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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 133
Sonntag, den 13. Mai 1928.
191. Jahrgang
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aufträge und Leiſiung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fäll ſeder
Nabatt weg. Banklonto Deutſche Bank und Darme
Kädier und Nationalbank.
(röffnung der „Preſſa” in Köln.
Der feierliche Feſtakt.
Die Begrüßungsanſprache des
Oberbürger=
meiſters Adenauer.
Köln, 12. Mai.
Die Eröffnung der großen Juternationalen Preſſeausſtellung
fand heute vormittag mit einem feierlichen Feſtakt in der großen
Meſſehalle in Gegenwart der Vertreter der Reichs= und
Staats=
behörden, 43 auswärtiger Staaten und von 7000 geladenen
Gäſten ſtatt. Das Halleluja des Oratoriums „Der Meſſias” von
Händel, vorgetragen vom Städtiſchen Orcheſter unter Leitung
von Generalmuſikdirektor Profeſſor Dr. Abendroth bildete die
ſtimmungs= und eindrucksvolle Einleitung. Dann ergriff
Ober=
bürgermeiſter Adenauer in ſeiner Eigenſchaft als Vorſitzender
des Präſidiums der Preſſa zu folgender Eröffnungsanſprache
das Wort:
Mit aufrichtiger, von Herzen kommender Freude heiße ich
Sie im Namen der Internationalen Preſſeausſtellung
willkom=
men. Ich folge nicht nur meiner Pflicht, ich folge einem Drange
meines Herzens, wenn ich in erſter Linie der Reichsregierung,
dem Reichstage und dem Reichsrate, dem preußiſchen Herrn
Miniſterpräſidenten und den übrigen Vertretern Preußens den
Tribut der Dankbarkeit zolle für, die tatkräftige Unterſtützung,
welche unſer Ausſtellungsplan bei ihnen gefunden hat. Ohne
die fördernde Zuſtimmung, ohne die moraliſche
Unterſtützung der Reichsregierung wäre dieſe
internationale Ausſtellung nicht möglich
gewe=
ſen. Oberbürgermeiſter Dr. Adenauer bat dann Reichsminiſter
Dr. Brauns, dem Herrn Reichspräſidenten und dem Herrn
Reichs=
kanzler den Ausdruck dankbarer Verehrung zu übermitteln. So=
Hann gedachte der Redner aller Mitarbeiter an dem großen Werke
aund fuhr fort: Die Ausſtellung hat zum Gegenſtand die Welt des
in Wort oder Bild gefaßten und vervielfältigten Gedankens: Die
(Beſchichte des menſchlichen Wortes iſt die Geſchichte der
Menſch=
heit, ihrer Kultut, ihrer Religionen, ihrer Geſinnung, ihrer
Hämpfe, ihrer Revolutionen, ihres Ringens und Strebens.
Die Entwicklung und Geſchichte des
menſch=
lichen Wortes,
feine Vielfältigkeit, ſeinen beſtimmenden Einfluß in Kultur und
Geſchichte, die Macht, die es gerade in unſeren Tagen in der
Form der Zeitung ausübt, darzuſtellen: das iſt der Zweck dieſer
Ausſtellung. Der menſchliche Geiſt muß wurzeln in dem Boden
er eigenen Nation, aber die Landesgrenzen dürfen ihn nicht
ein=
angen, er muß bei aller Wahrung ſeiner berechtigten nationalen
Eigenſchaften ſeiner Natur nach über ſie hinausſtreben zur
gei=
tigen Gemeinſchaft und Verbundenheit aller Kulturvölker. Auch
dieſe Ausſtellung muß, auf deutſchem Boden entſtanden, die Züge
dieſes Landes tragen. Aber auch ſie mußte ihrem Weſen und
hrer Beſtimmung nach hinaufſtreben über die Landesgrenzen.
Dr. Adenauer hieß dann mit wahrer und aufrichtiger Freude
die Vertreter von 43 Staaten und des
Völker=
undes willkommen und begrüßte an ihrer Spitze die
Bot=
chafter und Geſandten und den Generalſekretär des
Völkerbun=
es. „Seien Sie verſichert, meine Herren,” führte er aus, „daß
anz Deutſchland der Beteiligung Ihrer Länder und Ihrem
Erſcheinen am heutigen Tage die größte Bedeutung beilegt. Möge
reſe Ausſtellung die Ueberzeugung von der Gemeinſamkeit in
en erhabenſten und weſentlichſten Grundlagen der menſchlichen
ultur, das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer großen, in Gedeih
rid Verderb miteinander verflochtenen Völkerfamilie ſtärken
nd mehren, möge dieſe Ausſtellung werden ein
Zerkzeug des Friedens!
Beneraldirektor Eſch über Werden, Aufbau,
Bedeutung und Ziele der Preſſa.
Generaldirektor Eſch, der geſchäftsführende Vorſitzende des
räſidiums, gab ſodann in längerer Rede einen Ueberblick über
serden, Aufbau, Bedeutung und Ziele der Preſſa. Er führte
rter anderem aus: Die Internationale Preſſeausſtellung, die
ſte ihrer Art, wird heute, in ihren Grundlinien vollendet, Ihrer
chlichen Kritik und Ihrer freundlichen Geſinnung übergeben.
je Zielſetzung der Ausſtellung war: In erſter Linie die
Bedeu=
ng der Preſſe als geiſtige Macht, als Kulturfaktor, als
verant=
ortlich für den Geiſt der Nation und der Welt darzuſtellen, als
reites, ihre Bindungen an Wirtſchaft und Technik zu zeigen,
S drittes, die Weltgeltung und Weltbedeutung der Preſſe vor
er Welt offenzulegen. Vor allem war unſer Beſtreben, den
eveglichen und lebendigen Geiſt der Preſſe als treibende und
gweiſende Kraft in ſeiner Verbundenheit mit Kultur und
irtſchaft, mit dem politiſchen und ſozialen Geſchehen,
nachzu=
aren und die Zeitung als geiſtige Leiſtung ausſtellungstechniſch
weit als möglich zu erfaſſen und darzuſtellen. Daraus ſollte
f der einen Seite die Erkenntnis der Rieſenverantwortung für
Schaffung und den Gebrauch dieſes gewaltigen Inſtrumen=
, auf der anderen die Anerkennung für die in ihm verkörperte.
ſumme hochwertiger geiſtiger und techniſcher Arbeit
entſprin=
r. Generaldirektor Dr. Eſch ſchilderte dann in großen Zügen den
Aufbau der Ausſiellung
v den Gehalt der einzeluen Abteilungen. Am Anfang der Aus=
Cung, führte er aus, ſteht die kulturhiſtoriſche Abteilung. Sie
rt in lebendiger Darſtellung von den Uranfängen des
Nach=
tenweſens bei den Naturvölkern bis zur modernen
Tages=
uing. In einer ſtatiſtiſch=wiſſenſchaftlichen Abteilung wird ver=
2t, die in der modernen Preſſe wirkenden geiſtigen,
wirtſchaft=
en und techniſchen Kräfte ſinnfällig zu machen, von der Nach=
+ angefangen bis zum fertigen Produkt mit allen geiſtigen und
techniſchen Faktoren, deren Zuſammenwirken in ſteter
Wechſel=
beziehung die Zeitung ihr Erſcheinen verdankt. Die
bedeutend=
ſten deutſchen Zeitungsverlage wetteifern in großzügigen
Einzel=
ausſtellungen, den hohen Stand des deutſchen Zeitungsweſens
im In= und Auslande praktiſch vor Augen zu führen. Dasſelbe
Ziel verfolgt eine andere große Abteilung: die Zeitſchriftenſchau.
Weiterhin ſchilderte Generaldirektor Dr. Eſch die große Zahl der
Sondergruppen, an deren Spitze er die Ausſtellungen der
Reichs=
regierung und der preußiſchen Staatsregierung nannte. Er gab
ferner einen Ueberblick über die Beteiligung des Auslandes an
der Preſſa, die 45 Länder und den Völkerbund umfaßt, und ſtellte
mit Genugtuung und Freude feſt, daß die Bitte, ſich an der Preſſa
zu beteiligen, bei allen zuſtändigen Stellen und Perſönlichkeiten
des Auslandes mit Intereſſe und Anerkennung, bei,den meiſten
Staaten ſogar mit ſpontaner Begeiſterung aufgenommen
wor=
den ſei.
Reichskommiſſar der Preſſa
Reichsminiſter a. D. Dr. Külz.
Oberbürgermeiſter von Köln
Dr. Adenauer.
Für die preußiſche Regierung ſprach
Miniſier=
präſident Dr. Braun,
der zunächſt ſeiner Freude darüber Ausdruck gab, daß eine
preu=
ßiſche Stadt, das altehrwürdige, durch Geſchichte und Sage für
alle Deutſchen verklärte Köln, den Vorzug genießt, wieder einmal
ein Mittelpunkt zu ſein, auf den ſich heute die Blicke unzähliger
geiſtig intereſſierter Menſchen in faſt allen Teilen der bewohnten
Welt richten. Der Miniſterpräſident fuhr fort: Daß gerade das
Rheinland es iſt, dem dieſe zentrale Stelle zuteil wird, gereicht
der preußiſchen Staatsregierung zur beſonderen Genugtuung,
weil ja dieſer Landesteil, dieſe alte Stück deutſchen Kulturbodens
ſo ſchwer unter den Folgen des Krieges in all den Jahren der
Nachkriegszeit zu leiden hatte und zum Teil noch heute leidet.
Das neue Preußen, die junge Republik, weiß ſich frei von allem,
was man früher in dem Begriff Polizei= und Militärſtaat
zu=
ſammenfaßte, und iſt ſtolz darauf, daß es ſich in den zehn Jahren
ſeit der Staatsumwälzung zum modernen, freien Volksſtaat im
beſten Sinne des Wortes entwickelt und als zuverläſſigſte und
feſteſte Stütze der deutſchen Republik erwieſen hat. Das neue
Preußen achtet und ſchützt die Preſſefreiheit und hält ſie für eine
der wertvollſten und unentbehrlichſten Errungenſchaften der
Neu=
zeit, ohne die das geiſtige und politiſche Leben eines modernen
Kulturvolkes nicht mehr denkbar iſt. Jedoch erſt die Paarung
von Preſſefreiheit und journaliſtiſchem und verlegeriſchem
Ver=
antwortungsgefühl ergibt die Preſſe, die ihrer Bedeutung und
ihren großen Aufgaben im modernen freien Volksſtaat gerecht
werden kann. Die Preſſe ſieht jetzt zum Glück mit wenig
Aus=
nahmen in wachſendem Maße ihre wahre und größte Aufgabe
darin, ausgleichend und verſöhnend zu wirken, für den Abbau
der nationalen Gegenſätze, für die Verſtändigung der Völker und
für die friedliche Erledigung internationaler Differenzen
einzu=
treten. Möge von der impoſanten Zeitungsſchau der Preſſa die
Erkenntnis ausgehen, daß das große Inſtrument, die moderne
Preſſe, erſt dann zum höchſten Wert herangereift ſein wird, wenn
es in allen Ländern plaumäßig und uneingeſchränkt in den Dienſt
der Völkerverſöhnung und des Menſchheitsfriedens geſtellt wird.
Darauf vollzog als Vertreter der
Reichs=
regierung Reichsminiſter Dr. Brauns die
offizielle Eröffnung der Ausſiellung,
wobei er nachſtehende Anſprache hielt: Hochanſehnliche
Verſamm=
lung! Von ſachkundiger Seite ſind Zweck und Aufgaben der
Preſſeausſtellung, die zu eröffnen wir uns anſchicken, ſoeben
dar=
gelegt worden. Unter den vielen Ausſtellungen der letzten Jahre
verdient dieſe zweifellos beſondere Achtung. Sie iſt von großer
nationaler, aber nicht minder auch von hervorragender
inter=
nationaler Bedeutung. Die Reichsregierung hat ihr deshalb auch
wärmſtes Intereſſe entgegengebracht und wünſcht ihr guten
Ver=
lauf und Erfolg. Auf allen Gebieten menſchlichen Daſeins und
Lebens wirkt die Preſſe beſchreibend und belehrend, kritiſch
ur=
teilend, mahnend und werbend. Sie regiſtriert alles Geſchehen,
ſie nimmt aber auch beſtimmenden Einfluß auf die Geſtaltung.
Selber eine Großmacht, dient ſie großen Mächten, nimmt ſich
aber auch der Kleinen und Schſvachen an. Ihrer bedient ſich das
Schlechte zu ſeiner Verbreitung, mehr aber dient ſie — Gott ſei
Fortſetzung auf Seite 2, 3. Spalte.
Die Woche.
Nur noch eine Woche trennt uns von dem Tag der
Reichs=
tagswahlen, von dem Tag, an dem das deutſche Volk wieder
ein=
mal entſcheiden ſoll über die Geſtaltung ſeines politiſchen
Ge=
ſchicks. Nur noch eine Woche, und trotzdem iſt von irgendwelcher
Erregung, wie ſie ſonſt wohl in Wahlzeiten zu verſpüren war,
nichts zu merken. Intereſſeloſigkeit? Gewiß, das deutſche Volk
iſt ein „unpolitiſches Volk”, und nur die unmittelbare an die Tür
jedes einzelnen pochende Not konnte den tönenden Schlagworten
eine ſo ſtarke Reſonanz im Volke geben, wie wir das in den
Wahlkämpfen vergangener Jahre erlebt haben. Dieſe Zeiten des
Taumels einer ganzen Nation ſind — hoffentlich endgültig —
vorüber. Die Gefahr eines Rückſchlags, eines Ausſchlags des
Pendels nach der anderen Seite hin iſt ſicherlich in erheblichem
Maße vorhanden, die Gefahr, die darin beſteht, daß das deutſche
Volk nunmehr dem politiſchen Geſchehen mit dumpfer
Gleich=
gültigkeit gegenüberſteht. Ihr zu begegnen, iſt jedes Einzelnen
Pflicht. Wir haben es ſchon oft ausgeführt und müſſen es immer
wieder beionen, daß das darlamentariſche Syſtem von der
Mit=
arbeit des geſamten Volkes lebt, daß es nur funktionieren
kann, wenn in dem Wahlergebnis der politiſche Wille des
ge=
ſamten Volkes zum Ausdruck kommt. Gewiß, wenn wie bei
den letzten heſſiſchen Landtagswahlen etwa die Hälfte der
Stimm=
berechtigten zu Hauſe bleibt, ſo kann man natürlich ſagen, daß
dieſe Zuhauſegebliebenen ſich ja ſelbſt ihrer politiſchen Rechte
begeben haben, und daß ſie ſich infolgedeſſen nicht darüber
be=
ſchweren können, wenn ſie nun praktiſch von denen beherrſcht
werden, die ihr Wahlrecht ausgeübt haben. Das würde formell
durchaus richtig ſein, aber es wäre recht bedenklich, wenn man
ſich dabei beruhigen wollte. Eine Diktatur behält immer ihre ſehr
bedenklichen Seiten, auch wenn ein Teil des Volkes dem anderen
das Recht einräumt, dieſe Diktatur über ihn auszuüben. Bei
alledem aber iſt noch keineswegs geſagt, daß es unbedingt auf
politiſche Jutereſſeloſigkeit der Maſſen zurückzuführen iſt, wenn
die Wahlverſammlungen aller Parteien ſich durch gähnende Leere
auszeichnen, und zwar auch dann, wenn Redner auftreten, die
jedenfalls etwas zu ſagen haben. Auch in Frankreich waren bei
dem letzten Wahlkampf die Verſammlungen leer, ſo daß von den
Führern bereits die ſchwerſten Befürchtungen gehegt wurden.
Trotzdem aber war nachher die Wahlbeteiligung außerordentlich
ſtark. Es hat alſo doch den Anſchein, als ob die Methoden, mit
denen man nun ſchon arbeitet, ſeitdem überhaupt gewählt wird,
etwas veraltet wären. Brauchen auch wir zur Aufrüttelung des
politiſchen Intereſſes der Maſſen Muſikkapellen und Umzüge?
In anderen Ländern begegnet man ja ſchon ſeit längerer Zeit
derartigen Erſcheinungen. Das wäre ganz gewiß nicht erfreulich.
Zu wünſchen wäre vielmehr, daß eine ſachliche Darlegung von
Gründen und Gegengründen genügen würde, um auch den letzten
Wahlberechtigten daran zu erinnern, daß er Pflichten gegen den
Staat hat.
Vorausſetzung dafür allerdings iſt und bleibt, daß die
Kampf=
fronten klar erkennbar ſind. Das war in Frankreich der Fall, wo
der Kampf für oder gegen die Union nationale geführt wurde,
und daraus erklärt ſich ſicherlich auch die ſtarke Wahlbeteiligung
trotz ſchlecht beſuchter Wahlverſammlungen. Um was aber
geht es bei uns? Das iſt eine Frage, deren Beantwortung
auch für denjenigen nicht ganz leicht iſt, der mitten im politiſchen
Getriebe ſteht. 31 Parteien ſind es ſchließlich geworden, die ſich
um die Stimme des Wählers am kommenden Sonntag bewerben.
Weltrekord! Und jede dieſer 31 Parteien, die alle 31 natürlich
wiſſen, daß nach Lage der Dinge keine von ihnen dazu berufen
ſein kann, die Führung der deutſchen Politik für ſich allein in die
Hand zu nehmen, jede dieſer 31 Parteien kämpft für ſich. Man
marſchiert zwar getrennt, ob man aber beabſichtigt, hinterher
ver=
eint zu ſchlagen, bleibt recht fraglich.
Daß nach der Wahl ſich einige Parteien zuſammenſchließen
müſſen, um gemeinſam die Führung und Verantwortung zu
übernehmen, ſteht feſt. Was aber auch heute noch nicht feſtſteht,
iſt, welche Parteien ſich zuſammenſchließen werden und welchen
politiſchen Kurs ſie einzuhalten gedenken. Welcher
Zentrums=
wähler zum Beiſpiel weiß, wenn er am kommenden Sonntag die
Stimme für ſeine Partei abgibt, ob er ſie für einen Rechtskurs,
einen Linkskurs oder für eine Politik der Mitte abgibt? Unſere
Parteien warten das Wahlergebnis ab in dem Gedanken, daß ſich
nachher ſchon alles finden werde. Das iſt zwar eine bequeme
Methode, aber eine Methode, die ganz gewiß nicht geeignet iſt,
das politiſche Intereſſe der breiten Maſſen aufzurütteln. Man
ſollte ſich endlich darüber klar werden, daß die alten
Partei=
programme allein nicht mehr ziehen. Es war unter Umſtänden
ſehr anerkennenswert, daß der Reichswirtſchaftsminiſter letzthin
die Frage der Koalitionsbildung nach der Wahl als erſter
öffent=
lich anſchnitt. Er hätte ſogar noch deutlicher werden können, am
beſten ſo deutlich, daß die anderen Parteien dadurch gezwungen
worden wären, auch ihrerſeits Farbe zu bekennen. Mit einer
Wiederkehr der Koalition, auf welche ſich die zurzeit noch
amtie=
rende Reichsregierung ſtützt, iſt wohl kaum zu rechnen. Weder
dürften die zahlenmäßigen Vorausſetzungen dafür gegeben ſein,
noch dürfte der Wille zu einer Fortſetzung dieſer Koalition bei
einem Teil der daran beteiligten Parteien vorhanden ſein. Daß
die Deutſche Volkspartei in ihren leitenden Kreiſen der
Auf=
faſſung iſt, auch mit der Linken zuſammen eine vernünftige
Poli=
tik der Mitte machen zu können, insbeſondere auch mit Rückſicht
auf die entſcheidenden Fragen der Außenpolitik, ſcheint nach den
Ausführungen Dr. Curtius” nicht mehr bezweifelt werden zu
können. Was aber erſtrebt das Zentrum, was erſtrebt die
Demo=
kratiſche Partei, was vvollen die Sozialdemokraten? Hängen hier
die Herzen immer noch an der alten Koalition von Weimar, etwa
mit Herrn Breitſcheid als Außenminiſter, oder erſtreben ſie die
große Koalition, und zwar die große Koalition auf Grund
wirk=
licher politiſcher Erwägungen, nicht etwa nur als kleineres Uebel
im Vergleich mit der bisherigen Regierungskoalition? Die
Par=
teien ſollen doch ehrlich ſagen, welche praktiſche Politik ſie
nach den Wahlen zu machen gedenken, dann werden ſie auch das
Intereſſe der Maſſen finden.
Es iſt unſerer Auffaſſung nach erfreulich, daß insbeſondere
die Verhandlungen über das Reichsſchulgeſetz gezeigt haben, daß
die Gegenſätze zwiſchen der Deutſchen Volkspartei und den Demo=
Geſte 2
Sonntag den 13 Mai 1928
Nummer 433
kraten keineswegs mehr ſo unüberbrückbar ſind, wie das
zeit=
weilig in der Vergangenheit den Anſchein hatte, und daß es auf
der anderen Seite manche Berührungspunkte gibt, die eine
poli=
tiſche Zuſamimenarbeit geradezu wünſchenswert erſcheinen laſſen.
Es iſt freilich nicht ganz leicht, in ſolchen Fällen deutliche
Konſe=
quenzen zu ziehen. Die Demokratiſche Partei Heſſens zum
Bei=
ſpiel hat ſich bei den Verhandlungen über die heſſiſche
Regie=
rungsbildung dazu noch nicht aufzuſchwingen vermocht. Bei den
Fragen der großen Politik aber, die im Reichstag zur
Erörte=
rung ſtehen, ſollte man ſich doch einmal ganz nüchtern die Frage
ſtellen, welche Ziele können wir gemeinſam verfolgen, und was
trennt uns auf der anderen Seite?, um dann aus der
Beant=
wortung dieſer Fragen die politiſche Bilanz zu ziehen. Das dürfte
nicht nur für beide Parteien, ſondern auch für das deutſche Volk
von Nutzen ſein. Schon vor Jahren hat der deutſche
Reichsaußen=
miniſter Dr. Streſemann einen ſtarken Block der Mitte zu ſchaffen
verſucht, weil er glaubte, dadurch die Außenpolitik, die er für
rich=
tig hielt, am beſten ſichern zu können. Er konnte damals ſein Ziel
nicht erreichen, weil die Führung der Demokratiſchen Partei die
Zeichen der Zeit nicht verſtand. Die Hemmungen, die damals
beſtanden, dürften heute nicht mehr vorhanden ſein. Mut zur
Konſequenz! Die Fragen der Außenpolitik ſind es, die letzten
Endes entſcheidend ſind für unſer ganzes ſtaatliches und
wirt=
ſchaftliches Leben. Wenn man in dieſen entſcheidenden Fragen
der gleichen Meinung iſt, ſoll man es auch offen erklären, ſoll man
ruhig die Folgerungen ziehen. Dadurch wird man das politiſche
Intereſſe der Maſſen ſehr viel nachhaltiger aufrütteln als durch
Wahlaufrufe. Dadurch wird man eher auch den letzten Wähler
an die Uirne rufen als durch Umzüge und Schlepper.
M.
Vom Tage.
Der Wirtſchaftsrat des Pölkerbundes.
Der augenblickliche Stand der Weltwirtſchaft
EP. Genf, 12. Mai.
Zu der am Montag, den 14. Mai, in Genf beginnenden erſten
Tagung des neugebildeten Wirtſchaftsrates des Völkerbundes
veröffentlicht die Wirtſchaftsabteilung des Völkerbundes in einem
„Grünbuch” eine eingehende Darſtellung der
augen=
blicklichen Situation der Weltwirtſchaft, und der
Präſident des Wirtſchaftsrates ein intereſſantes Reſumé über
die zukünftige Aufgabe des neuen Organs, dem er in erſter Linie
eine beratende und vermittelnde Funktion zuſchreibt.
Die beiden vorliegenden Rechenſchaftsberichte, das Grünbuch
und das Präſidentenreſums, ſtellten übereinſtimmend feſt, daß
vorläufig auf dem Gebiete der Induſtrie, wo die allgemeine
Stimmung der Kartellbildung nicht günftig ſei,
und auf dem Gebiete der Landwirtſchaft noch
keine weiteren Maßnahmen unternommen
wor=
den ſeien. Dagegen habe ſich die Tätigkeit des Völkerbundes auf
das dritte große Feld der Weltwirtſchaft, den Welthandel,
kon=
zentriert. Hier ſind handelspolitiſch, beſonders was die
Beſeiti=
gung der Ein= und Ausfuhrverbote angeht, gewiſſe Fortſchritte
erzielt, andere in der Vereinheitlichung und Ausgleichung der
internationalen Zollnomenklatur, der Wechſel= und
Scheckgeſetz=
gebung uſw.
Die wichtigſte Aufgabe des Rates in ſeiner erſten Tagung
dürfte die Beratung der internationalen
Zoll=
politik und der damit in engſtem Zuſammenhang ſtehenden
Frage der Meiſtbegünſtigungsklauſel in den
Handelsverträgen bilden. Die beiden Berichte an den kegierung unterſtellte Gebiet. Tſchiang Kai=ſchek wird zu einer
Rat konſtatieren hier, daß ſich ſeit dem Abfchluß der
Weltwirt=
ſchaftskonferenz im allgemeinen eher eine Tendenz zur Erhöhung
der Zolltarife feſtſtellen laſſe, wenn auch in einzelnen Fällen
Herabſetzungen eingetreten ſeien. Im ganzen wiberſpreche dieſe
Tendenz den auf Abbau der hohen Zollſätze drängenden
Ent=
ſchließungen der Weltwirtſchaftskonferenz. Ebenſo hätten die von
der Konferenz empfohlenen individuellen oder zweiſeitigen
Aktio=
nen der Staaten zur Tarifherabſetzung, abgeſehen vom
deutſch=
franzöſiſchen Handelsvertrag und ſeinen Auswirkungen, keinen
Fortſchritt gebracht, weshalb das Grünbuch analog dem Vorgehen
der Häute= und Knochenkonferenz die Anwendung der von der
Konferenz ebenfalls vorgeſchlagenen kollektiven Verhandlungen
zwiſchen mehreren Staaten über beſtimmte und begrenzte
Waren=
kategorien als erfolgverſprechendes Mittel zur ſchrittweiſen
Sen=
kung des Zollniveaus empfiehlt.
die prinzipielle Haltung der Staaten entſcheidenden Frage der gibt. Die Verhaftung von Engländern darf nur in ganz be=
Tarifherabſetzung wird ſich der Wirtſchaftsrat noch mit dem
Stu=
dium der Lage der Kohleninduſtrie, der Zuckerinduſtrie und mit
dem Dumping zu befaſſen haben und das Problem der
Indu=
ſtriekartelle ſowie verſchiedene Empfehlungen für die weiteren
Arbeiten auf dem Gebiete der Landwirtſchaft prüfen.
Der Reichspoſtminiſter hat eine Verfügung erlaſſen, nach der im
geſamten Deutſchen Reiche in Zukunft eine große Anzahl von
Poſtannahmeſtellen bei privaten Kaufleuten errichtet dank — dem Edlen und Guten, dem Wahren und Schönen, dewg
werden ſollen.
die bilfsmaßnahmen des Reiches für
umſchuldungs=
kredite.
Wie aus Moskau gemeldet wird, iſt fetzt endgültig der Begiun des Fortſchritt zum Siege verhelſen möge? Möge die Ausſtellung
Prozeffes gegen die deutſchen Jugenieure auf den 18. Mai feſtgeſetzt
worden.
Medikamenten uſw. haben zu einem befriedigendem Ergebnis geführt, dienſtes auſweiſt und die Weltverbundenheit der Preſſe dartut.
Das Abkommen wurde von Mufſolini und dem deutſchen Botſchafter Auch hier liegen gute und böſe Schickſalsloſe in der Hand der
Baron von Neurath unterzeichnet.
Der amerikaniſche Senat hat die Schiedsgerichtsverträge mit
Deutſch=
land und Italien geſtern genehmigt.
Nach einer Prager Meldung beabſichtigt der rſchechoſlowakiſche
Außenminiſter, Dr. Beneſch, zu einer Befprechung mit
zu kommen.
Der frühere Außenminiſter der Nanking=Regierung, Wu, hat ſich
zur Unterrichtung der öffentlichen Meinung
Ame=
rikas über die Lage in China in Schanghat nach Amerika
ein=
geſchifft.
Wie in Paris verlautet, beabſichtigen die europäiſchen
Groß=
mächte die nächſte Völkerbundsratstagung in Genf dazu
zu benutzen, die dort anweſenden juriſtiſchen Berater der
Außenmini=
ſterien mit der Prüfung der Kelloggſchen Vorſchläge
und der franzöſiſchen Vorbehalte zu beauftragen.
Die franzöfiſche Regierung hat endgültig dahin
ent=
ſchieden, daß Kelloggs Vorſchläge für die Aechtung des
Krieges in ihrer augenblicklichen Geſtalt, d. h. ohne Hinzufügung der
vier in der letzten franzöſiſchen Note vorgeſchlagenen Vorbehalte,
un=
annehmbar ſeien.
Laut „Journée Induſtrielle” ſtehen die franzöſiſch=
öſter=
reichiſchen Handelsvertragsverhandlungen
vor=
dem Abſchluß. Der Vertrag wird wahrſcheinlich heute paraphiert
werden.
Einſtellung der japaniſchen Offenſibe.
Japaniſche Forderungen an China.
PU. Tokio, 12. Mai.
Auf Anordnung des japaniſchen Kriegsminiſters wird die
japaniſche Offenſive in China mit der Beſetzung der Tſinanfu—
Schantung=Bahn vorläufig eingeſtellt. Gleichzeitig werden ver
Nankingregierung folgende Forderungen vorgelegt: Voller Erſatz
für jeden Materialſchaden ſowie Beſtrafung ſämtlicher an dieſen
Zerſtörungen beteiligten Soldaten und Offiziere. Sollten dieſe
Forderungen angenommen werden, wird ſich Japan mit der
ſoweit beſetzten Zone als Sicherheit für die Erfüllung ſeiner
Anſprüche begnügen. Die von China vorgeſchlagene Vermittelung
des Völkerbundes wird abgelehnt. Japan hat weitere
Truppen=
verſtärkungen nach Schantung entſandt.
Ein Aufruf der Peking=Regierung.
FU. Peking, 12. Mai.
Der Miniſterpräſident der Peking=Regierung hat im Namen
des Marſchalls Tſchang Tſo=lin an das chineſiſche Volk einen
Aufruf gerichtet, in dem erklärt wird, daß die chineſiſche
Regie=
rung die Abſicht habe, mit dem Süden Frieden zu
ſchließen. Der Norden habe keine Abſichten auf das der Süd=
Beſprechung eingeladen, um die Möglichkeiten des
Friedens=
ſchluſſes zu erwägen. — Dieſer Aufruf iſt von der Peking=
Regie=
rung auch dem Doyen des diplomtiſchen Korps zur
Kenntnisnahme unterbreitet worden. Der japaniſche Geſandte
erklärte, Japan ſei bereit, die Rolle des Vermittlers zu
über=
nehmen, um den Bürgerkrieg möglichſt raſch beizulegen.
Der engliſch=perſiſche Vertrag.
EP. London, 12. Mai.
Der in Teheran unterzeichnete engliſch=perſiſche Vertrag
ent=
hält außer den Beſtimmungen über die Zölle und gegenſeitige
Meiſtbegünſtigung auch ein Abkommen bezüglich des
Ueberfliegens perſiſchen Gebiets durch
eng=
liſche Flugzeuge wodurch die Eröffnung der
Luft=
verbindung nach Indien möglich wird. Ferner iſt in
einem Anhang die Stellung der engliſchen Staatsangehörigen in
Neben dieſer, wie Theunis hervorhebt, „kritiſchſten”, weil über. Perſien geregelt, die ſich nach Aufhebung der Kapitulationen
er=
ſtimmten Fällen durch beſondere Haftbefehle erfolgen. Den
Eng=
ländern muß die Möglichkeit gegeben ſein, eine Kaution zu ſtellen
und jederzeit mit ihrem Konſul verkehren zu könnnen. — Es
bleiben noch zu regeln die Probleme der Verhältniſſe an der und möge ſie eine Brücke bilden für die geiſtige und kulturelle
An=
perſiſcheirgliſchen Grenze und die Rückzahlung gewiſſer engliſcher näherung der Völker im Sinne gegenſeitigen Verſtehens ud
Anleihen an Perſien.
(röffnung der „Preſſa” in Köln
Fortſetzung von Seite 1, 2. Spalte.
Fortſchritt auf allen Gebieten. Was können wir ſehnlicher wün=
Der Reichsanzeiger veröffentlicht heute die Richtlinien für ſchen, als daß ſie im Dienſt am Guten und Edlen erſtarke, daß
ihre Macht ſich in dieſer Richtung weiten und dem wahren
das ihrige dazu beitragen. Eine beſondere Note erhält dieſe
Ausſtellung dadurch, daß ſie die Preſſe als Weltmacht zeigt, die
Die deutſch=italieniſchen Verhanblungen über die Zollbehandlung von weltumfaſſende Organiſation des internationalen Nachrichten=
Preſſe. Möge ſie wirken für den Frieden und für das Erſtarten
einer friedfertigen Geſinnung der Völker im Dienſte der großen.
alles umſpannenden Menſchheitsidee! Durch und über die Nation
zur Menſchheit! das ſei ihr Wahlſpruch! Wo hätte eine
inter=
nationale Preſſeausſtellung einen ſchöneren Boden finden können
Dr. Streſemann in den nächſten Tagen nach Berlin als hier am Rhein, in dem Herzen alter ununterbrochener
deut=
ſcher Kultur, wo am Rhein der Strom der Zeiten vorbeigebrauſt.
wo das ehrwürdige Köln erzählt von Römermacht, vom erſten
Wachſen und Blühen des Chriſtentums auf deutſchem Boden.
vom mittelalterlichen Glauben, Denken und chriſtlichem
Bürger=
ſinn und ſvo auch heute der Puls neuzeitiger Endwicklung ſchlägts
Im Anſchluß an die Rede des Miniſters ſangen die
An=
weſenden die drei Strophen des Deutſchlandliedes. Mit einem
Finale mit Schlußchor aus Schillers: „Ode an die Freude” des
ſtädtiſchen Orcheſters fand die eindrucksvolle Feier ihr Ende,
Anſchließend unternahmen die Feſtteilnehmer einen Rundgang
durch die weitläufigen Ausſtellungsgebände. Für heute abend
hat die Stadt Köln die anweſenden ausländiſchen und
inlän=
diſchen Staatsvertreter, Ausſchußmitglieder ſowvie die übrigen
Beteiligten zu einem Feſtbankett im Gürzenich eingeladen.
Abends fand im herrlich geſchmückten Gürzenich, der
Stadt=
halle von Köln, ein
Feſteſſen
ſtatt, zu dem die ausländiſchen Vertreter, ſowie die Spitzen der
Behörden geladen waren. Der Gürzenich=Sgal bot in ſeiner
mittelalterlichen Schönheit einen prächtigen Rahmen für das
ge=
ſellſchaftliche Bild. Oberbürgermeiſter, Dr. Adenauei hielt
eine kurze Begrüßungsanſprache, in der er auf die Bedeutung
der Stadt Köln als Brücke und Mittlerin zwiſchen den
abend=
ländiſchen Nationen hinwies. Nach ihm ergriff
Reichsarbeits=
miniſter Dr. Brauns das Wort, der erklärte, was Köln in der
Preſſa unternommen und geleiſtet habe, ſei eine Tat von größter
Bedeutung, nicht nur für das Rheinland, ſondern für das ganze
Reich. Die Preſſa iſt eine Schau, die vor allem den deutſchen
Wiederaufbau zeigt. Die Zeit, wo Europa die Welt war, iſt
vor=
bei, aber jahrtauſendealte Geſchichte iſt nicht wegzuleugnen. Sie
gibt der Stadt höln die Berechtigung zu einer ſolchen Tat. Man
ſagt wohl, Europa iſt alt, man darf aber nicht von einem
altern=
den Europa ſprechen. Deutſchland und das Rheinland ſtellen
den beſten Beweis dafür. Das neue Köln, das alle umliegenden
Wirtſchaftsgebiete zuſammenſchweißt zu einem großen Ganzen,
iſt auf dem beſten Wege, wieder ſeine mittelalterliche Bedeutung
zu erobern. Dr. Brauns ließ ſeine Rede in einem dreifachen Hoch
auf die Stadt Köln ausklingen. — Darauf überbrachte
Reichs=
miniſter a. D. Dr. Külz, der Reichskommiſſar für die Preſſa
im Namen der deutſchen Reichs= und Ländervertreter die
herz=
lichſten Wünſche, Anerkennung und Dank für dieſe Kulturtat zum
Ausdruck. Er begrüßte vor allem ſodann die Vertreter der
aus=
ländiſchen Staaten und den Generalſekretär des Völkerbundes
und dankte ihnen für ihre tatkräftige Unterſtützung. In ſeinen
weiteren Ausführungen zeichnete er dann ein Bild von dem
Wert der Preſſe für die Völkerverſtändigung. — Nach ihm ſprahn
noch der Generalſekretär des Völkerbundes Sir Erie
Drun=
mond, der ſpaniſche Botſchafter, für den Verein der Deutſchen
Zeitungsverleger Profeſſor Julius Wolff, für den
Reichsver=
band der Deutſchen Preſſe Dr. Dovifat und zum Schluß
Pro=
feſſor Volkmann=Leipzig.
Glückwunſch der deutſchen Zetungeverleger.
Als erſter Glückwunſch zur Preſſa=Eröffnung iſt ein
Tele=
garmm des Vorſitzenden des Vereins Deutſcher Zeitungsverleger,
Kommerzienrat Dr. Krumbhaar, an Oberbürgermeiſter Dr.
Ade=
nauer eingetroffen, in bem es heißt: Die Weltſchau des
Zeitungs=
weſens iſt erwachſen aus Ihrer kraftvollen Initiatiwe, aus dem
opferbereiten Mut der Stadt Köln und dem tarkräftigen
Zu=
ſammenwirken aller in der Preſſe tätigen Kräfte. Aufrichtiger
Dank gebührt all den Männern und Körperſchaften, die zur
Vor=
bereitung und zum Gelingen des großen Werkes beigetrageit
haben, in erſter Linie der Stadt Köln und ihrem Oberhaupt.
Möge die „Preſſa” ihre weltgeſchichtliche Miſſion in vollem
Um=
fang erfüllen, möge ſie die Aufklärung der Oeffentlichkeit über die
Aufgaben, die Bedeutung und die Wirrſchaftlichkeit der Preſſe.
fördern, möge ſie vor dem In= und Auslande Zeugnis ablegen
für den Hochſtand deutſchen Geiſteslebens und deutſcher Kultul,
einer auf Gerechtigkeit beruhenden Befriedung.
*Die „Preſſa” iſt eröffnet.
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
Der 12. Mai iſt ein Markſtein in der Geſchichte der Stadt
Köln. Wie vor Jahrhunderten ſchon treffen ſich die Völker der
Erde im Zeichen des heiligen Stromes, wie immer ſchon tut der
Rhein ſeine große Vermittlungsaufgabe und hilft die Befriedung
der Völker vorbereiten. Die Flaggen von faſt allen
Kulturlän=
dern der Erde grüßen von den Ausſtellungsbauten, ein buntes
Gewirr von Sprachen tönt uns entgegen, und im Staatenhaus
ſind alle großen Länder von Eurrpa und lieberſee
nebeneinander=
geſtellt. Dieſe Tatſache ſei als ein köſtliches Symbol gewertet. In
den Stunden, da dieſer Bericht geſchrieben wird, leuchten zum
erſten Male die gewaltigen Lichtketten aus den Bögen der
mäch=
tigen Rheinbrücken auf. Das alte behagliche Ufer mit dem Dom
im Hintergrund wird durch dieſe leuchtenden Bänder verflochten
mit der großen Ausſtellungsſtadt, in der das alte Köln ſeine
Gegenwartsbedeutung beweiſen will.
Die Preſſa iſt eröffnet. Sie ſoll eine Kulturtat ſein, ein
Dienſt am Geiſtigen, aber auch ein Dienſt an Wirtſchaft, Induſtrie
und Verkehr. All dem dient die Preſſe und iſt vielfältig mit ihm
verflochten. Das gibt der ganzen Ausſtellung ihr Gepräge; wir
werden eingefangen vom unendlich geſteigerten Rhythmus der
Gegenwart, aber auch die Tradition wird nicht verachtet. Aus
Vergangenheit und Gegenwart löſen ſich aus dieſer gewaltigen
Ausſtellung die Kräfte, die an der Zukunft bauen ſollen und
bauen werden. Perſpektiven öffnen ſich, die dem Ringen und der
Not der nachkrieglichen Gegenwart einen tieferen Sinn geben.
Man wird das Gefühl nicht los, daß dieſe Ausſtellung nicht etwas
Einzelnes iſt, nicht ein unorganiſcher Verſuch, ſondern daß ſie
einfach die klare Fortſetzung einer hiſtoriſchen Linie iſt. Nun, wo
ſich die Pforten der Preſſa geöffnet haben, iſt verſtändlich
ge=
worden, daß man dieſer Ausſtellung den Namen „Weltſchau am
Rhein” gegeben hat. An dieſer Stelle ſoll lediglich verſucht
wer=
den, aus der Fülle der vielen Eindrücke ein Weniges
herauszu=
heben und in Worte zu bannen.
Die Ausſtellungsbauten erſtrccken ſich auf dem Deutzer Ufer
des Rheines in einer Länge von mehr als 3 Kilometern,
über=
ragt von dem gewaltigen Preſſa=Turm, der wie ein Gleichnis
eines neuen Wollens dem Dome gleichſam ein Bruder geworden
iſt. Mächtige Hallen dehnen ſich aus, durchpulſt vom Rhythmus
der großen Zeitungsmaſchinen, unterbrochen von beſinnlichen
Ausſtellungen, die die Verleger unter Wahrung
landsmannſchaft=
licher Geſichtspunkte veranſtaltet haben. Alles das, dem die
Zei=
tung dient, erfährt ſeine beſondere Behandlung. Die Wirtſchaft,
deren jeweiliger Zuſtand in ſtarken Zuſammenhängen mit dem
Preſſeweſen ſteht, hat ſich auch auf dieſer Schau eingeſtellt. Wir
finden die deutſchen Großfirmen in jeweils charakteriſtiſchen
Einzelkojen ſich repräſentieren. Die Induſtrien, die irgendwie
ur=
ſächlichen Zuſammenhang mit der Zeitung haben, zeigen ihre
Produkte, und es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die großen
Verkehrs=
inſtitute ihre Arbeit ausſtellen. Gewaltige Modelle zeigen die
Methode der modernen, techniſch unendlich verfeinerten
Nachrich=
tenvermittlung. Wir erleben vor unſeren Augen den
Zeitungs=
druck, wir ſtehen an den Setzmaſchinen und an dem Mettagetiſch,
die neuzeitlichen und größten Rotationsmaſchinen treiben ihre
Räder vor unſeren Augen.
Der ganze Betrieb der modernen Tageszeitung, von der
Nachrichtenergreifung und der redaktionellen Bearbeitung bis hin
zum Verſand des fertigen Blattes fängt uns in ſeinen Bann.
Die Zeitſchriften wiſſenſchaftlicher, erzieheriſcher, aber auch
all=
gemein bildender Art haben hier eine große Sonderſchau
erfah=
ren. Bei dieſer Gelegenheit iſt auch zu betonen, daß dem deutſchen
kolonialen und auslandsdeutſchen Gedanken beſonders gedient
wird. Es gibt ſchlechthin keine Materie, die für die Preſſe von
Bedeutung iſt und deren Behandlung ein öffentliches Intereſſe
erheiſcht, die hier nicht ihre Spiegelung erfährt. Technik,
Wirt=
ſchaft, Handel, Induſtrie und Verkehr haben ſich auf der Preſſa
vermählt und erbringen hier den Beweis ihrer inneren Kräfte
und ihrer äußeren Leiſtungen.
Aber auch der Vergangenheit wird ein breites Recht gegeben,
das ihr, unter geiſtesgeſchichtlichem Geſichtswinkel geſehen,
ge=
bührt. Die kulturhiſtoriſche Abteilung iſt eine Leiſtung
einzig=
ſtehender Art. Die politiſche und kulturelle Geſchichte Europas,
aber auch der Welt erfährt hier ihr genaueſte Spiegelung.
Zei=
tungsgeſchichte erſcheint hier als allgemeine Kulturgeſchichte.
Wir=
werden zurückgeführt bis in die Anfänge des Nachrichtenwefen?
lange ehe die eigentliche Zeitung begann. Dabei iſt darauf
hin=
weiſen, daß dieſe geſchichtliche Darſtellung in Einzelrätnken
boten wird, die Anſpruch auf abſoluteſte Milieu=Echtheit machen
dürfen. Angefangen mit der chineſiſchen Zeitung „King 300
die 800 Jahre v. Chr. erſchien, weitergehend über die Nachrichtele
vermittlung der primitiven Völker und der Antike, hinüberreichend
zu bem Lied als Zeitung in der Zeit des Minnegeſangs, dee
Moritat und des Bänkelſängerweſens ſteigen wir an bis zu
Gutenbergs epochemachender Erfindung, nachdem wir vorhe‟
noch den Aviſenſchreibern in Nürnberg und den Kloſterbrüdern,
ſchreibend an dicken Folianten, begegnet ſind. Dann kommt die
Zeit der Einblattdrucke, aus denen ſich dann über die moraliſchen
Wochenſchriften hinaus die Preſſe Friedrichs des Großen, Jolele
des Ziveiten und Napoleons entwickelt hat. Der behagliche
Biedermeier und die verträumte Romantik ſprechen uns alt, de
Poeſie der Poſtkutſchenzeit begegnet uns, und ſo rundet ſich das
Bild bis zur Schwelle der Gegenwart. All dieſe Epochen ſind in
Räumen dargeſtellt, aus denen uns die Vergangenheit lebenoie
und ganz anſchaulich anſpricht. In der kulturhiſtoriſchen Abtel
lung, die vor dem exakteſten Zeitungswiſſenſchaſtler beftehen kanle
liegt auch der beſondere Wert der Preſſa für die Allgemeinheit
weil gerade hier eine volksbildende Aufgabe von eminenter Wich
tigkeit geſtellt und erfüllt iſt. Es liegt im Charakter einer neuzei!
lichen Fachausſtellung, daß ſie in die Breite und Tiefe ausho!=
Solches iſt hier geſchehen.
Gegenwart und Vergangenheit ſind auf der Preſſa erfaß:
aber ein beſonderer Gedanke dieſer Ausſtellung verdient n90
Erwägung, das iſt ihre internationale Bedeutung, die uns i
dem Staatenhaus recht zum Bewußtſein kommt, wo 43 Staatei
und der Völkerbund im Zeichen der „ſchwarzen Kunſt” ſich zu
ſammenfanden. Hier iſt ein Stück Weltgeſchichte lebendig gewvor
den und ſpricht uns an. Von dieſer Ausſtellung glauben die
Veranſtalter, daß ſie über die Gegenwart hinaus der Zukunf
klare Wege weiſt. Im Nahmen einer kurzen Ueberſicht iſt natür
lich nicht möglich, Weſen und Bedeutung, Sinn und Zweck
Methode und Viefalt klar zu ſpiegeln.
