauen trugen ein ganz klei=
2 Grgsbuſchel, ſie waren nicht ſelten hübſch und wohlgeſtaltet.
leper Wuchs, etwa 130 bis 140 Zentimeter, fällt bei dem
inaß der Proportionen kaum auf. Die anfangs finſteren
eue helten ſich bei der Geſchenkverteilung und den anthro=
LaGic u Meſungen bald auf. Gearbeitet wurde beſonders im
L ar der ſogenannten Weſtbucht, deren allerdings falſche
usidhken die meiſten Karten zeigen, dann an der Nordſpitze und
Lin An Einem Grek der zweiten Bucht im Nordoſten. Zum
Jilein an den Leipziger Gelehrten, dem die Expedition ihre
atfüklichung berdankt, wurde ihnen die Namen Weule=Bucht
(2 Weule=Greek gegeben.
SiDdann hielten ſich Dr. Freiherrv. Eickſtedt, der Lei=
Le Stpebiton, und ſeine Gattin einige Wochen lang in einem

Lager der kleinandamaneſiſchen Ongis auf Rutland auf. Sie leb=
ten
hier unter Negritos, die noch ſo gut wie völlig frei von frem=
den
Einflüſſen ſind, und deren Lebensweiſe und Daſeinsbedin=
gungen
ungeſtört und eingehend beobachtet werden konnten, nach=
dem
die Polizeibedeckung gleich anfangs fortgeſchickt worden war.
Die zuerſt ſehr zurückhaltenden ſchwarzen Zwerge wurden nach
einiger Zeit zutraulich und errieſen ſich dann als ſehr gutmütige
und fröhliche ſowie fleißige Kameraden.
Als Geſamtergebnis der Unterſuchungen auf Andaman, dem
vierten Arbeitsgebiet der Expedition, liegen 700 photographiſche
Aufnahmen vom Typus, vom Leben und Treiben und vom Land
der Negritos, ſowie Körpermeſſungen an 145 Individuen vor.
Dazu treten neben Statiſtiken, Stammbäumen und Blutunter=
ſuchungen
umfangreiche anthropologiſche und ethnographiſche
Sammlungen. Weiterhin wurden die gautypiſchen und raſſiſchen
Unterſchiede unterſucht, wobei eigenartige, bisher unbekannte
körperliche Beſonderheiten, wie Fettſteiß (Steatopygie), geringe
Faltenbildung, Zahnanomalien, Pfefferkornhaar u. a. feſtgeſtellt
wurden.
Der ſtärkſte Eindruck, den die Teilnehmer der Expedition im
Laufe ihrer Unterſuchungen und Reiſen gewannen, iſt die Tat=
ſache
des erſchütternd raſchen Ausſterbens dieſer altertümlichen
Menſchenraſſe. Es leben heutzutage nur noch wenige hundert
Negritos. Ihre Lebensbedingungen auf Groß=Andaman ſind
troſtlos. Wird nicht noch in letzter Stunde Abhilfe geſchaffen, ſo
iſt in allerkürzeſter Zeit mit ihrem völligen Verſchwinden zu
rechnen.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Gießen: Die Geſamtzahl der an unſerer Univerſität im laufen=
den
Semeſter immatrikulierten Studierenden beträgt 1627, darunter
86 Frauen. Im Sommerſemeſter 1927 waren immatrikuliert: 1476,
darunter 77 Frauen, im Winterſemeſter 1927/28: 1473 Studierende, da=
runter
77 Frauen. Prof. Dr. Seitz von der Univerſitätsfrauenklinik
wurde an das Evangeliſche Krankenhaus zu Köln berufen. Am
24. Mai verſchied der emerit, ordentliche Profeſſor der allgemeinen
Pathologie und pathologiſchen Anatomie Geh. Medizinalrat Dr. med.,
Dr. med. vet. h. c. Eugen Boſtroem im 78. Lebensjasr.
Marburg: Dem außerordentlichen Profeſſor für Alte Ge=
ſchichte
, Oberſtudienrat Dr. Wilhelm Enßlein, iſt ein Lehrauftrag
zur Vertretung der Geſchichte der ſpäten römiſchen Kaiſerzeit mit be=
ſonderer
Berückichtigung der Kultur und Wirtſchaft erteilt worden.
Münſter: Der hieſige Profeſſor der Kirchengeſchichte in der
katholiſch=theologiſchen Fakultät, Prälat Dr. Georg Schreiber, iſt
einſtimmig anſtelle des verſtorbenen Prof. Dr. Ritterling als Vorſtands=
mitglied
in den Geſamtvorſtand des Römiſch=Germaniſchen Central=
Muſeums in Mainz gewählt worden.

Jena: Der Köſener SC. hat auf ſeiner Pfingſttagung in Bad=
Köſen beſchloſſen, den direkten und indirekten Trinkzwang in den an=
geſchloſſenen
Korps abzuſchaffen.
Leipzig: Der Geheime Konſiſtorialrat Prof. Dr. theol. et. phil.
Wilhelm Nowack, früher ordentlicher Profeſſor an der Univerſität
Straßburg, iſt hier im Alter von 78 Jahren geſtorben.
Göttingen: Der außerordentliche Profeſſor Dr. Kurt Mül=
ler
iſt beauftragt worden, in der philoſophiſchen Fakultät der Univer=
ſität
Bonn im Sommerſemeſter 1928 die Archäologie in Vorleſungen
und Uebungen zu vertreten.
Berlin: Eine ſoeben veröffentlichte Statiſtik über die neuen
Immatrikulationen für das laufende Sommerſemeſter an der Friedrich=
Wilhelm=Univerſität hat ergeben, daß insgeſamt 3708 Studierende neu
eingeſchrieben worden ſind. Das Wiſſenſchaftliche Mitglied des
Kaiſer=Wilhelm=Inſtituts für Biologie, Honorarprofeſſor Dr. Max
Hartmann, hat einen Ruf als Ordinarius der Zoologie an die
Univerſität Wien erhalten. Der Abteilungsvorſteher am Photochemi=
ſchen
Laboratorium der Techniſchen Hochſchule, Profeſſor Otto Mente,
iſt zum beamteten außerordentlichen Profeſſor in der Fakultät für Stoff=
wirtſchaft
derſelben Hochſchule ernannt worden.
Kiel: Der durch die Berufung des Prof. Eduard Fränkel nach
Göttingen erledigte Lehrſtuhl der klaſſiſchen Philologie iſt dem ordent=
lichen
Profeſſor Dr. Kurt Latte in Baſel angeboten worden.
Breslau: Der Privatdozent für Zoologie Dr. Hermann
Giersberg iſt zum nichtbeamteten außerordentlichen Profeſſor eben=
da
ernannt worden. Dem Privatdozenten für Kirchengeſchichte an
der evangeliſch=theologiſchen Fakultät Lic. Helmut Lother iſt ein
Lehrauftrag zur Vertretung der altchriſtlichen Literatur= und Quellen=
kunde
erteilt worden.
Danzig: Rektor und Senat der Techniſchen Hochſchule haben
die Würde eines Ehrenbürgers verliehen dem Stadtbaurat Senator
a. D. Dr.=Ing. Leske in Dresden in Würdigung ſeiner großen Ver=
dienſte
um das ſtudentiſche Wohnungsweſen und wegen ſeiner tatkräfti=
gen
Förderung der Danziger Hochſchule während ſeiner dortigen amt=
lichen
Tätigkeit.
W. Betz, Zur Pſychologie der Tiere und Menſchen. Ambroſius Barth,
Leipzig.
Das Buch mußte ſehr ſchnell, in zehn Wochen, geſchrieben und nicht
obne Druckfehler gedruckt werden. Das Buch iſt eben wegen dieſer
Schnelligkeit der Arbeit erfreulich, denn es gibt ein ſozuſagen journa=
liſtiſches
Referat über das, was man weiß und nicht weiß. Mit Recht iſt
auf das endloſe Viele, was man nicht weiß, immer wieder hingewieſen,
und eben in dieſen offenen Problemen iſt das Material für den Laien
genau ſo intereſſant geworden wie für den Wiſſenſchaftler. Allerdings
muß man überlegen, ob nicht ſchon ſehr viel mehr Antworten möglich
wären, wenn man die pſychiſchen Probleme von Menſch und Tier nicht
nur von der Seite der Pſychologie, ſondern auch der Biologie her an=
faßte
. Gegenüber der Fülle von Büchern, die uns mit dem Pathos der
Ueberheblichkeit darüber hinwegtäuſchen, wie wenig wir wiſſen, iſt dieſe
ſchnell zuſammengefaßte Skizze ſehr anregend und wghr. Dr. Nette.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Mitiwoch, den 6. Jun: 1928

Nummer 13

Ergebnisloſe Nachforſchungen
nach Nobile.
Die geheimnisvollen Funkſprüche. Ohne
Nachricht von der Ski=Patrouille.
Faſt alle nordſibiriſchen und japaniſchen Radioſtationen und
zahlreiche Amateure auch in Skandinavien behaupten, ſie hätten
in den letzten 24 Stunden verſchiedene Hilferufe No=
biles
aufgefangen. Zunächſt vermochten die Stationen aller=
dings
nicht den genauen Wortlaut zu entziffern, weil ſie angeblich
verſtümmelt waren. Dann aber hat ſich allmählich herausgeſtellt,
daß nicht Rufe der Italia, ſondern Delegramme
anſie aufgefangen worden ſind. Eine Station zum Bei=
ſpiel
hat ſtundenlang ununterbrochen verſucht, mit Nobile in Ver=
bindung
zu kommen. Ihre Rufe ſind allgemein als SOS=Rufe
Nobiles aufgefaßt worden. Wahrſcheinlich hat man auch Funk=
ſprüche
der Citta di Milano und der übrigen Schiffe, die auf
der Suche nach den Vermißten ſind, aufgefangen und als Nobile=
Telegramme aufgefaßt. Die Hoffnungen, die ſich an die erſten
Nachrichten über einen feſtgehaltenen 8OS=Ruf Nobiles knüpften,
ſind ſomit wieder zerronnen. Es muß feſtgeſtellt werden, daß
man heute genau ſo im Dunkeln tappt, wie in der
vergangenen Woche und nur vermuten kann, wo das Luft=
ſchiff
niedergegangen iſt.
Inzwiſchen iſt die Hobby, an deren Bord ſich der Flieger
Lützow=Holm mit ſeinem Flugzeug befindet, von Kingsbay ab=
gegangen
. Sie hat ſich durch das Schollengewirr bis zur Virgo=
Bucht auf der Däneninſel durchgearbeitet. Hier ſcheint ſich das
feſte Eis nicht mehr ſo ſehr bemerkbar zu machen. Es wird be=
richtet
, daß genügend offenes Waſſer vorhanden ſei für den
Start eines Flugzeuges. Lützow=Holm iſt zurzeit mit den Vor=
bereitungen
zu ſeinem Flug beſchäftigt. Das Flugzeug iſt etwas
umgebaut worden. Es ſoll möglichſt viel Benzin mitnehmen kön=
nen
, damit es weite Strecken befliegen kann. Außerdem hat Holm
Lebensmittel für längere Zeit an Bord, ebenſo Gewehre und

Munition und einen Schlitten für den Fall, daß er gezwungen
iſt, niederzugehen und ſein Flugzeug aufzugeben. Er hat aber
auch Vorräte in der Kabine verſtauen laſſen, die für die Italia=
Mannſchaft beſtimmt ſind und die abgeworfen werden ſollen, falls
der Flieger nicht niedergehen kann. Das Wetter iſt aber auch nicht
dazu angetan, die Flüge zu erleichtern. Vom Sonnenſchein iſt
nicht mehr viel zu merken. Starke Wolkenbänke ſtehen am Himmel
und hängen tief herab, ſo daß Holm nicht in größere Höhe gehen
kann, was er eigentlich zur Vergrößerung des Geſichtskreiſes, der
ſich dann mit dem Fernrohr abſuchen läßt, machen ſollte. Hier=
durch
wird die Suche auch erſchwert, wenn nicht unmöglich
gemacht, wenn ſich noch Nebel oder Schneefall einſtellt. Zunächſt
will Holm, der von ſeinem Mechaniker Myhre begleitet iſt, ein
Gebiet von zirka 100 Quadratkilometern abſuchen und hat dazu
täglich einen Flug von vier bis fünf Stunden vorgeſehen. Er
hat auch einen Radioapparat mit an Bord, um ſich mit der
Hobby und vielleicht anderen Stationen in Verbindung halten
zu können. In den nächſten Tagen wird auch Riiſſer=Larſen ſo=
weit
ſein, um mit Holm gemeinſam ſich an der Suche beteiligen
zu können. Hält ſich das Wetter noch einige Zeit und treten keine
Schneeſtürme mehr ein, dann iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß die
Flieger die Ballonhülle der Italia auffinden, wenn ſie auf
einer der Inſeln niedergegangen iſt.
Erſchwert werden die Nachforſchungen durch
das Fehlen jeder Nachricht von der Skipatrouille.
Bekanntlich iſt ſofort nach dem Eingang der letzten Funk=
meldung
der Reſt der italieniſchen Alpenjäger aufgebochen, um
den Kommandanten des Luftſchiffes und ſeine Mannſchaft auf=
zuſuchen
. Was mit dieſer Patrouille geſchehen iſt, weiß heute kein
Menſch. Man vermutet, daß ſie Unglück gehabt hat. Infolge=
deſſen
wäre Lützow=Holm auch gezwungen, ſeine Nachforſchungen
nach dem Verbleib der Patrouille zu erweitern, wodurch ſeine
Hauptaufgabe nicht erleichtert wird. Die Patrouille wird zwar
von einem kundigen Jäger geführt, doch ſind die Alpenjäger mit
den Verhältniſſen des Nordens nicht vertraut und ihnen nicht in
beſonderem Maße gewachſen. Sie wollten zuerſt nach der Moffe=
nay
=Bay, doch weiß man nicht, ob ſie bis dahin gelangt ſind.
Von der Braganza liegt ein Funkſpruch vor, wonach ſie vor der
Willkommen=Inſel kreuzt. Auch ſie hat bisher keine Spur von
den Geſuchten entdecken können.

Die italieniſchen Expeditions=Porbereitun
Fliegerkommandant Maddalena iſt nach Beſprechung mi
Unterſtaatsſekretär für Luftſchiffahrt Dalbol zur Uebernahy
italieniſchen Hilfsexpedition in Mailand eingetroffen. Er
auf ſeinem Fluge vom Militärpiloten Cagna und dem Vize
denten des Autoklubs, Mercanti, ſowie einem Radiotelegrat
und einem Mechaniker begleitet. In der Kingsbay wir
Waſſerflugzeug dem Kommandanten der Citta di Milany
Verfügung geſtellt und wahrſcheinlich ein norwegiſcher Pi.
Bord genommen werden. Als ſchwierigſte Etappe des s
gilt die Ueberquerung der Alpen, doch wird die Ausrüſtur
Automobilen oder auf der Bahn nach Zürich verbracht un
an Bord genommen. Als zweite Etappe ſind Kopenhagen,
am Bottniſchen Meerbuſen und Vadſoe vorgeſehen. Der B
meiſter Belloni von Mailand hat der Expedition 100 000 Li
Verfügung geſtellt.
Reiſe des ſpaniſchen Arbeitsminiſſters At/
nach Berlin.
EP. Madrid, 5. 2
Wie bereits gemeldet, wird der ſpaniſche Arbeitsn
Aunos, der Spanien auf dem Internationalen Arbeitskong
Genf vertritt, nach Abſchluß des Kongreſſes nach Berlin
um im Namen des Königs und des Generals Primo de
dem Reichspräſidenten Hindenburg einen Beſuch abzuſtatter
mit wird der vor einiger Zeit erfolgte Beſuch des de ſe
Finanzminiſters in Spanien erwidert. Bei dieſer Gele, ſe
wird Aunos mit dem Reichsarbeitsminiſter über die Aue=
organiſationen
und die Arbeitshörſe eine Beſprechung hak ſoa
beabſichtigt iſt, ſowohl in Berlin als in Madrid ein Inte ſiv=
nales
Amt einzurichten. Von Berlin aus wird Aunos f (rn
Beſichtigung des ſpaniſchen Pavillons auf der Preſſa nad 5ln
begeben und gegen Mitte Juni über Paris nach Spanien ſich=
kehren
.

Familiennachrichten

Todes=Anzeige.
Am 2. Juni entſchlief ſanft unſre treue,
gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter
und Tante
Frau Lehrer
Auzufte Lenharo
im 89. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Familie Auguſt Tenhard, Neu=Röſſen
Familie Ferdinand Lenhard, Darmſtadt.
Die Beiſetzung fand in aller Stille ſtatt.
(9572)

Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet verſchied am
28. Mai unſer lieber Vater, Schwiegervater
und Großvater
Herr
Zermann Kräufe
im Alter von 25 Jahren.
Die trauernden Kinder.
Darmſtadt, Tieblgſtr. 4, Cahr i. B., Nymegen
(Holland).
Die Beerdigung fand in aller Stille in Darmſtadt auf
dem iſrael. Frledhof ſtatt.
(*14989

Dankſagung.
Für die uns beim Heimgang meiner lieben
Frau, unſrer guten Mutter und Großmutter
erwieſenen Teilnahme ſagen wir unſern herz=
lichſien
Dank. Beſonders herzlich danken wir
Herrn Pfarrer Bergér für die troſtreiche
Grabrede.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Gg. Ludwig Wießner.
15062


verwenden nachweisbar mit beſtem Erfolg
Fleiſcher’s Kugelgelenk=Bruchband aRg.
ohne Feder, ohne Schenkelriemen für alle Arten von
Zrüchen. Nur Maßanfertigung und perſönliches, fachmänniſches
(nlegen. Mäßige Preiſe. Sprechſt. jeden Samstag, 10-1 und 24 Uhr.
zulius Schreiber, Spezialiſt für Bruchleiden
Darmſtadt, Bismarckſtraße 58, 1. Stock, (9214a

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme während der Krankheit
und bei dem Heimgange meines
guten Mannes und unſres unver=
geßlichen
Vaters
Herrn
Michgel Jekel.
ſagen wir unſeren aufrichtigſten
Dank. Beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Schwöbel für die treffen=
den
, troſtreichen Worte am Grabe,
dem Männergeſangverein Rim=
horn
für ſeinen erhebenden Geſang
und allen Verwandten, Freun=
den
und Bekannten für die über=
reichen
Kranzſpenden.
In tiefer Trauer:
Familie Michael Jekel.
Rimhorn i. O., den 4. Juni 1928.
(*15092

Für die anläßlich unſerer
Verlobung erwieſenen Auf=
merkſamkeiten
danken herzlichſt / 12 Anproben. Ang, u.
Klara Kolberg
Fritz Lautenſchläger.
Nieder=Beerbach, 3. Juni 1928.
As5ß
INTERRICHT
INA ZUsCHNEIDEN
eigener Garderobe unter persönl. Leitung
Ausbildung im Schnittzeichnen und im
Maßn ehmen
Anprobleren
Anfertigen
Modernisieren
Für berufstätige Damen auch abends
TONI HANAU, MEISTERIN
Elisabethenstr. 70,I. / Ruf: 4243
(8774a)

Für die Reise
Electrola-
Koffer-
Apparate

Wev den Electrola-Koffer-Apparat
hört, wänscht ihn zu besitzen. (9565
Solide Ausführung. Große Auewahl.
Klangrein. Tonstark.
Autorisierte Electrola-Verkaufsstelle
Georgenstr. 11
K. Jäger Vernspr. 2579.

Die hygienisch verpackte
WomsHannbäfste

Nr. 10 in 1a Qualität zn
bekommen Sie nur in der

80.

164a

Parfümerie FRANK
Elisabethenstraße 9 (Alleinverkauf

Blau Auge
Montag, 10 Uhr 20
Bahnhof-Wilhelmstraße
Bahnhof-Grafenstraße
erbittet Adresse unter R 24 an die Ge-
schäftsstelle
dieses Blattes. (9532

Friſch eingetroffen=
Ia Mainzer Blumenkohl
Ia Friſch geſtochene Spargel
Ia Mainzer Karotten
Ia Mainzer Salat=Gurken
Ia Rheinh. Induſtrie=Kartoffeln
alles zum billigſten Tagespreis empfiehl=
Frau Barbara Stilling Wwe.
(1514
Hochſtraße 4, Feine
Maß=Schneiderei
fertigt Anzüge zum
Preiſe von 35 Mk.,
Paletots 30 Mk. an.
Garantie für tadelloſ.
Sitz und Verarbeit.
I. 190 Geſchſt. (78392 Wenn Ste an
Rheumatismus, lchlas,Hlexenschuag,
Neuralslen leiden
dann überlegen Sic, ob
nicht euch Sie einmel
ATSEI
Creme zum Eireiben Feine Herren=
ſchneiderei

liefert Anzüge von
65 Mk. an b. tadell.
Sitz. Angeb. unter
R 18 Geſchſt. ( 15065 versuchen sollten.
Bewährtes gittfreies
Vorbengnngs mittel! ganen Muskelachmerren.
Hiels Trrie bestätigten iin mr.!
Aunliehe Mirtmg Iech 1k. 1.80
Bestimmt vorrätig: Auf Teilzahlung
ohne Aufſchlag!
Gebi ſe, Goldkroner
u. Brücken. Rep.
in einigen Stunden.
Frau Foſeph,dentiſtin,
F. Joſeph, Dentiſt,
Marktplatz 4, im Fiſch=
h
us Fertig. (9556a Bessunger-Drogerie
Gentral-Drogerie H. Logel
Drogerie Steinhäuser
Drogerie Fr. Griebel.
Afßo Hoſen
(n. gute Maßarbeit)
mache dauernd mit.
Angebote unt. R 22 Pianos
(5727a
vermieten
A. W.
Bielefeider Eimmermann
Darmſtadt
Grafenſtraße 21
nächſt Nhe inſtraße.

n Damen-
Gebrauchs-
Wäsche
habesondere:
Braut-
Ausstattungen Junge Dame ſucht
Un erknuft für Pri= Wäsche nach Maß vatentbindung mit
Verpflegung. Ang. u.
R 37 Geſchſt. (15117
(anf. 30, voll=
ſchl
., jugendl. Erſch. Verkauf nur
an Private
Georg Heyl
Darmstadt mit ſchön. eig. Heim,
ſucht, da ſ. k. Geleg.
ie Bekanntſch eines
beſ. Herrn 3545
zw Heirat. Ang. u
16 Geſchſt. *15060 Wilhelminenstr. 311
Ruf 1074

in

Woll-Matrotzen
Zteilig, mit Keil
52. 48. 45.- 42.: 38. 35,
Kapok-Matratzen
mit rein Java-Füllung
110. 105.- 98. 95. 85.-75.
Roßhaar-Matratzen
aus bestem Halbleinen-Drell, reine Haa
füllung
235.- 210.- 195.- 180.- 160.
Wir bringen in Matratzen 75 verschieder
Muster eigener Anfertigung und nur beste
Facharbeit.
Umarbeiten und Aufarbeiten von Matratzen billig
Besichtigen Sie unsere Riesenauswahl.
Auf der Süddeutschen Gastwirtmesse mit de
Goldenen Medaille und Ehrenpreis ausgezeichne
Bberläfkaas
Hai benen and beiikärer
Heinrich Kahn
Darmstadt
rel. 2626 Schulstraße

Ze Tyrotyer
auf Geſchäftshaus in Höhe von 20 000 Rm.
geſucht. Nur von Selbſtgeber, Vermittler
ausgeſchloſſen. Angebote unter R 14 an
die Geſchäftsſtelle,
(*15048

Zum Dauerbezug von
Kunst-Eis aus Trinkwasser
ladet ergebenst ein (92154
EiG-
Fouf, Braugr Hellerei
Frankfurkerstr. 85 Tel. 869
Versand nach allen Stadtteilen
Großabnehmer Vorzugspreise,

Frau Marie-Anne Kohlheyer
Schülerin n. M. Dr. Klages
arbeitet jetzt praktisch in
Grapholog
(Handschriftenbeurtel
Heidelbergarstr. 6, part, Sprechzeit von 112½ 1.2-
Sonst nach vorh. Ann
(14827gm

[ ][  ][ ]

Nummer 156

Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 6. Juni.

Mittwoch, den 6. Juni 1926

Seite 5

Nizzaer Schwimmer in Darmſiadt.
Rachdem nun das Darmſtädter Publikum in der letzten
he in den Schwimmſportfreunden Barmen und dem 1. F. C.
nberg gute deutſche Waſſerballmannſchaften im Woog ſpielen
hat es heute abend Gelegenheit, in dem Cerele des Na=
s de Nice (Nizza) eine ausgezeichnete ausländiſche
mſchaft kennen zu lernen. Die Franzoſen, die eine ausge=
te
Deutſchlandreiſe hinter ſich haben und ſich jetzt ſchon auf
Rückreiſe befinden, haben auch mit dem Darmſtädter
immklub Jung=Deutſchland ein Spiel vereinbart, das heute
§ 7.15 Uhr im Woog ſtattfinden wird. Nach den letzten Er=
iſſen
der Darmſtädter und nach den guten Erfolgen des ſüd=
öſiſchen Waſſerballmeiſters zu urteilen, ſteht ein intereſſantes
bevor, dem ein guter Beſuch nur zu wünſchen iſt.

Ernannt wurden: 1. der Kreisdirektor des Kreiſes Friedberg,
eich Gebhardt, zum Provinzialdirektor der Provinz Starken=
und Kreisdirektor des Kreiſes Darmſtadt; 2. der Bürgermeiſter
Vilbel, Bernhard Rechthien, zum Kreisdirektor des Kreiſes
ſberg, beide mit Wirkung vom 1. Juli 1928 ab. Am 8. Mai: die
armeriehauptwachtmeiſter a. Pr. Georg Weil aus Groß=Umſtadt,
Franz Braun zu Dieburg zu Gendarmeriehauptwachtmeiſtern
Wirkung vom 1. Mai 1928 ab. Am 15. Mai: der Verſorgungs=
nter
Leonhard Veith aus Hechtsheim zum Amtsgehilfen bei dem
ſamt Worms mit Wirkung vom 16. Juni 1928 ab.
Hefſiſches Landestheater. Heute, Mittwoch, findet im Großen
das Konzert ſtatt, in dem Orcheſter und Chor des LandestEeaters
inſam mit dem Muſikverein Honeggers großen ſymphoniſchen Pſalm
ig David zur Erſtaufführung bringen; als Soliſten wirken mit:
Landwehr, Anna Jacobs, Rudolf Balve, Carl Ebert.
Beginn des Konzertes wird Tod und Verklärung von Richard
ß geſpielt. Leitung: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm. Anfang
zr.
die Neuinſzenierung von Millöckers Operette Der Bettel=
ent
wird Samstag, den 16. Juni, zum erſten Male gegeben.
Bühnenvolksbund. Die Miete H ſchließt Sonntag, den 17. l. M.,
iner Oper. Die Vorſtellung dieſer Woche Egmont iſt durch Ver=
rung
mit dem Landestheater eingeſchoben worden. Die Miete K
am 12. I. M., ſofern keine Spielplanänderung eintreten muß, eine
und ſchließt zufolge Entgegenkommens der Geveraldirektion mit
Zuſatzmieten 11 und 12 am 22. bzw. 24. I. M. im Kleinen Hauſe.
bitten, bei Zahlung der letzten Mietrate die Anmeldung zu er=
n
und erinnern zugleich an die Einzeichnungen zur Mnrburger
Sommer=Bühne Harprecht. W. S. Maughams Komödie: Finden
daß Conſtance ſich richtig verhält? bleibt nur noch 3 Tage
inſchl. Freitag auf dem Spielplan, da in Anbetracht der Kürze der
merſpielzeit jedes Stück nur etwa 7 Tage zur Aufführung gelangt.
n Vorbereitung: Das Spiel mit dem Feuer, Luſtſpiel
Akten von Hans Sturm, Verfaſſer von Extemporale‟:
ufführung Samstag, 9. Juni. Ferner: Mädelsvonheute!
piel in 3 Akten von Guſtav Davis, Regie: Intendanzrat Dr. Max
er. (Erſtaufführung Sonntag, 10. Juni, abends 8 Uhr.) Weitere
eilungen folgen.
Volkshochſchule. Am Sonntag, den 10. Juni, findet unſere dritte
giſche Wanderung ſtatt. Wir verſammeln uns um 9 Uhr an der
e der Odenwaldbahn (Dieburgerſtraße) und gehen in den Park, nach
el und Sporneiche. Am Donnerstag, den 7. Juni, fallen die
Henk (Franzöſiſch) und Meerwarth=Sebold (Literatur) aus.
Sonntag, den 17. Juni, findet eine kunſtgeſchichtliche Führung nach
ffenburg ſtatt, geleitet von Kunſthiſtorikerin M. Frölich.
Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz hält am Sams=
den
23. Juni 1928, vormittags 11 Uhr, im Gartenſaal der Vereinig=
Geſellſchaft hier ſeine Hauptverſammlung ab. Tagesordnung:
eſchäftsbericht des Vorſitzenden. 2. Rechenſchaftsbericht des Schatz=
ers
. 3. Beſchlußfaſſung über die Entlaſtung des Vorſtandes, des
iterten Vorſtandes und des Schatzweiſters. 4. Vorlage des Vor=
llags
. 5. Vorſtandswahl. 6. Verſchiedenes (Anträge und Mit=
ngen
).
Evangeliſcher Bund. Der Zweigverein Darmſtadt hielt ſeine
ptverſammlung ab. Aus dem Jahresbericht des Vorſitzenden ging
or, daß der Zweigverein gegenwärtig 1195 Mitglieder zählt. Zu
Kulturfragen im Leben unſerer Stadt hat er im letzten Jahre zum
öffentlich, zum Teil durch Eingaben und dergleichen Stellung genom=
Die Beſetzung der Direktorenſtelle einer hieſigen Höheren Lehr=
It, der Lutherfilm, die Reichstagswahlen, die Preſſe, die Konkordats=
u
. b. a. m. haben ihn wiederholt eingehend beſchäftigt. Die Be=
hungsabende
erfreuten ſich eines guten Beſuches und dienten der
ührung und Ausſprache der Mitglieder über aktuelle Kulturfragen.
Nechnungsprüfung beſtätigte einen erfreulichen Ueberſchuß. An=
ßend
hielt Herr Pfarrer Berck, der Vorſitzende des Heſſ. Hauptver=
einen
Vortrag über den Proteſtantiſchen Geiſt im öffentlichen
n der Gegenwart. Feinſinnig charakteriſierte er den proteſtanti=
Geiſt als den der lebendigen Perſönlichkeit, die aus Pflichtbewußt=
dient
, im Gegenteil zu dem Inſtinkt der Maſſe, der bei uns immer
im politiſchen, ſittlichen und wirtſchaftlichen Leben zum Durchbruch
m, gewiſſenhaft gepflegt und denjenigen, in den verſchiedenſten
rn, die ihn benutzen wollen, die Maſſen zu beherrſchen. Für deutſche
bedeutet das den Tod allen inneren Lebens. Den Proteſtantismus
möfen, heißt das eigentliche Lebenselement zerſtören. Der Evange=
Bund hat hier ſeine ungeheuer große Gegenwartsaufgabe. Die,
entlich aus Kreiſen der Gebildeten, gut beſuchte Verſammlung nahm
warmem inneren Anteil dankbar die ausgezeichneten Ausführungen
Ehen. Eine neue Bezirkseinteilung nach dem einzelnen Gemeinde=
ben
ſoll eine intenſivere Mitgliederwerbung und eine nachhaltigere
reſſenbertretung ermöglichen.
Kriegerkameradſchaft Haſſia in Darmſtadt. Am kommenden
lStag und Sonntag hält die Kriegerkameradchaft Haſſia in Wimp=
ihken
diesjährigen Verbandstag ab. Die Tagesordnung iſt ſehr
haltig und für das Verbandsleben von äußerſter Wichtigkeit. Es iſt
lIs allgemein bekannt und bedauerlich, daß Herr General von Pren=
als
erſter Vorſitzender wegen ſeiner Reichstagskandidatur ſatzungs=
45 zurücktreten mußte. Nun gilt es, in Wimpfen einen neuen erſten
genten zu wählen einen Mann zu finden, der eine über ganz
en berbreitete Organiſation mit zirka 50 000 Mitgliedern zu führen
KA verwalten verſteht. Zieht man weiter an, daß außerdem zirka
W Mitglieder (Kriegsbeſchädigte und =Hinterbliebene) betreut wer=
maſſen
, ſo muß bei der Wahl auch dieſer ſehr wichtigen Aufgabe
Mung getragen werden. Der Zug der Zeit erfordert aber ferner
n Mann, der den veränderten Verhältniſſen unbedingt und zielbe=
E* derecht werden kann. Eine Organiſation wie die Kriegerkamerad=
* Haſſia vermag vieles zu erreichen, wenn die Führung mit der Or=
ihon
eingehend vertraut iſt, anderenfalls iſt das Schickſal des Ver=
S 0d acta beſiegelt. Ein Rätſelraten wegen der Perſon hat bereits
üuceh, ohne daß eine feſte Löſung bisher hätte gefunden werden kän=
er
warum in die Ferne ſchweifen? Wer von den Mitgliedern
ſicht den Namen Krömmelbein? Nur wenige, für die er bisher
wertvolle Dienſte leiſten konnte. Wir wiſſen, er ſucht keine Dankes=
hen
und =Worte, er lebt lediglich ſeinen Idealen. Er bürgt für

Schwerer Automobil=Unfall auf der Straße
Darmſiadt Eberſtadt.
Ein ſchweres Automobilunglück ereignete ſich geſtern abend
gegen 11 Uhr auf der Strecke DarmſtadtEberſtadt in der Nähe
des Cafes Henn. Ein etwa 20 Perſonen faſſender Omnibus, der
vorſchriftsmäßig auf der rechten Seite nach Eberſtadt fuhr, kolli=
dierte
mit einem Eberſtädter Privatauto. Der Beſitzer dieſes
Autos, H., erklärte, daß er und auch der verunglückte Autobus
abgeblendet hätten, daß aber die ſtarken Lichter eines nachfahren=
den
großen Autobus ihn derart geblendet hätten, daß er zu nahe
an den Omnibus geraten ſei. Anſcheinend kollidierten die beiden
Wagen an den Hinterrädern, denn der Omnibus lag auf der
linken Seite quer über den Schienen der Elektriſchen, während
der kleine Wagen ſtark demoliert im Straßengraben gegenüber
lag. Drei Perſonen, deren Verletzungen ſchwerer Natur ſind,
wurden durch die Sanitätswagen der Städtiſchen Rettungswache
und Freiwilligen Sanitätskolonne nach dem Städtiſchen Kranken=
haus
gebracht, während drei weitere Leichtverletzte durch den fol=
genden
großen Omnibus zum Krankenhaus gefahren wurden.
Lebensgefahr ſoll, wie wir hören, bei keinem der Verletzten
beſtehen.

