2.1
Or Lars, os 19f91d fEinzelnummer 15 Pfeunige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 147
Sonntag, den 27. Mai 1928.
191. Jahrgang
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Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
Ktädter und Nationalbank.
Die Arſachen der Wahlniederlage.
der Abmarſch aus dem Zentrumslager. —
ſie Leiden der übrigen Parteien. — Der
Weg zur Abhilfe.
Der ſtarke Stimmenverluſt beim Zentrum und bei der
Baye=
chen Volkspartei, die zuſammen einen Rückgang von 600 000
immen zu verzeichnen haben, hat in den maßgebenden Kreiſen
ſer Partei allerernſteſte Beachtung gefunden. Schon
unmittel=
nach der Wahl lenkte die Zentrumspreſſe die Aufmerkſamkeit
dieſe Abwanderung aus dem Zentrumslager,
derte aber gleichzeitig eine Unterſuchung darüber, was viele
ihler wohl zu dieſem Abmarſch veranlaßt haben könnte. Die
ermania” bringt jetzt einen ſehr beachtlichen Artikel, in dem
zuſtellen verſucht wird, welche Einflüſſe am Werke geweſen
d und welche Motive die 600 000 Wähler bewogen haben
gen, ihrer Partei untreu zu werden. Der Artikel geht davon
3, daß der Verluſt ein einheitliches Bild aufweiſe und ſich auf
Stände und Berufe gleichmäßig verteile. „An dieſer
charak=
iſtiſchen Erſcheinung kann auch dadurch nichts geändert werden
ſo ſchreibt das Blatt —, daß es Wahlkreiſe gegeben hat, in
ten beſondere politiſche Gründe für die Verminderung der
ntrumsſtimmen vorhanden geweſen ſind.‟ Es wird dann an
Fall Wirth erinnert, deſſen Anhänger lieber zu Hauſe
geblie=
ſind. Auch wird die Vermutung ausgeſprochen, daß der
zille=Kurs in Württemberg viele Wähler abgeſtoßen habe. Es
d weiter ein Teil des Mißerfolges den
Kandi=
tenliſten zugeſchrieben. In einer Partei, die von
chem Leben durchpulſt ſein wolle, müſſe dafür geſorgt werden,
ſie ſich immer aus neuen Kräften ergänze. Das Zentrum
bepon den Jungwählern ſogut wie garkeinen
immenzuwachs erhalten. Sei ſchon die
Kriegsgene=
ion hermetiſch vom öffentlichen Leben abgeſchloſſen, ſo könne
dem Durchbruch der jungen Generation noch viel weniger
Rede ſein. Sehr wichtig erſcheine die Frage der Führer. Wer
wirklich objektiv abmühe, die Urſachen der
Wahl=
lappe zu ergründen, komme nicht daran vorbei, daß die
neren Streitigkeiten im Zentrum die Freudigkeit
Partei getrübt und das Vertrauen zu den
verant=
rtlichen Führern gemindert habe. Die öffentliche
Seinanderſetzung, die offenen Briefe hätten den Gegnern eine
chaus erwünſchte Waffe in die Hand gedrückt. Jedenfalls habe
Ausgang der Wahl das Zentrum darüber belehrt, daß es
)t unverwundbar ſei. — Alles, was hier über das Zentrum
agt wird, kann man genau auch anwenden auf die Zuſtände
anderen Parteien. Ins Schwarze trifft aber das Blatt mit
ten Kernausführungen, die ſo wertvoll ſind, daß wir ſie
nach=
ſend zum Teit im Wortlaut wiederholen wollen, vor allem,
iI ſie auch die Leiden der übrigen Parteien
auſ=
ken, die jahrelang ſich immer wieder an den
Regierungsgeſchäf=
beteiligt haben, aber mit Undank belohnt wurden, eben weil
e Verbindung zwiſchen Abgeordneten und
ählern nicht mehr in dem Maß wie früher beſteht.
heißt in dem Artikel unter anderem
„Es kann dem aufmerkſamen Beobachter gar nicht entgangen
r, daß bei dieſen Wahlen nicht das Politiſche, ſondern das
rtſchaftliche den Ausſchlag gegeben hat, und zwar das
Wirt=
iftliche in einer Form, die nicht einmal anknüpft an große
um=
ende wirtſchaftliche Fragen, ſondern an die Not des kleinen
innes, der einzelnen Perfönlichkeit, auf eine Not, die tagtäglich
pfunden wird. Der Wahlkampf, der zu den flaueſten gehört,
nach dem Kriege geführt worden ſind, iſt geführt worden
der mit einer zugkräftigen politiſchen Parole, noch mit
politi=
in Ideen. Wir ſind uns nach dem Wahlausgang nicht im
deifel darüber, daß viele ganz gemäßigten Elemente aus
per=
licher Verdroſſenheit über die eigene materielle Lage, wenn
nicht Wahlenthaltung geübt haben, in das extrem ſozialiſtiſche
ger abgewandert ſind, in dem es natürlich, überlegt man es
r und ruhig, noch weniger Rettung gibt. Wir möchten nicht
can glauben, daß dieſe vom Zentrum abgewanderten Wähler
ihrem inneren Weſen ſozialdemokratiſch ſind. Es handelt ſich
ch unſerer Auffaſſung um eine große Proteſtbewegung. Ebenſo
limm iſt der Umſtand, daß ſich viele den kleinen
Intereſſen=
tppen zugewendet haben. Das ſind Symptome, die nicht ernſt
tug genommen werden können. Sie erfüllen uns mit großer
rge, weil ſie zeigen, daß wir bereits mitten in der
Oekonomi=
ung der Politik ſtehen. Ein Fortſchreiten dieſer nach unſerer
ffaſſung abſolut ungeſunden Tendenz würde nichts beſſeres
deuten als eine Scheidung des Volkes nach reinen Intereſſen;
Auflöſung der politiſchen Verbände in Klaſſen und
Standes=
appen wäre die andere Folge, die Auf= und Zweiteilung des
lkes in Beſitz und Nichtbeſitz, das Ziel der Sozialdemokratiſchen
irtei wäre erreicht. Wollen wir das? Das können ſelbſt
die=
ligen nicht wollen, die diesmal dem Zentrum den Rücken
ge=
rt haben.”
Es wird dann darauf hingewieſen, daß es von einem
angel an politiſchem Denken und Inſtinkte
uge, alles vom Staate zu erwarten und
ver=
twortungsbewußte, opferbereite Parteien
verlaſſen, weil ſie heute nicht in der Lage
ud, alle materiellen Bedürfniſſe hinreichend
befriedigen. Es habe keinen Zweck, nachträglich über
S Maß der Reife der Wähler zu ſchimpfen. Eine Tatſache ſtehe
Er ſeſt, daß wir es diesmal mit einer Stimmungswahl zu tun
kten, und daß ſich daraus für die Verantwortlichen in der
Poli=
die Aufgabe ergebe, ſtärker als bisher die direkte Verbindung
* dem Volke zu ſuchen. „Hier kommen wir auf ein ſehr wich=
SSr ſaſt ausſchlaggebendes Gebiet; ein weiterer Grund für die
tflockerung unſerer Wähler liegt zweifellos in dem Liſteniyllein
e Liſte iſt ein Vorſchub für die Standeskandidatur. Sie drans=
2 politiſche Perſönlichkeit zurück. Wenn eine brartiſch
Maßnahme notwendig iſt, dann iſt es die Aenderung
des beſtehenden Wahlrechtes und Wahlſyſtems.
Die Verbindung von Wähler und Gewähltem iſt nur erreichbar,
wenn kleine Wahlkreiſe geſchaffen werden, in denen ſich der
Ge=
wählte mit allen Gruppen des Volkes auseinanderſetzen muß
und kann. Jede politiſche Meinungsäußerung ſollte nach dem
Rezept des alten Plato mit der Forderung geſchloſſen werden:
„Uebrigens ſind wir der Meinung, daß das Wahlrecht geändert
werden muß.”
Vorbereitungen bei der Sozialdemokratie
zur Regierungsbildung.
* Berlin, 26. Mai. (Priv.=Tel.)
Der politiſche Brauch erheiſcht es, daß die Neubildung der
Regierung einer Partei übertragen wird, die als ſtärkſte aus den
Wahlen hervorgegangen iſt. Das iſt in dieſem Falle die
Sozial=
demokratie. Von ſozialdemokratiſcher Seite iſt wiederholt recht
deutlich der preußiſche Miniſterpräſident Braun in den
Vorder=
grund geſchoben worden. Da in der erſten Junihälfte das
innen=
politiſche Getriebe in Gang geſetzt wird, haben die
Sozialdemo=
kraten unmittelbar vor den Pfingſtfeiertagen ihre erſten
inoffi=
ziellen Beſprechungen aufgenommen, um ſich zunächſt einmal klar
zu werden, wie ſie die Sache anpacken ſollen. Bei Herrn Braun
hat ſich Ende der Woche bereits eine ganze Anzahl von
ſozial=
demokratiſchen Führern eingefunden, um ſich mit ihm über die
bevorſtehenden Unterhaltungen mit den anderen Parteien klar zu
werden. Dieſe Beſprechungen werden ſich dann noch innerhalb
des Parteivorſtandes und der Reichstagsfraktion der
Sozialdemo=
kraten fortſetzen, ſobald dieſe ſich konſtituiert haben. — Herr
Braun ſucht übrigens bereits nach einem zugkräftigen
Werbe=
mittel für ſeine Perſon. Er hat ſich zu dieſem Zweck mit dem
Korreſpondenten des „Matin”, Herrn Sauerwein, ins Benehmen
geſetzt und ihm zu verſtehen gegeben, daß die Sozialdemokratie
nur werde erfolgreich arbeiten können, wenn man ſie von
außen=
her unterſtütze. Herr Sauerwein hat den Ball aufgefangen und
erklärt, er werde die franzöſiſche Regierung auffordern, noch vor
dem Januar 1930 die zweite Zone des beſetzten Gebietes zu
räumen.
So ſteht es jedenfalls im Amſterdamer „Telegraph‟. Wir
möchten dazu nur bemerken, daß nach dem Verſailler Vertrag die
zweite Zone in zwei Jahren ſowieſo geräumt werden muß, daß
ein evtl. Zugeſtändnis einer früheren Räumung wirklich nicht ins
Gewicht fällt, zumal die Franzoſen ſich nicht auf eine ſchöne Geſte
beſchränken, ſondern dafür auch noch eine Gegenleiſtung verlangen
werden.
Dasendgültige amtlicheWahlergebnis
des
Darmſtadt, 26. Mai.
Der Wahlleiter des 33. Wahlkreiſes, Miniſterialrat Bornemann
hatte den Kreiswahlausſchuß auf Grund des § 132 der
Reichsſtimmord=
nung zur Ermittelung des endgültigen Abſtimmungsergebniſſes bei der
Reichstagswahl in den Sitzungsſaal der heſſiſchen Zentralſtelle für die
Landesſtatiſtik für Samstag vormittags 10 Uhr einberufen. Er konnte
feſtſtellen, daß zu erheblichen Beanſtandungen die Wahl keinen Anlaß
ge=
geben hat. Die Vornahme der Wahl nach den Geſchlechtern getrennt
habe im allgemeinen keine großen Schwierigkeiten verurſacht. Außerdem
ſtellte er in dieſem Zuſammenhang feſt, daß die heſſiſche Regierung dieſe
Anordnung mit Zuſtimmung des Reichsminiſters des Innern getroffen
habe. Nachdem Miniſterialrat Bornemann noch die Frage geſtreift
hatte, wie ſich der Wähler am beſten dagegen ſchütze, daß er keinen
un=
gültigen Stimmzettel abgibt, verlas er das Geſamtergebnis der
Reichs=
tagswahl im Kreiſe 33. Danach beſitzt der Wahlkreis 904 487
Stimm=
berechtigte. Es wurden abgegeben Stimmſcheine 9380, ungültige
Stim=
men 5590, gültige Stimmen 596 053. Dieſe gültigen Stimmen verteilen
ſich auf die einzelnen Parteien wie folgt:
Sozialdemokratiſche Partei: männliche 109 026; weibliche 83 350;
insge=
ſamt 192 376; 3 Abgeordnete; Reſtſtimmen 13 376.
Deutſchnationale Volkspartei: männliche 10 367; weibliche 10 260;
ins=
geſamt 20 627; kein Mandat; Reſtſtimmen 20 627.
Zentrum: männliche 37 957; weibliche 57 323; insgeſamt 95 280; 1
Abge=
ordneter; Reſtſtimmen 35 280.
Deutſche Volkspartei: männliche 34 260; weibliche 33 865; insgeſamt
67 125; 1 Abgeordneter; Reſtſtimmen 7125.
Kommuniſten: männliche 33 353; weibliche 18 654; insgeſamt 52 007; kein
Mandat; Reſtſtimmen 52 007.
Demokraten: männliche 20 886; weibliche 16 635; insgeſamt 37 521; kein
Sitz; Reſtſtimmen 37 521.
Linkskommuniſten: männliche 2687; weibliche 1217; insgeſamt 3904; kein
Mandat; Reſtſtimmen 3904.
Reichspartei des Deutſchen Mittelſtandes (Wirtſchaftspartei): männliche
4484; weibliche 3341; insgeſamt 7825; kein Mandat; Reſtſtimmen
7825.
Nationalſozialiſten: männliche 7531; weibliche 3750; insgeſamt 11 281;
kein Mandat; Reſtſtimmen 11 281.
Völkiſch=Nationaler Block: männliche 385; weibliche 213; insgeſamt 568;
kein Mandat; Reſtſtimmen 568.
Chriſtlich=Nationale Bauern= und Landvolkpartei: männliche 44 916;
weibliche 34 790; insgeſamt 79 706; 1 Abgeordneter; Neſtſtimmen
19 706.
Volksrecht=Partei: männliche 6818; weibliche 7074; insgeſamt 13 092; kein
Mandat; Reſtſtimmen 13,892.
Evangeliſche Volksgemeinſchaft: männliche 5352; weibliche 6209;
insge=
ſamt 11 561; kein Mandat; Reſtſtimmen 11 561.
Deutſcher Reichsblock der Geſchädigten: männliche 121; weibliche 71;
ins=
geſamt 192; kein Mandat; Reſtſtimmen 192.
Alte Sozialdemokratiſche Partei: männliche 1388; weibliche 770;
insge=
ſamt 2158; kein Mandat; Reſtſtimmen 2158.
Die Reſtſtimmen insgeſamt belaufen ſich auf 236 053. Die
Vertei=
lung eventueller Mandgte im Verband werden ſpäter erfolgen kſinnen.
Nach der Bekanntgabe des Ergebniſſes ſchloß der Kreiswahlleiter die
Ber=
handlung und behält ſich vor, die nächſte Sitzung unter Umſtänden
tele=
phoniſch einzuberufen:
Die Woche.
Wenn auch die Reichstagswahlen vom 20. Mai für den, der
die Dinge einigermaßen überſah, keine beſondere Ueberraſchungen
gebracht haben, ſo wird doch dädurch das Ergebnis nicht
erfreu=
licher. Zunahme der Sozialdemokraten um 20 Mandate,
erheb=
licher Geſinn der Kommuniſten, eine ſchwere Niederlage der
Deutſchnationalen, Mandatsverluſte der bürgerlichen Mitte mit
alleiniger Ausnahme der Wirtſchaftspartei, und ein kataſtrophaler
Mandatsverluſt durch die Zerſplitterung der Stimmen. Das etwa
ſind die Charakteriſtika der diesmaligen Wahlen. Am
bedauer=
lichſten bleibt das letzte. Die bürgerliche Wählerſchaft hat ſich
nicht raten laſſen wollen, und ſo zogen 31 Parteien in den
Wahl=
kampf. 30 720 181 Stimmen ſind abgegeben worden, auf die
490 Mandate entfallen. Da an ſich für dieſe 490 Mandate nur
2 934 000 Stimmen erforderlich geweſen wären, ſo ſind die
dar=
über hinaus abgegebenen 1 380 000 Stimmen einfach
unter den Tiſch gefallen. Das iſt das Ergebnis unſerer
Zerſplitterung! 23 Mandate ſind verloren
gegan=
gen, die für die Verſchiebung des politiſchen
Schwergewichts unter Umſtänden von
entſchei=
dender Bedeutung hätten ſein können. Regt ſich
jetzt nicht doch das Gewiſſen der Führer aller jener
Splitter=
parteien, denen ihre Gefolgſchaft geglaubt hat, daß ſie in der
Lage wären, die Sonderintereſſen ihrer Wähler in Zukunft
wirk=
ſam zu fördern? Die größte Stimmenanzahl iſt, wie wir von
vornherein gefürchtet hatten, bei der Volksrecht=Partei verloren
gegangen. Auf die 481 124 für dieſe Partei abgegebenen
Stim=
men entfallen zwei Mandate, ſo daß rund 361000
Stimmen allein hier ſchon verloren gingen. Was
haben nun die Wähler erreicht? Glaubt irgend jemand von ihnen
vielleicht, daß durch die zwei Reichstagsabgeordneten der
Volks=
recht=Partei für die Sache der Inflationsgeſchädigten auch nur
das geringſte erreicht werden könnte? Rund 1½ Millionen
Stim=
men ſind vergeblich abgegeben worden, welche das politiſche
Ge=
ſchehen der Zukunft in keiner Weiſe zu beeinfluſſen vermögen.
Und das iſt mehr wie bedauerlich, da dadurch einer der Vorzüge
des parlamentariſchen Syſtems nicht voll zur Auswirkung kommt,
der darin beſteht, daß in der Volksvertretung die politiſchen und
wirtſchaftlichen Intereſſen aller Kreiſe des Volkes zur Geltung
kommen. Der Vorteil davon iſt, daß ein ſtändiger Ausgleich
ge=
ſchaffen wird, der irgendwelche Spannungen in der Regel alsbald
beſeitigen kann. Gewiß, die 1½= Millionen deutſcher Wähler
haben ſich ſelbſt ausgeſchaltet. Aber das ändert nichts daran,
daß durch dieſe Selbſtausſchaltung der kommende Reichstag ein
anderes Ausſehen bekommen hat, als es dem Volkswillen
eigent=
lich entſpricht. Eine Hoffnung allerdings erſcheint gerechtfertigt,
daß nämlich auch der deutſche Wähler ſchließlich durch Schaden
klug wird. Auch er muß einmal erkennen, daß das
parlamenta=
riſche Syſtem, das wir haben, zwar die Möglichkeit gibt,
Sonder=
intereſſen einzelner Gruppen zur Geltung zu bringen, aber nur
im Rahmen großer Parteien mit allgemeinen politiſchen Zielen.
Die Wirtſchaftsgruppen, die ſich abſondern und durch die
Grün=
dung einer eigenen Partei verſuchen, ihre Sonderintereſſen
un=
gehemmt durch irgendwelche Rückſichten auf andere zu vertreten,
werden nur neue Enttäuſchungen erleben. Und dieſe
Enttäu=
ſchungen werden auch bei den Wählern der Wirtſchaftspartei nicht
ausbleiben.
Aber es wäre durchaus falſch, wenn man die Schuld an
die=
ſer ganzen zur Zerſplitterung führenden Entwicklung lediglich
dem Unverſtand des deutſchen Wählers beimeſſen wollte. Auch
die großen politiſchen Parteien tragen ein gerüttelt Maß von
Schuld an ihr. Auch für ſie haben die großen politiſchen Ziele,
die ſie ſich doch ſelbſt geſteckt, nicht immer im Vordergrund
ge=
ſtanden, ſondern auch ſie haben ſich ſtellenweiſe zur Vertretung
von Sonderintereſſen hergegeben, ohne daß man mit dem nötigen
Nachdruck verſucht hätte, zunächſt einmal im Rahmen der eigenen
Partei einen Intereſſenausgleich herbeizuführen. Daß an
der=
artigen Möglichkeiten unſer unfeliges Liſtenwahlſyſtem zum
guten Teil mit die Schuld trägt, iſt ſchon oft genug erörtert
wor=
den. Vielleicht trägt das Ergebnis der jetzigen Reichstagswahlen
dazu bei, den Boden zu bereiten für die unerläßlichen Reformen,
ſolange es noch Zeit iſt. Auch die politiſchen Parteien werden
hoffentlich aus den Ergebniſſen des 20. Mai gelernt haben.
Die Wahlſchlacht iſt geſchlagen und allmählich beginnt man
auch ernſthaft daran zu denken, welche Konſequenzen ſich für die
praktiſche Politik aus dem Wahlreſultat ergeben. Feſt ſteht
zu=
nächſt, daß die bisherige Reichsregierung ſich nur noch auf 234
von 490 Stimmen ſtützen kann, über eine parlamentariſche
Mehr=
heit alſo nicht mehr verfügt. Die Reichsregierung iſt alſo
genö=
tigt, zurückzutreten, was im übrigen gewiß keine Ueberraſchung
bedeutet, da wohl niemand mit einer Fortſetzung der bisherigen
Regierungskoalition nach den Wahlen gerechnet hat. Die Wahlen
zeigen einen ſtarken Ruck nach links, aber auch die Linke verfügt
über keine Mehrheit. Sozialdemokraten und Demokraten verfügen
ſelbſt zuſammen mit den 62 Zentrumsabgeordneten, nur über
239 Stimmen. Mit der Weimarer Koalition alſo iſt es nichts,
ganz abgeſehen davon, daß es mehr wie fraglich erſcheinen muß,
ob das Zentrum unter den gegenwärtigen Umſtänden zu einer
ſolchen Koalition bereit wäre. Die einzige Kombination, die über
eine ſtabile Mehrheit im neuen Reichstag verfügen könnte, wäre
demnach die große Koalition, die mit 152 Sozialdemokraten,
62 Zentrumsabgeordneten, 45 Volksparteilern und 25
Demokra=
ten zuſammen über 284 Stimmen verfügen würde. Man könnte
alſo denken, daß die Dinge verhältnismäßig einfach liegen, um ſo
mehr, als ja auch ſchon vor den Wahlen mit der Möglichkeit der
„großen Koalition” vielfach gerechnet wurde. Leider aber liegen
die Dinge durchaus nicht ſo klak. Vorerſt haben noch die
Partei=
taktiker das Wort, und es iſt durchaus nicht ausgeſchloſſen, daß
durch alle möglichen taktiſchen Erwägungen und Feinheiten die
Dinge ſo kompliziert werden, daß ſchließlich überhaupt etwas
Ver=
nünftiges nicht mehr herauskommen kann. Eine ſonderbare Rolle
ſpielt dabei die führende Preſſe der Demokratiſchen Partei, das
„Verliner Tageblatt” und die „Frankfurter Zeitung”. Auch hier
wird feſtgeſtellt, daß die große Koalition eigentlich die einzige
Kombination wäre, die über eine ſtabile Mehrheit verfügen
würde. Anſtatt aber daraus die Folgerung zu ziehen und für die
Bildung der großen Koalition einzutreten, macht zum Beiſpiel
Seite 2
Sonntag, den 2T. Mai 1928
das „Berliner Tageblatt” (Nr. 238 vom 22. Mai) noch eine andere
Rechnung auf. Die Weimarer Koalition, an der man offenbar
noch immer mit dem Herzen hängt, verfügt zwar für ſich allein
nicht über eine Mehrheit, aber vielleicht könnte man doch die
Deutſche Bauernpartei des Herrn Fehr mit ihren 8 Sitzen
hinzu=
nehmen, um ſo eine Mehrheit von 2 Stimmen
herauszubekom=
men. Vielleicht, ſo meint man, ließe ſich auch mit der
Wirtſchafts=
partei reden. Was ſoll das alles? Schon während des
Wahl=
kampfes hat der volksparteiliche Reichswirtſchaftsminiſter offen
ausgeſprochen, daß die kommende Reichsregierung ſich wohl auf
die große Koalition werde ſtützen müſſen. Ein Zweifel an der
Bereitſchaft der Deutſchen Volkspartei, in einer ſolchen Koalition
mitzuarbeiten, wenn die Vorausſetzungen für eine fruchtbare
Arbeit gegeben wären, kann demnach nicht beſtehen. Das
Nächſt=
liegende wäre alſo doch wohl, daß ſich die Parteien, die für die
Bildung der großen Koalition in Frage kämen, zunächſt einmal
über dieſe Vorausſetzungen unterhielten. Schon allein deswegen
weil wohl ohne weiteres angenommen werden darf, daß eine
Verſtändigung der drei in Frage kommenden bürgerlichen
Par=
teien über ein praktiſches Arbeitsprogramm unſchwer zu erzielen
ſein dürfte. Wenn man alſo ernſtlich will, braucht man, ſo ſollte
man meinen, keine Winkelzüge. Viel verwickelter liegen die Dinge
hinſichtlich der Sozialdemokratiſchen Partei. Daß ihre Führer
die große Koalition für die zweckmäßigſte Löſung anſehen, darf
wohl als feſtſtehende Tatſache angeſehen werden. Etwas anderes
allerdings iſt es, ob dieſe ſich in ihrer eigenen Partei werden
durchſetzen können, nachdem mit der Vergrößerung der Fraktion
auch eine gewiſſe Radikaliſierung unverkennbar eingetreten iſt.
Von entſcheidender Bedeutung wird es auch ſein, ob die
Sozial=
demokratiſche Partei es wagen wird, ſich von den Rückſichten auf
die kommuniſtiſche Konkurrenz freizumachen.
Es hat wenig Wert, ſchon jetzt in die Erörterung
irgend=
welcher Einzelheiten einzutreten. Nach parlamentariſchem Brauch
wird aller Vorausſicht nach der Reichspräſident ein Mitglied der
ſtärkſten Partei, d. h. der Sozialdemokratie, mit der
Regierungs=
bildung beauftragen, und die dann folgenden Verhandlungen
werden hoffentlich ſehr ſchnell ergeben, ob ein gedeihliches
Zu=
ſammenarbeiten der verſchiedenen Parteien innerhalb einer
Regierung möglich iſt. Wir hoffen, daß dieſe Verhandlungen ein
poſitives Ergebnis zeitigen werden, denn es gibt, ſo wie die
Dinge nun einmal liegen, tatſächlich nur eine Löſung.
Da das gegenwärtige Reichskabinett vernünftigerweiſe erſt
mit dem Zuſammentritt des neuen Reichstags, d. h. am 11. Juni
zurücktritt, bleibt ja genügend Zeit zu Vorbeſprechungen, ſo daß
uns diesmal das Schauſpiel einer wochenlangen Regierungskriſis,
die wir uns in Anbetracht der allgemeinen politiſchen Lage
ein=
fach nicht leiſten können, hoffentlich erſpart bleibt. Wir brauchen
ſobald wie nur irgend möglich eine Regierung, der ihre
parla=
mentariſche Baſis die erforderliche Handlungsfreiheit gibt. Die
Erörterung der großen europäiſchen Probleme war nur vertagt,
bis die Wahlen in Frankreich und Deutſchland vorüber. Sie jetzt
mit allem Nachdruck in Gang zu bringen und die geſamte deutſche
Politik auf ſie einzuſtellen, iſt die Aufgabe der kommenden
Reichs=
regierung.
A.
Graf Weſtarp über die Wahlen.
* Berlin, 26. Mai. (Priv.=Tel.)
Aehnlich wie das Zentrum haben auch die Deutſchnationalen
die Gründe ihres Stimmenverluſtes unterſucht. Sie haben jetzt in
der „Kreuzzeitzung” den Grafen Weſtarp vorgeſchickt, der in einem
Aufruf unter der Deviſe: „Schließt die Reihen!” feſtſtellt, daß die
Opganiſation der Partei der großen und ſchweren Aufgabe dieſes
Wahlkampfes nicht voll gerecht geworden ſei. Er verlangt
Be=
ſeitigung des Mißtvauens der Jugend oder den arbeitenden
Klaſ=
ſen gegenüber und fordert Schaffung von Raum für aufſtrebende
Kräfte.
Das Reichskabinett im Urlaub.
* Berlin, 26. Mai. (Priv.=Tel.)
Der größte Teil des Kabinettes hat Pfingſturlaub angetreten.
Die Miniſter Curtius und Brauns halten ſich in Süddeutſchland
auf. Herr Marx iſt von ſeiner Erholungsreiſe noch nicht zurück.
Herr Groener iſt ſchon ſeit einigen Tagen von Berlin abweſend.
Auch Reichsfinanzminiſter Köhler hat einige Ruhetage
einge=
ſchoben, ebenſo wie ſein Kollege Schiele. Der Reichspräſident iſt
dagegen in Berlin verblieben.
Vom Tage.
Das Auswärtige Amt hat bei den Regierungen der
Rheinlandmächte in Paris, Brüſſel und London Einſpruch
erhoben gegen die Anordnungen der franzöſiſchen
Beſat=
zungsarmee, die die Bahnhofsarbeiten in
Rüſſels=
heim ſtillegten.
Die Reichsregierung hat an den Oberſten
Fitzmau=
rice die Einladung gerichtet, mit den beiden deutſchen
Ozean=
fliegern Köhl und Hünefeld auf der Rückfahrt nach Europa nach
Ber=
lin zu kommen. Die Einladung iſt durch den Botſchafter
von Prittwitz=Gaffron übermittelt und von Fitzmaurice
ange=
nommen worden.
Im polniſchen außenpolitiſchen Ausſchuß hielt Zaleſki eine Rede
über den freien Handel und die deutſch=polniſchen
Wirtſchaftsbeziehungen.
Der Budapeſter Strafgerichtshof hat die Amneſtie
auch auf den Prinzen Windiſchgrätz angewandt. Ihm wird
jedoch nur die weitere Verbüßung der Freiheitsſtrafe erlaſſen. Die
Geldſtrafe wird mit Rückſicht auf ſeinen Vermögensſtand aufrecht
er=
halten.
Der jügoſlawiſche Außenminiſter weilt
der ſerhiſchen Vorkriegsſchulden in Paris.
zur Regelung
Weitere, über die Lage in China eingetroffene Telegramme
beſtäti=
gen die Auffaſſung, daß der Kampf zwiſchen den Nord= und
Südtruppen auf der ganzen Linie entbrannt iſt.
Exportfragen.
Europa iſt infolge des Weltkrieges in ſeiner wirtſchaftlichen
Entwicklung unſtreitig ſehr zurückgeblieben. Die Vereinigten
Staaten von Amerika haben inzwiſchen mit ihrer
Maſſenfabri=
kation einen Vorſprung erreicht, deren Export den Abſatz
euro=
päiſcher Fabrikate im Weltmarkte zunehmend verdrängt. In
Europa hat ſich daher — insbeſondere in Deutſchland — die
Ueberzeugung verbreitet, dieſen Vorſprung Amerikas in der
Maſſenfabrikation könne Europa nicht einholen, folglich könne
man gegen Amerika nur mit Qualität konkurrieren. Dieſer
an=
gebliche Gegenſatz zwiſchen Qualität und Maſſenfabrikation
be=
ſteht jedoch nicht. Im Gegenteil, durch Maſſenfabrikation kann
qualitativ beſſere Ware billiger geliefert werden. Nur von Waren,
die nicht für Maſſenverbrauch, ſondern nur für individuelle
Ver=
wendung fabriziert ſind, kann man annehmen, daß mit ihnen
gegen Maſſenfabrikate konkurriert werden kann; allerdings wird
dies nur da möglich ſein, wo ſoviel Kaufkraftüberſchuß beſteht,
daß die für Anſchaffung ſolcher Specieswaren erforderlichen
Mehr=
aufwendungen geleiſtet werden können. In den Vereinigten
Staaten von Amerika iſt dies derzeit tatſächlich der Fall. In
dieſem Lande iſt der elementare Lebensbedarf durch
Maſſen=
fabrikation ſo verbilligt, und die Löhne ſind trotzdem ſo hoch, daß
dort tatſächlich den breiten Maſſen ein Kaufkraftüberſchuß für
Anſchaffung europäiſcher Specieswaren verbleibt. Nach der
deut=
ſchen Ausfuhrſtatiſtik 1917 nimmt jedoch der ganze Kontinent
Amerika — alſo Nord=, Süd= und Mittelamerika — nur 16.1
Prozent der deutſchen Ausfuhr (ohne Reparationslieferungen)
auf. Von den anderen Abſatzgebieten des deutſchen Exports in
und außer Europa kann man aber nicht behaupten, daß deren
Bevölkerungen über ſolche Kaufkraftüberſchüſſe verfügen, daß ſie
ſo wie die Vereinigten Staaten von Amerika in der Lage wären,
Specieswaren in größeren Mengen von Deutſchland zu kaufen.
Im Gegenteil, die Kaufkraftverhältniſſe in dieſen anderen
Abſatz=
gebieten des deutſchen Exports ſind durchſchnittlich nicht beſſer
als im deutſchen Inland, in manchen dieſer Gebiete ſogar noch
ſchlechter. Dieſer praktiſche Tatbeſtand widerlegt die Fiktion, als
ob deutſche Produktion im Weltmarkt nur mit Waren
konkur=
rieren könnte, die nicht in Maſſenfabrikation, ſondern als
quali=
tative Speciesware hergeſtellt ſind. Dieſer Tatbeſtand erſcheint
jedoch verſchleiert, bzw. zu wenig beachtet, ſolange die bezeichnete
Fiktion durch deutſches Preisdumping auf Koſten einer
ver=
brauchsbeſchränkenden Verteuerung des deutſchen Inlandpreis=
Niveaus aufrechterhalten wird. Hier iſt eine Verluſtquelle, ein
unſichtbarer Transfer, zu dem Deutſchland nicht verpflichtet iſt.
Hier wird Kapital exportiert, um Ware exportieren zu können.
Durch ſolchen Export werden nationalwirtſchaftliche Verluſte
er=
zielt, ſtatt nationalwirtſchaftlicher Ueberſchüſſe. Dieſe Verluſte
könnten vermieden, ſtatt ihrer könnten wirtſchaftliche Ueberſchüſſe
erzielt werden, wenn man in Deutſchland die Normung
elemen=
taren Lebensbedarfes nachdrücklicher als bisher betreiben würde,
in der Erkenntnis, daß damit nicht nur der Exportfähigkeit,
ſon=
dern auch der ganzen Inlandswirtſchaft Deutſchlands, der
Be=
ſchäftigung und der Bedarſsdeckung ſeiner breiten Maſſen wirk=
W—O.
ſamer gedient wäre als mit dem bisherigen Zuſtande.
Pfingſten.
Das beglückendſte aller Feſte des Jahres iſt Pfingſten,
das=
jenige Feſt, das uns Menſchen von heute am allermeiſten geben
kann.
O, heilger Geiſt, kehr bei uns ein
Und laß uns deine Wohnung ſein.
Wir wollen uns bereit machen, den „heiligen Geiſt”
aufzu=
nehmen, wollen den Strom der göttlichen Kraft in uns einfließen
laſſen, die das Univerſum durchflutet und den Welten ihre
Bah=
nen weiſt. Denn dieſe Kraft brauchen wir ja für unſer Leben,
um es nach ſeinem innerſten Geſetz leben zu können. — Seit die
Radiowellen und die Geſetze der drahtloſen Telegraphie
Gemein=
gut und uns allen verſtändlich geworden ſind, vermögen wir uns
als Empfangsapparate aufzufaſſen und unſer Ich ſo einzurichten,
daß es die ſtarken Ströme der Kraft, die über allen Kräften iſt,
aufzufangen vermag. Unſer Sein und Weſen weitet ſich, das iſt,
als ob ein Ballon neu gefüllt wird und ſchwellend von Leben
emporſtrebt. Aus dieſem Ausgeſchloſſenſein an das Göttliche
ſchafft der Künſtler ſein Werk, — hier iſt das, was wir früher als
Inſpiration bezeichneten, ohne doch zu wiſſen, wie es eigentlich
vor ſich gehen konnte. Inſpiration, ein Einfließen des Geiſtes in
die Seele des Menſchen, in ſeinen Aufnahmeapparat, der die
Wellen des göttlichen Stroms umſetzt in Bilder und Töne, in
Gefühle und Beſtrebungen, die ſeinem menſchlichen Verſtändnis
zu erfaſſen möglich ſind.
Sonne, Wonne, himmliſch Leben
Willſt du geben, wenn wir beten.
Zu dir kommen wir getreten.
Hier iſt die Kraft des Gebetes. Wir Menſchen von heute
müſſen wieder beten lernen, um ſtark zu werden. Nicht Gebete,
die wir herplappern, ohne recht zu glauben, ſondern Gebet an
die große göttliche Kraft, von der wir erfüllt werden möchten, die
uns ſtarken Zielen zutragen kann, denn — das haben wir alle
ſchon in irgendwelchen Augenblicken gefühlt — ſie vermag uns
über uns ſelbſt emporzuheben, ſo weit, daß wir kaum noch
unſe=
ren Zuſammenhang mit dem winzigen Menſchlein begreifen, das
ſo mühſam durch den Alltag kreucht. Dieſe Stunden ſind unſere
wahrhaft glücklichen Stunden, da ſie uns Schwung und Wärme
geben, und was ſind wir Menſchen ohne Schwung und Wärme?
Mechaniſche Apparate, lange nicht ſo vollkommen wie die
Wunder=
werke der Technik. Was uns über ſie emporhebt, iſt der Geiſt,
der Pfingſtgeiſt, der über uns ausgegoſſen wird und den wir
auf=
ſaugen müſſen mit allen unſeren Poren.
Laß dich reichlich auf uns nieder,
Daß wir wieder
Troſt empfinden,
Alles Unglück überwinden.
Nur der Frühling vermag uns ſo aufnahmebereit zu machen,
daß wir wahrhaft Pfingſten feiern können. Wie umfangen wir
nicht mit unſerer Liebe all die Schöne der erwachten Natur, —
wie jubeln und frohlocken wir nicht über das neue Leben nach
langer Winternot! Wie breiten wir nicht die Arme, um die ſchöne
Welt liebend zu umfangen!
Schmücket mit Maien das liebliche Feſt, ſtreut Blumen, hört
andächtigen Herzens auf den Klang der Pfingftglocken, die über
das Land hintönen, macht euch bereit, auch des Pfingſtgeiſtes
teil=
haftig zu werden. An denen, die ſich kalt und hart und ſtumpf
verſchließen, vollzieht ſich das Wunder nicht. Nur wer mit
offe=
nen Augen und offenem Gemüt und ausgeſtreckten Händen
da=
ſteht, kann den trunkenen Zauber der Pfingſtſeligkeit erleben. Wir
müſſen ſorgen, daß unſere Herzen brennen, müſſen die Kraft
fin=
den, zu beten und vor das Angeſicht Gottes zu treten, der
unend=
lich viel größer iſt, als wir ihn zu faſſen vermögen. Unſer dürr
gewordenes Herz muß von der göttlichen Kraft neu befruchtet
werden, wir müſſen des Himmels Segen trinken wie
Verdur=
ſtende, denn wir wollen wieder wie neu werden.
Ein Feſt der Einkehr in uns ſelbſt iſt Pfingſten. Wir müſſen
Mut und Kraft gewinnen, die Schlacken, die ſich in uns
angeſam=
melt haben, abzuſtoßen. Wir wollen beginnen, neu zu bauen mit
heiligem Mut. Iſt nicht das Leben, das Gott uns ſchenkte, allzu
ſchade, um es zu Stückwerk zu machen, wie wir alle es täglich und
ſtündlich tun. Unſere Hände ſind ungeſchickt und wiſſen ein ſo
koſt=
bares Kleinod noch nicht richtig zu halten, — nur wenn der
All=
geiſt uns durchſtrömt, werden wir ſtark, fromm und gut.
Dazu helfe uns Pfingſten!
Vom Grals= zum Schützenfeſt.
Wie man Pfingſten feierte.
Unter den vielen Volksbeluſtigungen, die ſich in unſerem
Volksbrauch auf das Pfingſtfeſt zuſammendrängen, befinden ſich
auch zahlreiche ſportliche Veranſtaltungen, wie Pferderennen,
Wettläufe, Ringſtechen und Schützenfeſte. Dieſe Uebungen, bei
denen man ſeine Kräfte und Geſchicklichkeit maß, ſind der letzte
Nachhall der alten Ritterturniere und der bürgerlichen
Waffenfeſte, die den Glanz des Rittertums in ihre Stadtmauern
hinübernahmen. Für dieſe kulturgeſchichtlich ſo überaus
inter=
eſſante Entwicklung einer Sitte, die im Laufe der Jahrhunderte
von den Adligen über die Bürger zu den Bauern kommt und
dementſprechend umgeſtaltet wird, gibt es ein wichtiges Zeugnis
in dem Magdeburger Gralsfeſt, von dem in der
Mag=
deburger Schöppenchronik des Heinrich von Lamſpringe
ausführ=
lich berichtet wird. Dieſes Pfingſtfeſt, das in den 70er Jahren
des 13. Jahrhunderts von der wehrhaften und reichen patriziſchen
Bruderſchaft der Konſtabler gefeiert wurde, hat von jeher die
be=
ſondere Aufmerkſamkeit der Forſchung erregt, denn es iſt ein
Neummer 147
Die Bandlung.
Politiſche Pfingſi=Beirachtung.
Von
Staatsſekretär a. D. Dr. Kenokes, M. d. R.
Pfingſten hat es wirklich nicht leicht in dieſem Jahre. 9
all den Unzuträglichkeiten der Maiwitterung, die eine paſſen
Feier des fröhlichſten aller Feſte zu gefährden ſcheint, iſt auch
politiſche Himmel alles andere als klar und wolkenlos.
Zwar die aufreibende Wahlſchlacht mit all ihren häßlick
Begleiterſcheinungen liegt glücklich hinter uns, aber das
Reſ=
tat der normal für vier Jahre die Geſchicke Deutſchlands e
cheidenden Abſtimmung wird noch lange die Gemüter beſch
tigen und mancherlei Betrachtungen — vielleicht auch Entſchli
— zeitigen. Es wäre verfehlt, durch gewagte Berechnungen o.
allerlei Zahlenkunſtſtücke den klaren Tatbeſtando fälſchen zu m
len. Das deutſche Volk hat am 20. Mai ſeinen Willen dal
ausgeſprochen, daß das Steuer des Reichsſchiffes nach links u
zuſtellen ſei. Dem gegenüber iſt die unheilvolle Zerſplitteru
der bürgerlichen Parteien, die einen Mandatsverluſt von Fr.
tionsſtärke bedeutet, ſo ſehr man ſie mit Recht bedauern und v
urteilen mag, nicht von eigentlich entſcheidender Bedeutm
Selbſt wenn man alle die für Splitterparteien und Parteiſplit
abgegebenen Stimmen den bürgerlichen Weltanſchauungs=P
teiar zuzuzählen hätte, würde der Geſamtcharakter der Reig
tagswahlen entſcheidend ſich nicht ändern. Der Ruck nach Ii
bleibt beſtehen in einer Intenſität und einem Ausmaß, wie w
nur wenige es erwartet hatten.
Wenn noch die Sozialdemokratie ihre großen Erfolge
Koſten des Links=Radikalisms errungen hätte! Aber auch
Komuniſten haben ihre Stimmen ſtark vermehrt und ſtel
nach Ausſcheidung ihrer Abſplitterungen als eine anſcheinend
gefügte, nach einheitlichen Direktiven operierende ſtarke Fralt
da. Es iſt nicht ganz leicht, mit Sicherheit die politiſchen
ſachen für eine Entwicklung feſtzuſtellen, die in der kurzen
von 1924 bis jetzt in Deutſchland ſich vollzogen hat. Es mag ſ
daß die Oppoſitionsſtellung und das Freiſein von Verantn
tung günſtig gewirkt hat. Entſcheidende Bedeutung kann die
Umſtand aber nicht beigelegt werden, wie ſich ohne weiteres di
den Hinweis auf die Demokratiſche Partei ergibt, die trotz ik
Oppoſition unter ſtarker Ausnutzung dieſer Stellung in
Preſſe, und der übrigen Oeffentlichkeit bei der kleinen Zahl
ihr noch verbliebenem Anhänger beſonders empfindliche (
bußen zu verzeichnen hat. Auch eine die Intereſſen der Ma
wirklich ſchädigende Politik in den verfloſſenen Jahren oder
nur in der letzten Koglition kann angeſichts der ſachlichen Ar
des letzten Reichstages, insbeſondere auf ſozialpolitiſchem
biet, ernſtlich zur Erklärung des Reſultates nicht
herangezo=
werden. Vielmehr wird wan erkennen müſſen, daß eine inn
Umſtellung weiter Schichten des Volkes zur Republik und
Volksſtaat eingetreten iſt. Die mit ſoviel Eifer und Hingabe
triebene Diskreditierung des jetzigen Staates und ſeiner Einn
tungen findet nicht mehr das Echo in der Bevölkerung wie
vor wenigen Jahren. Gewiß iſt man nicht blind gegen mar
bedauerliche Erſcheinung, die vielerorts im neuen Regime ſich
zeigt hat. Aber man wendet ſich ab von der Methode, die
Auftreten und Aufbauſchen von Mißſtänden nur dazu ben
den jetzigen Staat als ſolchen anzugreifen oder lächerlich
machen. Eine Kritik mit dem Ziele der Beſſerung der Zuſte
wird gern ertragen und willig aufgenommen. Dort aber,
Kritik Selbſtzweck wird, wo durch ſie nicht die Mißſtände, ſond
der Staat oder das jetzige Syſtem als ſolche getroffen wer
ſollen, wird ſie auch dort abgelehnt, wo man noch vor weni
Jahren einer ſolchen Kritik um ſo mehr ſein Ohr lieh, je beit
der und ätzender ſie ausfiel. Das immer ſtärkere Sichabfin
mit den gegenwärtigen Verhältniſſen und das Hineinleben
den Staat, wie wir ihn heute haben, dürfte die Haupturſache
die überaus ſchweren Verluſte der Deutſchnationalen ſein, de
Preſſe und Redner vielſach gerade in dem erwähnten Sinne
ſvirkt haben. Insbeſondere ſcheint auch die wahlfähig geworl
Jugend trotz eines nicht unerheblichen Abſtrichs für Radike
mus rechts und links (Kommuniſten und Nationalſozialiſten)
bei der Wahl für eine ſtarke Staatsbejahung ausgeſprochen
haben. Sie, die die Zeit vor dem Kriege und den Krieg ſ
aktiv nicht mit erleht haben, ſehen die gegenwärtigen Zuſtt
viel ſtärker und unbedingter als gegeben an und bejahen ſie d
zufolge mehr als diejenigen, die hier durch den Vergleich mit
früheren Zeit immer noch Hemmungen und Hinderniſſe e
finden.
Liegen hier die tieferen Gründe für das Ergebnis der Rei
tagswahlen, ſo wird man ſich auch hüten wüſſen, über geh
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Beiſpiel dafür, wie Ideale der ritterlichen Dichtung ins L0
umgeſetzt wurden. Ueber die vielumſtrittene Bedeutung di
Feſtes hat jetzt Ludwig Wolff in der „Niederdeutſchen Zeitſc
für Volkskunde” eine neue und ſehr einleuchtende Erklär
gegeben. Der geiſtige Leiter des Gralsfeſtes war der Die
Brun von Schönebeck, der ſeine Kunſt an den Werken Wolf
von Eſchenbachs gebildet hatte und von deſſen Gralsdicht
einen ſo tiefen Eindruck empfing, daß er etwas von dieſer k
lichkeit in ſeinem Kreiſe erwecken wollte. Das Pfingſtfeſt
Magdeburger Bürger iſt von allem Glanz der höfiſchen Ku
des Rittertums umkleidet. Die Teilnehmer wurden durch
ladungsſchreiben in dichteriſcher Form aufgefordert, und
allen Städten des Umkreiſes ſtrömten die waffenkundigen K
leute in Magdeburg zuſammen, in prächtigen Rüſtungen
reichgeſchmückten Pferden, um an den Umzügen und Turni
teilzunehmen. Die Wappen, die ſie trugen, mögen wohl W.
zeichen ihres Heimatsortes geweſen ſein.
