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Nummer 132 Samstag, den 12. Mai 1928.
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M
Por der
Fröffnung der „Preſſa
Die große internationale
Zeitungs=Ausſtellung.
Eine Vorbeſichtigung durch die Preſſe.
Köln, 11. Mai.
Die Metropole des Rheinlandes, die alte Domſtadt Köln,
ſteht am Vorabend feſtlicher Tage. Die Stadt rüſtet ſich, Gäſte
aus aller Welt zu empfangen. Am Samstag nachmittag wird in
feierlichem Akt die „Preſſa” die große internationale
Zeitungsausſtellung, eröffnet, die nicht allein die
Zei=
tung im allgemeinen, ſondern darüber hinaus das ganze
Preſſe=
weſen in all ſeinen Lebensformen erfaßt. Es iſt nicht allein die
erſte große Ausſtellung in Köln ſeit der Werkbundausſtellung,
ſondern es iſt auch die erſte große internationale Ausſtellung nach
dem Kriege, die Deutſchland zu verzeichnen hat. Zu letzter
ein=
gehender Vorbeſichtigung durch die Vertreter der Preſſe hatte die
Preſſa=Leitung auf Freitag nachmittag eingeladen. Zahlreich war
dieſer Einladung gefolgt worden, galt es doch, einen letzten
Ueberblick über den Stand der Dinge zu gewinnen. Die
Beſich=
tigung ergab den größartigen Eindruck eines prunkvollen
Gemäl=
des, angefangen von der Küraſſierkaſerne bis zum
Vergnügungs=
park bei Mülheim. Den Auftakt zu der gewaltigen
Kultur=
ſchau bildet räumlich die Baugruppe zwiſchen Hänge= und
Hohenzollernbrücke. Wo früher rauhes Kriegshandwerk geübt
wurde, pflegt man heute künſtleriſche Kultur. Dort iſt
die kulturhiſioriſche Abteilung,
in der die Entwicklung des geſamten Nachrichtenweſens in
Ver=
gangenheit und Gegenwart dargeſtellt wird. Dort iſt auch in dem
ehemaligen Benediktinerkloſter außerhalb des allgemeinen
Be=
triebes in ſchmuckem Bau mit freundlichen Höfen die
katho=
liſche Sonderſchau. Hell glänzen die lichten Farben, und
ſtilvoll ſind die Räume ausgeſtattet, deren Inhalt nicht weniger
intereſſant und lehrreich iſt. In der kulturhiſtoriſchen Abteilung
ſieht der Beſchäuer mit Staunen die Entſtehung und Entwicklung
ber Zeitung aus mannigfachen Vorläufern, von der geſungenen
mittelalterlichen der Bänkelſänger zur handgeſchriebenen Zeitung.
Bemerkenswerte Zeitereigniſſe, überragende Perſönlichkeiten, die
Kultur und Geſchichte entſcheidend beeinflußt haben, kommen hier
zu lebendiger Darſtellung. Die architektoniſche und
raumkünſt=
leriſche Geſtältung, der einzelnen Ausſtellungsräume ſind. dem
Stil der jeweilig dargeſtellten Eroche angepaßt, um auch ſo den
Zuſammenhang mit der Zeit zu wahren. Verlaſſen wir dieſe
Bauten und gehen wiederum am Rhein entlang, wo ein
herr=
licher Blick auf die Gegenſeite ſich bietet, ſo gelangen wir nördlich
zu den weiteren Ausſtellungsbauten, die zwiſchen Rhein und
Deutzer Bahnhof liegen. Sie ſind beſonders gekennzeichnet durch
den 85 Meter hohen Turm. Hier iſt dem geſamten
Preſſe=
weſen mit ſeinem vielfältigen und reichhaltigen Inhalt
aus=
giebig Raum gewidmet. Ir der Feſthalle befinden ſich die
Zei=
tungen und Zeitſchriften. Die Abteilung „Tageszeitung”
greift mit der Standardausſtellung
„Die moderne Tageszeitung”
n den weſentlichen Teil der Südhalle hinüber. Das geiſtige und
echniſche Schaffen der modernen Tageszeitung, des Verlags,
der Redaktion und des Nachrichtenweſens werden
dier veranſchaulicht. Es ſchließen ſich an die intereſſanten
Kollek=
ivausſtellungen der Kreisvereine des Vereins Deutſcher
Zeitungsverleger und Einzelausſtellungen der
Verlage. In der Nähe der Standardausſtellung befinden ſich
die Ausſtellungsräume der Poſt und der Eiſenbahn, die zeigen,
Helche Arbeit dieſe Inſtitute im Dienſte der Preſſe leiſten.
Origi=
reul und abwechſlungsreich iſt die Zeitſchriftenſchau aus=
Sſtättet. Plaſtiſche und zeichneriſche Darſtellungen, zahlreiche
Sabellen, Wandfrieſe uſw. machen den an und für ſich ſpröden
Stoff leicht faßlich und ſchälen für das große Publikum Kern und
Weſen des modernen Zeitſchriftenweſens heraus. Das Buch=
Ewerbe ſowie die neueſten buchgewerblichen Maſchinen
wer=
en gezeigt. Dies findet man namentlich in der Oſthalle, während
ir der Nordhalle die Fernmeldetechnik vertreten iſt.
Rheingaſtſtätten mit ſchönen Anlagen und Gartenrundplaß
Scken zu gemütlichem Verweilen. Schreitet man weiter, ſo
ge=
angt man zum
Staatenhaus,
inem wuchtigen Bau in Halbkreisform, in dem die ausländiſchen
Staaten ihre Räume belegt haben. Zeitungs= und Ladenſtraße
rnd ebenfalls nur dem großen Gedanken der Preſſe, der ſich
lles unierordnet, gewidmet. Ihrer Weltanſchauung entſprechend
aben die Häuptgruppen religiöſer bzw. politiſcher Richtung ihre
Zauten errichtet; das evangeliſche, das jüdiſche, das ſozialiſtiſche
nd das kommuniſtiſche Schrifttum iſt vertreten. So wendet ſich
ie Ausſtellung mit all ihren Darſtellungen nicht allein zu dem
Tachmann, ſondern auch in weiterem Maße an die Allgemeinheii,
Tuch dem Vergnügungsbedürfnis hat man weitgehend Rechnung
etragen, wie Vergnügungspark und internationales
Welſ=
orf beſveiſen. Zahlreiche Gaſtſtätten, die über das ganze
Ge=
ande zerſtreut ſind, ſorgen für Erholung und Bequemlichkein.
eſonders idhüliſch ſtellt ſich
das Parkhaus
ar, das von Prof. Kreis=Dresden auf den Reſten eines Forts
er alten Kölner Feſtung für die Werkbundausſtellung im Jahre.
214 erkaut und nunmehr der neuen Anlage entſprechend umge
ltet wurde. Die Grenze zum Vergnügungspark markiert der
apoſante Kaffee=Haag=Turm. Findet der Fachmann in den der
eitung und der Zeitſchrift gewidmeten intereſſanten Hallen ge=
nügend Stoff und reiche Belehrung, ſo wird der Laie gerne nach
belehrendem Durchgang durch manche Abteilung, die ihm bisher
Fremdes zeigt und neuartige Eindrücke vermittelt, in den
unter=
haltſamen Stätten des großartigen Vergnügungsparkes, auf
Rutſchbahnen und Karuſſells, in Hyppodrom und
Verloſungshal=
len ſich dem Genuß der Stunde hingeben. Dieſe treffliche
Miſchung von Ernſt und Scherz, dieſer harmoniſche
Zuſammenhang zwiſchen den wichtigen Weltgeſchehniſſen mit dem
heiteren Lebensbedürfnis des Menſchen wird der gewaltigen
Kulturſchau am Rhein zweifellos unzählige Beſucher ſichern.
Wie die Beſichtigung, deren Einzelheiten zu erwähnen ſpäteren
Sonderberichten vorbehalten bleiben, aufs beſte dartut, ſind alle
Vorausſetzungen geſchaffen, daß die Ausſtellung, mit der eine
große Menge von Kongreſſen verbunden iſt, ihr hohes Ziel
er=
reicht: Kennen= Verſtehen= und Achtenlernen der Völker.
So tritt Köln nach emſiger und mühevoller Vorbereitung
ſein wirklich bewundernswertes Kulturwerk an.
An den Rundgang, auf dem allenthalben fachmänniſche
Er=
läuterung gegeben wurde, ſchloß ſich in den Abendſtunden eine
geſellige Zuſamenkunft, in der bei Rede und Gegenrede die
un=
geheure Bedeutung des kühnen und einzigartigen Unternehmens
vielfach gewürdigt wurde.
Glückwunſch der Zeitungsverleger Londons.
Der Vorſitzende des Vereins Londoner Zeitungsverleger
und des Vereins Engliſcher Zeitſchriften= Fachzeitſchriften= und
Wochenzeitſchriften=Verleger, Lord, Riddel, hat an die Zeitung
der „Preſſa” eine Botſchaft gerichtet, in der er der Kölner
„Preſſa” vollen Erfolg wünſcht. Das Unternehmen ſei ein
groß=
jartiger Gedanke und er beglückwünſche die Veranſtalter zu der
Energie, mit der ſie die Pläne berwirklicht hätten.
* Franzöſiſche Sorgen.
Der Kriegsächiungspakt. / Die Ereigniſſe in
Ching. /Die Gruppenbildungen inderKammer
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 11. Mai.
In der franzöſiſchen Außenpolitik ſind alle Zeichen einer
zu=
nehmenden Verſtimmung feſtzuſtellen. Die unmittelbarſte Urſache
iſt wohl die Kriegsächtungsfrage. „Frankreich befindet ſich in
einer traurigen Iſolierung mit ſeinen Reſerven”, ſchrieb neulich
Bainville in der „Action Frangaiſe‟. Damals hat man ſich
ſchein=
bar über die Haltung Italiens noch mehr Illuſionen gemacht als
heute. Aber Italiens Stimme in dieſer Frage iſt keineswegs das
wichtigſte. Das bewies ſchon die italieniſche Zögerung. England
will bis zu einem gewiſſen Grade eine vermittelnde Stellung
zwi=
ſchen Frankreich und Amerika einnehmen, aber dieſer Vermittlung
ſieht man in Paris mit ſaurer Miene zu. Urſprünglich ſollten ja
die Verhandlungen mit Amerika zu einem ganz anderen Zwecke
dienen . . . Wenn man ſich wenigſtens noch auf die engliſche
Ver=
mittlung verlaſſen könnte. Aber auch England will vor allem die
Empfindlichkeit Amerikas ſchonen. Und an und für ſich hat der
Vorſchlag Kelloggs ſehr vieles an ſich, was durchaus in der
eng=
liſchen Denkweiſe liegt.
Die Folgen des Kriegsächtungspaktes beginnt man in immer
dunkleren Farben auszumalen. Nicht nur die Rechte, ſondern
auch faſt alle linksſtehenden Blätter. Der ſozialiſtiſche „Quotidien”
geht zum Beiſpiel ſo weit, daß er den Ruin des Völkerbundes
von dem Kriegsächtungspakt befürchtet. Auch will man den
durch=
aus europafeindlichen Charakter des Kriegsächtungspaktes
feſt=
ſtellen.
Die chineſiſchen Ereigniſſe werden hier mit Aufmerkſamkeit
verfolgt. Auch in China macht man für alles die amerikaniſchen
Einflüſſe verantwortlich und bedauert, daß dieſe Einflüſſe im
Wachſen begriffen ſein ſollen. Die Chinapolitik Japans wird jetzt
beſonders kritiſch beurteilt. Vielleicht iſt man wegen der Haltung
Japans in der Kriegsächtungsfrage ſo verſtimmt. Jedenfalls hält
man die Rolle, welche Japan in den chineſiſchen Ereigniſſen ſpielt,
für kläglich.
Die Regierung will die Aufmerkſamkeit in erſter Linie auf
die inneren Probleme lenken. Die Herabſetzung der Steuer wird
jetzt zum innenpolitiſchen Schlagwort, und es hängt ſehr viel
da=
von ab, inwieweit es Poincaré gelingen wird, die Steuerlaſten
zu erleichtern. In der Kammer geht der Kriſtalliſierungsprozeß
nur ſehr langſam vorwärts. Die neuen Deputierten erweiſen ſich
als undiſzipliniert, wenigſtens vom Standpunkte der
Partei=
kanzleien aus. Selbſt wenn ſie mit einem feſtumriſſenen
Pro=
gramm in die Wahlen gingen, wollen ſie ſich nicht in die alten
Parteien einreihen. Es iſt wahr, daß die Namen und die
Dok=
trinen der Parteien in Frankreich etwas veraltet ſind. So gibt es
ſehr viele Deputierte, die von der prinzipiellen Unterſcheidung
„links” und „rechts” überhaupt nichts wiſſen wollen; man muß
anerkennen, daß ihr Standpunkt etwas für ſich hat. Doch die
Bil=
dung einer Mittelgruppe erweiſt ſich nicht ſo einfach, wie man dies
urſprünglich gedacht hat. Die alten radikalen Linksrepublikaner
wollen mit den radikalen Sozialiſten eine loſe Verbindung
behal=
ten, und das bildet ſchon an und für ſich eine große
Schwierig=
keit. Immerhin hat Franklin Bouillon einen Kongreß der „
unio=
niſtiſchen Linken” — das wäre die langerſehnte neue
Mittelpar=
tei — ſür den 18. Mai einberufen, doch ſollen angeblich die
Chan=
cen ſeiner Mittelgruppen ſich weſentlich verſchlimmert haben.
Mauern des Mißtrauens.
Theoretiſches und Praktiſches der tſchechiſchen Politik.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Prag, im Mat.
„In das mächtige und ſtarke Bollwerk des
Germanen=
tums in Nordböhmen ließ ſich nicht anders eindringen
als durch die Bodenreform. In den vergangenen
Mo=
naten übernahm der Staat gewaltige Forſtbeſtände der
fürſtlich Lichter ſteinſchen Herrſchaft in Nordmähren.
Große Schwierigkeiten wird die Enteignung der Forſte
im Freiwaldauer Grenzgebiet bereiten, die wegen ihrer
unmittelbaren Nachbarſchaft zu Deutſchland eine große
militäriſche Bedeutung haben.”
(„Mor. Vecernik” — „Mähriſches Abendbl.*)
Die Beſeitigung der Paßviſa=Vorſchriften
zwiſchen dem Deutſchen Reiche und der Tſchechoſlowakei iſt
von tſchechiſcher Seite zum Anlaß genommen worden,
öffent=
lich darauf hinzuweiſen, daß die Beziehungen der Prager
Regie=
rung zu der Berliner ſo freundſchaftlich und korrekt geworden
ſeien, wie dies im Hinblick auf die von der Tſchechoſlowakei
ge=
leiſtete Konfolidierungsarbeit erforderlich und wünſchenswert
erſcheine. Wenn bei dieſer Gelegenheit von der freiwilligen
Ver=
zichtleiſtung des tſchechiſchen Staates auf gewiſſe ihm aus den
Beſtimmungen des Friedensvertrages erfließenden Vorteile
(Sequeſtration deutſchen Eigentums uſw.) geſprochen wird, ſo
geſchieht dies vielleicht nicht ganz ohne beſondere Abſicht, die aber
im Rahmen dieſer Betrachtung nicht näher umſchrieben werden
ſoll. Denn wichtig vor allem erſcheint es, einmal zu überprüfen,
ob die unermüdlich geäußerte Bereitwilligkeit zu einem
freund=
ſchaftlich=friedlichen Zuſammenleben mit dem reichsdeutſchen
Nachbarn auf einer ſo feſten Baſis ſteht, wie dies nach den
wiederholten Enuntiationen des Prager Außenminiſteriums
füg=
lich angenommen werden könnte.
Vorerſt ſei feſtgeſtellt, daß die Prager Politik endlich die
Widerſinnigkeit einer abſolut gegen Deutſchland gerichteten
Propa=
ganda des eigenen Staates — wie ſie in wirtſchaftlicher Hinſicht
vielfach heute noch betrieben wird — offiziell einzuſehen
ſcheint. Dieſe erfreuliche Erkenntnis iſt freilich noch jungen
Datums und macht ſich nur bei ſo ſeltenen Gelegenheiten
bemerk=
bar, wie es beiſpielsweiſe die eingangs erwähnte Einigung in
der leidigen Paßfrage iſt, aber es iſt gewiß anzuerkennen, daß
immerhin Anſätze zu einem Abbau der früheren Einftellung
Deutſchland gegenüber da zu ſei ſcheinen, die aus
Glückwunfch=
telegrammen Sudetendeutſcher an einen hervorragenden deutſchen
Staatsmann oder Gelehrten eine hochverräteriſche Aktion zu
kon=
ſtruieren verſtanden und auch ſonſt dazu beigetragen hat, das
Ver=
hältnis zwiſchen den beiden zahlenmäßig ſtärkſten
Bevölkerungs=
ſchichten des Staates wenig erfreulich zu geſtalten. Nun ragt
allerdings dieſe politiſche Linie einer jungen, von chauviniſtiſchen
Beſtrebungen getränkten Vergangenheit in die Gegenwart hineiu,
ohne daß es gelingen wöllte, ſie ſo zu übertünchen, daß ſie
wenig=
ſtens dem flüchtigen Auge derborgen bliebe. Dieſe Linie,
Sinn=
bild des ungeſunden politiſchen Syſtems in der Tſchechoſlowakei,
das den Schein an Stelle von Tatſachen ſetzt, hat ſich, allen
Freundſchafts= und Sympathieverſicherungen zum Trotz, erhalten
können, und ſie iſt es, die zu ſchärferer Beobachtung, zu genauerer
Prüfung zwingt.
Sehen wir von der wenig demokratiſchen Behandlung der
ſudetendeutſchen Bevölkerung — deren Schickſal den Deutſchen
im Reich nicht gleichgültig ſein kann — in nationaler, kultureller
und wirtſchaftlicher Hinſicht ab (Europa iſt darüber ausreichend
informiert) und wenden wir unſere Aufmerkſamkeit in dieſem
Falle einzig und allein dem Verhältnis zwiſchen Prag und
Ber=
lin zu, dann ergeben ſich viele innere Widerſprüche zwiſchen der
tſchechiſcherſeits gepredigten Theorie von der Notwendigkeit
gut=
nachbarlicher Beziehungen zum Reiche und der in Prag geübten
Praxis zur Herbeiführung dieſes anerkennenswerten Zieles. Es
wird angebracht ſein, dieſe Behauptung, die übertrieben klingt,
beweiskräftig zu belegen.
Geſtehen wir der tſchechiſchen Preſſe das Recht zur
Wah=
rung nationaler Errungenſchaften, auf die Genugtuung über den
Zerfall Oeſterreich=Ungarns zu; ihre Leſerſchaft iſt gerade in
die=
ſer Beziehung anſpruchsvoll und will womöglich zu jedem
Früh=
ſtück die Melodie von der aus dem „monarchiſtiſchen Joch
befrei=
ten” tſchechoſlowakiſchen Rexublik hören. Dieſe naive Freude
darf indeſſen für die maßgebende tſchechiſche Preſſe nicht Anlaß
ſein, ſie auf Koſten des Sudeten= und Auslandsdeutſchtums
da=
durch zu befriedigen, daß als der gefährlichſte Feind des
tſchechi=
ſchen Volkes jeweils der Deutſche und vor allem der
Reichs=
deutſche hingeſtellt, daß ſtändig von einem deutſchen
Imperialis=
mus geſprochen wird, der die Tſchechoſlowakei zur Vorſicht und
Mißtrauen gegen den Nachbarn zwinge, und daß in kurzen
Inter=
ballen die Märchen von deutſchen Rüſtungen als unumſtößliche
Tatſachen wiederholt werden. In dieſes Konzept fügt ſich
treff=
lich die Forderung nach Verſtaatlichung der Grenzwälder ein —
ſeltſamerweiſe vorderhand nur der an der reichsdeutſchen Grenze
gelegenen Waldungen —, und es verwundert nicht weiter, wenn
der deutſche Böhmerwald als beſonders wichtiges Objekt
der Verſtaatlichungsaktion hingeſtellt wird, weil er von
hervor=
ragender militäriſcher Bedeutung ſei. Dieſe Rieſenwaldungen in
deutſchem Beſitz werden, da ſie über die Grenze des Staates
hinausgehen, als Konzentrationslager „feindlicher
Militärabtei=
lungen” hingeſtellt, von denen aus „der Feind” ungeſehen an die
Grenze gelangen und dann überraſchend in tſchechoſlowakiſches
Staatsgebiet eindringen könnte . .
Was ſonſt noch von der tſchechiſchen Preſſe über den
gefähr=
lichen deutſchen Nachbarn dauernd zum beſten gegeben wird, paßt
ſich dem hier gekennzeichneten Rahmen ſo trefflich auch heute
noch an, daß die tſchechiſchen Behauptungen, das Verhältnis zu
Deutſchland ſei politiſch und wirtſchaftlich gleich aufrichtig und
freundſchaftlich, ernſtlich angezweifelt und auf das richtige Maß
zurückgeführt werden müſſen, das man erhält, wenn man ſich
Leiſpielsweiſe vor Augen führt, daß die Tſchechen nunmehr auch
die Enteignung der dem Breslauer Biſchof gehörigen
Grenzwälder im Freiwaldauer (ſchleſiſchen) Gebiet anſtreben,
Seite 4
Samstag, den 12 Mai 1928
Nummer 132
Kreuz= und Ouerfragen
im Kolmarer Prozeß.
Der Praſident will die Angeklagten in die
Enge tre ben.
* Kolmar, 11. Mai. (Priv.=Tel.)
Ein kleiner Zwiſchenfall, der gleich zu Beginn der
Freitag=
ſitzung ſich ereignete, zeigte, daß der geſtern beſchworene
Burgfriede von kurzer Dauer war. Anwalt Jäglé
proteſtiert heftig dagegen, daß die Verteidiger von
Ge=
heimbeamten bis in ihre Hotels hinein
über=
wacht würden. — v. Gemmingen, Induſtrieller in Völklingen,
teilt mit, er ſei bereit, nach Kolmar zu kommen, um auszuſagen
über die angeblichen Röchlingſchen Millionen. — Der Präſident
ſtellt feſt, daß die Zeugenliſte nunmehr bereinigt und
ge=
ſchloſſen ſei. Es wurde darauf mit der Vernehmung der
Angeklagten fortgefahren und Würtz, Lehrer, verhört, der
1927 von Deutſchland nach dem Elſaß zurückgebehrt war, nachdem
er das Elſaß im Jahre 1919 verlaſſen hatte. Er ſoll einen
deut=
ſchen Propagandalalender herausgegeben haben und in Wort
und Schrift, namentlich durch Verbreitung deutſcher Bücher,
Propaganda getrieben haben. Würtz erklärt, er ſei ein Opfer
des unter dem elſäſſiſchen Lehrerperſonals
herrſchenden Denunziantentums geweſen. Es iſt
ſo=
dann viel die Rede von einem Inſtitut für anormale Kinder, das
Würtz gegründet hat, vom Vertrieb evangeliſcher Bücher der
ſo=
genannten Deutſchen Buchgemeinſchaft mit dem Sitz in Frankfurt
uſw. — „Was hat das mit dem Komplott zu tun?”, fährt Jäalé
dazwiſchen. Der Präſident winkt ungeduldig ab. Als der
Präſi=
dent mit Kreuz= und Querfragen den Angeklagten in die Enge
treiben will, um nachzuweiſen, daß er tatſächlich deutſche
Propa=
ganda im Elſaß getrieben habe, gibt es eine Reihe von kleinen
Zwiſchenfällen.
Der Angeklagte undſein Verteidigerproteſtieren
leidenſchaftlich gegen dieſe Tendenzen des
Präſidenten.
Würtz ſagt, er habe nichts anderes getan, als einen energiſchen
Kampf gegen Schmutz und Schund in der Literatur geführt.
Es folgt die Vernehmung von H. Solveen, Kunſtmaler
aus Straßburg, der beſchuldigt iſt, den „Eiſernen Mann” eine
ſatiriſche Zeitſchrift mit angeblich autonomiſtiſchen Tendenzen,
gegründet zu haben. Solveen erklärt formell, er ſei weder
Grüſi=
der noch Leiter, noch Mitarbeiter dieſer Zeitſchrift geweſen. Er
habe nur die elſäſſiſchen Hefte eine Zeitlang herausgegeben und
ſpäter den „L’arc”, eine Zeitſchrift, die, wie der Verteidiger
Fournier feſtſtellt, in Paris mit der goldenen Medaille
ausge=
zeichnet worden iſt. Solveen beſtätigt, daß er ſich auch als
Schriftſteller betätigt habe. Verſchiedene ſeiner Werke werden
den Geſchworenen hinübergebracht, damit ſie ſich ſelbſt von dem
hohen Niveau der Kunſt Solveens überzeugen könnten.
Sol=
veen erklärt, ſein Ziel ſei geweſen, bei einer Hebung des
Kunſt=
empfindens im Elſaß mitzuwirken. Von Propaganda könne
keine Rede ſein. Solveen gibt Auskunft darüber, wie ihn Dr.
Roos aufgefordert habe, etwas aktiver für die autonomiſtiſche
Sache zu arbeiten. Politiſch ſei er nicht beſonders hervorgetreten.
Seine Arbeit ſei mehr kultureller Art geweſen. Es wird noch
feſtgeſtellt, daß Solveen eine Kinderfibel herausgegeben hat, um
die Kleinen franzöſiſch zu lehren. Würtz und Solveen waren
aktive Autonomiſten.
Abbé Faſhauer wird darauf vernommen. Er ſtellt an
den Präſidenten neuerdings einige Fragen, worauf ihm der
Präſident ſagt, er ſei ſich ſcheinbar immer noch nicht im Klaren,
über die Nolle, die er hier ſpiele. Faſhauer äußert ſich dann
über ſeine Tätigkeit bei der „Volksſtimme‟ Er ſei nach dem
Geſetz nicht verantwortlich für die dort erſchienenen Artikel. Dieſe
Verantwortung falle auf den Chefredakteur. Trotzdem wolle er
die volle Verantwortung übernehmen. Unaufhaltſam, wie ein
Wildbach, praſſeln ſodann die Erklärungen Faſhauers nieder,
bis der Präſident einen Gendarmen bittet, ihn am Aermel zu
zupfen. Die Glocke des Präſidenten hat jede Macht über den
Angeklogten verloren.
Die ganze Vernehmung Faſhauers iſt ein
einziger Zuſammenſioß mit dem Präſidenten
Es ſcheint, daß die Worte „ein freies Elſaß” Ihnen auf die
Ner=
ven gehen?” ſagt Faſhauer. — „Nicht, daß ich wüßte!” erwidert
der Präſident. „Die Geſchworenen werden aber darüber richten,
wie weit der Sinn dieſer Worte „freies Elſaß” geht!“
Faſhauer beſtreitet, daß die Tendenz der „Volksſtimme”
ſeparg=
tiſtiſch geweſen ſei, wie das Polizeikommiſſar Bauer behaupte.
Der Angeklagte verlieſt einige Artikelauszüge, um dies zu
be=
weiſen. Der Präſident ſeinerſeits verlieſt einige Artikel, die ſich
dagegen wenden, daß Elſaß=Lothringen als integrierender
Be=
ſtandteil Frankreichs bezeichnet werde. Faſhauer erwidert, daß
in den vom Präſidenten verleſenen Artikeln, die übrigens nicht
von ihm — Faſhauer — ſeien, die wichtigſten Stellen
ausgelaſ=
ſen worden ſeien. Uebrigens ſei es nicht mehr als die einfache
Feſtſtellung einer Tatſache, wenn man ſage, das Elſaß ſei nicht
ſtockfranzöſiſch. Man habe vor 1918, als das Elſaß bereits ſein
eigenes, vom Volk gewähltes Parlament gehabt habe, nicht von
einem fremden Joch und von Unterdrückung ſprechen können,
ſagt Faſhauer. „Sie wollen alſo ſagen”, fragt der Präſident,
„daß erſt nach 1918 Elſaß=Lothringen ein Joch auferlegt wurde?"
Faſhauer proteſtiert entſchieden. Man dürfe ſeinen Worten nicht
dieſen Sinn unterſchieben.
Darauf wurde die Verhandlung abgebrochen und auf
nach=
mittags vertagt.
Als erſter Angeklagter wurde in der Nachmittagsſitzung
der Oeputierte von Kolmar, Roſſé,
vernommen, der ſich ebenfalls als deutſcher Reſerveoffizier
entpuppt hat und der während des Krieges wegen Eintretens
für elſäſſiſche Soldaten mit 19 Tagen Gefängnis beſtraft worden
iſt. Roſſé gibt auf Wunſch des Präſidenten und der Verteidigung
ein Bild von dem Zuſtandekommen ſeines Vermögens, wobei er
die Mitgift ſeiner Frau im Betrage von 35 000 Franken erwähnte
und dann ſeine Nebenverdienſte als Redakteur der „
Lehrer=
zeitung”, als Präſident des Elſäſſiſchen Beamtenvereins und als
Generalſekretär des Lehrevvereins uſw. aufführt. Roſſé ſtellte
dann feſt, daß er nie eine Zeile in der „Zukunft” geſchrieben habe,
entgegen der in der Anklage erhobenen Behauptung. Der
Prä=
ſident erwähnte die finanzielle Beteiligung Roſſés am Erwinia=
Verlag, die ſich hinter einem Strohmann namens Herzog
ver=
borgen habe. Roſſé beſtreitet dieſe Beteiligung nicht. Sodann
war die Rede von einem Brief Roſſés an Hirtzel über die
Grün=
dung der „Volksſtimme”, Roſſé hebt hervor, daß keinerlei
Be=
weiſe für ſeine Teilnahme an der ſeparatiſtiſchen Kampagne
vor=
liegen und er fragt den Präſidenten, ob er ein Dokument
hier=
über beſitze. Der Präſident gibt freundlich lächelnd die Antwort,
die Angeklagten hätten nicht das Recht, den Präſidenten
einzu=
vernehmen; übrigens werde der Staatsanwalt über dieſen Punkt
noch Auskunft geben. Als achte Angeklagte wurde
Frau Agnes Eggemann,
verheiratet mit Xaver Faſhauer, dem Bruder des Abbé,
ver=
nommen. Das Verhör berührte vornehmlich die Exiſtenzmittel
der Angeklagten. Sie erzählte eine traurige Geſchichte von ihrer
Schweſter, die einen jungen mittelloſen Franzoſen geheiratet
habe, dem ſie viel Geld gab und der ihr das mit Undank lohnte,
indem er ſie verſchiedentlich denunzierte. Sie äußerte ſich hierauf
über ihre Reiſen in die Schweiz, namentlich über ihre Reiſen nach
Baſel. Der Präſident bezweifelt, daß wan für die Reparatur
einer Broſche, die keine hundert Fpanken wert ſei, zwei Reiſen
von Kolmar nach Baſel macht, obwohl es auch in Kolmar
Biiou=
terie=Fachleute gebe und obwohl eine Poſt beſtehe, die zu billigen
Preiſen befördere. Agnes Eggemann beharrt aber auf ihrer
Ausſage. Der Präſident ſtellt feſt, daß Agnes Eggemann bei
einer Luzerner Bank ſich ein Konto eröffnen ließ, um im
Auf=
trag ihres Schwagers Faſhauer Zahlungen in der Schweiz zu
machen. Agnes Eggemann beſtreitet das nicht. Jedeswal, wenn
ſie ihr Kind in Genf beſuchte, ſei ſie über Luzern gereiſt, um
Zahlungen auszuführen. Sie weiſt dann ein Sparkaſſenbuch vor,
das angeblich von einem Polizeibeamten gefälſcht worden ſei
und ſagt, ſie habe nie behauptet, daß das Geld bei der Bank
Gerardot und Pinck ihr Eigentum ſei. Das Konto ſei zwwar auf
ihren Namen gelaufen und ſie habe die Zahlungen während
des Baues des Erwinia=Verlages auf Wunſch ihres Schwagers
ausgeführt. Sie erklärt dann, an der Grenze einmal auch wegen
Kokainſchmuggels verhaftet und unterſucht worden zu ſein,
aller=
dings ohne Reſultat. Auch dieſe Verhaftung ſei das Werk eines
Denunzianten geweſen.
Mit Politik habe ſie nie etwas zu tun gehabt.
Es folgte die Vernehmung von Charles Heil,
eines früheren proteſtantiſchen Pſarrers in Straßburg, der ſpäter
Volkswirtſchaft ſtudierte und dann zur Journaliſtik überging. Er
kehrte 1921 ins Elſaß zurück und gründete 1927 die heute
ver=
botene Zeitſchrift „Das neue Elſaß”. In Deutſchland war er an
verſchiedenen deutſchen Zeitungen tätig und wurde ſpäter Pariſer
Korreſpondent einiger deutſcher Zeitungen. Man wirft ihm
beſonders vor, er habe für die Autonomie
Elſaß=Lothringens außerhalb des Rahmens
Frankreichs gearbeitet. Heil beſtreitet dies. Er
vertritt im Heimatbund den linben Flügel. Eine lange
Dis=
kuſſion entſpann ſich über die ſogenannte Kolmarer Schlacht, den
Ueberfall der Camelots auf die Autonomiſten und die von Heil
daraus gezogene Schlußfolgerung, Gewalt mit Gewalt zu
ver=
gelten. Damals habe er geſagt, es könne ein Moment kommen,
in dem dieſer
Ueberfall in Kolmar
als Kinderſpiel betrachtet werde. Heil erwidert, das ſei die
An=
ſicht der meiſten Zeitungen damals geweſen. Unter großer
Span=
nung verlieſt der Präſident dann einen Brief, der mit einer
unleſerlichen Unterſchrift verſehen iſt und der aus Berlin vom
13. Oktober 1926 datiert iſt. In dieſem an Heil gerichteten Briefe
heißt es unter anderem: „Ich habe an maßgebender Stelle
Richt=
linien gegeben, wie die Zeitung (gemeint iſt die „Volksſtimme‟)
aufgezogen werden ſoll.‟ Der Präſident findet es eigentümlich,
daß wenige Tage vor der Gründung der Volksſtimme dieſe
Richt=
linien von Berlin aus gegeben worden ſeien. „Das Blatt muß
der deutliche Ausdruck des geeinten Autonomismus ſein”, ſo
heißt es in dem Briefe weiter. „An der Spitze muß ein
Depeſchen=
redakteur ſtehen, der die Verantwortung übernimmt und
even=
tuell verhaftet werden kann, ohne doß das Blatt darunter leidet.”
Weiter iſt in dem Briefe von einem guten Nachrichtendienſt die
Rede, durch den die Straßburger Blätter geſchlagen werden
ſollen. Das Blatt ſoll die Elſäſſer im Sinne des autonomiſtiſchen
Gedankens wecken. „Dieſer Brief iſt außerordentlich wichtig”,
ſtellt der Präſident feſt. Er zeige, daß für die in Elſaß
heraus=
kommende Zeitung ein Nachrichtendienſt aus Deutſchland gegeben
worden ſei. Heil behauptet, er habe nichts von der Ewinia
ge=
wußt und er könne ſich auch nicht erinnern, von wem der
Brief=
ſtamme. Was den Nachrichtendienſt betreffe, ſo ſei es natürlich,
daß man einer neuerſcheinenden Zeitung den Dienſt eine
Zeit=
lang gratis gebe.
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10
(8272
[ ← ][ ][ → ]Nummer 132
Samstag den 12. Mai 1928
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 12. Mai.
Darmſtädter Muttertag 1928.
(Gedrängte Reihenfolge der Veranſtaltungen.)
Samstag, den 12. Mai.
Nachmittags 4—5 Uhr: Oeffentliches Konzert der Stadtkapelle am
Theaterplatz. Zutritt frei! Leitung: Herr Kapellmeiſter Willy
Schlupp. 1. Feſtmarſch aus „Aida” von Verdi (mit Original=
Aida=
trompeten); 2. Ouverture zu der Oper „Rienzi” von R. Wagner;
3. Am Wörtherſee, Walzer von Koſchat; 4. Große Fantaſie aus
„Cavalleria ruſticana” von Mascagni; 5. Aufforderung um Tanz
von C. M. von Weber; 6. Zwei Fanfaxen=Märſche: Hie gut
Bran=
denburg allewege; Parademarſch der 18er Huſaren von Müller.
Nachmittags 4—5 Uhr: Oeffentliches Konzert der ehem. Militärmuſiker
im Beſſunger Orangeriegarten. Näheres ſiebe geſtrige Nummer.
Eintritt frei.
Sonntag, den 13. Mai.
Vormittags: Gottesdienſte.
Vormittags 11—12½ Uhr iſt das allſonntägliche Herrngartenkonzert
der Stadtkapelle für die Sammlerinnen freigegeben.
Nachmittags 2—3 Uhr: Konzert der Stadtkapelle auf dem Woogsplatz
vor der Turhalle. Zutritt freil Leitung: Herr Kapellmeiſter
Willy Schlupp. 1. Deutſchlands Ruhm, Marſch von Schröder;
2. Ouverture zu „Roſamunde” von Schubert; 3. An der ſchönen
blauen Donau, Walzer von Strauß; 4. a) Walters Preislied a. d.
Oper „Die Meiſterſinger” von N. Wagner; b) Das treue
Mutter=
herz, von Hquſe: 5. Große Fantaſie aus „Traviata”, von Verdi;
6. Baheriſcher Avanciermarſch, von Scherzer. — Punkt 3 Uhr
er=
öffnet die Stadtkapelle die Feier in der Turnhalle mit einem Feſt
warſch.
Nachmittags 3 Uhr: Feier in der Turnhalle am Woogsplatz. Eintritt
frei! Programm 10 Pfg.
Nachmitdags 3½ Uhr: Feier im Beſſunger Orangeriehaus. Eintritt frei!
Programm 10 Pfg.
Hier ſingt auch der Darmſtädter Männergefangverein zwei Chöre.
Dirigent: Herr Heinrich Lawbert.
Bei dem Konzert der Stadtkapelle auf der Ludwigshöhe, von 4—6)
Uhr, haben die Sammlerinnen freien Zutritt.
Gedenke deiner Mutter und gib!
— Ernannt wurden: am 25. April: die
Gendarmeriehauptwacht=
meiſter a. Pr. Hans Schuls zu Darmſtadt und Daniel Weller aus
Reichenbach, Kreis Bensheim, zu Gendarmeriehauptwachtmeiſtern mit
Wirkung vom 1. April 1928 ab; am 8. Mai: der Kanzleigehilfe Friedr.
Schweigmann in Worms zum Kanzliſten bei dem Kreisamt Worms
mit Wirkung vom 11. Mai 1928 ab.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 7. Mai: der
Polizeihaupt=
wachtmeiſter Heinrich Decher zu Neu=Iſenburg auf ſein Nachſuchen mit
Wirkung vom 1. Auguſt 1928 ab.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für eine evangeliſchen Lehrer an der
Volksſchule in Fränkiſch=Crumbach, Kreis Dieburg; eine geräumige
Miet=
wohnung für einen verheivateten Lehrer iſt vorhanden und wird im
Sommer dieſes Jahres frei.
— Reichsfinanzverwaltung. Landesfinanzamt Darmſtadt. Die
Ge=
richtsaſſeſſoren Friedrich Gutermuth aus Großen=Linden und Dr.
Karl Haag aus Schlitz wurden unter Uebernahme in die
Reichsfinanz=
verwatlung zu Regierungsaſſeſſoren ernannt.
L.U. Von der Landesuniverſität Gießen. Der Privatdozent für
Bürgerliches und Römiſches Recht an unſerer Landesuniverſität Dr.
Georg Eißer hat den an ihn ergangenen Ruf als außerordentlicher
Profeſſor an die Univerſität Tübingen angenommen.
—Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen vormittags
11 und 11.30 Uhr, nachmittags 3.30 und 4 Uhr ſtatt. Geſchloſſen:
Sams=
tag und Sonntag nachmittag.
— Sein 25jähriges Dienſtfubiläum begeht am 13. Mai der ſtädtiſche
Lagerhausverwalter Philipp Hörbert, Neckarſtraße 26.
— Jubiläum. Nachdem Herr Wilhelm Schnellbächer,
Riegesplatz 11, 1887 in den Vorſtand der beſonderen Ortskrankenkaſſe
Merkur, für Handlungsgehilfen und Lehrlinge, berufen, wurde er am
14. Mai 1903 — ſomit vor 25 Jahren — zum erſten Vorſitzenden dieſer
Kaſſe gewählt. Unter ſeiner Führung iſt es bei dieſer ſtets vorwärts
gegangen und, geſtützt durch die Erfahrungen bei anderen
Kranken=
kaſſen, konnte Herr Schnellbächer ſtets das Beſte fördern. Die
ſchwie=
rigen Verhältniſſe in der Nachkriegszeit wurden eben durch dieſe
Erfah=
rungen leichter überwunden, Mit Genugtuung können wir auf einen ſehr
günſtigen Stand der Kaſſe blicken, ſo daß ſie in der Lage iſt, allen
An=
ſprüchen, beſonders bei Epidemien, gerecht zu werden. Das
Zuſammen=
wirken mit dem Vorſtand ſowie zwiſchen Arbeitgeber und
Arbeitneh=
mer und den Mitgliedern war jederzeit ein harmoniſches, beſeelt von
dem Verſtändnis, die Anſprüche der Mitglieder nach beſten Kräften zu
befriedigen und den ſozialen Anſprüchen Rechnung zu tragen. Neben
ſeinem Wirken bei „Merkur” war Herr Schnellbächer geſchäftsführender
Vorſitzender der Betriebskrankenkaſſe der Chemiſchen Fabrik E. Merck
hier, welches Amt er aus geſundheitlichen Gründen zu Beginn dieſes
Jahres niederlegte und in den wohlverdienten Ruheſtand trat. Außer
dieſen Aemtern iſt Herr Schnellbächer auch Mitglied nachſtehender
Ver=
bände und ſozialer Einrichtungen: des Verbandes zur Wahrung der
Intereſſen der Krankenkaſſen im Freiſtaat Heſſen, im Vorſtand der
Landesverſicherungsanſtalt Heſſen, des Vertragsausſchuſſes und des
Zu=
laſſungsausſchuſſes zwiſchen Krankenkaſſen und Aerzten, des
Vertrags=
ausſchuſſes zwiſchen Apothekern und Krankenkaſſen, dann beratendes
Mitglied des Vorſtandes des Hauptverbandes deutſcher
Betriebskranken=
kaſſen in Eſſen, des Verwaltungsausſchuſſes des Arbeitsamtes
Darm=
ſtadt, des Spruchausſchuſſes des Arbeitsamtes für die
Arbeitsloſenver=
ſicherung und Mitglied der Vereinigung der Arbeitgeber=
Vorſtandsmit=
glieder der deutſchen Landesverſicherungsanſtalten in Soeſt. Herrn
Schnellbächer gebührt an dieſer Stelle für all das, was er im Intereſſe
der Krankenkaſſen getan, herzlicher Dank. Möge es ihm beſchieden ſein,
in guter, geſtärkter Geſundheit noch recht viele Jahre neben anderen
im Krankenkaſſenweſen zu wirken, zum Nutzen und Segen der
Kranken=
kaſſen, der Allgemeinheit und ſeiner Familie.
