Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 151
Freitag, den 1. Juni 1928.
191. Jahrgang
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ſtädter und Nationalbank.
Amerika und die Kriegsächtung.
Präſident Coolidge
der die amerikaniſche Friedenspolitik.
Rüſiungen allein bedeuten keine Sicherung
des Friedens”.
EP. Waſhington, 31. Mai.
In einer anläßlich des Memorial Day, des Gedenktages für
amerikaniſchen Kriegsopfer, gehaltenen Rede ging
Präſi=
nt Coolidge ausführlich auf die amerikaniſche
itiative zum Abſchluß eines Vertrages zur
chtung des Krieges und die amerikaniſche
diedsgerichtspolitik ein.
Coolidge ſagte u. a., man könne die Gefallenen nicht beſſer
en, als durch das Gelöbnis, die Wiederkehr von Kriegen nach
glichkeit auszuſchalten. Die amerikaniſchen Streitkräfte dienten
zu Verteidigungszwecken. Die Streitkräfte Ameribas, die in
ti, Nicaragua und China ſtehen, dienten ausſchließlich dem
utze der dort lebenden amerikaniſchen Bürger und ihres
entums. Es ſei die Pflicht der Regierung, das Leben und
entum ihrer im Ausland lebenden Bürger zu ſchützen,
wäh=
o ſich andererſeits die amerikaniſchen Bürger im Ausland den
etzen des Gaſtlandes ſtreng unterwerfen müßten.
Rüſtungen allein bedeuteten keine
Siche=
ng des Friedens, wenn man nicht gleichzeitig verſuche,
den übrigen Völkern ein freundſchaftliches und
verſtändnis=
es Verhältnis herbeizuführen. Zu den Mitteln, die die
ame=
niſche Regierung nutzbar mache, um internationale
Mei=
gsverſchiedenheiten durch friedliche Mittel zu beſeitigen,
ge=
auch die panamerikaniſche
Schiedsgerichts=
rferenz, die im Herbſt in Waſhington zuſammentreten
De.
Hierauf ging Coolidge auf die Verhandlungen;
den Abſchluß eines Vertrages zur Aechtung
3 Krieges ein, die im Juni 1927 durch den Vorſchlag
ands eingeleitet wurden. Dieſe Anregung habe ſich in den
wiſchen vergangenen elf Monaten zu einer der eindruckvollſten
edensbewegungen entwickelt, die die Welt je geſehen habe.
lidge ging dann auf die einzelnen Phaſen der Verhandlungen
die zu einer Ausgeſtaltung der franzöſiſchen Initiative,
be=
ders hinſichtlich der Zahl der Teilnehmer an dem Vertrage,
zu der Note des Staatsſekretärs Kellogg vom 13. April 1928
ihrt haben, und ſagte, der amerikaniſche Vertragsentwurf habe
ſehr günſtige Aufnahme gefunden. In der Oeffentlichkeit
e der Gedanke eines vielſeitigen Vertrags Zuſtimmung
ge=
den und das Intereſſe und die Sympathie der Regierungen
echtige zu den beſten Hoffnungen. Coolidge gab der Hoff=
1g Ausdruck, daß den Verhandlungen Erfolg beſchieden ſein
ge, und daß der Abſchluß eines vielſeitigen Vertrages zur
ſchränkung der Anwendung des Krieges die Ideale
verwirk=
en werde, von denen der fpanzöſiſche Außenminiſter und der
rikaniſche Staatsſekretär bei ihren Verhandlungen erfüllt
n.
Coolidges Echo in England.
EP. London, 31. Mai.
Da die beabſichtigten Rüſtungen zur See und die neuerlich
gegangene Politik zur Aechtung des Krieges in Amerika nach
liſcher Auffaſſung einen gewiſſen Gegenſatz in ſich enthalten,
hat die Rede des Präſidenten Coolidge, die er
amerikaniſchen „Memorial Day” hielt, in England lebhaftes
„ereſſe hervorgerufen. Man ſucht in ihr den
Schlüſ=
für die gegenwärtige amerikaniſche Politik,
klammert ſich hierbei an die Auslegung, daß die
Befeſti=
gen und Rüſtungen an ſich ungenügend ſind, um den
Frie=
zu garantieren, ſo daß durch die Paktpolitik eine weitere
Herheit geſchaffen werden ſoll. Dieſe vorſichtige Auslegung ſei,
ſchreibt die „Times”, in einer Hinſicht nützlich. Sie beweiſe,
die amerikaniſche Friedenspolitik
reali=
ſch und darum ernſt ſei. Sie dürfe daher nicht mit
ab=
utem Pazifismus verwechſelt werden.
Gleich=
ig ſei es entſchieden eine amerikaniſche Politik,
2 mit amerikaniſchen Intereſſen verknüpft
— Die Rede Coolidges illuſtriere die Schwierigkeiten, die
erikaniſchen Ziele und Aſpirationen zu verſtehen. Dieſe
müß=
aber voll gewürdigt werden, wenn man den Frieden ſichern
Te. Weitere Klarheit ſei während des kommenden
Wahl=
rpfs in Amerika zu erwarten, ſo daß dieſer mit
außergewöhn=
em Intereſſe beobachtet werden müſſe. Nichtsdeſtoweniger
ßten die Bemühungen der engliſchen Regierung, ſo ſchreibt
aily Chronicle” darauf gerichtet ſein, dahin zu wirken, daß
rerika ſich mit den übrigen fünf Großmächten auf einer breiten
(ndlage zuſammenfinde. Die öffentliche Meinung
Großbri=
niens verlange dies in ihrer großen Mehrheit.
in neuer Vertragsentwurf für den
Kriegs=
ächtungspakt?
EP. London, 31. Mai.
Einem Bericht der „Times” zufolge beabſichtige
Staats=
retär Kellogg in nicht allzu ferner Zukunft eine wei=
Ee Mitteilung an die am Pakt zur Aechtung des
ieges intereſſierten Mächte zu ſenden. Man
varte allgemein, daß dieſe Mitteilung die Form einer
keren identiſch lautenden Note annehmen wird, in der ein
uer Vertragsentwurf enthalten iſt. Wieweit ſich
der von dem früheren unterſcheiden wird, ſei bis jetzt noch nicht
annt. Es werde jedoch allgemein angenommen, daß ſich die
änderungen in der Hauptſache auf die Präambel beziehen
Eden. Hierüber habe bereits ein Schriftwechſel zwiſchen den
einzelnen Mächten ſtattgefunden, und in Amerika fühle man, daß
das Recht der Selbſtverteidigung und die Heiligkeit der früheren
Verpflichtungen in dem beabſichtigten Pakt einen ſchärferen
Aus=
druck finden ſollten.
Im Parlament des iriſchen Freiſtaates teilte der
Miniſter=
präſident mit, daß auch Irland bereits eine Antwort nach
Lon=
don geſandt habe. — De Valera verlangte, daß dieſe
Angelegen=
heit von dem Parlament erörtert werden ſolle.
Schwere Zuſammenſtöße in Belgrad.
Barrikadenkämpfe. — 30 Studenten ſchwer
verletzt.
EP. Belgrad, 31. Mai.
Geſtern abend gegen 8 Uhr verſammelten ſich auf dem Platz
vor dem Nationaltheater mehrere hundert Studenten, die
leiden=
ſchaftlich gegen Italien ſowie die geplante Ratifizierung der
Kon=
ventionen von Nettuno proteſtierten. Die Erregung der
Demon=
ſtranten wuchs derart an, daß die Gendarmerie genötigt war,
ein=
zugreifen. Sie drängte die Demonſtranten bis nach der Fürſt=
Michael=Straße. Die Studenten machten hier Halt,
dran=
gen in das Reſtaurant „Rußki Czar” ein, trugen die Einrichtung,
hauptfächlich Tiſche und Stühle, auf die Straße und
errich=
teten aus dieſen Gegenſtänden eine Barrikade. Die
be=
rittene Gendarmerie wollte die Barrikade ſtürmen, doch wurde
ſie von den erbitterten Studenten mit Stühlen und Tiſchen
bom=
bardiert; die Studenten gingen auch zum Angriff
vor und riſſen mehrere Gendarmen von den Pferden. Die
Gen=
darmen ſahen ſich ſchließlich genötigt, zwei Gewehrſalven
abzu=
geben, wobei angeblich mehrere Studenten getötet wurden, was
jedoch noch nicht feſtſteht. Es iſt beſtimmt, daß bei dieſer
Gelegen=
heit ungefähr dreißig Studenten mehr oder
weni=
ger ſchwer verwundet wurden. Unterdeſſen ſammelte ſich
in den Nebenſtraßen die Menge neuerdings an. Die berittene
Gendarmerie ſprengte mit blanker Waffe in dieſe Straßen und
vertrieb die Neugierigen. Der Kampf ging weiter. Eine
Anzahl Studenten verblieb in dem Reſtaurant und zertrümmerte
dort die koſtbare Einrichtung. Gegen 9 Uhr abends gab die
Gen=
darmerie auch vor dem Denkmal des Fürſten Michael auf dem
Theaterplatz eine Salve ab. An den Barrikaden dauerte der
Kampf ununterbrochen fort. Die Studenten beſchimpſten
fort=
während die Polizei. Die Gendarmerie mußte die Feuerwehr zu
Hilfe rufen, die mit ihren Dampfſpritzen dicke Waſſerſtrahlen
gegen die Demonſtranten richtete, die ſich dann erbittert
ent=
fernten.
Die Opfer von Belgrad.
EP. Belgrad, 31. Mai.
Nach einem Bericht der Polizeidirektion befinden ſich
gegen=
wärtig 45 bei den geſtrigen Demonſtrationen verhaftete
Per=
ſonen im Polizei=Gefängnis. Darunter befinden ſich nach den
Verſicherungen der Polizei 30 Kommuniſten. Die Zahl der
ver=
letzten Gendarmen wird mit 16 angegeben, davon 4
Schwerver=
letzte. Im Krankenhaus befinden ſich 17 Perſonen die als
ſchwer=
verletzt bezeichnet werden. Die Zahl der Leichwerletzten beträgt 30.
— In den Kreiſen der Oppoſition dauert die Erregung über die
geſtrigen Vorfälle unvermindert an. Die Oppoſition beabſichtigt,
einen Antrag einzubringen, wonach der Innenminiſter unter
An=
klage zu ſtellen ſei. Der Belgrader Polizeichef erklärte vor
Jour=
naliſten, die bisherige Unterſuchung habe Beweiſe dafür erbvacht,
daß die patriotiſchen Demonſtrationen von kommuniſtiſchen
Ele=
menten dazu ausgenutzt worden ſeien, um blutige Zwiſchenfälle
mit der Gendarmerie zu provozieren. In den Straßen Belgrads
wurden Aufrufe verteilt, in denen die Bevölkerung aufgefordert
wird, italieniſche Waren zu boykottieren und nicht italieniſch zu
ſprechen. Die für Sonndag angeſagte Proteſtverſammlung der
„Narodna Odbrana” wurde von der Polizei verboten. Die Polizei
erklärt, ſie ſei entſchloſſen, von nun an jeden
Demonſtrationsver=
ſuch mit den energiſchſten Mitteln im Keime zu erſticken.
Lärmſzenen in der Skupſchtina.
Die heutige Sitzung der Skupſchtina ſtand unter dem
Ein=
druck der geſtrigen blutigen Zuſammenſtöße in den Straßen
Bel=
grads und nahm dementſprechend einen außerordentlich
ſtürmi=
ſchen Verlauf. Auf der Tagesordnung ſtand der Anklage=Antrag
der Oppoſition gegen den früheren Juſtizminiſter Subotitſch, dem
vorgeworfen wird, daß er während ſeiner Miniſterſchaft die von
ihm bekleidete Stelle eines Präſidenten des Kaſſationshofes
ab=
ſichtlich unbeſetzt ließ, um dieſen Poſten nach ſeinem Rücktritt
von dem Miniſterpoſten wieder beziehen zu können.
Die Krawallſzenen begannen, als ein Schriftführer nach
Ein=
tritt in die Tagesordnung die Verteidigungsſchrift des früheren
Miniſters Subotitſch zu verleſen begann. Die Abgeordneten des
bäuerlich=demokratiſchen Blocks brachen ſtürmiſch in die Rufe aus:
„Blutige Regierung! Mörder!” uſw. Sie verlangten im Chor
den Rücktritt der Regierung, namentlich des Innenminiſters
Koroſchetz. Zugleich ſetzte ein ohrenbetäubendes Pultdeckel=
Kon=
zert ein, in deſſen Verlauf zahlreiche Pultdeckel kurz und klein
geſchlagen wurden. Nachdem der Schriftführer die Verleſung
be=
endet hatte, verlangte der oppoſitionelle Führer Drljevitſch das
Wort, konnte ſich aber in dem Tumult kein Gehör verſchaffen.
Die oppoſitionellen Abgeordneten ſchrien ohne Unterlaß: „Wir
werden jede Verhandlung unmöglich machen, ſolange dieſe
blut=
befleckte Regierung im Amte bleibt.” Als die Abgeordneten der
Oppoſition des Pultdeckel=Konzerts müde wurden, begannen ſie
im Chor nationale Lieder zu ſingen.
Schließlich ſah ſich der Präſident genötigt, die Sitzung unter
großem Tumult zu ſchließen. Die Abgeordneten zerſtreuten ſich
in größter Erregung. — Die nächſte Sitzung wird auf ſchriftlichem
Wege einberufen, dem Vernehmen nach auf den 8. Juni.
4Italiens Zwangslage.
Von der italieniſchen Grenze, 29. Mai 1928.
Die Aktivität in der Außenpolitik Muſſolinis iſt wieder
ein=
mal beſonders eindringlich. Ihre Wirkung — gleichgültig, ob ſie
poſitiv oder negativ in Erſcheinung tritt — geht in der
italie=
niſchen Preſſe parallel mit dem Mangel an Nachrichten oder
Kom=
mentaren über die außenFolitiſchen Ereigniſſe, an denen Italien
beteiligt iſt. Nur über die jüngſten jugoſlawiſchen Provokationen
und Demonſtrationen gegen Italien werden ausführlichere
Mel=
dungen geduldet, während über die italieniſchen
Gegenäußerun=
gen bloß dann Bericht erſtattet wird, wenn dieſe italieniſchen
„Gegendemonſtrationen” relativ harmlos und mehr akademiſcher
Natur ſind. (Dabei kann man dies „akademiſch” ſogar wörtlich
nehmen; denn die Studenten wurden wieder mit ihren
Schreie=
reien zuerſt ins Feld geſchickt.) Die bedenklichen oder direkt
völker=
rechtsverletzenden Angriffe von Italienern gegen Serben werden
jedoch nicht an die große Glocke der Oeffentlichkeit gehängt.
Wäh=
rend alſo der Gegenſatz zu Serbien hetzeriſch ausgebeutet wird,
ſchweigt die Preſſe über alle anderen Begebenheiten der
muſſo=
liniſchen Außenpolitik, auch wenn ſie von größter Tragweite
wer=
den können.
Die Aktivität erſtreckt ſich in öſtlicher Richtung auf die
Vollen=
dung der Einkreiſung von Jugoſlawien durch eine Sicherung mit
Griechenland und der Türkei, während die bulgariſchen
Komitat=
ſchis, mit Waffen und Geld reichlich verſehen, nur auf das
Sig=
nal warten, um in ſerbiſches Gebiet einzufallen. Ueber die
ungariſche Rückendeckung braucht nicht mehr geſprochen zu
wer=
den, ſie gehört zu den fertigen Offenſivmitteln Italiens. In den
levantiniſchen Aufmarſch hat nun Venizelos im Auftrage
Frank=
reichs zunächſt ein peinliches Loch geriſſen, ſo daß dieſe Seite der
Vorbereitungen gegen Serbien ſtark geſchwächt wurde. Im
weſt=
lichen Mittelmeer hat Muſſolini durch den großen
Geſchwader=
flug über Spaniens und Frankreichs Küſten einen eindrucksvollen
Wink betreffs ſeiner Bewaffnungsſtärke geben wollen. Dabei
wird dem befreundeten Spanien in kameradſchaftlicher und dem
rivaliſierenden Frankreich in demonſtrativer Weiſe das „
Bereit=
ſein” Italiens vor Augen geführt.
Alle dieſe Maßnahmen und ſoundſo viel andere Geſchehniſſe
müſſen als bewußte Vorzeichen für eine kriegeriſche oder
wenig=
ſtens demonſtrierende Diverſion im Bereich der Adria aufgefaßt
werden. Daß Befürchtungen über Störungen der Ruhe
berech=
tigt ſind, beweiſen auch die Bedenken, die aus Wirtſchaftskreiſen
ſtammen. Mit aller Vorſicht darf behauptet werden, daß gewiſſe
italieniſche oder italophile Bankkreiſe und Induſtrielle in
Nord=
italien und jenſeits der italieniſchen Grenze in Italiens
Nachbar=
ſchaft ſchwere Bedenken wegen der ferneren Stabilität der
italie=
niſchen Valuta haben. Man befürchtet die Gefahr eines neuen
Lireſturzes, der durch das Uebermaß der ſtaatlichen Ausgaben
bedingt ſein würde. Dabei ſei zugleich beim erſten Wanken der
Lira damit zu rechnen, daß ſowohl die freimaureriſchen Kreiſe an
den Börſen von New York und Paris die Gelegenheit der
Ver=
geltung am fasciſtiſchen Regime benutzen würden, wie auch die
allgemeine Baiſſetendenz der New Yorker Finanzwelt an ſich
ſchon ein Fallen der italieniſchen Valuta unterſtützen würde.
Zu dieſer internationalen Dispoſition tritt die Not der noch
immer nicht behobenen italieniſchen Stagnationskriſe, die eine
Folge der zu hoch feſtgeſetzten Stabiliſierung der Lira und der
ſchematiſchen Syndikaliſierung der italieniſchen Arbeit iſt. Es
gibt viele Induſtrielle, die ein Heil nur noch in einer neuen
In=
flation und Lireſchwächung ſehen. Ferner drückt die große
Arbeitsloſigkeit auf das italieniſche Volk, eine
Arbeitsloſig=
keit, die durch die geriſſenſten Methoden der Statiſtik
und der Kurzarbeit oder Minderentlohnung vertuſcht wird. Kurz
und gut, die wirtſchaftlichen Verhältniſſe haben ſich nicht wieder
gebeſſert, ſondern ſind offenbar auf ihrem niedrigen Stand
ge=
blieben. Dieſe Lage hat ſich auch in den ungünſtigen Zahlen des
Fremdenverkehrs ausgedrückt. Die vergangene „Saiſon” war
wenig erfreulich, denn die Fremden kamen nur in recht geringer
Zahl ins Land, weil die Lebenskoſten und damit die Hotelpreiſe
zu hoch im Vergleich zu den Nachbarſtaaten ſind, wobei das
Ge=
fühl, nicht gerade in ganz geſicherten Verhältniſſen ſeine Ferien
verbringen zu müſſen, und die Ueberheblichkeit vieler Italiener
das Uebrige taten.
Die wirtſchaftliche Lage iſt alſo in Italien nicht gerade ſehr
ſchön. Nun beherrſcht aber die Wirtſchaft heute durchaus die
politiſche Entwicklung in der ganzen Welt. Nicht mehr Ideen,
ſondern wirtſchaftliche Verhältniſſe können den Krieg auslöſen.
Wenn die Spannung dieſes „Kriegsgrundes” nun derart iſt, daß
nur eine Ablenkung nach außen eine revolutionäre Wirkung im
Innern verhüten kann, ſo muß man eben mit einer Diverſion
des Fascismus in kriegeriſchem Sinne rechnen. Und dieſe Lage
ſcheint mehr denn je nach dem Urteil ruhiger Beobachter gegeben.
Nun darf man Muſſolini und ſeinen nächſten Helfern zutrauen,
daß ſie früher als die beſten Beobachter im Ausland ſehen
wer=
den, wann die Welle umzukippen droht. Bei dem Mangel an
kontrollierender Oeffentlichkeit unter dem fasciſtiſchen Regime iſt
die Beurteilung der wahren Lage Italiens weſentlich ſchwerer
als die Einſchätzung der Verhältniſſe in irgendeinem anderen
Lande. Es wird alſo darauf ankommen, aus dem Verhalten
der wichtigſten Männer Italiens einen Schluß auf die Lage zu
ziehen und daraus zu berechnen, wie weit die Welle bereits
ge=
ſtiegen iſt und wie nahe ſie vor dem Umkippen ſteht. Man wird
genau beobachten müſſen, wie ſich der Finanzdiktator Volpi
ver=
hält, was die nächſten Helfer Muſſolinis, der geſchickte Balbo und
der kluge Bianchi, tun. Es iſt klar, daß Muſſolini und dieſe
Männer zum letzten verzweifelten Mittel greifen werden, ehe die
Welle ſich überſchlägt. Man wird ſehen, daß die außenpolitiſche
Diverſion dann eintritt, wenn die wirtſchaftliche Lage Italiens
ſich nicht mehr ſanieren oder verheimlichen läßt.
Was könnte denn Muſſolini anderes tun, um aus den
be=
drängten Verhältniſſen Italiens herauszukommen? Einen
Lire=
ſturz ſelbſt herbeiführen? Kann er das wagen, nachdem er ſein
Wort eingeſetzt hat, daß die Lira ſtabil bleiben ſoll? Sein Wort
iſt ſein beſtes Gut, denn an ſein Wort glaubt der Italiener.
Kann der Duce außer der Freiheit und der Wohlfahrt ſeinen
Landsleuten auch noch den Glauben nehmen, der ſie die Not
dieſer Zeit ertragen läßt? Das erſcheint wenig wahrſcheinlich.
Seite 2
Kann Muſſolini durch weitere Auslandsgelder das Land ſanieren?
Volpi hat ſelbſt eben erklärt, daß man von Auslandsanleihen jetzt
abſehen werde, weil die Geldflüſſigkeit im Lande gut ſei. Er
verſchwieg dabei, daß es ſchwer iſt, weitere Gelder aus dem
Aus=
lande ohne ſehr gute Pfänder zu erhalten, und daß ſchon
wert=
voller Staatsbeſitz vergeben iſt. Kann Muſſolini Italien vor
einer Kriſe dadurch retten, daß er durch Entgegenkommen gegen
ſeine Nachbarn ſich langdauernde Ruhe ſchafft? Dann muß er
ſeine expanſioniſtiſchen Pläne aufgeben. Dabei könnte er
natür=
lich auch die notwendigen Erſparniſſe machen, die zu einer
Sanie=
rung beitragen würden. Aber das hieße ſeine ganze Außenpolitik
umwerfen, mit dem Völkerbund Frieden machen, ſich und ſein
Land beſcheiden und auf die Rolle (eine fiktive Rolle übrigens)
einer Vormachtſtellung im Mittelmeer zunächſt auf Jahrzehnte
verzichten. Er aber will noch bei Lebzeiten ſein Verſprechen des
auguſtäiſchen Zeitalters von Ruhm und Macht einlöſen. Wo
bleibt ihm alſo ein Ausweg?
Nur der Krieg kann ihn noch aus dem Zwieſpalt zwiſchen
Wollen und Können befreien. Im Kriege gibt es immer noch das
„Waffenglück”, das zu einem Erfolge verhilft, den man auf
nor=
malem Wege nicht mehr erreichen kann. Der Sieg würde den
„Ruhm” und die „Größe” bringen und eine Niederlage
wenig=
ſtens eine klare Löſung aller Nöte. Wie nahe ſtehen wir vor
einem ſolchen Kriege als letztem Hilfsmittel? Droht die Welle
ſich ſchon zu überſchlagen? Die Nachbarn ſchauen bereits mit
Bedenken über die Grenze. Auf dem Monte Ceneri, der den
Schweizer Teſſin gegen Norden abriegelt, ſind nicht unbedeutende
Truppenmaſſen der Schweizer Miliz in Bereitſchaft, ſei es auch
nur, um die italieniſchen Ueberläufer in Empfang zu nehmen,
die keine Luſt mehr zu Ruhm und Sieg haben.
Die Genfer Arbeits=Konferenz.
Das Problem der Unfallverhütung.
Genf, 31. Mai.
Die internationale Arbeitskonferenz iſt geſtern vormittag zu ihrer
zweiten Tagung zuſammengetreten, in der ſie ſich mit der zweiten
Leſung des Beſchluſſes über die Methoden zur Feſtſetzung von
Mindeſt=
köhnen und mit der erſten Leſung des Beſchluſſes über die
internatio=
nale Regelung der Unfallverhütung zu befaſſen haben wird.
In der heutigen zweiten Sitzung der 11. Internationalen
Arbeits=
kenferenz wurde die Generaldiskuſſion über das Problem der
Unfall=
verhütung eröffnet. Neben anderen Rednern aus den Hauptinduſtrie=
Staaten der Welt ſprach der deutſche Arbeitgeberdelegierte Geheimrat
Dr. Vogel. Er wies auf die deutſche Geſetzgebung und die
Kollektiv=
abkommen zur Unfallverhütung als vorbildlich hin und erwähnte als
nachahmenswertes Beiſpiel die Zuſammenarbeit deutſcher
Arbeitgeber=
organiſationen, Ingenieurorganiſationen und der
Berufsgenoſſenſchaf=
ten zur techniſchen Ausgeſtaltung der Unfallverhütung. Die
Unter=
nehmer müßten im Kampf gegen Betriebsunfälle führend ſein. Sie
hätten nicht nur ein ethiſches und menſchliches Intereſſe an einer
Ver=
minderung der Betriebsunfälle, ſondern auch ein wirtſchaftliches, denn
die Herabſetzung der Unfälle bedeute gleichzeitig Erſparnis an
Volks=
vermögen und Wirtſchaftskraft. Es bleibe noch ſehr viel zu tun, und
jeder Tag bringe angeſichts des Rieſenfortſchritts der Technik neue
Gefahren. Er, wie alle deutſchen Unternehmer, ſehnten den Tag
her=
bei, an dem das Geſpenſt des Betriebsunfalls endgültig verſchwindet.
Man könne wohl in der Welt auf verſchiedenen Wegen zu einem
Er=
folg kommen. Hauptſache ſei jedoch, daß dieſe Konferenz das Problem
international anfaſſe. — Der Sachverſtändige des Deutſchen
Gewerk=
ſchaftsbundes, Sachs, wies in ſeinem Expoſé auf den menſchlichen Faktor
der Unfallverhütung hin. Schon in der Jugend und in der Schule
müſſe die Gewöhnung an die Unfallvermeidung durch Erziehung und
Aufklärung einſetzen. Die Konferenz habe die Aufgabe, die Opfer auf
dem Schlachtfeld der Arbeit nach Möglichkeit zu vermindern, und die
Arbeiterſchaft und die Gewerkſchaften ſeien bereit, an der Löſung dieſes
Problems mitzuarbeiten.
In der Debatte der 11. Internationalen Arbeitskonferenz über die
Unfallverhütung ſetzten ſich ſämtliche Arbeitervertreter für die
Schaf=
fung einer allgemeinen internationalen Konvention ein.
Der Vertreter der deutſchen Regierung;
Geheimrat von Noſtiz gab der Befriedigung der deutſchen
Regie=
rung über den Entſchluß der Konferenz Ausdruck, die wichtige Frage
der Unfallverhütung auf die Tagesordnung geſetzt zu haben. Mit
die=
ſer Frage beſchäftige ſich die deutſche Negierung ſchon ſeit Jahrzehnten,
und, wie man ſagen könne, mit gutem Erfolg. Die deutſche
Unfallver=
hiitung gelange auf zwei getrennten Wegen zu ihrem Ziel, auf dem
geſetzlichen durch die Gewerbeaufſicht, und andererſeits durch die
frei=
willige Tätigkeit der Berufsgenoſſenſchaften. Augenblicklich befinde ſich
im Deutſchen Reich eine Arbeitsſchutzgeſetzgebung in Vorbereitung, die
alle Beſtrebungen auf dem Gebiete der Unfallverhütung
zuſammen=
faſſend regeln ſoll. Der geſetzliche Zwang, den verſchiedene Regierungen
ausüben könnten, ſei zwar notwendig und heilſam, er könne jedoch nur
zu einem Erfolg führen, wenn er durch die unabhängige und
gleich=
berechtigte Mitwirkung von Arbeitgeber= und Arbeitnehmerſeite
er=
gänzt werde. Beſonders wichtig ſei die Erforſchung der Unfallurſachen
und Unfallquellen durch die techniſchen und wiſſenſchaftlichen Hochſchulen,
wie ſie in Deutſchland jetzt ſchon Eetrieben werde, durch Aufklärung der
Jugend in den Volksſchulen und Fortbildungsſchulen, ſowie der
Arbeit=
geber in den Betrieben ſelbſt. Hierzu ſollten nicht nur Bilder und
An=
ſchläge oder Vorträge, ſondern vor allem auch Kino= und Rundfunk=
Propaganda benutzt werden, ſowie Anſchauungsſtellen geſchaffen werden,
wie ſie in Deutſchland durch Gründung des Deutſchen Arbeitsmuſeums
erfolgt ſeien.
Kirche und Preſſe.
Zur Eröffnung der evangeliſchen Schau auf der Preſſa.
Von Oberkirchenratspräſident D. Dr. Dilemann.
Wenn die Internationale Preſſeausſtellung, und zwar im
Brennpunkte der Weltſchau, eine evangeliſche Sonderſchau in ſich
faßt, ſo iſt das nichts Zufälliges. Die Entſtehung und die
Ent=
wicklung der Preſſe iſt mit der vom Proteſtantismus getragenen
geſchichtlichen Bewegung eng verwachſen, und der
Proteſtantis=
mus wird auch in Zukunft einen Hauptanteil übernehmen müſſen,
wenn es ſich um Löſung der Probleme handelt, die der Preſſe
in unſerer Zeit aufgegeben wird. Die Eröffnung der
evange=
liſchen Sonderſchau, die am 31. Mai in Köln vor ſich ging, hat
daher eine andere Bedeutung, als daß den zahlreichen
Abteilun=
gen dieſer Weltſchau eine neue zur Seite tritt.
Der geiſtigen Umgeſtaltung, die wir die Renaiſſance zu nennen
pflegen, kam die Erfindung der „göttlichen Kunſt”, deren ſich die
deutſche Nation rühmen durfte, ſehr zugute. In wenigen
Jahr=
zehnten iſt der Buchdruck zum Gemeingut der europäiſchen Völker
geworden, bis zum Jahre 1500 zählte bereits Venedig allein 199
Preſſen. Aber die Renaiſſance iſt im weſentlichen eine
ariſto=
kratiſche Bewegung. Die erſte große Periode der Preſſe begann,
als in Deutſchland die Reformation zu einer
Volksbewe=
gung wurde. Neben den perſönlichen Trägern der neuen Ideen
gewann damals die Preſſe eine ungeahnte Bedeutung. Man hat
berechnet, daß von 1516 bis 1524 die Zahl der deutſchen Drucke
auf das Neunfache geſtiegen iſt, und dieſe Schriften, die hier in
gemeinverſtändlicher Proſa, dort in beliebten Reimweiſen ſich an
das Volk wandten, wurden von Hoch und Niedrig verſchlungen.