Am 8. Juni Schluß des

Nebel=
Ausverkaufs
wegen Umbau. Versäumen Sie nicht die selten
günstige Gelegenheit. Unsere Schaufenster zeigen
einige dem Ausverkauf unterstellten Speise-,
Herren- u. Schlafzimmer mit offenen Preisen.
Roae Fischef

Alexanderstraße 10.

(9548a

Die Abendvorträge der Heag, welche kurze Zeit wegen techniſcher
Umänderungen im Ausſtellungsraum, Luiſenſtraße 16, ausfallen muß=
ten
, werden nun wieder aufgenommen, und zwar findet der erſte Vor=
trag
am Freitag, den 8. Juni 1928, abends 8 Uhr, im Heag=Haus ſtatt,
die weiteren Vorträge vorausſichtlich alle 14 Tage. Gerade jetzt zur
Sommerszeit bieten ja die elektriſchen Haushaltungsapparate der viel=
gehlagten
Hausfrau ſehr große Annehmlichkeiten und Arbeitserſparniſſe,
und ſollte ſie die Vorteile derartiger Einrichtungen erkennen und ſich
zu nutze machen. Es werden daher dieſe Vorträge, in welchem elektriſch
gekocht, gebraten und gebacken wird, unſeren Hausfrauen Anregung
geben, ihren Haushalt allmählich elektriſch einzurichten. Gar manche
Hausfrau wird ſich eine ſolche vollſtändig elektriſch eingerichtete Küche
wünſchen, wie ſie jetzt im Ausſtellungsraum der Heag zu ſehen iſt. Da
der Eintritt zu dieſen Vorträgen frei iſt, wird es ſehr empfohlen, ſich
rechtzeitig einen guten Platz zu ſichern. (Näheres ſiehe aus der Anzeige.
Orangeriegarten. Wie alle vom Stadt=Orcheſter ausgeführten
populären Konzerte ſtellte auch das ſiebente dieſer Konzerte einen vollen
Erfolg für das Stadt=Orcheſter und ſeinen rührigen Kapellmeiſter dar.
Herr Kapellmeiſter W. Schlupp verſteht es ganz vorzüglich, derartige
Konzerte, die dem Geſchmack eines großen Publikums in jeder Nichtung
gerecht werden, zu arrangieren, was der toſende Beifall, den jede Muſik=
piece
hervorruft, aufs treffendſte beweiſt. Sonntag, den 10. Juni, 8 Uhr
abends, findet das 8. populäre Konzert (Wiener Abend) im Orangerie=
garten
ſtatt.
Schloß=Café. Heute bringt das Schloß=Café=Enſemble unter der
bewährten Leitung von Herrn Kapellmeiſter Curt Fiſcher, in ſeinem
Nachmittags=Sonderkonzert unter anderem Werke von Wagner, Verdi
und Mendelsſohn zu Gehör. Freitag, 8. ds. Mts., ſind im Programm
die Komponiſten Mozart, Beethoven und Schubert vertreten. Die Kon=
zerte
bieten, wie ſtets, einen muſikaliſchen Genuß. (Näh. ſiehe Anzeige.)
Schuls Felſenkeller. Heute abend 8 Uhr konzertiert das Stadt=
Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp in Schuls
Felſenkeller (Dieburgerſtraße 85). Das Programm iſt ſehr reichhaltig
zuſammengeſetzt und der Eintrittspreis mäßig gehalten. (S. Anz.)

Die Beweiſe prachen dafir, daß er der richtig
Sigent ſein wird und ſein ſoll. Damit wäre des Nätſels Löſung ge=
n
und der Kriegerkameradſchaft Haſſia glänzend gedient. So darf
Den, daß der Verbandstag in Wimpfen dem Wunſche vieler, ja
Uitglieder gerecht wird, Herrn Oberleutnant Krömmelbein als
Een Präſidenten an der Spitze der Orggniſation zu wiſſen.

Der Oppenheimer Küfertanz
kommt am Sonntag, den 10. Juni, und am Sonntag, den 17. Juni 1928,
auf dem Oppenheimer Marktplatz gur Aufführung bei dem Bjährigem
Jubiläum des Küfervereins Oppenheim am Rhein, während beim Kom=
mers
am Samstag, den 9. Juni, der alte, kurpfälziſche Küferſtreich ge=
ſchlagen
wird.
Wer denkt da nicht an die Begeiſterung der Vertreter der nonddeut=
ſchen
Preſſe bei ihrem Beſuch der Weinſtadt Oppenheim am Rhein im
Sommer 192712
Mit blauem Kittel, Mütze und gelber Küferſchürze, geſchmückt mit
dem trutzigen Wappenadler der alten Reichsſtadt, empfingen die Küfer
nach gutem, altem Oppenheimer Brauch die Miniſter der öffentlichem
Meinung. Knorrige Geſtalten, die man wahrlich ganz ungotiſch nennem
muß im Bereich von St. Katharinen, dem Wahrzeichen Oppenheims.
Männer von der Grenze zwiſchen Wormsgau und Nahegau wit großen,
kräftigen Händen, deren Schlagfertigkeit gründlich bewieſen wurde
nicht körperlich bei dem mittelalterlichen Sing= und Frageſpiel, das
der Küferſtreich oder auch Küferſchlag genannt wird. So etwa lobte
ein Teilnehmer den der Preſſe in Oppenheim gewordenen Empfang.
Und ſo hebt der Sang an, begleitet von 10 Streichen:
Luſtig ſind wir Handwerksleut,
ja Handwerksleut,
luſtig ſind wir Küfer.
Sollen wir nicht luſtig ſein,
ja luſtig ſein,
wir trinken ſtets vom beſten Wein.
und ſchließt mit der Strophe:
Früh morgens, wenn der Tag anbricht,
der Tag anbricht,
da ſind wir ſchon zum Trinken gericht.
Trinken dann mit friſchem Mut,
ja friſchem Mut,
dann wird auch der Abend gut.
33, ſage und ſchreibe dreiunddreißig, Streiche aus kräftigen Küferhänden
folgen ihr.
Der Oppenheimer Küferſtreich wird noch heute wundervoll geklatſcht.
Er iſt ein kurpfälziſcher, zünftiger Brauch, von den Küfern traditions=
ehrend
übernommen und bei größerem Feſtlichkeiten eine frohe Feſtlich=
keit
für ſich.
Alt, weit über 600 Jahre alt, iſt die Oppenheimer Zunft der Küfer.
Oppenheim gehörte zu den 24 Städten, die ſich ſonderbar im Reiche
wegen der Handwerkere und deren Zufällen verbanden. 1344 vereinig=
ten
ſich die Oppenheimer Faßbender (Küfer) mit den Zunftgenoſſen von
Speher, Worms, Frankfurt a. M., Mainz, Bingen und Kreuznach zu
einem Bunde. 10 Jahre ſpäter, zu Pfingſten 1354, fanden die Beſtrebun=
gen
der Zünfte die königliche Anerkennung, indem Karl der Vierte den
Bürgern Oppenheims nicht nur das von Ludwig dem Bayer erteilte
Wahlrecht zum Rate beſtätigte, ſondern auch beſtimmte, daß ſie, falls die
Ritter nicht wollten, allein die Wahl gültig vornehmen könnten. Aner=
kennung
und Einfluß im Stadtregiment war damit dem Bürgern, insbe=
ſondere
den Gewerbetreibenden durch die Macht ihrer Organiſationen,
der Zünfte, geſichert. Daher, daß es den Oppenheimer Geſchlechtern, die
im Rate ſaßen, nur willkommen ſein konnte, das bürgerliche Element
gegenüber den Machtgelüſten der Ritter zu ſtärken, kam es auch, daß man
im alten Oppenheim nichts von Zunftunruhen weiß. Durch dieſem bür=
gerlichen
Zuſammenſchluß verloren die Burgmänner der Reichsburg
Landskrone ſehr bald den überwiegenden Einfluß und überließen nach
und nach den Bürgern das Regiment. Die Demokratiſierung der Ver=
waltung
wurde erreicht durch die Oppenheimer Zünfte unter Führung
tüchtiger, gewählter Zunftmeiſter.
Ein reizendes Freilichtſpiel Ein Küfertag in Oppenheim anno 1354
in hiſtoriſchen Koſtümen auf dem wundervollen, mittelalterlichen Oppen=
heimer
Marktplatz würdigt den nicht geringen Anteil der Oppenheimer
Küferzunft an dieſem politiſchen Erfolg und findet ſeinem Abſchluß in
einem entzückenden Reigen der Küfertöchter und anſchließendem
Oppenheimer Küfertanz.
Ernſt Jungkenn.
Anmeldungen für das Auto zum Küfertag und Feſtſpiel in Oppen=
heim
ſind auf dem Verkehrsbüro in Darmſtadt zu machen.

Petrusgemeinde, Männervereinigung. Mittwoch, den 6. Juni
(nicht Donnerstag), abends 8½ Uhr, findet die nächſte Monatsverſamm=
lung
ſtatt, in welcher durch den Vorſitzenden, Herrn Oberreallehrer
Frank, Bericht erſtattet wird über den Evang. Gemeindetag in Offen=
bach
und über die Hauptverſammlung des evang. Wohlfahrtsdienſtes in
Darmſtadt. Es handelt ſich dabei um wichtige Belange unſeres Ge=
meindelebens
, weshalb nicht bloß die Mitglieder der Männervereinigung,
ſondern auch alle übrigen Gemeindeglieder herzlich eingeladen ſeien.
Zugleich ſei jetzt ſchon auf den am Sonntag, den 10. Juni, in Gemein=
ſchaft
mit dem Kirchengeſangverein ſtattfindenden Familienſpaziergang
nach Roßdorf aufmerkſam gemacht und zu zahlreicher Beteiligung aufge=
fordert
. Abwarſch 1½ Uhr vom Südausgang des Orangeriegartens aus.
Fahrgelegenheit ab Darmſtadt=Oſt 13.47 oder auch noch 17.14 Uhr.
Stadtbücherei. Wegen der jährlich notwendigen Reviſion bleibt
die Ausleihe der Stadtbücherei vom 1. Juli bis 31. Juli geſchloſſen. Alle
entliehenem Bücher ſind in der Zeit vom 11. Juni bis 30. Juni zurück=
zugeben
. Der Leſeſaal bleibt wie immer geöffnet.
Zollfreie Einfuhr von Automobilien zum vorübergehenden
Anfenthalt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Nach der neueſten
Verfügung der amerikaniſchen Zollbehörde werden Automobile zum
vorübergehenden Aufenthalt bis zu 90 Tagen (Touriſten=Automobile)
zollfrei in den Vereinigten Staaten von Amerika zugelaſſen. Auskunft
über Beförderungsgelegenheiten nach Nordamerika werden durch den
Norddeutſchen Lloyd in Bremen oder durch ſeine Vertretungen erteilt.
Bp. Durch Unfall getötet. Am Montag wurde der auf tragiſche
Weiſe ums Leben gekommene Landwirt W. J. Wambold von Beſſungen
zu Grabe getragen. Vor einigen Tagen war W. gemeinſam mit einem
anderen Landwirt mit dem Abfahren eines Orangenbaumes auf einem
Fahrgeſtell aus dem Orangeriegarten nach der Künſtlerkolonie beſchäf=
tigt
. In der Beſſungerſtraße ſtreifte nun der Baum die Hochſpannung,
kam ins Rutſchen und durchſchlug dem 64jährigen Wambold die Wirbel=
ſäule
. Der Schwerverletzte konnte nur mühſam aus ſeiner Lage befreit
werden, da die Pferde ſcheuten. Der Mann ſtarb am folgenden Tage
unter gräßlichen Schmerzen bei vollem Bewußtſein.

Verein für das Deutſchtum im Ausland und Schleſierverein Darm=
ſtadt
. Auf in den Orangeriegarten zum Wohltätigkeitskonzert! muß
die Loſung ſein für alle, die bereit ſind, ein Scherflein beizutragen für
die Erhaltung der ſchwer bedrängten deutſchen Schulen in Oſt= Ober=
ſchleſien
. Das Deutſchtum in dem abgeriſſenen Schleſien hat den Mut zu
weiterem Kampf, wenn es Rüchhalt im Mutterland findet. Ein jeder
ſollte die Verpflichtung in ſich füchlen, hier Helfer zu ſein. Die Veran=
ſtaltung
am Donnerstag, in deren Dienſt ſich die Vereinigung ehewaliger
Militärmuſiker mit ihrem rühmlich bekannten Orcheſter ſtellt, bietet im
Orangeriegarten ein ausgezeichnetes Konzert. Für den anſchließenden
Tanz iſt die Kapelle Schlupp verpflichtet
F. Erinnerungsfeier der Abituria 1893. Dieſer Tage beging die
Abituria 1893 des Neuen Gymnaſiums zur Erinnerung an den vor 35
Jahren erfolgten Abgang von der Schule eine Feier, zu der von 26 noch
am Lebem befindlichen Abiturienten 18, zum Teil aus weiter Ferne, er=
ſchienen
waren, gewiß ein Zeichen von treuer Anhänglichkeit. Aus den
Veranſtaltungen ſei beſonders hervorgehoben der Beſuch des altehr=
würdigen
Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, bei dem die
alten Abiturienten unter den wohlbekannten Klängen der Pennal=
glocke
einzogen und in liebenswürdiger Weiſe durch Herrn Oberſtudien=
direktor
Dr. Lauteſchläger begrüßt und geführt wurden. Die da=
bei
vorgenommene Einſichtnahme der Maturumsarbeiten ließ allerdings
vielfach gemiſchte Gefühle aufkommen. Im Namen der Erſchienenen
dankte Herr Oberregierungsrat Knöß herzlich, gelobte Treue gegen die
Mutteranſtalt und ſtellte ſtarke Beteiligung an ihrer 300=Jahrfeier in
Ausſicht. Bei einem Gang auf den Friedhof wurden die Gräber der hier
ruhenden Lehrer und Mitſchüler aufgeſucht und bekränzt.
Verein ehemaliger Angehöriger des Großherzöglichen Artillerie=
korps
. Am vergangenen Sonntag unternahm der Verein ſeinen Fami=
lienausflug
. Zum Endziel wurde Nieder=Ramſtadt gewählt. Um 2,30
Uhr ſammelten ſich die Teilnehmer am Böllenfalltor. Unter Vorantritt
des neu gegründeten jungen Trommler= und Pfeiferkorps, das in der
kurzen Zeit ſeines Beſtehens ſchon ganz Erſtaunliches leiſtet, und eine
Muſikabteilung des Beamtenorcheſters ging es durch den ſchönen Wald.
Das Wetter hatte es äußerſt gut mit uns gemeint. E3 mögen weitaus
über 200 Teilnehmer geweſen ſein. Etwa um 4 Uhr marſchierten wir
unter den Klängen eines flotten Marſches in die Poſt zu unſerem
Kameraden Breidert ein, deſſen Küche und Keller allerhand Gutes und
Erfriſchendes bot. 1. Vorſitzender Kamerad Poſtinſpektor Schweitzer
hielt eine kurze Begrüßungsanſprache, woran ſich ein flottes Tänzchen
ſchloß, das die Teilnehmer bis zum Aufbruch um 8 Uhr zuſammenhielt.
Von den Frauen und Jungfrauen des Vereins wurde bei dieſer Ge=
legenheit
eine ganz bedeutende Spende geſammelt, die für die Stiftung
einer Schleife für die am 8. Juli zu weihende Standarte beſtimmt iſt.
Der Heimweg geſtaltete ſich ebenſo ſchön. Viele Neuanmeldungen be=
lohnten
die Mühe und Arbeit für die Vorbereitungen. Der alte Kame=
radſchaftsgeiſt
lebt unauslöſchlich weiter, was dieſer Familienausflug
deutlich wieder bewies.
Entſchädigungsanſprüche der ehem. Kriegsgefangenen. Während
die Entſchädigungen der Auslandsdeutſchen durch das Kriegsſchäden=
ſchlußgeſetz
kürzlich ihre endgültige Regelung gefunden haben harren
gewiſſe Anſprüche der ehem. Kriegsgefangenen heute, 10 Jahre nach
Kriegsende noch immer ihrer Erledigung. Es handelt ſich um die
Auszahlung der einbehaltenen Arbeitslohnüberſchüſſe und Sanitäts=
löhnung
und um eine Entſchädigung für die im Wiederaufbaugebiet
geleiſtete Arbeit. Letztere Frage verdient das ganz beſondere Intereſſe
der Oeffentlichkeit, da für den auf mehr als eine Milliarde Goldmark
berechneten Wert der Kriegsgefangenenarbeit beim Wiederaufbau der
zerſtörten Gebiete im Weſten eine Gutſchrift auf das Reparationskonto
Deutſchlands verlangt wird. Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsge=
fangener
e. V. (Berlin W. 8, Jägerſtraße 63) hat in ihrer bemerkens=
werten
Denkſchrift der Regierung und den politiſchen Parteien ihre
Forderung einer baldigen und befriedigenden Löſung dieſer Fragen
unterbreitet.

spartGeld

Zum
Festhalten
von Verbanden

taliahtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufahrer uSw.)
3 gchten Sie auf den Namen Leukoplast, da Nachahmungen im Handel sind.
Erhältlich in Apothekev, Drogarten, Bandagengeschäften in Rollen von 30 Pf. an.

Summischlauch

Leukoplast ist immer gut,
Wenn man sich verwunden fuk.
Aber nicht nur zu Verbänden
Kann man Leukoplast verwendent
Pappe, Porzeilan und Glas,
Alles, Alles kittet das.
Ansteckdosen, Bilderrahmen,
Schachteln, Schirme, Puppendamen.
Gummischläuche, Badekappen.
Regenmäntel, Aktenmappen,
Noten, Bilder, Thermometer,
Goethes Faust und Struwwelpetes,
Alles klebt das LEUKOPLAST.
Sorg; daß Du’s im Hause hast!

[ ][  ][ ]

ORft.3

Mittwoch, den 6. Jun: 1928

Nummer 1:

Verband reiſender Kaufleute Deutſchlands.

Der dieſer Tage erſchienene Rechenſchaftsbericht für das Jahr 1927
des Verbandes reiſender Kaufleute Deutſchlands, der vom Reichswirt=
ſchaftsminiſterium
anerkannten größten und älteſten Standesorgani=
ſation
ihrer Art für angeſtellte Reiſende, Handelsvertreter und ſonſtige
Firmeninhaber von Handel und Induſtrie, die reiſen oder reiſen laſſen,
gibt im erſten Teil einen intereſſanten Ueberblick über die Stellung
und die Bedeutung der ſeit 1884 beſtehenden Organiſation innerhalb
des deutſchen Wirtſchaftslebens, über die Tätigkeit des Verbandes in
allen Berufs= und Standesangelegenheiten, über ſeine Arbeit auf dem
Gebiete des Verkehrsweſens und der Verkehrspolitik, über ſeine Mit=
wirkung
an der Geſetzgebung, ſoweit ſie die Intereſſen des reiſenden
Kaufmanns berührt, über ſeinen Einfluß auf die Entwicklung des
Steuerrechtes und der Steuerpolitik. Im zweiten Teile wird über die
innere Organiſation, über die Verwaltung, die verſchiedenen Ausſchüſſe
und Kommiſſionen und ſchließlich über die Unterſtützungseinrichtungen
des Verbandes berichtet. Wie entnehmen den intereſſanten Aufſtellun=
gen
, daß der Verband mit ſeinen 133 Sektionen (1926 129) am 31.
12. 1927 27 113 (1926 26 038) Mitglieder umfaßte und über ein Ver=
mögen
von RM. 2 311 029,88 (1926 1884 534,65) verfügte. Durch die
Unterſtützungskaſſen des Verbandes wurde im Berichtsjahre gezahlt:
an Notſtandsunterſtützungen
. . RM. 93 333,05
an Invaliden= und Altersunterſtützungen
152 902,90
an Begräbnisunterſtützungen
293 823,05
an Witwen= und Waiſenunterſtützungen
261 049,25

zuſammen alſo RM. 801 108,25
und ſeit Wiederaufnahme der Unterſtützungstätigkeit ab 1. 7. 1924 über=
haupt
RM. 2 534 658,64. Eine wichtige Ergänzung der ſegensreichen
Unterſtützungse inrichtungen des Verbandes bilden die in den einzelnen
Gauen und Sektionen geſchaffenen ſelbſtändigen Gau= und Sektions=
ſterbekaſſen
, die beim Tode eines Mitgliedes Summen bis zu RM. 5000
an die Hinterbliebenen auszahlen. Im Jahre 1927 brachten die Gau=
ſterbekaſſen
insgeſamt RM. 482 699,55 und die Sektionsſterbekaſſen
RM. 150 747, zur Auszahlung.

Billiger Ausflugzug! Am Sonntag, den 10. Juni d. J.,
verkehrt nochmals ein Sonderzug 4. Klaſſe mit 33½ v. H. Fahrpreis=
ermäßigung
und ausreichenden Sitzplätzen von Darmſtadt nach Baden=
Baden und zurück. Darmſtadt ab 7.09 Uhr, Baden=Baden an 9,51 Uhr,
Baden=Baden ab 19,30 Uhr, und Darmſtadt Hbf. an 22,33 Uhr. (Näh.
ſiehe Anz.)
H.8. Der Gau Darmſtadt des Heſſiſchen Sängerbundes hält am
6. Juni abends im Gartenſaal der Krone eine Vollverſammlung ab.
Am 11. und 14. Juli findet in der Mädchenſchule der Nundeturmſchule
eine Maſſenchorprobe ſtatt, bei der die drei Chöre geprobt werden ſol=
len
, die der Heſſiſche Sängerbund in Wien ſingt. Bei beiden Gelegen=
heiten
werden die Sänger wichtige Mitteilungen über das Sängerbundes=
feſt
in Wien erhalten.
Bundestagung der ehem. Kriegsgefangenen. Am 7. und 8. Juli
ds. Js. findet der diesjährige Bundestag der Reichsvereinigung ehem.
Kriegsgefangener e. V. in Nürnberg ſtatt. Die Tagung ſteht unter
dem Motto: Durch Recht zum Frieden und gewinnt dadurch eine
ganz beſondere Bedeutung, daß die kürzlich in Wien bei einer Tagung
der Oeſterreichiſchen Schweſterorganiſation der Reichsvereinigung ge=
gründete
. Deutſche Kriegsgefangenenliga hier ihr Arbeitsprogramm der
Oeffentlichkeit unterbreiten wird.

Lokale Veranſtaltungen.

Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchſſießlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.

Bund Saarverein Ortsgruppe Darmſtadt
(E. V.). Deutſch iſt die Saar, jetzt und immerdar. Wir machen auf
unſere Monatszuſammenkunft am Freitag, dem 8. Juni, abends pünkt=
lich
halb 9 Uhr, in unſerem Vereinslokal Sitte (Karlſtraße), Alpen=
zimmer
, aufmerkſam und bitten unſere Mitglieder, Freunde und Gön=
ner
um zahlreiches Erſcheinen. Wir hoffen wieder auf den erfreulich
zahlreichen Beſuch wie bei der letzten Zuſammenkunft. Zum Schluß
gemütliches Zuſammenſein mit muſikaliſchen Darbietungen.
Bund Königin Luiſe. Es wird nochmals auf die heute
Mittwoch abend bei Sitte, Karlſtraße, ſtattfindende Pflichtverſammlung
hingewieſen. Um zahlreiches Erſcheinen wird gebeten. Gäſte herzlich
willkommen.

*Große Straikammer.

p. Am 11. Dezember 1927, einem Sonntag, ereignete ſich mitten in
Neu=Iſenburg auf der Frankfurterſtraße ein bedauerlicher Autounfall,
der einen tödlichen Ausgang für Fräulein Stroh aus Neu=Iſenburg
nahm. Sie ſtarb am 12. Dezember 1927 infolge einer Verletzung der
Wirbelſäule und einer erlittenen Gehirnerſchütterung. Der dieſerhalb
der fahrläſſigen Tötung Angeklagte, ein Mannheimer Maler und Kauf=
mann
, fuhr zur fraglichen Zeit am Abend gegen 9 Uhr von
Frankfurt a. M. nach Mannheim zurück. Die Straße war zu dieſer
Zeit in einer Länge von ſechs Metern aufgebrochen, die Bauſtelle ge=
hörig
beleuchtet, auch die elektriſche Straßenbeleuchtung funktionierte zu=
friedenſtellend
. Vom Regen auf der Strecke Frankfurt a. M.Neu=
Iſenburg gelegentlich einer Radtour überraſcht, drückten Fräulein Stroh
und deren Schwager und Schweſter ihre unbeleuchteten Räder; an der
Bauſtelle angelangt, ging der Schwager, vielleicht durch die enge Paſſage
veranlaßt, auf den Bürgerſteig über und forderte ſeine Frau und Frl.
Stroh auf, gleiches zu tun. Die Frau folgte auf den Bürgerſteig, Frl.
Stroh dagegen nicht, wohl, weil ſie ein Strafmandat fürchtete, und blieb
auf der Fahrbahn. Der Angeklagte hörte Schreie und wurde jetzt erſt
gewahr, daß eine Perſon in der Fahrbahn war. Er will langſam ge=
fahren
und durch entgegenkommende Fahrzeuge, die nicht abgeblendet
gehabt hätten, geblendet worden ſein. Dem widerſpricht der Sachverſtän=
dige
, der angeſichts der guten Ortsbeleuchtung ſolche Blendwirkung für
ausgeſchloſſen hält. Der Angeklagte, gegen den das Bezirksſchöffengericht
Offenbach eine Strafe von zwei Monaten Gefängnis ausgeſprochen hat,
hat Berufung verfolgt, vorſorglich auch die Staatsanwaltſchaft.
Die Beweisaufnahme wird wiederholt. Der in Sprendlingen wohn=
hafte
Schwager der Getöteten bekundet, daß kein Signal gehört wurde,
die Straße ſei frei geweſen. Der Angeklagte hatte kurz vor der Bauſtelle
einen entgegenkommenden Wagen gekreuzt. Nach Ausfage des genannten
Zeugen wurde die Verletzte weggetragen und war bis dahin kein ent=
gegenkommendes
Auto an die Unfallſtelle gekomen. Auch die Frau des
Schwagers hat kein Signal gehört, auch kein aus der Richtung Darm=
ſtadt
kommendes Auto wahrgenommen.
Der Sachverſtändige ſtellt eine verhältnismäßig günſtige Beleuch=
tung
an der Unfallſtelle feſt. Der Angeklagte hätte die Perſon in der
Fahrbahn, die 4,50 Meter breit iſt, ſehen müſſen, jedenfalls wäre er bei
gehöriger Ueberſicht über die Fahrbahn dazu in der Lage geweſen.
Der Verteidiger beantragt in erſter Linie die Freiſprechung; in
zweiter Linie gibt er anheim, das Geldſtrafengeſetz anzuwenden. Der
Staatsanwalt betont, der Angeklagte habe bezüglich der Blendwirkung
entgegenkommender Autos verſchiedene Angaben gemacht und es ſei ihm
nicht zu glauben, wenn er geblendet geweſen ſein vvolle. Die Beleuch=
tung
an der Unfallſtelle ſei faſt taghell geweſen. Möglich ſei auch, daß
der Wagen des Angeklagten beſchlagen war. Die auferlegte Freiheits=
ſtrafe
ſei durchaus angemeſſen. Das Urteil verwirft beide Be=
rufungen
.

Aus den Parteien.

Jugendgruppe Darmſtadt d. Deutſchen Volks=
partei
. Heute abend, um 8 Uhr, findet im Roten Zimmer
bei Sitte, Karlsſtraße, ein Vortrag von Herrn Willi Haury
über Darmſtadt und die Baukunſt ſtatt. Die Mitglieder
werden um pünktliches und zahlreiches Erſcheinen gebeten. Ferner
laden wir hierdurch die Mitglieder der Ortsgruppe Darmſtadt der Deut=
ſchen
Volkspartei zu dieſem Vortrage herzlichſt ein.
Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Unſeren
Freundinnen teilen wir mit, daß unſere monatliche Zuſammen=
kunft
diesmal ein Ausflug nach Auerbach werden ſoll. Wir
treffen uns am Sonntag, den 9. Juni, nachmittags 14,20 Uhr, am
Hauptbahnhof. Gemüitliches Zuſammenſein im Burgkaffee in Auerbach,
daran anſchließend ein gemeinſamer Spaziergang. Wir hoffen auf
recht zahlreiche Beteiligung.

Tageskalender für Mittwoch, den 6. Juni 1928.
Landestheater, Großes Haus, abends 20 Uhr, Konzert: Tod
und Verklärung König David. Kleines Haus: Geſchloſſen.
Orpheum abends 20,15 Uhr, Sommerbühne Harprecht: Finden
Sie, daß Conſtance ſich richtig verhält? Konzerte: Schloß=
Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim. Ver=
einigte
Geſellſchaft, Rheinſtr., abends 20 Uhr, Vortrags=
abend
Frau Prof. Anna Bahr=Mildenburg. Kinovorſtellun=
gen
: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.

Geſchäftliches.

Wer möchte nicht gerne in dieſer ſchönen Jahreszeit photograd
Um zu beweiſen, wie leicht es heute iſt, mit einer Camera zu

graphieren und ſchöne Erinnerungsbilder zu ſchaffen, verleiht
kannte Photo= und Kinohaus Cartharius, Ludwigsplatz 8½ ( Ec=
ſtraße
), für den kommenden Sonntag 100 Cameras koſtenlos

unter fachkundiger Führung Aufnahmen in der Umgebung Da=
machen
. Näheres ſiehe Anzeige.

bei der Hand hat, denn die Verwendungsmöglichkeiten für

Zwecke, im Haushalt und auch in induſtriellen Betrieben ſind

zahlreich. Nur einige ſeien benannt: Zum Abdichten von Roh=
Rohrverbindungen aus Gummi, Glas, namentlich Gas= und
ſchläuchen. Zum Abdichten von Gefäßen aus Holz, Glas. P.
Metall. Zum Einfaſſen von Büchern und Mappen, zur Iſolier
Leitungen und Litzen. Zum luft= und ſtaubdichten Abſchlief
Packungen, die Schokolade, Kakao, Tee, Tabak, Filme, Platt
enthalten.

Aus deutſchen Bädern.

