Mausrhtertiisiet
UHNON
Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iſluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quelienangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 121
Dienstag, den 1. Mai. 1928.
191. Jahrgang
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aufträge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtiſcher Beiteibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbanf.
Die Stichwahlen in Frankreich.
Das Wahlergebnis.
Die Verteilung auf die Parteien.
EP. Paris, 30. April.
Das Innenminiſterium veröffentlicht um 5.25 Uhr 611 von
612 Wahlergebniſſen; es fehlt nur noch das von Gugdeloupe.
e Verteilung auf die Parteien iſt die folgende (die bisherige
rtretung in Klammern): Royaliſten 15 (15),
Republikaniſch=
mokrotiſche Union (Partei Louis Marin) 145 (98), Linksrepu=
Caner 106 (80), Unioniſtiſche Radikale 55 (40), Altradikale 123
6), Sozialiſtiſche Republikaner 47 (25), Sozialiſten 101 (106),
mmuniſten 14 (26), Sozialiſtiſche Kommuniſten 2 (3),
Autono=
ten 3 (0).
Den bedeutendſten Zuwachs haben ſomit die Gruppen
Ma=
die Linksrepublikaner, die Unioniſtiſchen Radikalen und die
Zialiſtiſchen Radikalen erlangt. Als die Unterlegenen können
allem die Altradikalen der Richtung Daladier und die
mmuniſten gelten, während die Sozialiſten entgegen allen
Er=
rtungen ihre Poſition behoupten konnten. Das große
Ereig=
iſt die Wahl der drei Autonomiſten Ricklin, Roſſé und
hlet. Was
die Einzelergebniſſe
telangt, ſind von den Poincariſten mittlerweile wiedergewählt
den; der frühere Präſident der Reparationskommiſſion, Louis
Gois, der elſäſſiſche nationaliſtiſche Abgeordnete Frey, die
bei=
bisherigen Vizepräſidenten der Kammer, Fréderic Brunet
Bouilloux=Laffont, der Gouverneur von Algerien und
dere Londwirtſchaftsminiſter Violette, ſowie in Paris der
egsblinde Advokat Scapini, deſſen Wahl ein Kurioſum
dar=
h ferner der ſrühere Wiederaufbauminiſter Reibel, der
ſiſche Abgeordnete Michel Walther, Loucheur und Clemenciſt
Idel, der bei den letzten Wahlen in Bordeanx durchgefallen
Von den Radikolen ſind gewählt der frühere
Kolonien=
iſter André Heſſe, der frühere Arbeitsminiſter Durafour, der
ere Unterſtaatsſekretär der Handelsmarine, Daniélou, und
rtigny, der bekannte Wortführer Caillaux, der frühere
Ma=
rminiſter Dumesnil, der Landwirtſchaftsminiſter Oneuille,
riklin Bouillon, der frühere Miniſter im Kabinett Herriot,
rridt, der frühere Unterſtaatsſekretär Nogaro, während der
ere Innenminiſter Herriots, Chautemps, geſchlagen wurde.
Von den Sozialiſten iſt Renaudel wiedergewählt, nachdem
* Fe Zeitlang das Gerücht umgegangen war, daß er ebenſo
rlegen ſei wie Léon Blum. Gewählt wurden auch Grum=
und Peirotes im Elſaß, ſowie der frühere Gouverneur von
wchina, Varenne, der Sozialiſtenführer Bracke, der bei den
I n Wahlen durchgefallen war, und Bedouce. Dagegen iſt der
T einte Sozialiſtenführer Jean Longont, der ſchon bei den
n Wahlen durchgefallen war, auch diesmal wieder geſchlagen
Hen.
Von den Kommuniſten ſind die bisherigen Abgeordneten
2 hon und Piquemal wiedergewählt. In Straßburg iſt der
riuniſtiſche Abgeordnete Mourer wiedergewählt worden, der
E Sekannten Nationaliſten Georges Weill geſchlagen hat. Da=
Oowurde der elſäſſiſche Kommuniſt Hueber, der in der
Kam=
m tviederholt durch ſeine in Elſäßer=Deutſch gehaltenen Reden
S. Dal erweckt hatte, geſchlagen. Geſchlagen wurde auch der
K nuniſt Cornovin.
Von den Autonomiſten ſind gewählt Dr. Richlin, Dahlet und
E3.
ke offizielle Statiſtik der Wahlergebniſſe.
Das Innenminiſterium teilt heute nachmittag folgende
offi=
z5 Statiſtik der Wahlergebniſſe mit:
Kammer Alte
Kammer Geſwinn
oder Vekt= Mervative 15 blik.=Dem. Union 13. A
kraten + 17 W republikaner 106 87 + 10 Rk ale Republitaner 55 46 9 Fläle. 123 137 14 W blik. Sozialiſten . 47 „ 1 liſten.
. 101 105 nuniſten 14 28 — 14 S Liſt. Kommuniſten 2 — 2
584
611
S fehlt gegenwärtig noch das Wahlergebnis von Gouade=
IS.
— Die drei autonomiſtiſchen Abgeordneten ſind in dieſer
S tik offenbar anderen Gruppen zugeſchlagen worden.
en Blättern zufolge wird die neue Kammer aus 305
wieder=
gelilten Abgeordneten, 34 Deputierten ehemaliger Kammern,
5 ialigen Senatoren und 267 neuen Abgeordneten beſtehen.
ine andere Statiſtik ergibt, daß der in der neuen Kammer
ar ävkſten vertretene Beruf der der Rechtsanwälte mit
El itzen iſt. Es folgen 67 Grundbeſitzer, 62 Induſtrielle,
526 hriftſteller, 46 Profeſſoren und Lehrer, 43 Aerzte, 40 Land=
1—. und Winzer, 26 Kaufleute, 22 Arbeiter, 21 Beamte, 17
In=
ged rre, 14 Angeſtellte, 8 Militärs uſw.
A acaré rechnet mit einer Regierungsmehrheit
von 370 bis 380 Stimmen.
Tiniſterpräſident Poincaré prüfte heute mittag zuſammen
uru em Innenmiiſter Sarraut die Wahlergebniſſe, um daraus
die r die Regierungsmehrheit erforderlichen Schlüſſe zu ziehen.
Sruit erklärte, in dieſer Beſprechung ſeien die Grundlagen der
M.
Heit ermittelt worden, auf die ſich die Regierung in Zukunft
werde. Aus der oben mitgeteilten Statiſtik ergebe ſich,
n man ſich auf die Erklärungen und Programme der Kan=
didaten ſtütze, daß die neue Kammer 460 Anhänger der
Regie=
rungspolitik zählen werde. Wenn man nur diejenigen
Abgeord=
neten berückſichtige, auf deren Unterſtützung die Regierung bei
jeder Gelegenheit und unter allen Umſtänden zählen dürfe, ſei
ihr eine feſte und geſchloſſene Majorität von 370 bis 380 Stimmen
ſicher.
Erfolge der Autonomiſien im Elſaß.
Straßburg, 30. April.
Im Kreiſe Zabern iſt der Herausgeber, der unterdrückten
heimatlichen Zeitung „Das neue Elſaß”, der Kandidat der
elſäſſi=
ſchen Fortſchrittspartei, Camille Dahlet, mit kommuniſtiſcher
Unterſtützung gewählt, ſo daß der franzöſiſch=nationaliſtiſch
eingeſtellte bisherige demokratiſche Abgeordnete Altdorffer nicht
wieder in die Kammer einzieht. Von den gewählten
Autono=
miſten Dr. Ricklin und Profeſſor Roſſé liegen
nun=
mehr auch die Stimmzahlen vor. Während Dr. Ricklin mit 7740
einen glatten Sieg über den bisherigen Abgeordneten
Silber=
mau (4515) erringen konnte, behauptete ſich Profeſſor Roſſé
mit einer Stimmenmehrheit von rund 4000 Stimmen gegenüber
dem Sozialdemokraten Richard (7333). Da ſich beide als
An=
geklagte im Kolmarer Autonomiſtenprozeß im
Gefäng=
nis befinden, wird man mit um ſo größerem Intereſſe dem
Ver=
lauf dieſes Prozeſſes entgegenſehen müſſen. Das Ergebnis der
Wahlen dürfte nicht ganz ohne Einfluß bleiben.
Von den Wahlergebniſſen in Elſaß=Lothringen mögen im
Einzelnen folgende hervorgehoben werden: Im Wahlkreis
Hagenau erhielt der Autonomiſt Hauß 5908 Stimmen und
unter=
lag gegenüber dem bisherigen nationaliſtiſchen Abgeordneten
Michael Walther, der 8242 Stimmen erhielt. Der Autonomiſt
Dahlet erhielt im Wahlkreis Zabern 10 957 Stimmen und ſchlug
dadurch den bisherigen nationaliſtiſchen Abgeordneten Altorfer,
der 9228 Stimmen aufbrachte. Im Wahlkreis Straßburg=Land
erhielt der bisherige nationaliſtiſche. Abgeordnete Frey 13 611
Stimmen, der kommuniſtiſche bisherige Abgeordnete Huber nur
10 537 Stimmen. Im erſten Wahlkreis Straßburg=Stadt erhielt
der Sozialiſt Peirotes 9592 Stimmen, der Kommuniſt Haas 6994
und der Autonomiſt Schall 1602 Stimmen. Im zweiten
Wahl=
kreis Straßburg=Stadt unterlag der nationaliſtiſche bisherige
Ab=
geordnete Georg Weill mit 6011 Stimmen gegenüber dem
Kom=
muniſten mit 7140 Stimmen. Im Wahlkreis Weißenburg erhielt
der Autonomiſt Herbert nur 131 Stimmen. Im Wahlkreis
Alt=
kirch wurde der Autonomiſt Ricklin mit 7047 Stimmen gewählt,
während der bisherige nationaliſtiſche Abgeordnete Silbermann
4715 Stimmen erhielt. Im Wahlkreis Kolmar erhielt der
Auto=
nomiſt Noſſe 12 270 Stimmen, der Sozialiſt Richard 7333
Stim=
men und der Kommuniſt Murche 2909 Stimmen. Im erſten
Wahlkreis von Mühlhauſen wurde der Sozialiſt Grumbach mit
11 384 Stimmen gewählt, während der autonomiſtiſch angehauchte
Advokat Krähling 8222 Stimmen erhielt. Im zweiten
Wahl=
kreis von Mühlhauſen erhielt der ebenfalls als Autonomiſt
ver=
dächtige Klerikale Brogly 10 571 Stimmen und wurde dadurch
gewählt, der Sozialiſt Eiſenring erhielt 7467 und der Kommuniſt
Kayſer 2105 Stimmen. In Lothringen erhielt im Wahlkreis
Boulay der als Autonomiſt verdächtige Kandidat Labach 8208
Stimmen und wurde dadurch gewählt.
*
Sehr gewunden ſind die Aeußerungen der Preſſe zu den
Wahlergebniſſen in Elſaß=Lothringen. Zum erſten Male ſcheint
den Pariſer Blättern der Unterſchied zwiſchen Regionalismus,
Autonomismus und Separatismus aufzugehen, die ſtets mit der
gleichen Etikette „Landesvervat” verſehen wurden. Heute bringen
die Blätter Auszüge aus einem Wahlaufruf des Autonomiſten
Noſſé, um zu zeigen, daß die Elſäſſer bei Frankreich zu bleiben
wünſchten und nur einen Regionalismus forderten, alſo eine
franzöſiſche Zentvalverwaltung für alle Staatsgeſchäfte, regionale
Verwaltungen für die Einwohner beſtimmter Regionen und
Gemeindeverwaltungen für die Einwohner der Gemeinden.
Die „Liberté” ſchreibt hierzu, man müſſe feſtſtellen, daß Roſſé
ſich öffentlich von der autonomiſtiſchen Bewegung losgeſagt, und
daß er auf einem nationalen Programm die Billigung der
Wähler von Kolmar gefunden habe.
Der „Temps” erklärt, die Wahl der Autonomiſten ſei keines
wegs auf eine antifranzöſiſche Bewegung der Bevölkerung
zurück=
zuführen, und ſucht dafür die Unzufriedenheit gegen den
bis=
herigen Abgeordneten, die Stimmen der naturaliſierten
Deut=
ſchen, der fanatiſchen proteſtantiſchen Kleritalen und der
Kommu=
niſten, den Druck der von Haegy geführten Katholiken uſw.
ver=
antwortlich zu wachen. Das Blatt fordert Maßnahmen gegen die
elſäſſiſche Geiſtlichheit, die pflichtvergeſſen ihre geiſtliche Macht
zur Täuſchung der Gläubigen mißbraucht habe.
Die „Victoire” ſchreibt, daß die Deutſchen jetzt natürlich
be=
haupten werden, es gebe elſäſſiſche Proteſtabgeordnete im Palais
Bourbon, wie es ſeinerzeit Proteſtabgeordnete im Reichstag
ge=
geben habe. Dieſe Schande verdanke das Land dem Kartell,
Der „Gaulois” ſchreibt, daß die Wähl der Autonomiſten zu
denhen gebe. Die Laiengeſetzgebung, wie ſie beſonders von
Her=
riot mit Brutalität betrieben worden ſei, ſei für dieſe Niederlage
Frankreichs verantwortlich. Frankreich habe geſtern geerntet, was
dieſer Unglücksrabe ſeinerzeit geſät habe. — Der „Matin”
be=
zeichnet die Wahl der Autonomiſten als eine ſchwarze Wolke.
Das ſei das einzige, was man geſtern zu bedauern gehabt habe.
Das „Oeuvre” bezeichnet die Wahl der Autonomiſten als eine
Schande,
Arbeiter=Unrußen.
Von unſerem Berichterſtatter.
N. Moskau, Ende April 1928.
Wenn während der letzten Zeit Moskau und mit ihm ganz
Rußland von den Ereigniſſen im Donez=Becken in Bann
geſchla=
gen war, wenn im Laufe der letzten Wochen die Spalten der
Sowjetpreſſe mit Einzelheiten über die entdeckte „Verſchwörung”
und den Beſchreibungen der an den Tag gelegten „Mißbräuche‟
angefüllt waren, — ſo hat jetzt das Intereſſe ſowohl des großen
Publikums wie auch der Behörden an dem in Moskau
bevor=
ſtehenden großen Prozeß der „Gegenrevolution” erheblich
nach=
gelaſſen. Gegenwärtig iſt die Aufmerkſamkeit nach einer anderen
Richtung hin gelenkt, und zwar auf die nicht nur andauernden,
ſondern ſogar ſtets wachſenden Arbeiterunruhen.
Aus allen Gegenden der Uinion laufen recht beunruhigende
Nachrichten über die Stimmung der Arbeiter ein; bald hier, bald
dort kommt es zu Arbeiterunruhen, die nur mit Mühe und mit
bewaffneter Hand unterdrückt werden können. Das Proletariat
befindet ſich in Erregung. Die Stimmung iſt dermaßen
ge=
ſpannt, daß der Beſchluß gefaßt wurde, die feierliche Sitzung des
Bezirkskongreſſes der Berufsverbände in Petersburg für das
Publikumzuſperren und die Preſſeberichte darüber einer
ſtrengen Zenſür zu unterziehen. Trotz aller Geheimnistuerei iſt
aber der Skandal, durch den dieſe Sitzung ſich auszeichnete, doch
zur Kenntnis der breiten Oeffentlichkeit gelangt und wird
gegen=
wärtig nicht nur in Petersburg ſelbſt, ſondern auch in Moskau
lebhaft beſprochen.
Im Verlaufe dieſer bemerkenswerten Sitzung hielt der Leiter
der ſowjetiſtiſchen Berufsverbände, Tomſkij, eine flammende
Rede gegen die Politik Stalins in der Arbeiterfrage, in der er
die ganze Verantwortung für die herannahende Kataſtrophe
dem Sowjet=Diktator zur Laſt legte und u. a. bemerkte, die
Ein=
führung des ſiebenſtündigen Arbeitstages, die anläßlich des
zehn=
jährigen Beſtehens der Regierung verwirklicht werden ſollte, ſei
durchaus fehlgeſchlagen. Dieſe Aenderungen ſeien der Anlaß zu
einem unbeſchreiblichen Wirrwarr geweſen. Keine
einzige Fabrik war darauf eingeſtellt, von dem Achtſtundentag
auf den Siebenſtundentag und von zwei Schichten auf drei
Schichten überzugehen, und dennoch mußte dieſe Umſtellung im
Laufe von zwei bis drei Tagen bewerkſtelligt werden, weil ſie
eben von der Regierung angeerdnet worden war. Es fehlte z. B.
an Arbeitskräften für die dritte Schicht; ſo konnten beiſpielsweiſe
in der Textilinduſtrie im ganzen lediglich. 13 000 Arbeiter
zu=
ſammengebracht werden, die aber, wie nicht anders zu erwarten
war, nicht als qualifizierte Arbeiter betrachtet werden konnten
und ſich durch ganz beſondere moraliſche Zügelloſigkeit
auszeich=
neten. Letzten Endes mußte der ſehr geringe Grundſtamm von
qualifizierten Arbeitern in drei Teile geteilt werden, um die
dritte Schicht herzuſtellen. Das hat denn vollkommen unerwartete
Ergebniſſe gezeitigt: der Grundſtamm der Arbeiter wurde von
der undiſziplinierten, unqualifizierten, aus den verſchiedenſten
Elementen zuſammengeſetzten und zügelloſen Maſſe vollſtändig
unterdrückt — er verlor die Ueberſicht, und der ganze Gang der
Arbeit erlitt die allerempfindlichſten Störungen. Im Laufe von
wenigen Wochen wurde die Arbeitermaſſe als ſolche vollſtändig
demoraliſiert. Da der Warenausfall ſich unbeſchreiblich ſteigerte
und die Leiſtungen erheblich zurückgingen, mußten rieſige
Ver=
luſte feſtgeſtellt werden. Im Vergleich mit den früheren
Mona=
ten wuchs der Warenausfall im Durchſchnitt um 15 Prozent an,
und die auch vorher ſchon nicht bedeutende Leiſtungsfähigkeit
ſank um weitere 5 Prozent.
Der Regierung blieb nichts anderes übrig, als die Umſtellung
der Fabriken auf den Siebenſtundentag ſo ſchnell wie
mög=
lich wieder abzuſchaffen. Aber die entſtandenen
Schwie=
rigkeiten wurden dadurch keineswegs beſeitigt. Die Arbeiter
der=
jenigen Fabriken, bei denen die Umſtellung noch nicht
ſtattgefun=
den hatte, ſtellten in der allerſchärfſten Form die Forderung nach
Verwirklichung des Sowjet=Manifeſtes, und als dies nicht
be=
willigt wurde, begannen die Arbeiterunruhen, die ſich raſch auf
das ganze Gebiet der Union ausdehnten.
Ein weiterer Anlaß zu dieſen Unruhen war ferner in den
Daſeinsbedingungen zu ſuchen, unter denen die Arbeiter der
Sowjetrepubliken zu arbeiten gezwungen ſind. „Es dürfte ihnen
wohl kaum gelingen, die Leiſtungen der Arbeiter zu erhöhen,”
ſagte mir neulich ein Moskauer Arbeiter, „und die Maſſen zu
beruhigen, wenn die meiſten Arbeiter nie ausſchlafen können und
in vielen Fällen zu fünf bis acht Mann, zuſammen mit ihren
Familien, in eine kleine Kammer gepfercht ſind.‟ Die Arbeiter
einer der größten Zementfabriken ſind gezwungen, bei Bauern
in einem zehn Werft weit entfernten Dorf zu übernachten, mit
anderen Worten, jeden Tag etwa zwanzig Werft zu Fuß
zurückzulegen.
Die Ereigniſſe nach den Verhaftungen im Donez=Becken
haben zu unbeſchreiblichen Enthüllungen geführt. In dieſem
Be=
zirk ſind nur etwa 15 bis 25 Prozent der Arbeiter mit
Dienſt=
wohnungen bedacht. Etwa 20 bis 40 Prozent aller Arbeiter ſind
obdachlos und finden nur zufälligen Unterſchlupf in Kaſernen
und Hütten, ſogar in Stationsgebäuden. Eine ganze Reihe von
Fabrikgebäuden droht einzuſtürzen, und Kataſtrophen ſind
unver=
meidlich, wenn in dieſen Gebäuden weiter gearbeitet wird. Die
Näumlichkeiten ſtarren vor Schmutz. In einer der Fabriken ſind
die Staubwolken ſo dicht, daß die Arbeiter in einer Entfernung
von zwei Schritten ſich nicht mehr ſehen. Die Hitze in den
Fabrik=
räumen ſteigt bis auf 25 Grad. Die
Sicherheitsvorrich=
tungen befinden ſich in einem unbeſchreiblichen Zuſtand, und
die Zahl der Unglücksfälle wächſt von Tag zu Tag.
Die gleichen Verhältniſſe beſtehen im Ural — dem
Mittel=
punkt der Metallinduſtrie. Ueberall gibt es nur niedrige,
durch=
räucherte Holzhütten, ſchmale, unzugängliche Straßen. Nirgends
ſind Bäume oder Gras anzutreffen. „Der Winter iſt unſere
ein=
zige Rettung, dann verdeckt der Schnee unſere Schwären und
allen Schmutz,” erzählte einer der dortigen Arbeiter. „Im
Früh=
ling aber dringt der Schmutz in den Fluß, aus dem wir unſer
Trinkwaſſer holen. Die Flüſſigkeit aus dem Pferdemiſt, aus
„Maſchinenöl, aus Naphtha dringt in die Brunnen ein und ver=
Seite 2
ſeucht das Trinkwaſſer.” Infolgedeſſen ſind ſtändig ea. 14 Prozent
aller Bewohner krank. Die Luft iſt voller Ruß, den die Bewohner
der Arbeiterſiedlungen ſtändig einatmen müſſen.
Und ſo iſt es überall. Dabei verdient der ruſſiſche Arbeiter
einen Bettellohn. Durchſchnittlich erhält er bis zu 40 Rubel
im Monat, da aber hiervon eine Menge Abzüge zugunſten von
Organiſationen gemacht werden, die die Weltrevolution fördern
ſollen, verbleiben ihm etwa 15 Rubel, die natürlich zum
Leben nicht ausreichen.
Es iſt daher kein Wunder, daß das ruſſiſche Proletariat
un=
ruhig iſt, denn es hat allen Grund, mit der gegenwärtigen Lage
unzufrieden zu ſein.
Engliſches Ailtimatum an Aegspten.
Scharfer engliſcher Proteſt gegen das
Ver=
ſammlungsgeſetz.
EP. London, 30. April.
Am Sonntag abend ſtattete der engliſche Vertreter in
Aegyp=
ten, Hoare, dem Premierminiſter Nahas Paſcha einen Beſuch ab,
um ihm die Auffaſſung Englands über das
Ver=
ſammlungsgeſetz bekannt zu geben. Dieſer Schritt hat aber
nicht den Charakter einer endgültigen Warnung getragen. Es iſt
bis zur Stunde noch nicht bekannt, ob es nur eine mündliche oder
ſchriftliche Aeußerung war. Faſt die geſamte engliſche wie auch
die ägyptiſche Preſſe faßt dieſen Schritt als eine Art
Ulti=
matum auf.
Nahas Paſcha hatte eine Audienz beim König,
über deren Verlauf noch keine Einzelheiten vorliegen, die jedoch
im ausgleichenden Sinne gewirkt haben ſoll. Die Nachricht, daß
England auf die Zolleinkünfte für den Fall
Be=
ſchlag legen werde, daß die engliſche Forderung
nicht erfüllt werde, iſt noch nicht beſtätigt.
Oer Inhalt der engliſchen Note.
Die Note, die der engliſche Oberkommiſſar am Sonntag um
7 Uhr abends dem ägyptiſchen Premierminiſter ſchriftlich
über=
reicht hat, lautet:
„Euer Exzellenz! 1. Ich habe die Ehre, Sie davon in
Kennt=
nis zu ſetzen, daß ſeit der Uebergabe der engliſchen Note vom
4. April die engliſche Regierung mit zunehmender Beſorgnis
beobachtet hat, daß die Abſicht der ägyptiſchen Regierung immer
klarer zutage getreten iſt, gewiſſe geſetzgeberiſche
Maß=
nahmen durchzuführen, die die öffentliche Sicherheit
berühren. Wie Ew. Exzellenz nicht nur aus der Mitteilung
vom 19. d. M., ſondern auch aus früheren Mitteilungen vor und
nach dem Aide=Memoire, das am 4. März Sr. Exzellenz Sarwat
Paſcha überreicht wurde, wiſſen müſſen, fällt dieſe
Geſetz=
gebung unter den Vorbehalt, der in der Note vom
4. April wieder beſtätigt wurde.
2. Die engliſche Regierung hat mich (den engliſchen
Ober=
kommiſſar) nunmehr inſtruiert, von Ew. Exzellenz als dem Chef
der ägyptiſchen Regierung ſofort die Ergreifung der
not=
wendigen Schritte zu verlangen, um zu
verhin=
dern, daß das Geſetz, welches die Beſtimmungen
über öffentliche Verſammlungen und
Demon=
ſtrationen regelt, geſetzliche Kraft erlangt
Fie. 3. Ich bin ferner beauftragt worden, von Ew. Exzellenz
eine ſchriftliche kategoriſche Zuſicherung zu
verlan=
gen, daßdie oben erwähnten Geſetzesmaßnahmen
nicht weiter gefördert werden ſollen. Sollte
dieſe Zuſtimmung mich nicht vor 7 Uhr abends am
2. Mai erreichen, ſo erachtet ſich die engliſche
Regierung fürfrei, ſolche Schritte zu ergreifen,
wie die Lage ſie für notwendig erſcheinen laſſen
könnte.”
Engliſche Kriegsſchiffe nach Aegypten
unterwegs.
Das engliſche Linienſchiff „Valiant Warſpite” und der Kreuzer
„Calypſo Ceres” ſind heute morgen um 9 Uhr aus Malta
angeb=
lich mit dem Kurs auf Alexandrien ausgelaufen. Auch der
Kreuzer „Caledon” iſt inzwiſchen aus Malta nach Aegypten
aus=
gelaufen.
Die Note trägt alſo die Form eines Ultimatums. Die
eng=
liſchen Regierungsſtellen ſind im Augenblick nicht bereit, Andeu=
*Davos:
Ein neues Zentrum der Intelligenz!
Am 13. April d. J. iſt in Davos, unter dem ſchwelenden Rot
eines großen Fackelzuges, der erſte internationale Hochſchulkurs
beendet worden. Vier Wochen lang war das ſtille Hochtal, das
ſonſt nur Kranke und Sportsmenſchen kennt, ein Sammelpunkt
der beſten Köpfe dreier Länder; vier Wochen lang hatte ſich das
mondäne Kurhaus in eine kleine Univerſität verwandelt. Der
„Zauberberg” eine Univerſität? Man denkt an Settembrinis
rollendes Pathos und Dr. Krokowſkys Vorleſungen über die
Liebe, und . . . lächelt! Oder iſt es wieder einer der ewigen
Kongreſſe, wo man redet, um zu reden? Man zuckt die Achſeln
und will ſich, gelangweilt, anderem zuwenden.
Jedoch dieſe Veranſtaltung war weder Univerſität noch
Kon=
greß im üblichen Sinne. Sie hat mit beiden wohl
Verwandt=
ſchaft, iſt aber im Grunde etwas ganz anderes, etwas ganz neues.
Zunächſt will ich von der Idee der Hochſchulkurſe ſprechen,
um dann kurz auf die erſte gelungene Verwirklichung in den
vergangenen Wochen einzugehen.
Der akademiſche Unterricht und die beſondere Form geiſtigen
Lebens, wie ſie uns von den heutigen Univerſitäten repräſentiert
werden, zeigen ſich in mancherlei Weiſe den modernen Anſprüchen
nicht mehr gewachſen. Bei aller Achtung, die man als Jünger
einer hiſtoriſchen Schule der Macht der Geſchichte und dem
wuch=
tigen Recht der Tradition entgegenbringt, darf man nicht
über=
ſehen, daß die Einrichtung der Univerſität aus dem ſpäten
Mittelalter ſtammt, aus einer Zeit alſo, die im weſentlichen der
heutigen polar entgegengeſetzt iſt. Es ſei nur daran erinnert,
daß in der Reihenfolge der Fakultäten noch immer die
theolo=
giſche an erſter Stelle ſteht und daß andererſeits die Philoſophie
betrachtet wird.
Die Univerſitäten, die früher eine Pflegeſtätte der Intelligenz
darſtellten und es ja in gewiſſer Weiſe auch noch heute ſind,
drohen unter der Laſt des geſchichtlich Gewordenen, aber
allmäh=
lich Erſtarrten das lebendige, geiſtige Leben zu erſticken. Vor
allem der fruchtbare Kontakt zwiſchen Dozent und Student, ja
ſogar zwiſchen Lehrer und Schüler geht immer mehr zurück. Es
iſt dies eine unmittelbare Folge der Uebervölkerung der
Univerſi=
täten. Kann man einem Profeſſor die Zurückhaltung verdenken,
wenn er ſich einem Seminar von 250 Studenten ausgeliefert
Oſenstag, den 1. Mai 1928
Nummer 124
Vom Tage.
Reichskanzler Dr. Marx iſt als Spitzenkandidat des
Zentrums für die drei ſächſiſchen Wahlkreiſe
auf=
geſtellt worden.
Der Herr Reichspräſident empfing den Präſidenten des
Deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibesübungen, Staatsſekretär
a. D. Dr. Lewald, zur Entgegennahme eines Vortrages über die
Vorbereitungen der deutſchen Teilnahme an den olympiſchen Spielen
in Amſterdam.
Wie wir erfahren, hat ſich Profeſſor Hugo Junkers am
letzten Freitag auf dem Lloyddampfer „Columbus” in Bremerhaven zur
Fahrt nach New York eingeſchifft, wo er am 7. Mai eintreffen wird.
Nach bisher noch nicht beſtätigten Meldungen aus Warſchau
hat Marſchall Pilſudski einen Schlaganfall erlitten.
Im Zuſammenhang mit den Vorbereitungen der Kommuniſten zum
1. Mai, wurden in Warſchau 110 Kommuniſten von der
Polizei verhaftet.
Die Feier zur Erinnerung an den Ablauf der
erſten zehn Jahre der Vereinigung Beſſarabiens
mit Rumänien wurde in Kiſchineff feſtlich begangen.
Der italieniſche Botſchafter überbrachte dem
Außen=
miniſter Briand die beſten Wünſche Muſſolinis für ſeine
baldige Wiederherſtellung.
tungen über die Art der im Schlußſatz erwähnten Schritte zu
machen. Es iſt jedoch Tatſache, daß die engliſchen
Kriegsſchiffe ſich trotz allen bisher erfolgten
Ableugnungen auf dem Wege nach Aegypten
be=
finden. Sollte die ägyptiſche Zuſtimmung vor 7 Uhr abends
am 2. Mai eintreffen, ſo beſteht noch immer die Möglichkeit, den
engliſchen Kriegsſchiffen drahtlos Inſtruktionen zu geben, nicht
nach Aegypten zu fahren. In dieſem Sinne iſt die
Veröffent=
lichung der Admiralität, daß die Schiffe mit unbekanntem Ziel
ausgelaufen ſind, und die Weigerung Chamberlains im
Unter=
haus, auf eine Anfrage des Abgeordneten Kennworthy über das
Reiſeziel der engliſchen Kriegsſchiffe näher einzugehen,
aufzu=
faſſen.
Nach engliſcher Auffaſſung muß die ägyptiſche
Antwort eine endgültige Zuſage enthalten, von
dem Verſammlungsgeſetz in ſeiner gegenwärtigen Form ein für
allemal Abſtand zu nehmen. Ein Aufſchub der Verhandlungen,
wie er im ägyptiſchen Senat beabſichtigt war, wird die engliſche
Regierung nicht zufriedenftellen. Im übrigen bemerkte
Cham=
berlain Macdonald gegenüber, daß nach Auffaſſung der engliſchen
Regierung das Verſammlungsgeſetz die Macht der Staatsgewalt
in Aegypten in unerträglichem Maße ſchwächen würde.
Kriſenſtimmung in Kairo.
EP. London, 30. April.
Premierminiſter Baldwin hat im Laufe des Nachmittags das
engliſche Kabinett zu einer Sonderſitzung einberufen. — Auch
das ägyptiſche Kabinett hielt im Laufe des Montags eine Sitzung
ab, in der die engliſche Note erörtert wurde. In Kairo
herrſcht zwar äußere Ruhe, jedoch verfolgt die
ägyptiſche Oeffentlichkeit mit Spannung die
Entwicklung des Verhältniſſes zu England,
und es ſind weitgehende Vorſichtsmaßnahmen
zur Aufrechterhaltung der äußeren Ruhe
ge=
troffen.
Chamberlain über den amerikaniſchen
Paktvorſchlag.
London, 30. April.
Auf eine Anfrage im Unterhaus, wann das Haus
Gelegen=
heit haben würde, die Paktvorſchläge Kelloggs zu diskutieren.
führte Staatsſekretär des Auswärtigen Chamberlain u. a. aus:
Die britiſche Regierung heißt die von der Regierung der
Ver=
einigten Staaten gemachten Vorſchläge über eine neue
gemein=
ſchaftliche Bemühung zur Förderung des Weltfriedens warm
wvillkommen. Sie hat den von Staatsſekretär Kellogg
vor=
geſchlagenen Vertragstext ſamt den Bemerkungen und
Vor=
ſchlägen der franzöſiſchen Regierung eingehend und in
freund=
ſchaftlichem Geiſte geprüft. Die britiſche Regierung zweifelt
nicht daran, daß dieſ Initiative zu einem erfolgreichen Abſchluß
gebracht werden kann. Es braucht jedoch Zeit, um die durch den
Vorſchlag aufgeworfenen vielſeitigen Nebenfragen, ſowie die
teichtigen, von amerikaniſcher Seite vorgebrachten Vorbehalte
und Erklärungen, deren letzter erſt heute in den Morgenblättern
zu finden geweſen iſt, zu prüfen, und es bedarf ebenſo Zeit, um
über die Angelegenheit mit den Dominions Fühlung zu
nehmen. Ich hoffe, daß, wenn die Fragen in acht oder zehn
Tagen erneut geſtellt werden, ich in der Lage ſein werde, eine
weitere Erklärung abzugeben.
ſieht? Auch die Form des Unterrichts, die man oft als „
akade=
miſche Monologe” bezeichnet hat, wird nicht mehr allen
An=
ſprüchen gerecht.