Cine Vielzahl von Politikern, Diplomaten, Wirtſchaftler:
und Zeitungsfachleuten iſt in Köln in dieſen Tagen zuſammel”
gekommen und wird ſich im kommenden Sommer in der Domt
ſladt noch treffen. Die Preſſa iſt ein Werk, das bei der Wahrun”
iner geſunden Tradition die Gegenwart berückſichtigt, um
au=
ieſen beiden Elementen die Zukunft zu formen. Die glanzvoll
röfſnung iſt voxbei und man darf der Wunſch ausdrücken, dar
die Wirkung ebenſo lichtvoll uind bedeutend ſei, wie dieſer Auftark
Nummer 133
Sonntag, den 13. Mai 1928
Seite 3
Der deutſch=amerikaniſche Vergleichs=
und Schiedsgerichts=Verirag.
Einſetzung einer ſtändigen internationalen
Kommiſſion zur Regelung von Streitfragen.
Verurteilung des Krieges als Werkzeug der
internationalen Politik.
Berlin, 12. Mai.
Die am 5. Mai in Waſhington unterzeichneten Verträge
zwiſchen dem Deutſchen Reich und den Vereinigten Staaten
zer=
fallen in einen Vergleichs= und einen
Schiedsge=
richtsvertrag. Der Vergleichsvertrag ſieht vor, daß alle
ziiſchen den Vertragspartnern entſtehenden Streitfragen, welcher
Natur ſie auch immer ſei mögen, wenn ſie auf dem
gewöhn=
lichen diplomatiſchen Wege nicht beigelegt werden konnten, und
die vertragsſchließenden Parteien nicht die Entſcheidung eines
zuſtändigen Gerichts anrufen, zur Unterſuchung und zum Bericht
einer innerhalb ſechs Monaten nach Vertragsſchluß zu bildenden
Ständigen internationalen Kommiſſion unterbreitet werden, die,
wie folgt, zuſammengeſetzt wird: Je ein Mitglied wird durch die
Regierung jedes der beiden Länder gewählt, je ein weiteres
Mit=
glied wird von jeder Regierung aus einem dritten Lande gewählt,
das fünfte Mitglied wird auf Grund einer Verſtändigung beider
Teile gemeinſam gewählt und darf nicht Angehöriger eines der
beiden Länder ſein. Die internationale Kommiſſion kann auf
Grund eines einſtimmigen Beſchluſſes auch von ſich aus ihre
Dienſte zur Unterſuchung einer Streitfrage anbieten. Sie hat in
allen Fällen ihren Bericht innerhalb eines Jahres fertigzuſtellen,
falls nicht die Vertragspartner ſich über eine Verlängerung oder
Verkürzung der Friſt einigen. Beide vertragsſchließenden
Par=
teien behalten ſich das Recht vor, hinſichtlich des Gegenſtandes der
Streitfrage nach freiem Ermeſſen zu handeln, ſobald der Bericht
der Kommiſſion erſtattet worden iſt. Der Vertrag ſoll fortlaufend
in Kraft bleiben, bis er von einem der Vertragspartner ſchriftlich
mit einjähriger Kündigungsfriſt aufgelöſt wird.
In der Einleitung des zweiten, nämlich des
Schiedsgerichts=
vertrags, wird beſonders betont, daß die Vertragspartner beſtrebt
ſind, durch ihr Beiſpiel nicht nur zum Ausdruck zu bringen, daß
ſie den Krieg als Werkzeug der internationalen Politik in ihren
gegenſeitigen Beziehungen verurteilen, ſondern auch den Eintritt
des Zeitpunktes zu beſchleunigen, in welchem der Abſchluß
inter=
nationaler Uebereinkommen zur friedlichen Regelung
internatio=
naler Streitfragen für immer die Möglichkeit eines Krieges
zwiſchen irgend welchen Mächten der Welt beſeitigen wird. Der
Vertrag ſieht vor, daß alle zwiſchen den Vertragspartnern
ent=
ſtehenden Streitigkeiten, bei welchen die eine Partei gegenüber
der anderen auf Grund eines Vertrags oder auf anderer
Grund=
lage ein Recht in Anſpruch nimmt, ſofern ſie weder auf
diplo=
matiſchem Wege, noch durch Anrufung einer Vergleichskommiſſion
nicht geregelt werden konnten und ſo weit ſie nach den
Grund=
ſſätzen von Recht und Billigkeit entſcheidbar und ſomit für ein
Rechtsverfahren geeignet ſind, dem Ständigen Schiedshof oder
einem anderen Gericht vorgelegt werden, und zwar auf Grund
einer in jedem Einzelfall durch beſondere Vereinbarung zu
tref=
fenden Entſcheidung, die nötigenfalls auch die Bildung des
Ge=
richts regeln und ſeine Befugniſſe beſtmmen ſoll. Von der
ſchiedsgerichtlichen Behandlung ausgeſchloſſen ſind alle
Streit=
fragen, deren Gegenſtand entweder unter die einheimiſche
Ge=
richtsbarkeit eines Vertragspartners fällt oder in die Intereſſen
Hritter Parteien eingreift oder auf der Aufrechterhaltung der
Monroe=Doktrin beruht bzw. in die Aufrechterhaltung der
Dok=
trin eingreift oder auf der Beobachtung der Deutſchland nach der
Völkerbundsſatzung obliegenden Verpflichtung beruht bzw. in
die Beobachtung dieſer Verpflichtungen eingreift. Auch dieſer
Vertrag ſoll fortlaufend in Kraft bleiben, bis er ſchriftlich mit
einjähriger Kündigungsfriſt aufgelöſt wird.
Noch immer Zuriſien=Konferenz.
* Berlin, 12. Mai. (Prib.=Tel.)
Obſvohl Herr Kellogg mit nicht mißzuverſtehender
Deutlich=
leit erklärt hat, daß er eine Juriſtenkonferenz über ſeinen
Anti=
riegspakt ablehnt und obwohl auch Chamberlain ſich ihm
ange=
chloſſen hat, ſpukt das Geſpenſt dieſer Konferenz immer noch.
Italien hat ſich ja auf Bitten Frankreich bereitgefunden, den
Vorſchlag offiziell aufzunehmen und es ſcheint, als ob Frankreich
hinter den Kuliſſen in der gleichen Richtung fleißig weiterarbeitet
u der Form, daß bei der nächſten Ratstagung im Juni, wo die
ztriſtiſchen Sachverſtändigen gewohnheitsmäßig mit ihren
Außen=
rriniſtern anweſend ſind, durch das zufällige Anweſendſein eine
tvangloſe Juriſtenkonferenz zu arrangieren. Dagegen wäre auch
qum etwas einzuwenden, ſoweit es ſich nur um unverbindliche
Tnterhaltungen handelt, nicht aber um offizielle Verſuche zur
Zerwäſſerung oder Umbiegung des Kelloggſchen Vorſchlages.
Freie Literariſch=Künfkleriſche Geſellſchaft.
Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft widmete in dem
ſeſtreben, junge Kunſt zu fördern und zu pflegen, die achte
Ver=
rſtaltung dieſes Winters jungen heſſiſchen Dichtern, deren Werke
arch den Mund von Eliſabeth Stieler=Mannheim zu Gehör
men.
Einleitend wies Wilhelm Michel in feinſinnigen Worten
rrauf hin, wie die heutige Zeit nicht mehr die Seele, ſondern
IS Ding an ſich in den Vordergrund ſtellt. Die Mechaniſierung
* Zeit ſteht der Kunſt und namentlich der Lyrik entgegen. Die
Linſt aber will ſich nicht gegen die Zeit ſtellen und auch nicht in
rre ſtille Oaſe ſich zurückziehen. Neben der Zeit und mit der
eit will ſie ihr eigenes Leben, das Leben der Seele führen und
eitertragen.
Von Dr. Fritz 1i ſinger ſind nach dem „Ewigen Kampf”
ro der „Großen Elegie” neue „Sonette” erſchienen, von denen
iſabeth Stieler ausgenählte Stücke vortrug. Sie ſind ſtark
ge=
nklich erfüllt, gepflegt in der Form, bisweilen etwas herb.
Eliſabeth Langgäſſers Erzählung „Claudia und die
cneiderinnen” zeigte die feine, zarte Empfindung der jungen
„chterin und ihr Vermögen, der Empfindungsadäquate Form
geben.
Naturverbundenheit und Frömmigkeit ſprechen aus Paul
pels Gedichten, ſprechen aus ſeinen ſchönen Rhythmen
ked‟. „Abſchied von der Mutter” „Der Dichter”.
Eine ſtarke und feinempfindende Perſönlichkeit ſteht hinter
er Gedichten von Ludwig Strauß=Bensheim; in dem
ge=
riklichen Inhalt ſpürt man eine Linie zu Martin Buber, mit
ſen Tochter er verheiratet iſt. Der „Ruf aus der Zeit” iſt eine
öne und tiefe Auseinanderſetzung mit den Kräften der Zeik
D der Ewigkeit.
Eliſabeth Stieler wurde der jungen Dichtkunſt eine
ber=
ridnisvolle Vermittlerin; ſie gab jeder Dichtung den ihr eigenen
ri und erſchöpfte ihren geiſtigen Gehalt. Der lebhafte Beifau,
ſie beim Kommen begrüßte und ihr am Schluſſe dankte, zeigte
warmen Sympathien, die ihr ſeit der Zeit ihrer Tätigkeit an
F.
ri Darmſtädter Theater zu eigen ſind.
Zur Oonez=Anklageſchrift.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Berliner Blätter veröffentlichen jetzt längere Auszüge
aus der Anklageſchrift im Schachty=Prozeß. Es ſtehen darin ſehr
merkwürdige Dinge, die ſtark ins Diplomatiſche hinüberſpielen,
weil der ruſſiſche Staatsanwalt offenbar der polniſchen und der
franzöſiſchen Regierung den Vorwurf macht, daß ſie durch
reich=
liche Geldmittel im Donezgebiet zu wirken verſucht haben.
Darüber wird wohl in dem Prozeß trotz aller diplomatiſchen
Zu=
rückhaltung — oder vielleicht gerade, weil die Ruſſen ein
In=
tereſſe daran haben, dieſe Dinge breitzutreten —, mancherlei zu
hören ſein. Uns intereſſiert in erſter Linie der Teil der
Anklage=
ſchrift, der die deutſchen Ingenieure betrifft. Viel klüger werden
wir daraus allerdings auch nicht. Wie die Anklage zu dem
Vor=
wurf der „konterrevolutionären Tätigkeit” der deutſchen
In=
genieure kommt, iſt uns vorläufig unverſtändlich. Was ihnen zum
Vorwurf gemacht wird, beſteht hauptſächlich darin, daß ſie
Be=
ſtechungsberſuche gemacht haben ſollen. Die deutſchen
Angeſchul=
digten beſtreiten das nach wie vor. Nur von dem Monteur
Bad=
ſtieber ſcheint ein Teilgeſtändnis vorzuliegen, von dem aber noch
zu prüfen wäre, wie es zuſtande gekommen iſt. Gerade das
Kapitel über die deutſchen Ingenieure macht ſtark den Eindruck,
als ob die Ruſſen einſehen, wie ſchwer ſie ſich verhauen haben
und nun künſtlich Kleinſtes und kleinlichſtes Material
zuſammen=
tragen, um die Verhaftung der Deutſchen wenigſtens nachträglich
einigermaßen zu rechtfertigen. Sie werden damit allerdings den
Eindruck nicht verwiſchen können, daß die ganze Anklage politiſch
aufgezogen iſt, und eben deshalb nicht verhindern können, daß die
Folgen dieſes ganzen Verfahrens ſich nicht nur wirtſchaftlich,
ſon=
dern auch politiſch auswirken.
Weiterer Rückgang der Arbeitsloſigkeit.
Berlin, 12. Mai.
Die Beſſerung des Arbeitsmarktes hat in der zweiten Hälfte
des April weitere Fortſchritte gemacht. Wenn auch die Zahl der
Hauptunterſtützungsempfänger in der Arbeitsloſenverſicherung
nicht ganz ſo ſtark abgenommen hat wie in den vorhergehenden
14 Tagen, ſo ſank ſie doch von 844800 am 15. April auf 729 300
am 30. April, alſo um rund 115 500 oder um 13,7 v. H. Dieſer
Nückgang entfällt mit 113 200 faſt ausſchließlich auf Männer,
wäh=
rend ſich die Zahl der unterſtützten Frauen nur um 2300 (— 1,5
v. H.) verringerte. Die Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger
in der Kriſenunterſtützung, die bisher nur langſam
zurückgegan=
gen iſt, weiſt diesmal einen erheblich ſtärkeren Rückgang auf; ſie
ſank in der Berichtszeit von rund 182 000 auf 162 000 oder um
11 v. H. Die Zahl der Notſtandsarbeiter iſt in der zweiten
Hälfte des April wiederum geſtiegen, und zwar um 2,9 v. H. Sie
betrug am 30. April rund 90 200; davon waren vorher, in der
Arbeitsloſenverſicherung 69 500 und in der Kriſenunterſtützung
20 700. Auf 100 Hauptunterſtützungsempfänger in der
Arbeits=
loſenverſicherung entfielen ſomit 9,5 auf 100 Hauptunterſtützungs,
empfänger in der Kriſenunterſtützung und 12,8 Notſtandsarbeiter
Einzelheiten aus der Reichsbahn=Oenkſckrift.
* Berlin, 12. Mai. (Priv.=Tel.)
Obwohl die Reichsbahndenkſchrift über die beantragte
Tarif=
erhöhung noch immer geheimgehalten wird, gelangen doch immer
mehr Einzelheiten aus dem Dokument in die Oeffentlichkeit. So
iſt bereits bekannt geworden, daß die Reichsbahn die Einführung
des Zweiklaſſenſyſtems bei einer Erhöhung des jetzigen
Preiſes der 4. Klaſſe um 12 Prozent für die Holzklaſſe
plant. Die „Deutſche Allgem. Zeitg.” veröffentlicht jetzt ein
wei=
teres Bruchſtück aus der Denkſchrift. Nach dieſem dürfte die
Reichsbahn für das Jahr 1928 noch etwas beſſer abſchließen als
im Vorjahre. Die Reichsbahn ſelbſt rechnet mit einer Einnahme
von 5060 Millionen Mark, während im Vorjahre nur 5040
Mil=
lionen vereinnahmt wurden. Trotzdem iſt aber rein rechneriſch
unter Berückſichtigung der Einſchränkung der Ausgaben ein
De=
fizit zu erwarten, das außergewöhnlich groß ſein wird, wenn die
Reichsbahn ihren vorgeſchriebenen Rückſtellungsverpflichtungen
nachkommt. Es wird in der „DMZ.” eine Möglichkeit aufgezeigt,
wie man ohne Tariferhöhung auskommen könnte. Vermutlich
iſt dieſer Ausweg auch in der Denkſchrift angezeigt, daß nämlich
das Reich die Reparationen der Reichsbahn auf den Etat
über=
nehmen ſoll. Damit würde allerdings dieſe Sorge von der
Reichsbahndirektion genommen und auf das
Reichsfinanzminiſte=
rium übergegangen ſein.
Bewegungsſchule Gretel Pfuhl.
Am. Am Freitag abend ſahen wir im Fürſtenſaal
Vorfüh=
rungen der Schule für gymnaſtiſche Körperbildung
und Bewegung von Gretel Pfuhl. Schülerin und Dipl.=
Lehrerin der Ausdrucksgymnaſtik. Dr. B. Bode, kam Gretel
Pfuhl vor etwa einem halben Jahr nach Darmſtadt, und man
muß zunächſt ihren Mut anerkennen, daß ſie nach ſo
verhältnis=
mäßig kurzer Zeit mit einem Vorführungsabend an die
Oeffent=
lichkeit zu treten wagte und — konnte!
Es wäre zunächſt einiges Grundſätzliche über die
Ausdrucks=
gymnaſtik von Dr. B. Bode zu ſagen. Bode will wie ſeine Lehrer
Jacques=Dalcroze die Reaktions= und Ausdrucksfähigkeit des
ge=
ſunden Körpers ſteigern und betont gleichmäßig die völlige
Ent=
ſpannung (Syſtem der Hantelübungen), wie die kräftigſte
Inner=
vation. Als Endziel ſoll die freie Entladung des Gefühls durch
die Gewalt des Maßes im Ausdruck gebändigt werden. Laban
hat 1920 den prägnanten Satz gefunden: „In jedem Menſchen
ſteckt ein Tänzer.” Heute verſtehen wir dieſe Erkenntnis dahin,
daß in jedem Körper eine Seele ſteckt, die nach Ausdruck verlangt.
Gretel Pfuhl und vier junge Damen aus ihrer Schule
zeig=
ten nun die Reihe der Uebungs= und Ausdrucksbewegungen vom
Gang (Gehen, Laufen, Springen und Hüpfen), über Entſpannung
und Schwung (Tiefſchwung, Hochſchwung und Seitſchwung) zu
den reinen Ausdrucksbewegungen (Schlag, Druck, Sroß und Zug).
Die Ausführung der auch an die körperliche Leiſtungsfähigkeit
der Schülerinnen hohe Anforderungen ſtellenden Bewegungen
war ſauber und exakt, die ſtraffe und diſziplinierte Leitung
ſicht=
lich erkennen laſſend. Gretel Pfuhl ſelbſt verfügt über einen
voll=
kommen durchtrainierten, ſicher beherrſchten Körper. Ihre Arbeit
an den vier jungen Damen und deren Leiſtungen ſelbſt ſind um
ſo mehr anzuerkennen, als, wie ſchon geſagt, die
Bewegungs=
ſchule hier erſt ſeit einigen Monaten beſteht.
Im zweiten Teil des Abends wurden einige Improviſationen,
von Doppel=Tamburinſchlägen begleitet, gezeigt. Neben ein oder
zwei nicht ſo ganz gelungenen legten auch dieſe Improviſationen
Zeugnis ab für die erfolgreiche Arheit der Lehrerin an den
Schü=
lerinnen, für die gründliche Durcharbeitung der körperbildenden
Probleme.
Der Kolmarer Prozeß.
Der franzöſiſche Spitzeldienſt.
* Kolmar, 12. Mai. (Prid.=Tel.)
In der heutigen Vormittagsſitzung wird ein Brief verleſen,
deſſen Verfaſſer mit dem des geſtern verleſenen Schreibens
identiſch iſt, wo von dem Angebot eines halbjährigen
Gratisnach=
richtendienſtes die Rede war. Der Angeklagte Heil erklärt dazu,
daß er ſich nunmehr erinnere, daß der Brief von einem
da=
maligen Beamten der Telegvaphen=Umion namens Seeger
her=
rühre, deſſen Bekanntſchaft er 1910 in Straßburg gemacht habe.
Wenn er dem Unterſuchungsrichter gegenüber einen anderen
Ur=
heber des Briefes genannt habe, ſo rühre das daher, daß man
ihm ſeinerzeit nicht Zeit gelaſſen habe, den Brief zu leſen. Nach
verſchiedenen Zwiſchenfragen erklärt der Angeklagte u. a. noch,
er habe, da ihm die Volksſtimme” ſympathiſch erſchien, und er
Erfahrung im journaliſtiſchen Dienſt in Deutſchland gehabt habe,
geglaubt, daß der Dienſt der Telegraphen=Union, beſonders auch
wegen ihres unpolitiſchen Teils, auch im Auslande Verwendung
finden könne und ſich deshalb an Seeger gewandt. Rechtsanwalt
Fournier beantragt darauf, daß der Verteidigung vom Gericht
ausdrücklich beſtätigt wird, daß der Vorſitzende den des
Franzö=
ſiſchen nicht genügend mächtigen Angeklagten in franzöſiſcher
Sprache verhört hat, daß den Verteidigern das Wort zu einer
Richtigſtellung verweigert worden iſt und daß der Vorſitzende die
Sitzung aufgehoben hat, gerade als die Anwälte auf Grund der
Ausſagen Fragen an Heil ſtellen wollten. In der Begründung
erklärt Fournier, daß der genannte Brief ſich nicht politiſch deuten
laſſe, auch nicht das angebotene Gratis=Abonnement. Er
bean=
tragt die Ernennung eines journaliſtiſchen Sachverſtändigen und
ſchlägt William Martin vom „Journal de Geneve” vor; nachdem
noch die Rechtsanwälte Klein, Berthon und Thomas zu dieſer
Frage wie auch zu der fehlerhaften Ueberſetzung des
vielgenann=
ten Briefes Stellung genommen haben, tritt die Mittagspauſe
ein. Nach Wiederaufnahme der Sitzung im Autonomiſtenprozeß
erklärte die Verteidigung, ſie müſſe jede Verantwortung dafür
ablehnen, daß die Verhandlungen doch wieder in die Länge
ge=
zogen würden, da man nicht, wie geplant, am Freitag abend mit
der Vernehmung der Angeklagten zu Ende gekommen ſei, ſondern
noch ſechs Angeklagte zu verhören ſind. Dann wurde das
Ver=
hör des Lithographen Schlägel aufgenommen, der vor allem über
die Organiſation der Schutztruppe
befragt wird. Er ſagte aus, daß die Schutztruppe nur etwa vier
bis ſünf Monate beſtanden habe, und zwar nach dem blutigen
Sonntag von Kolmar, dem 22. Auguſt 1926, und dann
einge=
ſchlafen ſei und erſt nach Gründung der Autonomiſtenpartei
wie=
der aufgelebt ſei, nämlich am 11. Oktober 1927, als neue
Drohun=
gen gegen die heimattreuen Elſäſſer ausgeſtoßen wurden. Der
Schutztruppe hätten ſowohl Elſäſſer rein elſäſſiſcher Herkunft als
auch Elſäſſer gemiſcht elſäſſiſch=deutſcher Herkunft angehört.
(Dieſe Unterſcheidung wird einer Einrichtung der franzöſiſchen
Behörden entnommen, die nämlich Perſonalausweiſe Modell A.
für Elſäſſer rein elſäſſiſcher Herkunft und Perſonalausweiſe
Modell B für Elſäſſer gemiſcht elſäſſiſch=deutſcher Herkunft
aus=
geſtellt hat.) Im Oktober 1927 habe die neugebildete Schutztruppe
auch das „Erwinia”=Gebäude, und zwar durch Anlegung von
Drahtverhauen in Verteidigungszuſtand geſetzt. Dies ſei durch
die neuen Drohungen notwendig geworden, denn die
Heimat=
bundleute hätten auf den Schutz der Gendarmerie nicht rechnen
können. Alsdann wurden noch einäge Protokolle über
Zuſammen=
künfte des Heimatbundes und dabei gefaßter Beſchlüſſe verleſen,
u. a. betreffend
die Ausrüſiung der Schutztruppe,
wobei erwähnt wird, daß man von einer Uniformierung
abge=
ſehen habe und als Ausrüſtung Stöcke gewählt habe. Dann wurde
davon geſprochen, daß eine Vereidigung der Mitglieder geplant
geweſen ſei, und zwar auf Burg Niedeck. Der Vorſitzende
er=
klärte darauf, wenn eine Vereidigung vorgeſehen war, dann
handele es ſich alſo um ein gemeinſam verabredetes Komplott.
Zum Schluß erklärte Schlägel noch, daß diejenigen Mitglieder
der Schutztruppe, die bei den einzelnen Verſammlungen am
eifrigſten ſich hervortaten und die weiteſtgehende militäriſche
Or=
ganiſation vorſchlugen, zwei Spitzel geweſen ſeien, nämlich
Schneider und Hoffmann, die von Polizeikommiſſar Bauer
in=
ſtruiert worden ſeien. Die weitere Verhandlung wurde darauf
auf Montag früh vertagt.
Beſuch Beneſchs in Berlin.
Berlin, 12. Mai.
Der tſchechiſche Außenminiſter, Beneſch, hat wiſſen laſſen, daß
er auf der Rückreiſe von London in Berlin Station machen will.
Das Datum ſeiner Ankunft ſteht noch nicht feſt. Es wird ſich
nicht um eine politiſche Konferenz handeln, ſondern der Beſuch
trägt vorwiegend privaten Charakter. Es iſt auch nicht ein
Pro=
gramm etwa zu behandelnder Themata feſtgeſetzt.
Die Begleitung am Klavier beſorgte Fräulein Ingeborg
Felgner, Schülerin der Städt. Akademie für Tonkunſt,
zweck=
entſprechend und rhuthmiſch betont. Fräulein Pfuhl darf mit
dem Erfolg dieſes erſten Abends, der reichen Beifall fand, recht
zufrieden ſein.
4Broadwatz.
(Erſtaufführung im Neuen Theater in Frankfurt.)
Broadway in New York: Nachtklub Paradies! Lichter
flam=
men auf, Jazzband ſchrillt! Künſtler=Garderobe.
Glockenzeichen, Beginn der Vorſtellung. Sechs Tanzgirls üben
letzte Schritte und raſen auf die Bühne. Der Tanzkomiker ſtürzt
nach. Die Nachtgeſtalten des Broadway, treffen ſich in der
Künſtler=Garderobe: die Alkoholſchmuggler, die größten
Geld=
macher. Kampf zwiſchen den allmächtigen Gruppen der
Schmugg=
ler. Der Häuptling der einen Gruppe fällt zu Boden, durch
laut=
loſen Revolverſchuß getötet; Leiche in Auto. Die unheimliche
Geſtalt des ſchlanken Detektivs beginnt durch das Stück zu
wan=
deln. Entdeckung? Flucht? Spannungen!! Das Tanzgirl des
Ermordeten erſchießt lautlos den Mörder: der Detektiv, von
ſo=
viel Treue gerührt, ſtellt Selbſtmord feſt!
Dazwiſchen — faſt ohne Unterbrechung — Jazzband,
Tanz=
girls, Varieté=Hetze!
Unter Arthur Hellmers ſicherer Regie=Hand raſt „
Broad=
wpay”, der neueſte amerikaniſche Reißer von Dunning und
Abbott, über die Bühne des Neuen Theaters in Frankfurt.
Kein Gegenſtand hoher Kunſt, aber der die Nerven mitreißende
Rhythmus eines Jazz!
Das Tempo und die Eleganz der Aufführung ſchaffen den
Erfolg. Theo Lingen: beweglichſter Tanzkomiker, S.
Nürn=
berger und Hch. Fuchs: Schmuggler=Häuptlinge, Karl
Günther: der unheimliche Detektiv, Liſelotte Henke und fünf
andere hübſche Mädchen: die behenden Tanzgirls, die mit ihren
Beinen den Takt zu der jagenden Handlung ſchlagen.
Ein Kaſſenerfolg in Frankfurt wie in New York und
Berlin!
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Nummer 133
Sonntag, den 13. Mai 1928
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 13. Mai.
Zum deutſchen Muttertage am 13. Mai!
Vom echten Mutterweſen.
Von Reinhold Braun.
Mutterweſen, Mutterſein:
Wunderquelle, tief und rein,
ſei bedankt in Freud’ und Leid,
ſei geſegnet alle Zeit!
Unvergeßlich iſt mir das: Mit der totſiechen Mutter fuhr ich ins
Krankenhaus. Sie lag auf der Bahre, weich gebettet; ich ſaß neben
ihr und hielt ihre Hand. In dem weißen Innern des Krankenwagens
mit den großen Milchglasſcheiben ſaßen wir in einem Schneelicht, das
von den vorbeijagenden Schatten der tauſend Großſtadtdinge
durch=
peitſcht war. Mutter ſprach zu mir, ſprach mit müder, aber ruhig klarer
Stimme Worte des großen Abſchieds . . . Von meinen Lieben ſprach
ſie zärtliche Mutterworte, ſie, die manchmal im Leben ſo überherb
ge=
weſen war. Es war, als wenn von dieſer Mutterſeele die letzten
Schleier wichen und alle Tiefe und aller Reichtum nun ſichtbar wurden.
Und dann redete ſie davon, wo ich dies und jenes finden würde, redete
von ſehr nebenſächlichen Dingen, die zu dem großen Abſchiede in gar
keinem Verhältniſſe ſtanden. Und doch erkenne ich heute nach Jahren:
Es war ja die bebende, bis zum Letzten mich umſorgende Mutterſeele,
für die die Dinge, die mir nebenſächlich erſchienen, durchaus nicht
neben=
ſächlich waren. Ihre ganze, von hundert Kleinigkeiten zärtlich erfüllte
WVelt ſchenkte ſich mir reſtlos und unergründlich. Das alles erkenne ich
jetzt in einer tiefen dankſtrömenden Erſchütterung. Und wenn ich an
jene letzte Fahrt in der weißen Abgeſchloſſenheit des Krankenwagens
denke, ſo fühle ich mich mitten in der ewig reichen Offenbarung echten
Mutterweſens. Es iſt ein Licht um mich und in mir von der Weihe der
Muttertreue, die uns noch innig umfangen hält, wenn ſchon das andere
Land die Seele magiſch hinüberzieht. —.
Als ich dann am anderen Morgen ins Krankenhaus kam, war
Mut=
ter tot.
Mutterweſen, jedem in anderer Weiſe immer wieder und vielleicht
auch einmal ganz erſchütternd offenbart, iſt Lichtweſen, des leuchtender
Kern ſich nährt von einem Lichte, das nicht von dieſer Welt iſt. Darum
nur kann es wie ein Wunder uns anmutenn, unirdiſch ſtrahlend mitten
in der ſchwerſten Nacht. Das Göttliche wird durch das echre
Mutter=
weſen uns offenbar wie ein Wehen, ein Glanz aus dem Urſprung
alles Seins. — —
Menſch, werde weſentlich!” In der wahren Mutter wird dieſes
alte Wort immer wieder wundervolle Erfüllung. Ohne Krampf geſchieht
ſolche Verweſentlichung. Denn ein Wachſen iſt es durch allen Wechſel
hindurch, und noch in der härteſten Kälte des Lebens iſt es ein Schaffen,
ſtill und groß, unter der Decke, die das Unſichtbare vom Sichtbaren
trennt. Die große Triebmacht aber bleibt die Liebe. Und alles Lächeln
unter dem Leid geſchieht aus Tapferkeit dieſer Liebe.
Ja, Mutterweſen iſt Tapferkeit und jener herrliche Lebensmut, der
ſich nicht unterkriegen läßt, der in der Geduld des Kreuztragens ſich
unermüdlich übt.
Mutterweſen iſt Weisheit, jene ungeſchriebene, köſtlich gelebte und
mit dem Herzblut erlebte Weisheit, die da wunderbar baut an der
Mutter=Sinngeſtalt, aus der alles Tun quillt, leiſe, ſelbſtverſtändlich,
mitten im Kleinkram königlich ragend! Es iſt jene Weisheit, von der
einer ſagt: „Eine Mutter, die ſieben Kinder geſund groß zieht, hat
etwas geleiſtet, was durch Philoſophieren nicht zu erreichen iſt.”
„Meine Mutter iſt die Sonne!” ſo ſprach ein Kind. Ja,
Mutter=
weſen iſt Freude, die da iſt ein Glanz aus des Ewigen Land. Die
höchſte Menſchenfreude iſt ſie, die zur Lebens= und Gottesfreude wird!
Und alſo zur Gotteskraft durch ein ganzes noch ſo notgeſchlagenes
Leben hindurch! — Anna Schieber ſpricht ſehr mit Recht, daß der
Muttertag ein Buß= und Freuden= und Danktag ſein ſolle! Laſſet uns
in ſolcher dreifachen Innigkeit den Mutter= und Maienſonntag erleben!
Alles, was mütterlicher Menſch iſt, und alles, was eine Mutter hatte
und noch hat! Innerlich bleibe der Tag, der dem Mutterweſen, dem
echten, ernſten, deutſchen geweiht iſt! „Ja, weſenhaft bleibe er! Dein
urſprünglicher Sinn werde nicht wieder der Aeußerlichkeit geopfert, dem
Drum und Dran!
Laſſet uns immer mehr inne werden ſeines tiefen Inhaltes, ſeiner
großen Freude, ſeines heiligen Ernſtes!
Seid gegrüßt, ihr Mütter und alles, was mütterlicher Menſch iſt!
Es leuchte jedes Mutterweſen und ſchenke Glanz in die Zukunft!
— Hefſiſches Landestheater. Im Großen Haus wird heute zum
erſten Male „Hoffmanns Erzählungen” von Offenbach in
neuer Inſzenierung gegeben. Es wirken mit die Damen Albrecht,
Kiesling, Landwehr, Liebel, Penſe, Walter, und die Herren Ebert=
Beher, Grauert, Grohm, Karen, Komregg, Kuhn, Ney, Poerner, Vogt.
Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf, Inſzenierung: Arthur Maria
Rabenalt und Wilhelm Reinking. Beginn der Vorſtellung:
19 Uhr.
Im Kleinen Haus wird Rollands „Spiel von Liebe und
Tod” wiederholt. Die Aufführung wird zu Einheitspreiſen (1—4 M.)
gegeben
Die nächſte Neuheit der Oper iſt „Jonny ſpielt auf” von
Ernſt Krenek. — Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft bringt noch am Ende
dieſer Spielzeit eine Aufführung heraus: „Das graue Elend”
von Dr. Nerking.
Für die zweite und letzte Aufführung von „Parſifal”, die am
Himmelfahrtstag, Donnerstag, den 17. Mai, ſtattfindet, werden für die
Mieter Karten im Vorverkauf ſowie Wahlkarten nur noch heute
Sonn=
tag und morgen Montag ausgegeben.
— Der Abonnementsverkauf für die Sommerſpielzeit Harprecht iſt
Beute, Sonntag, von nachmittags 3 Uhr bis 6 Uhr an der Kaſſe des
Orpheums.
— Zehntes Akademie=Konzert. Nach zweijähriger Pauſe tritt am
Montag, den 14. Mai, 20 Uhr, im Großen Haus des Heſſiſchen Landes=
Xheaters im 10. (letzten) Akademie=Konzert dieſes Winters kein
Gerin=
gerer als Rudolf Serkin mit einem Klavier=Abend wieder vor das
Darmſtädter Publikum. Das Programm enthält Perlen der Klavier=
Literatur wie die Eroica=Variationen Opus 35 von Beethoven, Schu=
Herts A=Dur=Sonate, kleinere Kompoſitionen von Max Reger und Felig
Mendelsſohn=Bartholdy, und zum Schluß drei Paganini=Etüden von
Franz Liſzt. Karten im Sekretariat der Akademie, Eliſabethenſtr. 36.
— Deutſche Jugendherbergen, Gau Südheffen. Am
Himmelfahrts=
age wollen wir unſere neue Bleibe, das „Dr. Erich Winterhelt=
Heim” im ſchönen Miltenberg, einweihen. Für die Hinfahrt
werden uns von Darmſtädter Firmen Laſtwagen in freundlicher Weiſe
rnentgeltlich zur Verfügung geſtellt. Ein gutes Mittageſſen ſpendet
ie Stadt Miltenberg! Abfahrt Donnerstag 5.45 Uhr Mathildenplatz
Marſtall.) Die Fahrt geht über Reinheim, Höchſt, Neuſtadt—Wörth
is Amorbach. In Amorbach Beſuch des Gottesdienſtes (große
Orgel und Muſikantengilde Darmſtadt); anſchließend Kundgebung auf
em Marktplatz. Nachmittags 3 Uhr Weihefeier in Miltenberg.
Rück=
ahrt 18 Uhr. Beitrag zu den Unkoſten 1 Mk., Geſchwiſter 50 Pfg.
Tuswärtige, die Bahnfahrt haben, frei. Meldungen bis ſpäteſtens den
4. Mai an die Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17. Auswärtige können
rnentgeltlich in den Darmſtädter Bleiben übernachten. Heil!
— Der Gabelsberger Stenographenverein, gegr. 1861, macht darauf
ufmerkſam, daß er neue Anfängerkurſe in Einheitskurzſchrift am
Mon=
ag, den 14., und Montag, den 21. Mai, in ſeinen Unterrichtsräumen
Zallonſchule und Beſſunger Knabenſchule beginnt.
An=
reldungen können in den erſten Stunden erfolgen. Gleichzeitig wird
rif die eigene Maſchinenſchreibſchule,
Heinheimer=
raße 42, hingewieſen. Anmeldungen werden zu jeder Zeit
ange=
ommen. Näheres ſiehe heutige Anzeige.
— Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrente für nicht im
Erwerbs=
aben ſtehende Schwerbeſchädigte, Kriegshinterbliebene, Altrentner und
Ultrentnerinnen erfolgt am Dienstag, den 15. Mai, vormittags
vn 8—12 Uhr durch die Stadtkaſſe.
Darmſtädter Fahrplanbuch.
Die Sommerausgabe iſt ſoeben im Druck erſchienen und
wird von Montag ab zum ſeitherigen Preis von 60 Rpfg. überall
er=
hältlich ſein. Die Vermehrung der Züge bedingte auch eine
Vergröße=
rung des Umfanges um 16 Seiten gegenüber der vorjährigen
Sommer=
ausgabe. Einzelne Strecken wurden neu aufgenommen oder erweitert.
Hierzu gehören die Strecken Offenburg=Konſtanz mit
An=
ſchlüſſen an den Bodenſee und die Schweiz, nach Freudenſtadt,
Schram=
berg, Bad Dürrheim uſw., Appenweier-Bad Peterstal,
Mannheim—Würzburg mit Anſchlüſſen nach Stuttgart-Zürich,
Crailsheim-Nürnberg—Bayreuth, Bad Mergentheim uſw.,
Mann=
geim-Karlsruhe über Schwetzingen u. a. Bei den Autobuslinien
ſind hinzugekommen: Darmſtadt—Einſiedel und Meſſel,
Darm=
ſtadt—Gräfenhauſen—Mörfelden, Groß=Umſtadt—
Semd—Dieburg, Heubach und Raibach. Weggelaſſen
wurde gegenüber der letzten Ausgabe wegen Platzmangel nur das
Ver=
zeichnis der Stationen, die von Darmſtadt mit Kurswagen zu erreichen
ſind. Dies kann in einer ſpäteren Ausgabe wieder gebracht werden,
wenn Intereſſe dafür bekundet wird. Es ſei hierbei beſonders bemerkt,
daß über Darmſtadt während des ganzen Sommers erſtmalig
wie=
der Kurswagen durchlaufen nach und von Salzburg in den Zügen
D 93/94, und nach und ven Bregenz—Innsbruck-Graz in den
Zügen D 135/136. — Vorgeheftet ſind dem Darmſtädter Fahrplanbuch
acht farbige Seiten mit Streckenüberſichtskarte, Portotarif und
wich=
tigen Mitteilungen der Heſſ. Induſtrie= und
Han=
delskammer Darmſtadt und einiger Verkehrsverbände.
Heute nicht vergeggen
die 2 Strumpfwerbefenster bei Elite,
Wilhelminenstr. 11, zu besichtigen.
Not hilft Not lindern!
Trotz der großen Not in den eigenen Reihen ihrer alten,
arbeits=
unfähigen Mitglieder hat ſich die Genoſſenſchaft Deutſcher
Bühnen=
angehöriger bereit erklärt, auch ihrerſeits die Hilfsaktion der
Unwetter=
geſchädigten der Bergſtraße nach Kräften zu unterſtützen. Da die
Ge=
noſſenſchaft Deutſcher Bühnenangehöriger zur Zeit eine Lotterie
zu=
unſten ihrer Penſionskaſſe veranſtaltet, werden ab Montag, 14. Mai,
bis Montag, den 28. Mai, von jedem Los, das in der
Hauptverkaufs=
ſtelle der Genoſſenſchaft, Darmſtadt, Ernſt=Ludwigsplatz (im
Blumen=
geſchäft Müller) verkauft wird, fünf Pfennig an die Sammelſtelle für
die Unwettergeſchädigten abgeführt. Jeder, der in der angegebenen Zeit
ein Los erwirbt, lindert gleichzeitig doppelte Not und hat außerdem
noch den Vorteil, für die geopferten 50 Pfg., die ein Los koſtet, an
Wochenendhaus oder einen anderen wertvollen Gewinn zu erhalten.
Wir begrüßen den edlen Schritt der Genoſſenſchaft Deutſcher
Bühnen=
angehöriger und wünſchen ihr einen vollen Erfolg auch im Intereſſe
unſerer Unwettergeſchädigten, und geben uns der Hoffnung hin, daß
auf dieſe Weiſe die weiteſten Kreiſe der Bevölkerung mithelfen, die
dop=
pelte Not zu lindern.
— Martinsgemeinde. Am Sonntag abend findet ein
Gemeinde=
abend, im Gemeindehaus Liebfrauenſtraße ſtatt. Beginn 8 Uhr.
Er iſt dem Andenken an Dr. Max Rieger gewidmet. Herr
Landes=
kirchenrat D. Waitz wird über „Dr. M. Rieger, ſein Leben
und Wirken”, ſprechen. Bekanntlich hat ſich am 8. April d. Js.
zum 100. Male der Geburtstag Riegers gejährt. Die Martinsgemeinde
hat ſchon an Oſtern durch die Weihe der „Rieger=Linde” vor der
Mar=
tinskirche dieſes Mannes gedacht, der nicht nur für Darmſtadt, ſondern
beſonders für die Martinsgemeinde durch ſeine hochherzige Stiftung
von Bedeutung iſt. Es wird für viele von beſonderem Intereſſe ſein,
Näheres über R. als Menſch, Wiſſenſchaftler, Chriſt zu hören. Der
zweite Teil des Abends gilt dem Gedächtnis Albrecht Dürers aus
An=
laß der 400. Wiederkehr ſeines Todestags. Pfarrer Köhler ſpricht
über „Dürer, der Menſch und Maler”, und wird dazu die
ſchönſten ſeiner Werke im Lichtbild vorführen. Eintritt frei. Kollekte
für den Kirchbau.
— Alldeutſcher Verband. Wir laden unſere Mitglieder und Freunde
hiermit zu unſerer Monatsverſammlung am Dienstag, den
15. Mai, abends 8 Uhr, bei Chriſt (Grafenſtraße 18) ein. (Siehe Anz.)
Es werden u. a. Mitteilungen über die Tagung des Geſchäftsführenden
Ausſchuſſes und des Geſamtvorſtandes in Eiſenach gemacht werden,
beſonders auch zur bevorſtehenden Reichstagswahl. Eine
Aus=
ſprache darüber ſoll ſich anſchließen. Gäſte ſind willkommen. — Wir
machen ferner ſchon jetzt darauf aufmerkſam, daß auch die folgende
Monatsverſammlung wie gewöhnlich am dritten Dienstag des Monats,
alſo am 19. Juni, ſtattfindet (nicht, wie irrtümlich auf den
Ein=
ladungskarten ſtand, am 28.)
— Orangeriehaus. Sonntag, den 13. Mai, 8 Uhr abends,
veran=
ſtaltet das Stadtorcheſter ſein drittes populäres Konzert unter
Leitung ſeines Kapellmeiſters Willy Schlupp im Rahmen eines
Operettenabends. Das Programm enthält Walzer, Lieder,
Märſche und Potpourris der bekannteſten Operetten von Strauß,
Mil=
löcker, Beyer, Lincke, Suppé, Fall, Kalman und Kollo. Der Abend
verſpricht wieder einige unterhaltſame, genußreiche Stunden. (S. Anz.)
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Deutſche Turnerſchaft. Wie in
den verfloſſenen Jahren, ſo wird die Turngeſellſchaft auch diesmal am
Himmelfahrtstag eine Waldpartie veranſtalten. Der
Ab=
marſch iſt um 7 Uhr am Turnhaus mit Muſik nach dem Woogsberg
(hinter dem Steinbrücker Teich). Dortſelbſt gelangt das beliebte Anker=
Bier zum Ausſchank. Für Speiſen iſt auch beſtens geſorgt. Die
Muſik=
kapelle (Stadtorcheſter) wird für die nötige Stimmung ſorgen. Wir
laden alle Mitglieder und Freunde zu dieſem Waldausflug freundlichſt
ein. (Siehe Anzeige in dieſer Zeitung.)
— Bayreuther Bund der deutſchen Jugend, Gau Heſſen/Mittelrhein.
Heute abend um 8.30 Uhr Kirchenkonzert in der evang. Kirche
in Jugenheim a. d. B. Mitwirkende: Frau Folkmar=Wießner,
Fräulein Renz, Dr. Kulz, Organiſt Weber. — Gemeinſchaftliche
Rück=
fahrt der Darmſtädter Mitglieder im Autobus.
— Verein ehemaliger Eleonoren= und Frauenſchülerinnen. Am
Frei=
tag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, findet im Singſaal der
Eleonoren=
ſchule ein Vortrag über „Die Frau und der Sport” ſtatt, wozu
herzlich eingeladen wird. (Näheres ſiehe Anzeige in heutiger Nr.)
Johannesgemeinde. Kirchliche Nachrichten. Sonntag,
vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt, Pfr. Marx; 11.15 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. — Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu
ſtiller Andacht geöffnet.
Zum Tode des Geh. Regierungsrates
Dr. Hieſemag.
Am 10. Mai verſtarb nach ſchwerer Krankheit der Direktor der
Heſſiſchen Landesbank (Staatsbank) Herr Geheimer Negierungsrat Dr.
Freſenius.
Der Verſtorbene war als Sohn des Oberamtsrichters Guſtav
Fre=
ſenius am 1. Februar 1875 in Butzbach geboren. Nach Ablegung der
Reifeprüfung widmete er ſich dem Studium der Rechtswiſſenſchaften,
legte im Herbſt 1896 die Fakultätsprüfung und im Frühjahr 1900 die
Staatsprüfung ab. Im Dezember 1896 trat er als Gerichtsakzeſſiſt in
den heſſiſchen Staatsdienſt ein und war von September 190) an als
Gerichtsaſſeſſor bei den Amtsgerichten Fürth, Gießen, Groß=Umſtadt
und Darmſtadt, bei der Staatsanwaltſchaft in Darmſtadt und in dem
Finanzminiſterium verwendet. Im Februar 1902 wurde er zum Dr.
juris promoviert.
Nachdem die Heſſiſche Staatsregierung ſich im Jahre 1902 dazu
ent=
ſchloſſen hatte, eine eigene Landesrealkreditanſtalt zu errichten, wurde
Freſenius zum rechtskundigen Vorſtandsmitglied bei der Heſſiſchen
Lan=
deshypothekenbank berufen, bei der er dann am 18. Juli 1903 zum
Direktor ernannt wurde. Hier zeigte er ſeine große berufliche Begabung
und eine ganz beſondere organiſatoriſche Befähigung. Die ſtetig
fort=
ſchreitende Entwicklung der Heſſiſchen Landeshypothekenbank aus den
kleinen Anfängen ihrer Aufbaujahre iſt nicht zum mindeſten das große
Verdienſt ſeiner Arbeit. Ganz auf die wirtſchaftlichen Verhältniſſe
ſei=
nes heſſiſchen Wirkungskreiſes eingeſtellt, hat er ſchon damals die
Be=
handlung gerade der kleinen und mittleren Hypothekdarlehen des
heſſi=
ſchen berufstätigen Mittelſtandes ſeine beſondere Aufmerkſamkeit
ge=
widmet.