Im Mittelpunkt des Feſtes ſtand der „Gral‟. Wir he
darin wohl mehr als einen mit prachtvollen Zelten beſetzten
platz zu verſtehen; der „Gral” war die Bezeichnung für die 9
Feſtlichkeit; mit ihm ſollte die märchenhafte Herrlichkeit bezeie.
werden, die auf dieſem Feſt entfaltet wurde. Unter dem
verſtand ja der mittelalterliche Menſch das Höchſte an Gluck
Glanz, das „irdiſche Paradies‟. Das Magdeburger Gral
wollte die Ideale der höfiſchen Dichtung ebenſo in das 2
übertragen, wie dies die verſchiedenen Artusfeſte verſuchten,
zu Pfingſten begangen wurden. Die Turniere der Tafelrn
von denen die ritterlichen Epen erzählten, wurden nicht nu
höfiſchen, ſondern auch in bürgerlichen Kreiſen vielfach
geahmt, und an die Stelle der berühmten Tafelrunde des K9
Artus iſt nun von dem bürgerlichen Schüler Wolframs
Wunderort des Grals geſetzt worden. Die Konſtabeln, die
Gralsfeſt veranſtalteten, hatten ſchon vor der Ankunft der *
ihre Schilde an einen dazu aufgeſtellten Baum gehängt,
„Schildekenbom” der dadurch zu einem gold= und ſilberſtral
den Wunderbaum wurde. Wenn einer von den anderen
teilnehmern mit der Lanze einen Schild berührte, ſo kane
Eigentümer aus dem Gral hervor, um den Vermeſſenen im D
kampf zu beſtehen. Der Sieger im Turnier wurde mil
„ſchönen Frau” belohnt. Der Geiſt des ritterlichen Frauendle‟
klingt hier noch nach, denn dieſe Frau ſollte den Kämpfern
als ein irdiſches Weib gelten, ſondern als eine Fee, deren L
in ſo mancher Dichtung der glückliche Held gewinnt. Das M4
burger Gralfeſt vor 650 Jahren iſt aber nicht vereinzelt geblie
ſondern es fand im Pfingſtbrauch vielfache Nachahmung
wurde lange beibehalten. Noch im 16. Jahrhundert gab *
Magdeburg einen „Gralsweider” und eine „Gralbrücke‟; 44
Lüneburg, in Perleberg in der Priegnitz, in Grünberg bei Si
und anderwärts haben ſich in den Ortsbezeichnungen Erinue
gen an den Gral erhalten. Viele Jahrhunderte hindurch ſe
Geite 3
Nummer 147
luſte ſich mit der Erwägung zu tröſten, daß kommende
chstagswahlen vorausſichtlich wieder eine Aenderung
erbrin=
würden. Gewiß vollziehen ſich die politiſchen Entwicklungen
Nurven, und gewiß kann irgend ein äußerer Anlaß ein
ande=
augenblickliches Reſultat herbeiführen. Im allgemeinen
int wir aber die Entwicklung auf abſehbare Zeit feſtgelegt.
Es ergibt ſich dann als Lehre der letzten Reichstagswahl
weite Kreiſe die Notwendigkeit, umzulernem. Nur wenn man
Lager aller bürgerlichen Parteien aus der notwendigen
atsbejahung die erforderlichen Konſequenzen zieht und dem
hler gegenüber als aufrichtiger Bekenner der beſtehenden
Zu=
de erſcheint, wird man hoffen dürfen, dieſer Abwanderung
links erfolgreich begegnen zu können. Würde es gelingen,
eine weitgehende Uebereinſtimmung zu ſchaffen, dann
wür=
die die bürgerlichen Parteien heute noch trennenden
Schran=
von geringer Bedeutung werden, die Gegenſätze und
Diffe=
zen würden zurücktreten gegenüber dem einigenden
Verant=
tungsgefühl für Staat und Volk. Auf ſolchem Untergrunde
nte der ſo oft erörterte Gedanke der wirklichen
Volksgemein=
ft, d. h. der Zuſammenfaſſung aller aufbaubereiten Elemente
ndige Wirklichkeit werden.
Sonntag, den 27. Mai 1928
Ob Pfingſten uns ein ſolches Wunder erleben läßt? Nur ein
politiſch eigentlich nicht erlaubter Optimismus könnte dieſe Frage
bejahen. Aber vielleicht dürfen wir hoffen, daß wir durch
hin=
gebende Arbeit dem Ziel dieſer Entwicklung in den nächſten
Wochen näherkommen werden.
Fuſion der Oemokratiſchen Partei
mit der Deutſchen Volkspartei?
* Berlin, 26. Mai. (Priv.=Tel.)
Ein Berliner Abendblatt verzeichnet eine Meldung, für die
wir ihm die Verantwortung überlaſſen müſſen und die ſich im
Augenblick nicht nachprüfen ließ, wonach von demokratiſcher Seite
her über die Liberale Vereinigung der Verſuch unternommen
worden iſt, die Möglichkeit einer Fuſion mit der Deutſchen
Volks=
partei auszukundſchaften. Wir halten es für nicht ganz
ausge=
ſchloſſen, daß vernünftige Elemente den Kurs von Herrn Koch
nicht mehr mitmachen und die Reſte der Demokraten vor der
Auf=
ſaugung durch die Sozialdemokraten retten wollen. Ob aber aus
dieſen Plänen, wenn ſie wirklich beſtehen, etwas wird, läßt ſich
natürlich nicht ſagen, jedenfalls ſolange nicht, als noch nicht
be=
kannt iſt, wer hinter dieſen Plänen ſteht.
Kein Lebenszeichen von Nobile.
ie letzten Meidungen Nobiles: In Sturmgefahr. — Die Luftſchiffhülle vereiſt.
Ein Motor verſagt. — Notlandung im Polargebiet?
In Kingsbay, dem Landungsplatz des Luftſchiffes „Italia”,
nan in ſchwerer Sorge wegen des Ausbleibens der „Italia”,
noch immer nicht von ihrer Sturmfahrt
zurück=
kehrt iſt. Seit geſtern mittag liegen von ihr keine
Nach=
ten mehr vor. Die letzten Meldungen General Nobiles waren
n nicht mehr ſehr ermutigend, ließen ſie doch erkennen, daß
Luftſchiff ſich immer noch in Sturmgefahr befindet, die
überwinden dadurch erſchwert wird, daß die Hülle des
ftſchiffes immer mehr vereiſt und dadurch ſchwerer
d, während gleichzeitig ein Motor verſagt. Die
Eis=
be von der Hülle fielen häufig auf die Gondeln, doch es gelang
her immer, dieſe Schäden auszubeſſern. Das Ausfallen des
tors aber bedeutet eine ſchwere Beeinträchtigung der
Manö=
pfähigkeit des Luftſchiffes während einer Sturmfahrt.
Be=
ebsſtoffiſtnurfür80 Stunden an Bord. Geht alſo
Brennſtoff vor der Landung aus, dann muß damit gerechnet
den, daß das Luftſchiff weit abgetrieben wird und allen
Un=
ſen der Witterung ausgeſetzt iſt, denen es natürlich nicht lange
idhalten kann. Nach der letzten Peilung befand ſich das Schiff
Kilometer von den Muſſon=Inſeln. Hoffentlich gelingt es
Kommandanten, das Schiff nach Vadſö zu führen, das von
Muſſon=Inſeln aus bequemer zu erreichen iſt. — In der
gsbay hat wan das Hilfsſchiff unter Dampf geſetzt. Man will
Verſuch machen, nach Nordweſten vorzuſtoßen, um vielleicht
r Luftſchiff Hilfe bringen zu können. Die Ausſichten für eine
hrt ſind aber recht gering, da noch immer ſehr ſtarke Vereiſung
rſcht.
Beſorgniſſe wegen der „Jialia”.
EP. Kingsbay, 26. Mai.
Unter den in der Kingsbay zurückgebliebenen Mitgliedern
Expedition des Generals Nobile herrſcht große Beſorgnis
r das Ausbleiben des Luftſchiffes „Italia” und das ſeit
itag morgen 10.27 Uhr anhaltende Schweigen ſeines
Funk=
jarates. Nach 54 Flugſtunden hat der Funkapparat plötzlich
funktionieren aufgehört, während er vorher ununterbrochen
dem Hilfsdampfer „Citta di Milano” verkehrte und jede halbe
inde Mitteilung machte. Nach den letzten vom Funker der
alia” gemachten Angaben dürfte das Luftſchiff höchſtens 250
ometer von der Kingsbay entfernt geweſen ſein. Der
Kom=
ndant der „Citta di Milano” hat die Kohlenvorräte des
Schif=
ergänzen laſſen, um nötigenfalls ſofort für eine
Hilfsexpedi=
t aufbrichen zu können. Man hofft bei den Italienern immer
h zuverſichtlich, daß General Nobile von dem heftigen
Nord=
ſtwind nach Südoſten abgetrieben worden iſt und entweder
die Baſis von Spitzbergen doch noch erreicht oder ſonſt auf dem
Packeis oder in Nordſibirien eine Notlandung vornehmen kann.
Das Schweigen des Funkapparates kann durch ein Verſagen des
Generators verurſacht ſein, ohne daß deswegen das Luftſchiff
unbedingt in Gefahr zu ſein braucht. Die „Italia” hatte 16
Per=
ſonen an Bord, nämlich die üblichen Expeditionsmitglieder mit
Ausjahm des Sonderkorreſpondenten des „Corriere della Sera”
und eines Telegrad hiſten, die im letzten Augenblick zurückbleiben
mußten.
Der letzte nach Italien gerichtete Funkſpruch
von der „JItalia”
ſtammt von Freitag morgen 7 Uhr; er iſt an Unterſtaatsſekretär
Balbo gerichtet und lautet: „Seit 27 Stunden haben wir mit ſehr
ſtarken Gegenwinden zu kämpfen, was mich zwingt, die Motoren
auf Höchſtleiſtung zu bringen. Die Sicht iſt äußerſt ſchlecht,
wäh=
rend ſie auf dem Hinweg von Grönland zu dem Pol vorzüglich
geweſen war. Seit dem Pol ſind wir fortwährend im Nebel.
Wir ſind jetzt über Spitzbergen. Die Stunde der Ankunft läßt ſich
noch nicht vorausſagen. An Bord iſt alles wohl. General Nobile.”
Die Funker des Dampfers „Citta di Milano” forſchen
un=
unterbrochen nach einem Lebenszeichen vom Luftſchiff Italia
und ſenden von Zeit zu Zeit Funkſprüche aus des Inhaltes:
„Wir hören Euch nicht mehr, ſeit Freitag morgen 10,27 Uhr. Wir
hören immer auf mittleren und kleinen Wellen. Antwortet auf
Wellenlängen von 30—50 Meter, je nach der Entfernung.”
Das Schweigen des Generals Nobile
beunruhigt die Italiener mehr und mehr. Auf Grund der letzten
Funkſprüche des Generals ſucht man die Stelle zu erreichen, an
der ſich die Italia befand, als Freitag gegen halb 11 Uhr der
Funkdienſt aufhörte. Freitag morgen 3½ Uhr hat General
Nobile berechnet, noch bis 100 Meilen von der Inſel Moffen
ent=
fernt zu ſein, die ſich ungefähr auf dem 80. Breitengrad im
Nor=
den von Spitzbergen beſindet. Daß die Fahrt immer ſchwieriger
wurde, beweiſen die letzten lakoniſchen Funkſprüche, die dringend
empfehlen, unbedingt jede halbe Stunde von der „Citta di
Mi=
lano” funkentelegraphiſche Signale zur Korrektur des Kurſes
abzugeben. Die letzten Funkſprüche ließen deutlich erkennen, daß
das Luftſchiff vom Südweſtwind immer noch nach Oſten gedrängt
wurde. Jedenfalls herrſchte auch am Freitag an der Kingsbay
ſehr ſtarker Weſtwind. Man tröſtet ſich mit dem Gedanken der
Möglichkeit einer Notlandung des Luftſchiffes auf Nordoſtland
von Spitzbergen und der Tatſache, daß die Expedition Nobiles
jedenfalls für eine Notlandung im Polargebiet ausgerüſtet iſt
und Lebensmittel für einen Monat an Bord hat.
Ausſichten der franzöſiſchen Politik.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, Ende Mai.
Mit berechtigter Erwartung ſieht man jetzt der franzöſiſchen
Politik auf allen Gebieten entgegen. Die Wahlen ſind vorüber
in Frankreich ſowohl wie in Deutſchland, die erſten Prämiſſen
der fpanzöſiſchen Sanierung ſind erfüllt und ſomit werden manche
politiſche Wechſel jetzt fällig. Voller Erwartung ſieht der
franzö=
ſiſche Wähler auf ſeine Regierung, denn jetzt ſoll ja ſowohl in der
Innen= wie in der Außenpolitik die Zeit wunderbaren
Ge=
ſchehens beginnen. Aber wir fürchten, daß die Erwartung der
Maſſen nicht allzu ſchnell erfüllt werden wird, denn Poincaré
und ſeiner Regierung ſcheint von allen möglichen Fehlern der der
Ueberſtürzung am meiſten verhaßt zu ſein. Das hat der
Miniſter=
präſident wenigſtens mit ſeiner bisherigen Finanzpolitik
bewie=
ſen, und in dieſer Hinſicht haben ihm die Ereigniſſe ja auch recht
gegeben. Jetzt will er das Kabinett ſo lange als nur irgend
möglich — von einigen unerläßlichen und politiſch weniger
be=
deutſamen Aenderungen abgeſehen — in ſeiner urſprünglichen
Form erhalten. Und das iſt verſtändlich, denn jede Veränderung
des Gleichgewichts kann unberechenbare Folgen nach ſich ziehen.
Endlich ſollen alle von der Regierung in Ausſicht genommene
Reformen nur in äußerſt vorſichtigem Tempo
ver=
wirklicht werden, denn das erfordern die finanzpolitiſchen
Rück=
ſichten.
Wie aber ſteht es um die Außenpolitik? Das Grundproblem
der franzöſiſchem Außenpolitik, das Verhältnis zu Deutſchland
und Zentraleuropa wurde ſeit langem kaum noch erörtert, zum
windeſten die Löſung in keiner Weiſe igendwie praktiſch
geför=
dert. Die Krankheit Briands, die Sorge um den
Kriegsächtungs=
pakt und endlich die Neugruppierung in der Kammer hatten die
allgemeine Aufmerkſamkeit ganz auf ſich gezogen. Zudem war es
ja faſt ſchon zu einem Gemeinplatz geworden, daß bis zu den
deutſchen und franzöſiſchen Wahlen nichts Grundlegendes in der
europäiſchen Politik geſchehen könne. Jetzt, nach den Wahlen in
Deutſchland, ſtellt man befriedigt feſt, daß die deutſche
Außen=
politik menſchlicher Vorausſicht nach unverändert bleiben werde.
Dasſelbe hat man nach den franzöſiſchen Wahlen in bezug auf
die franzöſiſche Außenpolitik betont; und in beiden Fällen bis zu
einem gewiſſen Grade ſicherlich wit Recht. Denn die
Außen=
politik der führenden Mächte in Europa hat in ihren
Grund=
tendenzen etwas Zwangsläufiges und Schickſalhaftes. Trotzdem
hängt natürlich immer noch ſehr viel vom Tempo der politiſchen
Entwicklung ab. Man hat das Ergebnis der deutſchen Wahlen
hier in Paris recht günſtig aufgenommen, insbeſondere
nachdem durch die Wahlpropaganda der
deut=
ſchen Linken, welche die Preſſe der franzöſiſchen
Rechten ihren Leſern gewiſſenhaft
übermit=
telte, in breiten Kreiſen des franzöſiſchen
Vol=
kes der Eindruck erweckt worden war, als ob die
AußenpolitikDr. Streſemanns durch die deutſche
Rechte ernſtlich gefährdet ſei. Man iſt alſo hier über
den Wahlausgang recht befriedigt. Um ſo intereſſanter iſt es,
daß man jetzt plötzlich behaupten möchte, daß die Bedeutung der
deutſchen Wahlen für die Außenpolitik nur recht gering ſei. „Ein
Ruck bei uns nach rechts, in Deutſchland ein Ruck nach links,
beide nicht ſo charakteriſtiſch als dies auf den erſten Augenblick
erſcheinnt, das alles wird ſich nicht beſonders ſtark auswirken”
er=
klärte dieſer Tage ein franzöſiſcher Politiker. Weitere
Erörte=
rung der Rheinlandräumung ſieht man am Horizont auftauchen
und ſucht die eigene Stellung taktiſch nach Möglichkeit zu
kräfti=
gen. Briand hat ſich infolge ſeiner Krankheit auf ziemlich lange
Zeit von der Politik zurückziehen müſſen und während dieſer Zeit
war der Einfluß Poincarés ganz ohne Zweifel noch ſtärker zu
ſpüren als ſonſt.
Inzwiſchen hat die Kriegsächtungsfrage eine für Frankreich
günſtigere Wendung genommen, indem die engliſche Antwort
be=
deutend beſſer ausgefallen iſt, als man erwarten konnte. Die
Antwortnote Chamberlains hat die franzöſiſche Preſſe mit
freu=
digem Jubel begrüßt, obgleich der engliſche Standpunkt nur etwa
die Mitte zwiſchen Paris und Waſhington zu treffen ſucht. Jetzt
iſt man plötzlich bedeutend optimiſtiſcher in bezug auf die
Kriegs=
ächtung geworden und glaubt, daß ein Kompromiß zuſtande
kommen wird. Wie dieſes Kompromiß ausſehen wird,
intereſ=
ſiiert allerdings die Menſchen auffallend wenig. Die Hauptſache
iſt eben, daß man ſich in guter Form aus der Klemme ziehen
kann. Es geht um Preſtige=Fragen und nichts weiter, und auf
Koſten der Kriegsächtung könnte für das franzöſiſche Preſtige
vielleicht manches gerettet werden. Wenn die Vorbehalte der
ver=
ſchiedenen Mächte angenommen werden, und die Dinge ſich in
der jetzt eingeſchlagenen Richtung weiter entwickeln, ſo wird man
n in Hildesheim, in Braunſchweig, in Zelle uſw. Gralfeſte.
die Stelle des „Schildekenboms” trat eine, grüne Holzſäule,
vielleicht mit dem feſtlich geſchmückten Maibaum verſchmolz,
d der Lohn des Siegers, die „Frau Fee”, wurde durch eine
in gezierte Puppe dargeſtellt, die an dem Baum befeſtigt war.
S dieſen Umformungen geht die allmähliche Erſtarrung des
auches hervor, der aus der ritterlichen Wirklichkeit immer mehr
Bürgerliche und dann ſpäter ins Bäuerliche umgewandelt
rde. An die Stelle des ritterlichen Turniers trat eine
bürger=
ſe Waffenübung, die für die ſtädtiſche Wehrhaftigkeit von
wirk=
ſer Bedeutung war, das Bogen=, Armbruſt= oder
Büchſen=
ießen, und ſo entwickelt ſich das Schützenfeſt, das zu Pfingſten
gehalten wurde. Aus dem ritterlichen Ideal des Grals wird
e ganz allgemeine Vorſtellung von Glück, aus dem ſtolzen
irnier eine große Volksbeluſtigung, ein Freudenfeſt, bei dem es
mend und derb zuging. Wolff ſpricht die Vermutung aus, daß
aus „Gral” das Wort „Gröhlen” entwickelt hat. Aus dem
tterſpiel war ein derber Spaß geworden, bei dem es laut und
ck.
tig herging.
ie Romantik amerikaniſcher Pfingſtwanderungen.
Von Charles B. Miller.
Nillionenbevölkerungen der
Wolkenkratzer=
ädte wandern zu Pfingſten aus. — Die
Natio=
alparks als Wanderziel. — Das Wohnauto. —
uſtiges Leben am Lagerfeuer. — Volkslieder
und Indianertänze.
inf. Pfingſten iſt fü: Amerika das Feſt der Erholung vom
kaub der Großſtädte, die ihre Millionenbevölkerungen in die
2ie Luft entlaſſen, an die See oder ins Gebirge, in die
gewal=
gen Naturparks. Rockefeller hat zum Andenken an ſeine Frau
m amerikaniſchen Volke ein 19 000 Quadratkilometer großes
ebiet im Oſten des Staates Tenneſee als Nationalpark
ver=
acht. Dieſes Naturſchutzgebiet — faſt doppelt ſo groß wie der
ellowſtone=Park (bisher der größte in den Vereinigten Staaten)
id auch weſentlich ausgedehnter als der Jaſper=Park im
kana=
ſchen Staate Saskatſchewan (zurzeit der größte Naturpark
über=
rupt) — liegt am Weſtabhang des Alleghany=Gebirges und iſt
it dem Freiſtaat Baden etwa flächengleich, durch Größe und
odengeſtaltung als Reiſeziel für die Bevölkerung der
Wolken=
atzerſtädte wie geſchaffen. Die Alleghany ſind ein Mittelgebirge;
e einzige Erhebung über 2000 Meter, der Black Dame, liegt
enig öſtlich des neuen Nationalparks. Dieſe Gebirgsgegend iſt
hr reich an Mineralien, Erzen, Kohlen und Waſſerkräften, ſo daß
Oin den Tälern und an den Rändern große Induſtrien
ent=
ſickelt haben. Die Berge ſteigen nicht ſehr ſteil an und ſind bis
1r Höhe bewaldet; an den gerodeten Stellen liegen Wieſen mit
2eidendem Vieh. Sie erinnern ſehr an deutſches Mittelgebirge,
beſonders an den Thüringer Wald. Deshalb haben ſich auch dort
deutſche Bauern in großer Anzahl angeſiedelt. Da dies
Gebirgs=
land nun zum Teil der weiteren Induſtrialiſierung entzogen und
in einen Nationalpark verwandelt wird, bedeutet das für die
Be=
wohner der amerikaniſchen Oſtſtaaten ein neues Reiſeziel. In
dieſe Naturſchutzgebiete zieht der Amerikaner an den
Pfingſt=
tagen, oder wenn es im Sommer unerträglich heiß wird. Dann
können die Eiſenbahnen kaum durch Sonderzüge die Menge der
Reiſenden bewältigen, die durch beſonders günſtige Rück= und
Rundreiſehefte von den konkurrierenden Eiſenbahngeſellſchaften
angelockt werden. An den Endpunkten der Bahnlinien (in den
Naturſchutzgebieten ſelbſt darf keine Eiſenbahn gebaut werden)
ſtehen ganze Reihen von Autobuſſen bereit, mit denen die
Reiſen=
den — je nach ihrer Zeit — in einigen Tagen die hauptſächlichſten
Naturwunder kennen lernen können. Aber der richtige Amerikaner
fährt weder mit der Eiſenbahn noch mit dem Buß. Er ſteuert
ſeinen eigenen Wagen, auf dem die ganze Familie Platz findet
mit all ihrem Küchen=, Uebernachtungs= und Waſchgerät. Denn
ſolch ein Amerikaner auf Pfingſturlaub zieht genau ſo durch das
Land wie der Wanderarbeiter oder =Techniker, der wandernde
Handwerksburſche der alten Welt. Alles bei ſich zu haben, einmal
ganz unabhängig zu ſein, voll die Romantik des Vagabundierens
und Durch=die=Wälder=Laufens zu genießen — das iſt für den
Amerikaner die beſte Erholung. Alle Altersklaſſen, alle
Berufs=
ſchichten reiſen ſo — es iſt ein Volk von Menſchen, die nie über
die zwanziger Jahre hinauskommen. An einem Bach macht man
Halt: Mann und Frau ſtehen bis zum Knie im Waſſer und haben
im Nu genügend Fiſche für eine reichliche Mahlzeit gefangen.
Abends ſchlägt man ſein Zelt in dem Camp auf, wo Feuerſtellen
und Duſchbäder gegen geringes Entgelt zur Verfügung ſtehen.
Dann ſitzt man um den großen Haufen praſſelnder
Holz=
ſcheite, wo Volkslieder geſungen werden oder Indianer ihre
Tänze vorführen (die ſie ſchon ſelbſt nicht mehr ernſt nehmen
können) oder ein Beamter des Parkſchutzes von der Geſchichte
dieſer Reſervation, von ihrer Fauna und Flora, ihrem
geo=
logiſchen Aufbau erzählt. Oder man mietet ſich für ein paar
Dollar ein kleines Häuschen mitten im Walde, mit Bad und allem
Komfort, und ißt, bevor man zum Jazz im Freien geht, ſchnell
eine Kleinigkeit in der Cafetria, dem Reſtaurant mit
Selbſtbedie=
nung. Denn nur die Eiſenbahnreiſenden wohnen in dem Inn,
einem großen Grandhotel mit Hunderten von Zimmern, einer
täglichen dreimaligen Maſſenabſpeiſung, zu der man — wenn
man ſich glücklich einen Bon gelöſt hat — noch eine halbe Stunde
anſtehen muß. Aber wie geſagt, die eigentlichen Amerikaner
ſuchen dieſe Grandhotels nicht auf. In ihrem Auto, mit dem
ganzen Hausrat (denn nicht viel anders gehen auch amerikaniſche
Umzüge vor ſich), ſo fahren ſie von Pfingſten an einige Wochen
oder Monate von Camp zu Camp, von Park zu Park.
Münchener Akademiſche Sommerkurſe
vom 16. Auguſt bis 25. September 1928.
Im Sommer 1927 fanden erſtmalig die Münchener
Akade=
miſchen Sommerkurſe ſtatt, die von privater Seite arrangiert
wurden, denen aber eine Reihe von im öffentlichen Leben
ſtehen=
der führender Perſönlichkeiten Münchens ihre Unterſtützung zuteil
haben werden laſſen. Sie waren vorzüglich von Teilnehmern
aus Deutſchland, aber auch von ſolchen aus der Schweiz, aus
Luxemburg und Nordamerika beſucht, hauptſächlich Juriſten und
Volkswirtſchaftler. In den fünf Wochen ihres Aufenthalts in
München konnten die Studenten, die aus den verſchiedenſten
Teilen Deutſchlands zuſammen kamen und auch den
verſchieden=
artigſten Korporationen angehörten, eine rege Fühlungnahme
untereinander und mit den ausländiſchen Studenten nehmen,
und es fand nicht nur während der Kurſe, ſondern auch in den
der gemeinſamen Beluſtigung und Erholung gewidmeten
Stun=
den ein überaus reger Meinungsaustauſch ſtatt. Von Anfang
an herrſchte übrigens ein reger Arbeitsgeiſt, ſo daß ſich die
Kurs=
leitung auf die Bitten der Teilnehmer genötigt ſah, noch über die
vorgeſehene Anzahl von Kurſen und Uebungen ſolche
einzuſchie=
bens. Während die Vormittagsſtunden in der Regel der Arbeit
gewidmet waren, wurden die Nachmittagsſtunden zu Führungen
in die Münchener Muſeen uſw. und zu Ausflügen in die nähere
und weitere Umgebung verwandt. Außer den ſyſtematiſchen
Kur=
ſen und Uebungen wurde eine Reihe von Einzelvorträgen von
Herren aus der Praxis abgehalten, und es wurden auch
Beſich=
tigungen großer induſtrieller und Zeitungsbetriebe veranſtaltet.
Mit den Teilnehmern wurden mehrere Diskuſſionsabende
ver=
anſtaltet, in denen eine lebhafte Ausſprache ſtattfand.
In dieſem Jahr werden die Münchener Akademiſchen
Sommer=
kurſe mit einem vielfach erweiterten Programm abgehalten, und
die Kursleitung hat nicht nur Anmeldungen aus Deutſchland,
ſondern auch aus England, Holland und Schweden. Auch der
Kreis der Dozenten und Mitarbeiter wurde vergrößert. Die bei
den Kurſen des Jahres 1927 gemachten Erfahrungen, ſowie
Wünſche der Teilnehmer wurden bei der Aufſtellung des neuen
Programms weitgehend berückſichtigt und eine Reihe von
ge=
meinſamen Exkurſionen vergeſehen, ſo nach dem Walchenſee=
Werk, nach den Königsſchlöſſern, nach Garmiſch und Innsbruck
und nach Salzburg und Wien. Da die Kursleitung mit einer
Reihe von Hotels und Penſionen Spezialarrangements getroffen
hat, ſo können alle Teilnehmer preiswert untergebracht werden.
Auch das Honorar iſt ein mäßiges. Es beträgt 120.— M., und
es iſt darin die Teilnahme an allen Vorleſungen, Vorträgen,
Uebungen, Führungen in die Muſeen, Sammlungen und
Be=
triebe uſw. eingeſchloſſen. — Alle näheren Auskünfte erteilt das
Sekretariat der Münchener Akademiſchen
Som=
merkurſe, München, Amalienſtraße 79.
Seite 4
Sonntag, den 22 Mai 1928
bald nicht ſo ſehr von einer Aechtung des Krieges als vielmehr
von einer Aechtung der Kriegsächtung ſprechen können.
Weſent=
lich iſt — auch für die europäiſchen Fragen — daß die
Kriegs=
ächtungsdebatte eine franzöſiſch=engliſche
Annähe=
rung zur Folge hat. „Vraiement M. Chamberlain merite aue
nous lui disions au nom de la franee en grand merei” ſo
ſchrieb das Journal in ſeinem Kommentar zur engliſchen
Ant=
wortnote. „Chamberlain verdient den Dank Frankreichs”, klarer
kann man wirklich nicht ſprechen. Wohl ſelten hat ein ſo
charak=
teriſtiſcher Satz wie dieſer in einem franzöſiſchen Blatt Aufnahme
gefunden. Intereſſant wäre nur, zu erfahren, wie in der
nüch=
ternen Realpolitik dieſer „grand merei” ausſehen wird.
Tatſäch=
lich hat die Spannung, die zwiſchen England und Frankreich
wegen der Mittelmeerpolitik lange Zeit beſtanden, erheblich
nach=
gelaſſen. Das hing offenbar mit der franzöſiſch=italieniſchen und
der letzten außenpolitiſchen Schwenkung Muſſolinis zuſammen.
In der engliſchen Politik aber war zunächſt etwas wie ein
Miß=
trauen wegen der franzöſiſchen Mittelmeererfolge und der
Rege=
lung der Tangerfrage zurückgeblieben. In Paris wollte man
ſogar in der letzten Reiſe Chamberlains nach Amſterdam und
Brüſſel einen Ausdruck dieſes Mißtrauens ſehen. Heute ſtehen
die Dinge wieder anders. Die Beziehungen zu England ſind
in=
timer geworden. Poincars aber, das ſollte man nicht
ver=
geſſen, hat niemals zu den Politikern gehört,
welche der engliſchen Politik gern weit
ent=
gegenkommen. Immerhin haben die engliſche und die
fran=
zöſiſche Politik eins gemeinſam: ihre ablehnende Haltung
Ruß=
land gegenüber. Die franzöſiſche Wirtſchaft hat bittere
Ent=
täuſchungen in Rußland erlitten und auch aus den
Rückzahlun=
gen der ruſſiſchen Vorkriegsſchulden iſt nichts geworden. Am
ſchwerſten aber fällt die Haltung der Ruſſen in Genf ins
Ge=
wicht, ſowie auch die Tätigkeit der franzöſiſchen Kommuniſten,
was beides hier den denkbar ſchlechteſten Eindruck gemacht hat.
Die Stimmung in Frankreich ſcheint für den Augenblick
ruſſen=
feindlicher zu ſein denn je.
Man ſollte auch in Deutſchland den Zuſammenhang aller
dieſer Dinge im Auge behalten, da man nur ſo die Möglichkeiten
der Zukunft auch nur einigermaßen zuverläſſig beurteilen kann.
Beneſchs Berliner Verhandlungen.
Die iſchechiſch=radikale Preſſe warnt.
Von unſerem D=Korreſpondenten.
Prag, im Mai.
Eine vom tſchechiſchen amtlichen Preſſebureau verbreitete
Nachricht, Dr. Beneſch habe die Abſicht, bei ſeinem Aufenthalte
in Berlin mit reichsdeutſchen Stellen auch im Hinblick auf die
ſtarke deutſche Minderheit in der Tſchechoſlowakei ein
Einver=
nehmen zu pflegen, hat, wie immer bei ähnlichen Anläſſen, die
tſchechiſch=radikale Preſſe ſofort Front gegen Beneſch und gegen
die „gefährlichen Verhandlungen des Außenminiſters in Berlin”
machen laſſen. „Gerade in dieſen Dingen muß grundſätzlich vor
allem gewarnt werden, was irgendein Zugeſtändnis dafür
be=
deuten würde, daß Deutſchland das Recht hätte, in die
Minder=
heitenfragen der Tſchechoſlowakei dreinzureden und die Rolle
eines Patrons der hieſigen deutſchen Minderheit zu ſpielen”, ſagt
der nationaldemokratiſche „Narod”, und auch von anderer gleich
Nummer 142.
eingeſtellter Seite glaubt man Beneſch davor warnen zu müſſn.
die Frage der ſudetendeutſchen Minderheit allzu innig mir den
Verhandlungen zu verquicken, die ihn (aus einer, wie man zu
ſagen vergißt, zwangsläufigen Entwicklung heraus) nach zehu
Jahren nach Berlin geführt haben.
Es darf als feſtſtehend angeſehen werden, daß Beneſch, der
im Sinne ſeiner verſchiedenen Konzeptionswünſche eine engere
politiſche Anlehnung an Deutſchland anſtrebt, ſich eines wichtigen
Umſtandes zur Erzielung ſeiner Abſicht bewußt iſt: daß der Weg
zum Herzen Deutſchlands über das Sudetendeutſchtum führen
muß und daß ohne Klärung der Frage der deutſchen Minderheit
in der Tſchechoſlowakei das Reich wenig Anlaß finden wird, die
außenpolitiſchen Wünſche dieſes Staates zu fördern, umſomehr
als die ſtreng antideutſche Einſtellung Prags den Minderheiten
alle Rechte raubt und ſolcherart die notwendigſten
Vorausſetzun=
gen zu einem dauerhaften Freundſchaftsverhältnis mit dem im
Schickſal ſeiner abgeſplitterten Volksteile ſehr weſentlich
intereſ=
ſierten Deutſchland ignoriert. Beneſch iſt ein viel zu Auger
Diplomat, um nicht zu wiſſen, daß die tſchechiſche Politik noch
Deutſchland nur in Etappen gelangen kann, von denen eine ſehr
wichtige die Klärung des Schickſals der dreieinhalb Millionen
Sudetendeutſchen iſt. Wenn ihm dieſer ſeiner Einſicht wegen
Prügel zwiſchen die Beine geworfen werden, ſo erweiſt dies
lediglich, wie groß immer noch der Widerſtand iſt, den das
rudi=
kale Tſchechentum den Ausgleichs= und Annäherungsverſuchen.
die Beneſch durch eine vernünftige Linie ſeiner Außenpolitik
an=
ſtrebt, entgegenſetzt. Dieſe Kreiſe hat der Mißerfolg der
bis=
herigen tſchechoſlowakiſchen Politik, die ſich über alle natürlichen
Erforderniſſe hinwegſetzen zu können glaubte, leider noch nichts
gelernt!
ROTE ZU
KERZE
Wenn Sie Motalin, das bewährte kompressionsfeste Benzin der Deutschen Gasolin Aktiengesellschaft fahren, müssen
die Zündkerzen auf der feuerbespülten Seite lebhaft rot — wie bestäubt — aussehen.
Haben die Zündkerzen nicht diese lebhafte rote Farbe auf der feuerbespülten Seite, dann fahren Sie entweder kein
Motalin — oder aber Ihre Vergasereinstellung ist zu fett. Ein zu fett eingestellter Vergaser bewirkt nicht nur
Kraftstoffvergeudung, sondern auch Minderleistung, Uberhitzung, Olverdünnung und übermäßige Abnutzung
des Motors.
Sie tun also gut daran, Ihren Vergaser nachsehen und richtig einregeln zu lassen.
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Die Motalin=Zapfstellen sind Doppelanlagen, Sie führen Motalin (Benzin + Benzol -+
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Besitzer niedrig verdichtender Motoren (z. B. Fordwagen), bei denen der Motor nicht merklich zum Klopfen neist,
tanken vorteilhaft halb Motalin und halb Benzin.
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Au9 4
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wenn Sie sich krank fühlen.
Sie besprechen sichmit den
Architekten,— wenn lie sich ein
Haus bauen lassen wollen.
Sie rufen den Gärtner. Ihren Garten pflegen soll.
In allen Fällen wenden
Sie sich an den Fachmann.
Deshalb kommen Jie,
wenn Sie Betten kaufen vollen,
in mein großes fachmännisch
geleitetes Spesialhaus,welches
sich nur mit der Herstellung und
demVertrieb von Beſten und
Bettwaren befaßt.
Nummer 147
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 27. Mai.
Pfingſten iſt kommen ...
Von Reinhold Braun.
Ein auferhobenes Gemüt ſollſt du
haben, nicht ein niederhangendes!
Meiſter Ekkehart.
Wir ſaßen beiſammen, Menſchen einer Idealität, bedrängt
in der Bosheit der Welt, von der gleichen Woge des Geſchickes
ſerbrandet. Und es war ein Zagen in manchem Gemüte, ein
angen um den Beſtand des Werkes unſerer Herzen, in das
ſon Vorväter ihre ganze Liebe gelegt hatten.
Da ſtand einer unter uns auf, ſchon im weißen Haare, aber
ter von den göttlich Jungen; ſein Geſicht leuchtete im reinen
euer ſeiner Seele, und er ſprach: „Freunde, das wißt ihr alle,
id unſerer Herzen untrügbarer Glaube iſt es, daß unſer Werk
II des wahren Geiſtes iſt, daß in ihm ein Stück des Lebens
s der Höhe ſchwinge. Morgen iſt Pfingſten. Ein Großer
iſeres Volkes ſagt: „Der heilige Geiſt iſt kein Skeptiker!“
Zei=
nwir, daß wir Jünger des großen Meiſters von Nazareth ſind,
id daß wir wandeln im Lichte der unſterblichen Pfingſten!“
Wie eine Flamme ſchlug es durch uns hindurch, wie wir den
reund ſo ſahen, mächtig, ſchön, rein pfingſtlich erblüht zur
herr=
hen Ekſtaſe, wie ſie eines großen Gedankens würdig iſt, wie ſie
raufglüht aus dem ewigen Gottgeheimnis unſerer Seele.
So machtvoll menſchlich, ſo übergroß hatte ich den Freund
ſch nie geſehen. Da war etwas vom Urgeſchehnis der erſten
ſingſten, vielleicht nur ein Winziges gegenüber jener
über=
iltigenden Erſtmaligkeit. Aber es war doch etwas von dem!
Wie verwandelt war auf einmal der Kreis, und Menſchen
iten im Geſpräche unerwartet groß aus ſich heraus, die ſonſt
den ganz Stillen zählten.
„Das auferhobene Gemüt” war die pfingſtliche edle Krönung
r Stunde.
„Der heilige Geiſt iſt kein Skeptiker!“
Eine ganze Predigt ſchwingt in dieſem Worte auf, die vom
ldiſchen Jaſagen kündet, von unverwüſtlichen Glaubens
gott=
tflammtem Weſen, vom Fackeltragen durch unerhörte
Dornen=
cht, vom Wunder des alten, ſtarken: „Ich trage Heil!”
Wie ein Adler ſchwingt ſich das Innere aus dieſem Worte
f. Das Leben aus ihm iſt der beſte Beweis für die Gott=
Ent=
mmung meiner Seele. Zum Inhalte meiner Wallerſchaft muß
werden! Zum unverminderten Troſte in allem Leid und jedem
hlſchlag, in aller brandenden oder heimlich zehrenden Not!
rund unſerer Lebensfreude, Sonne über dem Acker, durch den
r unſere Pflüge ziehen. Trutzwort unſeres geewigten Herzens!
les Gänzlich=leben blüht aus ihm, und alle Leiſtung wird zur
gensvollen Frucht, auch wenn wir ſelbſt ſie nicht mehr ſchauen!
Das Wort hilft uns, hinweg zu ſehen über die Grenzen der
eitlichkeit, über i=Punkt=Vergeſſenheit. Es macht weit verſtehend
enſchlich, wenn wir im andern des Geiſtes Ehrlichkeit erblicken.
as iſt denn Form, was die Art des Weges? Zielblick bindet
enſch und Menſch zuſammen!
Und von ſelbſt bauen wir uns in das ſtille Pfingſten unſeres
bens hinauf, indem wir jede Tat im Angeſicht der Ewigkeit
Ubringen, in dem jedes kleinſte Tun und unſere Treue die
eihe empfangen im Lichte des Unendlichen. —
Aus dieſer ſtillen, ſonnenhaften Pfingſtlichkeit, die nicht mit
deren Zungen redet, ſondern die die Sichtbarkeit einer klaren,
türlichen Herzenswelt iſt, blühen dann Frieden und
Zufrieden=
it, Feierabendlichkeit und heiteres Weſen, ſonnt ſich unſer
eſen mitten im Alltag in anderes Weſen liebreich ein.
Unſeres Lebens Spur aber, wenn ſie verrinnt, wird höher
igen und ſternvoll leuchten . ..
So komme, du Pfingſten meiner Seele!
Auferhoben ſind Antlitz und Gemüt!
Komme, du Geiſt!
Sonntag, den 27. Mai 1928
Seite 3
— Ernannt wurde durch Entſchließung des Herrn Miniſters für
iltus und Bildungsweſen der Studienreferendar Johanna Kreß
8 Mainz zum Studienaſſeſſor.
— Erledigt ſind im Kreis Erbach je eine Lehrerſtelle für einen ev.
hrer an de= Volksſchule in Beerfelden und Ober=
Sens=
rch; in Beerfelden iſt Mietwohnung, in Ober=Sensbach
Dienſtwoh=
ing vorhanden; eine Schulſtelle für eine evangeliſche Lehrerin an der
olksſchule in Rothenberg. Dienſtwohnung iſt vorhanden.
— Erlebigt ſind eine Schulſtelle für einen katholiſchen Lehrer an
* Volksſchule in Heſſelbach (Kreis Erbach). Dienſtwohnung iſt
rhanden; — eine Schulſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der
olksſchule in Nackenheim (Kreis Oppenheim). Eine geräumige
jenſtwohnung iſt vorhanden; mit der Stelle kann das Amt des
Rek=
rs verbunden werden; — eine Schulſtelle für einen katholiſchen Lehrer
der Volksſchule in Spiesheim (Kreis Oppenheim);
Dienſtwoh=
ing iſt vorhanden.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Die für heute vormittag
igeſetzte geſchloſſene Aufführung im Landestheater wird mit Rückſicht
af die Zeit des Hauptgottesdienſtes erſt um 11.15 Uhr anfangen. Die
orſtellung findet aus Anlaß einer Tagung ſtatt und iſt ausſchließlich
* deren Teilnehmer beſtimmt, die Darmſtadt bereits am frühen
Mit=
g wieder verlaſſen. Wie ſchon mitgeteilt, können für dieſe
nicht=
fentliche Aufführung keine Karten ausgegeben werden.
Heute wird „Hoffmanns Erzählungen” von Offenbach
iederholt. Die Vorſtellung beginnt um 19 Uhr.
Morgen Pfingſtmontag findet die Erſtaufführung von Ernſt
Kre=
eks Oper „Jonny ſpielt auf” ſtatt. Es wirken mit die Damen
aula Kapper, Roſe Landwehr, Manda von Kreibig, und die Herren
udolf Balve, Leo Barczinſki, Guſtav Deharde, Carl Ebert=Beher, W.
inck, Herbert Grohm, Oskar Grauert, Hans Komregg, Heinrich Kuhn
othart Portloff und Eugen Vogt. Muſikaliſche Leitung:
General=
uſikdirektor Dr. Böhm, Inſzenierung: Renato Morda a. G.,
Bühnen=
ild: Lothar Schenck von Trapp. Beginn 19.30 Uhr,
Fritz Valk, der beliebte frühere Charakterdarſteller des
Landes=
heaters, ſeit 1924 Mitglied des Staatstheaters in Berlin, wurde von
ſeneralintendant Ebert auf fünf Monate der kommenden Spielzeit für
as Landestheater gewonnen.
Mittwoch, den 30. Mai, wird Goethes „Egmont” in der neuen
nſzenierung wiederholt. Es iſt die vorausſichtlich letzte Aufführung
es Werkes in dieſer Spielzeit.
Bei der Erſtaufführung von Arthur Honeggers „König Davkd”
in dem Konzert am Mittwoch, 6. Juni) wirkt als „Sprecher” Carl
bert mit, der ſchon bei der deutſchen Uraufführung des Werkes der
Sprecher” war.
Die Rundfrage des Landestheaters an ſeine Mieter hat bei
uner=
dartet großer Beteiligung manche neue Geſichtspunkte für die
Miet=
uflage der kommenden Spielzeit ergeben. Das
umfang=
eiche wertvolle Material wurde nach der organiſatbriſchen und der
ünſtleriſchen Seite ſorgfältig geprüft und bearbeitet und das Ergebnis
ei der Aufſtellung des neuen Mietplans für 1928/29
be=
ückſichtigt. Die Mietbedingungen werden Anfang Juni gleichzeitie
rit dem Spielplanentwurf und Mitgliederverzeichnis für die nächſte
Spielzeit verſchickt werden.
Paketzuſtellung an Pfingſten. Am Pfingſtſonntag findet
vormit=
ags eine Paketzuſtellung ſtatt. Am Pfingſtmontag werden dagegen
Sakete, abgeſehen von Eilſendungen, nicht zugeſtellt.
FRFAG
*
mäß
NNP.4
R44
*Heinrich v. Opel †
Am Freitag abend gegen 9 Uhr iſt der derzeitige Chef und
Mitinhaber der Weltfirma Adam Opel, Rüſſelsheim,
Herr Heinrich von Opel, nach viertägiger Krankheit im
Mainzer Krankenhaus einem Gehirnſchlag erlegen.
Heinrich von Opel iſt 54 Jahre alt geworden. Er wurde
in der Vollkraft ſeines Schaffens aus einem an Arbeit und an
Erfolgen reichen Lebens herausgeriſſen. Der Verſtorbene war
der dritte Sohn des Gründers des Welthauſes Adam Opel. Er
erhielt nach beendigter Schulbildung ſeine kaufmänniſche
Aus=
bildung im väterlichen Haus. Schon in früher Jugend widmete
er ſich, gleich ſeinen Brüdern, der praktiſchen Sportbetätigung,
und zwar in erſter Linie dem Radfahrſport. Als junger
Renn=
fahrer konnte er aus Straßen= und Bahnrennen über 150mal
einen erſten Preis erringen. Später widmete ſich Heinrich von
Opel dem Automobilſport, ebenfalls mit beſtem Erfolg. Vielfach
hat er Rennwagen ſeiner Firma zum Sieg geſteuert. So
begrün=
dete Heinrich von Opel ſich beſonders in Sportkreiſen einen
weit=
bekannten Ruf. Seine ſportlichen Intereſſen gingen über die
Sphäre des eigenen Hauſes hinaus. Er unterhielt in den letzten
Jahren auch einen Rennſtall, und ſeine Pferde waren ebenfalls in
vielen Rennen ſiegreich. Der Verſtorbene hinterläßt zwei Töchter,
deren eine im Reitſport ebenfalls vielfach erfolgreich war. Sein
einziger Sohn verunglückte bekanntlich vor einigen Jahren bei
einer Bergtour in Tirol tödlich. Heinrich von Opel widmete, wie
mehrere Glieder ſeiner Familie, ſich auch im Krieg dem Dienſt
am Vaterland. Unter anderem war er in Paläſtina Führer der
Kraftwagenkolonne 507.
Staatspräſident Adelung hat der Witwe des Verſtorbenen
telegradhiſch das Beileid der heſſiſchen Regierung ausgeſprochen.