An dieſen Punkten vor allen ſollen nun die Davoſer
Hoch=
ſchulkurſe helfend eingreifen. Indem, unter jedesmal anderem
Geſichtspunkte, aus der Wiſſenſchaft aller Länder die
hervor=
ragendſten Vertreter ausgewählt werden und die Profeſſoren
zu=
gleich das Recht haben, ihre engſten Vertrauten, einen kleinen
Schülerkreis mitzunehmen, wird unter dem idealen Himmel des
Schweizer Hochgebirges eine elaſtiſche, ungehemmte,
internatio=
nale akademiſche Gruppe gebildet. Ihre Aufgabe iſt es einmal,
Wiſſenſchaft auf hohem Niveau zu treiben. Jeder Dozent ſoll in
wenigen kurzen Stunden die Problematik ſeines Faches und die
Eigenart ſeiner eigenen geiſtigen Exiſtenz entwickeln; und er kann
dies! Befindet er ſich doch einem dankbaren, vorgebildeten
Publi=
kum gegenüber: junge Studenten mit flammenden,
wiſſenſchafts=
durſtigen Seelen, und bewährte Profeſſoren, die der akademiſchen
Arbeit ſchon ein gut Teil ihres Lebens gewidmet haben. Denn
das iſt es ja gerade, was erreicht werden ſoll, auch den
Ordi=
narius aus ſeinen Schranken herauszuholen, die Gewohnheit
und andere traditionelle Momente um ihn geſchlagen haben, und
die einem lebendigen, geiſtigen Leben ſo entgegengerichtet ſind.
Auch die Profeſſoren ſollen ſich gegenſeitig anhören, ſollen die
bunte Mannigfaltigkeit der wiſſenſchaftlichen Standpunkte und
Probleme wieder einmal auf ſich wirken laſſen, ohne gleich
aka=
demiſch zu polemiſieren; ſollen das ernſte Streben des Anderen
würdigen und dankbar von ihm Anregung und Belehrung
emp=
fangen. Nicht damit etwa eine falſche Einigkeit erzielt würde —
dieſe iſt in der Wiſſenſchaft niemals Ziel geweſen —, aber eine
einheitliche Baſis des wiſſenſchaftlichen Wollens gilt es zu
ſchaf=
fen: das Bewußtſein, von einem gemeinſamen Band umſchlungen
zu ſein.
Neben der Pflege der Wiſſenſchaft ſollen die Hochſchulkurſe
noch recht oft als ein Sammelbecken der septem artes Iberales vor allem weitgehenden perſönlichen Kontakt vermitteln ſowohl
unter Dozenten, als auch unter Studenten, und wieder
gegen=
ſeitig unter beiden Kreiſen. Einem Menſchen, den man
perſön=
lich kennt, ſteht man ganz anders gegenüber, als wenn man nur tungen eröffnete, „um darzutun, daß es ſich um ein Werk haue
ſeinen Namen weiß und die Bücher, die er geſchrieben hat,
ver=
bunden durch ein beſtimmtes wiſſenſchaftliches Etikett. So ſollen
einmal die Gelehrten und Studenten einer Nation untereinander
ſich perſönlich miſchen und berühren, dann wieder die Vertreter
der einzelnen Länder; denn wenn auch die Wiſſenſchaft ein
über=
nationales Band darſtellt, ſo kann man Wiſſenſchaft doch nur
treiben als hiſtoriſch und national beſtimmtes Individuum, Wohl (Paris) Vortrag über die Mentalität des Primitiven, Sinnt
Amerikaniſche Begeiſterung
für die „Bremen”=Flieger.
New York in Feſiſtimmung
Uebereinſtimmend wird aus New York gemeldet, daß von
dem gewöhnlichen Werktag, wie es der heutige Montag
eigent=
lich iſt, nicht viel zu bemerken war. Alles hat ſich frei gemacht.
um die deutſchen Ozeanflieger, die ſeit Samstag hier weilen, zu
begrüßen. Sie werden im Hotel Ritz=Carlton zuſammen mit
ihrem iriſchen Kameraden ſtreng bewacht, um die Flieger vor
dem Anſturm der begeiſterten Menge zu ſchützen. Auch die
Zeitungsleute und Photographen können nicht mehr zugelaſſen
werden, weil es ihrer zu viele ſind. Man hält ſich daher
ſchad=
los an den Ausfahrten, die die Flieger unternehmen,
unter=
nehmen müſſen, weil der Magiſtrat der Stadt New York alles
getan hat, um die Ozeanbezwinger würdig zu begrüßen.
Der Sonntag wurde zunächſt zum Gottesdienſt benutzt. Am
Abend holte Bürgermeiſter Walker die drei Flieger ab zu einer
Galaporſtellung in der Metropolitanoper. Nur
ſchwer konnten ſich die Autos einen Weg durch die Meuge
bahnen. An den Straßenkreuzungen wurden=Kundgebungen zu
Ehren der Flieger veranſtaltet, und als ſie in der Oper die von
Morgan zur Verfügung geſtellte Loge betraten, erhoben ſich
ſämtliche Anweſenden und feierten begeiſtert die Helden der
Luft. Die Menge zwang die Flieger, auf der Bühne zu
erſchei=
nen und einige Worte zu ſprechen. Das Publikum war
tumt=
artig erregt, alles ſtürzte vor, ſo daß mehrere Frauen
ohſ=
mächtig wurden. Am geſtrigen Montag fand zu Ehren der
Flieger eine
große Parade
ſtatt, zu der bereits um 5 Uhr morgens die Vorbereitungen
be=
gannen. Während der Fahrt der Flieger an Bord des
Regie=
rungsdampfers „Macolm” ließen ſämtliche Dampfer ihre Sirenen
ertönen, während die Feuerſchiffe Waſſer in die Luft ſpritzten
Zahlloſe kleinere Fahrzeuge umkreiſten den Regierungsdampſe
Der Schiffszug bot einen unvergleichlichen Anblick. Unterweg
trafen die Flieger den Hapag=Dampfer „Deutſchland” und den
Lloyd=Dampfer „Dresden”, mit dem Frau Köhl und Frau
Fitz=
maurice eingetroffen waren. Die beiden Fliegerfrauen befanden
ſich zur Zeit der Ankunft des Regierungsdampfers an der
Bat=
terie an der Stadthalle. Bei der Ankunft an der Batterie
wur=
den die Flieger von einer unüberſehbaren Menſchenmenge
be=
grüßt. Unter dem größten Jubel der Bevölkerung erreichte der
Feſtzug zu Ehren der Ozeanflieger die Stadthalle, wo der
feierliche Empfang der Stadt New York ſtattfand.
Oberbürger=
meiſter Walker begrüßte die Flieger, nachdem er ihnen die
Ehrenbürger=Urkunde der Stadt
und im Namen des Gouverneurs Smith die goldenen Medaillen
überreicht hatte, mit folgender Anſprache:
„Unter allen Nationen, die zum Aufbau dieſer großen Stadt
beitrugen und von allen Nationen, die Amerika zu ſeiner
heu=
tigen Rieſenentwicklung brachten, ſind Deutſchland und Frland
vielleicht diejenigen Völker, die am meiſten zu den
Rieſenfort=
ſchritten beigetragen haben. Wir alle aber tragen nur unſere
Pflicht ab, die wir dieſen beidem Nationen ſchulden, wenn wir
den Ozeanfliegern den Empfang bereiten, wie er ihnen zukommt.
Ich hoffe, daß die Bande zwiſchen den drei Nationen immer feſter
geknüpft werden. Bitte grüßen Sie, wenn Sie nach Deuſchland
zurückkehren, herzlich das deutſche Volk von mir.” Nach der Nde
Walkers wurde das Deutſchlandlied geſpielt. Sämtliche
Anweſenden erhoben ſich von den Tribünenplätzen, während die
Menſchenmenge auf der Straße die Hüte abnahm. Darauf
begrüßten Köhl und Fitzmaurice ihre Frauen.
Als Köhl ſeiner Gattin einen Kuß gab, wurde er von der
Photographen gebeten, doch weiterzuküſſen, worauf Frau Köh
kurzerhand den Oberbürgermeiſter Walker, Hünefeld und Fitz
maurice küßte. Nach der Begrüßung ging der Feſtzug weite
durch die Triumphbogen an dem Beginn der 5. Avenue, dure
dieſe hinauf bis zum Madiſon Square Garden. Frau Köh
und Frau Fitzmaurice weinten fortgeſetzt vor Freude über de
jubelnden Empfang. Das Erſcheinen der Flieger löſte übera
ungeheure Begeiſterung aus. Die Menge warf Papierſchlange
und Konfetti, ſo daß ſtellenweiſe die Straßen fußhoch mit Papie
bedeckt waren. Dabei wurden tauſende von Telephonadreßbücher
und Zeitungen zerriſſen, um als Konfettierſatz zu dienen. W.
eine ungeheure. Welle pflanzte ſich der Jubel von Straße z
Straße fort. Hauptmann Köhl war ſichtlich verlegen, v. Hünefel
etwas nervös, desgleichen Fitzmaurice, der zeitweiſe leicht lächel
mußte.
gibt es keine deutſche oder franzöſiſche Wiſſenſchaft, aber es gi
deutſche und franzöſiſche Gelehrte, und dieſe teilen, ob ſie ſi
deſſen bewußt ſind oder nicht, die ſtrukturellen Verſchiedenheit
der Nationalitäten und geben ſie weiter auf die Art des wiſſe
ſchaftlichen Forſchens. Allein ſchon die Sprachen ſetzen recht gro
geiſtige Unterſchiede, die wichtig genug ſind, um nicht überſeh
zu werden. Von der gemeinſamen ideellen Baſis der Wiſſe
ſchaft her alſo vorzudringen zu Verſtändnis und Würdigung d
nationalen und perſönlichen Eigenarten, iſt eine der ſchönſt
Aufgaben, die ſich die Davoſer Hochſchulkurſe geſtellt haben.
Daß Davos als Kriſtalliſationspunkt dieſer Beſtrebungen
wählt worden iſt, um neben den klimatiſchen und therapeutiſch
Vorteilen, vor allem für erkrankte Studierende, auch die an
gleichende ſportliche Betätigung entſpannend wirken zu laſſ”
braucht hier nur nebenbei bemerkt zu werden. Ohne den 2.
ſpruch zu machen, die ganze Bedeutung der Davoſer Hochſch!
kurſe entwickeln zu wollen, glaube ich doch einige Hauptgeſicht
punkte umriſſen zu haben. Und ich gehe nun zu einer kurd
Schilderung des erſten Verwirklichungsverſuches dieſer Ku
über.
Auf die ganze Fülle dieſer reichen Wochen einzugehen,
natürlich unmöglich. Waren doch rund 50 Profeſſoren verſamme
die im ganzen etwa 150 Vorleſungen hielten, in denen über 4
Studenten die hauptſächlichſten Hörer waren. Nur Weniges ka
alſo herausgehoben werden. Die vertretenen wiſſenſchaftlich
Gebiete verteilen, ſich vorwiegend auf Philoſophie, Ethik U
Pädagogik, Pſychologie und Literaturwiſſenſchaft (erſte u
zweite Woche), Soziologie, Nationalökonomie und Jurisprude
(dritte und vierte Woche),
Von den Nationen waren zu annähernd gleichen Teilen L
ſammelt: Deutſche und Franzoſen ſowie einige Schweizer U
Oeſterreicher. Von den Vorträgen der erſten Woche, die unal
geſprochen durch das große Thema: „Der Menſch” verbunt
waren, ſeien genannt: „Der glänzende Feſtvortrag Einſte!
(Berlin) über die Grundbegriffe der Phyſik, der die Veranſt
dem die große und exakte Wiſſenſchaft. voranſteht” (Salomd
Lieberts (Berlin) hervorragendes Seminar über Erkennile
theorie, das einen Abglanz kantiſchen Geiſtes ausſtrahlte: Orieſſ
(Leipzig) philoſophiſche Vorleſungen, die in gedrängter Kur
aber großer Klarheit, auf eine formal durchaus anzuerkenner
Weiſe, eine „induktibe Metaphyſik” entwickelten. Levy=Brug
S)
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Nummer 421
Dienstag, den 4. Mat /4928
Seite 3
Wahrung der Verpflichtungen aus der Völkerbundsfatzung und dem
Locarno=
pakt, ſowie des ſouveränen Rechtes eines jeden Staates zur Selbſtverteidigung.
Zweifel ſtellen würde. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß, wenn ein
Staat den Pakt bricht, die anderen Kontrahenten dieſem Staate
Dr. Streſemanns Antwort
gegenüber ihre Handlungsfreiheit wieder gewinnen. Der von
der Verletzung des Paktes betroffene Staat iſt deshalb nicht
ge=
auf die Kellogg=Note.
hindert, ſich ſeinerſeits gegen den Friedensbrecher zur Wehr zu
Berlin, 30. April.
Die vom 27. d. M. datierte, an den Botſchafter der
Ver=
einigten Staaten in Berlin, Shurman, gerichtete Antwortnote
Der Reichsregierung auf den amerikaniſchen Vorſchlag eines
Kriegsächtungspakts hat folgenden Wortlaut:
Herr Botſchafter!
„Eure Exzellenz haben mir in der Note vom 13. April und
ihren Anlagen von den Verhandlungen zwiſchen der Regierung
Der Vereinigten Staaten von Amerika und der franzöſiſchen
Re=
gierung über den Abſchluß eines internationalen Paktes zur
Oechtung des Krieges Mitteilung gemacht. Zugleich haben Sie
an mich die Frage gerichtet, ob die deutſche Regierung geneigt
ſei, einen ſolchen Pakt nach dem von der Regierung der
Ver=
einigten Staaten aufgeſtellten Enturf abzuſchließen, oder ob ſie
beſtimmte Aenderungen dieſes Entwurfs für notwendig halte.
Die deutſche Regierung hat Ihre Frage mit der Sorgfalt geprüft,
die der außerordentlichen Bedeutung der Angelegenheit entſpricht.
Sie konnte in dieſe Prüfung auch den Vertragsendwurf einbe=
Fiehen, der inzwiſchen von der franzöſiſchen Regierung aufgeſtellt
uand den beteiligten Mächten übermittelt worden iſt. Als Ergebmis
der Prüfung beehre ich mich, Euerer Exzellenz im Namen der
deutſchen Regierung folgendes mitzuteilen:
Die deutſche Regierung begrüßt die Eröffnung
von Verhandlungen
ber den Abſchluß eines internationalen Pakts
ur Aechtung des Krieges auf das wärmſte. Die
eiden großen Gedanken, die der Initiative des
franzö=
ſchen Herrn Außenminiſters und dem aus ihr hervorgegangenen
Torſchlage der Regierung der Vereinigten Staaten zugrunde
egen, entſprechen vollkommen den Grundſätzen
erdeutſchen Politik. Deutſchland hat kein höheres
In=
reſſe, als die Möglichkeit kriegeriſcher Konflikte ausgeſchaltet
nd im Leben der Völker eine Entwicklung geſichert zu ſehen, die
en friedlichen Ausgleich aller Gegenſätze zwiſchen den Staaten
ewährleiſtet. Der Abſchluß eines Paktes, wie ihn die Regierung
er Vereinigten Staaten jetzt im Auge hat, würde die Völker
er Erreichung dieſes Zieles ſicherlich um ein weites Stück näher
eingen. Da das Bedürfnis der Völker nach
Siche=
ungdes Frjedens ſeit Beendigung des Weltkriegs bereits
t anderen internationalen Abmachungen geführt hat, ergibt ſich
rdie daran beteiligten Staaten die Nowwendigkeit, ſich klar dar=
Her zu werden, in welchem Verhältnis der jetzt geplante Pakt zu
eſen ſchon in Kraft befindlichen internationalen Abmachungen
hen würde. Sie haben, Herr Botſchafter, in Ihrer Note auf
e Erwägungen hingewieſen, die in dieſer Hinſicht von der
fran=
ſiſchen Regierung in ihrem Meinungsaustauſch mit der
Regie=
nig der Vereinigten Staaten zum Ausdruck gebracht worden
d. Was Deutſchland anlangt, ſo kommen als internationale
2..
bmachungen, die ſich mit dem Inhalte des
euen Paktes berühren könnten, die
Völker=
undsſatzung und der Rheinpakt von Locarno
Betracht; ſonſtige internatioſiale Verpflichtungen dieſer Art
Deutſchland nicht eingegangen. Die Achtung der
Ver=
lichtungen aus der Völkerbundsſatzung und
m Rheinpakt muß nach Anſicht der deutſchen
egierung unverrückbar feſtſtehen. Die deutſche
Re=
rung iſt aber der Ueberzeugung, daß dieſe Verpflichtungen
hts enthalten, was mit den Verpflichtungen, die der
Pakt=
wurf der Vereinigten Staaten vorſieht, irgendwie in
Wider=
eit geraten könnte. Im Gegenteil glaubt ſie, daß die
bin=
rde Verpflichtung, den Krieg nicht als eim Werkzeug
natio=
er Politik zu benutzen, gut geeignet ſein würde, den
Grund=
anken der Völkerbundsſatzung und des Rheinpaktes zu
ver=
ken. Die deutſche Regierung geht davon aus, daß ein
rkt nach dem Muſter der Regierung der
Ver=
rigten Staaten das ſouveräne Recht eines
Sen Staates zur Selbſtverteidigung, nicht in
ſetzen. In einem Pakte dieſer Art den Fall ſeiner Verletzung
ausdrücklich vorzuſehen, erſcheint der deutſchen Regierung nicht
notwendig. In Uebereinſtimmung mit der Regierung der
Ver=
einigten Staaten und mit der franzöſiſchen Regierung iſt auch
die deutſche Regierung der Auffaſſung, daß
das letzte Ziel die Univerſalität des neuen Paktes
ſein muß. Dieſe Univerſalität herbeizuführen, dürfte der
Ent=
wurf der Vereinigten Staaten einen praktiſchen Weg eröffnen.
Wenn die zunächſt als Signatarmächte in Ausſicht genommenen
Staaten den Pakt abgeſchloſſen haben, kann erwartet werden,
daß die anderen Staaten von dem ihnen ohne Einſchränkung
und Bedingung gewährten Rechte des Beitritts alsbald
Ge=
brauch machen.
Die deutſche Regierung kann demnach die Erklärung
ab=
geben, daß ſie bereit iſt, einen Pakt nach dem Vorſchlage der
Re=
gierung der Vereinigten Staaten abzuſchließen und zu dieſem
Zwecke in die erforderlichen Verhandlungen mit den beteiligten
Regierungen einzutreten. Mit dieſer Erklärung verbindet jedoch
die deutſche Regierung die beſtimmte Erwartung, daß das
Zu=
ſtandekommen eines Paktes von ſolcher Tragweite nicht verfehlen
wird, alsbald ſeinen Einfluß auf die Geſtaltung der
internatio=
nalen Beziehungen geltend zu machen. So müßte dieſe neue
Garantie für die Erhaltung des Friedens den Bemühungen um
die Durchführung der allgemeinen Abrüſtung einen wirkſamen
Impuls geben.
Außerdem aber müßte der Verzicht auf den Krieg als
not=
wendiges Gegenſtück den Ausbau der Möglichkeiten fördern,
vorhandene und entſtehende Gegenſätze der Völkerintereſſen auf
friedliche Weiſe zum Austrag zu bringen.
Genehmigen Sie, Herr Botſchafter, die erneute Verſicherung
gez. Streſemann.
meiner ausgezeichneten Hochachtung.
Die Beurteilung der deutſchen Aniwort.
* Die deutſche Regierung hat die Andwort, die ſie dem
amerikaniſchen Botſchafter auf den Vorſchlag eines
Antikriegs=
paktes zugehen ließ, jetzt veröffentlicht. Es iſt gewiß nicht ganz
leicht geweſen, ſich zwiſchen den Wirrniſſen, die auf dem Gebiete
der internationalen Diplomatie, durch das franzöſiſch=
amerika=
niſche Spiel entſtanden ſind, zurecht zu finden. Auf der einen
Seite ſtand es von vornherein feſt, daß Deutſchland dem
amerika=
niſchen Vorſchlag weitgehend unterſtützen muß; auf der anderen
Seite wollte aber das Auswärtige Amt mit Recht jedes Wort
vermeiden, das als eine Spitze gegen Frankreich gedeutet werden
konnte, um die Fäden micht zu zerreißen, die zwiſchen Berlin und
Paris hin= und herlaufen. Daher mußte jedes Wort auf die
Goldwage gelegt werden, und das Ergebmis iſt eine Note, in der
eigentlich alles Weſentliche zwiſchen den Zeilen ſteht, die aber
gerade deswegem der Stilkenner mit Vergnügen leſen wird. Sie
iſt in ihrer Aufmachung rein juriſtiſch gehalten, indem ſie davon
ausgeht, daß die Anregungen der Vereinigten Staaten
vollkom=
men den Grundſätzen der deutſchem Politik entſprechen und dann
nachſweiſt, daß die für uns beſtehenden internationalen
Ab=
machungen, — das ſind der Völkerbund und die
Locarnover=
träge — uns keine Bindungen auferlegen, die uns hindern
könn=
ten, einen Pakt abzuſchließen, wie ihn Kellogg beabſichtigt, wobei
lediglich — auch das wieder in Uebereinſtimmung mit Kellogg —
feſtgeſtellt wird, daß das Recht zur Selbſtverteidigung für jeden
Staat natürlich auch nach Abſchluß dieſes allgemeinen Vertrages
beſtehen bleibt. Sehr fein wird dann in ganz harmloſer Weiſe
die Auffaſſung vertreten, daß der amerikaniſche Vorſchlag einen
praktiſchen Weg weiſt, woraus alſo, da in dieſem Zuſammenhang
die franzöſiſchen Amendements nicht erwähnt werden, kein
Zweifel darüber beſteht, daß Deutſchland dieſe Amendements
ab=
lehnt, eben weil ſie nicht vorwärts führen, eben weil ſie nichts
anderes bedeuten, als die bereits zahlreich beſtehenden papierenen
Bindungen um eine neue zu vermehren. Dazu würde der ganze
Apparat ſich nicht eignen, der hier in Bewegung geſetzt werden
ſoll. Gleichzeitig iſt damit die „beſtimmte Erwartung” ausge=
ſprochen, daß die allgemeine Abrüſtung endlich aus dem Stabium
der Konferenzen in die Durchführung komt, und daß als Erſatz
für den Verzicht auf den Krieg internationale Abmachungen
ge=
troffen werden, um künftige Konflikte zu vermeiden. Wie
Deutſchland ſich ſolche Möglichkeiten denkt, haben wir bereits in
Genf deutlich zum Ausdruck gebracht, das habem wir auch in
der Denkſchrift entwickelt, die wir dem Ausſchuß in Prag
unter=
breitet haben. Die „beſtimmte Erwartung”, auch dieſer Ausdruck
iſt mit Vorbedacht gewählt, bedeutet weniger als eine Bedingung
und bedeutet mehr als lediglich eine diplomatiſche Floskel. Sie
iſt zweifellos ſo zu verſtehen, daß Deutſchland ſich vorbehält, in
Zuſamenhang mit dieſen Verhandlungen die Abrüſtung
vor=
wärts zu bringen, wobei wir bedingungslos den Pakt ſelbſt
unterſchreiben würden, aber davon ausgehen, daß er unmittelbar
die Abrüſtungsfrage im Gefolge haben muß.
Die deutſche Regierung iſt klug genug, ſich nicht völlig auf
den amerikaniſchen Vorſchlag feſtzulegen. Sie bezeichnet ihm nur
als einen praktiſchen Weg, läßt alſo alle Möglichkeiten für weitere
Verhandlungen offen, um den Franzoſen Gelegenheit zu geben,
von ihrer Gegnerſchaft herunterzukommen. Trotzdem iſt es
be=
greiflich, daß in Paris die deutſche Note recht
un=
freundlich aufgenommen werden wird. Schon, bevor
wan ſie kannte, hat die Kritik recht kräftig eingeſetzt, weil die
franzöſiſchen Chauviniſten ſehr gut fühlen, daß Deutſchland die
Sabotage, die Herr Briand einzuleiten ſuchte, machdem Herr
Kellogg ſeine eigenen Gedanken derart verändert hat, nicht
mit=
zumachen gedenkt. Wir müſſen jetzt abwarten, ob Briand von
anderswo Unterſtützung erhält. Sicherlich wird noch viel Zeit
vergehen, bis dieſer Antikriegspakt abſchlußreif iſt. Aber die
Tat=
ſache, daß hier eim Land, von der Größe und dem Einfluß wie
die Vereinigten Staaten Vorſchläge machen, die genau das
wollen, was die deutſche Regierung anſtrebt, bleibt doch von
Be=
deutung, auch gegenüber den franzöſiſchen Bemühungen, die einen
ſolchen Vertrag nicht wollen, weil er ihre Bündnispolitik
ge=
fährdet und die militäriſche Vorherrſchaft Frankreichs in Europa
in Froge ſtellen könnte.
Kellogg über den Abſchluß eines
Kriegs=
verzichtpaktes.
Staatsſekretär Kellogg hielt am Samstag vor der
Amerika=
niſchen Vereinigung für Internationales Recht eine Rede, in der
er im einzelnen die ſechs franzöſiſchen Haupterwägungen für den
Abſchluß eines Kriegsverzichtspaktes erörterte. Das
unveräußer=
liche Recht der Selbſtverteidigung würde, ſo folgerte Kellogg, zu
denſelben Schwierigkeiten Anlaß geben, die ſich bisher der
Erklä=
rung eines Angriffs entgegenſtellen. Keine Vertragsbeſtimmung
könnte zu dem natürlichen Recht der Selbſtverteidigung etwas
hinzufügen. Nach ſeiner Anſicht beſteht kein Gegenſatz zwiſchen
dem Völkerbundsſtatut und dem Gedanken einer bedingungsloſen
Verdammung des Krieges. Was die Locarnoverträge angehe,
ſo würden ſie, wenn eine Verpflichtung für die Kriegführung aus
ihnen überhaupt herausgeleſen werden könnte, eine ſolche
Ver=
pflichtung ſicherlich keiner Partei auferlegen, ſolange nicht eine
der Locarno=Mächte ſich unter Verletzung eines durch den
Ver=
trag gegebenen feierlichen Verſprechens in den Krieg begeben
hätte. Es ſei daher offenſichtlich, daß, wenn alle Parteien der
Locarno=Verträge einen von den Vereinigten Staaten
vorge=
ſchlagenen Kriegsverzichtsvertrag unterzeichnen, eine doppelte
Sicherung geſchaffen werde. Es ſei der Wunſch der Vereinigten
Staaten, daß alle Unterzeichner der Locarno=Verträge dem
vor=
geſehenen Kriegsverzichtsvertrag beitreten, entweder durch
Unter=
zeichnung oder durch Anerkennung des Vertrages. Die von
Frankreich erwähnten Neutralitätsverträge könne er ohne
Infor=
mationen nicht erörtern. Kellogg ging weiter kurz auf das
All=
umfaſſende der vorgeſehenen Kriegsverzichtsverträge, ein und
hielt es für wünſchenswert, die Inkraftſetzung dieſer Verträge
nicht zu verzögern, bis alle Nationen der Welt ihnen beigetreten
ſeien, da ein Staat den Vertrag ablehnen könnte, der praktiſch
keinerlei Bedrohung für den Weltfrieden darſtellen könne. Er
halte es für in hohem Grade unwahrſcheinlich, daß ein für die
ſechs Großmächte annehmbarer Vertrag nicht in gleichem Maße
für die meiſten anderen, wenn nicht für alle Nationen tragbar
wäre. Aber ſelbſt wenn dies nicht der Fall wäre, würde die
Unterzeichnung eines Kriegsverzichtsvertrages, durch die ſechs
Mächte bereits eine praktiſche Garantie gegen einen zweiten
Weltkrieg bedeuten. Dieſe Tatſache in ſich ſelbſt würde einen
ungeheuren Dienſt für die Menſchheit darſtellen. Die amerikaniſche
Regierung hat damit durch den Mund ihres Staatsſekretärs
deut=
lich zu erkennen gegeben, daß ſie die franzöſiſchen Vorbehalte als
unnötig und unannehmbar erachtet, aber es im Augenblick für
ratſamer hält, ſie als nicht ſtichhaltig darzutun, anſtatt ſie
ein=
fach zurückzuweiſen. Für den Fall der Anlehnung anderer
Mächte an den franzöſiſchen Standpunkt will man ſich die
Mög=
lichkeit eines Kompromiſſes offenhalten, das ſich bereits deutlich
in dem Ausweg abzeichnet, daß eine Beſtimmung aufgenommen
würde, durch die den Unterzeichnern des Vertrages ihre völle
Handlungsfreiheit zurückgegeben wird, wenn einer der
Unter=
zeichner in einen Krieg verwickelt ſein ſollte.
Das ſpezielle Arbeitsgebiet des berühmten Gelehrten. Gelb
Goldſteins (Frankfurt a. M.) philoſophiſch höchſt
bemerkens=
ter Bericht über Forſchungen an Gehirnerkrankten; ſchließlich
ichs (Dresden) tiefe, durch ſeine unerbittliche Ernſthaftigkeit
reißende Vorleſung über das religiöſe Problem der
Gegen=
t.
Dieſelbe Melodie wurde in der zweiten Woche von den
ethiſch=
iöſen Vorträgen Hartmanns (Köln) und Przywaras (
Mün=
fortgeführt; wobei ſich proteſtantiſches und katholiſches Ethos
vornehme und fruchtbar=anregende Weiſe gegenüberſtanden.
neu aufblühende Geſchichtsphiloſophie wurde vertreten durch
Hacker (Heidelberg) und Litt (Leipzig), deren bedeutende
Vor=
e über die Wichtigkeit der geiſt=geſchichtlichen Forſchung und
Geſchichte und Weltanſchauung ſich harmoniſch ergänzten.
den Reihen der Literaturhiſtoriker ſeien erwähnt: Naumann
inkfurt a. M.), deſſen zwei Vorträge über die höfiſche Kultur
13. Jahrhunderts und über den Einfluß des Chriſtentums
Oen deutſchen Volksglauben glanzvolle, reiche Perlen
wiſſen=
tlicher Arbeit darſtellten, und Baldenſperger (Paris), der
r geiſtvollen Abriß der franzöſiſchen
Literaturgeſchichtsſchrei=
ſeit der Romantik gab.
Aus der dritten Woche ſeien erwähnt: Schmitts (Bonn)
Brechtliche Vorträge; Oppenheimers (Frankfurt)
national=
omiſches Seminar und Bougles (Paris) Bericht über
Ten=
n der Soziologie. Sie gipfelte in den geiſtvollen, zünden=
S Vorleſungen Radbruchs (Heidelberg) über Rechtsphiloſophie,
K.
lich eine kräftige politiſche Note anſchlugen.
Die vierte und letzte Woche brachte national=ökonomiſche und
ogiſche Vorträge von Picard (Lille) und Salomon (
Frank=
ſowie zwei ethnographiſche Beiträge von Mauß (Paris)
11 Sonigsheim (Köln).
Zuſammenfaſſend läßt ſich ſagen von den Vorträgen, die
O ausgedehnte und fruchtbare Diskuſſionen wertvoll ergänzt
tz1 en, daß ſie mit ganz wenigen Ausnahmen auf einem gewal=
Niveau ſtanden. Die Anforderungen an die Hörer waren
aber erwieſen ſich als ſehr wertvoll; iſt doch die Erhöhung
ritellektuellen Anſpruchs an den Studenten die einzige Art,
s Dirklich zu fördern und anzuregen. Weiter fiel eine
bedeu=
philoſophiſche Fundierung der Einzelwiſſenſchaften
auf=
nur die eigentlichen Fachvertreter, ſondern auch die anderer
olinen bemühten ſich um eine bewußte Einordnung in ein
rrmenhängendes Gebäude der Wiſſenſchaft und um eine
philo=
che Rechtfertigung ihrer Arbeit. Die Aufgabe, ganz unaka=
A ch vor einem akademiſch gebildeten PAblikum auf eine ge=
wiſſe ſelbſtbeſinnende Weiſe von der Facharbeit und dem
perſön=
lichen wiſſenſchaftlichen Streben zu reden, iſt im allgemeinen
ſehr gut gelöſt worden, und die überraſchende Löſung hat die
Berechtigung der Aufgabe aufs neue bezeugt. Auch die
perſön=
liche Annäherung und ſtärkere Berührung hat ſich zur
Zufrieden=
heit Aller vollzogen. Das tägliche Beiſammenſein in den
Vor=
leſungen, der Sport und die ſonſtige Geſelligkeit (wobei der Tanz
in ſeiner poſitiven Rolle zu erwähnen iſt, wurde doch z. B. der
erſte deutſch=franzöſiſche Studentenabend, nicht akademiſch in
einem Hörſaal abgehalten, ſondern beim Abendtanz in der
Kur=
hausdiele!) haben zuſammen gewirkt, um aus den zuerſt loſe
zuſammengewürfelten Menſchen verſchiedener Nationen,
Fakul=
täten und Anſichten eine feſtverbundene Gemeinde zu ſchaffen.
Eine große Neihe intereſſanter Menſchen iſt an einem
vorüber=
gezogen, und manche nähere Bekanntſchaft, auch mit den
Pro=
feſſoren, die ihren Wert weit über die vier Wochen hinausbehält,
iſt dort oben entſtanden. An dieſer Stelle iſt vor allem der
ge=
ſchickte und tatkräftige Organiſator der Kurſe, Prof. Salomon
(Frankfurt), zu erwähnen, der ſich mit dem ganzen Einſatz ſeiner
liebenswürdigen Energie (Lanimateur nannten ihn die
Fran=
zoſen) auch um dieſe Frage gekümmert hat.
Schließlich ſei noch kurz auf die finanzielle Grundlage der
Hochſchulkurſe eingegangen. Der gewaltige Bau, der in ſeiner
unerwartet vollendeten Geſtaltung ſelbſt die Veranlaſſer
über=
raſcht hat, iſt nur ermöglicht worden durch die großzügige
Hilfs=
bereitſchaft der Davoſer Bevölkerung, welche die Leitung in die
Lage ſetzte, rund 130 Studenten, dem Kern der Hörerſchaft, einen
Freiplatz für den geſamten Kurs zu verſchaffen. Dieſe Leiſtung
kann und ſoll natürlich nur eine einmalige ſein. Für die
künf=
tigen Kurſe wird, die Beſchaffung der Freiplätze, die bei der
ſchwierigen Lage aller Studierenden eine Grundbedingung iſt,
von den einzelnen Ländern übernommen werden. In der
liebens=
würdigſten Weiſe iſt dieſe immerhin nicht kleine Schar vier Wochen
lang auf das erſtklaſſigſte beherbergt und verpflegt worden.
Sana=
torien, Penſionen und Einzelfamilien haben eine hochherzige
Gaſtfreundſchaft geübt; von jener echten Art, die nicht verletzt,
wenn ſie gibt, ſondern der das Geben ſchon Dank und Freude
genug iſt. Wir aber, die wir die Ehre und das Glück hatten,
dier geiſtig und ſportlich angeſpannte Wochen in jenem
zauber=
haften Hochtal zu verleben, wir glauben am beſten dadurch zu
danken, daß wir helfen, das ſo ſtolz begonnene Werk fortzuführen
und zu vollenden:
die Davoſer Hochſchulkurſe.
Leonhard v. Renthe=Fink, stud. Bhil.
*3. Volkskonzert des
Landestheater=
orcheſters.