Am 1. Oktober 1913 wurde er vom Reichskolonialamt zum Direktor
der Nealkreditanſtalt für Deutſch=Südweſtafrika (Landwirtſchaftsbank)
in Windhuk berufen. Freudig folgte er dieſem Ruf, der ihm
Gelegen=
heit bot zum Wirken in deutſchem Neuland, in einem größeren,
verant=
wortungsreicheren Wirkungskreiſe. Fern von der Heimat unterzog er
ſich in ganz fremden Verhältniſſen der ſchweren,
verantwortungsvol=
len Aufgabe, die ihm geſtellt war — in einem Aufgabenkreiſe, in dem er
ſeine hervorragenden beruflichen Eigenſchaften, ſeine ſcharfe
Auffaſ=
ſungsgabe, ſein raſches Arbeiten und ſein verantwortungsfreudiges
Handeln in ſichtbare Tat umſetzen konnte.
Dort in der Fremde überraſchte ihn der große deutſche Krieg. Als
begeiſterter Anhänger tes deutſchen Volks in Waffen und der deutſchen
Wehrmacht, der er immer war, eilte er alsbald zu den Waffen, und
er=
wies ſich in den Kolonialkämpfen Deutſchſüdweſtafrikas als tüchtiger,
vorbildlicher Offizier. Nachdem der Kampf der deutſchen Schutztruppe
gegenüber feindlicher Uebermacht für die deutſche Truppe ehrenvoll
beendet war, wirkte Freſenius weiter gegenüber der jetzt aufziehenden
Beſatzungsmacht und demnächſt gegenüber der Mandatsgewalt als heißer
Streiter für deutſches Recht. Allen Deutſchen, die ſich dort an ihn
wandten, war er ein ſorgſamer Berater und Verteidiger ihrer
An=
ſprüche. Zahlreiche perſönliche Beziehungen verbanden ihn gerade aus
dieſer Zeit bis in die letzten Tage ſeines Lebens mit den Deutſchen
aller Stände und Berufsklaſſen, die er draußen in ſeinem kolonialen
Wirkungskreis kennen gelernt hatte.
Nach ſeiner Rückkehr von Deutſchſüdweſtafrika im Juli des Jahres
1921 war er bei der kolonialen Zentralverwaltung in Berlin im
Wie=
deraufbauminiſterium beſchäftigt. Auch in dieſer Tätigkeit hat er ſich
den Dank vieler Auslandsdeutſchen geſichert.
Nach vorübergehender Beſchäftigung in dem Heſſiſchen
Finanzmini=
ſterium und in dem Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft wurde er,
als die Heſſiſche Landesbank den Auftrag erhielt, das früher von der
Landeshypothekenbank wahrgenommene Realkreditgeſchäft neu
aufzu=
bauen, im Jahre 1926 zum Leiter der Heſſiſchen Landesbank berufen.
In dieſer Tätigkeit hat er trotz aller entgegenſtehender Schwierigkeiten
erneut in zäher Arbeit ſein Organiſationstalent bewieſen. Auch hier
hat er ſich wieder in ganz beſonderem Maße der wirtſ haftlich
Schwa=
chen angenommen. Seine reichen Erfahrungen, ſeine Gewandtheit in
Wort und Schrift und ſeine verantwortungsfreudige Entſchlußfähigkeit
ließen ihn gerade in den ſchwierigen Zeiten der Jahre 1926 bis jetzt
einen wirklichen Förderer beſſiſcher Wirtſchaftsintereſſen werden. Seine
perſönliche Liebenswürdigkeit machte ihn zum Ausgleich auftretender
Gegenſätze beſonders geeignet. Sein entgegenkommendes Weſen und
ſein vornehmes Denken, das immer verbunden war mit einer
ſchätzens=
werten Aufrichtigkeit, mit der er freimütig in dienſtlichen und
außer=
dienſtlichen Angelegenheiten ſachliche, nie perſönliche Kritik übte, wird
allen, denen er als Beamter und Menſch nähertrat, unvergeßlich bleiben.
Vom heſſiſchen Finanzminiſter iſt folgendes Schreiben
an die Witwe des verſtorbenen Geh. Rat Freſenius eingegangen: „Sehr
verehrte Frau Geheimerat! Die Nachricht vom Hinſcheiden Ihres Herrn
Gemahls hat mich tief erſchüttert. Der Heimgegangene hat bei der
Gründung und erfolgreichen Entwicklung der Heſſiſchen
Landeshypo=
thekenbank und der Heſſiſchen Landesbank in hervorragender Weiſe
mitgewirkt und hat ſich dadurch um die wirtſchaftlichen Verhältniſſe des
Landes unvergeßliche Verdienſte erworben. Seiner außergewöhnlichen
Tatkraft iſt es im weſentlichen zu verdanken, daß zahlreichen
Land=
wirten und Gewerbetreibenden in wirtſchaftlicher Not geholfen werden
konnte. Seine beſondere Fürſorge galt aber auch der Förderung des
gemeinnützigen Wohnungsbaues. Die Heſſiſche Landesbank verliert
in ihm den ausgezeichneten Leiter, die heſſiſche Finanzverwaltung einen
beſonders wertvollen und hochgeſchätzten Berater. Ich werde ſein
An=
denken ſtets in hoher Ehre halten und darf Ihnen und Ihrer Familie
meine wärmſte Anteilnahme ausſprechen. Mit dem Ausdruck
vorzüg=
licher Hochachtung Ihr ſehr ergebener gez.) Kirnberger, heſſiſcher
Miniſter der Finanzen.”
— Ihren 80. Geburtstag in geiſtiger und körperlicher Friſche feiert
am 15. Mai die hier, Beſſunger Straße 110, II wohnende Frau Marg.
Hoffmann geb. Groh.
— Bemerkenswerter Wachstum einer Glyeine. Wer in dieſen Tagen
ſeinen Weg durch die untere Schüitzenſtraße nimmt, wird vor dem Hauſe
Nr. 5 überraſcht verweilen und die Pracht der unzähligen Blütentrauben
bewundern, mit denen eine einzige Glyeine die ganze Front des
drei=
ſtöckigen Hauſes bedeckt. Der mächtige Stamm dieſer Pflanze hat einen
Umfang von nahezu einem Meter, er wurzelt in dem überbauten
Tor=
bogen des Hauſes. Gepflanzt wurde die Glyeine als mehrjähriger Stoch
vor nunmehr 58 Jahren.
EI Oeffentliche Impftermine werden demnächſt abgehalten. Um
Andrang zu vermeiden und den Weg nach dem Impflokal abzukürzen,
werden dieſes Jahr außer in der Rundeturmſchule erſtmals auch In
pf=
termine in der Mornewegſchule (Hermannſtraße 21) und in der
Ohly=
ſchule (Friedrichſtraße 1) abgehalten. (Näheres ſiehe heutige
Bekennt=
machung.)
— Verzinfung von Aufwertungs=Sparguthaben. Zur Beiſchreibung
der 1927iger Jahreszinſen aus den Pprozentigen Aufwertungsbeträgen
werden laut Anzeige in der heutigen Nummer von der Städtiſchen
Sparbaſſe Darmſtadt die reſtlichen Sparbücher Nr. 150 001 bis 212000
aufgerufen. Hiermit ſind alle der Aufwertung unterliegenden alten
Sparbüicher Nr. 1 bis 212000 aufgerufen. Die Einleger werden auch
an dieſer Stelle hierauf aufmerkſam gemacht und gebeten, die alten
Sparbüücher — ſoweit noch nicht geſchehen — zur Beiſchreibung der
Jah=
veszinſen vorzulegen. — Wie bereits früher bekanntgegeben, werden die
19R7iger Jahreszinſen auf Wunſch in bar ausbezahlt. Die nicht
abge=
hobenen Zinſen werden dem Konto beigeſchrieben und ohne weiteres
mitverzinſt.
DDie im Waldgebiete nächſt der Stadt ſich befindenden
Brünn=
chen, deren Ueberwachung und Inſtandhaltung ihr obliegt, ſind wieder
in Ordnung gebracht und das Waſſer auf ſeine Güte ſowie
Verwend=
barkeit zu Trink= und Brauchzwecken unterſucht wordea.
Rücksbrünn=
chen, Bernhardtsbrunnen, Dieterbrunnen, Kahlertbrunnen,
Albert=
brunnen und Jägerbrunnen liefern gutes Trinkwaſſer, die Pumpe bei
der Scheftheimer=Eiche ſowie der Molkeabrunnen führen dagegen nur
Brauchwaſſer, was durch ein Schild mit der Aufſchrift: „Kein
Trink=
waſſer” nochmals beſonders zur Kenntnis gebracht wird. Wir empfehlen
die Anlagen dem Schutze der Beſucher mit der Bitte, Beſchädigungen,
Unregelmäßigkeiten im Waſſer= und Abfluß uſw. umgehend der
Direk=
tion der ſtädtiſchen Betriebe zu melden.
Tattzint
Tarrasktaift
Olr Dorg
Ugortarain 98
Aate nasmittan 4 Uhr im Mauien
[ ← ][ ][ → ]Gft.6
Sonntag, den 13. Mai 1928
Nummer 133
Beantenverſammlung.
Am. Anläßlich des am 12. und 13. Mai in Darmſtadt
ſtattfinden=
den 6. Verbandstages des Deutſchen Beamten=
Genoſ=
ſenſchaftsverbandes fand am Samstag abend im Saale der
„Vereinigten Geſellſchaft” eine allgemeine öffentliche
Veamtenverſamm=
lung ſtatt, zu der das Landeskartell Heſſen des Deutſchen
Beamtenbundes eingeladen hatte.
Herr Nektor Dr. Claß, der Vorſitzende des Landeskartells Heſſen,
begrüßte mit herzlichen Worten die Vertreter der Behörden, des
Lan=
desfinanzämtes, des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft, der
Ober=
poſtdirektion und des Verſorgungsamtes, ferner Vertreter benachbarter
Organiſationen und der Preſſe. Der Oberbürgermeiſter und
verſchie=
dene Landtagsabgeordnete hatten ſich entſchuldigt.
Als erſter Redner ſprach Herr Generalreviſor Leonhardt=
Berlin über das Thema: „Werden und Wirken der
Beam=
tenbanken”. Gegenüber den landwirtſchaftlichen und gewerblichen
Genoſſenſchaften ſind die Beamtenbanken inſofern günſtiger geſtellt, als
ſie ſich auf Mitglieder in ſicheren Stellungen und mit feſtem
Einkom=
men ſtützen können. Für die Beamtenbanken iſt in erſter Linie von
Bedeutung das Spargeldweſen, dann die Kreditgewährung. Wie
man=
chen Beamtenhaushalt hat die Beamteng=noſſenſchaft ſchon in Ordnung
bringen können. Um auf genoſſenſchaftlicher Grundlage weiter helfen
zu können, iſt eine weitere Ausdehnung der Beamtenbanken und unter
dieſen ein noch engerer Zuſammenſchluß erforderlich. Die
Beamten=
banken wollen und können ſich ſelbſt weirer helfen, eine Staatshilfe iſt
nicht notwendig. Die Erfahrung lehrt, daß die Kredite, die von den
Beamtenbauken gegeben werden, produktio angelegt ſind. Dadurch,
daß die Beamten kein Streikrecht beſitzen, iſt die Stellung der
Beamten=
banken viel geſicherter als die anderer Arbeitnehmerbanken. Wenn bei
den faſt 80 Beamtenbanken auch an 200 000 Beamte angeſchloſſen ſind.
ſo iſt doch aus dieſer Zahl zu entnehmen, daß noch viele hunderttauſende
von Beamten den Beamtenbanken feruſtehen. Trotzdem haben ſich die
beſtehenden Beamtenbanken gut entwvickelt, und die Beamtenbaak
Darm=
ſtadt gehört zu den etwa 15 Beamtenbanken, deren Bilanzſumme über
eine Million Mark beträgt. Es muß der Genoſſenſchaftsgedanke auch
innerhalb der Beamtenſchaft Fuß faſſen, es muß Ehrenpflicht eines
jeden Beamten ſein, Mitglied einer Beautenbank zu werden. Der
Sberband will durch eine ſtrenge und geregelte Reviſion
das Vertrauen der Beamten und der Behörden zu den Beamtenbanken
ſtärken. Die ſogenante „Beamtenbank” in Mannh=im war eine wilde,
außerhalb des Genoſſenſchaftsberbandes ſtehende Gründung, deren
Kre=
ditgewährung über die Grenzen hinausging. — Gedacht werden foll
hier auch der Meiſter des Genoſſenſchaftsiveſens, Schulze=Delitzſch,
Raiff=
eiſen und V. Haas. Wir brauchen den genoſſenſchaftlichen Geiſt und
hoffen, daß die heſſiſche Beamtenſchaft dezu beiträgt, daß auch in ihr
der Genoſſenſchaftsgedanke wachſe, blühe und gedeihe!
Als nächſter Reduer ſprach Herr Bankdirektor Ehlers=Bremen
über „Beſoldungsreform und Beamtenſelbſthilfe”,
Dieſe beiden Begriffe ſcheinen ſich zu widerſprechen, aber dieſer
Wider=
ſpruch iſt nur ſcheinbar. Die Geſchichte der Beſoldungsreform iſt lang
und ſchwierig. Reichsfinanzminiſter Dr. Luther ſtabiliſierte die
Wäh=
rung, Schlieben den Reichshaushalt, Dr. Reinhold die Wirtſchaft durch
Steuerſenkung und der jetzige Reichsfinanzminiſter Köhler endlich die
Beſoldung der Beamten, deren Wirtſchaft, durch die vorhergehenden
Stabiliſierungen erſchittert wurde. Man hat aber nicht, wie erwartet
wurde, hierbei in den Beamtenbanken ein Moment erblickt, das der
Be=
ſoldungsreform hemmend gegenüberſtand. Der Wirtſchaft iſt durch die
Zuſammenfaſſung der Beamtenbanken gewieſen worden, wie produktiv
die Beamtenbanken und damit die Gehälter der Bezmten wirken. Die
Wahlen ſtehen vor der Tür, aber die Beamtengenoſſenſchaften treiben
keine Politik und können gerade dadurch politiſchen Einfluß ausüben.
Es hat auch nur eine Partei, die Wirtſchaftspartei, ſich gegen das
Koa=
litionsrecht der Beamten gewandt. Das Beamtengenoſſenſchaftsweſen
iſt eine freie, auf keinem Zwang aufgebaute Vereinigung. In der
heutigen Zeit iſt aber alles organiſiert; in den Wirkſchaftsverbänden
wird nach politiſchen Einſtellungen nicht gefragt; nur bei den Beamten,
die ſich nicht als Wirtſchaftsſubiekte fühlen können, gelt der
Zuſammen=
ſchluß langſam vorwärts. Die Beamtenſchaft überſpannt nie ihre Stärke,
nur ihre Schwäche. Die Beamtenſchaft muß alſo ſchrittweiſe vorgehen,
und ſo müſſen zunächſt aus der Beſoldungsreform die nötigen
Non=
ſequenzen gezogen werden. Auf eine ganze Reihe von Jahren darf
mit einer neuen Beſoldungsreform nicht gerechnet werden. Aber ſie
beginnt ſchon, zu überaltern. Die Kohlenpreiſe ſind erhöht worden, die
Eifenpreiſe mußten folgen. Nach dieſer Preisſteigerung der
Schlüſſel=
induſtrie, die an ſich nicht ſehr erheblich iſt, wird eine allgemeine
Preis=
ſteigerung kommen. Dies bedingt die Mahnung, planmäßig ſich ſelbſt
zu entſchulden, planmäßig zu ſparen. Planmäßig auf dieſem Gebiete
junkturſchwankungen ausgeſetzt iſt. Welche Einrichtung könnte den ländiſchen Abend, der allen Mitgliedern unentgeltlich zugänglich
Beamten in dieſer Hinſicht einer konſequenten Wirtſchaftsführung
dieu=
licher ſein als die Beamtenbank? Dieſe iſt eine Staatsbank aus Zwang.
Man behauptet nun, die Beamtenbanken iſolieren ſich, ziehen das Geld Abend wirken die Heuren Komregg (Bariton) und Folkmar (
Nezita=
aus der Wirtſchaft heraus und laſſen es nicht in ihr arbeiten. Eine tion) vom Heſſiſchen Landestheater, außerdem die Vereinigung ehemali=
Beamtenbank, die das tut, iſt keine Beamtenbank. Das
Beamten=
geld kann und muß in der Wirtſchaft arbeiten, und die Wirtſchaft muß deh wird über die Fragen der Gegenwartspolitik, mit beſonderer
Berück=
auch wiſſen, daß dies geſchieht. Der Beamte ſoll aber durch ſeine
Ban=
ken Einfluß gewinnen auf die Wirtſchaft; er ſoll wiſſen, wo und wie Die Parteifreunde und Wähler werden um zahlreiches Erſcheinen
ge=
ſein Geld arbeitet. Und auf welche andere Weiſe als z. B. durch Be= beten.
amtenbanken kann Wohlfahrtspflege für Beamte in größerem
Maß=
ſtabe getrieben werden?. Das heutige Staatsleben iſt ganz anders wie
früher; wie gehen mit Rieſenſchritten dem Stände=, dem Berufsſtaat 5
entgegen. Auch Italien hat ſchon ein ſtändiſches Parlament. Die Ge= der Miniſter der Steuerſenkung Dr. Peter Reinhold ſprechen wird.
noſſenſchaftsbewegung greift überall in der Welt um ſich. Und hier
muß der Beamte mitmachen, um künftigen Aufgaben gewachſen zu ſein, ſtadt. Oeffentliche Wählerverſammlung am Montag, 14. Mai, abends
um als ein Wirtſchaftsſtand dazuſtehen mit wirtſchaftspolitiſcher Macht.
Beiden Rednern wurde für ihre intereſſanten Ausführungen
Ib=
hafter Dank zuteil, den der Vorſitzende nochmals in Worte kleidete.
Eine Ausſprache wurde nicht gewünſcht.
Ohne Umſchlag verſandte gedruckte einfache Pfingſtkarten, die
den Beſtimmungen für Poſtkarten entſprechen müſſen, koſten ſowohl im
Ortsbereich des Aufgabeortes als auch im Fernverkehr 3 Rpfg. Es
dür=
fen auf dieſen Karten außer den ſogenannten Abſenderangaben (
Ab=
ſendungstag, Name, Stand und Wohnort nebſt Wohnung des
Abſen=
ders uſw.) noch weitere fünf Worte, die aber mit dem gedruckten
Wort=
laut in leicht erkennbarem Zuſammenhang ſtehen müſſen, handſchriftlich
hinzugefügt werden. Als ſolche zuläſſige Nachtragungen gelten z. B. die
üblichen Zuſätze „ſendet”, „Ihre‟. Dein Freund”, „ſendet Dir” „ſendet
mit den beſten Grüßen Ihre” uſw. Werden ſolche Karten im offenen
Umſchlag verſandt, ſo koſten ſie ſowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts
wie auch nach außerhalb 5 Rpfg. Ungenügend freigemachte Sendungen
werden mit Nachgebühr belaſtet. Es kann daher den Verſendern nur
bringend geraten werden, die Beſtimmungen zu beachten.
Lokale Veranſtaltungen.
— Der Geſangverein „Frohſinn‟ Darmſtadt macht am
Himmelfahrtstag einen Frühſpaziergang mit Muſik nach der
Bismarck=
eiche (Brunnersweg). Abmarſch um 7 Uhr vom Ballonplatz. (Näheres
ſiehe Anzeige.)
— Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) findet heute
Sonntag abend Konzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch wird beſonders
empfohlen.
Die Internationale Frauenliga für Frieden
und Freiheit (Deutſcher Zweig), Gruppe Darmſtadt, veranſtaltet
Dienstag, den 15. Mai, abends 8 Uhr, im Lehrerinnenheim
Gerbinus=
ſtraße 68, einen überparteilichen Vortrag mit Ausſprache über „Warum
müſſen die Frauen am 2. Mai wählen?” Rednerin iſt Frau Aug.
Kirchhoff=Bremen, die bekannte Vorkämpferin für Volkswohlfahrt. (Vgl.
Anzeige.)
Sonderzug an die Lahn an Chriſti
Himmel=
ſahrt den 47.Mal.
Eines der reizvollſten, landſchaftlich ſchönſten und kulturhiſtoriſch
iutereſſanteſten Seitentäler des Rheing iſt das der Lahn. Mühelos iſt
es für uns zu erreichen, und zwar auf den beidem Rheinſtrecken ſowohl
wie auf den, von Wiesbaden über Langenſchwalbach nach Diez und von
Wiesbaden über Niedernhauſen nach Limburg führenden Taunuslinien.
Und doch wird es von hier aus nicht ſo häufig und gern beſucht, wie
man das eigentlich amnehmem ſollte und wie es das wirklich verdiente.
Die Intereſſenſphäre von Mainz liegt mehr ſüdlich, und ſo kommt es,
daß es hier und in der Umgegend gar viele Leute gibt, die wohl die
balbe Welt bereiſt und durchwandert haben, denen aber die intimen
Schönheiten des Lahngebietes umbekannt geblieben ſind.
Es iſt deshalb ſehr zu begrüßen, daß die Reichsbahndirektion Mainz
im Programm ihrer ſommerlichen Sonderfahrten dieſes Gebiet wieder
berückſichtigt hat und am Donnerstag, den 17. Mai d. J., einen
Sonder=
zug dorihin leitet. War im vorigen Jahre die Perle des Lahntales,
Bad Gus, mit einem ganztägigen Beſuch bedaht worden, fo ſoll diesmal
den Teilnehmern Gelegenheit geboten werden, auch andere Städtchen
und bevorzugte Landſchaftspunkte des unteren Lahntals kennen zu
ler=
nen, neben Bad Ems, das lieblich gelegene, von den Burgen Naſſau
und Stein überragte Städtchen Naſſau, die Heimat des Freiherrn von
und zum Stein, das altertümliche Balduinſtein mit ſeinen Mauern
und Toren und der aus Mäldergrün aufragenden Schaumburg,
dem beliebteſten Ausflugziel der ganzen Gegend. Ferner Diez, das
freundliche Kleinſtadtidyll zu Füßen des alten Oranienſchloſſes und
Limburg, die machtvoll aufſtrebende gewerbsreiche Stadt mit ihren
maleriſchen Winkeln und Gaſſen, ihren ſchmucken Villen und ihrem
ſtolzen Dom, einem Kleinod deutſcher Baukunſt. Für Bad Ems,
Bal=
duinſtein und Limburg (Lahn) werden beſondere Fahrkarten ausgegeben
und es bleibt dem Belieben der Teilnehmer aheimgeſtellt, wo ſie die
zur Verfügung ſtehende Zeit verbringen wollen.
Gerade im Frühliug iſt das untere Lahngebiet von unvergleichlicher
liche Grüße tauſchem, wo ſich die grünen Wellen des Fluſſes durchs enge,
blühende Dal drängen, wo lichtes Buchengrün die ſtolzen Zeugem
ver=
ſunkener Jahrhunderte umſchmeichelt, wo tauſend Erinnerungen
leben=
dig ſind und doch die Zeit nicht ſtille ſteht, die Entwicklung nicht ſtockt
— gerade hier iſt ein ſonniger Frühlingstag ein wahres Gottgeſchenk.
Und ſo dürfte denn auch die geplante Lahnfahrt der
Reichsbahndirek=
tion Mainz vielen willkommen ſein als das beſte Mittel, den Alltag
zu überwinden und das Wunder des Werdens aufs neue zu erleben in
einem der anmutreichſten und vielgeſtaltigſten Landſchaftsgebiete des
deutſchen Vaterlandes.
Rich
K.
11
Verzinsung von Aufwertangssparguthaben.
Zur Beischreibung der Jahreszinsen für 1927 werden
hiermit neu aufgerufen:
Die alten Sparbücher Ar. 150 001—212030
Aufgerufen sind jetzt
alle alten Sparbücher Hr. 1—212000
Kassestunden: Vormittags 8—1 Uhr, nachmittags von
3—4), Uhr.
Samstags Nachmittags geschlossen.
Aufwertungsstelle im I. Stock.
Städtische Sparkasse Darmstadt.
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt.
Die Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt, veranſtaltet am
Mitt=
kann die Beamtenbank am beſten arbeiten, die nicht ſo ſehr den Kon= woch, den 16. Mai, an Stelle einer Wahlverſammlung einen
vater=
iſt. Für Aichtmitglieder iſt eine Anzahl Karten zum Preiſe von 0,50 Mk.
auf der Geſchäftsſtelle der Partei, Rheinſtr. D, zu hoben. An dem
ger Militärmuſiker mit. Abgeordneter und Reichstagskandidat
Dingel=
ſichtigung des 50. Geburtstages des Parteiführers Streſemann, ſprechen.
— Deutſche Demokratiſche Partei. Wir verweiſen
nochmals auf die am Sonntag, den 13. Mai, abends 8.15 Uhr, in der
Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindende öffentliche Verſammlung, in der
—Deutſchnationale Volkspartei, Ortsgruppe Darm=
8 Uhr, im großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz. Es werden
ſprechen: Vizepräſident des Preußiſchen Landtags Herr Dr. von Kries=
Berlin und Frau Julie Heraeus=Offenbach. Alle vaterländiſch geſinnten
Bewohner der Stadt, insbeſondere auch alle vaterländiſch geſinnten
Verbände, ſind zu dieſer Verſammlung herzlichſt eingeladen.
— Volksrecht=Partei (Reichsvartei für Volksrecht und
Auf=
wertung), Wahlliſte Nr. 15. Nächſten Dienstag, den 15. Mai, abends
8 Uhr, findet in der Turnhalle am Woogsplatz eine öffentliche
Wähler=
verſammlung der Vollsrechtpartei ſtat, in der Herr
Oberlandesgerichts=
präſident i. R. Dr. Beſt, Spitzenkandidat der Reichsliſte der Partei
und der Wahlkreisliſten von Heſſen=Darmſtadt und Heſſen=Naſſau, ſo wie
Herr Juſtizrat Brink=Berlin, Kandidat auf der Reichsliſte der
Par=
tei und hervorragender Kenner der deutſchen Wirtſchaftsverhältuiſſe,
ſprechen werden. (Siehe Anzeige in heutiger Nummer)
I.Mch. 5396
Kips Fieckenlasseh
biennt nicht- hinterläßt keine Ränden
5O985
Togeskalender i. Sonntag den 1a. Na 199.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr Ende 22 Uhr,
1. 19: „Hoffmanns Erzählungen”. — Kleines Haus, Anfang 20 Uhr.
Ende 22 Uhr: „Das Spiel von Liebe und Tod”. — Orpheum:
Geſchloſſen — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffe Rheingold. Hotel
Schmitz, Weinhaus Magim. Waldſchlößchen, Sportkaffe, Beſſunger
Turnhalle, Rummelbräu, Orangeriehaus, Kaffee Jöſt, Hotel Prinz
Heinrich, Frankfurter Hof. — Kinoborſtellungen: Helia,
Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Phegter.
Verſteigerungskalender für Montag, den 14. Mai 1928.
Freivillige Verſteigerung von Baugeräten und Materialien
vormittags 9½ Uhr auf dem Lagerplatz Heinrich=Fuhrſtr. 49.
Starkenburg.
Aa. Eberſtadt, 12. Mai. Der Plan über die Herſtellung einer
oderirdiſchen Telegraphenlinie an dem Alten Eberſtädter Weg liegt
gegenwärtig beim hieſigen Poſtamt zur Einſichtnahme auf. —
Wande=
rung. Der Turnverein Eberſtadt unternimmt am Sonntag ſeine
5. Wanderung. Dieſe fällt mit der Gauwanderung zuſammen und hat
als Endziel den Felsberg.
Aa. Pfungſtadt, 12. Mai. Ausflug. Das „Männerquartett”
Pfungſtadt unternimmt am Sonntag einen Familienausflug nach
See=
heim. — Krankenkaſſenrechner Heinrich Schupp und Ehefrau, geb. Riehl,
feiern am Sonntag das Feſt der Silbernen Hochzeit. — Vor Beginn
des Zollamtsneubaues. Die Arbeiten für den
Zollamtsneu=
hau ſiud in dieſen Tagen von der Gemeinde vergeben worden. Mit
Inangviffnahme der Arbeiten iſt alſo in Kürze zu rechnen. —
An=
käufe der Gemeinde. Die Gemeinde hat dieſer Tage wiedar
drei Waldparzellen angekauft. Es handelt ſich insgeſamt um rund
13 670 Quadratmeter Walb, die für 2848 RM. angekauft wurden,
Außerdem hat die Gemeinde das Anweſen des Rektors Neſf. Ecke
Main=
ſtraße und Eberſtädter Straße, zum Preiſe von 18500 RMl. angekauft.
Der Verkauf dürſte aus verkehrstechmiſchen Gründen erfolgt ſein, da
dort die Eberſtädter Straße ſehr eng iſt und infolge des ſtarken Ver=
holze3, das nsbeſondere an dem turglichen Uneterſonas enl=
Haäie n Seen. Der Ganf den Geich de F eie
an der Filmpropaganda beteiligen wird. — Senkung des
Licht=
ſtrompreiſes. Der Lichtſtrompreis wird von der „nächſten Ab=
Schönheit. Geuade hier, wvo Taunus und Weſterwald freundnachbar= leſung ab auf 40 Pf. für die Kilowattſiunde herabgeſetzt werden.
Fer=
ner iſt eine erneute Staffelung in den Gebrauchsgebühren für
Kraſt=
ſtrom eingetreten. Der Gemeinderat hat übrigens den Voranſchlag
des Elektrizitätswerkes genehmigt. Auch der Voranſchlag des
Waſſer=
werks hat die Genehmigung des Gemeindevorſtandes gefunden.
— Gundernhauſen, 11. Mai. Der hieſige
Stenographenver=
ein Gabelsberger weilte am Sonntag auf dem großen
Bez’rlswett=
ſchreiben des Bezirks Darmſtadt in Michelſtadt i. O. Würdig hoben
die wenigen Teilnehmer die Farben ihres Vereins und ihres
Heimat=
ortes vertreten. Einen Ehrenpreis, drei erſte Preiſe und einen zueiten
Preis konnten ſie ihr Eigen nennen. Die Unterrichtskurſe ſtehen nach
nie vor noch unter der bewährten Leitung des Herrn
Reichsbahnanufr=
ters Wilh. Seipel, Darmſtadt. Für die Preisträger und nicht zuletzt
aber für die jetzigen Kursteilnehmer heißt es: „Feſt an die Arbeit für
den kommenden Herbſt=Gautag 1928”
0. Münſter bei Dieburg, 12. Mai. Tot aufgefunden. In
der Nähe der Brücke, die an der Provinzialſtraße Eppertshauſen—
Mün=
ſter über die Gerſprenz führt, wurde ein 24 Jahre altes Mädchen aus
Münſter tot aus dem Waſſer gezogen. Man nimmt an, daß das junge
Mädchen Selbſtmord verübt hat, obwohl ſtichhaltige Gründe zur Tat
bisher noch nicht feſtſtehen. Das Mädchen war in einer Urberacher
Fabrik als Arbeiterin beſchäftigt.
r. Babenhauſen, 10. Mai. Einen ſchönen Erfolg errang bei dem
am vergangenen Sonntag in Michelſtadt i. O. ſtattgeſundenen
Bezirks=
wettſchreiben der hieſige junge Verein der Neichskurzſchriftler. Unter
360 Teilnehmern wurden von ihm folgende Preiſe errungen: Ein
Ehren=
preis von Herrn Luft und fe ein 1. Preis von den Herrn Fengel,
Schäfer und Löbig in der Abteilung 60 Silben; einen erſten Preis Herr
Hrch. Mohrhardt in der Abteilung 100 Silben und einen zweiten Preis
Herr Ad. Nock in der Wbteilung 140 Eilben. Im Intereſſe der weiteren
Ausbildung ſeiner jungen Mitglieder und der Pflege der
Einheits=
kurzſchrift iſt dem jungen Verein eine weitere geſunde Entwicklung zu
wünſchen.
r. Babenhaufen, 11. Mai. „Mußidenn, muß i denn zum
Städtele hinaus”. Unter denn Klängen dieſes Volksliedes
mar=
ſchierten vorgeſtern die nach Offenbach a. M. verſetzten Beamten der
teugebildeter 11. Bereitſchaft durch die Hauptſtraße zu dem
Nordaus=
gang unſeres Städtchens. Die in Babenhauſen bleibenden Teile der
Abteilung und eine Muſikkatelle gaben den Scheidenden das Geleite.
Nach Abſchiedsworten des Heurn Majors Wagner wurde die 11.
Bereit=
ſchaft vor der Stadt auf dort harrende Laſtkraftwagen verladen, u
nach ihrem neuen Standorte Offenbach a. M. gebracht zu werden. Von 7
der Bereitſchaftspolizei des Polizeiamts Offenbach a. M. bleiben die
7. und 8. Bereitſchaft weiter hier. Zum Führer der nach Offenbach
verlegten Bereitſchaft wurde Polizei=Hauptmann Brendel ernannt, die
8. Bereitſchaft übernahm anſtelle des nach Darmſtadt verſetzten Polizei=
Oberleutnants Rückert Polizei=Oberleutnant Schmitt von dort. Zur
Offenbacher Bereitſchaft kommen von hier die Oberleutnants Klemenz
und Stock, ferner Oberleutn. Auwärter, bisher bei der
Landespolizei=
ſchule.
N. Reichelsheim i. L., 11. Mai. Hochbetrieb im hieſigen
Karoſſeriewerk. Das Karoſſeriewerk des Herrn Friedrich
Dingel=
dein von hier, in dem die Holzteile der Automobile für die Großfirma
Opel in Rüſſelsheim hergeſtellt werden, entwickelt ſich immer mehr. Aus
kleinen Anfängen erſt vor kaum drei Jahuen von dem Beſitzer
gegnucht=
werden in dem Werk allwöchentlich 8——10 Waggon Holz von 350 und
700 Zentner Ladegewicht verarbeitet. Jede Woche gehen durchſchnitlich
5 Waggon zugeſchnittene Hölzer mit der Bahn nach Nüſſelsheim. Das
Abfallyolz der Fabrik bildet eine verhältnismäßig ſehr billige
Brennholz=
quelle für die ganze Umgegend. Demnächſt beabſichtigt Herr Dingeldein
ſeinen Betrieb noch bedeutend zu erweitern, ſo daß das Werk Tag ud
Nacht viele Arbeiter beſchäftigen wird.
* Fränkiſch=Crumbach, 9. Mai. Mit der Uebernahme der Straßen
auf die Provinzen erhoffte mancher Intereſſent von guten Straßn
eine weſentliche Beſſerung des Verkehrsnetzes ſotvie auch der
beſtehen=
den Straßen. Nachdem nun die Ueberführung der Verwaltung laum
ein Jahr her iſt, wäre es übereilt, wollte man irgendwelche Schüſſe
von einer Beſſerung oder umgekehrt ziehen, doch darf nicht aus dem
Auge gelaſſen werden, daß gerade die Umgeſtaltung des Straßergeſend
zu dem Zwuecke erfolgte, um ein einheitliches, gleichmäßig gutes Staßel”
netz zu ſchaffen. Der Gedanke war gut, bedarf aber jetzt der
Vertilk=
lichung. Wenn man zum Beiſpiel ſieht, wie zurzeit die Vorlkeſtſl
für das Einwalzen der Straße Groß=Bieberau-Brensbach
vorgenell=
men werden, und bedenkt, welchen ungeheuren Umweg ſämtliche Fal”
zeuge machen müſſen, die entweder nach Reinheim oder Darmſtdt
wvollen, ſo iſt jehem klar, daß hier eine Verbeſſerung des beſtehendel
Verkehrsnetzes ein Gebot der Stunde iſt. Vor allem wäre von Rei”
heim nach Reichelsheim der Bahnkörper zu verlegen, einmal aus
Grüls=
den der Sicherheit, zum andern würde die Straße eine größere
hal=
barkeit erlangen. Außerdem muß baldigſt die Herſtellung einer
Vel=
bindungsſtraße Gerſpenz—Fiſchbachtal erfolgen. Dieſe ſchon Jahrzehnte
diskntierte Straße würde zugleich eine kurze Automobilſtraße Erbach=
Darmſtadt ſchaffen, mit geringen Koſten verbunden ſein, da die Strecke
kaum mehr als 5 Kilomnter beträgt und Steinmaterial an Ort und
Stelle zu beſchaffen iſt.
Be. Aus dem Kainsbachtal, 12. Mai. Faſt jedes Jahr um die Tage
der Eisheiligen täuſcht uns der Frühling mit ſeinen kalten Tagen, alles
Grüne ſchimmert gelb, die Singvögel haben ihren liebliche: Geſang
eingeſtellt und auch groß enttäuſcht ſind die Bienenzüchter, die
Arbeits=
bienen, dieſe fleißigen Tiere, haben ſich wieder, in ihre Behauſung
zurückgezogen und warten auf wärmere Tage. In unſerem Dörſchen
hat der Butterhändler Adam Vogel, welcher als fleißiger Bienenzüchter
bekannt iſt, ſchon am 3. Mai einen Zuwachs von einem fungen
Bienen=
ſchwarm erhalten, gewiß ein ſeltenes Ereignis. Hoffentlich werden
dieſe rauhen Tage bald durch warme abgelöſt, damit auch der Imler
wieder für ſeine mühevolle Arbeit auf ſeine Rechnung kommt.
Reichsfinanzminister a. D. Dr. Reinhold
Beutsche Benokratische Partei
Spricht Bonntag, den 13- Hai.
abends d.18 dhr in der
Tarnhalie an Todgsplatz
8199a
[ ← ][ ][ → ]Nummer 133
Eonntag, den 43 Mai 1973
Cete 7
DMelich Mal. Gre fi i derſcht en Frse
tag muf Samstag wurden gegen 1 Uhr die in friedlichem Schlaf
liegen=
den Bewohner unſeres Städtchensddurch Feuerglarm aufgeſchreckt. Schon
bald ſah man den ganzen Horizont in ein feuriges Not gehüllt, das von
dem in dem Fabrikanweſen der Firma Wahl u. Großkopf (früher L. u.
N. Arzt) ausgebrochenen Feuer kam. Das Hauptgebäude der Fabrik,
ſowie das Maſchinenhaus wurden ein Raub der Flammen und ſind bis
auf die Grundmauern niedergebrannt. Nach langen Bemühungen
ge=
lang es der Feuerwehr, den Brand auf ſeinen Herd zu beſchränken und
die umliegenden Holzſchuppen zu ſchützen. Der Sachſchaden iſt bedeutend,
dürfte jedoch, wie man hört, durch Verſicherung gedeckt ſein. —
Haus=
verkauf. Bei der geſtern abend ſtattgefundenen Verſteigerung des
ehemaligen zweiten Pfarrhauſes in der Oberen Pfarrgaſſe wurde ein
Verkaufspreis von 14000 Mark erzielt. Bekanntlich mußte dieſe
Ver=
ſteigerung wiederholt werden, da bei der erſten die Genehmigung des
Kirchenborſtandes und der Gemeindevertretung verſagt blieb.
Gegen=
über der erſten Verſteigerung wurde bei der geſtern abend
ſtattgefunde=
nen ein Mehrpreis von 2000 Mark erzielt.
b. Erbach i. O., 9. Mai. Ausflug der
Gendarmerie=
beamten des Kreiſes Erbach. Treu der Ueberlieferung der
letzten Jahre fanden ſich die Gendarmeriebeamten ſämtlicher Stationen
des Kreiſes Erbach geſtern in gemeinſchaftlichem Ausflug mit
Familien=
angehörigen in der Marbach bei Hetzbach zu gemütlicher Raſt zuſammen.
Nach gemeinſam eingenommenen Mittagsmahle fand man die
ſämt=
hichen Teilnehmer um die fröhliche Jugendſchar verſammelt, die ſich
in allen möglichen kindlichen Spielen und Scherzen tummelte, die
Her=
zen der Eltern erfreute und die bereits vorhandene glänzende
Stim=
mung auf den Höhepunkt brachte. Die junge Schar wurde nach ihren
mit Beifall aufgenommenen Leiſtungen mit Kaffee und Kuchen reichlich
bewirtet, was dem kleinen Volk ſichtlich ſehr behagte. In einer
län=
geren Rede begrüßte Herr Gendarmerieinipektor Jöſt=Erbach zunächſt
die Vertreter des Kreisamts Erbach, Herrn Kreisdirektor von Werner
und Herrn Regierungsrat Eibach mit Gemahlin. Er führte aus, daß
die Amweſenheit der genannten Herren und das Jutereſſe, das die
vor=
geſetzte Behörde ſtets an den Veranſtaltungen der Gendarmeriebeamten
nehme, der beſte Beweis für ein ſchönes Verhältnis und ein enges
Zu=
ſammenarheiten zwiſchen Vorgeſetzten und Untergebenen ſei. Nach
Be=
grüßung ſeiner Kollegen und deren Familienangehörigen gedachte er
des Herrn Gendarmeriewachtmeiſters Ebert=Hainſtadt, der am 1. Juni
ds. Js. ſeinen Dienſt auf Grund des Geſetzes betreffend die
Alters=
grenze der Staatsbeamten quittieren muß, und widmete dem
ſcheiden=
den Kameraden herzliche Abſchiedsworte und den Dank für ſeine
jeder=
zeit bereitwillige und vorbildliche Mitarbeit und Gewiſſenhaftigkeit,
ſo=
wie für die echt kameradſchaftliche Geſinnung, die er jedem einzelnen
bei ſich bietender Gelegenheit oft bewieſen habe. Er überreichte ihm
namens der ſämtlichen Beamten einen Pokal mit entſprechender
Wid=
mung. Bei anſchließendem Tanz verbrachte man noch gemütliche
Stun=
den, bis die vorgerückte Zeit die Feiernden — allzufrüh — zur
Heim=
kehr gemahnte. So gingen ſämtliche Teilnehmer gegen 7 Uhr nach
allen Richtungen, mit dem Bewußtſein, einen wirklich ſchönen Tag im
Kreiſe der Kollegen verlebt zu baben. Beſondere Anerkennung gebührt
noch Herrn Kreisgendarmerieinſpektor Jüſt=Erbach, deſſen vorzüglichem
Organiſationstalent das Gelingen des Tages, wie ſo vieler
voraus=
gegangener Veranſtaltungen, in erſter Linie zu danken iſt.
m. Beerfelden, 11. Mai. Erfreuliche Erfolge. An den
Ausſcheidungskämpfen des Mittelrhein=Turnkreiſes für das 14. Deutſche
Turnfeſt in Köln beteiligte ſich auch der hieſige Turnverein. Dabei
er=
rang der Turner Heinrich Schott im Zehnkampf den 15. Sieg mit 138
Punkten. Turner Heinrich Beyſel erreichte im Zwölfkampf 148 Punkte.
die Turnerin Luiſe Wilhelm im Siebenkampf 91 Punkte. Hiernach iſt
zu erwarten, daß zu den Wettkämpfen beim Deutſchen Turnfeſt in Köln
in dieſem Jahre auch hieſige Turner und Turnerinnen antreten wer=
Den. In den letzten Jahren beſtaunte man gelegentlich der
Familien=
abende des hieſigen Turndereins die Leiſtungen des Turners W.
Rein=
hard in Oagersheim; dieſer wurde bei den Ausſcheidungskämpfen im
Turnkreis „Nfalz” I. Sieger im Zwölfkampf. — An dem
Bezirkswett=
ſchreiben in Michelſtadt anr letzten Sonntag beteiligten ſich auch die
hieſi=
gen Stenographen. Auch ſie haben ſchöne Erfolge zu verzeichnen, denn
folgende Preiſe wunden errungen: Abteilung 180 Silben: Frl. Dorg
Heilmann=Mosbach 1 und Ehrenpreis: Abteilung 100 Silben: Frl.
Tilly Braner=Beerfelden, Frl. Eliſabethe Reig und Herr Adam Seip=
Jalken=Geſäß je 1. Preis; Abteilung 60 Silben: die Herren Guſtav
Stierle, Georg Empalter, Karl Schäfer, Heinrich Lenz je 1. Preis;
A. Sauter=Falken=Geſäß, Kredel und Hering=Beerfelden je 2. Preis.
— Wohltätige Autofahrt. Der Heidelberger
Auto=
mobilklub ſtellte ſich am letzten Sonntag in den Dienſt der
Nächſten=
liebe und war gern dabei, als ein Ausflus für die
Schwerkriegsbeſchä=
digten ausgeführt wurde. In 20 Wagen waren zirka 40 Schwerkriegs=
Heſchädigte untergebracht, deren Fahrt um 12 Uhr begann und über
Fürth, die Wegſcheide nach Grasellenbach führte. Bei froher Raſt
auſchte man den Reden ſprechfroher Klubiſten, und gegen 6 Uhr begann
vie Fortſetzung der Fahrt, die über Olſen und den Höheuweg nah
Veer=
elden führte; von da gings beragab nach Hirſchhorn und weiter.
m. Vom füdlichen Odenwald, 11. Mai. Wieder Schnee. Geſtern
rüh präſentierten ſich unſere Höhen als Winterlandſchaft und des
ofteren im Laufe des Vormittags herrſchte ſtarkes Schneetreiben. So
hald aber die Sonne durchs. Gewölk bricht, zerrinnt des Winters weiße
Pracht, nur ein kühles Lüftchen erinnert noch an das eben Geſchaute.
Vie wohl die in üppigſter Blütenpracht ſtehenden Apfelbäume dieſe
rachträglichen Winterlaunen aufnehmen werden?!
Bn. Hirſchhorn, 12. Mai. Eröffnung der Neckar=
Per=
vnen=Schiffahrt. Am Sonntag, den 13. Mai, wird der
Per=
onenſchiffahrtverkehr zwiſchen Heilbronn—Gberbach-Heidelberg und
mgekehrt durch das prächtige burgenreiche Neckartal von der
Neckar=
hiffahrt A.=6. Heilbronn wieder aufgenommen. Abfahrt. Heilbronn
Eiſenbahnbrücke) Sonntags: 7.40 und 9.10 Uhr; Donnerstags: 740
Chr. Abfahrt Heidelberg, lt. Fahrplan in den Kursbuichern, durch die
Zerkehrsbüros und die Direktion in Heilbronn, Fernſprecher Nr. 38.
* Hirſchhorn, 12. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
1. Mai: 0.90 Meter: am 12. Mai: 0.90 Meter.
i. Von der Tromm 9. Mai. Das von der Ortsgruppe Weinheim
er „Naturfreunde” errichtete Unterkunftshaus auf der Tromm iſt im
kohbau ſoweit fertiggeſtellt, daß nunmehr das Nichtfeſt begangen
wer=
en konnte. Die Einweihung des neuen, mit allem Komfort
ausgeſtat=
ten Naturfreundehauſes iſt für den Monat Jali vorgeſehen. Die
Zaukoſten wurden durch freiwillige Spenden der Ortsgruppe Weiu=
Eim gebeckt.
