Darmstädter Tagblatt 1928


11. Mai 1928

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Nummer 131
Freitag, den 11. Mai 1928.
191. Jahrgang

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Der Krieg in China.

Internationale Verwickelungen
in China?
Japans Ultimatum an Nanking. Die Be=
fetzung
von Schantung. Südchings Appell
an den Völkerbund.
* Berlin, 10. Mai. (Priv.=Tel.)
Der Zwiſchenfall in Tſinanfu hat eine verſchärfte
Spannung im Fernen Oſten zur Folge gehabt und eine
Lage geſchaffen, deren Auswirkungen ſich zwar heute noch nicht
voll überſehen laſſen, deren ganzer Ernſt für die internationale
Politik ſich aber nicht wegleugnen läßt. Seitdem Japan vor
etwa Jahresfriſt ſeine bis dahin in China verfolgte Taktik auf=
gegeben
hat, die im weſentlichen darin beſtand, Hand in Hand
mit den Fremdmächten auf dem weiten Gebiet des Reiches der
Mitte vorzugehen und nur in enger Zuſammenarbeit mit ihnen
ſeine Poſition zu ſichern, iſt eine rege Tätigkeit der Japaner
hauptſächlich in der wichtigen Schantung=Provinz zu beobachten.
Im Verſailler Vertrag hatte Japan das Recht erlangt, Tſingtau
und die Schantung=Eiſenbahn zu beſetzen. Die Waſhingtoner
Konferenz im Jahre 1922 zwang Japan aber wieder zur Aufgabe
dieſer militäriſchen und wirtſchaftlichen Stützpunkte in China und
dämmte die japaniſche Aggreſſivität ein. In den
darauffolgenden Jahren traten die fremden Mächte in China
trotz der zwiſchen ihnen ſtets beſtehenden Eiferſüchteleien und
Gegenſätze gegenüber den chineſiſchen Regierungen als eine Ein=
heit
auf. Die Chinamüdigkeit, die ſich bei den anderen Mächten
aber langſam breit machte, ſowohl als auch die Tatſache, daß es
einigen unter ihnen inzwiſchen gelungen war, ihre Beziehungen
zu den Regierungen von Süd= oder Nordchina in beſonderen Ab=
machungen
zu regeln, gaben aber wieder Japan bis zu einem
gewiſſen Grade die Hände frei. Schließlich verfolgt aber auch
der ſeit Mai 1927 in Japan amtierende Miniſterpräſident General
Tanaka ſeine beſonderen Ziele, die auf eine Feſtigung und
Ausbreitung des japaniſchen Einfluſſes im
Reich der Mitte hinauslaufen.
Die Schuldfrage an den Vorkommniſſen in Tſinanfu iſt noch
richt geklärt. Wie üblich beſchuldigen die Chineſen Japan, wäh=
xend
die Japaner erklären, daß die Südchineſen die Schießereien
eröffnet hätten. Es bleibt dahingeſtellt, ob dieſe Frage, über=
haupt
jemals einwandfrei wird geklärt werden können. Dies
ſcheint aber auch nicht von beſonderem Belang zu ſein, denn
Japan kommt es offenſichtlich darauf an, die in
Waſhington verlorengegangene Poſition end=
gültig
wiederzuerobern und ſich feſte Stützpunkte für
Sie Ausbreitung ſeines Einfluſſes in China zu ſichern. Schon
einmal iſt Tſchiang Kai=ſcheks erfolgreiches Vorgehen gegen den
Rorden durch Japan zum Stehen gebracht worden. Damals
fügte ſich der General in das Unvermeidliche, da er ſelbſt keinen
Konflikt mit Japan wünſcht und ſogar japanfreundlich eingeſtellt
ein ſoll. ſpricht darum viel dafür, daß die Schießereien tat=
ächlich
durch Unterführer hervorgerufen wurden. Seitdem aber
n Tſinanfu japaniſches Blut gefloſſen iſt, bringt die weitere Ent=
rbicklung
jeden Tage neue Komplikationen. Die japaniſchen
Sühneforderungen wurden von Nanking ab=
Telehnt. Dieſes bekundete die Abſicht, ſich an den Völkerbund
um Schlichtung des Konflikts mit Japan zu wenden, Tokio will
rber anſcheinend nichts davon wiſſen, vielmehr hat die japaniſche
Regierung, wie jetzt bekannt wird, ein Ultimatum an Nanking
erichtet und gleichzeitig beſchloſſen, die Truppen in der Schan=
Lung=Provinz zu vermehren. Ja, das Kriegsminiſterium in Tokio
öll ſich mit dem Gedanken tragen, 50 000 Mann neuer Truppen
uur Entſendung nach China bereitzuſtellen. Es kann bei dieſer
Sachlage allerdings kein Zweifel mehr beſtehen, daß zwiſchen
Tapan und Südchina, wie der Korreſpondent eines eng=
rſchen
Bureaus ſagt, tatſächlich der Kriegszuſtand
errſcht. Nur der eigentümlichen völkerrechtlichen Lage in
hing iſt es zuzuſchreiben, daß Japan Südchina nicht formell den
Trieg erklärt hat.
Damit werden aber ſchon Fragen aufgeworfen, die tief in
as Gebiet der großen Weltpolitik eingreifen. Es iſt für die
egenwärtige Lage bezeichnend, daß diesmal nicht wie öfter bei
rüheren Gelegenheiten die Fremdmächte in ihrer Geſamtheit
hina gegenüberſtehen, ſondern daß eine dieſer Mächte zu weit=
hende
Rechte für ſich beanſprucht, was die übrigen Mächte
Schſtwahrſcheinlich auch auf den Plan rufen wird. Japan hat
ch allerdings gegenüber China ſtets in einer beſonderen Lage
funden. Selbſt im Laufe eines Jahrtauſends von der chinenl=
Hen Kultur beeinflußt, hat ſich Japan doch früher als China
m europäiſchen Weſten angenähert und in den Kriegen mit
Hina und Rußland bewieſen, daß es zur Weltmacht empor=
tvachſen
war. Eine beſondere Zunahme ſeines Einfluſſes hat
apan aber ohne Zweifel dem Weltkrieg zu verdanken. Seither
omäne für die japaniſche Expanſion, und dieſer
ffaſſung entſpringt die Politik Japans in China. Von zeigt man in politiſchen Kreiſen Waſhingtons wieder eine opti=
veierlei
hängt die weitere Entwicklung in der Schantung= Pro=
nz
ab. Wie wird ſich Tſchiang Kai=ſchek zu dem Londoner Zeitungen berichtet haben, die japaniſche Regierung
ch die anderen Mächte dazu verhalten? Es liegt Man erklärt weiterhin, daß die amerikaniſche Regierung eine ab=
f
der Hand, daß Japan militäriſch Südchina überlegen iſt, ob= wartende Haltung einnehmen werde, vor allem deshalb, weil ſie
n Boxeraufſtand zu vergleichen iſt. Tſchiang Kai=ſchek dürfte offiziell für dieſe Stellung nehmen könne. Nach einer Meldung
übrigen Mächte dazu zu ſein. Die Wirkung des Völkerbunds= ſuchen, an der Polizeioperation in der Provinz
Hells Nankings bleibt abzuwarten. Bei der bisherigen Schantung teilzunehmen. Sie ſtützt ſich dabei auf den
aris mit derartigen Anrufungen ſteht zu erwarten, daß vorher Viermächtevertrag von Waſhington, worin England, Frankreich,

daß Japan ſich kaum bereitfinden würde, ſeine Chinapolitik zu
ändern, womit es alſo Japan die Verantwortung für das an=
gerichtete
Unglück überläßt. Eine andere Sache iſt es aber, ob
die übrigen Großmächte einer Verſtärkung des japaniſchen Ein=
fluſſes
tatenlos zuſehen würden. Sowohl England wie Frank=
reich
haben ihre Intereſſen in China, die durch Japan beeinträch=
tigt
werden können, vor allem aber Amerika würde eine über=
mäßige
Zunahme des japaniſchen Einfluſſes ohne Zweifel als
eine unzuläſſige Stärkung der Machtpoſition Japans am Pazifik
anſehen, und ein Aufleben des alten amerikaniſch=japaniſchen
Gegenſatzes liegt im Bereich der Möglichkeit. Tokio wird alſo
ernſt erwägen müſſen, ob ſchließlich die Entwicklung nicht zu
ſeinen Ungunſten ausſchlägt.
Japans neuer Feldzug in China.

Die Kampfhandlungen um Tſinanfu.
Nach einer Meldung aus Peking hat die Offenſivaktion der
Japaner in der Zone der Schantung=Bahn zu erbitterten Kämp=
fen
der vordringenden Jaxaner mit den ſüdchineſiſchen Truppen
geführt. Die Japaner melden ſchwere Verluſte der zurückweichen=
den
Chineſen, während ihre eigenen Verluſte unbedeutend ſeien.
Die Streitkräfte des Südens beginnen inzwiſchen ſich nördlich des
Gelben Fluſſes umzugruppieren. Bisher haben allerdings nur
ſchwache Kräfte der Südarmee den Gelben Fluß nördlich von
Tſinanfn überſchritten. Das militäriſche Schwergewicht des
Südens liegt auch nicht bei den augenblicklich im Kampf befind=
lichen
Armeen, ſondern bei der Armee des Marſchalls Feng, die
bisher noch nicht in den Kampf eingegriffen hat.
Wie aus Schanghai gemeldet wird, iſt es dort zwiſchen Ja=
panern
und Chineſen zu Zwiſchenfällen gekommen, durch
die die japaniſchen Landungstruppen veranlaßt wurden, Kampf=
ſtellungen
zu beziehen. Inzwiſchen ſei jedoch eine Entſpannung
der Lage eingetreten, da die japaniſche Regierung den Wunſch
bekundet habe, einen bewaffneten Konflikt zu vermeiden. An=
dererſeits
hätten die nationaliſtiſchen Behörden ſich bereit erklärt,
die Affäre von Tſinanfu auf diplomatiſchem Wege beizulegen.
Sie hätten alle gegen die Jadaner gerichteten Repreſſalien ver=
worfen
und eine in dieſem Sinne gehaltene offizielle Bekannt=
machung
veröffentlicht.
Amerika und die chineſiſch=japaniſchen
Vorgänge.
EP. Waſhington, 10. Mai.
Der japaniſche Botſchafter Matſudeira hatte geſtern
nachmittag eine lange Unterredung mit dem Staats=
ſekretär
Kellogg über die Ereigniſſe in China.
Matſudeira ſoll erklärt haben, daß Japan keinerlei Eroberungs=
pläne
hege und daß es gewillt ſei, ſeine Truppen aus der Pro=
vinz
Schantung zurückzuziehen, ſobald die ſüdchineſiſche Regie=
trachtet
man in Tokio China bis zu einem Grade als rung genügende Garantien für den Schutz des Lebens und Eigen=
tums
der Japaner gewährt habe. Infolge dieſer Erklärungen
miſtiſchere Haltung. Das Staatsdepartement dementiert, daß, wie
paniſchen Vorgehen ſtellen und wie werden die amerikaniſche Regierung um ihre Vermittlung erſucht habe.
ohl auch der heutige chineſiſche Soldat nicht mehr mit dem aué die Regierung von Nanking anerkannt habe und deshalb nicht
o eher einen Ausgleich mit Tokio ſuchen. Weit ernſter ſcheinen aus Tokio, die in Waſhington eingetroffen iſt, beabſichtigt
deſſen die neuen Verwicklungen hinſichtlich der Stellungnahme, die japaniſche Regierung, die Großmächte zuer=
ändlich
alle Möglichkeiten einer Einigung bzw. Vermittlung Japan und Amerika übereingekommen ſind, ſich zu verſtändigen,
Hogen werden. Es iſt typiſch, daß ein engliſches Blatt meint, wenn ihre gemeinſamen Intereſſen in China angegriffen würden.

Italien und die deutſchen Wahlen.
Von unſerem =Korreſpondenten.

Rom, Anfang Mai.
Wer auf dem Felde der Außenpolitik über die Wahlen in
Deutſchland ſich äußern will, darf zunächſt pro domo das eine
betonen: da ein deutlicher Wechſel in der Richtung der deutſchen
Außenpolitik, ſelbſt dann, wenn er von irgendeiner Gruppe ge=
wünſcht
wird, zurzeit kaum durchführbar erſcheint, ohne Deutſch=
land
in bedenkliche Verhältniſſe zu führen, ſo kann der Auslands=
journaliſt
von einer innerpolitiſchen Einſtellung vollkommen ab=
ſehen
. Man wird in Deutſchland bis weit nach rechts hinüber
zugeben, daß auch bei einer Verſchiebung der Kräfte im kommen=
den
Reichstag zunächſt eine Aenderung des außenpolitiſchen Kur=
ſes
nur in beſcheidenen Grenzen möglich iſt. Man wird im gro=
ßen
und ganzen ſich auch weiterhin bis zu einer ſtärkeren Klärung
der internationalen Lage kaum von den Prinzipien von Locarno
und der Mitarbeit an Genf entfernen können. Es kann ſich nur
darum handeln, ob man mehr Gewicht auf die eine oder die
andere Karte legen und in milderen oder härteren Tönen
reden will.

Wer unter dieſem, man möchte ſagen neutralen Geſichtspunkt
die möglichen Wirkungen einſchätzen will, die von Italien über
die Alpen hinüber auf die deutſchen Wahlen ſich fühlbar machen
könnten, ſtößt zunächſt auf zwei divergierende Linien, die ſich trotz
ihres antipodiſchen Urſprungs ſchneiden. Es handelt ſich um das
Interview, das Muſſolini dem römiſchen Vertreter eines Ber=
liner
Rechtsblattes gab, und um eine Aeußerung in einem Leit=
artikel
des ſchärfſten Gegners dieſes Rechtsblattes in Berlin.
Der Tag und das Berliner Tageblatt haben beide Muſſolini
es läßt ſich wirklich kaum anders ausdrücken an den Haa=
ren
herbeigezogen. Auf der Interview im Tag braucht man
nicht weiter einzugehen. Es iſt ſattſam bekannt in Deutſchland
und trägt den Stempel der beſtellten Arbeit deutlich auf der
Stirn. Der Satz des Leitartikels im Berliner Tageblatt, der
die Ausführungen ſeines Chefredakteurs beſchließt, aber beſagte
letzten Endes weiter nichts, als daß Streſemann ſchließlich Frank=
reich
einmal zu verſtehen geben könne, daß man die Blüten des
Südens ſtatt an der franzöſiſchen Riviera auch in Italien pflücken
könne. Glaubt irgend ein Menſch in Deutſchland, daß Herr Poin=
caré
ſich durch ſolche Scherze bluffen läßt? Gut, wird er ſagen,
macht euch doch lächerlich und ſucht im Süden Anſchluß. Was
werdet ihr denn dort finden?

Ja, was kann man denn in Italien finden, was Deutſchland
nützlich wäre und es bei ſeinem Endziel, der Reviſion des Ver=
trages
von Verſailles, helfen könnte? Was kann Muſſolini ge=
währen
, wenn wir uns bereitfinden, als ſein engerer Freund
oder direkter Bundesgenoſſe mit ihm im europäiſchen Streit zu=
ſammenzugehen
? Vor allem, hat er denn die Macht ganz ab=
geſehen
vom Willen , etwas für Deutſchland durchzuſetzen?
Geld hat er nicht, Bewegungsfreiheit hat er nicht, einen kon=
ſolidierten
Staat hat er nicht, ernſthafte Bundesgenoſſen hat er
nicht, internationale Geltung in kultureller Beziehung hat er
nicht, vor allem aber Vertrauen außerhalb Italiens genießt er
nicht. Wir haben wahrlich genug von Bündniſſen mit unſicheren
Kantoniſten. Teuer genug haben wir es bezahlen müſſen, daß wir
nur gefühlsmäßig, nicht einfach utilitariſtiſch gehandelt haben,
ehe der Weltkrieg uns dann die Rechnung präſentiert hat. Und
dann ſteht doch immer die Sütiroler Frage im Wege. Man hätte,
wenn man reine Verſtandespolitik treiben will, bis zum letzten
Südtiroler Zwiſchenfall, den Wien heraufbeſchworen hat, mit
kaltem Blut und ohne jede Gefühlsduſelei vielleicht Südtirol ver=
geſſen
können. Man hätte dieſe Deutſchen, die hiſtoriſch auf den
Schutz durch Oeſterreich verwieſen werden können, weil uns die
materiellen Rechte zum Eingreifen oder Schützen fehlen, im Stich
laſſen können, wenn nicht inzwiſchen durch Muſſolinis große Süd=
tiroler
Rede unfreiwillig dieſe Südtiroler Frage aus einer loka=
len
Sache zu einer internationalen Angelegenheit geworden
wäre. Jetzt erſcheint es zu ſpät, ſich gänzlich zu desintereſſieren.
Wollte Deutſchland heute ſo, wie Herr von Freytagh=Loringhoven
es verlangt, Südtirol preisgeben, ſo würde man im Ausland
außerhalb Italiens, beſonders in Amerika, mit Recht an der
ſprichwörtlichen deutſchen Treue von neuem zu zweifeln haben.
Wir müſſen heute die Südtiroler als Deutſche in der Diaſpora
betrachten und können nicht ſtill ſie ihrem Schickſal überlaſſen,
wenn wir nicht in der Achtung weiter Kreiſe des Auslandes ſin=
ken
wollen. Der Weg des Vergeſſens iſt verrammelt, durch Muſ=
ſolini
ſelbſt, nicht durch die deutſche Propaganda. Und dieſe Süd=
tiroler
Frage wird ſolange zwiſchen Italien und Deutſchland
ſtehen, bis ein geſundes Minderheitenrecht oder die wieder=
kehrende
Vernunft in Italien dieſen Hemmſchuh entfernt.
Es iſt natürlich gut und ſelbſtverſtändlich notwendig, nor=
male
und freundſchaftliche Beziehungen zu Italien zu unterhal=
ten
, und es wäre grundfalſch, aus ſentimentaler Rückſicht auf
Südtirol uns in eine ſchwierige Lage mit Italien hineintreiben
zu laſſen. Wir können ebenſogut mit Frankreich oder England
freundſchaftlich ſtehen wie mit Italien. Wir werden ja glück=
licherweiſe
nicht durch die großen Differenzen bedroht, die im
Balkan und am Mittelmeer die Beziehungen zwiſchen Italien
und Frankreich trotz aller Beſchönigungsverſuche nicht zur wirk=
lichen
=Wärme kommen laſſen. Endlich einmal können wir bei
einem derartig wichtigen Problem zunächſt als Zuſchauer ab=
warten
.

Aber iſt es unter dieſen Umſtänden richtig, wenn man Ita=
lien
veranlaßt, durch Interviews oder blumenreiche Leitartikel=
ſätze
, ſich zu den deutſchen Wahlen vorzeitig zu äußern, wenn
man Italiens Meinung als Schrittmacher in den deutſchen Wah=
len
benutzt? Man ſtelle ſich einmal vor, was Muſſolini ſagen
würde, wenn irgendein Italiener in Berlin Streſemann inter=
viewen
würde, um von ihm ein Urteil über inneritalieniſche Ver=
hältniſſe
zu erhalten, das dann als Wahlmache wenn man von
einer derartigen Maßnahme im heutigen Italien reden könnte
bei der Zuſammenſtellung der ſogenannten nationalen Liſte für
die neue Kammer veröffentlicht würde. Das Geſchrei möchte man
hören, das der Duce dann über die Frechheit der Deutſchen er=
heben
würde, die ſich in rein innerpolitiſche Angelegenheiten Ita=
liens
einmiſchen. Aber in Deutſchland ſcheint man kein Gefühl

[ ][  ][ ]

Geite 2

dafür gehabt zu haben, daß man jeden anderen eher hätte inter=
viewen
können als Muſſolini, den ſchärfſten Gegner jeder Wahl.
Es wirkte in Italien beſchämend, als man das eiligſt aus Berlin
nach Rom zurückgedrahtete Interview las, und als italieniſche
Freunde ſchmunzelnd ſagten: Wie niedlich, Muſſolini als deut=
ſcher
Wahlhelfer. Daß der heitere Witz des Journalismus es
mit ſich gebracht hat, daß gerade der Journaliſt als Inter=
viewer
Muſſolinis auserkoren wurde, der ſeinerzeit als erſter
mit einer Ausweiſung durch Muſſolini bedroht wurde, macht die
Sache noch lächerlicher. Gerade der Mann, der ſich einſt heute
denkt er anders über den Fascismus kräftig fasciſtiſch gezeigt
hatte, ſollte zuerſt unter der Knute der Zenſur leiden. Und ge=
rade
er holte ſich als einziger Hilfe beim ausländiſchen Fascis=
muß
für innerdeutſche Angelegenheiten. Und wem nutzte man
Muſſolini, der dem gläubigen Italiener als angebetetes Idol
der Deutſchen gezeigt wurde.
Italiens Antwort auf Kelloggs Anti=
kriegspaktvorſchlag
.
Franzöſiſche Quertreibereien. Vorſchlag
einer Sachverſtändigen=Konferenz.
Nach Meldungen aus Waſhington iſt dort die italie=
niſche
Antwort auf Kelloggs Antikriegspaktvor=
ſchlag
eingegangen. Sie läuft auf den Vorſchlag einer
Sachverſtändigenkonferenz unter Teilnahme der Ver=
einigten
Staaten hinaus, greift alſo einen Gedanken auf, der
ſchon vor einer Woche auftauchte, damals aber wieder ver=
ſchwand
, weil Kellogg ſofort erklärte, daß er darauf nicht ein
gehen könne. Es wird jetzt immer klarer, warum Deutſchland
ſeine Antwort unter Abänderung ſeiner urſprünglichen Dispoſi=
tionen
ſo früh abgeſchickt hat und nicht eine Zwiſchenantwort
ſandte, ſondern gleich endgültig Stellung nahm. Die Fran=
zoſen
haben offenſichtlich hinter den Kuliſſen ſehr eifrig
gearbeitet und den Verſuch gemacht, Paris, Berlin, Rom und
London auf eine gemeinſame Note feſtzulegen, die formell ent=
gegenkommend
gehalten war, aber ſachlich Schwierigkeiten machte
Chamberlain in ſeiner fronkophilen Einſtellung iſt auch bereit
geweſen, da mitzumachen; er zögert aber noch immer mit ſeiner
Antwort. Für Deutſchland lag nicht der geringſte Grund vor
dieſes Spiel mitzuſpielen, eben weil wir aus voller Ueber
zeugung die amerikaniſche Politik in dieſer Richtung unterſtützen
können. Die italieniſche Antwort zeigt, daß die
franzöſiſche Diplomatie auch in Rom Erfolg ge=
habt
hat. Frankreich ſcheute ſich offenbar, den Vorſchlag der
Sachverſtändigenkonferenz zu machen, den ihm jetzt Italien ab=
genommen
hat. Kellogg wird ihn aber auch in dieſer
Form ablehnen, weil er ſich nicht auf einen Weg bringen
laſſen will, der zu endloſen und hoffnungsloſen Verhandlungen
läuft.
Antikriegspakidebatte im Unterhaus.
EP. London, 10. Mai.
Im Unterhaus entſpann ſich heute bei der Beratung des
Budgets des Foreign Office eine ausgedehnte Debatte. Die
Ausſprache wurde durch Macdonald eingeleitet, der der Regie=
rung
eine Inkonſequenz in der Politik gegenüber Aegypten vor=
warf
. Dann zog er eine Parallele zwiſchen der engliſchen Hal=
tung
gegenüber Aegypten und dem amerikaniſchen Antikriegs=
paktvorſchlag
. Selbſt wenn ein Abkoyen nach dem Vorſchlag
des Staatsſekretärs Kellogg unterzeichnet werde, könne man den
Krieg nicht vermeiden, aber immerhin wäre es dann den Groß=
mächten
unmöglich gemacht, mit einem Kriege zu drohen, da der
Pakt ja den Krieg als Inſtrument nationaler Politik ausſchließe.
Der Völkerbund beginne erſt mit ſeiner nützlichen Arbeit für die
Feſtigung des Weltfriedens. Nach ſeiner Anſicht ſei es beſſer,
ohne jeden Vorbehalt einen Antikriegspakt zu unterzeichnen, als
ſich auf Verſprechungen oder mündliche Garantien zu verlaſſen.
Chamberlain erwiderte, er ſtimme in vielen Punkten mit den
Ausführungen Macdonalds über die Sicherung des Friedens
und die amerikaniſchen Vorſchläge überein. Er brauche wohl
nicht zu wiederholen, daß die engliſche Regierung den amerika=
niſchen
Vorſchlag nicht nur warm aufgenommen habe, ſondern
daß ſie auch hoffe, daß er zu einem befriedigenden Reſultat füh=
ren
und dadurch wirklich zum Weltfrieden beitragen möge. ( Leb=
hafter
Beifall.) Wenn man frage, warum dieſe Angelegenheit
verzögert worden ſei, ſo dürfe man nicht vergeſſen, daß der ame=
rikaniſche
Vorſchlag gerade in einem Augenblick in London ein=
getroffen
ſei, als er, Chamberlain, im Begriffe ſtand, die Haupt=
ſtadt
zu verlaſſen. Außerdem habe man die Dominions befragen
müſſen. Der Wunſch aller ſei, daß das Abkommen gemeinſam
unterzeichnet werde, alſo im Namen des ganzen engliſchen
Reiches und durch ſämtliche Dominions.

Freitag den 11 Mai 1928

Vom Tage.
Der Afghanenkönig Amanullah iſt geſtern von
Moskan in Vegleitung eines ruſſiſchen Regierungsmitgliedes nach
Leningrad weitergereiſt.
Die Gruppe Loucheur hat in ihrer erſten Fraktionsſitzung
beſchloſſen, ihre alte Selbſtändigkeit zu bewahren und die guten Be=
ziehungen
zur Gruppe Herriot (Nadikale Partei) auf=
recht
zu erhalten. Die Gruppe Loucheur hat eine Stärke von
65 Mann.
Geſtern nachmittag iſt im Quai dOrſay ein franzöſiſch=
litaniſcher
Anskieferungsvertrag unterzeichne=
worden
.
Der franzöſiſche Geſandte in Wien, Graf Cham=
brun
, der zum Botſchafter in Angora ernannt wurde,
reiſt heute vormittag von Wien ab. Er begibt ſich zunächſt nach Paris.
Die Konferenz der Kleinen Entente, die Ende Mai
hätte ſtattfinden ſollen, iſt auf einen ſpäteren Zeitpunkt
verſchoben worden. Das neue Datum der Konferenz wurde noch
nicht feſrgeſetzt.
Nach dem Daily Telegraph erwäge die tſchechiſche Regie=
rung
den baldigen Abſchluß eines Vertrages mit
Sowjetrußland um die diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen
beiden Ländern wieder vollkommen herzuſtellen.
Spät abends begab ſich ein hoher Beamter von Scotland Yard zum
Prinzen Karol und teilte ihm mit, daß er unter polizeilichem
Geleit an die Küſte geführr würde, wenn er das Land nicht
ſofort verlaſſe
Sir Alfred Mond, der bekannte engliſche Finanzmann, iſt
zu Beſprechungen mit italieniſchen Induſtriellen
in Nom eingetroffen.
In Johannesburg wird das bevorſtehende Inkrafttreten
eines Geſetzes angekündigt, das die ſüdafrikaniſchen
Eiſenbahnen gegen die Konkurrenz der Auto= Trans=
porteure
ſchützen ſoll.
Zum Präſidenten von Paraguay iſt der liberale
Kandidat Dr. Joſeph Gngiari gewählt worden.
Die Proklamation Tſchang=Tſo=lins, in der er ſich
für einen Waffenſtillſtand zwiſchen Nord= und Süd=
china
ausſpricht, iſt Gegenſtand eingehender Erörterungen in der eng=
liſchen
Preſſe.

*Nach der Rede Poincarés.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 10. Mai.
Die Rede Poincarés in Bar=le=Due war eine Programmrede.
Man erfuhr, wie Poincaré die Amfgaben der Kammer einſchätzt
und wie er ſich die zukünftige Tärigkeit der Kammer denkt. Es
muß hier gleich erwähnt werden, daß das Bild, das er davon
entwarf, rechts ſehr wenig gefallen hat.
Poincaré glaubt, daß abgeſehen von einem unbedeutenden
Bruchteil, die Kammer die Regierung reſtlos unterſtützen wird
Es iſt tatſächlich wahr, daß faſt jedermann ein wenig poinca=
riſtiſch
geworden iſt, und daß ſelbſt oppoſitionell geltende Grup=
pen
, wenn man ſie näher anſieht, ſich als Freunde der Regierung
entpuppen. Das gilt ganz beſonders für einige Teile der bürger=
lichen
Linken, die man noch für knallrot hält, die während des
Wahlkampfes wie Léon Blum ſeinerzeit ſchon bemerkte auf
roſa abfärbten. Die Regierung kann alſo ein äußerſt ſtarkes
Vertrauensvotum erwarten.
Die rechtsſtehenden Blätter. wie etwa Le Temps oder
UEcho de Paris ſind aber mit dieſem Stand der Dinge
keineswegs zufrieden. Sie betonen, daß die erſten Vertrauens=
woten
mögen ſie noch ſo ſtark ſein für die weitere innen=
politiſche
Entwicklung nicht ausſchlaggebend ſind, und daß Poin=
caré
ſich täuſcht, wenn er glaubt, daß er keine Schwierigkeiten
mehr haben wird. Man denkt dabei ſelbſtverſtändlich an Schwie=
rigkeiten
von links, aber vorläufig iſt die Linke ſo zahm, daß die
Zumutung, ſie wollte ernſtlich Oppoſition machen, ganz ungeheuer
erſcheint. Sogar die Sozialiſten mußten eine baum vernehmbare
Rechtswendung vollführen. Sie wollen die Kommuniſten und die
Reaktion bekämpfen. Unter Reaktion werſtehen ſie aber beinahe
alles, was bürgerlich ſiſt nach den Worten eines ihrer Depu=
tierten
ſogar die Radikalen ; die Kommuniſten dagegen ſind ein
leichter zu definierener Feind.
Manche von den Sozialiſten ſpielen mit dem Gedanken, die
Regierung zu unterſtützen. Aber gegen wen rief Paul Faure
verzweifelt im Populaire aus. Die Kammer iſt ja reaktionärer
wie der blaue Himmel.
Alles drängt alſo auf das Entſtehen einer rechtsſtehenden
Oppoſition. Man ſchreit förmlich nach ihr. Und ſie bann ſehr
leicht entſtehen. Deshalb warnt die Rechtspreſſe Poincaré ſo ein=
dringlich
und deshalb zeigt man ſich links ſo loyal.

Nummer 131

Streſemanns 30. Geburtstag.
Der Reichsaußenminiſier erkrankt. Abge=
ſagter
Gratulationsempfang.
* Berlin, 10. Mai. (Priv.=Tel.)
Der Reichsaußenminiſter hatte ſchon vor Tagen den Wunſch
zu erkennen gegeben, ſeinen Geburtstag nur im engſten Familien=
kreiſe
zu verleben und deshalb gebeten, von allen Veranſtaltungen
abzuſehen. Er hatte aber nicht verhindern können, daß eine ganze
Anzahl von Deputationen ſich bei ihm anmeldete, die in Berlin
akkreditierten Botſchafter, die Miniſter und die Beamten des
Auswärtigen Amtes, ſowie die engeren Parteifreunde, die ihm
perſönlich ihre Glückwünſche überbringen wollten. Sie haben
davon abſehen müſſen, weil Dr. Streſemann unpäßlich geworden
war und an ſeinem Geburtstag des Bett hüten mußte. Er hoffte.
am Nachmittag aufſtehen zu dürfen. Die Aerzte haben ihm aber
davon abgeraten, ſo daß der vorgeſehene Empfang zunächſt auf
den Abend verſchoben und dann ganz abgeſagt werden mußte.
Die Deutſche Volkspartei an Dr. Streſemann
Die Deutſche Volkspartei wird durch eine Abordnung ihrer
Parteivorſtandes ihrem Vorſitzenden, Herrn Reichsminiſter Dr.
Streſemann, zu deſſen 50. Geburtstag am 10. Mai eine
Adreſſe überreichen, in der dem weitſichtigen und tatkräftigen
Staatsmanne, der als Kanzler des Reiches in dem furchtbaren
Schickſalsjahre 1923 die todbringenden Gefahren klaren Augez
erkannte und ſie mit weiſem Rat wie ſtarker Hand zu meiſtern
den Mut fand, dem erfolgreichen Außenminiſter, der dann die
Ruhr befreite und die Räumung des Rheinlandes einleitete, dem
überzeugten Vorkämpfer des Liberalismus, dem bewährten Par=
teiführer
die Glückwünſche der Deutſchen Volkspartei ausge=
ſprochen
werden.
Weitere Glückwünſche.
Zu ſeinem 50. Geburtstage gehen dem Reichsminiſter Dr Streſe=
mann
dauernd ſo viel Glückwünſche und Grüße zu, daß es im Augen=
blick
noch gar nicht möglich iſt, ſie alle zu ſichten und einen Ueberblick
zu gewinnen. Wie wir erfahren hat Reichspräſident von Hindenburg
dem Miniſter ein Glückwunſchſchreiben mit einem Blumengruß über=
fandt
; auch Reichskanzler Dr. Marx hat von ſeinem Urlaubsorte aus
herzlich des Geburtstags gedacht; ebenſo liegen die Glückwünſche der
übrigen Kabinettsmitglieder, von Diplomaten und zahlreichen anderen
hervorragenden Perſönlichkeiten des öffentlichen Lebens vor. In dem
Hauſe Dr. Streſemanns iſt ein ſtändiges Kommen und Gehen von
Gratulanten, die ſich in die Liſten einzeichnen. Unter den zahlloſen
Glückwünſchen, die bisher anläßlich des 50. Geburtstages des Reichs=
außenminiſters
Dr. Streſemann eingelaufen ſind, ſeien erwähnt: Der
Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns, der preußiſche Miniſterpräſident
Braun, der preußiſche Innenminiſter Grzeſinski, der preußiſche Han=
delsminiſter
Dr. Schreiber, der ſächſiſche Miniſterpräſident Heldt im
Namen der ſächſiſchen Regierung, der Senat der Freien Stadt Danzig,
Exz. Lewald namens des Deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibesübun=
gen
, der Verein Berliner Kaufleute und Induſtrieller, ber Verein
Deutſcher Zeitungsverleger, der Zentralverband des Deutſchen Bank=
und Bankiergewerbes, die Induſtrie= und Handelskammer von Berlin,
der Reichsverband der deutſchen Induſtrie und das Reichsbankdirekto=
rium
, der Generaldirektor der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft Dr.=Ing.
Dorpmüller, der Senat der Freien Stadt Hamburg.
Fürſi Bülow über Dr. Streſemann.
Im Acht=Uhr=Abendblatt ſchreibt Fürſt Bülow über Dr. Streſe=
mann
u. a.: Wenn weitere Kreiſe des deutſchen Volkes heute mit Dank
und Achtung des Staatsmannes gedächten, der ſeit vier Jahren unter
den ſchwierigſten Verhältniſſen unſere auswärtige Politik führt, ſo ſollte
das ſelbſtverſtändlich erſcheinen. Deutſchlands Außenminiſter kämpft
aber zur Zeit um die innerpolitiſche Stellung ſeiner Partei, und die
Wogen von Unſachlichkeit und Verſtändnisloſigkeit, die in jedem Wahl.
kampf ein Land zu überfluten pflegen, laſſen ein beſonnenes Urteil
ſchwer aufkommen. Die Entwicklung Streſemanns hat die Erwartungen
beſtätigt, die auf ihn geſetzt wurden. Er iſt die markanteſte Figur des
neuen parlamentariſchen Deutſchlands geworden und hat als Außen=
miniſter
Qualitäten gezeigt, die ihm im Auslande Beachtung verſchaff=
ten
. Seine Auffaſſung von nationaler Würde iſt gradlinig. Streſemann
hat auf einem glatten Boden mit ſachter und kluger Taktik viel für
Deutſchland erreicht, den nicht geringen Hinderniſſen zum Trotz, die ſich
ihm wiederholt in Genf entgegenſtellten, und der Widerſtände unge=
achtet
, die ihm im eigenen Lande erwuchſen. Man glaubt dem deut=
ſchen
Außenminiſter Streſemann, daß Deutſchland den Frieden will.
Ohne jemals die Würde des Deutſchen Reiches zu vergeben, hat Streſe=
mann
es verſtanden, eine fernere Poſition aufzugeben, um eine nähere
notwendigere zu erreichen. Ein Staatsmann von ſolchen Eigenſchaften
iſt ein Beſitz, den Deutſchland ſich zu ſichern und zu erhalten allen An=
laß
hat.


* Juſtus von Liebig und Darmſtadt.
Von Dr. Adolf Müller, Darmſtadt.
Es gibt keine größere Schuld, als einen Begnadeten zu ver=
kennen
. Es gibt keinen höheren Ruhm, als dem Schöpferiſchen
gedient zu haben.
Erkenntnis iſt uralter Menſchheitstraum. Und doch wie furcht=
bar
war oft das Schickſal derer, die den Schleier der Wahrheit
lüfteten. Die Vielzuvielen haſſen die Größe. Heilbronn ſchickte
ſeinen größten Sohn, Robert Mayer, in das Irrenhaus, wo er
zerbrach.
Vor 125 Jahren wurde Juſtus von Liebig in Darmſtadt ge=
boren
. In der winkeligen Altſtadt in der Großen Kaplanei=
gaſſe
ſteht ſein Geburtshaus. Aus der engen Welt des Klein=
bürgertums
führt Liebigs Weg zur Höhe des Weltruhms. Vom
Vater lernt der Knabe ſchon früh die Kunſt der Chemie, die noch
Alchimie war. Mit geröteten Wangen, voll verhaltener Erregung,
beobachtete er auf der Meſſe den Knallerbſenfabrikanten in ſeiner
Bude bei der Arbeit. Oft ſehen ihn die Nachbarn zum Schloß
am Markt wandern, die Hofbibliothek iſt ſein Ziel. Schwer be=
packt
mit dickleibigen Folianten kehrt er heim, ſein Freund, der
gute Bibliothekar Heß, verſorgt ihn mit Leſeſtoff. Vater und
Mutter erkennen zuerſt das göttliche Feuer, das in dem jungen
Menſchen lodert. Er kommt nach Heppenheim in die Lehre, nach=
dem
die Schule als Führerin verſagt hat. Apotheker ſoll er wer=
den
. Der Junge ſoll es einmal beſſer haben als der Vater, der
ſchlichte Materialiſt. Auch dies ein Irrweg! Doch die Eltern ver=
lieren
nicht den Glauben, obwohl ihnen das Elternſchickſal, ein
mißratenes Kind zu haben, nicht erſpart geblieben iſt. Sie bauen
auf Juſtus Häuſer. Vater Liebig entſchließt ſich, den Sohn zu
dem berühmteſten deutſchen Chemiker der Zeit Geheimerat
Kaſtner nach Bonn zu ſchicken. Bald iſt Juſtus Kaſtners Lieb=
ling
. Mit dem Lehrer ſiedelt er von Bonn nach Erlangen über.
Ueberall iſt er der Erſte. Eine Jugendarbeit aus der Erlanger
Zeit verrät die Klaue des Löwen, zeigt aber auch ein ſtarkes
Selbſtgefühl. Kein Wunder! Selbſt der Lehrer konnte ihm nichts
mehr geben. Liebig ſchließt ſich der Erlanger Landsmannſchaft
der Rheinländer an, beteiligt ſich an Studententumulten, aber er
findet ſich wieder überraſchend ſchnell iſt dieſe Seite des Uni=
verſitätslebens
für ihn erledigt Miſche Dich um alles nicht in
Burſchenhändel! warnt er ſeinen Freund Walloth. Recht herz=
lich
elend kommt mir jetzt das ſo gewöhnliche Studententreiben
vor, es iſt doch nur ein Schein von Kraft in den ſich immer
wiederholenden Anmaßungen. Man verkangte von Erlangen aus
Aufopferung meiner Exiſtenz, Untergrabung aller Pflichten gegen
Eltern und Staat, bloß um die eingebildste Freiheit zu haben,

Bänder tragen zu können, eine Freiheit, die nicht einmal nach
den damaligen Verhältniſſen von meiner Aufopferung abhing. . ."
ſchreibt er dem Freunde wenige Monate ſpäter.
Als politiſcher Flüchtling kehrt er von Erlangen heim; die
bayeriſche Regierung verfolgt die an den Ausſchreitungen betei=
ligten
Studenten. Eine Unterſuchung wird gegen ihn eingeleitet.
Dazu kommt der Ausſchluß aus der Landsmannſchaft. Liebig
iſt tief erſchüttert. Dunkel liegt die Zukunft vor ihm. Politiſch
verdächtig! Das war ein Makel, der verdiente Männer damals
ins Unglück ſtürzte. In dieſem Augenblick ſchrieb ſein Lehrer
Kaſtner (12. April 1822) an Großherzog Ludwig I. folgenden
Brief:
Ew. Königliche Hoheit haben früherhin die Gnade gehabt
einige meiner Schriften mit ermunterndem Wohlwollen auf=
zunehmen
. Geruhen es Höchſtdieſelben daher zu verzeihen
wenn ich es wage, als ſchwachen Beweis der Wirkung jenes
Wohlwollens Höchſt Ihnen meine neuerlich erſchienene ver=
gleichende
Ueberſicht des Syſtems der Chemie durch einen
meiner eifrigſten ehemaligen Schüler, Liebig aus Darmſtadt, zu
Füßen legen zu laſſen. Der Fleiß, mit welchem der junge
Liebig unter meiner Leitung früherhin in Bonn und dann hier
in Erlangen Phyſik und beſonders Chemie ſtudierte, und die
bereits von ihm im Druck erſchienenen Proben erlangter Expe=
rimentalfertigkeit
erregen meinerſeits für ſein Vaterland und
für die Wiſſenſchaft die ſchönſten Erwartungen, andererſeits in
mir den Wunſch, daß er die Zahl jener meiner Zöglinge ver=
mehren
möge, welche bereits an Univerſitäten und ähnlichen
höheren Lehranſtalten mit Beifall und Nutzen Chemie vor=
tragen
. Ein halbjähriger Aufenthalt in Paris, dem eine eben
ſo lange häusliche Vorbereitung und Repetition in Darmſtadt
voranginge, würden meines Erachtens hinreichen, aus dem
jungen Liebig einen künftigen Lehrer der Chemie zu bilden,
mit welchem z. B. Darmſtadt zufrieden zu ſein Urſache hätte,
wenn derſelbe als Profeſſor der Chemie bei der Artillerieſchule
durch einen mäßigen Gehalt in den Stand geſetzt würde, in
Darmſtadt außerdem noch ein Privatlehrinſtitut für junge
Fabrikanten und Apotheker zu errichten. Die Lehrer ſtehen zu
den Freude gewährenden Schülern wie die Väter, und darum
erhabener väterlicher Landesherr eines durch Höchſt Ihre Huld
glücklichen Landes werden Höchſt Sie das Ausſprechen jenes
Wunſches nicht ungnädig aufnehmen .. ."
Das Wunder geſchieht. Der ſuſpekte Studioſus wandert nicht
ins Gefängnis, ſondern, mit einem Reiſef.ipendium von 330 Gul=
den
verſehen, nach Paris. Das war Ende Oktober 1822.
In der Weltſtadt gerät der Jüngling in Gefahr unterzu=
gehen
. Aber auch mit den Pariſer Anfechtungen wird er raſch
fertig, als er erkennt, daß noch Aufgaben ſeiner harren.

