Darmstädter Tagblatt 1928


09. Mai 1928

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Nummer 129

Mittwoch, den 9. Mai 1928.

191. Jahrgang

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Karols Staatsſtreichverſuch.
Karol muß England verlaſſen.
EP. London, 8. Mai.
Der Staatsſtreichverſuch des Prinzen Karol hatte zur Folge,
baß in Regierungskreiſen eine Reihe von Konferenzen abgehal=
ten
wurden, die ſich mit der Lage befaßten. In den ſpäten
Abendſtunden verordnete der Innenminiſter, daß Karol Eng=
land
verlaſſen müſſe. Polizeioffiziere wurden nach ſei=
nem
Wohnſitz Oakhurſt entſandt, um ihn von dem Beſchluß des
Innenminiſters in Kenntr is zu ſetzen. Da jedoch Karol nach Lon=
don
in ein Lichtſpieltheater gegangen war, in dem merkwürdiger=
weiſe
das Stück Wir ſind ja alle Spieler gegeben wurde, konnte
ihm der Erlaß des Innenminiſters erſt in ſpäter Nachtſtunde bei
ſeiner Rückkehr zur Kenntnis gebracht werden.
Die Vorbereitungen zu dem Manifeſt ſind, wie ſich jetzt
herausſtellt, erſt in letzter Stunde getroffen worden. Obwohl der
Text bereits längere Zeit feſtgeſtanden habe, wurde der Druck=
auftrag
erſt am Samstag gegeben, nachdem es unter größten
Schwierigkeiten gelungen war, eine Druckerei zu finden, die nach
dem engliſchen Wochenende die Arbeit noch ausführte. Die erſten
Abzüge gelangten erſt gegen 9 Uhr abends auf den Flugplatz,
wo ſchon die Abfahrt der Flugzeuge von der Polizei verboten
worden war. Der Geſamtauftrag wurde erſt gegen 1 Uhr nachts
beendet. Das Manifeſt wurde dann durch den Engländer Heath=
cote
und einen Begleiter am Sonntag morgen nach dem Konti=
nent
gebracht.
Die Angelegenheit wird am Dienstag das Unterhaus be=
ſchäftigen
.
Die von der engliſchen Regierung beſchloſſene Ausweiſung
des Prinzen Karol hat hier umſomehr größtes Aufſehen erregt,
als der Prinz mit dem engliſchen Königshauſe in nahen ver=
wandtſchaftlichen
Beziehungen ſteht. Seine Mutter, die ver=
witwete
Königin Maria, iſt bekanntlich die Tochter des Herzogs
von Edinburgh, eines Sohnes der Königin Victoria von England.
Die Ausweiſung wird damit begründet, daß die engliſche Re=
gierung
es nicht zulaſſen könne, daß auf engliſchem Boden ein
Komplott gegen eine befreundete Regierung geſchmiedet werde.
Im Unterhauſe wird die Regierung vorausſichtlich noch heute
über den Ausweiſungsbeſchluß eine Erklärung abgeben. Mit dem
Prinzen Karol iſt auch Frau Lupescu ausgewieſen
worden. Die Behörden haben den Auftrag erhalten, daß Paar
mit Polizeigeleit auf einen Dampfer zu bringen, falls es nicht
freiwillig mit einem der nächſten fälligen Dampfer das Land
verläßt. Intereſſant iſt es, daß der Prinz augenſcheinlich das
Opfer von Hintermännern geworden iſt. Die eng=
liſchen
Morgenzeitungen machen darüber bereits Mitteilungen.
Es wird behauptet, daß die beiden Flugzeuge von der Redaktion
eines großen Londoner Blattes gechartert worden ſeien, daß auch
em Sonntagsblatt herausgebe. Dieſe Andeutung verweiſt auf
Lord Rothermere, den Beſitzer der Daily Mail‟. Die Aktion des
Lords vor einigen Monaten zugunſten Ungarns werfe ein ſehr
deutliches Schlaglicht auf ſein jetziges Vorgehen. Der Feldzug
Lord Rothermeres habe in Rumänien und der Tſchechoſlowwakei
große Verſtimmung hervorgerufen und wenn es zutreffen würde,
daß Lord Rothermere ſich von dem Prinzen Karol Verſprechun=
gen
geben ließ, die in dieſer Richtung zugunſten Ungarns liefen,
und daß Lord Rothermere als Gegenleiſtung den Flug von Lon=
don
nach Bukareſt arrangierte, ſo wären ohne weiteres die poli=
tiſchen
Beweggründe des engliſchen Kabinetts für die Ausweiſung
des Prinzen erkennbar.
Der Karlsburger Kongreß.
An Berliner amtlicher Stelle liegen noch keine amtlichen
Mitteilungen über die Vorgänge aus Rumänien vor, ſpeziell
über den Verlauf des Bauernkongreſſes in Karlsburg. Man
Hlaubt aber den Eindruck zu haben, daß irgendwelche ernſten
Ruheſtörungen in Rumänien nicht zu erwarten ſind, da beſon=
ders
der Bauernkongreß es mit aller Entſchiedenheit abgelehnt
hat, ſich des Mittels der Revolution zu bedienen. Es ſollte
Helmehr eine machtvolle Kundgebung gegenüber der herrſchen=
den
Liberalen Partei ſein, nachdem es nicht gelungen war, die
Wünſche der Bauernpartei in den monatelangen Verhandlungen
durchzudrücken. Auch auf dem Bauernkongreß iſt man in un=
mißverſtändlicher
Weiſe von dem Exkronprinzen Karol abgerucki,
mit dem man früher einmal aus taktiſchen Gründen zuſammen=
gearbeitet
hat, von dem aber heute in Rumänien kein Menſch
etwas wiſſen will, nachdem er in leichtfertiger Weiſe auf die
Thronfolge verzichtet hat.

Maniu in Bufareſi. Zenſur in Rumänien.
EP. Bukareſt, 8. Mai.
Der Führer der Nationalen Bauernpartei, Julius Maniu,
äſt um Mitternacht in Begleitung des Abgeordneten Popoviei in
Bukareſt eingetroffen. Auf der Fahrt nach Bukareſt wurde er
viermal von Gendarmen angehalten. Der Vollzugsausſchuß der
Bauernpartei trat heute vormittag zu einer Sitzung zuſammen,
in der entſchieden werden ſoll, ob Maniu perſönlich die Reſolu=
tion
des Kongreſſes von Karlsburg dem Regentſchaftsrat uber=
ceichen
oder durch ein anderes Mitglied vorlegen laſſen ſoll.
Die Bukareſter Morgenblätter ſind mit großen weißen Flächen
erſchienen. Die ausländiſchen Berichterſtatter ſtehen unter ſtreng:
er Kontrolle.
Der Vizepräſident der Nationalen Bauernpartei, Michalake,
der geſtern nachmittag nach Bukareſt zurückgekehrt iſt, hielt, im
Plub der Partei eine große Rede, bei der eine zahlreiche Men=
Ghenmenge anweſend war, ſo daß der Verkehr in der Straße, wo
ich der Parteiklub befindet, lahmgelegt war. Michalake betonte
m ſeiner Rede, daß die Verſammlung von Alba Julia von großer
Bedeutung für die Geſchichte des Landes ſei. In der ſehr ſcharf

gehaltenen Rede wurde auch der Regentſchaftsrat angegriffen
und erklärt, daß die Partei nötigenfalls auch gegen die Wünſche
des Regentſchaftsrates handeln werde.

Exkronprinz Karol von Rumänien.

Links: Exminiſterpräſident Dr. Julius Maniu, der Führer
der oppoſitionellen Bauernpartei.
Rechts: Miniſterpräſident Vintila Bratianu, der Chef der
bedrohten Regierung.
Eine Erklärung der Nationalen Bauernpartei.
Von der Leitung der Nationalen Bauernpartei in Rumä=
nien
wird heute eine Erklärung ausgegeben, in der es heißt, daß
die zweite Etappe des Kampfes gegen die Regierung die Ver=
weigerung
der Steuerzahlungen durch die Sie=
benbürger
Bauern ſein werde. Ferner werde paſſive
Reſiſtenz, der ſtädtiſchen Verwaltungen gegen=
über
der Staatsverwaltung dort eintreten, wo ſich die
Bauernpartei in der Mehrheit befinde. In dieſer Weiſe hoffe
die Bauernpartei, den Rücktritt der Regierung Bratianu erzwin=
gen
zu können. Die Senatoren und Abgeordneten der Partei
würden auch weiterhin den parlamentariſchen Arbeiten fern=
bleiben
. Auch einem Sonderberichterſtatter der Belgrader Zei=
tung
Politica hat der Führer der rumäniſchen Bauernpartei,
Maniu, die Erklärung abgegeben, daß die Bauernverſamm=
lung
von Alba Julia nur die erſte Etappe des
Kampfes bedeute. Andererſeits müſſe betont werden, daß
von einem Staatsſtreich oder von einer Zurückrufung des Prin=
zen
Karol oder von einer Bauernrevolution nicht die Rede ſein
könne. Die rumäniſche Bauernpartei ſtehe auf dem Boden der
Verfaſſung und ſei für die Monarchie, wende ſich aber gegen das
feudaliſtiſche Regime der jetzigen Regierung Bratianu. Auch aus
allen bisher vorliegenden anderen Meldungen geht hervor, daß
Prinz Karol von keiner einzigen politiſchen Gruppe unterſtützt
wird, ſo daß deſſen Sache als verloren zu betrachten ſein dürfte.
Der Prozeß gegen die deutſchen Ingenieure.
Aus ruſſiſcher Quelle wird bekannt, daß der Prozeß
gegen die verhafteten deutſchen Ingenieure im
Donezbecken am 15. Mai beginnen ſoll. An amtlicher Stelle
in Berlin liegt eine Beſtätigung dieſer Meldung noch nicht vor.
Die letzte Mitteilung, die der deutſche Botſchafter in Moskau er=
halten
hat, iſt ſchon eine Woche alt. Damals hat man ihm zu
verſtehen gegeben, daß die Verhandlungen wahrſcheinlich in der
zweiten Hälfte des Mai ſtattfinden werden. Termine ſind aber
ſchon wiederholt genannt, aber immer wieder umgeſtoßen wor=
den
, weil die Ruſſen behaupteten, es ſei neues Material gegen
die Angeklagten entdeckt worden, das noch berückſichtigt werden
müſſe. Es iſt der Reichsregierung leider nicht gelungen, ein be=
ſonderes
Verfahren gegen die Deutſchen durchzuſetzen. Sie wer=
den
daher zuſammen mit den ruſſiſchen Angeklagten vor dem
Richter ſtehen. Welche Vorwürfe im einzelnen gegen die Verhaf=
teten
erhoben werden, iſt ihnen noch nicht mitgeteilt worden. Ein
Vertreter des deutſchen Botſchafters hat ſich vor einigen Tagen
im Unterſuchungsgefängnis eingefunden, und feſtſtellen müſſen,
daß ſie weder im Beſitze der Anklageſchrift ſind, noch überhaupt
wiſſen, auf Grund welcher Vorkommniſſe ihre Verhaftung er=
folgt
iſt.

* Die ägyptiſche Kriſe von
London geſehen.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
G. P. London, 6. Mai.
London hat zwei ägyptiſche Wochen hinter ſich und alles
deutet darauf hin, daß das Problem Aegypten Englands
Regierung und ſeine Oeffentlichkeit noch längere Zeit beſchäftigen
wird. Das Empire iſt allerdings ſo groß und in nationaler
Hinſicht ſo vielfarbig, daß man es ſich in London ſonſt getroſt
geſtatten kann, Exiſtenzfragen anderer, vor allem ſubordinierter
Völker als engliſche Wochenſenſationen die leicht wieder ver=
geſſen
werden, aufzufaſſen. Aber in dieſem Falle liegen die Dinge
ernſter, und wenn manche Londoner Blätter ihr Nachrichten=
material
auch ſo aufmachen, daß irgend ein Eiſenbahnunglück bei
Euſton=Station oder Sir Leo Moneys Liebesabenteuer im Hyde=
Park headlines über die ganze Seite erhalten, während The
Egyptian Situation nur ſo nebenbei erwähnt wird, ſo beſteht
im Grunde doch kein Zweifel darüber, daß die Kriſe in den Be=
ziehungen
zu Aegypten heute durchaus im Vordergrunde des
nationalen Intereſſes ſteht und daß ſie im Moment die weitaus
ſchwerwiegendſte Sorge der britiſchen Regierung iſt.
Nicht nur in der übrigen Welt, ſondern auch hier in England
waren viele von der Entſchloſſenheit, ja Brutalität überraſcht,
mit welcher die Regierung faſt über Nacht ihren Ton Aegypten
gegenüber änderte, das ſcharfe Ultimatum ſtellte und ſeine Worte
durch die Entſendung von fünf Schlachtſchiffen
unterſtützte. Aber wenn in normalen Zeiten die Herren von Dow=
ning
Street durchaus der Vorwurf treffen könnte, in ihren Aeuße=
rungen
über Englands Beziehungen zu den von ihm abhängigen
Staaten in der ſprichwörtlichen britiſchen Hypokriſie zu exellie=
ren
oder ſich in zweideutigem Schweigen zu ergehen, ſo laſſen ſie
in Ernſtfällen an Klarheit nichts zu wünſchen übrig. Die wahre
Bedeutung Aegyptens für England, ſagte dieſer Tage ein pro=
minentes
Mitglied der Regierung mit aller Beſtimmtheit, liegt
in der einfachen Tatſache, daß der Suez=Kanal die weſent=
lichſte
britiſche Verkehrsader in der ganzen Welt iſt, und daß dieſe
Waſſerſtraße für England ebenſo wichtig wie der Panama=Kanal
für Amerika iſt! Daß dem in der Tat ſo iſt, weiß jedes Kind in
England, und deshalb kann ohne Uebertreibung geſagt werden,
daß die von der Regierung Aegypten gegenüber eingenommene
energiſche Haltung im Grunde von der geſamten Nation gebilligt
wird. Wir Engländer hörte ich Leute ſagen, kennen die Welt.
Und wir wiſſen, daß beſonders im Nahen und Fernen Oſten es
vor allem die Machtfaktoren ſind, die imponieren und die etwas
Poſitives auszurichten vermögen . . ." Nicht vergeſſen ſei außer=
dem
, daß in England, wie heute in den meiſten Ländern der Welt,
ein großer Teil der öffentlichen Meinung von der Regierung
ſtändig Handlungen verlangt, und in der Natur der Dinge
liegt es, daß konſervative Regierungen ſtets eher als alle anderen
geneigt ſind, dieſem Volksverlangen nach Taten Genugtuung
zu geben. In dieſem Fall glaubt alſo England gehandelt, und
richtig gehandelt zu haben.
Letzteres betreffend könnte man verſchiedener Anſicht ſein.
Aber zuſtimmen werden auch viele Nichtengländer der hieſigen
Auffaſſung, daß das vorgebrachte Verſammlungs=
geſetz
(um welches die ganze gegenwärtige Kriſe ausgebrochen
war) wirklich nicht dazu angetan iſt, in Aegypten die Ruhe und
Ordnung zu ſichern und daß es einmal verwirklicht leicht
Ausſchreitungen und Uebergriffe des Pöbels fördern würde. Hier
liegt der volle Text des geplanten Geſetzes vor, und objektiv muß
zugegeben werden, daß es in der Tat ein mehr als merkwürdiges
Dokument darſtellt. Da wird vor allem geſagt, daß öffentliche
Demonſtrationen ſeitens der Polizei nicht eher verboten oder aus=
einandergetrieben
werden dürfen, als nach erfolgtem Ausbruch
ernſter Unruhen‟. Doch ſelbſt dieſes beſcheidene Recht der Behör=
den
iſt noch durch die ſonderbare Beſtimmung eingeſchränkt, daß
keine Polizeibeamten im unmittelbaren Bannkreis einer politi=
ſchen
Verſammlung anweſend ſein dürfen, und daß Verſamm=
lungen
, die wegen ernſter Unruhen aufgehoben worden ſind, ſo=
fort
zuſammentreten dürfen, falls ſich die Ruhe wieder einge=
ſtellt
hat‟. Den Urhebern und Veranſtaltern von öffentlichen Un=
ruhen
wird nur eine maximale Pön von 100 Piaſtern oder eine
Woche Haft angedroht. Dagegen ſind allerhand Strafmaßnahmen
gegen die Beamten der Polizei vorgeſehen; ſie können bei
öffentlichen politiſchen Verſammlungen veranlaßt werden, aus
der Hörweite der öffentlichen Redner zu gehen; ſie dürfen nicht
einſchreiten im Falle offenſichtlich heranreifender Exzeſſe, ſondern
haben den Ausbruch der Unruhen ſelbſt abzuwarten; ſollten ſie
aber in ihrem Beſtreben, die Ordnung zu erhalten, zu früh ein=
greifen
, ſo werden ſie mit weit höheren Gefängnis= und Geld=
ſtrafen
belegt als die Rowdies und politiſchen Aufwiegler, welche
die Ausſchreitungen angezettelt oder ausgeführt haben. Hiernach
wird man den Engländern einigermaßen recht geben müſſen,
wenn ſie erklären, daß ein derartiges Geſetz in einem Lande wie
Aegypten, wo politiſche Ausſchreitungen, Morde und Plünde=
rungen
nicht ſelten vorkommen, nur dazu angetan wäre, un=
lautere
und gefährliche Elemente zu blutigen Krawallen zu er=
muntern
und die Geſetzwerdung dieſer Vorlage im allgemeinen
Intereſſe ganz zu unterbleiben hätte.
Wenn die engliſche Regierung von Aegypten die Zurück=
ziehung
dieſes Geſetzentwurfes verlangt, ſo wird ſie zurzeit wohl
weniger momentane Komplikationen im Auge haben, als der
Zukunft vorbeugen wollen, d. h. beizeiten dafür ſorgen,
daß die Ruhe und Ordnung in Aegypten und in der Region des
Suez=Kanals weder in der nächſten, noch in einer fernen Zukunft
gefährdet werde. Ernſtliche Unordnungen haben ſich in Aegypten
in den letzten Jahren mehrfach ereignet: im Jahre 1921 ſind bei
einem politiſchen Zuſammenſtoß in Alexandria gegen 20 Euro=
päer
getötet worden; 1924 fiel der britiſche Oberkommiſſar einem
Mordanſchlag zum Opfer; und noch vor etwa einem Monat ſind
in der ägyptiſchen Stadt Tanta infolge von Ausſchreitungen von
Demonſtranten viele europäiſche Länden geplündert und Waren

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Seite 2

Nummer 129

für viele Tauſende von Piaſtern vernichtet worden. Nicht nur
Engländer, ſondern auch Europäer aller Nationen leben in
Aegypten in Stadt und Land in anſehnlicher Zahl. Die Eng=
länder
ſagen daher, daß ſie nicht nur die eigenen, ſondern auch
die Intereſſen ſämtlicher in Aegypten lebender Europäer zu
ſchützen haben. England, ſagen ſie, hat hier eine Pflicht
gegenüber dem eigenen Reiche, gegenüber den Erforderniſſen
der Weltſchiffahrt und gegenüber Leben und Gut von Hundert=
tauſenden
von Europäern übernommen und zu erfüllen. Sollten
ſich Italien in Tripolis, Frankreich in Algier oder Spanien in
Marokko vor ähnliche Schwierigkeiten geſtellt ſehen wie England
zurzeit in Aegypten, ſo würden dieſe Staaten ganz gewiß nicht
anders, vielleicht noch viel ſchärfer als die britiſche Regierung
handeln".
Es iſt offenſichtlich, daß bei einem derartig ſchroffen Zuſam=
menſtoß
, wie er im Moment zwiſchen beiden Staaten erfolgt iſt,
das Verſtändnis Englands für Aegyptens natio=
nale
Erforderniſſe nur ein recht geringes ſein
kann, und daß die ägyptiſchen Unabhängigkeitsbeſtrebungen als
politiſcher Machtfaktor im Moment in England noch weniger als
ſonſt in Betracht gezogen werden. Das iſt es, worüber ſich die
Aegypter ſoweit man ihre Stimme hier vernehmen kann
vor allem beklagen. Das Vorgehen Englands, ſagen ſie, mag es
zum Teil auch begründet ſein, iſt und bleibt hart und brutal.
Der Wunſch, den ägyptiſchen Standpunkt zu verſtehen, ſei kaum
vorhanden. Selbſt ſolche weſentlichen Tatſachen wie der Umſtand,
daß das umſtrittene Verſammlungsgeſetz bereits von Sarwat
Paſcha eingebracht worden und damals keinen britiſchen Proteſten
begegne war, werden hier mit Schweigen übergangen.
Es iſt eben nicht zu leugnen, daß England ſich in dieſem
Falle wieder mal zu ſehr als der Stärkere fühlt und hiervon ohne
Zögern Gebrauch macht. Erleichtert wird ihm das weſentlich
durch das nicht ſehr geſchickte Parieren der ägyp=
tiſchen
Regierung und ihres Chefs Muſtapha Paſcha
Nahas. Selbſt ein ſo imperialiſtiſch=britiſch denkendes Blatt wie
die Times weiſt darauf hin, daß es für die ägyptiſche Regierung
am würdevollſten geweſen wäre, entweder auf der Durchführung
des Geſetzes zu beſtehen oder die britiſchen Forderungen mit der
Begründung zu akzeptieren, daß eine Reſiſtenz gegen Großbritan=
nien
außer dem Bereiche der Möglichkeiten liege‟ Keines von
beiden iſt geſchehen. Und in der Tat muß jetzt überall in der
Welt der Eindruck vorherrſchen, daß ſeitens Aegyptens eine Kapi=
tulation
von ſo kläglicher Art erfolgt iſt, welche einerſeits die
nationale Würde völlig preisgibt und andererſeits es nicht zuwege
gebracht hat, Aegypten aus der kritiſchen Lage, in die es das
engliſche Ultimatum geſetzt hat, irgendwie mit Anſtand herauszu=
führen
. .
Die Antwort Aegyptens, das Verſammlungsgeſetz bis zum
November aufhalten zu wollen, wird in England als nur für
den Moment befriedigend betrachtet. England verlangt völ=
lige
Zurückziehung des beanſtandeten Geſetzentwurfes. Lord
Birkenhead hat ſich darüber mit großer Präziſion geäußert. Es
hat keinen Zweck, ſagte er, die Einbringung des Geſetzes nur
bis zum November zu vertagen. Es hat ſogar keinen Sinn, es
auf fünf oder zehn Jahre zu vertagen. Nimmer, nimmer kann
ein Staat mit über die ganze Welt reichenden Verantwortungen,
mit Verpflichtungen gegenüber anderen europäiſchen Völkern, mit
der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung vitaler Weltverkehrs=
adern
, nimmer kann ſolch ein Staat Geſetzgebungen wie jenen in gewünſchte Einheitsfront der Mächte in China ſicher=
Aegypten geplanten zuſtimmen, und nimmer wird England, geſtellt würde. Man könne ſich des Gefühls nicht erwehren, ſo
einerlei, unter welch einer Regierung es ſtünde, hierzu ſeine Ein=
willigung
geben!
ren Ereigniſſe vorausahnen. Die Lage iſt trotz der Schärfe
der Kriſe im Grunde für England zurzeit geklärter und leichter,
engliſche Deklaration vom 28. Februar 1922 ſtets als einen ein=
ſeitigen
Akt betrachtet und für ſich nie als bindend anerkannt.
Während England es in all den Jahren nicht gelungen war,
einen wirklichen Modus vivendi in ſeinen Beziehungen zu Aegyp=
ſeit
den Veränderungen, welche die Souveränitätserklärung
Aegyptens mit ſich gebracht hatte, zu finden. Man ſchien ſich in
einer Sackgaſſe verrannt zu haben. Keine Partei ſchien ſich bis=
her
zu einem entſcheidenden Vorgehen bereitfinden, zu können.
Es iſt gewiß kein erfreulicher Ausweg. Aber es iſt ein Ausweg.
Es iſt möglich, ſchreibt ein konſervatives Blatt, daß Aegypten
in der Zwiſchenzeit bis zum November nochmals ſein Verlangen
nach völliger Unabhängigkeit vorbringen wird. Sollte dieſes ge= Mächte wäre.
ſchehen, ſo iſt zu hoffen, daß auch England die ſcharfe Richtung
erneut aufnehmen wird‟. Nicht jedermann wird dieſe Hoffnung
teilen. Die übrige Welt vielmehr wird hoffen, daß dieſe Notwen=
digkeit
vermieden werde und daß keine allzu ſcharfen Richtun=
gen
, in welchem Lande es auch ſei, den Frieden in der Welt je
wieder gefährden mögen.

Mittwoch, den 9. Ma 1928

Vom Tage.
Der Reichspräſident empfing eine Abordnung der
Hausfrauenverbände von Stadt und Land unter Füh=
rung
der Reichstagsabgeordneten Frau Schott.
Unter Aufhebung aller bisherigen Einzelbeſtimmungen ſind jetzt
für die Soldaten ſowie für die Militär= und Zivilbeamten aller Nang=
klaſſen
des Heeres nach einem vom Reichswehrminiſterium beſtimmten
einheitlichem Muſter blaue Truppenausweiſe geſchaffen wor=
den
, die Lichtbild, Perſonalangaben und Unterſchrift des Inhabers,
ſowie Unterſchrift des Vorgeſetzten enthalten.
Der Volkskommiſſar für auswärtige Angelegenheiten Tſchitſche=
rin
empfing den polniſchen Geſandten in Moskau,
Patek, und übergab ihm eine Note der Sowjetregie=
rung
aus Anlaß des Attentats auf den Sowjet=Handelsvertreter in
Warſchau.
Der däniſche Miniſterpräſident Madſen=Mygdal iſt
nach Nordſchleswig abgereiſt, um ſich über die dortige
wirtſchaftliche Notlage an Ort und Stelle zu unterrichten.
Der Rotterdamer Hafen wird nunmehr, wenn auch nur
indirekt, von dem Streik des deutſchen Rheinſchiff=
fahrtsperſonals
in Mitleidenſchaft gezogen.
Das Unterhaus hat in dritter Leſung die Vorlage ange=
nommen
, wodurch den Frauen vom 21. Jahre an, ſtatt
bisher vom 25. Jahre an, das Stimmrecht gewährt wird.
Nach einer Mitteilung des Generalzahlungsagenten für die Repa=
rationen
beliefen ſich die Dawesplanzahlungen im April
d. J8. auf 219 113 597 Goldmark. Von den Zahlungen entfielen u. a.
auf Frankreich 98,9, auf England 51,4, auf Italien 15,6, auf Belgien
12,8, auf die Vereinigten Staaten 11,9 und auf Jugoſlawien 8,1 Mill.
Goldmark.
Japan hat die Beſchwerden der Nankinger Regierung als unbe=
gründet
zurückgewieſen und eine Zurückziehung der japani=
ſchen
Truppen abgelehnt.

Die Lage in China.
Japanfeindliche Propaganda= und Boykott=
bewegung
.
EP. Schanghai, 8. Mai.
Der Jahrestag der 21 japaniſchen Forderungen in Verbin=
dung
mit der Empörung über die Vorgänge in Tſinanfu haben
zu einer ſtarken japanfeindlichen Propaganda= und
Boykottbewegung geführt. Der Boykott richtet ſich aber
nur gegen Japan, nicht gegen andere Länder. Der japaniſche
Konſul in Wuhu hat die dortigen japaniſchen Staatsangehörigen
erſucht, die Stadt zu verlaſſen. Frauen und Kinder ſind bereits
auf einem Torpedobootszerſtörer nach Schanghai unterwegs. Die
Kuomintang=Partei hat beſchloſſen, dem Völkerbund einen Be=
richt
über die japaniſchen Ausſchreitungen in Tſinanfu zu unter=
breiten
.
England und die japaniſche Intervention.
Die japaniſche Intervention in China wird in England im
allgemeinen mit Zuſtimmung aufgenommen, wobei der Grund=
gedanke
maßgebend iſt, daß nunmehr Japan ſich dem engliſchen
Standpunkt eher nähern könnte als früher, ſo daß allmählich die
ſchreibt der diplomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph,
daß die Zwiſchenfälle ſich vielleicht nicht ereignet hätten, wenn
Das läßt mit ziemlicher Sicherheit den Gang der weite= ſich die Mächte ſchon früher zu einer einheitlichen, energiſchen
Aktion zuſammengefunden hätten. Der Korreſpondent bedauert
daher, daß Amerika ſich auf Grund der letzten Verhandlungen
als ſie noch vor Wochen und Monaten war. Aegypten hat die über die Vorgänge in Nanking zu Konzeſſionen gegenüber den
Chineſen herbeigelaſſen und ſo die Chineſen geſtärkt habe.
Telegramme aus China underſtützen dieſe Auffaſſung. So
meldet die Times aus Peking, daß die Ausländer in China mit
der japaniſchen Aktion ſehr einverſtanden wären. Gleichzeitig läßt
aber das Blatt gewiſſe Beſorgniſſe über ein etwaiges Feſtſetzen
der Japaner in der Provinz Schantung durchblicken. Die Japaner
könnten durch die Ereigniſſe weitergetrieben werden, als ſie viel=
Nun hat man ſich anſcheinend auf einer Seite dazu entſchloſſen, leicht ſelbſt anfänglich gewollt hätten. Sie würden ſicherlich ſo=
lange
in Schantung verbleiben, bis ſie volle Genugtuung erlangt
hätten. Auf dieſe Weiſe könnten ſich die Japaner in einem Aus=
maß
in China feſtſetzen, das nicht zum Vorteil der anderen
Hinſichtlich des Einfluſſes auf die militäriſchen Ereigniſſe in
China glauben die engliſchen Berichterſtatter ſagen zu können,
daß Tſchang Tſo=lin Zeit gefunden habe, ſeine Armee zu ver=
ſtärken
. Tſchiang Kai=ſchek ſei in Tſinanfu und bereite weitere
Operationen gegen die Nordchineſen vor, während Feng Yu=
hſiang
die Verhandlungen mit den Japanern übernommen habe.

*Was nun?
Die Regierungsausſichten.
Wie in ſtillſchweigendem Einverſtändnis ſind die Redner der
verſchiedenſten Parteien in dem nur langſam einſetzenden Wahl=
kampf
der eigentlich entſcheidenden Frage, was nun nach den
Wahlen im Reichstag werden ſoll, aus dem Wege gegangen. Sie
haben in dieſer Nichtung vom Zentrum gelernt, das es immer
abgelehnt hat, ſich vorzeitig zu binden, und bis zum letzten
Augenblick ſich ſeine Entſcheidung vorbehielt, um taktiſch mög=
lichſt
viel herausſchlagen zu können. So hat es das Zentrum
auch diesmal getan. Es hat zunächſt die Parole ausgegeben, daß
es völlig frei in den Wahlkampf ziehe und daß ſeine Ehe mit
den Deutſchnationalen im Reich ſo gut wie aufgelöſt ſei, wäh=
rend
es gefühlsmäßig gegen die Fortſetzung der Beziehungen
zu den Sozialdemokraten in Preußen geringere Hemmungen hat.
In der Bruſt der Deutſchnationalen ſtreiten zwei Seelen. Sie
bereiten ſich auf eine künftige Oppoſitionsſtellung vor, halten aber
in der Theorie wenigſtens immer noch ihren Anſpruch auf Fort=
ſetzung
der Regierung im Reich und eine Umbildung in Preußen
aufrecht. Die Sozialdemokraten wieder ſchweigen ſich vollſtändig
aus über das, was ſie wollen. Sie haben es ja immer geſchickt
verſtanden, die Sünden, die ſie als Regierungspartei in Preußen
auf ſich nehmen mußten, hinter ihrer Oppoſition verſchwinden
zu laſſen.
Wir marſchieren alſo noch vollkommen ins Dunkel hinein.
Da iſt es verdienſtlich, daß der Wirtſchaftsminiſter Curtius in
Karlsruhe die Frage einmal angeſchnitten hat, wie die Dinge
im Reich ſich nun ſpäter geſtalten ſollen. Er iſt dabei von der
Auffaſſung ausgegangen, daß für den Parlamentarismus eine
Mehrheitsregierung das gegebene iſt. Soweit ſich bis jetzt über=
ſehen
läßt, werden ſich auch im kommenden Reichstag zwei
Mehrheiten herausbilden laſſen: die eine reicht von den Deutſch=
nationalen
über Wirtſchaftspartei, Volkspartei zum Zentrum
und vielleicht ſogar bis zu den Demokraten, die andere umfaßt
den Bezirk der Großen Koalition, da es vorläufig noch ſehr
zweifelhaft iſt, ob die Weimarer Koalition die nötigen Stimmen
aufbringt und, wenn ſie ſich aufbringen laſſen, ob das Zentrum
geneigt iſt, als Anhängſel der Sozialdemokratie im Reiche regie=
ren
zu helfen. Ebenſo ſicher iſt es aber auch, daß das Zentrum
Himmel und Hölle in Bewegung ſetzen wird, um eine Regie=
rungsgemeinſchaft
mit den Deutſchnationalen zu verhinder.
Man wird, wie die Dinge augenblicklich liegen, auch dieſe Kom=
bination
auszuſchalten haben. Bleibt alſo lediglich die Große
Koalition, wie unter Reichskanzler Dr. Streſemann, der ja ſchon
einmal drei Monate regiert hat. Dieſe kurze Zeit iſt aber doch
eine Warnung an die Adreſſe der Sozialdemokraten, die damals
zweimal ausgebrochen ſind. Seither haben ſie erfolgreich Urlaub
von der Verantwortung genommen. Sie haben ſich dem Liebes=
werben
des Zentrums widerſetzt und durch ihre Hartnäckigkeit
zweimal im alten Reichstag die Bildung der Großen Koalition
verhindert. Ob ſie jetzt anders denken, wird ſich erſt nach den
Wahlen zeigen. IIhr radikaler Flügel wird in der künftigen Frak=
tion
aller Vorausſicht nach geſtärkt vertreten ſein und dürfte ſehr
geringe Neigung zeigen, mit den bürgerlichen Parteien zuſam=
menzugehen
. Die bürgerlichen Parteien ſelbſt werden nur dann
mit den Sozialdemokraten zuſammengehen wollen, wenn ſie ge=
nügende
Sicherheit für die Dauer der Koalition haben. Es wird
ebenſo wie ſeinerzeit mit den Deutſchnationalen zu Richtlinien
kommen müſſen. Das iſt bei den Sozialdemokraten ein ſaures
Stück Arbeit, um ſo mehr, als die Politik der nächſten Jahre
Wirtſchaftspolitik ſein wird, wie ſie in den vergangenen Jahren
beſonders Sozialpolitik geweſen iſt. Wer alle dieſe Momente in
Rechnung ſtellt, wird zwar das Problem der Großen Koalition für
lösbar halten, wird aber doch über die Erfolgausſichten ſehr ſkep=
tiſch
denken. Wenn auch die Tage des jetzigen Kabinetts gezählt
ſind, ſo wird doch niemand ſagen können, wer ſeine Erbſchaft und
wann er ſie antritt.
Japaniſche Abſichten. Amerika warnt.
London, 8. Mai.
Die letzten Nachrichten aus dem Fernen Oſten, offenſichtlich
ſüdchineſiſchen Urſprungs, beſagen, die japaniſche Regierung ſei
nunmehr feſt entſchloſſen, im Laufe der nächſten Woche die ganze
Provinz Schantung zu beſetzen. Der ehemalige japaniſche Kriegs=
miniſter
, General Ugaki, werde als Oberbefehlshaber einer Trup=
pemacht
von 25 000 Mann, unterſtützt von 14 Flugzeugen und
19 Kriegsſchiffen, dieſe Aufgabe durchführen. Nach weiteren
Meldungen hat der amerikaniſche Botſchafter in Tolio geſtern
einen freundſchaftlichen Schritt unternommen und die japaniſche
Regierung wiſſen laſſen, daß die Regierung der Vereinigten
Staaten erwarte, daß Japan ſich nicht zu voreiligen Repreſſalien
in China werde hinreißen laſſen.

*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Dienstag, den 8. Mai.
1. Djamileh.
Oper von Gallet, Muſik von G. Bizet.
Der Komponiſt der Carmen iſt in ſeinen Frühwerken wenig
bekannt. Seine UArteſienne wird nicht geſpielt, ſeine Jugend=
opern
Die Perlenfiſcher und Das hübſche Mädchen von Perth
ſind vergeſſen. Drei Jahre vor ſeiner Carmen, die in Paris
1875 durchfiel und erſt nach ihrer glänzenden Aufnahme in
Deutſchland zu dem Welterfolg wurde, den Bizet ſelbſt nicht
mehr erlebte, entſtand der Einakter Djamileh.
Es iſt das erſte Werk, in dem er ſich auf eigene Füße ſtellt.
War er vorher ſtark von Verdi abhängig, kommt nun der Fran=
zöſe
zum Durchbruch. Feine Charakteriſtik, pikante Harmonik,
ſentimentale Melodik ſind die Kennzeichen. Dazu das Bizet
eigene exotiſche Kolorit, in dem ſich ſchon der Meiſter der Car=
men
ankündigt. Der Stoff, einem Roman A. de Muſſets ent=
nommen
, iſt für ein Bühnendrama, erſt recht für einen Opern=
text
nicht handfeſt genug und hat durch den Textdichter Gallet
nichts gewonnen. Die Wirkung des nicht ſehr kurzweiligen Werk=
chens
mit ſeinen undankbaren Rollen iſt dünn.
Die Aufführung war gut. Als Harun glänzte Rudolf Bal=
bes
ſchöne Stimme. Margarethe Albrecht war eine anmutige
Djamileh, Eugen Vogt der durchtriebene Splendiano. In klei=
nen
Rollen lobenswert. Dora Böhm und Guſtav Baum=
garten
.
2. Barabau.
Ballett von Viktor Rieti.
Es iſt eine ſimple Geſchichte von Liebe, Flirt, Eiferſucht und
Verſöhnung, bäuerlicher und bleiſoldatiſcher Luſtigkeit, alles
etwas puppig, ſpielkaſtenartig. In dieſem Sinne auch die In=
ſzenierung
von Schenck und die abwechſlungsreiche tänzeriſche
Aufmachung Frl. von Kreibigs. Die Muſik von Rieti hat viel
Geſchmack, viel Witz und Können. Reminiszenzen aller Art wer=
den
in ſatiriſcher Faſſung geiſtreich verwendet. Der Chor ſingt
aus dem Orcheſter den Text, der die Handlung erklären hilft
frei nach Strawinſki, der überhaupt dem ganzen Weukchen Pate
geſtanden hat. In den Hauptrollen zeichneten ſich aus Irene
Scheinpflug, Dora Böhm, Hugo Keßler, Artur
Schettler. Die beiden Stücke leitete muſikaliſch W. Rudolf
ſehr umſichtig.