Weitere Beileidstelegramme liefen ein von zahlreichen Behörden
und Induſtrieverbänden. Die Beerdigung des Verſtorbenen
fin=
det am Dienstag nachmittag 3 Uhr vom Rüſſelsheimer Werk aus
in der Familiengruft ſtatt. Am Tag der Beerdigung ruht der
Betrieb.
Die 12. Tagung des beſſiſchen
und naſſauiſchen Friſeurhandwerks
findet gemeinſam mit der 56. Tagung der Süddeutſchen
Arbeitsgemein=
ſchaft der Landesverbände der Friſeure vom 17. bis einſchl. 19. Juni 1928
in Wiesbaden im „Paulinenſchlößchen” ſtatt. Mit dieſen Tagungen ſind
verbunden: eine Konferenz der Fachlehrervereinigung des
Landesver=
bands, die Generalverſammlungen der Südd. Meiſter=Krankenkaſſe und
Sterbekaſſe, ſowie eine große fachliche und gewerbliche Ausſtellung.
Von beſonders allgemeiner Bedeutung wird das am Sonntag, den
17. Juni 1928, nachmittags 5 Uhr, beginnende große Damenpreisfriſieren
ſein, bei dem hohe und wertvolle Preiſe zur Ausgabe gelangen.
Auf den Tagesordnungen der am Montag, den 18., und Dienstag,
den 19. Juni, ſtattfindenden Tagungen ſtehen eine Reihe von wichtigen
wirtſchaftlichen und fachlichen Fragen, welche einer Löſung zugeführt
werden ſollen.
Alles in allem werden auch die diesjährigen Tagungen des
Friſeur=
handwerks von großer Bedeutung ſein, und darf aller Vorausſicht nach
mit einem ſtarken Beſuch aller Intereſſenten gerechnet werden.
Wunner’sche
nenwerke 8B: Unna /W.
Fahnenweihe des Kath. Kirchenchors „Cäcilia”
der St. Fidelispfarrei.
Konzert der Kirchenchöre der Diözeſen Mainz, Limburg und Würzburg.
Eifriger Werbearbeit iſt es gelungen, daß eine ganze Reihe
nam=
hafter Kirchenchöre aus nah und fern ihre Mitwirkung bei der
Fahnen=
weihe des Kirchenchors „Cäcilia” am nächſten Sonntag, 3. Juni,
zuge=
ſagt haben. Es beteiligen ſich mit geſanglichen Darbietungen in der
Feſthalle beim Feſtakte vormittags 11 Uhr, bei der weltlichen Feier am
Nachmittag um 3 Uhr und bei der muſikaliſchen Unterhaltung um 8 Uhr
abends außer dem feſtgebenden Kirchenchor noch die Darmſtädter
Bru=
derchöre ſowie die Kirchenchöre von Mainz (St. Bonifaz), Offenbach=
Bürgel, Biſchofsheim, Groß=Zimmern, Heppenheim, Hammelbach,
Aſchaffenburg (Mutter Gottes=Pfarrei und Stiftskirche), Flörsheim am
Main, Klein=Aüheim, Lampertheim, Klein=Steinheim, Sprendlingen=
Buchſchlag, Neu=Iſenburg, Worms (Domchor), Hofheim und Gernsheim.
Es dürfte ſomit die Grundlage für einen würdigen und
künſtle=
riſchen Verlauf aller Veranſtaltungen gegeben ſein. An alle Liebhaber
der Kirchenmuſik und Freunde edlen deutſchen Liedes ergeht daher die
herzliche Bitte, die Veranſtaltungen zu beſuchen, zumal ja auch der
Ein=
trittspreis ſo niedrig gehalten iſt, um allen Bevölkerungsſchichten die
I.
Möglichkeit der Teilnahme zu geben.
Verwaltungsſonderzug nach Oberheſſen.
Wie im vergangenen Jahr, ſo wird die Reichsbahndirektion Mainz
auch diesmal wieder, und zwar am Sonntag, den 3. Juni, einen
Ver=
waltungsſonderzug nach Oberheſſen fahren. Oberheſſen, das Gebiet der
fruchtbaren Wetterau und des waldigen Vogelsberges, bietet ja unendlich
viele, überrafchend ſchöne Naturbilder voll Urwüchſigkeit und
Formen=
reinheit. Seine freundlichen Städtchen umſchließen eine Fülle uralten
deutſchen Kulturgutes, und in ſeiner derben, kernigen Bevölkerung
haben ſich noch unzählige Sitten und Bräuche aus Vätertagen
unver=
fälſcht erhalten. Landſchaftlich, kulturhiſtoriſch und volkskundlich zählt
jedenfalls dieſe heſſiſche Provinz zu den vielgeſtaltigſten und reizvollſten
Gegenden unſeres deutſchen Vaterlandes, und ſie ſollte deshalb weit mehr
Beachtung finden, als das gemeinhin geſchieht. Vor allen Dingen haben
aber wir Heſſen Anlaß, uns etwas eingehender mit dem ſchönen Land
zu befaſſen, das einen großen Teil unſerer engen Heimat ausmacht und
deſſen Beſuch ſich tauſendfach lohnt. Hierzu will uns nun die
Reichsbahn=
direktion Mainz verhelfen. Sie wird die Rheinheſſen und die
Starken=
burger wieder einmal mit ihren oberheſſiſchen Stammesbrüdern
zufam=
menführen und dadurch das einigende Band, das uns alle umſchließt
feſter knüpfen. Sie wird aber auch unſere Kenntnis von unſerer eigenen
Heimat, von ihrem Werden und Weſen, vertiefen und auf dieſe Weiſe
eine ernſte Kulturaufgabe erfüllen.
War im vorigen Jahre der hohe Vogelsberg das erſtrebte Ziel von
Fahrt und Wanderung, ſo iſt es diesmal mehr die Wetterau. Durch die
ſegenſchweren Fluren dieſer weiten, dem Taunus vorgelagerten Ebene
geht die Fahrt nach Nidda, dem alten, gewerbsreichen Städtchen mit
ſeinem ſpitzgiebeligen Johanniterturm, der ſehenswerten Stadtkirche und
dem einſtigen Grafenſchloß. Nicht weit von Nidda finden wir eine der
ieblichſten Idyllen des ganzen Heſſenlandes, Bad Salzhauſen, dem
der weitere Beſuch gilt. Nicht viele kennen dieſes, abſeits der großen
Verkehrslinien liegende, neben Bad Nauheim bedeutendſte heſſiſche Bad,
und es wird deshalb gewiß manchem willkommen ſein, einmal auf
ſchnelle und billige Weiſe dorthin zu kommen. Denn Bad Salzhauſen
mit ſeinen Solbädern und Gradierwerken, ſeinen ſchmucken Villen und
Badehäuſern, vor allem aber mit ſeinen herrlichen, durch einen
einzig=
artigen Baumbeſtand ausgezeichneten Parkanlagen, bietet in der Lat
Intereſfantes und Sehenswertes in Hülle und Fülle.
Wenn uns ein ſchöner Juniſonntag vom Himmel beſchert iſt, wie
wir das nach der langanhaltenden ſchlechten Witterung der letzten Zeit
hoffen und evwarten, ſo wird dieſe Oberheſſen=Fahrt, wie auch die
vor=
jährige, ganz gewiß zu den ſchönſten und unterhaltſamſten zählen, die
wir der Reichsbahndirektion Mainz zu verdanken haben. Näheres iſt aus
der amtlichen Bekanntmachung und den Aushängen auf den Bahnhöfen
und Mitteleuropäiſchen Reiſebüros zu erſehen.
Das Zugabeunweſen.
In der Frage der vielumſtrittenen ſogenannten „Zugaben” hat das
Preußiſche Juſtizminiſterium in einem Erlaß vom 5. März 1928
fol=
gende Stellung eingenommen:
„Aus Handelskreiſen wird darüber Klage geführt, daß ſich bei dem
Vertrieb von Waren, insbeſondere im Lebensmittelhandel, in
zuneh=
mendem Maße Auswüchſe des Zugabeweſens bemerkbar machten, durch
die das kaufende Publikum und der ehrbare Kaufmann geſchädigt
Für=
den. Insbeſondere handelt es ſich dabei um Fälle, in denen bei dem
Publikum der Anſchein erweckt wird, als werde durch die Zugibe die
Hauptware nicht verteuert, während tatſächlich mit Rückſicht auf die
Zu=
gabe ein den üblichen und angemeſſenen Preis der Ware überſreigender
Kaufpreis gefordert wird. In ſolchen Fällen wird, ſoweit nicht die
Merkmale des Betrugs gegeben ſind, regelmäßig ein Vergehen gegen
4 des Wettbewerbsgeſetzes vorliegen (vgl. RGST. Band 61 S. 58 ff.).
Die Strafverfolgungsbehörden werden erſucht, Auswüchſen dieſer und
ähnlicher Art ihr beſonderes Augenmerk zuzuwenden und, ſoweit
ſtraf=
bare Handlungen in Frage kommen, raſch und tatkräftig einzuſchreiten.
— Waldgeſang=Gottesdienſt. Die gemiſchten Chöre der
Landeskirch=
lichen Gemeinſchaften von Eberſtadt, Pfungſtadt, Arheilgen und der
Stadtmiſſion mit ihrem Poſaunenchörem veranſtalten am 2.
Pfingſtfeier=
tage, um 3 Uhr, an der Marienhöhe (bei der Duncan=Schule) ein
chriſt=
liches Waldfeſt mit Geſamtchören und Einzelchören. Der Leiter der
Stadtmiſſion, Herr Prediger Semmel, und Herr Lehrer Spamer, werden
Anſprachem halten über „Weltgeiſt — Zeitgeiſt — Heiliger Geiſt”
Freunde chriſtlichen Geſangs und chriſtlicher Wahrheiten ſeien auf dieſe
Veranſtaltung aufmerkſam gemacht.
— Brillant=Feuerwerk im Orangeriegarten. Anläßlich des am erſten
Pfingſtfeiertag ſtattfindenden 5. Populären Konzerts des Stadt=Orcheſters
findet im Orangerie=Garten großes Brillant=Feuerwerk ſtatt. Am
zweiten Feiertag konzertiert das Stadt=Orcheſter ebenfalls im
Orangerie=
garten. Beide Konzerte ſtehen unter Leitung des Kapellmeiſters
W. Schlupp. (Siehe Anzeige.)
— Orpheum. Der Kartenverkauf für die heutige
Erſtauffüh=
rung der Operette „Der Soldat der Marie” (Muſik von Leo
Aſcher) iſt im Verkehrsbureau von 9—12 Uhr und an der Kaſſe des
Orpheums ab 3 Uhr nachmittags. Telephoniſche Beſtellungen Nr. 389.
Preiſe der Plätze 1—3,50 Mk. Numerierte Karten von 1,50 Mk. an.
(Siehe die heutige Anzeige.)
—Fahrpreisermäßigungen im Kraftpoſtverkehr. Es ſcheint noch nicht
allgemein bekannt zu ſein, daß auf allen Kraftpoſtkurſen ſeit ungefähr
Jahresfriſt Zehnerfahrkarten von zweimonatiger Gültigkeitsdauer mit
einer Ermäßigung von 20 v. H. auf den Regelfahrtenpreis ausgegeben
werden. Die Karten ſind unperſönlich. Sie können bei einer Fahrt auch
von mehreren Angehörigen derſelben Familie, desſelben Hausſtands oder
desſelben Betriebs gemeinſam benutzt werden und ſind ſomit geeignet,
bei gemeinſchaftlichen Ausflügen mit der Kraftpoſt oder bei häufigen
Reiſen auf ein und derſelben Strecke die Koſten weſentlich zu ermäßigen.
Die Zehnfahrtenkarten werden im allgemeinen durch die
betriebsleiten=
den Poſtämter, die in den Fahrplänen erſichtlich gemacht ſind,
ausge=
geben, ſoweit ſich ein Bedürfnis herausgeſtellt hat, auf einzelnen Strecken
auch durch die Kraftwagenführer. Seit kurzem iſt außerdem das
Fahr=
geld für blinde Reiſende, die nachſveiſen, daß ſie einen Beruf
ausüben, und zu dieſem Zweck die Kraftpoſten benutzen, auf die Hälfte
des tarifmäßigen Satzes ermäßigt worden. Die Begleitperſonen der
Blindem habem den vollen Fahrpreis zu entrichten. Führerhunde werden
wie bisher gebührenfrei befördert.
— Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Der Beſuch der Techniſchen
Hoch=
ſchule Darmſtadt ſtellt ſich für das laufende Sommerſemeſter wie folgt
292 Studierende, 33 Hörer, zuſammen alſo 2325, die ein regelrechtes
achſtudium betreiben. Dieſe Zahl verteilt ſich auf die einzelnen
Ab=
teilungen wie folgt: Auchitektur 223, Bauingenieurweſem 270,
Maſchinen=
bau 712, Papieringenieurweſen 74, Elektrotechnik 512, Chemie einſchl.
Elektrochemie, Gerbereichemie, Pharmazie 138, Mathematik und
Natur=
wiſſenſchaften 160, Kultur= und Staatswiſſenſchaften 236. Zu dieſen B25
kommen noch 195 Gäſte, ſo daß ſich die Geſamtbeſucherzahl der
Tech=
niſchem Hochſchule für das laufende Sommerſemeſter auf 2520 ſtellt. Die
Beſucherzahl hat ſich daher im laufenden Sommerſemeſter auf der
glei=
chen Höhe gehalten wie im letzten Sommerſemeſter (2518).
— Evangeliſcher Vund. Die Jahreshauptverſammlung des
Zweig=
vereins Darmſtadt des Evangeliſchen Bundes findet am Donnerstag, den
31. Mai, im Gemeindehaus, Kiesſtraße, abends 8 Uhr, ſtatt. Außer dem
Jahresbericht und den übrigen geſchäftlichen Dingen wird ein Vortrag
vom Vorſitzenden des Heſſiſchen Hauptvereins des Evangeliſchen Bundes,
Herrn Pfarrer Berck=Roßdorf, gehaltem werden über: „Unſer
öffent=
liches Leben, und der proteſtantiſche Geiſt”. Hierzu ſind auch Gäſte
herz=
lich willkommen.
— Mifſionsfeſt der Baſler Miſſion in Birkenau. Herzliche
Ein=
ladung zu dem Miſſionsfeſt des Starkenburger
Hilfsver=
eins für die Baſler Miſſion in Birkenau a. d. B. am 3. Juni:
9.30 Uhr Feſtgottesdienſt unter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins
und des Poſaunenchors. Prediger Pfr. D. Oeſtreicher=Heidelberg. 3 Uhr
Nachverſammlung im Wald oder in der Kirche. Miſſionar Louk=
Frank=
furt a. M.: „China und das Evangelium”.
Sitzung der Stadtverordnetenverfammlung am Donnerstag,
den 3 1. Mai 1928, um 17 Uhr im Rathaus: 1. Stiftung für höhere
Ausbildung talentvoller armer Knabem (Schwabsſtiftung), hier:
Auf=
wertungsſache. (Berichterſtatter: Stadv. Karcher.) 2. Bewilligung eines
ſtädtiſchen Beitrags für die Unwettergeſchädigten an der Bergſtraße,
(Berichterſtatter: Stadtv. Goſenheimer.) 3. Ausſtellung der
Intereſſen=
gemeinſchaft fortſchrittlicher Künſtler Heſſens in Darmſtadt 1928. (
Be=
richterſtatter: Stadtv. Haury.) 4. Beitritt der Stadt zur Geſellſchaft
„Liebighaus und Liebigmuſeum”, (Berichterſtatter: Stadtv. Dr.
Noell=
ner.) 5. Regulierung des Darmbaches in der Gemarkung Weiterſtadt
von der Darmſtädter Gemarkungsgrenze bis zum Gehaborner Hof. (
Be=
richterſtatter: Stadtv. Hummel.) 6. Bebauung des Geländes am
Oſt=
bahnhof, begrenzt durch Fiedlerweg, Landgraf=Georgsſtraße und Erbachev
Straße. (Berichterſtatter: Stadtv. Berndt.) 7. Anlage neuer Quartiere
für Reihengräber auf dem Waldfriedhof. (Berichterſtatter: Stadtv.
Bauer.) 8. Kanalherſtellung in dem Baugelände zwiſchen Eſchollbrücker
Straße und Stadtallee. (Berichterſtatter: Stadtv. Hummel.) 9.
Ver=
legung des Faſelſtalls im Stadtteil Beſſungen. (Berichterſtatter: Stadtv.
Goy.) 10. Abſchluß der Stadtkaſſe für das Rechnungsjahr 1926. (
Be=
vichterſtatter: Stadtv. Aßmuth.) 11. Randſteinverſetzung in der
Schloß=
gautenſtraße vor dem Prinz=Georgs=Garten. (Berichterſtatter: Stadtv.
Goy.) 12. Mitteilungen.
D. Eine der gefährlichſten Straßenecken Darmſtadts dürfte ohne
Zweifel die Ecke Rheinſtraße und Landgraf=Philippsanlage in ſüdlicher
Richtung ſein. War es vorgeſtern abend erſt ein Motorradfahrer und
ein Radfahrer, die dort zuſammenſtießen, ſo karambolierten geſtern
abend gegen 8 Uhr an derſelben Stelle, die übrigens tatſächlich ſehr
unüüberſichtlich iſt, da die Fahrer aus der Landgraf=Philipps=Anlage
meiſt erſt zu ſpät bemerkt werden, ein Auto mit einem
Motorrad=
fahrer. Nur der Geiſtesgegenwart der beiden Fahrer war es zu
danken, daß kein größeres Unglück geſchah. Beide kamen diesmals noch
mit dem Schrecken davon.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bſerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritiſk.
Im Hotel Prinz Heinrich findet an beiden Pfingſtfeiertagen
Konzerr und Tanz ſtatt. Eröffnung des neuen Tanzbodens in der
Gar=
tenhalle. Der Veſuch wird beſtens empfohlen. (Siehe Anzeige.)
Kriegsbeſchädigte, Kriegshinterbliebene,
In=
validen und Unfallrentner der Kriegerkamerad
ſchaft Haſſia, Ortsgruppe Darmſtadt. Am 29. Mai (
Pfingſtdiens=
tag), abends 8 Uhr: Monatsverſammlung im Mathildenhöhſaal.
Die=
burger Straße, nebſt Vortrag des Kam. Rett über Erwerbsloſen=,
Inva=
liden= und Krankenverſicherung. Gäſte ſind auch willkommen.
Frünjahrskur für
Nervenkragke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
Prospekte durch:
bei Frankfurt am Main.
6164
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Vervenarzt.
Seite 6
Sonntag, den 27. Mai 1928
Nummer 142
in Gehaltsklaſſe A GMk. 1,60) BC, 3,20) * „ 4,80, DP, 680) EC, 9,60) („ 13,20) G(, 16,60) * HL. 2.—. TC, 26,60) Die Abänderungen
des Angeſtelltenverſicherungsgeſetzes.
Das Geſetz zur Aenderung der Reichsverſicherungsordnung des
An=
geſtelltenverſicherungsgeſetzes und des Reichsknappſchaftsgeſetzes vom
29. März 1928 brachte einige ſehr wichtige Aenderungen für die
An=
geſtellten. Die weſentlichen Verbeſſerungen ſollen in dem
Nachſtehen=
ben gezeigt werden:
In erſter Linie wurde eine Erhöhung der Steigerungsbeträge für
die Zeit vom 1. Januar 1913 bis 31. Juli 1921 vorgenommen. Es
wurden jetzt auh die niederen Klaſſen, die vorher keine Aufvertung
erfahren hatten, mit einbegriffen, und zwar wurden folgende
Steige=
rungsbeträge feſtgeſetzt: Für jeden Beitrag
Mk. 0,56
„ 0775
„
„ 1,25
„ 2.—
„ 2,50
„ 3.—
4.——
„ 5.—
Dieſe Steigerungsfätze werden auch für volle Kriegsdienſtmonate
ge=
währt, die in einer der Klaſſen A bis I angerechnet ſind oder im
Lciſtungsfalle noch angerechnet werden können.
Außerdem iſt der Kinderzuſchuß von 90 auf 120 Mk. erhöht worden.
Zu dieſen Steigerungsſätzen treten die Sätze aus den zur
Invaliden=
verſicherung entrichteten Beiträgen. Dieſe betragen für die Zeit bis
zum 39. September 1921:
in Lohnklaſſe
Mk. 0,08
„ 000
III „ 0,12
„
TV „ 0,18
n
„ 02
Dieſe Sätze bedeuten eine Erhöhung der Nentenſätze, wodurch ein
Teil der Forderungen erfüllt iſt, die von den Angeſtelltenorganiſationen
geſtellt wurden.
Weiterhin werden Hinterbliebenenrenten bis zum Schluſſe des
Jah=
res 1930 gewährt, wenn der Tod des Verſicherten bis zu dieſem Tage
eintritt und 60 Pflichtbeitragsmonate gezahlt wurden. Die Beſtimmung
für 60 Beiträge galt bisher nur bis 1928.
Ferner gelten alle in der Angeſtelltenverſicherung bis zum 31.
De=
zember 1925 erworbenen Anwartſchaften als aufrecht erhalten.
Da=
durch iſt wiederum ein großer Teil der Angeſtellten davor bewahrt
ge=
blieben, ſeine früheren Rechte, die er erworben hat, zu verlieren.
Für die freiwillig weiter Verſicherten iſt ab 1. April d. J. eine ſehr
beachtliche Aenderung eingetreten. Von dieſem Zeitpunkt ab müſſen
dieſe Verſicherten Beiträge entrichten, die dem jeweiligen Einkommen
entſprechen, mindeſtens aber in der Gehaltsklaſſe B. Bisher konnten
dieſe Verſicherten freiwillige Beiträge in der Beitragsklaſſe zahlen, die
dem Durchſchnitt der letzten 4 Pflichtbeiträge entſprachen oder am
nächſten kamen. Verſicherte mit geringerem Einkommen konnten auch
nach Klaſſe A Beiträge entrichten, was nun in Fortfall gekommen iſt.
Bis zum 1. April 1928 gelten für die Nachentrſchtung von Beiträgen
noch die alten Beſtimmungen.
Die Aenderung muß von den freiwillig Verſicherten beſonders
be=
achtet werden.
Ab 1928 gewährt auch die Angeſtelltenverſicherung an nicht
ver=
ſicherte Ehegatten ein Heilverfahren, wenn ein ſolches wegen aktiver
Tuberkuloſe in einer Heilſtätte erforderlich iſt. Damit iſt ein kleiner
Teil der Forderungen erfüllt, die auf Antrag des Unterzeichneten vom
Ortsausſchuß Darmſtadt dem Direktorium als Verbeſſerungsantrag
unterbreitet wurden.
Im Sozialpolitiſchen Ausſchuß des Reichstages wurden ferner
Ent=
ſchließungen gefaßt und vom Reichstag angenommen. In dieſen
Ent=
ſchließungen wurde die Reichsregierung aufgefordert, dem Reichstag
weitere Verbeſſerungsvorſchläge zu unterbreiten. Insbeſondere wurde
eine Denkſchrift gefordert, in der die Vorausſetzungen für die
Herab=
ſetzung der Altersarenze vom 65. auf das 60. Lebensjahr klargelegt
wer=
den. Der Bundesvorſitzende des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten
hatte dieſen Antrag, den er ſchon früher einmal einreichte, wiederholt
geſtellt. Es iſt zu hoffen, daß die weiteren Verbeſſerungsvorſchläge,
die der vorgenannte Bundesvorſitzende, der ja jetzt auch wieder dem
Reichstag angehört, ſowie der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten der
Reichsregierung unterbreiteten, im Intereſſe der Angeſtelltenſchaft zur
Durchführung kommen. Auch hier zeigt ſich wieder die ſegensreiche
Arbeit dieſer Organiſation.
Hugo Weinberg,
Geſchäftsführer des Gewerkſchaftsbundes
der Angeſtellten, Darmſtadt.
Tageskalender für Sonntag (1. Feiertag), den 27. Mai 1928.
Landestheater Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr
Sonntagsfremdenmiete weiß 15: „Hoffmanns Erzählungen”. — Kleines
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum, abends 20 Uhr, Operettengaſtſpiel:
„Der Soldat der Marie”, — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen Einſiedel,
Darmſtädter Hof, Reichskrone, Hotel Prinz Karl, Haferkaſten, Zur
Kanone, Bismarckeck, Bürgerhof, Rummelbräu, Hotel Prinz Heinrich,
Kaffee Jöſt, Neckartor, Reſtaurant Glenz, Frankfurter Hof. —
Lud=
wigshöhe, nachm. 16 Uhr: Konzert — Wiener
Kronen=
bräukeller, Diebuvgerſtr., abends 20 Uhr: Gartenkonzert. —
Sportplatz=Reſtaurant, nachm. 16 Uhr: Konzert. —
Kino=
vorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Tageskalender für Montag (2. Feiertag), den 28. Mai 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr,
— Kleines Haus: Ge=
L 21. zum erſten Male: „Jonny ſpielt auf”.
ſchloſſen. — Orpheum, abends 20 Uhr, Operettengaſtſpiel:: „Der
— Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rhein=
Soldat der Mavie‟
gold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen, Darmſtädter
Hof, Reichskrone, Hotel Prinz Karl, Haferkaſten, Zur Kanone,
Bis=
marckeck Chauſſeehaus, Bürgerhof, Rummelbräu, Hotel Prinz Heinrich,
Kaffee Jöſt, Neckartor, Reſtaurant Glenz, Frankfurter Hof. —
Lud=
wigshöhe, nachm. 16 Uhr: Konzert. — Wiener
Kronen=
bräukeller, Dieburgerſtr., abends 20 Uhr: Gartenkonzert. —
Sportplatz=Reſtaurant, nachm. 16 Uhr: Konzert —
Kino=
vorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Aus Heſſen.
F. Eberſtadt, 26. Mai. Todesfall. Im 65. Lebensjahre
ver=
ſtarb geſtern nach einer kurzen ſchweren Krankheit Schuhmachermeiſter
Georg Göttmann 2. Der Verſtorbene gehörte 35 Jahre der hieſigen
Freiwilligen Feuerwehr an und wurde 1925 auf der Liſte der
Allge=
meinen Freien Wählervereinigung in den Gemeinderat gewählt. — Die
Evangeliſche Schweſternſtation kann in dieſem Jahre ihr 30jähriges
Be=
ſtehen feiern. — Viehzählung. Am 1. Juni findet eine
Schveine=
zwiſchenzählung ſtatt. Die Zählung wird durch Beauftragte der
Bürger=
meiſterei vorgenommen. Die Viehhalter ſind verpflichtet, genaue
An=
gaben über ihren Schweinebeſtand zu machen. Wer wiſſentlich falſche
Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit
Geld=
ſtrafe beſtraft. Auch kann Vieh, deren Vorhandenſein verſchwiegen
wor=
den iſt, im Urteil für den Staat verfallen erklärt werden.
Aa. Pfungſtadt, 26. Mai. Die Badeanſtalt iſt wegen
Arbeits=
ausführungen am Montag und Dienstag kommender Woche geſchloſſen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 2. Mai. Gemeinderatsbericht
vom 24. Mai I. J. Architekt Herdt erläutert an Hand ſeiner von ihm
ausgearbeitetem Pläne das Friedhofserweiterungsprojekt. Es iſt hiernach
beabſichtigt, eine Friedhofshalle auf dem neu zu eröffnenden
Friedhofs=
teil zu errichten. Die Anlage der Gräber iſt ſo gedacht, daß eine
beſon=
dere Abteilung für die Gräber der Anſtaltspfleglinge, getrennt von
den=
jenägen der Gemeindeangehörigen gebildet wird. Der
Geſamtkoſtenvor=
anſchlag beläuft ſich auf 25 200 Mk. Das Projekt fand die Zuſtimmung
des Gemeinderats. Architekt Herdt wird ermächtigt, die Arbeiten zur
Vergebung öffentlich auszuſchreiben. — Gegen den ablehnenden
Ge=
meinderatsbeſchluß bzgl. des Baugeſuchs Ernſt Geher hat letzterer
Ein=
ſpruch erhoben. Der Gemeinderat konnte ſich auch in der heutigen Sitzung
nicht dazu entſchließem, dem Geſuch nach dem vorliegenden Bauplan
zuzu=
ſtimmen, ſtellt vielmehr dem Geſuchsſteller anheim, ſich zuerſt mit ſeinem
Nachbar Spengler auseinanderzuſetzen und gegebenenfalls erneuten
An=
trag zu ſtellen. — Gemeinderat Rückert erſtattet Bericht für die
Bau=
kommiſſion. Nach deren Vorſchlag ſoll zur Abtrennung der verkauften
Grundſtücksteile bei der ehemaligen ,Zündholzfabrik eine
Trennungs=
wauer errichtet werden, deren Ausführung beſchloſſen wurde. Ferner
wird dem Vovſchlag der Baukommiſſion auf Kanalanſchluß der
Ge=
meindehäuſer in der Schloßgartenſtraße zugeſtimmt. — Der Fabrikant
Gg. Hanſtein ſucht darum nach, das von ihm bisher gepachtete Anweſen
der ehemaligen Zündholzfabrik nunmehr käuflich zu erwerben. Der
Ge=
meinderat ſteht einem Verkauf nicht ablehnend gegenüber und ſetzt einen
entſprechenden Verkaufspreis feſt. — Die von der Verwaltung
vorgeleg=
ten Voranſchläge des Gemeinde=Elektrizitäts= und Waſſerwerks für das
Ri. 1928 werden an die Kommiſſion zur Vorberatung überwieſen.
Auf Anſuchen wird die Bürgſchaftsübernahme für Zwiſchenbaudarlehen
von verſchiedenen Bauherren genehmigt.
— Das Wohnhausbaugeſuch
des Frdr. Luckhaupt 2. für ein neu zu erſtellendes Gebäude in der
Karl=
ſtraße wird genehmigt. — Aus dem Gemeinderat heraus wird das
An=
ſinnen geſtellt, den Viehhaltern Streulaub aus dem Gemeindewald zur
Verfügung zu ſtellen, da ein dringendes Bedürfnis in dieſem Jahre
vor=
liege. Der Gemeinderat beſchließt dementſprechend und beauftragt die
Verwaltung, entſprechende Schritte bei der Forſtbehörde einzuleiten.
Einem Antrag des Förſters Roß auf Abgabe einer Verzichtserklärung
ſeitens der Gemeinde, daß dieſe von dem ihr ſeinerzeit eingeräumten
Ankaufs= und Vorkaufsrecht an das von dem Antvagſteller neu erbaute
Wohnhaus keinen Gebrauch mache, wird mit Rückſicht auf die
vorliegen=
den Verhältniſſe ſtattgegeben. — Ein Geſuch der Ortsgruppe des
Zentral=
verbandes der Invalidem und Witwen Deutſchlands auf Gewährung
einer Aufwandsentſchädigung an die Teilnehmer des Ausbildungskurſus
verfällt der Ablehnung. — Zum Schluß erſtattet noch Gemeinderat
Stei=
ger Bericht für die Elektrizitätskommiſſion. Verſchiedene Vorſchläge
werdem kurzer Hand antragsgemäß angenommen. Von der
Kommiſ=
ſion wird noch angeregt, die Frage der Erweiterung des Werks alsbald
ins Auge zu faſſen.
G. Ober=Ramſtadt, 24. Mai. Gemeinderatsſitzung. In
der geſtrigen Gemeinderatsſitzung wurden zunächſt zwei Feldgeſchworene
beſtimmt, und zwar Sattlermeiſter und Landwirt Chriſtian Konrad
Ackermann 1. und Schloſſer Philipp Müller 5. Nach dem
zwiſchen=
zeitlich vom Kreisamt genehmigten Gemeindevoranſchlag ſind als
Um=
lagen im Jahre 1928 74 000 RM. aufzubringen. Hierfür werden
nach=
ſtehende Ausſchlagsſätze beſchloſſen: Auf 100 Mk. Steuerwert der
Ge=
bäude und Bauplätze 18 Pf. auf 100 Mark Steuerwert der land= und
forſtwirtſchaftlich genutzten Grundſtücke 42 Pf. auf 100 Mark des
ge=
werblichen Anlage= und Betriebskapitals 57 Pf. auf 1 Mark des
ſtaat=
lichen Gewerbeſteuerſolls 60 Pf. und auf 1 Mark des ſtaatlichen
Sonder=
gebäudeſteuerſolls 35,06 Pf. Dem Gemeinderat wird ein Schreiben des
Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz vom 28. April 1928 über die
Unter=
bringung von Waiſenkindern in Reichswaiſenheimen zur Kenntnis
ge=
bracht. Im Prinzip erklärt man ſich mit dem Anerbieten einverſtanden,
boch erhält die Verwaltung den Auftrag, zunächſt feſtzuſtellen, we ſich
die betreffenden Heime befinden und wie hoch ſich im allgemeinen die
Unterbringungskoſten für ein Kind ſtellen. Dem Odenwaldkub
die Gemeinde als korporatides Mitglied mit einem Jahresbeitrag
20 RM. bei, und zwar vom Ri. 1828 ab. Dem Heſſiſchen Landes
band zur Bekämpfung der Geſchlechtskrankheiten wird für das 9
1928 ein Beitrag von 2 RM. bewilligt. Ein Geſuch des Gärt;
Breitwieſer um Erlaubnis zur Anfertigung eines Friedhofſchuu
wird genehmigt.
G. Ober=Ramſtadt, 25. Mai. Das aus Windfallaufarbeitung
rührende Brennholz (etwa 50 Raummeter), ſowie das bis jetzt
nicht eingelöſte Nutz= und Brennholz, eine Partie Bohnenſtangen
das Futtergras von Wegen und Schneiſen des Gemeindewaldes
kom=
am Mittwoch, den 30. Mai, vormittags 10 Uhr, auf dem hieſigen
haus zur öffentlichen Verſteigerung.
f. Roßdorf, 26. Mai. Verhütung von Pilzvergift;
gen. Die Bürgermeiſterei weiſt in einer öffentlichen Bekanntmach
auf die Vorſichtsmaßregeln, die beim Sammeln und beim Genuß
Pilzen zu beachten ſind, hin. Als Pilzſachverſtändiger, iſt für die
meinde Feldſchütz Breitwieſer beſtimmt, an den ſich Pilzſammler
Rat wenden können.
Brandau, 24. Mai. „Elektrizität in jedem Gerät”, das war
Motto zu dem Vortrag des Herrn A. Heß aus Darmſtadt, gehalten
Auftrage der „Heag‟. Nach einer einleitenden Filuworführung
„Foen=Son” und „Die ſchlaue S—a—u” im überfüllten Saale des (
hauſes „Zur MModau” führre uns der Redner des Abends in vort
licher und recht ſchmackhafter Weiſe in das Wunderland der moöer
Praktiſchen Hausfrau ein. Nur einige nützliche Geräte von all den v
ſeien hier genannt. Da iſt z. B. der Elektro=Oekonom, das vorteilhaf
und wirtſchaftlichſte Kochgerät für die praktiſche Hausfrau. Ohne 7
tung und Bedienung bereitet dieſe Kochgelegenheit, die in jeder 9
führung zu haben iſt, bei größter Starſamkeit die ſchmackhaſt
Speiſen. Zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten bietet weiter die
triſche Stromkiche, die als Koch=, Back= und Brattopf, ſogar als
platte dient. Auch auf dem Gebiete ſanitärer Einrichtungen marſt
die Heag mit einer ganzen Reihe von Apparaten an der Spitze: Sa
Luftkiſſen, Wärme= und Kälteſtrahler, Foen, elektr. Bettflaſchen
Heißwaſſerſpeicher für jeden Zweck. Vergeſſen wir nicht zuletzt den
unſere Gegend beſonders zu empfehlenden Staubſauger der Heag.
Schluſſe wurden Koſtproben verteilt, die allen vortrefflich mundete
Dieburg, 26. Mai. Bezirksfeuerwehrtag in Re
heim. Am Samstag, den 2. Juni, nachmittags, findet in Reinheim
Bezirksfeuerwehrtag für den Odenwaldbezirk des Kreiſes Dieburg
Beteiligt an dieſem Feuerwehrtag ſind ſämtliche Gemeinden des 9
heimer Bezirks, des Modautales, des Fiſchbachtales und des Gerſpr
tals. Die Verſammlung ſteht unter Leitung des Kreisamts Diek
Am Sonntag, den 3. Juni, vormittags, findet eine größere Brandl
verbandsübung in Reinheim ſtatt. Am gleichen Tage feiert die fre
lige Feuerwehr in Reinheim ihr 25jähriges Beſtandsjubiläum
Bannerweihe. Die Feuerwehren des genannten Bezirks ſind verpflie
Vertreter zu der Veranſtaltung des Bezirksfeuerwehrtages zu entſer
r. Babenhauſen, 24. Mai. Der Ausflug, den der Eiſenbah
verein mahte, verlief in harmoniſcher Weiſe. Mit einem Sonder
gezogen von einer geſchmückten Lokomotive, gings nach Lohr a. M.
da marſchierte die ſtattliche Schar der Eiſenbahner mit ihren Ang
rigen unter Vorantritt der Lautzſchen Kapelle nach dem Kloſter Mo
Buhen, wo die Sehenswürdigkeiten, wie Kloſterkirche, Schenke
Aufenthalt der Mönche, beſichtigt wurden. Der auf dem Rückweg
frohe Wanderſchar überraſchende Regen konnte die Stimmung nicht
einträchtigen. Die Heimfahrt wurde programmäßig wieder von
am Main angetreten, und fahrplanmäßig brachte der Sonderzug
Ausflügler wohlbehalten wieder nach dem Heimatſtädtchen.
großen Armee iſt geſtern Herr Obergitervorſteher i. R. Karl Jä
im 85. Lebensjahre eingegangen. Von den hieſigen Veteranen iſt er
letzte, der den Feldzug 1866 mitkämpfte, und der drittletzte von den
lebenden Kriegsteilnehmern von 1270/71 in unſerer Stadt.
Fanderklub „Verg auf”, Ortsgruppe des Odenwaldk.
wvählte in ſeiner letzten Generalverſammlung Herrn Rechnung
Marquart einſtimmig zu ſeinem 1 Vorſitzenden. Der Klub u
nimm: ſeine Pfingſtwanderung über Eberbach nach Heidelberg, um
Pfingſtſonntag der Schloßbeleuchtung beizuwohnen.
— Kirch=Brombach i. Odw., 26. Mai. Unſer im Zeichen des 7
ſchritts ſtehender Ort. hat jetzt auch ein ſchönes Lichtſpieltheater e
ten, das ſich guten Beſuchs erfreut. Das junge Unternehmen ſpielt
ſchon als Pfingſtprogramm in fünf Vorſtellungen den weltberüh
Film „Ben=Hur”. Hinſichtlich der Bildprojektion kann ſich dieſes
Theater mit jedem Großſtadttheater meſſen.
Ai. Vielbrunn, 26. Mai. Unter großer Beteiligung wurde am 2
woch, der älteſte Veteran unſerer Gemeinde, Feldzugsteilnehmer
1866. Landwirt Johann Leonhard Laudenberger, im Ater
85 Jahren zur letzten Ruhe beſtattet.
Hirſchhorn, 26. Mai. Waſſerſtand des Neckars
25. Mai: 0,85 Meter; am 26. Mai: 0,87 Meter.
* Gernsheim, 26. Mai. Waſſerſtand des Rheins
25. Mai: 0,46 Meter; am 26. Mai: 0,45 Meter.
Auszeichnungen für treue Dienſtleiſtungen
Die Landwirtſchaftskammer har für langjährige treue Dienſte an
landwirtſchaftliche Dienſtboten nachſtehende Auszeichnungen verliehen:
a) Bronzene Medaille: Dem Taglöhner und Knecht Johann
Konrad Rüger, 32 Jahre bedienſtet bei Bürgermeiſter Binzel,
Sel=
zen; dem Faſelwärter Georg Werner 2., 31 Jahre bedienſtet bei
der Gemeinde Fauerbach v. d. H.; dem Dienſtboten Jakob Reitz, 27
Jahre bedienſtet bei Ludwig Nickel, Braunshardt; dem landw. Arbeiter
Ph. Döhn, 27 Jahre bedienſtet bei Bürgermeiſter Bauer, Ober=
Ingel=
heim; dem Winzer Andreas Völker, 30 Jahre bedienſter bei Otto
Bechtel, Bechtheim; dem Knecht Ph. Möhner, 26 Jahre bedienſtet
bei Frau Phil. Runkel 3., Partenheim; dem Taglöhner und Winzer
Karl Gumbsheimer, 28 Jahre bedienſtet bei Lehrer Chriſtoph
Mees, St. Johann; dem Taglöhner und Winzer Joh.
Rothen=
meyer 2., 30 Jahre bedienſtet bei Chriſtopy Mees, Lehrer, St.
Jo=
hann; dem Knecht Heinr. Rippert, 25 Jahre bedienſtet bei Heinr.
Sechler, Alsbach; dem Taglöhner Phil. Jakob Sauerwein, 30 Jahre
bedienſtet bei Jakob Adolf Oswald, Guntersblum; dem Winzer Anton
Deiß, 32 Jahre bedienſtet bei Georg, Lotz, Harxheim; dem Winzer
Johann Deiß, 32 Jahre bedienſtet bei Geors Lotz, Harxheim; dem
Knecht Georg Adam Schüler, 31 Jahre bedienſtet bei Phil. Holz,
Ober=Ingelheim; dem Pferdeknecht Jakob Phil. Dörr, 30 Jahre
be=
dienſtet bei Dek.=Rat Dettweiler, Wintersheim; dem Winzer Wilhelm
Mayer, 30 Jahre bedienſtet bei Weingutsbeſitzer Jakob Wenner,
Nierſtein; dem Knecht Karl Scheuermann, 30 Jahre bedienſtet bei
Joh. Heinr. Schuldt, Staden; dem Dienſrknecht Ph. Bickelhaupt,
32 Jahre bedienſtet bei Peter Pritſch, Neutſch; dem Taglöhner Joh.
Hinterkirchen, R Jahre bedienſtet bei H. Moller, Wöllſtein;
b) Bronze=Broſche: der Taglöhnerin Maria Magde
Rüger, 31 Jahre bedienſtet bei Bürgermeiſter Binzel, Selzen;
Taglöhnerin Eliſ. Geiger Wwe., 32 Jahre bedienſtet bei H.
Wiſſig, Kriegsheim; der Taglöhnerin Phil. Bambach 3. Wwe
Jahre bedienſtet bei Joh. Heinr. Hirſch, Groß=Gerau; der Taglöhr
Kätchen Eich, 30 Jahre bedienſtet bei Balty. Karl Winter, Büdes
(Oberheſſen);
c) Silberne Medaille: dem Taglöhner. Georg Ju
bluth, 40 Jahre bedienſtet bei Bürgermeiſter Binzel, Selzen;
Knecht Karl Blüm, 40 Jahre bedienſtet bei Dek.=Rat Graef, M
heim: dem Winzer Joh. Schäfer 1., 40 Jahre bedienſtet bei Le
Chriſ=oph Mees, St. Johann; dem Winzer Franz Joſef Ewe
40 Jahre bedienſtet bei Frl. Auguſte Schmitt, Nierſtein; dem
löhner Johann Grollmonn, 40 Jahre bedienſtet bei Carl Ste
Armsheim; dem Hirt Adam Biſchoff, 45 Jahre bedienſtet be=
Gemeinde Kaichen;
d) Silberne Broſche: der Dienſtmagd Elife Trautwe
42 Jahre bedienſtet bei Gebrüder Claß, Lonsheim; der Arbei
Marie Luiſe Schneider, 42 Jahre bedienſtet bei Hch. Konrad
Büdesheim (Oberheſſen);
e) Goldene Medaille: dem Taglöhner Georg Jr
50 Jahre bedienſtet bei Bürgermeiſter Binzel, Selzen; dem Se
Jalob Schneider, 45 Jahre bedienſtet bei der Gemeinde Homl
) Goldene Broſche; der Taglöhnerin Eliſe Diehl
Jahre bedienſtet bei Heinr. Schäfer 1., Endorf.
Sämtlichen Ausgezeichneten wurden auch Anerkennungsurku
für treue Dienſte verliehen.
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Tinteittt
Nummer 147
Sonntag, den 27. Mai 1928
Seite 2
Die Weiterführung der elektr. Straßenbahn
in die Bergſtraße.
F
F. Seeheim, 26. Mai.
Auf Einladung der Heag fand geſtern im Hotel Hufnagel dahier
eine Sitzung mit Vertretern der Gemeindem Eberſtadt, Malchen, Seeheim
und Jugenheim ſtatt, bei der das Kreisamt Bensheim durch Kreisdirektor
Reinhardt und das Kreisamt Darmſtadt durch Regierungsrat
Blumers vertreten waren, und in der die ſeit Jahren ſchwebenden
Verhandlungen über die Weiterführung der Elektriſchem in die
Berg=
traße fortgeſetzt wurden. Herr Direktor Bohnenberger teilte der
Verſammlung zunächſt mit, daß am 10. Mai in Darmſtadt unter dem
Vorſitze des Herrn Finanzminiſters eine Beſprechung über den Ausbau
des Straßenbahnnetzes von Eberſtadt nach Jugenheim ſtattgefunden
gabe, an der neben Vertretern der Miniſterien der Finanzen und des
Inmern, Vertreter der Herrn Reichsverkehrsminiſters, der
Reichsbahn=
hauptverwaltung, des Reichsbevollmächtigten für Privatbahnaufſicht, der
Reichsbahndirektion Mainz, der Stadt Darmſtadt und der Heag
teilge=
rommen hätten. Die Beſprechung hätte inſofern zu einem
befriedigen=
den Ergebnis geführt, als anerkannt worden ſei, daß es ſich bei der
Bahn Darmſtadt—Jugenheim nicht um eine Bahn des allgemeinen
Ver=
ehrs handle. Es könne daher mit ihrer endgültigen Konzeſſionierung
jeſtimmt gerechnet werden. Nun läge es an den Gemeinden, gemeinſam
und raſch zu handeln, damit die Heag baldigſt an die Ausführung des
Projekts gehen könne. In erſter Linie ſei es jetzt erforderlich, die
Linien=
ührung genau feſtzulegen, damit die Gemeinden ein klares Bild über
das von ihnen zu ſtellende Gelände und die Höhe der für das Gelände
rufzuwendenden Koſten bekämen. An Hand eines Planes erläuterte
Direktor Bohnenberger im einzelnen die Linienführung, gegen die im
illgemeinen nichts erinnert wurde. Nur in Seeheim beſtehen noch
dies=
bezügliche Schwierigkeiten, die aber zweifellos behoben werden können.
