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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 146
Samstag, den 26. Mai 1928.
191. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg=
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Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fälli jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Amtsrichter a. D.
Geheimrat
E. v. Lindeiner=Wildau Theodor v. Guerard
(Deutſchnat.)
(Zentr.)
Reichsjuſtizminiſter
Oskar Hergt
(Deutſchnat.)
Staatspräſident
Wilhelm Bazille
(Deutſchnat.)
Landgerichtsdirektor
Walther Graef
(Deutſchnat.)
Reichsminiſter a. D.
Dr. Wilhelm Külz
(Dem.)
Miniſterialrat
Dr. Gertrud Bäumer
(Dem.)
Geheimrat
Miniſterpräſident a. D.
Chefredakteur
Dr. Alfred Hugenberg Prof. Georg Bernhard. Dr. Adam Stegerwald
(Deutſchnat.)
(Dem.)
(Zentr.)
Pfingſipauſe.
Den kurzen Vorfeldgefechten über die Möglichkeiten einer
ierungsbildungsfähigen Koalition im Reichstag iſt in der
ßen politiſchen Preſſe eine geradezu ſonntägliche Ruhe gefolgt.
an hat wohl eingeſehen, daß der Verſuch, die gegneriſchen
Stel=
igen abzutaſten, ohne Erfolg bleiben wird, ſolange die Parteien
ſelbſt noch nicht im Klaren ſind, wie ſie an die Löſung der
er harrenden Aufgaben herangehen ſollen. Es iſt nicht
aus=
chloſſen, daß die Sozialdemokraten einen
außer=
dentlichen Parteitag einberufen, deſſen Zweck darin
tehen würde, den ſozialdemokratiſchen Unterhändlern, für die
gierungsbildung durch eine entſprechende Reſolution eine
trſchroute vorzuſchreiben. Der linke Flügel der Partei,
nament=
die ſächſiſchen Abgeordneten, drängen darauf, daß, bevor
end etwas geſchieht, der Parteitag zuſammentritt.
Im Zentrum beſteht zunächſt wenig Neigung, ſich mit
n Thema Regierungs= und Koalitionsbildung zu beſchäftigen,
il Herr v. Gucrard, der ſich erſt vor kurzem von einer ſchweren
ankheit erholt hat, ſich noch in der Südſchweiz befindet und
am 2. Juni wieder in Berlin eintreffen will. Alle
Behaup=
igen über inoffizielle Verhandlungen v. Guérards mit anderen
rteien ſind ſchon aus dieſem Grunde aus der Luft gegriffen.
ch der Kanzler, der ſeinen Erholungsurlaub am Lago
Mag=
re verbracht hat, wird erſt nach Rom fahren und vor Anfang
hſten Monats nicht in der Reichshauptſtadt ſein.
Dr. Streſemann iſt ebenfalls vorläufig noch nicht in der
Ze, an dem Verſuch, eine Regierung zuſammenzubringen,
teil=
tehmen. Es fragt ſich, ob ihm die Aerzte überhaupt geſtatten
rden, ſchon im Juni, wenn auch nur für kurze Zeit, an den
htigen innenpolitiſchen Verhandlungen teilzunehmen. Er
be=
det ſich gegenwärtig auf dem Wege der Geneſung
o wird unmittelbar nachdem ſich die neue Regierung dem
ichstag vorgeſtellt hat, einen längeren
Erholungs=
laub antreten, den er vorausſichtlich in Bad Wildungen
ver=
ngen wird. Unter dieſen Umſtänden wird ſicherlich noch die
e Juniwoche ins Land gehen, bis die Parteien ſoweit ſind,
ſich in vorſichtigen und unverbindlichen Beſprechungen über
Bildung eines Regierungsblockes und deſſen Arbeitsprogram=
8 einlaſſen zu können.
Die demokratiſche Preſſe, die unmittelbar nach der Wahl
1ts Eiligeres zu tun hatte, als herauszurechnen, ob die
Wei=
ker oder die Große Koalition die beſſeren Ausſichten hat und
gleichzeitig für die Demokratiſche Partei möglichſt viele
Mini=
ſeſſel mit Beſchlag zu belegen ſuchte, iſt von der
Sozialdemo=
tie ſehr energiſch abgeſchüttelt worden. Sie muß ſich aber jetzt
h noch von der Leitung der Demokratiſchen Partei den Kopl
ſchen laſſen, die ſich in ihrem offiziellen Mitteilungsblatt mit
1 Wahlergebnis auseinanderſetzt und beſonderes Gewicht auf
Verluſte der Demokratiſchen Partei legt. Es heißt da, daß
n Standpunkt der Demokratiſchen Partei aus kein Grund
vor=
e, das Wahlergebnis irgendwie zu feiern, denn der Rückgang
demokratiſchen Stimmen ſei eine ſchwere Enttäuſchung. An
demokratiſche Preſſe wird die Frage gerichtet, ob das Feiern
Uhlikaniſcher Siege, wie es in einem Teil dieſer Preſſe üblich
E nicht ſehr ſtark auf Koſten der Partei gegangen ſei. Wörtlich
d geſagt: „Hat der Wähler noch irgendeinen Maßſtab für die
twendigkeit unſerer Partei, wenn die demokratiſche Preſſe bei
aldemokratiſchen Erfolgen jubelt, obgleich die Demokratiſche
Skei zu den geſchlagenen Gruppen gehört?. Wir können den
Mai nicht zu den glücklichen Tagen rechnen. Wir ſind der
Inung, daß der Mißerfolg der Demokraten ſich auch in der
litik der nächſten Jahre unheilvoll auswirken wird, denn Wene.
die Sozialdemokratie mehr als die Hälfte der Stimmen in einer
Regierungskoalition inne hat, ſo wird das die Politik
voraus=
ſichtlich wenig günſtig beeinfluſſen.‟ Dieſe Belehrung kommt
etwas reichlich ſpät. Die Demokratiſche Pärtei hätte ſicherlich
günſtiger abgeſchnitten, wenn von höchſter Stelle ſchon vor Jahr
und Tag die demokratiſche Preſſe auf die Gefährlichkeit ihres
Treibens aufmerkſam gemacht worden wäre.
Streſemanns Befinden zufriedenſtellend.
Berlin, 25. Mai.
Das Befinden des Reichsaußenminiſters Dr. Streſemann
hat ſich in den letzten Tagen weiter ſo gebeſſert, daß er bereits
als Rekonvaleſzent betrachtet werden kann. Immerhin bedarf
er noch dringend der Schonung und wird auch noch einige Tage
lang das Bett hüten müſſen. Nach ſeiner völligen
Wiederherſtel=
lung wird Dr. Streſemann ſich einer längeren Badekur,
wahr=
ſcheinlich in Bad Wildungen, unterziehen und im Anſchluß daran
eine Erholungsreiſe antreten.
Beſatzungsbehörde und die
Erweiterungs=
bauten des Bahnhofs Rüſſelsheim
Darmſtadt, 25. Mai.
Zu den Preſſenachrichten, daß die franzöſiſche
Beſatzungs=
behörde gegen die Fortführung der Erweiterungsbauten des
Bahnhofs Rüſſelsheim Einſpruch erhoben habe, teilt die heſſiſche
amtliche Preſſeſtelle folgendes mit: Baupläne dieſer Art ſind
nach einer Ordonnanzvorſchrift den Beſatzungsbehörden vor
Be=
ginn der Arbeiten zur Kenntnis zu bringen. Erſt nach Eingang
ihrer Antwort können die Arbeiten begonnen werden. Im Falle
Rüſſelsheim war das Programm für den erſten Bauabſchnitt
anſtandslos gebilligt worden. Als die Pläne zum zweiten
Bau=
abſchnitt zur Vorlage gelangten, erklärte die zuſtändige
Be=
ſatzungsbehörde in Wiesbaden, ſie könne keine Stellung nehmen,
die Angelegenheit werde vielmehr nach neuerlichen Weiſungen
in Paris entſchieden. Es iſt zu befürchten, daß dieſes Verfahren
zu einer höchſt bedauerlichen und wirtſchaftlich unerträglichen
Verzögerung der Fertigſtellung der Rüſſelsheimer Umbauten
führt. Erſt nach Fertigſtellung des zweiten Bauabſchnitts wird
der erſte Bauabſchnitt verwendungsfähig, und erſt dann ſind die
derzeitigen unhaltbaren Zuſtände beſeitigt. Es ſind deshalb
amt=
liche Schritte eingeleitet, um eine baldige Entſcheidung der Pariſer
Stellen herbeizuführen.
Das Arteil im Hochverratsprozeß Braun
und Genoſſen.
Leipzig, 25. Mai.
Heute mittag wurde vom Reichsgericht das Urteil in dem
Hoch=
verratsprozeß Braun und Genoſſen geſprochen. Es lautet gegen
Oldenburg und Dalisda auf je 1½ Jahre Feſtungshaft und
150 Mark Geldſtrafe, gegen Gartz auf 1 Jahr Feſtungshaft und
100 Mark Geldſtrafe wegen Vorbereitung zum Hochverrat und
Vergehen nach § 7 Abſatz 4 des Republikſchutzgeſetzes. Je drei
Monate der Freiheitsſtrafen und die Geldſtrafen werden als
ver=
büßt angeſehen. Der vierte Angeklagte Müller wurde wegen
Mangels an Beweiſen freigeſprochen.
Zum Wahlergebnis in Heſſen.
Bei einer Reichstagswahl treten die politiſchen
Machtverhält=
niſſe, wie ſie gerade zu der betreffenden Zeit liegen, viel klarer
und ſchärfer hervor als bei Landtags= oder Kommunalwahlen.
Reichstagswahlen intereſſieren nicht nur weitere Kreiſe der
Be=
völkerung als die Wahlen in den Ländern und
Gemeindeverbän=
den, ſondern ſind auch geeigneter, durch Anregung größerer
Ge=
ſichtspunkte das eigentliche politiſche Glaubensbekenntnis der
Wähler herauszuholen. Die Ergebniſſe von Reichstagswahlen
können deshalb als eine Art Kommentar zu vorausgegangenen
Landtagswahlen dienen, wenn bei dieſen eine geringe
Wahlbetei=
ligung oder ſonſtige beſondere Verhältniſſe das Wahlergebnis
beeinflußt haben. So geben auch die Wahlen vom letzten
Sonn=
tag ein viel ſchärferes Bild von den politiſchen Machtverhältniſſen
in Heſfen, als es aus den Landtagswahlen vom 13. November
1927 zu entnehmen war. Es ſei deshalb auf Grund einer
Ver=
gleichung der Ergebniſſe dieſer beiden Wahlen hier einiges zur
politiſchen Lage in Heſſen bemerkt.
Wenn die bei der Landtagswahl hervorgetretene überraſchend
große Stimmenabnahme der Sozialdemokratie zu der Auffaſſung
verleiten konnte, daß dieſe Partei ſich die Gefolgſchaft weiter
Kreiſe verſcherzt habe, die ſie bisher als Mitläufer gehabt habe,
ſo belehrt uns die Reichstagswahl, daß dies doch nur in ſehr
be=
ſchränktem Maße zutreffend iſt. Die Anhängerſchaft der
Sozial=
demokratie iſt in Heſſen zurückgegangen, das zeigen auch die
Zif=
fern der Reichstagswahl; namentlich in Rheinheſſen und
Star=
kenburg iſt der Rückgang unverkennbar. Ein Teil des
Stimmen=
verluſtes iſt den Kommuniſten zugefallen, deren Vermehrung in
Heſſen eine allgemeine und ſtetige iſt. Da aber ein
Stimmen=
zuwachs bei den anderen Parteien nicht zu beobachten iſt, der auf
die Stimmenabnahme der Sozialdemokratie zurückgeführt werden
müßte, ſo kann von einem endgültigen Rückgang dieſer Partei in
Heſſen nicht geſprochen werden, wie er auch nach den Ergebniſſen
der Reichstagswahlen im übrigen Deutſchland nicht
wahrſchein=
lich iſt.
Die Deutſchnationale Volkspartei hat bei der Wahl vom
letz=
ten Sonntag, abgeſehen von der Provinz Starkenburg, wo ſie
die Stimmenzahl der Landtagswahl halten konnte, weitere
Stim=
menverluſte in Oberheſſen und namentlich in Rheinheſſen
er=
litten. Nachdem dieſe Partei in den letzten vier Jahren faſt
drei Fünftel ihrer Wählerſchaft verloren hat, iſt ſie in Gefahr,
zu den Splitterparteien herabzuſinken, wenn es ihr nicht gelingt,
die ihr bevorſtehende Zeit der Oppoſition zu einer wirkſamen
politiſchen Propaganda auszunutzen. Mag die Partei ſich aber
auch im Reich wieder erholen, in Heſſen wird ſie aller Vorausſicht
nach keine irgendwie entſcheidende politiſche Rolle zu ſpielen
haben, auch wenn es ihr gelingen ſollte, die völkiſchen Splitter
ſich anzugliedern.
Das Zentrum, das gewöhnlich einen geſicherten Beſtand von
Wählern und namentlich Wählerinnen hat, verlor bei der
Reichs=
tagswahl in Rheinheſſen mehrere tauſend Stimmen, die offenbar
dem Landbund zugute kamen, während es in den beiden anderen
Provinzen keine Verluſte zu verzeichnen hatte.
Die Deutſche Volkspartei und die Demokratiſche Partei waren
von den Splitterparteien der Evangeliſchen Volksgemeinſchaft,
der Aufwertungspartei und der Wirtſchaftspartei, weiter aber in
Rheinheſſen auch durch das Umſichgreifen des Landbundes in
gleicher Weiſe bedroht. Während die Deutſche Volkspartei aus
dieſer bedrohlichen Lage im weſentlichen unverſehrt hervorging,
haben die Demokraten die ſchwerſten Verluſte erlitten. Nur in
Rheinheſſen verlor die Deutſche Volkspartei gegenüber der
Reichs=
tagswahl von 1924 einige tauſend Stimmen, hielt ſich aber
voll=
ſtändig in den beiden anderen Provinzen. Die Demokratiſche
Partei büßte dagegen in allen drei Provinzen etwa ein Drittel
ihrer früheren Anhängerſchaft ein und iſt ſomit gleichfalls in
Ge=
fahr, zu einer bedeutungsloſen Größe in der heſſiſchen Politik
herabzuſinken.
Der Landbund, der ſich bei der Reichstagswahl Chriſtlich=
Nationale Bauern= und Landvolkpartei nannte, hat in
Rhein=
heſſen einen großen Erfolg erzielt. Er konnte dort ſeinen Beſtand
von 1924 faſt verdoppeln und ſo die Verluſte mehr als
aus=
gleichen, die er in Oberheſſen und Starkenburg erlitt. Die
Aus=
breitung des Bauernbundes in Rheinheſſen gehört zu den
wich=
tigſten politiſchen Veränderungen, die durch die Reichstagswahl
herbeigeführt wurden. Wenn man die Ausbreitungsgebiete näher
ins Auge faßt, ſo kann man feſtſtellen, daß die Vermehrung des
Bauernbundes im Kreiſe Mainz auf Koſten der
Deutſchnatio=
nalen, der Demokraten und des Zentrums erfolgte, daß im Kreiſe
Alzey außer dieſen Parteien auch die Deutſche Volkspartei an
den Verluſten beteiligt war, daß weiter in den Kreiſen Bingen
und Oppenheim überwiegend die Demokraten und im Kreiſe
Worms überwiegend die Deutſche Volkspartei die Leidtragenden
waren. Die Ausbreitung des Bauernbundes in Rheinheſſen iſt
um ſo auffallender, als der rheinheſſiſche Landwirt bisher ſtets
eine Abneigung gegen Berufs= und Intereſſenvertretungen in
den Parlamenten hatte und mit großer Hartnäckigkeit auch den
Lockungen des Landbundes ſtandgehalten und den ausgeſprochen
politiſchen Parteien Treue bewahrt hatte. Unter dieſen
Umſtän=
den halten wir, obgleich die Berufs= und Standesparteien in
unſerer Zeit ein ergiebiges Feld vorfinden, die Rückeroberung
der bei dieſer Wahl an den Bauernbund verlorenen Poſten in
Rheinheſſen für ſehr wohl möglich.
Eine weitere politiſch wichtige Erſcheinung, die ſich aus der
Reichstagswahl für Heſſen ergibt, iſt das raſche
Zuſammen=
ſchrumpfen der ſog. Volksrecht=Partei. Eine ſo ſchnelle und ſtarke
tückläufige Bewegung hatte niemand, am wenigſten jedenfalls
die Aufwertungsleute ſelbſt, erwartet. Wir begrüßen die
poli=
tiſche Cinſicht der Abgefallenen, die ſich ſo raſch wieder zu den
Parteien zurückgefunden haben, zu denen ſie nach Herkunft und
Tradition gehören. Wir begrüßen ſie nicht bloß im Intereſſe des
geſamten Bürgertums, das die politiſche Zerſplitterung nicht
er=
tragen kann, ſondern auch im Intereſſe der
Inflationsgeſchädig=
ten ſelbſt, die nur auf die Weiſe eine wirkſame Förderung ihrer
Entſchädigungsanſprüche erreichen können.
Was die übrigen in Heſſen zur Reichstagswahl zugelaſſenen
kleinen Sondergruppen anlangt, ſo iſt es nicht unintereſſant, die
Wahlergebniſſe, die ſie am letzten Sonntag erzielt haben, mit den
Seite 2
Ausſichten zu vergleichen, die dieſe Parteien nach ihren
Behaup=
tungen vor dem Heſſiſchen Staatsgerichtshof im Falle ihrer
Zu=
laſſung zur Landtagswahl haben wollten. Wie noch erinnerlich
iſt, hatten die Wirtſchaftspartei, die Nationalſozialiſtiſche Deutſche
Arbeiterpartei und die Evangeliſche Volksgemeinſchaft die
Land=
tagswahl vom 13. November 1927 angefochten, nachdem der
Staatsgerichtshof in Leipzig das heſſiſche Geſetz für
verfaſſungs=
widrig erklärt hatte, wonach neue Parteien zur Wahl nur
zu=
gelaſſen werden ſollten, wenn ſie 7000 Unterſchriften ihrer
An=
hänger beigebracht und 5000 Mark Kaution hinterlegt hätten. Die
drei genannten Parteien behaupteten damals, ſie würden im
Falle ihrer Zulaſſung zur Wahl je zwei bis drei Mandate
er=
rungen haben, wozu damals bei der außerordentlich geringen
Wahlbeteiligung 13 000 bis 20 000 Stimmen erforderlich geweſen
wären. Vergleicht man nun die bei der Reichstagswahl für dieſe
Parteien abgegebene Stimmenzahl mit dieſer Behauptung, ſo
zeigt ſich, daß keine dieſer Parteien es auf 12 000 Stimmen
ge=
bracht hat, obgleich bei der größeren Wahlbeteiligung zwiſchen
8= und 9000 Stimmen für ein Mandat erforderlich geweſen wären.
Danach hätten die Nationalſozialiſten und die Evangeliſche
Volks=
gemeinſchaft wohl je einen Sitz im Landtag erringen können,
während die Wirtſchaftspartei vollſtändig ausgefallen wäre. Man
darf unter dieſen Umſtänden wohl ſagen, daß der Heſſiſche
Staatsgerichtshof, mag man über die juriſtiſche Seite ſeiner
Ent=
ſcheidung denken wie man will, den praktiſch=politiſchen
Bedürf=
niſſen mit ſeinem Erkenntnis Rechnung getragen hat. Möge die
Wählerſchaft das für künftige Wahlen im Auge behalten!
Spectator.
Die Regierungskriſe in Sriechenland
Venizelog” Rückkehr ins politiſche Leben.
Uebernahme der Regierungsbildung durch
Penizelos.
EP. London, 25. Mai.
Nach Meldungen aus Athen hat ſich Venizelos nach einer
Beſprechung mit dem Präſidenten Admiral Konduriotis bereit
erklärt, eine Regierung zu bilden, nachdem er davon unterrichtet
war, daß alle bisherigen Bemühungen, ein Koalitionskabinett
zuſammenzubringen, geſcheitert waren. Er gab daraufhin
Kon=
duriotis den Rat, das Parlament aufzulöſen. (Nach einer
ande=
ren Meldung habe Venizelos nach der Unterredung erklärt, es ſei
nach ſeiner Anſicht möglich, mit Hilfe der gegenwärtig im
Kabi=
net vertretenen Parteien eine neue Regierung zu bilden und mit
der gegenwärtigen Kammer zu regieren.) Man müſſe, ſo meint
der „Daily Telegraph”, darauf hinweiſen, daß Venizelos vorher
ein Angebot gemacht habe, das Land zu verlaſſen, falls die
roya=
liſtiſchen Führer das Verſprechen geben würden, das
republika=
niſche Regime anzuerkennen. Tſaldaris antwortete jedoch, daß er
ſein Verſprechen nur auf die Dauer von zwei Jahren geben
könne, worauf Venizelos im Intereſſe der Stabilität die
Bil=
dung der Regierung übernahm. Gegen die Perſon von
Veni=
zelos macht ſich jetzt von ſeiten der royaliſtiſchen Partei
Wider=
ſtand bemerkbar, die in ihren Blättern Venizelos auf das ſchärfſte
angreift. Vor allem wird ihm zum Vorwurf gemacht, die Schuld
an den Gebietsverluſten zu tragen, die Griechenland nach dem
Kriege der Türkei gegenüber erlitten hat. Die royaliſtiſche
Zei=
tung „Kathimerini” bringt eine Karikatur, die eine Giftſchlange
mit der Inſchrift darſtellt: „Das iſt die letzte Photographie von
Venizelos.” Venizelos veröffentlichte eine Erklärung, in der er
ſeine Rückkehr ins bolitiſche Leben begründet. Darin führt
Veni=
zelos unter anderem aus, daß der Rücktritt Kaphandaris” von der
Leitung der Liberalen Partei ihn zu einer Ueberprüfung ſeiner
früheren Entſcheidung, nicht wieder ins politiſche Leben
zurück=
zukehren, zwinge. Das Feſthalten an ſeinem früheren Beſchluſſe
würde zu einer Auflöſung der Liberalen Partei führen, was nicht
im Intereſſe des Landes liege. Voll Vertrauen in die Kraft und
den Beſtand der Liberalen Partei und in der Ueberzeugung, daß
ſeine Rückkehr in das politiſche Leben die beſte Garantie gegen
jeden Verſuch darſtelle, ein freies Regime zu beſeitigen, habe er
ſich entſchloſſen, die Führung der Liberalen Partei wieder zu
übernehmen. Da die Kammer in der Ausführung ihres
dringen=
den geſetzgebenden Programms, die Vorlage über eine
Aende=
rung der Senatswahl inbegriffen, keine Erfolge erzielt habe, ſei
für ein ruhiges Arbeiten der Regierung die Bildung eines
Kabi=
netts aus den republikaniſchen Parteien unter Sophoulis als
Miniſterpräſident notwendig, das Sicherheiten für die
Verabſchie=
dung der Ergänzungsvorlage und die Durchführung von
Neu=
wahlen für die Kammer und den Senat im September d. J. biete.
Samstag, den 26. Mai 1928
Vom Tage.
Am 25. Mai d. J. wurde nach langen und ſchwierigen
Verhandlun=
gen im Reichsarbeitsminiſterium in Berlin der deutſch=polniſche
Vertrag über die Sozialverſicherung paraphiert.
Er bezweckt, in der Sozialverſicherung die Angehörigen der beiden
Staa=
ten in weitem Umfange gleichzuſtellen und erworbene Rechte auch im
Falle der Abwanderung eines Berechtigten von dem einen Gebiet nach
dem anderen zu erhalten.
Die „Bremen”=Flieger ſind von ihrer Rundreiſe durch die
amerikaniſchen Städte nach NewYork zurückgekehrt. Sie haben
ſich, um auszuruhen, auf einen Landſitz zurückgezogen, deſſen Name nicht
bekanntgegeben wird, und beabſichtigen, bis zu ihrer für den 9. Juni
geplanten Abreiſe nach Deutſchland dort zu bleiben.
Das parlamentariſche juriſtiſche Komitee Griechenlands hat
beſchloſ=
ſen, den früheren Diktator Pangalos gegen eine Kaution von
225 000 Drachmen proviſoriſch auf freien Fuß zu ſetzen.
Dieſer Befchluß bedarf zu ſeiner Durchführung der Genehmigung des
Parlaments mit Zweidrittelmehrheit.
Nach den bisherigen Dispoſitionen wird Chamberlain auch
diesmal an ſeiner Gewohnheit feſthalten und zur Genfer
Rats=
tagung fahren. Chamberlain ſieht hierin einen Höflichkeitsſchritt
den kleinen Ratsmächten gegenüber. Die Reiſe iſt auf den 2. Juni
feſtgeſetzt.
Ein Handels= und Freundſchaftsvertrag zwiſchen
Polen und China, der ſich auf der Meiſtbegünſtigungsklauſel
aufbaut, wurde in Peking unterzeichnet. Die polniſche Regierung
beabſichtigt, eine Gefandtſchaft in Peking und Konſulate in Charbin
und Schanghai zu errichten.
Das japaniſche Kabinett hat den Text der japaniſchen Antwort auf
die Kelloggſchen Vorſchläge für die Aechtung des Krieges genehmigt.
Es verlautet, daß die Vorſchläge grundſätzlich angenommen und nur
geringfügige Vorbehalte gemacht werden.
Islands Miniſterpräſident in Berlin.
Fr. Thorhallſon,
ſeit 1927 Islands Miniſterpräſident, iſt zum Studium der
land=
wirtſchaftlichen Einrichtungen und des Flugweſens in
Deutſch=
land in Berlin eingetroffen. Island wurde 874 von Norwegen
beſiedelt, war Freiſtaat bis 930, norwegiſch bis 1381, däniſches
„Nebenland” bis 1918 und iſt ſeither „unabhängiges Königreich
in Realunion mit Dänemark‟. Es hat eine Fläche von 102800
Quadratkilometern und 101 800 Einwohner. Der jährliche
Han=
delsverkehr mit Deutſchland erreicht einen Wert von 4 Mill. Mark.
Die internationale Arbeits=Konferenz in Genf.
Berlin, 25. Mai.
Auf der Tagesordnung der 11. Internationalen
Arbeits=
konferenz, die am 30. Mai in Genf beginnen wird, ſtehen die
Ver=
fahren zur Feſtſetzung von Mindeſtlöhnen, und die Frage der
Unfallverhütung in den gewerblichen Betrieben. Die deutſche
Regierung wird durch zwei höhere Beamte des
Reichsarbeits=
miniſteriums vertreten ſein, die deutſchen Arbeitgeber durch Kom
merzienrat Hans Vogel=Chemnitz, die Arbeitnehmer durch den
zweiten Vorſitzenden des Allgemeinen Deutſchen
Gewerkſchafts=
bundes Hermann Müller. Die Konferenz, die etwa drei Wochen
dauern wird, hat in dieſem Jahre auch den Verwaltungsrat des
Internationalen Arbeitsamtes neu zu wählen. Der
Verwal=
tugnsrat ſetzt ſich aus 12 Vertretern der Mitgliederſtaaten und
6 Vertretern der Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbände
ver=
ſchiedener Länder zuſammen.
Nummer 146
* Die Lage in der franzöſiſche
Kammer.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 25. Mai
Der Gang der Ereigniſſe ſcheint den Skeptikern recht
geben. Nachdem man alle möglichen Um= und Neugruppierung
und Parteibildungen verſucht hat, ſcheint alles beim alten
bleiben. Die vielerwähnte, herbeigeſehnte und bekämpfte Mitt
partei ſcheint nicht zuſtandekommen zu können. Und zwar m
ſie nicht ſo ſehr an dem Widerſtand der „petits députés”,
„Kleinen”, ſcheitern, als an dem nicht einmal offen zugegeben
Uebelwollen der „ministrables”, Parteiführer zweiter Klaſſe,
ihr eigenes Preſtige eiferſüchtig wahren und der Regierung kei
allzulange Lebensdauer wünſchen.
Franklin=Bouillon hat aber ſeine Idee noch lange nicht ar
gegeben. Im Gegenteil, er wünſcht jetzt an Stelle einer Mitt
partei zwei, und zwar eine unioniſtiſche Rechte und eine unioni
ſche Linke. Beide ſind aber noch recht weit von der Verwi
lichung.
Die einzige ſichtbare Aenderung, welche bis jetzt das fra
zöſiſche Parteiweſen erfuhr, war die Umbenennung der Grup
Maginots. Dieſe weit nach rechts ſtehende Gruppe hieß früh
„Demokratiſch=Republikaniſche Linke”, und wird von nun
„Action democratidue et sociale” heißen. Dieſer neue Nat
ſoll das ſozialpolitiſche Programm der Partei ausdrücken.
Bei den Sozialiſten ſcheint wieder eine Richtung, welche
Teilnahme an der Regierung ablehnt, Oberhand zu gewinne
Man ſpricht auch von einer Verdrängung des Einfluſſes b.
Léon Blum durch Zyromſki.
Von einer Gruppe der „Neuen” hört man nichts mel
Nichtsdeſtoweniger konnten die Parteien bisher die neuen Dep
tierten nicht an ſich ziehen, ſo daß bei der Eröffnung der Kamm
aller Wahrſcheinlichkeit nach eine ſtarke Gruppe von Parteiloſ
exiſtieren wird.
Franklin=Bouillon warnt bei jeder Gelegenheit die Reg
rung und empfiehlt, ſofort bei der Eröffnung der Kammer a
Gruppen zu zwingen, Farbe zu bekennen. Er malt die Gefahr
einer unſicheren Lage in übertrieben düſteren Farben an d
Wand. All dieſe Gefahren wären — ſelbſtverſtändlich — dur
die Bildung von einer — oder mehreren — Mittelgruppen /
bannt, aber es erſcheint immer klarer, daß die wirklich geeigne
Perſönlichkeit, um das veraltete Parteiweſen in der franzöſiſch
Kammer einer Reform zu unterziehen, noch nicht gefunden wurl
Kein Rücktritt Briands.
Paris, 25. Mai.
Die Meldung der Londoner „Daily Mail”, daß Brian
Rücktritt beſchloſſene Sache ſei, wird am Quai d’Orſay energif
dementiert. Im Außenminiſterium wird erklärt, daß Briat
keinerlei Rücktrittsabſichten hege. Der Miniſter leide jede
immer noch an ſeiner Krankheit und ſei ans Zimmer gefeſſe
weshalb er ſeine Dienſtgeſchäfte noch nicht wieder habe aufne
men können. Zweifellos werde Briand auch einen längeren E
holungsurlaub nehmen müſſen. Jedenfalls aber ſei an eine
V=
änderung in der Leitung der franzöſiſchen Außenpolitik nicht
denken.
Belgien für den Antikriegspakt.
EP. Brüſſel, 25. Mai.
In offiziellen belgiſchen Kreiſen verfolgt man aufmerkſa
den Meinungsaustauſch über den Kelloggſchen Antikriegspal
vorſchlag. Eine geſtern vom Außenminiſterium ausgegebene Mi
teilung beſagt, daß Belgien, obwohl es zur Teilnahme an di
Verhandlungen nicht eingeladen wurde, über die Entwicklun
der Angelegenheit ſtändig auf dem Laufenden gehalten worde
ſei. In der vergangenen Woche hätten verſchiedene Großmäch
Informationen über die Stellungnahme Belgiens zu den ame
kaniſchen Vorſchlägen eingezogen. Die belgiſche Regierung ha
ſich für den Pakt erklärt, da er die in den Locarnoabkommen u.
dem Völkerbundspakt enthaltenen Garantien verſtärke unter d
Vorausſetzung, daß die bereits beſtehenden Verpflichtungen au
drücklich von allen vertragsſchließenden Parteien anerkannt wu
den. Dieſen Standpunkt habe Außenminiſter Hymans geſter
auch in einer Unterredung mit dem amerikaniſchen Botſchaft
vertreten, in der er ferner die Erwartung ausgeſprochen hab
daß Belgien als Mitunterzeichner des Locarnovertrages zur Tei
nahme an den ferneren Paktverhandlungen eingeladen werde.
Spiel und Zauber.
Von Univerſitätsprofeſſor Dr. Eugen Fehrle, Heidelberg.
In einem frühen Entwicklungsalter der Kultur iſt nach dem
Volksglauben die Welt im Ganzen wie im Einzelnen bedingt
durch das Zuſammenwirken überſinnlicher, mythiſcher Kräfte.
Dieſe Anſchauungen verſchwinden nie ganz, auch nicht in einem
naturwiſſenſchaftlich aufgeklärten Zeitalter, das die Welt als ein
Ganzes empiriſcher Dinge und Eigenſchaften erklärt.
Die Formen, die in einer jungen Zeit der Menſchheitsgeſchichte
feſt geworden ſind und religiöſen oder magiſchen Zwecken dienten,
bleiben und werden durch Jahrhunderte, ja Jahrtauſende für den
Zweck verwendet, zu dem ſie anfangs beſtimmt waren, nämlich
zu magiſcher Einwirkung auf unſer Schickſal, in vielen Fällen
aber ſind ſie zum Spiel geworden.
Von der Inſel Java iſt folgende Art der Krankenheilung
bezeugt: Hat jemand ein krankes Kind, ſo geht deſſen Vater zu
einem Mann, der ein Puppenſpieltheater hat. Dort läßt er ſich
ein Stück vorſpielen, in dem die Heilung eines kranken Kindes
dargeſtellt wird. Nach der Aufführung gibt der Spieler dem
be=
ſorgten Vater die Hand, damit eine magiſche Kraft von ihm auf
die Familie des kranken Kindes und damit auf dieſes ſelbſt
über=
ſtröme und eine überſinnliche Verbindung zwiſchen dem Spiel
und dem Krankheitsverlauf hergeſtellt werde. Wie im Spiel ein
Kind geſund geworden iſt, ſo ſoll auch der Geſundheitszuſtand
des kranken Kindes ſich beſſern. Zwei Handlungen ſind
mitein=
ander in magiſche Verbindung gebracht, ſo daß ſie beide gleich
verlaufen müſſen. Die Wiſſenſchaft ſpricht in ſolchen Fällen von
Anglogiezauber.