Seit einigen Tagen lacht der Sommer über Boxkum. Glau
der Himmel, blau das Meer. Die wonnige Wärme genießt man
froh nach den Kälteſchauern der letzten Zeit. Sonne iſt Leb
Geſundheit und Kraft. Wer einige Wochen am Strande im S.
ihren Strahlen, die bekanntlich beſonders im Seeſand voll zur
kommen, ausſetzen konnte, erfährt das am beſten, wenn er gebrä
erholt nach Hauſe zurück kehren kann. Der kühlende Seewind
nie zu heiß werden, leiſe weht er immer die notwendige Erguie

Jetzt lebt man auf Borkum, das am weiteſten von allen oſtf
Inſeln ins Meer hinausgeſchoben liegt, wie in einem rieſengroß
naturhaften Inhalatorium. Daher kommen immer wieder ſo v;
hier, die an hartnäckigen katarrhaliſchen Erkrankungen der ober
wege leiden. Sie kommen nicht vergeblich. Man kann oft von
frappanter Heilwirkung hören. Die Kunſt unterſtützt die Natur
hat das Bad, um den Gäſten weitere Heilungsmöglichkeiten zu
ein ganz neues Inhalatorium einrichten laſſen, das den allerm
Anforderungen, die man jetzt daran ſtellt, entſpricht. Die ſtar

ſpruchnahme dieſer Einrichtung iſt ein Beweis dafür, wie ſehr
der Gäſte geſchätzt wird. Wer Heilung, Erholung, Ausſpannu g

verlebe ſeinen Sommeraufenthalt auf Borkum. Dort winkt
Verjüngungskur. Die Preiſe ſind angemeſſen und liegen vor aſ
wie der ſeitens der Badedirektion koſtenlos zur Verfügung
Proſpekt aufweiſt.
Wochenende Rieſendampfer Helgoland.

Der Neubau des Rieſenſchnelldampfers Bremen, der zu
der Werſt der Deſchimag in Bremen (Werk A. G. Weſer)
Dienſt zwiſchen Bremen und New York im Entſtehen iſt, iſt
ſoweit vorgeſchritten, daß durch Vermittlung des Norddeutſch,
Bremen, dem Publikum Gelegenheit gegeben werden kann, d J
in ſeinem Nohbau in Augenſchein zu nehmen. Man muß die ging
Ausmaße, die ungeheuren Maſſen von Stahl, die gewichtigen E X
aus denen ſich ein ſolches Schiff allmählich zum Ganzen formt h=
haben
, um einen Begriff von der Bedeutung eines ſolchen Oz
zu erhalten.
Es iſt nicht daran zu zweifeln, daß weite Kreiſe des Bim
es freudig begrüßew werden, Einblick in den Bau eines Ozean
erhalten. Der Norddeutſche Lloyd beabſichtigt daher, teils in Ve
mit den von den verſchiedenen Reichsbahndirektionen für dieſen
geplanten Wochenendfahrten über Bremen an die Nordſee, teils
aus ähnliche Fahrten in Sonderzügen und Einzelgruppen nach m
mit anſchließendem Sonntagsausflug nach Helgoland zu ver Et
wo es möglich iſt, under Benutzung der durchgehenden Sonntag
karten. Die Teilnehmer an dieſen Fahrten werden nach Ar E
Bremen nicht nur Gelegenheit haben, die obengenannte Werft
Neubau des Dampfers Bremen zu beſichtigen, ſondern auch
alten, an Schönheiten reichen Hanſeſtadt an der Weſer umzuf
am folgenden Tage mit dem Dampfer Roland einen eintägi 2
flug nach Helgoland zu unternehmen. Näheres durch die Vertn
des Norddeutſchen Lloyd.

Zur Erweiterung unseres Kundenkreises
veranstalten wir eine große

Herberdochel

Ab Wittwoch, den 6. Juni 1928 und die folgen-
den
Tage (Schluß der Veranstaltung wird
durch Anschlag an den Schaufenstern
bekannt gegeben) erhält

jeder 10. Käufen
das von ihmn gewählte
Paar Schuhe umsonst!

Ein besonders beauftragter Herr übt an der
Kasse die Kontrolle aus; rnaßgebend für
die Reihenfolge ist die Abfertigung des
Käufers an der Kasse.

Altestes Schuhhaus größten Umfanges
NArSchillerplata 8

[ ][  ][ ]

Tummer 156

Aus Heſſen.
Starkenburg.

Mittwoch, den 6. Junf 1928

Geite 7

Griesbeim, 5. Juni. Der hieſige evangeliſche Kirchenvorſtand hat
Zeichnung der 8prozentigen Anleihe der evangeliſchen Kirchen=
de gur Wiederherſtellung der Kirche eingeladen. Zeichnungen
hei der hieſigen Volksbank und beim evang. Pfaryamt erfolgen.
einer neuerlichen Bekanntmachung der hieſigen Bürgermeiſterei
le Beſitzer von Pferden, Mauleſeln, Eſeln, Kraftfahrzeugen und
rädern verpflichtet, jeden Beſitzwechſel, welcher durch Kauf, Ver=
der Tauſch entſteht, ſofort bei der Bürgermeiſterei (Zimmer 6)
eigen. Bei einer unvorhergeſehenen Reviſion durch die franzöſiſche
Frbehörde haben die Säumigen die Folgen zu tragen. Die ge=
unerträglich gewordenen Verhältniſſe auf dem Frankfurter Ge=
und Obſtgroßmarkt haben jetzt dazu geführt, daß dieſer Mankt
Juni ab in die noch im Bau begrifſene Großmarkthalle im Oſt=
verlegt
wird. Wie man hört, haben ſich die hieſigen Frankfurter
tvereine 1, 2 und 3 Plätze im Umfang von 500 Quadratmetern
ert.
a. Eberſtadt, 6. Juni. Jugendfeſt. Wie zuverläſſig verlautet,
ruch in dieſem Jahre an der Sommerſonnenwende ein Jugendfeſt
schmlen abgehalten werden. Die erſten Beſprechungen darüber haben
s ſtattgefunden. Mangelhafter Straßenbahn=
Hverkehr. Gegenwärtig wird, wie erſt kürzlich an einem Bei=
klargelegt
wurde, hier ſtark über den durchaus unzureichenden und
gelhaften Fühverkehr auf der Vorortlinie 8 der Straßenbahn Klage
. Denn der erſte Straßenbahnzug geht (auch im Sommer) erſt
vor 5½ Uhr in Gberſtadt ab. Dabei müſſen insbeſondere viele
iter, die weiter wie in Darmſtadt beſchäftigt ſind, ſchon kurz nach
morgens in Darmſtadt mit dem Zuge weg. In erſter Linie iſt
eſem Zuſammenhang an die Opelarbeiter zu denken. Es kann doch
lich nicht im Intereſſe der Heag liegen, daß die Opelarbeiter, die
Fäinter wegen des ſpäteren Arbeitsbeginns mit der Elektriſchen fah=
können
, während der Sommermonate gezwungen ſnd, mit der
tsbahn zu fahren, zu der ſie größtenteils noch einen weiten Weg
kzulegen haben. Ganz davon abgeſehen, dürfte Eberſtadt, als größ=
forort
Darmſtadts, berechtigten Anſpruch auf beſſere Fahrgelegenheit
rüheren Morgen für das geſamte reiſende Publikum haben. Zu
Wünſchen an die Heag, die eben im Kreiſe des Publikums laut
en, geſellt ſich ſchließlich erneut die alte Forderung, daß die Straßen=
züge
in Zukunft auch in der Richtung nach Darmſtadt an der
mſtraße halten, wie das in umgekehrter Richtung ſchon lange der
iſt. Die Bewohner des nördlichen Ortsteiles erwarten von der
ßenbahnleitung baldiges Entgegenkommen.
4g. Eberſtadt, 5. Juni. Generalperſammlung. Die
wirtſchaftliche Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft des Obſt= und Gar=
ruvereins
Eberſtadt hält ihre diesjährige Generalverſammlung am
stag abend (9. Juni) im Gaſthaus Zur Eiſenbahn ab. Auf der
Sordnung ſtehen die üblichen Punkte.
4a. Pfungſtadt, 5. Juni. Vereine unterwegs. Der Militär=
n
Pfungſtadt weilte am Sonntag zu einem Kriegervereinsfeſt in
ms. Die Ortsgruppe des Odenwaldklubs unternahm ein. Tour
Lindenfels, die infolge des ſchönen Wetters eine der ſchönſten der
n Zeit war. An dem Sonderzug nach Nidda, der am Sonntag
elegt worden war, waren rund 25 Perſonen aus Pfungſtadt be=
jt
. Ergebnis der Schweinezählung. Nach der
1. Juni abgekaltenen Schweinezählung wurde für die Gemeinde
igſtadt ein Beſtand von 1760 Schweinen nachgewiefen. Vor=
eitungen
zum Zuchtviehmarkt. Die Vorbereitungen
den diesjährigen Pfungſtädter Zuchtviehmarkt ſind im Gange. Der
kt findet am Samstag, den 25. Auguſt, ſtatt. Die Werbemaßnah=
ſind
ebenfalls in Angriff genommen. Mit dem Markt iſt eine
e Handwerks= und Gewerbeſchau verbunden.
Traiſa, 5. Juni. Jubiläumsfeſt des Arb.= Geſang=
eins
Eintracht. Nur noch wenige Tage ſind es, dann be=
der
Arb.=Geſangverein Eintracht ſein Jubiläumsfeſt. Die Ver=
rusſchüſſe
haben durch ſelbſtloſe, eifrige Tätigkeit dafür Sorge ge=
en
, einen würdigen, reibungsloſen Verlauf des Feſtes zu ermöglichen
den Feſtteilnehmern den Aufenthalt in dem Luftkurörtchen Traiſa
ngenehm als möglich zu geſtalten. Wochenlang dauerten die Vor=
iten
innerhalb des Vereins und den einzelnen Kommiſſionen. Der
ebende Verein ſowie auch die geſamte Einwohnerſchaft rüſtet durch
nüchen der Häuſer, Straßen und Gaſſen zum Empfang der auswär=
Vereine. Das Feſt wird am Samstag, den 9. Juni, abends 8½
durch ein Konzert (akademiſche Feier) im Saale zur Krone (Beſ.
Scheerer) eingeleitet, und zwar unter Mitwirkung eines Künſtler=
trumental
=Quintetts, das unter der Leitung des Dirigenten Herrn
rdirektors M. Herfurth aus Darmſtadt ſteht. Sonntag, den 10.
i, 10½ Uhr, Totenehrung auf dem Friedhof und am Gefallenen=
mal
. Ab 11 Uhr Abholen der auswärtigen Vereine; nachmittags
Uhr Aufſtellen des Feſtzugs, 2 Uhr Abmarſch desſelben nach dem
platz. Dortſelbſt Feſtrede, Muſik, Geſangsvorträge, Volks= und Kin=
eluſtigung
. Das aufgeſtellte Programm iſt ſehr mannigfaltig. Der
krittspreis (Programm zum Konzert im Vorverkauf und Dauerkarte
beide Tage) iſt ſo minimal gehalten, daß es jedem ermöglicht iſt, an
Feſte teilzunehmen und einige angenehme Stunden zu verleben.
atliche Ortsvereine und zahlreiche Brudervereine von der näheren
weiteren Umgebung haben ihr Erſcheinen und ihre Mitwirkung zu=
gt
. Es wäre ſehr zu wünſchen, daß das ſommerliche Wetter weiter
nhält, daß die geleiſteten Arbeiten des Vereins und der Einwohner=
i
* belohnt werden und der erwartete Zuſpruch nicht ausbleibt.
Nieder=Ramſtadt=Treiſa, 5. Juni. Heag=Omnibuslinie
Ilenfalltor Ober=Namſtadt. Es wird uns geſchrieben:
ceulicherweiſe hat die Heag auf Wünſche von verſchiedenen Seiten
der Apotheke in Ober=Ramſtadt eine neue Halteſtelle der Omnibus=
* BöllenfalltorOber=Ramſtadt mit dem geſtrigen Tage eingelegt.
Beſchaffung von Arzneien iſt dadurch weſentlich vereinfacht. Wei=
in
hat dieſe Halteſtelle beſondere Bedeutung für die Wanderer, die
blaue Zeichen nach FrankenhauſenFelsberg uſw. wandern wollen
insbeſonders auch für die zahlreichen Bewohner von Nieder= Ram=
t
und Traiſa, die wie im vergangenen Jahre das wunderſchöne
nmerſchwimmbad der Schwimmbadgeſellſchaft E. V. an der Hel=
Smühle aufſuchen wollen. Nach des Tages Arbeit und Hitze iſt
Bad dort ein Genuß! Der Heag aber ſei von den Gemeinden
Der=Ramſtadt=Traiſa für das Entgegenkommen beſten Dank geſagt.
4..Nieder=Ramſtadt, 5. Juni. Wer glaubte, daß nur die Pfingſt=
erage
und vielleicht die Neugier die gute Benutzung der neu eröff=
m
Omnibuslinie DarmſtadtOber=Ramſtadt ermöglichte, war ent=
(r. Der Verkehr im Laufe der Woche und am geſtrigen Sonntag
3 nun auch den ſtärkſten Zweifler belehren, daß es ein dringendes
Armis war, dieſe Verkehrsmöglichkeit zu ſchaffen. An der Rentabili=
iI
nach den gemachten Erfahrungen nicht mehr zu zweifeln. Die
Eaus ſtarke Benutzung der Omnibuswagen beweiſt aber auch, daß
* Einrichtung den Bedürfniſſen nicht genügt, ganz beſonders an den
4 und Feiertagen. Trotz ½=Stundenverkehr mußte die Heag am
ſntag gegen abend wieder ihre ſämtlichen zur Verfügung ſtehenden
Nouswagen auf der Strecke Nieder=RamſtadtDarmſtadt einſetzen,
Eem Verkehr einigermaßen gerecht zu werden. Es fuhrem oftmals
Is 3 Wagen hintereinander, und trotzdem konnten viele Reiſende erſt
29 langerem Warten eine Fahrtmöglichkeit bekommen. Deshalb kann
Dei dieſer Einrichtung nicht bleiben. Was wir brauchen, iſt die
Ige Straßenbahn, die durch Zuſammenſtellung von Zügen eine be=
E größere Menſchenmenge abbefördern kann, als die in den Platz=
Zſtiſſen beſchränkten Omnibuswagen. Die Reichsbohn kann über
Aoßze Einbuße nicht klagen. Wer die Abendzüge am Sonntag vom
Süwald nach Darmſtadt beobachtete, wird feſtſtellen müſſen, daß dieſe
4ügbig ſtark beſetzt waren, und daß die hier und in Traiſa anweſen=
LiEmden überhaupt nicht mehr unterzubringen geweſen wären.
üc nicht locker laſſen, bis wir das Verkehrsmittel haben, das dem
Wenverkehr der Vorortgemeinden Nieder=Ramſtadt und Traiſa Rech=
ng
trägt.
Noßdorf, 5. Juni. Säuglings=Beratungsſtunde. Am
iiſierstag, den 7. d. M., nachm. von 3 bis 4 Uhr, findet Säuglings=
uüngsſtunde in der Kleinkinderſchule in Anweſenheit des Herrn
el Deck ſtatt. Hauptkörungen. Die Hauptkörungen im
ue Darmſtadt werden in dieſem Monat vorgenommen. In unſerer
uSchde ſindet dieſe am 16. Juni, vormittags 9½ Uhr, ſtatt. Vieh=
De Die Faſeltiere zur Einzelkörung vorzuführen beabſichtigen, müſſen
Emzeitig dem Vorſitzenden der Körkommiſſion, Herrn Obewbeteri=
u
Juß in Darmſtadt, Heidelbenger Straße 9½, anzeigen. Die Tiere
in zeltig am Tage der Hauptkörung im Faſelhof vorzuführen.
Dinezwiſchenzählung. Die am 1. d. 2. ſtattgefundene
Zuenszwiſchenzählung ergab in unſerer Gemeinde zuſammen Be
Einbegriffen ſind 168 Ferkel, 1 Zuchteber und 62 Zuchtſauen
2Dung bon Pflaſterarbeiten. Die ſubmiſſionsweiſe Ver=
Liß Der Pflaſterarbeiten der Neugaſſe, von Hintergaſſe bis Ober=
etulfſchwer
Straße, ſoll am Montag, den 11 d. M., vormittags 11 Uhr,
J Durgermeiſterei erfolgen. Auswärtige ſind zu der Submiſſion
gelaſſen.

Der ſghorn, 5. Juni. Waſſerſtand des Reckars
Shrs 968 Meter; am 5. Juni; 0,78 Meter,

am

Deutſcher Geflügelzüchtertag 1928.
Anläßlich des großen Deutſchen Geflügelzüchtertages vom 9.11.
Juni 1928 in Leipzig werden am Sonntag, den 10. Juni, 11 Uhr, in
der Alberthalle des Leipziger Kryſtallpalaſtes folgende Vorträge gehal=
ten
: 1. Vortrag des Herrn Privatdozent Dr. D. Schmidt=Höhnsdorf
vom Bakteriologiſchen Inſtitut der Landwirtſchaftskammer Halle über:
Die wirtſchaftlich wichtigſten Geflügelkrankheiten, 2. Vortrag des
Herrn Dr. med. et. phil. Georg von Wendt, Profeſſor der Phyſiologie
an der Univerſität Helſingfors, über: Die Erhöhung der tieriſchen
Erzeugung, beſonders beim Geflügel, und ihre Auswirkung auf die
Geſundheit. Hierzu ſind die Spitzen aller intereſſierten Behörden
ſowie alle ſich dafür intereſſierenden Behörden geladen.

Groß=Umſtadt, 5. Juni. Vorführung von Weinbergs=
pflügen
der Landwirtſchaftskammer für Heſſen. Die
Landwirtſchaftskammer für Heſſen veranſtaltet am Donnerstag, den 14.
Juni, in Groß=Umſtaodt auf den Verſuchsweinbergen der Landwirtſchafts=
kammer
eine praktiſche Vorführung von zwei Weinbergspflügen, zu der
Intereſſenten hierdurch eingeladen werden. Zuſanmenkunft vormittags
10 Uhr im Ziegelwald an dem Muſterweinberg der Landwirtſchafts=
kammer
.
n. Reichelsheim i. O., 5. Juni. Sommerfahrplan der Okva.
Wie die Okva bekannt gibt, haben auch die letzten Gemeinden im Ger=
ſprenztale
die geforderte Garantieſumme bewilligt, ſo daß der Sommer=
fahrplan
nunmehr doch ab 3. Juni in Kraft tritt. Dementſprechend
fahren nun die Wagen Sonntags, Montags, Mittwochs und Freitags.
Kleinpflaſter. Auf beiden Seiten der Biswarckſtraße lagern
große Haufen Sand und Pflaſterſteine. Mit den Pflaſterarbeiten ſoll
demnächſt begonnen werden. Bei dieſer Gelegenheit ſollen auch Ver=
kehrshinderniſſe
beſeitigt werden. So iſt die Treppe des Gaſthauſes
Bum Adler bereits abgeriſſen und wird nun in den Flur eingebaut.
Das Schwimmbad iſt ſeit Sonntag, den 3. d. M., wieder geöffnet.
Zeilharb, 5. Juni. Hohes Alter. Am 9. ds. Mts. feiert
die Witwe Magdalena Ahl, geb. Romig, Ehefrau des verſtorbenen Bei=
geordneten
Peter Ahl dahier, Hauptſtraße, ihren 89. Geburtstag in
voller körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit. Mögen ihr noch viele
Lebensabende beſchieden ſein.
Al. Höchſt i. Odw., 5. Juni. Das 25jährige Jubiläums=
feſt
des Arbeitergeſangvereins Eintracht Höchſt i. Odw. nahm, von
herrlichem Wetter begünſtigt, einen ſehr befriedigenden Verlauf. Unſer
Städtchen hatte wieder einmal, vorwiegend in den heſſiſchen Landes=
farben
, reichlichen Feſtſchmuck angelegt. Am Samstag abend paſſierte
ein anſehnlicher Lampionzug einer Anzahl hieſiger Vereine unter Vor=
antritt
der verſtärkten Feuerwehrkapelle die Ortsſtraßen und fand auf
dem Feſtplatz ſeine Auflöſung. Nach dem Weckruf brachte der Sonntag
vormittag der Feſtkapelle noch Arbeit, galt es doch die auswärtigen
Vereine vom Bahnhof abzuholen. In den erſten Nachmittagsſtunden
bewegte ſich ein ſtattlicher Feſtzug, welcher in zwei Ortsſtraßen Auf=
ſtellung
genommen hatte, durch die Straßen des Ortes zum Feſtplatz.
Nach einer kurzen Begrüßungsanſprache des Herrn Bürgermeiſters
Wolf=Höchſt hielt der Gauvorſitzende, Herr Bürgermeiſter Ritzel= Michel=
ſtadt
, eine längere, der Bedeutung des Tages entſprechende Rede. An=
ſchließend
konnten 6 Gründer für 25jährige treue Mitgliedſchaft geehrt
werden. Geſangsvorträge, Verteilung der Erinnerungsſchleifen und
ſportliche Darbietungen füllten die nächſten Stunden aus. Die Nach=
frage
nach Speiſen und Getränken war äußerſt rege, und dürften die
beteiligten Geſchäftsleute reichlich auf ihre Rechnung gekommen ſein.
Bei dem abendlichen Feſtball bezeugte die Jugend regſtes Intereſſe. Am
Montag morgen ſah man ſich bei einem Frühſchoppen wieder und begab
ſich dann nachmittags nach einem Umzug kleineren Stils nach den Feſt=
platz
, wo bei Konzert und allerlei Volksbeluſtigungen die Stunden
raſch ſchwanden. Der Verein für das Deutſchtum im Ausland,
(Ortsgruppe Höchſt i. O.) hatte ſeine Mitglieder zu der erſten Gene=
ralverſammlung
in das Hotel Zum Löwen eingeladen. Herr Forſt=
meiſter
Schwalb begrüßte als 1. Vorſitzender die zahlreich erſchienenen
Anweſenden und gab einen kurzen Rückblick über die ſeitherige Tätig=
keit
der jungen Ortsgruppe. Vor etwa einem halben Jahre war es
einigen eifrigen Förderern der V.D.A. Sache gelungen, hier eine Orts=
gruppe
mit der ſtattlichen Mitgliederzahl 27 zu bilden. Der Erfolg
eines im vergangenen Winter ſtattgefundenen Werbeabends blieb nicht
aus, und heute zählt der V.D.A. in Höchſt i. O. erfreulicherweiſe be=
reits
65 Mitglieder, ein Zeichen dafür, daß das Intereſſe am Aus=
landsdeutſchtum
auch im Odenwald nicht ſchlummert. Alsdann er=
ſtattete
Herr A. Lehr den Kaſſenbericht, der von geſunden Finanzver=
hältniſſen
zeugte. Die Vorſtandswahl fand durch Akklamation ſtatt und
zeitigte folgendes Reſultat: 1. Vorſitzender Herr Forſtmeiſter Schwalb,
Schriftführer Herr A. Lehr, Kaſſenwart Herr Oberſteuerſekretär Wer=
ner
, Preſſewart Herr H. Jsrael, Werbeleiter Herr Geheimrat Seeger,
Beiſitzer Herr Dr. Müller. Als Sommerveranſtaltung iſt ein Wald=
feſt
geplant, mit deſſen Vorbereitung eine Kommiſſion betraut wurde.
Zur beſſeren Informierung der Mitglieder über die Tätigkeit des Ver=
eins
wurde eine monatliche Zuſammenkunft, und zwar am erſten Sams=
tag
im Monat, beſchloſſen. Die beſchloſſene Einrichtung einer Sparkaſſe
ſoll Mitgliedern, die an der alljährlich ſtattfindenden Pfingſttagung
teilnehmen wollen, dienen. Mit der Bitte, weiter für die gute Sache
des V.D.A. werben zu wollen, ſchloß der 1. Vorſitzende hierauf die
Verſammlung. Ernennung. Der Vorſteher des Finanzamtes
Höchſt i. O., Herr Steueramtmann Kirchhoff, wurde durch den Herrn
Reichspräſidenten zum Regierungsrat ernannt.
Ai. Vielbrunn, 5. Juni. Wiederſehensfeier. Am Sonn=
tag
feierten die 60= und 50jährigen von hier und Kimbach gemeinſam
ihr Wiederſehensjubiläum. Im Pfarrhof formierten ſie ſich zum Zug,
um, wie am Konfirmatienstag, unter Vorantritt des Herrn Pfarrers
ſich zur Kirche zu begeben, woſelbſt ein Feſtgottesdienſt ſtattfand.
Abends fand die Feier bei muſikaliſcher Unterhaltung im Wolfſchen
Saal ihren Abſchluß.
b. Erbach f. O., 5. Juni. Erbach im Zeichen des Verkehrs.
Der letzte Sonntag brachte in bezug auf den Fremdenverkehr Rekordzif=
fern
. Bereits das Gauſportfeſt des Odenwaldgaues der D. T. hatte eine
ſehr große Anzahl von Fremden gebracht. Einen impoſanten Anblick
bot die Einfahrt der Fahrzeuge des Heſſiſchen Motorſportklubs Darm=
ſtadt
, die ebenfalls zirka 700 Teilnehmer zählten. Die Auffahrt der
Wagem vollzog ſich völlig veibungslos, und ohne jeden Zwiſchenfall ver=
ließen
die Gäſte nachmittags gegen 3 Uhr Erbach zur Fahrt nach dem
herrlichem Jagdſchloß Eulbach. Der Eiſenbahnerverein Biſchofsheim
hatte in einem Sonderzug 1600 Perſonen hierhergeführt, die in den
Räumlichkeiten der Feſthalle und der Sporthalle untergebracht und ver=
pflegt
wurden. Die Sammlungen im Schloß Erbach waren am geſtrigen
Tage allein von rund 1600 Perſonen beſucht. Dieſe Zahlen beweiſen,
daß es Erbach verſtanden hat, durch Schaffung entſprechender Anlagen,
durch Verbeſſerungem aller Art, und durch die Tüchtigkeit ſeiner Ge=
ſchäftsleute
ſeinem Ruf als Ausflugs= und Erholungsort zu ſtärken und
zu feſtigen. Hoffen wir auf eine weiter günſtige Entwicklung nach dieſer
Richtung, zum Segen der Stadt und ſeiner Bevölkerung.
H. Von der Bergſtraße, 5. Juni. Wieder vom Auto über=
fahren
. Ein 15 Jahre alter Gymnaſiaſt aus Weinheim wurde vor=
geſtern
in Hemsbach ven einem Auto überfahren und ſchwer verletzt.
Da der betreffende Autolenker davonfahren wollte, ohne ſich um den
Ueberfahrenen zu kümmern, nahmen die anweſenden Perſonen eine
erregte Haltung an, das Auto wurde zum Halten gebracht und die Per=
ſonalien
des Chauffeurs konnten dann feſtgeſtellt werden.
1. Von der Bergſtraße, 4. Juni. Bei dem Kreisfeuerwehrfeſt und
50jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr in Schriesheim über=
wachte
Feuerlöſchinſpektor Ludwig Knaup=Nimbach die Glüchwünſche der
Freiwilligen Feuerwehren des Provinzialverbandes der Provinz Star=
kenburg
und des Heſſiſchem Freiwilligem Feuerwehrverbandes. Der
badiſche Präſident der Landesfeuerwehren, Georg Ueberle=Heidelberg,
begrüßte Herrn Kncup ganz beſonders herzlich und betonte, daß die
Landesgrenzen das Band treuer Kameradſchaft nicht zu trennen ver=
mögen
. Auf dem Verbandstag wurde einſtimmig die Arbeitsgemein=
ſchaft
zwiſchem Freiwilligem Feuerwehren und Sanitätskolonnen vom
Roten Kreuz eine Anvegung von Ludwig Knaup beſchloſſen.
Aa. Bensheim, 5. Juni. Statiſtik des Weinertrages.
Der Ertrag der Weinmoſt= und Obſternte ſoll, wie alljährlich, auch in
dieſem Jahre gemarkungsweiſe ermittelt werden. Wie jedoch kreisamt=
lich
mitgeteilt wird, ſoll dies in dieſem Jahre nicht mehr ausſchließlich
durch die Bürgermeiſtereien, ſondern durch ſachverſtändige Vertrauens=
männer
der einzelnen Gemeinden unter Mitwirkung der örtlichen Obſt=
bauvereine
geſchehen.
H. Aus dem Kreiſe Heppenheim, 5. Juni. Verhütung von
Waldbränden. Das Kreisamt Heppenheim weiſt darauf hin, daß
in letzter Zeit wieder verſchiedene Waldbrände entſtanden ſeien, die
mnitunter beträchtlichen Schaden verurſacht hätten. Da die meiſten
Brände durch Wegwerfen von Zigarrenſtummeln und durch Feuer=
anzünden
entſtehen, verordnet die Kreisbehörde, daß jedes Nauchen und
Feueranzünden im Walde verboten ſei. Zuwiderhandlungen werden
bis zu 100 Mark beſtraft.
Wimpfen a. B., 5. Juni. Das Männerquartett Arion‟ Darm=
ſtadt
errang unter Leitung ſeines Dirigenten Bernd Zeh auf dem Ge=
ſangswettſtreit
in Wimpfen a. B. am 3. Juni unter ſtarker Konkurrenz
n der Quartettklaſſe den 1. Preis und den Ehrenpreis für beſte
Leiſtung.

Die

rtichaftlichen Genoſſenſchaften
im Monat Mai.

Nach der Statiſtik des Reichsverbands der deutſchen landwirtſchaft=
lichen
Genoſſenſchaften waren am 1. Juni 1928 vorhanden: 109 Zentral=
genoſſenſchaften
, 20 631 Spar= und Darlehnskaſſen, 4660 Bezugs= und
Abſatzgenoſſenſchaften, 4216 Molkereigenoſſenſchaften, 10 6532 ſonſtige Ge=
neſſenſchaften
. Zuſammen 40 248 landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften,
Die Entwicklung des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens zeigt
für den Monat Mai das Bild eines weiteren ſtetigen Fortſchritts. Der
Geſamtbeſtand hat ſich gegenüber dem Vormonat um 33 effektive Zu=
gänge
gehoben. Der Hauptanteil an dieſer Aufwärtsbewegung ent=
fällt
diesmal auf die unter der Rubrik Sonſtige Genoſſenſchaften zu=
ſammengefaßten
Unternehmungen, deren Zahl bei 49 Neugründungen
und nur 19 Auflöſungen um 30 Genoſſenſchaften geſtiegen iſt. Unter
den Zugängen befinden ſich u. a. 13 Geflüigel= und Eierverwertungs=
Genoſſenſchaften, 9 Elektrizitäts=, Licht= und Maſchinen= ſowie 7 Obſt=
und Gemüſeverwertungs=Genoſſenſchaften. Auch bei den Molkerei=
geno
enſchaften überwiegen wiederum die Zugänge (21) bei weitem die
Abgänge (4), ſo daß ein Zuwachs von 17 Genoſſenſchaften entſtanden
iſt. Rückläufig blieb andererſeits die Tendenz bei den Spar= und Dar=
lehnskaſſen
mit 11 und bei den Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften mit
3 effektiven Abgängen.
8. Lampertheim, 4. Juni. Gemeinderatsbericht. In letz=
ter
dringlicher Sitzung wurde zunächſt die Aufnahme eines Kapitals von
80 000. bei der Kommunalen Landesbank beſchloſſen, um die Waſſer=
leitung
, Kaniliſation und den Bau des Faſelſtalles finanzieren zu kön=
nen
, da der Voranſchlag für die Waſſerleitung um 100 000., und der
für den Faſelſtall um 14 000. RM. überſchritten. Bezüglich der
zu erhebenden Gemeindeſteuern wird ein Beſchluß herbeigeführt, daß
dieſelben unter denſelben Geſichtspunkten wie die Steuern für die Kreiſe
und Provinzen ausgeſchlagen werden. Für die zur Beſetzung aus=
geſchriebene
Hilfsfeldſchützenſtelle haben ſich 11 Bewerber gefunden, aus
denen Georg Guthier mit 16 Stimmen gewählt wird. Bezüglich deſſen
Beſoldung wird man ſich in nächſter Sitzung einigen. 3 Konzeſſions=
geſuche
für bereits beſtehende Wirtſchaften werden genehmigt, da es ſich
um Uebergänge handelt. Das Geſuch des Franz Korb 1. um Errichtung
einer Wirtſchaft auf der Heide wird zurückgeſtellt, da erſt Erhebungen
zu machen ſind, weil das zu errichtende Gebäude außerhalb des Orts=
banplanes
liegt. Die Firma Rhenania=Kuhnheim Berlin hat ihren
Wald in Neuſchloß der Gemeinde zum Kauf angeboten. Da dieſer an
ſtaatlichen Wald anſchließt, will der Staat einen Tauſch gegen ent=
ſprechendes
anderes an den Gemeindewald angrenzendes Waldgelände
vornehmen. Man einigt ſich, die Sache im Auge zu behalten, aber den
Tauſch abzulehnen. Die in letzter Sitzung zwecks Augenſchein zu=
rückgeſtellten
Anträge von Schmidt und Ußmann um Erwerb von
Straßengelände zur Erweiterung ihrer Wohnhäuſer wird abgelehnt,
da man die projektierte Zugangsſtraße zum Friedhof nicht aufgeben
will. Bereits in letzter Sitzung hat man ſich mit der Aenderung
des Ortsbauplanes für die Blücherſtraße beſchäftigt. Der Gemeinderat
ſieht jedoch keine Veranlaſſung vorliegend, durch Abänderung desſelben
ſeitens des Bauamtes Bensheim begangene Fehler zu decken. Ein
Geſuch des Karl Ott=Käfertal um Ueberlaſſung von 45 Morgen Ge=
lände
zur Errichtung einer Hühnerfarm wird abgelehnt. Auch das
Anſinnen des Adam Wehand wegen Waſſerleitungsanſchluß an das
Wormſer Netz verfällt der Ablihnung, da die Anlage für die Gemeinde
eine Ausgabe von 1000. RM. bedinyte. Wegen Bewilligung
eines Zuſchuſſes zur Autolinie nach Hüttenfeld will der Gemeinderat
zunächſt eine Rentabilitätsberechnung vorgelegt haben und dann zu dem
vorliegenden Geſuch Stellung nehmen. Die Arbeiten für die
Hausanſchlüſſe zur Kanaliſation ſollen noch einmal ausgeſchrieben wer=
den
. Für die Ernſt=Ludwigſtraße beliefen ſich die Koſten auf 1700.
RM., die durch die Hausbeſitzer gedeckt werden ſollen. Ueber letzteres
kann man ſich noch nicht einigen. Im Zuſammenhang damit wird auch
auf den ſchlechten Zuſtand der Straße hingewieſen, der durch den Bau
der Waſſerleitung und die Kanaliſation entſtanden iſt. Mit Rück=
ſicht
auf den vor 8 Tagen vorgekommenen tödlichen Unglücksfall an der
Einmündung der Straße LampertheimWorms in die Straße Bürſtadt
Worms wird angeregt, an der unüberſichtlichen Stelle Warnungs=
tafeln
anzubringen. Auch ſoll bei der Provinzialdirektion Antrag auf
Sperrung der Straße LampertheimWorms für den Autoverkehr wäh=
rend
der Sommermonate geſtellt werden, da dieſelbe zu ſchmal und bei
dem ſtarken Verkehr mit landwirtſchaftlichen Fahrzeugen während der
Zeit Unfälle faſt unvermeidlich. Angeregt wird dann noch die An=
lage
einer weiteren Pumpe auf dem Friedhof. Freiwilliger
Tod. In einem Holzſchuppen bei einer Wohnung hat ſich dieſer Tage
der 25jährige verheiratete W. von hier erhängt. Er hinterläßt außer
der Witwe 2 kleine Kinder. Morgens ſoll er noch in Mannheim ge=
weſen
ſein und um Arbeit nachgefragt haben.
* Gernsheim, 5. Juni. Wafſerſtand des Rheins am
4. Juni: 0,51 Meter; am 5. Juni: 0,56 Meter.

