Darmstädter Tagblatt 1928


31. Mai 1928

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Nummer 150
Donnerstag, den 31. Mai 1928. 191. Jahrgang

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Der Sozialiſten=Kongreß von Toulouſe.
Kommiſſion einſtimmig gegen eine Stimme bei einer Enthaltung
Die Eniſchliefung der Sozialiſten. angenommen. Als ſie den Kongreß vorgelegt wurde, wurde ſie
mit Ausnahme von zwei Delegierten ebenfalls einſtimmig an=

ie bemäntelte Spaltung. In Oppoſition
1r Regierung Poincaré. Sozialiſten und
Kommuniſten.
EP. Paris, 30. Mai.
Heute iſt in Toulouſe der 25. Kongreß der franzöſiſchen Sozia=
n
zu Ende gegangen, der in einer gemeinſamen Entſchließung
allgemeine Politik der ſozialiſtiſchen Partei Frankreichs zum
sdruck bringt wie nicht anders zu erwarten war, bleiben
Sozialiſten zur Regierung Poincaré in Oppoſition , mit
em Wort aber in der Entſchließung die Gegenſätze inner=
b
der Partei erwähnt, die während des Kongreßverlaufes in
cheinung getreten ſind. U. a. brachte während des Kongreſſes
Delegierte Kahn den Tadel zur Sprache, den die Verwal=
gskommiſſion
der Partei der Sektion des Seine=Departements
enüber ausgeſprochen hatte, weil dieſe entgegen dem Partei=
hluß
vom Dezember 1927 im zweiten Wahlgang der Kammer=
ilen
eine freundliche Stellung gegenüber den Kommuniſten
eordnet hatte. Die Angelegenheit wurde, nach einer er=
ten
Auseinanderſetzung zwiſchen den Wort=
örern
des rechten und des linken Flügels, der
ſchließungskommiſſion zur Begutachtung überwieſen. Aehnlich
vickelte ſich eine lebhafte Diskuſſion über den
rektor des Internationalen Arbeitsamtes,
bert Thomas, der immer noch Mitglied der
nzöſiſchen Sozialiſtiſchen Partei iſt. Es wird
vorgeworfen, in Italien vor den fasciſtiſchen Gewerkſchaften
Rede gehalten zu haben, die nichts mehr mit Sozialismus
tun gehabt hätte. Außerdem habe er Muſſolini nach fas=
ſcher
Art begrüßt. In den Sitzungen kam auch
der Fall Paul=Boncour
Sprache. Der linke Flügel der Partei ſteht bekanntlich auf
Standpunkt, daß ein Sozialiſt nicht offizieller Vertreter
nkreichs beim Völkerbund ſein könne, und fordert, daß Paul=
tcour
ſein Amt niederlege oder aus der Partei austrete. Die
hen Wortführer fordern, daß ein Sozialiſt nicht Kammer=
ident
ſein dürfe. Sie möchten ſomit der parlämentariſchen
ktion der Partei die Weiſung geben, die Kandidatur von
nand Bouiſſon nicht mehr aufzuſtellen. Im Verlaufe der
atte ſtellte Léon Blum vor allem mit Befriedigung feſt, daß
Sozialiſtiſche Partei ſeit 1924 einen bedeutenden Stimmen=
achs
zu verzeichnen habe. Wenn die Zahl ihrer Abgeordneten
* im gleichen Verhältnis geſtiegen ſei, ſo liege die Schuld
ig und allein an der feindlichen Haltung der Kommuniſten,
die Verantwortung für die Rechtsorientierung der Kammer
ragen hätten. Léon Blum ſagte im übrigen den Zuſammen=
h
Sowjetrußlands und die Wiederherſtellung der Einheit
Proletariats noch vor den nächſten Kammerwahlen im Jahre
voraus. Er glaubt beſtimmt, daß die Sozialiſten in dem
rnnten Jahr zur Regierung kommen werden. Bis dahin aber
er nichts von einer Zuſammenarbeit mit der Regierung
en. Die Sozialiſten müßten in der Oppoſition bleiben, bis
ncaré geſtürzt ſei. Léon Blum forderte ſchließlich die Bil=
g
eines ſtändigen Nationglausſchuſſes der Partei, der in der
ſchenzeit zwiſchen zwei Kongreſſen ſowohl den Sektionen als
parlamentariſchen Fraktion verbindliche Weiſungen zu geben
e. Trotz der Rede Léon Blums
m es zu erregten Auseinanderſetzungen
iſchen dem rechten und linken Flügel der

Partei.
Eindruck, daß eine Spaltung möglich ſei, war zum Teil
erordentlich ausgeprägt. Die Wortführer des linken Flügels
fen Paul=Boncour und den früheren Gouverneur von Indo=
na
, Varenne, ganz beſonders heftig an. Den Standpunkt des
ken Flügels verteidigte vor allem der Gewerkſchaftler Mon=
ron
, der die beſtimmte Forderung aufſtellte, daß die Sozia=
n
ſich in alle Regierungsämter hineinwählen laſſen müßten.
der ſyſtematiſchen Oppoſition werde der Sache der Arbeiter=
ft
nicht gedient.

Renaudel verteidigte den Standpunkt
des rechten Flügels.
Er befürwortete im Prinzip die Zuſammenarbeit mit der
ierung. Augenblicklich könne zwar eine ſolche nicht in Frage
inen. Er forderte die Beſtätigung des Mandats von Paul=
Tcour beim Völkerbund, bekämpfte die ſogenannte Motion von
2rtbille, wonach die Sozialiſtiſche und Kommuniſtiſche Partei
gleichen Ziele anſtreben, wenn auch mit verſchiedenen Metho=
und forderte eine ausgeprägte Kampfpoſition gegenüber dem
amunismus. Renaudel ſprach dann von den Beziehungen
Sozialiſten zur Radikalen Partei, eine Frage, mit der ſich
2. der Generalſekretär Paul Faure beſchäftigte. Nachdem am
luſſe der Sitzung noch ein vermittelnder Reſolutionsentwurf
Tebracht worden war, der aber kaum Ausſicht auf Annahme
wurde die Frage der Feſtlegung der Haltung der Partei dem
plutionsausſchuß übergeben.


Die Haltung der Sozialiſien gegenüber

den Kommuniſien.
Die Entſchließungskommiſſion des Sozialiſtenkongreſſes hat
Keſtern abend auf eine Entſchließung über die allgemeine
Liti der Sozialiſtiſchen Partei geeinigt. Sie wurde von der

genommen. Die Entſchließung fpricht zunächſt ihre Befriedigung
über das Anwachſen der ſozialiſtiſchen Stimmen bei den letzten
Kammerwahlen aus. Sie macht die Kommuniſten für den Ver=
luſt
von 30 ſozialiſtiſchen und 20 radikalen Sitzen verantwortlich.
großen Mehrheit den Kampf gegen die nationale Union und ihre
Aktion nur lau geführt hätten. Die Entſchließung ſtellt beſonders
eingehend den Standpunkt der Sozialiſten gegenüber den Kom=
muniſten
feſt. Sie erklärt, daß die Sozialiſten die Einheit der
Arbeiterklaſſe anſtrebten. Sie ſeien aber nicht geneigt, deshalb
würden ſie ſich niemals dazu hergeben, innerhalb der bürgerlichen
Parteien eine Koalition gegen die Kommuniſten zu bilden, um
einen angeblichen Kreuzzug der Ziviliſation gegen die kommu=
niſtiſche
Gefahr zu organiſieren. Die Ziele der Sozialiſten und
Kommuniſten ſeien zwar die gleichen, nämlich die Sozialiſierung
der Produktion und Austauſchmittel. Die Sozialiſten ſeien aber
der Anſicht, daß die Methoden der Bolſchewiſten gerade das
Gegenteil deſſen ſeien, was erforderlich ſei, um dieſes Ziel zu
erreichen. Die Sozialiſten könnten niemals das in Rußland ge=
ſchaffene
Regime billigen, das die Gedanken= und Kritikfreiheit
abgeſchafft und Methoden der Tyrannei eingeführt habe. Im
Elſaß hätten ſich die Kommuniſten mit den fanatiſchen Klerikalen
verbüindet. In der Kammer würden die Sozialiſten fortfahren,
die Oppoſitionspartei darzuſtellen und niemals an irgend einer
Konzentration der Gruppen teilnehmen. Die Abgeordneten wür=
den
gehalten, zu den Vorlagen immer gemeinſam und einſtimmig
Stellung zu nehmen.
Preſſeſimmen zur Eniſchließung
des Sözial ſten=Kongt eſſes.
Die Zeitungen ſtellen in ihren Kommentaren über den So=
zialiſtenkongreß
in Toulouſe vor allem feſt, daß die Entſchließung
über die allgemeine Politik ſich über alle Fragen ausſchweigt,
worüber innerhalb der Partei Uneinigkeit beſteht, und daß nur
unter dieſen Umſtänden eine Einigung erzielt wurde, wodurch
aber tatſächlich die beſtehende Spaltung lediglich bemäntelt
wurde. Insbeſondere ſchweige ſich die Entſchließung ganz über
den Fall Paul=Boncour aus, obwohl dieſe Frage gewiſſermaßen
den Kernpunkt der Debatten während des ganzen Verlaufs des
Kongreſſes dargeſtellt habe. Die Entſchließung enthält ebenfalls
kein Wort darüber, ob ein Sozialiſt weiterhin Kammerpräſident
ſein könne, und auch kein Wort des Tadels gegenüber Albert
Thomas, deſſen fasciſtenfreundliches Auftreten in Italien im
Verlauf des Kongreſſes außerordentlich heftig gerügt und mit der
Stellung eines Sozialiſten als unvereinbar erklärt wurde.
Endgültige Liquidierung des Krieges. Handelskorridor an die Aeggeis vor.
EP. Paris, 30. Mai.
Am 1. Juni wird zum erſten Male die neugewählte Kammer
zuſammentreten. Nachdem ſich die Wahl= und Nachwahlerregung
gelegt hat und eine Klärung der Situation allmählich vollzogen
worden iſt, darf man feſtſtellen, daß ſich weder in der Mitglieder= ſchäftsträger in Sofia erklärte, daß Athen jederzeit bereit ſei, dem
Aenderungen vollzogen haben, die man zunächſt erwartete. Ab=
aber
mit 15, höchſtens 20 Mitgliedern von vornherein zur Bedeu=
tungsloſigkeit
verurteilt zu ſein ſcheint, ſind die alten Gruppen
kündigten Mittelgruppe, die offenſichtlich von den Jungen,
d. h. den neugewählten Abgeordneten, lediglich als Sprungbrett
ihres Ehrgeizes angeſtrebt wurde, iſt es nicht gekommen. So
und mitunter innerhalb der Parteien abgrenzen wird. Sicher
iſt jedoch ſchon, daß es zu dem von der Reaktion unmittelbar nach
den Wahlen mit viel Stimmaufwand geforderten Rechtszentrum
nicht ausreicht.
Ueber die dem neuen Parlament bevorſtehenden Aufgaben
der Revue des Vivants. Das Problem der Stabiliſierung, einen Balkanbund erſtehen zu ſehen und würde ſeine Bildung
ſo ſchreibt er, iſt nicht von dem der interalliierten Schulden zu
franzöſiſchen Zuſammenarbeit, das Problem der deutſch= franzö=
ſiſchen
Zuſammenarbeit nicht von dem der Rheinlandräumung,
das Räumungsproblem nicht von dem der Sicherheit, das Sicher= der vor ein paar Monaten in Sofia zu liegen ſchien, hat ſich,
Friedens in Oſt= und Südeuropa. Nicht Einzelfragen haben die
Erwählten des Jahres 1928 zu löſen, ihre Aufgabe beſteht biel=
allgemeine
Organiſation des Friedens in Angriff zu nehmen, das doch, trotz des italieniſchen Akteurs, im Mittelmeer den weit=
Finanzpolitik, Wirtſchaftspolitik, Außenpolitik und Kolonialpolitik
des linken Rheinufers angeht, ſo iſt de Jouvenel der Meinung,
2. die Regelung der interallierten Schulden in der Weiſe, daß
ſie mit den im Dawesplan vorgeſehenen deutſchen Obligationen und iſt er überhaupt zu verwirklichen?
bezahlt werden könnten; 3. die Regelung der Reparationen, d. h.
nach Rückzahlung der franzöſiſchen Schulden an Amerika und niſche Landung an der kleinaſiatiſchen Küſte erwarten, einen
England eine Zahlung Deutſchlands in Höhe der von Frankreich
für den Wiederaufbau ausgegebenen Summe.

(rdbeben und Bündnispolitik.

Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
W. E. B. Sofia, Ende Mai 1928.
Die italieniſche Offenſive im Nahen Orient und auf dem
Balkan hat einen unvorhergeſehenen Helfer bekommen: die Erd=
bebenkataſtrophen
in Bulgarien und in Griechenland ſchufen der
italieniſchen Regierung ein reiches Betätigungsfeld für Men=
ſchenfreundlichkeit
mit politiſcher Unterlage,
Es war kein Zufall, daß die erſte Geldſpende für die Erdbeben=
Sie enthält auch einen Ausfall gegen die Radikalen, die in ihrer geſchädigten in Südbulgarien aus Italien kam, und zwar von
der Baugeſellſchaft, die ſpäter die Sofioter Waſſerleitung zu Ende
führen ſoll. Unmittelbar danach traf in Bulgarien eine italieniſche
Sanitätsmiſſion mit Aerzten und Zelten ein, nicht, ohne daß die
jugoſlawiſchen Grenzbehörden dem italieniſchen Sonderzug beim
eine gemeinſame Front mit den Kommuniſten zu bilden; ebenſo Verlaſſen des jugoſlawiſchen Gebietes kleine Grenzſchikanen be=
reitet
hätten, indem ſie für den Zug und die Medikamente einen
unſinnig hohen Betrag als Depot forderten. Um ſo herzlicher
wurde die Miſſion dann in Bulgarien empfangen; die ganze
Preſſe war voll von Lobesworten über die italieniſche Hilfsbereit=
ſchaft
, und die brüderliche Hilfsaktion in Belgrad, die drei Mil=
lionen
Dinar für Bulgarien auswarf, erhielt daneben, zum größ=
ten
Aerger der Jugoſlawen, ſo gut wie keine Bedeutung. Auch
in Korinth waren die Italiener ſofort zur Stelle, und ihre
Kriegsſchiffe halfen, zuſammen mit Engländern und Franzoſen,
das Unglück zu mindern. Der italieniſche Admiral Ladollo
machte dabei auch ein wenig in Politik, indem er griechiſchen
Preſſevertretern erklärte, daß die zwiſchen Italien und Griechen=
land
mitunter auftauchenden Meinungsverſchiedenheiten im
Grunde nur der Beweis dafür ſeien, daß die beiden Nationen
völlig gleichwertig ſeien, denn in einem anderen Falle würde die
überlegene Nation der kleineren ihre Meinung einfach auf=
zwingen
. . .
Die gewaltige Einbuße, die Bulgariens Nationalvermögen
durch das Erdbeben erlitten hat, wird den Italienern auch in der
nächſten Zukunft noch manchmal Gelegenheit geben, ſich für Bul=
garien
einzuſetzen. Es iſt bekannt, daß Muſſolini kurze Zeit nach
dem Unglück ſchon Anweiſung gegeben hat, eine Erleichterung in
den bulgariſchen Reparationszahlungen eintreten zu laſſen. Die
bulgariſche Regierung ſelbſt brauchte daher in der Angelegenheit
nichts zu unternehmen, was ihr ſehr lieb war, da der Finanz=
miniſter
befürchtete, ein bulgariſches Verlangen auf Ausſetzung
der Reparationszahlungen könnte die Kreditwürdigkeit
des Staates beeinträchtigen und bei den jetzt im Gang befind=
lichen
Pariſer Anleiheverhandlungen ſtörend wirken.
Wenn ſo das Zwiſchenſpiel des Erdbebens der italieniſchen
Politik in Bulgarien und teilweiſe auch in Griechenland Vor=
ſchub
geleiſtet hat, ſo geht unabhängig davon die große Aktion
weiter, die Italien im öſtlichen Mittelmeer unternommen hat,
und die in den diplomatiſchen Kanzleien von Sofia und Athen
ſcharf beobachtet wird. Obgleich Bulgarien ſeit 1918 kein Mittel=
meerſtaat
mehr iſt damals gehörte ihm der Küſtenſtrich in
Weſtthrazien bei Dedeagatſch , ſo ſind ſeine Intereſſen doch
DieAufgabender neuen franzöſiſchen Kammer: mit den Geſchehniſſen um das Mittelmeer eng verknüpft, denn
der Vertrag von Neuilly ſieht für Bulgarien ausdrücklich einen
Der Abſchluß des griechiſch=rumäniſchen Paktes im April war
der Auftakt zu verſtärktem diplomatiſchen Arbeiten. Er hat für
kurze Augenblicke wieder das Schlagwort vom Balkan=Locarno
aus der Vergeſſenheit hervorgeholt, zumal der griechiſche Ge=
zahl
noch in der Gruppierung der Fraktionen die tiefgreifenden Vertrag mit Rumänien ſozuſagen als Mittelſtück einen gleich=
lautenden
Vertrag mit Bulgarien anzufügen. Miniſter Buroff
geſehen von der unioniſtiſchen Linken Franklin=Bouillons, die antwortete ein paar liebenswürdige Worte und verblieb in der
von ihm ſeit ſeinem Amtsantritt beobachteten ängſtlichen Zurück=
haltung
. Bulgarien will in keine Vertragsverhandlun=
beſtehen
geblieben. Zur Bildung der mit ſo vielem Lärm ange= gen eintreten, die offenbar den Anregungen
fremder, außenbalkaniſcher Mächte entſprechen.
Die bulgariſche Politik vertritt in dieſer Beziehung ähnliche An=
ſchauungen
wie die Angoraer Politik. In türkiſchen Kreiſen be=
bleibt
als klar erkennbares Reſultat der Neuwahl nur die Stär= tonte man wiederholt, daß ſich auch die heutige Türkei noch als
kung der nationalen Union, wobei es der Zukunft überlaſſen europäiſcher, als Balkanſtaat betrachtet und demgemäß auch der
bleiben muß, wie ſich Poincarés Mehrheit nach rechts oder links Schaffung eines Balkan=Locarnos nicht gleichgültig gegenüber=
ſtehen
könne, wenn ſich dieſes unter der Führung beſtimmter
Großmächte entwickeln ſollte. Die Türkei hat ſelbſt ein paarmal
Vorſchläge über Schaffung eines ſolchen Balkanpaktes in die
Debatte geworfen, jedoch wohl nur zu dem Zweck, außerbalka=
niſchen
, gleichgerichteten Beſtrebungen das Waſſer abzugraben.
äußert ſich Henry de Jouvenel in einem recht intereſſanten Artikel In Wirklichkeit hat die türkiſche Republik kein Intereſſe daran,
gewiß nicht unterſtützen, denn ein großes geſchloſſenes politiſches
trennen, das Schuldenproblem nicht von dem der Reparationen, Gebilde vor den Wällen Tſchataldjas würde einen ſteten Druck
das Reparationsproblem nicht von dem der Sachlieferungen, das auf Konſtantinopel und auf die Meerengen ausüben können. Die
Sachlieferungsproblem nicht von dem der großen öffentlichen Meerengen ſind aber doch, trotz Lauſanner Vertrag und ent=
Arbeiten, das Problem dieſer Arbeiten nicht von dem der deutſch= militariſierter Zone, türkiſch und müſſen es zur Sicherung des
türkiſchen Reiches bleiben.
Der Schwerpunkt der italieniſchen diplomatiſchen Tätigkeit,
heitsproblem nicht von dem Problem der Konſolidierung des nach den bemerkenswerten Zuſammenkünften in Mailand und in
Rom, nach Süden verſchoben. Er liegt heute ſozuſagen irgend=
wo
in der Aeggeis, zwiſchen Athen und Angora. Italien arbeitet
mehr darin, die endgültige Liquidierung des Krieges und die mit Hochdruck und hinter ihm arbeitet England,
blickenden Regiſſeur bedeutet. Man hat in den letzten Tagen
ſind miteinander verkettet. Was insbeſondere die Räumung viel über die Möglichkeit eines Dreierpaktes Rom Athen
Angora geſprochen, und die Teilſtrecke RomAngora hat inzwi=
dieſe
ſetze voraus: 1. Garantien für den europäiſchen Frieden; ſchen auch wohlumriſſene Formen angenommen. Hat dieſer Dreier=
pakt
Bedeutung für die Entwicklung der Dinge im Mittelmeer
Vor zwei Jahren noch konnte man eine überraſchende italie=
italieniſch
=türkiſchen Krieg, nicht aber friedliche Vertragsverhand=
lungen
zwiſchen dieſen beiden Staaten. Angeſichts dieſes raſchen

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Seite 2

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Stimmungswechſels ſind daher Zweifel an ſeiner Aufrichtigkeit
nicht unangebracht. In der Tat entſpringt die vermeintliche Aus=
ſöhnung
RomAngora kalter Berechnung auf türkiſcher Seite
und nachdrücklichen engliſchen Ratſchlägen auf italieniſcher Seite.
Italien ſitzt in Tripolis, im Dodekanes, in Albanien, der italie=
niſche
Kronprinz läßt ſich in Paläſtina feiern, in Arabien wird
verhandelt . .. das römiſche Reich des Altertums
ſchwebt dem neuen Rom vor Augen. England konnte
einer Erweiterung des italieniſchen Einflußgebietes in Kleinaſien
nicht untätig zuſchauen. Bekanntlich lenkte man damals Italiens
Aufmerkſamkeit ab und verwies es auf den Balkan. Wie weit
die Gefahr gediehen war, ſtellte ſich erſt ſpäter heraus. Im
April 1926 jedenfalls waren drei türkiſche Reſervekorps mobili=
ſiert
und man hatte ſich nicht etwa an der unmittelbar bedrohten
Stelle, bei Smyrna, zuſammengezogen, ſondern auf der
europäiſchen Seite der Türkei, zwiſchen Adria=
nopel
und Tſchorlu, weil zu erwarten war, daß
ſchon damals das griechiſche Thrazien als Auf=
marſchgelände
der Italiener würde herhalten
müſſen. Die Türkei iſt heute ſo wenig wie damals darauf
erpicht, mit Italien Krieg zu führen. Umfangreiche Bahnbauten mit
ſtrategiſcher Bedeutung in Anatolien harren der Vollendung, der
Heeresbedarf bedarf der Ergänzung: um die türkiſche Armee voll
ſchlagfertig zu machen, müſſen noch wenigſtens fünf
Jahre vergehen, und bis dahin, will man in
Angora Ruhe haben. Dadurch werden auch die Erklä=
rungen
Muſtapha Kemals verſtändlich, der ſich öfters für eine
Verſtändigung mit Italien und auch mit Griechenland ausge=
ſprochen
hat. Der erſte Teil dieſes türkiſchen Wunſches mit
Italien iſt in Erfüllung gegangen, weil England Italien
kräftig ſchob. Dagegem iſt zwiſchen Angora und Athen alles beim
Alten geblieben, trotzdem der engliſche Einfluß in Athen ſehr
groß iſt. Es wird Italien und England nur ſchwer gelingen,
Griechen und Türken an den Verhandlungstiſch zu bringen, weil
zunächſt der Haß der Griechen gegen die Türken zu groß iſt. Die
kleinaſiatiſche Niederlage wird in Griechenland unvergeſſen blei= allem unterſuchen ſollte, ob das Kriegsgerätegeſetz ingendwie ver=
ben
. Es iſt gerade in dieſem Augenblick intereſſant, die griechiſche letzt worden iſt, iſt nach Berlin zurückgekehrt. Er hat ſeinen ein=
ſchritte
verzeichnet, die die Ueberholung des türkiſchen Panzer=
kreuzers
Jawus Selim (Goeben) macht, denn wenn dieſes
Schiff einmal in den Dienſt geſtellt iſt, dann iſt das maritime
Gleichgewicht im öſtlichen Mittelmeer zu Ungunſten Griechenlands dann veröffentlichen. Wenn auch im Augenblick noch keine Einzel=
geſtört
. Der Jazus iſt ſchneller als jedes griechiſche Schiff,
und ſeine Geſchütze haben die größere Reichweite. Dagegen kann
Griechenland nicht aufkommen, denn ſchon die ſtändige engliſche
weſentlich vermehre, wobei die Miſſion infolge der finanziellen
Abhängigkeit Griechenlands von England ein leichtes Spiel hat.
Dieſe maritime Rivalität zwiſchen der Türkei und Griechenland,
die ihren Grund und ihren Antrieb in der griechiſchen Hoffnung
auf eine Heimzahlung der Niederlage in Kleinaſien hat, wird
ergänzt durch vielerlei griechiſch=türtiſche Streitpunkte über An=
ſiedelungsrecht
, Eutſchädigung aus Enteignungen, Schulweſen, den, da den Sachverſtändigen keinerlei Kontrollrecht zuſteht and
Patriarchat in Konſtantinopel. Es beſtehen darüber zwar Ab= ſie alſo nur in privater Eigenſchaft nach Hamburg gereiſt ſein
machungen, zumeiſt im Einvernehmen mit dem Völkerbund, aber
jede der Parteien hat ſich eine eigene Auslegung zurechtgelegt.
Eine Uebereinſtimmung war bisher nicht zu erzielen, jedoch hat
der Außenminiſter Michalokopulos den Vorſchlag gemacht, alle
Streitfragen durch ein neutrales Schiedsgericht bereinigen zu
laſſen. Alsdann wäre der Weg zu Paktverhandlungen frei. An
dem Gedanken iſt England, nicht ganz unbeteiligt, denn eine
dauernde Spannung zwiſchen Athen und Angora paßt nicht in die deutſche Flotte ihren großen Sieg über die engliſche Armada
Englands Pläne, weil dadurch Italien wieder ermutigt werden erfocht. Schon im vergangenen Jahr hat der Reichspräſident
könnte, ſich der griechiſchen Hilfe gegen die Türkei zu bedienen, angeordnet, daß zur Erinnerung an dieſen Tag und zum An=
die
bei einem Vorgehen gegen die Türkei als Angriffsbaſis denken an die Gefallenen alljährlich am 30. und 31. Mai ſowie
äußerſt wertvoll ſein würde.
den Augen gelaſſen. Und auch aus einem anderen Grunde nicht, gen gebildet. Sie iſt am Mittwoch zum erſten Male mit klingen=
der
jedoch ſchon zur engeren italieniſchen Balkanpolitik gehört:
Italien iſt beſtrebt, Griechenlands Befürchtungen auf einen jugo=
ſlawiſchen
Vorſtoß gegen Saloniki in den Dienſt ſeiner Ein=
kreiſung
des SHS=Staates zu ſtellen. Dieſe Erwägung iſt auch
die einzige, die Griechenland einmal italieniſchen Wünſchen ge=
neigt
machen konnte. Sonſt hat Griechenland allen Anlaß, mit zogen ſie durch die via triumphalis nach der Wilhelmſtraße. Vor
Italien unzufrieden zu ſein. Die italieniſche Beſetzung der rein
griechiſchen Inſeln des Dodekanes macht täglich böſes Blut, weil Kompagnie ſelbſt zog weiter nach dem Reichswehrminiſterium,
die Italiener in ihrer Kolonifationspolitik im Dodekanes nicht während die Wachtabteilung in den Hof einbog und hier die
weniger ungeſchickt und rauh verfahren wie an anderen Stellen Infanterie ablöſte. Die beiden Feldgrauen am Tor wurden ein=
ihres
Landes. Neuerdings haben ſich Reibungen zwiſchen Ita= gezogen und durch zwei Marineſoldaten mit wehenden Mützen=
lien
und Griechenland wegen der italieniſchen Schulpolitik in
Südalbanien ergeben, da ſie ſich hauptſächlich gegen die ſtarke, Deshalb iſt es dankenswert, daß der Reichspräſident dieſe Neu=
dort
anſäſſige griechiſche Bevölkerung richtet.
griechiſche Freundſchaft ebenſowenig wahrſcheinlich iſt wie eine ſtark gelockert worden iſt. Die Tradition iſt das ſtärkſte Binde=
Pakt. Und er wird genau ſo lange dauern, wie Kemal Paſcha zeigen will, daß die Marine an ihrer großen Vergangenheit (
Zeit braucht, um ſein Heer voll verteidigungsfähig zu machen.

Nummer 150

Vom Tage.

Das Reichskabinett hielt geſtern abend eine Sitzung ab,
in der Staatsſekretär Schubert über die außenpolitiſche Lage Bericht
erſtattete. Das Kabinett befaßte ſich noch mit laufenden Angelegenheiten
und auch mit der Hamburger Phosgengaskataſtrophe. Beſchlüſſe wurden
nicht gefaßt.
An Stelle des Freiherrn von Kerkerinck zur Borg iſt der Reichs=
miniſter
a. D. Dr. Andreas Hermes in Berlin=Dahlem als Mit=
glied
, des Vorläufigen Reichswirtſchaftsrats be=
rufen
worden.
Der neuernannte franzöſiſche Geſandte in Wien, Graf
Clauzel, hat unter dem üblichen Zeremoniell dem Präſidenten der Repu=
blik
ſein Beglaubigungsſchreiben überreicht.
Der italieniſch=türkiſche Schiedsgerichts= und
Ausgleichsvertrag wurde am Mittwoch abend im Palazzo
Chiggi von Muffolini und dem türkiſchen Geſandten unterzeich=
net
. Der Vertrag enthält 5 Paragraphen und 9 Zuſatzbeſtimmungen
mit den üblichen Schiedsgerichts= und Ausgleichsbeſtimmungen für die
Dauer von vorerſt 5 Jahren.
Der amerikaniſche Kongreß hat ſich vorgeſtern bis zum
Dezember vertagt.

Der amtliche Bericht über die
Hamburger Kataſtrophe.
Kein Verſioß gegen das Kriegsgeräte=Geſetz
und den Verſailler Vertrag.
* Berlin, 30. Mai. (Privat=Telegramm.)
Der vom Reichswirtſchaftsminiſterium nach Hamburg ent=
ſandte
Beamte zur Unterſuchung der Phosgenkataſtrophe, der vor
Preſſe zu verfolgen, die mit wachſendem Unbehagen die Fort= gehenden Bericht, der eine Darſtellung des Unglücks und eine
Klarlegung der Beſtimmungen des Kriegsgerätegeſetzes enthält,
bereits ausgearheitet, der ſich bereits auf dem Wege zum Reichs=
kanzler
befindet. Herr Marx wird ihn dem Kabinett zuſtellen und
heiten aus dem Bericht mitgeteilt werden können, ſo ſteht doch
feſt, daß nach Anſicht des Reichswirtſchaftsminiſteriums ein Ver=
ſtoß
gegen das Kriegsgerätegeſetz und den Verſailler Vertrag
Marinemiſſion ſorgt dafür, daß die griechiſche Flotte ſich nicht nicht vorliegt, da die Gasmengen in ihrer Produktion von der
Zuſtimmung des Reichswirtſchaftsminiſters abhängig ſind, im
übrigen aber für chemiſche Zwecke frei verbauft werden dürfen.
Intereſſant iſt in dieſem Zuſammenhang ein Gerücht, das
von einer Reiſe des franzöſiſchen und belgiſchen Militärſachber=
ſtändigen
in Berlin nach Hambung wiſſen will. An amtlicher
Stelle konnte dieſes Gerücht weder beſtätigt, noch dementiert wer=
könnten
.
Ehxenwache der Marine vor dem Palgis
des Reichspräſidenten.
* Berlin, 30. Mai. (Priv.=Tel.)
Zum 12. Male hat ſich der Tag gejährt, an dem vör Skagerrak
am 1. Juni vor ſeinem Wohnſitz die Wache durch die Reichs=
marine
geſtellt werden ſoll. Die Reichsmarine hat aus Wil=
Aus diejem Grund hat Italien auch Griechenland nie aus helmshaven eine eigene Wachttruppe aus verſchiedenen Beſatzun=
dem
Spiel aufgezogen, für Berlin eine kleine Senſation. Große
Maſſen Schauluſtiger hatten ſich auf dem Wege vom Branden=
burger
Tor zur Wilhelmſtraße aufgeſtellt. Mit Jubel wurden
die Blaujacken begrüßt, als ſie, voran die Schutzpolizei, dann der
rieſige Tambour, anmarſchierten. Mit geſchultertem Karabiner
der Fahne des Reichspräſidenten ſenkte ſich der Degen. Die
bändern erſetzt ein Bild, das ſelten geworden iſt in Berlin.
ordnung getroffen hat. Die junge Reichsmarine ſucht die Ver=
Aus dem Vorſtehenden erhellt, daß eine dauerhafte italieniſch= bindung mit dem Volke wieder zu gewinnen, die durch den Krieg
griechiſch=türkiſche Ausſöhnung. Es bleibt der italieniſch=türkiſche mittel, um das gute Alte mit dem Neuen zu verbinden, da ſie

feſthält.

* Die Vorverhandlungen
über die Regierungsbildung.

Der Aufmarſch beginnt.
Am Donnerstag werden die Vorverhandlunge

über die Neubildung der Regierung in das er
offizielle Stadium treten: der Reichspräſident hat den Reichstag
präſidenten Loebe zu ſich gebeten, um ſich von ihm über die vol
tiſche Lage beraten zu laſſen. Es war zu erwarten, daß Herr de
Hindenburg dieſen Weg gehen würde, denn er iſt bei frühen
Gelegenheiten ähnlich verfahren. Als alter Parlamentarier wiu
Herr Loebe kaum zu einem anderen Ergebnis kommen, wenn
um einen direkten Rat gefragt wird, dem Reichspräſidenten de
Anhalt zu geben, einen Sozialdemokraten mit der Regierungshi
dung zu betrauen. In politiſchen Kreiſen nimmt man jedo
nicht an, daß Herr von Hindenburg das fchon in den nächſte
Tagen tun wird, da ja vorläuſig noch das Kabinett Marx
Amte iſt. Es kommt aber noch hinzu, daß die Lage auch weite
hin reichlich ungeklärt iſt. Am Donnerstag wird erſt der Parte
ausſchuß des Zentrums zuſammentreten, von dem indeſf
Erleuchtungen kaum zu erwarten ſind, da das Zentrum ganz
wiß nicht über einige unverbindliche Redewendungen und die
leicht eine kleine Ermahnung an die Sozialdemokraten ſich hin
auswagen wird. Ende der Woche tagen dann Volkspartei un
Demokraten, alle mit dem Ziel, die Verbindung unter den =
gerlichen
Parteien aufzunehmen. Anfangs der kommende
Woche wird dann die grundſätzliche Entſcheidung der Sozia
demokraten in Köln fallen. Inzwiſchen tragen die Sozialdem=
kraten
ihren verſtorbenen Abgeordneten Geck zu Grabe, zu deſſe
Beerdigung auch Parteiführer Müller=Franken nach Mannhei
fährt. Er kehrt zwar am Freitagabend wieder zurück, um bal
darauf die Reife nach Köln anzutreten. Es wäre aber auch
lich, daß der Reichspräſident, um keine Zeit zu verlieren, au
die Parteiführer ſchon zu ſich bittet, wobei es ſich aber nur u
informatoriſche Beſprechungen handeln würde. Bis Ende de
kommenden Woche hinein werden wir alſo vermutlich ſehr wenf
vom Fleck kommen. Welches Tempo die Dinge dann nehme
werden, hängt im weſentlichen von den Sozialdemokraten ab un
von dem Programm, das ſie aus Köln mitbringen. Allzu große
Optimismus iſt nach wvie vor nicht gerechtfertigt. Gerade vo
Zentrumsſeite wird jetzt darauf aufmerkſam gemacht, daß es j
ſchließlich nicht genüge, ingendwie eine Regierung zuſammenzu
bringen, ſondern daß eine ſolche Regierung auch einigermaße
Autsſicht auf Beſtand haben müſſe. Gerade da gibt es doch z
denken, daß die Sozialdemokraten bei der Großen Koalition in
Jahre 1923 zweimal eine Kriſe herbeiführten. Die Wetterpr=
pheten
glauben zwar, daß, wenn erſt einmal die Große Koalitio
da iſt, ſie auch Beſtand haben wird. Das bleibt vorerſt eine leer
Vermutung, da niemand weiß, wie der radikale Flügel de
Sozialdemokraten, ſich in der praktiſchen Arbeit einſtellt. Wen
heute der Gewertſchaftsführer Stegerwald in der Germania
einen kritiſchen Artikel über das Wahlergebnis in dem Satz aus
klingen läßt, daß Neuwahlen vielleicht nicht ſo fern ſeien,
wird er bei dieſem Paſſus mancherlei Gefolgsleute haben. Ein
germaßen auffallend iſt es, daß die preußiſche Regierung ſich be
müht, vor Beginn der Verhandlungen über die Reichsvegierun
ein kait accompli zu ſchaffen. Der preußiſche Miniſterpräſider
will trotz der Schwierigkeiten, die ſich für eine folche Beſchlei
nigung aus dem bürokratiſchen Apparat bei der Feſtſtellung de
amtlichen Wahlergebniſſes herausſtellen, den Landtag ſchon zur
8. Juni einberufen, dann lediglich das Präſidium wählet
laſſen das nach der Geſchäftsordnung nur proviſoriſch au
dier Wochen beſtellt wird und nach etwa zweitägiger Daue‟
den Landtag wieder nach Hauſe ſchicken. Preußen wäre damit ge
wiſſermaßen konſtituiert, ehe die Umbildung im Reiche losgeht
da die preußiſche Regierung offenbar nicht die Abſicht hat, ein
Generaldebatte im Landtag herbeizuführen, ſondern ſich dami
begnügt, daß ſie aus den Wahlen mit einer auf acht Stimmen an
gewachſenen Mehrheit herauskommt. Dieſe Eile könnte darau
hindeuten, daß die Sozialdemokraten rechtzeitig einet
Riegel vorſchieben wollen, um ein Hinübergreifen de
Großen Koglition vom Reich auf Preußen z:
verhindern. Der Schluß iſt aber nicht unbedingt zwingend
weil ſchließlich, wenn es ſoweit iſt, ein Umbau in Preußen ſie
auch dann noch bewerkſtelligen ließe. In jedem Falle ſpricht da.
ſelbſtändige Vorgehen Preußens nicht gerade für eine ſonderlich
Geneigtheit der Sozialdemokratie zum Entgegenkommen, und dat
iſt für den Gang der Verhandlungen im Reich doch ein Sympton

*Skagerrak.
Ein Nachwort zur Veröffentlichung des eng=
liſchen
amtlichen Berichts.
Von Kapitänleutnant Joachim Lietzmann.
Der 1925 erſchienenen deutſchen Darſtellung der Skagerrak=
ſchlacht
iſt im vergangenen Jahre in Form eines Blaubuches die
Veröffentlichung des engliſchen amtlichen Berichtes gefolgt. Die
Gründe dieſes reichlich verſpäteten Schrittes mögen mannigfacher
Art geweſen ſein. Abgeſehen von dem vielleicht verſtändlichen Be=
dürfnis
, erſt nach der Herausgabe des deutſchen amtlichen See=
ktiegswerkes
in der breiteren Oeffentlichkeit zu einer Begebenheit
Stellung zu nehmen, die wie keine andere zuvor die Machtſtellung
des britiſchen Weltreiches auf das ſchwerſte erſchütterte, bedurfte
es naturgemäß einer beträchtlichen Zeitſpanne, ehe die Lage der
Dinge unſeren Vettern jenſeits der Nordſee eine öffentliche Be=
ſprechung
der damaligen Gefechtserfahrungen angezeigt erſcheinen
ließ. Und wie vollends aus dem nunmehr bekannt gewordenen
Inhalt des von Admiral Harper verfaßten Blaubuchs hervorgeht,
verbot ſich eine frühere Veröffentlichung auch mit Rückſicht auf die
Stellung des Admirals Beatty, der nach dem Kriege mit der orga=
niſatoriſchen
Leitung der britiſchen Flotte betraut war und dem
in erſter Linie die Schuld an dem engliſchen Mißerfolg beigemeſ=
ſen
wird. Sein inzwiſchen erfolgter Rücktritt hat die bisherigen
Bedenken anſcheinend beſeitigt.
Die Veröffentlichung des ſogenannten Harperberichts hat den
unter dem Eindruck der ſchlechthin klaſſiſch zu nennenden deut=
ſchen
Darſtellung entfeſſelten Widerſtreit der Meinungen in Eng=
land
zum Abſchluß gebracht. Der Bericht iſt den bisherigen Ge=
pflogenheiten
engliſcher Proxaganda nicht gefolgt. Mit rückhalt=
loſer
Offenheit, faſt möchte man ſagen wider Erwarten, iſt hier
nicht mehr die Rede von dem ſonſt ſo beliebten Siege von Jüt=
land
, ſondern von einer ausgeſprochenen Niederlage, die neben
zahlreichen waffentechniſchen Mängeln in erſter Linie den tak=
tiſchen
Maßnahmen des Admirals Beatty zur Laſt gelegt wird,
welcher am 31. Mai 1916 die britiſchen Schlachtkreuzer befehligte.
Die Aufſtellung eines ihm gleichfalls unterſtellten ſtärkeren, doch
langſameren Geſchwaders von vier weiteren Großkampfſchiffen an
unzweckmäßiger, weil der vermuteten deutſchen Anmarſchrichtung
abgewandter Seite geſtaltete im Verein mit einer Gefechtsentwick=
lung
, die den britiſchen Admiral dem Feuerbereich der heran=
nahenden
deutſchen Hochſeeflotte geradewegs entgegenführte,
ſchon die erſte Phaſe der Schlacht zu einer vernichtenden Kata=

ſtrophe für die Engländer.