— Heſſiſches Landestheater. Heute wird im Großen Haus Goethes
„Egmont” in der neuen Inſzenierung gegeben. Die Aufführung
beginnt um 19 Uhr. — Im Kleinen Haus: Roſſinis „Barbier von
Sevilla”. Beginn 19.30 Uhr.
Morgen findet im Großen Haus die erſte Aufführung der
neu=
inſzenierten Oper „Hoffmanns Erzählungen” von Offenbach
ſtatt. Es wirken mit die Damen Albreiht, Kiesling, Landwehr, Liebel,
Penſe, Walter, und die Herren Ebert=Beyer, Grauert, Grohm,
Kom=
regg, Kuhn, Ney, Poerner und Vogt. Muſikaliſche Leitung: Max
Rudolf, Inſzenierung: Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm
Reinking. Die Aufführung beginnt um 19 Uhr.
— Die Ausſtellung „Der nackte Menſch in der neuen Kunſt”, die
von der Intereſſengemeinſchaft fortſchrittlicher Künſtler Heſſens (
Darm=
ſtädter Sezeſſion und Darmſtädter Gruppe) für den Sommer 1928 au
der Mathildenhöhe vorbereitet wurde, kann in dieſem Jahre nicht
ſtattfinden, obgleich die Mehrzahl der eingeladenen Künſtler des In=
und Auslandes ihre Beteiligung zugeſagt hatten. Die Zeit iſt infolge
der Schwierigkeit der Vorbereitungen ſchon zu weit vorgeſchritten. Die
Ausſtellung wird auf den Sommer 1929 verſchoben und beſtimmt ſtatt=
Finden.
v. HI.
— Orpheum. Sommerſpielzeit Bruno Harprecht.
Beginn 1. Juni. Dazu wird uns geſchrieben: Bruno Harprecht,
der geſchätzte Schauſpieler und Regiſſeur, kommt nach mehreren Jahren
Demnächſt wieder mit einem eigenen Enſemble nach Darmſtadt, und
Bwar, um es vorweg zu nehmen, mit eigem Enſemble von Niveau. Es
gehören dieſem u. a. eine Reihe beliebter und bedeutender Kräfte des
„Deutſchen Schauſpielhauſes” in Hamburg an. Als Regiegäſte haben
Die Herren Oberregiſſeur Otto Werther=Hamburg ſowie Intendanzrat
Dr. Wauer ihre Mitwirkung zugeſagt. Ferner wurden bisher für
Gaſt=
fpiele verpflichtet: Lia Eibenſchütz und Kurt Veſpermann, die bekannten
Film= und Bühnendarſteller. — Hinſichtlich des Spielplans darf
er=
rvähnt werden, daß intereſſante Neuerſcheinungen auf dem Gebiete des
Luſtſpiels, und zwar ſolche, die insbeſondere reichshauptſtädtiſche Serien=
Erfolge aufweiſen, zur Aufführung erworben wurden. — Soweit
war=
precht als Direktor! Was ſeine Qualitäten als Regiſſeur und
Schau=
ſpieler anlangen, ſo weiß man von ihm, daß er ein Geſtalter und
Kunſt=
leu von Format iſt. Seine Beliebtheit und ſeine Bedeutung finden
bierin ihre wohlbegründete Urſache. An dem Darmſtädter Publikum
liegt e3 nun, die Beſtrebungen Harprechts durch rege Beteiligung am
Abonnement zu unterſtützen; die Bedingungen ſind äußerſt gunſtig.
Anch Ratenzahlungen ſind geſtattet. Man abonniert bei H. de Waal,
Rhänſtraße 14 (linke Seite des Zuſchauerraums), und im
Verkehrs=
burau, Ernſt=Ludwigplatz (rechte Seite des Zuſchauerraums; ferner
Somtag nachmittags an der Kaſſe des Orpheums.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, den 13. Mai, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. L 19. In neuer
Inſzenierung: „Hoffmanns Erzählungen”, Oper
von Offenbach. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Montag, den 14. Mai, 20 Uhr. 10. Konzert der
Städti=
ſchen Akademie für Tonkunſt. Klavierabend
Ru=
dolf Serkin. Werke von Beethoven, Schubert, Reger, Felix
Mendelsſohn=Bartholdy, Liſzt. Preiſe 1,50 bis 7 Mk.
Dienstag, den 15. Mai. Keine Vorſtellung.
Mittwoch, den 16. Mai, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. G 16 (Darmſtädter
Volksbühne). „Ein Traumſpiel” von Strindberg.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerstag, den 17. Mai (Himmelfahrttag), 17 Uhr, Ende 22 Uhr.
„Parſifal” Bühnenweihfeſtſpiel von Wagner.
Vorver=
kauf für Mieter (Preiſe 1,10 bis 12 Mk.) und Ausgabe von
Wahlkarten Sonntag, den 13., und Montag, den 14. Mai.
Allgemeiner Vorverkauf ab Dienstag, den 15. Mai.
Freitag, den 18. Mai, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. D 19. „
Hoff=
manns Erzählungen”, Oper von Offenbach. Preiſe
1 bis 10 Mk.
Samstag, den 19. Mai, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. E 21. Zum
erſten Male: „Oktobertag”, Schauſpiel von Kaiſer
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Sonntag, den 20. Mai, 19 Uhr, Ende 22½ Uhr. F 11 (
Darm=
ſtädter Volksbühne). „Die Zauberflöte‟, Oper von
Mozart. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, den 13. Mai, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. „Das Spiel
von Liebe und Tod”. Preiſe 1, 2, 3, 4 Mk.
Von Montag, den 14. Mai, bis Mittwoch, den 16. Mai: Keine
Vorſtellung.
Donnerstag, den 17. Mai, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. „Das Spiel
von Liebe und Tod”. Preiſe 1, 2, 3, 4 Mk.
Freitag, den 18. Mai. Keine Vorſtellung.
Samstag, den 19. Mai, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. „Zar und
Zimmermann”, komiſche Oper von Lortzing. Preiſe
1,50 bis 7,50 Mk.
Sonntag, den 20. Mai, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. „Wer gewinnt
Liſette?” Luſtſpiel von Kurt Heynicke. Preiſe 1,50 bis
7,50 Mk. Letzte Vorſtellung der
Winterſpiel=
zeit im Kleinen Haus.
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— Der Deutſche Oſtbund E. V., Ortsgruppe Darmſtadt, hält am
Sonntag, den 13. Mai, abends 8 Uhr, in der Gaſtſtätte Fürſtenſaal,
Grafenſtraße, eine Verſammlung ab. Der Oſtbund bezweckt bekanntlich
u. a. die Vertretung der wirtſchaftlichen Intereſſen aller aus dem Oſten
Verdrängten und Vertriebenen. Die Tagesordnung ſieht u. a. eine
ein=
gehende Erörterung des kürzlich in Kraft getretenen
Kriegsſchädenſchluß=
geſetzes vor. Nach dieſem haben unter gewiſſen Vorausſetzungen mit
ihren Entſchädigungsanſprüchen auch bisher Abgewieſene Ausſicht, zu
Entſchädigungen zu gelangen. Damit teilweiſe kurz bemeſſene Friſten
nicht verſäumt werden, iſt allen Intereſſenten, auch Nichtmitgliedern, der
Beſuch der Verſammlung dringend zu empfehlen.
*
Sroße
Auswaßl
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Handſchuhe
Schlupfhosen
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— 10. Akademiekonzert. Es ſei nochmals auf den Klavierabend von
Rudolf Serkin im 10. (letzten) dieswinterlichen Abademiekonzert am
Montag, den 14. d. M., 2 Uhr, im Großen Haus des Heſſiſchen
Landestheaters hingewieſen. Serkin ſteht augenblicklich neben Horowitz
in der erſten Reihe der Konzert=Pianiſten. Das Programm bietet
Per=
ſen klaſſiſcher Muſik, ſo daß der Beſuch jedem Muſikfreund wärmſtens
empfohlen werden kann. Karten im Sekretariat der Städt. Akademie,
Eliſabethenſtr. 36.
— Liederzweig. Der Liederzweig unternimmt am Himmelfahrtstag
vie alljährlich einen Waldſpaziergang mit Muſik mit dem Endziel
Nieder=Namſtadt. Wir machen unſere Mitglieder und Gönner heute
chon darauf aufmerkſam und bitten, auf die Anzeige in den nächſten
Tagen zu achten.
— Turngemeinde Beſſungen 1865 Darmſtadt e. V., Wander
Abteilung. Am kommenden Sonntag, den 13. Mai I. Js., findet
die Gauwanderung, ſogen. Götzwanderung, nach dem Felsberg
ſtatt. Die Wander=Abteilung verbindet hiermit ihre fünfte Wanderung
und lädt hierzu alle Wanderluſtigen herzlichſt ein, damit die
Turn=
gemeinde bei der Feier auf dem Felsberg würdig vertreten iſt. Führer
iſt diesmal Turner Franz Schulz. Die Abfahrt von Darmſtadt=Süd
erfolgt um 8.06 Uhr. Es ſind Sonntagsfahrkarten 4. Klaſſe nach
Jugen=
heim zu löſen. Ruckſackverpflegung iſt vorgeſehen und die Liederbücher
ſind mitzubringen. Alſo nochmals liebe Turnſchweſtern und
Turnbrü=
der, beteiligt Euch zahlreich an dieſer Wanderung. Nach der Feier iſt
geplant, in Balkhauſen bei Peter Balz Einkehr zu halten.
Adreßbuch. In dem demnächſt erſcheinenden Adreßbuch 1928
ſollen auch die Vereine und Verbände aller Art (Berufsverbande, Turn=
und Sportvereine, Geſang= und Geſelligkeitsvereine, Vereine ſozialer
Zwecke uſw.) wieder möglichſt vollzählig aufgeführt werden. Zu dieſem
Zweck werden im Stadthaus, Zimmer 38, Fragebogen ausgegeben. Die
Vereinsvorſtände werden gebeten, dieſe Fragebogen in Empfang zu
nehmen und möglichſt genau ausgefüllt umgehend wieder dort
abzulie=
fern. Es liegt im Intereſſe aller Vereine, dieſe Angaben zu liefern.
Wer es verſäumt, hat ſich ſpäter das Fehlen erwünſchter Angaben im
Adreßbuch ſelbſt zuzuſchreiben.
Verbandstag der deutſchen Beamten=
Genoſſenſchaften.
—Am 12. und 13. Mai findet hier in Darmſtadt der 6. ordentliche
Vevbandstag des Deutſchen Beamten=Genoſſenſchaftsverbandes e. V.,
Berlin, ſtatt. Aus dieſem Anlaß werden zu zweitagigen Verhandlungen,
die teils in der Vereinigten Geſellſchaft, teils im Saale des Reichshofs
ſtattfinden, die Vertreter aller dem Verbande angeſchloſſenen
Beamten=
banken und anderer beamtenwirtſchaftlicher Einrichtungen hierher
kom=
men. Der Deutſche Beamten=Genoſſenſchaftsverband e. V. (
Reviſions=
verband) umfaßte am 31. 12. 1927 76 Beamtenbanken und 33
Waren=
einrichtungen, unter den erſteren auch die Heſſiſche
Beamten=
banke. G. m. b. H., zu Darmſtadt. Insgeſamt ſind nahezu 200 000
Beamte in 76 Beamtenbanken geldwirtſchaftlich zuſammengeſchloſſen,
da=
von allein über 50 000 in der Badiſchen Beamtenbank e. G. m. b. H.
zu Karlsruhe. Die Beamtenbanken haben vor allem das
Kreditbedürf=
nis der Beamten zu befriedigen, das in Anbetracht der beſonderen Lage
der Beawtenſchaft ſehr erheblich iſt. Ende 1927 waren von 74
berich=
tenden Genoſſenſchaften rund 32 Millionen Mark als Darlehen den
Mit=
gliedern zur Verfügung geſtellt. Es ſei beſonders betont, daß der
Ver=
band auf eine ſtrenge Reviſion der angeſchloſſenen Genoſſenſchaften hält
und nichts mit ſolchen ſogenannten „Beamtenbanken” zu tun hat, die,
wie jüngſt noch die Mannheimer Beamtenbank ſich bewußt ſeiner
kon=
trollierenden Tätigkeit entziehen. Der Tagung darf ein erſprießlicher
Verlauf gewünſcht werden.
Tagung der Niederdeutſchen aus dem
Rhein=Maingeblet.
Zum erſten Male nach dem Kriege kamen die Niederdeutſchen aus
dem Rhein=Maingebiet auf Grund einer Einladung der „
Plattdüt=
ſchen Vereenigung to Darmſtadt” zuſammenn. Gegen
10 Uhr vormittags trafen ſich auf dem Darmſtädter Hauptbahnhof die
niederdeutſchen landsmannſchaftlichen Vereinigungen aus Wiesbaden,
Mainz, Frankfurt a. M. und Darmſtadt und traten bei herrlichſtem
Sonnenwetter um 10.18 Uhr die Weiterfahrt nach Auerbach a. d. B.
an, wo ſie kurz vor 11 Uhr eintrafen. Von hier ſtieg man alsbald zum
Auerbacher Schloß hinauf, wo nach kurzer Beſichtigung der Burg in
der geräumigen Halle gemeinſam ein gutes Mittageſſen e agenommen
wurde. Nach einem kurzen launigen Vortrag über Schikfile urd
Ge=
ſchichte der Auerbacher Gegend und des Schloſſes im beſonderen wurde
gegen 14.30 Uhr aufgebrochen zu einer wundervollen Wanderung über
den Herrnweg nach Seeheim, das gegen 17.15 Uhr erreicht wrde. Hier
hatten ſich im großen Saale des Hotels Hufnagel auch noch eine große
Zahl von Landsleuten eingefunden, denen es irgendwie „icht möglich
geweſen war, ſich morgens ſchon freizumachen bzw. in der =Landerung
teilzunehmen. Eine gemeinſame Kaffeetafel und die übrigen Leiſtungen
dieſes beſtens bekannten Hauſes bereiteten hier bald den Boden für
einige frohe, unvergeßliche Stunden, bei denen ernſte und launige
An=
ſprachen ſowie hervorragende geſangliche und rezitatoriſche Vorträge in
unaufhörlicher Folge mit gemeinſamen Liedern abwechſelten und
auch die frohe Jugend zu ihrem Rechte kam. Allen zu früh entführte
um 21.50 Uhr der letzte Zug die 250 Teilnehmer wieder aus Seeheim
in ihre Heimatorte. Alle Landsleute aber aus Darmſtadt und
Um=
gebung, die diesmal nicht dabei geweſen ſind, ſollten nicht verſäumen,
ſich an die obengenannte Vereinigung zu wenden, damit ſie die nächſte
geplante Zuſammenkunft im kommenden Frühherbſt nicht verſäumen.
Am Sonntag wird im Gewerbemuſeum eine Ausſtellung
er=
öffnet, die mit einer viel behandelten Frage zuſammenhingt. Der
Zeichenunterricht iſt von jeher ein Schmerzenskind unſerer
Schulen geweſen. Die ältere Generation hatte einen Unterricht, der
im weſentlichen nur auf Talente berechnet war und die Aufgaben des
Zeichenunterrichts im Zuſammenhang allgemeiner Erziehung völlig
außer Acht ließ. Heute wird von dieſen Aufgaben und Möglichkeiten
wohl eher zu viel geſprochen als zu wenig. Die Bedeutung theoretifcher
Ziele erſcheint oft wichtiger als die einfache Forderung, daß die
Schü=
ler im Gebrauch von Auge und Hand Uebung erlangen. Der alte
Unterricht hat der natürlichen Begabung oft die Wege verbaut, aber
auch die neue Art iſt gegen dieſen Fehler durchaus nicht gefeit. Sie
glaubt die Beſonderheiten kindlichen Sehens und Darſtellens zu
ver=
ſtehen und möchte ihren Lehrgang auf dieſe Erfahrung aufbauen. Aber
jede Theorie vergewaltigt das Leben, und die pſychologiſch
durchgeklü=
gelte Theorie kann für die Phantaſie ein viel ſchlimmeres
Prokruſtes=
bett ſein, als es die harmloſe Beſcheidenheit des älteren Unterrichts
geweſen iſt. Lehren iſt eine Kunſt, und je mehr die Vorſchrift der
Mannigfaltigkeit perſönlicher Begabung unter Lehrern und Schülern
Raum läßt, deſto eher wird man im Zeichenunterricht auf leidliche
Er=
folge rechnen können.
Die Ausſtellung des Gewerbemuſeums zeigt Arbeiten, die unter
Leitung von Herrn Lehrer Poths an der Oberrealſchule in
Mainz entſtanden ſind. Und zwar handelt es ſich nicht um die
Lei=
ſtungen beſonders begabter Schüler, ſondern um die Darſtellung deſſen,
was als erreichbares Ziel gelten kann. Alle Arbeiten werden frei aus
dem Gedächtnis gefertigt, meiſt mit Aquarellfarben. Doch wird auch
die Bleiſtiftzeichnung geübt. Ziel des Unterrichts iſt es wohl, daß die
Schüler lernen, das Weſentliche einer Erſcheinung zu erfaſſen und
wie=
derzugeben. Für die verſchiedenen Lebensalter hat dies Weſentliche
einen ſehr verſchiedenen Inhalt. Mit dem wachſenden
Auffaſſungsver=
mögen wird er vielſeitiger und feiner. Raumvorſtellungen gewinnen
dafür erſt allmählich Bedeutung. Das ſind Gedanken, die auch für
manche andere Zeichenlehrer maßgebend ſind. Was der Ausſtellung i
Gewerbemuſeum aber einen beſonderen Wert gibt, iſt das pädagogiſch
Geſchick, mit der hier der Lehrer offenſichtlich verſtanden hat, leiſe
hel=
fend und hinweiſend bei den Schülern die Freude am Aufmerken und
Darſtellen zu wecken und ſie dabei vor jedem Schematismus zu ſchützen.
Nur ein Lehrer, der ſelbſt ganz frei von Theorie iſt und ſeine Kunſt des
Unterrichts nur ſeinen offenen Augen verdankt, wird ſolche Erfolge
erreichen.
Die Ausſtellung, die durch das Mainzer Gutenbergmuſeum zum
erſten Male gezeigt wurde, kann außerordentlich viel Anzegungen
bie=
ten. Nicht in dem Sinne, daß man aus ihr eine Normalmethode
ab=
ſtrahieren dürfte. Aber ſie geſtattet ſehr wertvolle Einblicke in die
Kräfte, die tatſächlich in der Jugend ſchlummern, und gibt eine
Vor=
ſtellung, wie behutſam ſie zu pflegen ſind. Während der Mainzer
Aus=
tellung haben dieſe Arbeiten die ſtärkſte Beachtung nicht nur bei der
dortigen Bürgerſchaft, ſondern auch bei den techniſchen Lehranſtalten
in Frankfurt und Wiesbaden gefunden. Bei der heute oft
hoffnungs=
loſen Verwirrung der Theorien über den Zeichenunterricht wirkt dieſe
Ausſtellung wohltuend, weil ſie Leben zeigt und keine Theorie. Wer die
ausgeſtellten Blätter nicht nur nach der Leiſtung beurteilt, ſondern
auch die Irrwege kennt, die hier vermieden ſind, wird für das Weſen
alles noch ſo gearteten Zeichenunterrichts ſehr viel lernen können. Zur
Erläuterung der Ausſtellung findet am Sonntag, den 13. Mai, um
11 Uhr, eine Führung, und am 24. Mai ein Voxtragsabend
im Gewerbemuſeum ſtatt. Bei beiden Gelegenheiten wird Herr Poths
ſelbſt die Ausführungen übernehmen.
Haupt.
Von Herrn Hans Peter Huber, Organiſt am Heliatheater hier,
werden in Wien am Sonntag, den 13. Mai, 11 Uhr vormittags, im
Rahmen eines Radio=Symphonie=Konzertes drei Orcheſterlieder
auf=
geführt.
Pr. A. Bund Heſſiſcher Leibgardiſten. Unter reger Beteiligung und
zhafter Anteilnahme verlief die am Donnerstag abend im „Bürgerhof
nberufene Verſammlung ehemaliger Leibgardiſten aus Darmſtadt und
gebung. Beſonders waren viele Kameraden erſchienen, die bis jetzt
h nicht dem Bunde angeſchloſſen ſind und die durch ſofortigen Beitritt
Intereſſe am bevorſtehenden Feſte der Denkmalsweihe ſorvohl als
h an der Pflege alten echt kameradſchaftlichen Geiſtes dadurch bekunde=
. Von den Reſerveformationen war das Regiment 221 vertreten,
ſen Kameraden in einer demnächſtigen Verſammlung ihren Anſchluß
das alte Stammregiment, reſp. den „Bund heſſ. Leibgardiſten”
voll=
hen wvollen. Ebenſo waren Kameraden aus der Arbeiterſchaft
erſchie=
n, die tatkräftige Mitarbeit zuſagten. Im Verlaufe der Ausſprache
men noch mancherlei Fragen, die auf die Vorbereitung des Feſtes
Be=
haben, zur Beſprechung, und mranche befruchtende Anregung wurde
aus dem Kreiſe der Kameraden gegeben. Eine zweite ähnliche
Ver=
nmlung, die noch in den Tagesblättern bekannt gegeben wird, iſt
ge=
nt, und ſo hoffen wir, alle Kameraden, die bis jetzt noch fernſtehen,
unſer Feſt und unſere Sache zu gewinnen. Zur Erledigung der ſich
ufenden Arbeiten in den einzelnen Ausſchüſſen haben wir noch
drin=
nd Hilfe nötig, drum denke keiner, es komme auf ihn nicht an, wir
vruchen alle, keiner ſoll abſeits ſtehen, wenn die ſtolzen Reihen alter
d junger Kameraden die Straßen unſerer ſchönen Stadt durchziehen.
ſoll ein Feſt und eine Feier werden, auf das Darmſtadt und ſein
ſtiges altes Regiment für immer ſtolz ſein können. Drum helft alle,
zum ſchönen Gelingen und frohen Tun mit!
Samstag, den 12. Mai 1928
Nummer 132
Seite 6
70 Jahre
Am 13. Mai begeht das Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift in
Darm=
ſkadt ſein 70. Jahresfeſt. Da liegt es nahe, zurück zu ſehen auf die
Entwicklung dieſer ganzen Arbeit während dieſer Zeit.
1. Die Geſchichte des Hauſes.
Das Eliſabethenſtift trägt ſeinen Namen, den es von der Prinzeß
Karl von Heſſen, geb. Prinzeß Eliſabeth von Preußen, erhalten hat,
nicht ohne Grund. Es iſt wirklich das perſönliche Glaubenswerk dieſer
frommen Frau; unter den mancherlei Gaben, die ſie dem Heſſenland und
ſeiner Kirche gegeben hat, iſt das Eliſabethenſtift die größte. Es war in
den vierziger Jahren, da ſammelte ſich um dieſe Frau ein kleiner Kreis
von Männern und Frauen, die wie ſie zum lebendigen Glauben an den
gekreuzigten und auferſtandenem Heiland durchgedrungen waren. Es
waren Angehörige aller Stände, neben der Prinzeß ihr Kammerdiener,
Laien und zwei Pfarrer, der Hofprediger Bender und der
Garniſon=
pfarrer Sartorius. An dieſem Kreiſe hatten die damals anhebenden
Be=
ſtrebungen der äußeren Miſſion ihren Stützpunkt; das Rettungshaus in
Hähnlein war von ihm gegründet worden. Nun war es ihnem ein
An=
liegen, das ſie immer wieder vor Gott brachten, daß auch in Heſſen ein
Diakoniſſenhaus entſtehen möge, wie es in den Rheinlanden, in Baden,
Württemberg, Bahern bereits vorhanden war. Wie aber ſollte das
werden? Am Großherzöglichen Hofe war auf kein Verſtändnis zu
rech=
nen, da man dort die religiöſe Richtung der Prinzeß eben nur duldete;
die Regierung hatte ſoeben unzweideutig erklärt, daß ſie ſolche
Beſtre=
bungen nie zulaſſen werde; in der Darmſtädter Bevölkerung ſah man
erſt reiht nicht ein, was man mit ſolchen Neuerungen wolle, und
wit=
terte hinter ihnen katholiſches Weſen.
Da bereitete Gott ſelbſt den Weg. Im hieſigen Spital, das von
einem Ehepaar bedient wurde, waren Skandalgeſchichten vorgekommen,
die dann zur ſofortigen Entlaſſung der Spitaleltern geführt hatten.
Weite Kreiſe wurden darauf aufmerkſam, daß hier ein ſchwerer Notſtand
vorlag. Da erkrankte die Frau des Miniſters von Dalwigk. Zu ihrer
Pflege kam eine frühere Diakoniſſe des Straßburger Hauſes, Luiſe
Krebs von Seeheim. Das kurze Wirken dieſer Frau in ſeinem Hauſe
machte auf dem Miniſter ſolchen Eindruck, daß er Hofprediger Bender
kommen ließ, und ihn fragte, ob er nicht ſolche Diakoniſſen für das
Spital bekommen könne. Bender legte ihm dar, daß dazu der beſte
Weg die Gründung eines Diakoniſſenhauſes in Darmſtadt ſelbſt ſei. Der
Miniſter ſagte ſeine Hilfe zu. Nun ging Prinzeß Eliſabeth ans Werk.
Eine Erſchaft von 10000 Talern, die die nicht reiche Frau in jenen
Tagen erhielt, wurde für das zu gründende Werk beſtimmt. Ein
Gar=
ten vor dem Jägertor wurde gekauft; das Mutterhaus erſtand in edlen
gotiſchen Formen, in Kreuzform angelegt. Aber woher ſollten die
Dia=
koniſſen kommen? Es war den Gründern in jenen Tagen eine Stärkung,
daß ſich ſofert drei Jungfrauen aus Heſſen zum Eintritt meldeten
aber keine von ihnen trat wirklich ein! So mußte die vom
Diakoniſſen=
hauſe Bethanien in Berlin entſandte erſte Oberin Johanna Sucrow mit
ihren vier Bethanienſchweſtern am 11. Nobember 1858 das Werk allein
beginnen. Erſt am 27. März 1259 trat als erſte heſſiſche Schweſter Lina
Heſſig aus Michelſtadt ein. In Darmſtadt ſelbſt blieb das Werk
un=
verſtanden, ſo eifrig ſich Prinzeß Eliſabeth auch bemühte, die
maßgeben=
den Kreiſe für die Sache zu erwärmen; ſie leiſteten wohl einmal einen
Dienſt, aber dem Werke ſelbſt blieben ſie fremd. Ein Plakat, das eines
Morgens an der Haustüre prangte, drückte die Volksſtimmung aus; es
ſtand darauf zu leſen: „Hier iſt die rechte Narrenfabrik
Die „Narren” begannen ihre Arbeit und nahmen kranke Kinder auf.
Der 1859 von dem Grafen Carl von Schlitz, gen. von Goertz, in Heſſen
eingeführte Johanniterorden erwärmte die Standesherren des Landes
für die Diakoniſſenſache. Er ſtellte alle ſeine Mittel, die freilich nicht
groß waren, dafür zur Verfügung. Nun wurden die Diakoniſſen in die
Arbeit gerufen. 1862 übernahmen 5 Schweſtern das ſtädtiſche Spital.
Die Standesherren beriefen Schweſtern in ihre Spitäler. In Schlitz,
Gedern, Büdingen, Erbach, Lich entſtanden Schweſternſtationen. Nun
weiterte ſich auch das Haus ſelbſt. 1866 wurde ein Damenheim und
Waiſenhäuschen angegliedert, 1873 ein eigener Vorſteher berufen, 1887
ein Frauenkrankenhaus, 1892 ein Männerkrankenhaus und ein
Siechen=
haus zugefügt, 1893 die Kirche gebaut. Es folgten Kinderſchule,
Marta=
haus, Krippe, die bald wieder erweitert werden mußten — kurz, es
ent=
ſtand in ſteter Entwicklung die Anſtalt, wie ſie heute daſteht, die etwa
400 Perſonen in ſich faſt. 1918 wurde das „Hoffmänniſche Inſtitut” die
älteſte höhere Mädchenſchule Darmſtadts, als „Eliſabethenſchule”
über=
nommen und ihr ein Töchterheim angegliedert; die Zuflucht für
gefähr=
dete Frauen und Mädchen wurde begonnen, 1920 das Altersheim „
Eliſa=
bethenhaus”, 1923 das Altersheim „Hölzelſtift”, beide in der
Heinrich=
ſtraße begründet.
Dem entſprach die Entwicklung des Werkes nach außen. Während
bis in die 80er Jahre das Werk auch im Lande um die Anerkennung
ſeiner Berechtigung hatte ringen müſſen, wurden dann die Schweſtern
Spitäler, Gemeindekrankenpflegen, Kinderſchulen ſtürmiſch begehrt.
Wenn wir den Anfragen hätten nachkommen können, würde die Zahl
unſerer Stationen das Doppelte und Dreifache betragen. Heute ſtehen
von den 368 Schweſtern 267 in Arbeit außerhalb des Mutterhauſes, in
16 Spitälern, 11 Altersheimen, 79 Gemeindepflegen, 48 Kinderſchulen,
3 Kinderheimen uſw., und arbeiten im ganzen Heſſenlande von Worms
bis Schlitz. Zehntauſende erfahren Jahr für Jahr den Dienſt der
Dia=
koniſſen, und es entſprach wohl der allgemeinen Volksſtimmung, daß im
Jahre 1914, als unſere Truppen auszogen, gerade die Diakoniſſen, die
mit zu Felde zogen, als „unſere
Schweſtern begrüßt wurden. So
werden die Schweſtern viel geliebt.
Aber das Mutterhaus? Ob es heute beſſer verſtanden wird?? Es iſt
auch ein eigenartiges Gebilde! Davon ſoll nun in Sonderheit geredet
werden.
2. Das Mutterhaus.
Wie oft tritt uns die Frage entgegen: „Wem gehört denn
eigent=
lich das Stift?‟ Da lautet die Antwort: dem „Mutterhauſe”, d. h. der
Schweſternſchaft, die das Mutterhaus ausmachen; zu ihr ſtehen der
Vor=
ſtand wie ſeine Leiter in dem Verhältnis des chriſtlichen Dienens. Alſo
gehört jeder Schweſter ein Teil unſeres Vermögens? Ja und Nein.
Denn das Mutterhaus ſetzt bei jeder einzelnen Schweſter voraus, daß
ſie nichts für ſich felbſt haben will, ſondern mit Einſatz ihrer ganzen
Perſon dienen, nur dienen will! Gott dienen und ſeiner Kirche, wo nur
immer es nor tut, am Krankenbett oder am Schreibtiſch, in der
Kinder=
ſchule oder im Operationsſaal. Sie dienen nicht jede für ſich, ſo daß ſie
ſich ſelbſt ihr Arbeitsgebiet beſtimmt, ſondern als Glied der ganzen
Ge=
meinſchaft, die ſolchen Dienſt übernommen hat. Sie arbeiten als
„Schweſtern” zuſammen, die „Gebildete” mit der „Ungebildeten”; alle
Standesunterſchiede ſind aufgehoben. Im Diakoniſſenhauſe fragt man
nicht, wo eines herkommt, ſondern was es iſt und was es kann. Wir
kennen auch keine Rangunterſchiede; keine „Ober’ſchweſtern; wer heute
die Aufgabe der Leitung einer großen Station bekommen hat, muß
be=
reit ſein, morgen die kleine und unſcheinbare Aufgabe mit derſelben
Treue anzufaſſen wie die große Arbeit. Keine Schweſter erhält Gehalt
oder Lohn, jede aber alles, was ſie bedarf in geſunden und kranken
Tagen. Was für die Arbeit eingeht, gehört der ganzen Gemeinſchaft
und dient dazu, ſie beſſer auszurüſten zum Dienſt. Sind ſie
Arbeit=
geber? Sind ſie Arbeitnehmer? Sie ſind beides und ſinds wieder nicht.
Sie geben die Arbeit der Einzelnen, denn das Diakoniſſenhaus als
ſol=
ches übernimmt die Arbeitsaufgaben. Sie nehmen die Arbeit, und jede
Einzelne muß bereit ſein, jede Aufgabe, die ſich aus dem Dienſte des
ganzen Hauſes ergibt, zu erfüllen.
Was iſt alſo das Mutterhaus? Es iſt die Ausbildungsſtätte der
jungen Schweſtern, die erſt nach 5 Jahren ihre Ausbildung vollendet
haben; die Arbeitsſtätte der Schweſtern, denn wo die einzelne Schweſter
auch ſteht, iſt ſie das Organ des Mutterhauſes; die Zufluchtsſtätte für
die kranken und alten Schweſtern; kurz die Heimat aller Schweſtern, die
hier alles finden, was ein Menſch eben nur „Daheim” finden kann. Das
„Mutterhaus” ermöglicht es den Schſveſtern, frei von allen Sorgen in
dieſem Leben zu ſtehen, — aber um deſto beſſer anderer Sorgen tragen
zu können.
3. Rundgang durch das Werk.
Wenn wir das Eliſabethenſtift betreten, ſo kommen wir zuerſt in
das Mutterhaus; man kann auf dem Bilde ſeine Kreuzform deutlich er=
— Kunſtverein. Die derzeitige Ausſtellung der Freien
Vereinigung der Graphiker zu Berlin begegnet großem
Intereſſe und wird gut beſucht. Der Kunſtverein hat noch eine Reihe
weiterer guter Arbeiten für die Weihnachtsverloſung erworben. Es
wurden für dieſen Zweck angekauft: E. Faehndrich: „Sonnig=
Dorſ=
ſtraße‟, E. Feherabend: „Frieden”, J. E. Henneman.: „Im Walde‟,
E. Halleur: „Schneeballen”, E. Conſentius: „Brenneſſel”, „Blaue Vaſe‟,
„Waldkäuze‟, E. Gabler: „Waldrand”, K. Sumpff: „Ueber der Stadt”,
B. Schuhmacher: „Ochfenfurt a. M.‟, P. Winkler=Leers: „Alt=
Ham=
burg‟. Da künſtleriſch wertvolle Stüicke auch zu verhältnismäßig kleinen
Preiſen erworben werden können, wäre zu wünſchen, daß auch von
privater Seite noch reiht zahlzeiche Ankäufe getätigt würden.”
Siatone.
kennen. Hier ſind im unteren Stocke die Verwaltungsräume, im oberen
Stock der „Probeflur”, d. h. die Räume für unſere jungen Schweſtern.
Sie wohnen in Sälen zuſammen, die aber durch Vorhänge in lauter
kleine Stübchem zerlegt ſind. Beides iſt ja den werdenden Schweſtern
nötig: Einſamkeit und Gemeinſchaft. In der ehewaligen Kapelle
woh=
nen unſere 11 „Lutherröschen”, das ſind junge Mädchen, die auf ein
halbes Jahr zu uns kommen und unentgeltlich in der Liebesarbeit an
Kranken und Kindern unterwieſen werden. Sie ſollen unſer Freikorps
ſein, auf das wir zurückgreifen können, wenn Not an den Mann geht.
Ihren Namen haben ſie von der Armbinde, die ſie tragen, und die
Luthers Wappen trägt. Von den Sprüchen auf dem Flur merken wir
uns den einen echten Diakoniſſenſpruch: „Laſſet uns Gott lieben, aber
im Schſeiße unſeres Angeſichts und mit der Kraft unſerer Arme‟”. Zu
beiden Seiten des Mutterhauſes ſchließt ſich das Krankenhaus mit
Siechenſtation an; auch der „Neuban” dient den Kranken. Im Jahre
1927 wurden hier mehr als 2000 meiſt Schlverkranke verpflegt, und über
1000 ſchwere Operationen vollzogen. Selbſtverſtändlich fehlen
Nöntgen=
inſtitut, Höhenſonne, Heißluftbehandlung nicht. Es iſt ein wahrer
„Maſchinenkrieg”, der heute — mit Erfolg — gegen die Krankheit
ge=
führt wird. Daß dabei natürlich nach dem menſchlichen Schickſal auch
Niederlagen erlitten werden, zeigt die ſchöne traute Totenkapelle, von
Freiherrn von Hehl=Herrnsheim zum Gedächtnis der Prinzeß Eliſabeth
gebaut. Die Kirche iſt ſo eingerichtet, daß man ohne Treppen von den
Krankenſtationen aus Schiff und Empoven erreichen kann. Die
Glas=
bilder in ihr ſind zum Andenken an den Großherzog Ludwig den
Vier=
ten, an den Prinzen Karl, an die Prinzeß Eliſabeth geſtiftet.
Von der Frauenſtation gelangen wir in das Schweſternhaus. Der
untere Stock enthält den großen Speiſeſaal, wo täglich für 100
Schwe=
ſtern und Gehilfinnen gedeckt wird, und wo auch die Bibelſtunden
abge=
halten werden. Daran ſchließt der Nähſaal, in dem die Kleider für die
368 Schweſtern des Hauſes hergeſtellt werden, und der Flickſaal. Hier
liegt auch die Paramentenanſtalt, in der alles, was an Schmuck für
Altar und Kanzel uſw. nötig iſt, auf das kunſtvollſte hergeſtellt wird; die
Erzeugniſſe ſind weit über die Grenzen des Heſſenlandes verbreitet und
haben ſogar ihrem Weg bis nach Jeruſalem gefunden. In den oberen
Stockwerten liegen eine Anzahl von Einzelzimmerchen für unſere alten
Schweſtern, von denen 7 das achtizgſte Lebensjahr überſchritten haben.
Auch manche arbeitende Schweſter hat im Manfardenſtock ihr kleines,
aber trautes Stübchen.
Abſeits vom Hauptbau liegt das Damenheim, in dem ſich auch die
Wohnung des zweiten Pfarrers befindet; hier verleben eine Anzahl alter
Damen einen ſtillen Lebensaßend. Daran ſchließt ſich die
Gebäude=
gruppe des Martahauſes. Hier befindet ſich die Martaſchule, in der an
30 junge Mädchen in allen Künſten des Haushalts, des Nähens und
Kochens unterwieſen werden, die Tabeaſchule, eine Nähſchule für d
Stadt und Umgebung, in der im letztem Jahre 180 Mädchen in Weiſt
eugnähen und Kleidermachen unterwieſen ſurden; das Lydiaheim, das
rwerbstätigen Damen ein Heim bietet, das Schülerinnenheim für
Mäd=
chen, die die hieſigen Seminare beſuchen, das Hoſpiz für durihreiſende
Damen und eine Mädchenheiberge, in der Mädchen, die auf Stelle
wuar=
ten, gegen geringes Entgelt untergebracht werden. Das kleine Häuschen
daneben iſt unſer Siechenhäuschen, in dem ſchwer ſiechkranke Frauen
ihre Ruhe und Pflege gefunden haben. Daran ſchließt ſich das
Pfaur=
haus und die Kinderſchule, die von 100 Kindern beſucht wird. Hier
be=
findet ſich das Kinderſchulſeminar, in dem unter Leitung einer
Jugend=
leiterin und des 3. Pfarrers unſere Schweſtern, aber auch funge Mäd
chen in eineinhalbjährigem Kurſus zum Dienſte an den Kinderſchulen
tüchtig gemacht werden. Im oberen Stockwerk iſt die Krippe für 30—-35
Kindlein von 6 Wochen bis 3 Jahren, die einzige Krippe Darmſtadts,
die den Inflationsſturm überſtanden hat. Darüber befinden ſich die
Wohnungen der Aſſiſtenzärzte, von denen 4 bei uns wohnen, während 2
ihre eigene Wohnung haben. Salem iſt das Heim unſerer
Lehrſchwe=
ſtern. Unſere Wäſcherei und Landwirtſchaft, ebenſo unſer Waſſerturm,
der uns mit unſerem Gebrauchswaſſer verſorgt, bilden wieder eine
Gruppe für ſich. Der Garten, in dem das ganze liegte, iſt 15 Morgen
groß.
Auf dem Bilde nicht ſichtbar ſind unſere Außenwerke. Da iſt zu
uennen: das Altersheim Eliſabethenhaus, Heinrichſtraße 148; in ihm
haben 30 alte Damen, unter ihnen gar manche Kleinrentnerinnen, ihre
Heimat gefunden. Demſelben Zweck dient das Hölzelſtift,
Heinrich=
ſtraße 74, ſo genannt nach dem Ehepaau Hölzel; das zum Andenken an
ſeinen jung verſtorbenen einzigen Sohn das Haus vermacht hat. Wie
tuürden ſie ſich freuen, wenn ſie hineinſehem könnten in das gemütliche
Haus, in dem 17 alte Damen wohnen! In dem im Vorjahre erworbenen
Hauſe, Stiftſtraße 9, iſt in den Obergeſchoſſen das Töchterheim der
Eliſa=
bethenſchule untergebracht, das 30 Kinder auswärts wohnender Eltern
aufnehmen und ihnen den Beſuch der Eliſabethenſchule ermöglichen
kann. Die neue Zuflucht, Erbacherſtraße 57, wurde am 3. Oktober 1927
eingeweiht und bietet 16 gefährdeten Frauen und Mädchen Raum. Welche
Not tut ſich hier auf, die viele in unſerer Stadt gar nicht kennen! Im
Jahre 1927 wurdem hier 374 Frauen und Mädchen aufgenommen, in
Stellungen oder in die Heimat gebracht oder auf andere Weiſe für ſie
geſorgt.
Zuletzt nenne ich die Eliſabethenſchule (Lyzeum), die in dem
Miet=
hauſe, Sandſtraße 12, untergebracht iſt. Sie iſt die einzige höhere
Mäd=
chenſchule in Heſſen, die auf evangeliſch=chriſtlicher Grundlage ruht und
ſich das Ziel ſetzt, die Kinder zu bewußtem Chriſtentum und
Chriſten=
dienſt zu erziehen. Sie wird von etwa 340 Kindern beſucht. An ihr
uinterrichten 4 Schweſtern und 13 Lehrerinnen. Das Schulgeld iſt
das=
ſelbe wie an den ſtaatlichen Schulen; der Beſuch der Schule verleiht
dieſelben Berechtigungen wie der Beſuch der ſtaatlichen Lyzeen.