Man wünſchte, daß die aus dem Plan erſichtliche Durchſchneidung der
wiſchen Schulhaus und Bahnhof liegenden zahlreichen Grundſtücke
ver=
nieden und hier eine beſſere Löſung gefunden wird. Direktor
Bohnen=
ſerger machte anſchließend noch Mitteilungen über die Höhe der von den
inzelnen Gemeinden zu leiſtenden Zinsgarantien, die Fahrpreiſe und
ie Baukoſten. Letztere gibt er auf ſchätzensweiſe 780 000 RM. an. Die
Fahrpreiſe ſollen ſich ab Darmſtadt (Luiſenplatz) wie folgt ſtellen:
Eber=
tadt (Frankenſtein) 30 Pfg. (wie Reichsbahn); Maſchen 40 Pfg., Seeheim
0 Pfg. (Reichsbahn 60 Pfg.); Jugenheim 60 Pfg. (wie Reichsbahn).
Vochenkarten für zwei Fahrten: Eberſtadt 2,40 RM.; Malchen 3,20
*M.; Seeheim 4 RM.; Jugenheim 4,80 RM. Schilerkarten:
Eber=
ſadt 1,75 RMM.; Malchen 2,30 RM.; Seeheim 2,90 RM.; Jugenheim
„50 RM. In mehrſtündiger Ausſprache wurde u. a. die Frage der
L. Michelſtadt, 25. Mai. Die Landwirtſchafts= und Gewerbebank E.
5. m. b. H., in Michelſtadt, hielt geſtern abend im Gaſthaus „Zum
deutſchen Haus” (Brauerei Dörr) Michelſtadt, ihre diesjährige
ordent=
che Jahreshauptverſammlung, die einen ſehr guten Verlauf nahm. Der
Jorſitzende des Aufſichtsrates, Herr Fabrikdirektor Otto Rexroth=Erbach,
egrüßte die recht zahlreich erſchienenen Mitglieder, konſtatierte die
ordent=
che Berufung der Verſammlung und gedachte zunächſt der im
Ge=
häftsjahr verſtorbenen Mitglieder. Nachdem der Bericht des Vorſtandes
ntgegengenommen war, erſtattete Herr Heinrich Oppenheimer als
Vor=
tzender der Reviſionskommiſſion des Aufſichtsrates eingehend Bericht
ber die vorgenommene Prüfung der Jahresrechnung und Bilanz per
1. 12. 1927, wonach ſich keinerlei Beanſtandungen ergeben haben. Herr
)tto Rexroth berichtete über die im Geſchäftsjahr 1927 vom Verband
er heſſiſchen Genoſſenſchaften Darmſtadt vorgenommene geſetzliche
Revi=
on, wonach ſich Beanſtandungen nicht ergeben haben. Die 1927er
Lilanz wurde genehmigt und der ausgewieſene Reingewinn von RM.
212,45 wie folgt verteilt: Zuweiſung an Reſervefonds RM. 3000;
Zu=
eiſung an Betriebsrücklage RM. 2000; Zuweiſung an
Aufwertungs=
unds RM. 2500; Zuweiſung an Erneuerungsfonds RM. 500; 7 Proz.
dividende auf die Geſchäftsanteile der Mitglieder RM. 3 079,/44; der
eſt mit RM. 133,01 wird auf neue Nechnung vorgetragen. Dem
Vor=
and und Aufſichtsrat wurde einſtimmig Entlaſtung erteilt. — Das
apide Anwachſen der Einlagen machte es erforderlich, daß die Grenze
ir die Hereinnahme fremder Gelder, die ſeither auf RM. 500 000 feſt=
Sſetzt.
war, erhöht wurde. Es wurde beſchloſſen, dieſe Grenze nunmehr
urf RM. 1000 000 zu erhöhen. Die alsdann vorgenommenen Wahlen
im Vorſtand und Aufſichtsrat hatten folgendes Ergebnis: Herr
Pro=
triſt O. Marquardt, welcher aus dem Vorſtand turnusgemäß ausſcheidet,
urde wiedergewählt und anſtelle des leider ſo früh verſtorbenen Herrn
entmeiſter a. D. und Fabrikanten Otto Mühlhäuſer wurde Herr
uſtizinſpektor F. Klein in den Vorſtand gewählt. Für den verſtorbenen
errn Prokuriſt Groll wurde Herr Prokuriſt Horlebein in den
Auf=
htsrat neu gewählt. Die ſtatutengemäß ausſcheidenden Herren Otto
exroth, Guſtav Meher, Heinrich Oppenheimer, wurden einſtimmig
wie=
ergewählt. — Zum Schluß der Verſammlung ehrte Herr Rechtsanwalt
nd Notar Wolf Herrn Otto Rexroth, welcher nunmehr 25 Jahre
un=
nterbrochen Vovſitzender des Aufſichtsrates der Bank iſt, worauf Herr
exroth in zu Herzen gehender Weiſe ſeinen Dank abſtattete mit dem
ſelöbnis, auch weiterhin an dem Aufbau der Bank nach Kräften
teilzu=
ehmen. — Nach Schluß der Verſammlung unterhielt man ſich noch
län=
er über die Bank und die das Wirtſchaftsleben Michelſtadts
berühren=
en Fragen, wobei u. a. auch die Aufwertungsfrage der alten Spar=
Ein=
igem aufgerollt wurde. Die Bank hat aus dem diesjährigen
Rein=
zwinn RM. 2500 zurückgeſtellt und aus dem Reingewinn des Vorjahres
M. 2000. Da zur Aufwertung der alten Spareinlagen ſchätzungsweiſe
rka RM. 15 000 erforderlich werden, hofft man im Laufe des nächſten
ahres nunmehr endgültig an die Durchführung der Aufwertung denken
t können. — Sichtlich erfreut und zufrieden waren die Mitglieder über
ie Entwicklung der Bank und insbeſondere des Depoſitenverkehrs. Die
öhe der Einlagen beweiſt, daß die Bank uneingeſchränktes Vertrauen
enießt. Die Leiſtungsfähigkeit der Bank wird allſeitig anerkannt; die
rduſtriereiche Michelſtädter Wärtſchaft kann auch ohne eine gut
aufge=
aute, leiſtungsfähige Kreditgenoſſenſchaft am Platze nicht auskomnen.
Man ſprach noch über die Einrichtung einer Sterbekaſſe, die vor dem
riege ſchon einmal in Tätigkeit war und während der Inflationszeit
usgefetzt wurde. In der nächſten außerordentlichew oder ordentlichen
Zeneralverſammlung ſollen die Statuten zur Sterbekaſſe wieder
an=
rkannt werden. Hiernach haben die Erben eines jeden Mitgliedes bei
intretendem Todesfall ohne Gegenleiſtung eine Entſchädigung von RM.
00 zu erwarten, ein Anſporn, der geeignet iſt, noch mehr Mitglieder in
en Reihen der Genoſſenſchaft zu vereinigen.
Garantieleiſtung der Gemeinden eingehend erörtert. Sie iſt noch das
einzige Hindernis, über das die Gemeinden bisher noch nicht
hinausge=
kommen zu ſein ſcheinen. Es wurde daher angeregt, die Garantieleiſtung
— e8 handelt ſich um einen Betrag von etwa 30000 Mk. jährlich, der auf
die Gemeinden nach einem beſtimmten Schlüſſel verteilt werden ſoll —
fallen zu laſſen. Es wurde verſchiedentlich ausgeführt, daß ſie im
allge=
meinen auf wenig Verſtändnis ſtoße, als eine nicht zu rechtfertigende
Belaſtung der Gemeinden empfunden und von der Bevölkerung ſehr
kritiſiert werde. Direktor Bohnenberger weiſt demgegenüber darauf hin,
daß von der Garantieleiſtung nicht abgeſehen werden könne und bemerkt,
daß mit ihr das Projekt ſtehe und falle. Wenn die Gemeinden auf der
einen Seite die Vorteile des Bahnbaues genießem wollten, müßten ſie auf
der anderen Seite auch Opfer bringen. Bürgermeiſter Dr. Uecker=
Eberſtadt macht darauf aufmerkſam, daß an der Weiterführung der Bahn
die Stadt Darmſtadt das allergrößte Intereſſe und den größten Nutzen
habe. Es erſcheine daher als durchaus berechtigt, auch ſie zur
Garantie=
leiſtung heranzuziehen. Im übrigen vertritt er die Anſicht, daß man
das Projekt im Hinblick auf ſeine verkehrs= und volkswirtſchaftlichen
Ausſichten an der Garantieleiſtung nicht ſcheitern laſſen dürfe. Sie ſtehe
zudem zunächſt nur auf dem Papier und brauche — das hoffe er —
vielleicht niemals tatſächlich geleiſtet zu werden. Er erinnerte daran, daß
auch Eberſtadt ſeinerzeit für die Strecke Darmſtadt—Eberſtadt Garantie
geleiſtet habe, den Garantiebetrag aber niemals zu bezahlen brauchte.
Auch Kreisdirektor Reinhardt und Regierungsrat Blumers, die
verſchiedentlich in die Debatte eingriffen, vertraten ängſtlichen Gemütern
der Gemeinde gegenüber die Anſicht, daß man angeſichts der großen
Vorteile, die die Bahn für die Bergſtraße bringe, und wenn man
anderer=
ſeits das Projekt nicht gefährden wolle, auch unter Umſtänden gewiſſe
Opfer nicht ſcheuen dürfe. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß
hier=
über innerhalb der Gemeinden noch ein Einverſtändnis erzielt wird.
Das Ergebnis der Beſprechung kann dahin zuſammengefaßt werden:
Der Bahnbau Eberſtadt—Jugenheim iſt geſichert. Die Gemeinden
ſtel=
len das erforderliche Gelände zur Verfügung. Die Verteilung der
Ge=
ländekoſten ſoll — ſobald die Straßenführung endgültig feſtſteht — in
ſpäteren Verhandlungen mit den Gemeinden noch feſtgelegt werden.
Wegen der Mitheranziehung der Stadt Darmſtadt zu der
Garantie=
leiſtung ſollen entſprechende Verhandlungen durch die Kreisämter in die
Wege geleitet werden. Der Leiter der Verſammlung, Bürgermeiſter
Burkhardt=Jugenheim, dankte zum Schluſſe den anweſenden
Ver=
tretern für die Teilnahme an den Verhandlungen und gab der Hoffnung
Ausdruck, daß das Bahnprojekt bald Wirklichkeit werde.
m. Beerfelden, 25. Mai. Ein Lehrerveteran geſtorben.
Heute mittag wurde auf dem hieſigen Friedhofe der Rektor i. R. J. Fr.
Opel zu Grabe gebracht. Derſelbe iſt am 15. Auguſt 1840 zu Groß=
Zim=
mern geboren als Sohn des Lehrers Johannes Opel, geb. 1797, geſt. zu
Beerfelden 1886. Der Verblichene verließ 1859 das Seminar und wurde
kurz darauf als Vikar an die hieſige Schule dekretiert, im Jahre 1867
wurde er definitiv angeſtellt. Im Jahre 1909 konnte er hier ſein 50
jäh=
riges Dienſtjubiläum feiern und trat dann 1910 in den Ruheſtand. Als
während des Weltkrieges in der Heimat Lehrermangel eintrat, ſtellte er
ſich gzur Verfügung und hielt wieder einige Zeit lang Schule. — Nach
dem Ableben ſeiner Frau ſiedelte er vor 2 Jahren zu ſeinen Kindern
(Tochter) nach Darmſtadt über, wo er am Dienstag an Altersſchwäche
verſchied. — Die Beerdigung fand heute mittag auf dem hieſigem
Fried=
hof ſtatt, wo auch ſeine Gattin jetzt an ſeiner Seite ruht. Am Portal
ſang die Sängerriege einen Chor, den Begräbnisgottesdienſt hielt Herr
Oberpfarrer Colin, der ein treffliches Lebensbild des Verſtorbenem zu
zeichnen wußte, er legte auch nach Schluß des gottesdienſtlichen Teiles
einen Kranz nieder im Namen des Kirchenvorſtandes, denn Herr Opel
war jahrelang Organiſt und verließ erſt die Orgelbank, 84 Jahre alt, als
das Sehvermögen ſo geſchwächt war, daß dies ihm die Ausübung ſeines
Amtes nicht mehr zuließ. — Danach legte Herr Rektor Lang im Namen
des Lehrerkollegiums einen Kranz nieder, indem er dem
Dahingegange=
nen entſprechende Worte widmete, anſchließend ſprach er im Auftrag des
Kreisſchulamtes Erbach deſſen Bedauern aus, daß von dort zur
Beerdi=
gung niemand erſcheinen konnte und wies auf die Verdienſte des
Ver=
blichenen als Lehrer hin, indem er an das 50jährige Dienſtjubiläum
Herrn Opels erinnerte, gelegentlich deſſen ihm das Kreisſchulamt vollſte
Zufriedenheit ausgeſprochen hatte. — Ein Alter von 88 Jahren, als
Lehrer 51 Jahre lang tätig, wahrlich, etwas Seltenes!
Ay. Bensheim, 26. Mai. Einweihung eines Friedrich=
Ebert=Erholungsheimes. In Schönberg bei Bensheim an der
Bergſtraße wurde am Donverstag, in Anweſenheit der Gattin des
ver=
ſtorbenen Reichspräſidenten Gbert und einer Mehrzahl von
Regierungs=
vertretern aus Heidelberg, Mannheim und Garlsruhe, ſo Geheimrat Dr.
Kiefer, Stadtrat Kilger aus Heidelberg und der Oberregierungsräte
Bauſch von der Landesverſicherungsanſtalt Karlsruhe und Specht vom
Oberverſicherungsamt Mannheim das neue Erholungsheim der
Ortskran=
kenkaſſe Heidelberg feierlich eingeweiht. Vor Jahresfriſt hatte nämlich
die Heidelberger Ortskrankenkaſſe zum Preiſe von 45 000 Mark einen im
Schönberger Teil bei Bensheim zum Verkauf ſtehenden früheren Adelsſitz
erworben, der jetzt, nach Vornahme einer gründlichen Renovierung und
baulichen Erweiterung ſeiner neuen Zwechbeſtimmung völlig übergeben
wurde. Zu Ehren Friedrich Eberts, des großen Sohnes von Heidelberg,
des Mannes, der mit ſeinem Leben dem werktätigen Volke dienen wollte,
wurde dem neuen Hauſe der Name „Friedrich=Ebert=Heim” beigelegt.
In ihm können erholungsbedürftige Kaſſenmitglieder Aufnahme finden.
Das Beſitztum iſt inmitten eines fünf Morgen großen Parkes gelegen,
der es zu einem Erholungsheim wie geſchaffen erſcheinen läßt.
Siebzigſter Geburtstag von Sanitätsrat Dr.
Wigand. Vor einigen Tagen konnte eine geſchätzte Bensheimer
Per=
ſönlichkeit auf die Vollendung eines bedeutſamen Lebensabſchnittes
zu=
rückblicken. Herr Sanitätsrat Dr. med Arthur Wigand beging ſeinen
70. Geburtstag. Ein Sohn des vormaligen Wormſer Gymnaſialdivektors,
ließ ſich Dr. Wigand um die Mitte der achtziger Jahre in unſerem
Bens=
heim als praktiſcher Arzt nieder. Dank ſeines ärztlichen Könnens, ſeiner
Gewiſſenhaftigkeit und ſeiner Leutfeligkeit vermochte er in kurzer Zeit
ſich das beſondere Vertrauen von Bensheims Bevölkerung zu erwerben,
ein Vertrauen, das ihn übrigens auch lange Jahre als Mitglied unſeres
Stadtverordnetenkollegiums am Wohle unſerer Stadt mitarbeiten ließ.
Nach dem Tode von Medizinalrat Dr. Heumann wurde ihm die Stelle
eines leitenden Arztes vom Bensheimer Hoſpital übertragen, ein Amt,
das ihn beſonders mit Bensheim verwachſen ließ.
Mai in Bad Nauheim.
Sprudelhof und Trinkkuranlage, die Hauptſtätten für die Erfüllung
geſtrenger Kurpflichten, und die Kurhausterraſſe, der Mittelpunkt der
Geſelligkeit, zeigten während der letzten Wochen ein ſehr reges Leben.
Dabei iſt, wie auch die Fremdenſtatiſtik beweiſt, gegenüber dem Vorjahre
eine Zunahme der Beſucher aus dem Auslande feſtzuſtellen. Unter den
mannigfachen künſtleriſchen Veranſtaltungen im Mai war ein im
Zei=
chen Bruckners ſtehendes Sinfoniekonzert unter Leitung des neuen
Generalmuſikdirettors Heinz Bongartz ein ſehr erfolgreicher Auftakt
dieſer für Bad=Nauheim traditionellen muſikaliſchen
Sonderveranſtal=
tungen. Am letzten Tage des Monats bringt das 2. Siufoniekonzert
vor allem Mahlers 4. Sinfonie und „die Chineſiſche Flöte”, eine Kammer=
Sinfonie von Ernſt Toch. Die Soliſtin des Abends iſt die bekannte
Leipziger Sopraniſtin Anny Quiſtorp. Mit den ſtändigen
Schauſviel=
aufführungen des Kurtheaters wechſeln Operngaſtſpiele aus Darmſtadt
und Mainz. Auf den verſchiedenen Gebieten des Sportes iſt vor allem
ein Wurftaubenſchießen zu nennen, das am 12. und 13. Mai zahlreiche
Teilnehmer in Bad=Nauheim ſah. Dieſes Programm zeigt, daß auch ein
Heilbad wie Bad=Nauheim alle Unterhaltungsmittel, die zur
Ablen=
kung der Kurgäſte vom Alltag dienen können, mit Takt und Umſicht
pflegt.
D. Lampertheim, 26. Mai. Tödlicher Motorradunfall.
Eine Todesfahrt auf dem Motorrad machten zwei junge Rheinländer,
von denen der eine bereits kurz nach dem Zuſammenſtoß zwiſchen Auto
und Motorrad ſtarb, während der Fahrer des Rades hoffnungslos
dar=
niederliegt. Der bedauernswerte Unfall trug ſich geſtern abend gegen
halb 8 Uhr unmittelbar an der Straßenkreuzung Lampertheim-Worms
und Bürſtadt—Worms, direkt an der unüberſichtlichen Ecke der Kohlſchen
Gaſtwirtſchaft zu, und war noch nach Stunden das Ziel vieler
Schau=
luſtiger. Der Zuſammenſtoß ſelbſt war furchtbar; fuhren doch beide
Fahrzeuge, eines für das andere unſichtbar, aufeinander, ſo daß das
Motorrad demoliert und das Auto an der Vorderfront ſtark beſchädigt
wurde. Die Inſaſſen des Autos kamen mit dem Schrecken und ganz
ge=
ringen Verletzungen davon. Der Anprall war ſo gewaltig, daß der
Sozuusfahrer in weitem Bogen auf die Erde geſchleudert wurde und mit
einem Schädelbruch bewußtlos liegen blieb und kurz darauf verſtarb.
Auch der Motorradfahrer erlitt ſchwere Verletzungen am ganzen Körper,
ſo daß auch er längere Zeit bewußtlos liegen blieb. Die jungen Leute
wollten, von Mannheim kommend, ihre Reiſe über Worms nach
Rüdes=
heim fortſetzen, und wurde ihr Unternehmen auf dieſe bedauernswerte
Weiſe jäh untevbrochen.
— Gießen, 26. Mai. Bei dem Reform=Preisausſchreiben 1928, das
die Zahntechniſche Reform in Berlin für Deutſchland veranſtaltete,
wurde dem Dentiſten Hans Muhn (Gießen) für ſeine fachliterariſche
Abhandlung über das Thema „Die techniſche Herſtellung der
verſchieden=
ſten Syſteme des Stiftzahn= und Kronenerſatzes nebſt anſchließenden
theoretiſchen Erwägungen und praktiſchen Erfahrungem über ihre
je=
weilige Eignung in äſthetiſcher und funktioneller Beziehung” der erſte
Preis zuerkannt.
V. Grünberg, 26. Mai. In der Nachbargemeinde Lindenſtruth
er=
litt ein 1½ Jahre altes Kind den Erſtickungstod. Die Mutter hatte
das Kind ſchlafen gelegt und hatte dann ihre häuslichen Arkeiten
ver=
richtet. Als nach 2 Stunden das Brüderchen das Kind holen wollte,
lag es leblos in ſeinem Bettchen. Es hatte ſich die Decke über das
Köpfchen gezogen und war dann erſtickt.
T.Mch. 5396
NA
AIP8 rleckenMassek
brennt nicht hintetläßt keine Rändeh
5OB85
Geſchäftliches.
Pfingſt=Ausflug.
Wer zu Pfingſten nicht zu Hauſe bleiben, aber auch nicht den
Frem=
denmaſſen im Wege herumlaufen will, dem ſei eine Wanderung in
un=
ſerem herrlichen Darmſtädter Wald gen Oſten mit teilweiſe ſonnigſten
Wegen mit dem Ziele Groß=Zimmern zur Evwägung empfohlen. Hier
wurde das altrenommierte Solber=, Aufſchnitt=, Bratwurſt= und Geflügel=
Speiſereſtaurant „Zum Kaiſerſaal” — direkt am Bahnhof gelegen —
von ſeinem Beſitzer, Cavl Pullmann I, neu renoviert und buchſtäblich um=,
an= und zugebaut. Günſtige Rückfahrten mit der Eiſenbahn ſind
reich=
lich vorhanden.
Der deutſchen Hausfrau hat die Sunlicht=Gefelſchaft in ihrem Sumg
ein Waſchmittel zur rationellen Reinigung der großen Wäſche gebracht.
Suma ſoll vermöge ſeiner neuartigen Zuſammenſetzung die Wäſche in
weiteſtgehendem Maße ſchonen und durch eine ganz eigenartige lebendige
Durchſchäumung im Kochkeſſel von allem Schmutz befreien. Fachleute
und führende Hausfrauen beſtätigen, daß Suma auch die ſchmutzigſte
Wäſche ohne Reiben oder Bürſten, durch bloßes Kochen, auf ſchonendſte
Weiſe blütenweiß macht.
Das Stahlhaus als Haus der Zukunft ſiehe heutiges Inſerat). Der
rieſige Bedarf an Kleinwohnungen, die Gleichheit der Bedürfniſſe in
deren Ausſtattung, das dringende Erfordernis nach beſchleunigtem
Auf=
bau, drängen von ſelbſt auf eine Bauweiſe mit Bauteilen, die bis ins
Kleinſte genormt ſind.
Das Stahlhaus iſt beſonders da am Platze, wo es gilt, mit
beſchei=
denen Mitteln in denkbar kurzer Bauzeit (nur 2 Monate) ein eigenes
Heim zu errichten. Der dringenden Wohnungsnot kann von Land und
Kommunen geſteuert werden. Stahlhäuſer ſind bis 30 Prozent billiger
als Steinhäuſer. Die Stahlhäuſer der Stahlhaus G. m. b. H.=Duisburg,
vertreten durch die hieſige Firma Ferrobahn=Darmſtadt, ſind in
bau=
polizeilicher Hinſicht einwandfrei, das heſſiſche Miniſterium für Arbeit
und Wirtſchaft hat die Gewährung verbilligter Baudaulehen aus der
Hauszinsſteuer durch Erlaß vom 26. März d. J. genehmigt.
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer: f
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentel: Willy Kuhle; Druc
und Verlag: L. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
TV. 88
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Vertretung in Darmstadt: W. Zelder, Heidelbergerstraße 126
[ ← ][ ][ → ] Die Verlobung ihrer Kinder
Hildegard ma Theo
beehren sich bekannt zu geben
Reinhard Zinkann
und Frau Lind, geb. Hermes
Oberst Friese
und Frau Anna, verw. Hector
Wiesbaden
Darmstadt
Gutenbersplatz 2
Meine Verlobung mit Fräulein
Hildegard Zinkann
Tochter des Herrn Fabrikbesitzers
Rein-
hard Zinkann und seiner Frau Gemahlin
Lina, geb. Hermes, beehre ich mich
erge-
benst anzuzeigen.
Theo Hector
Regierungs- und Baurat,
Pfingsten 1928.
14128
Die Verlobung meiner Tochter
Erna mit Herrn
Studien=
referendar Georg Bücking
beehrt ſich anzuzeigen
Philipp Schaaf
Ernſt= udwigſtr. 20
Erna Schaaf
Georg Bücking
Studienreferendar:
Verlobte
Riegerplatz 12
Darmſiadt, Pfingſten 1928.
Saße
Traisa
Oretel Behrens
Wilhelm Jahn
Verlobte
Pfingsten 1928
Darmstadt
(*14212)
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen:
Marie Wagner
techn. Lehrerin
Ernst Breler
Darmstädter Landstr. 66
Meegggeeh
Hornberger
wohnt Darmſtadt
Waldſtraße 49.
Sprechſt. tägl. 8-12, Mont.
u. domn. a. 3-6 Uhr.
Urin bringen. (7514a
Ihre Verlobung beehren sich
anzu-
zeigen!
Lehrer
Gustausburg Pfingsten 1928
Aſſß0
Darmstadt
Herderstr. 18
Verlobte
Anna Imhof
Hans Vogel
Vielbrunn
b. König i. O.
Darmſtadt
Kranichſteinerſir. 39
2142030
Chriſtian Löwenſtein
Eliſabeth Löwenſtein
geb. Maher
Vermählte
Pfingſten 1928
Heinheimerſtr. 42
Kaupfir. 50
Kirchliche Trauung: 1. Pfingſtfeiertag,
nachm. 1½ Uhr, in der Stadikapelle.
A
Klara Kolberg
Fritz Lautenschläger
Pfingsten 1928
Nieder-Beerbach
Aßſ
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen!
Liesel Stremmel
Willi Karg
Pfingsten 1928
Gervinusstr. 39
Bismarokstr. 22
(14235)
Julie Schweitzer
Gustau Dammler
Verlobte
Gervinusstraße
Pfingsten 1928
Kiesstraße
As1
Karl Storck
Marie Storck, geb. Marx
Vermählte
Wienerſtr. 79
Grüner Weg 25
Trauung: Sonntag nachm. 3½ Uhr in
der Pauluskirche.
(14206
Alex Lewerenz u. Frau
Gretel, geb. Trumpfheller
Vermählte
Eliſabethenſtr. 49 Liebfrauenſtr. 90
Darmſiadt, Pfingſten 1928
*14120
K
Jute
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Statt Karten.
Auguste Correl
Robert Christ
Verlobte
Die Verlobung ihrer Tochter Luise
mit Herrn Dipl.-Ing. Albrecht Herzog
beehren sich anzuzeigen
Bauinspektor W. Schulmeyer
und Frau Luise
geb. Rosenthal
Pfingsten 1928
Darmstadt
Landskronst. 76
Luise Schulmeler
Albrecht Herzog
Dipl.-Ing.
VERLOBTE
Berlin-Wilmersdorf
Schornsheim
(Rheinhessen)
Pfingsten 1928
Aß
Darmstadt
Jrenestr. 6
Ihre Vermählung geben bekannt
Robert Henn und Frau
Joſephine, geb. Bucher
Eberſiadt
Bilſenkolonie
Darmſtadt
Beſſungerſir. 104
Mai 1928
B9116
GEHEN
214164)
Darmstadt
Herdueg 62,I.
Annelieſe Enders
Otto Fiſcher
Verlobte.
Darmſiadt
Liebigſtr. 63.
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Anna Müller
Jacob Pfeiffer
Verlobte
Pfingſten 1928
Darmſtadt
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Olge Felle
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Pfingsten 1928
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Allen denen, die uns beim
Hin=
ſcheiden unſeres Vaters
Herrn
Joſeph Neiſt
in unſerem doppelten Schmerz
troſtreich zur Seite ſtanden, ſei an
dieſer Stelle herzlichſt gedankt.
Darmſtadt, den 26. Mai 1928.
Die trauernden Hinterbliebenen:
( 14257
Brüder Neiſt.
Schützenstrade
gegenüker
der Sparkasse.
Statt Karten
Marga Reinfurt
Bernhard Gruber
Mainz
Verlobte
Pfingſien 1928
Darmſtadt
Wt
Es empfehlen ſich als Verlobte:
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Karl Fink
Pfingſien 1928
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Ballonplatz 9
A
Nachruf.
Am 24. Mai wurde das frühere langjährige Vorſtandsmitglied unſerer Geſellſchaft
Hert Direktor Friedrich Lupus
im Alter von 84 Jahren aus dem Leben abberufen. Ein Vorbild der Pflichterfüllung iſt mit dem
Verſtorbenen von uns geſchieden. Ueber 50 Jahre hat er im Intereſſe unſerer Anſtalt bis zu ſeiner
im Jahre 1922 erfolgten Penſionierung gewirkt.
Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.
Darmſtadi, den 26. Mai 1928.
Aufſichtsrat und Vorſtand
Brigitta Kaiſer
Karl Baldauf
Bankbeamter
Verlobte
Darmſtadt, Pfingſtien 1928
der
Rentenanſtalt und Lebensverſicherungsbanf
Darmſtädier Zweigniederlaſſung der Frankfurter
Lebensverſicherungs=Aktien=Geſellſchaft.
9108
[ ← ][ ][ → ]Nummer 147
Sonntag, den 27 Mai 1928
Geite 9
Todes=Anzeige
Heute enſchlief plötzlich und unerwartet nach kurzer Erkrankung
mein lieber Mann, unſer guter Vater, Großvater, Schwiegervater,
Bruder und Onkel
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Im Namen der Hinterbliebenen:
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geb. Weber
Rüſſelsheim a. M., den 25. Mai 1928.
Die Beiſetzung erfolgt in Rüſſelsheim am Dienstag, den 29. Mai,
nachmittags 3 Uhr, ab Hauptwerk Rüſſelsheim.
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Dahinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen,
ſo=
wie für die zahlreichen Blumenſpenden ſagen wir
hiermit Allen unſeren herzlichſten Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Rückert für die troſtreiche
Grabrede, ferner Schweſter Gretchen in der
Paulus=
gemeinde für ihre liebevolle Pflege.
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3
Dr. Unblutigs Erlebnisse.
Fortzetrung (olst!
Aufheben!
So, das wäre nun geschaftt. Selbstverständlich bin ich mit
üben-
wElligender, katastrophaler Mehrheit in den Reichstog gewählt worden.
Dab die Mitteilung dieser Selbstverständlichkelt um eine Woche zu spät
erfolgt, llegt daran, daß bei der Größe der Kuktrol-Partel die Zählung
der Stimmen viel länger deuerte, als bei den gewöhnlichen
Abgeord-
peten, ſch, der nie Diät verordnete, weil sie gegen Hühnereugen
nicht=
nätzt, bekomme nun Diäten! ſch werde sofort beantragen, einet
Untersuchungsousschub zu bilden, zur Erforschung der Frage, ob dau
Verhalten Hermanns des Cheruskers in der Schlacht im Teutoburger,
walde zu billigen oder zu misbllligen ist und bekomme als Mitglled
dieses Ausschusses und rieler anderer Ausschüsse Extrodläten. UInsere
Untertanen dezohlen das alles, ich werde Eränder neuer Steuern und
erbringe damit den Befähigungsnachweis zum Finanzminister. Und
von der Rednertribüne des Reichstags donnere ich der Rechten und
der Uinken und dem Zentrum zu:
Kukirolen Sie!
Zaugen gesucht!
Zu dem Motorrad-Untall am Freitag,
den 25. Mai, 10 Uhr abends, am Helia-
Lichtspielhaus, werden Zeugen gesucht.
Mitteilungen bittet man unter 0 235 an
die Geschättsstelle des Darmstädter
(*14234
Tagblatt zu richten.
Denn, meine Damen und Herren, das ist gegenwärtig die einzige
Parole, über die wir alle einig sind, in allen übrigen Frogei, sind wir
unelniger als je. Zu dlesem Zwecke sind wir lo auch gewählt wordeu.
Meine Damen und Herren! Das rlelmtlllonenſach bewährte Kuktrol-
Hähnerougen-Pflaster beseitigt Ihre Schmerzen in 2 Sekunden und
be-
freit Sle in kurzer Zeit von Ihren Hühnereugen und Ihrer Hornhaut.
Bequem, schmerzlos, unblutig und ungefährlich geht das. Das Kukirol=
Hühneraugen-Pdaster drückt auch nicht, wie dle in neuerer Zelt
ange-
botenen Hühneraugen-Ringe, weil es ganz dünn ist, und deshelb
aufträgt. Sie bekommen es in jeder Drogerte und Apotheke für 85 Pfg
Auch das nerven- und muskelstärkende Kuktrol-Fusbad sollten Sie
Heibig anwenden, wenn Sie viel gehen und stehen müssen und Ihre
Füße leicht schmerzen und brennen. Eine Sparpackung für 5 Bäder
kostet nur 1 Mark. Nehmen Sie noch den Kukirol-Streupuder gegen
Gbermäbigen Fußschweiß dazu, s0 kostet diese ganze Kuktrol-Fuspllege-
Kur nur dik. 225. Der Kukrol-Streupuder leistet bei Hand- und
Achsel-
schwels vorzügliche Dienste, wos besonders für die Damen sehr wichtig ist.
Kuktrol-Fabrik Kurt Krisp, Bad Salzelmen.
Kukirol-Verkaufsstellen:
Drogerie Christian Schwinn, Rheinstraße
Drogerie Gebr. Vierheller, Schustergasse 14,
Nummer 147
Sonntag, den 27. Maf
Pom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Die günſtigeren Witterungsberichte von Ueberſee und die
Abgabe=
willigkeit der amerikaniſchen und argentiniſchen Ablader ließen eine
feſtere Haltung an den ſüddeutſchen Märkten nicht aufkommen. Die
hieſige Produktenbörſe verharrte in ziemlicher Geſchäftsloſigkeit, weil
ihr jede Anregung fehlte. Die auch von den übrigen Erzeug
ungsgebie=
ten vorliegenden Witterungsberichte blieben einflußlos, weil ſich der
er=
fahrene Getreidehändler ſagt, daß ſie um dieſe Jahreszeit meiſt dazu
beſtimmt ſind, die Spekulction in ihren Abſchlüſſen auf die eine oder
andere Seite zu ziehen. Im Geſchäft mit Auslandsweizen nannte man
zuletzt Manitoba II, Atlantic, Juni=Juli=Abladung mit 16,
Mani=
tobg III, Juni=Abladung, 14,60 desgl. Pacifie, ſeit 1. Mai ladebereit,
14.70, Manitoba IV, Atlantic, Maj=Abladung, 14.25, Juni 14.02½;
Hard Winter II, Pacafic, Juli=Auguſt, 14,60, Aug.=Sept., 14,50; desgl.
alle Seehäfen einſchl. Golf, aus neuer Ernte, Juli=Aug., 15.50, Aug.=
Sept., 15.30, Hard Winter I, Pacific, Juli=Aug. 14.70, Aug.=Sept. 14.60;
Baruſſo, 78 Kg., Ende Mai fällig, 14.15, Ende Juni 14.25, Ende Juli
14,35 h.Fl. (— 1 holl. Gulden gleich 1.68,57), je 100 Kg., eif Rotterdam
Auſtral=Weizen, frei Waggon oder Schiff Mannheim, 16 hfl. Das
Ge=
ſchäft in Inlandsweizen blieb bedeutungslos, die Forderungen lauteten
auf 28—28.50 RM., waggonfrei Mannheim. Roggen blieb feſt bei
gleichfalls kleinen Umſätzen, inländiſcher Roggen 29—29,75 (29) RM.,
ausländiſcher 31 (31—31,25) RM., waggonfrei Mannheim;
amerikani=
ſcher und Plata=Roggen, ſeeſchwimmend, 14,75 hfl., eif (fracht= und
ver=
verſicherungsfrei) Rotterdam. Für Mehl bekunden die Bäckereien
keiner=
lei Kaufneigung, doch iſt der Abruf, zum Teil wohl beeinflußt durch die
Feiertage, etwas beſſer geworden. Der Geſamtmarkt wird von der
zweiten Hand beherrſcht, die etwa 2.00—2.50 RM. unter den
Mühlen=
forderungen abgibt. Dieſe lauten ermäßigt für ſüddeutſches Weizenmehl,
Spezial 0, 37.75—39.25 (Vorwoche 38.50—40.25) RM. für ſüddeutſches
Roggenmehl, je nach Ausmahlung 39.50—40.50 (40—41.50) RM., die
100 Kg. Braugerſte geſchäftsles; Chile Chevalier erſte zu 270 sh je To.
bordfrei Antwerpen, angeboten, auf Mai=Juni Abladung zu 56 sh 6 d.
die 448 Ibs. Jaländiſche Futtergerſte koſtete 24.50—25.50 RM. (unv.);
Donaugerſte, 62/63 Kg., ſchwimmender Dampfer, 12½ hf)., eif
Antwer=
pen, Chile=Futtergerſte 13.50 hfl, bordfrei Notterdam. Hafer war feſt
und höher, inländiſcher 28—29,25 (27.75—28.50) RM., ausländiſcher 28
bis 29.50 (27.75—29.00) RM. waggonfrei; „Plata=Hafer, 46/47 Kg.,
ſee=
ſchwimmend, koſtete 13.25 hfl., eif Antwerpen, Chile=Hafer, 46 Kg.,
ſee=
ſchwimmend, 13.30 hfl. Auf den Hafenarbeiterſtreik in Buenos Aires
und den Rheinſchiffahrtsſtreik lag Mais vorübergehend etwas höher,
ging dann aber wieder auf den vorwöchentlichen Preisſtand von 24.50
bis 24,75 RM. die 100 Kilo, waggonfrei, zurück. Von Futtermitteln
lagen nahe Lieferungen ruhiger, ſpätere Termine gut behauptet. Man
verlangte für die 100 Kg. Nachmehl, je nach Qualität und Lieferzeit,
20.50—23.00, Futtermehl, desgl., 16.75—17.50, Kleie 16—16.50,
Mais=
ſchrot auf nahe Lieferung 26, Sept.=Dez. 22,50, Biertreber 18,75—19,75,
(Vorwoche 19—20), Malzkeime 17.75—18.50, Palmkuchen, Budenheimer
Fabrikat, promt ab Fabrik, 22, Erdnußkuchen 22,50—23, ſüddeutſche
Trockenſchnitzel, prompt, 16 Reichsmark.
*
Von dem ſüddeutſchen Tabakmarkt. Da die jüngſte Amſterdamer
Jaba=Einſchreibung wieder feſte Tendenz für brauchbare Tabake gebracht
hat, erfuhr die Nachfrage für deutſche Tabake, die ſich zur
Zigarrenher=
ſtellung eigenen, neue Anregung. Man ſtörte ſich auch nicht daran,
daß ein Teil der angebotenen Java=Tabake in Amſterdam unverkauft
blieb. In Sandblatt und Grumpen zu ſofortiger Verarbeitung beſteht
ſtändig etwas Bedarf. Auf dem Rippenmarkt iſt die Nachfrage
unver=
ändert geblieben.
Viehmärkte.
— Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
26. Mai, waren 309 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 284 Stüick.
Milchſchweine wurden verkauft das Stück von 14—20 Mk., Läufer das
Stück von 24—35 Mk.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Mai hat ſich die geſamte
Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombaros und
Effek=
ten um 16,4 Millionen auf 2156,7 Mill. RM. erhöht, und zwar haben
die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 49,3 auf 2035,2 Millionen
RM. zugenommen, während die Lombardbeſtände von 32,3 Millionen
auf 27,4 Millionen RM. abgenommen haben. Der Beſtand der
Reichs=
bank an Reichsechſeln iſt um 0,5 auf 0,1 Mill. RM.
zurückge=
gangen, die Anlage in Effekten iſt mit 94,0 Mill. RM. weiterhin nahezu
unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen
zuſammen ſind 181,0 Mill. RM. aus dem Verkehr zurückgefloſſen. Im
einzelnen hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 165,5 Mill. RM.
auf 3821,6 Mill. RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 15,5 Mill.
auf 350,1 Mill. RM. verringert. Dementſprechend und unter
Berück=
ſichtigung, daß in der Berichtswoche für 15,6 Mill. RM.
Rentenbank=
ſcheine gemäß § 7a des Liquidierungsgeſetzes getilgt wurden, haben ſich
die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen um 0,1 Mill. auf
60,0 Mill. RM. verringert. Die fremden Gelder zeigen mit 675,1 Mill.
eine Zunahme um 211,6 Mill. RM. Die Beſtände an Gold und an
deckungsfähigen Deviſen insgeſamt ſind mit 2270,2 Mill. RM., im
ein=
zelnen die Goldbeſtände mit 2040,7 Mill. RM., die Beſtände an
dek=
kungsfähigen Deviſen mit 229,5 Mill. RM. ausgewieſen. Die Deckung
der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 51,2 Prozent in der
Vor=
woche auf 53,4 Prozent.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 26. Mai. (Priv.=Tel.)
Baumwolle. Die Wetternachrichten aus dem Baumwollanbaugebiet
lauteten allgemein recht günſtig, und daraufhin zeigte ſich am
Baum=
wollmarkte zunächſt einige Abgabeneigung, in der Hauptſache bei den
Locofirmen. Als im Verlaufe jedoch Regen aus Teilen des öſtlichen und
mittleren Anbaugebietes gemeldet wurde und die Wettervorausſage
un=
beſtändige Witterung ankündigte, machte ſich Deckungsbegehr geltend.
Auch Käufe New=Orleaner Firmen waren zu beobachten.
Kaffee. Die Meldungen von braſilianiſchen Märkten lauteten wenig
anregend und bei Nachfrage übten Liquidationen und Abgaben von
Kommiſſionsfirmen am Kaffeemaukte zunächſt einen Druck auf das
Preisniveau aus, dann zeigte ſich infolge von Deckungen eine teilweiſe
Erholung.
Chikago, 26. Mai. (Kiv.=Tel.)
Weizen. Die Weizenpreiſe ſetzten heute unter Käufen für Rechnung
ſüdweſtlicher Firmen feſter ein, da die Belebung der Mehlnachfrage und
hauſſegünſtige private Felderſtandsberichte aus Nord= und Süd=Dakota
Anregung boten. Die Feſtigkeit der nordweſtlichen Märkte wirkte
eben=
falls ſtimulierend. Dann ſetzten ſaber auf Grund von Berichten
verein=
zelter Regenſchauer in Süd=Dakota Realiſationen ein, wodurch das
Preisniveau eine ſtärkere Senkung erfuhr.
Mais. Die gegenwärtig herrſchende Witterung iſt für das
Wachs=
tum der Maispflanzen äußerſt günſtig. Dieſer Umſtand wirkte am
Maismarkte ebenſo wie die Vorausſage von Niederſchlägen in Illinois
und Indiana, und die nur ſehr mäßige Nachfrage nach Locoware
ab=
ſchwächend auf die Maispreife. Für Rechnnug ſüdweſtlicher Häuſer
gelangten Verkaufsorders. zur Ausführung.
Roggen. Am Roggenmarkte bekundeten die Locofirmen einige
Nach=
frage nach Juliware, ſodaß der Preis für dieſe Sicht leicht anzuziehen
vermöchte. Auch in den übrigen Terminen herrſchte anfangs im
Ein=
klang mit der feſten Haltung Winnepegs, ſowie unter dem Eindruck über
Klagen über Trockenheit im Nordweſten freundliche Stimmung. Im
Verlaufe kam es aber auch hier zu einer Reaktien, wofür wohl. in der
Hauptſache die rückläufige Preisbewegung an den übrigen
Getreide=
märkten die Urſache war.
Hafer. Der Hafermarkt trug infolge von Berichten über vereinzelte
Niederſchläge im nördlichen Teil des Anbaugebietes, ſowie auf Grund
erheblicher Majandienungen ein ſchwaches Gepräge.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 26. Mai=
Getreide: Weizen, Mai 147½, Juli, Sept 149½: Mais, Maz
100½, Juli 102, Sept. 102¾; Hafer, Mai 65½, Juli 56½, Sept.
46½: Roggen, Mai 134, Juli 127½, Sept. 118½.
Schmalz: Mai 11,87½, Juli 11,97½, Sept. 11,32½
Fleiſch: Rippen, Mai, Juli 12,30, Sept. 12,55: Speck loco 12,50:
leichte Schweine 8,6—10,10, ſchw. Schweine 9,35—10;
Schveinezu=
fuhr Chicago 7000, im Weſten 40 000.
Baumwolle: Juli 20,50, Oktober 20,33.
Es notierten nach Meldunge, aus NewYork am 26. Mai=
Getreide: Weizen, Rotwinter 200, Hartwinter 168½; Mais
neu ankom. Ernte 114: Mehl ſpr. wheat clears 7—7,25; Fracht
nach England 1,6—2,3, nach dem Kontinent 8—10 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,60; Talg extra loſe 87.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 23. Mai 1928. Die auf
den Srichtag des 23. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſti=
ſchen Reichsamtes hat ſich gegenüber der Vorwoche um 0,4 d. H. auf
141,6 (141,0) erhöht. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für
Agrarſtoffe um 1,0 v. H. auf 137,1 (135,7) geſtiegen, während die
Inder=
ziffern für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren und für induſtrielle
Fertigwaren je um 0,1 v. H. auf 135,3 (135,2) und auf 158,6 (158,5)
angezogen haben.
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft A.=G., Darmſtadt. Wie
wir erfahren, iſt entgegen den Erwartungen in der Aufſichtsrats=
Sitzung beſchloſſen worden, für das abgelaufene Geſchäftsjahr
wieder dieſelbe Dividende wie im Vorjahre (10 Prozent) zu
ver=
teilen. Der Rohgewinn beläuft ſich auf rund 5,1 Millionen
RM., der Reingewinn nach Vornahme der Abſchreibungen auf
rund 2,1 Millionen RM. Aktienbapital 20,8 Millionen RM.
Das Unternehmen ſteht bekanntlich mit der Stadt Eſſen (Ruhr)
in einem Vertragsverhältnis bezgl. der Eſſener Straßenbahn.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Richtpreiſe für Meſſingbleche ſind infolge der geſtiegenen
Kup=
ferpreiſe ab 26. 5. um 2 Mk. auf 159 Mk. und für Meſſingſtangen um
2 Mk. auf 141 Mk. pro 100 Kilo erhöht worden.
Die 17,5 Millionen Dollar=Anleihe des Deutſchen Sparkaſſen= und
Giroverbandes wird am Dienstag zu 94,5 Prozent in New York
auf=
gelegt.
Im Rechnungsjahre 1927, das die Zeit vom 1. April 1927 bis 31
März 1928 umfaßt, ſind aus der Kraftfahrzeugſteuer insgeſamt
Reichs=
mark 156 201 784 gegenüber RM. 105 138 004 im Jahre 1926 und nur
RM. 58 438 000 im Jahre 1925 aufgekommen.
Der Kaliabſatz hat ſich im Mai günſtig entwickelt. Bis zum 20. 5.
wurden 415 248 Dz. abgeſetzt; auf den Werken lagen noch Beſtellungen
in Höhe von 136 243 Dz. vor. In Syndikatskreiſen glaubt man, da
der Kaliabſatz im Mai ſich auf über 600 000 Dz. belaufen wird gegen
430 000 Dz. im Mai 1927.
Die Preiſe für eiſengerollte und geſchlagene Scharniere werden ak
25. Mai erhöht werden. Die Rabattſätze werden eine Ermäßigung vor
55 auf 50 Prozent erfahren.
Nach dem Abſchluß des vorläufigen Ergebniſſes des öſterreichiſcher
Außenhandels im April hat ſich dem Vormonat gegenüber der Wert der
Einfuhr um 13,8 Mill. S. gehoben; der Wert der Ausfuhr iſt hingeger
um 8,5 Mill. S. zurückgegangen. Das Paſſivum erhöht ſich dadurch un
21,7 Mill. S. und betrug im April 89 Mill. S. Dem Vormonat gegen
über hat die Einfuhr eine mäßige, die Ausfuhr eine ſtärkere Zunahme
erfahren.
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
derEintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. des Karl Richter, Zollafſiſtent, zu
2. deſſen Ehefrau Anna Richter, geb. Pahl, zu .
im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 5. Juni 1928, nachm. 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſtei=
gerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(3573a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 14. Februar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk 6, Band XIII, Blatt 628,
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1. 31 189‟ Grabgarten bei der
4052 9000 RM.
Martinsmühle
2. 31 1892/,, Hofreite Arheilgerſtr.
389 8000 RM.
Nr. 130
Zuchtviehmarkt zu
Groß=Rohrheim.
Der weithin bekannte Groß=
Rohr=
heimer Zuchtviehmarkt findet nunmehr
im Samstag, den 9. Juni ds. Js.,
vormittags 9 Uhr, ſtatt. Mit dem
Markte iſt eine Prämiierung und
Ver=
loſung verbunden. Die
Kreiskörkom=
miſſion kört auf dem Markte, dem
Zucht=
ziel entſprechende und zuchtfähige Tiere,
unentgeltlich an. Namhafte Beträge
ſtehen für die Prämiierung der Tiere
(Rinder, Schweine und Ziegen) zur
Ver=
fügung. Die Anmeldung der Tiere muß
bis zum 5. Juni erfolgen. Alle Züchter
und die Gemeinden werden zu dieſer
Ver=
anſtaltung hiermit eingeladen.