Mit der Zeit geht die Eutwicklung ſo, daß das Spiel
über=
haupt als eine zauberiſch wirkende Handlung angeſehen wird,
ohne daß ſein Inhalt etwas dem, was man bewirken will,
Gleich=
laufendes zu haben braucht. Ein berühmtes Beiſpiel hierfür
be=
richtet der römiſche Geſchichtsſchreiber Livius. Als im Jahre 364
vor Chriſtus in Rom eine Peſt wütete und natürliche Mittel
nicht mehr halfen, ſuchte man Heilung durch religiöſe Einwirkung.
Neben anderem wurden Schauſpieler, aus dem benachbarten
Etrurien geholt, die Tanzſpiele zur Flöte aufführten. Von dieſen
Aufführungen leiteten die Nömer die ſzeniſchen Spiele her, die
nachher durchaus weltlicher Art waren.
Im Jahre 1488 wurden zur Abwehr einer Seuche in Metz
geiſtliche Spiele aufgeführt. Als im Jahre 1633 eine Peſt in
Oberammergau wütete, hat man zur Abwehr die Spiele ein=
geführt, aus denen die jetzt weltbekannten Oberammergauer
Paſſionsſpiele geworden ſind.
Hier haben wir noch etwas von dem urſprünglichſten Sinn
des Spieles: Wie im mittelalterlichen Paſſionsſpiel die Wendung
von Leiden und Tod zum Leben, zur Auferſtehung dargeſtellt iſt,
ſo ſoll auch ein Uebel, das Leiden und Tod bringt, ſich wenden
und das Leben die Herrſchaft bekommen. Der Umſchwung vom
Böſen zum Guten, der im Spiel dargeſtellt iſt, ſoll für das
Schick=
ſal wirkſam werden. Dieſer Analogiewirkung war man ſich aber
ſchon im Mittelalter nicht mehr immer klar bewußt, und das
Spiel wwirkte als heilige Handlung.
Solche Vorſtellungen ſind beſonders bekannt aus antiken
Myſterienreligionen. In Eleuſis bei Athen wurde den Myſten
eine heilige Handlung vorgeführt, ein Dromenon. Die Göttin
Demeter hat ihre Tochter Perſephone durch den Tod verloren.
Der Todesgott hatte ſie beim Spiel auf blumiger Wieſe geraubt.
Die Mutter irrte trauernd umher. Alles Leben der Natur, das
ſie ſonſt geſpendet hatte, verſiegte. Schließlich wurden die Bitten
der Mutter erhört: die Tochter wurde aus dem dunkeln Reich
des Todes ans Licht emporgeſchickt. Ueberall ſproßte jetzt wieder
Segen, und Freude war unter den Menſchen. Was im Spiel
dargeſtellt wurde, ſollte ſich an jedem Myſten erfüllen. Jeder,
der durch die Einweihung mit der göttlichen Mutter Demeter
verbunden war, hatte die Zuverſicht, nach dem Tode zu einem
neuen Leben geboren zu werden.
Wie in primitiveren Verhältniſſen der Zauber, hat hier die
Myſterienreligion den Umſchwung vom Tod zum Leben, die
Peripethie, wie der Grieche ſagte, mit dem Menſchenſchickſal
verknüpft. Und als die heiligen Handlungen von Eleuſis, die
Dromena, gelöſt wurden aus der Verbindung mit den Myſterien,
ging ihre Hauptſache, die Peripethie, über auf die Dramata
der benachbarten griechiſchen Hauptſtadt Athen; der erſte große
Tragiker der Griechen, Aiſchylos, der in Eleuſis zu Hauſe war,
bekennt den Zuſammenhang, wenn er zur Hauptgöttin ſeiner
Heimat betet: „Demeter, die meinen Geiſt nährte, gib, daß ich
würdig deiner Weihen ſei.”
Dramatiſch geſtaltete Geſchichten, in denen ein Umſchwung
vom Böſen zum Guten dargeſtellt wurde, waren Vorläufer des
eigentlichen Dramas.
Die uns erhaltenen älteſten dramatiſchen Aufführungen der
Griechen waren durchaus noch als religiöſe Darſtellungen
auf=
gefaßt. Aber ſchon im Verlauf des 5. Jahrhunderts vor Chriſtus
änderte ſich dies, und die dramatiſchen Darſtellungen bekamen
den Sinn, den auch wir noch mit dem Wort Drama verbinden.
Den urſprünglichen Sinn und Gang dieſer Vorſtellunge
aben wir noch erhalten in unſerem Volksbrauch: Hat ein
Hau=
ier ſich verfangen, ſo ſagt der Bauer:
Chriftus hangt,
Chriſtus iſt los,
Nun biſt du das Verfangen los.
Hier iſt der Umſchwung auf eine möglichſt kurze Form
bracht. In anderen Zauberſprüchen wird eine Geſchichte erz09”
nder ſich ein Vorgang abſpielt, der dem gleicht, der jetzt vorlie!
und ebenſo verlaufen ſoll wie der erzählte. Hat jemand Gich
ſo ſagt er folgenden Segen: „O Gicht, o Gicht, wie marterſ
mich. Das klage ich Gott über dich und dem höchſten Namen,
den Tod am heiligen Kreuze unſchuldig leiden mußte. Gicht .
Bichter waren über eine grüne Au. Begegnet ihnen St. Aul.
und ſprach: Gicht und Gichter, wo wollt ihr hin? Die Gicht
ſprachen: Wir wollen zu dem N. N., in ſein Fleiſch fahreln
ein Blut laufen und wollen ihm ſein Blut ausſaugen.
prach die heilige Anna: Gicht und Gichter, ich gebiete eug "
der Kraft Gottes und dem höchſten Banne: Du laufendes Gie
du ſtehendes Gicht . . Ich gebiete euch . in das wilde
Gin=
net, woraus ihr kommen ſeid. Dahin ſollt ihr wieder 9e9e
Das zoll ich euch zu eurer Buß.”
Solche Erzählungen ſind vielfach dramatiſch ausgeſtaltel."
önnen in primitiveren Verhältniſſen leicht zum Inhalt lle.
ufführungen werden. Was dargeſtellt wird, ſoll jetzt we”.
virkſam werden. Wie einſtens die Gicht=Dämonen durch die 4
ge Anna vertrieben worden waren, ſo ſollen ſie jetzt wiedel."
inem Gichtkranken weichen.
Dasſelbe Denken haben wir ſchon in altdeutſchen Zaut”
prüchen. Hatte ein Pferd den Fuß verrenkt, ſo ſagte man. ""
dem einen Merſeburger Zauberſpruch: „Balder (Phol) und *
dan ritten in den Wald. Da ward dem Roſſe Balders ſein. 2"
verrenkt. Da beſprach ihn Sinthgunt und Sunna, ihre Schwe!
a beſprach ihn Friia und Volla, ihre Schweſter. Da beſt”
hn Wodan, der es aufs beſte verſtand: Bein zu Bein, Li‟
zlut, Glied zu Gliedern, als ob ſie geleimt wären.”
Durch Analogiewirkung hofft man, die Verrenkung.""
Fferdefußes heilen zu können.
Eines iſt all den Zauberſprüchen, dramatiſchen Erzähluns
und Myſterienritualen gemeinſam: es wird nicht eine beil.
dandlung erzählt, deren Verlauf bei einem analogen Fal w.
dirkſam werden ſoll, immer ſind es heilige Perſonen, al. ..
je Handlung vollzogen wird oder welche die Beſſerung Ne
ühren. In den bekannten Merſeburger Zauberſprüchen.!i
germaniſche Gottheiten, in griechiſchen und lateiniſchen Dit
Nummer 146
Samstag, den 26 Mai 1928
Geite 3
Nach dem Kolmarer Prozeß.
Neun Angeklagte auf freiem Fuß.
ſaumann und Köhler wegen einer angeblichen
Spionage=Affäre noch in Haft.
EP. Paris, 25. Mai.
Wie der „Petit Pariſien” meldet, ſind die im Kolmarer
Pro=
freigeſprochenen Angeklagten geſtern abend aus dem
Ge=
ignis entlaſſen worden mit Ausnahme von Baumann und
hler, die ſich noch in der Spionageaffäre vor der Straßburger
pafkammer zu verantworten haben werden. — Ferner meldet
3 Blatt, daß geſtern abend in Kolmar bereits eine
Proteſtver=
nmlung gegen das Urteil ſtattgefunden habe, an der über
0 Perſonen teilgenommen hätten. Die Verteidiger der
An=
lagten ſeien mit toſendem Beifall begrüßt und nach der
Ver=
imlung von einer jubelnden Menge heimbegleitet worden.
Die Kommentare der franzöſiſchen Preſſe
zum Urteil im Kolmarer Prozeß
paten, obwohl ſie, was auf von oben herab erteilte Richtlinien
ießen läßt, in auffallend ruhigem Tone gehalten ſind, dieſelbe
lige Unfähigkeit, ſich in die elſäſſiſchen Ver=
Itniſſe und die elſäſſiſche Geiſtesverfaſſung
neinzuverſetzen, die man bisher ſtets in franzöſiſchen
ittern und in der franzöſiſchen Oeffentlichkeit feſtſtellen mußte.
meiſt wird das Urteil als außerordentlich gemäßigt bezeichnet
die Hoffnung ausgedrückt, daß dieſe Mäßigung zur
Be=
igung und zum Ausgleich der Gemüter beitragen könne. Nach
er erſten und vorübergehenden Erregung, ſo ſchreibt Edouard
ſey im „Journal”, müßten ſich alle ehrlichen Elſäſſer vor dem
alen, mäßigen und mutigen Urteil beugen. Man müſſe wieder
dlich an die Arbeit für die Blüte des Elſaß gehen, die durch
ge räudige Schafe ſchwer gefährdet worden ſei. Das „Petit
urnal” zieht aus dem Urteil den Schluß: Franzöſiſch geſtern,
izöſiſch heute, wird das Elſaß auch morgen franzöſiſch ſein.
nlich äußert ſich das „Echo de Paris”: Selbſtverſtändlich
ützen die Rechtsblätter wie „Gaulois”, „Figaro” „Avenir”,
Gelegenheit, das elſäſſiſche „Malaiſe” auf die Politik des
Kar=
zurückzuführen. Der „Gaulois” legt den Ausſpruch des
veralſtaatsanwaltes dahin aus, daß es ſich nicht um ienen Tag
Ruhms, ſondern um einen Trauertag handele. Man ſehe
was die Pariſer Politik in den 10 Jahren aus dem Elſaß
acht habe, das mit Begeiſterung die franzöſiſchen Fahnen in
Chauſen, Kolmar und Straßburg begrüßt habe. Dieſe Politik
den Elſäſſern tyranniſch und wandelbar wie die eines
Des=
n. vorgekommen. — Sehr abfällig kritiſiert Guſtav Hervé den
zeß in der „Victoire‟. Man müſſe die Regierung
Poincaré=
riot=Sarraut=Painlevé dazu beglückwünſchen, meint er ironiſch,
ſie die Einleitung dieſes dummen Prozeſſes zugelaſſen habe.
Urteil beweiſe lediglich, daß unter den Kolmarer
Geſchwore=
die Antiautonomiſten durch Zufall in der Mehrheit geweſen
i, wie der Zufall auch hätte dazu führen können, daß die
rheit zu den Autonomiſten gehört habe. Das Urteil ſei
keines=
s, wie der Vorſitzende erklärt habe, ein Beruhigungsſpruch,
i wie im Saale die eine Hälfte Beifall geſpendet habe,
wäh=
die andere Hälfte vor Zorn und Schmerz tobte und mit der
ſt nach den Geſchworenen drohte, ſo werde auch morgen das
ze Elſaß von Altkirch bis Hagenau ſich ſpalten. Die
Verur=
en aber würden Märtyrer in den Augen aller ihrer Anhänger,
ſo
ne das Urteil nur dazu, Oel auf das Feuer
zu gießen.
Blatt fordert, daß man Millerand wieder ins Elſaß ſchicke,
dem Uebel abzuhelfen. — Das „Oeuvre” befürchtet, daß der
onomismus durch das Urteil mehr gewinne als verliere, denn
lin und Roſſe würden zweifellos noch Sympathien bei
den=
gen Elſäſſern finden, die den Urteilsſpruch nicht verſtehen. So
zu befürchten, daß die Diplomatie der Geſchworenen
keines=
s zur Befriedung beitrage. Die gleiche Befürchtung ſpricht
„Volonté” aus. — Die „Ere Nouvelle” billigt als einziges
Sblatt das Urteil. Es ſei ein glühendes Eiſen auf die Wunde
werde die Anſteckung des Elſaß verhindern. — Die „
Huma=
ſpricht die Vermutung aus, daß das paradoxe und unver=
ſtändliche Urteil einem Druck von oben, einem offiziellen Einfluß,
Einſchüchterungsmanövern uſw. zu verdanken ſei, aber der Spruch
von Kolwar regle das elſäſſiſche Problem nicht, ſondern werde im
Gegenteil ein Antrieb für den Kampf der elſaß=lothringiſchen
Arbeitermaſſen gegen den franzöſiſchen Imperialismus ſein. Das
Blatt ſpricht von einer neuen Dreyfuß=Affäre. Es werde nicht
lange dauern, bis das elſäſſiſche Volk ſeine Revanche erhalte.
Elſaß=lothringiſche Stimmen zum Kolmarer
Urteil.
EP. Straßburg, 25. Mai.
Die meiſten Elſäſſer und Lothringer Blätter drücken ihren
Abſcheu über das Urteil von Kolmar aus. Sie ſehen voraus,
daß der Mißſtimmung gegen Frankreich dadurch weitere Nahrung
zugeführt worden iſt. — Der „Elſäſſiſche Kurier” in Kolmar zieht
eine Parallele mit dem Zabernprozeß und bezeichnet das Urteil
als ein hiſtoriſches Ereignis von weitaus größerer Bedeutung
als ſeinerzeit dem geringfügigen Zwiſchenfall von Zabern zukam.
Nie habe ein Feind der franzöſiſchen Sache im Elſaß ſo ſehr
ge=
ſchadet wie die Idioten, die das Komplott erfanden. Die
Ge=
ſchworenen hätten ein ſchändliches Urteil gefällt. Es ſei möglich,
daß man in Innerfrankreich voll Dank gegen die überſtrömen
werde. Das elſäſſiſche Volk dagegen werde anderer Anſicht ſein.
Der in franzöſiſcher Sprache in Kolmar erſcheinende „Nouvel=
„ſte d’Alſace”, eines der Organe des Abbé Hägy, ſchreibt, daß mit
dem Kolwarer Urteil nicht, wie Fachot geſagt habe, ein Tag des
Ruhmes begonnen habe, ſondern ein Tag des Haſſes und
Unglücks.
Der „Courier de Strasbourg” ſchreibt, er habe zwar die
auto=
nomiſtiſche Agitation immer verurteilt. Welches aber auch die
Fehler der Angeblagten ſein könnten, ſo ſei es doch ein weitaus
größerer Fehler geweſen, ſie zu Märtyrern zu ſtempeln. Es ſei
jetzt eine Verdoppelung der Mißſtimmung und eine Verſchärfung
der Beunruhigung im elſäſſiſchen Volk zu erwarten.
Der „Elſäſſer” bezeichnet das Urteil als eine Schande. Die
Fvanzoſen wiederholten heute die gleichen Ungeſchicklichkeiten wie
ſeinerzeit die Deutſchen. Der Konflikt beſtehe zwiſchen einem
rück=
ſichtsloſen Kapitalismus und dem Regionalismus. Wenn man
nicht bald zu einer gerechten und großzügigen Löſung gelange, ſo
müſſe man ſich eines Tages auf ein ſchreckliches Erwachen gefaßt
machen.
Die ſozialiſtiſche „Preſſe libre” ſchreibt, daß es für die
Fran=
zoſen klüger und diplomatiſcher geweſen wäre, dieſe ganze
Affäre nicht vom Zaune zu brechen.
Nur wenige Blätter, vor allem die in den Händen von
In=
nerfranzoſen befindlichen, billigen das Urteil. Die nationaliſtiſche
„France de IEſt” aus Mülhauſen ſchreibt, die Geſchworenen
von Kolmar hätten bezeugen wollen, daß ſie den elſäſſiſchen
Auto=
nomismus nicht nur als eine Gefahr für Frankreich, ſondern für
den Weltfrieden erachten. Sie hätten mit Recht nur die Führer
der Bewegung verurteilt und die Irregeleiteten freigeſprochen.
Das „Journal d’Alſace et de Lorraine” hält ſich über das
geringe Strafmaß auf. Das elſäſſiſche Volk ſei ſchon zu lange den
Lügen einer Kamarilla preisgegeben geweſen, die Frankreich
nicht liebe.
Die „Dernieres Nouvelles” in Straßburg billigen das Urteil
ebenfalls. Es habe in dieſer Angelegenheit genügend Verdächtige
gegeben, um eine Beſtraſung zu rechtfertigen.
Der „Lorrain” in Metz ſchreibt, daß man in das Gewiſſen
der lohalen und überzeugten Elſäſſer Vertrauen haben könne,
die die vier Hauptſchuldigen verurteilt haben.
Der „Meſſin” aus Metz ſchreibt, daß die Autonomiſten
zu=
mindeſten nicht behaupten könnten, ſie ſeien von fremden
Be=
amten auf Befehl verurteilt worden. Die Geſchworenen ſeien
dieſesmal bodenſtändige Elſäſſer geweſen.
Ein elſäſſiſcher Antrag auf Amneſtierung
der Kolmarer Verurteilten.
EP. Paris, 25. Mai.
Der Abgeordnete von Hagenau, Michel Walter, hat in der
Kammer heute eine Entſchließung eingebracht, in der er die
Regierung auffordert, in kürzeſter Friſt eine Vorlage
einzubrin=
gen, wodurch die Verurteilten von Kolmar einer Amneſtie
teil=
haftig werden. Die Verurteilten ſeien ſofort in Freiheit zu ſetzen.
Der Abgeordnete wird die ſofortige Beratung ſeines Antrags
fordern.
Der Levante=Pakt.
Von unſerem bh=Korreſpondenten.
Rom, 23. Mat.
Es iſt wohl kaum ſchon vorgekommen, daß die Preſſevertreter
eines Staates in einer europäiſchen Hauptſtadt gemeinſame Sache
machen und in die Oeffentlichkeit flüchten. In Rom hat ſich der
ſeltene Fall jetzt ereignet, ein Fall, der um ſo ſeltſamer iſt, weil
es die deutſchen Korreſpondenten waren, die ſich geeint haben
und ihr Leid in die Welt hinaustelegraphieren. Man hat in einer
gemeinſamen Erklärung feſtgeſtellt, daß man in Rom weder aus
der italieniſchen Preſſe noch an den amtlichen
Informations=
ſtellen irgendwelchen Aufſchluß über die Verhandlungen Italiens
im nahen Orient erhalten kann, während von Athen oder Angora
aus über dieſes Thema die dortige Preſſe orientiert wird. Die
deutſchen Kollegen waren zu dieſem Notſchrei gezwungen, weil
die heimiſchen Redaktionen ſie mit Anfragen beſtürmten und nach
und nach glaubten, daß in Rom nur Jgnoranten als deutſche
Korreſpondenten lebten, Leute, die weder etwas wüßten noch
etwas erführen. Ganz ſo ſchlimm iſt es ja nun nicht. Aber eins
iſt wahr: Informationen kann man heute in Rom kaum noch
finden, — höchſtens negative.
Wir ſehen in der europäiſchen Preſſe faſt täglich die
ſchön=
ſten Meldungen aus allerlei Ländern, die ſich mit dem
italieniſch=
türkiſch=griechiſchen Nichtangriffspakt beſchäftigen. Dieſer
Levante=
pakt, wie man ihn wohl am einfachſten benennt, wird nun ſeit
mehreren Wochen abgeſchloſſen oder ſteht ununterbrochen vor
ſei=
nem Abſchluß. Wer aber trotz aller Miniſterbeſuche in Italien und
trotz aller aufgeregten Stimmen im Auslande ſich den ſimplen
Philiſterverſtand bewahrt hat und einfach daran denkt, wer hier
unter einen Hut gebracht werden ſoll, wird nicht endlos nach
verborgenen Informationsquellen ſuchen. Vor allem dann nicht,
wenn er ſich daran erinnert, daß es weſtlich von Italien ein
Land gibt, das doch erheblich ſtärker als das Reich Muſſolinis
iſt, und das ſich nicht ohne weiteres in ſeine Levanteſuppe ſpucken
laſſen wird, ſelbſt wenn das „perfide” Albion als engſter
Bundes=
genoſſe wieder einmal die gewohnte Doppelpolitik zu treiben
ſcheint. Wer aber das Zufallsglück gehabt hat, an authentiſcher
Stelle über eine Aeußerung eines maßgebenden türkiſchen
Man=
nes in Rom informiert zu werden, der hatte ſeine Ruhe. Der
Türke, der es wahrlich wiſſen mußte, hatte einem Manne, der es
ebenſo beruflich wiſſen muß und deſſen Stellung und Anſehen
keine falſche Informierung zuläßt, ſchon vor geraumer Zeit beim
erſten Auftauchen der Nachrichten über die neue italieniſch=
tür=
kiſche Freundſchaft ganz offen Auskunft über dieſe
Levante=
paktiererei gegeben. Ins gute knappe Deutſch übertragen, lautete
die türkiſche Mitteilung: „Das iſt ja alles Quatſch. Fallen Sie
nicht darauf hinein. Wir nehmen die Sache gar nicht ernſt. Aber
wir brauchen dieſe Verhandlerei aus anderen Gründen.‟ Der
Türke hat recht gehabt. Wochen ſind vergangen, und ſtets iſt der
ſogenannte Abſchluß des Paktes noch hinausgezogen worden.
Die Deutſchen in Rom beſchweren ſich alſo eigentlich zu unrecht
über das Schweigen der muſſoliniſchen amtlichen oder
journaliſti=
ſchen Quelſen. Denn dieſe konnten nicht ſpringen, weil ſie nur
über Hoffnungen, nicht über Erfolge hätten berichten können.
Aber auch ohne eine derartige beruhigende Mitteilung aus
dem türkiſchen Lager brauchte man den Paktverſuch im
diploma=
tiſchen Sinne nicht zu ernſt zu nehmen. Im diplomatiſchen Sinne
wohlgemerkt, nicht im europäiſchen Sinne. Denn nach dieſer
Rich=
tung birgt der Verſuch zum Pakt bereits eine erneute ſtarke
Kriegsgefahr, die über dem von Neuwahlen benebelten Europa
ſeit einigen Wochen recht bedenklich drohend liegt. Ein Abſchluß
eines Levantepakts vergrößert die Kriegsgefahr bedeutend, die
zwiſchen Italien und Jugoflawien ſowie Italien und
Frank=
reich dauernd beſteht. Daran ſollte jeder denken, der die
Ent=
wicklung der Ereigniſſe in der Levante genauer beobachtet. Der
Krieg war wieder einmal viel näher, als man eigentlich annehmen
möchte. Aber Frankreich war auf dem Poſten und iſt nicht
über=
raſcht worden.
Das iſt letzten Endes der wichtigſte Punkt, der bei dieſen
Verhandlungen über einen Levantepakt beobachtet werden
mußte. Deshalb war es auch nicht notwendig, in der italieniſchen
Preſſe nach Nachrichten über das Levantethema zu ſuchen, es war
nur wichtig, zu beurteilen, wie weit wird Frankreich die
Be=
laſtung ſeines Preſtiges und ſeiner Intereſſen im nahen Orient
ſtillſchweigend ertragen, und wann wird es ſeinen Gegenſchlag
dort anbringen, wo es immer noch mit ſeinen größeren
Geld=
mitteln den Sieg erringen konnte: in Griechenland. Und es hat
rechtzeitig geſchlagen.
Die Verhältniſſe in Griechenland liegen doch ſo, daß dieſes
Land maritim vollkommen in den Händen Englands iſt. Heute
iſt der Piräus ebenſo wie der Kanal von Korinth, wie die
ver=
ſchiedenen Inſeln mit Ausnahme des Dodekanes, die Häfen des
Peloponnes und Kreta unter engliſcher Aufſicht. Man kann ruhig
ſagen, daß nicht nur die griechiſche Kriegsmarine, ſondern alle
chen heidniſche Götter oder Dämonen und in den Zauber=
Segensſprüchen ſpäterer Zeit chriſtliche Heilige, oder es iſt
iſtus ſelbſt. So iſt die Handlung, deren Verlauf wieder
ein=
n ſoll, erhoben über das tägliche Menſchenſchickſal und
da=
h der Glaube geſteigert. An ſich iſt es nicht notwendig, daß
analoge Handlung in einem höheren Bereich geſchehen ſei.
in der Schwarzwälder Wunderdoktor den Beinbruch eines
es heilt, ſo zerbricht er ein Stuhlbein, leimt es wieder
zu=
men und verbindet es. Dann verbindet er das gebrochene
des Tieres. Die Analogiewirkung ſoll nun die Heilung
orbringen.
All dieſe Begehungen führen zurück in eine erſte Entwicklung
rer Kultur. Sie finden, ſich zum Verwechſeln ähnlich im
ten Jahrtauſend vor Chriſtus bei dem Volke der Hethiter
leinaſien, dann bei den alten Griechen und Römern, bei den
hriſtlichen Germanen wie nachher überall im chriſtlichen
opa und bei den Völkern aller Erdteile, ohne daß man immer
ſichtliche Entlehnungen annehmen kann. Wie alle derartigen
titiven Aeußerungen des Menſchengeiſtes, werden ſie auch
er in der einen oder anderen Geſtalt wiederkehren oder aber
yrer Form weiterleben, wenn auch der ihnen von Anfang an
wohnende Sinn ſich längſt gewendet hat. Die Formen ſind
biel zäher als die Gedanken. Auch hier bewahrheitet ſich
thes Wort:
Und keine Macht und keine Zeit zerſtückelt
Geprägte Form, die lebend ſich entwickelt.
Muſikfeſt in Baden=Baden.
II
Baden=Baden, 24. Mai.
weiß, daß Richard Wagner urſprünglich keineswegs
h allein für ſein Feſtſpielhaus ins Auge gefaßt hatte,
ſon=
er lange zwiſchen Baden=Baden und Bayreuth hin und
ankte. Der Baden=Badener Bürgermeiſter Gaus hatte
2 Vorſchläge gemacht, welche Wagner lebhaft intereſſierten.
Bayreuther Abordnung, die ihn in Triebſchen aufſuchte,
ſeine endgültige Zuſage, ſo daß Baden=Baden nicht
Betracht kommen konnte. In der Tat eignet ſich Baden=
Verborragend zum Feſtort eines internationalen
Muſik=
es, nicht nur wegen ſeiner günſtigen zentralen Lage,
den Verkehrsverbindungen und zahlreichen Gaſt= und
9Sſtätten für jegliche Anſprüche, ſondern beſonders wegen
eglichkeit, das Feſtſpielhaus auf einem der zahlreichen
freigelegenen und ausſichtsreichen Hügel in unmittelbarer Nähe
der Stadt zu erbauen. Daher iſt der Gedanke an einen ſolchen
Bau in Baden=Baden nie ganz eingeſchlafen, und er erhielt eine
bedeutſame Belebung, als im Jahre 1910 eine Schrift des
Mün=
chener Architekten Ernſt Haiger erſchien unter dem Titel:
„Tempel und Symphonie”, in welcher der damals noch junge
Künſtler in Anlehnung an die Gedanken Richard Wagners den
Plan niederlegte, der Symphonie, fern vom Lärm des Alltages,
eine würdige Stätte zu ſchaffen: das Symphoniehaus.
Der Plan zündete dank dem wunderbar klaren, in herrlichem,
klaſſiſchem Ebenmaß gehaltenen, Haigerſchen Entwurf mächtig.
1913 traten in Stuttgart eine große Zahl hervorragender
Per=
ſönlichkeiten der Tonkunſt, der bildenden Künſte und der
Lite=
ratur ſowie bekannte Gönner und Förderer der Kunſt zuſammen.
Sie beſchloſſen nach eingehendem Studium, den Haigerſchen
Ent=
wurf zur Kenntnis weiteſter Kreiſe zu bringen und für ſeine
Verwirklichung zu werben. Unter dem Protektorat des Königs
von Württemberg wurde im gleichen Jahre der Verein
Symphoniehaus gegründet. Schon ſchien der Bau geſichert,
als der Krieg ausbrach und jede kulturelle Aufgabe jahrelang in
den Hintergrund rückte.
Erſt der Initiative der Stadt Baden=Baden iſt es zu
ver=
danken, daß heute der Verein wieder werbend hervortreten kann.
Sie hat einen geeigneten Platz auf freier Höhe zur Verfügung
geſtellt und den erſten Bauſtein geſtiftet.
„Was immer an ſymphoniſchen Meiſterwerken geſchaffen
wor=
den iſt und noch geſchaffen werden mag,” ſo heißt es in dem
Werberuf des Vereinsvorſitzenden Gerhart Hauptmann, „wie
auch die Chorwerke der großen Meiſter, von Johann Seb. Bach
bis auf unſere und kommende Tage; ſie ſollen in alljährlichen
Feſtaufführungen in dieſem Hauſe ihre gemeinſchaftbildende
Kraft bewähren. In dem wechſelvollen Reigen ſollen die Werke
aller Meiſter, ſoweit ſie zum Erbe der Menſchheit gehören,
ein=
geſchloſſen ſein.” Fürwahr ein Gedanke von großer,
allumfaſſen=
der Kraft, welcher dem Verein Symphoniehaus die Mitgliedſchaft
und Förderung der edelſten Geiſter in Deutſchland und weit über
ſeine Grenzen hinaus ſichern wird.
Den Erfolg des Philharmoniſchen Orcheſters am heutigen
zweiten Feſtabend noch zu überbieten, war ſehr ſchwer. Muſiziert
doch eine Kurkapelle unter ganz anderen ſchwierigeren
Bedingun=
gen als das ſtets zu Meiſterleiſtungen vereinigte Philharmoniſche
Orcheſter. Und doch brachte es Generalmuſikdirektor Ernſt
Meh=
lich mit ſeiner an 90 Mann ſtarken Künſtlerſchar glänzend
zu=
wege, getren den Grundſätzen des Vereins Symphoniehaus nicht
nur gute, ſondern allerbeſte, ja einzigartige Muſik zu machen.
Seine „Oberon”=Ouvertüre war eitel Jubel, und die
Wiedergabe der 1915 vollendeten großen Alpenſinfonie von
Richard Strauß eine Großtat. In Morgenſtimmung wurde
man in froher Wanderung durch Matten, Wald und Schnee zum
Gipfel geführt, erlebte Erſcheinungen und gefahrvolle Augenblicke
und in gewaltigem E=Dur=Motiv die Wunder der Alpen, zugleich
den Höhepunkt des Werkes, das im Abſtieg noch Gewitterſzenen
und friedlichen Sonnenuntergang bringt.
*Frankfurter Muſikbrief.
Der Nachfolger Dr. Wallerſteins, H. E. Mutzenbecher
(bisher in Darmſtadt), hat nach dem „Ritter Blaubart” und dem
„Cardillac” nun auch den „Troubadour” inſzeniert. Ein
abſchlie=
ßendes Urteil zu fällen, iſt nicht leicht. Dr. Wallerſtein war in
ſeiner Art ein Regiſſeur von Rang; ſein Nachfolger hat zunächſt
mit dem zu rechnen, was Wallerſtein aus dem Chor gemacht hat.
Sein diktatoriſcher Regiewille hat aus der Maſſe eine Einheit
geſchaffen, die wie eine auf dem Kaſernenhof eingedrillte
Kom=
pagnie ſeinen Intentionen folgte. Da dieſes Drillen aber
ſchließ=
lich überſpannt wurde, ergab ſich bei dem Zuſchauer und auch
bei dem Chor das Gefühl des Starren und Allzugewollten. Man
hat den Eindruck, daß Mutzenbecher verſucht, dieſes Gefühl zu
löſen. Er arbeitet weniger mit den rein verſtandesmäßigen
Mit=
teln ſeines Vorgängers. Man iſt bei ihm beruhigter; er läßt
auch dem Einzelnen mehr ſeinen Willen, falls dies künſtleriſch
zu verantworten iſt. Dies ergibt aber bei jedem Mitwirkenden
das die Arbeitsfreude ſtark belebende Gefühl, nicht Teil einer
Maſchine zu ſein. Die Zeit wird lehren, ob es ihm gelingt, in
dieſer Nichtung Wertvolles zu ſchaffen. — Die Aufführung unter
der im Tempo nicht immer einwandfreien Leitung W. Martins
bot durchweg ausgezeichnete geſangliche Leiſtungen, von denen
an erſter Stelle die Leonore der Frau Lauer=Kottlar zu
nennen iſt. Alternierend mit J. Gläſer, der für den Manrico
geſchaffen iſt, ſingt F. Völker den Titelhelden. Faſt zu mächtig
in der Stimme, nicht in allem ſtilvoll, aber durch den Glanz des
Organs faſzinierend. Anſprüche an darſtelleriſches Können
dür=
fen leider nicht geſtellt werden; dadurch bleibt der Geſamteindruck,
wie immer bei ihm, geteilt. Ueber den Luna Permanns und
die Acuzena der B. Mergler iſt nur Lobenswertes zu ſagen.
Ein Johann=Strauß=Abend des
Opernhaus=
orcheſters unter der Leitung von Prof. Krauß, der
zu=
gunſten der Wegſcheide veranſtaltet wurde, brachte den Beteiligten
einen ſtarken Erfolg.
Dr. W. Kn.
Seite 4
Samstag, den 26. Mai 1928
maritimen Angelegenheiten unter engliſcher Kontrolle ſtehen.
Griechenland iſt nur eine Vorhutſtellung auf dem Wege nach
Aegypten für England, eine Stellung, die beſonders ſeit
Ent=
wicklung der Flugſchiffahrt an beſonderer Bedeutung gewonnen
hat. Der Weg von London nach Indien und Aegypten hat heute
für die Flugzeuge ſeinen erſten Etappenhafen in Griechenland.