Wie reich iſt alſo das Stift! Ja es iſt reich an Häuſern, aber an
olchen, die nichts einbringen, fondern Aufgaben bedeuten. Alles, was
an Vermögen da war, um die Altersverſorgung der Schweſtern ſicher zu
ſtellen, um als Freibettfonds bedürftigen Kranken zu dienen, iſt durch
die Inflation dahingegangen, die Aufgaben ſind geblieben. Ja, reich
an Aufgaben iſt unſer Stift, und es hat Urſache genug zu bitten: „Unſer
täglich Brot gib uns heute!“
4. Die Arbeit in Darmſtadt.
Solange das Stift beſteht, hat es auch Darmſtadt gedient. Nicht
nur, indem es Kranke aufnahm, ſondern es gingen ſtets 1—2
Schwe=
ſtern zu den armen Kranken in der Stadt. Die organiſierte Arbeit der
Schweſtern ſetzte in Darmſtadt verhältnismäßig ſpät ein. Beifungen
machte den Anfang mit ſeiner Kinderſchule (1880) und Gemeindepflege
(1882), 1887 folgte die neugegründete Martinsgemeinde mit einer
Ge=
meindepflege. Die Arbeit der Gemeindepflege in der inneren Stadt
ſwvurde von dem Ebangeliſchem Bunde begonnen (1890) und dann von
der Kirchengemeinde weitergeführt. 1891 folgte die Gemeindepflege in
der neu gegründeten Johannesgemeinde, 1902 die Kinderſchule daſelbſt,
19/4 die Krippe, die 1923 der Inflation zum Opfer fiel, 1900 die
Kinder=
ſchule in der Lukasgemeinde, die 1926 aufgegeben wurde. 1907 folgte
die Krippe in Beſſungen, die 1922 der Inflation erlag. 1907 wurde die
Georgenſchule in der Martinsgemeinde übernommen. 1912 die
Schloß=
kinderſchule, 1924 die Kinderſchule in der Mauerſtraße. Die Arbeiten
in Beſſungen und in der Martinsgemeinde wurden bei der Abteilung
der Einzelgemeinden geteilt.
Heute arbeiten Diakoniſſen des Eliſabethenſtiftes in Darmſtadt,
außerhalb des Mutterhauſes:
Gemeindepflegen: Stadtgemeinde 6; Johannesgemeinde 3;
Mar=
insgemeinde I 2, 1 Helferin; Martinsgemeinde II 2: Petrusgemeinde 2:
Paulusgemeinde 1 und 1 Helferin.
2. Kinderſchulen: Schloßgemeinde 1: Martinsgemeinde I 1 und
1 Helferin; Martinsdemeinde II 1 und 2 Helferinnen;
Johannes=
gemeinde 1 und 1 Helferin; Beſſungen 1 und 2 Helferinnen. Die Zahl
der in Darmſtadt in den Häuſern verpflegten Kranken überſchreitet
1400; die Zahl der betreuten Kinder über 700.
Gott, der Herr, ſchließe den Bund zwiſchen Darmſtadt und dieſer
ganzen großen Liebesarbeit immer enger, damit jeder Darmſtädter, wie
er redet von „unſerm Monument” und „unſerm Hochzzeitsturm”, er
auch rede, aber mit noch ganz anderr Liebe von „unſerm Stift”,
— Die Darmſtädter Bau= und Siedlungsgemeinſchaft hatte vor
eini=
ger Zeit ein Preisausſchreiben zur Erlangung von Entwürfen für ein
Titelblatt ihrer Halbmonatsſchrift erlaſſen. Aus allen Teilen des
Rci=
ches waren Entwürfe eingegangen. Am Schlußtage lagen 191 Entwürfe
vor. Von dieſen wurden 50 in die engere Wahl genommen. Das
Preis=
richterkollegium, das aus den Herren: Profeſſor Friedr. Wilh.
Kleu=
kens, Darmſtadt, Dr. Kurt Röder, Darmſtadt, M. J. Philipp
Ludwigshafen, Vorſteher der „D.B.S.” und Chriſtian Süß,
Schrift=
leiter, Darmſtadt, beſtand, ſprach den erſten Preis dem Entwurf mit dem
Veunwort „Sonniges Heim” dem Graphiken Hartmuth Pfeil,
Darm=
ſtadt zu; der 2. Preis entfiel auf den Entwurf mit dem Kennwort
„Wolke” des Graphikers A. Meier, Heidelberg; den 3. Preis erhielt
der Entſvurf „Kelle” desſelben Künſtlers:
1. Süddeutſche Gaſiwirts=Meſſe.
Es iſt noch nachzutragen:
1. daß mit einem Ehrenpreis ſelbſtrerſtändlich auch die goldens
Medaille verbunden iſt;
2. es wurde ferner der Wein= und Ebelbranntweinbrennerei Karl
Müller, Bad Kreuznach, der Ehrenpreis des Starkenburger
Weinhändlerverbandes und ſomit auch die goldene Medaille
ver=
liehen;
3. ferner erhielten die goldene Medaille die Firma Kleiderfabrir
Philipp Heß G. m. b. H., Darmſtadt, Schillerplatz 5, in der
Gruppe Berufskleidung für das Gaſtwirtsgewerbe, und Jakob
Wolff=Offenbach, Firmenſchilderfabrikation, ſowie
Konditor=
meiſter Franz Matthes (Kaffee Oper hier) und Küchenchef
Auguſt Brick (Saalbau=Reſtaurant hier).
4. Außerdem muß es heißen unter Auszeichnung der goldenen
Me=
daille ſtatt L. Hohmann G.m.b.H., Darmſtadt, H. Hohmann,
Buch= und Steindruckerei, G.m.b.H., Darmſtadt.
Jagd und Fiſcherei im Mai.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Jagd=Club.)
Der Monat Mai iſt für den Heger beſonders wichtig. Faſt alle
Vögel brüten oder haben Junge. Die Ricke führt ihre Kitzchen, die
Not=
tiere ſind hochbeſchlagen, die Bache hat Friſchlinge, und die Fähe
räu=
bert für ihre ſtets hungrige Nachkommenſchaft, was ſie erreichen kann.
Der erſte Haſenſatz iſt ſchon gut entwickelt, der zweite ſteht bevor,
Deshalb iſt Ruhe im Revier dringend notwendig; alle Hunde, ob
jagend oder nicht jagend, ſind an der Leine zu halten, das Betreten
aller Hegen und Dickungen unbedingt zu vermeiden.
Der Edelhirſch und das Damwild find am Aufbau des neuen
Haupt=
ſchmuckes, das Mutterwild ſteht allein und ſucht ungeſtörte Plätze zum
Setzen.
Gute Böcke ſind fertig mit fegen. Am 16. Mai beginnt die Jagd
auf ſie. Wer jetzt aber ſchon tabula raſa mit ihnen macht, ehe ſie zum
Vererben kommen, der kann ſich nicht wundern, wenn ſein Wildſtand
zurückgeht.
Die Sauen ſind Feldrevieren jetzt beſonders ſchädlich durch ihr
Brechen.
Das Auergeflügel balzt noch, der Birkhahn treibt ſein munteres
Spiel. Gegen Ende des Monats brüten unfere Waldhühner. Auch
die Rebhühner haben ihre Gelege.
Karpfen, Blei, Schied und Artel, Barſch und Barbe laichen. Huchen,
Zander und Hecht ſind noch ſchlecht im Fleiſch. Dagegen bieten Aeſche,
Forelle und Bachſaibling guten Fang. Aale und Karpfen beißen en
warmen Abenden.
*Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Ein bei einem Wirte beſchäftigter Kellner hat nach der
An=
lage mit dem Namenszuge dieſes Wirtes verſehene Abonnementskarten
für Mittageſſen in Höhe von etwa 1000 Stück drucken laſſen und dieſe
an Gäſte verkauft. Durch einen anonymen Brief wurde der Dienſtherr
über die Täterſchaft aufgeklärt; er ſchätzt den ihm erwachſenen Schaden
auf 3000—4000 Mark. Durch notariellen Vertrag iſt eine Einigung auf
den Betrag von 3000 Mk. erfolgt. In Frage kommt, ob die Tat ſich
als Urkundenfälſchung, verbunden mit Betrug, oder als Unterſchlagung
darſtellt. Der Staatsanwalt vertritt die Anſchauung, daß fortgefetzte
Unterſchlagung vorliege; es wird eine Gefängnisſtrafe von 6 Monaten
beantragt. Der Verteidiger verneint den Urkundencharakter der Eß
karten; ein Betrug zum Nachteile des Wirtes könne angenommen wer
den. Angeklagter habe ſich bemüht, den Schaden wieder gutzumachen
Die Strafe möge unter dem vom Staatsanwalt beantragten Strafmaſ
bleiben. In der wiedereröffneten Verhandlung betont der
Staatsanwal=
daß gewinnſüchtige Urkundenfälſchung deshalb vorliege, weil auf der
gedruckten Eßkarten der Name des Reſtaurateurs ſich befinde. Es wir
wegen fortgeſetzter Urkundenfälſchung und fortgeſetzter
Unterſchlagun=
eine Geſamtgefängnisſtrafe von ſechs Monaten beantragt. Das Urtei
erkennt wegen ſchwerer Urkundenfälſchung in Tateinheit mit Betru
auf ſechs Monate Gefängnis.
2. Ein Frankfurter Chauffeur ſteht unter der Anklage der fahr
läſſigen Körperverletzung. Der Autounfall hat ſich am Sonntag, de
29. Januar 1928, abends etwa 6 Uhr, in Reichenbach i. Odw. bei de
Rückfahrt von Lindenfels ereignet. Ein vierjähriges Kind wurde ver
letzt. Der Angeklagte gibt an, er ſei in mäßigem Tempo mit abge
blendeten Lichtern gefahren und habe vorſchriftsmäßig Signal gegeber
Der ärztliche Befund ſtellte einen Oberſchenkel= und Unterarmbruch feſ.
Die Angaben der Zeugen ſind widerſprechend, ſo daß ſich ein klare
Bild, wie ſich der Unfall abgeſpielt hat, nur ſchwer gewinnen läßt. De
durchfahrene Ortsteil ſcheint nicht genügend beleuchtet geweſen zu ſein
Die Staatsanwaltſchaft kann ſich von einem Verſchulden des Angekl
ten nicht überzeugen und beantragt die Freiſprechung. Der Anwalt de
Verletzten betont, daß das Auto kein Hupenſignal gegeben habe,
obw=
an der Unfallſtelle eine Straße abzweige. Da die Straße belebt ge
weſen ſei, hätte. Angeklagter ſeine Geſchwindigkeit noch bedeuten!
mäßigen müſſen. Der Verteidiger hält den Nachweis eines Verſchul
dens in keiner Weiſe für erbracht. Kinderausſagen ſeien mit der aller
größten Vorſicht aufzunehmen. Der Urteil ſpricht frei.
Von den hieſigen Friedhöfen.
Wir machen auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeiſters, be
treffend die Gebührenordnung für die hieſigen Friedhöfe, in der heutt
gem Nummer beſonders aufmerkſam.
Die neue Gebührenordnung hat z. T. eine Ermäßigung, z. T. aut
eine kleine Erhöhung der bisherigen Sätze gebracht. So ſind die S
für Einäſcherung von Leichen von 50 auf 45 Mark für hieſige und vo.
60 auf 50 Mark für Auswärtige ermäßigt worden. Eine kleine Erhöl
ung hat ſtattgefunden bei den Sätzen für Unterhaltung von Grabſtätten
auf die Dauer von 50 oder 100 Jahren, die bedingt iſt durch die
in=
zwiſchen erfolgte Erhöhung der Löhne pp. Die Uebernahnne der Unt
haltung von Grabſtätten durch die Stadtverwaltung dürfte vielen
Grab=
beſitzern noch nicht bekannt ſein und hauptſächlich für diejenigen Perſoheie
von Wichtigkeit ſein, die keine direkten Abkömmlinge hinterlaſſen, oder
deren Erben außerhalb Darmſtadts wohnen und die Inſtandhaltung ihler
Nuheſtättze dereinſt geſichert wiſſen wollen.
Die Anhänger der Feuerbeſtattung werden gleichzeitig darauf
aul=
merbſam gemacht, daß Anordnungen über Feuerbeſtattungen bei deit.
Friedhofsamt im Rathaus koſtenlos hinterlegt werden können. Daſelbſ
ſind auch Formulare erhältlich.
Die Beſitzer von Schlüſſeln zur kleinen Tür an der füdlichen Maue
des alten Friedhofes werden darauf aufmerkſam gemacht, daß anſtelle de
jährlichen Gebühr von 1 Mk. nunmehr eine einmalige von 5 Mk. er
hoben wird. Bei ſpäterer Rückgabe des Schlüſſels werden 2,50 Mk. 7u
rückgezahlt. Die zurzeit im Beſitze von Perſonen befindlichen Schlulle
ſind alsbald umzutauſchen, da eine Abänderung des Schloſſes vorgenon.
men werden muß. Hierbei iſt gleichzeitig die neue Gebühr zu entrichtel
Der Umtauſch erfolgt auf dem Geſchäftszimmer der Friedhofsverwvaltung
Herdweg 105. Nähere Auskunft, insbeſondere wegen Uebernahme di
Unterhaltung von Grabſtätten durch die Stadtberwaltung erteilt O0
Friedhofsamt im Rathauſe, Mauktplatz 8.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunier erſcheinenden Notigen ſind ansſchlieklich als Hinwelſe auf Anzeigen 11 beirechtel
in keinem Faiſe irgendwie ais Deſprechung oder Kritlk.
— „Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, Ortsgruppe Darn
ſtadt. Am Mittwoch, 16. Mai, pünktlich 8.30 Uhr abends, im Saale D.
„Eintracht”, Eliſabethenſtraße, Kameradſchaftsabend. Beſprechung ub
Hamburg. Am Montag, den 14. Mai, abends 8 Uhr, ſind die Kamer
den zu einer öffentlichen Wahlverſammlung der Deutſchnationale
Volkspartei in der Turnhalle am Woogsplatz eingeladen. Am Freité
den 18. Mai, ſpricht Herr General von Preuſchen um 8 Uhr, ebenfal
in der Turnhalle am Woogsplatz. Erſcheinen hierzu Pflicht.
— Reichsbund der Zivildienſtberechtigten, Zwei
verein Darmſtadt. Montag, den 14. Mai, abends 8.30 Ur
außerordentliche Hauptverſammlung im Vereinslokal „Stadt Coburt
Waldſtraße 2. Tagesordnung: Bericht über den Verbandstag in Main
Wahl des erſten Vorſitzenden Verſchiedenes. Es wird um rechk zar
reiche Beteiligung gebeten.
Tageskalender für Samstag, den 12. Mai 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende 22 U9
„Egmont”. — Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr: n2‟
Barbier von Sebilla”, — Orpheum: Geſchloſſen. — Konzerr
Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Mag
Waldſchlößchen, Reſtaurant Boßler, Sportkaffee, Bismarckecl.
Turnhalle am Woogsplatz, Anfang 20½ Uhr: Frühlng
Kinovorſtellungin
tanzfeſt der Turngemeinde 1846.
Helia; Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Samstag den 12 Mai 1928
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Aus Heſſen.
Starkenburg.
J. Griesheim, 11. Mai. Für die am 20. Mai d3. Js. ſtattfindende
Reichstagswahl iſt die hieſige Gemeinde in 3
Abſtimmungs=
bezirke eingeteilt. Der erſte Bezirk umfaßt die Buchſtaben A—G, der
zweite Bezirk die Buchſtaben H—M, der dritte Bezirk die Buchſtaben
N—3. Die Zahl der Wahlberechtigten beträgt 4885. Zum Zwecke der
ſchnelleren Auffindung der Namen der Wahlberechtigten bei der
Abſtim=
mung und der damit verbundenen ſchnelleren Abwicklung des
Wahl=
geſchäfts hat die Bürgermeiſterei an ſämtliche in die Wählerliſte
ein=
getragene Perſonen Karten verſandt, aus denen die Nummern, unter
denen ſie in die Wählerliſte eingetragen ſind, hervorgehoben. — Die
hieſige Freiwillige Feuerwehr war ſeither gemäß Art. 4 und
11 der Landesfeuerlöſchordnung durch zwei Jahrgänge der
Pflichtfeuer=
wehr verſtärkt. Nachdem nunmehr die Waſſerleitung zur Einführung
gekommen iſt und die 94 Mann ſtarke Freiwillige Feuerwehr ſowohl für
die wirkſame Bekämpfung eines Brandes, als auch für eine gehörige
Abſperrung dee Brandſtelle ausreicht, hat das Kreisamt Darmſtadt die
Genehmigung erteilt, daß die Pflichtfeuerwehr in Wegfall kommit.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 10. Mai. Obſt= und
Gartenbauver=
ein. Es hat ſich herausgeſtellt, daß auch in dieſem Jahre wieder die
Blutlaus ſtellenweiſe ſehr ſtark auftritt. Die Baumbeſitzer bzw.
Nutzungsberechtigten ſind laut Polizeiverordnung verpflichtet, bei jedem
Vorkommen dieſes Baumſchädlings ihre Bäume alsbald gründlich zu
reinigen und übermäßig mit Blutlaus behaftete Aeſte und Bäume zu
entfernen. Bei Zuwiderhandlung erfolgr Beſtrafung und Reinigung
auf Koſten der Säumigen. Die von der Gemeindeverwaltung eingeſetzte
Blutlauskommiſſion wird ſich demnächſt von dem Befolg der Verordnung
überzeugen. — Das Umpfropfen der Obſtbäume nimmt feinen
Fort=
gang und iſt nahezu beendet. Es wurden weit mehr Pfropfköpfe
auf=
geſetzt, 3 angemeldet waren. Dieſer Umſtand hat die Arbeit etwas
verzoger,, um ſo mehr, als auch noch die fehlenden Pfropfreiſer beſchafft
werden mußten. Auf die bereits vorgenommenen Umpfropfungen hat
das bisherige gute Wetter ſehr günſtig eingewirkt, ein großer Teil der
Pfropfreiſer iſt bereits angewachſen.
— Ober=Ramſtadt, 11. Mai. Die fiskaliſchen Grundſtücke
in der Gemarkung Ober=Ramſtadt werden am Dienstag, den 15. Mai,
vormittags 9 Uhr, im Saale „Zum Löwen” auf 12 Jahre neu verpachtet.
Mitverpachtet wird die Fiſcherei im ſogenannten Gabelteich (
Kolonial=
wald).
— Roßdorf, 11. Mai. Man ſchreibt uns: Mit Intereſſe haben eine
Reihe Einwohner den in Nummer 130 Ihres geſchätzten Blettes
enthal=
tenen Gemeinderatsbericht geleſen, wonach u. a. Punkten uuch
der Voranſchlag für das Rechnungsjahr 1928 Gegenſtand der
Tages=
ordnung war. Die Bewohner der Hauptſtraßen hoffen auf das
Be=
ſtimmteſte, daß der Gemeinderat der Bekämpfung der Staubplage
ge=
dacht hat. Der derzeitige Zuſtand kann und darf nicht weiter beſtehen
bleiben. Man vermißt in dem Gemeinderatsbericht den behandelten
Punkt über die Unterhaltsſache zweier unehelicher Kinder, für welche
die Steuerzahler jetzt ſchon nahezu drei Jahre in Anſpruch genommen
tverden. Wie man hört, ſollen die Unterhaltszahlungen noch weiterhin
fortgeſetzt werden müſſen, da der Kronzeuge verſagt hat. Wir
Steuer=
gahler verlangen von den Gemeindevertretern Aufſchluß, damit wir
wiſſen, wo unſere ſauer verdienten Steuergroſchen hinfließen. Wo
Pflichten ſind, ſind auch Rechte.
Frankenhauſen i. Odw., 11. Mai. Sonntag, den 13. Mai, hält
der hieſige Turnverein ſeinen diesjährigen Jahresball ab. Da
ſich der Turnverein jederzeit eines guten Rufes erfreut, ſo dürfte man
auch dieſes Mal cuf einen guten Erfolg hoffen.
r. Babenhauſen, 9. Mai. 5der Geburtstagsfeier. Der
chönen Sitte, den 40= und 50jährigen Geburtstag gemeinſam zu feiern,
hatten diesmal die 50er, Jahrgang 1878, Folge geleiſtet. Ueber 100
Berſonen, Jugendgenoſſen mit ihren Angehörigen, hatten ſich zur
ge=
neinſamen Wiederſehensfeier im Saalbau „Deutſcher Hof”
zuſammen=
gefunden. Kamerad Joh. Will ſprach herzliche Worte der Begrüßung.
ind Herr Gg. Krapp wies in einem Rückblick auf die Vergangenheit
nit ihren Tagen der Freude und des Leides hin und ſchloß mit dem
Wunſche, nach weiteren 10 Jahren auch den 60. Geburtstag in gleicher
eſtlicher Weiſe feiern zu können. Kamerad Hch. Bender gedachte in
hrenden Worten der Schulzeit, der ehemaligen Lehrer, die bereits alle
as Zeitliche geſegner haben, und der verſtorbenen Jugendgefährten und
pfer des Weltkrieges. Nach einem trefflichen gemeinſamen Mahle,
as Küche und Keller des Hauſes Heß alle Ehre machte, verbrachten
ie Teilnehmer bei Austauſch von Jugenderinnerungen, ausgezeichneten
eonzertſtücken der Feſtmuſik, Kinderreigen und humoriſtiſchen Darbie
ungen des Herrn Otto Bender noch einige recht vergnügte
Stun=
en, die allen unvergeßlich bleiben werden.
L. Michelſtadt, 11. Mai. Wanderung. Die Ortsgruppe
Michel=
adt vom Odenwaldklub führt am kommenden Sonntag, den 13. Mai,
dre 5. Wanderung aus, die über Würzberg—Haiſtermühle—Watterbach
ach Dörnbach geht. Die Teilnehmer treffen ſich um 6 Uhr vormittags
m Lindenplatz. — Odenwaldgau D.T. Entgegen der ſonſt
ge=
flogenen Gewohnheit, den Himmelfahrtstag für die Götzwanderung der
).T. zu wählen, hat man ſich dieſes Jahr auf den Sonntag vor
Him=
elfahrttag geeinigt, da man ſich hierdurch eine ſtärkere Teilnahme an
er Wanderung verſpricht. Durch den Umſtand, daß am
Himmelfahrts=
ig wohl alle ſelbſt einen kleinen Ausflug unternehmen und hierdurch
e Beteiligung an der Gauwanderung ſtark beeinträchtigt würde,
er=
offt man durch dieſe Aenderung eine ſtärkere Teilnahme. Die am
J. Mai ſtattfindende Wankerung führt über Erbach-Krähberg, wobei
r8 Bullauer Bild beſucht wird. Daſelbſt wird die Götzfeier in einem
Hausverkauf. Ob=
Uirdigen Rahmen veranſtaltet werden. —
ohl urſprünglich bekannt gegeben war, daß das zur Verſteigerung
ge=
ngende Pfarrhaus nur einmal ausgeboten würde, muß eine zweite
erſteigerung desſelben ſtattfinden, da ſowohl der Kirchenvorſtand als
ich die Gemeindevertretung aus zwingenden Gründen der erſten
Ver=
igerung ihre Genehmigung verſagen mußten. — Am Dienstag, den
Mai, findet im Gaſthaus „Zum grünen Baum” die nächſte
Sprech=
unde der Handwerkskammer=Nebenſtelle Offenbach ſtatt.
b. Erbach i. Odw., 11. Mai. Heſſiſche
Wanderausſtel=
ing für Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge.
ie vorgenannte Ausſtellung wird in den Tagen vom 12. bis
einſchließ=
h 24. Mai ds. Js. in der geräumigen ſtädtiſchen Feſthalle in Erbach
Zeigt werdenn. Dieſe Ausſtellung iſt täglich geöfnfet von 15—22 Uhr,
onntag, den 13. und 20. Mai ſowie am Himmelfahrtstag von 11 Uhr
rmittags bis 19 Uhr nachmittags. Im Rahmen der Ausſtellungen
d bis jetzt folgende Sonderveranſtaltungen bzw. Vorträge vorgeſehen
amstag, den 12. Mai, abends 8 Uhr, Eröffnung der Ausſtellung durd
rrn Dr. H. Neumann, Präſident der Landesverſicherungsanſtalt für
ſſen in Darmſtadt. Vortrag des vorgenannten Herrn über „
Volks=
ſundheit die Grundlage jeglicher Kultur”. Am Sonntag finden auf
urnſch Führungen durch die Ausſtellung ſtatt. Montag, den 14. Mai,
ends 8 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. med. Georgi, Chefarzt der
Epi=
otiſchen Anſtalt in Nieder=Ramſtadt, und des Herrn L. Avemarie
er „Die großen Seuchen unſerer Zeit‟. Dieſer Vortrag wird durch
chtbilder erläutert.) Dienstag, den 15. Mai, abends 8 Uhr, Vortrag
m Frau Regierungsrat Keller=Darmſtadt über „Geſundheitspflege und
rgendfürſorge‟. In Verbindung mit dieſem Vortrag werden
berſchie=
re Darbietungen der Schulen und Jugendgruppen gezeigt. Am Him
Tfahrttage finden auf Wunſch wiederum Führungen durch die Aus
Uung ſtatt. Am Freitag, den 18. ds. Mts., ſpricht in einem Vortrag
ands 8 Uhr Herr Kreisarzt Med.=Nat Dr. Jaup=Erbach über „Die
Fhütung der Infektionskrankheiten”. Samstag, den 19. Mai, ab
ands 8 Uhr, Turnabend. Am Sonntag, den 20. Mai, auf Wunſc
chloſſene Führungen. Montag, den 21. Mai, abends 8 Uhr,
Sonder=
trag für Frauen und Mädchen von Kreisfürſorgeſchweſter Margarete
ymidt=Darmſtadt über das Thema „Das Kind das wertvollſte Gut
Staates”. Zu dieſem Vortrag ſind auch die Väter herzlichſt
ein=
aden. Am Mittwoch, den 23. Mai, abends 8 Uhr, Vortrag von Dr.
b. Kohlſchütter, Facharzt für Orthopädie in Darmſtadt, über das
ema: „Feinde unſerer Kinder” mit Lichtbildern, unter
Berückſich=
ang der Krüppelerkrankungen. Donnerstag, den 24. Mai, abends
Thr, Sportabend. Anſchließend Schlußfeier mit Vortrag des Herrn
erreallehrers Roth=Darmſtadt (Mitglied des Amtes für Leibesübun=
Darmſtadt) über das Thema: „Leibesübungen und Geſundheit”
dieſem Vortrag wirken die Erbacher Turnvereine mit. In der Aus
ung ſind Bücher und Schriften über die verſchiedenſten Gebiete der
undheitspflege ausgelegt, die der Beachtung durch des Publikum
onders empfohlen ſeien. Die Schriften ſind käuflich zu erwerben.
Ausſtellung, die einzig in ihrer Art daſteht, verſpricht für unſere
völkerung ſehr lehrreiches Material, und ſei der Beſuch deshalb
m empfohlen.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 9. Mai. Nun ſtehen auch auf unſerer
ge die Obſtbäume in üppigſter Blütenpracht. Die Steinobſtblüte iſt
* ziemlich dahin, um ſo leuchtender aber lacht das Weiß der Birne
das Rot der Apfelbäume. So ſind alle Vorbedingungen für ein
Hes Obſtjahr gegeben, doch ſind wir immer noch nicht allen
Mai=
ten entronnen, die ſchon öfters die Koffnung auf ein reiches
Obſt=
vernichtet haben.
* Hirſchhorn, 11. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
Mat: 0,92 Meter; am 11. Mai: 0.90 Meter.
Bn. Hirſchhorn, 11. Mai. Verſchiedenes. Immer mehr
ge=
winnt unſer altes, idylliſch gelegenes Neckarſtädtchen als Ausflugs= und
Luftkurort an Bedeutung. So wird am kommenden Sonntag, den
13. Mai Ifd. Js., vormittags gegen ½11 Uhr, ein Sonderzug der
Reichs=
bahndirektion Mainz ungefähr 700 Fremde, darunter auch Beamte der
Reichsbahndirekt’on ſowie Preſſevertreter aus Mainz und den
Nachbar=
ſtädten, nach Hirſchhorn bringen. Nach einer kurzen Begrüßung durch
den Herrn Bürgermeiſter Zipp am Bahnhof werden die Gäſte in
ver=
ſchiedenen Gruppen die verſchiedenen Sehenswürdigkeiten Hirſchhorns
wie Schloß mit ſeiner Langbeinſchen Sammlung, die Kloſter= wie die
Ersheimer Kirche uſw., beſichtigen. Führer, die mit der Ortsgeſchichte
vertraut ſind, werden die nötigen Erläuterungen gebei. — Am
kom=
menden Himmelfahrttag, den 17. Mai Ifd. Js., findet die diesjährige
erſte Schloßbeleuchtung ſtatt, ausgeführt von der bekannten
Heidelber=
ger Firma Keſſelbach. Auch dieſe Veranſtaltung dürfte viele Fremde
nach Hirſchhorn führen. Die zweite diesjährige Beleuchtung des
Schloſ=
ſes iſt für den 12. Auguſt Ifd. Js. vorgeſehen.
— Neckarſteinach, 11. Mai. Der raſtloſen Werbetätigkeit des
Verkehrsvereins Neckarſteinach iſt es zu verdanken, daß die zuſtändigen
Behörden auch auf dieſe Gegend aufmerkſam geworden ſind und nun
Sonderzüge nach unſerem ſchönen Vierburgenſtädtchen fahren laſſen.
So waren am verfloſſenen Sonntag ein Sonderzug mit dem
Oden=
waldklub Mannheim=Ludwigshafen hier, und auch die amerikaniſchen
Journaliſten hatten hier ein Frühſtück eingenommen. Am kommenden
Sonntag trifft ein Sonderzug von Groß=Gerau ein mit etwa 700
Eiſen=
bahnern, des weiteren ein Sonderzug uus Offenbach a. M. mit 7—800
Perſonen und am nachmittag 3 Uhr ein Sonderzag, der von
Wies=
baden abgeht und etwa 1200 Perſonen bringt. Dieſer Sonderzug fährt
erſt des Abends um 19,29 Uhr wieder nach Wiesbaden zurück, ſo daß
den Teilnehmern Gelegenheit geboten iſt, ſich unſere ſchöne Gegend
anzuſehen. Der Verkehrsverein ſorgt für gute Führung der Gäſte, wie
auch die hieſigen Wirte es als eine Ehrenſache betrachten, für das
leib=
liche Wohl der Gäſte auf das beſte zu ſorgen. Eventuelle Anfragen
werden vom Verkehrsverein Neckarſteinach gerne beantwortet.
Bn. Aus dem Neckartal, 11. Mai. Witterungsumſchlag.
Die Eisheiligen machen ſich in dieſem Jahre ſchon beizeiten bemerkbar.
Nachdem die Temperatur in den letzten Tagen weſentlich geſunken iſt,
ſetzte geſteri und vorgeſtern öfters bei heftigem Winde Schneegeſtöber
ein und lag geſtern morgen auf den Neckartal= und
Odenwaldhöhen=
zügen eine Schneedecke bis zu 5 Zentimeter. Dieſer Witterungsumſchlag
beeinträchtigt auch die ſeit ungefähr 8 Tagen ſich in vollem Gange
be=
findliche Rindenernte weſentlich, da dadurch die Rinde ſich durch das
Stocken des Saftes ſchlecht abſchälen läßt.
H. Aus dem Weſchnitztal, 11. Mai. Tödlicher Unfall. Der
ledige Steinbrucharbeiter Michael Lobbüll in Weiher, der im
Porphyr=
werk im Machenberg beſchäftigt war, war auch ein Freund der Jagd. Als
er dieſer Tage von einem Birſchgange nach Hauſe kam, legte er ſein
Ge=
wehr ab, wobei ſich ein Schuß entlud und dem bedauernswerten fungen
Manne durch den Kopf ging. Dieſer war ſo übel zugerichtet, daß der
Tod ſofort eintrat.
H. Aus dem Weſchnitztal, 10. Mai. Jagdverpachtung. Am
Montag, den 21. ds. Mts., nachm. 2 Uhr, verpachtet die Gemeinde Reiſen
in der Wirtſchaft des Peter Jochim daſelbſt, die Feld= und Waldjagd
der Gemeinde, beſtehend in 335 Hektar Gelände, auf weitere ſechs Jahre.
1. Birkenau, 11. Mai. In vergangener Nacht wurden dem
Kriegs=
veteran Jochim aus ſeinem Stall 5 Hühner geſtohlen. Es iſt dies in
kurzer Zeit hier ſchon der zweite Geflügeldiebſtahl.
1. Von der Bergftraße, 10. Mai. In der Gemeide Laudenbach
be=
trägt wach amtlicher Schätzung der durch das Unwetter vom 29. April
an=
gerichtete Schaden 100 000 Mark, in Hemsbach 12600 Mk. Die
Haupt=
wucht des Unwetters entlud ſich bekanntlich über Zwingenberg und
Auerbach, wo der Schaden ungleich größer, ja überhaupt nicht mehr
gut zu machen iſt.
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Ay. Bensheim, 11. Mai. Aus der Wahlbewegung in
Bensheim. Die Ortsgruppe Bensheim=Auerbach der Deutſchen
Volkspartei veranſtaltete am Donnerstag, 10. Mai, im großen
Saale des „Deutſchen Hauſes” unter Vorſitz von Staatsanwalt a. D.
Kleinjung, eine öffentliche Wahlverſammlung, die einen übevaus
harmo=
niſchen Verlauf nahm. Als Redner des Abends war in der Perſon
von Amtsgerichtsrat Dr. Lohmann aus Weilburg a. d. Lahn ein
erfah=
vener Polſtiker, ein tiefgründiger Wirtſchaftskenner und, was beſonders
angenehm berührte, ein vornehmer und edeledenkender Menſch zu Worte
gekommen. Die ganze Rede, von heinem Zwiſchenruf unterbrochen,
be=
wgte ſich, damk der Perſönlichkeit des Vortragenden, auf einer
außer=
gewöhnlichen geiſtigen und ethiſchen Höhenlage, wie man ſie im
Wahl=
kampf außerordentlich ſelten anzutreffen Gelegenheit hat. Der Inhalt
der Rede ſei folgendermaßen ſkizziert. Reichsſchulgeſetz, Außenpolitik
und Wirtſchaftspolitik ſind die drei Kardinalpunkte der deutſchen
Gegen=
wartspolitik. Gerne übernehme die Deutſche Volkspartei die
Verantwor=
tung für das Scheitern des Keudellſchen Reichsſchulgeſetzentwurfes, in
welchem man es gerade auf die innere Aushöhlung und Unterminierung
der Simultanſchule abgeſehen gehabt hätte. Die Simltanſchule ſei eine
Garantie des konfeſſionellen Friedens, ihr dürfe der geſetzliche Schutz
nicht entzogen werden. Das Ziel der deutſchem Außenpolitik ſei und
bleibe es, die frühere deutſche Weltgeltung wieder herzuſtellen, ein Ziel,
das Streſemann durch eine Politik des Verhandelns und der
Verſtändi=
gung — übrigens die einzig mögliche für uſer wachtlos gewordenes
Reich — zu erreichen ſtrebe. Zweifelsohne habe die Streſemannſche
Außenpolitik heute die Mehrheit des deutſchen Volkes hinter ſich; mit
dem Widerſpruch der Deutſchnationalen ſei es ſtiller und ſtiller
gewor=
den. Gewiß habe die Locarno=Politik viele Hoffnungen bis jetzt
uner=
füllt gelaſſen, dennoch aber habe ſie auch wervvolle Erfolge aufzuweiſen
Durch die Rüchkehr Poincares zur politiſchen Macht, der den Ruhm der
ranzöſiſchen Währungsſtabiliſierung an ſeinen Namen zu knüpfen
ver=
ſtanden habe, ſei gewiß eine Stochung in der deutſch=franzöſiſchen
Ver=
ſtändigung eingetreten. Allein der aufrichtige Wille Deutſchlands zu
dieſer Verſtändigung habe unſeren finanziellen Kredit in der Welt,
vor=
wiegend in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wieder hergeſtellt,
ein Argument für die Richtigkeit dieſer Politik, wie es ſich gar nich
ſchwerwieegnder denken laſſen könne. Denn ohne Amerikas Kredithilfe
ſei doch eine Wiederingangſetzung der deutſchen Wirtſchaft (
Herabdroſſe=
lung der Avbeitsloſenziffer) änmöglich geweſen. Wirtſchaftspolitiſch ſei
eine verſtärkte inländiſche Kapitalneubildug, die Verringerung unſeres
Luxuskonſums und die Herabdrückung unſerer öffentlichen und Sozial
laſten ein kategoriſches Gebot. Es müiſſe immer wieder darauf
hinge=
wieſen werdem, daß die überaus hohen ſteuerlichen Laſten, die die deutſche
Wirtſchaft u tragen habe, eine internationale Vor=belaſtung derſelben
darſtellen und daß hierdurch ihve Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt
außerordentlich gefährder ſei. Die Rentabilitätserhaltung der deutſchen
Landwirtſchaft, zumal im Oſtem, ſei nicht minder eine national= und
bevölkerungspolitiſche Notwendigkeit.
D. Biblis, 11. Mai. Am Sonntag, 13. Mai, findet im Gaſthaus
„Zum Deutſchen Haus” ein Konzerk der evangeliſchem Chorgemeinſchaft
zu Gunſtem der Erbauung der hieſigen evangeliſchen Kirche ſtatt. Die
Leitung liegt in den Händen von Frl. Menger und Herrn Kramer, Groß=
Rohrheim, ſowie Herrn Vorſteher Appel von hier, und verſpricht ſchon
aus dieſem Grunde die Vevanſtaltung eine erſtklaſſige zu werden. Es
iſt ſicher angebracht, ſich ſchon rechtzeitig um Eintrittskarten zu bem
da eventuell ſchon früſhzeitig mit ausverkauftem Hauſe gerechnet
wer=
den muiß.
* Gernsheim, 11. Mai. Wafſerſtand des Rheins, am
10. Mai: 0,60 Meter; am 11. Mai: 0,57 Meter.
By. Langen, 9. Mai. Odenwaldklub. Nächſten Sonntag
ſinterninrmt die hieſige Ortsgruppe des Odewvaldklubs ihre 5.
Wande=
rung, die die Wanderer mit dem hinteren Odenwald, dem
Sandſtein=
gebiet, bekannt machen ſoll. Die Wanderung beginnt in Erbach und
führt über Bullau, Gebhardtshütte, Krähberg nach Hetzbach. — Der
Walter=Rathenau=Platz der die Bahnſtraße entlang führt, ſoll noch in
dieſem Jahre durch Anlagen verſchönert werden. Zu dieſem Zwecke
hat der hieſige Verſchönerungsverein 1500 RM. durch Mitgliedsbeiträge
ſowie Sammlungen aufgebracht. Dieſes Geld ſtellt nun der Verein
der hieſigen Gemeinde zur Verfügung, die die Verſchönerung des Platzes
ibernimmt. Nach den ausgeſtellten Plänen zu urteilen, wirb die
An=
lage ein Schmuckſtück für unſere Stadt. — Im nahen Dreieichenhain
iſt die Beſugszeit auf dem Friedhof während des Sommers von 5 bis
7 Uhr an den Tagen Dienstag, Donnerstag und Samstag feſtgeſetzt,
Sonntags von 4—7 Uhr.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 13. bis 19. Mai 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt—Dieburg—Babenhauſen—Aſchaffenburg bei Bahnhof
Ba=
benhauſen bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Beſondere Umleitungs
ſtraße, auf der Wagen bis 5,5 Tonnen 2 Kilometer. Wagen über 5,5
Ton=
nen 12 Kilometer fahren dürfen.
Bensheim-Worms iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Zwiſchen Bensheim und Lorſch Km. 23,8—26,4 vom 9. bis 31. 5.
Umleitung: Heppenheim a. d. B.
2. Zwiſchen Lorſch und Bürſtadt Km. 35,6—38,7 vom 20. 4. bis 25. 5.
Umleitung: Klein=Haufen—Jägersburg—Biblis—Bonſtadt.
Darmſtadt—Mainz (zwiſchen Büttelborn und Groß=Gerau, Km. 12,2
bis 13,7) vom 1. bis 21. 5. geſperrt. Umleitung: Griesheim-
Wolfs=
kehlen.
Michelſtadt—Erbach (Km. 45,45—46,72) vom 1. bis 27. 5 geſperrt.
Umleitung: Eulbacherſtraße bzw. unteren Weg in Michelſtadt.
Darmſtadt—Frankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt Langen) vom 2.—16.
Mai geſperrt. Umleitung im Ort, für Laſtwagenn über 5 Tonnen über
Egelsbach.
Darmſtadt—Mörfelden—Frankfurt a. M. Km. 17,585—20,185 (
Lan=
desgrenze) vom 9. 5. bis 2. 6. geſperrt. Umleitung Langen bzw. Neu=
Iſenburg.
Mainz—Bingen, Km. 18,4—22,4 (Abzweigung nach Gau=Algesheim
—Gaulsheim), vom 23. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitug: Gau=
Algesheim—Ockenheim—Gaulsheim.
Mainz—Alzey (zwiſchen Nieder=Olm und Wörrſtadt, Km. 12,2 bis
21,5) vom 30. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Sörgenloch—
Hahnheim—Undenheim.
Mainz—Worms iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Mainzerſtraße in Nierſtein bis auf weiteres. Umleitung durch
Orts=
ſtraßen.
2. Zwiſchen Ludwigshöhe und Guntersblum, Km. 26,2—38,0 bis auf
weiteres. Umleitung: Wald=Uelversheim.
Gießen—Marburg (zw’iichen Lollar und Sichertshauſen) vom 12. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Odenhauſen—Frohnhauſen—
Bellnhauſen.
Frankfurt a. M.—Gießen iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Zwiſchen Landesgrenze und Vilbel vom 16. 4. bis cuuf weiteres.
Umleitung: Bad=Homburg—Friedberg.
2. Zwiſchen Kloppenheim und Vilbel, Km. 47,053—48,300 vom 11. 4.
bis auf weiteres. Umleitung: Für den Durchgangsverkehr: Bad=
Homburg—Friedberg. Für den übrigen Verkehr: Ober=Erlenbach
3. Zwiſchen Kloppenheim und Okarben, bis zum Petterweiler
Ab=
zweig. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Bad=Homburg—
Friedberg. Für den übrigen Verkehr: Selzer Brunnen-Bahnho)
Groß=Karben.
4. Zwiſchen Niedermörlen und Niederweiſel vom 16. 4. bis auf
weite=
res. Umleitung: Steinfurth, Rockenberg, Griedel, Butzbach.
Gießen—Grünberg—Alsfeld (zw. Gießen ud Reiskirchen, Km. b
bis 7), vom 16. 4. bis auff weiteres geſperrt.
Lauterbach-Fulda (zwiſchen Laudenhauſen und Müs) vom 23. 4.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Salzſchlirf—Großen=Lüder,
Lauterbach-Herbſtein (zwiſchen Lauterbach und Blitzenrod) vom
18. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Friſchborn bzw. Rudlos—
Angersbach.
Lauterbach—Fulda (zwiſchen Lauterbach und Angersbach) vom 8. 5.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Rudlos bzw. Schlitz=Willofs.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Ortsdunchfahrt Uebevau (im Zuge der Straße Reinheim—Ueberau—
Einmündung in die Straße Reinheim—Lengfeld) vom 2. 4. bis 19. 5.
ge=
ſperrt. Umleitung: Reinheim-Lengfeld.
Eberſtadt—Seeheim Km. 10,16—12,13 vom 7. 5. bis 3. 6. geſperrt.
Umleitung: Bickenbach.