Urſprungs=
zeugniſſe der Tiere ſind mitzubringen.
Groß=Rohrheim, den 25. Mai 1928.
Heſſiſche Bärgermeiſterei Groß=Rohrheim.
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Zinstermine: 1. April und 1. Oktober, Geſamtkündigung bis zum 1. April
1933 ausgeſchloſſen.
Vorzugs=Zeichnungskurs: 97‟=
(Letzter Berliner Börſenkurs 989).
Stückelung: 100.—, 200.—, 500.— 1000.—, 2000.—, 5000.— GM.
Lieferung der Stücke: Sofort ſpeſenfrei.
Zeichnungsfriſt; vom 29.Mai bis 18, Juni 1928. Vorzeitiger
Zeichnungs=
ſchluß bleibt vorbehalten.
Zahlung des Gegenwertes: bis 10. Juli 1928.
Die Goldpfandbriefe der Preußiſchen Zentralſtadtſchaft ſind auf Feingold
geſtellt. Die ihnen zugrunde liegenden Deckungshypotheken ſind Feingold
hypotheken und halten ſich, ſoweit es ſich nicht um Neubauten handelt, in
der Regel innerhalb 25% des Vorkriegsbeleihungswertes der
Hausgrund=
ſtücke. Die Goldpfandbrief= werden zum Goldmarkpreiſe verzinſt und zum
Goldmarkpreiſe eingelöſt. Eine Goldmark entſpricht dem Feingoldgewicht
von ½⁄ „ kg Feingold. Die Ausloſung der Goldpfandbriefe erfolgt zu 1000
Die Goldpfandbriefe der Preußiſchen Zentralſtadtſchaft ſind
reichsmündel=
ſicher und geſichert durch:
1. erſtſtellige Feingoldhypotheken,
2. das eigene Vermögen der Zentralſtadtſchaft und der ihr
ange=
ſchloſſenen 8 Stadtſchaften,
3. die Garantie der beteiligten acht preußiſchen Provinzen, die
an=
teilig und in voller Höhe haften.
Die von der Zentralſtadtſchaft ausgegebenen Goldpfandbriefe ſind bei
der Reichsbank in Klaſſe „A” beleihbar, dem für die Reihe 19 bereits
ge=
ſtellten Antrag wird im Laufe des Monats Juni 1928 ſtattgegeben werden.
Zeichnungen werden von allen Bank n. Bankiers, Sparkaſſen,
Stadt=
ſchaften ſowie der unterzeichneten Körperſchaft entgegengenommen.
Preußiſche Zentralſtadtſchaft
(1P9090
Körperſcha t des öffentlichen Rechts
Berlin W 10, Viktoriaſtraße Nr. 19.
Fernſprechanſchlüſfe:
Telegrammadreſſe:
Amt Nollendorf 4833 — 4836
Stadtſchaft Berlin
Amt Lützow 8561 (Fernruf
Die Erd= u. Maurerarbeiten
für das Kompreſſorengebäude im
Gas=
werk ſollen auf Grund der
Reichsver=
dingungsordnung öffentlich vergeben
werden. Die Vergebungs=Unterlagen
liegen in den üblichen Dienſtſtunden bei
der unterzeichneten Direktion,
Frank=
furterſtraße 100, Zimmer 28, zur
Ein=
ſicht offen. Die Angebote ſind bis
Diens=
tag, den 5. Juni 1928, vormitt. 10 Uhr
(st9141
hierher einzureichen.
Darmſtadt, den 25. Mai 1928.
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe,
Verſteigerung.
Mittwoch, 30. Mai, nachm. 3 uhr
Lieferwagen (Auto)
in gutem Zuſtand, 10/30, mnit elektr. Licht,
verſteu rt bis September 1928.
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Mi
Prau
Straßenuderggerung durch
Hochantennen
iſt anmelde= und genehmigungspflichti,
Die Anmeldung iſt ſchriftlich oder
pe=
ſönlich bei der Direktion der ſtädtiſche
Betriebe, Frankfurterſtr. 100, Zimm. 1
vorzunehmen. Die zufolge Stadtverori
neten=Beſchluß vom 12. Februar 192
feſtgeſetzte Prüfungsgebühr von 5 Reich.
mark muß hierbei entrichtet werden. 2.
Genehmigung der Straßenüberquerur
erfolgt durch Ausſtellung eines Erlau
uisſcheines, vor deſſen Zuſtellung m
dem Bau nicht begonnen werden darſ.
Die widerrechtliche Straßenüberqu
rung zieht Entfernung der Anlage a
Koſten des Beſitzers, eine Strafgebül
von 25 RM. und gegebenenfalls gerich
(st91
liche Anzeige nach ſich.
Direktion der ſtädtiſchen Betrieb
Vergebung von Chaufſierungt
arbeiten.
Auf Grund der auf der Bürgerme
ſterei Meſſel offen liegenden Bedingu
gen ſollen die obigen Arbeiten mit M.
teriallieferung der Ratenauſtraße
Meſſel, und zwar:
1. 145 m Randſteine (Kunſt
2. 145 m lg., 0,50 br. Goſſenpflaſter,
3. 75 m Ig., 5 m br. Chauſſierung,
4. 55 m Kanaliſierung mit Zementrohre
75 cm Durchmeſſer,
vergeben werden.
Der Graben iſt ausgehoben. (90
Heſſ. Bürgermeiſterei Meſſel.
Keller.
Aus dem
Nachlaß
des verſtorbenen
Wagnermeiſters J. Plöß‟
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mittags 2Uhr anfangend, folgende W0d”,
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geräte
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Wagnerholz, geſchnitt., beſtehend
Eiche, Buchen, Eſche und Kiefer
6. zirka 4 Feſtmeter Eiche=Stammhe
Wegen Auſgab der Wenig gebrauch
Metzgere: wenig gebr.
Auszugtiſe
Rältemaſchine
wegzugshalber
zu verk., evtl. Tauſch
geg. Halpverdeck oder billig abzugeben.
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Laden= und Neben=12 Extra=Ausüne
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Mädchen
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Major Schaefer,
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Seite 12
Sonntag, den 27. Mai 1928
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r Bilderfälſcher Baumann will ſich ſelbſt
ſtellen.
rankfurt a M. Der in die Frankfurter
rfälſcherangelegenheit verwickelte und ſchwer=
Siete Maler Hans Baumann wird immer noch
Sider Kriminalpolizei geſucht. Er hat nun einen
nten Frankfurter Kriminalſchriftſteller aufge=
, um ſich gewiſſermaßen zu rechtfertigen. Er er=
Ey, von ſeinen Abnehmern Müller, Strauß und
Sſſen aufs ſchwerſte ausgenutzt worden zu ſein.
Sobe für dieſe Händler Kopien hergeſtellt und auch
lopien geliefert. Wenn Müller dieſe Kopien als
gy n den Handel gebracht habe, ſo treffe ihn,
Bau=
l, natürlich keine Schuld. Auf die Aufforderung
Schriftſtellers, ſich baldmöglichſt im eigenen In=
Ege bei der Kriminalpolizei zu ſtellen, erklärte
Sſann, daß er lediglich noch einige Beweismittel,
Hieine geringe Schuld in der Angelegenheit
klar=
ſollen, ſammeln wolle. Am Tage nach den
Etagen werde er ſofort die Unterſuchungsbehörde
Sichen. Man darf geſpannt ſein, ob Baumann
E hält.
as neue Meeres=Aquarium im
Eönkfurter Zoo. Nachdem während des letz=
Jahres eine völlige Umgeſtaltung der veralteten
Sriumsanlagen erfolgt iſt, wurde nunmehr eine
cügige Neuanlage dem Betrieb übergeben. In
a1roßen Schaubecken von etwa 4 Kubikmeter
In=
ſind die wichtigſten Typen der Tierwelt des
Belmeeres und der Nordſee, ſowie der heimiſchen
engewäſſer zur Schau geſtellt. Man ſieht neben
hildkröten, Seehunden, Haifiſchen und Rochen
weniger als 12 verſchiedene prachtvoll gefärbte
oſenarten, Kruſtentiere, darunter Einſiedlerkrebſe
ſiedener Arten, Rieſenſeeſpinnen, einen jungen
n oder achtarmigen Tintenfiſch und dergleichen
—. Die Einrichtung dieſer Becken iſt großenteils
—5 aus neuartig. Die Kleinfauna iſt in einer
ich neugebauten Mittelanlage in N biologiſch
richteten Aquarien zur Anſchauung gebracht.
a umfangreiche maſchinelle Anlage ſorgt für
ererneuerung und Durchlüftung. Im
Reptilien=
des Aquariums ſind viele Seltenheiten, darun=
*ahlreiche Gift= und Rieſenſchlangen und die in
ſchland noch niemals lebend gezeigten, an die
—eltlichen Saurier erinnernden Segelechſen neu
troffen. — Goldſchopf=Felſen=
Pin=
ne und junge Bären im Frankfur=
—Zoo. Unter den überaus zahlreichen
Neuein=
en der in letzter Zeit faſt täglich einlaufenden
s ransporte intereſſieren am meiſten 3 prachtvolle
Eſchopf=Felſen=Pinguine, die neben der kürzlich
rbenen Brillen=Pinguin=Familie in der
Spezial=
je am Bärenzwinger ausgeſtellt ſind. Als künf=
Gefährten für den im Frankfurter Zoo
gebore=
ungen Kragenbären wurden zwei reizende zahme
—inbären=Babys, die meiſtens im Garten herum=
—rt werden und vor den Augen der Beſucher ihre
sflaſchen erhalten, erworben. In den letzten
In ſind neue Großraubtiere eingetroffen. Unter
dr zahlreichen Jungtieren intereſſiert beſonders das
ich geborene Biſonkälbchen. Die beiden
Rieſen=
g=Familien ſind nach wie vor die größten Schau=
A des Gartens.
Der Aerzteverein Nahegau E. V.
Sitz Bad Kreuznach
e am 19. und 20. Mai das Feſt ſeines
fünfzig=
gen Beſtehens. In einer glänzend verlaufenen
tung gab zunächſt der Vorſitzende des Vereins,
täts=Rat Dr. Kühler — Bad Kreuznach — einen
pblick über die geſchichtliche Entwicklung und die
dlungen in der Aerzteſchaft während der letzten
jahre und zeigte, daß im Aerzteverein die Pflege
Wiſſenſchaft und der kollegialen Intereſſen ſtets
wichtigſten Aufgaben geweſen ſind. Nach den
öwünſchen, die für die Regierung von Herrn
2.=Rat Dr. Steinebach, für die Stadt Kreuznach
Herrn Bürgermeiſter Dr. Fiſcher und für die
verwaltung von Herrn Kurdirektor Prausnitzer
eſprochen wurden, folgten zwei auf bedeutender
2 wiſſenſchaftlicher Erkenntnis ſtehende Vorträge
Herren Profeſſoren Dr. Wilh. Trendelenburg aus
in über „Naturwiſſenſchaft und Heilwiſſenſchaft”
B. Fiſcher=Waſels aus Frankfurt a. M. über:
S Geſchwulſtproblem”. Der Feſtſitzung folgte ein
gelungenes Feſtmahl im Kurhaus=Palaſthotel,
dem u. a. der Vorſitzende der Aerztekammer der
inprovinz, Prof. Dr. Hoppe aus Köln die
Glück=
ſche der Aerztekammer überbrachte und die
vor=
iche Mitarbeit des feſtgebenden Vereins an den
gaben der ärztlichen Standesvertretung hervor=
Ein Ausflug ins Nahetal bildete den Schluß
Veranſtaltung am nächſten Tage.
Stapellauf.
übeck. Das neue 6000 Tonnen große
Motor=
f der Hapag, „Palatia”, iſt am Samstag früh
der Schiffswerft der Henry Koch A.=G. glücklich
Stapel gelaufen.
Ein Page als Millionär.
Gerhard Fechner,
16jährige Sohn eines verſtorbenen
Straßenbahn=
ffners und Page in dem bekannten Nachtlokal
=aſanova” hat von einem Onkel in Amerika zwei=
Deinhalb Millionen Mark geerbt. Er hat auf An=
Sen ſeiner Mutter beſchloſſen, in ſeiner
gegenwär=
en Stellung zu verbleiben, um das
Gaſtwirts=
geewbe zu enlernen.
Sonntag, den 22. Mai 1928
Geite 13
Die Unfallſtelle mit dem umgeſtürzten Wagen.
Opels Raketenwagen auf der Preſſa.
Der Raketenwagen Opels, der ein neues techniſches
Wunder unſerer Zeit zu werden ſcheint, wird don
Pfingſtſonntag ab auf der Preſſa zu beſichtigen ſein.
Der Wagen wird in einem beſonderen Pavillon
untergebracht, der am Anfang des Auenweges, an
dem die übrigen Sonderbauten errichtet ſind,
aufge=
baut wird.
Wilkins (rechts) und Eyelſon (links)
an Bord des Dampfers Stavangerfjord.
Die heldenhaften amerikaniſchen Flieger, die von
Alaska über den Nordpol nach dem europäiſchen
Polargebiet geflogen ſind, wurden mit dem Dampfer
„Stavangerfjord” nach Norwegen gebracht,
Schweres Flugzeugunglück bei Elberfeld=
Barmen.
Düſſeldorf. Am Samstag morgen gegen
8 Uhr 15 Min. iſt das Verkehrsflugzeug Dortmund—
Frankfurt=Main, ein Junkersflugzeug „8 13” bei dem
Dorfe Eich in der Nähe von Elberfeld=Barmen
abge=
ſtürzt. Der Aufſchlag auf bergigem Gelände brachte
den Apparat zum Brennen. Der Flugzeugführer
Hoffmann und zwei männliche Fahrgäſte
verbrann=
ten, ein männlicher Fluggaſt wurde leicht verletzt und
ein weiblicher Fluggaſt kam mit dem bloßen Schrecken
davon. Die Urſache des Unglücks iſt noch ungeklärt.
Wie von der Lufthanſa mitgeteilt wird, ſind die
Namen der bei dem Flugzeugunglück bei Eiberfeld=
Barmen Verunglückten bekannt geworden. Die Toten
ſind außer dem Flugzeugführer Hoffmann ein Herr
Lippert und ein Herr Runge aus Dortmund, der
Leichtverletzte ein Herr Hummereich aus Eſſen, die
unverletzt gebliebene Dame iſt eine Frau Benkow
aus Düſſeldorf. Das Flugzeug trug die Nummer
„D 583‟.
Erdbeben in Gelſenkirchen.
Gelſenkirchen. Am Freitag nachmittag kurz
nach vier Uhr wurde in dem nördlichen Ortsteil
Bülſe eine etwa zwei Minuten dauernde
Erderſchüt=
terung verſpürt, die ſo heftig war, daß ſich Bilder an
den Wänden bewegten und die Türen der Schränke
aufſprangen. Die Bewohner verließen panikartig
ihre Wohnungen und liefen auf die Straße. Man
vermutet, daß der Erdſtoß durch eine Verlagerung
des Gebirges im Bergbau hervorgerufen wurde.
40 Bergleute auf dem Wege zur Arbeit
verunglückt.
Halle. Auf der Polleber Chauſſee bei Eisleben
ſtürzte am Freitag früh ein Autoomnibus, der mit
40 Bergleuten aus Wolferode nach dem Schacht der
Mansfeld A.=G. unterwegs war, vermutlich infolge
Bruchs der Kuppelung eine ſteile Böſchung von 5—6
Metern hinunter. Der Wagen, deſſen Verdeck
ab=
geriſſen wurde, überſchlug ſich und kam auf einem
Acker wieder auf die Räder zu ſtehen. Sämtliche
vierzig Inſaſſen wurden verletzt, darunter
glücklicher=
weiſe nur einer ſchwer. Es handelt ſich zumeiſt um
Brüche, Quetſchungen und Schnittwunden.
Der Raubmord von Fall.
München. Vor dem Schwurgericht München
hurde am Freitag der 21 Jahre alte Schäftemacher
Lorenz Kernlinger aus München, der am 9 März
den Agenten Valentin Karl aus Fall ermordet und
beraubt hatte, wegen Verbrechens des erſchwerten
Raubes in Tateinheit mit einem Verbrechen des
Tot=
ſchlages zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.
Tödlicher Autvunfall.
Aalen. Am Freitag abend wollte der Kaufmann
Heeb, der auf einer Geſchäftstour war, mit der
22jährigen Roſa Weingart von Rodamsdörfle nach
Abtsgemünd fahren. Kaum einige Meter unterhalb
des Ortes fuhr das Auto auf ein Geländer auf und
überſchlug ſich. Die Inſaſſen wurden
herausgeſchleu=
drt; das Mädchen war ſofort tot; der Autolenker
wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus in Aalen
gebracht.
Schlagwetterkataſtrophe in Pennſylvanien.
Berlin. Wie der „Berliner Börfen=Kurier”
aus Wilkesbarre (Pennſylvanien) meldet, ſind auf
dem Conyngham=Schacht der Hudſon Coal Company
durch eine Exploſion ſchlagender Wetter fünf
Berg=
leute getötet und mehrere verletzt worden.
Verheerender Sturm über Ruſtſchuk (Rumänien).
Bisher 8 Tote.
Bukareſt. Wie aus Ruſtſchuk gemeldet wird,
hat am Freitag abend ein furchtbarer Sturm mit
Wolkenbrüchen dort gewütet. Die ganze Stadt wurde
überſchwemmt. Der Einwohnerſchaft bemächtigte ſich
eine ungeheure Panik. Sämtliche Telephon= und
Telegraphenmaſten wurden umgeworfen und ein
un=
geheurer Sachſchaden angerichtet. Acht Leichen
wur=
den bereits geborgen.
Das Unglück im Mather=Bergwerk.
Brownsville. Gerüchte über eine Rettung
zahlreicher weiterer Ueberlebender des Unglücks im
Mather=Bergwerk haben ſich als unrichtig erivieſen.
Die Aerzte hoffen, einen am Freitag abend nach
ſechstägiger Verſchüttung geretteten Bergarbeiter am
Leben erhalten zu können. Nach den letzten
Feſt=
ſtellungen beträgt die Geſamtzahl der Toten 170.
Vier Forſtaufſeher ertrunken.
Northbay (Ontario). Auf dem Abitibi=Fluß iſt
ein Boot mit vier Forſtaufſehern in den
Strom=
ſchnellen gekentert, wobei alle vier Inſaſſen ertranken.
Die Rückfehr der Alaska=Nordpol=
Flieger aus dem Eisgebiet.
Sir Douglas Mawſon,
Geheimrat Prof. Dr. Albrecht Penck,
der als Univerſitätsprofeſſor in Auſtralien lebende der große Forſchungsreiſende und derzeitige
Vor=
berühmte Südpolarforſcher hat die weite Reiſe zur ſitzende der Geſellſchaft für Erdkunde hielt die Feſt=
Hundertjahrfeier nach Berlin gemacht.
rede in der Hundertjahrfeier.
Die von Heinrich Berghaus mit Alexander von Humboldts Hilfe 1828 gegründete Geſellſchaft für
Erdkunde hat in Anweſenheit zahlreicher in= und ausländiſcher Gelehrten ihre Hundertjahrfeier
veranſtaltet.
25 Jahre Radio in Deutſchland.
Das alte Schloß Oranienſtein bei Diez an der Lahn
wurde vom preußiſchen Staate dem holländiſchen Roten Kreuz in Anerkennung deſſen großer
Verdienſte um die deutſche Kinderfürſorge geſchenkt. In dem Schloß wird ein Erholungsheim für
holländiſche Kinder und ein holländiſch=naſſauiſches Muſeum eingerichtet. Das holländiſche
Königs=
haus ſtammt bekanntlich aus dem Fürſtengeſchlecht Naſſau=Diez=Oranien.
Schweres Straßenbahnunglück in Buer.
Zur 100=Jahr=Feier der Geſellſchaft für Erdkunde.
Die Heilandskirche in Sacrow bei Potsdam.
Vor 25 Jahren hat die bon dem genialen Grafen b. Arco geleitete Deutſche Telefunkengeſellſchaft
die erſte Antenne auf deutſchem Boden, und zwar auf dem Turm der Sacrower Heilandskirche
errichtet. Auf unſerem Bilde iſt auch die Erinnerungsplakette, die über dem Eingang zum Turm
angebracht iſt, zu ſehen.
Ein Geſchenk Preußens an Holland.
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Sonntag, den 22. Mai 1928
Nummer 142
lart,
Tant aad sarnen
Fußball.
Sp. Pg. Arheilgen-V. f. R. Fürth i. B.
wird morgen am Arheilger Mühlchen mit nachſtehender Mannſchaft
antreten:
König
Datz Endres
Leupold Beugler Förſter
Seſſelmann Schmidt Sill Teufel Hogl.
Es iſt dieſelbe Mannſchaft, die am vergangenen Sonntag in Nürnberg
dem A. S.N. ein hervorragendes Spiel lieferte. Wir leſen hierzu im
„Kicker‟: Das Freundſchaftſpiel A. S.N.—V.f.R. Fürth endete 4: 4.
Eine ganze Ladung von Volltreffern ging in die Maſchen. Dabei hat
der V.f.R. allein fünf gültige Treffer erzielt und doch unentſchieden
geſpielt; ſehr einfach, er trat einen Zählex in die eigenen Maſchen. Dem
Kampf war Raſſe und Schönheit gegeben, wie man ſie in den
verfloſ=
ſenen Punktſpielen lange nicht ſehen durfte. Bravo, ihr beiden
Mann=
ſchaften, für die ſaubere Leiſtung, die leider vor ſchwachem Beſuch
ge=
zeigt wurde. Es war ein fideles und ſchönes Ringen, bei dem die
Fürther eine etwas höher zu bewertende Geſamtleiſtung boten und
ver=
dient hätten, knapp zu ſiegen.
Sportvereinigung Arheilgen wird vertreten durch:
Lindenlaub
Barnewald . Benz
Heib Becker Krug
Reitz Grozh Murmann Rückerich Bohl.
Außer dem Torwart, in dem man eine neue Hoffnung erblicken will,
und Groth, der den erkrankten Bauer vollwertig vertritt, zeigt dieſe
Aufſtellung lauter bekannte Namen. — Da morgen in Darmſtadt kein
nennenswertes Ereignis ſtattfindet, dürfte ſich bei dem wundervollen
Wetter ein Spaziergang nach dem Arheilger Mühlchen ſchon lohnen.
Das Spiel beginnt um 3 Uhr.
F. C. Union.
Wir verweiſen nochmals auf die heute und morgen nachmittag auf
der Rennbahn (Heidelberger Straße) ſtattfindenden Privattreffen. Die
beiden Spiele verſprechen intereſſanten, fairen und techniſch ſchönen
Sport, den niemand bei dem eingeſetzten herrlichen Pfingſtwetter
ver=
ſäumen ſollte. Union tritt zu beiden Spielen mit folgender ſtärkſter
Beſetzung an:
Flaigk
Seelbach Mehring
Beck
Darmſtädter Noller
Friedrich Rückert. Mühlbach Bopp Frey.
Lediglich die Verteidigung wird am zweiten Feiertag von einer evtl.
Umſtellung abhängig ſein. Das Spiel heute gegen den Rhein=Main=
Kreisvertreter Naunheim beginnt um 4 Uhr. Das Spiel morgen
gegen den Südheſſen=Kreisvertreter Olympia Worms beginnt bereits
um 3.30 Uhr.
*Kreisliga — Südheſſen.
Auch für die Pfingſtfeiertage ſind in unſerem Kreiſe wieder
ver=
ſchiedene erſtklaſſige Spiele in Ausſicht geſtellt; wenn nicht wie am
ver=
floſſenen Sonntag wieder manches ins Waſſer fällt. Da zurzeit die
Kreisligavereine aus Südheſſen als ſehr ſpielſtark gelten, können ſie ſich
ſchon recht gute Gegner leiſten. Zur Ehre faſt aller diesbezüglichen
Ver=
eine ſei geſagt, daß ſie ſich durchweg glänzend ſchlagen. Da iſt vor allem
Olympia Worms, die auch vorausſichtlich an Pfingſten ihren Siegeszug
gegen FV. Mombach fortſetzen dürfte. Die Wormſer, die zurzeit unter
gutem Training ſtehen, reihen Sieg an Sieg und ſind momentan die
beſten Vertreter unſeres Bezirkes. Nicht minder ſtark und ebenſo
unter=
nehmungsluſtig ſind zurzeit die V.f.R.=Leute aus Bürſtadt; ihr 1:1 gegen
den Bezirksmeiſter von Heſſen, Wormatia Worms, zeugt dafür. Die
zurzeit ſpielſtavke Elf hat am erſten Feiertag dem FV. Sprendlingen zu
Gaſt und dürfte eventuell dieſes Treffen für ſich entſcheiden. Ob es aber
auch gelingt, einem alten Bekannten aus der Kreisliga, die ſtarke Elf
aus Arheilgen am zweiten Feiertage zu ſchlagen, iſt ſehr fraglich.
Olym=
pia Lampertheim iſt ebenfalls über Pfingſten nicht träge und ſpielt am
erſten Feiertage gegen einem in unſerem Kreiſe unbekannten Verein aus
Frankfurt, und hat am zweiten Tage Leute aus Friedberg zu Gaſt. Das
Vorſpiel gegen letzteren Verein endete mit einer ſehr hohen Niederlage
für Lampertheim. Die Leute unſeres Kreiſes werden ſich demgemäß
revanchieren wollen. Ob dies jedoch gelingt, iſt eine andere Frage. Auch
Starkenburgia Heppenheim beteiligt ſich an den derzeitigen
Freund=
ſchaftsſpielen äußerſt rege und konnte ſchon manch ſchönen Erfolg buchen.
Am erſten Feiertage haben die Heppenheimer die Erfatzleute von Rot=
Weiß Frankfurt zu Gaſt und dürften nach ihrer derzeitigen guten Form
eventuell einen knappen Sieg erringen. Auch der zweite Tag, an dem
Leute aus Rheinheſſen, und zwar FV. Nierſtein, in Heppenheim
gaſtie=
ren, dürfte ein Siegestag für die Einheimiſchen ſein. Die Hochheimer
fahrem nach Kaiſerslautern, um dort ein Rückſpiel gegen Olympia
Kaiſerslautern auszutragen, und können eventwell ebenfalls einen Sieg
buchen.
Sportwerbetag in Weiterſiadt.
Am Sonntag, den 3. Juni, veranſtaltet der Sportverein
Weiter=
ſtadt einen Sportwerbetag. An dieſem Tage werden ſämtliche
Mann=
ſchaften des Vereins Freundſchaftsſpiele austragen. Die erſte
Mann=
ſchaft ſpielt gegen den A=Meiſter Sportverein Zellhauſen, die
zweite Mannſchaft gegen den neu in den Verband eingetretenen
Sport=
verein „Blau=Weiß” Jugenheim. Ebenſo werden die alten Herren,
die erſte Jugendmannſchaft und die Schüler ein Spiel austragen. Da
man ſich von ſämtlichen Mannſchaften in ſportlicher Hinſicht ſehr viel
verſpricht, wird es wohl eine Freude ſein, den Spielen beizuwohnen.
Nachfolgend geben wir die einzelnen Spielabſchlüſſe der erſten und
zweiten Mannſchaft bekannt:
1. Mannſchaft
am 3. 6. gegen Sportverein Zellhauſen (4=Meiſter) in
Weiter=
ſtadt: Anfang 3 Uhr nachmittags;
am 10. 6. gegen Konkordia Gernsheim in Gernsheim. Anfang
3 Uhr 30 Minuten;
am 1. 7. gegen Turn= und Sportverein Mörfelden in Weiterſtadt,
Anfang 3 Uhr;
am 8. 7. gegen Turn= und Sportverein Mörfelden in Mörfelden;
am 15. 7. gegen Boruſſia=Rüſſelsheim in Rüſſelsheim.
2. Mannſchaft:
am 3. 6. gegen „Blau=Weiß” Jugenheim in Weiterſtadt,
An=
fang 1 Uhr 30 Min.;
am 10. 6. gegen Konkordia Gernsheim in Gernsheim, Anfang
2 Uhr;
am 17. 6. „Blau=Weiß” Jugenheim in Jugenheim, Anfang 3 Uhr;
am 29. 7. „Germania” Eſchollbrücken in Eſchollbrücken.
Schach.
Mittelrheiniſcher Schachkongreß in Ems.
Der diesjährige, wiederum in der Pfingſtwoche in Bad Ems
ſtatt=
findende achte Schachkongreß des Mittelrheiniſchen Bundes weiſt eine
zahlreiche und ſtarke Beſetzung auf. Hauptſächlich zum Kampfturnier
gingen mehr Meldungen ein, als bei der ſo knapp zur Verfügung
ſtehen=
den Zeit berückſichtigt werden konnten. Die Zahl der Teilnehmenden
wurbe auf zwölf beſchränkt. Zum Meiſterſchaftsturnier wurden folgende
Spieler zugelaſſen: 1. San.=Rat Dr. O. Wolff, Bad Ems; 2.
Hilles=
heim, Kreuznach; 3 R.=A. Strauß, Wiesbaden; 4. Svenſon,
Wies=
baden; 5. Walter, Koblenz; 6. Hartmann, Koblenz=Lützel; Dr.
Bech=
ſtedt, Wetzlar—Gießen, und wahrſcheinlich noch Prof. Mannheimer,
Frankfurt, deſſen Anmeldung jedoch verſpätet einging. — Für das
Kampfturnier ſind folgende 12 Spieler zugelaſſen worden: 1. Peters,
Wetzlar; 2. Klauer Baumbach; 3. Peter, Neuwied; 4. Cohn, Koblenz;
5. Stein, Koblenz=Lützel; 6. Stumm, Mainz; 7. Verkaith, Frankfurt;
8. Klatte, Frankfurt; 9. Menger, Frankfurt; 10 Dreſcher, Hanau;
11. Becker, Koblenz; 12. Kort, Frankfurt. Das Meiſterſchaftsturnier
beginnt am Freitag, den 25. Mai, die übrigen Turniere beginnen erſt
am 27. Mai. Sämtliche Turniere werden am Dienstag, den 29 Mai,
beendet. Die Turnierleitung wurde dem Schachmeiſter W. Orbach
über=
tragen.
Die Weltmeiſterſchaft im Weltergewicht ſoll zwiſchen Joe Dundee
und dem Spanier Martinez am 7. Juli in Barcelona ausgetragen
werden.
Guſtav Wieſer, der bekannte öſterreichiſche Trainer, wird Eintracht
Frankfurt demnäehſt verlaſſen und zu Schalke 04 gehen=
Darmſtädter Sportkalender.
Fußball.
1. Feiertag.
11.30 Uhr: F.C. Eintr. Darmſt. — Sp.V. Worms=Herrnsheim.
3,00 Uhr: Sp.Vg. Darmſtadt — Gießen.
4,00 Uhr: Union — Raunheim.
2. Feiertag.
11,00 Uhr: Eintracht — Rot=Weiß.
3,00 Uhr: Sp.Vg. 04 Arheilgen — V.f.R. Fürth i. V.
3,00 Uhr: Union — Olympia Worms.
Handball.
2,00 Uhr: Tgde. Beſſungen — T. V. Aſchaffenburg (1. Feiertag)
Handball.
Der Weſideutſche Meiſter, V. f. B. Nachen
am 2. und 3. Juni in Darmſiadt.
Dem Sportverein Darmſtadt 1898 iſt es gelungen, den
Weſt=
deutſchen Meiſter, Verein für Bewegungsſpiele, nach Darmſtadt
zu verpflichten. Um dieſe Begegnung des Weſtdeutſchen Meiſters
mit dem Süddeutſchen Meiſter zu einer wirklich ernſthaften Probe
des gegenſeitigen Könnens auszugeſtalten, hat man vereinbart,
daß 2 Spiele zum Austrag gelangen, um ſo den Faktor Zufall
möglichſt auszuſchalten. Das 1. Treffen findet am kommenden
Samstagabend und die 2. Begegnung am darauffolgenden
Sonn=
tag nachmittag ſtatt. Dieſe Begegwungen mit dem Bezwinger des
Polizeiſporwerein Halle dürften wohl das größte Intereſſe aller
Handballanhänger ſinden.
Proteſie und kein Ende.
Der mitteldeutſche Handballmeiſter Pol.=SpV. Halle, der in der
Zwiſchenrunde um die Deutſche Meiſterſchaft dem V.f.B. 8 Aachen
unterlegen war, aber durch einen Proteſt doch ins Endſpiel kam und dem
DHC. Berlin unterlag, ſucht nun auch dieſes Endſpielergebnis durch einen
Proteſt anzufechten. Nachdem es ihm im Falle Aachen geglückt war, ſeinen
Gegner auszuſchalten, weil dieſer einen Ausländer in der Mannſchaft
ſtehen hatte, verſucht er auch beim DHC. Berlin das gleiche Manöver.
Kaundynia vom DHC. Berlin ſoll Ausländer ſein, damit haben aber
die Hallenſer Poliziſten Pech, denn Kanndynia iſt ein biederer und
bra=
ver Württemberger. Dieſe Proteſtwirtſchaft .. ."
Die Deutſchlandreiſe des Wiener G. C.
Nach drei Niederlagen in Darmſtadt, Siegen, Hagen konte jetzt
end=
lich der öſterreichiſche Handball=Meiſter wenigſtens auch einmal einen
Teilerfolg erringen. Der Wiener SC. nötigte dem weſtdeutſchen Meiſter
VfB. 08 Aachen ein unentſchiedenes Ergebnis von 6:6
(Halbzeit 3:5) ab.
Tv. Bickenbach I.—Tgde. Sprendlingen I.
Am 2. Feiertage treten ſich obige Mannſchaften auf dem
Bicken=
bacher Sportplatz in einem Freundſchaftsſpiel gegenüber. Sprendlingen,
das bereits mehrere Jahre der Meiſterklaſſe des Main=Rhein=Gaues
angehört, wird dem Meiſterklaſſenneuling das Siegen nicht allzu leicht
machen. Um einen Vergleich der Spielſtärke zu ziehen, ſo ſei nur an
das Abſchneiden beider Mannſchaften gegen Weinheim angeführt.
Wäh=
rend Bickenbach ein 5:5 erzielen konnte, verlor Sprendlingen nur knapp
4:3. Schon dieſer Umſtand und die Tatſache, daß beide Mannſchaften
ſich von jeher immer ſchöne Kämpfe lieferten, dürften genügen, eine
große Zuſchauerzahl auf den Bickenbacher Platz zu locken.
Schwimmſportfreunde Barmen —„Jung=
Deutſchland” Mittwoch, 30. Mai.
Wie wir bereits mitteilten, wird am nächſten Mittwoch der
weſt=
deutſche Meiſter, die Schwimmſportfreunde Barmen, auf ſeiner
Süd=
deutſchlandreiſe auch nach Darmſtadt kommen, um gegen die
Ligamann=
ſchaft „Jung=Deutſchlands” ein Waſſerballſpiel auszutragen. Den
An=
hangern des Waſſerballs ſteht alſo ſeit langer Zeit wieder einmal ein
erſtklaſſiges Spiel in Darmſtadts Mauern bevor. Barmen, das zu den
beſten weſtdeutſchen Mannſchaften zählt und ſchon mehrere Male
weſt=
deutſcher Meiſter war, erſt letztes Jahr wieder, konnte vor ein paar
Tagen wieder ſeine Klaſſe unter Beweis ſtellen, indem es dem
ſüd=
franzöſiſchen Waſſerballmeiſter, dem „Cercle des Nageurs de Nice‟
(Nizza), beim erſten Spiel ſeiner Deutſchlandreiſe eine 4:3 Niederlage
beibrachte. Dieſes Ergebnis iſt gerade für Jung=Deutſchland ſehr
inter=
eſſant, da die Franoſen am 6. Juni auch in Darmſtadt ſpielen werden.
Da Barmen genau wie Darmſtadt in dieſem Jahre wieder an der
Deut=
ſchen Meiſterſchaft teilnimmt, bildet das Spiel für beide Mannſchaften
eine glänzende Vorprobe für die ſchweren Meiſterſchaftsſpiele. Gerade
in Darmſtadt iſt man auf das Abſchneiden Jung=Deutſchlands ſehr
ge=
ſpannt, da die Mannſchaft durch eine gute Verſtärkung weſentlich beſſer
erſcheint wie voriges Jahr. Erſt vor kurzem konnte die Mannſchaft
beim Klubwettkampf in Heidelberg mit einem Bombenreſultat von 12:0
die einſt ſo gefürchteten Heidelberger vollſtändig überſpielen. Nach den
Ergebniſſen zu urteilen, die beide Mannſchaften im letzten Winter erzielt
haben, ſteht ein vollkommen offenes Spiel bevor. Sehr intereſſant wird
es ſein, durch dieſes Spiel einen Maßſtab zwiſchen guter weſt= und
ſüd=
deutſcher Klaſſe zu erhalten. Vor dem Spiel werden die Weſtdeutſchen
in einer 10mal 50 Meter=Staffel gegen Jung=Deutſchlands beſter
Mann=
ſchaft auch ihr ſchwimmeriſches Können zeigen. An einem Schauſpringen
wird ſich auch der Barmer Jungbluth, ein ausgezeichneter Springer,
beteiligen. Ueber Mannſchaftsaufſtellung, Beginn der Kämpfe u. a. m.
werden wir an dieſer Stelle weiteres mitteilen.
K. W. L.
Wetterbericht.
Gießen, den 26. Mai.
Der von Norden nach Süden lagernde hohe Luftdruck hat ſich
wei=
ter oſtwärts ausgebreitet und zeigt in dem Kerngebiet, das ſich über
Weſtdeutſchland und Frankreich erſtreckt, einen Barometerſtand von
über 770 Millimeter. Im Bereich hohen Druckes ſteht für die
Pfingſt=
feiertage aufheiterndes, trockenes Wetter mit anſteigenden
Temperatu=
ren in Ausſicht. Die über Island lagernde neue ozeaniſche Störung
dürfte erſt im Laufe der kommenden Woche ſich bemerkbar machen.
Ausſichten für Sonntag, den 27. Mai: Aufheiterndes, wärmeres und
trockenes Wetter.
Ausſichten für Montag, den 28. Mai: Teils heiter, teils wolkig,
wei=
terer Temperaturanſtieg und durchweg trocken.
Witterungsverhältniffe in Deutſchland heute morgen:
in Ge Wind: Me
ſchlag
in mm Gee
decke
in em Gießen: wolkig 10 V. — — Aachen: wolkig ſtilk — — Hamburg: wolkig z0 N. Berlin: wolkig 13 NW. — München: bedeckt WNWe 9 — Königsberg: wolkig 17 NO. 6 — Breslau: Regen 10 N. 28 —
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg: Nebel 3 NW. — (Taunus)Waſſerkuppe: wolkig Feldberg: Nebel 0 18 (Schwarzw.)
Zugſpitze: Nebel A NNW. gef. Fahler Aſten: Nebel NW. Fichtelberg: Nebel 2 NSN Schneekoppe: Reg. u. Schnee 0 NNW. 3
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Pfingſtſonntag, 27. Mai. 8: Morgenfeier des Wartburgvere
Frankfurt a. M. O 11.30: Mittelſchullehrer P. Krupp: Erlebn
und Erfahrungen in dem Kinderhof Wegſcheide. O 12.30: Kaſ
Pfingſt=Matinee. Doppler: Liebeslied für Flöte=Solo. — Brahr
Wie froh und friſch. Ruhe Süßliebchen. — Braga: Engel=9
—
Kuhlau: Dwvertiſſement für Flöfe=Solo. — Schubert:
Wanderer an den Mond. Das Lied im Grünen. — Hildach;
Spielmann. Ausf.: Gertrud Schliephacke (Alt), R. Wille (Fl5
15.30: Hamburg: Funkheinzelmannſtunde. O 16.45: Konzer
Funkorch. Leitung: Kapellm. R. Merten. Ein Strauß=Wal
Freut euch des Lebens. Herbſtroſen. Frühlingsſtimmen (Geſa=
Das Leben iſt doch ſchön! Delirien. Dem Mutigen gehört
Welt. Geſchichten aus dem Wiener Wald (Geſang). Donauweil
18: Stunde des Rhein.=Mainiſchen Verbandes für Volksbildu
O 19: Sportnachrichten. O 19.30: Geiſtliches Konzert. Guiln
Sonate in D=moll für Orgel. — Dvorak: Drei Pſalme: Du
Herr, mein Schirm und Schild. Gott iſt mein Hirte. Herr,
ſing ich dir ein neues Lied. — Reger: Toccata und Fuge in Den
für Orgel. — Wolf: Dein Wille geſchehe, Herr. Ueber Nacht kon
ſtill das Leid. Der Geneſene an die
Koſa Sacerdoti (Sopran), Friedr. Peterſen (Orgel). 0 20.
Pfingſt=Konzert.
Pfingſtmontag, 28. Maj. 8: Morgenfeier. o 12:
Mittagskonzert. Leitung: Kapellm. Bodart. Mitw.: Emmi Lin
bach. O 15.30: Ilſe Helene Roettgen: Aus dem deutſchen Märe
born. O 16.30: Funkorch.: Die Oper der Woche. o 17.45:
dem Roman „IJvanhoe” von W. Scott. O 18: Schubert=Konzert
Sänger=quartetts „Liedertafel” Höchſt a. M.=Unterliederbach.
Sportnachrichten. 19.30: Konzert des Mandolinen= und Lau
orcheſters „Fidelio‟. O 20.30: Bunter Abend. — Anſchl.: Tanzu
des Funkorcheſters.
Stuttgart.
Souttag, 27. Mai. 11.15: Evang. Morgenfeier. Pfingſi
Leit und Anſpr.: Stadtpfarrer Fritz. Mitw.: Prof. Dr. Ke
(Harmonium), Klara Weizſäcker (Alt). — Anſchl.: Schloßp
Stuttgart: Promenade=Konzert. Anſchl.: Schallplattenkonzert. o
Berli: Funkheinzelmanns Singſtunde. O 15: Bunter Nachmitt
Leit.: Struve. Mitw.: Käte Mann, Paula Menari, Baudiſt
Hanus, Geſangverein Badenia Mannhei=Neckarau, Funkorcheſt
O 18.15: Lic. Waldenmaier: Schwäbiſche Grübler: Michael Hal
der Theoſoph. O 18.45: Ludwig Finckh lieſt aus eigenen Werke
* 20.15: Kammermuſikabend, ausgef, vom Kammertrio des Phi
Orch. Stuttgart. Schubert: Nachgelaſſener Satz für Streicht,
B=dur. — Mozart: Divertimento in Es=dur für Violine, Viola
Cello. O 21.15: „Unter der blühenden Linde‟. Ein fröhliches S
mit Geſang in drei Akten von Kaſtner und Tesmar, Muſu
Gellert. Muſ. Leit.: Fr. Künſtner. Perſ.: Juſtus Relling, Rei
Hans Rotter, Maler; Peter Tiburtius, Schriftſteller; Walter P
Kunſtſchüler: „Axel Holtbein, Kunſtſchüler; Franz Ritter
2
Brenner; Karl Erkens, Beſitzer des Gaſthofs zur Linde:
ſeine Tochter; Raffina, Wirtſchafterin bei Erkens; Luch Rot
Schweſter von Hans; Dr. Kurt Achterberg, Apotheker; Otti; Gerd
Friedel; Mieze; Fritz, Diener bei Relling. Der erſte Akt
in einer Großſtadt Norddeutſchlands, der zweite und dritte Aft
Gaſthof zur Linde am Rhein.
Anſchl.: Nachrichten. Spo
Tanzmuſik der Kapelle Wende.
Montag, 28. Mai. 11: Muſikaliſche Morgenfeier. Aus
Margarete Kuron=Köhler (Sopran), W. Kuron (Harmonium),
Anſchl. vom Schloßplatz Stuttgart: Promenadekonzert. — Anſc
Schallplattenkonzert. O 14.15: Prof. Dr. Verweyen: Schöpferg
und Schöpferfreude. 14.45: Schiffer= und Fiſchermärchen
=Lieder. Leit.: Ott. Mitw.; Hofele, Schwarz, Höger, Stru
Stockinger, Ott, Kl. Fritz, Kl. Emile. Funkorch. U. a.: „2
Klabautermann”. Hörſpiel für den Kinderfunk von Dr.
fü
und Wollmann. Perſ.: Der Kapitän Matthiſen; der Steu
Hein, erſter Matroſe; Klas, zweiter Matroſe; der Schiffske
Henning und Mechthild, zwei kleine Kinder; der Klabauterma
6 16: Neuhauſen a. d. F.: Konzert. Ausf.: Philharm. Orck
gart (Dirigent: E. Kahn), Männergeſangverein „Eintracht” Leitu
Chordirektor Göppel). Schubert: Ouv. „Roſamunde‟
Militärmarſch. Am Brunnen vor dem Tore. — Woh
Schön iſt die Jugend. — Schubert: Ballettmuſik aus „Roſamund
Ave Maria. — Kehldorfer: Deutſchland, mein Vaterland. — Roſſi
Ouv. zu „Tell” — Kempter: Ein Sang dem Rhein. — Moza
Menuett. — Kreisler: Wolgalied.
— Süßmuth: Roſenrot,
trauß: An der ſchönen blau
Mägdelein. — Kirchl: Abſchied. —
Donau, Walzer. — Moldenhauer: Schwäbiſches Tanzliedchen.
O 18.15: Alfred Auerbach lieſt moderne Märchen und Fabe
8 18.45: Mela Feuerlein: Alte Geſänge zur doppelchörigen Lar
Lieder mit Original=Gitarrenſatz von Weber, Roemer, Zieg
Heiteres von Löns. O 20: Pfingſtkonzert. Ausf.: Philharm. O
Stuttgart (Dirigent: E. Kahn). Soliſten: Rhoda v. Glehn,
v. Wiſtinghauſen. Mozart: Ouv. „Die Zauberflöte”, Konzerta=
Roſſini: „Kavatine
„Non temer amato bene” Marſch.
„Der Barbier von Sevilla”. Ouv. „Die diebiſche Elſter”
Donzetti: Arie der Lucia aus „Lucia di Lammermoor”. — Ru
Verdi: Di
ſtein: Lichtertanz der Bräute aus „Ferramore‟. —
„Der Troubadour. — Lißt: Marſch der heiligen drei Könige
„Chriſtus”. — Mahler: Ich bin der Welt abhanden kommen.
Pfitzner: Klage. 6 21.15: Schwäbiſcher Abend. Leitung: E
jof
Ott. Mitw.: Ellen Beck, Frida Heller, Alfred Auerbach, H. H
G. Ott, Bauernkapelle. U. a.: Luftibus. Schwäbſcher Hörſpielſd
von Auerbach. — Anſchl.: Nachrichten=Sport,
Berlin.
Sonntag, 27. Mai (Pfingſtſonntag). 6.30: Frühkonzert
ler=Orcheſters. Leit.: Ailbout. 9: Mor=
Potsdamer, Tonküf
Bläſerchor der Herrnhuter Brüdergemei
feier „Pfingſtbitte
Berlin=Neukölln. Maria Toll (Sopran). Anſprache des Pfarrers
Koch, Berlin=Lichterfelde. — Anſchl.: Glockengeläut vom
11.30: Pfingſtmaien. Mitw.: Dr. Becce’s Sinfoniker. G. Jeke
(Bariton), Eva Jekelius=Lißmann (Mezzoſopran), am Flügel:
Mackeben. O 14: Funkheinzelmanns Singſtunde. Liederſpielmär
von Bodenſtedt. Leiter der Singſtunde: Prof. Jöde. O
Das Deutſche Traberderby. Uebertr, von der Rennbahn V
Ruhleben. — Anſchl.: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Gebr. E!”