Während nach dieſer Hinſicht England die Kontrolle in Hellas
hat, iſt der franzöſiſche Einfluß auf Armee und Bevölkerung
immer noch der alte geblieben. Politik und Geſchäft, Geſellſchaft
und Kultur ſind im ſtärkſten Maße noch immer von Paris
ab=
hängig. Das Land ſteht zwar maritim und flugtechniſch unter
engliſcher Aufſicht, die Politik aber wird noch immer von Paris
aus gemacht. Daran ändert auch die Vorliebe für Extratouren
nichts, die die geſchäftigen Politikaſter Athens manchmal in
ita=
lieniſche Arme zu treiben ſcheint. Wenn es hart auf hart geht,
iſt der franzöſiſche Einfluß immer noch ſiegreich.
England ſelbſt hätte es nun offenbar gar nicht ungern
ge=
ſehen, wenn dieſer franzöſiſche Magiſter einmal wirklich vom
ita=
lieniſchen Dilettanten verdnägt worden wäre. Wenn die
poli=
tiſche Struktur des Landes unter italieniſchem Einfluß ſtehen
würde, ſo hätte England gewonnenes Spiel für immer. Denn
Italiens Außenpolitik iſt nur ein Werkzeug in den Händen der
Engländer. Frankreich kann ſich gegen England immer noch
weh=
ren, Italien muß trotz Muſſolini im entſcheidenden Augenblick
immer vor England die Waffen ſtrecken. Ein italienfreundliches
Miniſterium in Athen, das mit Muſſolini zuſammen
Balkan=
politik treiben würde, wäre eine erfreuliche Schachfigur in dem
Spiele Londons auf europäiſchem Boden. Aber Frankreich gibt
acht. Und ſiehe da, der alte Turm Venizelos erſcheint auf
ein=
mal mitten im Spielfeld und gebietet Schach. In Athen
ver=
ſchwinden die Italienfreunde aus dem Miniſterium, und der
getreue Wächter franzöſiſcher Intereſſen, Venizelos, macht
Muſſo=
lini einen Strich durch den Levantepakt. Der ſchlaue Türke hat
ſchon gewußt, warum er ſagte: es iſt alles Quatſch.
Vielleicht kommt trotzdem noch irgendein Abkommen zwiſchen
Italien und der Türkei zuſtande. Aber es wir nicht mehr das
ſein, was beabſichtigt war. Was jetzt noch paktiert wird, geſchieht
Nummer 1411
nur, um „das Geſicht zu wahren”, Frankreich hat ſeinen Riegel
vorgeſchoben, ehe die Tür nach Jugoſlawien eingedrückt werden
konnte, durch den Komitatſchis ihren Feuerbrand werfen
könn=
ten. Man glaube aber nun ja nicht, daß die Gefahr behoben ſei.
Der Machthunger und der Preſtigedurſt Muſſolinis bleibt. Es
bleibt auch die Spannung zwiſchen Jugoſlawien und Italien,
und es bleibt vor allem der bedenklichſte aller europäiſchen
Ge=
fahrenmomente: der Gegenſatz zwiſchen Rom und Paris im
Kampfe um die Vorherrſchaft auf dem Balkan und im nahen
Oſten. Im Balkan handelt es ſich um Land, Geſchäft und
Pre=
ſtige, im nahen Orient aber noch obendrein um Kultureinfluß.
Frankreich iſt dort der Kulturträger, vom ſchlechten Film an
ge=
rechnet bis hinauf als Protektor der katholiſchen Kirche im Orient.
Es iſt vielleicht kein Zufall, daß gerade in dem Augenblick, als
der Pakt zwiſchen Rom und Angora bevorſtand, und damit ein
weiterer Schritt nach der Richtung getan ſchien, im nahen Orient
den Schutz der Chriſtenheit von Frankreich auf Italien
hinüber=
zumanövrieren, der Vatikan in ſeiner Aeußerung im „Oſſervatore
Romano” den geiſtigen und ethiſchen Gegenſatz aufgedeckt hat,
der die chriſtliche Kurie vom fasciſtiſchen Staate trennt. Dieſes
Zuſammentreffen der Ereigniſſe mag immerhin als Symptom
gewertet werden.
Was aber auch an Pakten oder ſonſtigen Abmachungen nach
der italieniſchen Niederlage in Athen noch zuſtandekommen mag,
der Kampf iſt nicht zu Ende. Italien rüſtet mit unerhörten
An=
ſtrengungen. Irgendwo muß es aus den ſchwierigen
Verhält=
niſſen herauskommen, in die es durch die Hypertrophie ſeiner
Staatserneuerung geraten iſt. Der Ruhm und die überheizten
Nerven des Fascismus brauchen ein Ventil, die Verelendung
der durch Steuern und Teuerung erdrückten Bevölkerung bedarf
einer aufmunternden Ablenkung. Nur der Krieg ſcheint dieſe
bieten zu können. Und kriegeriſche Uebungen ſind es ja ſchon
jetzt, die den Italienern immer neue Impulſe geben ſollen. So
wird jetzt ein Luftgeſchwader von 60 Flugzeugen im weſtlichen
Mittelmeer Geſchwaderflüge unternehmen. Das ſind Manöver,
die bedrohen, und deren Drohung die Nähe des Krieges zeigt.
Der Innsbrucker Flaggen=Zwiſchenfall.
EP. Innsbruck, B. M
Auch in den ſpäten Abendſtunden des geſtrgien Tages
derholten ſich die Demonſtrationen. Sie richteten ſich dies
gegen die Wohnung des italieniſchen Generalkonſuls, der in
Schillerſtraße wohnt. Die Polizei hatte rechtzeitig von den E
ſichtigten Demonſtrationen erfahren und ſo umfangreiche Abn
maßnahmen getroffen, daß die Demonſtranten nicht in die Schi
ſtraße gelangen konnten. Sie begnügten ſich daher, von der F
aus „Pfui Muſſolini” und „Nieder Muſſolini” zu rufen.
Demonſtranten zogen ſich hierauf in die Stadt zurück, wo es
dem Konſulat neuerdings zu Demonſtrationen kam, die
diesmal nur geringeren Umfang hatten. Auch hier konnte
Polizei der Demonſtranten Herr werden, umſomehr, als ſtröt
der Regen niederging und die Demonſtranten ſich von ſelbſt
mählich zerſtreuten. Insgeſamt wurden 14 Verhaftungen
genommen, meiſtens Studenten, die aber nach Feſtſtellung i
Perſonalien wieder freigelaſſen wurden.
Im Landtag war geplant, eine Kundgebung ſämtlicher
teien über dieſe Vorfälle zu veranſtalten. Da ſich aber die 2
teien über den Wortlaut nicht einigen konnten, hat der Land
von einer Kundgebung aögeſehen. Bemerkenswert iſt, daß
italieniſche Konſul, bevor er ſeine Forderung nach Genugtu
ſtellte, mit Rom geſprochen hatte, wobei ihm empfohlen wu
das Gieiche zu verlangen, was ſeinerzeit im Jahre 1920 an
lich eines ähnlichen Vorfalles Deutſchland als Sühne lei
mußte. Der Landeshauptmann von Tirol hat ſich hierauf
der öſterreiciſchen Bundesregierung telephoniſch ins Ein
nehmen geſetzt, die ihn beauftragte, die Forderung raſcheſtens
erfüllen.
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Geſchäftsſtelle.
Nummer 146
Samstag, den 26. Mai 1928
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 26. Mai.
Staatspräſident Adelung beglückwünſcht
Firma Opel.
Zum glücklichen Start des Raketenautos auf der Avusbahn hat
* heſſiſche Staatspräſident der Firma Opel und den bei dem
nternehmen hervorragend beteiligten Herren Valier, Sander
nd Fritz von Opel telegraphiſch die beſten Glückwünſche
über=
itteln laſſen. Der Staatspräſident gibt der Hoffnung Ausdruck, daß
eitere erfolgreiche Verſuche die Firma Opel und ihre Mitarbeiter zu
n erhofften Zielen führen mögen.
— Das Amerikaniſche Konſulat in Frankfurt a. M., Börſenſtr. 2—4,
mmt ab 4. Juni, vormittags 9 Uhr, bis auf weiteres Anmeldungen
* Auswanderung nach den Vereinigten Staaten von den in
eutſchland geborenen Perſonen entgegen. Formulare zu dieſem
wecke ſind bei dem Konſulat in Frankfurt zu beantragen, ſowie bei
n allgemeinen Schiffahrtsgeſellſchaften erhältlick.
— Das Landesmuſeum iſt am 1. Pfingſtfeiertag geſchloſſen, dagegen
2. Feiertag von 10—1 Uhr, ferner am Pfingſtdienstag von 11 bis
Uhr unentgeltlich geöffnet.
— Das Schloßmuſeum iſt am erſten Pfingſtfeiertag geſchloſſen, am
ſeiten Feiertag finden nur vormittags um 11 und 11½ Uhr
Führun=
n ſtatt. — Im Schloßmufeum finden täglich Führungen vorm. 11
id 11½ Uhr, nachmittags 3½ und 4 Uhr ſtatt. Geſchloſſen: Samstag
id Sonntag nachmittag.
—Rekord in Eheſchließungen. Vor dem Standesamt Darmſtadt
iden am heutigen Pfingſtſamstag nicht weniger als 37 Traungen ſtatt.
1s iſt eine Zahl, die auch zu dem für Eheſchließungen ſehr bevorzug=
* Pfingſtfeſt ſeit langen Jahren nicht erreicht wurde.
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Unſerer geſtrigen
Beſpre=
ing des Sch
— Bühnenvolksbund. Die Landesſtelle unſeres Verbandes, Sitz
ankfurt a. M., hat einen Ausflug nach Marburg am 10. 6.
onntagskarte Marburg) aufgerufen. Es ſind Führungen durch die
adt geplant, die reiche Kunſtſchätze und Sehenswürdigkeiten birgt;
gleich wird die Ausſtellung Religiöſer Kunſt aus Heſſen und
Heſſen=
ſfau beſucht, die künſtleriſche Schätze aus Welt und Kirche zeigt, die
im eine andere Ausſtellung aufzuweiſen vermochte. Nachmittags
Ihr iſt eine Aufführung des Marburger Feſtſpiels „Die Heilige
iſabeth” in Ausſicht genommen, wozu beſonders ermäßigte
Ein=
ttskarten unſere Geſchäftsſtelle ausgibt. Gemeſſen an den Erfolgen
letztjährigen Feſtſpiele, verſpricht dieſe Freilichtaufführung auf
priſchem Boden hervorragende künſtleriſche Wirkungen. Die
Ver=
taltung bedarf wahrlich keiner beſonderen Empfehlung. Wir bitten
ere Mitglieder um recht zahlreiche Beteilgung, erſuchen aber um
Ein=
hnung in unſerer Geſchäftsſtelle zwecks Vorbeſtellung der
Theater=
ten. Letztere behalten Gültigkeit, falls wegen etwaiger ſchlechter
tterung der Ausflug verſchoben werden müßte.
— Der Deutſche Verband Kaufmänniſcher Vereine (Sitz Frankfurt
M.), der in vielen Ortsvereinen über ganz Deutſchland verbreitet iſt
o. mit ſeinen 60 000 Mitgliedern (Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
den älteſten und größten paritätiſchen Berufsverbänden zählt, hält
ammen mit dem Deutſchen Vortragsverband (Sitz Mannheim) ſeine
3jährige Jahrestagung vom 2.—4. Juni in Bremen ab.
Regierung des Freiſtaates Bremen wird die beiden Verbände an
em Empfangsabend im Ratskeller durch Vertreter des Senats von
men begrüßen. Im Mittelpunkte der Tagung ſtehen die Vorträge:
„Staat und Wirtſchaft” (Profeſſor Dr. J. W. Hedemann=Jena);
„Das Arbeitsprogramm des Verbandes”, (Handelskammerſyndikus
ers=Frankfurt a. M.); 3. „Die Förderung des deutſchen Exportes”,
nſul Dr. Hartwig=Frankfurt a. M., Syndikus des Verbandes). Die
rträge, denen ſich Beratungen über innere Verbandsangelegenheiten
chließen, finden im Verwaltungsgebäude des Kaufmänniſchen Vereins
tion”=Bremen ſtatt. Der hieſige Kaufmänniſche Verein, der dem
inkfurter Verband als Mitglied angehört, wird ebenfalls auf der
jung in Bremen vertreten ſein.
— Herrngarten. Das Stadt=Orcheſter Darmſtadt ſpielt an beiden
ertagen vormittags 11 Uhr im Herrngarten unter Leitung ſeines
igenten W. Schlupp nach folgendem Programm, und zwar: am
ten Feiertag: „Gruß an Deutſchlands Söhne: Marſch von
ndt: Ouvertüre zur Oper „Aleſſandro, Stradella” von Flotow;
atz=Walzer aus der Operette „Der Zigeunerbaron” von Strauß;
eunerſtändchen von Nehl; Große Fantaſie aus der Oper „Fauſt und
rgarethe” von Gounrd; Potpourri a. d. Operette „Der
Vogelhänd=
von Zeller; Radetzky=Marſch von Strauß. — Am zweiten
iertag: „Unter Waffengefährten”. Marſch von Teike; Ouvertüre
Oper „Nebukadnezar” von Verdi; „Wiener Blut”, Walzer von
auß; Fantaſie über Kreutzers Werke von Bohne; „Ballgeflüſter” von
her=Hellmuth; Finale aus „Ariele, die Tochter der Luft”, von Bach;
utſchlands Waffenehre‟, Marſch von Blankenburg.
D. Zuſammenſtoß. Ecke Rheinſtraße und Landgraf=Philipp=Anlage
gnete ſich geſtern ein Zuſammenſtoß zwiſchen einem Motorradfahrer
einem Radfahrer. Der Zuſammenſtoß an und für ſich ging noch
ſt glimpflich ab und wurde nur das Fahrrad demoliert; der Fahrer
ſt erlitt eine leichte Beinverletzung und zerriſſene Hoſen, während
Motorradfahrer ohne jeglichen Schaden davonkam. Der Unfall
e aber inſofern ein intereſſantes Nachſpiel, als der ſchuldige
Motor=
fahrer den Verunglückten gleich an Ort und Stelle entfchädigen
lte. Man kann ſich in Darmſtadt alſo ſchon gegen ſofortige Kaſſe
rfahren laſſen. Der junge Mann, wahrſcheinlich ein Schloſſerlehrling,
g auch zuerſt auf dieſen Vorſchlag ein und nahm die ihm gebotenen
Kark an. Das zahlreiche Publikum, das bei dieſem äußerſt intereſſan=
„Kuhhandel” einen Heidenſpaß hatte, überredete den jungen
Bur=
n, und er ſelbſt ſah ein, daß die Entſchädigung nicht bei weitem an
ten erlittenen Schaken heranreichte; alſo gab er die 3 Mark wieder
lick und will nun auf gerichtlichem Wege mehr aus dieſer Affäre
ausholen.
— Ein ſchwerer Motorrad=Zuſammenſtoß ereignete ſich geſtern abend
9. 10 Uhr in der Wilhelminenſtraße vor dem Helia=Lichtſpielhaus.
Motorradfahrer, ein Bulgare, wollte den dort haltenden Autos
weichen, als von der Gegenſeite ein anderer Fahrer kam, mit dem
heftig zuſammenſtieß. Er wurde von ſeinem Rad geſchleudert und
tt derart ſchwere Beinverletzungen, daß das Bein wohl amputiert
den muß. Sein Mitfahrer erlitt leichtere Verletzungen. Die beiden
letzten wurden durch die Freiw. Sanitätskolonne (Telephon 400)
Krankenhaus gebracht.
Ohne Umſchlag verſandte, gedruckte einfache Pfingſtkarten, die
Beſtimmungen für Poſtkarten entſprechen müſſen, koſten ſowohl im
Sbereich des Aufgabeorts als auch im Fernverkehr 3 Rpf. Es
dür=
in dieſen Karten außer den ſogenannten Abſenderangaben (
Ab=
dungstag, Name, Stand und Wohnort nebſt Wohnung des Abſen=
S uſw.) noch weitere 5 Worte, die aber mit dem gedruckten Wortlaut
leicht erkennbarem Zuſammenhang ſtehen müſſen, handſchriftlich
Zugefügt werden. Als ſolche zuläſſige Nachtragungen gelten z. B.
üblichen Zuſätze „ſendet” „Ihre‟ „Dein Freund” „ſendet Dir”,
ndet mit beſten Grüßen Ihre” uſw. Werden ſolche Karten im
fenen Umſchlag verſandt, ſo koſten ſie ſowohl im Ortsbereich des
fgabeorts, wie auch nach außerhalb 5 Rpf. Ungenügend freigemachte
ndungen werden mit Nachgebühr belaſtet. Es kann daher den
Ver=
dern nur dringend geraten werden, die Beſtimmungen zu beachten.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Pfingſtſonntag, den 27. Mai, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Sonntags=
Fremdenmiete weiß (15). „Hoffmanns
Erzählun=
gen”, Oper von Offenbach. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Pfingſtmontag, den 28. Mai, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. L 21. Zum
erſten Male: „Fonny ſpielt auf”, Oper von Ernſt
Krenek. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Dienstag, den 29. Mai, 20 Uhr, Ende 21½ Uhr. A 19. „
Okto=
bertag” Schauſpiel von Kaiſer. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, den 30. Mai, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. G 17 (
Darm=
ſtädter Volksbühne). „Egmont”, Schauſpiel von Goethe.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerstag, 31. Mai, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. C 20. „Jonny
ſpielt auf” Oper von Ernſt Krenek. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, den 1. Juni, 19½ Uhr, Ende nach 22 Uhr. „
Schinder=
hannes”, Schauſpiel von Zuckmayer. Preiſe 0,50 bis
5 Mk.
Samstag, den 2. Juni, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr.
Volksvorſtel=
lung zu Einheitspreiſen. „Der Zigeunerbaron”,
Operette von Johann Strauß. Preiſe 1, 2, 3, 4 Mk.
Sonntag, den 3. Juni, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. E 22. „Jonny
ſpielt auf”, Oper von Ernſt Krenek. Preiſe 1,20 bis
12 Mk.
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Geſchloſſen.
Beginn der Operetten=Sommerſpielzeit (Leitung: Direktor
Adal=
bert Steffter): Samstag, den 14. Juli 1928.
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— „Der Soldat der Marie”, heißt die luſtige dreiaktige
Bieder=
meier=Operette (Muſik von Leo Aſcher), die im Orpheum an den
beiden Pfingſtfeiertagen im Rahmen eines Frankfurter
Ope=
retten=Gaſtſpiels zur Aufführung gelangt. Die Operette iſt für
Darm=
ſtadt eine Novität; die Tenorpcrtie ſingt Heinz Steinbrecher
der beliebte Frankfurter Tenor, als Gaſt. Beginn der beiden
Vorſtel=
lungen iſt pünktlich um 8 Uhr; Ende zirka 10.30 Uhr. Preiſe der Plätze
1—3,50 Mark. Karten bei de Waal, Rheinſtraße 14, und im
Verkehrs=
bureau Telephoniſche Beſtellungen Nr. 389. (Siehe heutige Anzeige.)
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ohne Darmſtädter Fahrplanbuch. Erhältlich zum Preiſe von
60 Pfennig in allen Buchhandlungen,
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lungen, Kiosken, Verkehrsbüro, Agenturen des Darmſtädter
Tagblattes und in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 23.
— Darmſtädter Fahrplanbuch. Wir beabſichtigen, für die Folgezeit
jeweils in der SamstagsNummer des Darmſtädter Tagblatts
Nach=
räge, Veränderungen, Mitteilungen uſw. an dieſer Stelle zu
veröffent=
lichen. Wir weiſen hin auf einige Berichtigungen, die heute vor acht
Tagen bekanntgegeben wurden. Für heute iſt nur nachzutragen, daß
auf Strecke 72b, Saarbrücken-Bingerbrück, der Zug Bad=Münſter
a. St. ab 13.44, von Türkismühle (ab 11.05) und der Zug Bad=
Münſter a. St. ab 20.06, von Kirn (ab 19.07) läuft mit Anſchluß von
Saarbrücken. Ein kleines Klebblatt, daß dieſe beiden Züge nachträgt,
kann auf der Geſchäftsſtelle oder im Verkehrsbureau unentgeltlich in
Empfang genommen werden. In den von heute ab auf der
Geſchäfts=
ſtelle ausgegebenen Exemplaren des Darmſtädter Fahrplanbuchs ſind
alle Berichtigungen bereits eingebeſſert.
— Johanneskirche. In der Pfingſtmette um 7 Uhr am 1.
Pfingſt=
ſeiertag wird im Rahmen eines Liturgiſchen Morgengottesdienſtes
Fräulein Bach zwei Lieder für Alt von Johann Wolfgang Frank und
das Morgenlied: „Die gülden Sonn” nach der Weiſe von J. S. Bach
ſingen. Fräulein Vonderheit ſpielt zwei Violinſtücke von Bach
und Nardini
Auf dem Verkehrsbureau liegen Proſpekte für Pauſchalreiſen
nach Wien, der Oſtſee, nach Schweder, Norwegen, Dänemark, der
Schweiz, ſowie Geſellſchaftsreiſen durch Deutſchland auf.
ORION
Café-Kabarett
Frankfurt a. M.
m Casino:
Gastspiel
deorg Krönlein
Humor 2Stimmung - Tanz
Der Brieftauben=Sport.
Der Brieftaubenklub 0380 ſchreibt uns:
Am Samstag, den 19. Mai, ſchickte die R.V. „Südmain”=
Sprend=
lingen zirka 800 Tauben nach Neumarkt. Auflaßtag war der 20. Mai,
Flugſtrecke 215—220 Kilometer Luftlinie. An dieſem Flug war, der
„Alte Brieftaubenklub Darmſtadt” als Mitglied dieſer R.V. bereiligt.
Trotz der ſchlechten Wetterlage am Sonntag herrſchte ein reges
Treiben auf den Taubenſchlägen, und mit ſtarken Pulsſchlägen wurde
die Ankunft der Tiere erwartet, denn es galt heute dem feſtgeſetzten
Jubiläumspreis. Die Tauben aber — was ja ſelbſtverſtändlich tyar —
ließen lange auf ſich warten, und man vertrieb ſich das übliche Warten
durch Allerlei. In der Hauptſache ſtellten ſich unſere jugendlichen
Sport=
freunde in den Dienſt der engeren Nachrichtenübermittelung. Einige
Mitglieder hatten ſich auch ihrer zu Hauſe gebliebenen Lieblinge
be=
dient in der Weiſe, daß ſie ſich gegenſeitig Nachrichten überbringen
ließen. Gegen 3 Uhr mittags erreichte jedes Mitglied die Nachricht,
daß ein Start infolge zu ſchlechten Wetters am Auflaßorte nicht
er=
folgen konnte. Am Abend trafen ſich die Mitglieder im Vereinslokal:
Böttingers Brauerei, Ludwigsplatz 8, woſelbſt die weitere Einteilung
für einen evtl. Montags= oder gar Dienstagsflug erfolgte.
Aber auch am Montag, den 21. Mai, war ſchon aus der hieſigen
Wetterlage (Nebel und Regen) zu ſchließen, daß ein Fliegen nicht
mög=
lich wird. Es herrſchte nach Mitteilung des Reiſebegleiters der R.V.
am Auflaßorte noch ſchlechteres Wetter als am Tage zuvor, und der
Start wurde auch für Montag abgeſagt. Endlich am Dienstag klärte
ſich die Wetterlage, und jeden Liebhaber erreichte die frohe Nachricht
„Fliegen 8.15‟ Leider war es nicht jedem Sportsfreunde möglich, die
Ankunft ſeiner Lieblinge zu erwarten, und ſo kam es, daß die Frauen
in lohnender Weiſe die Lücken ausfüllten — und alles bis ins kleinſte
klappte. Die Wetterlage wurde von Stunde zu Stunde beſſer, und man
merkte es beim Eintreffen der erſten Tiere, denn ſie kamen ſo regulär
und maſſenhaft, daß es wirklich ein gutes Flugwetter war. Die erſten
Tiere, um 11.36 Uhr eingetroffen, erreichten eine Flugeſchwindigkeit von
1100 Meter in der Minute, was in Anbetracht des langen Aufenthalts
in den Körben als eine Glanzleiſtung zu erwähnen iſt.
Durch das „Hurra”=kommen der Tauben waren die annähernd 300
Preiſe innerhalb der R.V. in knapp 15 Minuten vergriffen. Den erſten
Vereinspreis erhielt Herr Achen, den zweiten Herr Schwebel, den
dritten Herr Achen, den vierten Herr Ehmig, den fünften Herr
Lehnert, den ſechſten Herr Schwebel, den ſiebenten Herr
Ket=
terle, den achten Herr Schmidt.
Der Jubiläumspreis, wozu eine Serie von zwei Tauben ten jedem
Mitglied beſtimmt war, kam infolge des ſchnellen Konkurrenzſchluſſes
innerhalb der R.V. nicht zum Austrag und wird dieſer auf Flug Paſſau
(310 Kilometer) am Sonntag, den 3. Juni, nochmals ausgeflogen,
wor=
iber wir berichten.
Nicht unerwähnt bleibt der Reiſebegleiter Herr Lindenberger
(Sprendlingen), der ſeiner Aufgabe voll und ganz gewachſen iſt, und
zwar merkte man es den Tieren an, daß ſie während des 4tägigen
Aufenthalts in den Körben gut verſorgt wurden. So kam es, daß am
Abend 95 Prozent der Tiere die Heimat erreicht hatten. Der Reſt
folgte am nächſten Tage gut nach, ſodaß keine Verluſte zu verzeichnen
ſind.
Der nächſte Flug „Paſſau” (310 Kilometer) findet am
Sonn=
tag, den 3. Juni, ſtatt, und können Intereſſenten alles Nähere bei dem
1. Vorſitzenden, Herrn Karl Schwebel, Barkhausſtraße 35, ſowie bei
dem 2. Vorſitzenden, Herrn Achen, Präparator, Rheinſtraße 39, er,
fahren. — Zuſammenkunft im Vereinslokal, Böttingers Brauerei,
Lud=
wigsplatz 8, jeden Donnerstag von 8.30 Uhr ab.
*Schwurgericht.
p. Wiederum ſteht ein Meineid zur Aburteilung. Als Angeklagte
erſcheint die wegen Landesverrats in Unterſuchungshaft im hieſigen
Landgerichtsgefängnis befindliche 31 Jahre alte ledige Reiſende Maria
Höffler, zuletzt in Mainz wohnhaft. Der falſche Zeugeneid iſt
nach der Anklage am 13. Dezember 1926 vor dem Amtsgericht Mainz
abgeleiſtet. Die Angeklagte beſchwor damals, fie habe bei einer im
Bebelring in Mainz wohnhaften Frau niemals weder mit
verheirate=
ten noch unverheirateten Männern Geſchlechtsverkehr gehabt und ihre
vor der Polizei gemachten Angaben ſeien der Wahrheit entſprechend.
Während eines Teils der Vernehmung der Angeklagten und
wäh=
rend der ſich anſchließenden Beweisaufnahme iſt die Oeffentlichkeit
aus=
geſchloſſen, jedoch wird der Preſſe die Anweſenheit geſtattet. So viel
kann indes geſagt werden, daß in der Angeklagten eine ſtark hyſteriſche
Perſon vor Gericht ſteht, die ſchwer abnorm iſt. Sie kommt leicht in
pathologiſche Erregungszuſtände; ſie iſt Pſhchopathin, eine
Geiſteskrank=
heit im ſtreng wiſſenſchaftlichen Sinne iſt nicht feſtzuſtellen. In
Deutſch=
land beſtehen zurzeit noch keine Anſtalten, im Gegenſatz zu Amerika
und zu Anfängen in der Schweiz, wo derartige Perſonen
unterzubrin=
gen ſind.
Während der Staatsanwalt für die Beſtrafung der Angeklagten
unter Anwendung des Milderungsgrundes nach § 157 StGB. mit einem
Strafantrag von viereinhalb Monaten Gefängnis eintritt,
bean=
tragte der Verteidiger, da das eine der pſhchiatriſchen Gutachten für die
Möglichkeit der Anwendung des § 51 StGB. Raum läßt, die
Frei=
ſprechung. Das Urteil erkennt auf eine Gefängnisſtrafe von vier
Mo=
naten und 15 Tagen.
— Gartenbauverein Darmſtadt. Wir verfehlen nicht, unſere
Mit=
glieder hierdurch auf die heutige Anzeige aufmerkſam zu machen, und
erſuchen, die darin angegebene Zeit einhalten zu wollen.
— Patentſchriften. Um die Benutzung der Patentſchriften in der
Auslegeſtelle des Heſſiſchen Gewerbemuſeums zu erleichtern, kommt die
Erhebung von Gebühren durch die Benutzer vom heutigen Tage an in
Wegfall.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrochten,
in keinem Falſe irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Auf allgemeinen Wunſch der Gäſte findet tährend der
Pfingſt=
feiertage im Reſtaurant „Darmſtädter Hof” das Unterhaltungs=
Konzert wieder ſtatt. (Siehe Anzeige.)
— In der „Reichskrone” (Mühlſtraße 5) findet am Samstag,
1. und 2. Pfingſttag unter Leitung des Kapellmeiſters Emil Kocks nebſt
ſeinem Partner Ludwig Jakobs (Geige) ein großes Konzert ſtatt. Beide
Herren ſind ſehr beliebt geworden und ſtehen muſikaliſch auf der Höhe.
Auf dem Wiener Kronenbräu=Keller (Dieburger
Straße 97) finden an den beiden Pfingſtfeiertagen die erſten
Garten=
konzerte bei freiem Eintritt ſtatt. Nach vollſtändiger Renovierung
be=
ginnen in den nächſten Tagen die großen Wochentags=Konzerte, welche
von erſtklaſſigen Kapellen ausgeführt werden.
Briefkaſien.
St. Ludwig. Ihr Kirchenvorſtand weigert ſich, uns die
Gottes=
dienſtordnung zur Veröffentlichung zu übergeben. Einzig aus dieſem
Grunde ſind wir nicht in der Lage, den Gottesdienſt Ihrer Kirche
be=
kanntzugeben.
Tageskalender für Samstag, den 26. Mai 1928.
Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung. — Kleines
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum: Geſchloſſen. — Konzerte;
Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim,
Waldſchlößchen, Einſiedel, Darmſtädter Hof, Reichskrone, Hotel Prinz
Karl. — Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele,
Re=
ſidenz=Theater.
In den ersten 10 Jahren
sollte jede Mutter ihr Kind nur mit der reinen, milden
KINDER
MINL SEIEE
waschen und baden. Das
Kind wird es ihr einst
danken, weil ihm dadurch
später manche Sorge um die
Erhaltung seines guten
Teints erspart bleibt. Nivea=
Kinderseife ist überfettet
und nach ärztlicher
Vor=
schrift besonders für die
empfindliche Haut der
Kin=
der hergestellt.-Preis 70 Pf
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Sonnengebraunt
wirdlhr Korper, wenn Sie ihn vorLuft= und Sonnen
lern, vor Fahrten und Wanderungen mit
1AA UiLAA
einreiben; denn Nivea=Creme verstärkt die bräunende Wirkung
der Sonnenstrahlen. Gleichzeitig beugt Nivea=Creme
schmerz=
haftem Sonnenbrand vor.
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Nur Nivea=Creme enthält Eucerit, und
darauf beruht ihre einzigartige Wirkung.
Seite 6
Gamstag, den 26. Mai 1928
Nummer 146
Unwetterkataſtrophe an der Bergſtraße.
Mitteilung der Heſſiſchen Landesanſialt für Wetter= und Gewäſſerkunde in Darmſtadt.
* Am Sonntag, den 29. April d. J., ſind im ganzen deutſchen
Rhein=
gebiet ſchwere Unwetter aufgetreten. Leider iſt dabei unſere heſſiſche
Heimat am ſtärkſten betroffen worden. Namentlich wurde unſere
herr=
liche Bergſtraße, und hier wiederum beſonders die Ortſchaften
Zwingen=
berg—Auerbach mit den benachbarten Gebieten, geradezu kataſtrophal
heimgeſucht. Auffallend bei dem Unwetter war die Verſchiedenheit mit
der es in den einzelnen Teilen des Landes aufgetreten iſt: ſtarke Schäden
durch Sturmwind einerſeits, andererſeits ſchwere Verheerungen durch
Waſſer! Hier ſtarke Gewitterregen, dort ſchwerer Hagelſchlag! So
ver=
derblich alle dieſe Unwettererſcheinungen waren, ſo daß ſie den
Betrof=
fenen noch lange Zeit in ſchrecklicher Erinnerung ſein werden, ſo viel
Intereſſantes und Lehrreiches boten ſie der wiſſenſchaftlichen
Beobach=
tung. Aufgabe der Wetter= und Gewäſſerkunde iſt es, ſolchen
außer=
ordentlichen Erſcheinungen nachzugehen und die aus der Unterſuchung
gewonnenen und für das praktiſche Leben wichtigen Ergebwiſſe der
Oef=
fentlichkeit nutzbar zu machen. Ueber den zweifellos beſtehenden
Zuſam=
menhang zwiſchen den verſchiedenen Unwetterherden uns hier
auszu=
laſſen, würde zu weit führen. Wir beſchränken uns auf die Mitteilung
der Ergebniſſe unſerer Unterſuchungen für Heſſen, insbeſondere für den
Unwetterherd an der Bergſtraße.
Am Unwettertage bewegte ſich der Kern eines Tiefdruckgebietes von
Süden nach Norden über unſere Gegend. Der Luftdruck, der am Mittag
des Vortages in Darmſtadt noch 746 Millimeter betragen hatte, ſank
ſtetig bis um 15 Uhr des Unwettertages auf 735 Millimeter. Dann
leiteten einige kleinere, aber charakteriſtiſche Schwankungen während des
Unwetters (von 15 bis 18½ Uhr) wieder eine ſtetige Aufwärtsbewegung
des Druckes ein, der bis zum folgenden Morgen wieder 741 Millimeter
erreichte.