Wöllſtein—Frei=Laubersheim (Ortsdurchfahrt Wöllſtein) vom 20. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung von der Alzeherſtraße über
Sie=
fersheim—Wonsheim-Neu=Bamberg und Volxheim-Hackenheim.
Gemſingen-Kreuznach (Km. 8,2—13,2) vom 23. 4. bis auf weiteres
geſperrt. Umleivug: Genſingen, Nahebrücke, Langenlonsheim bzw.
Boſenheim, Hackenheim.
geſperrt.
Ortsdurchfahrt Dromersheim vom 14. 5. bis auf weitere
tung für den Verkehr Aſpisheim—Dromersheim-Büdesheim über!
Uml
Herrweiler—Genſingen.
ORBar
Ee
Ober=Ingelheim—Groß=Winternheim Km. 32,6—30,4 vom 8. 5. bis
auf weiteres geſperrt. Gau=Algesheim—Appenheim-Nieder=
Hilbers=
heim-Bubenheim—Schwabenheim.
Eſſenheim—Elsheim (Km. 13,1—15,3) vom 30. 4. bis 16. 6. geſperrt.
Umleitung: Stadecken.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. im Zuge der Straßen Rodheim—
Köppern und Rodheim-Holzhauſen vom 19. Januar bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ober=Erlenbach reſp. Kloppenheim—Petterweil oder
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. in Richtung Nieder=Wöllſtadt vom
22. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung erfolgt über Ortsſtraßen.
Ortsdurchfahrt Großen=Buſeck (Zeilgaſſe) vom 16. Februar bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung über die Kaiſerſtraße in Großen=Buſeck.
Ortsdurchfahrt in Holzhauſen v. d. H. in Richtung Friedrichsdorf
und Rodheim v. d. H. vom 22. 3. bis auf weiteres geſperrt.
Münſter—Fauerbach v. d. H. vom 10. bis 26. 5. geſperrt.
Umlei=
tung: Hochweiſel.
Berſtadt—Grund=Schwalheim vom 14. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Echzell—Biſſes oder Steinheim—Unter=Widdersheim.
Rheinheſſen.
Ac. Worms, 10. Mai. Die Prügelei in der
Stadtver=
ordnetenſitzung, die ſeinerzeit ſchon ſo großes Aufſehen erregt
hatte, kam jetzt vor dem Schöffengericht zur Verhandlung. Angeklagt
war der bekannte nationaſozialiſtiſche Stadtverordnete und Redakteur
Selzner wegen Beſchimpfung der republikaniſchen Staatsform, weil er
den verſtorbenen Reichspräſidenten Ebert einen Landesverräter genannt
hatte, ſowie die Stadtverordneten Sieber, Lutz, Schnarr und Kurzmann
(der Sozialdemokratiſchen Partei), weil ſie daraufhin den Stadtv.
Selz=
ner mit gefährlichen Werkzeugen, insbeſondere Aſchenbechern,
mißhan=
delt und ihn beleidigt hatten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt
Schröder aus Mainz, Selzner wurde durch R.A. Jung, die anderen
Angeklagten durch die Rechtsanwälte Deppiſch und Luley vertreten. Es
waren 10 andere Stadtverordnete verſchiedener Parteien als Zeugen
geladen. Die zweitägige Verhandlung, bei der es zu wiederholten ſehr
ſcharfen Zuſammenſtößen zwiſchen der Verteidigung und dem
Staats=
anwalt kam, und bei der auf Gerichtsbeſchluß ſchließlich das bekannte
Magdeburger Schöffengerichtsurteil verleſen wurde (was über 1½
Stun=
den in Anſpruch nahm), worin das Gericht zu der Feſtſtellung kam,
daß C. ſich des Landesverrats ſchuldig gemacht hatte, endete nach
wei=
teren 4ſtündigen Plädoyers damit, daß Selzner und Kurzmann
frei=
geſprochen wurden, während Lutz zu 15, Sieber und Schnarr zu je
10 Mark Geldſtrafe verurteilt wurden. Die Urteilsverkündung fand
vorgeſtern abend nach 9 Uhr ſtatt, wobei naturgemäß großer Andrang
herrſchte. — Freiw. Feuerwehr. In der vorgeſtrigen
Jahres=
hauppverſammlung wurde der alte Vorſtand einſtimmig wiedergewählt.
Die ſeit 74 Jahren beſtehende Wehr wurde im letzten Jahre 46 mal zu
Bränden und 5 mal zu ſonſtigen Hilfeleiſtungen glarmiert. Der
ge=
ſamte Beſtand iſt zurzeit 163 Mann.
Oberheſſen.
h. Gießen, 11. Mai. Die dritte diesjährige und 13.
Ausſtel=
lung und Zuchtverſteigerung für rotes Höhenvieh aus den weſtlichen
Unterverbänden des Verbandes Mitteldeutſcher Rotviehzüchter findet
am Mittwoch, den 23. Mai, in Frankenberg/Eder auf dem
Verſteige=
rungsplatze ſtatt. Zum Auftrieb kommen 47 Bullen über 14 Monate
und eine Anzahl weiblicher Tiere über 1 Jahr der bekannten Raſſe des
einfarbig roten Höhenviehs aus den Unterverbänden in Oberheſſen,
Weſtfalen, Kurbeſſen und Biedenkopf. Das zum Verkauf kommende
Zuchtmaterial iſt in den Herdbüchern der Unterverbände eingetragen,
über eine Reihe weiblicher Tiere liegen die Leiſtungsergebniſſe vor.
Die vorzuſtellenden Tiere ſind auf Zuchttauglichkeit vorgeprüft und
bringen die typiſchen Nutzungseigenſchaften dieſer bodenſtändigen Raſſe
in Arbeitsfähigkeit, Milch= und Fettleiſtung ſowie in Maſtfähigkeit
treffend zum Ausdruck. Unter den weiblichen Vorfahren der
verkäuf=
lichen Bullen uſw. finden ſich Kühe mit Jahresleiſtungen von 5019 Kilo
Milch mit 3,78 Prozent Fett, 4263 Kilo Milch mit 4,61 Prozent Fett,
4463 Kilo Milch mit 3,51 Prozent Fett uſw. Die Lebendgewichte der
Bullen im Alter von 14—24 Monaten liegen zwiſchen 9—12 Zentner,
der ausgewachſenen Kühe zwiſchen 10—12 Zentner. Die Preiſe für
hochwertige Bullen ſchwankten auf den diesjährigen Verſteigerungen
ziviſchen 600—100 Mark, ſie betrugen im Mittel im Vorjahr 706 Mark
und ſind mit Rückſicht auf das hochwertige Material als ſehr niedrig zu
bezeichnen. Die Veranſtaltung bietet die beſte Gelegenheit, hochwertige
Zuchttiere dieſer wichtigen Gebirgsraſſe zum Ausbau einer
wirtſchaft=
lichen Minderzucht zu erwerben.
Seite 8
Samstag, den 12. Mai 1928
Nummer 132
Familiennachrichten
Die Verlobung ihrer Kinder
Anni und Gustau
beehren sich hiermit ergebenst
an-
zuzeigen
Heinrich Martin,
Subdirektor, und
Frau Anna, geb. Pröls
Gustau Bode
Bezirksdirektor, und
Frau Paula, geb. Häcker
Anni Martin
Gustau Bode
Verlobte
Mannheim
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Darmstadt
Heidenreichstr. 21
Mai 1928
233ſ00.
Statt Karten.
Ev. Joh. 11, V. 25, 26.
Nach Gottes Ratſchluß entſchlief heute Freitag
in der Morgenfrühe nach halbjährigem ſchweren
Herzleiden unſere inniggeliebte älteſte Tochter und
Schweſter, auch Nichte und Baſe
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(9
Schneider
Ouig!
Hauswirtſchaftslehrerin
in ihrem 25. Lebensjahre.
In tiefem Schmerz:
Gottfried Schneider und Frau
Margarethe, geb. Schulte
Rudolf Schneider, cand. dipl. ing
Heinz und Maria Schneider.
Darmſtadt, den 11. Mai 1928.
(*12923
Seitersweg 12.
Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Mai,
vormittags 11½ Uhr, auf dem alten Friedhef
an der Nieder=Ramſtädlerſtraße ſtatt.
Von Beileidsbe uchen bitten wir abzuſehen.
Sein
25jähriges Oſenſfiubiläum
begeht am 13. Mai der ſtädt.
Tagerhausverwalter Philipp
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Todes=Unzeige.
Heute früh iſt unſer lieber Kamerad
Herr Ludwig Held
im Alicehoſpital verſchieden.
Die Beerdigung findet
Sams=
tag, den 12. Mai, nachm. 2½ Uhr,
auf dem alten Friedhof ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung. Sammelpunkt am
Fried=
hofseingang 2½ Uhr.
Der Vorſtand.
Darmſtadt, den 10. Mai 1928. (8320
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl.
Teilnahme beim Heimgang
unſe=
rer lieben Entſchlafenen ſagen
wir hiermit Allen unſeren
in=
nigſien Dank.
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem
Heim=
gang meines lieben Mannes
ſage ich hiermit Allen meinen
innigſten Dank. Beſonderen
Dank dem
Kameradſchaft=
lichen Kriegerverein 1874
Darmſiadt.
Im Sinne meines Mannes
habe ich von einer Todesanzeige
Abſtand genommen.
Die trauernde Gattin:
Eliſe Mechler, geb. Werner.
Darmſtadt, den 12. Mai 1928.
12937
Ahaſtraße 14.
Dankſagung.
Für die liebevollen Beweiſe
der Teilnahme bei der
Krank=
heit, ſowie bei dem Heimgang
unſerer lieben Tochter ſagen
herzlichen Dank
Familie
Nikolaus Dingeldein.
Darmſtadt, den 10. Mai 1928.
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Samstag den 12 Mai 1928
Geite 11.
*be
12
Frankfurter Chronik.
In der Fahrgaſſe wurde der Bauarbeiter
Hein=
rich Wehner aus der Elkenbachſtraße von einem Auto
überfahren. Er trug innere Verletzungen davon und
wurde durch die Rettungswache ins Heiliggeiſthoſpital
gebracht. — Am Heſſendenkmal wurde der Poſtaſſiſtent
Ernſt Fink von einem Laſtauto angefahren. Er erlitt
einen ſchweren Schädelbruch. — In der Bockenheimer
Landſtraße erfolgte ein Zuſammenſtoß zwiſchen einem
Straßenbahnzug der Linie 7 und einem Laſtauto,
Es entſtand nur Sachſchaden. — Auf der Kreuzung
Forſthaus=Paul=Ehrlichſtraße ſtießen ein Auto und
ein Motorradfahrer zuſammen. Das Motorrad wurde
ſtark beſchädigt; Perſonen nicht verletzt. — Am
Bahhofsplatz, Ecke Wieſenhüttenſtraße, wurde ein
Radfahrer von einem Auto angefahren und ſein Rad
dabei ſtark beſchädigt. — In der Offenbacher
Land=
ſtraße ſtreifte ein Laſtauto beim Herausfahren aus
einem Hof auf die Straße die Umfaſſungsmauer des
Grundſtücks. Dieſe fiel zuſammen, zum Teil auf den
Bürgerſteig und verletzte zwei Perſonen leicht.
Am Bahndamm in der Nähe des Haupteingangs des
Stadions entſtand — vermutlich durch
Funkenaus=
wurf einer Lokomotive — ein Grasband von evwa
80 Meter Ausdehnung, der von Bahnarbeitern
ge=
löſcht wurde. Die Feuerwehr brauchte nicht mehr in
Tätigkeit zu treten. — Eingebrochen wurde in der
Nacht vom 9. zum 10 Mai in ein
Kolonialwaren=
geſchäft in der Alten Mainzergaſſe. Geſtohlen wurde:
13 Mark Wechſelgeld, 7—8 Pfund Butter, Schokolade
und etliche Pfund Käſe. — Der Frankfurter
Groß=
flugtag am Sonntag, den 13. Mai, wird ein
glän=
zendes flugſportliches Ereignis werden. Viele
glän=
zende Fliegernamen ſind im Programm enthalten.
Als ganz ſelbſtverſtändliche Progrommnummer hat
ſich in den letzten Jahren das Abſpringen vom
Flug=
geug aus großer Höhe eingebürgert. Dieſes Mal
werden zwei Damen und Herren den gefahrvollen
Sprung aus den Lüften wagen. Da dieſe große
Flugveranſtaltung einen Maſſenbeſuch zu erwarten
hat, wird die Straßenbahn vom frühen Nachmittag
an einen verſtärkten Betrieb zum und vom Flugplatz
einrichten.
Jagd hinter den Gladbecker Reichsbankräubern.
Eine große Eſſener Verbrecherfamilie aufgeſtöbert.
Berlin. Die Nachforſchungen nach den
ver=
tvegenen Bankräubern, die am bergangenen Samstag
bei hellichtem Tage und bei regſtem Straßenverkehr
Die Reichsbanbſtelle Gladbeck überfallen und ausge=
Hlündert haben, haben nunmehr zur Feſtſtellung der
Täter geführt. Dabei iſt leider ein Kriminalbeamter,
der bei der Durchſuchung der Wohnung das
Schlaf=
zimmer betvat, von den Tätern erſchoſſen worden.
Bis Donnerstag mittag iſt es noch nicht gelungen,
der Mörder habhaft zu werden. Die Eſſener
Krimi=
alpolizei verfolgt mit allem Nachdruck dieſe neue
Mordtat, während die Gladbecker Polizei in Ver=
Hindung mit den aus Berlin wegen des Primaners
Daube anweſenden Kriminalbeamten die
Bankraub=
ache weiterbearbeitet. Man iſt anſcheinend einer
Ver=
orecherfamilie auf die Spur gekommen, der auch
rrehrere andere ſchwere Verbrechen, die im
Ruhr=
ebiet in den letzten Jahren begangen und bisher
ticht aufgeklärt worden ſind, zur Laſt fallen. Von
er Verbrechergeſellſchaft iſt die ganze Familie
Hübſche bis auf den älteſten Sohn, der ſich angeblich
ach Düſſeldorf zum Pferderennen begeben hatte, in
Haft genommen worden. Daß die Raubzüge dieſer
Zerbrechergeſellſchaft ſehr einträglich geweſen ſein
rrüſſen, hann man daraus ſchließen, daß ſie über
inen kleinen Autopark verfügt, und auch die
ſon=
iigen Anzeichen ſprechen dafür, daß ſie im Beſitze
rößerer Geldmittel iſt. Es handelt ſich mit
Aus=
jahme des Vaters um junge Leute im Alter von
8—24 Jahren, die bisher die Aufmerkſamkeit der
Solizei nicht auf ſich gezogen hatten.
Selbſtmord vor den verſammelten Angeſtellten.
Berlin. Der 59jährige Möbelfabrikbeſitzer
fiſcher in Breslau rief am Freitag vormittag 10 Uhr
eine ſämtlichen Angeſtellten in ſein Kontor. Als ſie
erſammelt waren, richtete er an ſie die Frage, wie
Hät es augenblicklich ſei. Kaum hatten die
Angeſtell=
en ihm verwundert die Andwort gegeben, da ſagte
r, um dieſe Zeit, genau vor einem Jahre, ſei auch
in Vater geſtorben, zog einen Revolver aus der
Taſche und brachte ſich einen Schläfenſchuß bei, der
en ſofortigen Tod herbeiführte. Das Motiv zu
Eeſer Tat ſoll in wirtſchaftlichen Schwierigkeiten zu
rchen ſein.
Ein Oenkmal des Sparens.
t
Der „Pfennigbaum”
Hamburger Sparkaſſe hat eingedenk des Spruches,
5, wer den Pfennig nicht ehrt, der Mark nicht wert
eimn Denkmal des „Pfennigs” errichtet und dem
tſchen Sparſinn ein ſichtbares Monument geſetzt.
New York feiert unſere Ozeanhelden.
Die Ehrenkompagnien vor den einziehenden Automobilen unſerer Ozeanflieger
in den Straßen von New York.
Zehntauſend Soldaten der amerikaniſchen Armee wurden zu Ehren der „Bremen”=Flieger am
Einzugstage in New York aufgeboten. Geſchloſſene Militärabteilungen vor und hinter der
Auto=
mobilreihe haben den feſtlichen Eindruck gehoben. Millionen von New Yorkern ſtanden Spalier.
Die Ozeanflieger beim Erzbiſchof von New York.
Köhl und Fitzmaurice, die Katholiken ſind, haben das innere Bedürfnis gehabt, den Kardinal=
Erzbiſchof von New York, Patrick J. Hayes, zu beſuchen. Hünefeld begleitete ſeine Kameraden.
Unſer Bild zeigt Hauptmann Köhl, Freiherrn v. Hünefeld, den Kardinal und Major Fitzmaurice
im erzbiſchöflichen Palais.
300 000 Mark Unterſchlagungen bei der
Brandenburger Steuerkaſſe.
Berlin. Die Unterſuchung der
Unregelmäßig=
keiten bei der Steuerhaſſe in Brandenburg a. d. Havel
hat ergeben, daß die dort unterſchlagenen Beträge
weit höher ſind, als bisher angenommen wurde. Der
Nendant Zimmermann hat bei ſeinen letzten
Ver=
nehmungen zugegeben, nicht nur 40 000, ſondern faſt
100000 Mark unterſchlagen zu haben. Auch der
Magiſtratsinſpektor Steulke hat ſein Geſtändnis
er=
weitert. Danach erreicht die Summe der von ihm
veruntreuten Gelder annähernd 200000 Mark, ſo
daß die Steuerkaſſe um etwa 300000 Mark
ge=
ſchädigt iſt.
Nach dem Genuß von Speiſeeis erkrankt.
Neunkirchen. In der Gemeinde Uchtelfangen=
Kaiſen erkrankten in der letzten Woche über 200
Kin=
der nach dem Genuß von Speiſeeis. Zwei der
Er=
krankten ſind bereits geſtorben. Es wird
angenom=
men, daß das anläßlich des Patronatsfeſtes
ange=
botene Speiſeeis nicht einwandfrei war. Die
Poli=
zei hat ſofort die Unterſuchung eingeleitet.
Erdbeben in Armenien.
Koſvno. Wie aus Moskau gemeldet ſwird, wurde
in Leninkau (früher Alexandropel) ein ſtarkes
Erd=
beben wahrgenommen. Viele Häuſer zeigten weite
Riſſe. Am Freitag früh wiederholten ſich die
Erd=
ſtöße, die auch in Tiflis zu ſpüren waren. Die
ge=
ſamte Bevölkerung flüchtete auf die Straßen,
Die Einbrecherkönigin wieder verhaftet.
Baſel. In Zürich konnte die von Berlin
ſteck=
brieflich verfolgte Einbrecherin Ella v. Elpons, geb.
Stutt, verhaftet werden. Sie trägt den ſchönen
Bei=
namen „Die Einbrecherkönigin‟. Die Verhaftete
ſpielte auch unter dem Namen einer „Gräfin
Co=
lonna” eine Rolle. Sie hielt ſich längere Zeit in
Mailand, St. Moritz und Brüſſel auf. Wegen
ſchwveren Einbruchs war ſie zu 14 Monaten
Gefäng=
nis verurteilt worden. Es gelang ihr aber, nachdem
ſie neun Monate im Gefängnis zubrachte, nach der
Schweiz zu flüchten.
Drama im Kurſaal.
Genf. In der Bar des Genſer Kurſaales trat
in der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr eine Frau an
einen Tiſch heran, an dem ihr früherer Liebhaber mit
drei Bekannten ſaß und feuerte einen Revolverſchuß
auf ihn ab. Er wurde ins Herz getroffen und ſank
ſofort tot vom Stuthl. Die Mörderin, eine 26jährige
rumäniſche Tänzerin namens Vigilia Paranchimo,
wurde ſofort feſtgenommen.
Das allmächtige M. d. R.
Budapeſt. Dieſe wahre Begebenheit, über die
jetzt ganz Budapeſt lacht, iſt den beſten Witzen der
Weltgeſchichte ebenbürtig. Ihr Held wider Willen,
der ſozialdemokratiſche Reichstagsabgeordnete Johann
Eſztergalyos, hielt ſich vor einiger Zeit in ſeiem
Wahlkreis in Fünfkirchen auf und wurde natürlich
mit vielen Bitten überhäuft. Eine ſogenannte „Frau
aus dem Volke” ließ es ſich nicht nehmen, dem Herrn
Volksbertreter aus Dankbaukeit für die in Ausſicht
geſtellte Erledigung ihres Bittgeſuches einen
präch=
tigen Blumenſtrauß zu überreichen. „Die Blumen
ſind eigenes Gewächs,” bemerkte die Frau ſtolz, „wir
haben ſonſt noch ſchönere Roſen und Nelken in
un=
ſerem Gärtchen. In dieſem Jahre iſt aber die
Wit=
terung leider ſehr ungünſtig; wenn ſir bloß endlich
etwas Regen bekämen! . . ." „Ich werde Petrus
dem=
nächſt um etwas Regen für Ihren Garten bitten,
liebe Frau”, evwiderte der Abgeordnete ſcherzhaft,
fuhr nach Hauſe und wwar nicht wenig verwundert,
wenige Tage ſpäter folgenden geradezu klaſſiſchen
Brief von ſeiner Wähleuin aus Fünfkirchen zu
be=
kommen: „Ich danke Euer Guaden ergebenſt für
die prompte Erledigung meines Geſuches im
Miniſte=
rium. Endlich iſt die Penſionsgeſchichte wunſchgemäß
geregelt und dies verdanke ich Ihren Bemühungen.
Auch für Ihre gütige Vermittlung bei Petrus in der
Regen=Angelegenheit ſpreche ich Euer Gnaden meinen
innigſten Dank aus; nun blühen und wachſen meine
Blumen ſo fein, wie ſchon lange nicht mehr.” — Tia,
wenn man eben M. d. R. iſt! . .. und noch dazu
Sozialdemokrat, dann hat man ſogar auf die
Hei=
ligen „Einſluß”.
Unſchuldig hingerichtet.
Vor einiger Zeit ſetzte in einem Teile der
deut=
ſchen Preſſe eine Campagne gegen die
mechlenbur=
giſche Juſtiz ein, die beſchuldigt wurde, einem Mord
im Jahre 1325 nicht genügend aufgeklärt zu haben,
ſo daß ein Unſchuldiger hingerichtet wurde. Obwohl
die vorgebrachten Beweiſe" für einen derartigen
Juſtizirrtum nicht geeignet waren, ein
Wiederauf=
nahmeverfahren zu rechtfertigen, hat das
mechlen=
burgiſche Juſtizminiſterium die Sachlage on Hand
der vorhandenen Akten und durch Vernehmung von
Zeugen zu klären verſucht. Dabei hat ſich
bedauer=
licherweiſe herausgeſtellt, daß in einigen wichtigen,
für die Beſveiserhebung weſentlichen Dingen von den
mit der Aufdeckung des Verbrechens beſchäftigten
Stellen nicht ſorgſam genug verfahren war, ſo daß
es zu einer ſchiefen Beurteilung der der Tat
verdäch=
tigen Perſon kam. Es handelt ſich um den Fall des
Landarbeiters Jakubowſki, der des Mordes an
ſeinem unehelichen Kinde beſchuldigt war. J. war
als Kriegsgefangener nach Deutſchland gekommen und
blieb nach Friedensſchluß in Mecklenburg auf ſeiner
Arbeitsſtelle. Im November 1924 wurde er
ver=
haftet, weil man ihn beſchuldigte, ſein vier Jahre
altes Kind, den unehelichen Ewald Noges, ermordet
zut haben. Man hat die Leiche des Kindes in einem
Kaninchenloch auf der Heide gefunden. In der
Schwurgerichtsverhandlung ſtanden vier Zeugen auf,
die Jakubowſti ſehr ſchwer unter Eid belaſteten und
dabei auch darauf hinwieſen, der Beſchuldigte hätte
ſich durch den Mord ſeiner Zahlungspflicht für das
Kind entziehen wollen. Ausſchlaggebend für das
Todesurteil war auch die Tatſache, daß Jakubowſki
keine Auskunft darüber geben konnte, wo er ſich am
Mordtage zu einer beſtimmten Stunde aufgehalten
hätte. Es blieb jedoch möglich, daß der Angeblagte
eine Antwort auf die an ihn geſtellten Fragen nur
unzureichend geben konnte, weil er des Deutſchen nur
ſehr mangelhaft mächtig war. Einen Dolmetſcher
hatte man für die Verhandlung nicht geſtellt. So
wurde der Landarbeiter Jakubowſki auf Grund eies
Indizienbeweiſes zum Tode verurteilt. Das
Gnaden=
geſuch ſeines Rechtsanwalts wurde abgelehnt und
die Hinrichtung am 15. Februar 1926 vollzogen Bis
zu ſeinem Tode beteuerte Jakubowſki ſeine Unſchuld.
Im Laufe der folgenden Jahre wurden unter der
Bevölkerung des Ortes, in dem der Mord ſich
er=
eigner hatte, Stimmen laut, daß vielleicht doch eine
andere Perſon als Mörder des Kindes in Frage
käme. Daher wurde vor einigen Wochen vom
Mi=
niſterium eine neue Unterſuchung des Falles
ange=
ordnet, und dabei ergab ſich, daß gerade die
Per=
ſonen, die den Landarbeiter Jakubowſki unter Eid
ſo ſchwer belaſtet hatten, des Mordes bzw. der
Bei=
hilfe zum Mord verdächtig waren. Die Polizei
ver=
haftete drei der Zeugen, die ſich nach dem erſten
Er=
gebnis der Ermittelungen auch eines qualifizierten
Meineides ſchuldig gemacht hatten, und vernahm ſie
verantwortlich. Dabei ergaben ſich ſchwere
Beſchul=
digungen, die die drei gegeneinander erhoben.
Be=
ſonders ſchwer wurde der vierte, inzwiſchen flüchtig
gewordene Zeuge Fritz Nogens, ein ehemaliger
Für=
ſorgezögling belaſtet. So weit ſich die Sachlage nach
den bisherigen Ermittlungen beurteilen läßt, hat der
flüchtige Nogens den kleinen Ewakd ermordet und in
der Heide verſcharrt, weil er ein Zimmer in der
Ar=
beiterwohnung haben wollte. Dies konnte ihm
ſo=
lange nicht zugeſtanden werden, wie ein Kind
vor=
handen war. Die anderen drei Beſchuldigten ſtiftete
er zu falſchen Ausſagen an, in dem er ihnen geldliche
Vorteile verſprach. An einer Tanne hat er das Kind
erhängt und iſt dabei auch beobachtet worden. Anf
Grund der Beweisaufnahme und unter beſonderer
Berückſichtigung der Ausſagen durch die vier
eid=
fähigen Zeugen war das Schwurgericht zu einem
Todesurteil gekommen. Obwohl es nur einen
In=
dizienbeweis zur Grundlage hatte, wurde es
voll=
ſtreckt. Wenn das nun in Gang kommende neue
Ver=
fahren tatſächlich die völlige Unſchuld des
hingerich=
teten Jakubowſki feſtſtellen ſollte, ſo werden die
Lehren dieſes Prozeſſes einen wichtigen Beitrag zur
Frage der Beibehaltung der Todesſtrafe bilden, die
im Reichstagsausſchuß für Strafrechtsreform bereits
einmal lebhaft erörtert und in der erſten
Abſtim=
mung bejaht wurde.
Racheakt eines Polizeibeauten.
Kattowitz. Die beiden Unterſuchungsgefangenen
Penkala und Marziſch, die ſeinerzeit den in Neudorf
ſtationierten Polizeibeamten Wiezored verſchiedener
Delikte beſchuldigt hatten, wurden am Donnerstag
aus dem hieſigen Unterſuchungsgefängnis zu einem
Lokaltermin nach Neuendorf gebracht. Der
Polizei=
beamte erfuhr von der Anweſenheit der Gefangenen
in Neudorf, ſuchte ſie auf und gab ohne weiteres drei
Schüſſe auf ſie ab: Marziſch erhielt einen Kopfſchuß
und war auf der Stelle tot, während Penkala mit
ſchweren Verletzungen hoffnungslos darniederliegt.
Nach der Tat richtete der Polizeibeamte die Waffe
gegen ſich. Sie konnte ihm jedoch entriſſen werden.
Er wurde in das hieſige Gerichtsgefängnis
einge=
liefert.
Das Eiſenbahnunglück von Ancona.
12 Tote.
Mailand. Durch den Erdrutſch längs der
Eiſenbahnlinie Ancona-Brindiſi bei Grottamare
ſind bis jetzt 12 Tote und N Verletzte zu beklagen.
Von den Hügeln oberhalb der Eiſenbahnlinie hatten
ſich infolge der anhaltenden Regengüſſe der letzten
Tage ungeheifre Erdmaſſen gelockert, die am
Mitt=
ſvoch nacht auf die Eiſenbahlinie und Landſtraße
ſtürzten und ſie 6—8 Meter hoch verſchütteten.
Zu=
gleich wurd eine Villa und zwei Bauernhäuſer
ver=
ſchüttet und vollſtändig zugedeckt. Die genaue Zahl
der Opfer läßt ſich noch nicht ermitteln. Von dem
Perſonenzuge Ancona—Brindiſi ſind die Lokomotive
und drei ſtark beſetzte Perſonenwagen entgleiſt. Zwei
Wagen wurden von der Wucht des Anpralls
ineinan=
dergeſchoben. Hierbei wurden ſchon 6 Perſonen
ge=
tötet und 18 verletzt. Von Ancona iſt ſofort ein
Hilfszug abgeſchickt wworden und von den umliegenden
Dörfern wurde in der Nacht Hilfe organiſiert. Für
die Rettungsarbeiten wurden Miliz und Militär
aufgeboten. Der Verkehr wird mehrere Tage
unter=
brochen bleiben, da die Linie auf einer Länge von
150 Metern vollſtändig verſchüttet iſt. Bis jetzt
konn=
ten 11 Leichen geborgen werden, darunter die von
zwei Kindern.
Zwölf Perſonen auf einer Eisſcholle abgetrieben.
NewYork. Wie aus Auy St. John gemelder
wird, ſind dort zwölf Perſonen auf einer Eisſcholle
ins Mcer abgetrieben worden. Ihr Schichſal iſt noch
ungewiß.
1.
Geite 12
Gamstag, den 12. Mai 1928
Nummer 132
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
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des Oberpsſüſchaffners, 78 J., Rhönring 97. Am 3. Mai: Anna Binne=
Katharine Marſchall, geb. Karl, Witwe des Fuhrwerkbeſitzers, 78 J., 1 8—12 und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Kranichſteiner Str. 51. Otto Welker, 5 Mon., Luiſenſtr. 34. Am 4. Mai:
Anna Stenger, geb. Nover, Chefrau des Kaufmanns, 53 J.,
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ſtraße 16. Anna Weſtle, 1 Stde., Mauerſtr. 9. Johannes Hövelmann,
Korbflechter, 47 J., Hinkelsgaſſe 15. Peter Storck, Seifenſieder, 77 J.,
Arheilgen, hier Erbacher Str. 25. Wilhelmine Schott, geb. Nolly, 33 J.,
Ehefrau des Kaufmanns, Niebergallweg 2, hier Stadtkrankenhaus. Kindergottesdienſt für die MMartinsgemeinde (Weſt). Pfarrer Berger.
Karl Göſchel, Amtsgehilfe i. R., 93 J., Schloßgartenſtr. 15. Am 6. Mai:
Eliſabethe Krämer, geb. Walz, 75 J., Ehefrau des Metzgermeiſters,
Karlſtr. 53. Margaretha Jährling, geb. Peterhaus, 85 J., Witwe des
Schuhmachermeiſters und Trödlers, Wienerſtr. 64. Am 7. Mai: Eliſa= ger, ſein Leben und Wirken”, und Lichtbildervortrag von Pfarrer
beth Magdalene Hillgärtner, Zögling, 15 J., Nieder=Ramſtädter Str. 177.
helm Feix, ohne Beruf, ledig, Herdweg 58. Margarete Ahl, geb.
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big, 32 J., Ehefrau des Fuhrmanns, Gſchollbrücker Str. 332/zo. Bertha
Fiſcher, geb. Glas, 81 J., Witwe des Privatiers, Beckſtr. 63. Eliſabeth haus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Schott, geb. Trautmann, 29 J., Ehefrau des Kammachers in Nieder=
Modau, hier Grafenſtr. 9. Am 9. Mai: Heinrich Fröhlich, Eierhändler,
67 J., ledig, hier. Karl Albert Wilhelm Neuzeit, Kaufmann, 39 J.,
Blumenthalſtr. 81. Am 10. Mai: Betty Thalheimer, geb. Hecht, 77 J.,
Witwe des Kaufmanns, Landwehrſtr. 7½. Am 9. Mai: Sophie An= gottesdienſt.
tonie Wilhelwine Jäger, geb. Hundertmark, 61 J., Ehefrau des
Loko=
motivführers, Pankratiusſtr. 41. Heinrich Bauſch, Landwirt, 22 J.,
ledia, Worfelden, hier Grafenſtr. 9. Georg Adam Imhof. Gaſtwirt,
56 J., Schloßgraben 15. Liſelotte Bolle, 11 Std., Hochſtraße 10. Bar= Pfarrer Weiß.
bara Wenz geb. Leudemann, 76 J., Stiftſtr. 91. Am 10.: Kaufmann
Otto Hugo Thiem, 56 J., Klappacherſtr. 14. Schmied Karl Buchinger,
19 J. Liebfrauenſtr. 104. Landesbankdirektor Friedrich Wilhelm Gg.
Hch. Freſenius, Geh. Regierungsrat Dr., Paulusplatz 1. Gendarmerie=
Kreisinſpektor Ludwig Held, Schloßgartenplatz 14. Am 11.:
Hauswirt=
ſchaftslehrerin Dorothea Luiſe Schneider, 24 J., Seitersweg 12. Am 10.:
Grundarbeiter Valentin Härting, 54 J., Kiesſtraße 5.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag Rogate (13. Mai 1928).
Stadtkirche. Samstag, 12. Mai, abends 8½ Uhr: Andacht.
gemeinde. Pfarrer Vogel. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfar=
rer Kleberger. — Vorm. 11¾ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Lautenſchläger. — Nachm. 3 Uhr: Jahresfeſt des Eliſabethenſtifts.
Direktor Pfarrer Thiel aus Berlin. (Kollekte.)
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
bffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hanptgottesdienſt. Pfarrer Vogel. —
Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Konfirmandenſaal im Schloß. Montag, 14. Mai, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung),
Poſaunen=
chor. — Dienstag, 15. Mai, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der
Schloßgemeinde. — Mittwoch, 16.. und Samstag, 19. Mai,
2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
nachm.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 13. Mai, nachmittags
2½ Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer Heß. — Abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung). — Montag,
14. Mai, abends 8 Uhr: Gemeinbeverein der Markusgemeinde mit
Vor=
trag von Pfarrer Bergér über: „Die Poeſie der Bibel”. Geſangbüicher
mitbringen! — Jugendbund der Lukasgemeinde. — Dienstag, 15. Mai,
abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche.
Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). — Mädchenvereinigung der Refor= dienſt. Pfarrer Weiß.
mationsgemeinde (füngere Abteilung). — Mittwoch, 16. Mai, nachm.
3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2. — Abends 8 Uhr:
Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der
Markusgemeinde äältere Abteilung). — Mädchenvereinigung der Re=
8 Uhr: Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Jugendbund der
Markusgemeinde (füngere Abteilung). — Samstag, 19. Mai, nachm.
8 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2, Sporwlatz am alten
Arheilger Weg.
Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 1
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Goethe.
Krankenpflege durch Digkonen. Hauptſtation: Digkonenheim,
Heibel=
berger Straße 21 Fernſprecher 2883.
Evang Woblfahrtsdienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
feld, geb. Bauer, Ehefrau des Maſchinenarbeiters, 61 J., Soderſtr. 37. Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde (Weſt)
3. Abteilung, im Gemeindehaus. Pfarrer Verger; für die
Martins=
gemeinde (Oſt), 2. Abteilung, in der Kirche. Pfarrer Köhler. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz.
Vorm. 11 Uhr:
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Sonntag, 13. Mai, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Gemeindeabend unter Mitwirkung des
Kirchenchors mit Vortrag von Pfarrer D. Waitz über: „Dr. Max Rie=
Köhler über: „Albrecht Dürer, der Menſch und der Maler”. — Mon=
Friedrich Ludwig Eymann, Stadtoberaſſiſtent, 64 J., Heinrichſtr. 104. tag, 14. Mai, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung
Am 8. Mai: Paul Luft, 3 Mon., Heidelberger Str. 47. Friedrich Wil= Weſt; im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag, 15. Mai,
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im
Martins=
ſtift: Kirchenchor. — Freitag, 18. Mai, ahends 8 Uhr, im Gemeinde=
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Wildkolonie). Vorm. 17
Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarre Goethe. — Vorm. 11½ Uhr: Kinder=
Beffungen Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8½ Uhr:
Chriſten=
lehre, 2. Abteilung. Pfarrer Weiß. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Weiß — Vorm. 11½4 Uhr: Kindergottesdienſt.
Veranſtaltungen: Sonntag, 13. Mai, abends 8½ Uhr:
Jugendvereinigumg. — Montag, 14. Mai, abends 8½ Uhr:
Kirchen=
chor. — Mittwoch, 16. Mai, abends 8½ Uhr: Mädchenvereinigung
(jüngſte Abteilung); Bibelſtunde für die männliche Jugend. — Freitag,
18. Mai, abends 81 Uhr: Kirchenchor.
Pauluskirche. Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für beide
Konfirman=
bengruppen. Pfarrer Rückert. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer, Rückert. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Rückert. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, abends
Uhr: Jugendbund. — Dienstag, abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Samstag, abends 8 Uhr: Turnen der J.P.D.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Einſegnungsgottesdienſt. Pfarrer
Hickel. — Nachm. 3 Uhr (in der Stadtkirche): Feſtgottesdienſt. Predigt:
Direktor P. Thiel, Präſident des Kaiſerswerther Verbandes deutſcher
Diakoniſſenhäuſer. Anſprache: Prälat D. Dr. Diehl. Jahresbericht:
Sonntag, 13. Mai, vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Markus= Pfarrer Hickel. — Ev. Sonntagsverein: Teilnahme am Stiftsjubiläum.
(achm. 2½ Uhr: Sammeln zum Feſtkaffee; 234 Uhr: Feſtzug.)
Donnerstag, 17. Mai: Chriſti Himmelfahrt.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lauten=
ſchläger.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. —
Kindergottesdienſt: Mittwoch, 16. Mai, nachm. 2 Uhr: Ausflug.
Treff=
punkt am Tierbrunnen, Nieder=Namſtädter Straße.
Schloßkirche. Vorm. s Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Zimmermann.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Zimmermann. — Abends
6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Martinskirche. Vorm. 8 Uhr: Waldgottesdienſt auf der „
Kohl=
platte‟. Pfarrer Bergér. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Beringer. (Kollekte für den Kirchenſtock.)
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolinie). Vorm. 8 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Nachm.: Frühlingsfeſt der
Jugendbünde im Wald bei der Waldkolonie. (Der genaue Ort wird
noch bekanntgegeben.)
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Nückert.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Stadtmiſſion Gühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
formationsgemeinde (ältere Abteilung). — Freitag, 18. Mai, abends ſtunde. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr:
Bibelſtunde. Lehrer Spamer. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſions=
arbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde.
abends 8½ Uhr: Kriegerdankbund. — Mittwocb abends 8½ Uhr: Gem.
Chor. — Himmelfahrtstag, nachm. 3 Uhr: Waldfeſt an den Hirſch=
Feierabend (Stiftſtraße 51). Mittwoch, 16. Mai, nachm. 4 Uhr: köpfen. — Freitag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule,
Beſſunger Str. 80. Prediger Neuber. Samstag, abends 8½ Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 21, Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 434 Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Mädchen. — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Mädchen=
kreis. — Mittwroch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge Männer.
— Himmelfahrtstag: Tagesausflug. Abmarſch ½8 Uhr ab
Vereins=
haus.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infan=
teriekaſerne, Hof links.) Sonntag, 13. Mai, vorm. 9 Uhr:
Pflichtver=
ſammlung der tätigen Mitglieder. — Nachm. 3 Uhr: Handballwettſpiel
gegen Groß=Auheim. — Abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung und
Einführung des J.=C.=Leiters. — Montag, 14. Mai, abends 8½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde (J.=C.). — Dienstag, 15. Mai, abends 8 Uhr:
Po=
ſaunenſtunde. — Mittwoch, 16. Mai, nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde
(Sportplatz). — Abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde. —
Himmelfahrts=
tag, 17. Mai: Familienlandheimtag. Abfahrt 8 Uhr: Oſtbahnhof. —
Freitag, 18. Mai, abends 8 Uhr: Turnen und Körperſchule (Ludwigg
vberrealſchule). — Samstag, 19. Mai, nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde
im Heim.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 13. Mai, vorm. 10 Uhr;
Menſchenweihehandlung mit Predigt. Vorm. 11½ Uhr: Kinder=Sonn,
tags=Handlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtraße 44, Sonntag, 13. Mai
vormittags 10 Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr=
Predigt. Montag: Jugendverein. Miſſionsvortrag. Dienstag: Sing
ſtunde. Mittwoch: Frauenmiſſionsverein. Donnerstag (Himmelfahrts
feſt): Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt; nachmittags: Spaziergang für
die ganze Gemeinde. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17
Sonntag, 13. Mai, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. N. Rudnitzky. Vorm
11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachmittags 4 Uhr: Predigt. N. Rudnitzky
Abends 8 Uhr: Jugendſtunde. — Mittwoch, 16. Mai, abends 8½ Uhr=
Bibelſtunde über Philipper Kap. 3. Prediger N. Rudnitzky. Wir laden
jedermann freundlichſt ein.
Chriſtl. Verſammlung, Zimmerſtr. 4. Sonntag, vorm. 11 Uhre
Kinderſchule. Nachm. 4½ Uhr: Wortverkündigung.
Mittwoch
abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde. — Freitag, abends 8½ Uhr: Wort
betrachtung. Jeder herzlich eingeladen.
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage, Darmſtadt, Nie
der=Ramſtädter Straße 13. Sonntag, vorm. ½11 Uhr: Sonntagsſchule
Abends ½8 Uhr: Predigtverſammlung. — Montag, abends 8 Uhr;
Frauenverein und Brüderſchule. — Dienstag, abends 8 Uhr:
Gemein=
ſchaftlicher Fortbildungsverein. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 14. Mai, abends 8½ Uhr,
im Feierabend, Stiftſtr. 51: Bibelſtunde.
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 13. Mai (Rogate),
vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Prediger: Mäiſſionar Richter von
der Herrnhuter Miſſion. Kollekte für die Miſſion. Vorm. ½11 Uhr:
Chriſtenlehre. Abends 8 Uhr: Miſſionsvortrag in der Kirche.