Auch ihm war wie ſeinen Vorgängern ein voller Erfolg beim
ausverkauften Haus beſchieden. In erſter Linie wegen der
H=Moll=Sinfonie von Tſchaikowsky. So oft man dieſes alte
Paradeſtück für Orcheſter und Dirigenten hört, freut man ſich
immer wieder an der Süßigkeit des zweiten Themas im erſten
Satz, das Richard Strauß anſcheinend auch ſehr gut gefallen hat,
freut ſich der entzückenden Grazie des ³⁄.=Rhythmus im zweiten
Satz, iſt man immer wieder hingeriſſen vom Koſakenritt, wie ihn
der dritte Satz ſchildert. Wohl iſt das alles äußerlich, aber,
ge=
tragen von einer glänzenden Aufführung, iſt dieſe Sinfonie
immer noch ein dankbares und gern gehörtes Virtuoſenſtück. Die
Aufführung des geſtrigen Abends, geleitet von
Generalmuſik=
direktor Dr. Böhm, war glänzend im Temperament und brachte
alles Heroiſch=Pathetiſche zu zündender Wirkung. Im erſten Satz
vermißten wir, namentlich in den Holzbläſern, manchmal
not=
wendige feinere Schattierungen, und auch der zweite Satz Allegro
con grazig war mehr Allegro als con grazia; aber man hatte
auch geſtern abend, wie immer, wenn Böhm am Pult ſteht, das
erquickende Gefühl, daß ein großer Könner und ein geſunder und
herzenswarmer Muſiker am Werke iſt, dem das Publikum am
Schluß des Konzertes, ebenſo wie dem ausgezeichneten Orcheſter,
dankbarſten Beifall ſpendete.
Die erſte Abteilung des Abends war Franz Schubert
ge=
widmet, deſſen B=Dur=Sinfonie noch ganz Mozart iſt, aber im
Andante den Schubert der „Unvollendeten” erkennen läßt. Und
dann ſang Hans Komregg „Drei Harfnergeſänge‟, „Raſtloſe
Liebe” und „Dem Unendlichen‟. Die Harfnerlieder wollten noch
nicht ganz glücken. Der Konzertſaal iſt unbarmherzig und deckt
ſtimmliche Mängel ſchonungslos auf. Herr Komregg hat noch
viel zu lernen, aber daß er Talent auch zum Liederſänger hat,
be=
wies die vom ſtarken Beifall erzwungene Dreingabe „
Frühlings=
traum”. Daß Herr Komregg über außergewöhnlich ſchöne
Stimm=
mittel verfügt, zeigte die ſtimmgewaltige Wiedergabe von „Dem
Uinendlichen”; hier verhalfen die Fülle des Tones und die Wärme
des Vortrages zum verdienten Erfolg. Dr. Böhm war ihm am
Klavier feinſter Begleiter.
O.
Nummer 121
Dienstag, den 1. Mai 1928
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Dienstag, den 1. Mai 4928
Nummer 121
Die Anwenelscadent in der Sergſttäße.
Die Verheerungen in den Ortſchaften. — Aufgeriſſene Straßen. — Sturin und Hagelſchlag vernichtet die Ernte.
Photogr. Rost
Das Anweſen Wetzbach 8 in Zwingenberg mit der eingeſtürzten Vorderfront,
Photogr. Rost
Das von der Sturmflut ſchwer beſchädigte Amtsgericht in Zwingenberg.
Bei Tag im Unwettergebiet.
Die Bergſtraße=Ortſchaften boten auch geſtern noch ein
troſt=
es Bild der Verwüſtung. Der Schaden, der durch die
Wetter=
aſtrophe entſtanden iſt, iſt noch gar nicht zu überſehen. Wäh=
„d des ganzen Tages arbeiteten die Bewohner an der
Ent=
rung der Schlamm= und Geſteinsmaſſen in den Häuſern; die
ter Waſſer ſtehenden Keller werden durch Pumpen
trocken=
egt. Die Straßen der in Mitleidenſchaft gezogenen
Ortſchaf=
beſonders von Zwingenberg (vergl. obige Aufnahmen),
erbach, Alsbach uſw. ſind derart von den Sturzwaſſern
auf=
iſſen, daß ein Paſſieren ſchon an ſich Schwierigkeiten bereitet.
* Durchfahrtsverkehr durch Zwingenberg war auch geſtern noch
verrt, ſo daß die Umleitung nach Bensheim noch immer über
bau, Schwanheim notwendig iſt. Die einzelnen vom
Un=
tter beſonders mitgenommenen Anweſen bieten ein trauriges
d der Verwüſtung. Das Anweſen Wetzbach 8 iſt vollkommen
erſpült, nur einzelne Balken tragen das Haus, das infolge
anſtürzenden Waſſermaſſen bedenklich ſchief ſteht und
abge=
eßt werden mußte. Die Vorderwand wurde glatt
wegge=
en, die Hausbewohner, die zunächſt an den Einſchlag eines
ßes glaubten, wurden wie durch ein Wunder gerettet. Die
Seinwohner berichten entſetzt von dem Wüten des Orkans.
itzlich brach eine faſt nächtliche Finſternis aus. Das elektriſche
1t funktionierte nur ſehr mangelhaſt. Es flammte auf, um in
zen Abſtänden ſekundenlang zu verlöſchen. Grelle Blitze
zuck=
dazwiſchen. Waſſermaſſen, vermiſcht mit großen Hagelkörnern,
ſſelten herab, wie man es ſeit Menſchengedenken nicht geſehen
te. Darein miſchte ſich das Rollen des Donners und das
htbare Brauſen der Waſſermaſſen, die ſich in ein bis zwei
ter Höhe durch die Gaſſen wälzten, Steine, Bäume und Geröll
ſich führend. Die Maſſermengen tobten wider Mauern und
ſer und ſchäumten meterhoch. Die geängſtigten Einwohner,
en Parterreräume ſich mit Waſſer füllten, mußten in die obe=
Stockwerke flüchten. — Bei der geſtrigen Tagesbeſichtigung
de in den ſtark in Mitleidenſchaft gezogenen Geſchäften, z. B.
ver Filiale des Konſumpereins Darmſtadt, in dem Kleider=
Schuhgeſchäft L. Mainzer noch fieberhaft aufgeräumt. In
Amtsgericht; zu dem man durch die vollkommen
auf=
ſſene Obergaſſe nur mit großer Mühe gelangen konnte, ſind
Akten verſchmutzt. Trotz der intenſiben Reinigungsarbeiten
rte der Schlamm aus den Räumen noch nicht ganz entfernt
Hen. Die Umfaſſungsgartenmauer iſt vollkommen eingedrückt,
Steine ſind von den mit voller Kraft hier anſtürmenden
ken mitgeriſſen worden. Mehrere Gärten und Wieſen ſtehen
unter Waſſer. — Einen beſonders troſtloſen Anblick bietet
Friedhof, der unglaublich verwüſtet iſt. In dem benachbarten
erbach ſteht das Waſſer in den Kellern. Der in den
Hotel=
rn aufbewahrte Faßwein droht ſchweren Schaden zu nehmen,
alle Fäſſer feucht wurden. Die aufbewahrten Kartoffeln
rere Hundert Zentner — ſind durchnäßt. Der Sach= und
be=
ers der Flurſchaden iſt noch nicht zu überſehen.
Die beſſiſche Regierung
im Kataſtrophengebiet.
—mtlich wird uns mitgeteilt: Geſtern vormittag 10 Uhr
unter=
nen Staatspräſident Adelung, Finanzminiſter
Kirn=
ger, Arbeits= und Wirtſchaftsminiſter Korell und
Mini=
aldirektor Spamer als Vertreter des Innenminiſters in
leitung von Miniſtrialdirektor Uebel und
Oberlandwirt=
tsrat Bauer von der Landwirtſchaftsabteilung des
Wirt=
tsminiſteriums, ſowie von Oberbaurat Neuling von der
iſterialbauabteilung eine Beſichtigung der durch das Unwetter
betroffenen Orte der Bergſtraße. Unter Führung von Oberſt=
T rant Schröder und Hauptmann Jennewein von der
tzpolizei und des Kreisdireltors Reinhard aus Bensheim
Zeugte ſich die Regierung zunächſt von den Verheerungen,
die Sturzflut in Zwingenberg angerichtet hat, und beſichtigte
r den Straßen= und Flurſchäden zahlreiche ſchwer beſchädigte
öfte und Gebäude. Den erſchütterndſten Anblick bietet der
Nordausgang von Zwingenberg liegende Friedhof, deſſen
rern und Grabſteine von der Flut umgeriſſen wurden. Die
rehmer ſetzten dann ihre Beſichtigung in Auerbach fort, wo
im Zeutrum in einigen großen Gaſtwirtſchaftsanweſen die
r noch voll Waſſer ſtanden und die Gärten völlig zerſtört
Den ſind. Die Auswirkung der Schäden an Obſtbäumen und
rbergsanlagen ſowie in Gärtnereien iſt überaus groß und
erſt durch eingehende Unterſuchungen genau feſtgeſtellt wer=
In Bensheim, der ſüdlichen Grenze des eigentlichen Un=
Sgebietes, wurde die Regierung von Bürgermeiſter Dr.
germeier begrüßt. Die Weinbergsſchäden ſollen hier in
uächſten Tagen feſtg ſtellt werden. Dann wurde die
Be=
gungsfahrt über Schwanheim, in deſſen Gemarkung
ſtellen=
e entwurzelte Obſtbäume liegen, nach Hähnlein fortgeſetzt.
Photogr. Rost
Die Sturmflut richtete in den Gaſſen hinter dem „Löwen”
in Zwingenberg furchtbare Verheerungen an,
FIOIDH• Rast
Schwel beſchädigte Straße,
iu Hintergrund links eine eingeſtürzte Scheunte.
In der Gemarkung Hähnlein hat ſowohl nach der Bergſtraße zu,
als auch, wie berichtet wird, in der Richtung nach Gernsheim in
weitem Umkreis hauptſächlich der Hagelſchlag gewütet. Die
Frucht, die hier einen halben Meter hoch ſtand, iſt — ſoweit das
Auge blickt — wie abgemäht, die Obſtbäume ſind völlig kahl. Das
gleiche troſtloſe Bild zeigt ſich in den tiefer liegenden Teilen der
Gemarkung Alsbach. Hier ſind die Felder und Gärten wie
in Zwingenberg vielfach verſchlammt. In Jugenheim, wo
die Beſichtigungsfahrt gegen 4 Uhr ihr Ende fand, iſt die
nörd=
liche Grenze der Hagelzone. Aber auch hier haben nach den
Mit=
teilungen des Bürgermeiſters nach der Ebene zu liegende
Gärt=
nereien ſtark gelitten. Die Notwendigkeit der Hilfe trat beim
Anblick der Verwüſtungen allen Beteiligten, eindringlich vor
Augen. Die Regierung wird ſich alsbald ſchlüſſig werden, welche
Hilfsmaßnahmen im Einzelnen zu ergreifen ſind.
Zur Ermittelung der Niederſchlagsmengen
in den heimgeſuchten und den anſchließenden Gebieten ſind
Mit=
teilungen über die Waſſer=Füllhöhe in offenſtehenden Eimern,
Bütten uſw. ſehr erwünſcht. Die Landesanſtalt für Wetter= und
Gewäſſerkunde in Darmſtadt, Mathildenplatz 15, nimmt derartige
Nachrichten (einfache Poſtkarte) gern entgegen.
Von unſeren Mitarbeitern gehen uns aus den einzelnen
Ort=
ſchaften folgende Meldungen zu:
Eberſiadt.
F. Eberſtadt, 30. April. Sturm und Gewitter. Nach
herr=
lichſtem Frühlingswetter am geſtrigen Sonntag entlud ſich unerwartet
nach 4 Uhr über der hieſigen Gemarkung ein Gewitter, dem ein
orkan=
artiger Sturm vorausging. Der Sturm war von einer ganz ſeltenen
Mächtigkeit und richtete im Orte an den Häuſern großen Schaden an.
Teilweiſe wurden die Dächer erheblich beſchädigt, indem ſie hier mehr,
dort weniger abgedeckt wurden. Die Dachziegeln lagen zu Hunderten
zerbrochen auf der Straße und in Höfen. Nicht ſtandfeſte Schuppen und
Gartenhütten wurden niedergeriſſen und zerſtört. Auch die
Obſtbaum=
kultunen auf dem Felde ſind durch den Sturm ſtark in Mitleidenſchaft
gezogen und zum Teil erheblich beſchädigt worden. Viele Aeſte wurden
jählings abgeriſſen, eine große Anzahl von Bäumen umgeknickt. Noch
größer iſt der Schaden in gewiſſen Waldſtrichen. Hier hat der Sturm
geradezu verheerend gewirkt. Unzählige Bäume wurden völlig
entwur=
zelt und ſpernen Wege und Schneiſen. Die während des Gewitters
niedergegangenen Regenmengen waren auffallend gering.
Alsbach.
Das vorgeſtrige Unwetter hat in der hieſigen Gemeinde furchtbar
gewütet. Durch den Wolkenbruch und die von den Bergen
herabfluten=
den Waſſermaſſen wurden die Straßen aufgeriſſen, Keller und
Erdgeſchoß=
wohnung überſchwemmt, ſo daß teillweiſe Einſturggefahr beſteht. Schwere
Hagelſchläge vernichteten die geſamte Obſt= und Feldfruchternte. Es
beſteht großer Mangel an Futtermitteln.
Schwanheim.
A. Außergewöhnlicher Autoverkehr ſetzte plötzlich
vor=
geſtern abend nach dem Gewitter durch unſer Dorf ein, das ſonſt wenig
durch Autolärm geſtört wird. Auto auf Auto und dazwiſchen
Motor=
räder kamen von Bensheim her, „vo ein Wolkenbruch niedergegangen
war, ſo daß die Durchfahrtsſtraße infolge großer Schlamm= und
Waſſer=
maſſen eine Zeitlang nicht paſſiert werden konnte. So wurde der
Ver=
kehr von Beusheim aus durch Schwanheim—Hähnlein umgeleitet nach
Darmſtadt—Frankfurt, und man konnte ſich einmal einen Begriff davon
macken, welch enormer Autpverkehr doch, zumal Sonntags, an der
Berg=
ſtraße herrſcht.
Heppenheim.
W. Heppenheim a. d. B., 30. April. Schweres Unwetter.
Gegen 3.30 Uhr zeigte ſich ſüdlich am Horizont ein außergewöhnlich
um=
fangyeiches Wolkenmeer. Allmählich wurde es ſtockfinſter. Von 4 bis
6.30 Uhr tobten Stürme und mehrere Gewitter in denkbar heftigſter
Weiſe. Handhoch bedeckten Hagelkörner die Fluven. Maſſig wurden
ſtärkſte Bäume entwurzelt und andere Bäume der Agſte beraubt. Auf
den Straßen konnte man überall Ziegelreſte von Dächern beobachten;
letztere ſind mit nur wenig Ausnahmen überall ſtark beſchädigt worden.
Aeltere Leute können ſich eines Unwetters” von ſolcher Heftigkeit nicht
erinnern. Die Baumblüte wurde durch Hagelſchlag und die Fluren
durch ſtrömende Waſſermengen weſentlich beſchädigt.
Unwetter in der Gemarkung Gernsheim.
Bei dem furchtbaren, orkanartigen Gewitterſturm, der am vergangenen
Sonntag mit ungeheurem Hagel über unſere Gemarkung hinwegging,
wurde beſonders die Siedlung auf dem Frankenfelde ſtark mitgenommen.
Zwölf Hühnerhalleu bis zur Größe von 12X4,50 Metern wurden von
dem Sturm hinweggefegt und die Bauteile weit in die Felder getragen.
Tauſende von Hühner= und Junghühnerleichen bedecken das Feld. Die
Saat wie auch das Grünfutter ſind vernichtet. Auch die Stallbauten
ſiund teilzueiſe abgedeckt, das Vieh ſteht unter freiem Himmel. Der
ent=
ſtandene Sachſchaden beläuft ſich ſchätzungsweiſe auf 30 000 RM. Die
Siedler, die aus der furchtbauen Kriegsnot heraus in jahrelanger zäher
Aubeit ihre Exiſtenz eruichtet haben, linderten die landwirtſchaftliche Not
durch Selbſthilfe, indem ſie Intenſibhühnerwirtſchaften anlegten. Auf
der Höhe der Entwicklung uurde alles vernichtet; es iſt zu wünſchen,
daß den Siedlern ſeitens der Regierung Hilfe zuteil wird. Auch ein
großer Teil der Gemarkung wuurde erheblich in Mitleidenſchaft gezogen.
Nummer 124
Dienstag, den 4:Mai gg28
*Steuer= und Wirtſchaftskalender
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 1. Mai.
Zu der angeblichen Verlegung des Landesfinanzamts
Darm=
ſtadt teilt die amtliche heſſiſche Preſſeſtelle mit: Dieſer Tage ging
durch die Preſſe eine Notiz, nach der geplant ſei, die
Landes=
finanzämter Darmſtadt und Kaſſel zu vereinigen und nach
Frank=
furt a. M. zu verlegen. Am amtlicher Stelle iſt von derartigen
Plänen nichts bekannt, auch nichts, das darauf ſchließen läßt, daß
ſolche Pläne von den zuſtändigen Stellen erwogen werden.
— Ernannt wurden: Am 2. April: der Schulamtsanpärter Karl
Decher aus Worms zum Lehrer an der Volksſchule zu Rhein=
Dürk=
heim, Kreis Worms; am 3. April: der Schulamtsanwärter Georg
Röder aus Neunkirchen, Kreis Dieburg, zum Lehrer an der
Volks=
ſchile zu Groß=Bieberau, Kreis Dieburg; am 4. April: der
Schulamts=
anwärter Karl Appenheimer aus Waldmichelbach, Kreis
Heppen=
heim, zum Lehrer an der Volksſchule zu Mörfelden, Kreis Groß=Gerau;
der Schulamtsanwärter Richard Matthes aus Haingrund, Kreis
Erbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Reichenbach, Kreis
Bens=
heim; der Schulamtsanwärter Hermann Xander aus Darmſtadt zum
Lehrer an der Vdlksſchule zu Heppenheim a. d. W., Kreis Worms; am
11. April: die Schulamtsanwärterin Maria Zipp aus Heppenheim
zur Lehrerin an der Volksſchule zu Fehlheim, Kreis Bensheim; am
2. April: der Schulamtsanwärter Wilhelm Müller aus Pohl=Göns,
Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksſchule zu Mettenheim, Kreis
Womms; der Schulamtsanwärter Jakob Niederauer aus
Kriegs=
heim, Kreis Worms, zum Lehrer an der Volksſchule zu Bechtheim,
Kreis Worms; die Schulamtsanwärterin Anna Weichel aus
Gber=
ſtadt, Kreis Darmſtadt, zur Lehrerin an der Volksſchule zu Vielbrunn,
Kreis Erbach, ſämtlich mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ab;
am 2. April: der Gewerbeamtmann beim Gewerbeaufſichtsamt
Offen=
bach Gewerberat Dr. Erwin Meyer zu Offenbach mit Wirkung vom
1. Juni 1928 an zum Vorſtand des Gelverbeaufſichtsamts zu Gießen,
unter Belaſſung ſeiner ſeitherigen Amtsbezeichnung als „Gewerberat”
am 24. April; der Vorſtand des Gewerbeaufſichtsamts Worms
Gewerbe=
rat Dr. Wilhelm Schneiber zu Worms mit Wirkung vom 1. Juni
1928 an zum Obergewerberat unter Belaſſung in ſeiner ſeitherigen
Dienſtſtelle.
Verſetzt wurde: Der Gewerbeamtmann bei dem
Gewerbeaufſichts=
amt Gießen Gewerberat Suſat mit Wirkung vom 1. Januar 1928 an
in gleicher Dienſteigenſchaft an das Geverbeaufſichtsamt Offenbach.
Evangeliſch=kirchliche Nachricht. Dunh die Kirchenregierung wurde
dem Pfarrer Hans Letzing zu Engelrod die evangeliſche Pfarrſtelle
zu Ortenberg, Dekanat Büdingen, übertragen.
Zollperſonalien. Zufolge Verordnung des Herrn Reichsminiſters
der Finanzen ſind die bisherigen Bezirkszollinſpektionen,
die bekanntlich den Außendienſt im Bereihe der Zollverwaltung
wahr=
nehmen, ab 1. April d. J. als Bezirtszollkommiſſariate
zu benennen. — Vom 1. Mai d. J. ſind die bisherigen
Bezirkszollkommiſ=
jariate I und II Darmſtadt zu einem Bezirkszollkommiſſariat
Darm=
ſtadt veremigt worden. — Der Zollpraktikant Schäfer in Mainz
iſt zum Oberzollſekretär in Darmſtadt ernannt worden. Der
Zollprakti=
kant Kreiter wurde als Oberzollſekretär an das Hauptzollamt
Stettin=Oft verſetzt. — Am 15. und 16. Juni 1928 findet in Darmſtadt
der diesjährige Bundestag des Bundes deutſcher
Reichszoll=
beamten E. V. Berlim ſtatt.
— Vier Jubilare bei dem Städtiſchen Wohlfahrts= und Jugendamt.
Herr Stadtverwaltungsoberſekretär Meß ſtand am 18. April 30 Jahre,
Herr Stadtverwaltungsoberſekretär Merkel am 21. April, Herr
Stadtverwaltungsinſpektor Baumüller am 30. April und Herr
Stadtverwaltungsinſpektor Lang am 1. Mai d. Js. 25 Jahre im Dienſt
der Stadt Darmſtadt. Zur gemeinſamen feſtlichen Begehung dieſer für
die vier Herren bedeutſamen Gedenktage verſammelten ſich am
Sams=
tag, 28. April, vormittags 11 Uhr, in dem mit Blattpflanzen und
Blu=
men reich und geſchmackvoll geſchmückten großen Sitzungsſaale des
Wohl=
fahrts= und Jugendamtes ſämtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,
ſoweit ſie vom Dienſt abkömmlich waren. Herr Stadtdirektor Schrauth
als Amtsvorſtand feierte in längerer, ſehr eindrucksvoller Rede die
Ju=
bilare, in der er beſonders das Pflicht= und Verantwortlichkeitsgefühl
und die Treue im Dienſt, das die Jubilare auszeichnet, hervorhob.
Dankbar gedachte er, daß alle vier Herren an beſonders wichtigen Poſten
in dem Dienſte des Wehlfahrts= und Jugendamtes ſtehend, jederzeit
her=
vorragend nicht nur für die Stadtverwaltung ſelbſt, ſondern auch für
die ihnen anvertrauten Mitbürger tätig waren, und überreichte ihnen
die Glückwunſchſchreiben des Herrn Oberbürgermeiſters für die
Stadt=
verwaltung ſowie ſinnige Geſchenke und Blumen, die von ſämtlichen
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen — ohne jede Ausnahme —, geſtiftet
waren. Anſchließend an die Rede des Amtsvorſtandes gedachte Herr
Verwaltungsoberinſpektor Goſenheimer in ſeiner Eigenſchaft als
1. Vorſitzender der Ortsgruppe Darmſtadt der Gewerkſchaft Heſſiſcher
Gemeindebeamten der Verdienſte, die ſich die Jubilare teils als Führer
oder als treue Mitglieder der Orgniſation erworben haben und
über=
brachte die Glückwünſche der Gewerkſchaft des Heſſiſchen
Gemeinde=
beamten= und des Heſſiſchen Beamtenkartells. Herr Bürgermeiſter Delp
als Dezernent des Städtiſchen Wohlfahrtsweſens war durch
Dienſt=
geſchäfte verhindert, an der Feier teilzunehmen und ließ ſein
Fern=
bleiben entſchuldigen. Die Feier, die auf alle Teilnehmer einen
nach=
haltigen Eindruck machte, verlief — den derzeitigen Verhältniſſen
ent=
ſprechend — einfach und rürdig als ein Zeichen der harmoniſchen
Zu=
ſammenarbeit, die die Beamten des Wohlfahrts= und Jugendamtes in
ihrem ſchweren Dienſte ohne Unterſchied verbindet.
— Arbeitsjubiläum. Heute, 1. Mai, feiert Herr Peter
Hunds=
dorf, wohnhaft Roßdörfer Straße 32, ſein 40jähriges
Arbeitsjubi=
läum bei der Firma Feilenfabrik Heinrich Sonnthal.
Den 90. Geburtstag begeht worgen Frau Chriſtine Siebert, die
wohl zu den älteſten Einwohnern Darmſtadts zählen dürfte. Sie iſt
geboren am 2. Mai 1838 zu Schlitz und verzog nach dem Ableben ihres
Ehemannes, des Gräflichen Förſters Friedrich Siebert, im Jahre 1910
nach Darmſtadt zu ihrem Schwiegerſohn, Kanzleiſekretär Fritz Schell,
bei dem ſie ihren Lebensabend verbringt.
— Bunter Abend der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Am
Sams=
tag, den 5. Mai, veranſtaltet die Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 in
ihrem Turnhauſe einen Bunten Abend mit Tanz. Für dieſen
Abend haben ſich alle Kräfte, die bei derartigen Veranſtaltungen des
öfteren mitgewirkt haben, in den Dienſt des Vereins geſtellt. Der erſte
Teil des Programms ſetzt ſich aus mehreren Darbietungen der einzelnen
Abteilungen zuſammen. Die Turnerinnen werden mit einer hübſchen
Tanzaufführung ihre Fähigkeit auf dieſem Gebiet beweiſen, anſchließend
daran iſt ein Solotanz von drei Turnerinnen vorgeſehen, der mit der
entſprechenden Ausſtattung ſicher einen guten Eindruck hinterlaſſen
wird. Die Turner werden ſich als Akrobaten am Hochreck vorſtellen,
und die Sportler bringen einige Bilder aus ihrem Tätigkeitsfeld. Des
ferneren ſind noch einige humoriſtiſche Vorträge (Geſang, ſowie Duette)
zu erwähnen, für die ſich bewährte Kräfte gefunden haben. Der zweite
Teil bringt die Wiederhelung des Luſtſpieles „Die neue Küchenfee‟.
Wegen des großen Erfolges bei der Weihnachtsfeier iſt eine nochmalige
Aufführung ſehr begrüßt worden, und wird die diesmalige Aufführung
noch eine beſſere Aufnahme finden, da ſie eine weitere Ausgeſtaltung
erhalten hat. Wir laden deshalb alle Freunde und Mitglieder zu dieſer
Veranſtaltung freundlich ein, und glauben im voraus ſagen zu können,
daß ein jeder Beſucher auf ſeine Koſten kommen wird. Wer alſo ſeine
Alltagsſorgen auf einige Stunden vergeſſen will, wer wieder einmal
kräftig lachen will, der komme zum Bunten Abend der 1875er Turner
am 5. Mai”. Nach dem Programm iſt Tanz, und kann hier die Jugend
ſowie das Alter noch einige Stunden das Tanzbein ſchwingen. Die
Eintrittspreiſe ſind nicht ſehr hoch und koſtet die Karte pro Perſon
50 Pfg.
— Inſtitut für wifſenſchaftliche und angewandte Photographie,
Tech=
niſche Hochſchule Darmſtadt. Die Vortrags= und Uebungszeiten für das
Sommerſemeſter 1928 werden in einer am 1. Mai im Inſtitut
ſtattfin=
denden Verſammlung der Leilnehmer feſtgeſetzt.
für die Zeit vom 1. bis 15. Mal 1928.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
5. Mai: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanzkaſſe,
daß die Summe der im April abgeführten
Steuerabzugs=
beträge mit der Summe der im April einbehaltenen
Steuer=
beträge übereinſtimmt. (Keine Schonfriſt.)
5 Mai: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
15. bis 30. April erfolgten Lohnzahlungen. Falls die bis
zum 15. April einbehaltenen Beträge 200 RM. nicht erreicht
haben, im Ueberweiſungsverfahren Abführung der
Lohn=
ſteuer für die in der Beit vom 1. bis 30. April 1928 erfolgten
Lohnzahlungen. (Keine Schonfriſt.)
10. Mai: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe im
Abrechnungsverfahren entrichtet wird.
15. Mai: Kirchenſteuer 1928/1929, erſtes Ziel. (Verzugszinſen
wer=
den nicht erhoben.) Zahlungspflicht beſteht nur, wenn die
Beſcheide ſchon zugeſtellt ſind.
15. Mai: Einkommenſteuer=Vorauszahlung der Landwirtſchaft.
Keine Schonfriſt.)
15. Mai: Vorauszahlung auf die Vermögensſteuer 1928, zweite
Rate. Die Höhe des zu entrichtenden Betrages ergibt ſich aus
dem Steuerbeſcheid. Der Zahlungstermin gilt auch für die
Landwirtſchaft. (Keine Schonfriſt.)
Vorauszahlungsbeſcheid über Landesſteuern für das Rechnungsjahr 1928.
Das im Steuerkalender für die zweite Aprilhälfte Geſagte gilt auch
heute noch. Aus techniſchen Gründen werden die Vorauszahlungsbeſcheide
den Steuerpflichtigen noch nicht zugeſtellt werden können. Nähere
Mit=
teilungen an dieſer Stelle werden rehtzeitig erſcheinen.
H. W. Wohmann.
Tulligen
bei Ludwig Saeng
Kirchstrasse 20. (7046a
— Muſikverein. Die für Mittwoch, 2. Mai, angeſetzte Geſamtprobe
muß ausfallen, da Dirigent und Chormeiſter dienſtlich ſin Anſpruch
ge=
nommen ſind. Nächſte Geſamtprobe Freitag, 4. Mai, pünktlich
8 Uhr. — Am Sonntag, 6. MMkai, findet der Herzenausflug ſtatt,
Abfahrt 7,54 Uhr nach Goddelau. (S. Anz.)
— Petrusgemeinde, Männer=Vereinigung. Die nächſte
Monatsver=
ſamlung findet am Donnerstag, den 3. Mai, abends 8½ Uhr, im
Ge=
meindehauſe der Eichwieſenſtraße ſtatt. Herr Studienrat Dr. Seiler
wird ſprechen üben „Reiſeeindrücke aus Süditalien”; wirkungsvolle
Licht=
bilder werden das Verſtändnis des Dargebotenen vertiefen. Nicht bloß
die Mitglieder der Männer=Vereinigung, ſondern alle Gemeindeglieder,
insbeſondere die Mitglieder des Frauen=Vereins und der Jugend=
Ver=
einigungen, ſind herzlich eingeladen.
— Zuſammentreffen der Norddeutſchen an der Bergſtraße.
Sonn=
tag, den 6. Mai, kommen zum erſten Male nach dem Weltkriege die
Norddeutſchen aus dem Rhein=Main=Gebiete an der Bergſtraße
zuſam=
men. Die „Plattdütſche Vereenigung to Darmſtadt”, als Veranſtalter
dieſes Zuſammentreffens, ladet hiermit alle Norddeutſchen Darmſtadts
und des Odenwaldes, beſonders die Mitglieder des Vereins, zu dieſer
Tagung ein. Gemeinſame Abfahrt mit den Wiesbadenern, Mainzern
und Frankfurtern um 10.18 Uhr ab Hauptbahnhof Darmſtadt. Ankunft
in Auerbach zirka 11 Uhr. Gemeinſames Mittageſſen beim Landsmann
Gleue (Auerbacher Schloß). Von Auerbach wird eine Wanderung nach
Seeheim unternommen, um dort bei Landsmann Suhrke (Hotel
Huf=
nagel) den Tag durch gemütliches Beiſammenſein in gewohnter
ver=
gnügter Weiſe zu beſchließen. Rückfahrt von Seeheim 21 Uhr 50 Min.
(Siehe Anzeige.)
— Vogelsberger Höhen=Club, Darmſtadt. Die nächſte Wanderung
findet am Sonntag, den 6. d. M., ſtatt und führt die Teilnehmer nach
Worms und Heppenheim a. d. Wieſe. Wenn der Wettergott keinen
Strich durch die Rechnung macht, iſt bei dem herrlichen Frürhlingswetter
mit einer prächtigen Wanderung zu rechnen, deren Reiz durch die
Baum=
blüte weſentlich erhöht wird. Die Führer haben für Verpflegung und
Unterhaltung beſtens geſorgt. Mittageſſen zu 1,20 Mk. iſt in
Heppen=
heim a. d. W. beſtellt und wollen ſich die Teilnehmer rechtzeitig
ein=
zeichnen. Ferner wesd noch auf die am 2. und 3. Juni in Nidda
ſtatt=
findende Hauptverſammlung hingewieſen, wozu die Teilnehmevmeldung
bis zun 8. Mai 1928 bei Mitglied Neudecker, Ernſt=Ludwigſtraße,
vor=
zunehmen iſt. Alle Nähere iſt aus der heutigen Anzeige zu erſehen.
— Verein für das Deutfchtum im Ausland. Alle Mitglieder des
Vereins werden eingeladen zu einem Vortrag über: „Das Leben
der Deutſchen in Südweſtafrika vor und nach dem
Kriege‟. Dieſen Vortrag läßt der Verein vom Roten Kreuz für
Deutſche über See” am Freitag in der Turnhalle der Vikvoriaſchule
hal=
ten von einem hervorragenden Sachkenner, Dr. Brenner aus
Windhuk. Der Redner wird auch über die deutſche Schule ſprechen.
Ein Eintrittsgeld von 20 Pf, ſoll die Unkoſten decken.
— Orpheum. Die Hoch= und Deutſchmeiſter geben
heute 2 Konzerte; nachmittag3 4 Uhr (bei Eintrittspreiſen von 1—2,50
Mark, Kinder die Hälfte) und abends 8 Uhr (bei Eintrittspreiſen
von 1—3,50 Mark). Es wird nochmals darauf hingewieſen, daß das
Gaſtſpiel nur heute und morgen währt und nicht verlängert oder
wieder=
holt werden kann. (Siehe heutige Anzeige.)
Lokale Veranſtaltungen.
Die hlerunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrochten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritfk.
— Herrngarten=Café. Heute nachmittag 4 Uhr
konzer=
tiert das Scadtorcheſter (Künſtler=Enſemble) im Herrngarten=Café, (Vgl.
Anzeige.)
Aus den Parteien.
Die Unwetterſchäden an der Bergſtraße. — Antrag.
Die Gegend an der Heſſiſchen Bergſtraße iſt am Sonntag nachmittag
ton einem ſchweren Hagelunwetter betroffen werden. Der Ertrag
aus=
gedehnter Obſtanlagen, der Weinberge und die Früchte auf den Feldern
ſind vernichtet oder ſchwer beſchädigt. Die Frühjahrsbeſtellung in
Halm=
frucht, Kartoffeln und Rüben muß vielfach erneut vorgenommen
wer=
den. Stellenweiſe iſt auch Schaden an Gebäuden entſtanden.
Durch Ausläufer des Unwetters wurden auch andere Gebiete Heſſens,
darunter die Gegend von Groß=Umſtadt, betroffen.
Wir beantragen, der Landtag beſchließt: Die Regierung wird
erſucht:
1. den Umfang der entſtandenen Schäden alsbalo feſtzuſtellen und
Hilfsmaßnahmen umgehend in die Wege zu leiten,
2. Mittel zur Neubeſchaffung von Saatgut ſind zur Verfügung zu
ſtellen.