Eben dies iſt auch der Boden, auf dem in der Folgezeit der erſte
große Vorkämpfer der Preſſefreiheit, Jon Milton,
er=
ſtehen ſollte, und ſiene freudige Zuverſicht in die ſiegreiche
MNacht des göttlichen Wortes hat der geiſtigen Auseinanderſetzung
im gedruckten Wort, die neben dem Nachrichtendienſt und der
„Iflege der Unterhaltung als die vornehmſte Aufgabe der Preſſe
ilt, die Bahn gebrochen.
Selbſtverſtändlich iſt die Stellung, die die amtlichen Organe
der Kirche jeweils zum Zeitungsweſen eingenommen haben, nicht
entiſch mit der Wechſelwirkung zwiſchen öffentlicher Meinung
ud evangeliſcher Geiſteshaltung. Mangel an Einſicht in dem
anzen Umfang der das Volksleben geſtaltenden Faktoren und
fnitunter eine wenig angebrachte Selbſtgenügſamkeit ſind im
Laufe der Zeit die Urſache großer Verſäumniſſe geworden. Es
F eitag, den 1. Juni 1928
Nummer 131
Vom Tage.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung,
Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf”)
iſt nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts für den
Durch=
ſchnitt des Monats Mai mit 150,6 gegenüber 150,7 im Vormongt nahezu
unverändert geblieben.
Der Preußiſche Landtag wird, wie nunmehr endgültig
feſtſteht, am 8. Juni zu ſeiner erſten Plenarſitzung
zuſammen=
treten. Die Sitzung wird von dem Alterspräſidenten, Graf
Poſa=
dowſky, der als Auſwertler ins Parlament einzieht, eröffnet werden.
Ob die Wahl des Präſidenten ſchon am erſten Tage erfolgt, ſteht noch
nicht feſt.
Reichspräſident von Hindenburg wird, wie wir erfahren,
die beiden Nordpolflieger Wilkins und Eyelſon heute
vor=
mittag 11,30 Uhr empfangen.
Aus Polniſch=Oberſchleſien werden neue Verletzungen des
Minderheitenſchulabkommens, durch Polen gemeldet.
In New York haben die Vorbereitungen für den
Süd=
polflug von Kapitän Wilkins begonnen.
Nach Berichten aus dem japaniſchen Hauptquartier ſoll Marſchall
Tſchang Tſo=lin beſchloſſen haben, Peking zu räumen. Ein Teil ſeiner
Truppen ſei bereits auf dem Rückzug nach Mukden. Die japaniſchen
Be=
hörden rechnen daher mit der unmittelbar bevorſtehenden Beſetzung von
Peking durch die Südchineſen.
Die deutſchen Sicherheitsvorſchläge.
Das Memorandum des Sicherbeitskomitees
EP. Genf, 31. Mai.
In der Februar/März=Tagung des Sicherheitskomitees machte
der deutſche Delegierte von Simſon Vorſchläge für die präventive
Verhinderung von Kriegen, nach denen ſich die Staaten
ver=
pflichten ſollten:
1. Empfehlungen des Rates anzunehmen mit dem Ziel, eine
Verſchärfung oder Ausdehnung des Konfliktes zu verhindern.
2. Bei Kriegsgefahr den militäriſchen Status quo aufrecht zu
erhalten oder wieder herzuſtellen.
3. Auf Vorſchlag des Völkerbundsrates von vornherein einen
Waffenſtillſtand anzunehmen und etwa in feindliches Gebiet
ein=
gedrungene Streitkräfte zurückzuziehen.
4. In allen dieſen Fällen die Entſcheidung des Rates mit
einfacher oder qualifizierter Mehrheit anzunehmen.
5. Für dieſe Maßnahmen ein gemeinſames Uebereinkommen
oder Protokoll für alle Mitglieds= und Nichtmitgliedsſtaaten des
Völkerbundes abzuſchließen, das für die einzelnen Erdteile nach
den Ratifikationen in Kraft treten ſollte. — Das
Sicherheits=
komitee beſchloß damals, dieſe Vorſchläge auf die Tagesordnung
ſeiner kommenden Seſſion zu ſetzen und beauftragte den
belgi=
ſchen Vertreter Rollin=Jacquemyns, unter Berückſichtigung der
Diskuſſion im Komitee und der von den Regierungen etwa
ein=
gehenden Meinungsäußerungen ein Memorandum über die
deut=
ſchen Vorſchläge auszuarbeiten.
Dieſes Memorandum legte Jacquemyns jetzt vor. Er prüft
darin die deutſchen Vorſchläge bis ins einzelne, findet ſie im
all=
gemeinen mit dem Völkerbundspakt in Uebereinſtimmung und für
die Schaffung der Sicherheit günſtig, erhebt jedoch die gleichen
Bedenken, wie ſie ſeinerzeit im Komitee von ihm und auch von
Paul=Boncour geäußert worden ſind. Er verweiſt darauf, daß
verſchiedene dieſer Fragen ſchon durch den am 6. Dezember 1927
vom Rat angenommenen Bericht über die Maßnahmen zur
An=
wendung des Artikels 11 des Völkerbundspaktes behandelt
wor=
den ſind, daß die deutſchen Vorſchläge zwar weitergehen und vor
allem die Feſtſtellung eines etwaigen Angreifers erleichterten, daß
jedoch die bisherigen Erfahrungen die Annahme eines ſo
weit=
gehenden Abkommens durch zahlreiche Staaten nicht
wahrſchein=
lich erſcheinen laſſen.
Jacquemyns tritt daher in ſeinem Memorandum für eine
Begrenzung der dem Rat zu übertragenden Vollmachten auf
be=
ſtimmte Fälle ein. In erſter Linie ſoll die Handlungsfreiheit
der Staaten in allen denjenigen Fällen gewahrt bleiben, die
bis=
her nach dem internationalen Recht ausſchließlich der Kompetenz
der einzelnen Staaten unterworfen ſind. Außerdem ſollen die
ſogenannten vorbeugenden Maßregeln auch dann nicht
Anwen=
dung finden, wenn es ſich um Fälle handelt, die durch eine
ein=
fache materielle Entſchädigung beigelegt werden können. Die
Be=
fugnis des Rates, vorbeugende Maßregeln zu ergreifen, ſoll auf
die Kriegsgefahr allein beſchränkt werden.
Für die Wiederherſtellung und Aufrechterhaltung des
mili=
täriſchen Status quo empfiehlt er ein Kontrollrecht des Rates,
das ſich auf beide Gegner erſtrecken ſoll. Der Rat ſoll weiter nur
dann Waffenſtillſtandsbedingungen feſtſetzen, wenn innerhalb
einer beſtimmten Friſt keine direkte Einigung zwiſchen den
Par=
teien erfolgt, und auch die Durchführung dieſer
Waffenſtillſtands=
bedingungen ſoll auf beiden Seiten durch den Rat kontrolliert
werden. Die Verträge über derartige Präventivwaßnahmen
würden ſich mangels eines allgemeinen Uebereinkommens in der
form von Regionalpakten durchführen laſſen.
darf aber geſagt werden, daß die evangeliſche Schau der erſten
großen Internationalen Preſſe=Ausſtellung den vollgültigen
Be=
weis erbringt, daß jene Zeit vorüber iſt, in der man von amtlicher
Stelle aus die Preſſe etwa als einen läſtigen Rivalen oder eine
Nebenſache anſah. Frei, aber durchweg im vertrauensvollen
Zu=
ſammenwirken mit den amtlichen Organen der Kirche iſt das
evangeliſche Preſſeweſen immer mehr darauf bedacht, im Sinne
einer Arbeitsgemeinſchaft der
verantwortungs=
vollen Aufgabe der Preſſe gerecht zu werden.
Es liegt im Weſen des Proteſtantismus, daß er die geiſtige
Auseinanderſetzung, die ein Volk und darüber hinaus die
Menſch=
heit beſchäftigt, teils hervorruft, teils mit aktiver Teilnahme
be=
gleitet. Jede Cpoche unſerer Geſchichte hat ihre eigene
Refor=
mation. Je mehr ſich dieſe Einſicht durchſetzt, deſto mehr iſt für
den Proteſtantismus die Mitarbeit der Preſſe von Bedeutung.
Man mag an die ſoziale Frage denken, an die Auseinanderſetzung
zwiſchen Menſch und Wirtſchaft, an das Verhältnis von
Indivi=
duum und Gemeinſchaft oder was immer: was das Evangelium
als gewiſſenbeſtimmende Macht und als einzigartige Löſung
ſtärkſter Spannungen zur Bewältigung ſolcher Fragen
beizutra=
gen hat, wird der Oeffentlichkeit zu einem erheblichen
Teil auf den Kanälen zugeführt werden, die die Preſſe
zum Teil unter Bewältigung ſchwerſter Hinderniſſe und unter
Aufbietung einer bewundernswerten Kraft gebaut hat.
Aber ſteckt nicht die Preſſe ſelber voller Probleme?
Jedem, der ihr eine große Aufgabe zuerkennt und zugleich offenen
Auges den Tatſachen gegenüberſteht, drängt ſich dieſe Frage auf.
Groß geworden in der Atmoſphäre oppoſitioneller Geiſteshaltung
im Kampf um die Freiheit gegen Abſolutismus oder reaktionäre
Gewalten, erſcheint ſie ſeit gerqumer Zeit von ganz anderer Seite
her bedroht: Sie hat weithin dem Mammonismus und der
Senſationsluſt ihren Tribut gezahlt, und angeſichts der
Exiſtenz=
bedingungen, mit denen jede Gattung der Preſſe zu rechnen hat,
ſtellt ſie an, die ſittlichen Qualitäten der leitenden
Köpfe außergewöhnliche Anforderungen. Iſt die moraliſche
Unabhängigkeit, noch immer der Stolz verantwortungsbewußter
Schriftleiter, für die Preſſe im ganzen geſichert? Es gereicht den
im Evangeliſchen Preſſeverband zuſammengefaßten Kräften zu
beſonderer Anerkennung, daß dieſe in neueſter Zeit mit immer
ſteigendem Nachdruck und im Verein mit den Beſten der Preſſe
bemüht ſind, die ethiſchen Normen im deutſchen
Journalismus herauszuarbeiten und zur Geltung zu
brin=
gen. Man braucht nur auf das Problem der Wahrhaftigkeit in
der Preſſe, die Gefahr der Zermalmung der Individualitäten
Löbe veim Reichspräfidenten.
Möglichkeiten der Regierungsbildung.
Der Empfang des Reichstagspräſidenten Löbe bei d=
Reichspräſidenten bedeutet, was doch feſtgehalten werden m..
nicht den offiziellen Beginn der Verhandlungen über die
B=
bildung der Regierung. Das kann erſt geſchehen, nachdem §.
Kabinett Marx demiſſioniert iſt. Aber er bedeutet doch .
erſten Verſuch, das Terrain zu ſondieren. veb
das, was Herr Löbe geſagt hat, werden verſchiedene Verſion
verbreitet. Die Sozialdemokraten beſtreiten, daß Herr Löhe
Große Koalition empfohlen habe. Das wird richtig ſein, der
Herr Löbe iſt ja nicht nur Reichstagspräſident, ſondern nebenr
auch noch Sozialdemokrat, und er iſt viel zu klug, als daß
bevor ſeine Partei geſprochen hat, ſich ſo einſeitig feſtgelegt hab.
würde. Nach unſerer Kenntnis hat er ſich darauf beſchränkt.
Möglichkeiten zu entwickeln, die im neuen Reichstag für ei=
Mehrheitsbildung gegeben ſind. Das iſt nicht nur die Gro=
Koalition, das wäre rein zahlenmäßig auch eine Kombingtio
die ſich aus der Weimarer Koalition und aus der Bayeriſch
Volkspartei ſowie dem Bauernbund zuſammenſetzen würd
Die Zuſammenſtellung dieſer Koalition wünde 264 von 4
Stimmen ergeben. Das wäre rechneriſch genug, um eine Meb
heit zu bilden, iſt aber doch vorläufig nur eine Zahlenſpieler=
Die Bayeriſche Volkspartei hat in ihrem eigenen Parlament hi
her in ſchroffſtem Gegenſatz zur Sozialdemokratie geſtande
Sollte ſich das dort ändern — vertrauliche Fühlungnahme ſche
in München allerdings erfolgt zu ſein —, dann wären die Vo
bedingungen für eine Umorientierung im Reiche an ſich gegebe
Bei dem ſcharfen Wettrennen zwiſchen Bayeriſcher Volkspar=
und Bayeriſchem Bauernbund wird aber Herr Dr. Leicht oh=
Rückendeckung durch den Bauernbund nicht in dieſe Koaliti
gehen. Hier liegen ſehr ſtarke ſachliche Schwierigkeiten, daß ei
praktiſche Durchführung überhaupt nicht in Frage kommt, zum
da auch das Zentrum ſich vor einer ſolchen Vereinigung ſcher
weil dann das Uebergewicht der Sozialdemokraten im Kabin
zu groß wäre. Das dürfte auch in der Sitzung des
Parkeiv=
ſtandes des Zentrums, die am Donnerstag ſtattfand, zum Au
druck gekommen ſein. Das Zentrum ſtartet in erſter Linie g
die Große Koalition, und zwar jetzt, nachdem ein Zwiſchenſp
in ſeinen Anfängen geſcheitert iſt, auf eine Große Koalition unt
ſozialdemokratiſcher Führung, damit die Sozialdemokraten au
nach außen hin ſichtbar die Verantwortung tragen. Dazu iſt
Vorbedingung, daß die Sozialdemokraten die nächſte Woche
Köln ihre grundſätzliche Bereitwilligkeit erklären. Reichstag
präſident Löbe, der im Anſchluß an den Beſuch des Reichsprä
denten beim Reichsaußenminiſter vorſprach und von dieſem
Bette liegend empfangen wurde, wird wahrſcheinlich nach d
Kölner Verhandlungen dem Reichspräſidenten erneut Verie
erſtatten, denn erſt nach dem Kölner Ergebnis werden ſich grei
bare Unterlagen ergeben.
Kabinett und Reichsbahn=Tarif.
* Berlin, 31. Mai. (Prib.=Tel)
Das Reichskabinett hat ſich in ſeiner Mittwochſitzung au
mit dem Tariferhöhungsantvag der Reichsbahn befaßt. Da ab
in der amtlichen Verlautbarung von poſitiven Beſchlüſſen nich
geſagt wird, darf man wohl annehmen, daß auch diesmal ei=
Einigung über die der Reichsbahn zu erteilende endgültige An
wort nicht herbeigeführt werden konnte. Wahrſcheinlich wird je
erſt die neue Reichsregierung die endgültige Antwort geben.
der Sitzung iſt auch die Hamburger Phosgenbataſtrophe behands
worden. Der von uns ſchon zitierte Bericht des Reichswirtſchaft
miniſteriums lag dem Kabinett vor, welches ihn zur Kenntnis g
nommen hat. Wahrſcheinlich wird er ſchon ſehr: bald veröffen
licht werden, um die Oeffentlichkeit zu beruhigen. In politiſche
Kreiſen wird neuerdings davon geſprochen, daß das Reichs
kabinett einem ſtarken Druck von außen her ausgeſetzt ſei, un
ſeine Zuſtimmung zur Erhöhung der Reichsbahntarife zu gebe
Nach unſeren Erbundigungen ſtimmt das nicht. Richtig iſt ledi
lich, daß der Eiſenbahnkommiſſar ſich in ſeinem Dezemberberie
und auch in der letzten Sitzung der Reparationskonferenz f1
eine Erhöhung der Darife eingeſetzt hat. Er wird in Berlin ve
mutlich auch für ſeine Meinung geworben hoben. Bisher ab
hat er damit nicht die Unterſtützung des Repavationsagentt
Parker Gilbert gefunden, der im Gegenteil eine Erhöhung .
unzweckmäßig hält. Wir glauben auch, daß Herr Gilbert an dieſ
ſeiner begründeten Auffaſſung feſthalten wird, und daß es ſch!
aus dieſem Grunde töricht iſt, von einem Drucke des
Ausland=
zu reden. Aber auch aus daktiſchen Gründen wird das Kahine
kaum zu einem poſitiven Ergebnis kommen. Wir können un
jedenfalls ſchlecht vorſtellen, daß die deutſchnationalen Miniſte
deren Tage ja ohnehin gezählt ſind, noch die Vevantwortung ſ.
eine ſo ſchwerwiegende Maßnahme auf ſich zu nehmen berte
ſind.
im Großbetrieb der Preſſe, die Sicherung der wirtſchaftlich
Unabhängigkeit der Schriftleiter im Intereſſe ein
charaktervollen Haltung der Zeitung hinzuweiſen, und es leuch!
ein, daß die evangeliſche Preſſe hier eine beſondere Sendung 9
Beſtimmt, eine Art von Clearing=Houſe all jener B
mühungen zu werden, die darauf abzielen, die Preſſe nie
zu einem bloßen Mittel der Ziviliſation herabſinken zu laſſe
ſondern zu einem Organ des Geiſteslebens ausd
bauen, ſteht ſie vor einer Fülle großer Aufgaben, die in die 9
kunft weiſen, deren Inangriffnahme aber nicht hinausgeſcho0
werden darf.
Es iſt bezeichnend, daß auf der Preſſa die evangeliſc
Schau ihren Platz nicht neben der kulturhiſtoriſchen Abtein.
geſucht hat. Weit entfernt, mehr oder weniger rückſchauend
zu verhalten, hat ſie ihren Platz in der vollen Gege
wart des Zeitungslebens, im Zuge der großen Preſſeſtta
Aber auch das iſt hervorzuheben, daß die evangeliſche Preſſe de‟
lich werden läßt, daß alles, was mit Preſſe und Preſſa zuſ4.
menhängt, nicht das Letzte iſt. Alles erſcheint an dem kronen”
Mittelpunkt der gewaltigen Kirche aus Stahl orienle
Die Errichtung eines Kultbaues auf der Ausſtellung läuft. A
hergebrachten Ausſtellungsabſichten zuwider. Um der hier —
wirklichten Abſicht gerecht zu werden, wird man gut tun,
Oa=
zu achten, daß die evangeliſche Schau nach der Abſicht ihrer 2
anſtalter nicht in erſter Linie Schauſtellung ſein will, ſonde
Darſtellung, Verkörperung des Geiſtes, der
evangeliſchen Schrifttum der Gegenwart lehe
dig iſt.
Es iſt zu erwarten, daß die evangeliſche Schau im Na‟
der großen Kölner Ausſtellung, die nicht Geſchäftsausſtellung.!
will, ſondern eine Kulturſchau, den ſtarken Lebenswillen
Proteſtantismus in eigenartiger Weiſe mit Erfolg verkörpel."
der Geſamtſchau zur Zierde und Deutſchland zur Ehre gel””
wird.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
L.U. Von der Landesuniverfität Gießen.
außerordentliche Profeſſor für Haut= und Geſchlechtskrant...
an unſerer Landesuniverſität Or. Stephan Rothman ſ
Abteilungsleiter an der ungariſchen ſtaatlichen Landeshelle
rungsanſtalt in Budapeſt ernannt und von der Univerſit.
ein Jahr beurlaubt worden.
Nummer 151
Seite 3
Freitag, den 1. Juni 1928
Nach dem Kongreß von Toulouſe.
oincaré und ſeine Oppoſition. — Wie ſieht es
it der Diſziplin bei Eröffnung der Kammer?
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 31. Mai.
Die franzöſiſche Kammer wird in einer Aera der „conkusio
abilis” eröffnet. Wenigſtens war bis zu ihrer Eröffnung dieſe
ra vorherrſchend. Kaum jemand zweifelt noch daran, daß,
nn die Regierung aus ihrer Reſerve heraustritt, wieder die
e ſtraffe Diſziplin zur Geltung kommen wird. Niemand
be=
chtet in abſehbarer Zeit eine Kriſe.
Der ſozialiſtiſche Kongreß in Toulouſe gab ein vollkommenes
jegelbild dieſer Stimmung. Sehr viele und ſehr verſchiedene
römungen ſtießen in Toulouſe aufeinander. Das vermochte
r der Atmoſphäre ihre Gemütlichkeit nicht zu nehmen. Eine
ihe von glänzenden Rednern — die franzöſiſchen Sozialiſten
itzen mehr davon, als man glauben möchte — haben große
den gehalten und darin die Auffaſſung der hinter ihnen ſtehen=
Gruppen dargeſtellt, und alle haben viel Applaus bekommen.
* Uneingeweihte würde aus dem oft tiefen prinzipiellen
Gegen=
dieſer Reden leicht auf eine tödliche Feindſchaft folgern. In
rklichkeit aber herrſcht zwiſchen den einzelnen Gruppen die
te Freundſchaft. Sie wollen alle etwas anderes, aber davon
geſehen wollen ſie eigentlich kaum etwas. Und die guten
Tou=
iſer applaudierten jedem Redner mit gleicher Begeiſterung. Sie
ätzten nämlich nur die oratoriſchen Leiſtungen der einzelnen
dner. Die alte lateiniſche Tradition iſt eben noch in ihnen
endig. Und Toulouſe langweilt ſich ſonſt ſo viel das ganze
hr. Deshalb gab es dort ſo dankbare Zuhörer.
Auch in den anderen parlamentariſchen Gruppen geht es
ht viel anders zu. Mit Ausnahme vielleicht in der berühmten
„ttelpartei Franklin=Bouillons, die ſchon vor ihrer Geburt ihren
enen Tod zu bedauern ſcheint. Der Mittelpartei könnte nur
h ein Wunder helfen. Allerdings: in der franzöſiſchen Kammer
egen noch Wunder vorzukommen.
Die Rechtsparteien, die „fédération républicaine” halten in
ſen Tagen ihren Nationalrat ab, und er verdient diesmal mehr
tereſſe als die Kongreſſe der Linken. Die Parteikongreſſe rechts
hen gewöhnlich im Zeichen des Schweigens, die Parteidiſziplin
ct iſt ja viel ſtrenger. Aber eben darum ſind Schismen, die
S Tageslicht kommen, rechts viel gefährlicher als links: Die
uppe Louis Marins ſieht diesmal mit einiger Unruhe in die
kunft, haben ja doch ſchon ſofort nach den Wahlen etwa zwan=
Deputierte dieſe Gruppe verlaſſen. Vielleicht wird man
wäh=
id der Tagung der f6dération républicaine etwas davon
er=
ren, ob es in der Kammer eine rechtsſtehende Oppoſition geben
rd. Bis jetzt herrſcht darüber eine vollkommene Unklarheit.
Zuſammentritt der neuen franzöſiſchen
Kammer.
Die neugewählte franzöſiſche Kamer tritt Freitag nachmit=
* zuſammen. Da etwa 75 bis 80 neugewählte Abgeordnete ſich
ch nicht entſchloſſen haben, welcher Fraktion ſie ſich
anzuſchlie=
n gedenken, ſind Angaben über die Stärke der einzelnen
Frak=
imen noch nicht möglich. Die Sitzung iſt eine rein formale.
och der Begrüßung durch den Alterspräſidenten Sibille wird
2 Kammer ſich in Ausſchüſſe gliedern, die die Wahlprüfung
rzunehmen haben. Erſt, nachdem ein Mandat mehr als die
ilfte für gültig erklärt wird, kann ſich die Kammer für arbeits=
Zig erklären, was früheſtens am Dienstag komender Woche
ſchehen kann. Es wird daher allgemein angenommen, daß
rheſtens Ende kommender Woche, wahrſcheinlich aber erſt in
r Sitzung vom 12. Juni, das Miniſterium Poincaré wit der
Ausſicht geſtellten Regierungserklärung über das Programm
die beginnende Legislaturperiode vor das Parlament treten
in.
Beratungen der Radikalen Partei.
EP. Paris, 31. Mai.
Der Vollziehungsausſchuß der Radikalen Partei hat ſich geſtern
end verſammelt und eine Entſchließung angenommen, die feſt=
Ut, daß die Radikale Partei trotz der Angriffe von links und
hts ihre Poſition behauptet habe. Von rechts ſei die Partei in
rfider Weiſe gerade von den Leuten angegriffen worden, die
Hauernd die nationale Union predigen. Was die
ſozia=
ſtiſchen Kritiken anläßlich des Kongreſſes von
Tou=
uſe anlange, ſo ſeien, dieſe vollſtändig
ungerecht=
rtigt, um ſo mehr, als ſie von den gleichen Leuten geäußert
rden, die immer der Regierungsverantwortlichkeit auswichen.
e Entſchließung beauftragt die radikalen Abgeordneten, in der
immer unentwegt wie bisher an der Verwirklichung des
radi=
en Programms zu arbeiten. Zuvor hatte der Abgeordnete
Daladier eine längere Nede gehalten, wobei er der ſeinerzeitigen
Erklärung Léon Blums entgegentrat, als ob die gegenwärtige
Kammer mit der Kammer des nationalen Blocks vom Jahre
1919 verglichen werden könne. Wenn dem ſo ſei, ſo ſei
unver=
ſtändlich, weshalb die Sozialiſten weiter zuſähen, wie einer der
ihrigen eine angeblich ſo reaktionäre Kammer präſidiere und
außerdem keine Einwendungen dagegen erheben, daß Paul=
Bon=
cour Völkerbundsdelegierter bleibe. Daladier will im übrigen
nicht gelten laſſen, daß die Kammer ſo ſehr rechts orientiert ſei,
wie anfangs behauptet wurde. Die Gruppe Marin werde nur
110 Mitglieder haben, während man anfänglich von 150
geſpro=
chen habe. Die Verſuche Franklin Bouillons, den rechten Flügel
der Partei abzuſprengen, ſeien kläglich mißlungen. In der Gruppe
befänden ſich nur zwei Mitglieder, die früher der Radikalen Partei
angehörten. Es ſei im übrigen charakteriſtiſch, daß in der neuen
Kammer eine große Verwirrung mit Bezug auf die politiſche
Orientierung herrſche. Das gehe ſchon daraus hervor, daß die
Gruppe der Unabhängigen ſehr ſtark vertreten ſei. Der Redner
entwickelte ſodann das Programm der Radikalen Partei und er=
klärte u. a, daß die Partei für eine beſſere Verteilung der
Steuer=
gelder für die einzelnen Reſſorts eintreten werde. Von 100
Fran=
ken Steuergeldern kämen 1,75 der ſozialen Fürſorge zu, 70
Cen=
times für die öffentlichen Arbeiten und 6 Centimes für den
Völ=
kerbund. Die Partei werde weiterhin die Stabiliſierung des
Franken fordern und ſtehe nach wie vor auf dem Standpunkt der
Locarnopolitik. Wenn Europa nicht dazu gelange, ſich zu
orga=
niſieren und ſich zuſammenzuſchließen, ſo werde es über kurz
oder lang der Vaſalle anderer mächtiger Staatengruppen werden.
Für Frankreich hänge die finanzielle Reſtaurierung von der
end=
gültigen Liquidierung des Weltkrieges ab, insbeſondere der
end=
gültigen Regelung des Planes Dawes, der Löſung der
Rhein=
land= und Saarfrage und der Regelung der Kriegsſchuldenfrage.
— Nach Annahme der Tagesordnung hielt auch Herriot eine
An=
ſprache, die ſich aber in der Hauptſache mit der Vergangenheit
und der Regierungstätigkeit der Radikalen Partei befaßte. Er
ſehe der Zukunft mit Optimismus entgegen. Die Radikalen ſeien
nach wie vor eine mächtige Partei, und ſie würden imſtande ſein,
den Angriffen von links und rechts erfolgreich zu widerſtehen.
Koch iner keie kachlict vun Aodne.
* Der Peillauf mit dem weißen Tod
Wer rettet die „Jtalia‟?
Noch immer keine Nachricht von der Expedition des Generals
Nobile. Der feſtliche Empfang der beiden glücklichen Flieger aus
Amerika in Berlin, die den Nordpol bezwungen haben, läßt
er=
neut daran erinnern, daß in der Eiswüſte des Polargebietes, „im
Lande am Rande der Welt”, viele tapfere Menſchen vielleicht mit
dem weißen Tode kämpfen. Zwar ſind Hilfsexpeditionen
unter=
wegs. Wann aber werden ſie auch nur die Spur der „Italia”
finden? Wann wird es gelingen, zu den bedrohten Opfern
wiſſenſchaftlicher Forſchung vorzudringen? Die norwegiſche
Regierung hat ihre angekündigte Rettungsexpedition in
Marſch geſetzt. Ein für die beſonderen Verhältniſſe des
Eis=
meeres geeigneter Dampfer iſt gechartert, hat die Mannſchaften
aufgenommen und ſteuert bereits auf Spitzbergen zu. Von der
Kingsbay aus iſt, eine weitere Expedition unterwegs, um die
Suche nach der Mannſchaft des Luftſchiffes aufzunehmen. Auch
von Schweden aus werden mutige Männer ſich zur Rettung der
Gefährdeten aufmachen. Nicht zuletzt ſind auch die Ruſſen dabei,
Unſere Karte zeigt das Gebiet, wo Kenner des Polargebiets die
Mannſchaft der verſchollenen „Italia” zu finden hoffen.
einen ſtarken Eisbrecher an die mutmaßliche Unfallſtelle zu
ent=
ſenden. Die italieniſche Regierung iſt unter dem Druck der
öffent=
lichen Meinung der ganzen Welt von ihrem unverſtändlichen
Standpunkt abgewichen und hat die norwegiſche Regierung um
Hilfe gebeten. Es wird alſo alles verſucht werden, um die
Be=
ſatzung des Luftſchiffes zu retten. Man hofft, daß bei einem
Unglück des Luftſchiffes ſich doch wenigſtens die Mannſchaft
ge=
rettet hat. Die Vorräte an Lebensmitteln dürften ausreichen,
um eine gewiſſe Zeit auch unter unwirtlichen Verhältniſſen ſich
notdürftig zu ernähren. Inzwiſchen wird doch wenigſtens eine
der Expeditionen die Polarforſcher erreicht haben, um ihnen Hilfe
zu bringen. Wie man hört, will ſich auch die Deutſche
Lufthanſa an dem Rettungswerk beteiligen. Sie
hat ſich bereit erklärt, eventuell mehrere ihrer ſtärkſten Maſchinen
zur Verfügung zu ſtellen. Alle Welt erwartet geſpannt, ob es
gelingen wird, das ſchwere Werk zu vollbringen, denn es wird
gewiß nicht leicht ſein, bis an die mutmaßliche Unglücksſtelle
vor=
zudringen. Niemand weiß überhaupt, wo ſich die Geſuchten
be=
finden. Man konſtruiert mühſam alle Möglichkeiten, die ſich aus
den an den Unglückstagen herrſchenden Windrichtungen ergeben
können. Wird die Rechnerei ein Ergebnis haben? Auch die
Wetterbedingungen der Polarzone ſind noch ebenſo unerforſcht
wie die des Niemandsland, das noch keines Menſchen Fuß
be=
ſchritten hat. Soweit die Witterung während des Fluges der
„Italia” beobachtet werden konnte, läßt ſich als mutmaßliche
Ur=
ſache des Unglücks die bedrohliche Eisbildung angeben, die immer
dann eintritt, wenn das Schiff aus einer wärmeren Luftſchicht
in eine kältere gerät. Ein derartiger Strömungswechſel in der
Luft iſt aber in den kritiſchen Tagen mehrmals beobachtet
wor=
den, und daher beſteht, die große Wahrſcheinlichkeit, daß die
„Italia” der überaus großen Eisbildung zum Opfer gefallen iſt.