3. Gianni Schicchi.
Oper von G. Puccini.
Hier muß Verſäumtes nachgeholt werden, wenn Joſef
Herrmann als ein äußerſt plaſtiſch durchgeführter Marco ge=
bührend
gelobt wird. Ferner ſang umd ſpielte den Kinuccio heute
Herbert Grohm ſo friſch und allerliebſt, daß es eine Freude
war. Die vortreffliche Aufführung des ſchlechtweg genialen
Werkes, als Ganzes, wie im Einzelnen eine Muſterleiſtung un=
ſerer
Bühne, ſindet lange nicht den Beifall, den ſie verdient. Die
beiden vorhergehenden Stüche dauern auch zu lange, ſo daß die
Aufnahmefähigkeit ermüdet iſt.
v. H.

*Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
Helia.
Douglas Fairbanks iſt ein ſelbſt für amerikaniſche Ver=
hältniſſe
fabelhafter Filmdarſteller, wenigſtens ſoweit die Vor=
würfe
dieſer Verfilmungen Abenteurerleben behandeln. Er iſt
ein glänzender Reiter, Parterre= und Hochakrobat, er klettert wie
ein Affe, ſpringt wie ein Gummiball, kurz, ein ungemein viel=
ſeitiger
Artiſt, der alles kann, dem alles gelingt, der keine Gefahr
kennt und der heute in Lumpen und morgen in goldſtrotzen=
dem
Phantaſiekoſtüm immer der Held des Tages, richtiger der
Handlung bleibt.
Der Gaucho iſt ein Film, wie wir ihn in Deutſchland
nie fertig bringen werden. Das iſt gut ſo. Denn in dem Aus=
tauſch
der Filme der Länder und Nationen untereinander lernen
wir, lernt die Filmfabrikation und der Filmdarſteller. Der gute
deutſche Film iſt etwas unendlich anderes als der gute Ameri=
kanerfilm
. Der Aufwand, den die Amerikaner=Filmgeſellſchaften
ſich leiſten können, iſt in Deutſchland unmöglich, ebenſo unmög=
lich
das fabelhafte Temperament und die brutale Rückſichtsloſig=
keit
, in der dort geſtellt und gedreht wird, und ebenſo unmöglich
das Aufgebot an Maſſen von Tieren und Menſchen. Daß der
Gaucho eine nach Tauſenden zählende Büffelherde in die von ihm
zu erobernde Stadt jagt, die Mauern und Häuſer niederrennen
und in deren Staubwolke er ſelbſt mit ſeinen Hunderten von ver=
wegenen
Reitern folgt, iſt für uns techniſch unmöglich. Ebenſo
vieles andere.
Der Gaucho iſt wirklich keine literariſche Angelegenheit.
Ein Abenteurerroman in Karl Mays Phantaſie, der aber eine
unglaubliche Fülle von Bildern und raſend bewegten Szenen
bringt, die rein filmiſch ſind, daß man helle Freude daran haben
kann, wenn ſeine Wirkung auch in erſter Linie wohl auf die brei=
ten
Maſſen berechnet iſt. Filmtechniſch ein Meiſterwerk, auch Dou=
glas
Fairbanks in der Darſtellung. Von Anfang bis Ende iſt

dieſer Tauſendkünſtler in ſeinem Element. Tierhaft lebt und
genießt er, tierhaft ſpielt er mit einer unglaublichen Leidenſchaft
und Souveränität gegenüber allen, auch den gefährlichſten Situ=
ationen
. Nichts Inneres, Seeliſches iſt in dieſem Film, aus
nicht in der Darſtellung, aber es iſt ein Film.
Als Beiprogramm läuft ein höchſt intereſſanter Lehrfiln
Klingendes Holz, der einen inſtruktiven Eindruck ge
währt in die Geigenfabrikation von Mittenwald. Von der rohen
Bearbeitung des Holzes an bis zur vollendeten Geige und derem
Erklingen im Quartett kann man die Fabrikation verfolgen. Der=
artige
Lehrfilme ſind außerordentlich wertvoll, nicht nur fur
den Laien.
Bubi als Lebensretter iſt ebenfalls eine amerika=
niſche
Sache, die einen entzückenden kleinen Kerl als Filmſchau=
ſpieler
zeigt und die echt amerikaniſch=draſtiſchen Humor ent=
*
faltet.

* Bücherſtube Bodenheimer
bringt eine intereſſante Kollektivausſtellung von Franziska
Wagner=Berlin, einer jungen Künſtlerin, Schülerin von
Ewald, die verwandtſchaftliche Beziehungen mit Darmſtadt ver=
binden
. Keine reife, aber eine ungewöhnliche Begabung ſpricht
aus den Skizzen, Studien und Bildern, die allerdings noch ſehr
ſtark den Einfluß des Lehrers verraten, aber in denen doch viel=
fach
ſchon eigene Wege, eigenes Wollen ſich zeigen. Im Farbigen
von ungewöhnlicher Zartheit, im Geſamtausdruck namentlich
der Köpfe von maskuliner Stärke. Wenn das, was hier ausge=
ſtellt
iſt, zum großen Teil auch noch einer Epoche angehören mah=
die
überwunden ſein dürfte, ſo ſprechen doch namentlich die klei=
nen
Aktſtudien dafür, daß ſich hier ein nicht ungewöhnliches
Talent Wege bahnt, die hoffentlich zum guten Ziel führen. Die
Anlagen dazu ſind ſicher vorhanden.
Die Ausſtellung wird ergänzt durch ein paar hochintereſſante
Franzoſen und Spanier und durch eine leider nur kleine Gruppe
entzückender Bronzeplaſtiken Renée Sintenis.
Ludwig Kapeller: Die Flucht des Florian Faber. ( Ver=
lag
Ullſtein, Berlin.)
Dieſer ſpannende Kriminalroman feſſelt durch die anſchaulich ge=
ſchilderten
und häufig wechſelnden Schauplätze der Handlung; immer
neue Verwicklungen, immer neue, eigenartige Situationen laſſen den
Leſer bis zum Ende in erregender Ungewißheit über, den Ausgang des
Dramas. Der Noman führt in ein geheimmsvolles chemiſches Labo=
ratorium
und auf den ſpannungsreichen Kampfplatz des Gerichtsſaals.
Atemlos folgt man dem Leidensweg dieſer gehetzten Seele, bis eine
aufſehenerregende Entdeckung das Dunkel lichtet, das über ihm und der
geliebten Frau laſtete. Der Band iſt in der Reihe der gelben ul=
ſteinbücher
für 1 Mark erſchiene

[ ][  ][ ]

Nummer 129

Mittwoch den 9 Mai 1928

Geite 3

Ueberraſchungen
Der Z. Verhandlungstag.
Die weitere Zeugenausſage des Polizeichefs
Bauer.
* Kolmar, 8. Mai. (Priv.=Tel.)
Eingangs der Dienstagsverhandlungen verlas der Präſident
einige Vorſchläge der Verteidigung in bezug auf die Beſchleuni=
gung
der Verhandlungen. Der Angeklagte Roſſé verlangt, daß
trotz ſeines Entſchuldigungsſchreibens Jacque Bardeaux vom
Temps, der ſchwere Angriffe gegen die Autonomiſten, ihre an=
gebliche
Finanzierung durch Deutſchland uſw. gerichtet hatte,
unbedingt zurückzuweiſen ſei. Der Text einiger Erklärungen,
welche ein Deutſcher Bardeaux abgegeben haben ſoll, ſei zu be=
ſchlagmahmen
und den Akten einzuverleiben. Anwalt Klein ver=
las
einen Brief von Dr. Haegy, worin dieſer beſtritten hatte, an
einer Geheimſitzung des nach ſeiner Angabe wicht beſtehenden
elſäſſiſchen Volksbundes teilgenommen zu haben.
Polizeichef Bauer ſetzte hierauf mit ſeiner Zeugenausſage in
der Fmanzierungs=Geſchichte Faßhauer=Wildi fort. Erkundigun=
gen
über Dr. Wildſi in Zoſingen und Zürich ſollen ergeben haben,
daß dieſer ein bekannter Deutſchenfreund ſei, der das Geld nur
vermittelt habe, teil damit eine gegen Frankreich gerichtete Zei=
tung
finanziert werde. Roſſé ſei in der gleichen Zeit nach Frei=
burg
i Br. und München gereiſt. Er ſei auch nach der Schweiz i
Begleitung von Faßhauer und Agnes Eggemann gekommen.
Bauer legte dar, daß verſchiedene Erklärungen der Eggemann
und Roſſé über ihre Reiſen nicht zutrefſend ſeien. Die Eggemann
hab= ſich ſpäter auch nach Bern begeben, um über Mater:a( für
die Druckerei zu verhendeln. Bardeaur habe vollſtänd’e recht
gehabt, wenn er die Volksſtimme des Elſäſſers als ſepalatiſtiſch
und deutſchfreundlich bezeichnet habe. Bauer verlieſt als Beleg
einige Volksſtimme=Auszüge. Bauer n unr die Angellagten
Monſieur oder Madame. Die Verteidigung proteſtiert dagegen.
Bauer erklärt, er fühle ſich keineswegs beleidigt, wenn man ihn
ſchlankweg Bauer enenne. Zwiſchen Berthon und dem Präſiden=
ten
entſpinnt ſich ein in relatvb liebenswürdigem Tone g führtes
Wortgeſecht über eine Kleinigkeit, der Ton iſt aber charakteriſtiſch
für die relative Ruhe, mit der die Verhandlungen des ſiebten
Tages vor ſich gehen.
Bauer beſchuldigt Letz und Kohler der Spionage
für Deutſchland.
In der weiteren Vernehmung kam Bauer auf den flüchtigen
R. C. Ley zu ſprechen, den er für einen deutſchen Spion hält.
Ley habe unzweideutg die Selbſtändigkeit Elſaß=Lothringens
außerhalb des Rahmens Frankreichs angeſtrebt und er habe auch
Baumann an Zorn von Bulach empfohlen. Baumann habe ſofort
begonnen, in der Wahrheit die ſchroffſten Artikel zu ſchreiben.
Anwalt Peter bemerkt dazu, daß einige Artikel, die nicht ge=
zeichnet
waren, vom Polizeiagenten Fromegeot geſchrieben wor=
den
ſeien. Bauer erwähnt hierauf einen Film, der von der
Entlaſſung Zorn v. Bulachs aus dem Gefängnis aufgenommen
wurde, und zwar durch den Angeklagten Kohler. Der Film ſei
für die Phoebus=Geſellſchaft in Berlin, die bekanntlich vom deut=
ſchen
Reichswehrminiſterium finanziert worden ſei, beſtimmt ge=
weſen
. Kohler habe übrigens wie Ley im deutſchen Spionage=
dienſt
geſtanden. Die ſeparatiſtiſche Bewegung ſei, wie Bauer
ſagte, eng verbunden geweſen mit den Spionageangelegenheiten.
Bauer zitiert dann einen bei Dr. Roos beſchlagnahm=
ten
Brief und erwähnt auch einen Brief von Dr. Roos an Liſſi
Burger. Anwalt Peter proteſtiert für ſeinen Klienten Kohler
wegen der Anſchuldigung, dieſer ſei ein Spion. Kohler ruft:
Schwindel! (Unruhe im Saal.) Die Verteidigung in ihrer Ge=
ſamtheit
proteſtiert dagegen, daß
Oberſtaatsanwalt Fachot plötzlich neue Aften=
ſtücke
zum Vorſchein bringt.
Dieſe Akten ſollen wichtige militäriſche Fragen be=
treffen
und ſpeziell die Landesverteidigung angehen. Sie ſollen
den hochverräteriſchen Charakter der autonomiſtiſchen Bewegung
aufdecken. Jäglé fragt: Iſt dies die angekündigte Ueber=
raſchung
? Der Oberſtaatsanwalt bejaht lächelnd. Die Ver=
teidiger
benützen dieſe Erklärung zu einem all=
gemeinen
Proteſt. Der Roos betreffende Brief

m Kolmarer Prozeß.
datiert vom 24. Dezember 1927, wurde in deſſen Wohnung be=
ſchlagnahmt
und betrifft innere Parteiarbeit, Vorbereitung der
Wahlen, Gründung einer Zeitng in Saargemünd und ſchließlich
Geldfragen. Die Verteidigung konſtatiert, daß der Brief nicht
unterſchrieben ſei und würde gern den Abſender kennen
lernen. Anwalt Berthon ſtellt darauf neue Anträge wegen des
Herbeibringens neuer Dokumente in der Verhandlung. Er ver=
langt
eine Unterſuchung darüber, wieſo Unterſuchungsrichter Mit=
ton
dieſe Dokumente, die datiert ſeien von Februar, März und
April, bis jetzt zurückgehalten und nur der Oberſtaatsanwaltſchaft
zur Verfügung geſtellt habe. Der Zwiſchenfall ſei von außer=
ordentlichem
Ernſt.

Oben: Beiſitzer Coen und Vorſitzender Mazoyer.
Unten: Rechtsanwalt Fournier und Generalſtaatsanwalt Fachot.
Fournier, der mutige Pariſer Verteidiger, wurde von dem
Vorſitzenden des Kolmarer Schwurgerichts mit einer außerordent=
lich
harten Ordnungsſtrafe belegt. Für die beiläufige Bemerkung,
daß Miniſterpräſident Poincaré in Straßburg grobe Ungeſchick=
lichkeiten
begangen habe, wurde dem offenherzigen und tapferen
Rechtsanwalt das Recht zur Ausübung ſeines Verteidigeramtes
auf die Dauer von einem Monat entzogen. Fournier hat die
Aufhebung der Ordnungsſtrafe beim Kaſſationshof in Paris be=
antragt
und verſieht vorläufig ſein Amt weiter.
Der Unterſuchungscichter habe ſeine Kompe=
tenzen
überſchritten.
Nicht einmal die Anklagekammer habe von dieſem Dokument
Kenntnis gehabt. Mitton müſſe für dieſe Geſetzes=
verletzung
zur Rechenſchaft gezogen werden. Falls
Oberſtaatsanwalt Fachot dabei mitſchuldig ſei, müſſe das gleiche
mit ihm geſchehen. Oberſtaatsanwalt Fachot verzichtet auf das
Wort. Das Gericht zieht ſich zur Beratung der Anträge zurück.
Die Entſcheidung wurde auf die Nachmittagsſitzung verſchoben.
Da die an den Präſidenten des Kaſſationsgerichtes in Paris ge=
richtete
Beſchwerde des Anwalts Fournier gegen den Entſcheid
des Kolmarer Gerichtes, der ihn ſeiner Anwaltsfunktionen ſus=
pendierte
, dieſen Entſcheid in ſeiner Auswirkung aufſchiebt,
konnte Fournier heute nachmittag einige Anträge gegen die Pro=
zeßführung
, namentlich gegen die Art der Befragung des Zeugen
Bauer, begründen.

Die Verteidigung erhebt erneut gegen die Art
und Weiſe der Verwendung neuer Ookumente
Einſpruch.
Ein Doppel der Anträge ſei dem franzöſiſchen Juſtizminiſter über=
mittelt
worden. Polizeikommiſſar Bauer ſetzte hierauf ſeine
Ausſagen fort. Er erwähnte einen Brief von Dr. Roos, in dem
eine gewiſſe Erika Schütz und ein gewiſſer Schneider, beide aus
Straßburg, eine Rolle geſpielt hätten. Schneider habe ſich nach
Appenweiher begeben und ſei dort von zwei deutſchen Offizieren
gefragt worden, ob er Spionage im Elſaß treiben wolle. Dieſe
Sache hänge auch zuſammen mit der Spionageaffäre vom
Bitſcher Lager im Auguſt 1927, wo ein gewiſſer Deutſch
verhaftet worden ſei, der auch geſtanden habe. Bauer ſpricht von
einem Spionagezentrum in der Nähe von Frei=
burg
i. Br. Der Brief von Dr. Roos, von dem heute morgen
die Rede war, ſei für dieſes Zentrum beſtimmt geweſen. Zu
den Zeugenausſagen Bauers bemerkt Dr. Ricklin, jener
habe vergeſſen zu ſagen daß Ricklin mit allen
dieſen Sachen zu tun habe.
Ricklin kommt dann erneut auf ſeine Rolle als
Führer der Autonomiſten zu ſprechen.
Der Präſident unterbricht ihn und fragt: Ricklin, Sie haben mit
Roſſé und Fashauer zuſammen den Erwinia=Verlag begründet.
Der Erwinia=Verlag gab die Volksſtimme heraus. Die Volks=
ſtimme
verlangte die Autonomie innerhalb oder, wenn nötig,
außerhalb des Rahmens Frankreichs. Was ſagen Sie dazu?
Ricklin fährt, ohne auf dieſe Frage direkt einzugehen, in ſeinem
Expoſé fort, er habe mit Ley und Muth keinerlei Beziehungen
gehabt. Der Präſident verweiſt auf einen Briefwechſel zwi=
ſchen
Ley und Ricklin. Ricklin gibt zu, von Ley zur Gründung
der Autonomiſten=Partei einen Glückwunſchbrief erhalten zu
haben, den er beantwortet habe. Es werden dann weitere Briefe
Leys aus Freiburg verleſen. Die Verteidigung ſtellt feſt, daß
Ley an ſehr viele Leute Briefe geſchrieben habe. Ley lobt in
einem Briefe General Perſin und ſpricht auch von ſeinem Schritt
beim Völkerbund. Anwalt Dr. Jäglé ſagt, daß Ley ein Verrück=
ter
ſei. Ricklin beſtreitet, mehr als einen Brief geſchrieben zu
haben; die übrigen Briefe Leys habe er unbeantwortet in den
Papierkorb geworfen. Er habe den Eindruck gewonnen, daß
Leh ein agent prorocateur
ſei. Anwalt Berthon ſchildert unter allgemeiner Heiterkeit
und Oberſtaatsanwalt Fachot lächelt vergnügt mit einen Brief
Leys, worin dieſer für eine Geldſendung des Oberſtaatsanwalts
im Betrage von 30 Franken dankt. Ricklin ſtellt feſt, man könne
ihn nicht verantwortlich machen für Briefe, die an ihn gerichtet
geweſen ſeien. Mit Entſchiedenheit lehnt er auch die
Verantwortung für Worte und Taten der nach
Deutſchland ausgewanderten Elſäſſer ab. Es
ſei vergebliche Mühe, Beziehungen zwiſchen
ihnen und den Autonomiſten zu konſtruieren.
Der Präſident führte ſchließlich die Diskuſſion auf die Erwinia=
Frage zurück und ſpricht von den Strohmännern bei der Ver=
lagsgründung
. Ricklin weiß nicht, warum man ſolche gewählt
habe; er habe dieſes Verfahren übrigens auch nicht gebilligt.
Auf die Frage nach dem Darlehen Haegys antwortet Ricklin
ausweichend. Der Präſident erinnert daran, daß Ricklin behaup=
tet
habe, in der Erwinia ſtecke viel elſäſſiſches Geld. Ricklin repli=
ziert
, er habe nur vom Gründungskapital geſprochen. Darüber
und über die Frage, ob das Darlehen Dr. Wildes als eigent=
liches
Darlehen, als Gründungs= oder als Sozialkapital zu be=
trachten
ſei, entſpinnt ſich eine lang und zäh geführte Diskuſſion.
Darauf werden Briefe und Dokumente, die auf die Gründung
der Erwinia Bezug haben, verleſen. Abbé Fashauer ſtellt
an den Polizeikommiſſar Bauer die direkte Frage, was er mit der
Verſchwörung zu tun gehabt habe. Was die Frage des Geldes
anbetreffe, ſo ſtellt Fashauer feſt, daß es kein Verbrechen ſei,
Geld vom Auslande zu erhalten. Später wolle er nachweiſen,
daß es ſich nicht um deutſches Geld gehandelt habe. Auf welchen
Geſetzesparagräphen ſtützt ſich die Anklage wegen des fremden
Geldes? fragt er den Präſidenten. Wollen Sie antworten oder
nicht? (Große Heiterkeit.) Der Präſident erwidert: Bin ich der
Angeklagte oder Sie?" Ich ſehe, daß der Präſident nicht ant=
worten
will, ſagt Fashauer. (Erneute Heiterkeit.) Abbé Faß=
hauer
gibt darauf Erklärungen über
die Finanzierung des Erwinig=Verlag
ab, wobei er eingehend die finanzielle Lage des Unternehmens
darlegt. Tauſende von Elſäſſern hätten entgegen den Behauptun=

Der Schöpfer des Roten Kreuzes.
Zu Henry Dunants 100. Geburtstage.
1828 8. Mai 1928.
Wo das Zeichen des Roten Kreuzes auf weißem Felde er=
ſcheint
, da weiß jeder ohne Unterſchied, daß ihm Schutz und Hilfe
bereitet iſt. Die Idee des Roten Kreuzes als unbedingte Hilfs=
bereitſchaft
für alle Leidenden hat ſich heute alle Länder und
Völker erobert. In der kurzen Spanne von 60 Jahren iſt das
Rote Kreuz auf weißem Grunde das Sinnbild einer Miſſion der
Nächſtenliebe geworden, das keine Grenzen kennt, wo alle Gegen=
ſatze
ſchweigen. So mächtig hat ſich ſeine humanitäre, ſoziale und
praktiſche Wirkung bewährt.
Der Schöpfer dieſer erhabenen Idee war der Schweizer
Henrh Dunant, ſeit deſſen Geburtstage am 8. Mai d. J.
100 Jahre vergangen ſind. Er hat auf dem blutigen Schlachtfelde
von Solferino im Juni 1859 die Tauſende um Hilfe ſchreiender
und mit dem Tode ringender Verwundeter geſehen und hat es
nicht berſtanden, daß nicht Tauſende von Brüdern und Schwe=
ſtern
dieſen Armen zu Hilfe geeilt, ihnen ihre Wunden verbun=
den
und ſie gepflegt haben. Er hat, erſchüttert von Entſetzen, in
Laſtiglione, wohin die Maſſen der Verwundeten zuerſt gebracht
wurden, namentlich die Frauen und Mädchen an die Verwunde=
ten
geführt, hat mehr und mehr eine freiwillige Hilfe,
die nicht nach Nationalität, Stand und Bekenntnis fragte, auſ=
gerufen
und hat ſo in der dunkelſten Stunde menſchlicher Qual
einen Lichtſtrahl der Hoffnung, für die Zukunft geweckt. Die
Nächſtenliebe löſte ſich von der engeren Umgebung los und um=
faßte
den Menſchen als den Nächſten. In ſeinem Buche Eine
Erinnerung an Solferino beſchreibt Dunant ausführlich die
furchtbaren Bilder der Tage von Caſtiglione. Nachdem er mit
ſeinen ausführlichen Schilderungen uns im Grunde der Seele
aufgerührt hat, richtet er mit granitner Wucht die Frage an die
von Fortſchritt und Ziviliſation ſo viel ſprechenden Zeitgenoſſen,
ob es nicht dringend notwendig ſei, alles zu tun, um den
Schrecken der Kriege zuvorzukommen. Dunant hat dann
ſeine Gedanken der Gründung freiwilliger Kranken;
pflegevereine, die bereits im Frieden eine ihren Auſ=
gaben
entſprechende Tätigkeit auszuüben hätten, mit unbeirk=
barer
Energie weiterverfolgt und zu dem großen Ziele geführt,
das 1864 in der berühmten Genfer Konvention mit der Errich=
tung
des Roten Kreuzes Ausdruck und Anerkennung ge=
funden
hat.
Der Gedanke, ſich auf den Schlachtfeldern und nach den
Schlachten gegenſeitig bei der Bergung und der Pflege der Ver=
wundeten
zu helfen, iſt nicht neu. Er iſt ſeit dem 16. Jahrhundert
in mehreren hundert Verträgen zwiſchen den Kriegführenden fen=

gelegt worden. Doch alle dieſe früheren Verträge hatten noch
nicht die Geſtalt eines über den Einzelfall hinaus bindenden
internationalen Vertrages. Es iſt das Verdienſt
Henry Dunants, daß der Gedanke der überparteilichen Hilfe, der
Neutraliſierung der Verwundeten und der Hilfeleiſtenden nun=
mehr
eine völkerrechtliche Form gewann. Seine Tatkraft
hat es durchgeſetzt, daß dieſe Idee immer wieder die Regierun=

Henry Dunant.

gen beſchäftigte, 1863 zur erſten internationalen Konferenz in
Genf führte ued am 8. Auguſt 1864 im Abſchluß der Genfer
druck die Errichtung des Roten Kreuzes wurde.
Deutſchland war eines der erſten Länder, die den Gedanken
der Vorbereitung freiwilligen Hilfsdienſtes für die im Kriege
Verwundeten praktiſch durchführten. Bereits 1863 wurde der
erſte Verein im Geiſte dieſes Zieles in Württemberg gegründet.
1864 folgte Preußen. Italien, Frankreich uſw. kamen ſpäter.
Heute ſtehen unter dem Symbol des Roten Kreuzes 58 natio=
nale
Geſellſchaften vom Roten Kreuz mit etwa 19 Mil=
lionen
Mitgliedern, deren Aufgabe es iſt, in Kriegszeiten den
kämpfung und Linderung geſundheitlicher, wirtſchaftlicher und
ſittlicher Schäden ſich einzuſetzen. Jetzt nach jahrzehntelanger

Ausgeſtaltung mannigfacher Friedensarbeit beſtehen beim Deut=
ſchen
Roten Kreuz 7138 örtliche Organiſationen, Männer=
vereine
, Frauenvereine, Schweſternſchaften, Sanitätskolonnen
uſw. mit über 1½ Millionen Mitgliedern. Von den deutſchen
Rotkreuzvereinen wurden 360 Anſtalten der Krankenpflege, der
Erholungsfürſorge, der Mütter= und Säuglingsfürſorge, der
Kinder= und Altersfürſorge uſw. mit über 20 000 Betten geſchaf=
fen
. In die Tauſende gegen die Krippen, Kindergärten, Horte,
Beratungsſtellen, Krankenpflegeſtationen uſw. Ueber 12000 ſtän=
dige
Rettungswachen und Unfallmeldeſtellen leiſten erſte Hilfe.
Ein Jugendrotkreuz ſammelt die Jugend um ſich zur Er=
ziehung
für die Aufgaben und Pflichten der Nächſtenliebe.
Henry Dunant war in Genf geboren. Beide Eltern waren
tief relegiös und erfüllt von ſozialer Geſinnung. Sie widmeten
ſich als Waiſenpfleger fürſorgendem Wirken. Der Sohn trat an=
fangs
in ein Bankhaus ein, aber bewegt von religiöſem Empfin=
den
und univerſellen Regungen neigten ſeine Gedanken der
Arbeit auf dem Gebiete der Humanität zu. Ihn feſſelte das Ein=
geborenenproblem
, er behandelte es in einer Broſchüre. Das
Wirken der Amerikanerin Florence Nightingale im Krimkriege
wurde mitentſcheidend für ſein Handeln. Wie ſo oft im Leben
ſchöpferiſcher Menſchen wirken Schickſal und Zufall zuſammen
und erfüllen die Stunde ihres Handelns und ihrer Sendung.
Ein Mann wie Mac Mahon mochte erſtaunt ſein, den unkriege=
riſchen
Dunant plötzlich auf dem Schlachtfelde von Solferino an=
zutreffen
. Für Dunank ſelber war es die gebieteriſche Beſtim=
mung
, am Orte der Tat zur rechten Stunde zu ſein. Mit der
gleichen Beſtimmung zog er ſich von der Welt zurück, als ſein
Werk vollendet war. Keiner wußte von ihm, als ſein Name nach
allen einſtigen Ruhmesbezeugungen 1895 durch ein Schweizer
Blatt wieder in die Oeffentlichkeit getragen wurde, und zwar,
weil der Schöpfer der größten menſchlichen Idee des
Jahrhunderts verarmt und vereinſamt in einem Spital zu
Konvention die völkerrechtliche Bindung erhielt, deren Aus= Heiden am Bodenſee die dringendſte Notdurft ſeines Lebens ent=
behrte
. Die ganze Welt ſtand mit einem Male auf und über=
ſchüttete
beſchämt den Greis mit Ehren, Geſchenken und Geld.
Im Jahre 1901 erhielt er mit Frédéric Paſſy zuſammen den
erſten Nobelfriedenspreis. Er aber ſtand bereits abſeits irdiſcher
Freuden und Genüſſe und verteilte das Geld unter Schweizer
und norwegiſche Hilforganiſationen.
Die Welt ſchwieg bald wieder. Am 30. Oktober 1910 iſt
Henry Dunant in dem Spitale von Heiden einſam entſchlafen.
Nachrufe in allen Teilen der Welt kündeten noch einmal ſeinen
Sanitätsdienſt auszuüben und im Frieden für Bereitſchaft zu Ruhm. Sein Werk, das Rote Kreuz, war inzwiſchen Ge=
dieſer
Hilfeleiſtung Sorge zu tragen und für Verhütung, Be= ſchichte geworden. Was in der Geſchichte ſo ſelten wiederkehrt,
war es geworden; eine Tat, die Fortſchritt der Menſch=
heit
bedeutet.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Mittwoch den 9. Mai 1928

gen des Polizeikommiſſars Bauer bei der Finanzierung des Ver=
lages
mitgeholfen. Fashauer will das beweiſen. Wie lauten
aber die Namen dieſer Tauſende? Haben Sie eine Liſte dar=
über
? fragt der Präſident. Jawohl, antwortet Fashauer,
aber wir haben ſie gut verſteckt. Wir wollen dieſe Leute nicht
den gleichen Schikanen ausſetzen, wie man ſie mit uns begeht.
Fashauer ſagt dann, er habe ſich einiges Geld erworben durch
Frankenſpekulationen. Was die Schieber im Großen getan
haben, das habe ich im Kleinen gemacht. (Heiterkeit.) Fas=
hauer
weiſt daraufhin dem Präſidenten nach, daß er ſich bei den
Angaben über den Landpreis um 60 000 Franken geirrt habe.
Nach Bezahlung des Landpreiſes ſei ein disponibles Kapital von
211800 Franken verfügbar geblieben. Bis zur Vollendung des
Baues der Druckerei habe man 432 000 Franken benötigt, von
denen die Bauherren die Hälfte bar in Händen gehalten hätten.
Wo, Ihr Herren Geſchworenen, wird in der
ganzen Welt anders gebaut als mit Hypothe=
ken
? fragt der Angeklagte. Fashauer gibt darauf Auskunft
über ſeine eigene Beteiligung und ſagt, er ſei im Juni 1926 in
die Schweiz gereiſt, um über eine Anleihe zu verhandeln. Das
hätten angeſichts des ſinkenden Frankenkurſes viele Elſäſſer ge=
macht
. Auch die elſaß=lothringiſchen Staatsbahnen hätten das
getan. Die Bahnen boten aber eine größere Sicherheit als ein
in ſeinen Funktionen eingeſtellter Prieſter (Prétre interdit)
ſagt der Präſident. Abbé Fashauer ſpringt erregt auf: Ich bin
kein Prétre interdit, ſtudieren Sie erſt das kanoniſche Recht!
Seit 1911 beziehe er kein Gehalt mehr als Prieſter und verdiene
ſich ſein Geld als Redakteur. (Neue Zuſammenſtöße, neue Dis=
Beamten, der in der Schweiz Verwandte beſitze, dorthin geſchickt.
Und der Name des Beamten? fragt der Präſident. Bezahlen
Sie ihm ein Gehalt, wenn er ſeine Stellung, verliert, falls ich
ſeinen Namen hier nenne? gibt Fashauer zurück. Behaupten
Sie doch keine ſolchen Sachen, entgegnet der Präſident.
Im Elſaß herrſchen Terror und Oiftatur,
(Glocke des Präſidenten.) Fashauer erzählt dann von ſeinen
Verhandlungen mit Dr. Wildi. Dieſer Dr. Wildi ſoll nach den
Feſtſtellungen des Unterſuchungsrichters einen dunklen Punkt
haben. Er ſoll deutſchfreundlich ſein. Fashauer erzählt, der Ver=
ausgefertigt
worden. Die 100000 Schweizer Franken ſeien in Sie überſchreite dabei ſogar die tatſächlichen Ausgaben. Der Vogels=
drei
Naten bezahlt worden, deren Bezahlung ſei angeſichts des
ſteigenden franzöſiſchen Frankenkurſes beſchleunigt worden. Die
Summe habe umgerechnet 820000 franzöſiſche Franken ausge=
macht
. Es wurde als Gegenpfand eine erſte Hypothek auf das
Gebäude der Ertinia eingetragen. Wildi ſelbſt habe keinen
Einfluß auf die Zeitung gehabt. Bei der Hypothekierung hätten
ſich infolge geſetzlicher Beſtimmungen in Frankreich dürfen
keine Hypotheken in fremder Währung errichtet werden
ſich der Erwinia=Verlag verpflichtet hätte, ohne Erlaubnis von Förderung einzelner Zweige der Landwirtſchaft, Reichsverſicherung und
Dr. Wildi keine weiteren Hypotheken mehr aufzunehmen. Ueber
die Frage der Hypothekierung entſpinnt ſich eine längere Dis=
kuſſion
infolge Mißverſtändniſſen über die damaligen Kurs=
ſchwankungen
und den Schutz gegen ſie, wobei der Präſident die
Geſchäftstüchtigkeit des Abbé Fashauer bewundert, aber feſtſtellt,
daß dieſe Sachen nicht zur Klärung der ſtrittigen Punkte beitragen.
Die Verhandlungen wurden dann auf morgen vertagt.

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Der Juſtizetat
vor dem Heſſiſchen Landtag.
Präſident Delp eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 20 Min.
Die Kleine Anfrage der Frau Abg. Birnbaum, ob die Regierung
bereit ſei, den Stellenplan, wenn möglich im Juni, jedenfalls vor Be=
ginn
der Sommerpauſe, dem Landtag vorzulegen, wird von der Re=
gierung
wie folgt beantwortet:
Der Stellenplan zur Beſoldungsordmung wird baldmöglichſt vor=
gelegt
werden. Ob das vor der Sommerpauſe noch durchführbar iſt,
läßt ſich eben noch nicht überſehen, da auch abzuwarten ſein wird, wie ſich
die Stellenpläne in den andern Ländern geſtalten.
Eine Anfrage des Abg. Reuter betrifft das neu zu errichtende Gen=
darmeriegebäude
für den Bezirk Gau=Odernheim. Eine Verlegung der
Station nach Framersheim kann aus dienſtlühen Gründen nicht in
Frage kommen.
Regierungsrat Linkenheld legt den Widerſtreit dar, der zwi=
ſchen
der Auffaſſung der Kleinrentner auf Entſchädigung für ihre Ver=
luſte
und den Beſtimmungen des Fürſorgegeſetzes beſteht. Die Beſtim=
mungen
ſeien ſo locker, daß es den Fürſorgeſtellen außerordentlich
ſchwer falle, Härten zu vermeiden. Die heſſiſchen Fürſorgeverbände
haben nach ſeiner Mitteilung im letzten Jahr 3,3 Millionen Mark auf=
gewendet
.
Staatsrat Karcher begründet die von der Regierung im ver=
gangenen
Jahr gemachten Aufwendungen für Notſtandsarbeiten in
Höhe von rund 4½ Millionen Mark.
Miniſterialrat Hechler ſpricht über die Gewerbeaufſicht. Seit
Jahren habe die heſſiſche Regierung in der Gewerbeaufſicht Arbeiter als
kuſſionen.) In der Folge habe er, Fashauer, einen befreundeten Aufſichtsbeamte im Rahmen des Möglichen eingeſtellt. Eigene Bewerbe=
ärzte
einzuſtellen, habe die Negierung ſich niht entſchließen können.
Die Kreisgeſundheitsbehörden würden wie bisher bei der Gewerbeauf=
ſicht
mitwirken.
Abg. Axt (VRP.) verlangt die endliche Vorlage des Rentnerfür=
ſorgegeſetzes
. Er weiſt an Einzelfällen Härten nach, die im der Rentner=
fürſorge
zu verzeichnen ſind.
Die Kapitel 75 bis 82 (Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft)
werden angenommen. Ein Antrag des Landbundes auf Aufhebung des
Miniſteriums als ſelbſtändige Zentralſtelle wird abgelehnt. Für land=
wirtſchaftliche
Haushaltungsſchulen werden 3500 Mark bewilligt. Die
ſiellt Fashauer feſt. Proteſtrufe, großer Lärm. Landwirtſchaftsſchule in Butzbach ſoll zu einer Vollanſtalt ausgebaut
werden.
Abg. Joſt (Ldbd.) ſchildert die beſondere Notlage des Vogelsber=
ges
, die ihren Hauptarund in der vorjährigen Mißernte habe. Auch
jetzt wieder ſei die Winterſaat zu 60 Prozent ausgewintert und müſſe
neu ausgeſtellt werden. Die Regierung hätte zwar bezüglich der Steuer=
eintreibung
zahlreiche Verſprechungen gemacht, trotzdem gehe man
trag ſei bei einem Notar in Aarau in Anweſenheit, von Roſfé immer noch rigoros vor. Die Regierung fordere gegen den einmütigen
Beſchluß des Landtags noch immer die Koſten für die Parzellierung.
berg ſei bei der Ausſchüttung der bewilligten Zuſchüſſe für ärmere Ge=
meinden
dadunch benachteiligt worden, daß die Regierung die genehmigte
Unterſtützung nicht ausgenutzt habe. Redner wünſcht die Aufſtellung
des neuen Kulturplans nur im engſten Einvernehmen mit den Bewoh=
nern
des hohen Vogelsberges. Ohne Staatshilfe könne, man bei der
Feldbereinigung nicht auskommen.
Der Aelteſtenrat tritt ſodann zuſammen und beſchließt, die heutige
Sitzung ſo lange auszudehnen, bis die Veratungen des Juſtizminiſte=
riums
abgeſchloſſen ſind.
Nach der Pauſe wird das Kapitel 83: Bodenverbeſſerung und Waſ=
ſerverſorgung
, angenommen.
Nachdem Miniſterialrat Uebel gegen die Ausführungen des Abg.
Schwierigkeiten ergeben. Die Sache ſei ſo geregelt worden, daß Foſt über die Steuereintreibung ſich gewandt hat, werden die Kapitel
Schlichtungsweſen angenommen.
Abg. Sumpf (Komm.) begründet ſeinen Antrag auf Einſtellung
eines Kredites von 5 Millionen Mark für die Kriſenfürſorge für den
Fall, daß die Reichsregierung ihre Kriſenunterſtützung einſtellt.
Kapitel 88: Arbeitsnachweisweſen, Wohlfahrtspflege uſw., wird
dem Ausſchußbeſchluß gemäß mit 3 468 000 Mark angenommen. Ebenſo
ein Antrag auf 20 000 Mark für die notleidenden Kleinbauern. Der
von Sumpf geſtellte Antrag auf einen Kredit von 5. Millionen für die
Kriſenfürſorge wird abgelehnt.