3. Die Landesſteuern in den betroffenen Gemeinden ſind ohne Antrag
zu ſtunden und gegebenenfalls zu erlaſſen.
4. Auf die Reichsregierung iſt einzuwirken, daß dieſe die Reichsſteuern
ſtundet und erläßt,
5. Die Notſtandsaktion für die im vorigen Jahre betroffenen Bezirke
iſt auf die neugeſchädigten Gebiete auszudehnen.
gez. Glaſer. gez. Gußmann. gez. Dr. Müller u. Fraktion.
—
D
Dasbeſte Abfifarmittel=
BLEIBEN
AbOTHEKER
RlEN- BRANorBellwsergersiänt
Verwaltungs=Sonderzug
Regensburg—Nürnberg— Dinkelsbühl.
Vier Maientage im Herzen des Bayernlandes! Wem ſchlägt
Herz nicht höher bei dieſem Gedanken? Wer möchte da nicht dem
lo=
den Ruf folgen und mittun, um an den blühenden Ufern der Do
und der Pegnitz den Frühling zu ſuchen?
Zwei der intereſſanteſten deutſchen Städte ſind das Ziel der Son
fahrt, die die Reichsbahndirektion Mainz in der Zeit vom 11. bis
Mai veranſtaltet: die alte castra Regina, die ehemalige freie
Re=
ſtadt Regensburg, und die herrliche Frankenſtadt Nürnbe
ns S
imat H
und als ein lebendiges Denkmal deutſcher Vergangenheit in unſer n
ternes Zeitalter hineinragt.
Die mit Sorgfalt vorbereitete Fahrt bietet volle Gelegenheit.
aller Ruhe und ohne jede Ueberanſtrengung die genannten Städte
ihre reichen Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen, ohne ſich dabei o
große finanzielle Opfer auferlegen zu müſſen. Der Verwaltungsſon
zug wird am Freitag, den 11. Mai, nachmittags 15 Uhr, in Regensh
eintreffen, wo die erſte Uebernachtung ſtattfindet. Am Samstag,
12. Mai, fahren die Teilnehmer nach Station Walhalla, um die W
halla, den deutſchen Ehrentempel, zu beſichtigen= oder aber, je
Belieben, der Befreiungshalle bei Kehlheim einen Beſuch
zuſtatten. Um 17 Uhr verläßt dann der Sonderzug wieder Rege
burg und trifft kurz nach 19 Uhr in Nürnberg ein, wo zweir
übernachſtet wird. Der ganze Sonntag ſteht für die Beſichtigung
Stadt und der beiden großen Ausſtellungen, die gegenwärtig dor
läßlich des Dürer=Gedenkjahres veranſtaltet werden, zur Verfügn
Die mit Mauern und Türmen bewehrte Altſtadt mit ihren herrſio
Kirchen und Profanbauten, mit ihren reihen Kunſtſchätzen, Muſe
und Sammlungen, aber auch das neue gewerbereiche Nürnbey.
Stadt der Lebküchler und Spielwarenfabrikanten, ſie beide ſind ſa
endlich reich an Sehenswürdigkeiten, an geiſtigen Anregungen on
Art, und ſie werden gewiß keinen enttäuſchen, der mit offenen Sim
kommt, um hier Umſchau zu halten.
Am Montag, den 14. Mai, heißt es dann Abſchied nehmen
Nürnberg. Aber noch geht es nicht heim, noch bleibt den Teilnehm
reichlich Zeit, um das alte, verträumte Dinkelsbühl zu ſehen,
neben Rothenburg o. T. von allen deutſchen Städten ſein altertümſi
Gepräge am reinſten bewahrt hat, und in de en Mauern uns ein G
aus Urvätertagen umweht.
wird bemüht ſein, die Fahrt allen Teilnehmern ſo angenehm wie
möglich zu geſtglten. Sie muß aber, ſoll die Fahrt wirklich zuſta
kommen, alsbald einen Ueberblick über die ungefähre Teilnehmerz
haben, um danach ihre Vorkehrungen treffen zu können. Es iſt desk
unbedingt nötig, daß die Sonderzugkarten nicht erſt kurz vorher, ſond
ſobald als irgend möglich gelöſt werden.
Und ſo ergeht denn der Ruf an alle: „Nicht lange beſinnen
fröhlichen Mutes auf zur Frühlingsfahrt ins Herz des ſchönen Baye
landes!
*Kreisausſchuß.
Antrag, der Heſſiſchen Lichtſpieltheater=A. G. in Darmſtadt
Erteilung der Konzeſſion nach 8 33a Gewerbeordnung.
Die Antragſtellerin will eine komplette Bühneneinrichtung heyſtel
und dabei perſönliches Auftreten von Künſtlern ermöglichen, auch
Geſang und Tanz hier und da ſtattfinden, die Lichtſpielvorführung
ſollen aber nach wie vor die Hauptſache bilden und Vorführungen
Sinne des § 33a nur als Einlagen erſcheinen. Verſagungsgründe lieg
nach Anſicht des Polizeiamts nicht vor. Widerſpruch erhoben hat d
Landestheater, da es ein Bedürfnis nicht anzuerkennen vermag. 2
Kreisausſchuß hat in nichtöffentlicher Sitzung den Antrag der be
A. G. abgelehnt aus dem Geſichtspunkt der Wurdigung des Bedür
Eine außerordentliche Verſchlichterung der Wirtſchaftslage hat das G
richt dazu geführt, das Bedürfnis zu verneinen. Hingewieſen wird al
den ſchlechten Beſuch des Landestheaters. Von untergeordneten
Ei=
lagen könne nicht geſprochen werden. Die Lichtbühne könne ſo leich
zum Kabarett werden. Die Geſuchſtellerin hat gegen dieſen Beſchlu
mündliche Verhandlung vor dem Kreisausſchuſſe beantragt. De
„Orpheum” bringe als Konkurrenz unzuläſſige, von der Helia abs
lehnte Filme, ſo führt der Vertreter der Helia aus. Die Landescheat
ſeien Zuſchußbetriebe, die Lichtſpieltheater müßten die Steuern herau
wirtſchaften. Für ein Unternehmen wie „Perkeo” ſei heute kein Bedü
ſikf
nis mehr. Die Helia müſſe ihre Räume der Stadt für ein Mu
noch in dieſem Jahre zur Verfügung ſtellen. Der Vorſitzende beto
daß ein Filmunternehmen konzeſſionsfrei ſei, konzeſſionspflichtig ſei
nur Varietévorführungen. Der Vertreter der Helia verweiſt dara
daß es ſich nur um gelegentliche Darbietungen für die He
handle. Das Polizeiamt ſteht auf dem Standpunkt, daß Einlagen z
gelaſſen werden ſollten, die in einenr inneren Zuſammenhang mit 0e
Programm ſtänden. Das wüſſe von Fall zu Fall nachgeprüft werde
Ein allgemeines Bedürfnis erkennt auch das Polizeiamt nicht an.
Das Urteil lehnt den geſtellten Antrag ab.
*Bezirksſchöffengericht.
p. Ein gerichtliches Nachſpiel hatte geſtern der tödliche Unglie
fall, der ſich am Sonntag, 26. Februar d. J., auf der Brücke der Gri
beimer Landſtraße nächſt dem Hauptbahnhofe ereignete. Die Ankle
geht dahin, daß der Autolenker, der ſeit 28. Mai 1925 den Führerſch
beſitzt, auf der Rückfahrt von Griesheim nah Darmſtadt das 6½ Jal
alte Söhnchen einer hieſigen Familie überfahren habe. Der Fuß
auf beiden Seiten der Brücke war belebt, in ſtärkerem Grade auf
ſüdlichen Seite; das Auto fuhr mit mäßiger Geſchwindigkeit. Der 2
geklagte will das Kind nur als Schatten wahrgenommen haben. 2
Wetter war hell, die Straße trocken. Die Fahrbahn war frei.
Nach den geſetzlichen Beſtimmungen beſtand eine unbedingte Pfl:
Signal zu geben, für den Angeklagten nicht.
Nach reichsgerichtlicher Rechtſprechung muß der Kraftfahrer
kopfloſem und unverſtändigem Verhalten von Kindern rechnen. *
der Angeklagte dies nicht getam habe, darin findet der Staatsanm
ein Verſchulden. Die Strafhöhe wird in das gerichtliche Ermeſſen
ſtellt. Der Verteidiger verneint, daß der Angeklagte mit ſolcher Re.
loſigkeit des Kindes habe rechnen müſſen, das Kind habe die Kara
bolgge heubeigeführt. Ein Hupenſignal hätte das Kind nur in eine N
größere Verwirrung bringen können. Ein Verſchulden ſei zu vernein.
Es handle ſich um einen Zufall, der heute immer möglich ſei, ſolal
Automobilſtraßen noch nicht gebaut ſeien. Das Urteil erkennt auf
Geldſtrafe von 1000 Mark.
Da ein Zug gerade unter der Brücke durchfuhr, hätte Angeklag
rechtzeitig Signal geben, auch einen Blick nach limks werfen müſſen.
Tageskalender für Dienstag, den 1. Mai 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, C=
22½ Uhr, Geſchloſſene Vorſtellung: „Der Vogelhändler” — Hlei
Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum, nachm. 16 Uhr und ab
20 Uhr: Gaſtkonzert der Hoch= und Deutſchmeiſter. — Konzerk
Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim.
Ausſtellung Der Menſch”, von 11—21 Uhr, auf
Mathildenhöhe. — Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=:
ſpiele, Reſidenz=Theater.
täglich benutzt
und Ihre Haut wird schimmernden Perien gleichen
WO
F F E S O H A
Nammer 121
Dienstag, den 1. Maf 1928
Seite 7
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Aus dem mittleren Odenwald.
A. Ein heftiges Gewitter mit ſtarkem Regengüſſen ſetzte
en 5 Uhr ein und machte den vielem Wanderluſtigen, die das
herr=
a. Frühlingswetter in unſere Gegend lockte, die jetzt, wvo alles grünt
blüht, beſonders ſchöm iſt, einem böſem Strich durch den Wanderplan.
twefelgelbe Wolken zogen ſich zuſammen, und der Sturmtwind peitſchte
e Staubwolken auf den Landſtraßen auf, daß man kaum noch einen
dev weit blichken konnte. Und ſchon fing es an zu blitzen und zu
riern und im Strömen zu regnen. Mancher Wanderer bekam eine
tige Tuſche. Beſonders nach der Bergſtraße zu ſcheint es ſchlimm
eſem zu ſein. In Schönberg, Auerbach und Umgegend waren
zeit=
ſe die Straßen ſo voll Waſſer und Schlamm, den die Waſſermaſſen
den Höhen herunterſchwemmten, daß kein Auto ſie paſſieren konnte.
*= und Privatautos in Lindenfels und Umgegend hattem Mühe, alle
auden wieder heimwärts zu befördern. Manche Reiſende, die keine
*gelegenheit fanden, mußten notgedrungem auf Schuſters Rappen dem
auveg antreten. Es hat ſich geſtern wieder ewwieſen, wie notwendig
Bahnverbindung des mittleren Odenwaldes (Lindenfels) zur Berg=
Ze iſt.
Babenhauſen.
r. Ein furchtbares Unwetter” ging am Sonntag
nachmit=
gegen 5 Uhr über unſer Städtchen vieder. Wohl über eine halbe
urde hielt es an, ohne an Heftigkeit nachzulaſſen. Mächtige, von dem
Emwind aufgepeitſchte Sandwolben, die von den Landſtraßen, von
Bahnhofsumbau und den durch die Waſſerleitungsarbeiten aufge=
Herten Straßenſand herrührten, hülltem Häuſer und Schloß
geſpen=
ſaft ein. Der Himmel zeigte ein ſchwefelgelbes Geſicht, und bald
en die Straßen, auf denem ein Fortkommen ummöglich war, menſchen=
Regenſchwaden, dicht zuſammengeballt, ergoſſen ſiche vom finſter
benden Gewitterhimmel, bis ſie von einem wahren Trommelfeuer
Dicken Hagelkörnern abgelöſt wurden. Dazwiſchen zuckten grelle Blitze
Himanel. Es war ein Unwetter, wie man es jahrzehntelang hier
nicht erlebt hat. Erſt nach und nach flaute der Gewitterſturm ab.
eine fühlbare Abkühlung ſtellte ſich ein. Ob das Hagelgeſtöber den
en Getreidefeldern und den blühenden Obſtbäumen ſtarkem Schaden
fügt hat, wird ſich noch zeigen. Die Aſchaffenburger Landſtraße
be von Automobilen und Fahrzeugen am Abend nicht mehr
be=
em werden, da der Sturmwind verſchiedene Bäume quer über die
pße als Barrikaden gelegt hatte. Von größeren Schäden iſt zurzeit
nichts bekannt.
*Sturm über Mainz und Rheinheſſen.
Die Unwetter=Kataſtrophe, die am Sonntag nachmittag an
Bergſtraße ſo ſtarke Verheerungen verurſachte, hat auch Mainz
Umgebung — wie ſchon in unſerer geſtrigen Ausgabe
er=
nt — nicht verſchont. Gegen 17 Uhr ballten ſich ſchwere dunkle
ken zuſammen, die Sonne verfinſterte ſich, und ein
orkan=
ger Sturm, der gewaltige Sand= und Staubwolken aufwir=
2, hob an. Es entlud ſich dann ein ſtarkes Gewitter mit
eren elektriſchen Entladungen und wolkenbruchartigem Regen.
Alt=Mainz kam es nicht zu größeren Schäden. Am
Bahn=
platz wurde — wie ſchon geſtern berichtet — ein Teil des
Haches zum Zentral=Hotel abgehoben, ſo daß die Feuerwehr
reifen mußte, die das Holz wieder befeſtigte. Schwere
Schä=
werden aus den Vororten und den Nachbargemeinden
ge=
det. Ueber Mainz=Koſtheim ging ein ſchwerer
Hagel=
g nieder. Bald waren in dem Orte die Straßen mit einer
Fentimeter hohen Hagelſchicht bedeckt. Großer Schaden wurde
den Häuſern und Fluren angerichtet. Insbeſondere wurden
eiberge, Obſtbäume und das Wintergetreide mitgenommen.
e Keller waren mit Waſſer überfüllt, ſo daß die Mainzer
rwehr eingreifen und die Keller auspumpen mußte. Vom
rksvorſitzenden der Bauernſchaft, Herrn Wilhelm
Schnei=
ging ein Telegramm an die Heſſiſche Landwirtſchaftskammer
Darmſtadt ab mit der Bitte, umgehend mit Rat und Tat
* helfend eingreifen zu wollen. — Auch in Weiſenau iſt
Schaden beträchtlich. An den in herrlicher=Blüte ftehenden
bäumen wurden faſt ſämtliche Bküten abgeſchlagen. — In
Bretzenheim hat das Unwetter insbeſondere die dortigen
Gärtnereien heimgeſucht. Auch waren die Straßen und
insbeſon=
dere der Marktplatz, der einem See glich, ſtellenweiſe vollftändig
überſchwemmt. In der Gemarkung Marienborn wurden die
dortigen Spargelanlagen beſonders heimgeſucht.
Auch in
Finthen gingen große Regenmengen nieder, doch war dort der
Hagelſchlag wenig beträchtlich. — Auf dem Rhein zwiſchen
Nacken=
heim und Laubenheim kam während des ſchweren Unwetters das
Segelboot eines Mainzer Metzgermeiſters zum Kentern. Die
Inſaſſen, der Metzgermeiſter, ſeine Braut und ein Freund
ſtürz=
ten ins Waſſer und gelang es ihnen nur mit alleräußerſter
An=
ſtrengung, ſich durch Schwimmen auf die nahegelegene Inſel
Hohenau zu retten. Das Segelboot trieb kieloben
rhein=
abwärts und wurde in der Nähe der Schiffsreſtauration „
Fran=
konia” bei Laubenheim geborgen. Die drei Inſaſſen wurden
nach Nackenheim übergeſetzt, woſelbſt ſie von einem Motorboot
abgeholt und nach Mainz gebracht wurden. Der Inhalt des
Segelbootes, darunter die Handtaſche der Dame, Kleidungs=
und Ausrüſtungsſtücke wurden ein Opfer des Rheines. Die
Inſaſſen ſelbſt kamen mit dem Schrecken, naſſen Kleidern und
wahrſcheinlich einem kräftigen Schnupfen davon. — In
Nacken=
heim wurde am Rhein durch den Orkan das Dach eines Hauſes
teilweiſe abgedeckt, und die Wellen des Stromes brandeten
mannshoch gegen das diesſeitige Ufer. Durch die dicht fallenden
bohnendicken Hagelkörner ſahen Gärten, Straßen und Felder wie
eine Winterlandſchaft aus. Schwer geſchädigt ſind durch das
Hagelwetter die Obſtbäume, die ihres herrlichen
Blüten=
ſchmuckes binnen einiger Minuten größtenteils beraubt wurden;
ebenſo dürfte manches vorgetriebene Auge des Weinſtockes
ver=
loren ſein. Auch auf den Klee= und Kornfeldern ſoll der Schaden
beträchtlich ſein. Nach dem Hagel ſetzte ein gewaltiger Regen
ein, worauf ſich alsbald das Bergwaſſer in ſeiner roten Farbe
die Oberdorfſtraße wie ein Bach herabwälzte.
Schwere Unwetter am Rhein.
Koblenz, 30. April. Am ganzem Mittelrhein gingen am Sonntag
abend ſchwere Gewitter, begleitet von wolkenbruchartigem Regen und
heftigem Sturm, nieder. Die Baumblüte iſt faſt vollkommem vernichtet.
Die Landſtraßem ſind weithin überſchwemmt, die elektriſchen
Ueberland=
leitungem zum Teil zerſtört. Beſonders ſchwer heimgeſucht wurden die
Orte auf der vechten Rheinſeite. Dort ſtanden die Waſſermaſſen fußhoch
in den Straßen, ſo daß der Straßenbahnverkehr zeitweiſe eingeſtellt
werden mußte. Bei Bacharach ereignete ſich ein Erdrutſch, der den
Eiſembahnkörper verſchüttete, wodurch die Züge erhebliche Verſpätugen
erlitten. In Rheinbröhl wurde eine große Weinbergsanlage durch den
Wolkenbruch abgeſchwemmt. Unweit Rheinbröhl erlitt der nach Köln
fahrende D=Zug D 57 anſcheiend durch das Unwetter einen Unfall.
Der Tender des D=Zuges ſprang aus dem Gleis, wodurch er und die
nachfolgendem Pachwagen ineinander geſchoben wurden. Perſonem ſind
nicht zu Schadem gekommen. Eine von Neuwied kommende Hillfsmaſchine
konnte nicht an die Unfallſtelle herankommen, da die Gleiſe vollkommen
verſchlamt waren. Erſt um Mitternacht konnte ein Gleis notdürftig
wieder freigelegt werden. — Schwer iſt
auch die Südpfalz von dem Unwetter
heimgeſucht
worden. Dort ging grobhörniger Hagel nieder und richtete überall
ſchweren Schadem an. Die tief gelegenen Straßem in Landau waren
in kurzer Zeit überſchwemmt. Faſt ſämtliche Keller ſtehen unter Waſſer.
An eiwigen Stellen der Stadt wurde eine Waſſerhöhe von mehreren
Metern feſtgeſtellt. Die Warenvorräte zahlreicher Lebensmittelhäuſer
ſind vollſrändig vernichtet. Etwa 800 Telephonanſchlüſſe ſind in Landau
dadurch geſtört worden, daß ein Telephonkabel vollſtändig unter Waſſer
geſetzt wurde. Auch ſonſt wurdem in der Südpfalz die
Telephonverbin=
dungen uterbrochen. I Mannheim wurde durch den Strm das
Dach der Ausſtellungshalle im Schlachthof abgedeckt.
Aus Heſſen.
An. Arbeilgen, 30. April. Plakatſäulen. Gegenwärtig
wer=
den hier Plakatſäulen aufgeſtellt. Im ganzen ſollen etwa eim Dutzend
— Die Kartei der Stimmberecht
zur Aufſtellung kommen.
tigten für die am 2. Mat ſtattfindende Reichstagswahl liegt bis
6. Mai ds, Js. während der Dienſtſtundem auf hieſiger Bürgermeiſterei
zur Einſicht offen. Daſelbſt können während dieſer Friſt Einwendungen
erhoben werden. — Das von der Orcheſtervereinigung für
nächſten Samstag im Gaſthauſe „Zum weißen Schwanen” angeſagte
heitere Konzert weiſt eine Reihe recht anſprechender Nummern auf. Es
ſei nur hingewieſen auf die Walzer der Komponiſten Strauß (Vater und
Sohn), flotte Märſche, Charakterſtücke wie die Siameſiſche Wachtparade,
ein Piſtonſolo, ein Rheinlieder=Potpourri, ein ſolches der ſchönſten
Volks=
lieder n. a. m. Herr Geiß, der Dirigent, wird ſein Beſtes bieten.
J. Griesheim, 30. April. Die Stimmliſte für die am 20. Mai
ds. Js. ſtattfindende Reichstagswahl liegt in der Zeit vom 29. April
bis 6. Mai d8. Js., und zwar an den Wochentagen vormittags von
8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr und an den beiden
Sonn=
tagen von vormittags 9 bis mittags 1 Uhr auf der Bürgermeiſteret
(Zimmer 1) zu jedermanns Einſicht offen. Wer die Stimmliſte für
un=
lichtig oder unvollſtändig hält, kann das bis zum Ablauf der
Offen=
legungsfriſt bei der Bürgermeiſterei ſchriftlich anzeigen oder zur
Nie=
derſchrift geben. — Im der Zeit vom 1. bis 31. Mai ds. Js. finden
auf dem hieſigen Truppenübungsplatz keinerlei Scharfſchieße
übungen ſtatt.
Aa. Pfungſtadt, 30. April. Säuglingsfürſorge. Die
nächſte Beratungsſtunde für Mutter= und Säuglingsfürſorge findet
Dienstag, den 1. Mai, nachmittags 2½ Uhr, in der Handwerkerſchule
Offenlegung der Wählerliſte. Seit Sonntag
ſtatt.
liegt die Wählepliſte für die bevorſtehende Reichstagswahl auf der
Bür=
germeiſterei (am Schalter neben der Stadtkaſſe) auf. Während der
Offenlegung kann jeder Gemeindeangehörige, der zur Zeit der Wahl 20
Jahre alt iſt, die Wählerliſte einſehen und Eiwwendungen vorbrigen.
Aa. Hahn bei Pfungſtadt, 30. April. Der
Gemeindevoran=
chlag liegt ab heute eine Woche lang auf dem Geſchäftszimmer der
Büirgermeiſterei zur Einſicht und Erhebung etwaiger Einwendungen
offen. Zu den beſchloſſenen Umlagen haben auch die Ausmärker
bei=
zutragen.
G. Ober=Ramſtadt, 30. April. Die Wählerliſten für die am
Sonntag, den 20. Mai, ſtattfindende Reichstagswahl liegen vom 29. April
bis 6. Mai beide Tage einſchließlich auf dem Bürgermeiſtereibüro
wäh=
rend der Dienſtſtunden aus. An den beiden Sonntagen erfolgt die
Offenlage von 9 bis 13 Uhr. Es empfiehlt ſich, von der Einſichtnachme
weitgehendſt Gebrauch zu machen, damit evtl. Unrichtigkeiten rechtzeitig
behoben werden. — Als eines der erſten Gemüſe iſt Spinat von
vielen geſchätzt, daß es unter Umſtänden aber auch einmal einen
bitte=
ren Nachgeſchmack bekommen kann, beweiſt folgender Vorfall: Einem
Mühlenbeſitzer nahe beim Ort waren ſchon des öfteren Gartenerzeugniſſe
aller Art entwendet worden, ohne daß es bisher gelang, der Täter
ein=
mal habhaft zu werden. In der Nacht vom N. auf B. April waren
nun in dem betreffenden Garten wieder zwei große Beete Spinat
ge=
plündert worden, und man entſchloß ſich, diesmal Wachtmeiſter
Stein=
mann mit ſeinem Polizeihund zur Aufklärung heranzuziehen. Und in
der Tat war dies auch von beſtem Erfolg. Der Hund verfolgte
zwei=
mal die Spur in die Wohnung des X, woſelbſt ein Teil der Beute in
der Küche, der größere Teil im Schlafzimmer im Bett aufgefunden
wurde. Nun war es nicht mehr ſchwer, auch den Mittäter zu ermitteln.
f. Roßdorf, 30. April. Maul= und Klauenſeuche. Im
Faſelſtall iſt die Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt worden. Der
Faſel=
ſtall iſt geſperrt. — Kanaliſation. Zum Submiſſionskermin
waren eine Reihe Angebote eingelaufen. Mindeſtforderer war
Maurer=
meiſter Heinrich Georg Felger zum Betrage von 37 033,85 Mk., der jedoch
ſeinem Angebot vorſorglich einen Vorbehalt anfügte. Nachdem er dieſen
Vorbehalt zurücknahm, beſchloß der Gemeinderat, Herrn Felger die
Ar=
beiten zu übertragen. Mit den Arbeiten wird nun alsbald begonnen
werden. — Wählerſtatiſtik. Zur bevorſtehenden Reichstagswahl
iſt die Gemeinde, wie bei den früheren Wahlen, in 2 Stimmbezirke
ein=
geteilt. Als Abſtimmungslokale ſind das Rathaus und die Schule
Erbacherſtraße beſtimmt. Insgeſamt ſind 2276 Perſonen
ſtimmberech=
tigt, und zwar 1100 männliche und 1176 weibliche. —
Arbeits=
loſenſtatiſtik. Die Zahl der Arbeitsloſen hat ſich
erfreulicher=
weiſe gemindert. In Kontvolle ſtehen 30 Perſonen. —
Gemeinde=
ratsſitzung.= Am Mittwoch, den 2. Mai, abends 8½ Uhr, findet,
eine Gemeinderaksſitzung ſtatt.
Ae WaffeLakab
Gedd Tauf celiche
feiner Toiletteseiſen
hat „Mouson Hausmarke” zu
dem volkstumlichen Preis von
45 Pfg. erstehenslassen. 130
jäh-
rige Erfahrung bürot für ihre
Milde, Zartheit, Ausgiebigkeit u.
eine Fülle uppigen Schaumes.
Die außergewöhnlich billige
Preisstellungesoll unsere
Jubilä-
umsgabe an die millionen und
abermillionen Mouson-
Anhän-
ger darstellen.
„Mouson Hausmarke‟ bietet
an Qualitat und Parfümterung
das Höchste, was die
Seifenfabri-
kation hervorbringen kann.
Seite 8
„Dienstag, den 1:Mal 4928
ANummer 441
Eberſtadt=
Gernsheim.
Gerusheim, 30. April. Straßenbahnprojekt. Seit
eini=
ßent Wochen iſt das Projekt einer Straßenbahnverbindung von Eberſtadt
nach Gernsheim Gegenſtand eines öffentlichen Meinungsaustauſches
ge=
worden. E3 handelt ſich um ein Unternehmen, dem von allen in Frage
kommenden Kreiſen großes Jntereſſe entgegengebracht wird. Um das
Projekt zun Durchſüihrung zu bringen, ſieht ſich die „Heag‟ Darmſtadt,
die ſich dieſe Aufnabe zum Ziel geſetzt hat, verpflichtet, zunächſt
feſtzu=
ſtellen, ob die Bahn ſich rentabel geſtaltet oder nicht. Aus dieſem Grunde
hatte man im hieſigen Stadtbauſe eine Unterredung, zu der auch
ver=
ſchiedene Perſonen hieſiger Handels= und Wirtſchaftskreiſe eingeladen
weren. Anueſend waren u. a. die Herren Bürgermeiſter Hoſſmann=
Gernsheim, Birgermeiſter Dr. Uecker=Cberſtadt, der Vater des
Projek=
tes, ſowie Oberingenieur Rauſch von der „Geag‟. Es galt nicht,
poſi=
tibe Beſchlüſſe zu faſſen, oder mit beſtiumten Tatſachen aufzuwarten,
fondern ſich über die evtl. Neutabilität zu orientierem. Bürgermeiſter
Hofmann machte die Anweſenden mit dom Plane näher bekannt, danach
ſoll die bis Eberſtadt bereits durchgeführte Straßenbahn über
Pfung=
ſtadt—Hahn nach Gernsheim weiter geleitet werden. Man erſtrebt
alſo eine Verbindung des Rheines mit der Vergſtraße. Ein glücklicher
Gedanke! Dem Wunſche des Herrn Dipl.=Ing. Nauſch, ſich über den
ettl. Perſonen= und Marktverkehr zu äußern, wurde in einer lebhaften
Oiskuſſion entſprochen. Von allen Seiten wurde unumwunden zuge=
. Hardertshauſen, 30. April Ein Unglück kommt ſelten
ein. Vor einigen Wohen ſtürzte der Sohn Adam des Gaſtwirts
in weierer Schckalsſchlag. Die Sicheige Trochte des Den Genanuter
erlag nah einer ſchwveren Blinddarmoperation, die ſie überſtand, ihrem
lurzen, ſchwveren Leiden. Nu= zwei Jahre dauerte ihr Eheglück mit dem
Landwirt Heinrich Schnur. Man bringt den ſchwergeprüften
Angehöri=
gen allſeits große Teilnahme entgegen.
e Kleeſtadt, 30. April Feldbereinigungsarbeiten.
Die Feldbereinigungsarbeiten in hieſiger Gemarkung, deren Vorarbeiten
nun ſchon ſeit einem Jahre im Gange ſind, nehmen ihren Fortgang.
Auf dem Submiſſionsniege uuun den vor einigen Wochen die Arbeiten zum
Einebnen zweier Höhlen den Herren Voltz und. Walter=Groß=Umſtadt
und dem Herrn Chriſtian Breitwieſer von hier übertragen. Ueber
drei=
ßig Arbeiter ſinden nun ſchon einige Wochen Arbeit und Verdienſt, und
es wird wohl noch einige Zeit verſtreichen, bis die Höhlen, die
ſchätzungs=
weiſe 40 000 Kubikmeter Erde verſhlingen ſollen. Durch das Schleifen
der Höhlen werden zehn Morgen Land gewonnen.
.O- Groß=Bieberau, 30. April. Am Samstag, abends 11 Uhr, ſtießen
auf der Landſtraße nach Reinheim ein Auto und ein Kraftfahrrad in
holler Fahrt aufeinander, ſo daß beide Maſchinem zertrümmert wurden.
Die Imſaſſen des Autos kamen mit dem Schueckenu davon, der
Kraft=
fahrer erlitt Beinbrüche und eine ſchwere Gehirnerſchütterung und
mußte in ein Darmſtädteu Krankenhaus verbracht werden. Die hier
aufgeſtellte Wanderausſtellung für Geſudheitspflege war ſehr gut
be=
ſucht. Auch bei dem berſchiedenen Vorträgen zeigte ſich ein reges
In=
tereſſe, ſo daß der Saal ſich als zu klein erwies.
— Fränkiſch=Crumbach, 30. April. Gauturnfeſt. Nachdem
unſerem hieſigen Turnverein das diesjährige 44. Gauturnfeſt des
Oden=
waldgaues übertragen iſt, ſind alle Vorarbeiten in vollem Gange. Die
einzelnen Ausſchüſſe ſind gebildet. Die Lage des ausgeſuchten Feſtplatzes
iſt ſehr günſtig und wird allen Anſprüchen genügen. In
liebenswürdi=
ger Weiſe hat ſich Herr Baron Freiherr von Gemingen bereit erklärt,
das Protektorat zu übernehmen und dem Feſte beizuwohnen. Die
Orts=
behörde und ſämtliche Ortsvereine haben ihre Mithilfe und
Unterſtüt=
zung gerne zugeſagt. Auch ſämtliche Einwohner unſeres Ortes haben
ſich durch die Ortsſammlung erkenntlich gezeigt. Hieraus iſt zu erſehen,
welch großes Intereſſe für die Turnſache in unſerem Orte herrſcht und
von jeher gepflegt wurde. Wir rufen deshalb allen Turnerinnen,
Tur=
nern und Gönnern der Deutſchen Turnſache zu: Auf nach Fränkiſch=
Crumbach am 8. Juli zum Gauturnfeſt des Odenwald=Turngaues.
P. König, 30. April. Die Stimmliſte zur Reichstagswahl liegt
vom 30. April ab acht Tage lang auf der Bürgermeiſterei während der
Dienſtſtunden zu jedermanns Einſicht offen. Beanſtandungen können
nur während dieſer Zeſt behoben werden. Am Wahltage ſelbſt ſind
Einwendungen zwecklos. — Die Poſt beabſichtigt eine
Erweite=
rung ihres Kabelnetzes in der Schwimmbad=, Alexander= und
Kimbacherſtraße. Die Pläne hieriber ſind vom B. ab dier Wochen
lang auf dem Poſtamt einzufehen. — Gegenwärtig ſtellt man das
Stuck Straße nach dem Kaffee „Waldesruh” her, ſo daß auch den Wald
nun bei ſchlechtem Wetter auf gut gangbaren, ſauberen Wegen zu
er=
reichen iſt.
Ai. Vielbrunn, 30. April. Goldene Hochzeit. Geſtern
feier=
ten unſer allgemei beliebter und geachteter Altbürgermeiſter Herr
Joh. Philidpp Hofmann und ſeine Ehefrau Katharina, geb. Löw aus
Erlenbach, in geiſtiger und körperlicher Friſche ihr goldenes
Ehejubi=
läum. Der Herr Miniſter des Innern ließ aus Anlaß dieſes ſeltenen
Feſtes dem Jubilar durch das Kreisamt Erbach die herzlichſten
Glück=
wüinſche der Staatsregierung übermitteln, verbunden mit den beſten
Wünſchen für bas fernere Wohlergehen des Jubelpaares und der
Wid=
mung einer Ehrengabe. Bürgermeiſter Wolf, welcher im Auftrag des
Kreisamts das miniſterielle Schreiben überreichte, entbot anſchließend
dem allerverehrten ehemaligen Ortsoberhaupt die Glück= und
Segens=
wünſche des Ortsvovſtandes. Dem Jubelpaar nachträglich auch unſere
herzlichſten Glücknünſche.