Starke Sturmwinderſcheinungen, wolkenbruchartiger Regen und
Hagel — meiſt mit großer Verfinſterung verbunden — ſind in einem
größeren Gebiet Heſſens aufgetreten. Mit Ausnahme des nordöſtlichen
und ſüdweſtlichen Teiles Oberheſſens, ſowie des ſüdweſtlichen Teiles
Rheinheſſens ſind nur wenige kleinere Gebiete in Heſſen vom Hagel
verſchont geblieben. Die größte Höhe der Hageldecke dürſte mit etwa
10 Zentimeter im Unwetterherd anzunehmen ſein. Weitere erhebliche
Hagelfälle ſind u. a. im nordöſtlichen Teil Rheinheſſens niedergegangen.
Zwiſchen den einzelnen Unwettererſcheinungen beſtanden vielfach
ſcharfe Grenzen. So trat z. B. in der Rheinebene der außerordentlich
ſtarke Sturm erſt nördlich der Linie Gernsheim—Auerbach auf, während
ſüdlich davon keine außergewöhnlichen Sturmſtärken zu verzeichnen
waren.
Als Urſache des Unwetters an der Bergſtraße kann nach den
ört=
lichen Beobachtungen angenommen werden, daß ein von Südweſten
ein=
ſtrömender, tiefziehender und feuchter Luftſtrom am weſtlichen
Gebirgs=
rand des Odenwaldes, ganz beſonders an der Malchenwand einerſeits
und an der Rheingrenze (Gegend von Gernsheim) andererſeits,
empor=
geriſſen wurde und mit den von Südoſten kommenden höheren und kälteren
Luftmaſſen zuſammentraf. In Darmſtadt waren die beiden
Zugrich=
tungen deutlich zu beobachten. Die vom Gebirge nicht behinderten oder
abgefangenen Südweſtſtrömungen wurden in Wirbeln ſo verſtärkt, daß
ſie, ohne zunächſt namhaften Regen zu bringen, in ſtarken Orkan
aus=
arteten, am ſtärkſten unmittelbar nördlich der Linie Auerbach-
Gerns=
heim, wo der Sturm in der Richtung auf Darmſtadt in den Waldungen
ſchwere Schäden anrichtete. Sturm wütete faſt im ganzen Lande, an
vielen Stellen entſtanden ſtarke Sturmſchäden.
Sturmſtärke.
Genaue Sturmſtärken wurden in Darmſtadt am regiſtrierenden
Windmeſſer gemeſſen; a) mittlere Geſchwindigkeit während des
Gewitters rund 15 Meter=Sekunden; „b) maximale Geſchwindigkeit
wäh=
rend B Sek. rund 22 Meter=Sek. Sturmſtärke ſchätzungen ergaben
in Jugenheim und Gernsheim 22, Offenbach 17, Michelſtadt 20,
Winter=
baſten 17, Worms 14, A0ginz 18, Frei=Weinheim 17, Bad=Nauheim 23,
Gießen 13 und Lauterbach 17 Meter=Sekunden.
Luſttemperatur.
Die Luſttemperatur in der dem Unwettergebiet am nächſten
ge=
legenen meteorologiſchen Station Darmſtadt ſtieg (im Schatten) am
29. April von 6 bis 16 Uhr auf 23 Grad Celſius an, worauf die
auf=
tretenden ſtarken Gewitter mit Hagelfällen innerhalb 34 Stunden eine
Abkühlung von 11 Grad Celſius auf 12 Grad Celſius brachten. Dieſe
Temperatur hielt dann faſt unverändert bis zum folgenden Morgen an.
Ahnliche Luftemperaturſchwankungen traten im ganzen Lande auf.
Gewitterzug.
Sämtliche metevrologiſche Stationen in Heſſen (73) hatten am
Nach=
mittag des 29. April Gewitter beobachtet. Dieſe zogen über dem
Oden=
wald in nordweſtlicher Richtung, während gleichzeitig ſtarke Gewitter
von der Haardt her nach dem Ried und der Bergſtraße vordrangen und
dort mit jenen zuſammentrafen. Einzelne Gewitter überzogen in
wech=
ſelnder Richrung das mittlere und nördliche Rheinheſſen, während ſich
der Hauptgewitterzug in nordöſtlicher Richtung über Oberheſſen
fort=
ſetzte, zum Teil dem Vogelsberg weſtlich ausweichend.
Niederſchläge.
Im Vordergrund des Intereſſes ſtehen die Niederſchläge. Wenn auch
allenthalben in Heſſen Regen und Hagel in recht beträchtlichen Mengen
gefallen ſind, ſo ſtehen dieſe Mengen doch weit hinter den
Niederſchlags=
mengen in dem kleinen Kataſtrophengebiet an der Bergſtraße zurück. In
vorſtehender Karte iſt die Niederſchlagsverteilung dargeſtellt. Für die
Ermittelung der Niederſchlagshöhen ſtanden der Landesanſtalt für
Wetter= und Gewäſſerkunde die Beobachtungen der Regenſtationen
Bens=
heim, Felsberg und Jugenheim zur Verfügung. Dieſe liegen aber,
ob=
gleich das heſſiſche Beobachtungsnetz des Odenwaldes zu den dichteſten
Netzen gehört, in bezug auf das außergewöhnlich eng begrenzte
Kata=
ſtrophengebiet noch zu weit auseinander, ſo daß beſondere Erhebungen
erforderlich wurden. Sie wurden teils von uns vorgenommen, teils
gingen auf unſere Aufforderung in der Preſſe hin aus privaten Kreiſen
eine Anzahl brauchbarer Beobachtungen ein. Allen denen, die uns auf
dieße Weiſe unterſtützt haben, ſei an dieſer Stelle Dank ausgeſprochen.
Der Niederſchlag (Hagel und Regen) in dem heimgeſuchten Gebiet
war überraſchend hoch, die gemeſſenen Niederſchlagshöhen von 120
Milli=
meter — 120 Liter pro Quadratmeter in der Gegend von
Zwingen=
berg—Auerbach bei einer Regendauer von rund 60 Minuten ſtellen
Höchſtwerte dar, wie ſie in unſerer Gegend ſeit Beſtehen der
Landes=
anſtalt noch nicht beobachtet wurden. Der größte in Heſſen bisher
ge=
meſſene Niederſchlag betrug 103 Millimeter; er wurde in Oppenheim am
16. Auguſt 1922 nach einer Regendauer von mehr als zehn Stunden
feſtgeſtellt. Die nach vorgenannten Zahlen ſich ergebende Regendichte
be=
trug 120 : 60 — 2Millimeter=Minuten! Zwei Millimeter Regendichte ſind
zwar auch früher ſchon feſtgeſtellt und ſogar ſchon überſchritten worden,
aber nur bei ganz kurzen Gewitterregen von wenigen Minuten Dauer.
Rund um das Kataſtrophengebiet nahmen die Regenhöhen in der gleichen
Zeit (vergl. auch Niederſchlagskurven) beträchtlich ab.
NachSüden: Bensheim 42 Millimeter.
Nach Oſten: Auerbacher Forſthaus 80 Millimeter, Hochſtädter
Tal 35 Millimeter, Felsberg und Lindenfels 8 Millimeter.
Nach Weſten: Gernsheim 20 Millimeter, Viernheim 10
Milli=
meter.
NachNorden: Alsbach 90 Millimeter, Bickenbach 65 Millimeter,
Jugenheim 46 Millimeter, Darmſtadt 7 Millimeter.
Abfluß.
Naturgemäß waren auch die Abflußmengen in dieſem ſo ſtark
über=
regneten Gebiet außerordentlich groß.
In der obenſtehenden Karte ſind die Einzugs=(Niederſchlags=)
Gebiete der Waſſerläufe durch die die Orte Zwingenberg und Auerbach
betroffen wurden, dargeſtellt. Es handelt ſich um ein Gebiet von
insge=
ſamt 10,5 Quadratkilometer. Davon entfallen allein 6,7 Quadrattilometer
auf das Gebiet des Ziegelbaches, das ſogenannte Hochſtätter Tal, welches
bei Auerbach aus dem Gebirge heraustritt. Die reſtlichen 3,8
Quadrat=
kiloweter ſtellen das eigentliche Kataſtrophengebiet dar; es umfaßt den
ſteilen, von kurzen Seitentälern ſtark eingeriſſenen Weſtabhang des
Malchen. Man erſieht aus der Karte, daß hier die abfließenden
Waſſer=
mengen nur dieſen Tälern folgen können. Unter dieſem Geſichtspunkt
teilt ſich das Kataſtrophengebiet in acht Unterbezirke (I—VIII), welche
ihre Waſſermaſſen an ſechs Stellen A, B, C, D, E und R
zuſammen=
führen. An dieſen ſechs örtlich ſehr begrenzten Stellen hat dann auch
in der Tat ein Ueberſtrömen der Ortſchaften Zwingenberg und Auerbach,
der Hauptſtraße Darmſtadt—Heidelberg ſowie der Straße
Zwingen=
berg—Jugenheim ſtattgefunden.
Die nachſtehende Tabelle bringt eine Ueberſicht über die Größe dieſer
Einzugsgebiete, die Stärke der Uebervegnung und den größten
ſekund=
lichen Abfluß.
am Zeit
Uhr Dauer
Min. Höhe
mm Dichte
Immimin Faktor Es8 1 598 750 16,15-17,15 60 20.0 0.8 16. II 642500 20 21.3 08 17 III 162500 5.4 08 IV 275 000 1o 9.0 0n V 600 000 110 18.0 0.7 VI 102500 120 3.5 0.7 2 VII 951 200 100 26.4 0.6 16 VIII 475 000 16.0 0.7 11 3 807 500 qm
— 38 akm 85 cbmisek.
Die Beſtimmung der größten ſekundlichen Abflußmengen iſt, ſo gut
wie dies aus den nachträglichen Ermittlungen möglich war, erfolgt. Es
ſind Annäherungswerte, die aber doch immerhin der Wirklichkeit ſehr
nahe kommen dürften. Die Dauer der ſtarken Ueberregnung von ſechzig
Minuten iſt größer als die Abflußzeit, das iſt die Zeit, in der die
Waſſerteilchen die ſteilen und ſehr ſchmalen Einzugsgebiete durchlaufen
hatten, ſo daß ein hoher Prozentſatz der gefallenen Regenmaſſen zum
Abfluß kam. Die Abflußmaſſe beſtand indeſſen nicht allein aus
Regen=
waſſer, ſondern ſtellte eine dickflüſſige Brühe von Eiskörnern, Erde,
Steingeröll, Holz, Laub und Waſſer dar. Selbſt eine reichlich größer
angelegte Kanaliſation als die vorhandene hätte dieſe Maſſe in ihren
geſchloſſenen Röhren nicht raſch genug vorwärts bewegen können. So
erklärt ſich die ſchnelle Verſtopfung der Ableitungen. Die Abflußmaſſen
nahmen ihren Weg durch die Straßen und von hier in die Keller und
Erdgeſchoßräume der Anweſen.
Die ſtärkſten Verheerungen brachten die Niederſchläge aus den
Ge=
bieten I, II und V an den Ueberſchwemmungsſtellen 4, B und C. Das
Gebiet I iſt das Gebiet des Wetzbaches mit ſeinen Ueberſtrömſtellen
4 und B. In dem Wetzbache ſind etwa 11 Kubikmeter=Sekunden
abge=
floſſen. Der Waſſerſtand in dieſer ſehr ſteilen Straße (rund 10 Prozent
Gefälle) war nicht ſehr hoch und hat nirgends mehr als 50 Zentimeter
betragen. Dafür aber war die Geſchindigkeit eine ſehr große. Es
wur=
den rund 4,80 Meter=Sekunden ermittelt. Dieſe reißende Geſchwindigkeit
erklärt die Aufwühlung des Bodens, die Mitnahme großer Erdmaſſen,
die Zerſtörung und Unterwühlung der Straßendechen.
Häuſerfunda=
mente uſw.
Ein anderer Teil des Niederſchlagswaſſers aus Gebiet I ergoß
etwa 5 Kubikmeter=Sekunden gegen die Nordoſtecke des Friedhofes
unterſpülte dort die Terraſſenſtützmauern.
Bei Punkt C (Hohl und Amtsgericht) trafen die größten Wa
maſſen, und zwar aus dem ganzen Gebiet II ſowie aus einem Teil
Gebietes V (der Anteil des letzteven wurde ſchätzungsweiſe zu 1½ g
nommen) zuſammen. Insgeſamt mögen hier etwa 24
Kubikmeter=
abgefloſſen ſein und ihre zerſtörende Wirkung ausgeübt haben. Die
ſchwindigkeit kann zu etwa 4,5 Meter=Sekunden angenommen wer
Die außerordentliche Abflußmenge hat die große Ueberſchwemmung
Stadtteils unterhalb des Amtsgerichts verurſacht. Ein mitgefüh
Granitfindling in der Arreſthausſtraße wiegt rund 5 bis 6 Zend
Das Gebiet III umfaßt den unteren bebauten Teil von Zwin
berg. Dieſes Gebiet mußte die Waſſermengen aus I und II zum grö
Teil aufnehmen. Die Waſſermaſſen folgten auch hier meiſt den Stra
zügen. Der bei den größeren Querſchnitten und dem geringen Ge
langſamer fließenden Waſſermenge war hier reichlich Gelegenheit
boten, die mitgeführten Sinkſtoffe (Steine und Erde) abzuſetzen; d.
die ſtarke Verſchlammung dieſes Gebietes. Die Ableitungsgräben
gegen, denen aus den verſtopften Kanälen weniger Waſſer zu
floſſen nicht einmal bordvoll und zeigten kaum Spuren einer
ſchlammung.
Nach Auerbach zu, an den Ueberflutungsſtellen D, E und F n
die Maſſe der mitgeführten Sinkſtoffe immer mehr ab. Dies erklärt
dadurch, daß die Einzugsgebiete nach Süden zu an Tiefe abnehmen
auch die Geländeneigung geringer wird. Zwiſchen den angegebe
Punkten zeigte ſich keinerlei Verſchlammung der Straße, ſo daß a
nommen werden kann, daß hier keine vom Berge herkommenden Wa
mengen überſtrömten. Für das Gebiet III dürfte eine Waſſermenge
16 Kubikmeter=Sekunden ſchon
lich hoch angenommen ſein, da 3
dieſes Gebietes im Regenſcha
des Auerbacher Schloßbergs la
An der Ueberſtrömungsſtelle
bei der Bachſtraße in Auerbach,
folgte der Abfluß des Niederſch.
des geſamten. Hochſtädter
(dieſes Einzugsgebiet iſt nicht in
Tabelle aufgenommen). Das Ge
umfaßt, wie ſchon oben erwe
wurde, eine Fläche von 6,7 Quad
kilometern, gegenüber 3,8 Quad
kilometern des Kataſtrophengebie
iſt alſo weſentlich größer,
Länge des Tales beträgt
5 Kilometer. Es iſt viel breiter
die Seitentälchen am Walchen
lange nicht ſo ſteil (Querneig
etwa 10 bis 15 Prozent) Währ
in Auerbach der gemeſſene Nie
ſchlag noch 120 Millimeter bet.
wurde er am Auerbacher Forſth
nur noch zu 80 Millimeter ermit
und nahm nach Balbhauſen zu
35 Millimeter ab. Unter Berich
tigung dieſer abnehmenden Ue
regnung und der Abflußverzöger
infolge der großen Tallänge wu
eine maximale Abflußmenge
etwa 22 Kubikmeter=Sekunden
mittelt, immerhin noch eine
deutende Waſſermenge. Nach unſe
Berechnungen dürfte die Waſſe.
ſchwindigkeit nicht viel über
Meter=Sekunden hinausgegan
ſein. Dies erklärt die geri
Menge an Schlammaſſen. Wähn
die untere Bachgaſſe eine Br
von zehn bis elf Metern
(Waſſertiefe in dieſen Profilenr=
60 Zentimeter), verengt ſich
Straße bei Haus Gaydoul auf ſe
Meter (feſtgeſtellte Waſſertiefer!
1 Meter). Hier hat zweifellos e
Stauwirkung und Druchſteigert
ſtattgeſunden, durch die die
Ziegelbach überſpannende Betond
auf eine große Länge nach ol
aufgedrückt wurde. Eine Verſtopft.
der Kanäle hat auch in Auerb
ſtattgefunden, ſo daß den Kanä
und Abzugsgröben nur we
Waſſer zugeführt wurde. So n
der längs der Straße nach d
Bahnhof führende große Grak
nur zum Teil mit Waſſer angefüllt und zeigte keinerlei Schlammanſe
während auf der nebenherziehenden Bahnhofſtraße, die faſt über 1 Mei
höher liegt, ſich große Waſſer= und Schlammengen fortbewegten.
Weſtlich des Zuges der Heidelberger Straße floſſen die aus den vu
geſchilderten Gebieten kommenden Waſſermengen, teils den Straßen u
Feldwegen, teils Gräben und Ackerfurchen folgend, zuſammen und ve
wandelten dort große Landflächen in Seen, welche ihren Inhalt n
allmählich nach den Vorflutern des Rieds und in das Grundwaſſer o
gaben.
Das ſind kurz die Ergebniſſe unſerer Unterſuchung. Wir wünſche
daß unſerer Heimat die Wiederholung einer ſolchen Kataſtrophe erſpa
bleibt.
Anmerkung: Für Ueberlaſſung von Bildaufnahmen, die 4.
Tage der Kataſtrophe gemacht wurden, iſt die Landesanſtalt für Wette
und Gewäſſerkunde in Darmſtadt danbbar.
Wetterbericht.
Gießen, den 25. Mai.
Die ſich bis über Mitteleuropa erſtreckende Tiefdruckſtörung hat ſi
unter weiterer Vertiefung oſtwärts nach Polen und Rußland hin be.
lagert. Kühlere Luftmaſſen an der Rückſeite führten zu Baronete!
anſtieg. Im Bereich eines Zwiſchenhochs, das ſich von dem Nordme.
hoch nach dem über Frankreich lagernden hin erſtreckt, wird ſich d
Wetterlage etwas freundlicher geſtalten. Vielfach neblig=wolkiges Ve
ter mit Aufheiterung, wobei es aber gelegentlich noch zum Auftrete
geringer Niederſchläge kommt, beſtimmen den Witterungscharakter,
Ausſichten für Samstag, den 26. Mai: Teils wolkig, teils auſhe
ternd, noch keine ſtärkere Erwärmung, Nachlaſſen der Niede
ſchläge.
Ausſichten für Sonntag, den 27. Mai: Zeitweiſe bewölkt, Temper
turen wenig verändert, meiſt trocken.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in Ce Wind: Miee
ſchlag
in mm Schne
decke
in en Gießen: bedeckt V. 1, Aachen: Regen NW. Hamburg: bedeckt 10 Berlin: wolkig 10 München: wolkig 8 W. Königsberg: Regen 8 NW. Breslau: wolkig 9 NW.
Witterungsverhältnifſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:
(Taunus)
Waſſerkuppe: Regen
Feldberg:
Nebel
(Schwarzw.)
Schnee
NW.
Zugſpitze:
WNW.
Kahler Aſten: Nebel
WSW.
Fichtelberg: Nebel
Schneekoppe: Nebel
NW.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Veranwortich für Polik und Wirtſchaft: Rudolf Maupei für Feuſleien Meic. S
Ausland und Heſche Nachrichten: Mar Sireeſei für Sport: Dr. Kugen Buhlmend
für den Handel:; dr. C. H. Quetſch; ſür den Schlußdlenſt: Undrea” Bau”!. b
„Die Gegenwart”. Dr. Herbert Neitei ſu den Inſeralentel: Wilk Kuhles D
und Verlag: C. C. Wlitſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſfripte wird Garantie der Rückſendung nicht übememile.t
Nummer 146
Samstag, den 26. Mai 1928
Geite 7
Aus Heſſen.
— Wixhauſen, 25. Mai. Nur noch wenige Tage trennen uns vom
ingſtfeſt, an welchem am hieſigen Orte der Geſangverein Sängerluſt
n 35jähriges Jubiläumsfeſt, verbunden mit nationalem
Geſangswett=
it, feiert. Die hieſige Einwohnerſchaft rüſtet eifrig zum Feſte.
Ein=
eitet wird dasſelbe am Samstag abend um 6 Uhr mit der
Toten=
ung auf dem Friedhofe. Um 9 Uhr iſt Fackelzug und anſchließend
dem Feſtplatz großer Kommers. Der Geſangswettſtreit beginnz
1. Feiertag, vormittags 9 Uhr. Der Nachmittag und der Abend,
vie der 2. Feiertag ſind dusch Veranſtaltungen auf dem Feſtplatz
aus=
lillt. Sonohl der feſtgebende Verein als auch die geſamte Einwohner=
Ift werden es an nichts fehlen laſſen, allen Feſtgäſten den Aufenthalt
angenehm als möglich zu geſtalten. Es väre ſehr zu wunſchen,
ſich die Witterungsverhältniſſe derart geſtalten, daß die geleiſteten
rarbeiten des Vereins und der Einwohnerſchaft belohnt werden und
erwvartete Zuſpruch nicht ausbleibt.
J. Griesheim, 25. Mai. Wiener Abend. Der Muſikverein
iesheim, deſſen letzte Konzerte noch in denkbar beſter Erinnerung
2, veranſtaltet am 1. Pfingſtfeiertag im „Kaiſerſaal”, hier, einen
iener Abend” mit Käthe Walter vom Heſſ. Landestheater Darmſtadt
Soliſtin. Die beſtbekannte Künſtlerin wird ſich mit den unſterblichen
lzern „Geſchichten aus dem Wienerwald” und „Frühlingsſtimmen”
Herzen vieler Straußverehrer erobern. Die übrigen Teile des
gramms, von denen insbeſondere noch die ſchmiſſige „
Fledermaus=
vertüre” hervorgehoben wird, ſind ganz im Sinne zündender Wiener
ſik, ſo daß jedem Beſucher ein Genuß bevorſteht. — Nach dem
vor=
enden Programm des Konzerts am 1. Pfingſtfeiertag im Feſtſaal
im grünen Laub”, hier, wird Herr Obermnſikmeiſter a. D.
Rühle=
an außer den Ouvertüren zur Oper „Loduiska” von C. Kreutzer, und
pheus” von J. Offenbach, auch ein Tenorhornſolo von F. Schubert
ein Trompetenſolo von J. Kosleck zum Vortrag bringen. Ferner
men Stücke für Fanfarentrompeten und Pauken zur Aufführung.
F. Eberſtadt, 25. Mai. Gemeinderatsſitzung. Geſtern
nd fand im Sitzungsſaale des Rathauſes, das ſeit einigen Tagen im
chen des Blumenſchmuchwertbewerbs ſteht und nunmehr einen
freund=
eren Eindruck macht, eine öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt, die
dem Bürgermeiſter Dr. Uccke” geleitet wurde. Mit den
Maß=
men, die die Verwaltung bisher gegen die mietrückſtändigen Mieter
gemeindlichen Wohnungen unternommen hat, erklärt ſich der
Ge=
nderat einverſtanden. Ein großer Teil der unverhältnismäßig hohen
trückſtände konnte dadunh in den letzten Wochen hereingebracht
den. Die drei inzwiſchen zur Aufſtellung gelangten Eiſenbahnwagen
erſtützen die Maßnahmen in wirkungsvollſter Weiſe. Ein Antrag
Gemeinderats Gärtner fordert eine Ermäßigung des
Bade=
ſes für Wannenbäder von 60 auf 50 Pf. Der Bürgermeiſter
er=
zte den Antrag dahin, die Preiſe der Wannenbäder für Kinder von
ruf 30 Pf. und für Fichtennadelbäder von 1,50 RM. auf 1.30 RM.
ibzuſetzen. Die beantragten Preiſe wurden bei Stimmenthaltung
Gemeinderats Heißt angenommen, der die Meinung vertrat, daß
— ehe man der Frage der Herabſetzung der Bäderpreiſe näher
ge=
en wäre — beſſer geweſen ſei, das Ergebnis eines vollen
Wirt=
tsjahres der Badeanſtalt abzuwarten. Die neuen Preiſe treten
1. Juni 1938 in Kraft. Dem Touriſtenverein „Naturfreunde” wird
dem von ihm beabſichtigten Bau einer Schutzhütte auf dem Niedberg
einmaliger Beitrag von 300 Mark bewilligt. Dem Bürgermeiſter
die generelle Ermächtigung erteilt, Bürgſchaften für Baudarlehen
Zwiſchenkredite einzugehen und Vorrangseinräumungen für
Ein=
ungen in der Abteilung II des Grundbuchs zu bewilligen. Die
geſuche Guſtav Bickelhaupt, Adolf Rieſterer und Kornmeher werden
hmigt, die von den Genannten vorgelegten Baupläne gutgeheißen.
Unterhaltungsarbeiten der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1928,
Submiſſion ausgeſchrieben, werden wie folgt vergeben: a)
Schloſſer=
iten: Fritz Hofmann; b) Spenglerarbeiten: Robert Ruthmann;
Ffenlieferung und Plattenlegen: Konrad Kirſchner; 4)
Maurer=
iten: „Karl Meyer; e) Schreinerarbeiten: Meckel u. Eckhardt;
immerarbeiten: Gg. Wilhelm Vöglein, Philipp Dächert 4. und Peter
fer 6.; g) Dachdeckerarbeiten: Johannes Becker=Traiſa; h)
Tapezier=
iten: Wilhelm Spangenberg und Philipp Knieß; 1) Eiſen= und
Ge=
ieferung: Peter Kaltwaſſer und Wilhelm Bauer; k) Glaſerarbeiten:
Fließ. Den Zuſchlag für die Außenputzarbeiten für das Gemeinde=
Schloßſtraße 46 erhält Weißbindermeiſter Georg Geißler 2., den
hlag für die gleichen Arbeiten am Gemeindehaus Waldſtraße 15
zbindermeiſter Johannes Beutel 2. Die Erweiterung der
Tank=
ge des Ottomar Schäfer woird auf Widerruf genehmigt und die
An=
inungsgebühr dafür auf jährlich 100 RM. erhöht. Die Vorlage der
valtung, die Polizeiverordnung, das Aufſtellen von
Verkaufsſtän=
auf den Zugangsſtraßen zu dem Markt= und Feſtplatze betreffend,
einſtimmig angenommen. Das Geſuch des Adam Peter um
Ge=
rigung zur Errichtung eines Verkaufsſtandes vor ſeinem Anweſen
elberger Straße 42 wird abgelehnt. Dem Wilhelm Eckhardt wird
Bauplatz am Lämmchesberg zu den üblichen Bedingungen über=
7. Dem Guſtav Bickelhaupt wird für eine Zweizimmerwohnung
verbilligtes Baudarlehen von 1500 Mark, dem Friedrich Schumacher
ſolches von 5000 Mark für zwei Dreizimmerwohnungen bewilligt.
Gemeinderäte Meidinger und Heißt bringen die Mißſtände zur
iche, die ſich bei der Reichstagswahl am letzten Sonntag hinſichtlich
Fortführung der Wahlkartei wiederholt ergeben haben, und erſuchen,
dieſe künftig abgeſtellt werden, was von dem Bürgermeiſter
zu=
ft wird. Bei künftigen Wahlen ſollen auch die Wahlberechtigten
er eine Benachrichtigung darüber erhalten, daß ſie in die
Wahl=
i eingetragen ſind. In geheimer Sitzung fand nach Erledigung von
lfahrtsſachen und Stundungsgeſuchen die Wahl zweier Schutzleute
eines Gemeindekaſſenaſſiſtenten ſtatt. Es wurden gewählt als
tzmänner: die Verſorgungsanwärter Jobſt Kellner und Ludwig
ch, beide zu Darmſtadt, und als Gemeindekaſſenaſſiſtent der
Ver=
ungsanwärter Leonhard Hoffmann zu Darmſtadt.
4a. Eberſtadt, 25. Mci. Zur Kaninchenſchau, die an
Pfing=
auf Veranlaſſung des Kaninchen=Zuchtvereins Eberſtadt im Gaſt=
„Zum Schwimmbad” abgebalten, verlautet noch, daß mit der
Aus=
ng eine reichhaltige Verloſung und ein Preisſchießen verbunden
— Eberſtädter Wohnungsbaugenoſſenſchaft. Die
ſtädter Wohnungsbaugenoſſenſchaft (Eingetragene Genoſſenſchaft mit
ränkter Haftung) veröffentlicht ſoeben ihre Bilanz vom abgelau=
Geſchäftsjahre 1927. Die Aktibe und Paſſive ſchließen mit 110 071
ab. Während des letzten Geſchäftsjahres vermehrten ſich die Ge=
Sguthaben auf 6800 RM. Die Haftſumme wurde auf 17000 RM.
gert. — Pfingſtwanderung des Turnvereins. Am
* Pfingſtfeiertag unternimmt der Turnverein 1876 Eberſtadt ſeine
ſanderung, die in den hinteren Odenwald (Waldleiningen=Ernſttal
) führt.
G. Ober=Ramſtadt, 25. Mai. Wie aus einer Bekanntmachung der
germeiſterei hervorgeht, muß alles z. Zt. noch im Walde lagernde
= und Brennholz bis ſpäteſtens 6. Juni abgefahren werden — Dem
rehmen nach wird aus den letzten Windfall=Fällungen noch eine
e Partie Brennholz demnächſt zu Verkauf kommen. — Die
Bau=
igkeit hat ſich auch in dieſem Jahre bis jetzt hier gut entwickelt.
h Fertigſtellung im Vorjahre begonnener Wohnhausneu= und
Um=
en wurden, das 6 Familienwohnhaus der Gemeinde in der
Lichten=
ſtraße und zwei Flachbauten mit je 3 Wohnungen am
Franken=
erpfad mit eingerechnet, etwa 30 Wohnungen neu geſchaffen,
worun=
ich vier Reihenhäuſer der Baugenoſſenſchaft „Selbſthilfe” befinden.
Dieſe ſowohl als auch die Gemeinde planen auch in dieſem Jahre die
Erſtellung weiterer Wohnbauten. Daneben kann mit dem Bau von
etwa 10 Privatwohnhäuſern, die teilweiſe im Rohbau ſchon fertiggeſtellt,
beſtimmt gerechnet werden. Auch mehrere Laden= und ſonſtige Um= und
Anbauten bringen dem Baugewerbe noch Beſchäftigung. Wenn man
damit die Wohnungsnot auch noch nicht völlig beheben konnte, ſo
wurde ſie doch zweifellos merklich gelindert, und man darf hoffen, daß
bei Senkung des Zinsfußes für Baugelder auch die nächſten Jahre eine
rechte rege Bautätigkeit bringen.
f. Roßdorf, 25. Mai. Hohes Alter. Einer unſerer älteſten
Einwohner und wohl auch einer der Aelteſten in der ganzen Gegend,
wurde nach kurzem Krankenlager und arbeitsreichem Leben zur letzten
Ruheſtätte geleitet. Es war dies Herr Johann Georg Hanſtein, geboren
zu Roßdorf. Er hat das Alter von nahezu 95 Jahren erreicht. Im
Jahre 1858 hat ſich Herr Hanſtein verheiratet. Aus der Ehe gingen
drei Kinder hervor, wovon noch ein Kind am Leben iſt. Von Beruf war
der Verſtorbene Maurermeiſter. In den letzten Jahren unterſtützte
er ſeinen Sohn, Herrn Johs. Hanſtein, in deſſen Geſchäft. Stets war
der Verſtorbene eifrig und konnte nicht ruhen und raſten. Noch am
Tage vor dem erlittenen Schlaganfall arbeitete er in gewohnter Weiſe.
Seiner Grabrede war „Moſe 1, Kapitel 15, Vers 15” zu Grunde gelegt,
wo es heißt: „Und Du ſollſt fahren zu Deinen Vätern mit Frieden und
in gutem Alter begraben werden.”
II. Wembach, 25. Mai. Der ſeitherige Prüfungsvorſitzende,
Schuh=
machermeiſter Friedrich Handſchuch 2., der Schuhmacher=Zwangsinnung
für den Kreis Dieburg, wurde von ſeiten der Handwerkskammer in
Darmſtadt wieder für weitere 3 Jahre verpflichtet. Die diesjährige
Geſellenprüfung im Schuhmachergewerbe für den Kreis Dieburg findet
im Herbſt ſtatt. — Wie alljährlich, ſo findet auch dieſes Jahr am 2.
Pfingſtfeiertag am Hohenſtein ein Miſſionsfeſt ſtatt. Auswärtige
Blas=
orcheſter werden das Feſt verſchönern helfen.
* Groß=Zimmern, 25. Mai. Vergangenen Sonntag fand im
Gaſt=
haus „Zum Löwen ein Konzertabend ſtatt, bei welchem ſich Künſtler der
Darmſtädter Akademie für Tonkunſt in hrhem Maße auszeichneten. Es
waren dies Frl. Koch, Herr Bender, Gräfin von Schwerin und Herr
Lotz. Frl. Koch, Schülerin des Herrn Müller=Söllner, und Herr
Bender, Beines=Schüler, waren den Anforderungen der gewählten
Arien trefflich gewachſen. Hervorzuheben ſei die Kavatine aus
Freiſchütz, bei welcher Fräulein Koch durch tiefe Beſeelung ihrer
Stimme die Gemüter der dankbaren Hörer bewegte. Die
ſtreb=
ſame Künſtlerin verfügt über ein großes Stimmaterial und iſt mit allen
techniſchen Schwierigkeiten trefflich vertraut. Herr Bender verfügt über
Stimmittel, denen man gleich die Beines’ſche Schule anmerkt. Neben
der Max=Arie von Weber, gelang ihm vortrefflich die Arie aus
Rigo=
letto, welche die Hörer zu ſtürmiſchem Beifall fortriß, ſo daß er die
dankbare Liebesfeier von Weingartner zugeben mußte. Die beiden
Künſtler ſangen außerdem noch Duette aus Lortzings Zar und
Zimmer=
mann. Da entwickelten ſich mannigfach Kraft und Temperament. Nach
einem großen Applaus wiederholten die beiden Künſtler, das letzte
Duett. Sie ſangen noch zahlreiche Zugaben, welche die Stimmung
des Publikums erhöhte. — Frau Gräfin v. Schwerin ſpielte mit
be=
kannter virtuoſer Technik die Ballade Polenaiſe von Vieuxtemps. Darin
zeigte ſie nicht nur feinſte Fingerfertigkeit und grandioſen Bogenſtrich,
ſondern auch machtvollſtes Temperament. Graziöſe Anmut zeigte ihr
Spiel in der Gavotte v. Goſſick. Im Gegenſatz brachte ſie in den
Chant Hindu von Rimsky=Kerſakow=Kreisler mit feinſter Beſeelung zu
Gehör. Die Künſtlerin wurde mit großem Beifall geehrt, welcher ſie
zu einer Zugabe veranlaßte, dem Souvenir v. Dreier, das ſie mit
größter Vornehmheit wiedergab. — Unſer einheimiſcher Künſtler H.