* Reichenbach bei Bensheim, 9. Mai. Am vergangenen Sonntag
ind hier im feſtlich geſchmückten Saale des Kameraden Hochgenug die
Ziederſehensfeier der Angehörigen des früheren 1. Bataillons des
andwehr=InfanterieRegiments Nr. 116 ſtatt. Wohl an die 400
Ka=
eraden mochten erſchienen ſein. Das Bataillon hatte ſich hauptſächlich
rs der Provinz Starkenburg rekrutiert, und ſo waren faſt aus allen
rten Kameraden zu dieſer alljährlich ſtattfindenden zwangloſen
Zu=
mmenkunft erſchienen. Vor Beginn der eigentlichen Feier marſchierten
emrchte e erehelhit. arerin Ddeterie
heim mit herzlihen. Worten, der im Felde gebliebenen Kameraden
gedachte und einen Lorbeerkranz am Denkmal
nieder=
legte. Die Muſik ſpielte das „Niederländiſche
Dank=
gebet” und „Ich hatt einen Kameraden”. Nach dem Mittagstiſch füllte
ſich der geräumige Saal bis in die letzte Ecke. Kamerad Dieter hieß
die Erſchienenen herzlich willkommen. Das zahlreiche Erſcheinen der
Kameraden beveiſe, daß man mit der Veranſtaltung keinen Fehlgriff
tue. Gelte der Tag voch einzig und allein dem Wiederfehen. Er bitte,
damit baldigſt zum gemütlichen Teil übergegangen werden könne, die
ſchäftlichen Angelegenheiten roſcheſtens zu erledigen. Die Koſtenfrage
wurde durch eine Tellerſammlung erledigt. Als Ort der nächſten
Zu=
ſammenkunft in den erſten Maitagen 1929 wurde Hofheim im Ried
(bei Kamerad Lameli) beſtimmt. Es ſprachen u. a. noch die Kameraden
Studienrat Heymann=Gießen, der die Grüße des früheren Komp.=
Füh=
rers von L. 116, Uniberſitätsprofeſſor Eger=Gießen, überbrachte,
Stu=
dienrat Dr. Schuſter=Oſfenbach, Kamerad Maus=Griesheim Kamerad
Herweck=Lampertheim und Kamerad Lehrer Schmidt=Pfungſtadt. Alle
Anſprachen gaben der Freude Ausdruck, feſtſtellen zu können, daß die
in Leid und Not geſchloſſene Freundſchaft und Kameradſchaft auch heute
noch beſtehe. Die überaus herzlichen gegenſeitigen Begrüßungen zeigten
dies ja auch zur Genüge. „Bei gemeinſchaftlichen Liedern, die in Form
einer Feſtzeitung, mit Bildern aus dem Kriege zuſammengeſtellt, eine
ſchöne Erinnerung ſind, bei Vorträgen einzelner Kameraden und unter
den Klängen der fleißig konzertierenden Kapelle verflogen die Stunden
im Nu. Der Abſchied klang immer wieder aus in einem fröhlichen
„Auf Wiederſehen nächſtes Jahr in Hofheim‟. Gern ſei auch des
Gaſt=
gebers, Kamerad Hochgenug, gedacht, der alles aufgeboten hatte, um
es ſeinen Gäſten in Reichenbach gemitlich zu machen.
1. Me
Ay. Bensheim, 11. Mai. Aus der Bensheimer
Stadt=
verordnetenverſammlung. Die am Mittwoch, den 9. Mai,
ſtattgehabte öffentliche Sitzung der Bensheimer
Stadtverordnetenver=
ſammlung hatte ſich zuvörderſt mit einer Frage von außerordentlicher
und außerörtlicher Bedeutſamkeit zu beſchäftigen, eine Angelegenheit,
die übrigens einen Gradmeſſer und ein Spiegelbild für die Zerrüttung
rechtlicher und ſittlicher Grundbegriffe mancher Volkskreiſe abzugeben
bermag. Der ſtrengeren neuen Wohnungsgeſetzgebung und
Recht=
ſprechung zufolge ſtehen nämlich in Bensheim, wie Bürgermeiſter Dr.
Angermeier eingangs bekannt gibt, 7 bis 8 Fälle von
Mieter=
exmiſſäonen bevor, für die auf dem Wohnungsmarkt keinerlei
Erſatzwohnung beſchafft werden könne. Es handele ſich hier durchweg
um böswillige Mietſchuldner, die, aus der mittlerweile unrichtig
ge=
wordenen Auffaſſung heraus, eine Exmittierung könne für ſie ja doch
nicht praktiſch werden, dem Vermieter für Mongte den Mietzins
ſchul=
dig bleiben, obwohl ſie bei Arbeitſamkeit bzw. ordentlicher
Haushalt=
führung dazu ſehr wohl in der Lage wären. Auf Grund der neueren
Mietgeſetzgebung hat der Vermieter die Möglichkeit, ein gegen den
ſäumigen bw. unverträglichen Mietſchuldner ergangenes
Räumungs=
urteil vollſtrecken zu laſſen, ohne ſeinerſeits etwa für die Beſchaffumg
einer Erſatzwohnung verantwortlich zu ſein. Die anderweite
Unter=
bringung ſolcher Exmittierter wäre zwar im Grunde Sache der
Poli=
zei (Obdachloſenfürſorge), der in Notfällen heute ſogar ein Recht zur
Beſchlagnahme bzw. zur Einweiſung in irgend einen verfügbaren Raum
zugebilligt wird. Da jedoch derartige polizeiliche Maßnahmen immer
nur einen vorübergehenden Charakter tragen können, ſteht die
Bens=
heimer Stadwverwaltung vor der Notwendigkeit, irgendwie
Unterkunfts=
räume für gerichtlich Exmittierte zu ſchaffen, wobei beſonders zu
be=
tonen iſt, daß es ſich hier allerdings nur um die Beſchaffung von
Not=
unterkünften handeln könne. Eine erzieheriſche Einwirkung auf aſoziale
Mieterelemente — dank des abſchreckenden Charakters ſolch primitiver
Wohnungsbauten — ſei eine notwendige und durchaus erwünſchte
Nebenwirkung. In dieſem Zuſammenhange war es ſehr intereſſant
(und für ſozialiſtiſche Experimente übrigens ſehr lehrreich), zu hören,
daß der Mietzinsrückſtand aus den im Eigentum der Stadt ſtehenden
Häuſern mittlerweile auf die Summe von 9000 RM. angewachſen iſt.
Nach langer und teilweiſe erregt geführter Debatte, in welcher übrigens
das Verhalten aſozialer Mieter von der Rechten bis zur Linken ſcharf
verurteilt wurde, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und
Kommuniſten ein Kredit von 2—3000 Rm. bewilligt, der zum Ankauf
und zur Aufſtellung von zunächſt vier ausrangierten 4.=Klaſſe=
Eiſen=
bahnwagen verwandt werden foll. Dieſelben ſollen alsdann für
bös=
willige und unverträgliche Mietſchuldner als Notunterkunftsräume
bereitgehaiten werden. Bürgermeiſter Dr. Angermeier hatte zuvor
noch=
mals den behelfsmäßigen und außerordentlichen Tharakter, zugleich
aber auch die in der Nebenabſicht verfolgte erzieheriſche und abſchreckende
Einwirkung dieſer Maßnahme beſonders hervorgehoben. Die Linke
be=
gründete ihre ablehnende Haltung damit, daß aus der vorübergehenden
Unterbringung daſelbſt wahrſcheinlich ein dauernder Zuſtand werden
würde, wozu ſie ihre Hand nicht bieten könne. Sie ihrerſeits hatte die
ſtädtiſcherſeits zu bewerkſtelligende Eruichtung von weniger primitiven,
aber teureren Maſſibbauten vorgeſchlagen.
W
WÜNKER—
BTUMEAMERRE unin UN
m 1A. M Mch.ee"
13. und 14. Mai. Soeben wird die ausführliche Feſtfolge des 19.
Provinzial=Feuerwehrtags der Provinz Starkenburg, der am 12., 13.
und 14. Mai in Heppenheim abgehalten wird, bekannt. Feſtfolge:
Samstag, den 12. Mai, ab 11 Uhr vorm.: Empfang der Abgeordneten
am Bahnhof. Nachnr. 2,30 Uhr: Tagung der Abgeordneten im Saalbau
Kärcmer, Wilhelmſtr., anſchließend gemeinſchaftliches Eſſen im gleichen
Lokal. Abends 8 uhr Abholen der Abgeordneten und Feſtgäſte von
dem Verſammlungslokal nach dem Feſtplatze. Dortſelbſt Kommers unter
gütiger Mitzwirkung bieſiger Vereine. Beleuchtung der Starkenburg.
— Sonntag, den 13. Mai, 6 Uhr früh, Weckruf, ab 7 Uhr vorm.
Emp=
fang auswärtiger Wehven 10,30 Uhr vorm. Uebung der Freiw.
Feuer=
wehr Heppenheim. Anſchließend Brandangriff. 1230 Uhr
Mittags=
pauſe. 2 Uhr Aufſtellung des Feſtzuges in Main= und Rheinſtraße.
Spitze Poſtſtraße. Anmarſch dunch Bahnhof= und Lorſcherſtraße, 230
Uhr Abmarſch des Feſtzuges durch die Hauptſtraßen der Stadt.
An=
ſchließend Begrüßung, Feſtrede und großes Volksfeſt mit Feſtball auf
dem Feſtplatz. — Montag, den 14. Mai. Nachmittags Velksfeſt und
Kindepbeluſtigung. Sämtliche Feſtlichkeiten werden auf dem Turn= und
Spielplatz des Turnvereins Heppenheim (D.T.) abgehalten. Die
Ver=
anſtaltungen finden in großen Hallen ſtatt. Die Feſtmuſik wird
ausge=
führt von der verſtärſten Feuerwehrkapelle Heppenheim. —
Erwerbs=
lofenſtatiſtik. In der Stat Heppenheim waren am 1. Mai 71
männliche und 3 weibliche Erwerbsloſe, ſowie 25 männliche
Kriſemunter=
ſtützungsempfänger. Die Geſamtzahl der Unterſtützungsberechtigten im
Kreis Heppenheim waren 609 männliche und 9 weibliche Perſonen,
ſo=
wie 25 männliche Krifenunterſtützungsempfänger. Diejenigen
Arbeits=
loſen, die ausgeſteuert ſind und der öffentlichen Wohlfahrtspflege zur
Laſt fallen, ſind im den Zahlen nicht enthalten.
* Gernsheim, 12. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
11. Mai: 0,57 Meter; am 12. Mai: 0,62 Meter.
a. Dreieichenhain, 11. Mai. In einer Wählerverſammlung der
Deutſchen Volkspartei ſprach geſtern Handwverksmeiſter Mottſcheller=
Offenbach über: „Das Handwerk und die Deutſche Volkspartei‟. Durch
den Umſturz von 1918, ſo führte der Redner aus, ſei die
Sozialdemo=
kratie unverhofft für ſie und vielleicht auch ungewollt zu dieſem
Zeit=
rumkte zu Einfluß und Macht gekommen. Es fühle ſich aber heute kein
Menſch dunch ſie beglückt und zufrieden. Sie konnte nicht halten, was
ſie jahrelang verſerach. In ſehr unbehaglicher Lage befinde ſich im
heu=
tigen Staat auch das Handwerk. Der Handwerkerſtand ſei kein
über=
lebter Volksteil. Er ergänze ſich im Gegenteil immer noch aus dem
Stande der Handarbeiter, dem ſogenamten Proletariat. Der
Hand=
werker müſſe den Stolz haben, den Sohn immer wieder dem väterlichen
Berufe zuzuführen. Die Sozialdemokraten ſeien immer bemüht, das
Handwerk ſteuerlich zu belaſten und durh Errichtung von
Gemeinde=
betrieben ihm das Leben ſauer zu machen. Das Handwerk ſolle eben
nach ihrer Meinung zugrunde gehen um das Proletaviat zu
ver=
mehren. Die Mittel für handwerkliche Gemeinde= und Staatsbetriebe
ſolle man dem Handwerk zu billigem Zinsfuß zur Verfügung ſtellen.
Das Handwerk müſſe ſich auch mit dem Stimmzettel wehren. Es ſei
ſchon immer der Träger hoher Kultur und dürfe nicht untergehen. Der
Hondwerker wiſſe aber leider noch immer nicht, wohin er politiſch
gehöre, meine ſogar, um ſich die Kundſchaft nicht zu verſcherzen, dürfe
er überhaupt keiner Partei angehören. Er müſſe in die politiſchen
Par=
teien eintreten und ſich dort durchſetzen. Auf dieſem Wege komms er
ſchließlich in die Volksvertretung, wo er zum Beſten ſeines Standes
wirken könne. Das Handwerk möge am 2. Mai die Deutſche
Volks=
partei, die gnerkannte Beſchützerin und Förderin des Handwerks,
wählen.
a. Dudenhofen, 10. Mai. Stadtverordneter Joſt (Offenbach) ſprach
geſtern hier im Auftrage der Deutſchen Volksbartei über die
bevor=
ſtehenden Reichstagstoahlen. Der Redner gab zunächſt in gedrängter
Kürze einen Uebepblick über die Regierungen im Reiche ſeit 1918 und
ſchilderte dann, wie die Deutſche Volkspartei zielbewußt und unter
Opfern bemüht geweſen ſei, die Deutſchnationalen, die in der
Oppoſi=
tion groß geworden ſeien, zur Mitvepantwortung an der
Regierungsbil=
dung hemanzuziehen. Es ſei endlich im Januar 1927 gelungen, die erſte
„Rechtsregierung” im Reiche ſeit Nobember 1918 zu bilden. Von ihren
Gegnern ſei ſie mit leicht durchſchaubarer Abſicht oft der „
Beſitzbürger=
block” genant worden. Die Deutſchnationalen mußten bei ihrem
Ein=
tritt in die letzte Regierung die Außenpolitik Dr. Streſemanns
aus=
drücklich anerkennen, und die Angriffe der Deutſchnatonalen auf dieſe
Politik, die mu wieder einſetzten, ſeien deshalb innerlich unwahr. Die
deutſche Außempolitik, geführt von dem Führer der Deutſchen
Volks=
partei, ſei heute haum noch umſtritten. Sozialpolitiſch und
wirtſchafts=
politiſch habe die letzte „Rechtsregierung” den bewährten Weg ihrer
Vorgänger eingeſchlagen. Innenpolitiſch wolle die Partei die Brücke
zwiſchen dem alten und dem neuen Deutſchland ſein. Die ſozialen
Leiſtungen fänden dort ihre Grenze, wo die Belaſtung durch ſie den
Wettbewerb mit dem Auslande unmöglich moche. Für die Beſeitigung
der unbeſtreitbaren Notlage der Landwirtſchaft einzutreten, ſei für die
Partei eine politiſche und vaterländiſche Aufgabe erſten Grades. In deu
Frage des Reichsſchulgeſetzes ſei die Partei ihrer liberalen Vergangenheit
tren geblieben, und ſie werde das auch femer tun. Die Deutſche
Volks=
partei ſei, wie Bismarck ihr ausdrücklich beſcheinigt habe, die Partei der
Neichsgründung, ſie wolle auch die Partei der Reichs erhaltung ud
Reichserneuerung ud damit eine große Staatspartei ſein. Sie
gebe treu und uneigennützig wie unſer erhabener Reichspräſident dem
Neiche und dem Volke ihr Beſtes. Sie liebe das alte Deutſchland, lebe
für das Deutſchland der Gegenwart und glaube an das größere
Deutſch=
land einer beſſeren Zukunft.
Ah. Oppenheim a. Rh., 11. Mai. Haſſia=Bezirkstagung.
Die Bezirkstagung, die in dieſem Jahre in Ludwigshöhe
ſtatt=
fand, war von 20 Vereinen beſucht. Als Vertreter für den Bezirk
Hppenheim wurde Präſident Einemann gewählt und als Stellvertreter
Blum=Nierſtein beſtellt. Es wurde der Antrag eingebracht, daß der
Verbandstag 1929 nach Oppenheim verlegt und mit einem
Bezirks=
feſt verbunden wird. Für Bjährige Tätigkeit im Vorſtand des
Orts=
vereins wurden Spindler, Borngäſſer, Bertl=Dalheim und Schmack=
Frieſenheim mit dem Haſſia=Ehrenkreuz ausgezeichmet: für über
Bjäh=
rige Mitgliedſchaft überreichte Bürgermeiſter Weber 25 Mitgliedern das
Haſſia=Abzeichen mit der Zahl B. Die zweite Bezirkstagung findet im
Herbſt in Dienheim ſtatt.
Ah. Stadecken (Rheinh.), 11. Mai. Proteſt gegen die
Bür=
germeiſterwahl. Bei der letzthin ſtattgefundenen
Bürgermeiſter=
wahl wurde der bisherige Bürgermeiſter mit 278 Stimmen gegen den
Beigeordneten Wolf mit 270 Stimmen wiedergewählt. Die unterlegene
Partei hat gegen die Wahl Ginſpruch erhoben und das zuſtändige
Kreisamt in Mainz wird in Kürze die Einwendungen prüfen und
ent=
ſcheiden, ob die Wahl wiederholt werden muß.
a
Im In- und Auslande, überall, wo der 6/30 PS-NSU-
Die SNSU-Punkte
Sechszylinder bisher erschien, erregte er allgemeines
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Seite 8
Sonntag, den 13 Mai 1928
Die glückliche Geburt eines prächtigen
Nummer 133
Mädels zeigen an in dankbarer Freude
Wilhelm Scheld und Frau
Gretel, geb. Erbes.
Darmstadt, den 10 Mai 1928.
Klappacherstraße 17.
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HANS RUMLE
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HILIPPSBURG
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FRANKFURTa. M.
TAUNUSSTRASSE 12
(*1201
Todeg=Anzeige.
Geſtern entſchlief ſanft nach
ungem ſchweren Leiden mein
lieber Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Bruder, Schwager
und Onkel
Palentin Härting
im Alter von 54 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Härting
nebſt Angehörigen.
Darmſtadt, den 11. Mai 1928, (e13026
Die Beerdigung findet Montag,
den 14. Mai, nachmittags 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Dankſagung.
Allen denen, die meinen heißgeliebten
Fried
mit ſo viel Liebe umgaben und ſeiner gedachten, für die überaus reichen Blumenſpenden
und für das letzte Geleit, ſowie für die mir erwieſene liebevolle Teilnahme bitte ich auf
dieſem Wege meinen innigen Dank entgegen zu nehmen, da es mir unmöglich iſt, jedem
Einzelnen, wie ich gerne möchte, zu danken.
Frau Johanna Feix=Gröger.
Darmſtadt, Herdweg 55, im Mai 1928.
Ueberbauter Hand=
Federwagen
preis=
wert zu verkaufen.
Näh. Geſchſt 130/4
Todes=Anzeige.
Gott der Allmächtige hat meinen lieben Mann,
unſeren treuſorgenden Vater, Großvater,
Schwieger=
vater, Schwiegerſohn, Bruder und Onkel
Philipp Bangert I.
Obſthändler
durch einen ſanften Tod im Alter von 64 Jahren von
ſeinem mit großer Geduld ertragenem Leiden erlöſt.
In tiefem Schmerz:
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Marg. Bangert, geb. Born.
Fränk.=Crumbach, Werſau, Unter=Moſſau, 12. Mai 1928
Die Beerdigung findet Montag, 14. Mai 1928,
nachmittags 1 Uhr ſtatt.
51
Nachruf.
Am 10. Mai ſtarb nach langem ſchweren
Teiden mein lieber Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater und Großvater, der
Kaufmann
Otto Thiem
im vollendeten S6. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Henriette Thiem und Kinder.
Darmſiadt, Klappacherſtraße 14.
Die Beerdigung fand in aller Stille ſiatt. (8342
Am 10. Mai berſchied nach ſchwerem Leiden
unſer hochgeſchätzter Vorſitzender
Herr Geheime Regierungsrat Dr. Freſenius
Nach jahrelangem Wirken in echt deutſchem Geiſte
in D.=S.=W.=Afrika war er auch als Vorſitzender
un=
ſerer Geſellſchaft ein vorbildlicher Kämpfer für die
Verbreitung des kolonialen Verſtändniſſes. Er
er=
warb ſich durch ſeine ausgezeichneten Eigenſchaften,
ſeine ſtete Hilfsbereitſchaft und große Opferwilligkeit
die Liebe und Achtung Aller.
Deutſche Kolonialgeſellſchaft
Darmſtadt, den 12. Mai 1928.
Dankſagung.
Fär die zahlreichen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem Heimgang unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Berta Fiſcher
geb. Glas
ſagen wir innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Einterbliebenen:
Rudolf Fiſcher
Darmſtadt, den 11. Mai 1928.
(8353
Beckſtraße 63.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen ſo aufrichtigen und wohlwollenden
Be=
weiſe herzlicher Anteilnahme an unſerem ſo ſchwer
be=
troffenen Verluſte anläßlich des Ablebens unſerer
unver=
geßlichen, treuen, herzensguten Mutter
Frau Karl May Wwe.
geb. Katz
iſt es uns ein Herzensbedürfnis, auf dieſem Wege
herz=
innigſt zu danken, beſonders all den lieben, guten Menſchen,
die ſchon während ihres längeren Krankſeins unſere teure
(Eniſchlafene des öfteren ſo liebevoll erfreuten. Insbeſondere
aber von Herzen unausſprechlichen Dank ihren verehrl.
Freundinnen, welche opferwillig in ſchweſterlicher Hingabe
ſo rührend die Treue hielten, ſowie allen denſenigen aus
ihrem ſo großen Freundes= und Bekanntenkreiſe, welche
ihr in dankbarer Liebe und Verehrung den letzten
Liebes=
dſenſt erwieſen haben.
In tiefer Trauer:
Die Kinder:
Jacob und Johanna Meg.
Darmſitadt, den 13. Mai 1928.
Palſaswieſenffr, 14.
Du warſt ein Vorbild ſeliener Pflichttreue
und wahrer Menſchenliebe, Dein Andenken
bleibt uns ewig unauslöſchbar.
((13047
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme während der Krankheit
und beim Hinſcheiden meines lieben Mannes, unſeres guten Schwagers
und Onkels
Schornſteinfegermeiſter
Heinrich Zibulski
insbeſondere Herrn Pfarrer Hartmann für die tröſienden Worte am Grabe,
der Schweſter Katharine für die liebevolle Hilfe, der heſſiſchen
Schornſtein=
feger=Innung, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Kreisverband Dieburg, dem
Provinzialverband Starkenburg, dem Landesverband Heſſen und dem
Landeg=
ausſchuß der freiwilligen Feuerwehren, dem Geſangverein Liederkranz, dem
Turnverein, dem Ziegenzuchtverein, dem Kreis=Ziegenzuchtverband, Herrn
Bürgermeiſter Lampe als Vertreter der Stadt, für die ehrenden Nachrufe,
dem Liederkranz noch für das Grablied und allen Kranzſpendern ſagen wir
herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Eliſabethe Zibulski Wwe., geb. Scheuer.
Groß=Umſtadt, den 11. Mai 1928.
(8359
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem Heimgang unſeres
lieben Entſchlafenen
Herin Hans Haupt
Fabrikant
ſagen wir Allen unſeren herzlichſien Dank.
Beſonders danken wir Herrn Pfarrer Lebrecht
für ſeine tröſienden Worte, ſowie unſeren
Ar=
beitern und Arbeiterinnen; dem Kegelklub
Gut Holz, Männerquartett Harmonie,
Turnverein 1863 und Freiwillige
Feuer=
wehr für die letzte Ehre und
Kranz=
ſpenden.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Hildegard Haupt, geb. Krauß.
Groß=Zimmern, den 12. Mai 1928
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platz 13b. (*13011
Dankſagung.
Für die zahlreiche und
herz=
liche Teilnahme, die uns bei
dem ſchweren Verluſie unſerer
guten, treuſorgenden Mutter
er=
wieſen wurde, ſagen wir Allen
innigſien Dank.
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Melne Damen und Herren! Gestützt auf dos Verkreuen, das ich
mir entgegendringe und unvorbereitet, wie ich mich habe, stelle lch miet
vor als Kandidat der grösten Portei, dle die brennende Areno des Wonl.
kompfes besteigt: der rlele Millllonen umfossenden Kuklrol-Fartell ic
bin ein schlichter Mann des Volke= und die groben Töne llegen mi
nicht, ober das verspreche ich Ihnen, daß ich, sobold ich unfer die
fünthundert Beherrscher Deutschlands eingezogen bin, sofort die R.
rlchtung eines Reichsministerlums für Fußpllege bis zum Knie mi
Elilslen in München und Stittgart beantrogen werde. Denn, meihe
Damen und Herren, wir brauchen unbedingt mehr Mlnister / Sie misßell.
die Steuern sind hoch und wie sollten wir sie anders unterbringen!
Bis dahin meine Damen und Herren, halten Sie voll und ganz Aneie
wegt zur Fahne der Kuktrol-Partei!
Kukirolen Sie!
Damit werden Sie wenigstens Ihre Fühnereugen und den üblen Fle‟
geruch los und das wird der beste Gerinn sein, den Ihnen der one
Reichstag bisher gebracht hat.
Nutzen Sie diesen einzigen Gewinn wenigstens gehörig aus! Lae
sind ihnen Hornhaut und Hühneraugen zu schr ons Fierz gewochsen!
Foxt mit den Qußlgeistern! Durch das rielmilllonenjoch bewonne
Kukirol-Hühneraugen-Pdaster werden Sle dovon schnell, schmerz- und
gefohrlos und ohne Blutversieben befrelt. Es trsgt auch nicht auf und
drückt nicht, wie die in neuerer Zeit angebotenen Hühneraugen-Kinße
Fußschmerzen, Brennen, Wundlauten
und Mädigkeit in den Füßen beseltigt das Kukirol-Fußbod. Bodei
Sie Ihre Füße 2 bis 3 mal wöchentlich in dem wohltuenden Kuſrol-
Fusbad und reiben Sie sle tüchtig mit dem erfrischenden Kuhrol:
Streupuder ein. Sie wverden donn stundenleng gehen und sichen
können, ohne mdde zu werden. Das Kuktrol-Fußbod stärkt die Fane
und macht sie wieder frisch und leistungsfählg. Eine Sparpochune
Kuktrol-Fußbad für 8 Böder ausreichend kostet nur 1 Mark.
Ein Kuktrol-Föhneraugen-Plaster kostet 85 Pig., die ganre Kukirol
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Nummer 133
Sonntag den 13 Ma 1928
Seite 9
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Mur 25
18
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1 Jumper
Kinderkleid
1 Pzjama
6 Taſchentücher
1 Schaſ
e Lux Seifenflocken ſind ſo
ausgiebig, daß man kaum ein
I.
halbes Paket braucht, um dieſe vielen
Gegenſtände wieder wie neu zu
waſchen. Die Lebensdauer der
Kunſtſeide hängt von der Behandlung
ab. Zu vermeiden lind vor allem
ſcharfe Waſchmittel, die die zarten
Genebe und Parben beſchädigen.
ſowie ales Reiben.
Die Lux Seifenflocken ſind das
ablolut zuverlällige und ſchonende
Waſchmittel für Kunſtſeide.
Ihr wunderbarer Schaum
rei=
nist alles was die Berührung mit
bloßem Walſer verträgt
Ein Esslöffel LUA-
Seifenflocken
8ibt ein Achussel
voll Scbaum
Führende Fabrikanten von
Kunſti=
ſeide, wie Bemberg und Glanzſtoff,
em-
pfehlen, die milden Lux Seifenflocken zur
Reinigung und Pflege aller empfindlichen
Gewebe. Befolgen Sie deren Rat;
ge=
fährden Sie nicht Ihre koſtbare Wäche
durch ſcharfe Wachmitel.
Beachten Sie
folgende Anweiſung für Kunſtſeide:
Bereiten Sie Ihre lauwarme Schaumlöſung wie auf
Paket erlichtlich. Drücken Sie darin die Wäſcheltücke
(hnell durch, ohne zu reiben. Spiilen Sie ſehr
gründ=
lich lauwarm. Drücken Sie dann die Stücke recht gut
aufs, ohne zu wringen, und legen Sie lie zum Trocknen
formgerecht fach hin; vermeiden Sie Sonne und
Ofen=
nähe, Bügeln Sie, wenn erwünſcht, mit leichtem Druck
und mäßig warmem Eiſen.
Lux Seifenllocken
werden nie loſe
verkauft.
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IV.860
a
„SÜNLCHT MANNHEIN
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 13. Mai
Vom ſüddeutſchen Eiſenmarkt.
Die Lage am ſüddeutſchen Eiſenwarkt hat ſich gegemüüber der
Vor=
ſwoche inſofern grundlegend geändert, als nu die Preiserhöhung, mit
der nach erfolgter Kohlenpreiserhöhung zu rechnen war, tatſächlich
ein=
getreten iſt. Mit ſofortiger Wirkung hat der Stahlwerksverband am
11. Mai 1928 die Verbandspreiſe für Form= und Stabeiſen um 4 RM.
pro Tonne, für Bandeiſen um 6 RM., fürr Grobbleche um 7 RM.
er=
höht. Der Verkauf war von Verbandsſeite ſchon ſeit einigen Tagen
ein=
geſtellt worden. Die Erhöhung bam ſomit nicht überraſchend.
Ueber=
vaſcht hat lediglich, das Ausmaß der Erhöhung. Selbſt gut orientierte
Kreiſe hatten nur mit einer Erhöhung von 2 RM. pro Tonne gerechnet.
Demgegenüber war das Beſtreben, ſich zu bisherigen Preiſen mit
Mate=
rial einzudecken, nicht allgemein, ſo daß die neuen Maßnahmen Händler
und Verbraucher faſt durchweg in ihrem ganzen Ausmaße treffen.
Es war auf Anfrage auch feſtzuſtellen, daß an Mengen zu bisherigen
Notierungen ſo gut wie nichts mehr am Markte iſt. Die reinen
Ver=
bandspreiſe ſtellen ſich unter Berickſichtigung der Erhöhungen wie folgt:
Formeiſen 132 RM. pro Tonne; Stabeiſen 135 RM. pro Tonne,
Baſis Neunkirchen; Bandeiſen 160 RM. pro Tonne, Baſis Homburg;
Grobbleche 158 RM. pro Tonne, Baſis Dillingen oder Eſſen.
Die emtſprechende Feſtlegung der Weiterverkaufspreiſe durch die
füddeutſchen Händlerorganiſationen ſteht noch aus, doch iſt damit zu
rechnen, daß dieſe nicht über die vom Stahlwerksverband getroffenen
Sätze hinausgehen. Allerdings wurden die Zonenpreiſe der
Süddeut=
ſchen Eiſenzentrale für Mengen unter 15 Tonnen wiederholt als
unge=
nügend bezeichnet, inſofern als bedeutende Lagerſpeſen damit nicht
ge=
deckt werden konnten. Es bleibt daher abzuwarten, inwieweit eine
Regulierung in dieſer Hinſicht vorgenommen wird.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 12. Mai.
Nach der glatten Ueberwindung des Medio ſetzte die
Wochenſchluß=
börſe lebhaft und feſt ein. Wie an der geſtrigen Abendbörſe waren
keine beſonderen Spezialbewegungen zu beobachten, da faſt ſämtliche
Aktienmärkte ſich regen Intereſſes erfreuten. Zwar liegen heute keine
beſonderen Anregungen vor, doch verweiſt man auf die
Eiſenpreis=
erhöhung und auf das Ausbleiben der Diskonterhöhung in New York
und auf das Anhalten von Auslandsaufträgen von verſchiedenen
Plätzen. Auch regte es an, daß die Auslandsbörſen ihre feſte Haltung
behaupteten. Innerhalb der einzelnen Märkte gab es wenige Werte,
die ſchärfer anzogen. Die Kursbeſſerungen lagen durchſchnittlich
zwi=
ſchen 1—3 Prozent. Montanaktien ziemlich lebhaft und freundlich. Hier
regte die Eiſenpreiserhöhung an. Ver. Stahlwerke nach langer Zeit
erſtmals wieder über Pari und 2 Prozent feſter. Der Farbenmarkt
hatte zwar große Umſätze, die Farbenaktie gab jedoch leicht nach.
Rhein=
ſtahl dagegen 1 Prozent höher. Elektrowerte durchweg feſter, mit
Aus=
nahme des Siemens=Konzerns, der ziemlich ruhig lag. Auch Zellſtoff=
Aktien freundlich und höher. Sehr rege lagen Schiffahrtswerte, wo
größere Auslandsaufträge zu erledigen waren. Bauwerte ſämtlich
er=
holt. Motorenwerte ſetzten ihre Aufwärtsbewegung nur teilweiſe fort.
Variable Aktien gut gehalten. Lebhaftes Geſchäft war in
Ablöſungs=
rente, die bis 20 geſteigert wurden, ſpäter bis 19,90 wieder nachgaben.
Von fremden Renten nur Ungarn feſter. Der Börſenverlauf zeigte bei
großen Umſätzen noch weitere Steigerung um 0,5—1 Prozent, die jedoch
ſpäter durch Wochenſchlußglattſtellungen wieder verloren gingen. Geld
iſt leicht, Tagesgeld 5,5, Monatsgeld 7—8, Privatdiskont 6,5,
Waren=
wechſel 6,75—7 Prozent. — Am Deviſenmarkt ſind weſentliche
Aende=
rungen nicht eingetreten.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 12. Mai.
Die Samstagbörſe mahm einen lebhaften und feſten Verlauf. Das
Geſchäft war größer als ſonſt am Wochenſchluß üblich, da aus der
Pro=
vinz zahlreiche kleinere Kaufaufträge einliefen und ſich die Spekulation
nach endgültiger Ueberwindung des Medios wieder neu engagierte. Es
fehlte außerdem nicht an ausländiſchen Käufen, die ſich heute
hauptſäch=
lich auf Schiffahrtsaktien und Banken erſtreckten. In den ſonſt noch
führenden Spezialpapieren trat inſofern eine Umſchichtung ein, als der
Montanaktienmarkt ſtärker beachtet wurde und dafür die bisherigen
Fa=
voriten die Polyphon=, Kunſtſeidewerte, Schwachſtromwerte uſw.,
ver=
nachläſſigt blieben. Das Rheinland nahm in einigen Kohlen= ud
Eiſen=
papieren größere Anſchaffungen vor, da die Preiserhöhungen für Kohle
und Eiſen ſtimulierten. Die Geldverhältniſſe geſtalteten ſich flüſſig,
ins=
beſondere für Tagesgeld, das ſich für erſte Adreſſen auf 4,5 Prozent
ſtellte. Der offizielle Satz lautete auf 5—7 Prozent, Monatsgeld 7,5 bis
8,5 Prozent, Warenwechſel 6,75—7 Prozent. Im Deviſenverkehr gab
der Dollar gegen die Reichsmark auf 4,1802 nach. London lag gegen
New York mit 4,8814 freundlich; London-Berlin 20,405. Die übrigen
Debiſen wurden bei ſtillem Geſchäft etwa zu ihren letzten Kurſen genannt.
Im weiteren Verlauf der Börſe war die Haltung nicht ganz
ein=
heitlich, überwiegend aber feſt. Im Vordergrunde des Intereſſes ſtanden
auch jetzt wieeder einige Spezialbewegungen, von denen zu erwähnen
ſind Berliner Handelsgeſellſchaft plus 8,5; Hamburg=Süd plus 3,25;
A.=G. für Verkehr plus 5 Prozent. Sehr reges Geſchäft fand auch bei
einigen Elektroaktien ſtatt. So ſtellten ſich Geſ. für Elektr. auf 307,5
nach 299,75; ferner Schleſ. Elektrizität und Gas plus 7,5. Am
Montan=
markt gewannen Oberbedarf, Eſſener Steinkohle und Max.=Hütte je 3
Prozent; J. G. Farben gingen nach 28,5 auf 286,75 zurück. Auch
Spritwerte lagen ſchwächer, Oſtwerke verloren 3; Schultheiß 4,5 Proz.,
konnten ſpäter aber wieder dieſen Verluſt aufholen. Neubeſitzanleihe:
war vorübergehend auf 20,1 erhöht, ging ſpäter aber auf 19,65 zurück.
Privatdiskont unverändert 6,5 Prozent für beide Sichten. Die
Nachbörſe verkehrte uneinheitlich. Die Grundtendenz blieb allerdings
freundlich. Beſonders hervorzuheben ſind Zellſtoff Waldhof, die um
3,12 anzogen, auf 322,5. Ferner gewannen Glanzſtoff 2: Polyphon 1;
Siemens 1,5 Prozent. Darmſtädter und Nationalbank um 1 auf 282
zurück. J. G. Farben bröckelten leicht ab auf 286,5; Karſtadt auf 270,5.
Ferner hörte man u. a. noch folgende Kurſe: Schleſ. Elektrizitätswerke
232,5; Schuckert 217,25; Schultheiß 385: Oſtwerke 341,5; Geſ. für Elektr.
307: Gelſenkirchen 145; Nordd. Lloyd 165,5; Hapag 168,25;
Commerz=
dank 188,25; ferner Anleihegblöſung 1 und 2 51,8; dito 3 54,3.
A. E. G
Augsb.=Nürnb. 9
Baſalt
Bergmann.
Berl. Karlsruhe
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Bri
Bremer Wolle
Danatbank.
Deutſche Bank
Diskontogeſ
Dresdner Bank. .. . .
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl ...."
Deut che Petroleum
Dynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung .. . /179.25
F. G. Farben ..
Gelſenk. Berg. .
G. f. elektr. Untern. 1297.5
Han. Maſch.=Egeſt. . / 60.— 61.—
Hanſa Dampfſch. . . .
Hapag ....."
Harpner. .. . . . ... ..
Hemoor Zement.. . .
169.5 174.75 Hirſch Kupfer 11. 5.
130.— 104.— 105.— Höſch Eiſen". 154.— 87.— 89.75 Hohenlohe Werke. 93.— 198. 1208.5 Kahla Porzellan .. 71.25 71.— Kali Aſchersleben 189.— 1270.— 280 8751 Salzdefurth. . . . 335.25 178. 179.75 „ Weſterregeln
Lindes Eismaſch. 204.— Je47.5 266 — 185. 1280.— 1283.— V. Boewe & Co. 259.25 1166.— 171.5 Lingel Schuh 60.— l162.5 166.— MannesmannR” 156.625 162.5 166.5 Niederlauſitzer 161. 50.— 51.5 Nordd. Loyd 164.5 135.— 141.75 Orenſtein.
Polyphon 126.75 73.— 73-74.5 485.— 135 5 137.75 Rütgerswerke 100.125 183.5 Sachſenwerke 141.5 285. — 287. Siemens Glas. 147.875 1141.— 144 875 Ver. Glanzſtoff 858.— 306.75 Ver. Stahlwerke. 97.375 Volkſtedter Porzellan 53.5 224.875 Wanderer Werke.. 183.— 1167.75 168.125 Wiſſner Metall. . . . . ( 153 — 172.— 1175.25 Wittener Gußſtahl. 67.— 1249.— 1236.—
12.
130. I
159.—
113—
191:
336
6
2o8 —
190:
274,5
160.875
180.—
165.5
131.—
485.—
101.5
142.
147 875
88S.—
102.—
54.5
184.—
154.—
Deviſenmarkt.
Helſingfors
Wien
Prag.
Budapeſt.
Sofia.
Solland.
Lslo.
Kopenhagen
Stockholm ...
London
Buenos Aires
New=York
Belgien .....
Italien.
Paris ..
Schweiz..
Spanien.
Danzig".
Japan. .
Rio de Janeiro
Fugoſlavien.
Portugal".
Athen ......"
Konſtantinopel
Kanada. . . . ."
Uraguay . . . .
Produkienberichte.
Berliner Produktenbericht vom 12. Mai. Der Erholung der
über=
ſeeiſchen Terminmärkte iſt zwar nur eine mäßige Erhöhung der
Cif=
offerten gefolgt, das dauernd ſehr geringe Inlandsangebot ließ aber
auch hier eine leichte Befeſtigung Platz greifen. Die Provinzmühlen
klagen dauernd über Rohmaterialknappheit und bewilligen nach wie
vor höhere Preiſe als der hieſige Platz; größere Umſätze können ſich
für beide Brotgetreidearten lediglich infolge mangelnden Angebots nicht
entwickeln. Die Berliner und auch die größeren Mühlen in der
Pro=
vinz bekunden regere Nachfrage nach Auslandsweizen und =roggen. Die
Forderungen und die Gebote ſind jedoch ſchwer in Uebereinſtimmung
zu bringen. Am Lieferungsmarkte zeigte ſich regere Deckungsnachfrage,
die vor allem eine Befeſtigung von Majroggen bewirkte. Bei Weizen
waren alle Sichten feſter gehalten. Roggen= und Weizenmehle waren
in den Offerten unverändert, das Geſchäft blieb recht ſchwerfällig. Hafer
lag faſt gänzlich umſatzlos. Das Angebot hielt ſich weiter in engſten
Grenzen, Käufer zeigten aber auch wenig Unternehmungsluſt. Gerſte
und Mais ſtill.
Vom Rohhäutemarkt. Am Rohhäutemarkt verhalten ſich die Käufer
weiterhin abwartend, weshalb die Preiſe der Vorauktionen in dieſer
Woche nicht erreicht werden. Der Beſuch der Verſteigerungen war zwar
nach wie vor gut, es mußten jedoch manche Loſe wegen Unterangeboten
zurückgezogen werden. Auf der eben ſtattgefundenen Berliner
Haute=
verſteigerung mußten ſich Ochſen= und Farrenhäute gegen die Vorauktion
einen Abſchlag bis zu 10 Prozent gefallen laſſen, und nur Kuhhäute
konnten knapp letzte Preiſe erzielen. Leichte Ochſenhäute m. K. galten
98,00, ſchwere 89,00, leichte Farrenhäute 103,25, ſchwere 70,25—70,75,
leichte, Kuhhäute 90,5, ſchwere 85,75—88,75 Pfg. pro Pfund.
Viehmärkte.
* Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
12. Mai, waren 357 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 284 Stück.
Milchſchweine wurden verkauft das Stück von 10—19 Mk., Läufer das
Stück von 20—32 Mk.
Verlegung des Frankfurter Viehmarktes. Wegen des
Himmel=
fahrts= und Pfingſtfeſtes finden folgende Verlegungen der Vieh= und
Fleiſchmärkte ſtatt: 1. von Donnerstag, den 17., auf Mittwoch, den
16. Mai; 2. von Montag, den 28., auf Dienstag, den 29. Mai.
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
An den ſüddeutſchen Produktenmärkten blieb die Umſatztätigkeit i
Brotgetreide in dieſer Woche ohne größere Bedeutung, und auch di
Preisveränderungen nahmen keinen großen Umfang an. Es zeigte ſie
erneut, daß die MMühlen ſich gut vorverſorgt haben und deshalb kaun
beſondere Kaufneigung zu bekunden Anlaß haben, ehe ſich das Mehl
geſchäft wieder hebt. Der neue amerikaniſche Saatenſtands
bericht entſprach mit einer Beſſerung von rund 5 Prozent gegenübe
dem April=Bericht den gehegten Crwartungen, eine Wirkung war ſchor
vorweggenommen. Die Angebote der Ablader in den Vereinigter
Staaten, Kanada und Argentinien blieben ziemlich unverändert. Si
ſtellten ſich zuletzt für 100 Kg. Baruſſo, 78 Kg., Mai=Abladung au
14,55, Juni 14,60; desgl. 79 Kg. Mai 14,70, Jun: 14,75 Fl., für Rof
Fé jeweils 5 Cts. (1 am. Cts. — 0.4,18 RM.) höher. Manitoba I7
Atlantic=Mai=Juni=Abladung, koſtete 14,75 Fl. (1 Fl. — 1 holl. Gu
den — 1.68,68 RM.), Pacific, ſeeſchwimmend, 14,85 Fl., Auſtral=Weizer
je nach Poſition, 15,50—16,60 Fl., eif (fracht= und verſicherungsfrei
Scehafen. Von inländiſchem Weizen war ſolcher pfälziſcher und Oden
wälder Herkunft zu 28—23,75 RM., frei Mannheim, die 100 Kg. an
geboten, wogegen Auslandsweizen im Waggongeſchäft 30,50—32,75 R9N
(Vorwoche 30,25—32,50) koſtete. Für Roggen blieb die Stimmun
bei kleinem Umſatz feſt. Nachrichten aus Norddeutſchland wollten wiſſen
daß der ſchneearme Winter teilweiſe ſtarke Auswinterung zur Folg
gehabt hat. Pfälzer Roggen in Ausſtichqualität koſtete ab Station 2
bis 29,50 RM., badiſcher Roggen 29—29,25 RMM., heſſiſcher 23,25—3.7.
Reichsmark, Parität Mannheim, Auslandsroggen, waggonfrei, 31 bi
31,50 RM. (30,50—31 RM.). Für fränkiſche Braugerſte wurden ab Sta
tion 30,50—31,25 RM. verlangt; das Geſchäft auf dieſem Marktgebie
lag ſtill. Kleine Umſätze vollzogen ſich in Futtergerſte zu unveränderter
Preiſen. Hafer konnte ſich infolge kleinen Angebots von Inlandsware
noch etwas befeſtigen auf 27,50—28,50 RM. (R7—28 RM.), waggonfrei
Mannheim, Auslandshafer auf 28—29,25 (27,50—23) RM. Mais feſt
auf höhere Plata=Offerten. Disponibler Plata=Mais gegen Bezugsſchein
kcſtete 24,50 RM., Juni 22,75, Juli 22, Auguſt—September—Otober
21,75 RM. Neue Mehlabſchlüſſe von Bedeutung wurden nicht
bekannt, auf alte Abſchlüſſe iſt der Abruf etwas beſſer geworden, der
Handel klagt über ſehr ſchleppenden Verlauf bei der Bäckerkundſchaft.
Die Mühlenforderungen vergleichen ſich mit der Vorwoche wie folgt;
Weizenmehl, Spezial Null, m. S. ab Mühle 39—40 25 (39—40) RM.
Roggenmehl, je nach Ausmahlung, 40,50—41,50 (39,50—41) RM. Ein
an der Produktenbörſe vorgenommene Verſteigerung gemäß § 37.
H.B. G. erbrachte für eine Partie Weizenmehl, Spezial Null, Fabrika
der Rheinmühlenwerke Mannheim, für die 100 Kg. 37,70 RM. Futter
mittel lagen feſt ohne beſondere Preisveränderungen; Kraftfutter
mittel gegen die Vorwoche etwa 25—50 Pf. die 100 Kg. erhöht.
*
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt. Mit inländiſchen Tabaken hat
das Geſchäft infolge der hohen Preiſe, die bei den Einſchreibungen
Holland für Auslandstabake angelegt werden müſſen, weiterhin lebha
geſtaltet. Beſonders angeregt war das Intereſſe für Schneidemateri,
und Zigarrentabake, worin umfangreihe Abſchlüſſe ſtattfanden. D
Preiſe bewegten ſich auf der bisherigen Höhe. Auch nach Nippen e
hielt ſich Nachfrage bei unveränderten Preiſen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 9. Mai. Die auf den Stie
tag des 9. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſtiſche
Reichsamtes iſt mit 140,5 gegenüber der Vorwoche (140,2) um 0,2 v.
geſtiegen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarſtof
mit 134,8 (134,3) um 0,4 v. H. und diejenige für Kolonialware
mit 137,2 (1363) um 0.7 vom Hundert angezogen. Die Indexziffer f1
induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren iſt um 0,2 v. H. auf 134,9 (134/
geſtiegen. Die Inderziffer für induſtrielle Fertigwaren ſtellte ſich
158,2 (158,0).