I. Michelſtadt, 30. April. Lehrerwechſel. An den beiden
bieſigen Schulen iſt ein großer Lehrerwechſel zu verzeichnen. Studienrat
Prof. Dr. Kornmeſſer hat mit Beginn des neuen Schuljahres ſeine
Lehr=
tätigkeit beendet und iſt in den „wohlverdienten Ruheſtand getreten,
ebenſo ſteht die Inruheſtandsverſetzung des verdienten Oberreallehrers
Walti bevor. An ſeiner Stelle iſt bereits ein junger Lehrer in den
Lehrkörper der Anſtalt eingetreten, während Prof. Dr. Kornmeſſer aus
Erſparnisgründen nicht erſetzt wird. Im Zuſammenhang mit dem
Wegfall einer Klaſſe an der höheren Bürgerſchule in Beerfelden findet
ein weiterer Lehrerwechſel ſtatt. Studienaſſeſſor Dr. Jäger wird
ver=
ſetzt, und an ſeine Stelle tritt ein ſeither in Beerfelden tätig geweſener
Lehrer zur Oberrealſchule Michelſtadt über. Ueber das Schickſal der
Oberrealſchule ſelbſt iſt noch immer keine poſitive Mitteilung bekannt
geworden. — Auszeichnung. Der Hauptvorſtand des Roten
Kreuzes in Darmſtadt hat dem Hausmeiſter der Landwirtſchaftlichen
Frauenſchule in Michelſtadt aus Anlaß einer 2jährigen treuen
Dienſt=
zeit das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes verliehen. Herr Müller
er=
freut ſich ſowohl bei ſeinen Vorgeſetzten, als auch bei bem ſonſt mit
ihm in Berührung kommenden Publikum größter Wertſchätzung und
wünſchen wir ihm, daß es ihm vergönnt ſein möge, noch viele Jahre in
alter Friſche und Treue ſeinem Herrn zu dienen.
geben, daß die Strecke für den Perſonenverkehr größere Bedeutung
er=
langen würde, da man ſtündlich fahren und möglichſt raſch nach
Darm=
ſtadt befördert werden könne. Es kämen Beamte, Arbeiter, Schüler,
Marktbeſucher uſw. in Frage, ebenſo wäre die Möglichkeit vorhanden,
daß endlich die Gemeinden jenſeits des Rheines für die hieſige Gegend
wieder zugänglich gemacht würde. Vei allen Anweſenden machte ſich ein
lebhaſtes Intereſſe für das Projekt bemerkbar, und man ſprach den
Wunſch aus, daß endlich eine Verbindung mit der Bergſtraße, die ſchon
im Jahre 1900 in Erwägung gezogen worden iſt, hergeſtellt würde. Der
Vertreter der Heag machte dann einige Einzelheiten bekannt. So ſoll
das Geleiſe neben der Straße hergeleitet werden, Vorbedingung ſei zwar,
baß jede intereſſierte Geeinde den erforderlichen Boden koſteulos und
laſtenfrei der Geſellſchaft zur Verfügung ſtelle. Da die Reichsbahn der
Gleisführung über den eigenen Schienenſtuang Schwvierigkeiten in den
Weg lege, wäre es ratſam, die Bahn jenſeits des Bahnkörpers, an der
Darmſtädter Straße, enden zu laſſen. In dieſem Zuſammenhang wurde
jedoch erwähnt, daß zur Erleichterung des Perſonen= und
Fuhrwerts=
terkehrs ſeit längerer Zeit ſchon eine Ueberführung über dieſen
Eiſen=
baknübergang geplant ſei. Bei Erſtellung, derſelben wäre es alsdann
leicht, die Straßenbahn durch die Stadt nach dem Rheingebiet
weiterzu=
führen. Hoffentlich kommt das Projekt zuſtande; denn eine direkte
Ver=
lindung Rhein—Bergſtraße wäre in der Tat eine ſchöne Sache,
*Bezirksverbandstag der Eiſenbahnvereine
des Reichsbahndirektionsbezirkes Mainz.
i. Weinheim a. d. B., 30. April. Auf dem im Gräflich
Berck=
heimſchen Schloſſe hierſelbſt abgehaltenen Bezirksverbandstag der
Eiſen=
bahnvereine des Reichsbahndirektionsbezirks Mainz wurde beſchloſſen,
für die im Kriege gefallenen Eiſenbahnbedienſteten des Bezirkes ein
Ehrenmal in Mainz zu errichten und die Koſten durch Sammlung
auf=
zubringen. Der Bericht des Vorſtandes über Eiſenbahnerfürſorge (
Er=
holungsheim für Eiſenbahner in Bad=Kreuznach, Eiſenbahn=
Knaben=
hort uſw.) wurde zur Kenntnis genommen. Es erfolgte dann die
Zu=
wahl von Abgeordneten zum Reichsverbandstage infolge Vergrößerung
der Mitgliederzahl. Als Ort für die Verbandstagung 1929 wurde Bad
Kreuznach in Verbindung mit der Teilnahme an der Bannerweihe
des dortigen Vereins beſtimmt. Unter Leitung des Reichsbahnoberrats
Ewald=Darmſtadt fand in der vollbeſetzten Feſthalle „Pfälzer Hof”
ein Bankett ſtatt, wobei die Abordnungen aus Frankfurt a. M. Mainz,
Kaſſel und viele Delegierte aus dem Reiche anweſend waren. Allein aus
Inſterburg waren 21 Gäſte einſchließlich fünf Damen erſchienen.
Eiſen=
bahninſpektor Heberer=Weinheim begrüßte die Gäſte in herzlicher Weiſe.
Ein junges Mädchen ſprach ein poetiſches Vorwort. Reichsbahnoberrat
Kreck=Mainz überbrachte die Grüße der Eiſenbahndirektion Mainz
und ſprach ſich über die Zunahme der Eiſenbahnvereine und ihre gute
Entwicklung ſehr erfreut aus, da die Beſtrebungen zur Pflege der
Ka=
meradſchaft, zur Treue am Vaterland und zur ſozialen Fürſorge der
Mitglieder weiteſte Förderung verdienen. Es überbrachten dann
Reichs=
bahnrat Borchert=Schweidnitz die Grüße aus Schleſien,
Reichsbahn=
rat Hägert=Inſterburg die Grüße aus Oſtpreußen, ein Vertreter aus
Flensburg die Grüße aus Schleswig=Holſtein, Reichsbahnamtmann
Kühlmann=Werdau die Grüße aus dem rheiniſch=weſtfäliſchen
In=
duſtriebezirk. Inſpektor Schneider=Saarbrücken die Grüße des
Saar=
gebietes und Inſepktor Nick=Oberlahnſtein die Glückwünſche des
Eiſen=
bahnvereins Oberlahnſtein. Die Feſtkorona ſang das Lied „Brüder,
reicht die Hand zum Bunde‟. Der Geſangverein Inſterburg ſtimmte
ein Lied an, austönend in die Strophe „Deutſchland kann nicht
unter=
gehn — wenn Oſt und Weſt zuſammenſtehn‟. Die Feſtverſammlung
ſang dann ſtehend das Deutſchlandlied. Kurzum, es war eine erhebende
Kundgebung der Kameradſchaft und Vaterlandstreue.
Am Sonntag nachmittag wurde ein Feſtzug durch die mit Fahnen
geſchmückten Straßen der Stadt unternommen. Anſchließend daran
fand in der Feſthalle „Pfälzer Hof” die Bannerweihe des
Eiſenbahn=
vereins Weinheim und Umgebung ſtatt. Die Veranſtaltung wurde durch
geſangliche, deklamatoriſch=humoriſtiſche, turnſportliche und muſikaliſche
Darbietungen verſchönt. — Am Montag fand die Tagung mit einem
gemeinſamen Ausflug nach Heidelberg ihren Abſchluß.
b. Erbach i. O., 30. April. Kehrer=Ausſtellung. Auf
Ver=
anlaſſung ſeiner Erlaucht des Grafen zu Erbach=Erbach findet Mitte
Juli ds. Js. in den Räumen des Gräflichen Schloſſes zu Exbach eine
Gedächtnisausſtellung für den in Dienſten des Gräflichen Geſamthauſes
geſtandenen Archſprat und Maler Chr. Köhrer ſowie für deſſen Söhne
Conrad, Theodor und Alfreb ſtatt. Bei der großen Bedeutung der
ge=
nannten Künſtler für das Wirtſchaftsgebiet des Odenwaldes, beſonders
durch ihren richtunggebenden Einfluß auf die Entwicklung der
heimi=
ſchen Elfenbeininduſtrie, iſt dieſe Veranſtaltung ſehr zu begrüßen, und
da die Werke der Künſtler weit über die Grenzen unſerer Heimat hinaus
beſtens bekannt und berühmt ſind, wird man mit einem ſehr guten
Beſuch der Ausſtellung rechnen dürfen.
— Hirſchhorn, 30. April. Waſſerſtand des Neckars am
29. April 1.07 Meter, am 30. Abril 1,19 Meter.
II. Von der Bergſtraße, 30. April. Verſammlung. Am
Sams=
tag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, findet im „Schwarzen Adler” zu
Wein=
heim eine öffentliche Wahlverſammlung ſtatt, bei der
Reichswirtſchafts=
miniſter Dr. Curtius ſprechen wird. — Das Pferdam
Schank=
tiſch. In Schwetzingen lief ein Pferd mit der Deichſel des Geſpanns
durch ein Fenſter der Wirtſchaft „Zum Mayerhof” geradenwvegs auf den
Schanktiſch zu. Die Fenſterſcheiben gingen in tauſend Trümmer. Der
Wirt war von dem hereinſtürzenden Beſuch nicht ſonderlich erbaut.
W. Heppenheim a. d. B., 30. April. Der neue Bergfried.
Der ſtolze neue Bergfried auf der Starkenburg geht ſeiner Vollendung
entgegen. Es war kein leichtes Werk, auf ſteiler Bergeshöhe dieſen
trotzigen Turm in verhältnismäßig kurzer Zeit entſtehen zu laſſen.
Vor=
ausſichtlich wird der Turm im Laufe des Sommers eingeweiht werden.
— Während der Monate Mai und Juni d. Js. iſt das Sammeln
von Holz und Laub in den hieſigen ſtädtiſchen Waldungen
ver=
boten.
— Gernsheim, 30. April. Waſſerſtand des Rheins am
29. April. 3 Meter, am 30. April 1 Meter.
EnfetungsKuren im Frühling
ſind beſonders erfolgverſprechend. Allen korpulenten oder zum
Starlwerden veranlagten Leſernu. Leſerinnenraten wirwährend
der Frühjahrsmonate morgens, mittags und abends 2 Toluba=
Kerne zu nehmen. Sie erhalten die echten Toluba=Kerne ſchon
in Mengen von 30 Gramm in den Apotheken.
(TV.3693
(
Ein ſchöner Arm wird häßlich
in den Augen der Menſchen, wenn er überflüſſige Haare und
ßa=
flaum aufweiſt; die heutige Mode verlangt eine weiße, zarte 5o
ohne ein ſichtbares Härchen. Es iſt unmöglich, das Raſiermeſſer
benutzen, welches die Haut reizt, Pickel verurſacht und einen dunn
Schimmer hinterläßt, oder die alten Depilatorien, welche unbegue
ſind, ſchlecht riechen und häufig eine Hautröte hervorrufen.
Millionen Damen der ganzen Welt benutzen heute „Taky”,
parfümierte Creme, die gebrauchsfertig aus der Zu
kommt. Es iſt möglich, mit Hilfe von „Taky” in fünf Minu
jederzeit die überflüſſigen Härchen und Haarflaum zu beſeitige
Takt” dringt bis zur Wurzel und verhindert häufig vollkommen d
Nachwachſen der Haare. „Taky” läßt die Haut weiß und zart ob
einen dunklen Schimmer.
„Taky” iſt erhältlich in allen einſchlägigen Geſchäften. Preist
Tube ℳ 2,50. Jeder Tube iſt ein Garantieſchein beigefügt. Gener
gertretung für Deutſchland: A. Bornſtein & Co., Berlin !e
Kalckreuthſtraße 4.
IV!
Bm. Bürſtadt, 27. April. Spar= und Darlehnskaſſe.
ihrer Generalverſammlung legte die hieſige Spar= und Darlehnslof
e. G. m. b. H., den Rechenſchaftsbericht für das Geſchäftsjahr 1
vor. Der Reingewinn betrug 1564 87 RM., woraus 10 Prozent 20
dende verteilt werden und 973 Mk. den Reſerven zugeteilt werden. 9
ſtetige Entwicklung der Genoſſenſchaft und das Vertrauen zu ihr kom
durch die Steigerung des Umſatzes von 550 000 RM. auf 1 100 000 50
und die Zunahme der Spareinlagen von RM. 38 500, zu Anfang
Geſchäftsjahres, auf RM. 68 500, am Jahresſchluß deutlich zum A1
druck. Einer Anregung des anweſenden Vertreters des Genoſſenſchaf
verbandes folgend, die in der Verſammlung lebhaften Widerhall fgt
ſoll der Zahlungsverkehr nunmehr fortſchrittlicher geſtaltet verde
Man hofft hiermit der Geſchäftswelt Bürſtadts beſonders entgege
zukommen, weil Zahlung durch Scheck oder Banküberweiſung für d
Geſchäftsmann eine weſentliche Erleichterung darſtellen.
— Walldorf, 29. April. Am 28. April iſt im Bahnhof Walldo
bei Km. 66,4, der in Frankfurt (Main) beſchäftigte Buchbinder Robe
Rink aus dem fahrenden Pz. 2706 geſprungen. Er kam hierbei um
den Zug und wurden ihm das rechte Bein unterhalb des Knies u
der linke Arm oberhalb des Ellenbogens abgefahren. Nach
Anlegu=
eines Notverbandes wurde er in das Krankenhaus nach Frankfurt a.9
verbracht.
Ma. Nieder=Ingelheim, 30. April. Die 23jährige Tochter en
Metzgermeiſters fuhr auf dem Fahrrad die Waldſtraße, heruf uu
wollte in die Bingerſtraße einbiegen. In demſelben Moment lm e
Perſonenauto von der Mainzerſtraße her. Beide Fahrzeuge ſtießen z
ſammen, wobei das Mädchen in weitem Bogen vom Rade geſchleude
wurde. Der Wagenführer brachte die Schwerverletzte nach Guſe.
f. Stadecken, 30. April. Bürgermeiſter=Stichwahl. Be
eiſte
der am Sonntag ſtattgefundenen Stichvahl zwiſchen Altb)
Chr. Reichert 2. und dem Beigeordneten Landwirt J. Volffer
uf nu
hielt erſterer 278 Stimmen, während ſein Gegenkandidat ei
270 Stimmen brachte. Somit iſt Chriſtian Reichert abermals zu
Bürgermeiſter gewählt. Von 653 Wahlberechtigten haben 550 abe
ſtimmt. (2 Stimmen waren ungültig.)
Bad=Nauheim, 30. April Zum Ozeanflug. Die Heſſiſ
Bad= und Kurberwaltung Bad=Nauheim hatte auf die Kunde von
Landung der „Bremen” an 2 New=Yorker Zeitungen, mit denen ſe
Jahren in Beziehungen ſteht. Grüße gekabelt. Das Telegramm au
New York Herald=Tribune hatte folgenden Wortlaut: „Im Aug
fiſteräcfef. Aun lachdendäeringendes Finfen Frus c.
der Herald=Tribune und ihrem Leſern, unter denen ſich gahlreiche 6
unſeres Herzheilbades befinden, freundſchaftliche Grüße und aufricht
Wünſche für die weitere Ausgeſtaltung der guten Beziehungen zwiſch
unſeren Nationen durch den völkenoerbindenden Ozeanflug.‟ Ein a
liches Telegramn iſt an die New Yorker Staatszeitung gegangen. Be
Blätter haben die Telegrame veröffentlicht unter den Ueberſchuft
„Bad=Nauheim ſends Greeting” und ,Bad=Nauheim grüßt Leſer
Staatszeitung‟. Die Herald=Tribune teilt als Einleitung ihren Lef
mit, daß mit bieſem Telegramm die Badeverwaltung von BadNaub
auch im Namen der zurzeit in Bad=Nauheim zur Kur weilenden G
durch die Zeitung Grüße an Amerika übermittelt.
h. Gießen, 30. April. Ein ſchwerer Autounfall ereig!
ſich in der Aliceſtraße, wo die Kraftwagen zweier hieſiger Firmen 8
fer und Julmann zuſammenſtießen und ſchwver beſchädigt wurden.
Daue erlitt ſchwere Verletzungen an der Hand.
WSN. Gießen, 30. April. Die Gießener Wechſelfälſch
affäre. Zu der vor einigen Tagen, berichteten Gießener Ned
fälſcher=Affäre erfahren wir weiter, daß ſchon eine ganze Awzahl
fülſchter Wechſel, die auf Gießener Geſchäftsleute gezogen waren
im Einzelfalle auf Beträge zuiſchen 175 und 1100 Mk. lauteten, von
Polizei ſichergeſtellt wurde. Die bisherigen Ermittlungen haben
geben, daß in dieſe Afäre mehreer Perſonen verwickelt ſind, von d
der in Haft befindliche Schneider Niederhöfer Hauptbeſchuldigter iſt.
fortgeſetzt weitere Anzeigen eingehen, iſt der ganze Umfang der
ſcheraffäre auch heute noch nicht zu überſehen. Die auf den geſiſe
Wechſeln genannten Firmen ſind nach dem jetzigen Stand der Ur
ſuchunx nicht geſchädigt worden, dagegen haben zwei Geldgeber,
Darlehensgeſchäfte mit reichlichen Gewvinnen zu betreiben pflegten,
die Deckung der Fälſchungen aufzukommen.
noch
Die Pnlung dei Saldotdk der antonſafein beeinflußbaren Frauiheilen
Die raſch bekanntgewordenenErfolge der
Salus=Kur
von Dr. med. Otto Greither, München
ſind deshalb ſo gut, weil dieſe
Selbſt=
heilmethode auf vollkommen unſchädliche
und natürliche Weiſe die
Entſtehungs=
urſache faſt aller Krankheiten, nämlich
die durch Stoffwechſelablagerungen im
Darm hervorgerufenen, Bakteriengifte
und deren Folgeerſcheinungen, wie
Harn=
ſäurebildung, Aderverkalkung und
chro=
niſche Krankheiten erfolgreich bekämpft.
Unſere heutige „Kultur”=Nahrung, die
ſich meiſt aus zu ſalzreicher, aber
vita=
min= und nährſalzarmer Koſt
zuſammen=
ſetzt, begünſtigt die Bildung der
Darm=
bakterien, was Darmfäulnis bei ca.
90 Prozent der Menſchen zur Folge
hat. Das Blut wird dadurch
verſchlech=
tert und der Geſamtorganismus durch Gicht
innere Verunreinigung geſchwächt und ſ.
widerſtandslos gemacht. Die Saluskur
bricht vollſtändig mit den bisherigen, oft
unwirkſamen,
Krankheitsbehandlungs=
methoden und ſchlägt durch eine wahre
innere Reinigung des Körpers (Aſepſis)
interna) ganz neue eigene Wege ein.
Die Wirkung dieſer heute ſo beliebten
und weitverbreiteten Selbſtkur auf die
Geſundheit iſt bei richtiger
Kurdurch=
führung für jedermann überraſchend,
be=
ſonders auch bei chroniſchen, noch
beein=
flußbaren Krankheiten der verſchiedenſten
Art, vor allem bei
Verſtopfung
Hämorrhoiden
Darmſchwäche
Rheuma
Ischias
Magen-,
Darm-,
Herz-,
Nerven-,
Hieren-,
Gallen-
ſowie den meiſten and. Krankheiten
Herr Dr. Greither iſt heute durch ſeine
Methode ein noch voll leiſtungsfähiger
Mann von 6l Jahren, war mit 40 Jahren
bereits mehrere Jahre bettlägerig
ge=
weſen und an Krücken gegangen und von
Arzten, darunter mediziniſchen
Auto=
ritäten, aufgegeben, nachdem ihm mit
Mitteln der inneren Medizin keine
Hei=
lung verſchafft werden konnte.
Durch jahrelange Selbſtbeobachtung
und Erprobung auf ſtreng
wiſſenſchaft=
licher Grundlage iſt es ihm endlich
ge=
lungen, ſich und zahlreichen, bereits
hoff=
nungsloſen Siechtum verfallen geweſene
Menſchen wieder geiſtig und körperlich
ihre volle Leiſtungsfähigkeit zu
verſchaf=
fen. Niemand, der krank iſt oder ſich
krank fühlt, oder über mangelnde
Lei=
ſtungsfähigkeit zu klagen hat, vor allem
auch Frauen mit ihren ſo häufigen, die
Lebensfreude verbitternden kleinen und
großen Leiden, ſollte verſäumen, die durch die vorgeſchriebene einfacheLebens=
Saluskur durchzuführen.
Die zur Kur gehörigen Mittel ſind keine
Heilmittel, wie dies von gegneriſch
in=
tereſſierter Seite wegen der
überraſchen=
den Kurwirkung oft behauptet wird,
ſon=
dern haben als Körperreinigungsmittel
nur eine unterſtützende Wirkung in der
Kurdurchführung, deren Erfolg
haupt=
ſächlich von der Anderung der
Lebens=
weiſe bei Rückkehr zur natürlichen
Nah=
rung ohne Fanatismus abhängig iſt,
was Tauſende von Dankſchreiben aus
Laien= und Arztekreiſen beſtätigen.
Leſen Sie das hochintereſſante Buch
„Die Saluskur” (Preis RM. 1,50, das
Ihnen den wahren Weg zur
Wieder=
erlangung und Erhaltung Ihres höchſten
Gutes, nämlich der Geſundheit zeigt.
Auch Minderbemittelte können die
Kur ohne jede Koſten durchführen, weil
Die beſte Kurdurchführung iſt im Salus=Kurheim, München, Babariaring 46 möglich. (Eröffnung am 1. Mai 1928) Saluskurmittel sind ausschließlich nur in unserer
weiſe die geringen Koſten für die
ver=
blüffend einfachen Hilfsmittel
vollkomm=
men ausgeglichen werden. Tauſende von
Dankſchreiben, die ſich täglich mehren,
beweiſen ebenfalls die glänzenden
Er=
folge der Saluskur.
Verlangen Sie koſtenloſen Proſpelt;
„Heilen heißt reinigen”
und individuelle Auskunft vom Salus=
(r Mch. zeso
werk, München 9.
Verkaufs= und Auskunftsſtelle:
Darmstadt, Mühlstr. 18
(In unſeren 32 Großſtadt=Filialen ſind
auch alle vollwertigen und damit
ge=
ſundheitsfördernden Nahrungsmitte l
vor=
rätig. Man verlange Sonderproſpekt.)
Lesen Sie dieSaluskur Blätter
Probehefte koſtenlos.
Verkaufs- und Auskunftsstelle erhältlieh.
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ver=
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deſelſtr. 70, II.,
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„ſtr: 30, II. (
Fre=
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iöbl. Zim. m. el.
, Schreibt., ab
riz. vm. (*11833im
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: Itr. 30, I., einf.
Zim., el. Licht,
(*11808
s rm.
z bigſtr. 16, II.,
+. rertesZimmerzu
* ieten. (*11802
S. =gſtraße 15, pt.,
rnöbl. Zimmer
— Mittagstiſch zu
keten. (*11800
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Tſtr. 45. (*11798
S anenſtr. 13, pt.,
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1176
Sten
Dienstag, den 1. Mai 1928
Seite 9
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„ „
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1 Hudelpfanne, 2 Isoliergriffe . . . . . . 0.50
zusammen 0.95
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Ein Posten
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tasse, hohe oder Hache Form . . . . Stück 0.30
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Kaffee-Service, echt Porz., 9teil. mod. Zeichn. 4.95
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Satz-Schüsseln, weiß, 6teilig
. . 3.95
Wasch-Karnituren, schöne Muster
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1 Spilwanne, groß" .
„.. . . 0.95
1 Wasser-Eimer, 28 cm „ . . . . . . . 0.95
1 Penster-Eimer, grau
.. 0.50
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0.50
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1.95
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MARLT
DARMSTADT
Seite 10
Montag, den 30. April 1928
Nummer 12
Wie sich die Natur fäglich braftvoller entfaltct, so zeigen auch wir die setig
ventärtsdrängende Entwicklung ungeres Hauses in neueh Leistungehl-Mir
Bkel-
len die vielgerühmte Eigenart unseres Hauses:
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Nummer 121
Dienstag, der 1 Mai 1928
Geite 11
Myſteriöſer Selbſtmord im Perſonenzug.
Frankfurt a. M. Am Samstag mittag fand
n im Perſonenzug Frankfurt-Bingen, auf der
inheſſiſchen Station Ingelheim, in der Toilette
es Wagens zweiter Klaſſe die Leiche eines etwa
Jahre alten Mannes. Dem Manne waren die
Ts= und Schlagadern an beiden Händen
durch=
ritten. Der Wagen wurde verſiegelt und nach
rgen durchgeführt, wo er von der Polizei
beſchlag=
zmt wurde. Man fand bei dem Toten außer
em Taſchenmeſſer und einer Fahrkarte Frankfurt—
rgen einen Zettel, auf dem vermerkt war, man
chte den Toten im Mainzer Krematorium
ver=
minen. Die ſofort eingeleiteten polizeilichen
Recher=
r ergaben, daß es ſich in dem Selbſtmörder um
en Direktor Eymer aus Frankfurt a. M.
han=
be. Das zu der Tat benutzte Raſiermeſſer wurde
der Bahnſtrecke bei Kelſterbach gefunden.
Unwetter und Theater.
Ba. Wiesbaden. Im Staatstheater (Großes
us) mußte Sonntag abend der Beginn der Oper
annhäuſer”, der auf 18 Uhr angeſetzt war, auf
25 Uhr verlegt werden, da wegen des Unwetters
* wenige Theaterbeſucher, die mittels Auto
ge=
rmen, anweſend waren. Aus den Zugängen des
eaters nach der Kolonnade mußte das eingelaufene
rfſer mit Beſen herausgekehrt werden. Man hatte
einem ausverkauften Haus gerechnet. An der
endkaſſe war indeſſen keine Nachfrage nach
Ein=
itskarten, ſo daß das Haus beträchtliche Lücken auf=
S. Als Fritz Scherer (Tannhäuſer) im Schoß der
aus ruhend die erſten Takte der Oper ſang: „Zu=
„ zuviel”, ging durch das Theaterpublikum
ver=
önisvolles Schmunzeln. Es war wirklich etwas
kel, was uns der Himmel am Sonntag nachmittag
Wolkenbruch, Gewitter und Hagelſchlag beſchert
Fe.
Schwere Bluttat in Beeden.
Homburg (Pfalz). Am Samstag abend er=
B in dem Vorort Beeden der Taglöhner Otto
pel aus Erbach im betrunkenen Zuſtand den
Tag=
ver Karl Hohmann. Bei der Verfolgung des
ers erhielt dieſer von einem Dorfbewohner einen
Tag mit einem Prügel über den Kopf. Er wurde
ſchwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht
Den mußte. Das Gericht erſchien am Tatort und
Häftigt ſich gegenwärtig mit der Bluttat. Die Tat
auf eine alte Feindſchaft zurückzuführen.
Großfeuer in Elz bei Limburg.
Limburg (Lahn). Sonntag abend gegen
Ehr brach im benachbarten Elz, in den Weſter=
Her Chamotte= und Silikawerken, ein Großfeuer
Das Feuer entſtand im Innern der Formerei
griff mit raſender Schnelligkeit auf die umlie=
Den Gebäude über. Die Ortswehr, ſämtliche
be=
barten Wehren und die inzwiſchen alarmierte
Burger Feuerwehr mit der Motorſpritze, ſowie
Limburger Eiſenbahnfeuerwehr bekämpften mit
Fter Anſtrengung das gewaltige Feuer. Trotzdem
um 10½ Uhr abends der ganze Silikabetrieb,
hend aus Formerei, Schloſſerei, Schreinerei und.
chinenhaus, niedergebrannt. Die
Entſtehungs=
che des Feuers iſt noch unbekannt.
*
Großflugtag in München.
Fieſeler ſchlägt Udet im Luftzweikampf.
München. Auf dem Münchener
Oberwieſen=
fand am Sonntag ein vom Bayeriſchen Luftver=
Beranſtalteter Groß=Luftflugtag ſtatt, in deſſen
Eelpunkt ein Luftzweikampf zwiſchen Udet und
ler um einen Silberpokal des Bayeriſchen
Luft=
ins ſtand. Nach einem überaus reichhaltigen
ht=Figurenprogramm folgten Kürflüge, in denen
* Flieger zeigten, auf welch hoher Stufe der
Fflug in Deutſchland ſteht. Udet benutzte ſeinen
rinten Roten Flamingo, Fieſeler ſeine Schwalbe.
Kampfgericht entſchied ſich für Fieſeler, der mit
Wunkten über Udet mit 338 Punkten ſiegte. Kurz
Schluß ereignete ſich noch ein Flugzeugabſturz
etwa 20 Meter Höhe, Zehn Meter vor dem für
Wreſſe abgeſteckten Raum ſtürzte der Jungflieger
„mann und der Beiflieger Steiner ab. Das
Flug=
wurde vollkommen zertrümmert. Beide In=
* kamen glücklicherweiſe mit leichten Verletzungen
H.
Brände im Schwarzwald.
Freiburg i. Br. In dem im Gebiet des
e rinsland einſam gelegenen St. Ullrich iſt in der
2 = zum Montag die Wirtſchaft „Zur Krone” mit
E ichen Oekonomiegebäuden niedergebrannt. Fünf=
Stück Großvieh, elf Schweine, ſowie große
2. äte fielen den Flammen zum Opfer. Die Brand=
Ge iſt nicht bekannt. — Bei einem weiteren
2 D in der Nacht zum Montag wurde eine
Wirt=
in Berghaupten bei Offenburg mit ſämtlichem
gerät ein Opfer der Flammen. — Bei einem Ge=
— am Sonntag nachmittag zündete der Blitz in
2 Hrechtal bei Waldkirch in einem
Wirtſchafts=
rde. Durch das hierdurch entſtandene Feuer wur=
2. zvei bäuerliche Anweſen das Opfer der Flammen.
Bovtsunglück auf dem Wannſee.
Ferlin. Kurz vor 12 Uhr ereignete ſich am
O =tag auf dem Wannſee ein Bootsunglück, das
2 icheweiſe ohne ſchwere Folgen blieb. Eine mit
E Perſonen beſetzte Segeljacht wurde beim
S gen von dem entgegenkommenden Dampfer
— olina” gerammt. Das Boot ſank ſofort. Seine
2. ſen, Legationsrat von Twardowſki, der Leiter
* Teferats I der Preſſeabteilung der Reichsregie=
* Attaché Brunhoff, ebenfalls von der Preſſe=
O. lng der Reichsregierung, und Dr. Kuhn, konn=
E. on dem vorbeifahrenden Motorboot L 46 un=
2 3t aufgenommen und nach dem Potsdamer Segel=
E gebracht werden. Das geſunkene Segelboot
E e indeſſen noch nicht geborgen werden.
Schwere Exploſion eines Lackierofens.
Zerlin. Bei der Firma Kronringwerke, R.
* Ote u. Cie., in Neukölln, die ſich mit der Fabri=
E von zahnärztlichen Inſtrumenten beſchäftigt,
2Sierte ein Lackierofen, der mit Gas angeheizt
Dabei wurde der 50 Jahre alte Arbeiter Franz
2 chke getötet und ein zweiter Arbeiter am Kopf
I verletzt. Der Sachſchaden iſt erheblich, da nicht
—. „wvei nebeneinander ſtehende Lackieröfen, ſondern
a. Tämtliche Feinmaſchinen, die in dem Raum auf=
. +waren, zerſtört worden ſind.
Reich und Ausland
(röffnung des erneuerten Berliner Staatsopernhauſes.
Die Berliner Staatsoper Unter den Linden
wurde in nahezu zweijähriger Arbeit mit 11 Millionen Mark Koſten erneuert und mit der
modernſten Bühnenmaſchinerie ausgeſtattet. Die in der Acra Hülſen errichteten proviſoriſchen
An=
bauten und eiſernen Nottreppen ſind verſchwunden und die alte, noch unter Friedrich dem Großen
1741 bis 1743 von G. v. Knobelsdorff gebaute und nach dem Brand von 1843 erneuerte
Vorder=
front von jedem häßlichen Beiwerk befreit. Auch der um mehr als 200 Plätze vermehrte
Zuſchauer=
raum vermittelt den alten ſchönen Eindruck. Dagegen iſt das Bühnenhaus völlig neu gebaut und
ſtellt ein Wunderwerk neuzeitlicher Theatertechnik dar.
Der Leuchtturm von Greenlt.
Hier erreichten unſere Ozeanflieger amerikaniſches Land.
Das Leuchtturmhaus auf Greenly Island
ſtand zwei Wochen lang im Mittelpunkt des Weltintereſſes. Wußte man doch, daß die kühnen
Ozeanbezwinger in dem einſam gelegenen Haus des Leuchtturmwärters die erſte gaſtliche
Auf=
nahme auf amerikaniſchem Boden fanden und ſich zur letzten Flugetappe rüſteten.
Die verſuchte Ermordung von 50 Perſonen
im Rheinland.
Berlin. Wie das „Acht=Uhr=Abendblatt” aus
Düren meldet, herrſcht große Erregung über das
beiſpielloſe Verbrechen, das ſich Freitag morgen in
den hieſigen Eiſenwerken der Gebrüder Faber
er=
eignet hat. Die chemiſche Unterſuchung des
Kaffee=
waſſers ließ keinen Zweifel darüber, daß es in
ziem=
lich ſtarker Doſis mit Arſen vermengt war. Von den
50 in das Krankenhaus eingelieferten Arbeitern liegen
noch 29 ſchwer darnieder. Erfreulicherweiſe beſteht bei
keinem der Eingelieferten Lebensgefahr. Die
polizei=
liche Unterſuchung läßt ſchon jetzt keinen Zweifel
dar=
über, daß es ſich um einen Racheakt irgendeines
Ar=
beiters handelt. Der Täter iſt bis zur Stunde noch
nicht ermittelt worden.
Düren. In der Vergiftungsangelegenheit bei
den hieſigen Rheiniſchen Eiſenwerken. Gebrüder
Faber wird noch bekannt: Jeder Arbeiter pflegte
ſeinen Kaffee mit zur Arbeitsſtelle zu bringen, der in
einem gemeinſamen Keſſel gekocht wurde. Dies iſt
auch am Freitag geſchehen. Wie die Unterſuchung
ergeben haben ſoll, iſt in dieſem Waſſer Arſen
ge=
weſen. Es iſt noch nicht feſtgeſtellt worden, wie das
Arſen in das Waſſer gelangt iſt. Es liegt, wie die
mit der Unterſuchung betraute Landeskriminalpolizei
Aachen erklärt, kein Grund vor, an ein Verbrechen
zu glauben. Man nimmt vielmehr Fahrläſſigkeit an.
Die Unterſuchung wird fortgeſetzt.
Seeminen=Exploſion bei Cuxhaven.
Drei Fiſcherfahrzeuge beſchädigt.
Cuxhaven. Der Motorfiſchkutter „H. C. 180‟
hat, während er bei Tonne 13 unter Kratzſand
fiſchte, mit ſeinem Netz eine vermutlich verſandet
ge=
weſene Mine zur Exploſion gebracht, wodurch ſowohl
der Motorfiſchkutter „H. C. 180”, als auch die in der
Nähe befindlichen Motorfiſchkutter „H. C. 183” und
„Neu 134” mehr oder weniger erheblich beſchädigt
wurden. Menſchenleben ſind zum Glück nicht zu
be=
klagen. Seit fünf Jahren wird in dieſer Gegend
ge=
fiſcht, doch hat wohl niemand je an Minen in dieſer
Gegend gedacht.