Vor=
zeigen von Waffen und Gebrauchsgegenſtänden aus dem Miſſiousgebiet
in Auſtralien. — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchen
chor. — Mittzvoch: Jungmädchenverein.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, 13. Mai, vorm. ½10 Uhr
Hauptgottesdienſt (Muttertag). ½11 Uhr: Chriſtenlehre. ½1 Uhr
Kindergottesdienſt der Kleinen. 1 Uhr: Kindergottesdienſt der Große
(bei ſchlechtem Wetter um ½2 Uhr. — Dienstag: C. J.G. Mädcen
abend. — Mittwoch; C.J. G. Jungenabend. — Donnerstag: Aelterer
kreis.
Evangel. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 13. Mai, 8.15 Uhr Chriſter
lehre der Mädchen. 9.30 Uhr Gottesdienſt, Kandidat Vetter. 11 Uk
Kindergottesdienſt. 1.30 Uhr zweiter Gottesdienſt, Kandidat Dr. Kunz
Montag, 8.30 Uhr Mädchenvereinigung. — Mittwoch, 8.30 Ul
Uhr Kirchengeſangverein. — Freitag, 8.30 Uhr Poſaunenchor.
Provinzial=Pflegeanſtalt. 1.30 Uhr Gottesdienſt, Pfarrer Paul.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagei
Nachm. von 5—7 und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit. An Son
und Feiertagen: Vorm. von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte. 7 Uh
Frühmeſſe. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunio
9½ Uhr: Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der hl. Komm
nion. Nachmittags 2 Uhr: Chriſtenlehre. 2½ Uhr: Andacht.
We=
tagsmeſſe ¼½7 Uhr. Dienstags und Freitags, abends 8 Uhr: Me
andacht. An den übrigen Tagen iſt Majandacht morgens ½47 Uhr
der hl. Meſſe. Donnerstag: Feſt Chriſti Himmelfahrt.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feierdagen: 8u.
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in d
hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. Während der Schulz
Dienstags und Freitags, morgens ¼7 Uhr, hl. Meſſe mit
Austeilu=
der hl. Kemmunion in der hl. Meſſe. Vorher Beichtgelegenheit.
Hermogensaufstelluns
per 31. Dezember 1927
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Bw.
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5 345 41
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Darlehen
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Beteiligungen . .. ... .
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Bankgebäude .... . „
31 000.00
Inventar . . . . . . . . ..
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Sonstiges
299.89
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verbleibender Mitglieder . . . . 228 304 05
ausscheidender Mitglieder . .. 14 919.10
Rücklagen
gesetzliche . . . . . . . . .. . 8 690.17
Sonder-Rücklage .... . . . 7 272.85
Sterbe-Rücklage . . . ..
1950 00
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geschlossenen Verbände und. Scheckkunden
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zum Trans-Ozeanflug.
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Der Flug des Junkersflugzeuges „Bremen” unter ſeinem
Führer Köhl war eine hervorragende techniſche und menſchliche
Leiſtung, wozu noch für uns Deutſche der Umſtand hinzukommt,
daß es einem deutſchen Flieger und einer ganz in Deutſchland
hergeſtellten Flugmaſchine gelungen iſt, zum erſten Male den
Atlantiſchen Ozean von Europa noch Nordamerika zu
über=
fliegen.
Was bedeutet nun dieſe neue Leiſtung für zukünftigen
Transozeanverkehr? Iſt ein regelmäßiger Luftverkehr nach
Ame=
rika in techniſcher und wirtſchaftlicher Hinſicht heute überhaupt
ſchon möglich?
An einen regelmd
folgende zwei Forderu
ohne nennenswerte V
Ren
d. h. im weſentlichen
Darin iſt gleichzeitig
halten. Zweitens mu
können, daß ſeine Wir=
VK
genden Zeilen ſoll kr.
Bedingungen von den
erfüllt werden können
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Die bis jetzt für
ſcher wie ausländiſche
O.
den bisher verwandte
auch bei normalen, k
ziemlich unabhän gig
bei den großen Flüg
müſſen ſie oft ſehr lan
vorhanden iſt. Das
Verkehr völlig unhalt!
4
Bedienung und den f!
erſorderlichen Brennſt
laſt faſt nichts übrig
1
neren Flugzeuge für
rika völlig ungeeignet
Wohl iſt es techn
zehn= und mehrmoto
meſſungen zu bauen,
Wetter pünktlich fahr
laft aufweiſen. Wie
Sicherheit und Wirtſ
Weit ausſichtsrei
2
Ozean Landungsſtütz)
nicht das Raketenflug
barer Zeit völlig verä
ten die Flugzeuge ner
Vielfaches der bisheri
alſo trotz der wohl re
inſeln, beſonders bei
höht. Vielleicht wär
Aulage der Landung
Ozeanſchiffe, ähnlich
chem Verdeck verſieht
Ihre Maſchinenſtärke
kem Sturm nicht we
Zeit werden die Sch
ihre Vorräte. Aller)
ſehr ins Gewicht. C
Flugzeuge ihren ſcht
Vielleicht laſſen ſich
ins Flugzeug einbau
läſſig auch beim ſchlee
ders hergeftellte künf
Koſten die Bedenken,
Sturm gewachſen zu
das Raketenflugzeug
dann wieder anderwe
Die großen Luft
Wetter abhängig wie
Linie der große Luf
Wind eine ungeheure
über dem Flugzeug e
man hier ſtärkere M
ſchiffkörper vergrößen
A4
günſtiger werden. 1
kann das Luftſchiff
verkehrsmittel der 3
ihm viel bequemer a
Verhäſtnis von Bett
geres iſt.
Die Tatſache, da,
auch auf den längſten Strecken nicht verwendet wird, ſcheint die
Richtigkeit dieſer Behauptung zu beſtätigen.
Als das Luftverkehrsmittel der Zukunft kommt für weite
Entfernungen vielleicht eine dritte Art von Flugverkehrsmittel
in Frage, das bisher nur als Projekt beſtand, nu aber der
Wirklichkeit nahe gerückt iſt, nämlich das Raketenflugzeug — oder
beſſer das „Raketenflugſchiff”. Schon ſeit Jahren beſchäftigen
fich eine ganze Reihe ernſt zu nehmender Forſcher und
Konſtruk=
teure damit. Die Bewegung ſoll hier nicht nur durch einen Motor
oder Turbine, ſondern durch nach hinten ausgeſtoßene Gaſe er=
Folgen. Sie wird damit eine ſolche Schnelligkeit erreichen, daß
Der Flug auch von den ſtärkſten Winden faſt unbeeinflußt iſt.
Gleichzeitig mit dem erfolgreichen Flug der „Bremen” führ
auf der Opelrennbahn bei Rüſſelsheim zum erſten Male ein
Kraftwagen, bei dem als Antrieb ein Raketenaggregat eingebaut
dvar, bei dem alſo das Prinzip des Antriebes durch den Rückſtoß
ausgeſtoßener Gaſe verwirklicht war. Man erreichte damit ſchon
Beute eine Geſchwindigkeit, weiche alle bisher vorhandenen Ge=
Fchwindigkeiten weſentlich überbietet. Dabei iſt feſtzuſtellen, daß
Die Verſuche mit dem Raketenmotor auf der Erde nur als Vor=
Täufer ſeiner Anwendung in der Luft zu betrachten ſind. Seine
Verwendung zum Antrieb von Automobilen kommt
vorausſicht=
lich nicht in Betracht. Es hat den Anſchein, als wenn ſich mit
Silfe der Opelſchen Werke die Ideen Max Valiers verwirklichen
Follten. Wenn der weitere Ausbau des Raketenflugſchiffes ge=
Tingt, ſo wird dies eine Umwälzung auf dem Gebiete des
Flie=
ns auf große Entfernungen bedeuten. Es wird mit dem Na=
Eotenflugzeug möglich ſein, in etwa einem Zehntel der Zeit,
Delche jetzt die „Bremen” gebraucht hat, Amerika zu erreichen.
Die Entfernungen in Europa ſelbſt werden dann noch mehr
zu=
ſammenſchrumpfen, und man wird dann in der gleichen Zeit
von Köln nach Berlin fahren, die man früher von Köln bis
Düſſeldorf benötigte.
Und umzuſchaffen das Geſchaffne,
Damit ſich’s nicht zum Starren waffne,
Wirkt ewiges, lebendiges Tun.
Und was nicht war, nun will es werden.
Zu reinen Sonnen, farbigen Erden;
In keinem Falle darf es ruh’n.
Es ſoll ſich regen, ſchaffend handeln,
Erſt ſich geſtalten, dann verwandeln;
Fur ſcheinbar ſteht’s Momente ſtill.
Das Ewige regt ſich fort in allen;
Denn alles muß im Schutt zerfallen,
—1832)
Luto=
J. Zum
ntakt
darat
Be=
O
Leiſe
Die
2 3
ge=
2
3. gen
S
Sinke
Stels
*D 65 —ent
den
hem
ider
geivurzte wirinue verſchievener aagvessanpagrsererr ——— — Vei
Erwärmung krümmt — direkt oder indirekt durch den Strom
beheizt und betätigt durch die Ausdehnung wiederum einen
Schaltmechanismus. Die elektromagnetiſchen Selbſtſchalter haben
Vor=
8 O gen
8S=Bei
6 Türem
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2
öns=
ch=
Sch=
S Cärch
S
Ser=
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Ang
S‟
2
8
GCg
Bud 2. Selbstschalter als Sockelautomat.
vor den thermiſchen Apparaten den Vorzug der geringeren „
Kurz=
ſchlußträgheit”, d. h. ſie löſen bei auftretendem Kurzſchluß ſofort
aus. Dies wirkt ſich auch dahin aus, daß die den Automaten
vor=
zuſchaltenden Hauptſicherungen bei der thermiſchen weſentlich
höher ſein müſſen als bei den elektromagnetiſchen. Ein weiterer
Nachteil der rein thermiſchen Auslöſung iſt, daß derartige
Appa=
rate im allgemeinen nur für Wechſelſtrom brauchbar ſind, da
ihnen die für Gleichſtrom erforderliche magnetiſche Blaſung fehlt,
die das Feuer zwiſchen den Kontakten im Augenblick des
Ab=
ſchaltens zum Abreißen bringt.
Mit dem Auftreten der gasgefüllten, hochkerzigen Lampen
und elektriſcher Haushaltungsapparate zeigte ſich, daß man
viel=
fach mit den Automaten mit rein elektromagnetiſcher Auslöſung
nicht mehr auskam. Die Lampen haben nämlich im kalten
Zu=
ſtande einen weſentlich geringeren Widerſtand als im
glühen=
den, ſo daß im Moment des Einſchaltens ein Stromſtoß von
un=
gefähr dem 10fachen Wert des Normalſtroms erfolgt. Ebenſo
haben die Haushaltungsapparate meiſt einen Anlaufſtrom, der
ein Vielfaches des Normalſtromes beträgt. Obwohl dieſer
Stromſtoß von außerordentlich kurzer Dauer, wenigſtens bei den
Lampen, iſt, löſten die rein elektromagnetiſchen Automaten viel=
Bild 3. Selbstschalter als Stöpselautomat.
fach ſofort aus, ſo daß ſich derartige Anlagen überhaupt nicht in
Betrieb ſetzen ließen. Man baute deshalb für dieſen Zweck
I.S.=Schalter mit thermiſcher und elektromagnetiſcher Auslöſung.
Bei ihnen werden die geringeren Ueberlaſtungen durch den
Thermoſtaten, die höheren Ueberlaſtungen und Kurzſchlüſſe
durch den Elektromagneten abgeſchaltet. Die Auslöſecharakteriſtik
derartiger Automaten iſt der guter Sicherungen ähnlich, d. h. mit
wachſender Stromſtärke nimmt die Zeit, die zum Auslöſen
er=
forderlich iſt, erſt langſam, dann immer ſchneller ab. Bei den
un=
verzögerten Automaten dagegen, wie man die mit rein
elektro=
magnetiſcher Auslöſung auch nennt, iſt die Auslöſung praktiſch
konſtant, da mit Erreichung einer beſtimmten Stromſtärke der
Elektromagnet anſpricht und ſofort auslöft.
Die Abbildungen wurden liebenswürdigerweiſe von der Voigt
2. Haeffuer A.=G., Frankfurt am Main, zur Verfügung geſtellt.
Bild 4. Schnitt durch einen Stöpselautomat.
Von dem V. D.E. ſind für die Inſtallationsſelbftſchalter „
Leit=
ſätze” herausgegeben, die ſpäter durch endgültige Vorſchriften
er=
ſetzt werden. Hiernach müſſen z. B. die Automaten für 250 Volt
und bis zu 10 Amp. Kurzſchlüſſe von 500 Amp. bei 275 Volt
ab=
ſchalten, was eine recht beträchtliche Leiſtung für die ſehr kleinen
Apparate bedeutet. Auslöſezeiten und Auslöſeſtromſtärken, für
die beſtimmte Grenzen feſtgeſetzt ſind, dürfen ſich nach derartigen
Kurzſchlüſſen nicht weſentlich ändern. Ferner müſſen die
Auto=
maten Freiauslöſung beſitzen, d. h. ſie müſſen auch einwandfrei
arbeiten, wenn man den Schaltgriff oder Druckknopf feſthält.
Dies iſt ein weiterer Vorteil der Selbſtſchalter gegenüber
den Sicherungen. Bekanntlich kommt es öfters vor, daß nach
Durchbrennen einer Sicherung infolge Kurzſchluß durch Laien
neue Sicherungen dadurch zerſtört werden, daß ſie eingeſchraubt
werden, ehe der Kurzſchluß beſeitigt iſt. Bei den Automaten iſt
Bild 5. Schnitt durch den Installationsselbstschalter nach Bild 1.
das Nochbeſtehen eines Kurzſchluſſes ohne läſtige Mehrkoſten und
ohne Gefahr erkennbar, da der Automat beim Wiedereinſchalten
ſofort wieder auslöſt.
Aehnlich wie die Sicherungen haben die Automaten irgend
welche Kennmarken oder dergleichen, an denen man erkennen
kann, ob der Schalter eingeſchaltet iſt oder nicht. Zweckmäßig
ſcheinen die Kennmarken, die durch das Gefühl wahrgenommen
werden können, z. B. an der Stellung des Griffes, da in
An=
lagen mit nur wenigen Stromkreiſen nach Auslöſung eines
Automaten vielfach Dunkelheit auch an der Schaſttafel herrſcht.
Während der Grundgedanke der auf dem Markt befindlichen
I. S.=Schalter allen gemeinſam iſt, iſt ihre techniſche Durchbildung
je nach der Herſtellerfirma recht verſchieden. Man unterſcheidet
ferner Sockelautomaten, die vornehmlich für Neuanlagen in
Be=
tracht kommen, und Stöpſelautomaten, die ſich in jedes normale
Sicherungselement einſchrauben laſſen. In Bild 1 und 2 ſind
die Anſichten von zwei verſchiedenen Sockelautomaten
wieder=
gegeben. Bild 3 und 4 zeigen die äußere Form und den inneren
Aufbau eines Stöpſelautomaten. Dieſer Automat beſteht im
weſentlichen aus dem Porzellankörper mit dem Fußkontakt und
dem Gewindekorb zum Einſchrauben in Sicherungselemente, dem
Elektromagneten (4) mit Anker und Stößel (5), dem Schaltwerk
mit den Kontakten (2), der Auslöſeklinke (3) und dem aus dem
Schalter hervorragenden Schaltgriff (1). Die Wirkungsweiſe iſt
wie oben beſchrieben. Die Automaten werden auch als „
ver=
zögerte” geliefert. Es tritt dann zu den aufgeführten Teilen noch
TAA
APAK
UAUA
4
Nummer 5
12. Maz 1928
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
Geite 12
Gamstag, den 12. Mai 1928
Nummer 132
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 4. Mai: Margarete Götz, geb. Grüning, Witwe
des Oberpsſüſchaffners, 78 J., Rhönring 97. Am 3. Mai: Anna
Binne=
feld, geb. Bauer, Ehefrau des Maſchinenarbeiters, 61 J., Soderſtr. 37.
Katharine Marſchall, geb. Karl, Witwe des Fuhrwerkbeſitzers, 78 J.,
Kranichſteiner Str. 51. Otto Welker, 5 Mon., Luiſenſtr. 34. Am 4. Mai:
Anna Stenger, geb. Nover, Chefrau des Kaufmanns, 53 J.,
Heinheimer=
ſtraße 16. Anna Weſtle, ½5 Stde., Mauerſtr. 9. Johannes Hövelmann,
Korbflechter, 47 J., Hinkelsgaſſe 15. Peter Storck, Seifenſieder, 77 J.,
Arheilgen, hier Erbacher Str. 25. Wilhelmine Schott, geb. Nolly, 33 J.,
Ehefrau des Kaufmanns, Niebergallweg 20, hier Stadtkrankenhaus.
Karl Göſchel, Amtsgehilfe i. R., 93 J., Schloßgartenſtr. 15. Am 6. Mai:
Eliſabethe Krämer, geb. Walz, 75 J., Ehefrau des Metzgermeiſters,
Karlſtr. 53. Margaretha Jährling, geb. Peterhaus, 85 J., Witwe des
Schuhmachermeiſters und Trödlers, Wienerſtr. 64. Am 7. Mai:
Eliſa=
beth Magdalene Hillgärtner, Zögling, 15 J., Nieder=Ramſtädter Str. 177.
Friedrich Ludwig Eymann, Stadtoberaſſiſtent, 64 J., Heinrichſtr. 104.
Am 8. Mai: Paul Luft, 3 Mon., Heidelberger Str. 47. Friedrich
Wil=
helm Feix, ohne Beruf, ledig, Herdweg 58. Margarete Ahl, geb.
Lie=
big, 32 J., Ehefrau des Fuhrmanns, Gſchollbrücker Str. 33‟/yo. Bertha
Fiſcher, geb. Glas, 81 J., Witwe des Privatiers, Beckſtr. 63. Eliſabeth
Schott, geb. Trautmann, 29 J., Ehefrau des Kammachers in Nieder=
Modau, hier Grafenſtr. 9. Am 9. Mai: Heinrich Fröhlich, Eierhändler,
67 J., ledig, hier. Karl Albert Wilhelm Neuzeit, Kaufmann, 39 J.,
Blumenthalſtr. 81. Am 10. Mai: Betty Thalheimer, geb. Hecht, 77 J.,
Witwe des Kaufmanns, Landwehrſtr. 7½. Am 9. Mai: Sophie
An=
tonie Wilhelwine Jäger, geb. Hundertmark, 61 J., Ehefrau des
Loko=
motivführers, Pankratiusſtr. 41. Heinrich Bauſch, Landwirt, 22 J.,
ledig, Worfelden, hier Grafenſtr. 9. Georg Adam Imhof, Gaſtwirt,
56 J., Schloßgraben 15. Liſelotte Bolle, 11 Std., Hochſtraße 10.
Bar=
bara Wenz geb. Leudemann, 76 J., Stiftſtr. 91. Am 10.: Kaufmann
Otto Hugo Thiem, 56 J., Klappacherſtr. 14. Schmied Karl Buchinger,
19 J., Liebfrauenſtr. 104. Landesbankdirektor Frie‟
Hch. Freſenius, Geh. Regierungsrat Dr., Pauluspla.
Kreisinſpektor Ludwig Held, Schloßgartenplatz 14. HEHTEIEHEEIEHTI
ſchaftslehrerin Dorothea Luiſe Schneider, 24 J., Sei=
Grundarbeiter Valentin Härting, 54 J., Kiesſtraße.
*
Krankenpflege durch Diakonen. Hauptſtation: Diakonenheim,
Heidel=
berger Straße 21 Fernſprecher 2883.
Evang Woblfahrtsdienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von
8—12 und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde (Weſt)
2. Abteilung, im Gemeindehaus. Pfarrer Vergér; für die
Martins=
gemeinde (Oſt), 2. Abteilung, in der Kirche. Pfarrer Köhler. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz.
Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für die MMartinsgemeinde (Weſt). Pfarrer Bergér.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Sonntag, 13. Mai, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Gemeindeabend unter Mitwirkung des
Kirchenchors mit Vortrag von Pfarrer D. Waitz über: „Dr. Max
Rie=
ger ſein Leben und Wirken” und Lichtbildervortrag von Pfarrer=
Köhler über: „Albrecht Dürer, der Menſch und der Maler”. —
Mon=
tag, 14. Mai, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung
Weſt; im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag, 15. Mai,
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im
Martins=
ſtift: Kirchenchor. — Freitag, 18. Mai, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Wildkolonie). Vorm. 17
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarre Goethe. — Vorm. 11½ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt.
Beffungen Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 81 Uhr:
Chriſten=
lehre, 2. Abteilung. Pfarrer Weiß. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Weiß. —
Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 13. Mai, abends 8½ Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 14. Mai, abends 8½ Uhr: Kirchen=
Uhr: Mädchenvereinigung
G
I
118
*
ried
*
9
S 9
Kirchliche Nachrickn
Evangeliſche Gemes
Sonntag Rogate (13. Mg
*
Stadtkirche. Samstag, 12. Mai, aber *
Sonntag, 13. Mai, vorm. 9 Uhr: Chri K
gemeinde. Pfarrer Vogel. — Vorm. 10
rer Kleberger. — Vorm. 11¾ Uhr
O
Lautenſchläger. — Nachm. 3 Uhr:
9
Direktor Pfarrer Thiel aus Berlin. (Ko2 2
5
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9
.
bffnet. Eingang Nordtüre.
„
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hanptg
Borm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. 2.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Haut. *
Konfirmandenſaal im Schloß. Mo.
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
chor. — Dienstag, 15. Mai, abends 2
Schloßgemeinde. — Mittwoch, 16., un
5
2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stad 2. 8 5 5 5 s
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17).
2½ Uhr: Taubſtummengottesdienſt.
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
14. Maj, abends 8 Uhr: Gemeindevere
trag von Pfarrer Bergér über: „Die
mitbringen! — Jugendbund der Lukag
abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtt4
Stadtgemeinde (jüngere Abteilung).
mationsgemeinde (füngere Abteilung).1
3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemein.
Kirchenchor der Stadtkapelle und Se
Markusgemeinde (ältere Abteilung,
formationsgemeinde (ältere Abteilung
Uhr: Jugendbund der Kaplaneig
Markusgemeinde (jüngere Abteilung
8 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde‟
Arheilger Weg.
Feierabend (Stiftſtraße 51). Mit
Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruxy
Amtshandlungen an Auswärtige
2
6 5
8
D.
O.
Co
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8.
2—
2.
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Hermeg
per 31. E
KaBe t ( “„ .
Guthaben bei Reichsbank und Postsc.
Guthaben bei Banken .. . . ...
Wechsel . . . ..
Effekten . . . . . .„
Kapitalanlage . . ...... .
Außenstände in laufender Rechnung
geschlossenen Verbänden und Schec
Darlehen . . . . . ... ...
**
Beteiligungen . .. .. . .
Bankgebäude ...... . .
Inventar . . . . . .
Anhaftende Zinsen . . . .. .
7
Sonstiges . ....
Geschäftsguthaben
verbleibender Mlitglieder ... . EEEE
ausscheidender Mitglieder . ..
Rücklagen
gesetzliche . . . . . . . . . . . 8 690.17
Sonder-Rücklage ... . . „ 7 272.85
1950 00
Sterbe-Rücklage . . . ..
Guthaben in laufender Rechnung der
an-
geschlossenen Verbände und. Scheckkunden
Guthaben auf Sparkonten . . . . . . . . .
Hessengeld . . . . . . . . ....
Reingewinn . . . . . .. ....
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2½ Uhr=
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4¾4 Uhr: Bibel
beſprechſtunde für Mädchen. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Mädchen
kreis. — Mittlroch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge Männer
— Himmelfahrtstag: Tagesausflug. Abmarſch ½8 Uhr ab Vereins
haus.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22, Infan
teriekaſerne, Hof links.) Sonntag, 13. Mai, vorm. 9 Uhr: Pflichtver
ſammlung der tätigen Mitglieder. — Nachm. 3 Uhr: Handballwettſpie
gegen Groß=Auheim. — Abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung un
Einführung des J.=C.=Leiters. — Montag, 14. Mai, abends 8½ Uhr
Bibelbeſprechſtunde (J.=C.). — Dienstag, 15. Mai, abends 8 Uhr: Pr
ſaunenſtunde. — Mittwoch, 16. Mai, nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtund
(Sportplatz). — Abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde. — Himmelfahrts
tag, 17. Mai: Familienlandheimtag. Abfahrt 8 Uhr: Oſtbahnhof.
Freitag, 18. Mai, abends 8 Uhr: Turnen und Körperſchule (Ludwigt
bberrealſchule). — Samstag, 19. Mai, nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtund
im Heim.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 13. Mai, vorm. 10 Uhr
Menſchenweihehandlung mit Predigt. Vorm. 11½ Uhr: Kinder=Sony
tags=Handlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtraße 44, Sonntag, 13. Ma
vormittags 10 Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr
Predigt. Montag: Jugendverein. Miſſionsvortrag. Dienstag:
Sin=
ſtunde. Mittwoch: Frauenmiſſionsverein. Donnerstag (Himmelfahrt
feſt): Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt; nachmittags: Spaziergang 51
die ganze Gemeinde. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr.
Sonntag, 13. Mai, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. N. Rudnitzky. Vorn
11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachmittags 4 Uhr: Predigt. N. Rudnitzk
Abends 8 Uhr: Jugendſtunde. — Mittwoch, 16. Mai, abends 8½ Uhr
Bibelſtunde über Philipper Kap. 3. Prediger N. Rudnitzky. Wir lade
freundlichſt ein.
Verſammlung, Zimmerſtr. 4. Sonntag, vorm. 11 Uh=
Nachm. 41 Uhr: Wortverkündigung.
Mittwoe
HEIſE
Uhr: Gebetsſtunde. — Freitag, abends 8½ Uhr: Wor
P
Jeder herzlich eingeladen.
Feſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage, Darmſtadt, Ni
dter Straße 13. Sonntag, vorm. ½11 Uhr: Sonntagsſchul
8 Uhr: Predigtverſammlung. — Montag, abends 8 Uhr
ſin und Brüderſchule. — Dienstag, abends 8 Uhr: Gemei
Fortbildungsverein. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
niger Freundeskreis. Montag, den 14. Mai, abends 8½ Uh
end, Stiftſtr. 51: Bibelſtunde.
Auswärtige Kirchen.
Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 13. Mai (Rogate!
Uhr: Hauptgottesdienſt. Prediger: Miſſionar Richter vo
zuter Miſſion. Kollekte für die Miſſion. Vorm. ½11 Uhr
re. Abends 8 Uhr: Miſſionsvortrag in der Kirche. Vo
Waffen und Gebrauchsgegenſtänden aus dem Miſſionsgebi
en. — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirche
E5
irtvoch: Jungmädchenverein.
Gemeinde Traiſa. Sonntag, 13. Mai, vorm. ½10 Uh
Sdienſt (Muttertag). ½11 Uhr: Chriſtenlehre. ½1 Uh
Sdienſt der Kleinen. 1 Uhr: Kindergottesdienſt der Groß
tem Wetter um ½2 Uhr. — Dienstag: C. J. G. Mädche
Mittwoch; C. J. G. Jungenabend. — Donnerstag; Aeltere
el. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 13. Mai, 8.15 Uhr Chriſte
Mädchen. 9.30 Uhr Gottesdienſt, Kandidat Vetter. 11 U
esdienſt. 1.30 Uhr zweiter Gottesdienſt, Kandidat Dr. Kun
g. 8.30 Uhr Mädchenvereinigung. — Mittwoch, 8.30 U
engeſangverein. — Freitag, 8.30 Uhr Poſaunenchor.
izial=Pflegeanſtalt. 1.30 Uhr Gottesdienſt, Pfarrer Paul.
Katholiſcher Gottesdienſt.
febfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertage
n 5—7 und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit. An So
agen: Vorm. von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte. 7 U
Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommun!
Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der hl. Komy
ſihmittags 2 Uhr: Chriſtenlehre. 2½ Uhr: Andacht. W
½7 Uhr. Dienstags und Freitags, abends 8 Uhr: W
In den übrigen Tagen iſt Majandacht morgens ½7 Uhr
ſeſſe. Donnerstag: Feſt Chriſti Himmelfahrt.
mskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feierdagen: 8
n
mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und
Austeilung der hl. Kommunion Während der Schnl
und Freitags, morgens ¼7 Uhr, hl. Meſſe mit Austeil.
mmunion in der hl. Meſſe. Vorher Beichtgelegenheit.
—
STA
(Kir
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125 000.00
7 654.51
1 935 898 01
1935 898 01
Mitgliederbewegung; Zugang 670, Abgang 488
Bestand 4907 mit 4911 Geschäftsanteilen
Das Geschäftsguthaben hat sich um Mk 10920.— vermehrt; die Haftsumme
um Mk. 18200.—. Die Gesamthaftsumme beträgt Mk 491 100.—
Darmstadt, den 6. Mai 1928.
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1
Nummer 5
12. Mai 1928
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
12.R4
Kritisches
zum Trans-Ozeanflug.
Von
Dipl.-Ing. Mangold, Duisburg.
Der Flug des Junkersflugzeuges „Bremen” unter ſeinem
Führer Köhl war eine hervorragende techniſche und menſchliche
Leiſtung, wozu noch für uns Deutſche der Umſtand hinzukommt,
daß es einem deutſchen Flieger und einer ganz in Deutſchland
hergeſtellten Flugmaſchine gelungen iſt, zum erſten Male den
Atlantiſchen Ozean von Europa noch Nordamerika zu
über=
fliegen.
Was bedeutet nun dieſe neue Leiſtung für zukünftigen
Transozeanverkehr? Iſt ein regelmäßiger Luftverkehr nach
Ame=
rika in techniſcher und wirtſchaftlicher Hinſicht heute überhaupt
ſchon möglich?
An einen regelmäßigen Luftverkehr über den Ozean ſind
folgende zwei Forderungen zu ſtellen: Er muß bei jedem Wetter
ohne nennenswerte Verzögerung durchgeführt werden können,
d. h. im weſentlichen unabhängig von Wetter und Wind ſein.
Darin iſt gleichzeitig die Bedingung der Betriebsſicherheit
ent=
halten. Zweitens muß er eine ſo große Nutzlaſt mit ſich führen
können, daß ſeine Wirtſchaftlichkeit gewährleiſtet iſt. In den
fol=
genden Zeilen ſoll kritiſch unterſucht werden, inwieweit dieſe
Bedingungen von den heutigen Flugmaſchinen und Luftſchiffen
erfüllt werden können.
Die bis jetzt für den Ozeanflug benutzten Flugzeuge
deut=
ſcher wie ausländiſcher Herkunft unterſcheiden ſich in nichts von
den bisher verwandten Land= und Waſſerflugzeugen. Wenn ſie
auch bei normalen, kleineren Fahrten von Wind und Wetter
ziemlich unabhängig und betriebsſicher ſind, ſo ändert ſich das
bei den großen Flügen vollſtändig. Wie die Praxis zeigr,
müſſen ſie oft ſehr lange warten, bis für ſie günſtiges Flugwetter
vorhauden iſt. Das iſt natürlich ein für einen regelmäßigen
Verkehr völlig unhaltbarer Zuſtand. Die Belaſtung iſt durch die
Bedienung und den für eine Fahrt von rund 4—5000 Kilometern
erſorderlichen Brennſtoff ſo groß, daß für eine eigentliche
Nutz=
laſt faſt nichts übrig bleibt. Beide Tatſachen machen dieſe
klei=
neren Flugzeuge für einen regelmäßigen Flugverkehr nach
Ame=
rika völlig ungeeignet.
Wohl iſt es techniſch möglich, entſprechend größere, bis zu
zehn= und mehrmotorige Großflugzeuge von gewaltigen
Ab=
meſſungen zu bauen, welche vielleicht in der Lage ſind, bei jedem
Wetter pünktlich fahren zu können, und auch eine höhere
Nutz=
laft aufweiſen. Wie bei den Seeſchiffen, wächſt auch hier die
Sicherheit und Wirtſchaftlichkeit mit zunehmender Größe.
Weit ausſichtsreicher ſcheint uns aber der Plan, mitten im
Ozean Landungsſtützpunkte für die Flugzeuge anzulegen, wenn
nicht das Raketenflugzeug die techniſchen Grundlagen in
abſeh=
barer Zeit völlig verändert. Auf dieſen Landungspunkten
könn=
ten die Flugzeuge neuen Brennſtoff einnehmen und dadurch ein
Vielfaches der bisherigen Nutzlaſt tragen. Die Rentabilität wird
alſo trotz der wohl reiht erheblichen Koſten für dieſe
Landungs=
inſeln, beſonders bei einem ſtarken Flugverkehr, beträchtlich
er=
höht. Vielleicht wäre der einfachſte und billigſte Weg ſtatt der
Aulage der Landungsinſeln der, daß man eine Anzahl großer
Ozeanſchiffe, ähnlich wie die Flugmutterſchiffe, mit großem,
fla=
chem Verdeck verſieht und an beſtimmten Stellen kreuzen läßt.
Ihre Maſchinenſtärke dürfte ſo groß ſein, daß ſie auch bei
ſtar=
kem Sturm nicht weſentlich abgetrieben werden. Nach einiger
Zeit werden die Schiffe abgelöſt und ergänzen dann im Hafen
ihre Vorräte. Allerdings fällt hier ein Bedenken vorerſt noch
ſehr ins Gewicht. Es iſt dies die Gefahr, daß bei Nebel die
Flugzeuge ihren ſchwimmenden Landungsplatz nicht finden.
Vielleicht laſſen ſich aber hierfür auch entſprechende Apparate
is Flugzeug einbauen, welche es ſein „Mutterſchiff”
zuver=
läſſig auch beim ſchlechteſten Wetter finden laſſen. Gegen
beſon=
ders hergeftellte künſtliche Inſeln beſtehen neben den großen
Koſten die Bedenken, das ſie nicht ſo ſeetüchtig ſind, um jedem
Sturm gewachſen zu ſein. Auch werden ſie überflüſſig, wenn
das Raketenflugzeug wirklich kommen ſollte, während die Schiffe
dann wieder anderweitig verwendet werden können.
Die großen Luftſchiffe ſind in noch höherem Maße vom
Wetter abhängig wie die Flugzeuge. Schuld daran iſt in erſter
Linie der große Luftſchiffkörper mit der Gasfüllung, der dem
Wind eine ungeheure und im Verhältnis zur Motorkraft
gegen=
über dem Flugzeug eine viel größere Angriffsfläche bietet. Baut
man hier ſtärkere Motoren ein, ſo muß man wieder den
Luft=
ſchiffkörper vergrößern, wodurch die Größenverhältniſſe noch
un=
günſtiger werden. Und ſo geht das fort. Aus dieſem Grunde
kann das Luftſchiff nicht als das regelmäßig fahrende
Schnell=
verkehrsmittel der Zukunft angeſehen werden, obwohl es ſich in
ihm viel bequemer als im Flugzeug fahren läßt und auch ſein
Verhältnis von Betriebslaſt zur Nutzlaſt ein weſentlich
günſti=
geres iſt.
Die Tatſache, daß heute das Luftſchiff im Landflugverkehr
auch auf den längſten Strecken nicht verwendet wird, ſcheint die
Richtigkeit dieſer Behauptung zu beſtätigen.
Als das Luftverkehrsmittel der Zukunft kommt für weite
Entfernungen vielleicht eine dritte Art von Flugverkehrsmittel
in Frage, das bisher nur als Projekt beſtand, nu aber der
Wirklichkeit nahe gerückt iſt, nämlich das Raketenflugzeug — oder
beſſer das „Raketenflugſchiff”. Schon ſeit Jahren beſchäftigen
ſich eine ganze Reihe ernſt zu nehmender Forſcher und
Konſtruk=
teure damit. Die Bewegung ſoll hier nicht nur durch einen Motor
oder Turbine, ſondern durch nach hinten ausgeſtoßene Gaſe
er=
folgen. Sie wird damit eine ſolche Schnelligkeit erreichen, daß
der Flug auch von den ſtärkſten Winden faſt unbeeinflußt iſt.
Gleichzeitig mit dem erfolgreichen Flug der „Bremen” führ
auf der Opelrennbahn bei Rüſſelsheim zum erſten Male ein
Kraftwagen, bei dem als Antrieb ein Raketenaggregat eingebaut
war, bei dem alſo das Prinzip des Antriebes durch den Ruckſtoß
ausgeſtoßener Gaſe verwirklicht war. Man erreichte damit ſchon
heute eine Geſchwindigkeit, welche alle bisher vorhandenen
Ge=
fchwindigkeiten weſentlich überbietet. Dabei iſt feſtzuſtellen, daß
die Verſuche mit dem Raketenmotor auf der Erde nur als
Vor=
läufer ſeiner Anwendung in der Luft zu betrachten ſind. Seine
Verwendung zum Antrieb von Automobilen kommt
vorausſiälk=
lich nicht in Betracht. Es hat den Anſchein, als wenn ſich mit
Silfe der Opelſchen Werke die Ideen Max Valiers verwirklichen
Follten. Wenn der weitere Ausbau des Raketenflugſchiffes ge=
Tingt, ſo wird dies eine Umwälzung auf dem Gebiete des
Zlie=
ens auf große Entfernungen bedeuten. Es wird mit dem Na=
Totenflugzeug möglich ſein, in etwa einem Zehntel der Zeit,
velche jetzt die „Bremen” gebraucht hat, Amerika zu erreichen.
Die Entfernungen in Europa ſelbſt werden dann noch mehr zu=
Jammenſchrumpfen, und man wird dann in der gleichen Zeit
Son Köln nach Berlin fahren, die man früher von Köln bis
DDüſſeldorf benötigte.
Und umzuſchaffen das Geſchaffne,
Damit ſich’s nicht zum Starren waffve,
Wirkt ewiges, lebendiges Tun.
Und was nicht war, nun will es werden,
Zu reinen Sonnen, farbigen Erden;
In keinem Falle darf es ruh’n.
Es ſoll ſich regen, ſchaffend handeln,
Erſt ſich geſtalten, dann verwandeln;
Fur ſcheinbar ſteht’s Momente ſtill.
Das Ewige regt ſich fort in allen;
Denn alles muß im Schutt zerfallen,
Penn es im Sein beharren will.
Goerbe (1749—1833)
K
Der Installations-
Selbstschalter.
Von
Dipl.-Ing. O. Schaumann, Frankfurt.
Die Leitungen elektriſcher Stromkreiſe müſſen nach den
Vor=
ſchriften des V. D. E. (Verband deutſcher Elektrotechniker) gegen
Zerſtören durch Kurzſchluß oder Ueberlaſtung geſichert ſein. Bei
Stromverzweigungen iſt jedesmal die Leitung mit geringerem
Querſchnitt beſonders zu ſichern. Die hierfür üblichen
Schmelz=
ſicherungen dürfen als bekannt vorausgeſetzt werden. Seit einigen
Jahren werden vielfach auch Kleinautomaten oder Inſtallations=
Selbſtſchalter verwendet, die vor den Sicherungen manche
beach=
tenswerte Vorteile haben.
Das Weſen der Sicherung beruht darauf, daß ein
ſtromdurch=
floſſener Schmelzdraht von einer gewiſſen Stromſtärke ab durch
zu ſtarke Erwärmung ſchmilzt und dadurch der Strom
unter=
brochen wird. Um die Anlage wieder in Betrieb zu ſetzen, muß
man jedesmal nach dem Durchbrennen einer Sicherung eine neue
einſchrauben. Bei den Automaten hingegen wird nach Erreichung
Bild 1. Installationsselbstschalter (Sockelautomat).
einer beſtimmten Stromſtärke ein Kontakt im Innern des
Auto=
maten gelöſt und hierdurch der Strom unterbrochen. Zum
Wiedereinſchalten der Anlage braucht man lediglich den Kontakt
wieder herzuſtellen durch Drehen an einem aus dem Apparat
herausragenden Schaltgriff, durch Drücken auf einen Knopf,
Be=
tätigung eines Hebels oder dergleichen.
Die Auslöſung des Apparates wird auf verſchiedene Weiſe
erreicht, nämlich einmal elektromagnetiſch, einmal thermiſch. Die
elektromagnetiſche Auslöſung beruht darauf, daß von einer
ge=
wiſſen Stromſtärke ab in einer Stromſpule ein Eiſenkern gegen
einen Federdruck angezogen wird, wodurch mit Hilfe einer Klinke
oder dergleichen ein Schaltmechanismus in Tätigkeit tritt. Mittels
einer kräftigen Rückzugfeder werden die Kontakte im Moment
der Auslöſung in ihre Ausſchaltſtellung zurückgezdgen. Bei den
Automaten mit thermiſcher Auslöſung wird ein Metall mit hohem
Ausdehnungskoeffizienten — oder „Bimetall”, zwei aufeinander
gewalzte Metalle verſchiedener Ausdehnungszahlen, das ſich bei
Erwärmung krümmt — direkt oder indirekt durch den Strom
beheizt und betätigt durch die Ausdehnung wiederum einen
Schaltmechanismus. Die elektromagnetiſchen Selbſtſchalter haben
Bud 2. Selbstschalter als Sockelautomat.
vor den thermiſchen Apparaten den Vorzug der geringeren „
Kurz=
ſchlußträgheit”, d. h. ſie löſen bei auftretendem Kurzſchluß ſofort
aus. Dies wirkt ſich auch dahin aus, daß die den Automaten
vor=
zuſchaltenden Hauptſicherungen bei der thermiſchen weſentlich
höher ſein müſſen als bei den elektromagnetiſchen. Ein weiterer
Nachteil der rein thermiſchen Auslöſung iſt, daß derartige
Appa=
rate im allgemeinen nur für Wechſelſtrom brauchbar ſind, da
ihnen die für Gleichſtrom erforderliche magnetiſche Blaſung fehlt,
die das Feuer zwiſchen den Kontakten im Augenblick des
Ab=
ſchaltens zum Abreißen bringt.
Mit dem Auftreten der gasgefüllten, hochkerzigen Lampen
und elektriſcher Haushaltungsapparate zeigte ſich, daß man
viel=
fach mit den Automaten mit rein elektromagnetiſcher Auslöſung
nicht mehr auskam. Die Lampen haben nämlich im kalten
Zu=
ſtande einen weſentlich geringeren Widerſtand als im
glühen=
den, ſo daß im Moment des Einſchaltens ein Stromſtoß von
un=
gefähr dem 10fachen Wert des Normalſtroms erfolgt. Ebenſo
haben die Haushaltungsapparate meiſt einen Anlaufſtrom, der
ein Vielfaches des Normalſtromes beträgt. Obwohl dieſer
Stromſtoß von außerordentlich kurzer Dauer, wenigſtens bei den
Lampen, iſt, löſten die rein elektromagnetiſchen Automaten viel=
Bild 3. Selbstschalter als Stöpselautomat.
fach ſofort aus, ſo daß ſich derartige Anlagen überhaupt nicht in
Betrieb ſetzen ließen. Man baute deshalb für dieſen Zweck
I.S.=Schalter mit thermiſcher und elektromagnetiſcher Auslöſung.