Weitere für unſeren Gegner verhängnisvolle Fehler, die unter
anderem in der Nachrichtenübermittlung und Ortsbeſtimmung zu=
tage
traten, mögen hier unerörtert bleiben. Sie ſind letzten Endes
der unterlegenen Geſamtführung und nicht den Mängeln einzel=
ner
zuzuſchreiben. Uns genügt heute das amtliche Geſtändnis
aus Feindesmund, daß an jenem Tage der Siegeslorbeer der
deutſchen Flotte zufiel und daß auf der anderen Seite der mäch=
tigen
britiſchen Armada, deren Flagge ſchon bei Coronel eine ver=
nichtende
Niederlage erlitten hatte, der Ruhm genommen wurde,
als Sieger heimzukehren.
Andererſeits konnte man ſich der Ueberlegenheit der deutſchen
Führung nicht verſchließen. Neben ſonſtigen ſchweren Verluſten
ſanken bereits im erſten Gefechtsabſchnitt, welcher unſere fünf
Schlachtkreuzer einer doppelten Uebermacht entgegenführte, zwei
britiſche Großkampfſchiffe innerhalb weniger Minuten unter dem
Feuerorkan der deutſchen Geſchütze in die Flut.
Und als im weiteren Verlauf die beiden mächtigſten Schlacht=
flotten
der Welt aufeinanderprallten, da zeigte ſich trotz der für
uns denkbar ungünſtigen Beleuchtungsverhältniſſe das ausge=
ſprochene
Uebergewicht der deutſchen Taktik und Waffenausbil=
dung
in ſeiner vollſten Größe. Die harte Schule, zu der unſer Alt=
meiſter
v. Tirpitz und v. Koeſter als Schöpfer und Exerziermeiſter
den Grundſtock geſchaffen, war nicht umſonſt geweſen. Dem zahlen=
mäßig
faſt zweifach überlegenen Gegner wurden im Vergleich zu
den unſrigen die doppelten Material= und dreifachen Perſonal=
verluſte
zugefügt, und nur die hereinbrechende Dunkelheit be=
wahrte
ihn vor weiterem Verhängnis.
Nach einer Nacht, in welcher die zuſammengeſchoſſenen eng=
liſchen
Zerſtörer gleich ſchaurigen Brandfackeln unſerer geſchloſſen
marſchierenden Flotte den Weg wieſen, ſtand Admiral Scheer an
der von ihm gewählten ſtrategiſch günſtigen Poſition bei Horns
Riff, um den Kampf mit dem Gegner, den er nach menſchlichem
Ermeſſen nicht minder entſchloſſen wähnen mußte, aufs neue auf=
zunehmen
. Dieſer jedoch, obwohl durch Funknachrichten dauernd
über den genauen Stand der deutſchen Flotte unterrichtet, hatte
es vorgezogen, einer neuen Schlacht aus dem Wege zu gehen und
in nordweſtlicher Richtung mit zerſprengten Geſchwadern den
Rückmarſch anzutreten.
Nicht Mangel an Schneid ſeitens der engliſchen Unterführer
und Beſatzungen beſiegelte das Schickſal des Tages. Sie ſtanden
an Tapferkeit den unſeren wohl kaum nach. Zu ihrer materiellen
und ausbildungstechniſchen Unterlegenheit aber geſellte ſich die
Unentſchloſſenheit der britiſchen oberſten Führung, die angeſichts
der furchtbaren Lehren des Vorabends und angeſichts deſſen, was
weiterhin auf dem Spiele ſtand, die Laſt der Verantwortung nicht

zu tragen vermochte und vollends aus Furcht vor den deutſchel
Torpedos den ſicheren Heimweg einer ungewiſſen Entſcheidungs
ſchlacht vorzog. Die Zeit Nelſonſcher Ueberlieferungen war 1
Vergeſſenheit geraten. Der niederſchmetternde Eindruck, den di
nach und nach ſpärlich einlaufenden Nachrichten von dem Ergeh
nis des Zuſammentreffens mit der deutſchen Flotte in der Lon
doner Admiralität hervorriefen, erhellt am beſten aus der 2a
ſache, daß man beſchloß, die Veröffentlichung bis zur Vertagun.
des Unterhauſes am 2. Juni zurückzuſtellen. So kam es, daß de
übrige Welt um volle zwei Dage früher von deutſcher Seite We.
den Verlauf der Skagerrakſchlacht unterrichtet wurde.
Die Beſtürzung der engliſchen Oeffentlichkeit aber, die ſic
bis ins Mark getroffen fühlte, kannte keine Grenzen. Zwar /e51
unter zielbewußter Leitung eine gutdiſziplinierte Preſſeprobe
ganda ein, welche die Gemüter beruhigen ſollte und die Niedel
lage obendrein in einen Sieg verfälſchte. Doch konnte ſie del
Einſichtigen nicht über den Ernſt der Lage hinwegtäuſchen.
Die Zeitſchrift Nation ſpricht in ihrer Ausgabe vom 2. 300
nuar 1917 von einem inglorious kiasco, und der Manchelte
Guardian ſtellt ſchon vorher am 28. Oktober die Frage: Müſle.
wir uns noch einmal der furchtbaren Gefahr unterziehen, aus de
wir nur durch Gottes Vorſehung gerettet worden ſind? Oor
Sydenham vollends ſchreibt in der Engliſh Review 1924: n)
der langen und glorreichen Geſchichte der britiſchen Marine.
nichts verzeichnet, was ſich mit dieſer Tragödie auch nur einige
maßen vergleichen ließe.
Unſere ſiegreiche Flotte aber erreichte mit ehrenvollen Buh
den bedeckt unter dem Jubel des ganzen deutſchen Volles. 4
1. Juni die Heimat. Die an Ueberlieferungen älteſte und mac
tigſte Schlachtflotte der Welt war geſchlagen! Was Admit
Scheer vollbracht, war ſelbſt nach britiſchem Urteil Rüyſt.
genug, ihn den großen Flottenführern aller Zeiten ebenbüt.
zur Seite zu ſtellen. Und was ihn dazu befähigte, war nele
der Ueberlegenheit ſeiner Führung, dem hohen Ausbildungsſichl.
der Offziere und Mannſchaften und der Güte unſeres Materit
die Einheitlichkeit des Willens und des Vertrauens, die alle, D.
Admiral bis zum letzten Mann, als feſtes Band umſchloſſen het
Das, was ſich zweieinhalb Jahre ſpäter ereignete, ſteht Mit.
Skagerrakſchlacht in keinem urſächlichen Zuſammenhan9=
So wurde der Welt vor dem Skagerrak wie auf dem S0i
bewieſen, was deutſche Einheit unter feſter Führung zu kee
imſtande iſt. Den Ausblick, der ſich uns heute aus dieſem Beiſbe.
eröffnet, hat kein Geringerer als der Sieger vom 31. Mal ſ.
Worte gekleidet:

[ ][  ][ ]

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Seite 3

Nummer 150

Tobile berſchollen. Hilfe für die Italia

Rettungs=Expeditionen.
Italien lehnt norwegiſche Hilfe ab.
Zur Rettung der Idalia und ihrer Mannſchaft haben ſich
mehrere Expeditionen aufgemacht, die nach der Richtung vor=
ngen
wollen, in der das Luftſchiff vemutlich abgetrieben wor=
iſt
. Da das Hilfsſchiff Nobiles, die Citta di Milano wegen
Packeiſes nicht weiterkonnte, hat ſie zwei Abteilungen aus
er Beſatzung gebildet, die heute die Kingsbay verlaſſen haben.
ch von Norwegen aus iſt eine Hilfsexpedition unterwegs, und
Amerika wird eine weitere Expedition zuſammengeſtellt. Die
wegiſche Regierung hat ihre Hilfbereitſchaft der italieniſchen
gierung ſofort mitgeteilt, aber die italieniſchen Behörden haben
e höflich abgewinkt. Sie wollen angeblich eine eigene Expedi=
r
ausrüſten, die aus Alpenjägern zuſammengeſtellt werden ſoll
das Rettungswerk von Italien aus antreten ſoll. Allgemein
d dieſe italieniſche Ablehnung des novwegiſchen Hilfeangebots
verſtändnislos aufgenommen, da Italien bei einer derartigen
ion wahrhaft keinen Preſtigeverluſt zu befürchten hat. Um ſo
kenswerter iſt das Vorgehen Norwegens, das trotz der ita=
tiſchen
Abſage eine gut ausgerüſtete Abteilung in Marſch ge=
t
hat, um alles zu tun, was zur Rettung der beteiligten
ftſchiffbeſatzung getan werden kann.
Norwegen hilft trotzdem. Erklärungen
Riiſer=Larſens
Der Flieger Riiſer=Larſen, der die norwegiſchen Hilfsmaß=
imen
für die vermißte Mannſchaft der Italia leitet, hat dem
nderkorreſpondenten des Corriere della Sera in Oslo zu=
je
, erklärt, es beſtehe noch große Hoffnung, die Mannſchaft zu
en, ſelbſt wenn dem Luftſchiff ein ſchwerer Unfall zugeſtoßen
Indeſſen ſei die Zeit koſtbar. Die norwegiſche Marine habe
möglichſtes getan, indem ſie den Leutnant Holm mit dem
brecher Hobby entſandte. Das Schiff werde in der Advents=
y
eine Anzahl Hunde mit Schlitten aufnehmen, die von dem
ektor der Bergwerksgeſellſchaft zur Verfügung geſtellt wurden.
nn werde der Dampfer ſoweit wie möglich, wahrſcheinlich bis
Dänen=Inſel, vordringen, von wo aus der norwegiſche Flie=
ſeine
Erkundungsflüge unternehmen werde. Nach der Anſicht
ſer=Larſens kann eine ſyſtematiſche und gründliche Erforſchung
Gebietes, wo das Luftſchiff vermutlich landete, nur mit
yreren großen Kundſchafterflugzeugen ausgeführt werden, die
gere Zeit in der Luft bleiben können. Solche Flugzeuge könn=
in
wenigen Tagen mit eigenen Mitteln von Europa nach
itzbergen fliegen, um dort die Erkundungsflüge aufzunehmen.
ebt mir ein Flugzeug, wie die Verhältniſſe es erfordern, und
werde ſofort einen Erkundungsflug nach den Vermißten un=
rehmen
. Es genügt mir, zwei Gewehre und viel Munition
zuſühren. Wenn ich irgendwo landen müßte, würde ich für
Weitere ſorgen. Die Bären und Robben würden mir hin=
hend
Nahrung und Schutz gegen die Kälte bieten. Nächſten
mmer könnte man mich wieder abholen. Jetzt ſind auch
lreiche Robbenfänger und Pelzjäger im Norden von Spitz=
gen
vom Ausbleiben des Luftſchiffes unterrichtet worden, ſo=
t
ſie ſich in der Nähe von Walfiſchfängern befinden, die mit
mikſtationen ausgerüſtet ſind. Die Nachforſchungen werden ſo
rier weiter nach Norden ausgedehnt, und die Zahl der frei=
ligen
Kundſchafter wird immer größer.
Die Maſchine, mit welcher Riiſer=Larſen ſeine Ertundungen
r den Verbleib der Italia anſtellen will, wird vom gleichen
o ſein, wie der Apparat Lützow Holms. Falls die geplante
ße Hilfsexpedition beſchloſſen werden wird, bevor Riiſer=
ſen
geſtartet iſt, wird dieſer ſeinen Flug wahrſcheinlich auf=
en
. Der bekannte Polarforſcher Kommandant Gunnar
ichſen ſagte in einem Interview, man dürfe nach dem Luft=
ff
Nobiles nicht allein bei Spitzbergen ſuchen, ſondern auch am
inz=Joſephs=Land und bei Novaja Semlia. Er bot für dieſe
fgabe ſeine Dienſte an.
uch ſchwediſche und Moskauer Hilfe für Nobile
Ein in Moskau gebildetes Nobile=Komitee beſchloß, bei den
gierungen von Norwegen, Japan und den Vereinigten Staa=
von
Amerika die Zuſammenarbeit von Hilfsaktionen zu be=
tragen
. Von Archangelsk geht ein Eisbrecher und ein Waſſer=
gzeug
ab. Auch iſt eine längere Expedition geplant.
Die ſchwediſche Geſellſchaft für Anthropologie und Geogra=
e
hat zuſammen mit dem Chef der ſchwediſchen Luftſtreitkräfte
chloſſen, die Regierung zu erſuchen, baldige Vorbereitungen

für eine ſchwediſche Expedition nach den Gewäſſern bei Spitz=
bergen
zu treffen. Es iſt geplant, daß die ſchwediſche Expedition,
italieniſchen und norwegiſchen Behörden und Hilfsexpeditionen
zuſammenarbeiten ſoll, um die Italia zu ſuchen.
Der Hilfsdampfer Cittä di Milano ergebnis=
los
zurückgekehrt.
Der Hilfsdampfer Citta di Milano iſt von ſeiner Rettungs=
expedition
nach dem Norden plötzlich wieder zurückgekehrt. Wie
die Mannſchaft berichtet, ſtieß das Schiff bei der Roten Bucht bei
einer nördlichen Breite von 79 Grad 55 auf eine unüberwindliche
Eisdecke, die es zur Umkehr zwang. Bei der Rückkehr wurde
gegenüber der Dänen=Inſel an der Küſte von Spitzbergen eine
aus vier Alpini beſtehende Skipatrouille unter Führung eines
ortskundigen Pelzjägers auf die Suche nach der vermißten Mann=
ſchaft
des Luftſchiffes ausgeſchickt. Die Patrouille iſt für einen
längeren Marſch ausgerüſtet, der längs der Küſte nach der
Moffen=Bay und zur Wayde=Bay zur Weſtküſte von Neu= Fries=
land
geht, wo überall die Pelzjäger nach den Vermißten befragt
werden ſollen. Unterwegs werden ſich die Skiläufer durch die
Jagd ernähren. Sie ſind mit einem Zelt und Schlafdecken aus=
gerüſtet
.
Ankunft der Nordpol=Flieger in Berlin.
TU. Berlin, 30. Mai.
Die beiden Nordpolflieger Wilkins und Eyelſon ſind heute nach=
mittag
um 16,43 Uhr mit dem deutſchen Regierungsflugzeug D 1000,
das ihnen unter Führung des Luftkapitäns Bauerhin nach Kopenhägen
entgegengeſchickt worden war, auf dem Zentralflughafen Berlin= Tempel=
hof
eingetroffen.
Der Flughafen war zum Empfang der Nordpolflieger mit den
deutſchen, amerikaniſchen und engliſchen Fahnen geſchmückt. Bekannt= in Mariathereſiopel, Serajewo und Suſak. Ueberall mußte die
lich iſt Wilkins ein in England naturaliſierter Auſtralier, Ehelſon
Amerikaner norwegiſcher Herkunft. Das große Junkersflugzeug, in dem
ſich die Polarflieger in Begleitunug von Profeſſor Berſon und Haupt=
Lorbeer und Tannengrün geſchmückte Empfangspodium vor, an dem ſuchte bis zum jugoſlawiſchen Konſulat vorzudringen, wurde aber
ſich das Empfangskomitee und die Ehrengäſte, darunter die Botſchafter
Englands und Amerikas, Staatsſekretär Zweigert, der Berliner Ober=
bürgermeiſter
Dr. Böß, Profeſſor Wegener u. a. eingefunden hatten.
Für die Reichsregierung begrüßte Staatsſekretär Zweigert vom Reichs=
hin
, die beide mit ihrem Nordpolflug vollbracht hätten, und erinnerte
daran, daß Berlin bereits ver einem Jahre die große Ehre gehabt hätte,
amerikaniſche Flieger in Berlin zu begrüßen. Nach ihm ſprach Ober=
bürgermeiſter
Böß, dann Botſchafter Shurman, der engliſche Bot=
ſchafter
Sir Lindſay und für die Deutſche Geſellſchaft zur Erforſchung
der Antauktis Profeſſor Wegener.



Beneſchs Berliner Reiſe.
* Berlin, 30. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Reiſe des tſchechiſchen Außenminiſters Dr. Beneſch nach
Berlin hat der ausländiſchen Preſſe einige Rätſel aufgegeben,
die zu löſen ſie ſich eifrig bemüht. Sie iſt aber damit bisher nicht
recht vom Flea gekoinmen, weil ſowohl in Berlin als auch in
Prag die Berliner Beſprechungen vertraulich behandelt werden.
Man weiß, daß lediglich Angelegenheiten behandelt worden ſind,
die nur die beiden Staaten angehen. So hört man, daß auch die
Frage einer tſchechiſchen Freihaſenzone im Hamburger Hafen be=
handelt
worden iſt, aber ein Abſchluß noch nicht erfolgte. Das
iſt aber auch alles, was verraten werden konnte. Wenn jetzt der
Daily Telegraph behauptet, daß Beneſch ſich für ein wirtſchaft=
liches
Zuſamengehen der mitteleuropäiſchen Staaten unter
Einbeziehung Deutſchlands eingeſetzt hat und dabei ſogar ſeinen
Widerſtand gegen den Anſchluß Oeſterreichs an Deutſchland auf=
gegeben
habe, ſo iſt das entweder ein Verſuchsballon oder, ſofern
an dieſer Behauptung etwas Wahres iſt was ſich natürlich
nicht feſtſtellen läßt ein Manöver zur Durchkreuzung der
Pläne des Tſchechen. Es iſt ja bekannt, daß er ein eifriger Ver=
fechter
der Donaukonföderation iſt, die ſich aber bis jetzt nicht hat
verwirklichen laſſen. Vielleicht will er jetzt eine andere Richtung
einſchlagen und Anſchluß nach Norden ſuchen, nachdem er bei den
Ungarn, Rumänen und Serben wenig oder gar kein Glück gehabt
hat. Bei der ſtrengen Vertraulichkeit, die gewahrt wird, muß
man dem Daily Telegraph ſchon die Verantwortung für dieſe
Mitteilung überlaſſen, die immerhin, weil ſie nicht unintereſſant
iſt, regiſtriert werden muß.

Wir haben die Siege dieſes Volkes geſehen und leben der
ffnung, daß, wenn es ehemals kleiner war als ſein Glück, es
ſtens größer als ſein Unglück werden möge!
Vergleich der beiderſeitigen Verluſte.
Britiſch Deutſch
oßkampfſchiffe . .
ltere Linienſchiffe und Panzerkreuzer
9
einere Kreuzer und Zerſtörer.
ſamttonnengehalt der verſenkten Schiffe . 115025 61 180
6 094 Mann 2551
Gefallen ..
507
674
Verwundet .
177
Gefangen".
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Marburger Feſtſpiele. Die Feſtſpielleitung weiſt noch einmal darauf
daß die Feſtfpiele täglich von 1719 Uhr ſtattfinden. Die Eintritts=
eiſe
ſind nicht, wie irrtümlich in den Inſeraten angegeben, ſondern wie
gt: Mk. 5, 3,75, 2,50 und 1,50. Bei Sammelbeſtellungen von 50
rten wird auf die erſten 3 Plätze 20 Prozent Ermäßigung gewährt.
Neue Romane.
Ap. Die Freyhoffs. Ein Vorkriegsroman aus dem Elſaß. Von
aximilian Boettcher. (Kyffkäuſer=Verlag, Verlin.) Die
ſchichte der durch drei Generationen vertretenen adligen weſtfäliſchen
zmilie Frehhoff bildet die Unterlage des großzügigen Romans. Der
ehn des alten Freyhoff, der im Ruheſtand lebt, nachdem ihm im
atſch=franzöſiſchen Kriege ein Bein ſteif geſchoſſen worden, iſt mit
er Franzöſin verheiratet. Die Ehe des deutſchen Offiziers mit einer
Herzen ſtets Franzöſin gebliebenen Frau ſpiegelt die deutſchfran=
iſchen
Gegenſätze im Rahmen einer Familientragödie wider. Er
tt zunächſt bei der preußiſchen Garde in Potsdam ein, läßt ſich aber
ner Frau zuliebe, die ſich in der monarchiſch deutſchen Umgebung un=
icklich
fühlt, nach Straßburg verſetzen. Beſtürzung, ja Faſſungs=
igkeit
bemächtigt ſich ſeiner über die eiſige, feindſelig verbiſſene, oft
rausfordernde und mit Hohn und Niedertracht gepaarte Gehäfſigkeit,
* ihm wie allen ins Land gekommenen altdeutſchen Soldaten und
ramten auf Schritt und Tritt hier begegnet. Raſch genug erkennt er,
6 die Seele des wiedereroberten elſäſſiſchen Landes ſich ebenſo ſchwer
Deutſchland gewinnen laſſe, wie die Seele ſeiner Frau. Ein Jahr
äter wird er als Oberſt an die Spitze der in Illſtadt (Schlettſtadt)
Henden 17. Dragoner kommandiert. Seine Frau lebt mehr in Lille
* ihren Eltern, als bei ihrem Mann, und hält es in Illſtadt mit den
anzoſen. So wird die Ehe ein kaltes, froſtiges Nebeneinanderleben.
e deutſch=franzöſiſchen Gegenſätze pflanzen ſich in ihren Kindern fort.
er älteſte Sohn, ſtreng deutſch geſinnt, wird deutſcher Offizier, der
rigere, das Kind ſeiner Mutter, bleibt Franzoſe und ſtudiert in Paris.
onflikte mit Vater und Bruder ſind Folgen dieſer Zwieſpältigkeit. Der
mgere wird zum Verräter, indem er geheime Papiere ſeines Lcrers
r Frankreich ausliefert. Als er aber auf Befehl ſeines Vaters ſich ie

Berlin ſtellt und deutſchen Geiſt und deutſches Weſen aus eigener An=
ſchauung
kennen lernt, wird er bekehrt. Bei Ausbruch des Weltkrieges
ziehen die drei Generationen Frehhoff ins Feld. Der jüngere Sohn
legt ſeinem Vater ein reumütiges Geſtändnis ab und wird, von dieſem
als Landesverräter verſtoßen und verflucht; er meldet ſich als Sanitäter
und tilgt ſeine Schmach durch einen ehrenvollen Tod fürs Vaterland.
Seine Mutter wird, nachdem ſie die Seele ihres Volkes erkannt hat
und Zeuge wird unmenſchlich roher, geradezu ſadiſtiſcher Quälerei und
Grauſamkeit des franzöſiſchen Pöbels gegen deutſche Verwundete, be=
kehrt
, widmet ſich dem Samariterdienſt und gewinnt die Liebe ihres
Mannes wieder. Mit der Eroberung von Lille durch die Deutſchen
ſchließt das Buch.
Neben der meiſterhaften Charakterſchilderung des Oberſt Freyhoff,
des Vorbildes eines deutſchen Offiziers und Mannes der Ehre, ſind es
hauptſächlich die Stimmungsbilder aus dem Elfaß, die dem Buche ſeine
Bedeutung verleihen. Der Haß gegen alles Deutſche äußert, ſich in
geradezu grotesker Weiſe. Das Beſtreben der deutſchen Regierung, die
Germaniſierung der Reichslande durch Milde und Güte zu betreiben,
wurde als Schwäche ausgelegt, und Proteſte und Oppoſition erhoben
nur um ſo dreiſter ihre kecken Stimmen. Wenn dieſe Schilderungen
des Buches wahrheitsgetreu ſind, ſo muß man ſagen, daß es ein ver=
gebliches
Bemühen war, die Elſäſſer für das Deutſchtum zu gewinnen,
und wenn der deutſchen Regierung zu viel Milde und Nachſicht vorge=
worfen
wird, ſo kann man den Franzoſen dieſen Vorwurf nicht machen,
wie ihre brutale Behandlung der Deutſchen, ihr Polizeiregiment und
der Kolmarer Prozeß beweiſen. Ob ſich die Elſäſſer nach der Be=
freiung
vom deutſchen Joch glücklicher fühlen? Wer weiß es?. Den
Höhepunkt des Buches bildet die überaus ſpannende und packende Schil=
derung
des Einfalls der Franzoſen in Ilſtadt, wo ſie wie Banditen
hauſen, und ihre Vertreibung dunch die Deutſchen, wie überhaupt die
von echt deutſchem Geiſte und vaterländiſcher Begeiſterung getragene
Schilderung des erſten Kriegsjahres. Ein Buch, das deutſchem Namen
und deutſcher Ehre gegenüber dem Haß, der Lüge und Verleumdung,
den mächtigſten Bundesgenoſſen unſerer Gegner im Weltkriege, gerecht
wird.
Der Geächtete. Roman von Gunnar Gunnarſon. Ueber=
ſetzung
aus dem Däniſchen von Erwin Magnus. (Univerſitas, Deutſche
Verlags=Aktiengeſellſchaft, Berlin, Paris; broſch. 4,75 Mk.) Der Roman
iſt ein pſychologiſches Charaktergemälde. Ulfar Liotſſon, der Sohn
des Dompfarrers in Reykjawik, der Hauptſtadt Islands, iſt eine
problematiſche Natur, der keiner Lage gewachſen iſt, und dem keine
Lage, in der er ſich befindet, genügt, und der an dem inneren Wider=
ſtreit
zugrunde geht. Auf der Univerſität verbrachte er ſeine Zeit ab=
wachſelnd
mit Ausſchweifungen, Trinken und angeſtrengter Arbeit,
immer von dem Gefühl des Unbefriedigtſeins getrieben, zwiſchen Seh=
nen
und Hoffen, Schwernrut und Verzweiflung hin= und hergeworfen
und ſtets von dem Bewußtſein ſeiner Unwürdigkeit und von Selbſt=
vorwürfen
gepeinigt. Mit Hilfe berauſchender Getränke ſucht er ſeine
Phantaſie zu erregen und ergibt ſich dem Trunk. So hatte ſich nach
und nach in ſeinem Innern eine ſolche Laſt von zermalmendem Ueber=
druß
und verzwveiſeltem Schwermut angeſammelt, daß die Spannung in
ſeinem Innern allmählich unerträglich wurde. Nie konnte er das blut=
volle
Glück der Arbeit und der treuen Ausdauer genießen, denn der
ewig nagende Wurm, der in ſeinem Innern wühlte, entmannte ſeinen

Die italieniſch=jugoſſawiſche
Spannung.
Scharfer italieniſcher Proteſt in Belgrad.
Wie der Corriere della Sera aus Belgrad meldet, hat der
die von zwei Marineflugzeugen unterſtützt werden ſoll, mit den italieniſche General Bodrero auf die zwei Verbalnoten vom
Samstag dem nach Belgrad zurückgekehrten Außenminiſter
Marinkowitſch ſofort eine heftige Proteſtnote überreicht, in der
hervorgehoben wird, daß die Vorfälle, in Dalmatien und im
Königreich nach den letzten Mitteilungen und Feſtſtellungen der
italieniſchen Konſuln viel ernſterer Natur ſeien, als es anfangs
ſchien und daß trotz den vorhergehenden Schritten beim Mini=
ſterium
die italienfeindlichen Kundgebungen ſich in ernſter Form
in Spalato und Agram wiederholten. Die Note betont ferner,
daß die Unruhen einen ausgeſprochen und ſyſtematiſch organi=
ſierten
italienfeindlichen Charakter zeigten. Die Behörden ſeien
nicht mit genügender Tatkraft eingeſchritten. Dies treffe beſon=
ders
für Spalato zu, wo die Ortsbehörden ſchon vorher von dem
italieniſchen Konſul über die Drohungen unterrichtet worden
ſeien. Die Note verkangt von der ſüdſlawiſchen Regierung um=
faſſende
Genugtuung für die moraliſchen und materiellen Schä=
den
und behält ſich vor, jede weitere Wiedergutmachung zu ver=
langen
, die die italieniſche Regierung für angebracht halten
könnte.
Proteſt=Kundgebungen gegen die Ratifizierung
der Netiuno=Konven ion.
Die patriotiſche Organiſation Narodna Odbrana hat für
kommenden Sonntag vormittag vor dem Nationaltheater eine
große öffentliche Verſammlung einberufen, um gegen die Rati=
fizierung
der Nettuno=Konvention, ferner gegen die Angriffe auf
die jugoſlawiſchen Konſulate ſeitens der fasciſtiſchen Menge und
gegen das Verbrennen der jugoſlawiſchen Fahne in Zara zu
proteſtieren.
Im Laufe des geſtrigen Tages fanden in einer Anzahl von
Provinzſtädten Demonſtrationen gegen den Fascismus ſtatt, ſo
Polizei einſchreiten und verhaftete eine Anzahl meiſt jugendlicher
Demonſtranten, worauf die Ruhe wieder hergeſtellt wurde.
In Fiume kam es, wie aus Suſak gemeldet wird, abermals
mann a. D. Bruns befanden, rollte bei ſeiner Ankunft bis an das von zu großen antijugoflawiſchen Demonſtrationen. Die Menge ver=
von
einem ſtarken Polizeiaufgebot daran verhindert. Hierauf
zogen die Demonſtranten zur Grenzbrücke FiumeSuſak und
wollten nach Suſak einfallen, wurden aber daran ebenfalls ver=
hindert
. Auf dieſe Demonſtrationen hin wurde auf der jugo=
verkehrsminiſterium
die Flieger. Er wies auf die große Pioniertat, ſlawiſchen Seite der Brücke mit antifasciſtiſchen Demonſtrationen
geantwortet. Auch hier iſt die jugoſlawiſche Polizei energiſch
aufgetreten.
Wie aus Zara gemeldet wird, haben ſich dort geſtern abend
die antifugoſlawiſchen Kundgebungen erneuert. Eine große Menge
Fasciſten drang in die Garage des jugoſlawiſchen Konſulats
ein, riß den jugoſlawiſchen Wimpel vom Kraftwagen herunter
und verbrannte ihn dann am Meeresufer unter großem Jubel
der Menge.
Derjugsſlaw’ſcheAußenmir iſter Marinkowitſch
über das Nettuno Abkommen.
In der Skupſchtina gab heute Außenminiſter Marinkowitſch
Erklärungen zu dem Dringlichkeitsantrag der bäuerlich= demokra=
tiſchen
Oppoſition ab, in welchem die Regierung aufgefordert
wird, ſich zu den Motiven zu äußern, die ſie zu der plötzlichen
Einbringung der Nettuno=Konvention zwecks Ratifizierung im
Parlament bewogen haben. Dr. Marinkowitſch führte aus,
daß von einer plötzlichen Ratifizierung nicht gut geſprochen wer=
den
könne, da dieſe vor drei Jahren abgeſchloſſen worden ſeien.
Die Konvention ſei ſchon vor zwei Jahren dem Parlament zur
Ratifizierung vorgelegt worden, und zwar von einer Regierung,
in der auch die heute in der Oppoſition ſtehende Kroatiſche
Bauernpartei vertreten geweſen ſei. Die Behauptung, daß die
Ratifizierung von Italien gefordert worden ſei, erklärte Marin=
kowitſch
, ſei nicht richtig. Das offizielle Italien habe ſich im
Verlaufe des letzten Jahres nicht ein einziges Mal mit einer
Anfrage wegen der Nettuno=Abkommen an die ſüdſlawiſche Re=
gierung
gewandt. Auch von anderer Seite ſei kein diplomatiſcher
Druck auf die Negierung eausgeübt worden; ebenſowenig beſtehe
ein Zuſammenhang zwiſchen den Anleiheverhandlungen in Lon=
don
und der Einbringung des Ratifizierungsantrages. Der
Miniſter ſprach ſich in dieſem Sinne für die Ablehnung des
Dringlichkeitsantrages Pribitſchewitſch und Genoſſen aus. Die
Mehrheit der Skupſchtina beſchloß in dieſem Sinne.

Willen und ſog ihm die Freude aus dem Herzen. Er fühlte ſich als
ein Geächteter und Verdammter. Nachdem er ſeine Stellung im Mini=
ſterium
, die ihm Qual bereitete, verloren, wird er durch reine und hin=
gebende
Liebe eines Mädchens vorübergehend dem Leben und der
Lebensfreude wiedergewonnen und verſucht ſich als Matroſe in prak=
tiſcher
Arbeit zu betätigen, kommt aber wieder zu der Einſicht, daß er
ſich nun einmal für das Leben nicht eignet und daß er und das Leben
gleichſam Feinde ſind. Auf ſeiner erſten Fahrt findet er ſeinen Tod
in den Wellen. Angeſichts des ſicheren Todes, den er nicht fürchtet,
fühlt er ſich zum erſten Male als Sieger. Endlich gab es eine
Situation, in der er aushielt, eine Situation, der er gewachſen war,
endlich beſtand er die Probe, endlich hatte ſein Weſen gezeigt, daß es
einen Kern hatte, der nicht zu brechen war! Im Gegenſatz zu dem
problematiſchen Charakter des Sohnes ſteht der abgeſchloſſene Charakter
des Vaters, eines Mannes, der in reichem Maße dem Ungemach des
Lebens ausgeſetzt war, und der doch weit entfernt, geknickt zu werden,
nur immer ſtärker davon geworden. Die Geiſteskrankheit ſeiner Frau
und der Kummer um ſeinen Sohn ſtärkten, ihn gleichſam nur und
brachten ihn Gott näher. Seine ſchwere, tiefe, alles verſtehende und
verzeihende Liebe, die Grundmauer ſeines Weſens, hielt ihn in allem
aufrecht. Weil ſein eigenes Weſen Liebe war, glaubte er an Gottes
Liebe und an die Liebe in und hinter allen Dingen, und weil er ſelbſt
treu und nachſichtig war, glaubte er an Gottes Treue und Nachſicht,
und weil er ein Heiliger war, zweifelte er nicht an Gottes Heiligkeit.
Das Buch enthält zahlreiche Exkurſe politiſcher Art, die ſich aus=
ſchließlich
auf das Vaterland des Autors beziehen, und gewinnt erſt
am Ende an Spannung. Das Intereſſe an der Hauptfigur des Romans
iſt nicht perſönlicher, ſondern rein pſychologiſcher Art.

* Eine Tiergeſchichte Fönhus.
Der Norweger Mikkfel Fönhus hat eine höchſt eigentümliche
Tiergeſchichte geſchrieben, die von J. Sandmeier ſehr gut überſetzt iſt.
(München, J. C. Beck. 208 S.) Sie iſt ſchon vor zwei Jahren erſchie=
nen
und nicht gerade ſtark beachtet worden. Es handelt ſich auch weder
um ein Senſationsbuch noch um ein Weltanſchauungsbuch. Alſo nichts,
wonach man in Geſellſchaft riskieren muß, gefragt zu werden. Es wäre
aber doch ſchade, wenn es nicht mehr Leſer fände als bisher. Es er=
zählt
freilich nur die Geſchichte eines Elchs; aber er erzählt ſie ſo, daß
gleichſam ganz Norwegen wenigſtens jener nördliche Strich des Lan=
des
lebendig wird. Das Rétal, in dem der Elch lebt, mit ſeinen
waldigen Hängen, ſeinen Mooren, ſeinem Fluß, den angrenzenden Ge=
birgszügen
. Und die wenigen Menſchen der Gegend mit ihrem Glauben
und Aberglauben. Vor allem der Eſchjäger Gaupa mit ſeinem Hund
Biöne; beider Schickſal iſt ja mit dem des Troll=Elchs engſtens verbun=
den
bis zum Tod. Ueber dem Ganzen liegt der Zauber ganz echter
Volkskunſt, ganz tiefer Wahrheit und zugleich feinſter Kunſt der Dar=
ſtellung
. Und wer packende Schilderungen liebt, bei dem Bericht
über die lange, lange Jagd des Jägers und ſeines Hundes hinter dem
Elch her, die ſchließlich zum Ende führt, wird er auf ſeine Rechnung
kommen .. . . Fönhus kann erzählen, alle Achtung! Er verdient einen
Platz etwa neben unſerem Loens.
M. Schian.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Morgen
81/4 Uhr
Erst-
aufführung

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Nummer 18/

Sinden Tin, daß Cauttanen 4
kistieg versaft?
Komödie in 3 Akten von W. S. Maugham.