Die Seefahrer des Eismeeres berichten übereinſtimmend von der
Gefahr, die auch für die Schiffahrt beſteht, wenn ſich dort das
Wetter ſo ändert, wenn die Eisbildung einſetzt, die oft meterdick
wird, weder Holz noch Eiſen verſchont und durch ihre Schwere
auf ein Tieferſinken des Schiffes wirkt. So mag es auch der
„Italia” ergangen ſein. Sie wird durch Abwerfen von Ballaſt
verſucht haben, ihre bedrängte Lage zu erleichtern, aber die
Eis=
kruſte wird immer dicker und ſchwerer geworden ſein, bis ſie das
Luftſchiff zu Boden zwang, wo die Landung bei den beſonders
ſchwierigen Verhältniſſen zu ſchwerem Schaden geführt haben
mag. Man erinnere ſich des letzten Telegramms des
Komman=
danten, in dem er über die ſtarke Eisbildung klagt, die ſogar ſchon
zu Beſchädigungen der Gondel geführt habe. Hier gab es keine
Rettung mehr. Vielleicht iſt die Kataſtrophe ſehr kurze Zeit nach
dem letzten Funkſpruch eingetreten. Das Schiff mußte Schaden
bei der Landung erleiden, ſo daß auch wohl die Funkanlage
zer=
ſtört worden ſein mag. Gar nicht ſo unmöglich würde es ſein,
wenn dann bei der Landung eine Exploſion des in
den Motoren befindlichen Betriebsſtoffes zur
Vernichtungdes Luftſchiffes geführt hätte. Es beſteht
wenig Ausſicht, daß die Mannſchaft in dieſem unglücklichſten
aller Fälle auch nur das nackte Leben retten konnte. Die
Hilfs=
expeditionen marſchieren. Möge es ihnen gegeben ſein, ihr Ziel
zu erreichen, mögen ſie rechtzeitig kommen.
Die Hilfsmaßnahmen für die „Italia”
EP. Rom, 31. Mai.
Im italieniſchen Luftſchiffahrtsminiſterium herrſcht die
An=
ſicht, daß das Luftſchiff „Italia” im Falle der Vermeidung eines
Zuſammenſtoßes mit der gebirgigen Küſte Spitzbergens vom
Sturm in den Kanal Hinlopen zwiſchen der Nordoſtinſel und
Neufriesland, abgetrieben wurde und eine Notlandung
vor=
nehmen mußte. Die Radioeinrichtung wäre unter dieſen
Umſtän=
den bereits vor der Landung von dem Sturm unbrauchbar
ge=
macht worden.
Die italieniſche Regierung hat dem aus Vertretern des
Auto=
mobilklubs und des Aeroklubs zuſammengeſetzten
Organiſations=
komitee zur Hilfeleiſtung für die „Italia” das Waſſerflugzeug
S 55 vom Typ von de Pinedos „Santa Maria” zur Verfügung
geſtellt. Ferner iſt der Präſident des Komitees, Mercanti, zur
Ergänzung und raſcheſten Durchführung der Hilfsexpedition nach
Rom berufen worden. Als Führer des Flugzeuges wird der
be=
kannte Pilot Paſſalevo genannt, der als guter Kenner des
nörd=
lichen Eismeeres gilt.
Profeſſor Dr. Ludwig Heck
* Direktor des Zoologiſchen Gartens in Berlin, Geheimer
Hof=
t, feiert heute ſein 40jähriges Jubiläum dieſer verantwortungs=
Ilen Stellung. Geheimrat Heck iſt bekanntlich geborener Darm=
Idter. Sein Vater war Oberlehrer am Gymnaſium Darmſtadt,
welcher Anſtalt auch der Jubilar ſeine Schulbildung erhielt.
— ſtudierte dann in Straßburg, Gießen, Berlin und Leipzig.
on Jugend an wies ihn eine beſondere Vorliebe und ſtarkes
ntereſſe für lebende Tiere auf den Beruf, der ihm zu einer
bensaufgabe werden ſollte und in dem er ſo Vorbildliches
ge=
iſtet hat, daß ſein Name nicht nur in der Reichshauptſtadt eine
opularität erhielt wie kaum ein anderer, ſondern daß dieſer
ich im Ausland beſten Klang hat. Vom Jahre 1886 bis 1888
ar Dr. Heck Direktor des Zoologiſchen Gartens in Köln, wurde
it 28 Jahren nach Berlin berufen und hat ſeitdem die Leitung
eſes größten deutſchen Zoologiſchen Gartens, der ſich unter
iner Direktion ungewöhnlich ſtark entwickelte. Seiner
fachmän=
ſch vorbildlichen Leitung dieſes Inſtituts iſt ſeine heutige Größe
t verdanken. In den letzten Jahren erwuchs ihm in einem
iner Söhne, Lutz, ein tatkräftiger Gehilfe. Der Großherzog von
eſſen ernannte Dr. Heck 1906 zum Profeſſor und 1917 zum
Ge=
imen Hofrat. Neben zahlreichen Werken aus dem Bereich ſeines
iſſenſchaftlichen Schaffens ſtammt von Geheimrat Heck eine neue
earbeitung der vier Bände Säugetiere von „Brehms
Tier=
ben”, die ſo grundlegend iſt, daß auch ſie faſt eine eigene
rbeit darſtellt. Vielfach iſt Geheimrat Heck Jahrzehnte hindurch
ir die Fach= und Tagespreſſe ſchriftſtelleriſch tätig geweſen und
es heute noch. Er gehört als hervorragendes Mitglied
meh=
ren wiſſenſchaftlichen Geſellſchaften an, ſo der Geſellſchaft
Natur=
rſchender Freunde, der Ornithologiſchen Geſellſchaft, der Geſell=
Haft für Erdkunde, der Anthropologiſchen Geſellſchaft und
Taturforſcher in Halle, der Geſellſchaft für Züchtungskunde uſw.
Geheimrat Heck hat in Darmſtadt nicht nur viele Freunde,
endern auch noch verwandtſchaftliche Beziehungen.
=Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
„Helia”.
Helia=Theater kündigt „zwei Filme großen Formats”, an
nid bringt unter dieſer Ankündigung einen hiſtoriſchen Groß=
Im und eine amerikaniſche Sache mit Gloria Swanſon. Das
Intereſſanteſte iſt im Grunde genommen dabei die Emelka=Woche,
die Fritz von Opel auf ſeinem Raketenauto die Avusbahn
durch=
ſauſend zeigt. Dieſe Aufnahmen ſind außerordentlich gut
ge=
lungen, wenn die örtlichen Schwierigkeiten, die hierbei
vorge=
herrſcht haben, in Betracht gezogen werden. Vielleicht iſt dieſer
kleine Filmſtreifen einſtmals berufen, ein ungemein wichtiges
Kulturdokument abzugeben. Vielleicht bedeutet dieſer Anfang
die Einleitung einer weltumwälzenden Epoche, vielleicht bleibt
er eine Epiſode. Immer aber, gleich, wie die Zukunft ausfallen
dürfte, bleibt er ein Dokument kühnſten menſchlichen Wollens.
Ob das Können dieſem Willen Schritt halten kann? Wer kann
es wiſſen!
Der Ruſſenfilm „Zar und Dichter” ein
Prometheus=
film des Sowkinos=Moskau, iſt eines jener guten ruſſiſchen
Film=
erzeugniſſe, die beabſichtigt eine Tendenz verfolgen und die ebenſo
beabſichtigt dieſe tendenziöſe Propaganda nicht nur im eigenen
Land, ſondern in der ganzen Welt ausführen ſoll. Sowjetrußland
läßt ſich dieſe Filmpropaganda, die es mehr wie irgendein
Kultur=
volk ausgebaut hat und fördert, viel Geld und viel Arbeit koſten.
Dieſe Arbeit aber iſt gut, vielfach ſogar vorbildlich und
nach=
ahmenswert, wenn auch gerade dieſer Film an Stärke des
Ge=
ſamteindrucks den vorangegangenen erheblich nachſteht.
„Zar und Dichter” iſt loſe angehängt an geſchichtliche
Vor=
gänge. Die Geſchichte des großen ruſſiſchen Dichters Alexander
Puſchkin und ſeines nicht immer einwandfrei geweſenen Kampfes
gegen den Zaren Nikolgi I. In dieſem Film allerdings iſt
Puſch=
kin der ruſſiſche Volksheld — und Heros, der für die Befreiung
des ruſſiſchen Volkes kämpft und den Intrigien der zariſtiſchen
Hofkamerilla zum Opfer fällt. Er wird auf Betreiben des Zaren
in ein Duell mit einem ſicheren Schützen gehetzt und fällt.
In der ſchauſpieleriſchen Darſtellung faſt aller Künſtler, deren
Namen das Programm wiederum nicht verzeichnet, und in der
photographiſchen Technik iſt auch dieſer Film eine glänzende
Lei=
ſtung, wenngleich der Darſteller Puſchkins ſein ſicher intereſſantes
und ausdrucksvolles Geſicht mehr als notwendig in den
Vorder=
grund rückt.
„Sunyas Liebe” wird durch die glänzende ſchauſpieleriſche
Leiſtung der Gloria Swanſon zu einer künſtleriſchen Sache, die
ſie ſonſt nicht wäre. Sunya iſt die Tochter eines vor dem
Ban=
kerott ſtehenden Vaters. Sie wird eines Tages vor die
ſchwer=
wiegende Frage geſtellt, eine große Künſtlerin zu werden oder
einen reichen Mann zu heiraten. Mit beidem kann ſie den Ruin
des Vaters abwenden. Ein im Moment der Entſcheidung in
ihren Geſichtskreis tretender geheimnisvoller Inder läßt Sunya
in eine ebenſo geheimnisvolle Glaskugel ſchauen, die ihr die
Zu=
kunft der beiden Wege zeigt: Glanzvoller Aufſtieg und leidvollſter
Untergang. Sie wählt darum den dritten und bleibt ihrer
wirk=
lichen Liebe treu. Wie trotzdem der Ruin der Familie abgewendet
wird, verrät der Film nicht mehr. Die durchweg gute
Darſtel=
lung und, wie geſagt, die ſchauſpieleriſche Leiſtung der Gloria
Swanſon, um die ſich eine Reihe anderer ſehr guter Schauſpieler
gruppiert, läßt das etwas Süßlich=Kitſchige dieſes Films ver=
*
geſſen.
— Die „Deutſche Buch=Gemeinſchaft” und der deutſche Buchhandel.
In den zwiſchen der Deutſchen Buch=Gemeinſchaft G. m. b. H. und dem
Tempel=Verlag m. b. H., beide in Berlin, und dem Börſenverein der
Deutſchen Buchhändler ſchwebenden Prozeſſen iſt es zum Abſchluß eines
Vergleichs gekommen. Der Börſenverein der Deutſchen
Buchhändler zu Leipzig erklärt, daß er die gegen die
Deut=
ſche Buch=Gemeinſchaft G. m. b. H. in Berlin aufgeſtellten
Behauptungen, welche die Deutſche Buch=Gemeinſchaft zum Gegenſtand
einer Klage gemacht hat, zurücknimmt und daß diejenigen
Aeußerun=
gen von dritter Seite, die im Börſenblatt für den Deutſchen Buchhandel
gegen die Deutſche Buch=Gemeinſchaft und ihre Leiter gemacht worden
ſind, ſeine Billigung nicht finden; er hat ſich davon überzeugt, daß die
Produktion der Deutſchen Buch=Gemeinſchaft kulturfördernd, ernſt und
eines angeſehenen Verlagsunternehmens würdig iſt. — Die
Deut=
ſche Buch=Gemeinſchaft erklärt ihrerſeits, daß ihre Tätigkeit
ſich nicht gegen die Intereſſen des Buchhandels richtet, daß ſie vielmehr
in der altbewährten Organiſation des deutſchen Sortimentsbuchhandels
einen wichtigen und wertvollen Vermittler zwiſchen geiſtiger Produktion
und Volk erblickt.
Einiges über den neuen Jro=Straßenatlas von Mitteleuropa.
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Im Fro=Verlag, München, Carl Kremling, München 2, NW 2, der
als Spezialverlag der weit verbreiteten Jro=Straßenkarten und Führer
bekannt iſt, iſt ein neues Werk, der Fro=Straßenatlas von
Mitteleuropa erſchienen. Er ſtellt etwas ganz Neuartiges dar,
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Durchfahrtspläne nebſt wichtigen Verkehrsangaben der betreffenden
Stadt. Die Vorſchriften über Triptyques, die Fahrvorſchriften in allen
Ländern Mitteleuropas, die Tabellen über Schneefreiheit und
Steigun=
gen der Alpenſtraßen, Adreſſen der Automobil=Clubs und der deutſchen
Konſulate uſw. machen den Fro=Straßenatlas von Mitteleuropa zu
einem äußerſt handlichen Idealwerk eines jeden Automobiliſten. Der
Atlas iſt durch alle Buchhandlungen zu beziehen und koſtet in Leinen
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Freitag, den 1. Juni 1928
Seite 5
ummer 151
Aus der Landeshauptſtadt.
Aufruf!
Darmſtadt, 1. Juni.
r 3. Juni wird die Bahnhofsmiſſion eine Sammlung zur
Unter=
ſti r ihrer Aufgaben vornehmen. Seit dem Jahre 1918 beſteht dieſe
ſess eiche Einrichtung in der Art,,wie ſie jetzt betrieben wird, auch in
Do kadt, wie in vielen anderen großen Städten Deutſchlands. Sie
er=
fag e ſoziale Not an der Quelle. Die jugendlichen Wanderer, die —
vo „ anderluſt getrieben — die Heimat verlaſſen haben und ſich plötzlich
mii os und heimatlos in einer fremden Stadt befinden, das junge
als reiſende Mädchen, das ſich hilflos auf dem Bahnhof umblickt und
ſeS Befahr preisgegeben iſt, die kinderreiche Mutter, die, von ihren
KEIn begleitet, dem Vater an die neue Arbeitsſtätte nachfolgen ſoll,
de e Großvater, der eine Reiſe zu ſeinen Kindern unternehmen will
um nterwegs erkranft, ſie alle werden von der „Bahnhofsmutter”
fro lich an die Hand genommen und vor einem unbedachten Schritt
zur: ſehalten und auf die Wege geleitet, die ſie wieder in den Haſen
zu ühren oder ans erſehnte Ziel bringen.
r immer zunehmende Verkehr, die ſteigende Notwendigkeit, jede
A—, die ſich bietet — ſei ſie auch noch ſo fern von der Heimat —
ſo=
ww ür die jungen Männer wie auch für die jungen Mädchen,
anzuneh=
meo dazu die wachſende Gefährdung der wandernden und reiſenden
J— d, bringen es mit ſich, daß die Aufgaben der Bahnhofsmutter
ſtän=
di zachſen. Ueber 1300 Perſonen gingen im vorigen Jahr durch den
Ula.; freundlichen Raum am Hauptbahnhof und fanden dort Hilfe und
R3 Wer würde, wenn am Sonntag, den 3. Juni, für dieſe
ſegens=
re: Einrichtung geſammelt wird, mit einer Gabe zurückhalten? Sie
aE ie einem fröhlichen Ziel und geſicherten Verhältniſſen zuſtreben und
w5” in die Ruhe ihres Hauſes zurückkehren, werden gern einen
Augen=
bw in die vielem Heimatloſen und Hilfsbedürftigen denken und die
Bſofsmutter in ihrem ſchweren Werk unterſtützen.
In den Ruheſtand. Mit dem heutigen Tage ſcheidet nach
Voll=
erng ſeines 65. Lebensjahres, geſetzlicher Beſtimmung zufolge, der
ſt= che Pfandmeiſter Kempf aus dem ſtädtiſchen Dienſte aus, dem
em hrend 32½ Jahren in Gewiſſenhaftigkeit und Treue gedient hat.
Stes wie ſelten einer verſtanden, dabei die ſtädtiſchen Intereſſen
n— jeſtem Können zu wahren, als auch dem Publikum gegenüber
rück=
ſi— oll, den ſchwierigen, wirtſchaftlichen Verhältniſſen Rechmung
tra=
g— zu verfahren. Noch körperlich und geiſtig in guter Verfaſſung,
w gen wir dem treuen, gewiſſenhaften Beamten, dem auch die
Stadt=
vu ltung ihrem Dank und Anerkennung für ſeine treue, gewiſſenhafte
25 führung ausgeſprochen hat, daß er noch recht lange, den verdienten
M tand genießem und ſeiner Familie in aller körperlichen und
geiſti=
g— küſtigkeit erhalten bleiben möge.
Teu verpflichtet wurde vom Kreisamt als Nachfolger für
d— verſtorbenen Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell der
Ober=
m er der Schornſteinfegermeiſterinnung Hans Karpfinger.
a finger, der ſeit langen Jahren der freiwilligen Feuerwehr
Diſtadt angehört, hat ſich ſtets für die Schlagfertigkeit der
7rwehr mit ſeiner ganzen Perſon eingeſetzt.
— Wiedererteilung von amerikaniſchen Sichtvermerken. Wie wir
.wird bei den amerikaniſchen Konſulaten in Deutſchland die
An=
iru e von Anträgen für den amerikaniſchen Einwanderungs=
Sichtver=
rx am Montag, den 4. Juni, wieder eröffnet. Die Friſt für die
An=
rr ie dieſer Anträge iſt auf etwa 2 Wochen bemeſſen, ſo daß für Inter=
S en Eile geboten iſt.
— Heſſiſches Landestheater. Millöckers Operette. Der
Bettel=
ent” wird, neu inſzeniert von Arthur Maria Rabenalt, am
T uni zum erſten Male gegeben werden.
Das Schauſpiel bringt noch vor der Neuinſzenierung von Shake=
77 es „Wie es Euch gefällt” unter dem gemeinſamen Titel „Theater”
4 Einakter von Heinrich Mann, Franz Molnar und Paul Czinner
Ats.
Oer Vorverkauf zu dem Konzert am Mittwoch, den 6. Juni, in
K Honeggers ſinfoniſcher Pſalm „König David” zur Erſtaufführung
K. das Orcheſter und den Chor des Landestheaters, ſowie durch den
S2 Everein gelangt, beginnt heute Freitag zu Preiſen von 1,50—7 Mk.
Generalprobe findet am Dienstag, den 5. Juni, ſtatt. Sie iſt
E tlich. Preiſe 1—4 Mk. Leitung: Generalmnſikdirektor Dr. Böhm.
2 Erzähler ſpricht Profeſſor Carl Ebert. Soliſtiſch wirken mit: Roſe
T wehr, Anna Jacobs und Rudolf Balve. Vor dem Pſalm wird
eiden Abenden die ſinfoniſche Dichtung „Tod und Verklärung” von
ird Strauß geſpielt.
Für den Orgelbaufonds ſind inzwiſchen noch eingegangen: 1. Von
m Chriſtian Gerhardt=New York 2. Nate 25 Dollar — 105 Mk.,
In Herrn Groll=New York 25 Dollar — 105 Mk., 3. von Herrn
ſt=New York 10 Dollar — 42 Mk., 4. von Herrn Haſſemer=Nei
10 Dollar — 42 Mk., 5. von Herrn Philipp Lenges=Neiv York 500
E, 6. von Frau Hehl=Darmſtadt 500 Mk., 7. von Herrn Dr. Otto
m 100 Mk. 8. von der Firma Gebruder Rothſchild=Darmſtadt 100
2, 9. von Ungenaunt (erſte Rate) 100 Mk.
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Drei Vortragsabende von
merſängerin Frau Profeſſor Anna Bahr=Mildenburg mit
rglichen und darſtelleriſchen Erläuterungen. Am Flügel Hofrat
Ottenheimer. Montag, den 4., Dienstag, den 5., und Mittwoch,
6. Juni, 20 Uhr, im Saale der Vereinigten Geſellſchaft,
Rhein=
e. 1. Abend: Opernſzenen von Mozart, Weber, Beethoven, Verdi,
avd Strauß uſw. 2. Abend: Richard Wagner: Szenen aus Hollän=
Lohengrin, Tannhäuſer, Meiſterſinger, Parſifal. 3. Abend: Nichard
ner: Szenen aus dem Ring des Nibelungen. Karten zu 2 Mk. für
Abend und 5 Mk. für die drei Abende im Sekretariat der Städti=
Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36.
— Freunde der Darmſtädter Realanſtalten. Der Vorſtand geſtattet
nochmals auf die am nächſten Sonntag, den 3. Juni, ſtattfindende
rung durch Alt=Darmſtadt hinzuweiſen. Es iſt uns gelungen, als
er Herrn N. Anton zu gewinnen, der als hervorragender Kenner
Eer Altſtadt ſich einen Namen erworben hat. Unſere Mitglieder mit
r geſchätzten Damen werden gebeten, ſich um 9 Uhr vormittags an
Woogsplatzturnhalle einzufinden.
— Vogelsberger Höhen=Club, Darmſtadt. Am 2. und 3. Juni d. J.
et in Nidda die diesjährige V.H.C.=Hauptverſammlung ſtatt. Die
rehmer werden am Samstag, den 2. Juni, mittags 12,50 Uhr, mit
Bahn nach Göttenau i. d. Wetterau fahren. Von hier aus wird
Fußwanderung durch die Wetterau nah Bad Salzhauſen bzw.
da angetreten. In Nidda ſelbſt ſteht am Samstag abend ein
genuß=
er Begrüßungsabend in Ausſicht, und es iſt ratſam, daß ſich die
nehmer rechtzeitig dort einfinden. Am Sonntag ſchließt ſich eine
aderung von Nidda aus nach Ortenberg oder Stockheim an, von wo
m die Heimfahrt angetreten wird. Die Wetterau dürfte für viele
.C.er noch ein unbekanntes Gebiet ſein. Dem Auge werden dort
2 Reize geboten und dürfte ſich daher eine rege Beteiligung ſehr
ren.
— Turngemeinde Darmſtadt 1846. Am Samstag, den 2. Juni,
et Monatsverſammlung ſtatt. Die Mitglieder ſind herzlich
ein=
iden. (Siehe Anzeige.)
2Ferienſonderzüge 1928. Die von der Reichsbahndirektion Mainz
Alusſicht geſtellten Ueberſichtsheftchen der Ferienſonderzüge ſind jetzt
dienen und bei den Fahrkartenausgabeſtellen zum Preiſe von 20 MPf.
Feziehen. Bei den gleichen Stellen können auch die Vordrucke für die
ftliche Beſtellung von Sonderzugkarten bezogen werden. Alle
An=
gen und Beſtellungen von Uebixſichtsheftchen und
Ferienſonderzug=
en ſind an die Fahrkartenausgabeſtellen zu richten.
2 Nachſendung von Poſtſendungen in der Reiſezeit. Allen
Per=
en, die eine Erholungs=, Badereiſe oder dergl. unternehmen,
empfeh=
wir, rechtzeitig für die Zeit der Abweſenheit die Nachſendung ihrer
tſendungen bei der zuſtändigen Poſtanſtalt ihres ſtändigen Wohnorts
beantragen und dieſer auch die Wohnung im Kurort uſw, ſchon vor
Abreiſe mitzuteilen, oder wenn dies nicht möglich, ſobald die
Woh=
rg bekannt iſt. Zu den Nachſendungsaufträgen werden zweckmäßig
beſonderen Formblätter benutzt, die an den Poſtſchaltern und von
Zuſtellern unentgeltlich abgegebew werden.
Die Stadtveroronetenverſammlung.
Beihilfe für die Unwettergeſchädigten an der Bergſiraße. — Der Wohnungsbau in Darmſiadt:
64 neue Dreizimmer=Wohnungen. — Der Zuſchuß für das Jubiläum der Freiwilligen
Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten Kreuz am 30. Jun)/ 1. Juli.
Bei der geſtrigen Stadtverordnetenverſammlung führte
Bürger=
meiſter Delp den Vorſitz. Außer ihm war von der Stadtverwaltung
nur Bürgermeiſter Ritzert anweſend. Auch in den Reihen der
Stadt=
verordneten waren einige Lücken. Die Tagesordnung wurde ohne
er=
hebliche Debatten erledigt.
Der Aufwertungsſache der Stiftung für höhere Ausbildung
talent=
voller armee Knaben betreffend, wird zugeſtimmt, und zwar in der
Form, daß das mit Genehmigung der Stadtverordnetenverſammlung
vom 2. März 1922 der Stiftung für höhere Ausbildung talentvoller
armer Knaben zur Deckung der in den Jahren 1920 und 1921
entſtan=
denen Mehrausgaben gewährte Darlehen von 22 000 RM. von der
Stiſ=
tung, die in der Inflationszeit den größten Teil ihres Vermögens
ein=
gebüßt hat, nicht zurückgefordert werden ſoll.
Der Unterausſchuß hat auf Antrag der Verwaltung beſchloſſen, die
Bewilligung einer ſtädtiſchen Beihilfe von 3000 Mark für, die
durch das Unwetter Geſchädigten an der Bergſtraße zu
befürworten. Genehmigung wurde erteilt.
Der Intereſſengemeinſchaft fortſchrittlicher Künſtler Heſſens war
für eine Ausſtellung 1928 „Der nackte Menſch in der Kunſt” durch
Be=
ſchluß der Stadtverordnetenverſammlung vom 26. April ein ſtädtiſcher
Beitrag von 7000 Mark bewilligt und das ſtädtiſche Ausſtellungsgebäude
zur Verfügung geſtellt worden. Da die Ausſtellung dieſes Jahr nicht
ſtattfinden kann, wurde der Beſchluß für das Jahr 1929 mit der
Maß=
gabe aufrecht erhalten, daß ſich der heſſiſche Staat mit einem Beitrag
in gleicher Höhe beteiligt.
Stadtv. Hütſch (Soz.) wünſcht Aufklärung, warum dieſe
Aus=
ſtellung verſchoben wurde. Darmſtadt müſſe Ausſtellungen dieſer Art
haben, damit ſein Ruf als Kunſtſtadt nicht verloren gehe.
Stadtv. Walbe (D.V.P.) erklärt, man müſſe ſich über die
Ver=
ſchiebung freuen, da gerade in den letzten Jahren recht mittelmäßige
Ausſtellungen gezeigt worden ſeien. Es ſei beſſer, nur alle paar Jahre
eine wirklich gute Ausſtellung, als jedes Jahr und darunter
mittel=
mäßige Ausſtellungen.
Für die Uebernahme des aus Stiſtungsmitteln errichteten Liebig=
Hauſes hat ſich eine beſondere Geſellſechaft gebildet, der u. a. der Verein
deutſcher Chemiker, die Deutſche chemiſche Geſellſhaft, das Deutſche
Kali=
ſyndikat, die Hochſchulgeſellſchaft, die J. G. Farbeninduſtrie uſw.
ange=
hören. Die Geſchäfte werden geführt von einem Ausſchuß, beſtehend
aus dem Oberbürgermeiſter der Stadt Darmſtadt, dem Vorſitzenden
der Ernſt=Ludwigs=Hochſchulgeſellſchaft, dem Direktor der
Landwirt=
ſchaftlichen Verſuchsſtation Darmſtadt und einem Vertreter der Firma
Merck. Die Verwaltung beantragt: 1. Die Stadt erklärt ſich mit der
Gründung einer Geſellſchaft
„Liebig=Haus und Liebig=Muſeum”
einverſtanden und tritt ihr als Mitglied bei. 2. Die Stadt ſtellt das
Gelände für das Liebig=Haus und die kommende Erweiterung
unent=
geſtlich zur Verfügung. Die Verwaltung erhält entſprechende
Ermäch=
tigung. 3. Die Stadtverwaltung wird ermächtigt, aus den Beſtänden
des ſtädtiſchen Muſeums die auf Liebig Bezug habenden Dokumente
und Objekte (einige Briefe und Bilder), ſowie Ausſtattungsſtücke an
das Liebig=Haus zu überweiſen. — Der Unterausſchuß befürwortet
dieſe Anträge, die einſtimmig angenommen wurden.
Dem Abkommen, die Regulierung des Darmbachs in der
Gemar=
kung Weiterſtadt von der Darmſtädter Gemarkungsgrenze bis zum
Gehaborner Hof betreffend, wird ebenfalls zugeſtimmt.
Nachdem die Stadtverorbnetenverſanmnlung
das diesjährige erweiterte Wohnungsbauprogramm
genehmigt hat, gilt es nun, zu entſcheiden, wo gebaut werden ſoll. Als
letzter Teil des Programms für 1928 iſt beabſichtigt, das Gelände am
Oſthahnhof, bearenzt durch den Fiedlerweg, Landgraf=Georg=Straße
und Erbacher Straße, mit ſtadteigenen Wohnungen zu bebauen. Im
Jahre 1928 follen zwei Baugruppen des ganzen Blockes errichtet
wer=
den, und zwar die Teilblöcke am Fiedlerweg und an der Landgraf=
Georg=Straße. Der Teil gegenüber dem Oſtbahnhof ſoll noch
zurück=
bleiben, weil es nicht unmöglich iſt, daß durch eine andere Entſcheidung
über die Lage des Bahnhofs auch eine andere Löſung für die
Bebau=
ung des Blockes notwendig wird. Die Baukoſten betragen: a) für den
Baublock am Fiedlerweg (28 Dreizimmerwohnungen) 351 450 RM..
b) für den Baublock an der Landgraf=Georg=Straße (36
Dreizimmer=
wohnungen) 449 580 RMM., zuſammen 801 030 RM. Dazu kommen noch
die Koſten für die Umgeſtaltung der Fußſteige, für die Gartenanlage
uſw. mit 30 000 RM. Im Einverſtändnis mit der Baudeputation wird
dem Projekt zugeſtimmt.
Stadtv. Engel (Soz.) verlangt Austunft, warum mit dem
Woh=
nungsbau noch immer gezögert wurde, ebenſo, warum mit dem Bau
der Waldkolonieſchule und mit dem Umbau der Trainkaſerne noch, nicht
begonnen worden ſei. Man könne dadurch dort 50—55 Wohnungen
neu erſtellen. Er glaube, daß die Stadtverwaltung den Bau vielleicht
nicht als produktive Arbeit anſehe.
Stadtv. Aßmuth (Soz.) erhebt Beſchwerde, daß den Bewohnern
des Häuſerblocks an der Beſſunger Kirche einfach gekündigt wurde, ehe
ſie neue Wohnungen hätten. Man ſolle doch am anderen Ende des
Blocks zu bauen anfangen.