19: G. Hochſtetter: Von der Planſchwieſe bis zum Seeſtr
(Wäſſrige Zeitſtudien). O 19.30: Dr. Wolff: Die vierte Dimen
20: K. Wilczynski: Unter Arabern und Beduien. Tr
20.30: Aus Opern und Operetten. Dir.: Seidler=Win
Mitw.: Marianne Alfermann (Sopran); Funk=Orch. Doni
Ouv. und Lied Weiß nicht die Welt, aus Regimentstochter.
Maſſe
Saint=Saens: Bacchanal aus Samſon und Dalua.
Folget dem Ruf, aus Manon. — Biet: Aegyptiſcher Tanz,
Djamileh. — Flotow: Fant, aus Alleſſandro Stradella. — 2
Roſſini:
cavallo: Rezitativ und Lied aus Baiazzo.
Semiramis. — Sullivan: Ouv. und Lied Die Sonne lagt
Strahlenpracht, aus Mikado. — Jones: Mimoſa=Walzer aus
Geiſha. Es lebte einſt ein Papagei, aus Geiſha. — Fall:
Polp=
fidele Bauer. — Suppe: Ich ſehe einen jungen Mann, aus Bocſa
— Anſ
Lehar: Ungariſcher Marſch aus Zigeunerliebe.
Tagesnachrichten. O 22.30: Tanzmuſik Kapelle Hoffmann.
Montag, 28. Mai. (Pfingſtmontag). 6.30: Frühkonzerk
Konzert=Orch. Kermbach. 9: Morgenfeier. Edith Smerald
(Violine). Am Flügel: Kapellm. Erben (Klavier). Berkmann (Geſct.
Jaeger (Flügel). Anſprache des Pfarrers Dominikus Meßnel
Eduard, Neukölln). — Anſchl.: Glockengeläut des Doms. O 1*
Platzmuſik, ausgef. vom Kosleckſchen Bläſerbund e. V. Dir.: 2
muſikm. i. R. Gleue. 0 15: Kurzſchrift. 15.30: Mitteil.
praktiſche Winke für den Landwirt. o 15.55: Privatdoz. Dr. 20u
Der Anbau unſerer wichtigſten Feldfutterpflanzen. o. 17: Deeil
der Kapelle Ilja Livſchakoff. O 19: Dr. L. Hirſchberg, Dozeſt
Muſikwiſſenſchaft: Die deutſche Legende in Poeſie und Muſik. 20e
Pfingſtlegende. 6 19.30: Einf. und Perſonenverzeichnis zu
nachfolgenden Uebertragung. O 20: Aus der Staatsopel "
den Linden. „Rigoletto”, Oper in 4 Akten von Verol.
Kleiber. Per).: Herzog von Mantua: Pattiera;, Rigolell”,
Hofnarr: Schlusnus; Gilda, deſſen Tochter: ein Gaſt: Gral
Monterone: Schorr: Graf von Ceprano: Watzke; die Gräſſ.
Gemahlin: Eva Goldbach; Marullo, Kavalier: Kern; Borſa, 99!"
Witting; Sparafurile, ein Bravo: Schützendorf: Maddalenc,
Schweſter: Karin Branzell; Giopanna, Gildas Geſellſchafterm
von Scheele=Müller; ein Page der Herzogin: Dolly Lorenz. De‟
und Damen vom Hofe, Pagen, Hellebardiere, Diener. Lii
Anſchl.: Tagesnachrich
Handlung: Mantua und Umgegend. —
O 22.30; Tanzmuſik der Kapelle Dajos Bela.
Nummer 147
Sonntag, den 27. Mai 41928
Geite 13
12.
erbad
2is Ende des Olympiſchen Hockeh=Turniers.
Amſterdam, 26. Mai. (Eig. Drahtber.)
Ende gut, alles gut.
Das Olumpiſche Hockeyturnier iſt zu Ende! Der Abſchluß iſt beſſer
—r freundlicher geworden, als man nach den vorhergegangenen Tagen
zu hoffen wagte. Nachdem über die Hälfte des Turniers buchſtäb=
Yverregnet war, iſt am letzten Tage eine erfreuliche Wendung einge=
Ha. Der Flaggenſchmuck iſt viel reichlicher geworden, die Stimmung
Bitend beſſer und überall ſteigert ſich das Intereſſe für die Vorgänge
7i m beiden Stadien. Der Auftakt zum Fußballturnier, das die
Maſ=
eſſelt, iſt unverkennbar, aber auch das Hockeyturnier profitiert in
r letzten Phaſen mit von dem Glanz des Olympiſchen Gedankens.
s iſt für dieſen Stimmungsumſchwung bezeichnender, als die
Tat=
daß rund 30 000 Zuſchauer den beiden entſcheidenden Spielen des
hturniers beiwohnen. Allerdings ſpielt Holland, ſpielt um den
Platz mit Indien. Dieſe beiden Mannſchaften garantieren bei
ermaßen gutem Wetter für zahlreichen Beſuch. Aber die
Zuſchauer=
iſt ſchon beim vorhergehenden Spiel Deutſchland-Belgien um den
en Platz zugegen und zeigt auch hier bereits lebhaftes Intereſſe.
intereſſiert ſich auch für die Deutſchen, die ſo ſtark favoriſiert
n und dann im wichtigſten Spiel ihrer Gruppe unterlagen. Jetzt,
ie Holland den Weg geebnet haben, ſympathiſiert man ſogar mit
ſchland erringt den dritten Platz. — Belgien 3:0 (1:0) geſchlagen.
Es iſt 14 Uhr. Die beiden Bewerber um die bronzene Medaille
be=
n das Spielfeld. Zuerſt die deutſche Elf, dann die Belgier. Die
v indiſchen Schiedsrichter Turnbull und Rickett geben das Zeichen
Beginn. Die Mannſchaften ſtehen in folgender Aufſtellung:
ttſchland:
Brunner
Proft
Wötje
Horn
D. Baudoue
eiek.
Freyberg
Müller
Dierxem
Goemare
Wellen
Theo Haag Zander
Boche Hobein Kemmer
gien:
Delheid Ferez
E. Baudouc Adelot
van der Straaten
Soubré
Seldrayers
im
ig
0 000 Zuſchauer bekunden durch ihren Beifall lebhaftes Intereſſe,
— Spiel beginnt. Die deutſche Mannſchaft geht gleich energiſch vor
— gibt dem belgiſchen Torwart Gelegenheit, einzugreifen. Vorläufig
tes aber noch mit dem Schußvermögen, denn weder die eingelei=
—. Angriffe, noch Strafecken führen zum Ziel. Die Ueberlegenheit
rt ſich noch. Allmählich macht ſich Belgien frei, denn der deutſche
—m hat nicht die notwendige Energie. Strafecken werden verſchoſ=
* ein Schuß von Kemmer endet beim Torwart. Dann ſchießt Boch)
r den Pfoſten, der Ball ſpringt zurück, Kemmer nimmt auf, der (
ſcheint ſicher, aber wieder endet der Schuß gegen den Pfoſten. Erſt
Strafbully wegen eines Fußfehlers der belgiſchen Verteidigung
Eitdurch Theo Haag das Führungstor. Der Sieg kann nicht mehr
elhaft ſein, denn es bieten ſich Chancen genug. Hobein ſteht
zwei=
vor dem Torerfolg, als Horn ihm genaue Vorlagen gibt, aber
—in iſt nicht ſchnell genug mit dem Schuß. Die Halbzeit iſt zu
. Deutſchland führt 1:0. — Jetzt hat Deutſchland die Sonne hinter
ind wird beſſer. Die Ueberlegenheit wird zeitweiſe drückend, aber
ſeutſche Sturm iſt nicht fähig, ſich durchzuſetzen, und erſt Theo Haag
als ſechſter Stürmer eingreifen. Indeſſen hat auch Brunner Arbeit,
die Belgier geben ſich noch längſt nicht geſchlagen. Deutſchlands
iffe werden genauer und gefährlicher. Drei Ecken bleiben ohne
Er=
bis ſchließlich Theo Haag, der vorgegangen iſt, Ernſt macht, vier
n umſpielt und unhaltbar in die Ecke ſchlägt. Deutſchland führt
Brunner macht einen Vorſtoß von Dierxen unſchädlich. Sein
Ab=
kommt nach rechts, wo Horn den Ball vorträgt. In der Abwehr
läuft der belgiſchen Verteidigung ein Fußfehler; der Schiedsrichter
eine Strafecke, die durch Theo Haag zum dritten und letzten Tor
andelt wird. Die deutſche Elf bleibt weiterhin überlegen im
An=
dringt aber fetzt nicht mehr durch. Kurz vor Schluß muß Brunner
einmal in letzter Not eingreifen, um ein Gegentor zu verhindern.
Spiel iſt zu Ende, Deutſchland hat den dritten Platz im Turnier.
Pritik. Eine reſtlos ausgeglichene Leiſtung bekam man auch
dies=
nicht von der deutſchen Mannſchaft zu ſehen. Beſondere Mängel
e der Sturm, wo Hobein und Boche ganz ausfielen, während die
w Flügel ſowie Müller ſich einigermaßen hielten, ohne jedoch zu
ragen. Nicht der Sturm war es, der den Sieg ſchaffte, ſondern die
erreihe, wie ja auch aus der Tatſache hervorgeht, daß Theo Haag
drei Tore erzielte. Haag ſowie Zander waren ganz
hervor=
ad, ſie bildeten das Rückgrat der Elf, während der an ſich ganz gute
berg mit dieſen beiden Spielern doch nicht Schritt halten konnte.
Hintermannſchaft hielt ſich wie immer ſehr gut, ſie gab keinerlei
An=
zum Tadel.
Indiens Olympia=Sieg.
Nur ein 3:0=Sieg über Holland.
Eine kurze Pauſe tritt ein, der Raſen wird friſch gewalzt. Der
ußkampf beginnt: Indien und Holland kämpfen um den
olym=
chen Sieg, die höchſte Ehre, die im internationalen Hockeyſport
ergeben iſt. Der Beifall der 30 000 wächſt zum Orkan, als die beiden
liſten den Spielplaßz betreten und ſich den beiden Schiedsrichtern
non=Deutſchland und Liegeois=Belgien ſtellen. Bei den
In=
fehlen zwei der beſten Stürmer, ein Ausfall, der immerhin von
Be=
ung iſt. Trotzdem fängt der Kampf ſehr wenig verheißungsvoll für
Holländer an. Zweimal ſchießt Indiens Halbrechter knapp daneben,
Strafecke wird mit Mühe abgelenkt, zwei Durchbrüche von Dhyand
ind enden um wenige Zentimteer neben dem Tor. Holland wird
* und bringt es ſogar fertig, die Inder für längere Zeit in ihre
Hälfte zurückzudrängen und der Verteidigung ſchwere Aufgaben zu
liefern. Aber kurz vor dem Abpfiff ſchafft es Dhyand Chand doch noch.
Eine Flanke von rechts wird von ihm geſtoppt und blitzſchnell ins Tor
gelenkt. Indien führt 1:0. In der zweiten Halbzeit wird es ernſter.
Die Inder ſind jetzt nicht mehr zu halten. Es hagelt Strafecken, fünf
Stück hintereinander, deren Verwandlung aber nicht glückt, da Hollands
Mannſchaft ſtark verteidigt. Immerhin zeigt es ſich jetzt, daß der Gang
des Spiels nicht mehr aufzuhalten iſt. Gegen Mitte der zweiten Halbzeit
brennt der indiſche Linksaußen durch, Dhyand Chand fängt die Flanke
ab und Indien führt 2:0. Bald darauf erzielt wiederum Dhyand Chand
das dritte Tor. Die Inder haben nun das Spiel feſt in der Hand und
geben ſich mit dem Reſultat zufrieden. Der Schlußpfiff ertönt: Indien
hat das Olympiſche Hockeyturnier ohne ein einziges Gegentor
mit einem Geſamttorverhältnis von 29:0 ſiegreich beendet. Ein Zufall
will, daß die beiden Entſcheidungsſpiele mit dem gleichen Ergebnis von
3:0 geendet haben und daß in beiden Spielen ein einziger Spieler (Theo
Haag und Dhyand Chand) ſämtliche Tore ſchoß.
Für Hölland bedeutet das Ergebnis wie auch der Spielverlauf einen
großen Triumph. Die Mannſchaft hat außerordentlich viel gelernt,
be=
ſonders auch von den Indern. Die Fortſchritte ſind unverkennbar. Wo
es noch an Technik fehlt, tritt ein kaum zu überbietender Kampfzeiſt
ein, eine reſtloſe Energie, die jeden Spieler das Letzte aus ſich
heraus=
geben läßt. Man wundert ſich heute nicht mehr, daß Deutſchland an
einem ſchwachen Tage gegen die Holländer verlieren konnte.
Der Schlußakt.
Die Entſcheidung iſt gefallen. Die drei Mannſchaften von Britiſch=
Indien, Holland und Deutſchland nehmen im Innenraum des Stadions
Aufſtellung. Die Inder ſtehen in der Mitte, die Holländer rechts, die
Deutſchen links von ihnen. Die Photographen treten in Tätigkeit Dann
erklingt plötzlich die holländiſche Nationalhymne. 30000 Menſchen
er=
heben ſich und ſingen mit entblößten Häuptern die Hymne. Es folgen
die Nationalhymnen der beiden anderen Siegerländer. Inzwiſchen ſind
an drei Maſten die Flaggen aufgezogen worden. Obenan die von
In=
dien, dann die holländiſche und deutſche Flagge. Der Geſang iſt verhallt,
in dem weiten Rund tritt wieder Ruhe ein. Dreiunddreißig Spieler
nehmen ihre Olympiſchen Medaillen in Empfang, die goldenen den
In=
dern, die ſilbernen den Holländern und die bronzenen den Deutſchen.
30 000 Menſchen ſpenden begeiſtert Beifall. Nach dieſer letzten Ehrung
treten die Spieler vom Schauplatz der olympiſchen Hockeykämpfe ab. Das
weite Rund des Stadions leert ſich nach und nach und liegt endlich leer
da. Im Olymiſchen Stadion herrſcht für eine kurze Zeitſpanne Ruhe.
das Olympiſche Hockeyturnier gehört der Vergangenheit an, ein Teil der
großen Welt=Wettkämpfe in Amſterdam iſt beendet. Vivant seduentes!
Fußbali=Kongreß in Amſterdam.
Beginn der Arbeitstagung. — Schaffung einer Fußballweltmeiſterſchaft.
Vorſtand und Ausſchüſſe der Federation Internationale 1=
Foot=
ball Aſſoziation (Fifa) hatten am Donnerstag abend in langwierigen
Sitzungen die Tagesordnung für die eigentliche Arbeitsſitzung der Fifa
durchberaten. Dieſe nahm dann am Freitag vormittag im Kongreßſaale
des Amſterdamer Gemeinderates, der dom Bürgermeiſter zur
Ver=
fügung geſtellt worden war, ihren Anfang. Der Kongreßraum iſt ein
geräumiger Saal, von deſſen Wänden die Bilder früherer Herrſcher
grüßen. Der Saal füllte ſich ſchnell mit den Delegierten von 29
Staa=
ten. 12 der Fifa angehörende Länder waren nicht vertreten.
An=
weſend waren die Delegierten von Argentinien, Oeſterreich, Belgien,
Braſilien, Chile, Tſchechoſlowakei, Dänemark, Aegypten, Eſthland,
Holländiſch=Indien, Finnland, Frankreich, Deutſchland, Griechenland,
Uruguay, Ungarn, Irland, Italien, Yugoflawien, Luxemburg, Holland,
Rumänien, Polen, Portugal, Norwegen, Spanien, Schweden, Schweiz,
Vereinigte Staaten von Nordamerika und Mexiko.
Ehe man in die Verhandlungen eintreten konnte, mußte erſt noch
der Weg zur Tagesordnung von verſchiedenen Hinderniſſen befreit
werden. Zunächſt wies der öſterreichiſche Delegierte Hugo Meisl darauf
hin, daß auf der Tagesordnung der Punkt Interpellationen fehle, ſodaß
keine Möglichkeit beſtehe, Angelegenheiten, die nicht auf der
Tages=
ordnung ſtünden, zur Sprache zu bringen. Rimet, der Fifa=Präſident,
erwiderte Meiſl, daß Interpellationen unter dem Punkt Verſchiedenes
eingebracht werden könnten. — Dann kam das zweite Hindernis, ein
Proteſt Englands gegen die Faſſung des Protokolls vom Kongreß in
Helſingfors. In dieſem Protokoll iſt verzeichnet, daß der Beſchluß
über die Vergütung von Lohnausfall einſtimmig gefaßt worden ſei,
während die Engländer behaupten, daß ihre Delegierten gegen dieſen
Beſchluß geſtimmt hätten. Da die Delegierten, in deren Händen die
Prüfung des Protokolls lag, beſtätigen, daß die vorliegende Faſſung
des Protokolls richtig ſei, wurde das Protokoll unter dem Vorbehalt
beſtätigt, daß im Protokell vom diesjährigen Kongreß der ſchriftlich
ein=
gebrachte Proteſt Englands vermerkt werden ſoll.
Kips=Holland und Dr. Pelikam fanden Beſtätigung als
Protokoll=
führer für den gegenwärtigen Amſterdamer Kongreß.
Endlich konnten dann die verſchiedenen Berichte erſtattet und
an=
genommen werden. Dann aber kam es zu einer Ueberraſchung.
Rimet erſuchte darum, die Debatte über den Austritt Englands
und über den Ausſchluß von Wales, das ſeinen finanziellen
Verpflich=
tungen nicht nachgekommen iſt, bis zum Schluß des Kongreſſes zu
ver=
ſchieben. Die Verſammlung ſtimmte zu, da jeder Teilnehmer weiß, daß
während des Kongreßes inoffizielle Verhandlungen zwiſchen der Fifa
und den britiſchen Verbänden gepflogen werden, die vielleicht doch zu
einer Bereinigung der Angelegenheit führen können. Nach dem gleichen
Rezept erledigte man auch eine andere Angelegenheit. Es ſollte der
Antrag auf Einführung von ſpaniſch als vierte Verhandlungsſprache
neben deutſch, engliſch und franzöſiſch verhandelt werden. Kaum war
der Antrag verleſen, als ſich Buero erhob und im Namen der
ſüdameri=
kaniſchen Staaten den Antrag unterſtützte. Darnufhin ſtellten dann
nacheinander Vertreter von Italien und Portugal Anträge, auch ihre
Landesſprachen als Verhandlungsſprachen zuzulaſſen. Berg=Norwegen
und Kips=Holland ſprachen gegen dieſe Anträge. Daraufhin ſchlug
Rimet vor, auch dieſe Frage dem Vorſtand zur weiteren Bearbeitung
zu überlaſſen und am Schluß des Kongreſſes zu behandeln. —
Beſtä=
üdamerik niſchen Staaten, ihnen den
Zu=
tigung fand de
fammenſchluß zu .. ſüdamerikaniſchen
Fußballver=
band zu gewähren. Die Fifa macht allerdings die Einſchränkung,
daß trotzdem die einzelnen ſüdamerikaniſchen Länder direkte Mitglieder
der Fifa bleiben und daß der direkte Verkehr zwiſchen den einzelnen
Ländern und der Fifa aufrecht erhalten bleibt. — Annahme fand auch
ein Antrag, die offiziellen Mitteilungen der Fifa nicht nur in engliſcher,
ſondern auch in deutſcher und franzöſiſcher Sprache abzufaſſen und zu
verſenden. Die Mittel dazu wurden ebenfalls bewilligt. — Dann kam
der mit großem Intereſſe erwartete Antrag auf Schaffung einer
Fußball=Weltmeiſterſchaft zur Sprache. Dem Standpunkt
des Exekutivkomitees, daß die Olympiſhen Spiele genügen würden,
traten die Vertreter der mitteleuropäiſchen Verbände, Meisl=Oeſterreich,
Scheinoſt=Tſchechoſlowakei und Dr. Mammuſich=Ungarn entgegen. Dieſe
wünſchen ein Olympiſches Turnier für die Amateure und daneben eine
Weltmeiſterſchaft für alle Länder, gleichgültig ob ſie Amateur= oder
Berufsſpielermannſchaften ſtellen. Dr. Manning=USA. beantragte die
ſofortige Einrichtung einer Weltmeiſterſchaft für Amateure, während
Linnemann=Deutſchland und Delauny=Frankreich ſich darauf beſchränkten,
die Einrichtung einer Kommiſſion, die dieſe Fragen eingehend prüfen
ſoll, zu wünſchen. Linnemann warnte noch davor, einer ſolchen
Kom=
miſſion ſchon jetzt beſtimmte Richtlinien für ihre Arbeit mitzugeben.
Bemerkenswert war bei dieſer Debatte der Ausſpruch des Dänen
Oeſtrup, der meinte, Profeſſionalismus ſei eine Frage des Geldes,
Ama=
teurismus eine Frage des ſportlichen Geiſtes, insbeſondere des ſportlichen
Geiſtes der Führer eines Landes.
Jetzt kam es zu einem regulären Theatercoup. Rimet gab
über einen Antrag des Franzoſen Delaunay, im Jahre 1930 eine
Welt=
meiſterſchaft zu veranſtalten und die Vorbereitungen dafür einer
Kom=
miſſion zu überlaſſen, Kenntnis. Von den Delegationen merkte nur
die deutſche, daß dieſer Antrag mit der Tagesordnung nicht
überein=
ſtimmte. Aber Rimet gab dem deutſchen Delegationsführer nicht das
Wort, ſondern ließ ſofort abſtimmen. Der Antrag wurde angenommen.
Die Kommiſſion zur Vorbereitung der Weltmeiſterſchaft ſoll die
ent=
prechenden Vorſchläge ausarbeiten. Erſt jetzt erhielt Linnemann das
Wort. Linnemann erſuchte energiſch darum, in Zukunft eingebrachte
Anträge vorher zu verleſen, damit es nicht wieder wie in dieſem Falle
zu Ueberraſchungen kommen könne.
Mittags fanden Beſprechungen zwiſchen der deutſchen Delegation
und denen der mitteleuropäiſchen Staaten Tſchechoſlowakei, Oeſterreich,
Ungarn ſtatt. Unter der freundſchaftlichen Vermittlung des Finnen
Baron Fraenkel erkannten die Oeſterreicher, daß der Fifa=Kongreß
nicht der geeignete Ort ſei, um die beſtehenden Differenzen zu klären,
und zogen ihre diesbezügliche Interpellation daher in der
Nachmittags=
ſitzung zurück. Hier ſtellte ſich auch heraus, daß aus den
Verhandlun=
gen mit England nichts wird, da der engliſche Verbandsführer Mr.
Wall auf dem Standpunkt ſteht, jegliche Verhandlungen ablehnen zu
müſſen. Auch die Sprachenfrage wurde geklärt, und zwar kann jeder
Vertreter ſeine Sprache wählen, muß aber dafür ſorgen, daß ſeine Rede
auch überſetzt wird. Die Organiſations= und
Vorbereitungskommiſ=
ſion für die Weltmeiſterſchaft wurde den Herren
Linne=
mann=Deutſchland, Delaunah=Frankreich und Hugo Meisl=Oeſterreich
übertragen. — Der nächſte Fifa=Kongreß findet in Madrid ſtatt.
Der Fußball=Kongreß beendet.
England bleibt draußen.
Der Kongreß des Internationalen Fußball=Verbandes (FJFA.) fand
am Samstag ſeinen Abſchluß. Die Verhandlungen des letzten Tages
zeitigten kein beſonderes Ergebnis mehr außer den Beſprechungen in der
Frage des Verhältniſſes zu England. Nachdem Präſident Rimet die
Ent=
wicklung darlegte und betonte, daß man England keine Sonderrechte
gewähren könne, erhielt der Vorſtand von der Verſammlung ein
Ver=
trauensvotum, in dem ihm beſcheinigt wurde, daß die Verbände in dieſer
Frage hinter ihm ſtehen. Auch die mitteleuropäiſchen Staaten ließen
durch den Tſchechen Dr. Pelikan erklären, daß ſie den Vorſtand
unter=
ſtützten, obwohl ſie im Prinzip den engliſchen Amateurſtandpunkt
bil=
ligten. Es wurde beſchloſſen, abgeſchloſſene Spiele mit Engländern
durchführen zu laſſen und auch neue Abſchlüſſe zu genehmigen, da man
die Brücken nicht ganz abbrechen will. Es wurde die Hoffnung
aus=
geſprochen, daß England den gleichen Willen zur Verſtändigung zeige
wie ihn die FJFA beſitze. Weitere Verhandlungen werden alſo wohl
aufgenommen werden, aber vorerſt bleibt England aus der FJFA. Da
die heikelſten Punkte unberührt blieben oder verſchoben wurden, nahm
der Kongreß einen ſehr unbefriedigenden Ausgang.
Wie die Schweiz mit Deutſchland
zuſammenkam.
Eine hübſche Plauderei über die Ausloſung zum Olympiſchen
Fuß=
ball=Turnier findem wir im „Sport”=Zürich. Es heißt da u. a.: „Die
Ausloſung zerfällt in zwei Teile. Der erſte Griff in die Urne ſtellt die
Reihenfolge der Nationen feſt und erſt der zweite bringt die eigentliche
Loſung. Das wußte zwar niemand. So entſtiegen die Loſe in
folgen=
der Reihenfolge: 1. Jugoſlawien, 2. Amerika (aha, das kann ſchon ganz
intereſſant werden, fuhr es uns durch den Kopf), 3. Schweiz. (Uns ſteht
der Atem ſtill), 4. Uruguah. (Wir unterdrücken den Fluch, der ſich
über unſere Lippen ſtehlen will.) Dann am Schluß bei 18. kommt die
Aufklärung, daß jetzt die eigentliche Paarung vorgenommen werde.
Wie=
der werden die Kapſeln in der Urne geſchüttelt und wieder zieht der
Prinz der Niederlande Los auf Los. Wieder erhält die Schweiz
Num=
mer drei. Und jetzt muß unſer Gegner bekannt werden. Der
blau=
blütige Heinrich taucht ſeine ariſtokratiſche Hand, er bringt die
paarungs=
verheißende Kapſel, öffnet ſie, lieſt: Deutſchland. In die Arme fallen
ſich beide — beinahe, Graßmann und Blaſchke, die Schulter an Schulter
am Tiſche ſtehen. Schauen ſich lange forſchend in die treuen Augen,
ſchüitteln ſich dann ſtrahlend beide Hände, und dann meint Graßmann:
„Da haben wir Glück gehabt. Denn, nicht wahr, in Bern iſt doch
ver=
einbart worden, daß man Euch in der Bundesſtadt gewinnen laſſe,
wo=
gegen Ihr beim nä ſten Male Gegenrecht halten werdet.” — „Na, ſo ein
Schwein, wat wir haben”, entgegner Blaſchke. „Ausgerechnet jeien die
Schweizer Freunde. Der Weg zum Finale ſteht frei und offen” Gleich
darauf wird Holland gezogen, ſein Prinz bringt mit dem nächſten Zuge
die Sieger von 1924, Uruguay. Es hat ſehr viele lange Geſichter
ge=
geben. (Insbeſondere bei den Holländern, die ſich im Gegenſatz zu
Deutſchland beiſpielsweiſe von vorneherein zu ſehr auf das für ſie nun
ſo unvorteilhafte Pokalſyſtem verſteift hatten. Anm. der Redaktion.)
Und niemand iſt im Saale, der nicht ein leiſes Mitleid mit den
Veran=
ſtaltern empfindet. Dem wenn die Mannſchaft der gaſtgebenden Nation
ſchon im erſten Gang ausſcheiden muß, bedeutet dies unweigerlich für
die Anziehungskraft des ganzen Turniers eine Schädigung. Aber es
wird wohl noch einen erbitterteren Kampf geben als 1924, wo die
Hol=
länder ungerecht und durch Schiedsrichter=Entſcheide benachteiligt, dem
nachmaligen Sieger unterlegen ſind.”
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Seite 16
Sonntag, den 22 Mai 1928
24)
din Oaasstinaanin.
Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten
„Habe ich die Ehre, mit Herrn Oberlehrer Ruß zu ſprechen?
fragte er.
„Ja,” entgegnete Ruß und verſuchte ihn beiſeite zu drängen,
nich muß nach Büſum. Habe keine Zeit.”
„Wette jeden Betrag, daß Sie für mich Zeit haben werden.”
lachte der Fremde, breitete die Arme aus und ſtemmte die Hände
gegen die Türpfoſten. Ruß wich zurück.
„Und was ſoll das?!” fragte er befremdet. „Sie hören, daß
ich weggehen muß. Meine Tochter iſt verunglückt.”
„Und ich habe ſie gerettet.”
Da ſah Ruß nicht mehr die blaurote Naſe, ſah nicht mehr das
ſarkaſtiſche Grinſen, nicht mehr das hinterliſtige Blinzeln der
grünlichen Augen, er ſah einen Engel in Knickerbockers.
„Sie iſt gerettet?!” rief er, unbeſchreiblichen Jubel in der
Stimme. „Und Sie haben ſie gerettet? Wie ſoll ich Ihnen
dan=
ken? Treten Sie ein, Herr. Es gibt nichts, was ich nicht mit
Freuden für Sie tun würde. Sigbrit,” rief er in den Stall,
„komm raſch, küſſ ihm die Hände. Er hat unſere Vika gerettet!
Und er verſuchte ſelbft, dem Engländer die Hände zu küſſen.
„Stopp, ſtopp!” entgegnete dieſer, die Hände in den Taſchen
bergend. Er wandte ſich intereſſiert zu Sigbrit, die aus dem
Stall gehumpelt kam. „Alſo dieſe alte Dame hat beim Start
aſſiſtiert? Sehr erfreut, Ihre Bekanntſchaft zu machen. Mein
Name iſt Haſpergough. Kapitän Dick Haſpergough,” wiederholte
er, ſich mit den Händen in den Taſchen verbeugend. Er behan
delte Sigbrit als Verwandte des Hauſes.
Die Alte ſah ihn mit offenem Munde an.
„Sagen Sie, meine verehrte Dame,” fuhr er fort, „hatten
Sie ſeit Samstag keinen Beſuch da? Ich meine Nachbarsleute
oder Kommiſſionäre aus Büſum und dergleichen?”
„Kein Menſch war da.”
„Und Sie ſelbſt waren auch nicht auf einen Plauſch im Dorf
oder vielleicht bei den Fiſchern an der Küſte?
„Ich? Du lieber Gott,” entgegnete Sigbrit mit einer müden
Handbewegung, „ſeit Wochen habe ich keinen Nachbarn geſprochen.”
„So weiß niemand, daß das Flugzeug weg iſt?” fragte
Haſpergough erfreut.
„Keine Seele.
„Ausgezeichnet!” lobte Haſpergough, ſich die Hände reibend.
Dann lud der Oberlehrer in die Stube ein. Ließ einen
Im=
biß bereiten und, der Naſe ſeines Beſuchers Rechnung tragend,
einige Flaſchen Wein herbeiholen.
„Vor allem, mein Herr,” begann Haſpergough, behaglich an
dem Bauerntiſch Platz nehmend, „gratuliere ich Ihnen zu Ihrer
Erfindung. Ein wundervoller Apparat! Steht vollkommen intakt
auf meiner Jacht. Dann aber gratuliere ich Ihnen zu Ihrer
Tochter. Wäre ich dreißig Jahre jünger, würde ich um ihre Hand
anhalten.”
„O, Sir, Sie ſind zu gütig!” lachte Ruß.
„Wäre mein Sohn noch ledig, müßte er ſie heiraten,” fuhr
Haſpergough unbeirrt fort, „das heißt, wenn ſie ihn wollte. Aber
ſie ſcheint ſchon anderweitig disponiert zu haben. He?
„Nicht, daß ich wüßte,” entgegnete Ruß verwundert.
„Dann will ich nicht indiskret ſein,” meinte der Engländer.
„Reden wir von etwas anderem.”
Sigbrit tiſchte auf, der Wein wurde eingeſchenkt, und
Haſper=
gough erzählte von Flug, Sturz und Rettung. Und Ruß konnte
ſich nicht genug tun in Dankſagungen. Dann wartete er mit
Zigarren auf, aber Haſpergough lehnte ab und ſetzte ſeine
Shag=
dfeife in Brand, und da ſtopfte ſich auch Ruß ſeine lange
Studentenpfeife.
„Well!” ſagte der Engländer. „Nun reden wir vom Geſchäft,
Ich berechne Ihnen für die Rettungsarbeiten, Reinigung des
Flugzeuges, Transport hierher, Fahrgeld und Verpflegung für
Fräulein Vika fünfzehn Pfund engliſch. Zu viel? He?”
„O, Sir, Sie beſchämen mich durch Ihre Coulance,”
entgeg=
nete Ruß etwas unbehaglich.
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„Alſo ſagen wir zwanzig Pfund,” meinte der Kapitän, den
Oberlehrer aus den Augenwinkeln belauernd. „Wollen Sie gleich
regulieren?”
Ruß rechnete im Kopfe um. Faſt drei Monatspenſionen. Er
bedauerte, keine Barmittel im Hauſe zu haben, und ſchlug eine
Bezahlung in drei Monatsraten vor.
Haſpergough zog eine Grimaſſe.
„Mir wäre Kaſſa lieber,” ſagte er. „Ich will Ihnen ſagen,
warum. Beim Geſchäft liebe ich Klarheit. Ich habe zwei Tage
in Büſum gewohnt. Bahnhofshotel. Bei Ankunft der Züge aus
Heide habe ich aus dem Fenſter geſehen. Ihr Exterieur war mir
bekannt. Fräulein Vika zeigte mir eine Photographie . . . da bin
ich Ihnen eben heute nachgegangen ... aber was ſoll ich ſagen...
in ſo einem kleinen Neſt wie Büſum drängen einem die Leute
die Informationen förmlich auf. Faſt ohne zu fragen, erfuhr ich,
daß Sie Ihren Grundbeſitz hypothekariſch überlaſtet haben, daß
Sie einen Prozeß verloren haben, den Sie demnächft honorieren
ſollen. Sie haben inſofern einen ſchlechten Leumund, als man
Sie für einen unpraktiſchen Projektemacher hält, der die
kauf=
männiſchen Grundlagen ſeiner Unternehmungen nicht bedenkt.
Jedes Wort traf Ruß wie ein Keulenſchlag.
„Alles wahr, Sir,” fiel er, bleich vor Aufregung, ein, „aber
Ihre zwanzig Pfund ſind eine Ehrenſchuld! Ich habe meine
Lehrerpenſion, Vika ihr Lehrerinnengehalt. Sie werden auf Heller
und Pfennig bezahlt werden.
„Sie vergeſſen, daß Sie Ihre magere Penſion zum Leben
brauchen,” entgegnete Haſpergough, mit der Pfeife in den andern
Mundwinkel überſiedelnd. „Ich taxiere, daß Sie vor dem
finan=
zielen Zuſammenbruch ſtehen.”
Ruß barg das Geſicht in den Händen und fand keine Antwort.
„Ich mache Ihnen einen anderen Vorſchlag,” fuhr der Eng
länder fort, „verkaufen Sie mir das Fluszeug.
Ruß fuhr auf und ſtarrte den Kapitän überraſcht an.
„Sie machen mir eine genaue Ueberſicht der Herſtellungs
koſten, ſchlug Haſpergough vor, „ich bezahle Ihnen den Betrae
bezahle außerdem Ihre Hypothekenſchulden, bezahle die proze
ſierte Summe ſamt Koſten, annulliere Ihr Schuldkonto bei mi
und honoriere Ihnen Ihre Arbeit an der Maſchine mit, ſage
wir, tauſend Pfund . .
Ruß wurde von einem Schwindel ergriffen.
„Sir, hat Sie ein Engel hergeführt?” ſtammelte er, „St
ſchenken mir mein Kind wieder, und nun ſchenken Sie mir da
Leben.
„Stopp! Ich bin mit meinen Propoſitionen noch nicht fertig.
verſuchte Haſpergough mit kalter Gelaſſenheit fortzufahren, abe
es gelang ihm nicht ganz, ſeine lauernde Spannung zu verberger
„Hören Sie weiter.‟ Die Auswertung der Erfindung, ich mein
Ihres geiſtigen Eigentums, verbleibt Ihnen, und an dem G
winn aus einem eventuellen Ozeanflug ſind Sie mit 20 Prozer
beteiligt. Einverſtanden?
„Ich weiß nicht, ob ich wache oder träume, Sir,” entgegnet
Ruß.
„Alſo im Prinzip einverſtanden?”
„Mit tauſend Freuden,” rief Ruß, „obgleich ich ahnungslo
bin, welchem Umſtand ich ein ſo glänzendes Angebot verdanke.
Haſpergough begann wiehernd, zu lachen und ſpielte de
Mann, der bei einem gemütlichen Trunk zum Schwätzer wird.
„Will Sie nicht im Dunkeln tappen laſſen . . . es ſoll ein 6
ſchäft werden . . . ein Bombengeſchäft wie ich Ihre Tochte
aus dem Waſſer gezogen habe, war ein Yankee dabei . . . ſo ei
verdammter lebender Dollarſack, ein Manager oder ſon Kerl, de
irgend einen Schmarren in die Hand nimmt und Gold darau
macht . . . na, der Ihre Tochter ſehen und ſofort einen raffinie
ten Plan faſſen, war eins. Er denkt an eine Tournee durch Nor
amerika . . . eine Revue mit feenhaſter Ausſtattung . . . „2
Ozeanfliegerin” . . . Ihre Tochter als Mittelpunkt . . . er mad
damit ein paar Millionen Dollars‟. Er hielt ſein Glas zu
Anſtoßen, trank aus, zog aus der rückwärtigen Hoſentaſche d
ſchöngebogene hip klask, zu deutſch Hüftenflaſche, nötigte Ru
einen Beiſtrich zu nehmen, nahm ſelbſt einen, und verſuchte, w
man zu ſagen pflegt, Ruß mit Reden zu chloroformieren. „
aber auch ein wundervolles Geſchöpf . . . auf das Wohl v=
Miß Vika . .. wenn man neben ihr ſteht, ſpürt man förmli
einen Strom von Geſundheit und Friſche von ihr ausgehen.
Herrgott, und wenn ich nicht dazukomme, ſchwimmt dieſes Prach
mädel jetzt als Waſſerleiche im großen Teich herum . .. brrrr
man darf gar nicht daran denken,” und ein Beiſtrich aus der
klask mußte über das Grauenvolle der Vorſtellung hinweghelſe
„Miß Vika iſt natürlich Feuer und Flamme für die Idee,” fu.
er fort, „kein Wunder von einer kleinen unbeachteten Lehrer
mit einem Schlage zu einer erſten Künſtlerin zu apancieren, d
an einem Abend mehr verdient als unſereins in ein paar Jahre
das iſt eine Karriere.”
(Fortſetzung folgt.)
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Pfingſtmorgen am Kirchderg
Das Seſt der Erleuchtung.
Von Otto Sättler.
Sweifach ſpricht das Pfingſtfeſt zu uns: Es iſt das Seſt,
an dem ſich alles Liebliche und Schöne der Natur uns
zu=
geſellt, daß unſere Herzen weit werden und unſere Seele ſich
über Erdenſchwere hinweggehoben fühlt in reiner Freude an
den Köſtlichkeiten der Natur. Und es iſt das Feſt, von dem
die Legende geht, daß der Geiſt über die Jünger gekommen
ſei, der ihnen Befehl und Kraft gab, ihre Sendung zu
er=
füllen, der Welt die Lehre zu bringen, die ſich in Millionen
Herzen pflanzen ſollte, zum Segen der Menſchheit.
Es mag ſein, daß ſich vielen von uns Pfingſtfreude an
der Freude erſchöpft, die jeder an der bräutlichen Welt, an
der Fülle in der Natur haben muß. Das Auge ergötzt ſich
an den tauſend Blüten, die Wieſen und Hänge mit einem
bunten Ceppich belegten, an dem zarten Blau des Himmels,
der weit geöffnet erſcheint, an den weißen Wolken, den
laut=
loſen Wanderern, die aus unbekannten Weiten kommen,
über die Frühlingswelt hinziehen und in unbekannte Fernen
ſtreben, an dem verdämmernden Blau in der Ferne, wo ſich
die Berge hochrecken, als wäre ihnen die Erde zu klein und
eng, an dem Falterſchweben und dem tauſendfältigen Weben
ringsum. Das Ohr lauſcht dem geſchäftigen Summen der
geflügelten Lenzboten, dem ſchmetternden Geſang der Vögel,
die in Wipfelheimlichkeiten flöten und in weiten Kreiſen über
das Feld hinſchweben, jubelnd und immer höher dringend.
Willig folgt der Suß dem Sehnſuchtslied des Weges, der
blühenden Landſtraße, die durch Cäler auf lichte Höhen, dem
ſchmalen Pfad, der in Waldeseinſamkeiten führt.
Es iſt Pfingſtfreude, die da lebendig wird; niemand
wird es leugnen und niemand wird dieſer Freude nicht ihr
Necht zubilligen. Pfingſten iſt ohne Naturfreude nicht
denk=
bar. Es iſt uns, als ob die Welt ihr Hochzeitsgewand
ange=
zogen hätte, als ob wir Gäſte ſeien, eingeladen, um
teilzu=
nehmen an der Freude, an der Sülle.
Aber da iſt auch das andere. Es kommt zu uns wie ein
Wanderer, der an die Pforte pocht und Einlaß begehrt.
Die Frage wird in uns lebendig: Iſt die Pfingſtfreude nicht
doch nur etwas Außerliches? Wenn es hoch geht, berührt ſie
die äußerſten Schichten unſerer Gefühlswelt. Es iſt uns, wie
wenn wir mit zarten Fingern über all die Schönheit ringsum
hingleiten, als vorüberwandelnde Gäſte, kaum daß ein
Erin=
nerungskeim in uns wurzelt. Von ſelbſt drängt es ſich uns
auf, daß dieſe Freude nicht der ganze Sinn des Pfingſtfeſtes
ſein kann. Ob wir der Legende folgen oder nicht: Wir müſſen
uns doch hinneigen zu der Erkenntnis, daß erſt der Geift,
der über uns kommt, die Erhöhung mit ſich bringt, die das
Daſein des denkenden Menſchen braucht, wenn es ſich
unter=
ſcheiden ſoll vom Sein jeder andern Kreatur. Wir fühlen
uns verbunden mit dem Werden und Blühen da draußen,
wir tragen grüne Maien herein in unſere engen Stuben, und
es iſt uns, wie wenn der Frühling leibhaftig zu uns
ge-
kommen wäre. Da ſtellen wir die Frage: Wie kommt das
alles, dieſes Blühen und Duften, dieſes Erwachen zu
unbe=
zähmbarer Lebensfreude, dieſe Lichtſehnſucht in jedem Keim,
dieſes bräutliche Blütenkleid, das die Frucht ahnen läßt, die
in der Mittagsglut des Sommers reift? Geſetzl ſagen wir,
und glauben, damit den Schlüſſel gefunden zu haben. Aber
es iſt nur eine Verlegenheitsantwort, von der Wahrheit
weit entfernt. Ganz ſchlicht aber kommt es über uns, ſtrömt
in uns durch die Pforten des Gemüts: etwas Großes und
Gewaltiges wirkt in und um uns. Und dann werden wir
gewahr, daß ſich, was nur zaghaft an uns herantrat, ſich in
uns ausbreitet, lebendig wird und ſich hell in uns entfaltet:
Wir fühlen uns nicht nur verbunden mit dem Werden und
Blühen draußen, ſondern wir ahnen auch das Unendliche,
das ſich in Schleier hüllt und doch ſonnenhell in uns wirkt,
das uns fern ſcheint und doch immer gegenwärtig iſt, das die
ganze Welt umfaßt und doch in unſerm engen Herzen Naum
hat.
Pfingſtgeiſt! Möchte er in recht vielen, die ſich unſeres
ſchönen deutſchen Landes erfreuen, lebendig werden!
Pfingſten.
Von Eliſabeth Chielemann.
Die Wochen zwiſchen den beiden großen Frühlingsfeſten
ſind für die ordnungsliebende Hausfrau ſtets angefüllt mit
einem Übermaß von Arbeiten, die alle der Erledigung durch
ihre Hand oder ihrer tätigen Mithilfe harren. Mit
nimmer=
müdem Sleiß hat ſie in den letzten Wochen die ſichtbaren
Spuren des langen Winters in ihrem Heim getilgt. Das
erſte Negen der Natur, das erſte Sproſſen und Grünen auf
Wieſen und Feldern brachte es ihr zum Bewußtſein, wieviel
des winterlichen Staubes ſich in ihrem Heim ablagerte, der
nun dringend nach Beſeitigung verlangte. Nückſichtslos
ver=
fuhr ſie beim Ausſchälten alten verbrauchten Hausrates,
nutzlos und überflüſſig gewordener Dinge des täglichen
Le=
bens rings um ſich her, immer in dem Beſtreben, das
kom=
mende Pfingſtfeſt würdig vorzubereiten, es in einem
grund=
lich ſauberen Heime mit ihrer Familie zu feiern. Nach alter
Sitte hat ſie wohl auch ſinnige Birkenzweige und =Sträuße
als ſchönſtes Sumbol des Pfingſtfeſtes überall dahin gebracht
und aufgeſtellt, ſie, die in manchen Gegenden noch heute den
großen öffentlichen Pfingſtfeiern und Volksfeſten den
reiy=
ten Nahmen und Schmuck verleihen.
Wollten wir jedoch ſo manche Hausfrau und Mutter
am heutigen Pfingſttage danach fragen, ob ſie denn ebenſo
energiſih und gründlich wie ihr Heim, auch ihr Inneres: ihr
Herz und ihre Seele, vom alten, ſo lange geduldig getragenen
und ſo niederdrückenden Ballaſt nicht endenwollender Sorgen
befreite, dann würden wir wahrſcheinlich oft, ſehr oft ein
müdes, reſignierendes Lächeln auf blaſſen Lippen erſcheinen
ſehen. Ergebung im matten Blick und die kraftloſe
Hal=
tung geſenkter Schultern würden uns verraten, wie weit, ach
wie weit ſie noch von jener hoffnungsfreudigen Stimmung
entfernt iſt, die wir eigentlich am heutigen Pfingſtfeſte bei
ihr vorausſetzen. Es iſt ja heute für viele ſo unendlich ſchwer,
bei eingeſchränktem Verdienſt des Ernährers, oder nur im
Beſitze, der öffentlichen Erwerbsloſen=Unterſtützung, einmal
das Sorgenbündel von ſich zu werfen, das ſie Cag für Cag
vom Erwachen bis zum Niederſinken, mit ſich ſchleppen, und
ſei es auch nur für die wenigen Pfingſtfeiertage. Sobald
ihre Seele gleich der anderer, glücklicherer Menſchen, einmal
frei und freudig ſich aufſchwingen, über den Alltag hinaus
erheben und ſich jenen Dingen zuwenden möchte, die in eines
Höheren Hand gelegt ſind, dann hängt ſich die allzuſchwere
Erdenlaſt wieder lähmend an ihre Schwingen und verhindert
den kühnen Aufſchwung, zu dem ſie ſchon bereit waren.