Bei ihnen werden die geringeren Ueberlaſtungen durch den
Thermoſtaten, die höheren Ueberlaſtungen und Kurzſchlüſſe
durch den Elektromagneten abgeſchaltet. Die Auslöſecharakteriſtik
derartiger Automaten iſt der guter Sicherungen ähnlich, d. h. mit
wachſender Stromſtärke nimmt die Zeit, die zum Auslöſen
er=
forderlich iſt, erſt langſam, dann immer ſchneller ab. Bei den
un=
verzögerten Automaten dagegen, wie man die mit rein
elektro=
magnetiſcher Auslöſung auch nennt, iſt die Auslöſung praktiſch
konſtant, da mit Erreichung einer beſtimmten Stromſtärke der
Elektromagnet anſpricht und ſofort auslöft.
Bild 4. Schnitt durch einen Stöpselautomat.
Von dem V.D.E. ſind für die Inſtallationsſelbftſchalter „
Leit=
ſätze” herausgegeben, die ſpäter durch endgültige Vorſchriften
er=
ſetzt werden. Hiernach müſſen z. B. die Automaten für 250 Volt
und bis zu 10 Amp. Kurzſchlüſſe von 500 Amp. bei 275 Volt
ab=
ſchalten, was eine recht beträchtliche Leiſtung für die ſehr kleinen
Apparate bedeutet. Auslöſezeiten und Auslöſeſtromſtärken, für
die beſtimmte Grenzen feſtgeſetzt ſind, dürfen ſich nach derartigen
Kurzſchlüſſen nicht weſentlich ändern. Ferner müſſen die
Auto=
maten Freiauslöſung beſitzen, d. h. ſie müſſen auch einwandfrei
arbeiten, wenn man den Schaltgriff oder Druckknopf feſthält.
Dies iſt ein weiterer Vorteil der Selbſtſchalter gegenüber
den Sicherungen. Bekanntlich kommt es öfters vor, daß nach
Durchbrennen einer Sicherung infolge Kurzſchluß durch Laien
neue Sicherungen dadurch zerſtört werden, daß ſie eingeſchraubt
werden, ehe der Kurzſchluß beſeitigt iſt. Bei den Automaten iſt
—*
Die Abbildungen wurden liebenswürdigerweiſe von der Voigt
z. Haeffuer A.:G., Frankfurt am Main, zur Verfügung geſtellt.
Bild 5. Schnitt durch den Installationsselbstschalter nach Bild 1.
das Nochbeſtehen eines Kurzſchluſſes ohne läſtige Mehrkoſten und
ohne Gefahr erkennbar, da der Automat beim Wiedereinſchalten
ſofort wieder auslöſt.
Aehnlich wie die Sicherungen haben die Automaten irgend
welche Kennmarken oder dergleichen, an denen man erkennen
kann, ob der Schalter eingeſchaltet iſt oder nicht. Zweckmäßig
ſcheinen die Kennmarken, die durch das Gefühl wahrgenommen
werden können, z. B. an der Stellung des Griffes, da in
An=
lagen mit nur wenigen Stromkreiſen nach Auslöſung eines
Automaten vielfach Dunkelheit auch an der Schaſttafel herrſcht.
Während der Grundgedanke der auf dem Markt befindlichen
I. S.=Schalter allen gemeinſam iſt, iſt ihre techniſche Durchbildung
je nach der Herſtellerfirma recht verſchieden. Man unterſcheidet
ferner Sockelautomaten, die vornehmlich für Neuanlagen in
Be=
tracht kommen, und Stöpſelautomaten, die ſich in jedes normale
Sicherungselement einſchrauben laſſen. In Bild 1 und 2 ſind
die Anſichten von zwei verſchiedenen Sockelautomaten
wieder=
gegeben. Bild 3 und 4 zeigen die äußere Form und den inneren
Aufbau eines Stöpſelautomaten. Dieſer Automat beſteht im
weſentlichen aus dem Porzellankörper mit dem Fußkontakt und
dem Gewindekorb zum Einſchrauben in Sicherungselemente, dem
Elektromagneten (4) mit Anker und Stößel (5), dem Schaltwerk
mit den Kontakten (2), der Auslöſeklinke (3) und dem aus dem
Schalter hervorragenden Schaltgriff (1). Die Wirkungsweiſe iſt
wie oben beſchrieben. Die Automaten werden auch als „
ver=
zögerte” geliefert. Es tritt dann zu den aufgeführten Teilen noch
Samstag, 12. Maz 1928.
Nummer 5
ein ſtromdurchfloſſener Bimetallſtreifen hinzu, der mit ſeinem
freien Ende ſeitlich gegen die Auslöſeklinke drückt und dadurch
die Auslöſung bewirkt. Bei Kurzſchluß ſpricht der Anker des
Magneten an, deſſen Ankerrückzugfeder für eine höhere
Strom=
ſtärke eingeſtellt iſt als bei den Automaten ohne Verzögerung.
Während die Konſtruktion des Sockelautomaten, Bild 2, ſich
nicht weſentlich von der des Stöpſelautomaten unterſcheidet, iſt
die des Sockelautomaten, Bild 1, in Bild 5 im Schnitt dargeſtellt.
1 iſt der hier ſehr kräftig ausgebildete Kontakt, 2, 3 und 5 ſind
Teile des als Kniegelenk ausgebildeten Schalterwerks, 4 iſt der
Anker, der mittels des Hebels 5 das Kniegelenk im Moment der
Auslöſung durchdrückt und damit den Kontakt abſchaltet. Von
dem Elektromagneten, der hier als Zweiſchenkelmagnet
ausgebil=
det wurde, iſt nur der rechte Schenkel ſichtbar. Der Apparat beſitzt
durch die Anordnung der Kontakte zwiſchen den Schenkeln der
Magnete eine ſehr wirkſame Blaſung und iſt durch ſeine kräftige
Bauart auch für höhere Leiſtungen verwendbar als die anderen
Automaten. Die Verzögerung (auf dem Bilde nicht angegeben.
wird hier dadurch erreicht, daß ein Bimetallſtreifen im kalten
Zuſtande die den Anker in ſeiner Ruhelage haltende Feder ſpannt,
während bei Erwärmung die Federſpannung unter dem Einfluß
des ſich abbiegenden Bimetalls nachläßt, wodurch der Anker von
dem Elektromagneten angezogen wird. Bei Kurzſchluß überwiegt
die elektromagnetiſche Kraft der Rückzugskraft der geſpannten
Feder, ſo daß der Anker ſofort angezogen wird und der Automat
auslöſt.
Die Automaten werden für die normalen Stromſtärken von
2 bis 25 Amp. gebaut. Ihr Anſchaffungspreis iſt im Verhältnis
zu ihrer Betriebsſicherheit, ihrer Lebensdauer und nicht zuletzt
ihrer ſtändigen Betriebsbereitſchaft auch nach Kurzſchlüſſen
ge=
ring. Die I.S.=Schalter beſitzen alſo gegenüber den Sicherungen
nennenswerte Vorteile. Berückſichtigt man, daß vielfach in
Er=
mangelung greifbarer Sicherungen nach einem Kurzſchluß alte
Sicherungen geflickt werden und dadurch Anlaß zu Bränden
geben können, für die die Verſicherungsgeſellſchaften in ſolchen
Fällen nicht aufkommen, ſo ſollten die I.S.=Schalter in keinem
Haushalt mehr fehlen.
Drahtlose Meßtechnik
Von
Dr. Hellmut Thomasius.
Manche Erfindungen und Fortſchritte bleiben ſtets auf ihre
urſprüngliche Beſtimmung beſchränkt. Andere wieder ziehen
immer weitere Kreiſe. Neue Gebiete gliedern ſich an. Eine
Ent=
wialung in die Breite ſetzt ein, von der ſich nicht vorausſehen
läßt, wohin ſie führen wird. Schwer iſt es vorauszuſagen, wohin
der Weg einſt geht. Als der Fernſprecher erfunden wurde, ſah
man in ihm zunächſt weiter nichts als ein Mittel zur
Beſchleuni=
gung des Verkehrs, der mündlichen Verſtändigung. Die
draht=
loſe Telephonie war die naturgemäße Fortſetzung des Erreichten.
Das Alte blieb. Nur die Drahtleitungen fielen weg. Daß man
aus der drahtloſen Telephonie den Rundfunk geſtaltete, iſt eine
Sache für ſich, hat mit dem techniſchen Fortſchritt nichts weiter
zu tun. Dieſer vollzog ſich in gerader Linie. Er ging in die
Tiefe, Verbeſſerung folgte auf Verbeſſerung. Es ſchien ſich um
ein eng umgrenztes Gebiet zu handeln.
Dieſe Annahme dürfte ſich vielleicht als Täuſchung erweiſen.
Alle möglichen Anzeichen deuten darauf hin, daß auch eine
Ent=
wicklung in die Breite nicht ausgeſchloſſen iſt. Die erſten
An=
zeichen hierfür machen ſich bemerkbar. Wie ſoll man es anders
deuten, wenn man erfährt, daß ſich aus der drahtloſen
Tele=
phonie heraus bereits Einrichtungen entwickelt haben, die dazu
dienen, das Gewicht von Körpern zu beſtimmen, ihre Dicke zu
meſſen und den Feuchtigkeitsgehalt anzugeben? Wir haben hier
alſo den Fall, daß ein Gebiet ſich angliedert, das mit dem
Nach=
richtenweſen überhaupt nichts mehr zu tun hat, das ſich aber
Einrichtungen zunutze macht, die bei dieſem Verwendung finden.
Die Angelegenheit, um die es ſich handelt, iſt eine
eigen=
artige. Durch die ſcharfe Beobachtungsgabe eines Radiotechnikers
und die Folgerichtigkeit ſeiner Schlüſſe wurden neue Wege
ge=
wieſen. Der amerikaniſche Ingenieur Allen ſtellte eines Abends
ſeinen Empfänger auf verſchiedene fremde Stationen ein. Er
verfuhr dabei in üblicher Weiſe, indem er am Kondenſator drehte.
Dieſer bewegte ſich zu leicht. Deshalb brachte Allen eine Art von
Bremſe daran an, indem er zwiſchen zwei Platten ein Stüd
dickes Papier legte. Dieſe mechaniſche Vorrichtung, die das
Vor=
beigleiten einer beweglichen Platte an der benachbarten
unbe=
weglichen erſchweren ſollte, zeitigte elektriſche Wirkungen. Die
Wellenlänge änderte ſich. Wir alle kennen ja die Einrichtung des
Drehkondenſators. Er beſteht aus Metallplatten, von denen ein
Teil beweglich iſt. Die einzelnen Platten ſind durch einen
Nicht=
leiter der Elektrizität, durch Luft, voneinander getrennt. Allen
hatte zwiſchen zwei Platten dieſen Nichtleiter durch einen andern
Nichtleiter, durch Papier, erſetzt. Dadurch hatten ſich die
elek=
triſchen Verhältniſſe des Kondenſators geändert, denn Papier
verhält ſich in bezug auf ſeine elektriſchen Eigenſchaften anders
als Luft. Der Empfänger war unbeabſichtigt auf eine höhere
Wellenlänge abgeſtimmt worden.
Allen war ſich ſofort darüber klar, weshalb ſein Empfänger
nicht mehr auf die alte Station anſprach. Er war ſich aber auch
darüber klar, daß ſich die Wellenlänge in dem Maße ändern
müſſe, wie ſich die Dicke des verwendeten Papiers ändert. Hat
man alſo ein Stück Papier von beſtimmter Dicke, ſo iſt der
Emp=
fänger auf eine ganz beſtimmte Wellenlänge eingeſtellt. Nimmt
man ein dickeres Papier gleicher Sorte, ſo ändert ſich die
Wellen=
länge. Man hat alſo im Kondenſator ein Mittel in der Hand,
um die Dicke von Papieren zu meſſen. Das geſchah bisher mit
Hilfe beſonderer Inſtrumente und durch Wägungen. Ehe man
aber derartige Meſſungen und Wägungen vornimmt, muß das
Papier fertig ſein. Bei der Papierfabrikation kann es unter
Um=
ſtänden wichtig werden, bereits während der Herſtellung ſtändig
zu kontrollieren, ob die Dicke gleichmäßig iſt. Man brauchte zu
dieſem Zweck das Papier nur zwiſchen zwei Platten eines
Kon=
denſators hindurchlaufen zu laſſen. Jede Veränderung in der
Dicke würde ſich durch eine Veränderung der Wellenlänge
be=
merkbar machen. Umgekehrt würde, die gleiche Papierſorte
vor=
ausgeſetzt, jede Wellenlänge einer beſtimmten Dicke entſprechen.
Das ungefähr war der Gedanke, von dem Allen ausging.
So einfach freilich, daß man einen beliebigen Kondenſator nimmt
und zwiſchen zwei Platten hindurchlaufen läßt, liegt die Sache
nicht. Es bedurfte geraumer Zeit, ehe aus dieſem Gedanken
En brauchbares Meßinſtrument von höchſter Genauigkeit
ent=
wickelt war. Außer dem Vorteil, daß mit dieſem Inſtrument
nicht nur Papier, ſondern auch andere Stoffe in einfachſter und
bequemſter Weiſe bereits während und ohne jede Störung des
Fabrikationsgangs geprüft werden können, läßt ſich eine
Ge=
nauigkeit der Prüfungen und Meſſungen erzielen, die auch die
weiteſtgehenden Erwartungen übertrifft. Die Meßeinrichtung
beſteht aus einem Teil, der elektriſche Schwingungen beſtimmter
Wellenlänge ausſendet, und aus einem auf dieſe Schwingungen
abgeſtimmten Empfänger, der mit dem Kondenſator ausgeſtattet
iſt. Auf einer Skala ſpielt eine Nadel, die jede Aenderung der
Abſtimmung anzeigt. Die einzelnen Zahlen der Skala geben
über die Größe der Veränderung und damit der jeweiligen Dicke
des Stoffes Aufſchluß. Da ſich mit der Dicke aber auch das
Ge=
wicht ändert, ſo läßt ſich daraus ohne weiteres auch das Gewicht
für eine beſtimmte Flächeneinheit erfehen oder leicht berechnen.
Da? Inſtrument läßt ſich ferner benutzen, um
Feuchtigkeitsmeſ=
ſungen an Stoffen während der Fabrikation durchzuführen. Blei=
Technik der Gegenwart
ben wir wieder beim Papier! Es ändert ſeine elektriſchen
Eigen=
ſchaften nicht nur mit der Dicke, ſondern auch mit ſeinem Gehalt
an Feuchtigkeit. Die Beſtimmung der Feuchtigkeit von Papier
und anderen Stoffen war nun während der Fabrikation
über=
haupt nicht möglich. Sollte ſie vorgenommen werden, ſo waren
immer erſt Proben zu entnehmen. Dieſe mußten gewogen und
dann ſolange getrocknet werden, bis ſich ihr Gewicht nicht mehr
änderte. Darauf erfolgte die zweite Wägung. Jetzt erſt konnte
der Feuchtigkeitsgehalt berechnet werden. Man denke ſich dagegen
einen Zeiger, der auf einer Skala ſpielt und ſchon während der
Fabrikation erkennen läßt, wie hoch die Feuchtigkeit iſt, ob und
wie ſie ſich ändert, ob alle Teile einer langen Stoffbahn die
gleiche Feuchtigkeit aufweiſen und was dergleichen Fragen mehr
ſind, denen nicht nur für die Herſtellung, ſondern auch ſonſt eine
hohe Wichtigkeit zukommt.
Der Allen’ſche Gedankengang iſt vielleicht einer noch weiteren
Entwicklung fähig. Zwiſchen den Platten eines Kondenſators
läßt ſich alles Mögliche anordnen. Aus den Veränderungen der
Wellenlänge laſſen ſich die verſchiedenſten Schlüſſe ziehen, die
mannigfachſten Zuſtände und Eigenſchaften erkennen. Jedenfalls
iſt das, was Allen geleiſtet hat, ein typiſches Beiſpiel dafür, wie
durch eine einzige glückliche Beobachtung die Entwicklung eines
Gebietes beeinflußt und in neue Bahnen gelenkt werden kann.
Neue Schwelwerke
in Oberhessen.
Von
Dr.-Ing. A. Sander, Berlin.
Im Monat April hat das von der Frankfurter
Gasgeſell=
ſchaft auf der Braunkohlengrube „Friedrich” bei Hungen
errich=
tete neuzeitliche Schwelwerk den Betrieb aufgenommen, und in
wenigen Monaten wird auch das noch erheblich größere
Schwel=
werk der „Hefrag” in Wölfersheim vollendet ſein. Die heſſiſche
Wirtſchaft iſt hiermit um einen neuen, ausſichtsvollen
Induſtrie=
zweig bereichert worden, obſchon die Schwelerei als ſolche durch
den Betrieb der Grube Meſſel ſchon ſeit mehr als 40 Jahren in
Heſſen eine Heimſtätte beſitzt. Dennoch beſteht zwiſchen dem
Schwelereibetrieb in Meſſel und den neuen oberheſſiſchen
An=
lagen ein recht weſentlicher Unterſchied, ſowohl im Hinblick auſ
den Rohſtoff, als auch auf die Art des zur Anwendung
gelan=
genden Verfahrens.
Auf der Grube Meſſel wird bekanntlich ein bituminöſer
Schiefer verarbeitet, der bei der Verſchwelung Gasöl, Heiz= und
Treiböl, feſtes Paraffin, ſowie Ammoniak liefert. Aus der in
Oberheſſen zur Verſchwelung gelangenden Braunkohle werden,
mit Ausnahme von Ammoniak, zwar die gleichen Produkte
ge=
tonnen, daneben aber noch Schwelkoks, der, wenn auch
nicht dem Wert, ſo doch dem Gewicht nach, als das
Haupterzeug=
nis der Verſchwelung anzuſprechen iſt. Während der vom Teer
befreite Schwelrückſtand des Meſſeler Schiefers ein wertloſes
Abfallprodukt iſt, ſtellt der Braunkohlenſchwelkoks einen
veredel=
ten Brennſtoff dar, der dank ſeiner vorzüglichen Eigenſchaften
als Hausbrand und Induſtriebrennſtoff in gleicher Weiſe ſehr
geſchätzt iſt.
Der Unterſchied des neuen Schwelverfahrens gegenüber der
alten, in Meſſel angewandten Methode beſteht darin, daß hier
eine größere Anzahl von Retorten mit recht geringem Durchſatz
betrieben wird, während bei den neuen Anlagen in Hungen und
Wölfersheim einige wenige Hochleiſtungsöfen in Anwendung
ſind, die trotz ſehr geringen Platzbedarfs und kaum
nennens=
werter Wartung einen täglichen Durchſatz von nahezu 150
Ton=
nen Rohbraunkohle je Ofen haben. In beiden Anlagen wird
nach dem gleichen Verfahren gearbeitet, und zwar entſchied man
ſich nach ſorgfältigſter Prüfung ſämtlicher derzeit beſtehenden
Schwelverfahren für die Aufſtellung von lotrechten Drehöfen
nach dem Syſtem der Kohlenveredlung A.=G., Berlin, die bereits
mehrere große Schwelanlagen in Mitteldeutſchland errichtet hat
während faſt alle anderen Schwelverfahren ſich noch im
Verſuchs=
ſtadium befinden.
Die Braunkohlen der Wetterau ſtanden bisher nicht gerade
im beſten Rufe, denn ſie enthalten bis zu 60 Prozent Waſſer
und haben infolgedeſſen einen recht niedrigen Heizwert.
Stellen=
weiſe haben ſie auch einen ziemlich hohen Aſche= und
Schwefel=
gehalt, wodurch ihr Wert als Brennſtoff ſtark beeinträchtigt wird.
Dieſe Nachteile fallen bei der Verſchwelung jedoch weniger ins
Gewicht, da hier ja die Kohle nicht als Brennſtoff, ſondern
ledig=
lich als Rohſtoff dient und infolgedeſſen nach, anderen
Geſichts=
punkten bewertet wird. Verfaſſer hat ſeit dem Jahre 1922 die
tichtigſten Kohlenvorkommen Oberheſſens eingehend unterſucht
und hierbei feſtgeſtellt, daß die Braunkohlen der Wetterau für
die Verſchwelung vorzüglich geeignet ſind und den ſeit langen
Jahren für die Oelgewinnung herangezogenen Schwelkohlen
Mitteldeutſchlands in keiner Weiſe nachſtehen. Im Jahre 1925
wurde vom heſſiſchen Staate gemeinſam mit der Frankfurter
Gasgeſellſchaft eine „Studiengeſellſchaft zur beſtmöglichen
indu=
ſtriellen Verwertung der oberheſſiſchen Braunkohle” gegründet,
die nicht nur das ganze Kohlenvorkommen abbohrte, um die
wirklich vorhandenen Vorräte an Schwelkohle möglichſt
zuver=
läſſig zu ermitteln, ſondern auch alle in Frage kommenden
Schwelverfahren durch betriebsmäßige Verſuche erprobte und
ſchließlich über die Verwertung des Schwelkokſes ſowie des
Teeres ausgedehnte Unterſuchungen vornahm. Als Ergebnis
dieſer über 2 Jahre ſich erſtreckenden Arbeiten iſt die Errichtung
des Schtvelkraftwerkes Wölfersheim durch die von dem heſſiſchen
Staat und der Stadt Frankfurt eigens gegründete „Hefrag”
an=
zuſehen. Dieſe Anlage wird im erſten Ausbau täglich 1000
Tonnen Rohbraunkohle verſchwelen. Hierfür ſind 7 lotrechte
Drehöfen der Bauart Kohlenveredlung A. G. vorgeſehen.
Außer=
dem umfaßt dieſe Anlage umfangreiche Vorrichtungen zum
Bre=
chen und Trocknen der Braunkohle, ferner zur Kühlung und
Entteerung des Schwelgaſes, ſowie zum Kühlen und Vermahlen
des Schwelkokſes, der in Staubform direkt unter den Keſſeln
des Kraftwerkes verfeuert wird. Das in Wölfersheim ſeit etwa
15 Jahren bereits beſtehende Kraftwerk wird entſprechend
erweitert und moderniſiert. Es iſt mit Sicherheit zu erwarten,
daß durch die Eingliederung einer neuzeitlichen Schwelanlage
in den Kraftwerkbetrieb die Koſten der Stromerzeugung nicht
unweſentlich vermindert werden. Da die Provinz Oberheſſen
allein nicht imſtande ſein wird, die vergrößerte Energielieferung
des Kraftwerkes Wölfersheim aufzunehmen, wird auch die
Stadt Frankfurt künftig von hier aus mit Strom beliefert
toerden
Das auf der Grube Friedrich bei Hungen errichtete
Schwel=
wverk iſt zunächſt für eine tägliche Verarbeitung von 600 Tonnen
Rohbraunkohle bemeſſen. Hier arbeiten 4 lotreihte Drehöfen der
gleichen Bauart wie in Wölfersheim, und auch hier dient der
aus der Braunkohle gewonnene Schwelkoks unmittelbar der
Er=
zeugung elektriſcher Energie. Ein evtl. ſich ergebender
Koks=
überſchuß wird von der Frankfurter Gasgeſellſchaft in ihren
Gaswerken verbraucht werden. Der in beiden Anlagen
gewon=
nene Schwelteer ſoll in einer gemeinſamen
Teerdeſtilla=
tion auf Handelsprodukte verarbeitet werden, ebenſo iſt für
ſpäter die Verwendung des Schwelgaſes, das einſtweilen im
eigenen Betriebe als Heizgas dient, für die
Gasfernver=
ſorgung vorgelehen.
Es iſt mit Sicherheit zu erwarten, daß die neuen
oberheſſi=
ſchen Schwelwerke durch die von ihnen erzeugten Betriebsſtoffe
und Oele, ſowie durch die Gewinnung billiger elektriſcher
Ener=
gie für das ganze Land von großem Nutzen ſein werden.
KURZE MITTEILUNGEN
* Die Hauptverſammlung des Vereins Deutſcher Ingenieure. Der
größte Ingenieurverein der Welt — der V.D.J. — feiert ſeine
dies=
jährige 67. Hauptrerſammlung in Eſſen=Duisburg am 9. bis 11. Juni
Neben Fachſitzungen in verſchiedenen Abteilungen ſteht im Mittelpunkt
der Tagung am Sonntag, den 10. Juni, die geſchäftliche
Hauptverſamm=
lung, der wiſſenſchaftliche Verhandlungen folgen. Die Vorträge dieſer
Verhandlungen hat Prof. Riemerſchmidt, Köln, der über Kunſt und
Technik ſpricht, und Prof. Blank, Karlsruhe, der über
Naturwiſſenſchaf=
ten und Technik ſpricht, übernommen. Am Montag bieten eine Reihe
intereſſanter Beſichtigungen in Bergwerken, Hüttenwerken,
Maſchinen=
fabriken im Duisburger Hafen und an der Emſcher viel Intereſſantes
und Anziehendes. Am gleichen Tag wird für Alfred Trappen in Hörde
eine Gedenktafel enthüllt.
Wohnungsnot in Rußland und deren Bekämpfung. Es ſollen fetz
mit einem Koſtenaufwand von 460 Mill Rubel, 2,7 Mill.
Quadratmete=
nutzbare Wohnfläche hergeſtellt werden, wodurch Wsynung für 45000
Perſonen neu erſtellt würden. Zu dieſen Bauten werden öffentliclu
Mittel derwendet. Außerdem werden noch aus beſonderen Fonds Mit
tel zur Erſtellung von 0,4 Mill. Quadratmeter Wohnfläche zur
Ve=
fügung geſtellt. Unter Zurechnung der privaten
Wohnbautätigkei=
dürften zuſammen noch für 400 000 Perſonen Wohnräume beſchaff
werden. Da Rußland einen außerordentlichen Bevölkerungszuwac,
hat, wird trotz dieſer großen Aufwendungen die Zunahme der
Wohn=
fläche nicht ausreichen, um den Bevölkerungszuwachs unterzubringen.
* Eiſenbeton im Kirchenbau. Die bis zum Beginn dieſes Jahr
hunderts unerreichte Wirkung gotiſcher Gewölbe wird faſt noch über
troffen durch die Zierlichkeit und die freie Geſtaltung, die der Eiſen
beton den Baukünſtlern unſerer Tage ermöglicht. In dem Januarhef
der Zeitſchrift „Zement” gibt Reg.=Baumeiſter Dahl eine kurze Aus
wahl von Bildern ausgeführter Kirchen, die in ihren Formen ſo eigen
artig und dabei ſo wirkungsvoll ſind, daß jedwedem künſtleriſch empfin
denden Beſchauer bewußt werden muß, daß hier Formen zur Ausbildung
gelangen, die bei weiterem Fortſchriten auf dem gleichen Weg noch
ſehr großen Wirkungen führen müſſen. Nur die alles ermöglichende
Geſchmeidigkeit des Eiſenbetons hat zu derartigen Leiſtungen befähigt
* Von der Herſtellung der Lokomotiven. Seit den Unterſuchunger
Launhardts über die verſchiedenen Teile eines Regenſchirmes und derer
Herkunft hat wohl ſchon manches ſpekulative Gemüt ſich Gedanken dar
über gemacht, was alles notwendig iſt, um unſere Gebrauchsgegenſtände
herzuſtellen. Wenn man nun gar dieſe Unterſuchungen auf eine groze
Maſchine, wie beiſpielsweiſe eine Lokomotive, ausdehnt, ſo muß es zu
recht anſchaulichen Zahlen kommen. In der Borſig=Zeitung ha.
W. Beil bekanntgegeben, daß eine 1
Einheitstenderlokom=
der Deutſchen Reichsbahn aus 5424 verſchiedenartigen Teilen
zuſammen=
geſetzt iſt. Zählt man jedes einzelne Stück beſonders, ſo ſind es 1760
Einzelteile, die notwendig ſind, um eine Lokomotive aufzubauen.
Bei=
nahe 6000 Schrauben und über 4000 Nieten ſind hierbei gezählt. Für
eine nach Amerika gelieferte 2 D 2 Schnellzuglokomotive mit
Tende=
wurden ſogar 35 865 Einzelteile erforderlich. Der Keſſel benötigte di
größte Anzahl mit 15 180 Teilen, der Nahmen 975 Teile, für Sonder
ausrüſtungen wurden 1780 Teile erforderlich. Der Tender der Loko
motive beſteht aus 2980 Teilen. Nicht weniger wie 600 Zeichnunge
mußten hergeſtellt werden, um eine Maſchine ſo dazuſtellen, daß ſie i
allen Einzelteilen gebaut werden kann.
* Südweſtdeutſcher=Schweizeriſcher Binnenſchiffahrtstag in Friel
richshafen. Der Südweſtdeutſche Kanalverein hat in Gemeinſchaft m
dem Rheiniſchen Schiffahrtsverband in Konſtanz, dem Nordoſtſchweiz
riſchen Verband für die Schiffahrt Rhein=Bodenſee, dem Verband Obe
Donau und dem Verein für die Schiffahrt auf dem oberen Rhein a.
Tagungsort für dieſes Jahr Friedrichshafen gewählt. Die Verbän!
ſind dahin übereingekommen, an einem Ort und zu gleicher Zeit
ih=
ordentliche Mitgliederverſammlung abzuhalten. Anſchließend an die
Verſammlungen wird in einer allgemeinen Tagung ein Gedankenau
tauſch folgen, bei dem die von den verſchiedenen Verbänden bearbeitete
Waſſerſtraßenprojekte zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden. Ei=
Beſichtigung der Zeppelin=Werft und der Dornier=Werke wird k
Tagung beſchließen.
* Eiſeninduſtrie im fernen Oſten. Es iſt erſtaunlich — und
uns bedauerlich —, wie in den Kolonialländern, die das Abſa gebiet d
europäiſchen Induſtrie ſind, immer mehr die Induſtrialiſierung um
greift. Die auſtraliſche Eiſen= und Stahlinduſtrie iſt, wie wir ein
Notierung in den V.D.J. Nachrichten entnehmen, heute ſchon in d
Lage, 90 v. H. des heimiſchen Bedarfs zu decken. In Hongkong pla
man den Bau eines neuen Eiſen= und Stahlwerkes, das in der La
ſein ſoll, jährlich 25 000 Tonnen Fertigerzeugniſſe herzuſtellen. O
Roheiſen für dieſes Werk ſoll aus Indien kommen.
NEUE BüCHER UND ZEITSCHRIETE
Netzanſchlußgeräte, Radioempfangsapparate, Band 235 der Sammlu
„Wie baue ich mir ſelbſt” von Dipl.=Ing. K. Riemenſchneider. V
lag Hermann Beyer, Leipzig, Preis geheftet 0,80 Mk.
Die ſelten reichaltige Sammlung — bis jetzt ſind 296 Hefte erſch.
nen — bietet bei ſehr mäßigem Preis eine Fülle von Anregung zur 2
ſchäftigun,, der erwachſenen Jugend und für Freunde des Baſtelns. 2
vorliegende Heft, das den Bau der Netzanſchlußgeräte behandelt,
wi=
da über dieſes Gebiet noch wenig bekannt iſt, den Funkfreunden
beſ=
ders willkommen ſein.
* Rückblick auf die Entwicklung des heſſiſchen Bergbaus ſowie auf
Betriebsleiterkonferenzen in Heſſen von Oberbergrat Köbrich, Dar
ſtadt 1928.
Anläßlich der 75. Konferenz der heſſiſchen Bergwerksbetriebslei.
im März 1928 in Gießen hat der Vorſtand der oberen Bergbehör
Darmſtadt das vorliegende Heftchen herausgegeben, an Hand deſſen h
einen kurzen Gang durch den geſamten heſſiſchen Bergbau machen fl
nen. Wer in Heſſen bekannt iſt, wird in den Aufzeichnungen viel
kannte Namen finden und die rund 30 Seiten werden ihm vielfach A!
ſchluß geben über unbekannte bergbauliche Betriebe, die ihm durch ih
Halden in der Landſchaft aufgefallen ſind. Viele ſind längſt wied
ſtillgelegt worden, ſo beiſpielsweiſe ein Silberfund bei Nieder=Ramſtad.
Aus einer beigegebenen Tabelle über die Zahl der Betriebe in Heſſe
geht hervor, daß im Jahre 1927 in 47 Betrieben noch beinahe
Arbeiter beſchäftigt wurden gegenüber einem Höchſtſtand von
Arbeitern im Jahre 1920. Das etwa 50 Seiten umfaſſende Heftchen
mit einer großen Anzahl intereſſanter Bilder ausgeſtattet.
* Die Technik des Haushaltes von Ing. E. Pfeiffer. Verlag Dieck u. C.
Stuttgart.
Der Techniker, nicht der Theoretiker, ſpricht hier zur Hausfrau. 2
Techniker hat zudem noch beſondere journaliſtiſche und literariſche Fal.
keiten ſeit langem bewieſen. Daß der Erfolg ein wirklich guter iſt,
jedem, der das Büchlein in die Hand nimmt, ſofort klar. Die techniſe.
Einrichtungen des Haushaltes ſind heute ſo vielfältig geworden,
man faſt behaupten kann, daß jede Hausfrau zum Techniker wer
muß, wenn ſie den täglichen Anforderungen an techniſche Fähigkeiten
recht werden will. Den weſentlichen Inhalt bildet die Heizung=
Waſſerverſorgung und die Elektrizitätsverwertung im Haus. Auch
Lichttechnik und die Verwendung von Kleinmaſchinen wird behant
Das wohlfeile Büchlein iſt reich illuſtriert.
AUS DER INDUSTRIE
Die Herſtellung von haltbaren und ſtaubarmen Straßen nach dem R!
verfahren von Dr. F. Naſchig, Ludwigshafen.
Das vorliegende Büchlein ſtellt eine ſehr nachahmenswerte Ark
Kundenwerbung dar. Nach allgemein einleitenden Worten behan
der Verfaſſer das Kiton und die hierzu notwendigen Rohmaterial
Er gibt dann Anleitungen für ſeine Anwendung und Mitteilungen
die hiermit gemachten Erfahrungen. Gutachten, Preiſe und Adré
der einſchläglichet Firmen charakteriſieren das Heftchen als Geſch”
druckſache. Das in weiteren Kreiſen noch wenig bekannte Kiton iſk
Teerprodukt, dem durch Zuſatz geringer Mengen fetten Tones die
E=
gierbarkeit gegeben iſt. Das Verfahren iſt im Jahre 1909 erſtm
angewendet worden. Schon 1910 wurden 50 Kilometer an 60 ber!
denen Stellen hergeſtellt. Die ſeitdem gemachten Erfahrungen 9
für eine weite Verbreitung geſorgt.
DERBONLICHES AUS DER TECHN
Geh. Baurat Dr. Ing. e. h. W. Schleyer, Profeſſor an
Techniſchen Hochſchule Hannover, wurde kürzlich 75 Jahre ält.
Dr. Albert Fliegner, Bearbeiter der bekannten Dampftabe
verſtarb im 85. Obensjahr.
Prof. Peter Behrens vollendete kürzlich ſein 60. Lebensjayk
Nummer 132
Eamstag den 12 Mai 1928
Geite 15
Handball.
Sportv. Darmſiadt 1898 — Sportklub Wien.
Das am morgigen Sonndag ſtattfindende Spiel gegen den
Sportklub Wien dürfte wohl das hervorvagendſte Ppivatſpiel der
diesjährigen Darmſtädter Handballſciſon werden. Die Wiener
Gäſte werden im Laufe des heutigen Nachmittags in Darmſtadt
eintreffen und vorausſichtlich bis Dienstag in Darmſtadt bleiben.
Der Spielbeginn ſelbſt iſt auf 4 Uhr feſtgeſetzt.
Vor dem Hauptſpiel, und zwar um 3 Uhr, treffen ſich die
Hand=
dallveſervewannſchaften des Platzvereins und Mainz G, ſo daß
auch dafür Sorge getragen iſt, daß die Zeit vor Beginn des
Hquptſpieles nicht allzulange wird.
Die Darmſtädter werden das Spiel in folgender Aufſtellung
beſtreiten:
Traudwein
Rothenbunger Reuter
Pabſt
Delp Allwohn
Fiedler Werner Fuchs Hennemann Freund.
Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man
dieſe Mannſchaft für ſtark genug hält, dem
4fachen Meiſter von Oeſterreich ernſteſten
Wider=
ſtand leiſten zu können. Trotzdem in der Elf des
Platz=
beſitzers die Namen manchen Spielers fehlen, die ſeither mit
der Geſchichte des Darmſtädter Handballſportes und insbeſondere
der Erfolge der 98er unlösbar verknüpft ſchienen, wird dieſe neu
zuſammengeſtellte Mannſchaft im Können wohl kaum oder
über=
haupt nicht dem des früheren Mannſchaftsgefüges nachſtehen.
Dafür bürgen in erſter Linie die ſieben Spieler, die
ſchon bei der früheren Aufſtellung mit großem
Erfolgmitgewirkt haben, daneben aber auch der
Ehr=
geiz und Tatendrang der jungen Spieler. Ganz
beſonders darf man auf das Abſchneiden des Sturmes der
Darmſtädter in ſeiner neuen Zuſammenſetzung geſpannt ſein.
Man hat Fuchs, der am vergangenen Sonntag zum 1. Male in
der Mannſchaft ſpielte, den Mittelſtürmerpoſten
anver=
traut, weil man dadurch den rechten Flügel in ſeiner
bisherigen Aufſtellung erhalten konnte und weil man
weiter der Auffaſſung iſt, daß die Durchbruchstaktik dieſes
Spie=
lers auf dem Mittelſtürmerpoſten ſich leichter durchſetzen kann.
Der Linksaußen Freund iſt aus der 1. Jugendmannſchaft, in
der er bisher mit beſtem Gelingen wirkte, entnommen. Wir
hoffen, daß die Sportvereinself uns auch in ihrer neuen
Auf=
ſtellung nicht enttäuſcht, ſondern wie in früherer Zeit mit Elan
und Aufopferung zu kämpfen und zu ſpielen verſteht
Als Leiter des Spieles wurde Herr Oberleutnant Herrmann
(Pol. Sp.V. Butzbach) beſtimmt. Dawit dürfte wohl ohne
wei=
teres die einwandfreie techniſche Durchführung des Spieles
geſichert ſein.
Sportverein 98 (Jugend).
1. Jgd.—1. Jgd. Boruſſia=Frankfurt hier 10 Uhr (Stadion).
2. Jgd. komb.—1. Jgd. Groß=Zimmern dort.
1. Schüler—1. Schüler Boruſſia=Frankfurt hier 10 Uhr.
Spiele am Sonntag, den 13. Mai 1928.
Liga=Klaſſe: SV. 98 Darmſtadt — WSC. Wien 16 Uhr, SV. 98
Darmſtadt 2. Mannſchaft — Mainz 05 1. Mannſchaft 15 Uhr; A=Klaſſe:
Akad. Sp.C. Darmſtadt — VfL. Rot=Weiß Darmſtadt 2. Manſchaften
(12. Mai) 16 Uhr, Sp.Vg. Arheilgen 1. Mannſchaft — Germania
Babenhauſen 16 Uhr; L=Klaſſe: Kickers Offenbach 2. Mannſchaft —
SV. 98 Darmſtadt 3. Mannſchaft, Sp.Vg. Arheilgen 2. Mannſchaft —
T. u. Sp.V. Langen 2. Mannſchaft 10 Uhr, Tv. Biebesheim — SV.
Wiesbaden 3. Mannſchaften 15 Uhr; Jugend: SV. 98 Darmſtad
4. Mannſchaft — SV. Wiesbaden 3. Mannſchaft 17 Uhr, Sp.Vg.
Arheil=
gen — Germania Babenhauſen 17 Uhr.
V.f. B. Aachen nicht in der Endrunde um die Deutſche
Handball=
meiſterſchaft.
Die Beſtimmungen über die Austragung derr Spiele um die
Deutſche Handballmeiſterſchaft (§ 46 der H.O.) haben u. a. folgenden
Wortlaut: „Zur Teilnahme an der Deutſchen Meiſterſchaft ſind nur
Spieler reichsdeutſcher Nationalität berechtigt. .
Trotzdem hat im Zwiſchenrundſpiel V.f.B. 08 Aachen—P. S.V.
Halle, das am 6. Mai 1928 in Aachen, zur Durchführung kam
und von Aachen 08 mit 4:3 gewonnen wurde, der Spieler Claus
Roufoſſe, der die reichsdeutſche Nationalität erwieſenermaßen
nicht beſitzt, teilgenommen.
Der Spielausſchuß hat daher von dem ihm nach § 13 der H.D.:
„Wenn ein Spieler unberechtigt an Spielen teilnimmt, ſo iſt er und
ſonſtige Schuldige in Strafe zu nehmen. Außerdem iſt dem ſchuldigen
Verein das Spiel als verloren zu werten” zuſtehenden Recht Gebrauch
gemacht und dem V.f.B. 08 Aachen das Spiel als verloren
gewertet.
Nachſtehend der genaue Wortlaut des Beſchluſſes des
Spielausſchuſſes der D.S.B.:
Auf Grund des Berichtes des amtlichen D. S.B.=Vertreters, Herrn
W. Dühren=Hamburg, bei obigem Spiel ſteht für den
Spiel=
ausſchuß folgendes feſt: 1. Der Spieler Claus Roufoſſe beſitzt nicht die
reichsdeutſche Nationalität. 2. Der Spieler wirkte in dem Spiel mit
pbwohl der amtliche Vertreter die Leitung des V.f.B. 18 Aachen,
Vor=
ſitzenden Karbach und Handballobmann Paul Müller, etwa
dreiviertel Stunden vor Beginn des Spieles ausdrücklich
darauf hinwies, daß gemäß § 46 der D.S.B.=Handball=Ordnung
eine Mitwirkung des obigen Spielers nicht zuläſſig ſe
und vor den ſich daraus ergebenden Folgen warnte. 3.
Gleich=
zeitig wurde dieſelbe Mitteilung dem Obmann des Handball=
Ausſchuſſes des Weſideutſchen Spielderbandes ſeitens des amtlichen
.B.=Vertreters gemacht.
Auf Grund obiger Tatſachen beſchließt der Spielausſchuß:
Nach § 46 der Handball=Ordnung war der Spieler Claus Roufoſſe
zur Leilnahme an obigem Zwiſchenrundenſpiel nicht berechtigt:
demgemäß iſt nach § 13 der Handball=Ordnung der D.S.B. dem V.f.B.
08 Aachen das Spiel gegen den PS.V. Halle als verloren zu
werten.
An dem Endſpiel der Männer um die Deutſche
Handballmeiſter=
ſchaft der D.S.B. nehmen daher jetzt teil:
Deutſcher Handball=Club Berlin gegen
Polizei=
ſportverein Halle am 17. Mai 1928in Halle a. d. S=
Die ſich aus 8 13 der Handball=Ordnung der D.S.B. ergebenden
weiteren Maßnahmen behält ſich der Spielausſchu vor.
Der Spielausſchuß der D. S. B.
gez. W. Burmeiſter.”
Spielwartetagung der Deutſchen Sportbehörde am 16. Mai 1928
in Halle a. d. S.
Die Austragung der Deutſchen Handballmeiſterſchaft in Halle har
der Spielausſchuß der D.S.B. zum Anlaß genommen, um ſonpohl die
Spielwar=e für Handball, als auch diejenigen für die
Sommerſpiele (Schlag= und Fauſtball) zu der alljährlichen
Tagung einzuladen.