Beginn der Sommerſpielzeit Bruno Harprecht in O

Städt. AkademiefürSonkunſt
Montag, den 4., Dienstag, den 5. und
Mittwoch, den 6. Juni, 20 Uhr, im
Saale der Bereinigien Geſellſchaft,
Rheinſtraße

8/4 Uhr
Ersl-

von Kammerſängerin Frau Profeſſor
Anna Bahr=Mildenburg
mt geſangl. u darſtelleriſchen Erläuterungen
Am Flügel:
Hofrat Paul Ottenheimer
1. Abend: Opern=Szenen von Mozart, Weber,
Beethoven, Verdi, Richard Strauß uſw.
2. Abend: RichardWagner: Szenen a. Holländer,
Lohengrin, Tannhäuſer,Meiſterſing., Parſifal
3. Abend: Richard Wagner: Szenen aus dem
Ring des Nibelungen
Karten zu 2. für den Abend und
5.für die dreiAbendeim Sekretariat
der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße 36. Die Mitglieder
des Heſſ. Landestheaters, des Lehrer=
Kollegiums der Städt. Akademie und
des R. D. T. M., ſowie die Ausbildungs=
ſchüler
der Städt. Akademie erhalten
Karten zum halben Preis. Die Opern=
ſchüler
der Städt. Akademie haben
freienEintritt. DerFbach=Konzert=Flügel
wurde von der Fa. Karl Arnold & Sohn
freundl. zur Verfügung geſtellt. St 233

Wehgeldtzt

Nen
E.V.
Sonntag, 3. Juni:
6. Wanderung
Mämling=Grumbach
Michelſtadt.
Ausk. und Tiſchkarten
bei Robert Bergmann,
Wilhelminenſtraße19,
und Freitag abend
im Klublokal (Krone).
Einzeichnungsliſte für
die Unwettergeſchä=
digten
an der Berg=
ſtraße
liegt bei Herrn
Bergmann offen. (9232

Vernickeln
Brädor erHasschank bar Krone
verkupfern,verſilbern.

Schustergasse 13

Donnerstag, den 31. Mal und Fre.tag, den 1. Junl
Große Konzerte
mit Spargel-Essen
ausgeführt vom Harmonle-Orchester Darmstadt
unter Leitung ihres Dirigenten Kammer-Virtuos Louis Kümmel

Waldſchlößchen

bei Griesheim Halteſielle der Kinie9
Jeden Donnerstag ab 4 Uhr
Samstag ab 8 Uhr
Sontag ob 4 ur Honderl
14484 Beſitzer Ernſt Schneider.

Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Miete C (20. Vorſtellung)
Donnerstag, den 31. Mai 1928
Anfang 19.30 Uhr Ende 22.00 Uhr
Zum erſten Male wiederholt:
Jonny ſpielt auf=
Oper in zwei Teilen von Ernſt Krenek
Muſikaliſche Leitung: Dr. Karl Böhm
Inſzenierung: Renato Mordo a. G.
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Mitwirkende:
(9223
Paula Kapper, Manda von Kreibig, Roſe
Landwehr, Rudolf Balve, Leo Barczinſki,
Guſtav Baumgarten, Guſtav Deharde, Karl
Ebert=Beyer, Werner Finck, Osc. Grauert,
Herbert Grohm, Hans Komregg, Heinrich
Kuhn, Gothart Portloff, Eugen Vogt
Perſonen=Verzeichnis
Der Komponiſt Max . Rudolf Balve
Die Sängerin Anita . . Roſe Landwehr
Der Neger Jonny, Jazz=
band
=Getger .
Hans Komregg
Der Violin=Virtuoſe
Daniello . . . . . . Leo Barezinſki
Das Stubenmädchen
Yvonne . . . . . . . Paula Kapper
Der Manager . . . . . Heinrich Kuhn
Der Hoteldirektor . . . Guſtav Deharde
Ein Bahnangeſtellter . Eugen Vogt
Herbert Grohm
Erſter
Zweiter / Poliziſt . . K Ebert=Beher
Oscar Grauert
Dritter
Ein Stubenmädchen . Doris Struck
Ein Nachtwächter im
G. Baumgarten
Hotel.
Ein Polizeibeamter . . Gothart Portloff
Ein Polizeiſchreiber . . Werner Finck
Ein Chauffeur . . . . . Jacob Schaaf
Henny Schuler
Ein Ladenmädchen
Ein Gepäckträger
Kart Lochmann 9 große Los
Erich Arnold.
Ein Tänzer .. .
Eine Tänzerin . . . . . Margot Voß
Joſephine . . . . . . . Manda v. Kreibig
Spielwart: Fritz Bohne

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ab 4. Juni 1928 für wenige Tage entgegen.
Die hisher durch die Vertretungen des
Nordd. Lloid angenommenen Anträge
werden rechtzeitig dem Konsulat zugeleitet
werden. Antragsformulare oder Auskünfte
sind kostenlos durch uns oder unsere
Vertretungen zu beziehen.

Horddeutscher Lloyd Bremen

Darmstadt:
Anton Fischer,

Frankfurterstraße
12/14

Dieburg: Ernst Reh, Steinstraße 1
Groß-Umstadt: I. Rapp, Obere Marktstraße 2
Heppenheim: Jacob Mainzer, Friedrichstr. 19/21
Michelstadt: Karl Bauer, Bahnhofstraße 53

Die wandernde Jugend dankt
nachſtehenden Firmen, die in anerkennenswerter
Weiſe für die Werbefahrt nach Amorbach und.
Miltenberg Laſtwagen uſw. bereitwilligſt zur
Verfügung ſtellten: Esweo, Heag, Hilsz Eber=
ſtadt
), Chem. Fabrik Merck (4 Wagen), Glas=
induſtrie
Raſt & Co., Drogen=Großhandlung
Friedrich Schaefer, G. Stillinguſw. fernerPapier=
handlung
H. Lautz (Werbeplakate). Dank auch den
Fahrern u. Beifahrern, den Arbeiter=Samaritern,
der freiw. Sanitätskolonne und allen Führern
und Helfern für ihre opferbereite Tätigkeit,
J.A. Deutſche Jugendherbergen, Gau Südheſſen e. V.

Seuchte ſche Deihoioherher, Wahelnineiſtaße

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Keine
10 Bände Mk. 2.00 vrpachung 100 Bände Mk. 15.0
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am 1., 2., 4. Juni, 36 Uhr.
Abgabe der Regale, Stehpult, 2kl. Schränke, Uhr, Spiegel, Stühle, Aushängekaſtenul

Kaum glaublich,
aber wahr!
Der dauerhafte runnt. Waſchſeideſtrumpf

vorzüglich im Tragen
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7379a

[ ][  ][ ]

Nummer 180

Donnerstag den 31. Mat 1928

Seite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 31. Mai.
Ernennungen.
Ernannt wurden: Am 4. Mai: der Schulamtsanwärter Friedrich
äuſer aus Steinberg; Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volks=
ſuile
zu Ober=Moos, Kreis Lauterbach, mit Wirkung vom Tage des
ienſtantritts.
Am 14. Mai: die Schulamtsanwärter Adam Ditter aus Langen=
rombach
, Kreis Erbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Nainrod,
ceis Alsfeld; Erwin Adler aus Bensheim zum Lehrer an der
olksſchule zu Unter=Abtſteinach, Kreis Heppenheim; Philipp Eber=
in
aus Schwanheim, Kreis Bensheim, zum Lehrer an der Volks=
ule
zu Dittelsheim, Kreis Worms; Wilhelm Glenz aus König,
reis Erbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Fürſtengrund, Kreis
bach; Johann Haas aus Heßloch, Kreis Worms, zum Lehrer an der
olksſchule zu Erbach, Kreis Heppenheim a. d. B.; Lubwig Held=
ann
aus Seeheim, Kreis Bensheim, zum Lehrer an der Volksſchule
Uellershauſen, Kreis Lauterbach; Philipp Helfrich aus Zell,
eis Bensheim, zum Lehrer an der Volksſchule zu Airlenbach, Kreis
ebach; Auguſt Henſel aus Aſſenheim, Kreis Friedberg, zum Lehrer
der Volksſchule zu Bannerod, Kreis Lauterbach; Guſtav Hofmann
s Muſchenheim, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksſchule zu
rebenhain, Kreis Lauterbach; Heinrich Koch aus Volxheim, Kreis
Zey, zum Lehrer an der Volksſchule zu Aſpisheim, Kreis Bingen;
fred Kloſtermann aus Klein=Steinheim, Kreis Offenbach, zum
hrer an der Volksſchule zu Vockenrode, Kreis Alsfeld; Joſef Kraus
s Griesheim bei Frankfurt a. M. zum Lehrer an der Volksſchule zu
ihlkirchen, Kreis Alsfeld; Franz Krimm aus= Dieburg zum Lehrer
der Volksſchule zu Eppertshauſen, Kreis Dieburg; Heinrich Michel
8 Trohe, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksſchule zu Berns=
rg
, Kreis Alsfeld; Hans Plaß aus Gardonne zum Lehrer an der
zlksſchuſe zu Gleimenhain, Kreis Alsfeld; Anton Renz aus Boden=
im
, Kreis Oppenheim, zum Lehrer an der Volksſchule zu Oppenheim;
inrich Ludwig Saurer aus Bodenheim, Kreis Oppenheim, zum
hrer an der kath. Volksſchule zu Hanmelbach, Kreis Heppenheim;
il Schmieder aus Friedberg zum Lehrer an der Volksſchule zu
rdorf, Kreis Alsfeld; Joſeph Schopp aus Bad Orb zum Lehrer an
r Volksſihule zu Sonderbach, Kreis Heppenheim; Wilhelm Schül=
rmann
aus Erbach i. O. zum Lehrer an der Volksſchule zu Wahlen,
eis Alsfeld; Georg Schütz aus Fürth i. O., Kreis Heppenheim, zum
hrer an der Volksſchule zu Fürth, Kreis Heppenheim; Leonhard
chweizer aus Weiten=Geſäß, Kreis Erbach, zum Lehrer an der
olksſchule zu Heiſters, Kreis Lauterbach; Ernſt Strack aus Rupper=
trod
, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksſchule zu Rupperten=
b
, Kreis Alsfeld; Karl Thaler aus Mainz zum Lehrer an der
olksſchule zu Friedberg, ſämtlich mit Wirkung vom Tage des Dienſt=
tritts
. Die Schulamtsanwärterinnen: Elifabeth Chriſt aus
kenheim, Kreis Bingen, zur Lehrerin an der Volksſchule zu Heppen=
im
a. d. B.; Erna aus Klein=Linden, Kreis Gießen, zur Lehre=
r
an der Volksſchule zu Weſthofen, Kreis Worms; Anna Feuer=
rch
aus Lampertheim, Kreis Bensheim, zur Lehrerin an der katho=
chen
Volksſchule zu Lampertheim, Kreis Bensheim; Marianne Mül=
r
aus Alzey zur Lehrerin an der Volksſchule zu Bonsweiher, Kreis
ppenheim; Maria Noll aus Darmſtadt zur Lehrerin an der Volks=
ule
zu Aſtheim, Kreis Groß=Gerau; Frieda Weitzel aus Kaichen,
eis Friebberg, zur Lehrerin an der Volksſchule zu Homberg a. d.
ym. Kreis Alsfeld; Karoline Willach aus Berod im Weſterwald
* Lehrerin an der Volksſchule zu Heppenheim a. d. B., ſämtlich mit
irkung vom Tage des Dienſtantritts.
Am 15. Mai: der Lehrer Wilhelm Hölzinger zu Fauexbach,
eis Büdingen, zum Lehrer an der Volksſchule zu Stockheim, Kreis
dingen; der Lehrer, Hermann Knaus zu Bindſachſen, Kreis Büi=
gen
, zum Lehrer an der Volksſchule zu Lindheim, Kreis Büdingen,
ide mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts.
Am 18. Mai: der Lehrer Julius Eberle an der Volksſchule zu
ais a. d. Lda., Kreis Gießen, zum hauptamtlichen Fortbildungsſchul=
yrer
an der Fortbildungsſchule zu Lollar und Umgegend, Kreis Gie=
n
, mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts;
Am 19. Mai: der prov. Gewerbelehrer Felix Bornträger an
* Fortbildungsſchule zu Darmſtadt zum Gewerbelehrer an dieſer
hule;, der Schulamtsanwärter Karl Hechler aus Pfungſtadt, Kreis
rrmſtadt, zum Lehrer an der Volksſchule zu Allertshauſen, Kreis
reßen; der Schulamtsanwärter Wilhelm Joſt aus Eberſtadt, Kreis
rmſtadt, zum hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrer an der Fort=
Sdungsſchule zu Viernheim, Kreis Heppenheim; die Schulamtsanwär=
ein
Henriette Steinmetz aus Mainz zur Lehrerin an der Volks=
ule
zu Jügesheim, Kreis Offenbach, ſämtlich mit Wirkung vom Tage
S Dienſtantrilts; der Lehrer Wilhelm Braun, zurzeit kommiſſariſch
der Volksſchule zu Friedberg, zum Lehrer an dieſer Schule.
Am 23. Mai: der Lehrer Georg Köppler aus Eichenrod, Kreis
ruterbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Wallerſtädten, Kreis
roß=Gerau, mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts.
Am 26. Mai: der anßerordentliche Profeſſor an der Univerſität in
arburg D. Walter Baumgartner mit Wirkung vom 1. April
28 an zum ordentlichen Profeſſor für die altteſtamentliche Wiſſenſchaft
r der Landesuniverſität in Gießen.

In den Ruheſtand verſetzt wurden: Am 21. März: der Land=
richtsdirektor
Wilhelm Müller, in Mainz auf Nachſuchen; am
. Mai: der Notar Juſtizrat Dr. Johann Reinhardt in Mainz
af Nachſſuchen wit Wirkung vom 1. Juli 1928 ab.
Heſſiſches Landestheater. Heute wird Kreneks Jonnyſpielt
uf zum erſten Male wiederholt. Die Vorſtellung beginnt um
30 Uhr.
Die neue Inſzenierung von Shakeſpeares Wie es Euch ge=
XIlt beſorgt Günter Haenel.
Konzert. In Arthur Honeggers ſymphoniſchem Pſalm König
avid (öffentliche Generalprobe: 5. Juni, Aufführung: 6. Juni)
irken als Soliſten mit: Anna Jacobs, Roſe Landwehr, Rudolf Balve.
Precher: Carl Ebert. Leitung: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm.
Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten für die Vorſtellung
Der Zigeunerbaron (am Samstag, den 2. Juni, Großes Haus) er=
äßigte
Karten in unſerer Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17.
Oeffentliches Leben und proteſtantiſcher Geiſt. Ueber dieſes
hema ſpricht bei der heute Donnerstag, abends 8 Uhr, im Gemeinde=
us
, Kiesſtraße 17, ſtattfindenden Jahreshauptverſammlung des Zweig=
ereins
Darmſtadt des Evangeliſchen Bundes der Vorſitzende
2s Heſſiſchen Hauptvereins, Pfarrer Berck von Roßdorf. Alle Freunde
2S Bundes, ſeine Mitglieder und ſolche, die ſich über ſeine Ziele unter=
ehten
wollen, ſind dazu berzlich eingeladen. Der Kampf um die Seele
iſeres Volkes und ſeine Zukunft erfordern von jedem bewußt evange=
ſchen
Manne und jeder evangeliſchen Frau Anteilnahme an allen gei=
igen
Strömungen der Gegenwart. Der Evangeliſche Bund kämpft da=
ei
in vorderſter Linie für Evangelium und Deutſchtum. Dem Vortrag
* ein voller Saal zu wünſchen. Voraus geht der kurze geſchäftliche
eil, der u. a. den Jahresbericht des Vorſitzenden und die Vorſtands=
jahlen
bringen wird.
Deutfche Jugendherbergen, Gau Südheſſen e. V. Nach der ſo gut
erlaufenen erfolgreichen Werbe= und Weihefahrt nach Amorbach und
Niltenberg ſagen wir allen Firmen für die Geſtellung von Laſt=
vagen
uſw. ſowie allen anderen Mitſchaffern im Namen der wandernden
ugend herzlichen Dank (ſ. auch Anzeige). Die Teilnehmer bitten wir,
je noch ausſtehenden Beiträge für Fahrt, Verſicherung und Verpflegung
er Abrechnung wegen recht bald an die Gau=Geſchäftsſtelle, Mathilden=
Tatz 17 (Marſtall), abzuliefern.

Ehrung eines alten Weidmannes.
Am 23. Juli dieſes Jahres vollendet der als Weidmang und Jagd=
ſchriftſteller
in gleicher Weiſe bekannte Fritz Bley ſein 75. Lebensjahr.
Die Verdienſte Fritz Bleys um das deutſche Weidwerk ſind weit über
die Kreiſe der Jäger hinaus bekannt. Leider geriet der alte Herr,
deſſen Arbeitskraft durch Alter und Krankheit heute gebrochen iſt, in
bittere Not. Die großen jagdlichen Organiſationen, Allgemeiner
Deutſcher Jagdſchutzverein und Preußiſcher Landesjagdverband, wollen
ihm daher zu ſeinem Geburtstage eine Ehrengabe überreichen, die
gleichzeitig auch ſeine Notlage lindern ſoll. Ein Aufruf ging durch die
geſamte Jagdpreſſe.
Die Arbeitsgemeinſchaft des Allgemeinen Deutſchen Jagdſchutz=
vereins
und des Preußiſchen Landesjagdverbandes ruft daher Deutſch=
lands
Jäger auf: Zeichnet die Fritz Bley=Ehrengabe!
Zu ſeinem Geburtstage am 23. Juli ſoll ſie dem Jubilar überreicht
werden als Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung, die er in ſo
reichem Maße verdient. Sowohl der Allgemeine Deutſche Jagdſchutz=
verein
wie der Preußiſche Landesjagdverband haben als erſte namhafte
Beträge zur Verfügung geſtellt. Aber dieſe Summe reicht nicht aus.
Jeder Weidmann in Nord und Süd, Oſt und Weſt, jeder, der den
grünen Rock trägt im weiten deutſchen Vaterlande, ſoll ſein Scherflein
beiſteuern zu dieſer Ehrengabe in Dankbarkeit, Liebe und Treue zu=
gleich
. Beim Generalſekretariat des Allgemeinen Deutſchen Jagdſchutz=
vereins
iſt die Annahmeſtelle. Geldſpenden wollen unter dem Stich=
wort
Fritz Bley Ehrengabe überwieſen werden an das General=
ſekretariat
des Allgemeinen Deutſchen Jagdſchutzvereins, Berlin SW. 11,
Deſſauerſtraße 8 III., Poſtſcheckamt Berlin NW. 7, Nr. 59 461. Ueber
eingehende Beträge wird an dieſer Stelle quittiert werden. Dank im
Voraus allen denen, die ſich an denen, die ſich an dieſem Werk be=
teiligen
! Auch wir kennen die Verdienſte des Jubilars und wiſſen,
wie viele Freunde er beſitzt. So wünſchen wir denn dieſer Ehrung
einen vollen Erfolg und hoffen, daß nicht nur Jäger ſich daran be=
teiligen
werden. Ueber eingehende Beträge wird in der Jagdpreſſe
quittiert werden.
AAHAHAHKAA
Raitan Vin nin
ohne Darmſtädter Fahrplanbuch. Erhältlich zum Preiſe von
60 Pfennig in allen Buchhandlungen, Bahnhofsbuchhand=
lungen
, Kiosken, Verkehrsbüro, Agenturen des Darmſtädter
9224dr) Tagblattes und in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 23.

HHAAHHHRHHEHHHHAA
85. Geburtstag. Am 1. Juni feiert der Veteran (Feldzug 1866, 70=
71 und 191418), Oberzahlmeiſter a. D. Frhr. v. Zedlitz=Neukirch, hier=
ſelbſt
Heinrichſtr. 110 wohnhaft, ſeinen 85. Geburtstag.
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Am Sonntag, den
3. Juni, findet die 6. programmäßige Wanderung ſratt, die von Müm=
ling
=Grumbach über Völlſtein nach Michelſtadt führt. Auskunft und
Tiſchkarten bei Herrn Robert Bergmann, Wilhelminenſtraße 19, oder
Freitag abend im Klublokal. Bei Herrn Bergmann liegt auch die Ein=
zeichnungsliſte
für die Unwettergeſchädigten an der Bergſtraße offen.
Aus der Beſſunger Bücherhalle (Beſſunger Str. 48) wurden im
Monat Mai 586 Bücher von 102 eingeſchriebenen Leſern entliehen. An
Geſchenken gingen ein einige Bände von Ungenannt. Den gütigen
Gebern herzlichen Dank. Zuwendung weiterer Spenden von Büchern
und guten Zeitſchriften, ſowie Beitrittserklärungen zum Verein für
Volksbildung, Mindeſtbeitrag 2 Mark pro Jahr, werden vom Vorſtand
des Vereins entgegengenommen. Bücherausgabe: Dienstag und Freitag
von 1618 Uhr. Das der Beſſunger Büicherhalle angeſchloſſene öffent=
liche
Leſezimmer iſt täglich für jedermann geöffnet von 2 Uhr ab.
Orpheum. Beginn der Sommerſpielzeit. Morgen
Freitag, abends 8½ Uhr, beginnt Bruno Harprecht nach
mebrjähriger Unterbrechung ſeine Sommerſpielzeit mit eigenem
Enſemble. Als Eröffnungsſtück wurde die erfolgreiche Komödie Fin=
den
Sie, daß Conſtance ſich richtig verhält? von S. W.
Maugham gewahlt. Das gefamte Perſonal der Sommerbühne iſt in
dieſem Srück beſchäftigt und debutiert ſomit vollzählig bei der morgigen
Eröffnungsvorſtellung Kartenverkauf im Verkehrsbureau und bei
de Waal, Rheinſtraße 14, woſelbſt auch Abonnements (bis einſchließlich
Dienstag) abgegeben werden. (Siehe Anzeige.)

Bei Unfall und Krankerttransporken-
Verleihen von Krankertbedarfsartikeln

ist Teleforruf Janitäts-Mache Rotes Kreuz
Telefon:4ooDarrnskadt.

Verein ehemaliger 18Ger von Darmſtadt und Umgebung. Der
erſte allgemeine Regimentstag findet am 3. Juni in Frankfurt am Main
im großen Saale des Volksbildungsheimes ſtatt. An alle Kameraden
richten wir die Bitte, ſich recht zahlreich an dieſem erſten Treffen zu be=
teiligen
. Alles nähere durch die Kameraden E. Voeglin, Darmſtadt,
Schloßgaſſe 30, und K. Döpfer, Frankfurt a. M., Dahlmannſtr. 7.
Kaufmänniſche Stenographengeſellſchaft E. V., Darmſtadt. Am
Sonntag, den 3. Juni, findet die 6. Wanderung wie folgt ſtatt: Abfahrt
von Darmſtadt Hbhf. vorm. 7,08 Uhr nach Goddelau=Erfelden. Von da
führt der Weg nach Oppenheim, auf die Landskrone und zurück über
Schuſters=Wörth, Schwedenſäule nach Erfelden. Sonntagsfahrkarte
nach Goddelau=Erfelden (Fahrpreis 0,80 Mk.). Marſchzeit zirka vierein=
halb
Stunden. Gäſte ſtets willkommen. Führer: Schwinn und
Heiligenthal.
Ortsverband im B.D.J. Am Freitag, den 1. Juni, will Studien=
rat
Dr. Feherabend aus Saarbrücken einen Lichtbildervortrag über das
Saargebiet halten, zu dem wir alle Jugend in das Gemeindehaus,
Kahlertſtraße 26, auf abends 8 Uhr herzlich einladen. Der Bundes=
ſingemeiſter
Jörg Erb kommt am Sonntag, abends 8 Uhr, zu uns und
wird vielleicht im Kreiſe der Jungenſchaft mit uns ſingen.
Im ſtädtiſchen Leihamt findet am Mittwoch, den 6. Juni, vor=
mittags
8½13 Uhr, Verſteigerung verfallener Pfänder ſtatt. (Siehe
heutiges Inſerat.)

Weiterprognoſe für Juni.
Ausgegeben vom Deutſchen Zentralbureau für aſtronomiſche Wetter=
kunde
, Direktor A. M. Grimm, Goslar, Wehrenbergſtr. 19.
Ein Regenmonat wie gewöhnlich, beſonders in den Küſten= und Ge=
birgsländern
. Namentlich die erſte Hälfte bringt ſtarke Niederſchläge,
ſo daß auch Hochwaſſergefahr eintreten wird. Die Temperatur hält ſich
meiſt unter dem Mittel und kennzeichnet den Juni als kalten Monat.
Der Himmel iſt zumeiſt bedeckt. In jeder Dekade Erdſtöße, beſonders
aber in der erſten und dritten.
1.5.: Schönwetterperiode bei hoher Temperatur mit geringen Stö=
rungen
lokaler Natur. Gegen das Ende ſrärkere Gewitter,
Regen.
6.10.: Gewitter und Sturm, Regen und Hagel.
11.15.: Beginnt mit Regenwetter bei niederer Temperatur. Zuletzt
Beſſerung und Erwärmung.
16.20.: Veränderliches Wetter mit Regen, mehrere Gewitter, mittlere
Temperatur.
21.25.: Warmes Regenwetter. Zuletzt ſtärkere Niederſchläge und ſin=
kende
Temperatur.
26.30.: Am Anfang warm und ſchön, doch unbeſtändig. Weiterhin
Gewitter, Stürme und Regen, ſtarke Abkühlung.

Die Vereinheitlichung
des Rechnungsvordruckes.
Die Rechnungen, die von den Firmen der verſchiedenen Geſchäfts=
zweige
herausgeſandt werden, zeigen die verſchiedenartigſten Formate
und Anordnungen. Wenn dann in der Buchhaltung eines Betriebes
die Rechnungen der verſchiedenen Lieferanten zuſammenkommen, ſo hat
dieſe mangelnde Einheitlichkeit ein ſchwieviges Finden der einzelnen
für den Empfänger wichtigen Vermerke und eine unüberſichtliche Ab=
lage
zur Folge.
Der Ausſchuß für wirtſchaftliche Verwaltung beim Reichskurato=
rium
hat es ſich deshalb zur Aufgabe gemacht, auf eine Vereinheit=
lichung
der Rechnungsvordrucke hinzuwirken. Auf ſeine Veranlaſſung
ſind die verſchiedenſten Intereſſenten aus Induſtrie, Handels= und Be=
hördenkreiſen
gehört worden, und das Ergebnis dieſer Aeußerungen
wurde in einem Entwurf Richtlinien für Rechungsvordrucke zu=
ſammengefaßt
.
Der Entwurf gibt nicht ein ſtarres Schema, welches zur Folge
hätte, daß eine Rechnung genau wie die andere ausſieht, ſondern läßt
den Sondererforderniſſen einzelner Geſchäftszweige wie auch der werb=
lichen
Ausgeſtaltung reichliche Freiheit. Beſonders intereſſant in dem
Entwurf iſt ein Beiſpiel, welches zeigt, wie eine der bisher üblichen
Rechnungen durch Beſolgung der Richtlinien auszugeſtalten iſt, ohne
da der Geſamteindruck verändert wird.
Wer über die Einzelheiten des Entwurfs näher unterrichtet werden
will, wender ſich an den Ausſchuß für wirtſchaftliche Verwaltung, Be NW 6, Schifferbaudamm 19, der bereitwilligſt Auskunft erteilt.

Darmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft. Am 11., letzten Vortrags=
abend
dieſes Winters, der am 6. Juni 1928, abends 8 Uhr, im Saale
des Hotels Traube ſtattfindet, wird Herr Profeſſor Dr. W. Groh von
der Univerſität Heidelberg über Grundfragen des kollektiven Arbeits=
rechts
ſprechen.
Freigabe deutſcher Amerika=Patente und Entſchädigungsanſprüche.
Die im Auftrage des Auswärtigen Amtes vom Deutſch=Amerikaniſchen
Wirtſchaftsverband und der Abteilung Amerika des Bundes der Aus=
landsdeutſchen
zur Wahrnehmung der Intereſſen und der Rechte aus be=
ſchlagnahmten
Patenten errichtete Intereſſenvertretung für Anſprüche
deutſcher Patentinhaber, Berlin NW. 7, Neue Wilhelmſtr. 12/14, die ihre
Tätigkeit unter Mitwirkung des Deutſchen Induſtrie= und Handelstages
und des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie ausübt, gibt bekannt,
daß ihr jetzt die erſten, mehrere Tauſend Patente umfaſſenden Liſten vor=
liegen
über Patente, die der Zwangsverwalter (Alien Property Cuſto=
dian
) unter den Beſtimmungen des neuen Freigabegeſetzes freige=
geben
hat. Es handelt ſich dabei um Patente, auf die ſeitens des
Zwangsverwalters der amerikaniſchen Regierung eine Lizenz erteilt war,
der ſie auch nach der Freigabe uterworfen bleiben (ſogenannte nonexclu=
ſive
licenfe). Für alle dieſe Patente iſt die amerikaniſche Regierung nach
den Beſtimmungen des Freigabegeſetzes zur Entſchädigung ver=
pflichtet
. Alle Patentinhaber, die ihre Entſchädigungsanſprüche noch
nicht bei der genannten Intereſſenvertretung angemeldet haben, werden
erneut aufgefordert, dies unverzüglich zu tun und die von dem
amerikaniſchen Schiedsrichter vorgeſchriebenen Formulare bei ihr anzu=
fordern
. Die Entſchädigungspflicht der amerikaniſchen Regierung er=
liſcht
, ſofern die formgerechten Anträge nicht bis zum 2. Auguſt
dieſes Jahres in Waſhington eingereicht ſind.
Der Brieftaubenklub 0380, Alter Verein, ſchreibt uns: Am Sonn=
tag
, den 3. Juni, findet nicht, wie angeſagt, der Brieftaubenflug ab
Paſſau, ſondern ab Straubing, 310 Km., ſtatt. Zu dieſem Flug werden
die Tauben am Freitag, den 1. Jumi, zwiſchen 12 und 14 Uhr in unſe=
rem
Vereinslokal, Böttingers Brauerei, Ludwigsplatz 8, angeliefert,
wo ſie von Intereſſenten beſichtigt werden können. Dieſer Flug gilt als
Jubiläumspreisflug. Der Flug Paſſau, 380 Km., findet erſt am Sonn=
tag
, den 10. Juni, ſtatt. Alles nähere können Iutereſſenten bei dem
1. Vorſitzenden, Herrn Karl Schwebel, Darmſtadt, Barkhausſtr. 35,
erfahren. Vereinsabende jeden Donnerstag von 20,30 Uhr ab in unſe=
rem
Vereinslokal, Böttingers Brauerei, Ludwigsplatz 8. Inhaber
Cleoer.
Kraftpoſt. Vom 1. Jum ab fallen die Mittagsfahrten der Kraft=
poſt
Darmſtadt-Lindenfels zwiſchen Darmſtadt und Ober=Ramſtadt
(13,25 ab Darmſtadt Hbf., 14,05 an Ober=Ramſtadt, und 13,25 ab Ober=
Ramſtadt, 14,04 an Darmſtadt) weg.
Alte engliſche Sportblätter ſind zurzeit in der Kunſthandlung
Franz Langheinz, Karlſtraße 25, ausgeſtellt. Die Blätter ſind alle
handübermalte Handkupferdrucke, die teils von uralten engliſchen Plat=
ten
gedruckt worden ſind, teils ſind die Platten neueren Urſprungs.
Verſchiedene Originalarbeiten einzelner Künſtler, mit Gouachefarben
überholt, ergänzen die reichhaltige und wertvolle Ausſtellung.
RDV. Wann iſt ein Platz im Zuge belegt? Platzkarte und
Platzbelegung. Immer wieder zeigt es ſich, daß das reiſende
Publikum nicht genau darüber unterrichtet iſt, wann ein Platz im Ab=
teil
als belegt gilt, oder unter welchen Umſtänden der Reiſende das
Anrecht auf den bereits innegehabten Platz verliert. Wer eine Reiſe
antritt, der belege alſo ſeinen Platz es iſt in allen 4 Wagen=
klaſſen
möglich ordnungsgemäß. Er lege ein Kleidungsſtück, Hutz
oder Mantel, oder auch ein Gepächſtück auf den Sitzplatz nicht
etwa in das über dem Platz befindliche Gepäcknetz, denn das gilt nicht
dann kann er getroſt das Abteil für einige Zeit verlaſſen. Zum Be=
legen
des Platzes genügen jedoch nicht Zeitungen, leere Zigarettenſchach=
teln
, Pappteller und dergleichen. Derartige Gegenſtände werden oft von
den Reiſenden nach Beendigung der Fahrt zurückgelaſſen, ſo daß eine
Platzbelegung damit nicht genügend kenntlich gemacht wäre. In der
gleichen Art muß auch ein Platz in den D=Zügen belegt werden. Die
an der Nummerntafel neben der Abteiltür als belegt, kenntlich ge=
machten
Plätze werden den Inhabern der dazugehörigen Platzkarten,
die 50 Pfg. in der dritten und 1 RM. in der zweiten Klaſſe koſten, nur
bis zur Abfahrt des Zuges freigehalten. Auch hier muß alſo der
Reiſende ſeinen Platz in der oben beſchriebenen Art belegen, um den An=
ſpruch
nicht zu verlieren. Bei fedem Verlaſſen des Zuges unterwegs
auf der Reiſe iſt der Platz durch ein Gepäckſtück zu belegen. Sonſt kann
es vorkommen, daß der Reiſende ſeinen Platz beſetzt findet und er ſich
einen neuen ſuchen muß.

In den ersten 10 ſchren
sollte jede Mutter ihr Kind nur mit der reinen. milden
KINDER
MINAA SEIEE

waschen und baden. Das
Kind wird es ihr einst
danken, weil ihm dadurch
später manche Sorge um die
Erhaltung seines guten
Teints erspart bleibt. Nivea=
Kinderseife ist überfettet
und nach ärztlicher Vor=
schrift
besonders für die
empfindliche Haut der Kin=
der
hergestellt.-Preis 70 Pf.

Sonnengebräunt
wirdIhr Körper, wenn Sie ihn vorLuft= und Sonnenbädern, vor Fahrten und Wanderungen mit
NAA ULAA
einreiben; denn Nivea=Creme verstärkt die bräunende Wirkung
der Sonnenstrahlen. Gleichzeitig beugt Nivea=Creme schmerze
haftem Sonnenbrand vor.
Dosen M. 0.20 bis 1.20 / Tuben aus reinem Zinn M. 0,60 u. 1.
Nur Nivea=Creme enthält Eucerit, und EHIbg.5630
darauf beruht ihre einzigartige Wirkung.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Donnerstag, den 31. Ma: 1928

Kleingartenbau
Volskultur.

Aus Heſſen.