Stadtv. Haury (D.V.P.) unterſtützt die Ausführungen ſeines
Vorredners und nimmt zu dem Wohnungsbau Stellung.
Bürgermeiſter Delp erklärt im Namen des Bürgermeiſters
Bux=
baum, daß für den Wohnungsbau von der Sparkaſſe ein Darlehen von
300 000 Mk. zur Verfügung geſtellt worden ſei, man müſſe aber jetzt
noch ſehen, woher die noch fehlenden Mittel zu nehmen ſeien. Wenn
Mittel genug da wären, wurde auch der Schulbau in der Waldkolonie
und der Umbau der Trainkaſerne in Angriff genommen. Die Aufträge
ſeien ſchon gegeben.
Einige Stadtverordnete nehmen zu dieſen Fragen Stellung, meiſt
im Sinne der Vorredner.
Die Freiwillige Sanitätskolonne vom „Roten Kreuz” begeht am
30. Juni und 1. Juli die Feier ihres 40jährigen Beſtehens. Die
Ver=
waltung beantragt, der Kolonne zu den Koſten der Feſttage einen
ſtädtiſchen Zuſchuß von 500 Mark zu bewilligen. Im Jahre 1913 iſt
an=
läßlich des B5jährigen Jubiläums der gleiche Beitrag bewilligt worden.
Die Stadtverordnetenverſammlung ſtimmt erfreulicherweiſe auch dieſem
Antrag einſtimmig zu.
Der Ergänzung verſchiedener Ausſchüſſe wird gemäß den
Vor=
ſchlägen des Wahlvorſchlagsausſchuſſes zugeſtimmt.
Im Einvernehmen mit der Baudeputation wird ein Kreditbetrag von
7500 RM. zur Anlegung neuer Reihengräberquartiere auf dem
Wald=
friedhof bereitgeſtellt.
Die zurzeit in Ausführung befindliche Bebauung des Geländes
zwi=
ſchen Eſchollbrücker Straße und Stadtallee öſtlich tes Groß=Gerauer
Wegs macht die Kanalherſtellung in den genannten Straßen und den
Seitenſtraßen erforderlich, die genehmigt wird.
Die beabſichtigte Bebauung des ſtädtiſchen Geländes Ecke Beſſunger
Straße und Ludwigshöhſtraße macht die Verlegung des Faſelſtalles in
der Beſſunger Straße erforderlich. Da nach dem
Eingemeindungsver=
trag der Faſelſtall beſtehen bleiben muß, eine andere Unterbringung
aber nicht möglich iſt, wird mit Zuſtimmung des Land= und
Forſtwirt=
ſchafts=Ausſchuſſes und der Baudeputation die Genehmigung zur
Ver=
legung in das ſtädtiſche Scheunengrundſtück an der Eſchollbrücker Straße
beantragt. Auch hier wurde Zuſtimmung erteilt.
Der Abſchluß der Stadtkaſſe für das Rechnungsjahr 1926 wird für
richtig befunden.
In der Schloßgartenſtraße iſt die Anlage eines erhöhten Fußſteiges
vor dem Prinz=Geora=Garten und die Verſetzung von Nandſteinen
er=
forderlich, die zu Laſten der Anlieger ausgeführt werden ſollen.
Zur Rubrik Mitteilungen macht Stadtv. Schneider (Dntl.)
län=
gere Ausführungen über Verkehrswerbungen der Stadt Mainz
und vergleicht dieſe mit Darmſtadt.
Bürgermeiſter Ritzert warnt davor, allzu große Mittel für
Lie=
ſen Zweck aufzuwenden. Allerdings werbe man auch in Darmſtadt und
müſſe min einige Mehrausgaben in Kauf nehmen, aber man dürfe nicht
übertreiben.
Stadtv. Haury (D.V.P.) betont, daß duvch den hieſigen
Ver=
kehrsverein ſchon ſehr viel geleiſtet worden ſei, er erinnere nur an die
Zugverbindungen nach allen Richtungen. Man könne dem
Verkehrs=
verein die Anerkennung nicht verſagen.
Bürgermeiſter Ritzert ſtimnte dieſen Ausführungen zu.
Nach Beendigung einiger unweſentlicher Mitteilungen trat man um
6 Uhr in die nichtöffentliche Sitzung ein.
— Beginn der Sommerſpielzeit 1928 im Orpheum. Zum heutigen
Beginn der Sommer=Gaſtſpielzeit Bruno Harpreſchts mit der
Erſtaufflih=
rung der glänzenden Komödien=Novität „Finden Sie, daß
Con=
ſtance ſich richtig verhält?” von W. S. Maugham wird
noch=
mals beſonders darauf hingewieſen, daß die hieſigen Aufführungen in
der Originalbeſetzung des Hamburger Schauſpielhauſes vonſtatten gehen.
Der Kartenverkauf iſt in den bekannten Vorverkaufsſtellen H. de Waal,
Rheinſtraße 14, und Verkehrsbureau. (Siehe heutige Anzeige.)
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— Darmſtädter Fahrplanbuch. (Vergleiche auch die Notizen in den
beiden letzten Samstags=Nummern dieſer Zeitung.) Es wird gebeten zu
berichtigen: Seite 65, Nr. 60b, Anſchlußzug an D 48: Frankfurt ab
23,37 nach Darmſtadt, an 0,05. — Seite 86, Nr. 78b: In den beiden
unterſtem Zeilen ſind die Wörtchen „an” und „ab” zu vertauſchen; der
Anſchlußzug an den Zug, Mainz an 7,96, iſt zu ſtreichen. —
Seite 91, Nr. 85, Worms ab 15,10 ſtatt 15,20. — Es ſei noch
darauf aufmerkſam gemacht, daß diesmal faſt ſämtliche Eiſenbahnlinien
mit Kilometrierung verſehem worden ſind, auch die meiſten
Fern=
verbindungen, ſo daß der Fahrpreis für eine beliebige Reiſeſtrecke
un=
ſchwer wenigſtens annähernd ausgerechnet werden kann. Bei der „
Rhein=
dampfſchiffahrt”, bei der die Kilometrierung bereits in der letzten
Sommerausgabe angegeben war, iſt ſie diesmal verſehentlich leider
fort=
gefallen. Man benutze die Kilometrierung, die bei den beiden
Rhein=
bahnſtrecken Nr. 61 und 65 angegeben iſt.
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— Wiener=Kronenbräu=Keller (Dieburgerſtraße 97). Die ſeit einigen
Jahren aufgehobene Gartenwirtſchaft „Hugenſchütz=Felſenkeller” iſt unter
der Bezeichnung „Wiener=Kronenbräu=Keller” wieder neu erſtanden. Die
Bewirtſchaftung iſt dem beſtbekanntem Reſtaurateur Hans Tod
übertra=
gen worden. — Freitag, den 1. Juni, findet die offizielle Eröffnung der
neu hergerichteten Gartenanlage ſtatt, und aus dieſem Anlaß konzertiert
das geſamte Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines Gapellmeiſters Willy
Schlupp von abends 8 Uhr an. Das Programm enthält nur Werke
volkstümlichen Charakters; unter anderem auch den Feſtmarſch aus
„Aida” mit Original=Aida=Trompeten. Der Eintrittspreis beträgt nur
30 Pfg., Bieraufſchlag wird keiner erhoben, und iſt ſomit jedermann die
Möglichkeit gegeben, bei guter Muſik einige vergnügte Stunden zu
ver=
zringen. (Siehe heutige Anzeige.)
— Oeffentliche Impfung. Auf die heutige Bekanntmachung in
die=
ſer Zeitung wird hingewieſen. Es wird nochmals darauf aufmerkſam
gemacht, daß die Impftermine in der Mornewegſchule und Ohlyſchule
zwecks ſchnellerer Abfertigung der Impflinge eingerichtet wurden,
ins=
beſondere, um Andrang in der Aundeturmſchule zu vermeiden Es
wird daher dringend empfohlen, die in der Umgebung der beiden
Schu=
len wohnenden Impflinge nicht in die Rundeturmſchule, ſondern zu
den Impfterminen in der Ohlyſchule bzw. Mornewegſchule zu bringen.
p. Geſetz über den Verkehr mit unedlen Metallen. Die am 30.
Juni 1928 endende Gültigkeit iſt nun auf 31. Dezember 1928 feſtgeſetzt.
Nicht unter das Geſetz fallen außer Gold, Silber, Platin, Platinmetallen
und den Legierungen der genannten Metalle, Eiſen= und Stahlſchrott,
Eiſengußbruch und alle anderen Arten von Eiſen= und Stahlabfällen
einſchließlich der verzinnten und verzinkten Abfälle.
p. Kreditſicherungsverordnung. Ein von öffentlichen oder dem
öffentlichen Verkehre dienenden Sparkaſſen an den Mittelſtand
einge=
räumter Perſonalkredit gilt nur dann als geſichert, wenn die
nachſtehen=
den Vorſchriften beobachtet werden: Darlehen gegen Sicherungshypothef.
Die Gewährung ſolcher kann nur erfolgen, wenn die Hypotheken den für
Sparkaſſen im Realkreditgeſchäft allgemein geltenden Grundſätzen
ent=
ſprechen. — Darlehen gegen Verpfändung von Mobilien und Rechten:
a) bewegliche Pfänder nach den für die Reichsbank geltenden
Beſtimmun=
gen. Schuldverſchreibungen des Reichs, der Länder, Gemeinden (
Ge=
meindeverbände) und öffentlich=rechtlichen Körperſchaften ſind bis zu 80
Prozent des Kurswertes beleihbar. Beleihung von Aktien iſt nur nach
den für Staatsbanken jeweils geltenden Beſtimmungen oder nach ſolchen
der Landeszentralbehörde bis zu 34 des jeweils geltenden Satzes zuläſſig.
b) Sparbücher deutſcher öffentlicher Sparkaſſen bis zur Höhe des
ein=
gezahlten Betrages. c) Hypothekenforderungen, Grund= und
Renten=
ſchulden nach den für Sparkaſſen im Nealkreditgeſchäft allgemein
gelten=
den Grundſätzen. 4) Lebensbeuſicherungen in Deutſchland zugelaſſener
Geſellſchaften bis zu 80 Prozent des jeweiligen Rückkaufswvertes. e) Von
Wechſeln. Darlehen dürſen nur gewährt werden, wenn neben dem
Dar=
lehensnehmer noch eine oder mehrere ſichere Perſonen wechſelmäßig
haf=
ten. Der Wechſel muß auf die Sparkaſſe lauten und ſpäteſtens drei
Monat nach Ausſtellung zahlbar geſtellt ſein. Kredite durch
Diskontie=
rung von Wechſeln ſind nur zu gewähren, wenn die Wechſel in
Deutſch=
land zahlbar und innerhalb von drei Monaten nach Ankauf fällig ſind.
Nur gute Handelswechſel mit drei oder mindeſtens zwei Unterſchriften
können in Frage kommen. 1) Andere Forderungen, die den Vorſchriften
entſprechen, können bis zu 90 Prozent des Nennwerts beliehen werden.
g) Kaufmannswaren, insbeſondere des mittleren und
Kleingewerbeſtan=
des, die im Inlande lagern und nicht dem Verderben unterliegen, bis
zu 30 Prozent des von vereidigten Handelskammerſachverſtändigen
feſtge=
ſtellten Handelswertes. Darlehen gegen Bürgſchaft. Darlehen gegen
Schuldſchein können auf höchſtens ſechs Monate oder als
Tilgungsdar=
lehen auf längere Zeit mit dem Vorbehalt jederzeitiger vierzehntägiger
Kündigung gewährt werden, wenn ein oder mehrere ſichere
ſelbſtſchuld=
neriſche Bürgen geſtellt werden. Ungeſicherte Kredite müſſen jederzeit
friſtlos kündbar ſein.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſchelnenden Notlzen ſind ausſchlleßlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſit.
Verein ehemal. Angehöriger des Großh. Art.=
Korps. Wir machen hierdurch die Kameraden auf den Ausflug nach
Nieder=Ramſtadt am 3. Juni zu Kamerad Breidert (Gaſthaus „Zur
Poſt”) nochmals aufmerkſam. Abmarſch mit Muſik 2½ Uhr
Böllenfall=
tor. Bei ſchlechtem Wetter Abfahrt 3 Uhr Oſtbahnhof.
Seite 6
Nidda und Bad Salzhauſen.
Am Sonntag, den 3. Juni, fährt ein Verwaltungsſonderzug der
Reichsbahndirektion Mainz nach Oberheſſen, und zwar nach Nidda
und Bad Salzhauſen. Zwei Namen ſind es von gutem Klang,
und doch verbindet die Allgemeinheit nur ganz unbeſtimmte Begriffe
damit. Ja, ſelbſt unſere eigenen Landsleute wiſſen nicht allzuviel von
ihnen, von dieſem freundlichen Städtchen an dem gleichnamigen Fluß
und von dieſem Kur= und Badeort, der nicht mit Unrecht als ein
„Kleinod unter den deutſchen Bädern” bezeichnet wird. Wohl liegen ſie
nicht verſteckt und verloren in irgendeinem weltvergeſſenen Winkel, ſind
vielmehr von den großen Verkehrszentren aus verhältnismäßig ſchnell
und leicht zu erreichen. Aber der Fremdenſtrom pulſt nicht
unmittel=
bar an ihnen vorbei, und der Herzſchlag des heutigen Lebens dringt
nur von fern herüber in ihre Felder= und Wälderſtille. Sie haben ja
auch beide ſo garnichts an ſich, was den, an Bluff gewöhnten
Großſtadt=
menſchen unſerer Tage reizen könnte, ihnen ein paar ſonnige
Ferien=
tage zu widmen.
Nidda iſt ein kleines Landſtädtchen, von dem das ſchöne
Dichter=
wort
„Mondſchein und Giebeldächer
In einer Leutſchen Stadt,
Ich weiß nicht, warum ihr Anblick
Mich ſtets ergriffen hat.”
Dieſes Ergriffenſein iſt aber doch eigentlich das Schönſte und
Höchſte, was einem widerfahren kann, und Gottlob gibt es auch heute
noch manchen, der das erkennt, und der mit ſtiller Andacht die
verſchwie=
genen Schönheiten genießt, die ſich ihm abſeits der lauten Heerſtraße
darbieten.
Niddas ſtolzes Wahrzeichen iſt der ſpätgotiſche Johanniterturm mit
ſeinem achteckigen, ſpitzen Helm, das letzte Ueberbleibſel der ſchon 1187
begründeten und einſt ſo blühenden Johanniterkommende. Mitten auf
dem Marktplatz ſteht der ſchöne Marktbrunnen von 1650, umrahmt
von alten, lieben Giebelhäuſern, die ſo manche Jahrhunderte kommen
und gehen fahen. Auf dem Schloßplatz erhebt ſich das um 1600 erbaute
Schloß der ehemaligen Grafen, das jetzt als Amtsgericht dient, und die
außen zwar unanſehnliche, im Innern aber recht ſehenswerte
Stadt=
kirche. Nicht weit davon liegt die „Zehntſcheuer”, ein großer, hübſcher
Fachwerkbau, wie ſolche auch in anderen Straßen und Gaſſen Niddas
noch vielfach zu ſehen ſind. Ueberall treten dem Beſchauer Erinnerungen
an längſt verrauſchte Zeiten und Geſchlechter entgegen.
Zwanzig Minuten von Nidda entfernt liegt Bad Salzhauſen.
Dieſes idylliſche Bad hat, wie es in einem leſenswerten Aufſatz von
Dr. Karl Kraft in den „Blättern des Vogelsberger Höhenklubs”, „
Friſch=
auf” heißt: „geſchützte Lage und herrlichen Park mit anſchließenden
meilenweiten Wäldern, auf engſtem Raum drei Solbrunnen für Trink=
und Badekuren, eine Stahl=, Schwefel= und Lithiumquelle, köſtliche Luft,
ein ſchönes Kurhaus, ein prächtig gelegenes Kaufmannserholungsheim,
eine Reihe guter, neuzeitlich eingerichteter Gaſtſtätten, Badehaus,
Inha=
latorium, Höhenſonne, Luftbad.” Salzhauſen wird urkundlich bereits
1187 erwähnt. Sein Salznerksbetrieb war ſchon vor dem 30jährigen
Krieg allgemein bekannt, und imn 18. Jahrhundert hatte es zeitweilig
Bad Nauheim weit überflügelt. In der erſten Hälfte des 19.
Jahr=
hunderts galt es als der geſellige Mittelpunkt der Wetterau, aber ſein
moderner Aufſchwung datiert erſt aus den 90er Jahren vorigen
Jahr=
hunderts. Er fällt mit der Gründung des Kurvereins zuſammen, der
unabläſſig bemüht war, den geſamten Badebetrieb zu erweitern, die
Bautätigkeit zu fördern und neue Bohrungen anſtellen zu laſſen. Heute
darf ſich Bad Salzhauſen rühmen, ein allen Anforderungen der Neuzeit
entſprechendes Heilbad zu ſein, das den Kranken und Geneſungſuchenden
reiche Erholungsmöglichkeiten bietet, darüber hinaus aber auch durch
die unvergleichliche Schönheit ſeiner Lage und ſeiner Umgebung dem
Naturfreund immer wieder neue Anregungen und edle Freuden ſpendet.
Der Beſuch Niddas und Bad Salzhauſens wird gewiß recht
Vielen eine willkommene Abwechſlung im Alltagsleben ſein, und es iſt
daher wohl zu erwarten, daß der am 3. Juni beſtimmt fahrende
Ver=
waltungsſonderzug ſich zum mindeſten der gleichen guten Beteiligung
erfreuen wird, wie der, der uns im vorigen Frühſommer nach dem
hohen Vogelsberg und dem freundlichen Schotten brachte.
*Große Strafkammer.
p. Der geſchiedene Kaufmann Wilhelm Kinz in Darmſtadt hat vom
Bezirksſchöffengericht wegen Heiratsſchwindeleiem unter Annahme
mil=
dernder Umſtände eine Gefängnisſtrafe von 1 Jahr unter Anrechnung
von 12 Wochen Unterſuchungshaft erhalten. Wir haben über die Sache
ausführlich in der Nummer vom 31. März berichtet. Der Angeklagte hat
Berufung eingelegt. Die Gründe des Urteils heben hervor, daß die
Geſchädigte durch ihre Leichtgläubigkeit dem Angeklagten die
Machen=
ſchaften ſehr erleichtert habe. Kinz beſaß ein Lebensmittelgeſchäft in
Dieburg und eine Braut in Darmſtadt. Die in Gersfeld (Rhön)
be=
heimatete heiratsluſtige Dame betrieb in der Textorſtraße in Frankfurt
am Main ein Lebensmittelgeſchäft; ſie inſerierte in der „Frankfurter
Zeitung” unter Chiffre F. G., und war auch bereit, ins Ausland zu
gehen. Der Angeklagte bleibt dabei, daß er nur Scherz gemacht habe
auf Grund einer Abrede mit zwei Mannheimer Reiſenden. Es trat, wie
Angeklagter angibt, ſchon recht bald intimer Verkehr ein; er erwähnt
auch noch andere Liebhaber. Die Heiratsluſtige veräußerte das
Frank=
furter Geſchäft, ein Auto wurde gekauft, bei dem Eltern in Gersfeld
wurden ſechs Wochen koſtenlos verlebt und von dort aus Autoausflüge,
z. B. nach Kiſſingen, unternommen. Dann gings nach Hildesheim,
Beu=
lin und Hamburg, man wollte, wie Kinz angibt, „die Welt ſehen”.
Die Reiſe dauerte etwa 10 Tage. Das Auto hat der Angeklagte zu
Geld gemacht. Die jetzt 35 Jahre alte Dame ſuchte einen Mamn, der ihr
treu zur Seite ſtehe. — Das Urteil verwirft die Berufung.
*p. Amtsgericht 1. In der am 22. Mai verhandelten Strafſache
gegen einen hieſigen Magnetopathen (vergl. Nr. 143) erließ das Gericht
nachſtehendes Urteil: Wegen Uebertretung des 8 360, 3. 8. StGB. wird
eine Geldſtrafe von 100 Mark ausgeſprochen. Mithin iſt die
Strafbeſtim=
mung der Gewerbeordnung nicht zur Anwendung gelangt. Die Sache
dürfte noch das Oberlandesgericht beſchäftigen.
Tageskalender für Freitag, den 1. Juni 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr Ende
nach 22 Uhr: „Schinderhannes”. — Kleines Haus: Geſchloſſen.
Orpheum, Anſang 20.15 Uhr, Sommerſpielzeit: „Finden Sie, daß
Conſtanze ſich richtig verhält?” — Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Zur Krone. —
Kino=
vorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße)
Freitag, den 1. Juni: Vorabend ottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 2. Juni: „Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min
Sabbatausgang 9 Uhr 25 Min
Gottesdienſt für die Wochentage: Morgens 7 Uhr. — Abends
7 Uhr 30 Minuten.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſel(ſchaft.
Samstag, den 2. Juni: Vorabend 7 Uhr 45 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 5 Uhr. — Sabbatausgang 9 Uhr 25 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. — Abends 8 Uhr,
Freitag, den 1. Juni 1928
Aus Heſſen.
Siedlung zur Bekämpfung der Landflucht.
Aus parlamentariſchen Kreiſen wird uns geſchrieben:
In der „Zeitſchrift für Selbſtverwaltung” vom 1. Mai 1928, Organ dann doch geſchieden ſein. Doch wißt: „Daß wir uns bier
des Deutſchen und Preußiſchen Landkreistages, ſchreibt der auf dem Tal noch treffen ſo viel tauſend mal, Gott mag es ſchenken
Gebiete der Siedlung bekannte Miniſterialdirektor im Landwirtſchafts= es lenken, er hat die Gnad.” — Am Pfingſtſamstag abend kamt
miniſterium Articus einen intereſſanten Artikel über die Land= an. Mit Euch unſer lieber Landesjugendpfarrer von der
Au=
arbeiterſiedlung. In dieſem Aufſatz wird das Verhältnis von Land= der unſre Freizeit leitete. Erſt gings dann ins Quartier
flucht, Agrarkriſe und Siedlungstätigkeit intereſſant beleuchtet. Wenn Gaſtfreunden. In den Gemeindeſaal die Sechſe; Herr B.
überhaupt der Landflucht Einhalt geboten werden Bickel überließ ihn uns freundlicherweiſe. Eine großartige
ſoll, wenn z. B. im Oſten das Deutſchtum bewahrt werden ſoll, muß Am Abend ſtilles Sammeln, Einkehr, Bitte um das Kommen d
die öffentliche Siedlungstätigkeit, elaſtiſcher ge= zu uns. Sonntag früh. Lachende Sonne.
Pfingſtimmun=
ſtaltet werden als bisher. Die Auswandererziffern, die in feier. An Hand des Jakobusbriefes ringen wir um das Verſt
den letzte, 3 Jahren die Auswanderung von 190000 Deutſchen zeigen, praktiſches Chriſtentum. Der Gemeindegottesdienſt redet
beweiſen die Notwendigkeit der Siedlung, beſonders dann, wenn man, der Herzenswandlung in uns! Die Botſchaft vom Kommen
bedenkt, daß im Jahre 1927 die zweiten und dritten Bauernſöhne und
die Landarbeiterſchaft 24,7 Prozent dieſer Zahl ſtellten. Die
Agrar=
kriſe hat unſtreitig dieſen Umwandlungsprozeß beſchleunigt. Sie iſt
aber nicht allein die Urſache. Die Schaffung von Familienbetrieben, Unterwegs, dort in der Tannenlichtung und drunten im ſtillen
die auf fremde Arbeitskräfte nicht angewieſen ſind, und die Herſtellung tal wurde uns Herz und Verſtehen erſchloſſen für ſtimmi
von Arbeiterheimen wird in Zukunft innerhalb der Siedlu ig einen Singen. Wir lernten das Singen ernſt nehmen, empfanden
großen Raum einnehmen müſſen. Um das Siedlungswerk lokal zu be= Religion wahren Singens. Wißt Ihr noch? Hinter der Kirch
fruchten, iſt man dem Gedanken näher getreten, die Landkreiſe mehr Pfarrwohnung, im Saal! Und dann, die Tromm! O Oden
als bisher an der Siedlungstätigkeit zu beteiligen. Auh Artieus mißt biſt du ſchön. Welcher Rundblick! Vom Turm aus ſahen m
der Mitarbeit der Landkreiſe eine außerordentliche Bedeutung bei, am Horizont den Silberſtreifen des Rheines, rundum Y
Hierbei muß allerdings geſagt werden, daß die Schwierigkeiten zumal Berge, Täler und Dörfer, Himmel und Erde. In Turmes
im Anfang durchaus nicht zu unterſchätzen ſind. Dieſer Umſtand darf
jedoch die ſtaatlichen Inſtanzen nicht abhalten, ſo leiſtungsfähige
Ge=
bilde wie die Landkreiſe als aktiv Beteiligte in das Siedlungswerk mehr
als bisher einzuſchalten.
4n. Arheilgen, 31. Mai. Vereinsausflug. Dieſen Sonntag Am Mittag dem Jugendfreund und Jugendförderer, Herrn
unternimmt der Gefangverein „Liederzweig” einem Familienausflug nach
Walldorf. Daſelbſt beteiligt ſich der Verein an dem Jubiläumsfeſte Haſſinger=Darmſtadt, ein herzliches Heil. Dankverſicherung und
des Brudervereins „Liederzweig” Walldorf. Die Fahrt erfolgt mittelſt frohes Gelöbnis, möge ihm unſer „Deutſche Jugend heraus”
Autobus. — Nochmals ſei hierdurch auf den am gleichem Tage von dem ſein. Wir haben uns herzlich gefreut, daß er bei uns hine
Landwirtſchaftsamte Darmſtadt vorgeſehenen
Gemarkungsrund=
gang hingewieſen, wobei Fragen der Bodenbearbeitung, Saaten und Affolterbach, führte uns dann noch nach Dürr=Ellenbach, Deu
Saatenpflege, Unkraut= und Schädlingsbekämpfung, Anwendung der
Düngemittel, Fruchtfolge uſw. erörtert werden. — Die hieſige
Sport=
vereinigung 04 unternimmt nunmehr beſtimmt am 8. Juli d. J.
einen Vereinsausflug nach Heidelberg, während das diesjährige
Som=
merfeſt am 5. Auguſt ſtattfindet.
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— Griesheim, 31. Mai. Kleintierzuchtverein. Es dürfte
wohl wenige Orte in unſerem Heſſen geben, die für die Geflügelzucht
eine ſo günſtige Lage haben als Hamm im Kreiſe Worms. Vor
hun=
derten von Jahren war Hamm ein kleines Fiſcherdörfchen. Der nahe
Rhein floß in mehreren Armen vorbei, auf dem Damme zogen Pferde
die kleinen Holzſchiffe dem nahen Worms zu. Das Dorf lag, den
Ver=
hältniſſen entſprechend, nur auf der Innenſeite des Dammes. Durch
einen Eisgang iſt das plötzlich anders geworden. Es entſtand ein
Hauptarm, und die übrigen legten ſich größtenteils trocken. Auf dieſen
großen Flächen tummelt ſich jetzt Geflügel aller Art. Um das alles zu
ſehen und aber auch um in Geflügelfragen Aufklärung und Ancegung
zu geben, hält der Geflügelzuchtverein Hamm kommenden Sonntag,
den 3. Juni, nachmittags, eine Propagandaberſammlung ab, in welcher
wirtſchaftliche wiſſenſchaftliche Fragen erörtert werden. Dazu werden
Geflügelzüichter aus Rheinheſſen und Starkenburg eingeladen. Das
Feſt findet bei günſtiger Witterung im Freien am Rhein ſtatt.
Aa. Wolfskehlen, 31. Mai. Kritikſingen und
Vereins=
jubiläum. Am kommenden Sonntag findet hier das erſie
Kritit=
ſingen des Gaues „Ried” im Heſſiſchen Süngerbund ſtatt. An dem
Wertungsſingen ſind 21 Riedvereine mit über 1000 Sänger beteiligt. Es
werden u. a. Vereine aus Berkach, Bobſtadt, Dornheim, Crumſtadt,
Büttelborn, Gernsheim, Geinsheim, Groß=Nohrheim, Lampertheim,
Groß=Gerau, Goddelau, Erfelden und Wallerſtädten erwartet. Am
Feſt=
ſonntag werden Maſſenchöre geſungen, zwiſchen denen Herr Schulrat
Haſſinger=Darmſtadt die Feſtanſprache hält. Das Protektorat hat
Kreis=
direktor Dr. Merck übernommen. Gleichzeitig begeht der Geſangverein
„Germania” Wolfskehlen die Feier ſeines 50jährigen Beſtehens. Die
Germania” wurde im Frühjahre 1878 durch die Initiative des Pfarrers
Luck gegründet, der auch der erſte Präſident des Vereins war. Heute iſt
Wilhelm Schäfer 4. Vorſitzender. Dirigent iſt Kapellmeiſter Friedel
Fiſcher=Darmſtadt. Die Feſtmuſik ſtellt das Stadtorcheſter Darmſtadt.
Als Kritiker zum Wertungsſingen wurde neben Muſikdirektor Werner=
Frankfurt Dr. F. Noack=Darmſtadt gewonnen.
Aa. Pfungſtadt, 31. Mai. Dank von Zwingenberg. Die
Hagelgeſchädigten in Zwingenberg haben für die von Pfungſtadt
einge=
laufenen Gaben in Naturalien ihren herzlichen Dank ausgeſprochen.
Ende der Woche ſoll eine weitere Sendung mit Gemüſepflänzchen nach
Zwingenberg abgeſandt werden. — Der Krieger= und
Militär=
verein Pfungſtadt begibt ſich am kommenden Sonntag nach
Worms zur Teilnahme an dem 40jährigen Stiftungsfeſt des
Soldaten=
vereins Worms=Neuhauſen. — Auf der am Sonntag in Eberſtadt
ab=
gehaltenen Kaninchenausſtellung wurden mehrere Mitglieder des
Pfung=
ſtädter Kaninchenzuchtvereins für a=eſtellte Kaninchen mit guten
Preiſen, ja ſogar mit Ehrenpreiſen ausgezeichnet. Unter anderem
er=
rang Jakob Engelhardt für ſeine Zucht den Ehrenpreis, für die beſte
Geſamtleiſtung, außerdem vier weitere Ehrenpreiſe und einen zweiten
Preis. Auch Georg Crößmann 2. und Fr. Weber errangen
Ehren=
preiſe. — Philipp Engelhardt 2. iſt im Alter von 46 Jahren
ge=
ſtorben. — Die Stadtkaſſe mahnt die Beträge für elektriſchen Strom
und Zählermiete für April und Mai.