Die Tagesordnung enthält Fragen über Regeln und
Regelaus=
legung. Ginen breiten Raum werden die Vorſchläge des Spielausſchuſſes
über die Aenderungen des Spielſyſtems bei den Meiſterſhaftsſpielen
einnehmen. Weitere Punke betreffen die Werbung, Kurstätigkeit,
Länderſpiele, Grenzſpielverkehr, Städteſpiele uſw.
Einen Weltrekord im k.o.=Schlagen ſtellte der engliſche
Federgewicht=
ler Foremann auf, der in Montreal ſeinen Gegner Ruby Lewine
be=
reits in der erſten Sekunde ausſchlug. Dieſer Rekord gehört zu den
wenigen, die nicht zu unte bieten ſind.
Auch Franz Diener hat im Training eine Fußverletzung erlitteu.
ſo daß der Kampf um die Schwergewichtsmeiſterſchaft von Deutſchland
Zwiſchen Ludwig Haymann und Franz Diener nicht ſtattfinden kann
und veslegt werden mußte.
Schwimmen.
9. Kreisſchwimmfeſt des 9. Kreiſes Mittelrhein
Deutſcher Turnerſchaft
In kurzen Zügen wird hiermit noch einmal die heute und morger
hier im Stadtiſchen Hallenſchwimmbad Darmſtadt ſtattfindende Turner=
Schwimmveranſtaltung in Erinnerung gebracht. Es handelt ſich um
das 9. Kreisſchwimmfeſt des 9. Kreiſes (Mittelrhein) Deutſcher
Turner=
ſchaft, das zugleich die Ausſcheidung für das Deutſche Turnfeſt in Kölr
im Juli iſt. Beſonders darauf hingewieſen wird, daß die Wettbewerbe
die alle Schtvimmarten und Springen für Turner, Turnerinnen und
Altersturner umfaſſen, am Samstag abend um 8 Uhr beginnen, dann
am Sonntag vormittag um 8 Uhr und nachmittags 3 Uhr ihre
Fort=
ſetzung finden. Die Durchführung der Wettkämpfe liegt in den Händen
von Kreisſchwimmwart Bitſch=Frankfurt a. M. und des Kreisſchwimm
ausſchuſſes. In den einzelnen Schwimmen ſind die bekannteſten
Ver=
treter: Jäger, Armbruſt, Kraus=Offenbach, Kannſtein=Frankfurt, Lohrer
Weiß, Späth=Darmſtadt; die Turnerinnen Hoffmann, Gerhardt=
Darm=
ſtadt, Riedner=Offenbach, Arndt=Gießen. Die Staffeln haben ihre beſte
Vertretung in Offenbach: Tv., Darmſtadt: Tgſ. und Tgde. uſw. Für
die Waſſerballſpiele ſind beſonders Frankfurt, Tv. 1860, und
Saarbrük=
ken zu nennen.
Darmſtadt iſt bekannt als eine Stätte zahlreicher
Schwimmveran=
ſtaltungen aller Verbände. Möge auch das 9. Kreisſchwimmfeſt der
mittelrheiniſchen Turnerſchwimmer unter den übrigen ſportlichen
Ver=
anſtaltungen am Sonntag die Beachtung finden, die es verdient.
Die Eintrittspreiſe ſind gering und für alle erſchwinglich; ſie betragen
50 Pfg., für den Samstag und Sonntag 1 Mk.
Die Darmſtädter Turnerſchwimmer(innen) haben auf alle Fälle zu
den feſtgeſetzten Zeiten und den gemeldeten Kämpfen anzutreten, auch
dann, wenn nur eine Meldung zu dem betr. Kampf vorliegt und die
Austragung desſelben, deshalb noch fraglich iſt.
Fußball.
Polizei=Sportverein — VfR.
Am Samstag, abends 5,30 Uhr, treffen ſich obengenannte
Mann=
ſchaften auf der Renbahn (Heidelbergerſtraße) zur Austragung eines
Privatſpieles. Es iſt dies das vierte in Darmſtadt ſtattfindende Spiel
zweier Lokalmannſchaften, und haben uns die Vergangenen nicht nur
bewieſen, daß das Spertpublikum ſolche Spiele beſonders ſchätzt,
ſon=
dern daß auch bis jetzt von allen Mannſchaften in ſportlich ritterlicher
Weiſe gekämpft wurde. Das Spiel nun am Samstag abend hat aber
einen ganz beſonderen Reiz, denn bekanntlich konnte bis heute der
Polizeiſportevrein in allen Treffen über ſeinen Lokalgegner
triumphie=
ren, dagegen muß man wieder in Betracht ziehen, daß der VfR. in
letzter Zeit an Spielſtärke erheblich zugenommen hat, weshalb der
Aus=
gang des Spieles vollſtändig offen erſcheint. Als Schiedsrichter wird
jedenfalls Herr Müller=Griesheim fungieren, und verbürgt dieſer Name
ſchon allein für eine einwandfreie Spielleitung. Da die Eintritrspreiſe
ſehr niedrig gehalten ſind, dürfte man der Rennbahn einen
Maſſen=
beſuch zutrauen.
Die Mannſchaften treten in der zurzeit ſtärkſten Aufſtellung wie
folgt an: Polizei:
Hüppe
Metſch Braun
Göbel Meyer Kaiſer
Bauer, K. Bönſel Bauer, Gg. Weißmantel Steitz.
Feth Werkmann Müller Vogelmann Heiſe=
V. f.
Günther Klein Tiedemann
Fiſcher Römer
Bräuer.
Kommenden Sonntag begibt ſich der A=Meiſter VfR. nach
Biſchofs=
heim um dortſelbſt eine alte Rückſpielverpflichtung zu erledigen.
Biſchofsheim verfügt über eine ſehr ſpieltüchtige Mannſchaft, welche alles
verſuchen wird, die Schlappe des Vorſpiels wettzumachen. Die
Mann=
ſchaft fährt ab Hauptbahnhof 1,30 Uhr. — Die 2. Mannſchaft iſt Gaſt
des B=Meiſters, Sportverein Roßdorf, während die dritte Mannſchaft in
Biſchofsheim vor dem Spiel der 1. Mannſchaften der 2. Mannſchaft des
Platzvereins gegenüberſteht. — Die 1. Jugend trägt ein Privatſpiel
auf der Rennbahn gegen die gleiche Mannſchaft von FT. Union aus
während die Schülermannſchaft in Seeheim das fällige Rückſpiel
ab=
ſolviert.
F. C. Union.
Am Sonntag, den 13. Mai, begibt ſich die Ligamannſchaft nach
Frankfurt a. M. zur dortigen Boruſſia. Es ſteht zu erwarten, daß die
gezeigten ſeitherigen Leiſtungen beibehalten werden, um auch gegen den
Frankfurter Vertreter ein günſtiges Reſultat herauszuholen. Denn bis
jetzt hat der F.C. Union verſtanden, ſämtliche Privatſpiele für ſich zu
entſcheiden, mit einem einzigen Unentſchieden=Reſultat. Die
Mann=
ſchaft ſpielt in der derzeitigen Aufſtellung — ſofern der geſperrte
Mit=
telläufer wieder mit von der Partie iſt — vorausſichtlich die reſtlichen
Privatſpiele durch, um in den kommenden ſchweren Verbandsſpelen
eingeſpielt zu ſein.
Den verehrl. Mitgliedern und Anhängern iſt durch Löſung einer
Sonntagsfahrkarte billig Gelegenheit geboten, unſere Mannſchaft zu
begleiten. Abfahrt ab Hauptbahnhof 1.56 Uhr, oder Südbahnhof 1.33.
Die Ligareſervemannſchaft ſpielt um 3 Uhr auf dem
Hochſchulſportplatz gegen die erſtmals wieder tätigen Akademiker. Auch
hier ſteht ein intereſſantes Treffen bevor,
Schießſport.
Hefſifcher Schützen=Bund.
Bickenbach. Am Sonntag, den 6. Mai, trafen ſich in Bickenbach
die Vereine des Heſſiſchen Schützenbundes (Sitz Darmſtadt), gegr. 1910,
zu einem
Gruppen= und Klafſenſchießen,
verbunden mit einem für jedermann offenen Preisſchießen. Schon in
den früheſten Morgenſtunden ſetzte ein reger Betrieb ein und waren
bis zum Nachmittag faſt alle dem Heſſ. Schützenbund angeſchloſſenen
Vereine andeſend. Die gebotenen Leiſtungen übertraſen alle
Erwartun=
gen, und als abends die Verteilung der überaus wertvollen Preiſe durch
unſeren Bundesvorſitzenden, Herrn Reuter, vorgenommen wurde,
konn=
ten nachſtehende Vereine bzw. Schüitzen preisgekrönt werden
Ehrengruppe: Schützengeſ. „Fledermaus‟ Darmſtadt 181 Ringe.
dorf 149 R.
Klafſenſchießen. Sonderklaſſe; 1. Preſtel, Fledermaus
Darm=
ſtadt, 71 Ringe, 2. Büchner, Tell Ober=Ramſtadt, 68, 3. Gräf,
Fleder=
maus Darmſtadt 66, 4. Schäfer, Feurio Darmſtadt, 65, 5. Rau, Tel
Ober=Ramſtadt, 65, 6. Stelzer, Tell Ober=Ramſtadt, 64, 7. Ehrig,
Fleder=
maus Darmſtadt, 64, 8. L. Büchner, Tell Ober=Ramſtadt, 64, 9.
Schnei=
der, Fledermaus Darmſtadt, 62, 10. Kloß, Weidmannsheil, Roßdorf, 61.
1. Klaſſe: 1. Frühwein=Münſter 65 Ringe, 2. Müller, Tell
Darm=
ſtadt, 65, 3. Fr. Büchner=Ober=Ramſtadt 65, 4. Gg. Schmidt=Ober=
Ram=
ſtadt 64, 5. Ackermann=Ober=Ramſtadt 64, 6. Girſtenbrei, Tell
Darm=
ſtadt 63, 7. Hutmann=Nieder=Ramſtadt 61, 8. Korndörfer=Roßdorf 60,
9. Danz, Fledermaus Darurſtadt, 60, 10. W. Murmann=Eppertshauſen
59 Ninge. — 2. Klaſſe: 1. Braun=Urberach 68 Ringe, 2. Wüſt=
Eppertshauſen 64, 3. Hofmann=Ober=Ramſtadt 60, 4. Becker, Tell
Darm=
ſtadt, 60, 5. Dohn=Nieder=Ramſtadt 59, 6. Dörr=Urberach 59, 7. Bauer=
Ober=Ramſtadt 58, 8. L. Trinkaus=Arheilgen 56, 9. Nauheimer, Tell
Darmſtadt, 56, 10. Frau Schmidt=Ober=Namſtadt 55. — 3. Klaſſe:
1. Porſchert=Roßborf 64 Kinge, 2. Haus Münſter 64, Weiß, Feurio
Darmſtadt, 63, 4. Claß, Fledermaus Darmſtadt, 61, 5. Fornauf, Tell
Darmſtadt, 61, 6. Euler=Urberach 60, 7. Liedermann=Ober=Ramſtadt 59,
8. Spatz, Tell Darmſtadt 58, 9. Burger=Nieder=Ramſtadt, 58, 10. Zimmer=
Noßdorf 57.
Oeffentliches Preisſchießen. 1. Heinrich Kloß=Roßdorf 36 Ringe,
W. Bauer=Ober=Ramſtadt 36, 3. Schneider, Fledermaus Darmſtadt
36, 4. Ehrig, Fledermaus Darmſtadt, 35, 5. Henkelmann, Tell
Darm=
ſtadt, 35, 6. Fiſcher=Ober=Ramſtadt 35, 7. Heinrich Rau=Ober=Ramſtadt
35, 8. Frau Hilde Schmidt=Ober=Ramſtadt 35, 9. Preſtel, Fledermaus
Darmſtadt, 35, 10. Adam Stabl=Bickenbach, 35, 11. Frühwein=Münſter
35, 12. Haus=Münſter 35, 13. H. Weiß, Feurio Darmſtadt, 35, 14. Gräf,
Fledermaus Darmſtadt, 35, 15. Kreher=MMünſter 35.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag 12. Mai. 11.30: Kaſſel: Eröffnungsfeier der „Grünen
Maiwoche Kaſſel”, o 14: Schallplatten=Konzert. Aus aller Welt,
15.30: Liedervorträge Frankfurter Schulen: Kaiſer=Friedrich=
Gymnaſium, Schülerkapelle unter Leitung von Oberſchullehrer Döpfer.
— Mozart: Eine kleine
Haydn: Andante aus der 7. Sinfonie.
Nachtmuſik. O 16.30: Rundfunkorcheſter: F. Smetana (geſt. 12. Mai
1884). Mitw.: Anita Franz (Sopran), Rundfunk=Streich=Quartett.
O 17.45: Aus dem Roman „Auf zwei Planeten” von Kurd Laßwitz.
9 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteilungen. O 18.30: Briefkaſten.
18.45: Kaſſel: Prof. Sautter: Der Städtebau von heute.
19.15: Stenographiſcher Fortbildungskurſus. e 19.45: H. Andreſen:
Perſönliche Erinnerungen an Liliencron. O 20.15: Bunter Abend,
Anſchl.: Tanzprogramm der Kapelle Pinkus=Langer.
Stuttgart.
Samstag 12. Mai. 11: Eröffnungsfeierlichkeiten der
Inkek=
nationalen Preſſeausſtellung der „Preſſa” Köln 1928. Händel;
Halleluia aus dem Oratorium „Der Meſſias” — Anſprachen:
Ober=
bürgermeiſter Dr. Adenauer, Generaldirektor Dr. Eſch. — Beethoven:
Leonoren=Ouv. — Anſprache des Vertreters der Reichsregierung.
Deutſchlandlied. — Beethoven: Schlußchor aus der 9. Sinfonie:
—
„Ode an die Freude‟ o 12.30: Schallplatten. 13.50:
Nach=
richten. O 14: Kinderſtunde: Tante Gretle und Onkel Ott, Funkorch.
2 15: Konzert. Mitw.: Ellen Beck, Herm. Lingor, Herm.
Conzel=
mann. Funkorch. 18.15: Freiburg: Dr. Anton Sutter:
Arbeits=
kämpfe und Schlichtung von Arbeitsſtreitigkeiten. o 18.45: Dr.
Schickler: Zum 125. Geburtstag von Juſtus von Liebig. o 19.15:
Oberregierungsrat Adae: Wichtige Rechtsfragen für den
Kraft=
fahrzeugverkehr. S 19.45: Die Arbeitslage in Südweſtdeutſchland.
O 20: Miiſterialrat Dr. Kiefer: Wie wähle ich? O 20.30:
Kammer=
trio des Philharm. Orcheſters: Kammermuſikabend. Schubert:
Nach=
gelaſſener Satz für Streichtrio in B=dur. — Mozart:
Diverti=
mento in Es=dur für Violine, Viola und Cello. O 21.15:
Funk=
brettl. Aus aller Welt. Leftung: C. Struve. Mitw.: Hilde Binder,
Mary Bernhardsgrütter. Win Hörth, Käte Mann. H. Hanus E.
Frey, M. v. Wiſtinghauſen, G. Ott. C. Struve Funkorch. Von
Heidelberg bis Barcelona. — Cabella: Roſen aus Südtirol. —
Kalman: Grüß’ mir mein Wien. — Ziegler: Jeder einmal in
Berlin. — Heißa Dreigeſpann (ruſſiſch). — Schweizer Jodellied. —
Schwäbiſe
Mi’s Meiteli (ſchweizeriſch). — Alter Berner Marſch.
Alt=Berlin. — Amerikan. Negerſchlager: My Sunday Girle
Does ſhe love me? — Chrieſeli gwünne (ſchwei eriſch). — Zwei
Schimmeli. — Egen: Ich hab’ mich am Rhein in ein Mädel verliebt.
Wien—Berlin. — Muetter, es ſy Buebe da (ſchwei eriſch).
Marie o Marie (italieniſch). — Amerikan. Negerſchlager: Alabama
Mondnacht in Rio de
Bound; Yes Sir, that’s my Baby.
Janeiro. — Jetzt wei mir eis jödele, Duett. — Brüderlein fein,
Duett. — Hei Diddel diddel. — Anſchl.: Nachrichten. — Anſchl.:
Tanzmuſik der Erichs=Band. Leitung: Kapellm. Schwarzbaum.
Berlin.
Sonnabend 12. Mai. 15.30: Prof. Dr. Ronneburger: Der
Urſprung der gangbarſten Fremdworte in unſerer Mutterſprache,
16: Helene Braun: Die deutſche Mutter. Zum Muttertag am
Sonntag, dem 13. Mai. O 16.30: San.=Rat Dr. Frank: Mediz.. Plauderei. O 17: Kapelle Marek Weber. O 19: Direktor
Korthaus: Die Genoſſenſchaft als Unternehmung. O 19.25: Min.=
Rat a. D. Falkenberg: Der Rundfunk im Dienſte des
Beamten=
ldungsweſens. Aufgaben und Ziele. O 19.55: Armin T. Wegner:
Städte ohne Fenſter. Täbris und Teheran. O 20.30: Einakter=
Abend. Regie: C. Hagemann. „Talmas Ende” ein tragikomiſcher
Akt von Armin Friedmann und A. Polgar. Perſ.:Der Schäuſpieler
lma; der Doktor Laplace; Mimi Gerard. — Der Puppen’vieler”
udie in einem Aufzug von Schnitzer. Perſ.: Georg Merklin
Eduard Jagſch, Muſiker; ſeine Frau; ihr kleiner Sohn. — Zwei
Berliner Szenen von Chriſtian Morgenſtern. „Das herrſchaftliche
Haus”
Perſ.: Der Maurermeiſter; ſeine Frau; ihre halbwüchſige
Tochter.
„Die Bierkirche” Perſ.: Prof.
teinhofer; Erich
Kalk=
ſchmidt. — Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Maienzeit. Dr.
Becce’s Sinfoniker. Fr. Baumann (Tenor).
Deutſche Welle. Sonnabend, 12. Mai. 12: Künſtleriſche
Darbietungen für die Schule. Komiſche Figuren aus Singſpielen
und Opern. o 14.30:
Baſtelſtunde. Ein großes Windrad für die
Straße. O 15: Graef: Sprechtechnik. O 15.35: Wetter und Börſe.
16: Oberſchullehrer Weſtermann: Kurzſchriftdiktate. 16.30:
Staatsſekretär Krüger: Die ländliche Siedlung in ihrer Bedeutung
für Staat und Geſellſchaft. e
17: Hamburg: Der unbekannte
Schubert. O 18: Baurat Taut: Die Verwirklichung der modernen
Pädagogik im neuen Schulbau. O 18.30: Spaniſch für Anf. O 18.55:
3. Elgers: Die Violinſonate. Mitw.: Hilde Elgers und H.
Wegener. O 19.20: Prof Dr. Deetjen: Goethes
Lebensgewohn=
heiten. O 2
30: Berlin: Einakter=Abend. Regie: Hagemann.
„Talmas Ende”, ein tragikomiſcher Akt von Friedmann und Polgar.
„Der Puppenſpieler” Studie in einem Aufzug von Schnitzler.
Zwei Berliner Szenen von Morgenſtern: Das herrſchaftliche Haus.
Die Bierkirche. —
Anſchl.: Preſſenachrichten. O 22.30: Berlin:
Nachtmuſik. Mitw.: Fr. Baumann (Tenor), Dr. Becces Sinfoniker.
Wetterbericht.
Gießen, 11. Mai.
Durch den weiteren Ausgleich der Luftdruckgegenſätze hat ſich die
Wetterlage beruhigt, und ein Abflauen der Winde eingeſetzt. Unter
dem Einfluß hohen Druckes, der ſich von den britiſchen Inſeln
ſüd=
oſtwärts nach Mitteleuropa ausbreitet, wird das Wetter freundlicher
und tagsüber wärmer. Nachts jedoch führt Aufklaren noch zu
Tempe=
raturrückgang bis in Gefrierpunktnähe.
Ausſichten für Samstag, den 12. Mai: Teils heiter, teils wolkig, nachts
noch kühl, tagsüber fortſchreitende Erwärmung, trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 18. Mai: Weiterer Temperaturanſtieg,
auf=
heiternd und trocken.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in C Wind: Nieder=
ſchlag
in mm Schnee=
decke
in cm Gießen: bedeckt 2 SW. D D Aachen: wolkig ſtill Hamburg: wolkig N. R — Berlin: wolkig NNW 0,1 München: heiter Königsberg: wvolkig 5 Breslau: heiter 4
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
3
Waſſerkuppe wolkig — 3 WNW. 10 Feldberg: Regen —5 WSW. 0,4 15 (Schwarzw.)
Zugſpitze: heiter —14 WNW., gef. 245 Kahler Aſten: wolkig —2 NW. Fichtelberg: Nebel —4 WNW. 0,4 10 Schneekoppe: heiter —7 SW.
Hauptſchriftlettung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; fü
ür den Hande
„Die Gegenwart” Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble: Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantte der Rückſendung nick=v übernommen.
Die heutige Nummer he: 20 Geiten.
[ ← ][ ][ → ] Frankfurt a. M., 11. Mai.
Im Anſchluß an die feſtere geſtrige Abendbörſe war der Beginn
des heutigen Marktes weiter feſt und die Stimmung war angeregt, vom
Spezialmarkt ausgehend, freundlich. Da im Zuſammenhang mit der
Ueberwindung der heutigen Medioabwicklung keine Schwierigkeiten
mehr erwartet werden, war die Spekulation zuverſichtlich geſtimmt.
Auch gaben die weiteren Auslandskäufe einen kräftigen Anſtoß, ſo daß
das an den Markt kommende Material ohne Verzögerung
aufgenom=
men wurde. Davon angeregt, ſoll ſich auch die Bankkundſchaft wieder
ſtärker am Geſchäft beteiligt haben. Gegenüber der geſtrigen
Abend=
börſe überwogen die Kursbeſſerungen bis zu 3 Prozent. Da ſich im
Verlaufe eine weitere Entſpannung des Geldmarktes durchſetzen konnte,
nahm das Geſchäft ein lebhaftes Ausſehen an. Bevorzugt waren au
Bankenmaukt beſonders Reichsbank mit plus 6,5 Prozent, in denen
große Intereſſenkäufe des Auslandes ſtattfanden; hier machte ſich
dar=
aufhin größere Materialknappheit bemerkbar. Danatbank mit plus 2,75
Prozent und Barmer Bank mit plus 1,75 Prozent blieben gefragt.
Schiffahrtswerte waren bei lebhaften Umſätzen bis gegen 2 Prozent
gebeſſert. Am Montanmaukt war das Geſchäft im allgemeinen
beſchei=
den. Nur Rhein. Braunkohlen mit plus 6,5 Prozent waren ſtark
ge=
fragt. Sonſt überſvogen hier die kleineren Kursbeſſerungen. An dem
Chemiemarkt zogen J.G. Fauben bei kleinerem Geſchäft 1,75 Proz. an;
Holzverkohlung konnten auf die Verhandlungen zwiſchen der
Holzver=
kohlungsinduſtrie A. G. und einer engliſchen Induſtriegruppe über
ge=
meinſchaftliche Fabrikation in England weitere 1,5 Prozent anziehen.
Im Einklang damit waren Scheideanſtalt 2,5 Prozent erhöht. Am
Elektromarkt waren Schuckert, da hier größere Tauſchoperationen mit
Siemensaktien vorgenommen wurden, mit plus 6 Prozent lebhaft
ge=
handelt. Bergmann plus 3,5 Prozent. Zellſtoff Waldhof waren 2.25
Prozent gebeſſert. Autowerte, keſonders N. S.U., mit minus 3,5 Proz.,
vernachläſſigt. Anleihen für Neubeſitz konnten wieder erwas anziehen.
Ausländer ſtill. Nur Rumänen auf Stabiliſierungsverhandlungen
etwas feſter. Im weiteren Verlauf blieb die Tendenz feſt und die Kurſe
konnten erneut anziehen. Beſonders von Spezialwerten iſt Reichsbank
mit 262 weiter lebhaft verlangt. Am Geldmarkt war tägliches Geld
wieder leichter und der Satz wurde auf 5,5 Prozent ermäßigt. Am
Deviſenmarkt war die Mark etwas ſchwächer. Mark gegen Dollar
4.1802, gegen Pfunde 20.409, London-Kabel 4.8805, —Paris 124.02,
—Mailand 92.60, —Madrid 29.10, —Holland 12.097/s.
Die Abendbörſe lag ausgeſprochen einheitlich feſt. Es
be=
ſtand Intereſſe für ſämtliche Aktienmärkte. Im einzelnen geſvannen
A. G. für Verkehrsweſen 2,75, Berliner Handelsgeſ. 2,5, Danatbank 1,25,
Deutſche Erdöl 2,5, Rütgerswerke 1, Rheinſtahl 1, Phönix 1,25 Proz.
Die Nachbörſe ſchloß noch ſehr lebhaft und weiterhin feſt. Im einzelnen
nannte man: Commerzbank 187.2, Danat 284.25, Deutſche 167.5,
Metall=
bank 134, Gelſenkirchen 143.25, Harpener 174,75, Ilſe Bergbau 281,
Weſteregeln 206, Mannesmann 1587/, Rhein. Braunkohlen 307.25,
Rheinſtahl 174.50,Hapag 168.75, Nordd. Lloyd 165.75, A. E.G. 174.50,
Bergmann 205, Zement Heidelberg 156, Daimler 118, Scheideanſtalt
204, Licht u. Kraft 236, Farben 289.25, Geſ. für El. 303, Holzmann
160,75, Lahmeher 182, Metallgeſellſchaft 181, Schuckert 218, Siemens
354, Zellſtoff Waldhof 3145/s. — Abenddeviſen: London gegen Paris
124.02, gegen Mailand 92.61, gegen Holland 12.0960, gegen Madrid
29.10, gegen New York 4.8807, gegen Zürich 25.325, Pfunde gegen Mark
20.4075, Dollar gegen Mark 4.1805.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 11. Mai.
An der Berliner Börfe ſetzten ſich heute die Auslandskäufe in einem
beträchtlichen Umfange fort. In erſter Linie wurden Elektrizitätswerte,
daneben aber Kunſtſeideaktien, Banken= und Schiffahrtswerte, zum Teil
auch J.G. Farbenaktien, für ausländiſche Rechnung aufgekauft, ſo daß
durch die in dieſen Werten herrſchende Materialknappheit neue
leb=
hafte Kursſteigerungen eintraten. Die Geſamttendenz wurde von dieſen
Spezialbewegungen günſtig beeinflußt und geſtaltete ſich einheitlich feſt.
Die Spekulation nahm per Ultimo Rückkäufe vor, auch die Provinz
beteiligte ſich heute mehr am Geſchäft. Anregungen gingen außerdem
von der vorläufig vertagten Diskonterhölungsfrage in New York, dem
Verhandlungen über Eiſenpreiserhöhung, den zuverläſſigen Klöckner=
Proſpekt und der Erwartung aus, daß England in kurzer Zeit dem
internationalen Röhrenfyndikat beitreten werde. Am Geldmarkt ſah
man eine noch weitere Erleichterung voraus; Tagesgeld ſtellte ſich für
erſte Firmen auf 4,5, ſonſt auf 5—7 Prozent. Monatsgeld 7,25—8,50
Prozent. Warenwechſel mit Bankgiro zirka 6,75—7 Prozent. In dem
Deviſenverkehr lag das engliſche Pfund international feſt. London-
New York ſchloß 4.8812, London-Berlin 20.4050, London-Brüſſel
notierte mit 34.9612 niedriger. Kabel New York-Berlin faſt
unver=
ändert 4.1806, London-Mailand 92.64, London—Madrid 29.12. Im
einzelnen ſtiegen Ver. Glanzſtoff um 20 Prozent, Bemberg um 11 und
Deſſauer Gas um 8.75 Prozent. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe nahm
die Aufwärtsbewegung allgemein ihrern Fortgang. Im weiteren
Verlauf nahm die Spekulation Glattſtellungen vor, da ſie die
Kurs=
ſteigerungen als übermäßig ſtark befand. Die höchſten Kurſe konnten
ſich infolgedeſſen nicht behaupten. Trotzdem blieb die Grundſtimmung
zuverſichtlich. Einige Papiere nahmen nach Beendigung der
Glatt=
ſtellungen ihre Hauſſe wieder auf. So begegneten Berger Tiefbau
leb=
haftem Intereſſe, da man nach der rumäniſchen Stabiliſierungsanleihe
einen Aufſchwung des rumäniſchen Geſchäfts der Geſellſchaft erwartete.
Numäniſche Renten lagen wie üblich auf dieſe Anleihe jedenfalls
freund=
licher. Kommerzbank plus 4,25, J.G. Farben 288, Salzdetfurth plus
6,5 Prozent, Maximilianshütte plus 4. Ilſe Bergbau büßten im
Ver=
laufe 7 Prozent ein und Polyphon 5 Prozent. Am Privatdiskontmarkt
war das Angebot geringer, aber auch die Nachfrage nicht ſehr erheblich.
Reichsſchatzwechſel wurden wieder, allerdings zu einem geringeren
Be=
trage als geſtern, gehandelt. Die Privatdiskontnotiz blieb mit 6,5
Pro=
zent unverändert.
An der Nachbörſe konzentrierte ſich die Aufmerkſamkeit der
Spekulation auf Spritwerte, die vielfach im Tauſch gegen Elektroaktien
gekauft wurden. Schultheiß zogen auf 390 und Oſtwerke auf 344 an.
Rhein. Braunkohlen ſtiegen gegenüber dem Schlußkurs um 2,5 Prozent
auf 309. Ver. Glanzſtoff, die mit 854 ſchwächer ſchloſſen, gingen
wie=
der auf 860. Sonſt zeigte die Nachbörſe ein ruhiges, aber freundliches
Ausſehen. Man nannte, u. a. J.G. Farben 288, A. E. G. 174,5, Licht
u Kraft 236, Geſ. für El. 301, Siemens 355 und 351, Karſtadt 275, Tietz
308,5, Danatbank 283, Reichsbank 262, d. h. 20 Prozent über dem geſtri
gen Schlußkurs. Hapag 157,5, Nordd. Lloyd 164,5, Hammerſen 164,75,
Eiſenbahnverkehrsmittel feſt 199, Rhein.=Weſtf. Elektro 203,5,
Neubeſitz=
anleihe 18,62, Ablöſungsanleihe 1 und 2 51,90.
A. E. G......"
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt ..........."
Rergmann. . . . . . . .
Berl. Karlsruhe Ind
Berl. Hand.=Geſ....
Braunkohl. Briketts
Bremer Wolle... ...
Danatbank. . . . . . . .
Deutſche Bank. .. . .
Diskontogeſ. .. . . . ."
Dresdner Bank. . . .
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl ....
Deut che Petroleum
Dynamit Nobel ..."
Elektr. Lieferung .."
F. G. Farben ... . ..
Gelſenk. Berg. ...
G. f. elektr. Untern.
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch. . .
Hapag ............
Harpner. . . . . . . . . ."
Heioor Zement. . . .!
1.2 Kali Aſchersleben ...
Salzbefurth. . . . 188.75 17 e66 * 331.7 335
5 176.— Weſterregeln .. ." 202.25 204. 241 25 47.5 Lindes Eismaſch. . .. 180.— 185. V2 8o. L. Loewe & Co. ....." 256 — 259.25 1e 168 Lingel Schuh ....." 60.12 60.— 160.5 162 MannesmannNöhren 153.875 156.625 161.— 162.5 Niederlauſitzer Kohle 160.5 161. 49.7 50. tordd. Loyd ......" 5
160. 164.5 133.125 35.— Orenſtein. . . . . . . . . ." 128.— 26.75 1385 Polyphon ........" 472.— 485.— 133.: Rütgerswerke .. . . ." 101 100.125 175.25 179.25 Sachſenwerke . . . . ." 255
13c 141 279.5 285. Siemens Glas ...." 147. 147.875 140.125 141. Ver. Glanzſtoff.. . . . 819. 858 291. 297.5 Ver. Stahlwerke. 5.* „375 59-—
220. 2. Volkſtedter Porzellan 53.5 Wanderer Werke. . . . 180 164.875 1675 Wiſſner Metall. . . . . 154. 15: 170.—
242.— 72.—
1249.— Wittener Gußſtahl .. 61.— 67.—
Oeviſenmarkt.
10. 5. 5. Geld Brief Geld Vrie Selſingfors . 10.51 10.53 10.51 10. Wien ...... 1.76 58 8 58.765 58.88! Prag ......" 377 2.39 12.377 12.39 Budapeſt . .." 4/ 73 72.93 73 07 Sofia ......." 3.017 3.023 3.024 3.030 Solland ...." 168.49 168.8: 168 51 68.8 *zlo ..
111.83 12.05 111.84 12.06 Ke
nh. 12.04 12.26 112.06 112.28 Stockholm .. 12.011 112 231 12.04 12.26 London ....." 20.38/ 20.42 120.382 20.42. Euenos Aire= 1.78 1.790 1.786 i.790 en=York ... 4.176 4.1841 .1765 4 1845 Belgien ...." 58.295 58.415 58.285 9.405h
Italien ......."
Paris ........"
Schweiz .. .. . . ."
Spanien. . . .. . .
Danzig ......."
Japan. . . . .."
Rio de Janeiro
Jugoſlavien .. .
Portugal ....."
Athen ........"
Konſtantinopel
Kanada. . . . . . . .
Uruguah . . . . . ..
2
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 10. Moi ſtellten
ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rorterdam
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 134,75 RM.
— Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſenvor=
ſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutfchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
98—99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren, 210 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel,
98—99 Prozent, 350 RM., Antimom Regulus 90—96 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 81,25—82,25 RM.
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 11. Mai
ſtellten ſich für Kupfer: Januar, Februar, März, April 125 (125,25),
Mai 123,50 (124,25), Juni, Juli 124 (124,25), Auguſt, September 124,50
(124,75), Oktober, November, Dezember 124,75 (125). Tendenz: feſt. Für
Blei: Januar, Februar 41,50 (41,75), März, April 41,75 (42), Mai
40,25 (40,50), Juni, Juli 40,75 (41), Auguſt 41 (41,50), September 41,25
(41,50), Oktober, November, Dezember 41,50 (41,75). Tendenz: ſtetig.
Für Zink: Januar, Februar, März, April 51,50 (51,75), Mai 52 (53),
Juni 52 (52,25), Juli, Auguſt, September, Oktober, November,
De=
zember 51,50 (51,75). Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 11. Mai ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: ruhig): Standard p. Kaſſe 61¾—3/48,
3 Monate 62—½, Settl Preis 613/ Elektrolyt 66½—67, beſt ſelected
64½—65½, Elektrowirebars 67; Zinn (Tendenz: willig): Standard
p. Kaſſe 23238—½, 3 Monate 231¾—232, Settl. Preis 232½, Banka
(inoff. Not.) 239½, Straits (inoff. Not.) 237: Blei (Tendenz: feſt):
ausländ, prompt 207/s, entft. Sichten 2¾, Settl. Preis 20¾; Zink
(Tendenz: ſtetig): gewöhnl prompt 26‟/us, entft. Sichten 25½/1s, Settl.
Preis 26½; Queckſilber (inoff. Not.) 2238—½; Wolframerz (inoff.
Not.) 15½.
Börſe und Geidmarkt.
Die Medioliquidation hat das Geſchäft an den Wertpapiermärkte
in der laufenden Woche ſtark beeinflußt und zeitweiſe auch beeinträck
tigt. An ſich war die Reportsgeldverſorgung der Börſe zu dem
bi=
herigen Satz von 7,75—8,25 Prozent reichlich, erſte Firmen erhielter
ſogar auf Bedarf größere Beträge als zum letzten Ultimo. Ganz
einfach hat ſich die Medioabwicklung für die kleinere Spekulation
alle=
dings nicht geſtaltet. Diefe iſt vielfach auf Schwierigkeiten bei Be
ſorgung der benötigten Schiebungsgelßer geſtoßen. Es blieb ihr alf
nichts übrig, als eine entſprechende Verminderung der Engagement
vorzunehmen, und dieſe war es, unter der das Kursniveau mitunte
zu leiden hatte. Vielleicht lag die Knappheit des Reportsgeldes gegen
über der Kleinſpekulation bewußt auf dem Wege der Börſenpoliti
unſerer Großbanken, die nach Meinung mancher Kreiſe im Intereſf
einer geſunden Kursentwicklung vorübergehende Realiſationen
nich=
ungern geſehen haben ſollen. Durch ſolche zeitweiſen Unkerbrechunge
einer Hauſſebewegung wird ſtets vermieden, daß die Atmoſphär über
hitzt wird und ſpäter plötzliche und ſcharfe Kursrückſchläge mit nac
haltigen Folgen für das Börſengeſchäft eintreten. Allerdings iſt di
Grundſtimmung der Börſe trotz dieſer Realiſationen nicht ins Wanke
geraten. Die Spekulation befindet ſich zum größten Teil weiter g
ſeiten derjenigen, die das Ende der Aufwärtsbewegung noch nicht e
warten. Man denkt dabei wohl an die verhältnismäßig leichte Geld
marktlage, die neuerdings weitere Verkäufe von Reichsſchatzwechſe
ermöglichte, und die von uns mehrfach erwähnten neuen Konzentr
tionsbeſtrebungen in einigen Induſtriezweigen, denen immer an de
Börſe mehr oder weniger lebhafte Vorereigniſſe vorangehen. Auge
blicklich ſpricht man ron ſehr weit gediehenen Verhandlungen über 9
dung eines oſtdeutſchen Waggontruſtes cls Grundlage für einen we
teren völligen Zuſammenſchluß in der deutſchen Waggoninduſtrie, vo
Fuſionsabſichten in der deutſchen Automobilinduſtrie und weniger
kla=
von größeren kommenden Transaktionen in der Schwachſtrom= un
Elektrizitäts=Induſtrie. Die Einführung deutſcher Terminwerte an de
New Yorker Börſe läuft außerdem ebenfalls noch; in einigen deutſe
Standardpapieren finden ferner nach wie vor Aufkäufe von ausländ
ſcher Seite ſtatt. Auf dieſer Grundlage baut die Spekulation anſche
nend im weſentlichen ihr Hauſſegeſchäft auf. Sie ſollte dabei aber aue
auf die andererſeits vorliegenden Tatſachen Rückſicht nehmen, die meb
bedenklich als freudig ſtimmen müſſen. Die Preiserhöhungen in d
Kohlen= und Eiſeninduſtrie können im Grunde nicht als Hauſſemoti
verwertet werden, wie es geſchieht, ſondern ſollten eigentlich konjun
turelle Beſorgniſſe gerechtfertigt erſcheinen laſſen. Aus den Mittenu
gen des Inſtituts für Konjunkturforſchung und den Aeußerungen
Großbankberichten iſt klar erſichtlich, daß die deutſche Inlandskonjun
tur ſchon jetzt in einem rückläufigen Stadium begriffen iſt. Beſtät
wird dieſe Anſicht in Berichten einzelner Induſtriezweige, wie z. B. de
Maſchineninduſtrie und der Textilinduſtrie. Aber nicht nur in de
weiterverarbeitenden, ſondern auch in den Urſtoffinduſtrien läßt d
Beſchäftigung nach. So zeigt die Produktion an Roheiſen im Apr
928 einen Rückgang von rund 125 000 Tonnen oder arbeitstätglich u
7,7 Prozent gegenüber dem Vormonat März.
Die Genehmigung der Sammelanleihe deutſcher Städte, die vo
Deutſchen Sparkaſſen= und Giroverband ausgegeben werden ſoll, I
die Hoffnung auf eine neiterhin befriedigende Geſtaltung unſerer Ge
verhältniſſe wieder verſtärkt, zumal gleichzeitig einige große Stät
Auslandsanleihen unterbringen. Wenn man die Lage an den Pfan
briefmärkten betrachtet, ſo wird das Bild vom Geld= und Kapitalmar
Deutſchlands jedoch ungünſtiger.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Heſſiſche Beamtenbank e. G. m. b. H. zu Darmſtadt hie
ihre Hauptverſammlung — Vertreterverſammlung — am 6. M
im eigenen Hauſe,dem „Reichshof” ab. Die Verſammlung leite
der 1. Vorſitzende des Aufſichtsrats, Herr Oberzollinſpektor Lang
Er eröffnete ſie mit der Begrüßung der faſt vollzählig erſchien
nen Vertreter und Gäſte, unter denen ſich auch der Vorſitzen!
des Landeskartells Heſſen im Deutſchen Beamtenbunde, He
Rektor Dr. Claß, befand. In den einleitenden Worten verbreite
ſich Herr Lange auch über die wirtſchaftlichen Beziehungen zw
ſchen der Wirtſchaft im allgemeinen und den Selbſthilfebeſtr
bungen der Beamtenſchaft und begrüßte die vom Geſetz geforder
Einrichtung der Vertreterverſammlung, deren Mitglieder, wie ſie
gezeigt habe, nützliche Verbindungsmänner zur Beamtenſcha
ſeien. Den Geſchäftsbericht des Vorſtandes, der in etwas g.
kürzter Form bereits gedruckt vorlag, erſtattete Herr Direlto
Burger. Die Ausführungen wurden mit Beifall und wieder
holtem Dank an die Geſchäftsführung und das Perſonal en
gegengenommen. Die Entlaſtung des Vorſtandes wurde einſtim
mig erteilt. Die Bilanz ſowie die Gewinnverteilung wurden ein
ſtimmig genehmigt. Aus dem Geſchäftsbericht und der Bilan
ſei nachſtehendes hervorgehoben: Zugang an Mitgliedern 6770
Abgang infolge Bereinigung der Liſten 488; Zunahme der Ge
ſchäftsguthaben um 77 000 RM.; Steigerung des Jahresumſatze
um 53 Prozent auf 56 Millionen „Steigerung der Bilanzſumme
auf 1955000 RM.; Bankguthaben am Schluſſe des Jahres
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche. Reichs
anleihe von 192‟
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
8% Bah. Freiſtaat
von 1927 ....."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
70 Thüringer Frei
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
blöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö.
fungsſch. (Neub.)
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe . ."
2, Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
zerlin v.
Darmſtdt. v.
07 Dresden v. 2
. a. M.v.
idelb. v. 2
idwghf v. 26
tainz v. 26..
10%6 Mannh. v. 25
Mannh. v. *
O. Nürnberg v. 2
*
Pforzh. v.
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
19 Bad. Gold=
Lom. Anleihev. 2
6 Berl. Hyp.=B
„ Lig.
17
Pfandbriefe.
3% Frkf. Hyp.Bk.
2 „
5½
7½% „Lig.=Pf
87I.
81.75
80
87.5
51.65
18.6
7.6
2
86.75
„
102.25
95.05
92
88
97.5
93
96.5
92. 5
K
74.3
8% Frkf. Pfbrfbank
69
4½% Gotha Gr.=
(
red. Lig.=Pfbr
Hamb. K
Bk. Lig=Pfdb
8% Heſſ. Landesbk
68
99 Kor
Landes
banl
nſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovin;
Landeskr. Kaſſ.