Deckeneinſturz auf Helgoland.
Helgoland. Bei dem Neubau des
Elektrizi=
tätswerkes ſtürzte aus bisher noch unaufgeklärten
Urſachen die Betondecke des erſten Stochwerks ein und
begrub eine Anzahl Bauarbeiter unter ſich. Fünf
Arbeiter wurden verletzt, drei von ihnen mußten ins
Krankenhaus geſchafft werden.
Der Sonntagsluftverkehr Berlin—Paris
eröffnet.
Berlin. Sonntag mittag hat die Deutſche
Luft=Hanſa den Sonntagsluftverkehr zwiſchen Berlin
und Paris eröffnet. In Betriebsgemeinſchaft mit
der franzöſiſchen Farman=Geſellſchaft wird von der
Luft=Hanſa auf dieſer Linie, zu deren Bewältigung
die Eiſenbahn 17 Stunden benötigt, ein
Expreßflug=
dienſt durchgeführt. Die Flugzeuge, die in Berlin
und Paris um 12 Uhr mittags ſtarten, treffen ohne
Zwiſchenlandung bereits nach 5½ſtündigem Flug am
Ziel ein. Das größte deutſche Landflugzeug „
Her=
mann Köhl” wird auf der neuen Linie beuwendet.
Auf dieſer erſten deutſchen Sonntagsflugverbindung,
der bald andere folgen dürften, iſt eine Neuerung
in=
ſofern geſchaffen, als den Luftreiſenden während des
Fluges ein vollſtändiges Mittageſſen verabfolgt wird.
Ein Kellner, der zugleich das Amt des Koches
ver=
ſieht, bereitet an Bord des Flugzeuges das Mahl.
Den Schwager im Streit erſtochen.
Hamburg. In einer hieſigen Wirtſchaft
unter=
hielt ſich der 42jährige Arbeiter Marcinick mit
mehreren Gäſten, als ſein Schwager, der Arbeiter
Wawzyniak das Lokal betrat und ihn wegen einer
ihm und ſeiner Frau zugefügten Beſchimpfung zur
Rede ſtellte. Marcinick behauptete, im Verlaufe des
Wortwechſels von ſeinem Schwager geohrfeigt
wor=
den zu ſein. Er zog ſein Meſſer und ſtach dem
Waw=
zyniak in die Bruſt. Dieſer ſtarb nach wenigen
Augenblicken. Der Täter ſtellte ſich ſelbſt der Polizei.
Verhaftung eines ungariſchen Defraudanten.
Hamburg. Der Njährige Bankdirektor
An=
dreas Czutrin aus Budapeſt, der nach Unterſchlagung
von 100 000 Pengö flüchtig wurde und verſuchte,
unter dem Namen Horvath nach Amerika zu
ent=
kommen, wurde von der Hamburger Kriminalpolizei
in einem Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofes
ver=
haftet. In ſeinem Beſitz wurde noch ein namhafter
Geldbetrag vorgefunden. Der Verhaftete beſtreitet,
ſich ſtrafbar gemacht zu haben.
Tödlicher Unfall beim Roſſittener Segelflug.
Königsberg. In Roſſitten, auf der
Kuri=
ſchen Nehrung, ereignete ſich bei der
Segelflieger=
ſchule ein ſchwerer Unglücksfall. Der Student der
Akademiſchen Fliegerſchaft Preußen von der
Univer=
ſität Königsberg, Schröder, Sohn eines Rektors in
Flensburg, flog mit ſeiner Segelflugmaſchine gegen
den Steilhang eines Berges und verunglückte tödlich.
Raubmord auf der Avus.
Berlin. Ein Kapitalverbrechen iſt Montag
früh in der Kontrollwächterſtube an der Nordkurve
der Avusbahn verübt worden. Hier wurde der
39 Jahre alte Wächter Sellenthin durch mehrere
Piſtolenſchüſſe getötet und ſeiner Barſchaft beraubt.
Die Verbrecher ſind noch unbekannt. Montag früh,
kurz nach 4 Uhr, wurde der Wächter der Südburve,
Richard Ehrecke, von der Nordkurve her durch den
internen Apparat angerufen. Da er ſchwache
Hilfe=
rufe hörte, rief er das nächſte Polizeirevier an. Als
die Beamten des Reviers vor der Südkurve
er=
ſchienen und nach der Nordkurve eilten, trafen ſie
ſchon das Ueberfallkommando des Reviers von der
Nordkurve. Die Polizeibeamten fanden Sellenthin in
einer großen Blutlache auf dem Fußboden liegend.
Nach kurzer Zeit erſchienen am Tatort die Beamten
der Mordkommiſſion, die ſofort die erſten
Ermitt=
lungen anſtellten. Die Verbrecher haben es vielleicht
zuerſt auf das Verwaltungsgebäude abgeſehen;
nach=
dem ſie von einem Einbruch in dieſes Abſtand
ge=
nommen hatten, werden ſie ſich der Wächterſtube
zu=
gewendet haben, weil ſie hier noch die Einnahmen
vermuteten. Der erſte Schuß iſt von draußen her
durch die Scheibe abgegeben worden. Während
Sel=
lenthin noch am Apparat ſtand, um nach der
Süd=
kurve zu ſprechen, drangen die Verbrecher nach dem
erſten Schuß ſchon in den Vorraum ein und feuerten
von hier aus weitere Schüſſe auf ihn ab, die ihn
tödlich trafen. Der oder die Räuber haben den
Ueberfall wohl von längerer Hand vorbereitet
ge=
habt, und ſicher damit gerechnet, daß bei dem ſtarken
Sonntagsverkehr, der durch das außerordentlich ſchöne
Wetter noch begünſtigt wurde, auf der Avus viel
Geld an Durchfahrtsgebühren eingegangen ſein
werde. Daß das Geld immer von Zeit zu Zeit an
die Kaſſe abgeführt wird, konnten ſie, nicht wiſſen.
Die Ledertaſche mit dem Wechſelgeld iſt geraubt
wor=
den. Ihr Inhalt kann etwa 15 Mark betragen
haben. Die Direktion der Avus und die
Kriminal=
polizei haben auf die Ergreifung der Verbrecher eine
Belohnung von je 1000 Mark ausgeſetzt.
Schwerer Zuſammenſtoß zwiſchen Feuerwehr
und Straßenbahn.
Wien. Am Sonntag abend, gegen 9 Uhr,
er=
eignete ſich beim Sechshauſer Gürtel ein ſchwerer
Zuſammenſtoß zwiſchen einem Feuerwehrauto und
einem Straßenbahnzug. Ein Löſchzug der Feuerwehr
Maria=Hilf fuhr mit voller Wucht in den
Motor=
ſvagen eines Straßenbahnzuges hinein. Das
Feuer=
wehrauto wurde vollſtändig zertrümmert, ſein
Kom=
mandant getötet und die übrige, ſieben Perſonen
zählende Mannſchaft zum größten Teil ſchwer
ver=
letzt. Der Motorwagen des Straßenbahnzuges
ſprang aus den Schienen. Drei Paſſagiere der
Straßenbahn erlitten gleichfalls Verletzungen.
Schweres Autounglück.
Paris. In der Nähe von Labruguiere, bei
Albi, ſtürzte ein mit ſechs Perſonen beſetztes Auto in
voller Fahrt von der hochgelegenen Straße in einen
Steinbruch. Die Frau und drei Freunde des Beſitzers
wurden auf der Stelle getötet, der Beſitzer und ein
weiterer Fahrgaſt ſchwer verletzt.
Exploſion eines Pulverlagers.
Trient. Das ehemalige öſterreichiſche Fort
von Baſſo Mattarelli, ſüdlich von Trient, iſt infolge
Selbſtzündung der eingelagerten Sprengſtoffe in die
Luft geflogen. Die Erſchütterung wurde im ganzen
Etſchtale verſpürt. Das Fort war von Oeſterreich zur
Verteidigung von Trient gebaut worden und diente
jetzt als Sprengſtofflager. Ein junger Arbeiter, der
mit anderen auf dem Dache des Forts einen
Blitz=
ableiter anbrachte, wurde getötet. Seine Kollegen
hatten ſich auf einen Warnruf des Wachtpoſtens hin,
der Rauch aus den Schießſcharten aufſteigen ſah, in
Sicherheit bringen können.
13 Todesopfer der Ueberſchwemmungen in den
Vereinigten Staaten.
London. Die Zahl der Opfer bei den
Ueber=
ſchwemmungen in Amerika hat ſich nach Berichten aus
New York auf 13 erhöht. An der atlantiſchen Küſte
gehen ſchwere Regenſtürme nieder. Die
Küſtenſchiff=
fahrt hat eine große Anzahl von Unglücksfällen zu
verzeichnen, ſobei auch mehrere Menſchen ums
Le=
ben gekommen ſind. Auch im Süden des Landes hat
das Unwetter großen Schaden angerichtet. Durch den
Schneeſturm der letzten Tage iſt das Baumwollgebiet
von Alabama nahezu vernichtet worden.
Abnahme der Geburten
und Sterbefälle in Deutſchland.
Eheschließungen Geburtenu.
Sterbefölle-
in Deutschlend 1923-3. Merteljahr 1927
aod0 Ein.
1000 Einw
I
24
—.— —24
2fAt-h- I,Gebüirfen—-fr f2323
Mii
20
Aaase
t- erbefSlle-1——-8-
2—
R
Lu-f. Ees-Mieengent...,
7254
7323 H3t 138 75298 7925
Unſere Tabelle zeigt, daß die Zahl der Geburten und
der Todesfälle in den Jahren 1923—27 trotz
mancher=
lei Schwankungen abgenommen hat. Nur die Zick=
Zack=Linie der Eheſchließungen hat eine ſteigende
Tendenz.
Dienstag, den 1. Mai 1928
Nummer
Familiennachrichten
Die glückliche Geburt eines
Sonntags=
jungen zeigen hocherfreut an
Dr. Paul Wolff und Frau
Gretel, geb. Wolff
z. Zt. Riedeſelſtr. 52.
Darmſtadt, den 29. April 1928.
( 11825
Statt beſonderer Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die ſchmerzliche
Mitteilung, daß mein lieber Mann, mein treuſorgender Vater,
unſer lieber Bruder, Schwager und Onkel
Sohann Ralß, Lehrer i. R.
am Sonntag abend in noch nicht vollendetem 59. Lebensjahre
nach langem ſchweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Darmſtadt, 1. Mai 1928.
Julie Raiß, geb. Weicker
Lichtenbergſtr. 58, II. St.
Thea Raiß.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, 2. Mai 1928, nachmittags
3 Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt.
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Von Beileidsbeſuchen bitten wir Abſtand nehmen zu wollen.
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Die glückliche Geburt eines
Töchterchens zeigen in
dank-
barer Freude an
Dr. Thilo Rothamel und Prau
IIse, geh. Wengel.
Lauterbach, 27. April 1928.
(Hessen)
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Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
am 29. April 1928, nachmittags 1 Uhr, meine
liebe, treubeſorgte Frau, meine gute Tochter,
Schwiegertochter, Schweſier, Schwägerin und
Tante
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen, ſowie für die
zahlreichen Blumenſpenden ſagen
wir unſeren herzlichſten Dank. Ganz
beſonders danken wir Herrn Pfarrer
Beringer für ſeine troſtreichen Worte
am Grabe und den
Gemeinde=
ſchweſtern Sophie und Johanna für
die liebevolle treue Pflege.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Kreß
Kammermuſiker.
Darmſtadt, Gutenbergſtr. 45. (7646
Ein geſundes Töchterchen
angekommen
Arthur u. Martha Dernburg
geb. Feuchtwanger.
Darmſtadt, den 28. April 1928.
ſ
geb. Becht
nach langem, mit Geduld getragenem Leiden,
zu ſich in die Ewigkeit zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Allmann.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. Mai 1928,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes
aus ſiatt.
e11847
Todesanzeige.
Am 28. April entſchlief ſanft,
verſehen mit den hl. Sakramenten,
mein lieber Mann, unſer guter
Vater und Großvater
Herr
Joſef Mandel
Förſter i. R.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 28. April 1928. (B. 7677
Die Beerdigung findet Dienstag
Nachmittag 3 Uhr auf dem
Beſ=
ſunger Friedhofe ſtatt.
Treffen Sie bitte Ihre Wahl bei uns und Sie
erwecken die Bewunderung Ihrer Freunde.
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Am 28. April 1928 ſtarb nach
kurzer, ſchwerer Krankheit im
79. Lebensjahre unſer treuer
Kamerad und Ehrenvorſtand
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Die heutige Klage, bei der armen Zeit
iſt unbegründet. Zu billigen Preiſen,
durch eigene Anfertigung und kein
Verbands=Mitglied. Meine Preiſe ſind
der heutigen Zeit angepaßt beileichter
Zahlungsweiſe.
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Die Beerdigung findet am
Dienstag, den 1. Mai 1928,
3 Uhr nachmittags, vom
Beſ=
ſunger Friedhof aus ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung.
Der Vorſtand.
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Teilnahme beim Heimgang meines
teuren Gatten, ſowie für die
zahl=
reichen Kranzſpenden ſage ich meinen
herzl. Dank. Ganz beſonderen Dank
Herrn Pfarrer Lautenſchläger für
ſeine troſtreichen Worte.
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Dienstag den 1. Mai 1928
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5000, 10000 Rm.
Tilgung bis 1. Juni 1933 ausgeschlossen sodann in gleichen
Annuitäten bis 1953 oder durch verstärkte Tilgung bezw
Gesamtkündigung. — Reichsmündelsicher.
Die unterzeichneten Banken und Bankfirmen legen hiermit
die oben bezeichnete Anleihe unter folgenden Bedingungen zur
öftentlichen Zeichnung auf:
1. Zeichnungen werden von den unterzeichneten Firmen und
deren sämtlichen Niederlassungen in der Zeit vom
1. —5. Mai ds. 15.
während der üblichen Geschäftsstunden entgegengenommen,
Ein vorzeitiger Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten.
2. Der Zeichnungspreis beträgt
94,50 0
zuzüglich Börsenumsatzsteuer. Die Bezahlung hat am 1.
Juni 1928 zu erfolgen.
3. Die Zuteilung auf die gezeichneten Beträge bleibt dem
Er-
messen der Zeichnungsstellen überlassen, Zeichnungen mit
mindestens sechsmonatiger Sperrverpflichtung werden
vor-
zugsweise berücksichtigt.
4. Die Zeichner erhalten zunächst Kassenguittungen, geger
deren Rückgabe die Aushändigung der endgültigen Stücke
nach deren Fertigstellung erfolgt.
5. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können nur insoweit
berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der
Üb-
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Darmstadt, Frankfurt a. M., Mannheim, im April 1928.
Deutsche Bank, Filiale Frankfurt, Frankfurt a. M.
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Deutsche Bank, Filiale Darmstadt, Darmstadt.
Direction d. Disconto-Gesellschaft, Filiale Frankfurt, Frankfurt M.
Direction der Disconto-Gesellschaft, Filiale Darmstadt. Darmstadt.
Dresdner Bank in Frankfurt a. M., Frankfurt a. M.
J. Dreyfus & Co., Frankfurt a. M./Berlin.
Hessische Girozentrale, Darmstadt.
Hessische Landesbank — Staatsbank — Darmstadt.
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Mitteldeutsche Creditbank, Frankfurt a. M.
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genau so aus, als ob es grade
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immer schönes Haar.‟
Möchten Sie es nicht auch einmal
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Seite 1 4
Dienstag, den 1. Mat 1928
Nummer 121
Geſchichten aus aller Welt.
(Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten.)
Alkoholorchideen und Abſtinenzlerprinzeſſin.
d. Bern. Züricher Blätter berichten von einem eigenartigen
Ver=
kehrsunfall, der glücklicherweiſe jedoch ohne ſchlimmere Folgen
abge=
laufen iſt. In der Nähe von Zürich fuhr in ziemlich erhöhtem Tempo
auf der Landſtraße das Auto einer Prinzeſſin Hohenlohe, von
dieſer perſönlich geſteuert, und ſtieß plötzlich auf eine aus einer
Neben=
ſtraße langſam einbiegende Straßenbahn auf. Das Automobil wurde
da=
bei umgeworfen, ſeine Inſaſſen, die Prinzeſſin und zwei Mitfahrer,
er=
litten jedoch nur geringfügige Verletzungen durch Glasſplitter. Die in
wenigen Minuten anweſendemn Vertreter der Polizei glaubten aus „
un=
trüglichen” Merkmalen feſtſtellen zu können, daß die Inſaſſen des Autos
ſich im Zuſtande — vorgeſchrittener Alkoholvergiftung
befan=
den. Mit der Bezechten gegenüber manchmal angebrachten rauhen
Ge=
walt brachten ſie die Prinzeſſin und ihre Gäſte auf das nächſte
Polizei=
bureau und riefen den Amtsarzt herbei. Dieſer unterſuchte die immer
noch glaſig ſtierenden und wirr redenden Inbulpaten, die auch ihm zuerſt
den Eindruck totalen „Beſchwviemeltſeins” machten, aufs peinlichſte, und
kam dann, nach einer weiteren Unterſuchung des inzwiſchen
herbeige=
ſchleppten Automobils, zu einem überraſchenden Ergebnis: Im Innern
des Automobils, am Hinterfenſter, wo man ſonſt die bekannte
Auto=
puppe aufzuhängen flegt, befand ſich ein anſehnlicher Strauß einer
ſtark duftenden, in Treibhäuſern gezogenen exotiſchen Blume.
Die Inſaſſen des Autos waren von dem Duft dieſes fremden
Blumen=
gaſtes faſt vollkommen betäubt, ſo daß die Prinzeſſin die Herrſchaft über
den Wagen verloren hatte. Die Verunglückten, denen man ſo
leicht=
fertig ſchwere alkoholiſche Exzeſſe zugetvaut hatte, kamen in der
ärzt=
lichen Behandlung bald wieder zu ſich, und dabei ſtellte ſich, damit der
Tveppenwitz des Alltags dem bedauerlichen Zwiſchenfall auch noch zum
erheiternden Abſchluß verhelfe, heraus, daß die Prinzeſſin Hohenlohe
Ehrenmitglied einer großen internationalen —
Abſtinenzlerver=
einigung iſt. —
Der geplagie Sir Walter Scott.
r. Mancheſter, Auch in Old merrr England gibt es geplagte
Berühmtheiten unter den Autoren. So ſtieß denn erſt kürzlich in einer
hieſigen Geſellſchaft der auch jenſeits des Kanals bekannte
Gals=
worthy einen Hilferuf aus, man möge ihn retten aus ſeiner Not und
ſihn mit den vielen Bitten um Kritik oder literariſche, bzw. finanzielle
Hilfe verſchonen. Er erkannte aber auch gleichzeitig an, daß es die
Autoren in gewiſſer Hinſicht heute doch beſſer haben, als ihre Kollegen
im vorigen Jahrhundert. Insbeſondere gedachte er des Dichters der
ſchottiſchen Hochlande, der wie man wohl wiſſen dürfte, in finanzieller
Hinſicht nicht gerade auf Roſen gebettet war. Sir Walter Scott,
ſo erzählte Galsworthy, erhielt einſt ein Paket aus den Vereinigten
Staaten, für das er drei Pfund Nachnahme zu zahlen hatte. Es
ent=
hielt das Mamſkript eines von einer New Yorker Dame verfaßten
Dvamas, betitelt: „Die Liebhaber von Cherobee”. In einem
Begleit=
brief wurde Scott von der Verfaſſerin gebeten, das Manuſkript zu
leſen, zu verbeſſern, es mit einem Pro= und einem Epilog zu verſehen,
ſowie mit Conſtable und Murray übber die Verlegung bzw. Aufführung
des Stüches zu verhandeln. Vierzehn Tage ſpäter erhielt Scott ein
gleiches Paket aus Naw York. Wbermals mußte er fünf Pfund
Ster=
ling berappen. Die Sendung enthielt das gleiche Stück, mit demſelben
Erſuchen der Verfaſſerin und der Bemerkung, angeſichts der Gefahr,
daß das Mamuſkript verloren gehen könnte, habe die „um ihr geiſtiges
Kind beſorgte Mutter” es für ut befunden, noch ein Duplikat zu
ſchichen. — Für den armen Sir Walter war das ein teurer Spaß, für
Galsworthy aber iſt es ein, wenn auch kleiner Troſt, wie man ſieht. . . ."
Der Silberſarg des Erpreſſerkönigs. — Chicago ehrt
ſeinen großen Toten.
v.Chſcago. Der große Tote von Chicago iſt kein kleinerer
als der berüchtigte Räuberhauptmann und Generaldirektor der
„Schwarzen Hand, A.=G.‟, Diamond Joe. Zu gut deutſch:
foarhen i. e
eago „ehrt” ſeinen großen Toten Anno 1928 auf eine für eurobäif
Begriffe recht eigenartige Weiſe — jede Stadt hat eben die „Pror
nenten”, die ſie verdient. . .."
„Diamantenhannes”. Mit dem bürgerlichen Namen hieß der jetzt
Ver=
ſtorbene Guiſeppe Espoſito, war ein gebürtiger Italiener und hat
ſeinen berühmten Whnherrn längſt im dem Schatten geſtellt.
Seine und ſeiner wohlorganiſierten Bande Hauptbeſchäftigung
war=
die Erpreſſung. Mit Kleinarbeit hat ſich Diamond Joe nie
ab=
gegeben, er arbeitete nur en gros. Unter 10 000 Dollar konnte ſich keiner
aus der Affäre ziehen. Es war nicht ratſam, mit Herrn
Diamanten=
hannes zu ſpaßen, mit dem Manne, der als Begründer der Schwarzen=
Hand=Organiſation galt. Die mit dem bekannten Schreiben „zahlen Sie
bis dann und dann ſo= und ſobiel” bedachten Gentlemen ſind der
lie=
benswürdigen Aufforderung denn auch in den meiſten Fällen prompt
nachgekommen; ſie hatten ja die Wahl, entweder um den angeforderten
Betrag oder um einen Kopf gekürzt zu werden. Das Lebens eines
Mäuberfürſten iſt ſelbſt in einem Dorado der Verbrechen wie Chicago
nicht auf Roſen gebettet. Der bedauernswürdige Herr Espoſito (ſeinen
neckiſchen Spitznamen verdankte er einer geradezu krankhaften Vorliebe
für Gdelſteine) hatte zeitlebens alle Hände voll zu tun. Die Züchtigung
der unpünktlich zahlenden „Kundſchaft”, der Kampf mit der Polizei und
mit der Konkurrenz gaben ihm viel zu ſchaffen. Diamond Joe mußte in
der Rat raſtlos „arbeiten”, um ſich behaupten zu können.
Eigenartiger=
weiſe war die private Paſſion des ſbrupelloſen Verbrechers die —
Wohltätigkeit. Er konnte den Nuhm für ſich in Anſpruch nehmen,
nicht nur der gefürchtetſte Erpreſſer, ſondern auch der
wohltätigſte Bürger von Chicago zu ſein. Er unterſtützte die
Armen, die Landsleute und nicht zuletzt — die Kirche. Vor einigen
Wochen ereilte Diamantenhannes ſein Schichſal. Er geriet mit einem
noch mächtigeren Berufsgenoſſen in Streit, und die feindliche
Organi=
ſation beſchloß, den läſtigen Konkurventen „kalt zu ſtellen‟. Es ging
auf Leben und Tod, und die Freunde des Italieners empfahlen ihrem
Führer, das Feld zu räumen und Chicago vorläufig zu verlaſſen.
Dia=
mond Joe war nicht abgeneigt, dem guten Rat Folge zu leiſten und
traf bereits ſeine Reiſevorbereitungen. Da erkrankte ſein einziger Sohn
an Diphtherie, und der vorbildliche Vater brachte es nicht übers Herz,
ſeinen geliebten Sprößling allein zu laſſen. Dieſe Gefühlsſchwäche ſollte
ihm zum Verhängnis werden! Der Geſundheitszuſtand des Jungen
hatte ſich zwar ſchnell gebeſſert, ſo daß Diamantenhannes zur
endgül=
tigen Abreiſe rüſtete. Die wenigen Dage benutzten aber auch ſeine
Gegner zu grüdlichen „Vorbereitungen”, und eines Abends fand die
denkwürdige Abrechnung ſtatt, ganz des Rufes von Chicago würdig.
Diamond Joe verließ die Wahlverſammlung der Demokratiſchen Partei
— daß er ſich nebenbei politiſchbetätigte, verſteht ſich vor
ſelbſt — nur von ſeiner Leibgarde begleitet. Seinen Kleinwagen lenkte
er ſelbſt, die Getreuen folgten in zwei Vierſitzern. Natürlich mit dem
gezogenen Revolber in der Hand. Dieſe Vorſichtsmaßregel erwies ſich
als durchaus begründet, denn an einer Straßenkreuzung tauchten „
feind=
liche Batterien” auf, beſtehend aus nicht weniger als gehn Sechsſitzern.
Daß bei dieſer Verteilung der Kräfte der Kampf nicht allzulange währte,
kann man ſich ja denken. . . . Herr Guiſeppe Espoſito ſtarb alſo den
„Heldentod” Verurſacht durch achtundfünfzig Revolverkugeln. Seine
Beerdigung war die vielleicht größte „lokale Senſation” die Chicago
je=
mals erlebte. Der Erpreſſerkönig wurde in der Kathedrale der
Hei=
ligen Familie aufgebahrt. Der Sarg, in dem ſeine ürdiſchen Ueberreſte
die ewige Ruhe finden ſollten, war aus maſſivem Silber
herge=
ſtellt; ein wahres Meiſterſtück der Goldſchmiedekunſt, das die Kleinigkeit
von 10 000 Dollar koſtete. Als Publikum erſchienen rund
vierzig=
tauſend Bürger, und Rev. Murphy hielt eine Rede, um die ſo
manche europäiſche Größe den toten Diamantenhannes beneidet hätte.
Er hob die menſchlichen Qualitäten des Verſtorbenen hervor und
ſchil=
derte mit bewegten Worten ſein gutes Herz, ohne ſeine Hand (die
ge=
wiſſe „ſchwarze Hand”!) zu ewwähnen. Den Leichenzug eröffneten zwei
aktive Senatoren, vier Gerichtsräte und ſonſtige
Wür=
denträger; zwei Flugzeuuge bewarfen den letzten Weg des großen Mannes
mit zehntauſend roten Roſen. . . Fünfundzwanzig Laſtautos
transpor=
tierten die Kränze. Es war eine grandioſe „show”, an der ſogar der
Polizeichef von Chicagv Captain Orady, teilgenommen
hatte. „Wir beerdigen den gefährlichſten Mann von Chicago,” ſagte er
den Reportern, „hätte er ſeine Fähigkeiten in den Dienſt der Polizei
Geſchäftliches.
Zweitauſend Kilometer durch Deutſchland
Am Freitag, den 4. Mai, nachmittags 4 Uhr, ſtartet von Berl
Eiſenacherſtraße 111, eine Naſh=Karawane, die aus 10
Wa=
beſteht, zu einer Fahrt 2000 Kilometer durch Deutſchland. — Die 2,
geht von Berlin über Leipzig, Erfurt, Gotha, Fulda, Frankfurt, Mai
Wiesbaden, Mannheim, Speyer und endet am 17. Mai in Berlin
den vorgenannten Orten wird die Naſh=Karawane auf bekannten Plät
einen Tag lang Halt machen, um den Intereſſenten in einer Ausf
lung Gelegenheit zu einer Beſichtigung zu geben. Sämtliche
Wa=
nehmen dann am 12. Mai an der Automobil=Schönheits=Konkurren=
Wiesbaden teil.
Bad Salzſchlirf.
In dem der Kurverwaltung gehörenden Hotel Badehof, das
letzten Winter einen umfangreichen Umbau erfahren hat iſt eine
ſondere Sanatoriumsabteilung eingerichtet, in der eine kliniſch=ärze
Ueberwachung ſtattfindet. Laboratorium und Röntgendiagnoſtikabpa
geſtatten genaueſte ärztliche Unterſuchung und fortlaufende Kontrolle /
Krankheitszuſtandes. Die Küche wird ſtändig ärztlich überwacht z
nach den neueſten Erfahrungen auf diätetiſchem Gebiet geleitet.
Es handelt ſich hierbei nicht etwa um Innehaltung der aluß
gebrachten ſchematiſchen Diätkur, ſondern um eine ſpeziell indwid
Diätbehandlung. Sämtliche Räume ſind mit dem Fahr= und Kranl
ſtuhl zu erreichen.
Die Sprudel=, Sol= Moor= und Heißluftbäder befinden ſich ſii
lich im Hauſe. Die Leitung iſt Herrn Dr. med. Beisheim übertrae
worden. Der Bonifaziusbrunnen iſt durch eine gedeckte Wandelhalle
reichbar. Zanderſaal und Inhalatorium liegen dicht nebenan.
Für Unterhaltung und Zerſtreuung iſt ebenfalls geſorgt.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Dienstag, den 1. Mai 1928.
Wechſelnd wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen nur wenig
ändert, jedoch etwas kühler, ſtrichweiſe Gewitterregen.
Witterungsausſichten für Mittwoch, den 2. Mai 1928.
Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter und vielfach troy
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
Ort:
Wetter:
Temp.
in C‟
Wind:
Nieder= Schn
ſchlag ded
in mm in e
Gießen:
Aachen:
Hamburg:
Berlin:
München:
Königsberg:
Breslau:
heiter
Regen
heiter
wolkig
12
12
17
19
10
16
16
SO,
s86.
Windſtille
SO,
SSW.
23,0
37,0
gef.
Feldberg:
(Taunus)
Waſſerkuppe:
Feldberg:
(Schwarzw.)
Zugſpitze:
Kahler Aſten:
Fichtelberg:
Schneekoppe:
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen=
heiter
Nebel
heiter
wolkig
heiter
12
sp.
02
0,4
Wir bieten Ihnen
große Torteilel
Unvergleichlich
Inttgerreise:
M0 in vielen Mustern.
v..... . Meter 95, 68, 409
Mas senn
Uh
Kunstseide, aparte
Wasenseide Farben, Meter 1.45, 95, 009
„Mäuge
Boradten Masseiine
entzückende Stellungen. Meter 1.45, 1.10, 109
affo bedrucktugewebte 51
Frächtensten Karos Mtr. 1.15, 95, 002
Dn
Lnddtbeer Liinen
indanthren
gefärbt . . Meter
0 naturfarbig, ca. 85 cm breit
Hodseine.. . . . Meter 2.95, 2.45, 1.00
M0 ca. 100 cm breit,
Ureno de chiine in vielen Farben
Meter 6.75, 5.95, 1.00
N0ca. 100 cm breit,
Urebe Harbeainobedruckt. Mtr. 009
ca. 100 cm breit,
Bpertät-Tolle weis - Meter 1.95, H40
0 aparte Farbstellung,, sehr
Foft-Hohepreiswert Mtr. 2,35, 2,75, 1,43
teinfädig, für Wäsche
Hemdendch .. . . . Meter 68, 58, 309
0 ca. 80 cm breit, starkfädig
Krerchde für Bettwäsche, Mtr. 95, 85, 002
ca. 80 cm breit, für
Hein Madeu teine Leibwäsche
Meter 1.25, 1.15, 009
ca. 80 cm breit, in allen 9(
RoHHesser Stärken. Meter 68, 58, 209
ca. 150 cm breit, für Bett-
Monnesser tücher Meter 1.95, 1.65, I.4u
ca. 130 cm breit, kräftige
Beftesantn Oualität, Meter 1.95, 1.45, 1.10
gesäumt und
Kaunennänatdeher gebandert.
95, 75. 909
grau und weiß, mit
Hanatdensiohte Kante, Mtr. 68, 35, 109
80X80 cm, Kretonne
Kisschserage mit Hohls, 2.95, 1.95, 1.10
ausKretonne m. Hohls.
oder gebogt, 8,50, 6,50,
4,95
Trägerform, aus
BänterHeinden gut. Wäschestoff
1.45, 1.25, 009
Wmit Klöppelspitze
BänterrHernden od. feiner Stickerei
2.25, 1.95, 1.00
owp mit Stick.-Motiv od.
Hacftthenden Klöppelsp. 4.50, 2,65, 1.99
Windeltorm, mit Sticke-
Heittandsen rei od Klsppel 2.75, 1.95 012
70 aus gut. Wäschestoff,
PIindentrocht schön garn, 4.50, 2,75 100
0 ausKunstseide,in vie-
PLiadenrochblen Farben, 3.50, 2.95, H00
H aus gut. Wäsche-
Madeit.-Hertden stotten 95, 75, 002
Mädchen-Hemahosen
mit Stickerei, alle Größen . . 195, 1.45, 1010
on aus gut. Kretonne
ErSllings-Hemdcheu .... 40, 28, 109
fein gestrickt, sehr
ErStlings-Kächchen biuigs - .. 00, 40, 409
W aus guten Sia-
1.95, 1.45,
OM aus
indanthren-
druck, 3.50, 2.25
MArtper Seidr Heu mosenstoffen
16
ardger -Schar sentarb. Künstler-
W aus einfarb. u. gestreit-
Hadskteiner tem Zefr . 450, 2,75,
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vor ArsiHaftel Satim .. 850, 695, 0
1n0 aus krättigem
BoutosSeränzage Blautuch, 620 4
Nummer 121
Dienstag, den 1. Mai 4928
Geite 15
Sport, Spiel
Handball.
Main —Rheingau D. T.
Der vevfloſſene Sonntag brachte auf einigen Spielfeldern der
Gau=
ereine in den Freundſchaftsſpielen verſchiedene Ueberraſchungen, die
kennen laſſen, daß manche Mannſchaften gut vorbereitet in die
Meiſter=
kaftskämpfe gehen werden und von denen noch vieles zu erhoffen iſt.
Goddelau—Eberſtadt 5:4 (3:2).
Eberſtadt, der Meiſterklaſſe angehörend, hatte Tv. Goddelau, den
ruppenmeiſter der B=Klaſſe, zu Gaſt und mußte ſich durch dieſen eine
jjederlage gefallen laſſen. Im Spiel ſelbſt ſah man beide Parteien
hr eifrig, aber etwas zu laut, wobei ſich beſonders ältere Spielev von
Gerſtadt auszeichneten. Im Goddelauer Sturm klappte es vorzüglich
nd arbeitete dieſer gut mit der Verteiſdigung zuſammen. In der
äuferreihe machten ſich mancherlei Schwächen bemerkbar und ließ dort
les zu wünſchen übrig. Sehr gut war der Torhüter von Goddelau.
Berſtadt verſagte und lief nicht zur gewohnten Form auf.
Tv. Mainz 1817—Tv. Wolfskehlen 7:4 (4:4).
In Wolfskehlen blieben die beſſeren Mainzer nach ausgezeichnetem
irſanzmenſpiel über den A=Klaſſemeiſter des Gaues verdienter Sieger.
as Spiel war im ganzen ein Werbeſpiel, unter Leitung von Buttler=
Gerſtadt, wie es ſein ſollte, und war über alles Lob erhaben.