Ac. Worms, 4. Juni. Bezirksſparkaſſe Worms.
Bahnhofshotel fand uter dem Vorſitz des Herrn Direktors Geisler die

Im

diesjährige Mitgliederverſammlung ſtatt, zu der Herr Kreisdirektor
Wolf und als Vertreter des Heſſiſchen Sparkaſſen= und Giroverbandes
Herr Direktor Seipp erſchieren waren. Der Bericht über das 14. Geſchäfts=
jahr
war ſehr günſtig. Die Einlagen ſind von 4 auf 6 Millionen ge=
ſtiegen
, der Geſamumfatz betrug 86 Millionen. Von dem Neingeſinn
wurden 48000 Mark der Reſerve überwieſen und eine Sonder=
rücklage
für etwaige Verluſte an Wertpapieren von 4500 Mark ge=
bildet
, ſo daß die Geſamtreſerven jetzt 658000 Mark betragen. Es
wurde weiter berichtet über den Stand der Aufwertungsfrage und die
Verhandlungen mit den Städten und Gemeinden, die insgeſamt etwa
1 Million Goldmark ſchulden. Die Bilanz wurde dann einſtimmig ge=
nehmigt
, und ebenſo der Vorſtand und Aufſichtsrat wiedergewählt. Eine
eingehende Ausſprache über die Zuſchüſſe der Kaſſe zu Wohnungsbauten
an Orten, an denen der Kreisbauverein noch keine Wohnungen errichtet
hat, ſchloß ſich an.

Oberbeſſen.

Friebberg, 5. Juni. Nach Unterſchlagung von 3000
Mark iſt der Reiſende einer hieſigen Großfirma ſpurlos verſchwun=
den
. Ihm wurden bereits früher 1200 Mark durch einen angeblichen
Raubüberfall geſtohlen.
h. Garbenteich bei Gießen, 4. Juni. Das 50jährige Jubi=
läum
des Geſangvereins Frohſinn fand geſtern in Verbindung mit
einem Geſangswettſtreit ſtatt und erfreute ſich Dank des herrlichen Wet=
ters
eines ſehr ſtarken Beſuches. Eine Gefallenen=Gedächtnisfeier am
Denkmal auf dem Friedhof fand vormittags ſtatt. Lehrer Weiſel legte
im Namen des Geſangvereins einen Kranz nieder. Nachmittags fand
der übliche Feſtzug durch das geſchmückte Dorf ſtatt. Nach der Feſtrede
des Lehrers Weiſel überreichte Fräulein Anna Kullbach dem Jubel=
verein
im Auftrag der Frauen und Jungfrauen eine Fahnenſchleife.
Der Geſangs=vettſtreit hatte folgendes Ergebnis: Abteilung A (1. Klaſſe):
1. Preis, Ehrenpreis und Dirigentenpreis erhielt Männerquartett Neu=
Iſenburg, 1. Preis Sängerkranz Großen=Buſeck, 3. und Hauptehrenpreis
Eintracht Leihgeſtern: Abteilung B (1. Klaſſe): 1. Pre.s und Dirigen=
tenpreis
Germanig Kirchgöns, 2. Preis und Dirigentenpreis Harmonie
Froſchhauſen, 3. Preis und Hauptehrenpreis Eintracht Steinbach;
Abteilung B (2. Klaſſe): 1. Preis, Ehreinpreis und Dirigentenpreis
Germania Preungesheim, 3. Preis und Hauptehrenpreis Männer= Ge=
ſangverein
Genſingen, 2. Preis Eintracht Holzhauſen; Abteilung B
(3. Klaſſe): 1. Preis und Hauptehrenpreis Liederkranz Eppertshauſen,
1. Preis Eintracht Burbach, 2. Preis und Hauptehrenpreis Geſang=
verein
Ruttershauſen.
Ulrichſtein, 5. Juni. Schwerer Kraftfahrzeugzuſam=
menſtoß
im Vogelsberg. In unſerem Ort ereignete ſich geſtern
ein ſchwverer Zuſammenſtoß zwiſchen einem Motorrad mit Beiwagen
und einem Gießener Perſonenauto, wobei der 34 Jahre alte Lenker
des Poſtmotorrades über das Auto hinweg auf die Straße geſchleudert
wurde. Der Mann trug u. a. einen komplizierten Oberſchenkelbruch
am rechten Bein davon und mußte nach Gießen in die Chirurgiſche
Klinik eingeliefert werden. Die Inſaſſen des Autos blieben unverletzt.
Der Beiwagen des Poſtmotorrades, der zum Glück leer war, wurde
vollſtändig zertrümmert, das Motorrad ſchwer beſchädigt. Das Auto=
kam
mit leichteren Schäden davon.
T. Ruppertsburg, 5. Juni. Der hieſige Milchfuhrmann Joh. Lein
geriet unter ſein Fuhrwerk, wobei ihm durch ein Hinterrad die beiden
Knochen des rechten Unterſchenkels gebrochen wurden. Auf dieſes Un=
glück
wurde man erſt aufmerkſam, als die Pferde allein wit dem Wagen
zur Molkerei kamen. Nach Abſuchen der Straße fand man den Ver=
unglückten
und verbrachte ihn in das Kranbenhaus nach Hungen.
h. Wetzloar, 5. Jumf. Ein ſchweres Unglück ereignete ſich in
der Hermanſteinerſtraße, wo ein 20jähriger Friſeur mit dem Rad zu
Fall kam und beſinnungslos liegen blieb. Im Krankenhaus wurden
ſihwere Schädelverletzungen feſtgeſtellt; der Zuſtand des Verletzten iſt
ſehr bedenklich.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Mittwoch den 6. Juni 1928

Nummer=

Reich und Ausland.
Der erſten Million entgegen.
Der Mafſenbeſuch der Preſſa.
Der Maſſenbeſuch, den die Preſſa verzeichnen kann,
iſt der beſte Beweis für die Anziehungskraft, die dieſe
Ausſtellung ausübt. Schon geht die Beſucherzahl der
erſten Million entgegen. Das Neuartige des
Ausſtellungsgebietes, die lebendige, allgemein inter=
eſſierende
Form der Darſtellung, die durch ſtändige
Vorführungen der verſchiedenſten Art noch anziehen=
der
geſtaltet wird, und nicht zuletzt das ideale Aus=
ſtellungsgelände
mit ſeinen ſehenswerten Bauten, den
überraſchend ſchönen Anlagen, Gaſt= und Vergnü=
gungsſtätten
ſind die Erklärung für dieſen außeror=
dentlich
großen Erfolg der Ausſtellung. Hochbe=
trieb
herrſcht vor allem an den Tagen, mit denen
beſondere Veranſtaltungen verbunden ſind. Als
Sehenswürdigkeit haben nicht zuletzt Rheinbeleuch=
tung
und Feuerwerk einen weithin bekannten Nuf
gewonnen. Für die nächſten Tage ſteht beides
wieder auf dem Programm. Am kommenden Mitt=
woch
, 6. Juni, wird auf der Feſtwieſe des Ausſtel=
lungsgeländes
ein großes Feuerwerk abgebrannt
und am Donnerstag, den 7. Juni (Fronleichnam),
findet die Feſtbeleuchtung beider Rhein=
ufer
einſchließlich des Domes ſtatt.
Brand im Schwarzwald.
Am Sonntag mittag brach in dem Narurſchutz=
gebiet
am öſtlichen Steilhang des Seekopfs oberhalb
des Wildſees ein Waldbrand aus. Die Rauchwolken
wurden zuerſt von der Darmſtädter Ski= und Wan=
derhütte
aus bemerkt. Einige Darmſtädter Herren
veranlaßten die Alarmierung der Forſtbehörde und
Feuerwehr über Kurhaus Ruheſtein und eilten ſelbſt
zuſammen mit anderen Penſionsgäſten der Darm=
ſtädter
Hütte mit Werkzeug zur Brandſtelle. Es gelang
ſetwa 1520 Touriſten und Touriſtinnen, trotz der
ſtarken Rauch= und Hitzeentwicklung, zunächſt das
Ueberſpringen des Feuers über den Wildſeeweg auf
die Höhe zu verhindern und die Ausbreitung zu ver=
langſamen
. Die Bekämpfung des Feuers, das be=
reits
eine Ausdehnung von über 100 Quadratmeter
angenommen hatte, war in dem unwegſamen Ge=
ſtrüpp
des Steilhangs außerordentlich ſchwierig.
Unter Leitung der Förſter und mit Hilfe der in=
zwiſchen
ebenfalls eingetroffenen Beſitzer, Angeſtell=
ten
und Kurgäſte des Kurhauſes Ruheſtein wurde
das Feuer von geſchickt angeſetzten Abteilungen durch
Ausſchlagen mit Zweigen an den gefährlichſten Stel=
len
zurückgehalten und ſo ein Uebergreifen auf den
Hochwald verhindert. Die ſpäter hinzukommenden
Mannſchaften von Obertal konnten die Gefahr end=
gültig
beſeitigen. Das ziſchende Auflodern einiger
kleinerer Fichten gab den Beteiligten eine Vorſtellung
von der außerordentlichen Tragweite, die ein Ueber=
greifen
des Brandes auf die ausgedehnten Waldun=
gen
zu beiden Seiten des Wildſees bedeutet hätte.
Der Brand ſoll durch einige halbwüchſige Mädchen
verurſacht worden ſein, die in unverantt rtlichem
Leichtſinn in dem trockenen Unterholz mit Spiritus
gekocht haben. An dem Brandherd wurden zwei
Damenſchuhe, eine Ledermütze, halb gebratene Kote=
letts
und ein Tee=Ei gefunden.
Doppelluſtmord im Schwarzwald
Freiburg. Zwei Lehrerinnen im Alter von
25 und 35 Jahren, die beide in Mannheim angeſtellt
waren, wurden am Dienstag vormittag oberhalb
Breitnau gegen die Weißtannenhütte etwa 8,45 Uhr
mit durchſchnittenem Halſe tot aufgefunden. Die
Leichen lagen zirka 70 Meter von eiander entfernt.
Der Befund läßt bei beiden auf Luſtmord ſchließen.
Nach den Ermittlungen ſind es zwei Couſinen
namens Gersbach. Sie wollten auf dem Höhenweg
nach dem Feldberg weiterwandern. Auf die Meldung
von ihrem Ausbleiben begab ſich ſofort ein größeres
Aufgebot der Freiburger Bereitſchaftspolizei in das
in Frage kommende Gebiet und fand nach längerem
Suchen die beiden Leichen auf. Irgendwelche An=
haltspunkte
über den oder die Täter hat man noch
nicht. Die Nachforſchungen werden mit aller Energie
fortgeſetzt. Die Erregung über dieſe ſcheußliche Tat
iſt naturgemäß außerordentlich groß. Als Täter ſollen
zwei Männer in Betracht kommen, die in Begleitung
der beiden Damen geſehen wurden, und nach denen
die Kriminalpolizei zurzeit fahndet.
Vor Schreck die Sprache eingebüßt.
Saarbrücken. In der Bahnhofſtraße geriet
ein Knabe vor die in voller Fahrt befindliche Stra=
ßenbahn
. Der Fahrer konnte den Wagen noch recht=
zeitig
zum Halten bringen und der Knabe blieb un=
verletzt
. Eine in der Nähe ſtehende Frau entſetzte
ſich aber derart, daß ſie einen Nevvenſchock erlitt und
die Sprache einbüßte.
Beginn des Kußmann=Caſpary=Prozeſſes.
Berlin. Die Diſziplinarverhandlung gegen
die Staatsanwaltſchaftsaſſeſſoren Dr. Kußmann und
Dr. Caſpary ſowie den Landgerichtsrat Peltzer, die
als ein diſziplinariſches Nachſpiel zum Barmatprozeß
und auch zum Plauener Streſemann=Prozeß be=
trachtet
werden kann, nahm heute vor dem Kleinen
Diſziplinarſenat des Kammergerichtes ihren Anfang.
Die umfangreiche Anklage iſt in verſchiedene Grup=
pen
eingeteilt. Zunächſt werden alle drei Angeſchul=
digten
der unzuläſſigen Verbindung mit der Preſſe
und mit Parlamentariern im Falle Müller=Plauen,
alſo im Beleidigungsprozeß des Reichsaußenminiſters,
bezichtigt. Ferner iſt ein beſonderer Vorwurf der
unzuläſſigen Verbindung mit der Preſſe und mit
Parlamentariern in den Fällen Barmat und Kutisker
gegen Kußmann und Caſpary erhoben worden. Kuß=
mann
und Peltzer werden ferner Unwahrhaſtigkeiten beiter, zu denen ſich dann auch die Schwägerin Meſto=
bei
dienſtlichen Vernehmungen vorgeworfen. Kuß=
mann
allein wird der unzuläſſigen Zuziehung des
Hauptmanns Knoll in der Sache Barmat bezichtigt
und ihm weiter ſein Verhalten gegenüber dem Ehe=
paar
Bankier Weixler zum Vorwurf gemacht. Kuß=
mann
hat von ſeinem gefetzlichen Rechte Gebrauch
gemacht, nicht perſönlich an den Verhandlungen teil=
nehmen
zu müſſen.
Die Erdrutſche an der däniſchen Küſte.
Kopenhagen. Am Sonntag nachmittag hat pheme zugerufen: Suſanne, ich habe eine Schweſter
ſich an der Getreideſpitze der Inſel Mön erneut ein
ſtarker Feldrutſch ereignet. Die ins Meer geſtürzten gung). Er, der Zeuge, habe bisher geſchwiegen, weil
gewaltigen Blöcke haben an der Küſte kleine Inſeln
gebildet, die das Landſchaftsbild vollkommen ver=
barer
Nähe des Erdrutſches befanden, iſt niemand

zu Schaden gekommen.

Zum Fronleichnamsfeſt.

Die berühmte Appenzeller Fronleichnamsprozeſſion.
Das zur Verehrung der in den Leib Jeſu verwandelten Hoſtie vom Papſt Urban IV. im Jahre
1264 eingeführte Fronleichnamsfeſt wird am Donnerstag nach Trinitatis (diesmal am 7. Juni)
durch eine glänzende Prozeſſion der Katholiken gefeiert. Die Prozeſſion im altſchweizeriſchen
Kirchdorf Appenzell iſt ſeit Jahrhunderten berühmt.
Werbe=Paddelboot nach Kairo.

Sennecke und Maracke,
zwei Berliner Paddelbootfahrer, ſtarteten im Rahmen der Berliner Turn= und Sportwoche von
der Charlottenburger Brücke im Beiſein des Berliner Oberbürgermeiſters Böß zu einer Werbe=
fahrt
nach Alexandria und Kairo. Während der Fahrt werden die Berliner durch Verteilung von
Propagandaſchriften für Berlin werben.

Vier Schieferbrucharbeiter verſchüttet.
Probſtzella (Thüringen). Auf dem Schiefer=
bruch
Gabe Gottes oberhalb Marktgölitz wurden
am Montag nachmittag durch Einſturz eines Stollens
vier Schieferbrucharbeiter verſchüttet. Unter Auf=
bietung
aller Kraft arbeitet man an der Freilegung
des Stollens. Klopfzeichen werden vernommen, ſo
daß die Hoffnung beſteht, die Verſchütteten noch zu
retten.
Der Pariſer Mordprozeß.
Paris. Am Montag nachmittag wurde vor dem
Pariſer Schwurgericht der Prozeß gegen den Juwe=
lier
Meſtorino eröffnet, der vor drei Monaten den
Juwelenmakler Trupheme ermordet und ausgeraubt
hatte. Zu der Verhandlung war das ſenſationslüſterne
Publikum zahlreich erſchienen. Der Prozeß wird
jetzt ſchon mit Affären wie Steinheil und Landru auf
dieſelbe Stufe geſtellt. Meſtorino wird von dem
Rechtsanwalt Huber verteidigt. Die Anklage lautet
auf vorbedachten Mord. Die Montag=Sitzung wurde
mit der Vernehmung des Angeklagten ausgefüllt, der
wiederum mehrere ſeiner früheren Ausſagen ab=
änderte
. Als im Verlauf der Sitzung bekannt wurde,
daß ein Lehrling die Leiche Truphemes im Buerau
Meſtorinos geſehen habe, ließ der Vorſitzende den be=
treffenden
Lehrling ſofort holen. Die Ausſage dieſes
Lehrlings ſtellte den Höhepunkt der Verhandlung
dar. Der Zeuge teilte mit, daß er jemand im Bureau
ſeines Arbeitgebers habe ſchreien hören. Vier Ar=
rinos
, Suſanne, geſellte, ſeien darauf in das Bureau
eingetreten und hätten geſehen, wie Meſtorino auf
dem am Boden liegenden Trupheme kniete und ihn
mißhandelte. Meſtorino habe ihnen in drohendem
Tone zugerufen: Laßt uns allein, worauf ſich alle
zurückzogen. Durch die geſchloſſene Türe habe er
darauf Trupheme rufen hören: Erbarmen, Er=
barmen
; man tötet doch keinen Menſchen um 100 000
Franken! Der Schwägerin Meſtorinos habe Tru=
wie
du, habe Mitleid mit ihr (allgemeine Bewe=
Meſtorino ihn auf den Knien darum angefleht habe.
Ein Arbeiter Meſtorinos ſagt ſchließlich noch aus, er
ändern. Obgleich ſich viele Ausflügler in unmittel= habe gehört, wie Trupheme den Mörder gebeten
habe, all ſein Geld und ſeine Wertſachen zu nehmen,

ihm aber das Leben zu laſſen

Brandunglück.
Doberan. Am Montag wurde das Gut
Ravenshorſt von einem Brandunglück heimgeſucht.
Drei umfangreiche Wirtſchaftsgebäude fielen den
Flammen zum Opfer. 20 Mutterſchafe, 30 Lämmer,
vier Pferde und vier Kälber kamen im Feuer um.
Außerdem ſind viele werwolle wirtſchaftliche Ma=
ſchinen
und große Vorräte miterbrannt. Es wird
böswillige Brandſtiftung vermutet.
Der eiſerne Guſtav in Paris.
Der Berliner Droſchkenkutſcher Guſtav Hartmann,
der ſich den Beinamen der eiſerne Guſtav erworben
hat, iſt nach zweimonatiger Fahrt mit ſeiner Droſchke
in Paris angelangt. Er hat ſeinen Weg quer durch
Weſtdeutſchland genommen, iſt dann durch die Cham=
pagne
über die Schlachtfelder des Weltkrieges ge=
fahren
und war ſchließlich am Montag vormittag
nur noch 26 Kilometer von Paris entfernt. Seine
Fahrt geſtaltete ſich ſowohl in Deutſchland als auch
in Frankreich für ihn zu einem Triumphzug. Ueber=
all
wurde er mit Jubel begrüßt und auf das Beſte
aufgenommen. Von ſeiner Reiſe hat er allerdings
ſeiner Frau nur wenige Lebenszeichen gegeben, ſie
ſcheint aber deswegen nicht weiter böſe zu ſein, ſon=
dern
freut ſich mit ihm, daß es ihm nun doch noch
gelungen iſt, zu ſeinem 69. Geburtstag die franzö=
ſiſche
Hauptſtadt zu erreichen. In Paris iſt er an
der Porte de Pantin in den Nachmittagsſtunden von
den Pariſer Droſchkenkutſchern und Studenten und
einer rieſigen Zuſchauermenge empfangen worden. Er
wurde mit ſeinem Fuhrwerk in feierlichem Zuge
durch die Stadt geführt. Vor der Redaktion des
Paris Midi und des Petit Pariſien wurde ihm
ein Ehrentrunk gereicht. Dann quartierte man ihn
bei dem älteſten Droſchkenkutſcher der franzöſiſchen
Metropole ein. Das deutſche Hotel Splendi hat
ihn eingeladen, für Montag ſein Gaſt zu ſein. Aus
Anlaß ſeines Geburtstages iſt vor dem Hotel eine
gewaltige Torte aufgeſtellt worden. Auch das Pferd
iſt nicht vergeſſen worden, dem der Hotelinhaber eine
Haferkrippe beſchert hat. Die Lufthanſavertretung
in Paris hat dem eiſernen Guſtav ebenſo wie auch
die deutſche Kolonie bereits Einladungen zugehen
laſſen. Guſtav Hartmann hat die Abſicht, nur einige
Tage in Paris zu bleiben, weil er ſchon am 25. Juni
in Köln ſein will, um dort einem Sportfeſt bei=
wohnen
zu können.

Die Vereinigung künſileriſt
Bühnenvorſtände
hat in Berlin ihre 17. Haupwerſammlung abo
Wie alljährlich, bildete auch diesmal den Hau
der Tagung eine allgemeine Ausſprache über
Berufsprobleme. Die Debatte, die ſich um das
Regie und Technik drehte, ſtand auf einem
lichen Niveau. Sie wurde durch ein Ref=
Direktors Härterich vom Burgtheater eingefe
die Einflüſſe aufzeigte, denen der Regiſſeu
durch die fortſchreitende Technik und deren
ausgeſetzt iſt, die ihm vor und hinter der
nicht nur Hilfsmittel in die Hand drückt.
ihn auch ſchöpferiſch und formgebend anregt
ſogar zwingt, ſich immer mehr der Teck
Dramas, des Schauſpielers, der Bühne, des
bildes und auch des Zuſchauerraums zuzu
Auch die übrigen Vorträge zeichneten ſich d=
Beſtreben aus, dem Regiſſeur Anregungen z
und Erfahrungen auszutauſchen. Den Refev=
eine
längere Mitgliederverſammlung voraufg
die wiederum die Fortſetzung einer vert
und den internen Angelegenheiten der Ver
gewidmeten Sitzung bildete. Auf der Tages
ſtand der Geſchäftsbericht, die Entlaſtung u
wahl des Vorſtandes. Generalintendant Pr
ner, der erſte Vorſitzende, war nicht anweſent
eine plötzliche recht ernſte Erkrankung an
feſſelte. Von den Anweſenden wurden i
graphiſch die herzlichſten Wünſche nach bald
neſung übermittelt. Aus dem Kaſſenbericht
ſiert, daß ſich das Vermögen zum Teil au
papieren, zum Teil aus Bargeld zuſammenf
1. Januar wies die Kaſſe einen Beſtand t
Mark auf gegen 918 Mark im Vorjahr.
größte Teil des Vermögens dieſer Vereini
durch die Inflation aufgezehrt worden,
20150 Mark, die in pr. Staatsanleihen
worden waren und jetzt auf 150 Mark zuſa
ſchmolzen ſind. Die Einnahmen haben ſich F=
gangenen
Jahr zwar vermindert, aber auch Kuc
gaben ſind ſtark zurückgegangen. An Unterſt
und Darlehen ſind rund 370 Mark gezahlt Sen
Zur Stärkung des Unterſtützungsfonds wr
geregt, die Ortsgruppen zu Sonderveranſtalt. . u
veranlaſſen, deren Erträgniſſe dann dieſer end
übewwieſen werden ſollen, wie das z. B.
Hamburger Gruppe getan worden iſt, die 6
aus den Einnahmen eines Konzerts bereitge
Die Zahl der Mitglieder hat ſich im letzt 8
weiter erhöht. Am 31. Dezember 1927 wu
Mitglieder gezählt, im neuen Jahr ſind abe Ete
107 Mitglieder neu eingetreten. Auch der 1
Ortsgruppen hat ſich erweitert. Neu hinzug rug
ſind, Ortsverbände in Hamburg, Bremen, Si
und Darmſtadt. Die Entlaſtung des V erde
konnte nicht erteilt werden, da ſich Differenz Sgen
des Verbandsorgans Die Szene ergaben. plge
deſſen wurde die Oeffentlichkeit wieder ausg oſſe
und in einer vertraulichen bis in die Aber frde
andauernden Beratung verſucht, die angeſe Em
Fragen zu klären.
Fünf Tote beim Unfall eines Auto
Prag. Am Montag morgen ereignete
Budweis ein ſchweres Autobusunglück. Ei K
Marktbeſuchern beſetzter Autobus fuhr auf d ſah
linie über einen offenſtehenden Ueberganen
von dem gerade paſſierenden Schnellzug Wi .
erfaßt wurde. Der Kraftwagen wurde z Sel
en 1
geſchleudert, drei Inſaſſen wurden ſofort FSit
zwei weitere erlitten ſo ſchwere Verletzun
ſie kurz nach ihrer Einlieferung ins Kra Sa4
verſtarben. Die übrigen neun Paſſagiere EN
ſchwer verletzt.
Ein neuer Ozeanflug AmerikaEur
NewYork. Ein in aller Stille untern ſene
Transozeanflug wurde am Dienstag dad
kannt, daß das von dem Piloten Stultz gefi
nach London unterwegs befindliche B
Friendſhip durch Nebel zu einer Notlat /
Halifax gezwungen wurde. An Bord des Fl. Fge
das von Boſton kam, befand ſich die 2jähri Ehr
rin Emilia Earhard, die ſeit 10 Jahren
ihres Chefpilotenpatentes iſt, ferner Ellsw
ſeinerzeit an dem Polarflug des Komm
Byrd teilgenommen hat, und ein Mechanil
Flugzeug ſetzte ſpäter den Flug nach Trep
Neufundland fort, von wo die Flieger am
zur Ueberquerung des atlantiſchen Ozean /
ſteigen gedenken.
Auf die Nachricht von dem Fluge des D
Stultz erklärte die Millionärin Mabel 9
ſchon ſeinerzeit vergeblich verſucht hatte, Led 7
ſeinem erſten Ozeanflug zum Rückfluge vo Ri
nach New York zu bewegen, ſie habe das Veiß
Columbia gekauft und, falls ſie einen g Eid
Piloten finde, werde ſie in den nächſten 2 /on
Flug über den Ozean antreten.
Die erſie Etappe des Amei
Auſiralien=Fluges gelung

Kapitän Kingsford Smith
hat die erſte Etappe ſeines mit Charles
gonnenen großen. AmerikaAuſtralien=Gluge
lich vollendet.

[ ][  ][ ]

nmer 156
atedenn DDN

Mittwoch, den 6. Juni 1928

Seite 9

Rhein-
Ludwigshöhel
Schlob-Cafe .2

Schloß-Café-Ensemble‟
Leitung: Kapellmeister Gurt Fischer
jztnoch, den 6. Juni 1928 (Beginn 4 Uhr)
chmittags-Sonder-Konzert
Im Programm:
marin-Fantasie
Wagner
lustigen Weiber von Windsor.
Nicolai
Maskenball ...
Verd!
Hebriden (Fingalshöhlel . . . . . . . Mendelssohn
rrscher der Geister (Rübezah) . . . Weber
Bettelstudent ..."
Mi. löcker
verbaron . . . . . . . . . . . . . . Straug
Abends 8½ Uhr: Gesellschaftz-Abend
ag. 8. Juni abends 81/ Uhr: Sond.-Konzert
Moxart Beethoven Schubert
n Sonntag von 111 Uhr: Früh-konzerts
eseessessssssesse

Telephon 591

Orute 1. RM4*Monzert
Anfang 4 Uhr.
9529
Ausgeführt vom Stadtorcheſter unter per=
önlicher
Leitung des Kapellmeiſters
Willy Schlupp.
Eintritt 50 3. Zehnerkarten hab Gültigkeit

Beſuchen Sie bitte das
Lafé Orangeriehaus
(Beſſunger Herrngarten)
vollſtändig renoviert
ff. Kaffee, div. Torten und Kuchen
Eis und andere Erfriſchungs=Getränke
Nachmittags täglich geöffnet.

gis Feisenkeller
Dieburgerstraße 85

geo

Inh. F. Niemam.

Heu te
Mittwoch, 6. Junt 1928

OLLR!
ausgeführt vom gesamten Stadt-Orchester
Leitung Kapellmeister W. Schlupp

Eng 20 Uhr

Elntritt 30 Pfg.

Hotel und Kaffee=Reſtaurant
Waldſchlößchen
bei Griesheim Halteſtelle der Linſe 9
Domerstag, den 2. Juni, ab 4 Ubr
KONZEET
Bekannt gute Küche
45101)
Beſitzer Schneider

Reſtaurant Eintracht
Eliſabethenſtraße 12
Mittwoch, den 6. Juni 1928

ausgeführt vom
Stadt=Orcheſter
(Künſiler=Enſemble).
ang 20 Uhr. (St.2519) Eintritt 30 Pfg.

Gelellichaftsreile
au die Wasserkante!
er Bremen nach Helgoland und zurück
7. Inli bis 11. Jnli 1928. Preis Rmk. 61..
Auskunft und Anmeldungen bei der
Vertretung des Norddeutschen Llord:
Frankfurterstr. 1214
Iton Eischer Telephon 186
Rheinstraße 17
Dyd-Reisebüro Telephon 776.
nger Ausflugzug!
onntag, 10. Juni d. J., verkehrt noch=
Sonderzug 4. Klaſſe mit 331, b. H.
Zermäßigung und ausreichenden Sitz=
nDarmſtadt
nach Baden=Baden und ,
*74
armſtadt ab 2.09 Uhr, Baden=Baden
497221
hr, Baden=Baden ab 19.30 Uhr, und
N Höf. an 22.33 Uhr.
el ab Darmſtſadt für Hin= und Ruck. Fahrräder
RM. Näheres ſtaus den Aushängen kaufen Sie ſtets am
Bahnhöfen zu erſehen oder durch die beſten und billigſten
bei 194399
nausgaben u. Reiſebüros zuerfahren.
z, den 4. Juni 1928.
(9531
Orio
Karlstrage 14.
Reichsbahndirektion Mainz.