Eitel auf das wenige Wiſſen kam ich hierher, ſchreibt er an
Walloth, mein hieſiges Leben gleichſam nur als einen Spa=
ziergang
betrachtend, und finde mich auf einmal unter Leutel,
unter denen ich der kleinſte bin. Es war wie ein Blitz aus heie
terer Luft, aber welch ein wohltätiger Blitz! Der alte Baum
des Vorurteils mit ſeinen weitverzweigten Wurzeln, iſt zel=
ſchmettert
, und an Stelle des alten tritt, ſich langſam enl=
wickelnd
, ein neuer, grünender, hoffentlich, da die Zerſtörung
die Blüte ſelbſt iſt, auch fruchtbringender Baum. Du ſiehſt, daß
eine Metamorphoſe, und zwar eine heilſame, mit mir vorgeßole
gen iſt die Vorleſungen von Gay Luſſac und Thenard ...
haben es bewirkt. Die Wiſſenſchaft iſt nicht mehr ein allel
Gaul, den man nur zu ſatteln braucht, um auf ihm zu reitene
es iſt ein geflügeltes Pferd, das immer mehr entweichend ic
zu erreichen ſtrebe . . . .
Liebig vertieft ſich mit Feucreifer in die wiſſenſchaftliche
Arbeit. Monatelang macht er Verſuche mit Knallqueckſilber;
jeder Augenblick kann ihm den Tod bringen. Er achtet nicht der
Gefahr. Der Strebende zwingt die franzöſiſchen Gelehrten durch
Leiſtung, ihn zu beachten, zu fördern. Daneben aber verkehrt El
mit einem kleinen Kreis deutſcher Landsleute, an deren Splb‟
Börne ſteht, und diskutiert mit ihnen über alle möglichen Fragen
denn er iſt ein freier, weiter Geiſt, der niemals ſich mit ſeinen.
Fach begnügen kann. Sein Selbſtgefühl wächſt. Der Beifall reiz!
Er kommt in Geldverlegenheit, obgleich von Darmſtadt lang
Nekruten eingetroffen ſind. Da erinnert er ſich in ſeiner N2
des Cmpfehlungsſchreibens, das ihm ſein väterlicher Darmſtadte
Freund, der Geheime Kabinettsſekretär Ludwigs I., Schlelet
macher, an den heſſiſchen Geſandten, den Freiherrn von Pappeil
heim, mitgegeben hat. Er bittet Pappenheim um Hilfe. De
lehnt ab. Liebig ſchreibt gereizt zurück. Pappenheim (Vater) II
verreiſt. Pappenheim (Sohn) antwortet im gleichen Stil. L
kommt zu Beleidigungen. Die Geſandtſchaft, d. h. der heiſie
General und Miniſter Freiherr von Pappenheim, meldet de‟
Vorfall nach Darmſtadt. Ich kann in Wahrheit nicht die Abſich
des Herrn Liebig begreifen, ſich mutwillig Verdrießlichkeiten d=
ziehen
zu wollen. Liegt es in der Pariſer Luft oder in der be‟
meſſenen Eitelkeit, wodurch ſich die uns folgende Generation de
unverkennbaren anderen guten Eigenſchaften jedoch zu ihre‟
meint der alte Höfline
Nachteil auszuzeichnen ſcheint . . . ?"
Schleiermacher iſt ſehr unzufrieden mit ſeinem Schützling. Oe
rade zur rechten Zeit überſendet Kaſtner dem Großherzog And
twig I. das Doktordiplom Liebigs er hatte den fernen Schute.
in absentia zum Doctor philosophige promovieren laſſen. Bd4
Ihrre Huld wird auch fernerhin meines trefflichen Schülers
(raden gedenken, und wie ich hoffe und wünſche zum Sege‟
Höchſt dero Lande; denn es wird der junge Liebig ſeinem Vale!

[ ][  ][ ]

Nummer 131

Freitag, den 11 Mai 1928

Eine Wendung im Kolmarer Prozeß.
2411
Dei Sitatsanwait forvert Adrurzung
des Prozeßverfahrens.
Er will den Beweis für die Schuld der An=
getlagten
erbringen.
* Kolmar, 10. Mai. (Priv.=Tel.)
Den Auftakt zum neunten Verhandlungstag bildete die üb=
liche
Ablehnung einer Reihe von Anträgen der Verteidigung.
Dann trat das ſeit längerem erwartete große Ereignis ein. Zur
allgemeinen Ueberraſchung erhebt ſich Oberſtaatsanwalt
Fachot, um längere Ausführungen zu machen. Heute ſind
wir, ſo führte er aus, am neunten Verhandlungstage, und es
iſt nun an der Zeit, einen Punkt zu ſetzen. Erſt zwei Angeklagte,
von 15 und erſt ein Zeuge von über 300 ſind vernommen wor=
den
. Die Verteidiger haben bis jetzt 302 Anträge eingebracht.
Wir haben die Pflicht, heute mehr denn je den Weg aufzuzeigen,
wohin wir marſchieren. Wenn weiter ſo verhandelt wird, dann
iſt die Einvernahme der Belaſtungszeugen Ende Juni beendet,
worauf dann die über 200 Entlaſtungszeugen folgen, ſo daß der
Prozeß bis in den Herbſt hinein dauert. Wohl rechnen verſchie=
dene
Kreiſe mit einem Theatercoup, der ſich am 1. Juni, dem
Tage des Zuſammentritts der Hammer, ereignen würde. In
dieſem Prozeß gibt es aber keinen Theatercoup und keine Ueber=
raſchungen
. Er wird ſeinen mehr oder weniger normalen Fort=
gang
bis zum Ende machen. Mir liegt die Pflicht ob, ſo be=
tonte
Fachot, die Schuld der Angeklagten zu beweiſen, und ich
werde dieſe Pflicht reſtlos erfüllen. Jedesmal, wenn man den
Angeklagten bis jetzt präziſe Fragen geſtellt hatte, haben ſie aus=
weichend
geantwortet. Ich werde den kriſtallklaren Beweis für
die Schuld der Angeklagten erbringen, und zwvar auf Grund von
zwiſchen ihnen ausgetauſchten Briefen und Dokumenten. Ich
werde beweiſen, daß ſich die Angeklagten zuſammengeſchloſſen
haben zu einer Verſchwörung mit dem Ziele, die Regierungs=
form
zu ändern. Um aber die Verhandlungen zu verkürzen,
möchte iſt vorſchlagen, eventuell auf alle weiteren Zeugemaus=
ſagen
zu verzichten oder aber nur eine beſchränkte Anzahl von
Zeugen, z. B. fünf oder zehn auf jeder Seite, einzuvernehmen.
Ich will das Recht der eVrteidiger keineswegs einſchränken, aber
man kann beim heutigen Stand des Prozeſſes kaum einen an=
deren
Vorſchlag machen, was allgemein zugegeben werden muß.
Ich würde die Verpflichtung übernehmen, ſchloß Fachot, in
meiner ganzen Anklagerede auf jede Linie und auf jede Zeile
zu verzichten, die nur mit den Ausſagen jener Zeugen, auf die
wir Verzicht leiſten, belegt werden können. Was ſagt die Ver=
teidigung
zu meinem Vorſchlag? Der Präſident erſucht die
Verteidiger, ſich zu äußern. Dieſe bitten um eine Unterbrechung
der Sitzung, um ſich mit ihren Klienten gemeinſam über die
Frage zu beraten. Die Sitzung wurde darauf unterbrochen.
Die Bedingungen der Verteidigung. Es
muß Licht in dieſen eigentümlichen Prozeß
gebracht werden.
Da Berthon leicht erkrankt iſt, konnte er an den Beratungen
der Verteidiger nicht teilnehmen. Nach der Wiederaufnahme der
Verhandlung ſpricht für die Verteidigung Rechtsanwalt Jäglé.
Er zitiert einige Ueberſchriften von Preſſeſtimmen: Kataſtro=
phaler
Zuſammenbruch der Anklage!, Rieſige Blamoge!
Macht Schluß! Vergeblich ſuche man heute, nachdem während
mehr als zwei Tagen ein Belaſtungszeuge geſprochen habe, die
Schuld für die Verlängerung der Verhandlungen auf die Ver=
teidigung
zu ſchieben. Vergeblich hätten die Verteidiger immer
wieder die Forderung erhoben, ſich auf die eigentliche Schuldfrage
zu beſchränken, und vergeblich hätten ſie verlangt, witzuteilen,
in was denn die Anklage auf Verſchwörung beſtehe. Jäglé ver=
langt
namens der Verteidigung, daß die Einvernahme der Ange=
klagten
zu Ende geführt werde. Jedem Angeklagten müſſe genau
geſagt werden, was man ihm vorwerfe und wie weit er in das
Komplott verwickelt ſei. Das ſei die erſte Bedingung der Ver=
teidigung
. Eine zweite ſei die, daß keinerlei ſich auf polizeiliche
Rapporte ſtützende und nicht nachweisbare Behauptungen in der
Anklage verwendet würden. Wir ſind bereit, ſo ſagte Jäglé,
die Zahl der Zeugen bis auf 20 oder 25 herabzumindern. Aber
wir wollen, und daß iſt die dritte Bedingung, nicht nur die Zahl,
ſondern auch die Namen der Belaſtungszeugen kennen lernen.
So muß beiſpielsweiſe der Zeuge Ziehl unbedingt verhört wer=

den, damit ſeine traurige Rolle bloßgeſtellt werden kann. Die
Verteidigung iſt durch die Umſtände gezwungen, auf den Ver=
mittlungsvorſchlag
der Staatsanwaltſchaft einzugehen. Es muß
aber Licht in dieſen eigentümlichen Prozeß gebracht werden.
Man will zwei Abgeordnete verhindern, in
die franzöſiſche Kammer zu geben, und man
will die übrigen deportieren. Dagegen müſſen
wir uns wehren!
Der Präſident gibt prinzipiell ſeine Zuftimmung zu den
Vorſchlägen der Verteidiger. Aber er verbittet ſich jede Haltung,
die einer Obſtruktion gleichſehe.
Rechtsanwalt Peter richtet ſodann noch einige mit der Rolle
des Angeklagten Köhler in der Wahrheit des Zorn v. Bulach
zuſammenhängende Fragen an den Zeugen Polizeikommiſſar
Bauer.
Auch der Angeklagte Reiſacher gibt nur kurze Erklärungen
ab. Rechtsanwalt Fournier erklärt, daß die Verteidiger bereit
ſeien, alle Opfer zu bringen, im Rahmen ihrer Pflicht, aber ſie
dürften und wollten bei Gericht keinen Zweifel beſtehen laſſen,
nur ſo weit zu gehen, als es ſich mit ihrer Verantwortung ver=
einbaren
laſſe. Wir hoffen, daß die Verhandlungen in acht
Tagen zu Ende gehen. Aber angeſichts des Umſtandes, daß,
wenn die Geſchworenen einen Schuldſpruch fällen, die Angeklag=
ten
einer Deportation nach Neukaledonien entgegengehen, müſ=
ſen
wir uns mit allen Kräften für einen Freiſpruch einſetzen.
Die Verhandlung wurde hier abgebrochen und auf den Nach=
mittag
vertagt, um den Parteien die Möglichkeit zu geben, Stel=
lung
zu wehmen zu der durch die verſchiedenen Anträge neu ge=
ſchaffenen
Lage.
Rechtsanwalt Fournier ſtellt zu Beginn der Nachmittags=
verhandlung
feſt, daß die normalen Beziehungen zwiſchen Ver=
teidigung
und Gerichtshof wieder hergeſtellt ſeien. Die Vormit=
tagsverhandlung
habe keinerlei Zwiſchenfälle gebracht. Darauf
wiederholte Fournier die Bedingungen, welche Jäglé ſchon heute
vormittag abgab, unter welchen ſich die Verteidigung mit dem
Vorſchlage der Staatsanwaltſchaft einverſtanden erkläre. Die
Verteidigung verlangt noch die Vernehmung von 26 Zeugen, die
Staatsanwaltſchaft begnügt ſich mit ſechs Belaſtungszeugen, dar=
unter
General Bourgeois, ein gewiſſer Riehl und der Journaliſt
Häggi ſowie einige Polizeikommiſſare. Die Vernehmung der An=
geklagten
wird hierauf gemäß dem Wunſche der Verteidigung
wieder aufgenommen. Die Vernehmung nimmt ihren Fortgang
bei Schall. Dieſer gibt weitere Aufklärungen über die Schutz=
truppe
und ihre Verwendung. Der Agent provocateur
Riehl habe gewollt, man ſelle ehemalige deutſche Soldaten für
dieſe Truppe werben, um etwas ähnliches wie einen Stahlhelm
oder einen Wiking zu gründen. Er (Schall) habe aber unter
ſeinen Leuten zur Hälfte ehemalige franzöſiſche Soldaten gezählt.
Schall geht dann auf
die verwerflche Aktion Zorn von Bulachs
und ſeine Abſtimmungsideen ein, die nur durch die ſchnelle
Gründung der Autonomiſtiſchen Partei, deren Generalſekretär er
geweſen ſei, paralyſiert werden konnten. Dr. Roos habe dabei
eine ausſchlaggebende Rolle geſpielt und habe ſich ſcharf gegen
jede ſeparatiſtiſche Idee gewandt. Er wollte ein freies Elſaß im
Rahmen Frankreichs. Das Elſaß wolle nicht nur politiſche, ſon=
dern
auch moraliſche Freiheit. Schall verbreitet ſich dann erneut
über die Frage des Autonomismus, des Regionalismus und der
Vereinigten Staaten von Europa, wobei er auf die Entſtehungs=
geſchichte
der Schweiz hinweiſt. Dann ſpricht er vom nationalen
Komitee der Minderheiten Frankreichs, nämlich des Elſaß, der
Bretonen und der Korſikaner. Die Statuten des Komitees
ſeien von der Preſſe veröffentlicht worden. Ein Minderheiten=
recht
habe ein loyales Bekenntnis zum Staat zur Vorausſetzung.
Warum haben Sie dann Deutſche aus Eupen und Malmedy
eingeladen, in dem Komitee mitzuwirken? Schall antwortet:
Einladungen ſind nicht ergangen, da eine diesbezügliche Anfrage
aus Deutſchland datiert war und nicht aus Eupen. Rechtsanwalt
Balmieri verlieſt als Pendant zum Fragebogen der Schutztruppe
die Fragebogen der Camelots du Roy, die viel weitgehender
ſind. Rechtsanwalt Feillet ſtellt bezüglich des Minderheiten=
kongreſſes
in Brüſſel feſt, daß die Kongreßleitung damals ſchon
einen eigens aus Paris hergereiſten Geheimbeamten freundlichſt
eingeladen habe, an dem Kongreß teilzunehmen, damit er ja
einen guten Bericht machen könne. (Heiterkeit.) Nach weiteren
Fragen der Anwälte wird die Verhandlung unterbrochen. Nach

Seite 3

Wiederaufnahme der Verhandlung ſagt Hauß, der zweite An=
geklagte
, aus, er ſei eigentlich
durch Familientradition ſchon Autonomiſt.
Sein Vater ſei der bebannte frühere Reichstagsabgeordnete Hauß
geweſen. Er ſelbſt ſei auf den Rat von Pfarrer Hirtzel in die
Partei eingetreten. Rechtsanwalt Feillet möchte, daß auf Einzel=
heiten
bei der Vernehmung nicht eingegangen werde. Der Staats=
anwalt
möchte ſich verpflichten, daß er dieſe Einz=lheiten dann
auch nicht in ſeiner Anklogerede verwende. Oberſtaatsanwalt
Fachot, lächelnd: Sie können ja für mich die Anklagerede halten.
Rechtsanwalt Feillet anwortet: Lieber nicht, ich fühle mich
wohler in meiner Haut. (Große Heiterkeit.) Hauß gibt dann
Erklärungen, ab über die Gruppe heimattreuer Elſäſſer, die
ſpäter im Heimatbunde aufgegangen ſei. Er, Hauß, ſei urſprüng=
lich
gegen die Gründung einer autonomiſtiſchen Partei geweſen,
da nach ſeiner Anſicht es ſchon genug Parteien im Elſaß gebe.
Auf eine weitere Frage des Präſidenten äußert er ſich über die
Gründung der Landespartei. Hierauf gibt der Angeklagte Aus=
kunft
über die Schaffung der Schutztruppe. Der Präſident er=
wähnt
dann eine Verſammlung in einem Gaſthaus in Straßburg
Zum Schlachthaus, die durch Dr. Roos, welcher das erſte Re=
ferat
hielt, mit dem Rufe: Es lebe das freie und unabhängige
Elſaß=Lothringen! eröffnet worden ſei. Hauß ſagt dann weiter,
Roos habe in ſeinen weiteren Worten den Separatismus ſcharf
abgelehnt. Uebrigens ſei der Sozialiſt und nunmehrige Abge=
ordnete
Grumbach vor dem Kriege auf allen internationalen Kon=
greſſen
für die gleichen elſäſſiſchen Forderungen eingetreten.
Heute tue er es allerdings nicht mehr. Der Text der Rede von
Dr. Roos wird darauf von Rechtsanwalt Klein aus der Zu=
kunft
verleſen.
Wir Autonomiſten ſind keine Sep ratiſien.
lautet eine Stelle der Rede. Die Polizei ſcheint dieſen Paſſus
überſehen zu haben, die Polizei ſcheit das überhaupt nicht ge=
leſen
haben! bemerkt Klein. (Heiterkeit.) Der Präſident lieſt
einige Sätze weiter eine Stelle vor, wo es heißt, es ſei der Klug=
heit
der franzöſiſchen Regierung zu überlaſſen, ob ſich die Auto=
nomiſten
zum Separatismus bekennen würden. Aha! auf
vielen Bänken. Der Pröſident bemerkt weiter, es ſei doch bei
Hauß eine Briefhülle gefunden worden, die an eine gewiſſe
Jeanne Müller in Burg bei Freiburg i. Br. adreſſiert geweſen
ſei. In dem Briefumſchlag befand ſich der Text einer Rede des
Kommuniſten Huber in der franzöſiſchen Kammer. Hauß bemerkt
hierzu, dieſer Brief ſei von Dr. Roos in ſeinem Bureau ge=
ſchrieben
worden, und man habe vergeſſen, ihn einzuwerfen, ein
Beweis von der Bedeutung des Schriftſtückes. Der Brief ſei
dann zwei Tage ſpäter beſchlagnahmt worden. Der Name
Müller ſcheint eine Deckadreſſe zu ſein, die Hauß nach ſeinen
Ausſagen kennen will. Der Präſident ſtellt feſt, daß in Burg ein
deutſches Spionagebuerau beſtehe, und daß es dort nach den Er=
kundigungen
Bauers keine Jeanne Müller gebe. Die ganze Sache
ſei alſo ſehr verdächtig. Der Präſident erinnert dann daran, daß
im Hauſe von Roos ein weiterer Brief mit einer weiteren weib=
lichen
Deckadreſſe gefunden worden ſei, der ebenfalls nach Burg
adreſſiert ſei, wo es eine ſolche Adreſſe nicht gebe. Anwalt Tho=
mas
fragt, ob der Brief poſtlagernd adreſſiert geweſen ſei. Der
Präſident verneint. Staatsanwalt Fachot beweukt zu der An=
gelegenheit
: Ueber dieſe Sache werden wir noch reden! Hauß
erklärt zum Schluß ſeiner Ausführungen, er ſei 1917 als
deutſcher Unteroffizier degradiert worden,
weil er in einem an den Kriegsminiſter gerich=
teten
Briefe für ſeine elſäſſiſchen Kameraden
eingetreten ſei. (Bewegung im Saale.) Die Einvernahme
Hauß’ iſt damit beendet und die Verhandlungen werden auf mor=
gen
vormittag vertagt.

Die 31. Reichswahlliſien.
Nachdem der Reichswahlausſchuß ſeine Sichtungsarbeit be=
endet
hat, bleiben für den kommenden Wahlkampf noch 31 Wahl=
vorſchläge
beſtehen. Merkwürdiger Weiſe haben die Deutſch=
Hannoveraner keine Reichsliſte aufgeſtellt. Dafür haben wir aber
7 Aufwertungsparteien, und 4 Bauernliſten,
3 Völkiſche Liſten. Zwei Liſten ſind zurückgewieſen worden, eine
mit dem bezeichnenden Titel Lebensintereſſen der Ledigen, die
von 20 verheirateten Frauen eingereicht war und nur einen ein=
zigen
männlichen Kandidaten aufwies, die andere Liſte trug den
beſcheideneren Titel Ganz parteilos für das Volkswohl. Wie
ein Hohn auf die Wahlbeſtimmungen muß es wirken, wenn eine
Familie Wolfmayer eine eigene Rechts= und Mieterſchutzliſte für
ſich aufſtellt und als beſonderen Wahlvorſchlag einbringt, die
nach den Beſtimmungen wohl auch anerkannt werden muß. Daß
die Sozialdemokratiſche Partei den Alten Sozialdemokraten ihren
Namen zu nehmen verſuchte, ſei nur nebenbei bemerkt. Zei
Parteien treten als Volksrechtspartei auf, von denen eine nach
dem Beſchluß des Wahlausſchuſſes ihre Firma ändern muß.

lande und der Wiſſenſchaft dereinſt achtbare Vorteile gewähren.."
heißt es in dem Begleitſchreiben. Schleiermacher läßt Liebig nicht
fallen, aber ganz ohne Strafpredigt ging es anſcheinend nicht ab.
Am 4. Oktober 1823 ſchreibt Liebig zerknirſcht an ſeinen Beſchützer:
Der Vorfall mit Herrn von P. iſt mir jetzt ganz beſonders leid,
da er, wie mir ſcheint, Ew. Wohlgeboren eine ſehr unvorteilhafte
Meinung von mir beigebracht hat. Gern würde ich ihn, wenn ich
es noch könnte, ungeſchehen machen.
Liebig ſchreitet von Erfolg zu Erfolg. Der 20jährige darf
die Ergebniſſe ſeiner Forſcherarbeit der Akademie vortragen. Gay
Luſſae, der führende Gelehrte der Zeit, macht ihn zu ſeinem Mit=
arbeiter
. Alexander von Humboldt lernt ihn kennen und ſchätzen.
Die Lehrjahre ſind zu Ende.
Am 3. Februar 1824 darf der 21jährige Liebig an Schleier=
macher
ſchreiben: Da wir in unſerem ganzen Lande keinen
eigentlichen Chemiker beſitzen in Gießen gab es einen Ordi=
narius
für Chemie (Zimmermann) ſo glaube ich nicht, daß
eine Anſtellung große Schwierigkeiten finden wird . . . H. von
Humboldt wird die Güte haben, Ihnen ſelbſt über dieſes zu
ſchreiben. Am 5. Februar 1824 ging Humboldts Empfehlungs=
brief
nach Darmſtadt ab. Er ſchlug vor, den jungen Forſcher
zum Profeſſor zu ernennen. (ce sera un Professeur gui hono-
Tera notre patrie‟.) Am 26. Mai 1824 genehmigte Ludwig I.
die Ernennung Liebigs zum außerordentlichen Profeſſor der
Shemie an der Landesuniverſität Gießen. Liebig ſchildert den
Lindruck, den ſeine Berufung in Gießen machte, in einem Briefe
an Walloth (in dem Beſitz des Stadtmuſeums) folgendermaßen:
Meine Anſtellung in Gießen war den meiſten Profeſſoren ein
Hreutel, da man ſie darüber nicht gefragt hatte. Denen aber,
welche entweder Töchter zu verheiraten hatten oder die Wiſſen=
ſchaft
zu befördern ſuchten, nichts weniger als unangenehm.
Unter die letzteren, welche mir am liebſten waren, gehört u. a.
Balſer, die zwei Schmidt, Ahrens, Wilbrand, allein leider ſtand
es nicht in deren Gewalt, mich ſo auszurüſten, wie es die Vor=
leſungen
einer ſo praktiſchen Wiſſenſchaft verlangten. Immer
wieder half Darmſtadt weiter. Wenn die Staatskaſſe verſagte,
ſprang die Kabinettskaſſe ein. Im Juli 1825 wurde der Lehr=
ſtuhl
für Chemie durch den Tod Zimmermanns frei. Liebig
wurde mit 800 Gulden Gehalt zum Ordinarius ernannt. Er war
22 Jahre alt.
Juſtus Liebig dachte ſtets voll Dankbarkeit an die Helfer in
Darmſtadt. Am 22. Februar 1826 ſchrieb er an Schleiermacher:
Der Gedanke, mich Ihrer Achtung und Ihres Wohl=
wollens
immer wert zu erhalten, hat mich durch die Zeit, wo
ich mich in Paris aufhielt, vor vielem bewahrt, was mein Be=
wußtſein
jetzt trüben könnte, und iſt mir ſtets ein Sporn ge=
weſen
, die Wiſſenſchaft, die ich erwählt hatte, mit allen meinen

Kräften zu umfaſſen und zu ergründen. Außer dieſem ver=
danke
ich Ihnen einen Wirkungskreis, durch den mir das Glück
geworden iſt, das Erworbene ins Leben treten zu laſſen und
meinem Vaterlande nützlich zu ſein, und heute empfange ich
einen neuen Beweis einer wahrhaft väterlichen Güte, der mir
die frohſte Ausſicht auf eine heitere Zukunft eröffnet und mich
von einer Menge quälender Sorgen befreit. Es macht mich
ganz traurig, wenn ich bedenke, daß es mir das Geſchick ver=
ſagt
, Ihnen meinen Dank anders als in Worten zu erkennen
zu geben. Verſchmähen Sie aber dieſen Dank nicht, er kommt
aus dem geweihteſten und redlichſten Herzen ...
Endlich im Jahre 1828 glaubte Liebig durch eine Tat dem
Staate ſeinen Dank abtragen zu können. Liebig hatte die Sole von
Salzhauſen in Oberheſſen analyſiert. Dabei war ihm der Ge=
danke
gekommen, eine ſtaatliche Fabrik (Salzſäure und Bitter=
ſalzfabrikation
) zu errichten. Am 12. Januar 1828 berichtete er
Schleiermacher nach Darmſtadt:
Bei dem Schluſſe des Jahres ergreife ich die Gelegenheit,
um Ihnen, mein teurer Wohltäter, aufs neue für das viele
Gute zu danken, welches ich Ihnen ſchuldig bin, und zwar in
einem Augenblick, wo ich das Glück habe, dem Staate, einen
Dienſt zu leiſten, wodurch eine Saline, welche Hunderttauſende
gekoſtet hat, einen jährlichen Gewinn von 5377 Gulden erhalten
wird. iſt Ihnen bekannt, daß mir von dem Großherzog=
lichen
Mininſterium der Finanzen auf einen eingeſandten Vor=
ſchlag
die Errichtung einer Bitterſalz= und Salzſäurefabrik
übertragen worden iſt. Seit drei Jahren bin ich unabläſſig
damit beſchäftigt geweſen, um alle Schwierigkeiten aus dem
Wege zu räumen und um die gewonnenen Produkte auf den
möglichſt hohen Grad der Vollkommenheit zu bringen. Seit
drei Wochen iſt nun die Fabrik in vollem Gange. Däglich
werden zwei Zentner Salzſäure und zwei Zentner Bitterſalz
gewonnen, und es wird noch jetzt Tag und Nacht gearbeitet, um
die Beſtellungen darauf nur einigermaßen befriedigen zu
können . . . Der Abſatz des Bitterſalzes und der Salzſäure iſt
durch die Nähe von Frankfurt und durch ihren ſehr niedrigen
Preis für immer geſichert. Ich ſchätze mich glücklich, dadurch
einigermaßen bewieſen zu haben, daß ich der Gnade Sr. Königl.
Hoheit und Ihres väterlichen Wohlwollens nicht ganz unwür=
dig
bin. Der Staat verdankt Ihnen bei dieſer Anlage mehr als
mir ſelbſt; denn ohne Sie wäre dies alles nicht .. ."
Die Hoffnung, die Liebig auf die Fabrik ſetzte, erfüllte ſich
nicht. Fünf Jahre ſpäter (1833) wurde der Betrieb ſtillgelegt.
In dem betreffenden Bericht der Oberbaudirektion heißt es,
daß für das Fortbeſtehen der Fabrik zu Salzhauſen keine Aus=
ſichten
vorhanden ſind, indem es faſt gänzlich am Abſatz der
Fabrikate mangelt. Juſtus Liebig hat, wie die Fabrikgründung

zu Salzhauſen beweiſt, ſelbſt den Schritt vom Laboratorium zur
Fabrik gemacht; er iſt geſcheitert. Der große Gelehrte, der An=
reger
einer Reihe von bedeutſamen Induſtrien, beſaß keinerlei
Geſchäftsgeiſt. In großzügiger, ſelbſtloſer Art teilt er die Gold=
körner
ſeines Wiſſens aus, ſie zur Münze zu machen, überläßt er
anderen.
Noch 1839 hatte Liebig in Gießen mit Kollegenneid zu kämp=
fen
. Die akademiſche Adminiſtrationskommiſſion lehnte den not=
wendigen
Erweiterungsbau des chemiſchen Laboratoriums ab.
Sie begründete dieſen Schritt mit der Behauptung, die Erweite=
rung
des chemiſchen Laboratoriums entſpreche weder der akade=
miſchen
Stellung des Inſtituts, noch ſei ſie den Mitteln der
Landesuniverſität angemeſſen. Den Gießener Herren Profeſſoren
waren die zahlreichen Hörer Liebigs, die aus der Praxis kamen,
ein Dorn im Auge. In der Denkſchrift der Univerſität findet ſich
der Satz, das chemiſche Laboratorium beſtehe nicht vorzugstveiſe
für Fabrikationszwecke und künftige Fabrikanten, ſondern zu=
nächſt
für die Ausbildung und Weiterführung der Wiſſenſchaft
als ſolcher und zugleich für möglichſt allgemeinen Unterricht in
derſelben. Hierzu genüge das Inſtitut, wie es ſei. Darmſtadt
hatte mehr Verſtändnis als Gießen. Die Univerſität mußte ſich
von dem Miniſterium belehren laſſen, der Glanz einer Akademie
hinge nicht nur von der Tüchtigkeit der Lehrer, ſondern auch von
der möglichſt vollkommenen Einrichtung der einzelnen Anſtalten
ab. Man müſſe daher ſtets bemüht ſein, die Inſtitute auf einen
dem Standpunkt der betreffenden Wiſſenſchaft und den Anforde=
rungen
der Zeit entſprechenden Weiſe zu vervollkommnen. Das
Miniſterium beantragte, durch die Stände zwölftauſend Gulden
zur Erweiterung des Laboratoriums bewilligen zu laſſen. Am
8. Februar 1839 gab der Großherzog ſein Plazet.
Liebigs Ruhm breitete ſich immer mehr aus. Das Ausland
lockte mit ehrenvollen, gewinnreichen Berufungen (Wien, Peters=
burg
). Liebig lehnte ab. Heſſen bot alles auf, den großen For=
ſcher
zu halten. 3200 Gulden beträgt ſein Gehalt 1841. Sein
Vorgänger hatte 1000 Gulden erhalten. 1852 ſchied Liebig von
Heſſen. Er folgte einem Rufe nach München, aber das Band, das
ihn mit der Heimat verknüpfte, war damit nicht gelöſt. Daß er
noch kurz vor ſeinem Tode den Wunſch ausſprach, in der Heimat=
ſtadt
begraben zu werden, iſt bekannt. Es war nicht nur die
Erinnerung an eine glückliche Jugendzeit, an liebevolle Eltern,
die ihm die Heimat ſo wert machten, es war auch das Gedenken
an die treuen Freunde und Beſchützer. Auch Ludwig I. und
Schleiermacher ſchlummerten in der Heimaterde den ewigen Schlaf.
Es gißt leine größere Schuld, als einen Begnadeten
zu verkennen. Es gist keinen höheren Ruhm, als dem Schöpfe=
riſchen
gedient zu haben.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Freitag den 11 Mai 1928

Nummer 231

Preiserhöhungs=Anträge
der Eiſen=Induſtrie.
Der Wettlauf zwiſchen Preiſen und Löhnen
Die Folgen der Koh enpreiser höhung.
Die am Mittwoch in Berlin zwiſchen der eiſenſchaffenden
und eiſenverarbeitenden Induſtrie und dem Vertreter des Reichs=
wirtſchaftsminiſters
Stoatsſekretär Trendelenburg geführten Ver=
handlungen
über die geforderte Eiſenpreiserhöhung ſind am
Donnerstag nicht weitergeführt worden, da die gegenſeitigen
Standpunkte bereits in der erſten Beſprechung geklärt worden
ſind. Von ſeiten des Reichswirtſchaftsminiſteriums ſind keinerlei
zuſtimmende Erklärungen abgegeben worden, vielmehr hat Dr.
Trendelenburg darauf aufmenkſam gemacht, daß ſich die
Reichsregierung für den Fall des Eintretens der Eiſen=
preiserhöhung
alle Schritte vorbehalte. Es iſt aber für
die Regierung recht ſchwer, der Preiserhöhung einen Riegel
vorzuſchieben. Das Kartellgeſetz gibt nur eine geringe Handhabe
und der noch immer beſtehende Eiſenwirtſchaftsbund, der etwa
die gleichen Befugniſſe hat wie der Reichskohlenrat, iſt ſeit vier
Jahren ſchon nicht mehr in Tätigkeit getreten, weil ſowohl Er=
zeuger
wie Verbraucher und Arbeitnehmer, die in dem Aus=
ſchuß
ſitzen, längſt zu der Erkenntis gekomme ſind, daß ſich
die Zwangswirtſchaft auf dem Gebiete des
Eiſens nicht aufrecht erhalten läßt. Sie haben ſich
ſeit 1923 von dieſer Einrichtung zurückgezogen, die damit praktiſch
aufgehört hat zu beſtehen. Die Preiserhöhung wird
alſo kommen und zwar in einem Ausmaß von 47
Mark für die Walzwerkserzeugniſſe. Es gibt min=
deſtens
ebenſoviele Gründe für die Erhöhung wie dagegen. Un=
ſere
Befürchtung, daß von der Kohlenpreiserhöhung ſolche Rück=
wirkungen
ausgehen, hat ſich beſtätigt. Alle Hüttenwerke, die
gleichzeitig Kohlenzechen beſitzen, haben von der Kohlenpreis=
erhöhung
nur ſehr wenig, weil ſie den größten Teil ihrer För=
derung
für ſich ſelbſt benutzen. Da die Lohnbelaſtungen, die dem

Kohlenbergbau aber aufgebürdet wurden, beſtehen, mußten die
Werke nach einem Ausweg ſuchen, und das konnte natürlich nur
in einer Eiſenpreiserhöhung ſich auswirken. Aber nicht allein
dieſes Gewinnnmoment war ausſchlaggebend, ſondern es machen
ſich auch die Auswirkungen des Januar= Schieds=
ſpruches
für die Eiſeninduſtrie bemerkbar, der ſeiner=
zeit
beinahe zu der Stillegung der deutſchen Eiſeninduſtrie ge=
führt
hätte. Die Induſtrie hat ſich dem Spruch ſchließlich ge=
beugt
und die großen Umſtellungen, alſo namentlich die ver=
kürzten
Schichtzeiten vorgenommen, wodurch fortlaufend die Be=
legſchaften
vermehrt und die Lohnlaſten entſprechend vergrößert
werden mußten. Dieſe beiden finanziellen Geſichtspunkte treffen
zuſammen und zwingen die Eiſeninduſtrie, aus reinen geſchäft=
lichen
Gründen die Eiſenpreiserhöhung zu fordern. Dagegen
ſprechen aber nun wieder gewichtige allgemein volkswirtſchaftliche
Geſichtspunkte verſchiedener Art. Es iſt gleich darauf hingewieſen
worden, daß die Belaſtung der Kohle eine ernſte Preis=
welle
auslöſen könne. Soweit im unbeſtrittenen Gebiet die
erhöhten Kohlenpreiſe zur Anwendung kommen, werden Preis=
veränderungen
nicht ausbleiben. Hier iſt die Preiswelle nicht
aufzufangen geweſen. Sie wird auch dort nicht anzuhalten ſein,
wo der Verbrauch die erhöhten Eiſenpreiſe bezahlen muß. Wir
denken dabei in erſter Linie an unſere weiterverarbei=
tende
Induſtrie und namentlich an die Reichsbahn,
die ſchon über die erhöhten Kohlenpreiſe klagte und nun erſt recht
auf Erfüllung ihrer Tarifwünſche drängen wird, wenn ſie nach=
weiſen
kann und wird daß das geſamte Oberbaumaterial
im Preiſe geſtiegen iſt. Wir bedauern, daß eine ſolche Entwicklung
eingeſetzt hat. Sie iſt von einſichtigen Führern unſerer Volks=
wirtſchaft
immer wieder vorausgeſagt worden. Leider iſt nichts
geſchehen, um dieſen Wettlauf zwiſchen Preiſen und
Löhnen von vornherein die Spitze abzubiegen. Es wäre dies
ſehr gut möglich geweſen, den Bergarbeitern entgegenzukommen
und ihren Realverdienſt zu erhöhen, ohne das bequeme aber un=
heilvolle
Mittel der planloſen Lohnerhöhung zu ergreifen. Noch
iſt nicht abzuſehen, wie ſich die Dinge weiter entickeln werden.
Beim Wirtſchaftsminiſterium hat man ſich redlich Mühe gegeben,
mäßigend und bremſend zu wirken, leider haben aber andere Be=
hörden
durch dieſe vorſichtige und ſorgſam abwägende Wirt=
ſchaftspolitik
einen Strich gemacht.