Der alljährlich vom Landesverband der Kleingartenbauvereine von
Heſſen veranſtaltete Heſſiſche Kleingärtnertag findet, am Sonntag,
1 Juli, in Klein=Steinheim a. M. ſtatt. Bei der Morgenfeier werden
Vertreter der Staats= und Gemeindebehörden, Schulbehörden, des
Neichs= und Landesverbandes der Kleingartenbauvereine, ſowie 37 Ver=
eine
, die dem Heſſiſchen Landesverband angeſchleſſen find, offiziell ver=
treten
ſein. Die Anſprachen und Vorträge werden die Kleingartenbau=
bewegung
mit ihren nie erſchöpfenden Quellen des Jungbrunnens der
Volksgeſundheit behandeln. Kleingartenbau und Volkskultur ſind un=
trennbare
Begriffe, und wenn ſich das deutſche Volk auf ſich ſelbſt be=
ſinnt
und nach dem Wahlſpruch handelt: Zurück zur Natur, dann
dürfen wir ſagen, daß auch die Kleingartenbaubewegung zu dieſer Volks=
kultur
ihr Teil dazu beigetragen hat. Der Heſſiſche Landesverband,
Sitz Offenbach a. M., mit ſeinem ſchaffensfrohen Vorſitzenden, Herrn
Studienrat Fiſcher=Offenbach, hat mit ſeiner inneren Feſtigung
große Fortſchritte gemacht. Wie wollen deshalb einen Rückblick über
die Kloingartenbaubewegung veranſchaulichen und feſtſtellen, wie weit
wir damit der Volkskultur dienen. Wir haben ja alle in den letzten
Jahren, vor allem während des Krieges und in der Nachkriegszeit, die
Segnungen des Kleingartenbaues an uns erfahren. Geboren aus der
Not der Zeit, hat ſich die Kleingartenbewogung zu nie geahnter Gröſx=
und Bedeutung entwickelt. Heute wiſſen wir, daß ſich die täuſchten, die
vor einigen Jahren noch glaubten, daß dieſe Kleingartenbewegung,
durch den Krieg gewachſen, wieder in ſich ſelbſt zuſammenbrechen würde.
Es iſt heute erwieſen, daß die Bewegung ſtärker, daß ſie lebensfähiger
geworden iſt. Dieſer Tatſache müſſen wir mit klarem Auge gegenüber=
treten
. Wir haben es erlebt, wie in der Zeit der Inflation der An=
drang
zum deutſchen Boden am ſtärkſten wurde, wie dann eine rück=
laufige
Bewegung einſetzte in dem Sinne, daß viele, die ein Stük Land
vor den Toren der Stadt bebauten, dieſes im Stiche laſſen mußten.
Es iſt ein Irrtum, der denen unterläuft, die da meinen, der deutſche
Menſch hat dem Boben, der Scholle, den Rücken gekehrt. Dies iſt nicht
der Fall. Eine große Zahl hat ſich nur deshalb vom Kleingaytenbau
abgewandt, weil ſie hierzu durch rückſichtsloſe Kündigungen gezwungen
wurde, oder weil ſie wiederholt von ihrem Gelände vertrieben und
dann ſchließlich mißmutig wurde. Dieſe Rückwärtsbewegung, wenn
ſie überhaupt vorhanden iſt, kann nur als zwangsläufige bezeichnet wer=
den
. Wenn wir heute Umfrage halten wollten in den deutſchen Groß=
ſtädten
, wie viele dort heute noch bereit ſind, ein Dauergärtchen zu über=
nehmen
, ſo können wir überzeugt ſein, daß Hunderttauſende von Ve=
werbern
im Deutſchen Reiche ſich wieder melden würden. Der Deutſche
fragt nicht mehr in erſter Linſe: Was hole ich aus dem Boden heraus,
was bringt er mir an wirtſchaftlichen Vorteilen, ſondern: Was bedeutet
dieſes Stückchen Erde für mein Junenleben, für meine Zufriedenheit,
für mein Lebensglück, beſonders für meine Geſundheit, und für die Ge=
ſundheit
derer, die mir naheſtehen? Die organiſierte Kleingärtnerſchaft
hat zugenommen. Die letzte Statiſtik vom Jahre 1927 ergab, daß die
Zahl der organiſierten Kleingärtner faſt eine halbe Million beträgt.
Die gegenwärtige Lage iſt gekennzeichnet durch den Kampf um die Siche=
tung
der Scholle, durch den Kampf für die Ueberzeugung, daß der
deutſche Kleingartenbau nur dann die Aufgaben löſen kann, die ihm
geſtellt ſind, wenn der Einzelne ſich der Scholle auf lange Zeit erfreuen
darf. Die Frage nach dem dauernden Beſtand unſerer Gärten iſt zur
Schickſalsferge geworden. Die vorhandenen Schwierigkeiten ſind ent=
ſtanden
durch die Zunahme der Bautätigkeit, des Siedlungsweſens, der
Induſtrialiſierung. Ueberall dringt die Häuſermeer der Großſtadt in

*Schwurgericht.

p. Der Kaufmann Leo Stoffmacher, in Rußland geboren,
wohnhaft in Offenbach, hat vach der Anklage vor der Kammer für Han=
delsſachen
in Offenbach in einem gegen ſeinen Vater anhängigen Rechts=
ſtreit
ein falſches Zeugnis mit dem Eide bekräftigt. Wir folgen im
Nachſtehenden den ſeither gepflogenen Ermittlungen: Der Angeklagte
iſt der eigentliche Leiter der Firma Stoffmacher, Fabrik feiner Leder=
waren
in Offenbach. Die Firma ſtand Lit einer Dresdener Firma in
Geſchäftsverbindung, in deren Verlauf der Angeklagte im März 1925
nach Dresden kam und an dieſe Firma Lederwaren verkaufte. Dabei
kam man auch auf Moiré, zu ſprechen. Von dieſem Stoff beſtellte Stoff=
macher
ſchriftlich. Die Waue wurde von Dresden am 18. April 1925 mit
Preis von 385 Mark abgeſandt. Stoffmacher hatte vielleicht Reue an
dem Kauf bekommen, da der Preis für Moire, ſinkende Tendenz zeigte,
oder war vielleicht nicht in der Lage, zu zahlen, jedenfalls bemängelte
er ſchriftlich die Qualität der ihm überſandten Ware. Da ſich die Dres=
dener
Firma auf nichts einließ, kam es zum Prozeß, in welchem es ſich
in erſter Linie darum handelte, ob nach Muſter geliefert war oder nicht.
Hätte Stoffmacher das ihm in Dresden übergebene Muſterſtück vorgelegt,
ſo hätte wohl ſofort die Identität mit der gelieferten Ware feſtgeſtellt
werden können und Firma Stoffmacher hätte im Falle dieſer Feſtſtel=
lung
den Prozeß verlieren müſſen. Der als Zeuge vernommene Ange=
klagte
beſchwor nach der Anklage der Wahrheit zuwider, daß er das
ihm übergebene Muſter nach Dresden zurückgeſchickt habe und daß der
überſandte Moire, von anderer, ſchlechter Qualität geweſen ſei, als der
beſtellte.
Auf Grund dieſer angeſtellten Ermittlungen iſt das Hauptverfahren
wegen Meineids eröffnet worden. Wie es die Natur der Sache mit ſich
bringt, muß gelegentlich der Vernehmung des Angellagten der ganze
Verlauf der Verkaufsverhandlungen und des ſich anſchließenden Rechts=
ſtreits
aufgerollt werden. In erſter Inſtanz wurde durch Urteil den
Inhabern der klagenden Firma ein Eid auferlegt. Gegen dieſes Urteil
legte der Vater des Angeklagten Berufung ein, wie der Angeklagte an=
gibt
, wegen der Formulierung des Eides. Der Angeklagte wurde als
Zeuge benannt, der als Vertreter der Firma beeidigt werden müſſe. Auch
Klägerin legte Berufung ein, weil der auferlegte Eid unerheblich ſei.
Vergleichsverhandlungen der Parteien ſchloſſen ſich an, die ſich zer=
ſchlugen
. In der Berufungsinſtanz ſiegte der Beklage ob. Die ſtreitige
Moiréware wurde dann von Letzterem gepfändet und von ihm auch
erſteigert.
Ein als Buchhalter tätig geweſener Zeuge bekundet eine durchaus
fabrik.
Am Nachmittag wird in der Beweisaufnahme fortgefahren. Die
unterlegene Prozeßpartei, hat bei der Dresdener Polizei die Straf=
anzeige
wegen Meineids erſtattet. Der Firmeninhaber bekennt, daß er
hinſichtlich des Moireſtoffes Fachkenntniſſe nicht beſitze. Von einem An= burg am 28. 6., ab Cuxhaven am 29. 6., D. Thuringia ab Hamburg am
geſtellten eines Offenbacher Bankhauſes wird dem Angellagten das
Zeugnis eines geſchäftsgewandten Kaufmannes ausgeſtellt.
Der Staatsanwalt hält dafür, es ſei ſachlich Unrichtiges beſchworen
worden, denn es ſei völlig unkaufmänniſch, ein Muſter, das man als
Beweismittel in Händen habe, dem anderen Vertragsteil auszuliefern;
mit keinem Wort erwähne die Korreſpondenz ein zurückgeſandtes Muſter.
Ob die Farbmuſter zurückgelangt ſeien, ſei nicht reſtlos aufgeklärt.
Widerlegt ſei auch die beſchworene Behauptung bezüglich der Qualität,
denn der Angeklagte verfüge über die nötige Sachkenntnis, eine Beweis=
lücke
ſei nicht vorhanden. Es ſei nach Muſter geliefert worden. Der
Angeklagte habe auch bewußt (wiſſentlich) gehandelt. Das Motiv zur
Tat ſei klar erſichtlich, Angeklagter habe eine unglückliche Spekulation
gemacht: er habe zu teuer gekauft. Deshalb habe er ſich auch im Prozeß
vergleichen wollen. In dem Bivilprozeſſe ſeien in beiden Inſtanzen B. 7., D. Amaſſia am B. 8. Nach Mexiko: D. Seſoſtris am
grobe Fehler gemacht worden. Es wird die Meineidsſtrafe beantragt.
Die Verteidigung betont, daß das Zeugnis der unterlegenen Prozeß=
partei
für ein Schuldig nicht zu verwerten ſei; das Muſter hätte ſie, als
die beweispflichtige Partei, zur Vorlage im Prozeſſe bringen müſſen. 9. 6., D. General Mitre am 13. 6., D. Antiochia am 23. 6. Nachder
Für ein. Beiſeiteſchaffen des Muſters durch den Angeklagten liege gar
kein Anhaltspunkt vor. Im übrigen habe der Angeklagte über die
Qualität ein Werturteil abgegeben, aber keine Tatſache beſchworen.
Das Urteil iſt freiſprechend.

Lokale Veranſtaltungen.

Deutſchorden. Heute Donnerstag, den 31. Mai, Knapp=
ſchaftsabend
. Uebung für das große Ordenskapitel. Samstag, den
2. Juni, Begrüßungsabend bei Sitte, Sonntag, den 3. Juni, 10,43
Uhr, Feldgottesdienſt in Treuenau, dem die Angehörigen der
Ordensbrüder und Ordensknappen beiwohnen können. Nach dem Gottes=
dienſt
Kapitelrat der Komture und Ehrenmeiſter. 3.30 Uhr nachmittags
Ordenskapitel ſämtlicher Ordensbrüder und Ordensknappen im
Bürgerhof. Ordensausweis unerläßlich. Die Ordensknappen verſehen
den Ehrendienſt.

Raaee Me
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende
22 Uhr, C 20: Jonny ſpielt auf Kleines Haus: Geſchloſſen.
Orpheum: Geſchloſſen. Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen, Zur
Krone. Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſi=
denz
=Theater.

unſere Gärten. So manche Kolonie mußte bereits wieder verſchwinden.
Die Frage, die heute geſtellt werden muß, iſt die: Können wir, können Sonnenſchein verlief das 40jährige Jubiläumsfeſt des Geſangvere
die Verantwortlichen in Staat und Gemeinden es noch länger verant= Sängerluſt. Das am 1. Feiertage ſtattgefundene Konzert zum Geden
werten, daß eine Kolonie nach der anderen verſchwindet, daß die Men= der hundertſten Wiederkehr des Lodestages von Franz Schubert war
ſhen wieder herausgeriſſen werden aus der Verwurzelung mit dem beſucht. Bei dem am zweiten Feiertage ſtattgefundenen Wertun
deutſchen Boden?. Unſere Forderung muß ſein; möglichſte Erhaltung ſingen erhielten einen erſten Preis Männerquartett Neu=Iſenbu
der beſtehenden Kolonien und Schaffung neuer Kolonien auf Dauer= mit 77 Punkten in Klaſſe C; Geſangverein Frohſinn Oberro
gelände.
Weiche Handhaben bieten uns hierzu die beſtehenden Geſetze? Die Punkten und Frohſinn Langen mit 81 Punkten in Kl. 4. B.
8. G.O. berührt die Frage der Dauerkolonien nicht. Sie gibt leider höchſten Ehrentingen um die ven der Gemeinde geſtiftete Kette muß
keine geſetzliche Möglichkeit, Dauerkolonien zu fordern. Das preußiſche drei Vereine als gleichwertig loſen, nämlich Heiterkeit Nieder=
Wohlfahrt3miniſterium hat nun, geſtützt auf § 30 Abſ. 2 des Reichsheim= Sängervereinigung Jügesheim und Frohſinn Oberroden, w.
ſtättengeſetzes, gefordert, daß die Gemeinden Heimſtättengartengebiete
ausweiſen. Das iſt zurzeit die einzige geſetzliche Möglichkeit zur erſterer der glückliche Gewinner wurde=
Schaffung von Dauerkolonien. Im übrigen ſind wir auf den guten
Willen der Gemeinden angewieſen und auf unſer moraliſches Recht. Notiz über die Schließung des Arheilger Schwimmbades am Mühr
Die Stadtverwaltungen ſind bis heute der Forderung nach Dauerkolo= iſt unrichtig. Dasſelbe iſt nach wie vor geöffnet; die Schließung bet=
nien
nur in äußerſt beſcheidenem Maße nachgekommen, in Heſſen nur nur das Gemeindeſchulbad.
in Mainz. Die Stadtverwaltungen ſagen: Wir können auf das Hoheits=
recht
über unſeren Grund und Boden nicht verzichten. Dieſer Boden ortlinie 8 bis zum Südausgang des Ortes iſt von der Bewoh
iſt zu teuer. Es handelt ſich da meiſt um Baugelände. Wie kommen ſchaft des füdlichen Ortsteils im allgemeinen freudig begrüßt vor
wir dazu, ſo wertvolles Gelände für einen Teil der Bevölkerung bereit= Die Beuutzung des neuen Streckenteils läßt ſowohl Sonntags und W
zuſtellen? Aber müſſen nicht ebenſo gut wie für den Sport auch Flä= tags nichts zu wünſchen übrig. Beſonders die in Darmſtadt beſchaft
chen für den Kleingartenbau angelegt werden? Der dritte Einwand Arbeiter und Angeſtellten benutzen gern die neue Strecke, da ſie ih=
betrifft
die Frage der Entſchädigung bei Nutzungsbeſchränkung. Es iſt vornehmlich in den Mittagsſtunden, eine weſentliche Zeiterſparnis
bekannt, daß im Neichstag zurzeit zwei Geſetzentwürfe in Bearbeitung die zum Mittagstiſch ohnehin knappe Zwiſchenzeit bedeutet. Beda
ſind, der Wohnheimſtättengeſetzentwurf und der Entwurf zu einem
preußiſchen Städtebaugeſetz. Die Städte ſollen darin verpflichtet wer=
den
, Flächenaufteilungspläne aufzuſtellen, und in dieſen vor allen Din= genannten Halteſtelle erſt nach 6 Uhr abgeht. Die zahlreichen, ſchon
gen die Erholungsaufgaben der Gemeinden zu berückſichtigen. Zu die= 6 Uhr beruflich nach Darmſtadt fahrenden Perſonen ſind daher nach
ſen zählen nicht zuletzt die kleingärtneriſchen Belange. Die Kleingarten= vor gezwungen, an die ſeitherige Endſtation (Halteſtelle an der W
flächen erſcheinen demgemäß im Geſetzentwurf unter den Erholungs= halle) zu gehen. Es würde ohne Zweifel im Intereſſe der Heag
flächen. Die Schwvierigkeiten des Geſetzentwurfes hängen vor allem gen, hier nach Möglichkeit eine Aeuderung zu treffen. Die nöt
mit den Fragen der Enteionung und der Entſchädigung bei Enteignung Schritte zur Erlangung dieſer Verkehrsverbeſſerung ſind ſeitens des
und Nutzungsbeſchränkung zuſammen. Inwiefern iſt eine Entſchädigung
zu zahlen, wenn eine Stadtgemeinde in ihrem Gebiet Flächenaufteilun= blitums bereits in die Wege geleitet.
gen vornimmt? Iſt eine Entſchädigung zu zahlen bei eintretender Wert=
minderung
des Bodens? Wenn erhebliche Härten und eine dauernde
erhebliche Wertminderung der Grundſtücke durch den Flächenaufteilungs= wetters noch verhältnismäßig ſtark. Die Wälder zwiſchen Luowigs
plan herbeigeführt wird, kann der Eigentümer den Verkauf des Grund= und Frankenſtein wieſen beſonders nachmittags zahlreiche Jußgä
ſtückes durch die Gemeinde nach Ablauf von 5 Jahren verlangen.
Neben den rechtlichen Fragen ergibt ſich vor allem die Frage der nerei in Richen i. O. eine Hobelmaſchine aufzuſtellen hatte, geriet
Finanzierung des Kleingartenweſens. Neben der Selbſthilfe durch die einem Probelauf der Maſchine ſo unglücklich in eine Walze, daß
Spar= und Darlehnskaſſe des Reichsverbandes der Kleingartenvereine
Deutſchlands bedürfen wir der finanziellen Unterſtützung durch Staat
und Gemeinden. Die Gemeinden Mainz und Köln ſind in großzügiger anſtalt drei Eiſenbahnt=agen als Notwohnungen für böswillige
Weiſe vorangegangen, indem ſie die neuen Kolonien ſelbſt eingerichtet
haben. Auch die Stadt Hamburg hat für den Ausbau einer Kolonie um zwei ausrangierte Güterwagen und um einen Perſonenwe
vor den Toren Hamburgs 30000 Mark bewilligt.
Was die Parlamente angeht, ſo iſt es vor allem der Preußiſche
Landtag, der ſich der Kleingartenbewegung angenommen und den Be= um an dem in Verbindung mit dem 60jährigen Jubiläum des Ge
ſchluß gefaßt hat, daß der Kleingartenbau der Turn= und Sport=
bewegung
gleichzuſellen ſei. Auch die Preſſe iſt für unſere Bewegung
gewonnen. Die Kleingartenbauorganiſationen ſind die berufenſten
Führer dieſer Bewegung, ſie dürfen ſich rühmen, für das Volkswohl
Hervorragendes zu leiſten.

Folgenſchwere Gaſolinexploſionen.

Reichsgerichtsentſcheidung vom 11. Mai 1928.

)s. Am 30. Auguſt 1926 kam es in dem Betriebe einer Blechwaren=
fabrik
in Rüſſelsheim zu einem bedauerlichen Unfall. Bei Nepa=
raturarbeiten
am Motor der Gaſolinerzeugungsanlage, die der Arbeiter
L. vorgenommen hatte, erfolgte nach Anlaſſen des Motors plötzlich eine
heftige Exploſion unter Entwicklung einer Stichflamme. L. ſtarb an den
erlittenen Brandwunden. Die Urſache der Exploſion war zunächſt völlig
ungeklärt. Am nächſten Tage wurde der Motor von einem Monteur ge=
reinigt
und dunchrepariert, bei einer Probe lief er reibungslos. Kurze
Zeit darauf machte ſich der Arbeiter Br. trotz Warnung ſeiner Arbeits=
genoſſen
und trotz des Verbots des Fabrikinhabers an dem Motor zu Ak. Nieder=Ramſtadt, 3). Mai. Die am 1. Pfingſtfeiertag ne
ſchaffen und ſetzte ihn in Betrieb. Wieder erfolgte eine Exploſion mit
Stichflamme, auch dieſer Arbeiter erlitt tödliche Brandwunden. Die
gegen den Ingenieur D. als Inhaber des Betriebes erhobene Anklage

führte zu einem Freiſpruch vor dem Landgericht Darmſtadt. Die

Arbeitex ſeien durch das Ausſtrömen eines Gasgemiſches aus dem Gaſo=
meter
, der unter zu niedrigem Waſſerdruck ſtand, getötet worden. Das
Gasgemiſch habe ſich am Boden des Gaſometerraumes geſammelt und
ſei in den nebenliegenden Motorraum eingedrungen, wo es beim Laufen
des Motors durch Funben zur Exploſion gebracht wurde. Die Fahr=
läſſigkeit
des Angeklagten wird jedoch vom Gericht verneint, da er in
Unkenntnis einer Rechtspflicht gehandelt habe. Dieſes Urteil wurde auf
die Reviſion der Staatsanwaltſchaft vom 1. Strafſenat des
Reichsgerichts aufgehoben. Die Sache iſt zu neuer Verhand=
lung
und Entſcheidung an die Vorinſtanz zurückverwieſen wor=
den
. Zur Begründung wurde ausgeführt: Die dargelegten Gründe
können den Freiſpruch des Angeklagten nicht tragen. Die Fahrläſſigkeit
findet der Senat hauptſächlich in folgenden vier Punkten: 1. Nicht=
anbringung
eines Anſchlags über die Behandlung von Gaſolingpparaten
gemäß 8 1 der heſſiſchen Verordnung vom 2. Dezember 1905 über Her=
ſtellung
und Aufbewahrung von Luftaas; 2. Fehlen einer direkt ins
Freie führenden Tür gemäß 8 3 derſelben V.D.; 3. Fehlen einer tür=
loſen
Trennungswand zwiſchen Motor und Gaſometerraum gemäß 8 4
der V.O.; 4. Fehlen von zwei Ventilationsrohren gemäß 8 7 der V.O.
(Aus den Reichsgerichtsbriefen, Herausgeber: K. Mißlack, Leipzig S. 3.)
(D 151/B. 11. Mai 1938.)

Nächſte Dampferfahrten der Hamburg=Amerika=Linie ( einſchließ=
lich
Deutſch=Auſtral=, Kosmos= und Hugo=Stinnes=Linien). Abgeſchloſſen
am 25. Mai 1928. Ohne Verbindlichkeit. Aenderungen vorbehalten.
einwandfreie Geſchäftsgebahwng ſeitens des Leiters der Lederwaren= Nach New York, Halifax: D. Hamburg ab Haupburg am 7. 6.,
ab Cuxhaven am 8. 6., D. Reliance ab Hamburg am 11. 6., ab Cux=
haven
am 12. 6., D. Weſtphalia ab Hamburg am 13. 6. direkt, D. Albert
Ballin ab Hanburg am 14. 6., ab Cuxhaven am 15. 6., D. New York
ab Hamburg am 21. 6., ab Cuxhaven am 2. 6., D. Deutſchland ab Ham=
4. 7. direkt, D. Cleveland ab Hamburg am 4. 7., ab Cuxhaben am 5. 7.
Nach Kanada: D. Brant County am 31. 5., D. Queens County am
7. 6., D. Hagen am A. 6. Nach Philadelphia, Baltimore,
Norfolk: D. Weſterwald am 15. 6., D. Feodoſia am 29. 6., D. Har=
burg
am 13. 7. Nachder WeſtküſteNordamerika: D. Seattle
am 9. 6., D. San Franeisco am B. 6., D. Portland am 7. 7., D. Emil
Kirdorf am 21. 7. Nach Weſtindien Weſtküſte Zentral=
amerika
: M. S. Minna Horn am 9. 6. D. Kuba am 16. 6., D. Min=
den
am 23. 6., D. Rugia am 30. 6., M. S. Ingrid Horn am 7. 7., D.
Cupatoria am 14. 7. Nach Porto Rico, San Domingo,
Haiti, Santiago de Cuha und Jamaica: D. Amaſſa am
12. 6., M. S. Marie Horn am 26. 6., D. Kreta am 10. 7., D. Waldtraut
Horn am 24. 7. Nach Cuba: D. Danzig am 26. 6. D. Mexiko am
14. 6., M. S. Rio Panuco am 26. 6., D. Albingia am 7. 7., D. Nord=
Schleswig am 18. 7., M. S. Rio Bravo am 1. 8. Nach der Oſt=
küſte
Südamerika: D. Fürſt Bülow am 7. 6., D. Liguria am
Weſtküſte Südamerika: D. Heluan am 6. 6., D. Schleſien am
13. 6., D. Heſſen am 16. 6., D. Kellerwald am 20. 6. D. Olitza am
R. 6. Nach Niederländiſch=Indien: D. Halle am 6. 6.,
D. Dortmund am 18. 6. Nach Auſtralien: D. Hoechſt am 9. 6.,
D. Autolyeus am 2. 6., D. Neckar am 30. 6. Nach Südafrika:
D. Karnak am B. 6. Nach Oſtaſien: D. Uarda am 12. 6., M. S.
Heidelberg am 19. 6., D. Habenſtein am 30. 6., D. Scheer am 7. 7.
Hamburg=Rhein=Linie: wöchentlich ein Dampfer. Ham=
burg
=London=Linie; wöchentlich drei Dampfer. Mitgeteilt
durch die hieſige Vertretung, Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Luſſenplatz 1,
Tel. 1308.

Starkenburg.

Aas den Parteien.

Nationale Arbeitervereinigung, Kreisverein
Darmſtadt. Anſtelle des am Himmelfahrttage ausgefallenen
Familienausfluges findet Sonntag, den 3. Juni, nachm. 2½ Uhr, unſer
erſter diesjähriger Familienausflug nach Traiſa, Gaſthaus
Zum Heſſiſchen Hof (Beſ. Walter) ſtatt. Die Muſik ſtellt der im
Wahlkampf zum erſten Male verwendete Lautſprecher. Anläßlich dieſes
Ausfluges wird auch die Anſprache unſeres Parteiführers Dr. Streſe=
mann
zur Vorführung gelangen. Um zahlreiches und pünktliches Erſchei=
nen
wird gebeten. Abmarſch 2½ Uhr am Tierbrunnen, Nieder= Nam=
ſtädterſtraße
.

By. Egelsbach, 30. Mai. Unter blauem Himmel und heiter
mit 85 Punkten in Klaſſe B; Sängervereinigung Jügesheim mit
Arheilgen, 30. Mai. Die in unſerer geſtrigen Nummer gebro
Aa. Eberſtadt, 30. Mai. Die Weiterführung der B
wird nur, daß in den frühen Morgenſtunden ab Halteſtelle Fran
ſtein keine Fahrgelegenheit vorhanden iſt und der erſte Wagen an
4a. Eberſtadt, 30. Mai. Der Verkehr am Dienstag nach Pf
ſten war hier und in der Umgegend infolge des ſchönen Frühig
auf. Unfall. Ein Monteur aus Eberſtadt, der in einer Se
ein Finger zerfleiſcht wurde. Eiſenbahnwagen als N
wohnungen. Gegenwärtig werden hinter der Provinzial=Pf
ter von ſeiten der Gemeinde aus aufgeſtellt. Es handelt
die auf einem ſteinernen Sockel ruhen. Der Geſangver
Germania 1894 Eberſtadt geht am 17. Juni nach Wo
vereins Liedertafel Worm=Pfifligheim ſtattfindenden Geſangswett
teizunehmen.
4a. Pfungſtadt, 30. Mai. Unfall. In der Dunkelheit fuhr
junger Mann mit ſeinem Fahrrade in einen auf einem Wege ſtehe
Wagen hinein, der beleuchtet, aber mit Weißbindergerüſt beladen
Eine Spitze einer Gerüſtſtange ging dem jungen Mann in das
Todesfälle. Eiſenbahnoberſchaffner i. R. Jakob Umſtadt i
Alter von 65 Jahren geſtorben. Im Alter von 63 Jahren ſtarb V
tin Brack 2. Niedrigere Bäderpreiſe gefordert.
dem Vernehmen nach die Benutzung des Hallenſchwimmbades in der
ten Zeit ſtark nachgelaſſen hat, wird von verſchiedenen Seiten eine
abſetzung der Bäderpreiſe zur Hebung des Badeverkehrs geſordert.
42. Seeheim, 30. Mai. Pfingſtmarkt in Seeheim.
am dritten Feiertag abgehaltene Seeheimer Pfingſtmarkt erfreute
bei dem ſchönen Wetter eines außerordentlich guten Beſuches.
nur aus den Nachbarorten, ſondern auch aus Darmſtadt, ja ſogar
Frankfurt, war zahlreiches Publikum erſchienen. In den Gaſthaus
ſtpielte bie Wk um Tanze auf. Die Nebenbahn nach Seeheim un
Autobuslinie des Autobetriebs Bergſtraße, wieſen, zahlreiche Fahr
auf. Trotz allem wurde das Fehlen einer elektriſchen Straßenlah
die Bergſtraße ſtark bedauert.
öffnete Autoomnibuslinie der Heag‟ Darmſtadt Niede==Ramſt
Ober=Ramſtadt erfreut ſich einer fleißigen Benutzung von ſeiter
reiſenden Publikums. Was ſich während der beiden Feiertal
Nieder=Ramſtadt abgeſpielt hat, kann nur der beurteilen, der A
zeuge des Rieſenverkehrs war. Tauſende von Meuſchen wurden t
portiert. Gar bald zeigte ſich, daß die fahrplanmäßigen Wagen, die
den Fahrplan hinaus bereits einhalbſtündig verkehrten, nidt mel
nügten, um die überall wartenden Meunſchenmaſſen wegzubeföür
Mit allen der Heag zur Verfügung ſtehenden Omnibuſſen mußt
Nieder=Ramſtadt aus ein Zwiſchenoerkehr eingelegt werden. Ir
Abendſtunden verkehrten fortgeſetzt 4 bis 5 Wagen. Und dennol
lang es nicht, all die wartenden Reiſenden abzubefördern. Viele b.
ten noch die Bahn oder liefen zu Fuß. Welcher Beliebtheit ſich die
Verkehrslinie erfreut, beweiſt die Vatſache, daß auch am heutigen
tage die Benutzung der Omnibuſſe, eine durchaus gute zu nenne
Die Tatſachen haben bewieſen, daß ein abſolutes Bedürfnis vorh
iſt. Die Zeiten ſind vorbei, daß die Neichsbahn einer großen Ei=
nerzahl
von Vorortgemeinden einen ſo famoſen Fahrplan wie der
zeitigen vorſetzt. In unſerer heutigen ſchnellebigen Zeit kann
dem reiſenden Publikum nicht zumuten, auf die wenigen, zum Te
nahezu 4ſtündiger Unterbrechung fahrenden Züge zu warten, die
drein meiſtens noch überfüllt ſind. Daher kann auch die Omnibu
nur als eine vorübergehende Erſcheinung betrachtet werden. Da
ſtreben des rührigen Verkehrsausſchuſſes Nieder=Ramſtadt=Traiſe
deſſen Betreiben ja auch die Inbetriebnahme der Omnibuslinie zuu
führen iſt, muß nach wie vor darauf gerichtet ſein, daß alsbalt
elektriſche Straßenbahn kommt. Spar= und Darleynske
vereine. G. m. u. H. Die diesjährige Generalverſammlung
am Samstag, den 2. Juni I. Js., im Gaſthaus Zum Römer
macher) ſtatt. Die Tagesordnung umfaßt unter anderem fo
Punkte: 1. Bilanz 1997; 2. Verteilung des Reingewinnes; 3. Ne
der ausſcheidenden Mitglieder des Vorſrandes und Aufſichtsratei
verſchiedene andere wichtige Angelegenheiten. Aufklärend ſei mitt
daß entgegen der verſchiedenen anders lautenden Behauptungen
die hieſige Kaſſe ihre Papiermarkſpareinlagen aufvertet. Im Gel
zu den öfentlichen Kaſſen, die ja einen feſten Aufwertungsſatz vorge
ben bekommen haben, iſt ſie zur Zeit allerdings noch nicht
Lage, einen beſtimmten Aufwertungsſatz feſtzuſetzen. Es liegt
daran, daß die Aufwertungsverhandlungen mit den Hypotheken
Darlehnsſchuldnern noch zum Teil in der Sckwebe ſind. Jedeufe
aber die Verwaltung der Kaſſe bemüht, den Aunfwertungsſatz ſoh0
nur irgend möglich zu ſchrauben. Es beweiſt dies ſchon die Ta
daß laut Generalverſammlungsbeſchluß alle aufgewerteten Hype
und Darlehen in den bereits gebildeten und inzwiſchen ſchon au
beträchtliche Höhe angewachſenen Aufwertungsfonds fließen, un
tieſem aus dem alljährlichen Reingewinn der größere Teil zu0
wird. Die Sparer haben es ſelbſt in der Hand, auf die Höhe de!
wertungsſatzes mitbeſtimmend einzuwirken, indem ſie eingedenk d
noſſenſchaftlichen Gedankens Einer für alle und alle für einen
Geld= und Warengeſchäfte nur bei dem Verein abwickeln. Je
der alljährliche Reingewinn, deſto höher wird der Aufwertung
und damit um ſo höher der Aufwertungsſatz. Obſt= und9a.
bauverein. Am Sonntag, den 3. Juni I. Js nachmittal
Uhr, findet im Kaiſerſaal in Darmſtadt (Grafenſtraße) die Hau
ſammlung des Obſt= und Gartenbauverbandes für den Kreis Du!
ſtatt. Die Mitglieder können dieſer Hauptverſammlung beiwohne
wird ihnen deren Beſuch embfohlen.
G. Ober=Ramſtadt, 30. Mai. Im Jahre 1877 gegründet, blie
Turnverein e. V. Ober=Ramſtadt (D.T.) im Vorjahre auf ſein
Beſtehen zurück. Das aus dieſem Anlaß geplante Feſt wurde an
des Kreisturnfeſtes in Darmſtadt und verſchiedener örtlicher Ver
tungen für dieſes Jahr zurückgeſtellt. Es findet nunmehr in den
vom 7.9. Juli ſtatt und als Feſtplatz iſt, dank des Entgegenko.
ihres Beſitzers, die Raumühlenwieſe geſichert. Ziemlich zenttal 9
kann gerade dieſer Platz in unmittelbarer Nähe der Turnhalle
ſonders geünſtig bezeichnet werden. Die einzelnen Feſtausſchit
ſchon ſeit Wochen gebildet und eifrig bemüht, all= Einzelheiten
vorzubereiten. Der Karuſſellplatz und ſolche für Verkaufsſtänd
Art ſind bereits vergeben und der Vergnügungsausſchuß ruft z.
Beteiligung der Feſtdamen auf. Schon der gegenwärtige Sta.
Vorbereitungen läßt darauf ſchließen, daß der Turnverein alles
ſetzt, das Jubiläumsfeſt ſo zu geſtalten, daß es ſich ſeinen Veu
tungen früherer Jahre und wem wäre nicht noch das Gaut
des Jahres 1924 in lebhafter Erinneruny würdig anreiht.
verſtändlich wird es aber auch die Eiawohnerſchaft nicht daran
laſſen, ihre Gaſtfreundſchaft wie bei anderen derartigen Anläſſe.
hier wieder aufs neue zu beweiſen.

[ ][  ][ ]

Nummer 150
f. Roßdorf, 30. Mai. Ausdem Gemeinderat. 1. Der Ar=
riter
=Geſangverein Eintrachſt in Traiſa bittet um Ueberlaſſung der
eſtbühne der Gemeinde für ſein am 9. und 10. Juni ſtatrfindendes
tiftungsfeſt. Dem Antrage wird ſtattgegeben und eine Vergütung von
) Mk. für die leihweiſe Ueberlaſſung feſtgeſetzt. Ein von der Gemeinde
oßdorf zu beſtimmender Zimmermeiſter iſt für die richtige Ablieferung
* Bühne verantwortlich, 2. Hinſichtlich der Baufluchtlinie in der
koltkeſtraße ſchlägt das Hochbauamt eine kleine Abänderun gvor. Der
emeinderat benehmigt dieſe. 3. Wegen des Erwerbs eines Gelände=
eifens
im Gwann Mummler von zuſammen 85 Quadratmeter ſind
c drei angrenzenden Grundſtücksbeſitzer vorſtellig geworden. Der An=
ag
wird genehmigt und der Preis auf 1,60 Mk. pro Quadratmeter
ſrgeſetzt neben den Vermeſſungskoſten. 3. Herr Carl Müller aus
armſtadt bittet um Ueberlaſſung ſeines z. Z. in Pacht befindlichen
agdbogens auf weitere ſeihs Jahre. Die jetzige jährliche Pacht beträgt
0 Mk. Es wird ron der Verwaltung betont, daß Herr Müller die
agd ſeither weidgerecht ausgeübt und geſchont hat. Der Gemeinderat
ſchließt, den Jagdbogen auf weitere 6 Jahre nach Ablauf der jetzigen
achtzeit zu überlaſſen, wenn als jährliche Pacht 1000 Mk. gezahlt wer=
n
. 4. Herr Schäfereibeſitzer Heinrich Röſchner 3. aus Groß=Zimmern,
* im letzten Jahre die Winterſchafweide zum Preiſe von 360 Mk. ge=
ichtet
hatte, bittet um Ueberlaſſung der Weide für dieſes Jahr zu dem=
ben
Preiſe. Der Gemeinderat iſt damit einverſtanden, wenn als Pa=ht
0 Mk. entrichſtet werden. 5. Die Verpachtung der gemeinheitlichen
rundſtücke findet teilweiſe Genehmigung. Soweit die Taxationspreiſe
cht erreicht ſind, ſoll den Pächtern nochmals mitgeteilt werden, daß
e Grundſtücke zum Taxationspreiſe erhältlich ſind. Wird dieſe nicht
reicht, ſoll die Abgabe an zwei Darmſtädter Liebhaber oder Verwer=
ing
auf andere Weiſe, vielleicht als Sommerſchafweide, geſchehen. 6.