G. Ober=Ramſtadt, 31. Mai. Ueber die Erweiterung der
Bahnhof=
ſtraße iſt ein Ortsbauplan feſtgeſtellt worden, der bei der Bürgermeiſterei
eingeſehen werden kann. — Die „Heag” hat nunmehr auch in Ober=
Ramſtadt bei Herrn Friſeur Schmidt, Darmſtädter Straße, eine
An=
meldeſtelle für Mongts= und Schülermonatskarten für die
Omnibusver=
bindung Ober=Ramſtadt-Böllenfalltor eingerichtet.
Pfingſifreizeit des Heſſenbundes.
Affolterbach, 31. Mai. Heil Euch, Ihr Brüder aus dem Bun
war recht, daß Ihr ſo Pfingſtfreh zu uns kamt. In unſere
her=
mat, die Euch ſo ſonnenhell und farbenfroh grüßte! Ja, bei
ſchön! So ſchön, daß Ihr gar nicht mehr fort wolltet! Aber
wird zur Bitte um das Kommen des Chriſtus zu uns.
Am Mittag gings mit den Affolterbacber Bünden auf
Wildleut=Häuſel mit Erinnerrungen von Frau Holle, Vorfah
ben, opfernde Haltung des Menſchen! Nach frohem Heimma
letztem Spiel und Sang: Pfingſtmontag. Morgenwache und
dienſt weiſen uns Weg und Ziel des Chriſtſeins. Weiten uns d
für Bruder und Schweſter, zeigen uns Aufgabe und Verant
hat! Ein vorzüglicher Kenner des Odenwaldes, Herr Lehrer
kleinſte Gemeinde. Ein herrlicher Abſchluß unſeres Zuſam
Ein romantiſches Tal erſchloß ſich uns mit ſeinen
Bauernh=
ſeinem Forſthaus, ſeinem Brunnen im kühlen Grunde, ſeinen er
alten Douglasſichten. Dort im Süden die blauen Neckarberge
baum, Glocken klingen, webende Klänge vom Waldesſaum wiegen
ſingen die Welt in Traum.‟ Die Heimkehr nach Affolterbach
Ihr ſie je vergeſſen können?. Steile Abfahrt und frohes Lachen
den Autolern dort auf der Landſtraße aus Jugendkehlen den
.. hoi, hoi, hoi!“ — Abſchied. Letzter Dank, letztes Händeſch
letztes Winken, letztes Heil! „Ihr Brüder wißt, was uns bereint,
andre Sonne hell uns ſcheint, in der wir leben, zu der wir ſtreben
die Gemeind.”
Le. Groß=Umſtadt, 31. Mai. Unfall. Als ein hieſiger M
radfahrer in der Richtung nach Höchſt i. Odw. fuhr, bemerite e
der Wirtſchaft „Zur Waldruhe”, in der Nähe des Rondells das
auto Nr. S 3181, das die Aufſchrift: „Wörner, Erbach” trug.
im Wiesbadener Schönheits-Welibewers läſtigen Staubes wegen wollte der Motorradfahrer das Laſtauto
holen. Dieſes nahm jedoch aus irgendwelchen Gründen keine Notiz
den andauernd gegebenen Signalen. Erſt als ein Perſonenauto f
und das entſprechende Zeichen zum Ausweichen gab, fuhr das Laſt
nach reihts. Das Perſonenauto fuhr vorüber und der Motorradfe
folgte unter andauerndem Hupen. Aber das Laſtauto ſchwenkte
wieder nach links und fuhr das Motorrad an, ſodaß die beiden
ſaſſen zu Boden geſchleudert wurden. Der Lenker erlitt erhebliche
letzungen am Knie, während ſeine Frau zum Glück nur mit ein
Hautabſchürfungen und dem Schrecken davonkam. Solche Unfälle kö
durch unglückliches Zuſammentreffen verſchiedener Umſtände vorkom
ohne daß den Einzelnen eine direkte Schuld trifft, daß aber die
ſaſſen des Laſtautos, nachdem ſie den Unfall wahrgenommen, la
davonfuhren, muß als Rohheit gebrandmarkt werden.
I. Michelſtadt, 31. Mai. Straßenherſtellung. Zurzeit
die Provinzialſtraße zwiſchen Michelſtadt und Erbach nach dem
Kolgsverfahren hergeſtellt. Die Straße wird mit Maſchinen aufger
neu gewalzt und mit Kolas behandelt. Ein Teil der Straße, ud
derienige zwiſchen Stockheim und dem Kreisamt Erbach iſt bereits
geſtellt und dem Verkehr übergeben. Die Umleitung des Verkehr
folgt in Michelſtadt über die Friedrich Ebert=Straße. — Gemeit
beamtentagung. Der Kreisverband Erbach des Heſſi
meindebeamtenverbandes hält am Sonntag, den 3. Juni, eine Tag
im Hotel „Altdeutſcher Hof”, hier, ab. Berufsfragen der Gemnei
beamten werden zur Verhandlung kommen. — Lehrgang
Turnlehrerinnen. Der durch das Miniſterium für Kultus
Bildung zur Abhaltung kommende Lehrgang für heiſiſche Turnſehr
nem beginnt am Montag, den 4. Juni, im Stadion und wird etu
Wochen in Anſpruch nehmen. — Auswärtiger Beſuch.
Rhein= und Taunusklub Wiesbaden wird am kommenden Sonn
3. Juni, in einer Stärke von etwa 250 Perſonen der Stadt Mich
und insbeſondere ſeinem Stadion einen Beſuch abſtatten.
b. Erbach i. Odw., 31. Mai. Odenwaldfahrt des
Motorſport=Clubs, Darmſtadt, A. D. A. C. Der b
Motorſport=Club, Darmſtadt, veranſtaltet am kommenden Sonntag,
3. Juni ds. Js., eine Fahrt „durch die Gaue des Odenwaldes
Fahrt hat den Ausſchreibungen nach den Charakter einer Geſelſch
und Propagandafahrt. Die geſtellte Aufgabe ſtellt erhebliche A
derungen an Material und Fahrer. Stadt und Ziel befinden ſi
Darmſtadt, die Streckenlänge beträgt 150 Km. Den Haupttagesau
halt nimmt der Club in unſerem gaſtlichen Heimatſtädtchen. Die
nehmer treffen, von Beerfelden=Marbach kommend, gegen 11 Uhr
mittags hier ein, d. h. ſie ſammeln ſich ver Lauerbach zur geſchlol
Korſo=Einfahrt in die Stadt und fahren auf dem Marktplatz vor
Gräflichen Schloß auf. Anſchließend gemeinſchaftliche Beſichtigint
weltberühmten Sammlungen. Führungen finden in mehreren Gru
ſtatt. Um 12 Uhr gemeinſchaftliche Fahrt durch die Stadt Erbae
der „Schützenhof”, daſelbſt gemeinſchaftliches Mittagseſſen. Die
ſoll nun alljährlich ſtattfinden. Jeder Teilnehmer erhält von der
Erbach eine künſtleriſche Erinnerungsnadel als Silber. Der Verk
verein hat für dieſe und die kommenden Fahrten einen wertb
Wanderpreis, eine große Elfenbeinfigur, hergeſtellt von unſerem
miſchen Meiſter der Elfenbeinkunſt, Herrn Otto Glenz, geſtiftet.
Wanderpreis erhält derjenige Club, welcher die höchſte Punktzahl ei
— Ausflug. Ein Extrazug bringt ferner am kommenden Son!
den 3. Ju ri, etwa 1400 Mitglieder des Eiſenbahnervereins Bi‟
heim hierher. Dank der vorzüglichen Unterkunftsmöglichteiten, die
Räumlichkeiten des Sport= und Erholungsparkes bieten, iſt es er
licht, dieſe für unſere Verhältniſſe immerhin beachtliche Beſuche
hier zu bewirten. Gemeinſamer Mittagstiſch in der Feſthalle un
der Sporthalle. — Wenn man noch an das Gauſportfeſt des Odenl.
gaues der D.T., das am gleichen Tage hier ſtattfindet (über das
bereits berichtet haben) erinnert, ſo kann man ermeſſen, daß der
mende Sonntag ein Verkehrstag erſten Ranges für, unſer aufſtebl
Kreisſtädtchen werden wird. Für eine gute und herzliche Aufn
iſt den Fremden volle Gewähr geboten. — Am Nachmittag wir”
Flugzeug der Badiſch=Pfälziſchen Lufthanfa Fliegeraufnahmen 9o=
Stadt, der Umgebung und der neuen Sportanlage machen,
Es gibt wirklich nichts besseres und
praktischeres als uns. Wir enthalten alle zz einer
guten Suppe notwendigen; Zutaten, brauchen nur kalt angerührt
und 20 Minuten gekocht zu werden. Wir sind in Portionen zu
1 Teller eingeteilt, praktisch verpackt und helfen der
Haus-
frau Arbeit, Zeit und Kohlen sparen.
Erbs fein
Erbs mit Speck
Erbs mit Schinken
Blumenkohl
Eiernudeln
Nummer 151
Seite 7
Freitag, den 1. Juni 1928
Man kann nie auslernen.
Jeder Einſichtige wird den Wert dieſes etwas abgedroſchenen Satzes
n verſpürt haben, wenn er bei allen ſeinen Erfahrungen und
Kennt=
in gelegentlich auf eine wichtige Neuerung ſtieß, die dazu angetan
ſeine bisherigen Anſchauungen völlig umzuſtellen. Man geht nicht
weit, wenn man behauntet, daß gerade das ſtete Lernenwollen den
Tgreichen Mann macht, denn nichts iſt unwirtſchaftlicher als
Still=
d, und Stillſtand bedeutet Rückgang. Ein treffliches Beiſpiel für
e Tatſache bietet ja die Landwirtſchaft, denn dieſer ſo überaus wich=
Wirtſchaftszweig hat, um nicht völlig von der neuen Zeit
über=
nt zu werden, in bezug auf ſeinen Betrieb in den letzten
Jahr=
tten Wandlungen durchmachen müſſen, die von den kühnſten
Pro=
ten nicht vorausgeahnt wurden.
Die Zeit ſchreitet ſchnell, und in gleichem Tempo läuft kultureller
tſchritt, techniſches Vorwärtsſtreben. Der Landwirt, der heuzutage
auf bedacht iſt, ſeinen Wirtſchaftsbetrieb auf der Höhe zu halten,
ſeinem Geſchäft gute Gewinne zu ziehen, muß einen erheblichen Teil
er Feierſtunden dem Studium einſchlägiger Literatur widmen, um
* die Neuerungen genügend informiert zu ſein. Und doch, — auch
vermag ihm noch nicht viel zu bieten, denn techniſche Phantaſie iſt
wenigen gegeben, die Mehrzahl unter uns muß eine
landwirt=
ftliche Maſchine im Betrieb geſehen haben, um ſich von der
Wirt=
ftlichkeit ein Bild machen zu können.
Dieſem Notſtand hilft in trefflicher Weiſe die Wande==Ausſtellung
„Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft” ab, die
dieſem Jahre vom 5. bis 10. Juni in Leipzig abgehalten
d. Es handelt ſich hier um eine reine Fachausſtellung, die
Tauſenden von Landwirten und Gutsbeſitzern, die ſich dort
ver=
meln werden, bedeutende Erfahrungen vermitteln wird. Hier
wer=
die Wege gezeigt, die der umſichtige Mann beſchreiten muß, um
z der Ungunſt der Zeiten ein gutes Auskommen zu finden. Die
terkenswerte Schau wird ein klares Bild von dem Streben und
ſten der deutſchen Landwirtſchaft bieten.
Daß in dieſem Rahmen auch die Elektrizität eine beachtliche Rolle
ſpielen berufen iſt, kann nicht verwundern. Man hat im Rahmen
Geſamtſchau den „Elektrohof” erſtellt, in dem die führenden
men ihre Erzeugniſſe aufweiſen und reichliches Material zur
Auf=
ung ausgeſtellt haben. Das wohnlich eingerichtete Gutshaus
ent=
all die Dinge, die zu wirtſchaftlichem Arbeiten und geſundem
en erforderlich ſind. Da ſtehen die Plätteiſen, die mannigfachen
hgeräte, der Heißwaſſerſpeicher. Da iſt ferner in den
Wirtſchafts=
men die Waſchküche, die Futterküche und die Milchküche, und ein
äumiger Hof zeigt landwirtſchaftliche Maſchinen aller Art, von
lei=
igsfähigen Elektromotaren betrieben, — Dreſchmaſchinen,
Höhenför=
er und Melkanlagen. Im Hintergrund des Hofes zeigt ein
Dio=
ra, wie die Stromberſorgung über die mächtigen Maſte der
Ueber=
dleitungen in den Muſterhof eintritt, und die Scheune birgt einen
reſſanten und unterhaltſamen Inhalt: Raum zum Ausruhen und
ei reizvolle Filmvorführungen.
Die führenden Kreiſe der deutſchen Volkswirtſchaft geben ſich der
fnung hin ,daß die „D. L. G.=Ausſtellung” und beſonders der
ektrohof” den Tauſenden von Beſuchern reiche Anregung zu
wirt=
ftlicher Geſtaltung ihrer Betriebe geben wird.
b. Erbach i. O., 31. Mai. Sommerfahrplan der Okva.
Sommerfahrplan der Obva tritt am kommenden Montag, den 4.
ti ds. Js., auch auf der Strecke Erbach-Michelſtadt—Reichelsheim—
denfels in Kraft, nachdem die rückſtändigen Gemeinden des
Gerſprenz=
s dem Garantiegbkommen beigetreten ſind.
H. Von der Bergſtraße, 31. Mai. Spargelfeſt. Das ſchon
ge angekündigte Schwetzinger Spargelfeſt findet nunmehr vom
4. Juni ſtatt. Damit wird zugleich die „Badiſche
Spargelausſtel=
g 1928” verbunden. Zweck der Ausſtellung iſt, einen Ueberblick zu
en über den gegenwärtigen Stand der Spargelzucht, des
Spargel=
es und der Spargelverwertung im bad. Anbaugebiet.
A. Lauten=Weſchnitz, 29. Mai. Sängerjubiläumsfeſt und
hnenweihe. Allenthalben rüſtet man ſich zu dem am kommenden
antag ſtattfindenden Jubiläumsfeſt des Geſangvereins, verbunden mit
1nenweihe. Durch Sammlung bei den Mitgliedern und Gönnern des
eins gelang es, den Betrag für die Fahne (450 RM.) aufzubringen.
Vereine haben ihre Beteiligung am Feſte zugeſagt, ſo daß mit einer
Gen Veranſtaltung gerechnet werden kann. Der Feſtzug wird um
ihr an der Lörzenbacher Chauſſee aufgeſtellt und geht dann durch den
zum Feſtplatz, wo Begrüßung, Feſtrede und Liedervorträge der
Gaſt=
eine miteinander abwechſeln. Am zweiten Feſtage (Montags) wird
n den Vereinsmitgliedern und Einwohnern Gelegenheit zur
gemüt=
en Nachfeier geboten.
Bm. Hofheim (Ried), 30. Mai. Vor einigen Tagen weilten hier
i Vertreter einer auswärtigen Kiesgewinnungsfirma, um in der
igen Gemarkung paſſendes Gelände zur Kiesausbeutung zu finden.
Herren nahmen an verſchiedenen Plätzen Grabungen vor und
fan=
auch in der hier als Kiesfeld bekannten Mühlflur ſehr ſchönen Kies,
ſie ihn nach ihren Ausſagen noch nirgends ſchöner gefunden haben.
ſes Gelände birgt auch einen guten grobkörnigen Kies, der für
onierung uſw. ſehr geeignet iſt. Auf der Bürgermeiſterei
erkun=
ken ſich die Herren näher nach den Grundſtückspreiſen und erklärten
bei, daß ihre Firma beabſichtige im obengenannten Gelände ein
sgewinnungswerk zu errichten, das ſich noch auf die Herſtellung
Fenſtergewänden uſw. ausdehnen ſoll. Falls es möglich wäre, wolle
Firma 100 Morgen Land dieſer Gemarkung ankaufen. Weiter
ſogen die Herren die Anlage eines Gleisanſchluſſes bzw. einer
webebahn nach dem hieſigen Bahnhof. — Wartburgfahrt.
die am 3. Juni ſtattfindende Wartburgfahrt des evangeliſchen
ſaunenchors Worms, haben ſich von hier rund 50 Perſonen gemeldet.
2 Teilnehmer werden darauf hingewieſen, daß der Sonderzug
rgens 5 Uhr hier zum Einſteigen hält, desgleichen bei der Rückfahrt
nds 11 Uhr.
— Hirſchhorn, 31. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
Mai 0,82 Meter, am 31. Mai 0,77 Meter.
— Gernsheim, 31. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
Mai 0,46 Meter, am 31. Mai 0,36 Meter.
Großer Münzenfund in Lauterbach
(Oberheſſen).
Bei den Fundamentarbeiten für das neue Gebäude der
Bezirksſparkaſſe in Lauterbach iſt man auf einen großen Fund
von Gold= und Silbermünzen geſtoßen, deren Prägung in die
Zeit von etwa 1300 bis 1550 fällt. Es handelt ſich
ſchätzungs=
weiſe um 1000 bis 1500 Gold= und Silbermünzen. Man hat
be=
reits Sachverſtändige nach Lauterbach eingeladen, welche den
Fund beſichtigen ſollen.
— Stockſtadt a. Rh., 30. Mai. Der Vorſtand der Durngemeinde e. V.
Stockſtadt a. Rh. beſchloß in ſeiner letzten Sitzung, anläßlich der
Schwimmwanderfahrt des Main=Rheingaues der Deutſchen Turnerſchaft
am 9. Juni unter Mitwirkung hieſiger Geſangvereine, der Kapelle
Einig=
keit, des Oberfeuerwerkers Herrn Wallenſtein=Darmſtadt uſw. ein
Som=
mernachtsfeſt am Altvhein abzuhalten. Den Vorbereitungen nach zu
ſchließen wird dieſe Veranſtaltung, die in größerem Stile gehalten
wer=
den ſoll, eine ſehr ſchöne werden und jedem Beſucher einen großen
Ge=
nuß bereiten, zumal der in unmittelbarer Nähe der Badeanſtalt gelegene
Feſtplatz zu derartigen Feiern außerordentlich gut geeignet iſt.
Raiten VLin vin
ohne Darmſtädter Fahrplanbuch. Erhältlich zum Preiſe von
60 Pfennig in allen Buchhandlungen,
Bahnhofsbuchhand=
lungen, Kiosken, Verkehrsbüro, Agenturen des Darmſtädter
1224dr)
Tagblattes und in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 23.
z. Guſtavsburg, 31. Mai. Beim Baden ertrunken iſt hier ein
7jähriger Schüler aus Koſtheim, der unter die Floße kam. Die Leiche
wurde an der Unfallſtelle geborgen.
Ah. Bingen a. Rh., 31. Mai. Schwerer Motorradunfall.
In Dromersheim ereignete ſich am erſten Pfingſtfeiertag ein ſchweres
Motorradunglück. An der Straßenkreuzung Büdesheim—Dromersheim
und Genſingen—Ockenheim ſtieß ein Motorradfahrer mit Beiſitzerin in
voller Fahrt mit einem Perſonenauto zuſammen. Die Dame wurde in
ein Kornfeld geſchleudert und erlitt erhebliche Verletzungen. Schlimmerer
Art ſind die Verletzungen des Motorradfahrers. Beide mußten in das
Hoſpital überführt werden.
LPD. Steinbach b. Gießen, 31. Mai. Diamantene Hochzeit.
Das ſeltene Feſt der Diamantenen Hochzeit feierten der Landwirt
Hein=
rich Keßler und ſeine Ehefrau. Der Jubilar iſt 86, ſeine Gattin 81
Jahre alt. Beide erfreuen ſich noch recht guter Geſundheit.
— Schotten, 31. Mai. Bei der letzten Sitzung des Stadtrates kam
auch die Neubeſetzung des Rektorpoſtens an der hieſigen Volks= und
Fortbildungsſchule zur Abſtimmung. Der Stadtrat ſchließt ſich dem
einſtimmigen Beſchluſſe des Schulvorſtandes an, Lehrer Ulrich,
ſeit=
her in Michelbach, als Rektor vorzuſchlagen.
Wetterbericht.
Gießen, 31. Mai.
Das vom Polarmeer ſich ſüdwärts über Nord= und Nordweſteuropa
erſtreckende Hochdruckgebiet führt zu einem weiteren Ausfließen kühlerer
Luftmaſſen nach Mitteleuropa. Die Temperaturen dürften infolgedeſſen
etwas zurückgehen und außerdem kommt zeitweiſn etwas Bewölkung auf,
wobei gelegentliche Gewitterbildungen nicht ausgeſchloſſen ſind.
Witterungsausſichten für Freitag, den 1. Jumi 1928.
Heiter, auch zeitweiſe bewölkt, etwas kühler, Neigung zu
Gewitter=
ſtörungen.
Witterungsausſichten für Samstag, den 2. Juni 1928.
Keine weſentliche Aenderung.
Hefſiſche Wetterdienſtſtelle.
in ce Wind: Nieder=
ſchlag
in mm Schnee=
decke
in em Gießen: heiter 16. 10. — Aachen: Nebel 10: No, D Hamburg: Nebel 11 NNO, D Berlin: wolkig 17 N.
ſtill — München: heiter 16 Königsberg: wolkig 10 N. Breslau: wolkig 14 N. 0,6 Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen: Feldberg:
(Taunus) heiter 14 NO, Waſſerkuppe: heiter 11 NO, Feldberg:
(Schwarzw.) wolkig 12 SSW. 265 Zugſpitze: Nebel NW. Kahler Aſten: heiter 13 NNO. Fichtelberg: wolkig ONO, Schneekoppe: wolkig 5 N.
Brieſtaſſen.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechteverbindlichkelt.
P. S. Nach Ihrer Darſtellung liegt in der Tötung der Katze, die
weder als „verwildert” anzuſehen iſt, noch wildert, eine
Sachbeſchädi=
gung, die nach § 308 StGB., ſtrafbar iſt. Erheben Sie deshalb bei der
Polizei oder dem Amtsanwalt Strafanzeige unter gleichzeitiger Stellung
eines Strafantrags gegen den Täter.
P. P. Die geſtellte Frage kann nur das Reichswehrminiſterium
in Berlin beantworten.
Geſchäftliches.
Wir machen heute ſpeziell auf das Inſerat der Firma J. Rehfeld
Ludwigsſtraße 15, aufmerkſam. Die Firma veranſtaltet einen extra
bil=
ligen Weißwaren=Verkauf. Speziell für Brautleute und Hotels etwas
beſonders günſtiges.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 1. Juni. 15.30: Helene Braun: Unſere heutige Jugend.
Wie ſie iſt. O 16: Amtsgerichtsrat Dr. Unger: Pſychologie, im
Gerichtsſaal. o 16.30: Dr. Luther: Unſer Fühlen und Wollen.
Affekte und Leidenſchaften. O 17: Tanztee=Muſik der Kapelle
Barnabas von Geczy. o 18: Franz Schubert. Plattenſteiner;
Schubert. — Bartſch: Aus Schwammerl. H. Mühlhofer (Rezit.).
19: Italieniſch. 19.25: Th. Kappſtein: Peſſimismus und
Optmismus. O 19.55: Regierungsbaumeiſter Prof. Fader: Neues
Bauen — Neues Wohnen. O 20.30: Franz Schubert. Mitw.
Seidler=Winkler (Klavier), van den Berg (Violine), Cornelis
Brons=
geeſt (Bariton), Fiala (Viola), Berger (Violoncello), Klietz
(Kontrabaß). — Anſchl.: Tagesnachrichten.
Stuttgart.
Freitag, 1. Juni. 12.15: Landwirtſchaftsfunk. O 12.30:
Schall=
platten. O 16.15: Funkorch. Einlagen: Theo Rümeli O 18:
Land=
wirtſchaftsnachrichten. O 18 15: M. Schweder, Potsdam: Ueber die
Wanderungen unſerer hemiſchen Zugvögel. 6 18.45: Lukas Müller:
Der Menſch und die Erde. Eine Betrachtung zu den
Erdbeben=
kataſtrophen in Griechenland und Bulgarien. O 19.15: Eſperantokurss
Hauptveranſtaltungen der kommenden Woche in Eſperanto. O 20.15:
Die ſieben Schwaben. Volksoper in drei Akten von H. Wittmann
und J. Bauer. Muſik von C. Millöcker. Muſikal. Leitung: E.
Kahn. Spielleitung: G. Ott. Perſ.: Junker Otmar von Manuſperg;
Johann Stickel, Bürgermeiſter von Stuttgart; Kätchen, ſeine Tochter;
Emerenzia, deren Muhme; Bombaſtus Theophraſtus Paracelſus;
Spätzle, ſein Diener; die ſchwarze Grete; Hannele, Magd im Hauſe
des Bürgermeiſters; Nikodemus Zopf, Erasmus Züngle, Ratsherren;
Allgäuerle, Gelbfülerſchwab, Knöpfleſchwab, Spiegleſchwab.
Blitz=
ſchwab: Neſtelſchwab; Feldhaas, Stadtknechte von Stuttgart, ſieben
Schwaben: Dietrich von Weißenburg, Hans von Stauffen, Otto
von Eßlingen, Junker Otmars Freunde; Bärbele, Magd. Herold,
Turmwächter, Bürger. — Anſchl.: Karl Köſtlin lieſt die
Kurz=
geſchichte „Der unvermeidliche weiße Mann” von Jack London. —
Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Freitag, 1. Juni. 13: Schallplatten. O 15.30: Für
Frank=
furt: Rektor Ferdin. Hürten: Bergen=Hochſtadt. — Für Kaſſel:
Mittelſchullehrer: W. Hansli: Gudensberg mit dem Odenberg.
o 16.30: Hausfrauen=Nachmittag. Lehrer K. Stricker: Durch welche
Mittel können wir unſere Kinder erziehen? 0 17.45: Aus den Briefen
der Frau Rat Goethe. O 18.15: Vereinsnachrichten und
Mit=
teilungen. 6 18.30: Stunde des Südweſtdeutſchen Radio=Clubs.
18.45: Th. Eſchenburg: Doktor Guſtav Streſemann. o 19.15:
Syndikus Dr. Ferber: Die Stellungnahme des Handwerkers zu dem
Steuervereinheitlichungsgeſetz. o 19.45: Wiſſenſchaft und Technik:
Sonnenflecken und ihre Wirkungen. — Ohne ſchwarze Ameiſen
kem Kakao. — Unſichtbares Licht als Schutz gegen Einbruch.
O 20.05: Fiim=Wochenſchau. O 20.15: Stuttgart: Die ſieben
Schwaben: Operette von Karl Millöcker. — Anſchl: Kaſſel:
Spät=
konzert des Wiener Virtuoſen= und Jazzſymphonie=Orcheſters.” Leit.:
Kapellm. Oskar Dobeſch=Dobee.
Deutſche Welle. Freitag, 1. Juni. 12: Prof. Dr. Lampe und
Dr. John: Geographiſche Zwiegeſpräche. Wanderungen in Galiläa.
14.30: Kinderſtunde. Kinderlieder. 6 15: Prof. Dr. Fleiſchmann:
Blut iſt ein beſonderer Saft. 15.35: Wetter und Börſe. 6 16:
Präſident a. D. Winnig: Der Beruf des Maurers. O 16.30: Dr.
Gertrud Haupt: Frauen der Romantik. O. 17: Leipzig:
Kammer=
muſik des Dresdner Streichquartetts. O 18: Prof. Dr. Manes: Die
Verſicherung im Wirtſchaftsleben. O 18.30: Engliſch für Fortgeſchr.
0 18.55: Min.=Rat Prof. Woldt: Techn. Lehrgang. Techn.
Be=
triebslehre. 8 19.20: Wiſſenſchaftl. Vortrag für Aerzte. o 20:
Chefredakteur Schwedler: Organiſation und Technik des
Welt=
nachrichtendienſtes. 20.30: Hauptmann a. D. Bley: Flugzeug
und Luftſchiff im Weltverkehr. Der Stand der Entwicklung. O 21:
Prof. Dr. Rawitz: Wale und Walfang. — Anſchl.: Berlin:
Preſſenachrichten.
Sauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentell: Willp Kuhle: Druck
und Verlag: L. C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrlpte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
ist ein mahres Heilmittel. Sie enthäft das Nikotin in homöopathischen Mengen, d. h. in jenem
geringen Grade der Beimischung, in dem es unvergleichlich heilsam wirkt. Nichts ist besser
imstande, die viellachen Verstimmungen, welche uns Begegnen können, in gleich leichter und
vorzüglicher Weise zu beheben. WDie auch nichts imstande ist, die keinen Aromastofle einer
guten Tigarette zu ersetzen.
Ueberdies ist nirgends in der Welt ein Mensch so verstimmt, als daß
ihm nicht durch eine gute Zigarette gehollen werden könnte.
Rauchen Sie eine
und Sie werden wissen, was eine gute Zigarette ist.
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Freitag, den 1. Juni 1928
Todes=Anzeige.
Nach arbeitsreichem und allzeit opferfreudigem Leben
ſchied heute nachmittag 4 Uhr meine treue Gattin, unſere
heißgeliebte Mutter, Großmutter, Urgroßmutter,
Schwe=
ſter, Schwägerin, Schwiegermutter und Tante
Frau
im Alter von 82 Jahren durch den erlöſenden Tod aus
unſerer Mitte.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedr. Dambmann
Familie P. Dambmann
Familie E. Geider
Familie Gg. Lenges.
Die Beerdigung findet am Samstag nachmittag ½3 Uhr
auf dem alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße
ſtatt.
(9333
Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet wurde mir mein lieber,
unvergeßlicher Mann, unſer lieber, guter Vater,
Bruder, Schwiegervater und Großvater
Herr
Carl Stautz
Kaufmann
im 66. Lebensjahre durch den Tod entriſſen.
Zm Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Julie Stautz
verw. Künzel, geb. Koelle.
Darmſtadt, den 30. Mai 1928.
(9307
Die Beerdigung findet am Samstag, den 2. Juni,
vormittags 11 Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt.
Vorgeſtern verſchied infolge Herzſchlags mein
langjähriger, treuer Mitarbeiter
Herr
Carl Stautz.
Er hat 45 Jahre ſeine treuen Dienſte der Firma
in vorbildlicher Weiſe gewidmet und ich werde
ihm ſtets ein ehrendes Angedenken bewahren.
J. J. Oiefenbach
Eſſigfabrik — Weingroßhandlung.
Heute vormittag entſchlief ſanft nach langem,
ſchweren Leiden meine liebe Frau, unſere gute
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, und
Schwä=
gerin
Frau Katharine Erb
geb. Hechler
im 75. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Georg Erb
Rechnungsrat Heinrich Erb und Frau
Marga, geb. Friedrich
Heinr, Müller und Frau Eliſabete,
geb. Erb
Adam Jayme u. Frau Emilie, geb. Erb.