Lotz zeigte ſehr viel Begabung und Gewandheit, den Soliſten ſich
anzu=
paſſen. Er ſpielte ſoliſtiſch das Menuett von Mozart Es=Dur mit
fein=
ſter Phraſierung in mozartſchem Stil. Die vorzügliche Schule von Frl.
Haaſe, Lehrerin an der Städt. Akademie für Tonkunſt, machte ſich bei ihm
bemerkbar. Es iſt zu hoffen, daß die Künſtler in ihrem weiteren
Kon=
zertunternehmen ebenſoviel Erfolg ernten, wie bei uns. Die beiden
Damen wurden mit Fliederſträußen geehrt.
W. Heppenheim a. d. B., 24. Mai. Burgfeſt an Pfingſten.
Der Erſte Mandolinenklub Heppenheim feiert ſein diesjähriges Volksfeſt
auf der Starkenburg. Die Vorbereitungen, zu dieſem Burg= und
Sommernachtsfeſt ſind ſoveit gediehen, daß der Verein wohl in der
Lage ſein wird, ſeinen Feſtteilnehmern recht angenehme Stunden zu
bereiten. Zur Einleitung des Feſtes iſt für Samstag abend eine
Burg=
beleuchtung vorgeſehen, deren Beginn durch Böllerſchüſſe angekündigt
wird. Gleickzeitig wird eine Spielergruppe des Klubs vom mittleren
Schloßbergweg einige Volkslieder ſpielen. Das eigentliche Feſt begiunt
am 1. Pfingſtfeiertag auf der Burg, und zuar mit einem Kinderfeſt.
Hieran ſchließen ſich Konzert= und Geſangsvorträge an. Um 7 Uhr
be=
ginnt das Sommernachtsfeſt mit ſeinem reichhaltigen Programm. Um
11 Uhr iſt Feuerwerk mit Turmbeleuchtung. Den Abſchluß des erſten
und zweiten Tages bildet um 1 Uhr ein Fackelzug von der Burg zur
Stadt. Am 2. Pfingſtfeiertag iſt der Beginn wiederum um 4 Uhr
nach=
mittags. Es kommen Konzertſtücke abwechſelnd mit Tanz zum
Vor=
trag. Um 11 Uhr iſt wiederum Feuerwerk vorgeſehen. Für
Sitzgelegen=
heit, ſowie Speiſe und Trank iſt reichlich geſorgt. Bei Einbruch der
Dunkelheit wird an beiden Tagen der Zugangsweg zum Feſtplatz
elek=
triſch beleuchtet. — Mozart=Jugendchor Berlin. Am
2. Juli d. J. wird der Verliner Mozart=Jugendchor auf ſeiner
dies=
jährigen Ferienreiſe in unſerer Stadt eintreffen. Beim letzten
Hier=
ſein fand das Konzert des Chors reichen Beifall, ſo daß man dem
jetzi=
gen Kommen wieder großes Intereſſe entgegenbringt. Der Chor
be=
ſteht aus 130 Kindern im Alter von 11—14 Jahren und ſteht unter
Lei=
tung von Herrn Erich Steffen.
H. Aus dem Kreiſe Hespenheim, 24. Mai. Straßenſperre.
Die Ortsdurchfahrt der Fürther Straße in Heppenheim, im Zuge des
Provinzialſtraße Heppenheim—Ebersberg, iſt wvegen Pflaſterarbeiten
bom 22. d. M. bis zum 10. Juni für jegliches Fuhrwerk geſperrt. Der
Verkehr geht über Erboch—Bonsweiher oder über Weinheim-Birkenau.
* Hirſchhorn, 25. Mai. Wafſerſtand des Neckars am
24. Mai: 0,88 Meter; am 25. Mai: 0,85 Meter.
D. Biblis, 25. Mai. Ausflugder Schulkinder. Der geſtrige
Tag war für die Kinder der oberen Schulklaſſen inſofern ein
Freuden=
tag, als ſie mit ihrem Lekrer, Herrn Gradinger, einen größeren
Aus=
flug in die ſchöne Pfalz unternahmen. Um 5,38 Uhr, alſo bereits am
frühen Morgen, ging die Reiſe über Worms nach Alt= und
Neuleinin=
gen, dem ſehnſüchtig erwarteten Ziele des Ausfluges. Durch Buſch und
Wald, über Berg und Tal gings bei herrlichem Ausflugswetter; Freude
auf allen Geſichtern. Immer Neues tat ſich auf, jeder Winkel wurde
durchſtöbert und ſchließlich geraſtet und Mutters reichlich mitgegebener
Proviant klein gemacht. Erſt am ſpäten abend kehrten die Ausflügler
zurück, hoffend, bald wieder einen ebenſo lehrreichen wie freudigen
Aus=
flugstag erleben zu dürfen. — Mit der Einſetzung des
Rheingold=
zuges, der auch die Riedſtrecke paſſiert, machen ſich verſchiedene
Aus=
beſſerungen an der Eiſenbahnſtrecke notwendig. So müſſen
verſchiedent=
lich neue Weichen eingelegt werden; ebenſo hat ſich nun eine
Aus=
beſſerung verſchiedener kleiner Brücken über Gräben uſw. als unbedingt
notwendig erwvieſen. Der Rheingoldzug erregt das Intereſſe der
All=
gemeinheit in dem Maße, daß beiſpielsweiſe um die Mittagszeit, wenn
die beiden Züge, die ſich hier kreuzen, durchfahren, oft viele Nengierige
an der Bahnlinie zu ſehen ſind, ſtaunend, ähnlich wohl wie vor 100
Jahren bei den erſten Fahrten der Eiſenbahn unſere Vorfahren.
* Gernsheim, 25. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
24. Mai: 0,49 Meter; am 25. Mai: 0,46 Meter.
B. Banden 2. Mck. Dofreubey Fr.4
Neubau zu errichten auf dem von der Stadt koſtenlos zur Verfügung
geſtellten Platz im Gelände der ehemaligen Haushaltungsſchule.
Seit=
her waren die Dienſträume in einem gemieteten Privathaus
unter=
gebracht. — Standesamtliches. Im Monat April ſind hier zu
verzeichnen: 14 Geburten, 6 Eheſchließungen und 9 Todesfälle. — Aus
der Gemeinderatsſitzung: Der Gemeinderat iſt mit der
Umwandlung der vorläufigen Steuer von 1925—27 in endgültige
ein=
verſtanden. Die Gemeinde Dreieichenhain wünſcht vom hieſigen
Waſſer=
werk Waſſer zu beziehen. Es follen jedoch erſt Erhebungen angeſtellt
werden, ob genügend Waſſer zu Verfügung ſteht. Die Zahlungsweiſe
bei Entnahme von Koks aus dem Gaswerk wird neu geregelt. Herrn
Lehrer Schindel wird auf ſein Nachſuchen ein Bauplatz abgegeben unter
der Bedingung, nach dem vorliegenden Bauplan eine Faſſadenänderung
an dem zu erbauenden Wohnhaus vorzunehmen. Die Baugeſuche der
Herrn Karl Fr. Sehring 2. werden genehmigt und Herrn Murmann
wird in der Sofienſtraße ein Bauplatz abgegeben. Den Herren Mattern
und Weſtphal wird ein Teil des Betrages für einen aus dem
Gemeinde=
wald erſteigerten Buchenſtamm erlaſſen, da der Stamm innerlich faul
war. Der Verkauf von Schwellenholz an die Rüſſelsheimer Firma
Lenz u. Jung wird genehmigt.
* Klein=Steinheim, 23. Mai. Der Geſangverein „Liederkranz”,
Klein=Steinheim b. Hanau a. M., blickt an Pfingſten 1929 auf ſein
70jähriges Beſtehen zurück. Verbunden wird dieſe Feier mit der
Abhal=
tung eines großen nationalen Geſangswettſtreites, woſelbſt u. a. auch
der im Jahre 1914 vom Liederkranz errungene Wanderpreis für Heſſen
und Heſſen=Naſſau erneut ausgeſungen wird. Außerdem gelangen nuch
ganz nennenswerte Geldpreiſe zur Verteilung.
f. Nieder=Saulheim, 25. Mai. Kommenden Sonntag findet die
Platzeinweihung des hieſigen Turnvereins ſtatt. Es
wird dies ein Ereignis für das Sportpublikum ſein, da viele auswärtige
Turnvereine erſcheinen und zahlreiche Fußball= bzw. Handballſpiele
ſtatt=
finden werden.
f. Efſenheim, 25. Mai. Schneefälle. Montag nachmittag
ent=
lud ſich über Eſſenheim und Umgebung ein Gewitter, in deſſen Verlauf
es zu Schneefällen kam. Die hieſige ſowie die Gemarkung Stadecken
hatten in wenigen Augenblicken durch den handhoch liegenden Schnee
winterliches Ausſehen. Hauptſächlich in der Gemarkung Ober=Olm kam
es ſogar zu Hagelfällen. Das junge Laub der Obſtbäume wurde durch
den Hagel teilweiſe vom Baum geſchlagen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
6 16.30: Funkorch.: Alte Tanzmuſik. O 17.45: „Aus dem Roman
Auf zwei Planeten”, von Laßwitz. O 18.15: Vereinsnachrichten,
Mitteilungen. O 18.30: Briefkaſten. o 18.45: Funkhochſchule. Prof.
Dr. Naumann: Das ältere deutſche Puppenſpiel. o 19.15: Stenogr.
Fortbildungskurſus für Anfänger und Fortgeſchrittene. O 19.45:
C. Hub: Pfmaſten m der Frankfurter Dialektdichtung. o 20.15:
Doer. D cie Bili iefi Seihe, Sechl Sanit Seif. Seaues.
burſchen; Negerl, Urſel, Mon, Bauernmädchen; Kathl, Magd bei
Zangl: Bauern, Bäuerimen, Burſchen und Mädchen. Spielleit.:
Ben Spanier. — Anſchl.: Tanzmuſik auf Schallplatten.
Stuttgart.
Samstag, 26. Mai. 12.30: Schallplatten. O 14= Jugendſtünde:
Mitw.: Elſa Pfeiffer, Karl Köſtlin Funkorch. O 15:
Unterhaltungs=
konzert. Heiteres. Leitung: C. Struve. Mitw.: Hilde Binder, Käte
Mam, H. Hanus, W. Reichert, C. Struve, Funkorch. o 18.15:
Generalſekretär Dieing: Die ſoziale Lage der Landfrau. o 18.45:
Landgerichtsrat L. Leibfried: Die Stellung der Frau i der Ehe
nach dem geltenden Recht. O 19.15: Georg Schwidetzky: Der
Staats=
bürger und das amtliche Schrifttum. O 19.45: Arbeitslage in
Süd=
weſtdeutſchland. O 20.15: Das Extemporale. Luſtſpiel in drei Akten
von H. Sturm und M. Färber. Spielleitung: C. Struve. Perſ.=
Prof. Dr. Jeremias, Gymnaſialdirektor; Prof. Guſtav, Enderle,
Gymnaſialoberlehrer: Lotte, ſeine Tochter; Frau Hultzſch, ſeine
Auf=
wartefrau; Franz Hoffmann, Oberprimaner; Krumbegel, Kaſtellan
am Gymnaſium; Frau Eliſabeth Hoffmann=Salzer. — Muſikeinlagen:
Roſſini: Ouv. „Die Italienerin in Algier”. — Strauß: Geſchichten
aus dem Wiener Wald, Walzer. — Diederich: Backfiſchchens
Stell=
dichein, Intermezzo. — Anſchl.: Nachrichten. — Dann: Tamzmuſik
der Erichs=Band. Leitung: Kapellm Schwarzbaum. o 12.30: Verſuch
der Uebertragung amerikaniſcher Sender.
Berlin.
Sonnabend, 26. Mai. 15.30: Polizeimajor a. D. Schnarke:
Recht, Ordnung und Polßzei i alten Berlin. o 16: San.=Rat Dr.
Frank: Mediziniſch=hygieniſche Plauderei. 16.30: Max
Schüne=
mann: Vom richtigen Pilzſammeln. Eine fröhliche Wiſſenſchaft.
o 17: Funkkapelle. Leitung: Konzertmeiſter Franz v. Szpanowſki.
S 19: K. W. Goldſchmidt: Höhepunkte der Weltliteratur. Meue
Dichter von Weltgeltung.) o 19.30: Miniſterialrat Reinshagen: Das
deutſch=franzöſiſche Saar=Abkommen. o 20: Chefredakteur Lüdecke:
Das Deutſche Traber=Derby. (Zur Uebertragung am Pfingſtſonntag.)
O 20.30: Zur Unterhaltung. Mitw.: Trio. Dajos Bela, Sabine
Meyen (Sopran), Th. Mackeben (Flügel). Ganne: Extaſe. —
Tſchaikowſky: Herbſtlied. — Rubinſtein: Melodie. — Mozart: Arie
aus „Die Gärtnerin aus Liebe‟. — Schumann: Träumerei —
Braga: Der Engel Lied. — Kinderlieder: Tintenheinz und
Plätſcher=
lottchen; Wittewoll ſchlafen: Blech: Heimkehr vom Feſte. — Toſtor:
Haif Seie e e elich e euleie
nachrichten. O 22.30: Hinaus in die Natur. Konzert=Orcheſter Otto
Kermbach
1955: Pfimgſtkeier. Mitw.: Dr. Chriſtians, . Göllit Cenorſ=
Eva Knopf (Alt), Kammerorch, der Gemeinnützigen Vereimigung
zur Pflege deutſcher Kunſt. O 20.30: Berlin: „Zur Unterhaltung”,
Mitw.: Sal
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Offenbach (Main): Keibert & Wohn, Am Winterhafen 519; Wiesbaden: Evelbauer & Doerr, Nikolasstr. 7; Worms: Gg. Maver, Sterngasse 13.
Seite 8
Die Verlobung ihrer Kinder Aenny
und Paul geben bekannt
Baptist Nickolei
u. Frau Elisabeth
geb. Beickert
Paulus Wilhelm
und Frau Marie
geb. Würzinger
Darmstadt, Pfingsten 1928.
Aenny Wickolai
Paul Wilhelm
Studien-Assessor
Verlobte
Darmstadt
München
Nd.-Ramstädterstr. 53
Pfingsten 1928
Worms a. Rh.
Andreasſtr. 20.
Darmſtadt
Riedeſelſtr. 25
geb. Sommer
Vermählte.
Arheilgerſtr. 68 Lichtenbergſir.
sss 3
Kirchliche Trauung den 30. Mai 1928, 1 Uhr,
St. Ludwigskirche.
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen:
Marie Eleschhut
Wilhelm Ruths
Reinheim
(Hessen)
Groß-Bieberau
(Odenwald)
Pfingsten 1928.
Friedel Bernhardt
Ernſt Weſiphal
Verlobte
Darmſtadt
Beckerſtr. 27
Waren i. Mecklb.
z. Zt. Darmſtadt
Wienerſtr. 99
(*13755
(9026
Waldstr. 19
Warie Wingler
Karl Vogt
VERLOBTE
Darmstadt
Markzell
Darmstadt
Pfingsten 1928 (14042
Kirchliche Trauung am 1. Pfingſifeierig
nachm. 3 Uhr, in der Eliſabethenkirch
Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
Adam Hellmuth und Frau
Kreszenz, geb. Weiß
Darmſiadt, Feldbergſir. 105.
Die kirchliche Trauung findet am 1. Pfingſi=Feieriag,
nachmittags 3.15 Uhr, in St. EEliſabeth ſfatt.
Aufc 3
Rudolf Scheidler
Lieſel Scheidler, geb. Göriſch
Vermählte.
Heinheimerſtr. 84. 26. Mai 1928.
Kaupſir. 49.
Am 1. Pfingſifeiertag feiern die
Eheleute Heinrich Ohl und
Frau, geb. Wißmann, hier,
Stiftsſtraße 79, das Feſi der
Silbernen Hochzeit.
Kirchl. Trauung am 1. Pfingſi=Feiertag, nachm. 3½ Uhr,
Annemarie Getroſt
Auguſt Heip
Eckhardtſtr. 35.
Verlobte
Pfingſten 1928
Pankratiusſtr. 67.
14074
Darmſiadt
Kaupſtr. 23.
Stat Karten.
Antonie Stöckel
Jakob Weber
Verlobte.
Pfingſien 1928.
A.:.30
Rimbach
i. Odw.
Elisabeth Sievers
Dipl.-Ing. Eduard Bausch
Reichsbahn-Bauführer
Verlobte
Darmstadt
Lichtenbergstr. 14.
z. Zt. Frankfurt a. M
(14037)
in der Martinstirche.
(14153
Am gleichen Tage findet die
kirchliche Trauung der Eheleute
Otto Schmidt
und Frau, geb. Ohl
nachmittags 1/4 Uhr in der
Stadtkapelle ſiatt.
(14152
Für die zur Silberhochzeit
erwieſenen Aufmerkſamkeiten
danken herzlichſi
Ph. Becker und Frau
Gärtnereibeſitzer
Nieder=Ramſtadt.
1417
Deeeess
S.-R. Dr.
L. Ort
iſt verreiſt
und wird gütigſt
treten durch d. He
S.=R. Dr. Bart
vom 30. 5. ab
S.=R. Dr. Birnba
S.=R. Dr. Bol
heimer, Dr. Kaut
Dr. Mayer,
Dr. Schiffer,
Schneider.
8884a)
sebees
Verreiſt
bis 3. Jnni
Dr. med.
Herla Halch
Hügelſtr. 6:
9063)
Schweſter
Peters=Manſe
priv. Wochenbett
Krankenpfleger:
Martinſtr. 14.
Teleph. 4306.
Paula Medicke
Heinrich Fiedler
Verlobte
Darmstadt
Bismarckstr. 28
Arheilgen b. D.
Gräfenhäuserweg 2
Pfingsten 1928
Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
Ludwig Arnold und Frau
(Eliſabeth, geb. Schuchmann
Darmſtadt
Darmſiadt
Vikioriaplatz 10
Beckerſtr. 23
Statt beſonderer Anzeige.
Heute nachmittag iſt unſer lieber, herzensguter Bruder,
Schwager und Onkel
Herr Rechnungsrat Wilhelm Jockel
nach kurzem ſchweren Leiden im Alter von 60 Jahren verſchieden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Jockel, Oberrechnungsrat.
Darmſtadt, den 24. Mai 1928.
Frankenäckerweg 6
Die Beerdigung findet Montag, den 28. Mai, vormittags 11½ Uhr,
von der Kapelle des alten Friedhofs aus ſtatt. 9044
Kirchliche Trauung: Sonntag, den 27. Mai, 1 Uhr,
in der Martinskirche.
(*14126
Maya Tordrup
Teodor von Milié Zumberski
Verlobte.
Darmstadt
Zagreb
Statt beſonderer Anzeige.
Am 25. Mai, vormittags 7 Uhr, entſchlief nach ſchwerem
Leiden unſer lieber Vater, Schwieger= und Großvater, der
hrer ji. R.
im 78. Lebensjahre.
Statt Karten.
Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen:
Albert Hess
Elli Hess, geb. Gu
Wienerstr. 95
Soderstr. 16
Kirchliche Trauung: 1. Pfingstfeiertag, nachm. 1½ Uhr.
in der St. Ludwigskirche.
*14022
Stat Karten.
Zu unſerer am 1. Feieriag in der
Pauluskirche um 3 Uhr ſtattfindenden
Trauung laden herzlich ein
Gretel Hugenſchütz
Ing. Paul Mager
Darmſiadt
Berlin
Herdweg 97
Pfingſien 1928. (14118
Statt Karten.
Ihre Vermählung beehren ſich
an=
zuzeigen.
Georg Heldmann und Freu
Erna, geb. Bangert
Schwanenſtr. 2 Lauteſchlägerſtr. 6
Kirchl.. Trauung am 27. Mai, nachm.
3 Uhr, in der Martinskirche.
Aßß
IhreVermählung geben bekannt:
Georg Schmidt
Elſe Schmidt
geb. Hauß
Remlingen
Darmſiadt
Eſchollbrückerſtr. 100
Kirchliche Trauung: Pfingfiſonntag, den
7. ds. Mts., nachmitttags 2 Uhr, in
der Petruskirche. ( 14051
In tiefer Trauer:
Familie Albert Schultze, Arheilgen
Familie Fritz Schultze, Liegnitz i. Schleſien
Famiiie Otto Schultze, Plauen i. Vogtland.
Arheilgen, den 25. Mai 1928.
Darmſtädterſtr. 120.
Die Einäſcherung findet am Montag, den 28. Mai,
nach=
mittags um 2 Uhr, im Krematorium des Waldfriedhofs zu
Darmſtadt ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man dankend Abſtand zu nehmen,
*1412
Am 1. Pfingſtfeiertag begehen die
(heleute Friedrich Getzer u. Frau.
Darmſtadt, Bleichſiraße 17, das
Feſi der
Silbernen Hochzeit.
(*14138)
Jon der Meie urdek
Geb. Medtwinalral Dr. Happet
Sandstr. 18 /13801ids, Tel. 623
Friedr. Wilh. Fuchs, Steinſtraße
Nr. 37, gibt ſchriftliche Auskunft über
d. Sommerf. TRIRS, bei Steinach,
Firol. Tageskoſt. M. 3.50, 4.00 (*14119
Statt beſonderer Anzeige.
Am 24. Mai entſchlief ſanft im 84. Lebensjahre mein
herzens=
guter, treuſorgender Vater und Großvater, unſer lieber
Schwieger=
vater, Bruder und Onkel
Friedrich Lupus
Direktor 1. P. der Rentenanſtalt und Lebensverſicherungsbank zu Darmſtadt
Im Namen der Hinterbliebenen:
Eliſabeth Gutſche, geb. Lupus
Karl Gutſche, Oberſteuerinſpektor
Annelieſe Gutſche.
Darmſtadt, Neckarſtr. 15, den 25. Mai 1923.
Die Einäſcherung findet am Dienstag, den 29. Mai 1928, um
3 Uhr nachmittags, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten w zuſehen. (*14109
Numiner 146
Samstag, den 26 Mai 1928
Seite 9
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene: Am 18. Mai: Guttandin, Katharina, geb. Böhl, 80 J.,
Dieburger Straße 86. Am 17. Mai: Brill, Friederike, geb. Feidel,
Wittmannsſtr. 38. Am 18. Mai: Anracher, Marie, 5 Stunden,
Hein=
heimerſtraße 21. Am 20. Mai: Kopp, Pauline, ohne Beruf, led.,
Liebig=
ſtraße 9. Am 19. Mai: Lautenſchläger, Ludwig, Schloſſermeiſter, 50 J.,
Schießhausſtraße 62. Am 20. Mci: Pfersdorff, Friedrich, Rentner,
75 J., Rhönring 71; Gries, Eva, geb. Ruppert, 43 J., Schwanenſtr. 7;
Geißler, Heinrich, 6 Mon., Ballonplatz 3; Breitſchuh, David Karl
Hermann, Kammermuſiker i. R., 79 J., Landwehrſtr. 12. Am 21. Mai:
Baſtian, Eliſabeth, Pfründnerin, ledig, Erbacherſtr, 25. Am 22. Mai:
Arheilger, Johanna, geb. Bach, 79 J., Soderſtr. 29. Am 21. Mai:
Neiſt, Joſeph, Dienſtmann, Sozialrentner, 60 J., Eliſabethenſtr. 33.
Am 22. Mai: Opel, Johann Friedrich, Rektor i. R., 87 J.,
Martins=
ſtraße 91: Schachner, Anna, geb. Jordan, 43 J., Bismarckſtr. 3;
Paqué, Luiſe Margarethe, geb. Juſt, 71 J., Neckarſtraße 6; Heldmann,
Margarete, geb. Bickelheupt, 67 J., Ober=Modau, hier, Grafenſtr. 9;
Koch, Philipp, Landwirt, 46 J., ledig, Wolfskehlen, hier, Grafenſtr. 9;
Böhm, Ludwig Anton, 10 Mon., Heinheimerſtr. 48. Am 23. Mai:
Fiſcher, Dorothea, geb. Neumeiſter, 65 J., Nieder=Ramſtadt, hier,
Er=
bacherſtraße 25. Am 22. Mai: Schachner, Karoline, geb Euſer, 82 J.,
Lichtenbergſtr. 73; Schäfer, Johanna, geb. Schultz, 68 J., Riegerpl. 8.
Am 23. Mai: Volz, Philipp Wilhelm, Handlungsgehilfe, 22. J., ledig,
Arheilgerſtr. 56; Lautenſchläger, Georg, Monteuz, 24 J., P.
nkratius=
ſtraße 62. Am 24.: Direktor i. R. Emil Friedrich Lupus, 83 J.,
Heidel=
berger Straße 21; Friedrich Kaus von Groß=Gerau, 8 T., hier
Hein=
heimerſtraße 21: Rechnungsrat Wilhelm Jockel, 60 J., Frankenäcker=
Weg 6. Am 25.: Anna Zohren geb. Mohr, 75 J., Martinſtraße 2.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (26. Mai 1928).
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Beichte.
1. Pfingſtfeiertag (27. Mai).
In allen Kirchen Kollekte für die Heſſiſche Lutherſtiftung.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heili=
gen Abendmahls. Pfarrer Vogel. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarrer Heß.
Stadtkapelle. Vorm. 7 Uhr: Andacht. Pfarrer Heß. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahis. Pfarzer
Heß. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgoitesdienſt. Pfarrer Zimmermann. — Vorm.
11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Zimmermann. — Abends 6 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Pfingſtmette. Pfarrer Bergér.
Borm. 10 Uhr: Hauptgotesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarrer D. Waitz. Anmeldung von 91/ Uhr an in der Sakriſtei. —
Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt.
Pfarrer D. Waitz.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Bergär.
Johanneskirche. Vorm. 7 Uhr: Pfingſtmette. Pfarrer Marz.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Konfirmation, heiligem
Abend=
vahl und Vorbereitung. Pfarrer Goethe. — Vorm. 11½ Uhr:
Kinder=
fottesdienſt.
Panl=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
0 Uhr: Hanptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls und
Zorbereitung. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11½ Uhr:
Kinder=
rottesdienſt.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 7 Uhr: Pfingſtmette.
Tfarraſſiſtent Lic. zur Nieden. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
rit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Lie zur Nieden.
lumeldung 91 Uhr in der Sakriſtei. — Vorm. 11½ Uhr:
Kinder=
ottesdienſt. Pfarrer Weiß.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit nachfolgender
feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung von 9½ Uhr an in der
Sakriſtei. Pfarrer Rückert.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgettesdienſt mit heiligem
Abend=
zahl. Pfarrer Hickel. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergotkesdfenſt (bei
utem Wetter im Garten). — Ev. Sonntagsverein: Die Vereinsſtunden
allen aus.
Schloßkapelle Kranichſtein. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſ:. Pfarrer
öhler=Darmſtadt.
2. Pfingſtfeiertag (28. Mai).
In allen Kirchen Kollekte für das hieſige Diakonenheim.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Kleberger
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr Hauptgottesdienſt, Pfarrer Bergér.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung luhteriſcher Gottesdienſte:
Vorm. 9½ Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei; 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls Pfarrer
Lauten=
ſchläger. — Abends 6 Uhr: Abendgottesbienſt. Pfarrer D. Waitz.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 29. Mai, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde.
Gemeinbehaus (Kiesſtraße 17). Dienstag, 29. Mai, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). — Mäd
hen=
vereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mitt=
woch, 30. Mai, nachmittags 3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde,
Gruppe 2. — Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde (ältere
Abteilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Abteilung). Dennerstag, 31. Mai, abends 8 Uhr: Jugendbund der
2. Juni, nachm. 3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2,
Sport=
platz am alten Arheilger Weg
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 30. Mai, und Samstag,
2. Juni, nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 1.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 31. Mai: Pfarrer Goethe;
vom 1. Juni ab: Pfarrer Vogel.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation: Diakonenheim,
Heidel=
berger Straße 21 Fernſprecher 2883.
Euang Wohlfahrtsbienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von
8—12 und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Pfingſtmette. Pfarrer Köhler.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer.
Maztinsgemeinde (Verſammlungen). Donnerstag, 31. Mai, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; im Martinsſtift:
ENädchenvereinigung Oſt; Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag,
1. Juni, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere
Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Georgi.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgoltesdienſt. Pfarrer Marx. — Dienskag, 29. Mai,
nachm. 1½ Uhr: Abmarſch zum Kindergottesdienſt=Waldfeſt vom Paul=
Gerhardt=Haus.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Feier des
50jährigen Konfirmationsfubiläums (goldene Konfirmation);
anſchlie=
ßend heil. Abendmahl. Anmeldung ab 9½ Uhr in der Sakriſtei.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Die Betſtunde am Donnerstag abend fällt aus.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). 1. Pfingſttag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergortesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr:
Pfingſtfeier, — 2. Pfingſttag, nachm. 3 Uhr: Geſangswaldfeſt auf der
Marienhöhe. Vereinigte Chöre von Eberſtadt, Pfungſtadt, Arheilgen
und Darmſtadt. Halteſtelle der Straßenbahn Ludwigshöhe. —
Don=
nerstag, abends 81 Uhr: Bibelſtunde, Prediger Kleinſchmidt. —
Frei=
tag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger
Straße 80. Prediger Neuber. — Samstag, abends 8½ Uhr:
Po=
ſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). 1. Pfingſttag, nachm. 2½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer, — nachm. 43 Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Mädchen. — 2. Pfingſttag: Tagesausflug. Abmarſch
7½ Uhr vom Vereinshaus. — Nachm. 3 Uhr: Beteiligung am
Geſangs=
waldfeſt auf der Marienhöhe. — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Mädchen=
kreis. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge Männer.
— Donnerstag, abends 8 Uhr Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infan=
teriekaſerne, Hof links). Pfingſten 27. und 28. Mai: Pfingſtfahrt
(Landheim). — Dienstag, 29. Mai, vorm. 7 Uhr: Abmarſch der
Jung=
ſchar ab Böllenfalltor zur F.=F. — Mittwoch, 30. Mai, abends 8½ Uhr=
Bibelbeſprechſtunde. — Donnerstag, 31. Mai, abends 8 Uhr:
Heim=
abend. — Freitag, 1. Juni, abends 8 Uhr: Turnen und Körperſchule
(Ludwigsoberrealſchule).
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Cliſabethenſtraße). Pfingſtſonntag, vorm. 7½ Uhr: Menſchenweihe=
lung mit Predigt.
— Pfingſtmontag: Kein Gottesdienſt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Cyriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Pfingſtſonntag,
den 27. Mai, vorm. 9,30 Uhr: Pfingſtandacht. — Pfingſtmontag, den 28.
Mai, nachm. 3,30 Uhr: Jugendbundfeſt. — Am Mittwoch, den 30. Mai,
abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich eingeladen.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtr. 4. Sonntag, vorm. 11 Uhr:
Sonntagsſchule; nachm. 4,30 Uhr: Wyrtverkündigung. — Montag,
vorm. 10 Uhr: Wortbetrachtung. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr:
Gebet=
ſtunde. — Freitag, abends 8,15 Uhr: Wortbetrachtung. Jeder herzlich
eingeladen.
Chriſtlich=wiffenfchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society).
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittwoch im Monat, abends 8,15 Uhr.
Eyangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabetherſtr. 44. Sonntag, 27. Mai,
Pfingſtfeſt, morgens 10 Uhr: Feſtpredigt von Jugendſekretär Maier=
Münſter. Nachmittags: Gemeinſamer Spaziergang; ½4 Uhr an den
Hirſchköpfen. Abends 8 Uhr: Jugend= und Gemeindefeier,
Jugendſekre=
tär Maier. — Pfingſtmontag: Jugendtreffen in Auerbach. Abfahrt
8,02 Uhr morgens am Hauptbahnhof. — Dienstag: Singſtunde für
Gem. Chor. — Mittwoch: Frauenverein. — Donnerstag: Abſchiedsfeier
für Prediger Ehrhardt. — Freitag: männliche Jugendabteilung. Jeder=
Prediger Sauer.
mann iſt herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17.
Sonntag, 27. Mai., 10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: Sonntagsſchule.
4 Uhr: Gottesdienſt. — Mittvoch, 30. Mai, 20,15 Uhr: Bibelſtunde.
Jedermann iſt herzlichſt eingeladen.
Auswärtige Kirchen.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Pfingſtſonntag, vorm. 9,30 Uhr:
Hauptgotresdienſt unter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins und des
Poſaunenchors. Feier des hl. Abendmahls. Vorbereitung unmittelbar
vorher. Kollekte für die Lutherſtiftung. — Pfingſtmontag, vorm. 9,30
Uhr: Hauptgottesdienſt: Pfarrer Bergér=Darmſtadt.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. 1. Pfingſttag, vorm. ½10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Mitwirkung des Kirchenchors. Kollekte für die
Heſſiſche Lutherſtiftung. — Im Anſchluß an den Gottesdienſt: Feier des
hl. Abendmahls. — 2. Pfingſttag, vorm. 9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Weißgerber. Mitwirkung des Poſaunenchors der evang.