In ſolchen Stunden tiefſter Mutloſigkeit, die ja keinem
erſpart bleiben, wo immer er auch ſteht, wie immer ſeine
Verhältniſſe geſtaltet ſind, vermag jedoch der alte bekannte
Hausſpruch: „Denke bei allem Ungemach was dich trifft,
doch immer erſt einmal an die Ubel, die dich bisher verſchont
haben. Kannſt du dich dann noch zu den Unglücklichſten der
Unglücklichen rechnen?” viel Croſt zu bringen. Auch du,
liebe Hausfrau, haſt bei allen zeitlichen Bedrängniſſen, im
Sinne dieſes alten Wortes, noch ſoviel Anlaß zu ſtillem Glück
und inniger Dankbarkeit gegenüber dem Schickſal, das dich
bisher vor noch Schwererem bewahrte. Sollte es dir deshalb
am heutigen Pfingſtfeſte noch ſchwer werden, dein Herz dem
beſeligenden Pfingſtglauben, weit zu öffnen, daß mit dem
Ofingſtgeiſte auch neue Suverſicht, neue Glaubensfreudigkeit
in dir einzuziehen vermag? Offne doch einmal weit deiner
Seele Schwingen und laß dich von ihm erheben, den dir
jedwode Kreatur, das Blühen und Wachſen rings um dich
her, ſo eindringlich predigt. An dir, nur an dir liegt es,
wenn in dieſen Pfingſttagen das Pfingſtwunder ſich nicht
auch an dir vollzieht, du als echte Chriſtin dich nicht mit und
über die Deinen zu freuen vermagſt, über das Glück ihres
Beſitzes nicht in ſtiller Stunde heimlichen Dankes Stammeln
zum Himmel ſendeſt. Mache weit die Kamrern deines
Herzens auf, damit Pfingſtſonne und freude, ſie in allen
Winkeln durchflute.
Wie der Büffel
zu den Menſchen kam.
Malaiiſches Märchen von den Sunda=Inſeln.
Deutſch erſtmalig nacherzählt von Dr. Philipp Krämer.
Es war einmal eine Seit auf der heiligen Inſel Cimor, da
hatten die Cimorleute noch keine Büffel. Woher ich das weiß?
Der alte Nefu Neten hat es mir erzählt, als ich ihn in ſeiner
rauchgeſchwärzten Hütte beſuchte, die er „das Bienenhaus”
nannte. Er war heute geſprächig, und ich hoffte, aus ihm
man=
cherlei Weisheit über die Geiſter hervorzulocken.
Ich rühmte die Cätowierungen, die die Cimormänner und
Frauen an Armen und Beinen tragen.
„Gefallen ſie dir?” fragte er geſchmeichelt und lächelte.
„Sehr” beſtätigte ich.
Ich wußte, daß der Cimormann erſchrickt, wenn ein
Unein=
geweihter nach den „heiligen Dingen” der Inſel fragt. Dann
erſtirbt plötzlich die Nede in eſinem Munde. Ein feiner Schleier
zerreißt in ſeiner keuſchen Seele. Sein Geheimnis bleibt
unaus=
geſprochen.
„Neten,” ſprach ich zögernd, „geſtern war ich an der „
hei=
ligen Stelle” im Walde, da wo der Bach ſich in den Fluß ſtürzt.
Es war Mondſchein und ich ſah die Seelen der Verſtorbenen,
die mit Lichtern zuſammenkamen. Ich weiß, daß ihr mit euren
Leibeszeichnungen im Lande der Coten Seuer kauft, um euch zu
erwärmen. Ich ſah die Lichter der Coten als glühende
Würm=
chen umherfliegen, es ſah aus, als ob ſie etwas ſuchten. Kannſt
du mir nicht ſagen, wo die Coten das Feuer kaufen?”
Ich fühlte, ich hatte ſehr dumm gefragt. Der Neten blieb
ernſt und ſtumm. Er erkannte, daß ich etwas Wichtiges nicht
wußte und fühlte ſich überlegen. Geiſtliche Geheimniſſe werden
nur den geiſtlich Wiſſenden mitgeteilt. Ich hätte ihn erzählen
laſſen ſollen. Aber nun war nichts mehr zu machen.
Er lenkte ab: „Am Fluß warſt du?
„a.
„Haſt du die Krokodite geſehen?”
„Ja, einige.”
Pfingſten am Meer.
Von Erich Käſtner.
Nun iſt es ſchon Jahre her, daß ich in Roſtock ankam.
In dieſer lieben kleinen Stadt, in der die Studenten und die
Profeſſoren aus den Kollegs rennen, wenn auf dem Hopfenmarkt
(Platzmuſik iſt. . . .
Es war Abend. Mühſelig und ſehr beladen ſchob ich mich
durch die Sperre. Da ſtanden die Hoteldiener auch ſchon. Mit
ihren blauen Schirmmützen. Und den Schildern, die uns ſilberne,
goldene oder deutſche Adler, Bären, Schwäne oder Eichen
empfehlen. In dieſem Falle war der Vertreter der „Deutſchen
Ciche” der Glückliche. Ich ſchlenderte unbeſchwert hinter ihm
und meinen Koffern her. Durch die fremde kleine Stadt. .."
Die Villenſtraßen lagen breit und leer. Die Gärten waren
faſt erloſchen. Nur hier und dort ſchimmerten die weißen Kerzen
der Kaſtanien. Doch ſchon blaß und fern. . . . Oder große
Rho=
dodendronblüten ſchwammen durch das verſtummte Grün der
Büſche wie ſanfte Ceichroſen. Die Luft war ſüß und ſchwer vom
Altem des Flieders und der Hyazinthen. Die Häuſer waren tief
in die Gärten zurückgeſunken. Und nur ſelten hörte man den
Lärm von Dienſtmädchen, die das Geſchirr ſpülen, aus
ver=
borgenen Kellern. Oder die rufende Stimme einer Frau wurde
laut. Einer Frau, die aus dem milden Licht eines Gemachs
lang=
ſam auf einen Balkon trat und ſich ſuchend in die Schatten des
Abends hinausbeugte.
Die Cürme der alten Backſteinkirchen ſtanden breitſpurig
und unterſetzt vor dem Himmel, in deſſen kühles Blau die rot
und grün zitternden Goldſterne eingelegt waren, wie man es
zu=
weilen in alten köſtlichen Intarſien findet. . . . Die Mondſichel
hing ſchmal in der Nacht. Wie von fern hergeweht. Wie eine
Wimper vom lieben Gott. . . ."
Durch namenloſe Straßen zu gehen, Cürme und Frauen und
Giebel zu ſehen und zu wiſſen: Ihr ſeid Euch fremd. . . . Es
iſt, als hielteſt du ein noch ungeleſenes Buch in den Händen....
Es iſt, als ſäßeſt du in einer Loge des Cheaters vor dem
ge=
ſchloſſenen Vorhang. . . . Nein, es iſt noch viel wunderſamer.
Da ſagt der Wirt: „Guten Abend, mein Herr!”. Und es
ging über knarrende Stiegen in ein kleines Simmer, mit
Stahl=
ſtichen und Urkunden an den Capeten. Ein uferloſes Sofa. Etwas
Nippes. Eine Stearinkerze. . . . Ich trat ans Fenſter: Dunkle
Höfe und eine Haſſe mit wenigen grämlichen Laternen. ...
„Die Cimorleute lieben die Krokodile.”
„Aber ſie haben ſchon viele von euch beim Siſchen und Baden
gefreſſen.”
„Die Cimorleute lieben die Krokodile trotzdem.”
„Das iſt merkwürdig”, warf ich ein. Meine Neugierde war
geweckt. „Willſt du mir nicht erzählen, warum die Cimorleute
die Krokodile lieben?” bat ich.
„Das will ich gerne” verſetzte der Nefu Neten. „Es iſt
ſchnell erzählt. Mein Märchen heißt: Wie der Büffel zu den
Menſchen kam.”
Ich wandte ein: „Aber du wollteſt von Krokodilen erzählen.”
Ich fühlte, ich hatte ihn gekränkt. „Du mußt geduldig ſein”
verſetzte er. Er kaute ein wenig bitteren Sirih, ſpie den
rotge=
wordenen Speichel zu Boden und begann:
*
* *
Es war einmal ein alter Mann. Das iſt ſo lange her, daß es
niemand weiß. Er nannte ſich Na Beſi, und ſein Haus ſtand
un=
weit des Sluſſes, und er liebte es, den vielen Siſchen im Fluſſe
nachzuſtellen, denn es waren Leckerbiſſen darunter. Damals
waren viel mehr Siſche im Fluß, als es heute der Fall iſt.
Eines Cages nun wollte der Na Beſi wieder Fiſche fangen
im Fluß und ſaß lange Seit geduldig am Ufer mit ſeiner Angel
aus Lianenbindfaden. Er hatte einen hölzernen Angelhaken
aus=
geworfen und ihn mit einem Stein beſchwert. Na Beſi kannte
die Seit, in der die Siſche nach oben kommen. Aber es blieb
lange ruhig um den Angelhaken.
Plötzlich ſpürte er einen ſo heftigen Nuck am Jaden, daß er
beinahe kopfüber in die Ciefe des Fluſſes geſtürzt wäre. Als er
mit ganzer Kraft zog, fiel er nach hinten, ſchlug mit dem Kopf
auf den Boden und ſtreckte die Beine in die Luft. So kräftig
hatte er gezogen. Der Angelfaden war zerriſſen.
„Oh, oh!” rief Na Beſi, als er wieder auf ſeinen Füßen
ſtand, „muß das ein gewaltiger Siſch geweſen ſein.” Er glaubte,
daß ein Fiſch den hölzernen Haken abgebiſſen habe. Na Beſi Jah
erſtaunt um ſich. Er ſah nach dem Waſſer, welches noch von
geheimnisvollen Wellenringen bewegt war. Er ſah nach links
und nach rechts, ob er jemand ſehen könne, oder ob jemand ihn
ſelber geſehen haben könne, als er zu Boden fiel und ſo lächerlich
die alten Beine in die Luft ſtreckte.
Der Märchenerzähler war ſo in ſeine Geſchichte vertieft, daß
er lachte, als er ſich die drollige Lage Na Beſis vorſtellte. Und
ich lachte herzlich mit. Wenn ein Cimormann von ſeinem Pferde
ſtürzt, wird er ausgelacht. Wenn ein Cimormann ausgleitet und
hoffnungsloſe Verſuche macht, ſtehen zu bleiben, wird er
aus=
gelacht. Na Beſi, der vor tauſend Jahren rückwärts ſtürzte,
weil ein großer Siſch ſeine Lianenangel zerbiß, wird noch heute
von den Cimorleuten ausgelacht.
Aber Na Beſi ſelber lachte nicht. Das war eme böſe
Ge=
ſchichte. Wo war ſein hölzerner Haken? Sein hölzerner Haken
war fort. Wo war ſeine Schnur von ſchönen Lianen? Seine
Schnur von ſchönen Lianen war zerriſſen. Das war eine böſe
Geſchichte. Und Na Beſi ſelber lachte nicht.
Die Straße will am Abend ſchmal
Und ſanft zum Fluß hinuntergehen;
Laternen bleiben wartend ſtehen,
Dann ſind ſie hell mit einemmal
Ein alter Mann ſitzt auf den Stufen;
Ein Fink belauſchte ſem Intervallz
Die kleinen Mädchen werfen Ball,
Dann werden ſie ins Haus gerufen.
Ich ſetzte mich aufs Sofa. Ein Schlüſſel zankte in einem
Schloß. Ein Kichern von Mägden ſprang über die Stiegen bis
in die Dachkammer. Aus der Gaſtſtube klang gedämpfter Lärm:
Sonnabend. Die Kerze zuckte verängſtet. Ich war recht
müde. ..."
* * *
Pfingſtſonntag. Warnemünde. Es iſt kühl. In den
Glasveranden vor den kleinen geduckten Siſcherkaten ſtehen die
Staatsmöbel. Unter ſtaubigen Überzügen verſteckt. . . . Sie warten
der Gäſte. Dann werden ſie enthüllt und geklopft. Damit die
kleinen, frechen Berliner Gymnaſiaſten auf dem Plüſchſofa
Kobolz ſchlagen können. . . . Jetzt iſt noch alles tot und grau.
Und der Kiosk für Anſichtskarten, Bernſteinandenken und
Him=
beerlimonade ſtarrt reſigniert in das Nirwana. Die
Fiſcher=
boote liegen aneinandergepreßt auf der Warnow. Die Segel
hängen gerefft an den Maſten wie zugeklappte Negenſchirme.
Ein Geruch von Ceer und Siſch macht die Luft herb. — Die öde
Straße ſteigt etwas an, krümmt ſich — —
Das Meer! Eine unendliche Steppe, deren Grau und Grün
ewig von einem Erdbeben erſchüttert wird. Dann brechen die
Schallen auf und überkippen ſich in weißgiſchtenden Stürzen.
Craurige Monotonie des Wellenganges. Von allen Seiten dringt
es auf dich ein. Grau und Grün und weiße Kämme. Soweit du
blickſt. — Es wälzt ſich immer näher. Es erreicht dich nie. Du
ſtehſt gebannt, als zwänge dich eine grauenhafte Gewalt, die mit
dir ſpielt. . . . Die Mole deutet wie ein geſpenſtiſcher Finger
hinaus in die unerbittliche Gärung. Und erſt am letzten Quader
ſtehſt du ſtill. Weit draußen. Die Wogen taumeln gegen den
ſteineren Wall. Und ſinken mit zerſchlagenen Stirnen zurück.
Und taumeln dir wieder entgegen. Dir iſt, als ſchlüge dein Herz
in ihrem aufpeitſchenden Cakt. Und du haſt Angſt vor dir, du
könnteſt in ihren zermürbenden Rhythmus hinabſpringen, um
ſeiner Qual zu entfliehen.
Den Horizont entlang torkelt ein Segelſchiff, von Wolken
gebetzt, die ſchwarz und ſchweigend hinter ihm her rennen, von
Er ging betrübt nach Hauſe, kratzte ſich hinter den O5
und konnte nicht verſtehen, welcher Siſch groß genug ſei, ſei
hölzernen Haken von der Lianenſchnur abzubeißen. Er mu
nicht, daß ein Krokodil den hölzernen Haken abgebiſſen ho
Und er wußte nicht, daß ihm nun bald ein großes Glück wit
fahren werde. Na Beſi glaubte nicht anders, als daß ein are
Fiſch angebiſſen habe.
Das Krokodil aber, das glaubte, emen leckeren Biſſen
faßt zu haben, bekam den böſen Hacken bis tief in den Hals
ein, wo er ſchmerzend im weichen Gewebe hängen blieb.
Krokodil eilte zu ſeiner Grotte tief unten im Waſſer.
Cagelang ſaß ihm der Haken im Halſe, und es erduſt
gräßliche Pein. Es huſtete, um den Haken herauszubekomr
Umſonſt. Mit den Fingern ſeiner Vorderhand verſuchte es.
Haken herauszubekommen. Umſonſt. Wie es auch arbeitete.
Haken herauszuſchaffen, es ging nicht. Je mehr Verſuche
machte, umſo gräßlichere Schmerzen erlitt es.
Endlich ſchickte das Krokodil nach dem berühmteſten 9
im Reiche der Harthäutigen. Der ſollte ihm helfen in ſeiner 2
Das kranke Krokodil war kein Geringerer als der König
Krokodile. Es war ein ſo mächtiger Fürſt, daß es über
herrſchte, was im Waſſer lebte. Und nun war der Könia
Krokodile ſo krank, daß er weinte und alle Untertanen
Reiches ſich fürchteten.
Um den Fürſten herum ſaßen die Aerzte. Sie ſaßen den g
zen Cag und überlegten, wie dem Kranken zu helfen ſei.
Endlich ſagte der weiſeſte unter den Aerzten: „Kei Swe
Die Krankheit unſeres geliebten Monarchen hat keine an
Urſache als ein Stück Holz, das in ſeinem Gaumen hängt. D
es allein fühlt er Schmerzen, durch es allein iſt er krank.
Und der König ſelber beſtätigte dieſe Worte des weiſe
der Aerzte durch beifälliges Wimmern. Er öffnete noch ein
das große Maul weit, und alle guckten hinein. Und alle rie
Wir ſehen das fremde Stück Holz, das am Gaumen unſres
liebten Monarchen hängt und ihm Schmerzen bereitet.”
„Sieht es heraus”, wimmerte der König.
„Ach ja, wir müſſen es herausziehen” beſtätigten alle Ae
Da verſuchten alle Aerzte nacheinander, den fremden Ge
ſtand aus dem Gewebe loszureißen, aber ohne Erfolg. Und
König ächzte unter unſäglichen Schmerzen.
Unter den Krokodilen aber war ein mächtiger Hauberer.
ſprach: „Warten Sie, meine Herren, nur einen Cag gedi
Ich werde Hilfe herbeiſchaffen.
Die Herren Aerzte waren ſchlecht geſtimmt auf den u.
lehrten Sauberer, der ſie verdrängen wollte. Aber der K.
brummte, grunzte und ſchlug ſo ſehr mit dem Schwanze, da
Wände des Palaſtes krachten. Und aus Surcht vor dem Fü
jagten die gelehrten Herren: „Schaffen Sie Hilfe herbei,
Lieber, zeigen Sie, was Sie können.”
Der Zauberer verwandelte ſich in einen Menſchen.
Mi=
bigen Kleidern angetan wie ein Jüngling ging er zu dem H
des Na Beſi, um die Hilfe des alten Mannes in Anſpru
nehmen. Er wußte aber nicht, daß Na Beſi der Fiſcher ge
war, der den gefährlichen Holzhaken ausgeworfen hatte, um
leckeren Siſch zu angeln.
Er ſetzte ſich zu dem alten Manne hin und plauderte mit
und ſchließlich trug er ihm ſeine Bitte vor, dem kranken
unheimlichen Mänteln umflattert, deren Enden das 2
pflügen. See und Himmel in grauer tanzender Naſerei!
Wolken rennen. Die Wogen ſtürzen ineinander.
Du wendeſt dich zurück. Der Strand iſt troſtlos und
Ein vergeſſener Strandkorb liegt rücklings im jeuchten Sand
Cang. Um den Leuchtturm kreiſen kreiſchende Möwen.
weißen Leiber glänzen geiſterhaft in den grauen Cag. Die He
blicken blind und unbewohnt auf die verlaſſene Kurprome
hinab. . . . Und das Meer rauſcht. Wie ferner Donner. . ..
die Wolken kämpfen miteinander. Wie Giganten im Nebel
Der Segler iſt verſchwunden. . . .
Vom Eiſenbahnfenſter aus ſah ich das Meer noch ein
Ein Badehaus. Struppige Dünen. — Da leuchtet irgendwe
Sonne auf. Wie ein Walpurgisfeuer rot und wild. Die Wo.
die den Horizont entlang ritten, hatten purpurne Mantel/e
und hielten glühende Brände in den Fäuſten. Das Meer 71.
auf in Not und Gold, in Violett und kriſtallenem Grun.
ein Schmelztiegel mit kochendem, zähem Guß! Wie der 1
meßliche Krater des Weltuntergangs!. . .
Und dann iſt das Meer verſunken. Die Landſchaft iſt P
lich blaß wie ein Paſtell. Und die Luft iſt ſanft und grau
und leidenſchaftslos geworden. Auf ſtumpfgrünen Wieſen K.
ſchmutziggraue Schafherden. Ein kleiner, luſtiger Hund
umher. Von den Straßen winken Kindr in ſteifen
Sonntags=
dern. Dörfer mit Schindeldächern kreiſeln an uns vorüber.
Schar Graugänſe hält erſtaunt im Wackeln inne. Dann 9
Ruderboote ſtumm und ſchmal die Warnow hinunter. Die 2r
Roſtocks tauchen auf. Hinter blaugrünen Kiefern und 94
Heide. Geduckt vor den treibenden Wolken, die durg
Himmel tanzen wie losgeriſſene, ferne Inſeln. . . .
Abends war ich in St. Marien. Sum Pfingſtkon
Wir laßen auf Band und Boden und auf den Stuſen
Altar. Oder lehnten verſunken an den dunklen Wänden..
Orgel dröhnte. Wie das Meer.. . . Und uns überkan T
und Grauen vor der Fuge dieſes Sebaſtian Bach, von dell
ſagte: „Er ſollte Meer heißen!” — Dann ſank der
Wohllaut einer Frauenſtimme auf uns. Und eine Geigel"
die altgoldenen Siguren des Kirchenfenſters wieder lachel
man glauben konnte, ſie würden dieſe köſtliche Sarabande
ungetanzt verklingen laſſen. . . .
er Krokodile zu helfen. Er erzählte von dem böſen fremden
Hegenſtand, den der König offenbar beim Eſſen verſchluckt habe
ind den nun keines Arztes Kunſt entfernen könne.
Nachdem er eine Weile nachdenklich den bitteren Sirih
ge=
aut hatte, ſagte der alte Na Beſi: „Nun, ich will mit dir zum
Lönig gehen, um zu ſehen, was zu machen iſt.” Er füllte ſeinen
Köcher mit Kalk, nahm einige Sirih=Blätter dazu und tat beides
n ſeine Caſche, hing dieſe über die Schulter, zog ſein Schwert feſt
im die Hüften, nahm ſeinen Stock in die Hand und machte ſich
nit dem Jüngling in hellen Kleidern auf den Weg.
Als ſie am Fluſſe angelangt waren, ſagte der Jüngling: „Hier
nüſſen wir hinein. Dann tauchen wir etwas und gelangen ſchnell
um Cor des Palaſtes.
„Oh weh!” ſeufzte der alte Mann, „hier wohnen die
Kroko=
dile. Wenn ich hier in das Waſſer gehe, werden ſie mich greifen
und erreißen. Hier in das Waſſer zu gehen, getraue ich mich
licht.”
„Es iſt wahr,” beſtätigte der Jüngling, „hier ſind ſonſt die
Krokodile; aber jetzt ſind ſie nicht da.‟ Er warf einige Steine
in das Waſſer, ſo daß ſich Kreiſe bildeten. Aber kein Krokodil
flüchtete ſich mit lautem Geräuſch. Alſo waren keine da.
„Alſo komm mit, mein guter Vater” bat der Jüngling
freundlich. Schließe feſt deine Augen, reiche mir die Hand und
folge mir. Ich werde dich führen und zur Stelle bringen. Na
Beſi ſchloß die Augen, tauchte unter, lief und kletterte mit dem
Jüngling im Fluſſe umher; bis er auf einmal wieder die Stimme
des Jünglings vernahm, der da ſagte: „Jetzt darfſt du die Augen
wieder öffnen, Vater.”
„Oh, oh,” ſagte Na Beſi ganz erſtaunt, als er um ſich ſah,
„iſt es hier aber großartig!‟ Er befand ſich in einer weiten Halle,
von deren Decke Derlen in langen Schnüren funkelnd
herab=
hingen. Goldne Säulen trugen die beſchwingte Laſt der
ge=
wölbten Decke, und ſilbern glänzten die Wände. Gardinen von
Sledermausflügeln hingen in ſchweren Falten an den Fenſtern
und dämpften das grüne Licht, das von draußen hereinflutete.
Der Boden war beſtreut mit dem funkelnden Staub von farbigen
Steinchen. An die Halle ſtieß, durch einen wallenden blauen
Seidenvorhang getrennt, der Krönungsſaal.
Der Vorhang zerteilte ſich jetzt leiſe, wie von unſichtbaren
Händen bewegt. Auf dem weißen Kalkſteinthrone ſaß, laut
kla=
gend vor Schmerzen, der König der Krokodile. Hinter ihm blitzte
die glänzende Wand. Umkreiſt von ſeinen Hof= und Leibärzten
ſaß er dort mit geſchloſſenen Augen.
Aengſtlich ſchaute Na Beſi nach der glänzenden
Verſamm=
lung der gelehrten Herren und mächtigen Würdenträger. Er
getraute kaum, ſich dem König zu nähern.
Der Jüngling aber führte ihn ermunternd zum König. Als
dieſer das königliche Maul zu öffnen geruhte, ſah er nur eine
blutige Maſſe. Der alte Arzt, der das Verdienſt hatte, als
erſter den hölzernen Haken im Gaumen des Monarchen entdeckt
zu haben, kam ſoeben unangenehm in Berühung mit des Königs
linker Vorderhand und beeilte ſich zu ſagen: „Da hinten im
Halſe ſteckt ein fremder Gegenſtand, den Sie aus dem Gewebe
herausholen müſſen.‟ Die Aerzte und Würdenträger ſtellten ſich
rings um Na Beſi in feierlichen Haltungen der Erwartung auf
und guckten neugierig durch ihre liſtigen Augenſchlitzen.
Mit großem Geſchick, als wäre es ihm ein alltägliches
Ge=
ſchäft, langte Na Beſi durch die glänzende Reihe der blitzenden
Zähne, faßte den Haken und löſte ihn mit wenigen Griffen ſchnell
los. Er legte niederkniend den Peiniger dem König zu Füßen.
Aber wie erſchrak er!
Das war ja ſein eigener Haken!
Aber niemand wußte darum, und er hütete ſein Geheimnis
klüglich.
Von ſemen Schmerzen erlöſt, war der Fürſt ſo erfreut, daß
er den Befehl gab, dem Na Beſi hundert Büffel zu ſchenken.
Hinter dem Palaſt war eine große, üppige Wieſe, auf der
zahlloſe Büffel weideten. Die Luft ertönte von ihrem Gebrüll,
als hundert von ihnen durch den Fluß hin nach dem Hauſe des
Na Beſi getrieben wurden, ihm fürder zu gehören.
* * *
Alle Büffel der Cimorleute ſtammen von dieſen ab. Seit
dieſer Seit erweiſt die Nachkommenſchaft Na Beſis dankbar den
Krokodilen göttliche Verehrung. Denn durch die Krokodile kam
der Büffel zu den Cimorleuten.
HImmmf
HIk
Dann ſaß ich am Fenſter meines Hotelzimmers. Sah hinaus
auf Höfe und Gaſſen. Und war erſt einen Cag in der kleinen
Stadt. Und am großen Meer. Und wußte es ſchon, wie lieb ich
ſie gewinnen würdel . . . Der Mond war ein wenig gewachſen. ..
Und ich ſchrieb auf:
Fern rollt ein ſpäter Wagen.
Ein Fenſter klirrt. Man lacht.
Wie bleiche Stirnen ragen
Die Giebel in die Nacht.
Die großen Cürme ſchlafen.
Es liegt ein Schiff im Hafen,
Das hebt und ſenkt ſich ſacht. . .
Abend m Aſſiſi.
Von Georg Grabenhorſt.
Sie wohnten in dem alten Gaſthauſe, das an die
Kloſter=
hofmauer grenzt. Das Wetter war ſehr wechſelvoll. Viel
Negen. Davon hing ein Dunſt in den Straßen und über den
Seldern, von fruchtbaren Säften ſchwer, der den Atem
be=
drängte. Von den unäufhörlichen Wolkenwellen tönte ſich die
ganze Landſchaft in ein eigenartiges, beinahe geheimnisvolles
Gleichmaß von Grau. Es gab nur graubraun, graugelb,
grau=
blau.
Martin Wigand war erſtaunt, daß es mit dieſer
hart=
näckigen Regentönung auch von Noſa, ſehr zartem Grün und
dem dünnen, wäſſerigen Blau der Morgenferne die reizvollſten
Verbindungen gab. Er malte viel in dieſen Cagen. Nur zu
ſeinem Vergnügen, wie er zu Negina Valeri ſagte. Er liebte
den entäußerten Suſtand des Malens. Die Hingabe. Die
Ver=
ſenkung. Man weiß viel mehr von den Dingen, wenn man ſie
ſo gewähren läßt, von uns noch einmal zu werden. In
Wahr=
heit werden wir in ihnen noch einmal! Der Schaffende ſchafft
nicht die Dinge. Die Dinge ſchaffen ihn! Die Dinge neigen
ſich zu ihm, laſſen ihn wiſſen, laſſen ihn teilhaben, verſchwiſtern
ſich ihm. Dem Schaffenden rückt alles näher. Darum iſt er
auch manchmal ſo einſam. . . .
Einmal ſaß Martin Wigand oben an der Burg. Es war
Adend. In einem letzten, ſchnellen Glanze der untergehenden
Sonne funkelte in der Ferne eine kleine Bergſtadt auf. Wie
eine diamantene Krone leuchtete ſie herüber. Einen Augenblick
nur. Dann war der Glanz erloſchen. Die Stadt untergetaucht
und in blauem Grau verſchwunden. Dunkel wogten die ſchweren
Wolken über den hängenden Himmel. Ganz dicht über ihm
trieben ſie dahin. Wie ruheloſe, verfluchte, gigantiſche Schickſale.
Kalt, unheimlich, drohend, wehte ihr Atem.
Martin Wigand fröſtelte. Er klappte das Skizzenbuch
zu=
ſammen und hüllte ſich feſter in ſeinen Mantel. Den ganzen Cag
war er allein geweſen. Früh ſchon war Negina Valeri mit Ina
nach Perugia hinübergefahren. Abends erſt wollte ſie zurück ſein.
Wie gut das war, einmal allein zu ſein! Auch von dieſen
fern, die er liebte. Auch von Negina fern! Nach der er ſich
ſehnen würde, wenn er nun wieder heimfuhr nach Deutſchland.
Vielleicht morgen ſchon. Nach der er ſich ſehnte, vielleicht ſchon
ſetzt, in dieſem Augenblick! Und doch war Alleinſein gut!
Nichts iſt ſo ehrlich wie Alleinſein, wie Einſamkeit. So
un=
bedingt aufrichtig. Gemeinſchaft überredet immer ein wenig.
Ein=
ſamkeit überredet nicht. Einſamkeit iſt kühl und ſchweigſam wie
eine abendliche Kapelle. Niemand hört ſo gut und aufmerkſam
zu wie dieſes Schweigen des Alleinſeins. Vergewiſſert.
Ent=
ſcheidet. Klagt an. Nechtfertigt. Verurteilt. Begreift. Niemand
hat ſo viele Stimmen. Niemand iſt ſo voller Widerſpruch und
niemand widerſpricht ſich ſo wenig. Niemand überredet ſo
wenig. Niemand überzeugt ſo ſehr.
Es iſt wohl richtig, dachte er, was Volkenborn neulich ſagte:
Die große Nähe iſt die Summe der Entfernungen vom Ich. Ein
leiner Betrug iſt aber dabei. Wer iſt denn dieſes Ich? Kenne
ſich das überhaupt? Iſt es das, was in mir fragt und reflektiert?
Iſt es die Bereitſchaft, iſt es der Wille zur Entfernung, der
Wille nach dem Andern in mir? Iſt das, gerade das, dieſes
geheimnisvolle Ich? Eigentlich iſt es beſchämend, daß man
dar=
über nachdenkt, daß man es ganz einfach nicht weiß. Es muß
wohl ſehr gleichgültig ſein. Seltſam iſt nur, daß man alles
plaſtiſch und geſtaltet ſieht, nur ſich ſelber durchaus nicht.
Die Stadt unter ihm hüllte ſich tiefer in Dämmerung. Höfe
und Gaſſen tranken ſich voll Schatten, lagen regungslos und
ſchwer wie Crunkene. Ein feiner Regen ging nieder. Irgendwo
holperte ein Karren über das Pflaſter. Kam von der Mühle.
Wo lag jetzt die Mühle? Wo war das Kloſter? Dahinten,
irgendwo, da unten mußten ſie verſunken ſein.
Es kam jemand den ſchmalen Pfad herauf zur Burg.
Deuk=
lich hörte er die Schritte auf dem feuchten Kies. Die Schritte
blieben ſtehen. Gingen weiter. Von ihm fort, dem Pfade nach,
noch unter ihm, der ſich in wenigen, langen Serpentinen herauf=
Der unfreiwillige Vermittler.
Von Alfred Carl Brieger.
Der unfreiwillige Vermittler iſt ein ſpringlebendiger, kleiner
Cerrier mit hübſch gezeichnetem, dreifarbigem Kopf.
Dieſe kleine Geſchichte — ſie iſt nicht erfunden, ſie iſt wahr,
ich habe alles ſelbſt mitangeſehen — begann aber nicht mit dem
Hunde, ſondern mit einem funkelnagelneuen, geklinkerten
Doppel=
paddelboot
Es ſchaukelte leiſe auf dem Fluſſe, deſſen ſpieleriſches
Wellen=
gekräuſel in der leuchtenden Pfingſtſonne glitzerte, ich konnte es
von meinem verſteckten Beobachutngspoſten im Ufergebüſch gut
betrachten, ohne daß der junge Inſaſſe mich wahrnehmen konnte.
Nun dürfte ein Doppelpaddelboot zu Pfingſten eigentlich nur
ſeiner einzig wahren Beſtimmung dienen, und ich konnte dem
jungen Paddler trotz guter zwanzig Meter Entfernung vom
Seſicht ableſen, daß er da ganz genau ſo dachte, wie ich als
ver=
borgener Suſchauer. Er ſann ein wenig verträumt, faſt wehmütig
ſogar, wie mir ſchien, vor ſich hin: Jetzt habe ich das ſchöne, neue
Boot, an den Ufern blüht der Mai, und ich gleite hier mit meiner
jungen Sehnſucht allein auf dem. Fluſſe....
Ja, mein lieber Junge, ſagte ich mir mit gut gemeintem
Spott, du hätteſt eben vorſorgen müſſen, mit dem Boot allein
iſt es freilich nicht getan. Na, ich will dir von ganzem Herzen
wünſchen ...."
In dieſem Augenblick machte ſich am andern Ufer ein Cerrier
bemerkbar. Er trat mit all der überſchüſſigen Energie in
Er=
ſcheinung, die junge Cerrier nun einmal auszeichnet, ſeine Sprünge
taten ſeinen Gelenken alle Ehre, und es war mit einem Male vor
lauter Gebell und Plantſcherei am Slußufer unheimlich lebendig
geworden.
Wo ſich ein Cerrier zeigt, wird ſein Beſitzer nicht weit
et=
fernt ſein, wenn es auch eine Angewohnheit der Cerrier iſt, ein
tüchtiges Stück voraus die Gegend zu erkunden.
Hier war es eine Beſitzerin, biegſam und ſchimernd wie die
Birken am Uferſaum, frühlingsjung wie der Mai, ſtrahlend wie
die Pfingſtſonne über der Landſchaft. . . .
Umillkürlich hob ich lauſchend den Kopf. . . . Klang nicht
ein ſilbernes Klingen aus der Höhe zu mir heran? Lachte da nicht
in den Bäumen der Maj. . . . ?
Donnerwetter, hatte ſich mein Paddler plötzlich veränderte
Alle Wehmut war wie weggeblaſen, ſtraff richtete er ſich in
ſeinem Boote auf und nahm den Cerrier aufs Korn. Mit
Weid=
mannskenntniſſen kann ich wenig Staat machen, aber ich glaube,
ſo ſammelt der Jäger auf dem Anſtand ſeine Aufmerkſamkeit.
Cerrier werden allerdings nicht zum jagbaren Getier
ge=
zählt, auf alle Fälle mußte aber der Paddler ein großer
Hunde=
freund ſein, denn er ließ kein Auge von dem braun= und
ſchwarz=
gefleckten Geſellen, der fröhlich im ſeichten Waſſer am Ufer
plantſchte. Du dummer Kerl, dachte ich mir, ſieh dir doch lieber
das blonde Mädel an, und denk an dein Doppelpaddelboot und
ſeine einzig wahre Beſtimmung.
Doch der Paddler hatte offenbar ſeinen Kopf für ſich. Er
winkte, er pfiff, er rief „Cerry” und „Flock” und „Nolf” und ein
Dutzend anderer Hundenamen — ſie ſchienen alle verkehrt zu
ſein, der Hund plantſchte ſeelenruhig weiter.
Das ſchimmernde, blonde Mädel ſtand am Ufer, lächelte das
verträumte Lächeln, mit dem die Jugend den Frühling grüßt, und
betrachtete das zarte Paſtellbild der leuchtenden Birken am
Fluſſe — von dem Paddler ſchien ſie keine Notiz nehmen zu
wollen. Sonſt hätte ſie ihm doch zurufen können, wie der Hund
wirklich hieß. Warum tuſt du das nicht? dachte ich, ſiehſt du denn
nicht, daß das Boot ein Doppelpaddelboot iſt — intereſſiert dich
das denn gar nicht ein wenig?
Als Hundefreund ſchien der Paddler aber doch Beſcheid
zu wiſſen, wie man die Aufmerkſamkeit eines Cerriers mit
Sicher=
heit erregen kann. Er kramte in ſeinem Ruckſack und brachte
eine Wurſt zum Vorſchein, ſchnitt ein Ende ab und ließ es
auf=
reizend an der Schnur in der Luft baumeln.
Die Sixigkeit von Cerriers iſt über allen Sweifel erhaben.
Der gefleckte kleine Kerl war ſchneller an das Boot
herange=
ſchwommen, als ich das hier berichten kann, der Paddler zog
zog. Und doch kamen die Schritte auf ihn zu! Denn er wußtg
oder fühlte oder wünſchte es nur, daß es die Schritte Negma
Valeris waren.
Ihr Aufeinanderzugehen war wie ein Kerzenanzünden
zwiſchen ihnen, wie ein Aufeinanderzutragen von Leuchtern. Ein
jäh ausbrechender Glanz aus lauter Dunkel und Nacht. Ein
Phosphoreszieren.
Als ſie den Pfad hinuntergingen, fragte Martin Wigand
nach langem Schweigen:
„Weißt du, wer ich bin? Weißt du, wer du biſt? Kennſt
du ein Ich ... ?
Und Negina Valeri antwortete ihm:
„Du biſt ein Gleichnis. Wir alle ſind Gleichniſſe. Wovon?
Für wen? Was ſollen Namen! Es gibt ſo viele. Was du „Ich’
nennſt, iſt nur ein Hafen, den wir jeden Augenblick verlaſſen, den
wir jeden Augenblick verlaſſen haben. Schiffe auf hoher Seel
Wir ſind unterwegs! EN iſt der Schiffsherr. EN!. Niemand
ſonſt. Wann begegnen wir JHM?. Wann erkennen wir JHN?
Nur im andern hat EN ein Geſicht. In allen iſt EN gleichzeitig
unterwegs. Süße Stunde des Begegnens! EN begegnet und
erkennt nur ſich ſelber! Wohin ER geht? GOCC ſucht ſich
ſelber..
Sie gingen durch ſchläfrige Gaſſen. Kinder hockten vor
offenen Haustüren. Alte Frauen ſchwatzten von Fenſter zu
Senſter. Die Mädchen banden ſich ihre Umſchlagtücher um.
Bur=
ſchen lärmten vor der Schenke. Der Schatten in den
Lauben=
gängen lebte von Geflüſter und Lachen.
„Du wirſt zurückgehen nach Deutſchland, Martin Wigand.
Du wirſt zuerſt viel und dann immer weniger an mich denken.
Aber du wirſt immer Sehnſucht haben. Vielleicht wirſt du dieſe
Sehnſucht mit meinem Namen nennen. Ja, das wirſt du tun. Wie
ich meine Einſamkeit und meine Sehnſucht, die namenloſen. mit
deinem Namen nenne. Wir werden uns nie fern ſein. Auch dann
nicht, wenn wir uns nicht mehr wiſſen. Denn EN iſt in dir und
in mir. ScJN Puls ſchlägt in unſerm. Wir ſahen ScSN
Geſicht zwiſchen uns. . . .
Martin Wigand hielt ihre Hände. Sie ſtanden vor dem
Gaſthauſe. Ina kam ihnen entgegen. Einen Augenblick zögerts
ſie. Dann umarmte und küßte ſie Negina.
Viel ſpäter, als Martin lange wieder in Deutſchland war,
hat ſie es ihrer Verwandten einmal in einer Abendſtunde erzählt,
daß um Regina Valeri damals ein heller Schein geſtanden habe;
nur eine ganz ſchmale Linie. Nur wie ein Saum von Silber.
ihn herein, und der Hund tat ſich an dem begehrten Happen
gütlich.
Das biegſame Mädel ſtand lächelnd am Ufer, betrachtete die
Birken und wollte den Paddler und ſein Doppelboot noch immer
nicht der leiſeſten Aufmerkſamkeit würdigen.
Nach beendeter Mahlzeit wollte der Cerrier prompt ins
Waſſer zurückſpringen. — Hunde ſind eben nicht ſo wohlerzogen
wie Menſchen, danken nicht für Leckerbiſſen und bleiben nicht aus
Höflichkeit, wenn es nichts mehr gibt. Er wollte, aber er konnte
nicht — der Paddler hatte ihn, während er mit der Wurſt
be=
ſchäftigt war, ganz kurz im Boot angebunden.
Natürlich begann der Hund mörderiſch zu bellen, er zappelte,
ſtrampelte und japſte, der Paddler lachte aus vollem Halſe.
„Komm, Putzi, komm”, lockte das Mädel vom Ufer.
„Laſſen
Sie den Hund los!” rief ſie dann, es ſollte heillos zornig klingen,
aber ich konnte aus ihren hellen Augen das mühſam gebändigte
Lachen ſchimmern ſehen. — Der junge Bootsinſaſſe winkte
fröh=
lich auffordernd mit dem zweiten, unbenutzten Paddel. — Wieder
fing ich ein ſilbernes Klingen auf..: doch, das mußte der Mai
ſein, der hoch oben in den leuchtend grünen Birken lachte. . . ."
Von hier bis zum Ende der kleinen Begebenheit —
wenig=
ſtens ſoweit ich ſie verfolgen konnte — vergingen nur noch ein
paar Minuten. Hier die Worte, die wie Cennisbälle vom Ufer
zum Book, vom Boot zum Ufer flitzten. — Es läßt ſich denken,
daß ich meine Ohren ſpitzte:
„Komm, mein Putzichen, komm!”
„Na geh, Putzi, hopp, geh zu Frauchen!‟ Der angebundene
Hund bellt aus voller Kehle, das Boot ſchwankt, der Paddler
will ſich ausſchütten vor Lachen, das Mädel droht mit dem Finger
und weiß nicht, ob es lachen oder ſchelten ſoll. . . .
„Sie ſollen meinen Hund nicht ärgern!“
„Ich hab” ihm doch Wurſt gegeben.”
„Das iſt mein Hund! Laſſen Sie ihn los!” Er läßt ihn nicht
los — ich hätt’s auch nicht getan!
„Darf ich ihn nicht ans Ufer bringen?”
„Soll ich Ihnen noch eine Einladung ſchicken?”
Ein paar leichte Schläge laſſen das Boot ans Ufer gleiten.
Es berührt das Land mit der Spitze, in der der Cerrier nicht
an=
gebunden iſt.
Die Entfernung war jetzt zu groß geworden, ich konnte nur
noch den Klang der Worte hören, nicht ihren Sinn verſtehen. Der
fPaddler forderte das Mädel wohl auf, ihren Putzi ſelbſt
loszu=
binden, ſie lächelte, zögerte, fragte, er gab Antwort, ſie wies auf
das Boot, er erklärte, hin und her flogen die Worte — endlich
reichte er ihr die Hand, zog ſie ins Boot — und Putzi, der
unternehmungsluſtige Cerrier, wurde trotz allen fordernden
Bel=
lens nicht losgemacht.
Langſam glitt das Doppelpaddelboot, nun doch noch ſeiner
einzig wahren Beſtimmung zugeführt, auf dem Fluſſe dahin —
vorne ſaß aufrecht, witternd und ſchnuppernd der Hund, dann kam
das ſchimmernde Mädel, hinter ihr der junge Bootsinhaber — in
ſanftem Gleichſchlag tauchten die Paddel ins glitzernde, mit
Sonnenkringeln betupfte Waſſer ein. . . ."
Nicht weit von meinem lauſchigen Verſtechk entfernt beſchrieb
der Fluß einen Bogen und entzog das Boot meinen Blicken —
nur ein helles Gelächter klang dann noch zu mir herüber, und ein
ſilbernes Klingen aus der Höhe antwortete ihm . . . . in den
Bäumen lachte übermütig, allen Blühens und Werdens froh, der
junge Sieger Mai.. . .
Hochbefriedigt, ein Lächeln um die Lippen, Wärme im Herzen,
richtete ich mich auf und ſah auf den Fluß hinaus. Einen Wunſch
ſandte ich dem Boot noch nach auf ſeiner Frühlingsfahrt: Eine
lange Fahrt voll wunderbarer Erfüllung ſollte es werden, jene
Fahrt ins Sehnſuchtsland aller Jugend, die ſtets im Mai ihren
Ausgang nimmt. . . .
Parole der Ueppigkeit.
Von Bruno Manuel.
*
„Wie ſtehts?”
fragte der Schönheitsmittelfabrikant mit den
zwanzig Millionen Quartalsumſatz, Erfinder der berühmten
Ent=
fettungstabletten „Beautifix” und anderer biochemiſcher
Er=
rungenſchaften. „Werden wir die ſchlanke Linie noch lange
pouſſieren?”
„Sie bekommt den Frauen ausgezeichnet”, konſtatierte aus
purer Nächſtenliebe der graumelierte Kommerzienrat,
Aufſichts=
ratsvorſitzender des Mammutkonzerns maßgebender Modehäuſer
(MmM). In ihm ſieht die vornehme Damenwelt den Urheber
aller Stile ſeit zwanzig Jahren. Dieſer nervöſe, hart um die
jährliche Verdoppelung ſeines Privatbeſitzes ringende Mann hat
ſich emſig den Kopf zu zerbrechen. Die Damen haben das
Ver=
gnügen, die hohen Preiſe zu bezahlen.
„Wie geſund das Schlanke iſt!” jubelte er. „Wir brauchen
weniger Stoff, weniger Garn, weniger Futter, weniger Lohn. Zu
einem modernen Kleid gehört faſt nichts. Und das ſoll aufhören?”
„Ich für mein Ceil möchte mal wieder mehr Fleiſch ſehen”,
behauptete der Cablettenfabrikant. „Die Frauen ſind in einem
Grade dünn geworden, der nicht mehr zu unterbieten iſt. Wir
brauchen einen neuen Schlager. Meine Cabletten haben ihre
Schuldigkeit getan. Der Umſatz iſt im verfloſſenen Monat auf
Dreiviertelmillion geſunken, auf einen Pappenſtiel alſo. Kaum
zwanzig Prozent ſind Neinverdienſt. Davon kann man auf die
Dauer nicht leben!” Er goß ſich einen Kognak ein. „Die
vor=
nehme Frau iſt der ewigen Magerkeit müde. Ihr leerer Magen
lechzt nach Cabletten, die Fett anſetzen!”
Er ſchien geneigt, mit Hilfe einer zauberhaften Cablette und
nie dageweſener Inſerataufträge die Nenaiſſance der Fülle zu
ſtarten.
„Kommt nſcht in Frage”, fiel ihm der Kommerzienrat ins
Wort. „Noch iſt der Markt zu lebendig. Man muß
Konfek=
tionär ſein, um zu wiſſen, wann den Frauen ihre Magerkeit
zuwider iſt!“
„Wiſſen Sie was?‟ Der Fabrikant goß ſich einen Kognak
ein. „Wir werden fuſionieren!”
Dem Kommerzienrat ſtieg die reine Selbſtloſigkeit ins
Ant=
litz. Er rief, aufs Heftigſte ergriffen:
„Darüber läßt ſich reden!” Und er ſah ſeinem Aktienbeſitz
Pakete Kosmetik=Union zufließen. „Iſt übrigens was Wahres
an Ihrem Beautifix?” fragte er zwinkernd.
Der Fabrikant warf ſich in die Bruſt.
„Eine von Kapazitäten der Wiſſenſchaft begutachtete
Sache!” Und dann deutlicher: „Beautifix iſt von einem
aner=
kannten Chemiker derart glänzend begutachtet worden, daß dieſer
Chemiker eine Reiſe nach Agypten machen konnte!”
„Was Sie nicht ſagen!”. Der Kommerzienrat ſtrich ſich de
Kinn.
„Beautifix zielt auf Vermehrung der Galle hin. Ohne ge
ringſte Aufregung führt es zu einer tadelloſen Abmagerung! Dr.
Pillen täglich, und Sie werden zuſehends dünner!“
Der Kommerzienrat fing an, ſich zu intereſſieren.