Die reſtlichen Kabitel der Abteilung Miniſterium für Arbeit und
Wirtſchaft werden angenommen. Damit iſt der Etat des Miniſteriums
für Arbeit und Wirtſchaft erledigt.
Das Haus tritt ſodann in die Beratung des Juſtizetats ein.
Abg. Dr. Beſt (V.N.P.) trägt eine Reihe von Wünſchen bezüglich
einer guten und gerechten Juſtiz vor. Er wünſcht, daß bei Staatsan=
wälten
und Richtern nur die beſten Kenner des Geſetzes in die verant=
wortlichen
Stellen hineinkommen ſollen. Die Politik ſei aus der Juſtiz
fernzuhalten.
Staatsrat Schwarz erklärt, in der Juſtiz würden nur in ganz
vereinzelten Fällen Beamte politiſcher Einſtellung gebraucht, und zwar
bei der Staatsanwaltſchaft. Die Angriffe auf das Laienelement in der
Juſtiz ſeien nicht berechtigt. Von den Juſtizbeamten ſei eine geſunde
Rechtſprechung im Rahmen des heutigen Staates zu fordern.
Abg. von der Schmitt (Komm.) beklagt den übertriebenen
Schutz der Sache vor dem der Perſönlichkeit.
Abg. Keller=Offenbach (Ztr. beſchäftigt ſich mit den Problemen
bei der Reform des neuen Strafgeſetzbuches. Das Zentrum müſſe die
Unauflösbarkeit der Ehe im Intereſſe der Kinder und der Allgemein=
heit
fordern. Die unterſchiedliche Behandlung der Juſtiz= und Verwal=
tungsbeamten
müſſe ein Ende nehmen. Redner wünſcht eine Anpaſſung
der Referendarausbildung in Heſſen an die Preußens. Er warnt vor
dem Eintritt in die Juriſtenlaufbahn, da ſie überfüllt ſei. Er wünſcht,
daß die zahlreichen Autounfälle nicht mehr vor dem Einzelrichter, ſon=
dern
vor dem Schöffengericht verhandelt werden. Seine weiteren Aus,
führungen enthalten zahlreiche Wünſche zum Standesamtsweſen, zum
Bureaubetrieb der Gerichte, den er neuzeitlicher geſtalten möchte, zum
Notariatsweſen, zum Geſchlechtskrankheitengeſetz und der Gewerbs=
unzucht
.
Abg. Schreiber (Dm.) betont, das Rechtsleben dürfe kein Eigen=
daſein
führen. Es ſtehe in engſter Verbindung mit dem Staat und mit
der Politik. Er begrüßt es, daß der Juſtizetat in dieſem Jahre ein
außerordentlich günſtiges Bild gebe. Redner wünſcht die Senkung der
Stempel und Gerichtsgebühren und wendet ſich gegen die lange Sperre
zum mittleren Juſtizdienſt. Er glaubt, daß die Verreichlichung der
Juſtiz mancherlei Fortſchritte bringen werde. Er ſehe nicht ein, warum
man dem Richter nicht das bedingte Begnadigungsrecht zugeſtehe. So=
dann
wendet er ſich gegen die Forderung der Deutſchnationalen auf
Verſtaatlichung des Notariats. Zum Schluſſe fordert er im Intereſſe der
Berichterſtattung die Unterrichtung der Oeffentlichkeit und zur Vermei=
dung
tendenziöſer Darſtellung die Einrichtung von Preſſeſtellen bei der
Juſtiz.
Abg. Böhm (Dnatl.) unterſtreicht die Forderung ſeines Vorred=
ners
auf Zugeſtehung des bedingten Begnadigungsrechts an den
Nichter. Redner wünſcht eine feierlichere Eidesleiſtung. Er tritt für
die Herabſetzung der Anwaltskoſten ein.
Abg. Dr. Werner (Dnatl.) wünſcht, eine andere Auslegung der
Immunität. Er hält den Strafvollzug in der jetzigen dreiſtufigen Form
für reichlich human.
Abg. Frau Hattemer (8tr.) beſchäftigt ſich mit der Preſſe=
berichterſtattung
des Krantzprozeſſes.
Miniſterialdirektor Schwarz begrüßt den zufriedenſtellenden
Verlauf der Juſtizdebatte. Er verſpricht, den vorgetragenen Anregungen
und Wünſchen ſoweit als irgend möglich entgegenkommen, zu wollen.
Bezüglich der Wünſche bei der juriſtiſchen Prüfung kann er mitteilen,
daß das Reich beabſichtigt, einheitliche Nichtlinien zur Prüfungsord=
nung
für den juriſtiſchen Nachwuchs zu erlaſſen. Die Ueberleitung der
Beitreibung der Gerichtskoſten auf die Gerichtskaſſen würde bei allen
größeren und bei den meiſten mittleren Behörden eine nicht unerhebliche
Vermehrung des Perſonals zur Folge haben. Auch der Vertreter, des
Neichsſparkommiſſars, mit dem er ſich über dieſe Frage unterhalten
habe, ſei dieſer Auffaſſung geweſen und habe Bedenken geäußert. Trotz=
dem
werde er den Gedanken weiter verfolgen. Wenn auch der Straf=
vollzug
in Heſſen ſehr human ſei, ſeien dech hier die notwendigen Gren=
zen
gezogen. Ueber die Aufſtockung des Landeszuchthauſes werde ein
Voranſchlag ausgearbeitet. Der neue Strafvollzugsgeſetzentwurf ſehe
die Einrichtung von Gefangenenbeiräten vor. Die Einſtellung der
Juſtizverwaltung zur Preſſe und zur Juſtizkriſe ſind weiter der Gegen=
ſtand
ſeiner Betrachtung. Zum beſſeren gegenſeitigen Verſtehen wünſcht
er den Ausbau der beſtehenten Preſſeſtelle, beim Staatsminiſterium,
Abg. Schül (Zentr.) führt Klage über die Nichtabſtellung von
Mängeln im Prüfungsweſen, die er bezeits im vorigen Jahre gerügt
habe. Der geſunde Menſchenverſtand müſſe dem formalen Wiſſen vor=
angeſtellt
werden.
Schluß der Sitzung um 4 Uhr 30 Min. Nächſte Sitzung heute
vormittags 10 Uhr.

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[ ][  ][ ]

Nummer 129
Mus der Landespauptſtaut.
Darmſtadt, 9. Mai.
Eruannt wurden: am 12. April der Schulamtsanwärter Auguſt
Fees aus Worms zum Lehrer an der Volksſchule zu Monzernheim
(Kreis Worms) mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ab; am
27. April der Studienrat an der Realſchule in Gernsheim Dr. Karl
Burk zum Studienrat an dem Gymnaſium in Mainz mit Wirkung
vom Tage des Dienſtantritts ab; am 3. Mai der Kanzleigehilfe Gg.
Pfeiffer in Offenbach a. M. zum Kanzliſten bei dem Kreisamt
Offenbach a. M. mit Wirkung vom 6. Mai d. Js. ab.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Herrn Dr.=Ing. Ernſt Hue=
ter
zu Darmſtadt wurde die Venia legendi für Elektrotechnik an der
Techniſchen Hochſchule Darmſtadt erteilt.
Heſſiſches Landestheater. Das Bühnenbild zu der Neuinſzenie=
rung
von Hoffmanns Erzählungen ſtammt von Wilh. Reinking.
Morgen Donnerstag um 18 und 20 Uhr finden im Großen Haus
die erſten beiden Vorführungen des Sprechenden Films ſtatt; den ein=
leitenden
Vortrag hält Dr. Guido Bagier=Berlin. (Siehe auch beſ. Anz.)
Im Großen Haus wird heute Strindbergs Traumſpiel wieder=
holt
. Beginn 20 Uhr. Im Kleinen Haus Die Entführung aus dem
Serail von Mozart. Beginn 19.30 Uhr.
Die Vorſtellung von Goethes Egmont am Samstag, den 12. Mai,
wird zu ermäßigten Preiſen (0,707,00 Mk.) gegeben.
Herr Paul Kornfeld, Dramaturg des Heſſiſchen Landes=
theaters
und Redakteur der Blätter, hat ſeine Tätigkeit für
das Landestheater und die Blätter eingeſtellt. Am 15. Mai
ſcheidet Kornfeld endgültig aus dem Verband des Heſſiſchen
Landestheaters aus.
* Anläßlich des 50. Geburtstages von Prof. F. W. Kleukens, Darm=
ſtadt
, wurden dem Künſtler verſchiedene Ehrungen und Ueberraſchungen
zuteil. Zahlreiche Adreſſen, Telegramme und Blumenſpenden von ehe=
maligen
Schülern, Kunſtfreunden und Kollegen ehrten den Künſtler.
Unter anderen die Schriftgießerei D. Stempel, Frankfurt a. M., und
Dr. ing. ehrenhalber Karl Klingſpor, Offenbach a. M. Eine Abordnung
der Landesgruppe Rhein=Main des Bundes Deutſcher Gebrauchsgraphi=
ker
unter Führung des Vorſitzenden, Herrn Alberr Windiſch, überreichte
eine, von Fräulein Thea Schenk=Darmſtadt in koſtbarem Leder gearbei=
tete
Mappe, enthaltend zirka 30 künſtleriſche Originalblätter, u. a. Hand=
zeichnungen
und Aquarelle von Profeſſor Ciſſarz, Profeſſor Rudolf Koch,
Profeſſor Ludwig Enders, Profeſſor Delavilla, Georg Breitwieſer, Joh.
Georg Köhler, Dr. Conrad, Karl Mahr, F. O. Kutſcher, Friedrich
Heinrichſen, Hartmut Pfeil, Willi Meyer, Albert Windiſch uſw. Herr
Maler Albert Windiſch hielt folgende Anſprache: Die Landesgruppe
Rhein=Main des Bundes Deutſcher Gebrauchsgraphiker erlaubt ſich,
ihrem ſehr geſchätzten Ehrenmitglied, Herrn Profeſſor Friedr. Wilhelm
Kleukens, zu ſeinem 50. Geburtstage eine Mappe mit Originalarbeiten
einer Anzahl ſeiner Mitglieder zu überreichen. Gleichzeitig ruft ihm die
Landesgruppe ein herzliches Glück auf entgegen, wünſchend und hof=
fend
, daß dem verehrten Meiſter noch ſo manches Jahrzehnt freudigen
Schaffens vergönnt ſein möge. Wir denken heute mit Dank an den
Mitbegründer der ſo berühmt gewordenen Steglitzer Werhſtatt, an ben
Geſtalter ſo vieler ſchöner Drucktypen, herrlicher Bücher, entzückender
Illuſtrationen und wir gedenken auch all der reizvollen werbegraphiſchen
Arbeiten aller Art. Daher wiſſen wir auch, welche nicht alltäglichen Ver=
dienſte
Friedr. Wilh. Kleukens mit all ſeinem künſtleriſchen Tun auch
für das Gebiet geleiſtet hat, das uns am meiſten am Herzen liegt: Die
Gebrauchsgraphik. Wir ſind ſtolz darauf, den Jubilar in unſeren
Reihen zu wiſſen. Femer überreichte die Abordnung im Auftrag der
Berliner Bundesleitung, einen von Prof. Ludwig Enders, Offenbach a.
M., entworfenen kunſtvollen Schrein, derſelbe aus rotem Leder, enthal=
tend
eine köſtliche Elfenbeinſchnitzerei von Bildhauer Schäfer=Fronkfurt,
eine Tiergruppe darſtellend. Dieſer Schrein enthält auf den Innenſeiten
der Türen folgende Widmung in roten Antiqua=Verſalien: Unſerem
Ehrenmitglied, Herrn Profeſſor F. W. Kleukens, dem Mitbegründer
der Steglitzer Werkſtatt, dem Gründer der Ernſt=Ludwig=Preſſe, dem
Vorkämpfer neuer deutſcher Buchkunſt, zum fünfzigſten Geburtstag.
Bund Deutſcher Gebrauchsgraphiker, die Bundesleitung.
n. K. Göſchel, ein alter Veteran, iſt am 4. Mai im 94. Lebensjahre
zu den himmliſchen Heerſcharen einberufen worden. Als die Ploen=
nies
=Ausſtellung im Schloß 1921 ſtattfand, kam er mit ſeinen
Kameraden und ſtellte ſich als langjährigen einſtigen Bur=
ſchen
von Pl. vor. Er wußte noch manches Anziehende zu erzählen
von dem Plenius, wie der Name von den Soldaten ausgeſprochen
wurde. Er ergriff die ausgeſtellte Pl.ſche Büchſe, und wußte genauen
Beſcheid über Einzelheiten. Er war mit Leib und Seele Soldat. Den
Höhepunkt ſeines Lebens bildete die Feier ſeines 90. Geburtstages 1924;
es war großartig. Am Nachmittag zog eine Abordnung in ſeine Woh=
nung
, an deren Spitze der kürzlich verſtorbene Major Winter,
Hartmuth von Ploennies, ein Enkel von Wilh. v. Pl., und
der im vorigen Jahre auch ſchon verſtorbene Oberſtadtſekr. Brüchmann
ſtand und überreichte ihm eine Glückwunſchadreſſe, die von ſämtlichen hier
lebenden Generalen, den inzwiſchen verſtorbenen Draudt und v. Gall
und dem lebenden Willich gen. von Pöllnitz, vielen anderen
Offizieren und Mitgliedern des Kriegervereins, ſowie ſämtlichen Nach=
kommen
von W. v. Pl. unterſchrieben war. Sie hatte folgenden Wort=
laut
: Lieber, verehrter Kamerad Göſchel! Wir, die Nachkommen,
Freunde und Verehrer Wilhelms v. Pl., ſenden Ihnen, dem altheſſiſchen
Soldaten und Scharfſchützen, dem Gehilfen bei deſſen Schießverſuchen,
der Sie bei Fronhofen hinter Hauptmann Königer mit ge=
fälltem
Bajonett in das preußiſche Schnellfeuer (ſ. Knopf, Kap. 32)
rannten und im 70er Krieg Ihre Schuldigkeit getan haben, die herz=
lichſten
Glückwünſche zu Ihrem heutigen Ehrentage uſw. Die Schrift
war von dem obengenannten Brüchmann, die künſtleriſche Ausſtattung
von Prof. Albert Hartmann; der Scharfſchütze Göſchel von 1855
iſt in voller Ausrüſtung am Kopfe zu ſehen. Da mancher gewiß ſie
gerne ſehen will, iſt ſie eine Zeitlang im Schaufenſter der Buchhandlung
von Schlapp ausgeſtellt. Unterdeſſen waren alle möglichen Geſchenke
eingelaufen; der Großherzog hatte ſein Bild mit eigenhändiger Unter=
ſchrift
geſandt; von Fräulein von Ploennies waren einige Flaſchen
Johannisberger geſtiftet uſw. Jetzt wurden noch der Jubilar und die
Abordnung von Fräulein Finger, der Aſſiſtentin von Prof. Lim=
mer
, photographiert. Abends rückte der Kriegerverein mit ſeiner
Kapelle an und brachte ihm ein Ständchen. Als der Regimentsmarſch
erklang, übermannte ihn die Rührung. Ueber dieſe Ehrung wurde
ſeinerzeit in dieſem Blatte ausführlich berichtet. In ſeinem Dank an
ſeine Kameraden, den die Kriegervereinszeitſchrift brachte, ſprach er
von ſeinem 100. Geburtstage, dann ſchloß er: wenn nicht, dann beim
nächſten Appell im Himmel.
Lokale Veranſkaltungen.
SiE Merunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Faſſe irgendwie als Beſprechung oder Kritſk.
Vereinigung ehem. 97er Darmſtadt und Um=
ASbung. Am Samstag, den 3. Juni 1928, vormittags ab 11,30 Uhr,
findet die feierliche Ueberführung der Fahnen des ehem. 7. 8. und ar.
ANk. in das Landesmuſeum Münſter ſtatt. Unter den Feldzeichen befin=
den
ſich auch die Fahnen des ehem. J.N. 97. Der Regimentsbund hält
SS lür ſeine Ehrenpflicht, daß ſich alle Regimentsvereine ſowie die frühe=
in
Ofnziere an dieſer Feierlichkeit, ſoweit es nur irgend möglich iſt,
Sereiligen. Kamernden, die an dieſer Feier teilnehmen wollen, müſſen
ſich umgehend beim Vorſtand hieſiger Vereinigung melden.
Mit dieſem ſei nochmals auf den heute ſtattfindenden Miſ=
ſionsvortrag
Unter den Menſchenfreſſern Auſtra=
liens
hingewieſen. Für Kinder nachmittags 4 Uhr und für Lr=
wachſene
abends 8.30 Uhr. Beide Vorträge finden im Heim des Lhriſtt=
Vereins Junger Männer, Alexanderſtraße (Infanterie=Kaſerne) ſtart=
Vereinigung früherer Leibgardiſten Darm
ſtadt. Wir bringen hiermit unſeren Mitgliedern die an die Veremle
gung ergangene Einladung des Bayeriſchen Kavallerievereins in Zſchal=
fenhurg
a. M. zur gefl. Kenntnis, welche am Sonntag, den 13. Mcal=
ihr
25jähriges Beſtehen feiert. Die Fahnenabordnung fährt am Sonn=
tag
früh 7.43 Uhr ab Hauptbahnhof. Fahrkarte 4. Klaſſe (Sonnraße
karte). Die Kameraden werden gebeten, recht zahlreich an dem Geſte
teilzunehmen.

Mittwoch den 9 Mai 1928
43. Perbandstag
des Main=Rhein=Gaſtwirteberbandes
Geſtern, am Dienstag, begannen die Tagungen, die den Anlaß zur
erſten Süddeutſchen Gaſtwirtsmeſſe gaben und die in dieſen Tagen tau=
ſende
von Gaſtwirten in Darmſtadt vereinen zu wichtigen Berufs=
beratungen
.
Am frühen Vormittag begann die Aufſichtsratsſitzung der
Haftpflichtkaſſe der am Nachmittag die Generalver=
ſammlung
der Haftpflichtkaſſe deutſcher Gaſtwirte
folgte. An dieſe ſchloß ſich um 4 Uhr die große Vorſtandsſitzung
des Rhein=Main=Gaſtwirteverbandes und abends im
Konkordiaſaale der
Begrüßungsabend
mit Kommers, Konzert und künſtleriſchen Darbietungen für die auswär=
tigen
und Ehrengäſte. Hierzu war auch der Präſident des Deutſchen
Gaſtwirteverbandes Berlin, Herr Köſter, und als Vertreter der Stadt
Darmſtadt Herr Bürgermeiſter Delp erſchienen.
Das Konzert wurde ausgeführt von der Kapelle des Stadt=
Orcheſters unter Leitung von Kapellmeiſter Willy Schlupp
flott und ſchneidig, wie gewohnt. Den Reigen der Neden eröffnete Herr
Alfred Schmitz, der im Namen der Verbandsleitung die Erſchie=
nenen
, beſonders den allverehrten Präſidenten des Verbands, Herrn
Köſter, Herrn Bürgermeiſter Delp, den Verbandsvorſitzenden und
die Senioren, Herren Hartleb, Reiß und Roth ferner die Kol=
legen
und mit beſonderem Dank die Vertreter der Preſſe herzlichſt be=
grüßte
und ſich dann kurz über die Bedeutung der Meſſe und Wichtigkeit
der Tagungen verbreitete. Sein Wunſch für einen guten und ſchönen
Verlauf des Abends klang aus in ein Hoch auf Herrn Köſter, den alt=
bewährten
Führer der deutſchen Gaſtwirte.
Herr Präſident Köſter dankte für die Begrüßungsworte, betonte,
daß er ſehr gern nach Darmſtadt gekommen ſei, obwohl er erſt geſtern
ſeine 40. Wahlrede gehalten, alſo mitten im Wahlkrieg ſtehe. Ueber=
raſcht
ſei er aufs höchſte über die Größe und die hervorragende Qualität
der Ausſtellung, die auch für den Stand des ſüddeutſchen gaſtronomiſchen
Gewerbes zeuge, der immer eine Viſitenkarte einer Stadt, eines Landes
ſei. Der Gaſtwirteſtand wolle wohl dienen, aber nicht Bedienter ſein,
ſondern Herr im Hauſe und, obwohl für ſeine Gäſte beſorgt, ein guter
deutſcher Mann und Staatsbürger ſein. Von dieſem Gedanken ſeien die
Verhandlungen durchdrungen; es ſei aber auch Anlaß, des deutſchen
Vaterlandes zu gedenken, dem ſein Hoch gelte.
Danach begrüßte Herr Mundt als Vorſitzender des Vergnügungs=
ausſchuſſes
die Anweſenden und leitete mit der Ankündigung des Herrn
Fritz Schlotthauer aus Mainz zum unterhaltenden Teil über.
Dieſer beliebte Künſtler brachte zuerſt ein kernhaftes Poem auf die doch
einmal wieder kommende Freiheit des Rheines, und war dann während
einiger Stunden unerſchöpflich in heiteren und ernſten Vorträgen, die
ſtärkſten Beifall auslöſten. Als ausgezeichnete und humorvolle Vortrags=
künſtlerin
produzierte ſich Fräulein Cilly Bauer=Frankfurt. Herr
Hermann Hauth=Mainz ſang zunächſt mehrere herrliche Rheinlieder
und ließ ſpäter im Kellermeiſterkoſtüm ebenſo ſchöne humoriſtiſche Wein=
lieder
folgen. Die Künſtler wurden ſtürmiſch bejubelt. Der Abend
*
nahm den ſchönſten harmoniſch=animierten Verlauf.

Hygiene im Haushalt!
Gardinen heraus!
Daß Gardinen große Staubfänger ſind, iſt eine altbekannte Tatſache.
Trotzdem ſind ſi unentbehrlich. Aber ſie im Intereſſe der Geſundheit
aller Familienmitglieder nicht zu lange mit Staub behaftet zu laſſen
ſoll de Sorge der Huusfrau ſein. Darum jetzt zum Frühjahr herunter=
nehmen
und von fachkundiger Hand waſchen und wie neu herrichten
laſſen! Die ſeit 72 Ja ren beſtehende Großwäſherei Ludwig Hering,
Darmſtadt. Schießhausſtr. 4, Tel. 3949, beſorgt auch das Gardinen=
8147a
wa chen am beſten!

Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Die Wanderabteilung beteiligt
ſich am nächſten Sonntag an der Gauwanderung des Main=Rheingaues
der Deutſchen Turnerſchaft. Die Zuſammenkunft der Gau=Angehörigen
iſt am Olyturm auf dem Felsberg und wird nach einer kurzen Be=
grüßung
der Weitermarſch nach Reichenbach angetreten, woſelbſt die
eigentliche Feier der Gauwanderung ſtattfindet. Die Abfahrt unſerer
Mitglieder erfolgt mit dem Zuge 8,02 Uhr ab Hauptbahnhof nach Jugen=
heim
. Von hier wandern wir über die Kuralp nach dem Felsberg, um
dann gemeinſam mit den anderen Turnern nach Reichenbach zu wandern.
Wir bitten alle Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. Für Hin= und
Rückfahrt löſen wir Sonntagskarte Auerbach (90 Pfg.). Ruckſackverpfle=
gung
und Liederbücher nicht vergeſſen.
Morgen und übermorgen
wird im GROSSEN HAUS des
Landestheaters dle große Erfindung

R

Der sprechende Film
(8152
18 und 20 Uhr gezelgt.
elchhaltiges Program m.

Kaufmänniſche Stenographen=Gefellſchaft e. V., Darmſtadt. Am
Sonntag, den 13. Mai, findet die 5. Wanderung wie folgt ſtatt:
Abfahrt von Darmſtadt Hauptbahnhof vorm. 6.10 Uhr über Aſchaffen=
burg
nach Miltenberg. Von hier aus führt der Weg über Kloſter
Engelsberg, Groß=Heubach, Rüdenau, Lauseiche, Ohrenbachtal, Viel=
brunn
, Weitengeſäß nach Michelſtadt i. Odw. Marſchzeit zirka fünfund
einehalbe Stunde. Es find Sonntagsrückfahrkarten nach Miltenberg zu
löſen. (Fahrpreis 3,60 Mk.). Für Jugendliche letzter Einzeichnungstag
für die Fahrpreisermäßigung in der Geſchäftsſtelle am Freitag, 11. Mai.
Fahrpreis 2,20 Mk.) Die jüngeren Mitglieder bitten wir, hiervon recht
regen Gebrauch zu machen. Ruckſackverpflegung. Gäſte ſind ſtets will=
kommen
. Führer: P. Heiligenthal und W. Schwinn.
Rundfunk-Vortrag Frankfurt a. M. Mittwoch, 9. Mai 1928,
645 Uhr abends. Prof. Dr Sigmund: (IV.8109
Wachs um, Ernährung und
P Haarweclisel, Haarausfall
BasloolHadt
und seine Heilung durch DAKRYSOL.

Rückfragen en das Physiol. Laborat. Dr. Sigmund, Stuttgart-Degerloch

Gaſtwirts=Meſſe. Das geſamte Stadtorcheſter konzertiert unter
Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp am Donnerstag,
den 10. Mai, in der Gaſtwirtsmeſſe nachmittags von 56 Uhr nach
folgendem Programm: Einzug der Gäſte auf der Wartburg a. d. Oper
Tannhäuſer von Wagner; Ouvertüre zu Orpheus in der Unterwelt
von Offenbach=Binder; Roſen aus dem Süden, Walzer von Strauß
Fantaſie aus der Oper Carmen von Bizet; Heinzelmännchens Wacht=
parade
von Noak; Parademarſch der 18er Huſaren von Müller.

Fortsetzung des
Möpelausgerkaufs
wegen Umbau und vollständiger Neu-
herrichtung
der Ausstellungs-Räume.
Außerordentlich billige -, Herren-
und Schlafzimmer-Einrichtungen.
Bogt Rischep

Alexanderstr. 10.

Wie lange noch?
Seit Jahrzehnten bereits beſteht die Abſicht eines zeit=
gemäßen
Ausbaues der Darmſtädter Vorortbahn nach
Traiſa, Nieder=Ramſtadt und Ober=Ramſtadt.
Dem Vernehmen nach liegen ſeit Jahren die Pläne hierfür fix
und fertig vor. Mitte Februar tagte in Nieder=Ramſtadt
eine aus Darmſtadt, Traiſa, Nieder=Ramſtadt und Ober=Ramſtadt
ſehr zahlreich beſuchte Verſammlung, die einſtimmig folgende
Entſchließung faßte:
Es iſt dringend geboten, daß der bereits ſeit Jahrzehnten
beſtehende Plan des Ausbaues der Vorortverbindungen von
Darmſtadt nach Traiſa, Nieder=Ramſtadt und Ober=Ramſtadt
nunmehr mit aller Beſchleunigung in die Tat umgeſetzt wird.
Bis zum Zeitpunkt der Eröffnung der elektriſchen Vorortbahn
iſt eine Kraftwagenlinie vom Endpunkt der elektriſchen
Straßenbahn am Böllenfalltor über Traiſa und Nieder= Ram=
ſtadt
nach Ober=Ramſtadt einzurichten. Für die Betriebsfüh=
rung
ſowohl der Kraftwagenlinie wie auch der Vorortbahn
kommt angeſichts des engen Zuſammenhanges der neuen Ver=
bindung
mit dem bereits beſtehenden Netz der Darmſtädter
Straßen= und Vorortbahnen einzig und allein die Heſſi=
ſche
Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft in Darmſtadt
in Frage.
Hiernach konnte als ſelbſtverſtändlich angenommen
werden, daß die Bedenken und Schwierigkeiten der
verſchiedenſten Art, die ſich der Verwirklichung des Planes bisher
entgegengeſtellt hatten, endlich behoben würden und daß
zum 1. April, ſpäteſtens aber zum 1. Mai, die allerſeité als drin=
gend
notwendig geforderte Kraftwagenlinie durch die Heag er=
öffnet
würde. Was iſt inzwiſchen, d. h. ſeit nunmehr faſt einem
weiteren Vierteljahr, geſchehen? Wo und wann man nach dem
Stand der Dinge fragt, bekommt man zur Antwort: Die Sache
ſchwebt noch, es ſind noch Schwierigkeiten zu überwinden, man
muß abwarten. Wie lange ſoll das noch weiter=
gehen
? Die Intereſſen von Ober=Ramſtadt, Nieder=Ramſtadt
und Traiſa, nicht minder aber auch wichtigſte Intereſſen der
Landeshauptſtadt, verlangen gebieteriſch, daß endlich gehan=
delt
, daß von Verhandlungen zu Taten geſchritten wird. Was
den Bewohnern der Darmſtädter Vororte im Süden, Weſten und
Norden recht iſt, die über günſtige Straßenbahnverbindungen ver=
fügen
, iſt den öſtlichen Vororten Traiſa, Nieder=Ramſtadt und
Ober=Ramſtadt billig. Für die Genehmigung der Kraftwagen=
linie
, deren Einrichtung beſonders dringlich iſt, iſt die heſſiſche
Regierung zuſtändig, die in eigener Verantwortung ſouve=
rän
zu entſcheiden hat. Von ihr wird erwartet, daß ſie
endlich die Zeichen der Zeit erkennt und der Heag die Genehmi=
gung
zum Betrieb der Kraftwagenlinie vom Böllenfalltor (vom
Endpunkt der weißen Linie der elektriſchen Bahn) nach Traiſa,
Nieder=Ramſtadt und Ober=Ramſtadt ohne weiteren Verzug er=
teilt
. Weiteſte Bevölkerungskreiſe in den öſtlichen Vororten, aber
auch in Darmſtadt rechnen nunmehr beſtimmt darauf, daß die
Heag in die Lage verſetzt wird, dieſe beſonders wichtige Kraft=
wagenlinie
, die eine weſentliche Ergänzung des Straßenbahn=
berkehrs
darſtellt, unverzüglich, jedenfalls aber noch im Laufe des
Monats Mai in Betrieb zu ſetzen.

Fuchsjagd des H. A. C.
Lachender Sonnenſchein begrüßte, wie alljährlich die Teilnehmer an
der am 6. Mai ſtattgefundenen Fuchsjagd des Heſſiſchen Automobil=
Clubs, Darmſtadt, und des Heſſiſchen Automobil=Clubs Rheinheſſen,
Mainz. Nicht weniger als 200 Teilnehmer mit 65 Wagen waren dem
Rufe gefolgt und verſammelten ſich vor dem Klubheim Hotel zur
Traube, in Darmſtadt. Nachdem der Fuchs, Seine Erlaucht Herr Erb=
graf
Alexander zu Erbach=Erbach, der vorjährige Jäger, und der Un=
parteiiſche
, Herr Ludwig Schmidt, ſich bereits um 8½ Uhr in das Jagd=
gebiet
, das von den Straßen Seeheim, Ober=Beerbach, Allertshofen,
Hoxhohl, Brandau, Gadernheim, Breitenwieſen, Knoden, Seidenbuch,
Erlenbach, Seidenbach, Scheuerberg, Mittershauſen, Jgelsbach, Wald=
Erlenbach, Kirſchhauſen, Eſchweiher, Heppenheim, Bensheim, Auer=
bach
, Hochſtätten, Balkhauſen, Jugenheim, Seeheim begrenzt war, be=
geben
hatten, folgte pünktlich um 9½ Uhr die geſchloſſene Abfahrt der
langen Wagenkolonne bis kurz vor Seeheim. Hier wurde durch den
Vorſitzenden der Sportkommiſſion, Herrn Walter Tellert, um 10 Uhr
der Start zur Jagd freigegeben. Ein eifriges Suchen nach dem Fuchs,
der ſeine Fährte durch zahlreiche Irreführungen ſehr gut verdeckt hatte,
begann, nicht ohne dabei die herrlich erwachte Natur, die blühenden
Kaſtanien und Obſtbäume und die ſchönen Täler und Höhen des Oden=
waldes
und der Bergſtraße zu bewundern. Allüberall ſtieß man auf
ſuchende Wagen, hier kraxelte ein Wagen den Felsberg hinauf, dort
ſah man zwei ſich begegnende Wagen ſtehen, deren Führer ihre Mei=
nung
austauſchten, wo wohl der Fuchs zu finden ſein könnte. Im Gan=
zen
ein Bild fröhlichen Jagens. Der Fuchs, ein ſchlauer Burſche, wie
er nun einmal iſt, hatte es aber den Jägern nicht leicht gemacht, brauchte
doch der Jäger, der ihn zur Strecke brachte, Herr Ludwig Fiſcher, nach=
dem
er ihn geſichtet hatte, noch nahezu eine Stunde, um, der Vorſchrift
entſprechend, ſeinen Wagen an den
obwohl er nur 10 Meter daven etnfernt war. Hoch oben auf dem
Knoden befand ſich der Bau. Bis 1½ Uhr waren alle Wagen wieder
vor dem Hotel zum Halben Mond in Heppenheim berſammelt, wo an
mit Fliedern und Tulpen ſchön geſchmückten Tafeln das vorzügliche
Jagdeſſen ſerviert wurde. Seine Erlaucht, Herr Erbgraf Alexander be=
grüßte
die Teilnehmer aufs herzlichſte und führte aus, daß nur der im
H. A. C. herrſchende hohe Sportgeiſt eine derartige Teilnehmerzahl zu=
ſammenbringen
könnte. Herr Direktor Hermann Kahlert ließ nochmals
kurz die Jagd an unſerem Auge vorüberziehen und ſchloß ſeinen Aus=
führungen
die Preisverteilung an, die durch Ihre Erlaucht die Frau
Erbgräfin vorgenommen wurde. Dieſe brachte dem Sieger einen ſchönen
ſilbernen Pokal, dem Fuchs einen Troſtpreis und allen Jägern eine
hübſche Erinnerungsplakette. Ein Tänzchen, das ſich bis in die ſpäten
Abendſtunden hinzog, beſchloß dieſe ſchöne ſportliche Veranſtaltung. Die
Jagd war glänzend organiſiert und iſt auch ebenſo verlaufen.
Hefſiſcher Automobil=Club. Unter den Teilnehmern an der am
6. Mai ſtattgefundenen Fuchsjagd des H.A.C. wurde eine Tellerſamm=
lung
zugunſten der Unwettergeſchädigten an der Berg=
ſtraße
veranſtaltet, die die anſehnliche Summe von 170 Mark er=
brachte
. Dieſe Summe wird ſeitens der Klubleitung an die zuſtändige
Stelle überwieſen.
Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft hat den Rezitations=
Abend der ausgezeichneten Vortragskünſtlerin Eliſabeth Stieler=
Mannheim, der als achte und letzte Veranſtaltung dieſes Winters am
nächſten Freitag, den 11. Mai, 8 Uhr, im Feſtſaale der Vereinigten
Geſellſchaft ſtattfindet, jungen heſſiſchen Dichtern gewidmet. Neu ein=
geführt
werden Paul Appel, ein junger Oberheſſe, und Ludwig
Strauß, der als Privatgelehrter in Bensheim wohnt: beide ſtehen
iſoliert in der heutigen Lyrik; beide vereinigen mit einer ſtarken Natur=
verbundenheit
eine lebendige Frömmigkeit, die ſich von den wilden
und häßlichen Erſcheinungen der heutigen Zeit wohltuend abhebt. Als
weitere markante Perſönlichkeiten der jungen heſſiſchen Dichtung werden
Eliſabeth Langgäſſer und Dr. Fritz Uſinger mit ausgewähl=
ten
Stücken ihrer ſchönen, gepflegten Kunſt vertreten ſein. Zur Ein=
führung
in die Rezitation von Eliſabeth Stieler wird Wilh. Michel
erklärende Worte ſprechen. Die reizvolle Veranſtaltung dürfte eine
ſtarke Anziehung ausüben. (S. Anzeige.)

aafatte

Aabtf

[ ][  ][ ]

Seite 6

Mittwoch den 9 Mai 1928

Durch die 1. Süddeutſche Gaſtwirtsmeſſe.