Darmſtadt, Traiſa und Frankfurt a. M.,
den 31. Mai 1928.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 2. Juni,
vormittags 11½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
(*14601)
Allen, die uns bei dem ſo unerwartet
eingetretenen Tode unſeres lieben Gatten
und guten Vaters ihre herzliche Teilnahme
bezeugten, ſagen innigen Dank
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teilnahme an dem Dahinſcheiden unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen, ſowie für die zahlreichen Kranz= und
Blumenſpenden, ſagen wir auf dieſem Wege hiermit
Allen unſeren herzlichſten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Goethe für die troſtreichen Worte
am Grabe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Ottilie Arheilger, geb. Petri
nebft Kindern und Enkeln.
Darmſtadt=Duisburg, den 31. Mai 1928.
Jakobiſtraße 29.
Villenkolonie Ludwigshöhe, den
Am Elfengrund 64.
Frau Clara Theſing
Paul, Eliſabeth, Toni
und Werner Theſing.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgange unſeres
teuren Entſchlafenen ſagen innigen
Dank
die Familien
Gutſche=Lupus.
Darmſiadt, den 30. Mai 1928. 1461s
Nummer 154
Meilz
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bis tiefſtem Se
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Eliſ bethen
Daß große
ann nicht jeder
winnen, abe
nen ach bewäl
erſtklaſſige
31. Mai 1928.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 151
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Profeſſor Hata in Berlin.
Profeſſor Dr. Sahaſchiro Hata,
ſ* Mitarbeiter Paul Ehrlichs bei der Erfindung
Salvarſan=Präparats „Ehrlich=Hata 606”, iſt zu
ſuch in Berlin eingetroffen. Seit anderthalb
Jahr=
nten iſt er Profeſſor am Inſtitut für
Infektions=
mkheiten in Tokio. Sein Name hat in der Medizin
einen hervorragenden Klang.
r Maler Baumann hat ſich freiwillig geſtellt.
Frankfurt a. M. Der in dem
Bilderfäl=
ingsſkandal belaſtete Kunſtmaler Hans Baumann
de, da ein Haftbefehl gegen ihn vorlag, ſeit
chen von der Kriminalpolizei geſucht, ohne gefaßt
werden. Baumann ſuchte dafür am vergangenen
itag einen bekannten Frankfurter Kriminalſchrift=
(er auf und bat ihn unter Vorlage glaubhafter
terlagen, in der Preſſe dahin wirken zu wollen,
das bisher von ihm entworfene ſchlechte Bild doch
etwas helleres Licht bekäme, da ſeine Schuld in
ganzen Sache nur eine ſehr geringe ſei. Er
ver=
chiedete ſich mit dem Verſprechen, unmittelbar nach
Feiertagen ſich freiwillig im Gerichtsgebäude
ein=
inden. Dieſes Verſprechen hat er gehalten und
geſtern morgen nach 9 Uhr dem
Unterſuchungs=
ter zur Verfügung geſtellr.
Seinen Verletzungen erlegen.
Boppard. Studienaſſeſſor Dr. Becker, der vor
er Woche in ſeiner Wohnung von einem jungen
idchen überfallen und durch Revolverſchüſſe ſchwer
letzt worden war, iſt ſeinen Verletzungen im
ankenhaus erlegen. Das junge Mädchen, eine
lin, befindet ſich in Haft.
Landesverband ehemaliger 3ler.
Die dritte große Wiederſehensfeier der
ehema=
n 35ler und der Erſatztruppenteile, verbunden
Weihe der Regimentsfahne, findet vom 23. bis
Juni in Dresden ſtatt. Programm: Samstag,
23. Juni: Begrüßung, Feſtrede, Militärkonzert
Fahnenweihe im Konzertſaal des Zoologiſchen
rtens; Sonntag, den 24. Juni, vorm. 10 Uhr,
an=
lich des zehnjährigen Gedenktages der Erſtürmng
Höhen von Sarch=Bligny: Heldengedächtnisfeier
Ehrenmal auf dem Garniſonfriedhof, unter
Mit=
kung einer Reichswehrkapelle; nachmittags, im
ale des Zoo: Theater und Ball; Montag, den
Juni: Dampferfahrt nach Königſtein.
Teilnehmer=
ten zum Preiſe von 2.00 RM., für Herren, 1.50
ichsmark für Damen ſind durch die Geſchäftsſtelle
Landesverbands ehemaliger Bler in Dresden,
itbahnſtraße 2, zu erhalten. Daſelbſt auch
Aus=
rfte und Quartierbeſtellungen.
Auf der Taubenjagd erſchoſſen.
Burgdorf. Der Hofbeſitzer Willi Bartels aus
ettmar war mit einem Freund aus Hannover im
ettmarer Bruch zur Jagd gegangen, um Tauben zu
keßen. Als Bartels einen Schrotſchuß abgab, der
em, wie er meinte, wildernden Hund galt, wurde
in der Nähe befindliche Jagdaufſeher Wilhelm
nnecke ſo unglücklich am Kopf getroffen, daß der
d auf der Stelle eintrat. Die Leiche des Könnecke
behördlicherſeits beſchlagnahmt worden.
Die Drachenburg
zur Beſichtigung freigegeben.
Die Nordpolflieger in Berlin.
Vor dem Abflug nach Berlin.
Hochwaſſer in Schleſien.
Die Drachenburg
iſchen Königswinter und Drachenfels wurde zur
ſichtigung wieder freigegeben. Die Burg mit ihrer
*tvollen Inneneinrichtung und der hervorragen=
Gemäldegalerie gehört zu den ſehenswerteſten
Schlöſſern Deutſchlands.
ueberflutete Dorfſtraße in Schleſien.
Die Hochwaſſerfolgen im Waldenburger Gruben=
Revier.
Berlin. Die Unwetterkataſtrophe in Schleſien
hat insgeſamt zwei Todesopfer gefordert. Der eine
Tote iſt ein Arbeiter Anders aus Mittelpeilau, der
ſeit Pfingſtſamstag verſchwunden war und gerade an
ſeinem 50. Geburtstag umkam. Das zweite Opfer iſt
ein Landwirt aus Schmiedeberg, deſſen Leiche jetzt
ebenfalls gefunden wurde. Wie ferner bekannt wird,
haben durch das Hochwaſſer auch die Kohlengruben
in Waldenburg erheblichen Schaden erlitten. In der
Fuchsgrube ſtehen die Stollen ewa einen Meter
unter Waſſer. In die David=Grube kann die
Beleg=
ſchaft ſchon ſeit zwei Tagen nicht mehr einfahren.
In dem Grubenort Mölke wurde die Halde vom
Waſſer durchbrochen und der Schlammhaltedamm
ge=
ſprengt. Infolgedeſſen ſind auch die umliegenden
Gehöfte von Schutt= und Schlammaſſen heimgeſucht
worden. Ferner iſt der Bahnbetrieb der Wenzeslaus=
Grube lahmgelegt.
Aus Dömitz in Mecklenburg wird gemeldet:
Das Hochwaſſer im Rieſengebirge wurde hier mit
banger Sorge verfolgt, und aus den Meldungen der
Elbſtromverwaltung ergibt ſich, daß dieſe
Befürch=
tungen nur zu ſehr berechtigt waren, denn es wird
für Dömitz für den 6. und 7. Juni ein Höchſtſtand
von 3.50 Metern gemeldet. Bei dieſem Waſſerſtand
wird wiederum eine großer Teil der Wieſen, Aecker
und Gärten überflutet und die Ernte bedroht werden.
Vier Perſonen vom Blitz erſchlagen.
Berlin. Wie ein Morgenblatt meldet, ging im
Sarthe=Departement ein ſchweres Gewitter nieder.
Ein Bauernhof wurde durch einen einſchlagenden
Blitz vollkommen zerſtört und die Bewohner unter
den Trümmern begraben. Von der Fawilie ſind der
Vater, zwei Kinder und ein landwirtſchaftlicher
Ar=
beiter als Leichen geborgen worden. Die Mutter, die
ſich noch am Leben befindet, hofft man retten zu
können.
In ein Rudel Hirſche gefahren.
Auf der Chauſſee zwiſchen Großbeeren und
Gens=
hagen ereignete ſich geſtern vormittag ein ſchwerer
Autounfall. Ein Berliner Holzgroßhändler fuhr mit
ſeinem Kraftwagen in ein Rudel Hirſche, wobei der
Chauffeur die Gewalt über den Wagen verlor und
gegen einen Baum fuhr. Das Automobil wurde ſchwer
beſchädigt und der Holzhändler und ſein Chauffeur
ſchwer verletzt. Die beiden Männer mußten nach dem
Krankenhaus gebracht werden.
Brandkataſtrophe in Antwerpen.
Antwerpen. Eine große Sägemühle wurde
durch eine Feuersbrunſt vollkommen zerſtört. Dieſe
griff auch auf die Nachbarhäuſer über. Das Haus
des Beſitzers des Sägewerkes wurde ebenfalls
ver=
nichtet. Eine ſtaatliche Schule und vier weitere
Häu=
ſer wurden durch den Brand erheblich beſchädigt.
Man ſchätzt den Schaden auf mehrere Millionen.
Das Urteil im Prager Raubmordprozeß.
Prag. Mittwoch abend wurde in dem ſeit drei
Wochen dauernden Raubmordprozeß gegen den
Prager Künſtler Michalko, den Arzt und
Schrift=
ſteller Dr. Klepetar und den Privatbeamten Sikorſki
das Urteil gefällt. Die drei hatten gemeinſam im
Sommer 1926 in den Karpathen die 36 Jahre alte,
aus Amerika zurückgekehrte Ungarin Margit
Börös=
marty ermordet und ihrer Erſparniſſe beraubt. Da
die Leiche der Ermordeten nicht aufgefunden werden
konnte, war das Gericht im weſentlichen auf
Indizien=
beweiſe angewieſen. Die Geſchworenen ſprachen nach
fünfſtündiger Beratung alle drei Angeklagten des
Raubmordes ſchuldig. Der Hauptangeklagte Michalko
wurde zum Tode durch den Strang verurteilt, Dr.
Klepetar zu lebenslänglichem Zuchthaus und Sikorſki
zu 15 Jahren Zuchthaus
Exploſion eines Benzinfaſſes.
Budapeſt. In einer Dampfwäſcherei in der
Königsgaſſe iſt geſtern ein Benzinfaß infolge
unvor=
ſichtiger Handhabungen explodiert. Dabei wurden
18 Arbeiter verletzt, von denen drei mit
lebensgefähr=
lichen Brandwunden ins Krankenhaus gebracht
wurden.
Wirbelſturm über Philippopel.
Sofia. Philippopel wurde am Dienstag mittag
von einem Wirbelſturm, der von Wolkenbrüchen und
ſchwerem Hagelſchlag begleitet war, heimgeſucht. Es
wurde großer Schaden angerichtet. Eine Frau iſt vom
Blitz erſchlagen worden. Zur Zeit des Unwetters
wurden mehrere ſchwache Erdſtöße verſpürt. In ganz
Bulgarien iſt ſtarker Temperaturſturz eingetreten.
Stellenweiſe ſank das Thermometer mehrere Grad
unter Null. Die Gebirge um Sofia tragen Neuſchnee.
Der Turm des Sforza=Schloſſes eingeſtürzt.
Rom. Die Blätter melden aus Turin, daß der
Turm des Sforza=Schloſſes in Vercelli eingeſtürzt iſt.
Im Schloſſe wohnten ſeinerzeit die Herzöge von
Savohen. Der Turm drohte ſchon ſeit längerer Zeit
einzuſtürzen. In den letzten Tagen begann man mit
Reparaturarbeiten. Bei dem Einſturz iſt niemand zu
Schaden gekommen.
Ausplünderung eines Kloſters.
Athen. Das in der Nähe von Janina im
Epirus gelegene und wegen ſeiner reichen
Kirchen=
ſchätze bekannte Klöſter Philation wurde am hellen
Tage von einer gut bewaffneten Räuberbande
über=
fallen. Die Mönche wurden nach kurzem Widerſtand
überwältigt und gefeſſelt in die Keller des Kloſters
gebracht. Nach einer Plünderung der Kloſterſchätze,
die mehrere Stunden dauerte, traten die Räuber mit
einer viele Tauſende von Drachmen betragenden
Beute den Rückzug ins Gebirge an. Hilferufe der
Mönche machten Vorübergehende auf die Lage
auf=
merkſam. Sofort alarmierte Polizei nahm die
Ver=
folgung der Räuber auf, ohne aber eine Spur der
Flüchtigen entdecken zu können.
*Die Skagarrak=Feier,
in Wilhelmshaven.
W.F. Wilhelmshaven. Für die
Reichs=
marine und die Jadeſtätte bedeutet der Gedenktag der
Seeſchlacht vor dem Skagerrak am 31. Mai und
1. Juni 1916 den höchſten militäriſchen Feiertag. In
Wilhelmshaven, der damaligen Baſis der
Hochſee=
flotte, wird dieſes Tages alljährlich in beſonderer
Weiſe gedacht. Die diesjährigen Gedenkfeiern wurden
durch ein „Großes Wecken” eingeleitet. Um 9 Uhr
vormittags fanden ſich auf dem Heldenfriedhof, auf
dem Hunderte von Skagerrak=Kämpfern ihre letzte
Ruheſtätte gefunden haben, große Menſchenmaſſen
ein, darunter die Abordnungen aller Schiffe und
Truppenteile der Nordſeeſtation, um das Gedenken
der toten Helden in einer ſchlichten Feier zu ehren.
Mittags fand dann eine große Parade, an der ſich
neben den Abordnungen der Schiffe die
Landforma=
tionen der Marine vollzählig beteiligten, vor dem
Chef der Nordſeeſtation, Vizeadmiral Bauer, und
dem Flottenchef, Vizeadmiral Oldekop, ſtatt. Auch die
Vereinigung der jadeſtädtiſchen Kriegervereine war
mit ihren zahlreichen Fahnen vertreten. — Sämtliche
im Dienſt befindlichen Schiffe der Reichsmarine
führen am 31. Mai von morgens 8 Uhr bis
Sonnen=
untergang die alte Reichskriegsflagge im Großtopp.
Das gilt auch für den Schulkreuzer „Berlin” der
ſich an dieſem Tage in den japaniſchen Gewäſſern,
auf dem Wege von Aomori nach Majaſſu befindet.
— Einer Verordnung des Reichspräſidenten
entſpre=
chend, hat die Reichsmarine die Geſtellung eines
Wachkommandos für das Reichspräſidentenpalais in
Berlin für die Zeit vom 30. Mai bis einſchließlich
1. Juni übernommen. Das Wachkommando iſt aus
den Beſatzungen aller Schiffe der Nordſeeſtreitkräfte
zuſammengeſtellt worden. Die Flottenſtabskapelle iſt
ihm zugeteilt worden.
Eine große Geſchmackloſigkeit in einem Pariſer
Varieté.
Im Varieté=Theater „Folies Bergére” in Paris
wird eine Szene aufgeführt, in der ein Schauſpieler
als der deutſche Dichter Nicolaus Becker auftritt und
im Kreiſe von Studenten das Lied ſingt: „Sie ſollen
ihn nicht haben, den freien deutſchen Rhein”, worauf
ein anderer Darſteller als Alfred de Muſſet erſcheint
und ihm mit dem Lied erwidert: „Nous Parons
eu, votre Rhin allemand” Während er mit gehobener
Stimme den Refrain ſingt, ziehen ſich die Deutſchen
ſchüchtern und verängſtigt zurück, und aus dem Rhein
ſteigt eine Allegorie hervor, die franzöſiſche Soldaten
zum Angriff und Sturm bereit zeigt. Das Ganze
wirkt nicht als Schilderung hiſtoriſcher
Begeben=
heiten, ſondern wie die Verherrlichung einer
neuer=
dings erfolgten Eroberung des Rheines durch die
Franzoſen. Das Publikum ſpendet der Szene
brau=
ſenden Beifall. — Das Verhalten des Direktors der
Folies Bergeres iſt um ſo unverſtändlicher, als im
vorigen Jahre in Paris eine Art Verbrüderung
zwi=
ſchen den deutſchen und franzöſiſchen
Theaterdirek=
toren ſtattgefunden hat, bei der die beiderfeitigen
Vertreter dahin übereingekommen ſind, auch in ihrer
Weiſe an der Herſtellung guter Beziehungen zwiſchen
den beiden Ländern zu arbeiten und zu dieſem Zweck
Darbietungen zu unterkaffen, die das nationale Emp=;
finden der beiderſeitigen Staatsangehörigen zu
ver=
letzen geeigner ſind. Die deutſchen Reiſenden werden,
ſich danach überlegen, ob ſie ein Theater befuchen
wollen, in dem in geſchmackloſer und
herausfordern=
der Weiſe ihr Nationalempfinden verletzt wird. Es
gibt in Paris ja genug Theater, die Deutſche beſuchen
können, ohne auf peinliche Ueberraſchungen gefaßt
ſein zu müſſen.
Englands unbekannter „Wohltäter”
(k) London. In England gehört es nicht zu
den Seltenheiten, daß anonyme Spender größere
Summen für wohltätige Zwecke ſtiften. Der
unbe=
kannte „Wohltäter Albions” jedoch, der jetzt eine
halbe Million Pfund „dem Volke” ſchenkte, hat außer
allem Zweifel den Vogel abgeſchoſſen. Daß ein
einzelner Bürger einen derart anſehnlichen Betrag
dem — Staate als Geſchenk ohne Gegenleiſtung
ver=
abreicht, dürfte in der geſamten Weltgeſchichte kaum
vorgekommen ſein. Namens der engliſchen Regierung
quittierte der Finanzminiſter Winſton Churchill in
ſämtlichen engliſchen Zeitungen die ſonderbare „
Lie=
besgabe”, die einſt dazu verwandt werden ſoll, das
„Gleichgewicht des Budgets von England”
wiederher=
zuſtellen. Auf dieſem Umwege erfuhr die
Oeffentlich=
keit wenigſtens, daß der Haushalt nicht ganz in
Ord=
nung iſt und der Spender kann den Ruhm für ſich
beanſpruchen, ſein Vaterland vor dem „Untergange‟
gerettet zu haben. ..
Ballonrennen im Gewitter.
Pittsburg. Beim Ausſcheidungsrennen der
amerikaniſchen Bewerber um den Gordon=Bennett=
Preis der Lüfte ereignete ſich ein tödlicher Unfall,
da die am Mittwoch früh geſtarteten Freiballons in
ein Gewitter gerieten. Mehrere Ballons wurden von
Blitzen getroffen und der von der amerikaniſchen
Armee zum Wettbewerb entſandte Ballon ging in
Flammen auf. Der Führer Ward van Orman, der
das Gordon=Bennett=Rennen der Lüfte im Jahre
1927 gewonnen hat, ſprang mit dem Fallſchirm ab
und zog ſich beim Landen einen Beinbruch zu. Sein
Begleiter, der anſcheinend ohne Fallſchirm
abge=
ſprungen war, wurde in der vorvergangenen Nacht
bei Youngwoold in Pennſylvanien zerſchmettert
auf=
gefunden. Geſtern morgen befand ſich nur noch ein
Ballon in der Luft.
Tornado und Erdbeben in Guatemala.
Guatemala. Der Bezirk von Peten wurde
von einem Tornado heimgeſucht. Bei Santo Tomas
hat ein Fluß infolge ſchwerer Regenfälle große
Ueber=
ſchwemmungen verurſacht. Außerdem iſt die ganze
Gegend von einem ſchweren Erdſtoß erſchüttert
wor=
den, der eine Panik unter der Bevölkerung auslöſte.
Die Pflanzungsunternehmer, die im Bezirk von
Peten Gummipflanzungskonzeſſionen haben,
befürch=
ten ſchwere Verluſte.
Banditen überfallen einen amerikaniſchen Klub.
Indianapolis. Bei einem Bankett und
Ball des Automobilklubs von Indianapolis wurden
die 200 Feſtgäſte von Banditen überfallen und
aus=
geplündert. Die Behörden veranſchlagen den Wert
der geraubten Juwelen auf 150 000 bis 200 000
Dollar.
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mpfen eingeſsielt haben, während die Sportvereinself in der
jetzi=
r Zuſammenſtellung weniger kampferfahren iſt, für die
Bewegungs=
eler ſpricht. Die tatſächliche Ausgeglichenheit der ſüddeutſchen und
ſtdeutſchen Spielſtärke konnte man im diesjährigen
Pokalzwiſchen=
rdenſpiel ohne weiteres feſtſtellen. Der allerdings äußerſt
gefähr=
jen und erfolgreichen Drangperiode des Südens in der erſten Halb=
* ſetzte damals der Weſten in der zweiten Halbzeit einen derart
ener=
chen und faſt unwiderſtehlichen Endſpurt entgegen, daß es dem
iden nur durch verſtärkte Verteidigung gelang, den knappen Sieg von
k zu halten. Dieſe wohl reſtloſe Annäherung des Könnens wird ſich
ch in den beiden Spielen der beiderſeitigen Landesmeiſter
wider=
egeln. Gerade dieſer Umſtand wird jedoch geeignet ſein, den
ſport=
hen Reiz der Kämpfe zu erhöhen.
Die 98er werden ſowohl im Spiel am Samstag als auch im Treffen
8 Sonntags in folgender Aufſtellung antreten:
Henß
Rothenburger Reuter
Pabſt
Delp
Jäger
Fiedler Werner Fuchs. Hennemann Freund
Es iſt dies dieſelbe Mannſchaft, mit der der Sportverein die letzten
viele beſtritten hat — mit der einen Ausnahme, daß für den
erkrank=
n Trautwein der Torwähter der Ligaerſatzmannſchaft, der ſich
wäh=
nd der kurzen Zugehörigkeit zu den 98ern überraſchend gut in ſeine
annſchaft eingefügt hat, tätig iſt.
Kraftſport.
Kraftſportverein Darnſtadt 1910.
In dem herrlich gelegenen Oberſtein a. d. Nahe fand während
* Pfingſtfeiertage das Kreisfeſt des zweiten Kreiſes des Athl. Sportv.
91 ſtatt und nahm in allen ſeinen Teilen einen glänzenden Verlauf.
rfolge der ſtarken Beteiligung an den einzelnen Konkurrenzen dehnte
h leider das Wettſtreitprogramm über die Zeit aus, ſo daß mancher
onkurrent, welcher noch günſtig im Rennen lag, abfahren, und anderen
n Sieg überlaſſen mußte. Auch bei unſeren dort ſtartenden
Mit=
jedern war dies der Fall, und manche berechtigte Hoffnung auf
Er=
ngung der Meiſterſchaft mußte zu Grabe getragen werden. Im
jegengewicht ſtartete Borovski und man konnte ihm ohne
Ueber=
bung als Favorit bezeichnen. In ſeinem Kampf gegen den neuen
teiſter Zehmer=Kreuznach beſiegte er dieſen einwandfrei, was von
m Kampfgericht vollſtändig überſehen wurde. Er ließ ſich zu ſo
tbeſonnenen Aeußerungen hinreißen, daß ihm die weitere Teilnahme
* der Konkurrenz verboten werden mußte. Wir verurteilen auf das
ntſchiedenſte Verfehlungen der Konkurrenten gegen das Schiedsgericht,
ehen aber auf dem Standpunkt, daß dasſelbe von einer Beſchaffenheit
in muß, daß derartige Vorkommniſſe von vornherein ausgeſchloſſen
nd.
Paul Schwarz, welcher für Fliegengewicht. mit einem Pfund
Ueber=
wicht. auf die Waage kam, rang Bantamgewicht. Er lieferte gegen
ine ſtets ſchwereren Gegner prächtige Kämpfe, errang 5 Siege, mußte
der dann infolge der vorgeſchrittenen Zeit, ohne die Endkämpfe
ab=
arten zu können, abfahren.
In der Leichtgewichtklaſſe kämpfte W. Keitel mit ſehr gutem Er=
Tge. Er beſiegte den als Favorit für dieſe Klaſſe geltenden
Gerber=
rankfurt, errang im ganzen 4 Siege, und mußte dann ebenfalls
ab=
hren.
In der leichten Altersklaſſe, welche ſchon am 1. Tag beendet wurde,
nnte die Meiſterſchaft errungen werden. Mit dieſem Erfolg haben die
inger der „Zehner” bewieſen, daß ſie unſtreitbar zu den beſten des
beiten Kreiſes zählen. Weiter wollen wir noch darauf hinweiſen,
aß für den 9. Juni ein Kampf im Mannſchaftsringen mit Mainz
5geſchloſſen wurde, und werden wir noch ſpäter an dieſer Stelle darauf
trückkommen.
Kraftſportmeiſterſchaften des D. A. S. V. in Oberſtein.
Auch die Athle=ikabteilung des Heſſ. Pol.=Sportvereins, Darmſtadt,
atſandte einige ihrer Mitglieder zu dieſem Wettſtreite, die ſich faſt
Ue placieren konnten. Nachfolgend die errungenen Plätze: Lißfeld
Kingen) Schwermittelgew., Kreismeiſter; Knapp (Ringen)
Leichtmittel=
ewicht, 7. Sieger; Hahl (Ringen) Fliegengew., 6. Sieger; Lißfeld
Sammerwerfen) 3. Sieger.
In dem deutſchen Athletikſportverband zählt der 2. Kreis zu den
ärkſten, und Ringer von ſehr gutem Rufe ſind in ihm zu finden, ſo:
Ihl, Deutſcher Meiſter und Vertreter im Länderkampfe, Fröhlich,
raus, Grimm, Enders, Weider, Gerber, deutſcher Meiſter, Müller,
sehmer, Schuhmacher uſw.
Die Teilnehmerzahl in den einzelnen Gewichtsklaſſen war eine
ehr hohe und um in die Endkämpfe zu gelangen, mußte gegen 3—4
Hegner gekämpft und geſiegt werden.
Wenn man die heiße Witterung — die Kämpfe wurden ſämtlich im
Freien ausgetragen — und die Zahl der Kämpfe und die große
Be=
eiligung berückſichtigt, dann gebührt den Siegern, ob ihrer Ausdauer
ind ihres Willens zum Siege eine hohe Anerkennung. Dieſe ſchönen
Erfolge beweiſen, daß die Kraftſportabteilung des Heſſ. Pol.=
Sport=
vereins unter einer ſehr fachmänniſchen und zielbewußten Leitung ſteht,
and ſie kann mit Stolz auf die Erfolge in Oberſtein blicken. Den
Siegern ein kräftiges „Kraft=Heil!”
Tennis.
Schluß bei Rot=Weiß. — v. Kehrling ſchlägt Prenn. — Miß Ryans
klarer Sieg.
Der Schlußtag des Berliner Rot=Weiß=Tennisturniers fand nicht
miehr das richtige Intereſſe, obwohl noch am Nachmittag eine ſo
wich=
tige Konkurrenz wie das Herreneinzel erledigt wurde. Das Damen=
Hoppel am Vormittag ſah Frau Friedleben/Miß Ryan
G:1, 6:0 über Mrs. Patridge/Frau Mieth und im Endſpiel nach
tech=
niſch wie taktiſch gleich großem Spiel 6:0, 6:2 über die Leipzigerinnen
Frau Ledig /Frau Schomburgk erfolgreich. Das Dameneinzel
ar Miß Ryan natürlich nicht zu nehmen. Ihre Gegnerin Frau
Schomburgk wandte die richtige Taktik an, durch wirkungsvolles Kurz=
Dangſpiel die Amerikanerin ans Netz zu locken, dann zu paſſieren und
Zu überloben. So ſammelte ſie einige Punkte, hatte im erſten Satz 2:2
und im zweiten ſogar 3:1, verlor aber dann doch glatt 3:6, 3:6. Im
Herreneinzel ſiegte der Ungar v. Kehrling 6:2, 6:2 über Hughes,
der im Einzel längſt nicht ſo gut iſt wie im Doppel. Das Endſpiel
führte ihn gegen Prenn, während Moldenhauer wegen der Reiſe nach
England auf das Demifinal gegen Prenn verzichtet hatte. Bela
v. Kehrling ſpielte ein ſchnelles und variiertes Tennis, gewann
nach 2:3 den erſten Satz, holte ſich den zweiten ſogar beim Stande von
5:1 gegen ſich, da Prenn den Fehler machte, nicht ans Netz zu gehen,
gab den dritten ermüdet ab und war nach der Pauſe wieder ſo friſch,
Daß er dank techniſcher und taktiſcher Ueberlegenheit 6:3, 7:5, 4:6, 5:2
Meiſter von Berlin wurde und den ſchon 1923, 1924 und 1926
gewonne=
nen Wanderpreis andgültig an ſich brachte.
Schwimmen.
Jung=Deutſchland ſchlägt
Schwimmſport=
freunde Barmen 6:1.
Handball.
Ein überlegener Sieg der Darmſtädter.
Wie wir bereits geſtern kurz erwähnten, konnte Jung=Deutſchland
am Mittwoch abend dem Weſtdeutſchen Meiſter, den
Schwimmſport=
freunden Barmen, eine hohe 6:1=Niederlage beibringen. Mit dieſem
Spiele begannen die Weſtdeutſchen ihre Süddeutſchlandreiſe, die ſie über
Darmſtadt nach Tübingen, Eßlingen und Göppingen führt, nicht
ge=
rade ſehr glücklich. Sie hatten allerdings das Pech, die Darmſtädter im
erſten Spiel der Freiwaſſerſaiſon in verhältnismäßig guter Form
an=
zutreffen. Bei beſſerer Ausnutzung der ſich bietenden Torgelegenheiten
hätte der Sieg der Einheimiſchen noch weſentlich höher ausfallen können,
ſo daß die Barmer noch ziemlich gut dabei weggekommen ſind. Dem
ausgezeichneten Schiedsrichter, Herrn Blank, S.V. Mannheim, ſtellten
ſich die Mannſchaften in der angekündigten Aufſtellung. Man merkte
beſonders in der erſten Halbzeit, daß ſich beide Mannſchaften nach der
langen Hallenbadfchwimmzeit noch nicht recht an das große Spielfeld
des freien Waſſers gewöhnen können. Jung=Deutſchland hat dauernd
Torgelegenheiten, kenn aber erſt nach langem Hin und Her durch
Ber=
ges 1:0 in Führung gehen. Bald gelingt Orlemaun, der Sturm ſpielte,
unter dem Beifall der zahlreichen Zuſchauer ein 2. Tor. Noch vor
Halbzeit kann Barmen durch einen Straßvurf ein Tor aufholen. Nach
der Halbzeit klappte es bei den Darmſtädtern bedeutend beſſer. Sie
ſpielen dauernd überlegen und können durch Berges (2), Orlemann und
Forſter noch 4 Tore erzielen. Eine Kritik der Mannſchaft wollen wir
uns für das erſte Spiel im freien Waſſer erſparen, es zeigte ſich nur,
daß noch verſchiedene Mängel für die nächſten ſchweren Spiele behoben
werden müſſen. Im ganzen konnte man jedoch für den Anfang mit den
Leiſtungen zufrieden ſein. Von Barmen hatte man nach dem 4:3=Siege
dieſer Mannſchaft über Nizza eigentlich mehr erwartet. Der
Mann=
ſchaft fehlt die Schnelligkeit, die heute im Waſſerball, beſonders auf
großen Spielflächen, unbedingt erforderlich iſt. Von den Weſtdeutſchen
konnte nur der Torwächter gefallen, der einige Schüſſe von Berges ſehr
gut hielt. Vor dem Spiele wurde eine 7X50=Meter=Staffel zwiſchen
Darmſtadt und Barmen ausgetragen, die die Darmſtadter mit zwei
Mannſchaften überlegen gewinnen konnten. Die 1. Staffel Jung=
Deutſchlands beſtand aus Forſter, Müller, Richter, Kloſtermann, Gils,
Ihrig, Berges, während in der zweiten Staffel H. Federlin, Brandis,
Reichelt, Fuchs, Laumann, Orlemann und Schwarz ſchwammen. In der
Pauſe zeigte der Barmer Jungbluth vom 10Meter=Turm ſeine große
Kunſt, aber auch der Darmſtädter Federlin konnte mit ſeinen
Sprün=
gen ſehr gut gefallen.