Die Kommuniſten im Wahlkampf.
Die Kommuniſten führen ihren Wahlkampf nach allen Seiten
gegen die Bürgerlichen wie die Sozialdemokraten mit all der
Maßloſigkeit, mit der ſie auch ihre eigenen Parteimitglieder ver=
folgen
. Der offizielle Kommunismus hat ſich geſpalten. Die
Moskauer Richtung hat die Parteiorganiſation in der Hand umd
beruft ſich auf Stalin, während die ſeinerzeit ausgeſchloſſenen
früheren Führer ſich ſelbſtändig gemacht haben und unter Be=
rufung
darauf, daß ſie das Teſtament Lenins verfechten, den
allein wahren Kommunismus für ſich reklamieren. Es gibt
eigentlich keinen Vorwurf mehr, den ſich dieſe gegenſeitigen
feindlichen Brüder nicht machen oder gemacht hätten. Die
Leniniſten werfen ſogar Stalin vor, daß er ſich vor Beſpitzelung
nicht ſchäme. Sie ſtellen die Behauptung auf, daß der frübere
Abg. Urban aus Hamburg, als er noch der Moskauer Partei=
richtung
angehörte, ſeinerzeit zur Berichterſtattung nach Moscau
gefahren ſei und ſich mit einem falſchen Paß in Marſch geſetzt
habe, daß dann aber das Berliner Polizeipräſidium von dieſem
Vorhaben in Kenntnis geſetzt wurde und Urban an der Grenze
abgefaßt wurde, worauf er 20 Tage brummen mußte, da die kom=
muniſtiſche
Zentrale ſich weigerte, die verhängten 400 Mark Geld=
ſtrafe
zu bezahlen. Die politiſche Pointe dabei iſt, daß von dem
Vorhaben Urbans nur drei Mitglieder der kommuniſtiſchen Zen=
trale
gewußt haben, daß alſo einer dieſer drei die Polizei i=
formiert
haben muß.
Die Aofindung der Liquidationsgeſchädigten.
Obwohl das Kriegsſchädenſchlußgeſetz ſchon im März in
Kraft geſetzt wurde, hat das Reichsfinanzminiſterium bisher noch
nicht alle Ausführungsbeſtimmungen erlaſſen. Dadurch ſind er=
hebliche
Verzögerungen in der Abwicklung eingetreten. Aber
nicht allein hier liegt der Grund für das langſame Funktionieren
des Entſchädigungsapparates. Es muß auch berückſichtigt wer=
den
, daß über viele Tauſende von Anſprüchen noch keine Eini=
gung
mit dem Reiche erzielt worden iſt. Erſt nach dieſer Rege=
lung
iſt eine Abfindung möglich. Es dürfte ſich daher empfeh=
len
, daß möglichſt umgehend die noch ausſtehenden Ausführungs=
beſtimmungen
herausgegeben werden.

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Nummer 131

Freitag den 11. Mai 1928

Seite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 11. Mai.
Die Siraßenbahn Darmſtadt Jugenheim.
Die Heſſiſche amtliche Preſſeſtelle teilt mit: Unter dem Vorſitz
des Herrn Finanzminiſters fand heute eine Beſprechung über den
Ausbau des Straßenbahnnetzes in der weiteren
Umgebung von Darmſtadt ſtatt. An der Beſprechung
nahmen neben Vertretern der Miniſterien der Finanzen und des
Innern Vertreter des Herrn Reichsverkehrsminiſters, der Reichs=
bahnhauptverwaltung
, des Reichsbevollmächtigten für Privatbahn=
aufſicht
, der Reichsbahndirektion Mainz, der Stadt Darmſtadt
und der Heag teil. Die Verhandlungen führten zu dem Ergeb=
nis
, daß die elektriſche Straßenbahn Darmſtadt Jugen=
heim
als geſichert gelten kann. Einzelne, die Wahrung der
Intereſſen der Bergſtraßegemeinden betreffenden Sonderfragen
bedürfen noch der endgültigen Klärung. Es beſteht jedoch die
Ausſicht, daß auch dieſe Verhandlungen bald zu einem befriedi=
genden
Ergebnis führen. Auch die auf die Erſchließung des
Odenwalds gerichteten Beſtrebungen wurden eingehend erörtert.
Geheimer Regierungsrat Dr. Freſenius, Direktor der Heſ=
ſiſchen
Landesbank Staatsbank verſtarb geſtern nachmittag
nach ſchwerem Leiden im 54. Lebensjahre. Wir werden auf den
Lebenslauf und die Verdienſte des Verſtorbenen zurückkommen.
Ernannt wurde am 25. April der Kanzleigehilfe bei dem Amts=
gericht
Darmſtadt II Albert Nebhuth, zum Kanzliſten mit Wirkung
vom 1. April 1928 ab.
In den Ruheſtand tritt am 1. Juni der Betriebsführer Hermann
Knocke zu Wölfersheim auf Grund des § 1 des Geſetzes über di
Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923
in Verbindung mit Artikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung des
Perſonalabbaues in Heſſen und zur Aenderung des Heſſiſchen Pec=
ſonalabbaugeſetzes
vom 8. Oktober 1925.
Zu beſetzen iſt bei dem Amtsgericht Wimpfen die Stelle eines
erfahrenen Juſtizſekretärs oder eines geprüften Oberaſſiſtenten,
der im Nebenamt die Dienſtgeſchäfte eines Gerichtsvollziehers mit
wahrzunehmen hat. Meldungen ſind bis 20. Mai d. Js. bei dem
Juſtizminiſter einzureichen.
Jubiläum. Am 12. Mai ſind 25 Jahre verfloſſen, ſeit der Pro=
kuriſt
Herr Jgnaz Meier bei der Firma A. Schneider A. G.
früher J. Schröder A.G. Darmſtadt tätig iſt.
Heſſiſches Landestheater. Heute wird um 18 und 20 Uhr der
Sprechende Film zum letzten Male gezeigt. Die Vorführungen
der einzigartigen Erfindung verdienen um ſo größeres Intereſſe, al=
der
Erfinder, Dr. Maſolle, ſelbſt dabei anweſend ſein und das Pro=
gramm
durch Aufnahmen aus früheren und aus den allerneueſten Ent=
wicklungsſtadien
des Tri=Ergon=Verfahrens noch erweitert werden
wird.
Im Kleinen Hauſe wird heute Zar und Zimmermann
von Lortzing wiederholt; die Aufführung beginnt um 19,30 Uhr.
Die erſte Aufführung von Hoffmanns Erzählungen in
der neuen Inſzenierung, Sonntag, den 13. Mai, beginnt um 19 Uhr.
Die nächſte Aufführung von Nollands Spiel von Liebe und
Tod findet kommenden Sonntag als Vorſtellung zu Einheitspreiſen
(14 Mark) ſtatt.
Georg Kaiſers Schauſpiel Oktobertag, deſſen Uraufführung
im März an den Hamburger Kammevſpielen ſtattgefunden hat, iſt bis=
cher
auch noch in Stttgart, Baden=Baden und Mannheim, überall mit
ſtarkem Erfolg gegeben worden, und kommt faſt gleichzeitig mit Daum=
ſtadt
in Karlsruhe zur Erſtaufführung; die hieſige Inſzenierung beſorgt
Nobert Klupp.
Gewerbemuſeum. Am Sonntag, den 13. Mai, wird im Heſſiſchen
Gewerbemuſeum eine Ausſtellung eröffnet, die der Reform des
Zeichenunterrichts gilt. An der Oberrealſchule in Mainz hat
Herr Lehrer Poths ſeit einigen Jahren mit großem Erfolg unter=
Tichtet. Die Ausſtellung umfaßt Arbeiten von Schülern aller Klaſſen
uund gibt Einblick in die Art und Erfolge des Unterrichts. Sie wurde
erſtmalig, in dieſem Frühjahr in dem Gutenberg=Muſeum in Main;
vorgeführt, und die Zahl von 5000 Beſuchern, ohne die Schulklaſſen,
zeigt deutlich, welches Intereſſe ſie in weiten Kreiſen geweckt hat. Am
Sonntag um 11 Uhr wird Herr Poths die Arbeit ſeines Unterrichts
und die ausgeſtellten Arbeiten in einer Führung erläutern. Der
Eintritt iſt frei.
Vortrag Dr. Max Wauer. Es ſei hiermit nochmals auf den
Heute abend 20 Uhr in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt ſtattfin=
denden
Vortrag des Herrn Dr. Max Wauer hingewieſen. Wie ſchon
mitgeteilt, hat der Redner das Thema: Aus der Werkſtatt des
Regiſſeurs ſeinen Ausführungen zugrunde gelegt. Dieſer Vor=
rag
ſei deshalb jedem Theaterfreund ganz beſonders empfohlen. Kar=
en
im Sekretariat der Akademie, Eliſabetheuſtraße 36, erhältlich.
10. Akademie=Konzert. Das 10. (letzte) dieswinterliche Akademie=
Konzert findet am kommenden Montag, den 14. ds. Mts., 20 Uhr, im
Broßen Haus des Heſſiſchen Landestheaters ſtatt. Rudolf Serkin
wird dabei das Programm eines Klavier=Abends beſtreiten. Serkin, der
a in Darmſtadt kein Fremder mehr iſt, hat im Laufe des Winters in
den verſchiedenſten Städten Deutſchlands allergrößte Erfolge erzielt.
So ſchreibt Dr. Heinz Pringshein in der Allgemeinen Muſikzeitung:
Von den jungen Pianiſten zwiſchen 20 und 30 halte ich Rudolf Serkin
Ur den Allerhervorragendſten. Was etwa ein Horowitz an Kraft und
1indender Publikumswirkung vor ihm voraus hat, das erſetzt er reich=
ich
und überreichlich durch ſtärkeren muſikaliſchen Impuls, ſeeliſches
Temperament und künſtleriſche Kultur. Haben wir ihn jüngſt als ge=
adezu
idealen Mozartinterpreten kennen gelernt, ſo ſpielte er diesmal
Jach, Beethoven, Schubert und Mendelsſohn, Chopin und Liſzt und
eigte ſich in dieſen ſehr verſchiedenartigen Aufgaben als urgeſunder
Inſtinktmuſiker von höchſtentwickeltem techniſchen Können, feinem Ein=
Tihlungsvermögen und überlegener Geſtaltungskraft. Selten auch hört
ran den ſchönen Bechſteinflügel ſo herrlich ſingen! Den Höhepunkt be
eutete vielleicht die fis=Moll Polonaiſe, die ich mir vollendeter vor=
etragen
ſchlechthin nicht denken kann. Die enthuſiasmierten Zuhörer
eßen nicht locker, bis der durch das vorhergehende Bomben=Pro=
Eamm anſcheinend gar nicht ermüdete junge Künſtler noch eine ganze
reihe Zugaben (hat ſchon einmal jemand Paganini=Variationen von
rahms als Zugabe geſpielt?) geſpendet hatte. Karten zu 1,50 bis
Mk. im Sekretariat der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſa=
ethenſtraße
36.
Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft ſchließt mit dem
Szitationsabend von Eliſabeth Stieler=Mannheim, der heute, Freitag
Uhr, im Feſtſaal der Vereinigten Geſellſchaft ſtattfindet, das reich=
alrige
Programm des verfloſſenem Winters ab. Der Abend iſt den
Ingen heſſiſchen Dichter Eliſabeth Langgäſſer, Dr. Fritz Uſinger, Wilh=
Ppkl und Ludwig Strauß gewidmet, von deren Kunſt in Erzählungen
*0 Uhrik ausgewählte Proben zum Vortvag kommen. Zur Einführung
die Ligenart der jungen Dichter ſpricht Wilhelm Michel einleitende
Horte,
Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentliche Sitzung
n Samstag, den 12. Mai, vormittags 9.15 Uhr: Antrag des
Teisamts Darmſtadt auf Entziehung der Schankerlaubnis des Joh=
rüſtle
in Darmſtadt, Schloßgaſſe 12; vorm. 11 Uhr: Geſuch der Fr
chulze Ehefrau um Schankerlaubnis im Hauſe Landwehrſtraße 26 in
rmſtadt; vorm. 11.30 Uhr: Geſuch des Friedrich Werner um Schank=
Taubnis im Hauſe Zeller Straße 4 in Bensheim.
Die Regierung der Republik Lettland hat in Frankfurt a. M. ein
ttländiſches Konſulat errichtet. Zum Konſul wurde Herr
Dir Zehmann, in Firma J. Latſcha, ernannt. Der Amtsbezirk
rfaßt die preußiſche Provinz Heſſen=Naſſau (mit Ausnahme der
ſtrikte Schmalkalden und des Herzogtums Schaumburg), die Lande
ſſen und Waldeck, die Bayeriſche Pfalz ſowie den preußiſchen Diſtrikt
2tzlar des Bezirks Koblenz der Rheinprovinz. Adreſſe: Frankfurt am
in, Schwedlerſtraße 1. Telegramm=Adreſſe: Lettlandkonſul Schwed=
Traße. Telephon: Carclus 40 361 (Latſcha). Empfangsſtunden:
Schentags: 1112 Uhr vorm., 34 Uhr nachm, Samstags: 111=
* vormittags.

Der Handballmeiſter von Oeſterreich
in Darmſiadt.
Darmſtadt als die Handballhochburg Süddeutſchlands, als die
Stadt, die ſeit 1924 in der Handball=Liga=Elf des Sportvereins
Darmſtadt 1898 den Süddeutſchen Meiſter ſtellt, hat durch ſeinen
Ruf auf dieſem Gebiet ſportlicher Betätigung gewiſſe Pflichten
der Repräſentation zu erfüllen. Es bedeutete daher für den Sport=
verein
Darmſtadt 1898 eine Selbſtverſtändlichkeit, dem Anerbieten
der bekannteſten Wiener Handballmannſchaft, des Sportklube
Wien, der ſchon zum vierten Male den Titel eines Meiſters von
Oeſterreich erringen konnte, in Darmſtadt anzutreten, Folge zu
leiſten. Die Wiener Mannſchaft iſt auf einer Wettſpielreiſe durch
Deutſchland begriffen und wird außer in Darmſtadt noch in Kaſ=
ſel
und in Aachen gegen den Meiſter von Weſtdeutſchland ſpielen.
Das Spiel des kommenden Sonntags in Darmſtadt iſt das erſte
Spiel der Reiſe, ſo daß die Gäſte in ausgeruhtem Zuſtand gegen
die Mannſchaft des Süddeutſchen Meiſters antreten. Dieſe inter=
nationale
Begegnung zweier Vereinsmannſchaften, übrigens die
erſte auf dem Gebiete des Handballſports in Süddeutſchland, iſt
um ſo bedeutungsvoller, als ja damit zwei Mannſchaften ſich im
Kampfe meſſen, die beide die würdigſten Vertreter ihrer Landes=
verbände
ſind. Jedoch heißt die Loſung des Kampfes nicht nur:
Meiſter von Oeſterreich gegen Süddeutſcher Meiſter, es gilt
vielmehr, auch die freundſchaftlichen Beziehungen, die das deutſche
Volk kraft engſter kultureller Verbundenheit mit Oeſterreich ver=
bindet
, dann nach außen hin in Erſcheinung treten zu laſſen, wenn
die Jugend des Brudervolkes in echt ſportlicher Weiſe ſich zum
Kampfe ſtellt.

Einen enormen Sachſchaden
erleidet, wer ſein Eigentum zur Behandlung Leuten gibt, die von der
betreffenden Sache nichts oder nur wenig verſtehen. Jedes Fach will
erlernt ſein. Man achte deshalb darauf, daß man ſeine Haushaltungs=
und beſonders empfindliche Leibwäſche und Stärkewäſche nicht etwa
Nichtfachleuten überläßt, vielmehr dieſes immerhin auch koſtbare Gut
nur einem Jahrzehnte hindurch erprobten Fachmann anvertraut. Die
Gewähr für ſachgemäße ſchonende Wäſchebehandlung bietet Ludwig
Hering. Darmſtadt, Schießhausſtr. 4; ſeine ſeit 72 Jahren beſtehende
Dampfwäſcherei wurde mehrfach für erſtklaſſige Leiſtung ausgezeichnet.
(8147a
Tel. 3949.

Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40). Zur Jah=
resfeſtfeier
am Sonntag, den 13. Mai, findet folgender Gottes=
dienſt
ſtatt: vorm. 10 Uhr und nachm. 3.30 Uhr Feſtgottesdienſt; abends
8.15 Uhr Evangeliſation. Mittwoch, 16. Mai, abends 8.15 Uhr, Bibel=
ſtunde
. Dazu wird im Namen des Herrn Jeſus herzlich eingeladen.
Markusgemeinde. In der nächſten Veranſtaltung des Gemeinde=
vereins
, Montag, den 14. Mai, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus
Kiesſtraße 17, wird Herr Pfarrer Bergér über die Poeſie der
Bibel ſprechen und die reichen dichteriſchen Schätze des Bibelbuches
in das rechte Licht ſtellen. Wie bei der letzten Veranſtaltung ſo ſoll
auch dieſes Mal der Vortrag umrahmt werden vom Choralgeſang, und
zwar ſollen ſolche Choräle vorgeſpielt und geſungen werden, die weni=
ger
bekannt, aber wert ſind, im öffentlichen Gottesdienſt in Gebrauch
genommen zu werden. Pfarrer Vogel wird über die Entſtehung und
Bedeutung dieſer Lieder die notwendigen Erläuterungen geben. Es
wird gebeten, Geſangbücher mitzubringen. Zu recht zahlreichem Beſuch
wird herzlich eingeladen. Gäſte ſind freundlich willkommen.
Ehemalige Kriegsgefangene. Am 13. Mai ds. Js. findet in
Frankfurt a. M.=Bockenheim im Reſtaurant Adler (Leipziger Straße)
der elfte Gautag des Gaues Südweſtdeutſchland, der
Reichsvereinigung ehemal. Kriegsgefangener (Sitz Berlin) ſtatt. Zu
dieſer Tagung wird der erſte Bundesvorſitzende, Kam. Dr. Reißland
(Koblenz) anweſend ſein. Alle fernſtehenden Kameraden ſind hierzu
herzlichſt eingeladen. Die Tagung beginnt um 2 Uhr. Anmeldungen
und Anfragen ſind zu richten an den Kam. Alb. Bock, Darmſtadt,
Luiſenſtraße 36 (Laden).
Fortsetzung des
MSbelausverkaufs
wegen Umbau und vollständiger Neu-
herrichtung
der Ausstellungs-Räume.
Außerordentlich billige -, Herren-
und Schlafzimmer-Einrichtungen.
Rost & Fischen

Alexanderstr. 10.

(8107a

Schmock und Strieſe‟
Sogar die Eisheiligen ſind bereits im Mainz eingetroffen, um ar
dem großen Feſte von Schmock und Strieſe teilzumehmen!
Wer die genannten Perſönlichkeiten kennen zu lernen wünſcht, ſei am
12. Mai, abends 20 Uhr, in der Stadthalle. Den Weg dahin zeigt
Ihnen jedes Kind, alſo gibt es keine Ausveden. Die Vorbereitungen,
die im geheimen für Schmock und Strieſe im Gange ſind, be=
deuten
für Mainz zehn Tage, die die Welt erſchütterten! Programm
ſiehe im Anzeigenteil unſeres Blattes.

Frühlingsabend im Gemeindefaal der Petrusgemeinde. Neue
Trainkaſerne, Eſchollbrücker Straße 44. Am Dienstag abend fand im
Gemeindeſaal der Petrusgemeinde (Neue Trainkaſerne), Eſchollbrücker
Straße 44, ein Frühlingsabend ſtatt, zu dem ſich viele Glieder der
Gemeinde eingefunden hatten. Der mit friſchem Grün geſchmüickte
Saal ließ ſchon von vornherein eine frohe Frühlingsſtimmung bei den
Erſchienenen aufkommen, die noch durch die geſanglichen Darbietungen
des Singekreiſes der Jugendvereinigung erhöht wurde. Tiefen Anklang
fanden einige Frühlingsgedichte, die von Mitgliedern der Mädchenver=
einigung
vorgetragen wurden und wohl jedem aus der Seele ſprachen.
Alle, die zur Ausgeſtaltung des Abends beitrugen, ſowohl die Jugend=
und Mädchenvereinigung als auch Herr Walter Lehmann, der Bal=
laden
von C. F. Meyer und eigene Dichtungen zu Gehör brachte, waren
ausnahmslos bemüht, ihr Beſtes zu geben. In humorvoller Weiſe ver=
ſtand
es der Leiter des Singekreiſes, die Anweſenden zum Mitſingen
einiger Kanons und Lieder aufzufordern, was weſentlich zur fröhlichen
Stimmung beitrug. So waren die Anweſenden nicht nur Zuhörer,
ſondern trugen ſelbſt zur Ausgeſtaltung des Abends bei. In einer kur=
zen
Anſprache wies Herr Pfarraſſiſtent Lie, zur Nieden darau
hin, wie notwendig es iſt, daß das gute Lied mehr gepflegt wird, damit
das ſeichte Lied, das eben im Volke gang und gäbe iſt, immer mehr ver
drängt wird. Das Volkslied und der Choral müſſen wieder an die
Stelle der oberflächlichen Melodien treten und in den deutſchen Fami=
lien
heimiſch werden. Das Lied iſt eine Macht, die jeden Menſchen in
ihren Bann zwingt, ſein Denken und Leben geſtaltend beeinflußt. Erſt
dann können wir der Zukunft wieder frei und froh ins Auge blicken
wenn wahre, edle Muſik die ſeichte verdrängt hat, wenn das Volkslied
wieder Dominante geworden iſt. Ein gemeinſam geſungenes Abend=
lied
beſchloß den erhebenden Abend, der dank der Schönheit des Ge=
botenen
einen tiefen, nachhaltigen Eindruck auf die Anweſenden gemacht
hatte.

Darmſtädter Me 19 1928.
Zur geſtrigen Notig über den Verlauf des Muttertages in Darm=
ſtadt
ſei ergänzend noch folgendes mitgeteilt:
1. Ueber die Beteiligung der Stadtkapelle wird näheres noch
in der morgigen Nummer bekanntgegeben.
2. Konzert des Verbandes ehem. Militärmuſiker
am Samstag, 12. Mai, nachmittags 45 Uhr, im Beſſunger
Orangeriegarten. Leitung: Herr Obermuſikmeiſter Matthias
Weber. a) Altdeutſcher Marſch a. d. 16. Jahrhundert von M.
Kaempfert; b) Einleitung zum 3. Akt aus den Meiſterſingern von R.
Wagner (Feſtwieſe, Tanz der Lehrbuben); c) Weißt du, Mutterl, was
ich träumt hab? Lied von Kutſcherer; d) Fragwente aus der Fleder=
maus
von Johann Strauß; e) Finale aus der Oper Aida von Verdi;
() Freundſchaft, Mut und Treu, Marſch von M. Weber. Eintritt frei.
3. In der allgemeinen öffentlichen Feier Sonntag
nachmittags 3 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz ſingen
vom Darmſtädter Sängerbund: Der Geſangverein Fröhlichkeit,
Dirigent Herr Ph. Sturmfels, zwei Chöre, und der Geſmgverein
Liederzweig, Dirigent Herr W. Etzold, einen Chor. Die vorge=
ſehene
Mitwirkung des Volkschors wurde leider hinfällig, da der
Drigent, Herr Profeſſor Noack, verhindert iſt. Die Sängerin Frau
Horn=Stoll wird drei Lieder für Sopran und 4 Kinderlieder ſin=
gen
, die Vortragskünſtlerin Frau Meerwarth=Sebold drei Ge=
dichte
ſprechen. Auch die Darbietungen des Jugendorcheſters
dürften beſonderes Intereſſe erregen. Eintritt frei; Programm 10 Pfg.
4. In der allgemeinen öffentlichen Feier im Beſ=
ſunger
Orangeriehaus und =Garten wird Frl. Betty. A ß=
muth
drei Lieder für Sopran ſingen, Frl. Aenne Dörſam ein
Muttergedicht von de Nora, der Geſangverein Melomanen, Diri=
gent
Herr Guſtav Adam, zwei Chöre, und der Schülerinnenchor
der Beſſunger Mädchenſchule drei Chöre vortragen. Ent=
wurf
und Leitung des Huldigungsreigens für die Mut=
ter
: Frl. Hella Schlick. Der Blumenſchmuck zum Reigen wurde in
dankenswerter Weiſe von der Firma Lina Hardt geſtiftet. Eintritt
frei! Programm 10 Pfg.
Gedenke deiner Mutter und gib!

Deutſche Erdbebenhilfe
Bulgarien, unſer Waffengenoſſe im Weltkriege, iſt von einem ſchwe=
ren
Erdbeben betroffen worden. Große Strecken des Landes, blü=
hende
Städte und Dörfer ſind Naturgewalten zum Opfer gefallen. In
Philippopel (Plowdiw) allein ſind 80 v.H. aller Gebäude in der Stadt
in Mitleidenſchaft gezogen worden. Tauſende von Häuſern ſind zer=
ſtört
oder ſo ſtark beſchädigt worden, daß ſie unbewohnbar ſind. Hun=
derte
von Menſchen haben ihr Leben eingebüßt; Zehntauſende von
Familien ſind obdachlos geworden. Große Vorräte an Landesproduk=
ten
, Tauſende von Morgen bebauten Landes ſind vernichtet worden.
Der Umfang des angerichteten Schadens iſt gar nicht zu überſehen, da
das Erdbeben noch weiter ſeine vernichtende Wirkung ausübt. Deutſch=
lands
Ehrenpflicht iſt es, dem ſchon ſowieſo um ſeine Exiſtenz ſchwer
ringenden Lande in deſſen Not beizuſtehen. Schnelle Hilfe tut not!
Geldgaben werden dringend erbeten
Die Deutſche Bulgarenhilfe arbeitet gemeinſam mit dem Deut=
ſchen
Roten Kreuz, dem Zentralausſchuß für Innere Miſſion, dem
Deutſchen Caritasverband, dem Zentralwohlfahrtsausſchuß der deutſchen
Juden, dem Volkswohlfahrtsverband, dem Hauptausſchuß für Arbeiter=
wohlfahrt
, dem Wohlfahrtsausſchuß der Chriſtlichen Arbeiterſchaft.
Spenden nehmen an auf Konto Deutſche Erdbebenhilfe‟
ſämtliche Niederlaſſungen folgender Banken: Bayeriſche Vereinsvank,
Commerz= und Privatbank, Darmſtädter und Nationalbank, Deutſche
Bank, Direktion der Diskonto=Geſellſchaft, Dresdener Bank, Gebrüder
Arnhold, Mendelsſohn u. Co., Mitteldeutſche Kreditbank, Vereinsbank
e,G.m. b.H., Koburg, und ſämtliche Poſtanſtalten.

Der kaufmänniſche Stellenmarkt im April.
Der Quartalswechſel, als Entlaſſungstermin dieſes Mal auch für
auslernende Lehrlinge, hat dem kaufmänniſchen Stellenmarkt einen
ſtarken Zuwachs ſtellenloſer Bewerber gebracht. Andererſeits iſt aller=
dings
die Zahl der in gekündigter Stellung befindlichen Stellenſuchen=
den
erheblich zurückgegangen. Neue Kündigungen zu Ende April und
ſpäteren Terminen erfolgten nur in gewohntem Umfang, ſo daß die
eingetretene Verſchlechterung der Arbeitsmarktlage für Stellenloſe wohl
nur vorübergehnder Natur ſein dürfte. Die Belebung des Stellen=
angebots
nach den Oſterfeiertagen hat nach den Beobachtungen der
kaufmänniſchen Stellenvermittlung des Deutſchnationalen Handlungs=
gehilfen
=Verbandes in einer Reihe von Städten bereits dazu geführt,
daß die zur Entlaſſung gekommenen jungen Kräfte ſchon wieder in
Stellung untergebracht werden konnten. Für ältere Stellenloſe blieb
die Lage nach wie vor ungünſtig. Lähmend auf die Stellenvermitt=
lungstätigkeit
in Sachſen wirken die Ausfperrungen in der ſächſiſchen
Metallinduſtrie ein, die indeſſen nicht zu Entlaſſungen von Angeſtellten
führten. Größere Kündigungen waren lediglich auf einzelbetriebliche
Maßnahmen (Betriebsrationaliſierung, Teilſtillegungen und vereinzelte
Zahlungsſchwierigkeiten) zurückzuführen. Ueber die Wirtſchaftslage ins=
geſamt
liegen Berichte, die eine ungünſtigere Geſtaltung erkennen laſſen,
nicht vor, abgeſehen vielleicht von der Schokoladen= und Süßwaren=
induſtrie
, wo nach dem Oſterfeſt Entlaſſungen verſchiedentlich zu ver=
zeichnen
waren. Andererſeits konnten verſchiedene Geſchäftszweige,
wie Baugewerbe, Automobilinduſtrie und =handel, Mineralölhandel
u. a. infolge allgemeiner Frühjahrsbelebung eine günſtigere Entwick=
lung
verzeichnen. Auf dem kaufmänniſchen Lehrſtellenmarkt blieben
nach Durchführung der Oſterſchulentlaſſungen zahlreiche Lehrſtellen aus
Mangel an Lehrlingen unbeſetzt. Soweit Lehrſtellenampärter nicht
untergebracht werden konnten, fehlte es an der notwendigen Berufs=
eignung
und unbedingt vorauszuſetzenden Schulbildung.

Rhythmiſche Gymnaſtik. Wir verweiſen auf die heute abend um
8 Uhr ſtattfindende Aufführung von Gretel Pfuhl und Schüle=
rinnen
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße). Die muſikaliſche Begleitung hat
Fräulein Felgner, Schülerin der Städtiſchen Akademie für Ton=
kunſt
, übernommen.
Petrusgemeinde Männexvereinigung. Wenn je=
mand
eine Reiſe tut, ſo kann er was erzählen. Erzählen, ſich und an
dern zu Nutz. Man merkte es dem friſchen Vortrag des Herrn Studien
rat Dr. Seiler in der letzten Monatsverſammlung der Männerver=
einigung
an, daß er ſelber es als ein= Erquickung empfand, die auf
ſeiner Reiſe durch Süditalien und Sizilien gewonnenen Eindrücke durch
die Darſtellung in Wort und Bild noch einmal vor ſeiner Seele leben
dig werden zu laſſen. Es wurde dem Redner leicht, ſeine Zuhörer
nahezu zwei Stunden lang an Wort und Bild zu feſſeln. Der Vor=
tragende
hat vor zwei Jahren einige Wochen in der deutſchen zoologi
ſchen Station in Neapel gearbeitet, welche die Aufgabe hat, die Tiere
des Meeres zu beobachten. Der Berichterſtatter hatte ſeinerzeit Ge=
legenheit
, auch über die reiche wiſſenſchaftliche Ausbeute dieſer Tätigkeit
etwas zu erfahren. Diesmal ſah der Redner ſeine Aufgabe darin,
durch dem Zuhörerkreis angepaßte, von wohlgelungenen Lichtbildern
(oft von hoher Schönheit und künſtleriſchem Werte) unterſtützte Schil=
derungen
das Eigenartige der ſüditalieniſchen Landſchaft darzubieten.
Wir wanderten im Geiſte durch die engen, oft von Schmutz ſtarrenden
Gaſſen Neapels und beobachteten das buntbewegte Volksleben darin;
wir ſtanden an dem von geheimnisvollen, unerforſchten Kräften ſtändig
zeugenden Krater des Verſuvs; wir erbebten in heiligem Schauern in
den unterirdiſchen Katakomben, wo in den Zeiten der Chriſtenverfol=
gungen
die Anhänger der Religion des Kreuzes ihre nächtlichen Ver=
ſammlungen
abhielten, um den Auferſtandenen zu preiſen; wie ſtanden
in Ehrfurcht vor den Zeugen einer Achtung gebietenden Kultur in dem
vor faſt 2000 Jahren verſchütteten Pompeii und Hereulnnum; wir
ſtaunten über die märchenhafte Pracht der Natur auf Capri; wir lern=
ten
zuletzt die im Altertum als Kornkammer Italiens geprieſene, im
Mittelalter durch die Fürſorge der Hohenſtaufenkaiſer in hoher Blüte
geſtandene, auch heute noch durch beſondere Reize landſchaftlicher Schön=
heit
und Eigenart ausgezeichnete Inſel Sizilien kennen. Alles in allem:
Es war ein gewinnbringender Abend, der uns durch den Vortrag des
Herrn Studienrat Dr. Seiler geboten wurde, und für den die Zuhörer
durch reichen Beifall dankten, unter dem Eindruck ſtehend: Groß ſind
die Werke des Herrn, wer ihrer achtet, hat eitel Luſt daran!

[ ][  ][ ]

Seite 6

Freitag, den 11. Mai 1928

Nummer 131

Durch die 1. Süddeutſche Gaſtwirts=Meſſe.

Am. Wir beſchließen heute unſeren Rundgang, der uns in zwang=
loſer
Reihenfolge durch ſämtliche Ausſtellungsgruppen geführt hat.
Der ſtattliche Autopark vor der Feſthalle, die in den Ausſtellungsräu=
men
ſich drängenden Beſucher, der Ausverkauf der Tombola=Loſe, alle
dieſe Umſtände ſprechen dafür, daß die erſte Süddeutſche Gaſtwirtsmeſſe
mit einem in jeder Hinſicht glänzenden Erfolge abſchließt. Zahlreiche
Ausſteller, mit denen wir ſprachen, beſtätigen uns, daß viele Aufträge
abgeſchloſſen werden konnten, daß noch mehr Aufträge erwartet werden,
wenn die Beſucher aus den Gaſtwirtskreiſen zu Hauſe in Ruhe ihr von
der Meſſe mitgebrachtes Material ſichten.
Bei der Beſprechung der Hauptgruppe 7 und 8: Nahrungs= und
Genußmittel in feſtem und in flüſſigem Zuſtande, konnten wir geſtern
in der Hauptſache vorerſt nur die einheimiſchen Firmen berückſichtigen;
heute ſollen auch die anderen Ausſteller, zuletzt, aber nicht am wenig=
ſten
, einer Würdigung unterzogen werden. Beginnen wir mit der
Gruppe
Nahrungs= und Genußmittel in feſtem Zuſtande.
Offenbacher Schloß=Brezel, Makronen und Keks bringt die Heſſi=
ſche
Brezelfabrik Alex. Eiſele aus Offenbach auf den
Markt; Fleiſch=, Wurſt= und Fettwaren, auch ſehr hübſche Dekorations=
Kücke aus Rindertalg die Metzgerei Heinrich Schwind=Aſchaffenburg;
auch die Metzgerei Bohlender aus Ludwigshafen zeigt Wurſtwaren
mancherlei Art. Rauchfleiſch nach ärztlicher Vorſchrift ſtellt die Rauch=
fleiſchfabrik
Joſef Kohlhaas aus Bad=Wildungen her. Sämtliche
Gewürze für die Wurſtfabrikation und für eine feinere Küchenführung
ſind bei dem Frankfurter Gewürzhaus Gg. A. Bechtold zu
finden. Aus der berühmten Wurſtſtadt Halberſtadt kommen die Förſter=
Würſtchen der Spezialfabrik Chriſt. Förſter; aus Kaiſerslautern
kommt die Firma Jul. Lieſer, erſte pfälziſche Pfeffernußfabrik and
Komprimieranſtalt, die Tablettenmaſchinen zur Herſtellung von Tablet=
ten
jeglicher Art und Fichternadeln=Badekapſeln in Betrieb zeigt. Die
Hotelbedarf=A. G. in Wiesbaden führt alle möglichen Bedarfs=
artikel
für Hotel= und verwandte Betriebe, Kolonialwaren und Kon=
ſerven
, Weine und Delikateſſen. Nachzutragen ſind im Stand von Th.
Stemmer=Darmſtadt noch die bekannten Heiner=Würſtchen aus
Halberſtadt. Nun noch einen Beſuch bei der Gruppe.
Nahrungs= und Genußmittel in flüſſigem Zuſtand.
In der Mitte der Feſthalle fällt, auch durch ſehr geſchmackvolle Auf=
machung
, die Firma Johann Walter van Munſter A.G. aus
Köln auf, die als einziger Ausſteller Marken=Liköre bringt, zwar hol=
ländiſchen
Charakters, aber rein deutſcher Herſtellung. Eine Kraft=
Fleiſchbrühe (auch gekörnt) ſtellt Otto Beyer=Radebeul her (Bego=
Erzeugniſſe). Biere ſind noch von den Firmen Eder=Brauerei
in Groß=Oſtheim (Bayern) und der Brauerei Georg Bader aus
Lauterbach bei Donauwörth zu ſehen. Unter den Ausſtellern von
Weinen ſind noch zu nennen: Die Weinſtadt, eine Kollektivaus=
ſtellung
über Weinbau, Weinhandel und Sektkellereien ſeitens verſchie=
dener
Firmen aus Oppenheim a. Rh., ferner Karl Müller=
Kreuznach (Deutſcher Weinbrand), die Weingroßhandlung Friedrich
Müller aus Mainz, die Obſtſektkellerei R. H. Baum aus Frank=
furt
und Süd= und Rotweine der Eſpana Bodega Companie,
G. m. b. H., ebenfalls in Frankfurt a. M.
Nun noch einmal zu den Spirituoſen. Auch hier ſind Karl
Müller=Kreuznach und Friedrich Müller=Mainz mit ver=
ſchiedenen
Proben vertreten. Heinrich Artmann=Duderſtadt ( Eichs=
feld
) ſtellt den Original Artmann=Boonekamp aus; die Hohberg=
Deſtillerie (Rudolf Reiniger) in Plüdershauſen zeigt Weinbrände
und Steinbak=Liköre, E. H. C, König aus Steinhagen i. W. bringt
den Steinhäger=Urquell.
So haben wir nun einen Rundgang beendet, der uns durch die
mannigfachſten Ausſtellungsgruppen führte und in der Zuſammenfaſ=
ſung
der vielen intereſſanten Einzelteile ein treffendes und höchſt ein=
drucksvolles
Bild von der Kraft deutſchen Fleißes und deutſcher Qnali=
tätsarbeit
in Handwerk und Handel, Gewerbe und Induſtrie gibt.
Die Preisverteilung.
Nach tagelanger Tätigkeit konnte das Preisgericht ſich geſtern am
ſpäten Nachmittag über die zuzuerkennenden Preiſe und Auszeichaun=
gen
einigen. Die Preisverteilung ſelbſt fand unter ungewöhnlich ſtar=
kem
Andrang in der Vorhalle der Feſthalle ſtatt. Der techniſche Leiter
der Meſſe, Herr Jaskowsky, führte in ſeiner Anſprache aus, daß
die von der Gaſtwirte=Innung Heſſen ins Leben gerufene Süddeutſche
Gaſtwirtsmeſſe als erſte in der alljährlich ſich ergänzenden Reihe einen
außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen hatte. Als techniſcher Leiter
der Meſſe wolle er nicht verfehlen, in dem Schlußakt allen den herzlich=
ſten
Dank auszuſprechen, die ſich um das Zuſtandekommen der Meſſe
verdient gemacht haben; dazu gehören in erſter Linie die ausſtellenden
Firmen. Es iſt bekannt, daß die Beſchickung von Meſſen und Ausſtel=
lungen
heute mit ungeheuren Koſten verknüpft iſt, die ſich nur zum
Teil irgendwie einkalkulieren laſſen. Die Veranſtalter ſind darum den
Firmen beſonders dankbar für die gebrachten Opfer. In Anerkennung
dieſer Tatſache haben auch Staat und Stadt die mehrfach erwähnten
hohen Preiſe zur Verfügung geſtellt. Das Preisgericht ſelbſt war
um jeden Anſchein lokaler Beeinfluſſung zu vermeiden abſichtlich aus
faſt ausſchließlich auswärtigen Herren zuſammengeſetzt. Wenn trotzdem
die eine oder andere Hoffnung nicht erfüllt werden konnte, ſo iſt dafür
niemand verantwortlich zu machen. Die Perſönlichkeiten des Preis=
gerichts
bürgen dafür, daß nach beſtem Wiſſen und Können gerichtet
worden iſt. Das Preisgericht hat wie folgt entſchieden (es wird aus=
drücklich
darauf hingewieſen, daß die Heag außer Konkurrenz aus=
geſtellt
hatte). Es erhielten:
Die goldene Medaille und goldene Staatsmedaille des Volksſtaats Heſſen
Firma Gebrüder Roeder A. G., Darmſtadt;
die ſilberne Staatsmedaille des Volksſtaats Heſſen
die Firmen: Philipps A. G., Frankfurt a. M.; Leipziger Piano=
fortefabrik
und Phonola=Fabriken Hupfeld, Zimmermann A. G.,
Leipzig; Bego=Erzeugniſſe, Otto Beger, Nadebeul=Dresden;
ſowie Küchenchef Perardt=Darmſtadt;
die goldene Medaille und ſilberne Plakette der Stadt Darmſtadt
die Firma Karl Arnold u. Sohn=Darmſtadt, ſowie für beſon=
dere
dekorative Ausſchmückung des Standes den
Ehrenpreis der Gaſtwirte=Innung Heſſen, Sitz Darmſtadt:
Glaſermeiſter Ludwig Werner=Darmſtadt, Küferei Georg Walteu=
Mainz, Ludwig Alter A. G., Möbelfabrik, Darmſtadt, Ludwig
Pfaff, Wäſchereimaſchinenfabrik, Neu=Iſenburg;
die goldene Medaille und bronzene Plakette der Stadt Darmſtadt:
Adam Wenner, Bäckermeiſter, Darmſtadt, Jean Schanz, Kufer=
meiſter
, Darmſtadt, Joſef Bertele, Maſchinenfabrik, Augsburg,
Heidelberger Holzinduſtrie A. G., Heidelberg, Kauff=
mann
u. Rupz, G.m.b.H., Frankfurt a. M., Jakob Heil u. Co.,
Metzgerei, Darmſtadt, die Weinſtadt Oppenheim a. Rh.;
die goldene Medaille und goldene Medaille des Rhein=Main=
Gaſtwirteverbandes:
Brauerei=Vereinigung Darmſtadt;
die goldene Medaille und ſilberne Medaille des Rhein=Main=
Gaſtwirteverbandes:
Sektkellerei Scharlachberg. G. m. b. H., Bingen;
die goldene Medaille und bronzene Medaille des Rhein=Main=
Gaſtwirteverbandes:
Gaſtwirt W. Döring, Oberwaldhaus, Darmſtadtz