Gemeinnützige Eiſenbahner=
Baugenoſſenſchaft, Darmſtadt
e. G. m. b. H.
Einladung!
Die diesjährige
Haupt=Verſammlung
findet am Samstag, den 16. Juni 1828,
18 uhr, im Speiſeſaal des Lokomotiv=
Ausbeſſerungswerkes dahier ſtatt.
TageZordnung:
t. Geſchäfts= und Koſſenbericht.
9. Vorſtandswahl gemäßs 18 der Satzungen.
3. Erſatzwahl4 ausſcheidender Aufſichtsrats=
Mit lieder.
4. Satzungsänderung: betr. Erhöhung des
Ge chäftsanteiles auf den urſprünglichen
Betrag von K 500
Etwaige Anträgezur Tagesordnung ſind
ſpäteſtens 4 Tagevor derHauptverſammlung
bei dem Unterzeichneten einzu eichen.
Die Fahresabrechnung liegt während
der Geſchäſtsſtunden in der Geſchäftsſtelle
Nd. Ramſtäderſtr.17 z. Einſichtnahme offen.
Darmſtadt, den 31. Mai 1928. (9545
Dder Vorſitzende des Aufſichtsrates: Kühnly

Garantie Bequeme Zahlungsbedingungen
Madrtt 94
Auch für Sie
Kratt, Stärke, Schnelligkeit
wesentliche Vorzüge teurer, großer Wagen zu
niedrigen Anschaffungs- und Betriebskosten

der große, starke Chevrolet bietet
2 Ihnen gesteigerte, Kraft, noch
größeres räumliches Behagen, noch
größere Sicherheit.
Gesteigerte Kraft des berühmten
starken Motors, der zu dem Weltruhm
des Chevrolet beigetragen hat. Ver=
stärkt
durch Aluminiumkolben und
weitere technische Feinheiten. Noch
leistungsfähiger.
Die Vierradbremse verleiht un=
bedingte
Sicherheit, ob der Chevrolet
auf freier Landstraße dahinfliegt, ob
er schwierige Berge überwindet oder
im Verkehrsgedränge augenblicklich
anhält.

Und endlich das wundervolle räum=
liche
Behagen. Längere, elegantere
Karosserie von Fisher. Besondere stoß=
dämpfende
Federung.
Fahren Sie ihn selbst, diesen neuen
Chevrolet; erfahren Sie selbst, was er
dem anspruchsvollen Fahrer bietet.
Sofort lieferbar
Touring, 5 Sitzer .....
M3725
Coach, 5 Sitzer ...."
4250
Sedan, 5 Sitzer. ...... .
4625
Imperial=Landau Sedan.
4920
Sport=Coupé, 4 Sitze .. . . . . . 4650
ſaet=Lieferwagen=Chassis. . . . . 2895
1½st-Lastwagen=Chassis . . . . . 3795
Preise ab Berlin, 5 Reifen bei Personenwagen.
Ferner fahrbereite Schnell-Liefer- u. Lastwagen auf Chevrolet-
Chassis. Auakunft und Beratung durch unsere Händler.

GENERAL MOTORS G. M.B.H, BERLIN=BORSIGWALDE

Autorisierter General Motors-Händler für Chevrolet
Müller & Ober, Darmstadt, Rheinstraße 39, Telefon 2498.

(TV.8691

Der Siegesaug
Kaiser’s Apostelbräu Flaschenbiere
ergibt sich von selbst durch die unerreichte Güte, durch den
keinen Geschmack und die außerordentliche Bekömmlichkeit
Verlangen Sie stets ausärdeklich
(74689

22.

APOSTELBRÄU

Noch ist es Zeit
Anträge auf Erhalt des
Einwanderungssichtvermerks
ach Hordamerika
elnzureichen.
Ostenlose Auskuntt über Einzelheiten erteilt die
AMBURG-AMERIKA-LINIE
HAMBURG
und deren Vertretung in
Armstadt Bankhaus Friedrich Zaun
Luisenplats 1
Sburg; Louls Lehmann, Steinstraße 35
Aasstadt: Jakob zimbrich, Eberstädterstr. 15
(N 35011

Neue Kurſe

in der Reichskurzſchrift beginnen am Mittwoch, den 6. Juni und Frei=
tag
, den 8. Juni, jeweils abends 7½, Uhr, in unſeren eigenen Unter=
rſchtsräumen
, Ecke Wieſene und Schleiermacherſtr. (hinterm Amtsgericht)
Anmeldungen ſeden Tag von 1012, 24 und 710 Uhr abends.
Privat=, Fortbildungs=, Diktat= und Redeſchriftkurſe ſederzeſt.
Maſchinenſchreib=Unterricht
auf 15 Maſchinen verſch. Syſieme!
18 jährige Unterrichtserfahrung
Beginn ſederzeit!
1. und größter Sien.=Verein Deutſchlands, der Maſchinenſchreib=Unterricht
als 2. Lehrfach betreibt.
(9424a
Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
G. P.
Ecke Wieſen= und Schleiermacherſtraße (hinterm Amtsgericht).

Kaufen Sie kein!

une ſich un er großes
ager angeſehen und
inſere günſtig. Preiſt
ind Bahlungsbedin=
jungen
für unſere
Inſtrumente, neu od.
geſpielt, gehört zu
ſaben, Lieferung frei
aus. Neue 653799
Pianos
on Mk. 825 an
Havier-Arnold
Darmſtadt
Elhabethenſtr. 28

Wch
Photo-Apparate
owie ſämtl. Ploto=
jedar/sartike
, kaufen
Sie vorteilhaft be
Thiele Nach
Darmſtadt, Bleichſtraße 9,
und Alexanderſrr. 14
Anleitung. In enlos

Heſſches Landesthegter
Wrifes Haite
(V.9549
Außer Miete
Mittwoch, den 6. Juni 1928
Anfang 20.00 Uhr Ende gegen 22.00 Uhr
Konzert
unter
Mitwirkung des Muſikvereins
Leitung: Generalmuſikdirektor Dr K. Böhm
Tod und Verklärung
Symphoniſche Dichtung von Rich, Strauß
Erſtaufführung:
König David
Symphoniſcher Pſalm in drei Teilen
von Arthur Honegger
Mitwirtende:
Sopran: Roſe Landwehr
Alt: Anna Jacobs
Tenor: Rudolf Balve
Erzähler: Carl Ebert
Preiſe der Plätze: 1.507.00 Mark
Kleines Haus
Geſchloſſen.
Kee
Sommer-Bühne Harprechlk

Veh
sofort
MAarer-Irnold
Telefon
g18 2451
Eisaheihenstrade 23.
8859g

Nur 3 Tage, abends 8½ Uhr:
Einden Sie, daß Canstange
Mn fäfif fenfäif
Komödie in 3 Akt. v. W. S Maugham
E in der Originalbesetzg, des
Hamburs, Schauspielhaus. V
Karten: Verk.-Büro und de Wagl.
Rheinstraße 14. 8369

Für Nur 22 Bennige
waschen und plätten wir
jeden Stärke-Kragen

Kragenwäscherei Reingold
Elisabethenstr. 28. Kranichsteiverstr. 28.
191=
Nacktvassase

Bohnerwachs Loſe 40 3 an empfiehlt
Drog. Secker Nachf. Ludwigshöhſtr. 1 (B5089

Flügel und Pianos
ſowie Möbel= und andere Transporte werden
innerhalb der Stadt und nach auswärts durch
Schnellecieferwagen billig ausgefährt. / 15114
Wilhelm Sanſel, Brandgaffe 6, Teleph. 4062.

Auros u. Motor=
rad
=Reparaturen
ut u. Ulig 19*
Konrad Hirsch.
Ober=Ramſtadt
geſtr. 13 Tel. 67

Damenrad
z. vk. Mathildnnpl 6,
pf li ks. (213114

R
Lindert appſtühlch.
zu verkaufen (E15058
Liebfrauenſtr. 78, I. I.

Gs.

reinigt Parkett und Linpleum
wie neu, ſpart Beit, Geld und
IOIIA Staub. Alleinverkauf; gscha
Cermann Grafenſtr. 35, Tel. 1271.

Egelsbach? Frankfurt ?n
Weinbrand - Liköre

Vortrag von Frau Dr. Jacob am Freitag, 8. Juni, abends 8 Uhr, im HEAG-Haus, Darmstadt, Luisenstraße 16
Probekochen
Kostproben
Die neuielttiche Küche
Hessische Eisenbahn-A.-G.

563a

[ ][  ][ ]

Geite 10

Mittwoch, den 6 Juni 1928

aot.
and and Tarsan

Schwimmen.
Der ſüdfranzöſiſche Waſſerballmeiſter Nizza
gegen Jung=Deutſchland.
Rot=Weiß I. gegen Jung=Deutſchland II.
Heute abend 7 Uhr.
Wie bereits erwähnt, finden heute abend 7.15 Uhr auf der
Kampfbahn des großen Woogs zwei intereſſante Waſſerballſpiele
ſtatt. In dem Programm muß allerdings inſofern eine Verände=
rung
eintreten, da der ſüdfranzöſiſche Waſſerballmeiſter, der
Cerele des Nageurs de Nice (Nizza), zuerſt gegen
Jung=Deutſchland, und dann erſt Rot=Weiß I. gegen Jung=
Deutſchland II. ſpielen werden. Die Franzoſen, die auf ihrer
großen Deutſchlandreiſe ſehr gute Erfolge erzielen konnten, wer=
den
alles daran ſetzen, um ihr letztes Spiel auf deutſchem Boden
zu gewinnen. Aber auch Jung=Deutſchland iſt nicht gewillt, nach
den guten Ergebniſſen der letzten Woche ſich eine Niederlage
gegen die Leute von der Riviera zu holen. Es iſt daher mit einem
intereſſanten Kampfe zu rechnen. Anſchließend findet noch ein
hochintereſſantes Lokalderby zwiſchen Rot=Weiß I und Jung=
Deutſchland II ſtatt. Da dieſes Spiel Verbandsſpiel iſt, kann es
in der Gaumeiſterſchaft der A=Klaſſe eine Vorentſcheidung brin=
gen
. Hoffentlich hat der Wettergott ein Einſehen, ſo daß wieder
ein Rekordbeſuch am Woog zu verzeichnen iſt.
Fußball.
R. Sp.V. Germania 03 Pfungſtadt V. f. R. 1900 Offenbach 3:3 (1:0).
Die obigen Gegner lieferten ſich einen ſchnellen, techniſch guten
Kampf, der verdientermaßen mit einem Unentſchieden endete. Prung=
ſtadt
, das ohne den veuletzten Marquard antrat, lag bei Halbzeit durch
einen Flachſchuß von Gunkel I mit 1:0 im Führung, während Offenbach
trotz wohlgemeinter Angriffe leer ausging. Nach der Pauſe gaben ſich
die Gäſte große Mühe, das Ergebnis zu verbeſſern. Nach ſchwacher Ab=
wehr
von Petry erzielte der Halbrechte im Nachſchuß den Ausgleich.
Zwei weitere Tore für Offenbach ſtellen das Reſultat auf 3:1 für die
Gäſte. Pfungſtadt gibt ſich nicht geſchlagen und ergreift nun ſeinerſeits
die Offenſive. Aus einem Gedränge heraus verbeſſert Nickel auf 3:2.
Kurz vor Schluß wird Steinmetz in ausſichtsreicher Stellung gelegt. Der
gegebene Elfmeter bringt den verdienten Ausgleich. Die Gäſte hatten
im Sturm ihre beſte Waffe. Beſonders der rechte Flügel und der
Mittelſtürmer gefielen. Bei Pfungſtadt überragte die Verteidigung.
Im Sturm war Steinmetz die treibende Kraft. Das faire Spiel wurde
von Bauer=Bürſtadt befriedigend geleitet.
Turn= und Sportverein Meſſel, 1. Mannſchaft Union Wixhauſen,
Liggerſatz 3:0 (2:0).
Am Sonntag hatte die 1. Mannſchaft die Ligareſerven der Union
Wixhauſen zu Gaſt. Wixhauſen ſtellte eine junge, körperlich gut durch=
gebildete
Mannſchaft. Meſſel zeigte nicht das Spiel, das wan in letzter
Zeit von der Mannſchaft gewohnt iſt. Der Sturm ſpielte zum großen
Teil zuſammenhanglos; nur der Halbrechte konnte durch ein großes
Spiel ganz beſonders gefallen. Die Läuferreihe, beſonders der linke
Läufer, ſpielte gut wie immer. Die Hintermannſchaft konnte befriedigen.
Hier wäre noch der Tormann hevvorzuheben. Der Schiedsrichter leitete
korrekt und einwandfrei.
Handbalt.
Aufſtiegsſpiel zur Meiſierklaſſe.
Tv. Arheilgen Tgde. Neu=Iſenburg 8:1 (4:0).
Bei ſchönſtem Sommerwetter ſtellten ſich beide Mannſchaften auf
dem Vorwärtsplatz in Langen dem guten Schiedsrichter Geibel= Pfung=
ſtadt
zum Entſcheidungsſpiel für den Aufſtieg zur Meiſterklaſſe. Sofort
entwickelt ſich ein ſchönes flottes Spiel, das Arheilgen meiſtens im Vor=
teil
ſieht. Schon in der vierten Minute ſchießt Götz den erſten Treffer
für Arheilgen. Repp kann in der 7. Minute zwei Verteidiger über=
ſpielen
und aus ſpitzem Winkel unhaltbar das zweite Tor ſchießen. In
der 17. und 28. Minute iſt es wieder Götz, der ſeinen Verein mit einem
4:0 Vorſprung in die Pauſe bringen kann. Ging das Spiel bis Halb=
zeit
noch einigermaßen an, ſo war es nach derſelben mit der Ruhe der
Spieler aus. In der 34. Minute kann Geiß=Iſenburg das erſte und
einzige Tor für ſeinen Verein ſchießen. Poſtwendend knallt wieder Götz
einen Bombenſchuß von 20 Meter in die Maſchen. In der 37. Minute
geht Repp mit einer langen Vorlage los; Iſenburgs linker Verteidiger
wirft ihn unfair und wird verwarnt. In der 44. Minute wird ein
Sipeler vom Platz geſtellt. In der 47. Minute folgt Schäfer=Iſenburg
ſeinem Vereinskamevaden und wird Zuſchauer. In der 52 Minute kann
Anthes mit ſchönem 16,80 von der Mitte den 6. Treffer für Arheilgen
buchen. In der 55. Minute läßt er nach ſchönem Zuſpiel Nr. 7 folgen.
Zwei Minuten vor Schluß ſchließt Repp den Torreigen mit einem
ſchönen 16,50 von ganz rechts.
Arheilgen, das eine glänzend eingeſpielte Mannſchaft hat, gewann
vollauf verdient. Beſonders das gute Innentrio verſtand ſich glänzend.
Neu=Iſenburg konnte wenig befriedigen. Der alte Mittelläufer konnte
einigermaßen gefallen. Zu rügen iſt die allzu körperliche Spielweiſe.
Dem Schiedsrichter Geibel=Pfungſtadt iſt es zu danken, daß trotz der
Zwiſchenfälle das Spiel vorſchriftsmäßig zu Ende geführt wurde.
T.V. Bickenbach 1. Turn= u. Sp. Gem. Fechenheim 1. 4:7 (3:5).
Die Sonderklaſſemannſchaft der Fechenheimer weilte in Bickenbach.
Bickenbach, das ohne Jährling und Dingeldey, der in der Gaumann=
ſchaft
mitwirkte, antrat, konnte gegen die einen ſchönen, flüſſigen Hand=
ball
zeigenden Frankfurter ehrenvoll abſchneiden. Trotz des heißen Wet=
ters
und des Staubbodens zeigten beide Mannſchaften recht anſprechende
Leiſtungen. Bichenbach hatte in der zweiten Halbzeit in ſeinen Tor=
ſchüſſen
auch reichlich Pech, zumal die Latte und die Pfoſten dem Fechen=
heimer
Torhüter mehrmals retten halfen. Das Spiel ſtand unter der
jederzeit einwandfreien Leitung von Fay=Pfungſtadt.
Gaumannſchaft Main=Rhein Gau Unter=Moſel=Megin 7:5 (5:3).
Die Mannſchaften ſtellten ſich um 2.45 Uhr am 3. Juni 1928 in Er=
bach
i. O. in folgender Aufſtellung dem Schiedsrichter (Gau Frankfurt):
Main=Rhein: Irion I.; Winter, Dingeldey; Brenner, Gernand,
Krämer; Engel, Kreuzer, Fleckenſtein, Feick und Jrion 2. Unter=
Moſel=Megin: Drehl; Pfautſch, Schneider; Vogt, Engel, Wal=
decker
; Klöckner, Höfer, Horner, Monſchauer, Polcher.
Mit dem Anpfiff entwickelt ſich ſogleich ein flotter Kampf, der zu=
nächſt
etwas unter der Aufgeregtheit beider Mannſchaften leidet. In
der 5. Minute muß bereits der Gäſtetormann Drebl einen ſcharfen Wurf
Irions meiſtern, und muß bereits 2 Minuten ſpäter einen Ball, von
Irion zwiſchen die Pfoſten befördert, aus dem Netz holen. 1:0. Doch der
Ausgleich erfolgt bereits 5 Minuten ſpäter durch 16,50=Meter, den Pol=
cher
ſicher verwandelt. Kreuzer bringt den Main=Rheingau erneut in
Führung, doch auch hier erfolgt prompt der Ausgleich durch Klöckner.
In der 16. Minute erzielt Fleckenſtein durch Fauſten das 3. Tor, dem
drei Minuten ſpäter Polcher Nr. 3 für ſeinen Gau entgegenſetzt. Nun
f lgt eine Drangperiode der Main=Rheiner, die zu zwei weiteren Toren
durch Flechenſtein (16,50) und Irion II. führte.
Nach der Pauſe legen die Moſelleute ein mönderiſches Tempo vor
und erzielen durch Höfer und Polcher erneut den Ausgleich. Das Spiel
wird wieder offener, und die zahlreichen Zuſchauer rechneten bereits mit
einem Unentſchieden, als es Flechenſtein in der B8. und Irion II. in der
29. Minute gelingt, nochmals erfolgreich zu ſein.

Kraftſport.

Deutſche Eiche Roßdorf Polizeiſportverein Darmſtadt 0:14.
Am geſtrigen Sonntag weilte die Ringabteilung des Heſſiſchen Pol.=
Sportvereins zu einem Freundſchaftskampfe in Roßdorf und konnte bei
einer Ringzeit von 25 Minuten mit 14:0 Punkten die Matte als Sieger
verlaſſen. Die Kämpfe waren durchweg fair und zeigten viele ringeriſche
Schönheiten. Kraftſportverein Eiche Roßdorf wußte mit großem ſport=
lichem
Anſtand die Niederlage zu ertragen. Das Kampfgericht lag in
den Händen des Herrn Veith von 1910.

Der Stand der deutſchen Olhmpia=
vorbereitung
im Schwimmen.
Die ſporttreibenden Völker der Erde ſtehen im Banne der Olympi=
ſchen
Spiele zu Amſterdam. Nur noch wenige Wochen trennen uns von
den leichtathletiſchen und ſchwimmeriſchen Wettkämpfen, mit denen die
Olympiade ihren Höhepunkt erreicht. Wie ſteht es nun heute um den
deutſchen Schwimmverband? Mit welchen Hoffnungen ſieht er den
ſchweren Kämpfen in Hollands Metropole entgegen? Gerade auf das
Erſcheinen Deutſchlands blickt die ganze Welt mit größtem Intereſſe,
fehlten doch die Deutſchen ſeit jener denbwürdigen Stockholmer Olym=
piade
von 1912 bei den Kämpfen um den olympiſchen Sieg. Dieſer
Pflicht, in Amſterdam ehrenvoll zu beſtehen, ſind ſich die einzelnen deut=
ſchen
Sportverbände ſeit langer Zeit bewußt und haben ihre Kämpfe=
rinnen
und Kämpfer in ſorgfältige Vorbereitung genommen.
Auch der Deutſche Schwimmverband hat, eingedenk ſeiner großen
Erfolge von Stockholm, ausgedehnte Olympia=Vorbereitungen getrofſen,
da er willens iſt, an ſeine ruhmreiche Olympiatvadition anzuknüpfen.
und mit Olympigehren geſchmückt, aus dem Lande der Tulpen heimzu=
kehren
.
Nach den großen Frühfahrskämpfen in Berlin und Magdeburg und
nach dem letzten Olympiaprüfungsſchwimmen in Magdeburg iſt man
nun in der Lage, über die deutſchen Teilnehmer und die Ausſichten Ge=
naueres
auszuſagen. Der deutſche Schwimmſport marſchiert. Das iſt
die erfreuliche Feſtſtellung des letzten halben Jahres, das Ergebnis einer
imfangreichen Olympiavorbereitung.
Nach wie vor ſteht es mit den Ausſichten im Bruſtſchwimmen am
günſtigſten, ſowohl bei den Herren, als auch bei den Damen. Bangte
man vor noch nicht allzu langer Zeit um die Nachfolge eines Nade=
machers
, ſo iſt das mit einem Schlage anders geworden. Seine ganze
Energie und ſein großes Können mußte der Weltrekordmann und
Europameiſter aufbieten, um den Anſturm der Jüngeren abzuwehren.
Ganz gewaltig iſt jüngſt der Kölner Ludwig nach vorne gekommen, der
einem Rademacher ſchon heute die Spitze bieten kann. Bekannte Leute
wie Fauſt und Pöckel, und junge aufſtrebende Kräfte wie Sietas,
Schwarz, Kümminger, Sippel, Blaſek, Dornheim, Heins, Praſſe u. a. m.,
werden noch erbittert um einen Platz in der olympiſchen Mannſchaft
kämpfen. Ein Beweis des hevvorragenden Könnens dieſer zwölf Leute
iſt es, daß ſie alle in dieſem Jahre die Drei=Minutengrenze über 200
Meter Bruſt glatt unterboten haben. In Spence=Amerika, Tſuruta=
Japan, van Porys=Belgien und Schäfer=Oeſterreich, werden den deutſchen
Vertretern ſtarke Gegner gegenübertreten.
Küppers ſteht mit ſeinen traditionellen 1,12 für 100 Meter unter
den Rückenſchwimmern immer noch allein auf weiter Flur. Er ſollte bis
Amſterdam 1,11 ſchwimmen können und daher mit den Amerikanern
Laufer, Kojire und Fißler, dem Japaner Jriio und dem Schweden
Lundhal in der erſten Reihe der beſten Rückenſchwimmer der Welt zu
ſuchen ſein. Schumburg und Günther ſollten nach ihren Leiſtungen, die
um 1,15 liegen, die weiteren Vertreter im Rückenſchwimmen ſein.
Sind wir nun im Freiſtil weiter gekommen? Kqum etwas. Keine.
der vielverſprechenden Jüngeren hat den Erwartungen entſprochen. Der
Deutſche Schwvimmverband wird alſo auf ſeine alten Kononen zurück=
reifen
müſſen. Heinrich, Heitmann, Derichs, Schbert, Berges, Neitzel
und etwa Rademacher 2., werden daher die Vertveter der Freiſtil=
Lage ſein.
Das Hauptgewicht wird man auf die 4mal 200 Meter Staffel legen.
Warum? In den Einzelrennen wird wan gegen Leute wie Weißmüller,
Arne Borg, Takaiſhi, Charlton, Laufer, Kojire, Crabbe u. a. m. kaum
über die Vorläufe hinauskommen. Derichs, Heitmann, Schubert über
100 Meter, Heinrich, Neitzel und Berges über 400 Meter und Neitzel und
ventuell Rademacher 2 über 1500 Meter, müſſen in ganz erſtklaſſiger
Form ſein, um in den Zwiſchenläufen noch eine Rolle zu ſpielen. Am
ausſichtsreichſten erſcheinen noch Heinrichs 400 Meter. Wer ſchwimmt
tun die Staffel? Heinrich, Heitmam, Derichs werden beſtimmt ſtarten.
Berges, Schubert und Neitzel ſind die anderen Anwärter. Wer iſt der
Beſte? Das freie Waſſer wird es lehren. Der zweite Platz, auf den ſo
viele hoffen, wird wohl kaum zu erreichen ſein. Hinter den davon=
ziehenden
Yankees wird ſich die gelbe Raſſe mit einem Takaiſhi als
Schlußmann kaum vom zweiten Platz verdrängen laſſen, während
Deutſchland, Schweden und Auſtralien hart um die bronzene Medaille
kämpfen werden.
In den Sprungkonburrenzen hat Deutſchland auf den Vorkriegs=
Olympiaden immer glänzend abgeſchnitten. In Antwerpen 1920 und in
Paris 1924 haben die Amevikaner auch auf dieſem Gebiete die Führung
an ſich geriſſen und dürften in Amſterdam daher wur ſchwer zu ſchlagen
ſein. Wer wird Deutſchland in dieſem Jahre vertreten? Aller Voraus=
ſicht
nach im Kunſtſpringen die Europameiſter Riebſchläger und Mund
und im Turmſpringen der Europameiſter Luber und Riebſchläger. In
den Amerikanern Desjardins, Fall, Simaika u. a. m. werden die Deut=
ſchen
auf ſehr ſtarke Gegner ſtoßen, von denen beſonders der Kalifornier
Desjardins ſich kaum den Sieg für das Sternenbanner nehmen laſſen
wird. Trotz des hervorragenden Könnens unſerer Vertreter iſt hier ein
allzu großer Optimismus nicht am Platze. Gerade bei den Springwett=
ämpfen
dürften Vorausſagen ſehr ſchwer ſein, hat doch die Erfahrung
gelehrt, daß große internationale Wettkämpfe im Springen ſchon oft
nicht durch die Springer ſelbſt, ſondern durch die Sprungrichter ent=
ſchieden
wurden.
Nach umfangreichen Vorbereitungen im Waſſerballfpiel geht Deutſch=
land
auch in dieſem Zweige des Schwimmſports wohlgerüſtet in den
Kampf. Nach den Ergebniſſen des Winters ſind wir nun endlich ſo weit,
um mit den ſtarken Waſſerballnationen Europas, mit den Ungarn, Fran=
zoſen
, Belgiern, Schweden und Holländern glatt den Kampf aufnehmen
zu können. Die vielen Uebungsſpiele der letzten Zeit haben wohl mit
der Aufſtellung: Erich Rademacher: Cordes, Gunſt; Benecke; Joachim
Nademacher, Bähre, Amann, die ſtärkſte Mannſchaft herauskriſtalliſiert.
Dieſe Mannſchaft dürfte tatſächlich die ſtärkſte ſein, da ſie mit füinf
Magdeburgern Hellenen und den beiden Hannoveranern Gunſt und
Bähre eine gute Emheit bildet. Durch die vielen Spiele ſind die beiden
Hannoberaner mit den Hellenen ſo gut eingeſpielt, daß man die Mann=
ſchaft
faſt als reine Klubmannſchaft anſehen kann. Dieſe ſieben Leute
genießen das Vertrauen der deutſchen Schwimmſportgemeinde und ſollten
in der Lage ſein, endlich einmal Deutſchland im Waſſerball würdig zu
vertreten.
Die Deutſchen Damen werden im Ringen um den olympiſchen Sieg
kaum weniger ſchwere Kämpfe zu beſtehen haben. Sehr ſchwierig wird
es ſein, gegen die Vertreterinnen Hollands und Englands, gegen die
Damen des Sternenbanners und Auſtraliens eine Goldmedaille zu ge=
winnen
.
Im Bruſtſchwimmen liegen die Dinge ähnlich wie bei den Herren.
Hier haben die deutſchen Vertreterinnen Mühe, Schrader und eventuell
Zimmermann noch die größten Ausſichten, die deutſche Flagge auf den
Siegesmaſt zu bringen. Gerade Mühe und Schrader haben durch ihre
letzten Weltrekordleiſtungen über 200 und 400 Meter wieder viel von
ſich hören laſſen und ſollten auch ihren Heuptgegnerinnen Baron= Hol=
land
, Jakobſen=Dänemark, und Grathy=Amerika, glatt die Spitze bieten
können.
Die deutſche Meiſterin im 100 Meter Rückenſchwimmen, Frl. Reh=
born
, für die Olympiade zu melden, dürfte ſich erübrigen, da Amerika,
Auſtralien, Holland und England eine Reihe von Damen beſitzen, die
den deutſchen Rekord von Rehborn ſchon um Sekunden unterboten haben.
Im Gegenſatz zu den Herren haben die Damen im letzten Winter im
Freiſtilſchwimmen große Fortſchritte gewacht. Beſonders die deutſche
Meiſterin Frl. Erkens konnte ihre Leiſtungen ſehr verbeſſern und auf
ſämtlichen Strecken zwiſchen 100 Meter und 400 Meter die deutſchen
Beſtleiſtungen zum Teil ganz erheblich unterbieten. Aber auch in
Schönemann, Mörſchel, Schneider, Wunder u. a. ſind neue Sterne aufge=
taucht
, die für die Zukunft noch mamhes verſprechen. Die bekannte
Rekordſchwimmerin Frl. Lehmann, mußte leider infolge längerer Krank=
heit
pauſieren. Sie wird jedoch nach gründlichem Training mit Frl.
Erkens unſere Hauptwaffe im Freiſtilſchwimmen ſein. Erkens, Leh=
mann
und Schönemann werden daher über 100 und 400 Meter die deut=
ſchen
Farben vertreten. Von dieſen Damen ſollte eine mindeſtens im=
ſtande
ſein, bis in den Endlauf zu kommen. Dann wird es allerdings
ſchwer ſein, hinter die ausgezeichneten Amerikanerinnen Norelius, Latrie,
Holm, Mac Gary und andere, gegen die Holländerinnen Braun und
Vierday, und die Enaländerinnen Cooper, Laverty, und die guten
Auſtralierinnen einen Platz zu erkämpfen.
Auch in der Damenfreiſtilſtaffel, 4mal 100 Meter, werden die Ver=
treterinnen
der neuen Welt einen glatten Sieg feiern. Deutſchland wird
mit Auſtralien, Hollan dund England hart um die Plätze ringen. In
Bologna waren uns England und Holland knapp überlegen. In Amſter=
dam
kann bei guter Dispoſition der deutſchen Damen das Ergebnis um=
gekehrt
lauten. Wer wird uns nach den Ergebniſſen der Wintermonate
vertreten? Erkens, Lehmann und Schönemann beſtimmt. Der vierte

Platz in dieſer Staffel wird noch zu einem großen Kampf zwiick
born, Mörſchel, Schneider, Wunder und Clermont führen.
Im Damenbunſtſpringen werden unſeren Damen, vonau
Söhnchen, Maudtner, Rehborn 2. oder Borys, außer den Amer
nen hauptſächlich die Europameiſterin Bornett=Oeſterreich gefähr
den. Hier und in dem Damenturmſpringen, das wir mit den
Fenk und Gehl beſchichen werden, eine Vorausſage zu treſſten
noch ſchwerer ſein als bei den Herren.
Unſere Olympiakämpferinnen und =Kämpfer ſtehen vor eim
ven Aufgabe. Mögen ſie uns in Amſterdam dank des guten
ſchnitts in allen Diſziplinen den Platz im Geſamtklaſſement er
der uns unſerer Stellung im internationalen Schwimmſport a
bührt. Das iſt der Wunſch der großen deutſchen Schwimmſport,
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 6. Juni. 12.15: Schulfunk. Eine frohe Stund=
getragen
von A. Gaede. e 15.30: Rektor Wehrhan: Auf A
Sagen vom Feuer. O 16.30: Funkorch.: Operetten. Mitw.;
Resni. O 17.45: Bücherſtunde. O 18.15: Vereinsnachrichten.
teilungen. O 18.30: Garteningenieur Hinze: Zwiſchenkulture
Gemüſegarten. O 18.45: Poſtinſpektor Arabin: Wie ſichere ie
Reiſegeld? oder der Poſtkreditbrief. o 19: Kaſſel: R.
Werkunterrichtliche Probleme. O 19.30: Schachſtunde. e 20
Beſteigung des Rindjani=Vulkans auf Lombok. o 20.15:
Arnold=Abend. Hallo, hallo, hier Radio. Wien. Beethov
Das iſt der Herr von Schubert. In Hietzing beim Dommayer
heut der Strauß. Du und dein kleines Herz dazu. Mutterl
burtstag. Wenn dich die Menſchen auch kränken. Hundetreue
draußen in der Wachau. Beim Wiener Heurigen: Das Wien
Das Lied von der großen Pummerin. Sonne wird ſcheinen.
an Wem. Morgen muß ich fort von hier. Du nur du.
Herz blutet aus tauſend Wunden. Maria. Turandot. We

kommſt mein Schatz kommt Sonne. Hab mich lieb Annemarie.
liche Schlager ſind von Ernſt Arnold gedichtet und komp
Ausf.: Ernſr Arnold (Geſang), Funkorch.
Stuttgart.
Mittwoch, 6. Juni. 12.30: Schallplatten. O 15: Kinde
Tante Gretle und Onkel Ott, Funkorch. o 16.15: Koizer
der Wunſchmappe. Funkorch., Einlagen Siri Bärlund.