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Seite 7

ährung einer Beihilfe zur Beſchaffung ihrer Krankenpflegeartikel. Die
erwaltung erklärt, daß mit der Krankenſchweſter infolge deren Beur=
ubung
noch nicht Rückſprache darüber habe genommen werden können,
1 eine Notwendigkeit für die Anſchaffung vorliegt. Der Gemeinderat
ſchließt, die beiden hieſigen Aerzte gutachtlich zu hören. Es wurde
ach erwogen, ob nicht der Krankenpflegerin Frau Sauerwein in Anbe=
acht
ihrer ſtändigen Inanſpruchnahme in der Krankenpflege, die ſie
ts unentgeltlich verſehe, eine laufende Vergütung gewährt werden
II. Der heutige Antrag wird zunächſt ſolange zurückgeſtellt, bis
e Ermittlungen abgeſchloſſen ſind. 8. Eine große Anzahl Grundſtücks=
ſitzer
ſin dbeim Gemeinderat vorſtellig geworden, darauf hinzuwirken,
die Feldbereinigung auf unbeſtimmte Zeit zurückgeſtellt werden
öge, da die jetzigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe in der Landwirtſchaft
Durchführung des Verfahrens nicht zuließen. Es kam zu regen
uisſprachen, die ſchließlich dazu führten, daß beſchloſſen wurde, den
eldbereinigungskommiſſar, zu bitten, das Verfahren auf fünf Jahre
rrückzuſtellen. Dagegen ſtimmte Gemeinderat Haas. Es erſcheint
veifelhaft, ob der Geeminderat, nachdem die geſetzlich erforderliche
Tehrheit der Grundſtücksbeſitzer der Gemarkung Roßdorf Antrag auf
inleitung des Feldbereinigungsverfahrens geſtellt hat und dieſer vom
eldbereinigungskommiſſar für zuläſſig erklärt wurde, mit ſeinen Wün=
hen
durchdringen wird. 9. Eine Nechnung für Inſeratkoſten, die vom
eldbereinigungskommiſſar zugeleitet wurde, wurde zur Zahlung ab=
lehnt
, da dieſe nach Anſicht des Gemeinderats von den Antragſtellern
ir Feldbereinigung zu tragen ſei. Zum Schluſſe wurde noch die Be=
mpfung
der Staubplage in den Hauptdurchgangsſtraßen beſprochen.
ie Verwaltung berichtet über die mit der Provinzialdirektion geführ=
n
Verhandlungen und legt Offerten über Straßenſprengwagen vor.
S wurde von Herrn Gemeinderat Peter Emig der Antrag geſtellt, die=
n
Punkt auf die nächſte Tagesordnung zu ſetzen, damit dieſem Uebel=
and
endlich abgeholfen würde.
Aa. Dieburg, 30. Mai. Nachzwei Jahren feſtgenommen.
in Inſaſſe des hieſigen Arbeitshauſes, ein ungefähr 23 Jahre alter Ar=
eiter
namens Zang aus Hersfeld, der bereits im Jahre 1926 aus der
ieſigen Anſtalt entwichen iſt, konnte erſt jetzt in Offenbach aufgegriffen
id in neuen Verwahrſam genommen werden.
n. Reichelsheim, 30. Mai. Eröffnung des Gemeinde=
chwimmbades
. Das am Fuße des Schloßberges herrlich gelegene
jemeindeſchwimmbad, eines der ſchönſten und größten unſeres Heſſen=
rndes
(Geſamtfläche über 8000 qm), wurde dieſer Tage eröffnet. Hof=
ritlich
erfreut es ſich in dieſem Jahre ebenſo reger Inanfruchnahme
ke im vorigen Sommer. Badepreiſe und Badezeiten ſind dieſelben
ie im Vorjahre. Pfingſtverkehr. Infolge des herrlichen
Zetters herrſchte hier vor und während der Pfingſtfeiertage ein
ißerordentlich reger Fremdenverkehr. Ungeheuer groß war die Zahl
Städter, die, vom Zuge kommend, ſich in alle Straßen zerſtreuten,
in in der näheren oder weiteren Umgebung Reichelsheims Erholung
r ſuchen. Die Geſchäftsleute dürften wohl auf ihre Rechnung ge=
danmen
ſein. Auch der Kraftfahrzeugverkehr war außerordentlich
bhaft. Es zeigte ſich wieder einmal, daß die Anſchaffung eines Spritz=
agens
wirklich kein Luxus, ſondern eine dringende Notwendigkeit
ir unfere Gemeinde iſt. Auf dem Schloß Reichenberg fand am
Pfingſtfeiertag ein Konzert ſtatt, ausgeführt durch die bekannte
apelle Bund.
Ai. Vielbrunn, 30. Mai. Am erſten Pfingſtfeiertage wurde das
on der Einwohnerſchaft des zur hieſigen Gemeinde gehörigen Weilers
remhof ihren beiden im Weltkrieg gefallenen Helden errichtete Krieger=
=hrenmal eingeweiht. Es waren eingeladen: der Bürgermeiſter, die
Heiſtlichen beider Konfeſſionen, Vereine und ſonſtige Gäſte, welch letz=
exe
von nah und fern beſonders zahlreich erſchienen waren. Fräulein
Narie Weyrich=Bremhof eröffnete mit einer Begrüßungsanſprache die
jeier. Der Bürgermeiſter und die Geiſtlichen hielten die Bedeutung
ieſer Feier würdigende, auf die Notwendigkeit der Einigkeit unſeres
Zolkes hinweiſende Anſprache. Das Feſt wurde verſchönert durch von
Heſangvereinen und Schulkindern ſtimmungsvoll vorgetragene, dem
Ernſt des Tages entſprechende Chöre.
L. Michelſtadt, 30. Mai. Der heſſiſche Landtag kommt
tach Michelſtadt. Am 6. Juni d. J. wird der heſſiſche Landtag
em Odenwald einen Beſuch abſtatten. Die Fahrt beginnt vormittags
nit Autos in Darmſtadt und führt zuerſt nach Michelſtadt, wo der Land=
ag
das Stadion der Stadt Michelſtadt beſichtigen wird. Neben dem
Landtag wird die Regierung mit ſämtlichen Miniſtern vertreten ſein,

außerdem zahlreiche Regierungsbeamte und die Preſſe. Von Michelſtadt
aus geht die Fahrt alsdann nach Lindenfels und nach Bensheim.
Handelskammertagung im Odenwald. Am 12. Juni wird
die Handelskammer Darmſtadt im Odenwald, und zwar in den Städten
Michelſtadt und Erbach tagen. Nach Abſchluß der Verhandlungen iſt ein
gemeinſames Mittageſſen im Hotel Friedrich zu Michelſtadt vorgeſehen.
an das ſich die Beſichtigung des Stadions anſchließen dürfte. Gau=
jugendtreffen
des Deutſchen Schwimmverbandes.
Unter der Leitung des Herrn A. Giesmann=Darmſtadt wird der Gau 1
Kreis 5 des Deutſchen Schwimmverbandes am 3. Juni 1928 ein ſtark be=
ſuchtes
Gaufugendtreffen in Michelſtadt veranſtalten. Es ſoll der Tag
der Jugend innerhalb des Deutſchen Schwimmverbandes ſein, der ſich
das herrlich gelegene und vorzüglich ausgebaute Stadion der Stadt
Michelſtadt dienſtbar macht. Die Gaufugendleitung hebt mit Recht her=
vor
, daß in Michelſtadt Sport, Wandern und Naturgenuß in harmoni=
ſcher
Weiſe miteinander verbunden werden kann. An ſchwimmſport=
lichen
und volkstümlichen Wettkämpfen des Jugendtreffens ſind insbe=
ſondere
Vereinsſechskämpfe für die männliche Jugend in Abteilungen
bis 16 und bis 18 Jahre, Vereinsfünfkäwpfe für die weibliche Jugend
der gleichen Altersſtuſen, ein Jugendwaſſerballſpiel und Städteſtaffeln,
getrennt nach großen und kleinen Städten, geplant. Das Feſt verſpricht
ſehr intereſſant zu werden, ſtarke Beteiligung iſt zu erwarten.
Az. Neuſtadt i. Odw. mit Burg Breuberg, 30. Mai. Die beiden
Pfingſttage ſtanden ganz unter dem Zeichen des Fremdenver=
kehrs
. Viele kleine Wander= und Familiengeſellſchaften aus Darm=
ſtadt
, Offenbach, insbeſondere aber aus Frankfurt a. M. wählten ſich die
Burg und Neuſtadt zum Endpunkte ihrer Wanderung oder Fahrt.
Goldenes Konfirmations=Jubiläum. Am 2. Pfingſt=
tage
war mit der F ier des Hauptgottesdienſtes das 50jährige (goldene)
Konfirmationsjubiläum verbunden, wobei anſchließend das heilige
Abendmahl gegeben wurde. Pfarrer Strack wurde in ſeiner Feſt=
predigt
in treffenden und beſonders herzlichen Worten der Bedeutung
des Tages gerecht, wobei ſich die goldene Jugendzeit in den ſchönſten
Farben der Maien= und Pfingſtenzeit wiederſpiegelte. Nach Schluß der
gottesdienſtlichen Feier verſammelten ſich die Konfirmanden zur gemüt=
lichen
Nachfeiex in das ſchöne Sälchen Zum weißen Schwan, wobei
ein vorzügliches Mittageſſen zu Ehren des Tages und fröhliche Plauder=
ſtunden
die Sorgen des Tages vergeſſen ließen. Von der einſtigen
Schar der 53 Konfirmanden fanden ſich ungefähr ½ ein, den größten
Bruchteil ſtellte noch Hainſtadt i. O. Frl. Weber, Schweſter im
Eliſabethenſtift, Darmſtadt, ſtiftete zur allgemeinen Verwendung 10
Mark. Die Konfirmandenfeſtſchar beſtimmte deren Verwendung für
die neue Orgel. Es war eine kleine würdige und erhebende Feier,
die jedem Teilnehmer noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Wenn Ihrem Kind ausschließliche Brustnahrung
nicht mehr genügt, dann ist es an der Zeit,
ihm eine gehaltvollere Kost zu geben, nämlich
G
9

NEO!
KIMDERMEHL

Rimhorn i. Odw., 30. Mai. Die vereinigten Jugendbünde der
Johannesgemeinde Darmſtadt erwarben ſich bereits vor etwa drei Jahren
hier in unſerem idhlliſch gelegenen Dorf ein Haus, das ſie zu einem
Landheim zur Erholung ihrer Mitglieder einrichteten. Das Haus iſt
herrlich gelegen am Ausgang des Ortes und hat als Tummelplatz eine
ſchöne große Wieſe, die an ein luſtig plätſcherndes Bächlein grenzt, und
hat man von den Fenſtern einen herrlichen Ausblick in den naheliegen=
den
Wald. Das Haus wird nach und nach noch weiter ausgebaut, und
bereits in dieſem Jahre wurden erhebliche bauliche Veränderungen vor=
genommen
, bei der die Jugend größtenteils ſelbſt feſt mitgearbeitet hat,
und als Höhepunkt dieſes Umbaues gilt ein ganz ideal eingerichteter
Waſchraum, der u. a. auch eine Anzahl Duſchen enthält. Der Abſchluß
und die Einweihung erfolgte am Sonntag, den 20. Mai, und hatte ſich,
trotzdem der Wettergott mitunter ein recht mieſes Geſicht machte, eine
recht große Zahl Jugend eingefunden, die alle von dem Neuerſtandenen
ſichtlich erfreut waren. Das Haus war feſtlich mit friſchem Birkengrün
geſchmückt. Nach einem gemeinſamen Feſteskaffee verblieb die Jugend
noch lange bei Sing=Sang und Freude zuſammen, bis der letzte Zug ſie
wieder alle nach Hauſe brachte. Auch an den ſommerlichen Pfingſt=
tagen
tummelte ſich hier wieder eine recht frohe Jugendſchar, die Er=
holung
ſuchte und fand für die kommenden Arbeitstage.
A. Schlierbach, 29. Mai. Wiederſehensfeier der 50=, 60=
und 64=Jährigen. Nachdem die vorjährige Wiederſehensfeier der
50=Jährigen ſo großen Anklang gefunden hatte, kamen am 2. Pfingſt=
tage
, die ehemals im Kirchſpiel Lindenfels=Schlierbach konfirmierten 50,
60 und 64 Jahre alten Pfarrkameraden hier zuſammen. Zunächſt ſam=
melten
ſich die Jubilare am Pfarrhaus und gogen beim Klange der Glok=
ken
in die Kirche ein. Der Gottesdienſt und beſonders die Anſprache
des Pfarrers waren der Wiederſehensfeier gewidmet. Eine ſtattliche
Zahl Männer und Frauen waren aus nah und fern herbeigeeilt, manche
nach langjährigem Fernſein, um in der alten Heimat die alten Freunde
zu begrützen, von denen allerdings mancher vermißt wurde, der nicht
mehr unter den Lebenden weilte. Nach dem Gottesdienſt photographiſche
Aufnahme der einzelnen Jahrgänge und dann gemeinſchaftliches Mit=
tagsmahl
; die 60= und 64=Jährigen bei Gaſtwirt Meiſter, die 50er bei
Gaſtwirt Gg. Ad. Schmitt. Am Nachmittag geſelliges Beiſammenſein,
bei dem man alte Jugenderinnerungen austauſchte. Doch gar bald
ſchlug die Trennungsſtunde. Die Pflicht rief den einen wieder da= und
den andern dorthin.
Hirſchhorn, 30. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
29. Mai 0,79 Meter, am 30. Mai 0,82 Meter.
Gernsheim, 30. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
29. Mai 0,62 Meter, am 30. Mai 0,46 Meter.

H. Aus dem Weſchnitztal, 30. Mai. Rieſenverkehr. Infolge
des herrlichen Wetters herrſchte während der Pfingſtfeiertage auch bei
uns ein ungeheuer ſtarker Verkehr. Ungezählte Autos, Motor= und
Fahrräder ſauſten durch die Landſtraße, unſere Bahn hatre Hochbetrieb,
die Züge, beſonders die Abendzüge, waren überfüllt, in den Wäldern
wimmelte es von Ausflüglern. Jung und alt pilgecten hinaus in die
herrliche Natur, um Aug und Herz zu erfreuen. Alle Wirtſchaften
waren vollbeſetzt, und die Gäſte entwickelten ein gewaltigen Durſt und
Hunger. Die Herren Wirte dürften einige gute Einnahmetage zu
buchen haben.
Ay. Bensheim (Bergſtr.), 30. Mai. Zur Eröffnung des
Neubaues der Allg. Ortskrankenkaſſefür den Kreis
Bensheim. Am Mittwoch, den 30. Mai, nahm der Vorſtand der
Allgemeinen Ortskrankenkaſſe für den Kreis Bensheim im Anſchluß an
eine interne Geſchäftsſitzung und in Anweſenheit eines Vertreters des
Kreisverſicherungsamts Bensheim Gelegenheit, den inzwiſchen fertigge=
ſtellten
Neußau des Verwaltungsgebäudes der Kaſſe offiziell für eröffnet
zu erklären. Dieſer Neubau, im Grunde ein angebauter Seitenflügel
zu dem bisherigen, Ecke Rodenſtein= und Neckarſtraße gelegenen, Ver=
waltungsgebäude
, eine Grundfläche von 8X19,7 Meter bedechend, war
durch den von Jahr zu Jahr ſteigenden Geſchäftsverkehr der Kaſſe
zählt ſie doch heute nahezu 15 000 verſicherte Mitglieder notwendig
geworden. Ein nach der Neckarſtraße zu vorhandenes Gartengelände bot
Räum zu einer baulichen Ausdehnung. Die Koſten des Neubaues ſamt
ſeiner Innenausſtattung dürften mit 80000 bis 90 000 RM. zu veran=
ſchlagen
ſein. Entwurf und Bauleitung lagen in Händen von Architekt
Dipl.=Ing. Karl Schmidt=Bensheim.
W. Heppenheim a. d. B., 30. Mai. Kraftwagenverkehr. In
der Zeit vom 27. Mai bis Ende Auguſt läßt die Okva an Sonn= und
Feiertagen auf der Strecke HeppenheimErbach i. O. einen Nachtwagen
verkehren. Verſammlung der D.B.S. Am kommenden Sonn=
tag
(3. Juni) findet im Parkhotel Halber Mond eine Verſammlung
der Deutſchen Bau= und Siedlungsgemeinſchaft e. G. m. b. H., Darm=
ſtadt
für die Bergſtraße=Ried, insbeſondere die Kreiſe Heppenheim,
Bensheim und Nordbaden ſtatt. Der Vorſteher der Gemeinſchaft, Herr
Philipp, wird einen öffentlichen Vortrag halten. Generalver=
ſammlung
der Volksbank. Am 2. Juni findet die erſte
ordentliche Generalverſammlung der hieſigen Volksbank ſtatt. Der Vor=
ſtand
wird über die ſeitherige Tätigkeit und Entwicklung des Inſtituts
berichten; auch wird eine Statutenänderung vorgenommen werden. Herr
Dr. Strub=Darmſtadt ſpricht über Genoſſenſchaftliches Kreditweſen.
Reger Verkehr an Pfingſten. Wider Erwarten brachte uns
der ſonſt regneriſche Mai warmes und ſonniges Pfingſtwetter, das einen
überaus ſtarken Ausflugsverkehr zur Folge hatte. Der Zuſtrom in den
Odewwald und an die Bergſtraße war ein außergewöhnlich ſtarker. Auch
paſſierten Tauſende von Autos, Motor= und Fahrrädern, teils aus den
entfernteſten Gegenden Deutſchlands, unſere Stadt. Blühende
Tannen. In dieſem Jahr blühen die Tannen ſo reich, daß es ſelbſt
denfenigen in die Augen fallen muß, die nicht gewohnt ſind, auf alle
Vorgänge in der Natur zu achten. Das leuchtende Ror der Blüten hebt
ſich gegen das dunkle Grün der Tannen klar hervor und unter den
Bäumen liegt der Blütenſtaub wie eine braune Decke. Leider dauert
dies ſeltene Schauſpiel nur wenige Tage, da der Blüte bald der Frucht=
anſatz
folgt.
H. Wimpfen, 30. Mai. Vertretertag der Gewerkſchaft
heſſ. Gemeindebeamten. Anläßlich des 8. Vertretertages
obiger Gewerkſchaft, findet am Sonntag, den 17. Juni, vormittags 10
Uhr, im Kurhotel Mathildenbad, dahier, eine öffentliche Kundgebung
ſtatt, zu welcher Vertreter der Heſſ. Regierung, der Reichsorganiſation
und der Landesverbände erſcheinen werden.
Bm. Hofheim (Ried), 30. Mai. Bürgermeiſterwahl. Die
in der letzten Gemeinderatsſitzung feſtgelegte Friſt zur Einreichung von
Wahlvorſchlägen zur kommenden Bürgermeiſterwahl iſt nachträglich ver=
längert
worden. Sie endigt nicht am 2. Juni, ſondern am 5. Juni,
abends 6 Uhr. Spätere Einreichungen finden keine Berückſichtigung.
Gernsheim, 30. Mai. Man ſchreibt uns: Nachdem am 23. Febr.
ds. Js. die Verhandlungen zwiſchen dem hieſigen Gemeinderat und der
Stadt Darmſtadt bezüglich der Gas= und Waſſerverſorgung
abgeſchloſſen worden waren, hatte die hieſige Einwohnerſchaft gehofft,
daß bis zum Spätſommer die Arbeiten beendigt wären. Leider iſt von
dem Beginn der Arbeit noch nichts zu bemerken. Wohl haben hieſige
Geſchäftsleute in jetzt entſtandenen Neubauten die nötigen Anlagen
eingebaut, aber es ſcheint noch in weiter Ferne zu liegen, daß die
Eigentümer davon Gebrauch machen können. Da man ſich allenthalben
in Schweigen hüllt, wäre es dringend zu wünſchen, daß der Ungewißheit
ein Ende gemacht und der Bevölkerung Aufklär ung darüber gegeben
wird, welche von den beteiligten Inſtanzen die Schuld an der Ver=
ſchleppung
dieſer für unſere Stadt ſo ſehr wichtigen Angelegenheit
trägt.
Rheinheſſen.
f. Nieder=Saulheim, 29. Mai. Wie bereits gemeldet, fand am
Pfingſtſonntag die Platzeinweihung des hieſigen Turnvereins
ſtatt. Die Bevölkerung nahm regen Anteil daran. Zahlreiche Flaggen
waren gehizt. Da viele auswärtige Vereine anweſend waren, fand eine
anſehnliche Anzahl Spiele ſtatt, die überaus ſtark beſucht waren.
f. Ebersheim, 29. Mai. Am Pfingſtmontag veranſtaltete der hieſige
Geſangverein einen großen Liedertag. Angenehm fiel die
große Anzahl der Beſucher von nah und fern auf. Der Ort zeigte
Flaggenſchmuck.
Oberheſſen.
T. Grünberg, 30. Mai. Die 10 Prüflinge, (darunter ein Mädchen
als Näherin) die an der diesjährigen Geſellenprüfung teilgenommen,
haben zum Gegenſatz zum Vorjahr alle beſtanden. Im Anſchluß an die
Prüfung hielt der Vorſitzende des Prüfungsausſchuſſes und der des
hieſigen Ortsgewerbevereins eine längere Anſprache an die Prüflinge.
Bei der Austragung eines Geſellſchaftsſpieles in Friedberg zwiſchen
den Jugendmannſchaften Friedbergs und Grünbergs war das Ergebnis
2:1 für Friedberg. Neuerdings iſt man hier dem alten Brauch, an
den erſten Feiertagen, morgens 6 Uhr, von dem Kirchturme durch das
Muſikkorps mehrere Choräle ſpielen zu laſſen, wieder gerecht geworden.
Die Bewohner Grünbergs begrüßen dieſes auf das Herzlichſte und haben
es bisher ſehr vermißt.

SINDBAD, DER
OlLErTRRAUchER

erzählt weiter:

Mein Vater hatte mir ein großes Vermögen hinterlassen, das ich
leichtsinnig bis auf einen kleinen Rest verpraßte. Als mich alle
Freunde, die nur den reichen Verschwender liebten, verlassen
hatten, nahm ich mir vor, als Kaufmannin ferne Länder zu reisen,
um wieder zu Reichtum zu gelangen. Mit dem kleinen Rest kaufte
ich mir Waren und bestieg ein Schiff, das gerade am Auslaufen
war, Mit gutem Winde steuerten wir nach Süden. Ringsumher
sahen wir tagelang nichts als Wasser, bis wir eine kleine Insel
sichteten, an die wir heranfuhren. Aber beim Betreten der Insel
bemerkten wir, daß es nur der Rücken eines ungeheuren Wal-
fisches
war, der uns plötzlich wütend in die Luft schleuderte und
dann untertauchte. lch fiel besinnungslos in das Meer, und
die aufgepeitschten Wogen trugen mich von dannen.
Glaubt mir, Brüder, ihr würdet mich damals nicht beneidet
haben. Aber laßt uns inzwischen die wundervolle Vertreiberin
der Sorgen und traurigen Gedanken genießen und nehmt euch
(Forisetzung folge)
alle, liebe Freunde, eine Cigarette

SlALAN
AUSLESE

[ ][  ][ ]

Seite 8

Donnerstag, den 31 Mai 1928

Nummer 130

Familiennachrichten

Die Verlobung unſerer
Tochter Agathe mit
Herrn Dipl. Ing. Wilh
Biedenkopt zeigen
hiermit ergebenſt an
Direktor
Dr. O. Schmidt
und Frau Iſſe,
geb. Krantz.
Ludwigshafen a. Rh.
Liiztſtraße 113.

Meine Verlobung mit
Fräulein Agathe Schmidt.
Tochter des Herrn Dir.
Dr. O. Schmidt und deſſen
verſtorb. Gattin Joſephine
geb. Heimann, zeige ich
hiermit ergebenſt an.
Dipl.=Jng.
Wilhelm Biedenkopf
Ludwigshafen a. Rh.
Paul Ehrlichſir. 4.

Pfingſien 1928.

IVS209

Statt Karten.

Todes=Anzeige.
Statt beſonderen Anzeigen teilen wir hierdurch
mit, daß meine liebe Frau, unſere Mutter, Groß=
mutter
und Tante
Frau
Regine Sießner
geb. Weinmann
heute ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Gg. Ludwig Wießner.
Darmſtadt, den 30. Mai 1928.
Rhönring 57.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 1. Juni
1928, nachmittags 2½ Uhr, auf dem Waldfriedhofe
ſtatt.
(14477

Todes=Anzeige.
Am 28. Mai ſiarb nach langem ſchweren
Leiden meine herzensgute, liebe Frau und
Mutter
3
ereſt Tap
geb. Schweickert
im 50. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
M. Schipp und Sohn Werner.
Die Einäſcherung fand auf Wunſch der Ver=
ſtorbenen
in aller Stille ſtatt. 9220

Nachruf.

Am Pfingſtſamstag verſchied nach langem
ſchweren Leiden unſer 1. Vorſitzender

Er hat dem Vorſtand lange Jahre in ſegens=
reicher
Tätigkeit angehört und ſeine ganze Perſon
für unſere Sache eingeſetzt.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken
bewahren.
Vorſtand unb Auffichtsrat
der Kranken= und Sterbekaſſe für ſelbſtändige
Handwerker, Gewerbetreibende, Kauflente
und Beamte, Sitz Darmſtadt.

Nachruf.

Am Pfingſtſamstag hat ein gütiger Tod unſeren
1. Vorſitzenden, unſeren lieben

F

von ſeinem langen und ſchweren Leiden erlöſt.
Der Verblichene war uns nicht nur ein gerechter
und wohlgeſinnter Vorgeſetzter, ſondern auch ein
treuer Berater und ein guter Kamerad.
Seinem Vorbild nachzueifern und ſein Andenken
dankbar zu bewahren, ſoll uns eine heilige Dankes=
pflicht
ſein.
Die Angeſtellten der Kranken= und Sterbekaſſe
für ſelbſtänd. Handwerker, Gewerbetreibende,
Kaufleute, Beamte und Landwirte
(14289
Sitz Darmſtadt.

Für die vielen Geſchenke und
Autmerkſamkeiten anläßlich unſ=
rer
Vermählung ſagen wir hier=
mit
unſern herzlichſten Dank.
Ernſt Cramer
Lieſel Cramer
14489
geb. Stroh.
Für die uns anläßlich unſerer
Vermählung zuteil gewordenen
Aufmerkſamkeiten ſprechen wir
hiermit unſeren Dank aus.
Franz Dinter und Frau
Eliſabeth, geb. Seidl.
Darmſtadt, Heinrichſtr. 103. (14465
Für die anläßlich ihrer Verlobung
zuteil gewordenen Glückwünſche und Ge=
ſchenke
danken herzlichſt, auch im Namen
der Eltern.
Paula Medicke
Heinrich Fiedler.
*14414)

Statt beſonderer Anzeige.
Am 29. Mai en ſchlief ſanft und
gottergeben nachlangem, ſchweren
Leiden, mein geliebter Mann, unſer
Vater, Schwiegervater, Großvater,
Bruder und Onkel
Leopold Trapp
Eiſenb.=Inſp. i. R.
im 70. Lebensjahr,
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Alwine Trapp
Hildegard Rehwald, geb Trapp
Heinrich Rehwald
Vera Trapp
Liſelotte Trapp
Theodor Simon
und 1 Enkelkindchen.
Darmſtadt, den 29. Mai 1928.
Heinrich=Fuhr=Straße 19. (*14430
Die Beerdigung und Einſegnung
findet am Freitag, den 1. Juni,
vormittags 11½ Uhr, von der Ka=
pelle
des Wald riedhofs aus ſtatt.

Statt beſonderer Anzeige.
Nach kurzer, ſchwerer Krankheit entſchlief unerwartet unſer treubeſorgter,
unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder
Hert Heiiaiint Meher /.

kurz nach ſeinem vollendeten 23. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Adolf Metzer
Jennt Weil, geb. Metzer
Jvonne Meher, geb. Weiler
Max Weil.
Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Juni, vormittags 11 Uhr, vom Portal des iſraelitiſchen
Friedhofs in Darmſtadt aus ſfatt.
(9216

Darmſtadt, Frankfurt a. M.,
Mannheim, 30. Mai 1948.

Nach kurzer, ſchwerer Krankheit
verſchied am 25. d. Mts. meine
liebeMutter, meine gute Schweſter
Frau
Anng Zohren Vwe.
Die trauernd Hinterbliebenen:
Karl Zohren
Elſe Schmidt Wwe.
Darmſtadt, Sieweiler i. Elſ.,
den 30. Mai 1928.
Die Beerdigung fand in der Stille
ſtatt.
Für alle erwieſene Teilnahme
und Kranzſpenden unſeren herz=
lichſten
Dank. (*14418

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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen, ſowie für die zahl=
reichen
Blumenſpenden ſagen wir hier=
mit
Allen unſeren herzlichſten Dank.
Ganz beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Weigel für die troſtreiche
Grabrede.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Jacob Kumpf, Darmſtadt
Familie Wilhelm Fiſcher, Nieder=
Ramſtadt
Familie Robert Fiſcher, Neu=Röſſen
Familie Georg Fiſcher, Pfungſiadt
Ludwig Fiſcher, Cannſtadt.
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heute Nachmittag im Alter von 40 Jahren an
einem Herzſchlag ſanft entſchlafen iſt.
In tiefer Trauer:
Die Eltern:
Gendarmerie=Inſpektor Hechler und Frau.
Heppenheim, den 29. Mai 1928.
Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Juni 1928, nach=
mittags
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Nummer 150

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Seite 9

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Seite 10

Reich und Austand.

Donnerstag, den 31 Mai 1928
Die Italia verſchollen.

20. Geburtstag
des großen Mediziners Kraus.

Oben: Das letzte Bild von der Italia.
Unten: Das Hilfsſchiff Citta di Milanv in Kingsbay vor der Ausfahrt.
Seit Freitag iſt von dem Nordpol=Luftſchiff Italia kein Lebenszeichen mehr eingetroffen. Das
Hilfsſchiff Citta di Milano iſt zur Hilfe ausgefahren, konnte aber nicht weit genug vordringen,
da das Packeis ſchon bei der Amſterdam=Inſel jedes Vorwärtskommen unmöglich macht.
Englands beſte Motorradfahrerinnen in Berlin.

Miß Folley, Miß Cottle, Frl. Hanni Köhler und Miß Mac Leam auf der Avus.
Die ſtrafpunktfreien Siegerinnen in der vorjährigen Internationalen Sechs=Tage=Fahrt durch
England machen eine Vergnügungsfahrt per Motorrad auf dem Kontinent. In Berlin wurden
die Sportladies von ihrer hervorragenden deutſchen Kollegin Hanni Köhler begrüßt.

Geheimrat Prof. Dr. Friedrich Kraus,
ein Altmeiſter der deutſchen Aerzte, begeht am
31. Mai das Feſt ſeines 70. Geburtstages. Er war
19021927 Direktor der II. mediziniſchen Klinik in
Berlin und hat mit ſeinen Schriften über die Fr=
krankungen
der Mundhöhle und der Speiſeröhre,
ſowie über die Allgemeine und ſpezielle Pathologie
der Perſon, die moderne Medizin weſentlich
beeinflußt.
Großfeuer in Frankfurt a. M.
Ein Ehepaar ſchwer verletzt.
Frankfurt a. M. Dienstag abend gegen
10 Uhr entſtand in einem Hauſe der Kannengießer=
gaſſe
ein großer Brand, der wahrſcheinlich durch das
Ueberkochen von Oel entſtanden iſt. Das Feuer ver=
breitete
ſich ſo ſchnell, daß es von den Bewohnern
erſt bemerkt wurde, als bereits das ganze Haus in
Flammen ſtand. Die Bewohner der oberen Stock=
werke
ſchwvebten in größter Lebensgefahr und mußten
von der raſch eintreffenden Feuerwehr übber die große
Leiter in Sicherheit gebracht werden. Ein Ehepaar,
das im zweiten Stock wohnte, wurde von den Flam=
men
überraſcht und abgeſchnitten. Der Ehemann
erlitt ſchwere Brandwunden, während ſeine Frau
aus dem Fenſter ſprang und ſich hierbei ernſte innere
Berletzungen zuzog. Nach 1½ſtündiger Tätigkeit der
Feuerwehr gelang es, die bereits auf die Nachbar=
gebände
übergreifenden Flammen einzudämmen. Die
Möbel der Bewohner des vier Stochwerke hohen
Hanſes ſind ſämtlich verbrannt und die Leute ſind
obdachlos.
Drei funge Leute ertrunken.
Heidelberg. Beim Kahnfahren auf dem See
bei Elſenz kenterte am Sonntag abend ein Boot, das
mit ſechs jungen Leuten im Alter von 14 bis 19
Jahren beſetzt war. Drei Bootsinſaſſen ertranken,
die anderen drei konnten gerettet werden.
Schweres Betriebsunglück in Landau.
Landau. Geſtern vormittag gegen ½10 Uhr
ereignete ſich beim Verlegen eines neuen Starkſtrom=
kabels
beim Städtiſchen Elektrizitätswerk ein ſchweres
Unglick. Eine 30 Mann ſtarke Arbeiterkolonne
ſchleppte das neue Speiſekabel auf dem Rücken der
Einlanfmändnng des Städtiſchen Elektrizitätswerkes
zu. Dabei berührte das eine Ende des Kabels die mit
5000 Volt geſpeiſte Hochſpannungsfreileitung. Die
Arbeiterkolonne wurde zu Boden geworfen und erlitt
teils ſchwere, teils leichte Brandwunden. Die Sani=
tätskolonne
brachte die Verletzten ins Krankenhaus.
Als ſchwer verletzt gelten vier Arbeiter, alle ver=
heiratet
und aus Landau gebürtig. Leicht verletzt
befinden ſich zehn Arbeiter im Krankenhaus. Wie
wir erfahren, beſteht für die Schwerverletzten keine
direkte Lebensgefahr. Der Befonnenheit des das
Kabelende an erſten Stelle tragenden Arbeiters,
der das Kabelende noch wegräumen konnte und dabei
bewußtlos zuſammenbrach, iſt es zu verdanken, daß
nicht eine große Anzahl Todesopfer zu beklagen iſt.
Ein Auto mit vier Inſaſſen in den Rhein
geſtürzt.
Braubach. Ein Auto aus Mülheim a. d.
Ruhr, das auf einer Pfingſttour nach Wiesbaden
unterwegs war, kam in der Dunkelheit dem Ufer zu
nahe und fuhr in voller Fahrt die Böſchung hinun=
ter
in den Rhein. Dem Umſtand, daß die Böſchung
dicht bewachfen iſt, iſt es zuzuſchreiben, daß die vier
Perſonen nicht getötet wurden. Die Hecken bremſten
und verhinderten ein Ueberſchlagen des Wagens.
Immerhin trugen die Inſaſſen ſchwere Verletzungen
davon, ſo daß ſie vorerſt im hieſigen Krankenhaus
untergebracht werden mußten. Der Wagen wurde
mühevoll geborgen und iſt vollſtändig demoliert.
Beginn des großen Einſpon=Prozeſſes.
88 Angeklagte, über 20 Verteidiger.
Berlin. Vor dem Erweiterten Schöffengericht
begann am Mittwoch vormittag ein Prozeß gegen
88 Perſonen, denen 68 Betrugsfälle, ſogenannte Ein=
ſpongeſchäfte
zur Laſt gelegt werden. An der Ver=
handlung
wirken etwa zwei Dutzend Verteidiger und
ein Dutzend Sachverſtändige mit. Wegen der min=
deſtens
auf drei Monate berechneten Verhandlungs=
dauer
bilden den Gerichtshof drei Richter und vier
Schöffen, teilweiſe als Erſatzrichter und Erſatzſchöf=
fen
. Die Seele des Einſpon=Betrugsgeſchäfts, durch
das Berliner Geſchäftsleute innerhalb Jahresfriſt
um etwa 1,25 Millionen Mark geſchädigt worden
ſind, waren der Kaufmann Leopold Balſon aus Riga
und der aus Oeſterreich ſtammende Kaufmann Ba=
ranyi
. Viele der Angeklagten, die in dieſem Prozeß
nur eine Nebenrolle ſpielen, ſind in anderen Straf=
verfahren
ähnlicher Art die Hauptangeklagten. Der
Angeklagte Baranyi gilt als der Vater der Einſpon=
deſchäfte
und hat dieſe Betrügereien Ende 1925 in
froßzügiger Weiſe finanziert. Finanziert wurden die
Geſchäfte durch Balſon, der es jedoch vorzog, per=
ſönlich
im Hintergrund zu bleiben und Strohmänner
in Erfcheinung treten zu laſſen. Die Opfer wurden
ſunächſt durch Vorſpiegelungen eingeſponnen und
lann gründlich hineingelegt, ſo daß ſie meiſt ihr
fanzes Vermögen verloren. Das auf dieſe Weiſe
ſewonnene Geld wurde von den meiſten Angeklagten
ſchleunigſt wieder durchgebracht.

Großfeuer in Eisleben.
Eisleben. Ein Großfeuer zerſtörte am Mon=
tag
morgen die Lager= und Fabrikgebäude der Mit=
teldeutſchen
Waffenfabrik. Die Wehren von Eisleben
und Hölfta und der Mansfeld=A.=G., die den Brand
mit zahlreichen Schlauchleitungen angriffen, konnten
nur mit Gasmasken an den Brandherd gelangen.,
Der Schaden beträgt rund 200 000 Mark. Der Be=
1riel iſt auf längere Zeit ſtillgelegt.
Todesopfer eines Großfeuers.
Erfurt. Auf dem Beſitz des Landwirts Albin
Zeuner in Walterslaben brach am Dienstag abend,
vermutlich infolge Kurzſchluſſes ein Großfeuer aus.
Der 51jährige Beſitzer, der mit Häckſelſchneiden be=
ſchäftigt
war, konnte ſich nichr rechtzeitig in Sicher=
heit
bringen. Er wurde ein Opfer der Flammen.
Mit dem Kraftwagen in die Schaufenſterſcheibe.
Berlin. In Lichterfelde fuhr am Dienstag
nachmittag ein Kraftwagen, angeblich infolge Ver=
ſagens
der Steuerung, in das Schaufenſter eines
Kaufladens. Dabei wurden zwei Erwachſene und ein
Kind ſchwer verletzt. Die Feuerwehr mußte das Ver=
kehrshindernis
beſeitigen.

Eröffnung der Luftexpreßſtrecke BerlinWien.
Berlin. Die Deutſche Luft=Hanſa eröffnet
nunmehr endgültig, in Betriebsgemeinſchaft mit der
Oeſterreichiſchen Luftverkehrsgeſellſchaft und der Ita=
lieniſchen
Transadriatica, den Adria=Luftexpreß
am Freitag, den 1. Juni. Das Berlin um 6.30 Uhr
früh verlaſſende Großflugzeug mit Speiſebetrieb an
Bord erreicht ohne Zwiſchenlandung um 11 Uhr
Wien und hat dort ſofortigen Anſchluß nach Venedig
und Rom, ſo daß künftig eine Tagesflugverbindung
BerlinRom und umgekehrt beſtehen wird. Die
Landung in Rom erfolgt um 6.30 Uhr abends.
Großer Diamantendiebſtahl auf dem Liverpool=
Bahnhof in London.
London. Dem jüngeren Teilhaber der führen=
den
Antwerpener Diamantenfirma J. W. Tas wurde
bei ſeiner Ankunft auf dem Liverpool=Bahnhof ein
Portefeuille mit Brillanten im Werte von 240000
Mark geſtohlen. Kurz bevor der Zug in die Bahn=
hofshalle
einlief, hatte ſich Tas noch von dem Vor=
handenſein
der Taſche vergewiſſert. Bei der Be=
grüßung
einer befreundeten Dame wurde ſie ihm aus
der zugeknöpften Bruſttaſche entwendet, ohne daß er
auch nur die geringſte verdächtige Bewegung oder
Berührung wahrnahm.