1. J. C. Nürnberg
gegen Jung=Deutſchland.
1. Spielum die deutſche Waſſerballmeiſterſchaft
amkommenden Sonntag, vormittags 11½Uhr.
Nach dem Spiel gegen den Weſtdeutſchen Meiſter vom Mittwoch
ſteht den Anhängern des Waſſerballs am nächſten Sonntag ein weiterer
Großkampf bevor. Kein Geringerer als der berühmte 1. J.C.
Nürn=
berg wird mit ſeiner bekannten Waſſerballmannſchaft am Sonntag im
erſten Spiel um die Deutſche Waſſerballmeiſterſchaft gegen die
Liga=
mannſchaft Jung=Deutſchlands antreten. Da die Deutſche
Waſſerball=
meiſterſchaft nach dem Pokalſyſtem ausgetragen wird und jede
mter=
liegende Mannſchaft ſofort ausſcheidet, ſteht für beide Vereine ſehr viel
auf dem Spiel. Die Nürnberger werden genau wie die Darmſtädter
nicht gewillt ſein, ſchon im erſten Spiel auszuſcheiden, und werden
da=
her die größten Anſtrengungen machen, dieſes Spiel zu gewinnen. Aber
auch Jung=Deutſchland weiß, um was es gilt, und geht, ermutigt durch
den überlegenen Sieg gegen Barmen, mit guten Ausſichten in den
Kampf. Da das Spiel zu einer günſtigen Zeit ſtattfindet, kann jeder
Sportintereſſent, ohne das Handballſpiel am Nachmittag zu verſäumen,
ſich dieſen Kampf anſehen. Wir kommen auf das Spiel noch zurück.
Turngemeinde 1865 (Schwimmabteilung).
Durch die neue Regelung der Sommerbadezeiten im Schvimmbad
wie im Woog finden die Uebungszeiten der Schwimmabteilung wie
folgt ſtatt: Im Hallenbad allgemeiner Badebetrieb Freitag abends von
8—9 Uhr, im Woog, hauptſächlich als Training, Montag und
Donners=
tag von 7—8½ Uhr. Dieſe Uebungszeiten beginnen erſtmals am
Frei=
tag, den 1. Juni.
Sportplatzweihe
des V. f. L. Rot=Weiß 1922
am 10. Juni 1922.
Darmſtadt iſt um eine Stätte des Sports reicher. Die
Sportplatz=
anlage des V.f.L. Rot=Weiß iſt nunmehr ſoweit fertiggeſtellt, daß ſie
ihrem Zwecke übergeben werden kann.
Schon von weitem erkennt man an der rot=weißen Umzäunung den
Platz an der Rheinallee, nächſt dem Hauptbahnhof.
Nach 4jährigem Bau geht die Anlage ihrer Fertigſtellung entgegen.
Der V.f.L. Rot=Weiß plant anläßlich der Einweihung am
Sonn=
tag, dem 10. Juni, ein größeres Sportfeſt, zu dem namhafte
Gegner verpflichtet wurden. Die markanteſte Erſcheinung iſt der
Sportverein 98 mit ſeiner ſüdbdeutſchen Meiſtermannſchaft. In
uneigennütziger Weiſe haben die 98er ſich bereit erklärt, das Feſt zu
ver=
ſchönern, und dem Sportpublikum iſt hiermit zugleich Gelegenheit
ge=
geben, ein intereſſantes Handballſpiel zu ſehen.
Der Kampf zwiſchen dem Liganeuling, Rot=Weiß, und dem Meiſter,
Sportverein 98, wird ſeine Anziehungskraft nicht verAehlen.
Zur Demonſtrierung des Fußballſports wurde S. Cl. Rot=Weiß
Frankfurt verpflichtet, der mit einer ſehr ſtarken Kombination nach
Darmſtadt kommen wird, um gegen die 1. Mannſchaft des
Feſüveran=
ſtalters anzutreten.
Zu den leichtathletiſchen Wettkämpfen haben eine ganze Reihe
be=
deutender Vereine zugeſagt, ſo Eintracht Frankfurt,
Sport=
verein 98, Polizeiſportverein, ſowie der Akademiſche
Sportklub.
Außerdem werden in den Pauſen Boxkämpfe, ſchwerathletiſche und
turneriſche Vorführungen gezeigt werden, um ſo alle Phaſen des Sports
dem Zuſchauer zu dokumentieren und insbeſondere zu zeigen, was Rot=
Weiß will und bietet.
Eingeleitet werden die Kämpfe durch einen Maſſenrundlauf, ſowie
Maſſenfreiübungen, an denen ſich ſämtliche Aktiven des feſtgebenden
Vereins bekeiligen.
Der offizielle Feſtakt, an bem die Behörden und Vertreter der
Darmſtädter Vereine teilnehmen, findet morgens um 11,30 Uhr in der
Aula der Baugewerbſchile ſtatt, um den Beginn der ſportlichen Kämpfe
nicht allzuſehr hinauszuzögern.
Wir werden an dieſer Stelle eingehend auf die Einweihung ſelbſt,
ſowie auf alle Kämpfe demnächſt näher eingehen.
Pfingſiſpiele im Main —Rheinturngau
der Deutſchen Turnerſchaft.
Die Pfingſttage brachten einen lebhaften Spielbetrieb innerhalb des
Gaues. Eine recht hohe Torziffer war in vielem Spielen in Erſcheinung
getreten. Beſonders erwähnenswert iſt, daß in den meiſten Fällen die
Gaſtmannſchaften aus den Nachbargauen mit teilweiſe ſehr empfindlichen
Niederlagen zurückkehren mußten und hierdurch die Spielſtärke des
Gaues erneut unter Beweis geſtellt wurde.
Turngemeinde Befſungen—Tade. Damm (M. Kl.) 9:0 (6:0).
Die Beſſunger Turngemeinde hatte am erſten Pfingſttag den in der
Meiſterklaſſe ſpielenden Verein, des Main=Speſſartgaues, die
Tagungs=
meinde Aſchaffenburg=Damm, zu Gaſt. Die Gäſte mußten nach kurzer
Drangzeit den Vorſtädtern, die bis zur Halbzeit 6 Tore erzielen
konn=
ten, das Spiel ganz überlaſſen. Auf nicht beſonderer Höhe erſchien der
Aſchaffenburger Tormann, der manchen Ball, der unbedingt haltbar
ge=
weſen wäre, aus den Maſchen holen mußte. Auch in der zweiten
Halb=
zeit ſind die Beſſunger ſtets im Vorteil. Damm, das vor dem Gegnertor
zu eigenſinnig ſpielt, unterbindet ſeine eigenen Angriffe und kann nicht
zu dem wohlverdienten Ehrentor gelangen.
Beſſungen 2. — Arheilgen 2. 8:3 (4:1).
Die Beſſunger Mannſchaft, die ihren Erſatz aus der
Jugendmann=
ſchaft entnommen, waren der körperlich kräftigeren Mannſchaft der
Ar=
heilger bei weitem überlegen und verdanken ihrer beſſeren
Durchſchlags=
kraft den Sieg.
Eberſtadt 1. — Lenafelb 1. 3:0 (0:0).
In der erſten Halbzeit ſehr lautes Spiel der Eberſtädter, bei dem
einige ſichere Tore verſchoſſen werden. Obwohl die Gäſte ein ſehr
ruhi=
ges Spiel ſich zu eigen machten, blieb dieſes ohne Erfolg, was auf die
Unſchlüſſigkeit vor dem Gegnertor zurückuführem war. Die Eberſtädter
ließen es an Schußfreudigkeit nicht fehlen. In der zweiten Halbzeit
nimmt die Spielſtärke der Odenwaldgäſte, hervorgerufen durch die
unge=
wohnten Platzverhältniſſe, merklich nach, andererſeits wird das
Zuſam=
menſpiel der Einheimiſchen ein weit beſſeres, das zu obigem Reſultat
führt. Der Gäſtetormann vereitelte eine höhere Niederlage.
Ober=Ramſtadt — Groß=Zimmern 5:1 (3:1).
Ober=Ramſtadt, welches urſprünglich ſeine zweite Mannſchaft Groß=
Zimmern gegenüberſtellen wollte, trat mit ſeiner erſten Mannſchaft in
den Kampf und war hierdurch der Gaſtmannſchaft techniſch ſowie auch
körperlich überlegen. Die Niederlage von Groß=Zimmern iſt daher
er=
klärlich.
Seeheim 1. — Tade. Sprendlingen 1. 7:6 (5:4).
Beide Mannſchaften ſehr eifrig im verteilten Feldſpiel. Den Sieg
entſchied der etwas beſſere Seeheimer Sturm. Die Torerfolge waren
meiſt beiderſeits Früchte ſchöner Zuſammenarbeit.
Zwingenberg — Tgde. Sprendlingen 19:1 (5:0).
Sprendlingen hatte ſeinen Gaſtgeber im Spiel ſehr unterſchätzt und
mußte ſich dort eine bisher noch nicht erlittene Niederlage in ſolcher Höhe
gefallen laſſen. Das Reſultat dürfte keinesfalls beſagen, daß
Zwingen=
berg mit allen ſeinen Gegnern ſo leichtes Spiel haben dürfte.
Hähnlein 1. — Gernsheim 1. 7:3 (3:1).
Hähnlein verſteht es, durch gute Zuſammenarbeit des Innenſturms
ſich in der erſten Halbzeit einen Vorſprung zu ſichern. Gernsheims
wohlgemeinte Angriffe zerſchellten an der vorzüglichen Verteidigung der
Gäſtemannſchaft oder aber der Tormann macht ſie zunichte.
Hähnlein — Auerbach 12:2 (6:1).
Hähnlein im Punkt Ballbehandlung beſſer als der Gaſtgeber.
Auer=
bach findet ſich nicht, wie ſonſt gewohnt, zuſammen. Hähnlein drückte
dem Spiel durch ſein nicht ganz einwandfreies Benehmen eine ſehr
ſcharfe Note auf. Zurückhaltung dürfte für die Zukunft der Hähnleiner
Mannſchaft empfohlen ſein.
Reichsbahn=Turn= und Sportverein — Tgſ. Darmſtadt 3. 8:1 (2:1).
Ganz ſo ſchlecht wie das Reſultat beſagt, waren die 1875er in dieſem
Spiel dennoch nicht. Wie bisher faſt alle gegen die Reichseiſenbahner
unterlegenen Mannſchaften, ſo fielen auch die blau=weißen dem Sandplatz
zum Opfer, womit keinesfalls die Spielſtärke der Eiſenbahner
angezwei=
felt werden darf.
Reichsbahn=Turn= und Sportverein — Tgſ. Darmſtadt 3:2 (3:0).
In der erſten Halbzeit, in der die Eiſenbahn überlegen, war den
Turnern ein Erfolg nicht beſchieden. Mit dem Platzverhältniſſen in der
zweiten Halbzeit beſſer vertraut, vermochten die 1875er zwei Tore
auf=
guholen und ließen die Eiſenbahner nicht mehr zum Schuß kommen. Ein
drittes Tor, welches für die Turner aus der Dieburger Straße den
Aus=
gleich gebracht hätte, wäre verdient geweſen.
Tv. Nanheim — Tv. Gießen 5:3 (4:2).
Das Spiel war beiderſeits ſehr lebhaft. Gießen kann für ſich den
erſten Treffer buichen, dem alsbald der Ausgleich durch Nauheim folgt.
Das Reſultat wird gleich darauf von Gießem auf 2:1 geſtellt, und wenige
Minuten darauf zieht ebenfalls Nauheim gleich, das dann bis zur
Halb=
zeit noch zwei Treffer anbringen kann. Im verteilten Feldſpiel in der
zweiten Halbzeit gelangen beide Parteien zu je einem Erfolg. In dem
ſchweren Ringen wurde manch ſchöne Torgelegenheit verſiebt. Beide
Torwächter bekamen ſehr viel zu tun.
Groß=Gerau 1. — Groß=Umſtadt 1. 5:4 (4:2).
Groß=Gerau hatte in der erſten Halbzeit weit mehr vom Spiel.
Beiderſeits war man eifrig am Ball. Es war ein hin= und herwogender
Kampf, bei dew die Torhüter vorzügliche Abwehrarbeit leiſteten.
Zahl=
reich umſäumte das Publikum den Platz und verfolgte eifrig das an
ſpannenden Momenten reiche Spiel. Ein Unentſchieden hätte ſein können.
Wallerſtädten — Oppenheim 14:2.
Mit obigem Reſultat, mit dem Wallerſtädten den Gaſt aus dem
Gau Rheinheſſen auf die Rückreiſe ſchickte, vertrat der Gaſtgeber die
Farben des Main=Rheingaues auf das trefflichſte.
Schach.
Dr. Wolff Mittelrheiniſcher Schachmeiſter. — Schluß des Bad Emſer
Turniers.
1. Dr. Wolff=Bad Ems 4 Punkte, 2. Dr. Bechſtedt=Wetzlar 3½
3. Prof. Mannheimer=Frankfurt 3½, 4. Walter=Koblenz 3½, 5.
Hilles=
heim=Kreuznach 3, 6. Svenſon=Wiesbaden 2½, 7. Hartmann=Koblenz
1 Punkt.
Im Hauptturnier ſiegte in Gruppe I Menger=Frankfurt mit 4½
Punkten vor Peter=Neuwied 3 Punkte, in Gruppe II Klauer=Baumbach
mit 3½ Punkten vor Nothammel=Gießen. Das Nebenturnier holten
ſich Benkner=Frankfurt (Gruppe I) und Portugal=Baumbach (Gruppe II).
— Die Turnierleitung hatte Schachmeiſter W. Orbach=Offenbach,
Mrs. Mallory, die zweitbeſte amerikaniſche Tennisſpielerin, wurde
bei den franzöſiſchen Meiſterſchaften von Mrs. Boyd geſchlagen.
Die ſüddeutſchen Schwimm=Meiſterſchaften (Kreis V des D. S.V.)
ge=
langen durch den Erſten Frankfurter S.C. für den 30. Juni und 1. Juli
zur Ausſchreibung.
Vom Ledermarkt.
Die letzte Woche vor den Pfingſtfeiertagen brachte am Ledermarkt
eine weitere leichte Belebung, die in erſter Linie durch den dringlich
gewordenen Bedarf verurſacht wurde. Dieſe Belebung beſchränkte ſich
jedoch nur auf eine Vermehrung der eingehenden Aufträge, während die
Höhe dieſer Aufträge nach wie vor zu wünſchen übrig läßt. Die
gegen=
wärtige Unſicherheit am geſamten Ledermarkt, wie auch am Häutemarkt
kommt darin deutlich zum Ausdruck. Andererſeits iſt auch das Angebot
etwas größer geworden. In der Preislage hat ſich gegenüber der
Vor=
woche keine weſentliche Veränderung durchſetzen können und iſt feſt. Die
Klagen über ſchlechten Zahlungseingang halten unvermindert an. Im
einzelnen werden am Unterledermarkt nach wie vor leichte Zurichtungen
aller Lederſorten aus dem Markt genommen, während kräftigere
Krou=
pons vom Handel ebenfalls beſſer aufgenommen wurden. Am
Oberleder=
markt ſind ſtattliche Mengen farbige Oberleder zur Abliefevung gelangt,
während ſchwarze Zurichtungen weniger gefragt wurden.
Franffurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 31. Mai.
Zu Beginn der heutigen Börſe war die Tendenz allgemein feſter und
das Geſchäft auf den meiſten Marktgebieten etwas lebhafter als an den
Vortragen, da die unverändert rege Nachfrage nach verſchiedenen
Spe=
zialwerten ſtark anregte. Von ſeiten des Auslandes lagen in
verſtärk=
tem Maße Kaufaufträge vor. Stimulierend wirkte auch die Meldung,
wonach Beſprechungen ſtattgefunden haben, die neben der J. G.
Farben=
aktie die Einführung der Siemensaktie an der New Yorker Börſe zum
Ziele haben ſollen. Lebhafte Umſätze verzeichneten vor allem
Elektro=
werte, von denen aus dem erwähnten Grunde Siemens bevorzugt waren
und 7 Prozent gewannen. Aber auch Chadeaktien waren rege verlangt
und 11 Mk. höher, ebenſo Gesfürel plus 7½ Prozent. Ferner erhielt
ſich für Kaliwerte lebhaftes Intereſſe. Salzdetfurth zogen erneut je
8 Prozent, Weſteregeln 5½ Prozent an. J. G. Farben eröffneten bei
größeren Umſätzen 3½ Prozent höher. Von den Werten des
Metall=
bankkonzerns gewannen Metallgeſellſchaft 3½ Prozent und Metallbank
4¾ Prozent. Scheideanſtalt blieben auf dem erhöhten Kurs der
geſt=
rigen Abendbörſe behauptet. Montanwerte, Schiffahrtsaktien und
Ban=
ken lagen im allgemeinen ziemlich ſtill und überwiegend nur leicht
ge=
beſſert. In Voigt u. Haeffner herrſchte heute ſtarkes Angebot, doch kam
ein Kurs zunächſt wieder nicht zuſtande. Die ſtarken Kurserhöhungen
der letzten Tagen gehen nicht auf Käufe der Verwaltung oder der
Gruppe Ephraim Meher zurück, ſondern auf ſpekulative Käufe einer
unbekannten Gruppe, die das angeſammelte Aktienpaket den beiden
erſt=
genannten Gruppen vergeblich zum Kaufe angeboten haben ſoll.
Kar=
ſtadt gewannen 6 Prozent. Deutſche Anleihen lagen ſtill, ausländiſche
Renten ebenfalls faſt ohne Geſchäft.
Im Verlaufe blieb das Geſchäft ziemlich lebhaft, vereinzelt bewirkten
Realiſationen geringe Kursrückgänge. Siemens waren weiter lebhaft
verlangt und erneut feſter. Am Geldmarkt war die Nachfrage wieder
etwas ſtärker. Tägl. Geld 7 Prozent. — Am Deviſenmarkt nannte man
Mark gegen Dollar 4,1760, gegen Pfunde 20,400. London=Kabel 4,8825,
Paris 124, 02, Mailand 92,65, Madrid 29,15, Holland 12,09½.
Die Abendbörſe war bei ruhigem Geſchäft ſehr gut gehalten,
feſter lagen noch einige Spezialwerte, ſo vor allem Kaliaktien, die über
ihren Berliner Schlußkurs hinaus nochmals 2—3 Prozent gewinnen
konnten. Daneben Farbeninduſtrie 1½ Prozent feſter. Rheiniſche
Braunkohle 1 Prozent höher. Rheinſtahl 134 Prozent höher. Banken
ſehr freundlich, nur Metallbank gegenüber ihrem Mittagsſchlußkurs
1½ Prozent abgeſchwächt. Elektroaktien zogen durchſchnittlich 1—1½
Prozent an. Zellſtoffwerte ebenfalls 1½ Prozent abgeſchwächt.
Schiff=
fahrtsaktien freundlich und feſter. Der Anleihemarkt lag ſtill. Die
Chadeaktie verzeichnete einen Gewinn von rund 8 Prozent. Der
Börſen=
verlauf blieb ziemlich angeregt und gut behauptet. An der Nachbörſe
beſchränkte ſich das Geſchäft ebenfalls nur auf einige Spezialwerte.
Im einzelnen nannte man: Commerzbank 187,25, Danat 288,
Metallbank 158, Mitteldeutſche 223, Reichsbank 291, Gelſenkirchen 142,
Harpener 171, Mannesmann 159, Weſteregeln 232, Rheinbraun 311,5,
Rheinſtahl 174,5, Hapag 173, Nordd. Lloyd 165,5, A. E. G. 194, Daimler
118, Licht u. Kraft 240,5, Farbeninduſtrie 286,75, Gesfürel 296,5,
Metall=
geſellſchaft 199, Schuckert 214, Siemens 360, Waldhof 323,5.
Abenddeviſen: London-Paris 124,02, —Mailand 92,66,
—Holland 12,095, —New York 4,88375, —Zürich 25,33¾, Pfunde gegen
Mark 20,40, Dollar gegen Mark 4,1773.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 31. Mai.
Bei lebhaftem Geſchäft eröffnete die heutige Berliner Börſe auf
allen Märktem mit ganz geringen Ausnahmen feſt. Beſonders ſind es
wieder Auslandsaufträge und daneben eine zunehmende Beteiligung
ſei=
tens des Publikums am Effektengeſchäft, die zum Teil recht erhebliche
Kursſteigerungen bewirkten. Im Vordergrunde des heutigen Intereſſes
ſtanden Spezialwerte, wie J. G. Farben, Polyphon, Salzdefurth. Am
Farbenmarkt weiſt man darauf hin, daß die Einführung der
Farben=
aktien an der New Yorker Börſe beſchleunigt werden ſoll, und daß
große New Yorker Bankhäuſer ſich um die Beteiligung an dieſer
Ein=
führung bewerben. Auch den Beſprechungen, die heute nachmittag
zwi=
ſchen den Privatbankfirmen bezüglich einer evtl. Abſchaffung der Medio=
Liquidationen ſtattfinden werden, ſchenkt man größere Beachtung. Man
verweiſt auch auf den freundlich gehaltenen Bericht der Dresdener Bank
und auf die Annahme, daß der morgige Zahltag ohne Schwierigkeiten
vorübergehen werde. Am Geldmarkt hat allerdings der Satz für
Tages=
geld eine erneute Erhöhung, und zwar auf 8—9½ Prozent, erfahren,
doch kann die Nachfrage voll befriedigt werden. Monatsgeld iſt mit 7½
bis 8½ Prozent unverändert geblieben. Am heimiſchen Rentenmarkt
war das Geſchäft im Gegenſatz zum Aktienmarkt ſehr ruhig. Die
Neu=
beſitzanleihe konnte ſich um 20 Pfennig verbeſſern. Am Deviſenmarkt
herrſchte ebenfalls Stille. Die Mark etwas ſchwächer, ſie wurde gegen
den Dollar mit 4,1877 genannt. Feſt war dagegen Kopenhagen mit
18,1870 gegen London. London-New York 4,8836, London-Brüſſel
34,g750. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe hielt die freundliche
Stim=
mung an, nur hier und da kam es zu Gewinnmitnahmen.
Im weiteren Verlauf war die Haltung auf Gewinnmitnahmen der
Spekulation hin zunächſt ſchwankend. Später machte ſich jedoch eine
er=
neute Aufwärtsbewegung geltend, wobei Kaliwerte die Führung hatten.
Salzdetfurth erhöhten ſich auf 398 (21 Prozent über dem Anfangskurs),
Weſteregeln auf 233 und Kali Aſchersleben auf 232. Feſt waren
eben=
falls Spritwerte, Schultheiß plus 5, Oſtwerke plus 6½. Die übrigen
Märkte lagen ruhiger. Chade plus 5 RM., Svenska plus 4 RM. J. G.
Farben unverändert 287. Vogt u. Häffner ermäßigten ſich auf 210.
Der Privatdiskont blieb mit 6¾ für beide Sichtem unverändert.
Der Schluß der Börſe war bei freundlicher Grundſtimmung nicht
ganz einheitlich mit Ausnahme von Kaliwerten, die ihre Kursſteigerung
fortſetzten. Auch an der Nachbörſe bröckelte z. T. das Kursnibeau auf
Gewinnſicherungen leicht ab. Gegen 2.30 Uhr hörte man u. a.:
Salz=
detfurth 406, Weſteregeln 234, Hali Aſchersleben 229, Schuckert 213,5,
Siemens 359,5, Gesfürel 296, A. E. G. 193,5, Hapag 162,12, Nordd. Lloyd
164,87, Danatbank 286,87, Commerzbank 187,5, J. G. Farben 286,5,
Deſ=
ſauer Gas 207, Karſtadt 256,25, Polyphon 522, Schultheiß 376,5,
Oſt=
werke 334, Oberkoks 334, Rhein. Braunkohlen 307, Gelſenkirchen 142,5,
Phönix 100,25, Ver. Glanzſtoff 768, Tietz 309,5, Zellſtoff Waldhof 329,
Altbeſitz I und II 51,5, dto. III 54, Neubeſitz 19,75.
A. E. G
Bache Aütz
Bergmann.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Br
Bremer Wolle..
Danatbank. . . . .
Deutſche Bank..
Diskontogeſ. . . .
Dresdner Bank.
Deutſche Erdöl ...."
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ..."
Elektr. Lieferung .
J. G. Farben ...
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. . .
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch. . .
Hapag ......."
Harpner. .. . . . . . . .."
Hemoor Zement. . .
L. Loewe & Co 197. — 1196.— 1276.25 287.— 250.—
60.— 59.— 173.— 1173.5 165.25 167.75 MannesmannR 158 3751158.5 H67.— 168.5 Niederlauſitzer 158.— 49.75 49.25 Nordd. Loyd 164.75 137.875 139.— Orenſtein. 129.75 69.— 65.— Polyphon 486.— 137.— 140.— Rütgerswerke 97.5 182.— 182.— Sachſenwerke 138.— f2r77725 285.25 Siemens 151.75 1141.25 142.— Ver. Glan 749.— 1773.— 286.5 295.— Ver. St 103.— 59.— 58.— Volkſtedter 56.30 85.- Je19.75 216.5 Wanderer Werk 1172.5 172.5
170.25 170.25
42. — Wiſſner Metall. 80 — / 79 — 1241.— Wittener Gußſtahl.
31. 5.
130.5
154. —
93. —
154.—
215.—
378.—
228.5
252.5
158.—
164.25
129.—
522.—
97.625
141.—
159.25
103.125
172.25 171.875
154.— 1155.5
Deviſenmaakt.
30. 5. 31. 5. A 5. Geld BriefHelſingfors . . 110.503/10.523/10.506 10.526/ Italien. Geld /Brief 22.00 22.04/22.00 22.04 158.725158. 845158.425/53.8459 Paris 12.367 12.387 /12.37 12.39 Schweiz 180-435/80.5951 80.45 80.61 72 89/ 73.03/ 72.321 72 961 Spanien 69.77/ 69.911 69.69 69 83 3,015/ 3.021/ 3.012/ 3.0181 Danzig 168.49/168.831168 43/168.811 Japan. rrr.soltte.o2ſttt. 82/112.04) Rio de Jane Kopenhagen . /112.051112.27/1 12.07/112.294 Jugoſlavie Stockholm . . . 1111.95/112 22/1 12.00112.221 Portugal 17.781 17.821 17.7817.82 20.382 20.422/e0.382/20.4221 Athen .. 5.435/ 5.4451 5.435 5.445 Buenos Aires/ 1.7831 1.7871 1.782/ 1.786/ Konſtantinopel New=York ... 14.1780/4.1810/4.1730 4. 1810) Kanada. 58.271 58.39/ 58.26/ 58.381 Uruguay..."
31. 5.
Geld / Brie// Geld. Brief
16.435/ 16.475116.435 16.475
81.461 81.62/ 81.44/ 81.60
1.944/ 1.9481 1.9441 1.948
0.502/0.504 0.5021 0.504
7.350/ 7.3541 7.350 7.364
2.150/ 2.154/ 2.150 2.154
4.165/ 4.1731 4.166/ 4.174
4.276/ 4.284/ 4.2721 4.280
Wien .
Prag ...."
Budapeſt..
Sofia ..
Holland.
Lslo ..."
London ..."
Belgien ...
Joſeph Hoffmann A. G., Ludwigshafen. Die G.V. genehmigte
ein=
ſtimig den Abſchluß für 1927 mit einem Reingewinn von 67 799 (12825)
Reichsmark, woraus 6 Prozent Dividende für die V.A. mit Nachzahlung
für die letzten Jahre und 6 Prozent für die St.A. verteilt werden.
Ab=
geſchrieben werden 117 180 (117 695) RM. und der Reſt mit 12829 RM.
vorgetragen. Neu in den A.R. wurden gewählt Kommerzienrat Dr.