Maſchinenfabrik Badenia vorm. Wm. Platz Söhne A.=G., Weinheit
Die der Heinrich Lanz A.=G., Mannheim, naheſtehende Geſellſchaft e
zielte per 31. Dezember 1927 einen Rohgewinn von 597 794 (580 51
RM., dem Geſchäftsunkoſten von 456 948 (511 667) RM. und Abſchre
bungen von 62 725 (60 063) RM. gegenüberſtehen. Einſchl. Gewinnvo
trag ergibt ſich ſomit ein Ueberſchuß von 16 917 RM., der vorgetragt
werden ſoll. Trotz der Mißernte der beiden letzten Jahre zeigte d
Abſatz der landwirtſchaftlichen Maſchinen eine gewiſſe Stetigkeit. D
Vorräte an Lokomobilen ſind der Maſchinenfabrik Buckau R. Wo
A.=G., Magdeburg, zum Verkauf übertragen. Die Herſtellung vo
Dreſchmaſchinen hat entſprechend der Aufteilung der Fabrikationszwe
die Heinrich Lanz A.=G. übernommen. Die Hauptfabrikation der G.
ſellſchaft bilden die kleineren Maſchinen, insbeſondere Häckſelmaſchine.
Rübenſchneider und Kelter. Der Abſatz im Inland ſei nicht unbefried
gend, dagegen werde der Export durch Zölle und Konkurrenz erſchwer
Die bekannte Umſtellung des Betriebes iſt im weſentlichen vollende
Grundſtücke ſtehen unverändert mit 400 000 RM., Gebäude mit 561 75
nach 579 600 RM., Anlagen mit 205 433 (254 000) RM. Den bei einen
A.=K. von 0,298 RM. nach wie vor ſehr hohen Warenvorräten vor
1031 765 (1343 641) RM. und Bankguthaben einſchl. Debitoren vor
478 901 RM. (331 747 RM.) ſtehen Kreditoren einſchl. Bankſchulden vor
1869 174 (1979 478) RM., Anzahlungen auf Beſtellungen mit 23358.
(332 457) RM. und Akzepte mit 30 662 RM. (—) RM. gegenüber.
v. H.=V. am 18. Mai 1928.
. Brantfärter Kardoeriche vonr TarMaftaebe
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche,
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ... .."
8% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + 1
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe .
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
60 Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
70 Dresden v. 26
7%0 Frkf. a. M. v. 26
7% Heidelb. v. 26
8½ Ludwghf v. 26
8% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
80 Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 26
80 Berl. Hhp.=Bk.
„ Lig.=
4½
Pfandbriefe.
% Frkf. Hyp.Bk.
7½½, „Big.=B
87.4
78.25
87
102.25
88
8% Frrf. Bfbrfbank
4½% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
4½½ Hamb. Hhp.=
Bk., Lig.=Pfdbr.
0 Heſſ. Landesbk.
0 Kom. Landes
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovin=
2o
8% Landeskr. Kaſſ
80 Mein. Hhp.Bk.
8% Naſſ. Landesbl.
%0 Pfälz. Hyp. Bk.
„ Lig.
Pfandbriefe
8% Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred..
4½2 Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. ..
8% Preuß. Ctr.,
Stadtſchaft.
8% Rhein. Hyp.=Bk
4½%„ Lig
Pfandbriefe.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit.
4½
„ „L.=Pf.
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..
13
„Lig.=
Pfdbr.
..
8% Württ. Hyp.=B.
D.S
B7.5
96.25
91
89
94
100
97
95.75
94.5
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I.
Dt. Komm Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausloſ. Ser.77
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2/ 9.5
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 18.2
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S.1-16/ 13.35
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie.
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26/ 96.5
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26/ 94
0 Klöckn=Werkel
Berlin v 26.... 94
10% Kom. Elektr.=
Mark.
... . . 1102.5
70 Mainkrw v. 26
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27.../ 90
80 Neckarſulm v. 26
8½ Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26.. . .
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Vad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl.
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe. .
2aa
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe ....
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. ..
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe . .
5% Südd. Feſtw..
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914 ........."
50 Bosn. L.=Inv.=
Anl. v 1914 ...
4½ Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
1¾% Griech. Mon.)
5% Mex. inn. (abg.)
äuß. „
4%
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
4½% „ Irrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
5%
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)..."
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913
40 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
40 Türk. Admin..
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl.
4½%o ungarn von
1913 CC. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.,St.
4½ dito Goldr.
(C. C.=St.)
2 dito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron. (abg.) ..."
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4½ Kopenh. v. 01.
2.22
46
1.9
4½ Liſſab. v. 1886
4½ Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891 .....
4% Eliſabethbahn
von 1883 ....."
49 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. . .
4½ Lemberg=Czer.
ſteuerfrei".
2‟/„.% Oſt. Südb.
(Lombard.) .. . . 15.25
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 „ ...."
3% Raab=Odenbg.
v. 1883 .. . . .."
4% Rudolfb. i. S.
i. G.
4½% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aktien!
Allg. Dt. Ereditanſt.
Badiſche Bank. . . . /160
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein/131
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank ..
Berl. Handelsgeſ.. . 1278
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb:/188
Darmſt. u. Nt.=Bk./28
Deutſche Bank .. . 169
Eff.=u.
Wechſel=
bank . . . . . . . . 120
Vereinsbank . . /104
Diskont.=Geſellſch. 163
Dresdener Bank .. /164
Frankf. Bk.
1117
Hyp.=Bk. 155
Pfdbr.=Bk. 160
Gotha. Grundkr. B./143
Mein. Hyp.=Bank/141
Metallbank. .
135
Mitteld. Creditbk. /220
Nürnb. Vereinsbk. 160
Oſt. Creditanſtalt. . 36
Pſälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk. /140.5
Hyp.=Akt.=Bk. /145
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbank/129
Hyp.=Banki200
Südd. Bob.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Berkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen . . ."
Dt. Eiſenb.=Geſ..
70 Dt. Reichsbhn=
Vorzge.
Hapag .."
Nordd. Lloyd.
Schantung=Eiſenb
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin. . .
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleyer
6% AEG. Vorzug
Ieo Samm.-
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg ...
Beck & Henkel ..
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen .."
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerte
Heidelberg".
Karlſtadt ......
Lothr. (Karlsr.).
Chem. WerkeAlbert.
Brockhues..!
Fabrik Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin!
Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .
Dürrwerke Rating.!
220
215
162
150
168‟,
125.5
41
265
98.5
80
174.5
50
55
190
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
J. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas
Hof.
Maſch. Po=
Pokorny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen ..
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrankf
Haid & Neu
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen
Hanſa=Lloyd Brem.
Harpener Bergbauſ.
Hartm. & Braun
Henninger. Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gas
Heyligenſtaedt
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ....
Hochtief Eſſen
Holzmann Phil. . . 1
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Inag
Junghans Stamm.
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
„ Weſteregeln. . 1244
Kammgarnſpinn. .
278
24
235
181
64
04
48
286
136
90
150
103
176
143
304
109
138.5
4
166
74
184
29.9
87
126.5
98
189
204
Karſtadt, R. .270
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke 129
Knorr, Heilbronn
Konſervfabr. Braun 76
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
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1112
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Nummer 133
Sonntag, den 13 Mai 1928
Geite 11
Portland=Zementwerke A.G., Heibelberg Mannheim=Stuttgart. Die
G.V. genehmigte 10 Prozent (8 Prozent) Dividende für 1927. In den
erſten Monaten des laufenden Geſchäftsjahres ſei der Abſatz ſeyr
gün=
ſtig geweſen, habe aber in den letzten Wochen eine Stockung erfahren.
Da die Geſellſchaft bis zum Jahresſchluß mit Kohlen zum alten Preiſe
eingedeckt ſei, und auch die Lohnverhältniſſe bis zum Jahresſchluß gelten
würden, hofft man wieder auf einen ebenſo günſtigen Abſchluß wie im
Vorjahre.
Ehemiſch=Pharmazeutiſche Aktiengeſellſchaft, Bad Homburg. Die
Geſellſchaft, wwelche die kaufmänniſche Abteilung ſowie einen Teil der
Fabrikation in das im vergangenen Jahr von ihr erworbene
Fabrik=
anweſen Frankfurt a. M., Daimlerſtr. 25, verlegt hat, ſchließt 1927 bei
weiterer Umſatzſteigerung nach RM. 58 294,20 (i. V. 22 210,60)
Abſchrei=
bungen mit einem Reinge inn von RM. 23 463,34 (22 383,55) ab; davon
ſollen 8 Prozent (6) Dividende ausgeſchiittet, während RM. 3 463,34
(2 383,55) vorgetragen werden. RM. 250 000 A.=K. und RM. 223 734,45
(79 063,10) Kreditoren ſtehen RM. 148 820,24 (86 419,91) Debitoren und
Vorräte RM. 103 940,50 (109 569,09) gegenüber. Die mit RM. 185000
(5000) Hypothek belaſteten Immobilien haben infolge des Erwerbs des
Frankfurter Grundſtüicks einen Zugang von RM. 285000 auf RM.
403 000 (124 000). Die Einrichtungen ſtehen mit RM. 39 050 (45 700) zu
Buch. Nach Mitteilung der Verwaltung haben ſich im neuen
Geſchäfts=
fahre die Umſätze weiter gehoben, ſo daß auch für das laufende Jahr mit
einem befriedigenden Abſchluß zu rechnen ſein dürfte.
Verein für chemiſche Induſtrie A. G., Frankfurt a. M. Nach
Preſſe=
meldungen ſollen Verhandlungen im Gange ſein, die zwiſchen der
Ge=
ſellſchaft und der Algemeen Norit Mj. in Amſterdam ſeit der
Kündi=
gung der Intereſſengen einſchaft ſchwebenden Streitigkeiten beizulegen
und die Intereſſengemeinſchaft wieder herzuſtellen. Die Verwaltung
erklärt hierzu ausdrücklich, daß keinerlei Verhandlungen zwiſchen beiden
Geſellſchaften liefen, weder über die Beilegung der juriſtiſchen
Streitig=
keiten noch über die Wiederherſtellung der Intereſſengemeinſchaft. Ein
von den beiderſeitigen Rechtsvertretern in den letzten Wochen gemachter
Verſuch, die von beiden Seiten erhobenen Feſtſtellungsklagen durch eine
Verſtändigung zurückziehen zu laſſen, ſei ergebnislos geblieben. Die
Verwaltung ſehe auch nicht die Möglichkeit, die ſchwebenden
Streitig=
keiten auf friedlichem Wege aus der Welt zu ſchaffen.
Rückgang der Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen
Berechnungen wurden in der Zeit vom 29. 4.—5. 5. im Ruhrgebiet in
ſechs Arbeitstagen 2 125 847 To. Kohle geförbert gegen 2345 592 To.
in der vorherigen Woche bei ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die
Koks=
erzeugung ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche auf 525 177
Tonnen gegen 533 247 To. in der vorherigen Woche, die
Preßkohlen=
herſtellung auf 61357 To. gegen 65 361 To. in ſechs Arbeitstagen. Die
arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 29. 4.—5. 5.
354 308 To. gegen 390 932 To. in der vorherigen Woche. Die tägliche
Kokserzeugung ſtellte ſich auf 75 140 To. (76 178 To.), die arbeitstägliche
Preßkohlenherſtellung auf 10 226 (10 894) To. Wegen Abſatzmangels
duurden in der Berichtswoche 6964 (arbeitstäglich 1161) Feierſchichten
eingelegt.
Zuſammenſchluß in der Waggoninduſtrie. Die ſeit Monaten
ſchwe=
benden Verhandlungen über den Zuſammenſchluß in der oſt= und
mit=
teldeutſchen Waggoninduſtrie zwiſchen der Linkc=Hofmann Werke=A. G.,
der Waggon= und Maſchinenfabrik A. G. vorm. Buſch in Bautzen und
Weimar und der Sächſiſchen Waggonfabrik Werdau ſind nunmehr,
vor=
behältlich der Zuſtimmung der Generalverſammlung der Aktionäre
Dieſer Geſellſchaften, zum Abſchluß gekommen. In den am 11. Mai
ab=
gehaltenen Aufſichtsratsſitzungen wurden die Anträge der Vorſtände
Liber die Fuſion genehmigt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 12. Mai. (Prib.=Tel.)
Baumwolle: In Teilen von Weſt=Texas ſind Regenfälle
nieber=
gegangen, wodurh die Trockenheit in dieſen Gegenden vorerſt behoben
iſt. Dieſe Tatſache wirkte ebenſo wie die vorliegenden niedviger
lauten=
den Kabelmeldungen verſtimmend, ſodaß es am Baumwollterminmarkte
zum Wochenſchluß zu Preisrückgängen kam. Der heimiſche Handel,
Wallſtreet=Kreiſe und ſüdweſtliche Firmen waren als Abgeber am
Markte.
Zucker: Bei ruhiger Stimmung übten am Rohzuckerterminmarkte
Verkäufe angeblich für europäiſche Rechnung einen Druck auf das
Preis=
nivean aus.
* Chikago, 12. Mai. (Prit.=Tel.)
Fettwaren. Die Abſchwächung am Maismarkte wirkte ſich am
Schmalzmarkte heute in einem Abgleiten der Preiſe aus, umſomehr
als der Schweineauftrieb größer als erwartet wwar.
Weizen: Nachdem der Weizenmarkt auf Grund von Meldungen
über ungünſtige Regenfälle in Texas ſowie infolge einer privaten
Schätzung des Ernteertrags in Oklahoma auf 40 Millionen Buſhels
erivas feſter eröffnet hatte, kam es im Verlaufe zu einem Kurseinbruch,
wofür neben der ſihleppenden Exportnachfrage vor allem die aus
Deutſchland und Polen vorliegenden, günſtig lautenden
Felderſtands=
berichte verantwortlich waren. Ein weiteres Baiſſemotiv boten
Mel=
dungen, nach denen in Teilen von Kanſas und Colorado wohltuende
Regenfälle niedergegangen ſind. Die Schlußnotierungen lagen 27/s-
Cents unter denen des Vortages.
Mais: Nachrichten über größere Farmbeſtände in Nebraska ſowie
die Vorausſage wohltuender Regenfälle für das Zentrum und das
nord=
weſtliche Anbaugebiet ließen Mais zunä hſt ſchwach tendieren. Später
führten Nachrichten, denen zufolge in Illinois Froſtwetter herrſche, zu
einer leichten Erholung.
Roggen. Am Roggenmarkte traten öſtliche Firmen als Abgeber
in den entfernteren Sichten auf. Da das Exportgeſchäft nur geringen
Umfang hatte und ferner wohltuende Regenfälle vorausgeſagt wurden,
waren die Vorausſetzungen für ein leichtes Abgleiten der Preiſe gegeben.
Hafer: Der Hafermarkt tendierte aufangs auf Grund von
Nach=
richten über kaltes Wetter im nördlichen Teil des Anbaugebietes und
infolge von Klagen, daß in Kanſas und Illionois der Felderſtand nicht
befriedigend ſei. Später trat im Einklang mit der Abſchwwächung an
den übrigen Märkten eine Reaktion ein.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 12. Mai:
Getreide: Weizen, Mai 150½, Juli 1503½, Sept. 150½; Mais,
Mai 103½, Juli 106½, Sept. 107½; Hafer, Mai 65¾, Juli 5978,
Sept. 48½; Roggen, Mai 13358, Juli 131½, Sept. 122.
Schmalz: Mai 11,90, Juli 12,15, Sept. 12,47½,
Rippen: Mai 12,00, Juli 12,20, Sept. 12,57½: Speck loco 121
leichte Schweine 8,50—1225, ſchwere Schweine 9,35—10,05;
Schweinezufuhr Chicago 4000, im Weſten 20000.
Chicagver Baumwolle: Mai 21, Juli 20,91.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 12. Mai:
Getreide: Weizen Rodwinter 210½, Hartwinter 170½: Mehl
ſpr. wheat clears 7,25—7,75; Fracht nach England 1,6—2,3, nach
dem Kontinent 7—9.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,60, Talg extra loſe 8½.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Holding=Geſellſchaft des Browu=Boveri=Konzerns legt eine 5
pro=
zentige Anleihe in Höhe von 12 Mill. Frs. zur Zeichnung auf. Die
An=
leihe iſt von einer Bankengruppe bereits feſt übernommen und zur
Rück=
zahlung bzw. Konvertierung zweier in dieſem Herbſt fälliger Anleihep
von insgeſamt 15 Mill. Frs. beſtimmt.
Der Röhrenverband hat in Auswirkung der Kohlenpreiserhöhung
mit ſofortiger Wirkung die Preiſe für geſchweißte und nahtloſe Gasrohre
um 0,5 Prozent brutto und für Siederohre um 1 Prozent brutto erhöht.
Die Lazard Speyer=Elliſſen Kommanditgeſellſchaft auf Aktien in
Frankfurt a. M. und Berlin iſt nunmehr mit einem Kommanditkapital
von 20 Mill. RM. und einer offenen Reſerve von 5 Mill. RM.
konſti=
tuiert worden.
Seitens des Drahtverbandes ſollen in den nächſten Tagen
Verhand=
lungen ſtattfinden, um eine Preisvegelung entſprechend den verteuerten
Nohſtoffpreiſen herbeizuführen. Es wird danach getrachtet, die etwaigen
Erhöhungen auf das notwendigſte Maß zu beſchränken. Für neue
Ab=
ſchlüſſe ſind die Preiſe einſtweilen um 1 RM. bis 1,50 RM. ie 100 Kg.
erhöht worden.
In der geſtrigen Beſprechung wurde der Lagerpreis für Stabeiſen,
wvie folgt berechnet: Einkaufspreis Mk. 140,70 plus Mk. 8
Durchſchnittg=
fracht gleich 154,70 plus 25 Prozent Lagerzuſchlag gleich 193,50 Mk.
Eine von 1 200 bis 1 300 Perſonen beſuchte Funktionärverſammlung
des Metallarbeiterderbandes in Leipzig hat ſich dahin entſchieden, daß
die Arbeit am kommenden Montag geſchloſſen wieder aufgenommen
wer=
den foll.
Der Wochenausweis der Bank von Frankreich zeigt eine
Verminde=
rung der ſtaatlichen Vorſchüſſe um 400 Mill. Dagegen iſt der
Noten=
umlauf um 265 Mill. erhöht worden.
Der dritte Verſteigerungstag der derzeitigen Londoner
Kolonialwoll=
auktionen brachte ein Geſamtangebot von 6985 Ballen; hiervon 2089
Ballen Neuſüdwales und Queensland, 1951 Neuſeeland, 1634 Viktoria,
640 Cap und 571 Ballen Weſtauſtraliſche Wollen. Der Käuferwettbewerb
war unverändert ſcharf, und die Tenbenz im allgemeinen feſt.
Der auf Betreiben engliſcher und iriſcher Intereſſenkreiſe beantragte
Schutzzoll auf Taſchentücher und Leinewparen gelangte jetzt vor dem
zu=
ſtändigen engliſchen Regierungskomitee zur Verhandlung und wurde
nach ſehr eingehenden Erörterungen endgültig abgelehnt.
Die tſchechiſche Handelsbilanz für den Monat April zeigt das gleiche
Bild wie die vorangehenden Monate, verſtärkt burch ein weiteves
Zu=
nehmen der Rohſtoffeinfuhr. Der Eiſenhandel entwickelt ſich weiter
günſtig. Die Rohſtoffbezüge betragen 706 Mill. Ke. gegen 582 Mill. Kc.
im Vorfahre, die Fertigwarenexporte 1130 Mill. Kc. gegen 1015 Mill.
Ke. im Vorjahre.
Aus London wird gemeldet, daß die ruſſiſch=fernöſtlichen und
ſibiri=
ſchen Genoſſenſchaften in Verhandlungen mit amerikaniſchen Firmen
ſtehen wegen Lieferung von Butter für chemiſche Zwecke nach Amerika.
Demnächſt ſoll ein entſprechender Vertrag abgeſchloſſen werden.
Ruſſiſcherſeits wird in Vorſchlag gebracht, eine Geſellſchaft mit
ameri=
kaniſchem Kapital zur Errichtung von Butterfabriken in Sibirien zu
gründen.
In die erſte amerikaniſche Sammelanleihe der Deutſchen
Girozen=
trale ſollen auch die baheriſchen Gemeinden einbezögen werden, ſoweit
ſie Auträge bei der Beratungsſtelle für Auslandsanleihen eingereicht
haben. Die Stadt München gehört allerdings zu den Großſtädten, deren
Begebung von Einzelanleihen erſt für den Herbſt vorgeſehen iſt.
keVM
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In dieſem Jahre werden öffentliche
unentgeltliche Impftermine wie folg
abgehalten:
Mittwoch, 16., 23. u. 30. ds. Mts
jeweils von 15 Uhr ab in dern
Rundeturm=Schule,
Rundeturm=
ſtraße 11.
Hamstag, den 19. Mai von 15
Uhr ab in der Ohlyſchule,
Fried=
richſtraße 1.
Samstag, den 2. Juni von 15
Uhr ab in der Mornewegſchule,
Hermannſtraße 21.
Zu dieſen Impfterminen ſind alle im
Jahre 1927 geborenen Kinder vorzuführen.
Auch ältere Kinder die bis jetzt noch
nicht geimpft ſind, können zu dieſer
Impfterminen vorgeführt werden.
Nach=
ſchau jeweils 8 Tage ſpäter in der
gleichen Schule. Kinder, die in dieſen
Impfterminen nicht geimpft werden, ſind
bis zum Jahresſchluß auf Koſten der
Eltern impfen zu laſſen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende
Krankheiten, wie Scharlach, Maſern,
Diphterie, Krupp, Keuchhuſten,
Fleckthy=
phus, roſenartige Entzündungen oder die
natürlichen Pocken herrſchen, dürfen
Impf=
linge zum allgemeinen Termin nicht
ge=
bracht werden. Die Eltern des Empflings
oder deren Vertreter haben den
Impf=
arzt vor der Ausführung der Impfung
frühere oder noch beſtehende Krankheiten
des Kindes mitzuteilen.
Die Kinder müſſen zum Impftermin
mit reingewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 10. Mai 1928.
St8337) Der Oberbürgermeiſter
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung 4: Am 9. Mai 1928 hinſichtlich
der Firma: Hermann Roſenthal,
Darmſtadt: Friedrich Pfeiffer, Kaufmann
in Darmſtadt, iſt zum Prokuriſten be
ſtellt. Am 10. Mai 1928 hinſichtlich der
Firmen: 1. J. Bruchfeld, Darmſtadt:
Die Prokura des Werkführers Heinrich
Heyl iſt erloſchen. Geſchäft ſamt Firma
iſt auf die im Handelsregiſter bereits
eingetragene offene Handelsgeſellſchaft
Bruchfeld & Bracher übergegangen. Der
Uebergang der im Betriebe des Geſchäfts
begründeten Forderungen und
Verbind=
lichkeiten iſt beim Erwerbe des Geſchäfts
durch die offene Handelsgeſellſchaft
Bruch=
feld & Bracher ausgeſchloſſen. 2.
Bruch=
feld & Bracher, Darmſtadt: Die Firma
iſt geändert in: J. Bruchfeld. Die
Ge=
ſellſchaft hat das ſeither unter der Firma
J. Bruchfeld im Handelsregiſter
einge=
tragene Geſchäft, ſamt Firma erworben.
Der Uebergang der in dem Betriebe des
Geſchäfts begründeten Forderungen und
Verbindlichkeiten iſt bei dem Erwerbe
des Geſchäfts durch die Geſellſchaft
ans=
geſchloſſen. Adolf Bruchfeld und Emil
Bracher junior, beide Kaufleute in
Darm=
ſtadt, ſind zu Einzelprokuriſten beſtellt.
— Abteilung B: Am 7. Mai 1928
hin=
ſichtlich der Firma: Ferd. Adolf
Pertſch, Conventionsbureau,
Ge=
ſellſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt: Wilhelm Dietrich, Kaufmann!
in Darmſtadt, iſt zum Geſamtprokuriſten
beſtellt derart, daß er gemeinſam mit
einem anderen Prokuriſten
zeichnungs=
berechtigt iſt. Am 10. Mai 1928
hin=
ſichtlich der Firma: Heſſiſche Lichtſpiel=
Theater=Aktiengeſellſchaft.
Darm=
ſtadt: Durch Beſchluß der
Generalver=
ſammlung vom 4. Februar 1928 iſt der
Geſellſchaftsvertrag geändert. Die
Gene=
ralverſammlung vom 4. Februar 1928
hat die Erhöhung des Grundkapitals um
einen Betrag von 350000 Reichsmark
be=
ſchloſſen. Die Erhöhung iſt durchgeführt,
das Grundkapital beträgt jetzt 600000
Reichsmark. — Als nicht eingetragen
wird mitveröffentlicht: Es ſind
ausge=
geben 350 junge Aktien im Nennwert
von je 1000 Reichsmark. Sie lauten
auf den Inhaber und ſind ab 1. Januar
1928 gewinnberechtigt. Der
Mindeſtaus=
gabekurs beträgt 110%, zuzüglich
Börſen=
umſatzſteuer und Aktienſtempel. (8391
Darmſtadt, den 12. Mai 1928.
Amtsgericht I.
Arbeitszentrale für
Er=
werbsbeſchränkte
Abteilung: Fliegende Kolonne
erledigt
Gelegenheitsarbeiten und =
Beſor=
gungen
jeder Art für alle Wirtſchaftszweige,
Be=
hörden und Haushaltungen
durch zuverläſſige Kräfte,
gegen äußerſte Vergütung,
bei Stellung von Arbeitsbehelfen
nach Wunſch.
Ihre Inanſpruchnahme begründet
keinen Arbeitsvertrag,
keine Pflichten aus der
Sozial=
verſicherung.
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8382
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und oberirdiſcher Telegraphenlinien in
mehreren Straßen der Stadt Darmſtadt,
Arheilgen und der Villenkolonie Eberſtadt
liegt bei den Poſtämtern Arheilgen,
Eber=
ſtadt und dem Telegraphenbauamt it
Darmſtadt auf die Dauer von 4 Wochen aus
Darmſtadt, den 11. Mai 1928. (8403
Telegraphenbauamt.
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Güterrecht und das Erbrecht der Er
gatten nach dem bürgerlichen Geſetzbu
für das Gebiet der hieſigen Stadt, we
den koſtenfrei bei dem hieſigen Stande
amt in Darmſtadt (Hügelſtraße) währer
den Dienſtſtunden abgegeben. (83
Darmſtadt, den 12. Mai 1928.
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt I.
gez. Dr. Schmuttermeier.
Die ſchlüſſelfertige Herſtellung de
Poſtgebäudes in Langen ſoll vergebe
werden. Angebotshefte, ſolange Vorrg
bei Oberpoſtdirektion in Frankfurt g. A.
Zimmer 344. Zeichnungen liegen de
ſelbſt und beim Poſtamt Langen wäl
rend der Dienſtſtunden aus. Die ver
ſchloſſenen Angebote mit der Aufſchrif
„Angebot Poſthaus Langen”, ſind bie
3. Juni 1928, mittags 12 Uhr, an
Oberpoſtdirektion Frankfurt (Main).
Zimmer 344, poſtfrei einzuſenden.
Er=
öffnung in Gegenwart etwa erſchienenen
Bieter.
Die Bauleitnng.
Verſteigerung.
Am Dienstag, den 15. ds. Mts
nachm. ab 14 Uhr, und Mittwod
den 16. ds. Mts., vorm. ab 8, Uh
werden im ſtädt. Altersheim, Emilſtr.
gegen Barzahlung meiſtbietend verſteiger
1 Ladentheke, 1 Vertiko, verſchiede
Kleiderſchränke u. Kommoden, Bette
Waſchtiſche, Pfeilerſchränkchen, Küche
ſchränke, Tiſche, Stühle, Uhren, Spieg
Porzellan, Aufſtellſachen uſw. (st83
Darmſtadt, den 8. Mai 1928.
Städtiſches Wohlfahrts= und
Jugendamt.
Freiwillige Verſteigerung von
Baugeräten und Materialien.
Model=Verfteigetung
Billige
Montag, den 14. Mai (auf dem La=
Diensta=, den 15. Mai, vormitt. 10 uh
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Großen Woog) u. Dienstag, den 15. Mai
(Stiftſtr. 19), jedesmal vorm. 9½ Uhr
anfangend, verſteigere ich im Auftrage de=
Herrn Gg. Möſer 1., Hoch= und Tiefbau
und Aſphalt=Geſchäft, die nachbezeichneten
Gegenſtände meiſtbietend gegen
Barzah=
lung. Es kommen zum Ausgebot:
200 Maurer=Gerüſtſtangen, 500 Maurer=
Diele, 70 neue ungebrauchte Diele (4,50
Meter lang), 1000 Klammern, 1
Stän=
derbaum, 1 Kalkwagen, Stockleitern u.
eine 12 Meter lange Leiter, 16 eiſern
Schiebkarren, 10 eiſ. Gerüſtböcke, 5
Aſ=
phaltkeſſel, Goudron und Epure, 200
Block Aſphalt, eine Partie Backſteine
größere Partie altes Brennholz, altes
Eiſen und Oefen, Sandſteine, 2
Dia=
phragma=Pumpen mit Schläuchen, 200
Meter Transportgeleis, Kippwagen,
Drehſcheibe, eine Partie Träger, 3 Wa
genwinden, 2 Flaſchenſeile, Rollſeile,
3 vierrädr. Wagen, zweirädr. Hand
wagen, 2 Schwenkkrane mit
Drahtſei=
u. Aufziehkaſten. 2 Patentflaſchenzüge,
4 Kabelwinden, eine größere Partie
eiſ. Bogen u. Schließen. 1 Partie
Ton=
rohr (0,10—0,15 I. W., 50 Meter) nebſt
Faſſonſtücken u. 50 Kanalbleche, 5
Ben=
zinlampen für Kanal, Kreuzhacken,
Pickel, Hebeiſen, Patentwölfe, 2
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lier=Inſtrumente mit Viſierlatte, 1 Licht
pauzapparat (0,75X1,00 Meter groß),
2 Stetzbüropulte, Reißbretter,
Winkel=
ſpiegel, Viſierſtäbe u. =Kreuze,
Band=
maß, 20 Met, lang, 1 dreiarm. Lüſter,
1 Partie (100 Met.) Waſſerleitungsrohr
(25-50 mm I. W.), einige Wagen trock.
Fußbodenſand, 4chm Silberkies,
Auf=
hängeketten ſowie vieles Kleingeſchirr
für Maurer=, Kanal= und Aſphaltier=
(8234a
Betrieb u. a. m.
Beſichtigung 1 Stunde vorher.
N
Darmſtadt, den 10. Mai 1928.
Kapp, Gerichtsvollzieher i. R.
Mauerſtraße 11.
Am Mittwoch, den 16. Mai 1928
vormittags 11 Uhr, verſteigere ich im
Zimmer 8 der früheren Inf.=Kaſerne
Alexanderſtraße 22, part.,
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
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mehrere Oelgemälde, 2 Jagdflinten,
1 Feldſtecher, Eßbeſtecke mit Etui, ein
elektr. Kochtopf, 1 Schreibmaſchine
(Adler), 1 Ladenſchrank mit Regal
1 Ladentheke, 1 Ladentiſch, 3 elektr
Beleuchtungskörper, 1 Büroſchreibtiſch
Nachm. 3 Uhr, Holzhofallee 27:
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Darmſtadt, den 12. Mai 1928. (8373a
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Zimmertiſch 22 50
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3türig, 1,80 lang:
erner: Speifezimmer, nußb., Büfett, Ee
viertiſch, Abſtelltiſch, „Auszugtiſch uu
6 Rohrſtühle:
ferner: Waſchtiſch m. Marmor, Schrei
tiſch m. Aufſatz Auszugtiſch, Küche
Einrichtung, Kieiderſchränke, 1=u. 2tür
Diwan, Sofa, Sofa m. 6 gep. Stühle
S ſſel, Rohrmöbel, Nachttiſche, Tifd
u. Stühle, Trumeau=Spiegel, Spiege
Chaiſelongue, Betten, Bettſtellen, Ei
ſchrank, Badewanue Fliegenſchran
Gartenmöbel, Bilder, Vorhänge, Tiſe
decken, Sitzkiſſen, Teppich, Haus= un
Küchengeräte;
ferner: Büroſtehpult mit Trehſtuhl, A.
beitskommode, 2rädr. geſchloſſener 6‟
ſchäftshandwagen, kl. Dezimalwag”
Büſtenſtänder uſw.
ferner: 1 Piano, unßb., gutes Marken
inſtrument.
Beſichtigung 1 Stunde vorhef.
F Außtionat.
Sohannes Krummeu, u. Targtor=
Telephon 4133.
Annahme von Verſteigerungen. !
Taxationen.
Ziegler
Steuerſekretär.
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur 5e
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Name
der Friedrich Karl Schlamp Ehefrau, Luiſe, geb. K0
in Darmſtadt, im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 22. Mai 1928, nachm. 3½, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 2
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangspd
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 13. September 1924
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſt
gerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich war
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der A
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichnel
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſprie
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellu
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der 2
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gie
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen.
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Ge9
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 17. Februar. 1928.
Heſſiſches Amtsgericht II.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band XIl, Blatt b4
Betrag 1!
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzu
T 233 Hofreite Nr. 20 Große
48 2500 R.:
Ochſengaſſe
Nummer 133
Sonntag den 13 Mai 1928
Seite 13
Reich und Ausland.
Der Rheingold=Zug.
Deutſchlands modernſter Luxus=Zug.
Oben: Innenanſicht eines Salonwagens.
Anten: Außenanſicht eines FD=Wagens 1. Klaſſe.
Die Preſſefahrt im Rheingoldzug.
Köln. Die Deutſche Reichsbahngeſellſchaft führte
den am 15. Mai zum erſten Male zwiſchen Hoek van
Solland, Köln, Baſel und Luzern verkehrenden
Rheingoldzug der Preſſe vor. Die Fahrt, an der
twa 200 Perſonen teilnahmen und die unter
Füh=
uing des Leiters des Preſſedienſtes der Reichsbahn,
Teichsbahndirektors Dr. Baumann, ſtattfand, führte
on Mainz nach Köln. Ein kurzer Aufenthalt in
Zacharach gab Gelegenheit zur genauen Beſichtigung
es neuen Zuges. Nach einer Begrüßungsanſprache
es Staatsſekretärs Dr. Kumbier machte Reichsbahn=
Ɨrektor Dr. Baumgarten bemerkenswerte
Ausführun=
en über den Sommerfahrplan und erwähnte u. a.,
aß die Durchſchnittsgeſchwindigkeit der F.D.=Züge
veiter heraufgeſetzt worden ſei, daß der ſchnellſte
„D.=Zuge eine Stundendurchſchnittsgeſchwindigkeit
on über 80 Kilometer haben werde
Reichsbahn=
irektor Ackermann ſprach über Bau und
Konſtruk=
vn des neuen Rheingoldzuges, der als eine
Spitzen=
iſtung des deutſchen Waggonbaues bezeichnet
wer=
m könne. Die künſtleriſche Innenausſtattung der
alonwagen, die ſich durch reichliche Verwendung von=
Helhölzern für die Täfelung der= Wände, von
neu=
tigen Beleuchtungskörpern, elektriſchen
Ventilations=
lagen und bequemen Lehnſeſſeln auszeichnet, bietet
m Reiſenden ſowohl in den Saalräumen wie auch
den einzelnen Abteilen jede Bequemlichkeit. Vo=
—tlichen Sitzplätzen ſind Tiſche angeondnet. Für je
gei Salonwagen iſt eine Küche vorhanden, ſo daß
e Fahrgäſte, ohne daß ſie ihre Plätze zu verlaſſen
guchen, ihre Mahlzeiten in ihren Abteilen
ein=
hmen können. Ein Vertreter der holländiſchen
Fenbahnverwaltung beglückwünſchte die deutſche
ichsbahn zu dieſer hervorragenden neuen
Einrich=
rig und wünſchte dem erſten deutſchen Pullmanzuge
ten Erfolg.
Frankfurter Chronik.
Ein ſchwerer Autounfall ereignete ſich Freitag
end in der Nähe des Oſtparkes. Ein aus Hanau
rmmendes Perſonenauto wollte einen Radfahrer
erholen. Dabei wurde der Radfahrer leicht
ge=
eift, zur Seite geſchleudert und leicht verletzt. Durch
S ſtarke Herumreißen des Steuers prallte das Auto
* großer Wucht gegen einen Baum. Dabei wurden
beiden Inſaſſen ſchwer verletzt, während der
Brer, ein Arzt, mit leichten Schnittwunden
davon=
n. — Die altbekannte Frankfurter Möbelfirma
u. S. Langenbach hat mit einer Schuldenlaſt von
000 Mark, denen etwa 100 000 Aktiven
gegen=
ſtehen, die Zahlungen eingeſtellt. Der
Zuſam=
rabruch dürfte mit den großen Verluſten
zuſammen=
rgen, die die Firma bei dem Konkurs des Cafés
gold erlitten hat.
— Dirigent des Berliner Sinfonie=Orcheſters
tödlich verunglückt.
Berlin. Auf einer Autofahrt iſt am Freitag
ymittag in der Nähe von Paſewalk der bekannte
rimermuſiker und Divigent des Berliner Sinfonie=
Heſters, Emil Bohnke, tödlich verunglückt. Er
rnd ſich mit ſeiner Gattin auf der Fahrt nach
Ɨnemünde. Der Wagen fuhr infolge Verſagens der
zierung gegen einen Baum und ſtürzte um. Die
aſſen wurden herausgeſchleudert und fielen in den
uſſeegraben, wo ſie bewußtlos liegen blieben.
ſanten brachten die Verunglückten ins Paſewalker
nkenhaus, wo Bohnke, ohne das Bewußtſein
Dererlangt zu haben, unmittelbar nach ſeiner
Ein=
rung ſtarb. Seine Gattin, die einen ſchweren
Xdelbruch davongetragen hat, ſchwebt in
Lebens=
hr. Der Chauffeur Grätzner erlitt ſchwere Bruſt=
Rippenverletzungen. Bohnke war 40 Jahre alt
hinterläßt drei Kinder, von denen das jüngſte
ein Jahr alt iſt.
Zerlin. Zu dem ſchweren Automobilunglück,
am Freitag bei Paſewalt der Dirigent Emil
rike zum Opfer fiel, iſt mitzuteilen, daß auch die
Ein Bohnkes, eine Tochter des Bankiers und
Delskammerpräſidenten Franz v. Mendelsſohn,
rſchweren Verletzungen erlegen iſt. Der
Chauf=
kam mit einem Schlüſſelbeinbruch,
Hautabſchü=
en
d einem Nervenſchok davon,
Dreiſter Diebſtahl.
Is am Freitag vormittag im Reichsbankgebäude
ipzig der Kaſſierer einer Großbank einen Betrag
10 000 Mark abheben wollte, legte er das Geld
erdelt auf ein Zahlbrett. Als er ſich dann einen
abbbandte, wurde ihm der Betrag von
kannten Männern envwendet, die ſofort
„Ozean” Flieger=Gedenkmünze.
Zur Verewigung des Oſt=Weſt=Ozeanfluges der „Bremen”, dieſer Großtat deutſchen Mutes und
deutſcher Technik, gelangt zu Ehren dieſer kühnen Flieger die „Ozean”=Flieger=Gedenkmünze nach
dem beſonders anſprechenden künſtleriſchen Entwurf des Münchener Bildhauers Joſef Bernhart in
kleiner Auflage zur Ausgabe. Dieſe Gedenkmünze in der Größe eines Fünfmarkſtücks trägt
Stem=
pelglanz und zeigt auf ihrer Hauptſeite den vortrefflich gezeichneten Kopf Hauptmann Köhls mit
der Umſchrift „Erſter Oſt=Weſt=Ozeanflug — 13. April 1928” auf der Rückſeite die „Bremen”
fer=
ner die Aufſchrift „Ein Wille — eine Tat — ein Sieg” und die Namen der Flieger. Die
Ehren=
münze kann in Silber 900 fein zum Preiſe von 7 Mark, in Gold 900 fein zu 100 Mark durch alle
Banken und Sparkaſſen, ſowie durch die Hauptwerbeſtelle der „Ozean”=Flieger=Gedenkmünze,
München, Reitmorſtr. 26 — Poſtſcheckkonto München 16 309 —, portofrei bezogen werden.
Köhl am Grabe des unbekannten Soldaten in New York.
Ozeanflieger Köhl legt einen Kranz am Grabe des unbekannten Soldaten nieder.
Der Ozeanbezwinger Hauptmann Köhl iſt in Begleitung des New Yorker Bürgermeiſters Walker
und ſeiner Flugkameraden am Grabe des unbekannten Soldaten erſchienen und hat das Andenken
aller toten Helden des Weltkrieges durch die Niederlegung eines Kranzes geehrt.
In 48 Stunden über den Ozean.
Der Ozeangleiter des Erfinders Remy
wird demnächſt aus Frankreich nach Amerika ſtarten. Das eigenartige Waſſergleitboot hat einen
geringen Tiefgang und wird in 48 Stunden über den Ozean gleiten. Ingenieur Remy will in
Le Havre ſtarten, Horta auf den Azoren anlaufen und in New York landen.
Gedopte Nennpferde.
Berlin. Unter der Beſchuldigung, Rennpferde
gedopt zu haben, iſt auf Anzeige des Verbandes der
konzeſſionierten Buchmacher Deutſchlands gegen den
früheren Rennſtallbeſitzer Fritz Friedländer=Berlin ein
Strafverfahren eingeleitet worden. Friedländer iſt
wegen betrügeriſcher Machenſchaften ſchon ſeit
lan=
ger Zeit von den deutſchen Rennbahnen verwiefen
worden. Friedländer beſtritt anfangs alles, was ihm
zur Laſt gelegt wurde. Bei einer Hausſuchung
wur=
den jedoch Briefſchaften gefunden, die ihn belaſten.
Außerdem ermittelte die Polizei zwei Futtermeiſter,
die wiederholt von Friedländer Doping=Mittel
er=
halten haben, die den Pferden eine Stunde 40 Min.
vor dem Start in einer ausgehöhlten Mohrrübe
ein=
gegeben werden ſollten. Die Futtermeiſter beſtreiten
aber, jemals einem Pferde die Mittel vergbreicht zu
haben. Die Kriminalpolizei hat das von ihr
geſam=
melte Material der Staatsanwaltſchaft übergeben.
Von einer Feſtnahme Friedländers iſt Abſtand
ge=
nommen worden, weil er krank iſt
Eine Londoner Poſtagentur geplündert.
Berlin. Der „Berliner Lobalanzeiger” meldet
aus London: Ein Raub gelang am Freitag am
hellen Tage in der belebteſten Gegend Londons.
Wäh=
rend die Beamten zum Lunch waren, hielt ein „
Poſt=
wagen” vor der Poſtfiliale Chapel Street. Ein
paar Männer öffneten mit einem bereitgehaltenen
Schlüſſel die Tür, die von ein bis zwei Uhr
nach=
mittags ſtets geſchloſſen iſt, ſchleppten den
Stahl=
ſchrank zu ihrem Wagen, fuhren mit ihrer Beute
davon, und der „Poſtwagen” ſtellte ſich als eine
ge=
ſchickte Verkleidung eines Rennautos heraus.
Wäh=
rend des Schranktransportes kamen übrigens einige
Leute, die Briefmarken kaufen wollten, in das
Poſt=
amt. Ihnen wurde geſagt, daß gerade „Inventur”,
gemacht würde und ſie deshalb nicht bedient werden
könnten. Das Tollſte abee war, daß vor dem
Ge=
bäude ſechs Taxameter auf Kunden warteten und ein
paar Chauffeure den Räubern noch behilflich waren,
den ſchweren Schrank in den Wagen zu ſchieben. Der
Wert der Beute beträgt 30000 Mark.
Nobiles Nordpolflug.
Start der „Italia” nach Leninland
Oslo, 12. Mai.
Geſtern früh um 7 Uhr iſt die „Italia” zum Fluge
nach Leninland aufgeſtiegen. Urſprünglich war der
Start auf vier Uhr früh feſtgeſetzt geweſen,
ver=
zögerte ſich aber, weil die Mannſchaft des Hilfsſchiffes
nur unter Schwierigkeiten über das Packeis zum
Luft=
ſchiff kommen konnte, um ihm beim Abflug behilflich
zu ſein. Der Entſchluß zum Start ſoll darauf
zu=
rückzuführen ſein, daß eine ruſſiſche Expedition nach
Leninland unterwegs iſt, der General Nobile
zuvor=
kommen möchte. Der General hofft, zwei bis drei
Mann ausſetzen zu können, die Lotungen und
mete=
orologiſche Forſchungen anſtellen und ſpäter wieder
an Bord genommen werden ſollen. Der Flug dürfte
unter günſtigen Umſtänden mrindeſtens 40 Stunden
in Anſpruch nehmen.
Es ſteht übrigens noch nicht feſt, ob ſich Nobile
nicht anſchließend gleich zum Nordpol wenden wird.
Nobile will für den Polflug die Geſchwindigkeit und
Aktionsfähigkeit ſeines Luftſchiffes aufs äußerſte
an=
ſtrengen, deshalb hat er auch nur die nötigſten Leute
mitgenommen. Auch am geographiſchen Nordpol ſoll
eine Landung vorgenommen werden. Sollte ſich eine
Landung auf dem Meere als notwendig erweiſen, ſo
kann das Luftſchiff durch eine pneumatiſche
Vorrich=
tung auf das Waſſer niedergehen und dort
ſchwim=
mend verankert werden. Das Luftſchiff hat ſchließlich
für geographiſche Exkurſionen und Fahrten Schlitten,
Schneeſchuhe, Jagdgewehre und Feldausrüſtungen an
Bord.
Die Wetterlage iſt nach den Berichten der
Deut=
ſchen Seewarte in Hamburg für den Abflug von
Spitzbergen günſtig. Dagegen iſt das Wetter auf
Leninland ungünſtig. Ein ausgedehntes
Tiefdruck=
gebiet liegt über dieſem, welches ſtürmiſche Winde
und Schneetreiben zur Folge hat.
Ein Mithelfer der Poſträuber Hein und Larm
verhaftet.
Jena. Nach langen Bemühungen iſt es der
hie=
ſigen Polizei gelungen, feſtzuſtellen, daß an dem am
4. Dezember 1977 auf das Poſtamt in Kloſterlausmitz
verübten Raubüberfall außer den bekannten und in
Haft befindlichen Verbrechern Hein und Larm ein
dritter Täter in Frage kommt, der jetzt überführt
und ebenfalls feſtgenommen wurde. Er war auch an
dem in der Nacht zum 27. November b. J. in
Wei=
mar verübten Einbruchsdiebſtahl beteiligt, bei dem
ein Geldſchrank geſprengt und dabei das ganze
Bureau verwüſtet wurde. Der Name wird von der
Polizei nicht bekanntgegeben, doch handelt es ſich um
eine nur beſchränkt erwerbsfähige Perſon, die von
Larm verführt wurde.