die goldene Medaille und Ehrenpreis des Wirtevereins Alzey:
Karl Jung u. Co., Billardfabrik, Hanau.
Es wurden ferner folgende Ehrenpreiſe verliehen, und zwar der
Ehrenpreis des Gaſtwirtevereins Worms an F. Einbek, Billard=
fabrik
, Frankfurt a. M.; Ehreipreis der Gaſtwirte=Innung Heſſen:
National=Regſtrierkaſſen G.m.b. H., Berlin; Ehrenpreis des Gaſt=
wirtevereins
Alsfeld: Spezialfabrik für Betten und Bettwaren,
H. Kahn=Darmſtadt: Ehrenpreis des Gaſtwirtevereins Pfungſtadt:
Friedr. Schäfer, Möbelfabrik, Tübingen; Ehcenpreis der Badi=
ſchen
Brezelfabrik Gebr. Lulah: Guſtav Allekotte=Eberſtadt bei
Darmſtadt: Ehrenpreis des Gaſtwirtevereins Bad=Nauheim: Georg
Kann, Pianofabrik, Rumpenheim; Ehrenpreis der Augguſtiner=
Brauerei, München: Hugo Neurohr=Darmſtadt: Ehrenpreis des
Ortsgewerbevereins und Handwerkervereinigung: Gg. Heim, Küferei,
Darmſtadt: Ehrenxreis des Hohberg=Deſtillerie: Karl Tänzer,
Büfett und Biepreſſionen. Darmſtadt: Ehrenpreis der Gaſtwirte=
Innung Bingen a. N.: Jakob Gerhardt, Küfermeiſter, Nierſtein;
Ehrenpreis des Kaffeehausbeſitzer=Verbandes, Berlin: Ferd. Stem=
ler
, Zwiebackfabrik, Friedrichsdorf i. T.;
Ehrenpreis der Herd=
fabrik
und Cmaillierwerke Darmſtadt: Heinrich Bohlender, Metz=
gerei
, Ludwigshafen: Ehrenpreis der Fiuma Jean Schulz, Frank=
furt
a. M.: Bahnhofswirt W. Höver=Darmſtadt; Ehrenpreis der

deis des Flongs, und Paulanerbräut, Haus Wirth. Burſfahrif=
Neu=Iſenburg; Ehrenpreis der Firma Gebrüder Roeder: Gaſtwirt
Wilh. Brauer=Darmſtadt: Ehrenpreis der Bäckerinnung Darm=
ſtadt
: Otto Egner, Offizierskaſino, Darmſtadt; Ehrenpreis des
Rhein=Main=Gaſtwirteverbandes: Seltersſprudel Auguſta=
Viktoria; Ehrenpreis des Gaſtwirtevereins Gießen: Werger=
Brauerei A. G., Worms; Ehrenpreis des Gaſtwirtevereins Wet=
terau
, Sitz Friedberg: Louis Gun trum A.G., Weinbau, Bensheim;
Ehrenpreis des Wirtevereins Neu=Iſenburg: Stoltenkamp,
G.m.b. H., Weinbrennerei, Darmſtadt: Ehrenpreis des Gaſtwirtever=
eins
Offenbach a. M.: Hohberg=Deſtillerie (R. Reiniger).
Pflüdershauſen; Ehrenpreis der Brauerei=Vereinigung Darmſtadt:
Hotelbedarf A. G., Wiesbaden; Ehrenpreis der Hennin=
ger
=Reifbräu A.G., Erlangen: A. Hannabach u. Co., Likörfabrik
und Dampfbrennerei, Egelsbach: Ehrenpreis der Gaſtwirteinnung
Mainz: Ph. Mayfarth u. Co., Maſchinenfabrik, Frankfurt a. M.:
Ehrenpreis der Metzgerinnung Darmſtadt: J. Diefenbach
Söhne, Maſchinenfabrik, Eppingen; Ehrenpreis des Löwenbräu,
München: Rittershaus u. Blecher, Maſchinenfabrik, Barmen;
Ehrenpreis der Darmſtädter Volksbank, G.m.b.H.: Gaſtwirt Fritz
Heiß (Zur Bockshaut‟), Darmſtadt; Ehrenpreis der Werger=
Brauerei=Worms: Gaſtwirt Fritz Niemann (Saalbau=Reſtaurant),
Darmſtadt: Ehrenpreis der Helvetia=Konſerdenfah ik, Groß=Gerau:
Rich. Kienzle jun., Intarſien, Griesheim bei Darmſtadt, Heinr.
Maith I, Kühl= und Eisſchränke, Offenbach a. M.=Bürgel; Ehren=
preis
des Landesverbandes der Wirte Württembergs: Welz u. Oh=
ler
, Darmſtadt. Es erhielten eine
Goldene Medaille:
Elektrolux G.m.b.H., Frankfurt a. M.; Photo= und Kinohaus Cartha=
ribs
, Darmſtadt; Matth. Kattler, Stahlwaren, Darmſtadt; Leonhard
Kaffenberger, Zinngießerei, Darmſtadt; Gebr. Müller, Holzwarenfabrik
in Iſſum; Noris, Kaſſenfabrikation G.m.b.H., Nürnberg; Santo G.m..H., Berlin; Wilh. Siebenborn, Hotel= und Wirtſchaftseinrichtungen,
Neu=Iſenburg; J. Schneider, Bahnwirt, Memmingen; Württemberg.
Metallwarenfabrik, Geislingen=Staig; Ingenieurbureau Helm, G.m..H., Fallſchiebetüren, Frankfurt; Chriſtian Arnold, Muſikapparate,
Darmſtadt; Vogeler u. Co., G.m.b. H., Beilin; Baldur=Pianofortefabrik,
z., Frankfurt a. M.; J. Doll, Ingenieur, Heidelsheim; Max Otto
Shring=Leipzig; Deutſche Feuerlöſcherbau=Anſtalt Wintrich u. Co. in
Bensheim; Adolf Deutſch, Metall=Lachſpiegel, Leipzig; Käthe Hertwig=
Görlitz; Singer Nähmaſchinen=A. G., Filiale Darmſtadt; Weſtdeutſche
Automatengeſellſchaft m.b. H., Koblenz; Max Wolf, Leipzig; L. Hoh=
mann
, G.m.b.H., Darmſtadt; Auguſt Jacobi A. G., Darmſtadt: Heinr.
Müller, Papierwarenfabrik, Eberſtadt bei Darmſtadt; Sachſenwerk,
Licht u. Kraft A.G., Niederſedlitz; Herm. Heinmüller, Darmſtadt;
Welz u. Ohler, Feinkoſt, Darmſtadt: Elex Eiſele, Brezelfabrif, Offen=
bach
a. M.; Chriſtian Förſter, Halberſtädter Würſtchenfabrik, Halber=
ſtadt
; Frankfurter Gewürzhaus, Frankfurt a. M.; Fritz Halmerbauer,
Kaffeeröſterei, Darmſtadt: Gaſtwirt K. Heidenreich, Rummelbräu
Darmſtadt; Hotelier Franz Schmitz, Darmſtadt; Joſef Gerſter, Kondi=
torei
, Mainz; Heinr. Schwind, Metzgermeiſter, Aſchaffenburg; Badiſche
Brezelfabrik Gebr. Lulay, Heidelberg; Kaffee Oper, Inh. L. Jöſt,
Darmſtadt: Kaffee Ernſt Ludwig, Inh. A. Schmitz, Darmſtadt;
Schloß=Kaffee, Inh. P. Tiſchler, Darmſtadt; Vereinigte Kaffeehaus=
beſitzer
, Kollektivausſtellung; Bund der Hotel=, Reſtaurant= und Kaffee=
hausangeſtellten
, Ortsgruppe Darmſtadt; Scharrenbroich u. Hindrichs,
G.m.b. H., Wäſchereianlagen, Köln=Sülz; Robert Egelhof, Hausſpar=
waſchkeſſel
, Fellbach bei Stuttgart; Geſellſchaft für Lindes=E 3maſchinen
A. G., Zweigniederlaſſung; W. A. Walb u. Co., Mainz=Koſtheim; Bern=
hard
J. Goedecker, Wäſchereimaſchinenfabrik, München; Salvis, Fabrik
elektriſcher Koch= und Heizapparate, Luzern; Rheiniſche Elektrizitäts=
A. G. (Rheinelektra), Darmſtadt; Martin Jahn, Mineralwaſſer, Darm=
ſtadt
; Staatsquellen Bad=Nauheim, Mineralbrunnen; Wilhelm Deſch,
Biergroßhandlung, Darmſtadt; Ederbräu, Großoſtheim (Bayern); Gg.
Bader, Bierbrauerei, Lauterbach bei Donauwörth; J. J. Dieffenbach,
Weinhandlung und Likörfabrik, Darmſtadt; Friedrich Müller, Wein=
großhandlung
, Mainz; Joſef Racky, Weingroßhandlung, Mainz; M.
Schöpp u. Co., G.m.b.H., Spirituoſengroßhandlung, Bensheim; Joh.
Phil. Traiſer, Liköre und Weinbrand, Darmſtadt; Jean Winter, Wein=
kellerei
, Oſthofen a. Rh.; Heinr. Artmann, Boonekampfabrik. Duder=
ſtadt
; Bertſch u. Gaſſert, Edelbranntweinbrennerei, Darmſtadt; Rich.
Haniſch, Likörfabrik, Laubenheim a. Rh.; H. C. König, Steinhäger,
Urquell=Brennerei, Steinhagen; Joh. Walter van Munſter, Likörfabrik,
Köln; Wilh. Nagel, Obſtweinkelterei, Darmſtadt; Ernſt Wegel, Hotelier
und Küchenmeiſter, Höchſt i. Odw.; Küchenchef Albert Peter Bockmüller
im Gaſthaus Zur Krone; Küchenchef Thöt, Oberwaldhaus; Küchen=
meiſter
Benedikt Metzger, Bockshaut; Küchenchef Oſtendorf, Schloß
Lichtenberg; Konditor Sprießler, Kaffee Oper; Konditormeiſter Bäckers,
Kaffee Ernſt Ludwigg; Konditor Wielamd; Schloß=Kaffee; Chef=
Pattiſeur Hajek, Oberwaldhaus. Verliehen wurde die
Silberne Medaille:
Fr. Abel=Allinger, Heilbronn; H. Melzer, Kleiderſtänder, Chemnitz;
Ernſt Olitzſch, Darmſtadt; A. und J. Schlegel, Koſtum= und Fahnen=
fabrik
, Darmſtadt: Paul Leibbrand, Tortenplatten, Schorrendorf in
Württemberg; Roſenthal u. Co., Darmſtadt; Karl Heckel, Mannheim;
Ingenieur Karl Kühn, Köln; Rich. Moldenhauer, Schloſſerei, Cam=
berg
(Naſſau); Pauſeria=Meſſerputzmaſchinen=Geſellſchaft, Dresden=N.;
J. Silz, Mainz; Hans Grünewald, Würzburg 3; Groh=Hodes, Frank=
furt
; Adolf Troh, Chem. Fabrik, Jena; Walter Koſub, Berlin; Gottl.
Jung, Glasſchaukaſten, Wiesbaden; M. Schnellbacher, Hotel Prinz Karl,
Darmſtadt; O. Jennichen, Reſtaurant Reichshof. Darmſtadt; Meher=
Meher, Tabakfabrikate, Darmſtadt; Friedrich Stelz, Tabakfabrikate,
Darmſtadt; Gaſtwirt Wenz, Ludwigshöhe, Darmſtadt; A. Ruckelshauſen,
Herdfabrik, Pfungſtadt; Jruswerke Dußlingen, J. Rilling u. Söhne,
Dußlingen: Gebr. Grammelspacher, Räucherſchränke, Schwetzingen;
Anton Bräunwarth, Reformhaus, Darmſtadt; Anton Fiſcher, Drogerie,
Darmſtadt; Küchenchef Werner Iwan, Reſtaurant Reichshof, Darmſtadt;
Konditor Lehner, Ludwigshöhe; zwei Lehrlinge der Firma Joſ. Gerſter
in Mainz: Gottfried Gerſter und Karl Edinger; Wilh. Lumme, Qued=
linburg
; Gebr. Lordt, Ingenieurbureau, Bad=Kreuznach.
Die Preisverkündigung wurde vielfach durch Beifallsbezeugungen
unterbrochen. In ſeinen Schlußausführungen gab Herr Jaskowsky
der Hoffnung Ausdruck, daß auch die kommenden Meſſen in den übrigen
*
ſüddeutſchen Hauptſtädten, das gleiche Intereſſe finden mögen.

*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Donnerstag, den 10. Mai.
Der ſprechende Film.
Es bedeutet einen kräftigen Fortſchritt, den der ſprechende
Film gemacht hat, ſeit wir die Erfindung der Herren Maſſole,
Vogt und Dr. Engl vor wenigen Jahren zum erſten Male im
Großen Haus vorgeführt ſahen.
Herr Dr. Guido Bagier=Berlin hielt einen einleitenden
Vortrag und wies dabei, die techniſche Entwicklung von Ediſon
bis zu dem Triergon kurz ſtreifend, auf die großen Schwierig=
keiten
hin, die der reibungsloſen Umſetzung der Erfindung in die
Praxis entgegenſtanden. Wenn vor wenigen Jahren bei der erſten
Vorführung in der Hauptſache noch Geräuſche gezeigt wurden,
ſo ſollte nunmehr das Hauptgewicht auf die einwandfreie Wieder=
gabe
der menſchlichen Stimme gelegt werden, und ſo wurde es
erforderlich, einen beſonderen Lautſprecher zu konſtruieren. Die
Beſucher des Großen Hauſes ſahen geſtern eine Lautſprecher=
anlage
vor ſich, die mit Rückſicht auf die großen räumlichen
Verhältniſſe aus 24 Lautſprechern beſtand. Bei dieſen handelt
es ſich um runde flache Tonnen aus Metall, die mit einem Alumi=
niumbelag
verſehen und zu je vier Stück (entſprechend der menſch=
lichen
Stimme: Baß, Tenor, Alt, Sopran) zuſammengekoppelt
ſind. Der Vortragende erläuterte auch kurz die einzelnen Vyr=
führungen
.
Das Programm eröffnete eine glänzende Anſprache Streſe=
manns
, gehalten im Gauten des Auswärtigen Amtes. Wer den
Miniſter und ſeine Sprechart kennt, glaubt ihn leibhaftig vor ſich
zu ſehen. Weiterhin gaben ihre Anſicht über den ſprechenden
Film in Anſprachen kund: ſehr eindringlich Wilhelm von Scholz,
temperamentvoll Georg Bernhard, nachdenklich erarbeitend Ar=
nold
Schönberg und mit überlegten Sätzen Franz Schreker,
Alfred Kerr ſprach auch einige Minuten in lebhafteſter Weiſe,
und es war köſtlich zu beobachten, wie bei dieſer Aufnahme der
Sprecher, abſichtlich im Glauben gelaſſen, die Aufnahme ſei vor=
bei
, während ſie in Wirklichkeit weiterging, in der Spannung
nachlaſſend ſich gehen ließ.
Lieder zur Laute, geſungen von Hans von der Gand, be=
ſtätigten
die Erfahrung, daß die männliche Stimme und das
Saiteninſtrument ſich zur techniſchen Wiedergabe gut eignen.
Andreas Weißgerber ſpielte, am Klavier, das freilich etwas dünn
klang, von Rudolf Wagner begleitet, Zigeunerweiſen von Sara=
ſate
. Hier gelang die Wiedergabe des erſten Stückes beſonders
gut, und bei den ſtürmenden Tempis des zweiten Stückes war
es ſehr intereſſant, der Bogenhaltung und Fingerarbeit zu folgen.
Einige Box=Aufnahmen aus dem Berliner Sportpalaſt hätte
ich miſſen können; die müden Kämpfer, den blonden Hans Brei=
tenſträter
nicht ausgenommen, ſchleppten ſich zum Teil durch die
Runden hin, ſo daß man Enthuſiasmus der Berliner nicht recht
verſtand. Sehr gut dagegen und vielfach feſſelnd eine Aufnahme
aus dem Betrieb der Opelwerke. Ein mediziniſcher Film, der
Blutzuſammenſetzungen und Bazillen zeigte, eröffnet zum min=
deſten
neuartige Perſpektiven, wenn zum Beiſpiel die Vorleſung
ohne den Dozenten abgehalten werden kann. Eine luſtige Szene
des Berliner Schauſpielers Paul Graetz als keſſer Zeitungsjunge
ſchloß die Vorführungen ab.
Der Beifall ſetzte wiederholt bei offener Szene ein. Mit
Recht. Denn die Vorführungen laſſen zweifelsohne erkennen,
daß wir auf dem dornenvollen Wege des ſprechenden Films ein
gut Stück weitergekommen ſind. Heute abend ſoll das Programm
eine Abänderung nach der rein unterhaltenden Seite hin erfahren.
H. W. W.
Innerhalb des Vereins für Aquarien= und Terrarienkunde Hot=
tynia
in Darmſtadt beſteht eine Intereſſengemeinſchaft, deren Mitglieder
ſich neben der Pflege einheimiſcher und ausländiſcher Aquarienfiſche b=
ſonders
betätigen auf dem Gebiete der Terrarien=, Vogel=, Injelteſ.
und Kakteenkunde, ſowie der hier noch ſehr wenig bekannten aber äußer!
reizvollen Meeraquatik mit der Haltung von Nordſee= und Mittelmeer=
tieren
. Die Intereſſengemeinſchaft bezweckt, durch gegenſeitige Aus=
ſprache
über ihre Beobachtungen und Erfahrungen auf ihren ſpeziellen
Cebieten ihre Mitglieder zu Naturliebhabern zu erziehem und durch
Austauſch und gemeinſamen Bezug von Tieren ud Pflanzen die Lieb=
haberei
zu fördern. Naturliebhaber, die den Naturſchutzbeſtrebungen
naheſtehen und ſich für obengenannte Gebiete intereſſieren, werden ge=
beten
, ihre Anſchrift dem erſten Vorſitzenden, Herrn. A. Kunze, Soder=
ſtraße
39, mitteilen zu wollen. Es iſt ihnen Gelegenheit gegeben, ſich
auf den ſpeziellen Gebieten auszubilden und weitere Kenntniſſe anzu=
eignen
. In der Folge erſcheint an dieſer Stelle ein Beitrag über die
Haltung und Pflege von Nordſeeroſen und =Nelken im Meeraquarium.
Ausflugsſonderzug nach Regensburg-NürnbergDinkelsbühl.
Wegen ungenügender Beteiligung kann der für den 11.14. Mai vor=
geſehene
Verwaltungsſonderzug nach RegensburgNürnberg Dinkels=
bühl
nicht gefahren werden. Für die gelöſten Karten wird das
Fahrgeld zurückerſtattet.
Schulſparkaſſe. Die nun aufgelöſte Schulklaſſe 2a der Ohly=
ſchule
hat in den drei Jahren und zwei Monaten ihrer Spartätigkeit
1668 Mark an die Städtiſche Sparkaſſe abgeliefert. Einem Schüler
konnten bei ſeiner Konfirmation 253 Mark ausbezahlt werden. Andere
Schüler erhielten jetzt 147 und 138 Mark zurück. Etliche Sparer hatten
nur kleine Beträge zuſammengebracht. Der Hauptzweck des Spareus
in der Schule war nicht die Anſammlung hoher Beträge, ſondern den
Spauſinn zu wecken und zu fördern und ſo auch in dieſer Richtung mit=
zuarbeiten
an dem Wiederaufbau des Vaterlandes. Sparſamkeit iſt eiſe
ſittliche Tugend, zu der Schule und Elternhaus gemeinſam erziehen
ſollen.
Tageskalender für Freitag, den 11. Mai 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 18 und 20 Uhr: Lei
ſprechende Film Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22½ 19
K 17: Zar und Zimmermann, Orpheum: Geſchloſſen.
Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Wein Maxim. Städt. Akademie f. Tonkunſt, Elſibethen=
ſtraße
, abends 20½ Uhr, Chriſtengemeinſchaft: Oeffentlicher Frage
abend. Vereinigte Geſellſchaft, Rheinſtr. 36, aben
20 Uhr, Freie Lit.=Künſtl. Geſellſchaft: Eliſabeth Stieler rezitieit
junge heſſiſche Dichter Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=
Lichtſpiele, Reſidez=Theater.

Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße)
Freitag, den 11. Mai: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 12. Mai: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min
Sabbatausgang 8 Uhr 55 Min
Gottesdienſt für die Wochentage Morgens 7 Uhr, Abend=
8 Uhr 55 Minuten.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſeliſchal
Samstag, den 12. Mai: Vorabend 7 Uhr 30 Min. Morgenls
8 Uhr. Nachm. 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uihr 55 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 15 Min. Abends 7 Uhr
30 Min. Maarwi mit Nacht.

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[ ][  ][ ]

Nummer 131

Freitag, den 11. Mai 1928

Geite 2

Span
Zand
und

H.N.

M
Mauond duf die Taublberfammtung
des Heſſ. Philologenvereins.

Der Heſſ. Philologenberein hielt vom 19. bis 21. April in Worms
eine 43. Hauptverſammlung ab. Die Tagung iſt vorüber und eine
Rückſchau auf ihre bedeutungsvollſten Punkte und ihr Ergebnis am
Platze.
In ſteigendem Maße fordern und erfahren die Tagungen der deut=
ſchen
Philologenverbände die Aufmerkſamkeit der Oeffentlichkeit. Die
Eiſicht bricht ſich Bahn, daß es ſich auf dieſen Tagungen keineswegs
um reine Standesangelegenheiten handelt, ſondern von ihnen ein mit=
beſtimmender
und weſentlicher Einfluß auf die Formen und den Inhalt
der Erziehung und Bildung unſerer Jugend und damit ſowohl auf die
kulturelle als auch auf die wirtſchaftlich=politiſche Zukunftsgeſtaltung
unſeres Volkes ausgeht. Erziehungsfragen ſind Fragen des öffent=
lichen
Intereſſes
ſo formulierte der Vorſitzende des Vereins, Pro=
Feſſor Glenz=Worms, dieſen Gedanken in ſeiner Begrüßungsanſprache.
Die verſtändnisvolle Anteilnahme der weiteren Oeffentlichkeit fand in
den Begrüßungen ihren Ausdruck, die der Wormſer Oberbürgermeiſter
im Namen der Stadtverwaltung und der Bevölkerung, und Dr. Cor=
pelius
Frhr. Heyl zu Herrnsheim als Sprecher der Kammer für Handel
und Induſtrie an die verſammelte Philologenſchaft Heſſens richteten. Von
ihnen wurde die Bedeutung der Erziehung für den Wiederaufbau der
Mation und der unlösbare Zuſammenhang zwiſchen Kultur und Wirt=
ſchaft
beſonders betont.
Bei allen Tagungen der Philologen nimt die wiſſenſchaftliche Aus=
ſprache
und Fortbildung der akademiſch gebildeten Lehrer einen beſon=
deren
Platz ein. In einem Aufſatz in der Feſtnummer der Tagung wies
Oberſtudiendivektor Altendorf=Gießen, dem die Verſammlung wegen
ſeiner großen Verdienſte um den Philologenſtand in einſtimmigem Be=
ſchluß
zum Ehrenmitglied des Heſſiſchen Philologenvereins ernannte,
auf die Notwendigkeit einer lebensvollen Wechſelbeziehung zwiſchen der
Hochſchule und den für ſie vorbereitenden höheren Schurlen hin. Das
ſorgende Indereſſe der Landesuniverſität an den Geſchicken, der höheren
Schulen bekundete der als Vertreter des Rektors erſchienene Gießener
Univerſitätsprofeſſor Dr. Laqueur. Er zeigte das Verhältnis zwi=
ſchen
Unierſität und höherer Schule in ſeiner hiſtoriſchen Entwicklung
auf und wies auf die gewichtigen Bedenken hin, die vom Standpunkt
der Univerſität aus gegen die Entwicklung zu erheben ſind, die das
höhere Schulweſen in der letzten Zeit genommen hat. Bei der Neuge=
ſtaltung
des höheren Unterrichts ſei der Geſichtspunkt, daß die höhere
Schule für die Uniberſität vorbereite, infolge der Schaffung der
mannigfaltigſten Schultypen ſo ſtark vernachläſſigt worden, daß die Uni=
verſität
gezwungen worden ſei, die alten Artiſtenfakultäten, deren Auf=
gabe
im neunzehnten Jahrhundert die hohere Schule übernommen hatte,
in der neuen Form von Ergänzungskurſen wieder aufleben zu laſſen.
In den Fachſitzungen, die den erſten Tag füllten, fand eine Reihe rein
wiſſenſchaftlicher Vorträge ſtatt. So ſprach in der altſprachlichen Ab=
keilung
Prof. Dr. Laqueur über die Staatsauffaſſung bei Griechen und
Röwern, in der geographiſchen Abteilung Dr. Krämer=Darmſtadt über
Kulturprobleme Javas und Balis und in der philoſophiſchen Abteilung
Dr. Bommersheim=Darmſtadt über die deutſche Philoſophie in der ge=
genwärtigen
Kultur.
In den Rahmen der wiſſenſchaftlichem Erörterungen gehört auch der
Feſtvortrag, den der Göttinger Pädagoge, Umiverſitätsprofeſſor Dr.
Hermann Nohl, m der öffentlichen Haupwerſammlung hielt. Er legte
den Bildungswert fremder Kulturen dar und ſuchte für die lehrende
und lernende Beſchäftigung mit den lebenden Kulturen ein feſtes Ziel
tufzufinden. Das geiſtige Verhältnis der Völker gleicht dem Verkehr
ſtwiſchen Menſch und Menſch. Es beſteht in ſeiner höchſten Entwicklung
n dem gleichen lebendigen Wechſelverhältnis wie zwiſchen dem Du und
Ich; es iſt ein Empfangem und Geben, ein Verſtehen und Einwirken.
Das Verhältnis iſt überall da verkümmert, wo in tatenloſer Paſſivität
ie fremde Kultur nur zur Kenntnis oder gar zum Vorbild genommen
wird. So war umſer Verhältnis zu Frankreich im achtzehmten Jahr=
pundert
, ſo ſtehen wir naturgemäß immer zu toten Kulturen. Der Bil=
nugswert
einer lebenden fremden Kultur iſt aber nur dann erſchöpft,
vemn wir ihm im Zuſtand der aktiven Reaktion gegenübertreten. Dann
eizt der Wille, ſich imn der fremden Welt aktiv zu bewegen, dann lockt
er im Menſchen unauslöſchliche Trieb zu einer geiſtigen Auseinander=

ſetzung mit dem anderen‟. Dieſe Auseinanderfetzung iſt immer doppel=
ſeitig
: ſie erſtreckt ſich auf das politiſch=wirtſchaftliche und auf das geiſtig=
kulturelle
Gebiet. In der Trennung dieſer beiden Gebiete, wie ſie im
höheren Unterricht vielfach durch die Zuweiſung der einen Seite der
Aufgabe an die Realanſtalten, der anderen an die humaniſtiſchen An=
ſtalten
vorliegt, ſieht Nohl eine Verſtümmelung der Totalität des frem=
den
Lebens. Mit beſonderem Nachdruck betont er, daß der Verkehr
zwiſchen Menſchen und Völkern ſeinen Höhepunkt in der zeitlichen und
örtlichen Gegenwart finde; er empfiehlt daher das Studium der Spra=
chen
durch Auslandsreiſen und die Auseinanderſetzung nicht mit dem
toten Kulturgut der Vergangenheit des fremden Volkes, ſondern mit
ſeinen produktivſten Geiſtern unſerer Zeit. Das Ziel der Beſchäftigung
mit der fremden Kultur wird heute verſchieden beſtimmt; es wird teils
rein utilariſtiſch im Sinne der weltmänniſch=ariſtokratiſchen Bildung des
achtzehnten Jahrhunderts, teils idealiſtiſch im Geiſte des Wolfſchen Neu=
humanismus
aufgefaßt. Nach Nohl iſt das Ziel die Erfaſſung der Art
und Weiſe, wie das fremde Volk ſeine Aufgabe in dieſer ihm und uns
gemeinſamen Welt von Inhalten löſt. Zwar iſt die geiſtige Welt des
fremden Volkes nicht loszulöſen von ſeinen geographiſchen Bedingtheiten
und allem, was wir ſonſt ſein Schickſal nennen; und doch iſt das,
was es angeſichts dieſer Bindung geworden iſt, eine ſchöpferiſche Lei=
ſtung
. Wir ſehen im Leben des fremden Volkes eine verantwortliche
Energie am Werk, wir verſpüren ſeine nationale Ethik‟. Die beim
eigenen Volk aus nächſter Nähe geſchauten Intereſſenkämpfe verhüllen
uns oft ſeine eigene einheitliche Lebensform, während beim Anblick des
fremden Volkes das Reſultat des einheitlichen Willens dem von außen
ſchauenden Blick ſich deutlicher offenbart. Der Anblick der Leiſtung der
fremden Kultur weckt die eigene orgamiſatoriſche Energie, ſtachelt auf zu
gleicher Leiſtung eines einheitlichen Lebens= und Kulturwillens. Darin
liegt das letzte und höchſte Ziel der Auseinanderſetzung mit der fremden
Kultur: der kulturelle Wetteifer tritt neben den politiſchen und wirt=
ſchaftlichen
, auch im Olympia des Geiſtes mißt ſich Volk mit Volk.
Der Gedankengang des Nohlſchen Vortrages leitet von der Wiſſen=
ſchaft
hinüber zur unterrichtlichen Aufgabe des Lehrers an den höheren
Schulen. Seit zwei Jahren drehen ſich alle ſchulpolitiſchen Erörterungen
um das Thema der Schulreform. Die beiden Probejahre mit dem Ent=
wurf
der neuen heſſiſchen Lehrpläne ſind vorüber, und eine aus prak=
tiſchen
Erfahrungen ſchöpfende Stellungnahwe zu den Lehrplänen iſt ge=
botzen
. Wenn der als Vertveter des leider verhinderten Staatspräſiden=
ten
und Kultusminiſters erſchienene Mimiſterialdirektor Urſtadt in
ſeiner Begrüßungsanſprache auf die Notwendigkeit einer engen Zuſam=
menarbeit
zwiſchen der oberſten Schulbehörde und der Philologenſchaft
himwies, ſo zeigt der breite Raum, den die Erörterung der Schulreform
in allen Fachgruppen einnahm, daß die heſſiſche Philologenſchaft und
ihre Standsorgawiſation zu dieſer Mitarbeit gerne bereit ſind. Sie
knüpfen aber an ihre gern geleiſtete Mitarbeit die Bitte, daß man ihre
beratende, aus vevantwortungsbewußter Liebe zum Erzieherberuf und
auf Grund beſter Kenntniſſe der praktiſchen Wege der Erziehung er=
hobene
Stimme bei der endgültigen Geſtaltung der heſſiſchen Schul=
veform
auch gebührend beachten möge. Daß eine Stellungnahme zu den
Lehrplänen einmal zweifelloſe Vorzüge des Entwurfes gegenüber dem
früheren Zuſtand billigend anerkennen wird, dann aber auch berechtigte
Kritik an all den Punkten üben , an denen ſich der Mangel einer
feſten Grundlegung der beſonderen Aufgabe der höheren Schule offen=
bart
oder die beſonnene Begvenzung auf das in den gegebenen Verhält=
niſſen
Erreichbare außer Acht gelaſſen würde, iſt jedem klar, der die Ent=
ſtehungsgeſchichte
der Schulveform kennt. So wrde in der pädagogi=
ſchen
Abteilung der Wunſch laut, daß Widerſprüche der Einzelpläne be=
ſeitigt
und die Lehrpläne msgeſamt noch mehr von einem einheitlichen
Geiſt dunchdrungen werden. Die Beſeitigung der philoſophiſchen Pro=
pädeutik
wurde hier wie in der philoſophiſchen Abteilung bedauert, und
die aus ihr erwachſene Notwendigkeit betont, die Schulfächer der Ober=
ſtufe
noch mehr als bisher mit philoſophiſchem Geiſt zu füllen. Die
Verſammlung der Neuphilologen, derem Fächer durch die Lehrplan=
reform
ſtark beſchnitten wurden, bebannte ſich einmütig zur Anficht, daß
ein zweiſtündiger Unterricht in einer als Pflichtfach geltenden Fremd=
ſprache
nur von geringem Erfolg ſein könne; ſie hielt es weiter nicht

für wümſchenswert, daß die Maſſe der heſſiſchen höheren Knabenanſtalten
mathematiſch=naturwiſſenſchaftlich gerichtet ſeien, und forderte deshalb
eine Annäherung des Entwurfs für die Oberrealſchule und für das
Reformrealgymnaſim an den Lehrplan der betreffenden preußiſchen
Schulen. Nicht unerwähnt ſoll bleiben, daß die pädagogiſche Abteilung
zu der im Landtag vor einiger Beit angeregten Abſchaffung der Jahres=
berichte
Stellung nahm und deren Beibehaltung für notwendig hielt,
weil ſie das beſte Mittel zur gegenſeitigen Orientierung der Anſtalten
über den Stand ihrer Arbeit und die geeignetſte Form bildeten, in der
dieſe dem Elternhaus und der breiten Oeffentlichkeit gegenüber ihrer
Pflicht genügen können, Rechenſchaft abzulegen über ihre Tätigkeit. Die=
ſer
Antrag der pädagogiſchen Abteilung fand am zweiten Verhandlungs=
tage
die einmütige Billigung der Vollverſammlung.
Auf der Vollverſammlung wurde eine Reihe von Fragen behandelt,
die dem Außenſtehenden als reine Standesfragen erſcheinen könnten, in
Wirklichkeit aber ſehr eng mit der Erziehungs= und Bildungsarbeit des
Philologen verknüpft ſind. So wurde die wichtige Frage der Pflicht=
ſtundenzahl
und der Klaſſenſtärke beſprochen, die unlöslich mit dem Ge=
lingen
der Aufgabe der höheren Schulbildung zuſammenhängt, und die
inzwiſchen durch die Preſſe bekannt gegebene Entſchließung gefaßt, die
unter Hinweis auf die einmütige Stellungnahme des preußiſchen Land=
tags
auch für Heſſen eine Herabſetzung der Klaſſenſtärke und der Pflicht=
ſtundenzahl
auf ein erträgliches Maß fordert. Ebenſo wurde verlangt,
daß man die überplanmätzigen Stellen in planmäßige umwandle, zumal
dieſe Umwandlung dem Staat nicht die geringſte finanzielle Belaſtung
bringt, und zur Deckung des Unterrichtsbedarfs neue Aſſeſſorenſtellen in
den Etat einſetze. In dieſem Zuſammenhang ſei vermerkt, daß Mini=
ſterialdirektor
Urſtadt in ſeiner Begrüßungsrede die nachdrückliche und
mit Beifall aufgenommene Erklärung abgab, daß weitere Erſparniſſe am
heſſiſchen höheren Schulweſen nicht mehr möglich ſeien, im Gegenteil
darauf Bedacht genommen werden müſſe, die Schäden der letzten Jahre
wieder gut zu machen, ſobald die fimanziellen Verhältniſſe es zuließen.
Damit wurde von maßgebender Stelle noch einmal der Gedanke unter=
ſtrichen
, den ſchon Staatsrat Block in einem Artikel der Feſtnummer zum
Ausdruck gebracht hatte.
Die Stellung der heſſiſchen Philologen in der neuen Beſoldungsord=
mg
legte der zweite Vorſitzende des Vereins, Studienrat Monjé= Darm=
ſtadt
, dar. Er wies darauf hin, daß die Beſoldungsveform im Reich
und in den Ländern die berechtigten Wünſche der geſamten höheren
Beamten und damit auch der Philologen nicht erfüllt habe. Um ſo mehr
hoffen die heſſiſchen höheren Beamten, daß Heſſen, ſo wie es Preußen
und Bayern getan haben, in der Frage der örtlichen Sonderzuſchläge
Entgegenkommen zeige. Nach dem Abſchluß der Beſoldungsreform geht
der weitere Kampf um den Stellenplan, von dem die heſſiſchen Philo=
logen
erwarten, daß er ihnen die Gleichſtellung mit anderen höheren
Beamtengruppen in bezug auf die Aufrückungsmöglichkeit biete.
Für die gerechte Würdigung der einflußreichen und ſtaatswichtigen
Aufgabe des Philologen trat in temperamentvoller Weiſe der 72jährige
Vorkämpfer der Standesbewegung der Philologen, der erſte Vorſitzende
des Deutſchen Philologenverbandes, Geheimrat Mellmann=Berlin, in der
öffentlichen Verſammlung ein. Da der Aufſtieg unſeres Vaterlandes
ſicher auf dem geiſtigen Wiederaufbau beruht, ſo iſt die Achtung und die
Förderung der Tätigkeit der Erzieher ein Gradmeſſer für den Aufſtiegs=
willen
unſeres Volkes. Es ſteht zu hoffen, daß die Wormſer Hauptver=
ſammlung
des Heſſiſchen Philologenvereins, deren Feſtſitzung zum erſten=
wal
in voller Oeffentlichkeit vor ſich ging, die Bahl derjenigen mehrte,
die dieſen Zuſammenhang einſehen und bereit ſind, ſich für die daraus
zu ziehenden Folgerungen nach Kräften einzuſetzen.
Hh.

Briefkaſſen.

Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsgulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlſchkeit.
H. S. in B. Es handelt ſich um eine in Oberitalien und Deutſch=
land
heimiſche Sträuchergattung und einen Zierſtrauch mit gelben, hän=
genden
Blütentrauben; der Samen enthält Cytifin und iſt giftig.
W. in D. Wir würden doch empfehlen, auch einmal die Satzung
der Kaſſe genau darauf anzuſehen, ob ſie keine einſchränkende Beſtim=
mung
enthält und gegebenenfalls eine Entſcheidung der zuſtändigen
Organe herbeizuführen.
K. F. Darmſtadt. An ſich ja. Sie müſſen beim Finanzamt unter
genauer Darlegung ker perſönlichen Verhältniſſe um Erlaß der Steuer
nachſuchen.
C. Sch. 8. Nein; ſie geht unſeres Erachtens nur verloren, wenn
er auf ſeinen Antrag aus der preußiſchen Staatsangehörigkeit wieder
entlaſſen wurde.