Ge=
meinſchaft. Kollekte für die Anſtalt für Epileptiſche. — Dienstag:
8.45 Uhr Chriſtenlehre der Mädchen; 9.30 Uhr Gottesdienſt — Geſang
des Kirchengeſangvereins, (Kollekte für die Lutherſtiftung) —: 11 Uhr
Kindergottesdienſt.
In der Prov.=Pflege=Anſtalt Gottesdienſt 1.30 Uhr.
Zweiter Pfingſtfeiertag: 9.30 Uhr Gottesdienſt (Kollekte
für Zwingenberg). — Mittwoch, 8.30 Uhr Kirchengeſangverein. —
Don=
nerstag, 8.30 Uhr Wartburgverein.
Katholiſcher Gottesdienſt.
1. Pfingſttag.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags den 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiertagen: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur
heiligen Beichte. 7 Uhr: Frühmeſſe. Vor und in der heiligen Meſſe
Austeilung der hl. Kommunion. Generalkommunion der
Frauenver=
einigung. 9,30 Uhr Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der hl.
Kommunion. Nachmittags 2,30 Uhr feierliche Vesper. Darauf
Beicht=
gelegenheit.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen: 8 Uhr
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion.
2. Pfingſttag.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags nach der Vesrer Beichte. An Sonn= und Feiertagen:
Vorm. von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte. 7 Uhr Frühmeſſe.
Ver und in der hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion.. 9,30 Uhr
Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der hl. Kommunion.
Nach=
mittags 2,30 Uhr Andacht. Werktagsmeſſe 7 Uhr. Donnerstag 5 Uhr
Eliſabethenverein; 6 Uhr Beichtgelegenheit; abends 8 Uhr
Männer=
kongregation. Freitag 7 Uhr hl. Meſſe mit Herz=Jeſu=Andacht.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der hl.
Meſſe Austeilung der hl. Kommunion.
Todes=Anzeige.
Am 25. Mai verſchied nach kurzer, ſchwerer
Krankheit im 66. Lebensjahre unſer innigſtgeliebter
Vater, Großvater und Onkel
Herr Georg Söttmann
Schuhmachermeiſter.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Eberſtadt, Pfungſtadt, Offenbach a. M.,
den 25. Mai 1928.
Die Beerdigung findet am 1. Pfingſtfeiertag,
nach=
mittags 4 Uhr, vom Trauerhauſe, Eberſtadt, alte
Darmſtädterſtraße 37, aus ſtatt. (*14201
Dankſagung.
Für die uns beim Heimgange unſeres
lieben Entſchlafenen in ſo reichem Maße
erwieſene Teilnahme ſagen wir hierdurch
Allen unſeren herzlichſten Dank.
Heinrich Pfersdorff
Marie Pfersdorff.
Darmſiadt, den 26. Mai 1928. -auor
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täglich 9 Mk.
Neben= (902
verdienſt?
Schreiben Ste an
„Poſtlagerk. 4‟
Bad Saarow.
Somer=Beize 65TPfang
Fußboden=Reinigungsmittel 95 ₰ 1 Liter
Eſchollbrücker=
Farben=Krauth ſtraße3 8788a
Schmiedelehrling
ge=
ſucht. Heinrich Heil,
Schmiedeinſtr., Gar
diſtenſtr, 7. (*14190
TOBAENI
das ideale Reinigun
mittel für Fudböden Drogen-
Luisenstr. 4 Verur.62 Liebig
V 6582
Seite 10
Reich und Ausland.
Der Feſtzug beim 14. Deutſchen Turnfeſt.
Wie wir ſchon früher bekannt geben konnten, wird
der Feſtzug in Köln beim 14. Deutſchen Turnfeſt als
Gegenzug durchgeführt. Es wird alſo jedem
Feſtzugteilnehmer möglich ſein, trotzdem er ſelbſt im
Zuge marſchiert, ſelbſt auch den Zug zu ſehen. Der
Feſtzugs=Ausſchuß hat in den letzten Wochen die
Be=
arbeitung der 4 Einzelzüge vorgenommen und dabei
feſtgeſtellt, daß die Lage der Straßen die
Durch=
führung in der vorgeſehenen Zeit geſtattet. In den
Feſtzug werden auf Grund zahlreicher Anmeldungen
Trachtengruppen aus den verſchiedenen Teilen des
Reiches eingereiht. Die meiſten Stämme aus den
deutſchen Staaten ſind vertreten. Der Feſtzugs=
Aus=
ſchuß möchte jedoch ein möglichſt geſchloſſenes Bild
aller Trachtengruppen bieten und richtet daher an alle
Vereine und Gaue die Bitte, an der Ausgeſtaltung
des Feſtzuges durch Geſtellung von Trachtengruppen
mitzuhelfen.
Das Raketenflugzeug vor ſeiner Fertigſtellung.
Kaſſel. Wie gemeldet, haben die Raab=
Katzen=
ſtein=Flugzeugwerke mit dem Bau des
Raketenflug=
zeuges „Grasmücke” begonnen und hoffen, in
vier=
zehn Tagen bis drei Wochen die Maſchine zum erſten
Flug bereit zu haben. In dieſen Tagen wird
In=
genieur Sanders in Kaſſel erwartet. Er ſoll genaue
Berechnungen über das Gewicht der Rakete, ihre
Ex=
ploſionskraft und ihre Hitzeentwicklung anſtellen, auf
die bei der Konſtruktion des Raketenflugzeuges
Rück=
ſicht genommen werden muß.
Zu dem Flugzeug=Unglück bei Köln.
Mülheim a. d. Ruhr. Bei dem Werbetag der
„Lurag” teilte Direktor Milch=Berlin über die
Ur=
ſache des Flugzeugunglücks bei Köln am Mittwoch
folgendes mit: Auf der obere Tragfläche des
verun=
glückten Flugzeuges, einem Doppeldecker, hat ſich ein
Blech gelöſt, das durch den Luftdruck in die Steuerung
des Flugzeuges getrieben wurde und die Maſchine
manövrierunfähig machte. Dadurch kam das Flugzeug
zum Abſtürzen. Bei dem Aufſchlagen auf den Boden
geriet das Benzin durch die Berührung mit dem
heißen Motor in Brand und vernichtete die Moſchine.
Die Inſaſſen des Flugzeuges wurden durch den
Auf=
ſchlag auf den Boden — der Abſturz erfolgte aus
50 Meter Höhe — auf der Stelle getötet.
Fertigſtellung des 1000. Junkers=Flugzeuges.
Deſſau. Am Donnerstag fand in Deſſau eine
Feier der Belegſchaft des Junkers=Flugzeugwerkes
aus Anlaß der Fertigſtellung des 1000, in den
Wer=
ken hergeſtellten Flugzeuges ſtatt, zu der u. a.
Staatsminiſter Weber als Vertreter der
Staats=
regierung, der Landtagspräſident und der
Ober=
bürgermeiſter erſchienen waren. Das 1000.
Junkers=
flugzeug iſt eine „G. 31”, die von der Oeſterreichiſchen
Luftverkehrs=A.=G. beſtellt iſt und in den nächſten
Tagen nach Wien überführt werden ſoll. In
Ver=
tretung des in Amerika weilenden Profeſſors
Jun=
kers hielt Direktor Schleißing, einer ſeiner älteſten
Mitarbeiter, eine Anſprache, in der er beſonders
her=
vorhob, welche Leiſtung gerade für ein nur
Verkehrs=
flugzeuge bauendes Werk der deutſchen
Luftfahrt=
induſtrie die Fertigſtellung des 1000. Flugzeuges iſt.
Nur 300 Flugzeuge ſeien während der Kriegszeit imn
den Junkerswerken hergeſtellt worden.
Ueberfall auf einen Kraftfahrer.
In der Nähe von Winningen bei Halle wurde ein
Kaufmann aus Ballenſtedt, der mit ſeinem Auto
da=
hergefahren kam, abends auf der Chauſſee von drei
maskierten Räubern überfallen. Er hatte plötzlich
einen Knaben vor dem Wagen ſtehen ſehen und
ſtoppte. In dieſem Augenblick ſtürzten die Banditen
hervor, raubten ihm die Brieftaſche mit 8000 Mark
und flüchteten.
Raubüberfall im Eiſenbahnzug.
Berlin. Ein bewaffneter Räuber machte in der
bergangenen Nacht einen erfolgloſen Anfall auf
einen Reiſenden zwiſchen den Stationen Tempelhof
und Lichterfelde=Oſt. In einem Abteil zweiter Klaſſe
des Fernzuges Berlin-Leipzig hatten allein ein
Ber=
liner Kaufmann und ſeine Frau Platz genommen.
Kurz hinter Tempelhof kam plötzlich ein Mann aus
dem Nebenabteil herein und forderte den Kaufmann
unter Drohungen mit vorgehaltener Piſtole auf, ihm
ſein Geld herauszugeben. Der Kaufmann hielt dem
Mäuber ſeine Aktentaſche hin, als ob er ſie ihm hätte
aushändigen wollen. Dabei beſaß er die
Geiſtes=
gegenwart, die Notbremſe zu ziehen. Der Räuber
ſuchte darauf ſein Heil in der Flucht. Er verließ das
Abteil wieder nach dem Nebenabteil zu und war
bereits verſchwunden, als der Zug hielt. Der Räuber
muß in dem großen Laubengelände entkommen ſein.
Acht Frauen vom Blitz erſchlagen.
Berlin. Wie das „B. T.” aus Landsberg a. W.
meldet, ſchlug bei der Zanſiner Rahmhütte im Kreiſe
Landsberg a. W. der Blitz in eine Gruppe von
Kul=
turarbeiterinnen, die unter einem Baum Schutz vor
dem Regen geſucht hatten. Acht Frauen wurden
ge=
tötet, drei andere lebensgefährlich und fünf weitere
leicht verletzt.
Schwere Bluttat eines Räubers.
Berlin. Wie die Berliner Morgenblätter aus
Freital in Sachſen berichten, ſchoß dort der W3jährige
Arbeiter Paul Patzig einen Kriminalwachtmeiſter
nieder, der ihn wegen eines Kaſſenraubes vernehmen
wollte. Hierauf floh der Täter, dauernd ſchießend, und
verletzte drei Perſonen ſchwer. Im Feuergefecht mit
zwei Polizeibeamten erhielt Patzig ſchließlich ſelbſt
einen ſchweren Kopfſchuß.
Exploſion in einer Kraftanlage der Münchener
Straßenbahn.
München. Am Freitag früh gegen ½6 Uhr
wurden die Anwohner der Karl=Dachauer= und
Auguſtenſtraße durch zwei heftige Detonationen aus
dem Schlaf geſtört. In einem neben der Kraftſtation
an der Karlsſtraße unterirdiſch gelegenen fünf Meter
langen Batterienraum war aus unbekannter Urſache
eine Exploſion erfolgt. Das Glasdach des Raumes
wurde teilweiſe zerſtört, die Batterien beſchädigt,
ebenſo das Straßenbahnkabel, ſo daß von etwa ½6
bis 7 Uhr der Straßenbahnverkehr geſtört war.
Ver=
ſetzt wurde niemand.
Zum Gedächtnis an den erſten Ozeanflug
Oſt—Weſt.
NewYork. Um in Amerika das Gedenken an
den Flug der „Bremen” dauernd ſichtbar zu
be=
wahren, ſoll der Propeller des Flugzeuges zuſammen
mit dem Degen des Majors Fitzmaurice im Muſeum
des tadt New York ſtändig ausgeſtellt werden.
Samstag, den 26 Mai 1928
Nummer 146
Am Wendepunkt des Weltverkehrs.
Die Schöpfer des Raketen=Autos.
Von links nach rechts: Ingenieur Sander, Geheimrat Schütte,
Ingenieur Valier (der Erfinder) und Fritz v. Opel.
Die Rückanſicht des Teufelswagens
mit den Raketen.
Die ganze. Welt ſteht unter dem gewaltigen Eindruck, den die raſende Fahrt des Opelſchen Raketen=Autos über die Berliner Avus=Bahn
hervo=
gerufen hat. Man ſieht nun den Verſuchen mit dem Raketen=Flugzeug zuverſichtlich entgegen. Die Eroberung des Weltenraumes iſt kein ausſichts
loſer Traum mehr.
Stapellauf eines deutſchen Kreuzers.
Der Kreuzer „Köln” nach dem Stapellauf.
Denkmalseinweihung auf dem deutſchen Friedhof in Rom.
Nuntius Pacelli nimmt den Feſtakt vor.
In Anweſenheit zahlreicher Würdenträger der Kurie hat der Berliner apoſtoliſche Nuntius Pacelli
ein neuerrichtetes kirchliches Denkmal auf dem deutſchen Friedhof in Rom eingeweiht.
Todesfahrt im Auto.
Ein ſchweres Autounglück ereignete ſich am
Mittwoch nachmittag gegen ½3 Uhr etwa 100 Meter
vor dem Dorfe Kolkwitz bei Kottbus. Der Berliner
Großkaufmann Willy Krebs fuhr mit ſeinem
Auto=
mobil in ſehr ſchnellem Tempo, als der Wagen gegen
einen Telegraphenmaſt anſtieß und ſich dann zweimal
überſchlug. Er entwurzelte dabei mehrere Bäume.
Willy Krebs, der ſelbſt ſteuerte, war ſofort tot. Seine
Ehefrau, geborene Metzger, wurde in das Kottbuſer
Krankenhaus gebracht, wo ſie bald darauf ſtarb.
Sieben Perſonen verbrannt.
Wellington (Neu=Seeland). Auf einem Gute
brach um Mitternacht ein Feuer aus. Der Beſitz;
und ſeine ſechs Kinder verbrannten.
Unwetter in Oſtpolen.
Warſchau. In der in Oſtpolen gelegenen
Wo=
jewodſchaft Nowogrodek ſind am Donnerstag ſchwere
Hagelſchläge, verbunden mit einem orkanartigen
Wolkenbruch, niedergegangen. In dem Bezirk
Krzemieniee ſind 50—70 Prozent, an einigen Stellen
100 Prozent der Saaten vollſtändig vernichtet
wor=
den. Der Hagel bedeckte die Erde etwa 8 Zentimeter
hoch. In den Gegenden, wo die Wolkenbrüche
nieder=
gingen, ſtand das Waſſer ſtellenweiſe 1½ Meter hoch.
Ueberfall auf einen Beamten in Irland.
Dublin. In Armoy in der Grafſchaft Antrin
drangen bewaffnete Männer in das Haus eines
höhe=
ren Beamten ein und töteten deſſen beide Schweſtern
durch Revolverſchüſſe.
Die „Italia in Kingsban gelandet
Berlin. Als einziges Abendblatt meldet da
„Berliner Tageblatt” aus Kopenhagen, daß di
„Italia” am Freitag mittag wohlbehalten in Kings
bay gelandet iſt.
Glückwunſch des Papſtes an Nobile.
Rom. Papſt Pius hat General Nobile auf ſein
Botſchaft vom Nordpol über das abgeworfene Kreu
mit einem Telegramm des Kardinalſtaatsſekretär,
Gaſparri geantwortet, worin der Papſt für die freu
dige Nachricht dankt, die mit wunderbarer Raſchhei
das gelungene Unternehmen zum Ruhme des Glau
bens, der Wiſſenſchaft und des Vaterlandes ankündigt
Der Heilige Vater gratuliert herzlichſt, ſegnet der
General und die Begleiter ſeines kühnen Fluges und
betet um weiteren göttlichen Beiſtand und neu
Erfolge.
Schwere Wurſtvergiftungen.
Zwei Tote.
Themar. Am Himmelfahrtstage hatte die Fa
milie eines Landwirtes in Wachenbrunn eingeweckte
jedoch bereits verdorbene Wurſt gegeſſen. Die ganz
Familie ſowie das Kind eines Verwandten evkrankte
darauf unter ſchweren Vergiftungserſcheinungen. Der
Landwirt und eine Tochter ſind der Vergiftung
er=
legen, ein zweites Kind liegt im Sterben. Auch f
die anderen Erkrankten beſteht Lebensgefahr.
Exploſion in einer chemiſchen Fabrik.
Brig (Kanton Wallis). In einer Fabrik der
Lonza=Carbidwerke in Viſp ereignete ſich am
Don=
nerstag eine ſchwere Exploſion. Ein Vorarbeiter
wurde getötet, drei Perſonen, darunter ein
In=
genieur, wurden ſchwer verletzt und mehrere andere
Perſonen leicht verletzt.
Ein Autobus von einem Privatauto
umgeworfen.
Agram. Am Mittwoch abend ereignete ſich in
der Hauptſtraße der Stadt ein furchtbares
Automobl=
unglück. Ein Privatautomobil fuhr auf einen
Aus=
flügleromnibus auf, der umſtürzte. Ein vier Jahre
altes Mädchen wurde tot unter dem Autobus
hewvor=
gezogen, neunzehn Perſonen erlitten ſchwere
Ver=
letzungen. Die Unterſuchung ergab, daß der
Chauf=
ſeur des Automobils keine Chauffeurprüfung
ab=
gelegt und ſeine Legitimation an einer nicht
konzeſ=
ſionierten Chauffeurſchule erhalten hatte. Die Polizei
hat den Beſitzer der Schule ſowie den Chauffeur der
haftet.
100 Jahre Caſpar Hauſer=Rätſel.
Caſpar Hauſer,
der rätſelhafte Findling, tauchte vor hundert Jahre
am 2. Mai 1888 in Nürnberg auf. Die Herkunſt des
Sechzehnjährigen, der nur wenige Worte ſprechen
und kaum gehen konnte, feine Glieder und eine Ee9”
geiſtige Aufnahmefähigkeit beſaß, blieb ewig unbe
kannt. Man war der Annahme, daß der Jüngling,
der ſechzehn Jahre in dunkler Haft aufgewachſed
war, aus einem fürſtlichen Hauſe ſtammte. Gbenle
rätſelhaft wie ſein Auftauchen, war ſein Abganß=
Am 17. Dezember 1833 wurde er aus unbekanntel
Gründen von einem unauffindbaren Täter ermords
Nummer 146
Samstag, den 26. Mai 1928
Seite 11
Sport, Spiel und Turnen.
Fußball.
Pfingſten im Sportverein Darmſtadt 1898.
Während die beiden Ligamannſchaften an Pfingſten ſpielfrei ſind,
herrſcht bei den unteren Mannſchaften, und insbeſondere in den Jugend= Ligamannſchaft einen ganz großen Gegner zu verpflichten. Kein
Ge=
abteilungen ein ſehr reger Spielbetrieb, wobei allerdings die meiſten ringerer als der V.f.N. Fürthi. B. wird am Pfingſtmontag am „Ar=
Spiele auf auswärtigem Plätzen zum Austrag gelangen. Die
Fußball=
eſchingen anzutreten. Die Handballerſatzſpieler fahren nach Mainz zum
Rückſpiel gegen die 1b Mannſchaft von Mainz 05. Die Handballjugend
jugend Spiele in Würzburg, Idſtein, Mannheim und Waldhof
abſol=
erſte Jugendmannſchaft von Kikers Würzburg an. (Spielbeginn 2 Uhr.) berg und Union Böckingen einen weiteren Repräſentanten erſtklaſſiger
Die Leichtathleten beteiligen ſich an einer leichtathletiſchem Veranſtaltung
in Lahr in Baden.
Sportverein 98, Jugend.
1. Feiertag.
1. Jgd. — 1. Jgd. VfR. Mannheim, dort; 2. Jgd. — 1b Jgd.
Jd=
ſtein (im Taunus), dort; 3. Jgd. — 1b Jgd, Würzburger Fußballver. 04,
dort; 3. Schüler — 1. Schüler Sportklub Weiß=Blau Frankfurt, dort.
2. Feiertag.
1. Jugend — 1. Jugend Kickers Würzburg, hier; 1. Schüler — 1.
Schüler Mannheim=Waldhof, dort; 2. Schüler — 2. Schüler Mannheim=
Waldhof, dort.
FC. Eintracht.
Heute abend 6 Uhr trifft die erſte Mannſchaft am Finanzamt auf
Hen Akadem. Sportklub dahier. In Anbetracht der Gleichwertigkeit
bei=
der Gegner wird ein ſpannender Kampf zu erwarten ſein. — Nach dieſem
Kampf hat Eintrachts 1. Mannſchaft an den beidem Feiertagen zwei
ſchwere Spiele auszutragen. Am erſten Feiertage früh 11½ Uhr iſt
Sporwerein Worms=Herrnsheim der Gaſt. Eintracht muß ſich hier für
die im Vorſpiel erlittene 3:4 Niederlage revanchieren. — Das wichtigſte
Treffen ſteigt am 2. Feiertag vormittags 11 Uhr, und zwar gegen VfL.
Rot=Weiß. Letztere Elf, die ſtark im Kommen iſt, und in letzter Zeit
ſehr beachtenswerte Reſultate erzielte, wird ſich mächtig anſtrengen, um
nur günſtig gegen ihren Lokalgegner abzuſchneiden. Sämtliche Spiele
finden zur angegebenen Zeit auf dem Platze am Finanzamt ſtatt.
Kreismeiſterſchaftsſpiel.
V. f. R. — Germania Ober=Roden.
Am 2. Feiertag, 28. Mai, nehmen die Kreismeiſterſchaftsſpiele
zwi=
ſchen den beiden obengenannten Meiſtern ihrem Anfang, und zwar muß
der V.f.R. im erſten Treffem in Ober=Robem gegen den Meiſter des
Drei=
eichgaues antreten, womit die Darmſtädter wohl gleich vor der ſchwerſten
Aufgabe ſtehen. Germania Ober=Roden holte ſich den Meiſtertitel in
ganz überlegenem Stil, dagegen iſt die Spielſtävke durch Spielerzugang
nach den Verbandsſpielen noch bedeutend erhöht worden. Die Elf hat
ihre Hauptſtärke in der äußerſt zuverläſſigen und ſchlagkräftigen
Hinter=
mannſchaft, während im Sturm beide Außen im Verein mit dem
Halb=
linken als Schußkanonen gefürchtet werden. Die Raſenſpieler, welche Turnerſchaft ein guter Handball geſpielt wird. Gerade die
Gäſtemann=
erſtmalig wieder ganz komplett antreten, müſſen ſich gewaltig anſtrengen,
um gegen dieſen Gegner beſtehen zu können. Vor allem hat die Mann= ſicherte, wird die Zuſchauer zu ihrer Aufmerkſamkeit feſſeln. Sie
be=
ſchaft zu beweiſen, daß das Reſultat aus dem letzten Treffen gegen den
hieſigen Polizeiſportwverein nur eine vorübergehende Schwäche der einer ſtabilen Hintermannſchaft. Das Spiel beginnt um 2 Uhr
nach=
haben, zumal die Reiſe mit Poſtautobuſſen ausgeführt wird, und eine
gemütliche Autofahrt mit dem intereſſanten Spiel verknüpſt iſt. Die
Ab=
jahrt iſt pünktlich 1 Uhr ab Vereinslokal (Waldſtraße).
Untere Mannſchaften am erſten Feiertag:
VR. 2. — Konkordia Gernsheim 2., dort.
VfR. 3. — Mainz 05 3., hier.
VfR. Jgd. — Sportv. Groß=Zimmern, dort.
VfRk. Jgd. — Sportkl. Viktoria Griesheim, 2. Feiertag, hier.
Turn= und Sportverein Mefſel.
Ausgang man jetzt ſchon geſpannt ſein darf. Die zweite Mannſchaft, fehlen ſein.
ährt nach Egelsbach, um gegen die zweite von FC. Egelsbach das
fäl=
ige Rückſpiel auszutragen, und wird ſich die zweite Garnitur ſehr
an=
trengen müſſen, um ehrenvoll abzuſchneiden. Die Schüilermannſchaft ſpielt
Aſchaffenburg.
Sportvereinigung 04 Arheilgen — V. f.R.
Fürch i.B.
In letzter Stunde iſt es der Sporvvereinigung gelungen, für ihre,
heilger Mühlchen” antreten. V.f.R. Fürth gehört mit zu den erſten
erſatzmannſchaft fährt in den Schwarzwald, um in Haßlach und Donau= Vertretern der ſüddeutſchem Fußballhochburg Nürnberg=Fürth. In den
letzten Verbandsſpielen hatten ſich die Raſenſpieler hinter der
Spielver=
einigung und dem Klub placiert und waren ſomit zur Teilnahme an
betätigt ſich in Worms, Mainz und Babenhauſen, während die Fußball= den Schlußſpielen (Troſtrunde) um die ſüddeutſche Meiſterſchaft
berech=
tigt. Die Namen eines Leupold, Legal und Gebrüder Sill haben im
viert. In Darmſtadt ſelbſt findet nur ein Spiel ſtatt, und zwar tritt ſüddeutſchen Fußballgebiet guten Klang. Jedenfalls erwartet man von
am zweiten Pfingſtfeiertag die erſte Fußballjugendmannſchaft gegen die dieſem Gegner ganz große Leiſtungen und iſt erfreut, nach ASV. Nürn=
Fußballkunſt am „Mühlchen” bewundern zu dürfen. Man darf
ge=
ſpannt ſein, wie ſich die Arheilger Bezirksligiſten gegen dieſen
hervor=
ragenden Gegner ehrenvoll aus der Affäre ziehen werden. — Näheres
über die Mannſchaften in morgiger Nummer.
Handball.
Kommt der deutſche Handballmeiſter
nach Darmſiadt?
Der Sportverein Darmſtadt 1898 hat ſich ſofort, nachdem der
Deutſche Handballklub Berlin durch den Sieg gegen die Polizei Halle am
Himmelfahrtstage den deutſchen Meiſtertitel erkämpft hatte, am den
neuen Meiſter gewandt und ihn aufgefordert, am 2. und 3. Juni in
Darmſtadt in Vor= und Rückſpiel gegem ihn anzutreten. Bis jetzt hat
der Deutſche Handballklub es noch nicht der Mühe wert gehalten, auf
dieſes Angebot der 98er zu antworten, ſo daß es fraglich erſcheint, ob der
Spielabſchluß zuſtande kommt. Die 98er haben ſich daher neuerdings
noch mit dem Meiſter von Weſtdeutſchland, dem V. f. B. Aachen, in
Verbindung geſetzt, um dieſen für die gleichen Tage nach Darmſtadt zu
verpflichten. Wir werden noch über das weitere Schichſal dieſer
Spiel=
angebote berichten.
Um den ſüödeutſchen Handballpokal. — Die dritte Wiederholung.
Das Zwiſchenrundenſpiel um den ſüddeutſchen Handballpokal der
DSB. zwiſchen ASV. München und VfR. Mannheim erfährt am 10.
Juni im Frankfurter Stadion ſeine dritte Wiederholung,
nach=
dem bisher keine Entſcheidung zu verzeichnen war. Eine Ausloſung
ließ ſich nicht ermöglichen, da zu dieſem Zwecke beide Mannſchaften ihr
Einverſtändnis hätten geben müſſen, was jedoch nicht der Fall war.
Tgde. Beſſungen — Aſchaffenburg.
Nur noch ein Tag trennt uns von dem auf der Reunbahn
ſtattfin=
denden Handballſpiel zwiſchen Beſſungen und Aſchaffenburg. Dem
Darmſtädter Publikum ſei damit gezeigt, daß auch in der Deutſchen
ſchaft, welche ſich in der Gauverbands=Sonderklaſſe einem guten Platz
ſitzt einen flinken Sturm, unterſtützt von einer guten Läuferreihe und
Mannſchaft war, und außerdem den Gau Bergſtraße ſo würdig wie mittags auf dem Sportplatz an der Heidelbergerſtraße. Die
Eintritts=
möglich zu vertreten. An Schlachtenbummlern wird es kaum Mangel preiſe bewegen ſich in dem Maßſtab, damit jeder das intereſſant
wer=
dende Treffen beſuchen kann. — Die zweite Mannſchaft ſpielt am
Vor=
mittag gegen Arheilgen. Spielbeginn 11 Uhr.
Reichsbahn=Turn= und Sportverein Darmſtadt gegen Turngeſellſchaft 1875
Darmſtadt.
Am zweiten Pfingſtfeiertag, den 28. Mai, treffen ſich die
Mann=
ſchaften obiger Vereine zu Freundſchaftsſpielen auf dem Platze des
Eiſenbahn=Vereins am Dornheimerweg. — Um 2 Uhr empfängt die erſte
Jugendmannſchaft die dritte Mannſchaft von Tgſ. 1875 und um 3.15 Uhr
ſpielt die erſte Mannſchaft des Platzvereins gegen die zweite der Tgſ.
Am erſten Pfingſtfeiertag findet das Rückſpiel der erſten Mannſchaft 1875. — Der Neuling im Turner=Handball hat ſich damit eine recht
gegen die erſte von Germania Babenhauſen in Meſſel ſtatt, auf deſſen ſchwierige Aufgabe geſtellt und dürſte ein Beſuch der Spiele zu emp=
Darmſtädter Bicheleklub 1883. In der vom Darmſtädter
Bichcle=
klub 1883 ausgeſchriebenen Radtour nach Miltenberg iſt der Start nicht
gegen die erſte Schülermannſchaft von Viktoria Aſchaffenburg in wie ausgeſchrieben Samstag mittag halb 3 Uhr, ſondern Sonntag vor=
mittag 6 Uhr Oſtbahnhof. Alles andere nach Ausſchreibung.
Die Entſcheidungen um die Medaillen.
Indien— Holland und Deutſchland-Belgien.
Die Gruppenſpiele des Olympiſchem Hockeyturniers ſind am
Don=
nerstag beendet worden. Es folgt ein Ruhetag und am Samstag fallen
die Entſcheidungen, mit denen das bisher ſo unbefriedigende Turnier
ſeinen Höhepunkt und ſein Ende findet. Dank der Niederlage durch die
Holländer iſt es Deutſchland nicht vergönnt, in den Kampf um die
gol=
dene Medaille, den olympiſchem Sieg, eingreifen zu dürfen. Als
Gruppenzweiter hat es lediglich die Möglichkeit, den dritten Platz und
damit die bvonzene Medaille zu gewinnen.
Wenn auch bisher der Beſuch des Hockehturniers zu wünſchen ließ,
ſo wird wohl doch weder Wind noch Wetter die Zuſchauer abhalten
können, dem Entſcheidungskampf zwiſchen Britiſch=Indien und
Holland beizuwohnen. Man wird an dem Ausgang kaum zweifeln
können. Holland iſt ebenſowenig wie irgendein anderes europäiſches
Land in der Lage, den indiſchen Hockeykünſtlern ernſtlich gefährlich zu
werden. Es iſt dabei auch uweſentlich, daß Feroze Khan verletzt iſt.
Sein Erſatzmann Shaukat=Ali wird ihm kaum nachſtehen; die
ſpieleri=
ſchen Unterſchiede ſind jedoch zu groß, als daß ſich Holland eine Chance
herausrechnen könnte. Ein Deutſchland in Hochform hätte die Inder
vielleicht zum Kampf zwingen können, kaum mehr. Holland aber beſitzt
wohl ungewöhnliche Energie und Kampfkraft, aber nicht entfernt das
techniſche Können. Es fragt ſich daher nur, ob die Inder, die in den
Gruppenſpielen 26:0 Tore erzielten, einen Abſchluß ebenfalls „zu Null”,
alſo ohne ein Gegentor, erzwingen können.
Deutſchland wird mit Belgien um den dritten Platz
kämp=
fen. Man rechnete urſprünglich mit Dänemark, das auch wohl die
nächſt=
beſte Mannſchaft ſtellte, aber im entſcheidenden Spiel gegen Belgien
unglücklich unterlag. Die deutſchen Hockeyſpieler haben ſich gegen
Hol=
land den Gruppenſieg und die Möglichkeit eines Entſcheidungsſpiels mit
Indien nehmen laſſen; wan darf jetzt wohl damit rechnen, daß zum
zweiten Male eine ſolche Enttäuſchung ausbleiben wird. Die Belgier ſind
eifrig, ſchnell und kampffreudig; ſpieleriſch erreichen ſie Deutſchland nicht.
Die deutſche Mannſchaft iſt diesmal ſo aufgeſtellt worden, wie es
not=
wendig iſt. Man hat auf weitere Experimente verzichtet und für die
nicht ſpielenden Haußmann, Dr. Hoverbeck, Irmer, Wollner diejenigen
Erſatzſpieler aufgeſtellt, die für dieſe Poſten von vornherein auserſehem
waren. Demnach wird die deutſche Elf in folgender Zuſammenſetzung
ſpielen:
Brunner
Proft. Wölrtie
Frehberg Theo Haag. Zander
vor H. Müller Boche Hobein. Kemmer.
Die deutſchen Spieler werden hoffentlich jetzt wiſſen, was auf dem
Spiele ſteht. Sie können nicht nur, ſie müſſen gewinnen, wenn.
nicht der deutſche Hockehſport eine nicht wieder gutzumachende Blamage
erleiden ſoll.
Geſchäftliches.
„Johannisbräu”, das beliebte und beſonders ſtark eingebraute
Feiertagsbier der Mainzer=Aktien=Bierbrauerei in Mginz, kommt für
die Pfingſttage in althergebrachter Weiſe wieder zum Ausſtoß.
Was follen AutoRennen zeigen? Neben dem ſportlichen „Ehrgeiz,
Rekorde aufzuſtellen, ſoll in erſter Linie demonſtriert werden, was das
Automobil und ſein Zubehör auch bei ganz außerordentlicher
Höchſt=
beanſpruchung zu leiſten vermag, um damit Rückſchlüſſe auf die Qualität
verarbeiteten Materials machen zu können. Ganz beſonderer Prüfung
unterliegen natürlich die Reifen und ſo hoben ſich die Peters
Union=Reifen bei dem Neroberg=Rennen in Wiesbaden wieder.
ſelbſt das Zeugnis beſter Qualitätsware ausgeſtellt; denn bei
Dauer=
regen und auf einer kurvenreichen, mit ſcharfem Felsſplitterbies be= Straße erzielte H. v. Meiſter, Frankfurt a M, auf Amilear
mit Peters Union=Reifen nicht nur den 1. Preis ſeiner
Renn=
wagen=Klaſſe, ſondern auch die beſte Zeit aller Rennwagen; beim
Berg=
rennen auf die „Hohe Wurzel” hatte er ſchon den 2 Preis erhalten.