Landwirtſchaftsnachrichten. 18.15: Fritz Michel lieſt aus
Schriften. O 18.45: Prof. Dr.=Ing. Fiechter, Stuttgart: E
und Berufe des Architekten. O 19.15: Einführungskurs in d
Sprache. O 20: F. C. Endres lieſt Humoresken. Anſchl.
gart: Schwäbiſcher Abend. Leitung: G. Ott. Mitw.: Maria
Maria Thereſia Deimann, Hans Hofele, Ad. Harlacher, Vol
quartett (Leitung: Oswald Kühn), Mundharmonika=Verein
ſtatt. O 20.30: Freiburg: Aus der Welt des Knaben Wun
Rezitationen Lieder von Brahms. Ein deutſches Vol
ſpiei von Herm. Silcher. Sechzehn Geſänge aus des
Wunderhorn für vier Singſtimmen und Klavier. Mitw.
Eckſtein, Luiſe Strauß, H. Schulz, E. Brugger. Muſikal.
Kapellm. Herzfeld. Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Mittwoch, 6. Juni. 15.30: Dora Sophie Kellner: Ne
ſormen. (Die Kameradſchaftsehe). S 16: Gert Hartena
Revolte auf einer Tabaiplantage. 16.30: Städtebild
Herm. Hieber: Brüſſel. 6 17: Kinderfeſt. Leitung: A.
O 19: Dr. Kadner: Br=unpunkte vorgeſchichtlicher Kulturen.
Helm. J. Jaretzki: Das Bühnenbild und ſeine Meiſter.
tinos.) O 20: Direktor Balzereit: Eines Bibelforſchers Wel
ung. O 20.30: Prof. Berger: Deutſches Turnen. O 20.4
Trepte: Schwimmſport. Anäßlich der Berliner Turn= und
woche. O 21: Prof. G. Havemann (Violine) und Lndia H.
Behrend (Flügel): Sonaten. Haydn: Sonate G=dur.
Sonate D=dur. Grieg: Sonate C=moll. Anſchl.: Te
richten. O 22.30: Walzer=Stunde. Ausf.: H. Schnitzler (Re
Konzert=Orcheſter Otto Kermbach.
Stettin. 19.30: Oberſpielleiter Clemens: Einführung
folgenden Uebertragung. O 20: Stadttheater Stettin: Köni
Muſikdichtung in einem Aufzuge von Wilh. Rettich.
Leitung: Der Komponiſt. Perſ.: Darja, Maria (Schweſtern)
Lichtenberg, Iphigenie Zotos; der Sänger (P. Papsdorf).
auf: Ouvertüren. Streich=Orch. Leitung: H. Scheibenhl
Anſchl.: Tagesnachrichten.
Deutſche Welle. Mittwoch, 6. Junt. 12: Prof. Dr. A1
Rektor Lorentz: Schulpraktiſcher Lehrgang der Ernähru
6 12.30: Mitteilungen des Reichsſtädtebundes. O 12.40: M
gen des Verbandes der Preuß, Landgemeinden. o 15: 2
Zentralinſtitut für Erziehung und Unterricht. O 15.35: We
Börſe. 6 16: Schulrat Wolff und Stephan Konetzky: Schul
Fragen. O 16.30: Dr. Mahrholz: Europäiſcher Geiſt 195
8 17: Hamburg: Exotiſche Walzer. O 18: Dr. Schloemer: 7
ſchaftliche Bedeutung der Feuerverſicherung. O 18.30:
für Fortgeſchrittene. O 18.55: Techniſcher Lehrgang. M
bauſchuloberlehrer Bornemann: Elektrotechnik. 19.20: P
Mersmann: Einführung in das Verſtehen von Muſik. O 20:
Direktor Balzereit: Eines Bibelforſchers Weltanſchauung. &
Prof. Berger: Deutſches Turnen. O 20.45: Kurt Trepte: E
ſport. (Anläßlich der Berliner Turn= und Sportwoche.)
Sonaten. Mitw: Prof. G. Havemann (Violine) und Lyd
mann=Behrendt (Flügel). Anſchl.: Nachrichten. O 22.30:
Stunde. Orcheſter Otto Kermbach u. H. Schnitzler (Rezitat

Wetterbericht.
Das nordeuropäiſche Druckfallgebiet hat ſich infolge ſtark
raturgegenſätze weiter vertieft und ſüdlich ausgebreitet. Sein
heute über dem Bottniſchen Meerbuſen und Finnland. 2
Rückſeite der Störung vordringenden kühleren Luftmaſſen
veränderlichem Wetter mit Niederſchlägen in Form von Sche
laſſen zunächſt keine Erwärmung aufkommen.
Ausſichten für Mittwoch, den 6. Juni: Wechſelnd wolkig, kühl.
etwas Regen.
Ausſichten für Donnerstag, den 7. Juni: Noch kühles, wech!
kiges Wetter mit vereinzelten Niederſchlägen.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute und mi
Mee

Ort: Wetter: Temp.
in C‟ Wind: Gießen: bedeckt 11 NO, Aachen: wolkig NNO, Hamburg: wolkig NNW. Berlin: wolkig W. München: Regen 15 WSW. Königsberg: wolkig WNW. Breslau: wolkig WNWs

ſchlag
in mm

03

Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtatione.
ſtill
Nebel
Feldberg:

(Taunus) 9 Waſſerkuppe: Nebel W. Feldberg:
(Schwarzw.) Regen 8 SW Zugſpitze: Nebel WNW. Kahler Aſten: wolkig NNW. Fichtelberg: Regen WSW. Schneekoppe: Nebel NW.

Hauptſchriftleitüng. Rudolf Maupe
Veranworilich für Polliſt und Wiriſchaft: Rudolf Maupei ſur Fecle.
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. &19 den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andik
Die Gegenwart: Dr. Herberi Nettei für den Inſerateniel!: Dl.
und Verlag: L. C. Wittſch ſämtlich in Darmſio
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rüclendung nichl D. t
Die heutige Nummer hat 14 Seiell=

[ ][  ][ ]

Mittwoch, den 6. Juni

Fiſenerzbergbau im Lahn=Dillgebiet und
Oberheſſen im Monat Mai.

ſchwediſche Streit hat dem Eifenſteinbergbau immer noch keine
Vorteile gebracht, weil die Hütten infolge Mangels an hoch=
Schwedenerzen als Erſatz in erſter Linie andere hochwertige
uaM erze bevorzugen, um das Ausbringen der Hochöfen nicht zu
ern. Erſt wenn eine Knappheit an Erzen überhaupt eintritt,
werſch Kahn=Erzbergbau mit verſtärkten Abrufeu rechnen. Eine ge=
vierigkeit
entſtand für die über Oberlahnſtein auf dem Rhein zu
MS. den Erze durch den Schifferſtreik. Jedoch war es bisher mög=
Heranziehung fremden Kahnraumes den Erzverſand aufrecht
.m, wenn auch mit finanziellen Opfern für die Gruben. In der
Reufe it mußte wiederum eine Gruhe mangels jeglicher Ausſicht auf
che Erleichterungen in den Produktionsbedingungen ſtillgeleg.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Holzmarkt ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Eine kleine Be=
am
Baumarkt eingetreten. Es handelt ſich hier hauptſächlich
lungsbauten, für die allerdings Bauholz in nicht allzugroßen
gebraucht wind. Vor einigen Tagen haben Nachfragen nach

n beſtimmten Liſtenlängen einzuſetzen begonnen, und es hat
hein, als würde dieſer Bedarf auch in den nächſten Wochen
Freilich iſt auch das Angebot der Sägewerke groß, denn es
Abſatz in Waggonhölzern, vor allen Dingen in Waggonböden,
m ſehr viel Bauholz verſchlungen haben. Auch die Kiſten=
iſt
wenig beſchäftigt, ſo daß dementſprechend das Angebot in
yern ebenfalls ſtark iſt. Die Furnierinduſtrie berichtete in letzter
eine kleine Beſſerung der Abſatzverhältniſſe, die dadurch ent=
z
verſchiedene größere Möbelfabriken einen Teil ihres zu erwar=
ſendy
Zedarfs deckten. Allerdings waren die Preiſe wenig befrie=
ir
die Verkäufer der Furniere, und ſie bewegten ſich zum Teil
ſichr den Selbſtkoſten der Herſtellung. Am meiſten wurde aber dar=
her
agt, daß in den Kreiſen der Abnehmer Regulierungsgepflogen=
beite
ingang gefunden haben, die geradezu unerträglich geworden
wird ein längeres Ziel von drei Monaten in Anſpruch ge=
mI
und dann Regulierung in drei Monate laufenden Wechſeln
imen, die bei Verfall nochmals um ein Quartal zu verlängern
ch die Möbelabzahlungsgeſchäfte nutzen das Ziel über Gebühr
ſo kann man feſtſtellen, daß Methoden im Holzgeſwverbe oft
atzgreifen, die ſeine Rentabilitä gefährden. Neuerdings wurden
itthölzer von rheinländiſchen Firmen in ſtärkeren Abmeſſungen,
von 50 Millimeter aufwärts, geſucht. Man zahlte hierfür frei
Grenze unverzollt bis 100 Mark je Kubikmeter, für ſchwache
igen, wie 13 Millimeter, 5 bis 10 Mark je Kubikmeter mehr.
nswert iſt, daß man den Angeboten in Rohholz vom nächſt=
hen
Einſchlag fürs erſte keine Beachtung ſchenkt, weil man kein
n zum Fortbeſtand der gugenblicklichen Rohholzpreiſe hat.
amtliche Großhandelsindexziffer vom 30. Mai 1928. Die auf
ſtag des 30. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des Stati=
Reichsamtes hat gegenüber der Vorwoche um 0,1 v. H. auf
1,6) angezogen. Von den Hauptgruppen erhöhten ſich die In=
1für Agrarſtoffe um 0,4 Prozent auf 137,6 (137,1), für Kolo=
an
um 0,1 v. H. auf 138,3 (138,1), und für induſtrielle Fertig=
gar
m 0,1 v. H. auf 158,7 (158,6), während die Indexziffer für
le Rohſtoffe und Halbwaren einen Rückgang um 0,2 v. H.
(135,3) erfuhr.
Abſchluß der größten Molkerei Oberheffens. Die Molkerei=
chaft
Oſtheim=Niederweiſel hielt jetzt ihre diesjährige General=
lung
ab. Nach dem Geſchäftsbericht wurden im Jahre 1927 ins=
und 5 238 000 Liter Vollmilch verarbeitet gegen 5 160 000 Liter
e vorher. In der Bilanz werden die Aktiven mit rund 189 770
Mal e Paſſiven mit rund 186 172 Mark aufgeführt, ſo daß ein Rein=
geFi
von 3598 Mark verbleibt, der allerdings in keinem Verhältnis
hröße des Betriebes dieſer größten Molkerei Oberheſſens ſteht.
lder Genoſſen iſt von 1353 auf 1377 geſtiegen.
dsſpruch im Lohnſtreit bei der Rheinſchiffahrt. Im Lohnſtreit
Rheinſchiffahrt iſt im Reichsarbeitsminiſterium ein Schiedsſpruch
oorden. Hiernach bleibt der bis zum 30. April 1928 gültig ge=
ohn
= und Gehaltstarif in Kraft. Dieſe Regelung kann mit
ger Friſt, erſtmalig zum 15. Oktober 1928, gekündigt werden.
Seitnehmer ſind möglichſt ſofort, ſpäteſtens aber innerhalb einer
GrE) : zehn Tagen, nachdem der Schiedsſpruch Vertrag geworden iſt,
wis inzuſtellen. Maßregelungen aus Anlaß des Arbeitskampfes fin=
we
: ſtatt. Die Parteien haben ſich bis zum 11. Juni d. J. über
1e oder Ablehnung des Schiedsſpruches zu erklären.
Getreide=Kreditbank Aktiengeſellſchaft, Mainz, erläßt eine Be=
ae
forderung, der wir folgendes entnehmen: Die ordentliche Gen. ilung unſerer Geſellſchaft vom 18. Mai 1928 hat beſchloſſen, das
A 1 pital unſerer Geſellſchaft um nom. RMM. 125 000 unter Ausſchluß
ua zlichen Bezugsrechtes der Aktionäre zu erhöhen, und zwar durch
Wel von 125 Stammaktien über je nom. RM. 1000 Lit. C mit voller
MEl ſenberechtigung für das Geſchäftsjahr 1928 u. ff. Die neuen
AEIind von einem Bankenkonſortium, beſtehend aus der Commerz=
Mr1 bat=Bank A.=G., Filiale Mainz zu Mainz, der Darmſtädter und
DaA lbank, Filiale Mainz zu Mainz, der Direktion der Diskonto=Ge=
. Filiale Mainz zu Mainz, und dem Bankhaus Kronenberger
u Mainz, das unter Führung der Direktion der Diskonto=Geſell=
Me1 Filiale Mainz zu Mainz ſteht, übernommen worden mit der
ſtung, dieſe neuen Aktien den alten Aktionären in der Weiſe
zugsweiſen Bezug anzubieten, daß innerhalb einer Ausſchluß=
4 Wochen auf je RM. 2000 alte Aktien nom. RM. 1000 neue
eum Kurſe von 107 Prozent zuzüglich Schlußnotenſtempel be=
E ſerden können. Die Ausübung des Bezugsrechtes hat bei Ver=
e
: des Ausſchluſſes bis zum Freitag, den 22. Juni 1928, einſchließ=
den
einzelnen der vorgenannten Konſortialbanken oder bei uns
gen; die Mäntel der betreffenden alten Aktien ſind zur Abſtempe=
e
) htzeitig vorzulegen.
den heſſiſchen Kreditgenoſſenſchaften. Der Verband Heſſiſcher
La i= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften e. V., Kaſſel, veröffentlicht ſo=
5 Ergebnis der Zweimonatsbilanzen per Ende April 1928 ſeiner
eſchloſſenen Kreditgenoſſenſchaften. Die Bilanzſumme der berich=
2 Kreditgenoſſenſchaften betrug 36,8 Mill. RMM. gegen 35,3 Mill.
ide 1927 und 35,7 Mill. RM. Ende Februar 1928. Es ſtiegen die
tagen ſeit Anfang dieſes Jahres von 16 Mill. RM. auf 18.1
* Dle, die Geſchäftsguthaben von 3,9 Mill. RM. auf 4,9 Mill.,
de Guthaben in laufender Rechnung von 9,2 auf 8,6 Mill.
hagingen, was mit der allgemeinen Wirtſchaftslage zuſammen=
Se Gelder wurden in der Hauptſache im Kreditgeſchäft ausge=
Due Geſamtſumme der Außenſtände in laufender Rechnung ein=
9 der diskontierten Wechſel belief ſich unter Zurechnung von
* Velſe weiterbegebener Wechſel auf 33,8 Mill. RM. gegen 32
(M. Ende 1927.
Viehmärkte.
lechiuzer Viehhof=Mauktbericht vom 5. Juni. Die Zufuhren zum
Markt waren bei ſämtlichen Viehgattungen ſtärker wie auf dem
." Der Großviehmarkt brachte 306 Stück mehr zum Auftrieb.
Wem Geſchäft gaben die Preiſe bei Färſen und Kühen 13 Mk.
S verblieb Ueberſtand. Der Kälbermarkt hatte einen Mehr=
Dn 23 Stück. Hier geſtaltete ſich das Geſchäft mittelmäßig
* Abwärtsbewegung der Preiſe von 94 Mark. Ein Reſtbeſtand
nicht. Auf dem Schweinemarkt war der Auftrieb um 128
Noher. Beſte Schweine waren ſehr geſucht und auch bald ver=
Eu9 her ging das Geſchäft nur langſam vor ſich. Die Preiſe
* Mark an. Es verklieb ein kleiner Ueberſtand. Angetrieben
D Schſen 21 Bullen, 730 Färſen und Kühe, 388 Kälber und 1150
L Je nach Qualität wurden pro 100 Pfund Lebendgewickt im
L Iigende Preiſe erzielt: Ochſen 4254; Bullen 3944: Färſen
Ade 3242: 9032; 1822; Kälber 6374; 5463; Schweine
970 und 6569 Mark.
* baute, Felle= und Lebergroßhandel im Monat Mai. Im Mai
S Lendung auf dem Häutemarkt ein. Die deutſchen Auktionen
Lau ſhächer und die Preiſe für Großviehhäute gingen durch=
A Prozent zurück. Auch die Wildhäutepreiſe haben eine
Dn K-8 Prozent erlitten. Das Ledergeſchäft liegt weiter
E Schugfabriken ſind meiſt ungenügend beſchäftigt und arbeiten
L Zas Lederkleinhändlergeſchäft hat ſich etwas belebt. Der
Oymarkt iſt unverändert und ruhig.

Frankfurter Effektenbörſe.
* Frankfurt a. M., 5. Juni.
An der heutigen Börſe kam die ſtarke internationale Verflechtung
der Spekulation wieder deutlich zum Ausdruck. Auf die im Verlaufe
ſtark abgeſchwächte Haltung der geſtrigen New Yorker Börſe war die
Stimmung zu Beginn unſicher und ſchwächer. Die Spekulation ſchritt
zu Glattſtellungen, die auf den meiſten Marktgebieten Kursrückgänge
zur Folge hatten, da auch heute wieder Kaufaufträge des Auslandes
nur in geringem Umfange vorlagen. Im Verlaufe konnte ſich die
Stimmung leicht erholen. Man verwies auf die guten Erfolge der ver=
ſchiedenen
deutſchen Auslandsanleihen in New York. Bei der erſten
Notierung waren jedoch immerhin noch überwiegend Kursrückgänge
von 13 Prozent gegen die geſtrige Abendbörſe zu verzeichnen. Das
Geſchäft war im allgemeinen nicht umfangreich. Am Chemiemarkt eröff=
neten
J. G. Farben 2½ Prozent niedriger, Scheideanſtalt und Holz=
verkohlung
waren je 1 Prozent gedrückt. Von Elektrowerten waren
Siemens mit minus 4½ Prozent ſtärker angeboten, ebenſo Chadeaktien,
die 5 Mark verloren. Sonſt gaben die Werte dieſes Marktes 1 bis 2
Prozent nach. Am Markte der Autoaktien büßten Daimler und NSUI.
je 3 Prozent ein. Am Montanmarkt gaben Rheiniſche Braunkohlen
und Rheinſtahl je 2 Prozent nach. Von den Zellſtoffwerten blieben
Waldhof gut behauptet, während Aſchaffenburger 2 Prozent verloren,
Deutſche Erdöl waren mit plus 2½ Prozent ſtärker gefragt. Kali Salz=
detfurth
konnten ſich 4 Prozent erholen. Deutſche Anleihen lagen ſtill,
von Auslandsrenten waren Türken meiſt etwas feſter auf den neuen
Vorſchlag der türkiſchen Regierung zur Schuldenregelung.
Im Verlaufe erfuhr die Tendenz eine weitere Beſſerung, und für
die führenden Werte traten 1= bis 2prozentige Erholungen ein. Rege
gefragt waren Rhein. Braunkohle, die 6½ Prozent gegen Anfang ge=
wannen
. Am Geldmarkt machte die Erleichterung Fortſchritte. Tägl.
Geld 6½ Prozent. Am Deviſenmarkt war der Dollar merklich erholt.
Der Franken lag unverändert ſchwach. Man nannte Mark gegen Dollar
4.1820, gegen Pfunde 20.420. London=Kabel 4.8825, Paris 124.20, Mai=
land
92.67½, Madrid 29.23, Holland 12.09¾.
Gegenüber der ſchwachen Mittagsbörſe eröffnete die Abendbörſe
wieder leicht befeſtigt. Am Bankenmaukt iſt Commerzbank um 0,75 und
Danat um 1 Prozent leichter. Von Montanwerten Rhein. Braunkohlen
2,5 Prozent ſchwächer, Mannesmann dagegen 1 Prozent feſter. Kali=
aktien
eher etwas leichter. Deutſche Erdöl unverändert. Licht u. Kraft
konnten 1 Prozent gewinnen, dagegen gaben Geſ. für Elektr. 1,25 Proz.
her. Die übrigen Elektroaktiem gut behauptet. Zellſtoffwerte leicht be=
feſtigt
. Schiffahrtswerte freundlicher. Anleihen ebenfalls gut behauptet,
Der Börſenverlauf war nicht ganz einheitlich. An der Nachbörſe nannte
man Farben etwa 1 Prozent leichter, Erdöl mit 143,5 behauptet. Auch
Siemens etwa 1,25 Prozent niedriger, dagegen Zellſtoffaktien ſehr gut
gehalten. Farbeninduſtrie 281,25: Siemens 362,25; Waldhof 321,5;
Aſchaffenburger Zellſtoff 207; AEG. 186,5. Im einzelnen nannte man:
Commerzbank 189,5: Danat 281,25; Metallbank 156; Gelſenkirchen 141,75;
Weſteregeln 224: Mannesmann 157,75; Rheinſtahl 171,5; Hapag 169,75;
Nordd=Lloyd 160,75; AEG. 187,25; Daimler 116,75; Licht u. Kraft 237,5;
Farben 282,5; Geſ. für Elektr. 288,25; Siemens 362,5; Schuckert 212,5;
Waldhof 320.
Im Abenddeviſenverkehr lag Paris wieder feſter, die Reichsmark da=
gegen
weiter infolge des Anziehens der New Yorker Geldſätze ſchwächer.
London geg. Paris 124,13; geg. Mailand7 92,66; geg. Holland 12,097/;
gegen Madrid B,B; gegen New York 4,8819: gegen Zürich 25,327/8;
Pfunde gegen Mark 20,435; Dollar gegen Mark 4,1875.
Berliner Effektenbörſe.
* Berlin, 5. Juni
Die Tendenz der heutigen Börſe war zu Beginn, abgeſehen von
ganz wenigen Ausnahmen, ſchwach. Das Kursniveau ging im allge=
meinen
um 12 Prozent, nicht ſelten darüber hinaus, zurück. Das
Publikum war in der Auftragserteilung ſehr zurückhaltend, und die
Spekulation ihrerſeits ſah ſich zur Vorſicht veranlaßt, und zwar ins=
beſondere
durch den ſtarken Rückgang, der infolge des hohen Geldſatzes
in New York an dieſer Börſe eingetreten iſt. Daneben verwies man
auf die ſich neuerdings immer deutlicher bemerkbar machende Verſchlech=
terung
der Konjunktur auf dem innerdeutſchen Eiſenmarkt und die
Befürchtungen, daß die ſchon ſeit langem drohende Tariferhöhung der
Reichsbahn unter Umſtänden bald durchgeführt werde. Neben dieſen
ungünſtigen Momenten war die Erleichterung des Berliner Geldmarktes
ohne jede Wirkung. Der Satz für Tagesgeld ermäßigte ſich auf 6½½s bis
8½, Monatsgeld blieb mit 7½8½ unverändert. Ebenſo der Satz
für bankgirierte Warenwechſel mit 7 Prozent. Auch der Rentenmarkt
hatte ein ſehr kleines Geſchäft. Die Neubeſitzanleihe ging um 15 Pfg.
auf 19,6 zurück. Am Deviſenmarkt war die Mark ſchwächer. Gegen
das Pfund hörte man 20 4140 und gegen New York 4 1814. London
New York 4,8819, London-Brüſſel 34,99, LondonMailand 92,67, Lon=
don
-Madrid 29,24. Nach Feſtſetzung der erſten Kuruſe ſchritt die
Spekulation teilweiſe zu kleinen Deckungskäufen, ohne daß hierdurch eine
nennenswerte Kursveränderung eintrat. Im weiteren Verlauf wurde
die Börſe vorübergehend feſt. So ſtiegen Rhein. Braunk. bis auf 314,
gingen dann aber wieder auf 309 zurück.
Privatdiskont 6½ für beide Sichten. Bis zum Schluß hielt die
ſchwache Haltung der Börſe an. Auch die Nachbörſe war weiter abge=
ſchwächt
. Gegen 2.30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe: AEG. 186½,
Siemens 363, Gesfürel 288, Schuckert 211, Salzdetfurth 412½, J. G.
Farben 281, Schultheiß 370, Oſtwerke 325½, Polyphon 537, Zellſtoff
Waldhof 317½, Tief 324, Karſtadt 255¾, Verg. Glanzſtoff 761, Rhein
Braunk. 305, Phönix 9834, Rheinſtahl 171, Dt. Erdöl 142½, Hapag
169½, Nordd. Lloyd 160½, Danat 279, Commerzbank 191, Deutſche 172.
Die Neubeſitzanleihe ging abermals um 15 Pfg. auf 18,30 zurück. Alt=
beſitz
I und II 51½, III 54, Reichsbank 281½.

A. E. G.

Boſalt :..
Bergmann.

Berl. Hand.=Geſ.

Bremer Wolle. . . .
Danatbank. . . . . .
Deutſche Bank. . .
Diskontogeſ. . . . . .
Dresdner Bank. . . .
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl ....

Sletr. Lieſerung :
J. G. Farben .... . .
Gelſenk. Berg. ...
G. f. elektr. Untern. 1298.5
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch.
Hapag
Harpner. . .
vemoor Zement. . .

Helſingfors .. 110.51
Wien ......."
Prag".
Budapeſt.
Sofia ...
Solland .....
Cslo ......"
Kopenhagen
Stockholm
London.
Buenos Aires
Ner=York
Belgien .....

4. 6. 5. 6. H193. 1189. 110. 110. 182. 82.5 1217. 215. 70. 89.5 4280. 280. 1177. 1177. 1252 251 1e28s. 1283. 1175. 169.75 1171.5 176. Niederlauſitze 47.125 50.25 1141. 144.75 68. 68. V Polyphon 143.75 140.75 183,5 181.- 1289.75 285. H145. 1143. 58. 58.5 1219. 173.5 170,5 176. 169,12s1 1242. 245.

Hirſch Kupfer
Höſch Eiſen
Hohenlohe Werke
Kahla Porzellan.
Kali Aſchersleben
Salzdefurth
Weſterregeln
Lindes Eismaſch.
L. Loewe & Co.
173.5 Lingel Schuh
169. MannesmannRöl
Nordd. Loy
Orenſtein.
Rütgerswerke
Sachſenwerke
Siemens Glas
Ver. Glanzſtof
293. / Ver, Stahlwerke.
Volkſtedter Porzella
15.5 Wanderer Werke
Wiſſner Metall.

4. 6
128.
153.75
91.
175.
232.
/428.
234.
188.
257.
58.
161.5
181.
164.5
128.5
563.75
98.
148.
156.
776.
104.
62.
160.
167.
745

5. 6.
128.5
150.
92.
175.
229.25
421.25
229.5
188.
253.
58.
159.,75
160.
161.125
128.
544.75
97.
141.
156.
777.25
103.
62.75
160.
165.
72 25

Deviſenmarkt.

4. 8. 5. 6. Geld Brie Geld Brief 10.53 10.518 10.534 158.755 58.87. 58.81 58.93 12.375 2.3g5 12.387 1 2.407 72.93 73.06 72.97 73.1 3.012 3.ofg 3.017 3.02 168.61 168.95 168.71 169.05 juns 12.08 11.95/112.1 172.1 112.32 112.14 12.38 112.04 12.26 112.09 112.3: 20.338 20,426 0.402 20.44 1.782 Nic 1.783 1.78 4.1745 4.1825 14.1790 4 1870 56,28 58.4 58.30 58.4.

Italien.
Paris .."
Schweiz".
Spanien.
Danzig".
Fapan. .
Rio de Janeiro
Jugoſlavien
Portugal
Athen.
Konſtantinopel
Kanada..
Uruguav. . .