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feinsten Gewebemaschen durchspülen und den
Schmurz von jedem Fädchen buchstäblich lossaugen.
Machen Sie mit Suma folgende einfache Probe:
waschen Sie ein Wäschestück mit
einem beliebigen Waschmittel;

waschen Sie es hinterher mit Suma. Sie werden
staunen, wieviel Schmutz Suma noch aufstöbert und
herausholt.
Dann werden auch Sie sagen: Suma wäscht die
Wäsche reiner!
Kaufen Sie Suma noch heute und versuchen Sie es
selbst: Suma wäschr jede Art Wäsche: Leinen,
Baumwolle, Wolle, Flanelle, weisse und farbige
Sachen. Suma reinigt überhaupr alles was nasse
Behandlung verträgt.

276n

SUMA WAScHT DIE WAScHE REINER
EiNk MUNDEnBANt NEer MeIAOBLI

Sa 227/160

[ ][  ][ ]

Seite 8

Freitag den 11. Mai 1928

Aus Heſſen.

J Griesheim, 10. Mai. Wegen Vornahme vom Ausbeſſerungs=
arbeiten
iſt die Mainzer Chauſſee zwiſchen Büttelborn und Groß=Gerau
bis auf weiteres geſperrt, weshalb der ganze Kraftwagenverkehr jetzt
über Griesheim geht. Am Sonntag vormittag war der Verkehr ganz
beſonders ſtark. Auto folgte auf Auto, dazu kamen unzählige Radler
ud Motorradler, deren Ziel meiſſens die Opel=Rennbahn bei Rüſſels=
heim
war, woſelbſt ein Motorradrennen ſtattfand.
An. Arheilgen, 9. Mai. Ueber die bevorſtehende Reichstags=
wahl
ſpricht dieſen Freitag abend halb 9 Uhr im Gaſthauſe Zum
weißen Schwanen im Auftrage der Deutſchen Volkspartei, Herr Ver=
bandsſekretär
Groß aus Stuttgart und am kommenden Montag hält die
Sozialdemokratiſche Partei im Goldenen Löwen, abends 894 Uhr, eine
Wählerverſammlung ab, für die die Herren Staatspräſident Adelung,
Darmſtadt, und Dr. Eisler. Wien, als Redner gewomnen ſind. Am
11. d. M. feiert Herr Erwin Müller das Bjährige Jubiläum ſeiner
Arbeitstätigkeit bei der chemiſchen Fabrik Merck. In den hieſigen
Kammer=Lichtſpielen lief dieſe Woche der vielumſtrittene
Lutherfilm, der wie an andenen Orten auch hier ſich beſten Beſuchs er=
freute
. Derſelbe bot eine ergreifende Darſtellung des Lebens und Wir=
kens
des Reformators und hinterließ einen tieſen Eindruck auf alle Be=
ſucher
. Dieſer Tage traf hier die Nachricht ein, daß ein hieſiger
junger Mann, der ſeit Jahren in der franzöſiſchen Fremdenlegion
in Algier diente, und die Kämpfe gegen die Kabylen mitgemacht hat,
nach langer Krankheit dem tückiſchen Klima erlegen iſt. In Anbetracht
der wärmeren Jahreszeit haben die hieſigen vereinigten Metzger
beſchloſſen, während der Sommermonate ihre Geſchäfte von 13 Uhr
mittags geſchloſſen zu halten. Die hieſige Freiw. Feuerwehr
beteiligt ſich mit einer größeren Abteilung an dem am nächſten Sonntag
ſtattfindenden Provinzial=Feuerwehrtag in Heppenheim. Die hieſige
Orcheſtervereinigung hatte mit ihrem Heitenen Abend bei
Reſtauration einen glücklichen Wurf getan. Der Saal des Gaſthaufes
Zum Schwanen war bis auf das letzte Plätzchen beſetzt. Die meiſt be=
kannten
Stücke wurden mit gutem Gelingen zu Gehör gebracht und der
reichgeſpendete Beifall war der Lohn für die rührige Muſikerſchar und
ihren ſtrebſamen Leiter.
F. Eberſtadt. 10. Mai. Bergturnfeſt. Am kommenden Sonn=
tag
(13. Mai) findet das 7. Bergturnfeſt auf dem Frankenſtein ſtatt.
Im Gegenſatz zu den früheren Bergturnfeſten ſind diesmal ſämtliche
Veranſtaltungen auf den Sonntag gelegt worden. Die auswärtigen
Turner treffen am Sonntag morgen hier ein, werden durch die Turn=
geſellſchaft
empfangen und in den Bergſträßer Hof geleitet, woſelbſt
eine Begrüßung dunch den Vorſitzenden des genannten Vereins und
eine Ausſprache über die Duirchfihrung des Feſtes ſtattfindet. An=
ſchließend
Abmarſch zum Wetturnen nach dem Frankenſtein. Nachmit=
tags
21g Uhr beginnt die Siegerehrung auf dem Burghofe. Von 4
his 7 Uhr treffen ſich die Turngäſte mit der Turngeſellſchaft im Berg=
ſträßer
Hof zur Unterhaltung mit Tanz. Abends 8 Uhr ruft der Ver=
ein
ſeine Mitglieder und Freunde zu einem Ball daſelbſt, womit das
Feſt ſeinen Abſchluß ſinden wird. Wählerverſammlung.
Am Freitag (11. Mai), abends 8½ Uhr, findet im Saale des Gaſthauſes
Zur Eiſenbahn (Gruß) eine Wählerverſammlung der Deutſchen
Demokratiſchen Partei ſtatt. In ihr wird Arbeitsminiſter Korell zu
den bevorſtehenden Reichstagswahlen ſprechen.
4a. Pfungſtadt, 10. Mai. Ausflug des Muſikvereins.
Am Himmelfahrtstag beabſichtiat der hieſige Muſikverein, bei günſtiger
Witterung einen Ausflug nach Jugenheim zu unternehmen. Dort wird
er im Garten Zur Krone ein Konzert veranſtalten.
Alle
Privatwaldbeſitzer werden von der Bürgermeiſterei aufgefor=
dert
, ihre Windfälle, die Wege und Schneiſen verſperren, baldigſt weg=
zuräumen
. Die Holzkäufer, die mit der Abfuhr des Holzes im Staats=
wald
Frankenſtein noch im Rückſtande ſind, werden von dem Forſtamt
Fberſtadt erſucht, das Holz binnen drei Wochen abzufahren.
* Roßdorf, 10. Mai. Vom Odenwaldklub. Am 13. Mai 1928.
mternimmt der Odenwaldklub, Ortsgruppe Roßdorf, unter Führung
des Herrn Fritſch ſeine 5. Wanderung. Dieſe ſoll uns nach der Saal=
burg
bringen. Die Wanderung nimmt in Cronberg i. T. ihren An=
fang
und führt uns über den Fuichstanz, den Gr. Feldberg, Sandplacken
nach der Saalburg. Von hier gehts zurück nach Homburg v. d. H. Nach
Beſichtigung der Sehenswürdigkeiten in Homburg geht es dann mit der
Bahn wieder zurück.
Dieburg, 8. Mai. Arbeitsnachweis. Am 1. Mai 1928
waren vorhanden: Stellungsſuchende: 1346 (gegen 2217 am 1. 3. 28);
davon ſind 1185 Männer (1933) und 161 Frauen (984). Unterſtützungs=
empfänger
: In der Arbeitsloſenverſicherung waren vorhanden: 769 Män=
er
41399) und 194 Frayen (226), zuſammen 873 (1625). Kriſenunter=
Kützte: 77 Männer (90),5 Frauen (13), zuſammen 82 (103).
r Babenhaufen, 10. Mai. In der öffentlichen Gemeinde=
ratsſitzung
, die am Dienstag abend ſtattfand, gab der Vorſitzende,
Herr Bürgermeiſter Rühl, dem Gemeinderat zunächſt von einigen Mit=
teilungen
Kenntnis. Ein Schreiben des Kulturbauamts=Darmſtadt be=
trifft
den Waſſerpreis für Großabnehmer. Dem Vorſchlag des Kultur=
bauamts
vom 94. April 198 wird zugeſtimmt. Der Waſſerpreis für
Großabnehmer wird ſich vorausſichtlich, wie folgt, ſtellen: Bei einem
Monatsverbrauch von 1 bis 34 Khm. je 30 Pfg.. bei 35 bis 50 Kbm.
20 Pfg., bei 51 bis 100 Kbm. je 18 Pfg., bei 101 bis 150 Kbm. je 16 Pfg.,
bei 151 bis 200 Kbm. je 14 Pfg., über 200 Kbm. 12 Pfg. Ein Abände=
rungsvorſchlag
des Kulturbauamts betr. Ein= und Ausſchaltung der
Motoren wird abgelehnt. Es wird beſchloſſen, die Ein= und Ausſchal=
tung
nicht im Elektrizitätswerk, ſondern im Pumpenhaus vorzu=
nehmen
. Von einem Schreiben des Herrn Baurats Schöberl wird
Kenntnis genommen. Bei Beratung über Verlegung der Baufluchtlinie
in der Harreshäuſer Allee wird dem Vorſchlag zugeſtimmt, die Flucht=
linie
a, b im Blatt 3 des Ortsbauplans um 20 Meter zurückzuverlegen.
Einem Geſuch der Darmſtädter Kohlenhändler, um Genehmigung, auf
dem Grundſtück des Gaſtwirts Leonh. Becker eine Betriebsſtofftankanlage
für Benzin und Benzol zu erichten, wird ſtattgegeben. Die Schützen=
geſellſchaft
e V., Babenhauſen, bittet um Genehmigung zur Errichtung
einer Schankwirtſchaft in ihrem Schützenhauſe an der Aſchaffenburger
Landſtraße. In Anbetracht, daß dort ſchon über 20 Jahre ein Wirt=
ſchaftsbetrieb
beſtand, wird die Bedürfnisfrage bejaht und das Geſuch
genehmigt. Die Anſchaffung eines neuen Keſſels für das Schlachthaus
4 Bewerber. Von ihnen wird der Verſorgungsanwärter Hch. Thierolf
einſtimmig zum Feldſchützen gewählt. Der Beſetzung einer evangeliſchen
Lehrerſtelle an der hieſigen Volksſchule mit dem bisher kommiſſariſch
entgegen. Eine leergewordene Gemeindewohnung wird dem Joh.
Mohr 2. ab 1. Juni 1998 zugeſprochen. Die Gebühren der Wieſenvor=
ſtandsmitglieder
werden in derſelben Höhe feſtgeſetzt wie die der Feld=
geſchworenen
(pro Stunde 70 Pfg). Bei Punkt Verſchiedenes werden
u. a. beraten: Gewährung von Baudarlehen Wohnungsvermietungs=
ſachen
und dal. Gegen Mitternacht fand die Sitzung ihr Ende.
e Babenhaufen, 10. Mai. Von heute ab, vormittags 11 Uhr, wird
der hochliegende Teil des neuen Bahnhofs in Betrieb genommen. Für
den Perſonenzugberkehr kommt zunächſt nur das Gleis Aſchaffenburg
Darmſtadt in Betracht. Als erſter Zug befährt der D 167 Babenhaufen gegengeſetzten Falle die betreffenden Perſonen in der Ortsbürgerliſte
ab 10,57 Uhr das neue hochliegende Gleis.
I. Michelſtadt, 9. Mai. Vom Jung=Odenwaldklub. Die
diesjährige Sternwanderung der Jugendgruppe des Jung=Odenwald=
Stadt nach Schmerkers Garten, woſelbſt der Werbezug ſich auflöſte, um
zum gemütlichen Teil überzugehen, der durch das gemeinſam geſungen=
Lied Der Mai iſt gekommen eröffnet wurde. Als Vertreter des ver=

e

Nummer 131

Ke

mann Löffler, begrüßte Herr Poſtinſpektor Seitz=Michelſtadt die zahl= dürfnis für die Wirtſchaftskonzeſſion Iſſel zum Betriebe einer nach
Leben der Jugendgrupen im Mümlingtal ſtreifend und ſeiner beſonde= beſuch eingerichteten Gaſtwirtſchaft für die Ehefrau Iſſel nach Lenntnis
ren Freude über das Erſcheinen der Jugendgruppe Eberbach, die es
ſich nicht nehmen ließ, trotz des weiten Weges an der Sternwanderung
teilzunehmen, Ausdruck gebend. Anſchließend ſprah Herr Lehrer Wolf=
Zell für den Jung=Odenwaldklub, Gau Mümlingtal, der auf die Tat= Schulvorſtand geſtellten Antrag auf Entwäſſerung des Sportplatzes
ſache hinwies, daß es eine beſondere Freude ſei, dieſen Tag in dem
herrlichen, ſagenumwobenen Odenwaldſtädtchen, das die Geburtsſtätte
des Jung=Odenwaldklubs iſt, feiern zu können. Seine weiteren Aus=
führungen
galten dem Ziel und Zweck des Wanderns und ließen ſeine
Anſprahe in einem kräftigen Friſch auf auf die liebe Heimat und den
Odenwaldklub ausklingen. Nach dem Geſang des Liedes Wo die alten
Eichen rauſchen folgte die Aufführung verſchiedener Reigen und Tänze
durch die Mädchengruppen König und Michelſtadt, die hiermit weſent=
lich
zur Unterhaltung und Verſchönerung der Veranſtaltung beitrugen.
Ein Mitglied der hieſigen Jugendgruppe trug zwei mit Beifall aufge=
nommene
Gedichte vor. Namens der Jugendgruppe Eberbach dankte
Herr Zwingler=Eberbach für die ehrenden Begrüßungsworte und er=
widerte
dieſelben in gleich herzlicher Weiſe, wobei er nicht verſäumte,
zur zahlreichen Teilnahme an dem am 24. Juni d. J. in Gberbach ſtatt=
findenden
Jugendtag einzuladen. Schöne Stunden erwarten die Wan=
derfreunde
in unſerem herrlichen Neckartal, und mit den Worten: und
brücken dich die Sorgen, und wird es draußen kahl, ſo gib dem Roß die
Sporen, und reit ins Neckartal verherrlichte Herr Bwingler ſeine
Heimat. Auch ſonſt trug Herr Zwingler zur Unterhaltung weſent=
lich
bei, ließ er uns doch ein wirkungsvolles Couplet, das ſich Der be=
trogene
Ehemann betitelt und in der Grafſchaft ſpielt, hören, das von
den Ampeſenden mit großem Beifall aufgenommen wurde. Nachdem
man ſich bei Geſellſchaftsſpielen und dergleichen noch gut unterhalten
hatte, begleitete die Jugendgruppe Michelſtadt ihre Gäſte nach dem
Bahnhof, woſelbſt man ſich mit einem kräftigen Friſch auf und dem
Bewußtſein, einen abnechſelungsreichen und fröhlichen Wandertag in
Michelſtadt verlebt zu haben, trennte. Das ausgezeichnete, von dem
Wanderfreund ſo ſehr geliebte Frühlingswetter gab der Veranſtaltung
ein beſonderes Gepräge.
b. Erbach i. O., 8. Mai. Eine 1½=Tageswanderung führte
die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs in das zurzeit in herrlichſtem
Schmuck prangende Neckartal. Die Fahrt ging zunächſt nach Gundels=
heim
a. N., wo die Ortsgruppe von einem alten Erbacher, Herrn Lehrer
Will aus Hohenſtadt, Sohn des allverehrten, verſtorbenen Herrn Rek=
tors
Will=Erbach, empfangen wurde. Herr Will übernahm liebens=
würdigerweiſe
die Führung für die folgende Tour. Nach Beſichtigung
der Burg Hornegg gings über den Neckar, zunächt zur Burg Gutten=
berg
. Nich kurzer Raſt führte die Wanderung dem Ziel: Wimpfen
entgegen. Ein herrliches Landſchaftspanorama bot ſich den entzückten
Augen der Wanderinnen und Wanderer beim Anblick des herrlichen
Fleckchens Erde. Der Samstag abend vereinigte die Wanderteilnehmer
mit den Klubgenoſſen der Ortsgruppe Wimpfen in fröhlicher, geſelliger
Unterhaltung bei Sang und Tanz. Die frühe Morgenſtunde fand die
Wanderer bereits auf dem Wege nach Kochendorf, wo eine Beſichtigung
der Grube Kaiſer Wühelm ſtattfand. Man nahm zunächſt die neue
Schleuſenanlage des Neckartals in Augenſchein und begab ſich dann
zum Förderturm zur Einfahrt in das Bergwerk. Die Einfahrt in den
188 Meter tiefen Schacht mag wohl bei manchem derjenigen, die es nicht
vorgezogen hatten, vor dem Förderturm umzukehren, aach gemuchte
Gefühle ausgewechſelt haben. Die Tatſache, daß an den Führerſonn=
tagen
die Grube von Arkeitern befahren iſt, ermöglicht eine eingehende
Beſichtigung, die dem Beſucher ein klares Bild von dem Wirken und
Schaffen der Bergknappen unter Tage gibt. Eine etwa eine Stunde
dauernde Wanderung brachte die Klubgenoſſen durch faſt ſämtliche Stol=
len
und Gänge. Zum Schluß beſichtigte man die einen ganz impoſanten
Eindruck hervorrufenden, wunderbaren Feſtſäle. Großen Anklang fan=
den
die beiden Rutſchbahnen, die, ausgiebig benutzt, köſtlichen Humor
in die wanderfrohe Schar brachten. Die ſanitären Einrichtungen und
Kraftzentrale machten in ihrer vollendeten Ausführung ebenfalls einen
hervorragenden Eindruck. Ein Neckardampfer brachte die Ortsgruppe
von Kochendorf in fröhlicher Stimmung nach Wimpfen zurück. Nach
Beſichtigung der alten Kloſterkirche und des einzigartigen Kreuzganges
gings zum gemeinſamen Mittagsmahl. Herr Will übernahm am Nach=
mittag
die Führung zur Beſichtigung ker Sehenswürdigkeiten. Im
Bewußtſein, genußreiche Stunden in dem Heſſiſchen Nothenburg ber=
lebt
zu haben, wurde mit dem ſtillen Ausdruck des Dankes an den
Wanderausſchuß, der es auch diesmal wieder verſtanden hat, hervor=
ragende
Genüſſe zu bieten, die Heimfahrt ab Bahnhof Jagſtfeld ange=
treten
. Es gibt nur eine deutſche Heimat, und dieſe will der Oden=
waldklub
in dem ihm zugewieſenen Nahmen ſeinen Mitgliedern zugäng=
lich
machen.
4. Aus dem mittleren Odenwald, 9. Mai. Die Eismänner
kommen. Nachdem es in den letzten Wochen ſchon recht warm ge=
worden
war, haben wir ſeit züvei Tagen recht kaltes Wetter, ſo daß
man nochmals die Zimmer heizen muß. Heute hat es ſogar ſchon ein
paarmal tüchtig geſchmeit, während kaum fünf Minuten ſpäter ſchon
wieder die Sonne lachte. Echtes Wetter, wie es gerne die Eismänner
(10. bis 13. Mai) mithringen! Hoffentlich hält das Wetter nicht lange
an, denn es wäre ſchade für die rings im ſchönſten Blutenſchmuck ſtehen=
den
Obſtbäume, beſonders aber für die Nußbänme, die eben gerade
blühen und dieſes Jahr ſehr viele Blüten tragen. Da ſie beſonders
gegen Kälte empfindlich ſind, könnten ihnen ein paar kalte Nächte gleich
Schaden tun und die Hoffnungen auf eine gute Nußernte, die hier eine
Haupteinnahmequelle der Landwirte iſt, vernichten.
Saaten=
ſtand
. Die Saaten haben ſich bei dem warmen Wetter ber letzten
Wochen gut entwickelt, was für das Wintergetreide, das ſtellenlveiſe,
beſonders auf naſſen Böden, ſchlecht ausgewintert hatte, ſehr gut war.
Das Sommergetreide iſt durchweg gut gekeimt. Zurzeit iſt an mit dem
Kartoffelſetzen beſchäftigt, da und dort ſogar ſchon fertig damit. Es iſt
viel wert, daß die Kartoffeln trocken geſetzt werden können, weil man
ſo mit guter Keimung rechnen darf. Hier und da kommen die jungen
Kartoffeltriebe ſogar ſchon aus der Erde. Hoffentlich iſt das Wetter
unſeren Landwirten weiter ſo günſtig.
m. Vom füblichen Obenwalde, 10. Mai. Schnee. Geſtern früh
ſpielte über unſeren Höhen ein munteres Schneetreiben, das zeitweiſe
ſo ausgiebig war, daß die Höhen und Hänge ein winterliches Weiß
deckte. Bald leckte die Sonne die Decke ab, aber noch öfters konnte
wird beſchloſſen. Zu der ausgeſchriebenen Feldſchüitzenſtelle meldeten ſich man in der Luft das winterliche Treiben beobachten. Hoffentlich gibts
keinen Nachtreif, der würde den Blüten mehr ſchaden als die kleinen Feuerwehrkapelle, das Sängerquartett und der Männergeſan
weißen Wintervögelein.
Bn. Hirſchhorn, 9. Mai. Gemeinderatsſitzung. In der
ernannten Lehrer Büchler ſtehen vom Gemeinderat aus keine Bedenken am Montag ſtattgehabten Gemeinderatsſitzung wurde folgendes be=
ſchloſſen
. 1. Nach Verleſung der kreisamtlichen Verfügung vom 12.
vorigen Monats wird die Aufwertung des Einzugsgeldes und des Feuer=
eimergeldes
der in der Zeit vom 15. Juni 1922 bis 30. November 1923
neu aufgenommenen Ortsbürger in der Weiſe feſtgeſetzt, daß das Feuer=
eimergeld
mit 5,14 RM. voll zu entrichten iſt und für Einzugsgeld
3 RM. zu bezahlen ſind. Der Zahlungstermin wird feſtgeſetzt auf tag der Provinz Starkenburg ſtatt. Es haben ſich bis jetzt 117 Pehren
ſpäteſtens 1. Oktober Ifd. J8. Diejenigen hier in Betracht kommenden
Perſonen, welche bis zu dieſem Termine die vorbemerkten Zahlungen
geleiſtet haben, bleiben in ihrem jetzt beſtehenden Nang, während im ent= erwarten. Bereitz am 12. Mai treffen über 500 Abgeordnete hier ein=
geſtrichen
werden und aus ihrem Rang demgemäß ausſcheiden.
2. Zur Vertilgung der Krähen, wie in der kreisamtlichen Verfügung
angeregt, werden für jede abgelieferte Krähe 20 Pfg. und für jedes ab=
klubs
, Gau Mümlingtal, führte die Teilnehmer nach unſerem reizvollen gelieferte Krähen=Ei 10 Pfg. aus der Gemeindekaſſe vergütet. Eine dem=
und vielbeſuchten Odenwaldſtädthen. Nachdem ſich die einzelnen Grup= entſprechende ortsübliche Bekanntmachung iſt zu erlaſſen. 3a. Nachdem häuſer richten ſich für die Unterbringung und Verpflegung der vielen
pen geſammelt hatten, marſchierten dieſelben vom Stadion durch die die Frau Anna Ackermann von hier die Wirtſchaft Zum Anker dahier
gepachtet hat, erklärt ſich der Gemeinderat damit einverſtanden, wenn
derſelben die zum weiteren Betrieb der Wirtſchaft erforderliche Kon=
hinderten
Gruppenleiters der hieſigen Jugendgruppe, Herrn Rentamt= Wirtſchaft handelt. 3b. Der Gemeinderat erkennt ein öffentliches Be= ſammlung des Odenwaldklubs nach Heppenheim bringen.

reichen Wanderinnen und Wanderer, hierbei die Entwicklung und das ſeiner Einrichtung und Art des Betriebes ſpeziell nur für Fremden=
der
von der letzteren geſchaffenen Ausſtattung des Hauſes an, und zwar
alljährlich nur für die Zeit vom 15. März bis 15. Oktober. 4. Be=
vor
über den von dem Turnverein, Fußballklub, Verkehrsverein und
definitiv beſchloſſen wird, ſoll mit dem Herrn Bauinſpektor Hofmann.
Heppenheim, Rückſprache hierwegen genommen werden. Auch wird an=
geregt
, daß aus dem unter Verwaltung des Miniſteriums ſtehenden
Sportfonds ein Zuſchuß hierzu gewährt wird. 7. Dem in Anregung
gebrachten Beitritt, der hieſigen Gemeinde zum Odenwaldklub wird nicht
zugeſtimmt. 8. Dem Ludwig Rihm aus Hirſchhorn wird das Ge=
meindegelände
, welches neben und hinter ſeinem neu erbauten Wohn=
haus
an der Langenthaler Straße liegt, vom Jahre 1928 ab auf unbe=
ſtimmte
Zeit verpachtet. Die Gemeinde übernimmt jedoch keinerlei
Schadenserſatz und ſonſtige Verantwortung dafür, wenn durch herab=
fallende
Steine und dergleichen aus dem weiter dort angrenzenden Ge=
meindewald
irgendwelcher Schaden an dem vorerwähnten, dem L. Rihm
verpachteten Grundſtück entſtehen ſollte. 9. Auf den von Friedrich
Schill zu Worms geſtellten Antrag erklärt ſich der Gemeinderat bereit.
demſelben zur Errichtung einer Möbelfabrik, die neben der Seiden=
färberei
gelegene Gemeindewieſe zu verkaufen. Dem weiteren Antrag,
die dort angrenzende, dem Franz Joſeph Zipp gehörige Wieſe anzur
kaufen und dem F. Schill zu einem reduzierten Preiſe wieder apzu=
treten
, kann jedoch nicht zugeſtimmt werden. 11. Die von verſchiedenen
Ortsbürgern geſtellten Anträge auf freihändige Abgabe von Bohnen=
ſtangen
können nicht genehmigt werden, ſowohl in dieſem wie auch in
den nächſten Jahren, da im Winter in den Gemeinde= wie in Stuats=
waldungen
genügend Bohnenſtangen anfallen und die Geſuchſteller hier
ihren Bedarf decken können. 12. Nachdem laut der dem Gemeinderat
eröffneten Verfügung des Heſſiſchen Miniſteriums des Innern vom 18.
v. Mts, die ſeitherigen vorläufigen Gemeindeſteuern pro 1925, 1928 und
1927 Nj., nunmehr in entgültige Steuern umgewandelt worden ſind.
erklärt ſich der Gemeinderat damit einverſtanden, wenn bezügl, der ge=
ſtundeten
Beträge in ler Weiſe verfahren wird, wie dies von dem
Präſidenten des Landesfinanzamtes laut Schreiben vom 2. April 1998
wegen der Landesſteuern angeordnet wurde. 13. Verſchiedene Anträge
wegen Stundung von Steuern wurden genehmigt. Ernennung.
Infolge der am 1. April 1927 erfolgten Penſionierung des Rektors
Niegel wurde Herr Lehrer Auguſt Debo zum Rektor an der katholiſchen
Volksſchule zu Hirſchhorn a. N., Kreis Heppenheim, mit Wirkung
ſeines Dienſtantritts ernannt.
Hirſchhorn, 10. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
9. Mai: 0,93: am 10. Mai: 0,99 Meter.
H. Neckarſteinach, 9. Mai. Amerikaniſche Gäſte. An der=
floſſenen
Sonntag hatten wir hier ſeltene Gäſte zu begrüßen. An Vor=
mittag
kamen die amerikaniſchen Journaliſten, die aus Anlaß des
Streſemann=Schurmann=Tages nach Heidelberg gekommen waren, mi
Autos hier an, um das Neckartal zu beſichtigen. Der hieſige ,Voll
chor ließ es ſich nicht nehmen, den werten Gäſten ein Begrüßungsſich
zu ſingen, was lebhafte Freude erweckte.
Wimpfen, 9. Mai. Die Schachteinfahrt in das Salzberonrerk
Kochendorf, ſowie die Beſichtigung der Pfalz und der Klöſter von
Wimpfen hat in dieſem Jahre erſtmals, am 6. Mai mit einer Teil=
nehmerzahl
von zirka 1000 Perſonen ſtattgefunden. Nächſte Schachtein=
fahrt
iſt am kommenden Sonntag, den 13. Mai 1938. Um eine reibungs=
loſe
Einfahrtsmöglichkeit zu bewerkſtelligen, iſt vorherige Anmeldung
von Vereinen bei den Gemeinden Wimpfen, Jagſtfeld, oder Kochendorf
notwendig. Pfingſten in Wimpfen. Am Pfingſtſonntag,
den V. Mai 1988, findet die weitbekannte Beleuchtung der Stadt=
ſilhouette
und der Hohenſtaufen=Kaiſerpfalz ſtatt.
j. Aus dem Gorzheimer Tal, 8. Mai. Am Sonntag nachmitag
fand im Waldſchlößchen eine Tagung des Gaues Südweſtdeutſch=
land
des Bundes der Aſienkämpfer (Orientverein) ſtatt. Durch Abord=
nungen
waren vertreten die Bundesbereine von Mannheim, Heidel=
berg
, Weinheim, Frankfurt, Pfalz, Karlsruhe, Darmſtadt und Stuttgart,
Orientſchriftſteller Dr. Ing. Karl Klinghardt=Frankfurt a. M. hielt
einen Vortrag über die gegenwärtige Lage im Orient. Der Verbands=
vorſitzende
Pfarrer Alfred Hartmann teilte mit, daß die Allgemeine
Deutſche Tagung des Bundes der Aſienkämpfer Ende Juni in Köln
ſtattfindet.
H. Aus dem Weſchnitztal 9. Mai. Kriegerdenkmal. Nun
iſt ein ſchon lange gehegter Wunſch der Gemeinde Bonsweiher verwirk=
licht
worden, nämlich die Errichtung eines Ehrenmals für die im Kriege
gefallenen Helden der Gemeinde. Das Denkmal iſt fertiggeſtellt md
wurde bereits in Weinheim mit Muſik und 5 Reitern abgeholt und an
ſeinen Platz gebracht. Die Muſik ſpielte dafelbſt das ergreifende Lied
Ich hatt einen Kameraden, währenddem man das Denkmal aufſtelle
und mit friſchen Blumen ſchmückte. Am nächſten Sonntag, wird 1s
Ehrenmal unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde enthüllt und eie
geweiht werden.
II. Von der Bergſtraße, 10. Mai. Verkehrsunfall. In der
Grundelbachſtraße in Weinheim wollte ein mit Bierfäſſern beladener
Laſtkraftwagen einem Perſonenkraftwagen ausweichen, der Bierwag
überſchlug ſich und fiel in den Grundelbach. Der Wagen und das Ge=
länder
wurden ſtark beſchädigt. Es koſtete angeſtrengte Arbeit, den
Laſckraftwagen wieder auf die Straße zu bringen. HoherBeſuch.
Zu den Feierlichkeiten gelegentlich der Einweihung der Ehrenhalle duch
den Weinheimer Senioren=Convent auf der Wachenburg wurde, wie ver=
lautet
, auch der Reichspräſident v. Hindenburg eingeladen. Hoffentlich
wird der heiß erſehnte Wunſch erfüllt.
W. Heppenheim a. d. B., 10. Mai. Wohltätigkeitsfeſt
zugunſten der katholiſchen Kleinkinderſchule. Der
Eröffnungsakt zu dem reichhaltigen Programm des Wohltätigkeitsfeſt
C
zugunſter der Kleinkinderſchule fand am letzten Samstag, nachmitta
3 Uhr, in der ſtädtiſchen Turnhalle ſtatt. Am Sontag früh von 11 Uhr
an fand in der Turnhalle und im Hofe der ſtädtiſchen Oberreaſchule
bei günſtiger Witterung ein Frühſchoppenkonzert mit auserleſenem
Programm ſtat. Reichhaltige Gaben wurden aus allen Kreiſen der
Bevölkerung opferwillig geſtiftet. Bei der Eröffnnugsfeier waren die
Vertreter der Behörben, ſowie ein zahlreiches Publikum zugegen, die
den feierlichen Weiſen des Orcheſtervereins Heppenheim lauſchten Ein
ſinniger, humorvoller Prolog ſchloß ſich an, dem verſchiedene Anſpruchen
Ffröl
folgten. Während der zwei Tage des Feſtes herrſchte ein friſct
liches Treiben. Als Mitwirkende an dem Feſt ſeien noch erwähnt de
Frohſinn, ſowie die Kapelle Rhein. Ferner trugen zum Gelingen d8
Feſtes bei: die Deutſche Jugenbkraft, der Kirchenchor, der alte Mänſet=
geſangverein
und der Männergeſangverein Sängerbund 198 M
man hurt, iſt der finanzielle Epfolg ein fehr erfreulicher. Nal Azuß
der Unkoſten verbleibt ein Reingewinn von etwa 7000 Mark. Die Lek=
anſtalter
können mit dem Ergebnis des Wohltätikeitsfeſtes vollauf 10
frieden fein. Feuerwehrtag der Prooinz Starlen,
burg. Am 12. und 13. d. M. findet in Heppenheim der 19. Feuerhoch
mit 19 Muſikkapellen, 18 Abteilungen Spielleuten, ſowie weit über 300
Feuerwehrmitglieder angemeldet. Weitere Anmeldungen find noch zu
Dank dem Entgegenkommen der Bewohner Heppenheims können ae
Abgeordneten in Einzelquartieren untergebracht werden. Auf der
m
Feſtplatz in der Nähe des Bahnhofes iſt man rege mit der Herſtell
von Bühnen, Wirtſchaftshallen uſwp. beſchäftigt. Weiter wird ein be=
ſonderer
Zufahrtsweg zum Feſtplatz hergeſtellt. Die hieſigen Gaſte=
Wehren. In Verbindung mit dem Feuerwehrfeſt finden in verſchiede
nen Gaſthäuſern Heppenheims beſondere Veranſtaltungen mit Tanzuſb
ſtatt. Das Feuerwehrfeſt dürſte allem Anſchein nach einen noch größe
zeſſion erteilt wird, da es ſich hier um eine ſeit vielen Jahren beſtehende ren Fremdenbeſuch als die im vorigen Jahre ſtattgefundene Hauptver


und andere Suppen in Wurstform
Wir 4 Sorten:
Mocturtle, Reis, Weibertreu, Kätchen,
sind noch zu den bereits vorhandenen 11 Sorten hinzugekommen. Dadurch können Sie
15 Tage lang jcdesmal eine andere Suppe auf den Miitagstisch bringen. Haben Sie
uns schon probiert? Wir schmecken gut, machen satt und sind nicht teuer.
In Rollen zu 100 g für 4 Teller, in Rollen zu 150 g für 6 Teller Suppe.