Am. Setzen wir unſeren geſtern begonnenen Rundgang durch die
Hauptgruppen der Feſthalle fort. Zunächſt beſuchen wir die
Kellerei=Einrichtungen und Eisſchränke.
In dieſer Gruppe ſind auch Büfetts ausgeſtellt. Auch Staubſauger ſind
hier vertreten, wie der Elektrolux und der der Santo=G.m.b.H.
(Berlin). Die Firma Bamberger, Leroi u. Co. A.G. in Frank=
furt
zeigt ihre bekannten elektro=automatiſchen Kühlſchränke, Wilhelm
Siebenborn=Neu=Iſenburg zeigt Stühle und Tiſche. In dieſer
Gruppe ſind viele einheimiſche Firmen zu finden, ſo die Mechaniſche
Faßwerkſtätte Georg Heim, Darmſtadt, Hermann Heinmüller,
Darmſtadt, Geſellſchaft für Gummi= und Aſbeſtwaren, Filtrierappurate
für Getränke jeder Art der Metallfreien Filterwerke In=
gelheim
, in Nieder=Ingelheim, Küfermeiſter Jakob Ger=
hard
aus Nierſtein (Zur Krone) und Jean Schanz
aus Darmſtadt mit Küfereiartikeln. Heinr. Maith=Offenbach=Bürgel
zeigt elektriſche Kühlmaſchinen für mittlere und große Betriebe; Gott=
lob
Jung aus Wiesbaden außer Kühlſchränken auch Glasſchaukäſten.
Das Sachſenwerk, Lickt= und Kraft=Aktiengeſelllſchaft in Nieder=
ſedlitz
, bringt ebenfalls Kühlſchränke und Staubſauger, deren Käſten
ſich äußerlich in hell=ſchmucker Farbe

Artikeln ausſtellt.
Maſchinen für Wirtſchaftsbetriebe und Geräte.
In dieſer Abteilung ziehen ſchon vor der Feſthalle die im Freien
oder in Zelten aufgeſtellten größeren Maſchinen die Aufmerkſamkeit
und das Intereſſe der Beſucher auf ſich.
Die Maſchinenfabrik Ph. Mayfarth u. Co.=Frankfurt hat
große hydrauliſche und Spindelpreſſen für Obſt=, Trauben= und Beeren=
mühlen
aufgebaut. Die Gebr. Gammelspacher, Schwetzingen,
zeigen neben Räucher= und Aufbewahrungsſchränken einen Wurſtkeſſel
für Metzgereien, der auch als Waſchkeſſel benutzbar iſt.
Von einheimiſchen Firmen ſeien zunächſt die Rheiniſche Elektrizi=
täts
=Aktiengeſellſchaft (Rheinelektra) erwähnt, die Spülmaſchinen
und Waſchmaſchinen ausſtellt; ferner das Ingenieurbureru Willy A.
Schenck=Darmſtadt, das mit mehreren Maſchinen die Wäſcherei=
maſchinenfabrik
J. Bernhard Goedecker=München und die Geſell=
ſchaft
für Lindes Eismaſchinen A.G. in Mainz=Koſtheim vertritt.
Einen großen Raum in dieſer Hauptgruppe nehmen die Ausſtel=
lungsgegenſtände
unſerer einheimiſchen Firma Gebr. Roeder A. G.,
Fabrik für Kochapparate jeder Art, ein. Unter den blitzblanken Ma=
ſchinen
und Herden ſeien gerannt: Eine Warm=Anrichte für Gas=
heizung
, ein Kipptopf=Apparat für Dampfheizung und ein ebenſolcher
für Gasheizung. Dann ein Bratroſt für Holzkohlenfeuerung, ein Grill=
apparat
für Gasheizung und ein Bouillon= Koch für große Töpfe. Und
ſchließlich noch 2 Konditoreirrſte für Kohlen= und Gasheizung, Dampf=
keſſel
, eine Warmanrichte für Dampf und ein Gaskochherd mit geſchlof=
ſenen
Glühplatten und Sicherung der Bratofenbrenner. Schon aus
dieſer kurzen Aufſtellung iſt zu erſehen, daß die Firma tatſächlich Koch=
apparate
jeder Art und für jeden Verwendungszweck herſtellt. Die
Firma hat, wie übrigens auch eine ganze Reihe anderer Firmen der
verſchiedenſten Branchen, ſchon eine ganze Reihe von Verkäufen ab=
ſchließen
können.
Zu nennen ſind weiterhin die Städtiſchen Betriebe Darm=
ſtadt
, die einen Gas=Radiator ausſtellen; dann als Herſteller von Waſch=
maſchinen
die Firma Scharrenbroich u. Hindrichs, G.m.b. H.
in Köln Ludwig Pfaff aus Neu=Iſenburg, und als Fabrikanten
von maſſiven Hausſparwaſchkeſſeln Robert Egelhof in Stuttgart=
Fellbach. Obſtmühlen und hydrauliſche Obſtpreſſen zeigen weiterhin die
Maſchinenfabrik Dieffenbacher Söhne in Eppingen und die
Barmer Maſchinenfabrik Rittershaus u. Blecher. Die Herd=
und Ofenfabrik Ruckelshauſen in Pfungſtadt bringt Kochherde
für Kohlen und Gas, Konditoreiöfen, Keſſelöfen und Räucherſchränke.
Von der Schweizer Firma Salvis=Luzern, die eine ganze Reihe von
elektriſchen Apparaten und Kochherden im Gebrauch vorführt, wurde
geſtern ſchon an dieſer Stelle geſprochen. Schließlich ſeien noch erwähnt
Maſchinenfabrik Dieffenbacher Söhne in Eppingen und die
Frus=Werke (J. Rilling u. Söhne) aus Dußlingen in Württem=
berg
, die Patent=Kaffeemühlen in verſchiedenen Ausführungen, mit und
ohne Riemenbetrieb, vorführen.
Wir kommen nun in unſerem Rundgang zur nächſten Abteilung,
der Hauptgruppe
Inventar, Mobiliar, Dekoration.
Auch Burecuutenſilien und ſchöne und nützliche Dinge verſchieden=
ſter
Arten ſind in dieſer Gruppe ſo zahlreich untergebracht, daß der
Chroniſt von vornherein um Nachſicht bittet, wenn er bei der Ueberfülle
des Gebotenen und Geſchauten die eine oder andere Firma oder den
einen oder anderen Stand überſehen hat.
Die Möbelfabrik Alter A. G.=Darmſtadt ſtellt um auch hier
mit einheimiſchen Firmen zu beginnen zwei ſchöne geſhmackvolle
Hotel=Schlafzimmer aus; Martin Ritter aus Brensbach baut
einen ſoliden und gefälligen Reklame=Garderobeſtänder, der drehbar in
einem Kugellager läuft Praktiſch iſt ſicherlich das Paidi=Kinderbett
des Spezialhauſes für Betten und Bettwaren, Darm=
ſtadt
. Dieſes Kinderbett iſt verſtellbar, fahrbar, zuſammenlegbar und
(nur mit einem Sicherheitsſchlüſſel) zerlegbar. Zahlreich ſind die Bil=
lardfabriken
hier vertreten, ſo die Frankfurter Billardfabrik Fritz Ein=
bek
, und die Hanauer Billardfabrik Karl Jung u. Co. Auch nied=
liche
Tiſchkegelſpiele ſind von der Firma Fiſcher aus Glaubitz bei
Nieſa ausgeſtellt. Die Larmſtädter Firmen Roſenthal und
E. Olitzſch haben eine reichhaltige Zuſammenſtellung von Glas= und
Porzellanwaren aufgemacht. Die letztere Firma führt ferner eine Re=
kord
=Bratpfanne vor, die in fünf bis zehn Minuten brät.
Etwas ſehr Praktiſches ſcheint ein kleiner Korkzieher zu ſein, den
die Firma Eugen Pfeilmeier=Pforzheim auf den Markt bringt.
Mit dieſem kleinen, unſcheinbaren Ding wird der Kork nicht beſchädigt,
ja, man kann ihn ſogar damit wieder in den Flaſchenhals hineindrücken.
Die gleiche Firma hat auch Gold= und Silberwaren ſowie optiſche In=
ſtrumente
mitgebracht.
Ebenfalls Dekorationsſachen, Gold= und Silberwaren, dazu feine
Handfpinnereien legt die Firma Bozena, Simonſon=Köln, aus.
Fahnen, Schilder und Vereinsartikel aller möglichen Art füllen den
Stand, der Koſtüm= und Fahnenfabrik. A. u. J. Schlegel aus
Darmſtadt.

Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Der Verein hatte ſeine Mit=
glieder
und Freunde zu einem Bunten Abend mit Tanz eingeladen.
Der gute Beſuch zeigte, daß man dieſer Veranſtaltung großes Intereſſe
entgegenbrachte. Nach einem launigen Vorſpruch, paſſend für dieſen
Abend, wurde das Programm abgewickelt, das in allen Teilen einen
guten Verlauf nahm. Einem Tanz der Turnerinnen folgte Heiteres
und Ernſtes aus dem Turnerlager. Die Sportabteilung zeigte in
mehreren Bildern ihre Betätigung in der Halle und auf dem Raſen.
Drei Turnerinnen tanzten den Puppenfeewalzer und erhielten, wie
alle, reichen Beifall. Der folgende Teil führte uns ins Varieté Glüh=
birne‟
. Ein buntes Allerlei brachten uns hier Damen und Herrn des
Vereins zu Gehör, und die anſchließende Neuaufführung der Küchen=
fee
hatte wiederum einen vollen Erfolg. Nicht zu vergeſſen iſt auch
der Conférencier, der fortlautend die Befucher über die einzelnen Dar=
bietungen
aufs beſte unterrichtete. Nach dem bunten Teil folgte Tanz,
und wurde auch hier ausgiebig Gebrauch gemacht. Zum Schluß ſei
allen Mitwirkenden für ihre Unterſtützung ſowie der Kapelle für ihre
gute Muſik herzlichſt gedankt.

Die National=Regiſtrierkaſſen=Geſellſchaft mit
b. H. aus Berlin=Neukölln führt ihre Spezialkaſſen für Reſtaurations=
betriebe
vor. Dieſe Kaſſen haben getrennte Additionswerke für die ein=
zelnen
Kellner und ein Hauptadditionswerk, drucken außerdem ſelbſt
die Kontrollſtreifen. Zu den Herſtellern ven Kontrollapparaten gehören
weiterhin die Noris=Kaſſenfabrikation G.mb.H. ( Wert=
marken
), Wilhelm Lumme=Quedlinburg (Bierkontrolluhren) und
Bernhard Sander aus Berlin (Kontrollappaarte für Sparten= und
Faßkontrolle.
Das Darmſtädter Photo= und Kinohaus Cartharius läßt
Photo= und Projektionsapparate ſowie Kinomaſchinen ausſtellen, dar=
unter
beſonders intereſſant der Kinvapparat Zeis=Ikon II. Einen größe=
ren
Rahmen nehmen auf der Meſſe die ſogenannten roſtfreien Beſtecke
und Geräte ein. U. a. ſtellt die Zinngießerei Bernhard Kapfen=
berger
=Darmſtadt roſtfreie Beſtecke her, während die Württem=
bergiſche
Metallwarenfabrik=Geißlingen Cromorgan= Ge=
räte
aus roſtfreiem Metall (Erſatz für Nickelgeräte) und Silit= Koch=
geſchirre
(Erſatz für Guß) fabriziert. Hoffentlich werden alle dieſe Ge=
räte
, an ſich das Ideal einer jeden Hausfrau, mit ſteigendem Umſatz
auch recht billig. Beſtecke jeder Art, verſilberte Hohlgefäße, Fleiſch= und
Kochmeſſer ſind in dem Stand der Firma Mathias Kattler=
Darmſtadt zu ſehen.
Auch Stühle und Tiſche für Reſtaurationsbetriebe ſind auf der Meſſe
in mannigfachen Ausführungen zu finden; wir erwähnen die Firmen
Heidelberger Holzinduſtrie. A. G. und die Stuhl= und
Möbelfabrik Fr. Schäfer=Tübingen. Dieſe Firma läßt zum Be=
weis
der Haltbarkeit ihrer Fabrikate einen Stuhl in einer Trommel als
zugkräftige Reklame polternd rotieren.
Garderobenhalter für Eaſthäuſer und verwandte Betriebe in prak=
tiſcher
Form hat die Holzwarenfabrik Gebr. Müller, aus Iſſum
(Rhld.) konſtruiert; Laden= und Schaufenſtereinrichtungen führt die
Firma Heinrich Dörſam in Darmſtadt aus. Zu nennen iſt noch
die hübſch und appetitlich aufgemachte Schau, zu der die Darmſtädter
Firma Möbelfabrik Joſef Trier die Kaffee=Einrichtungen, Tiſche
und Stühle, der Darmſtädter Kaffees Oper Ernſt Ludwig
und Schloß=Kaffee die Konditorei=Genüſſe geliefert haben.
Schließlich ſeien noch die Santo=Gläſerſpüler der G.m.b.H. Santo
(Berlin), die elektriſchen Bohnerapparate der gleichen Firma und eine
intereſſante Zuſammenſtellung von einſchlägigen Druckſachen der Darm=
ſtädter
Firma H. Hohmann erwähnt. Ueber die
Tombola,
die wirklich wertvolle und ſchöne Gewinngegenſtände enthält, wäre noch
zu ſagen, daß in dieſer Ecke der Betrieb und der Andrang beſonders
ſtark ſind, wie aber überhaupt der Beſuch der erſten Süddeutſchen Gaſt=
wirtsmeſſe
den ganzen Tag über, auch in den ſonſt ſogenannten ſtillen
Zeiten, ſtark anhält. Bekannt ſein dürfte, daß für die letzten Tage ab
5 Uhr nachmittags der Eintrittspreis auf 50 Pfg. herabgeſetzt iſt.
Die elektriſche Reſtaurations= und Haushalts=
Muſierküche
auf der 1. Süddeutſchen Gaſtwirtsmeſſe in der neuen Darmſtädter Feſt=
halle
erfreut ſich größter Beachtung ſeitens des Fachgewerbes und auch
des Publikums. Wie auf der vorjährigen landwirtſchaftlichen Ausſtel=
lung
ſo wollte auch auf dieſer Gaſtwirtsmeſſe die Heag den intereſſierten
Kreiſen zeigen, was mit Hilfe der Elektrizität in dem einſchlägigen Ge=
werbe
und im Haushalt alles geſchaffen werden kann. Nachdem das
elektriſche Licht ſeinen ſieghaften Einzug in Arbeits= und Wohnräumen
in der Hauptſache beendet hat, und nachdem die elektriſche Krafterzeu=
gung
als billigſte und wirtſchaftlichſte Arbeitsquelle in den Werkſtatten
Alleinherrſcherin geworden iſt, hat ſich der Elektrizität in den letzten
Jahren ein neues weites Arbeitsfeld eröffnet, welches kurz zu kennzeich=
nen
iſt mit dem Schlagworte: Elektrizität im Hausgerät! Dabei iſt zu
unterſcheiden zwiſchen der Wirkſamkeit der Elektrizität als Kraftquelle
einerſeits und Wärmequelle andererſeits. Im kleinen und kleinſten
Motor erſetzt die Anwendung der Elektrizität langwierige und koſt=
ſpielige
Handarbeit; im Wärmegerät vereinfacht und veredelt ſie die
bisherige umſtändliche und teilweiſe unhygieniſche Arbeitsweiſe. Es ſei
in dieſem Zuſammenhange nur kurz an die Vorteile erinnert, welche die
Elektrizität ganz allgemein jedem Küchenbetriebe, ſei es in der Reſtau=
ration
, ſei es im Haushalte, gerade während der Sommerszeit bringt.
Als motoriſche Kraft wirkt die Elektrizität in Vorbereitungs= und Rei=
nigungsmaſchinen
, mit welchen beiden Begriffen alle in Frage kommen=
den
Maſchinen zuſammenfaßbar ſind. Wie ganz anders vollzieht ſich
die Arbeit, wenn eine leicht in Betrieb zu ſetzende Maſchine ſchnell und
gleichmäßig all die üblichen Lebensmittel vor= oder zubereitet! Wieviel
beſſer läßt es ſich in einer Reſtaurationsküche arbeiten, wo mittels des
Ventilators dauernd für gute Luftverhältniſſe geſorgt iſt! Unermüdlich
ſchafft der Elektromotor im Kühlſchrank die erforderliche Tieftemperatur,
welche allein Gewähr für eine gute und wirtſchaftliche Aufbewahrung
und Verarbeitung der Lebensmittel bietet!
So könnte man noch eine Reihe von Aufgaben nennen, welche der
Elektromotor in der Küche ſpielend und ſtets verfügbar leiſtet.
Daneben zeigt die Elektrizität auf dem Gebiete der Wärmeerzeugung
gleich große Vorzüge, deren ſie ihre ſtändig wachſende Anwendung für Bayernlandes kann natürlich nur dann ſtattfinden, wenn ſich die ge=
dieſe
Zwecke verdankt.
Hunderte und Aberhunderte bleiben, vor der elektriſchen Küche
ſtehen und bewundern die Schnelligkeit und Sauberkeit, mit welcher auf
gehört, konnten ſich jedoch der Zweifel nicht entledigen. Hier ſehen ſie,
daß das bisher Gehörte keine Uebertreibung war, ſondern daß wirklich
die Elektrizität als Wärmequelle ernſtlich in Frage kommt, nicht nur für
den Großbetrieb, ſondern in gleicher Weiſe auch für die private Haus=
haltsküche
.
Um das Bild zu vervollſtändigen, ſind überdies alle die ſonſt ge=
bräuchlichen
Hausgeräte in einem oder mehreren Exemplaren vertre=
ten
, um auf dieſe Weiſe eine geſchloſſene Ueberſicht über die univerſelle
Eigenſchaft der Elektrizität zu geben. Niemand, der ſich je mit dem bahndirektion Folge zu leiſten, alle kleinlichen Bedenken beiſeite zu
Gedanken befaßt hat, die Elektrizität mehr als bisher im Haushalte zu
verwenden, ſollte es ſich daher entgehen laſſen, den Stand Nr. 62 der
Heag (Haupteingang rechts) anzuſchauen, um ſich von den Vorziigen
der Elektrizität überzeugen und nötigenfalls belehren zu laſſen. Es wird
dort bereitwilligſe Auskunft und Aufklärung gegeben.

Schloß=Kaffee. Auf die in jeder Woche ſtattfindenden Sonder=
Veranſtaltungen ſei hierdurch beſonders hingewieſen; ſie bieten
ſtets das Beſte auf muſikaliſchem Gebiet und bringen damit dem Publi=
kum
immer einige unterhaltende Stunden. (Näheres ſiehe Anzeige.)
*p. Amtsgericht. 1. Ein Zimmermann hat, um die Mildtätigkeit
anzurufen, gemaite Poſtkarten zum Ankauf angeboten. Urteil: 1 Woche
Haft, durch die Unterſuchungshaft verbüßt. 2. Am 12. Dezember
1727, vormittags, erfolgte ein Zuſammenſtoß zweier Autos Ecke Nhein=
und Grafenſtraßfe, wovon das eine vom Schloſſe herkam, das andere
von der Rheinſtraße herauf in die Grafenſtraße (Krankenhaus) ein=
bugen
wollte. Dieſerhalb hat der Lenker des von Oſten kommenden
Autos einen Strafbefehl erhalten; er behauptet, vom Verkehrsſchutz=
mann
freie Durchfahrt erhalten zu haben, während die Beweisaufnahme
ergibt, daß der Poſten ein Haltezeichen gegeben hat. Das Urteil ſpricht
frei. 3. Ein in Cberſtadt wohnhafter Eigentümer eines hieſigen Hau=
ſes
ſoll bei Glatteis (21.,/22. Dezember 1927) nicht geſtreut haben; er
gibt an, den Hausverwalter mit dem Streuen betraut zu haben, er gibt
aber zu, den Verwalter nicht dem Polizeiamt als verantwortlich ange=
geben
zu haben. Das Urteil erkennt auf 20 Mark Geldſtrafe.

Nummer 129
Im Sonderzug nach Baden=Baden.

Der Sonderzug des letzten Sonntags wa) vollbeſetzt, ſo daß etwa
1500 Perſonen die Gelegenheit wahrnahmen, an einem vom herrlichſten
Wetter geradezu wunderbar verſchönten Sonntag Baden=Baden kennem
zu lernen. Es war eine echte und rechte Frühlings= oder Maienfahrt.
Von Darmſtadt, an der Bergſtraße entlang, faſt bis zum Ziel, fuhr der
Zug durch ein immer wieder wechſelndes Meer von Blüten. War ſo ſchon
die Fahrt hochintereſſant, ſo bot ſelbſtverſtändlich das herrliche Baden=
Baden im Frühlingsſchmuck prangend, beſonders für diejenigen, die es
noch nicht kannten, eine Fülle koſtbarer Genüſſe.
Gegen halb 11 Uhr trafen die Teilnehmer in Baden=Baden ein. Die
ausgegebenen Gutſcheine für die verſchiedenen Beſichtigungen ermöglich=
ten
es jedem, das zu ſehen, für das er beſonderes Inkereſſe hatte, ſo daß
hierdurch auch eine unangenehme Zwangsführung vermieden wurde.
Den Merkur allerdings wollten alle Teilnehmer beſuchen. Hier war
der Andrang zur Zahnradbahn geradezu beängſtigend, ſchließlich lief
aber trotz des ſtarben Andrangs auch dieſer Beſuch ſehr gut ab. Viele
Beſucher benutzten die Stunden in Baden=Baden, um in der herrlichen
Umgegend Natur zu genießen, andere, mehr materiell Eingeſtellte blie=
ben
in der Stadt, wieder andere beſuchten die berühmte Stiftskirche und
waren hir zufällig Mitgenießer köſtlichen Kirchengeſangs. Mit gerimger
Verſpätung wurde die Rückfahrt angetreten. Alle Teilnehmer wohl
haben von dieſem Ausflug, gleich wie im Vorjahre, außerordentlich
ſchöne Eindrücke mit nach Hauſe gebracht.

Maienfahrt ins Neckartal.
Von den Nebenflüſſen des Rheinſtromes ſpielt keiner eine ſo große
Nolle in der Dichtung wie der Neckar. Er iſt das Lieblingskind der No=
mantik
, das den Blütenkranz deutſcher Poeſie um die Stirne trägt, das
umwoben iſt von tauſend Sagen und Mären. Joſef von Scheffel hat
ihm ſeine ſchönſten Lieder geweiht, und viele andere haben ſein Lob
in Vers und Proſa verkündet.
Uns Deutſchen liegt ja nun einmal die Romantik im Blute. In=
mitten
unſerer raſchlebigen Zeit und trotz unſerer materiellen Einſtellung
ſind wir immer noch erfüllt von der unverſiegbaren Sehnſucht nach dem
Wunderduft der blauen Blume. Und ob wir unſere Nerven von Bor=
kämpfen
aufpeitſchen laſſen, unſere Sinne beim Anblick prunkvoller Ne=
vuen
betäuben, ganz tief in unſeren Herzen zittert doch noch immer ein
Klang jener ſchlichten, lieben Weiſen nach, wie ſie ein Clemens von
Breutano und Joſef von Eichendorff, ein Geibel und Scheffel ſang, md
in denen die Seele des deutſchen Volkes lebendig iſt.
Und deshalb bedeutet uns eine Neckarfahrt eine ganz beſonders hohe
Freude, die uns die Reichsbahndirektion Mainz bereiten wird, indem ſie
am Sonntag, den 13. Mai 1928, einen Verwaltungs=Sonderzug ins früh=
lingsgrine
Land des unteren Neckarlaufs fahren läßt. Und drei köſtliche
Ziele ſind es, die uns locken: Neckargemünd mit ſeinen verträumten
Gaſſen und Winkeln und ſeinen herrlichen Wäldern, Neckarſteinach,
das liebliche Idyll im Schutz der vier trutzigen Bergſchlöſſer, ud
Hirſchhorn, das Malerparadies, in dem uns ein Stück Mittelalter
grüßt. Dieſen drei Städtchen, die mit zu den ſchönſten des ganzen
Neckartales gehören, gilt der Beſuch. Die Reichsbahndirektion hat dafür
alle Vorbereitungen getroffen und ihr beſonderes Augenmerk darauf ge=
richtet
, daß den Teilnehmern genügend Zeit bleibt, überall gründlich
Umſchau zu halten. Wenn die Witterung einigermaßen günſtig iſt, wird
dieſe ſonntägliche Neckarfahrt eine wahre Erholungsfahrt für Leib und
Seele ſein, ein Lichtpunkt im grauen Einerlei des werktäglichen Lebens,
ein frohes Feſt nach ſauren Wochen, das wir ſo notwendig haben,
um mitten im bitteren Ernſt unſerer Tage ſtark und ſchaffensfreudig zu
bleiben. Und ſo mag dennn für den 13. Mai die Parole gelten, die jeder
aus dem unvergänglichen Alt,Heidelberglied kennt:
Und ſtechen mich die Dornen
Und wird mir’s drauß zu kahl,
Geb’ ich dem Roß die Spornen
und reit ins Neckartal!

Sonderzug nach Regensburg Nürnberg=
Dinkelsbuhl.
Wie bereits bekanntgegeben wurde, läßt die Reichsbahndirektion
Mainz in den Tagen vom 11. bis 14. Mai einen Verwaltungs=
ſonderzug
fahren, deſſen Ziel zunächſt die alte freie Reichsſtadt
Regensburg iſt. Am zweiten Tage werden die Teilnehmer die
Walhalla bzw. die Befreiungshalle bei Kehlheim beſuchen,
um dann abends nach Nürnberg zu fahren. In Nürnberg iſt reich=
lich
Zeit, die vielgeſtaltigen Sehenswürdigkeiten der Stadt und der beiden
großen, gelegentlich des Dürer=Gedenkjahres ſtattfindenden Ausſtellungen
zu beſichtigen, und die kulturgeſchichtlich ſo denkwürdigen Stätten zu be=
ſuchen
, an denen uns auf Schritt und Tritt das Wagnerſche Mahnnwort
entgegenklingt: Ehrt Eure deutſchen Meiſter, dann bannt Ihr gue
Geiſter!
Am Montag, den 14., verläßt der Sonderzug die ſchöne Franken=
ſtadt
, um die Teilnehmer nach Dinkelsbühl zu bringen, das eigent=
lich
jeder Deutſche kennen ſollte, weil es, wie Rothenburg o. T., den
reichen Kunſtſinn mittelalterlichen Bürgertums widerſpiegelt.
Dieſe vielverſprechende viertägige Fahrt ins Herz des ſchönen
nügende Teilnehmerzahl rechtzeitig einfindet. Und deshalb iſt es unbe=
dingt
notwendig, daß die Fahrkarten bis ſpäteſtens zum 9. Mai
gelöſt werden, damit die Reichsbahndirektion in der Lage iſt, ihre Vor=
elektriſche
Art gekocht, gebraten und gebacken wird! Für viele iſt dieſe kehrungen zu treffen. Es wäre doch im höchſten Maße bedauerlich,
Schau etwas bisher unbekannt Geweſenes, viele haben wohl ſchon davon wenn auch dieſer Sonderzug, wie der nach Berlin und Potsdam ge=
plante
, ausfallen müßte, denn in dieſem Fall wäre es ſehr fraglich, ob
die Reichsbahndirektion Mainz in dieſem Jahre noch eine mehrtägige
Sonderfahrt vorſehen könnte.
Wer die vorjährigen mehrtägigen Fahrten mitgemacht hat, der weiß
aus Erfahrung, daß die den Teilnehmern erwachſenden Unkoſten recht
beſcheiden ſind und daß, dank der Vorbereitungen, die zur Verfügung
ſtehende Zeit ohne jede Ueberanſtrengung doch voll ausgenutzt wird
Dieſe Gewißheit aber ſollte recht viele veranlaſſen, dem Ruf der Reichs=
laſſen
und ſich alsbald ſchon in den Beſitz der Fahrkarten zu ſetzen 6
ſoll und darf jedenfalls nicht ſein, daß auch dieſe vielverheißende Fran=
ken
=Fahrt aus Mangel an Beteiligung wieder abgeſagt werden mußl

Tageskalender für Mittwoch, den 9. Mai 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf. 20 Uhr, Ende 22 Uhr, B 19:
Ein Traumſpiel. Kleines Haus. Anf. 19½ Uhr, Ende B Uhr,
K 17: Die Entführung aus dem Serail Orpheum: Ge=
ſchloſſen
. Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel
Schmitz, Weinhaus Maxim. Muſikvereinsſaal, Stein=
ſiraße
24, abends: Klavierkonzert Waltraute Biſchoff Kinovor;
ſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater,
Verſteigerungskalender für Donnerstag, den 10. Mai 1926.
Nachlaßverſteigerung, vormittags 91 Uhr und nachmittags
14½ Uhr im Saale Feierabend, Stiftſtraße 51.

täglich benutzt
und Ihre Haut wird schimmernden Perlen gleichen
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ToP.

[ ][  ][ ]

Nummer 129

Mittwoch , den 9. Mai 1928

Geite 7

Ehehilfe.

Der Allgemeine Deutſche Frauenverein, Ortsgruppe Darmſtadt,
ſendet uns folgende Zuſchrift:
In der Einführung zu ſeinem Ehebuch ſchreibt Keyſerling: Das
Buch der Ehe will helfen. Allen denen, die in den Eheſtand treten
wollen. Allen denen, welche perſönlich an deſſen Problematik leiden.
Allen denen, die objektiv anerkannt haben, welch furchtbar ernſte Kriſis
die Ehe heute durchlebt und daß die ganze beſſere Zukunft der Menſch=
heit
an deren glücklicher Ueberwindung hängt. Den darüber beſteht
kein Zweifel: Da kein Problem jeden Menſchen ohne Ausnahme näher
angeht . . . ſo bedeutet Verwahrloſung der Ehe, Verwahrloſung über=
haupt
und Beſſerung und Vervollkommnung des Ehezuſtandes Fort=
ſchritt
überhaupt. So wendet ſich denn das Ehebuch buchſtäblich an alle.
Nicht allen, deren Ehe zerrüttet iſt, wird von dieſem Buch geholfen
werden können. Geleſen wird es nur von Menſchen, denen es über=
haupt
bekannt und erreichbar iſt, verſtanden und befolgt nur von einem
Kreis, deſſen durch Begriffsbildung gewonnene Erkenntnis ſich auch in
ein perſönliches Verhalten umſetzt. Aber den ungezählten, mehr ge=
fühlsmäßig
Eingeſtellten und den geiſtig Unbeholfenen bringt es keinen
Zuſpruch. Die Nöte der Trinkerfamilien des Arbeiters, deſſen Frau
nicht hauszuhalten verſteht, vollziehen ſich abſeits, die Wirkung des ge=
ſchriebenen
Wortes reicht nicht hierhin. Wie kann dort Ehehilfe ge=
bracht
werden?
8 19 der Reichsverfaſſung ſagt: Die Ehe ſteht als Grundlage des
Familienlebens und der Erhaltung und Vermehrung der Nation unter
beſonderem Schutz der Verfaſſung. Sie beruht auf der Gleichberechti=
gung
der Geſchlechter. Die Reinerhaltung, Geſundung und ſoziale För=
derung
der Familie iſt Aufgabe des Staates und der Gemeinden. Kin=
derreiche
Familien haben Anſpruch auf ausgleichende Fürſorge. Die
Mutterſchaft hat Anſpruch auf Schutz und Fürſorge des Staates.
Wie beſchaffen iſt der Schutz, den der Staat der Familie angedeihen
läßt? Die Rechte der Frau ſind nur in der Verfaſſung, nicht in dem
Geſetz dem Manne gleichgeſtellt. Das Familienrecht des B.G.B. be=
nachteiligt
die Gattin und Mutter in grundlegenden Fällen der Ver=
mögensverwaltung
und elterlichen Gewalt. Die Erziehung und Vor=
bereitung
zur Ehe beſchränkt ſich auf die nötigſte ſexuelle Aufklärung,
die mehr in Abſchreckung vor den Gefahren der Geſchlechtskrankheiten
beſteht, jedenfalls nicht in Belehrung zu geſundem Liebesverkehr. Zur
Eheſchließung iſt befugt, wer dem Standesamt die erforderlichen Aus=
weiſe
vorlegt; Geſundheit, ſittliche Führung, geiſtige Reife, Vorhanden=
ſein
einer Wohnung, ausreichendes Einkommen zur Gründung einer
Familie unterliegen keiner ſtaatlichen Prüfung, Heirat und Nachkom=
menſchaft
bewirken noch keinen Dringlichkeitsſchein beim Wohnungsamt.
Die ſoziale Förderung beſteht allein in Kinderzulagen und einem ge=
wiſſen
Schutz der Geſundheit, den jeder Staatsbürger ſich durch das
Aufſuchen der öffentlichen Beratungsſtellen angedeihen laſſen kann. Auch
eine ärztliche Unterſuchung zur Ehetauglichkeit wird empfohlen (zuerſt
durch das preußiſche Wohlfahrtsminiſterium im Jahre 1926). Ueber
das Ausſtellen eines ärztlichen Geſundheitsatteſtes zur Eheeignung geht
die Belehrung meiſt nicht hinaus. Die innere Geſtaltung des Ehe= und
Familienlebens iſt Aufgabe der Beteiligten ſelber. Eine helfende Für=
ſorge
bei Schwierigkeiten, bei Unwiſſenheit, bei Mißverſtändniſſen iſt
von ſeiten der Allgemeinheit nicht vorhanden, und nicht jeder findet den
Weg zum Seelſorger oder Arzt oder Freund, der vielleicht einen Rat
wüßte. Die Ablenkung von ehelichem Unglück durch äußerliche Berufs=
arbeit
war bislang hauptſächlich dem männlichen Geſchlecht möglich. Was
Frauen und Mütter in der Ehe ertragen, wird erſt langſam durch die
Sprechſtunden der Aerztinnen und weiblichen Rechtsauskunftsſtellen
bekannt. Iſt das Zerwürfnis der beiden Gatten ſo tief und unüberbrück=
bar
, daß zur Scheidung geſchritten wird, ſo tritt jetzt erſt wieder die
Oeffentlichkeit in Funktion. Ein Sühnetermin wird anberaumt, aber
erſt, nachdem die Klage ſchon erhoben iſt, wenn die gegenſeitigen Be=
ſchuldigungen
und die Verbitterung alſo ſchon ein Höchſtmaß erreicht
hatten.
Eine Reform der nicht mehr zeitgemäßen Eheſcheidungsgeſetze wird
vom Rechtsausſchuß des Reichstages vorbereitet. Vorläufig aber beſtehen
noch die geltenden Geſetze und Prozeßordnungen, und hier iſt der Aus=
gangspunkt
für Hilfe. Es müßte eine Stelle geben, bei der vor Ein=
reichung
der Scheidungsklage ein Sühneberfahren vorgenommen wer=
den
kann, wo auch die zahlreichen Mißverſtändniſſe, die vielleicht ein=
mal
zu einer Scheidung führen könnten, frühzeitig beſprochen und ge=
klärt
werden können. Man hat von verſchiedenen Seiten ſogenannte
Eheſchli tungskammern gefordert, man hat vor allem die Vermehrung
der Eheberatungsſtellen gefordert, die dieſe Aufgabe ſchon in die Hand
genommen haben. Zumeiſt von privaten Vereinen aus, wie Mutter=
ſchutz
und Hamburgiſcher Verein der Freunde des Rechtsauskunftsweſens
und des Güteverfahrens ſind ſeit wenigen Jahren Beratungsſtellen er=
öffnet
, die unentgeltlich und vertraulich Ratſchläge erteilen. Derartige
Stellen befinden ſich u. a. in Frankfurt, Breslau, Hamburg, Berlin,

Dresden, Karlsruhe. Sie werden zumeiſt von Aerzten oder Juriſten
geleitet. Es werden dort keine Konſultationen oder Rechtsgutachten er=

teilt, ſondern alle Fälle werden an die zuſtändigen Perſonen oder Be=
hörden
verwieſen. Die wachſende Beſucherzahl dieſer Stellen erweiſt
ihre Notwendigkeit.
Die Beratungsſtellen wollen aber nicht allein der pathologiſchen Ehe
helfen; ſie geben Auskunft über alle hygieniſchen und juriſtiſchen Fragen,
die vor und während der normalen Ehe auftauchen. Auf der Tagung
des Bundes deutſcher Frauenvereine in Eiſenach im Oktober 1927 wurde
beſonders von den Aerztinnen dringend befürwortet, einen ſeeliſchen
und hygieniſchen Schutz der verheirateten Frau durch aufklärende und
helfende Stellen zu ermöglichen, um der Reinerhaltung und Geſundung
der Ehe willen. Auch eine Denkſchrift der ſächſiſchen Regierung eines
alle bürgerlichen Parteien umfaſſenden Blockes befaßt ſich nach dem
Märzheft der Neuen Generation mit der Dringlichkeit der Ehe= und
Sexualhilfe. Da auch in Daumſtadt die Einrichtung einer derartigen
Eheberatungsſtelle bevorſteht, iſt ein Bericht über die Tätigkeit der
Karlsruher und Hamburger Stellen von Wert.

Aufruf des Odenwaldklubs
zur Unwetterhilfe Bergſtraße‟
Ein furchtbares Unwetter hat die nördliche Bergſtraße, vor
allem das liebliche Zwingenberg a. d. B., am 29. April 1928 be=
troffen
. Durch Hagelſchlag, Wolkenbruch und Sturm iſt die geſamte
Ernte vernichtet, unermeßlicher Schaden in Haus und Hof, Feld und
Weinbergen, Wieſen und Gärten angerichtet. Schwer iſt die Bevölkerung
durch dieſen Schlag getroffen. Not und Sorge haben Einkehr gehalten
in mancher Familie in dieſen ſchönen Frühlingstagen, das Ergebnis
vieler Jahre, oft der Erfolg eines ganzen Lebens voll Fleiß und treuer
Arbeit ſind dahin.
Da iſt es unſere Pflicht, auch an unſerem Teil zu helfen.
doppelte Pflicht von uns Odenwaldklüblern, die wir ſo
oft die Schönheiten dieſer gottgeſegneten Gegend am Fuß des trotzigen
Melibokus kennen lernten, und die wir uns ſtets mit den Bewohnern des
Klubgebietes in Gemeinſchaft verbunden fühlen. Keine Worte des
Mitgefühls wollen wir machen, ſondern Taten, ſollen beweiſen, daß
im Odenwaldklub das Wort von der gegenſeitigen Treue gilt.
Jede Ortsgruppe muß ihren Ehrgeiz darein ſetzten, durch
Sammlungen in den Kreiſen ihrer Mitglieder und Freunde einen mög=
lichſt
hohen Betrag aufzubringen. Setzt bei den Wanderungen, die
ja jetzt zahlreich ſtattfinden, bei Klubabenden und ſonſtigen Ge=
legenheiten
den Sammelteller in Umlauf! Eine kurze Anſprache des
Führers oder Vorſtandes wird die Herzen und Geldbeutel aller Klub=
genoſſen
öffnen, deſſen ſind wir ſicher. Jeder gebe nach ſeinem Ver=
mögen
; auch die kleinſte Gabe iſt willkommen und wird dankbaren Her=
zens
angenommen. Schickt aber auch Eure Jungmannen mit
Sammelliſten zu Euren Mitbürgern, damit wir eine möglichſt ſtattliche
Summe zuſammenbringen! Und bedenkt eines: Doppelt gibt,
wer raſch gibt!
Wenn Ihr Eure Sammlung abgeſchloſſen habt, ſo ſendet um=
gehend
den Betrag an den Rechner der Hauptkaſſe, Herrn Inſpektor
Schött. Darmſtadt, Emilſtraße 28, auf unſer Poſtſcheckkonto Frank=
furt
a. M. 27 015 unter der beſonderen Bezeichnung Unwetter=
hilfe
Bergſtraße‟ Wir werden in der Dorflinde üben die
eingegangenen Beträge und ihre Verwendung Rechenſchaft ablegen.
Nun ans Werk, helft alle mit an der ſchönen Aufgabe, den be=
drängten
Mitbürgern in ihrer Not beizuſpringen!
Veröffentlicht dieſen Aufruf in den Zeitungen
Eurer Gemeinden mit Hinweis auf Eure Sammel=
tätigkeit
.
Friſch auf!
Der Hauptausſchuß des Odenwalöklubs:
Dr. Gläſſing, 1. Vorſitzender,
Dr. Götz, Schriftführer.

altbewährt bei
Hieren-,
Blasen-,
Harnleiden.
(V. 1790

Friedrich Schaefer, Darmſtadt, Ludwigspl. 7, Tel. 45/6

Aus Heſſen.