Schäfer=Grünſtadt und Bankdireltor Dr. Pfeil=Ludwigshafen. Die
Be=
ſchäftigung war in den erſten Monaten des neuen Geſchäftsjahres nicht
ungünſtig, wenn auch der Beſchäftigungsgrad des Vorjahres nicht
er=
reicht wurde.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 31. Mai ſtellten
ſich für Kupfer: (Tendenz: unregelmäßig) Standard per Kaſſe 64
bis 641/as, drei Monate 64 bis 64½, Settl. Preis 64, Elektrolyt 68½
bis 69, beſt ſelected 67 bis 68½, ſtrong ſheets 94, Elektrowirebars 69;
für Zinn: (Tendenz: feſt) Standard per Kaſſe 227½—227½, drei
Mo=
nate 227½—2271 Settl. Preis 227¾, Banka (inoff.) 23434, Straits
(inoff.) 231¾; für Blei: (Tendenz: willig) ausländ, prompt 217/16,
entf, Sichten 212/as, Settl. Preis 211 für Zink: (Tendenz: ruhig)
gewöhnl. prompt 26, entf. Sichten 25¾, Settl. Preis 26; Queckſilber
(inoff.) 2238—22½, Wolframerz (inoff.) 16½.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
A.=G. für Kohlenverwertung, Eſſen. In der ordentlichen Gener
fammlung der A.=G. für Kohlenverwertung, in der ſämtliche Aßti,
mit insgeſamt nom. 35 Millionen RM. Akrienkapital amocſend
wurde der Geſchäftsbericht für das abgelaufene Geſchäftsja
1. Januar bis 31. Dezember 1927, ſowie die Bilanz und die G
und Verluſtrechnung einſtimmig genehmigt. Ferner wurde dem
ſichtsrat und dem Vorſtande einſtimmig Entlaſtung erteilt und di
tragung von Aktien aus Anlaß des Erwerbes der R.W.E.=Ga
gemäß § 4 des Geſellſchaftsvertrages, ſowie die Neuwahl des
Aufſichtsrates unter Zuwahl des Direktors Thiel von der R.W.
endlich die Umänderung des bisherigen Namens in den Name
Gas=A.=G., um dadurch den nach der Gründung der Schweſterge
der Ruhr=Chemie=A.=G., jetzt genauer feſtliegenden Geſellſchaftszweck
Ausdruck zu bringen, einſtimmig genehmigt. Der aufzunehmenden
leihe von 12 Millionen Dollar ſtimmte die Verſammlung zu. Auch
durch Bergaſſeſſor Baum im Namen des Vorſtandes erſtattete
Be=
über feſt abgeſchloſſene Gaslieferungsverträge mit den großen G
ſchaften, deren Mindeſtabnahme, bzwv. Durchleitungsverpflicht,
mengenmäßig die Summe von faſt einem Drittel des heutigen de
Geſamtgasverbrauchs umfaßt, wurde von der Verſammlung zur 9.
nis genommen. Direktor Peterſen ſchilderte den Stand der Bauar
in dem erſten, faſt 400 Kilometer umfaſſenden Bauabſchnitt. Die
ſtellung, daß die Baukoſtenvorſchläge auf jeden Fall eingehalten we
konnten, wurde mit Befriedigung aufgenommen. Auf Anfrage ber
Herr Seippel abſchließend noch, daß die bekannten Schwier
wegen der Kreuzung der Reichsbahn als erledigt angeſehen n
könnten. Wenn auch den getroffenen Vereinbarungen noch die
ſchrift fehle, ſo ſei man doch mit der Reichsbahn zu Bedingungen
geworden, die im Vergleich mit den früheren, fallen gelaſſener
dingungen der Reichsbahn vom Geſichtspunkt der A.=G. für Kohle
wertung als tragbar bezeichnet werden könnten. Dem Geſchäftsber
in dem die ſchon erwähnten Verträge und Verhandlungen im einzelt
erwähnt werden, iſt zu entnehmen, daß die im Jahre 1927 zum Abſe
gekommenen Gasverkaufs= bzw. Gasdurchleitungsverträge auf
Me=
von rund einer halben Milliarde Kubikmeter lauten. Die Bilanz z
31. Dezember 1997, einſchließlich des Vortrags von 1926, ſchließt n
einem Verluſt von 750 776 RM. ab, der auf neue Rechnung vorgetrag
wird. Ein größerer Teil der Ausgaben entfällt auf Steuern und Grü
dungskoſten.
Süddeutſche Grunderwerbs=A.=G., Frankfurt a. M., Freiburg i.
Dieſe mit einem A.=K. von 30000 RM. ausgeſtattete Geſellſchoſt we
für 1927 einen Gewinn von 222 RM. aus, wodurch ſich der Gewin
vortrag auf 38 642 RM. erhöht.
Ueberzeichnung der Badenwerk=Anleihe. Die Zeichnungsfriſt a
die Schweizer Tranche der 50=Millionen=Franken=Anleihe des Vade
werks war am 30. Mai abgelaufen. Dem Vernehmen nach iſt die 9
leihe ſtark überzeichnet, ſo daß die Zuteilungen verkürzt werden müſſe
Zahlungseinſtellung einer Mannheimer Schiffahrtsgeſellſchaft. A
wir erfahren, hat die Vereinigte Spediteure und Schiffer, Rheinſchi
fahrtsgeſellſchaft m. b. H. Mannheim, ihre Zahlungen eingeſtellt u.
ſich an ihre Gläubiger gewandt, um deren Einverſtändnis zur Einl
tung eines Vergleichsverfahrens zu erlangen. Die Zahlungseinſtellur
dürfte auf die durch den Rheinſchiffahrtsſtreik geſchaffene ungünſtige La
zurückzuführen ſein.
Luxiſche Induſtriewerke A.=G., Ludwigshäfen. Die heutige Gen
ralverſammlung genehmigte einſtimmig die vorgelegte Bilanz und b
ſchloß antragsgemäß, den nach 17 243 RM. Abſchreibungen verbleibe
den Reingewinn von 22 622 RM. auf neue Rechnung vorzutragen. Na
dem Bericht war eine beträchtliche Umſatzſteigerung möglich, ſowohl a
dem Gebiete des Waſſermeſſermarktes, als auch auf dem der Gasmeſſ
deren Fabrikation Ende 1926 aufgenommen wurde. Am 3. Mai 19
wurde ein Vertrag mit den Konkurrenzfirmen Siemens u. Halst
Berlin, Bopp u. Reuter=Mannheim und der Meinecke A.=G.=Bresla
Carlowitz beſchloſſen, nach welchem die Lux’ſche Induſtriewerke A.=(
und ihre Untergeſellſchaften die Neufabrikation von Waſſermeſſern
1. Juli 1929 gegen Zahlung einer entſprechenden Entſchädigung ei
ſtellen. Das Reparatur= und Erſatzgeſchäft bleibt der Geſellſchaft e
halten.
Der Drahtverband im Mai 1928. Vom Drahtverband wird mi
geteilt: Der Auftragseingang aus dem Inland war weiterhin zufrieder
ſtellend. Wegen der während des Berichtsmonats eingetretenen Prei
erhöhung des Rohmaterials mußten die Preiſe des Drahtverbandes u
1,50 RM. je 100 Kg. erhöht werden. Bei Sprungfedern wurde von ein
Erhöhung abgeſehen. Das Auslandsgeſchäft war ebenfalls
zufriede=
ſtellend und iſt gegenüber dem Vormonat noch lebhafter geworden.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 31. Mai. Bei ſtiller Tende
notierten die Preiſe unverändert. Nur Weizenkleie 25 Pfg. billiger
100 Kilogramm: Weizen I 26.25—26.50, Roggen 28.00, Hafer, inlän
28.00—28.50, Mais, gelb 25.00, Mais 25.00, Weizenmehl, ſüdd. Spezial
38.00—39.00, Roggenmehl 39.50—40.00, Weizenkleie 14.75—15.00, Rogge
kleie 17.25—17.50.
Frankfurter Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1. Qual. 9
100, 2. Qual. 80—90, Bullenfleiſch 85—90, Kuhfleiſch 1. Qual.
2. Qual. 50—70, 3. Qual. 30—50, Kalbfleiſch 1. Qual. 110——115, 2. Qu=
Frändfarter Karodericht Bohr Or. Müf Lchd
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bay. Freiſtaat
von 1927
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch.- *
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
87.25
79
81
80
81.25
A
19.5
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
2. Stadtanleihen
8½ Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
80 Darmſtdt. v. 26
70 Dresden v. 26
% Frkf. a. M. v. 26
2 Heidelb. v. 26
8% Ludwahf v. 26
8% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
80 Mannh. v. 26
82 Nürnberg v. 26
80 Pforzh. v. 26
8½ Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und
Schuld=
verſchreibungen
25 Bad. Gold=
Kom.Anleihev. 2
1½ Berl. Hyp.=Bk.
Lig.-
1½5,
Pfandbriefe
8% Frkf. Hyp. Bk.
1½2. „Lia==Pf
93.25
87
85
102.25
95
87.5
97.5
93
96
92.5
89
88.75
8% Frkf. Pfbrfbank
12% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
4½½ Hamb. Hhp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
8% Heſſ. Landesbk
80 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovin,
7%„
8% Landeskr. Kaſſ
8% Mein. Hhp.Bk
80 Naſſ. Landesbr
80 Pfälz. Hyp. Bk.
„ „ Lig.
Pfandbriefe
80 Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred.
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr.
80 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
88 Rhein. Gyp.=B.
4½%„ „Lig=
Pfandbriefe..
80 Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit. . .
„ L.=Pf
438
3% Südd. Bod.
Cred.=Bank".
„Lig.=
3ädi.
8% Württ. Hyp.=B.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. 1.
Dt. Komm Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausloſ. Ser. III
97
91.5
89
94
100
100
96
84.5
96.5
88.5
97
89.5
95
92
75
97.5
77.5
74.
91.
2K
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyv.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſf. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S 1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=P
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26
% Klöckn=Werke
Berlin v 26.
100 Kom. Elektr.=
Mark.
7% Maintrw v. 26
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27.
8% Neckarſulm v. 26
82 Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26.. . .
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II Auf Sachwertel
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl. . . .."
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe..
9.5
18
13.3
7.4
2.45
14.7
14.4
13.5
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe ..
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. .
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe
5% Südd. Feſtw. ...
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914......."
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v 1914 ...
4½% Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1.6% Griech. v. 90
1¾% Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.)
8.65
2.23
46
45.5
2.05
18.5
g7
5% äuß. „
4½
Goldan=
leihe (abg.)
14.5
inn. (abg.)
4½%„ Irrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
96.25
4½% Oſt. Schatz=
92.5 anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)..
4% Oſt. Goldrentel
94
(C. C.=Stücke)
102.5 4½% Rum. Gold
von 1913
86.1
42 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
89.75 1 4% Türk. Admin.
1. Bagd.
4½
2. Bagd.
40
Zollanl.
4½% ungarn von
90
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
87
1914 (C. C.=St.
4½ dito Goldr.
(C. C.=St.
4% dito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron. (abg.) ..
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
10.25 14½ Kopenh. v. 01.
Rr4
25.5
58‟
92
14½ Liſſab. v. 1886/ 16
4% Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891
4% Eliſabethbahn)
von 1883
420 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. .. 11
49 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei
11.1
22/u%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) .."
4% Oſt. Staatsb.v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883 ...
4% Rudolfb. i. S./ 3.9
i. G.
4%
4½% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt. 143
Badiſche Bank. . . . 184
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein/150
Bahr. Hyp. und
Wechſelbank . . . . 171
Berl. Handelsgeſ..
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb. /185.75
Darmſt. u. Nt.=Bl./281
Deutſche Bank 173.25
Eff.=u. Wechſel=
121.5
bank
Vereinsbank 103
Diskont.=Geſellſch. 167.75
Dresdener Bank 1169
108
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk. 1157
Pfdbr.=Bk. 152
Gotha. Grundkr. B./140
Mein. Hyp.=Bank/145.5
Metallbank. .
158
Mitteld. Crebitbk. 1212
Nürnb. Vereinsbk./160
Oſt. Creditanſtalt. 35‟
Pfälz. Hyp.=Bank/161
Pr. Bod.=Creditbk. /142
Hyp.=Akt.=Bk. /14)
Reichsbank=Ant. (230
Rhein. Creditbank /12 .75
„ Hyp.=Bankl199.25
Südd. Bod.Cr.Bt.)
„ Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
Na.
15.8
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
202
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ. 1159
7% Dt. Reichsbhn=
Vorzge. ..
172.5
Hapag .."
Nordd. Llohd. . . . . 165.25
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ. /1.35.5
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin. . ..
Adler & Oppenh.. 1252
Adlerw (v. Kleyer)/ 97
6% AEG. Vorzug/ 86
77
AEG. Stamm. . . . 193.4
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg".
Beck &. Henkel
67
Bergm. El. Werkel221
Brem.=Beſigh.=Ol 61
BrownBoverickCie 164
Brüning & Sohn /133
Buderus Eiſen
92.25
Bürſtenfbr Erlang 37
Cementwerte
Heidelberg".
1144.5
Karlſtadt . . . . . . 183
Lothr. (Karlsr.). 85
Chem. Werke Albert. 91
Brockhues ..1101.5
Fabrik Milch
Daimler=Benz ... 114.5
Dt. Atl.=Telegr.. .
Eiſenh. Berlin! 81
Erdöl
1140
Gold= u. Silb.=Anſtalt /214. 25
Linolwert Berl. /310
Dre3den=Leipziger
Schnellpreſſen 1123.25
Dürrwerke Rating.! 59
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaifersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
J. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum
Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas
..
Hof.
.
Maſch. Pe
Pokorny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen.
Goldſchmidt Th. .."
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Dafenmühle Franrf
Haid & Neu".
Hammerſen (Osn.
Hanfw. Füſſen ..."
Hanſa=Lloyd Brem
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger, Kemp
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gasl
Heyligenſtaedt
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil. . . 1159.5
Holzvert.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe 127.25
Inag
Funghans Stamm
Kali Aſchersleben
Salzdetfurth. 1383
Weſteregeln.
Kammgarnſpinn. .
288
23‟,
238.5
31.5
80
64.5
210
55‟
224
60
105
42.1
285.25
142,
87
150
107
n0I.
69
141.25
103.75
137.25
183
138
46
160
142
163.5
186
86
90
93.5
91
222
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182
132
166
72.5
1 3
73.5
30
98.5
140
15
55.25
105
173.5
97.5
67
122
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Darmſtädte :Wertel
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Nummer 131
Freitag, den 1 Juni 1928
Seite 17
—110, Schweinefleiſch 1. Qual. 74—80, Gefrierfleiſch (Rindfleiſch):
berviertel 48, Hinterviertel 60.
Berliner Probuktenbericht vom 31. Mai. Chieago hatte geſtern
rtag, ſo daß von dort keine Anregung vorlag; die andenen
über=
chen Märkte nahmen einen ſchwächeven Verlauf und die Offerten
Auslandsweizen und =roggen wieſen darauſhin eine Ermäßigung
Geſchäft konnte ſich bisher auch auf der niedrigeren Preisbaſis noch
entwickeln, das Intereſſe für Auslandsware iſt jedoch zweifellos
* geworden. Das inländiſche Weizenangebot iſt für die gegenwärtige
reszeit nach wie vor ziemlich umfangreich zu nennen und begegnet
ſichts des fortgeſetzt ſchleppenden Mehlabſatzes nur geringer
Nach=
e. Noggen iſt in Kahnware zur prompten Verladung weiter reich=
2 angeboten, bei dem beträchtlichen Aufgeld, das für vordere Ware
rdert wird, deckt der Konſum nur den dringendſten Bedarf.
Waggon=
ſen findet zu geſtrigen Preiſen in der Provinz Aufnahme.
Herbſt=
ſen iſt vereinzelt an der Küſte offeriert, Forderungen und Gebote
aber ſchwer in Einklang zu bringen. Am Lieferungsmarkt ſtellte
Juli=ſtoggen anfangs um 2½ Mk. höher, gleich nach der amtlichen
s erung trat jedoch eine Abſchwächung ein. Weizen= und
Noggen=
le ruhig, auch Hafer liegt nach wie vor ſtill. Am Gerſtenmarkt
hal=
ſich Angebot und Nachfrage in engſten Grenzen.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 31. Mai. Aufgetrieben waren 85 Käl=
15 Schafe, 2 Ochſen. Die Preiſe ſtellten ſich für Kälber a1 64—70,
7—63, e) 50—56, für Schafe 38—42 Pf. pro Pfund. Der
Marktver=
war ſchlebpend.
Frankfurter Viehmarkt vom 31. Mai. Der Auftrieb des heutigen
enmarktes beſtand aus 26 Rindern, 660 Kälbern, 66 Schafen und 634
veinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der
Vor=
ge waren 1040 Hälber und 170 Schweine weniger aufgetrieben, wäh=
15 Schafe mehr zum Verkauf ſtanden. Bezahlt wurde pro Zentner
endgewicht: Kälber b) 80—83, 6) 74—79, 0) 66—73; Schafe a) 52—60;
veine b) 60—83. () 62—65, d) 64—66, e) 60—64. Im Vergleich zu
Notierungen des vergangenen Hauptmarktes waren Kälber 3—6 Mk.
Schweine 1—2 Mark teurer. Marktverlauf: Kälber und Schafe
ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberſtand. Fleiſchgroßmarkt:
en= und Rindfleiſch 1 90—100, IT 80—00, Bullenfleiſch 85—90,
Kuh=
ch 1 70.-80, II 50—70, TII 30—50. Nalbfleiſch 1 110—115, 11 10
110, Hammelfleiſch 110—115, Schweinefleiſch 74—80. Gefrierfleiſch:
bfleiſch, Vorderviertel, gollfrei 48, zollpflichtig 62, Hinterbiertel 60
75.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 31. Mai (Priv.=Tel.).
Weizen: Der Markt war auch heute recht flau veranlagt auf die
Tatſache, daß verſchiedene kanadiſche Fiſenbahngeſellſchaften wegen
ein=
getretener Streckenverſtopfung zurzeit weitere Transporte nach den
hauptſächlichſten Seeplätzen geſperrt haben, und auf günſtige
Wetter=
berichte.
Mais vermochte ſich nach ſchwächerem Beginn zu befeſtigen auf den
bauſſegünſtigen Wochenwetterbericht und ſtimulierende Berichte aus
Indiana.
Hafer: Dieſer Markt verlief ziemlich unregelmäßig. Es
verſtimm=
ten beſonders die größeren Anlieferungen per Mai und lokale Abgaben.
* New=York, 31. Mai (Priv.=Tel.).
Kaffee: Der Markt verkehrte in recht feſter Haltung, da die
Speku=
lation zu Deckungen ſchritt und Europa Käufe tätigte.
Zucker: Am Terminmarkt ſetzten Liquidationen ein, da auch
euro=
päiſche Häuſer zu Verkäufen ſchritten angeblich wegen der größeren
Buckerrüibenanbaufläche.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 31. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 141½, Juli 144½, Sept. 145½: Mais:
Mai 1023, Juli 104, Sept. 103½; Hafer: Mai 61, Juli 543,
Sept. 46½: Roggen: Mai 138, Juli 124½4, Sept. 117.
Schmalz: Mai 11.95, Juli 12,00, Sept. 12,40.
Fleiſch. Rippen: Mai und Juli 12,25, Sept. 12,50; Speck loto
12,50; leichte Schweine 8,75 bis 10,00, ſchwere Schweine 9,45 bis
10,00: Schweinezufuhren: Chieago 32000, im Weſten 120 000.
Baumwolle: Juli 2038, Okt. 20 22—23,00.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 31. Mai:
Getreide. Weizen: Rotwinter 190½8, Hartwinter 1623; Mais:
neu ank. Ernte 116½: Mehl, ſpring wheat clears 700—725;
Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent
9 bis 10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,65; Talg, extra, loſe 8½.
Kakao. Tendenz; kaum ſtetig” Umſatz in Lots: 58; Loko:
147: Juni 14,35, Juli 14,69, Auguſt 14,89. September 15,00,
Oktober 14,88, November 14,53, Dezember 14,02: Januar 1929
13,89, März 1929: 13,79.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der allgemeine Arbeitgeberverband für die Rheinſchiffahrt teilt
mit, daß das Reichsarbeitsminiſterium die am Lohnſtreit der
Rhein=
ſchiffahrt beteiligten Parteien auf den 31. Mai 1928 nach Köln zu einer
erneuten Ausſprache eingeladen hatte.
Nachdem in den Monaten März und April der Zinkblechabſatz ſich
bünſtig entwickelt hatte, brachte der Mai einen Rückſchlag. Die
weſt=
oberſchleſiſchen Zinkalzwerke konnten im Mai kaum halbſoviel Bleche
abſetzen wie im Vormonat.
Die letzten Wiener Verhandlungen zwiſchen den mitteleuropäiſchen
und polniſchen Eiſenwerken führten bekanntlich nur zu einem
Teil=
erfolg. Das vor einem Jahre abgeſchloſſene Territorialſchutzabkommen
wurde zwar um ein Jahr verlängert, bezüglich der Erxportmärkte iſt
jedoch keine Vereinbarung erzielt worden. Wie nun verlautet, haben
die führenden tſchechoflowakiſchen Eiſenwerke neue Verhandlungen mit
dem Syndikat der polniſchen Hüttenwerke eingeleitet.
Am 25. Juni ſoll die däniſche Zweigfabrik der Ford=Motor=Co.
ihren Betrieb wieder aufnehmen.
Wie die Verwaltung des ſchwediſchen Elektrolux=Konzerns in ihrem
ſpeben veröffentlichten Bericht über das abgelaufene Geſchäftsjahr 1927
mitteilt, iſt beabſichtigt, das Aktienkapital von gegenwärtig 6 Mill. kr.
auf 60 Mill., kr. zu erhöhen.
Der Londoner Goldpreis beträgt gemäß 8 2 der Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken vom 29.
Juni 1923 ab 30. Mai 1928 für eine Unze Feingold 84 sh 10½ d, für
r Gramm Feingold demnach 32,7455 d.
Wie das Arbeitsminiſterium bekannt gibt betrug die Zahl der
Arbeitsloſen in Großbritannien in der letzten Maiwoche 1 101 000, was
gegenüber der Vorwoche eine Verminderung um 17390 bedeutet.
Die Berechnungen hinſichtlich des Inveſtitionsbedarfes der
unga=
riſchen Staatsbahnen ſind bereits abgeſchloſſen; es wurde ein
Anleihe=
bedarf von 140 Mill. Pengö ermittelt. Auf Grund des
Inbeſtitions=
programms werden nun Verhandlungen unter Vermittlung der
Unga=
riſchen Allgemeinen Kreditbank mit der Londoner Rothſchild=Gruppe
geführt.
Das ingoſlawiſche Verkehrsminiſterium vergibt größere Beſtellungen
an die heimiſchen führenden Waggonfabriken. Insgeſamt gelangen
6000 Eiſenbahnwagen= und Lokomotivreparaturen im Werte von 112
Mill. Dinar zur Vergebung.
Mir Gauskannngsbrunann
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Aatt Tag.
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Gegen Gicht-, Stein- und Stoffwechselleiden!-Ermäßigte Pauschalkuren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis Mk. 189,—
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eröffnen. Für geſl. Bi re u. Weine,
auch für gute speiſen wird aufs
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St ſchwarzem Kl. abends mit 2 Herre.
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ns vom Café Nh ingold, in bl. Kl.
h Hauſe gebracht wurde zum Rhönring.
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Debus, Eduard Domeck, Karl Ebert=Beyer,
Werner Finck, Hermann Gallinger, Eduard
Göbel, Otto Horina, Friedrich Jachtmann,
Richard Jürgas, Hugo Keßler, Rudolf Ktix;
Adolf Klotz, Robert Klupp, Joſef Kreuter,
Willy Krichbaum, Hans Langer, Pauk
Maletzki, Hans Neh, Karl Paryla.
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Scham=
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[ ← ][ ][ → ]Seite 18
din Oaasstiagarin.
Roman von Ferdinand Gradl.
28)
(Nachdruck verboten)
„Es war unartig von mir,” ſagte ſie, ſeinen Blick ſuchend,
„verzeihen Sie.”
„Nichts zu verzeihen,” entgegnete er mit einer ablehnenden
Handbewegung. „Ihr Vorwurf war berechtigt.”
Er erzählte ruhig weiter. Er habe mit ſich gekämpft, ob er
in Hamburg aus dem Dienſt treten oder ſich der neuen
Schiffs=
ordnung fügen ſoll. Schließlich ſei er geblieben, weil er das
be=
ſtimmte Gefühl habe, daß Haſpergough irgendeine
Ungeheuerlich=
keit plane und auch beſtimmt ausführen werde, wenn ihm nicht
im rechten Augenblick ein entſchloſſener Mann entgegentritt.
Vika betrachtete ihn verſtohlen. Sie erriet, daß er nur wegen
ihr geblieben war. Und wieder fühlte ſie ſeine gefeſtigte
Mann=
heit wie eine Drohung. Sein Intereſſe an ihr verurſachte ihr
Unbehagen. Sie verſuchte, das Geſpräch auf ein anderes Thema
zu lenken.
„Darf man fragen, was Sie da ſchönes leſen?” fragte ſie, auf
ein Buch deutend, das aus ſeiner Rocktaſche hervorlugte. Er
reichte es ihr.
„Des Meeres und der Liebe Wellen,” rief ſie überraſcht, „ſie
leſen Verſe?”
„Komiſch für einen ſo proſaiſchen Geſellen, wie ich bin,”
ent=
gegnete er, gutmütig lachend, „und noch komiſcher die
Veran=
laſſung. Ich ſah das Buch in der Bibliothek, da fiel mir Herr
Uhlſtorp ein. Ich ſtelle mir ihn an der amerikaniſchen Küſte vor,
die Wellen beſchwörend, daß ſie ihm ſeine liebe Braut glücklich
herüberbringen.”
Vika lachte.
„Und an einer anderen Küſte ſteht ſehnſuchtsvoll ein hübſches
Mädchen,” gab ſie neckend zurück, „und flehte die Wellen an, ihr
den Herrn erſten Steuermann Wiesner heil und geſund
zurück=
zubringen.”
„Meine Geliebte iſt die See,” entgegnete er, Vika träumeriſch
anblickend, „ich kenne nur ein Mädchen, das mich dieſer Geliebten
untreu machen könnte.
Vika ſetzte ſich ſtraff aufrecht. Sie wußte ſofort, daß er ſie
meine. Sie wollte aufſtehen und weggehen, aber ein ſeltſamer
Bann hielt ſie auf ihrem Platze.
„Ihre Augen locken mich wie die kornblumenblaue Tiefe des
Meeres,” fuhr er leiſe fort.
„Sie ſind farbenblind, Herr Steuermann,” ſcherzte ſie, mit
einem Verſuch ihr Unbehagen abzuſchütteln, „das Meer iſt
ſchmutzig grün.”
Freitag, den 1. Juni 1928
„Ihr Atem weht mich an wie der geſunde Hauch des
Mee=
res,” fuhr er fort, ohne ihren Einwurf zu beachten. „Sie iſt ſo
wild, ſo ſtark wie die See..
„Auch ſo launenhaft,” fiel ſie ein, „und ſtets bereit, den
Ka=
pitän Haſpergough zu verſchlingen?"
„Leider nicht,” antwortete er lachend, und fügte etwas
weh=
mütig hinzu, „und leider hat ſie ihr Herz ſchon einem anderen
geſchenkt.”
„Und der biedere Herr Steuermann macht ihr trotzdem eine
verſteckte Liebeserklärung,” dachte Vika, und war verſtimmt. Sie
wußte nicht, was mit ihr vorging. Es kribbelte ſie bis in die
Fingerſpitzen. Sie ärgerte ſich über Carry, über Wiesner, über
ſich ſelbſt. Am liebſten wäre ſie ins Waſſer geſprungen, um im
Kampfe mit den Wellen alle dummen Gedanken loszuwerden.
Was ſaß ſie da und hörte ſich Mondſcheinſchwärmereien ans Und
doch konnte ſie nicht aufſtehen.
Mit einmal ſprachen ſie wieder von Haſpergough.
Vika verſuchte Wiesners Mißtrauen zu verſcheuchen und
er=
zählte, in welch ſelbſtloſer Weiſe Haſpergough ihrem Vater zu
Hilfe kommen wolle.
„Wir werden ja ſehen,” ſagte er ungläubig, „Sie haben mir
einmal verſprochen, mich zu rufen, wenn Ihnen Miſter
Haſper=
goughs Wohlwollen verdächtig vorkommen ſollte. Ich bitte Sie
noch um etwas. Verſprechen Sie mir, auf keine, auf gar keine
Propoſition des Kapitäns einzugehen, ohne ſich mit mir zu
be=
raten.”
„Ich kann Miſter Haſpergough nicht durch Mißtrauen
belei=
digen,” wehrte ſie verlegen ab.
„So werde ich in Amerika das Schiff verlaſſen und Sie
be=
gleiten,” fuhr er entſchloſſen fort.
Aber Herr Wiesner, was fällt Ihnen ein?, entgegnete ſie,
peinlich berührt.
„Zum mindeſten, bis Ihr Herr Bräutigam Ihren Schutz
übernimmt.”
Die Erwähnung Carrys verdroß Vika. In was miſchte ſich
dieſer Steuermann ein?
„Ihr Intereſſe für mich iſt ſehr ſchmeichelhaft,” ſagte ſie kühl,
„aber ich bin alt genug, für mich ſelbſt einzuſtehen.
„Sie ſind ein vertrauensſeliges, impulſives Mädchen,” ſagte
er, ndas einer beſonnenen Leitung bedarf!”
In Vika begann es zu kochen.
„Sehr ſchmeichelhaft,” entgegnete ſie mit einem ironiſchen
Lächeln, „aber dieſes impulſive Mächen wird tun und laſſen, was
ihr beliebt.
„Oho!” entfuhr es ihm unwillkürlich.
Vika ſprang auf.
„Wollen Sie mich vielleicht hindern?” rief ſie empört.
„Jawohl. Ich,” gab er ruhig zurück.
Nummer 15
Vika ballte die Fäuſte, ihre Bruſt hob ſich in einem
Atemzug, ihre Lippen ſchürzten ſich, aus ihren Augen blitzte
nige Wildheit ..
„Wie ſchön Sie jetzt ſind.” flüſterte er ſelbſtvergeſſen
„O, Siel!!” ziſchte Vika zwiſchen den zuſammengebif
Zähnen.
Dann drehte ſie ihm ihren Rücken und ging in ihre ga
10. Kapitel.
Den nächſten Tag kreuzte die Revenge noch immer geget
Wind auf.
Aber es gab eine Neuigkeit. Als Vika früh morgens
Deck kam, war das Flugzeug ausgepackt. Rumpf und
flächen mit einem leichten Reif beſchlagen.
„Wie iſt das möglich?, jetzt im Sommer?” wunderte f.
„Auf der Revenge iſt alles möglich,” lachte Haſpera,
ohne eine Erklärung zu geben. Dann forderte er Vika auf.
Flugzeug für das Ausſchiffen vorzubereiten.
Sie zog ihr ledernes Fliegerkleid an und machte ſich
dem Schiffsmonteur an die Arbeit. Es gab den ganzen Te
tun. Aber der Monteur war ein trefflicher Mechaniker und
triker, und abends lief der Motor tadellos, als hätte er nie
Seebad genommen.
Dann gab’s wieder etwas Abſonderliches. Zacharias for
Vika auf, in der Nacht in der Kabine zu bleiben und nich
Deck zu kommen. Und als Vika nach dem Abendbrot in die
bine kam, waren die Fenſterlucken von außen verhüllt.
fielen ihr Wiesners Warnungen ein.
Aber dann ſchalt ſie ſich ſelbſt kleinmütig, ſuchte ihre 9
ſtatt auf, verlöſchte das Licht und verſuchte, zu ſchlafen.
Unmöglich. Sie lag mit offenen Augem und lauſchte
Dunkel.
Gegen Mitternacht ſchreckte ſie auf.
Auf Deck war Getrampel. Ein Boot wurde heruntergel,
Der Schiffskron über Bord gedreht. Dann klang es, als
den Fäſſer gerollt. Sie unterſchied jedes einzelne Geräuſch
unheimlicher Deutlichkeit. Die Unruhe des Blutes trieb ſie
dem Bett. Sie ſtand auf und kleidete ſich an.
Aber nach einer Stunde war wieder alles ſtill.
Vika wollte ſich auskleiden . . da hörte ſie einen
Schritt am Gang. Gleich darauf klopfte es an ihrer Türe.
Es war Zacharias, der ſie erſuchte, ſich zum Kapitän zu
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Loch-
stickerei
1 qm Linoleum, 200 cm breit
Korbsessel-Garnitur,
und Rückenkissen
Löffelblech. Lina
Sand-Selt-Soda, Emaill.,w8. 1.-
2 oder 1 Vase Rasiergarn
95 J
95 D
Nachttopt