Die Polizeiregelt die Eiferſuch
Paris. Ganz Paris lacht jetzt über
Tragikomödie eines eiferſüchtigen Ehemannes
Aermſte ſteht im 50. Lebensjahre, während ſeine au
fallend ſchöne Frau nur 20 Lenze zählt. Kein M
der alſo, daß ihm ein anonymer Brief den g
ſeiner Ruhe raubte. Der ſelbſtloſe Freund emt
darin, dem jungen Frauchen nachzuſchnüffeln
würde ſich beſtimmt lohnen. Vorſichtshalber fo
aber Monſieur, ſo meinte der Spaßvogel, Frauenn
der anziehen, denn ſeine Frau ſei mit allen Salß
geſchmiert. Nach etlichen ſchlafloſen Nächten
der eiferſüchtige Knabe den Entſchluß, die mut
meinten Ratſchläge zu befolgen, kaufte ſich
Damenkoſtüm, verwandelte ſich in eine Frau
ſtieg ſeiner Gattin nach. Madame nahm im Vord=
teil
eines Autobuſſes Platz, ihr verkleideter
hinten auf der Plattform. Sie vertiefte ſich in
Lektüre eines Schmökers, er hielt, krampfhaſt
Taſchentuch vor ſein ſchlecht raſiertes Geſicht, um
nicht als Mann von den übrigen Fahrgäſten erlan
zu werden. Alles verlief ganz gut, bis der ungl
liche Zufall den Direktor Lacrois, den beſten Freu=
des
Hauſes, ausgerechnet auf denſelben Wagen füh
Natürlich hat dieſer ſeinen Bekannten ſofort erfe
und fragte ihn lachend, ob er denn am hellichten Ta
einen Maskenball zu beſuchen gedenke. Das ar
Wild in der Schlinge wollte ſchleunigſt die Fluch
greifen, Lacrois war aber als ordnungslieben
Bürger der Anſicht, daß das Abſpringen
der Fahrt nicht nur lebensgefährlich, ſondern
polizeilich verboten ſei, und hielt ſeinen koſtümi
Freund mit Gewalt zurück. Dabei merkten leide
Mitreiſenden, daß es ſich um einen verkleideten ?
handelt und hielten es ihrerſeits ebenfalls als
nungsliebende Bürger für ihre vornehme
den Schupo bei der nächſten Halteſtelle auf das
dächtige Individuum aufmerkſam zu machen.
durfte der komiſche Held den Wagen wohl verla
jedoch nur, um zur Wache geführt zu werden 3
ſelbſt konnte er ſich ſofort ausweiſen und wurde no
Vorzeigung des anonymen Briefes mit einem beda
ernden Lächeln freigelaſſen. Man verſprach ihm
gar entgegenkommender Weiſe, ſeinen Namen nie
in die Zeitungen zu bringen; ſo konnten die Pariſ
Blätter die Tragikomödie des alternden Mannes m.
namenlos veröffentlichen. Madame weiß alſo au
von nichts, denn ſie ſoll ſo ſtark mit ihrem Rome
beſchäftigt geweſen ſein, daß ſie von der Autobu
affäre keine Notiz nahm. Sie muß wohl ein übe
aus reines Gewiſſen haben, und intereſſiert ſich auß
für ihren Mann anſcheinend nur für Schmöler.
Sechshundertjahrfeier der Stadt Ahrensbök.
Hamburg. Am Pfingſtmontag beging d
Stadt Ahrensbök unter ſtarker Beteiligung der B
völkerung die Feier ihres ſechshundertjährigen B
ſtehens. Damit verbunden war auch die Sechshu
dertjahrfeier der 1328 erbauten Karthäuſer Kirck
Im Mittelpunkt der Feier, an der u. a. auch d
oldenburgiſche Miniſterpräſident Finkh ſowie Vertr
ter der Regierung und der Landeskirche teilnahme
ſtand ein hiſtoriſcher Feſtzug durch die Stadt.
Ein Schmuggler erſchoſſen.
Zwei Zollbeamte ſtießen bei Kevelger in 6
Nacht auf eine vierköpfige Schmugglerbande, der
Mitglieder trotz der Haltrufe der Beamten flüt
teten. Bei der Verfolgung wurde der 21jährige Hei
rich Peter durch zwei Schüſſe tödlich getroffen. 2
übrigen drei Schmuggler wurden ſpäter feſtg
nommen.
Schwere Ueberſchwemmungsſchäden in Schleſie
Das Hochwaſſer in Nieder= und Mittelſchleſie
iſt, wie die Blätter melden, wohl etwas zurückg
gangen, aber nach wie vor ſind viele Häuſer be
der Außewwelt völlig abgeſchnitten. Den Bewohner
die ſich in die oberen Stockwerke geflüchtet habe
müſſen mit Kähnen Lebensmittel zugeführt werde
Die freiwilligen Feuerwehren ſind Tag und Nac
tätig, um bei der Rettung des Viehs und der Ei
richtung zu helfen. Oeſtlich von Reichenbach, Hebei
dorf und Höfendorf, inmitten eines kilometerbreite
Sees, der Peile, ragen nur noch die Stämme de
Bäume und die Dächer der Häuſer aus dem Waſſe
Auf dem Lande ſind die Feldfrüchte vernichte
Straßen und Wege zerſtört und Brücke fortgeriſſe.
Im Stadtgebiet von Reichenbach wurde die Beton:
rung des Ufers weit aufgeriſſen, und in den Straße
längs der Peile iſt das Pflaſter derartig ausgeſpül
daß ein Verkehr faſt unmöglich iſt. Das Unglück de
betroffenen einzelnen Beſitzer iſt erſchütternd. D
Polizei ſah ſich veranlaßt, mehrere Straßenzüge 4
ſperren. In Peterswaldau wurde die Brücke wegg
riſſen. Bei Laaſan war der Druck der Fluten ſo g
waltig, daß die maſſive Brücke in einer Breite b0
neun Metern auseinanderbarſt. Auch die Straße na
Konradswaldau iſt von dem Hochwaſſer durchbroche
worden. In Freiburg entſtand große Gefahr IA
die geſamte Trinkwaſſerverſorgung, da das Waſſer
werk überſchwemmt wurde. Ferner ſtieg in Strehll!
das Hochwaſſer derartig, daß die Straße 00
Schweidnitz nach Breslau überflutet und dem Be
kehr entzogen wurde. In Ingramsdorf iſt eine b02
zeitsgeſellſchaft von dem Hochwaſſer ſo plötzlich übe.
raſcht worden, daß die Gäſte barfuß, mit dem 3yli4
der auf dem Haupt durch die ſteigenden Fluten wat
mußten, um in ihre Heimſtätten zu gelangen.
Unſicherheit in einem franzöſiſchen Badeyrk.
Paris. In einer Villa in Touquet, einenſ 9.
liebten Seebadeort an der franzöſiſchen Küſte. AI
Aermelkanal, wo erſt vor kurzem eine Engländer!
ermordet wurde, iſt ein Hauscinbruch verübt worde.
Hierbei ſind einem Induſtriellen aus Reims Schmte
gegenſtände im Werte von 600 000 Franken geſtohle
worden.
Verkehrsunfälle an den Pfingſtfeiertagen
in Frankreich.
Paris. Der Matin gibt auf Grund V
Meldungen ſeiner Korreſpondenten aus Paris.!"
ganz Frankreich eine außerordentlich hohe Umſ
ſtatiſtik über die Pfingſtfeiertage heraus. Das Dic
erklärt, daß ſich im ganzen 101 Unfälle ereion.
haben, bei denen 35 Perſonen ums Leben ſäle
und 151 verletzt wurden.
Ein Schiff von chineſiſchen Piraten aus=
geplündert
.
Hongkong. Ein der China Navigation L9i
pany gehöriges Schiff wurde am Sonntag vorl.
ag im Hafen von Haikau von Seeräubern ſilt*
griffen und nach dem berüchtigten Piratenneſt Di=
dah
geſchleppt, nachdem es vollkommen ausgebluche.
worden war.

[ ][  ][ ]

Nummer 130

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Seite 11

Die dfingſifeier des deutſchen Volkes.
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
II.
Der Pfingſtſonntag gab den Erwachſenen und den Jugend=
hen
teils ernſte Beratungen, teils frohe Wanderungen und See=
hrten
. Aus dem Inhalt der Tagungen ragen heraus die Kund=
bung
des Deutſchen Schulvereins Südmark, die ſich mit Wucht
id Tatkraft für das Recht der Südtiroler einſetzte, und der Vor=
ag
des Staatsminiſters a. D. Dietrich=Baden, der mit
chlicher Schlagkraft und redneriſchem Schwung das Recht der
eſterreicher auf Anſchluß an das Reich betonte. Der Abend gab
iter freiem Himmel der Jugend weihevolle Abendfeiern. Wir
hrten unſere Heſſen nach dem nahegelegenen Hochkogl. Heſſen=
gend
gab ſich dort ein Stelldichein mit den Naſſauern, den Stei=
rn
, den Kindern aus Anhalt, Lippe=Detmold, Schleswig= Hol=
in
. Darin ſehen wir gerade den Hauptwert dieſer Pfingſtfahr=
n
, daß ſich die deutſchen Stämme in ihrer blühenden Jugend
ſammenfinden und mit Menſchen in Berührung kommen, die
außen auf gefahrvollem Poſten das Deutſchtum verteidigen.
ine Bergwieſe, umrahmt von blühenden Kaſtanien und alten
irken, überſpannte ein wolkenloſer Himmel. In die feierliche
bendſtille drangen die Lieder des Schleswig=Holſteinſchen Hei=
atchors
. Ein Mädchen aus Flensberg erzählte von Seemanns=
id
und Seemannsbrauch, Schülerinnen der Flensburger Haus=
iltungsſchule
tanzten dann die alten Schiffertänze. Hatten
iſere Heiner ſo etwas ſchon geſehen? Die Mädchen aus Steier=
ark
ſangen darauf heimatliche Lieder, und Fräulein Huiber
1s Radkersburg ſchilderte in herzerſchütternden Worten die
ot der Volksgenoſſen, die eine rauhe Grenzführung unter jugo=
awiſche
Herrſchaft gebracht hat. Deklamatoriſche Darbietungen
id gemeinſame Geſänge verſchönten dieſen unvergeßlichen
bend. Nach der Jugendfeier vereinigten ſich die erwachſenen
titglieder des Landesverbands Heſſen im HotelAuſtria,
ach Worten herzlicher Begrüßung feierte Staatsrat Block die
iweſenden Gäſte, bewährte Vorkämpfer des Deutſchtums:
r. Lebouton aus Czernowitz, Hofrat Keſchmann aus
tien, Oberſt Leon aus Innsbruck, Pfarrer Harth aus dem
urgenland, Superintendent Schaffnit aus Minneapolis und
irektor Troit aus New York. Er dankte den Lehrerinnen und
ehrern für ihre treue Fürſorge, die ſie mit nie verleugnetem
dealismus der Jugend zugewendet hätten, und gab unter lau=
m
Beifall der Verſammlung bekannt, daß der Hauptvorſtand
rau Dr. Koepke die Silberne Broſche verliehen habe zum
eichen ſeines Dankes für langjährige, aufopfernde und erfolg=
iche
Mitarbeit an der Verwirklichung der hohen Ziele des Ver=
ns‟
Dr. Lebouton dankte dem Landesverband Heſſen für
e überall ſpürbare Stärkung des deutſchen Volkstums in der
ukowina, Superintendent Schaffnit bat, nicht müde zu
erden in dem Bemühen, durch aufklärende Arbeit die Kriegs=
huldlüge
aus den Köpfen der Amerikaner zu vertreiben.

In der Frühe des Pfingftmontags ſtrömten von allen Seiten
e Bergler in ihrer ſchmucken Tracht dem Feſtort Gmunden zu.
eutſchlands Jugend pilgerte mit Sang und Klang zur Satori=
ieſe
. Hier war für die Unterbringung gewaltiger Maſſen eine
eale Löſung gefunden. Eine an den Berghang gelehnte große
Sieſe, umrandet von hochſtämmigem Forſt, bildet ein großes
reieck, das ſich nach oben verjüngt. Der Spitze genähert ſtand
e mit den Reichsfarben geſchmückte Kanzel. Den Inhalt gab
eſem Dreieck die verſammelte Jugend, tauſend Wimpel hoben
ch heraus aus dem Heer kraftſtrotzender Burſchen und blühen=
er
Mädchen, und in dieſe aufgeſchloſſenen. Herzen warfen in einer
Zeiheſtunde zwei Geiſtliche den Aufruf zur Arbeit am deutſchen
olkstum, zum Glauben an das Daſeinsrecht eines Hundert=
illionenvolkes
, das ſich ſeiner großen Vergangenheit nicht zu
hämen braucht. Ich ſtand weit weg von der Kanzel, jedes Wort
er Redner drang an mein Ohr, und ich war Zeuge einer Ergrif=
mheit
, wie ich ſie noch nie bei verſammelter Jugend bemerken
nnte. Am wuchtigſten wirkte die volkstümliche, auf das Erfaſſen
er Kindesſeele eingeſtellte Beredſamkeit des Priors Domini=
us
Dietrich aus Stift Wilten=Innsbruck. Wie Ham=
erſchläge
klangen ſeine Worte, als er von der Lauheit der ver=
atwortlichen
Stellen ſprach. Tauſendfaches Heil erklang nach
em Satz: Die Diplomaten gehen leiſe, aber der Schritt eines
Lillionenvolkes iſt ehern und dröhnend. Der ehrwürdige Biſchof
. Friedrich Teutſch aus Hermannſtadt, mehr in akademi=
her
Lehrform ſprechend, pries Haus und Schule als Hort des
ſeutſchtums und forderte auf zum Feſthalten an den hohen Auf=
aben
des V. D.A. Aus der Stille der Andacht löſte ſich der feſte
ſchritt der Abordnungen, die an der Tribüne aus der Hand des
forſitzenden die Fahnenbänder in Empfang nahmen. Die
jeier klang aus in ein Hoch auf das deutſche Volk, alles ſchwenkte
ie kleinen Wimpel, und vieltauſendſtimmig erklang das Deutſch=
Indlied.

Der Feſtzug am Nachmittag übertraf alle Erwartungen.
die Oefterreicher hatten ſich mit Erfolg bemüht, wahres und
ctes Volkstum in dieſem Feſtzug zu zeigen. Ein Stück Kul=
urgeſchichte
wurde an ben ungezählten Zuſchauern vorbei=
etragen
. Das Volk der Berge, ſeine Arbeit, ſeine Not, ſeine
Freude ſpiegelte ſich in dieſen lebensvollen Bildern. Alles Thea=
raliſche
, alles Gemachte war glücklich ferngehalten. Da ſah man
ie Ernte, die Ausfaat, die Heimkehr von der Alm, den Wilddieb,
en Jäger, den Holzhauer, den Vogelfänger, den Vogelhändler,
ie Hochzeit vor hundert Jahren und heute, die Arbeit am Boot
ind am Fiſchnetz, jede Lebensbetätigung kam lebenswahr zu Ge=

ſicht. Zwiſchen den einzelnen Gruppen marſchierten die ſtarken
Kapellen der Bergler in bunter Uniform mit wehendem Feder=
buſch
. Das war ein nie geſehener Reichtum an Muſikanten, eine
nie gehörte Muſizierfreudigkeit. Den Schluß des endloſen Zuges
bildete die V.D.A.=Jugend, nach Landesverbänden geordnet.
Diesmal marſchierten nur die Fahnenabteilungen mit, die Maſſen
umſäumten die Straßen. Stark vermehrt haben ſich die Schüler=
kapellen
. In Kufſtein vor vier Jahren ſah ich eine Schülerkapelle,
diesmal hatten mehr als zwölf jugendliche Muſikkorps den Gleich=
ſchritt
des Marſches geſchärft. Dem Landesverband Heſſen
wünſche ich für die nächſte Pfingſtfeier ein Banner und eine
Marſchmuſik. Das gnädige Pfingſtwetter ſchenkte allen Feſtteil=
nehmern
die Freude, am Abend ein Feuerwerk zu bewundern.
Damit endete die an Erinnerungen und Eindrücken ſo reiche
Pfingſttagung, um deren Durchführung ſich Gmunden größte
Verdienſte erworben hat. Morgen löſt ſich alles auf in kleine
Gruppen, um auf froher Wanderfahrt die Schönheiten des Seen=
landes
im Salzkammergut zu genießen. Am Samstag früh ſollen
die Heſſen heimkehren. Möchte den Heimkehrenden geſchenkt ſein
neben körperlicher Stärkung ein ſeeliſcher Gewinn der Verinner=
lichung
und Selbſtbeſinnung!

Das weibiſche Albion und das mannhafte Lancaſhire!"
(Nachdruck, auch mit Quelleuangabe, verboten.)
(k) London. Nein, es gibt keine parallele Gefühlsentwicklung
zwiſchen England und Amerika! Die angelſächſiſche Solidarität iſt in
einem ihrer wichtigſten Punkte erſchüttert! Albion hat den Kampf
gegen die Frau begonnen!
Man könnte ſolche Sätze mit Ausrufungszeichen beliebig fortſetzen.
Es iſt nämlich tatſächlich erſchüitternd: die engliſche Lehrervereinigung
hat eine Entſchließung gefaßt, in der ſie ſich entſchieden dagegen wendet,
daß Lehrerinnen die männliche Jugend unterrichten und Direktoren=
poſten
in den Schulen einnehmen. Was ſollen, ſo rief in einer der
zahlreichen Proteſtverſammlungen der Wortführer C. Freeborough, die
Schüiler von Lehrern halten, die von einer Frau Direktiven bekommen!
Ein Mann, der unter Pantoffel (1) ſteht, hat jedes
Necht auf Achtung verloren! Am ſchlagendſten bewies Free=
borough
jedoch die unheilvolle Wirkung weiblicher Lehrer auf engliſche
Knaben dadurch, daß er erklärte, ſeit der entſprechenden Unterrichts=
erlaubnis
wäre die britiſche Athletik zurückgegangen.
Die Knaben würden weibiſch erzogen, und ſo ſei über kurz oder lang
das Ausſcheiden Englands als ernſthafte Konkurrenz im Weltſport un=
abwendbar
nun, wenn das nicht hilft!
Aber es iſt in Wirklichkeit nicht ſo ſchlimm mit der weibiſchen Er=
ziehung
und dem Pantoffel. Zumindeſt ſcheint Lancaſhire eine
beſondere Ausnahme in dem feminierten Albion zu ſein. Dort heißt es
nämlich in dem Prüfungsaufſatz eines Tertianers:
Daheim zeigt ſich Cäſar keineswegs von einer ſanften Seite.
Mit ſeiner Fran ſprach er in genau ſo barſcher Weiſe wie mit ſei=
nen
Senatoren. Eine andere gute Eigenſchaft Cäſars war ſeine
Ehrlichkeit.
Das alles las der Prüfling aus dem zuſtändigen Werke Shakeſpeares
heraus. Wer weiß, was in dem Jungen ſteckt, der den Senat ſo ſchlecht
behandeln will. Vielleicht gar ein britiſcher Muſſolini? Und da be=
ſchwveren
ſich die engliſchen Lehrer. Nein, Miſter Freeborough,
Sie übertreiben entſchieden!
Haben Sie ſchon getangrammt?
() Paris. Ganz Paris und London tangrammen dieſen Win=
ter
: Tangramm iſt das modernſte und mondänſte Vergnügen. Eigen=
artigerweiſe
kein neuer Negertanz, ſondern ein Geſellſchaftsſpiel, dem
man ſich aber auch ganz allein widmen kann. Man ſtelle ſich ein Rechteck
aus Ebonit vor, deſſen Länge zweimal ſo groß iſt wie die Höhe, und
das in verſchiedene, auch der Form nach ungleiche Stücke verteilt iſt.
Wenn man nun die verſchiedenen Stücke auf diverſe Arten neben= und
übereinander legt, kann man unendlich viel intereſſante Figuren bilden.
Das neueſte Spiel ſtammt und dies dürften die wenigſten Spieler
wiſſen aus uralter Zeit. Die Chineſen kennen es ſeit Tauſenden
von Jahren, bei ihnen heißt es Tſchi Tſchiao Tu, d. h. die ſieben
Wunderſtücke, weil es aus ſieben Stücken beſteht. Aber auch die Grie=
chen
kannten eine Art Tangrammſpiel, das aus vierzehn Stücken be=
ſtand
, Stomachion oder Lokulos hieß, und Archimedes zugeſchrieben
wurde. Sowohl griechiſche als auch chineſiſche Klaſſiker erwähnen das
Spiel, und, was recht wunderlich erſcheint, man findet bei dieſen beiden
ſo ſehr verſchiedenen Völkern dieſelben Tangrammfiguren, wie z. B.
den bellenden Hund, den gefährlichen Elefanten das Segelſchiff
und dergleichen mehr vor. Wieder einmal ein handgreiflicher Be=
weis
dafür, daß es nichts Neues unter der Sonne gibt, und daß ſelbſt
der hypermodernſte Kubismus ſchon dageweſen war!

Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Auflage für Darmſtadt und Umgebung liegt ein
Proſpekt des Reformhauſes Eos Thalyſia, Darmſtadt, Eliſa=
bethenſtraße
, Ecke Luiſenſtraße, bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer
Stelle aufmerkſam machen.
9223

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 31. Mai. 13.30: Kaſſel: Mittagskonzert. O 15.30:
Mittelſchutlehrer Ad. Hering: Fernrohr und Mikroſkop o 16.30:
Funkorcheſter: Joſeph Handn (geſt. 31: Mai 1809). Mitw.: Grete
Nies (Alt), das Funktrio O 17.45: Willi R. Fehſe: Vorleſung aus
eigenen Dichtungen ,S 18.15: Vereinsnachrichten. Mitteilungen.
0 18.30: Garten Ing. K. Hinze: Vorgärten. O 18.45: Landwirt=
ſchaftskammer
Kaſſel: Dr. Eibert: Gründüngung. O 19.15: Rechts=
anwalt
Dr. Fürſt: Die Inflationsgeſchädigten. O 20.15: Hans
Heiling Oper von Heinr. Marſchner. Anſchl.: Spätkonzert
J. S. Bach. Programm u. a.: Doppelkonzert für zwei Violinen und
Orcheſter. Ausf.: Licco Amar und Walter Caſpar. Leitung:
Kapellm. R. Merten.

Stuttgart.
Donnerstag, 31. Mai. 12.30: Schallplatten. o 16.15: Funk=
orch
. Eilagen: Eliſabeth Schlotterbeck=Textor. e 18.15: Freiburg:
Prof. H. Lembke: Die graphiſchen Künſte und ihre Technik. o 18.45:
Freiburg: Stadtarzt Dr. Pflüger: Schulärztliche Erfahrung. O 19.15:
Schachfunk. 6 19 45: Wochenend und Ferien. O 20.15: Frankfurt:
Hans Heiling. Romantiſche Oper in drei Akten. Text von Ed.
Devrient. Muſik von H. Marſchner. Muſikal. Leitung: Dr. Ludw.
Rottenberg. Per).: Die Königin der Erdgeiſter; Hans Heiling.
ihr Sohn; Anna, ſeine Braut; Gertrude, ihre Mutter; Konrad, Leib=
ſchütz
; Stephan, Dorfſchmied; Niklas, Schneider. Ort: Böhmiſches
Erzgebirge. Zeit: Vierzehntes Jahrhundert. Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.

Donnerstag, 31. Maj. 11: Feſtakt anläßlich des 25jährigen
Geſchäftsjubiläums der Telefunken=Geſellſchaft für drahtloſe Tele=
graphie
aus dem Herrenhaus. O 15.30: E. Erpf: 7500 Km. im
Auto auf ſpaniſchen und franzöſiſchen Landſtraßen. O 16: Dr.
Zehden: Lampenfieber. O 16.30: Kriminalkommiſſar Dr. jur. Bartſch:
Heimweh, Eitelkeit und Eiferſucht als Verbrechensmotive. e 17:
Der Geiger der Pianiſt und der Flötiſt in ihrer Fortbildung,
Konzertm. Gundvaldſen (Violine), Marga Henatſch, E. Schröder. Am
Flügel: Mackeben. o 18.45: Dipl.=Ing. Kremer: Ein Rundgang
durch die Wagenbauwerkſtätten der Berliner Straßenbahn. O 19.15:
Fremdſprachliche Vorträge (Spaniſch). e 19.45: Dr. Roſenfeld:
Der ſoziale Gedanke in der modernen Literatur. Amerika. 20.15:
Zentral=Theater. Der Goldfiſch aus Amerika. (Zu Befehl, ſchöne
Frau!). Operette in drei Akten von Kraatz und Keßler. Geſangs=
terte
von Norden. Muſik von Ottberg. Dir.: Kaehler, Perſ.: Mabel
Fox: Alice Hechy; Bob Wurſter, ihr Vetter: L. Hainiſch; Graf von
Croſſen: Boettcher: Hans Joachm, ſein Sohn, Leutnant zur See:
Wolder: Annemarie, ſeine Nichte: Ilſe Muth; Nelly, ſeine Tochter:
Julia Elis; Heilmuth von Winterſtein, Leutnant zur See: v. Oſtau;
Egon, deſſen Bruder, Seekadett: Lotte Carola; Miß Hopkins, Mabels
Geſellſchafterin: Mary Sachſe; Peter, Burſche bei von Winterſtein:
Neuſch: Kulicke Oberbootsmannsmaat: Pruegel; Diener bei Graf
von Croſſen, Mabels Kammerdiener. 1. Akt: Gemeinſame Wohnung
des Grafen Hans Joachm von Croſſen und der Brüder von Winter=
ſtem
. 2. und 3. Akt: Halle auf Schloß Croſſen. Während einer
Pauſe: Tagesnachrichten. Danach: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
Stettin. 20.15: Opern=Abend. F. Schneider (Tenor). Hannel
Lichtenberg (Sopran). Armi Weltner (Bariton). Johanna Buchheim
(Koloratur=Sopran). Muſ. Leit. und am Flügel: Scheibenhofer.
Anſchl.: Tagesnachrichten.
Deutſche Welle. Donnerstag, 31. Mai. 11: Feſtakt anläßl.
des 25jährigen Beſtehens der Telefunken G. m. b. H. O 12: Min.=
Rat Geh. Baurat Lerche: Arbeiter unter Tarnkappen. Techniſch=
naturwiſſenſchaftl
. Plaudereien. O 14.30: Erna Arnhold: Reiſen
und Abenteuer. Was ich in Griechenland erlebte. O 15: Hausfrauen=
fragen
Hausfrauenſorgen. O 15.35: Wetter und Börſe. 6 16:
Schulkundliche Fragen. S 16.30: Dr. Mahrholz: Europäiſcher
Geiſt 1750 bis 1914. Madame de Stael und Goethe. O 17:
Berli: Der Geiger, der Pianiſt und Flötiſt in ſeiner Fortbildung.
O 18: Müller=Jabuſch: Weltpolitiſche Stunde. o 18.30: Spaniſch
für Fortgeſchrittene. 18.55: Geh. Ob.=Reg.=Rat und Forſtrat Herr=
mann
: Die ſchleſiſchen Gebirgswälder. O 19.20: Dipl.=Hdl. Dr.
Wieg und Dr. Brandt: Die verſchiedenen Formen des kaufm.
Berufes. O 20.15: Berlin: Zentral=Theater: Der Goldfiſch aus
Amerika (Zu Befehl, ſchöne Frau!) Operette in 3 Akten, Muſik
von Ottberg. Während einer Pauſe: Preſſenachr. Anſchl.3
Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.

Wetterbericht.
Gießen, 30. Mai.
Der hohe Luftdruck im Norden hat ſich weiter ſüdwärts ausgebreitet,
und die aus ihm entſtammenden Winde führen zunächſt noch zur Fort=
dauer
der Schönwetterlage.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 31. Mai 1928.
Meiſt heiter, warm und trocken.

Witterungsausſichten für Freitag, den 1. Jumi 1928.
Heiter, auch zeitweiſe bewölkt und Neigung zu Gewitterſtörungen.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:

Ort: Wetter: Temp.
in C‟ Wind: Nieder=
ſchlag
decke
in mm Kaee
in em Gießen: wolkig 16 N0. Aachen: wolkig 15 ſtill Hamburg: Berlin: heiter 17 NO. München: wolkig 14 O. Königsberg: wolkig 11 NW. Breslau: heiter 14 NW. Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen * Feldberg:
(Taunus) wolkig 14 SO. Waſſerkuppe: heiter 14 ſtill Feldberg:
Schwarzw.) heiter 14 ſtill Zugſpitze: wolkig 1 NNW. Kahler Aſten: heiter 14 O, Fichtelberg: heiter 11 ONO, Schneekoppe: heiter 3 N.

Hauptichriftleitung. Rudolf Maup=
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudalf Maupe, für Feuiſſeion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. cugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. 8. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart‟ Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Willp Kuble: Druck
und Verlag: C. C. Wittich lämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſſripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.

Die heutige Nummer hat 16 Geiten.

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9197

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Seite 12

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Nummer 180

Rmf
To4,
Mnd

Die 4. Fußball=Runde beendet.
Amſterdam, 30. Mai (Eig. Drahtbericht).
Argentinien ſchlägt U. S.A. mit 11:2 (4:0)
Es beſtätigt ſich die Anſich, daß man wieder ſtark mit den Süd=
amerikanern
beim Olympiſchen Fußballturnier zu rechnen hat. Bot ſchon
Chile eine ausgezeichnete Leiſtung, ſo imponierte Argentinien noch mehr
und man wird nun noch abwarten müſſen, was Uruguay bringt. Das
dritte und letzte Spiel des dritten Spieltages brachte einen Rekordſieg
der Argentinier über die Vertreter der Vereinigten Staaten, einen Sieg,
der ſelbſt das 7:1 der Aegypter über die Türkei noch in den Schatten
ſtellt. Man darf zwar die Bedeutung des Sieges der Südamerikaner
nicht überſchätzen, weil die Nordamerikaner eine nur ſehr geringe Rolle
ſpielten. Schon beim Fifa=Kongreß hatte der Vertreter der U. S.A. im
Verlauf einer Debatte darauf hingewieſen, daß Amerika wohl eine
beſſere Mannſchaft als die geſtellte hätte ſchicken können, es aber nicht
getan habe, um eine Elf wirklich reiner Amateure im Sinn des olym=
piſchen
Gedankens zu entſenden. Immerhin bedeuten aber elf Tore
auch gegen einen ſchwachen Gegner keine Kleinigkeit, zumal Argentinien
ſich ſchwerlich ausgab. Es muß weiter auch noch berüchſichtigt werden,
daß die Amerikaner in dem rieſigen Cooper einen glänzenden Torwart
hatten, der unermüdlich ſchaffte und eine Vergrößerung der Torziffer ver=
hinderte
.
Die Sicherheit des argentiniſchen Sieges war verblüffend. Die
Mannſchaft zeigte ein ausgezeichnetes techniſches Können, das ihnen für
die Folge die beſten Chancen gibt. Den Torreigen eröffnete in der 10.
Minute der Mittelſtürmer. Dann dauerte es 20 Minuten, ehe der Halb=
rechte
und gleich darauf wieder der Mittelſtürmer auf 3:0 erhöhten. Kurz
vor Schluß ſtellte der Linksaußen Orſi das Halbzeitergebnis auf 4:0.
Was man nach der Pauſe zu ſehen bekam, war ein Spiel auf ein Tor
ein ungehindertes Toreſchießen der Südamerikaner. Es machte ihnen
auch weiter nichts aus, als der Halbrechte nach einer Viertelſtunde ver=
letzt
wurde und ausſcheiden mußte. Dabei hielten ſich die Argentinier
meiſtens zurück; wenn ſie wirklich einmal für einige Minuten ſich ener=
giſch
ins Zeug legten, waren ſie nicht zu halten. Drei Tore wurden
allein in einem Zeitraum von vier Minuten erzielt. Von den ſieben
Toren der zweiten Halbzeit ſchoſſen der Halblinke drei, Linksaußen und
Mittelſtürmer fe zwei. Die Nordamerikaner kamen auf ſehr billige und
glückliche Weiſe zu zwei Gegentreffern. Einer davon war nicht einmal
einwandfrei, denn er wurde mit der Hand eingedrückt, was dem Schieds=
richter
Rupff=Schweiz jedoch entging und überdies auch weiter nicht
wichtig war.
Wieder ein hoher Sieg. Spanien ſchlägt
Mexiko 7:1 (3:0).
Der Mittwoch ſteht im Zeichen des großen Ereigniſſes Holland
Uruguay. Die holländiſchen Maſſen fiebern dem Kampf entgegen,
der über das Schickſal ihrer heimiſchen Vertreter entſcheiden ſoll. Alle
anderen Intereſſen werden aufgezehrt durch die Konzentration auf den
Abend, der das bringen ſoll, was man ſeit Tagen fieberhaft erwartet.
Leider befriedigt das Wetter nicht ganz, denn es ſieht ſtark nach Regen
aus, der Himmel iſt bewölkt. Daß Spanien nachmittags gegen Mexiko
ſpielt, wird nur flüchtig berührt, es iſt für die Holländer weniger
weſentlich. Dafür aber intereſſieren ſich die zahlreichen Spanier für
den Kampf und auch die Italiener, die den Sieger zum nähſten Spiel
zum Gegner haben.
5000 Zuſchauer im alten Stadion ſind etwas wenig, deshalb vor
allem, weil der Beſuch gelohnt hätte. Nicht nur das Können der
Spanier iſt betrachtenswert, auch die vorbildlich faire Spielweiſe beider
Mannſchaften, der es zu danken iſt, daß der Kampf als reines Freund=
ſchaftstreffen
durchgeführt wird. Das illerdings wird wieder erleichtert
durch die kraſſe Ueberlegenheit der Enropäer, die jede Härte an ſich
überflüfſig macht. Trotzdem muß die vornehme Durchführung rühmlich
erwähnt werden, denn an Temperament fehlt es beiden Mannſchaften
nicht, und es iſt ihr eigenes Verdienſt, dieſes Temperament gezügelt zu
haben.
Ein einſeitiges Spiel.
Von Beginn an hatten die Europäer das Spiel in der Hand, um
darch dauernde raſante Flügelangriffe das gegneriſche Tor zu gefähr=
den
. Die Mexikaner kamen nicht auf, ſo tapfer ſie ſich auch wehrten.
Nachdem die Querlatte einmal geholfen hatte, ging Spanien in der
11. Minute durch einen Kopfball des Rechtsaußen in Führung. Tor=
gelegenheiten
boten ſich nun genug, aber es haperte den Spaniern an
der Schußkraft und einmal half auch wieder die Latte den Amerikanern,
die vollſtändig zurückgedrängt waren. Erſt gegen Schluß der Spielzeit
beſannen ſich die Europäer darauf, daß Tore zum Spiel gehören. Bei
einer Ecke wurde der Torwart von drei Stürmern auf faire Weiſe ins
Tor gedrückt und ein Kopfball des Mittelſtürmers zum Halbrechten
ergab durch dieſen das Halbzeitreſultat von 3:0. Gleich nach Wieder=
beginn
wurde der mexikaniſche Torwart wieder einmal mit dem Ball
ins Tor gedrückt, und in einem Zeitraum von 2 Minuten erzielten
Halblinker und Rechtsaußen zwei weitere Tore. Ein kurzes Aufraffen
der Amerikaner gab dieſen durch einen Kopfball des Halblinken nach
einer Ecke das Ehrentor, und da Spanien ſich zurückhielt, wurde der
Gegner weiterhin mehrfach gefährlich. Zur Sicherheit nahmen die
Spanier dann doch wieder das Spiel in die Hand, verſchärften das
Tempo und kamen in der 30. Minute durch den Mittelſtürmer zum
letzten Tor. Nun hatten die Spanier genug, und auch Mexiko ſah die
Nutzloſigkeit der Bemühungen ein, ſo daß die letzte Viertelſtunde in
denkbar vornehmſter Weiſe ganz im Sinne des Freundſchaftsſpiels
durchgeſpielt wurde.
Die Sieger ſtellten eine äußerſt ſympathiſche und gute Mannſchaft
die ſehr beachtet werden muß. Der Sturm war glänzend, beſonders
die beiden Außenleute ragten hervor und brachten den Angriff ſtändig
in Fluß. Der Innenſturm bewies eine erſtaunliche, vielleicht über=
triebene
Fertigkeit im Kopfſpiel, dagegen ſchoß er zu wenig. Die
Elf war ſchnell, ſehr eifrig und techniſch gut, hatte eine dem Sturm in
nichts nachſtehende Läuferreihe und eine Hintermannſchaft, die ſicher
ſchien, allerdings kaum Gelegenheit fand, ſich ernſtlich zu betätigen. Bei
Mexiko taugte der Sturm nichts, gut waren der Halblinke, der rechte
Verteidiger und der Torwart Bonfiglio guter Junge, der ſeinem
Namen Ehre machte.
Urugugy Holland 2:0.
Ein ſchwerer Kampf vor ausverkauftem Stadion.
Die Entſcheidung, der ſeit Tagen ganz Amſterdam entgegenfieberte,
die aber auch in der ganzen übrigen Sportwelt mit größter Span=
nung
erwartet wurde, iſt gefallen: Uruguay hat Holland in einem
ſchweren Ringen mit einem ſicheren und verdienten 2:0=Sieg aus dem
Rennen werfen können. 40 000 Zuſchauer wohnten dieſem Kampfe bei,
Die dreifache Zahl von Einlaßbegehrenden mußte abgewieſen werden,
weil das Stadion nicht mehr Zuſchauer faßt. Der Kampf ſelbſt zeigte
alle Begleiterſcheinungen eines großen ſportlichen Ereigniſſes. Von
rieſigem Beifall begrüßt betraten gegen 19 Uhr beide Mannſchaften
den Platz. Holland legte gleich nach Beginn mit allen Kräften los
und brachte auch das Tor der Südländer, bei denen die Läuferreihe
nur ſchwer in Schwung kam, ernſtlich in Gefahr. Allmählich machten
ſich aber die Südamerikaner frei, um dann einen hochklaſſigen Fußball
zu demonſtrieren. Es zeigte ſich aber ſchon bald auch der Fehler, daß
der Sturm bei aller Spielkultur nicht durchſchlagskräftig genug iſt. In
der 16. Minute kam nach einem ſchönen Manöver des ganzen Angriffes
der erſte Treffer durch Scaronel. Uruguay blieb weiter überlegen,
konnte aber erſt 6 Minuten vor Schluß durch Urdinaram den zweiten
entſcheidendea Treffer erzielen. In der zweiten Halbzeit wehrte ſich
Holland, meiſt in ſeine eigene Hälfte zurückgedrängt, mit Löwenmut.
Verteidigung und Läuferreihe waren in der Verteidigung zeitweiſe ſehr
hart. Der Sturm konnte nur ſelten vorkommen, er war zu ſchwach,
zeigte wenig Kombination und faſt gar keine Ideen. Der Sieg der
Südländer wurde von den Zuſchauermaſſen beifällig aufgenommen. Sie
hatten ſich davon überzeugen müſſen, daß der fremde Gegner tatſächlich
beſſer war als die heimiſche Mannſchaft=

Deutſchland gegen Urugugn
Im Anſchluß an das Spiel ArgentinienU. S.A. wurde im neuen
Stadion unter Zulaſſung der Preſſe die Ausloſung für die nächſten
Spiele vorgenommen, die durch den F. J. F. A.=Präſidenten Rimet= Frank=
reich
erfolgte. Deutſchland erhielt das erſte Los und kommt gegen den
Sieger des Treffens HollandUruguay, trifft alſo damit gleich auf
einen der ſtärkſten Gegner des Turniers. Portugal, das ſchon
zwei ſchwere Spiele hinter ſich hat, bekam als Ausgleich in Aegypten
einen verhältnismäßig leichteren Gegner. Auch die Vorſchlußrunde
wurde bereits beſtimmt. Hier würde Deutſchland, wenn es ſeinen
Gegner der zweiten Runde ſchlüge, auf Italien, Spanien oder Mexiko
ſtoßen. Das Ergebnis der Ausloſung iſt:
Zweite Runde: Deutſchland gegen Sieger Holland/Uruguay; Bel=
gien
gegen Argentinien; Italien gegen Sieger Spanien/Mexiko; Portu=
gal
gegen Aegypten.
Dritte Runde: Sieger Deutſchland/Holland/Uruguay gegen Sieger
Italien/Spanien/Mexiko; Sieger Belgien/Argentinien gegen Sieger
Portugal/Aegypten. Am Donnerstag iſt Ruhetag.
Deutſchland trifft alſo in ſeinem nächſten Spiel am Sonntag,
den 3. Juni, nachmittags 16 Uhr, auf Uruguay.