E. Wixhauſen, 7. Mai. Oeffentliche Gemeinderats=
ſitzung
. Zwecks Verlegung der Baufluchtlinie in der Römergaſſe,
beſchloß der Gemeinderat, den Wünſchen einiger Anwohner zu ent=
ſprechen
. Es ſollte dieſe Straße nämlich 8 Meter breit werden, wird
aber auf 7 Meter feſtgeſetzt, da eine Verbreiterung der Straße aus ver=
kehrstechniſchen
Gründen nicht unbedingt nötig iſt. Das Baugeſuch des
Georg Laumann wurde bis zur nächſten Sitzung zurückgeſtellt. Die Bau=
geſuche
des Georg Dietz in der Kirchgaſſe, und Lorenz Werner, Erz=
häuſergaſſe
, die ihre Umbauten auf der alten Baulinie ausführen
möchten, wurde genehmigt. Infolge Neupflaſterung bzw. Höherlegung
des nördlichen Teiles der Erzhäuſergaſſe kamen einige Hofreiten unter
die Höhe der Straße zu liegen. Den dadurch geſchädigten Anwohnern
wurden ihre Schadenerſatzanſprüche bewilligt. Der Antrag der Ge=
meindebeamten
, daß die Regelung der Gehälter nach den Grundſätzen
des Beamtenbeſoldungsgeſetz maßgebend ſein ſoll, wurde der Finanzkom=
miſſion
überwieſen. Dem Ankauf von Straßengelände in der Bahnhof=
ſtraße
von verſchiedenen Anliegern, insgeſamt 643 am, wurde zuge=
ſtimmt
. Unter Punkt Verſchiedenes wurde die Flurbeleuchtung im Ge=
meindewohnhaus
in der Obergaſſe bis auf 10 Uhr abends feſtgeſetzt.
Die Zahl der an Oſtern in die hieſige Schule eingetretenen Schüler
betrug 30 Knaben und 26. Mädchen.
Nieder=Beerbach, 7. Mai. Gegenwärtig bietet unſer liebliches
Tal mannigfache Reize. In ungezählten Beiſpielen zeigt Mutter Natur
aufs neue ihre alten Wunder und vermag damit uns Menſchen immer
wieder von neuem ganz in ihren Bannkreis zu zwingen. Einen herr=
lichen
Wald in ſeinem jungen Grün, die nun in ihrem prächtigſten
Schmuck ſtehenden Obſtbäume, den Wieſengrund in ſeinem ſatten und
buntbemalten Grün: wer möchte ſie nicht ſchauen in dieſer Zeit der
Erneuerung alles Lebenden, in den Tagen des Singens und Wanderns,
des Jubilierens und Muſizierens. Eine fröhliche Wanderung über
Berg und Tal, durch Feld und Flur vermag uns zu erfreuen und zu
erheitern nach langer Winterszeit, und wer des langen Wanderns nicht
mehr fähig iſt, mag mit dem bekannten Blauen Auto fahren, um in
kleinem Gang auf den Frankenſtein ſich an Gottes Pracht ſattziiſehen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 8. Mai. In der Nacht von Samstag auf
Sonntag gegen 2 Uhr ertönte die neu geſchaffene Feueralarm=
ſirene
, die bekanntlich auf dem Rathausdach aufgeſtellt iſt. So etwa
10 Minuten lang ertönte das Klagegeheul der Sirene unaufhörlich, ohne
daß von Feuersgefahr etwas zu bemerken geweſen wäre. Faſt die ge=
ſamte
Einwohnerſchaft und die Feuerwehr, die übrigens ſehr raſch und
faſt vollzählig auf den unvorbereiteten Alarm hin angetreten war, ſam=
melte
ſich um die Spritzenhalle herum an. Die Montag vormittag durch
einen Sachverſtändigen angeſtellten Unterſuchungen haben ergeben, daß
Apparate und Zuleitung vollſtändig in Ordnung ſind. Die Sirene iſt,
aber nach Ausſage des betr. Ingenieurs ſo gebaut, daß ſie ſofort in
Tätigkeit tritt, wenn etwas nicht in Ordnung iſt. Es iſt dies abſichtlich
ſo gemacht worden, damit jederzeit eine Kontrolle über das ſtändige In=
taktſein
der Sirene vorhanden iſt. Es iſt Vorſorge getroffen, daß die
Batterie ſtets gut geladen wird und dadurch der notwendige Widerſtand
vorhanden iſt.
G. Ober=Ramſtadt, 7. Mai. Gemeinderatsſitzung. Zum
1. Punkt der Tagesordnung wird vom Gemeinderat die Genehmigung
zur Beſchaffung der neuen Straßenverkehrsſchilder und eine entſpre=
chende
Abänderung der Polizeiverordnung üiber die Sperrung der Bahn=
hofsſtraße
für den Kraftfahrzeugverkehr, erteilt. Für die am 20. Mai
ſtattfindende Refchstagswahl ſchlägt der Gemeinderat als Wahlvorſteher
für den 1. Bezirk Bürgermeiſter Rückert, als deſſen Stellvertreter Ge=
meinderat
Braband, als Wahlvorſteher für den 2. Bezirk Rektor Lehr
und als deſſen Stellvertreter Gemeinderat Obmann vor. Die ſeitherige
Einteilung der Abſtimmungbezirke bleibt auch für dieſe Wahr beibehal=
ten
. Wahllokal für den Bezirk 1 iſt wie ſeither das Schulhaus Darm=
ſtädterſtraße
60, für Bezirk 2 der untere Rathausſaal. Die von
David und Joſeph Wartensleben der Gemeinde zum Kauf angebotenen
Grundſtücke ſollen zunächſt durch die An= und Verkaufskommiſſion ein=
geſehen
und nach ihrem Wert geſchätzt werden. Die Feſtſetzung der
Steuerausſchlagſätze für 1928 wird von der heutigen Tagesordnung ab=
geſetzt
. Dem Geſuche des Ludwig Wolf 4., um Erlaubnis zur Er=
richtung
eines Schuppens am Büche, ſtehen ſeitens des Gemeinderats
Bedenken nicht mehr entgegen, nachdem ſich Geſuchſteller bereit erklärt,
den zu errichtenden Schuppen gemäß den abgeänderten Plänen in ent=
ſprechender
Entfernung hinter der Baufluchtlinie zu errichten. Wolf
kann aus dieſem Einverſtändnis eine Verpflichtung der Gemeinde au
Zuleitung von Waſſer und Licht nicht herleiten. Anſchließend hieran
werden Stundungsgeſuche und Wohlfahrtsſachen in geheimer Sitzung
beraten.
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Seite 8

Mittwoch, den 9. Mai 1928

Nummer 129

r. Babenhauſen, 8. Mai. Das Handballwettſpiel, das am
Sonntag nachmittag auf dem Sportplatz am Trompeterwäldchen unſer
Liga=Polizeiſportverein gegen die Auswahlelf der Heſſiſchen Polizei
veranſtaltete, bei der Herr Polizei=Hauptmann Jans als Sturmführer
und allein 5 ehemalige Babenhäuſer Ligaſpieler mitwirkten, endete nach
einem ſpannenden Kampfe mit dem Reſultat unentſchieden 5:5 ( Halb=
zeit
4:2). Die bevorſtehende Reichstagswahl wirft ihre
Schatten vrraus. Am Samstag und Sonntag fanden hier 3 Wähler=
verſammlungen
ſtatt, die alle ſehr ſchlecht beſucht waren. Am Samstag
abend ſprach vor einem kleinen Kreis von Zuhörern Herr Landtags=
abgeordneter
Haury=Darmſtadt für die Deutſche Volksoarkei, Herr Holz=
Nürnberg redete zu einer kleinen Schar jugendlicher von auswärts her=
beigeeilter
Nationalſozialiſten am Sonntag nachmittag, und Herr Land=
tagspräſident
Delp=Darmſtadt, der im Auftrage der hieſigen Sozial=
demokratiſchen
Partei ſprechen wollte, kehrte wegen zu ſchlechten Be=
ſuches
der Wählerſchaft unverrichteter Dinge wieder nach Darmſtadt
zurück.
* Höchſt i. O., 8. Mai. Beſonderer Urſachen wegen findet der
Taubſtummengottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls
nicht am 13., ſondern am 20. Mai, nachmittags 1½ Uhr, und nicht im
evangeliſchen Gemeindehaus (das als Wahllokal dient), ſondern im
Pfarrhaus ſtatt. Wegen Fahrtausweis wende man ſich an das hieſige
Pfarramt. Vor der Abreiſe wählen!
m. Vom Odenwald, 8. Mai. Wertungsſingen des Oden=
waldgaues
. Kommenden Sonntag findet in Kirch=Brombach das
diesjährige Wertungsſingen des Odenwaldgaues vom Heſſiſchen Sänger=
bund
ſtatt. Der betreffende Ortsverein iſt ſchon längere Zeit am Werk,
durch geeignete Vorbereitungen einen ſchönen Verlauf zu ſichern. Das
Wertungsſingen iſt mittags, ſo daß ein großes Feſttreiben entſtehen wird.
Bei ſchönem Wetter iſt der dreiviertelſtündige Spaziergang von Zell aus
ſehr nett, wer ſolchen nicht liebt, hat Fahrgelegenheit mit Autos. Die
Vereine ſingen einen ſelbſtgewählten Chor und den Pflichtchor: Das
deutſche Lied von C. Kern, es wird in zwei Abteilungen geſungen, zwei
geräumige und paſſende Säle ſtehen zur Verfügung.
F. Michelſtadt, 7. Mai. Das Bezirkswettſchreiben Ga=
belsbergerſcher
Stenogvaphen, welches anläßlich der Tagung, über die
wir geſtern berichtet haben, in Michelſtadt ſtattfand, und das unter der
Leitung des Bezirkswettſchreibeobmanns Metzger=Darmſtadt durch=
geführt
wurde, hatte folgendes Ergebnis: Die Geſamtteilnehmerzahl be=
trug
312. Es wurden errungen: 55 Ehrenpreiſe, 195 erſte, 44 zweite
und 18 dritte Preiſe. Ehrenpreiſe erzielten: Abteilung 220
Silben: Ludwig Kräuter=Darmſtadt (Chrenpreis des heſſiſchen Herrn
Staatspräſidenten); Abteilung 200 Silben: Chriſtine Göriſch=
Darmſtadt (Ehrenpreis der Stadt Michelſtadt), Alex Bernhardt= Darm=
ſtadt
(Ehrenpreis der Stadt Michelſtadt), Aenne Kräuter=Darmſtadt
(Bezirksehrenpreis); Abteilung 180 Silben: Eliſabeth Fuchs=
Darmſtadt. Emma Schwinn=Michelſtadt, Dora Heilmann=Beerfelden;
Abteilung 160 Silben: Marie Wenzel=Darmſtadt, Marie Horn=
Darmſtadt, Lucie Langlitz=Darmſtadt, Joſephine Pfleghaar=Darmſtadt,
Ernſt Neff=Michelſtadt; Abteilung 140 Silben: Philipp Schä=
fer
=König, Anna Kaltwaſſer=Gberſtadt, Hannele Lortz=Darmſtadt, Hein=
rich
Kiefer=Michelſtadt, Marie Renkel=Michelſtadt, Elſe Straub= Darm=
ſtadt
, Hans Griesheimer=Darmſtadt; Abteilung 120 Silben:
Gretel Hartmann=Darmſtadt, Sophie Ihrig=Darmſtadt, Philipp Adloff=
Darmſtadt, Wilhelm Bär=Darmſtadt, Martha Geißel=Dieburg, Moridel
Zichel=Darmſtadt: Abteilung 100 Silben: Ludwig Trautmann=
Darmſtadt, Heinrich Boßler=Darmſtadt, Ludwig Erne=Darmſtadt, Hein=
rich
Käber=Darmſtadt, Toni Reis=Darmſtadt, Marie Eiſenhauer= Darm=
ſtadt
, Ernſt Miltenberger=Sprendlingem; Abteilung 80 Silben:
Ria Keller=Sprendlingen, Adam Koch=Erbach, Marie Hoſch=Michelſtadt,
Ernſt Menger=Langen, Anni Gerſt=Darmſtadt, Heinrich Dörr=Dieburg,
Minna Strauß=Michelſtadt, Elſe Euler=Darmſtadt, Gretel Kraft= Darm=
ſtadt
, Adam Rummel=König; Abteilung 60 Silben: Paula
Würges=Langen, Fritz Weigandt=Gundernhauſen, Johannes Göbel=Groß=
Zimmern, Liſel Schweinberger=Darmſtadt, Johannes Ihrig=Dieburg,
Suſanng Larem, Jakob Luft=Babenhauſen, Gertrud Schäfer=Darmſtadt,
Heinz Hebel=Darmſtadt, Hans Schlapp=Langen, Willi Bohland=Groß=
Zimmern, Ludwig Brücher=Arheilgen, Regina Schmeider=Langen.
b. Erbach, 8. Mai. Der Weſtdeutſche Archivtag in
Grbach. Der von dem Erbachiſchen Geſamthausarchiv in Erbach er=
gangenen
, von der Hofbuchdrückerei Wittich in Darmſtadt in geſchmack=
voller
Ausführung hergeſtellten Einladung, folgten am Sonntag nahezu
30 Perſonen, die zum Weſtdeutſchen Archſtag in Erbach i. O. zuſam=
men
kamen. Vertreten waren die Archive in Darmſtadt, Wiesbaden,
Frankfurt a. M., Marburg, Koblenz, Speier und Würzburg, meiſt durch
ihre Direktoren und andere Oberbeamten. Die Teilnehmer trafen ſich
vormittags 10 Uhr am Bahnhof in Michelſtadt gur gemeinſchaftlichen Ve=
ſichtigung
des Schloſſes Fürſtenau, der Einhardbaſilika, der Stadtkirche
und der Burg (der Kellerei) in Michelſtadt. Später fand in Erbach die
Beſichtigung der einzigartigen Sammlungen im Gräflichen Schloß ſtatt.
Der gemeinſame Mittagstiſch vereinigte die Teilnehmer im Schützen,
hof‟. Seine Erlaucht der Graf zu Erbach=Erbach nahm an dem Mahle
teil. Namens der Teilnehmer an der Tagung ſprach Herr Geheimrat
Prof. Dr. Wolfram, früher Archivdirektor in Metz, dann Direktor der
Univerſitäts= und Landesbibliothek in Straßburg, der Begründer und
Vorſtand des Wiſſenſchaftlichen Inſtituts der Elſaß=Lothringer im
Reich an der Univerſität Frankfurt a. M., Seiner Erlaucht dem Grafen
Konrad für die liebenswürdige Zugänglichmachung der wunderbaren
Sammlungen im Schloſſe und Herrn Archivrat Morneweg=Erbach, der
die Tagung in muſtergültiger Weiſe vorbereitet und durchgeführt hat,
herzlichſten Dank und warme Worte der Anerkennung aus. Er hob be=
ſonders
die unumſtrittenen Verdienſte des Herrn Archivrat Morneweg
um das Archiwweſen, dem er in langen Jahren ſeine wertvolle Arbeits=
kraft
gewidmet habe, hervor und betonte beſonders das enge Vertraut=
und Verwachſenſein des genannten Herrn mit der Geſchichte des Gräf=
lichen
Hauſes und des Odenwaldes. Die Ausführungen des Redners
ſchloſſen mit einem Hoch auf das Grafenhaus. Bei Tiſch gelangten zahl=
reiche
Begrüßungen, u. a. aus Breslau, Stettin, Lübeck, Kiel, Aurich,
Aachen, Düſſeldorf, Köln, aus Oberbayern, Gießen, Mainz uſw. zur
Verleſung. Die nächſte Tagung ſoll auf einſtimmigem Beſchluß 1929 in
Frankfurt a. M. abgehalten werden. Einige Autos brachten die in
beſter Stimmung befindliche Geſellſchaft nach dem auf der Höhe gelege=
nen
zurzeit in ſchönſtem Frühlingsſchmuck ſtrahlenden Jagdſchloß Eul=
bach
. Nach Beſichtigung des Engliſchen Gartens nahm man in der
Hofjägerei, unter freiem Himmel, gemeinſam den Nachmittags=Kaffee
ein. Mit den Abendzügen verließen die Teilnehmer, ſichtlich befriedigt
von dem was ihnen hier geboten war, unſer gaſtliches Städtchen.
m. Beerfelden, 8. Mai. Sportliches. Der hieſige Verein für
Raſenſport hat die Grenzen ſeiner ſportlichen Betätigung erweitert und
wender ſich fortab auch leichtathletiſchen Uebungen zu. Er lädt zu den
Uebungsſtunden alle Mannſchaften ein, außer den Aktiven auch die
Paſſiven, die noch gewillt ſind, eine ſportliche Tätigkeit auszuüben.
Als Treffpunkt der diesjährigen Götzwanderung des Odenwaldgaues der
D. T. iſt dieſes Jahr der Krähberg auserſehen. Seither war dieſe
Wanderung ſtets am Himmelfahrtstag, die Beteiligung litt aber immer
daran, daß an dieſem Tag bei ſchöner Witterung ſtets Familienaus=
flüge
unternommen werden. Nun ſoll heuer verſuchsweiſe der Sonn=
tag
vor Himmelfahrt für die Gauwanderung auserſehen ſein. Die
Wanderung am 13. Mai führt vom Treffpunkt Bahnhof Erbach über
Bullauer Bild nach dem Krähberg. Gegen 12 Uhr ſollen ſich die Ver=
eine
und Jugendgruppen, die an der Wanderung nicht teilnehmen, bei
dem Reußenkreuz auf dem Krähberg einfinden, wo zunächſt der Aus=
trag
über den Gaufugendwimpel 1928/29 ſtattfindet, anſchließend iſt
Götzfeier bei froher Geſelligkeit.
* Hirſchhorn, 8. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
7. Mai: 0,90 Meter; am 8. Mai: 0,92 Meter.
H. Waldmichelbach, 8. Mai. Feuerwehrkommandant.
Herr Bernhard Hering von hier wurde zum 1. Feuerwehrkommandanten
der hieſiger Feuerwehr ernannt und vespflichtet.
H. Aus dem Gorxheimer Tal, 8. Mai. Waldbrand. Schon
wieder entſtand in unſerem Tale ein Waldbrand, und zwar in dem in
der Nähe der Friedrichshütte bei Gorxheim gelegenen Gemeindewald
Leutershauſen, dem ungefähr 3 Hektar Waldbeſtand zum Opfer fiel.
Die Feuerwehren von Gorxheim und Birkenau wurden alarmiert, welche
das Feuer alsbald löſchten. Die Feuerwehr Weinheim war auch herbei=
geeilt
, kam aber nicht mehr in Tätigkeit. Der Sachſchaden konnte noch
nicht feſtgeſtellt werden.

A. Von der Bergſtraße, 7. Mai. W. S. C. Wachenburg. Der
letzte Bauabſchnitt der Wachenburg, nämlich die Ehrenhalle, iſt nun
ſoweit vorgeſchritten, daß die Einweihung während der Pfingſttagung
des Weinheimer Senjoren=Convents ſtattfinden kann. Als Tag iſt der
Dienstag, 22. Mai, vorgeſehen. Aus dieſem Anlaß werden ſich zahl=
reiche
Gäſte aus ganz Deutſchland in Weinheim einfinden.
W. Heppenheim a. b. B., 8. Mai. Verkehrs= und Verſchö=
nerungsverein
Heppenheim. Am 3. Mai fand die dies=
jährige
Hauptverſammlung des hieſigen Verkehrs= und Verſchönerungs=
vereins
ſtatt. Der Vorſitzende, Herr Bürgermeiſter Schiffers, eröffnete
die Verſammlung mit einem Bericht über die Tätigkeit des Vereins im
Jahre 1927 und führte den Beweis, daß auch mit den wenigen zur Ver=
fügung
ſtehenden Mitteln Erfreuliches geleiſtet werden kann. Hierauf
wurde die Rechnung des vergangenen Jahres vorgelegt und nach deren
Genehmigung zur Beratung des Voranſchlags für 1928 geſchritten. Zur
Verſchönerung der Stadt und ihrer Umgebung wurde u. a. die An=
ſchaffung
einiger Bänke, für die Anlage am Kaiſerplatz, Erneuerung
und Neuaufſtellung von Bänken im Stadtwalde und an Ausſichtspunkten
in der Nähe der Stadt ſowie die Erſtellung eines künſtleriſchen Lauf=
brunnens
in der Marktſtraße beſchloſſen. Die Vorſtandswahl beſtätigte
die ſeitherigen Mitglieder auch für das nächſte Jahr in ihren Aemtern.
Verſchiedene Anträge und Wünſche wurden für ſpätere Zeit vorgemerkt,
da es bei den beſcheidenen zur Verfügung ſtehenden Mitteln nicht mög=
lich
iſt, alle zu erfüllen.
HB. Neckarſteinach, 7. Mai. Aus der heſſiſchen Sänger=
bundbewegung
. Im herrlichen Nechartal, auf dem Neckarlauer in
Neckarſteinach, eröffnete der Neckartal=Sängergau mit einer prachtvollen,
gut beſuchten öffentlichem Kundgebung, ſeinem diesjähricen Gau= Lieder=
tag
. Maſſenchöre, Begrüßung durch den erſtem Vorſitzenden Kaufmann
Jakob Merſcher=Neckarſteinach, eine zündende, auf die Bedeutung des
Tages hinweiſende wohldurchdachte Anſprache des Starkenburger Pro=
vinzialvorſitzenden
W. Mitze=Darmſtadt, warem der Auftakt zum eigent=
lichen
Kritikſingen. Hierzu war Herr Karl Grim, Chormeiſter des
Gaues Gerſprenz, zum Wertungsrichter gewonnen. Der Gau=Liedertag,
das ſei der Gauleitung geſagt, war glänzend organiſiert, ſo daß nach
dem Singen eine ausgiebige Beſprechung zwiſchen Dezernent und Dirigen=
ten
ſtattfindew konnte. Der Bundesſchatzmeiſter W. Bitter=Darmſtadt
gab den Sängern, insbeſondere jedoch den Dirigenten Aufklärung, wie
in Zukunft die Gau=Liedertage ſich bildend, volkstümlich und künſtleriſch
muſikaliſch aufbauen ſollen. Der Eindruck der geſamtem Veranſtaltung
war ein ſehr guter und wünſchem wir allen Beteiligten gutes Gelingen
zu dieſer neuem wohl berechtigtem Aufbauarbeit.

Eine Dose wie die andere, gleich vollwertig
und gleich wirksam gegen englische Krankheit!
Darum für Ihr Kind
D H
DO TEL
SK INDERMEHL

8. Lampertheim, 7. Mai. Standesamtsnachrichten. Nach
den jetzt bekanntgegebenen Aufzeichnungen für den Monat März gab
es hier 29 Geburten, 10 Eheſchließungen und 12 Sterbefälle. Evang.
Frauenverein. Mit dem am 4. Mai, vormittags kurz nach 8 Uhr
abgehenden Zuge, unternahm eine größere Anzahl Frauen und Mäd chen
eine Fahrt nach der Wartburg. Wahlbewegung. Als erſte
der politiſchen Parteien hält die demokratiſche Partei nächſten Sonntag
eine Wählerverſammlung ab, in der Schulrat Schaab=Darmſtadt die
Politik der bisherigen Rechtsregierung ſcharf beleuchten will. Zirkus.
Gegenwärtig gibt der Zirkus Lorch hier ſeine Vorſtellungen, die jedes=
mal
ſehr ſtark beſucht ſind. Feldſchütze. Zum Feldſchützen für
die Filialgemeinde Hüttenfeld wurde Adam Moos 2. zu Hüttenfeld
beſtellt und durch das Kreisamt Bensheim verpflichtet.
* Gernsheim, 8. Mai. Waſſerſtand des Rheins, am
7. Mai: 0,50 Meter; am 8. Mai: 0,40 Meter.
g. Gernsheim, 7. Mai. Generalverſammlung. Am letzten
Donnerstag fand im Gaſthaus von Valentin Dölger die Generalver=
ſammlung
des Stenographenvereins Gabelsberger ſtatt. Der Beſuch
derſelben hätte ein beſſerer ſein dürfen. Herr Johann Gutjahr eröffnete
in ſeiner Eigenſchaft als zweiter Vorſitzender die Verſammlung und
hieß die Anweſenden herzlich willkommen. Den Jahresbericht erſtattete
Fraulein Roſina Lichtel, der allgemeine Anerkennung fand. Die Rech=
nungsablage
erfolgte durch den Rechner Herr Heinrich Grüll. Die
Rechnungsprüfer Herren Jakob Märten und Adolf Weil fanden die
Rechnung in Ordnung. Dem Vorſtand wurde hierauf Entlaſtung er=
teilt
. Die Vorſtandswahl zeigte folgendes Reſultat. Die verwaiſte
Stelle des erſten Vorſitzenden wurde dem ſeitherigen zweiten Vorſitzen=
den
Herrn Buchhändler Johann Gutjahr übertragen. Das Amt des
zweiten Vorſitzenden übertrug die Verſammlung dem Vorſtandsmitglied
Herrn Auguſt Wendeberg. Die Schriftführerin legte infolge Arbeits=
überhäufung
das Schriftführeramt nieder, und als Nachfolger wurde
Herr Jakob Märten beſtimmt. Die Verſammlung erſtattete Fräulein
Lichtel für die ſeitherige Tätigkeit ihren Dank ab. Die ſtatutengemäß
ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder Heinrich Grüll und Joſef Fiſcher
wurden einſtimmig wiedergewählt. Als neuer Beiſitzer des Vorſtandes
iſt Herr Johannes Fell gewählt worden. Eine größere Anzahl Mit=
glieder
ſchrieb ſich in die offengelegene Liſte zwecks Beteiligung am dem=
nächſtigen
Wettſchreiben ein. Mit Dank an die Erſchienenen ſchloß der
Verſammlungsleiter die rege verlaufene Hauptverſammlung. Die
Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeſchädigten hielt im Gaſthaus
Zum Ratskeller (Beſitzer Jean van de Hoogen) eine gut beſuchte Mit=
gliederverſammlung
ab. U. a. behandelte die Verſammlung
die Beteiligung der Organiſation bei der demnächſtigen Reichstagswahl.
Ein Antrag auf Anlegung von Orden und Ehrenzeichen bei Beerdigun=
gen
von Kameraden wurde abgelehnt. Neben der Gewährung des ſeit=
herigen
Sterbegeldes ſoll fortan noch eine zweite Unterſtützung den
Angehörigen der aktiven und inaktiven Mitglieder bei Eintritt eines
Sterbefalles gewährt werden. Die Zahl der Gartenpächter beträgt zur=
zeit
140. Es wurde eine weitere Kommiſſion gebildet, der die Herren
Alexander Staab, Andreas Maus und Lehrer Wilhelm Müller ange=
hören
. Generalverſammlung. Die im Saalbau Darm=
ſtädter
Hof ſtattgefundene Generalverſammlung des Geſangvereins
Liederkranz wies ſeitens der aktiven Mitglieder einen guten Beſuch
auf. Nach Abſingen zweier Chorlieder eröffnete der Präſident, Herr
Philipp Medieus, die Tagung und ging nach Begrüßung der Anweſen=
den
ſofort zur Tagesordnung über. Herr Nikolaus Diel verlas den Jah=
resbericht
, der eine rege Vereinstätigkeit erblicken ließ. Des Retzen=
ſchaftsberichts
entledigte ſich Herr Valentin Egry, dem für die ordnungs=
gemäße
Kaſſenführung der Dank ausgeſprochen wurde. Die ſatzungs=
gemäß
ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder Jakob Schmitt, Nikolaus
Diel, Valentin Egry und Franz Pennrich wurden per Akklamation
wiedergewählt. Als Ausflugstag wurde der 17. Juni Ifd. Js. beſtimmt.
Ausflugsziel iſt Oppenheim. Für rege Stimmung wird Sorge ge=
tragen
. Die Schuldenlaſt für das neue Klavier ſoll durch Ausgabe von
Anteilſcheinen gedeckt werden. Den Abſchluß der Tagung bildete ein
drittes Chorlied.
Ober=Roden, 8. Mai. Erſter Spatenſtich zum Neubau
der evangeliſchen Kirche. Am Montag vormittag 8 Uhr veu=
ſammelten
ſich alle evangeliſchen Gemeindeglieder, ſoweit ſie abkömmlich
bzw. dienſtfrei waren, auf dem Bahnhofsplatze. Von hier aus ging es
in geſchloſſenem Zuge nach dem Platze, an dem die Kirche erbaut wird.
Hier fand eine ſchlichte Feier ſtatt. Die Schulkinder ſangen zweiſtimmig
zwei Choräle, die der Bedeutung des Tages angemeſſen waren. Der
Pfarrer hielt eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende An=
ſprache
, durch die ſich wie ein roter Faden die Freude, daß die Gemeinde
in abſehbarer Zeit ein würdiges Gotteshaus erhält, hindurchzog, und tat
den erſten Spatenſtich. Das Lutherlied: Ein feſte Burg iſt unſer
Gott! von der Gemeinde geſungen, machte den Schluß. Der erſte
Schritt iſt getan; der zweite erfolgt am 3. Juni: Grundſteinlegung.

IaRr Wind Biar Hienädniitenr, 151
HBär Uhnnkdicht.
Uber Taky gibt es nur eine Heinung!
TAKF war der erste Enthaarungscreme.
der in Deutschland auf den Markt ge-
kommen
ist. TAKFist das Ergebnis eines
langjährigen wissenschaftlichen Studiums
von berufenster Seite. TAKT befindet sich
im Gebrauch einer jeden Frau, die guf
Körperpflege sieht.
Die großen Erfolge von TAKF sind der
Grund dafür, daß zahlreiche Konkurrenz-
artikel
versuchen, die Erfolge von TAKy
streitig zu machen. Dieser Erfolg wird
nicht eintreten, da jede einzige Dame
weiß. was sie an TAKF hat: TAKF ist
unübertrefflich und kann nicht geschlagen
wer len.
TAKF ist gut parfümiert, greift die
Haut nicht an, löst die lastigen Haare in
5 Minuten und erzeugt eine glatte, weiße
Haut ohne häßlichen dunklen Schimmer
zurückzulassen TAKF ist erhä tlich in
allen einschlägigen Geschäften. Preis vro
Tube M. 2.50. Jeder Tube ist ein Garantie-
schein
beigefügt. Generalvertretung für Deutschland: A. Bornstein
& Co, Berlin,W 62, Kalckreuthstr. 4,
(1V587

a. Offenbach, 8. Mai. Aus Kreiſen der Deutſchen Volkspartei
ſchreibt man uns: In einer geſchloſſenen Wählerverſammlung
der Deutſchnationalen am Freitag ſagte der bisherige Reichstagsabge=
ordnete
Dr. Quaatz; Völlig unwahr ſei, daß die Deutſchnationalen
der Politik Streſemanns zugeſtimmt hätten. Man beſchwerte ſich im
Gegenteil jedes Mal nach einer Rede des Grafen Weſtarp, die Kritik
übte, als wir in der Regierung ſaßen und gezwungen waren, im Kabi,
nett eine defenſive Haltung einzunehmen, da ja alle anderen Parteien
auf die Politik Streſemanns eingeſchworen waren." Zu dem, was Herr
Dr. Quaatz damit gewiß in gutem Glauben ſagte, iſt feſtzuſtellen: 1. Am
19. und 22. Oktober 1925 billigte das Reichskabinett einſtimmig, alſo
auch mit Zuſtimmung ker deutſchnationalen Miniſter Neuhaus, Schiele
und von Schlieben, die Haltung der Unterhändler in den Locarnover=
handlungen
. Am 25. Oktober traten dieſe Miniſter allerdings aus der
Regierung aus, nachdem die deutſchnationalen Landesvorſitzenden den
Rücktritt ihrer Miniſter am 23. Oktober gefordert hatten. 2. Das Mehr=
heitskabinett
Marx=Hergt (ſeit Januar 1927) mit den deutſchnationalen
Miniſtern Hergt, Dr. Koch, von Schlieben und von Keudell ließ bei
ſeinem Amtsantritt am 3. Februar 1927 durch Reichskanzler Dr. Marx
erklären: Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Reichsregierung die bis=
herige
Außenpolitik im Sinne der gegenſeitigen Verſtändigung weiter
verfolgen ſoll. Dieſe Linie iſt klar und eindeutig erſichtlich aus den
mit Zuſtimmung der verfaſſungsmäßigen Inſtanzen getroffenen Ent=
ſcheidungen
der letzten Jahre. Die Außenpolitik iſt gekennzeichnet durch
den Verzicht auf den Gedanken der Revanche, ihre Tendenz iſt vielmehr
die Herbeiführung einer gegenſeitigen Verſtändigung. Im Anſchluß
an dieſe Regierungserklärung gab es noch einige unangenehme Zwiſchen=
ſpiele
. So mußte u. a. Graf Weſtaro (deutſchnational) befriedigende
Erklärungen über ſeine Rede abgeben, die am Tage vorher zu Miß=
deutungen
geführt hatten. Es wäre deshalb höchſtens feſtzuſtellen,
daß die deutſchnationalen Miniſter die Politik Dr. Streſemanns billig=
ten
, während gleichzeitig deren Reichstagsfraktion mit dieſer Außen=
politik
innerlich nicht einverſtanden geweſen wäre und dazu geſchwie=
gen
hätte.
Ac. Worms, 8. Mai. Separatiſtenprozeß. Der Redakteur
und Stadtverordnete Selzner, Schriftleiter der nationalſozialiſtiſchen
Wochenſchrift Die Fauſt in Worms, war wegen Beleidigung des
Kaufmanns Kratz=Worms, der als Nebenkläger zugelaſſen war, ange=
klagt
. Die ſehr intereſſante 3tägige Verhandlung, zu der als Zeugen
eine ganze Anzahl der ehemaligen Separatiſtenführer vorgeladen war,
brachte die Aufklärung wichtiger Einzelheiten aus der damaligen Zeit,
und es gelang Selzner, den einwandfreien Beweis zu führen, daß Kratz
zu den Führern dieſer Bewegung gehörte. Sein Verteidiger Rechts=
anwalt
Dr. Deppich, legte während der Verhandlungen ſein Amt nie=
der
, da ihm Kratz nicht die Wahrheit geſagt und dieſe Tatſache ſeiner
aktiven Beteiligung an der Separatiſtenſache verſchwiegen habe. Das
Urteil erkannte demgemäß auch an, daß dem Angeklagten der Wahr=
heitsbeweis
voll und ganz gelungen ſei, trotzdem mußte er wegen fur=
maler
Beleidigung zu 15. Mk. Geldſtrafe verurteilt werden. Zwei
weitere Mitangeklagte wurden freigeſprochen. Turngemeinde
Worms. Zwiſchen der Turngemeinde Worms 1846 und dem Worm=
ſer
Schwimmklub Poſeidon wurde ein Freundſchaftsbündnis beſchloſſen,
das ſich in der Form auswirken ſoll, daß beide Vereine gegenſeitig ihren
Mitgliedern die beiderſeitigen Sportgelegenheiten zur Verfügung ſtel=
len
und daß die Deutſche Turnerſchaft das Poſeidonbad für Gau= und
Kreisſchwimmwettkämpfe benutzen kann.
U. Schwabenheim, 8. Mai. Hier wurde der Krieger= und
Soldaten=Verein wieder ins Leben gerufen. Mit 104 Mitglie=
dern
hat er ſich der Kriegerkameradſchaft Haſſia angeſchloſſen.
h. Gießen, 7. Mai. Liebig=Ehrungen. Aus Anlaß der
Feier des 125. Geburtstages von Juſtus von Liebig iſt ſeitens
der Geſellſchaft Liebiy=Muſeum=Gießen eine doppelte Ehrung für den
großen Gelehrten beabſichtigt. Samstag, den 12. Mai, findet in Bad=
Salzhauſen die Einweihung der Liebig= Gedenk=
tafel
ſtatt. Die Gedenktafel wird an einem kleinen Häuschen im Park
angebracht, wo Liebig in den Jahren 1824 und 1843 gearbeitet und die
dortigen Quellen unterſucht hat. Gelegentlich der Weihe hälr Profeſſor
Dr. Brand aus Gießen einen Vortrag über: Analyſe von Heilquellen.
Die Gedenkrafel wird in der Eiſengießerei Hirzenhain hergeſtell
Sonntag, den 13. Mai, findet eine weitere Gedenkfeier im Lie=
big
=Muſeum ſtatt. Geheimrat Profeſſor. Dr. Sommer ſpricht
über: Gegenwart und Zukuunft des Liebig=Muſeums‟. Der Beſtal
des Muſeums iſt durch die Erwerbung von Liebig=Erinnerungen
fen, Bühern, Bildern uſw.) dauernd im Wachſen begriffen, ſodaß
Erweiterung der Räume durch Hinzunahme der früheren Wohnung Lie=
bigs
ſobald als möglich erforderlich iſt.
k. Grünberg, 7. Mai. In der Jahresverſammlung des hieſigen
Vorſchußvereins ergab der Jahresbericht u. a., daß durch die verdorbene
Ernte des vorigen Jahres, da3 immer weitere Sinken des Preiſes fuir
Schlachtvieh die Verſchuidung der Landwirte wveiterhin zugenommen
habe und eine Verſchärfung der Kreditnot durch die zurückgeforderten
Rentenbank= uſw. Kredite eingetreten ſei. Wohl war das Gewerbe durch
die rege Bautätigkeit ſehr beſchäftigt, mußte aber auf ihre Bezahlungen
in den meiſten Fällen ſehr lange warten. Allgemein hat die Borgwirt=
ſchaft
ſeitens der Verbraucher ſehr zugenommen, worunter nicht allein
das Handwerk, ſondern auch der Kleinhandel ſehr. zu leiden hat.
Geſchäftsbetrieb in 1927 hat eine weitere Zunahme zu verzeichnen. 2
Umſatz erhöhte ſich von 6 700 216,94 RM. auf 7 252 964,20 RM., die
Bilanzſumme von 480 585,70 RM. auf 507 554,64 RM. Das Vermögen
der Genoſſenſchaft beträgt rund 52 000 RM., der Reingewinn iſt durch
die Herabminderung der Zinſenlaſt für die Genoſſen um 700 RM. ge=
ringer
als im Vorjahre. Die Spareinlagen zeigen eine tangſame Sie
gerung, die Aufwertung der alten Spareinlagen ſind mit 12½ Prozenk
durchgeführt, die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 438. Der Vor=
ſchlag
über die Verwendung des Reingewinnes (9 Prozent 2216,/0
MM. Dividende auf 24 630 RM. Geſchäftsguthaben, 620 RM. Zuſchrift
zur geſetzlichen Rücklage, 474 RM. Zuſchrift zur Hilfsrücklage) fand ein=
ſtimmig
Billigung. Es folgten noch eine Reihe interne Angelegenheiten
und Aenderung des 8 56 des Statuts, wonach Vorſtandsmitglieder von
der Kreditgewährung ausgeſchloſſen ſind, in Zukunft ihnen jedoch mit
Zweidrittelmehrheit des Aufſichtsrates und gegen die übliche Sicherheis
Kredit geſährt werden kann.

spart Geld
Da
TOaNTO

Festhalte
von Verbanden

Wichtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufahrer usw.)
Achten Sie auf den Namen Leukoplast, da Nachahmungen im Handel sind.
Erhältlich in Apotheken, Drogerien, Bandagengeschäften in Rollen von 30 Pf. an.