4 8. Geld Brie Geld 22.01122.05 (22.02 16.41/16.45 16-425 20.4 80.,64 80.56 69.70 69.8 69.72 s1.49/ 81.0 91.54 1.9481 1.952 1.958 0.502/ 0.504 0.50 15 7.353/ 7.36 7.358 7.372 17.93 17.97 19.03 5.43: 5.445 5.415 2.148 2.15. 2.150 4.166 4.17 4.171 4.266 4.274 4.281

69 86
81.70
1.962
1.5035
18.07
5.425
2.154
4.179
4.289

Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 5. Juni. Auch heute verkehrte
der Frankfurter Produktenmarkt in ruhiger Haltung. Obwohl die
amerikaniſchen Notierungen weiter etwas anziehen konnten, blieben die=
ſelben
ganz ohne Einfluß auf den hieſigen Markt. Ware kam nur wenig
an den Markt, dem aber auch kaum Nachfrage gegenüberſtand. Die
Preiſe blieben jedoch gut behauptet. Weizen T 26.5026.75, Roggen 28,
Hafer inl. 2828.50, Mais für Futterzwecke 25, Mais für andere Zwecke
25, Weizenmehl 37.7539, Roggenmehl 39.5040, Welzenkleie 14.75,
Roggenkleie 17,2:

Amerika weiter aufnahmefähig für Auslands=
Anleihen.
Einen bemerkenswerten Beitrag zur Frage dir amerikaniſchen Kapi=
talanlagen
im Ausland liefert der Inder der New York Truſt Com=
pany
. Es wird ausgeführt, daß mit größter Wahrſcheinlichkeit in den
kommenden Jahren ausländiſche Anleihen in Amerika in demſelben,
wenn nicht in größerem Umfange als bisher untergebracht werden
müſſen, eine Feſtſtellung, die für Deutſchland, das für Kapitalzufuhr
hauptſächlich auf Amerika angewieſen iſt, von erheblicher Bedeutung
iſt. In den letzten Jahren haben die Vereinigten Staaten etwa 1¾
Prozent des geſamten National=Einkommens an andere Länder ver=
liehen
. Dieſer Prozentſatz erſcheint nicht ſehr hoch, wenn berückſichtigt
wird, daß vor dem Kriege England etwa 8 Prozent. Frankreich 5 Proz.
und Deutſchland 1 Prozent ihres National=Einkommens im Auslande
anlegten. Dennoch iſt kaum mit einer Einſchränkung zu rechnen. Die
Rückzahlung der von Amerika geliehenen Beträge, ganz abgeſehen von
neuen Anleihen, würde eine ſo erhebliche Einfuhrſteigerung der Er=
zeugniſſe
der Schuldenländer nach den Vereinigten Staaten oder deren
Abſatzländern, wie Süd=Amerika oder Aſien, bedeuten, daß ſie nur mit
einer ſchweren wirtſchaftlichen und induſtriellen Kriſe in den Ver=
einigten
Staaten ſelber erkauft werden könnte.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 5. Juni ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: ſtetig): Standard p. Kaſſe 641/18½, 3
Monate 64½/o, Settl. Preis 64½, Elektrolyt 68½469½, beſt ſe=
lected
6768½, Elektrowirebars 69½; Zinn (Tendenz: ſtetig): Stan=
dard
p. Kaſſe 223¾½, 3 Monate 223½½, Settl Preis 223¾4,
Banka (inoff Not.) 229¾, Straits (inoff. Not.) 226¾; Blei (Tendenz:
willig): ausländ, prompt 217/us, entft. Sichten 21½, Settl. Preis 21¾;
Zink (Tendenz; ruhig): gewöhnl. prompt 25½, entft Sichten 2541/15,
Settl. Preis 25½; Quechſilber (inoff. Not.) 22½½; Wolframerz (inoff.
Not.) 16½.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 5. Juni ſtellten
ſich für Elettrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotter=
dam
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 139,25
RM. Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſen=
vorſtandes
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für
prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hütten=
aluminium
9899 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren
190194 RM., desgleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent,
350 RM., Reinnickel, 9899 Prozent, 93 RM., Antimon Regulus 98
RM., Feinſilber (1 Kg. fein) 8384 RM
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 5. Juni
ſtellten ſich für Kupfer: Januar, Februar, März 128,25 (128,50),
April 128,50 (128,50), Mai 128,50 (128,75), Juni 126,25 (127,25), Juli
127 (127,25), Auguſt 127,50 (127,75), September 128 (128), Oktober 128
(123,25), November 198,25 (128,25), Dezember 128,25 (128,50) Tendenz:
ſtetig. Für Blei: Januar, Februar 43 (43,75), März, April, Mai
43,50 (43,75), Juni 42,25 (42,50), Juli 42,50. (42,50), Auguſt 42,75 (43),
September 43 (43,25), Oktober 43, November 43 (43,25), Dezember
43,25. Tendenz: abgeſchwächt. Für Zink: Januar, Februar, März,
April, Mai 50 (50,50), Juni 51 (51,25), Juli, Auguſt 50,25 (51), Sep=
tember
, Oktober 50,25 (50,75), November, Dezember 50 (50,50). Tendenz:
ſtill Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beige=
fügten
Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 5. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt nahm heute einen ſehr ſchwachen Verlauf und
ſchloß mit Preisabſchlägen von 4 %5 Cents pro Lbs. auf die gün=
ſtigen
Wetterberichte aus Kanada, Dakota und Minneſota, die beſſeren
Felderſtandsberichte aus Europa und die Schwäche Liverpools ſowie auf
Liquidationen des Handels.
Mais: Auch hier überwog heute das Angebot, ſodaß die Kurſe
½1½ Cts. nachgaben. Verſtimmend wirkte auch die geringe Export=
nachfrage
bei Zunahme der ſichtbaren Vorräre.
Roggen verzeichnet heute ebenfalls ſtarke Preisberluſte von 33 78
Cents auf die günſtigen Wetterberichte, Liquidationen und die ſchlep=
pende
Exporinaihfrage.
Hafer nahm ebenfalls einen ſchwachen Verlauf auf Liquidationen
und günſtige Wetter= und Felderſtandsberichte.
* New York, 5. Juni. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Der Terminmarkt verlief ziemlich ruhig. Mäßige Liqui=
hatisnen
drückten auf das Preisniveau.
Zucker: Infolge der ungünſtigen Londoner Kabel nahm die Speku=
latiom
Poſitionslöſungen vor. Dann trat auf Deckungskäufe eine Er=
holung
ein.
Baumwolle: Anregende Liverpooler Kabel bewirkten Käufe des
heimiſchen und ausländiſchen Handels. Dann trat eine empfindliche
Abſchwächung ein auf Realiſationen und Meldungen, daß die Inſekten=
ſchäden
nicht ſo groß ſeien, wie angenommen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Juni;
Getreide: Weizen, Juli 143½, Sept. 145, Dez. 147½: Mais,
Juli 104½, Sept. 103½, Dez. 88½; Hafer, Juli 56½, Sept. 46,
Dez. 48; Roggen, Juli 125¾, Sept. 119½, Okt. 120½.
Schmalz: Juli 11,95, Sept. 12,30, Okt. 12,425.
Fleiſch: Rippen, Juli 12,25, Sept. 12,50, Oft. 12,50; Speck
loco 12,50; leichte Schweine 8,609,95, ſchw. Schweine 9,259,95;
Schweinezufuhr Chicago 28 000, im Weſten 100000.
Baumwolle: Juli 20,66, Okt. 21,43.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 5. Juni:
Getreide: Weizen, Rotinter 181½, Hartwinter 161½: Mais
neu ank. Ernte 116½; Mehl ſpr. wheat clears 77,25; Fracht
nach England 1,62,3, nach dem Kontinent 8,810 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,55; Talg extra loſe 8½.
Kakav: Tendenz: feſt, Umſatz in lots 201, loco 14½, Juni
14,38, Juli 14,73, Auguſt 14,95, September 15,12, Oktober 14,98,
November 14,63, Dezember 14,13, Januar 1929 13,98, März 13,88.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Verband Deutſcher Porzellangeſchirr=Fabrikanten hat ſeinen
Abnehmern bekanntgegeben, daß der 2prozentige Rabatt für neue Auf=
träge
ab 1. Juli ds. J. in Wegfall kommt. Dies bedeutet nach der zu
Anfang April eingetretenen generellen Preiserhöhung um 5 Prozent
eine weitere Preisſteigerung. Der Reichsverband Deutſcher Bürſten=
Fabrikanten hat eine Preiserhöhung für ſeine Fabrikate um durch=
ſchnittlich
510 Prozent beſchloſſen.
Die Hamburger Hochbahn hat die in ihrem Geſchäftsbericht für 1927
bereits angekündigte Anleihe im Betrage von nom. 8 Mill. Dollar nun=
mehr
mit einem amerikaniſchen Bankenkonſortium unter Führung von
Brown Brothers u. Co. und der International Acceptance Bane Inc.,
New York, ſowie unter Beteiligung der Dresdener Bank in Hamburg
und des Bankhauſes M. M. Warburg u. Co. abgeſchloſſen. Der Zinsfuß
beträgt 5½ Proz, der Ausgabekurs 92½ Proz.
In der am 6. ds. Mts. ſtattfindenden Bilanzſitzung der Leonhard
Tietz A.=G., Köln, wird eine gegenüber dem Vorjahr (6 Proz.) um
mehrere Prozent erhöhte Dividende in Vorſchlag gebracht werden.
Die 15 Mill. Dollar=Anleihe der Stadt Berlin iſt in New York
kurz nach Oeffnung der Liſten überzeichnet worden. Die Zeichnungen
liefen aus dem ganzen Lande und in ſtarkem Maße auch aus anderen
Teilen der Welt ein.
Wie bereits in den beiden Vorjahren, veranſtalten der Deutſche
Arbeitgeberbund für das Baugewerbe, der Deutſche Wirtſchaftsbund für
das Vaugewerbe und der Innungsverband Deutſcher Baugewerksmeiſter
wiederum gemeinſam eine Deutſche Bauwoche, als deren Tagungs=
ort
in dieſem Jahre die ſchleſiſche Hauptſtadt Breslau für die Zeit
vom 10.14. Juni 1928 auserſehen iſt.
Im Wojewodſchaftsgebäuke fand die Unterzeichnung des Anleihe=
vertrages
zwiſchen der Wojewodſchaft Schleſien und den Vertretern
amerikaniſcher Bauken ſtatt. Die Anleihe ſoll durch die Gewerbeſteuer
ohne hypothekariſche Sicherheit gedeckt werden, ſchon nächſte Woche auf
dem amerikaniſchen Geldmarkt aufgelegt werden.

[ ][  ][ ]

Seite 12

BMark Horlen Belnien de Piech
Wohnungstauſch?
Geboten: Schöne Duhllanigge Saufch
ſonnige 5 Zimmer=

Wohnung m. Bad,
Balk, elektr. Licht,
im Joh.=Viertel.
Geſucht: 5 Zimmer=
Wohnung mit Zu=
behör
. *15152
G boten: Schön
3 Zimmer=Wohng.
in guter Lage.
Geſncht: 5 Zmmer=
Wohnung mit Zu=
beh
. im Joh.=Viert.
Tauſchbüro
Paul Wolf & Co.
Nachf.,Rheinſt. 51,pt.

Woh ungstauſch.
Beamter i. R. ſucht
ſeine 3 Zim. Wohn
in Worms mit ſolcher
beliebigen rts ar
der Beigſtraße z.
tauſchen, Hausverwal=
terſtelle
bevorz. Ge
Angeb. an A. Wagner
Worm3, Luginsland
Nr. 5 erbet. (9539a

Zimmer

nheiatſt. 0, P.
herrſchaftl. 8 Zim.=
Wohnung mit reichl.
Zubehör zu vermiet.
Näh. S einſtraße 10.
Tel, 1210. (9526a

2 Zimmer

Stiftſtraße 19, part.,
2 Zimmer mit ſep.
Eingang von Straße,
für Arzt, Rechtsanw.
oder als Büro geeig",
zu verm. ( 14768em

2 Zimmer
u. Küch= auf eini e
Zeit zu verm. Bad,
el L, Gas, Waſſer,
Balkon. Mäß. Pr is.
Näh. Geſchſt. (*15074

2 Zimmer
mit Nebenraum (als
Küche verwendbar),
evtl., auch für Büro
geeignet, weil ſep.
Eingang v. d. Straße,
in gut. Lage zu veim.
Inſtandſetzungskoſten
müſſen vergütet wer=
ben
. Ang. u. R 40
an d. Geſchſt. (*15130

Beckſtr. 76, II., 2 gr
ſonnige Zimmer mit
Veranda u. Küchen=
ben
, evtl. teilw. möbl.,
an b Ehep. v. Kinder
v. Auf. Juli ab z. ver=
miet
. Anzu ehen von
10-1 Uhr. (*15151

Geboten:
3=Zimmerwohnung, im 1. Stock, m. allem
Komfort eingerichtet, in freier, ſchöner
Lage, im ſüdlichen Stadtteil.
Geſucht:
Desgleichen 1 große 5=Zimmerwohnung m.
2 ſchön. Manſardenzimm., elektr. Licht, Gas,
Bad uſw. im 1. Stock, Südoſtviertel.
Angebote unter R 19 Geſchäftsſt. 19530mf

Herrſchaftl. 2 Zimmer
möbliert od. teilweiſe möbliert, Badezimm,,
mit Kochgelegenheit, elektr Licht, Telefon,
in beſter Lage zum 1. Juli 1928 z. vermieten.
Näheres in der Geſchäftsſtelle. (9325a

Herrſchaftliche, ſehr geräumige
3
4 Zimmer (Etage)
beſte Lage, mbl. vd teilw.mbl., m. Diele,Bad,
elekir Licht u. evtl Küchenben., z. 1. 7. 28od
ſpäter zu vermieten. Näheres Geſchſt. (75482

Eliſabethenſtraße 29, 1. Stock
zwei große Büroräume
per 1. Juli zu verm. Separater Eingang.
Näheres Laden.
(9445a

mit Nebenraum, Rheinſtraße,
2 Schaufenſter, per ſofort zu ver=
mieten
. Angebote unter P 29 an
die Geſchäftsſtelle d. Bl. 9213a

Möbl. Zimmer
1 Zimmer

Bleichſtr. 30, II., Man=
ſardenzimm
. z verm.
(*15047)

Geſchäftsräume

2 Büroräume
in der Bismarckſtr. im
I. Stock vom 1.Auguſt
ab zu vermieten. =
heres
unt. P 133 a.
d. Geſchſt. (* 14735sms

Büros
Lager
Garagen
Keller uſw.
ſofort zu vermieten.
He nrichſtr. 2. Tel. 3103.
(*15093

Garage
für kleines Auto od.
Motorrad Nähe Witt=
mannſt
.-Pauluskirche
zu vm. Näh u. P 217
an die Geſchſt 14950

Mauerſt. 12, II., mbl,
Z m. el. L. ſof z. vm
(1495 im)
7 teilw. möbl. Zim.
evtl Küchenben. vom
1. Juli ab zu verm.
Anzuſ. von 121 Uhr
Deutſche Bank, 2. Tr.,
b. Leydhecker. (9339a

Schlafſtelle
an ſolide Perſ. ſof,
zu verm. Näh. Gſchſt.
(*15046)

Schön möbl. 3 m=
ner
zu vermieten,
Näheres Teichhaus=
traße
38, I. (15108

B Smarckſtr. 82, II.,
gut mbl. Z., Schreibt.,
el. L zuverm. (*15044
Wit mannſtr. 25 II.,
3 möbl. Zimmer
m. Küchenben. z. vm.
(9284a)

Elemensſtr. 7, I , ſehr
g. möbl. Zim f. 25.4,
evtl. mit Penſ., zu
vermieten (*15063

Mittwoch, den 6 Juni 1928

Schuhmacherei Faltermann, Mühlstr. 28
Orepsohlen billigst! ostoa Bestes Kernleder

Der kluge Mann
kauft alles im
Radio-Sperial-Haus
Kirchstrade 17
Telefon 4332

Sämtliche Apparate wie: Telefunken, Lorenz, Löwe, Schaub
usw. vorrätig, Anodenbatterien (Pertrix) stets frisch, Röhren
Reichhaltige Auswahl in Lautsprechern.
Oben abgebildetes Gerät kostet komplett mit Hochantenne und Lautsprecher
Mk. 160. und bringt Ihnen dieser Apparat mindestens 1520 Stati onen;
einwandfreien Lautsprecherempfang, sofortige Ausschaltung
des Frankfurter Senders.
(*15119
Radiosspezial-Haus
Kirchstraßſe 11 Willi Erbes
Telefon 4332

Villenkolonie
Ludwigshöhe
möbl. Zimmer an be
eufstäti e Dame zu
verm eten. Es kann
noch leeres Zimmer
mit abgegeb. werden.
Näh. Geſchſt. (9560

Pankratiusſtr. 48, II.,
Vdh. r., möbl. Zim.
m Kochgelegenh. ſof.
*15073
zu verm.

Mathildenſtr. 31
part, 2 Zim., teilw
möbl, mit gr. Ve=
randa
, Kammer und
Keller, 1. Juli z. vm
151 7) 1 großes möbliert.
Schlaf=u. Wohnz.
mit Küchenbenutz. an
kinderl. Ehepaar ſof
zu verm. Näh. i. d.
Geſchäftsſtelle. (9566 Möbl. Zimmer mit
2 Betten, el. Licht,
an berufstät. Herrn
mit Penſion zu ver=
mieten
Zu erfragen
in der Geſchſt 15156 Liebigſtr. 8, II, gut
mbl. Z. z. vm. (*15144 Langgaſſe 28, 1. St.,
S lafſtelle zu verm
(* 1507

Liebigſtr. 35, part.,
gut möbl. Wohn= u.
Schlafzim. m. elektr.
Licht bis 15. Juni
zu verm. (* 15066

Aufſtellraum f. Mo=
torrad
Nähe Heiden=
reichſtr
. geſ. Schmitt,
Wendelſtadtſtr. 7, II.
15155)

Geſucht

mit Zubehör od. 2 Part=Zimmer in guter
Lauflage ſofort oder ſpäter von ſolventem
Mieter. Gefäll. Angebote unter R 15 an
die Geſchäftsſt. ds. Bl.
(*15059

Kinderlos. Ehepaar (Akademiker)
sucht per sotort oder 1 Juli möbliertes
Wohn- u. Schlafzimmer
mit Küchenbenutzung, am liebsten
cl. eigene Küche. Angebote mit
Preisaneabe u. R28 a. d. Geschst. (*15089

Kdl. Ehep ſ. einfach.
1. Zim. Ang m. Pr u.
R 33 Gechſt (*15107

Aeltere Dame ſucht
zum Herbſt be chlag=
nahmefr
. 4 im.=
Wohnung mit Bad,
Küche und Zubehor.
Angeb. m. re’s u
P58 Gſchſt (*145 (sm

Berufstät. Herr ſucht
im Zent. der Stadt
möbl. Zim. mnit ſep
(Eing u. el. L. Ang u.
R23 Geſchſt. (*1508:

Elepaar m. 7/ Kind
ſucht 23 I. Zimm. u
Küche. Vorau ;zahlg
½ Jahr. Angeb. u.
R 39 Geſchſt. (*15125

Jung, kinderloſ Ehe=
paar
ſucht 2 leere
Zimmer od. Manſarde
ſof. od. 1. Juli. An
geb. u. R 41 Geſchſt.
*15131)

Möbl. Zimmer
n Nähe Eliſabethen=
ſtraße
für ſofort ge=
ſucht
. Angeb. mit
Preisang an ( 15090
Reſtanrant Bender,
Eliſabethenſtr. 23.

Möbl. Zimmer mit
kl. Neben aum oder
Manſarde zu mieten
geſucht. Angeb. unt.
R 36 Eeſchſt (*15118

Immobilien

Eingericht. Lebens=
mittelgeſch
. m klein.
Wohn. ſof. bill. zu vm
Näh. Marktpl. 4, II.
(*15106md

Zigarren
Han
in gut. Geſch
zu kaufen ge
bote unter F
die Geſchſt.
Obſtar
ſtüe
auf der Mar
ideales Bau
herrliche La
verkaufen.
u. R. F. 455
Geſchäftsſt.
Fabrikanwel
Selbſtkä ſer
geſucht.
unt R 42
Geſchäftsſt.

4X5Zimmerhaus
Gutenbergſtr.) be=
ziehb
. Wohn., 35 000
. Anz. 1012000.,4.
4X3 Zimmerhaus
Martiusviert.) 1500
. Anz. 4500 .
Einfamilienhaus, 5
Zimmer u. be iehb",
13000 , Anz. 5000
Oſtviert.). Haus m.
Lebensmittelgeſchäft,
Laden u 3 Zimmer,
beziehb. 26 000,, Anz.
8000 , zu verkaufen.
Näheres (*15139
Immobilien=
Dingeldein,
nur Landwehrſtr. 39
Telephon 2067.

Mittag=
Abei
von 509
vegetariſche:
küiche
Reform=Rel
Alexander

Kleingarten
300 qm guter Boden,
mi Waſſerleitung u
3 neu n. Miſt eet
fenſtern, für 900 Mk
nur gegen:
bar derlauſ=
Angeb. unter
IIi. P 191 an die
Geſchäftsſt (*15015

Auf
J. Donges
Eliſabethen
8465
Maurerau
werden bl
geführt Kei
preiſe. Ang.
an lie Gſch

Elega
Lit

Seltenes Angebot!
Geſchäfts= u. Wohnhausverkau
In größerem Vorort v. Darmſtadt, m Eiſen=
bahnſtation
und Autobushalteſtelle, iſt ein
3X5 Zimmerhaus m. Geſchäftslad., Scheune,
Stallung und Wagenhalle, fürjedes Geſchäft
paſſend, für den billigen Preis v. 19500.
verkäuflich u. tauſchlos zu beziehen. Kleine
Anzahlung erforderlich, der Reſtkann ſtehen
bleiben Angeb. erb. unt. R 31 Geſch. (9524

km 305, üb g
für Tag u.
zu verm
Teleph. Ebe
Tag und
(*15029

doog, 5. J
Waſſerhöhe
Luftwärme
Waſſerwärn
7 Uhr 1
Woogs=Poliz

Anzeigen an und Verkäu
finden durch das Darmſtädter T
die weiteſte Verbreitung

I. 1. Reichs=,
Länder= und Schutz=
gebietsanleihen
.
6% Dtſche. Reichs=
anleihe
von 192
6 Baden Frei
ſtaat von 1927.
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ..
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927.
7% Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927.
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
.
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe

2. Stadtanleihen.
8% Bab.=Bab. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7% Dresden v. 2
7% Frkf. a. M. v. 26
% Heibelb. v. 2
8% Ludwahf. v. 26
8% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
230 Nürnberg b. 260/

5. 5. 5. 6.
87 87.25
79.75 78
31.25 81

80
86
51.8
1941,

94.25
86.75
88.75
85

103
95

80
84.75
51.55
19.65
7.8

93

gn
85.25

102.25

8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 2e
3. Pfandbriefe
und Schuld=
verſchreibungen

70 Bab. Gold=
Kom. Anleihe v. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
Lig.
5.
Pfandbriefe.
8% Frkf. Hyp. Bk.

Lig. Pf.
7½%,
Pfbrbank.
%o Gotha Gr.
Cred. Lig.=Pfbr.
4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr
8% Heſſ. Landesbk
80 Kom. Landes,
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
80 Landeskr. Kaſſ./ 94.5

5.5.
95.05
92.75

88

96
92.5
89
74.25
95.5
88

77.9
96.25
91.75
89
9311,
100
100
92

5. 6.

87.25
37.5
93

96
92
89
76
98
95
A.

97.75
91.5
89
94
100
100
95.5
92

8% Mein. Hyp. Bk.
8% Naſſ. Landesbk.
188 Pfälz. Hyp. Bk.
Lig.
Pfandbriefe.
8% Pr. Ctr.=
Bod.=Cred.. . .
4½% Preuß. Ctr.,
Lig.=Pfandbr. . .
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . . .
8%Rhein. Hyp.=Bk
492 Lig.=
Pfandbriefe..
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd. Credit ..."
L.=Pf.
4½%n
3½ Südb. Bod.=
Cred.=Bank ..."
v
4½%y =Lig.=
Pfdbr. . . . . . .
8% Württ. Hyp.=B

Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+Ausl. Ser, I

5. 5.
96.5

97.5
89.5

75
98.5

90
92
95.5
91.5

95.5
91.5

95

5. 6.
96.5
88.5
9
89
94.75
92
74.9
27
75‟I.
97
98.5
91
77.3
95.25
75.25
95.75
91.5
95

51.75 51.751

Dt. Komm. Sam.,
mel=Ahlöſ.=Anl.
+ Ausloſ. Ser, II
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S. 1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Norbd. Grunder.
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk. Vor=
kr
.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt. Linoleum=
werke
Bln. v. 26
8% Heſſ. u. Herku=
les
-Brau. v. 26

5. 5.

68

9.5
18
13.25

14
14.2

14.25
96.5
94.5

5. 6.

68

9.5

7.68
5.25
14.6
14.8
13.5

96.5
23.5

80 Klöckner=Werke
Berlin v. 26...
10% Kom. Elektr.
Mark. . . . . . . . ..
O. Mainkrw. v. 26
7% Mitteld. Stahl=
werke
von 27...
8% Neckarſulm v. 26
8% SalzmannckCo.
Kaſſel v. 26..
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt. v. 2
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverfchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5% Badenw. Kohl. ......
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihel
52 Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe.
5% Preuß. Kali=
wertanleihe
....
5¾ Preuß. Roggen=
wertanleihe
. ..
5% Sächſ. Roggen=
wertanleihe
.
5 Südd. Feſtw. ...

5. 5.

102.
86

25

90
87.

89.25
225
13.5
10

8.65
20

5. 6.
94
102.5
87.5

A
86.5

6.3
10.25
6.75
9.7
8.65

III. 1. Ansländ.
Staatsanleihen.
5% Bosn. L. E. B.v.
1914........"
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ..
½‟ Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab.v. 0
1,6 Griech. v. 90
1¾% Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.)

5% auß.
% Goldan=
leihe
(abg.)
inn.
4½% Irrig.=
Anl. (abg.)
5% Tamau=
lipas
(abg.)
4½% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914
(C. C.=Stücke)..
4%0 Oſt. Goldrentel
(C. C.,Stücke)
4½% Rum. Goldl
von 1913 .
4% Schw. Bbs.,
Bahnen v. 1912
40 Türk. Admin.
4% 1. Bagd.
49
2. Bagd.
Zollanl.
4½% Ungarn von

5. 5.
45.75

18n5
47

2111,

5. 6.

2.05
18.5
47

29.25

33

21-/.
96.5
10

23 26.5

4½0 dito von
1914 (C. C.,St.)
4% dito Goldr.
(C. C.,St.
4% dito von 1910
(C. C.=St.)
4% dito Kronen=
rente
(abg.) ....
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
48 Kopenh. v. 61
4½ Liſſab. v. 1886
4% Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891 ..
4% Eliſabethbahnl
von 1883 ...."
4% Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig..
42 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei.
22 to% Oſt. Südb.
(Lombard.) ..."
4% Oſt. Staatsb. v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883
4%0 Rudolfb. i. S.
i.
4½%0 Anatolier I.

12

E‟



20I

TV. 1. Bankaktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. .."
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank..
Berl. Handelsgeſ.
Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank
Dt. Eff.= u. Wechſel=
bank
... . . . .."
Dr. Vereinsbank ..
Diskont.=Geſellſch.
Dresdener Bank..! 10
Frankf. Bk.
Hhp.=Bk.
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Ban
Metallbank. .
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt. .
Pfälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk. 8
Hhp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant. .. 12
Rhein. Creditbank 8
Hhp.=Ban
Südd. Bod.-Cr. Bk. 8
Disc.=Geſ..
Wiener Bankverein
2. Verkehrö=
unternehmungen

A=G. f. Verkehrswf.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenbahn=Geſ.

5. 5. 5. 6. 10 140 144.25 10 155 176 11 10 144 151.5 10 161 172.75 12 12 11 181.5 192 12 1265.75 283 10 166.5 172,5 121.75 5 1100.5 10 159 168 163 170. 8 114 108 25 8 152 156 8 151 158.75 137 8 140.5 143 8 133 155 9l217.- 210 8 160 160 10 35.25 160 140.25 141,5 8 145 143 229 286 125.5 129 8 194 136 144 9 15.7 15.75 10 218 12 210 8 163

7% Dt. Reichsbhn=
Vorzge. .....
Hapag .........
Nordd. Lloyd..
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ
3. Jnduſtrie
Adt, Gebr. ... ..
Accum. Berlin. .
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleyer)
60 AEG. Vorzug
AEG. Stamm.. .
Bad. Maſchf. Durl.
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg".
Beck &. Henkel..
Bergm. El. Werke.
Brem.=Beſigh.=Ol.
BrovonBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen ..
Bürſtenfbr. Erlang.
Cementwerke:
Heidelberg.
Karlſtadt.
Lothr. (Karlsr.).
Chem. Werke Albert
Brockhues.
Fabrik Milch
Daimler=Benz..
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin
Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwerk. Berl.

Di 5. 5. 5. 6. Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen Dit B 10 158 170.5 Dürrwerke Rating. 8 1155
8 161.75 Eichbaum, Brauer 10 10 133 Eiſenw. Kaiſersltn. ſtu. Kraft/ 10 232.5 Elektr. Liefer.=Geſ. 10 Elſäſſ. Bad. Wolle Emag Elektr. Frkft. 6 40 Enzing. Unionwke. Eſchw. Berawverk 14 z 265 Va Eßling. Maſchinen 89 98.25 Ettling. Spinnerei 8ſ= 80 84 Faber, Joh., Bleiſt. * Faber & Schleicher 6 169.75 188.75 Fahr, Gebr., Pirm.
J. G. Farbenindſtr. 10 1150 12 25 Felt. & Guilleaum. 12 226 Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas ...... 68 8 194 214.5
61 Hof. Maſch. Po=
korny
& Wittek. 155 132 133 Geiling & Cie.. 99.5 90 Gelſenk. Bergwerl Geſ. f. elektr. Un= ternehmungen .. 10 8 150.75 145 Goldſchmidt Th. . 8 189 186 Gritzner Maſchinen 11 85 Grün & Bilfinger 10 HafenmühleFrnkf. 5 86 1o8.5 Haid & Neu Hammerſen (Osn.) 112 117 Hanfw. Füſſen .. 21 Hanſa=LloydBrem. Harpener Bergbaul 6 6 138.5 144.9 Hartm. & Braun
Henninger, Lempf, 8
10 9 193.25 210.5 Stern Brauerei. 15 292 345 Heſſen=Naſſau Gasl 7

5. 5.

22.n5
180
89
50.5
103
224
103
48
282
135.5
87.75
150
105

138.5
296
137.25
197.75
139
47

169.5

180
118

5. 6.
133.5
59
23.25
241.5
184.5

62
10
60
224
59.75
118
42.5
283.5

150
109
71.75
60
143
291
140
183.75
A
141

185

Heyligenſtaedt.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ..
Hochtief Eſſen ..
Holzmann, Phil. ..
Holzverk.= Induſtrie
IlſeBergb. Stamm
Genüſſel
Inag ........."
Junghans Stamm
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln".
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R..
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl.. .
Klöcknerwerke ..."
Knorr, Heilbronn".
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer & Co...
Lech, Augsburg.
Lingel, Schuhw.
Löhnberger Mühle
Löwenbr. Münch..
Ludwigshaf. Walz
Lübenſcheid Metall
Mainkr. W. Höchſt
Mainz. Akt.=Braur.
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werke..
Metallgeſ. Frankft.
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm
Motorenfabr. Deutzl
Oberurſel/

Dib.

5. 5.

87
132
80
161
76
137
96
200
230
112
243
265
206
101
165
75.5
91
78
120.5
37
130
97
276
153.5
117
116.5
178.5
155
68.5

6 78

5.6. V 5. 5. 5. 6. 31.5 Münch. Lichtſpielk A
6 159 82 Neckarſ. Fahrzeug 67 114 Neckarw. Eßl 128 Nicolay, Hofbr. . 10 140 140 86.25 Oberbedarf. 107.5 157.5 Oſterr. AlpineMon 15 95 Otavi Minen ..... 11,11 Peters Union Frrf. 8 104 114 120 Pfälz. Näh. Kayſer 57 99 Philipps A.=G. .. 92 Phönix Bergbau". 3 94.5 109 227.5
426 Porzellan Weſſel
Reiniger, Gebb. & 22 26 229 Schall. zu0 105 237 Rh. Braunkohlen.. 10 288.5 310 Elektr. Stamm 167.75 181 Stahlwerke .. 3 172 171 104 Rhenania, Kunh. 137 Riebeck Montan". 166 Rütgerswerke .. 110 86.9 * Salzwrk. Heilbronn 188.5 95 Schneider & Hanau 48 Schnellpr. Frankth.
Schöfferhof=Bind.. 67 93.5 181.5 26 363 375 124 Schramm, Lackfbr. 10 122 Schriftg. Stempel. 129.75 121 336 Schuckert Elektr.
Schuhfbr. Berneis= 203.5 215 170.5 Weſſel. 85.5 98 Schuhfabr. Herz. 19.1 25.75 124 Schultz Grünlack, Schwarz Storchen 162.5 176 158 Seilinduſtr. Wolff. 75.25 122.75 Siem. Glasinduſtr. 112 Siemens & Halske 12 238.5 366.5 197.5 Südd. Immobilien 5 112 155 Zucker=AG. 8 1a8 157 63 Strohſtoff, Ver. 21 . 232 68 Tellus Bergbau, 6 121 25 88.25 Thür, Lief.=Geſ.. 8 105 07

110 Tucher, Brauerei
Unterfr. Krs.= Elek=
tr
.=Verſ. ...
Veithwerke..
Ver. f. Chem. Ind.
deutſch. Olfabr.
Faßfabr. Caſſell
Gummifabrik.
Berlin=Frankf.
Königs= und
Laurahütte . . .
Pinſelfabriken
Stahlwerke. ..
Ultramarin. . .
Zellſt., Berlin
Vogtländ. Maſch.. .
Voigt & Haeffner
Voltohm. Seil
Wahß & Freytag.
Wegelin Rußfabrik
Werger Brauerei
Zellſt. Aſchaffenbg.
Memel
Waldhof.
Zuckerf. Rheingau
4. Verſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung.
Frkft. Allg. Verſ.=
Frankona Rück=
Mitv.
Mannh. Verſich.
Darmſtädter Werte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg.
294.5 Gebr. Lutz
Motoren Darmſtadt
Gebr. Roeder ..../ 101133

101

10 204
10 1150
12 1300

280
29

[ ][  ][ ]

ummer 156

Mittwoch, den 6. Juni 1926

Seite 13

Ain Ozasstingerin.

Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)

zſeich darauf meldete der Funker des Delphin in alle Welt:
uim drei Uhr 25 wunde unter 57 Grad weſtlich und 41 Grad

ich ein nach Weſtnordweſt ſteuerndes Flugzeug geſichtet.
im ſechs Uhr früh erſchienen in New York bereits die erſten
blätter. Um ſieben Uhr die zweite Ausgabe. Bereits um
ihr ſtiegen vom New Yorker Flugplatz die erſten Flugzeuge

mlicher Schnelligkeit das Gerücht, die Fliegerin habe einen
ikaniſchen Piloten bei ſich und werde am New Yorker Flug=
landen
. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß dieſes Gerücht von
r Taxameter=Chauffeur ausging, denn um zehn Uhr vor=
gs war in ganz New Yorck um keinen Preis ein Autotaxi
aufzutreiben. Die große Wanderung zum Flugplatz be=
uum
zehn Uhr vormittags erſchien die dritte Extra=Ausgabe.
zrachte bereits die Nachrichten von James Quarling Eſqu
alle bisher eingelangten Meldungen von den Ozeanſchiffen.
im halb zwei Uhr nachmittags vierte Extraausgabe mit der
druckten Ueberſchrift: Die Fliegerin wird. New York über=
n
. Dieſe wurde den Zeitungsboys nur ſo aus den Händen
litad S en. Sie brachte das neueſte Funktelegramm:
An Bord der Revenge, 11 Uhr V.M. 67 Grad weſtlich, 39
m9/c. nördlich wurde ein nach Weſten fliegendes Flugzeug ge=
hine
Stunde ſpäter waren alle Dächer von New York dicht
ingt voller Menſchen.
1nd eine Stunde ſpäter landete Vika bei Bridgewater, einem
mm Neſt, etwa 40 Kilometer ſüdlich von Boſton. Ob ſie nun
/s ge der vorhergegangenen Aufregungen nicht mehr über die
Auf e Nerpenruhe verfugte, oder ob ſich Uebermüdung geltend
te, ſie verabſäumte die nötige Vorſicht bei der Wahl des
ungsplatzes, das Flugzeug rannte beim Auslauf mit einer
fläche an einen Telegraphenmaſt, überſchlug ſich . . . . und
m ünf Uhr meldete die fünfte Extraausgabe:
Die Fliegerin erlitt bei der Landung eine leichte Gehirn=
ütterung. Sie wurde bewußtlos in das Krankenhaus nach
ſton gebracht.
So entging Vika dem erſten Interview mit den Farmern
Bridgewater.
11. Kapitel.
Sarry Uhlſtorp ſpielte inzwiſchen den verkleideten Prinzen
dem niedrigen Volke.