Warum die „Italia” zurückkehren mußte.
Ein Motor bei der Landung beſchädigt.
Oslo. Nach hier vorliegenden Nachrichten iſt die
Rückkehr der „Italia”, die am Freitag morgen von
Kingsbay zu ihrem erſten Polflug ſtartete, darauf
zurückzuführen, daß das Luftſchiff in ſehr ſcharfe
nardweſtliche „Pinde, ſowie in Nehel und
Schnee=
treiben geriet. Obgleich die „Italia” ſowohl in 100,
wie in 1000 Meter Höhe freie Sicht zu erreichen
ſuchte, waren die Nebel ſo dicht, daß an ein
Vor=
wärtskommen nicht mehr zu denken war. Daher
ent=
ſchloß ſich Nobile, wieder nach Kingsbay
zurückzu=
kehren, wo das Luftſchiff um 4 Uhr nachmittags
wie=
der eintraf. Da das Wetter ſich inzwiſchen gebeſſert
hatte, hoffte man auf eine glatte Landung, doch ſtieß
das Luftſchiff bei der Landung ſo ſtark auf den
Erd=
boden, daß ein Motor ſchwer beſchädigt wurde. Allem
Anſchein nach wird eine längere Reparatur nötig
ſein. Nobile hat nunmehr die Abſicht, vor der
Vor=
nahme weiterer Flüge beſſeres Wetter abzuwarten.
Ueberſchwemmungen in Ungarn.
Budapeſt. Wie aus Miskoler gemeldet wird,
iſt der Fluß Sajo über die Ufer getreten und hat
große Gebiete überſchwemmt. Das
Ueberſchwem=
mungsgebiet beträgt bereits mehrere tauſend Joch.
Mehrere Gemeinden wurden durch die Fluten von der
Außenwelt abgeſchnitten.
Kampf zwiſchen Flugzeug und Heuſchrecken.
London. Die britiſche Luftverteidigungsbaſis
in Koweit, die urſprünglich für die Verteidigung der
Stadt gegen die Ueberfälle der Wahabi geſchaffen
wurde, iſt in den Verteidigungszuſtand gegen einen
neuen Feind, die Heuſchrecken, gebracht worden.
Ver=
ſchiedene Flugzeuge, die zu ihrer Bekämpfung
auf=
geſtiegen waren, mußten niedergehen, da die
Heu=
ſchrecken ſich in ſo zahlreichen Mengen auf die
Flug=
zeuge warfen, daß die Motoren mit Sicherheit außer
Betrieb geſetzt zu werden drohten.
Vier Perſonen bei einem Tunneleinſturz getötet.
Londen. Am Freitag nachmittag ſtürzte ein
Teil des Coſton=Tunnels auf der Hauptſtrecke der
London=Midland=Schottland Eiſenbahn in der Nähe
von Birmingham ein. Vier Arbeiter wurden dabei
getötet und eine Anzahl verletzt.
Zur Erdrutſchkataſtrophe
in Italien.
Die Karte des Unglücksgebiets.
Ein gewaltiger Erdrutſch längs der Bahnlinie
An=
cona—Brindiſi hat 12 Menſchen getötet, 27 ſchwer
verletzt, viele Bauten zerſtört und Landſtraßen und
Bahndamm ſtellenweiſe 6—8 Meter hoch verſchüttet.
Beſonders bei Grottamare ſind die Auswirkungen
der Kataſtrophe groß.
Seite 14
Sonntag, den 13. Mal 1928
Nummer 433
Ouglas Fairbanks
Mttitift
er Caucho
17.
Die Insel der destrandeten
Tom, der Rächer
Gnoßpapa tanzt
Auch beute
letzter Tag!
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Reuge
Beginn 2 Uhr.
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Abends 81/ Uhr.
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Der braue Soldat Schweik an der Front
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Heute Sonntag abend
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Eintritt frei. ( 13066
J dar monte-drchester Darmstadt
(Philharmonischer Verein)
Dirigent:
Kammer-Virtuos Louis Kümmel
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Sitz und Probelokal:
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Nachmittags 2.15, 2.30, 3.20, 5.00 (4.00 — bei Bedarf)
Rückfahrten von Jugenheim ab 5.00 Uhr ſtündlich.
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7
Sommer=Spielzeit
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Das Abonnement
Die Werkiage
Die Preiſe
im Kleinen Haus des Heſſiſchen
Landestheaters; Leiter: Direktor
Adalbert Steffter, Bonn.
werden an der Tageskaſſe des Kleinen
Hauſes, ab Montag entgegengenommen,
umfaßt 6 Vorſtellungen (6 Opereiten).
können ſämtlich gemieiet werden.
bewegen ſich zwiſchen Mk. 6. — bis 18.—
für 6 Vorſiellungen.
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II. Sperrſitz „ 13.— 8.— 5.—
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(ſſehe heutige redakt. Notiz.)
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Redner: Abgeordneter Bingeldeh
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Hoffmanns Erzählungef
Oper in drei Akten mit Vor= und Nach
ſpiel von Jacques Offenbach
Muſikaliſche Leitung: Max Rudolſ
In Szene geſetzt von Artur Marig Raſl
alt und Wilhelm Reinking
„iwirkende
Margarete Albrecht, Ellen Kiesling
Landwehr, Martha Liebel, Greie Penſe
Käthe Walter, Karl Ebert=Beyer, Oed
Grauert, Herberr Grohm. Alfred Karen
Hans Komregg, Heinrich Kuhn, Hans Nek=
Joſef Poerner, Eugen Vogt
Spielwart: Fritz Bohne
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Außer Miete
Sonntag, den 13. Mai 1928
Ende 22 u.
Aufang 20 Uhr
Vorſtellung zu Einheitspreiſen
Das Spiel
von Liebe und Tod
in drei Akten von Romain Rolland
Inſzenierung: Theodor Haerten a. G.
Buhnenbild: Lothar Schenc von Trap
Mitwirkende:
Johanna Blum, Annelieſe Born, Charld
Jaeke=Joſt, Hausjoachim Büttner, Herma
Gallinger, Nichard Jürgas, Rutzolf K
Karl Paryla, Gothart Portloff.
P= lonen=Verzeichnis:
Jérome von Couroviſier,
Mitglied d. Konvents „Rudolf Klis
Sophie von Courvoiſier,
. . Charlot. Jaek=.
ſeine Frau".
Claude Vallée, geächteter
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Horace Bouchet Karl Parhla
Lodolscka Cerizier . . . . Annalieſe B01
Ehloris Souey Johanna Blur
Ergpart, Deligierter des
Sicherheits=Ausſch. Herm. Gallut
Spielwart: Joſef Kreuter
Preiſe der Plätze: 1. 2, 3, 4 Mark
Nummer 133
Sonntag den 13 Mai 1928
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SätlläAHAk
Verein ehemal. Eleonoren=
und Frauenſchülerinnen
Freitag, 18. Mai, abends 8 Uhr
Vortrag von K. Spamer 8
„Die Frau und der Sport
Internationale Frauenliga
für Frieden und Freiheit
Deutſcher Zweig — Gruppe Darmſtadt
Oeffentliche Frauen=Verſammlung
Dienstag, den 15. Mai, abends 8 Uhr,
im Lehrerinnen=Heim, Gervinusſtr 68,
Vortrag von Frau Auguſte Kirchhofſ=Bremen:
„Warum müſſen die Frauen
am 20. Mai wählen?” (1z121
Geflügelzuchtverein
Darmſtadt
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Rummer 133
Sonntag, den 13. Mai 1928
Seite 13
Oporn Thler und Tarnen.
Sportverein Darmſtadt 98 —
Sportklub Wien.
Die Wiener Gäſte ſind geſtern Nachmittag mit 18 Spielern
und 2 Reiſebegleitern wohlbehalten in Darmſtadt angekommen.
Nach Angaben der Reiſebegleiter und des Spielführers werden
ſie das Spiel gegen die 98er in folgender Aufſtellung beſtreiten:
Nobotny
Pinkardt Voßböck
Erlbeck Müller Kraus
Potz berger Koth Battlehner Hengl Riedl.
Die Gäſte verſichern, daß dies die ſpielſtärkſte Kombination
ſei, die ſie ſtellen könnten; ſie glauben nämlich — ob mit Recht,
bleibe dahingeſtellt — in den 98ern den ſtärkſten Gegner auf
ihrer Wettſpielreiſe in Deutſchland anzutreffen.
Wir wünſchen dem Spiel, deſſen Beginn auf 4 Uhr feſtgeſetzt
iſt, den angenehmſten Verlauf. Da es weder um Punkte noch um
Meiſterſchaft geht, wird das Treffen, das ja rein als
Propa=
gandaſpiel gedacht iſt, dieſem Charakter voll und ganz Rechnung
dragen. Die Darmſtädter Mannſchaft und das Darmſtädter
Publikum wird Sorge zu tragen wiſſen, daß die Wiener Gäſte
Darmſtadt und das Spiel gegen den ſüddeutſchen Meiſter ſtets in
angenehmſter Erinnerung behalten werden.
Schwimmen.
9. Kreisſchwimmfeſt des Mittelrheinkreiſes der D. T.
Nach vorausgegangener Sitzung des Kreisſchwimmausſchuſſes des
Mittelrheinkreiſes der D.T. in der Turnhalle am Woogsplatz und
an=
ſchließender Sitzung des Kampfgerichts, beide unter Leitung des
Kreis=
ſchwimmwartes Emil Bitſch, Frankfurt a. M., und der Teilnahme des
Schwimmwarts der Deutſchen Turnerſchaft, Robert Braun, Frankfurt
a. M., begannen geſtern abend 8 Uhr im ſtädtiſchen Hallenbad Darmſtadt
die Wettkämpfe des 9. Kreisſchwimmfeſtes der mittelrheiniſchen
Turner=
ſchwimmer. Die Wettkämpfe ſind bekanntlich die Ausſcheidungskämpfe
für das Deutſche Turnfeſt in Köln. Deshalb ſind die ermittelten Sieger
teilnahmeberechtigt in Köln. Leider lag bei 4 Wettkämpfen des Abends
nur je 1 Meldung vor, ſo daß die Kämpfe ausfallen mußten. Der
Be=
ſuch war ein zufriedenſtellender. Nachfolgend einige Ergebniſſe:
100 Meter Bruſt für Altersturner: Sieger Ludwig Penk. Darmſtadt
Tgde. 1846, in 1:43,4 Min.
4mal 100 Meter Bruftſtaffel für Turner: Sieger Tgde. Beſſungen 1865
in 5:59,1 Min. (Mannſchaft: Heck, Schäfer, Schäfer, Späth.)
Von den Waſſerballſpielen der Gegner aus den Gauverbänden fand
nur das Spiel Tv. 1860 Frankfurt a. M. gegen Tgſ. 1875 Darmſtadt
ſtatt. Da Mainz nicht antrat, blieb Saarbrücken ſpielfrei. Das Spiel
Frankfurt-Darmſtadt gewann dagegen ſtarkes Intereſſe. Beide
Mann=
ſchaften zeigten ſich ziemlich gleichwertig, was Schnelligkeit und
Ballbe=
handlung betraf. Das Spiel artete ſchließlich durch allzu ſtarke
gegen=
ſeitige Behinderung aus. Herausſtellungen und Strafwürfe wechſelten
ab. Der Schiedsrichter, Kreiswaſſerballwart Henkel=Offenbach, griff aber
ſcharf durch. Bei Halbzeit ſtand das Spiel 4:2 für Frankfurt. Sieger
blieb nach härteſtem Kampfe Frankfurter Tv. 1860 mit 6:5 Toren.
Im Endſpiel tritt ſomit morgen Frankfurt 1860 gegen Saarbrücken
1848 an. Die Fortſetzung der Wettkämpfe am heutigen Sonntag beginnt
vormittags 8 Uhr und nachmittags 3 Uhr. Die Mehrkämpfe und
Sprin=
gen, ſowie die übrigen Einzel= und Staffelſchwimmen dürften eine Reihe
weiterer hochintereſſanter Wettbewerbe bringen.
Berbeſchwimmen, des. PfL. Mat Weiß, 1973 Darmſtadt in Gr. Bimmern.
Am Sonntag, den 2. Mai 1928, findent in dem herrlichen
—nd ideal gelegenen Gemeindeſchwimmbad in Groß=Zimmern das
dies=
jährige Wiedereröffnungs=Schwimmfeſt ſtatt. Der Veranſtalter desſelben,
der Bademeiſter Emil Hillers, hat keine Mühe geſcheut, um ein Feſt
durchzuführen, das in jeder Beziehung für den Schwimmſport
werben=
den Erfolg haben wird.
Den ſportlichen Teil der Ausführungen hat der VfL. Rot=Weiß
Darmſtadt übernommen, der mit einer größeren Schwimm= und
Waſſerballmannſchaft gur Verſchönerung des Feſtes beitragen will.
Außer einigen intereſſanten Staffelwettkämpfen werden die Schwimmer
und Schwimmerinnen von Rot=Weiß ſämtliche Stilarten vorführen,
fer=
ner Kunſtſchwimmen, Streckentauchen, humoriſtiſche Vorführungen uſw.
Ein Schauſpringen wird ebenfalls nicht fehlen. Eine beſondere Note
erhält das Feſt durch den Start der Auswahlnegermannſchaft
aus Krambambulla. Dieſelbe wird dieſes Jahr auf den
olym=
piſchen Spielen in Amſterdam Südafrika in Waſſerball vertreten und
be=
findet ſich fetzt ſchon in Europa, um ſich nach und nach an das Klima
zu gewöhnen. Als Gegner ſtellt ſich in Groß=Zimmern die erſte
Mann=
ſchaft des VfL. Rot=Weiß. Wenn auch die ſchwarzen Leute ſich noch
nicht ganz mit der halten Witterung abgefunden haben, und ſicherlich
darunter leiden, ſo werden doch die Darmſtädter Waſſerballſpieler einen
harten Stand gegen die Auswahlmannſchaft aus Krambambulla haben.
Die afrikaniſchen Gäſte treffen nachmittags 2,15 Uhr, zuſmmen mit den
Schwimmern des VfL. Rot=Weiß in Groß=Zimmern ein, wo ſie mit
Muſik abgeholt werden. Die Muſikkapelle wird auch während der
ſchwimmſportlichen Vorführungen die Pauſen durch gutes Konzert
aus=
füllen.
Auch der voriges Jahr gegründete Schwimmverein Groß=
Zimmern 1927 wird ſich an dem Werbeſchwimmen beteiligen. U. a.
wird er mit einer Waſſerballmannſchaft gegen eine komb. Mannſchaft
der Darmſtädter ſpielen.
Dem Schwimmfeſt wäre in Anbetracht der großen Vorbereitungen
und Arbeiten, der ſich der Veranſtalter unterzogen hat, ein guber Beſuch
und günſtiges Wetter zu wünſchen.
u
Bier im Hauſe
Neue Schwimmbäder in Süddeutſchland.
Zwei neue Schwimmanlagen ſind in Süddeutſchland geſchaffen
worden. Der Frankfurter Vorort Fechenheim hat ein Hallenbad
geſchaffen, das ſchon im Oktober begonnen wurde und im Sommer 1923
wenigſtens im Rohbau beendet ſein dürfte. Das Bad beſitzt eine
Schwimm= und eine Badehalle, die Fläche des Schwimmbeckens beträgt
20 mal 10 Meter. — In Schwenningen (Neckar) ſind die Mittel
zur Erſtellung eines Freibades mit erwärmbarem Waſſer bereitgeſtellt
worden. Auf dieſe Weiſe wird hier einem dringenden Bedürfnis
ab=
geholfen und die Möglichkeit geſchaffen, den Schwimmſport in
Schwen=
ningen weit länger als bisher auszuüben. Die Arbeit wird ſofort in
Angriff genommen, ſo daß die Fertigſtellung vielleicht im Sommer ſchon
erfolgen kann.
Groß=Staffellauf 1928
des Ausſchuſſes für Leibesübungen.
In äußerſt anerkennenswerter Weiſe ſind dem Ausſchuß für
Leibes=
übungen in Darmſtadt für den von ihm alljährlich zur Durchführung
kommenden Groß=Staffellauf eine Anzahl wertvoller Ehrengaben zur
Verfügung geſtellt worden. An Stiftungen ſiend beteiligt: der
Volks=
ſtaat Heſſen, die Stadt Darmſtadt, der Verlag des Darmſtädter
Tag=
blattes, die Opelwerke in Rüſſelsheim, die Firma Merck Darmſtadt, die
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft, der Verkehrsverein Daumſtadt und
von einem ungenanten Gönner der Alkoda=Wanderpreis. Dieſe
geſtif=
teten Wanderpreife gehen erſt nach dreimaligem hintereinander
folgen=
den Siege außer der Reihenfolge in ein und derſelben Klaſſe kei den in
den nächſten Jahren ſich wiederholenden Groß=Staffelläufen in das
Eigentum des betreffenden Vereins über. Die einzelnen Ehrengaben
ſind Kunſtgegenſtände von hohem Werte. Der Ausſchuß für
Leibes=
übungen weiß einesteils die Ueberlaſſung derſelben in ganz beſonderem
Maße zu ſchätzen, und anderenteils nimmt er mit Befriedigung von
dieſen Stiftungen Kenntnis, weil er in ihnen ein äußeres Zeichen der
Wertſchätzung und Unterſtützung ſeiner Beſtrebungen von maßgebenden
Stellen aus erblickt. Die Wanderpreiſe, die bereits beim vorjährigen
Staffellaufe von einzelnen beteiligten Vereinen erſtmalig gewonnen
werden konnten, ſind bei dem in dieſem Jahre am
Himmelfahrt=
tag, vormittags 11 Uhr, ſtattfindenden Groß=Staffellauf 1928
erneut zur Verteidigung ausgeſchrieben worden. Dieſe Maßnahme läßt
erwarten, daß dem diesjährigen Lauf in gewiſſer Beziehung ein
ſport=
licher Reiz nicht abzuſprechen iſt.
Geſchäftliches.
Der Aeltere Sterbekaffeverein Darmſtadt V. a. G., gegründet 1870,
verſichert Perſonen beiderlei Geſchlechts im Alter von 18—50 Jahren
ohne ärztliche Unterſuchung und ohne Wartezeit. Auf das in der
heu=
tigen Nummer dieſes Blattes erſcheinende Inſerat wird beſonders
hin=
gewieſen. Die Kaſſe ſteht unter Reichsaufſicht und gewiſſenhafter
Lei=
tung. Sie bietet alſo eine ſichere Kapitalanlage.
Wetterbericht.
Gießen, 12. Mai.
Ueber der Nordſee lagert ein Tiefdruckwirbel, unter deſſen Einfluß
es beſonders in Norddeutſchland zu Schnee= und Regenfällen und in
unſerem Gebiet zu ſtärkerer Bewölkung kam. Die zufließenden kühleven
Luftmaſſen an ſeiner Rückſeite laſſen zunächſt keine weitere Erwärmung
aufkommen. Außerdem dürften ſie auch bei uns noch zu veränderlichem
Wetter und gelegenheitlich zu Schauern führen.
Ausſichten für Sonntag, den 13. Mai: Wechſelnd wolkig wit
Aufheite=
rung, mäßig warm, vereinzelte Niederſchläge.
Ausſichten für Montag, den 14. Mai: Wolkiges, auch vielfach
aufheitern=
des Wetter, wärmer, meiſt trocken.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in C‟ Wind: Mieee
ſchlag
in mm Ke
decke
in cm Gießen: Aachen: wolkig WSW. Hamburg: wolkig NNW. Berlin: Reg. u. Schnee SW. München: heiter W. Königsberg: wolkig SW. Breslau:
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:(Taunus) wolkig 0 NW. Waſſerkuppe: Schnee NW. Feldberg:
(Schwarzw.) wolkig —2 NW. 0,1 15 Zugſpitze: Nebel NNW 0,3 245 Kahler Aſten: Schnee WSN. 0,2 Fichtelberg: wolkig WNW. gef. 10 Schneekoppe:
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudelf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handei: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuhle: Drud
und Verlag: Z. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Fär unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
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bier iſt gehaltreich, nahrhaft und durch hohen
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Sonntag 13. Mai. 8: Morgenfeier, veranſtaltet vom
Wart=
burgverein e. V. Frankfurt a. M. Mitw.: Pfarrer Marhold von
der evangel. Johannisgemeinde, der Kirchenchor der
Johannis=
gemeinde Leitung: Lehrer Gaſche, Muſikdirektor G. Bauer (Organiſt).
Bläſerchor des Wartburgvereins. O 11: Rektor Chr. Bartſcher;
Vogelgeſchichten, Erlebniſſe mit unſeren gefiederten Freunden zu Luſt
und Lehr. o 11.30: Mannheimer Roſengarten: Feier des 25jähr.
Beſtehens der Mannheimer Feſthalle „Roſengarten” Mozart:
Andante aus dem Streichquartett C=dur. — Begrüßungsanſprache
des Oberbürgermeiſters. — Schubert: Quartettſatz in C=moll. —
Anſprache. — Mendelsſohn: Rezitativ und Finale aus der Sonate
für Orgel. Ausf.: Kergl=Quartett, Kirchenmuſikdirektor Arno
Land=
mann. O 12.30: Kaſſel: Konzert der Kapelle des Deutſchen
Muſiker=
verbandes. Leitung: Muſikdir. Kneifel. o 13.30: Für die
Land=
wirtſchaft. o 15.45: Hanna Lüngen: Märchen aus 1001 Nacht.
o 16.45: Funkorcheſter: Beethoven. Ouv. zu Goethes
Trauer=
ſpiel Egmont”. — Zweiter Satz aus „Eroica‟ — Viertes Konzert
für Pianoforte und Orcheſter in G=dur. Muſikal. Leitung: Alfred
Meinel. Soliſtin: Melitta Meinel (Klavier). o 18: Stunde des
Rhein=Mainiſchen Verbandes für Volksbildung. Gerdi v.
Hirſch=
heydt: Frauengeſtalten der Bibel: Debora, Ruth. Eſther, Judith.
O 19: Sportnachrichten. 19.30: Engliſche Literaturproben.
D 19.45: Engliſcher Sprachunterricht. O 20.30: Sinfonie=Kanzert.
Verſtärktes Funkorch. Leitung: Kavellm. Dr. Rottenberg. Soliſt;
Licco Amar. — Anſchl.: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Sonntag 13. Mai. 11.30: Roſengarten Mannheim: Feier des
25jährigen Beſtehens der Städt. Feſthalle Roſengarten. Mitw.;
Kergl=Quartett. Mozart: Andante aus dem Streichquartett in C=dur.
— Begrüßungsanſprache des Herrn Oberbürgermeiſters Heimerich. —
Schubert: Quartettſatz in C=moll. — Anſprachen. — Mendelsſohn;
Rezitativ und Finale aus der Sonate für Orgel. — Anſchl.:
Schall=
plattenkonzert. O 15: Bernhard Grügor: Zwiſchen dem Atlanti
Ozean und dem Miſſiſſippi. o 15.30: Funkheinzelmann. o 16:
Muttertag. Leitung: Carl Struve. Mitw.: Ellen Beck, Thea
Struve=Jöhnſſen, H. Hanus, Funkorch. Mendelsſohn: Ouv. „
Heim=
kehr aus der Fremde‟. — Schnock: Das Muttel=Lied. — Mozart:
Aus der Suite „Les petits riens”, — Kahn: Huſch, huſch;
Marien=
lied. — Wottik: Mammi, du biſt für mich die ſchönſte Frau der
Welt. — Wagner: Siegfried=Idyll. — Anderſen: Die Mutter. —
Langer: Großmütterchen. — Kahn: Das kranke Püppchen: Die
Trommelpartie. — Mei Mutterl war a Wienerin. — Dvorak;
Adagio aus der Sinfonie „Die neue Welt”. — Kindergedichte. —
Heykens: Ständchen. — Reger: Mariä Wiegenlied. — Berger;
Kinderlied. — Ziehrer: Kinderliedermarſch. O 18.15: Dr.
Löwen=
berg: Die Geſelligkeit in Vergangenheit und Gegenwart. o 18.45;
Alte Muſik. Ausführende: Käte Grundmann, Käte Welzel. Am
Flügel: Artur Haagen. 6 20.15: Bunter Abend. Mitw.:
Con=
ſtantin=Sadko, Emma Eichenbrenner=Teſter, die Sendeſpielbeſetzung.
Funkorch. Beethoven: Ouv. „Egmont” — Gliere: Lieblich ſang
die holde Nachtigall. — Rimſky=Korſakow: Lied des indiſchen Gaſtes
aus der Oper „Sadko”. — Openſhaw: Liebe bringt Roſen. — Perez=
Freire: Ay, Ay, Ay, Serenade. — Naparawnik: Serenade aus
„Don Juan” — Muſſorgſky: Hopak. — Der Einſiedler. Luſtſviel
in einem Aufzug von Benno Jacobſon. Perſ.: Sanitätsrat Dr.
Schlomann; Berta, ſeine Frau; Dr. Siegfried Cornelius; Edith, ſeine
Frau; Ferdinand, Oberkellner; Anna, Zimmermädchen; Friedrich,
Hausknecht. Handlung: Im Hotel zum Einſiedler in einer kleinen
Stadt am Rhein. — Cowler: Kokolores Fox. — Lehar: Wienen
Lied. — Trunk: Auf dem Maskenball. — Kyber: Lups, eine
Spatzengeſchichte. — May: Paſſen Sie mal auf! — Drdla: Serenade.
— Benatzky: Das Engelstelephon. — Meyer=Helmund:
Rokoko=
liebeslied. — Heitere Poeſie. — Greer: Wo find’ ich das Glück?
— Kumok: Siaida, Tango. — Arnold: Kind, komm, küſ
Clutſam: Negerwiegenlied. — Roſen: Am Neckar ſind die Mädels
blond. — Fresco: Heut nacht. — Padilla: Paris! Oneſtep. —
Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Sonntag 13. Mai. 9: Morgenfeier. Wer ſeine Mutter ehrt,
der ſammelt einen guten Schatz!” Mitw.: Schulzke (Liturg)
Chor;der Gethſemanekirche, Leit.: Noth. Elſa Fleiſcher (Sopran
Doris Rackwitz (Rezit.). Anſprache des Pfarrers Magerſtädt, Berlin,
O 1I.30: Vormittagskonzert des Tonkünſtler=Orch. Potsdam. Leit.
Ailbout. Teike: Kameradentreue, Marſch. — Lincke: Ouv. Im
Reiche des Indra. — Boutail: Galante Abenteuer, Walzer. —
Meyer=Helmund: Zauberlied. — Yoſhitomo: Palma di Mallorca,
— Delibes: Fant. aus Coppelia. — Blon: Triumph der Schönheit,
— Niel: In Sansſouci, dort, wo die alte Mühle ſteht. —
Translateur: Hochzeitszug in Liliput. — Ailbout: Greenly Island.
O 14: Kurzſchrift. O 14.30: Mitteilungen und praktiſche Winke
für den Landwirt. 14.55: Prof. Dr. Römer, Halle:
Landwirt=
ſchaftlicher Pflanzenbau. Getreidebau, 2. Teil. O 15.30:
Funkheinzel=
manns Großſtadtmärchen. O 17: Teemuſik der Kapelle Geza Komor.
O 19: Zoltan Glaß: Die Bildtelegraphie im Dienſte des
Zeitungs=
weſens. O 19.30: H. Siebert von Heiſter: Die diesjährige
Große Berliner Kunſtausſtellung. O 20: Dir. Cohn: Die B
deutung der Krankenverſicherung unter beſonderer Berückſichtigung
des Berliner Krankenkaſſenweſens. 20.30: Im Freien. Mitw.;
Johanna Hofer; Berliner Funkorch. Leit.: Seidler=Winkler. —
Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Tanzmuſik Kap. Hoffmam;
Deutſche Welle. Sonntag, 13. Mai. 9: Berlin: Morgenfeier,
— Anſchl.: Glockengeläut des Doms. O 11.30: Berlin: Konzerk
des Potsdamer Tonkünſtler=Orch. Leit.: Ailbout. o 14.30: Mitt,
und praktiſche Winke für den Landwirt. O 14.55: Prof. Dr. Römer,
Halle: Landwirtſchaftlicher Pflanzenbau. Getreidebau. 15.30:
Funkheinzelmann. O 17: Berlin: Teemuſik der Kapelle Geza
Komor. O 18: C. Scheffler: Kunſtgeſchichte in Anekdoten. o I
E. bin Gorion: Die Weltſeele in der Volksdichtung. Das deutſ
Märchen. O 19.30: Fr. Mahlke: Der deutſche Muttertag, die
Mutter im Spiegel der Dichtung. O 20: Dir. Cohn: Die Bedeutung
der Krankenverſicherung unter beſonderer Berückſichtigung des Verl
Krankenkaſſenweſens. O 20.30: Berlin: Im Freien. Mitw.:
Hofer Berliner Funkorch. Dir.: Seidler=Winkler. — Anſchl.: 47
nachrichten. O 22.30: Tanzmuſik.
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13. Mai 1928
Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 2o
Waaan
varnn
Bauchladen, Schuhputzkaſten und Seitung.
Wurſtverkäufer Nr. 19.
Von Gerhard Fink.
Nach dreimonatiger Stellungsloſigkeit in meinem Beruf
als Mechaniker leſe ich eines Morgens folgendes Inſerat:
„Vertreter für prima Würſtchen geſucht.”
Nach erfolgreicher Vorſtellung und Beſorgung eines
Ge=
werbeſcheines werde ich zum nächſten Cage zur. Arbeit
er=
wartet.
Morgens 7½ Uhr antreten zum Dienſt! Nin in die weiße
Kluft, Empfang der Würſtchen und Schrippen uſw. Der
Keſſel wird in Betrieb geſetzt. Die Würſtchen und
Schrip=
pen in die dazugehörigen Beutel getan, alles umgehangen,
und los geht’s in die eingeteilten Neviere. Ein Nevier
um=
faßt ein bis zwei Straßen. Bevor ich den Naum verlaſſe,
leſe ich die von der Sirma angemachten Plakate wie „
Ver=
geſſen Sie nicht Spiritus, Celler, Senf und Sange!” und
„Achtet auf reine Hände und Singernägel!”
Kaum habe ich die Straße betreten, höre ich „Hallo,
hallo, Wurſtmaxe! Ein Paar Heiße!‟. Die Hantierung
und Bedienung geht ja noch langſam, aber das erſte Paar
Würſtchen iſt verkauft, oder wie man unter Händlern lagt:
„Handgeld iſt gemacht.”
Nun geht es von Büro zu Büro, von Arbeitsſtätte zu
Arbeitsſtätte. Man wird angeſtaunt wie ein Wundertier
oder auch gefoppt. Dies Creppauf und Creppab dauert nur
... und ich einen geſunden Bengel drin feſiſtellte.
einige Cage, bis man die Frühſtücks= und Mittagspauſei
der einzelnen Betriebe raus hat.
Nun iſt ſchon ein kleiner Kundenkreis geſichert. Komne
ich heute zu meinen Kunden, ſo heißt es ſchon „Ach, da iſt ja
unſer Wurſtmaxe. Wo waren Sie denn geſtern?”, d. h.
wenn ich die Pauſe am vorigen Cage nicht einhalten konnte.
Dam gibt’s die ewigen Nörgler, die immer etwas
auszu=
letzen haben an Qualität, Größe und Ausſehen der Wurſt.
Werde ich da neulich empfangen: „Menſchenskind. Deine
Wurſt wird ja immer dünner und kürzer.” Ich darauf: „Sie
wollen wohl eine wie ein transatlantiſches Kabel?‟ Dann
großes Gelächter — und meine Poſition iſt wieder gefeſtigt.
Nun die Frauen und Mädchen, die Weichherzigen, die
ewig Mitleidigen. Betritt man den Naum, hört im Moment
das Klappern der Schreibmaſchinen auf. Die neueſten
Cagesereigniſſe werden ſchnell beſprochen, das Wohlbefinden
feſtgeſtellt, und dabei verläßt ein Paar Würſtchen nach dem
anderen meinen Keſſel. Manchmal fährt auch die Stimme
des Chefs dazwiſchen und treibt die Säumigen wieder an die
Arbeit. Und nun zum nächſten Kunden. Was iſt denn bier
los? Der Eirgang zum Haus bekränzt mit Girlanden, in
der Mitte eine goldene 50. Hier iſt’s richtigl denke ich.
Aber mit des Geſchickes Mächten . . . Auf dem
Creppen=
abſatz begegne ich dem Pförtner. „Nee, Männeken, heute
iſt hier niſcht zu machen”, ſagt er. „Wir haben Jubiläum.”
„Ach,” lage ich, „dann darf ich doch wenigſtens gratulieren?”
Nach vielen Einwendungen leinerleits und nachdem ich ihm
lecker eine Wurſt ſerviert habe, erlaubt er es gnädig. Ich
mache nun meine Neverenz bei den Herren Chefs, und meine
Ahnung hat mich nicht betrogen. Das Geſchäft blüht. Für
jeden Angeſtellten ein Paar Würſtchen auf Geſchäftskoſten!
Und bald bin ich ausverkauft.
„Schuhputzen gefällig?”
Den nachfolgenden Bericht eines als
Original bekannten Schuhputzers des
Ber=
liner Sentrums geben wir ablichtlich faſt
unverändert wieder.
Eigentlich iſt ein Cag aus meinem Leben gar nicht
in=
tereſſant, wenigſtens kommt er mir lelbſt nicht ſo vor.
Na=
türlich habe ich mir in den fünf Jahren, wo ich meinem
Handwerk nachgehe, ſchon eine gehörige Portion
Menſchen=
kenntnis beigelegt. Meine Frau bewundert mich immer
WGMAN
Eine beſondere Klaſſe iſt der mentwegte Naritätenſucher.
darum. „Nee, Georg, du biſt doch zu klug!” ſagt ſie
regel-
mäßig zu mir, wenn ſie mir mittags mein Beſperbrot bringt
und dann ein Weilchen neben mir ſtehen bleibt, um meine
Kundſchaft zu begutachten.
Morgens früh gehe ich ſchon um 7 Uhr von Haus weg,
denn um 8 Uhr kommt meine erſte Stammkundſchaft, die ich
im Abonnement bediene. Darunter ſind auch verſchiedene
Damen, und da wären wir gleich bei einem Kapitel unſerer
Cätigkeit, üder das man graue Haare kriegen könnte. Alſo
die Damen!. Was die immer zu meckern haben! Mal faßt
man zu derbe zu und dann beklagen ſie ſich wieder, daß man
den Mantel nicht genug in die Höhe zog und daß er nun
Wichsflecke bekäme. Als ob die Schuhputzmittel von heute
überhaupt noch etwas mit Wichſe zu tun hätten. Und dann
putzt man den Damen entweder zu ſchnell oder viel zu.
langſam. Richtig Platz zum Putzen hat man bei ihnen
überhaupt nicht, denn wo ſo ein ordentlicher Schuh beim
Mann anfängt, hört er bei den ſogenannten ſchönen
Ge=
ſchlecht ja bekanntlich ſchon wieder auf. Daher auch die
ewige Angſt von den Frauen, daß man mit den Schuhbürſten
in den Strümpfen hängen bleibt und das Seidengewebe
zer=
reißt. Nee, nee, ich ziehe mir die männliche Kundſchaft
zehn=
mal vor.
Sum Schluß will ich Ihnen noch ein Erlebnis erzählen,
das ich im Sommer hatte. Da kommt ſo eine junge Frau
mit einem Bündel zu mir, läßt ſich ein Paar ganz keſſe
perl=
graue Schuhe von mir putzen und bittet mich, ich ſoll mal
5 Minuten auf das Bündel aufpaſſen, weil ſie ſchnell noch
was beſorgen ginge.
Na, man iſt doch nun ſchließlich kein Unmenſch nicht, und
was lollte denn auch weiter dabei ſein? Aus den 5
Minu=
ten wird eine Stunde, die Nieke kommt nicht zurück. Na,
ich hatte nun andauernd flott zu tun und wurde auf das
Bündel erſt wieder aufmerkſam, als es zu quarren begann
und mein Freund, der Schutzmann von der Ecke, einen
ge=
ſunden Bengel darin feſtſtellte.
Na, wer nicht wiederkam, war die Frau Mama, und ich
hatte ſo viel Scherereien und Laufereien von meiner
Ge=
fälligkeit, daß ich ein für allemal von ſowas die Neeſe pläng
habe, was mir wohl niemand übelnehmen kann.
Was der Seitungsverkäufer erzählt.
Ja Sie, Sie ſtellen ſich das ſehr einfach vor, wie alle
anderen auch. Sie denken: man ruft ſeine Seitung aus und
wenn einer kommt, iſt’s gut, und wenn er nicht kommt, bleibt
es dabei, denn ich kann nichts dagegen tua. Ich muß die
Dinge nehmen, wie ſie kommen . . . Aber das iſt es eben:
Ich hab es imer wieder erlebt, daß Leute glauben, mein
Beruf wäre mn mal der einfachſte auf der Welt. „Schreien
kann ſchließlich jeder” hat mir einmal einer geſagt.
Ich weiß nicht, ob das bei mir eine Art Einbildung iſt,
oder ob ſich das die mehr gebildeten Leute irgendwie
er=
klären können, aber ich behaupte, daß ich es den
Suß=
gängern anſehen kann, od ſie eine Seitung kaufen wollen
oder micht. Unſer Geſchäft zerfällt eben in wei zeitliche
Abſchnitte. Wenn der Seitungswagen kommt, dam waiten
auch viele aus dem Publikum ſchon auf die neuen Blätter,
es iſt ein gewiſſes Stammpublikum, das jeden Cag zur ſelden
Seit die friſche Zeitung holt. In dieſen Minuten genügt
es vielleicht, wem man die Seitung ausruft, das
Stamm=
publikum kommt dann von ſelbſt. In dieſer Seit geht es
wohl allen Verkäufern ganz gut. Aber am üdrigen Cage,
da ſind wir alle Gelegenheitsverkäufer.
Ich glaube nun — jeder iſt ſich im Klaren, welche
Sei-
tung er kaufen will. Er wird nicht die andere nehmen, weil
ihr Verkäufer lauter den Namen ſchreit. Der Mann, der
eden über die Straße kommt, überlegt gerade, ob er eine
Seitung kaufen will . . . Sehen Sie — ich bin vorgetreten
und habe ihm das Blatt gleich hingehalten. Er hat es
ge=
nommen, weil ich ihm entgegengekommen bin, weil er nicht
zu Ende überlegen mußte und weil ich ihm die Mühe er=.
ſparte, mich anzureden. Die Leute haben es fa alle ſo eilig.
Da hier — das war nun wieder ſo ein Fall, den ich Ihnen
erklären kann. Sehr viele Leute wollen die Seitung in der
Bahn leſen. Sie denken ſich: es hat Seit, ich kann das Blatt
auf dem Bahnhof kaufen. Aber wenn ich ihm die Seitung
gleich hinhalte, dan denkt er: das trifft ſich ja gut und
nimmt ſie. Ich habe ihm Zeit und Ueberlegung erſpart.
Ich weiß, was Sie ſagen wollen: Ich kann doch die Seitung
nicht jedem Menſchen unter die Naſe halten. Das ſtimt —
ich tue es ja auch gar nicht. Ich kann Ihnen beim beſten
Willen nicht erklären, welches Gefühl mir ſagt: dieſer Mann
will kaufen. Denn wenn ein Menſch darüber nachdenkt, ob
er eine Seitung nehmen ſoll oder nicht, dann macht er nicht
ſo ein nachdenkliches Geſicht, das auf 20 Meter auffällt. Es
ſind auch nicht etwa die gutgekleideten Menſchen allein, die
lich Seitungen kaufen. Alſo auch damach kann ich mich nicht
richten.
Der Eine kann dies, der Andere jenes. Ich kann eben
Seitungen verkaufen — und war, unter uns geſagt, ganz gut!
Sizilianiſcher Frühling.
Von Erich K. Schmidt.
Die meiſten Deutſchen, Oeſterreicher,
Schwei=
zer, die hier ſeit langem anſäſſig ſind, verteidigen,
lebhaft und eigenſinnig wie Lokalpatrioten, die
Anſicht, daß dieſer letzte ſizilianiſche Winter der
längſte, regenreichſte, ſonnenärmſte ſeit
undenk-
lichen Seiten geweſen ſei. Ich will ihren guten
Glauben, den nachzuprüfen ich nach einmaliger
Ueberwinterung auf der „Sonneninſel” noch keine
Gelegenheit habe, gar nicht in Sweifel ziehen;
aber ich muß doch verraten, daß Vereinzelte unter
ihnen, ganz im Vertrauen, zugeben, im vorigen
Winter ſei es genau ſo geweſen. Und alte Leute
behaupten, der ſizilianiſthe Winter ſei erſt in den
letzten zehn Jahren ſchlechter geworden. In jedem
Sall aber gehört die Anſicht, Sizilien habe
eigent=
lich gar keinen Winter, ins Reich der Legende,
wie ſo vieles über klimatiſche Verhältniſſe
begün-
ſtigter Landſtriche, das ſich als kliſcheehafte
Sor=
mel von Generation zu Generation vererbt.
Sizilien hat ſeinen Winter. Doch es mag ſein,
daß Nordländer, die ſich hier gehörig
akklimati=
ſiert, vor allem in den langen, heißen
Sommer=
monaten viel Wärme in ſich aufgeſpeichert haben,
ihn beſſer überſtehen als jemand, der zum erſten
Male den kalten Simmern mit dem eiſigen
Stein=
fußboden und dem winzigen Petroleumöfchen
aus=
geliefert iſt. Wenn aber ſoviel Regen fällt wie
diesmal im Januar und Sebruar, wenn man, in
mehrfacher Periode, die Häupter fernerer Berge
im Schneeglanz leuchten ſieht, dann ſcheint auch
der Wärmevorrat, weder den waſchechten noch
den Wahllizilianern zu helfen.
Um aber den Winter auf Sizilien nach
Mög=
lichkeit abzukürzen, hat die Verwaltung der königlichen Staatseiſenbahnen dem ſizilianiſchen
Frühling (der „Primavera Siciliana”) befohlen, bereits am 1. Februar einzuſetzen. Wenn
die berühmte ſiziljaniſche Frühlingswärme dieſer behördlichen Verfügung auch nicht prompt
folgte, ſo werden doch immerhin in der Seit vom 1. Februar bis zum 15. Juni
Jahrpreis=
ermäßigungen um 50 Prozent von ſämtlichen italieniſchen Stationen nach Palermo wie im
Innern von Sizilien wirkſam. Dieſe Einrichtung iſt nicht neu, ſie hat ſchon früher manchen
Reiſeluſtigen hergelockt, weil die Fahrpreiſe ja doch einen beträchtlichen Jaktor im Budget
darſtellen. Und dieſer Propaganda hat der Frühling ſchließlich nicht mehr ganz widerſtehen
können: er macht ſich nun pflichtgemäß deutlicher fühlbar. Die Cage werden länger, die
Regen=
perioden kürzer, die Sonne ſcheint auch in den Morgen= und Nachmittagsſtunden, und wenn ſie
im Senit ſteht, dann brennen ihre Strahlen erregend ſüdlich herab. Darauf warteten natürlich
voll Sehnſucht alle Hoteliers und
Penſionsinhaber, für die das
ver=
gangene Vierteljahr, i dem ihre
Simmer leerftanden (trotzdem die
Preife im vorigen Herbſt ſchon um
20 Prozent geſenkt wurden), mehr
noch bedeutet als für deutſche
Hotelbeſitzer, in deren Häuſern,
wenigſtens m den Berggegenden,
oft ſchon umittelbar nach den
letz=
ten Herbſtgäſten die erſten Wmter=
Npörtler emzichen.
Sizilien iſt als Inſel, auf die
viel emgeführt werden muß, noch
immer nicht billig, zumal die
Stadt-
zölle alle Waren unſinnig verteuern
(Sucker, Petrolemm und eie
An=
zahl ausländiſcher Jabrikate koſten
dreimal ſoviel als m Deutſchland).
Aber man kam m mmerhin für
den Preis von 10 bis 15 Mark
mit voller Verpflegung in beſſeren
Penſionen, für etwa 20 Mark in
renommierten Hotels leben; bei
Luxusbedürfniſſen muß natürlich
mit einem größeren Aufwand
ge=
rechnet werden.
Beginnt der ſizilianiſche
Früh=
ling alſo nicht ſo früh, wie der
Italienfremde glaubt, ſo fängt es
für Nordländer immer noch
hin=
reißend frühzeitig an, auf Sizilien
ſchön zu werden. In den Straßen
Palermos regt ſich das Leben heftiger und lauter
noch als in den vergangenen Monaten, obwohl
auch da die Hauptſtraßen tagsüber niemals leer
werden. Die Polizei ſucht jetzt den dichten
Ver=
kehr zu regeln, indem ſie überall Settel anbringen
ließ mit den Worten: „Pedoni a sinistra‟, „
Suß=
gänger nach links”, aber die Sizilianer ſind
damit noch nicht ganz einverſtanden, und die
patroullierenden Beamten haben die (im übrigen
ſehr gutwilligen) Palermitaner immer wieder auf
die andere Seite zu ſchicken. Die jungen Männer,
enragierte Eckenſteher, ſind von den
Straßen=
kreuzungen nicht fortzubringen; namentlich bei
Quattro Canti, wo die Hauptſtraßen der Stadt
einander ſchneiden, kann man ſich kaum einen Weg
bahnen. An dieſen Ecken haben ſie die beſte
Ge=
legenheit, ebenſo wie bei den Korſofahrten — den
eleganten, kurzröckigen Palermitanerinnen
nach-
zuſchauen, die an den endloſen Schaufenſterreihen
entlang ſtolzieren oder, graziös chauſſiert, in der
Carozzo lehnen. Das Pelzwerk, ſolange maleriſch
geſchlungen, verſchwindet allmählich von ihren
Schultern, die Mäntel flattern geöffnet, wie bei
unſeren Damen im Mai, und auch die Männer
beginnen, den treu über der Weſte getragenen
Pullover daheimzulaſſen.
In den alten und engen Straßen der Stadt,
auf den Diazzen, im Innern aber wandert das
interne Leben wieder nach außen, alle Gewerbe
klappern und hämmern, alle Hausfrauen
verrich=
ten, unter ſtarkem Stimmenaufwand, ihre Arbeit
vor der Cür, alle Kinder toben, alle
Straßen=
händler ſingen endlos die Schlußvokale ihrer
viel=
fältigen Produkte; die Maultiere brüllen, und die
zahlreichen Drehorgeln ſprudeln ihre luſtigen
Con=
reihen durch ſämtliche Gaſſen. Palärmol — Die Konturen der nahen Berge, die die Stadi
von drei Seiten umrahmen, liegen wieder ſcharf und klar im Sonnenlicht — tagelang waren ſi
vordem unſichtbar unter drängenden Wolken. Ein bläulicher Hauch ſchwebt über den ſchräger
Slanken der Höhen, und ihre Nänder ſind, beſonders am Abend, jaspishart in den roſigen Him
mel geſchnitten. Die Wegemauern des Monte Pelegrino, ſerpentinförmig in der Mitte de
Berges hängend, leuchten ſo nah, als könne man ſie im Fluge durcheilen, und dennoch dauer
es ſtundenlang, bis man zum Sipfel kommt.