Mein. Hhp.Bk.
Naſſ. Landesbk.
3
8‟
Pfälz. Hyp. Bk.
2.
Lig
Pfandbrieſe .
30 Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred.. ..
4½% Preuß. Ctr.,
Lig. Pfandbr. . .
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . . . .
8½ Rhein. Hyp.=Bk.
Lig
41.
Pfandbriefe..
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit ...."
70
„L.=Pf.
4½% „
8% Südd. Bod.=
„„red.=Bank ..."
4½0
Lig.
Pfdor.
8% Württ. Hhp.=B.
Dr. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser. 1
Dt. Komm Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausloſ. Ser,II
95.5
88
53.2
98.:
91.75
A
94.5
100
94.75
94.5
6.5
89
R
74
97
97
91
93.5
93
78.4
95.75
91.
5
95.5
51.75
68
Meaitngnee
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frrf. Hyp.=Bk. K.
Obl. Ser. 1 u. 2/ 9.5
rkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 18.05
Heff. Lds=Hyp.=Bk.
orkr.=Pfdbri
13.4
dgl. Kom.=Obl.
5.1-16 7.47
„ Kom.=Obl.
S. 17-24 2.47
Mein. Hyp.=Bank
Vorkr.=Pfandbr. 14.3
Norbd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe 14.3
Preuß. Pfandbrb
Vorkr.=Pfdbriefe/ 13.5
Rh. Hhp.=Bk.
Vor=
r.=Kom.=Oblig.. —
Weſtd. Bodencred.
anſtalt Vortr.=Pff 14.25
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt. Linoleum
werke Bln. v. 26 96.5
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 2
94.5
8% Klöckn=Werke
Berlin v. 26.... 94
10
Kom. Elektr.,
*
..... 1021/.
Mait
Erw b. 26/ 85
725 Mitteld,. Stahl
erke von 27...! 90
8% Neckarſulm v. 26
8% Salzmann & Co.
Laſſel v. 26...
% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26/ 89
Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26 87.5
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz=
%Badenw. Kohl.
anleihe . . . ..
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
50 Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe.
22.8
10
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe .. .
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. .
% Sächſ. Ro
en=
wertanleihe ..
Südb. Feſtw. ........."
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914......."
5% Bosn. L.=Inv.
Anl. v 1914 ..
Bosn. v. 0‟
*3
j. Tab. v0
rief
0ſe
s. inn. (abg.)
5%
äuß.
Goldan=
4½%
eihe (abg.
30
inn. (abg.)
4½%„ Frrig.. (abg.
Tamau=
5%
lipas (abg.)
4½% Oſt. Schatz
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
4% Oſt. Goldrente
C. C.=Stücke).
4½% Rum. Gold
von 1913 ....."
Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
40 Türk.
min.
1. Bagd.
42
2. Bag
Zollanl.
4½% ungarn vor
(C. C.=St.
21
dito v
1914 C. C.,S
4½ dito Goldr
(C. C.=St.
4% dito von
1910 (C. C.,St.
4% dito Kron.:
rente (abg.) ..."
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.
4½ Kopenh. v. 01
4½ Liſſab. v. 1886
6.4 4½ Stockh. v. 1880
2.22
46.25
45.5
2.1
18.5
47.5
21
21.75
95.5
—
13.05
25.75
26.8
26.8
24.5
1.95
58.75
92
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb
von 1891
4% Eliſabethbahn
von 1883 ....
Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig...
40 Lemberg=Czer
ſteuerfrei ...."
2‟/.,%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) ..
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 ....."
Raab=Odenbg
v. 1883 .. . . . . .."
4% Rudolfb. i. S.
4½%0 Anatolier I.
TV.1. Bank=Aßtien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. . . .
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bayr. Hyp.= und
Wechſelbank .. .
Berl. Handelsgeſ..
Hypoth.=Bk. .
Comm. u. Privatb. /186
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank...
Eff.=u. Wechſel
bank . . . .
Vereinsbank.
Diskont.=Geſellſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bk. .....
Hyp.=Bk..
Pfdbr.=Bk
Gotha Grundkr. B.
ſein. Hyp.=Bank
Netallbank. . . . .".
Nitteld. Crebitbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk.
Hyp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant.
Rhein. Ereditbank
„ Gpp.=Bankl200
12
10.75
K
23
.15
19.75
141.75
160
218.5
147
163
280
163.5
120
103.5
162
163.25
107
153.5
160.
143
140.5
133
216
160
36.*
169.5
38.5
145
254.5
123
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Berkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= un
Kraftwagen .. .
Eiſenb.=Geſ..
Dt. Reichsbhn=
Vorzge. ......
Hapag ........."
Nordd. Lloyb. . . . .
Schantung=E
b.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr. ...."
Accum. Berlin. . . .
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleyer)
69 AEG. Vorzug
AEG. Stamm.. . .
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg ..
Beck & Henkel.
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=Ol.
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn
Buderus Eiſen ..
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerke
Heidelberg ..."
Karlſtadt . . . .
Lothr. (Karlsr.).
Cbem. WerkeAlbert.
Frockhues ..
Fabrik Milck
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin
Erdöl ......"
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen
Dürwerke Natmna.
136
16
215.5
208
96.75
167.5
164.5
8.1
125.5
42
265
98
80.5
170
149:1,
225.5
6
200
61.
160
133
93.
38
152.25
187
85
87.5
118.5
136
Eichbaum, Brauer
Eiſenw. Kaiſersltn
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk
24
233
179
85.5
50
201
Eßling. Maſchinen
7.5
Ettling. Spinnerei/223
Faber, Foh., Bleiſt
Faber & Schleicher/1
Fahr, Gebr., Pirm./ 48.75
J. G. Farbenindſtr.
285.5
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter))/ 86
Frkft. Gas .. . . . . . 150
Hof. . . . . . . . 103
Naſch. P
Pokorny) & Wittek. 81
Geiling & Cie.
78.7:
Gelſenk. Bergwerk/140.5
Geſ. f. elektr. Un
ternehmungen . . /298
Goldſchmidt Th. ..
Britzner Maſchinen
Grün & Bilfinger. /182.5
HafenmühleFrankf/438.5
Haid & Neu ..."
45
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen ..
Hanſa=Lloyd Brem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun : —
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei. 182
Heſſen=Naſſau Gas/116
Heyligenſtaedt . . . . Zu
Hilpert Armaturfb. 87.75
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer ....
Hochtief Eſſen ..
Holzmann. Phil.
160
Holzverk.=Induſtrie/ 83.75
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe/127
Inag
....."
Funghans Stamm./ 87
Kali Aſchersleben . /189.25
Salzdetfurth. 333
Weſteregeln. . 1204
Kammoarnipinn, /243
Karſtadt, R. . . . . . .
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl. . . . 102
Klöcknerwerke ....
Knorr, Heilbronn
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer CCo. ..
Lech, Augsburg.
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühlel
Löwenbr. Münch. 132
Ludwigshaf. Walz/129.9
Lüdenſcheid Metal
75 Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br.. 127
Mannesm. Röhren
insfeld. Bergb.. 121
Mars=Werle....
Netallgeſ. Frankft.
tiag, Mühlenbau/15
Roenus Stamm
Motorenfabr. Deutz
Oberurſel
Münch. Lichtſpielk. /117
Meckarſ. Fahrzeug
Neckarw. Eßl. .. . . 144.25
Nicolay. Hofbr. . . 1140
Oberbedarſ.
Non.
Oſterr. Alpin
Otavi Minen .....! 48
Peters Union Frrf. /408
Pfälz. Näh. Kahſer/ 55
Philipps A.=G. ..
Phönix Bergbau
Porzellan Weſſei
Reiniger. Gebb.
Schall .. . . . . . 108
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Stahlwerke 173.5
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan 16
Rütgerswerke
SalzwertHeilbronn/1e?
Schneider & Hanau/ 46
Schnellpr. Frankth
chöfferhof=Bind. 3,
Schramm Lackfbr.
Schriftg. Stempel. 1
Schuckert Elektr. . . 1219
769
126
16
26
180
13.75
57.9
77.5
110.25
15
41.5
21
99.25
16
2.5
83
75.5
e 354
Schuhfbr. Berneis=
Veſſel. . . . . . .."
Schuhfabr. Herz. 26.*5
ſchultz Grür
Schwarz Storchen 1167.5
Seilindſtr. Wolff.
Siem. Glas.
Siemens & Halst
Südd. Immobilien
Zucker=AG. /147.7
Strohſtoff. Ver.,.. 303
Tellus Bergbau 1:
Thür. Lief.=Geſ. .1106
2
Tucher, Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ. ..... . 112
8
Leithperte, Idluaas
Ver. f. Chei
deutſch.
Faßfabr. Caſſell 49
Gummifab=
Berlin=Frankf. /103
Königs= und
.
Laurahütte
Pinſelfabriken
Stahlwerke
Ultramarin
Zellſt., Berlin/14?
Vgtländ. Maſch. .
Voigt & Haeffner/189
Voltohm. Seil .. 85
Wanß & Freytag. /151.:
Wegelin Rußfabrik
Werger Brauerei. 170
Fellſt. Aſchaffenbg. 206‟
Memel .. . . 150.
Waldhof ...! 90.!
Zuckerf. Rheingau
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung .. . 24
Frkft Allg. Verſ.=G 20
Frankona, Rück= u.
—
Mitv.
Mannh. Verſich. 159
Darmſtädter Werte
Bahnbedarf..
A
Jampfk. Rodberg
Gebr. Lutz
.
Motoren Darmſtadt 63
Gebr. Roeder ....!
Nummer 132
tnobkel,
Tbe
10.
M
Samstag, den 12. Mai 1928
Seite 17
461 000 RM.; Kapitalanlage neben dem werwbollen Hausbeſitz
145 747 RM. Steigerung der von Mitgliedern und Dritten
ein=
gezahlten Spargelder um 165 219 RM. auf 376 989 RM.;
Steige=
rung der Sparbücher von 511 auf 725. Allen Darlehns= und
Kreditwünſchen konnte Rechnung getragen werden. Insgeſamt
wurden im Berichtsjahre 2018 Darlehen im Betrage von 1012973
RM. ausgegeben. Davon entfällt ein Zehntel auf Bauhilfen im
Siedlungsweſen. Nach Abſchreibungen im Geſamtbetrage von
10 140,57 RM. verblieb ein Reingewinn von 7654,51 RM., der
auf die beſtehenden und neugebildeten Rücklagen verteilt wurde.
In den Aufſichtsrat wurden wiedergewählt die Herren
Regie=
rungsrat Schneider und Oberzollinſpektor Lange; neu gewählt
die Herren Polizeimeiſter Wink, Poſtſchaffner Kang zu Darmſtadt
und Obertelegraphenſekretär Apel zu Mainz. In den Vorſtand
wurde Herr Direktor Heyder für 3 Jahre wiedergewählt. Die
Verſammlung billigte die Abſicht der Gründung einer
Sterbe=
haſſe in Gemeinſchaft mit den in der Zentralkaſſe der Süddeutſchen
Beamtenbanken zuſammengeſchloſſenen Beamtenbanken.
Allge=
mein begrüßt wurde die mit der ortsanſäſſigen Geſchäftswelt
ab=
geſchloſſenen Ratenkaufabkommen.
Portland=Zementfabrik Karlſtadt A.G. Der Aufſichtsrat beſchloß,
der am 12. Juni ſtattfindenden G.V. eine Dividendenerhöhung von 8
auf 10 Prozent vorzuſchlagen.
Die Raiffeiſen=Hauptgenoffenſchaft e. G. m. b. H., Ludwigshafen am
Rhein hielt in Ludwigshafen im Hotel „Pfälzer Hof” unter dem
Vor=
ſitz des Herrn Dr. Nolden ihre 2. ordentliche Generalverſammlung ab,
zu welcher in großer Anzahl Vertreter der Mitgliedgenoſſenſchaften aus
Pfalz, Heſſen und Baden erſchienen waren. Aus dem Bericht über das
Geſchäftsjahr 1927, den der Vorſitzende des Vorſtandes der Raiffeiſen=
Hauptgenoſſenſchaft, Herr Verbandsdirektor Kaulen, erſtattete, iſt zu
entnehmen, daß bei geſteigerter Leiſtung ein befriedigendes Ergebnis
er=
zielt worden iſt. Die Bilanzſumme per 31. Dezember 1927 beträgt RM.
3 309 699,41; der ausgewieſene Neingewinn RM. 34 697,99. Der
Waren=
umſatz beziffert ſich auf 2 061 384 Zentner im Werte von Reichsmark
10322 189,69 und vollzog ſich zum Teil über die elf in der Pfalz, in
Heſſen und Baden im Betrieb befindlichen Lagerhäuſer. Die Ausſichten
für das laufende Geſchäftsjahr werden günſtig beurteilt; das
Garantie=
kapital beläuft ſich in Geſchäftsanteilen und Haftſummen auf rund RM.
1600 000. Bilanz, Gewinn= und Verluſt=Rechnung wurden einſtimmig
genekmigt ud dem Vorſtand Entlaſtung erteilt. Der Vorſchlag für die
Gewinnverwendung wurde einſtimmig angenommen. Nach Neuwahlen
und einem das zeitgemäße Thema „Einfluß der Gewoſſenſchaft auf die
landwirtſchaftliche Produktion” behandelnden Vortrag, wurde die gut
werlaufene Verſammlung geſchloſſen.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 11. Mai. Der hieſige
Produkten=
markt verkehrte im Einklang mit den niedrigeren Auslandsmeldungen
in abgeſchwächter Haltung. Weizen war ſtark angeboten, Roggen
da=
gegen bei weiter kleinem Angebot gut behauptet. Futtermittel weiter
feſt. Mais unverändert. Weizen 26.75, Roggen 28.75—29, Mais für
Futterzwecke 25, Mais für andere Zwecke 25, Weizenmehl 38.25—39.75,
Roggenmehl 39.75—41, Weizenkleie 15.75—16, Roggenkleie 17.50—17.75.
Schweinezählung am 1. Juni 1928.
Wie aus den alljährlich am 1. Dezember ſtattfindenden
Viehzählun=
gen und aus der Schlachtungsſtatiſtik hervorgeht, hat die inländiſche
Schweineerzeugung ihre alte Bedeutung als wichtigſte Fleiſch= und
Fett=
lieferantin wieder erlangt. Daraus ergibt ſich allgemein das Bedürfnis,
die Entwicklung des Schweinebeſtandes wegen ſeiner ſtarken
Vermehr=
barkeit und Anpaſſungsfähigkeit an jede landwirtſchaftliche Betriebsform
und an die veränderten wirtſchaftlichen Verhältniſſe wieder
aufmerk=
ſam zu verfolgen und zu dieſem Zwecke eine Sommerzählung der
Schweine vorzunehmen, wie ſie ſchon in der Vorkriegszeit regelmäßig
ſtattgefunden hat. Auch die Spitzenorganiſationen der Landwirtſchaft,
insbeſondere die Landwirtſchaftskammern, haben eine Zwiſchenzählung
des Schweinebeſtandes als dringend erwünſcht bezeichnet. Die
Sommer=
zählung der Schweine wird im Zuſammenhang mit der allgemeinen
Viehzählung im Dezember für die Beurteilung der Markt= und
Ver=
ſorgungslage ſowie der Preisbildung einen beſſeren und genaueren
Ueberblick ermöglichen über die zur Verfügung ſtehenden Fleiſchmengen.
Zunächſt ſoll am 1. Juni d. Js. eine Sommerzählung der Schweine
im Deutſchen Reich vorgenommen werden. Wie bei den jährlichen
Vieh=
zählungen im Dezember erfolgt auch die Schweinezählung am 1. Juni
d. Js, durch Zähler mittels Ortsliſte in der Weiſe, daß der Zähler am
Zählungstage die Stückzahl der Schweine von Haus zu Haus (Stall
zu Stall) erfragt und die Richtigkeit des erfragten Schweinebeſtandes
ſo gut als möglich durch perſönlichen Augenſchein nachprüft. Wer bis
zum Ablauf des Zählungstages (1. Juni) nicht von einem Zähler
auf=
geſucht worden iſt, hat ſeinen Schweinebeſtand bis zum 5. Juni 1928
dem Ortsvorſteher anzuzeigen.
Im Hinblick auf die wichtigen Zwecke der Zählung darf erwartet
werden, daß alle Beteiligten mit Sorgfalt und Gewiſſenhaftigkeit ihre
Aufgabe erfüllen und daß namentlich die Schweinebeſitzer ſelbſt, die
überdies auch ſtrafrechtlich für ihre Angaben verantwortlich ſind, ihren
Schweinebeſtand genau und vollſtändig angeben.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 11. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Auf wohltuende Niederſchläge im Weſten und auf
gerin=
gere Auswinterungsſchäden in Kanſas als erwartet, zeigte ſich heute
wieder ſtärkere Abgabeneigung. Auf die beſſere Exportnachfrage trat
ſpäter eine Erholung ein.
Mais: Zunächſt ſetzte ſich die Aufwärtsbewegung weiter fort auf
günſtiges Pflanzwetter und auf Berichte, daß ſich in den Händen der
Pflanzer noch größere Vorräte befinden. Im Verlaufe trat eine
Er=
holung ein.
Hafer: Auch hier beſtand eine gute Meinung auf die beſſere
Loko=
nachfrage und in Nebraska und Jowa herrſchenden Negenmangel.
* New York, 11. Mai. (Priv.=Tel.)
Kaffee eröffnete heute unter dem Eindruck der erhöhten
braſiliani=
ſchen Notierungen und Käufen des Handels in feſter Stimmung.
Spä=
ter erfolgten Realiſationen und Abgaben der Kommiſſionäre.
Preisniveau.
Es notterten nach Meldungen auts Chicago am 11. Mai:
Getreide: Weizen, Mai 153½, Juli 153½ Sept. 153: Mais,
Mai 10458, Juli 107½, Sept. 108½: Hafer, Mai 65½, Juli 59½,
Sept. 48½; Roggen, Mai 13534, Juli 133½, Sept. 124.
Schmalz: Mai 11,95, Juli 12,225, Sept. 12,55.
Rippen: Mai 12, Juli 12,20, Sept. 12,575; Speck loco 12:
leichte Schweine 8,50—10,30, ſchwere Schweine 9,45—10,10;
Schweinezufuhr Chicago 18 000, im Weſten 70 000.
Chicagoer Baumwolle: Mai 21,35, Juli 21,14.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 11. Mai:
Getreide: Weizen Rotwinter 213½, Hartwinter 173½; Mais
neu ank. Ernte 118½: Mehl ſpr. wheat clears 7,25—7,75; Fracht
nach England 1,6—2,3, nach dem Kontinent 7—9 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,70; Talg extra 8½.
Kakao: Tendenz: unregelmäßig, Umſatz in lots 166, loco 15½,
Mai 15,07, Juni 15,11, Juli 15,31, Auguſt 15,/46, Sept. 15,55,
Ok=
tober 15,40, November 15,20, Dezember 14,55, Jamuar 1929 14,40.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Börſenvorſtände von Eſſen und Düſſeldorf beſchloſſen in einer
am Donnerstag ſtattgefundenen gemeinſamen Sitzung den Samstag=
Börſentag einzuführen. Als erſter Samstag=Börſentag iſt der 19. Mai
1928 in Düſſeldorf feſtgelegt.
Die ſüdſchwediſchen Kraftwerke nehmen in dieſen Tagen eine
An=
leihe von 11 Millionen Kr. auf, um den Karſefos=Fall zu vertiefen. Das.
Stromſyzſtem ſoll auf 132 000 Volt umgelegr werden.
Der Röhrenverband erhöhte in Auswirkung der
Kohlenpreiser=
höhung mit ſofortiger Wirkung die Preiſe für geſchweißte und nahtloſe
Gasrohre um ½ Prozent brutto, für Siederohre um 1 Prozent brutto.
Der 58. landwirtſchaftliche Maſchinenmarkt iſt in Verbindung mit
der Techniſchen Meſſe in Breslau eröffnet worden. Trotz der Ungunſt
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe, die gerade auf der Landwirtſchaft und
deren Induſtrie laſten, iſt in der Beſchickung dieſer Veranſtaltung mit
über 600 Ausſtellern ein Nachlaſſen nicht feſtzuſtellen.
In Budapeſter Börſenkreiſen wird nach einer ſchlechten
Winter=
ſaiſon die augenblickliche Lage etwas günſtiger beurteilt. Die
Zahlungs=
einſtellungen haben in den letzten Wochen abgenommen. Im Gegenſatz
zu den Verhältniſſen auf dem internationalen Geldmarkt iſt in Budapeſt
Geld flüſſig.
Die Internationale Bank in Luxemburg, an der die Dresdner
Bank, die Banque de Bruxelles und die Bank de UUnion Pariſienne
gleichmäßig mit je 33½ Prozent beteiligt ſind, ſchließt das Geſchäftsjahr
1927 nach 1,27 Mill. Fr. (i. V. 1,11) Abſchreibungen mit einem
Rein=
gewinn von 2,6 Mill. Fr. (2,48) ab. Auf Vorzugsaktien wird eine
Dividende von wieder 5 Prozent verteilt.
Aus Peking wird gemeldet, daß die Induſtrielle Bank von Chia,
die bekanntlich im Jahre 1921 zuſammenbrach und wieder ſaniert wurde,
ihre Tätigkeit in der Mandſchurei zu erweitern beabſichtige. Es ſollen
neue Filialen der Bank eröffnet werden. Ferner iſt unter nächſter Be=
Zucker: Die Stetigkeit des Lokomarktes bewirkte Deckungen und teiligung der Bank die Gründung einer neuen chineſiſch=franzöſiſchen
Anſchaffungen des Handels. Später drückten Realiſationen auf das Bank geplant, die ſich dem franzöſiſch=chineſiſchen Handelsverkehr
widmen foll.
Mah
Ia Biere (5870a) Prima Küche
Täglich
Unterhaltungsmusik
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Außer Miete
Samstag, den 12. Mai 1928
Anfang 19.00 Uhr Ende nach 22.00 Uh=
In der neuen Inſzenierung:
Egmont
Ein Trauerſpiel in fünf Akten (13 Bildern)
von Goethe
Inſzenierung: Carl Ebert
Mitw rkende:
Päthe Gothe, Liliy Kann, Martha Ziegler,
Hans Baumeiſter, Carl Ebert, Werner
Finck, Ulrich Folkmar, Herm. Gallinger,
Eduard Göbel, Richard Jürgas, Hugo
Leßler, R dolf Klix, Rooert Klupp, Wily
erichbaum, Hans Heinz Krumb, Hanns
Langer, Paul Maletzki, Hans Neth, Karl
Baryla, Gothart Portloff Hans Schalla=
Altona a. G., Artur S ettler,
Kurt Weſtermann
Perſonen=Verzeichnis:
Nargarte von Parma,
Tochter Karl V.
Re=
gentin d. Niederlande Lilly Kann
Hraf Egmont, Prinz v.
Carl Ebert
Gaure ..."
Vilhelm von Oranien. Gothart Portloff
verzog von Alba.
Rudolf Klix
Ferdinand, ſein natürl.
Sohn.
Ulrich Folkmar
.
Nagechiavell, im Dienſte
der Regentin ..
Richard Jürgas
Eichard. Egmonts
Ge=
heimſchreiber . .
Karl Paryla
lärchen, Egmonts
Ge=
liebte . . . . . . . . Martha Ziegler
hre Mutter .
Käthe Gothe
frackenburg, ein
Bür=
gersſohn
HansSchalla a. G.
zw ſt, Krämer ):
Hans Baumeiſter
e ter, Schneider
Hugo Keßler
*
immermann.
eifenſieder
Paul Maletzki
728 Kurt Weſtermann
uhk, Soldat unter
Eg=
mont .."
Herm Gallinger
anſen, ein Schreiber . Robert Klupp
Spielwart: Joſef Kreuter
Preiſe der Plätze: 0.70—5 Mark
Kleines Haus
Außer Miete
Samstag, den 12. Mai 1928
afang 19.30 Uhr Ende gegen 22.00 Uh=
In der neuen Inſzenierung
der Barbier von Sevilla
riſche Oper in zwei Akten von Roſſini
zrſikaliſche Leitung: Berthold Goldſchmidt
Inſzenierung: Hans Schmid a. G.
Mik wirkende
W8302
artha Liebel, Käthe Walter, Leo Barc
ſki, Joſef Herrmann, Theo, Herrmann
vlf. Klotz, Heinrich Kuhn, Karl
Loch=
mann, Joſef Poerner.
Perſonen=Verzeich nis:
af Almaviva . . . . . Joſef Poerner
Etor Bartolo
Heinrich Kuhn
ine, ſeine Mündel. Käthe Walter
ſilio, Mu ikmeiſter Theo Herrmann
rrzelline, Haushälterin Martha Liebel
raro, Barbier
Leo Barczinski
rillo,d. Grafen Diener Joſef Heirmann
r Offizier
Adolf Klotz
r Notar
Karl Lochmann
rbroſio Bartolos Diener
.
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Bohne
Breiſe der Plätze: 1.50—7.50 Marl
für Tonkunſt
Montag, 14. Mai,
20 Uhr
im Großen Haus des
Heſſ. Landestheaters
Pp
Nüizett
Soliſt:
Rudolf Serkin
K avier.
Werke von Ludwig
vunBeethoven,Franz
Schubert. MaxReger,
Fel x. Mendelsſohn=
Bartholdy, Franz
Liſzt.
Karten zu 1.50 bis
7 ℳ im Sekretariat
der Städt. Akademie
für Tonkunſt,
Eliſa=
bethenſtr. 36. 8324
Auto= u.
Motor=
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(8294
Nummer 132
Samstag, den 12. Mai 1928
Seite 13
Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)
Ruß wollte mitfliegen, aber Bäſecke weigerte ſich.
„Du biſt der Vater von det Elefantenküken,” meinte er auf
Vika deutend, „wohinjeien ick bloß Familjenvater von ſechs
un=
jeborne Rangen bin. Et jenügt, wenn ick mir den Hals breche.”
Er war nicht umzuſtimmen, und Ruß mußte ausſteigen.
Bäſecte ließ den Motor erſt warmlaufen, dann gab er
Voll=
gas, und die Maſchine ſauſte los. Nach kaum hundert Metern
ging ſie hoch, aber in dem Moment löſte ſich das rechte Laufrad
ab, fiel herunter und rollte mit großen Sprüngen gegen das Meer.
Vika wie ein abgeſchoſſener Pfeil hinterdrein, fing das Rad, fand
auch die Achsbüchſe, die ſich beim Start abgeſchraubt hatte, und
brachte beides Ruß.
Sie erſchrak vor dem Ausſehen des Vaters. Er war
leichen=
blaß und zitterte ſichtlich.
„Geſtern, wie du gekommen biſt,” ſagte er aufgeregt, „habe
ich die Räder eingeſchmiert und dann vergeſſen, die rechte Büchſe
feſtzuſchrauben.”
„Aber Vater, was liegt denn daran?” frug das Mädchen
leichtherzig.
„Wie wird er landen,” entgegnete Ruß mit gepreßter
Stimme, „wenn er mir dabei die Maſchine zerbricht . . . ich
über=
leb’s nicht.”
Da wurde auch Vika blaß. Sie ſtanden nebeneinander wie
ein Paar begoſſene Hühner und wagten kaum nach dem
Flug=
zeug zu blicken.
Die Maſchine flog wundervoll. Schraubte ſich in raſcher
Steigung hoch, flog um den Willumshof in einem Rechteck in
ſchön abgerundeten Ecken, dann machte ſie einige elegante Achter
und . . . mit einmal verſtummte der Motor.
„Um’s Himmelswillen, was iſt denn ſchon wieder?!” rief
Ruß erſchrocken.
„Aber Vater, reg’ dich doch nicht ſo auf,” verſuchte Vika zu
beruhigen, „Herr Bäſecke will eben im Gleitfluge landen.”
Als das Flugzeug tiefer kam, lief Vika mit hocherhobenem
Rade entgegen, um Bäſecke aufmerkſam zu machen, und der
Ber=
lmer bewies, daß er nicht nur ſchnoddrige Witze zu machen
ver=
ſtand, ſondern ein wirklicher Fliegermeiſter war. Er landete in
der Kurve. Das linksgeneigte Flugzeug rollte auf dem einen
Laufrad ein Stück weiter, dann begann der Sporn den
ſtaub=
trockenen Schlickboden aufzureißen, und die Maſchine kam, auf
der linken Tragfläche und dem linken Laufrade aufruhend, ſanft
zum Stilſtand.
Jeßzt erſt lachte Ruß. Lachte über das ganze Geſicht. Das
glückſelige Lachen des Erfinders. Vika ließ einen Jauchzer hören
und rannte, das Rad wie einen Spielreifen vor ſich hertreibend,
gegen das Flugzeug. Bäſecke ſtieg aus, umarmte Vika, gab ihr lich mit einiger Ueberwindung:
einen Kuß auf die friſchen Lippen. Dann ging er mit
ausge=
ſtreckten Händen Ruß entgegen:
„Oller Knabe ... Nuß=Onkell” rief er, vor Rührung kaum
ſprechen könnend, „eene Zindkerze hat verſagt . . . ick heere den
Motor tarockieren — weeßte, ick war jejen deine jläſernen
Bull=
jongoojen am Schaltbrett mißtrauiſch wien Affe . . . un nu ..
ick lange nach dem Hebel, dreh um ... un wat ſoll ick ſagen. .
der Motor jeht a tempo wieder richtig ... jeht wahrhaftig
wie=
der janz richtig!”, wiederholte er jubelnd, als berichte er ein
un=
glaubliches Wunder und drückte den Oberlehrer ein über das Moralpauke.
andere mal an ſeine maſſige Bruſt.
Und nun folgten einige jener wenigen glücklichen Minuten,
die das Leben lebenswert machen, einige jener Minuten, welche
wie ſeltene Goldkörner in dem öden Sandmeer der Jahre
ein=
geſtreut ſind. Eigentlich mußten ſich die glücklichen Leutchen in
den paar Minuten tüchtig rackern. Das Rad mußte aufgeſchraubt
werden, dann kippten ſie den Vogel, der gut ſeine acht
Meter=
zentner wog, auf ſeine beiden Rollfüße, hoben mit vereinten
Kräften den Hinterteil auf ſein Radgeſtell, die beiden Wallachen
wurden vorgeſpannt, Sigbrit kutſchierte, und der Drache kehrte
mit dem Schwanz voran wieder in ſeine Höhle zurück. Alſo zu
tun war eine ganze Menge. Aber es war, als dürfe auch nicht
ein einziger Handgriff zu der Seligkeit fehlen, die alle erfüllte.
die am Samstag den Markt beſuchen,
Hausfrauen, ſehen ſich die „Mop=Vorführung” an
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Und als ſie dann bei einem tüchtigen Imbiß und einer
Flaſche guten Weines in der Bauernſtube beiſammen ſaßen, hielt
Bäſecke eine luſtige Rede und ſchlug vor, das Flugzeug „Vika‟
zu nennen.
„Denn warum,” meinte er, „die Maſchine iſt ebenſo ſchön,
ebenſo ſtark und ebenſo jeſund wie deine prächtige Tochter, du
oller Freund und Erfinder. Die Aluminium=Vika hat ne jenau
ſo vorbildliche Linienführung bei idealem Seitenverhältnis wie
die lebendige Vika, und deshalb, ick meene alle beede zwee: Hoch!
Hoch! Hoch!”
Aber als ſich dann Ruß ſeine lange Pfeife anſteckte und
Bäſecke eine mächtige Zigarre in Brand ſetzte, da waren die
glück=
lichen Minuten auch ſchon vorüber.
Der Berliner begann auf ſeinem Sitz herumzuwetzen und tat
einige Fragen, ob denn Ruß auch alles, richtig zum Patent
an=
gemeldet habe, dann wunderte er ſich, wieſo der Oberlehrer, der
keineswegs den Eindruck eines Muskelrieſen machte, die ſchweren
Maſchinenteile allein aneinanderfügen konnte, und Ruß berichtete,
daß er einige Wochen zwei Monteure da gehabt, aber es war dem
Flieger anzumerken, daß er nur mit halber Aufmerkſamkeit bei
dem Geſpräch war. Er ſog nervös an ſeinem Glimmſtengel, fuhr
ſich ein paarmal durch ſeine weißblonde Haarborſte, blickte
un=
ſchlüſſig von Ruß zu Vika und von Vika zu Ruß, und ſagte end=
„Nu, Fräulein, laſſen Se mir mit Ihrem jeehrten Vorfahren
und Urheber Ihres Daſeins een bisken alleene unter vier Oojen.”
Womit er bewies, daß ein tüchtiger Flieger ein ſehr ſchlechter
Menſchenkenner ſein kann, denn Vika ging natürlich zu Sigbrit in
die Küche. Die Beiden ſetzten ſich rechts und links vom
Küchen=
herd, der mit einem verkachelten Vorſprung in die Bauernſtube
hineinragte, und hörten durch die Wandſpalte jedes Wort, das
die Männer miteinander ſprachen.
Der gute Berliner hielt ſeinem Freunde eine regelrechte:
„Det Flugzeug is jut, ſehr jut. Wenn Du nun der Herr 2.Y.
wäreſt, möcht ick ſagen: Herr, Se ſin een Scheniel und möchte mir
dieſes Gutachten klotzig bezahlen laſſen. Weil du aber mein
Freund biſt, muß ick dir ſagen, daß du ein oller Duſſel biſt.
Menſchenskind!” rief er, die Hände über den Kopf
zuſammen=
ſchlagend. „Wat muß det Ding für een Heidenjeld jekoſtet haben!
Ja, biſt du denn in Dollarmiljonär? Niſcht biſte. Mir wirſte
keene Opern erzählen. Den ſcheenen Hof haſte und deine
Lehrer=
penſion. Nu, ſag mir blos, wat wilſte mit det teure Ding
an=
fangen?”
„Verkaufen. Geld verdienen,” entgegnete Ruß etwas
klein=
laut.
Bäſecke ſchüttelte den Kopf. Er ſchätzte, daß der Oberlehrer
mindeſtens das Sechsfache der Geſtehungskoſten ausgegeben hat,
die eine Flugzeugfabrik für ein gleichartiges Flugzeug bei
ſerien=
weiſer Herſtellung aufwendet. Wer würde ihm die Rieſenkoſten
des Modelles erſetzen? Flugtechniſch ſei nicht viel Neues daran.
Die Stromlinienführung ſei bei den Junkerflugzeugen ebenſo
gut, die Vorrichtung, daß das Flugzeug bei losgelaſſenem
Höhen=
ſteuer die Höhenlage einhält, ſei auch nichts neues, daß man die
Tragflächen nach hinten umklappen kann, ſchien Bäſecke nicht ſehr
wertvoll. Die nach oben umklappbaren ſeien ebenſo gut und
ge=
wiß billiger, und mit jedem Wort, das der erfahrene Mann
ſprach, bröckelten einige Bauſteine aus dem Luſtſchloß des
Er=
finders.
„Bleibt die Geſchichte mit den Zündkerzen, die is jut, und
der Motor,” fuhr Bäſecke fort, „dat heeſt, wenn er wirklich auf
200 Am. nur zwanzig Kilo Benzin braucht. Den wird dir me
Fabrik jut abkaufen. Ob aber damit das janze Flugzeug bezahlt
is, is ne große Frage. Na, ſie werden dir ja ooch Tantiemen
zahlen. Aber det jeht verdammt langſam. So ſtarke Motoren
werden nich jar ſo ville verkooft. Und mit eenmal kommt eener
und erfindet was Billieres. Junge. Junge, ick fürchte, du haſt dir
in ne ſchlechte Spekulation injelaſſen.
Und in der Küche ſaß Vika und hörte jedes Wort. Sie hockte
mit ſchlaffen Gliedern am Herd und ſtarrte in die düſtere Küche,
in deren Winkel und Deckengebälk ſich bereits die Schatten des
ſinkenden Tages einzuniſten begannen. Auf der anderen
Herd=
ſeite hockte Sigbrit. Der rötliche Feuerſchein des Herdfeuers
be=
leuchtete ihr Mumiengeſicht. Von Zeit zu Zeit bewegten ſich ihre
runzeligen Lippen in einem unverſtändlichen Gemurmel. Aber
Vika verſtand und hörte genau: „Der Drach hat alles gefreſſen.”
Ruß ſaugte an ſeiner verlöſchenden Pfeife und fand auf die
Bedenken des Fliegers lange Zeit keine Entgegnung.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 20
Samstag, den 12. Mai 1928
Aus den Amtsverkündigungen des Kreioamts
Darmſtadt und den Beianntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: Füllfederha ter. 1 graues
Kinderhandtäſchchen mit Taſchentuch. Ein
braunſeidener Damenſchirm mit hellem
ge=
bogenen Griff
Zwicke im Futteral
1 hellgrauer Damenhandſchuh.
Hunde=
maulkorb S ück Weißleinen. 1 braunes
Portemonnaie mit 1,56 Mk. 3 Schluſſel
am Ring. 1 leichter grauer
Mädchenman=
tel 1 goldenes Kettenarmband mit
brei=
ten Giedern. braunes Kandtäſchchen
mit Taſ hentuch und Puderdoſe 1 ſib.
Bl ifeder — Im Monat März im Landes=
Theater liegengeblieben: 1 ovale vergold
Puderooſe. 1 großes weißes gehäkeltes
Umhän jetuch 1 blauer Beutel. 1 farbig.
Perlenbeutel 1 Herrenregenſchirm. Eine
ſchwarze Unterbluſe. 1 grünes
Portemon=
nae mit 8 Pfg. 1 Lorgnettenfutteral. Ein
Opernglasfutteral. 1 ſilberne Rocknadel
mit Perle. 1 Schlüſſeltaſche 1 ſchwarze
Mädchenmütze. 5 einzelne und 16 Paar
Hondſchuhe 7 Taſchentücher. — Zuger
laufen: 1 gelber Boxer. 1 grauer Wolfs
ſpitz. 1 Dobermann.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden Woche den Nachtdienft vom
12 Mai bis einſchließlich 16. Mai die
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtr. 9,
Einhorn=Apotheke, Kirchſtraße 10½=
Nummer 132
Gebühren=Ordnung
zur Friedhofs= und
Begräbnisord=
nung für die Stadt Darmſtadt.
Die durch Beſchluß der
Stadtver=
ordneten=Verſammlung vom 26. April
ds. Js. genehmigte Gebühren=Ordnung
tritt mit Wirkung vom 10. ds. Mts. in
Kraft und liegt bei dem Friedhofsamt
im Rathaus, Marktplatz 8, ſowie bei dem
Friedhofsverwalter während der
Ge=
ſchäftsſtunden zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 8 Mai 1928. (st8321
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Buxbaum.
Die
Fundamentunterfangungs=
arbeiten der Außenmauern des
weſt=
lichen Verbindungstraktes und des
ſüd=
weſtlichen u. nordweſtlichen Eckpavillons
— ca. 760 omb einzubringenden Betons
einſchließl. Grundwaſſerhaltung — für
den Umbau des ehemal.
Reſidenz=
ſchloſſes zu Darmſtadt ſollen auf
Grund der Reichsverdingungsordnung
im öffentlichen Wettbewerb. vergeben
werden.
Die Verdingungsunterlagen und
Zeich=
nungen können auf unſerem
Schloßbau=
büro im ehem. Reſidenzſchloß, 4. Stock,
eingeſehen und die Angebotsvordrucke
ſowie gegen Erſtattung der Selbſtkoſten
(1 Mk.), auch Zeichnungen von dort
ab=
geholt werden.
Die Angebote ſind mit entſprechender
Aufſchrift verſehen bis zum
Eröffnungs=
termin, Freitag, den 25. Mai 1928,
vorm. 10 Uhr, auf unſerem
Schloß=
baubüro einzureichen.
(8323
Zuſchlagsfriſt 18 Tage.
Darmſtadt, im Mai 1928.
Heſſiſches Hochbauamt Darmſtadt.
Becker.
Bauarbeiten.
Das Herſtellen und Verſetzen der
Be=
tonpfoſten ſowie die Zimmerarbeiten bei
der Errichtung einer Einfriedigung für
das ſtädt. Gelände Kranichſteinerftraße
Nr. 68), ſollen auf Grund der
Reichs=
verdingungsordnung vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30.
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Samstag, den
19. Mai 1928, vorm. 10 Uhr, bei
dem Städt. Hochbauamt, Grafenſtraße 30,
Zimmer 9, einzureichen.
(st8301
Darmſtadt, den 11. Mai 1928.
Städt. Hochbauamt.
2r
P1
reiwillige Serſteigerung.
Montag, den 14., nachm. 6 Uhr,
läßt Gg. Ph. Lortz 6. in Asbach i.
odw. ſein Landwirtſchafts=
Inven=
tar ſowie einige Möbelſtücke
ver=
ſteigern.
(8267
Verſteigerung
Am Freitag, den 18. Mai 1928,
vorm. 9 Uhr, gelangen auf dem Hofe
der ehemalig. Drag.=Kaſerne, Holzhof=
Allee 25, öffentlich meiſtbietend gegen
Barzahlung zur Verſteigerung:
Perſonenkraftwagen, Opel, 9/22 PS.,
1 Perſonenkraftwag., Phänom., 16/45PS.,
1 Perſonenkraftwagen, Benz, 14/30 PS.,
1 Perſonenkraftwagen, Audi, 8 22 PS.,
1 Perſonenkraftwagen, Ley, 16/40 PS.,
1 Laſtkraftwagen, M.=Mulag, 45/50 PS.,
4/5 to,
2 Laſtkraftwagen, Benz, 38/45 PS., 3 to,
Sanitätskraftwagen, Benz, 14/30 PS.,
Laſtkraftwagen=Anhänger, 3 to,
3 Sanitätskraftwagen=Anhänger.
Beſichtigung eine Stunde vor Beginn
(8266a
der Verſteigerung.
Die Fahrzeuge ſind fahrbar, zum Teil
mit ſechsfacher Bereifung und mit
elei=
triſcher Licht= und Startanlage verſehen.
Materialverwaltungsſtelle, für die
Heſſ. Polizei, Abtlg. Mat. Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Die Reichsvermögensſtelle
Truppen=
übungsplatz Griesheim verſteigert am
14. ds. Mts, von 9 Uhr ab
meiſt=
bietend gegen Barzahlung im
ehemali=
gen Kriegsgefangenenlager eine größere
Anzahl Mannſchaftsſchr., Schränke
verſchied. Art, Speifeſaal= und
Ka=
ernenſtubentiſche Kommod.,Nacht=
und Waſchtiſche u. a. m. Eingang
zur Verkaufsſtelle erfolgt von der
Halte=
ſtelle der elektr. Bahn, „Mölleus Brauerei:
oder vom Wirtſchaftsviertel aus. (8265
Reichsvermögensſtelle Griesheim.
S
R
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Ueheheien dier edialket der Iicr nage
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P 99
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