[ ][  ][ ]

Nummer 131

Freitag, den 11. Mai 1928

im Namen des gaſtgebenden Vereins der 1. Präſident Dölcher. Die
Tagung ve

Kirchengemeindetag in Offenbach

Jungburſchen beſonders hervortaten. Am ſpäten Nachmittag ſowie am
Abend waren die Tanzſäle völlig überfüllt und allenthalben herrſchte
luſtige Kerweſtimmung. Am Montag früh fanden ſich die jungen Bur=
ſchen
des Dorfes in ihren Stammlokalen zum Frühſchoppen ein,
während am nachmittag das allgemeine Vergnügen weiter ging. Am
Dienstag früh war an aller Stille allgemeine Geldbeutel=Waſche; am
kommenden Sonntag iſt bereits Nachkirchweih.
* Erfelden, 9. Mai. Turnverein. Am Samstag, den 12.
Mai 1928, abends 8,30 Uhr, findet am alten deutſchen Rheinſtrome
eine Rheinfeier, verbunden mit einer Weiheſtunde zu Ehren des Turner=
führers
Alfred Maul, der bekanntlich aus einer alteingeſeſſenen Er=
felder
Familie ſtammt, ſtatt. Der Ausführungsplatz iſt gegenüber dem
Bootshaufe des Kanuklubs Darmſtadt auf dem jenſeitigen Rheinufer
am hiſtoriſchen Kühopf. Feſtanſprache, Muſik= und Geſangsvorträge,
plaſtiſche Gruppen, Weihetänze, Freiübungen der Turner und Turne=
rinnen
zum großen Deutſchen Turnfeſte in Köln, Maientänze, Auf=
fahrt
der Paddelbootfahrer, und zum Schluß großes Feuerwerk ( Be=
leuchtung
des Stromes), ausgeführt von der Kunſtfeuerwerkerei Wallen=
ſtein
=Darmſradt, ſind in dem peinlichſt ausgearbeiteten Programm ent=
halten
. Außer den Turnern, Turnerinnen und Sängern von Erfelden
wirken noch eine Abteilung der Beamtenmuſiker Darmſtadt, Kanuklub
Darmſtadt, Altrheingeſellſchaft Groß=Gerau und die aktiven Turner
und Turnerinnen des Turnvereins 1846 Groß=Gerau mit. Zu dieſer
herrlichen Feier am alten Rheinſtrom, am hiſtoriſchen Kühkopf, iſt jeder=
mann
freundlichſt eingeladen. Näheres folgt im Inſeratenteil.
Bv. Egelsbach, 8. Mai. Am Sonntag nachmittag fand bei Gaſt=
wirt
Feurer die letzte Sitzung des Ehrenausſchuſſes des Geſangvereinz
Sängerluſt ſtatt, der an Pfingſten ſein 40jähriges Jubiläum, verbun=
den
mit Wertungsſingen, abhält. Gilt es doch, alles bis aufs kleinſte
vorzubereiten, um ein gutes Gelingen des Feſtes zu erreichen. Gur
abgegangen iſt ein Unfall eines kleinen Knaben, der einem Motorrad=
fahrer
an einer Straßenkreuzung ins Rad lief und zur Seite geſchleudert
wurde, wobei er einige leichtere Verletzungen davontrug.
By. Langen, 7. Mai. Die meiſten größeren Städte Heſſens haben
die Abſicht, ſich zu einer heſſiſchen Gasfernverſorgung zuſam=
menzuſchließen
. Auch Langen will ſich dieſem Verbande anſchließen, und
der Antrag zur Aufnahme ſoll alsbald geſtellt werden, denn der Ge=
meinderat
glaubt, daß der Beitritt zu dieſem Wirtſchaftsverbande, von
deſſen Aktien 49 Prozent in den Händen der Gemeinden ſind und 51
Prozent der Staat beſitzt, unſerer Stadk nur zum Vorteile gereichen
werde. Die Kanalgebühren wurden von der hieſigen
Finanzkommiſſion neu feſtgeſetzt. Der diesbezügliche Beſchluß lautet:
Bei Hofreite des 8000 RM. Brandverſicherungswert 12 RM., für jede
weitere angefangene 1000 RM. des Brandverſicherungswertes jeder ein=
zelnen
Hofreite 1,50 Reichsmark. Für gewerbliche Betriebe ſoll ein Zu=
ſchlag
erhoben werden auf Grund des Waſſerverbrauchs. Er beträgt
5 RM. mit einem Jahresverbrauch von 100200 Kubikmeter und für
jede weitere angefangenen 100 Kubikmeter 2,50 RM. Gewerbliche Be=
triebe
unter 100 Kubikmeter Jahreswaſſerverbrauch bleiben zuſchlagfrei.
z. Biſchofsheim, 9. Mai. Unfall. Ein Mädchen lief in ein
Motorrad, wobei ſich das Fahrzeug überſchlug und eine auf dem Sozius=
ſitz
mitfahrende Dame ſich derart verletzte, daß ſie ärztliche Hilfe in An=
ſpruch
nehmen mußte.
Ah. Wöllſtein (Rheinheſſen), 9. Mai. Im Rauſche ertrun=
ken
. Auf der Rückkehr von der Badenheimer Kirchweihe fiel der ſtark
angeheiterte 65 Jahre alte Arbeiter Walter von hier in den angeſchwolle=
nen
Appelbach und ertrank. Trotz ſofort angeſtellter Wiederbelebungs=
verſuche
konnte er nicht mehr gerettet werden.
h. Schotten, 8. Mai. Wohlgelungene Segelflüge fanden in den letz=
ten
Tagen am Hoherodskopf ſtatt. Trotz ungünſtigen Windes gelangen
Flüge bis zu 400 Meter. Auch am Gackerſtein wurden Flüge ausgeführt.
Der Flieger war Zollbeamten=Praktikant Hartmann aus Fulda. Er
blieb 18 Minuten in der Luft.

rlief recht lebhaft, waren doch wichtige Beſchlüſſe zum Ver=
bandstag
in Wimpfen zu faſſen. Als Vertreter wurden ſeitens des Be=
zirks
Herr Findling=Bensheim und Heß=Schlierbach zu dem Verbandstag
vorgeſchlagen und beſtimmt. Auch das mit dem Bezirkstag verbundene
Jubiläumsfeſt des Krieger= und Soldatenvereins nahm einen würdigen
Verlauf. So fand am Samstag abend ein ſchöner Kommers ſtatt, am
Sonntag morgen Kirchgang und Kranzniederlegung auf dem Ehren=
friedhof
und nachmittags ein großer Feſtzug. Als Feſtredner war Herr
Landesgerichtsrat Keller=Gießen, Landtagsabgeordneter, ein gebür=
tiger
Viernheimer gewonnen.
D. Biblis. 10. Mai. Die Eisheiligen melden ſich auch dieſes Jahr
wieder ihrem Rufe entſprechend an. Während noch zu Beginn dieſer
Woche herrliches Frühlingswetter vorherrſchte, ja ſchon ſogar verſchie=
dentlich
im Freien gebadet wurde, iſt nunmehr das Wetter wieder plötz=
lich
umgeſchlagen, und ein kühles Mailüfterl weht. Heute früh kam es

ſogar zu einem regelrechten Schneegeſtöber, im Wonnemonat Mai nicht
gerade allzu angenehm. Gar mancher ſieht ſich gezwungen, noch einmal
die Winterkleidung hervorzuholen; jedoch iſt dieſes Wetter auch den
Landwirten ſehr unwillkommen, zumal zur Zeit die Gurken geſteckt
werden. Die ſtarken Temperaturſchwankungen, die uns der launen=
hafte
April in dieſem Jahre ſervierte, ſcheinen ſich auch im Mai fort=
zuſetzen
; war doch bis jetzt vom vielbeſungenen Mailüfterl noch wenig
zu ſehen, und wollen wir hoffen, daß dieſe empfindliche Unbeſtändigkeit
des Wetter, die ſich in Erkältungen und auch ſonſtigen ſchweren Krank=
heiten
auswirkt, bald zum Beſten endet.
g. Gernsheim, 9. Mai. Anläßlich des 45jährigen Dienſt=
jubiläums
des Gemeindeverwaltungsoberſekretärs Nikolaus Simon
verſammelten ſich am letzten Sonntag vormittag 11 Uhr im Bürgerſaal
des Stadthauſes, der zu dieſem Zwecke in einfacher, aber hübſcher Weiſe
geziert war, die Gemeindevertretung, an der Spitze Herr Bürgermeiſter
Hoffmann und Beigeordneter Bopp, ſowie die geſamte Gemeindebeam=
tenſchaft
einſchl. der Gemeindebedienſteten zu einer kleinen akademiſchen
Feier. Herr Bürgermeiſter Hoffmann, ber die Ehrung des Jubilars
vornahm, würdigte in vornehmer Weiſe die Verdienſte des Herrn Simon
in ſeiner Eigenſchaft als Beamter und Menſch. Namens der Heſſiſchen
Staatsregierung überreichte Herr Bürgermeiſter Hoffmann ein Glück=
wunſchſchreiben
des Herrn Miniſters des Innern ſowie ein ſolches der
Aufſichtsbehörde, des Kreisamtes Groß=Gerau. Als ſinniges Geſchenk
wurde dem Jubilar eine goldene Uhr mit dem Wunſche überreicht, daß
er dieſelbe noch lange Jahre bei beſter körperlicher und geiſtiger Friſche
tragen möge. Der Jubilar dankte ſichtlich ergriffen in kurzen, aber
ſinnreichen Worten der ihm erwieſenen Ehrung. Anſchließend fand in
dem geſchmackvoll gedeckten Gemeinderatsſitzungsſaal ein kleiner Imbiß
ſtatt, wobei Herr Lehrer Müller in ſeiner Eigenſchaft als Gemeinde=
ratsmitglied
und Beamtenvertreter die Verdienſte des Jubilars wür=
digte
. Des weiteren ſprachen Glückwünſche aus die Kollegen Feldſchütz
Adler und Oberaſſiſtent Bikonie. Der Teil des geſellſchaftlichen Zuu
ſammenſeins hat auf die Anweſenden einen nachhaltigen Eindruck be=
ſtimmt
hinterlaſſen. Nur ungern trennte man ſich. Am Jubeltage,
Montag, den 7. Mai 1fd. Js., hatte die Ortsgruppe der Gemeinde=
beamten
ihrem verdienten Kollegen ein hübſches Blumenarrangement,
das den Arbeitstiſch zierte, als äußeres Zeichen zum Geſchenk über=
laſſen
. Auch die Kreisgruppe der Gemeindebeamten des Kreiſes Groß=
Gerau ließ durch den Vortzenden der Fachgruppe der Verwaltungs=
beamten
, Herrn Meiſter, herzliche Glück= und Segenswünſche über=
bringen
.
Gernsheim, 10. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
9. Mai: 0,63 Meter; am 10. Mai: 0,60 Meter.
D. Biebesheim, 9. Mai. Kirchweihfeſt. Das diesjährige
Kirchweihfeſt hatte, begünſtigt durch herrliches Frühlingswetter, einen
koloſſalen auswärtigen Zuſpruch. Das Feſt wurde am Sonntag nach=
mittag
eingeleitet durch den ſogenannten Kerwezug, der in ſeiner Ge=
ſamtheit
recht ulkig wirkte und bei dem ſich vor allem die einheimiſchen

Gemeinde hat und zeigte in einer ſehr warmen und anſchaulichen Sprech=
weiſe
, wie ſich hier die in Liebe ſchaffende Gemeinde zur Darſtellung
bringt.
Am Nachmittag wurde im evangeliſchen Vereinshaus von Pfarrer
Page zur Frage der Organiſation der Gemeinde Stellung genommen
in ſeinem Vortrag: Wie iſt die Zerſplitterung des evangeliſch=kirchlichen
Gemeindelebens der Gegenwart zu überwinden. In die eigentlich
praktiſche Gemeindearbeit führte ſodann ein Vortrag von Pfarrer
Happich: Der Dienſt beamteter Diakonen an den evangeliſchen Gemein=
den‟
Eine ſehr rege Ausſprache ſchloß ſich an beide Vortrage an. Man
ſah, wie mit beiden Vorträgen brennende Gemeindefragen der Gegen=
wart
behandelt worden waren; denn die Grenzen der Vereinsarbeit
mit ihren mancherlei Schäden ſind auf der einen Seite klar erkannt,
ohne daß auf der anderen Seite ein neuer Weg zu der ſo dringend not=
wendigen
Durchorganiſierung der Gemeinden ebenſo klar und deutlich
geſchehen würde und ebenſo iſt durchaus deutlich, daß die Rieſen=
gemeinden
unſerer Großſtädte in Offenbach iſt eine Bezirksgemeinde
von 10 500 Seelen vorhanden, die von einem Pfarrer und einem Aſſiſten=
ten
verſehen werden ſoll eine viel energiſcherekirchliche und
ſeelſorgeriſche Durcharbeitung der angen, die aber bei
dem Pfarrermangel der Gegenwart ohne die Hinzuziehung beſonders
dafür geſchulter Laienkräfte nicht geleiſtet werden kann, eine Notwendig=
keit
, die aber immer wieder an der traurigen finanziellen Lage unſerer
kirchlichen Gemeinden ihre Hemmung findet.
An der Tagung nahm von ſeiten des Landeskirchenamtes Herr Ober=
kirchenrat
Centgraf teil, der in ſeinen Begrüßungsworten ebenſo wie
Herr Pfarrer Dr. Hallier auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit von
Ansſprachen hinwies, in denen vornehmlich Gemeindeglieder, die Lie
Not der Kirche und der Gemeinde auf dem Herzen tragen, mit Kritik und
Rat zu Wort kommen.
A. Viernheim, 8. Mai. Der hier veranſtaltete Bezirkstag des
Haſſiabezirks Bensheim war außerordentlich gut beſucht.
Um 10 Uhr eröffnete Herr Rechnungsrat Zeunges=Bensheim die Tagung
und begrüßte außer den Vertretern der Bezirksvereine insbeſondere
Herrn Oberſtleutnant Henrici=Darmſtadt als Vertreter des Präſidiums,
und Herrn Bürgermeiſter Lambert als Vertreter der Gemeinde Viern=
heim
, der ſeinerſeits im Namen Viernheims alle Anweſenden will=
kommen
hieß und anerkannte, wie hoch auch er die Mitarbeit der
Haſſia am Wiederaufſtieg des Vaterlandes ſchätze. Wenn Bubenhände
auch über Nacht ein Plakat mit der Aufſchrift: Meidet das Feſt des
Krieger= und Soldatenvereins Teutonia‟! Denkt an die 12 Millionen
Toten! angeklebt hatten, ſo möge man ſich dadurch nicht an der Mit=
arbeit
: Verſöhnung der Klaſſengegenſätze, Pflege der Kameradſchaftlich=
keit
uſw. hindern laſſen, was durch ſtarken Beifall quittiert wurde. Im
Namen des Haſſiapräſidiums ſprach Herr Oberſtleutnant Henrici, und

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Nummer 131

Freitag den 11 Mai 1928

Geite 11

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3744

Reich und Ausland
Bri.,:O8 Wünſche für die Preſſa.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand, der
Ehrenvorſitzende des franzöſiſchen Ausſtellungskomitees
für die Preſſa, hat auf die Eimladung zur Eröff=
nungsfeier
der Preſſa folgendes Schreiben an den
Vorſitzenden des Präſidiums der Preſſa, Oberbürger=
meiſter
Dr. Adenauer, gerichtet: Ich habe die Ehre,
Ihnen mitzuteilen, daß es mir leider nicht möglich
ſein wird, der liebenswürdigen Einladung zur Preſſg
zu folgen und daß ich den Preſſechef meines Miniſte=
riums
gebeten habe, mich dort zu vertreten. Mein
Bedauern, der Eröffnungsfeier der Preſſa nicht per=
fönlich
beiwohnen zu können, iſt um ſo lebhafter, als
dieſe Ausſtellung, abgeſehen von dem techniſchen In=
tereſſe
, das ſie beanſprucht, beſonders blar und
augenfällig die große Macht und Wirkung der Preſſe
zugunſten einer möglichſt dauerhaften und ausgedehn=
ten
Verſtändigung der Völker untereinander veran=
ſchaulicht
. Mit meinen beſten Wünſchen für den Er=
folg
der Kölner Ausſtellung verbinde ich meine
Wünſche für eine glückliche Zukunft Ihrer alten und
großen Stadt.
Die Stimme ſeines Herrn auf der Preſſa.
Dem Polyphon=Grammophon=Konzern fällt hier
eine ganz beſondere Aufgabe zu. In der kultur=
ciſtoriſchen
Abteilung der Preſſa werden lebendige
Szenen zweier Jahrtauſende veranſchaulicht und zu
dieſen verſchiedenen Darſtellungen wird durch unſere
Grammophon=Schallplatten und Muſikinſtrumente
die dazu paſſende hulturhiſtoriſche Muſik wiederge=
geben
Außer in der kulturhiſtoriſchen Abteilung wird
Die Stimme ſeines Herrn noch in der Weſthalle, im
pberen Rheinſaal (Gruppe 2, Stand Nr. 121) ſehr
großzügig vertreten ſein und in Wort, Bild und
praktiſcher Vorführung die Eignung der Grammo=
whon
=Schallplatten und des Grammophon= Muſik=
änſtrumentes
im Heim, in der Schule, im Unterricht,
im Freien uſw. zeigen. Beſondere Schallplatten=
Aufnahmen für die Preſſa werden noch während der
Dauer der Preſſa=Ausſtellung, die bekanntlich bis zum
Oktober ihre Pforten aufhält, herausgebracht werden.
In einem eigens gebauten, ſchallſicheren Vorführungs=
ſaal
ſpielt täglich das epochemachende Polyfar=
Muſikinſtrument, deſſen unbegrenzte Verwendungs=
anöglichkeiten
hierbei beſonders demonſtriert werden.
Frankfurter Chronik.
Ueberfahren und getötet. Am Mittwoch
nachmittag ½6 Uhr wurde im Bahnhof Frankfurt
a. M.=Oſt der Reſervelokomotivführer Karl Bühl
beim Ueberſchreiten der Gleiſe bon einer Rangier=
abteilung
überfahren und ſofort getötet. Auto
raſerei. Donnerstag früh fuhr in der Miquel=
Fraße, die vielfach als Amtorennbahn benutzt wird,
ein zweiſitziger Fiatwagen in flottem Tempo und
wollte einem entgegenkowmenden Radler ausweichen.
Bei dem raſchen Bremſen kam das Auto auf dem
latten Aſphalt ins Schleudern und rannte mit voller
Wucht gegen einen dicken Baum und wurde ſtark
femoliert. Der Lenker kam mit leichter Verletzung
ſavon. Eine wertvolle Schenkung für
en Frankfurter Zoo. Durch die Güte eines
Hönners erhielt der Zoologiſche Garten das feit
Ende März dieſes Jahres im Dickhäuterhaus ſtehende,
irka 6jährige völlig zahme Afrikaniſche Elefanten=
jeibchen
Ipani als wertvolles Geſchenk überwieſen.
dieſe Schenkung zeigt, daß in Frankfurt echter Bür=
erſinn
, der vorwärtsſtrebenden gemeinnützigen In=
ituten
ſeine Unterſtützung zu Teil werden läßt, noch
icht ausgeſtorben iſt.
Großfeuer bei Miltenberg.
Miltenberg. In Neunkirchen im Bezirk Mil=
mberg
brach ein Großfeuer aus, das auf dem An=
eſen
des Schwieds Otto Horn Schweineſtälle, Göpel=
alle
, Scheune ſamt den Futtervorräten und mehrere
ndwirtſchaftliche Maſchinen vernichtete. Während
as Großvieh noch gerettet werdem konnte, iſt das
edervieh faſt vollſtändig mitverbrannt. Die örtliche
nd die benachbarten Feuerwehren konnten das be=
rohte
Wohnhaus vor dem zerſtörenden Element
Hützen. Den Brand berurſachte eine Leuchtkugel,
re anläßlich einer Hochzeitsfeier von einem jungen
furſchen abgeſchoſſen worden war und in der
cheune des genannten Anweſens zündete. Die
euſchtpiſtole des unglücklichen Schützen wurde von
2r Gendarmerie beſchlagnahmt.
Schweres Autvunglück.
Koburg. In einer ſcharfen Kurve bei dem
ſorfe Unterſiemau bei Koburg fuhr am Donnerstag
rchts gegen 3 Uhr ein Auto mit großer Geſchwindig=
it
gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Die
er Inſaſſen, ein Kaufmann, ein Friſeur, ein Poſt=
faffner
aus Lauſchau und eine Kellnerin aus Neu=
us
bei Sonneberg wurden ſchwer verletzt in das
ankenhaus Koburg gebracht.
onrad Veidt in ſeiner neueſien
Filmrolle.

Conrad Veidt,
weltbekannte deutſche iFlmſchauſpieler hat in der
lrolle des neuen amerikaniſchen Großfilms Der
ende Mann einen durchſchlagenden Erfolg ge=
. Der Film wurde nach. Victor Hugos berühmten
rran Lhomme qui rit gedreht. Unſer Bild zeigt
erad Veidt im Rokoko=Koſtüm des Titelhelden.

Zum 14. deutſchen Turnfeſt in Köln.

Das vielbewunderte Kölner Stadion
wird der Schauplatz des 14. deutſchen Turnfeſtes. Unſere Turner dürften der modernen und
ſchönen Anlage volle Anerkennung zollen.

Der fliegende Speiſewagen.

Speiſewagenbetrieb im Hermann Köhl=Flugzeug.
In dem neuen, zwiſchen Berlin und Paris verkehrenden Junkers=Flugzeug Hermann Köhl iſt
erſtmalig ein Speiſebetrieb eingerichtet worden. Die Verpflegung der Gäſte hat die Mitropa über=
nommen
. Das Menu iſt reichhaltig. Getränke und fertig zubereitete Eßwaren werden in Thermor=
phor
=Kiſten und =Flaſchen mitgenommen.
Ein neuartiges engliſches Rieſen=Unterſeeboot.

Das neue engliſche Unterſeeboot Odin
wurde nach erfolgter feierlicher Taufe in den Dienſt der britiſchen Kriegsmarine geſtellt. Es ſtellt
den modernſten Typ im U=Boots=Bau dar, kann tiefer tauchen und ſchneller fahren als die bis=
herigen
Einheiten.

12 000 Gulden erſchwindelt.
Amſterdam. Vor einiger Zeit war der Rot=
terdamer
Bankvereinigung durch eine Dame ein
Betrag von 12000 Gulden auf raffinierte Weiſe
herausgelockt worden. Im Zuſammenhang mit dieſem
Vorfall hat die Polizei einen hohen Beamten, der
ſeinerzeit die Auszahlung des Geldes an die Dame
verfügte, verhaftet. Er ſoll nicht nur an dieſer Be=
trügerei
beteiligt ſein, ſondern ſich ſchon ſeit längerer
Zeit größerer Uebergriffe zum Schaden der Bank
ſchuldig gemacht haben. Der betreffende Beamte war
Sekrctär einer Abteilung der Bank und außerdem
Verwaltungsrat einer Privatgeſellſchaft.

Erdrutſch und Zugentgleiſung in Mittelitalien.
Grottamare (bei Ascoli Diceno). Infolge
des anhaltenden Regens kam es in der Nähe der
Eiſenbahnlinie zu einem Erdrutſch, von dem zwei
Häuſer erfaßt wurden. Ein Perſonenzug, der bald
darauf die Strecke paſſierte, entgleiſte infolge der
Geſteinsmaſſen, die die Schienen bedeckten. Unter
den Trümmern des Zuges, deſſen Wagen ſämtlich
umſtürzten, wurden bisher drei Tote geborgen, unter
dem Schutt der in die Tiefe geriſſenen Häuſer ſechs
Tote. 18 Perſonen wurden verletzt. Der Verkehr
auf der Strecke wird erſt in fünf Tagen wieder auf=
genommen
werden können.

Pfingſtreife nach England.
Die am 25. Mai in Bremen beginnende Pfingſt=
reiſe
nach England gewinnt imſofern an beſonderem
Reiz, als ſie wit dem größten deutſchen Handelsſchiff,
dem Doppelſchraubendampfer Columbus, ange=
treten
werden ſoll. Während des ſiebentägigen
Aufenthalts in England wird unter ſachbundiger Füh=
rung
eine Anzahl Ausflüge und Beſichtigungen vor=
genommen
. Die Rückfahrt erfolgt am 3. Juni mit
Dampfer Berlin, dem kleinen Columbus. Aus=
kunft
und Druckſchriften durch den Norddeutſchen
Lloyd, Bremen, und ſämtliche Vertretungen.
Feuer in einem Berliner Ausflugslokal.
Berlin. In dem Ausflugslokal Richtershorn
bei Grünau entſtand am Donnerstag mittag kurz
nach 13 Uhr ein Saalbrand. Außer dem Reſtaurant
iſt auch ein Bootsſchuppen mit etwa 70 Booten ver=
brannt
.
Das Urteil im Magdeburger Schwarzbrenner=
prozeß
.
Magdeburg. Im dritten Magdeburger
Schwarzbrennerprozeß wurde am Donnerstag das
Urteil verkündet. Der Hauptangeklagte Guſtav
Köhler wurde wegen fortgeſetzter Handlung der
Monopolabgabenhinterziehung und Schwarzbrennerei
zu einem Jahr Gefängnis und 4 159 908 Mk. Steuer=
ſtrafe
, eventuell einem weiteren Jahr Gefängnis, ver=
urteilt
. Der Brennmeiſter und jetzige Kaufmann
Kurt Becker erhielt wegen fortgeſetzter Handlung der
ſchweren Urkundenfälſchung, Siegelbruches, Amtsan=
maßung
, Monopolabgabenhinterziehung und Schwarz=
brennerei
neun Monate Gefängnis und 4 157 769 Mk.
Steuerſtrafe bzwv. weitere neun Monate Gefängmis.
Der Brennmeiſter Obwald Hopxe erhielt wegen
fortgeſetzter Handlung der ſchweren Urkundenfäl=
ſchung
, Siegelbruches, Amtsanmaßung, Monopolab=
gabenhinterziehung
und Schwarzbrennerei neun Mo=
nate
Gefängnis und 4 157 918 Mk. Steuerſtrafe bzw.
weitere neun Monate Gefängnis. Insgeſamt er=
hielten
die Angeklagten zirka 27½ Millionen Geld=
bzw
. Steuerſtrafen und Gefängnisſtrafen von drei
Wochen bis zu einem Jahr. Ferner wurden die An=
geklagten
zur Haftung für Werterſatz in Höhe von
zirka 18½ Millionen Mk. oder entzſprechenden Ge=
fängnisſtrafen
verurteilt.
Folgenſchwerer Gerüſteinſturz in Neapel.
Rom. In Neapel ereignete ſich auf einem Bau
durch den Einſturz eines Gerüſtes ein ſchweres Un=
glück
, das mehrere Tote und zahlreiche Verletzte
forderte.
Raubüberfall bei der Tunnel=Durchfahrt.
Paris. Im Schnellzug Lyon-Nantes wurde
am Mittwoch nachmittag, während der Zug den
Tunnel St Irene durchfuhr, auf den Beamten im
Poſtwagen ein Attentat verübt. Der Beamte, der ſich
zufällig allein im Wagen befand, wurde von mehreren
Unbekannten überfallen und ſchwer mißhandelt, bis
er bewußtlos am Boden liegen blieb. Dieſen Augen=
blick
benutzten die Verbrecher, um einen Poſtſack, ent=
haltend
Einſchreibeſendungen, zu ſtehlen. Es gelang
ihnen, zu entkommen, bevor noch der Zug den Tun=
nel
verlaſſen hatte. Der Poſtbeamte, der nach einiger
Zeit wieder zu ſich kam, konnte ſchließlich die genauen
Einzelheiten des Ueberfalles ſchildern. Der geleerte
Poſtfack wurde im Tunnel wieder gefunden. Von
den Verbrechern fehlt jede Spur.
Gefährliche Kriegserinnerungen in franzöſiſcher
Erde.
Paris. Bei einem Eiſenbahnübergang in der
Nähe von Wachemt bei Lille wurde ein deutſches
ſchweres Artillevie=Geſchoßlager von einem Arbeiter
aufgefunden. Pioniertruppen ſind mit der Ent=
fernung
des Lagers beſchäftigt
Zum Polflug Wilkins.
London. Es iſt dem Kapitän Wilkins gelungen
ſein Flugzeug, das er in der Nähe von Gren Har=
bonr
zurücklaſſen mußte, aus dem Schnee und Eis
herauszugraben und zu bergen. Die Maſchine ſoll
auf Hundeſchlitten zu dem Dampfer gebracht werden,
mit dem Wilkins nach Oslo zurückkehrt.
Wirbelſturm in Raguſa.
Raguſa. Ein heftiger Wirbelwind brachte ein
im Bau befindliches Schulgebäude teilweiſe zum Ein=
ſturz
. Das herabſtürzende Mauerwerk fiel auf tiefer
gelegene Häuſer. Drei Einwohner fanden dabei den
Tod.
Eine aufgefundene Flaſchenpoſt.
NewYork. Am Stand von Weſterli bei Rhode
Island fand ein Knabe eine verkorkte Flaſche mit
einer Botſchaft, die anſcheinend von der ſeit ihrem
am 31. Auguſt 1927 angetretenen Ozeanflug vermißten
Prinzeſſin Löwenſtein=Wertheim herrührt. Die Bot=
ſchaft
lautet: Hamilton=Minchin ſtreiten ſich über
den einzuſchlagenden Weg des Flugzeuges.
Das Flugzeug prallt auf das Waſſer und
ſinbt ſchnell. Ich ſehe ein Licht und nehme an, daß
wir vor Block=Island ſind. Alles iſt durcheinander.
P. L. Der Zettel wurde der Polizei übergeben, um
feſtzuſtellen, ob die Handſchrift mit der der Prin=
zeſſin
Löwenſtein übereimſtimmt. In Sachverſtändi=
genkreiſen
zeigt man ſich ſkeptiſch, da nicht anzu=
nehmen
iſt, daß das Flugzeug St. Raphael ſo dicht
an die Küſte der Vereinigten Staaten gekommen iſt
und die Beſatzung die Lichter von Block Island
wahrnehmen konnte.
Tödlicher Abſturz des amerikaniſchen Fliegers
Thomas.
NewYork. Auf dem Flugplatz Peterboro in
New Jerſeyh ſtürzte der Fliegerleutnant Thomas, der
in der vergangenen Woche den Verſuch gemacht
hatte, den Weltdauerflugrekord zu brechen, tödlich
ab. Auch ſein Begleiter Weſtervelt fand den Tod.
Die ſchellſte Reiſe um die Welt.
Tokio. Der japaniſche Weltreiſende Toichiro
Araki iſt am Donnerstag hier eingetroffen. Er hat
die Reiſe um die Welt in öſtlicher Richtung in der
Nekordzeit von 33 Tagen 16 Stunden 26 Minuten
zurückgelegt und damit ſeinen gleichzeitig in weſt=
licher
Nichtung abgereiſten Mitbewerber Ryukichi
Malfui geſchlagen. Bekanntlich war dieſe doppelte
Weltreiſe von der Zeitung Jiji Shimpo veron=
ſtaltet
worden.
Unwetterkataſtrophe in Kolumbien.
Bogota. Infolge ſchwerer Regengüſſe ſtürzten
in dem Dorfe Rio Sucio im Bezirk Caldas 20 Wohn=
häuſer
ein. Bisher wurden zehn Leichen aus den
Trümmern geborgen. Durch das Unſvetter ſoll guch
die Ernte ſchweren Schaden genommen haben.

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Geite 12

Freitag, den 11. Mai 1928

Nummer 131

Ihre
Silberne Hochzeit
feiern am Samstag, den 12. Mai die
Eheleute Wilhelm Seifert und Frau
Dorothea, geb. Stromberger,
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Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe
herzlicher Teilnahme beim Hin=
ſcheiden
meiner lieben Frau,
unſrer guten Mutter
Eliſe Krämer
insbeſondere für die Worte des
Herrn Pfarrers Heß ſagen wir
hiermit unſeren herzlichen Dank.
Peier Krämer, Metzgermeiſter
und Angehörige.
Darmſtadt, den 10. Mai 1928.
(*12816)

Statt beſonderer Anzeige.
Heute nachmittag entſchlief ſanft nach ſchwerem Leiden mein lieber, unvergeß=
licher
Mann, unſer guter Vater, der
Direktor der Heſſiſchen Landesbank
Dr. Fritz Freſenius
Geh. Regierungsrat, Major d. R. a. O.
im 54. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ida Freſenius, geb. Buſſe
Darmſtadt, 10. Mai 1928
Kurt Freſenius, cand. phil.
Paulusplatz 1
Walter Freſenius, stud. med.
8260)
Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Mai, vormittags 11 Uhr, von der
Kapelle des alten Friedhofs aus ſiatt. Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.

Nachruf.
Wir machen die überaus traurige Mitteilung, daß unſer hochgeſchätzter Direktor
Heit Sehele kieglerangsint g. Grefemas
nach ſchwerer Krankheit verſchieden iſt.
Mit ſeinen hervorragenden beruflichen Eigenſchaften widmete er ſich in unermüdlichem Wirken
den Aufgaben unſerer Bank und hat ſich um deren Entwicklung unvergängliche Verdienſte erworben.
Die perſönlich liebenswürdige Art des Heimgegangenen und ſein vornehmes Denken werden uns dauernd
in dankbarer Erinnerung bleiben.
Sein Hinſcheiden iſt für uns ein unerſetzlicher Verluſt.
Verwaltungsbeirat und Porſtand der Hefſiſchen Landesbank / Staatsbank.

Darmſtadt, den 10. Mai 1928.

(8261

Todes=Anzeige.
Heute morgen 540 Uhr ſtarb
infolge Her ſchla meine liebeFrau,
treuſorgende Mutter der Kinder,
unſere liebe Schweſter, Schwäge=
rin
und Großmutter
Taau Kptk
Bruu Oopche Züger
geb. Hundertmark
im Alter von 62 Jahren.
Im Namen d. trauernden Hinterbliebenen:
8233
H. Jäger
Lokomotivführer i. R.
Darmſtadt, den 9. Mai 1928.
Beerdigung: Freitag, den 11. Mai.
3½ Uhr, auf dem Waldfriedhof.

Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.

Am Mittwoch verſchied unſer
langjähriges, treues Mitglied
Kamerad
Georg Imhof
Gaſiwirt.
Die Beerdigung findet Sams=
tag
, den 12. Mai 1928, nachm.
4Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Wir bitten die Kameraden,
recht zahlreich zu erſcheinen.
8257
Der Vorſtand.
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Heute verſchied der von uns hochverehrte Direktor unſerer Bank
Herr
Geheime Begierungsrat Dr. Freſenius
Wir verlieren in der Perſon des Verſtorbenen einen wohlwollenden und
fürſorgenden Vorgeſetzten von hoher Pflichttreue und vornehmer Geſinnung.
Sein Andenken wird von uns ſiets in Ehren gehalten werden.
Die Beamten und Angeſtellten
der Heſſiſchen Landesbank
Staatsbank

Todes=Anzeige.
Nach langem, ſchwerem Leiden entſchlief heute
ſanft unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Groß=
mutter
, Tante und Schwägerin
Rottf
Hau Seng Thafgeier
geb. Hecht
im 78. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Joſef Thalheimer.
Darmſtadt, den 10. Mai 1928.
Landwehrſtr. 7½
Die Beerdigung findet Freitag vormittag 11½ Uhr
vom Portale des Friedhofs der J3rael, Religions=
ge
ellſchaft aus ſtatt.
Blumenſpenden dankend verbeten. (8227

Darmſiadt, den 10. Mai 1928.

Freiwillige Feuerwehr Darmſtadt.
Zur Beerdigung unſeres Kameraden
Georg Imhof
wollen ſich die Mitglieder Samstag,
den 12. Mai, nachmittags 334 Uhr,
am Portale des Waldfriedhofs ein=
finden
.
Das Kommando,
12815

(8262

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Du warſt ſo gut, Du ſtarbſt zu früh,
Wer Dich gekannt, vergißt Dich nie.
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Am Mittwoch, den 9. Mai verſchied nach langem
ſchweren Leiden meine liebe Frau, unſere liebe Mutter,
Tochter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Eliſabeth Schott
im blühenden Alter von 29 Jahren.
In tiefer Trauer:
Familie Johannes Schott u. Kinder
Familie Friedrich Trautmann.
Nieder=Modau, den 10. Mai 1928. (8244
Die Beerdigung findet am Samstag, den 12. Mai,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt.

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Nummer 131

Freitag, den 11 Mai 1928

Geite 13

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen innigſigeliebten Mann, unſeren
lieben, guten Sohn, Bruder, Schwager
und Onkel

im 31. Lebensjahr nach kurzem ſchweren
Teiden in die Ewigkeit abzuberufen.
In tiefem Schmerz:
Gretel Wißner, geb. Ebert
Dorothea Wißner Wwe.
3d Wißner
Charlotte Wißner, geb. Mitteldorf
Ilſe Wißner.
Köln, Darmſtadt, den 5. Mai 1928.
Die Einäſcherung fand in aller Stille ſtatt.
*12884

Todes=Anzeige.
Am 10. Mai, vormittags 11 Uhr, nahm
Goit der Herr unſern lieben, treuſorgenden
Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder,
Schwager und Onkel
doren Kax
Heiin surbig Mib
Gendarmerie=Inſpektor
im Alter von 65 Jahren zu ſich.
In tiefer Trauer:
Aenne Strunk, geb. Held
Emilie Held
Hans Walter Strunk, Dipl=Ing
Wilhelm Lohnes, Rechtsanwalt
und 2 Enkelkinder.
Darmſtadt, Schloßgarienplatz 14, Neu=Röſſen,
den 10. Mai 1928.
Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Mai, nach=
mittags
½3 Uhr, auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten. (*12839

Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach langem Leiden unſere
liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Ur=
großmutter
, Schweſter, Schwägerin und Tante
R
R
Sabette wenz
geb. Leudemann
im Alter von 76 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
A. Wenz.
Darmſtadt, Hoffmannſtr. 3, I., den 9. Mai 1928,
Die Beerdigung findet am Samstag, 12. Mai 1928,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes
1284
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.

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Geite 14

Freitag den 11. Mai 1928

Nummer 131

Aus dem deutſchen Oſten:
Karl TV.
Es ſchenkte der Böhme des perlenden Weins.
Nichts illuſtriert mehr, daß Böhmen einſt ein deutſches
Land war, als dieſer Vers aus dem Schiller’ſchen Gedichte Der
Graf von Habsburg.
In der Gegenwart klingt es wie ein Märchen aus Tauſend
und eine Nacht, daß Böhmen einſtmals deutſch war, und zwar
nicht nur vor der Völkerwanderung, als der germaniſche Volks=
ſtamm
der Markomannen den Kern der Bevölkerung Böhmens
bildete, ſondern auch in ſpäteren Jahrhunderten, als die rück=
läufige
Maſſenbewegung vom Weſten nach dem Oſten einſetzte.
Zweimal hatte es im Mittelalter den Anſchein, als ob dieſes
große deutſche Siedlungswerk in dem Maße gelingen ſollte, daß
nicht nur alles vor der Völkerwanderung von den Oſtgermanen
bewohnte Land zurückgewonnen, ſondern daß darüber hinaus un=
begrenztes
Kolonialland im weiten Oſten für das deutſche Volks=
tum
neu erſchloſſen werden ſollte.
Vor genau tauſend Jahren im Jahre 928 wurde die
Wiedergewinnung des verlorenen deutſchen Landes öſtlich der
Elbe durch den deutſchen Kaiſer Heinrich I. begonnen und von
ihm und ſeinem Sohne Otto I. mit ſtarker Hand durchgeführt;
aber ſchon Otto III. vernichtete ſeines Großvaters Werk dadurch,
daß er durch die Errichtung des Erzbistums Gneſen um das Jahr
1000 die zerſplitterte Slawenwelt ſtärkte und das oſtdeutſche
Deutſchtum ſchwächte.
Erſt über ein Jahrzehnt ſpäter ſetzte eine zweite Periode der
Ausbreitung des Deutſchtums im deutſchen Oſten unter
Lothar II. und Friedrich Barbaroſſa ein, aber die vielen
Römerzüge der ſtaufiſchen Kaiſer hemmten die deutſche Stoßkraft
im Oſten.
Die Blütezeit der Entwickelung des Deutſchtums im Oſten
war das 13. und 14. Jahrhundert. In dieſer Zeit wetteiferten
die deutſchen Fürſtenhäuſer der Askanier, Wettiner und Welfen,
der Deutſche Orden und der Mönchsorden, der Ziſterzienſer,
ſowie der Städtebund der Deutſchen Hanſa in ihrer deutſchen
Siedlungstätigkeit, die natürlich zuweilen auch mit Kämpfen ver=
bunden
war. An dieſer Beſiedlung Oſtelbiens haben ſich alle deut=
ſchen
Stämme beteiligt. Wegen ihres großen Fleißes hochgeſchätzt,
wurden deutſche Bauern in großen Scharen auch von ſlawiſchen
und madjariſchen Fürſten nach Ungarn, Siebenbürgen, Schleſien,
Polen, Böhmen und Mähren berufen, denen deutſche Bürger
nachfolgten, die zahlreiche deutſche Städte gründeten: Hermann=
ſtadt
, Klauſenburg, Kronſtadt, Krakau und Warſchau können in
damaliger Zeit als deutſche Städte angeſprochen werden, weil in
ihnen das Deutſchtum vorherrſchte! Aber noch weiter öſtlich
waren am Ende des 14. Jahrhunderts ſtarke Ausläufer deutſchen
Volkstums vorgeſchoben bis zu einer Linie, die etwa von Now=
gorod
ſüdlich Petersburg über Kiew bis zum Eiſernen Tore an
der unteren Donau läuft.
Was inſonderheit Böhmen betrifft, ſo hatte der Böhmen=
herzog
Wenzel Kaiſer Heinrichs I. Oberhoheit anerkennen müſſen;
um das Jahr 950 mußte Herzog Boleslaw Kaiſer Otto I. hul=
digen
und ihm im Jahre 955 in der Schlacht auf dem Lechfelde
gegen die Ungarn Hilfstruppen ſtellen. Der Böhmenherzog Wra=
tislaw
II. empfing von Kaiſer Heinrich IV. im Jahre 1086 die
Königskrone. Die Nichtanerkennung des Kaiſers Rudolf von
Habsburg als Lehnsherrn mußte König Ottokar II. von Böhmen
in der Schlacht bei Dürnkrut im Jahre 1278 mit ſeinem Leben

bezahlen. Im Jahre 1306 erloſch das böhmiſche Königshaus der
Przemyſliden.
Sofort verſuchte das Haus Habsburg, Böhmen an ſich zu
bringen, aber der habsburgiſche Thronprätendent Rudolf ſtarb,
und die Mehrheit der Stände trug dem Sohne des Kaiſers Hein=
rich
VII. aus dem Hauſe Luxemburg, Johann, die böhmiſche
Königskrone an. Cine Glanz= und Blütezeit erlebte Böhmen
unter König Johanns Sohn Karl, der ſich als deutſcher Kaiſer
Karl IV. nannte. Schon bei Lebzeiten Königs Johann war
Karl IV. Mitregent, folgte ſeinem Vater im Jahre 1346 auf dem
böhmiſchen Königsthron und wurde in demſelben Jahre zum
deutſchen König gewählt; er regierte bis zu ſeinem Tode im
Jahre 1378.
Staatsklug und ſehr gelehrt er ſprach und ſchrieb fünf
Sprachen förderte Karl IV. die Entwickelung Böhmens im
deutſchen Sinne in höchſtem Grade.
Die Goldene Bulle, jenes deutſche Reichsgrundgeſetz, das
auf zwei Reichstagen zu Nürnberg und Metz im Jahre 1356 ver=
faßt
wurde, iſt Karls IV. bedeutendſte Tat während ſeiner Regie=
rungszeit
als deutſcher Kaiſer. Die Goldene Bulle regelt in
ihrem erſten Hauptabſchnitt die Wahl des Kaiſers und beſtimmt,
daß dieſer unter dem Vorſitz des Erzbiſchofs von Mainz von
ſieben Kurfürſten drei geiſtlichen und vier weltlichen ge=
wählt
wird; unter den letzteren befand ſich auch der König von
Vöhmen, der das Erzſchenkenamt innehatte; der zweite Haupt=
abſchnitt
behandelt die Beſchränkung des Fauſtrechts. Auch
zwei Römerzüge hat Karl IV. unternommen: auf dem erſten
ließ er ſich in Rom zum Kaiſer krönen, den zweiten unternahm
er, um es dem Papſt Urban V. zu ermöglichen, von Avignon
nach Nom zurückzukehren.
Als Gegengewicht gegen die Macht der Kurfürſten, die durch
die Goldene Bulle noch zugenommen hatte, war Karls IV
Hauptbeſtreben, ſeine Hausmacht auszubauen. Aber gerade
hierdurch erwarb ſich Karl IV. rieſengroße Verdienſte für das
Deutſchtum im deutſchen Oſten: die Entwickelung ſeines Erb=
landes
Böhmen im deutſchen Sinne wurde in höchſtem Maße
gefördert; in Maſſen zog Karl IV. Deutſche nach Böhmen, der
Bergbau, der Handel und das Kunſthandwerk entwickelten ſich
raſch; einen ungeahnten Aufſchwung nahm Kaiſer Karls IV.
Reſidenz, Böhmens Hauptſtadt Prag, in der Karl IV. ein Erz=
bistum
errichtete und im Jahre 1348 die erſte deutſche Univerſi=
tät
auf dem Boden des Deutſchen Reiches gründete. Zahlreiche
deutſche Studenten und Gelehrte ſtudierten an der Moldau.
Mit der Krone Böhmens, zu der auch Mähren gehörte, ver=
einigte
Karl IV. Schleſien, die Lauſitz und die Mark Branden=
burg
und ſtärkte auch in dieſen Ländern das Deutſchtum.
Böhmen hatte vollkommen deutſches Gepräge und nahm
unter Karl TV. die führende Stellung in Deutſchland ein! Nie=
mand
ahnte, daß es ſchon ſo bald nicht nur von dieſer herab=
geſtoßen
, ſondern das böhmiſche Deutſchtum allmählich immer
mehr vom Tſchechentum verdrängt werden würde.
Der Profeſſor der Theologie an der Univerſität Prag, Jo=
hann
Hus, ein Tſche=he, verwarf entgegen der Lehre der
Kirche die Ohrenbeichte und den Ablaß und zog ſich hierdurch
den päpſtlichen Bann zu. Aber Hus fuhr in ſeiner Lehrtätigkeit
fort und vermehrte ſeine Anhängerſchaft, je deutſchfeind=
licher
er auftrat. Durch ſein Verhalten verletzt, verließen alle
deutſchen Profeſſoren und Studenten es waren fünf Tauſend
die Univerſität Prag im Jahre 1409 und ſiedelten nach der
neu gegründeten Univerſität Leipzig über.
Es war ein Verhängnis für das Deutſchtum Böhmens, daß
die Nachfolger des Kaiſers Karl IV. ſein bedeutſames Werk für
das Deutſihtum im Oſten nicht zu erhalten verſtanden: Durch

ihre Politik lieferten ſie dem Gegner die Waffen. Auf das fürſt=
liche
Wort freien Geleites, das Kaiſer Sigismund, Karls TV.
zweiter Sohn und dritter Nachfolger auf dem deutſchen Kaiſer=
thron
, Hus gegeben, hatte ſich dieſer auf das Konzil zu Konſtanz
begeben, um ſich wegen ſeiner Lehren zu verantworten. Als aber
Hus wegen Ketzerei zum Feuertode verurteilt wurde, brach
Kaiſer Sigismund ſein Wort und überließ Bus ſeinem Schick=
ſal
! Am 6. Juli 1415 wurde Hus auf dem Scheiterhaufen
venbrannt.
Die Folge dieſes Wortbruches des letzten Luxemburgers war.
daß das Kulturwerk des deutſchfreundlich geſinnten böhmiſchen
Herrſchergeſchleihts der Przemyfliden und nach deren Aus=
ſterben
beſonders Karls IV. zerſtört wurde: Die ungeheuere
Entrüſtung der Tſchechen wuchs ſich zu den Huſſitenkriegen aus:
die mit Rachgier und Glaubenseifer erfüllten Tſchechen zer=
ſtörten
unter ihren Führern Johann Ziſchka und Prokop zuerſt
das flache Land und die deutſchen Städte Böhmens und ver=
tyüſteten
dann Sachſen, Schleſien, Brandenburg, Bayern, Frau=
ken
und Osſterreich. Reichs= und landesherrliche Gewält zeigten
ſich gegenüber den Huſſiten machtlos, und erſt das Jahr 1433
brachte nach langen Verhandlungen zwiſchen Kaiſer, Papſt und
Huſſiten Frieden. Aber erſt der Parteihader der Huſſiten be=
endete
in Wirklichkeit nach dem Blutbade von Böhmiſch=Brod.
bei dem dreißig Tauſend Mann fielen, in Wirklichkeit im Jahre
1434 die Huſſitenkriege. Aus einer religiöſen war gleichzeitig
eine national=tſchechiſche Bewegung geworden; ſie hatte im
Gefolge, daß noch im 15. Jahrhundert die erſte Aufteilung öſt=
lichen
deutſchen Volksbodens an die Nachbarn begann, ein Ab=
bröckelungsprozeß
, welcher am Ausgange des Mittelalters, die
Vildung ſtarker Nationalſtaaten, die vom Deutſchenhaß erfüllt
waren, zeitigte, darunter auch Böhmen
Die Parteinahme des Kaiſers Sigismund, für die Kirche
und gegen Hus, die in ſeinem Wortbruch gegenüber Hus zum
Ausdruck kam, wirkt ſich noch bis auf den heutigen Tag in Böh=
men
zu Ungunſten des Deutſchtums ans, das dort durch drako=
niſche
Maßnahmen immer mehr unterdrückt und verdrängt wird.
Die Vernichtung des großen Werkes Karls IV, für das
Deutſchtum in Böhmen, die aber auch in anderen Oſtländern.
z. B. Polen, Folgeerſcheinungen gehabt hat, iſt ein ſehr trau=
riges
Kapitel der deutſchen Geſchichte.
Die Nachrichten tſchechiſchen Deutſchenhaſſes, die in der
traurigen Gegenwart von jenſeits des Böhmerwaldes und des
Erzgebirges über das tragiſche Geſchick unſerer deutſchen Brüder
an unſer Ohr ſ hlagen, erſüllen uns mit höchſter Wehmut, laſſen
aber auch unſern Puls ſchneller ſchlagen und die Zornesader an=
ſchwellen
. Mit unexhörteſter Frechheit gehen die Tſchechen in
dem einſt deutſchen Böhmerland in brutalſter Weiſe gegen die
tort noch wohnenden Deutſchen vor, quälen und drangſalieren
ſie auf alle erdenkliche Weiſe und ſuchen ſie mit Gewalt auszu=
weiſen
oder zu vernichten. Dieſes Bild verzerrter Gerechtigkeit
und infamer Verhöhnung der Gleichberechtigung müßte mit
Rieſenlettern in das Firmament eingemeißelt werden, damit es
jedem Deutſchen und der ganzen Welt bekannt und ſtets gegen=
toärtig
iſt!
Ei.
Hauptſchriftlettung. Rudolf Mauve
Verantwortlich für Poiltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann=
für
den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herberi Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle: Druc
und Verlag: Z. C. Wittſch ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht übernemmen.