„Ich muß geſtehen, daß mir die Analyſe gefällt!” Un
lächelnd ſetzte er hinzu: „Ich würde Ihrem Präparat auch Glau
ben ſchenken, wenn es zur Erzielung üppiger Körperforme
dient!“
„Herr Kommerzienrat! Unſere enormen Warenvorrät
rechtfertigen einen ſolchen Sweck durchaus. Und wir ſind ſoga
entſchloſſen, eine Aera der Korpulenz damit einzuleiten. Könne
wir auf Ihre Mithilfe rechnen?”
„Moment mal!”
Der Kommerzienrat ſchloß die Augen und rechnete.
„Gemacht”, rief er dann. „Der Mammutkonzern maß
gebender Modehäuſer in Suſion mit der Kosmetik=Union wir
die Parole der Uppigkeit verkünden. Iſt er ſich doch deſſen ge
wiß, daß in einer drallen Sigur die wahre Schönheit wohnt —
wenigſtens, ſolange die Kaufkraft anhält!”
Der Cablettenfabrikant goß ſich einen Kognak ein.
„Was ich ſagen wollte,” fuhr der andere fort, „Sie müſſe
aber eine neue Analuſe für Beautifix in Auftrag geben.”
„Iſt ſchon da — von derſelben Kapazität!”
„Und lautet?‟
„Beautifix erzeugt mühelos jeden gewünſchten Settanſatz
indem es die Sunktion der Galle eindämmt!“
Die Herren erhoben ſich aus ihren Klubſeſſeln, legten di
Hände ineinander und goſſen ſich einen Kognak ein.
Cheater=Anekdoten.
In Neumarkin der Oberpfalz wurde ein Settel vertrieben
auf dem die Jubiläums=Feſtaufführung der „Verſunkenen Glocke‟
angekündigt wurde. An der Spitze des Settels prangten
einge=
rahmt die Worte „Benefiz= und Ehrenabend für Frau Direkto
Laura Blodek, Gerhart Hauptmanns beſtes Werk”,
Eine ſenſationelle Enthüllung, zu der ſich der
Dichtervate=
ſelbſt äußern ſollte.
Im „St. Wendeler Volksblatt” befindet ſich eine Anzeige de
„Zentral=Kino‟. Darin heißt es:
„Ehefreuden”, 5 Akte. In dieſem prachtvollen Schwanl
paaren ſich die erſten nordiſchen Künſtler und Künſtlerinnen.
*
Im Inſeratenteil der in St. Gallen erſcheinenden Seitung
„Die Oſtſchweiz” vom 27. Januar 1912 wird angekündigt:
Stadttheater St. Gallen.
Samstag, den 27. Januar 1912,
abends 8 Uhr:
Kleine Preiſe.
KönigLehar.
Crauerſpiel in 5 Aufzügen von
W. Shakeſpaere.
EETSchach
Aufgabe 381.
Nummer 260.
M. Havel (Koſtal) in Weinberge bei Prag.
(Tidſkrift för Schack 1923.)
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kal Dhs Tc2 e2 (4);
Schwarz: Kd3 Tg6 Sd6 h4 Ba5 f6 g4 (7): 34
Aufgabe 382.
Dr. H. W. Bettmann in Cincinnati
(Good Companion, 1920.)
Beiß: Xh8 Dg1 Ta6 d2 Ld3 805 Bc4 e2 (8);
Schwarz: Ke5 Dh3 Th4 Lf8 Sg7 Bd4 f4 h6 (8).
Matt in zwei Zügen.
Briefkaſten: L. S.: Aufgabe 377. 1. Dg62 I.f5!
II
Kätſel
Röfſelſprung von Carl Deubel.
der lieber ſo mehr im ſchlicht die haſt dich halm das warnt er= m dem nein gott je- o du und kö- ſein mil= erhalt blüm- Königin auch wird er= freun liebe dank= dei= hi= land daß ja für die nigs- treu dem fromm lein ſchild kein Kleinen einer Waiſenanſtall gern mit ten und tal dei= beim Beſuch der Königin ſaal uns ſtrohl hauſes ja uns iſt 841 lacht uns wir dacht tiefſte Es in ne die — der klein ge- laß ſo dieſes mutter denn ſcheint zu ſich nodl ge= wir mild das hand die te er= nens armen drum an.- lei klein wor= barmt nicht Son ſind ſein kön- ſtets Silbenrätſel.
Aus den Silben: a — a — bahn — ber — da — dar — di
ei — eng — ger — il — irr — kü — land — lent — me — mes
nau — ni — va — ra — re — ri — ſen — ſent — ſinn — ſtan
ta — te — ter — um — wal — wi — win ſind 13 Wörter zu bilden,
deren Anfangs= und Endbuchſtaben, beide von oben nach unten geleſen,
ein Sprichwort ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Jahreszeit, 2.
König=
reich, 3. Figur aus „Aida”, 4. Rinderart, 5. Stadt in Thüringen, 6. Fluß
in Afrika, 7. Schulheft, 8. Fahne, 9. Volksſtamm, 10. Verkehrsmittel,
11. Alte Münzeinheit, 12. Wagneroper, 13. Geiſteskrankheit.
Magiſche Quadrate.
41 4 A v AI TAI 4 4 D E E B B B B T T T TI U 0 0 TI T R FI R 8 5 AI 4 EIE E E I. I I. T 0 EI 8 gI51 Die Buchſtaben in vorſtehenden 3 Quadraten ſind ſo zu ordnel,
daß die wagrechten und ſenkrechten Reihen gleichlautende Wörter von
folgender Bedeutung enthalten: 1. Quadrat, 1. Befeſtigungsbau, 2.
Muſik=
dichtung, 3. noch eime Muſikdichtung, 4. Mutter von Kaſtor, Pollux ud
Helena; 2. Quadrat: 1. arabiſche Hauptſtadt, 2. vielgenannter Gork=,
3. Ankertonne, 4. Kriegsgott; 3. Quadrat: 1. Haustier, 2. Salzlöſung=
3. Frauenname 4. Shakeſpeareſche Geſtalt. — Die in die fett umrane
deten Felder fallenden Buchſtaben nennen eine herrliche Gottesgabe=
Ornithologiſches.
oe, L ...e, G.o.r, T..o..h
B..
T.o. e, K..o. .h, P...a. i, M. . oe,
Po...... S... . . o g R.o...... . n, A..Oh
P.o..n
An Stelle der Punkte ſind Buchſtaben zu ſetzen, ſo daß 13
Voge=
entſtehen; die auf die fetten Punkte fallenden Buchſtaben nennen dann
Carl Deubel.
wieder Vögel.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 21:
Kreis=Rätſel.
1—2 Eimer, 2—3 Ruſſe, 3—4 Enkel, 4—5 Lauge, 5—1 Eliſe.
„Muſik”.
Magiſches Quadrat.
Gerüſt, Rüſſel, Stelle.
Kreuzworträtſel.
Wagerecht: 1 Hegel, 7 Sinai, 8 Elda, 10 Eros, 11 Prol=
13 Olm, 15 Magen, 18 As, 20 irren, 22 Spa, 25 Samum, 26 Oger=
28 Eton, 29 Adele, 30 Ebers; — ſenkrecht: 1 Hirn, 2 enorme
3 Gas, 4 Ei, 5 Klio, 6 Adelf, 8 er, 9 Armin, 11 Pferd, 12 Agram=
14 Kaſſe, 16 Ai, 17 ne, 19 Spatz, 21 Neger, 23 Amor, 24 Wels, 27 Me=
Streichholz=Rätſel.
ete eleie e eilcheh enahe elen
—Verantwortlich f. d. Redattion: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1, B89—B32. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſches: F. Haußmann, alle in Darmſtadte.
[ ← ][ ][ → ] „Immer Ruhe nach der Wendung!” — däß is en alter mille
deriſcher Grundſatz, un ich waaß zwar net, ob er im altbreißiſche
Exerzierreſchelemang ſteht, awwer däß is aach gleichgildich,
wich=
dich is nor, daß mer ſich den Grundſatz zu eiche macht, un dhut
n in alle Läwenslage behärziche un befolche, un däßhalb ſag
ch nochemol: „Immer Ruhe nach der Wendung!” — un was
nich abelangt, ſo bin ich jo aach gewiß net ſo, daß ich wääche
edem bische gleich aus em Haische kumm un äbbes am Straißche
dab un en Mordshalles verfiehr, ſundern ich bin zimmlich
fläch=
nakomiſch veralagt un ſag mir äwenfalls, wann aach heechſt
inmillederiſch: „Nur die Ruhe kann es machen!” — dann
nem=
ich die Ruhe is des Birchers Flicht, wann äbbes geſchieht, wom
wäddern Strich geht, un do därf mer net gleich ſei gud Erziehung
dergäſſe un an de Wand enuff krawwele wolle, ſundern mer
eecht ſich, drittens ißt mer’s zweidens net hääßer als mer’s
rſtens gekocht hott, un es is ja gottlob net ſo, daß nie nix ſo
chlimm kimmt, als wie mer’s denkt, ſundern meiſtens noch viel
chlimmer, drotzdem glaab ich net, daß jetzt, noochdem bei däre
Wahl der Wahlzeicher widdermol nooch links ausgeſchlage
ſott, weil mer rechts dem Grundſatz gehuldicht hott: „Der
Starke iſt am mächdichſten allein!” un hott aus lauder
Unver=
rumft, Dickkebbichkeit, Wichdichduerei „Baddeiercher” uffgemacht
or alles un jedes, ſodaß kaa S.
hobbla, ich hett beinoh
zeſagt, ſodaß kaa Sau mehr drauß eraus kumme is — alſo ſodaß
echts in dem bollniſche Wahlſalad die „deitſche Einichkeit”
vidder emol dermaße zum Ausdruck kumme is, daß diejeniche
velche, wo’s bedrifft, ganz verzweifelt nooch ere Ausredd ſuche,
ingefehr wie ſäll Biebche in de Schul, däß wo in=eme heechſt
riddiſche Moment, un noochdem des Malleer baſſiert war, aus
auder Angſt geruffe hott: „Herr Lehrer, es hatt mir einer in die
Hoſe gemacht!“
(Ich muß noch emol vun vorne affange, dann ich hab ganz
dergäſſe, zwiſchedorch als emol en Punkt zu mache.)
Alſo indem ich jetzt die Reſuldatergebniſſe vun dere
Reichs=
agswahl bedrachte dhu, un mich dodebei freundlichſt an die
Broffezeiunge erinner, die wo als vorher gemacht worde ſind, ſo
immt’s mir vor, als weer’s bei einiche vun dene Brofeede genau
o gange, wie bei ſällere Wahrſagern, wo zu ihre Glaiwiche
ge=
agt hott: „Es is noch immer annerſt kumme, wie daß ich eich
jeſagt hab, awwer ich ſag eich, dißmol kimmts ganz annerſt!“
In ſo is es bei de Reichsdagswahle dißmol ganz annerſt kumme,
remlich ſo annerſt, daß die Wehler derardich links gewehlt
ſawwe, daß de Eifiehrung vun=ere Rechtsrechierung nix mehr
m Wähk ſteht, dann es ſcheint mir ſo, als wann die
Rechierungs=
nacher zu de Wehler heeflich awwer beſtimmt ſage dhete, geht
hr linkswärts, laßt uns rechtswärts gehn=
Freilich, wann’s noch annerſter kimmt, dann is die Frag
die: was wärd dann aus meine Neehmaſchien! — wärd mer die
etzt im Handrumdrehe „ſozialiſiern” odder „natzionaliſiern”
dder kann ich ſe drotz „Maxismuß” aach fernerhie als mei
Brifateigentum bedrachte, un kann zum meim un de
innern Leit ihrm Vergnieche weiterſtichele, uff eiche Rechnung
in Gefahr ..
Awwer wann ich mer dann die Sach in Ruh ſo iwwerleg,
vo ſag ich mir: die kimfdich Rechierung mag wärrn wie ſe will,
in meine Neehmaſchien wärd ſe vorerſt kaa Indräſſe hawwe,
dann aller Vermudung nooch wärd ſe ſällwer froh ſei, wann
e bis zu de nechſte Wahle zimmlich ungeſchorn un ungerobbt
devo kimmt. Un bis dohie hotts mitm „ſozialiſiern” un „
natzio=
taliſiern” gude Wähk ..."
Den ſchwerſte Stand in ſo=ere verquickte Wahlzeit hawwe
fraglos die hoche Herrn Miniſter, un ich glaab, daß es unſerm
Reichskanzler als emol recht ſchummerich zumut gewäſe is, un
gornet ſo, wie annern Weiwer. Un es muß aam aach ganz
komiſch vorkumme an ſo Däg, indem mer baddu nix dhu kann,
un ganz a fach die Hend in Schoß leeche muß, un abwarte muß,
was bei ſo=ere Wahl erauskimmt. Dann ſeecht mer äbbes, ſo
gibt mer unner Umſtend dem Dreck e Ohrfeig un ſteht mit baade
Fieß im Salad; un ſeecht mer nix, ſo is es womeglich aach net
recht, un mer hott ſich erſt recht mitte in die Soß eneigeſetzt. Alſo
wie mer’s macht, is es falſch, un ich hab mir ſage loſſe, däß
weer bei Miniſter net bloß in=ere Wahlkambannje ſo, ſundern
ganz im allgemeine.
Die Gefiehle, die wo ſo Miniſter in dene Wahldäg hawwe,
un ausſteh miſſe, die kann ich mer am beſte vorſtelle, wann ich
mer denk, wie’s aam als gewäſe is, in de Schul, ſo vorm
Ver=
ſetze. Die Uffgawe hatt mer gemacht, un de Lehrer hatt ſe
eige=
ſammelt, un jetzt hott mer ſage kenne: „Helfe kann mer do net
mehr, jetzt haaßt’s halt abwarte un zugucke, was debei
eraus=
kimmt.” Un dann hott mer ſich als en Iwwerſchlag gemacht un
hott ſich ausgerächent: „Alſo im Schreiwe, do mag’s grad ſo
lange, im Rechne ſchließlich aach noch, awwer in de Oddogravieh,
do muß es gut geh, wann’s zu „genügend” langt: im Singe un
Torne langts dohärngääche zu „ſehr gut”; awwer dann die
Geſchichte, un die Scheometrie, au, au.” Un dann is mer erum
geloffe, wie e geſchlagener Briefdräger, voller Angſt un Sorje,
daß es net mehr ſchee gewäſe is, bis mer endlich ſei Zeigniß krickt
hott, un hott geſähe, wie die Ackzie ſteh. No un do hott mer als
widder ufſgeſchnauft, un hott widder ei geſähe, daß es doch
eichentlich recht nett is uff de Welt.
So ungefehr denk ich mer, is es aach dene Herrn
Reichs=
miniſter zumut gewäſe, grad wie uns in de Schul, vorm Verſetze.
Der aanziche, der wo valleicht mit gelaſſener Ruh dem
Wahl=
exame entgääche geſähe hott, däß wärd ſchließlich de Juſtav
Streſemann gewäſe ſei, dann wann der ſich ſein Iwwerſchlag
zuſammegerächent hott, do wärd er ſich valleicht geſagt hawwe:
„Alſo im „Fleiß” un im „Betrage” kann mer’s net fehle, do muß
ich e gut Zeichnis krieje, im „Engliſche” un „Franzöſiſche” aach,
im „Rächne” haberts dohärngääche e bische, äweſo im „Dickdad”
awwer was dohärngääche im „Schriftliche” fehlt, däß mach ich
im „Mindliche” widder wett —
No un ſo hott’s jo aach
allen Aſchei”, als wann er mit ſeim Iwwerſchlag recht behalte
hett, dann däß Zeigniß, däß wom bei de Wahle ausgeſtellt is
worn, war immerhie ſo, daß es em zum Verſetze langt . ..
Weil ich awwer grad vun de „Zeigniſſe” geredd hab, do
mecht ich noch ſage, daß aam dißmol e ganz beſunners ſchlecht
Zeigniß blieht, un däß is niemand annerſter als — de Herr
Mai, net der Siegfried Mai, ſundern der ſogenannte
Wonne=
monat Mai, dem langts heechſtens zu „kaum geniechend”. — Ich
mecht iwwerhaubt emol wiſſe, vun was der Mai ſein Name
ab=
leide dhut; vum ſcheene Wädder ſicher net. Es war jo allerdings in
meine Juchend (lang, lang iſt’s her!) mit dem vielgeriehmte
Wonne=
monat aach ſchun net viel los. Däß geht ſchun aus dem ſcheene
Lied hervor, wo als immer die Harfe=Jule geſunge hott, un wo’s
haamdickicherweis aach ſo aſch drinn räjend, un wo’s däßwäje
am Schluß vun jedem Vers äxdra haaßt: „Oh ſcheene Zeit, oh
ſeelſche Zeit, ſie drug ein balaukarriertes Kleid” un ſo. — Domols
hotts awwer im Mai haubtſächlich nor geräfent. Neierdings
macht ſich awwer im Mai e Kelt bemärkbar, wie ſe ſälbſt im
Hochſummer zu de Seltenheite geheern dhut. Un faßt macht’s
aam den Eidruck, als weer der wonniche Mai Agent vun de
Kohlebergwerke, dann ſeit die die Kohlebreiſe in die Heeh
geſetzt hawwe, is der Mai druff aus, daß mer jo mitm Eiheize
ſo ſchnell noch net uffheern kann.
Iwwrichens außer de Kohlebreiſe ſteiche jetzt aach langſam
awwer ſicher . .."
Naa, dodevo will ich nu heit net aach noch affange, dann
wie ſoll ich do de Leit am Schluß mit gude Gewiſſe „
freeh=
liche” Pingſte winſche kenne —. Un däß mecht ich doch, un zwar
vun ganzem Härze un mit ganzer Seele. Un ich hett gärn
paar entſprächende Pingſt=Vers dezu gedicht, awwer ich hab mer
wärklich net gedraut; ich liwwer ſe nooch, wie mer mitm Wädder
einichermaße im Gerick ſin. Un in dieſem Sinne nix for ungut
un drotz alledem: Freehliche Pingſte allerſeits!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Jetzt kumme mer die äbſche
Manns=
leit aach noch un wolle was raus hawwe. No die Lättſchgickel,
die warwaaſche, die kumme mer grad geſchliche. Aaner ſchreibt
mer ſogar aus Rudolsſtadt un ſpielt ſich als die beleidicht
Blut=
worſcht uff, un ſeecht, er weer jetzt bei ſeine Fraa un Dochter
unnedorch, dann die dhete’n nor noch als „borniertes
Manns=
bild” äſtimiern, un mein ganzer Rooches kemt bloß doher, weil
ich „ſitze” gebliwwe weer, un däßhalb ſon Mordsgift uff die
Mannsleit hett. Jau, Schmuß! — Ich brauch heit noch die
Hand auszuſtrecke, do hab ich an jedem Finger zehe. (Die is
dodal gepickt! Der Setzerlehrling.) Naa, ſo is es awwer mit dene
Herrn der Schöbfung, wann de Kram verbummbeidelt is, do
kumme ſe mit fadenſcheiniche Erklärunge, wie zum Beiſpiel der
Sportsverein mit ſeine Lodderie. Daß ſich der
verehr=
liche Vereinsvorſtand die Sach ſo bequem mache dhet, däß hett
ich mer wärklich net gedenkt. Jedenfalls is der ideelle Schade
greeßer wie der maddrielle! — Es därft ratſam ſei, daß
mer ſich kimfdich die Herrſchafte, die wo in Lodderie mache wolle,
ſehr genau a guckt, un nor dann die Genehmichung gibt,
wann jemand ſollvendes dehinner ſteht. — No, die paar Mack,
wo mer for die Sportvereins=Lodderie geobfert hawwe, wärrn
mer ſchließlich jo aach noch verſchmärze kenne. Gott, mer hott in
de letzte Johrn ſo oft un ſo grindlich uff unfer „Gutglaiwichkeit”
ſpeckuliert — bis ſe uns de letzte Heller abgeſchwätzt hatte. So
is mer dieſer Dag vum Darmſtädter Sparverein de
Uffwertungs=
betrag vun 3000 Mack — ſage un ſchreiwe: dreidauſend Mack
aus=eme franzöſiſche Babierche zugange in Heehe vun — Null
Komma fimfunfuffzich Mack, gleich 55 Fennich. — For’s
Niewer=
gall=Denkmal nadierlich, net for die Stadtorjel . .
Jetzt, was zu dem gerlante „große” Saalbau=Umbau zu
ſage weer, daß hab ich ſeiner Zeit ſchun geſagt, wie die Idee
uffgedaucht is. Ich vergleich die ganz Umbauerei mit dem
Hoſe=
knobb, an den mer ſich en neie Azug mache leßt. — Wos debei
noch net emol unnerſchriwwe is, ob er aach „ſitzt‟ Denn in däre
Beziehung hab ich mit unſerm ſcheniale Stadtbaumaaſter ſchun
allerhand Erfahrunge gemacht . .. vun de ſogenannte „Auguſtick”
gornet zu redde; wo awwer ſchließlich doch des Wichdichſte
is, viel wichdicher wie die — „Kloſättallage”, uff dene bei jeder
Geläächenheit erumgeritte wärd; als wann mer bloß dene
zulieb in Saalbau gingt . ..
Daß mit däre geblant gewäſene Ausſtellung vum „Heſſiſche
Handwerk” nix wärd, däß is ſehr bedauerlich. Iwwerhaubt ſieht’s
mit Ausſtellunge hier ſchei' aus, mer hott ſcheints die Nas voll.
No ich denk, wann erſt emol der ſogenannte Ratskeller ganz
leerſteht, dann kann die Stadt ihr „Heldenſticker” drinn zeiche,
gewiſſermaße gebt däß dann ſo=e „Ausſtellung abſchreckender
Bei=
ſpiele‟ — Awwer ich will net aus de Schul ſchwätze . . .
Weil ich grad „Schul” geſagt hab, do mecht ich mich ere
aige=
nehme Flicht endlediche. Nemlich am 31. Mai feiert e „Kolleechin”
vun mir, namens Margarethe Fuchs, Eliſabethenſtroß 25½
ihrn ſächzichſte Geburtsdag. Es is e Enkelkind vun unſerm
letzte Ehrenborjemaaſter Fuchs (1863—1874), wo Eck vun de
Holz= un Langgaß gewohnt hott, un wo aach mei „Kolleechin
geborn is. Schad, daß däß Haus net mehr ſteht, ſunſt hett mer
e Gedenkdafel a’bringe kenne. Awwer mer wärd aach ſo meiner
Kolleechin vun de Nadel gedenke, un ihrm vorbildliche un
äächensreiche Wirke als „Neehdern” un Leiderin vum
Handarbeitslehrerinne=Seminar. Un wie geſagt: wann die hoch
Brodäckdorin, un die Fraa Präſendendin vun de Alixeſchul meine
Kolleechin graddeliert, do mecht aach ich unner de Graddelande
net fehle. In dieſem Sinn, Grethe Fuchs, alles Gute zum
ſächzichſte!
Der zeitgemäße Haushalt.
Die zweckmäßige Behandlung der
Kuchen=
bleche. Die meiſten Hausfrauen laſſen es ſich nicht nehmen,
im Sonntag mit ſelbſtgebackenem Kuchen aufzuwarten, zumal,
venn ſie zu der Einſicht kamen, daß die obligaten Butterſemmeln
durch die dafür notwendigen „Aufſtriche” ihr viel teurer zu ſtehen
ommen. Sehr viele ſtellen nun die gebrauchten Kuchenbleche
ichtlos beiſeite. Doch auch ſie verlangen eine zweckmäßige
Be=
handlung. Werden ſie z. B. nicht von der Außenſeite eingefettet,
o verroſten ſie durch die Einwirkung der Kochdämpfe oder bei
Aufbewahrung in der Speiſekammer durch Temperaturwechſel.
Ferner ſollte man die Bleche ſofort nach Gebrauch mit
aufgeſtreu=
kem Salz und Zeitungspatier abreiben, um anhaftende
Mehlrück=
ſtände uſw. zu beſeitigen. Von Zeit zu Zeit aber unterziehe man
die Bleche einer gründlichen Reinigung durch Scheuern
mit kochendheißer Dixinlauge, um das vom Einfetten der Bleche
zurückgebliebene Fett zu entfernen, da es ſonſt durch
Ranzig=
werden dem neuen Gebäck einen unangenehmen Geſchmack verleiht
Leuchtende „Waſſerfallen” zum
Mottenfan=
gen. Da bekanntlich die Motten bei künſtlicher Beleuchtung aus
ihren Verſtecken kommen und beutelüſtern im Zimmer
umher=
fliegen, iſt es ratſam, ſogenannte Waſſerfallen während der Nacht
aufzuſtellen. Dazu werden Waſſer= oder ehemalige
Marmelade=
gläſer bis zu Dreiviertel ihrer Höhe mit Waſſer gefüllt, etwas
Oel darüber gegoſſen, das zum Tragen eines ſchwimmenden
Nachtlichtes beſtimmt iſt. Darauf werden dieſe Gläſer in ein bis
zur Hälfte gefülltes Waſſerbecken geſtellt, ſo daß die nach dem
Lichte fliegenden Motten in das Waſſer fallen können.
Kabeljau mit grüner Soße. Gekochter Kabeljau
wird in großen Stücken von den Gräten gelöſt. Inzwiſchen rührt
man ein hartgekochtes Eigelb mit einem friſchen, ſowie Salz und
Pfeffer und etwas Senf, drei Löffel Salatöl und Eſſig zu einer
dicken Soße. Dann wiegt man Peterſilie, etwas Kerbel, Eſtragon
ſowie zwei Löffel feine Kapern recht fein, verrührt alles mit der
Soße. Eine Stunde vor Genuß zieht man mit einer Gabel jedes
Fiſchſtück durch dieſe Soße, ſchichtet ſie in einer Glasſchüſſel auf,
gießt den Reſt der Soße darüber und reicht zu dieſer feinen, mit
Zitronenſchnittchen, Salatblättchen und Eivierteln garnierten
Schüſſel Semmel oder Butterbrot.
Einfacher Spargelſalat. Geſchälten,
kleingeſchnitte=
nen Spargel, weichgekocht, richtet man mit Eſſig, Oel, Salz und
wenig Pfeffer an.
Rettichſoße für Fiſchſülzen. Einen ſchwarzen
Rettich ſchält man dünn, reibt ihn auf dem Reibeiſen, woran
man ihn mit Salz, etwas heiß aufgelöſtem Süßſtoff, Eſſig und
Oel nach Bedarf verrührt.
Speiſezettel.
Sonntag: Kerbelſuppe, Spargelgemüſe mit Räucherlachs.
Montag: Iriſh Stew. — Dienstag: Eierkuchen mit
Salat. — Mittwoch: Rhabarberreis mit gebratener Leber.
— Donnerstag: Peterſiliengemüſe mit Spargel und
Rinds=
herz. — Freitag: Gebratener Goldbarſch mit Dillſoße.
Samstag: Reis mit Spargel.
Das Brot.
Von Hertha Ludwig.
Schwarzbrotſuppe.
Was braucht man? 1 gehäufter Suppenteller voll
würfelig geſchnittenen Schwarzbrotes wird in Bratenfett geröſtet,
4 Eier, etwas Butter und 1½ Liter Fleiſchbrühe.
Wie macht man es?. Das geröſtete Brot wird in der
Brühe etwa ½ Stunde gekocht und mit Setzei (für jede Perſon
eines) ſerviert.
Rhabarberſuppe.
Was braucht man? 1½ Pfund Rhabarberſtengel, 125
Gramm Zucker, 2 Stücke altes Brot, etwas Salz, 3 Eier, 1 Reſt
Eierkuchen.
Wie macht man es? Die geſchälten Stengel werden mit
dem Zucker und dem Brot glatt gekocht, mit den Eiern „
abge=
zogen” und dem zierlich geſchnittenen Eierbuchen ſerviert.
Saure Milch.
Was braucht man? 1 Liter Milch, 1 Taſſentopf
ge=
riebenes Schwarzbrot, 50 Gramm feinen Zucker, etwas Zimt.
Wie macht man es? Süße in Satten gegoſſene Milch
wir dſobange zur Seite geſtellt bis ſie ſauer iſt, dann wird ſie im
ſelben Gefäß ſerviert, in welchem ſie aufgeſetzt war und wird
mit Zimt, dem Schwarzbrot und Zucher überſtreut gegeſſen.
Weichſelkirſchkuchen.
Wasbrauchtman? ¼ Pfund geſchälte, geriebene
Man=
deln, ½ Pfund geriebene Schokolade, 1 Taſſentopſ mit Rum
be=
goſſenes, geriebenes Schwarzbrot, die Schale einer Zitrone,
welche auf Zucker abgerieben iſt, ¼ Pfund Zucher, 6 Eier, 1 Priſe
geſtoßene Nelken und Zimt, 3 Pfund Kirſchen
Wie macht man es?. Mit den Gelbeiern wird der Zucker
ſchaumig gevührt, indeſſen werden die anderen Zutaten,
Man=
deln, Schwarzbrot, Schokolade, Zitronenſchale und die Gewürze
gewiſcht, zu dem Gelbeizucker hinzugefügt, in eine gut
ausge=
butterve Form gefüllt und abwechſelnd mit den entſteinten
Kir=
ſchen lagenweis geſchichtet. Die letzte Lage obenauf muß der Reſt
des Teiges bilden. In mäßig heißer Gasbackröhre wird der
Kuchen etwa ¼ Stunde gebacken.
Der Telephoniſt: „Herr Untermann, Sie werden am Telephon
ver=
langt!”
(Söndagsniſſe=Strix.)
Praktiſche Reiſekleidung.
Wir Frauen müſſen praktiſch denken, wenn wir uns
unſere Garderobe zuſammenſtellen und beſchaffen;
nichts darf unüberlegt gekauft werden — und wenn
es uns noch ſo gut im Schaufenſter oder bei einer
Q—
Freundin gefällt . . . Wer ſich z. B. einen Mantel
kauft oder arbeiten läßt, ſollte ſtets ein Modell
wäh=
len, das in ſeiner Form, in ſeinem Material und in
ſeiner ganzen Verarbeitung ſich als zweckmäßig und
praktiſch für die Reiſe — ſofern eine in Ausſicht ſteht
— erweiſt. Und was iſt praktiſch und zweckentſprechend
für die Reiſe? Von den Formen ſind immer die
ein=
fachſten am geeignetſten, Formen, die gerade und da=
bei nicht zu knapp ſind und deren Garnierung nur
auf einer erſtklaſſigen Verarbeitung beruht. Schöne
kleidſame Paſſenformen zum Beiſpiel ſind für Reiſe= UML
N
mäntel und Koſtüme gleich paſſend (a und d). Dann
ſollte man den Mantel ſtets ſo einrichten, daß man 4
ihn am Halſe nach Belieben offen und geſchloſſen
tragen kann; auch ein paar große Taſchen dürfen
nie=
mals fehlen, denn es gibt auf Reiſen immer allerlei
Kleinigkeiten, die man gern in die Taſchen verſenkt, /4
um ſie gegebenenfalls, ſchnell zur Hand, zu haben.
*
Zweckmäßig iſt natürlich auch, dieſe Taſchen zum
K
-C.
Zuknöpfen einzurichten
Eine der effektvollſte
Garnierungen iſt die Stepperei, mit der man die Rän
der, die Teilungen und die Nähte betont; natürlie
ſind dieſe Steppereien am wirkungsvollſten bei ein
farbigen Stoffen.
Von unſeren heutigen Modellen zeigen zwe
(a und e) ſehr elegante Formen, die beide, der glatt
Paſſenmantel ſowohl wie das flotte Cape=Koſtün
für Reiſezwecke beſonders zu empfehlen ſind. Ein
ſehr originelle Faſſon hat ein anderes unſere
Modelle (b); ein ſehr moderner Wollſtoff mit grof
zügigem Karomuſter bildet das Material des Mar
tels, an dem die unten geſchloſſene Schlupfform etwa
wirklich Neues iſt; oben wird der Mantel mit der
neuartigen, ſehr praktiſchen und wirklich feſtſitzende
Reißverſchluß geſchloſſen. Beſonders als Automante
bewährt ſich dieſe ſehr warmhaltende Schnittart an
genehm und praktiſch im Tragen.
Unſer Koſtüm (c) aus beige=braun kariertem Kaſh
zeigt die beliebte Sportform mit kurzem, durch ei
paar Falten erweitertem Rock und flotter Paſſenjacke
an der braunes Wildleder für den Kragen, die Man
ſchetten und den Gürtel verwendet iſt. — Zu alle
Modellen ſind Lyons Schnitte erhältlich.
A. K.
0)
Eine beſonders ſchicke Reiſetaſche
Praktiſches Kofferpacken
die in ihrer weiten und dehnbaren Form unendlich
viele Schätze bergen kann, zeigt unſere kleine Skizze.
Sehr praktiſch iſt der durch Lederriemen gehaltene
Griff, der gleichzeitig noch den Verſchluß feſtigt.
Natürlich darf auf ſolch einem eleganten, ſchicken
Modell das Monogramm der Trägerin in Silber
niemals fehlen.
iſt eine Kunſt, die nicht jeder verſteht; für
den=
jenigen aber, der einen ſchicken Schrankkoffer mit
den verſchiedenen Fächern und Käſten und einem
abgeſonderten Fach für die Kleider beſitzt, iſt es
eigentlich keine Kunſt mehr; denn anders als
ordentlich und korrekt kann man ſeine Sachen in
ſolch einem Koffer gar nicht unterbringen.
Oa!
Ein paar
flotte Morgenkleider.
Es muß nicht unbedingt ein loſe ſitzender
Morgen=
rock ſein, den unſere fleißigen Hausfrauen bei ihrer
Tätigkeit in Haus und Küche tragen; im Gegenteil,
ſehr viele Frauen erklären, daß es ſich in einem
ein=
fachen, bequem ſitzenden Kleidchen beſſer arbeiten läßt
und daß man vor allem adretter ausſieht als in einem
loſen Morgenrock. Und welche Formen, welche Stoffe
und welche Beſätze ſind zu wählen? Vor allem das
Einfachſte, das in dieſem Falle wieder einmal das
Schickſte iſt. Ein einfacher, nicht zu heller, nicht zu
dunkler Waſch= oder Wollſtoff — eine ſchlichte, leicht
gebluſte Schnittform und, als Aufputz, etwas
ab=
ſtechendes Material, eine leichte Stickerei, eine
Kragen=
ſchleife und ein hübſcher Ledergürtel — hieraus laſſen
ſich ganz entzückende und ſehr kleidſame Hauskleidchen
kombinieren. Ob man nun einen einfarbigen oder
einen gemuſterten Stoff wählt, iſt eine rein
perſön=
liche Geſchmacksſache; vielleicht, daß ein geblümter oder
mit originellen Ornamenten bedruckter Stoff im
all=
gemeinen praktiſcher iſt als ein einfarbiger, der jeden
Fleck mit größter Deutlichkeit ſehen läßt.
Caſche und Schirm
bringt uns die Mode ſtändig in neuen Formen und
neuen Arten; beſonders die Taſchen gibt es heute in
einer beſonders reichen Auswahl, aus den
verſchie=
denſten Materialien zuſammengeſtellt. Die Handtaſche,
die wir unſeren Leſerinnen heute zeigen, iſt in der
Form der Taſche ſelbſt ſowie in der Art der
Doppel=
bügel vollkommen neu. Die Zuſammenſtellung eines
glatten und eines genarbten Leders erweiſt ſich hier
wieder einmal als ſehr effektvoll,
*un
F4
S
d
Unſere Modelle können alle aus einfarbigem ode
aus gemuſtertem Material gearbeitet werden. Be
dem erſten (a) würde man bei Verwendung eines ge
muſterten — ein karierter wäre beſonders
geeignet-
für die Weſte etwas Einfarbiges nehmen, etwa weißer
Waſchrips oder Pikee, die beſonders praktiſch ſeit
dürfte. Der Kragen und die ſchmalen
Aermel=
aufſchläge müſſen dann natürlich auch mit der Weſte
harmonieren.
Das zweite Modell (b) in ſeiner ſchlichten, an
ſpruchsloſen Form wirkt beſonders nett durch der
apart gemuſterten Stoff; arbeitet man dieſes Model
aber aus einem glatten Woll= oder Waſchſtoff,
würde eine leichte Stickerei an den großen aufgeſetzter
Taſchen von ſehr guter Wirkung ſein.
Das dritte Modell (e), aus einem leichten Wollſtof
gearbeitet, wirkt ſehr flott durch die aparte ſchräg
Form des Bluſenverſchluſſes, an dem eine abſtechend
Blende und eine zierliche Stepperei einen effektvoller
Abſchluß bildet.
Das letzte Modell (4) wirkt in ſeiner einfacher
bluſigen Form aus glattem, geſtreiftem und karierten
Material gleich gut. Auch hier iſt die Garnierung ar
hängig von der Art des Stoffes: bei Verwendun
von einfarbigem Material wird eine leichte Stickere
wohl der netteſte Schmuck ſein; an einem gemuſtertel
Kleidchen dagegen wirkt ein einfarbiger Blenden= ode
Treſſenbeſatz am geſchmackvollſten. — Zu allen Modellel
A. K.
ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
Swei Schürzen
eine zierliche, elegante, aus weißem Batiſt, mit Spik
chen und Stickerei geſchmückt, und eine derbe
au=
kräftigem, kariertem Leinen, ſind auf unſerer Zeic
nung zu ſehen. Die erſte iſt für das jugendlich
Haustöchterchen, die zweite für die fleißige Hausſt””
gedacht.
„Luon’s moderne Handarbeiten”
„Lyons Gewerbe= und Heimkunft”.
(Verlag Guſtav Lyon, Berlin 1928. — Preis jeden
Heftes RM. 1.25.)
Unter dieſem Titel iſt im Verlage Guſtav Lyon,
Berlin, eine Sammlung von Handarbeitsheften
herausgekommen, die ſich ſehr weſentlich von
an=
deren Ausgaben auf dem Gebiete der
Frauenhand=
arbeit unterſcheiden. Wir ſehen darin zum erſten
Male die Wege der modernen Arbeitsſchule und
des Werkſtätten=Unterrichts nach den neueſten
päda=
gogiſchen Erfahrungen beſchritten, (ohne daß dies
etwa im Text durch eine beſonders lehrhafte Note
zum Ausdruck kommt). Die vorzüglich
wiederge=
gebenen und ſehr abwechſlungsreichen Modelle
ſtammen von den beſten Kräften des deutſchen
Kunftgewerbes und werden hoffentlich dazu bei=
tragen, daß der Handarbeits=Kitſch, wie er leider
noch ſo häufig angetroffen wird, aus unſeren
Woh=
nungen endgültig verſchwindet.
Einen beſonderen Vorzug dieſer Hefte bildet es,
daß jedes einzelne einen leicht faßlichen und
außer=
ordentlich klaren Lehrgang einer beſtimmten
Hand=
arbeitstechnik enthält, von dem ſofort auf Modelle,
die leicht nachzuarbeiten ſind, übergeleitet wird. Die
vielbeſchäftigte moderne Frau wird darin ebenſo
auf ihre Rechnung kommen wie die Frauen und
Mädchen, die im Haupt= oder Nebenberuf mit der
Herſtellung von Handarbeiten beſchäftigt ſind. Zu
allen Modellen gibt es käufliche Handarbeitsmuſter
der verſchiedenſten Art. Außerdem enthält aber
jedes Heft eine Gratisbeilage, ſo daß eine ganze
Anzahl von Modellen ſofort hergeſtellt werden
kann.
Nummer 147
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IIgemeinen Teil dieſer Nummer.
Mainz, den 25. Mai 1928.
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fraulich und wohnlich zu gestalten und zu erhalten und eine gesunde schmackhafte
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Er lehrt planmäßiges Wirischaften, sowie zweckmäßiges Einteilen aller häuslichen
Arbeiten.
Der Kurs über Gesundheitspflege belehrt zunächst die junge Mutter über
die Pflege des Säuglings und des heranwachsenden Kindes und führt sie dann ein
in die ihr so wichtigen Gebiete der Kindererziehung, sowie der Gesunderhaltng der,
Erwachsenen und in das Gebiet der Krankenpflege. Die Hiefte stammen aus der
Feder einer hervorragenden praktischen Aerztin.
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Seite 24
Sonntag, den 22. Mai 1928
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Feſtprogramm für
die Pfingſtwoche:
Nach der Komödie von Ludwig Thoma
Dann weiter: Der Lindberghfilm: „Mit Lindbergh um die Welt” und
Buster und Brownie beim Phofographen, Groteske in 2 Aften.
Erſte Vorſtellung 2 Uhr.
Letzie Vorſiellung 8½ Uhr.
Die hervorragende Besetzung:
Rentier Beermann . . .
Jakob Tiedike
..
Profeſſor Waßner . . . . . . . . . . . Ralph Arthur Roberis
Juſizrat Hauſer .. . . . . . . . . . . . . . . Fritz Greiner
Fürſt Emil v. Gerolſiein . . . . . . . . . . Julius Falckenſtein
Der Erbprinz
.. . . . . . . . . . . . Harr9 Halm
Kammerherr v. Schmettau . . . . . . . . . . . Ferd. b. Alten
Polizeiſchreiber Reiſacher . . . . . . . . . . . . . Paul Grätz
Aſſeſſor Ströbel
.. . . . . . . . . . . . . . Albert Paulig
Effie Beermann . . . . . . . . . . . . . . . Hilde Jennings
Dobler . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernſt Hofmann
Ninon de Hauteville. Ellen Richter
Mitglieder des Sittlichkeitsvereins: Paul Morgan,
Hugo Oöblin, Karl Harbacher, Jul. E. Herrmann, Fritz Beckmann
Neu-Auttührung des deutschen Großfilms
Lady Hamilton — Lord Nelson’s letzte Liebe
Beachten Sie die nie wiederkehrende Besetzung:
Reinhold Schünzel, Werner Krauß, Anton Pointner, Georg Alexander, Ilka Grüning,
Conrad Veidt, Paul Bildt, Theodor Loos, Gertrud Welcker, Louis Ralph, Adele
Sandrock, Celly de Rhevdt, Heinrich George, Friedrich Kühne, Carl Platen.
Liane Haid
Vorführungsdauer 17 Stunden
Im Beiprogramm: loe im Lande der Holzschuhe, Lustspiel in 2 Akten.
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Zwuel Großdlme:
Ber Beiter vom Keiner Bom
Kriminalfilm in 6 Akten mit
Hanni Weiße, Fritz Kampers, Robert Scholz. Carl de Vogt, Harry Lamberts, Paulsen.
Die Bunde an Aliee Berndt
Die Geschichte eines Strebers in 6 Akten
Dann noch ein Lustspiel in 2 Akten: Und afles wegen ihr
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Donnerstags Einsicht in die gedruckten
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kurslisten der Hess. Reisevereinigung und des
Bundes der Hiess Reisevereinigungen nehmen
Anmeldungen jederzeit bei Herrn LudwigStoll,
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straße 4, Vorsitzender des Bundes Hess. Reisevereinigungen
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Anfang 20 Uhr. Zehnerkarten haben
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tigkeit. Eintritt 50 Pfg.
Nach dem Konzert Reunion.
NB. Bei ungünſtiger Witterung finden
die Konzerte im Orangerie ſtatt u. das
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beiden Tagen den ganzen Tag geöffnet.
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Leitung: Die beliebte Kapelle
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Das Billard-Casino befindet sich in
den hinteren Räumen.
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1. und 2. Pfingſtfeiertag
vormittags 11 Uhr
Herrngarten
Promenadekonzert
Stadt=Orcheſter.
Leitung Kapellmeiſter W. Schlupp. St. 9060
T
Buhnenvolksbund
Sonntag, den 10. Juni 1928
Ausflug nach Marburg
Beſichtigung der Stadt. Beſuch der
Aus=
ſtellung religiöſer Kunſt. Aufführung des
Feſtſpieles „Die Heilige Eliſabeth” durch
die Marburger Feſtſpielgemeinde. Abfahrt
75 Uhr mit Sonntagskarte Marzurg.
Ein=
zeichnungen zur Teilnahme, Beſuch des
Feſtſpieles und Löſung der Theaterkarten
bei Chriſtian Arnold, am weißen Turm.
kaoso)
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Empfehle für die Pfingst-Feiertage
Erstklassig. Mittagstisch von 1.00 an.
I. und II Feiertag ab 8 Uhr
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II. Felertag Im Festsaal
TANZ (4226
Saalöffnung 7 Uhr. — Eintritt 30,8
Inh. Karl Heidenreich.
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Kahlertſtraße 41 Ecke Wendelſtadtſtr.
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Landwehr, Martha Liebel, Grete Penſe
Käthe Walter, Karl Ebert=Beher, O3ea=
Grauert, Herbert Grohm. Afred Karen
Hans Komregg, Heinrich Kuhn Hans Neh
Joſef Poerner, Eugen Vogt
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Giulietta . . . . . . . Roſe Landwehr
Antonio . .. . . . . . Marg, Abrecht
Andreas
Cochenille
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Pitichinaccio
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Coppelius
Dapertutto ſ . . . . . Hans Komregg
Mirakel
Niklaus
. . . . . Grete Penſe
Eine Stimme . . . . . Martha Liebel”
Hoffmann . . . . . . . Joſef Poerner
Stellg...... . . . Ellen Kiesling
Spalanzani . . . . . . Heinrich Kuhn
Nathangel . . . . . . ." Herbert Grohm
Ereſpel ... . . . . . Afred Karen
Luther .. . . . . . . Hans Neh
Hermann . . . . . . . Osear Grauert
Schlemihl . . . . . . . Karl Ebert Behe
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.20— 12 Mar4
Eugen Vogt
Kleines Haus
Geſchloſſen
Löwen-Traisa
Am 2. Pfngstfeiertag, ab 4 Uhr
Waldschlöd chen
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Am I. und 2. Pfingstfeiertag
ab 4 Uhr
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Frankferter-Heß
1. u. 2. Pfingſifeiert.
„uez abends 7 Uhr Konzert
BEEiE-Dbdd6
Hotel Prinz Heinrichk
APfingſt=Sonntag und Pfingſt Montag g
M Konzert mit Tanz zuttuuf /
Einweihung d. neuen Tanzbodens in der
8 Gartenhalle. — Bei ſchlechtem Weter in den
(14234
Lokalitäten. Eintritt frei.
TA.3
Es ladet freundlichst ein F. Seibert (9140
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Sonntags=Fremdenmiete weiß (15)
Pfingſt=Sonntag, den 27. Mai 1928
Ende 22.00 Uhr
Anfang 19 Uh=
In der neuen Inſzenierung:
Hoffmanns Erzählungen
Oper in drei Akten mit Vor= und
Nach=
ſpiel von Jacques Offenbach
Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf
In Szene geſetzt von Artur Maria
Raben=
alt und Wilhelm Reinking
Großes Haus
Miete L, (21. Vorſtellung!
Pfingſt=Montag, den 28. Mai 1928
Ende 22.00 Ub
Anfang 19.30 Uhr
Zum erſten Male:
Jonny ſpielt auf
Oper in zwei Teilen von Ernſt Krenet
Muſikaliſche Leitung: Dr. Karl Böhm
Inſzenierung: Renato Mordo a. G=
Bühnenbild: Lothar Schenck von Traß
Va1
Mitwirkende
Paula Kapper, Manda von Kreibig, Ro
Landwehr, Rudolf Balve. Leo Barezinſt
Guſtav Baumgarten, Guſtav Deharde, Ka.
Ebert=Beyer. Werner Finck, Osc. Grauer
Herbert Grohm, Hans Komregg, Heinrie
Kuhn, Gothart Portloff, Eugen Vogk
Spielwart; Fritz Bohne
Preiſe der Plätze: 1.20—12.00 Mk=
Kleines Haus
Geſchloſſen.