Ueber den öſtlichen Straßen, die ſich dem Meer entgegenſenken, aber ſteht, bezaubernd bla
der Golf, wie ein ſenkrechter Streifen von Ultramarin. Wenn man dem Hafen näherkomm
dann ſieht man die Schlote auslär
diſcher Dampfer ragen, ande
ſtechen in See, und die Boote d
Fiſcher ſtehen, mit ihren dreieckig
Segeln, weißleuchtend draußen
Meer. Unzählige junge Burſch
ſpielen auf dem weiten
Hafenpl=
ihre alten lizilianiſchen Kugelſpie
Hinter der Stadt, zwiſch
hohen Bergzügen, dehnt ſich d.
fruchtbare Cal der Conca dor
ſchön wie ihr Name: Goldmuſch.
voll grüner Orangen= und Sitrone
plantagen; die Apfelſinen, zu
größten Ceil ſchon abgeerntet, häf
gen nur noch vereinzelt im dunkl
Laube, aber überall drängt de
Gelb der Sitronen aus dem Blat
werk hervor, und die grau
Olivenbäume wiegen ihre ſilbe
ſanften Sweige im Frühlingswind
Nur die ſpitzen Agaven und 4
ſtachligen Opuntien ſtehen ſtarr u.
reglos wie immer. Blumen in alle
Farben blühen in den Gründ
ebenſo wie an den Abhängen d
Berge.
Einen ſizilianiſchen Winter gi.
es wohl, das hat man geſpürt; do
er iſt, zum Glück, nur kurz, ur
wenn die Sonne erſt ſiegreich d
Negenwolken verdrängt, dann ver
gißt man ihn ſchnell. Nun, da de
Aa
Sum Muttertag.
Eine Geſchichte ohne Citel.
Von Frank Highman.
„Ein armer verlaſſener Boy hat es nicht leicht”, dachte
Bobby Kenſington, als er vor feuchterKälte zitternd am
Broad=
wau ſtand und ſein ſtereotypes „shoestrings” den eilenden
Paſ=
ſanten entgegenrief. Die naſſe unfreundliche Witterung brachte
es mit ſich, daß Bobbus Geſchäft an dieſem Cage durchaus paſſiv
war. Bei dieſem Wetter blieb keiner der Vorwärtshaſtenden
ſtehen, um ſeinen Bedarf an Schuhriemen bei dem kleinen
fliegen=
den Händler zu decken. Man hätte erſt umſtändlich den
hoch=
geſchloſſenen Mantel öffnen, dann in die Caſche greifen müſſen;
mittlerweile wäre der gebügelte Anzug naß geworden und die
Negentropfen hätten auf die geſtärkte Hemdbruſt geklatſcht. Und
ein Gentleman ohne glatte Hemdbruſt iſt doch eben kein
Gent=
leman. Wenn man derlei Kleinigkeiten braucht, geht man zum
Wannamaker. Dort bekommt man für fünf Cent nicht nur vier
tsdelloſe Schuhbänder fein ſäuberlich eingepackt, ſondern auch
noch ein vorzügliches Orcheſter, vierundvierzig Mann ſtark, zu
hören und der Anzug bleibt dabei trocken. Und was die
Haupt=
lache iſt, die Hemdbruſt iſt glatt, ſo wie es ſich für einen
rich=
tigen Gentleman ſchickt. Dies alles ſah Bobbu Kenſington durch
and durch ein, aber ein elternloſer Junge wil! doch ſchließlich
auch leben.
„Wannamaker würde meine Konkurrenz ſogar ertragen,
wenn ich mir ebenfalls vierundvierzig Muſiker engagieren würde‟
brummte er, um gleich darauf ſein „shoestrings! shoestrings!”
in den Negen zu brüllen. Aber es war für dieſen Cag vergeblich.
Mit einem abgrundtiefen Seufzer machte ſich der kleine
Schuh=
riemenhändler auf den Heimweg.
Weit draußen in Coneu Ssland ſtand ein halbverfallenes
Bootshaus, vom Eigentümer längſt verlaſſen, dort hatte Bobby
einen Unterſchlupf gefunden, als er nach dem Ableben ſeiner
Mutter — der Vater war drei Jahre vorher bei einem
Fabrik=
brand ums Leben gekommen — die kleine Wohnung in der 324.
Straße verlaſſen mußte. Sew=York iſt ein hartes Pflaſter für
einen ſiebenjährigen Jungen, der ganz allein in der Welt ſteht
und ſättigendes Brot ein rarer Artikel für ein Kind, das die
kaufmänniſche Organiſation eines Wannamaker zum
Konkurren=
ten hat. In dieſer Nacht dachte Bobby ernſtlich daran, ſich auf
einen anderen Artikel zu werfen. Seitungskolportage mußte ein
äußerſt lukrativer Erwerbszweig ſein. Er hatte einmal einen
Jungen, der mit dem „New York Herald” lief, eine Speckwurſt
eſſen ſehen. Oh, eine fettpralle rote Speckwurſt, eine Symphonie
aus Fleiſch, Speck und einer roſig glänzenden Haut. Das
Ge=
ſchäft mußte ſeinen Mann nähren. Aber welche Nedaktion
würde ihn denn nehmen, wo ſie doch große, ſtarke, beinah
er=
wachſene Burſchen dutzendweis bekamen. Nein, mit der
Speck=
wurſt war es nichts!
Da ſollte ein gütiges Geſchick eine jähe Wendung in Bobby
Kenſingtons freudloſes Daſein bringen. Als er an einem der
nächſten Abende müde und heiſer geſchrien den Broadway
verließ, um ſeine Lagerſtatt in Coney Osland aufzuſuchen, hatte
er beim „Smothing=iron” eine Begegnung, welche für ſein
fer=
neres Leben ausſchlagebend werden ſollte. „Smothing=iron” heißt
Bügeleiſen und iſt der Spitzname für einen New=Yorker
Wol=
kenkratzer, deſſen Grundriß ganz die Form eines Plätkeiſens
auf=
weiſt und an der ſcharfen Ecke Fifth Avenue und Madiſon
Square ſteht. Boby ſchwenkte gerade um den ſpitz
zulaufen=
den Bug des Bügeleiſens” in die Fifth Avenue ein, als er mit
großer Heftigkeit an einen Burſchen anſtieß, der aus der
ent=
gegengeſetzten Nichtung kam.
„Hallo, biſt du blind, Knirps?” rief der Burſche und wollte
weiter eilen.
„Selber Hallo!” gab Bobby wütend zurück, doch als er den
Jungen, der zwei oder drei Jahre älter ſein mochte als er, näher
ins Auge faßte, ſetzte er erſtaunt hinzu: „Oh, Jimmu Snatch, du
biſt ja ein feiner Herr geworden, wie ich ſehe. Fährſt du nicht
mehr Milch aus?”
Der Angeſprochene lächelte wohlwollend, ſah geſchmeichelt an
ſeinem hellgrauen Baſaranzug herunter und meinte verächtlich:
„Milch ausfahren? Ich bin doch kein verblödeter Nigger,
der von frühmorgens bin in die ſpäte Nacht ſchuftet, um ſeinem
Boß den Beutel zu füllen! Der alte Leuteſchinder ſoll ſich ſeine
Milch ſelbſt ausfahren! Ich bin ſeit einer Woche ſeit eier
Woche bin ich . . . nun ja, bin ich — Detektiv!”
Bobbu riß Mund und Augen auf, dam ſtotterte er 29
furchtsvoll:
„Was du nicht ſagſt, Jimmy! Vielleicht gar bei Pinkerton”
„Ach, wol. Was iſt Pinkerton! Pinkerton bezahlt ja ſein
Leute nicht viel beſſer wie Caglöhner. Ich bin bei einem Oen!
leman, der mir täglich zehn Dollar gibt und außerdem noch d.
Speſen bezahlt.”
—e—n! Da verdier
„G—e—h—n Dollar und S—p—
du ja beinahe ſoviel wie Wannamaker!” entſetzte ſich Bod=
Kenſington, um nach kurzer Weile zu fragen: „Du Jimmy, 9.
iſt dem das eigentlich: Speſen?”
Jimmy Snatch lachte verächtlich:
„Du weißt nicht, was Speſen ſind? Speſen entſtehen, We.
du zum Beiſpiel in einem Caxi fährſt oder in eine Bar gehll 1
einige Sandwiches vertilgſt oder auch wenn du dir Eisſre
kaufſt. Das alles ſind Speſen, und die vergütet mir mein nel
Boß jeden Cag.”
„Sage, lieber Jimmu, brauchſt du — brauchen Sie nicht eit
Diener, Miſter Snatch?”
„Hm, darüber ließe ſich eventnell reden! Erwarte mich me.
gen früh um ſieben Uhr hier an derſelben Stelle, dann werde
dir Beſcheid ſagen!”
„Allright! Ich werde ſchon um fünf Uhr hier ſein, 2ull
Snatch! Good night, Miſter Snatch!”. Mit dieſen Wor
machte Bobby eine Verbeugung, wie er nur noch eine ein?ige
ſeinem Leben fertig gebracht hatte. Das war, als ihm nach
Code ſeiner Mutter der Neverend Brown ſanft über den Lock!
kopf geſtrichen und mit einer ſirupſüßen Stimme ermahnt 94.
immer und ſtets auf dem Pfade der Cugend zu wandeln, C.
wenn beſagter Pfad noch ſo dornenvoll ſein und das ferit
Leben noch ſo ſchwere Stunden bringen ſollte. Und das EE
eines armen, verlaſſenen Jungen iſt wahrlich nicht arm an irn.
Stunden, das hatte Bobby Kenſington ſeit jenem Augenblicke 1
räglich einigemal beſtätigt gefunden, und manchmal auch 9e
die kluge Vorausſicht des Neverend Brown bewundern mill
Frühling ſich allgemach entfaltet, verſpürt man ſchon dankbar
den begnadenden Reiz dieſer Inſel, und man wünſcht ſich fort aus
dem Häuſergewirr der großen Stadt — nach Coarmina, an die
Oſtküſte der Inſel, wo ſchon die Mandelbäume roſig erblühen,
während der nahe Aetna mit ſchneebedecktem Sipfel ſich kühn
m einen blauen Himmel reckt.
Hinter den Kuliſſen des Silms.
Die Betriebe der Ufa in Neu=Babelsberg bei Berlin.
Von Fritz Carl Roegels.
An der Bahnſtrecke Berlin—Potsdam liegt 4½ Kilometer
vor Potsdam das Oertchen Neu=Babelsberg. Es iſt eine kleine
Villenkolonie, am Nande des Grunewalds, von der Havel und
dem Celtowerkanal begrenzt. Hier, an dieſem idylliſch=ruhigen
Sleckchen Erde hat die Ufa vor Jahren ein rieſiges Gebäude
er=
woiben und dieſen Beſitz in kurzer Seit in eine der modernſten
Silm=Atelier=Anlagen verwandelt. Die Anlagen der Ufa m
Babelsberg ſind vorbildlich und die größten auf dem Kontinent.
Sie werden nur durch die gewaltigen Geſamt=Anlagen der ameri=
Taniſchen Filminduſtrie in Hollywood übertroffea.
Die Geländegröße des Betriebes beträgt etwas über 300000
Quadratmeter, das iſt eine Bodenfläche, wie ſie eine
mittel=
eutſche Kleinſtadt von etwa 4000—5000 Einwohnern aufweiſt.
Die Abſicht bei der Emrichtung des Betriebes war, ein
WVerk zu ſchaffen, das in der Lage iſt, jeden Film und alle darauf
rotwendigen Bauten herzuſtellen, ohne von anderen Betrieben
Im verfallenen Bootshaus auf Coneu Island ſpiegelie der
jitige Craumgeiſt einem kleinen Jungen rieſige Platten mit
ppetitlichen Sandwiches und monſtröſe Gefäße voll
buntfarbig=
er, obſtduftenden Eiscreme vor. Und hinter all dieſen
Herrlich=
eiten ſtand das Zauberwort: Speſen!
Als um fünf Uhr morgens die Neger, welche die
Neinigungs=
rbeiten in den vielen hundert Büroräumlichkeiten des „
Smoo=
dingriron” beſorgten, in das Gebäude ſtrömten, ſtand am
ſchar=
n Bug des „Bügeleiſens” ein Boy und blickte mit großen
hoff=
ungsfrohen Kinderaugen abwechſelnd in die Nichtung Madiſon
quare, dann wieder die Fifth Avenue hinauf. Als um acht Uhr
e diverſen Clerks von dem Nieſenbau eingeſogen wurden, ſtand
er kleine Junge noch immer an der Ecke, furchſam wie ein
Häs=
in ſpähend. Madiſon Square hinunter, Fifth Avenue hinauf,
d immer dazwiſchen durch einen ängſtlichen Blick auf die Lurm=
Ir des Cimes Building werfend.
Endlich, endlich kam ein Burſche in einem hellgrauen
Baſar=
rzug dahergeſchlendert. Eine vehemente Verbeugung:
„Good morning, Miſter Snatch!”
„Morning, Bobby, hier haſt du fünfzig Cents, hole dafür von
rt drüben türkiſche Sigaretten! Nachher gehen wir
früh=
icken!”
Bobby Kenſington raſte wie aus einer Piſtole geſchoſſen über
2 Straße und verſchwand in einem Cabakladen. Er war
ein=
chplatt vor Hochachtung. Aicht nur, daß ſein neuer Boß, der
ch nur um zwei oder drei Jahre älter war als er, überhaupt
Lichte, nein, türkiſche Sigaretten mußten es ſein! Das klang
wie kaliforniſche Pflaumen oder franzöſiſche Schokolade.
ahrlich ein feiner Herr!. Und als er ihm ſpäter in der kleinen
Zihſtücksſtube gegenüber ſaß und das blaugraue Nauchgeringel
Frachten durfte, welches Jimmy Snatch mit diskreter
Vor=
mheit in die Luft blies, da fiel ihm ein Bild aus einer alten
Ɨtung ein, die er irgendwo einmal gefunden hatte. Darau
* ein junger Mann vor einem hohen, dunkeln Marmorkamin
ſehen, welcher verträumt in die Ferne ſah und dabei nuch=
1g eine Sigarette zwiſchen den ſchlanken, weißen Fingern hielt.
ker dem Bilde ſtanden drei Worte, ſeine Mutter hatte geſagt:
cbhängig zu ſein. Dieſer Grundgedanke iſt verwirklicht: von
der erſten Kurbeldrehung bis zur Fertigſtellung der Muſterkopie
wird alles im eigenen Betriebe innerhalb der Grenzen des
Ba=
belsberger Ufawerkes angefertigt. Die Seele jeder Aufnahme
iſt das Licht, welches weder bei Frei= noch Atelieraufnahmen
fehlen darf. Selbſt bei Aufnahmen im hellſten Sonnenlicht ſind
geringe Mengen künſtlichen Lichtes erforderlich. Um die hierzu
benötigten Strommengen für die etwa 1000 Scheinwerfer,
Streuer und ſonſtigen Beleuchtungsapparate, die der Betrieb
beſitzt, zu transformieren und in Gleichſtrom zu verwandeln, iſt
eine umfangreiche Maſchinenanlage notwendig. Der dem
Be=
triebe Neu=Babelsberg von dem benachbarten
Eleſetrizitäts=
werk Potsdam in Form von Hochſpannungsdrehſtrom von
10 000 Volt in 3 Kabeln zugeleitete Strom erfährt in den
Crans=
formatoren und Umformern des Betriebes eine Umwandlung in
2 mal 110 Volt Gleichſtrom. Die Aufnahmetechnik bedient ſich
vorwiegend — und zwar mit etwa 90 Prozent —
Beleuchtungs=
apparate, welche mit Gleichſtrom geſpeiſt werden. Daher
be=
trägt auch die zu den Aufnahmen notwendige Gleichſtrommenge
zurzeit 10000 Ampere Maſchinenleiſtung. Durch eine nach
den neueſten Erfahrungen der Cechnik ausgeſtattete Hoch= und
Niederſpannungsſchaltanlage und einem Erſatzkabelnetz von
rie=
ſigen Kupferquerſchnitten (6000 Quadratmeter) wird der Strom
nach den Verbrauchsſtellen geleitet, und zwar nach den Ateliers
und den Speiſepunkten für das Freiaufnahmegelände.
Strah=
lenförmig von dieſen Punkten aus gehen die oberirdiſch
vorüber-
gehend ausgelegten ſchweren flexiblen Kabel nach den Filmbauten
im Gelände, wo zwiſchen Holz= und Putzwänden die Scheinwerfer
mit ihren Vorſchaltwiderſtänden und Schalttafeln aufgeſtellt ſind.
Mit Vorliebe arbeitet der Operateur mit den Queckſilberlampen,
die ein ſehr weiches, gleichmäßiges Licht geben.
Der Betrieb verbraucht für die Aufnahmebeleuchtung täglich
2000 bis 3000 Kilowattſtunden, eine Menge, mit welcher ſich
etwa 150 Haushaltungen mittlerer Größe einen Monat lang mit
Strom verſehen können.
Nun iſt es nichts Außergewöhnliches, daß bei mehreren
Auf=
nahmen, es arbeiten zeitweilig 5 bis 6 Negiſſeure zu gleicher Seit,
die vorhandene Stromenergie von 1000 Ampére bei 110 Volt
nicht ausreicht. In einem ſolchen Fall wird die Strommenge
durch Drehſtrom und durch die vorhandenen 10 Lichtmaſchinen
vergrößert. Dieſe Lichtmaſchinen ſind teilweiſe ſelbſtfahrbare
Wagen, auf denen ein Benzinmotor ſkeht, der mit einem
Gleich=
ſtromgenerator gekoppelt iſt. Die größte liefert 2 mal 500 Amp.
Strom und beſteht aus einem Kraftwagen mit Anhänger.
Bis vor einiger Heit war der Betrieb in Babelsberg
vor=
wiegend auf Außenaufnahmen eingeſtellt — wurden doch Bauten
bis zu 25 m Höhe errichtet. Das hatte natürlich den Nachteil, daß
man bei den Aufnahmen auf ſchönes Wetter angewieſen war,
und oft genug hat der Wettergott die mühſam aufgeſtellten
Kal=
kulationen und Dispoſitionen über den Haufen geworfen. Um
„Junger ſchottiſcher Edelmann” hieße das. Genau ſo ſah nun
Jimmy Snatch aus. Ueberhaupt wünſchte Bobby augenblicklich
tichts ſehnlicher, als daß ſeine liebe, gute Mutter ihn nun in
dieſer feinen Frühſtücksſtube hätte ſehen können. Neverend
Brown hatte zwar damals geſagt, Bobby werde ſeie Mutter
beſtimmt einmal wiederſehen, aber er hatte nur wenig Hoffnung
daß ſie gerade jetzt, im ſchönſten Momente ſeines bisherigen
aum=
ſeligen Lobens, vorbeikommen werde.
„Extraausgabel Extraausgave!‟
brüllten die Seitungsbous, indem ſie die noch druckfeuchten
Blät=
ter in der Luft ſchwenkten und über den Aſphalt raſten.
Der Inhalt der Extraausgabe war folgender:
Attentat auf Wannamaker!
Der Warenhauskönig unverletzt! Ein kleiner Shoeſtrmgbor
rettet das Leben des Sinanzmannes!
Als heute früh der Chef der bekannten, über die ganze Union
verbreiteten Warenhäuſer Wannamaker, John D.
Wanna=
maker, ſein Palais in der Fifth Avenue verließ, um ſich in ſein
Citybüro zu begeben, explodierte zirka zwanzig Schritte von
ſeinem Auto entfernt eine Höllenmaſchine. Der Wagen wurde
leicht beſchädigt, Wannamaker ſelbſt blieb unverletzt. Die ſofort
eingeleitete Unterſuchung durch die Polizei ergab folgenden
Cat=
beſtand:
Eine Gruppe Anarchiſten, welcher auch die verſchiedenen
An=
ſchläge auf Banken, Bankgewaltige und bekannte Induſtrielle
der letzten Monate zur Laſt gelegt werden, erkundſchaftete durch
einen halbwüchſigen Jungen, Jimmy Snatch, die
Lebensgewohn=
heiten Wannamakers, um die günſtigſte Gelegenheit für einen
Anſchlag auf das Leben Wannamaker zu ermitteln. Snatch
prahlte damit einem kleinen Schuhriemenboy gegenüber; Bobby
Kenſington iſt der Name dieſes Brapen, der im letzten Moment
die Bombe von der Straße weg, in einen Garten warf, wo
auch explodierte. Bobby Kenſington wurde durch einen Splitte
leicht am Oberarm verletzt. Weitere Nachrichken ulw. uſw.
auch hier unabhängig disponieren zu können, iſt jetzt ein
Rieſen=Atelier errichtet worden, deſſen Ausmaße ſogar
für Amerika etwas „Nichtdageweſenes” darſtellen. Mit ſeinen
100 000 Kubikmetern Naummhalt ſteht er von allen Silm=
Ateliers der Welt an erſter Stelle. Hier können ſelbſt die
größ=
ten Bauten hergeſtellt werden und dann kann auch das ſchlechteſte
Wetter die getroffenen Dispoſitionen nicht mehr ſtören.
Wie ſchon am Anfange erwähnt, wird alles im eigenen
Be=
triebe hergeſtellt. So kommt es, daß ca. 50 Berufskategorien
auf dem Gelände tätig ſind. Neben den Negiſſeuren, Darſtellern,
Komparſen, Beleuchtern, Bühnenarbeitern uſw. ſind ſämtliche
Handwerkergruppen vertreten, da eine eigene Ciſchlerei,
Sim=
merei, Gipſerei, Modellieranſtalt, Schloſſerei, Schmiede,
Fein=
mechaniker=Werkſtatt, Entwicklungs= und Kopieranſtalt, ein
eigenes Holzlager und Schneideratelier, eine Seuerwehr=Wache,
Druckerei, ein eigenes photographiſches Atelier, eine
Capezier=
werkſtatt, Stellmacherei und vieles andere vorhanden iſt. Weiter
findet der Beſucher einen regelrechten Cierpark mit Faſanen,
Katzen, Rehen, Wildſchweinen, Affen, verſchiedenen klemen
Raubtieren, Negern und allerhand anderen Swei= und
Vier=
füßlern.
Viele der Nieſenbauten aus älteren Silmen ſtehen noch auf
dem Gelände, um zu gegebener Seit wieder einmal verwandt zu
werden. Zum Beiſpiel wurde die große Verkehrsſtraße aus dem
Film „Der letzte Mann” in 14 anderen Filmen wieder gebraucht,
natürlich jedesmal in einem neuen Gewande. Hier wird ein
Giebel angeſetzt, dort eine Front geändert uſw., ſo daß ein ganz
neues Bild erſcheint. Wo vor 10 Cagen z. B. em großes
Cheater ſtand, ſteht heute ein rieſiger Hoteleingang. Durch
reſt=
loſe Ausnutzung alles vorhandenen Materials werden der
Ver=
brauch von Material und die Koſten der Aufnahme auf das
äußerſte beſchränkt. Nechnet man nun neben dem immerhin lehr
großen Materialverbrauch weiter noch die gewaltige Menge
Kohle, die erforderlich iſt, um die jährliche Strommenge von rund
1000 000 Kilowattſtunden zu erzeugen, ſo muß man ſagen, daß
dieſer Betrieb mit zu den größten Filmwerkſtätten gerechnet
werden darf.
Ein beſonderes Kapitel ſtellt im Betriebe Babelsberg die
Biologiſche Station der Kulturabteilung dar. Dieſe Abteilung
beſitzt ein beſonderes kleines Atelier, in deſſen anſchließenden
Näumen ſich Aquarien und Cerrarien mit allen möglichen
Cier=
chen, Siſchen, Amphibien und Inſekten befinden. In
langwieri=
ger Kleinarbeit werden hier die kleien wiſſenſchaftlichen Silme
hergeſtellt, die für die Belehrung und für den
Anſchauungsunter=
richt in Schulen beſtimmt ſind.
So ſieht man, daß hier draußen vor den Coren Berlins nicht
allein Arbeit geleiſtet wird, die auf Unterhaltung und Hebung des
künſtleriſchen Niveaus eingeſtellt iſt, ſondern daß auch für die
Allgemeinbildung der großen Maſſe und für den Wiſſenſchaftler
Werte geſchaffen werden.
In einem lichten, großen Simmer des Wannamakerſchen
Dalais in der Jifth Avenue lag auf einem koſtbaren perſiſchen
Ruhebett ein kleiner Junge, deſſen linker Arm dick bandagiert
war, und ſah mit großen ungläubigen Kinderaugen auf alle
Pracht rings um ihn her. Vor ihm ſtand ein junger vornehmer
Herr, es war der Privatſekretär Wanamakers, und ſagte:
„Alſo Bobby, in drei Minuten kommt Miſter Wanamaker
und wird ſich bei dir für deine Heldentat bedanken.
Wahrſchein=
lich wird er dich fragen, ob du irgend einen Wunſch haſt. Was
wirſt du dir denn da wünſchen?”
Bobby dachte eine kurze Weile nach, dann ſagte er zögernd:
„Glauben Sie, daß Wanamaker, wenn ich ihn bitte . . .
glauben Sie, daß er die . . . ſeine Schuhbänderabteilung
auf=
löſt?‟
Der Sekretär ſchüttelte ſich vor Lachen:
Aber Bobby, das iſt doch kein vernünftiger Wunſch. Du
wirſt doch nicht weiter mit Schuhriemen hauſieren, wenn du einem
Wanamaker das Leben gerettet haſt. Du kannſt dir etwas ganz
Großes wählen, glaube mir, Miſter Wanamaker kann dir alles,
alles erfüllen, was du nur begehrſt!“
„Al . . . les??”
„Ja, alles, mu boy! Nun auf Wiederſehen!”
Und als gleich darauf der Finanzmagnat vor dem Lager ſeines
Retters ſtand, flüſterte der Kleine:
„Lieber, guter Miſter Wanamaker, der Herr, der ſoeben
fortging, ſagte, daß Sie alles könnten und mir jeden Wunſch
erfüllen werden ..
„Nun und was wünſchſt du denn, mein Junge?‟
„Geben Sie mir . . . meine Mutter wieder!“
Der harte, abgebrühte Buſinesmann wandte ſich ab. Und
als in dieſem Augenblick ſein Sekretär eintreken wollte, rief er
ihm mit einer Stimme, die aus einem vertrockneten Kehlkopf zu
kommen ſchien, zu:
„Warten Sie draußen, Sirder, ich komme bald!“
Ein Mann, der über achtzigtauſend Angeſtellte gebietet und
den amerikaniſchen Geldmarkt entſcheidend beeinflußt, darf auch
ſeinen Privatſekretär keine Cränen ſehen laſſen .. !
Eine Reparaturwerkſtatt undihr Inhalt.
Jedes Mädchen und jeder Junge müßten eine
Neparatur=
werkſtatt haben. Büchor und andere Beſitztümer werden oft
zerriſſen oder ſind nicht in Ordnung und ſollken eiligſt ausgebeſſert
werden. Dies kannſt du in einer ruhigen, geſchäftsmäßigen Art
machen, wenn deine Werkſtatt fertig und geöffnet iſt. Du kannſt
deine Werkſtatt in einer Kommodonſchieblade oder in einer Ecke
des Kellers oder in einem Kaſten, der in einem bequemen Winkel
ſteht, haben. Es iſt ſowieſo beſſer, dein Werkzeug und deine
Sachen in einem oder mehreren Käſtchen aufzubewahren, ſo daß
ſie immer ordentlich und gebrauchsfertig ſind. Du wirſt
wahr=
ſcheinlich zuerſt an die größeren Werkzeuge, wie Hammer und
Säge, denken oder aber du brauchſt dieſe lange nicht lo oft, als
die kleinen Sachen, die man oft nicht jinden kann, wenn man ſie
nötig hat.
Fange deine Werkſtatt mit dem an, was du gerade da haſt,
und verſuche jede Woche etwas hinzuzufügen. Du drauchſt zuerſt
Klebſtoff und eine Schere. Du brauchſt eine Nolle Bindjaden
und etwas ſtarke Schnur” hebe auch alle farbigen Bindfaden und
Bänder, die ins Haus kommen, auf, denn dieſe kann man zu
Büchelchen, Päckchen, zur Verzierung und zu vielen
Nepara=
tren gebrauchen. Beſorge dir einen Vorrat an Gummiringen
in verſchiedenen Größen; halte dir ein Käſtchen mit kleinen
Nägeln und Meſſingnägelchen und einigen Neißſtiften. Du wirſt
emn Pächchen Nähnadela in verſchiedenen Größen und feineren
oder ſtärſteren Zwirn nötig haben. Die Buben brauchen dieſes
ebenſo wie die Mädchen, weil oft ein zerbrochenes Spielzeug oder
Buch genau ſo gut wie die zerbrochene Puppe mit ſtarkem Zwirn
geflickt werden kann. Eine Nolle Klebſtreifen (ungefähr 3
Genti=
meter breit) iſt ſehr nützlich für Veparaturen von Büchern,
Spieljachen, und ſie kann übermalt oder mit Kreide gefärbt
wer=
den in genau denjelben Farben, wie die Sachen, wofür du es
drauchſt.
Mit ſolch einer modernen Neparaturwerkſtatt wirſt du keine
Entſchuldigung für gebogene oder abgenutzte Sachen haben, und
wahrſcheinlich werden deine Spielkameraden in deine Werkſtatt
kommen, um arbeiten zu laſſen, und du wirſt vollauf deſchäftigt
ſein.
Freundſchaft mit den Vögeln ſchließen.
Sich mit den Vögeln anzufreunden, verlangt viel Geduld und
Freundlichkeit. Die Vögel ſehen i dem Menſchen ihren
natir=
lichen Feind. Dies iſt nicht zu verwudern, wenn wir uns
über=
legen, wie Männer und Knaben ſie als rechtliche Zielſcheibe für
ihre Gewehre betrachtet haben. Daher, um die Vögel kennen geſtattet ſein. Vorherrſchen werden dunkle, ſchwere Möbel.
zu lornen, müſſen wir ein mitfühlendes Verſtändnis für ihre
Ge=
wohnheiten haben.
traen zu erwocken. Dieſes hann durch das Futter oder durch
das Verſehen anderer Bodürfniſſe gemacht werden; bietet aber
dem Vogel kein Korn oder Krümel zu einer Seit an, zu der er
Würmer oder Inſekten ohne menſchliche Hilfe bekommen kamn.
Man kann nicht vorſichtig genug ſein, wenn man ſich einem
jede ſchnelle Bewegung als ein Alarmzeichen an. Sein
Wahr=
nehmungsſinn iſt lohr ſcharf. Man ſollte lich nie dem Vogel in
einer geraden Linie nähern, noch ihn direkt anlehen. Man kann
viel näher darankommen, wemn man einen Sickzackweg macht.
geſtellt werden. Eine Art, um dieſes fertigzubringen, iſt, irgend= auf dramatiſche Höhepunkte eingeſtelt ſind.
wo hinzuſehen oder einige Schritte zurückzugehen. — Beſonders
die Wintermonate bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit, in ruhigere Farben gekleidet. Ihrem Weſen entſpricht das
vor=
um eine nche Bekamtſchaft mit den Vögelchen zu machenz denn nehm lachliche Marineblau, das harbe Schwarz oder die
gelb=
das Futter iſt dann ſpärlich und der Hunger macht ſie vortrau= weiße Elfenbeintönung. Man ſtellt ſie ſich vor im tadellolen
ensvoller. Ein dequemer Futterplatz lollte hergeſtellt werden,
weil die Vögel immer nach Nahrung ausſchauen. Mit Geduld,
aus der Hand freſſen. Es iſt etwas Wunderbares, ſich mit don teagomns, die Kleider, die ſie zu Hauſe trägt, werden immer dieſe
winnen, lockt das Beſte aus den Menſchen hervor, dem es vor= „Verkörperinnen des Andersartigen, und die Lila Oris, am
mei=
langt Samfthett, Mitgefühl und Geduld.
Aus dem „Chriſtian Science Monitor”.
Sarbe und Perſönlichkeit.
Von Minni Vrieslander.
Es beſteht eine enge Verbindung, eine Wechſelwirkung
zwi=
ſchen uns und der Farbe. Sie iſt in beſonderem Maße
Weſens=
ausdruck. Nie war die Vielſeitigkeit der Farbenſkala lo groß
wie in unſerer Seit, in der die Sehnlucht nach Helligkeit und
Freude ſich überall fühlbar macht. Dieſe merkwürdig feinen
Zwiſchenfarben, die heute modern ſind, kannte man früher kaum.
Man beſchränkte ſich auf die Grundfarben in der Kleidung und
im Heim. Alles war auf die dunkleren Cöne abgeſtimmt. Und
doch vermag nichts in ſo hohem Grade Lebensluſt und Heiterkeit
auszuſtrahlen wie die Farbe. Die Orientalen und Südländer,
Frauen dieſer Naſſen paßte das Not, das kraſſe Grün, die Bunt= war es noch nicht gekommen. Er hatte den Prozeß noch
um=
heit war immer Ausdruck ihrer Daſeinsfreude. Wenn ſich ſolch gehen können, aber nur auf dem Wege durch ein ſcheußliches
ein Mädchen den glühendroten Schal um das ſchwarze Haar win= kaudiniſches Joch.
det, ſo hat ſie eine ätſthetiſche Wirkung erreicht, die ihr manche
Endſpielſtudie 27.
Nummer 258
Franz Sackmann (Kaiſerslautern).
(Deutſche Schachblätter 1910.)
lammenſtellung nicht nachmachen kann. Der Impuls ſiegt immer.
Spiegel ihres Weſens. Die lebensſcheue, unverſtandene Frau
bevorzugt meiſt die lubtilen Paſtelltöne, Süßlila, blaßblau. Alle
ausgeſprochen betonten Farben empfindet ſie wie die Härte der
Diſſonanz, wie eine Indiskretion, die beleidigend, geräuſchvol
eindringt in ihre ſtille Verſchloſſenheit. Die ſentimentale, etwas
lebensſchwache Frau, die unter der Gegenſätzlichkeit ihrer Gefühle
leidet, kleidet ſich in Weiß, je nach dem Stande ihres
Stimmungs=
barometers. Ihr Heim wird auch nicht farbig leuchtend aus=
Die unkomplizierte, körperlich voll entwickelte, heitere Frau liebt
lachsrofa und lichtblau, das heute bleu=madonne heißt und dem
Der erſte Schritt Mt, ihre Furcht zu überwinden und ihr Ver= Frühlingshimmel gleicht. Das köſtliche Blau, das an die
Madon=
nengowänder erinnert, wie lie die alten Meiſter malten, im
wun=
derſamen Gegenſatz zu dem reichen, goldblonden Haar. Dieſer
Frauentup iſt in leinem Denken durchaus poſitiv. Darum wird
auch ſeine Umgebung hell und freudig ſein.
Die Frauen der Senſationen, die Abenteuerhungrigen, die
Bogel nähert. Er iſt ein äußerſt ompfindliches Geſchöpf, und ſieht leidenſchaftlich dem großen Erlebnis entgegenſtürmen, werden
ihre Kleidung auf giftgrin abſtimmen; weil ſie für das ſportlich
neutrale Cageskleid nicht angebracht iſt, deſchränßen ſie ihre
Lieblingsfarbe auf das bezaubornde Abendkleid. Dazu der grüne
Jaſpis=Stein. Grün iſt die Farbe der Zauberer, ſagt Sweden=
Wem der Vogel mit Singen aufhört, dann iſt es Heit, einen borg. Und damit meinte er wohl gerade diele Nuance. Auch
Augendlick ſtille zu halten. Das Vertrauen muß wieder her= karminrot entſpricht dem Weſen der Abenteurerinnen, die immer
Die kluge, kühl beherrſchte, ſebſtbewußte Frau ſieht man meiſt
tailor-made.
Die überſchlanke, nervös ſubtile Künſtlerin mit geſteigertem
Freundlichkeit und Cakt werden die Vögel bald ſo zahm, daß ſie Seglenleben zeigt ſich in Fliederfarbe oder in nilgrün. Ihre
Vögeln anmfreunden. Das Beſtreben, ihr Vertrauen zu ger Jarbe haben, ſo wie ſie ſeltenon märchenhaften Orchideen als
ſten liebt.
Die Frau i den mittleren Jahren wählt Ockerbraun,
zu=
weilen auch Biſchofslila, die Farbe des Myſtiſchen.
Der alten Dame iſt das vornehme Silbergrau beſtimmt, es iſt
viel lebensfroher als das illuſionsloſe Schwarz. So ſehr auch die
Mode wechſelt, bald dieſe, bald jene Farbe krönt, ihrer
auser=
ſorenen Nuance bleibt jede Frau treu, wenn ſie auch noch ſo
ſtreng die Gebote der Modegöttin befolgt. An dieſer ganz
in=
timen Nuance könnt ihr ſie erkennen. Das Exempel iſt wohl
nicht ganz ſo einfach wie eine Additionsaufgabe, aber mit etwas
Scharfblick und ſicherem Inſtimnkt iſt das Vätſel doch zu löſen.
Die Abbitte.
Von Peter Nobinſon.
Beinahe hätte Krenkel ſich einen unangenehmen Prozeß
zu=
die unter der heißen Sonne aufwachlen und dem tiefblauen Him= gezogen wegen übler Nachrede oder Verleumdung, oder wie es
mel, liebten von jeher die ſtarken Farben. Zu den glutäugigen ſonſt hätte genannt werden müſſen — zur juriſtiſchen Oefinition
Eine demütigende Niederlage hatte er erlitten, und deshalb
Prüfſtellung: Beiß: Ka8 8b3 c3 Ba6 d6 h5 (0;
Schwarz: Eh8 Te8 111 g1 (4); B. gew.
Löſung der Endſpielſtudie 26.
F. J. Prokop. 4. Preis, Sachmatnt Liſtok 1925. (Ka6 Tg7 Lf2: Kd8 Lf6
g2 Bd3 g4: ſchlicht.) 1. Lf2—h41 Lf6Xh4 2. Tc 74g4 Uh4—121 3. 794½g9
(3—d2 4. Tg2—g5l 42—41 D 5. Tg5—db.4D91405 patt: ober 2..
Lg2—113. Tg4Xh4 dZ—d2F 4. Kaß—a5ld2—d1 05. Th4—d4t Dd1sd4patt.
Durch die Wiederholung identiſcher Pattführungen iſt der
Echo=
gedanke vom Problem auf das Endſpiel übertragen.
Löſerliſte: Reutzel, A. b. S., Georg Peter; Leo Schott imn
Pfaffen=Beerfurth.
ätſe
Hafee= AN EN En EN FE RI RI ZI zIWiN R e
rechten und ſenkrechten Reihen gleichlautende Wörter. Carl Deubel.
Streichholz=Rätſel.
1
Durch Umlegung der 13 fetten Hölzchen bilde man aus Schwefel
ein modernes Verkehrsmittel.
Carl Deubel.
mtelllgent derechnende Dame mit der ausgekſügetten Sordenz= erfüillten In Wut, Sorn, Groll, Boß — es gibt gar nicht ges
nug Worte dafür, kurzum: eine ſowohl quantitativ wie auch
Die Farbe, die eine Frau zu lich gehörig empfindet, iſt der qualitativ ganz außerordentlicze Aüiſchung ſolcher Vegungen
be=
leelte ihn gegen Benno Hahn.
Denn Benno Hahn war der Sieger geweſen; er hatte ihm
triumphierend gedemütigt, und Krenkel hatte wie der bekannts
begoſſene Pudel daſtehen müſſen. Kein Knirſchen mit den
künſt=
lichen Sähnen, kein heimliches Händeballen hatte ihm genützt.
Krenkel hatte — ob aus leichtſinniger Schwatzhaftigkeit oden
Gemeinheit, das braucht hier nicht unterſucht zu werden — einige
Aeußerungen getan, die geeignet waren, Benno Hahn in der
Achtung ſeiner Mitbürger herabzuſetzen. Da Benno Hahn aus
allgemeinen, beſonders aber auch aus geſchäftlichen Gründen an
dieſer Achtung gelegen war, hatte er mit Hilfe eines
Nechts=
anwalts eine Attacke gegen Krenkel geritten.
Und weil nun Krenkel die Wahrheit ſeiner Behauptungen
nicht im geringſten nachweiſen konnte, hatte er — darüber mußte
er noch froh ſein — in den ſchmerzhaften Vergleich willigen
müſſen. Er hatte für fünfzig Mark ſtädtiſche Suppenbillets
kau=
fen und ſie dem Gegner aushändigen müſſen, der nun, wie
Kren=
kel ſich ſchaudernd vorſtellte, die nächſten Wochen mit der Aiene
des Menſchenfreundes und Wohltäters umherwandeln und an
den Ecken den Bettlern großartig ſolche Verpflegungs=
Anteil=
ſcheine in ausgeſtreckte Hände drücken konnte.
Außerdem aber hatte Krenkel im „Cäglichen Morgenbotent
dieſe Anzeige erſcheinen laſſen müſſen:
Erklärung.
Die von mir über Herrn Benno Hahn gemachten
Behaup=
tungen ſind unwahr. Ich nehme ſie mit Bedauern und der
Bitte um Entſchuldigung zurück und erkläre Herrn Hahn für
einen Ehrenmann.
Albert Krenkel.
Groß und fett ſtanden nun dieſe Seilen im „Cäglichen
Mor=
genboten”. Alle Leute in der Stadt oder doch jehr viele konnten
ſie leſen und ihre Freude daran haben, — wohl weniger, weil da
jemand für einen Ehrenmann erklärt wurde, als weil ein anderen
hatte zu Kreuze kriechen müſſen.
Krenkel ſchmeckte an dieſem Morgen das Grühſtück gar nichtz
er war, wie geſagt, zu ſehr von Horn, Groll uſw. erfüllt.
Dieſer Sorn, Groll uſw. waren zunächſt ohnmächtig.
Allmäh=
lich aber ſchwand die Ohnmacht, verſcheucht durch einen ganz
hübſchen Einfall. Am nächſten Cage aß Krenkel lein Frühſtück
ſchon wieder mit Appetit, und am zweiten Morgen nach ſeiner
Abbitte ſchmeckte es ihm wie noch nie.
Gerade war er damit fertig und hatte ſich eine Sigarre
a=
geſteckt, als gewaltig an ſeiner Cür geklingelt wurde: Bemo
Hahn kam an mit zwei Freunden, die ihm als Seugen dienen
ſollten. Benno Hahn zeigte ein wütendes, die Freunde entrüſtete
Gelichter, ein Untorſchied, der durchaus der Verſchiedenheit der
Intereſſen entſprach.
Benno Hahn hielt Krenkel eine Seitung vor die Nale, den
eben erſchienenen „Cäglichen Morgenboten”. Er fauchte: „Alſo,
da hört doch alles aufl. Bin ich Ihnen darum in der
liebens=
würdigſten Weiſe mit einem Vergleich entgegengekommen? Wie
können Sie ſich herausnehmen, dieſe Anzeige loszulaſſen?”
Und mit überſchnappender Stimme las Benno Hahn vor:
Erklärung.
Die geſtern erſchienene, angeblich von mir herrührende
An=
zeige iſt ohne mein Wiſſen erfolgt und entſpricht nicht den
Cat=
ſachen.
Albert Krenkel.
Ja, viel größer und fetter noch als die dem Herrn Benno
Hahn ausgeſtellte Ehrenerklärung ſtanden dieſe Seilen m „
Cäg=
lichen Morgenboten”, und es war zu begreifen, daß Hahn ſich
ſchändlich ärgerte.
Krenkel aber blieb ganz gelaſſen. „Ja, was wollen Sie
eigentlich? Da ſteht doch ausdrücklich: geſtern erſchienene
An=
zeige. Die Erklärung, die Sie beanſprucht haben, iſt aber ſchon
vorgeſtern erſchienen. Wo iſt da ein Suſammenhang? Weshab
regen Sie lich auf?”
Benno Hahn lachte höhniſch, leine Freunde lächelten ironiſch.
„Das iſt eine dumme Ausrede. Ob geſtern oder vorgeſtern —
darauf achtet doch kein Menſch, daran denkt ja niemand. Das
iſt ein hinterliſtiges Manöver von Ihnen, das iſt eine
Gemein=
heit. Jeder, der das heute lieſt, ſagt ſich natürlich —
Krenkel unterbrach Benno Hahn. „Bitte, reden Sie nicht
von Gemeinheit. Sie ſind hier in meiner Wohnung. Meine
Herren” — er wandte lich an Hahns Freunde — „wollen Sie ſich
gefälligſt anſehen, was geſtern — beachten Sie: geſtern in der
Seitung geſtanden hat!”
Damit breitete er den „Cäglichen Aorgenboten” vom vorigen
Cage vor ihnen aus. Aber er mußte die beiden Herren beinahe
mit den Naſen darauf ſtoßen, denn ganz winzig, ganz verſteckt,
verdorgen wie ein Veilchen, ſtand da unter den vermiſchten
An=
zeigen:
Fette junge Hunde verſchenkt Albert Krenkel.
„Sehen Sie, meine Herren: da hat ſich irgend jemand einen
dummen Witz mit mir erlaubt. Was meinen Sie, wie viele Leute
geſtern gekommen ſind und fette junge Hunde von mir gewolt
haben!:. Dagegen, mußte ich mich doch wehren, das war doch mein
gutes Necht.” Krenkel ſprach das mit den Cönen des
Bieder=
mannes.
Aber Benno Hahn wollte nicht an den Biedermann glauben.
Er ſagte, er würde gleich zu ſeinem Nechtsanwalt gehen, und
das wird er auch wohl getan haben. Was nun aus der Sache
werden wird — das muß man erſt einmal abwarten.
Anflöſung der Rätſel ans Nr. 19:
Schachbretträtſel.
Zerleg=Aufgabe.
Magiſches Quadrat.
B 1BER
RBNB
BBUGE
ENGBL
RBRLI
Druck u. Verlag: 2. C. Witich ſche Hofbuchdtuckersi, Rheinſtr. B.— Verantwortlich f. d. Redaktion: D. 6. Nette. Fernſpr. 1. 289—392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſchees: F Haußmann, alle in Darmſtat.
ſaner
achdung
nan
IM
No m
eichene Le
ins gar
wann die
* ich!
Alſo ich hab im allgemeine dorchaus nix degääche eizuwenne,
wann ſich aaner, der wo e bische äbbes is, un e bische äbbes
vorſtellt, wann ſich der aach dodruff e bische äbbes eibilde dhut,
dann mer ſeegt net vergäwens: „Wer nix aus ſich macht, aus dem
wärd nix gemacht.” — Bloß iwwerdreiwe ſoll mer’s net,
ſunſt machts en ſchlechte Eidruck.