A

Leukoplast ist immer gut.
Wenn man sich verwunden tut.
Aber nicht nur zu Verbänden
Kann man Leukoplast verwenden!
Pappe, Porzellan und Glas,
Alles, Alles kittet das.
Ansteckdosen, Bilderrahmen,
Schachteln, Schirme, Puppendamen
Gummischläuche, Badekappen.
Regenmäntel, Aktenmappen,
Moten, Bilder, Thermometer,
Goethes Faust und Struuweipater,
Alles klebt das LEUKOPLAST.
Sorg, daß Dus im Hause hast!

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Nummer 129

Geite 9

Mittwoch den 9 Mai 1928

Die glückliche Geburt hres zweiten Kindes
Wolfgeng
zeigen voller Freude an
Hildegard Nebelung, geb. Kraft
Rechtsanwalt Günther Nebelung
Eschershausen, 5. Mai 1928.
Kr. Holzminden.
212634

Reni Wolf

Dr. med. Artur Goge

Verlobte

Dietesheim

Kr. Offenbach a. M.
Mai 1928.

Arheilgen

(*12551

Statt Karten.
Für die mir anlässlich meines
Jublläums zuteil gewordenen
Ehrungen und zugegangenen Glück-
wünsche
und Gratulationen herz-
lichen
Dank. im Dienste des
deutschen Liedes will ich suchen,
meine Dankesschuld abzutragen.
K. Grim.
12688)

Mittlerer
Staatsbeamter
Witwer), Anfang 60,
ev., ſolide, ſparſam
u. häuslich, ſucht Dame
ohne Anh., 4050 J,
geſund, die über gute
Allgemeinbildg. ver=
fügt
, den Haushalt
verſteht u. Wert auf
eine gemütl Häus=
lichkeit
legt, zwecks
Heirat
kennen zu lernen
Etw. Vermögen er=
wünſcht
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Rudolf Fiſcher und Frau
Hedwig, geb. Zauſch.
Darmſtadt, den 8. Mai 1928.
Beckſtraße 63.
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Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. Mai, vor=
mittags
11½ Uhr, auf dem alten Friedhofe ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes,
unſeres treuſorgenden Vaters, Schwiegervaters
und Großvaters
Herrn Karl Göſchel
ſagen wir Allen von Herzen unſeren tiefge=
fühlten
Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Amalie Göſchel Wwe.

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Heute früh entſchlief ſanft nach ſchwerem
mit Geduld ertragenen Teiden mein lieber
Mann, unſer guter Vater, Schwiegervater,
Bruder, Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
Herr
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im 52. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Hildegard Haupt, geb. Krauß.
Groß=Zimmern, den 8 Mai 1928.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10. Mai
1928, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe, Angel=
ſiraße
88 aus ſiatt.
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Heute Nachmittag 5½ Uhr entſchlief ſanft nach
ſchwerem mit Geduld getragenen Leiden, mein lieber
Mann, unſer guter Schwager und Onkel
Schornſteinfegermeiſter
Heinrich Zibulski
im 74. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Eliſabethe Zibulski, geb Scheuer.
Groß=Umſtadt, den 7. Mai 1928.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. Mai,
nachmittas 1 Uhr ſtatt.
(8114

Statt Karten.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herz=
licher
Anteilnahme und Blumenſpenden bei dem
uns ſo ſchwer betroffenen, unerſetzlichen Verluſte
unſerer lieben EEntſchlafenen ſagen wir hiermit
Allen unſeren herzlichſten und innigſien Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Johs. Stenger.
Darmſtadt, den 8. Mai 1928.
Heinheimerſtr. 16.
(*12631

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl.
Teilnahme beim Heimgang unſe=
rer
lieben Entſchlafenen ſagen
wir hiermit Allen unſeren in=
nigſten
Dank.
Joh. Binnefeld und Kinder.
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Darmſtadt, den 8. Mai 1928.

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PS.), 1 Korbmöbelgarnitur ſow. Möbe.
7
aller Art.
Darmſtadt, den 9. Mai 1928.
Weinheimer
Gerichtsvollzieher.

V.A60

Schloſſerarbeiten.
Die Schloſſerarbeiten bei der Errich=
tung
von Einfriedigungen auf dem
Woogsdamm ſollen auf Grund der Reichs=
verdingungsordnung
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Mittwoch, den
16. Mai 1928, vorm. 10 Uhr, bei
dem Städt. Hochbauamt, Grafenſtraße 30,
Zimmer 9, einzureichen.
(st8128
Darmſtadt, den 8. Mai 1928.
Städt. Hochbauamt.

Mahnung.
Bis ſpäteſtens 15. Mai 1928 ſind an
die Finanzkaſſe Darmſtadt=Stadt, Alex=
anderſtraße
22 dahier, bei Meidung der
Beitreibung zu zahlen:
1. die Vorauszahlungen auf Umſatz=,
Einkommen= und Körperſchafts=
ſteuer
für 1. Vj. 1928, fällig ge=
weſen
am 10. 4. 1928;
2. die I. Rate Hundeſteuer 1928, fällig
geweſen am 15. 2. 1928. (8136
Darmſtadt, den 5. Mai 1928.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt.

Verkauf eines Faſelochſen.
Die Gemeinde Eberſtadt hat einen
abgängigen, gutgenährten
Faſelochſen
(21,jährig) zu veräußern. Angebote
werden bis längſtens Samstag, den
12. Mai ds. Js., vorm. 11 Uhr, an
die Bürgermeiſterei Eberſtadt erbeten.
Eberſtadt, den 8. Mai 1928.
Heſſ. Bürgermeiſteret Eberſtadt.
Dr. Uecker.
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Anngr 4e

[ ][  ][ ]

Seite 10

Mittwoch, den 9. Mai 1928

Nummer 129

Reich und Ausland

Eröffnung der Berliner Ernährungs=Ausſtellung.

500 Mark Belohnung für die Ergreifung
des Heidelberger Poliziſtenmörders.
Heidelberg. In dem gegen den Mörder des
Wachtmeiſters Kern veröffentlichten Steckbrief wird
als neue Tatſache mitgeteilt, daß nicht der Einbrecher
in der Villa Braun, der den Trauring und die
15 Mark endwendete, ſondern der zweite geſehene ver=
dächtige
Mann die Schüſſe abgegeben hat. Am Tat=
ort
iſt noch ein Stemmeiſen gefunden worden. Auf
die Ergreifung des Mörders hat der Oberſtaatsan=
walt
eine Belohnung von 500 Mark ausgeſetzt.
Deckeneinſturz
Ba. Wiesbaden. Das frühere Odeon= Licht=
ſpieltheater
, Ecke Kirchgaſſe und Luiſenſtraße, wird
umgebaut. Am Montag nachmittag ſtürzte dort eine
Rabitzdecke herunter, die aller Wahrſcheinſichkeit nach
überlaſtet war. Der erſt 17 Jahre alte Elektromon=
teur
Hermann Gemmer kam unter die Deckentrümmer
zu liegen, wobei er ſich erhebliche Quetſchungen am
rechten Fuß und am Becken zuzog. Die Sanitätswache
fuhr den Verunglückten um 16,46 ins Städtiſche Kran=
kenhaus
. Die baupolizeiliche Unterſuchung, die erſt
am Dienstag abgeſchloſſen worden iſt, wird die Ur=
ſache
des Einſturzes aufklären.
Das aus dem Auto gefallene Mädchen.
Köln. Zu dem gemeldeten Vorfall über ein aus
einem fahrenden Auto gefallenes Mädchen iſt noch zu
berichten, daß die Verſtorbene ein 17jähriges Mäd=
chen
vom Karthäuſerhof iſt. Die Kraftwagenführer
ſind jetzt ermittelt worden. Sie geben den allgemeinen
Tatbeſtand zu, beſtreiten aber, das Mädchen aus dem
Auto geworfen zu hoben. Der eine, der mit dem
Mädchen im Wagen ſaß, während der andere den
Wagen ſteuerte, behauptet, daß das Mädchen in dem
Augenblick aus dem Auto geſprungen ſei, als er ver=
ſucht
habe, es zu küſſen. Der Autoführer will den
Vorfall auch bemerkt haben, jedoch weitergefahren
ſein, weil das Mädchen nach ſeiner Anſicht nach dem
Sprung ſofort wieder aufgeſtanden und weiterge=
laufen
ſei. Ein Augenzeuge, der den Vorfall aus
nächſter Nähe beobachtet hat, erklärt jedoch, daß das
Mädchen ſchon bei Ankunft des Wagens und vor dem
Sturz bewegungslos mit dem Oberkörper aus dem
Wagenfenſter herausgehangen habe. Die Beſchuldig=
ten
wurden vorläufig feſtgenommen.
Mord bei Zehdenick?
Berlin. Am Dienstag früh wurde in einem
Strohſchober in der Nähe von Zehdemick in der Mark
ein noch unbekannter Mann mit ſchweren Verletzun=
gen
tot aufgefunden. Neben der Leiche lag eine
Keule, mit der offenbar der tödliche Schlag geführt
worden war. Die Leiche dürfte mehrere Tage in der
Scheune gelegen haben. Die Staatsamwaltſchaft
Prenzlau, die von dem Leichenfund benachrichtigt
wurde, wandte ſich an das Landeskriminalamt Ber=
lin
, das ſeinerſeits mit den näheren Ermittlungen
einen Berliner Kriminalkommiſſar betraute.
Unter dem Verdacht mehrfacher Brandſtiftung
verhaftet.
Leobſchütz. Hier wurde ein ehemaliger wrſ=
ſiſcher
Kriegsgefangener, der zurückgeblieben iſt und
bei verſchiedenen Landwirten als Knecht beſchäftige
war, anter dem Verdacht verhaftet, der Urheber der
in den letzten ſechs Wochen außerordentlich häufig
aufgetretenen Scheunenbrände zu ſein.
Schwerer Autounfall in Schleſien.
Zobten. Auf der Strecke BreslauScheidnitz
überſchlug ſich am Sonntag in der Nähe von Wer=
nersdorf
ein Breslauer Privatautomobil, i dem ſich
drei Erwachſene und drei Kinder befanden. Der
Führer erlitt ſchwere Schnittwunden, ſeine Fra
ſowie ein Kind erlitten Beinbrüche. Ein weiteres
Kind eine ſchwere Gehirnerſchütterung; eine zweite
Dame und das dritte Kind wurden nur leicht verletzt.
Zum Fallſchirmabſturz Buſers.
Baſel. Ueber die Ergebniſſe der Unterſuchung
über die Urſache des tödlichen Abſturzes des Fall=
ſchirmabſpringers
Buſer in Colombier bei Neuerburg
wird folgendes gemeldet: Buſer legte auf das Zu=
ſammenfalten
ſeines Fallſchirmes (deutſche Marke
Heinecke), immer ſehr viel Sorgfalt und hatte dabet
die Gewohnheit, die Seile mit einem dünnen Faden
zuſammenzubinden, um ein Verwirren zu verhindern.
Gewöhnlich riß der zuſammenhaltende Faden beim
erſten Luftſtoß während des Abſprungs; am letzten
Samstag war das jedoch nicht der Fall, ſo daß der
Fallſchirm ſich nicht öffnete. Während des Abſturzes
verſuchte Buſer noch den Faden zu zerreißen, was
jedoch nicht gelang.
Am Dirigentenpult vom Herzſchlag ereilt.
Warſchau. Am Sonntag nachmittag ſtarb der
bekannte Warſchauer Dirigent und Muſikſchriftſteller
Julius Wertheim. Er erlitt, während er in dem
Nachmittagskonzert in der Philharmonie, das durch
Rundfunk übertragen wurde, die Ouvertüre zu den
Meiſterſingern dirigierte, einen Herzſchlag und ſank
vor den Augen des Publikums tot vom Dirigenten=
pult
. Die Muſik brach plötzlich ab und der Rundfunk=
ſprecher
teilte mit, daß das Konzert infolge einer Un=
päßlichkeit
des Dirigenten abgebrochen werdem müſſe.
Der ſofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch den
Tod feſtſtellen. Alle Warſchauer Zeitungen widmen
dem auf ſo tragiſche Weiſe aus dem Leben geſchiedenen
Künſtler warme Nachrufe.
12 Perſonen ertrunken.
Moskau. Auf der Wolgau in der Nähe von
Twer kenterte ein Boor, das mit 24 Bauern beſetzt
war. Zwölf Perſonen ſind ertrunken.
Funde aus der Eiszeit in Dänemark.
Kopenhagen. Auf dem oſtfrieſiſchen Gute
Aggersböl haben Ausgrabungen eine etwa 1500
Jahre alte Grabkammer freigelegt, in der Waffen
und Schmuckſtücke aus der Eiſenzeit, und zwar ein
Schwert, ein Dolch ſowie etwa 25 Schmuckſtücke aus
Silber und Gold gefünden wurden. Außerdem wur=
den
noch einige Spielſteine aus einer glasähnlichen
Maſſe gefunden. Die wertvollen Funde ſind dem
bieſigen Nationalmuſeum einverleibt worden.
ParisTokio und zurück im Flugzeug.
Paris. Am Dienstag früh 11 Uhr iſt der fran=
jöſiſche
Flieger Pelletier d Diſy mit 2 Begleitern in
Le Bourget aufgeſtiegen, um die 30000 Kilometer
lange Strecke ParisTokio und zurück in Etappen
ßurückzulegen. Das erſte Ziel iſt Bukareſt. Der Weg
ſoll über Sibirien gehen. Das Flugzeug iſt mit einem
170 PS=Motor ausgerüſtet.

Die Bedeutung der freien Wohlfahrtspflege für die Volksernährung.
In anſchaulicher Weiſe wird der jährliche Nahrungsmittelverbrauch der Anſtalten der freien
Wohlfahrtspflege den Beſuchern der Berliner Ernährungsausſtellung vorgeführt. Die Obſt=,
Fett=, Käſe=, Wurſt= und Gemüſemengen, die den 528 000 Inſaſſen der Anſtalten jährlich geboten
werden, würden ſich neben dem Brandenburger Tor wie mächtige Berge ausnehmen. Allein
das jährlich verbrauchte Gemüſe wiegt 1 496 150 Zentner.

Sportkleidung der deutſchen Olympia=Teilnehmer.

Zivilkleidung.
Die Damen werden blaues Sportkoſtüm mit ſchwarz=
rot
=goldenem Adler, die Herren blauen Anzug mit
weißer Mütze und Adler i Amſterdam tragen. Unſer
Bild, zeigt die bekannte deutſche Olympiakandidati
Frl. v. Bredow und das Mitglied des Reichsaus=
ſchuſſes
für die olympiſchen Spiele Dr. Jentſch.

Sportkleidung.
Im Kampffeld des Amſterdamer Stadions werden
die deutſchen Olywia=Teilnehmer i weißer Hoſe,
weißem Hemd mit rotem Bruſtſtreifen ud dem
ſchwarz=rot=goldenen Wappen auf der Bruſt erſcheinen.
Die Teilnehmerinnen tragen ſchwarze Hoſe. Auf
unſerem Bild ſind eine Leichtathletin und ein Fuß=
ballſpieler
in der olympiſchen Sportkleidung zu ſehen.

Unſere Ozeanflieger in New Hork.

Frhr. v. Hünefeld, Major Fitzmaurice und Hauptmann Köhl.

Vulkanausbrüche und Erdbeben in
Niederländiſch=Indien.
Amſterdam. Nach Meldungen aus Batavia iſt
der Inſelvulkan Krakatau ſeit einigen Tagen wieder
in heftiger Bewegung. Allein am Samstag wurden
von der meteorologiſchen Beobachtungsſtation auf
der in der Nähe des Vulkans gelegenen Inſel Lang
Eisland nicht weniger als 26 Ausbrüche und 136
Waſſerfontänen wahrgenommen. In der Richtung
Nord=Süd wurden 11, in der Richtung Oſt=Weſt 51
Erdbeben Fegiſtriert.

Der Dammbruch in Süd=Carolina.
London. Ergänzende Meldungen aus Süd=
Carolina geben der Befürchtung Ausdruck, daß es
unmöglich ſein werde, den noch ſtehenden Teil
des gebrochenen Dammes vor dem Einſturz zu be=
wwahren
. Etwa 20000 Perſonen befinden ſich in
großer Gefahr. Viele Menſchen ſind in die höher
gelegenen Gebiete geflüchtet. Vorläufig bieten die
Notſchleuſen dem Waſſerdruck noch Widerſtand. Ein
plötzlicher Druck wird nicht erwartet, wohl aber eine
ſtändig zunehmende Abbröckelung.

Graf Zeppelin Ende Juni fahrfertig.
Friedrichshafen. Das ſeiner Vollendung
entgegengehende Luftſchiff L. Z. 1M, das den Namen
Graf Zeppelin tragen wird, hat in den letzten
Tagen Spitze und Heck erhalten, ſo daß nur noch
die Ballonhülle fehlt, an deren Montage eifrig ge=
arbeitet
wird. Da auch die Motoren bereits einge=
baut
ſind und die Kabinengondel in ihren weſent=
lichſten
Teilen fertig iſt, kann damit gerechnet werden.
daß der neue Zeppelin Mitte Juni ſo weit vollendel
ſein wird, daß mit der Füllung begonnen werden
kann. Dieſe Füllung wird ſich anders als bei den
bishevigen Erzeugniſſen der Friedrichshafener Werft
vollziehen, denn zum erſtenmal müſſen nicht nur die
Traggaszellen, ſondern auch die unter ihnen im
Rumpf liegenden neuen Brenngaszellen gefüllt wer=
den
, die den Betriebsſtoff für die Maybach=Motoren
des Luftſchiffes liefern. Die Füllung dürfte ungefähr
eine Woche in Anſpruch nehmen, ſodaß der Gral
Zeppelin Ende des kommenden Monats fahrfertig
wäre. Aber ob dann auch bereits mit dem erſten
Aufſtieg zu einer Werkſtättenfahrt begonnen werden
kann, iſt noch fraglich. Der Luftſchiffbau Zeppelin
muß ſich zum erſtenmal mit dieſem Neubau den in
der Zwiſchenzeit geſchaffenen Beſtimmungen über die
Zulaſſung von Luftfahrzeugen für Sport oder Ver=
kehr
unterwerfen, und zwar iſt mit der Vornahme der
Prüfungen die Deutſche Verſuchsanſtalt für Luft=
fahrt
in Adlershof beauftragt worden. Zur Zeit wird
in der Verſuchsanſtalt an der Aufſtellung der Prö=
fungsordnung
gearbeitet, und zwar wird es ſich ſo=
wohl
am Aluminiumgerüſt wie am Zellenmaterial
uſw., um Prüfung der Motoren und der ſonſtigen
techmiſchen Einrichtungen des Luftſchiffes handeln.
Ein Stab von Sachverſtändigen der D.L.V. wird
ſich, ſobald der Luftſchiffbau Zeppelin die Fertg=
ſtellung
des neuen Luftkreuzers meldet, nach Fried=
richshafen
begeben.
Der größte Holzhallenbau der Welt.
Wien. Die Wiener Feſtleitung für das zehmte
deutſche Sängerbundesfeſt hatte die Vertreter der in=
und ausländiſchen Preſſe zu einem Beſuch der für
das Sängerbundesfeſt im Bau befindlichen Sänger=
halle
geladen. Die rieſengroße Halle wird bald
fertig ſein. Sie beſitzt eine Geſamtgrundrißfläche von
etwa 21000 Quadratmeter und faßt rund 3500
Sänger und rund 40 000 Zuhörer. Die Halle komm
als dreiſchiffige Halle mit überhöhtem Mittelſchiff in
Holzkonſtruktion zur Ausführung. Das Mittelſchif
iſt 60 Meter breit, die Firſthöhe beträgt 25 Meter
Insgeſamt beſitzt die Halle eine Breite von 110 Me
tern, eine Länge von 182 Metern und iſt die größt
Holzhalle, die bisher überhaupt gebaut wurde. Di
Stirnfront der Halle bildet ein Podium, das 36 Stu
ſen hat, die bis zu einer Höhe von ſieben Metern a
ſteigen. Das Innere der Halle enthält Sitzplätze
30 000 Perſonen, wobei etwa 1000 Sitzplätze in Loge
Gzw. erhöhten Tribünenſitzplätzen geſchaffen find
Insgeſamt wurden für den Hallenbau 240 Waggon
Holz und fünf Waggons Eiſen für die Verbindum
verwendet. Der geſamte Platz, der für die Feſthall
zur Verfügung ſteht, hat ein Ausmaß von 30000
Quadratmetern und iſt durch eine zwei Kilomete
lange Umfriedung eingeſchloſſen. Die Halle wird u
Innern elektriſch beleuchtet. Es werden ſowohl
die Reden als auch für die Uebertragung der Ge
ſänge Megaphone bzw. Lautſprecher aufgeſtellt. Wi
die Dinge jetzt liegen, wird die Halle, die zu eme
Sehenswürdigbeit Wiens geworden iſt, ſogleich na=
dem
Feſt abgetragen werden, obwohl ſie nach ſad
verſtändigen Berechnungen und Feſtſtellungen füm
zehn Jahre Dienſte leiſten kömte.
Fälſchung franzöſiſcher Banknoten?
Paris. Gi vom Paris=Midi nach Belgien end
ſandter Mitarbeiter will von der Herſtellung falſche
franzöſiſcher Banknoten (in der Hauptſache 100=Fran
kenſcheine) berichten können. Polizei und Gericht ſeier
mit der Angelegenheit bereits beſchäftgt, doch hab
man bisher von amtswegen großes Stillſchweigen be
wahrt, weil hochſtehende Perſönlichkeiten in die An
gelegenheit vevwickelt ſeien. In einem Schloß in de

Nähe von Charleroi habe man die notwendiget
Druckereianlagen entdeckt. Man ſpreche von einen
in die Millionen gehenden Betrage.
Königsbeſuch bei den Sowjets.

König Aman Ullah von Afghaniſtan mit den
Präſidenten der Sowjetrepublik Kalinin.
Der Afghanenkönig iſt im roten Rußland mit große
Pomp empfangen worden. Ehrenkompagnien, Bal
Theatervorſtellungen und militäriſche Paraden wul
den aufgeboten. Auch hat die Sowjetregierung zwh
in Rußland erbaute Traktoren dem königlichen Ge
geſchenkt. Unſer Bild zeigt Aman Ullah und de
Soſvjetpräſidenten Kalinin beim Verlaſſen des Bah=
hofs
in Mostau.

[ ][  ][ ]

Nummer 129

Mittwoch, den 9. Mai 1928

Seite 11

Handball.
Sportverein Darmſtadt 1898Wiener
Sportklub.
Der kommende Sonntag ſieht zum 1. Male in der Geſchichte
des Darmſtädter Handballſportes eine internationale
Begegnung in Darmſtadts Mauern. Nachdem ſich die Re=
präſentativmannſchaften
des Oeſterreichiſchen Verbandes und der
beutſchen Sportbehörde ſchon im vergangenen Jahre zwei Be=
gegnungen
geliefert haben, wobei ſeltſamerweiſe den Deutſchen
im eigenen Lande ein Sieg wicht glückte, während ſie auf Wiener
Boden die im Vorſpiel erlittene Niederlage durch einen 8:4=Sieg
wettmachen konnten, ſtellt der Kampf des Süddeutſchen Meiſters
gegen den Wiener Sportklub das 1. internationale Treffen zweier
Vereinsmannſchaften in unſerem Landesverbande dar.
Die Bedeutung dieſer Begegnung geht weit über den Rahmen
eines Freundſchaftsſpieles hiaus. Nicht allein, daß es dem
Sportverein Darmſtadt 1898 und der geſamten Darmſtädter
Sportbewegung zur höchſten Ehre gereicht, in der Elite=
wannſchaft
des Wiener Sportklubs Gäſte aus dem Lande
begrüßen zu dürfen das in kultureller und ge=
ſchichtlicher
Hinſicht auf das Engſte mit dem
deutſchen Volk verbunden iſt, macht das Spiel des
nächſten Sonntags zu einem großen Ereigwis. Auch die ſport=
liche
Erheblichkeit der bevorftehenden Begegnung iſt über=
vagend
. Der Sportvereinself ſteht als Süddeutſcher Mei=
ſter
und einer der beſten Mannſchaften innerhalb des Gebietes
der deutſchen Sportbehörde die Aufgabe bevor, gegen den
beſten Vertreter Wiener Handballkunſt in Würde
zu beſtehen, ſo daß letzten Endes dieſes Spiel ein Prüfſtein des
Könnens der beiden benachbarten, durch Freundſchaftsbande ver=
knüpften
Landesverbände ſein wird.
Der Wiener Sportklub hat eine große Vergangenheit. Seit
7 Jahren wird in Oeſterveich der Titel eines Meiſters von Oeſter=
reich
ausgeſpielt; trotz des kurzen Beſtehens dieſer Konkurrenz
haben die Mannen des Wiener Sportklubs nicht
weniger als 4mal dieſen Titel zu erringen ge=
wußt
. Die Jahre 1921, 1922, 1923 und 1926 ſah die
Sportklubelf als Meiſter von Oeſterreich, während
1924, 1925 und 1927 die Mannſchaft ſich jeweilig an 2. Stelle
placierte. In dieſer Saiſon liegt die Mannſchaft mit devartig
weitem Vorſprung in Führung, daß ſie wohl mit Beſtimmtheit
damit rechnen kann, in der glorreichen Vereinsgeſchichte die Er=
ringung
des Meiſtertitelsfür einweiteres Jahr
verzeichnen zu dürfen. Den beſten Maßſtab für das tatſächliche
Können der Wiener dürfte wohl aber die Tatſache bilden, daß
im Jahre 1926, als der Wiener Sportklub der Vertreter
Oeſterreichs bei den deutſchen Kampfſpielen in
Köln war, dem Berliner Polizeiſportverein, der da=
mals
auf der Höhe ſeines Könnens war, im Endſpiel erſt nach
zweimaliger Verlängerung ein Sieg gegen die Wiener
glückte. Es könnte wohl baum der Beweis, daß die Handball=
bewegung
in Wien in beiner Beziehung hinter derjenigen auf
reichsdeutſchem Gebiet zurückſteht, ſchlagender bewieſen werden
als durch dieſen Umſtand, der erkennen läßt, daß der Meiſter von
Oeſterreich dem deutſchen Meiſter ein durchaus ebenbürtiger
Gegner war.
Der Kampf hie Meiſter von Oeſterreich dort
Meiſter von Süddeutſchland wird ſo zweiſellos wieder
eines der ganz großen ſportlichen Ereigniſſe werden, das die
Anteilnahme der geſamten ſportliebenden Bevölkerung von Darm=
ſtadt
finden muß und finden wird.
Zu dem Spiel werden ab Donnerstag zu bedeutend er=
mäßigten
Preiſen Karten im Vorverbauf abgeſetzt. Vorverkaufs=
ſtellen
ſind eingerichtet bei der Sportbuchhandlung Skurnit ( Gra=
fenſtraße
) und im Zigarrenhaus Becher. Vorverlaufskarten für
Mitglieder ſind nur bei Sburnik erhältlich; an der Tageskaſſe
zahlen Mitglieder die vollen Preiſe.
Liga Polizeiſporiverein Babenhauſen Aus=
wah
mannſchaft der Heſſ. Polizei 5:5 (2:4)
Obergenannte Mannſchaften trafen ch am Sonntag, den 6. Mai,
nachmittags 16.30 Uhr, in Babenhauſen auf dem Sportplatz am Trom=
peterwäldchen
. Die auf das Spiel geſetzten Hoffnungen ſind voll und
ganz in Erfüllung gegangen, wenn man berückſichtigt, daß die Mann=
ſchaften
mit einem Unentſchieden ſich nach dieſem hochintereſſanten Tref=
fen
voneinander trennten. Die Auswahl=Elf der Heſſiſchen Polizei trat
mit drei Erſatzleuten und vier ehemaligen Babenhäuſer Ligaſpielern
auf den Plan, währenddeſſen die Babenhäuſer Poliziſten dementſpre=
chend
geſchwächt ſich dem Gegner ſtellen mußten.
Pol.=Sportverein kombiniertGermania Wiesbaden 4:4 (1: 2).
Vom ſchönſten Spielerwetter begünſtigt, begegneten ſich obige Mann=
ſchaften
auf dem Pol.=Sportvereinsplatz. Das Spiel hielt, was die Vor=
ſchau
verſprach. Beide Mannſchaften ſpielten ſehr eifrig und flink und
waren ſtets von dem Willen zum Siege beſeelt. Die Polizeimannſchaft
trat mit reichlichem Erſatz an in der Mannſchaft ſtanden nur vier
Spieler der erſten Mannſchaft. Das Zuſammenſpiel in der erſten Halb=
zeit
klappte deswegen nicht beſonders. Dieſe Schwächezeit nutzten die
Gegner aus und beendeten, führend die erſte Halbzeit. In der zweiten
Halbzeit wurde das Sichverſtehen beſſer und es gelang den Poliziſten
noch dreimal, einzuſenden. Hätte der Polizeiſportverein keinen Tor=
wächterwechſel
vorgenommen, wäre er beſtimmt als Sieger vom Platze
gegangen.
Germania=Wiesbaden trat in derſelben Aufſtellung an, die ſie bei
den Aufſtiegſpielen zur Liga hatte. Ihr ſpieleriſches Können iſt aus
dem Sbiele gegen Rot=Weiß hinlänglich bekannt, ſo daß ſich jede weitere
Kritik erübrigt. Nur noch beſonders erwähnt ſei ihre Härte und das
Biszumſchlußkämpfen.

Sportverein 1898 Darmſtadt Boxabteilung.
Beim Kampfabend des Boxklubs Heros Frankfurt ſtellte Sport=
verein
98 drei Mann aus ſeinen leichten Klaſſen. Wenn drei Unenr=
ſchieden
dabei herauskamen, ſo ändert das nichts an der Tatſache, daß
zumindeſt zwei der ergangenen Punkturteile irregulär waren, bzw. die
Darmſtädter bewachteiligten. Sowohl Gerhardt als auch Schäfer waren
die Leidtvagenden.
Papiergewicht: Gerhardt Sp. V. 98 Krieger 3. Heros Fransfurt
unentſchieden. Während der dreimal 2 Minuten zeigte der kleine Darm=
ſtädter
erneut, daß er merkliche Fortſchritte in ſeinem Können gemacht
hat. Das Urteil des Kampfrichters ſchmeichelt dem Frankfurter ſehr, weil
der 98er über alle drei Runden, ſpeziell jeſdoch in beiden letzten, V9ſkeme
voller und reiner kämpfte.
Zuiegengewicht: Rügner S.V. 98 Bennecker Heros Frankfurt un=
ehrſchieden
. Der 98er ſah ſich einem recht harven Schläger gegenüber, der
allerdings im Nahkampf nicht mitkonnte. Im Clinch betrommelte Nugner
den Frankfurter ſtets mit ſchnellen wirkſamen Hakenſerien; er hätte aber,
um zu ſiegen, in der zweiten Nunde wicht zu verhalten kämpfen ſollen.
Well er das nicht einſah, gabs nur Unentſchieden, obwohl die Schluß=
wunde
glatt an den Darmſtädter ging.
Leichtgewicht: Schäfer S.V. 98 Krieger 2. Heros Frankfurt un=
eutſchieden
. Mit der Revanche, die der Herosmann zu nehmen gedachte=
wars
nichts. Denn Schäfer kämpfte in allen Phaſen mehr mit Kopſ, wie
ſein Gegenüber, welcher in der zweiten und Schluß=Runde verſchiedene.
gut hereingebrachte linke Gerade und rechte Hafen einſtecken mußte. Des=
halb
und nach dem Kompfverlauf im Geſamten mußte die Wervung un=
bedingt
ein Punktplus für Schäfer ergeben.

eutſehen Turnerſchaft

Handball.
Main=Rheingau D. T.
Der berfloſſene Sonntag ſtand wiederum im Beichen eines vegen
Spielbetriebs. Erfreulich iſt es, daß auch in Stockſtadt vom dortigen
Turnverein das Handballſpiel aufgegriffen wurde und ſomit wiederum
ein Neuling in der Handballgemeinde des Gaues zu verzeichnen iſt. Aus
den Nachbargauen fanden ſich vier Mannſchaften zu Freundſchaftsſpielen
ein, wobei zwei dieſer Gaſtvereine den Sieg davontragen konnten, wäh=
rend
eine Gäſtemannſchaft geſchlagen wurde und ein Spiel mit einem
Unentſchieden endete.
Tv. Pfungſtadt Tv. Mainz 1860 8:8 (2:5).
Hier zeigte der Gaumeiſter Pfungſtadt nicht die von ihm gewohnte
Form. Vor allem vermißte man das ſchöne Steilſpiel und das Kalt=
ſtellen
der gefürchteten rechten Sturmſeite. Das vorgeführte Spiel kam
nicht über den Durchſchnitt hinaus. Im übrigen entſpricht das Reſul=
tat
dem Spielverlauf.
Tv. Auerbach Tv. König i. O. 3:4 (3:1).
Der Neuling Auerbach verpflichtete ſich aus dem Nachbargau Oden=
wald
den Gegner und konnte in der erſten Halbzeit denſelben überlegen
abfertigen. In der zweiten Halbzeit zieht Auerbach den Kürzeren und
muß der Tormann viermal das Leder aus dem Netz holen. Die Mehr=
zahl
der Tore wurden durch 16,50 Meter erzielt.
Tv. Bickenbach Tv. Bockenheim 2:8 (2:0).
Bickenbach, das ſich in der erſten Halbzeit durch beſondern Eifer
auszeichnet, erzielt zwei Tore, während die Gäſte zu keinem Erfolg
gelangen. In der zweiten Halbzeit kam Bickenbach den zuvor gezeig=
ten
Eifer nicht wehr aufbringen, läßt merklich nach und läßt viele Tor=
gelegenheiten
unberückſichtigt. Bei dem Bickenbacher Torhüter ſpielt
eifrig der Mund. Einen nicht beſonders guten Eindruck auf die Gäſte
machte das abſichtliche unturneriſche Benehmen des Gaſtgebers. Der
ſehr ſchlechte Sandplatz und die herrſchende Hitze ließen kein einwand=
freies
Spiel aufkommen.
Tv. Goddelan Tv. Oberrad 9:3 (5:1).
Die Gäſte aus dem Frankfurter Gau waren der mit beſſerem Kön=
nen
ausgeſtatteten Goddelauer Mannſchaft in keiner Hinſicht gewachſen
und mußten ſich mit der erheblichen Niederlage durch die Riedleute ab=
finden
.
Büttelborn 9. Pfungſtadt 2. 8:1 (4:1).
Büttelborn zeichnet ſich durch ſehr gutes und ſchußfrendiges
Stürmerſpiel aus wie auch der Torhüter eine beſondere Klaſſe für ſich
bildete. Die techniſch auf höherer Stufe ſtehenden Büttelborner gewan=
nen
in dieſer Höhe verdient.
Tv. Bensheim 2. Tv. Jugenheim 2. 6:2 (4:0).
Das beſſere Zuſammenſpiel von Bensheim entſchied das Spiel zu
ſeinen Gunſten.
Tv. Bensheim 1. Tv. Erfelden 1. 8:4 (6:2).
In dieſem Spiel der beiden Vertreter der A=Klaſſe zeigte Bens=
heim
ein ſchnelles Zuſpiel und nutzte jede ſich ihm bietende Schuß=
gelegenheit
weiſterhaft aus. Das gute Innentrio der Bensheimer brachte
durch genaues Ballabſpielen, und zwar immer zur rechten Zeit, das
Gäſtetor oft in Bedrängnis. Ei Lob verdient der Erfelder Torwart.
Sturm und Läuferreihe Erfeldens verfiel zu ſehr auf Einzelgänge, die
ſtets ohne Erfolg blieben. Bei guter Verteilung hätte Erfelden gleich=
ziehen
können. Sonſt im allgemeinen flinkes Spiel.
Darmſtadt=Tgſ. 1875 A=Kl. Nauheim M=Kl. 4:2 (2:1).
Darmſtadts Mannſchaft findet ſich raſch und gut zuſammen und er=
zielt
in der zehnten Minute den erſten Erfolg. Bis zur Halbzeit kann
Darmſtadt den zweiten Treffer buchen, dem Nauheim nur einen ent=
gegenſetzen
kann. Auch in der zweiten Halbzeit will es bei Nauheim
nicht klappen und muß ſich der Torhüter dazu bequemen, noch zweimal
den Ball aus dem Netz zu holen.
Worfelden Heppenheim 4:3 (4:8).
Beide Mannſchaften mußten mit Erſatz antreten. Worfelden etwas
beſſer als der Gaſt, doch ſpielt Heppenheim hierfür ſehr eifrig, erzielt
ſeine drei Tore durch 16,50 Meter.
Wolfskehlen Stockſtadt 9:8 (5:2).
Wolfskehlen zeichnet ſich durch techniſch beſſeres Spiel aus und kamn
ſich hierdurch den Sieg ſicherſtellen. Obwohl Stockſtadt körperlich leicht
überlegen iſt, gewinnt man doch bald den Eindruck, daß es ſich um eine
Anfängermannſchaft handelt.
Eſchollbrücken (Jgb.) Stockſtadt (Jab.) 18:0 (8:0).
Der Anfänger Stockſtadt wagte mit dem Gang nach Eſchollbrücken
ein nicht leichtes Unternehmen und war auch, wie voraus zu ſehen, der
techniſch weit beſſeren Mannſchaft des Gaſtgebers nicht gewachſen. Stock=
ſtadt
ſpielt noch ſehr unbeholfen.
Arheilgen 1. Eberſtadt 1. 9:1 (2:1).
In der erſten Halbzeit ſchönes Zuſammenſpiel. Nach der Halbzeit
fällt Eberſtadt zuſammen und hatte Arheilgen leichtes Spiel. In glei=
chen
Abſtänden fallen ſieben Tore (!) zu Gunſten des Gaſtgebers. Warum
ſpielt Eberſtadt in letzter Zeit ſo luſtlos und läßt den alten Kampfgeiſt
ſo ſehr vermiſſen?