Die heutige Nummer hat 20 Geiten

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Großer Ertolg
Ree
auf der Gastwirtsmesser

OUER DURCH
DEUTSCHLAND!
In breusender Fahrt mit dem
CITROEN. PHAETONI
Der Kennor orlaßt den Went der Ein-
zelheiten
, die Citroön anderen voraut
hat: Die Sausluttbremse wirkt auf alle
vier Räder und sfoppt aufwenige Meter!
Der leutlos und elastisch arbeifende
Motor ist geschützt durch Filter für Ben-
rin
, Luß und Oel. Er hält durch bei
schwerster Fahrt! Die langen Halb-
Ellietikiedemn verwischen die Schleg-
löcher
schlechter Straßen. Licht- und
Signelknopf sind em Steuerrad - griff= Vollkommen schütt das Allwet-
fan
-Verdeck gegen Regen und Sturm

UORFÜM
*
Heute und morgen, vormittags 11
und nachmittags 3, 5 und 6 Uhr

[ ][  ][ ]

Nummer 131

Freitag den 11 Mai 1928

Geite 15

Sport, Spiel und Turnen.

Handball.
Sportverein Darmſtadt 1898 Wiener
Sportklub.
Die diesjährige Handballſaiſon war in ihrem bisherigen
Verlauf für Darmſtadt wohl diejenige, die in bezug auf die Be=
deutung
der ſportlichen Ereigniſſe alle früheren Spieljahre über=
ragte
. Wir erinnern nur neben den Spielen um die Süddeutſche
Meiſterſchaft an die 3 Repräſentativkämpfe der Süddeutſchen
Auswahlelf gegen den Baltenverband, gegen Weſtdeutſchland
uind Brandenburg, die in glänzender Weiſe den ſportlichen Wert
des Handballſpieles demonſtrierten. Nachdem durch das Aus=
ſcheiden
der 98er aus den Endſpielen um die deutſche Meiſter=
ſchaft
die offiziellen Spiele erledigt ſind, iſt man ſelbſtverſtändlich
beſtrebt, durch Privatſpiele den Eindruck der vergangenen großen
Spiele noch zu vertiefen. Dies kann natungemäß nur erreicht
werden durch die Verpflichtung wirklich erſtklaſſiger Gegner.
Wenn die Vereinsleitung der 98er dieſen Geſichtspunkt auch
keineswegs verkennt, ſo trägt ſie immerhin doch ſtarke Bedenken
bei der Verwirklichung dieſes Weges, und zwar um deswillen,
weil ſchon allei durch die Höhe der für die Gäſtemannſchaft ent=
ſtehenden
Fahrtkoſten jede Verpflichtung ein großes finanzielles
Riſiko für den veranſtaltenden Verein bedeutet. Dieſes Be=
denken
kann nur dadurch ausgeräumt werden, daß die An=
hänger
, die ſich bisher bei den offiziellen Spielen faſt ausnahms=
los
eingefunden haben, auch bei dieſen Privatſpielen ihr In=
tereſſe
bekunden. Nur ſo wird der Sportverein 98 ſein Vor=
haben
, nach dem Spiel gegen den Wiener Sportklub auch die
beiden diesjährigen Endſpielgegner um die deutſche Meiſterſchaft,
den V.fB. Aachen und den Deutſchen Handballklub Berlin nach
Darmſtadt zu verpflichten, auch wirklich im die Dat umſetzen
können.
Es ſollte allerdings ſelbſtverſtändlich ſein, daß gerade bei
dem für nächſten Sonntag bevorſtehenden Spiel gegen eine
derartig anerkannt vortreffliche Mannſchaft, wie ſie der Alt=
meiſter
Wiener Sportklub beſitzt, die geſamten Sportanhänger
aus ihrer Reſerve herausgehen. Daß das Spiel gegen Wien
ein ſportlicher Genuß werden wird, dürfte wohl baum in Frage
geſtellt ſein. Und da letzten Endes die Mannen des Wiener
Sportklubs ein Anrecht darauf haben, ſich nicht nur als Gäſte
des Sportvereins 98, ſondern der geſamten Davmſtädter Sport=
gemeinde
fühlen zu dürfen, ſollte und dürfte aus der Zahl aller
ſportlich Intereſſierte und ſportlich Denkenden niemand fehlen,
wenn es gilt, die Elf des Wiener Sportklubs, die als 1. Hand=
ballwannſchaft
von Oeſterreich eine Reiſe nach Deutſchland unter=
mimmt
, bei dem erſten Spiel dieſer Reiſe zu begrüßen und ihre
ſportliche Taten anzuerkennen.
*
Wir eiſen wiederholt auf die Einrichtung des ermäßigten
Vorverkaufs im Zigarrenhaus Becher und Sportbuchhandlung
Skurnik hin. Um eine glatte Abwwicklung an der Platzkaſſe zu
erreichen, haben die Mitglieder nur im Vorverkauf die üblichen
Vergünſtigungen; Vorverkaurf für Mitglieder ſindet nur bei Sport=
buchhandlung
Skurmik ſtatt.
Fußball.
Weſtham United in Deutſchland. Eintracht Frankfurt Weſtham
United 1:2 (1:1). Eintracht in Hochform. Beſtechendes techniſches
Können der Engländer.
Das erſte Auftreten der engliſchen Berufsſpielermannſchaft Weſtham
United in Deutſchland geſtaltete ſich zu einem glänzenden Erfolge. Da
Weſtdeutſchland bzw. die Sp.Vg. Köln=Sülz auf das Spiel gegen die
Profis verzichtet hatte, erhielt Eintracht Frankfurt das erſte Spiel gegen
Die Engländer. Trotz des kalten und unfreundlichen Wetters am Mitt=
wochabend
waren rund 8 bis 10 000 Zuſchauer zugegen, denen Pracht=
keiſtungem
geboten wurden. Das techniſche Können der Engländer war
Ziberragend, aber auch die Frankfurter zeigten eine derartige Glanzform,
Haß ſie gegenüber den Engländern kaum zurückſtanden. Der knappe Sieg
Der Engländer war daher nicht einmal ganz verdient, weil Eintracht
gleiche Chancen hatte und in der zweiten Halbzeit ſogar mehr im An=
griff
lag. Durch Kiſſinger erzielte Eintracht ſogar das Führungstor,
Das aber die Engländer noch bis zur Pauſe aufholten. Die Entſcheidung
Fiel in der Mitte der zweiten Halbzeit. Schiedsrichter war Weingärtner=
Offenbach.

Leichtathletik.

Meuer deutſcher Hürdenrekorb. Dr. Wichmann läuft 200 Meter
Hürden in 24,5 Sekunden.
I Verbindung mit dem Fußball=Wettſpiel Eintracht Fuankfurt
gegen Weſtham United fanden am Mittwochabend im Frankfurter Sta=
Dion einige leichtathletiſche Wettbewerbe ſtatt. Ein Teil der Konkurren=
4en fiel aus, weil die Olympiakandidaten keine Starterlaubnis bekom=
men
hatten. Lediglich Dr. Wichmamn=Eintracht Frankfurt konnte ſein
Worhaben, einen neuem 200 Meter Hürdenrekord aufzuſtellen, durchfüh=
xen
, und zwar trotz des kalten, regneriſchen Wetters mit Erfolg. Dr.
Wichmann lief die 200 Meter Hürden in 24,5 Sekunden und verbeſſerte
Die bisherige Rekordzeit von Troßbach (26,6) ganz erheblich. Bei beſ=
Jeren äußeren Verhältniſſen hätte Dr. Wichmann vielleicht eine noch
Geſſere Zeit herausholen können.

Schwimmen.
9. Kreisſchwimmfeſt des IX. Kreiſes D. T.
Ausſcheidungskämpfe
für das Deutſche Turnfeſt in Köln.
Das Meldeergebnis zu dem am Samstag, den 12. Mai, und Sonn=
tag
, den 13. Mai, hier im Städtiſchen Hallenbad ſtattfindenden 9. Kreis=
ſchwimmfeſt
des 9. Kreiſes (Mittelrhein) der D. T. iſt ein recht gutes.
Aus 12 Gauen, bzw. 20 Vereinen ſind rund etwa 130 Teilnehmer zu
verzeichnen. Alle großen Turnerſchwimmabteilungen haben ihre beſten
Leute gemeldet, ſo daß man ſagen kann, daß das Zuſammentreffen all
dieſer Kämpfer ein Ereignis von Bedeutung wird. Eine Maſſenbetei=
ligung
iſt hier verſtändlicher Weiſe nicht zu verzeichnen. Handelt es ſich
doch nur darum, die tatſächlich Beſten des Mittelrheinkreiſes im Schwim=
men
feſtzuſtellen, die den übrigen Teilnehmern aus dem Reiche in Köln
voll und ganz gewachſen ſind. Die Ausſchreibung der Wettkämpfe iſt
hier die gleiche wie für Köln. Da die Zahl derſelben eine anſehnliche
iſt, beginnen die Kämpfe bereits am Samstag, abends 8 Uhr. Für die
erſtem Kämpfe, 400 Meter Freiſtil für Turner, 100 Meter Seite für
Turnerinnen, 100 Meter Bruſt für Altersturner, liegen jeweils nur je
eine Meldung vor, womit dieſe Kämpfe wohl ausfallen werden. Auch die
4mal 50 Meter Freiſtil für Turnerinnen haben nur eine Meldung durch
die Tgde. 1846 erfahren. Die 100 Meter Rücken für Turner werden
wohl eine Beute des vorfährigem D.=T.=Meiſters Lohrer, Tgſ. Darm=
ſtadt
, werden. Mit gewiſſer Spannung darf das Reſultat in der 4mal
100 Meter Bruſtſtaffel für Turner erwartet werden. Die ſieggewohnte
Mannſchaft der Tgſ. Darmſtadt iſt nicht mehr. Die Tgde. Beſſungen
erſcheint hier mit neuer Mannſchaft, ſie wird einen harten Kampf gegen
Offenbach und Frankfurt haben. Die Waſſerballporſpiele des Samstags
ſehen als Gegner: die Tgſ. 1875 Darmſtadt gegen Tv. 1860 Frankfurt a.
M. im erſten Spiel; im zweiten Spiel treffen Tv. 1848 Saarbrücken
und Tv. Mainz 1817 zuſammen.
Die Fortſetzung der Wettkämpfe am Sonntag beginnt vormittags
8 Uhr und nachmittags 3 Uhr. Der Vormittag umfaßt die Mehrkämpfe
und Hauptſpringen für Turnerinnen, Turner und Altersturner. Unter
dieſen befinden ſich die bekannteſten Springer und Springerinnen, ja
einige Olympia=Anwärter der D. T. aus dem Mittelrheinkreis.
Die 100 Meter Seite für Turner ſind eine vorläufig noch offene
Sache. Im 100 Meter Freiſtil findet wan die vorjährige D. T.=Meiſterin
Eliſabeth Gerhardt, Tgde. 1846 Darmſtadt, am Start. Die 4mal 100
Meter Freiſtilſtaffel für Turner und 4mal 50 Meter Bruſtſtaffel für
Turnerinnen werden vormittags geſchwommen. Sie werden wohl zwei
der ſpannendſtem Rennen ſein. Eine Vorausſage läßt ſich hier nicht
wachen.
Am ſtärkſtem beſetzt iſt das Hauptſpringen mit 14 Teilnehmern und
das Bruſtſchwimmen mit 19 Teilnehmern, auch das Bruſt= und Rücken=
ſchwimmen
der Turnerinnen iſt ſtark beſetzt. Weitere intereſſante Ren=
nen
ſind noch die Lagenſtaffel für Turnerinnen und Turner; ſowie die
Freiſtilſtaffel für die Gauverbände. An Schauvorführungen ſind einge=
flochten
ein Schauſpringen ud Figurenlegen. Am Schluſſe der Wett=
kämpfe
findet das Waſſerballendſpiel u
die Kreismeiſterſchaft ſtatt.
Die Arbeitseinteilung der ganzen Veranſtaltung iſt folgende: Sams=
tag
, nachm. 3 Uhr, Kreisſchwimmausſchußſitzung, Tunrhalle Woogsplatz;
6 Uhr Kampfrichtevſitzung; 8 Uhr Beginn der Wettkämpfe; am Sonn=
tag
, den 13. Mai, vorm. 8 Uh
und nachm. 3 Uhr Fortſetzung der
Wett=
kämpfe
; abends 7 Uhr Sieg
ehrung und Schlußfeier in der Turnhalle
am Woogsplatz. Eine Begrüßung der auswärtigen Teilnehmer iſt im
Nahmen des Frühlings=Tanzfeſtes der Turngemeinde 1846 am Samstag
abend vorgeſehen, wozu natürlich alle Darmſtädter Turmſchweſtern und
Turnbrüder herzlichſt eingeladen ſind.

In Frankfurt am Main findet in der Woche vom 7. bis 12. Mai ein

Aus deutſchen Bädern.
Königſtein im Taunus.
Der bekannte und gern beſuchte Taunus=Höhen=Nerven=Kurort Känig=
ſtein
wird in dieſem Jahre durch großzügig angelegte Veranſtaltungen
ſeine Anziehungskraft noch erhöhen; insbeſondere werden größere Kon=
zerte
, Promenadenkonzerte, Beleuchtungen der Burgruine und Kur=
garten
=Feuerwerke außerhalb der regelmäßigen Veranſtaltungen den dort
anweſenden Kurgäſten eine außerordentliche Abwechſlung und Zer=
ſtreuung
bringen und einen angenehmen Erholungsaufenthalt verbürgen.
Im Juli d. J. wird vorausſichtlich eine mehrwöchentliche Tagung einer
größeren Vereinigung in Königſtein ſtattfinden, an der zahlreiche Ver=
treter
des Auslandes teilnehmen werden. Inzwiſchen iſt auch die
Badeabteilung im Kurhaus neu hergerichtet worden. Die Eröffnung
ſteht bevor. Es werden mediziniſche Bäder verabreicht und geſchultes
Badeperſonal zur Bedienung der Badegäſte bereit gehalten werden.
Der diesjährige Sommerfahrplan der Kraftpoſtlinien nach dem Hoch=
taunus
ſieht begrüßenswerte Verbeſſerungen vor, ſo daß es den Be=
ſucher
Königſteins möglich wird, auch in der weiteren Umgebung den
Daunus mit ſeinen landſchaftlichen Schönheiten kennen zu lernen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag 11. Mai. 13: Schallplatten=Konzert: Mendelsſohn,
Schumann, Brahms. 15.30: Frankfurt: Rektor F. Hürten: Das
Lorsbacher Tal Eppſtein. Kaſſel: Mittelſchullehrer W. Hansli:
Der Meißer. O 16.30: Diplom=Garteninſpektor Lange: Die Blume
im Heim. 17.45: Dr. Heinitz: Wiegenlieder der Völker, mit Schall=
plattenbeiſpielen
. o 18.30: Südweſtdeutſcher Radio=Club. O 19:
Fortſchritte in Wiſſenſchaft und Technik. O 1920: Film=Wochenſchau.
19.30: Frankfurter Opernhaus: Othello. Oper in vier Akten von
G. Verdi. Anſchl.: Kaſſel: Spätkonzert.
Stuttgart.
Freitag 11. Mai. 12.15: Landwirtſchaftsfunk. Schallplatten.
O 13.50: Nachrichten. O 16.15: Konzert. Einlagen: Friedl Schacht.
18: Landwirtſchaftsnachrichten. 18.15: Dr. K. Loewenberg:
Carl Hauptmann zum Gedächtnis (geb. 11. Mai 1858). o 18.45:
Engliſcher Sprachunterricht für Anfänger. e 19.15: Hauptver=
veranſtaltungen
der kommenden Woche in Eſperanto. o 19.30:
Opernhaus Frankfurt a. M.: Othello. Oper in vier Akten von
Arrigo Boito. Muſik von Guiſeppe Verdi. Perſ.: Othello; Jago;
Caſſio; Rodrigo: Lodovico; Montano: Desdemona, Othellos Gattin;
Emilia, Jagos Gattin. Anſchl.: Groteske Hiſtorien von Maurice
Baring. Spielleitung: K. Köſtlin. Xantippe und Sokrates: Xantippe,
Sokrates.
Jaſon und Medea: Jaſon, Medea, Glauke.
Medea macht einen Einkauf: Medea, Glauke, ein Verkäufer.
Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Freitag 11. Mai. 15.30: Dr. med. Hertha Götz: Die
nervöſe Frau als Gattin und Mutter. o 16: H. Wagner: Berliner
O 16.30: Dr. Bollmann: Sportſchau des Monats.
Originale.
17: Guttmanns Sinfoniker. O 19: Italieniſch. O 19.25: Dr.
Zielenziger: Die Zukunft Berlins. Einheitsgemeinde oder 20 Be=
zirke
? O 19.55: Dr. Bernhard: Arbeitsmarktkriſen und ihre wirt=
ſchaftliche
Verhütung. O 20.30: Carl Hauptmann (geb. 11. Mai
1858). Eml. Worte: Wilczynski. Aus Mathilde. Der Evangeliſt
Johannes. Geleſ von Edith Herrnſtadt=Oettingen. O 21: Schu=
mann
=Lieder. Widmung. Frühlingsfahrt. Wehmut. Ich wandre
nicht. Auf das Trinkglas eines verſtorbenen Freundes. Der Soldat.
r Hidalgo. Cornelis Bronsgeeſt (Bariton). Am Flügel: Seidler=
Winkler. O 21.30: Cello=Konzert. Feuermann (Violoncello), Br.
Seidler=Winkler (Flügel). Sonate für Klavier und Violoncell.
Nardini: Larghetto. Bloch: Baal Schem. Dvorak: Rondo,
Anſchl.: Tagesnachrichten.
Stettin. 13.05: Sondermitteilungen für den Landwirt, zu=
ſammengeſtellt
von der Landwirtſchaftskammer für die Provinz
Pommern. O 19.25: Prof. D. Zeißner; Urchriſtentum und ſoziale
Frage.
Deutſche Welle. Freitag, 11. Mai. 12: Prof. Dr. Lampe, W.
Stölting: Geographiſche Zwiegeſpräche. o 14.30: Kinderlieder,
15: Dr. Mosbacher: Ein Frühlingsſpaziergang. Hygieniſche Rat=
ſchläge
für die Frühjahrszeit. O 15.35: Wetter und Börſe. 16:
G. Dörband: Der Buchdrucker. O 16.30: Dr. Hoffmann=Harniſch:

Geſchäftliches. Da das Teuerſte das Beſte,
Nimmt der Praktiſche das feſte
Wichsmädel=Bohnerwachs und ſpart!
Es iſt ja keine billige Art.
So ausgiebig, ſo Qualität,
Mit der das Bohnern ſo gerät!
Nur wer Wichsmädel immer nimmt,
Der hat das Richtige beſtimmt!

Einzelhandel. O 18.30: Engliſch für Fortgeſchr. O 18.55: Oberlehrer
Bornemann: Techn. Lehrgang für Facharb. und Werkmeiſter.
Elektrotechnik. O 19.20: Wiſſenſchaftl. Vortrag für Zahnärzte. O 20:
Dr. Heinroth: Die Laut= und Zeichenſprache der Tiere. O 21:
Julius Bab: Deutſcher Frühling. Aus der Geſchichte unſerer Lyrik.
Anſchl.: Preſſenachrichten.

Wetterbericht.
Weitere Kaltluftmaſſen ſind nach Deutſchland vorgedrungen und
haben zu Barometeranſtieg geführt. In der vergangenen Nacht lag in
Gießen das Minimum um Null Grad. Die Berge zeigen eine leichte
Schneedecke und eine weitere Zunahme des Froſtes. Da noch immer die
Kaltluftzufuhr nicht beendet iſt, ſo bleibt zunächſt das Wetter noch un=
freundlich
und kalt. Jedoch dürfte im Laufe des Samstags langſome
Erwärmung einſetzen, denn über Jsland hat das dortige Tief bereits
kräftige Temperaturzunahme gebracht.
Ausſichten für Freitag, den 11. Maf: Wolkiges Wetter mit zunächſk
noch wenig veränderten Temperaturen, meiſt trocken.
Ausſichten für Samstag, den 12. Mai: Langſam wärmer, wolkig und
vorwiegend trocken.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:

Ort: Wetter: Temp.
in Ce Wind: Nieder=
ſchlag
e
in mm Ke
decke
in cm Gießen: bedeckt W. 0,5 Aachen: wolkig WNW. gef. Hamburg: wolkig NNO, Berlin: wolkig 5 NNW. München: Regen NW Königsberg: wolkig 3 Breslau: wolkig WNW.

Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:

Feldberg: Nebel NW. 4 2 (Taunus)
Waſſerkuppe: Nebel WNW. 5 Feldberg: Regen 1 WNW. 5 16 (Schwarzw.)
Zugſpitze: Nebel 15 NW gef. 245 Kahler Aſten: heiter 3 wNWv Fichtelberg: wolkig WNW. 0,2 5 Schneekoppe: Schnee 10 W. 0,3

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[ ][  ][ ]

Nummer 131

Freitag, den 11. Mai

Der Ausweis der Reichsbank.
Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Mai zeigt einen Rückgang der
geſamten Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards
und Effekten um 275,7 Mill. auf 2414,9 Mill. MM. Im einzelnen
haben abgenommen die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 212,5
Mill. auf 2 280,4 Mill. RM., diejenigen an Lombards um 63,5 Mill. auf
39,2 Mill. RM. Die Anlage in Effekten iſt mit 94,0 Mill. RM. weiter=
hin
nahezu unverändert geblieben
An Reichsbanknoten und Rentenbanhſcheinen zuſammen ſind 196,7
Mill. RM. aus dem Verkehr zurückgefloſſen und zwar hat ſich der Um=
lauf
an Reichsbanknoten um 170,5 Mill. auf 4238,9 Mill. RM., der=
jenige
an Rentenbankſcheinen um 26,2 Mill auf 583.2 Mill. MM. ver=
ringert
. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der Reichsbank an
ſolchen Scheinen auf 42,5 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder
zeigen mit 460,5 Mill. RM. eine Abnahme um 97,3 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen zuſammen ſind
mit 2 238,4 Mill. RM., im einzelnen die Goldbeſtände mit 2040,9 Mill.
RM., die Beſtände an deckungsfähigen Dediſen mit 197,5 Mill. MM.
ausgewieſen. Die Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von
46,3 Prozent in der Vorwoche auf 48.1 Prozent, diejenige durch Gold
und deckungsfähige Debiſen von 50,1 Prozent auf 52,8 Prozent.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 10. Mai.
Obwohl ſich an der geſtrigen Abendbörſe eine kleine Evholung durch=
ſetzen
konnte, eröffnete die heutige Börſe ſelbſt in ſtiller Haltung. Die
Spekulation übte im Zuſammenhang mit der bevorſtehenden Medio=
liqnidation
größere Zurückhaltung. Das Geſchäft bewegte ſich in den
allerengſten Grenzen. Auf der anderen Seite regte die weitere, wenn
auch nur kleine Entlaſtung des Reichsbankinſtitutes und die Möglich=
keit
, daß der Satz für Tagesgeld unverändert bleibt, die Börſe etwas
an. Für einzelne Werte beſtand von Auslandsſeite meiter etwas In=
tereſſe
, ſodaß die Kursentwicklung, da auch die Spekulation verſchiedent=
lich
Abgaben vornahm, gegenüber der geſtrigen Börſe nicht einheitlich,
wurde. An der Spitze der beverzugten Werte ſtanden Siemens mit
plus 5 Prozent, hierin kamen auch im Verlaufe größere Umſätze zu=
ſtande
. Stärker angeboten waren dagegen AGG. mit minus 2½ Proz.,
Licht und Kraft und Lahmeher mit je minus 1½ Prozent und Gesfürel
mit minus 2½ Prozent. Am Farbenmarkte lagen J. G. Farben 3/
Prozent ſchwächer, während Scheideanſtalt 1 Prozent und Goldſchmidt
34 Prozent anziehen konnten. Am Montanmarkt überwog das An=
gebot
und es waren zumeiſt Kursverluſte bis zu 1½ Prozent zu ver=
zeichnen
. Gelſenkirchen waren dagegen etwas lebhafter mit blus 3
Prozent verlangt. Am Bankenmarkt konnten Reichsbank mit plus 8
Prozent kräftig anziehen. Auch Metallbank waren im Einklang damit
lebhafter verlangt und 2 Prozent gebeſſert. Danatbank minus 1½
Prozent. Zellſtoffwerte gut behauptet. Von Bauunternehmungen
Wayß u. Frehtag plus 1½ Prozent. Autowerte vernachläſſigt,
nur NSU. lagen 3 Prozent höher. Im Freiderkehr hörte man von
den amerikaniſchen Werten Enka mit ca. 1½ Prozent, Victor Talking
ca. 103 und Bemberg Bhares mit ca. 159 ½. Im Rentenmarkt war
das Geſchäft ſrill. Deutſche Anleihen faſt ohne Umſatz und ſchwächer.
Ausländer kaum Geſgäft.
Im weiteren Verlaufe beſchränkte ſich das Geſchäft nur auf einige
Spezialwerte, die auch gut behauptet blieben. Auf Glattſtellungen der
Spekulation waren J. G. Farben minus 1½ Prozent und Gesfürel
mit minus 1 Prozent ſtärker angeboten. Der Satz mit Tagegeld blieb
mit 6 Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt nannte man Mark
gegen Dollar 4,1796, gegen Pfunde 2,403, London=Kabel 4,880, Paris
124,02, Mailand 92,60, Madrid 29,08, Holland 1209¾.
Die Abendbörſe lag zwar überwiegend ſehr ruhig, doch war die
Haltung allgemein feſt. Beſonderes Intereſſe beſtand weiterhin für
Schuckertaktien, die bis 213 (plus 2 Prozent) anzogen. Siemens gleich=
falls
1 Prozent über dem hohen Nachbörſenkurs. Daneben wiede
Reichsbankanteile erneut nennenswert befeſtigt mit 243. Auch Schiffahrts=
werte
weiter befeſtigt, Hapag und Nordd. Lloyd um je ein Prozent
höher. Farben um 1,5 Prozent höher. Montanwerte ruhiger, doch
gleichfalls freundlich
Im weiteren Verlauf blieb die Börſe ſehr feſt. Danatbamr 280,
Siemens 356,5. Im einzelnen nannte man: Danat 280,25, Deutſche
164,75, Reichsbank 242, Gelſenkirchen 142,5, Harpener 172, Weſternegeln
23; Mannesmann 155, Phönix 95,5 Rheinbraun 301,5, Rheinſtahl
169,5, Hapag 165,5, Adlerwerke 98 AGG. 167,25, Daimler 118, Berg=
mann
196, Scheideanſtalt 200,5, Licht und Kraft 231, Farben 281,5,
Gesfürel 294,5, Holzmann 159, Rütgers 100,25, Schuckert 213, Siemens
356, Waldhof 309,75.
Abenddeviſen wenig verändert, London gegen Paris 194,02, gegen
Mailand 92,61, gegen Holland 12,0975, gegen Madrid 29,07, gegen
New York 4,88, gegen Zürich 25,32½, Pfunde gegen Mark 20,40,
Dollar gegen Mark 4,1802.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 10. Mai.
Die Börſe war ſtark von der in Gang befindlichen Emiſſions=
Liquidation beeinflußt. Da morgen bereits die Feſtſetzung der Liquida=
tionskurſe
per Medio erfolgt, war heute der letzte Tag für die Be=
ſchaffung
von Reportgeldern. Die Spekulation ſrieß dabei auf Schwie=
rigkeiten
und war zu Glattſtellungen ihrer Emiſſionen gezwungen, ſo

daß die Tendenz infolge des anfangs herrſchenden Angebots bei Be=
ginn
eher ſchwächer war. Beſonders ſchwach ſetzten A.E.G. ein. Die
Tendenz war trotzdem nicht unfreundlich im Hinblick auf den Reichs=
bankausweis
, die Beratungsſtelle eine größere Sammelanleihe be=
willigt
hat, für heute die Entſcheidung über den Eiſenpreiserhöhungs=
antrag
erwartet wurde und die New Yorker Diskonterhöhung nach den
neuen Informationen zunächſt noch nicht aktiv werden dürfte. Auch die
am Tagesgeldmarkt eingetretene weitere Entſpannung gab den Effekten=
märkten
einen Rückhalt. Grſte Firmen kamen mit 5 Prozent an, ſonſt
mußten für Tagesgeld 5½7½ angelegt werden. Monatsgeld unver=
ändert
7½8½. Warenwechſel mit Bankgiro zirka 6½7 Prozent. Die
Reportgeldſchwierigkeiten traten mur bei kleinen Firmen in Erſcheinung,
während erſte Inſtitute eher reichlicher als bei der letzten Liqnidatior
verſorgt waren. Im Debiſenverkehr lag das Pfund international feſter,
London New York 4,88, London Berlin 20,40. Die Mark gab
gegen New York auf 4,1803 nach. Der japaniſche Yen motierte gegen
New York mit 46,78 nach dem geſtrigen Rückgang prächtig erholt.
Im weiteren Verlauf ging von Gerüchten über eine bevorſtehende
Privatdiskontermäßigung eine neue Anregung aus, ſo daß die Börſe
in der zweiten Stunde nach mehrfachen Schwankungen in feſter Haltung
verkehrte. Im Vordergrunde ſtanden Siemens=Schuckert, Ver Glanzſtoff
(825) und Tietz, die ſich um mehrere Prozent befeſtigten. Der Privat=
diskont
wurde ſchließlich entſprechend den Erwartungen auf 6½ Pro=
gent
für beide Sichten herabgeſetzt. Wie wir erfahren, wurden auch
heute wieder Reichsſchatzwechſel im Betvage von einigen Millionen au
Bedarf abgegeben, Eiſenbahnverkehrsmittel plus 11, Reichsbankanteile
insgeſamt plus 8½=
Die Börſe ſchloß für einige Spezialpapiere hauſſierend. So ſtiegen
Ver. Glanzſtoff ſprungweiſe auf 845 nach 818 bei Beginn, Bemberg auf
615 nach 602, Berger Tiefbau auf 417 nach 405. Polyphon auf 485
nach 474, Siemens auf 355,87 nach 350, Schuckert auf 210 nach 203,5
Eiſenbahnverkehrsmittel auf 190,25 nach 182,5 und Reichsbankanteile auf
242,25 nach 235 bei Beginn und 229,72 am Schluß der Vortagsbörſe.
An der Nachbörſe kam die Aufwärtsbewegung dieſer Papiere jedoch
zum Stillſtande. Die höchſten Kurſe konnten ſich aber annähevnd be=
haupten
. Die Nachbörſe verlief ſonſt übevwiegend freundlich, ausge=
nommen
J. G. Farbeninduſtrie, die bis N9 etwa 1,5 verloren, und
Karſtadt, die mit 22,5 ebenfalls abbröckelten. Man nannte im einzelnen
an der Nachbörſe Ver. Glanzſtoff 842, Tietz 302, Mannesmann 155,5,
Rheinſtahl 168, Rh. Braunhohle 303,5, Hapag 164,75 Norddeutſcher
Lloyd 161,75, Danatbank V79, Neubeſitzanleihe 18,50, Ablöſungsanleihe
I und II 51,90, dito III 54,30. Sarotto freundlich 218, Scenſka ſehr feſt
451,5, Norddeutſche Wolle 221,5.

A. E. G..........
Augsb.=Nürnb. Maſd
ſalt .. . . . . . . . .."
Rergmann. . . . . . . .
Berl. Karlsruhe Ind
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Brikett
Bremer Wolle. . . ."
Danatbank. . . . . . . .
Deutſche Bank. . . . .
Diskontogeſ. . . . . . ..
Dresdner Bank. . . .
Deutſche Maſchinen
deutſche Erdöl ...."
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ..."
Elektr. Lieferung ..
G. Farben .......
Gelſenk. Berg. ...
G. f, elektr. Untern.
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch. . .
Hat
..
Harpner. .. . . .. .."
Hemoor Zement. . .

Helſingfors
Wien ......
Prag ......"
udapeſt . . .
Sofia ......."
Solland .. ..."
Cslo ......
Kopenhagen
Stockholm .. .
London ...."
Buenos Aire=
Nen=York ..
Belgien .....

9. 5. 10. 9. 5. 10. 5 169.25 166.375/Hirſch Kupfer ....." 130. 130. 1103. 104. Höſch Eiſen ......." 146.5 150. 88. 87. Hohenlohe Werke ... 94. 96 189. 190.5 Kahla Porzellan . . . 111.5 11 74. 2.125 Kali Aſchersleben ... 199. 33 ſes. 266 Salzdefurth. . . . 346 1176 176. Weſterregeln .. 214.75 32.3 440.5 241 25 Lindes Eismaſch. . . 78.7 180. 272.5 274.5 L. Loewe & Co. ... . ." 260.5 256 16= 163.5 Lingel Schuh ...." 60.5 60.12 160.25 160.5 Tannesmann Röhren 152.875 153.875 161 1e
75 Niederlauſitzer Kohle 160.5 5.* 4 Nordd. Lohd ....... 59.875 1.25 33 7.
5 33.12 Orenſtein. . . . . . . . . ." ). C Polyphon ......... 70. 225
15 Kütgerswerke .. . . . ." 102.
101 175.25 Sachſenwerke .. . . . . 138 255
1427 3817
5 279.5 Siemens Glas ...." 145 ex. 14o. 140 125 Ver. Glanzſtoff.. .. ." 816.
19. 1293. 291. Ver. Stahlwerke. . . 96.25 Folkſtedter Porzellan 5: 26.875 Wanderer Werke. . . . 182.5 80 164.875 Wiſiner Metall. . . . . 153 75 154. 6.
1e44.75 170.
242. Wittener Gußſtahl .. 545 61.

Deviſenmarkt.

10. 5 Eeld /Brie Eeld /Brie 10.51/ 10.53 10.: 10.5 58.76/ 58.88 58. 58 88 12.39
2.31 377 12.3c 72.94/ 73.08 72 94 73. 3.018/ 3.02 3.017 3.023 168 43 168.771 68.49 168.83 111.81 112.03 Hir.8s 12.01 112.: 12.04 12.! 111.99 112.21 112.01 112 20.376 20.410 20.38 20.7 1.785/ 1.789 1.786 1.79 4.176 4 1841 4.176 4.184 58.295 58.4151 58.29558.415

Italien .......
Paris ........"
Schweiz......"
Spanien. . . . . .
Danzig ........
Japan. . . . . . . .
Rio de Janeiro
Jugoſlavien ...
Portugal ....."
then .. . . . .."
Konſtantinopel
Kanada. . . . . . .
Uruguay . . . . . ."