Awwer leider muß ich ſage, es gibt zum Beiſpiel welche, die
ſin derardich eigebild, un vun ihre eichene Wichdichkeit
iwwer=
zoge, un vun ſich ei genumme, daß ſe dauernd un krambfhaft
der Maanung ſin, ſie mißte ihrem Name unner alle
ſiwwenun=
zwanzich Umſtend Ehr mache, ſunſt ging am End die Welt unner,
odder die Sunn aus, odder die Reacktzion los; während
härn=
gääche aach net en aanzicher Menſch en Wert dodruff leeche dhut,
ob die Wichdichduer in ihrm Graggel, un in ihrm krankhafte
Ehr=
geiz ihrm Name Ehr mache, odder ſunſt was, ſundern vielmehr
weern mir allmitnanner derch die Bank vun Härze froh, wann
ſich die Beträffende, net gor zu viel aus ſich ſälbſt mache dhete,
ſundern ganz maischesſtill weern, beſcheide un klaawunzich. Un
zu dene, wo ſo e Geſchicht un ſo en Krimskrams mit ihrm Name
verfiehrn, un ſich ſo hochnäſich un dickduerich uffſpiele, daß ja
gewiß jeder ſeegt: do guckt hie, däß is emol aaner, un der macht
awwer mal ſeim Name Ehr, alle Reſchbäckt un allerhand
Hoch=
achdung! alſo zu dene geheern unner annerm aach die
ſoge=
nannte Eisheiliche, nemlich der heiliche Pankratzius, de heiliche
Särwelatzius un de heiliche Bonnefatzius, un — laſt not liſt —
die naßkalt Soffie.
Wie geſagt, dieſe drei ſunnerbare Heiliche, mit ihrm weibliche
Ahang, die geheern aach zu dene, wo baddu mane, ſie mißte
uff alle Fäll un nooch beſtem Vermeeche ihrm Name Ehr mache.
No un was dodebei erauskimmt, daß ſieht mer jo un kann’s am
eichene Leib verſpiern. Un wann’s aach die drei Geſtrenge, odder
ſin’s gar vier, wann mer de Mammerduß noch dezuzehlt, alſo
wann die’s aach mit dere Ehrmacherei immer noch ſo mache, daß
es ſchließlich ſteh und geh kann, awwer die Soffie, die wo
däß=
halb ärdra die kalt, odder die naß, odder baades haaßt,
die muß nadierlich den Sport — un däß is leider echt weiblich! —
nooch Kräfte iwwerdreiwe, is naß un kalt zu gleicher Zeit, um
net bloß ihrm Name, ſundern aach ihre baade Uname, odder
Spitzname gerecht zu wärrn.
Alſo die ſchei heiliche Eisheilige, un däß ewich verſchnubbte
Geſteck, die Soffie, die ſpucke momendan widdermol in de
Gää=
chend erum un zeiche uns kaltlächelnd die kalte Schulter, un ſin
em Lenz gäächeiwwer kiehl bis ans Härz hinan, ſo daß dieſer
Dag mei Blattöfche e richdich Genshaut hott krickt, un’s
Quäck=
ſillwer in meim Därrmomeder die Fallſucht, un mich hott’s ſo
geſchuggert, daß ich mer, ganz gääche mei Gewohnheit, anſtatts
de Awend vorm Schlafegeh ſchun de Morjend zum Kaffee en
„Stoltenkamp” eigeflößt hab. Wie geſagt, die ſcheiheiliche
Eis=
heiliche, näbſt däre ekelhafte Pärſon, däre Soffie, die meeche
wohl vun ihrm Wert un ihre Wichdichkeit kolleſal iwwerzoge ſei,
un ihrm Name noch ſo viel Ehr mache, awwer Kulldur hawwe
ſe kaa, un bun wääche de Räbräſſendatzion, do is es aach
net weit her.
Do ſin mir doch, was unſer „geſtrenge Herrn” bei de Stadt
abelange dhut, beſſer dra. Die wiſſe, was „Kulldur un
Räbbräſ=
ſendatzion” bedeit; wenichſtens hab ich däß aus em Rudolf
Mueller ſeim „Ebbilog” erausbuſchſtawiert, den wo er uff’s
ſtädtiſche Buddgädd for’s Johr anno
neunzehrhunnerachtunzwan=
zich verfaßt hott. Ich hab drum aach zu meine Zwangsmiedern
geſagt: „Wiſſe Se, ſagt ich, des Wichdichſte in=eme geordente
Gemeindewäſe, däß is letzten Endes die Kulldur un die
Räbbräſ=
ſendatzion”. — Die guckt mich dodruffhin e Weil ganz verdutzt a,
un ſeegt dann, daß däß ganz ungeheier wichdich weer, däß dhet
ſe ſchließlich eiſſähe, awwer ich ſollt ihr doch wenichſtens aach
ſage, was mer ſich dodrunner vorſtelle kennt, unner Kulldur un
Räbräſſendatzion, un ob ſich’s do valleicht widder um neie Steiern
hannele dhet.
So dummkkann nadierlich nor mei Zwangsmiedern froge.
Awwer no, ich ſag als, mer därf ſei Weisheit net for ſich behalte,
un mer ſoll ſei Licht net unnern Scheffel ſtelle, ſundern mer ſoll
im Gäächedaal im Indräſſe vun ſeine Mitmenſche ſage, was mer
waaß. Däßhalb hab ich mich mordsmeßich in Poſſidur geſchmiſſe,
hab mei Zwangsmiedern ſo e bische vun owe erunner a geblinzelt
un hab geſagt:
„Die Dummheit is zwar e Gab Goddes, awwer wer ſe
miß=
braucht, däß is e Rindsviech.” — Mei Zwangsmiedern hott
druff geſagt, dodrum dhet ſich’s jetzt net hannele, ſundern ſie
wollt klibb un klar wiſſe, was däß haaße dhet: Kulldur un
Rabräſſendatzion. — Ich hab druff geſagt, ſie ſoll gefällichſt Wei dezu odder net. Im Iwwriche weer ihr däß aach ganz
ihrn borwitziche Schnawwel halte, ſie weer net im Landdag; un gleichgildich, bloß, mer ſollt ſie mit ſo Redensarte verſchone, vun
dann hab ich losgeleegt und hab geſagt: „Alſo Kulldur un wääche „Kulldur und Räbbräſſendatzion”, wann däß bische
Räbräſſendatzion is, wann mer — — — odder wo mer —
odder agenumme — — — alſo, Kullbräſſendatzion un
Rebbe=
radur — — naa — Räbbkulldatzion un Präſſendadur — Herrgott
— Kullräbberadur un Präſſendatzion — — —” Un do bin ich
ſtecke gebliwwe. Nemlich mer macht ſich kaan Begriff, wie ſchwer
däß is, wann mer eme beſchrenkte Menſchekind — un mei
Zwangsmiedern is beſchrenkt, arſch beſchrenkt ſogar — äbbes
erkleern will. Ich hett beinoh in meine Wut geſagt: „Kulldur un meßiche Zuſtend, die wo do härrſche, ſowohl die Warteſaal=
Räbbräſſendatzion is Kulldur un Räbbräſſendatzion, Sie Kamehl,
Sie dummes” — awwer ich hab’s grad noch raſch enunner
ge=
ſchluckt, un hab noch emol vun vorne a gefange un hab geſagt:
„Alſo die Sach is ſo: „Kulldur” is, wann die Stadt 30000 Mack
for die Tonkunſt ausgibt; un „Räbbräſſendatzion” is, wann de
Rudolf Mueller uff unſer Koſte for zwaa Mack zu Nacht ißt un
drinkt e Flaſch Weil dezu; ſo jetzt wiſſe Se’s.”
Awwer mei Zwangsmiedern hot’s noch net verſtanne, un
deitlicher kann mer däß aam gewiß net ausenanner ſetze. Sie
hott bloß ſo en blaſſe Dunſt vun däre Sach gehatt, däß hab ich
dadra gemärkt, daß ſe mich e Weil ganz dumm a geguckt hott, un
daß ſe dann ganz ſpitzfinnich geſagt hott, däß dhet ſe aach eiſähe,
daß die Muſick ärchendwie was mit de Kulldur zu dhu hetti un
wann die ganz Räbräſſendatzion mit=eme Nachteſſe for zwaa Mack
un=ere Fleiſch Wei' abgemacht weer, ſo wollt ſe gärn aach däß
„Obfer” bringe; „aawer, ſeegt ſe, wie ſtehts dann do mit unſerm
Balleegadde, fellt der unner die Kulldur, odder zehlt der
zu de Räbbräſſendatzion?”
No ich muß geſteh, doruff war ich im erſte Momend net
ge=
faßt, un daß die de Stiel erum dreht, un kimmt mir ſo, däß hett
ich hinner däre net geſucht. Awwer recht hott ſe! — Un
ich mach de Vorſchlag, daß diß Johr unſer Stadtgewaldiche ihr
Summerfriſch im Balleegadde zubringe ſolle, damit ſe mol en
Begriff krieje, vun wääche „Kulldur un Räbbräſſendatzion”.
In dem Sinn hab ich mich aach zu meine Zwangsmiedern
ge=
aißert. Awwer do ſeegt die, däß weer aach nir Hallwes un nig
Ganzes, un wann mer do ſchun was mache wollt, dann ſollt mer
den Balleegadde an den Tierimporteer Göbel in de
Schuchard=
ſtroß vermiede, der kennt valleicht e paar in Freiheit dräſſierte
„Harzer Roller” eneiſetze, un en Kewwich mit weiße Mais, un
en Aff odder zwaa, an Mondkälwer dhets jo aach net fehle, un
dann kennt mer den Balleegadde als „Tierpack Hagenbeck”
aus=
gäwwe, valleicht kennte ſich aach e paar vun unſere ſtadteichene
Ziſcheuner als „Somali=Neger” drinn ſähe loſſe —”. „Jawohl,
ſagt ich zu=ere, un Sie als „Marsweib”, de Hals hawwe Se
dezu.” — Awwer ſie hott den Eiworf iwwerheert un hott geſagt:
„Zweidens, wie ſtehts mit unſerm Oſtbahnhof, hott der aach
was mit Kulldur un Räbbräſſendatzion zu dhu?”
„Halt, ſagt ich, äwe verwäxele Se die „Kulldur” mit de „
Ziffi=
liſatzion”, un vun=ere Ziffiliſatzion kann mer bei unſerm
Oſt=
bahnhof ſchun iwwerhaubt net redde, dann derart
vorſinnflut=
liche Verhältniſſe, die find mer noch net emol in Gallitzien;
folglich is es aach mit de „Räbbräſſendatzion” Eſſig. — Awwer
dreeſte Se ſich, es beſteht nemlich der Blan —
„Heern Se mer uff, ſeegt ſe, vun wääche Blan=beſteh, do gäb
ich nix druff, dann bis der zur Ausfiehrung kimmt, do gondele
mer lengſt mitm Opel ſeim Racheede=Flugzeich ärchendwo in
heechere Sfäre erum, un de „Verkehrs=Verein” macht Brobaganda
uffm Mond, un uffm Mars un ſeine ſemtliche Drawande.” —
No ich hab ſe dodruff gefrogt, was ſe nor immer mitm Verkehrs=
Verein wollt, der dhet doch ſei Meechlichſtes, un erſt neilich hett=er
widder dorchgedrickt, daß en Fern=D=Zug anſtatts nachts, am
helle Dag an Darmſtadt vorbeifahrn dhet. — Awwer däß hott ſe
net gälte loſſe, un hott geſagt, ihr weers Worſcht, ob en D=Zug
am Dag odder in de Nacht an Darmſtadt vorbeifahrn dhet,
for ſie kemte nor ſo Zieg in Betracht, die wo an Darmſtadt net
vorbeifahrn, ſundern wo Leit nooch Darmſtadt bringe dhete.
Un däß weern in erſter Linnie die Zieg aus=em Odewald. Wer
dohärngääche aus weiter Färne nooch Darmſtadt kumme wollt,
der kemt net däßhalb, weil grad en D=Zug dra vorbei fehrt, ſun=
dern der kemt doch, ganz aanerlaa, ob ihm zu lieb en
Borjer=
maaſter awends for zwaa Mack zu Nacht ißt und drinkt e Flaſch
„Muſick” un däß bische „Nachteſſe” alles weer, was debei
erausgucke dhet —
Noja, ſo is ſe halt, mei Zwangsmiedern, un do kann mer
nir dro mache, un mer muß halt die Menſche verbrauche, wie ſe
ſind, ſo aach die .."
Awwer was ſe do iwwer’n Oſtbahnhof geſagt hott, däß
unnerſchreib ich voll un ganz, es ſin mit aam Wort
ſau=
frag, wie die Fahrkadde=Ausgab, die Gepäckverhältniſſe, wo mer
erſt die Kärch um’s Dorf drage muß, un beſunners, wann mer
mal „wohie” muß. Un die Verhältniſſe ſin jedem
Darm=
ſtädter, un erſt recht jedem Odewäller bekannt (ja valleicht ſogar
em Herr Landdags=Abgeordnete Ritzel!), bloß die, die wo ſich
drum zu bekimmern hawwe, die wiſſe’s ſcheints net, odder
loſſe’s, nooch liewer Gewohnheit, henge un bammbele. Un
däß is karrackteriſtiſch, wenichſtens for Darmſtadt!
Jedenfalls, geſchähe muß awwer was, ſo kann die Sach am
Oſtbahnhof net weider geh. Un wann’s wohr is, daß an=eme
weißgedeckte Diſch oft e beſſer Bolledick gemacht wärd, wie
an=
eme griene — bidde, meine Herrn, lade ſe ſich die ganz
Eiſe=
bah=Diräcktzion zum Nachteſſe ei, un dhun ſe=re die Gorjel
ſchwenke, wenn’s hilft, is es ganz egal. Awwer geſchähe muß
was, ſo odder ſo, am griene, odder am weiße Diſch.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Mer wärd die Woch geläſe hawwe,
daß de Odenwaldklub=Geſamtverein en Uffruff losgeloſſe hott,
vun wääche de Wäddergeſchädigte in de Bergſtroß. Un domit net
e falſch Maanung uffkemt, als wann däß erſt uff mein heefliche
Wink mitm Scheierdor erfolcht weer, ſoll ich effentlich erkleern,
daß im Hauptausſchuß der Blan ſchun vorher geblant war. —
No däß will ich hiermit gern dhu, un es kimmt mer in dem Fall
uffn Rickzieher net a. Ich bitt alſo vielmols um Entſchuldichung,
daß ich ſo vorſchnell war. Awwer ich konnt däß freilich net wiſſe
— ich weiß zwar viel, doch alles iſt mir nicht bekannt! — daß
ſchun ohne mei Zudhu was in de Wähk gelidde war, un daß
mer’s nor verhältnismeßich ſo ſpeed weiß is worrn! Nemlich
wie daß volle acht Dag erum warn, un es hott vum „Ohka” nix
in de Zeidung geſtanne, do hab ich gedenkt, ſo un ſo —.
Be=
ſunners weil ſunſt die Berichterſtaddung brombt funktzioniert,
und weil mer raſch im Bild is, wann Sunndags e Tur war:
wo’s nausgange is, daß es „gut” war, un wer „die Redd”
ge=
halte hott . . . — No, die Haubſach is, daß der Abberad jetzt
brummt, un daß er bei de Odewaldklübbler in gude Hend is.
Meine Münchner un ſunſtiche Freunde, die was gäwwe wolle,
die ſolle’s alſo, weil ſunſt kaa Zeichnungsliſt ufflickt, an de
Ode=
waldklub ſchicke — Adräß: „An den Rechner der Hauptkaſſe, Herrn
Inſpecktor Schött, Darmſtadt, Emilſtraß, Poſtſcheckkonto
Frank=
furt a. M. 27 015, Stichwort „Unwetterhilfe Bergſtraße‟ —
Viel=
leicht legt awwer de Odewaldklub in e paar Geſchäfte — beim
Robert Bergmann in de Wilhelmineſtroß, un ſo —
eEi=
zeichnungsliſt uff, dann mitm Schicke, däß is ſo e Sach. Es muß
awwer jeder Fennich erfaßt weern, un viele Wenich gibt aach
e Viel. Un wie haaßt der ſcheene Vers vun de Eſchenbach:
„Nur der das Leiden kennt,
Kennt auch ein heiß Erbarmen.
Der ſelber darbt, der gibt —
Großmütig ſind die Armen! . . .
Awwer weil ich ſchun emol am Odewaldklub bin, do mecht
ich doch emol mei Hand in e offe Wund lege. Nemlich daß der
Ohka aus eichene Mittel nix gäwwe kann, däß is jedem klar,
dann der Mitgliedsbeitrag is ſo klaa — 6,60 Mack 18 ganze
Johr! — un die Uffgawe ſo groß, ſo daß der Kaſſierer aus
de graue Haarn net eraus kimmt. Un leider wärd die
gemein=
nützich Tädichkeit vieler zu wenig aerkannt. Dann ſtreng
ge=
numme mißt eichentlich Jeder un Jedes Mitglied ſei.
Nem=
lich Alles wannert heit (Gottſeidank!), un benutzt die
Markie=
rung, die Hitte, die Tärm, die Benk unſoweiderfort — awwer
Mitglied zu wärrn, dodefor ſtraibt mer ſich. Un dodebei
is mir däß — ich bin ſchun bald zwanzich Johr Mitglied — de
bequemſte Verein, do bezahl ich alle Johr mein Beitrag, un
domit bin ich alles los, un brauch mich net drum agucke zu loſſe,
wann ich Sunndags odder ſunſt allaans im Odewald
erum=
ſtiwwel, un richt mich nooch de Markierung un ſo. — Alſo, wer
ſälbſt net mitwannern will, der ſoll wenichſtens ſich dankbar
erweiſe, un ſoll for den Nutze, den wo er dorch de
Odewald=
klub hott, Mitglied bei em wärmn. Sechs Mack ſächzich
8 Johr — e Baggadäll!
Un wer noch was for ſei Geſundheit dhu will, der kann ſich
noch e billich Abbonnemang leiſte for die Summerſpielzeit im
Orfeum. De Fink hott nemlich, zur Hewung vum Fremdeverkehr,
den „göttliche Bruno” — Habrecht nadierlich — mit ſeim
Enn=
ſemble anggaſchiert, un die wolle uns 18 Lache beibringe. Sie
ſolle uns willkumme ſei! —
Der zeitgemäße Haushalt.
Einmachgläſer „keimfrei” zu machen. Obwohl
jede Hausfrau nach Gebrauch ihre Konſervengläſer aufgewaſchen
aufbewahrt, ſo ſollte ſie dieſe doch „vor ihrer Wiederverwendung
noch einmal auskochen. Dazu wähle ſie einen großen Topf,
ſchichte in dieſen alle Gläſer einer Größe ſo, daß ſie beim Kochen
nicht „klappern‟. Dann mit 10 Liter kaltem Waſſer vollgefüllt,
dem ſie 2 Eßlöffel voll Bleichſoda beifügte, wird das Ganze
lang=
ſam erhitzt, mit ſauberem Lappen, etwas abgekühlt, ausgewaſchen,
dann die Gläſer in kaltem Waſſer, dem man 1—2 Eßlöffel
Waſſerſtoffſuveroxyd beifügte, geſpült und auf ein auf
dem Tiſch ausgebreitetes ſauberes Leinentuch zum Auslaufen
geſtürzt.
Um das Feſtkleben des Eiſens beim
Glanz=
plätten zu verhüten. Diejenigen Hausfrauen, die die
Feinwäſche ihres „Geſtrengen” ſelbſt bügeln, werden oftmals über
das Ankleben und „Anhängen” von Stärke am Bügeleiſen zu
klagen haben. Dieſes Uebel fällt fort, wenn man der
Stärke=
miſchung entweder einen Eßlöffel Borax oder Kochſalz beifügt,
die die Stärke „glatt” machen.
Vie Fleiſchreſte noch zuverwerten find. Wenn
hin und wieder von der Mittagsmahlzeit Reſte von gekochtem
oder gebratenem Fleiſch übrigbleiben, die zu geringfügig ſind
um noch eine ſelbſtändige Mahlzeit zu ergeben, kann man ſie auf
die vielfältigſte Weiſe verwenden. Grobgewiegt oder in Würfel
geſchnitten, mit Gurke, reichlich Zwiebel mit Butter in heißer
Pfanne durchgedünſtet, mit wenig Mehl überſtäubt und etwas
Fleiſchbrühe oder heißem Waſſer aufgefüllt, mit Kapern,
Sar=
dellenbutter und Paprika abgeſchmeckt, in Muſcheln gefüllt,
er=
geben ſie eine würzige Vorſpeiſe. Feingewiegt, mit einer
Butter=
einbrenne etwas „verlängert” und bikant gewürzt, eine Füle nur
Eierkuchen, die, zuſammengerollt, mit irgend einem ſauren
Salat als Beilage, ſowohl eine Mittag= wie Abendmahlzeit
er=
geben. Dieſelbe Fülle, in ausgehöhlte längliche Brötchen gefüllt,
in Ausbackteig getaucht und in ſchwimmendem Fett gebacken,
ergibt falſche Paſtetchen, als Vorſpeiſe oder Abendbrot
ſtets willkommen. Auch in ausgehöhlte Tomaten,
Zwie=
beln oder rohe Kartoffeln gefüllt und mit einer pikanten
Soße gereicht, ergeben ſie ein vollwertiges Gericht, zumal, wenn
ihm eine Suppe vorausgeht. Sind die Fleiſchreſte jedoch zu klein,
ſo kann man ſie auch feingeſchnitten einem Heringsſalat
untermiſchen oder als Einlage einer Suppe beifügen.
Brecht mit der veralteten Kochweiſe des
Spi=
nats und Mangolds. Trotz aller Aufklärung begehen noch
ſehr viele Hausfrauen den Fehler, die Gemüſe mit zuviel Waſſer
zum Kochen aufzuſetzen und dieſes dann abzugießen. Welche
Nährwerte und =ſalze auf dieſe Weiſe verloren gehen, wird ihnen
oft gar nicht bewußt. Um Nährwerte und =ſalze der Gemüſe
voll=
kommen zu erhalten, ſetze man ſie mit nur fingerhoch Waſſer zum
Kochen auf oder dämpfe ſie im Gemüſe= und Kartoffeldämpfer.
In erſterem Falle verwende man das Abwellwaſſer beim weiteren
Zubereiten und in letzterem füge man dem Gemüſe das nötige
heiße Waſſer bei.
*
Speiſezettel.
Sonntag: Rhabarberſuppe mit Schneeklößchen, gefüllte
Hammelkeule mit eingemachten Bohnen, Weingelee. —
Mon=
tag: Grünkernſuppe, gefüllte Zwiebeln. — Dienstag:
Peter=
ſiliengemüſe mit Spargel und gekochter Rinderbruſt. —
Mitt=
woch: Kerbelſuppe, geſpicktes Kalbsherz. — Donnerstag:
Eierkuchen mit geſchmortem Rhabarber. — Freitag: Fiſch in
der Form gebacken mit grünem Salat. — Samstag:
Kartoffel=
mus mit Bratwurſt.
„Iſt es geſtattet, die Altertümer des Schloſſes zu beſichtigen?”
„Bedaure, die Gräfin und die Komteſſe ſind verreiſt!”
C.K. Der Lohn. Der Schotte gibt nicht gern, und unzählige
Ge=
ſchichten erzählen von ſeinem Geiz. Die neueſte lautet: „Wollen Sie
ſich nicht ein bißchen revanchieren für meine Darbietung?” fragt der
Straßenſänger einen Schotten, in deſſen Hof er ſeine Lieder ertönen
ließ. — „Aber gerne,” erwidert dieſer, „Was ſoll ich Ihnen vorſingen?”
C.K. Die Attrappe. Um Mitternacht komme ich — ſo erzählt ein
Mitarbeiter des „Stachelſchweins” — in einem kleinen ſächſiſchen
Städt=
chen an und bin ſelig, eine Autodroſchke am Bahnhof ſtehen zu ſehen.
Natürlich ſtürze ich auf ſie los und ſteige ein. Aber der Chauffeur
ſchmeißt mich wieder heraus. „Fahrn gann ich Sie nich!” verſichert er.
„Eener muß immer am Bahnhof halldn!”
Kommende Moden für
das Kind.
Reues für Haus und Promenade; originelle
Strickſachen für Ausflüge.
Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich, daß ſich die
allgemein vorherrſchende Schlichtheit der Linie
vor allen Dingen auf die Mode des Kindes
überträgt, die ſich ja unter allen Umſtänden von
jeder Uebertriebenheit und überflüſſigem
Auf=
putz fernhalten ſoll. Ein Kinderkleid hat vor
allen Dingen ſeinem Verwendungszweck gerecht
zu werden, muß alſo ganz beſonders praktiſch
ſein. Sehr weſentlich iſt auch der Umſtand, daß
man die betreffenden Sachen leicht reinigen
kann, denn ein Garderobeſtück, bei dem man
darauf keine Rückſicht genommen hat, iſt
un=
hygieniſch und darum rundweg abzulehnen.
Viel wichtiger als die Linie, die wirklich
herzlich einfach ſein kann, weil ja das Kind
keiner beſonderen Aufmachung bedarf, um
rei=
zend zu wirken, iſt die Farbe. Man wird gut
daran tun, hier dem Geſchmacke des Kindes
freien Lauf zu laſſen und kann dann immer
wieder feſtſtellen, daß nur grelle Schattierungen
den Beifall der Kleinen finden. Tatſächlich
ſieht das Kind in den verſchiedenen
Zwiſchen=
tönen, wie beige, grau uſw., niemals gut aus,
ſondern bringt grelle Farben weit beſſer zur
Geltung, wobei man jedoch auch dunkelblau
nicht vergeſſen darf, das immer wieder als
Standardfarbe der Garderobe des größeren
Kindes zu betrachten iſt.
Die Materialien, die heuer für die Garderobe
der Kleinen Verwendung finden, ſind ſehr
ver=
ſchiedenartig und ganz von dem jeweiligen
Be=
darf abhängig zu machen. Gerne wird man
A
natürlich Reſte verarbeiten, die ſich in jedem
Haushalt vorfinden.
Da ſich — wie in der übrigen Tagesmode — auch bei den
neuen Kinderkleidern die Tendenz nach Zweiteilung des
betref=
fenden Garderobeſtückes (alſo heller oder geblumter Oberteil zu
einer einfarbig=dunklen Rockbartie oder Hoſe) geltend macht, iſt
der Kombination verſchiedenartiger Reſtſtücke jede Möglichkeit
gegeben.
Für Strapazierzwecke ſucht man natürlich nur nach gut
waſch=
baren Geweben und entſchließt ſich in den meiſten Fällen zu
Waſchflanell, Leinen, Panamaſtoffen aller Art, gerne auch zu den
neuen Modegeweben, wie Woll=Georgette und Fresko, die
dauer=
haft, dabei aber porös ſind, alſo der Temperatur und den
Er=
forderniſſen der Saiſon Rechnung tragen.
Auch die Umhüllen der Kleinen ſind ſehr ſchlicht und
zweckentſprechend. Die Mädchen tragen meiſt einen einfachen
Mantel in einer flotten Farbe, die Knaben den halblangen
„Reefer=Paletot” in dunkler Schattierung (meiſt marineblau mit
Goldknöpfen).
Die ſportliche Mode ſteht hingegen ganz im Zeichen der immer
beliebter werdenden Vollerzeugniſſe, und ſelbſt die
Aller=
kleinſten nehmen ſich in den flott gemuſterten Strickſachen, die in
ganz erſtaunlichem Maße auf die Eigenart und den Geſchmack
des Kindes eingehen, vortrefflich aus.
Wie man mit verhältnismäßig geringen Mitteln und bei
größ=
ter Einfachheit ein Kind für Schule und Haus gut anziehen kann,
zeigen wir im erſten Abſchnitt unſeres Bildes: Der kleine Junge
wird ſicherlich mit einer dunklen Stoffhoſe und einer in der Mitte
geknöpften, mit ausgeſchlagenem Kragen verſehenen und mit
einem ſchmalen Ledergürtel zuſammengehaltenen Bluſe ſehr zu=
frieden ſein; dunkle Beſchuhung und weiße
Halbſtrümpfe ſind als beſte Fußbekleidung
an=
zuſehen, wenn auch das Kind nicht immer
Halb=
ſchuhe tragen, ſondern ſie fallweiſe durch
Schnür=
ſtiefel ablöſen ſoll, um dem Fuße den ſicheren
Halt zu geben und die Gelenkmuskeln zu ſtärken.
Unſere kleinen Damen werden ſich in einem
gefältelten Röckchen mit einem aus buntem
Material verfertigten ärmelloſen Jumper, der
unten in Zackenform abſchließt und beim
Aus=
ſchnitte und bei den Armlöchern einfarbig=bunt
abgekantet iſt, ungemein wohl fühlen,
insbeſon=
dere, wenn die Muſterung des Jumpers eine
farbenreiche und ins Auge fallende iſt.
Die Allerkleinſten aber tragen das
Hemd=
kleidchen mit einem durch eine große, getupfte
Maſche zuſammengehaltenen Bubenkragen.
Für die Straße (Mittelbild) nimmt ſich über
dem früher beſprochenen Jumperkleidchen ein
Mantel in einer grellen Farbe (man wählt am
beſten die in dem Jumpermuſter dominierende
Schattierung) mit einer durch einen Gürtel
feſt=
gehaltenen tiefen Quetſchfalte am beſten aus,
während den Knaben der „Reefer=Paletot”
ſicherlich am beſten gefällt.
Die Kopfbedeckungen ſind einfach und
eng=
anliegend, um dem Kinde nicht läſtig zu fallen.
Die Pullmann=Kappe in greller Tönung iſt
ſo=
wohl für Knaben, als auch für Mädchen
geeig=
net, die Matroſenkappe zum halblangen Paletot
iſt aber auch aus der Mode kaum wegzudenken.
Die Strickmode mit ihren
mannigfalti=
gen Möglichkeiten wäre inſofern ſehr zu
emp=
fehlen, als ſie nicht nur für den Sport, ſondern
auch für Strapazierzwecke vortreffliche Dienſte
leiſtet und mit ihrer geſchmackvollen
Farb=
gebung und Deſſinierung den Wünſchen des
Kindes in weiteſtgehendem Maße
entgegen=
kommt. (Bildabſchnitt rechts.)
Man kann ſich wohl nichts Flotteres denken,
als das kleine Mädchen in einem ſportlichen
Jumperkleid aus Trikot, den Rock ſtrick=pliſſiert
(ſo daß er niemals „aufgehen” kann, da die maſchinelle Fältelung
immer ſtandhält und ſogar das Waſchen verträgt), die Bluſe
wo=
möglich zweifarbig, mit einer geſtreiften Seiden= oder Wollbinde
garniert. — Ebenſo nett ſieht der Junge mit einer
Knickerbocker=
hoſe und wollenen Wadenſtrümpfen aus, wenn er dazu einen
ſchräg=geſtreiften Pullover trägt, deſſen eigenartige Muſterung
und Farbgebung die Wiener Note hat.
Für den Sport trägt das Kind gerne die praktiſchen derben
Halbſchuhe mit der ausgefranſten Laſche, die das Eindringen des
Waſſers verhindern ſoll. Bei beſonders feuchter Witterung im
Gebirge zieht man über die Wadenſtrümpfe noch ein Paar
Halb=
ſtrümpfe, die über den Schuhrand gerollt werden und immer gut
ausſehen, wenn ſie in der Farbe mit dem Pulloder
überein=
geſtimmt werden.
Willy Ungar.
Neue
Nachmittagskleider.
Mit den erſten wirklichen
Frühlings=
tagen iſt das Ende der offiziellen
Geſellig=
keit gekommen. Aber wenn man auch hier
und da ſchon ernſthafte Reiſepläne
ſchmie=
det, wenn man ſich auch mehr auf dem
Tennisplatz als im Abendkleid trifft, ſo
ganz wird die Geſelligkeit repräſentabler
Art doch nicht ausgeſchaltet — ſie nimmt
nur leichtere, mehr ungezwungene Formen
an! Früher würde man von
Kaffeekränz=
chen geſprochen haben, heute iſt man
ſtil=
voller geworden und beſucht einander zur
Teeſtunde. Aber ganz im tiefſten Grunde
genommen, iſt es dasſelbe geblieben: Eine
Angelegenheit vorwiegend für die Damen.
Man iſt unter ſich, was ſoviel ſagen will,
als: man wird ſtreng kritiſiert, weil ja
Sachverſtändige aus den Kreiſen der
Evas=
töchter unſeren Anzug muſtern. Und wer
wollte beſtreiten, daß gerade die Damen
einen ſehr ſcharfen Blick für modiſche
Vor=
ſchriftsmäßigkeit haben?
Das klingt nun ſchlimmer, als es
tat=
ſächlich iſt. Denn wir haben ja ſchon ſeit
langem eine Mode, die nach dem
Grund=
fatz arbeitet, daß erlaubt iſt, was gefällt!
Nicht eine Modelinie iſt als alleingültig
und vorbildlich anerkannt, ſondern nur ein
Grundprinzip: am Nachmittag zeigt das
Kleid weiche, liebenswürdige, alſo mit
einem Wort: weibliche Tendenzen. Wie
man ſie ausprägt, bleibt dem perſönlichen
Belieben und Geſchmack überlaſſen. „
Weib=
liche Tendenzen” — das bedeutet ſeit
alters=
her eine gewiſſe Freude am Aufputz auch
der ſchlichteſten Formen. Und da wir nun
wirklich die Idealform des einfachen
Klei=
des gefunden haben, das immer noch, und
ſicher noch ſehr lange, beliebte Jumperkleid,
kann man wirklich nicht darum verlegen
ſein, wie man dieſer Grundform durch
neue Variationen der Garnitur und des
Aufputzes immer neue Reize abgewinnen
kann. Material und Farbe allein bieten
da ſchon eine Fülle von Abwechſelung: weil
es ſommerlich wird, iſt natürlich das Reich
der Seiden bevorzugt; man ſieht alſo neben
dem Georgette= und Chinakrepp allerlei Neuheiten, wie eine
neue waſchbare Seide, „Traviſé” genannt, Bordürenſtoffe,
Fou=
lards, daneben auch Baumwollſtoffe wie Voiles, Muſſelines und
andere, die man früher zwar ſchon kannte, aber jetzt feiner
ge=
tpebt und mit reizenden Muſtern erſcheinen, um ſchließlich auch
den immer und überall regierenden Kaſha, der trotz ſeiner Zu=
gehörigkeit zum Reich der Wolle ſo leicht
hergeſtellt wird, daß auch er in die warme
Jahreszeit hineinpaßt. All dieſe
Stoffeer=
ſcheinen in zarten Paſtellfarben: piſtazien=,
nil= und weidengrün, ein feines Graugrün,
„Orient” benannt, azurblau ſeien hier als
die neueſten und beliebteſten aufgeführt.
Aus dieſen Materialien und Farben kaſſen
ſich nun immer wieder neue Gebilde
her=
vorzaubern, die jedem, aber auch jedem
weiblichen Herzen Freude machen. Ganz
ſchlicht und am klarſten die
Jumperkleid=
form erkennen laſſend, zeigt ſich da ein
Modell (C), das ſcheinbar ſeitlich
bogen=
förmig geſchloſſen erſcheint. Natürlich ſind
die Kuöpfe auf den einzelnen Bogen nuß
Zierde und ſollen zu der intereſſanten
Rock=
geſtaltung überleiten: einem Waſſerfallteil,
das gleichſam unterhalb des letzten Bogens
hervorquillt. Den Effekt des Waſſerfallteils,
das ſo ſchön ſchlankmachend wirkt, nutzt
man überhaupt ſehr fleißig! Wir begegnen
ihm an einem anderen Modell, bei dem
Leibchen, Unterärmel und Rock in Stufen
gearbeitet ſind, als geſchickte Gegenwirkung
gegen die ſtets etwas die Figur
verbrei=
ternde Fülle wagerechter Linien; er
be=
ginnt am Leibchen mit der zweiten Stufe,
überſteigt den Gürtel mit der eleganten
Straßenſchnalle und ſetzt ſich von dieſem
aus auch ſeitlich am Rock fort, deſſen Saum
ſeine Spitze noch überſchneidet. (B) Als
fei=
nes, pliſſiertes Jabot aus Crepe de Chine
belebt er das Oberteil eines Jumperkleides
mit angeſchnittenem Gürtelteil, deſſen
ſeit=
liche Rockfalte im oberen Fünftel
feſt=
geſteppt iſt und ihr Widerſpiel in einer
kleinen eingeſchnittenen Taſche auf der
an=
deren Seite findet. Dieſem Jabotteil
ent=
ſprechen eingeſetzte Volants, die den
Unter=
ärmel ſchmücken (D). Solche Betonungen
neuartiger Aermelformen tragen natürlich
auch dazu bei, dem Kleid Eleganz und
Ori=
ginalität zu geben: der Aermel öffnet ſich
am Unterarm zu zwei
übereinanderliegen=
den Stufen über dem enganliegenden
Unter=
ärmel. Sinngemäß muß dann auch der Rock
dieſe aufgelöſte Leichtigkeit bekommen; er
fällt in ſchuppenartig
übereinandergreifen=
den, bogig geformten Teilen über ein enges
Unterkleid. Das Leibchen aber muß als
ruhender Punkt in der Flucht dieſer
ſchwe=
benden Linien Zurückhaltung üben: neben
dem Seidenband, das den ſpitzen Ausſchnitt umrahmt, zeigt es
kediglich intereſſant geformten Bieſenſchmuck (A4). Zu allen
Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
Nummer 135
Sonntag, den 13. Mai 1928
Seite 23
Oin Usaamatanlm.
11)
Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)
„Ich habe überhaupt nicht ſpekuliert,” entgegnete er endlich
leiſe, mit dem nach innen gerichteten Blick des Grüblers, „der
Gedanke kam mir — wuchs in mir — verdrängte alles andere.
trieb mich immer tiefer herein . . . immer tiefer . . . immer
wei=
ter . . . Ich war nichts gegen den Drang . . . nichts. Du wirſt
mich vielleicht nicht verſtehen . . . aber ich mußte!‟ Die letzten
Worte ſtieß er faſt keuchend hervor.
Bäſecke ſah dem Freunde in die Augen und begriff in dieſem
Moment die Tragik des Erfinders, den ein unerbittliches Schickſal
treibt, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen.
Eine Weile ſaßen ſie ſich ſchweigend gegenüber. Ruß
ent=
zündete ſeine Pfeife wieder, und mit einmal wurde er beredt.
Unheimlich beredt, aus jedem Wort klang die ſuggeſtive
Ueber=
zeugungskraft eines Menſchen, den eine fixe Idee im Banne hält.
Da war es Vika, als dringe nicht mehr die Stimme des
Va=
ters an ihr Ohr, ſondern die Stimme eines Wildfremden, mit dem
ſie nichts gemein hatte. Was ſuchte der in dem alten
Willums=
hofe? Das Blut der Willums begann ihr in den Ohren zu
ſau=
ßen. Sie war keine Ruß. Sie war eine Willum. Eine dithmarſche
Bäuerin wie ihre Mutter. Wie ihre Großmutter. Sie fühlte ſich
eins mit der Umgebung, als ſei ſie ſelbſt ein lebendes Stück
die=
ſes Herdes, dieſes uralten Bauernhofes. Ihre Muskeln
ge=
wannen ein unheimliches Eigenleben, wie ein Erwachen aus
un=
bewußten Tiefen ſtieg drohend das Erbteil ihrer bäueriſchen
Ahnen auf, jene urſprüngliche Wut, die dreinſchlägt, wenn jemand
an Haus und Hof greifen will . . . und plötzlich hielt Vika die
Holzhacke in der Rechten ..."
„Recht ſo, Töchterchen,” raunte Sigbrit, „hau den Drachen
in Stücke. Dieſes Luder verſchlingt ſonſt den ganzen Hof.”
Und in der Stube ſprach Ruß weiter.
Die Bedenken Bäſeckes ſeien ihm nichts neues. Das habe er
ſich ſchon alles ſelbſt geſagt. Unzählige male. Schlafloſe Nächte
hätten ihm dieſe Beſorgniſſe verurſacht. An eine Verwendung
des Flugzeuges, wie ſie Bäſecke vorſchwebe, ſei nicht zu denken.
Nein. Die Maſchine müſſe eine Flugleiſtung vollbringen, welche
die Aufmerkſamkeit der ganzen Welt mit einem Schlage feſſelt.
Erſt dann habe er gewonnen, dann kämen die Intereſſenten von
ſelbſt nachgelaufen.
„Und dieſer Schlager wäre”” ſiel der Flieger geſpannt ein.
„Nach Amerika hinüber!” entgegnete Ruß.
„Det jloob ick,” lachte Bäſecke, „dann könnteſt du dir uf deine
Jeldſäcke aalen."
„Und ich habe mir gedacht,” fügte Ruß ſchüchtern hinzu, „du
könnteſt herüberfliegen.”
„Als wie icke?!” rief Bäſecke in namenloſer Verblüffung und
ſchlug mit der breiten Handfläche auf die Tiſchplatte.
Dann kehrten ſich auch ſeine Blicke in ſein eigenes wertes
Innere und begegneten dort den aufmunternden Blicken des
Ozeanfliegers Bäſecke, der in einem ehrgeizigen Winkel ſeiner
Stunde harrte. Seit Lindbergs Flug hockte wahrſcheinlich in
jedem Flieger ſo ein heimlicher Kandidat. Nicht ſo wie manche
Flieger, die ſich wie gedankenloſe Chauffeure in die Maſchine
ſetzen, und die Tücken von Wind und Motor wie unabänderliche
Gewalten über ſich ergehen laſſen, war Bäſecke ein gewiſſenhafter
Kin derwagen
(7515a
aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Inr Vorteil,
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören.
1. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25½
Mann, der das Problem des Ozeanfluges gründlichſt ſtudiert hat.
Er wußte, daß die meteorologiſchen Verhältniſſe für einen Flug
nach Weſten viel ungünſtiger ſind, als umgekehrt, wußte, daß in
der Mitte zwiſchen dem alten und neuen Kontinent ein
baro=
metriſches Maximum wie eine ungeheure Luftoaſe ſtilliegt, um
welche die ſtändig vom Aequator abſtrömende Luftmenge immer
weſtwärts, immer gegen Europa zu, weht . . . .
Aber Ruß wußte das auch. Wußte auch, daß ſich die
Luft=
bewegung zwiſchen dem atlantiſchen Maximum und dem
ſtän=
digen grönländiſchen Minimum nicht in einer gleichmäßigen
Windſtrömung auswirkt, ſondern in breiten Zyklonen und
Anti=
zyklonen, von denen ein geſchickter Luftſchiffer ebenſo gut
profi=
tieren könne, wenn er die richtige Seite des Wirbels aufſucht, wie
es Kapitän Eckener gemacht hat, als er das Zeppelinluftſchiff nach
Amerika hinübergeführt hat . . . und mit einmal gerieten Ruß
und Bäſecke in einen wütenden Streit miteinander.
Als ſie ſich eine zeitlang gegenſeitig angeſchrien, griffen ſie
zu Papier und Bleiſtift und begannen zu rechnen. Bäſecke rechnete
nete durchſchnittlich mit einem ſtändigen Gegenwind von zehn
Sekundenmetern, Ruß wollte nur für zwei Drittel des Weges
Gegenwind zugeſtehen. Das ergab zwiſchen den beiden
Berech=
nungen eine Differenz von neunzig Kilo Benzin. Um jedes Kilo
gab’s endloſen Hader.
„Und günſtigen Wind und Gleitflug rechneſt du nicht?!”
er=
eiferte ſich Ruß. „Natürlich! Dafür biſt du blind!“
„Ick will ſicher fliejen un nich Lotterie ſpielen!” knurrte der
Berliner.
Da fiel Ruß ein Ausweg ein. Er hatte bei der
Nutzlaſt=
berechnung an einen Flieger und eine Begleitperſon gedacht.
Wenn Bäſecke allein flöge, könnte er ſtatt des Begleiters Benzin
mitnehmen.
„Allerdings habe ich normale Perſonen von höchſtens achtzig
Kilo Gewicht im Auge gehabt,”, fügte er bei, die maſſige Figur
des Berliners mit einem beſorgten Blick umfaſſend.
„Willſte damit ſagen,” entgegnete Bäſecke gereizt, „det ick mit
meine 210 Pfund ein abnormaler Maſtochſe bin?”
„Nee, aber in Angſthaſe!” ſchrie Ruß, auch wild werdend.
„Jut! Ich flieje!” rief Bäſecke wütend. „Ick nehme ſtatt in
Begleiter paar Kannen Benzin mit. Nach Adam Rieſe fehlen
zwar noch immer fünfzig Kilo. Aber duht niſcht. Ick flieje!”
Seine Stimme ſteigerte ſich zu einem orkanartigen Gebrüll. Er
ſprang mit drohend erhobener Fauſt auf. „Du ſollſt nicht ſagen,
det ick eene Bangbüre bin! Ick fliefe! Aber wenn ick zwee
Sta=
tionen vor New York ins Waſſer plumpſe und mitſamt deiner
Erfindung verſauf, dann ſtehſte da wie’t Kind beim Dreck. Aber
duht niſcht! Jck flieje!”
Nun wollte aber Ruß nicht. Sein Hab und Gut hatte er
ein=
geſetzt, das Leben des Freundes wollte er nicht riskieren. Sie
griffen wieder zu den Bleiſtiſten und rechneien mit heißen Köpfen.
Bäſecke ließ ſich von ſeinem Sicherheitskoeffizienten etwas
abhan=
deln, Ruß dämpfte ſeinen Erfinderoptimismus, und ſie kamen zu
einer Art Einigung: Dreißig Kilo mehr Benzin, und das
Flug=
zeug hat Chance, den Ozean zu überfliegen. Aber die dreißig
Kilo waren nicht unterzubringen. Die Nutzlaſt war mit
pein=
licher Genauigkeit berechnet, jedes Mehr beeinträchtigt die
Flug=
leiſtung.
„Gehäuſe umbauen!” ſchlug Bäſecke vor. In der
Strom=
linienführung die neueſten Ergebniſſe der ſtaatlichen
Perſuchs=
anſtalten berückſichtigen, die Ruß beim Bau noch nicht dekannt
waren. Dadurch könnte man den Luftwiderſtand beträchtlich
ver=
mindern.
„Umbauen?” ächzte Ruß. Dann ſtützte er die Ellbogen auf
den Tiſch und barg das Geſicht in die Hände.
„Warum nicht?” meinte Bäſecke unternehmungsluſtig, „wir
erſparen vielleicht fünfzig Kilo.”
„Ich kann nicht,” entgegnete Ruß hoffnungslos, „ich bin mit
meinen Mitteln zu Ende . . . total fertig!” ſetzte er heiſer hinzu.
(Fortſetzung folgt.)
Schlechte Säfte,
unreines Blut
ſind die Grundurſache vieler Krankheiten. Im
Frühjahr iſt bekannklich der Organismus
beſon=
ders geneigt, durch Reichels Wacholder=Extrakt
Schärfen und Unreinigkeiten auszuſcheiden,
wes=
halb wir gerade jeßt zu einer Auffriſchung des
Blutes mit dieſem nafürlichen Heilſioff raten
können. In Apokhehen und Drogerien erhälflich,
der vielen Nachahmungen wegen achte man
aber auf die Marke „Medico” und die Firma
Oito Reichel, Berlin SO, Eiſenbahnſtraße 4.
Beſtimmt zu haben bei:
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