Handball.
Der Weſideutiche Meiſier in Darmſiadt.
Der Gegner des Sporwereins 1898 in den beiden Spielen am
Samstag (18½ Uhr) und Sonntag (16 Uhr) beſitzt in ſeinem Landes=
verband
dieſelbe dominierende Stellung wie die 98er im Süddeutſchen
Verband. Die Meiſterſchaft im engeren Bezirk (Rheinbezirk) hat der
V. f. B. Aachen ſchon viermal errungen, während die Weſtdeutſche Mei=
ſterſchaft
ſchon zweimal von ihm erkämpft worden iſt. Ganz beſonders
intereſſant iſt es zu wiſſen, daß in den letzten zwei Jahren der V. f. B.
Aachen nur ein einziges Spiel verlor, und zwar gegen den Polizeiſport=
verein
Berlin. Sämtliche übrigen Spiele wurden gewonnen mit Aus=
nahme
des Spieles gegen den Wiener Sportklub, das unentſchieden (6:6
endete. Eine ſolche Siegeslaufbahn dürfte nahezu unerreicht ſein, zumal
wenn man bedenkt, daß z. B. die ſechs Spiele, die zur Erringung der
Weſtdeutſchen Meiſterſchaft gegen die übrigen Bezirksmeiſter notwendig
waren, ſchwerſte Kämpfe brachten. Das Ueberſtehen dieſer Spiele ohne
jeden Punktverluſt ſtellt dem Können des , V. f. B. Aachen das beſte
Zeugnis aus; ſo wurde Preußen Eſſen mit 6:3, Sportverein Oberhaufen
mit dem gleichen Reſultat, V. f. L. Münſter 5:3, Sportfreunde Siegen
mit 3:2, Kurheſſen Kaſſel und Solingen 95 ſogar mit 6:0 bzw. 8:3
beſiegt.
Die Aachener Mannſchaft, die das Spiel in Darmſtadt ſelbſtverſtänd=
lich
in ſtärkſter Beſetzung beſtreitet, tritt in folgender Aufſtellung an:
von der Gracht
Bruders
Roufoſſe, P.
Lob
Falken
Frantzen
Roufoſſe, C. Peters Rheinberg Alzer Hiſſel.
Von dieſen Spielern ſind Peters, Rheinberg und Hiſſel durch ihre
repräſentative Tätigkeit in der weſtdeutſchen Verbandsmannſchaft in
Darmſtadt bekannt. Der Rechtsaußen C. Roufoſſe iſt der Unglücksrabe,
deſſen Mitwirken im Spiel gegen P. S.V. Halle ſeinem Verein das Necht,
am Endſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft teilzunehmen, verwirkte. Daß
allerdings dabei dem V. f. B. Aachen, wenn auch vielleicht nicht nach
ſtreng rechtlichen Geſichtspunkten, ſo doch nach der rein ſportlichen Seite
Unrecht widerfahren iſt, darf nicht unerwähnt bleiben; die Härte des
Urteilsſpruches der deutſchen Sportbehörde ergibt ſich daraus, daß Rou=
foſſe
, deſſen Vater zwar ein geborener Belgier, ſchon ſeit ſeinem 2. Le=
beusjahr
in Aachen wohnt und überdies auch im Krieg deutſcher Soldat
war, ſchon 8 Jahre im V. f. B. Aachen ſpieleriſch ſich betätigt.
Man darf wirklich geſpannt ſein, ob es gerade den 98ern, über
deren Mannſchaftsaufſtellung wir noch berichten werden, vergönnt ſein
wird, den langjährigen Siegeszug der Mannſchaft des Weſtdeutſchen
Meiſters zu unterbrechen.
Wir machen nockmals darauf aufmerkſam, daß im Zigarrenhaus
Becher und in der Sportbuchhandlung Skurnik Karten im Vorverkauf
erhältlich ſind, wobei weitgehende Vergünſtigungen in den Preiſen für
Nichtmitglieder, Mitglieder und bei Löſung einer für beide Spiele gül=
tigen
Karte gewährt werden.
Sportverein Darmſiadt 1898 Ib Pokalſieger
in Biebesheim.
Nachdem die Ligaerſatzmannſchaft des Sportvereins am 1. Pfingſt=
tag
der verſtärkten Ligaerſatzmannſchaft von Mainz 05 ein 3:3 abtrotzen
konnte, beteiligte ſie ſich am 2. Feiertag an dem Pokalturnier in Bie=
besheim
. Im erſten Spiel wurde Biebesheim mit 7:2 (5:0)
geſchlagen. Als bei Halbzeit der Sieg der 98er bereits feſtſtand,
ſpielten dieſe nur noch verhalten, um ſich für das Endſpiel zu ſchonen.
Der Endſpielgegner, gegen den die 98er nach kaum einſtündiger
Pauſe antraten, war kein geringerer als die Ligamannſchaft
des Poſtſportvereins Frankfurt. Zu Beginn des Spiels
macht Darmſtadt einen recht müden und abgekämpften Eindruck, und
bald heißt es zur Freude der zahlreich anweſenden Frankfurter 1:0 für
Poſtſportverein. Darmſtadt rafft ſich auf und Böhm ſtellt durch ſchönen
Spritzball die Partie wieder remis. Frankfurt wird von ſeinen Lands=
leuten
angefeuert und bald ſteht es 2:1 für Frankfurt. Die Ueber=
legenheit
wird drückend, doch ein Bollwerk ſteht all dem in dem Weg,
nämlich das Verteidigerpaar Dittmar und Jäger. Sie hielten die
bangen Minuten durch, und geradezu erlöſend kam der Halbzeitpfiff
Nach dem Wechſel findet ſich Darmſtadt unerwartet ſchnell, und nach
7 Minuten erzielt M. Freyer den Ausgleich. Frankfurt ſpielt jetzt
reichlich hart, Darmſtadt hat jetzt die Sympathien des Biebesheimer
Sportpublikums. Der Jubel der Zuſchauer iſt groß, als auf eine Vor=
lage
Tuchers Darmſtadt durch ſeinen Halbrechten in Führung
geht. Die Reſidenzler geben jetzt alles aus ſich heraus, das Spiel wird
ſchneller und härter. Herr Michel (Rot=Weiß) hat einen ſchweren
Stand, doch vorerſt iſt er noch Herr des Spiels. Bei einem raſanten
Durchbruch der 98er iſt es abermals der Halbreilte, der einen Doppel=
händer
unhaltbar zum 4. Tore für Darmſtadt einſendet. Um bei der
ſich ſteigernden Ueberlegenheit der 98er ſich vor einer höheren Nieder=
lage
zu ſchützen, wird der Prſtſportverein jetzt derart unfair, daß Herr
Michel ſich leider veranlaßt ſieht, einige Minuten vor Spielende ab=
zubrechen
. Die Zuſchauer ſpenden dann dem Turnierſieger ob ſeiner
guten Leiſtung und ſeines ſportlichen Benehmens reichen Beifall, dem
dann auch der erſte Preis in Geſtalt einer Bronzeſtatue überreicht wird.
Man darf der Ib Mannſchaft des Sportvereins 98 zu dieſem Erfolg
gratulieren, die mit einer ſehr verjüngten Elf erſt wieder im Kommen
begriffet iſt und trotzdem in der Lage war, eine Ligamannſchaft zu
bezwingen, ein Beweis, daß ihre Spielſtärke zurzeit kaum hinter der
des Vorjahres zurückſteht.
Rot=Weiß Polizei Babenhzuſen.
Sonntag, den 3. Juni, vormittags um 11 Uhr, findet dieſes intereſ=
ſante
Prisatſpiel auf dem Rot=Weiß=Platze ſtatt. Es iſt keine leichte
Aufgabe, die ſich der Liganeuling geſtellt hat. Er tritt hier einer Mann=
ſchaft
gegenüber, die unbedingt zu den beſten Süddeutſchlands zu zählen
iſt. In den Reihen der Babenhäuſer ſtehen Leute, die ſchon mit Erfolg
für den ſüddeutſchen Verband repräſentativ gewirkt haben, ſo vor allem
der beſtbekannte Torwart Bord. Aber auch die Mannſchaft als Ganzes
iſt in Darmſtadt ſehr wohl aus den grandioſen Kämpfen bekannt, die
ſie dem Süddeutſchen Meiſter geliefert hat. Durch ihre ruhige und faire
Spielweiſe hat ſie es ſtets verſtanden, ſich die Sympathie des Darmſtäd=
ter
Sportpublikums zu erwerben. Auch kann ſie ſich als einzige Mann=
ſchaft
im Verbande rühmen, den Sp.V. 98 im Verbandsſpiele geſchlagen
zut haben. Es iſt alſo am Sonntag ein Großkampf erſten Ranges auf
dem Rot=Weiß=Platze zu erwarten. Auf die Mannſchaftsaufſtellungen
werden wir noch zurückkommen.

Schwimmen.
Jung=Deutſchland ſchlägt Schwimmſport=
freunde
Barmen 6:1.
Das Waſſerballſpiel des Weſtdeutſchen Meiſters geſtern abend geger
Jung=Deutſchland brachte den Einheimiſchen einen ſchönen Erfolg, inden
es den Barmern eine 6:1=Niederlage beibrachte. Auf das Spiel kommen
wir morgen noch zurück.
1. F.C. Nürnberg gegen Jung=Deutſchland.
1. Spiel um die Deutſche Meiſterſchaft am kommenden Sonntag, 11½ uhr
Zum erſten Spiel um die Deutſche Meiſterſchaft wird am kommen
den Sonntag der bekannte 1. F.C. Nürnberg mit ſeiner Waſſerballmann=
ſchaft
gegen Jung=Deutſchland antreten. Wir werden auf dieſes Spiel
ebenfalls noch eingehen.
Turngemeinde 1846 (Schwimm=Abtlg.).
Das infolge der ſchlechten Witterung am 20. Mai abgeſagte An=
ſchwimmen
der Schwimmabteilung der Tgde. 1846 findet nun heute abeus
um 7 Uhr ſtatt, da ab heute die Abteilung ihren Schwimmbetrieß an
den großen Woog verlegt. Die Uebungsſtunden im Hallenbad fallen
demzufolge mit Ausnahme Mittwochs abends aus. Kommenden Sonn=
tag
, den 3. Juni, unternimmt die Schwimmabteilung eine Wanderung
nach dem Altrhein bzw. nach dem Neujahrsloch. Geplant iſt dabei ein
friſch=fröhliches Zuſammenſein mit Waſſer= und Raſenſpielen. Die Fahrt
dorthin dürfte bei bleibender guter Witterung für alle einen recht ver
gnügten Sonntag bringen. Ruckſachverpflegung iſt vorgeſehen. Die Ab=
fahrt
mit der Bahn erfolgt ab Hauptbahnhof vormittags 7.10 Uhr bis
Goddelan. Die Gruppe der Radfahrer trifft ſich zur Abfahrt vormittags
7 Uhr am Turnhaus, Woogsplatz. Zu der Wanderung ſind alle Mitz
glieder der Turngemeinde 1846, ob jung oder alt, herzlich eingelgden
Zahlreiche Beteiligung iſt erwünſcht.
19. Turn= und Sportfeſi des V. C.
in Bad Blankenburg i. Thür.
Im Anſchluß an ſeine geſchäftlichen Sitzungen hält der VC., der
Verband der Turnerſchaften auf deutſchen Hochſchulen, in den Tagen
vom 1. Juni, beginnend früh 7 Uhr, bis Sonntag, den 3. Juni, ſein
19. Turn= und Sportfeſt ab. Die Wettkämpfe kommen auf der ideal am
Ufer der Schwarza gelegenen eigenen Kampfbahn des VC. zum Austrag
die rings von den Thüringer Bergen umrahmt iſt. Ueber 400 Mel=
dungen
zu den Wettkämpfen liegen vor. Neben den bekannten Namen
von beſtem Klang in der Sportwelt: Dr. Wichmann, Storz, Dähnert
Weidig u. a., wird unter den zahlreichen Füchſen, die bei Beginn des
Semeſters wieder dem VC. zugeſtrömt ſind, ſicher wieder der eine oder der
andere ſein, der ſich auch über den Rahmen des VC. hinaus Geltung in
der Sportwelt verſchaffen wird; aber abgeſehen von dieſen Spitzen=
leiſtungen
, wird ſich das ernſte Ringen auf dem Gebiet der Leibesübun=
gen
im VC. auch in den anderen erheblich über den Durchſchnitt hinaus=
gehenden
Leiſtungen zeigen, mit denen auch dieſes Jahr wieder zu rech=
nen
iſt. Neben der Leichtathletik wird auch das Geräterurnen zu ſeinem
Recht kommen. Den vom Reichspräſidenten Hindenburg geſpendeten
Ehrenpreis erhält die Turnerſchaft, die die beſte Geſamtleiſtung erzielt.
Die Wettkämpfe im Schwimmen werden vorausſichtlich am Samslag,
den 2. Juni, nachmittags, in dem unmittelbar neben der Kampfbahne ge=
legenen
ſtädtiſchen Schwimmbad zum Austrag gebracht. Auf den neuen
Tennisplätzen wird auch dieſem Sport ſein Recht werden.
Das Feſtprogramm.
Die ernſten Beratungen der jungen und alten Turnerſchafter in Bas
Blankeitburg i. Thür, und das harte Ringen um den Sieg im körper=
lichem
Wettſtreit werden durch ein frohes Feſt abgeſchloſſen, das ſich an
die Siegerverkündigung, die am Sonntag, den 3. Juni, mittags gegen
1 Uhr, vor ſich gehen dürfte, anſchließen wird.
Die Wettkämpfe um die VC.=Meiſterſchaften beginnen am 1., 2. und
3. Juni, jeweilig früh 7 Uhr, und erſtrecken ſich am 1. und 2. Juni, mit
einer kurzen Mittagspauſe, bis in die Abendſtunden.
Ein prächtiges Bild wird der Aufmarſch der Chargierten der 86 Tur=
nerſchaften
in vollem Wichs und mit Fahnen auf dem Kampfplatz am
Sonntag den 3. Juni, vormittags 10 Uhr, bieten, an den ſich die Frei=
übungen
von über 400 Wettkämpfern, die Endwettkämpfe und die Sie=
gevverkündigung
anſchließen werden.
Um 15 Uhr bewegt ſich der Feſtzug, an dem ſämtliche Turnerſchaften
mit Aktiven und Alten Herren unter Vorantritt der Chargierten mit
Fahnen teilnehmen, durch die Straßen Blankenburgs in die Allianzhalle,
wo ein Feſtakt ſtattfindet. Nach deſſen Beendigung erfolgt die Ein=
weihung
des zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen VC.er wieder auf
gebauten Turmes der Ruine Greifenſtein. Am Sonntag abend kommen
auch die Damen zu ihrem Recht bei einem gemütlichen Beiſammenſein
mit Tanz, in den Sälen der Hotels Chryſopras, Bahnhofshotel und
Weißes Roß.
Am Montag bildet ein Frühſchoppen auf dem Blankenburger Mailts
platz und ein Ausflug mit Sonderzug nach Schwarzburg den Abſchluß
des Feſtes.
15 000 Turnerſchafter.
Der VC., der Verband der Turnerſchaften auf deutſchen Hochſchulen,
hatte am Ende des Winterſemeſters 1927/28 insgeſamt 15 206 Mitglieder,
von denen 10 327 Alte Herren waren und 4885 den aktiven Turnerſchaſ=
ten
angehörten, deren Zahl zurzeit 86 beträgt. Der VC. iſt auf alem
reichsdeutſchen Univerſitäten und techniſchen Hochſchulen und an del
Univerſität Wien vertreten. Die meiſten Turnerſchaften, nämlich 2
finden ſich in Berlin=Charlottenburg, fe 5 in Göttingen und Hannohek,
4 und eine renoncierende Turnerſchaft in Leipzig, weiter je 4 in Marburg
und Tübingen. Ueber 300 Mitglieder hatten die zurzeit den Vonſit
führende Turnerſchaft Philippina, Marburg, mit 386 Mitgliedern, bod
denen 38 in Marburg ſtudierten, Cheruscia=Göttingen 371 (49), Sal
Jena 343 (46), Hohenſtaufia=Tübingen 336 (33), Normannia=Jena 3
(37), Cheruscia=München 319 (36), Ghibellinia=München 308 (35). Iebe
50 Studierende am Ort der Hochſchule hatten Gotia=Freiburg (57) B0=Berlin, Brandenburgia=Berlin und Ghibellinia=Göttingen (ie 20
Alania=Braunſchweig (53) und Tuisko=Hannover (50,
Von den ſturdentiſchen Verbindungen der Darmſtädter Techn. Hoc
ſchule gehört die Turnerſchaft Merovingia dem VC. an.
Fußball.
Darmſtädter Fußballer im Schwarzwald.
Die Ligareſervemannſchaft des Sportvereins 98 unternahm an bei=
Pfingſtfeiertagen eine Reiſe nach dem badiſchen Schwarzwald. Scſte
Gaſtfreundſchaft, herrliches Wetter, ſowie gute ſportliche Leiſtungen be=
Hieſigen geſtalteten das Unternehmen zu einem allſeitigen Erfolg
Der Gegner des erſten Feiertages war der Kreisligaverein FST
Haßlach) der nach offenem und fairem Kampfe mit 4:0 Lor5
bezuvungen wurde. Trotz ungünſtiger Platzverhältniſſe ſowie drugeſſie
Ditze konnte die Darmſtädter Elf ſehr gut gefallen.
Am kommenden Tage wurde die Reiſe fortgeſetzt, um dem 1. Re
Donaueſchingen gegenüberzutreten. Der haushohe 11:1:8/*
war in erſter Linie auf die erſtklafſige Ballbehandlung, fowie kolpe‟
liche Ausdauer der Sportvereinler zurückzuführen. Bis kurz vor Mi
zeit ſtand das Traffen noch remis, um dann durch das Nachlaſſen. L
Badener obigen Ausgang zu nehmen.

Eintracht Frankfurt ſtartet mit ihrer Sprinterſtaffel am Sonniues
in Berlin.
Dr. Wolff=Bad=Ems gewann das Meiſterſchaftsturnier des mi.
rheiniſchen Scha hkongreſſes in Bad=Ems und damit die mittelrheiilee
Schachmeiſterſchaft.
Hans Breitenſträter boxt am 23. Juni wahrſcheinlich in Paris A.
den franzöſiſchen Halbſchwergewichtsmeiſter Moiſe Bouquillon.
Larry Gains, der bekannte kanadiſche Schwergewichtsboxer, wict le
demnächſt wieder nach Deutſchland begeben.
Einen Weltrekord im Hochſprung der Damen ſtellte die Beihle.
Stevens mit 1,53 Meter auf.
Die franzöſiſche Beteiligung an den diesjährigen Jn ernatioſſt.
Baden=Badener Nennen wird ſehr zahlreich ſein, da bisher ſche‟
11 Nennungen für Fürſtenberg= und Zukunftsrennen und ſogar. 2 ½
den großen Preis von Baden abgegeben ſind.

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Nummer 130

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Seite 13

Din Oaasstiagerin.
Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten
Haſt ihr’s geſagt? forſchte der Koch neugierig.
Was ich nicht weiß, bann ich ihr nicht ſogen, murmelte Ben
vertiefte ſich in den Anblick einer beſonders intereſſanten
ctoffel.
Lüg du und der Teufel, ärgerte ſich der Küchengewaltige.
u weißt nichts? Du Lügenſchippel? Und biſt ine geſchlagene
inde mit Tom und Jimmy beim Alten gehockt! Mich wirſt du
t dumm machen!
Ben zeigte lachend ſeine geſunden Zähne.
Und daß du dem Mädchen nichts geſagt haſt, glaub’ ich erſt
ft nicht, fügte der Koch giftig hinzu.
Ich hab' ihr aufgebunden, daß der Tom in Kuxhaven bei
er Braut geblieben iſt, ſchmunzelte Ben, und daß ich ſelber
Bremerhaven eine Braut hab‟. Da hat’s wiſſen wollen, ob ich
Ende in Bremerhaven an Land gehe. Hab’ ich ihr geſagt,
ſie an Bord iſt, kann mir die Braut in Bremerhaven den
ckel langrutſchen."
Und ſie?
Glacht hat’8.
Na ja, an dir hat’s n Narren gfreſſen, meinte der Koch
rſüchtig. Ein klein wenig war wämlich die ganze Schiffs=
atzung
in Vika verliebt.
Ich hab’ ſie auch aus dem Waſſer gezogen, ſtellte Ben ſelbſt=
rieden
feſt.
Auch ſchon was! gab der Koch geringſchätzig zurück. Hätt
ein anderer beim Kragen erwiſcht, wär eben der der hochge=
itzte
Retter geweſen!
In Bremerhaven blieb man auch einen Tag. Zaharias ver=
pand
mit Ben und kehrte ohne Ben zurück. Auch Vikas Klei=
wurden
wieder vergeſſen. Dafür wurde eine Rieſenrolle
ikblech aufgeladen.
Vor Rotterdam dasſelbe Theater. Zacharias und Jimmy
rden ausgebootet, und abends bam Zacharias ohne Jimmy
Falltreppe emporgeſtiegen. Aber dieswal brachte er wenig=
1s die Kleider für Vika mit.
Sie waren aber auch danach. Wie eben ein alter Seebär
mutenkleider ausſucht.
Und dann ging’s weſtwärts. Durch den ganzen Kanal la
unche bekam man Vika nicht zu Geſicht. Sie ſaß in der Ka=
e
nud nähte die Kleider um, die ihr Zacharias mitgebracht.

Aber auch Haſpergough erſchien nur wie ein Laufkunde bei
den Mahlzeiten, dann verſchwand er mit dem Schiffszimmer=
mann
und mit dem Monteur ganz unten bei den Hinterſteven
in der Schmiede und war den ganzen Tag über nicht zu ſehen.
Und wem ein Neugieriger in die Werkſtatt die Naſe ſteckte und
zog ſie nicht ſehr raſch zurück, ſo wurde ſie ihm eingeklemmt. In
der Schmiede wurden nämlich die Schwimmkuven für das Flug=
zeug
fabriziert. Dazu hatte man in Bremerhafen das Blech auf=
geladen
.
Vika und Wiesner exiſtierten für einander nicht. Bei den
Mahlzeiten ſaß er da wie der ſteinerne Gaſt und vermied es, das
Wort an Viba zu richten. Eine Zeitlang machte ihr das Spaß.
Wie er ſich ärgert, dachte ſie und beobachtete voll heimlichen
Vergnügens, wie er jeder Begegnung auswich.
Nach ein paar Tagen begann es ſie zu ärgern. Nicht, daß ſie
ſeine Unterhaltung vermißt hätte. Aber es beunruhigte ſie, daß
ſie ſich in Gedanken zu viel mit ihm beſchäftigte. Der wehe Blick,
den er ihr nach der Zänkerei zugeworfen, ging ihr nicht aus dem
Sinn. Und das machte ſie noch wilder auf ihn. Was hat ſie ihm
denn groß angetan? Er übertrieb entſchieden. So ein bären=
ſtarker
Mann war doch kein zimperlicher Salonheld, bei dem man
jedes Wort auf die Wagſchale legen mußte.
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Und die Revenge ſchnitt in raſcher, ungeſtörter Fahrt durch
den Ozean.
Aber eines Abends, ohne daß ein ſichtbarer Grund vorlag,
wurde die Schiffsmaſchine außer Betrieb geſetzt, die Segel ge=
hißt
, und die Revenge lavierte im Schneckentempo weiter.
Haſpergough blieb unſichtbar.
Der Alte iſt komplett verrückt, konſtatierte der Heizer, der
die Gelegenheit, vom Keſſel abzukommen, zu einem Plauſch in
der Küche benützte, zuerſt dampfen wir wie die Narren darauf
los, und jetzt bummeln wir wie die Beſoffenen im Zick=Zack
gegen den Wind.
8 kommen halt die von drüben, ſagte der Koch mit wich=
tiger
Miene.
Jetzt ſchon? wunderte ſich der Heizer, wir ſind ja noch gut
350 Seemeilen von der Küſte.
Sie ſprachen vom Schmutggel. Sonſt pflegte der verpönte
Alkohol näher am Nordamerikaniſchen Seegebiet umgeladen zu
werden.

Vika ging es wie dem Müller, der ohne das Geklapper ſeiner
Mühle nicht ſchlafen kann. Das gewohnte Viörieren, das ſoniſt
die rotierende Schiffsſchraube verurſachte, fehlte ihr. Die Stille
im Schiffstörper machte dieſes kerngeſunde Mädchen nervög.
Sie fand keinen Schlaf und lief am Deck herum. Eine Art gegen=
ſtandsloſer
Sehnſucht erwachte in ihr. Eine Zeitlang ſtand ſie
am Kiel und bliate gedankenlos in die Wogen.
Dann klang die Schiffsglocke.
Acht Glaſen, Mitternacht! Auf der Revenge wurde die
Schiffswache wie auf einem Friegsſchiff gehandhabt.
Vika blickte ſich um und erkannte Wiesner, der vom zweiten
Steuermann am Steuerrad abgelöſt wurde.
Als er von der Kommandobrücke herunterkam, trat ſie ihm,
einem plötzlichen Impulſe gehorchend, entgegen.
Er grüßte förmlich und fragte, womit er ihr zu Dienſten ſein
kann. Sie wollte wiſſen, warum geſegelt wird.
Mit dieſer Frage wenden Sie ſich an den Kapitän, gab er
mit leichter Ironie zurück. Er genießt doch Ihr ganzes Ver=
trauen
.
Gewiß, entgegnete Vika, aber er war den ganzen Tag
nicht zu ſehen.
Wiesner zuckte ſchweigend die Achſeln.
Was haben Sie mir denn erzählen wollen,, fuhr ſie mit
einiger Verlegenheit fort, als ich Ihnen unlängſt ſo ungezogen
davongelaufen bin?
Er ſah ihr ſchweigend mit einem prüfenden Blick in die
Augen, dann klappte er einen Bordſtuhl auf, lud ſie ein, Platz
zu nehmen, ſetzte ſich neben ſie und begann zu erzählen.
Er habe Haſpergough gekündigt. Sein Dienſtvertrag laufe
noch einen Monat.
Ah, es gefällt Ihnen nicht auf der Revenge? warf Vika ein.
Nicht das, gab er zögernd zur Antwort, meine Anſichtem
ſtimmen mit denen des Kapitäns nicht überein.
Wie ſonderbar, wunderte ſich Vika, Miſter Haſpergough
ſcheint doch ein rechter Seewann zu ſein, wenſchenfreundlich,
ritterlich.
Meine Anſichten darüber, entgegnete er mit einem unzu=
friedenen
Lächeln, ſtimmen auch mit den Ihren überein.
Sie halten ihm doch nicht einer unkorrekten Handlungsweiſe
für fähig?"
Korrekt . . . hm . . . was iſt korrekt?, was iſt ritterlich? gab
er zurück. Die Raubritter waren gewiß echte Ritter und handel=
ten
nach den Anſichten ihrer Standesgenoſſen wahrſcheinlich ſehr
korrekt, wenn ſie ehrliche Kaufleute plünderten. Die Kaufleute
waren darüber anderer Anſicht. Aber laſſen wir das. Sie haben
mir zum Vorwurf gemacht, daß ich meine Privatkorreſpondenz
durchſehen laſſe ..
(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ][ ]

Nummer 150

Donnerstag, den 31. Mg

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Banken, Sparkaſſen und Genoſſenſchaften.
haben auf dem Gebiete des Wettbewerbs vor kurzem ein Verſtän=
digungsabkommen
geſchloſſen, das am 1. Juni in Kraft tritt. Zu den
Vereinlarungen haben ſich die drei großen Spitzenverbände im Ge=
noſſenſchaftsweſen
: der Deutſche Genoſſenſchaftsverband,
der Generalverband Deutſcher Raiffeiſengenoſſenſchaften und der
Reichsverband der Deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften mit
dem Centralverband des Deutſchen Bank= und Bankierge verbes und
dem Deutſchen Sparkaſſen= und Giroverband zuſammengefunden. Das
Abkommen wendet ſich in der Hauptſache gegen aufdringliche Rek=
lame
Mißbrauch des bargeldloſen Zahlungsverkehrs für
den Kundenfang, behördliche oder kommunalbehördliche
Einwirkung auf die Errichtung von Konten bei Sparkaſſen und
Kommunalbanken, ferner gegen die Ausübung eines Druckes auf
Hypotheken=Schuldner zur Uebertragung ihrer bankmäßigen
Geſchäfte auf die hypothekengebende Sparkaſſe, gegen das Anerbieten zur
Führung ſogenanter wertbeſtändiger Konten, ſowie gegen jegliche
Andeutung, die bei der Kundſchaft oder im Publikum den Eindruck er=
wecken
können, als ob ein Inſtitut es mit der Wahrung des Bank=
geheimniſſes
weniger genau nehme als andere Mitbewerber.
Die Abgrenzung des Arbeitsgebietes zwiſchen Banken, Sparkaſſen
und Genofſenſchaften bleibt ausgeſchaltet.
In die regionalen Schlichtungsſtellen werden beſonders beſtellte
Vertrauensmänner der Paytcien des Abkommens entſandt. Die Ver=
ſtändigungsarbeit
liegt zunächſt bei den Schlichtungsſtellen erſt wenn
hier Einigung nicht erzielt werden kann, treten die Leitungen der
Spitzenverbände als Schlichtungsſtellen für den betreffenden Fall zu=
ſammen
.
Der ſcharfe Konkurrenzkampf der letzten Jahre war in mancher
Hinſicht eine ungeſunde Erſcheinung in unſerem Wirtſchaftsleben und
hat weder der einen noch der anderen Gruppe von Banken genützt,
ſo daß dieſe Verſtändigung, wenn überall der Wille der Durchführung
ſich durchſetzt, durchaus zu begrüßen iſt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. Mai.
Nachdem ſchon im Verlaufe der geſtrigen Abendbörſe eine Beſſerung
der Tendenz nicht zu verkennen war, eröffnete die heutige Börſe allge=
mein
erholt. Eine Anregung boten vor allem die gegen Schluß der
geſtrigen New Yorker Börſe eingetretenen Kurs rhöhungen. Von Aus=
landſeite
ſollen daraufhin wieder einige Kaufaufträge vorgelegen haben,
und die Spekulation ſah ſich dadurch zu Deckungskäufen veranlaßt. Der
Ultimo gilt als ziemlich überwunden, und am Geldmarkt machte ſich be=
reits
eine gewiſſe Erleichterung bemerkbar. Die Umſatztätigkeit war im
allgemeinen jedoch nicht bedeutend, nur auf einigen Spezialgebieten
herrſchte regere Nachfrage. So waren Kaliwerte lebhaft gefragt, vor
allem Salzdetfurth, die 17 Prozent anziehen konnten. Aſchersleben ge=
wannen
8 Prozent, Weſteregeln 6 Prozent. Weiterhin beſtand für
Elettrowerte größeres Intereſſe. Bevorzugt waren Chadeatkien mit plus
10 Mk., Licht u. Kraft lagen 4½ Prozent, Siemens 3½ Prozent, AGG.
25/. Prozent und Geſ. für El 1 Prozent höher. J.=G. Farben eröff=
neten
2½ Prozent, Scheideanſtalt und Holzverkohlung je 1½ Prozent
feſter. Monkanwerte lagen ſehr ruhig, Rheiniſche Braunkohlen und
Rheinſtahl je 2 Prozent gebeſſert. Am Bankenmarkt gewannen Barmer
Bank und Reichsbank je 1½ Prozent. In Voigt u. Häffner gingen an=
geblich
die Intereſſenkäufe weiter. Wegen Materialmangel kam ein Kurs
zunächſt wieder nicht zuſtande, Tax: 243½ (plus 23 Proz.). Auf den
übrigen Marktgebieten ergaben ſich überwiegend 1= bis 2proz. Kurser=
holungen
. Deutſche Anleihen zogen geringfügig an, ausländiſche Ren=
ten
ſtill, Mexikaner feſter.
Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, und es traten über=
wiegend
neue Kursbeſſerungen von etwa 1 Prozent ein. Montanwerte
wurden etwas lebhafter gehandelt. Reichsbank zogen erneut 5 Prozent
an. Der Satz für Tagesgeld wurde auf 61 Prozent ermäßigt. Am
Deviſenmarkt konnte ſich der Dollar etwas erholen. Mark gegen Dollar
4.1760, gegen Pkunde 20.395, London-Kabel 4.8840, Paris 124.02, Mai=
land
92.65, Madrid 29.15, Holland 12.09½.
Die Abendbörſe lag einheitlich feſt, beſchränkte ſich aber auf
einige Spezialmärkte, ſo den Farbenmarkt. Daneben ſetzten Kaliwerte
ihre Aufwärtsbewegung fort. Schiffahrtsaktien glei hfalls feſter. Scheide=
anſtalt
5 Prozent höher. Die Kursſteigerungen betrugen ½1 Pro=
gent
. Anleihen ohne jegliches Intereſſe. Auch fremde Kunſtſeidenwerte
unbeachtet. Der Verlauf der Abendbörſe blieb unter Bevorzugung der

Spezialmärkte weiter feſt. Auch die Nachbörſe blieb feſt. Man nannte
Farbeninduſtrie 282,5.
Im einzelnen nannte man: Commerzbank 187, Danat 278, Metall=
bank
153, Gelſenkiichen 142, Harpener 171, Mannesmann 158,75,
Weſteregeln 217, Rheinſtahl 172,25, Hapag 173, A.E.G. 195, Scheide=
anſtalt
217, Licht u. Kraft 235 5, Farben 283, Gesfürel 287,5, Metall=
geſellſchaft
, 195, Schuckert 207,5, Waldhof 325,5.
Abenddeviſen: London gegen Paris 124,02, gegen Mailand=
92,65, gegen New York 4,8840, gegen Holland 12,0960, gegen Zürich
25,3370, Pfunde gegen Mark 20,40, Dollar gegen Mark 4,1770.


Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. Mai.
Die Erholung, die unter dem Einfluß feſterer Auslandsbörſen in
den geſtrigen Abendſtunden einſetzte, machte auch heute weitere Fort=
ſchritte
. Die Börſe eröffnete in feſter, aber ziemlich unſicherer Haltung.
Werſtimmend wirkten vor allem die Anſpannung des Geldmarktes und

die Feſtſtellung eines allmählichen Konjunkturaktivs. Günſtige Momente,
wie die Aufnahme der letzten deutſchen Anlcihen in Amerika und die
weiterfortſchreitende Entlaſtung des Arbeitsmarktes konnten ſich infolge=
deſſen
nicht voll auswirken. Ein ziemlich ſpürbarer Ordermangel und
insbeſondere das Fehlen von Auslandsaufträgen wurde unangenehm
empfunden. Die Kurserhöhungen betrugen im allgemeinen 1 bis 2 Proz.
Beſonders zu erwähnen iſt der erhebliche Kursſprung bei Salzdetfurth,
die ſich auf Kapitalerhöhungsgerüchte um 10,5 Prozent verbeſſern konn=
ten
. Am Geldmarkt ſtellte ſich der Satz für Tagesgeld auf 7½9 Proz.
und Geld über dem Ultimo auf 8½9½, Monatsgeld blieb mit 7½
bis 8½ unverändert. Am internationalen Diwiſenmarkt lag Spanien
mit 29,21 gegen das Pfund ſchwächer. Die Mark ſtellte ſich in New York
auf 4,1764, während London-Kabel mit 4,8842 und London- Amſter=
dam
mit 12,0950 genannt wurde. Am Rentenmarkt war das Geſchäft
ebenfalls ſehr ruhig, und die Neubeſitzanleihe konnte ihren geſtrigen
Stand nicht voll behaupten.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe war die Haltung der Börſe nicht
einheitlich. Salzdetfurth ſetzten ihre Kursſteigerungen mit einer neuer=
lichen
Erhöhung um 5 Prozent auf 353 fort.
Im weiteren Verlauf der Börſe wurde die Tendenz auf allen Märk=
ten
feſter. Die Führung hierbei hatten Kaliwerte, von denen Salzdet=
furth
nochmals 12 Prozent (365) gewinnen konnten. Auch J.=G. Farben
zogen erneut, und zwar um 2,5 Prozent an. Sowohl in Kali, als auch
in Farbenaktien will man umfangreiche amerikaniſche Anſchaffungen
beobachtet haben. Feſt lagen weiter Elektrowerte und Vogt u. Häffner,
die ihre Aufwärtsbewegung bis auf 256, nach geſtern 250, fortſetzten.
Schwächer lagen dagegen Schantung, und zwar infolge der für Deutſch=
land
ungünſtigen Entſcheidung des Haager Schiedsgerichts. Deutſch=
Atlanten Telegraphen, die ebenfalls hiervon betroffen werden, konnten
ſich dagegen behaupten. Der Privatdiskont blieb für beide Sichten unver=
ändert
6¾ Prozent.
Die Börſe ſchloß in feſter Haltung. Starke Nachfrage machte ſich
dei Polyphonaktien bemerkbar, die ſich vorübergehend auf 508 erhöhen
konnten. An der Nachbörſe war die Haltung nicht ganz einheitlich, da
z. T. Gewinnmitnahmen ſtattfanden, doch blieb die Börſe zuverſichtlich
geſtimmt. G.gen 2.30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe: Salzdetfurth
373 (Tagesgewinn 25 Prozent), Weſteregeln 215, Kali Aſche:sleben 205,5,
Schultheiß 369,75, Oſtwerke 327,75, Polyphon 503, Zellſtoff Waldhof
322,5. Ver. Glanzſtoff 763, J.=G. Farben 278,75. AEG. 193,5, Berg=
mann
217,5, Siemens 349, Schlef B‟=Gas 241, Hamburger Elektrizi=
tätsw
. 166, Mannesmann 157,5, Gelſenkirchen 142, Harpener 171,75, Ver.
Stahlw. 103,25, Rheinſtahl 169,5, Karſtadt 249,5, Hapag 172, Lloyd
164,5, Danatbank 277, Deutſche Bank 173,25, Altbeſitz 1 und 2, dito 3:
4., Neubeſitz 19,60.

29. 5. 30. 5 29. 5. 30.5 A. E. G 1195. 1194.25 Hirſch Kupfer. Augsb.=Nürnb. Maſck ſ1o7.- 107.875 lSöſch Eiſen ..." 152.75 154.75 Baſalt 83.5 82.75 Hohenlohe Werke 92. 915 Beramann. (220 218. Kahla Porzellan 159. 154. Berl. Karlsruhe Ind 6 7.75 67.875 Kali Aſchersleben ... 192.75 197. Berl Hand.=Geſ. ke80,75 279 5 Salzdefurth 335. 353.25 Braunkohl. Briketts) 174.,5 174. Weſterregeln 203.75 203.75 Bremer Wolle 243 255 lLindes Eismaſch.
1276.25 T Loewe ä Co. 198. 197. Danatbank. f79. 250. 250. Deutſche Bank.
173. 87! 173. Lingel Schuh 60. 60. Diskontogeſ.
163.5 166.25 kMannesmann Röhren 157. 153 375 Dresdner Bank. . ... 167.6 25 167. Niederlauſitzer Kohle 137,5 153. Deutſche Maſchinen 50.5 49.75 Nordd. Loho 186.875 1164.75 Deutſche Erdöl 1385 137.875 Orenſtein. 130. 129.75 De ttſche Petroleum 69. 69. Polyphon 486. 435. Dynamit Nobel". 136.5 137. Rütgerswer 98. 97.5 Elektr. Lieferung . 183.75 182. Sachſenwe 139. 138 J. G. Farben

Gelſenk. Berg.
278.75 277.25 Siemens 151.5 151.75 140. 141 25 Ver. Gla 745. 749. G.f elektr. Untern 230. 286.5 Ver. St 103.5 103. Han. Maſch.=Egeſt 58.2 5 59. WVolkſtedter Porzellan 57.5 H5.30 Hanſa Dampfſch. 221. 219.75 Wanderer Werke. 173,12= 172.25 Hapag 177.8 75 172.5 Wiſſner Metall. 152 25 154. Harpner.

Hemoor Zement. . 172.

1233 25 It 170.25
41. Littener Gußſtahl". 79 5 80

Deviſenmarkt.