5.
Geld/ Brief

21.995
16.4:
20.41
70.05
81.43
1 918

2.053,
16.47
80.631
1.925

0.5028 0.5048
7.350/ 7.3641
17.98/ 18.02
5.4251 5.4
2.128 2 134
4.1745 4.18:
4.306/ 4.31

10.
Geld
22.00
16.43
80.48
70.03
81
A
1.952

Brief
22.04
16.47
80.64
70.17

1.5
280.5048
353/ 7.36:
18.07
8./
5.425/ 5.435
2. 128/ 2.1
4.1745 4.1825
4.296/ 4.304

Dividendenaufnahme bei der M. Vogel A.=G. Geſchäftsbücherfabrik
Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft erzielte hauptſächlich durch vermehrten
Export 1927 eine Umſatzſteigerung von mehr als 70 Prozent. Nach
14 682 (22700) RM. Abſchreibungen verbleibt ein Reingewinn von
woraus nach G.=V.=Beſchluß die Dividenden=
27 764 (10 555)
zahlung mit 5 Prozent auf 300 000 RM. A.=K. aufgenommen wird
Durch Zuweiſung von 10 000 (8000) RM, erhöht ſich die Reſerve auf
30 000 (20 000) RM. In der Bilanz erſcheinen Kreditoren mit 105 871
(90 840) RM. und Bankſchulden mit 125 718 (52323) RM., andererſeits
Debitoren mit 197 457 (121 535) RM. und Vorräte mit 190 429 (140 561)
RM. Der Umſatz im laufenden Geſchäftsjahre ſei wiederum geſtiegen,
ſo daß reichliche Beſchäftigung gewährleiſtet ſei.

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die deutſche Roheifengewinnung im April 1928. Die Roheiſen
gewinnung im April 1928 iſt mit 1045 468 Tonnen um rund 125 (
Tonnen niedriger als die des März. Die durchſchnittliche arbeitstäg
liche Gewinnung bleibt mit 34 849 Tonnen um 2908 Tonnen oder un
7,7 Prozent hinter dem Vormonat März zurück. Sie beläuft ſich au
75,89 Prozent der durchſchnittlichen arbeitstäglichen Gewinnung in
Jahre 1913 im Deutſchen Reich damaligen Umfangs. Von 185 (i
Vormonat 188) Hochöfen waren 107 (113) in Betrieb und 12 (11) ge
dämpft.
Gaswerksverband Rheingau A.=G., Biebrich. Die Stadt Wiesbader
die ſeit längerer Zeit wegen der nun in ihren Mehrheitsbeſitz über
gegangenen Gaswerksverband Rheingau A.=G. in Biebrich mit der Mir
derheitsbeſitzerin, der Thüringer Gasgeſellſchaft, in heftigem Streit lieg
will in einer außerordentlichen Generalverſammlung die Aufhebun
von Verträgen zwiſchen der Rheingau A.=G. und der Heſſen=Naſſauiſche
Gas A.=G. in Höchſt beſchließen laſſen. Wie wir erfahren, beſtehen zw
ſchen beiden Geſellſchaften keinerlei Verträge; lediglich waren vor län
gerer Zeit Beſprechungen über ein etwaiges Zuſammengehen in de
Gaserzeugung und =Lieferung eingeleitet worden, die aber zu keinet
Ergebnis geführt haben.
Ueberzeichnung der Darmſtädter Anleihe. Die Zeichnung au
die achtprozentige Darmſtädter Stadtanleihe, die bis zum 12. die
ſes Monats einſchließlich laufen ſollte, mußte geſtern geſchloſſe
werden, da die Anleihe bereits überzeichnet iſt.
Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt. Laut Berick
für 1927 hat die Nachfrage nach Materialien angehalten. Der Abſatz a
Kleinſchlag für Wegebau und Gleisbettung war wieder rege. Ar
hat ſich die Nachfrage nach den Feinmaterialien für den moderne
Straßenbau weiterhin recht lebhaft geſtaltet. Der Abſatz an Grof
pflaſter ließ dagegen zu wünſchen übrig. Die Kunſtſteinfabrik hat ſie
weiterhin gut entwickelt. Der Bruttogewinn beträgt 419 995 RM., hie=
von
werden für Abſchreibungen 200 490 RM. verwandt. Aus dem Reit
gewinn von 219 504 RM werden 6 Prozent Dividende auf die 120
RM. V.=A. und 10 Pozent Dividende auf die 1 320000 RM. A.. Ueberwieſen werden an den Unterſtchützungsfonds für die Be
amten und Arbeiter 20000 RM. und an die Sonderrücklage 10000 R
Demnach verbleibt ein Ueberſchuß von 8861 RM., der vorgetragen wir
(G.=V. 22. Mai 1928.)

Metallnotierungen.

Die Metallnotzierungen in Berlin für je 100 Kg. am 10. Mai ſtell
ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterd
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 134,75 F
Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvo=
ſtandes
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für promp=
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminiun
9899 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 210 RM., de=
gleichen
in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnicke
9899 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 9096 RM., Feinſit
(1 Kg. fein) 82,2583,25 RM.
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vvm 10. Ma
ſtellten ſich für Kupfer: Januar, Februar, März, April 124,5
(124,75), Mai 123,50 (124), Juni 124 (124,25), Juli 124 (124), Aug
124,25 (124,50), September, Oktober 124,25 (1245, November, Dezem
124,40 (124,50). Tendenz: befeſtigt. Für Blei: Jan., Febr. 41,50 (41,
März 41,75 (41,75), April 41,75 (42), Mai 40,50 (40,50), Juni 97
(40,50), Juli 40 (41), Auguſt 41 (41,50), September, Oktober, N.
ber 41,25 (41,50), Dezember 41,50 (41,75). Tendenz: befeſtigt. 7
Zink: Januar, Februar, März, April 51,50 (51,75), Mai 52 (53
Juni 52 (52,50), Juli, Auguſt 51,75 (52,50), September, Oktober 51,
(51,75), November, Dezember 51,50 (51,75). Tendenz: ſtill. Die erſte
Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 10. Mai ſtellte
ſich für Kupfer (Tendenz: feſt): Standard p. Kaſſe 6111//e61¾
3 Monate 6117/462, Settl. Preis 61¾, Elektvolyt 66½67, beſt ſele
ted 64½65½, Elektrowirebars
7: Zinn (Tendenz: feſt): Standar
p. Kaſſe 234½½, 3 Monate 2
½58, Settl Preis 234),
Ba=
(inoff. Not.) 241½, Straits (inoff. Not.) 238¾; Blei (Tendenz: ſt
ausländ, prompt 207/us, entft. Sichten 2058, Settl. Preis 20¾; Zin

(Tendenz: willig): gewöhnl prompt 26½, entft
Sichten 25¾8,
Preis 26½; Quechſilber (inoff Not.) 2
½; Wolframerz (inoff. Nt
15½; Kupferſulphat (inoff. Not.) 26½
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 10. Mai. Die Produktenbörf
berkehrte bei kleinen Umſätzen in ruhiger Haltung. Man verlangte
die 100 Kg. ohne Sack waggonfrei Mannheim: Weizen inl. 28,253,50
ausl. 30,5032,75, Roggen inl. 2929,25, ausl. 3131,50, Hafer inl
N,5028,50, ausl. 2829, Braugerſte ausl. 323,50, pfälziſche 3233
badiſche, heſſiſche und württembergiſche 31,5032,50, Futtergerſte 24,5
bis 2
50, Mais mit Sack 24,5024,75, ſüddeutſches Weizenmehl 38
bis 40,25, ſüddeutſches Roggenmehl, je nach Ausmahlung, 40,50.41,50,
Kleie 15,75.

Grangarter Kärodernge Boar 10. Mar kaßd.

I. 1. Reichs=,
Länder= und Schutz
gebietsanleihen
6% Dtſche. Reichs=
anleihe
von 1927
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927.
8% Bay. Freiſtaa
von 1927 ..."
80 Sachſen Frei
ſtaat von 1927.
Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927..

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. + 1
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
. ..
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
Berlin v.
8 Darmſtdt. v.
O Dresden v.
8
a. M. v. 2
eidelb. v. 26
udwghf v. 26
ainz v. 26..
o Mannh. v. 25
Mannh. v. 2
Nürnberg v. 26
Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und Schuld=
verſchreibungen

7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 26
Berl. Hyp.=Bk.


41
Lig.=
Pfandbriefe...
8% Frkf. Hyp. Bk.
70
367
7½Fr Lig.=Pf

87.35
79.7
81.75
97.5
g7.5
54.1
18.4
7.95
94
I=
86.
1C2

92.5

88
203
97.5

Re
92.5
89
87.76

23 Frkf. Pfbrfbank
6%
4½% Gotha Gr.=
(
d. Lig.=Pfbr.
4½½ Hamb. Hyp.
Bk. Lig.=Pfdbr.
8 Heſſ. Landesbk.
60
% Kom. Landes
bank Darmſtadt
8% Landesbank d
Rheinprovinz
8% Landeskr. Kaſſ.
7%0
Mein. Hhp. Bk.
% Naſſ. Landesbk.
8%0 Pfälz. Hhyp. Bk
Lig.
andbriefe .
6 Preuß. Ctr..=Cred...."
Preuß. Ctr.
Lig. Pfandbr.
8% Preuß. Ctr.,
Stadtſchaft. . . . .
700
8% Rhein. Hyp.=Bk
1ol
Lig
Ffandbriefe..
O Rhein.=Weſtf.
3d.=Credit .. . .
L.=Pf.
4½%
3% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
4Bc
Lig.=
Pfdbr. . . . . .."
3% Württ. Hyp.=B.

Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser. I
Dt. Komm. Sam.
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausloſ. Ser,II

35

2
91.75
89
94
100
100
9
29
166.5
*
92

97

97
91
98.5
93
75.5

95.75

95

51.75

Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyv.=Bk. K.,
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
vrkr.=Pfdbriefe
bgl. Kom.=Obl.
S 1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk. Vor=
kr
.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf

9.5

7.4

13.5

14.2

4. Induſtrie-
Obligationen.
3% Dt. Linoleum=
werke
Bln. v. 26
8% Heſſ. u. Herku=
les
=Brau. v. 26/ 94.5
Klöckn=Werke
Berlin v. 26... / 94
100 Kom. Elektr.=
Mark. . . . . . . . . . 102
7O Mainkrw v. 2
7% Mitteld. Stahl=
werke
von 27.../ 90
8½% Neckarſulm v. 26/ 87.5
8%Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26...
Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 261 88.75
%o Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26 87

II Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr
5%Bad.=Bad. Holz
5½Badenw. Kohl. . . .."
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
50 Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe.

22.3
14.25

5% Preuß. Kali=
wertan
eihe ...
5% Preuß. Roggen=
wertanleihe
.. . .
5% Sächſ. Roggen=
n

tanleihe ..
59 Südd. Feſtw. .. . . .. ..."

TII. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
914........"
5% Bosn. L.=Inv.
v. 1914 ...
3
Bosn. v. 0.
% Bulg. Tab. v02
3% Griech. v. 90
134% Griech. Mon
5% Mex inn. (abg.)

3%

5%

8.65

46
A
18.75
47.5

*
juß.
Goldan=
leihe
(abg.
inn (abg.)
Frrig.=
4½%
Anl. (abe
Tamau=
lipas
(abg.)
4½% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914
(C. C.=Stücke).
% Oſt. Goldreute
Stücke)
Rum. Gold
von 1913
% Schweiz. Bds.
Zahn
v. 1912
4½ Tür
Admin.
1. Bagd
2. Bagd.
Zollanl.
4½% ungarn von
1913 (C. C.=St.)
dito vo
1914 C.C.,St.)
4% dito Goldr
C. C.=St.
4%0
eito vor
1910 (C. C.=St.)
2o dito Kron.
rente (abg.) ..."

21
95.5

27.2

1.9

2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.) 58.75
4½ Kopenh. v. 04I

41, Liſſab. v. 1886

4½ Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891 ...
12
4% Eliſabethbahn

von 1883 ....."
40 Lemberg=Czer.
euerpflichtig. . . 10.75
4½ Lemberg=Czer.

ſteuerfrei ... ..
2‟/.0%0 Oſt. Sübb.
(Lombard.) . . .
15.25
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 ...

3% Raab=Odenbg.
v. 1883...
25
2 Nudolfb. i. S.
C
4½%0 Anatolier I./ 19.5
TV. 1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
157
Badiſche Bank. ..
Bk. f. Brauinduſt
Barm. Bankverein/146
Bayr. Hyp.= und
Zechſelbank . . . . 163.25
Berl. Handelsgeſ.
Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb. /181.5
Darmſt. u. Nt.=Bk./274.5
Deutſche Bank ... 163
Eff.-u. Wechſel
bank . . . . . . . . 119
Vereinsbank 10 2.5
Diskont. Geſellſch. 160.25
Dresdener Bank .. 161.5
Frankf. Bk.
10

Hyp.=Bk. 153
Pfdbr.=Bk. 15
Gotha Grundkr. B./14:
ein. Hyp.=Banr/140
Netallbank. . . . .
132.5
Mitteld Creditbk. 1214
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
6.5
Pfälz. Hyp.=Bankl168
Pr. Bod.=Creditbk. 14
Hyp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant.
Nhein. Creditbank 1s
Hyp.=Banklu97

Südd. Bod.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ.. 1136
Wiener Bankverein/ 15.9

2. Verkehrs=
unternehmunger

A.=G.f. Verkehrsw
Allg. Lokalb.= un
Kraftwagen . .
r. Eiſenb.=Geſ..
T
7% Dt. Reichsbhn
Vorzge. .......
Hapag ........."
Nordd. Lloyd
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr. ....."
Accum. Berlin. . .
Adler & Oppenh.
Ablerw (v. Kleyer,
6% AEG. Vorzug
59
AEG. Stamm. . . .
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin .
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=O
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen ..
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerke
Heidelberg ..
Karlſtadt . . . .
Lothr. (Karlsr.).
Them. WerkeAlbert
Brockhues
Fabrik Milch
Daimler=Ben
Dt Atl.=Telegr
Eiſenh. Berlin!
Erdöl ...."
Gold= u. Silb
ſcheide=Anſtal
Linolwerk. Berl
Dresden=Leipziger
Schnellpreiſen
Dürrwerke Rating

212
210
162.5
96.75
164
161.5
126

265
98
80.25
165
1491
225
198
133

151. 25
85
94.75
87
117.5

135

195
311

Eichbaum, Brauer.
nw. Kaiſersltn
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Gch=
D-
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23
228.5
77
31.25
35
50.5
201
55.5
224
66
103
a
87.5
150
103

77
140

138
13c
10y
143

182
115.*
29.7
87.7

80
156
78
128
96.5
87.1

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187
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Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko

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Löhnber
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Loenus Stamm ./ 64
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Oberurſell 85.75
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10
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Veithwerke. . . . . . 48
Ver. f. Chem. Ind.! 9
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Königs= und
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137
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Memel . . . . 151
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[ ][  ][ ]

Nummer 131


Ma 59 1
Otober
e
Ti.
10. Maf!.
Ne
fFil. Eis
tien Bi4.
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P
i
N. i=
ng
. 1

Frankfurter Produktenbericht vom 10. Mai. Am hieſigen Produk=
tenmarkt
war das Geſchäft heute ſehr ſtill, hervorgerufen durch die
zweite Hand, die mit größeren Abgaben an den Markt kam, ſo daß die
Tendenz ungünſtig beeinflußt wurde. Noggen bleibt weiter knapp an=
geboten
, nur in Kleie werden weitere kleine Umſätze getätigt. Mais
war angeboten und ſtark vernachläſſigt. Weizen 27,00, Noggen 28,75
29,00, Hafer 27,7528,25, Mais 25,00, Weizenmehl 38,2540, Roggen=
mehl
39.,7541 Weizenkleie 15,7516, und Roggenkleie 15.,5017.75 Mk.
Berliner Produktenbericht vom 10. Maf. Der Produktenmarkt
zeigte wiederum ein recht luſtloſes Ausſehen. Vom Auslande lagen die
beſſeren Saatenſtandsberichte vor und ebenſo weiſt der amtliche preu=
ßiſche
Saatenſtandsbericht eine Beſſerung des Felderſtandes aus. Am
Lieferungsmarkte machte ſich verſtärkte Abgabenneigung bemerkbar, die
um ſo mehr einen Druck auf das Preisniveau auszuüben vermochte.
als ſchon ſeit Tagen Geſchäftsſtille herrſcht. Aus den Provinzen iſt
Weizen in Kahnware ausreicend angeboten und 1½ bis 2 Mark nied=
riger
im Preiſe gehalten, von Roggen liegt weiter nur knappes Angebot,
namentlich von Waggonware, vor, die Preiſe waren, jedoch auch um
etwa 1 Mark rückgängig. Von neuen Exportverkäufen iſt bei beiden
Brotgetreidearten bereits ſeit längerer Zeit nichts mehr zu hören. Am
Lieferungsmarkte vermochte Roggen ſeinen Preisſtand beſſer zu behaup=
ten
als Weizen. Weizen= und Noggenmehle ſind zu unveränderten
Preiſen angeboten, aber faſt umſatzlos. Hafer hatte in den geſtrigen
Nachmittagsſtunden noch lebhafteres Geſchäft, heute beſteht weiter Nach=
frage
, jedoch liegt kein nennenswertes Angebot vor, Gerſte ſtill.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 10. Mai. Aufgetrieben waren 7 Ochſen,
N7 Kälber, 9 Schafe, 2 Ziegen. Großvieh wird nicht notiert. Die Preiſe
ſtellten ſich für Kälber: a) 6873, b) 6267, C) 5661, für Schafe 38
bis 42 Pfg. pvo Pfund. Marktverlauf: Lebhaft geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 10. Mai. Zum Kleinviehmarkt waren
zugeführt und wurden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach Klaſſe ge=
handelt
: 106 Kälber 5880 9 Schafe 4248, 206 Schweine 5358, 656
Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 1015, über 4 Wochen 1720,
Läufer 2236. Marktverlauf: Mit Kälbern mittelmäßig, ausverkauft;
mit Schweinen mittelmäßig, geräumt; Ferkel und Läufer mittelmäßig.
Der nächſte Ferkelmarkt findet am Mittwoch, den 16. Mai ſtatt.
Frankfurter Viehmarkt vom 10. Mai. Der Auftrieb des heutigen
Nebenmarktes beſtand aus 57 Rindern, 1011 Kälbern, 119 Schafen und
76 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der ver=
angenen
Woche waren 17 Rinder mehr, ferner 19 Kälber, 1 Schaf und
32 Schweine weniger angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebend=
gewicht
: Kälber b) 7378, ) 6572, 0) 6064; Schafe a) 5054,

Freitag, den 11. Mai 1928

Geite 17

b) 4448; Schweine b) 5456, e) 545, 4) 5457, e) 5955. Im
Vergleich zu den Preiſen der vorigen Woche blieben Rinder gut be=
hauptet
. Schafe waren 4 Mk. billiger, Kälber zogen dagegen 4 Mk. und
bis 3 Mk. im Preiſe an. Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, aus=
verkauft
. Schweine anfangs langſam, zum Schluß rege und ausver=
kauft
. Fleiſchgroßmarkt: Ochſenfleiſch 1 90100, II 8090, Bullen=
fleiſch
8088, Kuhfleiſch 1 7080, II 5565, III 3550, Kalbfleiſch II
100105, Hammelfleiſch 165110, Schweinefleiſch 6575 RMk. per Zent=
ner
Lebendgewicht. Gefrierfleiſch: Rindfleiſch, Vorderviertel 48 und
Hinterdiettel 60 RM.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 10. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt verlief heute unter größeren Kursſchwankun=
gen
. Der baiſſegünſtige Regierungsbericht brachte zunächſt eine kräf=
tige
Abſchwächung. Dann trat auf die beſſeren Kabelmeldungen und
ungünſtige Wetterprognoſen eine Aufbeſſerung ein. Im Verlauf er=
folgte
dann wieder ein ſtarker Kurseinbruch auf günſtige Regenfälle
im Nordweſten des Anbaugebietes.
Mais: Der Markt verlief in ſchwacher Haltung auf günſtige Wet=
ter
= und Felderſtandsberichte.
Hafer: Gute Lokonachfrage und ungünſtigere Felderſtandsberichte
aus dem Nordweſten bewirkten einen feſten Marktverlauf.
* New York, 10. Mai. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Das Geſchäft war heute lebhafter auf die Feſtigkeit der
Märkte in den Produktionsländern. Der Handel trat als Käufer auf.
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkt machte ſich zunächſt Realiſations=
neigung
bemerkbar. Später führten Käufe des Handels zu einer Be=
feſtigung
.
Baumwolle: Günſtige Wetterberichte ſowie Liquidationen und Ab=
gaben
drückten Anfangs auf die Preiſe. Dann zeigte ſich beſſere Kauf=
luſt
auf ungünſtigere Felderſtandsberichte.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 10. Mai:
Getreide: Weizen, Mai 152½, Juli 15378, Sept. 152½: Mais,
Mai 104½, Juli, Sept. 107½; Hafer, Mai 65½, Juli 58½, Sept.
48½: Roggen, Mai 134, Juli 131, Sept. 1225.
Schmalz: Mai 11,875, Juli 12,15, Sept. 12/475.
Rippen, Mai 12, Juli 12,20, Sept. 12,575: Speck loco 12:
leichte Schweine 8,5010,30, ſchw. Schweine 9,2510; Schweine=
zufuhr
Chicago 29 000, im Weſten 105 000.
Chicagver Baumwolle: Mai 21,22, Juli 20,98.

G ngterten uch Meldungen auis Nein York om 10. Mal.
Getreide: Weizen Rotwinter 212½, Hartwinter 1727; Mais
neu ank. Ernte 1183: Mehl ſpr. wheat clears 7,257,75; Fracht
nach England 1,623, nach dem Kontinent 79.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12: Talg extra 88.
Kakao: Tendenz: ſtramm, Umſatz in lots 170, loco 15½, Mai
15,07. Juni 15.13, Juli 15,33, Auguſt 15,45, September 15,54,
Oktober 15,42, November 15, Dezember 14,53, Januar 1929 14,39.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Am Samstag vor Pfingſten, den 26. Mai, bleiben die Börſenräume
für jeden Verkehr geſchloſſen. Am Freitag, den 25. Mai, fällt die Ver=
liner
und die Frankfurter Abendbörſe aus.
Die am 4. und 5. Mai für die Metallinduſtrie der Tarifgebiete
Sachſen und Leipzig gefällten drei Schiedsſprüche ſind vom Reichs=
arbeitsminiſter
für verbindlich erklärt worden.
Die Gewerkſchaften haben den im Lohnſtreit in der hannoverſchen
Metallinduſtrie gefällten Schiedsſpruch abgelehnt; die Arbeitgeber haben
ihn angenommen und beim Reichsarbeitsminiſterium den Antrag auf
Verbindlichkeitserklärung des Schiedsſpruchs geſtellt. Eine Ausſprache
hierüber findet am 11. Mai im Reichsarbeitsminiſterium ſtatt.
Wic erfahren, daß die Kipper für ausländiſche Schiffe die Arbeit
noch nicht eingeſtellt haben. Ob. das Kohlenſyndikat den wegen der
Streikgefahr gefaßten Beſchluß, den Verſand nach dieſen Kippern völlig
einzuſtellen, aufrecht erhält, iſt noch nicht bekannt. Lediglich der Kipp=
betrieb
, für die deutſchen Schiffe ruht.
Wie wir aus unterrichteten Kreiſen erfahren, dürfte ſich das Zeich=
nungsergebnis
auf die 5prozentigen baheriſchen Schatzanweiſungen auf
annähernd 17 Millionen RM. belaufen. Der aufgelegre Betrag von
35 Millionen RM. iſt bekanntlich von einem Bankenkonſortium voll
übernommen worden, ſodaß dieſer Betrag dem Staat zur Verfügung iſt.
Aus Anlaß ſeines 25jährigen Jubiläums veranſtaltete der Verband
Deutſcher Waren= und Kaufhäuſer geſtern vormittag in dem großen
Feſtſaal der Induſtrie= und Handelskammer Berlin unter ſtarker Be=
teiligung
von Vertretern von Reichs=, Staats= und Kommunalbehörden
ſowie der befreundeten Verbände und ſeiner eigenen Mitglieder eine
Feſtſitzung.
Die Belgiſche Kammer beriet das Budget für Induſtrie und Arbeit.
Der Arbeitsminiſter erklärte, die induſtrielle Lage des Landes ſei zu=
friedenſtellend
. In der Kohlenfrage ſtehe eine Einigung zwiſchen Ar=
beitgebern
und Arbeitnehmern bevor. Die geringe Ziffer der Arbeits=
loſen
ſei ein Beweis für die gute Lage der belgiſchen Induſtrie.

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V. 1431

[ ][  ][ ]

Seite 18

Freitag, den 11. Mai 1928

Nummer 131


Sa
oTel Salle

iſi ein Geſchenk für Alle, die den Film lieben. Der Erfolg bewies.
daß Douglas auch für Deutſchland ein Begriff geworden iſt.
Und Ber Gaucho iſt ſein ſchönſter Film!

So etwas
von
Heiterkeit
gab’s noch
nicht!

Palast-Lichtspiele, Grafenstrasse
Wu
Bei Mräte sohadt scnn ok ar der Front
iſt ein ganz unkriegeriſches Luſtſpiel. Der Film derer, die den Krieg nicht gewollt haben.
Pat und Patachon als Poltaisten
auch ein Film, den man zweimal ſehen kann.
(TV. 8243

de Insel der Gestrandeten

Tom, der Rächer

(Tom Thler) und

Großpopa tanzt

Das dritte
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Politik Kunst Theater Ballett Allerhand anderes Ge-
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Tonarten. Rheinische Fröhlichkeit in der Mitte und an den Seiten
des Saales, an den Tischen, den Zelten, den Buden
und auf der Tanzdiele,
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Stimmung!
Anfang: 12. Mal, abends 20 Uhr
Ende: 13. Mal, kurz vor Schluß
Elntrittspreis: 4 Mark an der Abendkasse, aber
nur 3 Mark in den folgenden Vorverkaufsstellen:
In den Geschäftsstellen der Mainzer Zeitungen, an der Theaterkasse,
im Reisebüro des Hauses Leonhard Tietz, Schusterstr., Annoncen-
Expeditionen D. Frenz, Ludwigstraße und L. Greif, Tritonplatz.
sowie den Zigarrenhandlungen Brandt, Tritonplatz, Gottlieb,
Bahnhofstraße, Mauer, Schusterstraße, Straub. Augustinerstraße
und Neubrunnenstraße In Wiesbaden: bei J. Schottenfels & Co.,
Theater-Kolonnaden In Darmstadt in der Geschäftsstelle
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Anfang 18.00 und 20.00 Uhr
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Der Sprechende Film
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(Bühnenvolksbund)
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XII haben.
Freitag, den 1m Mai 1928
Ende 22.15 Uhr
Anfang 19.30 Uhr
In der neuen Inſzenierung:
Zar und Zimmermann
Komiſche Oper in drei Akten
von Alber. Lortzing
Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander
Inſzenierung: Rudolf Schee
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapi
Tänze: Manda von Kreibig
WV.8224
Mi wir ende
Paula Kapper, Martha Liebel, Leo Bare
zinſki, Hans Debus, Oscar Grauert, Oil
Horina, Alfred Karen, Adolf Klotz, Heine
Kuhn, Joſef Poerner, Eugen Vogk
Pe ſonen=Verzeichnis:
Mk. 1000. Beter I., Zar von Nuß=
land
, un . dem Namen
Peter Michaelow, als
Leo Barczinſki
Zimmergeielle
PeterJwanow einRuſſe,
Eugen Vogt
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. . Heinrich Kuhn
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General Lefort, ruſſiſch
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Spielwart: Fritz Bohne
Preiſe der Plätze: 1.507.50 Mk.

[ ][  ][ ]

Nummer 131

Freitag, den 11. Mai 1928

Seite 19

Sin Ssastagaska.

9)

Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)

Als er vor dem Binderſchen Palais ſtand, hatte er einen
Augenblick die Empfindung, als drehe ſich die Gaſſe um ihn.
Aber nur einen Augenblick. Dann ſtellte ſich jene faſt unbegreif=
liche
Gleichgültigkeit ſolcher bodenlos leichtſinniger Naturen ein,
die es inſolange nicht glauben, daß es ihnen jemals ſchleiht
gehen könne, bis ihnen das Leben mit unerbittlichen Zangen
das dicke Fell herunterreißt. Er zündete ſich eine Zigarette an
und ſchlenderte gegen den Billwärder.
Alſo gut, Amerika, ſagte er ſich. Warum nicht? Die
Idee iſt nicht ſchlecht.
Amerika reizte ihn überhaupt. Jede Weile hörte man, daß
ſich drüben die reichſten Bräute in ganz einfache Leute verlieben,
in Chauffeure, ja in Straßenarbeiter . und ihm, mit ſeinem
wundervollen Aeußeren, mit ſeiner Routine ſollte es nicht gelin=
gen
, ſo einem Dollardrinzeßchen den Kopf zu verdrehen?
Nachrennen werden mir die Weiber, ſagte er ſich über=
zeugt
. Genau ſo, wie hier.
Und ſo eine mehrfache Dollarmillionärin wäre noch ganz was
anderes, als dieſe grunäugige Kornelia, die ihn mit ihrer ewi=
gen
Korrektheit und Wohlanſtändigkeit überhaupt langweilte.
Das einzige, was ihn an dem amerikaniſchen Projekt pei=
nigte
, war, daß Jäniſch gegen ihn ſeinen Kopf durchſetzen ſollte.
Plötzlich fiel ihm der Klavierſpieler von der Meluſine ein.
Im erſten Moment lachte er. Aber je länger er nachdachte,
um ſo lockender erſchien ihm die Sache. Pianiſt in einer luxu=
riöſen
amerikaniſchen Bar. Nicht ſo übel. Daß ein ſolcher zehn=
mal
mehr Gelegenheit hat, mit der eleganten Welt in Berührung
zu kommen, als ein kleiner Commis in Buffalo, war nicht zu be=
ſtreiten
. Und er brauchte Jäniſch nicht konnte ihm ſagen, daß
er auf ſeine Hilfe pfeife ..."
Nach kurzem Bedenken war Carry entſchloſſen. Er wollte
den Muſiker am nächſten Tage aufſuchen. Mit fliegender Eile
traf er ſein= Vorbereitungen, verſetzte ſeine Ringe, ſandte ins
Kontor einige erlogene Zeilen, die Bank, bei der das Geld depo=
niert
ſei, ſei ſchon geſchloſſen, er könne es erſt morgen bringen,
dann eilte er nach Hauſe, einzupacken.
Er bewohnte im Elternhaus eine hochelegante, ſeparierte
Wohnung, Salon, Schlafzimmer, Bad und ſo weiter. Natürlich
hatte ein derartig von der eleganten Welt in Anſpruch genom=
mener
Kavalier höchſt ſelten Gelegenheit, zu den regelmäßigen
Mahlzeiten zu erſcheinen, ſo daß ſein Fehlen kaum auffiel.
Aber heute beeilte er ſich. Er wollte ſeiner Begegnung mit
der Muter, die nach zwei Uhr aus dem Kontor kam, ausweichen.
Der Mutter tvollte er erſt von Amerika alles brieflich erklären.
Rührſelige Abſchiedsſzenen waren ihm widerwärtig.
Wie aber dieſer Gemütsathlet inmitten der verweichlichen=
den
Eleganz ſeiner Wohnung ſtand, ſein wundervolles Bett ſah,
ſein Badezimmer, ſeinen Toilettentiſch mit all den blitzenden
Requiſiten, wie ſie keine alte Kokette vollſtändiger haben kann,
da packte ihn die Verzweiflung. Er warf ſich auf das Sofa und
konnte ſich kaum enthalten, laut zu heulen. Das ſollte er alles
hier laſſen! Monatelang dieſe raffinierte Körperpflege, dieſen

berauſchenden Duft der Toiletteneſſenzen und Parfüms ent=
behren
. Er ſollte untertauchen in dieſe trübe, nach Schweiß und
Armut ſtinkende Welt der Arbeit um das tägliche Brot! Er war
überzeugt, daß es ſich nur um ein turzes Intermezzo handele,
eine Art Gaſtrolle, wie ſich etwa ein königlicher Prinz manchmal
den Spaß macht, ſich verkleidet unter das werktätige Volk zu
mengen, um dann wieder den ihm gebührenden Platz auf den
Höhen der Menſchheit einzunehmen. . . Aber ſelbſt dieſe Gaſt=
rolle
dünkte ihm unerträglich. Amerika erſchien ihm mit ein=
mal
wie eine Rieſenfabrik, die nichts anderes duldete, als menſch=
liche
Arbeitsmaſchinen.
Und da kam ihm die Luſt, alles gehen zu laſſen, wie es
mochte, ſich ins Bett zu werfen und ſich auszuſchlafen.
Da kam ihm wieder ein anderer Einfall.
Vika.
Dieſes naide Bauernmädchen, das bis über die Ohren in
ihn verliebt war. Am Ende war das ein Ausweg. Wenn der
phantaſtiſche Plan mit dem Ozeanflug gelang, dann war ja Vika
eine Partie, gegen die ſich die hochnaſige Kornelia verſtecken
konnte. Und wenn’s auch nicht gelang. Konnte ſich dieſer quer=
köpfige
Oberlehrer ein Rieſenflugzeug bauen, ſo war er kein
armer Schlucker. Und daß ſo einfachen Leuten, wenn man ihnen
mit der nötigen Eleganz gegenübertritt, das Geld lockerer ſitzt
als den Ueberkultivierten, das wußte Carry.
Er überleste nicht lange und griff zum Kursbuch. Um zwei
ging ein Zug. Um ſechs konnte er in Büſum ſein. Auf der
Fahrt konnte er ſich ausſchlafen. Und war die blauäugige Vika
nicht die rettende Fee, konnte er mit dem Nachtzug zurück und
morgen rechtzeitig in Cuxhaven mit dem Schiffsoffizier der
Meluſine abſchließen.
Zum Bahnhof, Chauffeur, ſagte Carry, mit ſeinem ele=
ganten
Reiſekoffer in ein Auto ſteigend, wenn ich den Zwei=
Uhr=Zug nach Büſum erreiche, gibt’s tüchtiges Trinkgeld.
4. Kapitel.
Vor dem weitgeöffneten Dielentor des Willumshofes war=
tete
das Flugzeug und rickte die Propellerachſe gegen das ver=
ebbte
Wattenmeer.
Neben dem Rieſenvogel, Hut im Nacken, die Hände in den
Taſchen der Lederjacke, ſtand breitbeinig Willem Bäſecke. Er hatte
eigentlich nicht das Aeußere eines Berufsfliegers. War ein großer,
breitſchultriger Mann mit viel Fleiſch und deutlicher Bauchrun=
rung
. Weißblonde, wie eine Bürſte abſtehende Haare umgaben
ſein ſtumpfnaſiges, glattraſiertes Geſicht, das durch ein paar ge=
mütliche
hellblaue Augen belebt wurde. Neben Bäſecke, wie zwei
dienſteifrige Adjutanten, Ruß und Vika. Im Dielentor, finſter
wie eine Unheilsſonne, die harten Hände unter der Schürze ver=
ſchränkt
, die alte Sigbrit
Ruß war nervös. Die ſonderbare Enttäuſchung, die viele Er=
finder
befällt, wenn ſie die Ausgeburten ihres Geiſtes in harter
Wirklichkeit vor ſich haben, hielt auch ihn im Banne. Auch Bäſecke
ängſtigte ihn. Der Berliner hat noch kein Wort der Anerkennung
verlauten laſſen.
Wie is denn nu? wandte er ſich an Vika, fliejen Se recht
fleißig?
Jeden Abend um zehne ins Bett, fcherzte ſie.
Bäſecke ließ einen Lacher hören, daß ſämtliche Spatzen im
Umkreiſe von einem halben Kilometer davonſchwirrten.

Wiſſen Sie noch, wie wir mitnander jeflojen ſind? fuhr
er behaglich fort, Sie vorne am Lenkrad, ick hinter Ihn’, wie auf
der Pupperlhutſchen? War’n Spaß, wat?
Wundervol war’s! gab Vika zu.
n haarijet Vajnüjen, lachte der Flieger, ick hab’ nämlich
Ihre flatternden Haare immer in Mund bekommen.
Deshalb ließ ich mir Ihnen zu Ehren einen Bubikopf ſchnei=
den
, entgegnete Vika ſchlagfertig.
Heerſte, Fritze? Mir zu Ehren! lachte der Flieger, den
Oberlehrer in die Seite ſtoßend. So’ne verflixte Kreete! fügte
er anerkennend hinzu. Det hätten Se mir erzählen miſſen, wie
ick noch jung und ſcheen war.
Nun, Willem, was ſagſt du zu dem Flugzeug? fragte Ruß,
der ſeine Ungeduld nicht mehr bezähmen konnte.
Ick will nich vorjreifen un ſage gar niſcht, entgegnete der
Berliner, zeije mir erſt mal det Jedärme von den Pelikan.
Sie ſtiegen in das Flugzeug. Vika legte die Arme auf die
Türſchwelle der Flugzeugkabine, das Kinn auf den Armen, und
ſah ihnen zu. Die Männer hockten ſich zum Motor nieder.
Das war der Clou der Ruß’ſchen Erfindung. Ein 185 pfer=
diger
Sechszylindermotor, der bei einem ſtündlichen Verbrauch
von 20 Kilo Benzin eine Stundengeſchwindigkeit von 200 Kilo=
meter
erzielen ſollte.
Haſt du det ausprobiert? fragte der Flieger.
Berechnet, entgegnete Ruß.
Bäſecke ließ ein vielſagendes: Ach ſo! hören.
Das durchaus Originelle war die Anordnung der Zünd=
kerzen
. Wenn eine ſolche verrußt oder verölt, funktioniert ſie
nicht, und da man ſie im Flugzeug nicht austauſchen kann, iſt man
zur Notlandung gezwungen. Dieſem Uebelſtande aller Flugzeug=
motoren
wollte Ruß mit ſeiner Erfindung an den Leib rücken.
Bei ſeinem Motor konnte die Gaszufuhr jedes einzelnen Zylin=
ders
vom Schaltbrett aus bequcm abgeſchloſſen werden. Außer=
dem
wies jeder Zylinder einen Bronzering auf, in dem acht
Zündkerzen placiert waren. Jeden Bronzering konnte man ver=
mittels
einer praktiſchen Zahnradanordnung vom Schaltbrett aus
um ein Stück weiter drehen, ſo daß die nächſte Kerze an die
Zündſtelle kam, worauf man den Ring mit einem feſten Hebel
wieder gasdicht an den Motor anpaſſen konnte. In das Schalt=
brett
waren ſechs Glasdoſen eingebettet, durch welche die Kabel
der elektriſchen Zündung führten. Lief der Motor, dann phos=
phoreszierten
die Doſen wie ſechs Katzenaugen. Setzte eine Kerze
aus, erloſch das entſprechende Auge. Der Flieger wußte ſofort,
welcher Zylinder nicht arbeitete, ſperrte ihm das Gas ab, drehte
eine andere Kerze an die Zündſtelle, und das Katzenauge funkelte
wieder. Die Vorrichtung funktionierte tadellos und war außer=
ordentlich
handlich.
Was ſagſt du dazu, Willem? fragte Ruß, mit den Blicken
um ein Wort des Lobes bettelnd.
Jar niſcht, entgegnete Bäſecke, erſt will ick fliejen, dann
will ick quaſſeln.
Dann probierte er den Anlaſſer, das Höhenſteuer, das Seiten=
ſteuer
und prüfte mit beſonderer Sorgfalt die Verwindungs=
klappe
.
Aber nu raus, Oller! wandte er ſich an den Oberlehrer, ick
will hochjehen.
(Fortſetzung folgt.)

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3 vierrädr. Wagen, zweirädr. Hand=
wagen
. 2 Schwenkkrane mit Drahtſeil
u. Aufziehlaſten, 2 Patentflaſchenzüge,
4 Kabelwinden, eine größere Partie
eiſ. Bogen u. Schließen. 1 Partie Ton=
rohr
(0,100.15 I. W., 50 Meter) nebſt
Faſſonſtücken u. 50 Kanalbleche, 5 Ben=
zinlampen
für Kanal Kreuzhacken,
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, 20 Met, lang, 1 dreiarm. Lüſter,
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(25-50 mm I. W.), einige Wagen trock.
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Bekanntmachung.
Die Stammholzverſteigerung vom
8. Mai 1928 zu Mörfelden iſt genehr
migt. Ueberweiſung und erſter Abfuhr=
fuhrtag
. Montag, den 21. Mai 1928, mit
Zuſammenkunft vormittags 9 Uhr an
den Forſthäuſern Schlichter, bezw. Wieſen=
tal
, bezw. Apfelbachbrücke.
Ablauf der dreiwöchigen Barzahlfriſt
(8248
am 30. Mai 1928.
Mörfelden, den 8. Mai 1928.
Heſſ. Forſtamt Mörfelden.

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