Tgſ. Darmſtadt—Tgmde. Egelsbach 3:2 (3:2).
Die beiden Mannſchaften, welche punktgleich aus den letzten
Meiſter=
gaftskämpfen hervorgingen, lieferten ſich ein eifriges Spiel, dem ein
mentſchieden Heſſer entſprochen hätte. Leider verſagte Egelsbachs
kurm nur allzu oſt vor dem Tore des Gegners.
Tamde, Sprendlingen—Tp. „Vorwärts” Nieder=Roden 3:2 (2:0).
Das Spiel zeichnete ſich als beſonders anſtändig aus, bei dem die
Hniſchen Leiſtungen von Sprendlingen ſonderlich hervorſtachen.
Nieder=
den verſuchte demgegenüber durch größeren Eifer auszugleichen.
Höhnlein 1.—Worfelden 1.
In der 2. Minute mit dem Stande 3:2 für Worfelden wegen Ge=
Eterſturm abgebrochen.
Walldorf—Flörsheim 5:5 (1:4).
Flörsheim, der Gaſt aus dem Untertaunusgau, ſpielte in der erſten
EBzeit überlegen und überrannte die Walldorfer Mannſchaft, die nur
en Erfolg für ſich buchen konnte. Walldorf, in der erſten Halbzeit
E zerfahren, fand ſich in der zweiten Halbzeit beſſer und zog gleich.
rch lautes Schreien und ausgeartetes Spiel mißbrauchten nun die
irsheimer die Gaſtfreundſchaft, was zum Spielabbruch führte.
Büttelborn 1.—Wallerſtädten 1. 9:3 (4:2).
Mit dieſem Spiel konnte Büttelborn einen weiteren Erfolg den
ausgegangenen anreihen. Büttelborn war techniſch überlegen. Der
beleifer ließ i der zweiten Halbzeit merklich nach.
Groß=Gerau-Bickenbach 6:4 (3:3).
Trotz vier Erſatzleuten ſpielte Bickenbach ſehr aufopfernd und hätte
e Niederlage vermieden, wenn es auch einen Fuchs im Tor gehabt
ke. Groß=Gerau ſpielte wit der Miene des Ueberlegenen und bot
geſamt keine anregenden Leiſtungen. Eine Anzahl Tore fielen durch
50 Meter.
Arheilgen—Beffungen.
Zu dem angeſetzten Spiel zog Beſſungen es vor, nicht anzutreten.
Tv. Arheilgen 1.—Tv. Seeheim 1. 12:2 (6:2).
Obige Mannſchaften trafen ſich am Sonntag zu einem Freund=
Ftsſpiel im Arheilgen. Bei Spielbeginn zeigten ſich beide etwas ner=
und Turnen.
vös. Arheilgen findet ſich zuerſt zuſammen und kann bald i Führung
gehen. Seeheim leitet dann auch ſchöne Angriffe ein, kann ſich aber
vorläufig noch nicht durchſetzen. Arheilgen geht nun vollends aus ſich
heraus und ſchießt bis zur Halbzeir 6 Tare, während die Gäſte nur 2
Tore erreichen können. — Nach der Pauſe tritt die Ueberlegenheit
Ar=
heilgens noch mehr zutage, und Seeheim wird faſt ganz in ſeine
Spiel=
hälfte gedrängt. 6 weitere Tore ſind die Ausbeute dieſer Drangperiode
für Arheflgen. Den Gäſten blieben Torerfolge leider verſagt, obwohl
ſie es nach ihren Leiſtungen verdient hätten. Das Verſtändnis mit der
Hintermannſchaft muß da noch etwas beſſer werden. Die Angriffe und
Handlungen des Arheilger Sturmes ſind ſchnell und kurz entſchloſſen,
ſeine Torſchüſſe geben Zeugnis von Technik und Kraft. Die Läufer
und Hintermannſchaft ſtehen nicht viel nach mit ihrem Leiſtungen. Der
Tormann zeigt Ruh= und Sicherheit. Der Schiedsrichter leitete ſicher.
Deutſche Siege bei der Targa=Florio.
Henne und Köppen Geſamtſieger. Geißler Klafſenſieger.
Als Vorläufer zu dem klaſſiſchen Automobilrennen um die Targa
Florio am 6. Mai kam wieder acht Tage vorher das gleichnamige Rennen
der Motorräder auf der bekannten Madonie=Rundſtrecke auf Sizilien zur
Entſcheidung. Dieſe Rundſtrecke mit ihren zahlloſen Kurven ſcheint nicht
nach dem Geſchmack der meiſten Nennfahrer, ſonſt wäre die Beteiligung
nicht ſo ſchwach geweſen, wie es ſich diesmal und auch ſchon im vorigen
Jahre zeigte. Die deutſche Induſtrie war 1927 zum erſten Male beteiligt
und kam da ſchon zu einem glänzenden Erfolge, da Köppen
Geſamt=
ſieger, Henne die ſchnellſte Runde fuhr und Geißler in der 350er=Klaſſe
ſiegreich blieb. Dieſe gleichen Fahrer machten ſich auch diesmal wieder
an die ſchwierige Aufgabe und zeigten ſich wiederum von vorteilhafteſter
Seite. Den Geſamtſieg errang der Münchener Henne auf ſeiner ½ Ltr.=
Maſchine der Bayeriſchen Motorenwerke bei einer Fahrzeit von 4:58:47,4
Std. für 3 Runden (324 Km.). Seine Durchſchnittsgeſchwindigkeit von
75 Km. iſt weſentlich höher als die von Köppen=Berlin (BMW.) im
Vor=
jahre mit 58,800 Km. Dieſer ſelbſt plaeierte ſich in 5:1:44 Std. als
Zweiter hinter Henne und verbeſſerte ſeine vorjährige Fahrzeit um
nicht weniger als 23 Minuten. Auch der dritte deutſche Teilnehmer,
Geißler=München (Ernſt Mag) ſchloß an ſeinen vorjährigen Erfolg an
und ſiegte in der 350 ccm=Klaſſe in 5:34:03 Std., wobei er eine halbe
Stunde ſchneller war als ſeine italieniſchen Mitbewerber. Die genauen
Ergebniſſe lauten:
Klaſſe bis 500 ccm (224 Km.): 1. Henne=München (BMW.) 4:58:47,4
Stunden (ſchnellſte Zeit des Rennens); 2. Köppen=Berlin (BMW.)
5:10:44 Std.; 3. Sanſeverino=Italien (Norton) 5:17:23 Std.
Klaffe bis 350 ccm (324 Km.): 1. G. Geißler=München (Ernſt Mag)
5:34:03,4 Std.; 2. Premoli=Italien (Biancchi) 6:04:04,4 Std.; 3. Mieli=
Italien (Rera) 6:25 Std.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 1. Mai. 12.30: Kaſſel: Schallplatten. Opern und
Arien. O 16: Orgel=Konzert. Bach: Sonate F=dur. Herzlich
tut’s mich verlangen. Jeſus, meine Freude. In dir iſt Freude.
— Reger: Introduction und Paſſacaglia F=moll. O 16.30: Funkorch,
Anton Dvorak (geſt. 1. Mai 1904). Mitw.; Rundfunk=
Streich=
quartett. Merten (Klavier). o 17.45: Aus der Geſchichte der
Abderiten von Wieland. O 18.15: Vereinsnachrichten. Mitteilungen.
O 18.30: Kaſſel: Mathilde Meißel: Die Stunde der Frau: Sollen
wir unſeren Kindern bei den Hausaufgaben helfen? o 18.45:
Kaſſel: W. Scheller: Ludwig Tieck zum Gedächtnis. 19.15:
Prof. Dr. Schleſinger: Krankheiten des Schulalters und ihre
Ver=
hütung. O 19.45: Vortrag. O 20.15: Arbeiter=Chorkonzert. O 21.15:
Stuttaart: Schwäbiſcher Abend.
Stuttgart.
Dienstag, 1. Mai. 12.30: Schallplatten. O 15.45: Frauenſtunde.
Unſere Heranwachſenden und wir. 16.15: Konzert. Eml.: Martha
geht (Fuchs).
„Nacht über Hohen=Aſperg”. Von Boehringer,
Spielleit.: Stockinger. Perſ.: Nr. 18, Schubart, Gefangene auf
Diuitant Schad shmpſein Zerlonen des Zoſchealdiel:
Säi=
wache; Führer der Streifwache. Offiiere, Soldaten, Gefangene.
Die Handlung ſpielt in einer Nacht auf der Feſte Hohen=Aſperg
bei Ludwigsburg (Württ.) ums Jahr 1782. — Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Dienstag, 1. Mai. 12.30: Mitteilungen und prakt. Winke für
für den Landwirt. O 15.30: Dr. G. Kunze: Die Sinnesorgane und
die Zeichenſprache der Bienen. O 16: Dr. Murſchhauſer: Die
Entwicklung der Ernährungslehre. O 16.30: Stunde mit Büchern.
17: Kapelle Emil Rooſz. O 19: Reichsbahndirektor Wechmann:
Wie ſteht es mit der Elektrifizierung der Stadtbahn? o 19.30:
Geh. Juſtßrat Prof. Dr. Heilfron: Rechtsfragen des Tages. 0 20:
Preuß. Miniſterpräſident Dr. h. c. D. Braun: Die Ideenwelt
des 1. Mai. O 20.30: Der Mai iſt gekommen. Mitw.: Lina Loſſen
(Rez.), Funkchor, Funkorch. Lyra: Der Mai iſt gekommen. —
Goldmark: Im Frühling. — Ein Maienlob — Goethe: Mai. —
Eichendorff: Der Schalk. — Uhland: F
hlingsglaube. — Lenau:
Frühling. — Mörike: Im Frühling. — Mortelmans:
Frühlings=
geſang. — Kreipl: s Mailüfterl. — Sibelius: Frühlingslied. —
Palmgren: „Frühlingsträume”, aus den vier ſinfoniſchen Bildern
„Aus Finnland‟.
Dehmel: Morgenandacht. — Dauthenden:
Maimond. — Haas: Frühling der Kolonie. — Kloſe: Die
Nachtigall. — Strauß: O ſchöner Mai, Walzer. — Anſchl.:
Tages=
nachrichten.
Stettin. 19: Oberpoſtrat Siegwardt: Die Organiſation des
Funkweſens in Deutſchland. O 20.30: Konzert=Abend. Mitw.:
Ferdin. Schneider (Tenor), Kurt Potratz (Flöte), Mily Petrikowski
(Alt). — Anſchl.; Tagesnachrichten.
Deutſche Welle. Dienstag, 1. Mai. 12: Franzöſiſch. O 12.25:
Min.=Rat Dr. Beyer: Menſchenkunde. O 14.30: Camilla Stiemer:
Kinder, Tiere, Blumen: Maikatzen. 15: Maria Keller: Die
Selbſtſchneiderei. O 15.35: Wetter und Börſe. O 16: Schulkundliche
Fragen. O 16.30: Dr. Maraus: T
orch. Franzöſiſche Muſik. o 18: Dr. Günther: Bühnentunſt im
Wandel der Zeiten. O 18.30: Franzöſiſch für Anf. o 18.55:
Prof. Dr. Jirku: Die großen Propheten des Alten Teſtaments,
2: Berli: Preuß. Miniſterpräſident Dr. h. c. Otto Braun:
Die Ideenwelt des 1. Mai. O 20.30: „Der Mai iſt gekommen
Funkorch. Dir.; Seidler=Winkler. Funkchor. Leit.: Jung., Lina
Loſſen (Rezit.).
Veranworich für Pollit und Wirſchaf: Rudolf Maupe; für Feulleton, Reich und
Ausland und Seſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. ckugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienf: Andrea” Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herberi Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wiitich — ſämtich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht Übernemmen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
une gute Stadtettt
muß stets danach schmecken, worauf man gerade
Appetit hat. Hat man Eust auf Süßigkeiten, so muß
sie deren Geschmack haben, und hat man Appetit
auf herbe oder pikante Sachen, so muß sie wiederum
wie etuas Herbes oder Pikantes schmecken. Kommt
Man aus der krischen Zult, so muß ihr ungemein
wurziges Aroma erfreuen, una nach dem genusse
einer guten Sigarette muß wiederimn die feische Luft
ebenso gromausch sein, wie vocher die Ligarefte.
Weberdies ist wiegends in der Welt die leische
Luft so gut, als daß sie nicht durch eine gute
Zigarette noch verbessert werden- könnte.
Rauchen Sie eine
Td abatt
und sie wissen, was eine gute Sigarette ist!
Nummer 121
Dienstag, den 1. Ma
eſfNeueſte Nachrchter
Die Reparationsleiſiungen im März.
Für Frankreich ſurden im Monat März d. J. 233 Verträge im
Geſamtwerte von 2,2 Mill. RM. genehmigt. Der Geſamtwert
ſämt=
licher ſeit dem Inkraftreten des Dawesplanes für Frankreich
genehmig=
ten Sachlieferungsverträge (außer Kohle und Farbſtoff) beläuft ſich auf
S01.8 Mill. RM. Die Zahl der belgiſchen Verträge belief ſich im März
auf 304 im Geſamtwerte von 8,2 Mill. RM. Die Geſamtſumme der
ſeit dem Inkrafttreten des Dawesplanes genehmigten belgiſchen
Ver=
tröge ſtellt ſich ſomit auf 145,6 Mill. RM.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. April.
Zum heutigen Zahltag waren kaum Schwvierigkeiten vorhanden, da
beträchtliche Vorſorge dazu bereits zum Ende der letztem Woche getroffen
wurden. Die Börſe behauptete ſchon daraufhin ihre letzte Feſtigkeit,
unterſtützt durch andere Betrachtungen. So wwirkte ſich der
Geſchäfts=
bericht der J. G. günſtiger aus als unmittelbar, nach der flüchtigen
Betrachtung bei ſeinem Erſcheinen. Die bevorſtehenden Anträge einer
Kohle= und vielleicht auch Eiſenpreiserhöhung wurdent für die
diesbe=
güglichen Werte als Hauſſemoment aufgenommen. Schließlich erwartet
man von der Rückkehr des Vorſitzenden des Berliner Börſenvorſtandes
von ſeiner Neſw Yorker Reiſe die baldige Einführung von deutſchen
Standardwerten an der New Yorker Börſe. Dazu lagen weiterhin für
einige Spezialwerte größere Auslandskäufe vor, ſo daß insgeſamt die
Börſe, allerdings unter Bevorzugung von Spezialmärkten, durchaus
freundlich geſtimmt eröffnete.
Zunächſt hatte die Farbenaktie ſehr große Umſätze bei 1½prozentiger
Beſſerug. Von Elektrowerten wieder Siemens um 3 Prozent, Gesfürel
um 12. Prozent, auch Felten um 334 Prozent, A.G.G. um 1 Prozent
höher. Bei Bergmann ging die Dividende mit 8,1 ab, der Kurs konnte
ſich um 32s heben. Am Montanmarkt ſtanden Braunkohlenwerte im
Vordergrund des Intereſſes. Ilſe Bergbau auf angeblich erneute
Oppo=
ſitionsverſtärkungskäufe wieder 13 Prozent, Rhein. Braunkohle 3
Pro=
zent höher. Daneben Kaliwerte 2—3 Prozent, Mannesmann 114,
Gel=
ſenkirchem 1. Stahlverein ½, nur Buderus 17a Prozent ſchwächer.
Banken ſetzten mit der Aufwärtsbewegung langſam und in beſcheidenem
Ausmaß fort. Sehr ruhig lagen Zellſtoßſwerte, doch gleichfalls
freund=
licher, und zwar Waldhof um 2½, Aſchaffenburger um Iis Prozent.
Größere Umſätze wieder in Karſtadt, die 8’s Prozent höher einſetzten.
Tellus in Erwartung eines günſtigen Abſchluſſes und einer
Dividenden=
erhöhung von 6 auf 8 Prozent gefragt. Schiffahrtswerte bis 1 Protzent
höher. Holzmann ohne 6,3 Prozent Dividende, 3 Prozent freundlicher.
Fremde Kunſtſeißewerte in Realiſationem und durchveg 3—4 Dollar
ſchwächer. Am Geldmarkt Tagesgeld bei 7½ Prozent geſucht. Die
üb=
rigen Sätze ohne Veränderung. Auch Deviſen nur unweſentlich
ver=
ändert. Der Börſenverlauf unterlag leichten Schwankungen, blieb jedoch
ziemlich freundlich geſtimmt.
An der Abendbörſe war das Geſchäft ſtill. Die Spekulation
bekun=
bete wieder Realiſationsneigung, und die Tendenz war daher etwas
ſchwächer nach knadp behauptetem Beginn. Gegen den Berliner Schluß
waren für die führenden Werte meiſt kleine Kursabbröckelungen von
etwa 1 Prozent zu verzeichnen. Etwas ſtärker angeboten waren Scheid=, Zellſtoff Waldhof, Rheiniſche Braunkohlen und Siemens.
Deutſche Anleihen lagen faſt geſchäftslos, ausländiſche Renten ſtill.
Un=
gariſche Goldrente gefragt und auf B½ erhöht. Im Freiverkehr waren
amerikaniſche Kunſtſeidewerte weiter angeboten. Bemberg ea. 154 155,
Enka 78,B—79. Ansco 39,5—40 Dollar. Auch im Verlauf blieb das
Geſchäft im allgemeinen ſehr ruhig. Abl.=Schuld 7,35, Commerzbank
1785, Danathank 248, Deutſche Bank 163,75, Diskonto 154½,
Reichs=
bank 231,5, Buderus 94,5, Gelſenkirchen 141. Harpener 172,5,
Aſchers=
leben 191½, Weſteregeln 26, Mannesmann 154, Phönix 101, Rheiniſche
Braunkehlen 295, Rheinſtahl 167. Stahlverein 97, A. E.G. 167,5,
Berg=
mann 188. Daimler 111, Scheideanſtalt 192, Licht u. Kraft 228,75, J. G.
Farben 94,5, Gesfürel 20,5 Holzmann 168. Karſtadt 24,5,
Rütgers=
werke 104½, Schuckert 198, Siemens 313,5, Waldhof 300, Hapag 159.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. April.
An dev Börſe lagen wieder beträchtliche Käufe des Auslandes vor,
die an einigen Märkten zu nennenswerten Kursſteigerungen führten.
So lagen insbeſondere Bankaktien, Elektrowerte, Deſſauer Gas,
Kar=
ſtacht und J. G. Farben feſter. Der Geſchäftsbericht der J. G. Farben
dürfte doch noch nachträglich einige Anſchaffungen beranlaßt haben. In
Polyphon fanden angeblich engliſche Käufe im Zuſammenhang mit der
bevorſtehenden Einführung in London ſtatt. Der heutige Zahltag rief
am Geldmarkt ſtärkere Nachfrage nach Tagesgeldern hervor, dürfte aber
ohne Ueberraſchungen verlaufen ſein. Für Monatsgeld und
Waxen=
wechſel wurden zuverläſſige Sätze mangels Umſatzes nicht genannt.
Am Deviſenmarkt gab das engl. Pfund international nach. London—
New York 4,8796, London—Berlin 20,4070, London-Brüſſel, ſchwächer
34,8337. London-Madrid angeboten 29.40, London—Oslo lag mit
18.250 auf Grund der beſchloſſenen Rückkehr zur Goldwährung feſter.
Alle übrigen Valuten wurden im Uſancevertehr faſt unverändert
ge=
nannt. Kabel New York—Berlin 4.1820.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe war das Geſchäft unbedeutend und
die Haltung unſicher. Die vorſtehend als feſt hervorgehobenen
Spezial=
werte behaupteten ihre Steigerungen. Aus der Provinz wurden
haupt=
ſächlich nur niedrig limitierte Kaufaufträge erteilt, die aber nie zur Aus=
führung gelangten. Schiffahrtswerte faſt unverändert. Deutſche
Staats=
renten eher abbröckelnd. Die Gerüchte über das oſtelbiſche
Braunkohlen=
ſyndikat wurden ſpäter widerrufen. Im weiteren Verlauf unterlag die
Tendenz mehrfachen Schvankungen. Die anfangs hevorzugten
Favoriten=
papiere, wie Karſtadt und Polyphon, ermäßigten ſich ſchließlich um
wehrere Prozente. Dafür traten neue Aktienwerte in den Vordergrund.
So zogen namentlich J. G. Farben auf 275.25, Rheinſtahl um 2 Prozent
und Charl. Waſſer um weitere 3—4 Prozent au. Die Börſe ſchloß
un=
ſicher, eher jedoch wieder freundlicher, weil der Privatdiskont heute,
nachdem der Ultimo erledigt ſpar, eine Ermäßigung um 11s Prozent auf
634 erfahren hatte. Privatdiskonte beide Sichten 694 Prozent.
An der Nachbörſe bröckelte das Kurswiveau überwiegend leicht ab.
J. G. Farbeninduſtrie bildeten mit dem weiter befeſtigten Kurs von
276 ine Ausnahme. Man nannte nach Bendigung der Börſe u. a.
Siemens 314, A.E G. 168,5, Karſtadt 264, Polyphon 265.
169.25 30. 4.
169.5 Augsb.=Mürnb. Maſch. 106.— 106. Baſalt . ....... 90.5 90.125 Bergmann. . . . . . . . . 193,65s 185 es. Berl. Karlsruhe Fnd. 69.— 70.— Berl. Hand.=Geſ.... 268.875 Braunkohl. Briketts! 76.5 Bremer Wolle. . ... 8. 2.— Danatbank. ..... K81.5 250.5 Deutſche Bank. . .. .! 184 8es 5/169.5 Diskontogeſ. ..... 154.75 154.— Dresdner Bank. . . . .1
160.— 159.— Deutſche Maſchinen 52.— 51.— Deutſche Erdöl ..... 1135.— 136— Deutſche Petroleum. 64—— 65.— Dynamit Nobel. ... 130,5 388
315 Elektr Lieferung ... —
175.— 173. F. G. Farben. .. ....! 272.— 273.— Gelſenk Berg. ... 148.— 141.5 G.f,elektr. Untern. 296.— 293.5 Han. Maſch=Egeſt. Hanſa Dampfſch. . . 238.— Hapag........... 159,875 158.75 Harpner. ......." 1574.— Hemoor Zement. . .!= 1235.— 233.—
Hirſch Kupfer ......"
Höſch Eiſen ......
Hohenlohe Werke...
Kahla Porzellan....
Kali Aſchersleben ...
Salzdefurth. .
Weſterregeln ..,
Lindes Eismaſch. ...
L. Loewe & Co. ....
Lingel Schuh „brz
ren
Mannesmannmi
Niederlauſitzer Kohle
Nordd, Lohd z... ==
Drenſtein. .....
Volhphon ........
Rütgerswerke ......
Sachſenwerke . .....
Siemens Glas .....
Ver. Glanzſtoff. ....
Ver., Stahlwerke.
Volkſtedter Porzellan
Wanderer Werke. . ..
Wiſſner Metall. ..=
Wittener Gußſtahl ..
28. 4.
134.
147,25
93.—
113.5
198.—
31325
205.5
1n8:—
1264.—
I55.3751
158.—
157,5
130.—
448.
103:
135.—
146.—
H64.—
7.
555
151.—
30. 4.
148.5
133.—
95.
112r
191.7
309.5
205.—
Kf
A.
5
61.5
153,875
155.25
157.
K
88
15
56.2
185.—
149.—
59.—
Deviſenmarkt.
Selſingfaes
Wien ....
Prag .......
Budapeſt . ...
Sofia......
Holland .....
Eslo.......
Kopenhagen:
Stockholm ...
London ....
Buenos Aires
Rew=York ...!4
Belgien .....!
ftalien ........"
Paris .........
12.399/ Schweiz .......
Spanien. . ....
Danzig .......
Fapan. .......
Jugoſlavien ....
Portugal ......
Uthen .
„
Konſtanti
Kanada........
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 30. April ſtellten ſich für je
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotterdam, Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolyttupfernotiz
134,75 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metall=
börſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für
prompte Lieferung und Bezahlung) für Originalhüttenaluminium,
98= bis 99proz, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 210 RM., desgl.
in Walz= oder Drahtbarren, 99proz. 214 RM. Reinnickel, 98= bis
99proz. 350 RM. Antimon Regulus 90—95 RM., Feinſilber (1
Kilo=
gramm fein) 79,75—80,50 RM.
Die amtliche Preisfeſtſetzung im Metallterminhandel vom 30. April
ſtellte ſich für Kupfer: Januar und Februar 123½ (12334), März
1B¾ (124), April —, Mai 1B½ (123½4), Juni 123 (123½), Juli 1B½4
(123½), Auguſt 12½ (12334), September bis Dezember 19½ (1B34).
Tendenz: ruhig. — Für Blei Januar 4114 (4114), Februar und
März 41½ (41½), April —, Mai 40 (40½), Juni und Juli 40½ (41),
Auguſt 4034 (41), September und Oktober 41 (41½), November 41 (41½),
Dezember 41½ (41½). Tendenz: ruhig. — Für Zink: Januar, Febr.
und März 50½ (51½), April —, Mai 51½ (5214), Juni 51½4 (51½),
Juli bis Oktober 503 51½4), November und Dezember 50½ (51½4).
Tendenz: ſtill. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 30. April
ſtell=
ten ſich für Kupfer; (Tendenz; ruhig) Standard per Kaſſe 61½ bis
61Üſe, drei Monate 6138—614),g. Settl Preis 615, Elektrolyt 66½—67,
beſt ſelected 64½4—65½, ſtrong ſheets 92, Elektrowirebars R; Zinn:
(Tendenz: willig) Standard per Kaſſe 230½—20½, drei Monate B1½
bis 231½, Settl. Preis 23034, Banka (inoff) B834, Straits (inoff)
25½; für Blei;Tendenz: ruhig) ausländ, prompt 20½4, entf.
Sichten 202 us, Settl. Preis 20½4
Zink: (Tendenz: ruhig) gewöhnl.
prompt 26½/us, entf. Sichten 211/, Settl. Preis 26½. —
Jnoffi=
zielle Notierungen: Aluminium für Inland 105. Ausland 112,
Antimon Regulus, Erzeug.=Preis 59½—60. chineſ. per 38, Queckfilber
22½4—22½, Platin 17. Wolframerz 15½, Nickel für Inland und
Aus=
land 175. Weißblech 18½, Kupferſulphat 26½—27, Cleveland Gußeiſen
Nr. 3: 66.
Die 6=Millionen=Anleihe Heſſens.
In Beſtätigung unſerer Meldung wird amtlich mitgeteilt:
Volksſtaat Heſſen hat an eine Bankengruppe unter Führung der 9.
ſchen Bank, der außerdem noch Commenz= und Privat=Bank. Direſt
der Diskonto=Geſellſchaft. Dresdener Bank. Mitteldeutſche Kredithe
Nheiniſche Kredithank. Bankhaus J. Dretzfus u. Co., Heſſche Lanl
bank, Kommunale Landesbank Darmſtadt, Heſſiſche Girozentrale au
hören, eine achtprozentige Anleihe im Betrage von 6 Millionen Rei
mark begeben. Die Anleihe, deren Genehmigung durch das
Fin=
geſetz 1927 erteilt iſt, wird 5 Jahre unkündbar ſein und dann imnen
von 20 Jahren anortiſiert. Sie dient der Förderung des Vi
nungsbaues. Die Anleihe iſt eingeteilt in Stücke zu 39.
1000. 5000 und 10 000 Reichsmart. Die Schuldverſchreibungen lat
auf den Juhaber. Die Auflegung der Zeichnung iſt anfangs der W
erfolgt. Der Emiſſionskurs beträgt 94½ Prozent.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskoſten im Apru 1
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung.
dung Wohnung, Heizung, Beleuchtung und „ſonſtiger Bedarf”) /
den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts für den Dunchſchnitt
Monats April mit 150,7 gegenüber dem Vormonat (150,6) nahezu m
ändert geblieben.
„Emag”, Elektrizitäts=A.G., Frankfurt a. M. Die Geſellf,
ſchließt 1927 mit einem Bruttogewinn von 2,14 (1,88) Mill. RM.
Abzug von 1,197 (1.215) Mill. RM. Unkoſten, 0,63 (0,51) Mill. 7
Löhnen und 0,24 (0,039) Mill. RM. Abſchreibungen verbleibt ein 9
gewinn von 80 100 (68 000) RM., woraus 7 (6) Prozent Dibidende
1,332 Mill. RM. A.K. vorgeſchlagen werden. In der Bilanz enſchei
(alles in Millionen RM.) Kreditoren 059 (0,B), Bankſchulden 0
(0,94, Akzepte 0. 16 (,15), Hypotheken 0.25 (0,41). Darlehen 11000
Andererſeits Debitoren 1,26 (0.838), Lagerbeſtände 194 (1.,31), Gu
ſticke und Gebäude 0,26 (0,36), Maſchinen und Einrichtungen 08 0.
Das abgelaufene Geſchäftsjahr habe den Erwartungen entſprochn z
Geſellſchaft ſei dauernd gut beſchäftigt geweſen. Im neuen Jahuſ”
bis jetzt die Aufträge reichlich eingegangen, ſo daß auch für 1990
Ausſichten beſtehen würden. Die Fabrikate fänden guten Anklog
lebhafte Nachfrage. G.V. 4. Mai.
Frankfurter Hypothekenbank. Die G.=V. genehmigte den belan=
Abſchluß mit 9 Prozent Dividende. Neu in den Aufſichtsrat gech
wurde an Stelle des ausſcheidenden Herrn Otto Hauck deſſen e
Alexander Hauck, ferner Geheimrat Heimann=Berlin. Im laufe
Jahre habe der Pfandbriefabſatz weitere Fortſchritte gemacht. Seit
ginn des Jahres wurden rund 22 Mill. RM. Pfandbriefe und ſton
nalobligationen abgeſetzt; das iſt bereits mehr als im ganzen
1927. Für die Förderung des Wohungsbaues, dem das Inſtinut be
dere Aufmerkſamkeit zuwendet, werden über 12 Mill. GM. zur
fügung geſtellt. Wenn ſich der Geſchäftsgang weiter ſo günſtig enw
ſei eine weitere Erhöhung der Diwbidende möglich.
Frankfurter Asbeſtwerke, A.=G., vorm. Lonis Wertheim, Frankfuntg
Der Aufſichtsrat beſchloß, der auf den 23. Mai einzuberufenden
nach 27 675 (26 252) RM. Abſchreibungen aus 129 678 (4532) RM.R
gewinn einſchließlich Vartrag 6 Prozent Dividende auf die Vorzugzal
und erſtmals wieder 8 Prozent Dividende auf die Stammattien
Verteilung vorzuſchlagen.
Dividendenverdoppelung der Diskuswerke Frankfurt a. M., Mo
nenbau A.G., Frankfurt a. M. Für 1927 werden 10 (5) Prozent 3
dende auf 500 000 RM. A.=K. aus einem nach 75 000 (35 730) M.
ſchreibungen verbleibenden Reingewinn von 86 764 (43 713) MM.
G.=V. am 16. Juni vorgeſchlagen.
Tellus A.=G. für Bergbau u. Hütten=Induſtrie, Franffurt a.
Für die Aktien der Geſellſchaft beſtand an der Börſe größers Intere
Wie der DHV. erfährt, iſt ein günſtiger Abſchluß für 1927 zu erwar
der nach vorläufig unverbindlicher Schätzung eine Dividendenerhök
von 6 auf 8 Prozent geſtattet. Bilanzſitzung vorausſichtlich Mit ?
Geſellſchaft für Lindes Eismaſchinen, A.=G., Wiesbaden. Die ge
in München abgehaltene o. G.=V. beſchloß die Verteilung einer
dende von 12 Prazent auf die Inhaberaktien und von 6 Prozent au
Namensaktien. Das ausſcheidende Aufſichtsratsmitglied Generaldir
Dr. Theodor Plieninger=Frankfurt a. M. wurde wiedergewählt,
rend das ebenfalls ausſcheidende Aufſichtsratsmitglied Dr. Max 9
häuſer=Berlin auf eine Wiederwahl verzichtete. Eine Erſatzwahl u
blieb, da die G.=V, beſchloß, die Zahl der Aufſichtsratsmitglieder
7 auf 6 herabzuſetzen.
Produkienberichie.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. April. An der Getreide
lagen Futtermittel wieder außerordentlich feſt. Die übrigen War”
tungen ziemlich ruhig. Es notierten: Weizen I 2,25—2,50.
29,B—29,50, Hafer, inl. V. 75—B,25, Mais für Futterzwecke 2400
für andere Zwecke 25,00. Weizenmehl 38 50—40,00, Roggenmehl 40/
4100, Weizenkleie 15,65—15,75, Roggenkleie 17.25—17,50, Erbſen
bis 6000, Linſen 55,00—1G5,00, Heu, füdd. 900, Weizen= und Re
ſtroh 4,75, dito gebündelt 4,00, Treber 19,00—19,25.
Frankfurter Kartoffelmarkt vom 30. April. Tendenz feſter.
ſtrie, hieſiger Gegend, 4,25 Mk. je 50 Kg.
Darmſtädter u. Nationalbank, Kommanditgeſelſchaft auf Aktien. Darmſtadt. Frantfurter Aursbericht vom 20. Pbeilt
1. Reichs,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
8% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
10 Baden
Frei=
ſtaat von 1937.
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 .....
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
79 Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927,.
Diſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. * 1.
Ablöſungsanleih.
Otſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Diſche. Schutzge
bietsanleihe. ...
2. Stadtanleihen
80
26 Bad.=Bad. v. 26
826 Berlin v. 24
7 Darmſtdt. v. 26
9 Dresden v. 26
73
7%0 Frkf. a.M.p. 26
7 Heidelb, v. 28
835 Ludwahf, b. 28
ainz v. 26.
N
10% Mannh. v. 25
Mannh. v. 26
7 Nürnberg v. 26
% Pforzh. v. 26
89 Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold.
Kom.Anleihev.26
8% Berl. Hyp.=Bt.
%n
Lig.=
4½%y
Pfandbriefe....
830 Frkf. Hyp. Bk.
889
7½½, „Big.=Bfl
80
81.25
—
88
51.8
17.25
7.2
95.75
ms
87
93
zis
95.05
93‟
88.5
97.5
93
96.5
92.5
89
88.5
Meinde
82
4½% Gotha Gr.=
Fred. Lig.=Pfbr.
4½,% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
Heſſ. Landesbk.
S
88 Kom
Landes=
bank. Darmſtadt
22
Landesbank d.
Rheinprovinz/;
720
3 Landeskr. Kaſſ.
2 Mein. Hyp.Bk.
Kaf anteanl
3 Pfälz, Hyp.Bk.
72
143e
Lig.
Pfandbriefe ...
320 Preuß. Ctr.
Bod.Cred..
12%0 Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr.
Preuß. Ctr.=
Sle
Stadtſchaft. . ...
8% Rhein. Hyp.=Bk)
O.
„ Lig
41.
Pfandbriefe...
82 Rhein.=Weſtf.=
Bo. Credit .....
Ge
4½8,
„.. L.=Pf.
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
700
4½22
„Lig.