Nicht unerwähnt bleibe, daß bei dem größten Schönheitswettbewerb der
Saiſon in Wiesbaden 40 Wagen mit Peters Union bereift waven, davon
waren 5 mit dem erſten Preis ausgezeichnet. ,Billigſter Kilometer
größte Sicherheit” begleitet als Motto die Zahnradſpur dieſer Reifen.
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Nummer 146
Samstag; den 26. Mai
HeſfNeueſte Nachrichte
Börſe und Geldmarkt.
Die jetzt zur Neige gehende Börſenwoche, die in dreitägige
Pfingſt=
ferien ausmündet, iſt ſehr bewegt verlaufen. Auf die Wertpapierbörſe
ſtürmten Ereigniſſe ein, die jedes für ſich Anſpruch auf Gewichtigkeit
hatten. Der Anfang war leider betrüblich. Am Montag kam als erſte
Ueberraſchung der Ausfall der diesjährigen Parlamentswahlen. Die
Mißſtimmung wurde jedoch bald überwunden, als man ſich ſagte, daß die
Sozialdemokratie in den letzten Jahren eine Entwicklung genommen habe,
die immerhin einige wirtſchaftliche Einſicht erwarten laſſe. Eine ſtarke
Trübung erfuhr die Stimmung der Spekulation am gleichen Tage durch
das plötzliche Ableben Geh. Rats Deutſch, des ſeit Jahrzehnten führenden
Kopfes der A.E. G. In den Diskuſſionen, die ſich hieran knüpften, kam
die Anſicht zum Ausdruck, daß die A.E.G. nunmehr ohne
Perſönlich=
keiten daſtehe, aus deren Kreis ſofort ſo ſtarke Führernaturen erwachſen
und an die Stelle von Felis Deutſch treten könnten. Infolgedeſſen ſei
die AEG. eher für einen Zuſammenſchluß mit der übrigen Elektro=Groß=
Induſtrie reif, wofür in erſter Linie die Siemensgruppe in Frage käme.
Aus dieſen Ueberlegungen heraus entwickelte ſich lebhaftes Intereſſe für
Elektrizitätsaktien, namentlich die beiden eben genannten Papiere, ſowie
für Bergman, Felten u. Guillegume (wobei man wiſſen wollte, daß die
Arbed, die bei Felten u. Guilleaume bereits intereſſiert iſt, eine
Ver=
größerung ihres Aktienbeſitzes anſtrebt), Licht und Kraft uſw. Die am
Montag noch vorhanden geweſene Geldverſteifung konnte die im großen
und ganzen freundliche Tendenz nicht beeinträchtigen. Am Dienstag ſah
das Börſenbild wieder ganz anders aus. Es zeigte ſich, wie weit die
Intereſſenverflechtung zwiſchen den großen internationalen Börſen in
der letzten Zeit vorangeſchritten iſt, indem matte Tendenzmeldungen von
der New Yorker, Londoner, Pariſer und Brüſſeler Börſe ſofort auf die
hieſigen Märkte zurüchwirkten und ſcharfe Kursrückgänge von teilweiſe
über 10 Prozent herbeiführten. Der Eindruck der ausländiſchen
Baifſe=
bewegungen wurde noch durch die gleichzeitig bekant werdende
Verſchlech=
terung der deutſchen Außenhandelsergebniſſe für den Monat April
ver=
ſtärkt. Die innerlich nicht ungünſtige techniſche Situation ermöglichte
aber ein raſches Auffangen des Baiſſevorſtoßes, der ſchon am folgenden
Tage, dem Mittwvoch, von neuer Aktivtät der Hauſſegrupen abgelöſt
wurde. Hier trat nun eine Erſcheinung auf, die feſtgehalten zu werden
verdient. Die Berliner Börſe übernahm zum erſten Male ſeit langer
Zeit die Führung unter den internationalen Effektenmärkten, machte ſich
von deren Kursrichtungen raſch wieder frei und holte die empfindlichen g. E. 6
Kursverluſte des Vortages ſchnell wieder ein. Während des Reſtes der
Woche hielt dann die freundlichere Verfaſſung an. Die Widerſtandskraft Baſalt .. . . .
der Berlimer Börſe verfehlte ihrerſeits nicht einen günſtigen Einfluß auf Bergmann.:
die fremdländiſchen Wertpapiermärkte, die daraufhin ebenfalls ſchnell / Berl,Hand.=Geſ.
wieder Boden fanden. Durch dieſen Vorgang iſt die Aufmerkſamkeit der
ausländiſchen Spekulation naturgemäß erneut auf die deutſchen Aktien= Bremer Wolle.
werte gelenkt worden. Faſt täglich konnte man in Berlin in den
verſchie=
denſten Papieren ausländiſche, ſowohl europäiſche als überfeeiſche
An=
ſchaffungen beobachten. Für einige maßgebende Terminwerte lagen dafür
zugleich aktuelle Anläſſe vor. Nach einem ausführlichen Referat des
Bankiers Pohl, Vovſitzenden des Berliner Börfenvorſtandes, ſind die
Verhandlungen mit der New Yorber Börſe zurEinführung deutſcher
Papiere jetzt ſoweit gediehen, daß jede große deutſche Aktiengeſellſchaft
die Möglichkeit hat, ihre Aktien an der New Yorker Börſe einzuführen,
wenn es ihren Wünſchen und Intereſſen entſpricht. Als beſonders be= Gelſenk. Berg.
deutſame Sicherung gegen ein unerwünſcht ſchnelles Zurüchwandern der
Aktien nach Deutſchland ſah man an der Börſe die Beſtimmung an, daß
vor der erſten offiziellen Notiz in New York mindeſtens 50 000 Stück
Aktien des Unternehmens (zu je nom. mindeſtens 100 MM.) im Publikum Haryner.
untergebracht ſein müſſen. Dieſe Vorſchrift beſagt alſo, daß wenigſtens Hemoor Zement. 1237.— 1235.—
fünf Millionen RM. Aktien in den Vereinigten Staaten umlaufen
müſſen, und zwar dürfen ſich dieſe nicht in großen Poſten und wenigen
Händen zuſammenballen. Den Lichtſeiten der engeren Verbindung unſerer
heimiſchen Börſen mit New York ſtehen auf der anderen Seite jedoch
auch Nachteile gegenüber, z. B. die Auswirkungen ſcharfer und
andau=
ernder Kursſtürze in New York. Zurzeit führen die maßgebenden Stellen / Kelüingfors /10.50‟
der amerikaniſchen Zentralnotenbanken bekanntlich einen Kampf gegen / Prgg,
die ſeit Monaten, vielleicht ſogar ſeit Jahren in New York vorhandene Budapeſt:
Ueberſpekulation. Es könnte alſo ſein, daß die Einführung unſerer Sofia ...
Papiere gerade in einer Kriſenzeit der amerikaniſchen Börſen erfolgt, die Kolland ....."
wir dann auch bei uns mehr als nötig zu ſpüren betommen würden.
Die Jahresverſammlung der J.=G. Farbeninduſtrie brachte, wie nicht Stockholm ... /111.93)
anders zu erwarten war, wieder erfreuliche Mitteilungen über die Pro= Buenos Aire
duktions= und Abſatzverhältniſſe, doch iſt das Intereſſe der Börſe für Nen=York
dieſes Papier, nachdem ſich die Spannung gelöſt hatte, etwas zurück= Belgien
gegangen. Der Kreis der ſonſt noch bevorzugten Werte iſt
verhältnis=
mäßig groß, trotzdem aber auf den Terminmarkt beſchränkt. Erſt
neuer=
dings zeigt ſich auch am Kaſſamarkt eine Hleine Geſchäftsbelebung, die
zunächſt über Anſätze jedoch nicht hinauskam.
Am Geldmarkt machten ſich die Vorbereitungen zum Ultimo im Laufe. Feiertagspauſe läßr nur geringe Geſchäftsbeteiligung aufkommen.
Des=
der Woche am Tagesgeldmarkt bemerkbar, indem die reichliche Vorver= halb wirkten ſich auch die überſeeiſchen Forderungen nicht ſonderlich
ſorgung ein ſtärkeres Angebot von vorübergehend disponiblen Beträgen aus. Für Weizen beſteht wiederum einige kleine Frage nach Polen,
in Erſcheinung treten ließ. Die Tagesgeldſätze ermäßigten ſich von 6½ ſonſt iſt das Material zu geſtrigen Kurſen unterzubringen. Im
Liefe=
bis 8 Prozent am Montag auf 4½ bis 6½ Prozent am Donnerstag. Im rungshandel zeigen ſich, wenn auch kaum nennenswerte Veränderungen
Hinblick auf das ausreichende Angebot an Geldern und die verringerten im Preisniveau. Mairoggen war ſchwach, da für Andienungen wenig
Engagegements der Börſe geſtaltet ſich auch die Reportgeldverſorgung Aufnahmeneigung vorhanden iſt. Demgegenüber wurde Juli und
Sep=
glatt. Der Satz konnte auf unverändert 734 bis 8½4 Prozent feſtgeſetzt tember beſſer gekauft und etwas höher. Die Gebote für Hafer bleiben
werden. Am Privatdiskontmarkt fand das Material zu dem unver= unter letzten Notierungen, ſo daß bei der geringen Nachgiebigkeit der
änderten Satz von 634 Prozent Abnehmer.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 25. Mai.
An der Börſe herrſchte heute bereits Feiertagsſtimmung. Das
Ge=
ſchäft war weſentlich ruhiger als in den letzten Tagen und die Tendenz
nicht ganz einheitlich, im Grunde allerdings gut behauptet. Intereſſe
beſtand nur für wenige Papiere des Schiffahrts= und Elektromarktes
ſowie im Anſchluß an kleinere Auslandskäufe für verſchiedene
Bank=
werte. Seitens der Provinz kam in Hinblick auf die Feiertage Ware
an den Markt. Ebenſo nahm die hieſige Kleinſpekulation wegen
ver=
einzelter Schwierigkeiten bei der Reportbeſchaffung Realiſationen vor.
Nach Reportgeldern lag ziemlich ſtarke Nachfrage vor, ſo daß vielfach
Sätze von 8,25—8,50 bewilligt wurden. Dagegen war Tagesgeld wegen
der Ultimovorſorge reichlich angeboten und für erſte Adreſſen mit 4
Prozent zu haben. Der offizielle Satz lautete auf 4,5—6,5 Prozent.
Monatsgeld 7,75—8,25 Prozent. Warenwechſel mit Bankgiro zirka 7
Prozent. Im Deviſerverkehr lag der Dollar international ſchwächer.
Er ermäßigte ſich gegen London auf 4,8829, gegen die Reichsmark auf
4,1761. Die übrigen Deviſen wurden auf bisheriger Baſis gehandelt.
„London-Berlin 20,39, Londen—Mailand 92,66, London—Madrid 29,17.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde das zunächſt ſtark geſuchte
Reportgeld reichlicher offeriert, ſo daß das Angebot nachließ. Die
her=
auskommende Ware fand ziemlich ſchlank Unterkunft. Die auswärtigen aus Bauten von Kühlhäuſern, Straßen, Wohnungen zuſammenſetze
Käufe in Hapag=Aktien dauerten an. Im weiteren Verlauf regten
Kursſteigerungen in einigen Sonderwerten das Kaufintereſſe der Spe=
Aufwärtsbewegung der Terminwerte Platz machte. Steigende Kurſe
hatten vor allem Metallbank, Laurahütte, Reichsbank, Braubank,
Bem=
berg, Orenſtein und Siemens, die im Verlaufe um 4—5 Prozent
an=
zogen. Ilſe erholten ſich um 1 Prozent, Schuckert, deren anfänglicher
Rückgang ſich als Dividendenabſchlag verſtand, plus 2 Proz. In Voigt Terminhandel wird ſofort beantragt werden. Neu in den Aufſichts,
u. Häffner=Aktien kam nur ein um 7 Prozent erhöhter Kaſſakucs zu= wurde Bergaſſeſſor a. D. Otto Krawehl=Eſſen, wohl in Verbindu
ſtande, während die variablen Notierungen ausfielen. Anſcheinend
lebten die Intereſſenkämpfe in dieſem Papier wieder auf. Neubeſitz=
Anleihe zög auf 19,45—19,50 an und wurde per Ultimo mit 19,70
ge=
handelt. Privatdiskont unverändert 6,75 Prozent für beide Sichten.
An der Nachbörſe bröckelten die Kurſe bei kleinem Geſchäft leicht ab.
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Portugal.
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Kanada.
Uruguay.
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Brief
22.025
6.46
80.395 80.555
69.95
81.60
1.937
0.504
7.367
17.92
5.445
2.152
4.166/ 4.174
4.284
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 25. Mai. Der letzte Tag vor der
Forderungen der Umſatz ſtockt.
Wiriſchaftliche Rundſchau.
Die Arbeitsmarktlage im Reich. Die Entlaſtung des Arbeitsmar!
ſetzte ſich in der Woche vom 14. bis 19. Mai fort, doch kam die 9
wärtsbewegung nicht mehr allen Bezirken zugute, und ihr Tempo
ſich gegenüber den Vorwochen verlangſamt. Die ſtärkſte Abnahme
Arbeitsloſigkeit haben in der Berichtswoche wieder die Außenber
erfahren. An erſter Stelle ſteht das Baugewerbe. Der landwirtſche
liche Arbeitsmarkt war ruhiger; nur die Nachfrage nach ledigen
beitskräften bleibt lebhaft. Im rheiniſch=weſtfäliſchen Steinkohlenbe
bau läßt ſich gegenwärtig noch kein klaxes Bild über die Entwicklun
tendenzen der Abſatz= und Förderverhältniſſe gewinnen, doch ſind
beabſichtigten Entlaſſungen von Bergarbeitern am 15. Mai zum ar
ten Teil durchgeführt worden, ſo daß bereits eine Verſchlechterung
Lage eingetreten iſt.
Wahß u. Freytag A.G., Frankfurt a. M. Die G.V., in der etn
über die Hälfte des Kapitals vertreten war, genehmigte wieder 10 P.
zent Dividende auf 12 Millionen RM. Aktienkapital für 1927/28. 3
Dividende iſt dieſes Mal wegen des noch laufenden
Umtauſchgebo=
erſt ab 1. Juni zahlbar. In Ergänzung des Geſchäftsberichts wur
mitgeteilt, daß die einzelnen Bauaufträge ſich im laufenden Jal
zum Teil aus einem Konſortiumsauftrag für eine Teilſtrecke der Unt
grundbahn Berlin mit 4 Millionen RM. für die Geſellſchaft, ferr
Im Ausland hat die Geſellſchaft in den letzten Tagen einen Auftr
von zunächſt rund 3 Millionen RM. für Straßenbauten, in der Hau
ſtadt San Joſé der Republik Coſtarika, erhalten, was den Anfang ihr
kulation an, ſo daß die zunächſt behauptete Tendenz einer algemeinen Geſchäftes in Mittelamerika bedeute. Der gegenwärtige Auftrags
ſtand würde die Geſellſchaft befriedigen und ſei etwa 20 Prozent höl
als in der gleichen Vorjahrszeit. Man könne unter dem üblichen V.
behalt wieder mit befriedigenden Ausſichten rechnen. Die Einführu
des geſamten A.K. an der Berliner Börſe ſowie die Zulaſſung zu
mit der im Vorjahre erfolgten Intereſſennahme an der Gewerkſch
Walter in Eſſen, gewählt.
Badiſche Girozentrale Mannheim. Das Inſtitut veröffentlicht d
Geſchäftsbericht für das Jahr 1927. Nach Abzug von 975 815 RM. 1
koſten und Abſchreibungen in Höhe von 64 172 RM. verbleibt ein Re‟
gewinn von 393 728 RM. Hiervon ſind ſatzungsgemäß zunächſt 20 P.
zent an die Sicherheitsrücklage abzuführen mit 80 000 RM. Die V.
156.— 154,55” zinſung des Betriebskapitals mit 5 Prozent gemäß Beſchluß des V
bandes erfordert 250 488 RM. Von dem Reſtbetrag ſollen 60 000 R9
1133,5 145.— in Sonderrücklage geſtellt und 3249 RM. auf neue Rechnung vorget.
189.— 192.— gen werden. Der Verbandsausſchuß hat die Bilanz nebſt. Gewinn= u
Verluſtrechnung für 1927 genehmigt und ſich mit den Vorſchlägen
1195.— 195 Direktion zur Verteilung des Reingewinns einverſtanden erklärt.
Zu den Reparationsarbeiten im Hafen von Bordeaux. Das
Ge=
ralſekretariat des autonomen Hafens von Bordeaux ſtellt gegenüber
158.,5 15775 Nachricht, große Erweiterungsarbeiten im Hafen von Bordeaux ſoll
182.— uss.— durch eine Berliner Firma und mit ausſchließlich deutſchen Arbeite
130,25 vorgenommen werden, feſt, daß derartige Informationen zumindeſt
1490.— 489.— genau ſeien. Allerdings wird zugegeben, daß ein Programm umf
ſender Arbeiten für die Vergrößerung und Moderniſierung des Haf
140.— kurz vor der Durchführung ſtehe. Die Ausführung aber ſolle der de
ſchen Induſtrie auf Grund der Dawesleiſtungen übertragen werden.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 25. Mai ſtell
ſich für Elebtrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterd
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 139,25 R2
— Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtanl
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lie
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium, 98—
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM. desgleichen
Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 194 RM. Reinnickel, B
Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 94—99 RM., Feinſilber (1 6
fein) 86—887 RM.
Die amtl. Preisfeftſetzungen im Metallterminhandel vom 25. M
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 128,50 (129), Februar 129 12
März, April 129 (129,25), Mai, Juni 127,50 (128,50), Juli 127,75 (13,5
Auguſt 128 (120), September, Oktober 128,25 (129), November. Dezemb
128,50 (129), Tendenz: feſt. Für Blei: Januar, Februar 42,50 (42,7
März 42,50 (43), April 42,75 (43), Mai 41 (42), Juni 41,25 (42), Jt
41,50 (42., Auguſt 41,75 (42,50), September 41,75 (42,25) Oktober
(42,25). November 42,25 (42,50), Dezember 42,25 (42,75). Tendenz: fe
Für Zink: Januar 50,25 (50,75), Februar 50 (50,50, März, Apt
50,25 (50,50), Mai 51 (52,25), Juni 50,50 (51,25), Juli, Auguſt, Septemb
50,50 (51), Oktober, November, Dezember 50,25 (50,75). Tendenz: ruhl
— Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beigefügten Brie
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 25. Mai ſtellt
ſich für Kupfer (Tendenz: unregelmäßig): Standard p. Kaſſe 64—
3 Monate 641//—½, Settl. Preis 64, Elektrolyt 68½—69, beſt ſelect
67—68½, Elektrowirebars 69; Zinn (Tendenz: feſt): Standard v. Kal
22934—38, 3 Monate 229½4—½, Settl. Preis 2293 Banka (inoff. No=
236½, Straits (inoff. Not.) 234; Blei (Tendenz: feſt); ausl. prom
20¾ entft Sichten 211 Settl. Preis 207; Zink (Tendenz: feſt
gewvöhnl. prompt 25¾, entft. Sichten 25¾, Settl. Preis 25¾; Aluminiu
für Inland (inoff. Not.) 97, für Ausland (inoff. Not.) 102; Queckſilb
(inoff „Not.) 2238—½; Wolframerz (inoff. Not.) 16½.
. Frankfurter Kursbericht vom 25. Mai 1944
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 .
69 Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
70 Thüringer
Frei=
ſtagt von 1927.
81
87
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. * 1
Ablöſungsanleih.
Otſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe . „
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
700 Dresden v. 28
79 Frkf. a. M. v. 26
7% Heidelb. v. 26
8% Ludwghf. v. 26
80 Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 28
8%0 Nürnberg b. 26
820 Pforzh. v. 26
890 Pirmaſens v.26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold.
Kom.Anleiheb.26
8% Berl. Hhp.=Bk.
4½%n
Pfandbriefe..
8% Frkf. Hyp. Bk.
7½263
Lia.=Bfl
8% Frkf. Pfbrfbank
4½ % Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
87.15 / 41 % Hamb, Hhp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
% Heſſ. Landesbk.
9 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
2%0 n
8% Landeskr. Kaſſ.
% Mein. Hyp. Bk.
51.6
19.3 18% Naſſ. Landesbk.
825 Pfälz. Hhb.Bk.
„ Lig.
Pfandbrieſe.
8% Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred..
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. ..
93.25 8%0 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . .
87
8% Rhein. Hyp.=Bk
85
Lig
4½.
Pfandbriefe....
102.25
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.Fredit.
95
43
„ L.=Pf.
18%o Südd. Bod=
Cred.=Bank ....
„Lig.=
Pfdbr. . .. . ..
8% Württ. Hhp.=B.
87.75
97.5
93
97.75
91.75
94.5
100
96
92
98.5
92
89.5
96
92
98.5
97
91.5
98.5
93.5
77.75
98
91.5
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=sbl.
Frrf. Hyv.=Bk. K.=
Obl. Ser, 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 18
Heſſ. 2ds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefel
89 dgl. Kom.-Obl.
S 1-18
Kom.=Obl.
S. 17-24
100 Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 14.6
Nordd. Grunder.
Vorkr.=Pfdbriefel 14.4
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe 13.5
100.5 Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig., 4),
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pfl 14.15
4. Induſtrie:
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau, b. 26
8% Klöckn=Werke
Berlin v. 26.... 94
100 Kom. Elektr.=
Mark. ...../102.5
720 Mainkrw v. 261 847),
725 Mitteld,
Stahl=
werke von 27..
8% Neckarſulm v. 261 88.5
8%Salzmann c Co.
Kaſſel v. 26....
7%0 Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 261 90.75
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26 87.6
98
92.5
89
75.75
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=-Anl.
* Ausl. Ser, I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Anslof. Ser.U
98 1 Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz
5%Badenw. Kohl. ..."
51. 75 6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Vollsſt.
68
Roggenanleihe..
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe ....
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe ....
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe.
5% Südd. Feſtw. ...
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5 %Bosn. L. E. B. v.
1914........."
5% Bosn. L.=Inv.
Anl. v 1914 ...
4½%0 Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
13% Griech. Mon.
5% Mex inn. (abg.)
. äuß. „
48
Goldan=
leihe (abg.)
inn. ſabg.)
2%„ Frrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)..
4½% Rum. Gold
von 1913
47 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
490 Türk. Admin.
42
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl.
2%0 ungarn von
1913 CC. C.St.)
4½% dito von
1914 C. C., St.)
42 dito Goldr.
(C. C.=St.)
bito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron. (abg.) ....
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
47 Kogenh. v. 61
8.65
22.5
*
25.9
58.25
92
11.65
NG
11
11:,
15.5
14½ Liſſab. b. 1886/ 15.3
47 Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dur=Bobenb.
von 1891.....
4% Eliſabethbahn)
von 1883
47 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. . .
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ......
2:.o%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) ....
42 Oſt. Staatsb.v.
1883 .....
3% Raab=Odenbg.
b. 1883.......
4½ Rudolfb. i. S.
48
i. 8.
4½% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt. /144.75
Badiſche Bank. . 118,5
Bk. f. Brauinduſtr. 224
Barm. Banwverein/150
Bahr. Hhp.= und
Wechſelbank . . .. 168.5
Berl. Handelsgeſ.
Hypoth.=Bk. 237
Comm. u. Pribatb. 186.5
Darmſt. u. Nt.=Bk./280
Deutſche Bank 172.5
Eff.=u.
Wechſel=
bank.
Vereinsbank. 103
Distont.=Geſellſch. /167
Dresdener Bank .. 168‟
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk. . .1154
Pfdbr.=Bi. 154
Gotha. Grundkr. B. 140
Mein. Hyp.=Bank/142.5
Metallbank.
Mittelb. Crebitbk. 214
Nürnb. Vereinsbk. /160
Oſt. Creditanſtalt. 35.5
Pſälz. Hyp.=Bankl162
Pr. Bod.=Creditbk. 142
Hhyp.=Akt.=Bk. 140
Reichsbank=Ant. /290
Rhein. Creditbant/123,5
Hyr.=Bankl200
..1119.5
107.5
1148
Südd. Bod.Cr.Bk.
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Dt. Eiſenb.=Geſ..
7%0 Dt. Reichsbhn=
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Hapag ....."
Nordd. Llohd. .
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3. Induſtrie
Adt. Gebr.
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Adler & Oppenh. /260
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6% AEG. Vorzug
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Bad. Maſchf.=Durl. /153
Bamag=Meguin 23.5
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel
Bergm. El. Werkel220
Brem.=Beſigh.=Ol.
BrownBovericCie
Brüning & Sohn. /133
Buderus Eiſen
Bürſtenfbr Erlang
Cementwerte
Heidelberg
Karlſtadt ....../1
Lothr. (Karlsr.).
Chem.WerkeAlbert.
Brockhues..!!
Fabrik Milchl
Daimler=Benz 11
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin!
Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt/209
Linolwerk. Berl. 309.75
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen 1128
Dürrwerke Rating. 59.5
138
15.7
199
94.25
173.6
165.75
40
95.5
85
75
65
93.75
38
114
1138.75
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wollel
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnereil,
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr. Pirm.
F.G. Farbeninbſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas ..
Hof.
.
Maſch. Po=
Pokornh & Wittek.
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Goldſchmidt Th...
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Grün & Bilfinger. 179.75
HafenmühleFrankf!
Haid & Neu".
..
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen .../142
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau 173
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei, 182
Heſſen=Naſſau Gasl
Heyligenſtaedt.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm./1
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil. . 157.5
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm).
Genüſſe!1
fnag
Funghans Stamm.
Kali Aſchersleben . 11
Salzdetfurth.
Weſteregeln. .
Kammgarnſpinn. 1236.1
R
233.5
183.5
83
53
210
55
224
6o
1105
42.5
284.9
143.5
150
105
102
135
83
113
133
83.75
85
202.5
Karſtadt, R. ..
Ker. Werke Offſtein
Alein, Schanzl..
glöcknerwerke ....!
Knorr, Heilbronn
Konſerpfabr. Braun
graftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer & Co.
Lech, Augsburg ...!
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühlel 37.5
Löwenbr. Münch. 331.5
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metall
Mainkr..W. Höchſtl=
Mainz. Akt.=Br...
Mannesm. Röhren/157.25
Mansfeld. Bergb..)
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Miag. Mühlenbau/
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Oberurſel
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Peters Union Frrf.
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SalzwerkHeilbronn 186
Schneider & Hanaul 47
Schnellpr.Frankth.: 66
Schöfferhof=Bind. /361
Schramm, Lackfor. 126
Schriftg. Stempel. 123
Schuckert Eleltr. 209.5
180.5
127
183
126
130
98
121
281.5
118.5
115
188
70
112.25
116.5
60
40.5
105
1Schuhfbr. Berneis=
Weſſel. ...
Schuhfabr. Herz. . 27.
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Zucker=AG, /153,2
Strohſtoff, Ver.
Tellus Bergbau".
Thür. Lief.=Geſ. /106.5
Tucher, Brauerei
Unterfr. Krs.=Elek”)
tr.=Verſ. ..../1107
Veithwerke.
Ver. f. Chem. Ind. 92
deutſch. Olfahr. 68.5
Faßfabr.Caſſell 48
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. /106
Königs= und
Laurahütte.
Pinſelfabriken
Stahlwerke 102.5
Ultramarin 157
Zellit., Berlin/145.5
Vgtländ. Maſch.., / 68
Voigt & Haeffnerl196.5
Voltohm. Seil 85
Wanß & Freyztag /163
Begelin Rußfabrik 137
Verger Brauerei, 473
Bellſt. Aſchaffenbg. 208.7
Memel 151
Waldhof .../323
Zuckerf Rheingau.
4. Verſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung 295
Frkft. Allg. Verſ.=G 205.7
Frankono Rück= u.).
1120
Mitv.
Mannh Verſich.
Darmſtädte:Bertel
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg.
Gebr. Lutz
Mdteele
Vebr. Roeder „..N
Nummer 146
Samstag, den 26 Mai 1928
Geite 13
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 25. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Größere Verſchiffungen von der ſüdlichen Halbkugel und
attäuſchende Exportnack frage führten zu einer beträchtlichen
Abſchwä=
ung. Auch aus den Anbaugebieten lagen günſtige Berichte vor.
Mais: Während des heutigen Marktes erfolgte ein empfindlicher
freisrückgang auf ſtärkeres inländiſches Angebot und Abgaben des
ändels.
Roggen: Unbefriedigende Exportnachfrage und flaue Meldungen
on den nordweſtlichen Märkten bewirkten auch hier einen
Preisrück=
ang.
Hafer: Liquidationen in Maiware bei geringer Lokonachfrage ſowie
er ſtärkere argentiniſche Export drückten auf die Preiſe.
* New York, 25. Mai. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Am Terminmarkt kam es auf Liquidationen zu einem
reisrückgang. Nach vorübergehender Erholung trat wieder eine
Ab=
hwächung ein auf die günſtigen Wetterberichte und =prognoſen. Der
chluß ſah Deckungskäufe des Handels.
Kaffee: Die Termine vermochten heute auf europäiſche Käufe und
mſchaffungen der Kommiſſionsfirmen etwas anzuziehen
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkt wurden Deckungen und An=
Haffungen des Handels beobachtet, ohne daß jedoch Preisſteigerungen
uvorgerufen wurden. Auf Hedgingsverkäufe erfolgte im Verlauf eine
bſchwächung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 25. Mai:
Getreide: Weizen, Mai 149½, Juli 150½, Sept. 151; Mais,
Tai 1017, Juli 1033, Sept. 104½; Hafer, Mai 65½, Juli 56¾,
ept. 47: Roggen, Mai 134½, Juli 127½, Sept. 119½.
Schmalz: Mai 11,925, Juli 12,05, Sept. 12,40.
Fleiſch: Rippen, Mai 12,375, Juli 12,375, Sept. 12,65: Speck
ſco 12,50; leichte Schweine 8,60—10,15, ſchw. Schweine 9,35—10;
chweinezufuhr Chioago 20000, im Weſten 85 000.
Baumwolle: Juli 20,50—20,51, Okt. 20,33—20,35.
Es notzierten nach Meldungen aus NewYork am 25. Mai:
Getreide: Weizen, Rotwinter 201, Hartwinter 169½; Mais
neu ank. Ernte 115¾; Mehl ſpr. wheat clears 7—7,25; Fracht nach
England 1,6—2,3, nach dem Kontinent 8—10 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,65; Talg extra loſe 83.
Kakav: Tendenz: willig, Umſatz in lots: 24, loco 15, Juni
14,61, Juli 14,95, Autguſt 15,12, September 15,25, Oktober 15,20,
November 14,78, Dezember 14,30, Januar 1929 14,15, März
1929 1407.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Zur Zeit ſchweben bekanntlich Verhandlungen zwecks Bildung
eines Verbandes für ſechseckige Drahtgeflechte. Wie uns mitgeteilt
wird, werden die Intereſſenten in 14 Tagen in Dortmund
zuſammen=
treffen, um über die Gründung des Verbandes weiter zu verhandeln.
Der Aufſichtsrat des Kaliinduſtrie A.G. beſchloß eine 12prozentige
Dividende. Ferner wurde beſchloſſen, das Kapital um 80 Millionen
RM. zu erhöhen. Die alten Aktionäre erhalten das Bezugsrecht im
Verhältnis von 2:1. Generalverſammlung am 30. Juni.
Am 26. Mai wird der Hamburger Reeder Bruno Nichter 60 Jahre
alt. Er iſt Teilhaber und Chef der größten Privatreederei
Deutſch=
lands, Rob. Sloman jr., Hamburg, und eine der markanteſten
Erſchei=
nungen in der deutſchen Seeſchiffahrt. Seine Verdienſte um das
Wie=
deraufblühen der deutſchen Reederei werden durch die Fachzeitſchriften
eingehend gewürdigt.
Am 31. Mai feiert Kommerzienrat Gerſon Simon, der Inhaber
des im deutſchen Textil=, insbeſondere des Tüll= und
Spitzengroßhan=
dels führenden Hauſes, der Firma Jacob u. Richter=Siegmund Strauß
jun.=Vereinigten Spitzenhäuſer A.G., Berlin, ſeinen 70. Geburtstag.
Eine öffentliche Auflegung von Teilbeträgen der neuen 10 Mill.=
Doll. A.G.G.=Auslandsanleihe wird an europäiſchen Kapitalmärkten
nicht erfolgen. Dagegen iſt laut B.T. ein erheblicher Betrag der AEG.=
Bonds durch die Londoner Piliale der National City Bank in Europa
unter der Hand verkauft worden, wobei ein lebhaftes Intereſſe für die
Bonds feſtgeſtellt wurde
Wie aus London gemeldet wird, hat die Bank von England ihren
Diskontſatz unverändert beſtehen laſſen
Der Londoner Goldpreis gemäß der Verordnung zur Durchführung
des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken beträgt vom 23. Mai ab
für eine Unze Feingold 84 Schilling 11,25 Pence, für ein Gramm
Fein=
gold demnach 32,7696 Pence.
Im Herbſt d. Js. ſoll in Oslo ein norwegiſcher Handelskongreß
abgehalten werden, an dem zum erſtenmal auch finnländiſche Delegierte
teilnehmen ſollen. Auf der Tagesordnung des Kongreſſes ſteht die
Frage der Reviſion der ſkandinaviſchen Münzunion.
Bei den polniſch=litauiſchen Verhandlungen wurden drei Ausſchüſſe
zur Beratung der Angelegenheiten des Eiſenbahn=, Wirtſchafts= und
Poſtverkehrs eingeſetzt. Tie Beratungen der Eiſenbahnkommiſſion
wer=
den Donnerstag beginnen.
Der tſchechoflowakiſche Staat und einige Banken hatten die
tſchecho=
ſlowakiſche Elbe= und Donau=Schiffahrtsgeſellſchaft ins Leben gerufen
mit einem A.K, von je 70 Millionen Kronen. Die Verluſte der beiden
Geſellſchaften ſind außerordentlich hoch. Bei der Elbe=
Schiffahrtsgeſell=
ſchaft wurde eine Kapitalreduktion von 45 Millionen, bei der Donau=
Schiffahrtsgeſellſchaft auf 30 Millionen beantragt.