Selſingfors
Wien
Prag
Kudapeſt
Softa
Kolland
T 30o
gopenhagen
Stodholm
London.
Buenos Aires
Nen=Vork
Belgien

29. 5. 30. 5. Gelo Brief Beld /Brief 10.501 0.52 10.503 10.52: 58.715 53.83 58.725 58 845. 12.365 12.385 12.367/12.367 72.89 13 0: 72 89 73.03 4015 3.621 3.015 3.0211 168,37 168.71/ 68.49 184.3. jut77 111.991 111.80112.0 112.00 112.22 12 05 112.2 119s 112.17 111.951112 22 20.368 20.409 0.382 20.422) 1.782 1.786 1.763/ 1.787) 4.1720 4 1800 17804.181 58.23, 53.35 39.271 58.39)

Italten
Paris ..
Schweiz
Spanien.
Danzig
Japan.
Rio de Janeiro
Jugoſlavien.
Portugal
Athen ......"
Konſtantinopel
Fanada.
Uruguav. .

29 5.
Geld / Brie
21.995 22.03
15.42 16.48 115.43.
80.42 30 58
69.79 69 93
81.45 31. 61 81.46
1 943 1.94
0.502 0.504
7.349 7.353
17.83 17.87
5.435/ 5.44
2.150/ 2 15
4.166 4.1771 4 165
4.216/ 4.28 4.276

30.
Geld
30.435
69.77
1.944
.350
17.78
5.435 5 445
2 150

5.
Brief
22.00 22.04
16.475
80 595
69 91
81.62
1.948
0.502/0.504
7.354
17.82
2.154
4.173
4.281

Die Auslofung der Altbefitzanleihe. Die Ausloſung der Serie III.
(Nr. 60 00190 000), deren Beträge für 1926 und 1927 noch im Rück=
ſtand
ſind, wird nach einer Meldung des B. T. Anfang Oktober ſtatt=
finden
; möglicherweiſe wird man aber bereits im Auguſt oder Septem=
ber
die Ausloſung durchführen können. Mitte Oktober wird dann die
Geſamtausloſung für 1928 bei Nr. 190 000 folgen. Im Reicksſchuld=
buch
eingetragene Anſprüche werden auch weiterhin von Amts wegen
ausgeloſt und bearbeitet werden. Beträge unter 5000 RM. werden bei
Fälligkeit portofrei an den Gläubiger geſandt, bei höheren Summen
wird erſt angefragt, wie die Ueberweiſung erfolgen ſoll.

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Vom Holzmarkt ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Bautät
entwickelt ſich nur langſam, und es iſt tatſächlich nur ein Bruchteil
Bauprojekte, die ſchwebten, in Angriff genommen worden. Der
bedarf iſr daher weit kleiner, als die meiſten Holzhandlungen, die
Januar bis zum April zu Schnittholzeinkäufen Stellung nahmen.
nahmen. Die Abſchlüſſe in Hölzern aller Arten waren auf einen U.
eingeſtellt, der dem vorjährigen hätte entſprechen müſſen. Nachdem
Bedarf nun weit kleiner geworden iſt und eine weſentliche Steige
für 1928 nicht mehr erwartet wird, halten ſich die Platzholzhändter
Groſſiſten und vor allem die Holzverbraucher, auf die es in erſter 9
ankommt, zurüick. Die Sägewerke berichten, daß es ſeit etwa 4 W.
ſehr ſchierig iſt, nennenswerte Abſchlüſſe zu tätigen. Auch P
herabſetzungen, die angeboten wurden, fruchten nichts, und ſo muß
ſich abwartend verhalten. In jedem Falle werden die Sägewerl
dieſem Sommer weſentlich mehr Stamm=, Zopf= und ſonſtige Tiſ
ware übrig behalten als 1927. Auuch in Oſtpreußen wird ein ſtatt
Quantum Schnittholz geſchobert, und man kann nur wünſchen, daf
Regenperiode, die die Schoberungsarbeit unterbricht und ſtort, beſ
Witterungsverhältniſſen Platz macht, damit das Material blank erh=
werden
kann. Geſucht ſind zurzeit angeblaute aſtreine Seitenbr
für die Leiſtenfabrikation, die Aufträge für den Export fertigzuſt
hat. Auch berichter ſeit kurzem die Küchenmöbelfabrikation über I
ren Auftragseingang, freilich bei ſehr ſchwierigen Zahlungsbedingn
und langen Zahlungsfriſten. Den Rohholzmarkt beurteilt man in z
kreiſen vorſichtig und will ſich bei den überhöhten Preiſen, die im
ter und Frühjahr gezahlt wurden, einweilen nicht engagieren.
Eichenmarkt iſt etwas belebter, es ſind allerdings nur hochwve
Eichenſchnitthölzer hier und da geſucht. Das Geſchäft in Parkett
liegt matt.
Gründungen und Auflöfungen von Unternehmungen im April.
der amtlichen Statiſtik iſt im April d. J. die Zahl der Gründunger
den Aktiengeſellſchaften von 28 im März auf 32 im Berichtsmonal
ſtiegen. Bei den Geſellſchaften m. b. H. ſanken die Gründungen von
auf 315. Die Zahl der Auflöſungen ſtieg bei allen erfaßten Unter
mungsformen mit Ausnahme der Geſellſchaften m. b. H., bei dener
Abnahme aber nur auf den Rückgang der amtlichen Löſchungen zurü
führen iſt. Aufgelöſt wurden 76 Aktiengeſellſchaften (i. Vormonat
870 (986) Geſellſchaften m. b. H., darunter von Amtswegen 451
1990 (1913) Einzelfirmen, Komm.=Geſ. und o. H. Geſ. und 125 Geno
ſchaften (115). Die Gründungsziffern bei den Einzelfirmen, Komm.
und Offenen Handelsgeſellſchaften betrugen 1146 (1145), bei den Geno
ſchaften 167 (175). Bei den Einzelfirmen und Perſonalgeſellſchafter
höhte ſich der Ueberſchuß der Auflöſungen ohne die amtlichen Löſchu=
üiber
die Gründungen gegenüber dem Monatsdurchſchnitt des erſten
teljahres faſt um 50 v. H. Seit dem Monatsdurchſchnitt des 3. Vie
jahres iſt der Ueberſchuß fortwährend geſtiegen, und zwar um 684
zent. Hierin kommt die Abſchwächung der Konju
tur zum Ausdruck. Die Umwandlung von Geſellſchaften und
zelfirmen in Einzelfirmen nahmen im April in ſtärkerem Maße zu
Umwandlungen von Einzelfirmen in Geſellſchaften nur geringfügig.
Erhöhung der Umlage des Rheiniſch=Weſtfäliſchen Kohlenſyudi
In bergbaulichen Kreiſen rechnet man, der Deutſchen Bergw=
zeitung
zufolge, mit einer baldigen Erhöhung der Umlage beim R
niſch=Weſtfäliſchen Kohlenſyndikat, und zwac ſpriht man von
Heraufſetzung von 1,48 auf 2,20 Mk. Eine Erhöhung der Umlage
antomatiſch zunächſt dadurch ein, daß die Auslandspreiſe im beſtritte
Gebiet unverändert bleiben, während die Inlandspreiſe erhöht wer
Dadurch wächſt die Spannung zwiſchen In= und Auslandspreiſen,
dadurch auch die Umiage. Eine geiviſſe Rolle ſpielen die Fragen
Schwierigkeiten im Rheinſchifferſtreik, die Spannung erhöhter Fr
zur Folge hatten, ferner die Verſchiebung im Abſatz infolge Droſſ=
des
Auslandsabſatzes, und letzten Endes die Erhöhung der Reſtke
durch den Rückgang der Förderung und des Abſatzes.
Mannheimer Gummi=, Guttapercha= und Aſbeſtfabrik A.G.
Generalverſammlung der Geſellſchaft iſt auf den 26. Juni einbe
worden. Wie bereits im Februar mitgeteilt wurde, iſt uch in die
Jahre, nachdem bekanntlich das Vorjahr mit einem Verluſt von 12
Reichsmark abgeſchloſſen hatte, kein Gewinn erzielt worden. J
ſchließt die Bilanz nach zirka 75 000 RMN. Abſchreibungen ohne
luſt ab.
Badiſche Girozentrale, Mannheim. Das am 31. Dezember 1927
gelaufene Geſchäftsjahr erbrachte nach Abzug von 975 815 RM.
koſten und nach Abſchreibungen von 64 172 RM. einen Neingewinn
393 728 RM., aus dem 5 Prozent Dividende auf das Betriebskat
ausgeſchüttet und 80000 RM. der Siherheitsrücklage zugeführt
den. Nach Ueberweiſung von weiteren 60 000 RM. an die Sonder
lage gelangen 3249 RM. zum Vortrag (i. V. Reingewinn 457 238 %
und 7½ Prozent Dividende).
A. G. für Seilinduſtrie, vorm. Ferd. Wolff, Mannheim=Neckau
Der Bericht der Geſellſchaft per 31. Dezember umfaßt das Zwi
geſchäftsjahr vom 1. Juli 1927 bis 31. Dezember 1927. Er beſchri
ſich auf das notwendigſte und ſtellt lediglich feſt, daß der Verlauf
Geſchäfte dem des vorhergegangenen Jahres entſprcche. Auch das n
Geſchäftsjahr iſt zufriedenſtellend verlaufen. Nach Abſchreibungen
30 117 (58 348) RM. verbleibt ein Reingewinn von 68 919 (127 467) 5
Darauf wird wieder an die Vorzugsaktionäre eine Dividende von 6 4
zent und an die Stammaktionäre eine ſolche von 5 Prozent ver=
verden
. Zum Vortrag auf neue Rechnung gelangen 9749 (7219) 9
Zur Kursbewegung der Voigt u. Haeffner=Aktien. Der ſtar
Kursſteigerung der Voigt u. Haeffner=Aktien liegt nach Informatio
folgendes zugrunde: Eine nicht genannte Gruppe hat den außerh

Brantfärter Kardorricht ooi du. Marles

I. 1. Reichs=,
Länder= und Schutz
gebletsanleihen
6% Dtſche Reichs=
anleihe
von 192
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927
8% Bay. Freiſtaat
von 1927
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927.
2o Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927

79

82
80

87.5

Dtſche. Anl Auslo=
ſungsſch
*
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
(Neub.)

Dtſche. Schußge=
bietsanleihe

2, Sta dtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v 24
8% Darmſtdt v. 2
70 Dresoen v. 26
7% Frtf. a. M.v 2
7% Heidelb v. 2e
8% Ludwahl v. 26
8% Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 25
8% Mannh v. 26
8% Nürnberg v 26
6% Pforzh. v. 26
12 Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und Schuld=
verſchreibungen

12 Bad. Cold
Kom. Anleihev. 2
1½ Berl Hyp=B./
½ %u
Pfandbriefe.
% Frkf. Hyp.BT.
Lia

% Frrf. Pfbrfbank.
4½% Gotha Gr.,
Cred. Lig.=Pfbr.
87:25 4½% Hamb Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
3% Heſſ. Landesbk
8% Kom Landes=
bank
Darmſtadt
8% Landeshank d.
Rheinprovinz
720
8% Landeskr Kaſſ
8% Mein. Hyp.Bi
51.5
%0 Naſſ. Landesbt.
19.5
2 Pfälz. Hyp. Bk./ 94.75
Die
Pfandbriefe
3%0 Preuß Ctr
Bod =Cred
4½% Preuß. Ctr
Lig Pfundbr.
93.75 18% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft
87.25
85 8% Rhein öhp=Bkl
4½
Lig
102.25) Pfandbriefe
3% Rhein. Weſtf.=
Bd.=Credit
Z
93
4½%
L.=Pf.
30 Südd. Bod
Cred=Bank
J.
Lig.
Pfdbr.
8% Württ. Hyp.=B.

80
96.25
89
94
100
100
95.5
92
96.5
92
97
89.5
92

92
91.5
98.5
92

78

96.25
91.5

87.75
97.5
93

96
92.5
89
88.5

Di. Komm. Sam.-Ablöſ.-Anl.
* Ausl Ser. 1
Dt. Komm Sam.=Ablöſ.=Anl.
*Tusloſ. Ser.II

Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Dbl.
Frrf. Hyv.=Bf K.,
Obl. Ser. 1 u. 2
Frrf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 18
Heſſ. Lds=Hyp=Bk
91.75) Vorkr.=Pfdbriefel 13.3
bgl Kom.=Obl.
S 1-16
Kom.=Obl
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 14.9
Nordd. Grundcr.
Vorkr=Pfdbriefel 14.5
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr. Pfdbriefe/ 13.5
Ry Hyp.=Bl. Vor=
kr
.=Kom=Oblig.
Weſtd. Bodencred.
anſtalt Vorkr=Pfl 14.15
4. Induſtrie=
Obligationen
8% Di. Linoleum=
werke
Bin v. 26
8% Heſſ. u Herku=
les
=Brau v. 26
8½ Klückn=Werke
Berlin v 26
94
10% Kom Elektr.
Mart
1102
% Maintrw v. 26
% Mitteld Stahl=
werke
von 27
8% Neckariulm v. 26
82, Salzmann & Co.
Kaſſel v 26
%o Vei Stahlw.
mit Opt v 26/ 901
7% Ver Stahlw.
ohne Opt v 26 88
II Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw Kohl.
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
50 Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe 1c.25I

5% Preuß Kali=
wertan
eihe
5% Preuß. Roggen=
wertanleihe

5% Sächſ. Roggen=
wertanleihe

5% Südd. Feſtw.
IIT 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E.B. v.
1914
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl v 1914
4½‟ Bosn. v. 02
5%6 Bulg. Tab v02
1.6 Griech v. 90
1¾‟ Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.)
äuß.
4% Goldan=
leihe
(abg.
inn. (abg.)
Frrig.=
Anl. (abg.)
% Tamau=
lipas
(abg.)
4½% Oſt. Schaßz=
anw
v. 1914
(C. C.-Stücke)
420 Oſt Goldrentel
(C. C.-Stücke)
4½% Rum Gold
von 1913

4½ Schweiz. Bds.=
Buhnen v. 19121
4% Türf. Admin.
o
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl
4½% ungarn von
1913 CC. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.- St.)
4½ dito Goldr.
(C. C.=St.)
% dito von
1910 (C. C..St.)
4% dito Kron. (abg.)
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.) 58
2 Kopent v. 011 92

½ Liſſab. v. 1888 18
42 Stockh. v. 1880

8.65

46

21/
18.5

41

12.0

24

3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dur=Bodenb.
von 1891
4½ Eliſabethbahn
von 1883
42 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig.
49 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei
2‟/.,% Oſt. Südb.
(Lombard.)
4% Oſt Staatsb.v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883
42o Rudolfb. t. *
i. G.
4½% Anatolier
TV.1. Bank=Ahtien
IIig. Dt. Crebitanſt.
Badiſche Bank. . . . 185
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm Banfverein/150.5
Bayr. Hyp. und
Wechfelbank
Berl. Handelsgeſ.
Hypoth.=Bf.
Comm. u Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Ban:
Eff.-u. Wechſel=
oank

Vereinsbank 103
Diskont.=Geſellſch. 163
Dresdener Bank 167
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk. 155
Pfdbr.=B7 152
Gotha Grundkr. B./143
Mein. Hyp.=Bane/144
Metallbank
Mitteld Creottbt. 1210
Nürnb. Vereinsbt. /165
Oſt. Creditanſtalt / 35
Pfälz. Hyp.=Bank/161.25
Pr. Bod =Creditbk. 142
Hyp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant .
Rhein Creditbank 12
Hvp.=Bank 199

21/.

11

23.5
3.95
18. 75

143

69.75

185
276
72

107.5
143
149
287

Südd. Bod.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2. Berkehrs=
unternehmungen

A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ..1158
7% Dt. Reichsbhn=
Vorzge.
..
Hapag
Nordd. Llohzd.. . ..
Schantung=Eiſenb
Südd. Eiſenb.=Geſ. /133
3. Induſtrie
Avt. Gebr.
Accum. Berlin.
Adler & Oppenh..
Adlerw (v. Kleyer!
6% AEG Vorzug
AEg. Stamm
Bro. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel
Bergm. El. Werkel219
Brem.=Beſtgy..O1 181
BrownBoveriECie
Brüning E Sohn I.
Buverus Eiſen
Bürſtenfbr Erlang
Tementwerte

Heidelberg
Karlſtadt

Lothr. (Karlsr.).
Them. Werke Albert.
Brockyues.
Fabrik Milch
Dumler=Benz
Di Atl.=Zelegr.
Eiſenb Berlinl 81.2:
Erdöl
Gold= u. Silb.-Anſtalt /209
Linol vert Berl. /310
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen 1128
Dürrwerke Rating.!

141
15.8

202

172.75
165.75

40

230
67
162
33
93.9

14:/

133

Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraf
Elektr. Liefer.-Geſ.
Elfäſi. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwert
Eßling Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr. Gehr. Pirm.
F. G. Farbenandſtr.
Felt. & Guilleaum
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas
Hof
Maſch. Pe
Bokorny & Witter
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk!
Gei f. elektr. Un=
ternehmungen

Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Dafenmähle Franrf!!
Haid & Neu
Hammerſen (O3n.)
Hanfw. Füſſen
Hanſa=Lloyo Brem.
Harpener Bergbau/169
Hartm. & Braun
Henninger Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gas
Heyligenſtaedt
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.)
Hirſch Kupfer
Hochttef Eſſen
Holzmann Phil.
Holzverk=Indu ſtrie
Iiſe Bergb. Stamm
Genüſſe!
Inag
Funghans Stamm./ 89.1
Kali Aſchersleben 1199
Salzbetfurth. 1356
Weſteregeln. . 1210.5
Kammyarn pirn.

23.5
234
185
80.5
63
110
55
224
60.25

278
144:/,

1103

1331
179

86

126.5

Karſtadt, R.
Ker. Werke Offſtein
Klein. Schanzl.
Klöcknerwerke
Knorr. Heilbronn
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmener ECo
Lech. Augsburg
Lingel. Schuhw.
Löhnberger. Mühle)
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz
Züvenſcheid Metall
M uinkr .W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. 1283
Minnesm Röhren
Minsfelv Bergb..
Mars=Werie
Metallgeſ. Frankft.
Miag. Mühlenbau
Moenus Stamm
Motorenfabr. Deutz
Oberurſel
Münch Lichtſpielf.
Neckar). Fahrzeug.
Neckarw Eßl.
Nicolan Hofbr
Oberbedarf
Oſterr. AlpineMon.
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Peters Union Frrf. /115
Pfäl;. Näh. Kayſer
Philipps A.=G.
Pyönix Bergbau
Porzellan. Weſſei
Reiniger Gebb. &
Schall
Ry Braunkohlen.
Elektr Stamm 1163
Stahl werke
Rhenania, Kunh
Riebeck Montan
Rütgerswerke
SuzwerkHeitbronn
S hneider & Hanau
Shiellvr, Franft)
S höfferhof=Bind.
S hramm, Lackfbr. 1120
S hriftg. Stempel. 122
S huckert Elektr. . .!

182
09.9

73.5
182
125

334
30
125
157
122
114
190
152

67
140
107
14.25

99.25

187.5
67.5

Schuhfbr. Berneis=
Weſſel.
Schuhfabr. Herz.
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen
Seilindſtr. Wolff.
Siem Glasinduſtr.
Siemens &. Halske
Südd. Immobilien
Zucker=AG. 154

101.

Strohſtoff Ver. 1295
Tellus Bergbau 1123.
Thür. Lief.=Gef.
Tucher, Brauerei.
Interfr. Krs.=Elek=
1111.
tr.=Verſ.
49
Veithwerke
Ver f. Chem. Ind./ 90
deutſch. Olfabr. 68
Faßfadr. Caſſell 48
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Berlin=Frankf. /100.
Königs= und
Laurahütte / 80
Pinſelfabriken / 76
Stahlwerke
Ultramarin 157

Zellſt. Berlin 143
Vatländ Maſch. 70
Voigt & Hgeifner 241
Voltohm Seil
Wanß & Freytag.
Wegelin Rußfabrik 137
Werger Brauerei 1175
Zellſt. Aſcha ffenbg. 206
154
Memel
320
Waldhoſ
Zuckeri Rheingau
4. Berſicherungen
Allianz u Stuttg.
Verſicherung
Frkft, Allg Verſ.=G 207.
Frankono, Rück= u.
Mitv
Mannb Verſich.
Darmſtädte: Wertel
Bahnbedar
Dampfl. Rodbere
Gebr Lutz
Motoren Darmſtadtl 65
Gebr. Roeder ....!

[ ][  ][ ]

Nummer 150

Donnerstag, den 31. Mai 1926

Sette 15

Verwaltungs= und der Gumpel=Gruppe liegenden Reſtpoſten, ſoweit
ſer in den letzten Wochen erreichbar war, zuſammengekauft. Dieſe
appe hat dieſes kleine Paket getrennt heiden Majoritätsinhabern
eboten. Dieſe haben jedoch infolge einer Vereinbarung die Ueber=
ime
des Paketes abgelehnt. Offenbar wird nun zur günſtigen Neali=
on
des kleinen Paketes von dieſer Gruppe der Kurs ſprunghaft in
Höhe geſetzt, was um ſo leichter ermöglicht iſt, da ja keine der bei=
Majoritätsgruppen von ihrem bisherigen Beſitz etwas abgibt, um
nicht zu ſchwächen. Betont wird, daß zwiſchen den beiden Majo=
itsgruppen
auf Grund der bekannten letzten Einigung heute noch
kommene Uebereinſtimmung beſtehe.
A.=G. für Bahn=Bau und Betrieb, Frankfurt a. M. Die Geſell=
ft
, deren geſamtes A.=K. von 3 520 000 RM. ſich bekanntlich im Be=
der
Deutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft, A.=G., Frankfurt a. M., be=
det
, erzielte nach dem nunmehr vorliegenden Abſchluß für das Ge=
ftsjahr
1927 insgeſamt Einnahmen von 516 469 RM. gegenüber
O25 RM., wozu der Vortrag in Höhe von 11 528 (23 649) RM. tritt.
h Abzug der Unkoſten und Steuern verbleibt ein Reingewinn von
O72 RM. gegenüber 231 419 RM. i. V. Wie bereits gemeldet, be=
die H.V., hieraus eine von 6 auf 7 % erhöhte Dividende zur Aus=
ttung
zu bringen. Bilanzmäßig jtehen einem Wertpapierbeſtand
7 176 725 (7 375 615) RM. und Schuldnern von 2 239 992 (2003 839)
&. Gläubiger von 5 461 421 (5 431 135) RM. gegenüber.
Aufruf und Einziehung von Noten der Privatnotenbanken. In der
ſten Nummer des Reichsanzeigers wird eine Verordnung über den
fruf, die Einziehung und die Vernichtung von Noten der Privat=
enbanken
veröffentlicht werden. Danach darf der Aufruf und die
giehung der auf Reichsmark lautenden Noten oder einer Gattung von
ten einer Privatnotenbank nur auf Anordnung oder mit Genehmi=
ig
des Reichswirtſchaftsminiſteriums erfolgen. Die Anordnung er=
t
, wenn ein erheblicher Teil des Umlaufes ſich in beſchädigtem oder
Dmutztem Zuſtande befindet, oder wenn die Bank die Befugnis zur
kenausgabe verloren hat. Die Genehmigung wird nur erteilt wer=
wenn
erhebliche Gründe für den Aufruf und die Einziehung vor=
fen
, insbeſondere wenn nachgewieſen wird, daß Nachahmungen der
zurufenden Noten in den Verkehr gebracht ſind.
Ruſſiſche Metalleinkäufe in Deutſchland. Die Sowjetregierung ſoll,
gemeldet wird, in Deutſchland größere Poſten Zink ud Zinn für die
wietunion eingekauft haben. In den letzten zwei Monaten ſeien
tkäufe für den Geſamtbetrag von rund 400 000 RM. getätigt worden.
m größten Teil erfolgten die Käufe in bar, doch ſeien den rufſiſchen
ndelsorganiſationen auch Kredite zu 8 Prozent gewährt worden.
genwärtig ſchwebten Verhandlungen über den Ankauf von Nickel
) Eiſen=Halbfabrikate. Außerdem ſollen demnächſt größere Beſtel=
gen
für Lieferung von Metallen in Deutſchland untergebracht
den.
Die Anleihe für Oeſterreich gefährdet. Geſtern vormittag traf, wie
Stunde berichtet, eine Meldung aus Waſhington ein, daß der
ngreß ſich wegen innerparlamentariſcher Schwierigkeiten vorzeitig bis
zember vertagt hat. Unter den rückſtändigen Gefetzesvorlagen iſt auch
Ermächtigungsbill, betreffend die Zurückſtellung der öſterreichiſchen
andrechte und die Regelung der öſterreichiſchen Reliefſchulden, uner=
igt
geblieben, obwohl ſie bereits die zuſtändigen Ausſchüſſe paſſiert
te. Wie die Dinge derzeit liegen, kann alſo die große öſterreichiſche
leihe früheſtens in den erſten Monaten des nächſten Jahres auf=
egt
werden. Bundeskanzler Dr. Seipel wird, wie das Blatt weiter
ichtet, in der heutigen Sitzung des Nationalrats eine Erklärung über
Rüchwirkung der Vertagung des Kongreſſes abgeben.

Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 30. Mai ſtellten ſich für je
100 Kilogramm für Elektrolhtkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz)
139,25 RM. Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metall=
börſenvorſtandes
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für
prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenalu=
minium
, 98= bis 99proz. in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM.,
desgl. in Walz= oder Drahtbarren, 99proz. 194 RM., Reinnickel 98= bis
99proz. 350 RM., Antimon Regulus 9499 RM., Feinſilber (1 Kilo=
gramm
fein) 84.2585.25 RM.
Die amtliche Preisfeſtſetzung im Metallterminhandel vom 30. Mai
ſtellte ſich für Kupfer: Januar 127½ (128), Februar und März 1273
(128), April 127¾ (128½), Mai 126½ (128), Juni 126½ (127), Juli 127
(127½), Auguſt 127½ (127½), September 127½ (127½), Oktober 127½
(128), November 127½ (127½4), Dezember 127½ (128). Tendenz: ſtill.
Für Blei: Januar 43½ (43½), Februar 43½ (4334), März und
April 43½ (43½), Mai 42½ (43½), Juni 42 (42½), Juli 42½ (4234),
Auguſt 42¾ (43), September bis Dezember 43½ (43½). Tendenz: feſter.
Für Zink: Januar bis April 50½ (51), Mai 51½ (52½), Juni
50¾ (51½), Juli 50½ (50½), Auguſt bis Dezember 50½ (51), Tendenz:
ruhig. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 30. Mai ſtell=
ten
ſich für Kupfer: (Tendenz: ruhig) Standard per Kaſſe 6312/us
bis 64, drei Monate 6317//s bis 64, Settl. Preis 64, Elektrolyt 68½69
beſt ſelected 6768½, Elektrowirebars 69; für Zinn: (Tendenz:
willig) Standard per Kaſſe 2267277, drei Monate 226½226½), Settl.
Preis 227, Banka (inoff.) 234, Straits (inoff.) 231; für Blei: ( Ten=
denz
: feſt) ausländ, prompt 217/4s, entf. Sichten 211/, Settl. Preis
21¾; für Zink: (Tendenz: feſt) gewöhnl. prompt 26½/us, entf. Sichten
25¾, Settl. Preis 26; Queckſilber (inoff.) 22322½, Wolframerz
(inoff.) 16½
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. Mai. Der Frankfuvter Pro=
duktenmaukt
verkehrte in matter Haltung. Infolge der ſchwächeren ame=
rikaniſchen
Notierungen übten die Händler größere Zurückhaltung, ſo
daß Umſätze kaum zu verzeichnen waren. Auch gab die zweite Hand
ziemlich Ware heraus, ſo daß zumeiſt Preisabſchwächungen eintraten.
Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Weizen 26,2526,50, Roggen
28, Hafer inl. 2828,50, Mais für Futterzwecke 25, Mais für andere
Zwecke 25, Weizenmehl 3839, Roggenmehl 39,5040, Weizenkleie 15,
Roggenkleie 17,2517,50.
Berliner Produktenbericht vom 30. Mai. Der Verflauung der ame=
rikaniſchen
Getreidemärkte, die auf gute Wetterberichte zurückzuführen
war, konnte ſich die Berliner Börſe um ſo weniger entziehen, als auch
unſere Wetterlage ſich günſtig entwickelt, andererſeits die Nachfrage
gegenüber dem reichlichen Angebot ſehr klein bleibt. Wenn trotzdem
dieſer Einfluß für Weizen nicht voll zur Auswirkung kam, ſo iſt dies
wohl auf regelmäßiges Geſchäft nach Polen zurückzuführen. Die Liefe=
rungskurſe
waren deshalb vorn nur eine Mark, Herbſtſichten 1,50 MNk.
ſchwächer. Stärker rückgängig war Roggen. Während vormittags und
vorbörslich die Abſchwächungen ſich in Grenzen bis 1,50 Mk. hielten,
brachte die amtliche Kursfeſtſetzung auf Realiſationen für Mai einen
Ruckgang von 3,50, für Juli und September von annähernd 3 reſp.
2,50 Mk. Hafer iſt nur niedriger unterzubringen. Gerſte und Mais
ruhig.

Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Wie wir aus gut informierten Kreiſen erfahren, fand in dieſen
Tagen eine Beſprechung ſtatt mit dem Ergebnis, daß neben der Far=
benaktie
die Siemens u. Halske=Aktie an der New=Yorker Börſe als
einer der erſten deutſchen Werte zur Einführung kommen ſoll. Die bor=
bearbeitenden
Proſpektarbeiten ſeien voll im Gange.
Nachdem die Zulaſſungsſtelle ihre Zulaſſung zurückgenommen hat,
wird die Notiz für die alten Obligationen der Naſſauiſchen Landesbank
Lit. FH, Lit. K3, Ausgabe 26, Ausgabe 28 mit Wirkung vom
31. Mai 1928 ab eingeſtellt
In der zweiten Junihälfte findet die Auktion in Ulm ſtatt, auf
der das geſamte diesjährige Wollgefälle ausgeboten werden ſoll. Die
Einlieferungen ſind in Qualität gut abgewachſen und pfleglich be=
handelt
.
Am 1. Juni 1928 blickt Generaldirektor Dr. Dr. e. h. Arnold Lan=
gen
auf eine Bjährige Tätigkeit bei der Motorenfabrik Deutz A.=G.
zurück.
Der Generalgouverneur der franzöſiſchen Bank, Morenu, und der
Vizegouverneur Riſt hatten mit dem italieniſchen Finanzminiſter eine
längere Beſprechung. In römiſchen Finanzkreiſen verlautet, daß dieſe
Verhandlungen die Durchführung der Franken=Stabiliſierung auf Gold=
baſis
betrafen.
In Paris traf über Le Havre eine neue amerikaniſche Goldſen=
dung
im Werte von 7 065 785 Dollar ein.
Die am Mittwoch von New=York nach Europa ausgelaufene Aqui=
tania
führt rund 3½ Millionen Lſtrl. Gold mit ſich, die für London
beſtimmt ſind. Entweder iſt das Geld für die Bank von England oder
für das Schatzamt beſtimmt.
Zwiſchen Spanien und Schweden iſt ein neues Handelsabkommen
abgeſchloſſen worden, das am 11. September 1928 in Kraft treten wird.
Zu der Kapitalerhöhung der Banca d’Italia werden noch folgende
Einzelheiten bekannt. Die H.V., die über die beabſichtigte Kapitaler=
höhung
von 240 auf 500 Mill. Lire beſchließen ſoll, wird für die zweite
Juli=Dekade einberufen. Es ſollen 200 000 Stück neue Aktien im Nenn=
wert
von 1000 Lire ausgegeben werden, wovon 600 Lire ſogleich einzu=
zahlen
ſind. Die für die Bank geltenden Beſtimmungen über die Be=
ſchränkung
des zu verteilenden Reingewinns und der Partizipierung
des Staates bleiben bis 1930 in Kraft.
Der Abſchluß der Tſchechoſlowakiſchen Donauſchiffahrtsgeſellſchaft
für das Jahr 1927 weiſt einen Gewinn von 142000 kc. auf, der den
vorgetragenen Verluſt auf 13 540 000 kc. herabminderk. Die Verhand=
lungen
über die Sanierung der Geſellſchift werden fortgeſetzt.
Die türkiſche Nationalverſammlung verabſchiedete das Geſetz über
das Handelsabkommen mit Bulgarien, ebenſo das Geſetz über ein Han=
delsabkommen
mit Eſtland und ein Geſetz über Vereinbarungen mit
Frankreich und Italien bezüglich der Behandlung von Handlungs=
reiſenden
.
Wie wir von dem Vertreter der American Exchange Irving Truſt
Company New York erfahren, erhöht dieſe Geſellſchaft ihr Kapital um
80 000 Shares mit einem Emiſſionskurs von 350 Dollar auf 40 Mill.
Dollar und die Reſerven auf 52 Mill. Dollar.
Die Streikbewegung in Indien nimmt zu. 20000 Angeſtellte der
Tata=Stahlwerke in Jamsſchedpur traten in einen Sympathieſtreik für
die im Ausſtand befindlichen Hochofenarbeiter.

Verſteigerung
im ſtädt. Leihamt, Kirchſtr. 9
Mittwoch, den 6. Juni 1928,
vormittags 8).13 Uhr, Ver=
ſteigerung
der bis Ende Mai
Ds. Js. verfallenen Pfänder,
Gold= und Silberwaren, Ta=
fchenuhren
, Herren= und Da=
menkleider
, Wäſche, Stiefel,
Operngläſer, Photoapparate,
Fahrräder, Muſikinſtrumente,
Schreibmaſchinen uſw.
Am Dienstag, den 5. Juni
1928, bleibt das Amt wegen der
Vorarbeiten zur Verſteigerung ge=
(st9217
ſchloſſen.
Darmſtadt, den 1. Juni 1928.
Städtiſches Leihamt.

Freitag, den 1. Juni 1928, vor=
kttags
10 Uhr, verſteigere ich in
itzelbach im Schulhofe auf gericht=
5e Anordnung zwangsweiſe öffentlich
iſtbietend gegen Barzahlung
Motorrad (Wanderer)
braucht, 2‟/, PS. Die Verſteigerung
(918
idet beſtimmt ſtatt.
Reinheim, den 29. Mai 1928.
Klingler
ſtellvertretender Gerichtsvollzieher.

Nachlaß
Verſteigerung
Freitag, den 1. Juni ds. Js.,
achmittags 2, Uhr beginnend,
rſteigere ich den Nachlaß des verſtorb.
taler= u. Lackierermeiſters Buch
ammer, hier, in meinem Lokale
O.
So Karlſtraße 23
rchſtehend verzeichnete Mobilien frei=
illig
gegen Barzahlung:
1 zweitür. Glasſchrank, 1 Wäſche=
Drank, 1 Pfeilerſchrank mit Glasaufſatz,
kleine viereckige Tiſche, 1 Küchenſchrank,
Küchentiſch, 30 ungerahmte Oelbilder
Geige, 2 Zithern, 1 Gitarre, 1 Regu
tor, 2 Wecker, 1 Spindeluhr, 1Herren=
9r. mit Kette, 1 Photo=Apparat mit
tativ, Leib= und Bettwäſche, 1 eiſerne
aſſette, 1 Partie Bücher, 1 Meyers Lexi=
n
. Ferner kommen zum Ausgebot:
Vertikos, 2 Konfolſpiegel, 1 achteckiger
iſch, 2 runde Marmortiſche, 1 Sport=
agen
, 2 Kommoden.
1 Geweihlüſter, elektr., 2 Spiral=
ratratzen
, 1 Ruhebettdecke, 3 Stoffläufer.
Darmſtadt, den 31. Mai 1928.
Philipp Kling
Taxator u. Auktionator
Bilhelminenſtr. 21, Fernruf 4323
Täglich freihändiger Möbelverkauf, von
orm. 9 Uhr bis, 6 Uhr nachm. geöffnet.

Dengtas Serſteigerang.
Das Heugras auf der WoogswieſeiMUder
ſoll am Samstag, den 2. Juni 1928, aller Art, in gutem
verſteigert werden. Bedingungen werden
daſelbſt bekanntgegeben. Treffpunkt wegen Räuwung
vormittags 11 Uhr am Weg zur meines Magazins
Woogswieſe (Oſtbahnhof). (9237 billig zu verkaufen.
Lurngemeinde Darmſtadt 1846.
9.
Derannimagang.
Betr. Kultusſteuer der Iſraelitiſchen Eisſchrank
Religionsgemeinde Darmſtadt für
das Rechnungsjahr 1928.
Der Ablauf der Einſpruchsfriſt iſt Fön und Beizkiſſen
durch Beſchluß des Geſamtvorſtandes vom (110 V.) wegen Um=
20. Mai 1928 auf den 30. Juni 1928 feſt= ſpannung billig ab=
geſetzt
.
Der Einſpruch iſt ſchriftlich an den Heinrichſtr. 150, II.
unterzeichneten Vorſtand, nicht an ein=
zelne
Mitglieder des Vorſtandes zu rich= O0
en und ſoll die Steuernummer des Fi=ſerſtll, gearb. Herren=
nanzamts
Darmſtadt=Stadt angeben. Backenſeſſel (Woll=
Darmſtadt, den 20. Mai 1928. (9243/ Gobel.), all. wie neu.
Der Vorſtand der Iſraelitiſchen INäh Geſchſt. *14429
Religionsgemeinde Darmſtadt. Dunkelblauer (1445

Gebrauchte

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(*11473

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Am Erlenberg 8.
(14492

Neues, ſchöues
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preisw. z. verkaufen.
Näh. Geſchſt. (*1449.

Am Freitag, den 1. Juni 1928,
nachmittgs 3 Uhr, verſteigere ich hier
Hügelſtr. 27 verſchiedene Gegen=
ſtände
öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung.
(924(
Vorausſichtlich beſtimmt verſtei=
gert
wird:
1 Ladentheke, 1 Glasaufſatz, 1 Schreib=
tiſch
, 1 Klavier, 1 Standuhr, 4 Damen=
fahrräder
,
Darmſtadt, den 31. Mai 1928.
Portner
*

Gerichtsvollzieher.

Am Freitag, den 1. Juni 1928
vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale Bleichſtraße 40
folgende Pfänder zwangsweiſe gegen Bar=
zahlung
verſteigert werden, insbeſondere:
1 Schreibmaſchine (Adler),
15 Paar Hausſchuhe,
6 Kiſten 4 72 Karton Quenetty
Möbel aller Art u. a. m.
Ferner hieran im Anſchluß an Ort
und Stelle im Lokal Heidelberger=
257
ſtraße 47:
1 Mutterſchwein.
Darmſtadt, den 30. Mai 1928.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt,
Bleichſtraße 53.

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ORfSAb- MARRT

Donnerstag, den 31. Mai 1928

Nummer 150.

Seite 16.