Turnen.

Götz=Wandertag des Main=Rheingaues der Deutſchen Turnerſchaft
am 13. Mai 1928.
Der Wandertrieb hat Jahrhunderte hindurch ein beſonderes Kenn=
zeichen
des Deutſchen gebildet und in den beſten Erzeugniſſen der Dicht=
kunſt
Verherrlichung gefunden. Wandern gehört als gut deutſche Leibes=
übung
in den Rahmen des deutſchen Turnens. Schon der Begründer
der Turnkunſt, Friedrich Ludwig Jahn, unternahm mit ſeinen Schülern
kürzere Turnfahrten in die nähere Umgebung Berlins und weitere, die
ihn nach Rügen, nach Breslau und anderswohin führten. Heutigentags
hat dieſe Wanderbewegung einen gewaltigen Umfang in den deutſchen
Turnvereinen und beſonders im Main=Rheingau genommen. Es gibt
hier wohl keinen Verein, der nicht monatlich mindeſtens mit jeder ſeiner
Abteilungen Wanderungen ausführt. Ganz beſonderer Teilnahme er=
freuen
ſich die Turnfahrten und Wanderungen im ſTönen Mai, wenn
die Natur erwacht iſt und ſich aufs ſchönſte entfaltet hat. Beſonders
gern wandert man am Himmelfahrtstage in die freie Natur hinaus,
um, fernab vom Getriebe und Lärm der Stadt, neue Kräfte, neue
Lebenskraft und Friſche zu gewinnen. Dieſe Himmelfahrtswanderungen
ſind in den meiſten der über 12 000 deutſchen Turnvereinen zur ſtändi=
gen
Einrichtung geworden, und jung und alt, Turner und Turnerinnen,
die Knaben und Mädchen ſowie der Greis im Silberhaar, ſie alle ziehen
am Himmelfahrtstage ins Freie und nehmen ſomit Teil an einer macht=
vollen
Kundgebung für die deutſche Turnſache. Hat man doch berechnet,
daß im vorigen Jahre etwa eine halbe Million wandernder Turner und
Turnerinnen am Himmelfahrtstage unterwegs waren. Einzelne Gaue,
hierunter auch der Main=Rheingau, verzichteten auf die Himmelfahrts=
wanderungen
auf Grund teilweiſer böſer Erfahrungen, die früher ge=
macht
wurden, denn bekanntlich iſt in vielen Gegenden Himmelfahrt der
Tag der ſogen. Herrnpartien und Waldgelagen, die leider ſo oft ent=
arten
. Um mögliche Verwechſlungen und unliebſame Störungen zu
vermeiden, ſieht der Main=Rheingau von der Himmelfahrtswanderung
ab und unternimmt bereits am Sonntag, 13. Mai, die fällige Gauwan=
derung
, deren Ziel der Felsberg ſein wird. Die Himmelfahrtswande=
rungen
der Turper, ſowie die Wanderungen des Vor= und Nachſonntags
desſelben werden zuſammengefaßt und zu Ehren des früheren Vor=
ſitzenden
der Deutſchen Turnerſchaft Dr. Ferdinand Götz als Götz=
Wanderung bezeichnet. Auch in dieſem Jahre werden wieder
Hunderte von Turnern und Turnerinnen des Gaues nach dem Felsberg
unterwegs ſein, um der Segnungen des Wanderns teilhaftig zu wer=
den
und gleichzeitig, um der Erinnerung an ihren verſtorbenen Führer
ein würdiges Denkmal zu errichten.

Groß=Staffellauf 1928
des Ausſchuſſes für Leibesübungen.
Der Ausſchuß für Leibesübungen hat an die ihm angeſchloſſenen
Körperſchaften die Ausſchreibung über den am Donnerstag, den 17. Mai
Himmelfahrtstag), in Ausſicht genommenen Groß=Staffellauf 1928 durch
die Straßen von Darmſtadt überſandt. Der Lauf erſtreckt ſich über eine
Geſamtſtrecke von etwa 8 Kilometern. Die Einteilung ſieht zehn Klaſſen
ſor, ſo daß es jedem an dem Lauf teilnehmenden Verein möglich iſt,
an der Staffel mit Erfolg teilnehmen zu können. In der Hauptklaſſe
ſind auch Vereine von auswärts zugelaſſen, während die Klaſſen 29
offen für die weiter dem Ausſchuß angeſchloſſenen Vereine, Schulen uſw.
ſind. In der Klaſſe 10 ſtarten nur Einzelläufer. Um die aktive Teil=
nahme
möglichſt zu einer großen zu geſtalten, ſind in ſechs Klaſſen auch
die Leibesübung treibenden Vereine der Vororte Arheilgen, Eberſtadt,
Griesheim und Pfungſtadt teilnahmeberechtigt. Die ſchon bei dem vor=
jährigen
Staffellauf von Staat, Stadt und Privaten geſtifteten, äußerſt
wertvollen Wanderpreiſe, die erſt nach dreimaligem Siege in den Beſitz
der betreffenden Vereine übergehen, ſind in dieſem Jahre wieder zur
Verteidigung ausgeſchrieben. Der Staffellauf, wie er alljährlich in
vielen Städten Deutſchlands zur Durchführung kommt, iſt auch in Darm=
ſtadt
als eine mächtige Kundgebung für die Sache der Leibesübung ge=
dacht
. Sie verſpricht auch in dieſem Jahre wieder für Darmſtadt nach
den vom Ausſchuß für Leibesübung getroffenen Maßnahmen ein voller
Erfolg zu werden. Auf die weiteren Einzelheiten werden wir dem=
nächſt
noch zurückkommen.

Kraftſport.

Atbletikſportverein Bab=Krenznach 03 (Deutſcher Meiſter) Polizeiſport=
verein
Darmſtadt 14: 14.
Vor einem vollbeſetzten Haus konnte der Polizeiſportverein bei
einem Werberingen dieſes ſchmeichelhafte Reſultat erzielen. Es iſt dies
ein Beweis, daß ſich die derzeitige Kampfſtärke der Polizeimannſchaft auf
einer beachtenswerten Höhe befindet. Als äußeres Zeichen der Aner=
kennung
ihrer Leiſtung wurde unſere Mannſchaft mit einem herrlichen
Pokal und einer Radierung geehrt.
Dieſer Kampf trug wiederum zum Anſehen des Polizeiſportvereins
in unſerem beſetzten Vaterlande bei. Vor allem den herzlichſten Dank
den lieben Gaſtgebern für die herzliche Aufnahme.
Die Kämpfe waren in bezug auf ringeriſches Können tatſächlich
geeignet, den Kraftſport zu heben.
Die Aufſtellung beider Mannſchaften:
Krenznach: Meier, Schütz, Schuhmacher, Buſſer, Frei, Siebert
und Benjamin.
Polizeiſportverein: Hahl, Raum, Schrander, Majer, Vetter,
Knapp und Lißfeld.
Der Vorkampf ging mit 2 Punkten gewonnen.

Prenn=Berlin gewann in Wiesbaden das Endſpiel des Herreneinzels
un fünf Sätzen 1:6; 4:6; 6:1; 6:4; 6:2 gegen den Dänen Worm.
Ein Tennis=Städtekampf AthenMünchen wurde in München von
den griechiſchen Davispokalſpielern Zerlendi und Ballis mit 2:1 ge=
wonnen
.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 9. Mai. 13.30: Schallplatten. 15.30: Rektor
Wehrhan: Berthold von Regensburg und andere Geſchichten aus dem
Mönchs= und Kloſterleben. 16.30: Rundfunkörcheſter: Neue
Tanzſchlager. O 17.45: Bücherſtunde. O 18.15: Vereinsnachrichten,
Mitteilungen. O 18.30: v. Alvensleben: Porza, eine neue Künſtler=
gemeinſchaft
. O 19.15: Senckenberg=Viertelſtunde. Dr. K. Leuchs:
Hebungen und Senkungen des Landes. 19.30: Franzöſiſcher Sprach=
unterricht
. O 20.15: Bad Soden a. T.: Konzert. Raphael: Marias
Erwählung: Verkündigung: Mutter Maria; Oro pro nobis; Marien=
lob
und Minne. Buſch: Divertimento für 13 Soloinſtrumente.
Gal: Der Schnitter; Herbſtgefühl: Regenlied; Weisheit des Hafis=
Erhebung. Honegger: Paſtorale d’ete für Kammerorcheſter.
Lendvai: Das treue Mägdelein: Es fiel ein Reif; Marienlied: Das
Mädchen und die Haſel. Ausf.: Deſſoffſche Frauenchor Frankfurt
a. M. (Leitung: Dr. Julius Maurer) Kurorcheſter (Leitung Kapell=
meiſter
W. Georges. Anſchl.: Kaſſel: Ball (Ein Saiſon=Ausklang).
Ausf.: F. K. Hoefert, Berlin (Rez.), Funkorch. (Leitung: Kapellm.
Eugen Bodart.
Stuttgart.
Mittwoch 9. Mai. 12.30: Schallplatten. 15: Jugendſtunde:
Elſa Pfeiffer, Karl Köſtlin. Funkorch. O 16.15: Funkorch. Einlagen:
Alice Corona Blank. o 18: Landwirtſchaftsnachrichten. O 18.15:
Dir. Oberig. Blumberg: Der Kalkſtein. Entſtehen, Vorkommen
und Verwendung. O 18.45: Mannheim: Eliſabeth Blauſtein: Sinn
.id Organiſation des Muttertages. o 19.15: Einführungskurs
in die ſpan. Sprache. O 20: Quvertüren und Arien. Mitw.:
Irma Roſter, Philharm. Orch. (Leitung: Kurtz). Mozart: Ouv.
Don Juan; Ouv. Idomeneo: Arie aus Die Zauberflöte‟
Roſſini: Ouv. Barbier von Sevilla‟ Bellini: Ouv. Norma.
Millöcker: Arie aus Gaſparone Strauß: Arie Die Fleder=
maus
. Ouv. Die Fledermaus Anſchl.: Das Feſt der
Handwerker. Ländliches Gemälde mit Geſang von L. Angely.
Perſ.: Herr Wohlmann, Zimmermeiſter und Bauunternehmer; Kluck,
Maurerpolier; Hähnchen. Tiſchler; Stehauf, Klempner: Puff, Schloſ=
ſer
: Wilhelm Kind, Zimmermann; Madame Kluck; Madame Steh=
auf
; Madame Puff; Frau Mietzel, Gaſtwirtin; Lenchen, ihre
Tochter. Anſchl.: Nachrichten. Tanzmuſik der Kapelle Willi
Wende.
Berlin.
Mittwoch 9. Mai. 15.30: Margarethe Caemmerer: Muß
man ſich nach der Mode kleiden? o 16: Prof. Dr. Seligmann:
Aktive Schutzimpfung gegen Diphtherie. o 16.30: Dr. Hieber:
Amſterdam. o 17: Konzert. Funkorch. Dir.: Seidler=Winkler.
O 19: Einf. zu der nachf. Uebertr. 19.30: Staatsoper Unter den
Linden: Der Troubadour. Oper in 4 Akten von Verdi. Perſ.:
Graf von Luna; Leonore; Azucena, eine Zigeunerin; Manrico,
Ferrando; Ines; Ruiz; ein alter Zigeuner; ein Bote; Gefährtinnen
Leonores: Diener des Grafen; Krieger; Zigeuner und Zigeunerinnen.
Die Handlung ſpielt teils in Biscaia, teils in Arragonien. Anſchl.:
Tagesnachrichten. Danach: Zigeunerweiſen. Kapelle Rooſz.
Lindſay=Theimer: Villany=Cſardas. Ein ſüßes Wort, ein tiefer
Blick, Serenade. Kurucz: Ungariſches Lied. Hubay: Hullamzo
Balaton. Kalman: Komm Zigany, aus Gräfm Mariza.
Lehar: Mariska. Balacs: Reſignation. Lehar: Zigeunerliebe.
Nemeth: Spiel, Zigeuner! Kurucz: Ungariſches Lied.
Zigeunerlieder=Potp. Mitw.: Irena Ambrus (Sopran).
Deutſche Welle. Mittwoch, 9. Mai. 12: Dr. Lebede: Muſik=
apparat
und Schallplatte im Deutſchunterricht. 12.30: Mitteil.
des Reichsſtädtebundes. O 12.40: Mitteil. des Verb. der Preuß.
Landgemeinden. 14.30: O. Wollmann: Kindertheater. Der große,
und der kleine Klaus. o 15: Reg.=Rat Dr. Benecke: Das Preußiſche
Kultusminiſterium 192428. O 15.35: Wetter und Börſe. o 16:
Reg.=Rat Dr. Riehm: Der Pflanzenſchutz im Schulunterricht. 0 16.30:
Dr. Borries: Das Zeitalter der Romantik. o 17: Hamburg: Kam=
mermuſik
=Nachmittag. o 18: Prof. Dr. Hellauer: Technik des

Ein= und Ausfuhrhandels. o 18.30: Franzöſiſch für Fortgeſchr.
18.55: Min.=Rat Prof. Woldt: Techniſche Fabrikorganiſation.
O 19.20: Prof. Dr. Mersmann: Einf, in das Verſtehen von
Muſik. O 20.05: München: Anzengruber: Der Meineidbauer
0 22.15: Preſſenachr. Danach: Berlin: Zigeunerweiſen. Mitw.:
Irene Ambrus (Sopran), Kapelle Rooſz.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willy Kuble: Drug
und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantle der Rückſendung nich: übernommen.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

[ ][  ][ ]

Holiand und der Streik in der deutſchen
Rheinſchiffahrt.
Der Rotterdamer Hafen wird nunmehr, wenn auch nur in=
direkt
, von dem Streik des deutſchen Rheinſchiffahrtsperſonals in
Mitleidenſchaft gezogen. Infolge des ſtarken Anſteigens der
Frachtſätze für Kohlen= und Erztransporte und der geringen Er=
höhung
der Schlepptarife haben die holländiſchen Reedereien
bisher aus der Stillegung der deutſchen Rheinflotte Nutzen
ziehen können. Seit geſtern haben jedoch die Erzverſchiffungen
ſtark abgenommen; auch der Tranſitverkehr droht zurückzugehen,
da bereits verſchiedene Seeſchiffe, anſtatt ihre Ladungen in Rot=
terdam
zu löſchen, nach den deutſchen Nordſeehäfen durchgefahren
find. Man befürchtet, daß auch andere Schiffe wegen der Schwie=
rigkeiten
, die ſich bei der Löſchung der Ladungen in den deutſchen
Rheinhäfen ergeben, die deutſchen Nordſeehäfen anlaufen werden.
Die holländiſchen Tochterunternehmungen deutſcher Reedereien
haben ihre Schiffe inzwiſchen ebenfalls aus der Fahr= nehmen
müſſen. Da in den Kohlentransporten von der Ruhr nach Rot=
terdam
bereits große Stockungen eingetreten ſind, beſteht die
Möglichkeit, daß die deutſchen Kohlenlieferanten engliſche Kohle
werden beziehen müſſen, um ihren Verpflichtungen, vor allem
gegenüber ihren holländiſchen Abnehmern, nachzukommen.
Wie verlautet, hat ſich der Vorſtand des holländiſchen Trans=
portarbeiterverbandes
nach Weſtdeutſchland begeben, um die durch
den Ausſtand des deutſchen Rheinſchiffahrtsperſonals entſtan=
dene
Lage mit den Leitungen der deutſchen Arbeitnehmerver=
bände
zu beſprechen. Unter den dem holländiſchen Transport=
arbeiterverband
angeſchloſſenen Arbeitern ſoll eine ſtarke Stim=
mung
für eine Teilnahme an dem deutſchen Rheinſchiffahrtsſtreik
beſtehen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., den 8. Maj.
Zu Beginn der heutigen Börſe war die Stimmung allgemein zu=
berſichtlicher
und feſter und gegen den etwas unſicheren Verlauf der
geſtrigen Abendbörſe waren auf allen Marktgebieten Kursbeſſerungen zu
verzeichnen. Die ſtärkere Beteiligung der Bankkundſchaft und der etwas
leichtere Geldmarkt gaben der Börſe eine kräftige Stütze. Das Ausland
beteiligte ſich ebenfalls recht lebhaft am Geſchäft, ſo daß hauptſächlich in
Spezialwerten große Umſätze zuſtande kamen. Das an den Markt kom=
mende
Material bereitete keine Schwierigkeiten und wurde glatt auf=
genommen
. Auch nahm die Spekulation größere Deckungen vor. Be=
ſonders
bevorzugt waren die in letzter Zeit ſehr vernachläſſigten Far=
benaktien
. Auch Zellſtoffwerte hatten auf den geſteigerten Produktions=
abſatz
lebhaftes Geſchäft. Die an der geſtrigen Abendbörſe etwas ver=
nachläſſigten
Elektrowerte waren unter Bevorzugung von Siemens mit
plus 2,5 Prozent und Schuckert plus 2,5 Prozent ebenfalls lebhafter
gehandelt. J.G. Farben zogen 3 Prozent, Scheideanſtalt 1 Prozent an,
Goldſchmidt blieben knapp behauptet. Am Montanmarkt waren Rhein.
Braunkohlen mit plus 4 Prozent und Harpener mit plus 2,25 Prozent
ſtark verlangt. Auch für Ilſe Bergbau beſtand regeres Intereſſe (plus
3 Prozent). Die übrigen Montanaktien waren gut behauptet. Von
Kaliaktien waren Weſteregeln mit plus 4 Prozent und Aſchersleben mit
plus 3,5 Prozent auf den geſteigerten Kaliabſatz lebhaft verlangt. Zell=
ſtoff
Waldhof plus 5,5 Prozent. Am Bankenmarkt konnten Danatbank
2,75 Prozent und Commerzbank 1 Prozent anziehen. Diskonto geſucht
und Dresdener Bank knapp behauptet. Hapag plus 1,5 Prozent und
Nordd. Lloyd plus 3,75 Prozent bevorzugt. Am Automarkt lagen
Daimler 3,5 Prozent, Kleyer 3 Prozent und N. S.U. 1 Prozent höher
auf die Gerüchte einer Automobilfuſion. Größeres Intereſſe beſtand im
Freiverkehr für amerikaniſche Kunſtſeidewerte. Enka 80, Bemberg=
ſhares
158. Am Rentenmarkte blieben bei etwas ſchwächeren Kurſen
Neubeſitzanleihe weiter gefragt. Ausländer ſtill, nur Rumänen lebhafter.
Im weiteren Verlauf beſchränkte ſich die Umſatztätigkeit auf ein Mini=
mum
. Nur Spezialwerte waren weiter verlangt, und die Kurſe konnten
hier weiter etwas anziehen, während die übrigen Werte gut behauptet
blieben. Der Satz für Tagesgeld wurde auf 6,5 Prozent ermäßigt. Am
Deviſenmarkt hörte man wenig veränderte Kurſe. Man nannte Mark
gegen Dollar 4,1807, gegen Pfunde 20,406, London Kabel 4,8810, Paris
124,02, Madrid 28,95, Mailand 92,60, Holland 1209,7.
An der Abendbörſe waren wieder Spezialwerte lebhaft, die
die geſamten Aktienmärkte freundlicher beeinflußten. Im Mittelpunkte
des Intereſſes waren zunächſt Automobil= und Warenhausaktien, wozu
im Verlaufe Schiffahrts= und Montanwerte kamen. Dagegen hatte der
Farbenmarkt ruhiges Geſchäft. Ebenſo waren Elektro= und Zellſtoff=
aktien
ziemlich ſtill. Die Nachbörſe konnte die Anfangskurſe durchweg
ſehr gut halten; beſonderes Intereſſe beſtand noch für Motorenaktien.
Daimler lebhaft 120,5, Kleyer 96,75, J. G. Farben 284,25. Es notierten
Danat 267, Deutſche 166, Dresdener 163, Gelſenkirchen 141, Harpener
171, Weſteregeln 218, Mannesmann 154, Rheinbraun 300, Stahlverein 97,
Hapag 162, A. E. G. 170,75, Adlerwerke 96,50, Daimler 119,50, Licht u.
Kraft 233, Farbeninduſtrie 284, Geſ. fürü El. 297, Holzmann 160, Sie=
mens
345,5, Schuckert 205, Waldhof 306,25. Abendeviſen: London
Paris 124,02, Mailand 92,60, Holland 12,10, Zürich 25,32½,
Madrid 28,97½, New York 4,8810, Pfunde gegen Mark 20,40½,
DollarMark 4,18.

Berliner Effektenbörſe.

Berlin, 8. Mai.
Die Börfe zeigte wieder ähnlich wvie an den Vortagen ein nicht ein=
heitliches
Bild. Während das Geſchäft im allgemeinen zurückhaltend war,
ſetzten etwa ein Dutzend Spezialpapiere außerordentlich lebhaft und
feſt ein, da außer weiteren Käufen des Auslandes auch größere Deckungs=
käufe
der Börſenſpekulation ſtartfanden und die am Geldmarkt anhaltende
Erleichterung ſtimulierte. Im Vordergrunde ſtanden Kunſtſeidenaktien,
Zellſtoffwerte, Automobilaktien auf Grund der in poſitiver Form um=
laufenden
Fuſionsgerüchte Schiffahrtsaktien und Banken. Das Publikum
beteiligte ſich verhältnismäßig wenig an den Umſätzen. Am Geldmarkt
war der Satz für Tagesgeld wiederum ½ Prozent billiger und ſtellte ſich
auf 6½8 Prozent, Monatsgeld wurde underändert mit 7½8½
genannt. Warenwechſel mit Bankgiro zirka 7 Prozent. Wie am Geld=
markt
verlautete, nehmen die Verhandlungen zur Auflegung einer
Kommunalſammelanleihe einen guten Verlauf. Im Deviſenverkehr
konnte die ſpaniſche Währung den geſtrigen Rüchgang voll ausgleichen
und darüber hinaus gegen London auf 28,9 anziehen. Der japaniſche
Yen ermäßigte ſich gegen New York auf 46,80. Die rumäniſche Valuta
wurde gegen Zürich unverändert mit 3,21 gehandelt. Die übrigen Va=
luten
behaupteten ihre bisherigen Notierungen, London New York
4,8810, Kabel=New York Berlin 4,1802, London Mailand 92,64.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe blieb die Tendenz für Spezial=
werte
nach leichten Schwankungen feſt; während das Geſchäft ſonſt zu
wwümſchen übrig ließ. J. G. Farben feſt, 284.
Im weiteren Verlauf fanden neue ausländiſche und hieſige An=
ſchaffungen
in den augenblicklichen Favoritpapieren ſtatt, die zu neuen
lebhaften Kursſteigerungen führten, Salzdetfurth zogen gegenüber ihrem
Anfangskurs um mehr als 10 Prozent, Weſteregeln und Aſchersleben um
je 6 Prozent, andere Spezialwerte um 23 Prozent an. Ver. Glanzſtoff
überſchritten den Kurs von 800 und wurden zeitweiſe ſogar mit 809
Prozent umgeſetzt, wobei faſt das geſamte herauskommende Material
von einem der Geſellſchaft naheſtehenden Bankhaus aufgenommen wurde.
Die Spezialhauſſen wurden erſt in der Mitte der zweiten Stunde durch
Realiſationen abgelöſt, die auf Grund von Gerüchten über Reportgeld=
kürzungen
vorgenommen wurden. Die höchſten Tageskurſe konnten ſich
infolgedeſſen allgemein nicht behaupten. Als dann aber bekannt wurde,
daß der Reportgeldſatz unverändert auf 7348½ und der Privatdiskont
unverändert auf 6½ feſtgeſetzt wurden, gig die Spekulation zu aber=
maligen
Anſchaffungen vor, ſo daß die Kurſe gegen Schluß der Börſe
wieder im Anziehen begriffen waren.
An der Nachbörſe konnten ſich die amtlichen Schlußnotierungen be=
haupten
. Ver. Glanzſtoff, die mit 314 40 Prozent über ihren geſtrigen
Schlußkurs endeten, lagen mit 808810 eine Kleinigkeit niedriger. Die
Vorgänge an dieſem Markt nahmen die Aufmerkſamkeit der Börſe im
weiteſten Maße i Anſpruch. Bemberg, die geſtern mit 575 ſchloſſen,
notierten heute bei Beendigung der Börſe 602. Die übrigen Kursge=
winne
waren durchweg nicht ſo beträchtlich, wenn ſie auch vielfach per
Saldo mehrere Prozent betrugen. Man nannte im Spätverkehr J. G.
Farben nach 286,5 wieder 284,75, Siemens 345, A. E. G. 171, Chade 615,
Ludwig Loewe 261,75, Polyphon 468, Zellſtoff Waldhof 308,5 Feld=
mühle
202,25. Am Montanaktienmarkt wurden von einigen hieſigen
Spekulationsfirmen größere Aktienbeträge faſt ſämtlicher Terminwerte
Spekulationsfirmen größere Aktienbeträge faſt aller Terminwerte gekauft.

A. &. 6.
Augsb.=Nürnb. Maſch /103.75
Baſalt ..
Bergmann.
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ
Braunkohl. Briketts/175.
Bremer Wolle
Danatbank.
Deutſche Bank
Diskontogeſ.
Dresdner Bank
Deutſche Maſch
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ....
Elektr. Lieferung
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg
G. f. elektr. Untern. f206.
Han. Maſch.=Egeſt. .
Hanſa Dampfſch. . . .
..
Hapag.
Harpner.
Hemoor Zement. . . .

7. 5. 8. 5. 7. 5 f172.5 170.25 Hirſch Kupfer 130. 162.125 Höſch Eiſen .. 143.5 90. 88. 1Hohenlohe Werke 93. 1194. 191.5 Kahla Porzellan. 111. n3. 72. Kali Aſchersleben
Salzdefurth 199.5 F269. 265. 232. 176. Weſterregeln 213.75 239.875 246 5 Lindes Eismaſd 180. 9265.25 266.
165. L. Loewe & Co. 263.5
64. 1165.75 Lingel Schuh. 159.75 159.875 Mannesman 151.5 162.75 162.- MNiederlauſit 158. 50. 43. Nordd. Loyh‟ 157.5 1355 134.5 Orenſtein 128.25 76. 78. Polyphon 467.5 1134 134.5 Rütgerswe= 105.52x. 181.5 181. Sachſenwerke 138.25
155 1281.75 283. Siemens Glas 136.75 1.36. Ver. Glanzſtoff 771. 1293. Zer. Stahlwerk 96.5 57.5 57.5 Volkſtedter Por 53.5 216.5 218.75 Wanderer Werk 177. 160. 160.75 Wiſſner Metall. 152 25 H168.75
1240. 168.75
242. Wittener Gußſtahl 53

130.25
145.25
94 5
111.
201.5
346.
218.
179.5
262
61.
151.25
159.
158.
128.
453.25
102.25
138.
154.
798.
98.625
55.
181.
153.
54.

Deviſenmarkt.

Helſingfors
Wien
Prag".
Budapeſt.
Sofia .."
Holland.
Lslo.
Kopenhagen.
Stockholm
London
Buenos Aires
Nei=York ..."
Belgien

7. 5. 8. Geld Brie Geld 10.505 10.52. 10.51 1 58.755 58.87 58.76 12.37512.395 12.375 72.94/ 73 0 72.94 3.017 3.022 3.017 168.49 168.8 168.43/ 11r.84 112.06 A11.82 112.06 112.20 112.04 1r2.o4112.2 112.0 20.384 20.423/ 20.381 1.785/ 1.78 1.785 4.1765 4 1845 4.1755 58.31/ 58.434 58.31

5.
Brief
10.53
58.88
12.395
73.08
3.023
68.77
12.04
112.26
112 23
10.421
1.789
1.1835
58.43

5. 8. 5. Geld Brie Geld Brie f Italien. 22.01 22.0. 22.00 22.04 Paris .. 16.43 16.4 16.4: 16.47 Schweiz e0.475 80.635 80.47 80.62 Spanien. 69.32 69 dc 70.40 70.54 Danzig 81.50 81.66 81.48 81.64 Japan. 1.961 1.965 1.948 1.952 Rio de Janeiro 0.5028 0.504810.502é 0.50 48 Jugoſlavien. 7.358 7.372 7.358 7.372 Portugal 18.11 18.15 17.98 18.02 Athen. 5.445 5.455! 5.425 5.435 Konſtantinopel". 2.128 2.13. 2.128 2.132 Kanada. . . . . ." 4.176 4.184/4. 1745 1825 Uruguay . . . . . . . / 4.321 4.3291 4.321 4.329

Vom ſüddeutſchen Ledermarkt.
Auch in dieſer Berichtswoche konnte die erwartete Belebung des Ge=
ſchäftes
noch nicht ſich durchſetzen. Die Umſätze hielten ſich in mäßigen
Grenzen, wenn auch hier und da einige größere Neukäufe getätigt wur=
den
. Vor allem iſt dies auf die unbeſtimmte Preisfrage zurückzuführen.
über die ſich ſelbſt die Lederfabrikanten noch nicht einig ſind. Be=
mühungen
zu einer Erhöhung der Preiſe werden ſtändig unternommen
ohne jedoch zu irgendeinem Erfolge zu führen. Der weitaus größte und
wichtigſte Punkt iſt aber der durchaus ſchlechte Geldeingang. Die Schuh=
induſtrie
war am Unterledermarkt etwas mehr mit Käufen von leichten
Vache=Croupons am Markte, auch leichte Hälſe und Bäuche wurden etwas
ſtärker abgenommen. Der Lederhandel iſt dagegen immer noch zurück=
haltend
. Auch am Oberledermarkt trat nur die Schuhinduſtrie mit
größeren Abrufen in farbigen Chevreaux, Boxcalfs, Rinds= und Wildhor
auf, ebenſo mit Neukäufen, Schwarze Zurichtungen waren nicht gan=
ohne
Belebung, doch iſt insgeſamt das Geſchäft keineswegs ſo, wie es
zut wünſchen wäre. Der Sattlerledermarkt verzeichnete dagegen größere
Umſätze ſowohl in Blank= wie auch in Geſchirrledern, Rindvachetten für
Koffer= und Daſchenfabrikation ſowie für Sportartikel. Die Möbel=
änduſtrie
kam mit Käufen von Möbelvachetten mehr an den Markt. Das
Intereſſe für die übrigen Zurichtungen war nicht mehr ſo gering wie
in der Vorwoche. In der Preislage ſelbſt ſind nirgends Aenderungen zu
verzeichnen geweſen und die zuletzt genannten bonnten ſich feſt bebaupten
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer im Monatsdurchſchnitt April.
Die für den Monatsdurchſchnitt April d. Js. berechnete Großhandels=
indexziffer
des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt gegenüber dem Vormonat
von 138,5 auf 139,5 oder um 0,7 v. H. geſtiegen. Von den Hauptgruppen
hat die Indexziffer für Agrarſtoffe um 1,7 v.H. auf 133,5 (Vormonat
131,3) und diejenige für Kolonialwaren um 1,9 v.H. auf 136,3 (1338)
angezogen. Die Indexziffer der induſtriellen Rohſtoffe und Halbwaren
und der induſtriellen Fertigwaren haben ſich je um 0,2 v.H. auf 1338
(133,5) und auf 157,6 (157,3) erhöht.
Rückreiſe des Bankiers Pohl aus Amerika. Wie wir erfahren, hat
der Präſident des Verliner Vörſenvorſtandes, Bankier Pohl, in dieſen
Tagen ſeine Rückreiſe aus den Vereinigten Staaten angetreten. Wie
bekannt, hat Herr Pohl in New York auch Verhandlungen über die
Einführung großer deutſcher Börſenpapiere in den dortigen amtlichen
Verkehr gepflogen, zu denen er, dem Vernehmen nach, von den betei=
ligten
Stellen autoriſiert war. Mit ſeiner Ankunft in Berlin wird für
Anſang nächſter Woche gerechnet. Aus den neuerdings zu beobachten=
den
amerikaniſchen Aktienkäufen an der Berliner Börſe ſchließt man in
Finanzkreiſen, daß die Verhandlungen des Bankiers Pohl die Frage
der Einführung deutſiher Papiere in New York einen weſentlichen
Schritt weftergebracht haben.
Sommerpreiſe des Kohlenſyndikats. Das Rheiiſch=Weſtfäliſche
Kohlenſyndikat gibt die folgenden Sommerrabatte fürü Anthrazitkohlen
und für Koks bekannt, die ſich von Monat zu Monat vermindern:
Anthrazitkohlen Gruppe 1: Nuß 1 Mai 4; Juni 3; Juli 2; Auguſt ;
Nuß 2: 3, 2, 2. : Nuß 3: 5, 4,50, 4, 4: Nuß 3 (grobe Körnung):: 5,
4,50, 4, 4: Gruppe 2, Nuß 1: 5, 4, 3, : Nuß 2: 4, 3, 3, : Nuß 3:
4, 3,50, 3, 3; Koks, Brechkoks 1: 3, 2,50, 2, 1: Brechkoks 2, 4060 Milli=
meter
: 3,50, 3, 1: Brechkoks 2, 3050 Millimeter: 3,50, 3, 2, 1: Brech=
koks
3: 2, 1,50, 1, 0,50; geſ. Knabbel= und Abfallkoks: 1, 1, 0.50, 050;
geſ. Kleinkoks, 2040 Millimeter: 2, 2, 1,25, 1,25.
Die Schiedsſprüche in der ſächſiſchen Metallinduſtrie ernent abgelehnt.
Sowohl von Arbeitgeberſeite als von Arbeitnehmerſeite der ſächſiſchen
Metallinduſtrie iſt nunmehr dem Reichsarbeitsminiſterium die Ablehnung
der neuen Schiedsſprüche vom 4. bzw. 5. Mai amtlich mitgeteilt worden.
Der Reichsarbeitsminiſter hat bereits die Vertreter der beiden Parteien
zu Nachverhandlungen über die Frage der Verbindlichkeitserklärung der
Schiedsſprüche zum heutigen Mittwoch, vormittag 11,30 Uhr, in das
Reichsarbeitsminiſterrum eingeladen.
Europäiſches Zinkkartell. Die Journee Induſtrielle meldet aus
Brüſſel, daß die geſtrigen Verhandlungen der Vertreter der europäi=
ſchen
Zinkproduzenten einen vollen Erfolg gehabt und zur Bildung eines
europäiſchen Zinkkartells geführt haben. Es ſeien einſtimmige Beſchlüſſe
über die Organiſierung des Marktes gefaßt worden. Zu dieſem Zweck
iſt ein ſtatiſtiſches Bureau mit Sitz in Brüſſel gegründet worden. Es
ſei außerdem beſchloſſen worden, die Produktion zu reduzieren, wenn
ſich die Notwendigkeit ergeben ſollte. Die Konvention iſt bis 31. Dezbr.
1928 gültig. Die amerikaniſchen Zinkproduzenten werden eingeladen
werden, ſich der Konvention anzuſchließen. Amerikaniſche Delegierte
waren im übrigen geſtern anweſend, doch hatten ſie lediglich zur Auf=
gabe
, die amerikaniſchen Intereſſen in den oberſchleſiſchen Zinkberg=
werken
zu wahren. Der Konvention haben ſich ferner auch Deutſchland,
England, Polen, Spanien, Italien und Holland angeſchloſſen.
Orenſtein u. Koppel A.G., Berlin. Für 1927 betragen die Abſchrei=
bungen
auf Anlagen 930 512 RM. Der Reingewinn beträgt einſchließl.
des vorjährigen Gewinnvortrages 2024 506 RM., woraus 5 Prozent
(i. V. 4 Prozent) Dividende auf die 36 Millionen RM. Stammaktien
und 7 Prozent Dividende auf die 480 000 RM. Vorzugsaktien verteilt
und 167 927 RM. auf neue Rechnung vorgetragen werden ſollen.
Kaliwerke Aſchersleben. Die G.=V. genehmigte die Verteilung einer
Dividende von 10 Prozent. Ueber das Geſchäft im laufenden Jahre be=
merkte
die Verwaltung, daß ſich der Abſatz an Kaliſalzen recht zufrieden=
ſtellend
angelaſſen habe. Die ausländiſchen Kaliproduzenten haben der
Kaliinduſtrie im abgelaufenen Jahre keine erhebliche Beunruhigung bel=

Frandfätter Karsöerict bour 0. Mur detd.