Am Mittwoch begannen im Prager Finanzminiſterium die
Bera=
tungen über die Zuckerfrage und die gegen die engliſchen Verordnungen
auf dieſem Gebiete zu treffenden Maßnahmen der Tſchechoſlowakei.
Nach der letzten aus dem Jahre 1927 ſtammenden
Zuſammenſtel=
lung betrug das ausländiſche Kapital in Italien rund 640 Mill. Lire,
die ſich auf 17 Staaten verteilen. Den größten Anteil mit 216 Mill.
Lire haben belgiſche Geſellſchaften, während deutſche Geſellſchaften nur
mit 24 Millionen Lire beteiligt ſind.
Die chileniſche Regierung hat ihren Geſandten in Polen beauftragt,
die Möglichkeiten für den direkten Verkauf von chileniſchen Nitriten an
die polniſchen landwirtſchaftlichen Verbände und die Mittel und Wege
für eine erfolgreiche Propaganda für den chileniſchen Nitratemarkt in
Polen zu ſtudieren.
Die Streiklage in Argentinien verſchlimmert ſich. Der Streik der
Hafenarbeiter in Roſario hat auf Santa Fé übergegriffen, wo es zu
blutigen Zuſammenſtößen mit der Polizei gekommen iſt. Auf beiden
Seiten gab es Tote und Verwundete.
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Stock und Knopf. 1 Schulranzen mit
Schiefertafel und Fibel. 1 rotes geſtricktes
Kinderjäckchen. 2 mittelgroße Schlüſſel am
Ring. — Zugelaufen: 1 gelber Schnauzer.
1 grauer Wolfshund. — Zugeflogen: Ein
Kanarienvogel.
Rheiniſche Hopothekenbank in Mannheim
1. Bekanntmachung
Mit Zuſtimmung unſerer Aufſichtsbehörde werden, wir
gemäß Art. 84 D. V. O. zum Aufw.=Geſetz eine zweite Ausſchüttung
in Höhe von 5% des Goldmarkwertes der teilnahmeberechtigten
Papiermark=Pfandbriefe vornehmen,
Dieſelbe erfolgt in der Weiſe, daß auf jeden eingelieferten
Ratenſchein Nr. 1 die Hälfte des auf demſelben angegebenen
Goldmarkbetrages in Liquidationspfandbriefen bezw. Certiſikaten
mit Zinslauf ab 1. Januar 19=8 ausgefolgt wird.
Die Ratenſcheine ſind nach Nummern geordnet bei uns
einzureichen; mitvorzulegen iſt ein den Nennbetrag und die
Stückzahl der eingereichten Stücke enthaltendes Verzeichnis.
Formulare hierfür können bei uns bezogen werden.
Sendungen ohne beigelegte Formulare können bei dem
großen Geſchäftsumfang nicht ſofort bearbeſtet werden und
müſſen daher vorläufig zurückgelegt werden.
Eine Verfügung über die eingereichten Ratenſcheine iſt
ausgeſchloſſen, da dieſe ſofort entwertet werden,
Die Ausreichung bezw Verſendung erfolgt unſererſeits
ſpeſenfrei de: Reihe nach nur an den Einreicher der Ratenſcheine
und wird vorausſichtlich etwa Ende Mai beginnen.
Werden Ratenſcheine Nr. 1 bis zum Ablauf von 3 Monater
nach der 3. Veröffentlichung dieſer Aufforderung im Deutſchen
Reichs=Anzeiger nicht eingereicht, ſo iſt die Bank berechtigt, der
auf dieſe Ratenſcheine entfal enden Anteil zu hinterlegen, ofern
nicht innerhalb der Friſt der Antrag auf Einleitung des
Auf=
gebotsverfahrens oder auf Zahlungsſperre nachgewieſen iſt.
Mannheim, den 19. Mai 1928.
Rheiniſche
Hypotheßenbank=
rroose)
Dergeoang bont Sadatbenten
Nachſtehende Arbeiten für den inneren
Ausbau zur Errichtung des
Beamten=
mietwohnhauſes 4 in Michelſtadt, ſollen
auf Grund der Beſtimmungen der
Reichs=
verdingungsordnung im öffentlicheu
Wett=
bewerb vergeben werden, und zwar:
Glaſerarbeiten,
Weißbinderarbeiten,
Schreinerarbeiten, Los I, II und III
Schloſſerarbeiten des inneren Ausbaues
Tapezierarbeiten,
Elektriſche Beleuchtungsanlage,
Gas=, Be= und Entwäſſerungsanlagen
Die Zeichnungen und
Verdingungs=
unterlagen ſind während der
Dienſtſtun=
den bei uns einzuſehen.
Angebotsvor=
drucke werden, ſoweit der Vorrat reicht,
abgegeben. Die Angebote ſind verſchloſſen,
poſtfrei und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis zum Dienstag, den
12. Juni ds. Js., vormittags 10 Uhr,
bei uns einzureichen. Die Oeffnung der
Angebote erfolgt in Gegenwart der etwa
erſchienenen Bewerber. Zuſchlagsfriſt
(9062
14 Tage.
Erbach, den 24. Mai 1928.
Heſſ. Hochbauamt Dieburg,
Zweig=
ſtelle Erbach, Di=fenbach.
Bekanntmachung.
Am Pfingſtſonntag, den 27. d8. Mts.,
erfolgt die verſuchsweiſe Inbetriebnahme
der Perſonen=Omnibus=Linie Darmſtadt
(Böllenfalltor) — Traiſa — Nieder=
Ram=
ſtadt—Ober=Ramſtadt und zurück.
Die Abfahrtzeiten an den
Endhalte=
ſtellen ſind folgende:
Böllenfalltor: 600 617 647 717 747
841 917 uſw. ſtündlich bis 417, ſodann
halbſtündlich bis 642, ferner, 74, 812,
942, 1047 Uhr.
Ober=Ramſtadt: 620 647 717 747 847,
858 947 uſw. ſtündlich bis 447 ſodann
halbſtündlich bis 642, ferner 74, 82,
942, 1042 Uhr.
Tarifgrenzen bezw. Halteſtellen
ſind: Böllenfalltor, Traiſa (
Bahnüber=
gang, Nieder=Ramſtadt (Kilianſtraße,
Ecke Ober=Ramſtädterſtraße), Ober=
Ram=
ſtadt (Ortseingang) und Ober=Ramſtadt
(Ausgang).
Zählgrenzen ſind: Bei km 1,5
zwiſchen Dommersbergſchneiſe und
Ge=
markungsgrenze Darmſtadt=Nieder=
Ram=
ſtadt. Ferner bei km 5,5
Gemarkungs=
grenzeNieder=Ramſtadt —Ober=Ramſtadt.
Weitere Halteſtellen ſind
einge=
richtet: Kurhaus Trautheim, Bahnhof
Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße (
Drei=
eck), Ober=Ramſtädterſtraße (Ecke Nieder=
Namſtädterſtr.), Ober=Ramſtadt (Mitte).
Die Benutzung der Omnibuslinie in
Verbindung mit der Straßenbahnlinie
als Anfang oder Fortſetzung der Fahrt
iſt beliebig. Hierbei gilt für dieſe Linie
nur einmalige Umſteigungsberechtigung.
Im übrigen gelten die allgemeinen Tarif=
und Beförderungsbeſtimmungen der
Straßen= und Vorortbahnen auch für die
(9061
Omnibuslinie.
Darmſtadt, den 25. Mai 1928.
Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G.
Darmſtadt.
Fahrräder
auf Teilzahlung von 2 Mark an
die Woche.
(8914a
A. M. Hörx,
arſtutße 24.
Seite 14
din Oaasstiegerin.
23)
Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)
„Der Motor intereſſiert uns nicht”, entgegnete der
Inge=
nieur, „die bauen wir nicht ſelbſt.”
Ruß und Bäſecke wanderten weiter.
Endlich, als Ruß ſchon am Ende der Verzweiflung war,
fanden ſie in einer Motorenfabrik eine günſtige Aufnahme.
„Uns intereſſiert natürlich nur der Motor”, wandte ſich der
Fabrikdirektor an Ruß, „wollen Sie uns das Modell verkaufen?”
„Können Se nich bezahlen”, fiel Bäſecke ein. „Das wachen
wir anders, Sie ſchlagen auf jeden Motor für den Erfinder eine
anſtändige Tantieme darauf und geben uns einen tüchtigen
Vor=
ſchuß.”
„Geben Sie ſich keinen allzugroßen Erwartungem hin”, gab
der Direktor lächelnd zurück, „das Geſchäft mit ſo großen
Motoren iſt nicht ſo bedeutend. Aber wir werden ſehen, was
ſich machen läßt, erſt müſſen wir das Modell ſehen. Sie haben
doch alles richtig patentiert?” wandte er ſich an Ruß.
„Zum Patente angemeldet”, verbeſſerte dieſer gewiſſenhaft.
„Nun, dann haben wir ja paar Monate Zeit, uns in aller
Ruhe zu einigen”, meinte der Direktor gemütlich. „Beim
Patent=
amte überſtürzt man ſich nicht. Und bevor Sie die Patenturkunde
nicht in Händen haben, iſt ohnedies an einen firen Abſchluß nicht
zu denken.”
„Zum Dotlachen ist ja nich”, meinte Bäſecke befriedigt, als
ſie wieder vor der Fabrik ſtanden, „aber det kannn jutet
Je=
ſchäft werden.”
Mit dem nächften Zug fuhr Ruß nach Hauſe. Er war in
un=
beſchreiblicher Gemütsverfaſſung. Trotz aller Dankbarkeit war ihm
Bäſeckes Humor unerträglich. Er wollte allein ſein.
Das war nun das Reſultat der zahlloſen Beſuche: „Noch
monatelang warten!"
Und woher inzwiſchen die fälligen Hypothekenzinſen nehmen?
Der Prozeß mit der Metallgießerei verloren! Die Fabrik drohte
mit Pfändung! In zwei Wochen konnte der Gerichtsvollzieher auf
dem Willumshof erſcheinen. Der Ozeanflug ſo gut wie geſcheitert.
Und was mit dem teueren Flugzeug? Die Motorenfabrik
inter=
eſſierte ſich nur für den Motor
Da packte ihn die Verzweiflung. Er war nahe daran,
kopf=
über aus dem Eiſenbahnzug zu ſpringen, um der Qual ein Ende
zu machen. Nur der Gedanke an Vika hielt ihn zurück.
Aber je näher er der Heimat kam, um ſo entſetzlicher wurde
ihm der Gedanke an Vika. Wie ſollte er ſeinem Kinde entgegen=
Samstag, den 26. Mai 1928
treten? Wie ſollte er dieſem Mädchen in die Augen ſehen, deſſen
Heiratsgut er wie ein gewiſſenloſer Haſardeur auf eine Karte
ge=
ſetzt, wie ſollte er ihr ſagen, daß der ſchöne alte Willumshof, an
dem ſie mit ganzer Seele hing, in Gefahr ſei, im
Subhaſtations=
wege feilgeboten zu werden?
Doch der Eiſenbahnzug rollte unbekümmert um die
Seelen=
not ſeines Paſſagiers weiter. „Hamburg! Ausſteigen!” rief der
Schaffner. „Umſteigen nach Elmshorn, Itzehoe, Brunsbüttel,
Büſum, Huſum . . ." und wie die ſeltſamen Namen aus dieſem
Winkel des deutſchen Vaterlandes ſonſt noch heißen mögen.
Ruß ſtieg in den bereitſtehenden Bummelzug.
Als er endlich vor dem alten Bauernhof ſtand, da wäre er
am liebſten wieder umgekehrt und ziellos weitergewandert.
Aber eine Beobachtung machte ihn ſtutzen. Er war
gewohn=
heitsmäßig zur Dielentür gegangen. Da bemerkte er drei
Fahr=
ſpuren. Deutlich war das Kettenmuſter des Flugzeuges in dem
fetten Schlickboden abgedrückt.
Ruß faßte ſich an den Kopf. Was hatte das zu bedeuten?
Zwei Geleiſe ſtammen von Bäſeckes Probeflug, aber das dritte,
das nicht mehr zurückführte . . . ?
Am Ende war das Flugzeug geſtohlen! Er lief zur vorderen
Haustür. War verſperrt. Er zog den Schlüſſel, öffnete mit
zit=
ternden Händen, eilte in die Diele
„Allmächtiger Gott!” ſchrie er laut, „wo iſt das Flugzeug?”
Sigbrits grauhaariger Kopf tauchte über der niedrigen Wand
des Kuhſtalles auf.
„Gut, daß Sie da ſind,” ſagte ſie, „hab’ ſchon Angſt gehabt.
Die Vika hat das Flugzeug verkauft. 8 war ein Käufer da. Noch
Freitag nachts is ſie damit nach Hannover geflogen.”
Ruß ſtarrte die Alte mit offenem Munde an.
„Gut verkauft hat ſie’s. 8 reicht auf die Hypotheken . . . und
auch noch was drüber,” ſchwatzte ſie. „Hier hat’s mir auch einen
Brief für Sie geben.”
Sie zog aus der Schürze einen arg zerknüllten Brief und
reichte ihn über die Futterraufe in die Diele. Ruß ſprang hinzu
und nahm das Schreiben haſtig an ſich. Dann las er:
„Lieber Vater!
Verzeihe mir, ich kann nicht anders.
Ich fliege nach Amerika. Ich wiege dreißig Kilo weniger
als Herr Bäſecke und kann um das mehr Benzin mitnehmen.
Ich fühle die Gewißheit, daß ich hinüberkomme. Dann iſt alle
Not vorbei.
Wenn ich verunglücke, gehört mein letzter Gedanke und
mein letzter Atemzug Dir, Vater.
Mit innigem Gruß und Kuß
Deine Dich liebende Tochter
Ludovika.”
Nummer 144
Nuß hatte die Empfindung, als preſſe eine harte Fauſt
Herz zuſammen. Er ſtand wie gelähmt. Wirre Schreckbi
ſchoſſen ihm durch den Kopf. Vor fünf Tagen iſt ſie geſta
Bis heute iſt keine Nachricht da. Sie iſt tot! Da verlor er
Faſſung, raufte ſich Haar und Bart und begann zu ſchreien:
„Mein Kind! Mein Kind! Ich will mein Kind wieder hab
Mit einmal packte ihn Haß gegen Sigbrit. „Du alte V
haſt mit deinem Unheilgekrächze mein Kind zur Verzweifl
getrieben! Gib mir mein Kind wieder! Hörſt du? Oder ich
geſſe mich!”
Sigbrit erſchrak vor ſeinem Anblick. Der Geifer trat ihm
den Mundwinkeln. Er brüllte ſo, daß ſich ihm Sehnen
Adern wie Stricke aus dem Halſe herauswölbten.
„Allmächtiger Gott! Herr, was wollt Ihr von mir?”
melte ſie erſchrocken. „Vika ſagte nur, daß ſie nach Hann
rüber fliege.”
Ruß lachte das fürchterliche Lachen der Verzweiflung. 2
fiel er gebrochen auf eine Bank.
„Mein Kind, meine liebe, ſchöne Vika iſt nicht mehr!”
merte er leiſe, „das Meer hat ſie verſchlungen.”
Sigbrits welke Lippen bewegten ſich, als murmle ſie Zau
formeln: „Mußte ſo kommen,” raunte ſie, „aber Vika iſt
ſchuld, Ihr ſeid ſchuld, und ich bin nicht ſchuld. Dort im Her
die Schuld eingemauert. Der Grabſtein ..
Ruß, in ſeinem Schmerze verſunken, hörte ſie nicht.
„Kommt, Herr,” fuhr ſie lauter fort, „ich zeige Euch den S
Reißt den Herd ein, tragt den Stein auf den Friedhof. Die T
verlangen ihn zurück. Dann haben wir alle Ruh.”
Ruß verſtand ſie nicht. Da kam ihm der Gedanke, daß
noch leben könne. Er hatte die letzten Tage keine Zeitung in
Hand gehabt. Vielleicht iſt ſie von einem Dampfer aufgenom
worden. Das Flugzeug konnte ſich doch ſtundenlang über We
halten, und der Ozean war längs der Flugrichtung befahren
eine belebte Straße. Vielleicht war in einer Zeitung eine
ſteckte Notiz. Die Bergung eines Flugzeuges iſt heutzutage !
aufſehenerregende Sache.
„Ja, ſie lebt noch,” ſagte er, ſich an den Strohhalm 1
mernd, „ſonſt hätte ihr letzter Pulsſchlag in meinem Herzen wi
hallen müſſen.”
Er ſprang auf und rannte ohne Hut aus der Diele. Er w
nach Büſum, die Zeitungen durchſuchen.
Aber er kam nicht weit. In der Haustüre ſtieß er mit ei
Fremden zuſammen. Ruß ſah vor ſich eine blaurote Naſe,
unter einen ungeheuer grinſenden Mund, aber er vertrug
nicht den Anblick eines lachenden Menſchen und wollte wor
an ihm vorbei. Der Fremde vertrat ihm den Weg.
(Fortſetzung folgt.)
Trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier!
V.9064
Während der Pfingstfeiertage „Aohannisbräg‟
h
Karl Kösling
Darmstadt
Elisabethenstraße 44
Telefon 4031
SSSKEIK
Luuwigsnohe
Wendefänd
Telephon 5941 —
Am 1. u. 2. Pfingſt=Feiertag, nachm. 4 Uhr
Große Kanzerte
Ausgeführt vom geſamten Stadt=Orcheſter
Leitung: Kapellmeiſter Willy Schiupp.
Eintritt 50 . Zehnerkarten hab. Gültigkeit
Bei ungünſtigem Wetter Saalkonzert.
Das Frühkonzert für d. 1. Pfingſtfeiertag
muß, wegen der kühlen Witterung
ver=
ſchoben werden. Für Nichtkonzert=Beſucher
Nebengarten oder die oberen Räume. (9047
Hotel Schmit
Ia Biere (5870a) Prima Küche
Täglich
Unterhaltungsmusik
Zur Kanone
Jakob Metzger. Heidelbergerſtr. 38.
1. und 2. Pfingſtfeiertag, ab 6 Uhr abends
Konzert
mit
Mika Eppmeier u.
Merry Hereny
(Muſik, Humor und Stimmung), Große
Auswahl in Speiſen. Man komme und
(9024
überzeuge ſich.
Telephon
Im Haferkaſten 3o38
Ueber Feiertag
KONZERR
Im Ausſchank
la Waldböckelheimer, Natur=Weine
la Mittag= und Abendtiſch
„Zur Reichskrone‟
Telephon 3796
Mühlſtraße 5
Samstag, 1. und 2. Pfingſtfeiertag
GROSSES KONZERr
Leitung: Kapellmeiſter Emil Kocks.
(14131) M. Kaſt.
Es ladet ein
Brauerei-Ausschank Hanauerhol
Heinheimerſiraße 8
Während der Feiertage:
FF. Mai-Bock (hell)
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Pfingſtfeiertagen von 4 Uhr ab
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und Pfingst-Montag, den 28. Mai
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Eintritt frei.
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Renovierung der Lokalitäten in den nächsten Tagen
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Nachm.-Konzert
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führt v. Harmonie=Orcheſter, Darmſtadt.
Leitung: Kammer=Pirtuos L. Kümmel.
Abfahrt der Omnibuſſe Sonntag ab
Schloß: Vormittag: 8 Uhr. 9 Uhr u.
10 Uhr. Nachmittag: 14 Uhr, 15 Uhr
und 18 Uhr. Rückfahrten nach Bedarf.
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Nummer 146
Samstag den 26 Mai 1928
Seite 15
Der zürnende Lenz.
Von Dr. Ernſt Gießen.
Wem das Wort „Bergſtraße” ans Ohr klingt, dem erſteht
ſofort im Geiſte das unverglcichliche Bild verſchwenderiſchen
Frühlingszaubers, lebenſtrotzender Blütenpracht und maienfroher
Waldwipfel. Man erlebt innerlich beim bloßen Klang des
Namens die Tage wieder, an denen man unter den
unveränder=
ichen Flaggen weiß und roſa der fruchtkündenden Obſtbäume
den Frühlingsodem in ſich eingeſogen und das laſtende Bündel
der Winterſorgen unter den maigrünen Zweigen hochſtämmiger
Buchen abgeworfen hat. Man begreift das Sehnen der vielen in
die Mauern der großen Stadt gepreßten Menſchenkinder, in
die=
er Lenzesfreude ein gartenumgebenes Häuschen in Seeheim,
Jugenheim oder Auerbach zu erwerben, man verſteht das Glück
zerer, die, Erholung ſuchend, bei der Heimkehr aus Aegypten
der von der Riviera an der Bergſträße Halt machen, um
um=
angen von dieſem milden Klima wohltätigen Uebergang zu
fin=
den vor dem Eintritt in den rauheren Norden. Wen ſollte es
far wundern, daß immer und immer wieder jauchzende Lieder
den Dichtern von der Lippe ſtrömten, um die Schönheit der im
Lenz prangenden Bergſtraße zu preiſen.
„Bergſtraß! Schönſter Strich der Welt! Holde Gegend,
Heſſens Goſen!
Bild des Segens und der Luſt, Garten voller Frucht
und Roſen!
Mutter, die ſtets ihre Kinder mit gefüllten Brüſten nährt!
Wenn ich nicht dein Lob beſänge, wär’ ich nicht der
Ge=
gend wert.”
So beſang der Pfarrer Johannes May von Eberſtadt die
irdiſche Glückſeligkeit der Bergſtraß”. Wenn wir in unſerer
Sachlichkeit uns auch nicht an ſolchem Ueberſchwang des 18.
Jahr=
underts berauſchen können, für uns alle war tatſächlich die
Zergſtraße ein „Bild des Segens und Luſt”, das Ziel
ungezähl=
er Wanderer und Reiſenden, die den Zauber des deutſchen
Frühlings aus ganzem Herzen genießen wollten. Was hat aber
iesmal der zürnende Lenz durch die wüſte Wucht wilden
Vaſſers aus dieſem Bild des Segens und der Luſt gemacht?
Das grauſame Werk einer Stunde war Vernichtung und
Ver=
püſtung. Der Frühling war eingekehrt mit ſeiner Pracht. Die
Nandelbäume der ſüdlichen Bergſtraße hatten zuerſt ihr
Blüten=
veiß der ſegnenden Sonne zugekehrt, die Pfirſichbäumchen ſich
hres zarten Lenzgewandes erfreut, und das ganze Heer der
Lirſch= und Birnbäume, der Pflaumen=, Aprikoſen=,
Zwetſchen=
nd Apfelbäume war lebendig geworden. Ueber dem
Blüten=
hnee drängten auf den Bergkämmen und Hängen die Buchen
yr friſches Grün hervor. Die Autler von Nord und Süd
hemm=
en ihr wildes Raſen auf dem verführeriſchen Kleinpflaſter,
ge=
annt durch die Schönheit des in Frühlingsluſt jubelnden Berg
uges, und die beſcheidenen Wanderer ſtrömten aus Darmſtadts
üdlichen Toren, um ſich durch die untrüglichen, mit Liebe und
Sorgfalt gewählten bunten Zeichen ſdes Odenwaldklubs in
Deutſchlands Paradies” führen zu laſſen. Es iſt uns wirklich
eicht gemacht, in das Sonnenland des Frühlings zu treten. Ein
aar Schritte leiten uns von der Ludwigshöhe in den
Blüten=
ampf der Marienhöhe. Wer ſich einen rüſtigen Marſch
zu=
rauen darf, folgt dem weißen R der Wegbezeichnung, das die
hönſten Punkte am Weſtrand unſeres Gebirges miteinander
ver=
indet und in der burſchenfrohen Neckarſtadt Heidelberg endet.
(m beliebteſten aber bei Darmſtädtern alt und jung iſt das
blau=
peiße Band der Nebenlinie 1, die von Darmſtadt in 4½ Stunden
ach Jugenheim führt. Wie viele ſind auch diesmal beglückt auf
ieſen vielbegangenen Pfaden gewandelt, überdacht von
weit=
rebenden Aeſten alter Buchen, von Burg zu Burg gewandert,
und haben am Weſtkamm des Odenwaldes den Blick in die weite
Ebene geworfen nach den Städten emſiger Betriebſamkeit, nach
den friedlichen, ſauberen Dörfern, die ſich ſchmuck herausheben
aus den weiten, von fleißiger Arbeit durchfurchten Ackerfluren,
nach den dunklen Waldſtreifen, die ihre Bäume ſtramm ſtehen
laſſen auf dem Brett des Flachlandes, nach den freundlichen
Städtchen, die zu unſeren Füßen das behagliche Eigenheim in
die Wonne des blütenſtrotzenden Gartens ſtellen. Bei ſolcher
Wanderung war des Staunens, der Ueberraſchung kein Ende.
Bild reihte ſich an Bild, eines ſchöner als das andere, die
Ab=
wechſlung gab dem Wanderer Leben und Freude. Immer
wie=
der bot ſich ein neuer Ausguck, ein Rieſenfenſter, umrahmt von
wuchtigen Stämmen des Hochwaldes. Die lieblichen Täler, die
weſt=öſtlich die Bergkette durchbrechen, verändern die Szenerie
und laſſen die Anmut unſeres Berglandes ſo recht zur Geltung
kommen. Im Glanz der Frühlingsſonne vergaßen wir die
Er=
innerung an all das Ungemach, von dem die Trümmer
berg=
krönender Burgen für alle Zeiten erzählen, wir vergaßen die
Untat von dreißig jammervollen Kriegsjahren und die Barbarei
fremder Heerſcharen, die die Brandfackel des Krieges in dieſe
geſegneten Gefilde ſchleuderten. Wir waren wieder einmal auf
dem Frankenſtein, der an der Nordoſtſeite ſo trotzig Poſten
ſteht. Im Burghof trafen ſich wieder die wackeren Beſteiger der
Himmelsleiter mit den Bequemeren, die mählich aus Eberſtadt
emporgeſtiegen waren. Von den Burgzinnen ſchweiften die Blicke
oſtwärts nach dem Otzberg, Lichtenberg und
Neun=
kirchen grüßten herüber. Weſtwärts glitt das Auge über den
weiten Plan der nahrungſpendenden Ebene nach der gebirgigen
Umrandung, die Taunus, Niederwald
Donners=
berg und Haardt übernehmen. Frohe Wanderer waren
über den Magnetberg, der ſeinen Namen
magneteiſenhalti=
gem Geſtein einer herrlichen Felsgruppe verdankt, nach
See=
heim gepilgert, andere hatten ſich den Schlangenwindungen des
ſchönen Herrenwegs anvertraut, um den Winkel des
zwi=
ſchen Frankenſtein und Tannenberg nach Ober=Beerbach
ziehen=
den Tales zu erreichen, in deſſen Schutz ſich ein villenreicher,
gartengeſchmückter Kurort begeben hat. Wir haben es wieder
mit Wonnen erlebt, wie das gepflegte, peinlich ſaubere,
kurgaſt=
ſtreichelnde Seeheim in Blüten und Farben ſchwelgte und in der
Schönheit der Natur und in der Labe ſeiner Gäſte mit Gaben
aus Küche und Keller mit dem nachbarlichen Jugenheim
erfolgreich wetteiferte Mancher, der ſeinen Blick in der Höhe
weiten tvollte, iſt auf bequemem Weg emporgeſtiegen zur Höhe
des Malſchen, nicht ahnend, daß unſer alter Freund einen
Teufel im Leib haben könnte. Ich meine den Bergrieſen, der ſich
ſo dreiſt emporreckt, ſo überlegen auf ſeine Trabanten
herab=
ſchaut und ſo kühn in die Ebene tritt, den Bergrieſen, den die
Heiner immer noch ihren Melibokus nennen. Daß der Name
„Melibokus” gelehrter, vornehm klingender, beharrlich
nachge=
plapperter Unſinn iſt, dürfte allmählich bekannt ſein. Wer ſich
für den „Streit um den Malſchen” intereſſiert, leſe den Aufſatz,
den Wilhelm Ludwig Friedrich in „Volk und Scholle‟ (1926,
Heft 5) veröffentlicht hat. Die ſprachlich=geſchichtlichen
Beweis=
mittel des gelehrten Verfaſſers, die allerdings den Wanderer in
der Frühlingsſonne kalt laſſen, bewieſen dasſelbe, was ich beim
Gang auf Buckel, Knauf, Vorhöhe, Kuppel, Hang und Schlucht
längſt feſtſtellen konnte, daß der Malſchen „der Hochragende” der
„Spitzberg” iſt. Er iſt ein trotziger Geſelle, ein ſtolzer Berg von
prachtvoller Form. Nur mit dem nahen Felsberg verbunden,
aber immerhin durch eine beträchtliche Senke von ihm geſchieden,
ſteht der Starke einſam da. Wo wir auch wandern, immer
wie=
der grüßt uns ſein hohes, buchenumrauſchtes Haupt. Auf der
Höhe des Malſchen ließ Ludwig TX. einen 21 Meter hohen Turm
errichten, eine an ſich löbliche Tat, die eine über der
Eingangs=
türe angebrachte Dichtung im Stile eines
anſichtspoſtkarten=
ſchreibenden Quintaners feſthält:
Dis Denckmal, Cattenberg, du
Urſprung aller tapfern Heſſen,
Haſt du der Gegenwart des
Neunten Ludwigs beizumeſſen,
Der wie dein erſtes Volck, gedacht
Und denken wird, das Helden=
Muth und Ruhm, der Fürſten
Gröſte Zierd.
Aber über der wenig erhebenden Dichtung erhebt ſich die
Mög=
lichkeit eines herzerhebenden Rundblicks. Abwärts folgten wir
dem blauen MI, das über den Luziberg nach Zwingenberg
führt, der Stadt der Kirſchen. Wir ſahen ein glückliches
Zwingen=
berg im Zauber des Frühlings, wir ſahen es wieder, als ein
zürnender Lenz mit entſetzlicher Grauſamkeit gewütet hatte. Ein
Unwetter hatte furchtbar gehauſt. Der Sturm hatte in den
Wäl=
dern gewuſchelt wie in den letzten Strähnen eines eitlen
Glatz=
kopfes, Bäume geknickt wie Streichhölzer, mächtige Stämme
ent=
wurzelt. Wilde Waſſermaſſen waren von der Bergeshöhe
herab=
getoſt, alles mit ſich reißend, hatten ſich fürchterliche Bahn gefurcht,
Steine und Felsblöcke in nie geſehener Menge mitgenommen wie
fallende Blätter im Herſt, Baumrieſen mühelos mitgeſchleift, das
Erdreich der Weinberge und wohlbeſtellten Acker weggeſchwemmt,
als wollten ſie neidiſch dem Frühlingskind das Kleid vom Leibe
zerren; der Anprall der Fluten hatte ſtarke Mauern umgeworfen
wie Kartenblätter. Die raſenden Waſſer hatten die Keller
er=
füllt, die Straßen überſchwemmt, die Autos im Schlamm
be=
graben, die Ruhe des Friedhofs erſchüttert und die
hoffnungs=
frohe Saat erbarmungslos weggeſpült. Wie hat der Hagel ſich
an den Obſtbäumen verſündigt. Jetzt ſtehen ſie da in
winter=
licher Trauer, kein Blatt, keine Blüte iſt ihnen geblieben. Winzer
und Bauer ſehen ſich um den wohlverdienten Lohn für ihre
ſauere Arbeit betrogen. Ungeheuren Schaden hat die Laune einer
Stunde verurſacht. Heute laufen die Geleiſe durch die Stadt,
auf denen die in den Straßen getürmten Erdmaſſen wegrollen
ſollen. Hie und da iſt der Pflug wieder über das ausgewubte
Land gegangen. Das Bild der Verwüſtung iſt heute noch
er=
ſchütternd. Bahn, Auto, Rad und Fuß tragen Neugierige
her=
bei. Möchten doch alle, an deren Hütte der Zorn dieſes
Un=
wetters vorüberging, dem Aufruf des Odenwaldklubs folgen
und ein Scherflein zur Linderung der entfetzlichen Not beiſteuern.
Dem Hiſtoriker kommt beim Anblick dieſes Elends ein Exinnern
an all das Unglück, das dieſes Zwingenberg im Laufe der Zeiten
hat durchkoſten müſſen. Sind doch die Würgeengel des Krieges,
der Seuche, der Teuerung immer aufs neue durch dieſe ſtillen
Gaſſen gewandelt. Zwingenberg, wie der Name ſagt eine
Zwing=
burg, ein wichtiger Platz an der verkehrsreichen Bergſtraße, iſt in
alle möglichen kriegeriſchen Händel hineingezerrt worden.
Drang=
ſale in ſinnloſen dynaſtiſchen Fehden, Plünderung und
Brand=
ſchatzung, Peſt und Hungersnot im Dreißigjährigen Krieg, Nöte
und Qualen in den Revolutionskriegen, alles hat das arme
Zwingenberg durchkoſten müſſen. Wie hauſten hier 1693 die
Franzoſen. Ein paar Sätze aus dem Bericht eines Zeitgenoſſen
mögen hier Platz finden: „Die Stadt Zwingenberg iſt inwendig
der Mauern bis auf die Kirch, das Schulhaus und noch eilf
ſchlichte Häuſer auf dem Berg völlig und aus dem Grund
ab=
gebrannt. Die Gärten ſind völlig ruiniert; die Früchte im Feld
vom Landgraben an bis hinauf nach Bensheim und weiter fort
ſind gänzlich zertreten und hinwegfouragirt, alſo daß nicht ein
Malter von allem zu erlangen; bis nach Bickenbach und weiter
hinunter ſonderlich an der Straße iſt alles in den Grund geritten
und zerſchleift, ſo daß ſich das Erndken nicht lohnet. Die
Wein=
gärten, an der Straße gelegen, ſind zerritten, die Pfähle
heraus=
geriſſen, die Stöcke abgeſchnitten.” Mußte in dieſer leiderfahrenen
Stadt ein zürnender Lenz wetteifern mit der Untat kriegeriſcher
Horden?
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