Auf der Meluſine verliebten ſich zwei reizende Backfiſche, die
aus einem ſchweizer Penſionat nach Mexiko heimfuhren, und die
Gattin eines Pferdezüchters aus Texas rettungslos in ihn. Der
ſchöne Mann reagierte nur matt. Wenn man darauf ausgeht,
eine Dollarmillionärin zu angeln, darf man ſich nicht wit der
Erſtbeſten verplempern. Uebrigens waren ihm die Pferdezüch=
terin
zu alt und die Backfiſche zu jung. Gottlob tat die unglück=
liche
Leidenſchaft der Penſionatsfreundſchaft der beiden Mexika=
nerinnen
keinen Abbruch. Sie ſchwärmten für Carry auf Tei=
lung
und trugen den Liebesſchmerz halbpart.
Weiters erkannte ihn am Schiff ein Hamburger Kaufmann.
Carry gab vor, eine Wette eingegangen zu ſein, daß er ohne
Geld nach Amerika komme, und der Hambunger kugelte ſich vor
Lachen über den famoſen Spaß.
Kin derwagen
(7515a
aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Inr Vorteil,
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören.
1. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25½

Einer, der für Carry entſchieden nicht ſchwärmte, war der
Stehgeiger in dem Trio, dem Carry als Pigniſt angehörte. Es
iſt eben mit dem Klavier eine eigene Sache. Ein Pianiſt kanm
bei einem privaten five oglock ſein Publikum, beſonders wenn
es tanzluſtige junge Damen ſind, durch nettes Klavierſpiel direkt
begeiſtern, wenn er aber daran geht, berufsmäßig in einem wohl=
eingeſpielten
Trio mitunter recht heikle Stücke vom Blatt zu
ſpielen, kann er ſeine Mitſpieler, beſonders wenn es Berufs=
muſiker
ſind, direkt zur Verzweiflung treiben Bei dem Steh=
geiger
, der als Kapellmeiſter fungierte, zeigten ſich die erſten
Symptome eines Gallenleidens.
Sie Klavier, meinte er denn auch, Carry kurzweg nach
ſeinem Inſtrument titulierend, bis New=Orleans wüſſen wir
ja beiſammen bleiben ... aber dann . . . Sie verſtehen mich doch?"
Das Klavier verſtand.
Dafür benahm ſich der Geiger höchſt kollegial. Er zahlte
Carry in New=Oelans die Gage und ſeinem Anteil an den Trink=
geldern
, half ihm mit Rat und Tat die Hinderniſſe zu umgehen,
mit denen ſich die Vereinigten Staaten gegen die Einwanderung
wehren, und am Abend des Landungstages ſaß das Klavier in
einem billigen Boardinghouſe in der Vorſtadt Gouldsboro, ließ
ſich das Abendeſſen beſtens ſchmecken, ſchlief ſich gründlich aus
und erwachte am nächſten Morgen neugeſtärkt und ſorgenfrei.
Alſo, was nun? Da war Amerika. An welchem Ende ange=
packt
? Zum Barpianiſten hatte er keine Luſt mehr. Seit den
Erfahrungen mit dem Stehgeiger fand er die Muſik nicht ſo über=
mäßig
verlockend. Genau genommen war dieſes Klaviertrom=
meln
eine Schinderei. Da war zum Beiſpiel der Vortänzer in
einem eleganten Ballſalon doch ein anderer Kavalier. Auch ein

Sprachlehrer hat Gelegenheit, mit reichen Kreiſen in Fühlung zu
kommen. Oder Privatſekretar oder Chauffeur bei einer verwit=
weten
Millionärin . . . .
Jedenfalls ſich mit einem Neuengagement nicht überſtürzen
entſchloß ſich Carry nach reiflicher Ueberlegung, die Arbeit iſt
kein Haſe und hüpft nicht davon.
New=Orleans iſt eine lebensfreudige Stadt mit reizenden
Frauen. Beſonders die Kreolinnen verſtehen Glutblicke abzu=
ſchießen
, daß Carry vollauf zu tun hatte, um das Schnellfeuer ge=
bührend
zu beantworten. Dazwiſchen las er auch den Stellen=
markt
in den Zeitungen, ging hie und da nachfragen, aber die
Stelle war jedesmal ſchon vergeben. Die gierigen Stellungs=
ſucher
dort zu Lande ſind meiſt ſchon zu einer Stunde auf der
Suche, wo Carry noch im beſten Schlafe lag.
Eines Tages kam Carry in ein verſtecktes Lokal in ſeiner
Vorſtadt, wo eine gemütliche Kartenpartie beiſammen war,
Man ſpielte ein Hazard, das Carry nicht kannte. Er ſah intereſ=
ſiert
zu. Setzte dann per Spaß ein paarmal und gewann. Das
Lokal war nicht das feinſte und die Geſellſchaft etwas gemiſcht.
Auch ein Neger war darunter. Aber als Stellungsloſer darf
man nicht wähleriſch ſein. Carrys gepflegtes Aeußere erregte
auch in dieſem Milieu das gebührende Aufſehen.
Und ſo etwa nach drei Wochen hatte Carry verſetzt, was er
Verſetzbares hatte, und war mit ſeinem Geld volllommen fertig.
Jetzt an die Arbeit, meinte er gelaſſen.
In aller Herrgottsfrühe machte er ſich auf die Stellenſuche.
Aber die anderen Stellenſucher waren noch früher aufgeſtanden.
Er fand nichts.
Da kam ihm zum erſtenmale der erſchreckende Gedanke, daß
dieſer Ausflug nach Ameriba am Ende kein amüſantes Inter=
mezzo
, ſondern bitterer Ernſt ſei.
Mittags hatte er Hunger. Abends watürlich noch mehr. Als
er am nächſten Mongen ohne Frühſtück aufſtand, Wolfshunger.
Jetzt ging er die Stellungſuche ſchon forſcher an. Dabei machte
er eine überraſchende Entdeckung. Sein Geruchſinn erlangte eine
ungeahnte Schärfe. Wenn er in ein Haus trat, roch er ganz ge=
nau
, was in den verſchiedenen Stockwerken gekocht wurde.
Zur Mittagszeit hatte er noch nichts gefunden und war dem
Zuſamnenbrechen nahe.
Da packte ihn der Trotz. Eſſen mußte er. Alſo mußte er die
Zeche ſchuldig bleiben. Nach ein paar Tagen würde er alles auf
Heller und Pfennig bezahlen, und den Kellner durch eim auſtän=
diges
Trinhgeld belohnen. Er ſetzte ſich in ein Gartenreſtaurant,
beſtellte ein Menu und . Dann lauerte er einen günſtigen
Moment ab, um zu verſchwinden.

(Fortſetzung folgt.)

Junger
ufmann
5prachkenntniſſ.
r Stenograph
rſchinenſchreiber
aus der Maſch.
che, für Korre
denz, hauptſächl
ſch, von hieſiger
hinenfabr. ſofort
ſpäter geſucht.
ührl. Bewerb. m.
Utsanſpr. unter
a. d. Geſchäfts=
d
. Bl. erb. (9554

2 Privat-
Reisende
nur äußerſt tüchtige
Kräfte) geſucht.
Meld. 1012 Uhr.
Kanno, Gaſthaus Stadt
Nürnberg, Obergaſſe 38
(*15132)

Wöchentl. 30 RM
d. leichtanzufert. Art.
im Hauſe. Rectadepot
Magdeburg O 7.
(II.,Mgd.9564)
14- bis 15jähriger
Laufjunge
ſof. geſucht ( 1505e
Karlſtr. 99, Laden.

ſe per ſofort durchaus tücht, ſelbſtänd.
Konditor=Gehilfen
unter 25 Jahr,, der in der Konditorei
bewandert iſt u. auch in Marzipan u.
rtürarbeiten Beſtes leiſtet, per ſofort
hr. Angeb. m. Gehaltsanſprüch, ffreie
unt. R 43 an die Geſchäftsſt. (*15142
ze, beſteingeführte Berſ.=Geſe lſchaft
allen Branchen ſucht für die Abteilung
ileben einige ſtrebſame Herren als

n monatl. Bezüge, welche wöchentlich
Altwerden. Schon bei der Einarbeitung
Bezüge. Herren, welche Intereſſe
n, ſich zu verbeſſern, belieben ihreAdreſſe
intzugeben. Diskretion zugeſichert.
2bote unter R 34 Geſchäftsſt. (9546
Korrespondenz und Buchhaltung
hrener, gewissenhatter und ord=
nungsliebender

adfmanR
und sicher arbeitend, auch im Ver
mit der Kundschaft bewandert,
das Büro einer kleineren Fabrik
er Nähe Darmstads gesucht. An
Ste u. R25 an die Geschst. (9534a

ge r. 1869 Zuſatzk.
für Krankengeld all.
Berufe, ſucht Herren
u. Damen als Ver=
treter
od, ſtil’e Mit=
arbeiter
,
(*15088
General=Vertreter
W. Götzinger, Darm
ſtadt,Liebfrauenſt 49=
1 kräftiger Junge
f. nachm. ½5-½7 Uhr
ſofort geſucht. (9552
Wäſchefabrik
Front & Co.
Schulſtraße 9.
Kräftiger Mann
z. Ausfahren eines
gelähmten Herrn im
Fahrſtuhl für nach=
mi
tags geſ. Näheres
Georgenſtr. 9, I. (9541
Weiblich
Reiſe=
Damen
für Gebrauchsartikel
geſucht. Zuſchr. erb.
unter R 46 an die
Geſchäftsſt. (*15150
Geübte Maſchinen=
näherin

geſucht. Karlſtr. 11,
(*15096
2. Stock.
Arbeiterinnen
ſchulentlafſ, für ſo=
fort
geſucht. 1504
Elektrowerk
Darmſtraße 10.
Beſſ., unabh. (*15084
Lauffrau
vorm 810 Uhr geſ.
Vorzuſtell. zw. 10 u.
12 Uhr Hügelſtr. 8, I.

10

Photo-Apparate
Rostenlos

verlelhen wir für den kommenden Sonntag
Gio. Junl) an interessenten, dle das photographle-
ren
noch für eine sohwierlge Arbelt halten, Wir
geben einen Rollfllm für 6 Aufnahmnen gratls und
besorgen auch das Ubrige bis zum fortlgen Blld
völllg umsonst, Wir wollen nur bewelsen, wie
splelend lelcht es lst, schon nach kurzer Anlel-
tung
schone Aufnahmen zu machen. Eine An-
zahl
fachverständiger Herren werden bel den
Aufnahmen zugegen sein und notwendige Er-
klärungen
geben. Motlve werden aus der Um-
gebung
Darmstadt’s gewählt.
Freundllche Anmeldungen zur Tellnahme
erbltten wir uns bis Freitag abend. Die Ausgabe
der Oameras erfolgt in meinen Verkaufsräumen.

Ventreter dinnen)
Sie können ſich nur als Angehörige einer zielbewußt
arbeit, Großorganiſation bei einer leiſtungsf. Fabrik
eine gesicherte Dauer-Existenz
bei höchſtem Einkommen verſchaffen. Wir beweiſen
Ihnen, daß die bei uns tätigen Reiſekräfte
wöchentllch 100 150 Mark
verdienen und beweiſen dies auch Ihnen in der Praxis,
Dieſes iſt nur möglich bei unſerem großzügig geleiteten
Verkaufs=Syſtem. Keine Bücher, Staubſauger uſw,
ſondern überall mit Begeiſterung aufgenommene, geſ.
geſch, Neuheit (Monopol=Artikel),
Prouision im Voraus
und hoher Speſen=Zuſchuß wird gewährt. Perſönliche
Dorſtellungen Mittwoch, 6. Juni, von 812 Uhr vorm,
und 36 Uhr nachmittags,
Ackermann & Co., Zweigniederlassung
Hismarckſtr. 57, I. Darmſtadt Bismarckſtr. 57, I.

Photo- und Kinohaus
Oartharius

Ludwlosplatz 8½
Ecke Schulstr.

Das führende Haus der Llebhaber-
photographen

Diahrene, an sauberes, selbstandiges Arbeiten
SeWöhnte Spritzer und eventuell Aufträger
L Sofortigem Eintritt gesucht. Offerten mit
Ansabe der bisherigen Tätigkeit sowie Re-
VFrenzen an Herdfabrik Le RGue‟,
(9533a
Acacias-Genf. (Schwelz).

Tücht. Mädchen
für Haus= u. Küchen=
arbeit
bei gutem
Lohn für ſofor=
Geſchäftsſt. (9498a
Geſucht
beſſeres Hausmädch.,
erfahren im Nähen
u. eln, z. 1. Juli.
V. Hahn, Moſerſtr. 14,
(9551
Tücht. Waſchfrau
ſofort geſ. Näheres
Geſchäftsſt. (*1510)
Geſucht tüchtige
Waſchfrau
für 1 Tag im Mon:;
deßgl. eine flotte
Büglerin.
Angeb. u. R 27 an
die Geſchſt. 1508
Tüchtiges beſſeres
Alleinmädchen
nur gut. Zeugn. geſ.
in kl. Haush (*15109

Vorteilhaft ausſehende, ſchön gewachſene
junge Dame
für photographiſche, dezente Darſtellung
geſucht. Näh in der unſerer Erzeugniſſe, geſucht.
9 43
EMILI8 Leibbinden und Korſett=Fabrik
Gündner=Lang
Eſchollbrückerſtr. 28/30 Tel. 21 u. 894

Tüchtige
Stenotypistin
in Dauersteltung zum baldigen
Eintritt gesucht. Anfängerin
ausgeschlossen. Angebote mit
Lichtbild und Zeugnisabschriften
an Möbeltabrik Joseph Trier,
Wilhelminenstraße 25. (9535a

Arzt ſucht ſelbſt., zu=
verl
. Frau od, älter.
das kochen kann, mit Mädcheu z. Inſtand
haltung d. Wohnung.
Angeb. unt R 7 ar
Saalbauſtr. 77, I. die Geſchſt. (*15031mg

Jüngeres, ehrliches
Mädchen
für tagsüber in ruh.
Haush. geſucht ( 15128
Waldſtraße 17, part.

Ordentl. Mädcher
ſchulfrei) in Monats=
ſtelle
für vorm. ge
Steinackerſtr. 1, II.
(*15100)

Geſucht
im Kochen u. Haus
arbeit erfahr. beſſer
Mädcheni gut. Haus.
Hausmädchen vorh.
Angeb. unt. R 29 an
(9550
die Geſchſt.

Tüchtiges

Aeinmädchen g
mit beſt. Empfehlung

bei hohem Lohn geſ.
Marktplatz 11, 2. Si
*15103)

Geſucht
einf., tücht. Allein=
Mädchen, Koren n
erforderlich. (*15052
Frau Prof. Pfannmüller
Ohlyſtraße 69, II.

Laufmädchen
geſ. z. Au tragen u.
Reinemachen ( 15072
Alice-Bazar
Wilhelminenſtr. 21

ohlen

Auch der

II.Hbg 53

kann Sparsamkeit
Üben, wenn er zum
Straden-A. Sportschuh
nur
Hatur-Grege-Sotzlen
trägt
(aufder Plantage selbst fertig
hergestellter Sohlen-Czummi)
Enstaunlich dauerhaft!
Für empündliche, kranke oden Aben-
mädete
Füße eine wahre Wahltat-
Aufklärende Broschüren über Crepe Sohlen
kostenlos durch
Reklame-Bepot, Hamhurg 35, Heuerwail 26-20

Ehrl, Mädchen tags=
über
geſ. Näheres
Geſchäftsſt. (*15061

Saub., ehrl. (1510*
Mädchen
fortbildungsſchulfrei
n Geſchäfts haus geſ
Näh. Geſchäftsſtelle.

Ord. Mädchen
von 8 Uhr morgens
bis nach dem Spülen
geſucht Frau Handrack
Alfred=Meſſelweg 35
(15136)

Schneiderin
n. n. Kunden in u
außer dem Hauſe an
Bolz, Luiſenpl. 1, I.
(15122

Braves, fleißiges
Mädchen
für alle Hausarb, ſof.
vtl. 15. Juni in ruh
Haush. geſ. Gute Be=
handlg
., guter Lohn.
Meldung von 4 Uhr
nachm. ab, nur mit
Zeugniſſen. Nähere‟
in der Geſchſt. (*1515

Ehrliches
leißiges Mädchen
dis nach dem Spülen
geſucht. Kaupſtr. 13,
parterre. (*15138

Tüchtiges, jüngeres
Alleinmädchen
per ſofort geſucht.
Frau L. Kling
Fuhrmannſt 2 (*15 37

Weiblich

Ehrl., ſaub, Mädchen
ucht Stellung von
morgens bis nach
Spülen Angeb. u.
R 17 Geſchſt. (*1506

Alleinſteh. Fra "
erf. i. Küche u. Haush.,
Wirkungskr. b. Dam.
od. ält. Ehep. Uebern.
a Krankenpflege. G.
Zeug. Ang. u. R 38
Geſchäftsſt. (*15116

Ae tere Frau ſucht
Be chäft, i. Strümpfe
ſtopfen, ſtricken und
flicken. Näh. Karl=
ſtraße
27, II. (1512

Tüchtige
Weidzengnäherin
Kundſch, z. Anfert
u. Ausbeſſ. d. Wäſche
Näh. Tannenſtr. 4.
(15055)

Schneiderin, in allen
Arbeiten bewandert
hat noch Tage frei.
Näh. Kiesſtr 5, Hth.
2. Stock r. ( 15049

Junge Weißnäherin
nimmt noch Kunden
an im Flicken Näh.
Heidelbergerſtr. 108½
bei Petzinger, (*1512,

Männlich

Innger Wagner
ſucht Stellung. An=
geb
. unt R 30 an d.
Geſchäftsſtelle (9538

Kraftfahrer, 23
alt, gel. Elektr.=Me
chan Führerſcheinzb.
ſucht Stellung auf
Liefer=, Perſonenwa=
gen
, od. als Beifahrer.
Angebote unt R 20
an die Gſch I. (*15067

Abgeb. Beamt. ſucht
ab, 1. Juli Beſchäfti=
gung
auf Büro, Kaſ=
ſierer
, Bote od. dergl
Angeb. unt. R 44 ar
die Geſchſt. (*15143

Wittmann
C ſtraße
(B1161)

Grdl. Klavziernnterr.
Frau Nanny Kaiſer
Viktoriaſtr. 42, 2. St.
Gediegene Ausbildg.;
leichtfaßl. Methode f.
Anfänger u. Voran=
geſchrittene
unddebe=
gelegenh
. Hon. mäß.
(5667a)

Kinderbett
mit Matratze aus gut.
Hauſe zu kaufen geſ.
Ang. u. R 32 Geſchſt.
(* 150981

Grad wagenu. leichte
Krafträder, am liebſten
D. K. W., auch defekt,
kauft, wenn billig.
Angeb. u. R 21 an
die Geſchſt. (*15078
Vf
Eine guterh., gebr.
Zink= Badewanne
zu kaufen geſucht.
Traiſa
Ludwigsſtr. 124, (9559

Wachſ. Hund zu ver=
ſchenken
. Friedrichſtr.
Nr. 36, Hth., Xart.
1215085

Weiße, echte

preiswert abzugeben.
Gretel Merck
Jugenheim. Tel. 27.

Schöne Kätzchen zu
berſchenken (Angora=
Abſtammung), Leih=
bibliothek
, Laute=
ligerſtr
. 6. (*1506

[ ][  ]

Geite 14

koſten
Herren=Sohle Damen=Sohle
And Blru aud diru
beſtes Kernleder wird verarbeitet
Schuhmacherei
Hointien Hauner
Spez.: Werkſtätte f. Crepp=Gummibeſohl.

nur

Rheinſtr. 47 Gr. Ochfengaſſe 22
und
Heinheimerſtr. 48
Telephon 3325 3583a

. .. und Mas der Fudhoden braucht,
liefert seit mehr wie 50 Jahren
Amton Fischen
Frankfurterstraße 12-14, Telephon 186
in stadtbekannt guter Qualität
Fußbodenöle, Fußbodenlacke, Parkett-
u
. Linoleum-Wachse u Wachsbeizen,
(9527a
Rußbodenreinigungmittel.

Gut und billig
eingerahmt
werden Ihre Bilder bei
Wagnen
Elisabethenstr. 7 Teleph. 4244

Für die Reiſe:
Schließkörbe,Kupeekörbe;Japantaſchen,
Reiſewichsgarn.
Für Garten und Veranda:
Leichte Korbſeſſel, Korbtiſche, Blumen=
krippen
, Liegeſtühle aus Rohr u. Stoff
Für die Waſch= u. Scheuertage.
Waſchkörbe,Wäſchepuffs,Waſchſeile, alle
ArtenBeſen u. Bürſten, Putz=, Bohner=,
Staub=, Spültücher, Fenſterled.,Fußmatter
Und vor allem:
den ſtaubfreien MOP in allen Aus=
führungen
u. Preislag., ſowie Handmop
Wir bitten um zwangloſe Beſichtigung
unſeres reichhaltigen Lagers

Beſchäftigungs
Olindens Verein e. V.

Darmſtadt

(9389a)

Karlſtraße 21

2 kompl. gut erhaltene
Dampfdreſchſätze
(15097
zu verkaufen.
Pfungſtadt, Eberſtädterſtraße 32

Spezialreparaturen
für Opelwagen und Fahrzeuge aller Art
bei billiger Berechnung n. Garantie,
Heinheimerstraße 13.
(*15135)

All
Tat

in eiche und polierten Edelhölzern
kaufen Sſe am vorteilhafteſten bei

FranzBreitwieser

Beſichtigen Sie unverbindlich meine
Ausſtellungsräume. Der Weg lohnt ſich.
Ober-Ramstadt
Niederramftädterſtr. 32 (8862a) Tel. 111

Verbreitete
Obst- u. büdFrüchte
Großhandlung

sucht Verbindung mit Autkäutern und
Obstversandfirmen. Angebote unter
R 26 an die Geschättsstelle. (IV 9536

Autler - Motorradfahrer

kaufen vorteilhaft:
Leder-Bekleidung, Handschuhe,
Uberanzüge. Mützen, Hauben,
(5606 a
Brillen bei

Sport-Adelmann, Darmstad

Pischhaas Perng

Karlstraße 47
Markt 4
Telephon 641 (9555

Empfehle:
Neue Malta=Kartoffeln
Pfund 0.35
Neue Matjes=Heringe
Stück 0.20, 0.25, 0.35
Matjes=Filet . . Stück 0.20
Salz=Gurken . . . Stück 0.12
la Tafelbutter .½. Pfd. 1.00
Seeſiſche, ſtets friſche Zufuhren

Mittwoch, den 6. Juni 1928

Kinderwagen
Klappwagen
Liegeſtühle
Hängematten
Gartenmöbel
billige Preiſe (9544
Wilh.
Lehrbach
Schillerplatz.

Fahrrad=Decken
und (7575a
Schläuche
jußerſt billig nur bei

Fr. Gütting
Schuchardſtraße 10.

60 Ztr. prima
Speiſe=
Kartoffeln
abzugeben. Zu er=
fragen
bei Ripper,
Darmſt., Kaupſtr. 13.
(*15102)

Einige Zentner
Futterkartoffeln
abzugeben (*15081
Karl Bauer
Stiftraße 97, 1. St.

Fahrtavel

nur allerbeſteMark e=
ware
, Allright, Co=
rona
; D.F.A., Herku=
les
, Artos, W. K. C,,
empfiehlt zu günſtig.
Bedingungen. Woch.=
Rate 2 Mk., Monats=
rate
810 . (9471a
Fahrradhans
Schneider
Mauerſtr. 6.

Ziegenmilch
zu verk. Straub,
Pallaswieſenſt, 85, II.
(15071)

Verkäufel

1 Lexikon, 18 Bände,
tadel., f. 20 , 1 kl.
Hundehüttchen von
Peddigr, 10.0, verſch.
Vaſen v. 1.0 an, 1w.
Gartenbank 10.K, Bil=
der
von 3 an, ein
Ausziehtiſch m. 3 Ein=
lagen
20.ℳℳ, gr. Deck=
bettm
. g. Federn20.K,
eiſ. Waſcht. f. 2 Perſ.
10, tadelloſ. elektr
Meſſing=Lüſter 30 ,
eich. 2tür. Spiegel=
ſchrank
, 130X215, ein
Teppich, 2½X3½, 2
Teppich=Läufer, je 6
m, el. Lampe, oval.
Stegtiſch preisw. z. vk.
Herdweg 95, Gartenh.
(15147)

Eisſchrank

groß, eintürig. gut
erhalten, zu verkauf.
60 X. Näh. Geſchſt.
(*15112)
Echt Nußbaumbett
m. Kapokmatr., Kiſ=
ſen
, Steppdecke, Eis=
ſchrk
., Wäſchemangel
bill, zu verk. Hein=
richſtraße
2. (*15115

Aus einer Haushalt=
aufgabe
ſtehen nach=
folg
. Möbel u. Gegen=
ſtände
in mein. Ver=
ſteigerungslokale

25 Klesstr. 25
zum Verkauf:
2 Vertiko, 1 nußb. pol,
Pfeilerſchränkchen,
2nußb. pol. Kommod.,
1 Waſchkommode, nußb.
m. weiß. Marmorpl.,
1 Diwan, 2 2tür. lack
Kleiderſchränke, 1tür.
Kleiderſchränk. Nacht=
tiſche
, oval. Auszieh=
tiſch
, ovale, runde u.
viereckige pol, Tiſche,
2 Goldſpiegel, 2 klein.
Spiegel, Ziertiſche,
Rohrſtühle, Toilette=
ſpiegel
u. vieles Un=
genannte
.
Gg. Crößmann jr.
Taxator u. Auktionat,
(*15126)
Gebr. Herd u. Ofen
zu verkaufen (15053
Beckſtraße 57.

Trumpf=, 500 ccm
Horex, 600
1Kuli=Sportſeitenw.,
1Touren=Seitenwag.
billig zu verkaufen.
Kahler tſtraße 13,
Ratenzahlung
geſtattet. (15146
Kleiner Eisſchrank,
beſtes Fabrikat, nur
wenige Joch.benützt,
preisw. z. verk. (*15079
Wilhelminenpl. 9, pt.
Puch =Motorrad
neueſtes Modell,
ſehr billig abzugeb.
Donges älllest.
(9470a)

elabba

12 gut erh., mod. An=l
züge für mittl. Gr.
1 Cutawah=Anzug m.
geſtr. Hoſe, 1 neues
ſchw. Kleid (Gr. 44).
Kleider u. Röckch. für
jung eMädch. preisw.
zu verk. Herdweg 95,
Gartenhaus (*15148 Guterh Klappſportwag
ohne Verdeck z. verk.
Schmidt, Kaſinoſt.17,
Stb. rechts, I. (*15051 Gebrauchte Knaben=
anzüge
und =Mäntel
(1416 J.) zu verkf.
Saalbauſtr. 77, 1. St.
(* 15110) Gutes

Futtergras
ca. 3 Morgen, geger
Angebot zu verkauf.
Zuſchlag vorbehalten.
Haus Taleck,
Seeheim. (*15121 Einige Fuhren
rauhe Steine
für Fundament ge=
eignet
, wegen Platz=
mangel
koſtenlos ab=
zugeben
. O R IO
Karlſtraße 14. (9567 Guterh. Hobelbank
billig zu verk. (*15050
Wienerſtraße 77, II. Ein großer g üner
Kachelofen Kamin
zu verkaufen. (*15080
Anzuſ. zw. 10 u. 121
Schützenſtr. 1, 2. St. Federrolle
2530 Ztr. Tragk .,
zu verkauf. Rafalsky,
Mühlſtraße 20.
Teleph. 556. (*15133 2tadell. Perſer Tep=
piche
, 2½X3½; eine
Brücke, 1½X2½;
preisw. z. verk. Tel=
zahlg
. geſt. Herdweg
Nr. 95, Gth. (*15149
Gelegenheit!
Mabeco
mit Beiwagen nur
Mk. 800.

Eliſabethenſtr. 49.
(9468a) Kleiner, noch neuer Tage.
Emailleherd, rechts,
preisw. zu vk. (15057
Näh. Seekatzſtr. 8, I. Schönes, faſt neues
Gramola m. Pl. für
d.Hälfte d. Anſchaffw. Weißer Kinderwag.
mit Riemenfederung
25 , gr. Badewanne
m. Abfluß 30ℳK um=
zugshalber
zu verk.
erh., billig abzu geb.
Kiesſtr. 135 pt. /*15095 Gut erh., mittelgr.,
eiſ. Kochofen f. 12.
z. vk. Tanne ſtr. 45, I.,
Ecke Landskronſtr.
(*15134) De Rad Rol
1 Bylinder, ie neu, Mädchenrad) wie
ſehr billig.
Eliſabethenſtr. 49.
(9469a) Guterh. Eis chrank
20 , Nähmaſchine
15 zu verk. (*15054
Darmſtr. 6, part.

leiermac
bei Schmid=

Aus den Amtsverkündigungen deg g
Darmſtadt und den Bekanntmachn=
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 2 Zehnmarkſcheine
ſchwarzes Portemonnaie mit 3,68
halt. 2 kleine und 1Autoſchlüſſel
5 kleine Schlüſſelchen. I. Paten
1 Doppelſchlüſſel mit Drücker.
Zwiebeln. 1 buntkarierter Kinde
1 braune Segeltuchhandtaſche.
kurbel. 1 Paar graue Kinderha
1 Schlüſſel, 1 braunſeidener Dam
1 graues Kindermäntelchen.
1 Broſche. 1 Schraubenſchlüſſel,
lanfen: 1 ſchwarzer Zwergſpitz,

Bauarbeiten

Die Maurer= und Schreiner
bei Erneuerung von Fußböden
Kyritzſchule ſollen auf Grund de
verdingungsordnung über die V
von Bauleiſtungen vergeben we
Die Bedingungen liegen
unterzeichneten Amte, Grafenſtr.
I., Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind. bis Mittwo
13. Juni 1928, vorm. 10 1
dem Städt. Hochbauamt, Grafent
I., Zimmer 9, einzureichen.
Darmſtadt, den 5. Juni 1928
Städt. Hochbauamt.

Zum inneren Ausbau von B
u. ein wohnhäuſern (9 Wohnungen
Morneweg= u. Feldbergſtraße
nachſtehende Bauleiſtungen au
der Reichsverdingungsordnung
fffentlich vergeben werden, und
in je 3 Loſen: Fußboden
Schreinerarbeit. (Türen uſw.),
(Anſchlagarbeiten),
in 2 Loſen: die äußeren Wei
arbeiten,
in 1 Los: Schloſſerarbeiten (4
länder und Vorgarteneinfried
Die Zeichnungen und Bedi
ſind bei uns, Paradeplatz 3, 1.
ſchoß, Zimmer 11, einzuſehen
erfolgt nicht. Angebotsformule
den, ſoweit der Vorrat reicht, dr
geben. Angebote ſind verſchloſſer
frei mit entſprechender Aufſch
Eröffnungstermin, Montag, d
1928, vormittags 10 Uhr,
einzureichen. Die Vergebung n
bleibt vorbehalten. Zuſchlags
Darmſtadt, den 30. Mai 192
Heſſiſches Hochbauam

gal
Tven

17i0
zur
1.0

Soſen

Für die Küchenverwaltung
reitſchaftspolizei Darmſtat
zu verk. Schuchard= für die Zeit vom 1. Juli bis ei
ſtraße 11, II. (us111/31. Dezember 1928 vergeben we
a) Fleiſch= und Wurſtliefe
b) Verzehrungsgegenſtän
ſenfrüchte, Teigwarer
uſw.).
Die in dem Angebot anzue
Moſerſtr. 15, II (*15094 den Lieferungsbedingungen liege
vom 11. bis 16. Juli 1928 offer
Kinderwagen, gut) Termin zur Abgabe der
und Muſter iſt der 20. ds. Mt=
vormittags
.
Angebotsformulare könnener
werden.
Küchenverwaltung d
Bereitſchaftspolizei Darn

Oa
ie
7!

*
K
R
Fruen=
Eh
A

Dameurad 45 Mk.
Herrenrad 28 Mk.
Damenrad
neu
Herrenrad
billig zu verk.; evtl.
Teilzahlung. (9568
Karlsſtr. 14

Laden.

Mitl. Ei
weißemaill
dreifl., m.
umzugsh. z
Wendelſt d:
*15

Damenra