Pfdbr. ....
8% Württ. Hyp.=B.
95.25
89.5
87
76.25
98
91.75
89
95
100
94.5
92
89.5
96.5
92
97
76
98.5
33
76‟
89.5
76
95.25
91.5
75.5
95
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser, 1. 51.75
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausloſ. Ser,III 88
Mitetne
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hnp.=Bk. K.
Obl. Ser. 1 u. 21 9.5
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 17.8
Heſſ. Los=Hyp.=Bk.!
Vorkr.=Pfdbriefe 13.25
dal. Kom.=Obl.
—
S.1-16
Kom.=Obl.
—.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 14.15
Nordd. Grunder=
Vorkr.=Pfdbriefel 14.1
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefel 13.5
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.: 4.85
Weſtd. Bodenereb. Vorkr.=Pf/ 14.25
4. Induſtrie=
Obligationen.
8%0 Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
3%o Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. b. 26
Klöckn=Werkel
Berlin v. 26.
102 Kom. Elektr.
Mark. .......
720 Maintrw v. 26
720 Mitteld.
Stahl=
werke von 27.
8% Neckarſulm v. 26
22 Salzmannc Co.
Kaſſel b. 28. ...
7% Ver, Stahlw.
mit Opt. b. 26
Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl. ...."
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Vollsſt.
Reugenanleihe. „
o4s
94
102.25
86.5
90
87.1
88.75
88
22.1
6.4
9.75
5%0 Preuß.
Kali=
wertan eihe ...
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe ....
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe.
%a Südd. Feſtw.
bank ......."
43
3%o=
5%0
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
59Bosn. L.E.B. v.
1914..
32. Bosn. L.=Inv.
nl. v. 1914 ..
41a% Bosn, v. 69
5% Bulg. Tab. 5021
% Griech. v. 90
d Griech. Mon.
12 Mex inn (abg.)
äuß. „
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
412% Frig=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas abg.)
Oie
4½%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
C.C.=Stücke).
420 Oſt. Goldrente
C.C.=Stücke)..
4½3% Rum. Gold
von 1913 .
25 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
Türk. Admin.
1. Bagd.
2. Bagb.
Zollanl.
41% ungarn von
1918 C.C.=St.)
4½% dito von
1914 C. C.=St.)
4% dito Goldr.
(C.C.=St.)
20
bito von
1910 (C. C.=St.)
4%. dito „Kron.
reute (abg.) ..
2. Stadtanleihen
Budab. b. 14 (abg.)
14% Kepenh. b. 641
8.65
2.22
49
2.2
18.5
47.5
311.
18.8
96.25
13.5
13.3
13.25
22.5
22)
26
22.75
1.95
53
14½ Aſſab. b. 1888 13
ſ42 Stockh. b. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
47 Dur=Bodenb.
von 1891 .....
4%a. Eliſabethbahn
von 1883 .....
420 Lemberg=Gzer.
ſteuerpflichtig.
429 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei. ....
21,% Oſt. Südb.
Lombard.) ...
42 Oſt. Staatsb.
1883 .
3% Raab=Odenbg.
b. 1883 ......
4%0 Rudolfb. i. S.
4120 Anatolier 1.
TV. 1. Bank=Uktien
Alg. Dt. Freditanſt.
Badiſche Bank....
Bk. f. Brauinduſtr
Barm. Bankverein
Bapr. Hyp.= und
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Berl.Handelsgeſ.:
Hhpoth.=Bk.
Comm. u. Pribatb.
Darmſt. u Nt.=Bk.l/s
Deutſche Bank. 1
Eff.=u.
Wechſel=
bank ......!
Vereinsbank. .!.
Diskont.=Geſelſch.
Dresdener Bank..
Frankf.Bk. .....!"
Hyp.=Bk.
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B. 1
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Pfälz. Hyp.=Bankl!
Pr. Bod.Freditbk.
Ghp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Ereditbanr!;
„ Shp.=Bankli
12.1
2.7
11
111,
15.25
27.5
„
Hao
1158
nl1a1
157
179
250.5
163.5
124
161
154.5
159
113
158
150
1134
(133,25
132,5
215
160
37‟
151
132
148
33.75
124.,5
193.75
Südd. Bod Tr.Br)
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138
214.5
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97.25
159.9
156),
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135.,5
195
138.5
45
146
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102
1121.5
154,5.
120.75
117
137.5.
138.75
70.25
58
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60
150
14
58
41.5
161
163.9
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1au
En
19
Rummer 121
Berliner Produktenbericht vom 30. April. Der hieſige Markt blieb
Der aus Chicago gemeldeten weiteren Hauſſe nicht nur unbeeinflußt,
ern bei ſtillem Geſchäft zeigte ſich hier eher ſchwächere Stimmung,
dier Hquptſache iſt hierfür die micht mit der Befeſtigung der
Termin=
e in Einklang ſtehende, nur mäßige Erhöhung der Cifoffertem
maß=
iſd, qußerdem wird mit ſtärkevem Majandienungen gerechnet. In=
Zweizen iſt ausreichend angeboten, bei kaum veränderten Preiſen
in ſich die Umſätze in engſten Grenzen. Lieferungsware ſtellte ſich
Mai ſchwächer. Am Roggenmarkte ſpielt das gute Wetter eine
maß=
ude Rolle für die Bewertung von Juliroggen, der 1½ Mark
nied=
eröffnete. Auch Mai= und Septemberroggen war leicht rückgängig.
mpte Ware iſt in nach Berlin und zum Export nach Polen ſchaffen=
Bartien eher reichlicher angeboten, von Exporverkäufen iſt nur ganz
rizelt etwas zu hören; die Inlandsmühlen verhalten ſich, angeſichts
ſchlechten Roggenmehlgeſchäftes, allgemein reſerviert. Roggen und
enmehle haben bei unveränderten Offerten ſehr ruchiges Geſchäft.
liegt völlig luſtlos, die im Konſum erzielbaren Preiſe halten ſich
chtlich under den Provingforderungen. Gerſte ſtill, aber behauptet.
Dienstag, den 1. Mai 1928
Seite 47
Viehmärkte.
Frankfurter Viehmarkt vom 30. April. Aufgetrieben waren: 1493
er, darunter 306 Ochſen, 70 Bullen, 722 Kühe, 390 Färſen, ferner
s Kälber, 55 Schafe und 5548 Schweine. Der Auftrieb war gegen den
Hauptmarkt um 27 Rinder größer, dagegen um 43 Kälber,
S ſchafe und 463 Schweine geringer. Die Preiſe zeigten für Rinder
u! Rückgang bis 2 RM., Kälber waren behauptet, Schafe wurden des
gen Auftriebes wegen nicht notiert, Schweine zeigten dagegen einen
— Zaufſchlag um 5—6 RM. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberſtand.
Ser und Schafe ruhig geräumt, Schweine belebt, ausverkauft. Es
—rten: Ochſen: a 1) 58—62, a2) 54—57, b1) 50—53, b2) 46—49,
—44; Bullen: a) 50—55, b) 45—49; Kühe: a) 43—48, b) 37—42,
36, d 24—31; Färſen: a) 58—62, b) 54—57, c) 48—53; Kälber:
— eſtrichen, b) 70—74, c) 63—69, d) 50—52; Schafe: geſtrichen;
eine: a) über 300 Pfund 54—55, b) von 240—300 Pfd. 54—56,
in 200—240 Pfd. 55—57, 4) von 160—200 Pfd. 55—57, e) von 120
160 Pfd. 50—56, k) unter 120 Pfd. geſtrichen, Sauen 42—46.
2chgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1: 90—100, 2: 80—90;
Bullen=
fg: 84—88; Kuhfleiſch 1: 60—70, 2: 50—60, 3: 30—50; Kalbfleiſch 1:
chen, 2: 90—100; Hammelfleiſch: 100—105; Schaffleiſch geſtrichen=
2 einefleiſch 1: 65—70, 2: geſtrichen. Gefrierfleiſch: Vordewviertel 48,
wviertel 58.
Mainzer Viehmarkt vom 30. April. Die Zufuhr zum heutigen
chtviehmarkt wies beſonders bei Großvieh ein erhebliches Mank=
S. Gegen die Vorwoche waren 327 Stück Großbieh und 60 Kälber
yer angetrieben. Anſcheinend war der geringe Auftrieb auf die
tverlegung zurückzuführen, die wegen des 1. Mai erfolgen mußte.
Dem Großviehmarkt entwickelte ſich ſofort ein flotter Verkauf, der
gegen Schluß des Marktes abflaute, immerhin aber vollſtändige
S ung brachte. Die Preiſe für Ochſen und vollfleiſchige,
ausge=
re Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren zogen 2 Mark an.
— Kälbermarkt war bei unveränderten Preiſen bald ausverkauft. —
Auf dem Schweinemarkt war der Auftrieb etwas ſtärker wie auf dem
Vormarkt. Die beſte Ware war raſch ausgeſucht und vergriffen. Das
Geſchäft war zum Schluß ſehr ruhig und berblieb Ueberſtand. Angetrie
ben waren: 13 Ochſen, 20 Bullen, 263 Kühe und Färſen, 194 Kälber und
1102 Schweine. Im einzelnen wurden für 100 Pfund Lebendgewicht je
nach Qualität folgende Preiſe erzielt: Ochſen 45—55, Bullen 20 Färſen
48—60, Kühe 35—45, 22—33, 18—22, Kälber 56—68, 48—56, Schweine
54—57, 53—57, 52—54 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Chicago, 30. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt verkehrte auch heute wieder in feſter Haltung
auf ungünſtige Wetterberichte und Käufe der Lokofirmen.
Mais: Auh hier konnte ſich eine kräftige Aufwärtsbewegung
durch=
ſetzen auf ungünſtige Wetterberichte und lokale Käufe bei Rückgang der
ſichtbaren Vorräte.
Hafer: Der Markt verkehrte nicht einheitlich. Maitermin litt etwas
unter Liquidationen.
* New York, 30. April. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Zunächſt gingen die Kurſe auf Glattſtellungen etwas zurück.
Später zeigte ſich Deckungsbedürfnis auf die Feſtigkeit der braſilianiſchen
Kabel.
Zucker: Anfangs litten Maiternine unter Glattſtellungen. Später
ſvurden Deckungen beobachtet. Der Schluß war aber wieder erholt.
Baumwolle: Im Anſchluß an die ausländiſchen Kabel erlitten die
Termine unter Glattſtellungen einen Kurseinbruch, der aber ſpäter
wie=
der wettgemacht wurde auf die einſetzende Kaufluſt, da ein privater
hauſſegünſtiger Vericht über die Anbaufläche vorlag.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. April:
Getreide. Weizen: Mai 170½, Juli 169½, Sept. 166½:
Mais: Mai 110½, Juli 114½, Sept. 114½: Hafer: Mai 64½, Juli
59½, Sept. 49½8; Roggen: Mai 139½, Juli 136½, Sept. 126.
Schmalz: Mai 12,15, Juli 12,50, Sept. 12,85.
Fleiſch. Rippen: Mai 11,90, Juli 12,50, Sept. 12,90; Speck,
loko 12,00; leichte Schweine 9,65—10,55, ſchwere Schweine 9,55
bis 10,35: Schweinezufuhren: Chicago 50 000, im Weſten 95000.
Baumwolle: Mai 21,35, Juli 21,29—21,32.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 30. April:
Getreide. Weizen: Rotwinter 230½, Hartwinter 190½;
Mais: neu ank. Ernte 124½: Mehl, ſpring wheat clears 7,50 bis
8,00; Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem
Kon=
tinent 8—10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,90; Talg, extra 8½.
Kakav. Tendenz: kaum ſtetig; Umſatz in Lots: 1871 Loko: 15:
Januar 14,20, Mai 14,90, Juni 15,05, Juli 15,20, Auguſt 15,27,
September 15,35, Oktober 15,20, November 14,80, Dezember 14,38.
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Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Wie gemeldet wird, ſind die Verhandlungen der Deutſchen
Renten=
bank=Kreditanſtalt mit einem amerikaniſchen Finanzkonſortium unter
Führung der National City Bank zum Abſchluß gekommen. Die
An=
leihe wird 25—30 Mill. Dollar betragen und mit 6 Proz. zu
ver=
zinſen ſein.
Die bisher im Beſitze der J. G. Farbeninduſtrie befindliche
Zellu=
loſefabrik Zell am Wieſental iſt an ein ſchweizeriſches
Induſtrieunter=
nehmen übergegangen. Hiermit ſind die zwiſchen der J. G.
Farben=
induſtrie und der betreffenden Schweizer Gruppe ſeit längerer Zeit durch
die Bank=Kommanditgeſellſchaft Grether u. Co., Lörrach, geführten
Ver=
handlungen abgeſchloſſen.
Die Verhandlungen mit den techniſchen Angeſtelltenverbänden des
Ruhrbergbaues über die Gehälter und das Mehrarbeitsabkommen finden
am Dienstag, den 8. Mai, und die Verhandlungen mit den
kauf=
männiſchen Angeſtellten über die Gehälter am Mittwoch, den 9. Mai,
in Eſſen ſtatt.
Dem Jahresbericht der holländiſchen Staatsminen in der Provinz
Limburg iſt zu entnehmen, daß im Jahre 1927 insgeſamt 5 831 110 To.
Kohlen produziert wurden gegenüber 5 195 844 To. im Jahre 1926.
Hier=
von dienten dem eigenen Verbrauch 199 658 (175 233) To., während zum
Verkauf 5 665 473 (5 107 661) To. zur Verfügung ſtanden.
Die ſchwediſche Reichsbank erhöht vom 1. Mai an den Diskontſatz
von 3½ auf 4 Prozent.
Der ruſſiſche Traktorenbau auf den ehem. Putilow=Werken iſt in den
letzten Monaten geſtiegen. So wurden produziert im Oktober 1927
etwa 50 Stück, im November etwa 75, in den letzten drei Monaten ſeit
Dezember je 100 Es iſt beabſichtigt, die monatliche Produktion auf
125 Stück zu ſteigern. Es iſt damit zurechnen, daß der Jahresplan
von 125 Stück im laufenden Wirtſchaftsjahr erfüllt wird.
Das ruſſiſche Handelskommiſſariat gibt bekannt, daß in den letzten
Jahren Rußland insgeſamt 29 140 Traktoren eingeführt hat. Davon
ſind 3 170 Traktoren in ruſſiſchen Fabriken hergeſtellt worden. Die
meiſten Traktoren befinden ſich im Beſitz von landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaften. Es herrſche jedoch ein großer Mangel an Erſatzteilen
und die ſchlechte Belieferung mit Brennſtoff beeinfluſſe den Gebrauch.
Im Verlaufe der New Yorker Rauchwarenauktionen wurden in
zwei Tagen 900 000 Dollar umgeſetzt. Die Notierungen der verſchiedenen
Qualitäten liegen zum größten Teil unverändert, zum Teil kommt es
auch zu 10prozentigen Preisabſchwächungen. Der Kaninchen= und
Haſenverkauf iſt auf den 15. Mai verſchoben.
Die Streiklage in den Baumwollſpinnereien in Bombay hat ſich
weiter verſchlechtert. Der Gouverneur von Bombay hatte eine ſehr lange
Unterhaltung mit dem Polizeipräſidenten und empfing ſpäter eine
Ab=
ordnung der Baumwollſpinnerei=Beſitzer, um die Möglichkeit für
Aus=
gleichverhandlungen zu prüfen. Die Sicherung einer wirtſchaftlichen
Stabilität wird ohne Unterſtützung ſeitens der Regierung als
unmög=
lich angeſehen.
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Dienstag, den 1. Mai 1928
Nummer 121
Ab heute ein neues Großprogramm:
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Filmſpiel in 7 Akten nach dem Roman „Kämpfer” von Ernſt Klein
Hauptdarſieller: Wilh. Dieterle, Hans Mierendorff, Marcella Albani, Jack Trevor, Claſre Rommer,
Hermann Pſcha, Marg. Kupfer.
Lockuogel
oder Wenn Ehefrauen Seitensprünge machen
6.Akte nach dem populärſten amerikaniſchen Luſiſpiel von Ruſſel Mederaſt und Norma Mitſched.
Eine luſtige Satire auf die moderne New Yorker Geſellſchaft und eine Warnung für alle Frauen,
deren Männer in den „Klub” gehen.
Lausbuben und Schützengraben, eine Jungens=Groteske in 2 Akten.
Palast-Lichtspiele, GrafenstrasseH
and 1r3
Dio gräroane ausse
NAnf
IM
Nach dem Roman von Paul Roſenhahn
7 Akte mit Hanni Weiße, Hans Albers,
Hermann Vallentin, E. v. Winterſiein
(Ein Grotesk= Luſiſpiel in 6 Akten mit Georg
Alexander, Claire Rommer, Veit Harlan.
Ueber 1 und 1—3 ſchrieb die Fachpreſſe:
Eine der beſien deutſchen Grotesken, die ſemals
zu ſehen waren.
N.I.
Achtung!
Heute: Eddie Polo-Die Eule, HI. Teil
Dazu; Jack HoXie Mit Tomahawt und Büchſe
und Marys Erbschaft Groteste in 2 Akten
Zuſammen 14 Akte!
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(Mittwochprobe fällt aus)
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Regensburg. Darmſtadt Hbf. ab 70 Uhr,
Regensburg an 1500 Uhr. Am Samstag,
den 12. Mai fährt der Sonderzug von
Re=
gensburg nach Nürnberg. Regensburg ab
170 Uhr — Nürnberg an 1911 Uhr. Die
Fahrt nach Dinkelsbühl wird, am 14. Mai
angetreten. Nürnberg ab 71 Uhr —
Din=
kelsbühl an 9” Uhr. Die Rückreiſe mit
Son=
derzug in die Heimat erfolgt am gleichen
Tage. Dinkelsbühl ab 1510 Uhr —
Darm=
ſtadt Hbf. an 213 Uhr. Fahrpreis ab
Darm=
ſtadt Hbf. für Hin= und Rückfahrt 17,80
RM. Der Fahrpreis mit der Kleinbahn
von Regensburg nach Walhalla und zurück
beträgt 0,50 RM. Näheres iſt aus den
Aushängen auf den Bahnhöfen zu erſehen
oder durch die Fahrkartenausgaben und
Mitteleuropäiſchen Reiſebüros zu erfragen.
S. a. Abhandlung im allgemeinen Teil
(7624
dieſer Nummer.
Mainz; den 28. April 1928.
Reichsbahndirektion.
Darmſtadt.
Sonntag, 6. Mai=
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12 Uhr anmelden.
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Lud=
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Kuhn, Fritz Lang, Paul Maletzki. Hau
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Nummer 121
Dienstag, den 1. Mai 1928
Seite 19
din Oaasstiegarin.
2)
Rowan von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)
Und die Urſache der Veränderung? Als er eintrat, hatte er
2 Mank 45 Pfennige im Portemonnaie, und jetzt trug er
20 000 Mark in der Brieftaſche. Eigentlich war der Beſuch gar
nicht ſo herabwürdigend geweſen, wie er befürchtet hatte. Der
Engländer war zwar noch im Schlafrock und Hausſchuhen
ge=
weſen, als er aber hörte, daß er nicht einen Kommis, ſondern den
Sohn der Firmachefin ſelbſt vor ſich habe, hat er Carry durchaus
comme i1 kaut behandelt und eine wahrhaft koloſſale Beſtellung
diktiert. Die Jacht des Engländers lag im Kuhwärderhafen, und
die Firma Uhlſtorp u. Jäniſch erhielt den Auftrag, die
Befrach=
tung zu lieſern. Anſonſten pflegte der Engländer erſt nach
Lie=
ferung zu zahlen, aber weil der Sohn der Firmachefin eben
ſelbſt kam, leiſtete er eine Anzahlung in zwanzig funkelnagelneuen
Tauſenderbanknoten.
Carry ging in beſter Laune ſeines Weges. Wieder zu Fuß.
Er ſchlenderte ganz langſam, um das Vergnügen, ein Vermögen
in der Taſche zu tragen, läuger auszutoſten. Es gehörte zwar
nicht ihm, aber daß man den Sohn der Firma bei ſolchen Inkaſſos
nicht mit einem Pappenſtiel abfertigt, mußte ſogar ein Jäniſch
begreifen.
*
*
Wie Carry am Hauptbahnhof vorbeiging, ſtutzte er.
Ein kräftiges Mädchen ging die Freitreppe hinan. Sie trug
in der Rechten einen nicht eben kleinen Koffer, und da ſich ihre
ganze Geſtalt nach links durchbog und ihr linker Arm weggeſtreckt
in der Luft balancierte, war anzunehmen, daß der Koffer ein
tüchtiges Gewicht habe. Aber ſie ſtieg raſch, ohne ein Zeichen
von Anſtrengung, die Stufen hinauf, ihre kleinen Füße und
fei=
nen Knöchel ſchienen aus Stahl zu ſein, und trat in die
Bahn=
hofshalle.
„Siehe da, die gefühlvolle Vika,” murmelte Carry mit einem
kleinen Lächeln. Er folgte ihr in einiger Entfernung, um nicht
in die Notwendigkeit zu geraten, den Koffer tragen zu müſſen.
Als ſie dann in den Warteſgal dritter Klaſſe eintrat, zögerte
Carry einen Augenblick. Er beehrte natürlich nur erſter Klaſſe
mit ſeiner diſtinguierten Perſönlichkeit, dann ſiegte aber doch die
Luſt, ſich anhimmeln zu laſſen, und er betrat den plebejiſchen
Raum.
Vika, mit ihrem Gepäck beſchäftigt, ſah ihn nicht gleich.
Ihr Geſicht war nicht eigentlich ſchön. Nichts weiblich
Wei=
ches war darin zu entdecken. Ihre großen kornblumenblauen
Augen blickten hart und energiſch in die Welt, die Geſichtszüge,
die an der Naſenwurzel aneinanderſtoßenden Augenbrauen, der
große, wenn auch wohlgeformte Mund, das etwas vorſpringende
Kinn, alles deutete auf Willenskraft, ja auf ungebändigte
Wild=
heit. Aber die friſchen Farben der Jugend machten ihr Geſicht
doch ungemein anziehend. Ihre Wangen waren gerötet, und die
rabenſchwarzen Locken ihres Bubikopfes brachten die fleckenloſe
Weiße der übrigen Geſichtspartien voll zur Geltung.
Wunder=
voll war ihre Geſtalt. Es war die kraftvolle, geſchmeidige Geſtalt
einer Diana. Eim Strom von Friſche und Geſundheit ſchien
von dem großen Mädchen auszugehen.
Als ſie Carry bemerkte, ſchoß ihr das Blut in die Wangen.
Alle Härte verlor ſich aus ihren Zügen. Als er grüßend auf ſie
zutrat, dankte ſie mit einem glückſeligen Blick.
Carry warf einen etwas verlegenen Blick um ſich. Ihre
un=
verſtellte Verliebtheit genierte ihn. Aber als er unter dem
Reiſe=
publikum dritter Klaſſe kein belanntes Geſicht entdeckte, begann
er mit leiſer Stimme zu plaudern und beobachtete voll Behagen
jedes kleinſte Zeichen, das die verliebte Erregung des Mädchens
verriet.
Sie erzählte von ihrem Reiſeplan. Sie habe von der
Schul=
direktion eine Woche Urlaub erhalten — ſie war Fachlehrerin in
engliſcher Sprache an einer Mädchenſchule — und fahre nach
Büſum zum Vater.
„Bin vollſtändig orientiert, gnädiges Fräulein,”
flunkerte
Carry. „Sie ſehen, ich bin da, Ihnen angenehme Reiſe zu
wünſchen.”
„Ja, wirklich?” rief ſie mit naivem Erſtaunen. Sie habe erſt
geſtern den Brief des Vaters erhalten, der ſie nach Hauſe rief,
habe gleich Urloub erbeten, ſpät abends gepackt, es war ihr
un=
begreiflich, wieſo er das wiſſen könne.
„Der Zug des Herzens hat mich hergeführt,” flüſterte er mit
jenem Blick, der ſeine Anbeterinnen ſeufzen machte.
Vika ſeufzte auch prompt und fügte mit heimlicher
Glück=
ſeligkeit hinzu:
„Ach, wie mich das freut. Ich dachte ſchon, Sie hätten
mei=
ner vergeſſen.”
„Vergeſſen?” wiederholte er, die Augenbrauen hochziehend,
„das konnten Sie von mir annehmen?”
„Nein, nein,” beteuerte ſie ganz erſchrocken, ihn gekränkt zu
haben. „Iſch war nur betrübt, weil Sie nicht mehr zum
Kahn=
fahren gekommnen ſind.”
„Betrübt? Am Ende haben dieſe ſchönen blauen Augen auch
geweint?”
„Auch,” geſtand ſie ganz leiſe.
Ein eitles Lächeln ſpielte um ſeine Lippen. Die Szene, wie
er das Mädchen kennen gelernt, zog durch ſeine Erinnerung. Es
war nach einer durchjeuten Nacht geweſen. Bei Tagesanbruch
hatte man die Sitzung aufgehoben. Er hatte gewo inen. Die tolle
Unternehmungsluſt des Haſardſpielers hatte ihm im Blut
ge=
kitzelt. Wie er am Alſterpavillon vorbeiging, ſah er einen jener
kleinen, nur einſitzigen Kähne ohne Steuer, die dort vermietet
werden, über die Waſſerfläche ſchießen. Darin ein ruderndes
Mädchen. Mit den Augen des Damenmannes beobachtete er das
weite Vor= und Zurückbiegen des Mädchenkörpers und erkannte
Kraft und Geſchmeidigkeit. Kurz entſchloſſen, ſprang er auch in
ſo ein Mietboot und folgte ihr. Aber er hatte ſeine eigene
Lei=
ſtungsfähigkeit überſchätzt. Er lom ihr nicht näher. Die
Ent=
fernung vergrößerte ſich. Da beſchloß er, ihr bei der Rückfahrt
den Weg zu verlegen, ruderte mit abſichtlicher Ungeſchicklichkeit,
und es gelang ihm richtig, beim Uhlenhorſter Fährhaus einen
Zuſammenſtoß herbeizuführen. Das war der Beginn ihrer
Be=
konntſchaft. Wenn ſich ſeither der ſchöne Carry mit leeren oder
vollen Taſchen bei Morgengrauen vom Spieltiſch erhob, ging er
an die Alſter, und wenn er da die einſame Kahnfahrerin
ent=
deckte, ſtieg er im den Kahn und fuhr plaudernd nebem ihr.
Ver=
liebte, im Grunde nichtsſagende Plaudereien. Er wußte von
ihr kaum mehr, als daß ſie keine Mutter mehr habe, und daß ihr
Vater als penſionierter Oberlehrer in einem dithmarſchen
Bauerngehöfte lebe.
Dieſe Waſſerpartien dauerten nie lang. Sie mußte bereits
von acht Uhr in der Schule ſein, und Carry wurde regelmäßig
ſchläfrig und verſpürte, wenn er ſich an ihrer offen zur Schau
getragenen Verliebtheit geſättigt hat, den Drang ins Bett. Sein
Erſuchen um ein Stelldichein zu anderer Zeit ſchlug ſie rundweg
ab. Einmal traf er ſie an einem Sonntag nachmittag zufällig in
Blankeneſe. Sie war in Geſellſchaft ihrer Quartierswirtin. Er
tanzte mit ihr in einem Tanzlokal und küßte ſie hinter einem
verſchwiegenen Hollunderbuſch. Bebend vor Erregung duldete
ſie ſeinen Kuß, machte ſich dann von ihm los, lief zu ihrer
Geſell=
ſchaft und wich an dem Tage einem Alleinſein mit ihm aus, als
fürchte ſie ihr eigenes wildes Blut.
Seither waren drei Wochen vergangen, und Carry hatte das
unſchuldige Erlebnis vollkommen vergeſſen. Doch da er ſie
wie=
derſah, kam ihm die Laune, das Abenteuer fortzuſetzen. Mit
leiſer, koſender Stimme begann er auf ſie einzureden. Er habe
ſich unſagbar nach ihr geſehnt — aber er ſei ungemein im
An=
ſpruch genommen — im Kontor werde mit Hochdruck gearbeitet
deshalb habe er nicht zu den Kahnpartien kommen können,
Jetzt habe er zufällig einen freien Nachmittag. Den ſolle ſie ihm
ſchenken. Er habe ihr ſo viel zu ſagen. Er würde ein Auto
neh=
men — ſie könnten miteinander nach Blankeneſe fahren — zu
dem bewußten Hollunderſtrauch, und ein paar entzückende,
un=
vergeßliche Stunden verleben. Dabei beobachtete er vergnügt die
Zeichen ihres inneren Kampfes. Ihr Atem ging ſtürmiſch, ſie
nagte unentſchloſſen an der Unterlippe, hielt den Kopf geſenkt,
als fürchte ſie, ſeinem Blick zu begegnen.
„Bitte, berlangen Sie das nicht,” murmelte ſie endlich, „ich
muß fahren.”
„Aber was liegt daran, ob Sie jetzt oder mit dem Nachtzug
fahren?” beharrte Carry, den ihr Widerſtand reizte. „Iſt Ihr
Herr Vater krank?”
„Nein, er iſt nicht krank,” gab ſie zurück, „aber ich muß
fahren.”
„Und wenn ich innig bitte”, flüſterte er, ihren Blick ſuchenb.
„Nein, nein, ich kann nicht,” wehrte ſie ab, „ich muß fahren.”
„Ich dachte nicht, daß Sie wir meine erſte Bitte abſchlagen
werden”, meinte er verſtimmt.
„Seien Sie mir micht böſe”, entgegnete ſie mit gelinder
Ver=
zweiflung. „Ich darf Ihnen leider nicht ſogen, warum meine
Anweſenheit zu Hauſe unbedingt nötig iſt ...
„O bitte, ich dränge mich nicht in Ihre Geheimniſſe, wenn
Sie mich Ihres Vertrauens nicht würdigen”, erwiderte er mit
ſpöttiſchem Lächeln. „Verzeihen Sie, daß ich Sie beläſtigt hobe”,
fügte er kalt hinzu und griff an den Hut.
Da war es um ihren Widerſtand geſchehen:
„Warten Sie,” ſagte ſie haſtig, ich will es Ihnen ſagen —
aber Sie werden es ja nicht verſtehen — zum Mindſten die
Dringlichkeit nicht einſehen!”
Er war nun voll Neugierde.
Doch es dauerte noch ein Weilchen, bevor ſie befriedigt
wurde. Die Bahnſteigtüren wurden geöffnet, und das Mädchen
mußte im Abteil einen Platz belegen. Carry griff nach ihrem
Koffer. Er hatte ein ſolches Gewicht, daß dem ſchönen Mann
beim Heben das Blut ins Geſicht ſtieg
Sie bemerkte es, und der Bana, den ſeine Eleganz auf ſie
ausübte, wich einen Augenblick.
„Geben Sie her,” ſagte ſie munter, „das iſt nichts für Sie
Sie Stabtfrack Siel” fügte ſie mit gutmütigem Spott hinzu.
„Wieſo Stadtfrack”” wehrte er ſich. „Sie ſind boch auch
Städterin.
„Nur ganz oberflächlich,” lachte ſie, „innerlich bin ich eine
Bäuerin — eine Dithmarſche noch dazu — wie meine Mutter,
wie meine Großmuter, und ſo weiter und fo weiter. Aſo her
mit bem Koffer.”
Aber er trug ihr den Koffer doch zum Waggon. Dam
plau=
derten ſie vor der Waggontüre.
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Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
der Eheleute Philipp Röder, Fuhrunternehmer, und
Auguſte, geb. Berg in Darmſtadt, zu je //, im Grundbuch
eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 3. Juli 1928, nachmittags 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls, ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(7658a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 24. April 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Band XlII, Blatt 649.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1 III 134 Hofreite Nr. 46 Arheil=
651 10000 RM.
gerſtraße
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk VI, Band IX, Blatt 441.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm
Schätzung
2 XXXIII 33 Acker in der Lache 3371 3000 RM.
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teilung A: Am 24. April 1928
hinſicht=
lich der Firmen: 1. Simon Neumann
Nachf., Darmſtadt: Kaufmann Kurt
Le=
vie in Frankfurt am Main iſt zum
Pro=
kuriſten beſtellt. 2. Karl Arnold und
Sohn, Darmſtadt: Die Prokura des
Direktors Willi Eppelsheimer in
Darm=
ſtadt iſt erloſchen. 3. Alexander
Gun=
trum, Darmſtadt: Alexander Guntrum
Witwe, Eliſe geborene Bickel, iſt aus
der Geſellſchaft mit Wirkung vom 31.
Dezember 1927 ausgeſchieden, die von
den übrigen Geſellſchaftern fortgeſetzt
wird. 4. Palaſtlichtſpiele Voß & Levie
Darmſtadt, Darmſtadt: Die Geſellſchaft
iſt aufgelöſt und die Firma erloſchen. —
Am 27. April 1928 hinſichtlich der
Fir=
men: 1. Katharina Raab vorm. Alice=
Bazar, Darmſtadt: Geſchäft ſamt Firma
iſt auf Heinrich Eck, Kaufmann in
Darmſtadt, übergegangen. Die Prokurg
der Joſefine Böckling in Darmſtadt iſt
erloſchen. 2. Levie & Weill, Darmſtadt:
Hans Weill, Kaufmann in Frankfurt
am Main, iſt aus der Geſellſchaft
aus=
geſchieden und gleichzeitig iſt Kurt
Le=
vie, Kaufmann in Frankfurt am Main,
in die Geſellſchaft als perſönlich
haften=
der Geſellſchafter eingetreten, mit dem
ſie fortgeſetzt iſt.
Abteilung B: Am 23. April 1928
hin=
ſichtlich der Firma: Willy Bickerle,
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt: Kaufmann Willy Bickerle
iſt in folge Ablebens als Geſchäftsführer
ausgeſchieden: an ſeiner Stelle iſt deſſen
Witwe Anna Katharina Helene —
ge=
nannt Aenny — geborene Glöckner in
Darmſtadt zu Geſchäftsführerin beſtellt.
Am 24. April 1928 hinſichtlich der
Firma: A. Henninger & Co.,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt: Adam Henninger in Darmſtadt iſt
infolge Ablebens als Geſchäftsführer
ausgeſchieden. — Am 25. April
hinſicht=
lich der Firmen: 1. Georg Haun,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt: Die Vertretungsbefugnis des
Li=
quidators iſt beendet und die Firma
er=
loſchen. 2. Süddeutſche Holzkohlen= und
Graphit=Verwertungsgeſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, Darmſtadt: Der
ſeit=
herige Geſchäftsführer Johannes Kühn,
Kaufmann in Meuſelwitz, iſt
Liquida=
tor. Die Vertretungsbefugnis des
Li=
quidators iſt beendet und die Firma
er=
loſchen. — Am 27. April 1928 hinſichtlich
der Firma: Schmitt & Ziegler,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt: Kaufmann Werner Kießmann in
Darmſtadt iſt als Geſchäftsführer aus=
(7620
geſchieden.
Darmſtadt, den 28. April 1928.
Amtsgericht I.