I. 1. Reichs=,
Länder= und Schutz=
gebietsanleihen

6% Dtſche. Reichs=
anleihe
von 1927
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927..
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ...
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927.
7% Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927.. / 86

Dtſche. Anl. Auslo=
fungsſch
. *
Ablöſungsanleih. / 51.9
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe

2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
Berlin v. 24
Darmſtdt. v. 20
Dresden v. 2
Frkf. a. M. v. 20
Heibelb. v. 26
8% Ludwghf. v. 26
8% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25/103
8% Mannh. v. 26
8½ Nürnberg v. 26
8½ Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und Schuld=
verſchreibungen

7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 26
8½ Berl. Hyp.=Bk.
4½%n Lig.*
Pfandbriefe.
8% Frkf. Hyp. Bk.
723,
Pfl

8% Frkf. Pfbrfbank
½% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr 79.75 4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr
80 Heſſ. Landesbi
8% Kom. Landes=
bank
. Darmſtadt
8% Landesbank d. 81.25
80 7½ 8% Landeskr. Kaſſ. %6 Mein. Hhp.Bk. 19 % Naſſ. Landesbk. 0 Pfälz. Hyp. Bk. 7.65 4½% Lig.
Pfandbriefe 8% Preuß. Ctr.;
Bod.=Cred... 4½% Preuß. Ctr., Lig. Pfandbr. . . 93.4 8% Preuß. Ctr.= 87 Stadtſchaft. . 20 85 8% Rhein. Hyp.=B. 20 Lig Pfandbriefe.
2o Rhein.= Weſtf.= Bd.=Credit.. 92 L.=Pf
Südd. Bod.=
Cred.=Bank .." Lig.
Pfdbr. 8% Württ. Hyp.=B 88
97.5
93 Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl. 96 + Ausl. Ser. I. 92.5 Dt. Komm. Sam.= 39 mel=Ablöſ.-Anl. 74 * Auslof. Ger. III

98
87.5

78.1
78.5
96.25
91.75
89
95
100
100
95.5
92
96.5
89
37.5
89.5
98.5
92
73.5
97.2
25
97
92
93.5
91.5
77.1

75.25
95.75
91.5
74.75
95.2

Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2/ 9.5
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr./ 18.07
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe/ 13.32.
bgl. Kom.=Obl.
S 1-16 7.4
Kom.=Obl.
S. 17-24
2.4
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 14.27
Nordd. Grunder.=
Vorkr.=Pfdbriefe/ 14.25
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefel 13.25
Rh. Htp.=Bk. Vor=
kr
.=Kom.=Oblig.. 5
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt. Linoleum=
werke
Bln. v. 26/ 96.5
8% Heſi. u. Herku=
les
=Brau. v. 26
8% Klöckn=Werke
Berlin v. 26.. . . 94
10% Kom. Elektr.=
Mark. . .
1102.5
70 Maintrw v. 26 &6
7% Mitteld. Stahl=
werke
von 27.. .! 90
8% Neckarſulm v. 26
8½ Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26....
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 261 88.25
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26 87.25
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz. 22.5
5%Badenw. Kohl. . ..... 12.5
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleilſe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe. .! 20

5% Preuß. Kali=
wertan
eihe ..
5% Preuß. Roggen=
wertanleihe

5% Sächſ. Roggen=
wertanleihe

5% Südd. Feſtw.
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914........."
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v 1914 ...
4½½ Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02/
1,6% Griech. v. 90
134% Griech. Mon.
5 Mex. inn. (abg.)

8.65

47.75
46
2.15
18.75
47.5

äuß.
Goldan=
Sca
leihe (abg.)
inn. (abg.
Frrig.-
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas
(abg.
4½% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914
(C. C.=Stücke)..
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913
490 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
49 Türk. Admin.
4%
1. Bagd.
4%
2. Bagd
4%
Zollanl.
4½% ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C..St.)
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
%o dito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron. (abg.) ..
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg
42. Kovenb. v. 61

35

95.5


13.4
13.3

4½ Liſſab. v. 1886
4½ Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891.
12
4% Eliſabethbahn
von 1883.
2.3
4½ Lemberg=Czer
ſteuerpflichtig. . ./ 10
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ...... 11
2"1-% Oſt. Südb.
(Lombard.) . . . . / 15.25
4% Oſt. Staatsb.v.
1883
3% Raab=Sdenbg
v. 1883 ...
4% Rudolfb. i.
i. G.
4½% Anatolier I./ 20.25
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt. /140.25
Badiſche Bank. . . . 160
Bk. f. Brauinduſtr. /218.5
Barm. Bankverein/4145
Bayr. Hyp.= und
Wechſelbank . . .
Berl. Handelsgeſ.
Hypoth.=Bk. .
Comm. u. Privatb. /18 ,5
Darmſt. u. Nt.=Bk. /265
Deutſche Bank ... 165
Eff.=u. Wechſel=
bank
.. . . .. . . 118
Vereinsbank . . 1100
Diskont.=Geſellſch. 161
Dresdener Bank .. 162.75
107
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk.. /152
Pfdbr.=Bk. 158
Gotha. Grundkr. B./143
Mein. Hyp.=Bank/144
Metallbank. .
1133
Mitteld. Crebitbk. 219
Nürnb. Vereinsbk. /160
Oſt. Creditanſtalt. . 36.5
Pſälz. Hyp.=Bankl163
Pr. Bod.=Creditbk. 142
Hyp.=Akt.=Bk. 146
Reichsbank=Ant. . 122.3
Rhein. Creditbank/128
Hyp.=Bank.195

25.75

Südd. Bod.=Cr. Bk.)
Disc.=Geſ... 1136
Wiener Bankverein! 15.8
2. Verkehrs=
unternehmungen

A.=G.f. Verkehrswſ. /215
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ..
70 Dt. Reichsbhn=
97
Vorzge. ....
161
Hapag ........
158
Nordd. Lloyd.
Schantung=Eiſenb
Südd. Eiſenb.=Geſ./127.5
3. Induſtrie
46
Adt. Gebr.
Accum. Berlin.
Adler & Oppenh. /265
Adlerw (v. Kleyer)/ 94.75
6% AEG. Vorzugl 80.5
73
AEG. Stamm. . . . 170.25
Vad. Maſchf.=Durl. /150
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel. . 67.5
Bergm. El. Werke/193.5
Brem.=Beſigh.=Ol 61
BrownBoverickCie 1156
Brüning & Sohn. /133
Vuderus Eiſen".
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerte
Heidelberg".
151
Karlſtadt . .
1194
Lothr. (Karlsr.). 89
Chem. WerkeAlbert.
Brockhues ..! 86.5
Fubrik Milch
Daimler=Benz 1117.75
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin!
Erdöl".
1136.5
Gold= u. Silb.=Anſtalt /495
Linolwerk. Berl. /298
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen 1128
Dürrwerke Ratzing.! 60

Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas .......
....
Naſch. Po=
Pokorny & Wittek
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwer
Geſ. f. elektr. Un=
ternehmungen
.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
HafenmühleFrantf
Haid & Neu
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gas
Heyligenſtaedt.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ....!"
Hochtief Eſſen
Holzmann Phil. .."
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Inag
Junghans Stamm.
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln. .
Kammgarnſpürn.

22.7:
238.3
180.5
85
50.5
03
57
224
68
103
48
233
137
88.2!
150
105
82
78
136.2:

107.9
137
193

268
Karſtadt, R.
Ker. Werke Offſtein

182
26
88
10
132
75
160.5
7R.

127
99.1
87.1
01.5
345
216

Klein, Schanzl.. . .
Klöcknerwerke .. . . 123.25
Knorr, Heilbronn".
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer &Co. . .
Lech, Augsburg ...
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühle
Löwenbr. Münch. 1328
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metall
Mainkr.=W. Höchſt
Nainz. Akt.=Br.. .
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb..
Mars=Werle..

Metallgeſ. Frankft
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm ./ 66.75
Motorenfabr. Deut
Oberurſel
Münch. Lichtſpielk.
Neckarſ. Fahrzeug.
Neckarw. Eßl.
Nicolay, Hofbr. ./140
Oberbedarſ.
Oſterr. AlpineMon
Otavi Minen
Peters Union Frrf. /104.5
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps A.=G.
Phönix Bergbau
Porzellan Weſſel
Reiniger Gebb. &
Schall
Rh. Braunkohlen.
Elektr Stamm
Stahlwerke
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan
Rütgerswerke . . /402
SalzwerkHeilbronn
Schneider & Hanau/ 48
Schnellpr. Frankth
Schöfferhof=Bind.
Schramm Lackfbr.
Schriftg. Stempel.

Schudert Gleftr. . . R03.75

101
162
76
70
181.2.
36.5
113.5
27..5
151.5
120
15.5
178.5
151.75
87
119
79.75
146.5
15
57.75
94.25
21
295
170.5

67.25
379
133.5
121.2

5!;

Schuhfbr. Berneis=
Weſſel.. ....
Schuhfabr. Herz.:/ 21.5
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen 1166
Seilindſtr. Wolff.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske 342.5
Südd. Immobilien
Zucker=AG. 148
120 Strohſtoff, Ver.=
Tellus Bergbau /121
Thür. Lief.=Geſ..
130 Tucher, Brauerei /161,5
Unterfr. Krs.= Elek=
tr
.=Verſ. .. . . . 113
Veithwerke . . . . . . 48
Ver. f. Chem. Ind. 99
deutſch. Olfabr.
Faßfabr. Caſſell 49.9
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. /102.5
Königs= und
Laurahütte ../ 84.5
Pinſelfabriken 81
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Ultramarin .. /150
Zellſt., Berlin/144,75
Vgtländ. Maſch.. . 86
Voigt & Haeffner/190
Poltohm. Seil ../ 85
Wanß & Frehtag. 151.5
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Werger Brauerei. 171
41.5 Zellſt. Aſchaffenbg./2 03.7
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Allianz u. Stuttg.
Verſicherung . . . 284.5
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[ ][  ][ ]

Nummer 129

Mitiwoch den 9. Mai 1923

Seite 13

urſacht und es ſei anzunehmen, daß mit ihnen wegem des Abſatzes und
der Preiſe zufriedenſtellende Vereinbarungen erzielt werden können. Das
neu entdeckte ruſſiſche Vorkommen bei Souikamſk ſei nicht für bedrohlich
zu halten.
Frankfurter Handelsbank A.=G., vorm. Frankfurter Viehmarktsbank.
Die v. G.=V., in der RM. 396 500 Stamm= und 12 500 Vorzugsaktien
vertreten waren, erledigte die Regularien. Danach gelangen 10 Proz.
Dividende auf RM. 200 000 Stammaktien für ein ganzes Jahr, 10 Proz.
Dividende auf RM. 300 000 Stammaktien für ein halbes Jahr, 15 Pro=
gent
Dividende auf RM. 5000 Vorzugsaktien für ein ganzes Jahr und
eine ſolche von 15 Prozent auf RM. 7500 Vorzugsaktien für ein halbes
Jahr zur Verteilung. Aus dem Aufſichtsrat iſt Franz Kreß und durch
Tod H. Petry ausgeſchieden. Zuwahl erfolgt nicht. Von Verwaltungs=
ſeite
wurde mitgeteilt, daß die bereits abgelaufenen Monate des neuen
Geſchäftsjahres einen normalen Verlauf genommen hätten, ſo daß auch
für den Reſt des Geſchäftsjahres 1928 unter dem üblichen Vorbehalt ein
günſtiges Reſultat erwartet werden dürfte.
Frankfurter Kreditanſtalt A.=G., Frankfurt a. M. Dem Geſchäfts=
bericht
zufolge erzielte die Bank 1927 einen Geſamtgewinn von 150 986
(399 970) RM.; wovon 171 796 (167 864) RM. auf Zinſen und Provi=
ſionen
und 79 198 (232 105) RM. auf Effektengewinne entfallen. Anderer=
ſeits
ſind die Unkoſten auf 240 949 (163 716) RM. geſtiegen, ſo daß ſich
ein Reingewinn von 10 645 (236 254) RM. ergab, der ſich durch den aus
dem Vorjahre übernommenen Vortrag um 213671 (57 417) RM. auf
223 716 (293 671) RM. erhöht, woraus wieder eine Dividende von vier
Prozent beantragt wird. Zum Vortrag auf neue Rechnung verbleiben
143 716 RM. Wie der Bericht bemerkt, hat das Kontokorrentgeſchäft
eine mäßige Ausdehnung erfahren, was zum Teil in der erhöhten
Summe der Debitoren zum Ausdruck kommt. Nach der Bilanz erhöhten
ſich die Kreditoren auf 2,90 (2,27) Mill. RM., wovon 1,45 (0,84) Mill.
RM. auf Guthaben deutſcher Banken entfallen. Dagegen waren vor=
handen
in Bar= und Bankguthaben: 0,39 (0,27) Mill. RM., in Wert=
papieren
2,93 (3,39) Mill. RM., und in Konſortialbeteiligungen 0,46
(0,31) Mill. RM. Bei Debitoren ſtonden 1,95 (1,18) Mill. RM. aus.
Die Rücklagen enthalten unverändert 0,60 Mill. RM. bei 2 Mill. RM.
Aktienkapital.
Grün u. Bilfinger A.G Mannheim. Die Generalverſammlung
genehmigte den bekannten Abſchluß mit 1267 310 RM. Reingewinn,
woraus 12 Prozent Dividende auf 4,41 Mill. RM. Aktienkapital ver=
teilt
werden.
Portland=Cementfabrik Karlſtadt A.=G., Karlſtadt a. M. Wie der
VPD. erfährt, wird der in dieſem Tagem ſtattfindenden A.=R.=Sitzung
eine Dividende von 10 (8) Prozent für 1927 in Vorſchlag gebracht
werden.

Metallnotierungen.

Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 8. Mai ſtellten
ſich für Elektrolhtkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 134,75 RM.
Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvor=
ſtandes
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
9899 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 210 RMM., des=
gleichen
in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel,
9899 Prozent, 360 RM., Antimon Regulus 9096 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 80,5081,25 RM.
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 8. Mai
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 123,75 (124), Februar, März, April
124 (124), Mai 123 (124), Juni 123,25 (123,75), Juli, Auguſt, September
1B3,50 (123,75), Oktober, November, Dezember 123,75 (124). Tendenz:
ſtetig. Für Blei: Januar, Februar, März 41,25 (41,50), April 41,50
(41,75), Mai 40 (40,75), Juni 40 (40,50), Juli 40,50 (40,75), Auguſt

40,50 (41), September, Oktober, November 40,75 (41), Dezember 41
(41,25). Tendenz: ſtetig. Für Bink: Januar, Februar 51,50 (52),
März, April 51,50 (51,75), Mai 52 (53), Juni 51,75 (52,75), Juli, Auguſt
51,50 (52), September 51 (52), Oktober, November 51,50 (51,75), De=
zember
51,50 (52). Tendenz; ruhig. Die erſten Zahlen bedeuten Geld,
die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 8 Maf ſtellben
ſich für Kupfer (Tendenz: ſtetig): Standard p. Naſſe 617/½,
3 Monate 611Z, Settl. Preis 61½, Elektrolyt 66½67, beſt ſelected
64½65½, Elektrowirebars 67; Zinn (Tendenz: kaum ſtetig); Stan=
dard
p. Kaſſe B2½, 3 Monate B1½½, Settl. Preis B2, Banta
(inoff. Not.) 239, Straits (inoff. Not.) 236½; Blei (Tendenz: willig):
ausländ, prompt 22/, entft. Sichten 20½, Settl. Preis 20½; Zink
Tendenz: ſtetig): gewöhnli. prompt 2/y, entft. Sichten 2512/, Settl.
Preis 26½; Antimon Reg. chineſ. per (inoff. Not.) 3940; Owerhſilber
(inoff. Not.) 22½½; Wolfvamerz (inoff. Not.) 15½.

Produktenberichte.

Frankfurter Probuktenbericht vom 8. Mak. Der Produktenmarkt
verkehrte heute in ruhiger Haltung. Bei größerer Zurückhaltung der
Händler, hielt ſich die Umſatztätigkeit in engen Grenzen. Am Lieferungs=
markte
war die zweite Hand, auf die ſchwächerem Auslandsmeldungen,
mit billigerem Angebot im Markte, was für die ſpäteren Termine ein
leichtes Abgleiten der Preiſe zur Folge hatte. Das Mehlgeſchäft hat
ſich noch immer nicht belebt, und das kleine Angebot findet ſchlank
Unterkunſt. Mais für Futterzwecke bleibt geſucht. Notiert wurden:
Weizen 1. N7; Roggen 28,7529: Hafer inl. N,753,2; Mais, für
Futterzwecke 25; dito für andere Zwecke 25; Weizenmehl, Spezial Null,
38,240; Roggenmehl 39,7541; Weizenkleie 15,7516; Roggenkleie
17,5017,75.
Berliner Produktenbericht vom 8. Maf. Der Produktenmarkt ver=
kehrte
heute in etwas ſchwächerer Haltung, die Umſätze hielten ſich auf
allen Gebieten in engſten Grenzen. Für Weizen hatten die ſchwächeren
Auslandsmeldungen und etwas größere Nachgiebigkeit der zweithändigen
Abgeber von Auslandsmaterial einiges Angebot am Lieferungsmarkte
zur Folge, das ein Abgleiten der Preiſe für die ſpäteren Sichten be=
wirkte
. Das Angebot von Imlandsweizen iſt gering, aber auch die Nach=
frage
iſt nur unbedeutend, da das Mehlgeſchäft wieder entſchieden ruhi=
ger
geworden iſt. Das kleine Angebot von Waggonware findet bei den
Provinzmühlen Unterkunft. Auslandsroggen iſt zu geſtrigen Preiſen
offeriert. Inlandsmaterial macht ſich weiter knapp bemerkbar. In Er=
wartung
eines günſtiger lautenden preußiſchen Sagtenſtandsberichtes be=
obachten
die Käufer für effektive Ware und auch am Lieferungsmarkte
Zurückhaltung, die Preiſe gaben leicht nach. Weizen= und Roggenmehle
haben bei unveränderten Preiſen ruhiges Geſchäft. Etwas regere Nach=
frage
beſteht lediglich für aus Inlandsroggen hergeſtelltes Roggenmehl.
Für Hafer und Gerſte hat ſich die Situgtion nicht verändert.

Viehmärkte.

* Mainzer Viehhof. Marktbericht vom 8. Maf. Es ſtanden ins=
geſamt
2148 Tiere zur Verfügung gegen 1592 auf dem Markt der vorigen
Woche. Es waren 329 Stück Großvieh, 156 Kälber und 71 Schweine
mehr angetrieben Der Großviehmarkt war gut beſucht, doch war das
Geſchäft ruhig. Die Preiſe bei Ochſen gingen 3 Mavk zurück, während
ſie im übrigen unverändert blieben. Es verblieb Ueberſtand. Auf dem
Kälbermarkt war der Handel etwas lebhafter. Hier war bei mittleren
Maſt= und beſten Saugkälbern ein erheblicher Preisrüchgang zu ver=
zeichnen
und zwar in Höhe von 6 Mark. Geringere Maſt= und gute
Saugkälber gaben 2 Mark nach. Der Beſtand wurde ausverhauft.

Der Schweinemarkt war gut beſucht und wurde ſtark gekauft. Die Preffe
zogen um 1 Mark an, der Markt wurde vollſtändig geräumt. Ange=
trieben
waren 28 Ochſen, 13 Bullen, 584 Kühe und Färſen, 350 Kälber
und 1173 Schweine. Für je 100 Pfund Lebendgewicht wurden je nach
Qualität folgende Preiſe im einzelnen erzielt: Ochſen 4052, Bullen
3244, Färſen 4860, Kühe 3545, 2233, 1822, Gälber 5462,
4554, Schweine 5558, 5458 und 5355 Mark.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Infolge erneuten Anziehens der Nohwarenpreiſe hat die Int.=Gem.
der deutſchen Juteinduſtrie, wie mitgeteilt wird, abermals die Preiſe
für Jutefabrikate um 2 RM. pro 100 Kg. heraufgeſetzt.
Die Verkaufsſtelle des Kupferblechſyndikates in Kaſſel hat den
Grundpreis für Kupferblechfabrikate mit Wirkung vom 8. Mai auf
192 Mk. für 100 Kg. feſtgeſetzt. Der Preis ſtand ſeit dem 8. Dezember
v. J. auf 188 Mk.
Mit Wirkung vom 8. Mai hat die füddeutſche Zinkblechhändler= Ver=
einigung
, Sitz Frankfurt am Main, die Preiſe um rund 1,5 Prozent
erhöht. Bekamtlich wurden am 2. Mai die Preiſe um rund 1,5 Prozent
ermäßigt.
Der Verein Deutſcher Eiſengießereien (Gießereiverband) ſieht ſich
mit Rückſicht auf die erheblichen Lohn= und Gehaltserhöhungen veran=
laßt
, die zur Zeit geltenden Preiſe für Maſchinenguß für alle Lieferwn=
gem
vom 3. Mai ab um 6 Prozent zu erhöhen.
In maßgebenden Kreiſen verlautet, daß an eine Erhöhung der
Benzolpreiſe vorläufig nicht zu denken ſei. Sollten aber die führenden
Benzingeſellſchaften eine Erhöhung der Preiſe vornehmen, ſo werde
auch der Benzolverband ſich dieſem Vorgehen anſchließen.
Die Zulaſſung der 7,5 Mill. RM. neuen Stammaktien der Elektri=
zitäts
=AG. vorm. Schuckert u. Co. zur Notierung in Frankfurt wurde
genehmigt.
Wie den Blättern gegenüber Preſſemeldungen mitgeteilt wird, be=

nicht erhöhen.
Die Hauptverſammlung der Mitteldeutſchen Luftverkehrs=AG.,
Leipzig, genehmigte einſtimmig den Abſchluß für das am 31. Dezember
1927 abgelaufene Geſchäftsjahr. Im Vorſtandsbericht wird hervorgeho=
ben
, daß die am 5. November 1937 abgehaltene Hauptverſammlung der
Sächſiſchen Luftverkehrs=AG. den Fuſionsvertrag mit der Mittel=
deutſchen
Aero=Lloyd AG., Leipzig, und damit die Namensänderung in
Mitteldeutſche Verkehrs=AG. ſowie die Sitzverlegung von Dresden nach
Leipzig genehmigte.
Die für geſtern angeſetzten Lohnverhandlungen im oberſchleſtſchen
Bergbau ſind geſcheitert. Die Lohnſtreitigkeiten wurden dem Schlichter
zur Entſcheidung unterbreitet, der für Montag, den 14. Mai, neug
Verhandlungen angeſetzt hat.
Die Bahl der däniſchen Arbeitsloſen iſt im Laufe der letzten Woche
um weitere 2600 zurückgegangen und beträgt jetzt infolge der zunehmen=
den
Frühjahrsaußenarbeit nur noch 47 700.
Geſtern iſt die im letzten Jahr gegründete Internationale Ver=
einigung
der Seidenverbände in Paris zu einer Beratung zuſammen=
getreten
, die jedenfalls ſchon heute ihr Ende erreichew wird. Die Be=
ratung
gilt in der Hauptſache der Schaffung der Statuten. Außerdem
gehören auch techmiſche Fragen zum Beratungsbereich.
Die Banca d' Italia erhöht ihr Kapital unter Volleinzahlung ihrer
bisher erſt zu drei Vierteln, eingezahlten Aktien von 240 auf 500 Lira.

DT
D!
oTeli Salte

iſt ein Geſchenk für Alle, die den Film lieben. Der Erfolg bewies,
daß Douglas auch für Deutſchland ein Begriff geworden iſt.
Ind Ber Gaucher iſt ſein ſchönſter Film!

Palast-Lichtspiele, Grafenstrasse

So etwas
von
Heiterkeit
gab’s noch
nicht!

vor Bräte Bordat senkok an der Frent
iſt ein ganz unkriegeriſches Luſiſpiel. Der Film derer, die den Krieg nicht gewollt haben.
Tar ann Paräcnon ais Fonnsten
auch ein Film, den man zweimal ſehen kann.
(TV. 8121

Die Insel der Gestrandeken
Tom, der Rächer (Tom Taler) und
Grogpapa kanzt

Das dritte
gute
Programm
dieſer Woche!

Stt
sosttesetete
Aotst
Rhein-
Rhein-
str
. 2 O0h1OL-Udfe sr. 2
Schloß-Café-Ensemble‟
Leitung: Kapellmeister Curt Fischer
Mittwoch, 9. Mai 1928 eginn 4 Uhr)
Nachm.-Sonder-Konzert
Abends 8½ Uhr: Gesellschaftz-Abend
Jeden Freitag, abends 8½ Uhr Große Sonder-
Konzerte mit besonders gewählt. Programm.
Mittwochs, Samstags u. Sonntags verläng. Polizeistd.
Eigene Konditorei
Eisspezialitäten
P Ausschank von Tucherbräu (Nürnberg), Fürstenberg-
*
Bräu (Donaueschingen).
O
Auesssssssssstssssssssssssssstess

Weinkladse
Zum Tropfstein
Ecke Kasino- u. Friedrichstraße
Ar genehmer Aufenthalt !
Rneinische Bedienung, (8007a

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an 10,07 Uhr und Hirſchhorn an 10,29 Uhr.
Hirſchhorn ab 15,00 Uhr, Neckarſteinach ab
19,25 Uhr und Neckargemünd ab 19,35 Uhr,
Darmſtadt Hauptbahnhof an 21,10 Uhr.
Fahrpreis ab Da mſtadt für Hin= und
Rückfahrt 3.80 RM. Näheres iſt aus den
Aushängen. auf den Bahnhöfen zu erſehen
vder durch die Fahrkartenausgaben und
Reiſebltros zu erfragen. Siehe auch Ab=
Handlung im allgemeinen Teil dieſer
Mummer.
Mainz den 7. Mai 1928.
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Freitag, 11. Mai,
8 Uhr,
im Feſtſaale der Ver=
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Großes Haus
Miete B (19. Vorſtellung)
Mittwoch, den 9. Mai 1928
Anfang 20 Uhr
Ende 22.00 Uhr
Ein Traumſpiel
in zwei Teilen von Auguſt Strindberg
Inſzenierung: Renato Mordo a. G.
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Mitwirkende (V. 8125
Johanna Blum, Margarete Carlſen, Käthe
Gothe, Beſſie Hoffart, Elſa Knott, Käthe
Meißner, Mela Wigandt, Martha Ziegler
Hans Baumeiſter, Hansjoachim Bürtner.
Werner Finck, Hermann Gallinger, Richa d
Jürgas, Hugo Keßler, Rudolf Klix, Robert
Klupp, Paul Maletzki, Karl Paryla, Got=
hart
Portloff, Artur Schettler,
Curt Weſtermann.
Perſonen=Verzeichnis:
Indra
Curt Weſtermann
Die Tochter Indras. Beſſie Hoffart
Curt Weſtermann
Der Glaſer
HansjoachimBü tner
Der Offizier
Käthe Meißner
Die Mutter.
Hans Baumeiſter
Der Vater
Elſa Knott
Lina
Die Pförtnerin . . . Käthe Gothe
Der Zettelankleber . Hiigo Keßler

Eine alte Kokette
Der Dichter
Er
Sie.
Edith.
Ein Blinder
Kohlenträger
Der Theo oge
Der Juriſt
Der Mediziner
Der Philoſoph . . . Werner Finck

Martha Ziegler
und ihr Freund . Gothart Portloff

Karl Paryla
.. Artur Schettler
.. . Elſa Knott
. . . . Mela Wigandt
Ein Magiſter . . . . Richard Jürgas
. . Curt Weſtermann
Hermann Gallingr
Der Lordkanzler . Hans Baumeiſter
Richard Jürgas
Robert Klupp
Paul Maletzki
Spielwart: Willy Krichbaum
Preiſe der Plätze 1 10 Mark

Reich iſſuttrlen

Ein Choriſt . . . . Artur Schettler
Die Souffleuſe . . Margarete Carlſen
Der Advvkat . . . Rudol Klig
Chriſtine . . . . . Mela Wigandt
Der Quarantänemſtr, Hans Baumeiſter

Kleines Haus
Miete K (15. Vorſtellung)
(Bühnenvolksbund)
für diejenigen K=Mieter, die Zuſatzmiete
Xl haben
Mittwoch, den 9. Mai 1928
Anfang 19.30 Uhr Ende 22.00 Uhr
Die Entführung aus dem
Serail
Oper in drei Akten von Mozart
Muſikaliſche Leitung: Carl Bamberger
In der Inſzenierungvon Joſef Schlembach
Mitwirkende:
Paula Kapper, Käthe Walter, Johannes
Biſchoff, Theo Herrmann, Friedrich Jacht=
mann
, Adolf Klotz, Joſe/Poerner, Eugen
Vogt, Wilhelm Wegerich, Ludwig Wenzel
Perſonen=Verzeichnis:
Selim, Baſſa . . . . . Johann. Biſchoff
Conſtanze . . . . . . . Käthe Walter
Blonde, deren Zofe . . Paula Kapper
Belmonte da Loſtados. Joſef Poerner
Pedrillo, deſſen Diener
und Aufſeher über die
Gärten des Baſſa .. Eugen Vogt
Osmin, Palaſtaufſeher
des Baſſa ..
Theo Herrmann
/Adolf Klotz
Ein Ballettmädchen Johanna Blum Anführer der Wache /WilhelmWegerich
Klaas, ein Schiffer . Ludwig Wenzel
Ein ſtumm. Negerſklave Fr. Jachtmann
Spielwart: Fritz Bohne

Preiſe der Plätze: 1.507.50 Mk.

[ ][  ][ ]

Geite 14

Mittwoch, den 9. Mai 1928

din Oaasstiegarin.
Roman von Ferdinand Gradl.
7)
(Nachdruck verboten)
Carry hatte Mühe, ein Auflachen zu unterdrücken. Die
ganze Anfregung war umſonſt geweſen. Die Glücksgöttin ver=
hätſchelte
ihn. Vielleicht war dieſe olympiſche Dame auch in ihn
verliebt.
Als Jäniſch draußen war, wollte er das gute Wetter aus=
nützen
und auch das Wechſelchen aus der Welt ſchaffen. Setzte
ſich neben die Mama, liebkofte und küßte ſie. Er hatte etwas von
dem Weſen eines ſchmeichleriſchen Mädchens an ſich.
Frau Uhlſtorp ließ ſich das ein Weilchen gefallen, dann
ſchreckte ſie auf:
Carry, du brauchſt doch nicht ſchon wieder Geld?
Nur eine Kleinigkeit. Zwei Tauſender.
Um des Himmels willen, klagte ſie, Carry, du weißt, daß
ich nichts mehr habe. Nichts, wiederholte ſie beſchwörend, du
haſt mir doch verſprochen, mit deinem Taſchengeld auszukom=
men
.
Der leichtſinnige junge Mann verließ ſich auf ſeine Schmeiche=
leien
, jammerte, wie teuer alles ſei, jeden Augenblick müſſe er
für Kornelia Blumen kaufen, einen Anzug habe er ſich machen
laſſen, für einen Freund habe er gebürgt, der ſei inſolvent ge=
worden
, und in dieſer Flut halb ſchmollend, halb koſend vor=
gebrachter
Lügen verſank der Widerſtand der ſchwachen Mutter.
Eigentlich hatte er nie beſtanden. Sie hat von vornherein nur
darüber nachgedacht, wie ſie ihrem Liebling das Geld verſchaffen
könnte. Zunächſt wollte ſie es von ihrer Kuſine, der Mutter
Kornelias, ausleihen. Aber Carry rümpfte die Naſe. Er wollte
nicht. Er würde ſich im Verkehr mit der zukünftigen Schwieger=
mutter
geniert fühlen. In dieſer Hinſicht war er ungemein fein=
fühlig
. Außerdem wußte der Muſterſohn, daß ſeine Mutter noch
den wertvollen Familienſchmuck in der Feuerfeſten berge, und
nach einigem hin und her verfiel die arme Frau auch richtig auf
den Ausweg, den Schmuck zu verſetzen.
Als das verabredet war, gähnte Carry ein paarmal recht
herzhaft und beſchloß, ſich zunächſt mal gründlich auszuſchlafen.
Aber es kam nicht dazu.
Mit einmal flog die Kontortüre auf und Jäniſch war wie=
der
da. Nicht der gemütliche Jäniſch von vorhin, ſondern ein
Jäniſch, vor deſſen Anblick Frau Uhlſtorp und Sohn erſchraken.
Sein Geſicht war fahl, von Wut verzerrt, ſeine waſſerblauen
Augen ſchienen aus den Höhlen quellen zu wollen, um die Ohren
flatterrten einige lange graue Haarbüſchel. Er behielt den Hut
auf dem Kopf, den Stock in der Hand und trat drohend auf
Carry zu.

Wo iſt mein Geld! ſchrie er bebend vor Erregung.
Mein Gott, was iſt denn geſchehen? rief Frau Uhlſtorp
aufſpringend.
Mein Geld will ich haben! entgegnete Jäniſch, mit dem
Stock auf den Tiſch ſchlagend.
Carry zog mit einer verächtlichen Grimaſſe die Oberlippe
hoch.
Moderieren Sie ſich gefälligſt, ſagte er, den alten Mann
von oben bis unten meſſend.
Ich werde mich moderieren bis das Geld, das Sie geſtern
bei Miſter Wilforth einkafſiert haben, am Zahlbreit liegt. Her
damit!
Carry begehrte auf, ſein Haß gegen Jäniſch kam zum Durch=
bruch
. Er verbiete ſich dieſen Ton. Er werde das Geld über=
geben
, wann es ihm beliebt, und nie, wenn man es in einer ſol=
chen
Weiſe von ihm verlangt. Er habe zum mindeſten ebenſo
viel Anrecht darauf, wie Jäniſch.
Frau Uhlſtorp, am ganzen Körper bebend, hielt ſich mit
Mühe am Schreibtiſch aufrecht. Jäniſch blieb ſtumm, Carry
glaubte Oberwaſſer zu haben und wurde frech.
Wenn Sie glauben, hier den alleinigen Herren ſpielen zu
können, ſo irren Sie ſchrie er, mit Ihrer Grobheit und Rück=
ſichtsloſigkeit
haben Sie Mama ſo eingeſchüchtert, daß ſie hier
nicht zu muckſen wagt. Bei mir ſoll Ihnen das nicht gelingen!
Bei mir nicht!

Nummer 129

(7615a
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Jäniſch ſchwieg noch immer. Er hielt die Arme verſchränkt
und maß den Jüngeren mit verachtungsvollen Blicken. Das
machte Carry vollends wütend.
Mein Vater hat Sie aus Gnade und Barmherzigkeit als
Compagnon genommen, ziſchte er, weil Sie ſich in ſein Ver=
trauen
eingeſchlichen haben!
Carry! Kein Wort weiter! rief Frau Uhlſtorp, ſich zwiſchen
beide ſtellend. Ich verbiete Dir, ſo zu ſprechen, und ſich mit
flehender Geſte zu Jäniſch wendend, fuhr ſie fort: Verzeihen
Sie ihm, lieber Herr Jäniſch. Der törichte Junge weiß ja
nicht, was er ſpricht. Er iſt ja ganz kopflos in ſeiner Erregung.
Es tut mir leid, daß ich Ihnen weh tun muß, verehrte
Freundin, entgegnete der alte Mann mit finſtergerunzelten
Brauen, aber endlich einmal muß es geſagt werden. Dieſer
junge Mann da iſt auf dem beſten Weg, ein gewiſſenloſer Lump
zu werden!
Carry ſprang mit erhobener Fauft auf Jäniſch zu. Die
Mutter warf ſich ihm entgegen.

Laß mich! ſchrie er, und berſuchte, ſie aus dem Weg zu
ſchieben, ich ſchlage ihn nieder!
Carry! und Sie alter Freund, ächzte Frau Uhlſtorp, wollt
Ihr mich töten?
Die Verzweiflung der unglücklichen Frau brachte die Män=
ner
zur Beſinnung. Jäniſch legte Hut und Stock ab. Carry
warf ſich in einen Stuhl und kaute wütend an den Finger=
nägeln
.
So geht es nicht weiter, begann Jäniſch mit finſterem
Ernſt. Das Verhältnis zwiſchen mir und Herrn Carry muß
ein für alle Male geregelt werden.
Jawohl! fuhr Carry auf. Ich habe Ihre Flegeleien
ſatt.
Jäniſch erhob abwehrend die Hand.
Jetzt rede ich, junger Mann, ſagte er, hören Sie gut zu.
E8 iſt mein unabänderlicher Entſchluß, von dem ich kein Haar=
breit
abweiche.
Er legte die Hände auf den Rücken, ging mit langſamen
Schritten im Kontor auf und ab und ſprach mit ruhiger, be=
herrſchter
Stimme:
Er habe auf dem Wege zur Börſe einen Bekannten ge=
troffen
, der habe ihm erzählt, daß Carry geſtern an einen pol=
niſchen
Profeſſionsſpieler eine ungeheure Summe verloren habe.
Darauf habe er bei Wilforth antelephoniert und erfahren, daß
Carry von dem Engländer zwanzigtauſend Mark einkaſſiert
habe. Es ſei auf der Hand liegend, wohin das Geld gekommen
ſei. Aus innigem Mitgefühl für Frau Uhlſtorp und aus Ver=
ehrung
für ſeinen verſtorbenen Freund und Kompagnon wolle
er die Summe aus eigenen Mitteln der Firma erſetzen.
Ach Sie, mein einziger Freund, fiel Frau Uhlſtorp mit
tränenerſtickender Stimme ein, wie ſoll ich jemals meine
Dankesſchuld abtragen?
Der alte Mann hob wieder abwehrend die Hand.
Hören Sie erſt meine Bedingungen an, fuhr er fort. Herr
Carry hat ſich in einer Weiſe entwickelt, die ihn zu jeder verant=
wortungsvollen
Beſchäftigung untauglich macht. Er iſt das Re=
ſultat
einer Erziehung, der jede Härte fehlte. Ich mache Ihnen
keinen Vorwurf, gnädige Frau. Sie ſind eine zarte, weich=
fühlende
Dame. Herrn Carry fehlte die Hand des Vaters, id
dieſer Vater hat mich vor ſeinem Hinſcheiden erſucht: Jäniſch.
gib acht auf meinen Jungen. Das tue ich mithin. Er zog
ſein rotes Taſchentuch und putzte ſich umſtändlich ſeine lange
Naſe. Dann fuhr er ſtreng und gemeſſen fort: Herr Carry
tritt ſofort bei unſerem Geſchäftsfreund, Samuel Johns, in
Buffalo als Commis in Kondition, bleibt dort zwei Jahre, dann
tritt er hier in die Firma ein."
Und meine Braut ſtecke ich inzwiſchen in eine Konſerven=
büchſe
, warf Carry höniſch ein.

(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ][ ]

Nummer 129

Mittwoch den 9 Mai 1928

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Herrschafts-
ChauffeuP
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änd
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m.g. B., bew.i. Haush
u. Koch., ſucht z. 15. 5
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haush
. Geh. Nebenſ.
Familienanſchl. erw.
Gefl. Ang. u. L. 118
an die Gichſt. (*1264:

Fräulein ſucht Be=
ſchäftig
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